Source: https://www.gesetze-im-internet.de/emfv/__22.html
Legislation: emfv

Title: Anhang 1 Physikalische Größen im Zusammenhang mit der Exposition gegenüber elektromagnetischen Feldern

Description:
Verordnung zum Schutz der Beschäftigten vor Gefährdungen durch elektromagnetische Felder (EMFV)
Abschnitt 5 - Ausnahmen; Straftaten und Ordnungswidrigkeiten
Anhang 1 Physikalische Größen im Zusammenhang mit der Exposition gegenüber elektromagnetischen Feldern

Paragraph: 22

Full Text:
Verordnung zum Schutz der Beschäftigten vor Gefährdungen durch elektromagnetische Felder (EMFV)
Abschnitt 5 - Ausnahmen; Straftaten und Ordnungswidrigkeiten
Anhang 1 Physikalische Größen im Zusammenhang mit der Exposition gegenüber elektromagnetischen Feldern

(Fundstelle: BGBl. I 2016, 2542)

Die folgenden physikalischen Größen werden zur Beschreibung der
Exposition gegenüber elektromagnetischen Feldern verwendet:

1.  Die elektrische Feldstärke
    E                    ist eine Vektorgröße, die der Kraft entspricht,
    die auf ein geladenes Teilchen ungeachtet seiner Bewegung im Raum
    ausgeübt wird. Sie wird ausgedrückt in Volt pro Meter (V/m). Es muss
    zwischen der externen elektrischen Feldstärke
    E
    e                    eines in der Umgebung auftretenden elektrischen
    Feldes und der internen elektrischen Feldstärke
    E
    i                   , wie sie im Körper
    (in situ)                    infolge einer Exposition gegenüber der
    Umgebungsfeldstärke auftritt, unterschieden werden.

2.  Die magnetische Feldstärke
    H                    ist eine Vektorgröße, die neben der magnetischen
    Flussdichte zur Beschreibung des magnetischen Feldes in jedem
    Raumpunkt dient. Sie wird ausgedrückt in Ampere pro Meter (A/m).

3.  Die magnetische Flussdichte
    B                    ist eine Vektorgröße, aus der sich eine Kraft auf
    bewegte Ladungen ergibt; sie wird in Tesla (T) ausgedrückt. Die
    magnetische Flussdichte
    B                    und die magnetische Feldstärke
    H                    können in biologischem Material gemäß der
    Gleichung
    B                    =
    µ
    0                    ·
    H                    mit
    µ
    0                    = 4*                    · 10
    –7                    · T · m · A
    –1                    ineinander umgerechnet werden.

4.  Die Leistungsdichte
    S                    ergibt sich aus dem Betrag des Kreuzproduktes von
    elektrischer Feldstärke
    E                    und magnetischer Feldstärke
    H                   . Sie wird ausgedrückt in Watt pro Quadratmeter
    (W/m
    2                   ).

5.  Die spezifische Absorption
    SA                    ist die je Masseneinheit biologischen Gewebes
    absorbierte Energie. Sie wird ausgedrückt in Joule pro Kilogramm
    (J/kg). In dieser Verordnung wird sie zur Festlegung von Grenzen für
    Wirkungen gepulster elektromagnetischer Felder im Frequenzbereich von
    0,3 GHz bis 6 GHz benutzt.

6.  Die spezifische Absorptionsrate
    SAR                    ist die über den ganzen Körper oder Teile
    gemittelte Rate, mit der Leistung je Masseneinheit des Körpergewebes
    absorbiert wird; sie wird ausgedrückt in Watt pro Kilogramm (W/kg).
    Die Ganzkörper-
    SAR                    ist die physikalische Größe, um Wärmewirkungen
    zu einer Exposition von elektromagnetischen Feldern in Beziehung zu
    setzen. Neben der Ganzkörper-
    SAR                    sind lokale
    SAR                   -Werte notwendig, um übermäßige
    Energiekonzentrationen in kleinen Körperbereichen infolge besonderer
    Expositionsbedingungen zu bewerten und zu begrenzen.

7.  Die elektrische Ladung
    Q                    ist die physikalische Größe, die zur Beschreibung
    von transienten Kontaktströmen verwendet und in Coulomb (C)
    ausgedrückt wird.

8.  Der Kontaktstrom
    I
    K                    bezeichnet einen Strom, der beim Kontakt zwischen
    einem Beschäftigten und einem Gegenstand in einem elektromagnetischen
    Feld fließt. Er wird in Ampere (A) ausgedrückt. Beim Kontakt kann es
    zu einem transienten oder einem stationären Kontaktstrom kommen.

9.  Der Strom durch die Gliedmaßen
    I
    G                    bezeichnet den Strom in den Gliedmaßen von
    Beschäftigten, die elektromagnetischen Feldern im Frequenzbereich von
    10 MHz bis 110 MHz ausgesetzt sind infolge eines Kontakts mit einem
    Gegenstand in einem elektromagnetischen Feld oder infolge des Fließens
    kapazitiver Ströme, die in dem exponierten Körper induziert werden. Er
    wird in Ampere (A) ausgedrückt.

10. Die Entladungsenergie
    W                    ist die bei einem Entladungspuls eines
    Kontaktstroms übertragene Energie. Sie wird in Millijoule (mJ)
    ausgedrückt.

Von den genannten physikalischen Größen lassen sich die externe
elektrische Feldstärke
E
e             , die magnetische Feldstärke
H             , die magnetische Flussdichte
B             , die Leistungsdichte
S             , die elektrische Ladung
Q             , der Kontaktstrom
I
K             , der Strom durch Gliedmaßen
I
G              sowie die Entladungsenergie
W              direkt am Arbeitsplatz des Beschäftigten messen.

Collections: bundestag_gesetze
EMFV
Level: 3.0