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Legislation: seestrov

Title: § 3 Grundregeln für das Verhalten im Verkehr

Description:
Verordnung zu den Internationalen Regeln von 1972 zur Verhütung von Zusammenstößen auf See (SeeStrOV)
§ 3 Grundregeln für das Verhalten im Verkehr

Paragraph: 3

Full Text:
Verordnung zu den Internationalen Regeln von 1972 zur Verhütung von Zusammenstößen auf See (SeeStrOV)
§ 3 Grundregeln für das Verhalten im Verkehr

(1) Jeder Verkehrsteilnehmer hat sich so zu verhalten, daß die
Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs gewährleistet ist und daß
kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen
unvermeidbar, behindert oder belästigt wird. Er hat insbesondere die
Vorsichtsmaßregeln zu beachten, die Seemannsbrauch oder besondere
Umstände des Falles erfordern.

(2) Zur Abwehr einer unmittelbar drohenden Gefahr müssen unter
Berücksichtigung der besonderen Umstände auch dann alle erforderlichen
Maßnahmen ergriffen werden, wenn diese ein Abweichen von den
Vorschriften dieser Verordnung notwendig machen.

(3) Wer infolge körperlicher oder geistiger Mängel oder des Genusses
alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel in der
sicheren Führung eines Fahrzeuges oder in der sicheren Ausübung einer
anderen Tätigkeit des Brücken-, Decks- oder Maschinendienstes
behindert ist, darf ein Fahrzeug nicht führen oder als Mitglied der
Schiffsbesatzung eine andere Tätigkeit des Brücken-, Decks- oder
Maschinendienstes nicht ausüben.

(4) Wer 0,25 mg/l oder mehr Alkohol in der Atemluft oder 0,5 Promille
oder mehr Alkohol im Blut oder eine Alkoholmenge im Körper hat, die zu
einer solchen Atem- oder Blutalkoholkonzentration führt, darf ein
Fahrzeug nicht führen oder als Mitglied der Schiffsbesatzung eine
andere Tätigkeit des Brücken-, Decks- oder Maschinendienstes nicht
ausüben.

(5) Der Schiffsführer eines Fahrgastschiffs oder eines
Fahrbeschränkungen und Fahrverboten nach § 30 Abs. 1 der
Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung unterliegenden Fahrzeuges darf in der
Dienstzeit während der Fahrt alkoholische Getränke nicht zu sich
nehmen oder bei Dienstantritt nicht unter der Wirkung solcher Getränke
stehen. In Ruhezeiten und sonstigen Erholungszeiten an Bord darf der
Schiffsführer alkoholische Getränke zu sich nehmen, wenn
sichergestellt ist, dass er bei der Übernahme sicherheitsrelevanter
Aufgaben nicht mehr unter der Wirkung solcher Getränke steht. Satz 1
gilt für die im Brückendienst eingesetzten Mitglieder der
Schiffsbesatzung entsprechend.

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