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Legislation: beratungsg

Title: § 2 Beratung

Description:
Gesetz zur Vermeidung und Bewältigung von Schwangerschaftskonflikten (BeratungsG)
Abschnitt 1 - Aufklärung, Verhütung, Familienplanung und Beratung
§ 2 Beratung

Paragraph: 2

Full Text:
Gesetz zur Vermeidung und Bewältigung von Schwangerschaftskonflikten (BeratungsG)
Abschnitt 1 - Aufklärung, Verhütung, Familienplanung und Beratung
§ 2 Beratung

(1) Jede Person hat das Recht, sich zu den in § 1 Absatz 1 genannten
Zwecken in Fragen der Sexualaufklärung, Verhütung und Familienplanung
sowie in allen eine Schwangerschaft unmittelbar oder mittelbar
berührenden Fragen von einer hierfür vorgesehenen Beratungsstelle auf
Wunsch anonym informieren und beraten zu lassen.

(2) Der Anspruch auf Beratung umfaßt Informationen über

1.  Sexualaufklärung, Verhütung und Familienplanung,

2.  bestehende familienfördernde Leistungen und Hilfen für Kinder und
    Familien, einschließlich der besonderen Rechte im Arbeitsleben,

3.  Vorsorgeuntersuchungen bei Schwangerschaft und die Kosten der
    Entbindung,

4.  soziale und wirtschaftliche Hilfen für Schwangere, insbesondere
    finanzielle Leistungen sowie Hilfen bei der Suche nach Wohnung,
    Arbeits- oder Ausbildungsplatz oder deren Erhalt,

5.  die Hilfsmöglichkeiten für behinderte Menschen und ihre Familien, die
    vor und nach der Geburt eines in seiner körperlichen, geistigen oder
    seelischen Gesundheit geschädigten Kindes zur Verfügung stehen,

6.  die Methoden zur Durchführung eines Schwangerschaftsabbruchs, die
    physischen und psychischen Folgen eines Abbruchs und die damit
    verbundenen Risiken,

7.  Lösungsmöglichkeiten für psychosoziale Konflikte im Zusammenhang mit
    einer Schwangerschaft,

8.  die rechtlichen und psychologischen Gesichtspunkte im Zusammenhang mit
    einer Adoption.

Die Schwangere ist darüber hinaus bei der Geltendmachung von
Ansprüchen sowie bei der Wohnungssuche, bei der Suche nach einer
Betreuungsmöglichkeit für das Kind und bei der Fortsetzung ihrer
Ausbildung zu unterstützen. Auf Wunsch der Schwangeren sind Dritte zur
Beratung hinzuzuziehen.

(3) Zum Anspruch auf Beratung gehört auch die Nachbetreuung nach einem
Schwangerschaftsabbruch oder nach der Geburt des Kindes.

(4) Einer Schwangeren, die ihre Identität nicht preisgeben und die ihr
Kind nach der Geburt abgeben möchte, ist ein ausführliches
ergebnisoffenes Beratungsgespräch zur Bewältigung der psychosozialen
Konfliktlage anzubieten. Inhalt des Beratungsgesprächs sind:

1.  geeignete Hilfsangebote zur Bewältigung der Situation und zur
    Entscheidungsfindung sowie

2.  Wege, die der Schwangeren die Aufgabe der Anonymität oder ein Leben
    mit dem Kind ermöglichen.

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BeratungsG
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