Source: https://www.gesetze-im-internet.de/fluglsv_1/__2.html
Legislation: fluglsv_1

Title: § 2 Datenerfassung über den Flugbetrieb

Description:
Erste Verordnung zur Durchführung des Gesetzes zum Schutz gegen Fluglärm (FlugLSV 1)
§ 2 Datenerfassung über den Flugbetrieb

Paragraph: 2

Full Text:
Erste Verordnung zur Durchführung des Gesetzes zum Schutz gegen Fluglärm (FlugLSV 1)
§ 2 Datenerfassung über den Flugbetrieb

(1) Der Halter eines Flugplatzes und die mit der Flugsicherung
Beauftragten erteilen der zuständigen Behörde auf Anforderung die für
die Ermittlung der Lärmbelastung nach § 3 des Gesetzes zum Schutz
gegen Fluglärm erforderlichen Auskünfte über den voraussehbaren
Flugbetrieb und legen entsprechende Daten, Unterlagen und Pläne vor.
Die Daten über den Flugbetrieb erfassen die Flugbewegungen, die vom
Flugplatz ausgehen (Starts und Abflüge) und die zum Flugplatz führen
(Anflüge und Landungen) innerhalb des Erfassungsbereichs nach Nummer
2\.1.1.1 der Anleitung zur Datenerfassung über den Flugbetrieb (AzD)
vom 19. November 2008 (BAnz. Nr. 195a vom 23. Dezember 2008), die
Platzrundenflüge am Flugplatz, die Überflüge über eine Start- und
Landebahn in niedriger Höhe ohne Bodenkontakt, die Rollbewegungen der
Luftfahrzeuge vor dem Start und nach der Landung sowie den Betrieb von
Hilfsgasturbinen der Flugzeuge.

(2) Die Daten über den Flugbetrieb beschreiben die Flugbewegungen in
einem Prognosejahr, das in der Regel zehn Jahre nach der in Absatz 1
genannten Anforderung liegt. Das Prognosejahr wird von der zuständigen
Behörde bestimmt. Die Prognose bezieht sich auf die sechs
verkehrsreichsten Monate (180 Tage) des Prognosejahres. Die Monate
müssen keinen zusammenhängenden Zeitraum des Prognosejahres bilden. Im
Hinblick auf die Beurteilungszeiten Tag und Nacht ist bei Abflügen der
Zeitpunkt des Starts und bei Anflügen der Zeitpunkt der Landung
maßgeblich. Platzrundenflüge werden der Nachtzeit zugerechnet, sofern
Start oder Landung in dieser Beurteilungszeit stattfinden.

(3) Die Daten über den Flugbetrieb eines bestehenden Flugplatzes
erfassen die Streuung der Nutzungsanteile der einzelnen
Betriebsrichtungen, indem für jede Start- und Landebahn die
Nutzungsanteile in den zurückliegenden zehn Kalenderjahren getrennt
für die Zeiträume Tag und Nacht sowie getrennt für Start und Landung
angegeben werden. Sofern Daten zu den Nutzungsanteilen nur für kürzere
Zeiträume vorliegen oder sofern die Nutzungsanteile Besonderheiten
aufweisen, kann die zuständige Behörde einen kürzeren oder einen
anderen Erfassungszeitraum vorgeben. Ein solcher Erfassungszeitraum
soll nicht vorgegeben werden, wenn ein erneutes Vorkommen der in
diesen Jahren aufgetretenen Besonderheiten über den ganzen
Prognosezeitraum nicht ausgeschlossen werden kann. Sofern für einen
Flugplatz keine ausreichenden statistischen Daten zu den
Nutzungsanteilen vorliegen, sollen die Nutzungsanteile aufgrund von
Daten über die örtliche Windrichtungsverteilung oder aufgrund der
Nutzungsanteile vergleichbarer Flugplätze abgeschätzt werden. Satz 4
gilt entsprechend für die Anlegung eines Flugplatzes oder den Bau
einer neuen Start- und Landebahn.

(4) Die Vorlage der Daten über den Flugbetrieb erfolgt mit einem
Datenerfassungssystem nach der Anleitung zur Datenerfassung über den
Flugbetrieb (AzD) in der in Absatz 1 Satz 2 genannten Fassung. Ferner
sind Unterlagen vorzulegen, in denen die wesentlichen fachlichen
Annahmen beschrieben werden, die der Prognose über Art und Umfang des
voraussehbaren Flugbetriebs zugrunde liegen. Zukünftige, in der
Prognose berücksichtigte Änderungen in der Anlage oder im Betrieb des
Flugplatzes sowie in den Flugverfahren sind zu erläutern. Die
Unterlagen enthalten auch Angaben über den Flugplatz insbesondere mit
Flugplatzdaten und Plänen.

(5) Die Daten über Art und Umfang des voraussehbaren Flugbetriebs
werden zur Verfügung gestellt von

1.  dem Halter des Flugplatzes insbesondere zu den Flugbewegungszahlen und

2.  den mit der Flugsicherung Beauftragten insbesondere zu den
    Flugverfahren und Flugstrecken.

Der Halter des Flugplatzes und die mit der Flugsicherung Beauftragten
gleichen ihre Daten ab und teilen Unstimmigkeiten der zuständigen
Behörde mit.

(6) Die Angaben nach den Absätzen 1 bis 5 werden der zuständigen
Behörde unentgeltlich zur Verfügung gestellt.

Collections: bundestag_gesetze
FlugLSV-1
Level: 2.0