Source: https://www.gesetze-im-internet.de/pfwirtausbv_2010/__8.html
Legislation: pfwirtausbv_2010

Title: § 8 Abschlussprüfung in der Fachrichtung Pferdezucht

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Pferdewirt/zur Pferdewirtin (PfWirtAusbV 2010)
§ 8 Abschlussprüfung in der Fachrichtung Pferdezucht

Paragraph: 8

Full Text:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Pferdewirt/zur Pferdewirtin (PfWirtAusbV 2010)
§ 8 Abschlussprüfung in der Fachrichtung Pferdezucht

(1) Durch die Abschlussprüfung ist festzustellen, ob der Prüfling die
berufliche Handlungsfähigkeit erworben hat. In der Abschlussprüfung
soll der Prüfling nachweisen, dass er die dafür erforderlichen
beruflichen Fertigkeiten beherrscht, die notwendigen beruflichen
Kenntnisse und Fähigkeiten besitzt und mit dem im
Berufsschulunterricht zu vermittelnden, für die Berufsausbildung
wesentlichen Lehrstoff vertraut ist. Die Ausbildungsordnung ist zu
Grunde zu legen.

(2) Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage in den
Abschnitten A, C und G aufgeführten Fertigkeiten, Kenntnisse und
Fähigkeiten sowie auf den im Berufsschulunterricht zu vermittelnden
Lehrstoff, soweit er für die Berufsausbildung wesentlich ist.

(3) Die Abschlussprüfung besteht aus den Prüfungsbereichen:

1.  Durchführung von Zuchtmaßnahmen,

2.  Haltung und Betreuung von Zuchtpferden,

3.  Vorstellen von Pferden,

4.  Planung und Organisation der Pferdezucht,

5.  Wirtschafts- und Sozialkunde.

(4) Für den Prüfungsbereich Durchführung von Zuchtmaßnahmen bestehen
folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er Zuchtmaßnahmen im Laufe eines
    Fortpflanzungszyklus durchführen sowie Deck- und Abfohlregister führen
    und dabei gesetzliche Vorgaben und fachliche Regelwerke umsetzen,
    Arbeitsmittel und -abläufe festlegen, betriebliche Rahmenbedingungen,
    Gesichtspunkte der Qualitätssicherung, des Tierschutzes, der
    Sicherheit und des Gesundheitsschutzes bei der Arbeit beachten,
    Maßnahmen zur Wirtschaftlichkeit ergreifen, die wesentlichen
    fachlichen Zusammenhänge aufzeigen und seine Vorgehensweise begründen
    kann;

2.  für den Nachweis nach Nummer 1 ist mindestens eines der folgenden
    Gebiete auszuwählen:

    a)  Abprobieren von Stuten,

    b)  Durchführung von Reproduktionsmaßnahmen,

    c)  Vorbereitung und Begleitung von Abfohlungen,

    d)  Versorgung von Stuten und Fohlen nach der Geburt;

3.  der Prüfling soll eine Arbeitsaufgabe durchführen und hierüber ein
    auftragsbezogenes Fachgespräch führen;

4.  die Prüfungszeit beträgt 45 Minuten; innerhalb dieser Zeit soll das
    Fachgespräch in höchstens 15 Minuten durchgeführt werden.

(5) Für den Prüfungsbereich Haltung und Betreuung von Zuchtpferden
bestehen folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er Zuchtpferde in einem
    Zuchtbetrieb halten sowie diese betreuen und dabei gesetzliche
    Vorgaben und fachliche Regelwerke umsetzen, Arbeitsmittel und -abläufe
    festlegen, Informationen beschaffen und auswerten,
    Arbeitszusammenhänge erkennen, Arbeiten kontrollieren und
    dokumentieren, betriebliche Rahmenbedingungen, Gesichtspunkte der
    Qualitätssicherung, der Nachhaltigkeit und des Tierschutzes, der
    Sicherheit und des Gesundheitsschutzes bei der Arbeit beachten sowie
    Maßnahmen zur Wirtschaftlichkeit ergreifen, die wesentlichen
    fachlichen Zusammenhänge aufzeigen und seine Vorgehensweise begründen
    kann;

2.  für den Nachweis nach Nummer 1 sind zwei der folgenden Gebiete
    auszuwählen:

    a)  Beurteilung von Haltungssystemen und Zusammenstellung von
        Pferdegruppen,

    b)  Planung und Durchführung leistungsgerechter Fütterung,

    c)  Planung und Realisierung von Maßnahmen der Grünlandbewirtschaftung,

    d)  gesundheitliche Betreuung von Zuchtpferden entsprechend der
        Regelwerke,

    e)  Planung, Überwachung und Erläuterung von Pferdetransporten;

3.  der Prüfling soll eine Arbeitsaufgabe durchführen und hierüber ein
    auftragsbezogenes Fachgespräch führen;

4.  die Prüfungszeit beträgt 60 Minuten; innerhalb dieser Zeit soll das
    Fachgespräch in höchstens 15 Minuten durchgeführt werden.

(6) Für den Prüfungsbereich Vorstellen von Pferden bestehen folgende
Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er

    a)  Pferde identifizieren,

    b)  Pferde auf Zuchtveranstaltungen vorbereiten,

    c)  Zuchtpferde rassespezifisch präsentieren,

    d)  Pferde beurteilen und rangieren

    und dabei zuchtbezogene Regelwerke und Leistungsprüfungsanforderungen
    umsetzen, Arbeitsmittel und -abläufe festlegen, Arbeiten kontrollieren
    und dokumentieren, Gesichtspunkte der Qualitätssicherung, der
    Nachhaltigkeit und des Tierschutzes, der Sicherheit und des
    Gesundheitsschutzes bei der Arbeit beachten sowie Maßnahmen zur
    Wirtschaftlichkeit ergreifen, die wesentlichen fachlichen
    Zusammenhänge aufzeigen und seine Vorgehensweise begründen kann;

2.  der Prüfling soll eine Arbeitsaufgabe durchführen und hierüber ein
    auftragsbezogenes Fachgespräch führen;

3.  die Prüfungszeit beträgt 60 Minuten; innerhalb dieser Zeit soll das
    Fachgespräch in höchstens 15 Minuten durchgeführt werden.

(7) Für den Prüfungsbereich Planung und Organisation der Pferdezucht
bestehen folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er

    a)  Vererbungsvorgänge darstellen,

    b)  Zuchtziele und Zuchtkriterien erläutern,

    c)  Methoden der Pferdezucht darstellen,

    d)  Hygienemaßnahmen im Zuchtbetrieb planen und beurteilen,

    e)  Kunden züchterisch beraten und unterstützen

    und dabei gesetzliche Vorgaben und fachliche Regelwerke umsetzen,
    Informationen beschaffen und auswerten, betriebliche
    Rahmenbedingungen, Gesichtspunkte der Qualitätssicherung, der
    Nachhaltigkeit und des Tierschutzes beachten, Maßnahmen zur
    Wirtschaftlichkeit und die wesentlichen fachlichen Zusammenhänge
    darstellen sowie Lösungen begründen kann;

2.  der Prüfling soll berufstypische Aufgaben schriftlich bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 120 Minuten.

(8) Für den Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde bestehen
folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er allgemeine wirtschaftliche und
    gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt darstellen
    und beurteilen kann;

2.  der Prüfling soll praxisbezogene Aufgaben schriftlich bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 45 Minuten.

(9) Die einzelnen Prüfungsbereiche sind wie folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich Durchführung von
        Zuchtmaßnahmen

    *   20 Prozent,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich Haltung und
        Betreuung von Zuchtpferden

    *   20 Prozent,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich Vorstellen von
        Pferden

    *   20 Prozent,

*    *   4.

    *   Prüfungsbereich Planung und
        Organisation der Pferdezucht

    *   30 Prozent,

*    *   5.

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und
        Sozialkunde

    *   10 Prozent.

(10) Die Abschlussprüfung ist bestanden, wenn die Leistungen

1.  im Gesamtergebnis mit mindestens „ausreichend“,

2.  im Prüfungsbereich Durchführung von Zuchtmaßnahmen mit mindestens
    „ausreichend“,

3.  in mindestens drei der übrigen Prüfungsbereiche mit mindestens
    „ausreichend“ und

4.  in keinem Prüfungsbereich mit „ungenügend“

bewertet worden sind.

(11) Auf Antrag des Prüflings ist die Prüfung in einem der mit
schlechter als „ausreichend“ bewerteten Prüfungsbereiche, in denen
Prüfungsleistungen mit eigener Anforderung und Gewichtung schriftlich
zu erbringen sind, durch eine mündliche Prüfung von etwa 15 Minuten zu
ergänzen, wenn dies für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben
kann. Bei der Ermittlung des Ergebnisses für diesen Prüfungsbereich
sind das bisherige Ergebnis und das Ergebnis der mündlichen
Ergänzungsprüfung im Verhältnis von 2:1 zu gewichten.

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PfWirtAusbV-2010
Level: 2.0