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Legislation: beschussv

Title: Anlage III Prüfvorschriften für Patronen- und Kartuschenmunition

Description:
Allgemeine Verordnung zum Beschussgesetz (BeschussV)
Abschnitt 10 - Ordnungswidrigkeiten und Schlussvorschriften
Anlage III Prüfvorschriften für Patronen- und Kartuschenmunition

Paragraph: 5

Full Text:
Allgemeine Verordnung zum Beschussgesetz (BeschussV)
Abschnitt 10 - Ordnungswidrigkeiten und Schlussvorschriften
Anlage III Prüfvorschriften für Patronen- und Kartuschenmunition

   (Fundstelle: BGBl. I 2006, 1504 - 1522;
bzgl. der einzelnen Änderungen vgl. Fußnote)

**Symbole und ihre Bedeutung**

*
    *
        *
            *
                *
                    d(tief)D Durchmesser der Druckübertragungsfläche des Druckaufnehmers

                    d(tief)M Durchmesser der Messbohrung

                    d(tief)L Durchmesser des Laufes an der Stelle der Messbohrung

                    d(tief)S Durchmesser des Druckübertragungsstempels

                    G(tief)1 Geschossdurchmesser am Hülsenmund

                    L(tief)3 Hülsenlänge nach den Maßtafeln

                    L(tief)c Länge des Messlaufes mit Patronenlager

                    s(tief)M Abstand der Messbohrung vom Stoßboden

P(tief)u, P(tief)o

*
    *
        *
            *
                *
                    *   unterer oder oberer Grenzgasdruck für die Auswahl des Stauchzylinders
                        und des Druckübertragungsstempels

                    P(tief)max zulässiger Höchstwert des Gasdruckes nach den Maßtafeln

                    P(tief)n aus einer Probe von n gemessenen Patronen errechneter Mittelwert des
                        Gasdruckes

                    P(tief)M von der Kartusche für Schussapparate entwickelter Gasdruck

                    a/b Koeffizient/Exponent zur Beschreibung des Gasdruckes von Kartuschen

                    V(hoch)+(tief)n auf das Patronenlager entfallender Volumenanteil des
                        Verbrennungsraumes

                    V(tief)a Zusatzvolumen zwischen Kolben und Kartuschenlager

                    E(tief)max zulässiger Höchstwert der Energie nach den Maßtafeln

                    E(tief)n aus einer Probe von n gemessenen Patronen errechneter Mittelwert der
                        Energie

                    E(tief)Beschuss Minimale Energie der Beschussmunition für Langwaffen mit gezogenen
                        Läufen

                    k(tief)1,n Anteilsfaktor für die Anteilsgrenze bei einseitiger Abgrenzung für 99%
                        der Grundgesamtheit bei einem Vertrauensniveau von 95%

                    k(tief)2,n Anteilsfaktor für die Anteilsgrenze bei einseitiger Abgrenzung von 95%
                        der Grundgesamtheit bei einem Vertrauensniveau von 95%

                    k(tief)3,n Anteilsfaktor für die Anteilsgrenze bei einseitiger Abgrenzung für 90%
                        der Grundgesamtheit bei einem Vertrauensniveau von 95%

                    S(tief)n Standardabweichung einer Probe von n gemessenen Patronen

*
    **1** **Zulassungsprüfung (Typenprüfung)**

    1.1 Bei der Zulassung sind zu prüfen

        –   die Übereinstimmung der Maße der für die Fabrikationskontrolle zu
            verwendenden Messgeräte mit den Vorschriften der Maßtafeln und Nummer
            5 dieser Anlage, wenn eine Kalibrierung nicht möglich ist,

        –   die Richtigkeit der Gasdruckmesser unter Verwendung von
            Vergleichspatronen mit Hilfe von Standardmessläufen oder mit anderen
            gleichwertigen Verfahren,

        –   die Lehren und Geräte zur Prüfung der Munition auf Maßhaltigkeit,

        –   die Waffen, die zur Kontrolle der Funktionssicherheit bestimmt sind.

    1.2 Für die Prüfung besteht das Los aus mindestens 3.000 Stück. Die
        Mindestgröße kann aus besonderen Gründen unterschritten werden. Die
        Prüfung für eine Munitionstype, von der weniger als 3.000 Stück
        hergestellt worden sind, ist jeweils an einer im gleichen Verhältnis
        zu dieser Zahl kleineren Anzahl von Munition vorzunehmen. Die
        Mindestzahl beträgt für die

    *        *   1.2.1

        *   Prüfung der Maßhaltigkeit und Sichtprüfung

        *   20 Stück,

    *        *   1.2.2

        *   Gasdruckprüfung

        *   10 Stück,

    *        *   1.2.3

        *   Prüfung der Funktionssicherheit

        *   10 Stück.

*
    1.3 Die Prüfung der Munition wird nach dem Verfahren der
        Fabrikationskontrolle (Nummer 2) und mit der doppelten Stückzahl
        vorgenommen.

    1.4 Die Munition wird aus einem Los ausgewählt, dessen Laborierung für den
        vorgelegten Munitionstyp den höchsten Gasdruck erwarten lässt.

    1.5 Die erste Einfuhr eines Munitionstyps aus Staaten, mit denen die
        gegenseitige Anerkennung der Prüfzeichen nicht vereinbart ist, in den
        Geltungsbereich des Gesetzes wird der Prüfung nach Nummer 1.3
        unterzogen.

    1.6 Die Prüfung eines Munitionstyps nach den Nummern 1.3 und 1.4 kann
        wiederholt werden, wenn die erste Prüfung Beanstandungen ergeben hat
        und der Hersteller dies fordert.

*
    **2** **Fabrikationskontrolle**

    2.1 Die Menge einer zugelassenen Munition, die der Fabrikationskontrolle
        zu unterziehen ist und ein Prüflos bildet, darf nicht überschreiten

        –   500.000 Stück bei Zentralfeuermunition,

        –   1.500.000 Stück bei Randfeuermunition.

    2.2 Entnahme der Stichproben

    2.2.1 Die Entnahme ist wahllos vorzunehmen. Die Stichproben müssen für das
        der Prüfung unterworfene Los repräsentativ sein.

    2.3 Umfang der Stichproben:

*    *   Prüfung

    *   Losgröße

*    *   bis zu
        35\.000 \*)

    *   35.001
        bis
        150\.000

    *   150.001
        bis
        500\.000

    *   500.001
        bis
        1\.500.000

*    *   a)

    *   Prüfung der Maßhaltigkeit und Sichtprüfung

    *   125

    *   200

    *   315

    *   500

*    *   b)

    *   Gasdruckprüfung

    *   20

    *   30

    *   30

    *   50

*    *   c)

    *   Prüfung der Funktionssicherheit

    *   20

    *   32

    *   32

    *   50

*    *   d)

    *   Prüfung der Funktionssicherheit bei Kartuschenmunition für
        Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen

    *   50

*
    *   \*)

        *   Für kleinere Losgrößen bis zu 3.000 Stück sind die Stichprobenumfänge
            für die Buchstaben a, b und c nach Losgröße linear bis auf 20, 10 und
            10 zu reduzieren.

        Zur Gasdruckprüfung von Kartuschen für Schussapparate werden je
        Zusatzvolumen zwölf Kartuschen der stärksten Ladung als Stichprobe
        entnommen.

    2.4 Die für die Fabrikationskontrollen vorgeschriebenen Stückzahlen können
        vermindert werden, wenn der Zulassungsinhaber über ein wirksames
        Qualitätssicherungssystem verfügt. Dieser hat der zuständigen Behörde
        einen Prüfplan einzureichen. Die zuständige Behörde genehmigt die
        Änderung der Stückzahlen, wenn durch das Qualitätssicherungssystem die
        Maßhaltigkeit, die Funktionssicherheit sowie die Einhaltung des
        vorgeschriebenen Gasdruckes oder des Energiewertes gewährleistet ist
        und die Sichtprüfung Beanstandungen nicht ergeben hat.

*
    **3** **Behördliche Kontrolle**

    3.1 Die behördliche Kontrolle nach § 34 Abs. 1 wird nach folgendem
        Verfahren durchgeführt:

    3.1.1 bei Herstellern

        –   Kontrollen der Prüfeinrichtungen nach dem Verfahren nach Nummer 1.1,

        –   Prüfung, ob Fabrikationskontrollen durchgeführt worden sind, auf Grund
            der Aufzeichnungen über die Ergebnisse dieser Kontrollen,

        –   Vornahme einer Prüfung nach dem Verfahren der Fabrikationskontrolle,

    3.1.2 bei Verbringern

        –   Prüfung, ob die in § 34 Abs. 2 genannten Bescheinigungen vorliegen,

        –   Prüfung, ob beim Hersteller Fabrikationskontrollen durchgeführt worden
            sind, auf Grund von Prüfprotokollen des Herstellers,

        –   Vornahme einer Prüfung nach dem Verfahren der Fabrikationskontrolle
            für jeden eingeführten Munitionstyp.

*
    **4** **Einzelprüfungen und zulässige Anzahl von Fehlern**

    4.1 Sichtprüfung

    4.1.0 Die entnommene Munition ist auf folgende Merkmale und Fehler zu
        prüfen:

        –   die vorgeschriebene Kennzeichnung auf jeder Patrone,

        –   falsche Kaliberangabe,

        –   Längsrisse am Hülsenmund,

        –   Längs- und Querrisse,

        –   Brüche des Hülsenbodens.

        Falsche oder fehlende Kaliberangabe, Längsrisse am Hülsenmund von mehr
        als 3 mm Länge, Längs- und Querrisse sowie Brüche des Hülsenbodens
        sind unzulässig.

        Bei der vorgeschriebenen Kennzeichnung auf jeder Patrone sind keine
        Fehler sowie bei Längsrissen am Hülsenmund von bis zu 3 mm Länge sind
        in Abhängigkeit von der Losgröße in der in Nummer 2.3 genannten
        Reihenfolge die Fehlerzahlen 2, 3, 5 und 8 zulässig.

    4.1.1 Die kleinste Verpackungseinheit der entnommenen Munition ist auf
        folgende Merkmale und Mängel zu prüfen:

        –   die nach § 24 Abs. 3 des Waffengesetzes und nach § 39 vorgeschriebene
            Kennzeichnung,

        –   Vermischung von Patronen verschiedenen Typs in derselben kleinsten
            Verpackungseinheit.

        Fehler bei der Kaliberangabe, den Angaben nach § 16 Abs. 1 Nr. 1, 2, 4
        und 5 und bei den Angaben nach § 29 Abs. 1 Nr. 4, 5 und 6 und Abs. 4
        sowie die Vermischung von Patronen verschiedenen Typs sind nicht
        zulässig.

        Bei der übrigen Kennzeichnung sind je nach Losgröße dieselben
        Mängelzahlen zulässig wie nach Nummer 4.1.1 Satz 3.

    4.1.2 Wird festgestellt, dass die in den Nummern 4.1.1 und 4.1.2 zulässigen
        Fehler- und Mängelzahlen überschritten sind, wird das Los zur
        Nachbesserung zurückgegeben und kann zu einer späteren erneuten
        Prüfung vorgestellt werden.

    4.2 Prüfung der Maßhaltigkeit

    4.2.1 Bei der Prüfung der Maßhaltigkeit ist zu prüfen, ob

        –   die im technischen Anhang bezeichneten Patronenmaße den in den
            Maßtafeln angegebenen Werten einschließlich der Toleranzen für die
            Maximalpatrone für das Minimalpatronenlager oder im Falle des § 31
            Abs. 4 den vom Hersteller angegebenen Werten entsprechen; die Prüfung
            kann mit Hilfe von Patronenprüflehren durchgeführt werden, wobei die
            Gesamtlänge
            L(tief)3 von Kartuschen nach Tabelle 5 der Maßtafeln nach deren
            Verschießen aus einem Messlauf bestimmt wird,

        –   das Zündhütchen nicht über den Hülsenboden herausragt.

    4.2.2 Werden Mängel festgestellt, wird das Los zur Nachbesserung
        zurückgegeben und kann zu einer späteren erneuten Prüfung vorgestellt
        werden.

    4.3 Prüfung des Gasdruckes oder der Bewegungsenergie

    4.3.1 Die Messungen und die Versuchsauswertung für Gasdruck und Energie sind
        nach Nummer 5 durchzuführen. Die Ergebnisse müssen die nach den
        Maßtafeln zulässigen Grenzwerte von Druck und Energien einhalten,
        soweit sie angegeben sind.

    4.3.2 Die Gasdruckmessung ist unter normalen Versuchsbedingungen bei

        –   einer Temperatur von 21
            Grad C +- 1 Grad C und

        –   einer relativen Luftfeuchte von 60%
            +- 5%

        durchzuführen.

        Unmittelbar vor der Gasdruckprüfung im Rahmen der Zulassungsprüfung
        ist die Munition diesen Versuchsbedingungen 24 Stunden lang
        auszusetzen. Die Fabrikationskontrolle kann unter Gebrauchsbedingungen
        durchgeführt werden. Im Zweifelsfall ist das Ergebnis der Prüfung mit
        klimatisierter Munition unter normalen Versuchsbedingungen zu
        wiederholen.

    4.3.3 Wenn die errechnete obere Anteilsgrenze den zulässigen Höchstwert des
        Gasdruckes um nicht mehr als 25% überschreitet, ist eine
        Wiederholungsprüfung mit der auf das Doppelte erweiterten Patronenzahl
        zulässig. Bei Kartuschen für Schussapparate ist die
        Wiederholungsprüfung mit zwölf Kartuschen durchzuführen.

        Entspricht das Ergebnis der Wiederholungsprüfung nicht den
        Anforderungen, darf die Munition dieses Loses nicht vertrieben werden.

    4.4 Prüfung der Funktionssicherheit

    4.4.1 Die Prüfung der Funktionssicherheit im Rahmen der Zulassungsprüfung,
        der Fabrikationskontrolle und der behördlichen Kontrolle ist unter
        Verwendung eines Prüflaufes oder einer amtlich geprüften Waffe, deren
        Lagermaße den Maßen der Maßtafeln oder im Falle des § 31 Abs. 4 den
        vom Hersteller angegebenen Werten entsprechen, vorzunehmen. Für die
        Funktionssicherheitsprüfung der Patronen für Waffen mit glattem Lauf
        (glatten Läufen) wird eine Waffe verwendet, bei der die Maße des
        Lagers und des Verschlussabstandes Höchstmaße sind. Bei den
        Fabrikationskontrollen kann die Funktionssicherheit unter Verwendung
        einer Waffe geprüft werden, deren Maße von der zuständigen Behörde
        anerkannt wurden. Die Maße der Prüfläufe und der Waffen werden von der
        zuständigen Behörde aufgezeichnet.

    4.4.2 Folgende Fehler dürfen nicht auftreten:

        –   Ausströmen von Gas nach hinten aus dem Verschluss auf Grund von Rissen
            im Hülsenboden,

        –   Steckenbleiben des Geschosses oder von Teilen desselben im Lauf,

        –   Bruch der Hülse, die ganz oder teilweise im Lager bleibt,

        –   Bersten des Hülsenbodens.

        Werden diese Mängel festgestellt, ist das Los zurückzugeben und kann
        nach Nachbesserung zu einer späteren erneuten Prüfung vorgestellt
        werden. Bei Kartuschenmunition für Schreckschuss-, Reizstoff- und
        Signalwaffen darf höchstens einmal bei einer Probe von 50 Stück die
        Abdeckung, Teile der Abdeckung oder des Verschlusses der Kartuschen im
        Lauf der Waffe stecken bleiben. Die Funktionsprüfung dieser Munition
        ist mit den in Abbildung 3 dargestellten Läufen durchzuführen.

*
    **5** **Prüfung des Gasdruckes, Energiewertes, Mündungsimpulses und der
        Geschwindigkeit**

    5.1 Gasdruckmessung

    5.1.1 Die Innenmaße des Messlaufes, die den Gasdruck beeinflussen, müssen
        mit den in den Maßtafeln aufgeführten Maßen innerhalb der in Tabelle 1
        genannten Toleranzen übereinstimmen. Die Maßhaltigkeitsprüfung der
        Messläufe wird mit Hilfe von Messsystemen durchgeführt, die direkten
        Zugang zu den zu messenden Werten ermöglichen. Der Verschlussabstand
        darf nicht größer als 0,1 mm sein. Die Länge des Messlaufes, die die
        kinetische Energie beeinflusst, soll mit dem in Tabelle 1 des
        Technischen Anhangs aufgeführten Maß innerhalb der genannten
        Toleranzen übereinstimmen.

    5.1.2 Der Abstand der Achsen der Messbohrungen vom Stoßboden ist nach
        Tabelle 2 zu bemessen.

    5.1.3 Die Messung des Gasdruckes von Patronenmunition ist gemäß der
        Vorschrift des § 31 Abs. 2 vorzunehmen.

    5.1.4 Der Gasdruck von Kartuschenmunition – soweit für diese ein zulässiger
        Höchstwert
        P(tief)max in den Maßtafeln angegeben ist – und der Vergleichspatrone
        nach Nummer 2.1.1.2 der Anlage I ist mittels mechanisch-elektrischem
        Wandler zu messen.

    5.2 Stauchapparat

    5.2.1 Es sind die in Tabelle 3 angegebenen Kombinationen von
        Druckübertragungsstempel und Kupferstauchzylinder unter folgenden
        Bedingungen anzuwenden:

        Gebrauchs- und Beschussmunition eines Munitionstyps sind mit der
        gleichen Kombination von Druckübertragungsstempel und Stauchzylinder
        zu messen, soweit die in Tabelle 3 Spalten 5 und 6 angegebenen
        Auswahlbereiche dies zulassen.

        Erfüllen im Grenzfall zwei Kombinationen diese Anforderungen, so ist
        der Stauchzylinder mit den größeren Abmessungen zu wählen. In den
        Fällen, in denen die Auswahlbereiche unmittelbar aneinander
        anschließen, muss für die Gebrauchsmunition
        P(tief)u <= P(tief)max < P(tief)o, für die Beschussmunition
        P(tief)u <= 1,3 P(tief)max < P(tief)o sein. Für alle Munition, für die
        240 bar
        <= P(tief)max < 600 bar beträgt, ist der Druckübertragungsstempel von
        6,18 mm Durchmesser, in allen anderen Fällen der von 3,91 mm
        Durchmesser zu benutzen.

        Für Munition, für die
        P(tief)max < 240 bar ist, sind Stauchkegel 5 x 13 ohne
        Druckübertragsstempel zu verwenden.

    5.2.2 Die in Tabelle 3 Spalten 1, 2 und 3 angegebenen Durchmesser und die
        Massen der Druckübertragungsstempel sowie deren minimale
        Ausgangsführungslängen sind einzuhalten.

        Die Breite des Ringspaltes zwischen Druckübertragungsstempel und
        Stempelführungsbüchse darf 0,002 mm nicht unter- und 0,006 mm nicht
        überschreiten.

    5.2.3 Der Durchmesser der Messbohrung, der sich vor oder unter der
        Stirnfläche des Druckübertragungsstempels befindet, darf von dessen
        Durchmesser
        d(tief)s um nicht mehr als 1,0 mm abweichen. Die Messbohrung darf in
        der Achse nicht länger als 3 mm sein. Sofern
        d(tief)s > 0,6 dL ist, soll sich der Durchmesser der Messbohrung an
        der Stirnfläche des Druckübertragungsstempels ansetzend konisch mit
        einem Winkel von 60
        Grad auf 3 mm Durchmesser verengen (Abbildung 1). Toleranzen der
        Durchmesser bis zu + 0,2 mm sind zulässig. Die Hülsen der Patronen-
        oder Kartuschenmunition müssen so mit Anbohrungen versehen werden,
        dass diese nach dem Laden möglichst konzentrisch zur Messbohrung sind.
        Der Durchmesser der Anbohrung ist bei Munition für Waffen mit glatten
        Läufen 3 mm, bei aller anderen Munition 2 mm. Die Messbohrungen sind
        mit Siliconpaste mit einer Konuspenetration zwischen 180 und 210 (DIN
        51580, Ausgabe April 1989) \*) und einer Dichte von 1
        g/ccm zu füllen.

        Die Resthöhe des Stauchkörpers ist bei einer zulässigen Abweichung von
        +- 0,005 mm mit einem Mikrometer, einer Messuhr oder einem Messtaster
        zu ermitteln und der zugehörige Druck der beigefügten Stauchtabelle
        oder -kurve zu entnehmen oder mittels einer entsprechenden Gleichung
        (Ausgleichspolynom) zu berechnen.

        -----

        \*) Erschienen im Beuth-Verlag Berlin und Köln und beim Deutschen
            Patentamt in München archivmäßig gesichert niedergelegt.

    5.3 Mechanisch-elektrische Wandler für die Messung des Gasdruckes von
        Zentralfeuerpatronenmunition für Waffen mit glatten Läufen

    5.3.1 In der Regel ist der Gasdruck der Patronen mittels piezo-elektrischer
        oder gleichwertiger Druckaufnehmer in tangentialer oder
        zurückgesetzter Einbauweise zu messen. Es können auch mechanisch-
        elektrische Wandler anderer Bauart verwendet werden, wenn zwischen
        deren Anzeige und der der vorgenannten ein eindeutiger Zusammenhang
        bekannt ist. In jedem Falle ist auf die Anzeige der vorgenannten
        Druckaufnehmer umzurechnen.

    5.3.2 Der Durchmesser und die Tiefe der Messbohrungen sind abhängig von den
        Abmessungen des Aufnehmers und der Einbauart. Der Einbau ist gemäß
        Abbildung 2 vorzunehmen.

    5.3.3 Die Anbohrung der Hülse ist nach den Abbildungen 2a und 2b
        vorzunehmen. Bei Verwendung geeigneter Aufnehmer in tangentialer
        Einbauweise kann auch ohne Anbohrung der Hülse gemessen werden, sofern
        die Höhe der Bodenkappe 22 mm nicht übersteigt (Abbildung 2c). Im
        Falle von Gebrauchspatronen mit Papphülse ist dann der gemessene Wert
        mit 1,05 zu multiplizieren.

    5.3.4 Indirekte Messung des Gasdruckes an der Messstelle II
        (S(tief)M = (162 +- 0,5) mm). Die Messung des Gasdruckes an der
        Messstelle II erfolgt indirekt. Zu diesem Zweck wird die Zeit der des
        Durchgangs des Treibmittelbodens durch den Querschnitt an der
        Messstelle II registriert und der zur gleichen Zeit an der Messstelle
        I
        (S(tief)M siehe Tabelle 2) herrschende Druck gemessen. Die
        Registrierung des Durchgangs des Treibmittelbodens kann außer mit
        einem mechanisch-elektrischen Wandler auch mit einem anderen
        geeigneten Messfühler vorgenommen werden, z. B. mittels Fotodiode
        hinter einem Quarzglasfenster.

    5.3.5 Eigenschaften der Aufnehmer:

        *            *   Mindestempfindlichkeit

            *   1,8 pC/bar

        *            *   Messbereich

            *   0 bar bis max. 6.000 bar

        *            *   Kalibrierbereich

            *   300 bar bis 1.800 bar

        *            *   Eigenfrequenz

            *   >= 100 kHz

        *            *   Abweichung von der Linearität

            *   <= 1% des Endwertes.

*
    5.3.6 Wärmeschutz vor der Druckübertragungsfläche

        Zur Vermeidung bzw. Minderung des Wärmeübergangs auf Membrane und
        Druckplatte ist bei Anbohrung der Hülse eine geeignete Scheibe aus
        wärmeisolierendem, flexiblem Werkstoff (z. B. PTFE) vor der
        Druckübertragungsfläche anzubringen. Tangential eingebaute Abnehmer
        sind zusätzlich durch Aufkleben eines die Patronenanbohrung
        überspannenden, dehnbaren Klebebandes auf die Patrone zu schützen
        (siehe Abbildung 2a).

    5.3.7 Verstärker:

    *        *   Grenzfrequenz

        *   (– 3 dB) >= 80 kHz

    *        *   Abweichung von der Linearität

        *   <= 0,1% des Endwertes (Vollaussteuerung)

    *        *   Ladungsverstärker:
            Eingangswiderstand

        *   >= 10(hoch)12 omega.

*
    5.3.8 Elektrischer Filter

        Bessel-Tiefpass mit einer Grenzfrequenz von 20 kHz (– 3 dB), N = 2 (–
        12 dB/Oktave).

    5.4 Mechanisch-elektrische Wandler für die Messung des Gasdruckes von
        Kartuschenmunition und der Vergleichspatrone nach Nummer 2.1.2 der
        Anlage I für Schwarzpulverwaffen und Böller

    5.4.1 Der Gasdruck von Kartuschenmunition mit Metallhülsen ist mit
        Aufnehmern in zurückgesetzter Einbauweise zu messen (Abbildungen 5a
        und 5b in Verbindung mit Abbildung 2b). Dabei sind die Messbohrungen
        mit Siliconpaste nach Nummer 5.2.3 zu füllen. Soweit es sich um
        Kartuschenmunition für nach § 8 des Gesetzes zugelassene
        Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen handelt, ist die Messung
        in Läufen nach den Abbildungen 3a und 3b ohne Vorladung eines
        Geschosses durchzuführen.

        Der Gasdruck von Kartuschenmunition für Schussapparate ist unter
        Verwendung eines Messlaufes nach Abbildung 5a und eines Kolbens nach
        Abbildung 5b in Abhängigkeit vom Zusatzvolumen zu messen. Störende
        Eigenschwingungen des Messlaufes sind durch Wahl einer ausreichenden
        Wandstärke gering zu halten. Im Bereich des Stoßbodens ist für gute
        Abdichtung durch die konstruktiven Maßnahmen nach Abbildung 5a oder
        auf andere geeignete Weise zu sorgen.

        Ausreißerwerte werden durch Anwendung des Dixon-Tests eliminiert.

        Der Auswertung wird die Abhängigkeit

        P(tief)M = a (V(hoch)+(tief)n + V(tief)a)(hoch)b

        zugrunde gelegt.

    5.4.2 Der Gasdruck von Kartuschenmunition mit Papp- oder Kunststoffhülsen
        von nicht unter 9 mm Durchmesser und der Vergleichspatrone für
        Schwarzpulverwaffen nach Nummer 2.1 der Anlage I ist mit Aufnehmern in
        zurückgesetzter oder in tangentialer Einbauweise mit Anbohrung der
        Hülse (Abbildungen 2a und 2b) zu messen.

    5.4.3 Sofern als Treibmittel Schwarzpulver geladen ist oder Gasdrücke unter
        1\.000 bar zu erwarten sind, sind abweichend von Nummer 5.3.5 Aufnehmer
        mit folgenden Eigenschaften zu verwenden:

        *            *   Mindestempfindlichkeit

            *   2,0 pC/bar

        *            *   Messbereich

            *   0 bar bis max. 2.500 bar

        *            *   Kalibrierbereich

            *   100 bar bis 1.000 bar.

*
    5.4.4 Bei Kartuschenmunition ist ein Filter nach Nummer 5.3.8 zu verwenden.
        Abweichend hiervon beträgt die Grenzfrequenz des Tiefpassfilters bei
        Kartuschenmunition für nach § 8 des Gesetzes zugelassene
        Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen 10 kHz.

    5.5 Messung des Energiewertes

        Anstelle des Gasdruckes oder neben dem Gasdruck ist die auf ein
        bestimmtes Geschoss übertragene Bewegungsenergie zu ermitteln, wenn in
        den Maßtafeln die Bewegungsenergie der Geschosse festgelegt ist.

    5.5.1 Sofern es im gleichen Kaliber (Laufdurchmesser) eine entsprechende
        Patronenmunition gibt, sollen die gleichen Geschosse und Läufe
        verwendet werden. Sonst sind Flugbolzen und Prüfgeräte gemäß folgenden
        Abbildungen zu benutzen:

        Abbildung 4 für Munition der Tabelle 5 der Maßtafeln, mit einem
        Flugbolzen von 4 g nur für
        E(tief)max <= 100 J,

        Abbildung 5 für Munition nach Tabelle 6 der Maßtafeln.

    5.5.2 Die Innenabmessungen der Läufe müssen ebenfalls innerhalb der in
        Tabelle 1 angegebenen Toleranzen mit den in den Maßtafeln aufgeführten
        Maßen übereinstimmen. Die Abmessungen der Läufe für Kartuschenmunition
        für Schussapparate müssen außerdem den in Abbildung 5 festgelegten
        Maßen entsprechen. Die Lauflängen nach Tabelle 1 sind einzuhalten.

    5.5.3 Die Ermittlung der Bewegungsenergie erfolgt über eine Messung der
        Flugzeit zwischen zwei 0,5 m und 1,5 m vor der Mündung entfernten
        Punkten der Flugbahn (siehe Anlage VI).

    5.6 Auswertung der Messungen

        Die Auswertung der Messungen erfolgt nach den Regeln der statistischen
        Qualitätskontrolle. Der Umfang der Stichprobe bei der Feststellung von
        Mittelwerten und Anteilsgrenzen richtet sich nach Nummer 2.3.

        Die genannten Faktoren zur Bestimmung der Anteilsgrenze sind Tabelle 4
        zu entnehmen.

    5.6.1 Die Anforderungen, dass bei Gebrauchsmunition für Waffen mit gezogenen
        Läufen der Gasdruckmittelwert nicht über und kein Einzelwert mehr als
        15% über dem nach den Maßtafeln zulässigen Höchstwert

    P(tief)max liegt, gelten als erfüllt, wenn
    --------
    P(tief)n <= P(tief)max
    und bei Zentralfeuermunition
    --------
    P(tief)n + k(tief)1,n x S(tief)n <= 1,15 P(tief)max
    und bei Randfeuermunition
    --------
    P(tief)n + k(tief)2,n x S(tief)n <= 1,15 P(tief)max

*
    *   ist.

    5.6.2 Die Anforderungen, dass der Gasdruck bei Beschussmunition für
        Kurzwaffen mit gezogenen Läufen 30% über dem zulässigen Höchstwert des
        Gebrauchsgasdruckes
        P(tief)max liegt und dass eine zu starke Überlastung der Waffe
        vermieden wird, gelten als erfüllt, wenn

    -------- P(tief)n >= 1,30 P(tief)max, -------- P(tief)n – k(tief)3,n x
    S(tief)n >= 1,15 P(tief)max und P(tief)n + k(tief)3,n x S(tief)n <=
    1,50 P(tief)max

*
    *   ist.

    5.6.3 Die Anforderungen, dass der Gasdruck bei Beschussmunition für
        Langwaffen mit gezogenen Läufen 25% über dem zulässigen Höchstwert des
        Gebrauchsgasdruckes
        P(tief)max liegt, gelten als erfüllt, wenn

        --------
        P(tief)n >= 1,25 P(tief)max,
        --------
        P(tief)n – k(tief)3,n x S(tief)n >= 1,15 P(tief)max,
        P(tief)n + k(tief)3,n x S(tief)n <= 1,40 P(tief)max und
        E(tief)n >= E(tief)Beschuss

*
    *   ist.

    5.6.4 Die Anforderungen, dass der Gasdruck, bei Waffen mit glatten Läufen
        der Gasdruckmittelwert nicht über und kein Einzelwert mehr als 15%
        über dem nach Nummer 1.2.4 der Anlage I nach den Maßtafeln zulässigen
        Höchstwert des Gebrauchsgasdruckes
        P(tief)max liegt, gelten als erfüllt, wenn

        --------
        P(tief)n <= P(tief)max
        --------
        P(tief)n + k(tief)2,n x S(tief)n <= 1,15 P(tief)max

*
    *   ist.

    5.6.5 Die Anforderungen, dass der Gasdruck bei Beschussmunition für die
        normale oder die verstärkte Beschussprüfung für Waffen mit glatten
        Läufen 30% über dem gemäß Nummer 1.2.4 der Anlage I zulässigen
        Höchstwert des Gebrauchsgasdruckes
        P(tief)max liegt und dass eine zu starke Überlastung der Waffe
        vermieden wird, gelten als erfüllt, wenn

        an der Messstelle I nach Tabelle 2
        P(tief)n >= 1,30 P(tief)max
        --------
        und P(tief)n – k(tief)3,n x S(tief)n >= 1,15 P(tief)max
        --------
        und P(tief)n + k(tief)3,n x S(tief)n <= 1,70 P(tief)max
        und an der Messstelle II nach Tabelle 2
        P(tief)n + k(tief)3,n x S(tief)n <= 650 bar

*
    *   ist, wobei für 1,15
        P(tief)max und 1,30
        P(tief)max jeweils die gerundeten Werte der Maßtafeln einzusetzen
        sind.

    5.6.6 Die Anforderungen an die Beschusspatrone gemäß Nummer 1.2.3 der Anlage
        I, dass der Mittelwert des Gasdruckes an der Messstelle II mindestens
        500 bar sein soll und dass eine zu starke Überbelastung der Waffe
        vermieden wird, gelten als erfüllt, wenn

    -------- P(tief)n >= 500 bar, -------- P(tief)n – k(tief)3,n x
    S(tief)n >= 450 bar -------- und P(tief)n + k(tief)3,n x S(tief)n <=
    650 bar und an der Messstelle I -------- P(tief)n + k(tief)3,n x
    S(tief)n <= 1,70 P(tief)max

*
    *   ist.

    5.6.7 Die Anforderungen, dass bei Kartuschengebrauchsmunition der
        Gasdruckmittelwert nicht über und kein Einzelwert mehr als 15% über
        dem nach den Maßtafeln zulässigen Höchstwert
        P(tief)max liegt, gelten als erfüllt, wenn

        --------
        P(tief)n <= P(tief)max
        --------
        und P(tief)n + k(tief)3,n x S(tief)n <= 1,15 P(tief)max

*
    *   ist.

    5.6.8 Die Anforderungen, dass der Gasdruck bei Kartuschenbeschussmunition
        30% über dem zulässigen Höchstwert des Gebrauchsgasdruckes liegt und
        dass eine zu starke Überbelastung der Waffe vermieden wird, gelten als
        erfüllt, wenn

--------
P(tief)n >= 1,30 P(tief)max,
--------
P(tief)n – k(tief)3,n x S(tief)n >= 1,15 P(tief)max,
und
--------
P(tief)n + k(tief)3,n x S(tief)n <= 1,7 P(tief)max

*
    *   ist.

    5.6.9 Die Anforderungen, dass bei Gebrauchsmunition der Energiemittelwert
        nicht über und kein Einzelwert mehr als 7% über dem nach den Maßtafeln
        zulässigen Höchstwert
        E(tief)max liegt, gelten als erfüllt, wenn

--------
E(tief)n <= E(tief)max
--------
und E(tief)n + k(tief)3,n x S(tief)n <= 1,07 E(tief)max

*
    *   ist.

    5.6.10 In Analogie zur Gasdruckmessung sind bei Beschussmunition die
        Anforderungen

--------
E(tief)n >= 1,10 E(tief)max,
E(tief)n – k(tief)3,n x S(tief)n >= 1,07 E(tief)max
und E(tief)n + k(tief)3,n x S(tief)n <= 1,25 E(tief)max

*
    *   zu erfüllen.

**Technischer Anhang zur Anlage III**

*
    **1** **Unter dem Gesichtspunkt der Sicherheit zu prüfende Maße**

    1.1 Patronen für Waffen mit gezogenen Läufen, einschließlich Patronen für
        Pistolen und Revolver, Patronen mit Randfeuerzündung und Kartuschen
        für Schusswaffen und Bolzensetzgeräte:

        a)  L(tief)3 =

            *
                *
                    *   Gesamtlänge der Hülse (maximal)

                    L(tief)6 = Gesamtlänge der Kartuschenhülse vor dem Schuss

                    H(tief)2 = Durchmesser am Hülsenmund, bei Kartuschen am Ende des zylindrischen
                        Teils (maximal)

                    G(tief)1 = Geschossdurchmesser am Hülsenmund (maximal)

                    P(tief)1 = Pulverraumdurchmesser vor dem Rand oder im Abstand E vom Hülsenboden
                        bei Kleinschrotmunition

                    R = Randstärke der Hülse bei Kleinschrotmunition.

            Diese Maße müssen kleiner oder gleich den in den Maßtafeln
            vorgeschriebenen Maximalmaßen sein. Die vorgegebenen Toleranzen sind
            einzuhalten.

        b)  Die Entfernung
            L(tief)3 + G (L(tief)3: Gesamtlänge der Hülse, Patrone maximal, G:
            Abstand zwischen
            H(tief)2 und F im Patronenlager) unter Berücksichtigung der
            Durchmesser von:

            *
                *
                    F:  Durchmesser der Laufbohrung – Felddurchmesser (Patronenlager minimal)

                    G(tief)1: Durchmesser am Anfang des Übergangs (Patronenlager minimal)

                    H(tief)2: Durchmesser im vorderen Teil des Patronenlagers (bei der Entfernung
                        L(tief)3) (Patronenlager minimal)

            und der Längen von:

            s:  Entfernung von
                H(tief)2 bis zum Ende des zylindrischen Teils beim Durchmesser
                G(tief)1 (Patronenlager minimal)

            G:  Länge der Entfernung von
                H(tief)2 bis F (Patronenlager minimal) nach einer besonderen
                Prüfmethode.

            Die kontrollierte Entfernung muss kleiner oder darf höchstens gleich
            L(tief)3 + G, wie vorstehend definiert, sein.

        c)  Maße, die den Verschlussabstand beeinflussen:

*    *   1.

    *   Patronen ohne Rand mit Schulter:

*    *
    *   L(tief)1:

    *   Länge von Hülsenboden bis Durchmesser P(tief)2,

    *   Toleranz: – 0,20 mm;

*    *
    *   L(tief)2:

    *   Länge von Hülsenboden bis Durchmesser H(tief)1 des Übergangs,

    *   Toleranz: – 0,20 mm;

*    *
    *   H(tief)2:

    *   Durchmesser am Hülsenmund in der Entfernung L(tief)3,

    *   Toleranz: – 0,20 mm.

*    *   2.

    *   Patronen ohne Rand und Schulter:

*    *
    *   L(tief)3:

    *   Gesamtlänge der Hülse,

    *   Toleranz: – 0,25 mm.

*    *   3.

    *   Patronen mit Rand:

*    *
    *   R: Dicke des Hülsenrandes,

    *   Toleranz: – 0,25 mm.

*    *   4.

    *   Patronen mit Magnum-Hülsenboden:

*    *
    *   E: Dicke des Hülsenbodens,

    *   Toleranz: – 0,20 mm.

*    *   5.

    *   Pistolenpatronen ohne Schulter:

*    *
    *   L(tief)3:

    *   Gesamtlänge der Hülse,

    *   Toleranz: – 0,25 mm.

*    *   6.

    *   Revolverpatronen:

*    *
    *   R: Dicke des Hülsenrandes,

    *   Toleranz: – 0,25 mm.

*    *   7.

    *   Randfeuerpatronen:

*    *
    *   R: Dicke des Hülsenrandes,

    *   Toleranz: – 0,18 mm.

*
    *
        *   Diese Maße und Toleranzen, gemessen mit Hilfe einer geeigneten
            Methode, müssen denen der "Maßtafeln für Handfeuerwaffen und Munition"
            entsprechen und sind getrennt zu kontrollieren.

    1.2 Bei Patronen für Waffen mit glatten Läufen gilt entsprechend

        d   = Durchmesser der Bodenkappe der Hülse,

        t = Randstärke der Hülse.

        Diese Abmessungen und Toleranzen müssen den in den Maßtafeln
        vorgeschriebenen entsprechen.

*
    **2** **Zur Bestimmung des Typs zu prüfende Maße**

        Patronen für Waffen mit gezogenen Läufen, einschließlich Patronen für
        Pistolen und Revolver, Patronen mit Randfeuerzündung und Kartuschen
        für Schusswaffen und Bolzensetzgeräte:

        *
            *
                *
                    L(tief)1: Länge von Hülsenboden bis Durchmesser P(tief)2

                    L(tief)2: Länge von Hülsenboden bis Durchmesser H(tief)1 des Übergangs

                    L(tief)3: Gesamtlänge der Hülse

                    L(tief)6: bei Kartuschen deren Gesamtlänge vor dem Schuss

                    R:  Dicke des Hülsenrandes

                    R(tief)1: Randdurchmesser

                    E:  Dicke des Hülsenbodens

                    P(tief)1: Durchmesser der Hülse am Ende von Rille, Rand oder Gürtel

                    P(tief)2: Durchmesser der Hülse in der Entfernung L(tief)1

                    H(tief)1: Durchmesser am Hülsenhals in der Entfernung L(tief)2

                    H(tief)2: Durchmesser am Hülsenmund in der Entfernung L(tief)3

                    G(tief)1: Geschoßdurchmesser am Hülsenmund.

        Die Größe E ist maßgebend für die Festlegung der Position des
        Durchmessers
        P(tief)1, ausgenommen bei Patronen mit "Magnum"-Hülsenboden, bei denen
        der Wert E streng eingehalten werden muss.

    2.1 Patronen für Waffen mit glatten Läufen:

        Die unter Nummer 1.2 angegebenen Maße und außerdem:

        I = Gesamtlänge der Hülse vor dem Schuss.

        Unter Berücksichtigung der Toleranzen müssen die gemessenen Maße
        innerhalb der Grenzen liegen, die in den Maßtafeln vorgeschrieben
        sind. Außerdem muss sich die Hülse leicht in ein minimales
        Patronenlager mit den in den Maßtafeln vorgeschriebenen Maßen
        einpassen.

Tabelle 1:
Innenmaße der Messläufe

a)  Innenmaß-Toleranzen für gezogene Läufe für Zentralfeuermunition
    (Büchs- und Kurzwaffenläufe)

*    *   Linearabmessungen

*    *   Größenbezeichnung

    *   F

    *   Z

    *   L(tief)3

    *   P(tief)1

*    *   Toleranz in mm

    *   + 0,02

    *   + 0,03

    *   + 0,1

    *   + 0,03

*    *

*    *   Größenbezeichnung

    *   P(tief)2

    *   H(tief2)

    *   G(tief)1

    *

*    *   Toleranz in mm

    *   + 0,02

    *   + 0,02

    *   + 0,03

*    *   Übergangswinkel i

*    *   Winkelbereich i

    *   <= 12 Grad

    *   i > 12 Grad

    *

*    *   Toleranz –

    *   5/60 i

    *   – 1 Grad

*   Eine positive Toleranz für i ist ebenfalls zulässig, solange folgende
    Ungleichung erfüllt ist:

G(tief)1 ist - F
tan i(tief)ist <= ----------------      bei rein konischen Übergängen,
2 G + G(tief)1
- H(tief)2
G(tief)1 ist - F
tan i(tief)ist <= ---------------- tan i bei zylindrisch-konischen
G(tief)1 - F
Übergängen.

*   Die mit
    ist indizierten Größen sind Mess-, die anderen sind Tabellenwerte aus
    den Maßtafeln.

b)  Innenmaß-Toleranzen für glatte Läufe für Zentralfeuermunition
    (Flintenläufe)

*    *   Linearabmessungen

*    *   Größenbezeichnung

    *   Durchmesser B(tief)min

    *   G(tief)min

*    *   Toleranz in mm

    *   + 0,1

    *   + 0,05

*    *

*    *   Größenbezeichnung

    *   Durchmesser D(tief)min

    *   H(tief)min

*    *   Toleranz in mm

    *   + 0,05

    *   + 0,05

*    *

*    *   Größenbezeichnung

    *   T(tief)min

    *   L(tief)min

    *   i

*    *   Toleranz in mm

    *   + 0,05

    *   + 2

    *   - 30'

*    *

*    *   Der Übergangswinkel i(tief)ist mit i = 10 Grad +- 30' festgelegt.

c)  Toleranzen für gezogene Läufe für Randfeuerpatronen

*    *   Linearabmessungen

*    *   Größenbezeichnung

    *   F

    *   Z

    *   L(tief)3

    *   P(tief)1

*    *   Toleranz in mm

    *   + 0,02

    *   + 0,02

    *   + 0,1

    *   + 0,03

*    *
    *

*    *   Größenbezeichnung

    *   H(tief2)

    *   R

    *   R(tief)1

    *

*    *   Toleranz in mm

    *   + 0,02

    *   + 0,03

    *   + 0,05

*    *

*    *   Der Übergangswinkel i ist mit +- 20' toleriert.

d)  Toleranzen für glatte Läufe für Randfeuerpatronen

*    *   Linearabmessungen

*    *   Größenbezeichnung

    *   F = Z

    *   L(tief)3

    *   P(tief)1

    *   P(tief)2

*    *   Toleranz in mm

    *   + 0,02

    *   + 0,1

    *   + 0,05

    *   + 0,05

*    *
    *

*    *   Größenbezeichnung

    *   H(tief)2

    *   G(tief)1

    *

*    *   Toleranz in mm

    *   + 0,05

    *   + 0,03

*    *

*    *   Übergangswinkel i

    *

*    *   Winkelbereich

    *   i <= 12 Grad

    *   i > 12 Grad

    *

*    *   Toleranz

    *   – 5/60 i

    *   – 1 Grad

*    *   Der maximale Verschlussabstand für alle Messläufe beträgt 0,10 mm.

e)  Toleranzen für Messläufe für Schreckschuss-, Reizstoff- und
    Signalkartuschen und Kleinschrotmunition

*    *   Größenbezeichnung

    *   F = Z

    *   L(tief)3

    *   P(tief)1

    *   H(tief)2

*    *   Toleranz

    *   H(tief)8

    *   H(tief)11

    *   H(tief)8

    *   H(tief)8

*    *

*    *   Größenbezeichnung

    *   R

    *   R(tief)1

    *   G(tief)1

    *   i

*    *   Toleranz

    *   H(tief)9

    *   H(tief)10

    *   H(tief)11

    *   +- 20

f)  Lauflängen

*    *   lfd.
        Nr.

    *   Patronenart

    *   Lauflänge L(tief)c
        in mm

    *   Toleranz
        in mm

*    *   1

    *   Pistolen- und Revolverpatronen

    *   150

    *   +- 10

*    *   2

    *   Kartuschenmunition für Schussapparate, die nur einen Zündsatz enthält

    *   200

    *   +- 2

*    *   3

    *   Randfeuerpatronen (wenn die Messung des Gasdruckes nicht möglich ist)
        Für Waffen mit:

        a)  gezogenem Lauf

            aa) Felddurchmesser
                F: (4,05 +- 0,02) mm
                Zugdurchmesser
                Z: (4,30 +- 0,03) mm

            ab) Felddurchmesser
                F: (5,45 +- 0,02) mm
                Zugdurchmesser
                Z: (5,60 +- 0,03) mm

            Dralllänge u: 450 mm
            Breite der Züge b:
            (1,25 +- 0,10) mm
            Anzahl der Züge N: 6

        b)  glattem Lauf

            ba) F = (5,50 +- 0,03) mm

            bb) F = (8,38 +- 0,03) mm

    *   200

    *   +- 2

*    *   4

    *   Flobert-Schrotpatronen und Claybirding

    *   600

    *   +- 5

*    *   5

    *   Randfeuerpatronen

    *   600

    *   +- 10

*    *   6

    *   Zentralfeuerpatronen (ohne/mit Rand)

    *   600

    *   +- 10

*    *   7

    *   Munition für Langwaffen mit besonders hoher Leistung

    *   650

    *   +- 10

*    *   8

    *   Patronen mit Zentralfeuerzündung für Waffen mit glattem Lauf

    *   700
        (zylindrischer Lauf ohne Choke)

    *   +- 10

Tabelle 2:
Abstand der Messbohrungen (Bohrungsachse) vom Stoßboden
Für den Abstand der Messbohrungen gelten die nachstehenden
Bestimmungen, soweit in den Maßtafeln der CIP (TDCC) hierfür keine
anderen Werte angegeben sind.

a)  Gezogene Läufe für Zentralfeuermunition für Langwaffen

*    *   Bereich der Hülsenlänge L(tief)3

    *   L(tief)3 < 30 mm

    *   30 mm <= L(tief)3 <= 40 mm

*    *   Abstand S(tief)M

    *   7,5 mm <= S(tief)M
        <= 0,75 x L(tief)3

    *   (17,5 +- 1) mm

*    *
    *

*    *   Bereich der Hülsenlänge L(tief)3

    *   40 mm < L(tief)3

    *

*    *   Abstand S(tief)M

    *   (25 +- 2) mm

b)  Gezogene Läufe für Zentralfeuermunition für Kurzwaffen (Pistolen und
    Revolver)

    Die Lage der Messbohrung wird individuell für jede Pistolen- und
    Revolvermunition festgelegt. Die Festlegungen können den Maßtafeln der
    CIP (TDCC) entnommen werden.

c)  Gezogene Läufe für Randfeuermunition
    S(tief)M = L(tief)3 + (1,80 +- 0,20) mm

d)  Glatte Läufe

    Für alle Hülsenlängen

*    *   – bei Messung mittels mechanisch-elektrischem Wandler

*    *   Messstelle I:

    *   25 mm <= S(Tief)M <= 30 mm für Kaliber 24 und größere Durchmesser
        S(tief)M = (17 +- 1) mm für kleinere Durchmesser ausgenommen
        S(tief)M = (12,5 – 0,5) mm für Kaliber .410 mit L(tief)nom <= 51 mm
        und Kaliber 9 mm

*    *   Messstelle II:

    *   S(tief)M = (162 +- 0,5) mm für alle Kaliber

Tabelle 3:
Kombination von Druckübertragungsstempeln und Stauchzylindern
... (Tabelle nicht darstellbar, Fundstelle: BGBl. I 2006, 1514)

Collections: bundestag_gesetze
BeschussV
Level: 3.0