Source: https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__177.html
Legislation: stgb

Title: § 177 Sexueller Übergriff; sexuelle Nötigung; Vergewaltigung

Description:
Strafgesetzbuch (StGB)
Besonderer Teil -
Dreizehnter Abschnitt - Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung
§ 177 Sexueller Übergriff; sexuelle Nötigung; Vergewaltigung

Paragraph: 177

Full Text:
Strafgesetzbuch (StGB)
Besonderer Teil -
Dreizehnter Abschnitt - Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung
§ 177 Sexueller Übergriff; sexuelle Nötigung; Vergewaltigung

(1) Wer gegen den erkennbaren Willen einer anderen Person sexuelle
Handlungen an dieser Person vornimmt oder von ihr vornehmen lässt oder
diese Person zur Vornahme oder Duldung sexueller Handlungen an oder
von einem Dritten bestimmt, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten
bis zu fünf Jahren bestraft.

(2) Ebenso wird bestraft, wer sexuelle Handlungen an einer anderen
Person vornimmt oder von ihr vornehmen lässt oder diese Person zur
Vornahme oder Duldung sexueller Handlungen an oder von einem Dritten
bestimmt, wenn

1.  der Täter ausnutzt, dass die Person nicht in der Lage ist, einen
    entgegenstehenden Willen zu bilden oder zu äußern,

2.  der Täter ausnutzt, dass die Person auf Grund ihres körperlichen oder
    psychischen Zustands in der Bildung oder Äußerung des Willens
    erheblich eingeschränkt ist, es sei denn, er hat sich der Zustimmung
    dieser Person versichert,

3.  der Täter ein Überraschungsmoment ausnutzt,

4.  der Täter eine Lage ausnutzt, in der dem Opfer bei Widerstand ein
    empfindliches Übel droht, oder

5.  der Täter die Person zur Vornahme oder Duldung der sexuellen Handlung
    durch Drohung mit einem empfindlichen Übel genötigt hat.

(3) Der Versuch ist strafbar.

(4) Auf Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr ist zu erkennen, wenn
die Unfähigkeit, einen Willen zu bilden oder zu äußern, auf einer
Krankheit oder Behinderung des Opfers beruht.

(5) Auf Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr ist zu erkennen, wenn
der Täter

1.  gegenüber dem Opfer Gewalt anwendet,

2.  dem Opfer mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben droht oder

3.  eine Lage ausnutzt, in der das Opfer der Einwirkung des Täters
    schutzlos ausgeliefert ist.

(6) In besonders schweren Fällen ist auf Freiheitsstrafe nicht unter
zwei Jahren zu erkennen. Ein besonders schwerer Fall liegt in der
Regel vor, wenn

1.  der Täter mit dem Opfer den Beischlaf vollzieht oder vollziehen lässt
    oder ähnliche sexuelle Handlungen an dem Opfer vornimmt oder von ihm
    vornehmen lässt, die dieses besonders erniedrigen, insbesondere wenn
    sie mit einem Eindringen in den Körper verbunden sind
    (Vergewaltigung), oder

2.  die Tat von mehreren gemeinschaftlich begangen wird.

(7) Auf Freiheitsstrafe nicht unter drei Jahren ist zu erkennen, wenn
der Täter

1.  eine Waffe oder ein anderes gefährliches Werkzeug bei sich führt,

2.  sonst ein Werkzeug oder Mittel bei sich führt, um den Widerstand einer
    anderen Person durch Gewalt oder Drohung mit Gewalt zu verhindern oder
    zu überwinden, oder

3.  das Opfer in die Gefahr einer schweren Gesundheitsschädigung bringt.

(8) Auf Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren ist zu erkennen, wenn
der Täter

1.  bei der Tat eine Waffe oder ein anderes gefährliches Werkzeug
    verwendet oder

2.  das Opfer

    a)  bei der Tat körperlich schwer misshandelt oder

    b)  durch die Tat in die Gefahr des Todes bringt.

(9) In minder schweren Fällen der Absätze 1 und 2 ist auf
Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu drei Jahren, in minder
schweren Fällen der Absätze 4 und 5 ist auf Freiheitsstrafe von sechs
Monaten bis zu zehn Jahren, in minder schweren Fällen der Absätze 7
und 8 ist auf Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren zu
erkennen.

Collections: bundestag_gesetze
StGB
Level: 4.0