Source: https://www.gesetze-im-internet.de/binschpersv/__142.html
Legislation: binschpersv

Title: Anhang 1 zu Anlage 4 Relevante Kriterien in Bezug auf das Sehvermögen nach Diagnosecode H 00–59

Description:
Verordnung über die Besatzung und über die Befähigungen der Besatzung von Fahrzeugen in der Binnenschifffahrt (BinSchPersV)
**Einführung**
Anhang 1 zu Anlage 4 Relevante Kriterien in Bezug auf das Sehvermögen nach Diagnosecode H 00–59

Paragraph: 142

Full Text:
Verordnung über die Besatzung und über die Befähigungen der Besatzung von Fahrzeugen in der Binnenschifffahrt (BinSchPersV)
**Einführung**
Anhang 1 zu Anlage 4 Relevante Kriterien in Bezug auf das Sehvermögen nach Diagnosecode H 00–59

(Fundstelle: Anlageband zu BGBl. I 2021, Ausgabe 81 vom 6. Dezember
2021, S. 18)

Mindestkriterien in Bezug auf das Sehvermögen:

**1.** **Tagessehschärfe:**

    Die Sehschärfe auf beiden Augen gemeinsam oder auf dem besseren Auge
    muss mit oder ohne Sehhilfe größer oder gleich 0,8 sein. Einäugiges
    Sehen ist erlaubt.

    *   Offenkundiges Doppelsehen (Motilität), das nicht korrigiert werden
        kann, ist nicht erlaubt. Bei Einäugigkeit: normale Beweglichkeit des
        funktionstüchtigen Auges.

    Beschränkung 01\*\** kann angezeigt sein.

**2.** **Dämmerungssehvermögen:**

    Zu testen bei Glaukom, Netzhauterkrankungen oder Medientrübungen
    (z. B. Katarakt). Kontrastsehen bei 0,032 cd/m2

    *   ohne Blendung; Testergebnis 1:2,7 oder besser, mit dem Mesotest
        überprüft.

**3.** **Gesichtsfeld:**

    Das horizontale Gesichtsfeld beträgt mindestens 120 Grad. Die
    Erweiterung nach links und rechts beträgt mindestens 50 Grad und die
    Erweiterung nach oben und unten mindestens 20 Grad. Im gesamten Radius
    des zentralen Gesichtsfelds von 20 Grad sind keine Defekte vorhanden.

    *   Mindestens ein Auge erfüllt den Sehschärfen-Standard und weist ein
        Gesichtsfeld ohne pathologische Skotome auf. Bei Glaukom oder
        Netzhautdystrophie oder wenn bei der Erstuntersuchung Anomalien
        erkannt werden, ist ein formeller Test durch einen Augenarzt
        erforderlich.

**4.** **Farbunterscheidungsvermögen von Mitgliedern einer Decksmannschaft,
    die Navigationsaufgaben wahrnehmen:**

    Das Farbunterscheidungsvermögen ist als ausreichend anzusehen, wenn
    der Bewerber den Test mittels 24 Ishihara-Farbtafeln mit maximal zwei
    Fehlern besteht. Ist dies nicht der Fall, muss einer der genannten
    anerkannten alternativen Tests durchgeführt werden. Im Zweifelsfall
    ist eine Prüfung mit dem Anomaloskop durchzuführen. Der mit dem
    Anomaloskop gemessene Anomal-Quotient muss zwischen 0,7 und 1,4 liegen
    und somit auf eine normale Trichromasie hindeuten.

    *   Anerkannte, zu den Ishihara-Farbtafeln alternative Tests sind:

        a)  Velhagen/Broschmann (Ergebnis mit maximal zwei Fehlern);

        b)  Kuchenbecker-Broschmann (maximal zwei Fehler);

        c)  HRR (Ergebnis mindestens „leicht“);

        d)  TMC (Ergebnis mindestens „second degree“);

        e)  Holmer-Wright B (Ergebnis höchstens 8 Fehler bei „small“);

        f)  Farnsworth-Panel-D-15-Test (mindestens zu erreichendes Ergebnis:
            maximal eine diametrale Überschneidung im Diagramm der Anordnung der
            Farben);

        g)  Colour Assessment and Diagnostic Test (CAD) (Ergebnis mit maximal vier
            CAD-Einheiten).

[^f819242_02_02_BJNR498210021BJNE014800000]
    Inhaber oder Inhaberinnen eines gemäß der Richtlinie 96/50/EG des
    Rates
    ausgestellten Schifferpatents, deren mit dem Anomaloskop gemessener
    Anomal-Quotient für das Farbsehen zwischen 0,7 und 3,0 liegt, gelten
    als tauglich, wenn ihr Patent vor dem 1. April 2004 ausgestellt wurde.

    Der Gebrauch von Filtergläsern als Sehhilfen für das
    Farbunterscheidungsvermögen, z. B. getönte Kontaktlinsen und Brille,
    ist nicht zulässig.

    Richtlinie 96/50/EG des Rates vom 23. Juli 1996 über die
    Harmonisierung der Bedingungen für den Erwerb einzelstaatlicher
    Schifferpatente für den Binnenschiffsgüter- und -personenverkehr in
    der Gemeinschaft (ABl. L 235 vom 17.9.1996, S. 31).
[^f819242_02_02_BJNR498210021BJNE014800000]:

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BinSchPersV
Level: 3.0