Source: https://www.gesetze-im-internet.de/schsv_1998/__9.html
Legislation: schsv_1998

Title: **Sonderfahrzeuge**

Description:
Schiffssicherheitsverordnung (SchSV 1998)
**Sonderfahrzeuge**

Paragraph: 9

Full Text:
Schiffssicherheitsverordnung (SchSV 1998)
**Sonderfahrzeuge**

**1** **Bauart und Bauweise**

1.1 Kapitel 2 Regel 1 Absatz 4 gilt nicht für Sonderfahrzeuge, die am 30.
    September 2015 über ein gültiges Bau- und
    Ausrüstungssicherheitszeugnis verfügt haben.

1.2 Fahrzeuge nach Absatz 1 müssen in ihrer Bauart und Festigkeit, sowie
    der Konstruktion der Maschinen und elektrischen Anlagen so beschaffen
    und ausgestattet sein und sich in einem solchen Erhaltungszustand
    befinden, dass sie den Beanspruchungen genügen, die der beabsichtigte
    Verwendungszweck erfordert. Bei Umbauten, die die Festigkeit des
    Schiffes beeinträchtigen können, ist die genügende Festigkeit des
    Schiffskörpers durch einen rechnerischen Nachweis zu belegen.

**2** **Schlepper**

    Für Schlepper, die auch als Hafenassistenzschlepper eingesetzt werden,
    gilt:

2.1 Fahrstände auf der Brücke müssen so angeordnet und gestaltet sein,
    dass ein voller Überblick in jeder Manövriersituation durch den
    Schiffsführer gewährleistet ist. Die Sicht nach voraus und achtern von
    den Bedienständen für Hauptantriebsanlagen und Winden von der Brücke
    muss gewährleistet sein.

2.2 Die Brücke ist mit einem Tagsicht-Radargerät und einem zusätzlichen
    Monitor mit Tagsichteigenschaften auszurüsten, wobei der Monitor so
    anzuordnen ist, dass auch bei Rückwärtsfahrten das Radarbild in
    Fahrtrichtung zu beobachten ist.

2.3 Die in Augenhöhe vorhandenen Front-, Seiten- und Rückfenster des
    Ruderhauses müssen wegen der Blendfreiheit nach unten eingezogen sein.

2.4 Es müssen durch Elektromotoren angetriebene Scheibenwischer für alle
    in Augenhöhe vorhandenen Ruderhausfenster vorgesehen sein – mit
    Ausnahme von Fenstern in Türen und verschiebbaren Fenstern an den
    Seiten.

2.5 Hafenassistenzschlepper müssen mit zwei Hauptantriebsanlagen
    ausgerüstet sein, die einschließlich der Propelleranlage voneinander
    unabhängig sind. Bei Ausfall einer der beiden Hauptantriebsanlagen
    muss die zweite ohne Einschränkung manövrierfähig bleiben.

2.6 Auf der Brücke müssen alle wichtigen Bedienungs- und
    Überwachungseinrichtungen für die Hauptantriebsanlagen, der
    dazugehörigen Aggregate sowie der sonstigen betriebswichtigen Anlagen
    installiert sein.

2.7 Für die Schleppwinden sind Fahrstände auf der Brücke und für
    Storewinden auf der Brücke und an Deck vorzusehen. Die Fahrstände sind
    mit Bedienungs- und Überwachungselementen auszurüsten.

2.8 Es müssen zwei unabhängig voneinander wirkende Vorrichtungen vorhanden
    sein, die das Slippen des Schlepphakens oder die Entriegelung der
    Schleppwinde ermöglichen. Eine dieser Vorrichtungen muss auch bei
    Betriebsstörungen funktionsfähig bleiben. Es sind Einrichtungen
    vorzusehen, um Schlepphaken und Winde von der Brücke und von Deck
    schnell auszulösen. Sind die Schlepper mit einem hydraulischen
    Schlepphaken ausgerüstet, genügt ein Auslösesystem. Auslöseelemente
    für den Schlepphaken müssen auf der Brücke und an Deck angeordnet
    sein.

2.9 Eine Einstiegspforte ist auf jeder Seite in der Verschanzung
    vorzusehen, damit bei „Mensch-über-Bord“ Hilfe geleistet werden kann.

**3** **Behördenfahrzeuge**

    Für Behördenfahrzeuge, für die Zeugnisse beantragt sind, kann die
    Berufsgenossenschaft Ausnahmen von den nach diesem Teil einzuhaltenden
    Anforderungen zulassen, soweit dies zur Erfüllung hoheitlicher
    Aufgaben geboten ist.

**4** **Wasserfahrzeuge ohne eigenen Antrieb**

4.1 Wasserfahrzeuge ohne eigenen Antrieb mit einer ständigen Besatzung
    sind hinsichtlich der Vorschriften für Intakt- und Leckstabilität
    sowie Rettungsmittel wie Fahrzeuge mit Eigenantrieb zu behandeln.

4.2 Die GMDSS-Funkausrüstung kann durch ein Handfunksprechgerät mit DSC-
    Funktion3 ersetzt werden.

4.3 Wasserfahrzeuge ohne eigenen Antrieb sind entsprechend Kapitel V Regel
    3\.1 der Anlage zum SOLAS-Übereinkommen von dessen Regeln 15, 17, 18,
    19 mit Ausnahme des Absatz 19.2.1.7 ausgenommen. Kapitel II-1, II-2,
    III, IV, VI, VII und XI-1 der Anlage zum SOLAS-Übereinkommen und
    Abschnitt C.I der Anlage 1 zu dieser Verordnung gelten für
    Wasserfahrzeuge ohne eigenen Antrieb nur, soweit die
    Berufsgenossenschaft im Einzelfall bestimmt, dass diese Anforderungen
    zu erfüllen sind.

**5.** **Schwimmende Arbeitsgeräte**

    Bei schwimmenden Arbeitsgeräten bestimmt die Berufsgenossenschaft
    unter Berücksichtigung von Größe und Verwendungszweck, welche weiteren
    Anforderungen in Bezug auf Bauausführung, Ausrüstung und Betrieb zu
    erfüllen sind.

**Kapitel 5**

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SchSV-1998
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