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Legislation: fovg

Title: § 2 Begriffsbestimmungen

Description:
Forstvermehrungsgutgesetz (FoVG)
Abschnitt 1 - Allgemeine Vorschriften
§ 2 Begriffsbestimmungen

Paragraph: 2

Full Text:
Forstvermehrungsgutgesetz (FoVG)
Abschnitt 1 - Allgemeine Vorschriften
§ 2 Begriffsbestimmungen

Im Sinne dieses Gesetzes sind

1.  Forstliches Vermehrungsgut:

    Vermehrungsgut der in der Anlage oder einer Rechtsverordnung nach § 3
    aufgeführten Baumarten und künstlichen Hybriden, die für forstliche
    Zwecke in Deutschland oder in anderen Mitgliedstaaten der Europäischen
    Union von Bedeutung sind.

2.  Arten von Vermehrungsgut:

    a)  Saatgut:

        Zapfen, Fruchtstände, Früchte und Samen, die zur Aussaat im Wald oder
        zur Erzeugung von Pflanzgut bestimmt sind;

    b)  Pflanzenteile:

        Spross-, Blatt- und Wurzelstecklinge, Explantate und Embryonen für die
        mikrovegetative Vermehrung, Knospen, Absenker, Ableger, Wurzeln,
        Pfropfreiser, Steckhölzer, Setzstangen sowie andere Teile von Pflanzen
        außer Saatgut, die zur Auspflanzung im Wald oder zur Erzeugung von
        Pflanzgut bestimmt sind;

    c)  Pflanzgut:

        aus Saatgut oder Pflanzenteilen angezogene oder aus Naturverjüngung
        geworbene Pflanzen.

3.  Arten von Ausgangsmaterial:

    a)  Saatgutquelle:

        Bäume innerhalb eines Gebiets, von denen Saatgut gewonnen wird;

    b)  Erntebestand:

        Waldbestand mit abgegrenzter Population von Bäumen in ausreichend
        einheitlicher Zusammensetzung, der auch aus benachbarten
        Teilpopulationen bestehen kann;

    c)  Samenplantage:

        Anpflanzung ausgelesener Klone oder Sämlinge, die so abgeschirmt oder
        bewirtschaftet wird, dass eine von außerhalb der Anpflanzung kommende
        Fremdbestäubung weitgehend vermieden wird, und die planmäßig mit dem
        Ziel häufiger, reicher und leicht durchführbarer Saatguternten
        bewirtschaftet wird;

    d)  Familieneltern:

        Bäume, von denen Nachkommenschaften durch kontrollierte oder freie
        Bestäubung eines bestimmten Samenelters durch einen oder mehrere
        bestimmte oder unbestimmte Pollenelter erzeugt werden;

    e)  Klon:

        vegetativ erzeugter Abkömmling, der ursprünglich von einem
        Ausgangsindividuum abstammt;

    f)  Klonmischung:

        Mischung nach Merkmalen beschriebener Klone in festgelegten Anteilen.

4.  Autochthonie:

    a)  autochthoner Erntebestand oder Saatgutquelle:

        ein Erntebestand oder eine Saatgutquelle, der oder die aus
        ununterbrochener natürlicher Verjüngung stammt, oder im Ausnahmefall
        ein Erntebestand, der künstlich mit Vermehrungsgut aus demselben
        Bestand oder dicht benachbarten, autochthonen Beständen begründet
        worden ist;

    b)  indigener Erntebestand oder Saatgutquelle:

        ein Erntebestand oder eine Saatgutquelle, der oder die autochthon ist
        oder der oder die künstlich mit Vermehrungsgut begründet worden ist,
        dessen Ursprung im selben Herkunftsgebiet liegt.

5.  Ursprung:

    a)  bei autochthonen Erntebeständen oder Saatgutquellen: der Ort, an dem
        die Bäume wachsen,

    b)  bei nicht autochthonen Erntebeständen oder Saatgutquellen oder bei
        anderen Arten von Ausgangsmaterial: der Ort, von dem das
        Ausgangsmaterial ursprünglich stammt, wobei der Ursprung unbekannt
        sein kann.

6.  Herkunft:

    der Ort, an dem das Ausgangsmaterial wächst.

7.  Herkunftsgebiet:

    das Gebiet oder die Gesamtheit von Gebieten mit annähernd
    einheitlichen ökologischen Bedingungen, in denen sich Erntebestände
    oder Saatgutquellen einer bestimmten Art oder Unterart befinden, die
    unter Berücksichtigung der Höhenlage ähnliche phänotypische oder
    genetische Merkmale aufweisen.

8.  Kategorien von forstlichem Vermehrungsgut:

    a)  Quellengesichert:

        Vermehrungsgut von einer Saatgutquelle oder einem Erntebestand
        innerhalb eines Herkunftsgebiets;

    b)  Ausgewählt:

        Vermehrungsgut von einem Erntebestand innerhalb eines
        Herkunftsgebiets, der auf der Populationsebene phänotypisch ausgelesen
        wurde;

    c)  Qualifiziert:

        Vermehrungsgut von einer Samenplantage, Familieneltern, einem Klon
        oder einer Klonmischung, deren Zusammensetzung auf phänotypischer
        Auslese auf der Individualebene beruht;

    d)  Geprüft:

        Vermehrungsgut von einem Erntebestand, einer Samenplantage,
        Familieneltern, einem Klon oder einer Klonmischung, wobei die
        Überlegenheit des Vermehrungsgutes durch Nachkommenschaftsprüfungen
        oder durch Prüfungen der Bestandteile des Ausgangsmaterials
        nachgewiesen wurde.

9.  Erzeugung, Inverkehrbringen, Ein- und Ausfuhr:

    a)  Erzeugung:

        alle Stufen der Gewinnung, Ernte, Lagerung, Vermehrung, Aufbereitung
        und Verarbeitung von Vermehrungsgut einschließlich der Anzucht und
        Werbung von Pflanzgut;

    b)  Inverkehrbringen:

        gewerbsmäßiges Vorrätighalten oder Anbieten zum Verkauf, Verkaufen,
        Abgeben, Liefern, einschließlich Lieferungen im Rahmen von
        Dienstleistungs- und Werkverträgen, sowie das Verbringen zwischen den
        Mitgliedstaaten der Europäischen Union;

    c)  Einfuhr:

        Verbringen aus einem Drittland in die Europäische Union;

    d)  Ausfuhr:

        Verbringen in ein Drittland.

10. Forstsamen- oder Forstpflanzenbetrieb:

    jede natürliche oder juristische Person oder Personenvereinigung, die
    forstliches Vermehrungsgut gewerbsmäßig und steuerrechtlich
    selbständig erzeugt, in Verkehr bringt, einführt oder ausführt.

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FoVG
Level: 3.0