Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bewg/__169.html
Legislation: bewg

Title: § 169 Tierbestände

Description:
Bewertungsgesetz (BewG)
Zweiter Teil - Besondere Bewertungsvorschriften
Sechster Abschnitt - Vorschriften für die Bewertung von Grundbesitz, von nicht notierten Anteilen an Kapitalgesellschaften und von Betriebsvermögen für die Erbschaftsteuer ab 1. Januar 2009
B. - Land- und forstwirtschaftliches Vermögen
II. - Besonderer Teil
§ 169 Tierbestände

Paragraph: 169

Full Text:
Bewertungsgesetz (BewG)
Zweiter Teil - Besondere Bewertungsvorschriften
Sechster Abschnitt - Vorschriften für die Bewertung von Grundbesitz, von nicht notierten Anteilen an Kapitalgesellschaften und von Betriebsvermögen für die Erbschaftsteuer ab 1. Januar 2009
B. - Land- und forstwirtschaftliches Vermögen
II. - Besonderer Teil
§ 169 Tierbestände

(1) Tierbestände gehören in vollem Umfang zur landwirtschaftlichen
Nutzung, wenn im Wirtschaftsjahr

*    *   für die ersten 20 Hektar

    *   nicht mehr als 10 Vieheinheiten

*    *   für die nächsten 10 Hektar

    *   nicht mehr als 7 Vieheinheiten

*    *   für die nächsten 20 Hektar

    *   nicht mehr als 6 Vieheinheiten

*    *   für die nächsten 50 Hektar

    *   nicht mehr als 3 Vieheinheiten

*    *   und für die weitere Fläche

    *   nicht mehr als 1,5 Vieheinheiten

*    *   je Hektar der vom Inhaber des Betriebs regelmäßig landwirtschaftlich
        genutzten Flächen erzeugt oder gehalten werden. Die Tierbestände sind
        nach dem Futterbedarf in Vieheinheiten umzurechnen.

(2) Übersteigt die Anzahl der Vieheinheiten nachhaltig die in Absatz 1
bezeichnete Grenze, so gehören nur die Zweige des Tierbestands zur
landwirtschaftlichen Nutzung, deren Vieheinheiten zusammen diese
Grenze nicht überschreiten. Zunächst sind mehr flächenabhängige Zweige
des Tierbestands und danach weniger flächenabhängige Zweige des
Tierbestands zur landwirtschaftlichen Nutzung zu rechnen. Innerhalb
jeder dieser Gruppen sind zuerst Zweige des Tierbestands mit der
geringeren Anzahl von Vieheinheiten und dann Zweige mit der größeren
Anzahl von Vieheinheiten zur landwirtschaftlichen Nutzung zu rechnen.
Der Tierbestand des einzelnen Zweiges wird nicht aufgeteilt.

(3) Als Zweig des Tierbestands gilt bei jeder Tierart für sich

1.  das Zugvieh,

2.  das Zuchtvieh,

3.  das Mastvieh und

4.  das übrige Nutzvieh.

Das Zuchtvieh einer Tierart gilt nur dann als besonderer Zweig des
Tierbestands, wenn die erzeugten Jungtiere überwiegend zum Verkauf
bestimmt sind. Ist das nicht der Fall, so ist das Zuchtvieh dem Zweig
des Tierbestands zuzurechnen, dem es überwiegend dient.

(4) Die Absätze 1 bis 3 gelten nicht für Pelztiere. Pelztiere gehören
nur dann zur landwirtschaftlichen Nutzung, wenn die erforderlichen
Futtermittel überwiegend von den vom Inhaber des Betriebs
landwirtschaftlich genutzter Flächen gewonnen werden.

(5) Für die Umrechnung der Tierbestände in Vieheinheiten sowie für die
Gruppen der mehr flächenabhängigen oder weniger flächenabhängigen
Zweige des Tierbestands sind die in den Anlagen 19 und 20 aufgeführten
Werte maßgebend. Das Bundesministerium der Finanzen wird ermächtigt,
durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates die Anlagen 19
und 20 zu diesem Gesetz dadurch zu ändern, dass der darin aufgeführte
Umrechnungsschlüssel und die Gruppen der Zweige eines Tierbestands an
geänderte wirtschaftliche oder technische Entwicklungen angepasst
werden können.

Collections: bundestag_gesetze
BewG
Level: 6.0