Source: https://www.gesetze-im-internet.de/wipro/__66c.html
Legislation: wipro

Title: § 66c Zusammenarbeit mit anderen Stellen und internationale Zusammenarbeit

Description:
Gesetz über eine Berufsordnung der Wirtschaftsprüfer (WiPrO)
Fünfter Teil - Berufsaufsicht
§ 66c Zusammenarbeit mit anderen Stellen und internationale Zusammenarbeit

Paragraph: 66c

Full Text:
Gesetz über eine Berufsordnung der Wirtschaftsprüfer (WiPrO)
Fünfter Teil - Berufsaufsicht
§ 66c Zusammenarbeit mit anderen Stellen und internationale Zusammenarbeit

(1) Die Abschlussprüferaufsichtsstelle übermittelt den folgenden
Stellen, soweit es zur Erfüllung der jeweiligen Aufgaben dieser
Stellen erforderlich ist, vertrauliche Informationen:

1.  den Strafverfolgungsbehörden,

2.  der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht,

2a. dem Bundesamt für Justiz,

3.  den Aufsichtsbehörden über die genossenschaftlichen Prüfungsverbände,

4.  den Aufsichtsbehörden über die Prüfungsstellen der Sparkassen- und
    Giroverbände,

5.  der Deutschen Bundesbank,

6.  der Europäischen Zentralbank,

7.  den Zentralbanken der Mitgliedstaaten der Europäischen Union sowie

8.  dem Europäischen Ausschuss für Systemrisiken.

Für den Informationsaustausch zwischen der
Abschlussprüferaufsichtsstelle und der Bundesanstalt für
Finanzdienstleistungsaufsicht gilt § 109a des
Wertpapierhandelsgesetzes. Die in Satz 1 Nummer 1 bis 5 genannten
Stellen können der Abschlussprüferaufsichtsstelle Informationen
übermitteln, soweit dies zur Erfüllung der Aufgaben der
Abschlussprüferaufsichtsstelle erforderlich ist.

(2) Unbeschadet der Artikel 31 bis 33 der Verordnung (EU) Nr. 537/2014
hat die Abschlussprüferaufsichtsstelle in Bezug auf die in § 66a
genannten Aufgaben mit den entsprechend zuständigen Stellen der
Mitgliedstaaten der Europäischen Union und der Vertragsstaaten des
Europäischen Wirtschaftsraums sowie den europäischen Aufsichtsbehörden
zusammenzuarbeiten, soweit dies für die Wahrnehmung der jeweiligen
Aufgaben der zuständigen Stellen im Einzelfall erforderlich ist. In
diesem Rahmen leisten die Stellen sich insbesondere Amtshilfe,
tauschen Informationen aus und arbeiten bei Untersuchungen zusammen. §
57 Absatz 6 Satz 2 bis 4 gilt entsprechend.

(3) Die Zusammenarbeit der zuständigen Stellen der Mitgliedstaaten
findet insbesondere im Rahmen des Ausschusses der Aufsichtsstellen
nach Artikel 30 der Verordnung (EU) Nr. 537/2014 statt. Sie erstreckt
sich auch auf die Bereiche der Angleichung

1.  der theoretischen und praktischen Ausbildung von Wirtschaftsprüfern
    sowie der Prüfungsanforderungen nach dem Zweiten Teil und

2.  der Anforderungen in Bezug auf die Eignungsprüfung nach dem Neunten
    Teil.

(4) Hat die Abschlussprüferaufsichtsstelle konkrete Hinweise darauf,
dass Berufsangehörige aus anderen Mitglied- oder Vertragsstaaten gegen
das Recht der Europäischen Union über die Abschlussprüfungen von
Jahresabschlüssen und Konzernabschlüssen verstoßen, hat sie diese der
zuständigen Stelle des anderen Mitglied- oder Vertragsstaats
mitzuteilen. Erhält die Abschlussprüferaufsichtsstelle entsprechende
Hinweise von der zuständigen Stelle eines anderen Mitglied- oder
Vertragsstaats in Bezug auf deutsche Berufsangehörige, hat sie
geeignete Maßnahmen zu treffen und kann der zuständigen Stelle des
anderen Mitglied- oder Vertragsstaats das Ergebnis mitteilen. Darüber
hinaus kann die zuständige Stelle eines anderen Mitglied- oder
Vertragsstaats über die Abschlussprüferaufsichtsstelle Ermittlungen
verlangen, an denen Vertreter der zuständigen Stelle teilnehmen
dürfen, wenn diese zur Verschwiegenheit verpflichtet sind. Sind
Berufsangehörige oder Wirtschaftsprüfungsgesellschaften auch in einem
anderen Mitglied- oder Vertragsstaat registriert, informiert die
Abschlussprüferaufsichtsstelle von Amts wegen die zuständigen Behörden
des anderen Mitglied- oder Vertragsstaats über das Erlöschen, die
unanfechtbare Rücknahme oder den unanfechtbaren Widerruf der
Bestellung der Berufsangehörigen oder die Löschung der
Wirtschaftsprüfungsgesellschaften einschließlich der Gründe hierfür. §
57 Absatz 7 Satz 2 bis 4 gilt entsprechend.

(5) Unbeschadet der Artikel 36 bis 38 der Verordnung (EU) Nr. 537/2014
hat die Abschlussprüferaufsichtsstelle in Bezug auf die in § 66a
Absatz 1 Satz 1 genannten Aufgaben mit den entsprechend zuständigen
Stellen anderer als in Absatz 2 Satz 1 genannter Staaten
zusammenzuarbeiten, soweit dies für die Wahrnehmung der jeweiligen
Aufgaben der zuständigen Stellen im Einzelfall erforderlich ist oder
wenn von diesen Stellen Sonderuntersuchungen oder Ermittlungen erbeten
werden. § 57 Absatz 6 Satz 2 bis 4 gilt entsprechend.

(6) § 57 Absatz 9 gilt entsprechend. Abweichend von § 57 Absatz 9 Satz
5 können Berufsangehörige und Prüfungsgesellschaften unter den
Voraussetzungen des § 57 Absatz 9 Satz 1 bis 4 selbst
Arbeitsunterlagen und andere Dokumente auf Anforderung der zuständigen
Stellen an diese herausgeben, wenn sie zuvor die
Abschlussprüferaufsichtsstelle über die Anfrage informiert haben und
die in § 57 Absatz 9 Satz 5 genannten Bedingungen erfüllt sind.

Collections: bundestag_gesetze
WiPrO
Level: 3.0