Source: https://www.gesetze-im-internet.de/mschnausbv_2004/__10.html
Legislation: mschnausbv_2004

Title: § 10 Gesellenprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Maßschneider/zur Maßschneiderin (MSchnAusbV 2004)
§ 10 Gesellenprüfung

Paragraph: 10

Full Text:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Maßschneider/zur Maßschneiderin (MSchnAusbV 2004)
§ 10 Gesellenprüfung

(1) Die Gesellenprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage
aufgeführten Qualifikationen sowie auf den im Berufsschulunterricht
vermittelten Lehrstoff, soweit er für die Berufsausbildung wesentlich
ist.

(2) Der Prüfling soll im praktischen Teil der Prüfung in insgesamt
höchstens 40 Stunden eine Arbeitsaufgabe durchführen und mit
betriebsüblichen Unterlagen dokumentieren und hierüber während dieser
Zeit in insgesamt höchstens 30 Minuten ein Fachgespräch führen, das
aus mehreren Gesprächsphasen bestehen kann. Hierfür kommt insbesondere
in Betracht:
Entwerfen und Anfertigen eines Großstücks unter Berücksichtigung der
Schwerpunkte Damen und Herren.
Der Prüfling hat den Entwurf für die Arbeitsaufgabe dem
Prüfungsausschuss zur Genehmigung vorzulegen.
Im praktischen Teil der Prüfung soll der Prüfling zeigen, dass er
Arbeitsabläufe unter Beachtung wirtschaftlicher, technischer und
organisatorischer Vorgaben selbständig und kundenorientiert planen und
durchführen kann, dabei Arbeitsergebnisse kontrollieren und
dokumentieren sowie Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz
bei der Arbeit und zum Umweltschutz durchführen kann. Durch das
Fachgespräch soll der Prüfling zeigen, dass er fachbezogene Probleme
und deren Lösungen darstellen, die für die Arbeitsaufgabe relevanten
fachlichen Hintergründe aufzeigen sowie die Vorgehensweise bei der
Ausführung der Arbeitsaufgabe begründen kann. Die Durchführung der
Arbeitsaufgabe einschließlich der Dokumentation ist mit 80 Prozent und
das Fachgespräch mit 20 Prozent zu gewichten.

(3) Der Prüfling soll im schriftlichen Teil der Prüfung in den
Prüfungsbereichen Planung und Fertigung, Gestaltung und Konstruktion
sowie Wirtschafts- und Sozialkunde geprüft werden. In den
Prüfungsbereichen Planung und Fertigung sowie Gestaltung und
Konstruktion sind fachliche Probleme mit verknüpften technologischen,
mathematischen und gestalterischen Inhalten zu bewerten und zu lösen.
Dabei sollen die Sicherheit und der Gesundheitsschutz bei der Arbeit,
der Umweltschutz sowie qualitätssichernde Maßnahmen einbezogen werden.
Es kommen Aufgaben insbesondere aus folgenden Gebieten in Betracht:

1.  im Prüfungsbereich Planung und Fertigung:

    Auswählen von Werk- und Hilfsstoffen sowie Zutaten für Bekleidung,
    Planen der Fertigungsschritte sowie Erstellen von Planungsunterlagen.
    Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er Werkzeuge und Maschinen
    auswählen, Materialeigenschaften berücksichtigen und
    Verarbeitungstechniken anwenden kann;

2.  im Prüfungsbereich Gestaltung und Konstruktion:

    Bestimmen, Konstruieren und Modifizieren von Schnittteilen, Erstellen
    von Entwurfszeichnungen und technischen Zeichnungen. Dabei soll der
    Prüfling zeigen, dass er die Grundlagen der Farb- und Formgebung sowie
    Gestaltungstechniken anwenden und modische sowie historische
    Gesichtspunkte berücksichtigen kann;

3.  im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde:

    allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der
    Berufs- und Arbeitswelt.

(4) In der schriftlichen Prüfung ist von folgenden zeitlichen
Höchstwerten auszugehen:

*    *   1.

    *   im Prüfungsbereich Planung und Fertigung

    *   150 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsbereich Gestaltung und Konstruktion

    *   120 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Der schriftliche Teil der Prüfung ist auf Antrag des Prüflings
oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen
Prüfungsbereichen durch eine mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese
für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann. Bei der
Ermittlung der Ergebnisse für die mündlich geprüften Prüfungsbereiche
sind die jeweiligen bisherigen Ergebnisse und die entsprechenden
Ergebnisse der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2 : 1 zu
gewichten.

(6) Innerhalb des schriftlichen Teils der Prüfung sind die
Prüfungsbereiche wie folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich Planung und Fertigung

    *   50 Prozent,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich Gestaltung und Konstruktion

    *   30 Prozent,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   20 Prozent.

(7) Die Gesellenprüfung ist bestanden, wenn

1.  im praktischen Teil der Prüfung und

2.  im schriftlichen Teil der Prüfung

jeweils mindestens ausreichende Leistungen erbracht wurden. In zwei
der Prüfungsbereiche des schriftlichen Teils der Prüfung müssen
mindestens ausreichende Leistungen, in dem weiteren Prüfungsbereich
des schriftlichen Teils der Prüfung dürfen keine ungenügenden
Leistungen erbracht worden sein.

Collections: bundestag_gesetze
MSchnAusbV-2004
Level: 2.0