Source: https://www.gesetze-im-internet.de/mpverfv/__8.html
Legislation: mpverfv

Title: § 8 Täuschungshandlungen, Ordnungsverstöße

Description:
Verordnung über das Zulassungs- und allgemeine Prüfungsverfahren für die Meisterprüfung im Handwerk und in handwerksähnlichen Gewerben (MPVerfV)
Abschnitt 1 - Allgemeine Vorschriften
§ 8 Täuschungshandlungen, Ordnungsverstöße

Paragraph: 8

Full Text:
Verordnung über das Zulassungs- und allgemeine Prüfungsverfahren für die Meisterprüfung im Handwerk und in handwerksähnlichen Gewerben (MPVerfV)
Abschnitt 1 - Allgemeine Vorschriften
§ 8 Täuschungshandlungen, Ordnungsverstöße

(1) Täuschungshandlungen sind untersagt. Eine Täuschungshandlung liegt
vor, wenn ein Prüfling es unternimmt, das Ergebnis einer
Prüfungsleistung durch Täuschung oder Benutzung nicht zugelassener
Hilfsmittel zu beeinflussen oder Beihilfe zu einer Täuschung oder zu
einem Täuschungsversuch zu leisten. Die endgültige Entscheidung über
das Vorliegen einer Täuschungshandlung ist dem
Meisterprüfungsausschuss nach Maßgabe des § 3 Absatz 1 Satz 2
vorbehalten. Er hat vor seiner Entscheidung den Prüfling anzuhören.

(2) Wird während der Erbringung der Prüfungsleistung vorläufig
festgestellt, dass ein Prüfling eine Täuschungshandlung begeht oder
einen entsprechenden Verdacht hervorruft, ist der Sachverhalt von der
Aufsichtsführung festzustellen und zu protokollieren. Der Prüfling
setzt die Prüfungsleistung vorbehaltlich der Entscheidung des
Meisterprüfungsausschusses über die Täuschungshandlung fort.

(3) Wird ein Prüfling nachträglich einer Täuschungshandlung
verdächtigt, entscheidet der Meisterprüfungsausschuss unverzüglich,
spätestens jedoch ein Jahr nach Erbringung der betroffenen
Prüfungsleistung, nach Maßgabe des § 3 Absatz 1 Satz 2 über das
Vorliegen einer Täuschungshandlung.

(4) Liegt eine Täuschungshandlung vor, setzt der
Meisterprüfungsausschuss nach Maßgabe des § 3 Absatz 1 Satz 2 Nummer 2
für die von der Täuschungshandlung betroffene Prüfungsleistung die
Bewertung mit null Punkten fest. In schweren Fällen, insbesondere bei
vorbereiteten Täuschungshandlungen, kann der Meisterprüfungsausschuss
für den jeweiligen Teil der Meisterprüfung die Bewertung mit null
Punkten und die Note „ungenügend“ festsetzen.

(5) Behindert ein Prüfling durch sein Verhalten die Prüfungsleistungen
anderer Prüflinge so, dass diese nicht ordnungsgemäß durchgeführt
werden können, oder gefährdet sein Verhalten seine eigene Sicherheit
oder die anderer Anwesender, hat die Aufsichtsführung ihn unter
Androhung des Ausschlusses von der Teilnahme zur Ordnung zu rufen,
soweit nicht ein sofortiger Ausschluss erforderlich ist. Stellt der
Prüfling sein Verhalten nicht umgehend ein, hat ihn die
Aufsichtsführung von der Teilnahme auszuschließen. Dabei hat sie den
Sachverhalt festzustellen und zu protokollieren. Die endgültige
Entscheidung über die Folgen des Ausschlusses für den Prüfling hat der
Meisterprüfungsausschuss nach Anhörung des Prüflings zu treffen.
Absatz 4 gilt entsprechend.

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MPVerfV
Level: 3.0