Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bbodschg/__17.html
Legislation: bbodschg

Title: § 17 Gute fachliche Praxis in der Landwirtschaft

Description:
Gesetz zum Schutz vor schädlichen Bodenveränderungen und zur Sanierung von Altlasten (BBodSchG)
Vierter Teil - Landwirtschaftliche Bodennutzung
§ 17 Gute fachliche Praxis in der Landwirtschaft

Paragraph: 17

Full Text:
Gesetz zum Schutz vor schädlichen Bodenveränderungen und zur Sanierung von Altlasten (BBodSchG)
Vierter Teil - Landwirtschaftliche Bodennutzung
§ 17 Gute fachliche Praxis in der Landwirtschaft

(1) Bei der landwirtschaftlichen Bodennutzung wird die Vorsorgepflicht
nach § 7 durch die gute fachliche Praxis erfüllt. Die nach Landesrecht
zuständigen landwirtschaftlichen Beratungsstellen sollen bei ihrer
Beratungstätigkeit die Grundsätze der guten fachlichen Praxis nach
Absatz 2 vermitteln.

(2) Grundsätze der guten fachlichen Praxis der landwirtschaftlichen
Bodennutzung sind die nachhaltige Sicherung der Bodenfruchtbarkeit und
Leistungsfähigkeit des Bodens als natürlicher Ressource. Zu den
Grundsätzen der guten fachlichen Praxis gehört insbesondere, daß

1.  die Bodenbearbeitung unter Berücksichtigung der Witterung
    grundsätzlich standortangepaßt zu erfolgen hat,

2.  die Bodenstruktur erhalten oder verbessert wird,

3.  Bodenverdichtungen, insbesondere durch Berücksichtigung der Bodenart,
    Bodenfeuchtigkeit und des von den zur landwirtschaftlichen
    Bodennutzung eingesetzten Geräten verursachten Bodendrucks, so weit
    wie möglich vermieden werden,

4.  Bodenabträge durch eine standortangepaßte Nutzung, insbesondere durch
    Berücksichtigung der Hangneigung, der Wasser- und Windverhältnisse
    sowie der Bodenbedeckung, möglichst vermieden werden,

5.  die naturbetonten Strukturelemente der Feldflur, insbesondere Hecken,
    Feldgehölze, Feldraine und Ackerterrassen, die zum Schutz des Bodens
    notwendig sind, erhalten werden,

6.  die biologische Aktivität des Bodens durch entsprechende
    Fruchtfolgegestaltung erhalten oder gefördert wird und

7.  der standorttypische Humusgehalt des Bodens, insbesondere durch eine
    ausreichende Zufuhr an organischer Substanz oder durch Reduzierung der
    Bearbeitungsintensität erhalten wird.

(3) Die Pflichten nach § 4 werden durch die Einhaltung der in § 3 Abs.
1 genannten Vorschriften erfüllt; enthalten diese keine Anforderungen
an die Gefahrenabwehr und ergeben sich solche auch nicht aus den
Grundsätzen der guten fachlichen Praxis nach Absatz 2, so gelten die
übrigen Bestimmungen dieses Gesetzes.

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BBodSchG
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