Source: https://www.gesetze-im-internet.de/b_chsenmausbv_2010/__7.html
Legislation: buechsenmausbv_2010

Title: § 7 Teil 2 der Gesellenprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Büchsenmacher und zur Büchsenmacherin (BüchsenmAusbV 2010)
§ 7 Teil 2 der Gesellenprüfung

Paragraph: 7

Full Text:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Büchsenmacher und zur Büchsenmacherin (BüchsenmAusbV 2010)
§ 7 Teil 2 der Gesellenprüfung

(1) Teil 2 der Gesellenprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage
aufgeführten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie auf den im
Berufsschulunterricht zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Teil 2 der Gesellenprüfung besteht aus den Prüfungsbereichen:

1.  Herstellungs- und Montagetechnik,

2.  Instandhaltungstechnik,

3.  Fertigungs- und Waffentechnik,

4.  Wirtschafts- und Sozialkunde.

(3) Für den Prüfungsbereich Herstellungs- und Montagetechnik bestehen
folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er

    a)  Arbeitsabläufe unter Beachtung wirtschaftlicher, technischer,
        organisatorischer und zeitlicher Vorgaben selbständig planen und
        Material disponieren,

    b)  Werkstücke manuell herstellen,

    c)  unter Beachtung der waffentechnischen Sicherheit Bau- oder Waffenteile
        passen, Baugruppen montieren und einstellen, Füge- und
        Montagetechniken anwenden und

    d)  Wärmebehandlungen durchführen

    kann;

2.  dem Prüfungsbereich sind folgende Tätigkeiten zugrunde zu legen:

    a)  eine oder mehrere funktionsfähige Baugruppen für Schusswaffen
        herstellen und montieren sowie

    b)  eine der folgenden Tätigkeiten:

        aa) zusammengehörige Bau- oder Waffenteile aus unterschiedlichen
            Werkstoffen passen und verbinden oder

        bb) optische Geräte montieren und justieren oder

        cc) Schusswaffen zusammenbauen und auf Funktion prüfen;

3.  der Prüfling soll zu den Nummern 2a und 2b jeweils ein Prüfungsstück
    anfertigen;

4.  die Prüfungszeit beträgt 40 Stunden.

(4) Für den Prüfungsbereich Instandhaltungstechnik bestehen folgende
Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er

    a)  Fehler und Störungen in Schusswaffen systematisch feststellen und
        beheben,

    b)  Baugruppen und Waffenteile nacharbeiten oder austauschen,

    c)  waffentechnische Messungen und Prüfungen durchführen und bewerten,

    d)  waffenrechtliche Bestimmungen berücksichtigen,

    e)  Kunden beraten und

    f)  die Sicherheit und den Gesundheitsschutz bei der Arbeit
        berücksichtigen

    kann;

2.  dem Prüfungsbereich ist das Instandhalten einer Schusswaffe oder das
    Komplettieren einer Baugruppe zugrunde zu legen;

3.  der Prüfling soll eine Arbeitsaufgabe erledigen und hierüber ein
    situatives Fachgespräch führen;

4.  die Prüfungszeit beträgt sieben Stunden, innerhalb dieser Zeit soll
    das situative Fachgespräch höchstens 15 Minuten dauern.

(5) Für den Prüfungsbereich Fertigungs- und Waffentechnik bestehen
folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er

    a)  den technischen Aufbau moderner und historischer Schusswaffen
        darstellen und die Eigenschaften der Munition beschreiben,

    b)  waffenrechtliche Bestimmungen darstellen,

    c)  ballistische Prozesskenngrößen bewerten,

    d)  Zug-, Druck- und Scherfestigkeit sowie Fertigungs- und Arbeitszeiten
        berechnen,

    e)  Eigenschaften und Verwendung von Werk- und Hilfsstoffen beurteilen,

    f)  Möglichkeiten zur Behandlung und zum Schutz der Oberflächen von
        Waffenteilen beschreiben,

    g)  Möglichkeiten der Bearbeitung von Bauteilen auf rechnergesteuerten
        Werkzeugmaschinen darstellen,

    h)  fachbezogene Probleme und deren Lösungen darstellen

    kann;

2.  dem Prüfungsbereich sind das Herstellen und das Instandhalten von
    Schusswaffen zugrunde zu legen;

3.  der Prüfling soll fallorientierte Aufgaben schriftlich bearbeiten;

4.  die Prüfungszeit beträgt 240 Minuten.

(6) Für den Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde bestehen
folgende Vorgaben:

1.  der Prüfling soll nachweisen, dass er allgemeine wirtschaftliche und
    gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt darstellen
    und beurteilen kann;

2.  der Prüfling soll fallorientierte Aufgaben schriftlich bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 60 Minuten.

Collections: bundestag_gesetze
BüchsenmAusbV-2010
Level: 2.0