Source: https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__148.html
Legislation: hgb

Title: § 148 Rechtsstellung der Liquidatoren

Description:
Handelsgesetzbuch (HGB)
Zweites Buch - Handelsgesellschaften und stille Gesellschaft
Erster Abschnitt - Offene Handelsgesellschaft
Sechster Titel - Liquidation der Gesellschaft
§ 148 Rechtsstellung der Liquidatoren

Paragraph: 148

Full Text:
Handelsgesetzbuch (HGB)
Zweites Buch - Handelsgesellschaften und stille Gesellschaft
Erster Abschnitt - Offene Handelsgesellschaft
Sechster Titel - Liquidation der Gesellschaft
§ 148 Rechtsstellung der Liquidatoren

(1) Die Liquidatoren haben, auch wenn sie vom Gericht berufen sind,
den Weisungen Folge zu leisten, welche die Beteiligten in Bezug auf
die Geschäftsführung beschließen. Hat nach dem Gesellschaftsvertrag
die Mehrheit der Stimmen zu entscheiden, bedarf der Beschluss der
Zustimmung der Beteiligten nach § 145 Absatz 2 Nummer 2 und 4.

(2) Die Liquidatoren haben die laufenden Geschäfte zu beendigen, die
Forderungen der Gesellschaft einzuziehen und das übrige Vermögen in
Geld umzusetzen. Zur Beendigung der laufenden Geschäfte können die
Liquidatoren auch neue Geschäfte eingehen.

(3) Die Liquidatoren haben bei Abgabe ihrer Unterschrift der Firma
einen Liquidationszusatz beizufügen. Dies gilt entsprechend für die
Pflicht nach § 125.

(4) Die Liquidatoren haben gegenüber den nach § 145 Absatz 2
Beteiligten zur Ermittlung des zu verteilenden Gesellschaftsvermögens
bei Beginn und Beendigung der Liquidation eine Bilanz aufzustellen.
Die Pflichten zur Buchführung (§§ 238 bis 241a) und
Jahresrechnungslegung (§§ 242 bis 256a) bleiben unberührt.

(5) Aus dem Vermögen der Gesellschaft sind zunächst die Gläubiger der
Gesellschaft zu befriedigen. Ist eine Verbindlichkeit noch nicht
fällig oder ist sie streitig, ist das zur Berichtigung der
Verbindlichkeit Erforderliche zurückzubehalten.

(6) Aus dem nach der Berichtigung der Verbindlichkeiten verbleibenden
Gesellschaftsvermögen sind die geleisteten Beiträge zurückzuerstatten.
Für Beiträge, die nicht in Geld bestanden haben, ist der Wert zu
ersetzen, den sie zur Zeit der Einbringung gehabt haben. Für Beiträge,
die in der Leistung von Diensten oder in der Überlassung der Benutzung
eines Gegenstands bestanden haben, kann im Zweifel kein Ersatz
verlangt werden.

(7) Das während der Liquidation entbehrliche Geld wird unter
Berücksichtigung der den Gesellschaftern bei der Schlussverteilung
zukommenden Beträge vorläufig verteilt.

(8) Das nach Berichtigung der Verbindlichkeiten und Rückerstattung der
Beiträge verbleibende Vermögen der Gesellschaft ist unter den
Gesellschaftern nach dem Verhältnis ihrer Kapitalanteile, wie sie sich
aufgrund der Schlussbilanz im Sinne von Absatz 4 ergeben, schließlich
zu verteilen.

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