Source: https://www.gesetze-im-internet.de/binschpersv/__142.html
Legislation: binschpersv

Title: Anlage 30 Technische und funktionale Anforderungen an Fahrsimulatoren und Radarsimulatoren in der Binnenschifffahrt

Description:
Verordnung über die Besatzung und über die Befähigungen der Besatzung von Fahrzeugen in der Binnenschifffahrt (BinSchPersV)
Lernziele:
Anlage 30 Technische und funktionale Anforderungen an Fahrsimulatoren und Radarsimulatoren in der Binnenschifffahrt

Paragraph: 142

Full Text:
Verordnung über die Besatzung und über die Befähigungen der Besatzung von Fahrzeugen in der Binnenschifffahrt (BinSchPersV)
Lernziele:
Anlage 30 Technische und funktionale Anforderungen an Fahrsimulatoren und Radarsimulatoren in der Binnenschifffahrt

(Fundstelle: Anlageband zu BGBl. I 2021, Ausgabe 81 vom 6. Dezember
2021, S. 107 - 120)

*    *   Nr.

    *   Gegenstand

    *   Qualitätsniveau der
        technischen Anforderungen

    *   Testverfahren

    *   Fahr-
        simu-
        lator

    *   Radar-
        simu-
        lator

*    *   1.

    *   Navigationsradaranlage für die Binnenschifffahrt

    *   Am Simulator muss mindestens eine Navigationsradaranlage für die
        Binnenschifffahrt mit denselben Funktionalitäten wie eine
        typgenehmigte Navigationsradaranlage für die Binnenschifffahrt gemäß
        ES-TRIN installiert sein.

    *   Es muss überprüft werden, ob die Anlage über dieselben
        Funktionalitäten wie eine typgenehmigte Navigationsradaranlage für die
        Binnenschifffahrt verfügt.

    *   x

    *   x

*    *   2.

    *   Kommunikationsanlage

    *   Der Simulator muss mit einer Kommunikationsanlage ausgestattet sein,
        bestehend aus

        –   einer internen Wechselsprechanlage und

        –   zwei unabhängigen UKW-Funkverkehrssystemen für Binnengewässer.

    *   Es muss überprüft werden, ob der Simulator mit einer
        Kommunikationsanlage ausgestattet ist.

    *   x

    *   x

*    *   3.

    *   Inland ECDIS

    *   Am Simulator muss mindestens ein Inland ECDIS installiert sein.

    *   Es muss überprüft werden, ob die Anlage über dieselben
        Funktionalitäten wie ein Inland ECDIS verfügt.

    *   x

    *

*    *   4.

    *   Übungsgebiet

    *   Das Übungsgebiet enthält mindestens einen repräsentativen Fluss mit
        Seitenarmen oder Kanälen und Häfen.

    *   Sichtkontrolle des Gebiets

    *   x

    *   x

*    *   5.

    *   Schallsignale

    *   Schallsignale können durch Fußpedale oder Tasten abgegeben werden.

    *   Es muss überprüft werden, ob die Fußpedale oder Tasten ordnungsgemäß
        funktionieren.

    *   x

    *   x

*    *   6.

    *   Nachtzeit-Navigationslichtertafel

    *   Die Nachtzeit-Navigationslichtertafel wird am Simulator installiert.

    *   Es muss überprüft werden, ob die Nachtzeit-Navigationslichtertafel
        ordnungsgemäß funktioniert.

    *   x

    *   x

*    *   7.

    *   Mathematische Modelle für das Fahrzeug

    *   Mindestens drei mathematische Modelle für repräsentative Fahrzeugtypen
        mit verschiedenen Antriebsmodellen und Ladebedingungen, insbesondere
        ein kleines Fahrzeug (z. B. ein Schleppboot), ein mittelgroßes
        Fahrzeug (z. B. 86 m Länge) und ein großes Fahrzeug (z. B. 110 m oder
        135 m Länge).

    *   Es muss überprüft werden, ob die drei obligatorischen Modelle
        vorhanden sind.

    *   x

    *

*    *   8.

    *   Mathematische Modelle für das Fahrzeug

    *   Mindestens ein mathematisches Modell für einen repräsentativen
        Fahrzeugtyp (z. B. 86 m Länge).

    *   Es muss überprüft werden, ob das obligatorische Modell vorhanden ist.

    *
    *   x

*    *   9.

    *[^f819242_02_10_BJNR498210021BJNE018001119]
   Anzahl verfügbarer Zielfahrzeuge

    *   Der Simulator muss Zielfahrzeuge von mindestens 5 Klassen der CEMT
        (Conférence européenne des ministres des transports) umfassen.

    *   Es muss überprüft werden, ob die erforderliche Anzahl und Vielfalt an
        Zielfahrzeugen verfügbar ist.

    *   x

    *   x

*    *   10.

    *   Arbeitsplatz des Bedieners

    *   Der Bediener muss in der Lage sein, auf allen UKW-Kanälen zu
        kommunizieren. Der Bediener muss in der Lage sein, die Nutzung der
        Kanäle zu überwachen.

    *   Es muss überprüft werden, ob der Bediener auf allen UKW-Kanälen
        kommunizieren und die Nutzung aller Kanäle überwachen kann.

    *   x

    *   x

*    *   11.

    *   Verschiedene Übungen

    *   Es muss die Möglichkeit bestehen, verschiedene Übungen zu erstellen,
        zu speichern und durchzuführen, die während der Durchführung
        veränderbar sind.

    *   Es sind verschiedene Operationen durchzuführen.

    *   x

    *   x

*    *   12.

    *   Trennbare Übungen

    *   Bei der Prüfung von mehr als einem Bewerber dürfen die Übungen eines
        Bewerbers die Prüfung eines anderen Bewerbers nicht beeinträchtigen.

    *   Die Übung ist für jeden Bewerber wiederzugeben.

    *   x

    *   x

*    *   13.

    *   Brückenfunktionen und -gestaltung des Fahrzeugs

    *   Der Steuerhausbereich muss als Radareinmannsteuerstand gemäß ES-TRIN
        2017/1 gestaltet sein.

    *   Es muss überprüft werden, ob die Brückengestaltung und die
        Ausstattungsfunktionen den geltenden technischen Vorschriften für
        Binnenschiffe entsprechen. Es muss überprüft werden, ob das Steuerhaus
        für Einmannsteuerung ausgelegt ist.

    *   x

    *   x

*    *   14.

    *   Steuerstände (Brücke/
        Kabine)

    *   Die Steuerstände ähneln in Form und Größe denen auf Fahrzeugen auf
        Binnenwasserstraßen.

    *   Sichtprüfung

    *   x

    *   x

*    *   15.

    *   Arbeitsplatz des Bedieners

    *
        1.  Es muss ein separater Raum vorhanden sein, in dem Bediener und Prüfer
            Platz nehmen können und in dem der Prüfer das Radarbild des Bewerbers
            sehen kann.

        2.  Steuerhaus und Bedienplatz müssen voneinander getrennt sein. Sie
            müssen so schalldicht wie möglich sein.

        3.  Der Bediener muss in der Lage sein, mindestens zwei UKW-Kanäle
            gleichzeitig zu bedienen.

        4.  Der Bediener muss klar erkennen können, welchen Funkkanal der Bewerber
            nutzt.

    *   Sichtprüfung des Arbeitsplatzes des Bedieners und
        Funktionalitätsprüfung

    *   x

    *   x

*    *   16.

    *   Briefing-/
        Debriefing-
        Arbeitsplatz

    *   Möglichkeit zur Wiedergabe am Arbeitsplatz des Bedieners oder an einem
        Debriefing-Arbeitsplatz.

    *   Beurteilungstätigkeiten müssen überwacht werden.

    *   x

    *   x

*    *[^f819242_02_11_BJNR498210021BJNE018001119]
   Eigenes Fahrzeug

*    *   17.

    *   Freiheitsgrade

    *   Der Simulator muss die Bewegung in sechs Freiheitsgraden visualisieren
        können.

    *   Die am Simulator realisierten Freiheitsgrade können durch Überwachung
        des Sichtsystems oder durch Instrumente beurteilt werden. Folgende
        Manöver werden daher mit kleinen Fahrzeugen durchgeführt, die sich in
        der Regel charakteristischer und schneller bewegen als größere
        Fahrzeuge.

        –   Wenn der Horizont beim Blick nach vorne während der Navigation in
            Kurven schwingt, wird die Rollbewegung ausgeführt.

        –   Wenn der Bug des Fahrzeugs mit starken Längsbeschleunigungen hebt und
            senkt, wird die Stampfbewegung ausgeführt.

        –   Wenn sich die Echolotanzeige bei höheren Geschwindigkeiten und
            konstanter Wassertiefe ändert, wird die Tauchbewegung ausgeführt.
            Dieser Test setzt die Modellierung des Squat-Effekts voraus.

    *   x

    *

*    *   18.

    *   Freiheitsgrade

    *   Der Simulator muss die Bewegung in drei Freiheitsgraden visualisieren
        können.

    *   Die am Simulator realisierten Freiheitsgrade müssen beurteilt werden.

    *
    *   x

*    *   19.

    *   Antriebssystem

    *   Die Simulation aller Komponenten wird realitätsnah ausgeführt und
        berücksichtigt alle relevanten Einflüsse.

    *   Das Antriebssystem muss durch Beschleunigungs- und Stoppmanöver
        getestet werden, bei denen die Leistung des Motors (bezüglich der
        Reaktion auf den Gashebel) und des Fahrzeugs (bezüglich der maximalen
        Geschwindigkeit und des Zeitverhaltens) beobachtet werden kann.

    *   x

    *   x

*    *   20.

    *   Steuergeräte

    *   Das Steuergerät verhält sich in Bezug auf die Wendegeschwindigkeit des
        Ruders realitätsgetreu und berücksichtigt die wichtigsten Einflüsse.

    *   Die Qualität der Simulation der Steuergeräte kann durch verschiedene
        Untersuchungen getestet werden. Einschränkungen sind gegeben, wenn das
        Verhalten nicht ohne Zustandsvariablenprotokolle bewertet werden kann.

        –   Reaktion: Das Steuergerät wird in der Vorwärts- und Rückwärtsbewegung
            eingesetzt. Dabei wird beobachtet, ob Richtungsänderungen des
            Fahrzeugs ausgelöst werden.

        –   Wendegeschwindigkeit des Ruders: Das Steuergerät wird eingesetzt und
            die Wendegeschwindigkeit auf dem Display beobachtet. Es kann gemessen
            werden, ob die Wendegeschwindigkeit realistisch ist.

    *   x

    *   x

*    *   21.

    *   Flachwassereffekte

    *   Der Effekt einer begrenzten Wassertiefe auf den Energiebedarf und das
        Manövrierverhalten ist hinsichtlich der Qualität korrekt modelliert.

    *   Es werden zwei Arten von Tests vorgeschlagen, anhand deren die
        Qualität hinsichtlich der Berücksichtigung des Flachwassereinflusses
        beurteilt werden kann:
        Geradeausfahrt: Bei verschiedenen Wassertiefen wird die erreichte
        Höchstgeschwindigkeit gemessen, mit der Geschwindigkeit bei tiefem
        Wasser standardisiert und gegen den Parameter Tiefgang zu Wassertiefe
        (T/h) aufgetragen. Der Vergleich mit vorhandenen Daten aus
        Modellversuchen gibt Aufschluss über die Qualität des
        Flachwassereinflusses in der Simulation.

    *   x

    *

*    *
    *
    *
    *   Drehkreis: Bei Betrieb eines Fahrzeugs mit konstanter Leistung und
        einem Ruderwinkel von 20 ° auf seitlich unbegrenztem Wasser können die
        Werte von Geschwindigkeit, Driftwinkel, Wendegeschwindigkeit und
        Drehkreisdurchmesser eines stationär wendenden Fahrzeugs bei
        schrittweise reduzierter Wassertiefe erfasst werden.
        Durch Auftragen dieser Daten gegen T/h kann festgestellt werden, wie
        sich Driftwinkel, Wendegeschwindigkeit, Geschwindigkeit und
        Durchmesser mit der Wassertiefe ändern.

    *
    *

*    *   22.

    *   Einfluss der Strömung

    *   Im Fahrzeug gibt es mindestens zwei Messpunkte für die
        Strömungsmessung, sodass das aktuelle Giermoment berechnet werden
        kann.

    *   Es sind Tests geplant, um zu prüfen, ob das Leistungsmerkmal vorhanden
        ist und wie es in der Simulation eingesetzt wird.

        –   Ein eigenes Fahrzeug ohne Antrieb wird in einen Fluss mit vorhandener
            Strömung gesetzt. Es wird beobachtet, ob das Fahrzeug von der Strömung
            erfasst wird. Außerdem wird geprüft, ob es auf die
            Strömungsgeschwindigkeit beschleunigt wird. Folgt die Strömung der
            Flussrichtung, wird weiter geprüft, ob sich das Fahrzeug leicht dreht.

        –   Ein Test mit der Hafeneinfahrt eines Flusses mit Strömung zeigt,
            inwieweit der Simulator das durch die nichthomogene Strömung
            verursachte Giermoment realistisch berechnet.

    *   x

    *   x

*    *   23.

    *   Einfluss von Wind

    *   Der Einfluss des Windes erzeugt Kräfte in der horizontalen Ebene
        entsprechend der tatsächlichen Windgeschwindigkeit und -richtung. Der
        Wind erzeugt zudem Gier- und Rollbewegungen.

    *   Um das Qualitätsniveau des Windeinflusses zu überprüfen, können
        verschiedene Tests durchgeführt werden. Um diese Effekte einfach
        feststellen zu können, müssen relativ hohe Windgeschwindigkeiten
        gewählt werden.
        Der Test ist wie folgt auszuführen: Führen sie einen Test für Gegen-
        und Seitenwind bei zwei verschiedenen Windgeschwindigkeiten in einem
        Bereich durch, der nur unter dem Einfluss von Wind steht. Starten Sie
        den Wind und beobachten Sie das Verhalten. Stoppen Sie den Wind und
        beobachten Sie erneut das Verhalten. Beginnen Sie mit einem nicht
        bewegten Fahrzeug.

    *   x

    *

*    *   24.

    *   Wandeffekt

    *   Seitenkraft und Giermoment können sich mit Uferabstand und
        Geschwindigkeit entsprechend ändern.

    *   Zur Überprüfung des Wandeffekts am Simulator ist ein Übungsgelände
        erforderlich, das eine einseitige Böschung oder Mauer aufweist.
        Folgende Tests müssen durchgeführt werden:

        –   Das Fahrzeug fährt parallel zur Mauer. Es wird geprüft, ob die
            geradlinige Bewegung beeinflusst wird und ob das Fahrzeug von der
            Mauer angezogen wird und der Bug sich von ihr abwendet.

        –   Der Abstand zum Ufer bzw. zur Mauer und die Geschwindigkeit des
            Fahrzeugs werden variiert, um die Änderung der Effekte zu beobachten.

    *   x

    *

*    *   25.

    *   Wechselwirkung von Fahrzeug zu Fahrzeug

    *   Die Fahrzeuge beeinflussen einander und es werden realistische Effekte
        berechnet.

    *   Zur vollständigen Überprüfung der Wechselwirkung von Fahrzeug zu
        Fahrzeug wird am Simulator eine Übung mit zwei eigenen Fahrzeugen auf
        seitlich unbegrenztem Wasser gestartet. Ist dies nicht möglich, kann
        der Test auch mit einem Verkehrsfahrzeug als dem anderen Fahrzeug
        durchgeführt werden. Für eine gute Beurteilung der Ergebnisse starten
        die Fahrzeuge in parallelen Läufen in relativ geringem seitlichem
        Abstand.

        –   Sowohl beim Überholen als auch beim Begegnen wird geprüft, inwieweit
            das eigene Fahrzeug Anziehung und Rotation zeigt.

        –   Die Wassertiefe ist reduziert. Es wird geprüft, ob die
            Wechselwirkungseffekte zunehmen.

        –   Der Abstand zwischen den Fahrzeugen wird erhöht, um festzustellen, ob
            die Effekte abnehmen.

        –   Die Geschwindigkeit des anderen Fahrzeugs wird erhöht. Der
            funktionelle Zusammenhang zwischen dem Effekt der Vorbeifahrt eines
            Fahrzeugs und der Begegnungsgeschwindigkeit wird geprüft.

    *   x

    *

*    *   26.

    *   Squat

    *   Sowohl die dynamische Tauchung als auch die dynamische Trimmung werden
        abhängig von Geschwindigkeit, Wassertiefe und Einsenkung modelliert.

    *   Diese Funktionalität wird am besten in einem Bereich mit seitlich
        unbegrenztem Wasser und konstanter Wassertiefe getestet.

        –   Ein Probelauf muss zeigen, ob die Funktionalität „Squat“ mit Echoloten
            überprüft werden kann.

        –   Unterschiedliche Werte für die Unterkielfreiheit an Bug und Heck
            zeigen an, ob das Fahrzeug trimmt.

        –   Mit zunehmender Geschwindigkeit wird der funktionelle Zusammenhang
            zwischen Squat (Differenz zwischen Unterkielfreiheit bei Stillstand
            und Bewegung) und Fahrgeschwindigkeit überprüft.

        –   Es wird geprüft, ob der Squat bei konstanter Geschwindigkeit, aber
            abnehmender Wassertiefe zunimmt.

    *   x

    *

*    *   27.

    *   Kanaleffekt

    *   Berücksichtigung der korrekten Rückströmung. Die Rückströmung ist
        nicht linear zur Fahrzeuggeschwindigkeit.

    *   Die Rückströmung ist ein physikalischer Effekt, der im Simulator als
        eine auf das Fahrzeug ausgeübte Widerstandskraft eingebracht wird. Um
        dies zu testen, wird ein Fahrzeug in einen engen Kanal gesetzt, das
        Fahrzeug läuft stabil mit konstanter Leistung. Anschließend wird die
        Geschwindigkeit gemessen. Die Leistung wird erhöht und die
        Geschwindigkeit gemessen. Der Test wird in offenem Wasser mit gleicher
        konstanter Leistung (zwei Stufen) wiederholt. Der zu beobachtende
        Effekt:

        –   Die Geschwindigkeit im engen Kanal ist geringer als in offenen
            Gewässern bei gleicher Leistungseinstellung.

        –   Bei einer höheren Leistungseinstellung ist der
            Geschwindigkeitsunterschied größer als bei einer niedrigeren
            Leistungseinstellung.

    *   x

    *

*    *   28.

    *   Schleuseneffekt

    *   In einer Schleuse erfährt das Fahrzeug dieselben Effekte wie in einem
        Kanal. Die Schleuse erzeugt einen zusätzlichen Effekt durch eine vom
        Fahrzeug verursachte Verdrängungsströmung mit einem großen
        Blockierungsfaktor beim Einfahren in die Schleuse (Kolbeneffekt).

    *   Der Test für den Kanaleffekt zeigt die Rückströmung. Dieser Test muss
        nicht wiederholt werden. Der Kolbeneffekt kann wie folgt nachgewiesen
        werden:

        –   Bringen Sie das Fahrzeug mit relativ hoher Geschwindigkeit in die
            Schleuse. Das Fahrzeug erfährt nach dem Einfahren in die Schleuse
            zusätzlichen Widerstand (Verlangsamung). Wenn der Antrieb gestoppt
            ist, sind die Rückwärtskräfte noch vorhanden und das Fahrzeug fährt
            leicht rückwärts.

        –   Starten Sie in der Schleuse, stellen Sie den Antrieb fest ein. Das
            Fahrzeug verlässt die Schleuse und erfährt durch den Kolbeneffekt eine
            Widerstandskraft. Nach Verlassen der Schleuse (das Fahrzeug befindet
            sich außerhalb der Schleuse) hört die Widerstandskraft auf, was durch
            einen beobachtbaren plötzlichen Geschwindigkeitsanstieg angezeigt
            wird.

    *   x

    *

*    *   29.

    *   Grundberührungen

    *   Grundberührungen verlangsamen das Fahrzeug, sie können akustisch
        wahrgenommen werden, führen jedoch nicht in jedem Fall zum Anhalten
        des Fahrzeugs. Grundberührungen werden dem Bediener gemeldet.

    *   Zur Überprüfung der Grundberührungen ist ein Übungsgelände mit ebenem
        sowie sanft ansteigendem Boden erforderlich. Dabei geht es um die
        Existenz geeigneter Tiefeninformationen im Simulator selbst und nicht
        um die Darstellung im Sichtsystem. Bei Aufgrundlaufen an einem Strand
        muss geprüft werden, ob das Fahrzeug tatsächlich stoppt, und wenn ja,
        ob es abrupt stoppt oder sich verlangsamt. Während des Aufgrundlaufens
        muss die Änderung der horizontalen Ebene des Fahrzeugs mit dem
        Sichtsystem überprüft werden.
        Bei extremen Flachwasserfahrten über einen flachen Boden muss geprüft
        werden, ob das Fahrzeug bei kontinuierlicher
        Geschwindigkeitssteigerung den Grund wegen des Squats berührt. Bei
        allen Grundberührungen ist zu prüfen, ob dieser Vorfall von einem
        Geräusch begleitet wird.

    *   x

    *

*    *   30.

    *   Grundberührungen, Kollision Fahrzeug-Ufer, Kollision Fahrzeug-
        Fahrzeug, Kollision Fahrzeug-Brücke

    *   Grundberührungen und Kollisionen Fahrzeug-Ufer, Fahrzeug-Fahrzeug oder
        Fahrzeug-Brücke werden dem Bewerber und dem Bediener mitgeteilt.

    *   Sichtprüfung

    *
    *   x

*    *   31.

    *   Kollision Fahrzeug-Ufer

    *   Kollisionen Fahrzeug-Ufer werden in der Simulation zumindest durch ein
        Geräusch signalisiert. Die Simulation verlangsamt das Fahrzeug. Die
        Berechnung der Kollision erfolgt anhand eines zweidimensionalen
        Fahrzeugmodells.

    *   Die Simulation der Kollision Fahrzeug-Ufer kann nur für Übungsbereiche
        mit unterschiedlichen Objekten am Ufer getestet werden.
        Durch das Fahren gegen verschiedene Objekte kann getestet werden, ob
        der Simulator diese erkennen und darauf reagieren kann.
        Für verschiedene Objekte wird geprüft, ob es bestimmte Typen gibt, bei
        denen keine Kollisionsreaktion auftritt.
        Das Geräusch für die Kollision kann, falls vorhanden, mit dem
        Audiosystem des Simulators getestet werden.

    *   x

    *

*    *
    *
    *
    *   Die Beobachtung der Kollision im Sichtsystem zeigt, ob die Kollision
        abrupt erfolgt oder ob eine Knautschzone simuliert wird. Eine
        Kollision mit einem flachen Winkel bei niedriger Geschwindigkeit kann
        zeigen, ob ein elastischer Stoß berechnet wird.

    *
    *

*    *   32.

    *   Kollision Fahrzeug-Fahrzeug

    *   Kollisionen Fahrzeug-Fahrzeug werden in der Simulation zumindest durch
        ein Geräusch signalisiert. Die Simulation verlangsamt das Fahrzeug.
        Die Berechnung der Kollision erfolgt anhand eines zweidimensionalen
        Fahrzeugmodells.

    *   Unter der Voraussetzung, dass es für das eigene Fahrzeug keinen
        Unterschied macht, ob das andere Fahrzeug, mit dem es kollidiert, ein
        anderes eigenes Fahrzeug oder ein Verkehrsfahrzeug ist, können
        verschiedene Kollisionen durchgeführt werden.
        Es wird überprüft, welche Reaktion am Simulator bei einer Kollision
        Fahrzeug-Fahrzeug für das eigene Fahrzeug auftritt und ob ein Geräusch
        wahrnehmbar ist.
        Am Arbeitsplatz des Ausbilders wird mit ausreichender Vergrößerung
        geprüft, ob die Konturen des Fahrzeugs zur Kollisionserkennung
        verwendet werden.
        Es wird geprüft, ob die Kollision genau in dem Moment stattfindet,
        wenn sich die Konturen berühren. Es wird geprüft, ob eine genaue
        Kollisionserkennung auch für verschiedene Fahrzeuge mit
        unterschiedlichen Formen erfolgt.

    *   x

    *

*    *   33.

    *   Kollision Fahrzeug-
        Brücke

    *   Kollisionen Fahrzeug-Brücke werden anhand eines statischen Höhenwerts
        (der einem abgesenkten Steuerhaus, abgesenkten Mast entspricht)
        erkannt. Kollisionen werden in der Simulation zumindest durch ein
        Geräusch signalisiert. Die Simulation verlangsamt das Fahrzeug.

    *   Um diese Leistung zu überprüfen, muss im Übungsbereich eine Brücke
        vorhanden sein und eine elektronische Binnenschifffahrtskarte
        verwendet werden.
        Es wird geprüft, ob es beim Durchfahren einer Brücke mit nicht
        ausreichender Durchfahrtshöhe zu einer Kollision kommt und wie das
        Ergebnis der weiteren Simulation aussieht.
        Es wird geprüft, ob ein sicheres Durchfahren bei ausreichender
        Reduzierung des Wasserstands oder Erhöhung des Tiefgangs möglich ist.
        Dies wird auch im Sichtsystem überprüft.
        Um den Kollisionspunkt auf dem Schiff zu überprüfen, sind verschiedene
        Läufe notwendig, wenn nur einer vorhanden ist. In diesem Fall kann
        auch lokalisiert werden, ob die Brücke eine Kollision an der
        Mittellinie oder den äußeren Grenzen verursacht.

    *   x

    *

*    *   34.

    *   In der Höhe verstellbares Steuerhaus

    *   Kollisionshöhe und Blickpunkt sind der Position der Brücke angepasst.
        Es steht eine kontinuierliche Bewegung des verstellbaren Steuerhauses
        zur Verfügung.

    *   Voraussetzung für die Überprüfung dieses Leistungsmerkmals ist die
        Verfügbarkeit eines typischen Fahrzeugs auf Binnenwasserstraßen, z. B.
        eines Fahrzeugs von 110 m Länge. Die grundsätzliche Verfügbarkeit
        dieser Funktionalität kann anhand des Vorhandenseins eines
        Bediengerätes zur Änderung der Brückenposition überprüft werden.
        Die Funktion kann auf der Brücke getestet werden und es wird geprüft,
        ob beliebige Positionen gewählt werden können und ob die Bewegung
        abrupt oder mit realistischer Geschwindigkeit erfolgt.
        Durch die Platzierung eines weiteren eigenen Fahrzeugs in der Nähe
        kann geprüft werden, ob diese Funktionalität auch für andere Fahrzeuge
        im Sichtsystem zur Verfügung steht.

    *   x

    *

*    *
    *
    *
    *   Es kann beobachtet werden, ob sich auch Navigationslichter und
        Tagzeichen entsprechend der Bewegung des in der Höhe verstellbaren
        Steuerhauses des zweiten eigenen Fahrzeugs im Sichtsystem bewegen.

    *
    *

*    *   35.

    *   Leinen

    *   Das Sichtsystem visualisiert die Dynamik von Fahrzeug und Leine (z. B.
        Durchhang, Elastizität, Gewicht, Bruchverhalten und Verbindungen zu
        den Pollerpunkten).

    *   In einem Übungsgelände mit Kaimauer wird die Verankerung mit einer
        Leine getestet.
        Bei der Verwendung der Leine wird geprüft, ob diese mit bestimmten
        Pollerpunkten verbunden ist.
        Das Bruchverhalten einer Leine wird kontrolliert, indem versucht wird,
        das Fahrzeug mit einer Leine aus voller Fahrt anzuhalten. Der
        Durchhang der Leine muss durch Verringerung von Kraft und Entfernung
        überprüft werden.

    *   x

    *

*    *   36.

    *   Anker

    *   Anker können geworfen und eingeholt werden. Die Wassertiefe und die
        Dynamik der Kette werden berücksichtigt.

    *   Die Ankerfunktion kann in einem Übungsgelände mit eingeschränkter
        Wassertiefe und einem eigenen Fahrzeug mit einem oder mehreren Ankern
        geprüft werden. Zweckmäßigerweise sollte eine konstante Strömung mit
        variabler Geschwindigkeit zur Verfügung stehen. Werfen und Einholen
        des Ankers ist nur möglich, wenn entsprechende Bedienelemente
        vorhanden sind. Es muss auch geprüft werden, ob es Instrumente zur
        Anzeige der Kettenlänge gibt.
        Es wird geprüft, ob sich die Geschwindigkeiten beim Werfen und
        Einholen unterscheiden. Dabei muss auch geprüft werden, ob ein
        geeigneter Ton zu hören ist.
        Durch Variation der Wassertiefe ist zu prüfen, ob die Wassertiefe
        Einfluss auf die Ankerfunktion hat.
        Bei niedrigen Strömungsgeschwindigkeiten muss geprüft werden, ob das
        Fahrzeug oszilliert und nach dem Ankern zum Stillstand kommt.
        Bei kontinuierlicher Zunahme der Strömung muss geprüft werden, ob der
        Anker das Fahrzeug hält. Wenn ein einzelner Anker nicht hält, muss
        geprüft werden, ob das Fahrzeug mit zwei Ankern hält, wenn zwei Anker
        verfügbar sind.

    *   x

    *

*    *   37.

    *   Schleppen (Manöver zwischen zwei Fahrzeugen)

    *   Beim Schleppen werden die Bewegungen beider Fahrzeuge und die
        Leinenverbindung berücksichtigt.

    *   Das Übungsgelände für die Überprüfung der Schleppfunktion kann ein
        Hochseegelände sein. Neben dem schleppenden oder geschleppten eigenen
        Fahrzeug ist ein weiteres Fahrzeug (eigenes Fahrzeug oder
        Verkehrsfahrzeug) erforderlich. Die Grundvoraussetzung für das
        Schleppen kann geprüft werden, indem eine Schleppleine zwischen einem
        eigenen Fahrzeug und dem anderen Fahrzeug gezogen wird. Falls dies
        nicht möglich ist, muss geprüft werden, ob zumindest eine alternative
        Methode zur Definition einer Kraft aus einem virtuellen Schleppboot
        gegeben ist.

    *   x

    *

*    *
    *
    *
    *   Es wird geprüft, ob das andere Fahrzeug, das als Schlepphilfe
        verwendet wird, das geschleppte eigene Fahrzeug beschleunigen und
        durch seitlichen Zug eine Gierbewegung einleiten kann.
        Es wird geprüft, ob das schleppende eigene Fahrzeug das andere
        Fahrzeug durch geeignete Manöver bewegen und anhalten kann und ob das
        andere Fahrzeug auch durch Seitenzug in Rotation gebracht werden kann.

    *
    *

*    *   Verkehrsfahrzeug

*    *   38.

    *   Anzahl der Verkehrsfahrzeuge

    *   Mindestens zehn Verkehrsfahrzeuge müssen verfügbar sein.

    *   Der Test muss zeigen, ob die gewünschte Anzahl in einer Übung
        eingesetzt werden kann.

    *   x

    *   x

*    *   39.

    *   Steuerung der Verkehrsfahrzeuge

    *   Das Verkehrsfahrzeug kann Routen mit Kurs- und Geschwindigkeitswechsel
        realitätsnah verfolgen.

    *   Die Verfügbarkeit von Kontrollfunktionen muss durch die Erstellung
        einer neuen Übung einschließlich Verkehrsfahrzeugen überprüft werden.

    *   x

    *   x

*    *   40.

    *   Bewegungsverhalten

    *   Einigermaßen flüssige Bewegungen

    *   Es gilt das Prüfverfahren zur Kontrolle von Verkehrsfahrzeugen.

    *   x

    *   x

*    *   41.

    *   Einfluss von Wind

    *   Das Verkehrsfahrzeug reagiert auf gegebene Windeinflüsse, indem es
        einen Driftwinkel einnimmt.

    *   Der bei einer Übung angewandte Wind muss einen Driftwinkel auf dem
        Verkehrsfahrzeug aufweisen, der sich mit der Geschwindigkeit und der
        Richtung des Windes ändert.

    *   x

    *

*    *   42.

    *   Einfluss der Strömung

    *   Das Verkehrsfahrzeug reagiert auf gegebene Strömungseinflüsse, indem
        es einen Driftwinkel einnimmt.

    *   Die bei einer Übung angewandte Strömung muss einen Driftwinkel auf dem
        Verkehrsfahrzeug aufweisen, der sich mit der Geschwindigkeit und der
        Richtung der Strömung ändert.

    *   x

    *   x

*    *   43.

    *   Bildausschnitt und -größe

    *   Das Sichtsystem ermöglicht einen Blick über den gesamten Horizont (360
        Grad). Das horizontale Blickfeld kann mit einer festen Ansicht von
        mindestens 210 Grad und zusätzlichen umschaltbaren Ansichten für den
        restlichen Horizont eingestellt werden. Die vertikale Ansicht
        ermöglicht den Blick nach unten auf das Wasser und nach oben zum
        Himmel, wie er von der normalen Steuerposition im Steuerhaus wäre.

    *   Sichtprüfung des laufenden Simulators.

    *   x

    *

*    *   44.

    *   Auflösung pro Bild

    *   Die Auflösung erreicht die Auflösung des menschlichen Auges. Die
        Bildrate (idealerweise*                        50 B/s, zumindest ein
        realistisches glattes Bild) weist kein Ruckeln auf.

    *   Die Auflösung muss durch Sichtprüfung überprüft werden.

    *   x

    *

*    *   45.

    *   Weitere Details und Anzeigepflicht

    *   Der Detaillierungsgrad des Anzeigesystems geht über eine vereinfachte
        Darstellung hinaus. Es zeigt unter allen Umständen eine gute Sicht auf
        die nautische Umgebung.

    *   Das visuelle Modell muss durch Sichtprüfung überprüft werden.

    *   x

    *

*    *   46.

    *   Wasseroberfläche

    *   Die vom Fahrzeug verursachten Wellen hängen von der Geschwindigkeit
        des Fahrzeugs ab. Die Wassertiefe wird berücksichtigt. Vom Wind
        verursachte Wellen stimmen mit der Windrichtung und -geschwindigkeit
        überein.

    *   Die Sichtprüfung muss zeigen, ob sich die vom Fahrzeug verursachten
        Wellen mit der Geschwindigkeit des Fahrzeugs ändern und ob sich die
        vom Wind verursachten Wellen mit der Windrichtung und -geschwindigkeit
        ändern.

    *   x

    *

*    *   47.

    *   Sonne, Mond, Himmelskörper

    *   Sonne und Mond folgen einem 24-Stunden-Intervall. Die Positionen
        stimmen nicht exakt mit Ort und Datum der Simulation überein. Der
        Nachthimmel besteht aus beliebigen Sternen.

    *   Die Sichtprüfung muss zeigen, ob Sonne, Mond und Himmelskörper bei
        Tag, Nacht und Dämmerung veränderbar sind.

    *   x

    *

*    *   48.

    *   Wetter

    *   Es werden stationäre hohe Wolkenschichten dargestellt. Außerdem können
        Regen, Dunst und Nebel dargestellt werden.

    *   Die Sichtprüfung zeigt den erforderlichen Detaillierungsgrad an.

    *   x

    *

*    *   49.

    *   Umgebungsgeräusche

    *   Motorengeräusche werden auf realistische Weise wiedergegeben.

    *   Die Motorengeräusche müssen bei ruhigem Wetter und Seegang getestet
        werden, indem das Geräusch für alle Motordrehzahlen beurteilt wird. Es
        muss festgestellt werden, ob das Motorengeräusch hörbar ist und ob
        Lautstärke und Klang angemessen sind.

    *   x

    *   x

*    *   50.

    *   Externe Geräuschquellen (z. B. Motorengeräusche, akustische
        Warnsignale und Anker)

    *   Einzelgeräusche werden auf realistische Weise wiedergegeben, können
        akustisch jedoch nicht lokalisiert werden.

    *   Als erster Schritt werden im Steuerhaus des stationären eigenen
        Fahrzeugs nacheinander alle verfügbaren Tonsignale aktiviert. Es wird
        beurteilt, ob die Tonsignale hinsichtlich Klang und Lautstärke
        realistisch sind. In einem zweiten Schritt werden die gleichen
        Tonsignale auf einem anderen Fahrzeug aktiviert, wobei der Abstand zum
        Fahrzeug verändert wird.
        Es muss geprüft werden, ob das richtige Signal ertönt und ob die
        Lautstärkepegel richtig wiedergegeben werden. Alle bedienbaren
        Hilfsaggregate (z B. Anker) am Steuerhaus des Fahrzeugs werden separat
        angesteuert. Es muss überprüft werden, ob der Betriebszustand
        akustisch wahrnehmbar ist.

    *   x

    *

*    *   51.

    *   Externe Geräusche (Schallsignale)

    *   Schallsignale von Zielfahrzeugen müssen hörbar sein.

    *   Während einer Übung muss ein Schallsignal von einem Zielfahrzeug
        gegeben werden.

    *
    *   x

*    *   52.

    *   Interne akustische Informationen

    *   Akustische Signale von Brückengeräten klingen realistisch, werden
        jedoch von den Lautsprechern der Simulatorkonsole wiedergegeben.

    *   Alle akustischen Signale aller verfügbaren Steuerhausgeräte werden
        nacheinander aktiviert. Es wird geprüft, ob die Signale von den
        Geräten selbst oder von den Lautsprechern des Simulators ausgegeben
        werden und wie weit sie realistisch klingen.

    *   x

    *

*    *   53.

    *   Hören

    *   Der Bediener kann alle Geräusche vom Steuerhaus des Fahrzeugs hören.

    *   Im Rahmen einer Simulation ist zu prüfen, ob Geräusche aus dem
        Steuerhaus des Fahrzeugs klar und verständlich übertragen werden und
        ob die Lautstärke regelbar ist.

    *   x

    *

*    *   54.

    *   Aufzeichnen

    *   Geräusche vom Steuerhaus des Fahrzeugs werden synchron mit der
        Simulation aufgezeichnet.

    *   Eine Übung mit Funkverkehr und Geräuschen wird durchgeführt. Die
        Wiedergabe muss synchron zur Wiedergabe der Simulation eine
        einwandfreie, hörbare Aufnahme ergeben.

    *   x

    *

*    *   55.

    *   Radarkonformität

    *   Die Winkelgenauigkeit für die horizontale Peilung entspricht der
        Europäischen Technischen Spezifikation (ETSI) EN  302194. Effekte
        eines vertikal begrenzten Öffnungswinkels sind erkennbar, z. B. bei
        der Fahrt durch Brücken.

    *   „Vertikale“ Konformität: Simulation von Brückendurchfahrten mit
        Berücksichtigung

        –   der Höhe der Antenne über der Wasseroberfläche bei aktuellem Tiefgang,

        –   des Ausstrahlungswinkels in Abhängigkeit von der Radarkeule und der
            Trimmung des Fahrzeugs,

        –   der Höhe der Brücke zwischen Unterkante der Brücke und
            Wasseroberfläche.

    *   x

    *   x

*    *   56.

    *   Auflösung

    *   Die Simulation muss ein realistisches Radarbild herstellen. Die
        Radarsimulation muss den Anforderungen der ETSI EN 302194 [1]
        entsprechen.

    *   Die richtige Auflösung muss in 1 200 m Entfernung nachgewiesen werden:
        zwei Objekte mit einem azimutalen Abstand von 30 m müssen als zwei
        separate Objekte identifiziert werden. Zwei Objekte in 1 200 m
        Entfernung in der gleichen Richtung mit 15 m Abstand untereinander
        müssen als zwei verschiedene Objekte identifiziert werden.

    *   x

    *   x

*    *   57.

    *   Abschattung durch eigenes oder anderes Fahrzeug

    *   Die Abschattung entspricht den trigonometrischen Beziehungen,
        berücksichtigt jedoch keine Änderungen der dynamischen
        Fahrzeugposition.

    *   Die Abschattung durch das eigene Fahrzeug muss durch Annäherung an
        eine Boje und Ermittlung der Entfernung, wenn die Boje vom Bug des
        Fahrzeugs verdeckt wird, getestet werden. Die Entfernung muss
        realistisch sein. Die Abschattung durch andere Fahrzeuge muss getestet
        werden, indem zwei Fahrzeuge in die gleiche Richtung gesetzt werden.
        Wenn ein kleineres Fahrzeug hinter ein größeres Fahrzeug gesetzt wird,
        erscheint das kleinere Fahrzeug nicht auf dem Radarschirm.

    *   x

    *   x

*    *   58.

    *   Seegang- und Regenechos

    *   Die Anpassung von Filtern und ihre Effekte entsprechen der
        Größenordnung von genehmigten Geräten.

    *   Eine Bewertung erfolgt durch Einschalten und Einstellen der Filter.

    *   x

    *   x

*    *   59.

    *   Falsche Echos

    *   Falsche Echos werden erzeugt. Zusätzlich ändert sich die Frequenz der
        Mehrfachechos mit der Distanz auf realistische Weise.

    *   Bei einer Übung mit mehreren Zielfahrzeugen sind falsche Echos
        sichtbar. Während des Tests muss der Beobachter nach Interferenzen und
        Mehrfachechos suchen.

    *   x

    *   x

*    *   60.

    *   Wassertiefe

    *   Die Bodentopografie wird durch gepeilte Profile und Sondierungen oder
        in anderer Form in hoher Auflösung detailliert beschrieben, soweit
        Daten zur Verfügung stehen.

    *   Beim Durchfahren des zu prüfenden Gebiets ist zu prüfen, ob das
        Echolot realistische Werte aufweist.

    *   x

    *

*    *   61.

    *   Strömung

    *   Die Strömung kann beliebig durch mindestens zweidimensionale
        Vektorfelder mit einer hohen, der Fahrzeuggröße und dem Gelände
        angepassten Auflösung definiert werden.

    *   Die Wirkung der Strömung muss durch Treibenlassen eines eigenen
        Fahrzeugs auf einem Fluss getestet werden. Das Fahrzeug muss sich auf
        realistische Weise mit der Strömung bewegen.

    *   x

    *   x

*    *   62.

    *   Gezeiten

    *   Gezeitendaten werden in einer groben räumlichen und/oder zeitlichen
        Auflösung bereitgestellt.

    *   Die Auswirkung der Gezeiten auf schwimmende Objekte kann durch
        Simulation eines möglichst kleinen schwimmenden Gegenstands ohne
        Antrieb oder andere Kräfte (z. B. durch Wind oder Leinen) bewertet
        werden. Durch die Änderung der Tageszeit kann geprüft werden, ob der
        Gezeitenstrom und der Wasserstand zeitabhängig und realistisch sind.
        Der Wasserstand kann direkt am Echolot abgelesen und für einen ganzen
        Tag aufgezeichnet werden, um mit gemessenen oder berechneten Daten
        verglichen zu werden.

    *   x

    *

*    *   63.

    *   Wind

    *   Es können Schwankungen und Windvektorfelder definiert werden, die eine
        lokale Änderung erlauben.

    *   Wenn ein Anemometer an Bord „installiert“ ist, zeigt das Instrument
        auf der Brücke die relative Windgeschwindigkeit und Windrichtung an.
        Der Einfluss verschiedener Windfelder auf die Fahrzeugdynamik muss
        untersucht werden.

    *   x

    *

*    *   64.

    *   2D-/3D-Modelle bei feststehenden Objekten

    *   2D-Darstellungen von Objekten sind nur zulässig, wenn die Objekte weit
        entfernt und nautisch nicht relevant sind.

    *   Während sich ein Fahrzeug im gesamten zu validierenden
        Simulationsbereich bewegt, werden feste Objekte beobachtet. Es kann
        ermittelt werden, in welchem Abstand und in welcher Weise der
        Detaillierungsgrad reduziert wird und ob 2D-Modelle verwendet werden.

    *   x

    *

*    *   65.

    *   Detaillierungsgrad bei feststehenden Objekten

    *   Ein hoher Detaillierungsgrad lässt Objekte realistisch erscheinen, in
        Form und Oberfläche sind jedoch Vereinfachungen erkennbar.

    *   Der zu begutachtende Übungsbereich wird geladen und ein eigenes
        Fahrzeug eingestellt. Zunächst muss geprüft werden, ob alle für die
        Navigation wichtigen Objekte identifiziert werden. Die Szenerie muss
        auf den ersten Blick realistisch wirken.

    *   x

    *

*    *   66.

    *   Tag-/Nachtmodi bei beweglichen Objekten

    *   In der Dunkelheit kann jedes beliebige Objekt angeleuchtet werden. Für
        die Navigation wichtige Lichtquellen können bei vordefinierten
        Eigenschaften Licht aussenden.

    *   Der zu begutachtende Übungsbereich wird geladen und ein eigenes
        Fahrzeug eingestellt. Die Simulationszeit wird auf Mitternacht
        eingestellt. Es muss geprüft werden, ob alle für die Navigation
        wichtigen Objekte in der Simulation wie in der Realität beleuchtet
        sind. Weiterhin ist zu prüfen, ob andere Objekte beleuchtet sind.
        Falls die Simulatorsoftware diese Funktion aufweist, schaltet der
        Ausbilder die Beleuchtung der vorgesehenen Objekte ein und aus.

    *   x

    *

*    *   67.

    *   2D-/3D-Modelle bei beweglichen Objekten

    *   Zweidimensionale Objekte werden nur im Hintergrund verwendet (in
        weiter Entfernung), sodass sie kaum in Erscheinung treten. Andernfalls
        werden 3D-Modelle verwendet.

    *   Der zu begutachtende Übungsbereich wird geladen und ein eigenes
        Fahrzeug eingestellt. Der Übungsbereich wird vollständig navigiert;
        gleichzeitig werden die vorhandenen beweglichen Objekte genutzt,
        beobachtet und ausgewertet, um festzustellen, ob sie ebene Flächen
        aufweisen, die sich dem Beobachter zuwenden.

    *   x

    *

*    *   68.

    *   Detaillierungsgrad

    *   Bei höherem Detaillierungsgrad werden realistische Objekte
        dargestellt, Form und Oberflächen erscheinen jedoch in einer
        vereinfachten Darstellung.

    *   Ein eigenes Fahrzeug fährt innerhalb eines frei wählbaren
        Einsatzgebiets. Es werden bewertbare bewegte Objekte verwendet. Diese
        müssen realistisch dargestellt werden.

    *   x

    *

*    *   69.

    *   Einstellung von Lichtern und Tagessignalen

    *   Licht- und Signalführung können individuell geschaltet werden, d. h.
        alle Lichter und Signale sind in der Datenbank separat gespeichert und
        werden entsprechend den Anforderungen echter Fahrzeuge und
        entsprechend den für das verwendete Fahrzeug geltenden Vorschriften
        positioniert.

    *   In unmittelbarer Nähe zu einem Verkehrsfahrzeug wird in jedem
        Übungsgebiet ein eigenes Fahrzeug eingesetzt. Der Bediener setzt nach
        Möglichkeit an Bord des Verkehrsfahrzeugs alle Arten von Tages- und
        Lichtsignalen. Wenn der Simulator es zulässt, wird anstelle des
        Verkehrsfahrzeugs ein zweites eigenes Fahrzeug verwendet. Auf dem
        zweiten eigenen Fahrzeug werden auch alle Arten von Licht- und
        Tagessignalen gesetzt. Am Steuerstand des ersten eigenen Fahrzeugs
        wird geprüft, welche Licht- und Tagessignale auf beiden anderen
        Fahrzeugen sichtbar sind.

    *   x

    *

*    *   70.

    *   Tag-/Nachtmodelle

    *   Lichtquellen können nach bestimmten Eigenschaften blinken.

    *   Ein eigenes Fahrzeug navigiert innerhalb eines Fahrgebiets. Die
        Simulationszeit ist auf 24:00 Uhr eingestellt. Es werden alle
        erfassbaren bewegten Objekte verwendet. Der Bediener schaltet nach
        Möglichkeit alle an den Objekten installierten Lichtquellen zur
        Sichtprüfung ein.

    *   x

    *

*    *   71.

    *   Radarreflexion

    *   Das Echo auf dem Radarbild muss realistisch sein.

    *   Es muss geprüft werden, ob bei reflektierenden Objekten ein
        realistisches Echo angezeigt wird.

    *   x

    *   x

*    *   72.

    *   Durch Wellen und Niederschlag verursachte Echos

    *   Seegangechos werden für typische Wellenmuster gespeichert und decken
        auch den Bereich der durch Seegang bedingten Wasserstände ab. Echos
        von Niederschlägen werden auf realistische Weise angezeigt.

    *   Seegangechos müssen durch Einbringen verschiedener Wellenhöhen und
        -richtungen geprüft werden. Echos von Niederschlägen werden geprüft.

    *   x

    *   x

*    *   73.

    *   Wellen

    *   Seegang und Wellenrichtung können eingestellt werden; das Fahrzeug
        bewegt sich auf realistische Weise.

    *   Es muss geprüft werden, ob die Bewegung des Fahrzeugs je nach Seegang
        variiert. Wellenrichtung und -höhe müssen sichtbar sein.

    *   x

    *

*    *   74.

    *   Niederschlag

    *   Alle Wetterverhältnisse (Einschränkung der Sicht, Niederschlag mit
        Ausnahme von Blitz und Wolkenformationen) sind verfügbar und ergeben
        ein kohärentes Bild.

    *   Es wird eine Sichtprüfung durchgeführt, um zu überprüfen, ob die Sicht
        eingeschränkt werden kann.

    *   x

    *

*    *   75.

    *   Kartenanzeige

    *   Das Inland ECDIS im Informationsmodus muss den Anforderungen des
        neuesten Standards entsprechen, der von der Europäischen Union oder
        der Zentralkommission für die Rheinschifffahrt veröffentlicht wurde
        (Durchführungsverordnung (EU) Nr. 909/2013 der Kommission oder Inland
        ECDIS, Ausgabe 2.3 oder aktualisierte Ausgabe).

    *   Es muss geprüft werden, ob die ECDIS-Software zertifiziert ist und ob
        eine elektronische Binnenschifffahrtskarte (Inland Electronical
        Navigation Chart – IENC) verwendet wird.

    *   x

    *

*    *   76.

    *   Maßeinheiten

    *   Der Simulator verwendet die Maßeinheiten der Europäischen
        Binnenschifffahrt (km, km/h).

    *   Die angezeigten Einheiten müssen ausgewertet werden.

    *   x

    *   x

*    *   77.

    *   Sprachoptionen

    *   Es findet die Prüfungssprache und/oder Englisch Anwendung.

    *   Die Sprache der Instrumente muss überprüft werden.

    *   x

    *   x

*    *   78.

    *   Anzahl der Übungen

    *   Es muss die Möglichkeit bestehen, verschiedene Übungen zu erstellen,
        zu speichern und durchzuführen, die während der Durchführung
        veränderbar sind.

    *   Es sind verschiedene Operationen durchzuführen.

    *   x

    *   x

*    *   79.

    *   Anzahl der eigenen Fahrzeuge

    *   Für jede Brücke kann ein eigenes Fahrzeug geladen werden.

    *   Ggf. Demonstration von Einzelübungen auf mehreren Brücken.

    *   x

    *

*    *   80.

    *   Speicherdaten

    *   Alle Simulationswerte, die zur Wiedergabe der Simulation notwendig
        sind, einschließlich Video und Ton der Leistung des Bewerbers, sind zu
        speichern.

    *   Ein Simulationslauf wird gestartet und die Speicherung durchgeführt.
        Die Simulation wird neu geladen und überprüft, um festzustellen, ob
        alle relevanten Daten aus dem aufgezeichneten Simulationslauf zur
        Verfügung stehen.

    *   x

    *   x

*    *   81.

    *   Speicherung der angezeigten Prüfung

    *   Es muss die Möglichkeit zur Wiedergabe am Arbeitsplatz des Bedieners
        oder an einem Debriefing-Arbeitsplatz bestehen. Der Funkverkehr muss
        aufzeichnungsfähig sein.

    *   Die Wiedergabe der Übung ist durchzuführen.

    *   x

    *   x

    Ein Zielfahrzeug wird vollständig vom Simulator gesteuert und kann ein
    viel einfacheres Bewegungsverhalten aufweisen als ein eigenes
    Fahrzeug.
[^f819242_02_10_BJNR498210021BJNE018001119]:     Ein eigenes Fahrzeug ist ein Gegenstand im Simulator, der vollständig
    von einem Menschen gesteuert wird und eine visuelle Darstellung des
    Szenarios bietet.
[^f819242_02_11_BJNR498210021BJNE018001119]: 
(zu § 90 Absatz 2)

Collections: bundestag_gesetze
BinSchPersV
Level: 3.0