Source: https://www.gesetze-im-internet.de/wppg/__9.html
Legislation: wppg

Title: § 9 Haftung bei fehlerhaftem Börsenzulassungsprospekt

Description:
Gesetz über die Erstellung, Billigung und Veröffentlichung des Prospekts, der beim öffentlichen Angebot von Wertpapieren oder bei der Zulassung von Wertpapieren zum Handel an einem organisierten Markt zu veröffentlichen ist (WpPG)
Abschnitt 3 - Prospekthaftung und Haftung bei Wertpapier-Informationsblättern
§ 9 Haftung bei fehlerhaftem Börsenzulassungsprospekt

Paragraph: 9

Full Text:
Gesetz über die Erstellung, Billigung und Veröffentlichung des Prospekts, der beim öffentlichen Angebot von Wertpapieren oder bei der Zulassung von Wertpapieren zum Handel an einem organisierten Markt zu veröffentlichen ist (WpPG)
Abschnitt 3 - Prospekthaftung und Haftung bei Wertpapier-Informationsblättern
§ 9 Haftung bei fehlerhaftem Börsenzulassungsprospekt

(1) Der Erwerber von Wertpapieren, die auf Grund eines Prospekts zum
Börsenhandel zugelassen sind, in dem für die Beurteilung der
Wertpapiere wesentliche Angaben unrichtig oder unvollständig sind,
kann

1.  von denjenigen, die für den Prospekt die Verantwortung übernommen
    haben, und

2.  von denjenigen, von denen der Erlass des Prospekts ausgeht,

als Gesamtschuldnern die Übernahme der Wertpapiere gegen Erstattung
des Erwerbspreises, soweit dieser den ersten Ausgabepreis der
Wertpapiere nicht überschreitet, und der mit dem Erwerb verbundenen
üblichen Kosten verlangen, sofern das Erwerbsgeschäft nach
Veröffentlichung des Prospekts und innerhalb von sechs Monaten nach
erstmaliger Einführung der Wertpapiere abgeschlossen wurde. Ist kein
Ausgabepreis festgelegt, gilt als Ausgabepreis der erste nach
Einführung der Wertpapiere festgestellte oder gebildete Börsenpreis,
im Falle gleichzeitiger Feststellung oder Bildung an mehreren
inländischen Börsen der höchste erste Börsenpreis. Auf den Erwerb von
Wertpapieren desselben Emittenten, die von den in Satz 1 genannten
Wertpapieren nicht nach Ausstattungsmerkmalen oder in sonstiger Weise
unterschieden werden können, sind die Sätze 1 und 2 entsprechend
anzuwenden.

(2) Ist der Erwerber nicht mehr Inhaber der Wertpapiere, so kann er
die Zahlung des Unterschiedsbetrags zwischen dem Erwerbspreis, soweit
dieser den ersten Ausgabepreis nicht überschreitet, und dem
Veräußerungspreis der Wertpapiere sowie der mit dem Erwerb und der
Veräußerung verbundenen üblichen Kosten verlangen. Absatz 1 Satz 2 und
3 ist anzuwenden.

(3) Sind Wertpapiere eines Emittenten mit Sitz im Ausland auch im
Ausland zum Börsenhandel zugelassen, besteht ein Anspruch nach Absatz
1 oder 2 nur, sofern die Wertpapiere auf Grund eines im Inland
abgeschlossenen Geschäfts oder einer ganz oder teilweise im Inland
erbrachten Wertpapierdienstleistung erworben wurden.

(4) Einem Prospekt stehen Dokumente gleich, welche gemäß Artikel 1
Absatz 5 Unterabsatz 1 Buchstabe ba Ziffer iii, e, f, g, h oder j
Ziffer v und vi der Verordnung (EU) 2017/1129 zur Verfügung gestellt
wurden.

Collections: bundestag_gesetze
WpPG
Level: 3.0