Source: https://www.gesetze-im-internet.de/wfachwprv/__5.html
Legislation: wfachwprv

Title: § 5 Handlungsspezifische Qualifikationen

Description:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluss Geprüfter Wirtschaftsfachwirt/Geprüfte Wirtschaftsfachwirtin (WFachwPrV)
§ 5 Handlungsspezifische Qualifikationen

Paragraph: 5

Full Text:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluss Geprüfter Wirtschaftsfachwirt/Geprüfte Wirtschaftsfachwirtin (WFachwPrV)
§ 5 Handlungsspezifische Qualifikationen

(1) Im Handlungsbereich „Betriebliches Management“ soll die Fähigkeit
nachgewiesen werden, die Bedeutung betrieblicher Planungsprozesse für
die Zukunftssicherung eines Unternehmens oder einer
Wirtschaftsorganisation einordnen, deren Auswirkungen auf die
Organisations- und Personalentwicklung erklären,
Informationstechnologie und Wissensmanagement als notwendige Basis
einer lernenden Organisation verstehen und Managementtechniken zur
effektiven Prozesssteuerung einsetzen zu können. In diesem
Zusammenhang können folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  betriebliche Planungsprozesse unter Einbeziehung der
    Betriebsstatistik,

2.  Organisations- und Personalentwicklung,

3.  Informationstechnologie und Wissensmanagement,

4.  Managementtechniken unter Einbeziehung von Zeitmanagement,
    Kreativitätstechniken und Entscheidungstechniken.

(2) Im Handlungsbereich „Investition, Finanzierung, betriebliches
Rechnungswesen und Controlling“ soll die Fähigkeit nachgewiesen
werden, die Zusammenhänge und Abhängigkeiten zwischen
güterwirtschaftlichem und finanzwirtschaftlichem Prozess aufzeigen
sowie die Aufgaben und Gliederung des betrieblichen Rechnungswesens
darstellen zu können. Die unterschiedlichen Finanzierungsarten und
wesentlichen Aspekte der Kosten- und Leistungsrechnung sollen bestimmt
sowie das Controlling als wesentliches Instrument der
Unternehmenssteuerung verstanden werden. In diesem Rahmen können
folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Investitionsplanung und -rechnung,

2.  Finanzplanung und Ermittlung des Finanzbedarfs,

3.  Finanzierungsarten,

4.  Kosten- und Leistungsrechnung,

5.  Controlling.

(3) Im Handlungsbereich „Logistik“ soll die Fähigkeit nachgewiesen
werden, den Gesamtprozess der betrieblichen Leistungserstellung zu
verstehen. Dazu sind Ziele und Aufgaben der Logistik beschreiben, die
beschaffungspolitischen Instrumente erläutern und die Bedeutung von
Logistik innerhalb der betrieblichen Wertschöpfungskette darlegen zu
können. In diesem Rahmen können folgende Qualifikationsinhalte geprüft
werden:

1.  Einkauf und Beschaffung,

2.  Materialwirtschaft und Lagerhaltung,

3.  Wertschöpfungskette,

4.  Aspekte der Rationalisierung,

5.  spezielle Rechtsaspekte.

(4) Im Handlungsbereich „Marketing und Vertrieb“ soll der Einsatz von
marketing- und vertriebspolitischen Instrumenten begründet werden.
Dazu sind Kriterien der Marketingplanung zu beschreiben, den
effektiven Einsatz des Marketinginstrumentariums aufzeigen, die
Bedeutung der Distribution und die zentrale Funktion des Bereiches
Marketing und Vertrieb innerhalb eines Unternehmens und unter
Berücksichtigung außenwirtschaftlicher und interkultureller
Kommunikationsaspekte darlegen zu können. In diesem Rahmen können
folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Marketingplanung,

2.  Marketinginstrumentarium, Marketing-Mix,

3.  Vertriebsmanagement,

4.  internationale Geschäftsbeziehungen und Geschäftsentwicklung,
    interkulturelle Kommunikation,

5.  spezielle Rechtsaspekte.

(5) Im Handlungsbereich „Führung und Zusammenarbeit“ soll die
Fähigkeit nachgewiesen werden, zielorientiert mit Mitarbeitern,
Auszubildenden, Geschäftspartnern und Kunden zu kommunizieren. Dabei
soll gezeigt werden, dass Mitarbeiter, Auszubildende und
Projektgruppen geführt werden können. Des Weiteren soll bei
Verhandlungen und Konfliktfällen lösungsorientiert gehandelt werden
können. Methoden der Kommunikation und Motivationsförderung sollen
berücksichtigt werden. In diesem Rahmen können folgende
Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Zusammenarbeit, Kommunikation und Kooperation,

2.  Mitarbeitergespräche,

3.  Konfliktmanagement,

4.  Mitarbeiterförderung,

5.  Ausbildung,

6.  Moderation von Projektgruppen,

7.  Präsentationstechniken.

(6) Die schriftliche Prüfung in den in den Absätzen 1 bis 5
beschriebenen Handlungsbereichen wird auf der Grundlage einer
betrieblichen Situationsbeschreibung mit zwei aufeinander
abgestimmten, gleichgewichtig daraus abgeleiteten Aufgabenstellungen
durchgeführt. Die gesamte Bearbeitungsdauer soll 480 Minuten nicht
unterschreiten und 510 Minuten nicht überschreiten. Die
Punktebewertung für das Ergebnis der schriftlichen Prüfungsleistung
ist aus den beiden gleichgewichtigen schriftlichen Teilergebnissen zu
bilden.

Collections: bundestag_gesetze
WFachwPrV
Level: 2.0