Source: https://www.gesetze-im-internet.de/ata-ota-aprv/__105.html
Legislation: ata-ota-aprv

Title: Anlage 1 Theoretischer und praktischer Unterricht in der Ausbildung zur Anästhesietechnischen Assistentin oder zum Anästhesietechnischen Assistenten

Description:
Ausbildungs- und Prüfungsverordnung über die Ausbildung zur Anästhesietechnischen Assistentin und zum Anästhesietechnischen Assistenten und über die Ausbildung zur Operationstechnischen Assistentin und zum Operationstechnischen Assistenten (ATA-OTA-APrV)
Teil 4 - Nachprüfung
Abschnitt 4 - Abschluss des Nachprüfungsverfahrens
Anlage 1 Theoretischer und praktischer Unterricht in der Ausbildung zur Anästhesietechnischen Assistentin oder zum Anästhesietechnischen Assistenten

Paragraph: 105

Full Text:
Ausbildungs- und Prüfungsverordnung über die Ausbildung zur Anästhesietechnischen Assistentin und zum Anästhesietechnischen Assistenten und über die Ausbildung zur Operationstechnischen Assistentin und zum Operationstechnischen Assistenten (ATA-OTA-APrV)
Teil 4 - Nachprüfung
Abschnitt 4 - Abschluss des Nachprüfungsverfahrens
Anlage 1 Theoretischer und praktischer Unterricht in der Ausbildung zur Anästhesietechnischen Assistentin oder zum Anästhesietechnischen Assistenten

(Fundstelle: BGBl. I 2020, 2316 - 2318)

Der theoretische und praktische Unterricht umfasst folgende
Kompetenzschwerpunkte:

**1.**
    *        *   Berufsbezogene Aufgaben im ambulanten und stationären Bereich
            eigenverantwortlichplanen und strukturiert ausführen
            ****

        *   **880 Stunden**

    Die Auszubildenden

    a)  verstehen die Sicherstellung der Patientensicherheit als
        professionsübergreifende Aufgabe und übernehmen dazu die Verantwortung
        für den eigenen Aufgabenbereich,

    b)  unterstützen und überwachen fachgerecht Patientinnen und Patienten
        aller Altersstufen vor, während und nach anästhesiologischen Maßnahmen
        unter Berücksichtigung ihrer individuellen physischen, kognitiven und
        psychischen Situation und führen fachgerecht Prophylaxen durch,

    c)  überwachen und unterstützen postoperativ und postanästhesiologisch
        eigenständig Patientinnen und Patienten aller Altersstufen in
        Aufwacheinheiten, beurteilen kontinuierlich gewonnene Parameter und
        Erkenntnisse, erkennen frühzeitig lebensbedrohliche Situationen und
        reagieren situativ angemessen,

    d)  kennen Medikamente umfassend, die zur und im Rahmen der Anästhesie
        angewendet werden sowie anästhesiologische Verfahren und Maßnahmen
        einschließlich deren Abläufe und mögliche Komplikationen,

    e)  bereiten eigenständig geplant und strukturiert anästhesiologische
        Maßnahmen in unterschiedlichen operativen und diagnostischen Bereichen
        auch unter Nutzung von Standards und Checklisten vor,

    f)  assistieren geplant und strukturiert auf Grundlage von medizinischen
        Erkenntnissen und relevanten Kenntnissen von Bezugswissenschaften wie
        Naturwissenschaften, Anatomie, Physiologie, allgemeiner und spezieller
        Krankheitslehre und medizinischer Mikrobiologie bei
        anästhesiologischen Verfahren und Maßnahmen in den verschiedenen
        operativen und diagnostischen Bereichen,

    g)  koordinieren und kontrollieren situationsgerecht die Arbeitsabläufe
        unter Beachtung der Sterilzone und unter Beachtung relevanter
        Schutzvorschriften bezogen auf die Exposition durch Strahlung und
        elektromagnetische Felder,

    h)  bereiten fachkundig anästhesiologische Verfahren und Maßnahmen nach,
        die auch Prozeduren der Reinigung und Aufrüstung des Arbeitsplatzes
        einschließlich deren Überwachung bei der Ausführung durch Dritte sowie
        die Organisation des Patientenwechsels umfassen,

    i)  setzen spezielle medizinisch-technische Geräte im Bereich der
        Anästhesie auf Grundlage von Kenntnissen des Aufbaus und des
        Funktionsprinzips effizient und sicher ein, erkennen technische
        Probleme und leiten notwendige Maßnahmen zum Patienten- und
        Eigenschutz ein,

    j)  verfügen über fachspezifisches Wissen mit Blick auf medizinisch-
        technische Geräte, Medizinprodukte, Instrumente sowie Arzneimittel im
        Einsatzkontext, gehen sachgerecht mit ihnen um und berücksichtigen
        dabei die rechtlichen Vorgaben für den Umgang,

    k)  wirken über den anästhesiologischen Versorgungsbereich hinaus bei
        speziellen Arbeitsablauforganisationen in Ambulanzen, Notfallaufnahmen
        und weiteren Funktionsbereichen mit, führen berufsbezogene Aufgaben
        eigenständig durch und unterstützen darüber hinaus bei der
        medizinischen Diagnostik und Therapie,

    l)  führen zielgerichtet Übergabe- und Übernahmegespräche einschließlich
        des präzisen Beschreibens und der Dokumentation des gesundheitlichen
        Zustands und dessen Verlaufs von Patientinnen und Patienten aller
        Altersstufen.

**2.**
    *        *   **Bei der medizinischen Diagnostik und Therapie mitwirken und
            ärztliche Anordnungen eigenständig durchführen**

        *   **340 Stunden**

    Die Auszubildenden

    a)  wirken bei der medizinischen Diagnostik und Therapie bei Patientinnen
        und Patienten aller Altersstufen mit,

    b)  führen ärztlich veranlasste Maßnahmen eigenständig durch,

    c)  kennen und berücksichtigen alle relevanten rechtlichen Aspekte im
        Zusammenhang mit der eigenständigen Durchführung ärztlicher
        Anordnungen,

    d)  verfügen über grundlegende Kenntnisse der Schmerzentstehung und der
        Schmerzarten, kennen und nehmen die Auswirkungen auf Patientinnen und
        Patienten aller Altersstufen wahr und unterstützen Patientinnen und
        Patienten aller Altersstufen sowie deren Bezugspersonen durch
        Information und Beratung,

    e)  führen die medikamentöse postoperative und postinterventionelle
        Schmerztherapie nach ärztlicher Anordnung eigenständig auf Grundlage
        pharmakologischer Kenntnisse durch und überwachen diese,
        berücksichtigen dabei patientenbezogene und situative Erfordernisse,
        kennen Schmerzerfassungsinstrumente und wenden diese situationsgerecht
        an,

    f)  kennen nichtmedikamentöse Schmerztherapieformen und setzten sie nach
        ärztlicher Rücksprache patientengerecht ein,

    g)  planen mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt den
        Intra- und Interhospitaltransport von Patientinnen und Patienten aller
        Altersstufen und wirken bei der Durchführung mit,

    h)  kennen Krankheitsbilder, die in der Notaufnahme, in der Endoskopie und
        in weiteren diagnostischen und therapeutischen Funktionsbereichen
        häufig auftreten, leiten relevante Bezüge für eigene Tätigkeiten ab
        und berücksichtigen diese.

**3.**
    *        *   **Interdisziplinäres und interprofessionelles Handeln verantwortlich
            mitgestalten**

        *   **120 Stunden**

    Die Auszubildenden

    a)  sind sich der Bedeutung von Abstimmungs- und Koordinierungsprozessen
        in Teams bewusst, kennen und beachten die jeweils unterschiedlichen
        Verantwortungs- und Aufgabenbereiche und grenzen diese begründet mit
        dem eigenen Verantwortungs- und Aufgabenbereich ab,

    b)  übernehmen Mitverantwortung bei der interdisziplinären und
        interprofessionellen Behandlung und Versorgung von Patientinnen und
        Patienten aller Altersstufen und unterstützen die Sicherstellung der
        Versorgungskontinuität an interprofessionellen und institutionellen
        Schnittstellen,

    c)  übernehmen Mitverantwortung für die Organisation und Gestaltung
        gemeinsamer Arbeitsprozesse auch im Hinblick auf Patientenorientierung
        und -partizipation,

    d)  beteiligen sich an Teamentwicklungsprozessen und gehen im Team
        wertschätzend miteinander um,

    e)  sind aufmerksam für Spannungen und Konflikte im Team, reflektieren
        diesbezüglich die eigene Rolle und bringen sich zur Bewältigung von
        Spannungen und Konflikten konstruktiv ein,

    f)  bringen die berufsfachliche Sichtweise in die interprofessionelle
        Kommunikation ein und kommunizieren fachsprachlich,

    g)  beteiligen sich im Team an der Einarbeitung neuer Kolleginnen und
        Kollegen, leiten Auszubildende an und beraten Teammitglieder bei
        fachlichen Fragestellungen,

    h)  kennen die speziellen Abläufe und Organisationsstrukturen im
        anästhesiologischen Versorgungsbereich und wirken bei der
        anästhesiologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten aller
        Altersstufen mit.

**4.**
    *        *   **Verantwortung für die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit
            übernehmen (lebenslanges Lernen), berufliches Selbstverständnis
            entwickeln und berufliche Anforderungen bewältigen**

        *   **120 Stunden**

    Die Auszubildenden

    a)  verstehen den Beruf in seiner Eigenständigkeit, positionieren ihn im
        Kontext der Gesundheitsfachberufe, entwickeln unter Berücksichtigung
        berufsethischer und eigener ethischer Überzeugungen ein eigenes
        berufliches Selbstverständnis und bringen sich kritisch in die
        Weiterentwicklung des Berufs ein,

    b)  verstehen die rechtlichen, politischen und ökonomischen Zusammenhänge
        im Gesundheitswesen,

    c)  bewerten das lebenslange Lernen als ein Element der persönlichen und
        beruflichen Weiterentwicklung, übernehmen Eigeninitiative und
        Verantwortung für das eigene Lernen und nutzen hierfür auch moderne
        Informations- und Kommunikationstechnologien,

    d)  reflektieren persönliche und berufliche Herausforderungen in einem
        fortlaufenden, auch im zunehmenden Einsatz digitaler Technologien
        begründeten, grundlegenden Wandel der Arbeitswelt und leiten daraus
        ihren Lernbedarf ab,

    e)  schätzen die Zuverlässigkeit und Glaubwürdigkeit von Informationen und
        Techniken im Zusammenhang mit der digitalen Transformation
        kriteriengeleitet ein,

    f)  erhalten und fördern die eigene Gesundheit, setzen dabei gezielt
        Strategien zur Kompensation und Bewältigung unvermeidbarer beruflicher
        Belastungen ein und nehmen frühzeitig Unterstützungsangebote wahr oder
        fordern diese aktiv ein.

**5.**
    *        *   **Das eigene Handeln an rechtlichen Vorgaben und Qualitätskriterien
            ausrichten**

        *   **140 Stunden**

    Die Auszubildenden

    a)  üben den Beruf im Rahmen der relevanten rechtlichen Vorgaben sowie
        unter Berücksichtigung ihrer ausbildungs- und berufsbezogenen Rechte
        und Pflichten aus,

    b)  kennen das deutsche Gesundheitswesen in seinen wesentlichen
        Strukturen, erfassen Entwicklungen in diesem Bereich und schätzen die
        Folgen für den eigenen Beruf ein,

    c)  berücksichtigen im Arbeitsprozess Versorgungskontexte und
        Systemzusammenhänge und beachten ökonomische und ökologische
        Prinzipien,

    d)  verstehen Qualitätsentwicklung und -sicherung als rechtlich
        verankertes und interdisziplinäres Anliegen, wirken an der Entwicklung
        von qualitätssichernden Maßnahmen mit und integrieren Anforderungen
        der internen und externen Qualitätssicherung und des Risikomanagements
        in das berufliche Handeln,

    e)  erkennen unerwünschte Ereignisse und Fehler, nehmen
        sicherheitsrelevante Ereignisse wahr und nutzen diese Erkenntnisse für
        die Verbesserung der Patientensicherheit, kennen Berichtssysteme zur
        Meldung und setzen diese gezielt ein,

    f)  kennen anfallende Dokumentationspflichten und führen diese
        eigenständig und fach- und zeitgerecht durch,

    g)  kennen die berufsbezogene Bedeutung des Datenschutzes und der
        Datensicherheit und berücksichtigen diese in ihrer Tätigkeit.

**6.**
    *        *   **Mit Patientinnen und Patienten aller Altersstufen und deren
            Bezugspersonen unter Berücksichtigung soziologischer, psychologischer,
            kognitiver, kultureller und ethischer Aspekte kommunizieren und
            interagieren**

        *   **120 Stunden**

    Die Auszubildenden

    a)  richten Kommunikation und Interaktion an Grundlagen aus Psychologie
        und Soziologie aus und orientieren sich an berufsethischen Werten,

    b)  gestalten professionelle Beziehungen mit Patientinnen und Patienten
        aller Altersstufen, die von Empathie und Wertschätzung gekennzeichnet
        und auch bei divergierenden Zielsetzungen oder Sichtweisen
        verständigungsorientiert gestaltet sind,

    c)  nehmen die psychischen, kognitiven und physischen Bedürfnisse und
        Ressourcen von Patientinnen und Patienten aller Altersstufen sowie von
        deren Bezugspersonen individuell und situationsbezogen wahr, richten
        ihr Verhalten und Handeln danach aus und berücksichtigen dabei auch
        geschlechtsbezogene und soziokulturelle Aspekte,

    d)  beachten die besonderen Bedürfnisse von sterbenden Patientinnen und
        Patienten aller Altersstufen sowie ihrer Angehörigen,

    e)  erkennen Kommunikationsbarrieren und setzen auch unter Nutzung
        nonverbaler Möglichkeiten unterstützende und kompensierende Maßnahmen
        ein,

    f)  informieren und beraten bei Bedarf Patientinnen und Patienten aller
        Altersstufen sowie deren Bezugspersonen im beruflichen Kontext.

**7.**
    *        *   **In lebensbedrohlichen Krisen- und Katastrophensituationen
            zielgerichtet handeln**

        *   **40 Stunden**

    Die Auszubildenden

    a)  erkennen frühzeitig lebensbedrohliche Situationen, treffen
        erforderliche Interventionsentscheidungen und leiten lebenserhaltende
        Sofortmaßnahmen nach den geltenden Richtlinien bis zum Eintreffen der
        Ärztin oder des Arztes ein,

    b)  wirken interprofessionell und interdisziplinär bei der weiteren
        Notfallversorgung von Patientinnen und Patienten aller Altersstufen
        mit,

    c)  erkennen Notsituationen in ambulanten und stationären
        Gesundheitseinrichtungen und wirken bei der Umsetzung von Notfall- und
        Katastrophenplänen mit,

    d)  wirken in Not- und Katastrophensituationen bei der Versorgung
        gefährdeter Patientinnen und Patienten aller Altersstufen mit.

**8.**
    *        *   **Hygienische Arbeitsweisen umfassend beherrschen und beachten**

        *   **140 Stunden**

    Die Auszubildenden

    a)  verstehen die Notwendigkeit der allgemeinen- und der
        Krankenhaushygiene einschließlich betrieblich-organisatorischer und
        baulich-funktioneller Maßnahmen als wesentliche Grundlage ihrer
        beruflichen Tätigkeit,

    b)  kennen die jeweils aktuellen evidenzbasierten und rechtlich
        verbindlichen Hygienerichtlinien, beachten umfassend die jeweils
        berufsfeldspezifischen Anforderungen der Hygiene im ambulanten und
        stationären Bereich und wirken verantwortlich an der
        Infektionsprävention mit,

    c)  beherrschen und setzen die jeweiligen hygienischen Vorgaben und
        Arbeitsweisen in sterilen und unsterilen Tätigkeitsbereichen
        einschließlich dem Umgang mit Sterilgut um und greifen gegebenenfalls
        korrigierend ein,

    d)  arbeiten sach- und fachgerecht Medizinprodukte im Tätigkeitsfeld der
        Sterilgutaufbereitung und -versorgung nach den Vorgaben geltender
        Rechtsnormen, Herstellerangaben, Richtlinien und Standards auf und
        führen sie einer sach- und fachgerechten Lagerung zu,

    e)  gewährleisten in Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen die
        Sicherung der Sterilgutversorgung,

    f)  reflektieren auf Grundlage relevanter Rechtsvorschriften, insbesondere
        aus den Bereichen des Infektionsschutzes und des Arbeitsschutzes, die
        berufsspezifischen Arbeitsabläufe und wenden diese situationsbezogen
        unter Berücksichtigung des Fremd- und Eigenschutzes sicher an.

**9.**
    *        *   Freie Verteilung auf die Kompetenzschwerpunkte
            **Stundenanzahl insgesamt: 2 100**

        *   **200 Stunden**

(zu § 4 Absatz 2 Nummer 1)

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Level: 4.0