Source: https://www.gesetze-im-internet.de/pmelekprv/__12.html
Legislation: pmelekprv

Title: Anlage 1 Spezialistenprofile in der Elektrotechnik

Description:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Geprüfter Prozessmanager Elektrotechnik und Geprüfte Prozessmanagerin Elektrotechnik (Certified Process Manager - Electric/Electronics) (PMElekPrV)
Anlage 1 Spezialistenprofile in der Elektrotechnik

Paragraph: 12

Full Text:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Geprüfter Prozessmanager Elektrotechnik und Geprüfte Prozessmanagerin Elektrotechnik (Certified Process Manager - Electric/Electronics) (PMElekPrV)
Anlage 1 Spezialistenprofile in der Elektrotechnik

(Fundstelle: BGBl. I 2009, 2846 - 2849; bzgl. einzelner Änderungen
vgl. Fußnote)

Die Spezialistenprofile beschreiben die inhaltlichen Standards, die
für eine Zulassung zur Prüfung zum Geprüften Prozessmanager
Elektrotechnik/zur Geprüften Prozessmanagerin Elektrotechnik
(Certified Process Manager – Electric/Electronics) erforderlich sind.
Sie bilden das im Bereich der beruflichen Fortbildung angesiedelte
Verbindungsglied zwischen der Ebene der beruflichen Ausbildung und der
Ebene der in der beruflichen Fortbildung geregelten operativen
Professionals. Grundlage für die Spezialistenqualifikation ist die
Qualifizierung in den nachfolgend beschriebenen Arbeitsgebieten und
Arbeitsprozessen. Im Rahmen dieser Qualifizierung sind die
aufgeführten Arbeitsprozesse eigenständig in betrieblichen Projekten
durchzuführen, eine prozessbegleitende Dokumentation anzufertigen, in
einer Präsentation eine zusammenhängende Darstellung der Tätigkeiten
und des Kompetenzerwerbs zu geben und darüber ein Fachgespräch zu
führen.

**1. Systemspezialist Elektrotechnik/Systemspezialistin
Elektrotechnik**

1.1 Arbeitsgebiet:

    Systemspezialisten Elektrotechnik/Systemspezialistinnen Elektrotechnik
    erarbeiten in Teams mit Entwicklern und anderen Fachkräften,
    Applikationslieferanten und Zulieferern Lösungen für produkt- oder
    systemtechnische Aufgabenstellungen. Sie projektieren und entwerfen
    elektrische Komponenten, Geräte, Anlagen oder Systeme. Sie arbeiten im
    Bereich der Entwicklung, erstellen Prototypen oder
    Sonderanfertigungen.

1.2 Profiltypische Arbeitsprozesse:

    Systemspezialisten Elektrotechnik/Systemspezialistinnen Elektrotechnik

    –   werten Kundenanforderungen aus, beraten Kunden, führen technische
        Klärungen durch,

    –   führen Schätzungen des technischen Umfanges, Kosten- und
        Terminschätzungen durch,

    –   bereiten Angebote vor, halten die Anforderungen, den Zeit- und
        Kostenrahmen fest,

    –   arbeiten Konzepte auch unter dem Gesichtspunkt des Umweltschutzes aus,
        legen die notwendigen Hard- und Softwarekomponenten fest,
        dimensionieren Komponenten, planen Kosten und Termine,

    –   setzen die Anforderungen in Spezifikationen um, entwerfen und
        simulieren Produkte oder Systeme,

    –   programmieren hardwarenahe Software, Testsoftware, Bauteile oder
        Steuerungen,

    –   testen Prototypen im Labor, integrieren und testen Prototypen,

    –   erstellen Schaltungs- und Nutzerdokumentationen, erstellen
        Produktionsunterlagen (Stücklisten, Verdrahtungspläne sowie
        Layoutdaten oder Installationspläne),

    –   begleiten die Abnahme der Produkte oder Systeme, parametrieren
        Produkte oder Systeme, optimieren die Parametrierung, lösen
        Schnittstellenprobleme,

    –   erstellen Betriebsanleitungen, Richtlinien für die Parametrierung der
        Produkte oder Systeme sowie für Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten
        oder erbringen dazu Vorleistungen,

    –   optimieren Schaltungen, Software und Parametrierungen entsprechend der
        Informationsrückläufe aus der Produktion, von den Nutzern und vom
        Service,

    –   bewerten und evaluieren Produkte, Lösungen und Entwicklungsprozesse.

1.3 Die Beherrschung der profiltypischen Arbeitsprozesse setzt
    insbesondere folgende berufliche Befähigungen voraus:

    –   analytische Fähigkeiten,

    –   ergebnisorientiertes Handeln,

    –   Kommunikations- und Teamfähigkeit,

    –   Problemlösefähigkeit, Managen von Projekten und Prozessen,

    –   systematisch-methodisches Vorgehen,

    –   Methoden und Konzepte der Systemintegration und -anpassung,

    –   Einhaltung von Entwicklungs- und Qualitätsstandards,

    –   Einsatz von Analysewerkzeugen.

1.4 Nachweis der Qualifikationen:

    Die Qualifikation ist durch ein Zeugnis einer zuständigen Stelle,
    durch ein Personalzertifikat, durch ein Lehrgangszertifikat oder durch
    eine Bescheinigung insbesondere von Arbeitgebern, die die Breite, die
    Tiefe und das Verfahren der Spezialistenqualifizierung abbildet,
    nachzuweisen.

**2. Fertigungsspezialist Elektrotechnik/Fertigungsspezialistin
Elektrotechnik**

2.1 Arbeitsgebiet

    Fertigungsspezialisten Elektrotechnik/Fertigungsspezialistinnen
    Elektrotechnik erarbeiten in Teams mit Entwicklern und anderen
    Fachkräften, Produktionsmittelherstellern und Zulieferern Lösungen für
    produktions- und prozesstechnische Aufgabenstellungen in der Fertigung
    für elektrotechnische Produkte.

2.2 Profiltypische Arbeitsprozesse:

    Fertigungsspezialisten Elektrotechnik/Fertigungsspezialistinnen
    Elektrotechnik

    –   analysieren Aufträge und prüfen sie auf technische Machbarkeit,
        Lieferbarkeit von Komponenten, Einhaltbarkeit von Terminen sowie auf
        Übereinstimmung mit Fertigungsvorgaben, führen technische Klärungen
        durch,

    –   vergleichen Fertigungs-, Montage- und Prüfverfahren hinsichtlich
        Produktqualität, Prozesssicherheit, Wirtschaftlichkeit und
        Umweltschutz,

    –   erarbeiten technische Lösungen, kalkulieren Kosten und
        Stückzahlausbringungen, schätzen Bearbeitungszeiten,

    –   wirken bei der Gestaltung von Produktionsanlagen mit, führen
        Gefährdungsbeurteilungen durch,

    –   erstellen Arbeitsanweisungen und Prozessbeschreibungen, arbeiten
        Produktionspersonal ein,

    –   disponieren Material, rufen Fertigungsteile bei internen und externen
        Lieferanten ab und geben Produktionsaufträge ins Produktionsnetzwerk,
        wirken bei der Gestaltung von Logistikprozessen mit,

    –   erstellen Prüfkonzepte für die Produktion, planen Prüfadapter,
        -maschinen und -software,

    –   überwachen den Fortschritt der Auftragsbearbeitung,

    –   überwachen die Einhaltung der Qualitätsvorgaben und leiten bei
        Abweichungen entsprechende Maßnahmen ein,

    –   beheben Störungen in Produktionsanlagen oder leiten Maßnahmen zur
        Störungsbeseitigung ein, setzen Software zur Instandhaltung,
        Fehlersuche und Optimierung von Produktionsanlagen ein, erarbeiten
        Lösungen zur Verbesserung der Anlagenverfügbarkeit,

    –   schließen Fertigungsaufträge ab, dokumentieren Fertigungsdaten,

    –   bewerten und evaluieren Produktionsprozesse, optimieren Prozesse,
        wirken bei der Entwicklung von Produkten mit.

2.3 Die Beherrschung der profiltypischen Arbeitsprozesse setzt
    insbesondere folgende berufliche Befähigungen voraus:

    –   analytische Fähigkeiten,

    –   ergebnisorientiertes Handeln,

    –   Kommunikations- und Teamfähigkeit,

    –   Problemlösefähigkeit, Prozess- und Projektkoordinierung,

    –   Systematisch-methodisches Vorgehen,

    –   Einhalten von Qualitätsstandards.

2.4 Nachweis der Qualifikation:

    Die Qualifikation ist durch ein Zeugnis einer zuständigen Stelle,
    durch ein Personalzertifikat, durch ein Lehrgangszertifikat oder durch
    eine Bescheinigung insbesondere von Arbeitgebern, die die Breite, die
    Tiefe und das Verfahren der Spezialistenqualifizierung abbildet,
    nachzuweisen.

**3. Montagespezialist Elektrotechnik/Montagespezialistin
Elektrotechnik**

3.1 Arbeitsgebiet:

    Montagespezialisten Elektrotechnik/Montagespezialistinnen
    Elektrotechnik koordinieren und überwachen die Abläufe beim Bau von
    Anlagen und Systemen beim Kunden.

3.2 Profiltypische Arbeitsprozesse:

    Montagespezialisten Elektrotechnik/Montagespezialistinnen
    Elektrotechnik

    –   analysieren Montageaufträge und prüfen sie auf technische Machbarkeit,
        Lieferbarkeit von Komponenten und Einhaltbarkeit von Terminen, führen
        technische Klärungen durch,

    –   strukturieren Montageabläufe unter Beachtung von
        Gefährdungsbeurteilungen, Risikoabwägungen und Umweltschutz, erstellen
        Ablaufpläne, ermitteln den Bedarf an internen und externen Leistungen,
        disponieren Material,

    –   ermitteln qualitative und quantitative Personalbedarfe, stellen
        Montageteams zusammen, planen Personaleinweisungen,

    –   bereiten Ausschreibungen vor, werten Informationen von Anbietern unter
        wirtschaftlichen und fachlichen Gesichtspunkten aus,

    –   schließen Arbeits-, Dienst-, Arbeitnehmerüberlassungs-, Miet-, Kauf-
        und Werkverträge ab,

    –   richten Baustellen ein, beurteilen sie hinsichtlich Sicherheit und
        Umweltschutz, führen Gefährdungsbeurteilungen durch, sorgen für
        Energieversorgung,

    –   steuern Abläufe unter Berücksichtigung von Prioritäten, beauftragen
        Arbeitspakete, verfolgen ihre Erledigung und nehmen sie ab, überwachen
        zugewiesene Budgets, Termine und Qualitätsziele, erkennen Risiken und
        begrenzen sie, koordinieren zugewiesene Teams, Dienstleister und
        externes Personal,

    –   veranlassen Transport, Umschlag und Lagerung und gewährleisten die
        Werterhaltung der Betriebsmittel,

    –   führen Funktions- und Sicherheitsprüfungen durch und veranlassen sie,
        nehmen elektrische Anlagen in Betrieb, leiten Maßnahmen der
        Fehlerbehebung ein,

    –   erkennen Schwachstellen in elektrischen Systemen und informieren über
        Optimierungsmöglichkeiten,

    –   sorgen für die Räumung und den Abbau der Baustelle unter
        umweltrelevanten Gesichtspunkten,

    –   übergeben Anlagen, erstellen Aufmaß- und Abschlussdokumentationen,

    –   bewerten und evaluieren Montageprozesse.

3.3 Die Beherrschung der profiltypischen Arbeitsprozesse setzt
    insbesondere folgende berufliche Befähigungen voraus:

    –   analytische Fähigkeiten,

    –   ergebnisorientiertes Handeln,

    –   Kommunikations- und Teamfähigkeit,

    –   Problemlösefähigkeit, Projektorganisation, Projektkoordinierung,

    –   Zeitmanagement, Aufgabenplanung und -priorisierung,

    –   Systematisch-methodisches Vorgehen,

    –   Baustellenlogistik,

    –   Einhalten von Qualitätsstandards,

    –   Einhalten von Sicherheitsstandards.

3.4 Nachweis der Qualifikationen:

    Die Qualifikation ist durch ein Zeugnis einer zuständigen Stelle,
    durch ein Personalzertifikat, durch ein Lehrgangszertifikat oder durch
    eine Bescheinigung insbesondere von Arbeitgebern, die die Breite, die
    Tiefe und das Verfahren der Spezialistenqualifizierung abbildet,
    nachzuweisen.

**4. Servicespezialist Elektrotechnik/Servicespezialistin
Elektrotechnik**

4.1 Arbeitsgebiet:

    Servicespezialisten Elektrotechnik/Servicespezialistinnen
    Elektrotechnik analysieren Probleme und Anfragen der Kunden,
    erarbeiten Problemlösungen und implementieren diese. Sie unterstützen
    die Anwendung der Produkte beim Kunden. Sie arbeiten im Bereich des
    Service.

4.2 Profiltypische Arbeitsprozesse:

    Servicespezialisten Elektrotechnik/Servicespezialistinnen
    Elektrotechnik

    –   erfassen und klären Kundenanforderungen sowie den Umfang von
        Serviceleistungen, beraten Kunden hinsichtlich energie- und
        ressourceneffizienter Lösungen,

    –   analysieren und simulieren Prozesse und testen Varianten von Produkt-
        oder Systemlösungen bei Kunden, bewerten technische Lösungsvorschläge,
        stimmen Entwicklungsarbeiten mit Kunden ab,

    –   wirken an der Erstellung von qualifizierten Anforderungsprofilen für
        technische Lösungen mit,

    –   überwachen Vorhaben bei Kunden, setzen Prioritäten hinsichtlich der
        zeitlichen Realisierung,

    –   nehmen Produkte oder Systeme unternehmensintern ab, disponieren die
        Auslieferung oder Montage, parametrieren Produkte oder Systeme
        hinsichtlich der kundenspezifischen Erfordernisse,

    –   übergeben Produkte oder Systeme an Kunden und nehmen zusammen mit den
        Kunden die Produkte oder Systeme ab,

    –   koordinieren die im Rahmen der Produkt- oder Systemeinführung
        notwendigen Aktivitäten, weisen das Bedienpersonal ein und schulen es,

    –   erstellen Systemdokumentationen und dokumentieren technische
        Prüfungen, Inbetriebnahmen und Übergaben,

    –   prüfen Kundenreklamationen, überprüfen Produkte und Systeme, führen
        Fernüberwachungen und -diagnosen durch, lokalisieren Störungen,
        entwickeln Ad-hoc-Lösungen, planen und koordinieren im Team
        Anpassungen oder Mängelbeseitigungen,

    –   spezifizieren die Parameter für Ersatzteile sowie Softwareupdates und
        -änderungen,

    –   beseitigen Fehler, testen Änderungen, erkennen Schwachstellen in
        elektrischen Systemen und informieren über Optimierungsmöglichkeiten,

    –   dokumentieren erbrachte Leistungen und rechnen sie ab.

4.3 Die Beherrschung der profiltypischen Arbeitsprozesse setzt
    insbesondere folgende berufliche Befähigungen voraus:

    –   nutzerorientierte Problemanalyse, analytische Fähigkeiten,

    –   Akquisitionsstärke,

    –   Kundenorientierung, Dialogfähigkeit,

    –   ergebnisorientiertes Handeln,

    –   Kooperationsfähigkeit,

    –   Problemlösefähigkeit, Auftrags- und Projektkoordinierung,

    –   Systematisch-methodisches Vorgehen,

    –   Einhalten von Qualitätsstandards.

4.4 Nachweis der Qualifikation

    Die Qualifikation ist durch ein Zeugnis einer zuständigen Stelle,
    durch ein Personalzertifikat, durch ein Lehrgangszertifikat oder durch
    eine Bescheinigung insbesondere von Arbeitgebern, die die Breite, die
    Tiefe und das Verfahren der Spezialistenqualifizierung abbildet,
    nachzuweisen.

(zu den §§ 8 und 9)

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