Source: https://www.gesetze-im-internet.de/uhrmmstrv_2005/__2.html
Legislation: uhrmmstrv_2005

Title: § 2 Meisterprüfungsberufsbild

Description:
Verordnung über das Meisterprüfungsberufsbild und über die Prüfungsanforderungen in den Teilen I und II der Meisterprüfung im Uhrmacher-Handwerk (UhrmMstrV 2005)
§ 2 Meisterprüfungsberufsbild

Paragraph: 2

Full Text:
Verordnung über das Meisterprüfungsberufsbild und über die Prüfungsanforderungen in den Teilen I und II der Meisterprüfung im Uhrmacher-Handwerk (UhrmMstrV 2005)
§ 2 Meisterprüfungsberufsbild

(1) Durch die Meisterprüfung wird festgestellt, dass der Prüfling
befähigt ist, einen Betrieb zu führen, technische, kaufmännische und
personalwirtschaftliche Leitungsaufgaben wahrzunehmen, die Ausbildung
durchzuführen und seine berufliche Handlungskompetenz
eigenverantwortlich umzusetzen und an neue Bedarfslagen in diesen
Bereichen anzupassen.

(2) Im Uhrmacher-Handwerk sind zum Zwecke der Meisterprüfung folgende
Fertigkeiten und Kenntnisse als ganzheitliche Qualifikationen zu
berücksichtigen:

1.  Kundenwünsche ermitteln, Kunden beraten, Serviceleistungen anbieten,
    Auftragsverhandlungen führen und Auftragsziele festlegen, Leistungen
    kalkulieren und Angebote erstellen, Verträge schließen,

2.  Aufgaben der technischen, kaufmännischen und personalwirtschaftlichen
    Betriebsführung wahrnehmen, insbesondere unter Berücksichtigung der
    Betriebsorganisation, der betrieblichen Aus- und Weiterbildung, des
    Qualitätsmanagements, der Haftungsvorschriften des
    Arbeitsschutzrechtes, des Datenschutzes, des Umweltschutzes sowie von
    Informations- und Kommunikationstechniken,

3.  Auftragsabwicklungsprozesse planen, organisieren, durchführen und
    überwachen,

4.  Aufträge durchführen, insbesondere unter Berücksichtigung von Montage-
    und Fertigungstechniken, berufsbezogenen rechtlichen Vorschriften und
    technischen Normen sowie der anerkannten Regeln der Technik, Personal,
    Material und Geräten sowie Einsatzmöglichkeiten von Auszubildenden,

5.  technische Arbeitspläne und Arbeitsabläufe, Skizzen und technische
    Zeichnungen, insbesondere unter Einsatz von rechnergestützten
    Systemen, erstellen,

6.  Werkstücke und Werkstoffe entsprechend ihrer Arten und Eigenschaften
    verarbeiten; Verfahren zur Oberflächenbehandlung und
    Stoffeigenschaftsänderung bei der Planung, Konstruktion und Fertigung
    berücksichtigen,

7.  manuelle, maschinelle und programmgesteuerte Be- und
    Verarbeitungsverfahren sowie Montage- und Fügetechniken beherrschen,

8.  Prüf- und Messtechniken unter Berücksichtigung von Mess- und
    Prüfplänen und der Qualitätssicherung, insbesondere an mechanischen
    und elektronischen Uhren und deren Komponenten, durchführen;
    Ergebnisse beurteilen und dokumentieren,

9.  Einzelteile von mechanischen Großuhren entwerfen, konstruieren,
    berechnen, kalkulieren, anfertigen und montieren; Großuhren in Betrieb
    nehmen und regulieren,

10. historische Uhren unter Berücksichtigung der zeittypischen
    Arbeitsweisen und Stilrichtungen analysieren und Zustand
    dokumentieren; Instandhaltungsmaßnahmen bestimmen und bewerten sowie
    ausführen oder veranlassen,

11. Fehler-, Mängel- und Störungssuche durchführen, Fehler, Mängel und
    Störungen beseitigen, Ergebnisse bewerten und dokumentieren,

12. auftragsbezogene Fremdleistungen vergeben und Ausführung
    kontrollieren,

13. eigene Leistungen und Fremdleistungen abnehmen, abrechnen und
    dokumentieren, Nachkalkulation durchführen.

Collections: bundestag_gesetze
UhrmMstrV-2005
Level: 2.0