Source: https://www.gesetze-im-internet.de/zensg_2011/__7.html
Legislation: zensg_2011

Title: § 7 Haushaltebefragung auf Stichprobenbasis

Description:
Gesetz über den registergestützten Zensus im Jahre 2011 (ZensG 2011)
Abschnitt 2 - Erhebung und Zusammenführung der Daten; Haushaltegenerierung
§ 7 Haushaltebefragung auf Stichprobenbasis

Paragraph: 7

Full Text:
Gesetz über den registergestützten Zensus im Jahre 2011 (ZensG 2011)
Abschnitt 2 - Erhebung und Zusammenführung der Daten; Haushaltegenerierung
§ 7 Haushaltebefragung auf Stichprobenbasis

(1) Die statistischen Ämter der Länder führen zum Berichtszeitpunkt
eine Haushaltebefragung auf Stichprobenbasis (Haushaltsstichprobe)
durch. Die Erhebung dient:

1.  in Gemeinden mit mindestens 10 000 Einwohnern sowie in Städten mit
    mindestens 400 000 Einwohnern für Teile der Stadt mit durchschnittlich
    etwa 200 000 Einwohnern der Feststellung, ob Personen, die im
    Melderegister verzeichnet sind, an der angegebenen Anschrift wohnen
    oder ob an einer Wohnanschrift Personen wohnen, die nicht im
    Melderegister verzeichnet sind, und damit der Ermittlung der amtlichen
    Einwohnerzahl mit einer angestrebten Genauigkeit eines einfachen
    relativen Standardfehlers von höchstens 0,5 Prozent,

2.  in Gemeinden mit mindestens 10 000 Einwohnern in allen Kreisen sowie
    in Städten mit mindestens 400 000 Einwohnern für Teile der Stadt mit
    durchschnittlich etwa 200 000 Einwohnern der Erhebung von
    Zensusmerkmalen, die nicht aus Verwaltungsregistern gewonnen werden
    können, mit einer angestrebten Genauigkeit eines einfachen absoluten
    Standardfehlers von höchstens 1 Prozent der Einwohnerzahl der
    betreffenden Gemeinde oder der betreffenden Gebietseinheit; als
    Gemeinden im Sinne dieser Vorschrift gelten auch die Verbandsgemeinden
    in Rheinland-Pfalz.

Die Feststellung umfasst nicht die Berichtigung der aus den
Melderegistern übernommenen Angaben zum Wohnungsstatus der Person.

(2) Der auf Grund der Qualitätsvorgaben des Absatzes 1 Satz 2
erforderliche Stichprobenumfang soll 10 Prozent der Bevölkerung nicht
überschreiten. Die Bundesregierung legt zur Erreichung der Ziele des §
1 Absatz 3 und der Qualitätsvorgaben des § 7 Absatz 1 durch
Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates das
Stichprobenverfahren sowie den konkreten Stichprobenumfang fest. Der
Entwurf dieser Rechtsverordnung ist dem Bundesrat bis zum 15. März
2010 zuzuleiten.

(3) Auswahleinheiten der Stichprobe sind Anschriften mit Wohnraum nach
dem Anschriften- und Gebäuderegister. Beziehen sich Anschriften auf
Neuzugänge mit Wohnraum, die in dem Zeitraum zwischen der
Stichprobenziehung und dem Berichtszeitpunkt in das Anschriften- und
Gebäuderegister aufgenommen worden sind, ist eine ergänzende
Stichprobe zu ziehen. Stichprobenerhebungen nach den Sätzen 1 und 2
sind bei Anschriften von Sonderbereichen nur nach Maßgabe von § 8
Absatz 5 zulässig. Die Auswahl erfolgt bei den Stichproben geschichtet
nach einem mathematischen Zufallsverfahren auf der Grundlage des
Anschriften- und Gebäuderegisters. Für die Stichprobenziehung dürfen
die in der Stichprobenorganisationsdatei nach § 5 Absatz 4 des
Zensusvorbereitungsgesetzes 2011 gespeicherten Angaben sowie die von
den Meldebehörden nach § 3 Absatz 1 übermittelten Daten verwendet
werden. Das Auswahlverfahren wird im Hinblick auf die gemeinsame
Erreichung beider in Absatz 1 genannten Ziele der Stichprobe
ausgestaltet. Die Auswahl erfolgt in Gemeinden mit mindestens 10 000
Einwohnern auf der Ebene der Gemeinde, für Gemeinden unter 10 000
Einwohnern auf der Ebene der Kreise sowie in Städten mit mindestens
400 000 Einwohnern auf der Ebene von Teilen der Stadt mit
durchschnittlich etwa 200 000 Einwohnern; als Gemeinden im Sinne
dieser Vorschrift gelten auch die Verbandsgemeinden in Rheinland-
Pfalz.

(4) Erhebungsmerkmale sind:

1.  Wohnungsstatus,

2.  Geschlecht,

3.  Staatsangehörigkeiten,

4.  Monat und Jahr der Geburt,

5.  Familienstand,

6.  nichteheliche Lebensgemeinschaften,

7.  für Personen, die selbst oder deren Elternteil nach dem 31. Dezember
    1955 nach Deutschland zugezogen sind: früherer Wohnsitz im Ausland und
    Jahr der Ankunft in Deutschland des Befragten oder des Elternteils,

8.  Zahl der Personen im Haushalt,

9.  Erwerbsbeteiligung nach den Standards des Arbeitskräftekonzepts der
    Internationalen Arbeitsorganisation oder im Falle der
    Nichterwerbstätigkeit entsprechende Angaben zu der letzten ausgeübten
    Tätigkeit und für Nichterwerbspersonen sowie für alle Personen im
    Alter unter 15 Jahren zu ihrem überwiegenden Status in der Woche des
    Berichtszeitpunkts,

10. Stellung im Beruf,

11. ausgeübter Beruf,

12. Wirtschaftszweig des Betriebes,

13. Anschrift des Betriebes (nur Gemeinde),

14. Haupterwerbsstatus,

15. höchster allgemeiner Schulabschluss,

16. höchster beruflicher Bildungsabschluss,

17. aktueller Schulbesuch,

18. rechtliche Zugehörigkeit zu einer öffentlich-rechtlichen
    Religionsgesellschaft,

19. Bekenntnis zu einer Religion, Glaubensrichtung oder Weltanschauung
    (sunnitischer Islam, schiitischer Islam, alevitischer Islam,
    Buddhismus, Hinduismus und sonstige Religionen, Glaubensrichtungen
    oder Weltanschauungen).

(5) Hilfsmerkmale sind:

1.  Familienname und Vornamen,

2.  Anschrift und Lage der Wohnung im Gebäude,

3.  Tag der Geburt (Tag ohne Monats- und Jahresangabe),

4.  Telekommunikationsnummern der Auskunftspflichtigen oder einer anderen
    für Rückfragen zur Verfügung stehenden Person,

5.  für Erwerbspersonen der überwiegende Status (Haupterwerbsstatus) in
    der Woche des Berichtszeitpunkts.

(6) Die Erhebungsbeauftragten haben die Befragung innerhalb von zwölf
Wochen nach dem Berichtszeitpunkt abzuschließen. Hiervon kann nur in
begründeten Ausnahmefällen abgewichen werden.

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