Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bauger_tefausbv_1997/__9.html
Legislation: baugeraetefausbv_1997

Title: § 9 Abschlußprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Baugeräteführer/zur Baugeräteführerin (BaugeräteFAusbV 1997)
§ 9 Abschlußprüfung

Paragraph: 9

Full Text:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Baugeräteführer/zur Baugeräteführerin (BaugeräteFAusbV 1997)
§ 9 Abschlußprüfung

(1) Die Abschlußprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage
aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Der Prüfling soll in der praktischen Prüfung in insgesamt
höchstens sieben Stunden drei Arbeitsproben durchführen. Dabei sind
die betrieblichen Ausbildungsschwerpunkte gemäß laufender Nummer 12
Buchstabe e des Ausbildungsrahmenplanes zu berücksichtigen. Für die
Arbeitsproben kommen insbesondere in Betracht:

1.  Aufnehmen und zielgenaues Absetzen einer Last auf bestimmte Entfernung
    durch Inbetriebnehmen, Führen und Außerbetriebnehmen eines Baugerätes
    im Hebezeugeinsatz,

2.  Ausheben einer Baugrube und Herstellen einer Grabensohle durch
    Inbetriebnehmen, Führen und Außerbetriebnehmen eines Baugerätes,

3.  Anlegen einer Böschung durch Inbetriebnehmen, Führen und
    Außerbetriebnehmen eines Baugerätes,

4.  Verlegen und Zusammenfügen von Fertigteilen durch Inbetriebnehmen,
    Führen und Außerbetriebnehmen eines Baugerätes,

5.  Umrüsten eines Baugeräts sowie Inbetriebnehmen und Außerbetriebnehmen
    des Baugerätes,

6.  Verladen eines selbstfahrenden Baugeräts sowie Inbetriebnehmen, Führen
    und Außerbetriebnehmen des Baugerätes oder

7.  Eingrenzen, Bestimmen und Beheben von Fehlern und Störungen an
    mechanisch, hydraulisch, pneumatisch oder elektrisch betriebenen
    Baugruppen.

(3) Der Prüfling soll in der schriftlichen Prüfung in den
Prüfungsfächern Technologie, Arbeitsplanung, Technische Mathematik
sowie Wirtschafts- und Sozialkunde geprüft werden. Es kommen Aufgaben,
die sich auf praxisbezogene Fälle beziehen sollen, insbesondere aus
folgenden Gebieten in Betracht:

1.  im Prüfungsfach Technologie:

    a)  Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz, Umweltschutz und
        rationelle Energieverwendung,

    b)  Eigenschaften und Verwendung von Kraft- und Schmierstoffen sowie deren
        Entsorgung,

    c)  Antriebsarten, Kraftübertragungselemente, Fahrwerks- und Bremssysteme,

    d)  Arten, Ausrüstungen und Anbauten von Baugeräten,

    e)  Hauptbaugruppen von Baugeräten, hydraulischen und pneumatischen
        Systemen,

    f)  elektrotechnische Bauelemente und Sicherungseinrichtungen,

    g)  Wartung, Instandsetzung, Werkzeuge sowie Prüf- und Meßgeräte,

    h)  Eigenschaften, Anforderungen und Verwendung von Baustoffen und
        Bauteilen,

    i)  Bodenarten und Bodenklassen,

    k)  Bauverfahren;

2.  im Prüfungsfach Arbeitsplanung:

    a)  technische Zeichnungen, Tabellen und Diagramme, Handbücher,
        Arbeitspläne, Normen und Schaubilder,

    b)  Betriebsanleitungen, Wartungs- und Instandsetzungsvorschriften,

    c)  Ersatzteilbücher und Maschinenkontrollbücher,

    d)  Ver- und Entsorgungsanweisungen;

    dabei sind insbesondere durch Verknüpfung informationstechnischer,
    technologischer und mathematischer Sachverhalte fachliche Probleme zu
    analysieren, zu bewerten und geeignete Lösungswege darzustellen;

3.  im Prüfungsfach Technische Mathematik:

    a)  Länge, Winkel, Fläche, Volumen, Masse, Kraft und Geschwindigkeit,

    b)  Arbeit, Leistung und Wirkungsgrad,

    c)  Zug- und Druckfestigkeit,

    d)  Druck in Flüssigkeiten und Gasen,

    e)  Fertigungszeit, Arbeitszeit, Lohn und Material;

4.  im Prüfungsfach Wirtschafts- und Sozialkunde:

    allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der
    Berufs- und Arbeitswelt.

(4) Für die schriftliche Prüfung ist von folgenden zeitlichen
Höchstwerten auszugehen:

*    *   1.

    *   im Prüfungsfach Technologie

    *   150 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsfach Arbeitsplanung

    *   90 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsfach Technische Mathematik

    *   60 Minuten,

*    *   4.

    *   im Prüfungsfach Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Die in Absatz 4 genannte Prüfungsdauer kann insbesondere
unterschritten werden, soweit die schriftliche Prüfung in
programmierter Form durchgeführt wird.

(6) Die schriftliche Prüfung ist auf Antrag des Prüflings oder nach
Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen Fächern durch eine
mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen der Prüfung
den Ausschlag geben kann. Die schriftliche Prüfung hat gegenüber der
mündlichen das doppelte Gewicht.

(7) Innerhalb der schriftliche Prüfung hat das Prüfungsfach
Technologie gegenüber jedem der übrigen Prüfungsfächer das doppelte
Gewicht.

(8) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils in der praktischen und
schriftlichen Prüfung sowie innerhalb der schriftlichen Prüfung im
Prüfungsfach Technologie mindestens ausreichende Leistungen erbracht
sind.

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BaugeräteFAusbV-1997
Level: 2.0