Source: https://www.gesetze-im-internet.de/b_rsg_2007/__24.html
Legislation: boersg_2007

Title: § 24 Börsenpreis

Description:
Börsengesetz (BörsG 2007)
Abschnitt 2 - Börsenhandel und Börsenpreisfeststellung
§ 24 Börsenpreis

Paragraph: 24

Full Text:
Börsengesetz (BörsG 2007)
Abschnitt 2 - Börsenhandel und Börsenpreisfeststellung
§ 24 Börsenpreis

(1) Preise, die während der Börsenzeit an einer Börse festgestellt
werden, sind Börsenpreise. Satz 1 gilt auch für Preise, die während
der Börsenzeit im Freiverkehr an einer Wertpapierbörse festgestellt
werden.

(2) Börsenpreise müssen ordnungsmäßig zustande kommen und der
wirklichen Marktlage des Börsenhandels entsprechen. Soweit in Titel II
der Verordnung (EU) Nr. 600/2014 nichts anderes bestimmt ist, müssen
den Handelsteilnehmern insbesondere Angebote zugänglich und die
Annahme der Angebote möglich sein. Bei der Ermittlung des
Börsenpreises können auch Preise einer anderen Börse, eines
organisierten Marktes mit Sitz im Ausland oder eines multilateralen
Handelssystems im Sinne des § 2 Absatz 8 Satz 1 Nummer 8 des
Wertpapierhandelsgesetzes berücksichtigt werden. Die Börse trifft
nähere Bestimmungen über die Aufhebung, Änderung und Berichtigung von
Geschäften durch die Geschäftsführung, insbesondere auch für den Fall,
dass Börsenpreise auf Grund erheblicher Preisschwankungen nicht
ordnungsgemäß zustande gekommen sind.

(2a) (weggefallen)

(2b) Die Börse hat geeignete Vorkehrungen zu treffen, um auch bei
erheblichen Preisschwankungen eine ordnungsgemäße Preisermittlung
sicherzustellen. Geeignete Vorkehrungen sind insbesondere kurzfristige
Änderungen des Marktmodells, kurzzeitige Volatilitätsunterbrechungen
unter Berücksichtigung statischer oder dynamischer Preiskorridore und
Limitsysteme der mit der Preisfeststellung betrauten
Handelsteilnehmer, wobei es der Börse in Ausnahmefällen möglich sein
muss, jedes Geschäft aufzuheben, zu ändern oder zu berichtigen. Die
Parameter für solche Volatilitätsunterbrechungen müssen der Liquidität
der einzelnen Kategorien und Teilkategorien der betreffenden
Finanzinstrumente, der Art des Marktmodells und der Art der
Handelsteilnehmer Rechnung tragen und ermöglichen, dass wesentliche
Störungen eines ordnungsgemäßen Börsenhandels unterbunden werden. Die
Börse hat der Börsenaufsichtsbehörde diese Parameter mitzuteilen und
auf ihrer Internetseite Angaben zu den Umständen, die zur
Unterbrechung oder Beschränkung des Handels führen, und die Grundsätze
für die Festlegung der wichtigsten technischen Parameter, die dazu
verwendet werden, zu veröffentlichen.

(3) Soweit in Titel II der Verordnung (EU) Nr. 600/2014 nichts anderes
bestimmt ist, müssen Börsenpreise und die ihnen zugrunde liegenden
Umsätze den Handelsteilnehmern unverzüglich und zu angemessenen
kaufmännischen Bedingungen in leicht zugänglicher Weise bekannt
gemacht werden, es sei denn, es erscheint eine verzögerte
Veröffentlichung im Interesse der Vermeidung einer unangemessenen
Benachteiligung der am Geschäft Beteiligten notwendig. Das Nähere
regelt die Börsenordnung. Die Börsenordnung kann auch festlegen, dass
vor Feststellung eines Börsenpreises den Handelsteilnehmern zusätzlich
der Preis des am höchsten limitierten Kaufauftrags und des am
niedrigsten limitierten Verkaufsauftrags zur Kenntnis gegeben werden
muss.

(4) Geschäfte, die zu Börsenpreisen geführt haben, sind bei der
Eingabe in das Geschäftsabwicklungssystem der Börse besonders zu
kennzeichnen.

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BörsG-2007
Level: 3.0