Source: https://www.gesetze-im-internet.de/flechtwausbv/__10.html
Legislation: flechtwausbv

Title: § 10 Abschlussprüfung/Gesellenprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Flechtwerkgestalter/zur Flechtwerkgestalterin (FlechtwAusbV)
§ 10 Abschlussprüfung/Gesellenprüfung

Paragraph: 10

Full Text:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Flechtwerkgestalter/zur Flechtwerkgestalterin (FlechtwAusbV)
§ 10 Abschlussprüfung/Gesellenprüfung

(1) Die Abschlussprüfung/Gesellenprüfung erstreckt sich auf die in der
Anlage aufgeführten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie auf
den im Berufsschulunterricht zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er für
die Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Der Prüfling soll im praktischen Teil der Prüfung in insgesamt
höchstens sechs Stunden eine Arbeitsaufgabe I durchführen. Weiterhin
soll der Prüfling in insgesamt höchstens 20 Stunden eine
Arbeitsaufgabe II, die einem Kundenauftrag entsprechen soll,
durchführen und mit praxisüblichen Unterlagen dokumentieren sowie
innerhalb dieser Zeit in insgesamt höchstens 25 Minuten hierüber ein
Fachgespräch führen, das aus mehreren Gesprächsphasen bestehen kann.
Für die Arbeitsaufgabe I kommt insbesondere in Betracht:
Herstellen von zwei Flechtwerken aus unterschiedlichen Materialien
unter Anwendung unterschiedlicher Flechttechniken.
Für die Arbeitsaufgabe II kommt insbesondere in Betracht:
Gestalten, Herstellen und Präsentieren einer Korbware, eines
Flechtmöbels oder Flechtobjektes einschließlich der Verwendung von
Ergänzungsteilen sowie der Oberflächenbehandlung.
Dem Prüfungsausschuss ist vor Durchführung der Arbeitsaufgabe II der
Entwurf zur Genehmigung vorzulegen. Der Entwurf ist nicht Gegenstand
der Bewertung. Bei der Arbeitsaufgabe II ist der Schwerpunkt der
Ausbildung zu berücksichtigen. Durch die Durchführung der
Arbeitsaufgaben, die Dokumentation und das Fachgespräch soll der
Prüfling zeigen, dass er Arbeitsabläufe unter Beachtung
wirtschaftlicher, technischer, organisatorischer und zeitlicher
Vorgaben selbstständig planen und kundenorientiert durchführen, den
Zusammenhang zwischen Gestaltung, Konstruktion sowie Flechttechniken
und Einsatz unterschiedlicher Werk- und Hilfsstoffe berücksichtigen,
Arbeitszusammenhänge erkennen, Arbeitsergebnisse kontrollieren,
Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit, zum
Umweltschutz und zur Qualitätssicherung ergreifen sowie seine
Vorgehensweise begründen kann. Das Ergebnis der Arbeitsaufgabe I ist
mit 35 Prozent und das der Arbeitsaufgabe II ist mit 65 Prozent zu
gewichten.

(3) Der Prüfling soll im schriftlichen Teil der Prüfung in den
Prüfungsbereichen Gestaltung, Fertigung sowie Wirtschafts- und
Sozialkunde geprüft werden. In den Prüfungsbereichen Gestaltung und
Fertigung sind insbesondere praxisbezogene Aufgaben mit verknüpften
informationstechnischen, technologischen und mathematischen
Sachverhalten zu analysieren, zu bewerten und zu lösen. Dabei soll der
Prüfling zeigen, dass er die Arbeitssicherheits-, Gesundheitsschutz-
und Umweltschutzbestimmungen berücksichtigen, die Verwendung von
Flecht- und Gestellmaterialien, Holz, Holzwerk-, Hilfs- und
Beschichtungsstoffen sowie von Ergänzungsteilen planen, Werkzeuge,
Geräte und Maschinen zuordnen sowie kundenorientiertes Handeln und
qualitätssichernde Maßnahmen einbeziehen kann. Den Prüfungsbereichen
ist zu Grunde zu legen:

1.  im Prüfungsbereich Gestaltung:

    a)  Beschreiben der Vorgehensweise beim Entwerfen und Gestalten von
        Flechtwerken unter Berücksichtigung von Gestaltungsmerkmalen,
        Anforderungen, Konstruktions- und Flechttechniken und

    b)  Erstellen von Skizzen und Entwurfszeichnungen;

2.  im Prüfungsbereich Fertigung:

    a)  Beschreiben der Vorgehensweise bei der Planung und Fertigung von
        Flechtwerken unter Berücksichtigung von Produktqualität, Herkunft,
        Aufbereitung und Eigenschaften der Materialien, Flecht- und
        Verbindungstechniken, Werkzeug- und Maschinentechnologie sowie
        Methoden der Oberflächenbehandlung,

    b)  Durchführen von Material- und Kostenberechnungen und

    c)  Erstellen von Planungs- und Fertigungsunterlagen sowie
        Fertigungszeichnungen;

3.  im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde:

    allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der
    Berufs- und Arbeitswelt.

(4) Für den schriftlichen Teil der Prüfung ist von folgenden
zeitlichen Höchstwerten auszugehen:

*    *   1.

    *   im Prüfungsbereich
        Gestaltung

    *   180 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsbereich
        Fertigung

    *   120 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsbereich
        Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Der schriftliche Teil der Prüfung ist auf Antrag des Prüflings
oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen
Prüfungsbereichen durch eine mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese
für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann. Bei der
Ermittlung der Ergebnisse für die mündlich geprüften Prüfungsbereiche
sind die jeweiligen bisherigen Ergebnisse und die entsprechenden
Ergebnisse der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2 : 1 zu
gewichten.

(6) Innerhalb des schriftlichen Teils der Prüfung sind die
Prüfungsbereiche wie folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich
        Gestaltung

    *   30 Prozent,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich
        Fertigung

    *   50 Prozent,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich
        Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   20 Prozent.

(7) Die Prüfung ist bestanden, wenn im praktischen und schriftlichen
Teil der Prüfung jeweils mindestens ausreichende Leistungen erbracht
wurden. In zwei der Prüfungsbereiche des schriftlichen Teils der
Prüfung müssen mindestens ausreichende Leistungen erbracht worden
sein. Weiterhin darf weder in den Arbeitsaufgaben des praktischen
Teils noch in dem weiteren Prüfungsbereich des schriftlichen Teils
eine ungenügende Leistung erbracht worden sein.

Collections: bundestag_gesetze
FlechtwAusbV
Level: 2.0