Source: https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__272.html
Legislation: hgb

Title: § 272 Eigenkapital

Description:
Handelsgesetzbuch (HGB)
Drittes Buch - Handelsbücher
Zweiter Abschnitt - Ergänzende Vorschriften für Kapitalgesellschaften (Aktiengesellschaften, Kommanditgesellschaften auf Aktien und Gesellschaften mit beschränkter Haftung) sowie bestimmte Personenhandelsgesellschaften
Erster Unterabschnitt - Jahresabschluß der Kapitalgesellschaft und Lagebericht
Zweiter Titel - Bilanz
§ 272 Eigenkapital

Paragraph: 272

Full Text:
Handelsgesetzbuch (HGB)
Drittes Buch - Handelsbücher
Zweiter Abschnitt - Ergänzende Vorschriften für Kapitalgesellschaften (Aktiengesellschaften, Kommanditgesellschaften auf Aktien und Gesellschaften mit beschränkter Haftung) sowie bestimmte Personenhandelsgesellschaften
Erster Unterabschnitt - Jahresabschluß der Kapitalgesellschaft und Lagebericht
Zweiter Titel - Bilanz
§ 272 Eigenkapital

(1) Gezeichnetes Kapital ist mit dem Nennbetrag anzusetzen. Die nicht
eingeforderten ausstehenden Einlagen auf das gezeichnete Kapital sind
von dem Posten „Gezeichnetes Kapital“ offen abzusetzen; der
verbleibende Betrag ist als Posten „Eingefordertes Kapital“ in der
Hauptspalte der Passivseite auszuweisen; der eingeforderte, aber noch
nicht eingezahlte Betrag ist unter den Forderungen gesondert
auszuweisen und entsprechend zu bezeichnen.

(1a) Der Nennbetrag oder, falls ein solcher nicht vorhanden ist, der
rechnerische Wert von erworbenen eigenen Anteilen ist in der Vorspalte
offen von dem Posten „Gezeichnetes Kapital“ abzusetzen. Der
Unterschiedsbetrag zwischen dem Nennbetrag oder dem rechnerischen Wert
und den Anschaffungskosten der eigenen Anteile ist mit den frei
verfügbaren Rücklagen zu verrechnen. Aufwendungen, die
Anschaffungsnebenkosten sind, sind Aufwand des Geschäftsjahrs.

(1b) Nach der Veräußerung der eigenen Anteile entfällt der Ausweis
nach Absatz 1a Satz 1. Ein den Nennbetrag oder den rechnerischen Wert
übersteigender Differenzbetrag aus dem Veräußerungserlös ist bis zur
Höhe des mit den frei verfügbaren Rücklagen verrechneten Betrages in
die jeweiligen Rücklagen einzustellen. Ein darüber hinausgehender
Differenzbetrag ist in die Kapitalrücklage gemäß Absatz 2 Nr. 1
einzustellen. Die Nebenkosten der Veräußerung sind Aufwand des
Geschäftsjahrs.

(2) Als Kapitalrücklage sind auszuweisen

1.  der Betrag, der bei der Ausgabe von Anteilen einschließlich von
    Bezugsanteilen über den Nennbetrag oder, falls ein Nennbetrag nicht
    vorhanden ist, über den rechnerischen Wert hinaus erzielt wird;

2.  der Betrag, der bei der Ausgabe von Schuldverschreibungen für
    Wandlungsrechte und Optionsrechte zum Erwerb von Anteilen erzielt
    wird;

3.  der Betrag von Zuzahlungen, die Gesellschafter gegen Gewährung eines
    Vorzugs für ihre Anteile leisten;

4.  der Betrag von anderen Zuzahlungen, die Gesellschafter in das
    Eigenkapital leisten.

(3) Als Gewinnrücklagen dürfen nur Beträge ausgewiesen werden, die im
Geschäftsjahr oder in einem früheren Geschäftsjahr aus dem Ergebnis
gebildet worden sind. Dazu gehören aus dem Ergebnis zu bildende
gesetzliche oder auf Gesellschaftsvertrag oder Satzung beruhende
Rücklagen und andere Gewinnrücklagen.

(4) Für Anteile an einem herrschenden oder mit Mehrheit beteiligten
Unternehmen ist eine Rücklage zu bilden. In die Rücklage ist ein
Betrag einzustellen, der dem auf der Aktivseite der Bilanz für die
Anteile an dem herrschenden oder mit Mehrheit beteiligten Unternehmen
angesetzten Betrag entspricht. Die Rücklage, die bereits bei der
Aufstellung der Bilanz zu bilden ist, darf aus vorhandenen frei
verfügbaren Rücklagen gebildet werden. Die Rücklage ist aufzulösen,
soweit die Anteile an dem herrschenden oder mit Mehrheit beteiligten
Unternehmen veräußert, ausgegeben oder eingezogen werden oder auf der
Aktivseite ein niedrigerer Betrag angesetzt wird.

(5) Übersteigt der auf eine Beteiligung entfallende Teil des
Jahresüberschusses in der Gewinn- und Verlustrechnung die Beträge, die
als Dividende oder Gewinnanteil eingegangen sind oder auf deren
Zahlung die Kapitalgesellschaft einen Anspruch hat, ist der
Unterschiedsbetrag in eine Rücklage einzustellen, die nicht
ausgeschüttet werden darf. Die Rücklage ist aufzulösen, soweit die
Kapitalgesellschaft die Beträge vereinnahmt oder einen Anspruch auf
ihre Zahlung erwirbt.

Collections: bundestag_gesetze
HGB
Level: 6.0