Source: https://www.gesetze-im-internet.de/marketgestausbv/__9.html
Legislation: marketgestausbv

Title: § 9 Abschlussprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Gestalter für visuelles Marketing/zur Gestalterin für visuelles Marketing (MarketGestAusbV)
§ 9 Abschlussprüfung

Paragraph: 9

Full Text:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Gestalter für visuelles Marketing/zur Gestalterin für visuelles Marketing (MarketGestAusbV)
§ 9 Abschlussprüfung

(1) Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage 1
aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Die Abschlussprüfung besteht aus vier Prüfungsbereichen:

1.  Praktische Arbeitsaufgabe,

2.  Visuelle Verkaufsförderung,

3.  Projektplanung und -steuerung,

4.  Wirtschafts- und Sozialkunde.

(3) Der Prüfling soll im Prüfungsbereich Praktische Arbeitsaufgabe in
insgesamt höchstens 21 Stunden eine Arbeitsaufgabe durchführen und
dokumentieren; während dieser Zeit soll er in insgesamt höchstens fünf
Stunden eine Konzeption entwickeln und in insgesamt höchstens 30
Minuten diese präsentieren und ein Fachgespräch führen. Die Konzeption
soll insbesondere Skizzen, Reinzeichnungen und Bereitstellungslisten
beinhalten. Dem Prüfling werden zu Beginn der praktischen Prüfung zwei
Arbeitsaufgaben zur Auswahl gestellt. Hierfür kommt insbesondere die
Entwicklung einer Gestaltungskonzeption sowie deren Umsetzung in
Betracht. Durch die Umsetzung und Dokumentation der Arbeitsaufgabe
soll der Prüfling zeigen, dass er Arbeitsabläufe unter Beachtung
wirtschaftlicher, technischer und organisatorischer Vorgaben
selbständig und kundenorientiert planen und durchführen kann. Dabei
soll er zeigen, dass er Gestaltungsmittel anwenden, Waren, Produkte
oder Dienstleistungen präsentieren, Räume inszenieren, Typografie
einsetzen und berufstypische IT-Anwendungen nutzen kann. Durch die
Präsentation und das Fachgespräch soll der Prüfling zeigen, dass er
fachbezogene Probleme und deren Lösungen darstellen, die für die
Arbeitsaufgabe relevanten fachlichen Hintergründe aufzeigen sowie die
Vorgehensweise bei der Ausführung der Arbeitsaufgabe begründen kann.
Die Konzeption soll mit 30 Prozent, das Ergebnis der Durchführung mit
60 Prozent, die Präsentation und das Fachgespräch mit 10 Prozent
gewichtet werden.

(4) Die schriftliche Prüfung besteht aus den Prüfungsbereichen:

1.  Visuelle Verkaufsförderung,

2.  Projektplanung und -steuerung,

3.  Wirtschafts- und Sozialkunde.

Im Prüfungsbereich Visuelle Verkaufsförderung soll der Prüfling in
höchstens 120 Minuten praxisbezogene Aufgaben oder Fälle insbesondere
aus den Gebieten:

a)  Präsentation und Platzierung von Waren, Produkten und
    Dienstleistungen,

b)  Einsatz von Werbe- und Gestaltungsmitteln,

c)  Be- und Verarbeitungstechniken

bearbeiten und dabei zeigen, dass er Objekte visueller
Verkaufsförderung erstellen, präsentieren und platzieren sowie
Konzeptionen entwickeln, begründen und umsetzen kann.
Im Prüfungsbereich Projektplanung und -steuerung soll der Prüfling in
höchstens 90 Minuten praxisbezogene Aufgaben oder Fälle insbesondere
aus den Gebieten:

a)  Projektplanung und -umsetzung,

b)  Kalkulation von Projekten und Objekten,

c)  Erfolgskontrolle

bearbeiten und dabei zeigen, dass er Arbeitsabläufe unter Beachtung
von technischen und wirtschaftlichen Vorgaben planen, gestalten und
bewerten sowie Instrumente der Erfolgsfeststellung einsetzen kann.
Im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde soll der Prüfling in
höchstens 60 Minuten praxisbezogene Aufgaben oder Fälle bearbeiten und
dabei zeigen, dass er wirtschaftliche und gesellschaftliche
Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt darstellen und beurteilen
kann.

(5) Sind in der schriftlichen Prüfung die Prüfungsleistungen in bis zu
zwei Prüfungsbereichen mit "mangelhaft" und in den übrigen
schriftlichen Prüfungsbereichen mit mindestens "ausreichend" bewertet
worden, so ist auf Antrag des Prüflings oder nach Ermessen des
Prüfungsausschusses in einem der mit "mangelhaft" bewerteten
Prüfungsbereiche die schriftliche Prüfung durch eine mündliche Prüfung
von etwa 15 Minuten zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen der
Prüfung den Ausschlag geben kann. Der Prüfungsbereich ist vom Prüfling
zu bestimmen. Bei der Ermittlung des Ergebnisses für diesen
Prüfungsbereich sind die Ergebnisse der schriftlichen Arbeit und der
mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2:1 zu gewichten.

(6) Die Prüfungsbereiche sind wie folgt zu gewichten:

*    *   Prüfungsbereich Praktische Arbeitsaufgabe

    *   50 Prozent,

*    *   Prüfungsbereich Visuelle Verkaufsförderung

    *   20 Prozent,

*    *   Prüfungsbereich Projektplanung und -steuerung

    *   20 Prozent,

*    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   10 Prozent.

(7) Die Prüfung ist bestanden, wenn

1.  im Prüfungsbereich Praktische Arbeitsaufgabe und

2.  im Gesamtergebnis der schriftlichen Prüfungsbereiche Visuelle
    Verkaufsförderung, Projektplanung und -steuerung sowie Wirtschafts-
    und Sozialkunde

jeweils mindestens ausreichende Leistungen erbracht wurden. In zwei
der Prüfungsbereiche des schriftlichen Prüfungsteils müssen mindestens
ausreichende Leistungen, in dem weiteren Prüfungsbereich des
schriftlichen Prüfungsteils dürfen keine ungenügenden Leistungen
erbracht worden sein.

Collections: bundestag_gesetze
MarketGestAusbV
Level: 2.0