Source: https://www.gesetze-im-internet.de/asylvfg_1992/__28.html
Legislation: asylvfg_1992

Title: § 28 Nachfluchttatbestände

Description:
Asylgesetz (AsylVfG 1992)
Abschnitt 4 - Asylverfahren
Unterabschnitt 3 - Verfahren beim Bundesamt
§ 28 Nachfluchttatbestände

Paragraph: 28

Full Text:
Asylgesetz (AsylVfG 1992)
Abschnitt 4 - Asylverfahren
Unterabschnitt 3 - Verfahren beim Bundesamt
§ 28 Nachfluchttatbestände

(1) Ein Ausländer wird in der Regel nicht als Asylberechtigter
anerkannt, wenn die Gefahr politischer Verfolgung auf Umständen
beruht, die er nach Verlassen seines Herkunftslandes aus eigenem
Entschluss geschaffen hat, es sei denn, dieser Entschluss entspricht
einer festen, bereits im Herkunftsland erkennbar betätigten
Überzeugung. Satz 1 findet insbesondere keine Anwendung, wenn der
Ausländer sich auf Grund seines Alters und Entwicklungsstandes im
Herkunftsland noch keine feste Überzeugung bilden konnte.

(1a) Die begründete Furcht vor Verfolgung im Sinne des § 3 Absatz 1
oder die tatsächliche Gefahr, einen ernsthaften Schaden im Sinne des §
4 Absatz 1 zu erleiden, kann auf Ereignissen beruhen, die eingetreten
sind, nachdem der Ausländer das Herkunftsland verlassen hat,
insbesondere auch auf einem Verhalten des Ausländers, das Ausdruck und
Fortsetzung einer bereits im Herkunftsland bestehenden Überzeugung
oder Ausrichtung ist.

(2) Stellt der Ausländer nach Rücknahme oder unanfechtbarer Ablehnung
eines Asylantrags erneut einen Asylantrag und stützt diesen auf
Umstände, die er nach Rücknahme oder unanfechtbarer Ablehnung seines
früheren Antrags selbst geschaffen hat, kann in einem Folgeverfahren
in der Regel die Flüchtlingseigenschaft nicht zuerkannt werden.

Collections: bundestag_gesetze
AsylVfG-1992
Level: 4.0