Source: https://www.gesetze-im-internet.de/pflaprv/__28.html
Legislation: pflaprv

Title: Anlage 4 Kompetenzen für die staatliche Prüfung nach § 28 zur Altenpflegerin oder zum Altenpfleger

Description:
Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe (PflAPrV)
Teil 4 - Sonstige Vorschriften
Abschnitt 4 - Übergangs- und Schlussvorschriften
Anlage 4 Kompetenzen für die staatliche Prüfung nach § 28 zur Altenpflegerin oder zum Altenpfleger

Paragraph: 28

Full Text:
Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe (PflAPrV)
Teil 4 - Sonstige Vorschriften
Abschnitt 4 - Übergangs- und Schlussvorschriften
Anlage 4 Kompetenzen für die staatliche Prüfung nach § 28 zur Altenpflegerin oder zum Altenpfleger

(Fundstelle: BGBl. I 2018, 1606 - 1610;
bzgl. der einzelnen Ändernungen vgl. Fußnote)

**I.** **Pflegebedarfe von alten Menschen erkennen sowie Pflege- und
    Betreuungsprozesse und Pflegediagnostik in akuten und dauerhaften
    Pflegesituationen verantwortlich planen, organisieren, gestalten,
    durchführen, steuern und bewerten.**

    **1.** **Die Pflege von alten Menschen verantwortlich planen, organisieren,
        gestalten, durchführen, steuern und bewerten.**

        Die Absolventinnen und Absolventen

        a)  verfügen über ein ausreichendes Verständnis von spezifischen Theorien
            und Modellen zur Pflegeprozessplanung und -dokumentation und
            berücksichtigen diese bei der Steuerung und Gestaltung von
            Pflegeprozessen bei alten Menschen,

        b)  übernehmen Verantwortung für die Organisation, Steuerung und
            Gestaltung des Pflegeprozesses bei alten Menschen,

        c)  nutzen angemessene Messverfahren bei alten Menschen und beschreiben
            den Pflegebedarf unter Hinzuziehung von Pflegediagnosen,

        d)  schätzen diverse Pflegeanlässe und den Pflegebedarf bei alten Menschen
            auch in instabilen gesundheitlichen und vulnerablen Lebenssituationen
            ein,

        e)  handeln die Pflegeziele mit dem zu pflegenden alten Menschen und
            gegebenenfalls seinen Bezugspersonen aus, setzen gesicherte
            Pflegemaßnahmen ein und bewerten gemeinsam die Wirksamkeit der Pflege,

        f)  nutzen analoge und digitale Pflegedokumentationssysteme, um ihre
            Pflegeprozessentscheidungen in der Pflege von alten Menschen
            selbständig und im Pflegeteam zu bewerten,

        g)  entwickeln mit alten Menschen, ihren Bezugspersonen und dem sozialen
            Netz altersentsprechende lebensweltorientierte Angebote zur
            Auseinandersetzung mit und Bewältigung von Pflegebedürftigkeit und
            ihren Folgen,

        h)  stimmen die Pflegeprozessgestaltung auf spezifische ambulante und
            stationäre Versorgungskontexte für alte Menschen ab,

        i)  verfügen über ein grundlegendes Verständnis im Umgang mit digitalen
            Technologien und Softwareanwendungen und für die Funktionsweise von
            Endgeräten, um pflegerelevante Hard- und Software, insbesondere
            digitale Pflegedokumentations- und -assistenzsysteme, bedienen zu
            können.

    **2.** **Pflege bei alten Menschen mit gesundheitlichen Problemlagen planen,
        organisieren, gestalten, durchführen, steuern und bewerten unter dem
        besonderen Fokus von Gesundheitsförderung und Prävention.**

        Die Absolventinnen und Absolventen

        a)  unterstützen, pflegen, begleiten und beraten auf der Grundlage der
            durchgeführten Untersuchungen alte Menschen bei gesundheitlichen und
            präventiven Maßnahmen auch in komplexen gesundheitlichen Problemlagen
            auf der Grundlage von pflege- und bezugswissenschaftlichen
            Erkenntnissen,

        b)  unterstützen alte Menschen durch Mitwirkung an der Entwicklung von
            fachlich begründeten Pflegeinterventionen der Gesundheitsförderung,
            Prävention und Kuration,

        c)  erkennen Belastungen durch Pflege, beraten und stärken die Kompetenzen
            von Angehörigen im Umgang mit dem pflegebedürftigen alten Menschen,

        d)  erkennen Hinweiszeichen auf eine mögliche Gewaltausübung in der
            Versorgung von alten Menschen und reflektieren ihre Beobachtungen im
            therapeutischen Team,

        e)  verfügen über ein integratives Verständnis von physischen, psychischen
            und psychosomatischen Zusammenhängen in der Pflege von alten Menschen,

        f)  erkennen Wissensdefizite und erschließen sich bei Bedarf selbständig
            neue Informationen zu den Wissensbereichen der Pflege,
            Gesundheitsförderung und Medizin, insbesondere zu geriatrischen
            Fragestellungen unter Berücksichtigung auch von genderspezifischen
            Aspekten.

    **3.** **Pflegebedarfe von alten Menschen erkennen und Pflege von alten
        Menschen in hoch belasteten und kritischen Lebenssituationen
        verantwortlich planen, organisieren, gestalten, durchführen, steuern
        und bewerten.**

        Die Absolventinnen und Absolventen

        a)  pflegen, begleiten, unterstützen und beraten alte Menschen sowie deren
            Bezugspersonen bei Demenz, psychischen Krisen und
            gerontopsychiatrischen Erkrankungen,

        b)  steuern und gestalten den Pflegeprozess bei alten sowie bei
            schwerstkranken und sterbenden alten Menschen mit akuten und
            chronischen Schmerzen,

        c)  pflegen, begleiten, unterstützen und beraten alte Menschen sowie deren
            Bezugspersonen bei chronischen Krankheitsverläufen, akuten und
            chronischen Schmerzen sowie am Lebensende und beziehen die sozialen
            Netzwerke in das Handeln ein,

        d)  unterstützen und anerkennen die Ressourcen von Familien, die sich
            insbesondere infolge von schweren chronischen oder lebenslimitierenden
            Erkrankungen im höheren Lebensalter in einer Lebenskrise befinden, und
            wirken bei der Stabilisierung des Familiensystems mit,

        e)  kennen Hilfsangebote und Interventionswege und übernehmen
            Verantwortung,

        f)  reflektieren Phänomene von Macht und Machtmissbrauch in pflegerischen
            Handlungsfeldern der Versorgung von alten Menschen,

        g)  begleiten und unterstützen schwerstkranke alte Menschen sowie nahe
            Bezugspersonen in Phasen des Sterbens, erkennen und akzeptieren deren
            spezifische Bedürfnisse und bieten Unterstützung bei der Bewältigung
            und Verarbeitung von Verlust und Trauer an,

        h)  informieren schwerkranke und sterbende alte Menschen sowie deren
            Angehörige zu den spezifischen Schwerpunkten palliativer
            Versorgungsangebote.

    **4.** **In lebensbedrohlichen sowie in Krisen- oder Katastrophensituationen
        zielgerichtet handeln.**

        Die Absolventinnen und Absolventen

        a)  kennen und beachten im Notfall relevante rechtliche Grundlagen wie
            Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen,

        b)  treffen in lebensbedrohlichen Situationen erforderliche
            Interventionsentscheidungen und leiten lebenserhaltende
            Sofortmaßnahmen bis zum Eintreffen der Ärztin oder des Arztes ein,

        c)  koordinieren den Einsatz der Ersthelferinnen oder Ersthelfer bis zum
            Eintreffen der Ärztin oder des Arztes,

        d)  erkennen Notfallsituationen in Pflege- und Gesundheitseinrichtungen
            und handeln nach den Vorgaben des Notfallplanes und der Notfall-
            Evakuierung.

    **5.** **Alte Menschen bei der Lebensgestaltung unterstützen, begleiten und
        beraten.**

        Die Absolventinnen und Absolventen

        a)  erheben soziale, familiale und biografische Informationen sowie
            Unterstützungsmöglichkeiten durch Bezugspersonen und soziale Netzwerke
            bei alten Menschen und identifizieren Ressourcen und Herausforderungen
            in der Lebens- und Entwicklungsgestaltung,

        b)  entwickeln gemeinsam mit alten Menschen mögliche Angebote zur sozialen
            und kulturellen Teilhabe und unterstützen diese,

        c)  berücksichtigen bei der Planung und Gestaltung von Alltagsaktivitäten
            die diversen Bedürfnisse und Erwartungen, die kulturellen und
            religiösen Kontexte sowie die sozialen Lagen und die Entwicklungsphase
            von alten Menschen,

        d)  beziehen freiwillig Engagierte zur Unterstützung und Bereicherung der
            Lebensgestaltung in die Versorgungsprozesse von alten Menschen ein.

    **6.** **Entwicklung und Autonomie in der Lebensspanne fördern.**

        Die Absolventinnen und Absolventen

        a)  wahren das Selbstbestimmungsrecht alter Menschen mit Pflegebedarf,
            insbesondere auch, wenn sie in ihrer Selbstbestimmungsfähigkeit
            eingeschränkt sind,

        b)  unterstützen alte Menschen mit angeborener oder erworbener Behinderung
            bei der Wiederherstellung, Kompensation und Adaption eingeschränkter
            Fähigkeiten, um sie für eine möglichst selbständige Entwicklung,
            Lebensführung und gesellschaftliche Teilhabe zu befähigen,

        c)  tragen durch die Integration technischer und digitaler
            Assistenzsysteme und durch rehabilitative Maßnahmen bei alten Menschen
            zum Erhalt und zur Wiedererlangung von Alltagskompetenz bei,

        d)  fördern und gestalten die Zusammenarbeit zwischen familialen Systemen
            sowie den sozialen Netzwerken und den professionellen Pflegesystemen
            in der pflegerischen Versorgung von alten Menschen,

        e)  stimmen die Zusammenarbeit der Beteiligten sowie die Gestaltung des
            Pflegeprozesses auf den individuellen Entwicklungsstand des zu
            pflegenden alten Menschen ab und unterstützen entwicklungsbedingte
            Formen der Krankheitsbewältigung.

**II.** **Kommunikation und Beratung personen- und situationsorientiert
    gestalten.**

    **1.** **Kommunikation und Interaktion mit alten Menschen und ihren
        Bezugspersonen personen- und situationsbezogen gestalten und eine
        angemessene Information sicherstellen.**

        Die Absolventinnen und Absolventen

        a)  machen sich eigene Deutungs- und Handlungsmuster in der pflegerischen
            Interaktion mit alten Menschen und ihren Bezugspersonen und mit ihren
            unterschiedlichen, insbesondere kulturellen und sozialen Hintergründen
            bewusst und reflektieren sie,

        b)  reflektieren ihre Möglichkeiten und Grenzen in der Kommunikation und
            Beratung,

        c)  nutzen Empathie, Wertschätzung, Akzeptanz und Kongruenz für eine
            professionelle Beziehungsgestaltung und Kommunikation mit alten
            Menschen,

        d)  setzen Methoden der Gesprächsführung angemessen ein,

        e)  erkennen Kommunikationsbarrieren, insbesondere bei spezifischen
            Gesundheitsstörungen oder Formen von Behinderungen im Alter, und
            setzen unterstützende und kompensierende Maßnahmen ein, um diese zu
            überbrücken,

        f)  sind in der Lage, Konflikte wahrzunehmen, angemessen darauf zu
            reagieren und Konfliktgespräche zu führen unter Hinzuziehung von
            Angeboten zur Überprüfung der eigenen professionellen Kommunikation.

    **2.** **Information, Schulung und Beratung bei alten Menschen verantwortlich
        organisieren, gestalten, steuern und bewerten.**

        Die Absolventinnen und Absolventen

        a)  informieren alte Menschen zu komplexen gesundheits- und
            pflegebezogenen Fragestellungen und weitergehenden Fragen der
            pflegerischen Versorgung,

        b)  setzen Schulungen mit Einzelpersonen und kleineren Gruppen zu
            pflegender alter Menschen um,

        c)  beraten alte Menschen und ihre Bezugspersonen im Umgang mit
            krankheits- sowie therapie- und pflegebedingten Anforderungen und
            befähigen sie, ihre Gesundheitsziele in größtmöglicher Selbständigkeit
            und Selbstbestimmung zu erreichen,

        d)  reflektieren ihre Möglichkeiten und Begrenzungen zur Gestaltung von
            professionellen Informations-, Instruktions-, Schulungs- und
            Beratungsangeboten bei alten Menschen.

    **3.** **Ethisch reflektiert handeln.**

        Die Absolventinnen und Absolventen

        a)  setzen sich für die Verwirklichung von Menschenrechten, Ethikkodizes
            und die Förderung der spezifischen Bedürfnisse und Gewohnheiten von zu
            pflegenden alten Menschen und im Zusammenhang mit ihren Bezugspersonen
            ein,

        b)  fördern und unterstützen alte Menschen bei der Selbstverwirklichung
            und Selbstbestimmung über das eigene Leben, auch unter Abwägung
            konkurrierender ethischer Prinzipien,

        c)  tragen in ethischen Dilemmasituationen mit alten Menschen oder ihren
            Bezugspersonen im interprofessionellen Gespräch zur gemeinsamen
            Entscheidungsfindung bei.

**III.** **Intra- und interprofessionelles Handeln in unterschiedlichen
    systemischen Kontexten verantwortlich gestalten und mitgestalten.**

    **1.** **Verantwortung in der Organisation des qualifikationsheterogenen
        Pflegeteams übernehmen.**

        Die Absolventinnen und Absolventen

        a)  stimmen ihr Pflegehandeln zur Gewährleistung klientenorientierter
            komplexer Pflegeprozesse im qualifikationsheterogenen Pflegeteam ab
            und koordinieren die Pflege von alten Menschen unter Berücksichtigung
            der jeweiligen Verantwortungs- und Aufgabenbereiche, insbesondere in
            der stationären Langzeitversorgung und ambulanten Pflege,

        b)  delegieren unter Berücksichtigung weiterer rechtlicher Bestimmungen
            ausgewählte Maßnahmen an Personen anderer Qualifikationsniveaus und
            überwachen die Durchführungsqualität,

        c)  beraten Teammitglieder kollegial bei pflegefachlichen Fragestellungen
            und unterstützen sie bei der Übernahme und Ausgestaltung ihres
            jeweiligen Verantwortungs- und Aufgabenbereiches,

        d)  beteiligen sich im Team an der Einarbeitung neuer Kolleginnen und
            Kollegen und leiten Auszubildende, Praktikantinnen und Praktikanten
            sowie freiwillig Engagierte in unterschiedlichen Versorgungssettings
            an,

        e)  übernehmen Mitverantwortung für die Organisation und Gestaltung der
            gemeinsamen Arbeitsprozesse,

        f)  reflektieren ihre eigene Rolle in der Zusammenarbeit und wenden das
            Wissen über erfolgreiche Teamarbeit an.

    **2.** **Ärztliche Anordnungen im Pflegekontext eigenständig durchführen.**

        Die Absolventinnen und Absolventen

        a)  beachten umfassend die Anforderungen der Hygiene und wirken
            verantwortlich an der Infektionsprävention in den unterschiedlichen
            pflegerischen Versorgungsbereichen mit,

        b)  führen entsprechend den rechtlichen Bestimmungen eigenständig ärztlich
            veranlasste Maßnahmen der medizinischen Diagnostik und Therapie bei
            alten Menschen durch,

        c)  beobachten und interpretieren die mit regelmäßig vorkommenden
            medizinischen Eingriffen und Untersuchungen bei alten Menschen
            verbundenen Pflegephänomene und Komplikationen, auch in instabilen
            oder krisenhaften gesundheitlichen Situationen unter Berücksichtigung
            auch von gendermedizinischen Erkenntnissen,

        d)  unterstützen und begleiten zu pflegende alte Menschen umfassend auch
            bei invasiven Maßnahmen der Diagnostik und Therapie,

        e)  schätzen chronische Wunden bei alten Menschen prozessbegleitend ein,
            versorgen sie verordnungsgerecht und stimmen die weitere Behandlung
            mit der Ärztin oder dem Arzt ab,

        f)  vertreten die im Rahmen des Pflegeprozesses gewonnenen Einschätzungen
            zum Pflegebedarf und erforderlichen Behandlungskonsequenzen bei alten
            Menschen in der interprofessionellen Zusammenarbeit.

    **3.** **In interdisziplinären Teams an der Versorgung und Behandlung von
        alten Menschen mitwirken und Kontinuität an Schnittstellen sichern.**

        Die Absolventinnen und Absolventen

        a)  übernehmen Mitverantwortung in der interdisziplinären Versorgung und
            Behandlung von alten Menschen und unterstützen die Kontinuität an
            interdisziplinären und institutionellen Schnittstellen,

        b)  bringen sowohl die Perspektive der Betroffenen als auch die
            pflegefachliche Sichtweise in die interprofessionelle Kommunikation
            ein,

        c)  bearbeiten interprofessionelle Konflikte in einem gemeinsamen
            Aushandlungsprozess auf Augenhöhe und beteiligen sich an der
            Entwicklung und Umsetzung einrichtungsbezogener Konzepte zum Schutz
            vor Gewalt,

        d)  koordinieren die Pflege von alten Menschen in verschiedenen
            Versorgungskontexten und organisieren Termine sowie
            berufsgruppenübergreifende Leistungen,

        e)  koordinieren die integrierte Versorgung von chronisch kranken alten
            Menschen in der Primärversorgung,

        f)  bewerten den gesamten Versorgungsprozess gemeinsam mit dem
            therapeutischen Team im Hinblick auf Orientierung am Bewohner,
            Klienten, Patienten und auf seine Partizipation.

**IV.** **Das eigene Handeln auf der Grundlage von Gesetzen, Verordnungen und
    ethischen Leitlinien reflektieren und begründen.**

    **1.** **Die Qualität der pflegerischen Leistungen und der Versorgung in den
        verschiedenen Institutionen sicherstellen.**

        Die Absolventinnen und Absolventen

        a)  integrieren erweiterte Anforderungen zur internen und externen
            Qualitätssicherung in das Pflegehandeln und verstehen
            Qualitätsentwicklung und -sicherung als rechtlich verankertes und
            interdisziplinäres Anliegen in Institutionen des Gesundheitswesens,

        b)  wirken an Maßnahmen der Qualitätssicherung sowie -verbesserung und der
            Weiterentwicklung wissenschaftlich gesicherter
            einrichtungsspezifischer Konzepte mit,

        c)  beachten den Beitrag der eigenen Berufsgruppe zur Qualitätsentwicklung
            und -sicherung und erfüllen die anfallenden
            Dokumentationsverpflichtungen auch im Kontext von interner und
            externer Kontrolle und Aufsicht,

        d)  überprüfen regelmäßig die eigene pflegerische Praxis durch kritische
            Reflexionen im Hinblick auf Ergebnis- und Patientenorientierung und
            ziehen Schlussfolgerungen für die Weiterentwicklung der
            Pflegequalität.

    **2.** **Versorgungskontexte und Systemzusammenhänge im Pflegehandeln
        berücksichtigen und dabei ökonomische und ökologische Prinzipien
        beachten.**

        Die Absolventinnen und Absolventen

        a)  üben den Beruf im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben sowie unter
            Berücksichtigung ihrer ausbildungs- und berufsbezogenen Rechte und
            Pflichten eigenverantwortlich aus,

        b)  kennen den Einfluss gesamtgesellschaftlicher Veränderungen,
            ökonomischer Anforderungen, technologischer sowie epidemiologischer
            und demografischer Entwicklungen auf die Versorgungsstrukturen,

        c)  erkennen die Funktion der Gesetzgebung im Gesundheits- und
            Sozialbereich zur Sicherstellung des gesellschaftlichen
            Versorgungsauftrags in stationären, teilstationären und ambulanten
            Handlungsfeldern,

        d)  überblicken auf der Grundlage eines ausreichenden Wissens ihre
            Handlungs- und Entscheidungsspielräume in unterschiedlichen
            Abrechnungssystemen,

        e)  wirken an der Umsetzung von Konzepten und Leitlinien zur ökonomischen
            und ökologischen Gestaltung der Einrichtung mit.

**V.** **Das eigene Handeln auf der Grundlage von wissenschaftlichen
    Erkenntnissen und berufsethischen Werthaltungen und Einstellungen
    überdenken und begründen.**

    **1.** **Auf der Grundlage von pflege- und bezugswissenschaftlichen
        Erkenntnissen, ethischen Grundsätzen und beruflichen Aufgaben
        handeln.**

        Die Absolventinnen und Absolventen

        a)  vertreten die Notwendigkeit, die Wissensgrundlagen des eigenen
            Handelns kontinuierlich zu überprüfen und gegebenenfalls zu verändern,
            und übernehmen Eigeninitiative und Verantwortung für das eigene
            Lernen,

        b)  reflektieren die Bedeutung ihres Berufs im Kontext von
            gesellschaftlichen, soziodemografischen und ökonomischen
            Veränderungen,

        c)  handeln auf der Grundlage pflege- und bezugswissenschaftlicher
            Erkenntnisse sowie von gendermedizinischen Erkenntnissen bezogen auf
            die Pflege von alten Menschen und reflektieren und bewerten ihr
            Pflegehandeln hinsichtlich möglicher Verbesserungen.

    **2.** **Verantwortung für die Entwicklung (lebenslanges Lernen) der eigenen
        Persönlichkeit sowie das berufliche Selbstverständnis übernehmen.**

        Die Absolventinnen und Absolventen

        a)  bewerten das lebenslange Lernen als ein Element der persönlichen und
            beruflichen Weiterentwicklung und übernehmen Eigeninitiative und
            Verantwortung für das eigene Lernen und nutzen hierfür auch moderne
            Informations- und Kommunikationstechnologien,

        b)  nehmen drohende Über- oder Unterforderungen frühzeitig wahr, erkennen
            die notwendigen Veränderungen am Arbeitsplatz und/oder des eigenen
            Kompetenzprofils und leiten daraus entsprechende Handlungsinitiativen
            ab,

        c)  setzen Strategien zur Kompensation und Bewältigung unvermeidbarer
            beruflicher Belastungen gezielt ein und nehmen Unterstützungsangebote
            frühzeitig wahr oder fordern diese aktiv ein,

        d)  reflektieren ihre persönliche Entwicklung als professionell Pflegende
            und entwickeln ein eigenes Pflegeverständnis sowie ein berufliches
            Selbstverständnis unter Berücksichtigung berufsethischer und eigener
            ethischer Überzeugungen,

        e)  verfügen über ein Verständnis für die historischen Zusammenhänge des
            Pflegeberufs und positionieren sich mit ihrer beruflichen
            Pflegeausbildung im Kontext der Gesundheitsberufe unter
            Berücksichtigung der ausgewiesenen Vorbehaltsaufgaben,

        f)  verstehen die Zusammenhänge zwischen den gesellschaftlichen,
            soziodemografischen und ökonomischen Veränderungen und der
            Berufsentwicklung,

        g)  werden befähigt, sich in die gesellschaftlichen Veränderungen und
            berufspolitischen Entwicklungen sowie in die Weiterentwicklung des
            Pflegeberufs einzubringen.

(zu § 35 Absatz 2 Satz 1 und 2, § 36 Absatz 1 Satz 1 und 2, § 37
Absatz 1 Nummer 1 und 2)

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Level: 4.0