Source: https://www.gesetze-im-internet.de/luftpersvdv_2/__6.html
Legislation: luftpersvdv_2

Title: Anlage 3A (zu § 6)

Description:
Zweite Durchführungsverordnung zur Verordnung über Luftfahrtpersonal (Anwendungsbestimmungen für die Ausbildung und Prüfung für den Erwerb von  Lizenzen und Berechtigungen für Luftfahrer gemäß der Verordnung über  Luftfahrtpersonal) (LuftPersVDV 2)
Dritter Abschnitt - Lizenzen und Berechtigungen für Luftfahrer
Anlage 3A (zu § 6)

Paragraph: 6

Full Text:
Zweite Durchführungsverordnung zur Verordnung über Luftfahrtpersonal (Anwendungsbestimmungen für die Ausbildung und Prüfung für den Erwerb von  Lizenzen und Berechtigungen für Luftfahrer gemäß der Verordnung über  Luftfahrtpersonal) (LuftPersVDV 2)
Dritter Abschnitt - Lizenzen und Berechtigungen für Luftfahrer
Anlage 3A (zu § 6)

Fundstelle des Originaltextes: BAnz. 2006, Nr. 60, Beilage Nr. 60a, 51
- 56

Die praktische Einweisung ist auf einem mit einem Doppelsteuer
ausgerüsteten und für die Ausbildung geeigneten viersitzigen Flugzeug
der Klasse einmotorige Landflugzeuge mit Kolbentriebwerk mit einer
Höchstabflugmasse von mehr als 750 kg durchzuführen.
**Allgemeines**
Der nachfolgende Lehrplan ist eine Richtlinie für den Ablauf und die
Inhalte der praktischen Einweisung. Da nicht alle musterspezifischen
Eigenarten verschiedener Flugzeugmuster berücksichtigt werden können,
sind alle Übungen gemäß der im Flughandbuch des in der Ausbildung
verwendeten Flugzeuges aufgeführten Verfahrensanweisungen
durchzuführen. Bei allen Übungen sind Einstellung und Betrieb des
Triebwerks zu überwachen. Unnötiger Fluglärm ist zu vermeiden. Alle
Kontrollen sind anhand der Klarlisten durchzuführen.
**Flugausbildung bis zum Alleinflug**
**Bodeneinweisung**

-   Erklärung des Flugzeugmusters

    –   Bauweise

    –   Instrumentierung

    –   Steuerbedienungsorgane

-   Klarlisten

-   Betriebshandbuch

-   Flugklarheit des Flugzeugs, Außenkontrolle

**Anlassen**

-   Vorflugkontrolle gemäß Klarliste

-   Anlassen gemäß Klarliste

**Rollen**

-   Beobachtung des übrigen Flugplatzverkehrs

-   Funktionsüberprüfungen (auswendige Anwendung der Klarliste)

**Kontrollen vor dem Start**

-   Durchführung der Kontrollen vor dem Start gemäß Klarliste

-   Abflugbriefing

-   Ansprechen der Notverfahren beim Start

**Start**

-   Beobachten des Anflugluftraumes

-   Aufstellen des Flugzeuges

    –   Windberücksichtigung

-   Ausrichten auf der Startbahn

-   Kompasskontrolle in Startrichtung

-   Setzen der Triebwerksleistung

-   Ruderbetätigung beim Startvorgang

-   Halten der Startrichtung

-   Abheben bei empfohlener Geschwindigkeit

-   Steigflug nach dem Abheben und Übergang zur festgelegten
    Steigfluggeschwindigkeit

-   Einziehen des Fahrwerks und Einfahren der Landeklappen

-   Drosselung der Triebwerksleistung auf Steigflugleistung unter
    Einhaltung der festgelegten Geschwindigkeit

-   Startabbruch

-   simulierter Triebwerksausfall nach dem Start

**Anmerkung:**              Ein simulierter Triebwerksausfall nach dem
Start darf nur bei Ausbildungsflügen mit Fluglehrer durchgeführt
werden.
**Steigflug**

-   Einhalten von Kurs und Steigfluggeschwindigkeit Trimmen
    Triebwerkeinstellen für die beste Steigrate oder den besten
    Steigwinkel (größter Höhengewinn auf kürzester Entfernung)

-   Steigflugkurven auf vorgegebene Kurse

    –   15 - 20
        Grad Querneigung

    –   20 - 30
        Grad Querneigung

-   Übergang in den Horizontalflug

**Horizontal- und Kurvenflug**

-   Geradeaus-Horizontalflug

-   koordinierte Kontrolle der Bewegungen um Quer-, Längs- und Hochachse

-   Demonstration der statischen und dynamischen Stabilität

-   Veränderung der Triebwerkleistung im Geradeaus-Horizontalflug

-   Erhöhen und Herabsetzen der Fluggeschwindigkeit unter Beibehalten der
    Höhe und des Kurses

-   Einhalten von Höhe, Kurs und einer vorgegebenen Fluggeschwindigkeit
    bei Aus- und Einfahren der Landeklappen und des Fahrwerks

-   Trimmen

-   Gefahren

-   Erhöhen und Verringern von Auftrieb und/oder Widerstand

**Langsamflug**

-   bei V(tief)s + 5 bis + 10 kt (Überziehgeschwindigkeit des Flugzeugs in
    der jeweiligen Konfiguration + 5 bis + 10 kt Sicherheitszuschlag)

-   im Reiseflugzustand

-   Klappen in Startstellung

-   Klappen in Anflugstellung und bei ausgefahrenem Fahrwerk

-   Verringerte Wirksamkeit der Steuerorgane beim Langsamflug

-   Einhalten von Höhe, Fluggeschwindigkeit und Richtung sowie Korrektur
    der Triebwerksleistung

**Kurvenflug**

-   Kurven mit 30
    Grad und 45
    Grad Querneigung, links und rechts, um 90
    Grad, 180
    Grad, 360
    Grad

-   Einhalten

    −   der vorgegebenen Flughöhe

    −   sicherer Fluggeschwindigkeit bei Erhöhung der Drehgeschwindigkeit
        unter Beachtung des Lastvielfachen

    −   gleich bleibender Querlage und Drehgeschwindigkeit

-   Drehfehler des Magnetkompasses

    –   Beenden auf vorgegebenen Kurs

-   unmittelbarer Übergang von Links- zur Rechtskurve und umgekehrt

**Sinkflug**

-   Einleiten

-   Einhalten von Kurs- und Sinkfluggeschwindigkeit

-   Trimmen

-   Vergaservorwärmung

-   beste Sinkrate

-   bester Gleitwinkel

-   Sinkflug mit und ohne Motorkraft im Geradeaus- und im Kurvenflug

-   Übergang vom Sink- in den Horizontalflug

**Platzrunde**
... (nicht darstellbare Graphik,
Fundstelle: BAnz. 2006, Beilage Nr. 60a, Seite 53)

1   Start

2   Steigflug auf mindestens 200 ft GND bevor die erste Richtungsänderung
    aufgrund örtlicher Vorgaben durchgeführt wird

3   Steigflugkurve bis 20
    Grad Querneigung, 90
    Grad-Richtungsänderung zum Querabflug unter Windberücksichtigung 4
    Steigflug bis mindestens 600 ft GND

4   Am Wendepunkt; 90
    Grad-Kurve bis maximal 30
    Grad Querneigung zum Gegenanflug parallel zu der Start- und
    Landerichtung

5   Reiseflugbedingungen

6   Reduzieren der Geschwindigkeit und Setzen der Landeklappen in die
    erste Stellung, Vergaservorwärmung bedienen

7   Fahrwerk ausfahren (falls vorhanden)

8   Am Wendepunkt: 90
    Grad-Kurve bis max. 30
    Grad Querneigung zum Queranflug unter Windberücksichtigung

9   Sinkflug einleiten

10  Am Wendepunkt: 90
    Grad-Kurve bis max. 30
    Grad Querneigung zum Endanflug. Abweichungen in der Reihenfolge der
    Übungen 7-11 aufgrund örtlicher Gegebenheiten oder der Besonderheiten
    des Flugzeugmusters sind zulässig.

11  Landekontrolle laut Klarliste

12  Landung

    –   Bei Heckrad-Flugzeugen: Dreipunktlandungen und Radlandungen

    –   Bei Bugrad-Flugzeugen: Aufsetzen mit Hauptfahrwerk

**Durchstarten und Landen**

-   Setzen voller Triebwerksleistung

-   Korrektur der Fluglage

-   Steigflug

-   Landen und anschließender Wiederstart

-   Trimmung neutral

-   Klappen in Startstellung

**Beenden des Fluges**

-   Zurückrollen zum Abstellplatz

-   Kontrolle nach der Landung (auswendige Anwendung der Klarliste)

-   Abstellen des Triebwerkes gemäß Klarliste

-   Sichern des Flugzeugs gemäß Klarliste

**Besondere Flugzustände**

-   Überziehen und Geradeaushalten mit dem Seitenruder bis zum Abkippen
    mit und ohne Motorkraft mit einem Minimum an Höhenverlust bei

    –   Flugzeug im Reiseflugzustand

    –   Flugzeug mit Landeklappen in Anflugstellung

    –   Flugzeug mit Landeklappen in Anflugstellung und ausgefahrenem Fahrwerk

    –   rechtzeitiges Erkennen und Beenden des Abkippens und Verhindern einer
        Weiterentwicklung zum Trudeln

-   Flugübung im Bereich des Überziehens

    –   Steigflugkurve mit 10-30
        Grad Querneigung und Landeklappen in Startstellung (simulierter Start)
        bis zu den ersten Anzeichen des Strömungsabrisses bzw. der Auslösung
        der Überziehwarnanlage

    –   Beenden der Übung, ohne abzukippen oder Höhe zu verlieren

-   Sinkflugkurve mit 10-30
    Grad Querneigung, Landeklappen in Anflugstellung und Fahrwerk
    ausgefahren (simulierter Anflug) bis zu den ersten Anzeichen des
    Strömungsabrisses bzw. der Auslösung der Überziehwarnanlage

    –   Beenden der Übung, ohne abzukippen oder die Sinkrate zu erhöhen

-   Grenzflugzustände im oberen Geschwindigkeitsbereich

    –   Erkennen und Beenden von beginnenden Spiralsturzflügen

        –   Motorleistung reduzieren (Leerlauf)

        –   Querlage korrigieren (neutral) und weich abfangen

-   Aufrichten aus Querneigungen von mindestens 45
    Grad und aus Steig/Sinkfluglagen

**Seitengleitflug**

-   Einleiten

-   Richtunghalten

-   Steuerung der Sinkrate

-   Beenden

-   Gefahren des Seitengleitfluges

**Verhalten bei Notlagen**

-   Triebwerksstörungen während des Startlaufs und vor Erreichen der
    Sicherheitsmindesthöhe

-   Verhalten bei Notlagen unter Beachtung des Betriebshandbuches

-   Kontrolle der elektrischen Sicherungen bzw. Einschalten von
    Sicherungsautomaten

-   Notausfahren des Fahrwerks (falls vorhanden)

-   Störungen an Triebwerk und Ausrüstung

-   unerwartete Wetterverschlechterung

-   Feuerausbruch

**Alleinflug**
**Erlangen der fliegerischen Fertigkeiten**
**Starten und Landen**

-   bei Seitenwind

-   mit max. Zuladung

-   mit Seitengleitflug

-   ohne Zuhilfenahme der Landeklappen

-   auf angenommenen begrenztem Raum

-   bei Dämmerung

**Ziellandungen**

-   Ziellandungen aus der Platzrunde mit und ohne Motorhilfe

    –   Aufsetzen innerhalb von 100 m nach dem Landezeichen

-   Ziellandung aus mindestens 600 m (2000 ft) über Grund ohne Motorhilfe
    ohne oder mit Seitengleitflug

    –   Aufsetzen innerhalb von 150 m nach dem Landezeichen

**Außenlandeübungen mit Fluglehrer aus verschiedenen Höhen**

-   mit Motorhilfe

    –   Auswahl eines geeigneten Geländes aus sicherer Höhe

    –   Überflug des Geländes zur Feststellung von Einzelheiten, anschließend

    –   Platzrunde und Endanflug

-   ohne Motorhilfe

    Die Durchführung der Notverfahren (Sofortmaßnahmen, Ursachensuche,
    Maßnahmen kurz vor der Landung) erfolgen gemäß Flughandbuch. Die
    Sofortmaßnahmen müssen auswendig beherrscht werden. Die Benutzung der
    Notfall-Klarliste ist in sinnvoller Weise in den Flugablauf zu
    integrieren.

    –   Geschwindigkeit für bestes Gleiten (Trimmen)

    –   Auswahl eines geeigneten Geländes unter Berücksichtigung des Windes

    –   Einteilung des Anfluges

    –   Anwendung der Notfall-Klarliste

    –   Simuliertes Absetzen eines Not- oder Dringlichkeitsrufes

    –   Verfahren kurz vor der Landung

**Anmerkung:**              Außenlandeübungen dürfen nur mit
Fluglehrer unter strenger Beachtung der Vermeidung einer Gefährdung
von Mensch und Tier geübt werden. Sie sind in einem
Durchstartverfahren ohne aufzusetzen durchzuführen. Für das
Unterschreiten der Sicherheitsmindesthöhe ist eine besondere
Genehmigung durch die zuständige Landesluftfahrtbehörde erforderlich.
**Übungen bis zur Prüfungsreife mit und ohne Fluglehrer bis zur
sicheren Beherrschung**
**Anmerkung:**              Simulierter Triebwerkausfall nach dem
Start und Außenlandeübungen dürfen nur mit Fluglehrer durchgeführt
werden.
**Anmerkung:**              Aufsetzen und Durchstarten des
Flugschülers im Alleinflug ist nur zulässig, wenn der Fluglehrer dafür
einen Flugauftrag erteilt hat und am Flugplatz anwesend ist.

Praktische Prüfung zum Erwerb der Klassenberechtigung für einmotorige
Landflugzeuge mit Kolbentriebwerk mit einer Höchstabflugmasse von mehr
als 750  Kilogramm

Collections: bundestag_gesetze
LuftPersVDV-2
Level: 3.0