Source: https://www.gesetze-im-internet.de/hwo/__49.html
Legislation: hwo

Title: § 49

Description:
Gesetz zur Ordnung des Handwerks (HwO)
Dritter Teil - Meisterprüfung, Meistertitel
Erster Abschnitt - Meisterprüfung in einem zulassungspflichtigen Handwerk
§ 49

Paragraph: 49

Full Text:
Gesetz zur Ordnung des Handwerks (HwO)
Dritter Teil - Meisterprüfung, Meistertitel
Erster Abschnitt - Meisterprüfung in einem zulassungspflichtigen Handwerk
§ 49

(1) Zur Meisterprüfung ist zuzulassen, wer eine Gesellenprüfung in dem
zulassungspflichtigen Handwerk, in dem er die Meisterprüfung ablegen
will, oder in einem damit verwandten zulassungspflichtigen Handwerk
oder eine entsprechende Abschlussprüfung in einem anerkannten
Ausbildungsberuf oder eine Prüfung auf Grund einer nach § 45 oder §
51a Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 2 erlassenen Rechtsverordnung
bestanden hat oder eine Gleichwertigkeitsfeststellung nach § 40a für
das entsprechende zulassungspflichtige Handwerk oder für ein
verwandtes zulassungspflichtiges Handwerk besitzt. Wer die
Gesellenprüfung oder die Abschlussprüfung nach Satz 1 in einem
Ausbildungsberuf bestanden hat, für den in der Ausbildungsordnung eine
Ausbildungsdauer von weniger als drei Jahren festgelegt ist, muss in
dem zulassungspflichtigen Handwerk, in dem er die Meisterprüfung
ablegen will, eine mindestens einjährige Berufstätigkeit nachweisen.

(2) Zur Meisterprüfung ist auch zuzulassen,

1.  wer

    a)  eine andere Gesellenprüfung oder eine andere Abschlussprüfung in einem
        anerkannten Ausbildungsberuf bestanden hat und

    b)  in dem zulassungspflichtigen Handwerk, in dem er die Meisterprüfung
        ablegen will, eine mehrjährige Berufstätigkeit ausgeübt hat;

2.  wer

    a)  ein Zeugnis der vollständigen Vergleichbarkeit der individuellen
        beruflichen Handlungsfähigkeit mit der für die Ausübung eines
        Ausbildungsberufs erforderlichen beruflichen Handlungsfähigkeit nach §
        1 Absatz 6 des Berufsbildungsgesetzes erhalten hat und

    b)  in dem zulassungspflichtigen Handwerk, in dem er die Meisterprüfung
        ablegen will, eine mehrjährige Berufstätigkeit ausgeübt hat, davon
        mindestens ein Jahr nach Erhalt des Zeugnisses im Sinne des
        Buchstabens a.

    Für die Zeit der Berufstätigkeit dürfen jeweils nicht mehr als drei
    Jahre gefordert werden. Ferner ist der erfolgreiche Abschluss einer
    Fachschule bei einjährigen Fachschulen mit einem Jahr, bei
    mehrjährigen Fachschulen mit zwei Jahren auf die Berufstätigkeit
    anzurechnen.

(3) Ist der Prüfling in dem zulassungspflichtigen Handwerk, in dem er
die Meisterprüfung ablegen will, selbständig, als Werkmeister oder in
ähnlicher Stellung tätig gewesen, oder weist er eine der
Gesellentätigkeit gleichwertige praktische Tätigkeit nach, so ist die
Zeit dieser Tätigkeit anzurechnen.

(4) Die Handwerkskammer kann auf Antrag

1.  eine auf drei Jahre festgesetzte Dauer der Berufstätigkeit unter
    besonderer Berücksichtigung der in der Gesellen- oder Abschlussprüfung
    und während der Zeit der Berufstätigkeit nachgewiesenen beruflichen
    Befähigung abkürzen,

2.  in Ausnahmefällen von den Voraussetzungen der Absätze 1 bis 4 ganz
    oder teilweise befreien,

3.  unter Berücksichtigung ausländischer Bildungsabschlüsse und Zeiten der
    Berufstätigkeit im Ausland von den Voraussetzungen der Absätze 1 bis 4
    ganz oder teilweise befreien.

Die Handwerkskammer kann eine Stellungnahme des
Meisterprüfungsausschusses einholen.

(5) Die Zulassung wird vom Vorsitzenden des Meisterprüfungsausschusses
ausgesprochen. Hält der Vorsitzende die Zulassungsvoraussetzungen
nicht für gegeben, so entscheidet der Prüfungsausschuß.

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HwO
Level: 4.0