Source: https://www.gesetze-im-internet.de/stromnzv/__5.html
Legislation: stromnzv

Title: § 5 Grundsätze der Fahrplanabwicklung und untertäglicher Handel

Description:
Verordnung über den Zugang zu Elektrizitätsversorgungsnetzen (StromNZV)
Teil 2 - Zugang zu Übertragungsnetzen
Abschnitt 1 - Bilanzkreissystem
§ 5 Grundsätze der Fahrplanabwicklung und untertäglicher Handel

Paragraph: 5

Full Text:
Verordnung über den Zugang zu Elektrizitätsversorgungsnetzen (StromNZV)
Teil 2 - Zugang zu Übertragungsnetzen
Abschnitt 1 - Bilanzkreissystem
§ 5 Grundsätze der Fahrplanabwicklung und untertäglicher Handel

(1) Die Abwicklung von Lieferungen elektrischer Energie zwischen
Bilanzkreisen erfolgt auf Grundlage von Fahrplänen. Betreiber von
Übertragungsnetzen sind berechtigt, Bilanzkreisverantwortliche dazu zu
verpflichten, ihnen Fahrpläne gemäß den nach § 27 Abs. 1 Nr. 16 von
der Regulierungsbehörde festgelegten Regelungen mitzuteilen. Fahrpläne
für den Zeitraum des folgenden Tages bis zum nächsten Werktag sind den
Betreibern von Übertragungsnetzen bis spätestens 14.30 Uhr
mitzuteilen, sofern die Betreiber von Übertragungsnetzen nicht die
Mitteilung zu einem späteren Zeitpunkt zugelassen haben oder die
Regulierungsbehörde nach § 27 Abs. 1 Nr. 16 eine abweichende Regelung
getroffen hat. Rechtzeitig im Sinne der Absätze 2 bis 4 dem Betreiber
von Übertragungsnetzen mitgeteilte Fahrpläne und Fahrplanänderungen
sind von diesem der Bilanzierung des jeweiligen Bilanzkreises und der
Regelzone zu Grunde zu legen, es sei denn, Netzengpässe wurden nach §
15 Abs. 4 veröffentlicht und begründet. Die Fahrpläne müssen
vollständig sein, eine ausgeglichene Bilanz des Bilanzkreises und
damit eine ausgeglichene Bilanz der jeweiligen Regelzone ermöglichen.

(2) Fahrpläne innerhalb einer Regelzone und regelzonenübergreifende
Fahrpläne können mit einem zeitlichen Vorlauf von mindestens einer
Viertelstunde zu jeder Viertelstunde eines Tages geändert werden,
soweit die Bundesnetzagentur nicht kürzere Vorlaufzeiten durch
Festlegung nach § 27 Absatz 1 Nummer 16 bestimmt hat. Der Betreiber
von Übertragungsnetzen hat das Recht, Änderungen von
regelzonenübergreifenden Fahrplänen abzulehnen, wenn durch die
Anwendung der geänderten Fahrpläne ein Engpass entstehen würde. Die
Ablehnung ist zu begründen. Fahrplanänderungen müssen nach Maßgabe der
von der Regulierungsbehörde nach § 27 Abs. 1 Nr. 16 erlassenen
Regelungen dem Betreiber von Übertragungsnetzen mitgeteilt werden.

(3) Nachträgliche Fahrplanänderungen regelzoneninterner Fahrpläne
können bis 16 Uhr des auf den Erfüllungstag folgenden Werktags
erfolgen. Der Betreiber von Übertragungsnetzen veröffentlicht hierfür
auf seiner Internetseite einen Kalender, dem die Werktage zu entnehmen
sind.

(4) Das durch ungeplante Kraftwerksausfälle entstehende
Ungleichgewicht zwischen Einspeisungen und Entnahmen ist vom Betreiber
von Übertragungsnetzen für vier Viertelstunden einschließlich der
Viertelstunde, in der der Ausfall aufgetreten ist, auszugleichen. Für
die Zeit nach Ablauf dieser vier Viertelstunden ist der
Bilanzkreisverantwortliche zum Ausgleich der ausgefallenen Leistung
verpflichtet. Hierzu kann er abweichend von Absatz 2 Satz 1 seine
Fahrpläne mit einer Vorlaufzeit von 15 Minuten zum Beginn einer jeden
Viertelstunde ändern. Der Betreiber von Übertragungsnetzen kann nach
der Fahrplanänderung vom Bilanzkreisverantwortlichen einen Nachweis
darüber verlangen, dass ein ungeplanter Kraftwerksausfall vorliegt.

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StromNZV
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