Source: https://www.gesetze-im-internet.de/gfabprv/__4.html
Legislation: gfabprv

Title: § 4 Handlungsbereich „Eingliederung und Teilhabe am Arbeitsleben personenzentriert gestalten“

Description:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Geprüfte Fachkraft zur Arbeits- und Berufsförderung (GFABPrV)
§ 4 Handlungsbereich „Eingliederung und Teilhabe am Arbeitsleben personenzentriert gestalten“

Paragraph: 4

Full Text:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Geprüfte Fachkraft zur Arbeits- und Berufsförderung (GFABPrV)
§ 4 Handlungsbereich „Eingliederung und Teilhabe am Arbeitsleben personenzentriert gestalten“

(1) Im Handlungsbereich „Eingliederung und Teilhabe am Arbeitsleben
personenzentriert gestalten“ soll die zu prüfende Person nachweisen,
dass sie in der Lage ist, unter Einbeziehung des behinderten Menschen
personenzentriert den Verlauf der Eingliederung des behinderten
Menschen und dessen Teilhabe am Arbeitsleben zu planen und zu
gestalten. Dazu muss die zu prüfende Person in der Lage sein,
Fähigkeiten und Wünsche des behinderten Menschen zu erkennen,
einzuschätzen und zu berücksichtigen sowie Angebote zu Qualifizierung,
Beschäftigung und Arbeit zu unterbreiten. Sie muss behinderten
Menschen mit geeigneten Methoden Aufgaben und Arbeiten bereitstellen
können und aus deren Erledigung Schlussfolgerungen über die
Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse des behinderten Menschen
ziehen können.

(2) In diesem Handlungsbereich können folgende Qualifikationsinhalte
geprüft werden:

1.  Erstellen eines personenzentrierten Eingliederungsplans unter
    Einbeziehung des behinderten Menschen und unter Berücksichtigung von
    Formen der beruflichen Bildung und anderer Qualifizierungen innerhalb
    und außerhalb der Werkstatt für behinderte Menschen,

2.  Erarbeiten eines geeigneten Arbeits- und Beschäftigungsangebotes unter
    Berücksichtigung des individuellen Potentials und der Wünsche des
    behinderten Menschen; dabei ist eine große Breite des Berufsspektrums
    unabhängig von geschlechterbezogenen Rollenverständnissen und
    Rollenzuschreibungen zu vermitteln,

3.  Unterbreiten und Umsetzen von Vorschlägen für den Prozess der Teilhabe
    am Arbeitsleben,

4.  Beobachten und Beurteilen der Kompetenzen des behinderten Menschen
    unter Berücksichtigung der vielfältigen Beeinträchtigungsformen,

5.  Anwenden von Methoden und Instrumentarien für eine systematische
    Beobachtung und Dokumentation insbesondere des Arbeitsverhaltens des
    behinderten Menschen, seiner Arbeitsleistung, seiner
    Belastungsfähigkeit, seines Konzentrationsvermögens, seiner
    Merkfähigkeit, seines Vorstellungsvermögens, seiner motorischen
    Fertigkeiten, seiner sozialen Kompetenzen und des Grades, zu dem er
    Kulturtechniken beherrscht,

6.  Reflektieren und bedarfsgerechtes Anpassen des Teilhabeprozesses,

7.  Fördern von Übergängen der behinderten Menschen in andere berufliche
    Bildungs-, Arbeits- oder Beschäftigungsprozesse oder -verhältnisse
    durch Motivieren, Initiieren, Begleiten und Qualifizieren unter
    Berücksichtigung und Einbeziehung der am Übergangsprozess intern und
    extern Beteiligten sowie

8.  Anwenden anerkannter und geeigneter diagnostischer Verfahren und
    Instrumente, anhand derer der Eingliederungsplan erstellt wird.

Collections: bundestag_gesetze
GFABPrV
Level: 2.0