Source: https://www.gesetze-im-internet.de/ggav_2002/__1.html
Legislation: ggav_2002

Title: **Beförderung verpackter gefährlicher Abfälle**

Description:
Verordnung über Ausnahmen von den Vorschriften über die Beförderung gefährlicher Güter (GGAV 2002)
**Beförderung verpackter gefährlicher Abfälle**

Paragraph: 1

Full Text:
Verordnung über Ausnahmen von den Vorschriften über die Beförderung gefährlicher Güter (GGAV 2002)
**Beförderung verpackter gefährlicher Abfälle**

**1** Abweichend von § 1 Absatz 3 Nummer 1 bis 3 sowie den §§ 17, 18, 21 und
    22 der GGVSEB in Verbindung mit den Teilen 1 bis 5 ADR/RID/ADN dürfen
    Abfälle, die nach den unter Nummer 2 aufgeführten Bestimmungen nach
    den Abfallgruppen 1 bis 15 klassifiziert, verpackt, gekennzeichnet und
    bezettelt sind, unter Einhaltung der Bestimmungen nach den Nummern 3
    bis 5 befördert werden.

**2** **Klassifizierung, Verpackung, Kennzeichnung und Bezettelung**

2.1 Für eine sicherheitsgerechte Beförderung sind Abfälle so zu sortieren,
    dass sie keine gefährlichen Reaktionen miteinander eingehen können.

2.2 Um Gefahren, die während der Beförderung auftreten können,
    auszuschließen, sind die Abfälle einer der nachstehenden Abfallgruppen
    zuzuordnen. Ein Vermischen der einzelnen Abfallgruppen ist nicht
    zulässig. Die Abfallgruppen dürfen nicht auf solche Stoffe angewendet
    werden, für die ein Beförderungsverbot besteht oder die nach
    Sondervorschriften befördert werden müssen.

    Die Abfallgruppen gliedern sich in Untergruppen. Werden Abfälle
    mehrerer Untergruppen innerhalb einer Abfallgruppe befördert, sind im
    Beförderungspapier die für die Klasse der überwiegenden Gefahr gemäß
    den Absätzen 2.1.3.5.2 und 2.1.3.5.3 in Verbindung mit Unterabschnitt
    2\.1.3.10 ADR/RID/ADN zutreffenden Gefahrzettel und, soweit vorhanden,
    die Verpackungsgruppe des höchsten Gefahrengrades, gekennzeichnet
    durch I, II oder III, anzugeben.

    Die Gefahrzettel sind entsprechend den Untergruppen der jeweiligen
    Abfallgruppe anzubringen.

2.3 Wer Abfälle eigenverantwortlich verpackt oder verpacken lässt, muss
    feststellen, welcher Untergruppe innerhalb der Abfallgruppe die
    gefährlichen Abfälle zuzuordnen sind, damit der Nachweis der
    ausreichenden chemischen Verträglichkeit mit den vorgesehenen
    Verpackungen aus Kunststoff auf Grund der durchgeführten Bauartprüfung
    mit der/den Standardflüssigkeit(en) geführt werden kann. Werden
    innerhalb der Abfallgruppe verschiedene Untergruppen gemischt
    verpackt, muss der Nachweis der ausreichenden chemischen
    Verträglichkeit nach Unterabschnitt 4.1.1.21 in Verbindung mit
    Abschnitt 6.1.6 ADR/RID für alle in Spalte 8 der Tabelle in Nummer 2.4
    der betreffenden Abfallgruppe aufgeführten Standardflüssigkeiten
    geführt worden sein. Dabei gilt dieser Verträglichkeitsnachweis für
    Essigsäure auch als erbracht, wenn die Verpackungsbauart für die
    Standardflüssigkeit Netzmittellösung zugelassen ist. Für Verpackungen
    der Codierung 1H2, 3H2 und 4H2 gilt der Nachweis der ausreichenden
    chemischen Verträglichkeit als erbracht, wenn die Verträglichkeit des
    Werkstoffs mit den jeweiligen Standardflüssigkeiten im Rahmen einer
    Bauartprüfung und -zulassung für Verpackungen der Codierung 1H1 oder
    3H1 nachgewiesen wurde.

2.4 Tabelle der gefährlichen Abfälle

    Die in der nachfolgenden Tabelle angegebenen Klassen,
    Klassifizierungscodes (soweit anwendbar), Verpackungsgruppen (soweit
    anwendbar), Tunnelbeschränkungscodes (soweit anwendbar) und Nummern
    der Gefahrzettelmuster beziehen sich auf die jeweiligen
    gefahrgutrechtlichen Regelwerke ADN für die Binnenschifffahrt (B), RID
    für die Eisenbahn (E) und ADR für den Straßenverkehr (S).

*    *   Abfall-/
        Unter-
        gruppe

    *   Klasse(n)

    *   Verpa-
        ckungs-
        gruppe(n)
        oder für
        Klasse 2:
        Klassifizie-
        rungscode

    *   Benennung

    *   Angaben im Beför-
        derungspapier

    *   Gefahrzettel-
        muster
        Nummer

    *   Die chemische
        Verträglichkeit der
        Werkstoffe der
        Verpackungen aus
        Kunststoff muss mindestens gegen-
        über folgenden
        Standardflüssig-
        keiten gegeben sein

*    *   Tunnel-
        beschrän-
        kungs-
        code

    *   Verpa-
        ckungs-
        gruppe

*    *   (1)

    *   (2)

    *   (3)

    *   (4)

    *   (5)

    *   (6)

    *   (7)

    *   (8)

*    *   1.1

    *   (weggefallen)

    *
    *
    *
    *
    *
    *

*    *   1.2

    *   (weggefallen)

    *
    *
    *
    *
    *
    *

*    *   1.3

    *   2

    *   6A

    *   Abfallfeuerlöscher

    *   (D)

    *
    *   2.2

    *

*    *   2.1

    *   3

    *   II und III

    *   Entzündbare, flüssige, nicht giftige, nicht ätzende Abfälle mit einem
        Flammpunkt unter 23 °C, deren Dampfdruck bei 50 °C 110 kPa (1,10 bar)
        nicht übersteigt, z. B. Benzin, Spiritus, Petroleum, Alkohole außer
        Methanol und mit einem Flammpunkt zwischen 23 °C und 60 °C, z. B.
        Dieselkraftstoff oder Heizöl, leicht

    *   (D/E)

    *   II

    *   3

    *   Essigsäure,
        Kohlenwasserstoffgemisch

*    *   2.2

    *   3

    *   I bis III

    *   Klebstoffabfälle sowie
        Farb- und Lackabfälle
        (außer solche, die der UN 1263 zuzuordnen sind, Beförderung gemäß
        Sondervorschrift 650 ADR/RID/ADN) einschließlich solcher mit
        Nitrocellulose mit einem Stickstoffgehalt von höchstens 12,6 % in der
        Trockenmasse

    *   (D/E)

    *   I

    *   3

    *

*    *
    *
    *
    *   Bem.: Zu Härterpasten siehe Abfallgruppe 8

    *
    *
    *
    *

*    *   3.1

    *   3

    *   I bis III

    *   Entzündbare, flüssige, organische halogenhaltige oder organische
        sauerstoffhaltige, giftige Abfälle und solche, die nicht einer anderen
        Sammeleintragung zugeordnet werden können, der UN 1992, UN 2603 und UN
        3248, z. B. Altöle, auch solche mit geringen Chloranteilen (z. B.
        polychlorierten Kohlenwasserstoffen) sowie Abfälle mit Methanol

    *   (C/E)

    *   I

    *   3 + 6.1

    *   Essigsäure,
        Kohlenwasserstoffgemisch

*    *   3.2

    *   6.1

    *   I bis III

    *   Abfälle mit halogenhaltigen Kohlenwasserstoffen mit Ausnahme von
        Isocyanaten der UN 2285, z. B. Trichlorethan, Trichlorethylen (Tri),
        Perchlorethylen (Per), Methylenchlorid, Tetrachlorkohlenstoff,
        Chloroform, Filterpatronen aus chemischen Reinigungsbetrieben,
        Antiklopfmittel

    *   (C/D)

    *   I

    *   6.1 + 3

    *

*    *   3.3

    *   9

    *   II

    *   Polychlorierte Biphenyle (PCB) (UN 2315 und UN 3432), polyhalogenierte
        Biphenyle und Terphenyle (UN 3151 und UN 3152), auch in verpackten
        Kleingeräten, wie Kleinkondensatoren

    *   (D/E)

    *   II

    *   9

    *

*    *
    *
    *
    *   Bem.: Wegen PCB, PCT und polyhalogenierten Biphenylen und Terphenylen
        in unverpackten Geräten siehe Klasse 9, UN 2315, UN 3432, UN 3151 und
        UN 3152.

    *
    *
    *
    *

*    *   3.4

    *   3

    *   I und II

    *   Abfälle mit flüssigen, entzündbaren, giftigen
        Schädlingsbekämpfungsmitteln und Pflanzenschutzmitteln mit einem
        Flammpunkt unter 23 °C

    *   (C/E)

    *   I

    *   3 + 6.1

    *

*    *   3.5

    *   6.1

    *   I bis III

    *   Abfälle mit flüssigen, giftigen, entzündbaren
        Schädlingsbekämpfungsmitteln und Pflanzenschutzmitteln

    *   (C/E)

    *   I

    *   6.1 + 3

    *

*    *   4.1

    *   3

    *   I bis III

    *   Entzündbare flüssige, ätzende Abfälle

    *   (C/E)

    *   I

    *   3 + 8

    *   Essigsäure,
        Kohlenwasser-stoffgemisch

*    *   4.2

    *   3

    *   I und II

    *   Entzündbare flüssige,
        giftige und ätzende Abfälle mit einem Flammpunkt unter 23 °C,
        einschließlich Gegenstände mit diesen Flüssigkeiten

    *   (C/E)

    *   I

    *   3 + 6.1 + 8

    *

*    *   5.1

    *   9

    *   III

    *   Umweltgefährdender Stoff fest oder flüssig

    *   (E)

    *   III

    *   9
        Zusätzlich ist dauerhaft die Kennzeichnung nach 5.2.1.8.3 anzubringen

    *

*    *   6.1

    *   4.1

    *   II und III

    *   Abfälle, die aus festen Stoffen bestehen, die nicht giftige und nicht
        ätzende entzündbare flüssige Stoffe mit einem Flammpunkt bis 60 °C
        enthalten können,
        z. B. Holzwolle, Sägespäne, Papierabfälle, Putztücher, gebrauchte
        Ölfilter, verunreinigte Ölbinder, getränkt oder behaftet mit Ölen und
        Fetten

    *   (E)

    *   II

    *   4.1

    *

*    *
    *
    *
    *   Bem.: Phosphorsulfide, nicht frei von weißem oder gelbem Phosphor,
        sind zur Beförderung nicht zugelassen.

    *
    *
    *
    *

*    *   6.2

    *   4.1

    *   II und III

    *   Abfälle, die Metalle oder Metall-Legierungen, pulverförmig oder in
        anderer entzündbarer Form enthalten

    *   (E)

    *   II

    *   4.1

    *

*    *   6.3

    *   4.1

    *   II und III

    *   Abfälle, die entzündbare feste Stoffe, giftig enthalten

    *   (E)

    *   II

    *   4.1 + 6.1

    *

*    *   6.4

    *   4.1

    *   II und III

    *   Abfälle, die entzündbare feste Stoffe, ätzend enthalten

    *   (E)

    *   II

    *   4.1 + 8

    *

*    *   6.5

    *   4.2

    *   II und III

    *   Gebrauchte Putztücher, Putzwolle und ähnliche Abfälle, nicht giftig,
        nicht ätzend, die mit selbstentzündlichen Stoffen verunreinigt sind,
        z. B. bestimmte Öle und Fette

    *   (D/E)

    *   II

    *   4.2

    *

*    *
    *
    *
    *   Selbsterhitzungsfähige organische feste Stoffe, nicht giftig, nicht
        ätzend, z. B. körnige oder poröse brennbare Stoffe, die mit der
        Selbstoxidation unterliegenden Bestandteilen getränkt oder
        verunreinigt sind, z. B. mit Leinöl, Leinölfirnisse, Firnisse aus
        anderen analogen Ölen, Petroleumrückstände

    *
    *
    *
    *

*    *   6.6

    *   4.2

    *   II und III

    *   Abfälle, die Metalle oder Metall-Legierungen, pulverförmig oder in
        anderer selbstentzündlicher Form enthalten

    *   (D/E)

    *   II

    *   4.2

    *

*    *   6.7

    *   4.2

    *   II und III

    *   Abfälle, die feste selbsterhitzungsfähige Stoffe, giftig enthalten

    *   (D/E)

    *   II

    *   4.2 + 6.1

    *

*    *   6.8

    *   4.2

    *   II und III

    *   Abfälle, die feste selbsterhitzungsfähige Stoffe, ätzend enthalten

    *   (D/E)

    *   II

    *   4.2 + 8

    *

*    *   6.9

    *   4.2

    *   II und III

    *   Sulfide, Hydrogensulfide
        und Dithionite, wie Natriumdithionit und Zubereitungen, z. B.
        Textilentfärber und selbsterhitzungsfähige anorganische feste Stoffe,
        nicht giftig, nicht ätzend

    *   (D/E)

    *   II

    *   4.2

    *

*    *   6.10

    *   4.3

    *   II und III

    *   Abfälle, die Metalle oder Metall-Legierungen, pulverförmig oder in
        anderer Form enthalten und die mit Wasser entzündbare Gase entwickeln

    *   (D/E)

    *   II

    *   4.3

    *

*    *   7.1

    *   4.3

    *   I und II

    *   Metallcarbide und Metallnitride, wie Calciumcarbid, Aluminiumcarbid

    *   (B/E)

    *   I

    *   4.3

    *

*    *   7.2

    *   4.3

    *   I

    *   Metallphosphide, giftig,
        wie Calciumphosphid, Aluminiumphosphid

    *   (B/E)

    *   I

    *   4.3 + 6.1

    *

*    *   7.3

    *   6.1

    *   I

    *   Phosphidhaltige feste Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmittel

    *   (C/E)

    *   I

    *   6.1

    *

*    *   8.1

    *   5.1

    *   II und III

    *   Abfälle, die entzündend (oxidierend) wirkende Chlorite oder
        Hypochlorite enthalten, wie feste Schwimmbadchlorierungsmittel mit
        Natriumchlorit, Kaliumchlorit, Calciumhypochlorit oder Mischungen von
        Chloriten

    *   (E)

    *   II

    *   5.1

    *   Salpetersäure, 55 %

*    *
    *
    *
    *   Bem. 1: Lösungen von Schwimmbadchlorierungsmitteln siehe Abfallgruppe
        14\.

    *
    *
    *
    *

*    *
    *
    *
    *   Bem. 2: Chlorit- und Hypochloritmischungen mit einem Ammoniumsalz sind
        zur Beförderung nicht zugelassen.

    *
    *
    *
    *

*    *   8.2

    *   5.1

    *   II und III

    *   Abfälle, die entzündend (oxidierend) wirkende Stoffe, fest, giftig
        enthalten

    *   (E)

    *   II

    *   5.1 + 6.1

    *

*    *   8.3

    *   5.1

    *   II und III

    *   Abfälle, die entzündend (oxidierend) wirkende Stoffe, fest, ätzend
        enthalten

    *   (E)

    *   II

    *   5.1 + 8

    *

*    *   8.4

    *   5.2

    *   II

    *   Pastenförmige Abfälle
        mit Dibenzoylperoxid, Dicumylperoxid der UN 3104, UN 3106, UN 3108
        oder UN 3110 in Dosen
        und Tuben, z. B. Härter für Polyesterharze

    *   (D)

    *   II

    *   5.2

    *

*    *   9.1

    *   6.1

    *   I bis III

    *   Abfälle, fest oder flüssig,
        mit Quecksilberverbindungen

    *   (C/E)

    *   I

    *   6.1

    *   Netzmittellösung

*    *   9.2

    *   8

    *   III

    *   Abfälle, die metallisches Quecksilber enthalten

    *   (E)

    *   III

    *   8

    *

*    *
    *
    *
    *   Bem.: Dieser Gruppe dürfen auch Gegenstände mit Quecksilber beigegeben
        werden.

    *
    *
    *
    *

*    *   9.3

    *   6.1

    *   I bis III

    *   Abfälle mit Cyanidgehalt, z. B. Gold- und Silberputzmittel

    *   (C/E)

    *   I

    *   6.1

    *

*    *   9.4

    *   6.1

    *   I bis III

    *   Feste und flüssige Abfälle mit giftigen Stoffen, nicht ätzend und
        nicht entzündbar

    *   (C/E)

    *   I

    *   6.1

    *

*    *   9.5

    *   6.1

    *   I bis III

    *   Feste und flüssige Abfälle mit giftigen Stoffen, ätzend

    *   (C/E)

    *   I

    *   6.1 + 8

    *

*    *   9.6

    *   6.1

    *   I und II

    *   Feste und flüssige Abfälle mit organischen giftigen Stoffen,
        entzündbar

    *   (C/D)

    *   I

    *   6.1 + 3

    *

*    *   9.7

    *   6.1

    *   I bis III

    *   Feste und flüssige Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmittel,
        ausgenommen solche der Abfallgruppe 7

    *   (C/E)

    *   I

    *   6.1

    *

*    *   10.1

    *   8

    *   II
        I und II
        II

    *   Abfälle mit Salpetersäure (UN 2031), Nitriersäuremischungen (UN 1796
        und UN 1826) und/oder
        Perchlorsäure (UN 1802), z. B. bestimmte Reinigungsmittel

    *   (E)

    *   I

    *   8

    *   Salpetersäure, 55 %,
        Netzmittellösung

*    *
    *
    *
    *   Bem. 1: Mischungen aus Salpetersäure und Salzsäure der UN 1798 sind
        zur Beförderung nicht zugelassen.

    *
    *
    *
    *

*    *
    *
    *
    *   Bem. 2: Chemisch instabile Nitriersäuremischungen, nicht denitriert,
        sind zur Beförderung nicht zugelassen.

    *
    *
    *
    *

*    *
    *
    *
    *   Bem. 3: Perchlorsäure, wässerige Lösungen mit mehr als 72 Masse-%
        reiner Säure, sind zur Beförderung nicht zugelassen.

    *
    *
    *
    *

*    *   11.1

    *   8

    *   II

    *   Abfälle mit Schwefelsäure, z. B. bestimmte Reinigungsmittel,
        Biersteinentfernerpasten, Bleisulfat

    *   (E)

    *   II

    *   8

    *   Netzmittellösung

*    *
    *
    *
    *   Bem.: Chemisch instabile Mischungen von Abfallschwefelsäure sind zur
        Beförderung nicht zugelassen.

    *
    *
    *
    *

*    *   11.2

    *   8

    *   II

    *   Abfälle mit Flusssäurelösungen, z. B. bestimmte Reinigungsmittel

    *   (E)

    *   II

    *   8 + 6.1

    *

*    *   11.3

    *   8

    *   I bis III

    *   Flüssige Abfälle mit ätzenden, giftigen Stoffen

    *   (C/D)

    *   I

    *   8 + 6.1

    *

*    *   11.4

    *   8

    *   I bis III

    *   Wässerige Lösungen von Halogenwasserstoffen (ausgenommen
        Fluorwasserstoff), saure fluorhaltige Stoffe, flüssige Halogenide und
        andere flüssige halogenierte Stoffe (ausgenommen der
        Fluorverbindungen, die in Berührung mit feuchter Luft oder Wasser
        saure Dämpfe entwickeln), flüssige Carbonsäuren und ihre Anhydride,
        sowie flüssige Halogencarbonsäuren und ihre Anhydride, Alkyl- und
        Arylsulfonsäuren, Alkylschwefelsäuren und organische Säurehalogenide,
        wie Salzsäure, Phosphorsäure, Essigsäure, Chlorsulfonsäure,
        Ameisensäure, Chloressigsäure, Propionsäure, Toluolsulfonsäuren,
        Thionylchlorid

    *   (E)

    *   I

    *   8

    *

*    *   12.1

    *   8

    *   I bis III

    *   Feste Halogenide und andere feste halogenierte Stoffe (ausgenommen der
        Fluorverbindungen, die in Berührung mit feuchter Luft oder Wasser
        saure Dämpfe entwickeln) und feste Hydrogensulfate, wie
        Eisentrichlorid, wasserfrei; Zinkchlorid, wasserfrei;
        Aluminiumchlorid, wasserfrei; Phosphorpentachlorid

    *   (E)

    *   I

    *   8

    *

*    *   12.2

    *   8

    *   I bis III

    *   Feste Abfälle mit ätzenden, giftigen Stoffen

    *   (E)

    *   I

    *   8 + 6.1

    *

*    *   13.1

    *   8

    *   III

    *   Abfälle mit wässerigen Ammoniaklösungen mit höchstens 35 % Ammoniak

    *   (E)

    *   III

    *   8

    *   Wasser,
        Netzmittellösung

*    *   13.2

    *   8

    *   I bis III

    *   Übrige feste und flüssige basische Abfälle (ausgenommen UN 2029), z.
        B. bestimmte Reinigungsmittel mit Natrium- und/oder Kaliumhydroxid
        sowie Natronkalk, Brünierungsmittel mit Natrium- und/oder Kaliumsulfid
        (Geschirrspülmittel oder Entkalker mit Natriummetasilicat, Kalkmilch
        mit Calciumhydroxid)

    *   (E)

    *   I

    *   8

    *

*    *   13.3

    *   8

    *   III

    *   Abfälle von Formaldehydlösungen, z. B. bestimmte Reinigungsmittel,
        Desinfektionsmittel

    *   (E)

    *   III

    *   8

    *

*    *   14.1

    *   8

    *   II und III

    *   Abfälle mit Chlorit- und Hypochloritlösungen, z. B. bestimmte
        Chlorbleichlaugen, Lösungen von Schwimmbadchlorierungsmitteln der
        Abfallgruppe 8

    *   (E)

    *   II

    *   8

    *   Salpetersäure, 55 %,
        Netzmittellösung

*    *   14.2

    *   5.1

    *   II und III

    *   Abfälle, die entzündend (oxidierend) wirkende flüssige Stoffe
        enthalten

    *   (E)

    *   II

    *   5.1

    *

*    *   14.3

    *   5.1

    *   II und III

    *   Abfälle mit Wasserstoffperoxid-Lösungen, z. B. bestimmte
        Reinigungsmittel, Haarfärbemittel

    *   (E)

    *   II

    *   5.1 + 8

    *

*    *   14.4

    *   5.1

    *   II und III

    *   Abfälle, die entzündend (oxidierend) wirkende Stoffe, flüssig, giftig
        enthalten

    *   (E)

    *   II

    *   5.1 + 6.1

    *

*    *   15.1

    *
    *
    *   Nicht identifizierbare gefährliche Abfälle

    *   (B/E)

    *
    *   Kennzeichnung gemäß 5.2.1.10.1

    *

*    *
    *
    *
    *   Bem.: Für diese Abfälle gelten besondere Vorschriften, siehe Nummern
        2\.6, 2.8 und 4.3 dieser Ausnahme.

    *
    *
    *   Zusätzlich
        ist auf mindestens 2 Seiten dauerhaft die Aufschrift „Gefahrgut, nicht
        identifiziert“ anzubringen.

    *

2.5 Sonstige Vorschriften

    Die Abfälle dürfen bei Sammlungen nur in kleinen Anlieferungsgefäßen
    bis zu 60 Liter Fassungsraum und 60 Kilogramm Bruttomasse unter
    Aufsicht einer fachkundigen Person in die Verpackungen und
    Großpackmittel (IBC) eingegeben werden.

    Die Abfälle sind in die folgenden Verpackungen zu verpacken, die für
    feste Stoffe der Verpackungsgruppe I bauartzugelassen sind:

    a)  Fässer oder Kanister aus Kunststoff der Codierung 1H2 oder 3H2,

    b)  Fässer oder Kanister aus Stahl der Codierung 1A2 oder 3A2,

    c)  Kisten aus Stahl oder starren Kunststoffen der Codierung 4A oder 4H2
        oder

    d)  zusammengesetzte Verpackungen mit einem dicht anliegenden eingesetzten
        Innenbehälter aus geeignetem Kunststoff als Innenverpackung und Kisten
        aus Stahl oder Aluminium der Codierung 4A oder 4B als Außenverpackung.

    Es sind die Bedingungen für feste Stoffe der Verpackungsgruppe I
    anzuwenden.

    Bei der Verwendung von zusammengesetzten Verpackungen mit einer Kiste
    aus Pappe der Codierung 4GW als Außenverpackung für die Beförderung
    von Stoffen der Abfallgruppen 1, 6, 7, 8, 9, 12 und 13 müssen folgende
    Anforderungen erfüllt werden:

    a)  Verwendung einer nassfesten Verklebung für die Wellpappe,

    b)  erfolgreiche Bauartprüfung als zusammengesetzte Verpackung mit
        Ersatzfüllgut und Originalfüllgut (z. B. Gefäß, klein, mit Gas
        (Gaspatrone)),

    c)  Bauartprüfung mit der doppelten Nettomasse wie zugelassen,

    d)  zusätzliche Kennzeichnung mit dem Herstellungsmonat,

    e)  Verwendungsbegrenzung der Verpackung auf ein Jahr nach ihrer
        Herstellung für den einmaligen Transport und

    f)  Bestehen der Permeationsprüfung in Analogie zu Unterabschnitt 6.1.5.7
        ADR/RID.

    Innenverpackungen von zusammengesetzten Verpackungen dürfen die
    gleiche höchstzulässige Füllmenge wie die Außenverpackung besitzen.

2.6 Abfälle der Abfallgruppe 15 sind im jeweiligen Anlieferungsgefäß mit
    inerten Saug- und Füllstoffen einzusetzen in eine Kiste aus Holz der
    Codierung 4C1, 4C2, 4D oder 4F, aus Pappe der Codierung 4G, aus
    starren Kunststoffen der Codierung 4H2, in Säcke aus Kunststofffolie
    der Codierung 5H4 oder in Fässer aus Kunststoff der Codierung 1H2, die
    mindestens nach der Verpackungsgruppe II bauartgeprüft, -zugelassen
    und gekennzeichnet sein müssen. Diese Kisten, Säcke oder Fässer sind
    einzeln oder zu mehreren in Kisten aus Stahl, Aluminium oder starrem
    Kunststoff der Codierung 4A, 4B, 4H2 oder in Fässern aus Stahl oder
    Kunststoff der Codierung 1A2, 1H2, die bauartgeprüft, -zugelassen und
    gekennzeichnet sind, zu verpacken.

2.7 Die Abfälle der Abfallgruppen/Abfalluntergruppen 1, 2.1, 5, 6, 7, 8,
    13 und 14 in Anlieferungsgefäßen dürfen auch in Großpackmitteln (IBC)
    aus Stahl mit abnehmbarem Deckel oder in Kombinations-IBC mit
    Innenbehältern aus starrem Kunststoff verpackt werden.

    Außerdem dürfen auch Kombinations-IBC mit Kunststoffinnenbehältern
    nach Kapitel 6.5 ADR/RID verwendet werden. Diese Großpackmittel (IBC)
    müssen für feste Stoffe der Verpackungsgruppe II bauartgeprüft,
    -zugelassen und gekennzeichnet sein.

2.8 Die Abfälle der Abfallgruppen/Abfalluntergruppen 2.2, 3, 4, 9, 10, 11,
    12 und 15 in Anlieferungsgefäßen dürfen auch in metallenen
    Großpackmitteln (IBC) der Verpackungsgruppe I verpackt werden.

2.9 Die Verschlüsse der Anlieferungsgefäße sind vor der Eingabe in die
    Verpackungen und Großpackmittel (IBC) auf Dichtheit zu kontrollieren.

2.10 Bei zerbrechlichen, beschädigten oder nicht ordnungsgemäß
    verschlossenen Anlieferungsgefäßen sind inerte Saugstoffe so
    einzufüllen, dass die Freiräume zwischen den Anlieferungsgefäßen
    vollständig ausgefüllt sind.

2.11 Bei Verpackungen mit W-Codierung (z. B. „1H2W“) müssen die Saugstoffe
    so bemessen sein, dass sie die gesamte Flüssigkeitsmenge bei einem
    eventuellen Freiwerden aufsaugen können. Bei festen Abfällen darf
    stattdessen das Anlieferungsgefäß in einen dicht zu verschließenden
    Beutel oder Sack aus Kunststofffolie verpackt werden.

2.12 (weggefallen)

2.13 Abfallfeuerlöscher der Abfalluntergruppe 1.3 dürfen auch in folgenden
    nicht bauartgeprüften und -zugelassenen Verpackungen befördert werden:

    Boxpaletten aus Metall oder Kunststoff sowie Gitterboxpaletten, wobei
    die Palette auch aus Holz bestehen darf.

2.14 Die Verpackungen und Großpackmittel (IBC) für Abfälle der
    Abfallgruppen 1 und 14 müssen mit einer Lüftungseinrichtung nach
    Unterabschnitt 4.1.1.8 ADR/RID ausgerüstet sein.

2.15 Die Stoffe dürfen nur dann mit nicht dem ADR/RID/ADN unterliegenden
    Gütern zusammengepackt werden, wenn keine gefährlichen Reaktionen
    entstehen können.

    Gefährliche Reaktionen sind:

    a)  eine Verbrennung und/oder Entwicklung beträchtlicher Wärme;

    b)  die Entwicklung von entzündbaren und/oder giftigen Gasen;

    c)  die Bildung von ätzenden flüssigen Stoffen;

    d)  die Bildung instabiler Stoffe.

**3** **Verantwortlichkeiten**

3.1 Bei Abfallsammelaktionen hat eine fachkundige Aufsichtsperson die
    Pflichten nach den §§ 18, 21 und 22 der GGVSEB zu erfüllen.

3.2 Die fachkundige Aufsichtsperson muss in der Lage sein,

    a)  die Abfälle nach ihren gefährlichen Eigenschaften sowie im Hinblick
        auf Maßnahmen bei Zwischenfällen oder Unfällen zu beurteilen und

    b)  die Vorschriften dieser Ausnahme und der GGVSEB anzuwenden.

3.3 Bei der Eisenbahnbeförderung hat der Verlader nach § 21 Absatz 3 der
    GGVSEB die Güterwagen – entsprechend der verladenen Güter – auf beiden
    Längsseiten mit den zutreffenden Großzetteln (Placards) nach der
    Spalte 7 der Tabelle in Nummer 2.4 und zusätzlich mit einem
    Rangierzettel nach Muster 13 nach Unterabschnitt 5.3.4.2 RID zu
    versehen.

**4** **Sonstige Vorschriften**

4.1 Die Versandstücke sind im Eisenbahnverkehr als Wagenladung mit
    gedeckten Wagen oder in Containern und im Straßenverkehr mit gedeckten
    oder bedeckten Fahrzeugen oder in Containern sowie im
    Binnenschiffsverkehr in Containern mit Schiffen mit wetterdicht
    schließenden Luken unter ausreichender Belüftung zu befördern.

4.2 Versandstücke der Codierungen 1A2, 1H2, 3A2, 3H2, 4A, 4B, 4H2, 11A und
    11HZ1 dürfen im Straßenverkehr auch mit offenen Fahrzeugen befördert
    werden. Zur Ladungssicherung sind hierbei genau passende Gestelle und
    Vorrichtungen für die Versandstücke zu verwenden.

4.3 Versandstücke mit Abfällen der Abfallgruppe 15 sind abseits, das heißt
    nicht über, nicht unter und nicht unmittelbar neben den übrigen
    Versandstücken zu stauen und zu sichern.

4.4 Die Versandstücke sind so zu sichern, dass sie nicht verrutschen,
    verkanten, umfallen oder durch andere Versandstücke oder Gegenstände
    beschädigt werden können.

4.5 Beförderungen nach dieser Ausnahme müssen spätestens sechs Monate nach
    Befüllung der Verpackungen und Großpackmittel (IBC) abgeschlossen
    sein.

4.6 Ungereinigte leere Verpackungen (Anlieferungsgefäße) sind wie die
    Stoffe zu behandeln, deren Reste in ihnen enthalten sind.

**5** **Beförderungspapier**

    Im Beförderungspapier sind anzugeben:

    a)  Name und Anschrift des Absenders und Empfängers,

    b)  als Bezeichnung des Gutes:

        –   Abfallgruppe(n) <<…>>

        –   Nummern der Gefahrzettelmuster <<…>>

        –   Verpackungsgruppe oder Klassifizierungscode <<…>>

        –   Tunnelbeschränkungscode <<…>>
            Bem.: Sofern nach Absatz 5.4.1.1.1 Buchstabe k ADR erforderlich.

        –   Anzahl der Versandstücke und

        –   Beschreibung der Versandstücke

        Anstelle von „<<…>>“ sind die entsprechenden Angaben gemäß der Tabelle
        in Nummer 2.4 einzutragen. Die Verpackungsgruppe ist hierbei der
        Spalte 6 zu entnehmen.

    c)  Zusätzlich ist zu vermerken: „Ausnahme 20“.

**6** **Befristung**

    Die Ausnahme 20 ist bis zum 30. Juni 2027 befristet.

Collections: bundestag_gesetze
GGAV-2002
Level: 2.0