Source: https://www.gesetze-im-internet.de/asylvfg_1992/__26.html
Legislation: asylvfg_1992

Title: § 26 Familienasyl und internationaler Schutz für Familienangehörige

Description:
Asylgesetz (AsylVfG 1992)
Abschnitt 4 - Asylverfahren
Unterabschnitt 3 - Verfahren beim Bundesamt
§ 26 Familienasyl und internationaler Schutz für Familienangehörige

Paragraph: 26

Full Text:
Asylgesetz (AsylVfG 1992)
Abschnitt 4 - Asylverfahren
Unterabschnitt 3 - Verfahren beim Bundesamt
§ 26 Familienasyl und internationaler Schutz für Familienangehörige

(1) Der Ehegatte oder der Lebenspartner eines Asylberechtigten wird
auf Antrag als Asylberechtigter anerkannt, wenn

1.  die Anerkennung des Asylberechtigten unanfechtbar ist,

2.  die Ehe oder Lebenspartnerschaft mit dem Asylberechtigten schon in dem
    Staat bestanden hat, in dem der Asylberechtigte politisch verfolgt
    wird,

3.  der Ehegatte oder der Lebenspartner vor der Anerkennung des Ausländers
    als Asylberechtigter eingereist ist oder er den Asylantrag
    unverzüglich nach der Einreise gestellt hat und

4.  die Anerkennung des Asylberechtigten nicht zu widerrufen oder
    zurückzunehmen ist.

Für die Anerkennung als Asylberechtigter nach Satz 1 ist es
unbeachtlich, wenn die Ehe nach deutschem Recht wegen Minderjährigkeit
im Zeitpunkt der Eheschließung unwirksam oder aufgehoben worden ist;
dies gilt nicht zugunsten des im Zeitpunkt der Eheschließung
volljährigen Ehegatten.

(2) Ein zum Zeitpunkt seiner Asylantragstellung minderjähriges lediges
Kind eines Asylberechtigten wird auf Antrag als asylberechtigt
anerkannt, wenn die Anerkennung des Ausländers als Asylberechtigter
unanfechtbar ist und diese Anerkennung nicht zu widerrufen oder
zurückzunehmen ist.

(3) Die Eltern eines minderjährigen ledigen Asylberechtigten oder ein
anderer Erwachsener im Sinne des Artikels 2 Buchstabe j der Richtlinie
2011/95/EU werden auf Antrag als Asylberechtigte anerkannt, wenn

1.  die Anerkennung des Asylberechtigten unanfechtbar ist,

2.  die Familie im Sinne des Artikels 2 Buchstabe j der Richtlinie
    2011/95/EU schon in dem Staat bestanden hat, in dem der
    Asylberechtigte politisch verfolgt wird,

3.  sie vor der Anerkennung des Asylberechtigten eingereist sind oder sie
    den Asylantrag unverzüglich nach der Einreise gestellt haben,

4.  die Anerkennung des Asylberechtigten nicht zu widerrufen oder
    zurückzunehmen ist und

5.  sie die Personensorge für den Asylberechtigten innehaben.

Für zum Zeitpunkt ihrer Antragstellung minderjährige ledige
Geschwister des minderjährigen Asylberechtigten gilt Satz 1 Nummer 1
bis 4 entsprechend.

(4) Die Absätze 1 bis 3 gelten nicht für Familienangehörige im Sinne
dieser Absätze, die die Voraussetzungen des § 60 Absatz 8 Nummer 2
oder 3 des Aufenthaltsgesetzes oder des § 3 Absatz 2 erfüllen oder bei
denen das Bundesamt nach § 60 Absatz 8a oder 8b des
Aufenthaltsgesetzes von der Anwendung des § 60 Absatz 1 des
Aufenthaltsgesetzes abgesehen hat. Die Absätze 2 und 3 gelten nicht
für Kinder eines Ausländers, der selbst nach Absatz 2 oder Absatz 3
als Asylberechtigter anerkannt worden ist.

(5) Auf Familienangehörige im Sinne der Absätze 1 bis 3 von
international Schutzberechtigten sind die Absätze 1 bis 4 entsprechend
anzuwenden. An die Stelle der Asylberechtigung tritt die
Flüchtlingseigenschaft oder der subsidiäre Schutz. Der subsidiäre
Schutz als Familienangehöriger wird nicht gewährt, wenn ein
Ausschlussgrund nach § 4 Absatz 2 vorliegt.

(6) Die Absätze 1 bis 5 sind nicht anzuwenden, wenn dem Ausländer
durch den Familienangehörigen im Sinne dieser Absätze eine Verfolgung
im Sinne des § 3 Absatz 1 oder ein ernsthafter Schaden im Sinne des §
4 Absatz 1 droht oder er bereits einer solchen Verfolgung ausgesetzt
war oder einen solchen ernsthaften Schaden erlitten hat.

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AsylVfG-1992
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