Source: https://www.gesetze-im-internet.de/wabau-ausbv_2004/__9.html
Legislation: wabau-ausbv_2004

Title: § 9 Abschlussprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Wasserbauer/zur Wasserbauerin (Wabau-AusbV 2004)
§ 9 Abschlussprüfung

Paragraph: 9

Full Text:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Wasserbauer/zur Wasserbauerin (Wabau-AusbV 2004)
§ 9 Abschlussprüfung

(1) Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage
aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Der Prüfling soll in Teil A der Prüfung in insgesamt höchstens 16
Stunden eine Arbeitsaufgabe durchführen und innerhalb dieser Zeit in
insgesamt höchstens 30 Minuten hierüber ein Fachgespräch führen. Für
die Arbeitsaufgabe kommt insbesondere das Herstellen einer
wasserbaulichen Anlage einschließlich Überwachungs- oder
Instandsetzungsarbeiten in Betracht. Dabei soll der Prüfling zeigen,
dass er Arbeitsabläufe zielorientiert unter Beachtung
wirtschaftlicher, technischer, organisatorischer und zeitlicher
Vorgaben selbständig planen, durchführen und die Arbeitsergebnisse
kontrollieren und dokumentieren sowie Maßnahmen zur Sicherheit und zum
Gesundheitsschutz bei der Arbeit sowie zum Umweltschutz ergreifen
kann. Durch das Fachgespräch soll der Prüfling zeigen, dass er
fachbezogene Probleme und deren Lösungen darstellen, die für die
Arbeitsaufgabe relevanten fachlichen Hintergründe erläutern sowie die
Vorgehensweise bei der Ausführung der Arbeitsaufgabe begründen kann.
Das Ergebnis der Arbeitsaufgabe ist mit 80 Prozent und das
Fachgespräch ist mit 20 Prozent zu gewichten.

(3) Der Prüfling soll im Teil B der Prüfung in den Prüfungsbereichen
Wasserstraßen und Gewässer, wasserbauliche Anlagen und Maßnahmen sowie
Wirtschafts- und Sozialkunde schriftlich geprüft werden. In den
Prüfungsbereichen Wasserstraßen und Gewässer sowie wasserbauliche
Anlagen und Maßnahmen sind fachliche Probleme mit verknüpften
informationstechnischen, technologischen und mathematischen Inhalten
zu analysieren, zu bewerten und zu lösen. Dabei soll der Prüfling
zeigen, dass er die Arbeitssicherheits-, Gesundheitsschutz- und
Umweltschutzbestimmungen berücksichtigen, die Verwendung von
Werkzeugen, Geräten und Maschinen zuordnen, Planungsunterlagen und
Dokumentationen erstellen, gesetzliche Vorschriften beachten sowie
qualitätssichernde Maßnahmen einbeziehen kann. Es kommen
praxisbezogene Aufgaben insbesondere aus folgenden Gebieten in
Betracht:

1.  im Prüfungsbereich Wasserstraßen und Gewässer:

    Beschreiben der Vorgehensweise zur Vorbereitung und Durchführung von
    Arbeiten zum Betrieb, zur Unterhaltung oder zur Überwachung der
    Wasserstraßen und Gewässer unter Berücksichtigung der
    Verkehrssicherung durch Schifffahrtszeichen sowie des aktiven und
    passiven Gewässerschutzes;

2.  im Prüfungsbereich wasserbauliche Anlagen und Maßnahmen:

    Beschreiben der Vorgehensweise zur Vorbereitung und Durchführung von
    Arbeiten an Anlagen an und in freifließenden oder staugeregelten
    Flüssen, Kanälen, Küsten, Talsperren oder zur Pflege und Entwicklung
    von Gewässern sowie von Maßnahmen zur Überwachung, Instandhaltung oder
    Instandsetzung;

3.  im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde:

    allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der
    Berufs- und Arbeitswelt.

(4) Für den Teil B der Prüfung ist von folgenden zeitlichen
Höchstwerten auszugehen:

*    *   1.

    *   im Prüfungsbereich Wasserstraßen und Gewässer

    *   90 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsbereich wasserbauliche Anlagen und Maßnahmen

    *   150 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsbereich Wirtschaftsund Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Teil B der Prüfung ist auf Antrag des Prüflings oder nach Ermessen
des Prüfungsausschusses in einzelnen Prüfungsbereichen durch eine
mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen der Prüfung
den Ausschlag geben kann. Bei der Ermittlung der Ergebnisse für die
mündlich geprüften Prüfungsbereiche sind die jeweiligen bisherigen
Ergebnisse und die entsprechenden Ergebnisse der mündlichen
Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2 : 1 zu gewichten.

(6) Innerhalb des Teils B der Prüfung sind die Prüfungsbereiche wie
folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich Wasserstraßen und Gewässer

    *   30 Prozent,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich wasserbauliche Anlagen und Maßnahmen

    *   50 Prozent,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   20 Prozent.

(7) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils in den Prüfungsteilen A
und B mindestens ausreichende Leistungen erbracht sind. In zwei der
Prüfungsbereiche des Prüfungsteils B müssen mindestens ausreichende
Leistungen, in dem weiteren Prüfungsbereich des Prüfungsteils B dürfen
keine ungenügenden Leistungen erbracht worden sein.

Collections: bundestag_gesetze
Wabau-AusbV-2004
Level: 2.0