Source: https://www.gesetze-im-internet.de/jfangausbv/__8.html
Legislation: jfangausbv

Title: § 8 Abschlußprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Justizfachangestellten/zur Justizfachangestellten (JFAngAusbV)
§ 8 Abschlußprüfung

Paragraph: 8

Full Text:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Justizfachangestellten/zur Justizfachangestellten (JFAngAusbV)
§ 8 Abschlußprüfung

(1) Die Abschlußprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage
aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Die Abschlußprüfung ist schriftlich in den Prüfungsfächern

1.  gerichtliche Verfahrensabläufe,

2.  Büroorganisation,

3.  Wirtschafts- und Sozialkunde

und praktisch in den Prüfungsfächern

1.  Textverarbeitung,

2.  fallbezogene Rechtsanwendung

durchzuführen.

(3) In der schriftlichen Prüfung soll der Prüfling in den
nachgenannten Prüfungsfächern je eine Arbeit anfertigen:

1.  Prüfungsfach gerichtliche Verfahrensabläufe:

    In höchstens 120 Minuten soll der Prüfling praxisbezogene Aufgaben
    oder Fälle bearbeiten und dabei zeigen, daß er die für die Mitwirkung
    im Verfahren erforderlichen Fertigkeiten und Kenntnisse erworben hat.
    Hierfür kommen insbesondere in Betracht:

    a)  rechtliche Grundlagen,

    b)  Verfahrensabläufe;

2.  Prüfungsfach Büroorganisation:

    In höchstens 90 Minuten soll der Prüfling praxisbezogene Aufgaben oder
    Fälle bearbeiten und dabei zeigen, daß er Aufgaben der
    Büroorganisation erledigen und dabei Fertigkeiten und Kenntnisse der
    Arbeitsorganisation anwenden kann. Hierfür kommen insbesondere in
    Betracht:

    a)  Fristen,

    b)  Zustellungen,

    c)  Geschäftsordnung und ergänzende Vorschriften;

3.  Prüfungsfach Wirtschafts- und Sozialkunde:

    In höchstens 90 Minuten soll der Prüfling praxisbezogene Aufgaben oder
    Fälle aus der Berufs- und Arbeitswelt bearbeiten und dabei zeigen, daß
    er allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der
    Berufs- und Arbeitswelt darstellen und beurteilen kann.

(4) In der praktischen Prüfung soll der Prüfling Aufgaben aus den
nachgenannten Prüfungsfächern bearbeiten:

1.  Prüfungsfach Textverarbeitung:

    In 45 Minuten soll der Prüfling eine praxisbezogene Aufgabe zur
    Textverarbeitung bearbeiten und dabei zeigen, daß er Texte nach
    Vorgabe formulieren und formgerecht gestalten kann. Die Aufgabe umfaßt
    das Konzipieren und Erstellen eines Textes nach stichwortartigen
    Angaben sowie das Erstellen und Gestalten eines Textes unter Anwendung
    standardisierter Vorlagen;

2.  Prüfungsfach fallbezogene Rechtsanwendung:

    Der Prüfling soll eine praktische Aufgabe im Rahmen der
    Rechtsanwendung bearbeiten. Er soll dabei zeigen, daß er Sachverhalte
    analysieren, beurteilen und Lösungen aufzeigen kann. Die Aufgabe soll
    Ausgangspunkt für das folgende Prüfungsgespräch sein. Hierbei soll der
    Prüfling zeigen, daß er Arbeitsergebnisse bürgerorientiert darstellen
    sowie in berufstypischen Situationen kommunizieren und kooperieren
    kann. Die Bearbeitung der Aufgabe und das Prüfungsgespräch sollen für
    den einzelnen Prüfling nicht länger als 45 Minuten dauern.

(5) Sind in der schriftlichen Prüfung die Prüfungsleistungen in bis zu
zwei Fächern mit mangelhaft und in dem dritten Fach mit mindestens
ausreichend bewertet worden, so ist auf Antrag des Prüflings oder nach
Ermessen des Prüfungsausschusses in einem der mit "mangelhaft"
bewerteten Fächer die schriftliche Prüfung durch eine mündliche
Prüfung von etwa 15 Minuten zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen
der Prüfung den Ausschlag geben kann. Das Fach ist vom Prüfling zu
bestimmen. Bei der Ermittlung des Ergebnisses für dieses Prüfungsfach
sind die Ergebnisse der schriftlichen Arbeit und der mündlichen
Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2:1 zu gewichten.

(6) Bei der Ermittlung des Gesamtergebnisses haben alle Prüfungsfächer
das gleiche Gewicht.

(7) Zum Bestehen der Abschlußprüfung müssen im Gesamtergebnis und in
mindestens zwei der in Absatz 3 genannten schriftlichen Prüfungsfächer
sowie in der praktischen Prüfung mindestens ausreichende Leistungen
erbracht werden. Werden die Prüfungsleistungen in einem Prüfungsfach
mit "ungenügend" bewertet, so ist die Prüfung nicht bestanden.

Collections: bundestag_gesetze
JFAngAusbV
Level: 2.0