Source: https://www.gesetze-im-internet.de/immowertv_2022/__16.html
Legislation: immowertv_2022

Title: § 16 Grundstücksmerkmale des Bodenrichtwertgrundstücks

Description:
Verordnung über die Grundsätze für die Ermittlung der Verkehrswerte von Immobilien und der für die Wertermittlung erforderlichen Daten (ImmoWertV 2022)
Teil 2 - Für die Wertermittlung erforderliche Daten
Abschnitt 2 - Bodenrichtwerte
§ 16 Grundstücksmerkmale des Bodenrichtwertgrundstücks

Paragraph: 16

Full Text:
Verordnung über die Grundsätze für die Ermittlung der Verkehrswerte von Immobilien und der für die Wertermittlung erforderlichen Daten (ImmoWertV 2022)
Teil 2 - Für die Wertermittlung erforderliche Daten
Abschnitt 2 - Bodenrichtwerte
§ 16 Grundstücksmerkmale des Bodenrichtwertgrundstücks

(1) Das Bodenrichtwertgrundstück weist keine Grundstücksmerkmale auf,
die nur im Rahmen einer Einzelbegutachtung ermittelt werden können;
dies betrifft insbesondere nur für einzelne Grundstücke bestehende
privatrechtliche, öffentlich-rechtliche und tatsächliche
Besonderheiten. Satz 1 findet keine Anwendung auf wertbeeinflussende
Grundstücksmerkmale, die in der Bodenrichtwertzone vorherrschend sind.

(2) Von den wertbeeinflussenden Grundstücksmerkmalen des
Bodenrichtwertgrundstücks sind der Entwicklungszustand und die Art der
Nutzung darzustellen. Weitere Grundstücksmerkmale sind darzustellen,
wenn sie wertbeeinflussend sind; hierzu können insbesondere gehören

1.  das Maß der baulichen Nutzung nach § 5 Absatz 1,

2.  die Bauweise oder die Gebäudestellung zur Nachbarbebauung,

3.  die Grundstücksgröße,

4.  die Grundstückstiefe und

5.  die Bodengüte als Acker- oder Grünlandzahl.

Bei baureifem Land gehört zu den darzustellenden Grundstücksmerkmalen
zusätzlich stets der beitragsrechtliche Zustand. Bei förmlich
festgelegten Sanierungsgebieten und förmlich festgelegten
Entwicklungsbereichen ist zusätzlich darzustellen, ob sich der
Bodenrichtwert auf den sanierungs- oder entwicklungsunbeeinflussten
Zustand oder auf den sanierungs- oder entwicklungsbeeinflussten
Zustand bezieht; dies gilt nicht, wenn nach § 142 Absatz 4 des
Baugesetzbuchs ein vereinfachtes Sanierungsverfahren durchgeführt
wird.

(3) Die wertbeeinflussenden Grundstücksmerkmale des
Bodenrichtwertgrundstücks sind nach Anlage 5 zu spezifizieren.

(4) Wird beim Maß der baulichen Nutzung auf das Verhältnis der Flächen
der Geschosse zur Grundstücksfläche abgestellt und ist hierbei nach §
5 Absatz 1 Satz 2 ein gegenüber den planungsrechtlichen
Zulässigkeitsvorschriften abweichend bestimmtes Maß wertbeeinflussend,
so sind zur Ermittlung dieses Maßes die Flächen aller oberirdischen
Geschosse mit Ausnahme von nicht ausbaufähigen Dachgeschossen nach den
jeweiligen Außenmaßen zu berücksichtigen. Geschosse gelten in
Abgrenzung zu Kellergeschossen als oberirdische Geschosse, soweit ihre
Deckenoberkanten im Mittel mehr als 1,40 Meter über die
Geländeoberfläche hinausragen; § 20 Absatz 1 der Baunutzungsverordnung
findet keine Anwendung. Ausgebaute oder ausbaufähige Dachgeschosse
sind mit 75 Prozent ihrer Fläche zu berücksichtigen. Staffelgeschosse
werden in vollem Umfang berücksichtigt. Hohlräume zwischen der
obersten Decke und der Bedachung, in denen Aufenthaltsräume nicht
möglich sind, sind keine Geschosse. Das nach Satz 1 bis 5 ermittelte
Verhältnis der Flächen der oberirdischen Geschosse zur
Grundstücksfläche ist die wertrelevante Geschossflächenzahl (WGFZ).

(5) Bodenrichtwerte für baureifes Land sind vorbehaltlich des Satzes 2
für beitragsfreie Grundstücke zu ermitteln. Aufgrund örtlicher
Gegebenheiten können vorübergehend Bodenrichtwerte für Grundstücke
ermittelt werden, für die noch Beiträge zu entrichten oder zu erwarten
sind.

Collections: bundestag_gesetze
ImmoWertV-2022
Level: 4.0