Source: https://www.gesetze-im-internet.de/einbtestv/__5.html
Legislation: einbtestv

Title: Anlage 2 Rahmencurriculum für den Einbürgerungskurs

Description:
Verordnung zu Einbürgerungstest und Einbürgerungskurs (EinbTestV)
Anlage 2 Rahmencurriculum für den Einbürgerungskurs

Paragraph: 5

Full Text:
Verordnung zu Einbürgerungstest und Einbürgerungskurs (EinbTestV)
Anlage 2 Rahmencurriculum für den Einbürgerungskurs

(Fundstelle: Anlageband zum BGBl. I 2008 Nr. 35 Seite 141 bis 174)
**Inhalt**

*    *
    *
    *   Seite

*    *   I.

    *   Übergreifende Zielvorstellung

    *   144

*    *
    *
    *

*    *   II.

    *   Maßgaben für das Curriculum

    *   144

*    *
    *   1) Verknüpfung mit dem Integrationskurs / Orientierungskurs

    *   144

*    *
    *   2) Aufbau des Curriculums

    *   145

*    *
    *   3) Voraussetzungen auf Seiten der Teilnehmer

    *   147

*    *
    *   4) Methodisch-didaktische Prinzipien im Einbürgerungskurs

    *   147

*    *
    *   5) Kursumfang

    *   149

*    *
    *   6) Gestaltung der Unterrichtszeiten

    *   149

*    *
    *
    *

*    *   III.

    *   Themenbereiche und Lernziele (Module)

    *   151

*    *
    *   Modul I:

    *   Einführung

    *   151

*    *
    *   Modul II:

    *   Leben in der Demokratie

    *   152

*    *
    *
    *   Teil 1: Demokratie und Teilhabe an der politischen Gestaltung

    *   152

*    *
    *
    *   Teil 2: Rechte und Pflichten

    *   157

*    *
    *
    *   Teil 3: Konfliktlösung in der demokratischen Gesellschaft

    *   161

*    *
    *
    *   Teil 4: Besonderheiten des Bundeslandes

    *   164

*    *
    *   Modul III:

    *   Geschichte und Verantwortung

    *   166

*    *
    *   Modul IV:

    *   Mensch und Gesellschaft

    *   171

*    *
    *   Modul V:

    *   Kursabschluss

    *   174

**I. Übergreifende Zielvorstellungen**
Nach dem von der Konferenz der Innenminister und -senatoren der Länder
am 31. Mai/1. Juni 2007 in Berlin gebilligten Konzept
„Bundeseinheitliche Standards für das Einbürgerungsverfahren“ ist die
Vermittlung staatsbürgerlichen Grundwissens sowie der Grundsätze und
Werte unserer Verfassung das Ziel des Einbürgerungskurses. Die dort
vermittelten Kenntnisse dienen dem Erwerb des für das Bekenntnis zum
Grundgesetz notwendigen Verständnisses von Prinzipien und Aufbau des
deutschen Staatswesens sowie der damit in Zusammenhang stehenden
gesellschaftspolitischen Prozesse. Der Einbürgerungskurs soll die
Einbürgerungsbewerber in die Lage versetzen, ihre staatsbürgerlichen
Rechte und Pflichten erkennen und aktiv wahrnehmen zu können. Das
Rahmencurriculum trägt dieser Zielsetzung in Aufbau und Ausgestaltung
Rechnung.
**II. Maßgaben für das Curriculum**
**1) Verknüpfung mit dem Integrationskurs/Orientierungskurs**
Der Einbürgerungskurs baut auf den Themen des Orientierungskurses nach
§ 43 Abs. 3 Satz 1 des Aufenthaltsgesetzes auf. Er umfasst somit die
Themenbereiche „Leben in der Demokratie“ (im Orientierungskurs:
„Politik in der Demokratie“), „Geschichte und Verantwortung“ und
„Mensch und Gesellschaft“. Während der Orientierungskurs vor allem
grundlegende Kenntnisse vermittelt, behandelt der Einbürgerungskurs
die Themenbereiche erweiternd, vertiefend und mit Blick auf zukünftige
staatsbürgerliche Handlungsmöglichkeiten. Der Schwerpunkt liegt dabei
im Bereich „Leben in der Demokratie“. Behandelt werden sollen
insbesondere die Themen:

▪   Demokratie,

▪   Grundrechte,

▪   Konfliktlösung in der demokratischen Gesellschaft,

▪   Rechtsstaat,

▪   Sozialstaat,

▪   Verantwortung des Einzelnen für das Gemeinwohl,

▪   Teilhabe an der politischen Gestaltung,

▪   Gleichberechtigung von Mann und Frau,

▪   Staatssymbole.

**2) Aufbau des Curriculums**
Das Curriculum gliedert sich in die nachfolgenden fünf Module:

*    *   Modul I:

    *   Einführung in den Kurs

*    *   Modul II:

    *   Leben in der Demokratie

*    *
    *   Teil 1:

    *   Demokratie und Teilhabe an der politischen Gestaltung

*    *
    *   Teil 2:

    *   Rechte und Pflichten

*    *
    *   Teil 3:

    *   Konfliktlösung in der demokratischen Gesellschaft

*    *
    *   Teil 4:

    *   Besonderheiten des Bundeslandes

*    *   Modul III:

    *   Geschichte und Verantwortung

*    *   Modul IV:

    *   Mensch und Gesellschaft

*    *   Modul V:

    *   Kursabschluss

Die Lerninhalte der Module II bis IV sind um Schlüsselthemen
angeordnet. Diese umfassen die Kerninhalte des Einbürgerungskurses,
mit denen die notwendigen Kenntnisse und das zugehörige
Verständniswissen erworben werden sollen. Die Schlüsselthemen stehen
mit den weiteren Lerninhalten in enger inhaltlicher Verbindung. Von
ihnen ausgehend sollen die Einzelthemen des jeweiligen Moduls im
Unterricht behandelt werden.
Die Auswahl der im Curriculum vorgegebenen Themen für den
Einbürgerungskurs orientiert sich an der Fragestellung, welche
konkreten Lerninhalte unter die Vorgaben „staatsbürgerliches
Grundwissen“ sowie „Grundsätze und Werte unserer Verfassung“ fallen.
Lerninhalte mit speziellem Bundeslandbezug werden berücksichtigt,
allerdings nur solche, die in Zusammenhang mit demokratischen
Teilhabemöglichkeiten stehen. Die länderspezifischen Lerninhalte
können in Kooperation mit den Landeszentralen für politische Bildung
entwickelt werden.
a. Leben in der Demokratie
Der Bereich „Leben in der Demokratie“ bildet den Kernbereich des
Einbürgerungskurses. Die Lerninhalte sind auf die späteren
staatsbürgerlichen Partizipationsmöglichkeiten der
Einbürgerungsbewerber ausgerichtet. Das heißt, dass vor allem Art und
Bedeutung der verschiedenen Beteiligungsformen am politisch-
gesellschaftlichen Leben in Deutschland (Wahlen, Partei- und
Vereinsmitgliedschaften etc.) aufgezeigt werden sollen. Darauf
aufbauend ist der Rahmen darzustellen, innerhalb dessen sich die
Partizipation des Neubürgers am Gemeinwesen vollzieht, nämlich die
grundlegenden Prinzipien, Werte und Normen (Grundrechte, Rechte und
Pflichten, Konfliktlösung), die zentralen Funktionsmechanismen der
parlamentarischen Demokratie sowie ihr Aufbau und ihre Strukturen.
b. Geschichte und Verantwortung
Für das Verstehen der bundesrepublikanischen Gegenwart sollen wichtige
Stationen der jüngeren deutschen Geschichte, insbesondere der Weg zur
parlamentarischen Demokratie, als Wissenshintergrund vermittelt
werden. Dabei wird Bezug genommen auf das Parlament in der Paulskirche
1848/49 und seinen Einfluss auf das Grundgesetz sowie auf die
unterschiedliche Stellung der Volksvertretung im deutschen Kaiserreich
und in der Weimarer Republik. Am Beispiel der nationalsozialistischen
Diktatur werden die Folgen der Negierung von Rechtsstaatlichkeit und
Demokratie und die daraus resultierende Verantwortung zum Erhalt der
demokratischen Verfassung aufgezeigt. Als wichtige Stationen der
deutschen Nachkriegsgeschichte sollen neben der Gründung der
Bundesrepublik die Themen DDR, deutsche Teilung und Wiedervereinigung
vermittelt werden. Grundsätzlich sollen nicht historische Daten,
sondern geschichtliche Zusammenhänge im Mittelpunkt dieses Kursmoduls
stehen.
Da die Geschichte Deutschlands ganz wesentlich durch Zuwanderung
geprägt worden ist, wird auch das Thema Migrationsgeschichte in den
Themenkatalog aufgenommen. Dieses Thema stellt zudem einen guten
Anknüpfungspunkt an die persönliche Migrationsgeschichte der
Kursteilnehmer dar.
Der Entwicklungsprozess der Bundesrepublik Deutschland soll im
Zusammenhang mit dem Fortgang der europäischen Einigung und der
wachsenden Bedeutung der europäischen Integration vermittelt werden.
Daneben erhält dieses Thema seine Relevanz durch die Tatsache, dass
Ausländer mit der Einbürgerung nicht nur deutsche Staatsangehörige,
sondern – sofern es sich um Drittstaatsangehörige handelt – auch EU-
Bürger werden.
c. Mensch und Gesellschaft
In diesem Themenfeld wird auf grundlegende Aspekte der
gesellschaftlichen Kultur bzw. des gesellschaftlichen Zusammenlebens
in Deutschland eingegangen. Diese thematische Ausrichtung trägt auch
der Prägung Deutschlands durch Migrationsprozesse Rechnung, weshalb
die an dieser Stelle im Konzept benannten Lerninhalte dem Kernbestand
staatsbürgerlichen Grundwissens zugerechnet werden.
Wichtige Inhalte aus dem Modul „Leben in der Demokratie“, z. B.
einzelne Grundrechte oder das Thema „Umgang mit Konflikten“, sind
aufzugreifen und in Bezug zum gesellschaftlichen Miteinander im
interkulturellen Kontext zu setzen. Neben Themen des religiösen und
kulturellen Zusammenlebens im föderalen Deutschland soll auch der
kulturelle Wandel infolge von Zuwanderung verdeutlicht werden.
Um den Blick stärker auf die gesellschaftliche Dimension von Kultur zu
richten, ist auch das Thema Bildung in den Lerninhaltekatalog
aufgenommen worden. Bildung soll als zentrale Voraussetzung zur
gleichberechtigten Teilhabe am gesellschaftlich-politischen Leben in
Deutschland vermittelt werden.
**3) Voraussetzungen auf Seiten der Teilnehmer**
a. Sprachliche Voraussetzungen
Teilnehmer am Einbürgerungskurs sollten über das Sprachniveau B1 nach
dem Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen für Sprachen (GER)
verfügen. Nur so ist gewährleistet, dass sowohl das
Unterrichtsmaterial hinreichend verstanden als auch den Ausführungen
von Lehrkräften und Mitlernenden angemessen gefolgt werden kann.
Insbesondere im Bereich Leseverstehen sollte das Sprachniveau B1
sicher beherrscht werden.
b. Selbstständiges Lernen
Obgleich alle Inhalte des Einbürgerungstests Gegenstand des Kurses
sind, sollten die Teilnehmer in der Lage sein, sich grundlegender
Lerntechniken zu bedienen, wie etwa Nachschlagen in einem Wörterbuch
oder in Lexika, selbstständiges Mitschreiben im Unterricht,
Organisation des Arbeitsplatzes und der Arbeitsmaterialien,
selbstständiges Vor- und Nachbereiten sowie Wiederholen des
Unterrichtsstoffes. Diese Lerntechniken ermöglichen den Teilnehmern
eine individuelle und intensive Vorbereitung auf den Test über das
Geschehen im Kurs hinaus und erhöhen die Bestehenschancen bei der
abschließenden Prüfung.
c. Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit im Kurs
Der handlungsorientierte Ansatz des Einbürgerungskurses erfordert die
Bereitschaft des Einzelnen, sich aktiv in die Gestaltung des
Unterrichtsgeschehens einzubringen. Nur so können die Teilnehmer
umfassend von der Vermittlung der Inhalte im Kurs profitieren.
**4) Methodisch-didaktische Prinzipien im Einbürgerungskurs**
Die methodisch-didaktische Ausgestaltung des Einbürgerungskurses
orientiert sich an folgenden grundlegenden Prinzipien:

▪   Teilnehmerorientierung
    Die Ausrichtung der Themen und ihre Ausgestaltung orientieren sich an
    der Lebenswelt der Teilnehmer („Anschlusslernen“). Die Erfahrungen und
    Vorkenntnisse der Teilnehmer werden stets berücksichtigt.

▪   Handlungs- und Subjektorientierung
    Die Teilnehmer sollen angeregt werden, sich aktiv in das
    Unterrichtsgeschehen einzubringen und an dessen Gestaltung zu
    partizipieren. Eine solche Aktivierung kann mittels Rollenspielen,
    Projekten etc. erreicht werden. Das Lernen wird als ganzheitlicher
    Prozess betrachtet, bei dem der Weg der Teilnehmer zur eigenständigen
    Erkenntnis im Mittelpunkt des Interesses steht.

▪   Multiperspektivische Themenaufbereitung
    Der Unterricht sollte nicht zu einer eindimensionalen Darstellung
    einer (Mehrheits-) Meinung führen, sondern kontroverse Standpunkte
    deutlich machen und diskutieren. Die Teilnehmer sollten an geeigneten
    Stellen dazu angeleitet werden, Perspektivwechsel in der Sache
    vorzunehmen und so Grundvoraussetzungen für Verständnis und Toleranz
    einzuüben.

▪   Verwendung erwachsenengerechter Unterrichtsformen
    Das Verhältnis zwischen Teilnehmern und Lehrkräften ist durch
    respektvollen Umgang im Sinne einer Lernpartnerschaft gekennzeichnet.
    Der Austausch erfolgt stets auf gleicher Augenhöhe und anerkennt die
    Kompetenzen des Gegenübers sowie ihren Nutzen für den Lernprozess.

▪   Einsatz wechselnder Sozialformen
    Der Einsatz wechselnder Sozialformen ermöglicht die Auswahl einer für
    die Vermittlung des jeweiligen Lerngegenstandes geeigneten Form, die
    zudem das selbstständige Erarbeiten von Lerninhalten durch die
    Teilnehmer fördern soll. Bei der Auswahl und Gestaltung der
    Sozialformen sind die bisherigen Lernerfahrungen und die
    Lernvoraussetzungen der Teilnehmer zu berücksichtigen.

▪   Einsatz vielfältiger Methoden
    Angesichts der Vielzahl und der Vielschichtigkeit der Themen des
    Einbürgerungskurses ist eine Vielfalt an Methoden für eine adäquate
    Vermittlung der Inhalte notwendig, deren jeweilige Auswahl im Ermessen
    der Lehrkraft steht. Methodenauswahl bedeutet auch ein Eingehen auf
    die Bedürfnisse und Bedarfe der jeweiligen Kursgruppe.

Um Faktenwissen und Wissen um Zusammenhänge im Bereich Politik,
Geschichte und Kultur verständlich vermitteln zu können, sind die im
Kurs eingesetzten Materialien unter folgenden Gesichtspunkten
aufzubereiten:

▪   Sprachlich einfache Ausdrucksweise
    Mit Rücksichtnahme auf einen unterschiedlichen Sprachstand der
    Teilnehmer im Deutschen sollten sich alle Unterrichtsmaterialien am
    Sprachniveau B1 des GER orientieren und sprachdidaktisch überarbeitet
    sein. Trotz der Notwendigkeit des Einsatzes von Fachvokabular sollte
    die im Kurs gepflegte Sprache und Ausdrucksweise möglichst einfach
    gehalten werden.

▪   Elementarisieren des Unterrichtsgegenstandes
    Der behandelte Gegenstand wird auf die grundlegenden Aspekte
    beschränkt, die zu seinem Verstehen notwendig sind.

▪   Induktives Vorgehen
    Das Erschließen des Unterrichtsstoffes sollte zumeist anhand konkreter
    Beispiele durch ein induktives Vorgehen erfolgen.

▪   Visualisieren
    Bei der Aufbereitung der Themen und Inhalte steht Anschaulichkeit im
    Mittelpunkt. Dies kann durch den Einsatz verschiedener Medien (Print,
    Film, Fernsehen, Fotos, Statistiken, Graphiken etc.) befördert werden.

**5) Kursumfang**
Der Einbürgerungskurs umfasst 60 Unterrichtseinheiten (UE) à 45
Minuten. Es wird empfohlen, eine tägliche Unterrichtszeit von 6 UE
nicht zu überschreiten. Damit wird ein entsprechender zeitlicher
Rahmen geschaffen, um die vorgesehenen Inhalte gegenüber dem 45 UE
umfassenden Orientierungskurs erweiternd und vertiefend sowie mit
Hilfe teilnehmerorientierter Methoden zu behandeln.

*    *   Modul I:

    *   Einführung (1,5 UE)

*    *   Modul II:

    *   Leben in der Demokratie (insgesamt 33 UE)

*    *
    *   Teil 1:

    *   Demokratie und Teilhabe an der politischen Gestaltung (11 UE)

*    *
    *   Teil 2:

    *   Rechte und Pflichten (9 UE)

*    *
    *   Teil 3:

    *   Konfliktlösung in der demokratischen Gesellschaft (7 UE)

*    *
    *   Teil 4:

    *   Besonderheiten des Bundeslandes (6 UE)

*    *   Modul III:

    *   Geschichte und Verantwortung (13 UE)

*    *   Modul IV:

    *   Mensch und Gesellschaft (11 UE)

*    *   Modul V:

    *   Kursabschluss (1,5 UE)

**6) Gestaltung der Unterrichtszeiten**
Auf Basis eines Kursumfangs von 60 UE à 45 Minuten können verschiedene
Zeitmodelle für die Durchführung des Einbürgerungskurses angeboten
werden, um vor allem in Regionen mit hohem Ausländeranteil und
größerem Einbürgerungspotenzial die unterschiedlichen Bedürfnisse und
Präferenzen der Teilnehmer (Berufstätige, Mütter mit Kindern etc.)
berücksichtigen zu können. Es wird folgendes differenziertes Angebot
vorgeschlagen:

▪   Kompakte Vollzeitkurse über zwei Wochen mit jeweils 30 UE (6 UE pro
    Tag), geeignet vor allem für Schnelllerner, Personen, die nicht an
    Abendkursen teilnehmen können, und Nichterwerbstätige;

▪   Teilzeitkurse in Form von Abendkursen über 15 Wochen mit jeweils 4 UE,
    geeignet vor allem für Berufstätige;

▪   Teilzeitkurse in Form von Wochenendkursen über sechs Wochenenden mit
    jeweils 10 UE, geeignet für Personen, die nicht an Abendkursen
    teilnehmen können, z. B. Beschäftigte im Schichtdienst;

▪   Vormittagskurse über drei Wochen mit jeweils 20 UE, geeignet vor allem
    für Hausfrauen/Hausmänner mit schulpflichtigen Kindern.

III. Themenbereiche und Lernziele (Module)
**Modul I: Einführung – Umfang: 1,5 UE**
Die Kursteilnehmer und Kursleiter sollen sich zunächst kennenlernen
und in einem offenen Gespräch ihre Erwartungen im Hinblick auf den
Einbürgerungskurs und die Einbürgerung artikulieren. Nach der
Vorstellung des Kursverlaufs werden erste lebensnahe Informationen in
Bezug auf die Bundesrepublik Deutschland, das jeweilige Bundesland und
die Kommune erarbeitet, um den Einstieg in das folgende Modul
vorzubereiten.
**Übergeordnete Lernziele/Schlüsselthemen**
Nach Abschluss des Moduls „Einführung“ sind folgende übergeordnete
Lernziele erreicht:
Die Kursteilnehmer (KT) ...

▪   kennen den Kursablauf.

▪   kennen die Erwartungen, die mit der Einbürgerung, der deutschen
    Staatsangehörigkeit sowie dem Einbürgerungskurs verbunden werden.

In diesem Modul steht die Auseinandersetzung mit folgenden
Schlüsselthemen im Zentrum:

▪   Erwartungen und Interessen des deutschen Staates und der Gesellschaft

    ο   bzgl. der Einbürgerung

    ο   bzgl. des Einbürgerungskurses

▪   Informationen zu Deutschland (Strukturdaten)

    ο   Daten und Fakten zum persönlichen Lebensumfeld (Stadt/Gemeinde)

    ο   Daten und Fakten zur Bundesrepublik und zu den Bundesländern

    ο   Vertiefungswissen: Bundesland

Modul II: Leben in der Demokratie – Umfang: 33 UE
**Teil 1: Demokratie und Teilhabe an der politischen Gestaltung –
Umfang: 11 UE**
Der inhaltliche Schwerpunkt liegt hier auf dem Verständnis des
Staatsaufbaus der Bundesrepublik Deutschland als Voraussetzung für
eine Teilhabe an der politischen Gestaltung. Ausgehend von dem Wissen
um die institutionelle Ordnung des politischen Systems und seine
funktionalen Zusammenhänge gilt es in den einzelnen Lernzielbereichen
ein Verständnis politischer Entscheidungsprozesse aufzubauen, das
sowohl die Entscheidungsträger und ihre Legitimation als auch die
Beteiligten an der politischen Willensbildung umfasst. Das
Kennenlernen verschiedener Elemente der demokratischen
Gesellschaftsordnung zielt dabei auf die Entwicklung oder Erweiterung
von Kompetenzen, die notwendig sind, um Partizipationsmöglichkeiten
bei der Lösung gesellschaftlicher Probleme erkennen und wahrnehmen zu
können.
**a. Übergeordnete Lernziele/Schlüsselthemen**
Nach Abschluss dieses Modulabschnitts sind die folgenden
übergeordneten Lernziele erreicht:
Die Kursteilnehmer (KT) …

▪   kennen den Aufbau des demokratischen, föderativen Systems, die
    wichtigsten Staatsorgane und Staatsämter und deren Bedeutung, die
    Staatssymbole, die Grundzüge der Parteienlandschaft und des deutschen
    Wahlsystems.

▪   erkennen die Notwendigkeit der Gewaltenteilung für die
    Funktionsfähigkeit des Rechtsstaates.

▪   kennen die Möglichkeiten zur Teilhabe an der politischen Gestaltung
    und reflektieren diesbezüglich die Vorteile, die die deutsche
    Staatsangehörigkeit mit sich bringt.

▪   wissen um die Bedeutung der gesellschaftlich-politischen Partizipation
    für das Funktionieren des demokratischen Systems.

Die übergeordneten Lernziele sollen durch die Auseinandersetzung mit
den folgenden Schlüsselthemen erreicht werden:

▪   Parlamentarische Demokratie, Staatsaufbau und föderales System der
    Bundesrepublik Deutschland

▪   Erfahrungen der Kursteilnehmer mit politischen
    Partizipationsmöglichkeiten

▪   Möglichkeiten der Beteiligung: Wahlen, Parteien, Bürgerinitiativen,
    Verbände, Vereine, politische Stiftungen, Gewerkschaften,
    Demonstrationen (Vorteile der deutschen Staatsangehörigkeit)

▪   Informationsvermittlung als Basis der Teilhabe

**b. Themen – Feinlernziele – Lerninhalte**

*    *   Thema

    *   Feinlernziele

    *   Lerninhalte

    *   Verweise

    *   UE

*    *   Demokratie und Staatsaufbau

    *   KT …

        ▪   wissen, dass Deutschland eine parlamentarische, repräsentative
            Demokratie ist.

        ▪   verstehen die Grundprinzipien der demokratischen Ordnung und wissen um
            ihre Bedeutung für Freiheit und Gerechtigkeit.

        ▪   kennen die grundlegenden Unterschiede zu totalitären Staatsformen.

        ▪   wissen, dass die zentralen Grundsätze der Demokratie im Grundgesetz
            als der Verfassung der Bundesrepublik Deutschland formuliert sind.

        ▪   kennen die Bedeutung der Gewaltenteilung für das demokratische System
            (auch im historischen Kontext).

    *
        ▪   Merkmale der Demokratie in Deutschland: repräsentativ/parlamentarisch

        ▪   Artikel 20 GG, Volkssouveränität, Repräsentativsystem,
            Mehrheitsprinzip, streitbare und wehrhafte Demokratie,
            Rechtsstaatlichkeit

        ▪   Unterschiede zur Monarchie, Diktatur

        ▪   Grundgesetz als Verfassung

        ▪   Staatsaufbau und Gewaltenteilung

    *
        ▪   III. Wurzeln der Demokratie in Deutschland vor 1945; Die Zeit des
            Nationalsozialismus und ihre Folgen

        ▪   II. 2 Grundrechte und Grundgesetz

    *   3

*    *   Föderalismus

    *   KT …

        ▪   wissen, dass es in der Bundesrepublik 16 Bundesländer gibt und kennen
            deren Namen.

        ▪   wissen, dass in jedem Bundesland ein eigenes Landesparlament und eine
            eigene Landesregierung gewählt werden.

        ▪   wissen, dass die Bundesländer über den Bundesrat bei der Gesetzgebung
            mitwirken.

    *
        ▪   Deutschland als Bundesstaat (Art. 20 Abs. 1 GG)

        ▪   Bundesrat: Mitwirkung der Bundesländer an der Gesetzgebung

    *
        ▪   III. Wurzeln der Demokratie in Deutschland vor 1945

    *   1

*    *   Die Verfassungsorgane der Bundesrepublik Deutschland und ihre Aufgaben

    *   KT…

        ▪   kennen die Verfassungsorgane der Bundesrepublik Deutschland und sind
            mit ihrer Zusammensetzung und ihren grundsätzlichen Aufgaben vertraut.

        ▪   wissen um die rechtsstaatliche Bindung und Gesetzmäßigkeit von
            Regierung und Verwaltung.

    *
        ▪   Aufgaben und Funktionen des Bundestags: Regierungsbildung,
            Gesetzgebung, Willensbildung

        ▪   Aufgaben der Bundesregierung: politische Zielsetzungen, Initiativen,
            Umsetzung von Beschlüssen

        ▪   Aufgaben und Funktionen des Bundesrats: Beteiligung der Länder und
            Kontrolle

        ▪   Aufgabe und Funktion des Bundesverfassungsgerichts: kontrolliert das
            Regierungshandeln hinsichtlich der Verfassungskonformität/Einhaltung
            von Grundrechten

        ▪   Rolle und Aufgaben des Staatsoberhaupts: Repräsentation der
            Bundesrepublik im In- und Ausland, Impulse für gesellschaftlichen
            Dialog

    *
        ▪   II. 2 Rechtsstaatsprinzip

        ▪   III. Wurzeln der Demokratie in Deutschland vor 1945; Deutschland in
            Europa

    *   3

*    *   Wahlen und Parteien

    *   KT …

        ▪   kennen und verstehen die wichtigsten Funktionen demokratischer Wahlen.

        ▪   kennen die Prinzipien des deutschen Wahlsystems.

        ▪   kennen in Grundzügen System und Ablauf der Bundestags- und
            Europawahlen.

        ▪   kennen die im Bundestag vertretenen Parteien und wissen, wie sie sich
            Informationen über sie verschaffen können.

        ▪   kennen die wesentlichen Aufgaben der Parteien im politischen
            Willensbildungsprozess und erörtern sie exemplarisch.

        ▪   kennen die wichtigsten Grundsätze des Parteiensystems.

    *
        ▪   Grundfunktion von Wahlen: Wahl/Abwahl der Regierung

        ▪   Prinzipien des deutschen Wahlsystems: allgemein, unmittelbar, frei,
            gleich, geheim

        ▪   Wahlsystem und Wahlablauf bei Bundestags- und Europawahl

        ▪   Parteien im Bundestag

        ▪   Aufgabe und Bedeutung der Parteien bei der politischen Willensbildung:
            Öffentlichkeitsarbeit, Bündelung und Artikulation von Interessen

        ▪   Wichtige Grundsätze des deutschen Parteiensystems:
            Mehrparteienprinzip, Verfassungstreue

    *
        ▪   II. 2 Bürgerrechte und weitere Grundrechte

        ▪   II. 3 Konflikte in der Politik

        ▪   III. Wurzeln der Demokratie in Deutschland vor 1945

    *   3

*    *   Staatssymbole

    *   KT …

        ▪   kennen die Staatssymbole des Bundes und den Text der Nationalhymne.

        ▪   kennen die Symbole des jeweiligen Bundeslandes.

    *
        ▪   Symbole des demokratischen Deutschland: Nationalhymne, Bundesfarben,
            Bundessiegel

        ▪   Symbole der Bundesländer

    *
        ▪   III. Wurzeln der Demokratie in Deutschland vor 1945

    *   1

**c. Schlüsselbegriffe**
Mehrheitsprinzip, Richtlinienkompetenz, Volkssouveränität,
freiheitliche demokratische Grundordnung, Rechtsstaat, Verhältniswahl,
Fünf-Prozent-Hürde, Koalition, Opposition, Vertrauensfrage,
Ehrenamt/bürgerschaftliches Engagement, Bundesstaat, Teilhabe
Modul II: Leben in der Demokratie
**Teil 2: Rechte und Pflichten – Umfang: 9 UE**
Anhand anschaulicher Beispiele werden in diesem Modul Inhalt und
Bedeutung der Grundrechte vermittelt und der Aufbau des Grundgesetzes
erläutert. Die Kursteilnehmer entwickeln praxisnah ein tieferes
Verständnis für die staatsbürgerlichen Pflichten und die Verantwortung
des Einzelnen für das Gemeinwohl. Das Zusammenspiel zwischen
Rechtsstaatsprinzip, Grundrechten, staatsbürgerlichen Pflichten und
dem Bemühen des Staates um soziale Gerechtigkeit soll reflektiert und
erörtert werden.
**a. Übergeordnete Lernziele/Schlüsselthemen**
Nach Abschluss dieses Modulabschnitts sind folgende übergeordnete
Lernziele erreicht:
Die Kursteilnehmer (KT) …

▪   kennen den Aufbau des Grundgesetzes (GG) und wissen, dass die
    Grundrechte in den Artikeln 1 bis 19 verankert sind.

▪   sind mit den Begriffen Freiheits- und Gleichheitsrechte,
    Menschenrechte und Bürgerrechte/„Deutschenrechte“ vertraut.

▪   sind besonders vertraut mit den Artikeln 1 bis 6 GG.

▪   verstehen die Bedeutung des Rechtsstaatsprinzips, den grundlegenden
    Wert gegenseitiger Toleranz und des Schutzes der Menschenwürde (Art. 1
    GG) für das friedliche Zusammenleben in der Bundesrepublik
    Deutschland.

▪   erkennen in den staatsbürgerlichen Pflichten notwendige Forderungen an
    den Einzelnen für den Erhalt des Gemeinwohls.

▪   wissen um Möglichkeiten und die Wichtigkeit, Verantwortung für das
    Gemeinwohl zu übernehmen.

▪   verstehen im Sozialstaatsprinzip das Bemühen des Staates um soziale
    Gerechtigkeit.

▪   reflektieren die persönliche Inanspruchnahme von Grundrechten anhand
    aktueller Debatten.

In diesem Kursteil steht die Auseinandersetzung mit folgenden
Schlüsselthemen im Zentrum:

▪   Aufbau des Grundgesetzes (GG)

▪   Verankerung der Grundrechte im GG: Art. 1-19

▪   Rechtsstaatsprinzip

▪   Achtung der Menschenwürde und gegenseitige Toleranz als Grundpfeiler
    des Zusammenlebens

▪   staatsbürgerliche Pflichten als Spiegel der Grund- und Menschenrechte;
    Verantwortung für das Gemeinwohl

▪   Sozialstaatsprinzip und soziale Gerechtigkeit

▪   Bezug zu aktuellen Debatten

**b. Themen – Feinlernziele – Lerninhalte**

*    *   Thema

    *   Feinlernziele

    *   Lerninhalte

    *   Verweise

    *   UE

*    *   Rechtsstaatsprinzip

    *   KT …

        ▪   verstehen, dass staatliches Handeln an Gesetze gebunden ist, dem
            Prinzip der Rechtsgleichheit unterliegt und dies durch die
            Unabhängigkeit der Gerichte gewährleistet wird.

    *
        ▪   Bindung staatlichen Handelns an Gesetze

        ▪   Rechtsschutz für alle Staatsangehörigen durch unabhängige Gerichte

        ▪   Rechtsgleichheit

    *
        ▪   II. 1 Demokratie und Staatsaufbau

        ▪   II. 3 Konflikte vor Gericht

        ▪   III. Wurzeln der Demokratie in Deutschland vor 1945; Die Zeit des
            Nationalsozialismus und ihre Folgen

    *   1

*    *   Grundrechte und Grund-gesetz

    *   KT ...

        ▪   kennen den Aufbau des Grundgesetzes.

        ▪   sind vertraut mit Inhalt und Wesen der Grundrechte, besonders der Art.
            1-6.

        ▪   reflektieren die Schranken der Grundrechte und erkennen die
            Spannungsfelder zwischen den einzelnen Grundrechten.

    *
        ▪   Menschenwürde als Leitprinzip der Verfassung (Art. 1 GG)

        ▪   Grundrechtsbindung der staatlichen Gewalt (Art. 1 Abs. 3 GG)

        ▪   Gewährleistung der allgemeinen Handlungsfreiheit und Recht auf aktive
            Gestaltung der Lebensführung (Art. 2 GG)

        ▪   Gleichheit vor dem Gesetz (Art. 3 Abs. 1 GG)

        ▪   Gleichberechtigung von Frauen und Männern (Art. 3 Abs. 2 GG)

        ▪   Diskriminierungsverbote (Art. 3 Abs. 3 GG)

        ▪   Glaubens-, Gewissens- und Bekenntnisfreiheit (Art. 4 Abs. 1 GG)

        ▪   Recht auf ungestörte Religionsausübung (Art. 4 Abs. 2 GG)

        ▪   Bedeutung der Meinungs-, Informations-, Presse-, Kunst- und
            Forschungsfreiheit (Art. 5 Abs. 1 und 3 GG) für die freiheitliche
            demokratische Grundordnung

        ▪   Ehe, Familie, nichteheliche Kinder (Art. 6 GG)

        ▪   Toleranzprinzip

        ▪   Grundrechte im Spannungsfeld zueinander (z. B. Rauchverbot,
            Lärmbelästigung, Kopftuchdebatte, Definition von Kunst,
            „Schmähkritik“)

    *
        ▪   II. 1 Wahlen und Parteien

        ▪   II. 3 Konfliktlösung

        ▪   III. Wurzeln der Demokratie in Deutschland vor 1945; Die Zeit des
            Nationalsozialismus und ihre Folgen

        ▪   IV. Familie und gesellschaftliches Zusammenleben in Deutschland;
            Bildung in Deutschland; Religiöse Vielfalt in Deutschland

    *   3

*    *   Bürgerrechte („Deutschenrechte“) und weitere Grundrechte

    *   KT …

        ▪   wissen, dass es Rechte gibt, die an die deutsche Staatsangehörigkeit
            gebunden sind, die z. T. über Art. 2 GG oder andere Gesetze auch für
            Ausländer gelten.

    *
        ▪   Staatsbürgerliche Rechte und Pflichten, Zugang zu öffentlichen Ämtern
            (Art. 33 GG)

        ▪   Begriff „Deutscher“ (Art. 116 GG)

        ▪   Wahlrecht (Art. 38 Abs. 2 GG)

        ▪   Versammlungsfreiheit (Art. 8 GG)

        ▪   Vereinigungsfreiheit (Art. 9 GG)

        ▪   Freizügigkeit im Bundesgebiet (Art. 11 Abs. 1 GG)

        ▪   Freie Berufswahl (Art. 12 Abs. 1 GG)

    *
        ▪   II. 1 Wahlen und Parteien

        ▪   III. Wurzeln der Demokratie in Deutschland vor 1945; Die Zeit des
            Nationalsozialismus und ihre Folgen

    *   2

*    *   Staatsbürgerliche Pflichten und Sozialstaat

    *   KT …

        ▪   wissen, dass an das Leben in einer Gemeinschaft zur Wahrung des
            Gemeinwohls Pflichten geknüpft sind.

        ▪   verstehen die Bedeutung von Elternpflicht, Schulpflicht, Wehrpflicht,
            Zivildienst und den Grundsatz „Eigentum verpflichtet“.

        ▪   kennen die Grundzüge des Sozialstaatsprinzips.

        ▪   wissen um die Pflichten der Bezieher von Sozialleistungen.

    *
        ▪   Gleiche Rechte und Pflichten als Staatsangehöriger (Art. 33 Abs. 1 GG)

        ▪   Elternpflicht (Art. 6 Abs. 2 GG)

        ▪   Schulpflicht (Art. 7 GG)

        ▪   Wehrpflicht, Zivildienst (Art. 12a GG)

        ▪   Eigentum verpflichtet (Art. 14 Abs. 2 und 3 GG, Art. 15 GG)

        ▪   Steuerpflicht

        ▪   Gesetzestreue

        ▪   Sozialstaatsprinzip: Fürsorgepflicht des Staates und staatliches
            Bemühen um soziale Gerechtigkeit

        ▪   Pflichten der Bezieher von Sozialleistungen

    *
    *   2

*    *   Verantwortung des Einzelnen für das Gemein-wohl

    *   KT …

        ▪   erkennen die Bedeutung staatsbürgerlicher und sonstiger Ehrenämter für
            das Gemeinwohl und wissen, wie sie Zugang zu diesen erlangen können.

    *
        ▪   Staatsbürgerliche Ehrenämter: z. B. Wahlhelfer, ehrenamtliche
            Richter/Schöffen, politisches Ehrenamt

        ▪   Sonstige Ehrenämter: Einsatz bei Katastrophenfällen (THW, DRK etc.)

        ▪   Vereine

    *
        ▪   II. 1 Wahlen und Parteien

        ▪   II. 1 Politische Teilhabe auf kommunaler Ebene

    *   1

**c. Schlüsselbegriffe**
Rechtsstaatsprinzip, Rechtsgleichheit, Menschenwürde, Toleranz,
Grundrechtsbindung, freie Persönlichkeitsentfaltung, allgemeine
Handlungsfreiheit, Gleichberechtigung, Diskriminierungsverbot,
Meinungsfreiheit, Pressefreiheit/Informationsfreiheit, Freiheit der
Wissenschaft, Schutz von Ehe und Familie,
Bürgerrechte/„Deutschenrechte“, Sozialstaatsprinzip, Fürsorgepflicht
des Staates, soziale Gerechtigkeit, Gemeinwohl, Ehrenamt, Wahlhelfer,
Schöffe(n), Katastrophenfall
Modul II: Leben in der Demokratie
**Teil 3: Konfliktlösung in der demokratischen Gesellschaft – Umfang:
7 UE**
Der Umgang mit Konflikten im demokratischen Rechtsstaat ist ein
wichtiger gesellschaftspolitischer Teilbereich, der für alle in
Deutschland lebenden Menschen unmittelbar im Alltag erfahrbar werden
kann. Daher ist es zunächst sinnvoll, sich die Bandbreite von
möglichen Konflikten und die Ebenen, auf denen sich diese abspielen
können, bewusst zu machen. Konflikte und mögliche Wege zu deren
friedlicher Lösung sollen in diesem Teil des Kurses beispielhaft
konkretisiert werden. Daraus lassen sich Grundprinzipien der
Rechtsstaatlichkeit sowie ein Verständnis des Zusammenhangs der
Lösungswege mit den Grundrechten und Werten der deutschen Verfassung
herleiten. Die Teilnehmer sollen dazu angeregt werden, die Folgen
verschiedener Wege der Konfliktbewältigung und Konfliktlösung zu
durchdenken. Der Bezug zu spezifischen Problemstellungen ihrer
Lebenswelt bildet die Leitlinie für die Auswahl des
Unterrichtsmaterials.
**a. Übergeordnete Lernziele/Schlüsselthemen**
Nach Abschluss dieses Modulabschnitts sind die folgenden
übergeordneten Lernziele erreicht:
Die Kursteilnehmer (KT) …

▪   kennen verschiedene Ebenen der Konfliktaustragung in der
    demokratischen Gesellschaft.

▪   erkennen die grundlegende Bedeutung der Verbindung von
    Rechtsstaatlichkeit, Grundrechten und Möglichkeiten der
    Konfliktaustragung für die bundesrepublikanische Gesellschaftsordnung.

▪   reflektieren verschiedene Arten des Umgangs mit Konflikten anhand
    ausgewählter Beispiele.

In diesem Kursteil steht die Auseinandersetzung mit folgenden
Schlüsselthemen im Zentrum:

▪   Möglichkeiten des Umgangs mit Konflikten

▪   Bedeutung der Grundrechte und der Rechtsstaatlichkeit für die
    Möglichkeiten der Konfliktbewältigung

**b. Themen – Feinlernziele – Lerninhalte**

*    *   Thema

    *   Feinlernziele

    *   Lerninhalte

    *   Verweise

    *   UE

*    *   Lebensweltbezogene Konflikte

    *   KT …

        ▪   kennen verschiedene Arten von lebensweltbezogenen Konflikten und deren
            Akteure.

        ▪   sind sich der Regeln und Verhaltensspielräume beim Umgang mit diesen
            Konflikten bewusst.

        ▪   reflektieren verschiedene Verfahren zur Bewältigung dieser Konflikte.

    *
        ▪   Veranschaulichung verschiedener Verfahren zur Konfliktbewältigung
            anhand lebensweltbezogener Konfliktsituationen

        ▪   Gewaltlosigkeit als Prinzip der Konfliktlösung

        ▪   Kompromisse am Ende eines Diskussionsprozesses

        ▪   Mehrheitsprinzip

    *
        ▪   IV. Familie und gesellschaftliches Zusammenleben in Deutschland

    *   3

*    *   Konflikte vor Gericht

    *   KT …

        ▪   wissen, dass Konfliktlösungen immer innerhalb des Rahmens von Recht
            und Gesetz gefunden werden müssen.

        ▪   verstehen, warum das Gewaltmonopol allein beim Staate liegen muss.

        ▪   kennen Akteure und Spielregeln einer Konfliktaustragung vor Gericht.

        ▪   reflektieren die Bedeutung von Gerichtsprozessen für die Bewältigung
            oder Lösung von Konflikten.

    *
        ▪   Bindung der Konfliktbewältigung an Recht und Gesetz

        ▪   Gewaltmonopol des Staates: Durchsetzung von Recht und Gesetz durch
            Ordnungsbehörden, Polizei und Bundespolizei

        ▪   Gerichtsprozess und Gerichtsentscheid (Beispiele)

    *
        ▪   II. 2 Rechtsstaatsprinzip

    *   2

*    *   Konflikte in der Politik

    *   KT …

        ▪   kennen eine Reihe von Beispielen für Konflikte in der Politik.

        ▪   kennen eine Reihe von Akteuren und Ebenen der Austragung politischer
            Konflikte im demokratischen Rechtsstaat.

        ▪   reflektieren demokratische Verfahren zum Umgang mit politischen
            Konflikten.

    *
        ▪   Konflikte in Innenpolitik und Außenpolitik, aktuelle Debatten

        ▪   Diskussionsprozesse in Parlamenten, Parteien, Verbänden, Vereinen und
            Medien

        ▪   Willens- und Meinungsbekundung in Demonstrationen

        ▪   Einflussmöglichkeiten über Bürgerinitiativen, Schiedsgerichte

    *
        ▪   II. 2 Rechtsstaatsprinzip

    *   2

**c. Schlüsselbegriffe**
Konfliktbewältigung, Mehrheitsprinzip, Kompromiss, Gerichtsentscheid,
Gewaltmonopol des Staates, Grundrechte, Rechtsstaatlichkeit
Modul II: Leben in der Demokratie
**Teil 4: Besonderheiten des Bundeslandes – Umfang: 6 UE**
Dieser Teil hat die bundeslandspezifische Vertiefung des Wissens um
demokratische Teilhabemöglichkeiten zum Ziel. Das einzelne Bundesland,
in dem der Einbürgerungskurs durchgeführt wird, erhält an dieser
Stelle Freiraum zur inhaltlichen Ausgestaltung unter Berücksichtigung
der übergeordneten Lernziele und Schlüsselthemen. Auf diese Weise
werden den Teilnehmern Bedeutung und Stellenwert der föderalen
Struktur Deutschlands in der Politik und im Alltag bewusst.
**a. Übergeordnete Lernziele/Schlüsselthemen**
Nach Abschluss dieses Modulabschnitts ist folgendes übergeordnete
Lernziel erreicht:
Die Kursteilnehmer (KT) …

▪   kennen spezifische Partizipationsmöglichkeiten in ihrem Bundesland.

In diesem Kursteil steht die Auseinandersetzung mit folgenden
Schlüsselthemen im Zentrum:

▪   besondere Teilhabemöglichkeiten im Bundesland

▪   kommunale Möglichkeiten der politischen Teilhabe

**b. Themen – Feinlernziele – Lerninhalte**

*    *   Thema

    *   Feinlernziele

    *   Lerninhalte

    *   Verweise

    *   UE

*    *   Politische Teilhabe auf kommunaler Ebene

    *   KT …

        ▪   kennen in Grundzügen die Gliederung und Zuständigkeiten der kommunalen
            Verwaltung.

        ▪   kennen Instrumente der Bürgerbeteiligung.

        ▪   reflektieren exemplarisch Mitwirkungsmöglichkeiten im konkreten
            Lebensumfeld.

    *
        ▪   Organe und Zuständigkeiten kommunaler Verwaltung (Grundzüge)

        ▪   Möglichkeiten der politischen Betätigung im Lebensumfeld: Arbeit in
            Vereinen, Verbänden, Parteien; Teilnahme an Wahlen; Bürgerantrag,
            -begehren, -entscheid; sachkundiger Bürger

    *
        ▪   II. 1 Wahlen und Parteien

    *   5

*    *   Volksbegehren und Volksentscheid

    *   KT ...

        ▪   kennen den Ablauf von Volksbegehren und Volksentscheid.

    *
        ▪   Themen von Volksbegehren, Durchführung, Quoren, Fristen

    *
        *   II. 1 Föderalismus

    *   1

**c. Schlüsselbegriffe**
kommunale Verwaltung, Bürgerbeteiligung, Bürgerantrag, Bürgerbegehren,
Bürgerentscheid, Volksbegehren, Volksentscheid, Quorum
**Modul III: Geschichte und Verantwortung – Umfang: 13 UE**
Zur Erlangung eines tieferen Verständnisses für die deutsche Gegenwart
und für den Prozess der Einigung Europas zur Verwirklichung von
Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit sollen grundlegende Phasen und
Ereignisse der deutschen Geschichte und insbesondere der Vorgeschichte
der Bundesrepublik Deutschland erörtert und reflektiert werden. Dies
soll unter Bezugnahme auf die Gegenwart der Bundesrepublik Deutschland
und mit Blick auf die Ausbildung einer parlamentarischen Demokratie
erfolgen. So soll beispielsweise der Zusammenhang zwischen dem
Paulskirchenparlament 1848/49 und der Entstehung des Grundgesetzes
aufgezeigt werden. Dazu gehört auch das Wissen, dass dem Parlament im
deutschen Kaiserreich und in der Weimarer Republik jeweils eine
unterschiedliche politische Bedeutung zukam und dass mit der
nationalsozialistischen Diktatur die Prinzi-pien Demokratie und
Rechtsstaatlichkeit aufgehoben und darüber hinaus mit Terror und
menschenverachtenden Mitteln ideologische Vorstellungen durchgesetzt
wurden. Hieraus resultiert eine besondere Verantwortung für den Erhalt
der demokratischen Verfassung. Schließlich sollen Bedeutung und
Einfluss der deutschen Teilung sowie des europäischen
Einigungsprozesses auf die Gegenwart der Bundesrepublik Deutschland
verstanden und reflektiert werden.
**a. Übergeordnete Lernziele/Schlüsselthemen**
Nach Abschluss des Moduls „Geschichte und Verantwortung“ sind folgende
übergeordnete Lernziele erreicht:
Die Kursteilnehmer (KT) …

▪   lernen die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland im historischen
    und europäischen Kontext kennen.

▪   erkennen in der gegenwärtigen gesellschaftlichen Zusammensetzung und
    politischen Verfasstheit der Bundesrepublik Deutschland das Ergebnis
    einer historischen Entwicklung.

▪   reflektieren die Migrationsgeschichte vor dem Hintergrund des
    Entwicklungsprozesses der Bundesrepublik Deutschland.

In diesem Kursteil steht die Auseinandersetzung mit folgenden
Schlüsselthemen im Zentrum:

▪   Vorstellungen der KT vom Zusammenhang von Geschichte und Gegenwart
    sowie Verortung ihrer biografischen Erfahrungen als Teil gelebter
    Geschichte

▪   die Bundesrepublik Deutschland als Ergebnis historischer Entwicklungen

▪   Einbindung der Bundesrepublik Deutschland in den europäischen Kontext

**b. Themen – Feinlernziele – Lerninhalte**

*    *   Thema

    *   Feinlernziele

    *   Lerninhalte

    *   Verweise

    *   UE

*    *   Wurzeln der Demokratie in Deutschland vor 1945

    *   KT…

        ▪   wissen, dass wichtige Elemente der bundesrepublikanischen Demokratie
            ihren Ursprung 1848/49 im Paulskirchenparlament haben.

        ▪   wissen, dass mit dem deutschen Kaiserreich zwar der Nationalstaat,
            nicht aber die parlamentarische Demokratie verwirklicht wurde.

        ▪   wissen, dass mit der Weimarer Republik erstmalig die parlamentarische
            Demokratie in Deutschland verwirklicht wurde.

    *
        ▪   Paulskirchenparlament 1848/49:

            ο   Erster Versuch zur Gründung eines demokratischen Nationalstaates in
                Deutschland

            ο   Verabschiedung einer Verfassung inkl. Grundrechte

            ο   Staatssymbolik Schwarz-Rot-Gold

            ο   Scheitern am Widerstand der herrschenden Fürsten in Deutschland

        ▪   Deutsches Kaiserreich:

            ο   Gründung des ersten deutschen Nationalstaates

            ο   allgemeines (Männer-) Wahlrecht

            ο   Parlament ohne Kompetenz zur Regierungsbildung

            ο   Ende im Ersten Weltkrieg

        ▪   Weimarer Republik:

            ο   erste parlamentarische De-mokratie

            ο   Verfassung inkl. Grundrechte

            ο   Scheitern durch soziale Not (Weltwirtschaftskrise) und politischen
                Extremismus

    *
        ▪   II. 1 Föderalismus, parlamentarische Demokratie, Wahlen und Parteien

        ▪   II. 2 Grundrechte und Grundgesetz

    *   2

*    *   Die Zeit des Nationalsozialismus und ihre Folgen

    *   KT …

        ▪   kennen den Erfahrungshintergrund der Bundesrepublik Deutschland.

        ▪   erkennen, dass die Normen und Werte der NS-Zeit im Widerspruch zum GG
            stehen.

        ▪   erkennen die große Verantwortung für einen demokratischen Neuanfang,
            der eine Wiederholung der Geschichte unmöglich machen soll.

    *
        ▪   NS-Diktatur: Aufhebung der Rechtsordnung, Gleichschaltung, Holocaust,
            Zweiter Weltkrieg, Emigration

        ▪   Besatzung durch alliierte Siegermächte 1945-1949: drei Westzonen, eine
            Ostzone, Teilung Berlins

    *
        ▪   II. 1 Demokratie und Staatsaufbau

        ▪   II. 2 Rechtsstaats-prinzip

    *   2

*    *   Gründung der Bundesrepublik Deutschland

    *   KT …

        ▪   wissen, dass mit der Gründung der Bundesrepublik die
            Rechtsstaatlichkeit wiederhergestellt wurde, die durch die NS-Diktatur
            außer Kraft gesetzt wurde.

        ▪   verstehen die bis heute damit verbundene Verantwortung.

    *
        ▪   Kapitulation

        ▪   „Stunde Null“

        ▪   Demokratischer Neubeginn: Wiederherstellung der Rechtsstaatlichkeit,
            Grundgesetz, freie Wahlen, freie Presse

    *
        ▪   II. 1 Demokratie und Staatsaufbau; Föderalismus

        ▪   II. 2 Rechtsstaatsprinzip; Grundrechte und Grundgesetz

        ▪   III. Wurzeln der Demokratie in Deutschland vor 1945

    *   1

*    *   Wichtige Stationen der Nachkriegsgeschichte

    *   KT …

        ▪   kennen die Grundzüge der historischen, politischen und
            wirtschaftlichen Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg.

        ▪   wissen um die Teilung Deutschlands und die Spaltung Europas.

        ▪   kennen die Grundzüge der Entwicklung, die zur Wiedervereinigung
            Deutschlands und zur Einigung Europas geführt haben.

    *
        ▪   Aufbau der zerstörten Infrastruktur

        ▪   Kalter Krieg

        ▪   Bundesrepublik Deutschland:

            ο   Hilfe der USA (Marshall-Plan)

            ο   Einführung der Sozialen Marktwirtschaft / Währungsreform /
                „Wirtschaftswunder“

            ο   Westintegration (NATO)

            ο   Entspannungspolitik

        ▪   Deutsche Demokratische Republik:

            ο   Ostintegration (Warschauer Pakt)

            ο   Sozialistisches System, Einparteienstaat

            ο   Volksaufstand

        ▪   Eiserner Vorhang: Flüchtlinge, Mauerbau 1961

        ▪   Zerfall des Ostblocks

        ▪   Maueröffnung / Wiedervereinigung

    *
        ▪   II. 1 Föderalismus

    *   4

*    *   Deutschland in Europa

    *   KT …

        ▪   kennen die Grundzüge der Entwicklung der Europäischen Union.

        ▪   kennen die vier Freiheiten des Binnenmarktes.

        ▪   wissen, dass Drittstaatsangehörige mit der Erlangung der deutschen
            Staatsangehörigkeit auch EU-Bürger werden.

        ▪   kennen wichtige Stationen der europäischen Integration und deren
            Motive.

    *
        ▪   Überwindung alter Gegensätze

        ▪   Unionsbürgerschaft

        ▪   EWG, EG, EU

        ▪   Gemeinsamer Markt ohne Binnengrenzen: Warenverkehrsfreiheit,
            Dienstleistungsfreiheit, Niederlassungsfreiheit,
            Arbeitnehmerfreizügigkeit / Freiheit des Kapitalverkehrs

        ▪   Währungsunion und Eurozone

        ▪   EU-Erweiterung

    *
        ▪   II. 1 Wahlen und Parteien

    *   2

*    *   Migrationsgeschichte

    *   KT …

        ▪   kennen die Grundzüge der Geschichte der Migration nach Deutschland.

    *
        ▪   Verschiedene Migrantengruppen in Deutschland:

            ο   Arbeitsmigranten

            ο   (Spät-) Aussiedler / Flüchtlinge / Vertriebene

            ο   Asylbewerber / Bürgerkriegsflüchtlinge

            ο   jüdische Zuwanderer

            ο   ausländische Studierende

            ο   EU-Binnenmigranten

    *
        ▪   IV. Kultur im föderalen Deutschland

    *   2

**c. Schlüsselbegriffe**
Gründung der Bundesrepublik Deutschland, Wiederaufbau,
Wirtschaftswunder, Teilung/Wiedervereinigung Deutschlands, europäische
Einigung, demokratischer Neubeginn, Nachkriegszeit, Staatsformen,
Nationalsozialismus/NS-Diktatur, Holocaust, „Stunde Null“,
Rechtsstaatlichkeit, Währungsreform, Eiserner Vorhang, geteiltes
Deutschland, Besatzung, Europäische Union, gemeinsamer Markt,
Eurozone, EU-Erweiterung, Migrationsgeschichte, Arbeitsmigranten,
(Spät-) Aussiedler, Flüchtlinge, Vertriebene,
Asylbewerber/Bürgerkriegsflüchtlinge, jüdische Zuwanderer, Parlament
in der Paulskirche, deutsches Kaiserreich, Weimarer Republik,
Weltwirtschaftskrise
**Modul IV: Mensch und Gesellschaft – Umfang: 11 UE**
Das Modul „Mensch und Gesellschaft“ zielt auf verschiedene Aspekte des
gesellschaftlichen Zusammenlebens in Deutschland. Die Teilnehmer
setzen sich mit Interkulturalität und kulturellem Wandel auseinander.
Der Kulturbegriff ist im Sinne der Einbürgerungswilligen so
aufzufassen, dass er Bereiche einschließt, die das Leben der
Teilnehmer maßgeblich beeinflussen. Sie sollen veranlasst werden,
bisherige Erfahrungen ihres Lebens in Deutschland einzuordnen und
gezielt auf ein friedliches und gemeinschaftliches Miteinander hin zu
reflektieren. Diese Auseinandersetzung kann zu einem Nachdenken über
die eigene Verortung in diesem kulturellen Umfeld beitragen und
insbesondere den Blick auf bereits wahrgenommene oder zukünftig
wahrnehmbare Teilhabechancen lenken.
**a. Übergeordnete Lernziele/Schlüsselthemen**
Nach Abschluss des Moduls „Mensch und Gesellschaft“ sind folgende
übergeordnete Lernziele erreicht:
Die Kursteilnehmer (KT) …

▪   erkennen die Prägungen Deutschlands auch infolge von
    Migrationsprozessen.

▪   reflektieren ihre eigene Verortung in der Aufnahmegesellschaft und die
    eigene Bereitschaft, sich als Teil einer pluralistischen Gesellschaft
    zu verstehen.

In diesem Kursteil steht die Auseinandersetzung mit folgenden
Schlüsselthemen im Zentrum:

▪   regionale Vielfalt

▪   kultureller Wandel Deutschlands durch Zuwanderung und ethnische
    Minderheiten

▪   Verortung der KT in ihrem kulturellen Umfeld

▪   Formen des Zusammenlebens

▪   religiöse Vielfalt

▪   Bildung

**b. Themen – Feinlernziele – Lerninhalte**

*    *   Thema

    *   Feinlernziele

    *   Lerninhalte

    *   Verweise

    *   UE

*    *   Kultur im föderalen Deutschland

    *   KT …

        ▪   erkennen, dass die Bundesrepublik Deutschland über vielfältige
            regionale Besonderheiten und Unterschiede verfügt.

        ▪   wissen um den stetigen kulturellen Wandel und reflektieren
            gesellschaftliche Reaktionen auf diesen Wandel.

    *
        ▪   Lokale und regionale Besonderheiten in Deutschland

        ▪   Stetiger Wandel von Kultur

        ▪   Kulturelle Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Zusammenhang mit
            Migrationsprozessen

        ▪   Interkulturalität im gesellschaftlichen Zusammenleben

    *
        ▪   III. Migrationsgeschichte

    *

*    *   Familie und gesellschaftliches Zusammenleben in Deutschland

    *   KT …

        ▪   kennen unterschiedliche Formen des Zusammenlebens von Menschen in
            Deutschland.

        ▪   kennen Aufgaben und Funktionen der Familie in Deutschland.

        ▪   reflektieren die Rollenverteilung in der Familie im Hinblick auf die
            Gleichberechtigung aller Familienmitglieder.

        ▪   erkennen die Bedeutung der Aufgabe der Erziehung von Kindern.

    *
        ▪   Familien (-formen), Ehe, Scheidung, Emanzipation der Frau

        ▪   Gleichheit, Gleichberechtigung, Antidiskriminierungsgebot

        ▪   Diskussions-, Streit- und Konfliktkultur

        ▪   Erziehung und Verantwortung

    *
        ▪   II. 3 Lebensweltbezogene Konflikte

        ▪   II. 2 Grundrechte und Grundgesetz; Rechtsstaatsprinzip

    *   3

*    *   Religiöse Vielfalt in Deutschland

    *   KT …

        ▪   wissen um die religiöse Vielfalt in Deutschland und haben einen
            Überblick über die Verbreitung verschiedener Religionen in
            Deutschland.

        ▪   reflektieren die Bedeutung der Religion im Alltag und im
            gesellschaftlichen Zusammenleben in Deutschland.

        ▪   reflektieren Toleranz als wichtigsten Grundsatz des friedlichen
            Zusammenlebens der Religionen.

    *
        ▪   Konfessionen/Religionen in Deutschland: Christentum (kath., ev.),
            Islam, Judentum u. a.

        ▪   Religionsausübung, Rolle von Religionsgemeinschaften, unterschiedliche
            Organisationsformen des religiösen Lebens in Deutschland

        ▪   Trennung von Kirche und Staat

        ▪   Interreligiöser Dialog und konfessionelle Konflikte

    *
        ▪   II. 3 Lebensweltbezogene Konflikte

    *   3

*    *   Bildung in Deutschland

    *   KT …

        ▪   kennen Informationsmöglichkeiten über Bildungsangebote.

        ▪   erkennen die Bedeutung von Bildung und lebenslangem Lernen für die
            persönliche Entwicklung und den beruflichen Erfolg in Deutschland.

        ▪   reflektieren die Verantwortung der Familie für den Bildungserfolg der
            Kinder.

    *
        ▪   Schul- und Ausbildungssystem in Deutschland

        ▪   Erwachsenenbildung

        ▪   Stellenwert und Wertschätzung von Bildung

        ▪   Bedeutung von gleichberechtigtem Zugang zu Bildung

        ▪   Gleichberechtigte Bildung von Mann und Frau

    *
    *   2

**c. Schlüsselbegriffe**
Regionale und lokale Besonderheiten, Interkulturalität, kultureller
Wandel, Diskussions-/Streit-/Konfliktkultur, Emanzipation, Toleranz,
Konfessionen, Religionen, Religionsausübung, Trennung von Kirche und
Staat, interreligiöser Dialog, Zugang zu Bildung

**Modul V: Kursabschluss – Umfang: 1,5 UE**
Der Kursabschluss gibt Raum, auf noch offengebliebene Fragen
einzugehen und die Kursteilnehmer auf das weitere Verfahren
vorzubereiten. Hier sollte auch die Möglichkeit zu einem gegenseitigen
Feedback genutzt werden. Bestandteil dessen soll eine schriftliche
Evaluation sein.
**Übergeordnete Lernziele/Schlüsselthemen**
Nach dem Modul „Kursabschluss“ sind folgende übergeordnete Lernziele
erreicht:
Die Kursteilnehmer (KT) ...

▪   wissen, welche weiteren Schritte zur Erlangung der deutschen
    Staatsangehörigkeit notwendig sind.

▪   kennen Möglichkeiten zur Weiterbildung.

In diesem Kurs steht die Auseinandersetzung mit folgenden
Schlüsselthemen im Zentrum:

▪   Einbürgerung – Wie geht es weiter?

    ο   Vorbereitung auf den Einbürgerungstest

    ο   Abschluss des Verfahrens: Einbürgerungsfeier

▪   Möglichkeiten zur Weiterbildung

    ο   Bundeszentrale/Landeszentralen für politische Bildung

    ο   Politische Stiftungen

    ο   Bildungsträger vor Ort

    ο   Literatur/Online-Angebote

▪   Feedback und Evaluation

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