Source: https://www.gesetze-im-internet.de/versmedv/__5.html
Legislation: versmedv

Title: **Teil B: GdS-Tabelle**

Description:
Verordnung zur Durchführung des § 1 Abs. 1 und 3, des § 30 Abs. 1 und des § 35 Abs. 1 des Bundesversorgungsgesetzes (VersMedV)
**Teil B: GdS-Tabelle**

Paragraph: 5

Full Text:
Verordnung zur Durchführung des § 1 Abs. 1 und 3, des § 30 Abs. 1 und des § 35 Abs. 1 des Bundesversorgungsgesetzes (VersMedV)
**Teil B: GdS-Tabelle**

**1.** **(weggefallen)**

**2.** **Kopf und Gesicht**

    *
        *            *   *2.1*                                    Narben nach
                Warzenfortsatzaufmeißelung

            *   0

        *            *   Einfache Schädelbrüche ohne Komplikationen im Heilverlauf

            *   0

        *            *
            *
            *

        *            *   Kleinere Knochenlücken, Substanzverluste (auch größere gedeckte) am
                knöchernen Schädel

            *   0-10

        *            *
            *
            *

        *            *   Schädelnarben am Hirnschädel mit erheblichem Verlust von Knochenmasse
                ohne Funktionsstörung des Gehirns (einschließlich entstellender
                Wirkung)

            *   30

        *            *   Hierzu gehören insbesondere alle traumatisch entstandenen erheblichen
                (nicht gedeckten) Substanzverluste am Hirnschädel, die auch das innere
                Knochenblatt betreffen.

            *

        *            *
            *
            *

        *            *   Einfache Gesichtsentstellung

            *

        *            *
            *   nur wenig störend

            *   10

        *            *
            *   sonst

            *   20-30

        *            *
            *
            *

        *            *   Hochgradige Entstellung des Gesichts

            *   50

        *            *
            *
            *

        *            *   *2.2*                                    Sensibilitätsstörungen im
                Gesichtsbereich

            *

        *            *
            *   leicht

            *   0-10

        *            *
            *   ausgeprägt, den oralen Bereich einschließend

            *   20-30

        *            *
            *
            *

        *            *   Gesichtsneuralgien (z. B. Trigeminusneuralgie)

            *

        *            *
            *   leicht (seltene, leichte Schmerzen)

            *   0-10

        *            *
            *
            *

        *            *
            *   mittelgradig

            *

        *            *
            *   (häufigere, leichte bis mittelgradige Schmerzen, schon durch geringe
                Reize auslösbar)

            *   20-40

        *            *
            *
            *

        *            *
            *   schwer

            *

        *            *
            *   (häufige, mehrmals im Monat auftretende starke Schmerzen bzw.
                Schmerzattacken)

            *   50-60

        *            *
            *
            *

        *            *
            *   besonders schwer

            *

        *            *
            *   (starker Dauerschmerz oder Schmerzattacken mehrmals wöchentlich)

            *   70-80

        *            *
            *
            *

        *            *   *2.3*                                    Echte Migräne

            *

        *            *   je nach Häufigkeit und Dauer der Anfälle und Ausprägung der
                Begleiterscheinungen.

            *

        *            *
            *   leichte Verlaufsform

            *

        *            *
            *   (Anfälle durchschnittlich einmal monatlich)

            *   0-10

        *            *
            *
            *

        *            *
            *   mittelgradige Verlaufsform

            *

        *            *
            *   (häufigere Anfälle, jeweils einen oder mehrere Tage anhaltend)

            *   20-40

        *            *
            *
            *

        *            *
            *   schwere Verlaufsform

            *

        *            *
            *   (lang andauernde Anfälle mit stark ausgeprägten Begleiterscheinungen,
                Anfallspausen von nur wenigen Tagen)

            *   50-60

        *            *
            *
            *

        *            *   *2.4*                                    Periphere Fazialisparese

            *

        *            *   einseitig

            *

        *            *
            *   kosmetisch nur wenig störende Restparese

            *   0-10

        *            *
            *   ausgeprägtere Restparese oder Kontrakturen

            *   20-30

        *            *
            *   komplette Lähmung oder ausgeprägte Kontraktur

            *   40

        *            *   beidseitig komplette Lähmung

            *   50

**3.** **Nervensystem und Psyche**
    *3.1*                    Hirnschäden

    a)  Ein Hirnschaden ist nachgewiesen, wenn Symptome einer organischen
        Veränderung des Gehirns - nach Verletzung oder Krankheit nach dem
        Abklingen der akuten Phase - festgestellt worden sind. Wenn bei
        späteren Untersuchungen keine hirnorganischen Funktionsstörungen und
        Leistungsbeeinträchtigungen mehr zu erkennen sind beträgt der GdS dann
        - auch unter Einschluss geringer z. B. vegetativer Beschwerden - 20;
        nach offenen Hirnverletzungen nicht unter 30.

    b)  Bestimmend für die Beurteilung des GdS ist das Ausmaß der bleibenden
        Ausfallserscheinungen. Dabei sind der neurologische Befund, die
        Ausfallserscheinungen im psychischen Bereich unter Würdigung der
        prämorbiden Persönlichkeit und ggf. das Auftreten von zerebralen
        Anfällen zu beachten. Bei der Mannigfaltigkeit der Folgezustände von
        Hirnschädigungen kommt ein GdS zwischen 20 und 100 in Betracht.

    c)  Bei Kindern ist zu berücksichtigen, dass sich die Auswirkungen eines
        Hirnschadens abhängig vom Reifungsprozess sehr verschieden (Besserung
        oder Verschlechterung) entwickeln können, so dass in der Regel
        Nachprüfungen in Abständen von wenigen Jahren angezeigt sind.

    d)  Bei einem mit Ventil versorgten Hydrozephalus ist ein GdS von
        wenigstens 30 anzusetzen.

    e)  Nicht nur vorübergehende vegetative Störungen nach Gehirnerschütterung
        (reversible und morphologisch nicht nachweisbare Funktionsstörung des
        Gesamthirns) rechtfertigen im ersten Jahr nach dem Unfall einen GdS
        von 10 bis 20.

Bei der folgenden GdS-Tabelle der Hirnschäden soll die unter Nummer
3\.1.1 genannte Gesamtbewertung im Vordergrund stehen. Die unter Nummer
3\.1.2 angeführten isoliert vorkommenden bzw. führenden Syndrome
stellen eine ergänzende Hilfe zur Beurteilung dar.

*
    *        *   *3.1.1*                              Grundsätze der Gesamtbewertung
            von Hirnschäden

        *

    *        *
        *
        *

    *        *   Hirnschäden mit geringer Leistungsbeeinträchtigung

        *   30-40

    *        *   Hirnschäden mit mittelschwerer Leistungsbeeinträchtigung

        *   50-60

    *        *   Hirnschäden mit schwerer Leistungsbeeinträchtigung

        *   70-100

    *        *
        *
        *

    *        *   *3.1.2*                              Bewertung von Hirnschäden mit
            isoliert vorkommenden bzw. führenden Syndromen

        *

    *        *
        *
        *

    *        *   (bei Begutachtungen im sozialen Entschädigungsrecht auch zur
            Feststellung der Schwerstbeschädigtenzulage)

        *

    *        *
        *
        *

    *        *   Hirnschäden mit psychischen Störungen

        *

    *        *
        *   leicht (im Alltag sich gering auswirkend)

        *   30-40

    *        *
        *   mittelgradig (im Alltag sich deutlich auswirkend)

        *   50-60

    *        *
        *   schwer

        *   70-100

    *        *
        *
        *

    *        *   Zentrale vegetative Störungen als Ausdruck eines Hirndauerschadens (z.
            B. Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus, der Vasomotorenregulation oder
            der Schweißregulation)

        *

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   leicht

        *   30

    *        *
        *

    *        *
        *   mittelgradig, auch mit vereinzelten synkopalen Anfällen

        *   40

    *        *
        *   mit häufigeren Anfällen oder erheblichen Auswirkungen auf den
            Allgemeinzustand

        *   50

    *        *
        *
        *

    *        *   Koordinations- und Gleichgewichtsstörungen (spino-) zerebellarer
            Ursache je nach dem Ausmaß der Störung der Ziel- und Feinmotorik
            einschließlich der Schwierigkeiten beim Gehen und Stehen

        *

    *        *   (siehe hierzu auch bei Hör- und Gleichgewichtsorgan)

        *   30-100

    *        *
        *
        *

    *        *   Hirnschäden mit kognitiven Leistungsstörungen (z. B. Aphasie, Apraxie,
            Agnosie)

        *

    *        *
        *   leicht (z. B. Restaphasie)

        *   30-40

    *        *
        *   mittelgradig (z. B. Aphasie mit deutlicher bis sehr ausgeprägter
            Kommunikationsstörung)

        *   50-80

    *        *
        *   schwer (z. B. globale Aphasie)

        *   90-100

    *        *
        *
        *

    *        *   Zerebral bedingte Teillähmungen und Lähmungen

        *

    *        *
        *   leichte Restlähmungen und Tonusstörungen der Gliedmaßen

        *   30

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   bei ausgeprägteren Teillähmungen und vollständigen Lähmungen ist der
            GdS aus Vergleichen mit dem GdS bei Gliedmaßenverlusten, peripheren
            Lähmungen und anderen Funktionseinbußen der Gliedmaßen abzuleiten.
            vollständige Lähmung von Arm und Bein (Hemiplegie)

        *   100

    *        *
        *
        *

    *        *   Parkinson-Syndrom

        *

    *        *
        *   ein- oder beidseitig, geringe Störung der Bewegungsabläufe, keine
            Gleichgewichtsstörung, geringe Verlangsamung

        *   30-40

    *        *
        *

    *        *
        *   deutliche Störung der Bewegungsabläufe, Gleichgewichtsstörungen,
            Unsicherheit beim Umdrehen, stärkere Verlangsamung

        *   50-70

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   schwere Störung der Bewegungsabläufe bis zur Immobilität

        *   80-100

    *        *
        *
        *

    *        *   Andere extrapyramidale Syndrome - auch mit Hyperkinesen - sind analog
            nach Art und Umfang der gestörten Bewegungsabläufe und der Möglichkeit
            ihrer Unterdrückung zu bewerten; bei lokalisierten Störungen (z. B.
            Torticollis spasmodicus) sind niedrigere GdS als bei generalisierten
            (z. B. choreatische Syndrome) in Betracht zu ziehen.

    *        *
        *
        *

    *        *   Epileptische Anfälle

        *

    *        *
        *
        *

    *        *   je nach Art, Schwere, Häufigkeit und tageszeitlicher Verteilung

        *

    *        *
        *   sehr selten (generalisierte [große] und komplex-fokale Anfälle mit
            Pausen von mehr als einem Jahr; kleine und einfach-fokale Anfälle mit
            Pausen von Monaten)

        *   40

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   selten

        *

    *        *
        *   (generalisierte [große] und komplex-fokale Anfälle mit Pausen von
            Monaten; kleine und einfach-fokale Anfälle mit Pausen von Wochen)

        *   50-60

    *        *
        *

    *        *
        *   mittlere Häufigkeit

        *

    *        *
        *   (generalisierte [große] und komplex-fokale Anfälle mit Pausen von
            Wochen; kleine und einfach-fokale Anfälle mit Pausen von Tagen)

        *   60-80

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   häufig

        *

    *        *
        *   (generalisierte [große] oder komplex-fokale Anfälle wöchentlich oder
            Serien von generalisierten Krampfanfällen, von fokal betonten oder von
            multifokalen Anfällen; kleine und einfach-fokale Anfälle täglich)

        *   90-100

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   nach drei Jahren Anfallsfreiheit bei weiterer Notwendigkeit
            antikonvulsiver Behandlung

        *   30

*
    *        *   Ein Anfallsleiden gilt als abgeklungen, wenn ohne Medikation drei
            Jahre Anfallsfreiheit besteht. Ohne nachgewiesenen Hirnschaden ist
            dann kein GdS mehr anzunehmen.

    *        *
        *
        *

    *        *   *3.2*                              Narkolepsie

    *        *
        *
        *

    *        *   Je nach Häufigkeit, Ausprägung und Kombination der Symptome
            (Tagesschläfrigkeit, Schlafattacken, Kataplexien, automatisches
            Verhalten im Rahmen von Ermüdungserscheinungen, Schlaflähmungen -
            häufig verbunden mit hypnagogen Halluzinationen) ist im Allgemeinen
            ein GdS von 50 bis 80 anzusetzen.

    *        *
        *
        *

    *        *   *3.3*                              Hirntumoren

    *        *
        *
        *

    *        *   Der GdS von Hirntumoren ist vor allem von der Art und Dignität und von
            der Ausdehnung und Lokalisation mit ihren Auswirkungen abhängig.

    *        *
        *
        *

    *        *   Nach der Entfernung gutartiger Tumoren (z. B. Meningeom, Neurinom)
            richtet sich der GdS allein nach dem verbliebenen Schaden.

    *        *
        *
        *

    *        *   Bei Tumoren wie Oligodendrogliom, Ependymom, Astrozytom II, ist der
            GdS, wenn eine vollständige Tumorentfernung nicht gesichert ist, nicht
            niedriger als 50 anzusetzen.

    *        *
        *
        *

    *        *   Bei malignen Tumoren (z. B. Astrozytom III, Glioblastom,
            Medulloblastom) ist der GdS mit wenigstens 80 zu bewerten.

    *        *
        *
        *

    *        *   Das Abwarten einer Heilungsbewährung (von fünf Jahren) kommt in der
            Regel nur nach der Entfernung eines malignen Kleinhirntumors des
            Kindesalters (z. B. Medulloblastom) in Betracht. Der GdS beträgt
            während dieser Zeit (im Frühstadium) bei geringer
            Leistungsbeeinträchtigung 50.

    *        *
        *
        *

    *        *   *3.4*                              Beeinträchtigungen der geistigen
            Leistungsfähigkeit im Kindes- und Jugendalter

    *        *
        *
        *

    *        *   Die GdS-Beurteilung der Beeinträchtigungen der geistigen Entwicklung
            darf nicht allein vom Ausmaß der Intelligenzminderung und von
            diesbezüglichen Testergebnissen ausgehen, die immer nur Teile der
            Behinderung zu einem bestimmten Zeitpunkt erfassen können. Daneben
            muss stets auch die Persönlichkeitsentwicklung auf affektivem und
            emotionalem Gebiet, wie auch im Bereich des Antriebs und der Prägung
            durch die Umwelt mit allen Auswirkungen auf die sozialen
            Einordnungsmöglichkeiten berücksichtigt werden.

    *        *
        *
        *

    *        *   *3.4.1*                              Entwicklungsstörungen im
            Kleinkindesalter

        *

    *        *
        *
        *

    *        *   Die Beurteilung setzt eine standardisierte Befunderhebung mit
            Durchführung geeigneter Testverfahren voraus (Nachuntersuchung mit
            Beginn der Schulpflicht). Umschriebene Entwicklungsstörungen in den
            Bereichen Motorik, Sprache oder Wahrnehmung und Aufmerksamkeit

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   leicht, ohne wesentliche Beeinträchtigung der Gesamtentwicklung

        *   0-10

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   sonst - bis zum Ausgleich -

        *

    *        *
        *   je nach Beeinträchtigung der Gesamtentwicklung

        *   20-40

    *        *
        *   bei besonders schwerer Ausprägung

        *   50

    *        *
        *
        *

    *        *   Globale Entwicklungsstörungen (Einschränkungen in den Bereichen
            Sprache und Kommunikation, Wahrnehmung und Spielverhalten, Motorik,
            Selbständigkeit, soziale Integration)

    *        *
        *
        *

    *        *   je nach Ausmaß der sozialen Einordnungsstörung und der
            Verhaltensstörung (z. B. Hyperaktivität, Aggressivität)

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   geringe Auswirkungen

        *   30-40

    *        *
        *   starke Auswirkungen

        *

    *        *
        *   (z. B. Entwicklungsquotient [EQ] von 70 bis über 50)

        *   50-70

    *        *
        *   schwere Auswirkungen (z. B. EQ 50 und weniger)

        *   80-100

    *        *
        *
        *

    *        *   *3.4.2*                              Einschränkung der geistigen
            Leistungsfähigkeit im Schul- und Jugendalter

        *

    *        *
        *
        *

    *        *   Kognitive Teilleistungsschwächen (z. B. Lese-Rechtschreib-Schwäche
            [Legasthenie], isolierte Rechenstörung)

        *

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   leicht, ohne wesentliche Beeinträchtigung der Schulleistungen

        *   0-10

    *        *
        *   sonst - auch unter Berücksichtigung von Konzentrations- und
            Aufmerksamkeitsstörungen - bis zum Ausgleich

        *   20-40

    *        *
        *   bei besonders schwerer Ausprägung (selten)

        *   50

    *        *
        *
        *

    *        *   Einschränkung der geistigen Leistungsfähigkeit mit einem
            Intelligenzrückstand entsprechend einem Intelligenz-Alter (I.A.) von
            etwa 10 bis 12 Jahren bei Erwachsenen (Intelligenzquotient [IQ] von
            etwa 70 bis 60)

    *        *
        *   wenn während des Schulbesuchs nur geringe Störungen, insbesondere der
            Auffassung, der Merkfähigkeit, der psychischen Belastbarkeit, der
            sozialen Einordnung, des Sprechens, der Sprache, oder anderer
            kognitiver Teilleistungen vorliegen

        *   30-40

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   wenn sich nach Abschluss der Schule noch eine weitere
            Bildungsfähigkeit gezeigt hat und keine wesentlichen, die soziale
            Einordnung erschwerenden Persönlichkeitsstörungen bestehen

        *   30-40

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   wenn ein Ausbildungsberuf unter Nutzung der Sonderregelungen für
            behinderte Menschen erreicht werden kann

        *   30-40

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   wenn während des Schulbesuchs die oben genannten Störungen stark
            ausgeprägt sind oder mit einem Schulversagen zu rechnen ist

        *   50-70

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   wenn nach Abschluss der Schule auf eine Beeinträchtigung der Fähigkeit
            zu selbständiger Lebensführung oder sozialer Einordnung geschlossen
            werden kann

        *   50-70

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   wenn der behinderte Mensch wegen seiner Behinderung trotz beruflicher
            Fördermöglichkeiten (z. B. in besonderen Rehabilitationseinrichtungen)
            nicht in der Lage ist, sich auch unter Nutzung der Sonderregelungen
            für behinderte Menschen beruflich zu qualifizieren

        *   50-70

    *        *
        *
        *

    *        *   Intelligenzmangel mit stark eingeengter Bildungsfähigkeit, erheblichen
            Mängeln im Spracherwerb, Intelligenzrückstand entsprechend einem I.A.
            unter 10 Jahren bei Erwachsenen (IQ unter 60)

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   bei relativ günstiger Persönlichkeitsentwicklung und sozialer
            Anpassungsmöglichkeit (Teilerfolg in einer Sonderschule, selbständige
            Lebensführung in einigen Teilbereichen und Einordnung im allgemeinen
            Erwerbsleben mit einfachen motorischen Fertigkeiten noch möglich)

        *   80-90

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   bei stärkerer Einschränkung der Eingliederungsmöglichkeiten mit
            hochgradigem Mangel an Selbständigkeit und Bildungsfähigkeit,
            fehlender Sprachentwicklung, unabhängig von der Arbeitsmarktlage und
            auf Dauer Beschäftigungsmöglichkeit nur in einer Werkstatt für
            Behinderte

        *   100

    *        *
        *
        *

    *        *   *3.5*                              Verhaltens- und emotionale
            Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend

        *

    *        *   Die Kriterien der Definitionen der ICD 10-GM Version 2011 müssen
            erfüllt sein. Komorbide psychische Störungen sind gesondert zu
            berücksichtigen. Eine Behinderung liegt erst ab Beginn der
            Teilhabebeeinträchtigung vor. Eine pauschale Festsetzung des GdS nach
            einem bestimmten Lebensalter ist nicht möglich.

        *

    *        *
        *
        *

    *        *   *3.5.1*                              Tief greifende
            Entwicklungsstörungen (insbesondere frühkindlicher Autismus,
            atypischer Autismus, Asperger-Syndrom)
            Bei tief greifenden Entwicklungsstörungen

            –   ohne soziale Anpassungsschwierigkeiten beträgt der GdS 10–20,

            –   mit leichten sozialen Anpassungsschwierigkeiten beträgt der GdS 30–40,

            –   mit mittleren sozialen Anpassungsschwierigkeiten beträgt der GdS
                50–70,

            –   mit schweren sozialen Anpassungsschwierigkeiten beträgt der GdS
                80–100.

            Soziale Anpassungsschwierigkeiten liegen insbesondere vor, wenn die
            Integrationsfähigkeit in Lebensbereiche (wie zum Beispiel Regel-
            Kindergarten, Regel-Schule, allgemeiner Arbeitsmarkt, öffentliches
            Leben, häusliches Leben) nicht ohne besondere Förderung oder
            Unterstützung (zum Beispiel durch Eingliederungshilfe) gegeben ist
            oder wenn die Betroffenen einer über das dem jeweiligen Alter
            entsprechende Maß hinausgehenden Beaufsichtigung bedürfen. Mittlere
            soziale Anpassungsschwierigkeiten liegen insbesondere vor, wenn die
            Integration in Lebensbereiche nicht ohne umfassende Unterstützung (zum
            Beispiel einen Integrationshelfer als Eingliederungshilfe) möglich
            ist. Schwere soziale Anpassungsschwierigkeiten liegen insbesondere
            vor, wenn die Integration in Lebensbereiche auch mit umfassender
            Unterstützung nicht möglich ist.

        *

    *        *
        *
        *

    *        *   *3.5.2*                              Hyperkinetische Störungen und
            Aufmerksamkeitsstörungen ohne Hyperaktivität
            Ohne soziale Anpassungsschwierigkeiten liegt keine
            Teilhabebeeinträchtigung vor.
            Bei sozialen Anpassungsschwierigkeiten

            –   ohne Auswirkung auf die Integrationsfähigkeit beträgt der GdS 10 – 20.

            –   mit Auswirkungen auf die Integrationsfähigkeit in mehreren
                Lebensbereichen (wie zum Beispiel Regel-Kindergarten, Regel-Schule,
                allgemeiner Arbeitsmarkt, öffentliches Leben, häusliches Leben) oder
                wenn die Betroffenen einer über das dem jeweiligen Alter entsprechende
                Maß hinausgehenden Beaufsichtigung bedürfen, beträgt der GdS 30 – 40.

            –   mit Auswirkungen, die die Integration in Lebensbereiche nicht ohne
                umfassende Unterstützung oder umfassende Beaufsichtigung ermöglichen,
                beträgt der GdS 50 – 70.

            –   mit Auswirkungen, die die Integration in Lebensbereiche auch mit
                umfassender Unterstützung nicht ermöglichen, beträgt der GdS 80 – 100.

            Ab dem Alter von 25 Jahren beträgt der GdS regelhaft nicht mehr als
            50\.

        *

    *        *
        *
        *

    *        *   *3.5.3*                              Störungen des Sozialverhaltens
            und Störungen sozialer Funktionen mit Beginn in der Kindheit und
            Jugend sind je nach Ausmaß der Teilhabebeeinträchtigung, insbesondere
            der Einschränkung der sozialen Integrationsfähigkeit und dem
            Betreuungsaufwand, individuell zu bewerten.

        *

    *        *
        *
        *

    *        *   *3.6*                              Schizophrene und affektive
            Psychosen

        *

    *        *   Langdauernde (über ein halbes Jahr anhaltende) Psychose im floriden
            Stadium je nach Einbuße beruflicher und sozialer
            Anpassungsmöglichkeiten

        *   50-100

    *        *
        *
        *

    *        *   Schizophrener Residualzustand (z. B. Konzentrationsstörung,
            Kontaktschwäche, Vitalitätseinbuße, affektive Nivellierung) mit
            geringen und einzelnen Restsymptomen

        *

    *        *
        *   ohne soziale Anpassungsschwierigkeiten

        *   10-20

    *        *
        *   mit leichten sozialen Anpassungsschwierigkeiten

        *   30-40

    *        *
        *   mit mittelgradigen sozialen Anpassungsschwierigkeiten

        *   50-70

    *        *
        *   mit schweren sozialen Anpassungsschwierigkeiten

        *   80-100

    *        *
        *
        *

    *        *   Affektive Psychose mit relativ kurz andauernden, aber häufig
            wiederkehrenden Phasen

        *

    *        *
        *   bei 1 bis 2 Phasen im Jahr von mehrwöchiger Dauer je nach Art und
            Ausprägung

        *   30-50

    *        *
        *   bei häufigeren Phasen von mehrwöchiger Dauer

        *   60-100

    *        *
        *
        *

    *        *   Nach dem Abklingen lang dauernder psychotischer Episoden ist eine
            Heilungsbewährung von zwei Jahren abzuwarten.

    *        *
        *
        *

    *        *   GdS während dieser Zeit, wenn bereits mehrere manische oder manische
            und depressive Phasen vorangegangen sind

        *   50

    *        *   sonst

        *
        *   30

    *        *
        *
        *

    *        *   Eine Heilungsbewährung braucht nicht abgewartet zu werden, wenn eine
            monopolar verlaufene depressive Phase vorgelegen hat, die als erste
            Krankheitsphase oder erst mehr als zehn Jahre nach einer früheren
            Krankheitsphase aufgetreten ist.

    *        *
        *
        *

    *        *   *3.7*                              Neurosen, Persönlichkeitsstörungen,
            Folgen psychischer Traumen

        *

    *        *   Leichtere psychovegetative oder psychische Störungen

        *   0-20

    *        *
        *
        *

    *        *   Stärker behindernde Störungen

        *

    *        *
        *   mit wesentlicher Einschränkung der Erlebnis- und Gestaltungsfähigkeit

        *

    *        *
        *   (z. B. ausgeprägtere depressive, hypochondrische, asthenische oder
            phobische Störungen, Entwicklungen mit Krankheitswert, somatoforme
            Störungen)

        *   30-40

    *        *
        *
        *

    *        *   Schwere Störungen (z. B. schwere Zwangskrankheit)

        *

    *        *
        *   mit mittelgradigen sozialen Anpassungsschwierigkeiten

        *   50-70

    *        *
        *   mit schweren sozialen Anpassungsschwierigkeiten

        *   80-100

    *        *
        *
        *

    *        *   *3.8*                              Psychische Störungen und
            Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen

    *        *
        *
        *

    *        *   Der schädliche Gebrauch psychotroper Substanzen ohne körperliche oder
            psychische Schädigung bedingt keinen Grad der Schädigungsfolgen. Die
            Abhängigkeit von Koffein oder Tabak sowie von Koffein und Tabak
            bedingt für sich allein in der Regel keine Teilhabebeeinträchtigung.

    *        *
        *
        *

    *        *   Abhängigkeit von psychotropen Substanzen liegt vor, wenn als Folge des
            chronischen Substanzkonsums mindestens drei der folgenden Kriterien
            erfüllt sind:

            –   starker Wunsch (Drang), die Substanz zu konsumieren,

            –   verminderte Kontrollfähigkeit (Kontrollverlust) den Konsum betreffend,

            –   Vernachlässigung anderer sozialer Aktivitäten zugunsten des
                Substanzkonsums,

            –   fortgesetzter Substanzkonsum trotz des Nachweises schädlicher Folgen,

            –   Toleranzentwicklung,

            –   körperliche Entzugssymptome nach Beenden des Substanzkonsums.

            Es gelten folgende GdS-Werte:

    *        *
        *
        *

    *        *   Bei schädlichem Gebrauch von psychotropen Substanzen mit leichteren
            psychischen Störungen beträgt der GdS 0–20.

    *        *
        *
        *

    *        *   Bei Abhängigkeit:

            –   mit leichten sozialen Anpassungsschwierigkeiten beträgt der GdS 30–40,

            –   mit mittleren sozialen Anpassungsschwierigkeiten beträgt der GdS
                50–70,

            –   mit schweren sozialen Anpassungsschwierigkeiten beträgt der GdS
                80–100.

    *        *
        *
        *

    *        *   Ist im Fall einer Abhängigkeit, die zuvor mit einem GdS von mindestens
            50 zu bewerten war, Abstinenz erreicht, muss eine Heilungsbewährung
            von zwei Jahren ab dem Zeitpunkt des Beginns der Abstinenz abgewartet
            werden. Während dieser Zeit ist ein GdS von 30 anzunehmen, es sei
            denn, die bleibenden psychischen oder hirnorganischen Störungen
            rechtfertigen einen höheren GdS. Weitere Organschäden sind unter
            Beachtung von Teil A Nummer 2 Buchstabe e der Versorgungsmedizinischen
            Grundsätze zu bewerten.

    *        *
        *
        *

    *        *   Abnorme Gewohnheiten und Störungen der Impulskontrolle sind nach Teil
            B Nummer 3.7 zu bewerten.

    *        *

    *        *   *3.9*                              Rückenmarkschäden

        *

    *        *
        *   Unvollständige, leichte Halsmarkschädigung mit beidseits geringen
            motorischen und sensiblen Ausfällen, ohne Störungen der Blasen- und
            Mastdarmfunktion

        *   30-60

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   Unvollständige Brustmark-, Lendenmark- oder Kaudaschädigung mit
            Teillähmung beider Beine, ohne Störungen der Blasen- und
            Mastdarmfunktion

        *   30-60

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   Unvollständige Brustmark-, Lendenmark- oder Kaudaschädigung mit
            Teillähmung beider Beine und Störungen der Blasen- und/oder
            Mastdarmfunktion

        *   60-80

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   Unvollständige Halsmarkschädigung mit gewichtigen Teillähmungen beider
            Arme und Beine und Störungen der Blasen- und/oder Mastdarmfunktion

        *   100

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   Vollständige Halsmarkschädigung mit vollständiger Lähmung beider Arme
            und Beine und Störungen der Blasen- und/ oder Mastdarmfunktion

        *   100

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   Vollständige Brustmark-, Lendenmark-, oder Kaudaschädigung mit
            vollständiger Lähmung der Beine und Störungen der Blasen und/oder
            Mastdarmfunktion

        *   100

    *        *
        *
        *

    *        *   *3.10*                              Multiple Sklerose

        *

    *        *
        *
        *

    *        *   Der GdS richtet sich vor allem nach den zerebralen und spinalen
            Ausfallserscheinungen. Zusätzlich ist die aus dem klinischen Verlauf
            sich ergebende Krankheitsaktivität zu berücksichtigen.

    *        *
        *
        *

    *        *   *3.11*                              Polyneuropathien

        *

    *        *
        *
        *

    *        *   Bei den Polyneuropathien ergeben sich die Funktionsbeeinträchtigungen
            aufgrund motorischer Ausfälle (mit Muskelatrophien), sensibler
            Störungen oder Kombinationen von beiden. Der GdS motorischer Ausfälle
            ist in Analogie zu den peripheren Nervenschäden einzuschätzen. Bei den
            sensiblen Störungen und Schmerzen ist zu berücksichtigen, dass schon
            leichte Störungen zu Beeinträchtigungen - z. B. bei Feinbewegungen -
            führen können.

**4.** **Sehorgan**

    *        *   Die Sehbehinderung umfasst alle Störungen des Sehvermögens. Für die
            Beurteilung ist in erster Linie die korrigierte Sehschärfe maßgebend;
            daneben sind u. a. Ausfälle des Gesichtsfeldes und des Blickfeldes zu
            berücksichtigen.

    *        *
        *
        *

    *        *   Die Sehschärfe ist grundsätzlich entsprechend den Empfehlungen der
            Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) nach DIN 58220 zu
            bestimmen; Abweichungen hiervon sind nur in Ausnahmefällen zulässig
            (zum Beispiel bei Bettlägerigkeit oder Kleinkindern). Die übrigen
            Partialfunktionen des Sehvermögens sind nur mit Geräten oder Methoden
            zu prüfen, die den Empfehlungen der DOG entsprechend eine
            gutachtenrelevante einwandfreie Beurteilung erlauben.

    *        *
        *
        *

    *        *   Hinsichtlich der Gesichtsfeldbestimmung bedeutet dies, dass zur
            Feststellung von Gesichtsfeldausfällen nur Ergebnisse der
            manuellkinetischen Perimetrie entsprechend der Marke Goldmann III/4e
            verwertet werden dürfen.

    *        *
        *
        *

    *        *   Bei der Beurteilung von Störungen des Sehvermögens ist darauf zu
            achten, dass der morphologische Befund die Sehstörungen erklärt.

    *        *
        *
        *

    *        *   Die Grundlage für die GdS-Beurteilung bei Herabsetzung der Sehschärfe
            bildet die „MdE-Tabelle der DOG".

    *        *
        *
        *

    *        *   *4.1*                              Verlust eines Auges mit dauernder,
            einer Behandlung nicht

    *        *   zugänglichen Eiterung der Augenhöhle

        *   40

    *        *

    *        *   *4.2*                              Linsenverlust

        *

    *        *   Linsenverlust korrigiert durch intraokulare Kunstlinse oder
            Kontaktlinse

        *

    *        *
        *   Linsenverlust eines Auges

        *

    *        *
        *
        *   Sehschärfe 0,4 und mehr

        *   10

    *        *
        *
        *   Sehschärfe 0,1 bis weniger als 0,4

        *   20

    *        *
        *
        *   Sehschärfe weniger als 0,1

        *   25-30

    *        *
        *   Linsenverlust beider Augen

        *

    *        *
        *
        *   Beträgt der sich aus der Sehschärfe für beide Augen ergebende GdS
            nicht mehr als 60, ist dieser um 10 zu erhöhen.

        *

    *        *
        *   Die GdS-Werte setzen die Verträglichkeit der Linsen voraus. Maßgebend
            ist der objektive Befund.

        *

    *        *
        *   Bei Versorgung mit Starbrille ist der aus der Sehschärfe für beide
            Augen sich ergebende GdS um 10 zu erhöhen, bei Blindheit oder Verlust
            des anderen Auges um 20.

        *

    *        *
        *   Bei Unkorrigierbarkeit richtet sich der GdS nach der Restsehschärfe.

        *

    *        *

    *        *   *4.3*                              Die augenärztliche Untersuchung
            umfasst die Prüfung der einäugigen und beidäugigen Sehschärfe. Sind
            die Ergebnisse beider Prüfungsarten unterschiedlich, so ist bei der
            Bewertung die beidäugige Sehschärfe als Sehschärfewert des besseren
            Auges anzusetzen.

        *

    *   **MdE-Tabelle der DOG**

        *            *   RA

            *   1,0

            *   0,8

            *   0,63

            *   0,5

            *   0,4

            *   0,32

            *   0,25

            *   0,2

            *   0,16

            *   0,1

            *   0,08

            *   0,05

            *   0,02

            *   0

        *            *   Sehschärfe

            *   5/5

            *   5/6

            *   5/8

            *   5/10

            *   5/12

            *   5/15

            *   5/20

            *   5/25

            *   5/30

            *   5/50

            *   1/12

            *   1/20

            *   1/50

            *   0

        *            *   LA

            *

        *            *   1,0

            *   5/5

            *   0

            *   0

            *   0

            *   5

            *   5

            *   10

            *   10

            *   10

            *   15

            *   20

            *   20

            *   25

            *   25

            *   \*25

        *            *   0,8

            *   5/6

            *   0

            *   0

            *   5

            *   5

            *   10

            *   10

            *   10

            *   15

            *   20

            *   20

            *   25

            *   30

            *   30

            *   30

        *            *   0,63

            *   5/8

            *   0

            *   5

            *   10

            *   10

            *   10

            *   10

            *   15

            *   20

            *   20

            *   25

            *   30

            *   30

            *   30

            *   40

        *            *   0,5

            *   5/10

            *   5

            *   5

            *   10

            *   10

            *   10

            *   15

            *   20

            *   20

            *   25

            *   30

            *   30

            *   35

            *   40

            *   40

        *            *   0,4

            *   5/12

            *   5

            *   10

            *   10

            *   10

            *   20

            *   20

            *   25

            *   25

            *   30

            *   30

            *   35

            *   40

            *   50

            *   50

        *            *   0,32

            *   5/15

            *   10

            *   10

            *   10

            *   15

            *   20

            *   30

            *   30

            *   30

            *   40

            *   40

            *   40

            *   50

            *   50

            *   50

        *            *   0,25

            *   5/20

            *   10

            *   10

            *   15

            *   20

            *   25

            *   30

            *   40

            *   40

            *   40

            *   50

            *   50

            *   50

            *   60

            *   60

        *            *   0,2

            *   5/25

            *   10

            *   15

            *   20

            *   20

            *   25

            *   30

            *   40

            *   50

            *   50

            *   50

            *   60

            *   60

            *   70

            *   70

        *            *   0,16

            *   5/30

            *   15

            *   20

            *   20

            *   25

            *   30

            *   40

            *   40

            *   50

            *   60

            *   60

            *   60

            *   70

            *   80

            *   80

        *            *   0,1

            *   5/50

            *   20

            *   20

            *   25

            *   30

            *   30

            *   40

            *   50

            *   50

            *   60

            *   70

            *   70

            *   80

            *   90

            *   90

        *            *   0,08

            *   1/12

            *   20

            *   25

            *   30

            *   30

            *   35

            *   40

            *   50

            *   60

            *   60

            *   70

            *   80

            *   90

            *   90

            *   90

        *            *   0,05

            *   1/20

            *   25

            *   30

            *   30

            *   35

            *   40

            *   50

            *   50

            *   60

            *   70

            *   80

            *   90

            *   100

            *   100

            *   100

        *            *   0,02

            *   1/50

            *   25

            *   30

            *   30

            *   40

            *   50

            *   50

            *   60

            *   70

            *   80

            *   90

            *   90

            *   100

            *   100

            *   100

        *            *   0

            *   0

            *   \*25

            *   30

            *   40

            *   40

            *   50

            *   50

            *   60

            *   70

            *   80

            *   90

            *   90

            *   100

            *   100

            *   100

    *        *   *4.4*                              Augenmuskellähmungen, Strabismus

        *

    *        *
        *   wenn ein Auge wegen der Doppelbilder vom Sehen ausgeschlossen werden
            muss

        *   30

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   bei Doppelbildern nur in einigen Blickfeldbereichen bei sonst normalem
            Binokularsehen ergibt sich der GdS aus dem nachstehenden Schema von
            Haase und Steinhorst:

        *

    *        *
        *            ![bgbl1_2008_j0031_0010.jpg](bgbl1_2008_j0031_0010.jpg)
        *

    *        *
        *   bei einseitiger Bildunterdrückung durch Gewöhnung (Exklusion) und
            entsprechendem Verschwinden der Doppelbilder

        *   10

    *        *
        *

    *        *
        *   Einschränkungen der Sehschärfe (z. B. Amblyopie) oder eine erheblich
            entstellende Wirkung sind ggf. zusätzlich zu berücksichtigen.

        *

    *        *
        *
        *

    *        *   Lähmung des Oberlides mit nicht korrigierbarem, vollständigem

        *

    *        *
        *   Verschluss des Auges

        *   30

    *        *
        *   sonst

        *   10-20

    *        *
        *
        *

    *        *   Fehlstellungen der Lider, Verlegung der Tränenwege mit Tränenträufeln

        *

    *        *
        *   einseitig

        *   0-10

    *        *
        *   beidseitig

        *   10-20

    *        *
        *
        *

    *        *   *4.5*                              Gesichtsfeldausfälle

        *

    *        *
        *   Vollständige Halbseiten- und Quadrantenausfälle

        *

    *        *
        *
        *   Homonyme Hemianopsie

        *   40

    *        *
        *
        *   Bitemporale Hemianopsie

        *   30

    *        *

    *        *
        *
        *   Binasale Hemianopsie

        *

    *        *
        *
        *   bei beidäugigem Sehen

        *   10

    *        *
        *
        *   bei Verlust des beidäugigen Sehens

        *   30

    *        *
        *
        *   Homonymer Quadrant oben

        *   20

    *        *
        *
        *   Homonymer Quadrant unten

        *   30

    *        *
        *
        *   Vollständiger Ausfall beider unterer Gesichtsfeldhälften

        *   60

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   Ausfall einer Gesichtsfeldhälfte bei Verlust oder Blindheit des
            anderen Auges

        *

    *        *
        *
        *   nasal

        *   60

    *        *
        *
        *   temporal

        *   70

    *        *
        *   Bei unvollständigen Halbseiten- und Quadrantenausfällen ist der GdS
            entsprechend niedriger anzusetzen.

        *

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Gesichtsfeldeinengungen

        *

    *        *
        *   Allseitige Einengung bei normalem Gesichtsfeld des anderen Auges

        *

    *        *
        *
        *   auf 10° Abstand vom Zentrum

        *   10

    *        *
        *
        *   auf 5° Abstand vom Zentrum

        *   25

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *
        *   Allseitige Einengung binokular

        *

    *        *
        *
        *   auf 50° Abstand vom Zentrum

        *   10

    *        *
        *
        *   auf 30° Abstand vom Zentrum

        *   30

    *        *
        *
        *   auf 10° Abstand vom Zentrum

        *   70

    *        *
        *
        *   auf 5° Abstand vom Zentrum

        *   100

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   Allseitige Einengung bei Fehlen des anderen Auges

        *

    *        *
        *
        *   auf 50° Abstand vom Zentrum

        *   40

    *        *
        *
        *   auf 30° Abstand vom Zentrum

        *   60

    *        *
        *
        *   auf 10° Abstand vom Zentrum

        *   90

    *        *
        *
        *   auf 5° Abstand vom Zentrum

        *   100

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   Unregelmäßige Gesichtsfeldausfälle, Skotome im 50°-Gesichtsfeld
            unterhalb des horizontalen Meridians, binokular

        *

    *        *
        *
        *   mindestens 1/3 ausgefallene Fläche

        *   20

    *        *
        *
        *   mindestens 2/3 ausgefallene Fläche

        *   50

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   Bei Fehlen eines Auges sind die Skotome entsprechend höher zu
            bewerten.

        *

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   *4.6*                              Ausfall des Farbensinns

        *   0

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Einschränkung der Dunkeladaptation (Nachtblindheit) oder des
            Dämmerungssehens

        *   0-10

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   *4.7*                              Nach Hornhauttransplantationen
            richtet sich der GdS allein nach dem Sehvermögen.

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   *4.8*                              Nach Entfernung eines malignen
            Augentumors ist in den ersten fünf Jahren eine Heilungsbewährung
            abzuwarten; GdS während dieser Zeit

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *
        *   bei Tumorbegrenzung auf den Augapfel (auch bei Augapfelentfernung)

        *   50

    *        *
        *
        *   sonst

        *   wenigstens 80

**5.** **Hör- und Gleichgewichtsorgan**

    *        *   Maßgebend für die Bewertung des GdS bei Hörstörungen ist die
            Herabsetzung des Sprachgehörs, deren Umfang durch Prüfung ohne
            Hörhilfen zu bestimmen ist. Der Beurteilung ist die von der Deutschen
            Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie
            empfohlene Tabelle (siehe Nummer 5.2.4, Tabelle D) zugrunde zu legen.
            Nach Durchführung eines Ton- und Sprachaudiogramms ist der Prozentsatz
            des Hörverlustes aus entsprechenden Tabellen abzuleiten.

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Die in der GdS-Tabelle enthaltenen Werte zur Schwerhörigkeit
            berücksichtigen die Möglichkeit eines Teilausgleichs durch Hörhilfen
            mit.

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Sind mit der Hörstörung andere Erscheinungen verbunden, z. B.
            Ohrgeräusche, Gleichgewichtsstörungen, Artikulationsstörungen oder
            außergewöhnliche psychoreaktive Störungen, so kann der GdS
            entsprechend höher bewertet werden.

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   *5.1*                              Angeborene oder in der Kindheit
            erworbene Taubheit oder an Taubheit grenzende Schwerhörigkeit mit
            Sprachstörungen

        *

    *        *
        *   angeboren oder bis zum 7. Lebensjahr erworben (schwere Störung des
            Spracherwerbs, in der Regel lebenslang)

        *   100

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   später erworben (im 8. bis 18. Lebensjahr) mit schweren
            Sprachstörungen (schwer verständliche Lautsprache, geringer
            Sprachschatz)

        *   100

    *        *
        *   sonst je nach Sprachstörung

        *   80-90

    *        *

    *        *   *5.2*                              Hörverlust

        *

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   *5.2.1*                              Zur Ermittlung des prozentualen
            Hörverlustes aus den Werten der sprachaudiometrischen Untersuchung
            (nach Boenninghaus u. Röser 1973):

        *

    *   Tabelle A

        *            *
            *
            *   Hörverlust für Zahlen ind dB

        *            *
            *
            *   <

            *   ab

            *   ab

            *   ab

            *   ab

            *   ab

            *   ab

            *   ab

            *   ab

            *   ab

            *   ab

            *   ab

        *            *
            *
            *
            *   20

            *   20

            *   25

            *   30

            *   35

            *   40

            *   45

            *   50

            *   55

            *   60

            *   65

            *   70

        *            *   Gesamtwortverstehen

            *   <

            *   20

            *   100

            *   100

            *   100

            *   100

            *   100

            *   100

            *   100

            *   100

            *   100

            *   100

            *   100

            *   100

        *            *   ab

            *   20

            *   95

            *   95

            *   95

            *   95

            *   95

            *   95

            *   95

            *   95

            *   95

            *   95

            *   95

            *   100

        *            *   ab

            *   35

            *   90

            *   90

            *   90

            *   90

            *   90

            *   90

            *   90

            *   90

            *   90

            *   90

            *   95

            *   100

        *            *   ab

            *   50

            *   80

            *   80

            *   80

            *   80

            *   80

            *   80

            *   80

            *   80

            *   80

            *   90

            *   95

            *   100

        *            *   ab

            *   75

            *   70

            *   70

            *   70

            *   70

            *   70

            *   70

            *   70

            *   70

            *   80

            *   90

            *   95

            *   100

        *            *   ab

            *   100

            *   60

            *   60

            *   60

            *   60

            *   60

            *   60

            *   60

            *   70

            *   80

            *   90

            *   95

            *

        *            *   ab

            *   125

            *   50

            *   50

            *   50

            *   50

            *   50

            *   50

            *   60

            *   70

            *   80

            *   90

            *
            *

        *            *   ab

            *   150

            *   40

            *   40

            *   40

            *   40

            *   40

            *   50

            *   60

            *   70

            *   80

            *
            *
            *

        *            *   ab

            *   175

            *   30

            *   30

            *   30

            *   30

            *   40

            *   50

            *   60

            *   70

            *
            *
            *
            *

        *            *   ab

            *   200

            *   20

            *   20

            *   20

            *   30

            *   40

            *   50

            *   60

            *
            *
            *
            *
            *

        *            *   ab

            *   225

            *   10

            *   10

            *   20

            *   30

            *   40

            *   50

            *
            *
            *
            *
            *
            *

        *            *   ab

            *   250

            *   0

            *   10

            *   20

            *   30

            *   40

            *
            *
            *
            *
            *
            *
            *

   Das Gesamtwortverstehen wird aus der Wortverständigungskurve
        errechnet. Es entsteht durch Addition der Verständnisquoten bei 60, 80
        und 100 dB Lautstärke (einfaches Gesamtwortverstehen). Bei der
        Ermittlung von Schwerhörigkeiten bis zu einem Hörverlust von 40% ist
        das gewichtete Gesamtwortverstehen (FeIdmann 1988 anzuwenden: 3 x
        Verständnisquote bei 60dB + 2 x Verständnisquote bei 80 dB + 1 x
        Verständnisquote bei 100 dB. Summe dividiert durch 2.

    *        *

    *        *   *5.2.2*                              Zur Ermittlung des prozentualen
            Hörverlustes aus dem Tonaudiogramm bei unregelmäßigem Verlauf der
            Tongehörskurve. Der prozentuale Hörverlust ergibt sich durch Addition
            der vier Teilkomponenten (4-Frequenztabelle nach Röser 1973):

    *   Tabelle B

        *            *   Tonhörverlust

            *
            *
            *
            *

        *            *   dB

            *   500 Hz

            *   1000 Hz

            *   2000 Hz

            *   4000 Hz

        *            *   10

            *   0

            *   0

            *   0

            *   0

        *            *   15

            *   2

            *   3

            *   2

            *   1

        *            *   20

            *   3

            *   5

            *   5

            *   2

        *            *   25

            *   4

            *   8

            *   7

            *   4

        *            *   30

            *   6

            *   10

            *   9

            *   5

        *            *   35

            *   8

            *   13

            *   11

            *   6

        *            *   40

            *   9

            *   16

            *   13

            *   7

        *            *   45

            *   11

            *   18

            *   16

            *   8

        *            *   50

            *   12

            *   21

            *   18

            *   9

        *            *   55

            *   14

            *   24

            *   20

            *   10

        *            *   60

            *   15

            *   26

            *   23

            *   11

        *            *   65

            *   17

            *   29

            *   25

            *   12

        *            *   70

            *   18

            *   32

            *   27

            *   13

        *            *   75

            *   19

            *   32

            *   28

            *   14

        *            *   80

            *   19

            *   33

            *   29

            *   14

        *            *   ab 85

            *   20

            *   35

            *   30

            *   15

    *        *

    *        *   *5.2.3.3*                              Frequenztabelle nach Röser 1980
            für die Beurteilung bei Hochtonverlusten vom Typ Lärmschwerhörigkeit:

    *   Tabelle C

        *            *
            *
            *
            *   Tonverlust bei 1 kHz

        *            *
            *
            *   dB von

            *   0

            *   5

            *   15

            *   25

            *   35

            *   45

            *   55

            *   65

            *   75

            *   85

            *   95

        *            *
            *
            *   bis

            *   5

            *   10

            *   20

            *   30

            *   40

            *   50

            *   60

            *   70

            *   80

            *   90

            *   100

        *            *   Summe bei 2 und 3 kHz

            *   0 - 15

            *   0

            *   0

            *   0

            *   0

            *   5

            *   5

            *
            *
            *   Hörverlust in %

        *            *   20 - 35

            *   0

            *   0

            *   0

            *   5

            *   10

            *   20

            *   30

            *
            *
            *
            *

        *            *   40 - 55

            *   0

            *   0

            *   0

            *   10

            *   20

            *   25

            *   35

            *   45

            *
            *
            *

        *            *   60 - 75

            *   0

            *   0

            *   10

            *   15

            *   25

            *   35

            *   40

            *   50

            *   60

            *
            *

        *            *   80 - 95

            *   0

            *   5

            *   15

            *   25

            *   30

            *   40

            *   50

            *   60

            *   70

            *   80

            *

        *            *   100 - 115

            *   5

            *   15

            *   20

            *   30

            *   40

            *   45

            *   55

            *   70

            *   80

            *   90

            *   100

        *            *   120 - 135

            *   10

            *   20

            *   30

            *   35

            *   45

            *   55

            *   65

            *   75

            *   90

            *   100

            *   100

        *            *   140 - 155

            *   20

            *   25

            *   35

            *   45

            *   50

            *   60

            *   75

            *   85

            *   95

            *   100

            *   100

        *            *   160 - 175

            *   25

            *   35

            *   40

            *   50

            *   60

            *   70

            *   80

            *   95

            *   100

            *   100

            *   100

        *            *   80 - 195

            *   30

            *   40

            *   50

            *   55

            *   70

            *   80

            *   90

            *   100

            *   100

            *   100

            *   100

        *            *   ab 200

            *   40

            *   45

            *   55

            *   65

            *   75

            *   90

            *   100

            *   100

            *   100

            *   100

            *   100

    *        *

    *        *   *5.2.4*                              Zur Ermittlung des GdS aus den
            Schwerhörigkeitsgraden für beide Ohren:

    *   Tabelle D

        *            *   Rechtes Ohr

            *   Normalhörigkeit

            *   0 - 20

            *   0

            *   0

            *   10

            *   10

            *   15

            *   20

        *            *
            *
            *
            *   10

            *
            *
            *
            *

        *            *   Geringgradige Schwerhörigkeit

            *   20 - 40

            *   0

            *   15

            *   20

            *   20

            *   30

            *   30

        *            *
            *
            *
            *
            *   20

            *
            *
            *

        *            *   Mittelgradige Schwerhörigkeit

            *   40 - 60

            *   10

            *   20

            *   30

            *   30

            *   40

            *   40

        *            *
            *
            *
            *
            *
            *   40

            *
            *

        *            *   Hochgradige Schwerhörigkeit

            *   60-80

            *   10

            *   20

            *   30

            *   50

            *   50

            *   50

        *            *
            *
            *
            *
            *
            *
            *   60

            *

        *            *   An Taubheit grenzende Schwerhörigkeit

            *   80 - 95

            *   15

            *   30

            *   40

            *   50

            *   70

            *   70

        *            *
            *
            *
            *
            *
            *
            *
            *   80

        *            *   Taubheit

            *   100

            *   20

            *   30

            *   40

            *   50

            *   70

            *   80

        *            *
            *
            *   Hörverlust in Prozent

            *   0 - 20

            *   20 - 40

            *   40 - 60

            *   60 - 80

            *   80 - 95

            *   100

        *            *
            *
            *
            *   Normalhörigkeit

            *   Geringgradige Schwerhörigkeit

            *   Mittelgradige Schwerhörigkeit

            *   Hochgradige Schwerhörigkeit

            *   An Taubheit grenzende Schwerhörigkeit

            *   Taubheit

        *            *
            *
            *

        *            *
            *   Linkes Ohr

    *        *   *5.3*                              Gleichgewichtsstörungen

        *

    *        *
        *   (Normabweichungen in den apparativ erhobenen neurootologischen
            Untersuchungsbefunden bedingen für sich allein noch keinen GdS)

        *

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   ohne wesentliche Folgen

        *

    *        *
        *
        *   beschwerdefrei, allenfalls Gefühl der Unsicherheit bei alltäglichen
            Belastungen (z. B. Gehen, Bücken, Aufrichten, Kopfdrehungen, leichte
            Arbeiten in wechselnder Körperhaltung) leichte Unsicherheit, geringe
            Schwindelerscheinungen (Schwanken) bei höheren Belastungen (z. B.
            Heben von Lasten, Gehen im Dunkeln, abrupte Körperbewegungen) stärkere
            Unsicherheit mit Schwindelerscheinungen (Fallneigung, Ziehen nach
            einer Seite) erst bei außergewöhnlichen Belastungen (z. B. Stehen und
            Gehen auf Gerüsten, sportliche Übungen mit raschen Körperbewegungen)
            keine nennenswerten Abweichungen bei den Geh- und Stehversuchen

        *   0-10

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   mit leichten Folgen

        *

    *        *
        *
        *   leichte Unsicherheit, geringe Schwindelerscheinungen wie Schwanken,
            Stolpern, Ausfallsschritte bei alltäglichen Belastungen, stärkere
            Unsicherheit und Schwindelerscheinungen bei höheren Belastungen
            leichte Abweichungen bei den Geh- und Stehversuchen erst auf höherer
            Belastungsstufe

        *   20

    *        *
        *

    *        *
        *   mit mittelgradigen Folgen

        *

    *        *
        *
        *   stärkere Unsicherheit, Schwindelerscheinungen mit Fallneigung bereits
            bei alltäglichen Belastungen, heftiger Schwindel (mit vegetativen
            Erscheinungen, gelegentlich Übelkeit, Erbrechen) bei höheren und
            außergewöhnlichen Belastungen deutliche Abweichungen bei den Geh- und
            Stehversuchen bereits auf niedriger Belastungsstufe

        *   30-40

    *        *
        *

    *        *
        *   mit schweren Folgen

        *

    *        *
        *
        *   heftiger Schwindel, erhebliche Unsicherheit und Schwierigkeiten
            bereits beim Gehen und Stehen im Hellen und bei anderen alltäglichen
            Belastungen, teilweise Gehhilfe erforderlich

        *   50-70

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   bei Unfähigkeit, ohne Unterstützung zu gehen oder zu stehen

        *   80

    *        *
        *
        *

    *        *   Ohrgeräusche (Tinnitus)

        *

    *        *
        *   ohne nennenswerte psychische Begleiterscheinungen

        *   0-10

    *        *
        *   mit erheblichen psychovegetativen Begleiterscheinungen

        *   20

    *        *
        *   mit wesentlicher Einschränkung der Erlebnis- und Gestaltungsfähigkeit
            (z. B. ausgeprägte depressive Störungen)

        *   30-40

    *        *
        *   mit schweren psychischen Störungen und sozialen
            Anpassungsschwierigkeiten

        *   mindestens 50

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Menière-Krankheit

        *

    *        *
        *   ein bis zwei Anfälle im Jahr

        *   0-10

    *        *
        *   häufigere Anfälle, je nach Schweregrad

        *   20-40

    *        *
        *   mehrmals monatlich schwere Anfälle

        *   50

    *        *
        *   Bleibende Hörstörungen und Ohrgeräusche (Tinnitus) sind zusätzlich zu
            bewerten.

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   *5.4*                              Chronische Mittelohrentzündung

        *

    *        *
        *   ohne Sekretion oder einseitige zeitweise Sekretion

        *   0

    *        *
        *   einseitige andauernde Sekretion oder zeitweise beidseitige Sekretion

        *   10

    *        *
        *   andauernd beidseitige Sekretion

        *   20

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Radikaloperationshöhle

        *

    *        *
        *   reizlos

        *   0

    *        *
        *   bei unvollständiger Überhäutung und ständiger Sekretion

        *

    *        *
        *
        *   einseitig

        *   10

    *        *
        *
        *   beidseitig

        *   20

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   *5.5*                              Verlust einer Ohrmuschel

        *   20

**6.** **Nase**

    *        *   *6.1*                              Völliger Verlust der Nase

        *   50

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Teilverlust der Nase, Sattelnase

        *

    *        *
        *   wenig störend

        *   10

    *        *
        *   sonst

        *   20-30

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   *6.2*                              Stinknase (Ozaena), je nach Ausmaß
            der Borkenbildung und

        *

    *        *   des Foetors

        *   20-40

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Verengung der Nasengänge

        *

    *        *
        *   einseitig je nach Atembehinderung

        *   0-10

    *        *
        *   doppelseitig mit leichter bis mittelgradiger Atembehinderung

        *   10

    *        *
        *   doppelseitig mit starker Atembehinderung

        *   20

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Chronische Nebenhöhlenentzündung

        *

    *        *
        *   leichteren Grades

        *

    *        *
        *   (ohne wesentliche Neben- und Folgeerscheinungen)

        *   0-10

    *        *
        *   schweren Grades

        *

    *        *
        *   (ständige erhebliche Eiterabsonderung, Trigeminusreizerscheinungen,
            Polypenbildung)

        *   20-40

    *        *
        *

    *        *   *6.3*                              Völliger Verlust des Riechvermögens
            mit der damit verbundenen

        *

    *        *
        *   Beeinträchtigung der Geschmackswahrnehmung

        *   15

    *        *
        *   Völliger Verlust des Geschmackssinns

        *   10

**7.** **Mundhöhle, Rachenraum und obere Luftwege**

    *        *   Verletzungs- und Erkrankungsfolgen an den Kiefern, Kiefergelenken und
            Weichteilen der Mundhöhle, einschließlich der Zunge und der
            Speicheldrüsen, sind nach dem Grad ihrer Auswirkung auf Sprech-, Kau-
            und Schluckvermögen zu beurteilen. Eine Gesichtsentstellung ist
            gesondert zu berücksichtigen.

    *        *
        *
        *

    *        *   *7.1*                              Lippendefekt mit ständigem
            Speichelfluss

        *   20-30

    *        *
        *
        *

    *        *   Äußere Speichelfistel, Frey-Syndrom

        *

    *        *
        *   geringe Sekretion

        *   10

    *        *
        *   sonst

        *   20

    *        *
        *

    *        *   Störung der Speichelsekretion

        *

    *        *   (vermehrter Speichelfluss, Mundtrockenheit)

        *   0-20

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   *7.2*                              Schwere Funktionsstörung der Zunge
            durch Gewebsverlust, narbige Fixierung oder Lähmung je nach Umfang und
            Artikulationsstörung

        *   30-50

    *        *
        *

    *        *   Behinderung der Mundöffnung
            (Schneidekantendistanz zwischen 5 und 25 mm) mit deutlicher Auswirkung
            auf die Nahrungsaufnahme

        *   20-40

    *        *
        *
        *

    *        *   Kieferklemme mit Notwendigkeit der Aufnahme flüssiger oder passierter
            Nahrung und entsprechenden Sprechstörungen

        *   50

    *        *
        *

    *        *   *7.3*                              Verlust eines Teiles des
            Unterkiefers mit schlaffer Pseudarthrose

        *

    *        *
        *   ohne wesentliche Beeinträchtigung der Kaufunktion und Artikulation

        *   0-10

    *        *
        *   mit erheblicher Beeinträchtigung der Kaufunktion und Artikulation

        *   20-50

    *        *
        *

    *        *   Verlust eines Teiles des Oberkiefers

        *

    *        *
        *   ohne wesentliche kosmetische und funktionelle Beeinträchtigung

        *   0-10

    *        *
        *   mit entstellender Wirkung, wesentlicher Beeinträchtigung der Nasen-
            und Nebenhöhlen (Borkenbildung, ständige Sekretion)

        *   20-40

    *        *

    *        *   *7.4*                              Umfassender Zahnverlust

        *

    *        *   über 1/2 Jahr hinaus prothetisch nur unzureichend zu versorgen

        *   10-20

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Verlust erheblicher Teile des Alveolarfortsatzes mit wesentlicher,
            prothetisch nicht voll ausgleichbarer Funktionsbehinderung

        *   20

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   *7.5*                              Ausgedehnter Defekt des Gaumens mit
            gut sitzender

        *

    *        *   Defektprothese

        *   30

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Verlust des Gaumens ohne Korrekturmöglichkeit durch geeignete Prothese
            (Störung der Nahrungsaufnahme)

        *   50

    *        *
        *
        *

    *        *   *7.6*                              Lippen-, Kiefer-, Gaumen- und
            Segelspalten bei Kindern, bis zum Abschluss der Behandlung

        *

    *        *
        *   Isolierte voll ausgebildete Lippenspalte (ein- oder beidseitig)

        *

    *        *
        *
        *   bis zum Abschluss der Behandlung (in der Regel ein Jahr nach der
            Operation) je nach Trinkstörung, Beeinträchtigung der mimischen
            Muskulatur und Störung der Lautbildung

        *   30-50

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   Lippen-Kieferspalte

        *

    *        *
        *
        *   bis zum Abschluss der Erstbehandlung (in der Regel ein Jahr nach der
            Operation)

        *   60-70

    *        *
        *
        *   bis zum Verschluss der Kieferspalte

        *   50

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   Lippen-Kiefer-Gaumenspalte

        *

    *        *
        *
        *   bis zum Abschluss der Erstbehandlung (in der Regel ein Jahr nach der
            Operation) unter Mitberücksichtigung der regelhaft damit verbundenen
            Hörstörung (Tubenfehlbelüftung) und der Störung der Nasenatmung

        *   100

    *        *
        *
        *

    *        *
        *
        *   bis zum Verschluss der Kieferspalte

        *   50

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   Komplette Gaumen- und Segelspalte ohne Kieferspalte

        *

    *        *
        *
        *   wegen der bis zum Abschluss der Erstbehandlung (in der Regel ein Jahr
            nach der Operation) bestehenden mit der Lippen-Kiefer-Gaumenspalte
            vergleichbaren Auswirkungen

        *   100

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *
        *   Isolierte Segelspalte, submuköse Gaumenspalte bis zum Abschluss der
            Behandlung je nach Ausmaß der Artikulationsstörung

        *   0-30

    *        *
        *   Ausgeprägte Hörstörungen sind ggf. zusätzlich zu berücksichtigen.
            Nach Abschluss der Behandlung richtet sich der GdS immer nach der
            verbliebenen Gesundheitsstörung.

        *

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   *7.7*                              Schluckstörungen

        *

    *        *
        *   ohne wesentliche Behinderung der Nahrungsaufnahme je nach Beschwerden

        *   0-10

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   mit erheblicher Behinderung der Nahrungsaufnahme je nach Auswirkung
            (Einschränkung der Kostform, verlängerte Essdauer)

        *   20-40

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   mit häufiger Aspiration und erheblicher Beeinträchtigung des Kräfte-
            und Ernährungszustandes

        *   50-70

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   *7.8*                              Verlust des Kehlkopfes

        *

    *        *
        *   bei guter Ersatzstimme und ohne Begleiterscheinungen, unter
            Mitberücksichtigung der Beeinträchtigung der körperlichen
            Leistungsfähigkeit (fehlende Bauchpresse)

        *   70

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   in allen anderen Fällen

        *   80

    *        *
        *
        *

    *        *   Anhaltende schwere Bronchitiden und Beeinträchtigungen durch
            Nervenlähmungen im Hals- und Schulterbereich sind zusätzlich zu
            berücksichtigen.

    *        *
        *

    *        *   Bei Verlust des Kehlkopfes wegen eines malignen Tumors ist in den
            ersten fünf Jahren eine Heilungsbewährung abzuwarten;
            GdB bzw. GdS während dieser Zeit

        *   100

    *        *
        *

    *        *   Teilverlust des Kehlkopfes

        *

    *        *
        *   je nach Sprechfähigkeit und Beeinträchtigung der körperlichen
            Leistungsfähigkeit

        *   20-50

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Bei Teilverlust des Kehlkopfes wegen eines malignen Tumors ist in den
            ersten fünf Jahren eine Heilungsbewährung abzuwarten;
            GdS während dieser Zeit

        *

    *        *
        *   bei Geschwulstentfernung im Frühstadium (T1 N0 M0)

        *   50-60

    *        *
        *   sonst

        *   80

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   *7.9*                              Tracheostoma

        *

    *        *
        *   reizlos oder mit geringen Reizerscheinungen (Tracheitis, Bronchitis),
            gute Sprechstimme

        *   40

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   mit erheblichen Reizerscheinungen und/oder erheblicher
            Beeinträchtigung der Sprechstimme bis zum Verlust der Sprechfähigkeit
            (z. B. bei schweren Kehlkopfveränderungen)

        *   50-80

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Einschränkungen der Atemfunktion sind ggf. zusätzlich zu
            berücksichtigen.

        *

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Trachealstenose ohne Tracheostoma

        *

    *        *
        *   Der GdS ist je nach Atembehinderung analog der dauernden Einschränkung
            der Lungenfunktion zu beurteilen.

        *

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   *7.10*                              Funktionelle und organische
            Stimmstörungen (z. B. Stimmbandlähmung)

        *

    *        *
        *   mit geringer belastungsabhängiger Heiserkeit

        *   0-10

    *        *
        *   mit dauernder Heiserkeit

        *   20-30

    *        *
        *   nur Flüsterstimme

        *   40

    *        *
        *   mit völliger Stimmlosigkeit

        *   50

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Atembehinderungen sind ggf. zusätzlich zu bewerten analog der
            dauernden Einschränkung der Lungenfunktion.

        *

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   *7.11*                              Artikulationsstörungen

        *

    *        *   durch Lähmungen oder Veränderungen in Mundhöhle oder Rachen

        *

    *        *
        *   mit verständlicher Sprache

        *   10

    *        *
        *   mit schwer verständlicher Sprache

        *   20-40

    *        *
        *   mit unverständlicher Sprache

        *   50

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Stottern

        *

    *        *
        *   leicht

        *   0-10

    *        *
        *   mittelgradig, situationsunabhängig

        *   20

    *        *
        *   schwer, auffällige Mitbewegungen

        *   30-40

    *        *
        *   mit unverständlicher Sprache

        *   50

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Außergewöhnliche psychoreaktive Störungen einschließlich somatoformer
            Störungen sind ggf. zusätzlich zu berücksichtigen

**8.** **Brustkorb, tiefere Atemwege und Lungen**

    *        *   Bei chronischen Krankheiten der Bronchien und des Lungenparenchyms
            sowie bei Brustfellschwarten richtet sich der GdS vor allem nach der
            klinischen Symptomatik mit ihren Auswirkungen auf den
            Allgemeinzustand. Außerdem sind die Einschränkung der Lungenfunktion,
            die Folgeerscheinungen an anderen Organsystemen (z. B. Cor pulmonale)
            und bei allergisch bedingten Krankheiten auch die Vermeidbarkeit der
            Allergene zu berücksichtigen.

    *        *
        *
        *

    *        *   *8.1*                              Brüche und Defekte der Knochen des
            Brustkorbs (Rippen, Brustbein, Schlüsselbein)

    *        *
        *   ohne Funktionsstörungen verheilt, je nach Ausdehnung des Defektes

        *   0-10

    *        *
        *

    *        *   Rippendefekte mit Brustfellschwarten

        *

    *        *
        *   ohne wesentliche Funktionsstörung

        *   0-10

    *        *
        *   bei sehr ausgedehnten Defekten einschließlich entstellender Wirkung

        *   20

    *        *
        *

    *        *   Brustfellverwachsungen und -schwarten

        *

    *        *
        *   ohne wesentliche Funktionsstörung

        *   0-10

    *        *
        *

    *        *   Fremdkörper im Lungengewebe oder in der Brustkorbwand

        *

    *        *
        *   reaktionslos eingeheilt

        *   0

    *        *
        *
        *

    *        *   *8.2*                              Chronische Bronchitis,
            Bronchiektasen

        *

    *        *
        *   als eigenständige Krankheiten - ohne dauernde Einschränkung der
            Lungenfunktion, leichte Form

        *

    *        *
        *   (symptomfreie Intervalle über mehrere Monate, wenig Husten, geringer
            Auswurf)

        *   0-10

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   schwere Form

        *

    *        *
        *   (fast kontinuierlich ausgiebiger Husten und Auswurf, häufige akute
            Schübe)

        *   20-30

    *        *
        *

    *        *   Pneumokoniosen (z. B. Silikose, Asbestose)

        *

    *        *
        *   ohne wesentliche Einschränkung der Lungenfunktion

        *   0-10

    *        *

    *        *   *8.3*                              Krankheiten der Atmungsorgane mit
            dauernder Einschränkung der Lungenfunktion

    *        *
        *

    *        *
        *   geringen Grades

        *

    *        *
        *   das gewöhnliche Maß übersteigende Atemnot bei mittelschwerer Belastung
            (z. B. forsches Gehen [5-6 km/h], mittelschwere körperliche Arbeit);
            statische und dynamische Messwerte der Lungenfunktionsprüfung bis zu
            1/3 niedriger als die Sollwerte,
            Blutgaswerte im Normbereich

        *   20-40

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   mittleren Grades

        *

    *        *
        *   das gewöhnliche Maß übersteigende Atemnot bereits bei alltäglicher
            leichter Belastung (z. B. Spazierengehen [3-4 km/h], Treppensteigen
            bis zu einem Stockwerk, leichte körperliche Arbeit); statische und
            dynamische Messwerte der Lungenfunktionsprüfung bis zu 2/3 niedriger
            als die Sollwerte,
            respiratorische Partialinsuffizienz

        *   50-70

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   schweren Grades

        *

    *        *
        *   Atemnot bereits bei leichtester Belastung oder in Ruhe; statische und
            dynamische Messwerte der Lungenfunktionsprüfung um mehr als 2/3
            niedriger als die Sollwerte,

        *

    *        *
        *   respiratorische Globalinsuffizienz

        *   80-100

    *        *
        *
        *

    *        *   *8.4*                              Nach einer Lungentransplantation
            ist eine Heilungsbewährung abzuwarten (im Allgemeinen zwei Jahre);
            während dieser Zeit ist ein GdS von 100 anzusetzen. Danach ist der GdS
            selbst bei günstigem Heilungsverlauf unter Mitberücksichtigung der
            erforderlichen Immunsuppression nicht niedriger als 70 zu bewerten.

        *

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Nach Entfernung eines malignen Lungentumors oder eines Bronchialtumors
            ist in den ersten fünf Jahren eine Heilungsbewährung abzuwarten.

        *

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   GdS während dieser Zeit

        *   wenigstens 80

    *        *
        *   bei Einschränkung der Lungenfunktion

        *

    *        *
        *   mittleren bis schweren Grades

        *   90-100

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   *8.5*                              Bronchialasthma ohne dauernde
            Einschränkung der Lungenfunktion,

        *

    *        *
        *   Hyperreagibilität mit seltenen (saisonalen) und/oder

        *

    *        *
        *   leichten Anfällen

        *   0-20

    *        *
        *   Hyperreagibilität mit häufigen (mehrmals pro Monat)

        *

    *        *
        *   und/oder schweren Anfällen

        *   30-40

    *        *
        *   Hyperreagibilität mit Serien schwerer Anfälle

        *   50

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Eine dauernde Einschränkung der Lungenfunktion ist zusätzlich zu
            berücksichtigen.

        *

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   *8.6*                              Bronchialasthma bei Kindern

        *

    *        *
        *   geringen Grades

        *

    *        *
        *   (Hyperreagibilität mit seltenen (saisonalen) und/oder leichten
            Anfällen, keine dauernde Einschränkung der Atemfunktion, nicht mehr
            als sechs Wochen Bronchitis im Jahr)

        *   20-40

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   mittleren Grades

        *

    *        *
        *   (Hyperreagibilität mit häufigeren und/oder schweren Anfällen, leichte
            bis mittelgradige ständige Einschränkung der Atemfunktion, etwa 2 bis
            3 Monate kontinuierliche Bronchitis im Jahr)

        *   50-70

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   schweren Grades

        *

    *        *
        *   (Hyperreagibilität mit Serien schwerer Anfälle, schwere
            Beeinträchtigung der Atemfunktion, mehr als 3 Monate kontinuierliche
            Bronchitis im Jahr)

        *   80-100

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   *8.7*                              Schlaf-Apnoe-Syndrom (Nachweis
            durch Untersuchung im Schlaflabor)

        *

    *        *
        *   ohne Notwendigkeit einer kontinuierlichen nasalen Überdruckbeatmung

        *   0-10

    *        *
        *   mit Notwendigkeit einer kontinuierlichen nasalen Überdruckbeatmung

        *   20

    *        *
        *   bei nicht durchführbarer nasaler Überdruckbeatmung

        *   50

    *        *
        *

    *        *   Folgeerscheinungen oder Komplikationen (z. B. Herzrhythmusstörungen,
            Hypertonie, Cor pulmonale) sind zusätzlich zu berücksichtigen.

    *        *
        *

    *        *   *8.8*                              Tuberkulose

        *

    *        *   Tuberkulöse Pleuritis

        *

    *        *
        *   Der GdS richtet sich nach den Folgeerscheinungen.

        *

    *        *
        *
        *

    *        *   Lungentuberkulose

        *

    *        *
        *   ansteckungsfähig (mehr als 6 Monate andauernd)

        *   100

    *        *
        *   nicht ansteckungsfähig

        *

    *        *
        *
        *   ohne Einschränkung der Lungenfunktion

        *   0

    *        *
        *
        *   sonst je nach Einschränkung der Lungenfunktion.

        *

    *        *
        *
        *

    *        *   *8.9*                              Sarkoidose

        *

    *        *
        *

    *        *   Der GdS richtet sich nach der Aktivität mit ihren Auswirkungen auf den
            Allgemeinzustand und nach den Auswirkungen an den verschiedenen
            Organen.

    *        *
        *

    *        *   Bei chronischem Verlauf mit klinischen Aktivitätszeichen und
            Auswirkungen auf den Allgemeinzustand ist ohne Funktionseinschränkung
            von betroffenen Organen ein GdS von 30 anzunehmen.

**9.** **Herz und Kreislauf**

    *        *   Für die Bemessung des GdS ist weniger die Art einer Herz- oder
            Kreislaufkrankheit maßgeblich als die Leistungseinbuße. Bei der
            Beurteilung des GdS ist zunächst von dem klinischen Bild und von den
            Funktionseinschränkungen im Alltag auszugehen. Ergometerdaten und
            andere Parameter stellen Richtwerte dar, die das klinische Bild
            ergänzen. Elektrokardiographische Abweichungen allein gestatten keinen
            Rückschluss auf die Leistungseinbuße.

    *        *
        *
        *

    *        *   *9.1*                              Krankheiten des Herzens

    *        *
        *
        *

    *        *   *9.1.1*                              Einschränkung der Herzleistung:

        *

    *        *
        *

    *        *
        *   1. keine wesentliche Leistungsbeeinträchtigung (keine
            Insuffizienzerscheinungen wie Atemnot, anginöse Schmerzen) selbst bei
            gewohnter stärkerer Belastung (z. B. sehr schnelles Gehen [7-8 km/h],
            schwere körperliche Arbeit), keine Einschränkung der Solleistung bei
            Ergometerbelastung; bei Kindern und Säuglingen (je nach Alter) beim
            Strampeln, Krabbeln, Laufen, Treppensteigen keine wesentliche
            Leistungsbeeinträchtigung, keine Tachypnoe, kein Schwitzen

        *   0-10

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   2. Leistungsbeeinträchtigung bei mittelschwerer Belastung (z. B.
            forsches Gehen [5-6 km/h], mittelschwere körperliche Arbeit),
            Beschwerden und Auftreten pathologischer Messdaten bei
            Ergometerbelastung mit 75 Watt (wenigstens 2 Minuten); bei Kindern und
            Säuglingen Trinkschwierigkeiten, leichtes Schwitzen, leichte Tachy-
            und Dyspnoe, leichte Zyanose, keine Stauungsorgane, Beschwerden und
            Auftreten pathologischer Messdaten bei Ergometerbelastung mit 1
            Watt/kg Körpergewicht

        *   20-40

    *        *
        *

    *        *
        *   3. Leistungsbeeinträchtigung bereits bei alltäglicher leichter
            Belastung (z. B. Spazierengehen [3-4 km/h], Treppensteigen bis zu
            einem Stockwerk, leichte körperliche Arbeit), Beschwerden und
            Auftreten pathologischer Messdaten bei Ergometerbelastung mit 50 Watt
            (wenigstens 2 Minuten); bei Kindern und Säuglingen deutliche
            Trinkschwierigkeiten, deutliches Schwitzen, deutliche Tachy- und
            Dyspnoe, deutliche Zyanose, rezidivierende pulmonale Infekte, kardial
            bedingte Gedeihstörungen, Beschwerden und Auftreten pathologischer
            Messdaten bei Ergometerbelastung mit 0,75 Watt/kg Körpergewicht

        *   50-70

    *        *
        *

    *        *
        *   mit gelegentlich auftretenden, vorübergehend schweren
            Dekompensationserscheinungen

        *   80

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   4. Leistungsbeeinträchtigung bereits in Ruhe (Ruheinsuffizienz, z. B.
            auch bei fixierter pulmonaler Hypertonie); bei Kindern und Säuglingen
            auch hypoxämische Anfälle, deutliche Stauungsorgane, kardiale
            Dystrophie

        *   90-100

    *        *
        *

    *        *   (Die für Erwachsene angegebenen Wattzahlen sind auf mittleres
            Lebensalter und Belastung im Sitzen bezogen.)

        *

    *        *
        *
        *

    *        *   Liegen weitere objektive Parameter zur Leistungsbeurteilung vor, sind
            diese entsprechend zu berücksichtigen. Notwendige körperliche
            Leistungsbeschränkungen (z. B. bei höhergradiger Aortenklappenstenose,
            hypertrophischer obstruktiver Kardiomyopathie) sind wie
            Leistungsbeeinträchtigungen zu bewerten.

        *

    *        *
        *
        *

    *        *   *9.1.2*                              Nach operativen und anderen
            therapeutischen Eingriffen am Herzen ist der GdS von der bleibenden
            Leistungsbeeinträchtigung abhängig. Bei Herzklappenprothesen ist der
            GdS nicht niedriger als 30 zu bewerten; dieser Wert schließt eine
            Dauerbehandlung mit Antikoagulantien ein.

    *        *
        *

    *        *   *9.1.3*                              Nach einem Herzinfarkt ist der
            GdS von der bleibenden Leistungsbeeinträchtigung abhängig.

    *        *
        *
        *

    *        *   *9.1.4*                              Nach Herztransplantation ist eine
            Heilungsbewährung abzuwarten (im Allgemeinen zwei Jahre); während
            dieser Zeit ist ein GdS von 100 anzusetzen. Danach ist der GdS selbst
            bei günstigem Heilungsverlauf unter Berücksichtigung der
            erforderlichen Immunsuppression nicht niedriger als 70 zu bewerten.

    *        *

    *        *   *9.1.5*                              Fremdkörper im Herzmuskel oder
            Herzbeutel

        *

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   reaktionslos eingeheilt

        *   0

    *        *
        *   mit Beeinträchtigung der Herzleistung

        *   siehe oben

    *        *
        *
        *

    *        *   *9.1.6*                              Rhythmusstörungen

        *

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Die Beurteilung des GdS richtet sich vor allem nach der
            Leistungsbeeinträchtigung des Herzens.

    *        *
        *
        *

    *        *   Anfallsweise auftretende hämodynamisch relevante Rhythmusstörungen (z.
            B. paroxysmale Tachykardien) je nach Häufigkeit, Dauer und subjektiver
            Beeinträchtigung

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   bei fehlender andauernder Leistungsbeeinträchtigung des Herzens

        *   10-30

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   bei bestehender andauernder Leistungsbeeinträchtigung des Herzens sind
            sie entsprechend zusätzlich zu bewerten.

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   nach Implantation eines Herzschrittmachers

        *   10

    *        *   nach Implantation eines Kardioverter-Defibrillators

        *   wenigstens 50

    *        *
        *
        *

    *        *   bei ventrikulären tachykarden Rhythmusstörungen im Kindesalter ohne
            Implantation eines Kardioverter-Defibrillators

        *   wenigstens 60

    *        *
        *
        *

    *        *   *9.2*                              Gefäßkrankheiten

        *

    *        *
        *

    *        *   *9.2.1*                              Arterielle Verschlusskrankheiten,
            Arterienverschlüsse an den Beinen (auch nach rekanalisierenden
            Maßnahmen)

        *

    *        *
        *   mit ausreichender Restdurchblutung, Pulsausfall ohne Beschwerden oder
            mit geringen Beschwerden (Missempfindungen in Wade und Fuß bei raschem
            Gehen) ein- oder beidseitig

        *   0-10

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   mit eingeschränkter Restdurchblutung (Claudicatio intermittens)
            Stadium II

        *

    *        *
        *
        *   Schmerzen ein- oder beidseitig nach Gehen einer Wegstrecke in der
            Ebene von mehr als 500 m

        *   20

    *        *
        *
        *   Schmerzen ein- oder beidseitig nach Gehen einer Wegstrecke in der
            Ebene von 100 bis 500 m

        *   30-40

    *        *
        *

    *        *
        *
        *   Schmerzen ein- oder beidseitig nach Gehen einer Wegstrecke in der
            Ebene von 50 bis 100 m

        *   50-60

    *        *
        *

    *        *
        *
        *   Schmerzen ein- oder beidseitig nach Gehen einer Wegstrecke in der
            Ebene von weniger als 50 m ohne Ruheschmerz

        *   70-80

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   Schmerzen nach Gehen einer Wegstrecke unter 50 m mit Ruheschmerz
            (Stadium III) einschließlich trophischer Störungen (Stadium IV )

        *

    *        *
        *
        *

    *        *
        *
        *   einseitig

        *   80

    *        *
        *
        *   beidseitig

        *   90-100

    *        *
        *
        *

    *        *   Apparative Messmethoden (z. B. Dopplerdruck) können nur eine
            allgemeine Orientierung über den Schweregrad abgeben.

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Bei Arterienverschlüssen an den Armen wird der GdS ebenfalls durch das
            Ausmaß der Beschwerden und Funktionseinschränkungen - im Vergleich mit
            anderen Schäden an den Armen - bestimmt.

    *        *
        *
        *

    *        *   *9.2.2*                              Nach größeren gefäßchirurgischen
            Eingriffen (z. B. Prothesenimplantation) mit vollständiger
            Kompensation einschließlich

    *        *
        *   Dauerbehandlung mit Antikoagulantien

        *   20

    *        *
        *

    *        *
        *   Arteriovenöse Fisteln

        *

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *
        *   Der GdS richtet sich nach den hämodynamischen Auswirkungen am Herzen
            und/oder in der Peripherie.

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   Aneurysmen (je nach Sitz und Größe)

        *

    *        *
        *

    *        *
        *
        *   ohne lokale Funktionsstörung und ohne Einschränkung der Belastbarkeit

        *   0-10

    *        *
        *
        *

    *        *
        *
        *   ohne oder mit nur geringer lokaler Funktionsstörung mit Einschränkung
            der Belastbarkeit

        *   20-40

    *        *
        *

    *        *
        *
        *   große Aneurysmen

        *   wenigstens 50

    *        *
        *
        *   Hierzu gehören immer die dissezierenden Aneurysmen der Aorta und die
            großen Aneurysmen der Aorta abdominalis und der großen Beckenarterien.

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   *9.2.3*                              Unkomplizierte Krampfadern

        *   0

    *        *
        *
        *

    *        *   Chronisch-venöse Insuffizienz (z. B. bei Krampfadern),
            postthrombotisches Syndrom ein- oder beidseitig

        *

    *        *
        *   mit geringem belastungsabhängigem Ödem, nicht ulzerösen
            Hautveränderungen, ohne wesentliche Stauungsbeschwerden

        *   0-10

    *        *

    *        *
        *   mit erheblicher Ödembildung, häufig (mehrmals im Jahr) rezidivierenden
            Entzündungen

        *   20-30

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   mit chronischen rezidivierenden Geschwüren, je nach Ausdehnung und
            Häufigkeit (einschließlich arthrogenes Stauungssyndrom)

        *   30-50

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Lymphödem

        *

    *        *
        *   an einer Gliedmaße

        *

    *        *
        *   ohne wesentliche Funktionsbehinderung, Erfordernis einer
            Kompressionsbandage

        *   0-10

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   mit stärkerer Umfangsvermehrung (mehr als 3 cm) je nach
            Funktionseinschränkung

        *   20-40

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   mit erheblicher Beeinträchtigung der Gebrauchsfähigkeit der
            betroffenen Gliedmaße, je nach Ausmaß

        *   50-70

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   bei Gebrauchsunfähigkeit der ganzen Gliedmaße

        *   80

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Entstellungen bei sehr ausgeprägten Formen sind ggf. zusätzlich zu
            berücksichtigen.

        *

    *        *

    *        *   *9.3*                              Hypertonie (Bluthochdruck)

        *

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   leichte Form

        *

    *        *
        *   keine oder geringe Leistungsbeeinträchtigung (höchstens leichte
            Augenhintergrundveränderungen)

        *   0-10

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   mittelschwere Form

        *

    *        *
        *   mit Organbeteiligung leichten bis mittleren Grades
            (Augenhintergrundveränderungen - Fundus hypertonicus I-II - und/oder
            Linkshypertrophie des Herzens und/oder Proteinurie), diastolischer
            Blutdruck mehrfach über 100 mm Hg trotz Behandlung, je nach
            Leistungsbeeinträchtigung

        *   20-40

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   schwere Form

        *

    *        *
        *   mit Beteiligung mehrerer Organe (schwere Augenhintergrundveränderungen
            und Beeinträchtigung der Herzfunktion, der Nierenfunktion und/oder der
            Hirndurchblutung) je nach Art und Ausmaß der Leistungsbeeinträchtigung

        *   50-100

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   maligne Form

        *

    *        *
        *   diastolischer Blutdruck konstant über 130 mm Hg; Fundus hypertonicus
            III-IV (Papillenödem, Venenstauung, Exsudate, Blutungen, schwerste
            arterielle Gefäßveränderungen); unter Einschluss der Organbeteiligung
            (Herz, Nieren, Gehirn)

        *   100

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Funktionelle kardiovaskuläre Syndrome, (z. B. orthostatische
            Fehlregulation)

        *

    *        *
        *   mit leichten Beschwerden

        *   0

    *        *
        *   mit stärkeren Beschwerden und Kollapsneigung

        *   10-20

**10.** **Verdauungsorgane**

    *        *   *10.1*                              Speiseröhrenkrankheiten

    *        *
        *
        *

    *        *   Traktionsdivertikel je nach Größe und Beschwerden

        *   0-10

    *        *
        *
        *

    *        *   Pulsionsdivertikel

        *

    *        *
        *   ohne wesentliche Behinderung der Nahrungsaufnahme je nach Größe und
            Beschwerden

        *   0-10

    *        *
        *   mit erheblicher Behinderung der Nahrungsaufnahme je nach Auswirkung
            auf den Allgemeinzustand

        *   20-40

    *        *
        *
        *

    *        *   Funktionelle Stenosen der Speiseröhre (Ösophagospasmus, Achalasie)

        *

    *        *
        *   ohne wesentliche Behinderung der Nahrungsaufnahme

        *   0-10

    *        *
        *   mit deutlicher Behinderung der Nahrungsaufnahme

        *   20-40

    *        *
        *

    *        *
        *   mit erheblicher Beeinträchtigung des Kräfte- und Ernährungszustandes,
            häufige Aspiration

        *   50-70

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   Auswirkungen auf Nachbarorgane (z. B. durch Aspiration) sind
            zusätzlich zu bewerten.

        *

    *        *
        *

    *        *   Organische Stenose der Speiseröhre (z. B. angeboren, nach
            Laugenverätzung, Narbenstenose, peptische Striktur)

        *

    *        *
        *   ohne wesentliche Behinderung der Nahrungsaufnahme je nach Größe und
            Beschwerden

        *   0-10

    *        *
        *

    *        *
        *   mit deutlicher Behinderung der Nahrungsaufnahme je nach Auswirkung
            (Einschränkung der Kostform, verlängerte Essdauer)

        *   20-40

    *        *

    *        *
        *   mit erheblicher Beeinträchtigung des Kräfte- und Ernährungszustandes

        *   50-70

    *        *

    *        *   Refluxkrankheit der Speiseröhre

        *

    *        *
        *   mit anhaltenden Refluxbeschwerden je nach Ausmaß

        *   10-30

    *        *
        *   Auswirkungen auf Nachbarorgane sind zusätzlich zu bewerten.

        *

    *        *
        *

    *        *   Nach Entfernung eines malignen Speiseröhrentumors ist in den ersten
            fünf Jahren eine Heilungsbewährung abzuwarten. GdS während dieser Zeit

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   je nach Beeinträchtigung des Kräfte- und Ernährungszustandes

        *   80-100

    *        *
        *
        *

    *        *   Speiseröhrenersatz

        *

    *        *
        *   Der GdS ist nach den Auswirkungen (z. B. Schluckstörungen, Reflux,
            Narben) jedoch nicht unter 20 zu bewerten.

    *        *

    *        *   *10.2*                              Magen- und Darmkrankheiten

    *        *

    *        *   Bei organischen und funktionellen Krankheiten des Magen-Darmkanals ist
            der GdS nach dem Grad der Beeinträchtigung des Allgemeinzustandes, der
            Schwere der Organstörung und nach der Notwendigkeit besonderer
            Diätkost zu beurteilen. Bei allergisch bedingten Krankheiten ist auch
            die Vermeidbarkeit der Allergene von Bedeutung.

    *        *
        *
        *

    *        *   *10.2.1*                              Magen- oder
            Zwölffingerdarmgeschwürsleiden (chronisch rezidivierende Geschwüre,
            Intervallbeschwerden)

    *        *

    *        *
        *   mit Rezidiven in Abständen von zwei bis drei Jahren

        *   0-10

    *        *
        *

    *        *
        *   mit häufigeren Rezidiven und Beeinträchtigung des Ernährungs- und
            Kräftezustandes

        *   20-30

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   mit erheblichen Komplikationen (z. B. Magenausgangsstenose) und
            andauernder erheblicher Minderung des Ernährungs- und Kräftezustandes

        *   40-50

    *        *
        *
        *

    *        *   Nach einer selektiven proximalen Vagotomie kommt ein GdS nur in
            Betracht, wenn postoperative Darmstörungen oder noch Auswirkungen des
            Grundleidens vorliegen.

    *        *
        *

    *        *   Chronische Gastritis (histologisch gesicherte Veränderung der
            Magenschleimhaut)

        *   0-10

    *        *   Reizmagen (funktionelle Dyspepsie)

        *   0-10

    *        *
        *
        *

    *        *   Teilentfernung des Magens, Gastroenterostomie

        *

    *        *
        *   mit guter Funktion, je nach Beschwerden

        *   0-10

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   mit anhaltenden Beschwerden (z. B. Dumping-Syndrom, rezidivierendes
            Ulcus jejuni pepticum)

        *   20-40

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *

    *        *   Totalentfernung des Magens

        *

    *        *
        *   ohne Beeinträchtigung des Kräfte- und Ernährungszustandes je nach
            Beschwerden

        *   20-30

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   bei Beeinträchtigung des Kräfte- und Ernährungszustandes und/oder
            Komplikationen (z. B. Dumping-Syndrom)

        *   40-50

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Nach Entfernung eines malignen Magentumors ist eine Heilungsbewährung
            abzuwarten.

    *        *
        *
        *

    *        *   GdS während einer Heilungsbewährung von zwei Jahren nach Entfernung
            eines Magenfrühkarzinoms

        *   50

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   GdS während einer Heilungsbewährung von fünf Jahren nach Entfernung
            aller anderen malignen Magentumoren je

        *

    *        *   nach Stadium und Auswirkung auf den Allgemeinzustand

        *   80-100

    *        *

    *        *   *10.2.2*                              Chronische Darmstörungen
            (irritabler Darm, Divertikulose, Divertikulitis, Darmteilresektion)

    *        *
        *

    *        *
        *   ohne wesentliche Beschwerden und Auswirkungen

        *   0-10

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   mit stärkeren und häufig rezidivierenden oder anhaltenden Symptomen
            (z. B. Durchfälle, Spasmen)

        *   20-30

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   mit erheblicher Minderung des Kräfte- und Ernährungszustandes

        *   40-50

    *        *
        *

    *        *   Angeborene Motilitätsstörungen des Darmes (z. B. Hirschsprung-
            Krankheit, neuronale Dysplasie)

        *

    *        *
        *   ohne wesentliche Gedeih- und Entwicklungsstörung

        *   10-20

    *        *
        *   mit geringer Gedeih- und Entwicklungsstörung

        *   30-40

    *        *
        *   mit mittelgradiger Gedeih- und Entwicklungsstörung

        *   50

    *        *
        *   mit schwerer Gedeih- und Entwicklungsstörung

        *   60-70

    *        *
        *

    *        *   Kurzdarmsyndrom im Kindesalter

        *

    *        *
        *   mit mittelschwerer Gedeih- und Entwicklungsstörung

        *   50-60

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   mit schwerer Gedeih- und Entwicklungsstörung (z. B. Notwendigkeit
            künstlicher Ernährung)

        *   70-100

    *        *
        *
        *

    *        *   Colitis ulcerosa, Crohn-Krankheit (Enteritis regionalis)

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   mit geringer Auswirkung (geringe Beschwerden, keine oder geringe
            Beeinträchtigung des Kräfte- und Ernährungszustandes, selten
            Durchfälle)

        *   10-20

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   mit mittelschwerer Auswirkung (häufig rezidivierende oder länger
            anhaltende Beschwerden, geringe bis mittelschwere Beeinträchtigung des
            Kräfte- und Ernährungszustandes, häufiger Durchfälle)

        *   30-40

    *        *
        *

    *        *
        *   mit schwerer Auswirkung (anhaltende oder häufig rezidivierende
            erhebliche Beschwerden, erhebliche Beeinträchtigung des Kräfte- und
            Ernährungszustandes, häufige, tägliche, auch nächtliche Durchfälle)

        *   50-60

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   mit schwerster Auswirkung (häufig rezidivierende oder anhaltende
            schwere Beschwerden, schwere Beeinträchtigung des Kräfte- und
            Ernährungszustandes, ausgeprägte Anämie)

        *   70-80

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   Fisteln, Stenosen, postoperative Folgezustände (z. B. Kurzdarmsyndrom,
            Stoma-komplikationen), extraintestinale Manifestationen (z. B.
            Arthritiden), bei Kindern auch Wachstums- und Entwicklungsstörungen,
            sind zusätzlich zu bewerten.

    *        *
        *
        *

    *        *   Zöliakie, Sprue

        *

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   ohne wesentliche Folgeerscheinungen unter diätetischer Therapie

        *   20

    *        *
        *   bei andauerndem, ungenügendem Ansprechen auf glutenfreie Kost (selten)
            sind - je nach Beeinträchtigung des Kräfte- und Ernährungszustands -
            höhere Werte angemessen.

        *

    *        *

    *        *   Nach Entfernung maligner Darmtumoren ist eine Heilungsbewährung
            abzuwarten.

        *

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   GdS während einer Heilungsbewährung von zwei Jahren

        *

    *        *
        *   nach Entfernung eines malignen Darmtumors im Stadium (T1 bis T2) N0 M0
            oder von lokalisierten Darmkarzinoiden

        *   50

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   mit künstlichem After (nicht nur vorübergehend angelegt)

        *   70-80

    *        *
        *
        *

    *        *   GdS während einer Heilungsbewährung von fünf Jahren

        *

    *        *
        *   nach Entfernung anderer maligner Darmtumoren

        *   wenigstens 80

    *        *
        *   mit künstlichem After (nicht nur vorübergehend angelegt)

        *   100

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   *10.2.3*                              Bauchfellverwachsungen

        *

    *        *
        *   ohne wesentliche Auswirkung

        *   0-10

    *        *
        *   mit erheblichen Passagestörungen

        *   20-30

    *        *
        *   mit häufiger rezidivierenden Ileuserscheinungen

        *   40-50

    *        *
        *

    *        *   *10.2.4*                              Hämorrhoiden

        *

    *        *
        *   ohne erhebliche Beschwerden, geringe Blutungsneigung

        *   0-10

    *        *
        *   mit häufigen rezidivierenden Entzündungen, Thrombosierungen oder
            stärkeren Blutungen

        *   20

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Mastdarmvorfall

        *

    *        *
        *   klein, reponierbar

        *   0-10

    *        *
        *   sonst

        *   20-40

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Afterschließmuskelschwäche

        *

    *        *
        *   mit seltenem, nur unter besonderen Belastungen auftretendem,
            unwillkürlichem Stuhlabgang

        *   10

    *        *
        *   sonst

        *   20-40

    *        *   Funktionsverlust des Afterschließmuskels

        *   wenigstens 50

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Fistel in der Umgebung des Afters

        *

    *        *
        *   geringe, nicht ständige Sekretion

        *   10

    *        *
        *   sonst

        *   20-30

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Künstlicher After

        *

    *        *
        *   mit guter Versorgungsmöglichkeit

        *   50

    *        *
        *   sonst (z. B. bei Bauchwandhernie, Stenose, Retraktion, Prolaps,
            Narben, ungünstige Position)

        *   60-80

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Bei ausgedehntem Mastdarmvorfall, künstlichem After oder stark
            sezernierenden Kotfisteln, die zu starker Verschmutzung führen, sind
            ggf. außergewöhnliche seelische Begleiterscheinungen zusätzlich zu
            berücksichtigen.

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   *10.3*                              Krankheiten der Leber, Gallenwege
            und Bauchspeicheldrüse

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Der GdS für Krankheiten der Leber, der Gallenwege und der
            Bauchspeicheldrüse wird bestimmt durch die Art und Schwere der
            Organveränderungen sowie der Funktionseinbußen, durch das Ausmaß der
            Beschwerden, die Beeinträchtigung des Allgemeinzustandes und die
            Notwendigkeit einer besonderen Kostform. Der serologische Nachweis von
            Antikörpern als Nachweis einer durchgemachten Infektion (Seronarbe)
            rechtfertigt allein noch keinen GdS.

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   *10.3.1*                              Chronische Hepatitis

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Unter dem Begriff „chronische Hepatitis" werden alle chronischen
            Verlaufsformen von Hepatitiden zusammengefasst (früher: „chronische
            Hepatitis ohne Progression" <chronisch-persistierende Hepatitis> und
            „chronische Hepatitis mit Progression" <chronisch aktive Hepatitis>
            Dazu gehören insbesondere die Virus-, die Autoimmun-, die
            Arzneimittel- und die kryptogene Hepatitis.

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Die gutachtliche Beurteilung einer chronischen Hepatitis beruht auf
            dem klinischen Befund einschließlich funktionsrelevanter
            Laborparameter, auf der Ätiologie sowie auf dem histopathologischen
            Nachweis des Grades der nekroinflammatorischen Aktivität (Grading) und
            des Stadiums der Fibrose (Staging). Zusätzlich sind engmaschige
            Verlaufskontrollen und die Beachtung der Differentialdiagnose
            erforderlich. Dies gilt auch für geltend gemachte Verschlimmerungen im
            Leidensverlauf. Der GdS und die Leidensbezeichnung ergeben sich aus
            der nachfolgenden Tabelle, wobei bereits übliche
            Befindlichkeitsstörungen - nicht aber extrahepatische Manifestationen
            - berücksichtigt sind.

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Chronische Hepatitis

        *

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   ohne (klinisch-) entzündliche Aktivität

        *   20

    *        *
        *   ehemals: chronische Hepatitis ohne Progression

        *

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   mit geringer (klinisch-) entzündlicher Aktivität

        *   30

    *        *
        *   ehemals: chronische Hepatitis mit Progression, gering entzündliche
            Aktivität

        *

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   mit mäßiger (klinisch-) entzündlicher Aktivität

        *   40

    *        *
        *   ehemals: chronische Hepatitis mit Progression, mäßig entzündliche
            Aktivität

        *

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   mit starker (klinisch-) entzündlicher Aktivität

        *

    *        *
        *   ehemals: chronische Hepatitis mit Progression, stark entzündliche
            Aktivität

        *

    *        *
        *   je nach Funktionsstörung

        *   50-70

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   Alleinige Virus-Replikation („gesunder Virusträger")

        *   10

    *        *
        *   bei Hepatitis-C-Virus nur nach histologischem Ausschluss einer
            Hepatitis.

        *

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Bei Vorliegen eines histologischen Befundes gelten für die Virus-
            Hepatitiden folgende Besonderheiten:

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Die histopathologische Bewertung der chronischen Virushepatitis
            umfasst die nekroinflammatorische Aktivität (Grading) und den Grad der
            Fibrose (Staging). Der GdS ergibt sich aus folgender Tabelle, wobei
            die genannten GdS-Werte die üblichen klinischen Auswirkungen mit
            umfassen.

    *
        *            *   nekro-inflammatorische Aktivität

            *   Fibrose

        *            *   null - gering

            *   mäßig

            *   stark

        *            *   gering

            *   20

            *   20

            *   30

        *            *   mäßig

            *   30

            *   40

            *   40

        *            *   stark

            *   50

            *   60

            *   70

    *        *   Anmerkung:

    *        *
        *
        *

    *        *   Die Auswertung des histologischen Befundes soll sich an dem
            modifizierten histologischen Aktivitätsindex (HAI) ausrichten. Eine
            geringe nekro-inflammatorische Aktivität entspricht einer Punktzahl
            von 1 bis 5, eine mäßige nekro-inflammatorische Aktivität einer
            Punktzahl von 6 bis 10 und eine starke nekro-inflammatorische
            Aktivität einer Punktzahl von 11 bis 18. Eine fehlende bzw. geringe
            Fibrose entspricht einer Punktzahl 0 bis 2, eine mäßige Fibrose der
            Punktzahl 3 und eine starke Fibrose einer Punktzahl von 4 bis 5.

    *        *
        *
        *

    *        *   Für die Virushepatitis C gelten bei fehlender Histologie im Hinblick
            auf die chemischen Laborparameter folgende Besonderheiten:

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   ALAT-/GPT-Werte im Referenzbereich entsprechen bei nachgewiesener
            Hepatitis-C-Virus-Replikation einer chronischen Hepatitis ohne
            (klinisch-) entzündliche Aktivität.

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   ALAT-/GPT-Werte bis zum 3-fachen der oberen Grenze des
            Referenzbereichs entsprechen einer geringen (klinisch-) entzündlichen
            Aktivität

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   ALAT-/GPT-Werte vom 3-fachen bis zum 6-fachen der oberen Grenze des
            Referenzbereichs entsprechen einer mäßigen (klinisch-) entzündlichen
            Aktivität

    *        *
        *

    *        *
        *   ALAT-/GPT-Werte von mehr als dem 6-fachen der oberen Grenze des
            Referenzbereichs entsprechen einer starken (klinisch-) entzündlichen
            Aktivität

    *        *   Diese Bewertungen sind nur zulässig, wenn sie sich in das klinische
            Gesamtbild des bisherigen Verlaufs einfügen.

    *        *
        *
        *

    *        *   *10.3.2*                              Fibrose der Leber ohne
            Komplikationen

        *   0-10

    *        *
        *

    *        *   Leberzirrhose

        *

    *        *
        *   kompensiert

        *

    *        *
        *
        *   inaktiv

        *   30

    *        *
        *
        *   gering aktiv

        *   40

    *        *
        *
        *   stärker aktiv

        *   50

    *        *
        *   dekompensiert (Aszites, portale Stauung, hepatische Enzephalopathie)

        *   60-100

    *        *

    *        *   *10.3.3*                              Fettleber (auch nutritiv-
            toxisch) ohne Mesenchymreaktion

        *   0-10

    *        *
        *
        *

    *        *   Toxischer Leberschaden

        *

    *        *
        *   Der GdS ist je nach Aktivität und Verlauf analog zur chronischen
            Hepatitis oder Leberzirrhose zu beurteilen.

    *        *

    *        *   Zirkulatorische Störungen der Leber (z. B. Pfortaderthrombose)

        *

    *        *
        *   Der GdS ist analog zur dekompensierten Leberzirrhose zu beurteilen.

    *        *
        *
        *

    *        *   Nach Leberteilresektion ist der GdS allein davon abhängig, ob und
            wieweit Funktionsbeeinträchtigungen verblieben sind.

    *        *
        *

    *        *   *10.3.4*                              Nach Entfernung eines malignen
            primären Lebertumors ist in den ersten fünf Jahren eine
            Heilungsbewährung abzuwarten; GdS während dieser Zeit 100

    *        *

    *        *   Nach Lebertransplantation ist eine Heilungsbewährung abzuwarten (im
            Allgemeinen zwei Jahre); GdS während dieser Zeit 100. Danach selbst
            bei günstigem Heilungsverlauf unter Berücksichtigung der
            erforderlichen Immunsuppression wenigstens 60

    *        *

    *        *   *10.3.5*                              Primäre biliäre Zirrhose,
            primäre sklerosierende Cholangitis

    *        *
        *   GdS ist je nach Aktivität und Verlauf analog zur chronischen

        *

    *        *
        *   Hepatitis oder Leberzirrhose zu beurteilen.

        *

    *        *
        *
        *

    *        *   Gallenblasen- und Gallenwegskrankheiten (Steinleiden, chronisch
            rezidivierende Entzündungen)

        *

    *        *
        *   mit Koliken in Abständen von mehreren Monaten, Entzündungen in
            Abständen von Jahren

        *   0-10

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   mit häufigeren Koliken und Entzündungen sowie mit Intervallbeschwerden

        *   20-30

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   mit langanhaltenden Entzündungen oder mit Komplikationen

        *   40-50

    *        *
        *

    *        *   Angeborene intra- und extrahepatische Transportstörungen der Galle (z.
            B. intra-, extrahepatische Gallengangsatresie), metabolische Defekte
            (z. B. Meulengracht-Krankheit)

        *

    *        *
        *

    *        *
        *   ohne Funktionsstörungen, ohne Beschwerden

        *   0-10

    *        *
        *

    *        *
        *   mit Beschwerden (Koliken, Fettunverträglichkeit, Juckreiz),

        *

    *        *
        *
        *   ohne Leberzirrhose

        *   20-40

    *        *
        *
        *   mit Leberzirrhose

        *   50

    *        *
        *
        *   mit dekompensierter Leberzirrhose

        *   60-100

    *        *
        *   Folgezustände sind zusätzlich zu bewerten.

        *

    *        *
        *

    *        *   Verlust der Gallenblase ohne wesentliche Störungen

        *   0

    *        *   bei fortbestehenden Beschwerden wie bei Gallenwegskrankheiten

        *

    *        *
        *
        *

    *        *   Nach Entfernung eines malignen Gallenblasen-, Gallenwegs- oder
            Papillentumors ist in den ersten fünf Jahren eine Heilungsbewährung
            abzuwarten; GdS während dieser Zeit

        *

    *        *
        *   bei Gallenblasen- und Gallenwegstumor

        *   100

    *        *
        *   bei Papillentumor

        *   80

    *        *
        *

    *        *   *10.3.6*                              Chronische Krankheit der
            Bauchspeicheldrüse (exkretorische Funktion) je nach Auswirkung auf den
            Allgemeinzustand, Häufigkeit und Ausmaß der Schmerzen

        *

    *        *
        *   ohne wesentlichen Beschwerden, keine Beeinträchtigung des Kräfte- und
            Ernährungszustandes

        *   0-10

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   geringe bis erhebliche Beschwerden, geringe bis mäßige
            Beeinträchtigung des Kräfte- und Ernährungszustandes

        *   20-40

    *        *

    *        *
        *   starke Beschwerden, Fettstühle, deutliche bis ausgeprägte Herabsetzung
            des Kräfte- und Ernährungszustandes

        *   50-80

    *        *
        *
        *

    *        *   Nach teilweiser oder vollständiger Entfernung der Bauchspeicheldrüse
            sind ggf. weitere Funktionsbeeinträchtigungen (z. B. bei Diabetes
            mellitus, Osteopathie, oder infolge chronischer Entzündungen der
            Gallenwege, Magenteilentfernung und Milzverlust) zusätzlich zu
            berücksichtigen.

        *

    *        *
        *
        *

    *        *   Nach Entfernung eines malignen Bauchspeicheldrüsentumors ist in den
            ersten fünf Jahren eine Heilungsbewährung abzuwarten; GdS während
            dieser Zeit 100.

        *

**11.** **Brüche (Hernien)**

    *        *   *11.1*

        *   Leisten- oder Schenkelbruch je nach Größe und Reponierbarkeit

        *

    *        *
        *   ein- oder beidseitig

        *   0-10

    *        *
        *   bei erheblicher Einschränkung der Belastungsfähigkeit

        *   20

    *        *
        *
        *

    *        *   *11.2*

        *   Nabelbruch oder Bruch in der weißen Linie

        *   0-10

    *        *
        *
        *

    *        *   Bauchnarbenbruch, angeborene Bauchwandbrüche und -defekte

        *

    *        *
        *   ohne wesentliche Beeinträchtigung, je nach Größe

        *   0-10

    *        *
        *

    *        *
        *   mit ausgedehnter Bauchwandschwäche und fehlender oder stark
            eingeschränkter Bauchpresse

        *   20

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   mit Beeinträchtigung der Bauchorgane bei Passagestörungen ohne
            erhebliche Komplikationen

        *   20-30

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   bei häufigen rezidivierenden Ileuserscheinungen

        *   40-50

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   Bei schweren angeborenen Bauchwanddefekten mit entspechender
            Beeinträchtigung der Bauch- und Brustorgane kommt auch ein höherer GdS
            in Betracht.

        *

    *        *
        *
        *

    *        *   *11.3*

        *   Zwerchfellbrüche (einschl. Zwerchfellrelaxation)

        *

    *        *
        *   Speiseröhrengleithernie

        *   0-10

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   andere kleine Zwerchfellbrüche ohne wesentliche Funktionsstörung

        *   0-10

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   größere Zwerchfellbrüche je nach Funktionsstörung

        *   20-30

    *        *
        *   Komplikationen sind zusätzlich zu bewerten.

    *        *
        *
        *

    *        *   Angeborene Zwerchfelldefekte mit Verlagerung von inneren Organen in
            den Brustkorb und Minderentwicklung von Lungengewebe

        *

    *        *
        *   mit geringer Einschränkung der Lungenfunktion

        *   40

    *        *
        *   sonst je nach Funktionsbeeinträchtigung der betroffenen Organe

        *   50-100

**12.** **Harnorgane**

    *        *   Die Beurteilung des GdS bei Schäden der Harnorgane richtet sich nach
            dem Ausmaß der Störungen der inkretorischen und exkretorischen
            Nierenfunktion und/oder des Harntransportes, das durch spezielle
            Untersuchungen zu erfassen ist.

    *        *

    *        *   Daneben sind die Beteiligung anderer Organe (z. B. Herz/Kreislauf,
            Zentralnervensystem, Skelettsystem), die Aktivität eines
            Entzündungsprozesses, die Auswirkungen auf den Allgemeinzustand und
            die notwendige Beschränkung in der Lebensführung zu berücksichtigen.

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Unter dem im Folgenden verwendeten Begriff „Funktionseinschränkung der
            Nieren" ist die Retention harnpflichtiger Substanzen zu verstehen.

    *        *
        *
        *

    *        *   *12.1*                              Nierenschäden

        *

    *        *   *12.1.1*                              Verlust, Ausfall oder Fehlen
            einer Niere bei Gesundheit der

        *

    *        *   anderen Niere

        *   25

    *        *   Verlust, Ausfall oder Fehlen einer Niere bei Schaden der anderen
            Niere, ohne Einschränkung der Nierenfunktion, mit krankhaftem
            Harnbefund

        *   30

    *        *
        *
        *

    *        *   Nierenfehlbildung (z. B. Erweiterung des Nierenhohlsystems bei
            Ureterabgangsstenose, Nierenhypoplasie, Zystennieren, Nierenzysten,
            Beckenniere), Nephroptose

        *

    *        *
        *   ohne wesentliche Beschwerden und ohne Funktionseinschränkung

        *   0-10

    *        *
        *

    *        *
        *   mit wesentlichen Beschwerden und ohne Funktionseinschränkung

        *   20-30

    *        *
        *
        *

    *        *   Nierensteinleiden ohne Funktionseinschränkung der Niere

        *

    *        *
        *   mit Koliken in Abständen von mehreren Monaten

        *   0-10

    *        *
        *

    *        *
        *   mit häufigeren Koliken, Intervallbeschwerden und wiederholten
            Harnwegsinfekten

        *   20-30

    *        *
        *
        *

    *        *   Nierenschäden ohne Einschränkung der Nierenfunktion (z. B.
            Glomerulopathien, tubulointerstitielle Nephropathien, vaskuläre
            Nephropathien), ohne Beschwerden, mit krankhaftem Harnbefund (Eiweiß
            und/oder Erythrozyten- bzw. Leukozytenausscheidung)

        *   0-10

    *        *
        *

    *        *   *12.1.2*                              Nierenschäden ohne Einschränkung
            der Nierenfunktion, mit Beschwerden rezidivierende Makrohämaturie, je
            nach Häufigkeit

        *   10-30

    *        *
        *
        *

    *        *   Nephrotisches Syndrom

        *

    *        *
        *   kompensiert (keine Ödeme)

        *   20-30

    *        *
        *   dekompensiert (mit Ödemen)

        *   40-50

    *        *
        *   bei Systemerkrankungen mit Notwendigkeit einer immunsuppressiven
            Behandlung

        *   50

    *        *
        *

    *        *   *12.1.3*                              Nierenschäden mit Einschränkung
            der Nierenfunktion

        *

    *        *   Eine geringfügige Einschränkung der Kreatininclearance auf 50-80
            ml/min bei im Normbereich liegenden Serumkreatininwerten bedingt
            keinen messbaren GdS.

    *        *
        *
        *

    *        *   Nierenfunktionseinschränkung

        *

    *        *
        *   leichten Grades

        *

    *        *
        *   (Serumkreatininwerte unter 2 mg/dl [Kreatininclearance ca. 35-50
            ml/min], Allgemeinbefinden nicht oder nicht wesentlich reduziert,
            keine Einschränkung der Leistungsfähigkeit)

        *   20-30

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   (Serumkreatininwerte andauernd zwischen 2 und 4 mg/dl erhöht,
            Allgemeinbefinden wenig reduziert, leichte Einschränkung der
            Leistungsfähigkeit)

        *   40

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   mittleren Grades

        *

    *        *
        *   (Serumkreatininwerte andauernd zwischen 4 und 8 mg/dl erhöht,
            Allgemeinbefinden stärker beeinträchtigt, mäßige Einschränkung der
            Leistungsfähigkeit)

        *   50-70

    *        *

    *        *
        *   schweren Grades

        *

    *        *
        *   (Serumkreatininwerte dauernd über 8 mg/dl, Allgemeinbefinden stark
            gestört, starke Einschränkung der Leistungsfähigkeit, bei Kindern
            keine normalen Schulleistungen mehr)

        *   80-100

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Verlust, Ausfall oder Fehlen einer Niere mit Funktionseinschränkung
            der anderen Niere

    *        *
        *   leichten Grades

        *   40-50

    *        *
        *   mittleren Grades

        *   60-80

    *        *
        *   schweren Grades

        *   90-100

    *        *

    *        *   Notwendigkeit der Dauerbehandlung mit Blutreinigungsverfahren (z. B.
            Hämodialyse, Peritonealdialyse)

        *   100

    *        *

    *        *   Bei allen Nierenschäden mit Funktionseinschränkungen sind
            Sekundärleiden (z. B. Hypertonie, ausgeprägte Anämie [Hb-Wert unter 8
            g/dl], Polyneuropathie, Osteopathie) zusätzlich zu bewerten.

        *

    *        *
        *

    *        *   *12.1.4*                              Nach Nierentransplantation ist
            eine Heilungsbewährung abzuwarten (im Allgemeinen zwei Jahre); während
            dieser Zeit ist ein GdS von 100 anzusetzen. Danach ist der GdS
            entscheidend abhängig von der verbliebenen Funktionsstörung; unter
            Mitberücksichtigung der erforderlichen Immunsuppression ist jedoch der
            GdS nicht niedriger als 50 zu bewerten.

        *

    *        *
        *
        *

    *        *   Nach Entfernung eines malignen Nierentumors oder Nierenbeckentumors
            ist eine Heilungsbewährung abzuwarten.

        *

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   GdS während einer Heilungsbewährung von zwei Jahren

        *

    *        *
        *   nach Entfernung eines Nierenzellkarzinoms (Hypernephrom) im Stadium T1
            N0 M0 (Grading G1)

        *   50

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   nach Entfernung eines Nierenbeckentumors im Stadium Ta N0 M0 (Grading
            G1)

        *   50

    *        *
        *
        *

    *        *   GdS während einer Heilungsbewährung von fünf Jahren nach Entfernung
            eines Nierenzellkarzinoms (Hypernephrom)

        *

    *        *
        *
        *   im Stadium (T1 [Grading ab G2], T2) N0 M0

        *   60

    *        *
        *
        *   in höheren Stadien

        *   wenigstens 80

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   nach Entfernung eines Nierenbeckentumors

        *

    *        *
        *
        *   im Stadium (T1 bis T2) N0 M0

        *   60

    *        *
        *
        *   in höheren Stadien

        *   wenigstens 80

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   nach Entfernung eines Nephroblastoms

        *

    *        *
        *
        *   im Stadium I und II

        *   60

    *        *
        *
        *   in höheren Stadien

        *   wenigstens 80

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   *12.2*                              Schäden der Harnwege

        *

    *        *   *12.2.1*                              Chronische Harnwegsentzündungen
            (insbesondere chronische Harnblasenentzündung)

        *

    *        *
        *   leichten Grades (ohne wesentliche Miktionsstörungen)

        *   0-10

    *        *
        *   stärkeren Grades

        *

    *        *
        *   (mit erheblichen und häufigen Miktionsstörungen)

        *   20-40

    *        *
        *   chronische Harnblasenentzündung mit Schrumpfblase

        *

    *        *
        *   (Fassungsvermögen unter 100 ml, Blasentenesmen)

        *   50-70

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   *12.2.2*                              Bei Entleerungsstörungen der
            Blase (auch durch Harnröhrenverengung) sind Begleiterscheinungen (z.
            B. Hautschäden, Harnwegsentzündungen) ggf. zusätzlich zu bewerten.

    *        *

    *        *   Entleerungsstörungen der Blase

        *

    *        *
        *   leichten Grades

        *

    *        *
        *   (z. B. geringe Restharnbildung, längeres Nachträufeln)

        *   10

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   stärkeren Grades

        *

    *        *
        *   (z. B. Notwendigkeit manueller Entleerung, Anwendung eines
            Blasenschrittmachers, erhebliche Restharnbildung, schmerzhaftes
            Harnlassen)

        *   20-40

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   mit Notwendigkeit regelmäßigen Katheterisierens, eines Dauerkatheters,
            eines suprapubischen Blasenfistelkatheters oder Notwendigkeit eines
            Urinals, ohne wesentliche Begleiterscheinungen

        *   50

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   *12.2.3*                              Nach Entfernung eines malignen
            Blasentumors ist eine Heilungsbewährung abzuwarten.

        *

    *        *   GdS während einer Heilungsbewährung von zwei Jahren nach

        *

    *        *
        *   Entfernung des Tumors im Frühstadium unter Belassung der Harnblase (Ta
            bis T1) N0 M0, Grading G1

        *   50

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   GdS während einer Heilungsbewährung von fünf Jahren

    *        *
        *   nach Entfernung im Stadium Tis oder T1 (Grading ab G2)

        *   50

    *        *
        *   nach Entfernung in den Stadien (T2 bis T3a) N0 M0

        *   60

    *        *
        *   mit Blasenentfernung einschließlich künstlicher Harnableitung

        *   80

    *        *
        *   nach Entfernung in höheren Stadien

        *   100

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   *12.2.4*                              Harninkontinenz

        *

    *        *
        *   relative

        *

    *        *
        *
        *   leichter Harnabgang bei Belastung (z. B. Stressinkontinenz Grad I)

        *   0-10

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *
        *   Harnabgang tags und nachts (z. B. Stressinkontinenz Grad II-III)

        *   20-40

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   völlige Harninkontinenz

        *   50

    *        *
        *
        *   bei ungünstiger Versorgungsmöglichkeit

        *   60-70

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   nach Implantation einer Sphinkterprothese mit guter Funktion

        *   20

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Harnröhren-Hautfistel der vorderen Harnröhre bei Harnkontinenz

        *   10

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Harnweg-Darmfistel bei Analkontinenz, je nach Luft- und
            Stuhlentleerung über die Harnröhre

        *   30-50

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Künstliche Harnableitung (ohne Nierenfunktionsstörung)

        *

    *        *
        *   in den Darm

        *   30

    *        *
        *   nach außen

        *

    *        *
        *
        *   mit guter Versorgungsmöglichkeit

        *   50

    *        *
        *
        *   sonst (z. B. bei Stenose, Retraktion, Abdichtungsproblemen)

        *   60-80

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Darmneoblase mit ausreichendem Fassungsvermögen, ohne Harnstau, ohne
            wesentliche Entleerungsstörungen

        *   30

**13.** **Männliche Geschlechtsorgane**

    *        *   *13.1*                              Verlust des Penis

    *        *   Teilverlust des Penis

        *   50

    *        *
        *   Teilverlust der Eichel

        *   10

    *        *
        *   Verlust der Eichel

        *   20

    *        *
        *   Sonst

        *   30-40

    *        *
        *
        *

    *        *   Nach Entfernung eines malignen Penistumors ist in den ersten fünf
            Jahren eine Heilungsbewährung abzuwarten; GdS während dieser Zeit nach
            Entfernung im Frühstadium (T1 bis T2) N0 M0

        *

    *        *
        *   bei Teilverlust des Penis

        *   50

    *        *
        *   bei Verlust des Penis

        *   60

    *        *
        *
        *   mit vollständiger Entfernung der Corpora cavernosa

        *   80

    *        *
        *   nach Entfernung in höheren Stadien

        *   90-100

    *        *
        *

    *        *   *13.2*                              Unterentwicklung, Verlust oder
            Schwund eines Hodens bei intaktem anderen Hoden

        *   0

    *        *
        *

    *        *   Unterentwicklung, Verlust oder vollständiger Schwund beider Hoden

        *

    *        *
        *   in höherem Lebensalter (etwa ab 8. Lebensjahrzehnt)

        *   10

    *        *
        *   sonst je nach Ausgleichbarkeit des Hormonhaushalts durch Substitution

        *   20-30

    *        *
        *
        *   vor Abschluss der körperlichen Entwicklung

        *   20-40

    *        *
        *

    *        *   Verlust oder Schwund eines Nebenhodens

        *   0

    *        *   Verlust oder vollständiger Schwund beider Nebenhoden und/oder
            Zeugungsunfähigkeit (Impotentia generandi)

        *   0

    *        *
        *   in jüngerem Lebensalter bei noch bestehendem Kinderwunsch

        *   20

    *        *
        *   Impotentia coeundi bei nachgewiesener erfolgloser Behandlung

        *   20

    *        *
        *

    *        *   *13.3*                              Hydrozele (sog. Wasserbruch)

        *   0-10

    *        *   Varikozele (sog. Krampfaderbruch)

        *   0-10

    *        *
        *
        *

    *        *   *13.4*                              Nach Entfernung eines malignen
            Hodentumors ist eine Heilungsbewährung abzuwarten.

        *

    *        *   GdS während einer Heilungsbewährung von zwei Jahren

        *

    *        *
        *   nach Entfernung eines Seminoms oder nichtseminomatösen

        *

    *        *
        *   Tumors im Stadium (T1 bis T2) N0 M0

        *   50

    *        *
        *

    *        *   GdS während einer Heilungsbewährung von fünf Jahren nach Entfernung

        *

    *        *
        *   eines Seminoms im Stadium (T1 bis T2) N1 M0 bzw. T3 N0 M0

        *   50

    *        *
        *

    *        *
        *   nach Entfernung eines nichtseminomatösen Tumors im Stadium (T1 bis T2)
            N1 M0 bzw. T3 N0 M0

        *   60

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   in höheren Stadien

        *   80

    *        *
        *

    *        *   *13.5*                              Chronische bakterielle Entzündung
            der Vorsteherdrüse oder abakterielle Prostatopathie

        *

    *        *
        *   ohne wesentliche Miktionsstörung

        *   0-10

    *        *
        *   mit andauernden Miktionsstörungen und Schmerzen

        *   20

    *        *

    *        *   Prostataadenom

        *

    *        *
        *   Der GdS richtet sich nach den Harnentleerungsstörungen und der
            Rückwirkung auf die Nierenfunktion.

        *

    *        *
        *

    *        *   *13.6*                              Nach Entfernung eines malignen
            Prostatatumors ist eine Heilungsbewährung abzuwarten.

    *        *
        *
        *

    *        *   GdS während einer Heilungsbewährung von zwei Jahren

        *

    *        *
        *   nach Entfernung im Stadium T1a N0 M0 (Grading G1)

        *   50

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   GdS während einer Heilungsbewährung von fünf Jahren

        *

    *        *
        *   nach Entfernung in den Stadien T1a N0 M0 (Grading ab G2) und (T1b bis
            T2) N0 M0

        *   50

    *        *
        *   nach Entfernung in höheren Stadien

        *   wenigstens 80

    *        *
        *
        *

    *        *   Maligner Prostatatumor

        *

    *        *
        *   ohne Notwendigkeit einer Behandlung

        *   50

    *        *
        *   auf Dauer hormonbehandelt

        *   wenigstens 60

**14.** **Weibliche Geschlechtsorgane**

    *        *   *14.1*                              Verlust der Brust (Mastektomie)

    *        *
        *   einseitig

        *   30

    *        *
        *   beidseitig

        *   40

    *        *   Segment- oder Quadrantenresektion der Brust

        *   0-20

    *        *
        *
        *

    *        *   Funktionseinschränkungen im Schultergürtel, des Armes oder der
            Wirbelsäule als Operations- oder Bestrahlungsfolgen (z. B. Lymphödem,
            Muskeldefekte, Nerven-läsionen, Fehlhaltung) sind ggf. zusätzlich zu
            berücksichtigen.

        *

    *        *
        *

    *        *   Aufbauplastik zur Wiederherstellung der Brust mit Prothese je nach
            Ergebnis (z. B. Kapselfibrose, Dislokation der Prothese, Symmetrie)

        *

    *        *
        *   nach Mastektomie

        *

    *        *
        *
        *   einseitig

        *   10-30

    *        *
        *
        *   beidseitig

        *   20-40

    *        *
        *   nach subkutaner Mastektomie

        *

    *        *
        *
        *   einseitig

        *   10-20

    *        *
        *
        *   beidseitig

        *   20-30

    *        *
        *

    *        *   Nach Aufbauplastik zur Wiederherstellung der Brust mit Eigengewebe
            kommt ein geringerer GdS in Betracht.

        *

    *        *
        *
        *

    *        *   Nach Entfernung eines malignen Brustdrüsentumors ist in den ersten
            fünf Jahren eine Heilungsbewährung abzuwarten.

        *

    *        *   GdS während dieser Zeit

        *

    *        *
        *   bei Entfernung im Stadium (T1 bis T2) pN0 M0

        *   50

    *        *
        *   bei Entfernung im Stadium (T1 bis T2) pN1 M0

        *   60

    *        *
        *   in höheren Stadien

        *   wenigstens 80

    *        *
        *

    *        *
        *   Bedingen die Folgen der Operation und gegebenenfalls anderer
            Behandlungsmaßnahmen einen GdS von 50 oder mehr, ist der während der
            Heilungsbewährung anzusetzende GdS entsprechend höher zu bewerten.

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   Nach Entfernung eines Carcinoma in situ der Brustdrüse ist in den
            ersten zwei Jahren eine Heilungsbewährung abzuwarten. Der GdS beträgt
            während dieser Zeit 50.

    *        *
        *

    *        *   *14.2*                              Verlust der Gebärmutter und/oder
            Sterilität

        *   0

    *        *   in jüngerem Lebensalter bei noch bestehendem Kinderwunsch

        *   20

    *        *
        *
        *

    *        *   Nach Entfernung eines malignen Gebärmuttertumors ist eine
            Heilungsbewährung abzuwarten.

    *        *
        *

    *        *   GdS während einer Heilungsbewährung von zwei Jahren nach Entfernung
            eines Zervixtumors (Mikrokarzinom) im Stadium T1a N0 M0

        *   50

    *        *
        *
        *

    *        *   nach Entfernung eines Korpustumors im Frühstadium (Grading G1,
            Infiltration höchstens des inneren Drittels des Myometrium)

        *   50

    *        *
        *

    *        *   GdS während einer Heilungsbewährung von fünf Jahren

        *

    *        *   nach Entfernung eines Zervixtumors

        *

    *        *
        *   im Stadium (T1b bis T2a) N0 M0

        *   50

    *        *
        *   im Stadium T2b N0 M0

        *   60

    *        *
        *   in höheren Stadien

        *   80

    *        *
        *

    *        *   nach Entfernung eines Korpustumors

        *

    *        *
        *   im Stadium T1 N0 M0 (Grading ab G2, Infiltration über das innere
            Drittel des Myometrium hinaus)

        *   50

    *        *
        *   im Stadium T2 N0 M0

        *   60

    *        *
        *   in höheren Stadien

        *   80

    *        *

    *        *   *14.3*                              Verlust eines Eierstockes

        *   0

    *        *
        *
        *

    *        *   Unterentwicklung, Verlust oder Ausfall beider Eierstöcke, ohne
            Kinderwunsch und ohne wesentliche Auswirkung auf

        *

    *        *
        *   den Hormonhaushalt - immer in der Postmenopause

        *   10

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   im jüngeren Lebensalter bei noch bestehendem Kinderwunsch oder bei
            unzureichender Ausgleichbarkeit des Hormonausfalls durch Substitution

        *   20-30

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   vor Abschluss der körperlichen Entwicklung je nach Ausgleichbarkeit
            des Hormonausfalls

        *   20-40

    *        *
        *

    *        *   Endokrin bedingte Funktionsstörungen der Eierstöcke sind gut
            behandelbar, so dass im Allgemeinen anhaltende Beeinträchtigungen
            nicht zu erwarten sind. Selten auftretende Komplikationen (z. B.
            Sterilität, abnormer Haarwuchs) sind gesondert zu beurteilen.

    *        *
        *
        *

    *        *   Nach Entfernung eines malignen Eierstocktumors ist in den ersten fünf
            Jahren eine Heilungsbewährung abzuwarten; GdS während dieser Zeit

        *

    *        *
        *   nach Entfernung im Stadium T1 N0 M0

        *   50

    *        *
        *   in anderen Stadien

        *   80

    *        *
        *

    *        *   *14.4*                              Chronischer oder chronisch-
            rezidivierender entzündlicher Prozess der Adnexe und/oder der
            Parametrien je nach Art, Umfang und Kombination der Auswirkungen (z.
            B. Adhäsionsbeschwerden, chronische Schmerzen,
            Kohabitationsbeschwerden)

        *   10-40

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   *14.5*                              Endometriose

        *

    *        *
        *   leichten Grades

        *

    *        *
        *   (geringe Ausdehnung, keine oder nur geringe Beschwerden)

        *   0-10

    *        *
        *   mittleren Grades

        *   20-40

    *        *
        *   schweren Grades

        *

    *        *
        *   (z. B. Übergreifen auf die Nachbarorgane, starke Beschwerden,
            erhebliche Beeinträchtigung des Allgemeinzustandes, Sterilität)

        *   50-60

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   *14.6*                              Scheidenfisteln

        *

    *        *
        *   Harnweg-Scheidenfistel

        *   50-60

    *        *
        *   Mastdarm-Scheidenfistel

        *   60-70

    *        *
        *   Harnweg-Mastdarm-Scheidenfistel (Kloakenbildung)

        *   100

    *        *
        *   Fisteln mit geringer funktioneller Beeinträchtigung sind entsprechend
            niedriger zu bewerten.

        *

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Senkung der Scheidenwand, Vorfall der Scheide und/oder der Gebärmutter

        *

    *        *
        *   ohne Harninkontinenz oder mit geringer Stressinkontinenz (Grad I)

        *   0-10

    *        *
        *   mit stärkerer Harninkontinenz und/oder stärkeren Senkungsbeschwerden

        *   20-40

    *        *
        *   mit völliger Harninkontinenz

        *   50-60

    *        *
        *   bei ungünstiger Versorgungsmöglichkeit

        *   70

    *        *
        *   Ulzerationen sind ggf. zusätzlich zu bewerten.

        *

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Isolierte Senkung der Scheidenhinterwand mit leichten
            Defäkationsstörungen

        *   0-10

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Scheiden-Gebärmutteraplasie, ohne Plastik, nach Vollendung des 14.
            Lebensjahres (einschließlich Sterilität)

        *   40

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Kraurosis vulvae

        *

    *        *
        *   geringen Grades (keine oder nur geringe Beschwerden)

        *   0-10

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   mäßigen Grades (erhebliche Beschwerden, keine Sekundärveränderungen)

        *   20-30

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   stärkeren Grades (starke Beschwerden, therapeutisch schwer
            beeinflussbare Sekundärveränderungen)

        *   40

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Vollständige Entfernung der Vulva

        *   40

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Nach Beseitigung eines malignen Scheidentumors ist in den ersten fünf
            Jahren eine Heilungsbewährung abzuwarten; GdS während dieser Zeit

        *

    *        *
        *   nach Beseitigung im Stadium T1 N0 M0

        *   60

    *        *
        *   in höheren Stadien

        *   80

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Nach Entfernung eines malignen Tumors der äußeren Geschlechtsteile ist
            in den ersten fünf Jahren eine Heilungsbewährung abzuwarten; GdS
            während dieser Zeit

    *        *
        *   nach Entfernung im Stadium (T1 bis T2) N0 M0

        *   50

    *        *
        *   sonst

        *   80

**15.** **Stoffwechsel, innere Sekretion**

    *        *   In diesem Abschnitt nicht erwähnte angeborene Stoffwechselstörungen
            sind analog und unter Berücksichtigung ihrer vielfältigen Auswirkungen
            zu beurteilen. Normabweichungen der Laborwerte bedingen für sich
            allein noch keinen GdS.

    *        *
        *
        *

    *        *   *15.1*                              Zuckerkrankheit (Diabetes
            mellitus)

        *

    *        *
        *

    *        *   Die an Diabetes erkrankten Menschen, deren Therapie regelhaft keine
            Hypoglykämie auslösen kann und die somit in der Lebensführung kaum
            beeinträchtigt sind, erleiden auch durch den Therapieaufwand keine
            Teilhabebeeinträchtigung, die die Feststellung eines GdS rechtfertigt.
            Der GdS beträgt 0.

        *

    *        *
        *
        *

    *        *   Die an Diabetes erkrankten Menschen, deren Therapie eine Hypoglykämie
            auslösen kann und die durch Einschnitte in der Lebensführung
            beeinträchtigt sind, erleiden durch den Therapieaufwand eine
            signifikante Teilhabebeeinträchtigung. Der GdS beträgt 20.

        *

    *        *
        *

    *        *   Die an Diabetes erkrankten Menschen, deren Therapie eine Hypoglykämie
            auslösen kann, die mindestens einmal täglich eine dokumentierte
            Überprüfung des Blutzuckers selbst durchführen müssen und durch
            weitere Einschnitte in der Lebensführung beeinträchtigt sind, erleiden
            je nach Ausmaß des Therapieaufwands und der Güte der
            Stoffwechseleinstellung eine stärkere Teilhabebeeinträchtigung. Der
            GdS beträgt 30 bis 40.

        *

    *        *
        *
        *

    *        *   Die an Diabetes erkrankten Menschen, die eine Insulintherapie mit
            täglich mindestens vier Insulininjektionen durchführen, wobei die
            Insulindosis in Abhängigkeit vom aktuellen Blutzucker, der folgenden
            Mahlzeit und der körperlichen Belastung selbständig variiert werden
            muss, und durch erhebliche Einschnitte gravierend in der Lebensführung
            beeinträchtigt sind, erleiden auf Grund dieses Therapieaufwands eine
            ausgeprägte Teilhabebeeinträchtigung. Die Blutzuckerselbstmessungen
            und Insulindosen (beziehungsweise Insulingaben über die Insulinpumpe)
            müssen dokumentiert sein. Der GdS beträgt 50.

        *

    *        *
        *
        *

    *        *   Außergewöhnlich schwer regulierbare Stoffwechsellagen können jeweils
            höhere GdS-Werte bedingen.

        *

    *        *
        *
        *

    *        *   *15.2*                              Gicht

        *

    *        *
        *

    *        *   Bei der Beurteilung des GdS sind die Funktionseinschränkungen der
            betroffenen Gelenke, Schmerzen, Häufigkeit und Schwere der
            entzündlichen Schübe und eine Beteiligung der inneren Organe zu
            berücksichtigen.

    *        *
        *

    *        *   *15.3*                              Fettstoffwechselkrankheit

        *

    *        *
        *
        *

    *        *   Der GdS ist grundsätzlich abhängig von dem Ausmaß der
            Folgekrankheiten.
            Bei Notwendigkeit einer LDL-Apherese

        *   30

    *        *
        *
        *

    *        *   Alimentäre Fettsucht, Adipositas

        *

    *        *
        *

    *        *   Die Adipositas allein bedingt keinen GdS. Nur Folge- und
            Begleitschäden (insbesondere am kardiopulmonalen System oder am Stütz-
            und Bewegungsapparat) können die Annahme eines GdS begründen. Gleiches
            gilt für die besonderen funktionellen Auswirkungen einer Adipositas
            permagna.

    *        *
        *

    *        *   *15.4*                              Phenylketonurie

        *

    *        *
        *

    *        *   ohne fassbare Folgeerscheinungen

        *

    *        *
        *   im Kindesalter bis zur Vollendung des 16. Lebensjahres

        *   30

    *        *
        *   danach bei Notwendigkeit weiterer Diäteinnahme

        *   10

    *        *
        *

    *        *   Beim Vorliegen eines Hirnschadens ist der GdS vor allem vom Ausmaß der
            geistigen Behinderung und weiterer Folgen (z. B. hirnorganische
            Anfälle) abhängig.

        *

    *        *
        *
        *

    *        *   *15.5*                              Mukoviszidose (zystische Fibrose)

        *

    *        *
        *   unter Therapie Aktivitäten, Gedeihen und Ernährung altersgemäß

        *   20

    *        *
        *

    *        *
        *   unter Therapie Aktivitäten und Lungenfunktion leicht eingeschränkt,
            Gedeihen und Ernährung noch altersgemäß

        *   30-40

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   Aktivitäten und Lungenfunktion deutlich eingeschränkt, häufig Gedeih-
            und Entwicklungsstörungen, Schulbesuch und Erwerbstätigkeit in der
            Regel noch möglich

        *   50-70

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   schwere bis schwerste Einschränkung der Aktivitäten, der
            Lungenfunktion und des Ernährungszustandes

        *   80-100

    *        *
        *

    *        *
        *   Folgekrankheiten (z. B. Diabetes mellitus, Impotenz, Leberzirrhose)
            sind ggf. zusätzlich zu berücksichtigen.

        *

    *        *
        *
        *

    *        *   *15.6*                              Schilddrüsenkrankheiten

        *

    *        *

    *        *   Schilddrüsenfunktionsstörungen sind gut behandelbar, so dass in der
            Regel anhaltende Beeinträchtigungen nicht zu erwarten sind. Selten
            auftretende Organkomplikationen (z. B. Exophthalmus, Trachealstenose)
            sind gesondert zu beurteilen. Bei der nicht operativ behandelten
            Struma richtet sich der GdS nach den funktionellen Auswirkungen.

    *        *
        *
        *

    *        *   Nach Entfernung eines malignen Schilddrüsentumors ist in den ersten
            fünf Jahren eine Heilungsbewährung abzuwarten; GdS während dieser Zeit

        *

    *        *
        *   nach Entfernung eines papillären oder follikulären Tumors, ohne
            Lymphknotenbefall

        *   50

    *        *
        *   sonst

        *   80

    *        *
        *
        *

    *        *   Bedingt der nach der Entfernung verbliebene Organschaden einen GdS von
            50 oder mehr, ist der während der Heilungsbewährung anzusetzende GdS
            entsprechend höher zu bewerten.

    *        *
        *
        *

    *        *   Tetanie

        *

    *        *

    *        *   Sie ist gut behandelbar, so dass in der Regel dauernde
            Beeinträchtigungen nicht zu erwarten sind.

    *        *
        *

    *        *   *15.7*                              Chronische
            Nebennierenrindeninsuffizienz (Addison-Syndrom)

        *

    *        *
        *
        *

    *        *   Sie ist gut behandelbar, so dass in der Regel dauernde
            Beeinträchtigungen nicht zu erwarten sind. Selten auftretende
            Funktionsstörungen sind analogen funktionellen Beeinträchtigungen (z.
            B. orthostatische Fehlregulation) entsprechend zu beurteilen.

    *        *
        *

    *        *   Cushing-Syndrom

        *

    *        *
        *

    *        *   Der GdS wird bestimmt von der Muskelschwäche und den Auswirkungen an
            den verschiedenen Organsystemen (Hypertonie, Herzinsuffizienz,
            Diabetes mellitus, Osteoporose, psychische Veränderungen).

    *        *
        *
        *

    *        *   *15.8*                              Porphyrien

        *

    *        *   Erythropoetische Porphyrie (Günther-Krankheit)

        *   100

    *        *
        *
        *

    *        *   Hepatische Porphyrien

        *

    *        *
        *   akut-intermittierende Porphyrie

        *   30

    *        *
        *   Porphyria cutanea tarda ohne wesentliche Beschwerden

        *   10

    *        *
        *
        *

    *        *   Organkomplikationen sind jeweils zusätzlich zu berücksichtigen.

        *

**16.** **Blut, blutbildende Organe, Immunsystem**

    *        *   Die Höhe des GdS bei Krankheiten des Blutes, der blutbildenden Organe
            und des Immunsystems richtet sich nach der Schwere der hämatologischen
            Veränderungen, nach den Organfunktionsstörungen, nach den
            Rückwirkungen auf andere Organe, nach der Auswirkung auf den
            Allgemeinzustand und der Häufigkeit von Infektionen.

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   *16.1*                              Verlust der Milz

        *

    *        *
        *   bei Verlust im frühen Kindesalter, dann bis zur Vollendung des 8.
            Lebensjahres

        *   20

    *        *
        *   danach oder bei späterem Verlust

        *   10

    *        *
        *
        *

    *        *   *16.2*                              Hodgkin-Krankheit

        *

    *        *
        *   im Stadium I bis IIIA

        *

    *        *
        *
        *   bei mehr als sechs Monate andauernder Therapie, bis zum Ende der
            Intensiv-Therapie je nach Auswirkung auf den Allgemeinzustand

        *   60-100

    *        *
        *
        *   nach Vollremission GdS für die Dauer von drei Jahren
            (Heilungsbewährung)

        *   50

    *        *
        *

    *        *
        *   im Stadium IIIB und IV

        *

    *        *
        *
        *   bis zum Ende der Intensiv-Therapie

        *   100

    *        *
        *
        *   nach Vollremission GdS für die Dauer von drei Jahren
            (Heilungsbewährung)

        *   60

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   *16.3*                              Non-Hodgkin-Lymphome

        *

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   *16.3.1*                              Chronische lymphatische Leukämie
            und andere generalisierte niedrigmaligne Non-Hodgkin-Lymphome

        *

    *        *
        *   mit geringen Auswirkungen (keine wesentlichen Beschwerden, keine
            Allgemeinsymptome, keine Behandlungsbedürftigkeit, keine wesentliche
            Progredienz)

        *   30-40

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   mit mäßigen Auswirkungen (Behandlungsbedürftigkeit)

        *   50-70

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   mit starken Auswirkungen, starke Progredienz (z. B. schwere Anämie,
            ausgeprägte Thrombozytopenie, rezidivierende Infektionen, starke
            Milzvergrößerung)

        *   80-100

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Lokalisierte niedrigmaligne Non-Hodgkin-Lymphome

        *

    *        *
        *   nach Vollremission (Beseitigung des Tumors) für die Dauer von drei
            Jahren (Heilungsbewährung)

        *   50

    *        *
        *

    *        *   *16.3.2*                              Hochmaligne Non-Hodgkin-Lymphome

        *

    *        *
        *   bis zum Ende der Intensiv-Therapie

        *   100

    *        *
        *   nach Vollremission GdS für die Dauer von drei Jahren
            (Heilungsbewährung)

        *   80

    *        *

    *        *   *16.4*                              Plasmozytom (Myelom)

        *

    *        *
        *   mit geringen Auswirkungen (keine wesentliche Auswirkung auf den
            Allgemeinzustand, keine Behandlungsbedürftigkeit, ohne Beschwerden,
            keine wesentliche Progredienz)

        *   30-40

    *        *
        *   mit mäßigen Auswirkungen (Behandlungsbedürftigkeit)

        *   50-70

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   mit starken Auswirkungen (z. B. schwere Anämie, starke Schmerzen,
            Nierenfunktionseinschränkung)

        *   80-100

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   *16.5*                              Myeloproliferative und
            myelodysplastische/myeloproliferative Neoplasien

        *

    *        *
        *   Auswirkungen auf andere Organsysteme sind zusätzlich zu bewerten.

        *

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   *16.5.1*                              Chronische myeloische Leukämie,
            BCR/ABL-positiv

        *

    *        *
        *   Im Stadium der kompletten hämatologischen, kompletten zytogenetischen
            und molekularen Remission beträgt der GdS 10 – 20.

        *

    *        *
        *   Im Stadium der kompletten hämatologischen Remission je nach Ausmaß der
            zytogenetischen Remission beträgt der GdS 30 – 40.

        *

    *        *
        *   Im chronischen Stadium, auch bei Krankheitsbeginn (im ersten Jahr der
            Therapie), bei fehlender Remission oder bei Rezidiv je nach
            Organvergrößerung, Anämie, Thrombozytenzahl und in Abhängigkeit von
            der Intensität der Therapie beträgt der GdS 50 – 80.

        *

    *        *
        *   In der akzelerierten Phase oder in der Blastenkrise beträgt der GdS
            100\.

        *

    *        *
        *
        *

    *        *   *16.5.2*                               Atypische chronische myeloische
            Leukämie, BCR/ABL-negativ; chronische Neutrophilen-Leukämie;
            chronische myelomonozytäre Leukämie

        *

    *        *
        *   Im Stadium der kompletten hämatologischen Remission beträgt der GdS
            40\.

        *

    *        *
        *   Im chronischen Stadium, auch bei Krankheitsbeginn (im ersten Jahr der
            Therapie), ist die Teilhabebeeinträchtigung insbesondere abhängig vom
            Ausmaß der Organvergrößerung und Anämie, der Thrombozytenzahl und der
            Intensität der Therapie. Der GdS beträgt 50 – 80.

        *

    *        *
        *   In der akzelerierten Phase oder in der Blastenkrise beträgt der GdS
            100\.

        *

    *        *
        *
        *

    *        *   *16.5.3*                               Primäre Myelofibrose
            (Chronische idiopathische Myelofibrose)

        *

    *        *
        *   Bei geringen Auswirkungen (keine Behandlungsbedürftigkeit) beträgt der
            GdS 10 – 20.

        *

    *        *
        *   Bei mäßigen Auswirkungen (Behandlungsbedürftigkeit) beträgt der GdS 30
            – 40.

        *

    *        *
        *   Bei stärkeren Auswirkungen (insbesondere mäßige Anämie, geringe
            Thrombozytopenie, ausgeprägte Organomegalie) beträgt der GdS 50 – 70.

        *

    *        *
        *   Bei starken Auswirkungen (insbesondere schwere Anämie, ausgeprägte
            Thrombozytopenie, exzessive Organomegalie) beträgt der GdS 80 – 100.

        *

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   *16.5.4*                               Chronische Eosinophilen-
            Leukämie/Hypereosinophilie-Syndrom

        *

    *        *
        *   Die Teilhabebeeinträchtigung ist insbesondere abhängig vom Ausmaß der
            Organomegalie, Hautbeteiligung, Blutbildveränderungen und
            Nebenwirkungen der Therapie. Der GdS beträgt mindestens 50.

        *

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   *16.5.5*                               Polycythaemia vera

        *

    *        *
        *   Bei Behandlungsbedürftigkeit

            –   mit regelmäßigen Aderlässen. Der GdS beträgt 10.

            –   mit zytoreduktiver Therapie ist die Teilhabebeeinträchtigung
                insbesondere abhängig vom Ausmaß der Nebenwirkungen der Therapie. Der
                GdS beträgt 30 – 40.

        *

    *        *
        *   Übergänge zu anderen myeloproliferativen Erkrankungen sind analog zu
            diesen zu bewerten.

        *

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   *16.5.6*                               Essentielle Thrombozythämie

        *

    *        *
        *   Bei Behandlungsbedürftigkeit

            –   mit Thrombozytenaggregationshemmern. Der GdS beträgt 10.

            –   mit zytoreduktiver Therapie ist die Teilhabebeeinträchtigung
                insbesondere abhängig vom Ausmaß der Nebenwirkungen der Therapie. Der
                GdS beträgt 30 – 40.

        *

    *        *
        *   Übergänge zu anderen myeloproliferativen Erkrankungen sind analog zu
            diesen zu bewerten.

        *

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   *16.5.7*                               Die juvenile myelomonozytäre
            Leukämie ist analog zur akuten myeloischen Leukämie zu bewerten.

        *

    *        *
        *
        *

    *        *   *16.6*                              Akute Leukämien

        *

    *        *
        *   Im ersten Jahr nach Diagnosestellung (Erstdiagnose oder Rezidiv;
            insbesondere während der Induktionstherapie, Konsolidierungstherapie,
            Erhaltungstherapie) beträgt der GdS 100.
            Nach dem ersten Jahr

            –   bei unvollständiger klinischer Remission: Der GdS beträgt weiterhin
                100,

            –   bei kompletter klinischer Remission unabhängig von der durchgeführten
                Therapie: Der GdS beträgt 80 für die Dauer von drei Jahren
                (Heilungsbewährung).

        *

    *        *
        *   Danach ist der GdS nach den verbliebenen Auswirkungen (insbesondere
            chronische Müdigkeit, Sterilität, Neuropathien, Beeinträchtigung der
            Entwicklung und kognitiver Funktionen) zu bewerten.

        *

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   *16.7*                              Myelodysplastische Syndrome

        *

    *        *
        *   mit geringen Auswirkungen (ausgeglichen und ohne wesentliche
            Allgemeinstörungen)

        *   10-20

    *        *
        *   mit mäßigen Auswirkungen (z. B. gelegentliche Transfusionen)

        *   30-40

    *        *
        *   mit stärkeren Auswirkungen (z. B. andauernde
            Transfusionsbedürftigkeit, rezidivierende Infektionen)

        *   50-80

    *        *
        *   mit starken Auswirkungen (z. B. andauernde Transfusionsbedürftigkeit,
            häufige Infektionen, Blutungsneigung, leukämische Transformation)

        *   100

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Aplastische Anämie (auch Panmyelopathie), Agranulozytose

        *

    *        *
        *   Der GdS bei aplastischer Anämie oder Agranulozytose ist auch nach
            Therapie analog zu den myelodysplastischen Syndromen zu bewerten.

        *

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   *16.8*                              Knochenmark- und
            Stammzelltransplantation

        *

    *        *
        *   Nach autologer Knochenmark- oder Blutstammzelltransplantation ist der
            GdS entsprechend der Grundkrankheit zu beurteilen.

        *

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   Nach allogener Knochenmarktransplantation für die Dauer von drei
            Jahren (Heilungsbewährung)

        *   100

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Danach ist der GdS nach den verbliebenen Auswirkungen und dem
            eventuellen Organschaden, jedoch nicht niedriger als 30, zu bewerten.

        *

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   *16.9*                              Anämien

        *

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Symptomatische Anämien (z. B. Eisenmangelanämie, vitaminabhängige
            Anämien) sind in der Regel gut behandelbar und nur vorübergehender
            Natur.

        *

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Therapierefraktäre Anämien (z. B. bestimmte hämolytische Anämien,
            Thalassämie, Erythrozytenenzymdefekte)

        *

    *        *
        *   mit geringen Auswirkungen (ausgeglichen und ohne wesentliche
            Allgemeinstörungen)

        *   0-10

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   mit mäßigen Auswirkungen (z. B. gelegentliche Transfusionen)

        *   20-40

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   mit starken Auswirkungen (z. B. andauernde Transfusionsbedürftigkeit)

        *   50-70

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   *16.10*                              Hämophilie und entsprechende
            plasmatische Blutungskrankheiten (je nach Blutungsneigung)

        *

    *        *
        *   leichte Form

        *

    *        *
        *   mit Restaktivität von antihämophilem Globulin (AHG) über 5 %

        *   20

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   mittelschwere Form - mit 1-5 % AHG

        *

    *        *
        *   mit seltenen Blutungen

        *   30-40

    *        *
        *   mit häufigen (mehrfach jährlich) ausgeprägten Blutungen

        *   50-80

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   schwere Form - mit weniger als 1 % AHG

        *   80-100

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Sonstige Blutungsleiden

        *

    *        *
        *   ohne wesentliche Auswirkungen

        *   10

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   mit mäßigen Auswirkungen

        *   20-40

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   mit starken Auswirkungen (starke Blutungen bereits bei leichten
            Traumen)

        *   50-70

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   mit ständiger klinisch manifester Blutungsneigung (Spontanblutungen,
            Gefahr lebensbedrohlicher Blutungen)

        *   80-100

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Eine Behandlung mit Antikoagulantien ist bei der Grundkrankheit (z. B.
            bei Herzklappen- und Gefäßprothesen, Thrombophilie) berücksichtigt.
            Wenn die Grundkrankheit nicht mehr besteht bzw. keinen GdS mehr
            bedingt, aber eine Weiterbehandlung mit Antikoagulantien erforderlich
            ist, kann - analog den sonstigen Blutungsleiden - in der Regel ein GdS
            von 10 angenommen werden.

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   *16.11*                              Immundefekte

        *

    *        *   Angeborene Defekte der humoralen und zellulären Abwehr (z. B.
            Adenosindesaminase-Defekt, DiGeorge-Syndrom, permanente B-Zell-
            Defekte, septische Granulomatose)

        *

    *        *
        *   ohne klinische Symptomatik

        *   0

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   trotz Therapie erhöhte Infektanfälligkeit, aber keine
            außergewöhnlichen Infektionen

        *   20-40

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   trotz Therapie neben erhöhter Infektanfälligkeit auch außergewöhnliche
            Infektionen (ein bis zwei pro Jahr)

        *   50

    *        *
        *   Bei schwereren Verlaufsformen kommt ein höherer GdS in Betracht.

        *

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Erworbenes Immunmangelsyndrom (HIV-Infektion)

        *

    *        *
        *   HIV-Infektion ohne klinische Symptomatik

        *   10

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   HIV-Infektion mit klinischer Symptomatik

        *

    *        *
        *   geringe Leistungsbeeinträchtigung (z. B. bei Lymphadenopathie syndrom
            [LAS])

        *   30-40

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   stärkere Leistungsbeeinträchtigung (z. B. bei AIDS-related complex
            [ARC])

        *   50-80

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   schwere Leistungsbeeinträchtigung (AIDS-Vollbild)

        *   100

**17.** **Haut**

    *        *   Bei der Beurteilung des GdS von Hautkrankheiten sind Art, Ausdehnung,
            Sitz, Auswirkungen auf den Allgemeinzustand, Begleiterscheinungen (wie
            Jucken, Nässen, Brennen, unangenehme und abstoßende Gerüche) und die
            Rezidivbereitschaft bzw. die Chronizität sowie die Notwendigkeit
            wiederholter stationärer Behandlung zu berücksichtigen. Bei
            Hautkrankheiten mit stark schwankendem Leidensverlauf kommt ein
            Durchschnitts-GdS in Betracht. Bei Kindern können sich Hautkrankheiten
            schwerer auswirken als bei Erwachsenen.

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Narben können durch Ausdehnung, Beschaffenheit (z. B. Verhärtung,
            Verdünnung, Narbenzüge), Sitz oder Einwirkung auf ihre Umgebung zu
            Störungen führen. Bei flächenhaften Narben nach Verbrennungen,
            Verätzungen und ähnlichem muss außerdem die Beeinträchtigung der Haut
            als Schutz-, Ausscheidungs- und Sinnesorgan berücksichtigt werden.
            Diese Störungen bestimmen die Höhe des GdS.

    *        *
        *
        *

    *        *   Bei Entstellungen ist zu berücksichtigen, dass sich Schwierigkeiten im
            Erwerbsleben, Unannehmlichkeiten im Verkehr mit fremden Menschen sowie
            seelische Konflikte ergeben können.

    *        *
        *
        *

    *        *   *17.1*                              Ekzeme

        *

    *        *   Kontaktekzeme (z. B. irritatives und allergisches Kontaktekzem)

        *

    *        *
        *   geringe Ausdehnung und bis zu zweimal im Jahr für wenige

        *

    *        *
        *   Wochen auftretend

        *   0-10

    *        *
        *   Sonst

        *   20-30

    *        *
        *
        *

    *        *   Atopisches Ekzem („Neurodermitis constitutionalis", „endogenes Ekzem")

        *

    *        *
        *   geringe, auf die Prädilektionsstellen begrenzte Ausdehnung bis zu
            zweimal im Jahr für wenige Wochen auftretend

        *   0-10

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   bei länger dauerndem Bestehen

        *   20-30

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   mit generalisierten Hauterscheinungen, insbesondere Gesichtsbefall

        *   40

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   mit klinischer oder vergleichbar intensiver ambulanter
            Behandlungsnotwendigkeit mehrmals im Jahr

        *   50

    *        *
        *
        *

    *        *   Seborrhoisches Ekzem

        *

    *        *
        *   geringe Ausdehnung und Beschränkung auf die Prädilektionsstellen

        *   0-10

    *        *
        *   sonst, je nach Ausdehnung

        *   20-30

    *        *
        *

    *        *   *17.2*                              Chronisch rezidivierende
            Urtikaria/Quincke-Ödem

        *

    *        *
        *   selten, bis zu zweimal im Jahr auftretend, leicht vermeidbare Noxen
            oder Allergene

        *   0-10

    *        *
        *

    *        *
        *   häufiger auftretende Schübe, schwer vermeidbare Noxen oder Allergene

        *   20-30

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   schwerer chronischer, über Jahre sich hinziehender Verlauf

        *   40-50

    *        *
        *

    *        *
        *   Eine systemische Beteiligung z. B. des Gastrointestinaltraktes oder
            des Kreislaufs ist ggf. zusätzlich zu berücksichtigen.

    *        *
        *
        *

    *        *   *17.3*                              Akne

        *

    *        *
        *
        *

    *        *   Acne vulgaris

        *

    *        *
        *   leichteren bis mittleren Grades

        *   0-10

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   schweren Grades mit vereinzelter Abszess- und Knotenbildung und
            entsprechender erheblicher kosmetischer Beeinträchtigung

        *   20-30

    *        *
        *
        *

    *        *   Acne conglobata

        *

    *        *
        *   auf die Prädilektionsstellen begrenzte häufige Abszess- und
            Fistelbildungen und lokalisationsbedingte Beeinträchtigungen

        *   30-40

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   schwerste Formen mit rezidivierenden eitrigen, vernarbenden
            axilläringuinalen und nuchalen Abszessen (Acne triade) und ggf.
            zusätzlicher Beteiligung des Pilonidalsinus (Acne tetrade)

        *   wenigstens 50

    *        *
        *
        *

    *        *   *17.4*                              Rosazea, Rhinophym

        *

    *        *
        *   geringe Ausdehnung, kosmetisch nur wenig störend

        *   0-10

    *        *
        *   stärkere Ausdehnung, entstellende Wirkung

        *   20-30

    *        *
        *
        *

    *        *   *17.5*                              Hautveränderungen bei
            Autoimmunkrankheiten des Bindegewebes

        *

    *        *   (z. B. Lupus erythematodes, Dermatomyositis, progressive systemische
            Sklerodermie)

        *

    *        *
        *   auf die Prädilektionsstellen begrenzt bei geringer Ausdehnung

        *   0-10

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   auf die Prädilektionsstellen begrenzt bei stärkerer Ausdehnung, je
            nach kosmetischer und funktioneller Auswirkung

        *   20-40

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   über die Prädilektionsstellen hinausgehend, ggf. Ulzerationen

        *   50-70

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   *17.6*                              Blasenbildende Hautkrankheiten (z.
            B. Pemphigus, Pemphigoide)

        *

    *        *
        *   bei begrenztem Haut- und Schleimhautbefall mit geringer Ausdehnung

        *   10

    *        *
        *   sonst

        *   20-40

    *        *
        *   bei generalisiertem Haut- und Schleimhautbefall

        *   50-80

    *        *
        *   in fortgeschrittenen Stadien bei schwerer Beeinträchtigung des
            Allgemeinzustandes auch höher.

        *

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   *17.7*                              Psoriasis vulgaris

        *

    *        *
        *   auf die Prädilektionsstellen beschränkt

        *   0-10

    *        *
        *   ausgedehnter, aber erscheinungsfreie Intervalle von Monaten

        *   20

    *        *
        *   bei andauerndem ausgedehnten Befall oder stark beeinträchtigendem
            lokalen Befall (z. B. an den Händen)

        *   30-50

    *        *
        *   Eine außergewöhnliche Nagelbeteiligung (mit Zerstörung der
            Nagelplatten) sowie eine Gelenk- und Wirbelsäulenbeteiligung sind
            zusätzlich zu bewerten.

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   *17.8*                              Erythrodermien

        *

    *        *
        *   bei leichter Intensität des Krankheitsprozesses

        *   40

    *        *
        *   bei mittlerer Intensität des Krankheitsprozesses ohne wesentliche
            Auswirkung auf den Allgemeinzustand

        *   50-60

    *        *
        *   mit stärkerer Auswirkung auf den Allgemeinzustand

        *   70-80

    *        *
        *
        *

    *        *   *17.9*                              Ichthyosis

        *

    *        *
        *   leichte Form,

        *

    *        *
        *   auf Stamm und Extremitäten weitgehend begrenzt, mit trockener Haut,
            mäßiger Schuppung, ohne wesentliche Verfärbung

        *   0-10

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   mittlere Form

        *

    *        *
        *   auf Stamm und Extremitäten weitgehend begrenzt, mit stärkerer
            Schuppung und Verfärbung

        *   20-40

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   schwere Form

        *

    *        *
        *   mit ausgeprägter Schuppung und Verfärbung der gesamten Haut,
            insbesondere der Gelenkbeugen und des Gesichts

        *   50-80

    *        *
        *
        *

    *        *   *17.10*                              Mykosen

        *

    *        *
        *   bei begrenztem Hautbefall

        *   0-10

    *        *
        *   bei Befall aller Finger- und Fußnägel, ggf. mit Zerstörung von
            Nagelplatten

        *   20

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Chronisch rezidivierendes Erysipel

        *

    *        *
        *   ohne bleibendes Lymphödem

        *   10

    *        *
        *   sonst, je nach Ausprägung des Lymphödems

        *   20-40

    *        *
        *
        *

    *        *   Chronisch rezidivierender Herpes simplex

        *

    *        *
        *   geringe Ausdehnung, bis zu dreimal im Jahr rezidivierend

        *   0-10

    *        *
        *   größere Ausdehnung, häufiger rezidivierend

        *   20

    *        *
        *
        *

    *        *   *17.11*                              Totaler Haarausfall

        *

    *        *
        *   (mit Fehlen von Augenbrauen und Wimpern)

        *   30

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   *17.12*                              Naevus

        *

    *        *   Der GdS richtet sich allein nach dem Ausmaß einer eventuellen
            Entstellung.

        *

    *        *
        *
        *

    *        *   Pigmentstörungen (z. B. Vitiligo)

        *

    *        *
        *   an Händen und/oder Gesicht

        *

    *        *
        *   gering

        *   10

    *        *
        *   ausgedehnter

        *   20

    *        *
        *   sonst

        *   0

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   *17.13*                              Nach Entfernung eines malignen
            Tumors der Haut ist in den ersten fünf Jahren eine Heilungsbewährung
            abzuwarten (Ausnahmen: z. B. Basalzellkarzinome, Bowen-Krankheit,
            Melanoma in situ); GdS während dieser Zeit

    *        *
        *
        *

    *        *   nach Entfernung eines Melanoms im Stadium I ([pT1 bis T2] pN0 M0) oder
            eines anderen Hauttumors in den Stadien (pT1 bis T2) pN0 bis N2 M0

        *   50

    *        *
        *

    *        *   in anderen Stadien

        *   80

**18.** **Haltungs- und Bewegungsorgane, rheumatische Krankheiten**

    *        *   *18.1*                              Allgemeines

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Dieser Abschnitt umfasst Haltungsschäden, degenerative Veränderungen,
            osteopenische Krankheiten, posttraumatische Zustände, chronische
            Osteomyelitis, entzündlich-rheumatische Krankheiten, Kollagenosen und
            Vaskulitiden sowie nichtentzündliche Krankheiten der Weichteile.

    *        *
        *
        *

    *        *   Der GdS für angeborene und erworbene Schäden an den Haltungs- und
            Bewegungsorganen wird entscheidend bestimmt durch die Auswirkungen der
            Funktionsbeeinträchtigungen (Bewegungsbehinderung,
            Minderbelastbarkeit) und die Mitbeteiligung anderer Organsysteme. Die
            üblicher Weise auftretenden Beschwerden sind dabei mitberücksichtigt.

    *        *
        *
        *

    *        *   Außergewöhnliche Schmerzen sind ggf. zusätzlich zu berücksichtigen.
            Schmerzhafte Bewegungseinschränkungen der Gelenke können
            schwerwiegender als eine Versteifung sein.

    *        *
        *

    *        *   Bei Haltungsschäden und/oder degenerativen Veränderungen an
            Gliedmaßengelenken und an der Wirbelsäule (z. B. Arthrose,
            Osteochondrose) sind auch Gelenkschwellungen, muskuläre Verspannungen,
            Kontrakturen oder Atrophien zu berücksichtigen.

    *        *
        *
        *

    *        *   Mit Bild gebenden Verfahren festgestellte Veränderungen (z. B.
            degenerativer Art) allein rechtfertigen noch nicht die Annahme eines
            GdS. Ebenso kann die Tatsache, dass eine Operation an einer Gliedmaße
            oder an der Wirbelsäule (z. B. Meniskusoperation,
            Bandscheibenoperation, Synovialektomie) durchgeführt wurde, für sich
            allein nicht die Annahme eines GdS begründen.

    *        *
        *
        *

    *        *   Das Funktionsausmaß der Gelenke wird im Folgenden nach der Neutral-
            Null-Methode angegeben.

    *        *
        *
        *

    *        *   Fremdkörper beeinträchtigen die Funktion nicht, wenn sie in Muskel
            oder Knochen reaktionslos eingeheilt sind und durch ihre Lage keinen
            ungünstigen Einfluss auf Gelenke, Nerven oder Gefäße ausüben.

    *        *
        *
        *

    *        *   Der GdS bei Weichteilverletzungen richtet sich nach der
            Funktionseinbuße und der Beeinträchtigung des Blut- und
            Lymphgefäßsystems. Bei Faszienverletzungen können Muskelbrüche
            auftreten, die nur in seltenen Fällen einen GdS bedingen.

    *        *
        *
        *

    *        *   Bei den entzündlich-rheumatischen Krankheiten sind unter Beachtung der
            Krankheitsentwicklung neben der strukturellen und funktionellen
            Einbuße die Aktivität mit ihren Auswirkungen auf den Allgemeinzustand
            und die Beteiligung weiterer Organe zu berücksichtigen. Entsprechendes
            gilt für Kollagenosen und Vaskulitiden.

    *        *
        *
        *

    *        *   Bei ausgeprägten osteopenischen Krankheiten (z. B. Osteoporose,
            Osteopenie bei hormonellen Störungen, gastrointestinalen
            Resorptionsstörungen, Nierenschäden) ist der GdS vor allem von der
            Funktionsbeeinträchtigung und den Schmerzen abhängig. Eine
            ausschließlich messtechnisch nachgewiesene Minderung des
            Knochenmineralgehalts rechtfertigt noch nicht die Annahme eines GdS.

    *        *
        *

    *        *   *18.2.1*                              Entzündlich-rheumatische
            Krankheiten (z. B. Bechterew-Krankheit)

        *

    *        *
        *   ohne wesentliche Funktionseinschränkung mit leichten Beschwerden

        *   10

    *        *
        *   mit geringen Auswirkungen

        *

    *        *
        *   (leichtgradige Funktionseinbußen und Beschwerden, je nach Art und
            Umfang des Gelenkbefalls, geringe Krankheitsaktivität)

        *   20-40

    *        *
        *   mit mittelgradigen Auswirkungen

        *

    *        *
        *   (dauernde erhebliche Funktionseinbußen und Beschwerden, therapeutisch
            schwer beeinflussbare Krankheitsaktivität)

        *   50-70

    *        *
        *   mit schweren Auswirkungen

        *

    *        *
        *   (irreversible Funktionseinbußen, hochgradige Progredienz)

        *   80-100

    *        *   Auswirkungen über sechs Monate anhaltender aggressiver Therapien sind
            gegebenenfalls zusätzlich zu berücksichtigen.

    *        *
        *

    *        *   *18.2.2*                              Kollagenosen (z. B. systemischer
            Lupus erythematodes, progressiv-systemische Sklerose,
            Polymyositis/Dermatomyositis),

    *        *
        *
        *

    *        *   *18.2.3*                              Vaskulitiden (z. B.
            Panarteriitis nodosa, Polymyalgia rheumatica)

        *

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   Die Beurteilung des GdS bei Kollagenosen und Vaskulitiden richtet sich
            nach Art und Ausmaß der jeweiligen Organbeteiligung sowie den
            Auswirkungen auf den Allgemeinzustand, wobei auch eine Analogie zu den
            Muskelkrankheiten in Betracht kommen kann. Für die Dauer einer über
            sechs Monate anhaltenden aggressiven Therapie soll ein GdS von 50
            nicht unterschritten werden.

    *        *
        *
        *

    *        *   *18.3*                              Bei der Beurteilung nicht-
            entzündlicher Krankheiten der Weichteile kommt es auf Art und Ausmaß
            der jeweiligen Organbeteiligung sowie auf die Auswirkungen auf den
            Allgemeinzustand an.

    *        *
        *
        *

    *        *   *18.4*                              Fibromyalgie

        *

    *        *
        *   Die Fibromyalgie, das Chronische Fatigue Syndrom (CFS), die Multiple
            Chemical Sensitivity (MCS) und ähnliche Syndrome sind jeweils im
            Einzelfall entsprechend der funktionellen Auswirkungen analog zu
            beurteilen.

    *        *
        *
        *

    *        *   *18.5*                              Chronische Osteomyelitis

        *

    *        *
        *   Bei der Beurteilung des GdS sind die aus der Lokalisation und
            Ausdehnung des Prozesses sich ergebende Funktionsstörung, die dem
            Prozess innewohnende Aktivität und ihre Auswirkungen auf den
            Allgemeinzustand und außerdem etwaige Folgekrankheiten (z. B. Anämie,
            Amyloidose) zu berücksichtigen. Bei ausgeprägt schubförmigem Verlauf
            ist ein Durchschnitts-GdS zu bilden.

    *        *
        *
        *

    *        *   Ruhende Osteomyelitis (Inaktivität wenigstens 5 Jahre)

        *   0-10

    *        *   Chronische Osteomyelitis

        *

    *        *
        *   geringen Grades

        *

    *        *
        *   (eng begrenzt, mit geringer Aktivität, geringe Fisteleiterung)

        *   mindestens 20

    *        *
        *

    *        *
        *   mittleren Grades

        *

    *        *
        *   (ausgedehnterer Prozess, häufige oder ständige Fisteleiterung,
            Aktivitätszeichen auch in Laborbefunden)

        *   mindestens 50

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   schweren Grades

        *

    *        *
        *   (häufige schwere Schübe mit Fieber, ausgeprägter Infiltration der
            Weichteile, Eiterung und Sequesterabstoßung, erhebliche
            Aktivitätszeichen in den Laborbefunden)

        *   mindestens 70

    *        *
        *
        *

    *        *   Eine wesentliche Besserung wegen Beruhigung des Prozesses kann erst
            angenommen werden, wenn nach einem Leidensverlauf von mehreren Jahren
            seit wenigstens zwei Jahren - nach jahrzehntelangem Verlauf seit fünf
            Jahren - keine Fistel mehr bestanden hat und auch aus den weiteren
            Befunden (einschließlich Röntgenbildern und Laborbefunden) keine
            Aktivitätszeichen mehr erkennbar gewesen sind. Dabei ist in der Regel
            der GdS nur um 20 bis 30 Punkte niedriger einzuschätzen und zwei bis
            vier Jahre lang noch eine weitere Heilungsbewährung abzuwarten, bis
            der GdS nur noch von dem verbliebenen Schaden bestimmt wird.

    *        *
        *

    *        *   *18.6*                              Muskelkrankheiten

        *

    *        *
        *
        *

    *        *   Bei der Beurteilung des GdS ist von folgenden
            Funktionsbeeinträchtigungen auszugehen:

    *        *

    *        *   Muskelschwäche

        *

    *        *
        *   mit geringen Auswirkungen (vorzeitige Ermüdung, gebrauchsabhängige
            Unsicherheiten)

        *   20-40

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   mit mittelgradigen Auswirkungen (zunehmende Gelenkkontrakturen und
            Deformitäten, Aufrichten aus dem Liegen nicht mehr möglich,
            Unmöglichkeit des Treppensteigens)

        *   50-80

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   mit schweren Auswirkungen (bis zur Geh- und Stehunfähigkeit und
            Gebrauchsunfähigkeit der Arme)

        *   90-100

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   Zusätzlich sind bei einzelnen Muskelkrankheiten Auswirkungen auf
            innere Organe (z. B. Einschränkung der Lungenfunktion und/oder der
            Herzleistung durch Brustkorbdeformierung) oder Augenmuskel-, Schluck-
            oder Sprechstörungen (z. B. bei der Myasthenie) zu berücksichtigen.

    *        *
        *
        *

    *        *   *18.7*                              Kleinwuchs

        *

    *        *
        *
        *

    *        *   Körpergröße nach Abschluss des Wachstums

        *

    *        *
        *   über 130 bis 140 cm

        *   30-40

    *        *
        *   über 120 bis 130 cm

        *   50

    *        *
        *   Bei 120 cm und darunter kommen entsprechend höhere Werte in Betracht.
            Dieser GdS ist auf harmonischen Körperbau bezogen.

        *

    *        *
        *

    *        *   Zusätzlich zu berücksichtigen sind (z. B. bei Achondroplasie, bei
            Osteogenesis imperfecta) mit dem Kleinwuchs verbundene Störungen wie

        *

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   mangelhafte Körperproportionen,

        *

    *        *
        *   Verbildungen der Gliedmaßen,

        *

    *        *
        *   Störungen der Gelenkfunktion, Muskelfunktion und Statik,

        *

    *        *
        *   neurologische Störungen,

        *

    *        *
        *   Einschränkungen der Sinnesorgane,

        *

    *        *
        *   endokrine Ausfälle und

        *

    *        *
        *   außergewöhnliche psychoreaktive Störungen.

        *

    *        *
        *

    *        *   *18.8*                              Großwuchs

        *

    *        *
        *
        *

    *        *   Großwuchs allein rechtfertigt noch nicht die Annahme eines GdS. Auf
            psychoreaktive Störungen ist besonders zu achten.

    *        *
        *

    *        *   *18.9*                              Wirbelsäulenschäden

        *

    *        *
        *
        *

    *        *   Der GdS bei angeborenen und erworbenen Wirbelsäulenschäden
            (einschließlich Bandscheibenschäden, Scheuermann-Krankheit,
            Spondylolisthesis, Spinalkanalstenose und dem sogenannten
            Postdiskotomiesyndrom) ergibt sich primär aus dem Ausmaß der
            Bewegungseinschränkung, der Wirbelsäulenverformung und -instabilität
            sowie aus der Anzahl der betroffenen Wirbelsäulenabschnitte.

    *        *
        *

    *        *   Der Begriff Instabilität beinhaltet die abnorme Beweglichkeit zweier
            Wirbel gegeneinander unter physiologischer Belastung und die daraus
            resultierenden Weichteilveränderungen und Schmerzen. Sogenannte
            Wirbelsäulensyndrome (wie Schulter-Arm-Syndrom, Lumbalsyndrom,
            Ischialgie, sowie andere Nerven- und Muskelreizerscheinungen) können
            bei Instabilität und bei Einengungen des Spinalkanals oder der
            Zwischenwirbellöcher auftreten.

    *        *
        *
        *

    *        *   Für die Bewertung von chronisch-rezidivierenden Bandscheibensyndromen
            sind aussagekräftige anamnestische Daten und klinische
            Untersuchungsbefunde über einen ausreichend langen Zeitraum von
            besonderer Bedeutung. Im beschwerdefreien Intervall können die
            objektiven Untersuchungsbefunde nur gering ausgeprägt sein.

    *        *
        *

    *        *   Wirbelsäulenschäden

        *

    *        *
        *   ohne Bewegungseinschränkung oder Instabilität

        *   0

    *        *
        *

    *        *
        *   mit geringen funktionellen Auswirkungen (Verformung, rezidivierende
            oder anhaltende Bewegungseinschränkung oder Instabilität geringen
            Grades, seltene und kurz dauernd auftretende leichte
            Wirbelsäulensyndrome)

        *   10

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   mit mittelgradigen funktionellen Auswirkungen in einem
            Wirbelsäulenabschnitt (Verformung, häufig rezidivierende oder
            anhaltende Bewegungseinschränkung oder Instabilität mittleren Grades,
            häufig rezidivierende und über Tage andauernde Wirbelsäulensyndrome)

        *   20

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   mit schweren funktionellen Auswirkungen in einem Wirbelsäulenabschnitt
            (Verformung, häufig rezidivierende oder anhaltende
            Bewegungseinschränkung oder Instabilität schweren Grades, häufig
            rezidivierende und Wochen andauernde ausgeprägte Wirbelsäulensyndrome)

        *   30

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   mit mittelgradigen bis schweren funktionellen Auswirkungen in zwei
            Wirbelsäulenabschnitten

        *   30-40

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   mit besonders schweren Auswirkungen (z. B. Versteifung großer Teile
            der Wirbelsäule; anhaltende Ruhigstellung durch Rumpforthese, die drei
            Wirbelsäulenabschnitte umfasst [z. B. Milwaukee-Korsett]; schwere
            Skoliose [ab ca. 70° nach Cobb])

        *   50-70

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   bei schwerster Belastungsinsuffizienz bis zur Geh- und Stehunfähigkeit

        *   80-100

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Anhaltende Funktionsstörungen infolge Wurzelkompression mit
            motorischen Ausfallerscheinungen - oder auch die intermittierenden
            Störungen bei der Spinalkanalstenose - sowie Auswirkungen auf die
            inneren Organe (z. B. Atemfunktionsstörungen) sind zusätzlich zu
            berücksichtigen.

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Bei außergewöhnlichen Schmerzsyndromen kann auch ohne nachweisbare
            neurologische Ausfallerscheinungen (z. B. Postdiskotomiesyndrom) ein
            GdS über 30 in Betracht kommen.

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Das neurogene Hinken ist etwas günstiger als vergleichbare
            Einschränkungen des Gehvermögens bei arteriellen Verschlusskrankheiten
            zu bewerten.

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   *18.10*                              Beckenschäden

        *

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   ohne funktionelle Auswirkungen

        *   0

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   mit geringen funktionellen Auswirkungen (z. B. stabiler Beckenring,
            degenerative Veränderungen der Kreuz-Darmbeingelenke)

        *   10

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   mit mittelgradigen funktionellen Auswirkungen (z. B. instabiler
            Beckenring einschließlich Sekundärarthrose)

        *   20

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   mit schweren funktionellen Auswirkungen und Deformierung

        *   30-40

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   *18.11*                              Gliedmaßenschäden, Allgemeines

        *

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Der GdS bei Gliedmaßenschäden ergibt sich aus dem Vergleich mit dem
            GdS für entsprechende Gliedverluste. Trotz erhaltener Extremität kann
            der Zustand gelegentlich ungünstiger sein als der Verlust.

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Die aufgeführten GdS für Gliedmaßenverluste gehen - soweit nichts
            anderes erwähnt ist - von günstigen Verhältnissen des Stumpfes und der
            benachbarten Gelenke aus. Bei ausgesprochen ungünstigen
            Stumpfverhältnissen, bei nicht nur vorübergehenden Stumpfkrankheiten
            sowie bei nicht unwesentlicher Funktionsbeeinträchtigung des
            benachbarten Gelenkes sind diese Sätze im allgemeinen um 10 zu
            erhöhen, unabhängig davon, ob Körperersatzstücke getragen werden oder
            nicht.

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Körperersatzstücke, orthopädische und andere Hilfsmittel mindern bei
            Verlust und Funktionsstörungen der Gliedmaßen sowie bei
            Funktionseinschränkungen des Rumpfes die Auswirkungen der Behinderung,
            ohne dass dadurch der durch den Schaden allein bedingte GdS eine
            Änderung erfährt.

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Bei der Bewertung des GdS von Pseudarthrosen ist zu berücksichtigen,
            dass straffe Pseudarthrosen günstiger sind als schlaffe.

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Bei habituellen Luxationen richtet sich die Höhe des GdS außer nach
            der Funktionsbeeinträchtigung der Gliedmaße auch nach der Häufigkeit
            der Ausrenkungen.

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   *18.12*                              Endoprothesen

    *        *   Es werden Mindest-GdS angegeben, die für Endoprothesen bei
            bestmöglichem Behandlungsergebnis gelten. Bei eingeschränkter
            Versorgungsqualität sind höhere Werte angemessen.
            Die Versorgungsqualität kann insbesondere beeinträchtigt sein durch

        *

    *        *   - Beweglichkeits- und Belastungseinschränkung,

        *

    *        *   - Nervenschädigung,

        *

    *        *   - deutliche Muskelminderung,

        *

    *        *   - ausgeprägte Narbenbildung,

        *

    *        *   Die in der GdS-Tabelle angegebenen Werte schließen die bei der
            jeweiligen Versorgungsart üblicherweise gebotenen Beschränkungen ein.

        *

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Hüftgelenk

        *

    *        *
        *   bei einseitiger Endoprothese beträgt der GdS mindestens

        *   10

    *        *
        *   bei beidseitiger Endoprothese beträgt der GdS mindestens

        *   20

    *        *   Kniegelenk

        *

    *        *
        *   bei einseitiger Totalendoprothese beträgt der GdS mindestens

        *   20

    *        *
        *   bei beidseitiger Totalendoprothese beträgt der GdS mindestens

        *   30

    *        *
        *   bei einseitiger Teilendoprothese beträgt der GdS mindestens

        *   10

    *        *
        *   bei beidseitiger Teilendoprothese beträgt der GdS mindestens

        *   20

    *        *   Oberes Sprunggelenk

        *

    *        *
        *   bei einseitiger Endoprothese beträgt der GdS mindestens

        *   10

    *        *
        *   bei beidseitiger Endoprothese beträgt der GdS mindestens

        *   20

    *        *   Schultergelenk

        *

    *        *
        *   bei einseitiger Endoprothese beträgt der GdS mindestens

        *   20

    *        *
        *   bei beidseitiger Endoprothese beträgt der GdS mindestens

        *   40

    *        *   Ellenbogengelenk

        *

    *        *
        *   bei einseitiger Totalendoprothese beträgt der GdS mindestens

        *   30

    *        *
        *   bei beidseitiger Totalendoprothese beträgt der GdS mindestens

        *   50

    *        *   Kleine Gelenke

        *

    *        *
        *   Endoprothesen bedingen keine wesentliche Teilhabebeeinträchtigung

        *

    *        *
        *

    *        *   Aseptische Nekrosen

        *

    *        *
        *   Hüftkopfnekrosen (z. B. Perthes-Krankheit) während der notwendigen
            Entlastung

        *   70

    *        *
        *   Lunatum-Malazie während der notwendigen Immobilisierung

        *   30

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   *18.13*                              Schäden der oberen Gliedmaßen

        *

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Extremitätenverlust

        *

    *        *   Verlust eines Armes und Beines

        *   100

    *        *   Verlust eines Armes im Schultergelenk oder mit sehr kurzem
            Oberarmstumpf

        *   80

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Unter einem sehr kurzen Oberarmstumpf ist ein Stumpf zu verstehen, der
            eine gleiche Funktionseinbuße wie der Verlust des Armes im
            Schultergelenk zur Folge hat. Das ist immer dann der Fall, wenn die
            Absetzungsebene in Höhe des Collum chirurgicum liegt.

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Verlust eines Armes im Oberarm oder im Ellenbogengelenk

        *   70

    *        *   Verlust eines Armes im Unterarm

        *   50

    *        *   Verlust eines Armes im Unterarm mit einer Stumpflänge bis 7 cm

        *   60

    *        *   Verlust der ganzen Hand

        *   50

    *        *   Versteifung des Schultergelenks in günstiger Stellung bei gut
            beweglichem Schultergürtel

        *   30

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   Eine Versteifung im Schultergelenk in einem Abspreizwinkel um ca. 45°
            und leichter Vorhalte gilt als funktionell günstig.

        *

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   Versteifung des Schultergelenks in ungünstiger Stellung oder bei
            gestörter Beweglichkeit des Schultergürtels

        *   40-50

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Bewegungseinschränkung des Schultergelenks (einschließlich
            Schultergürtel)

        *

    *        *
        *   Armhebung nur bis zu 120° mit entsprechender Einschränkung der Dreh-
            und Spreizfähigkeit

        *   10

    *        *
        *   Armhebung nur bis zu 90° mit entsprechender Einschränkung der Dreh-
            und Spreizfähigkeit

        *   20

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Instabilität des Schultergelenks

        *

    *        *
        *   geringen Grades, auch seltene Ausrenkung (in Abständen von 1 Jahr und
            mehr)

        *   10

    *        *
        *   mittleren Grades, auch häufigere Ausrenkung

        *   20-30

    *        *
        *   schweren Grades (auch Schlottergelenk), auch ständige Ausrenkung

        *   40

    *        *
        *
        *

    *        *   Schlüsselbeinpseudarthrose

        *

    *        *
        *   straff

        *   0-10

    *        *
        *   schlaff

        *   20

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Verkürzung des Armes bis zu 4 cm bei freier Beweglichkeit der

        *

    *        *
        *   großen Armgelenke

        *   0

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Oberarmpseudarthrose

        *

    *        *
        *   straff

        *   20

    *        *
        *   schlaff

        *   40

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Riss der langen Bizepssehne

        *   0-10

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Versteifung des Ellenbogengelenks einschließlich Aufhebung der
            Unterarmdrehbewegung

        *

    *        *
        *   in günstiger Stellung

        *   30

    *        *
        *   in ungünstiger Stellung

        *   40-50

    *        *   Die Versteifung in einem Winkel zwischen 80° und 100° bei mittlerer
            Pronationsstellung des Unterarms ist als günstige Gebrauchsstellung
            aufzufassen.

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Bewegungseinschränkung im Ellenbogengelenk

        *

    *        *
        *   geringen Grades (Streckung/Beugung bis 0-30-120 bei freier
            Unterarmdrehbeweglichkeit)

        *   0-10

    *        *
        *
        *

    *        *
        *   stärkeren Grades (insbesondere der Beugung einschließlich
            Einschränkung der Unterarmdrehbeweglichkeit)

        *   20-30

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Isolierte Aufhebung der Unterarmdrehbeweglichkeit

        *

    *        *
        *   in günstiger Stellung (mittlere Pronationsstellung)

        *   10

    *        *
        *   in ungünstiger Stellung

        *   20

    *        *
        *   in extremer Supinationsstellung

        *   30

    *        *
        *   Ellenbogen-Schlottergelenk

        *   40

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Unterarmpseudarthrose

        *

    *        *
        *   straff

        *   20

    *        *
        *   schlaff

        *   40

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Pseudarthrose der Elle oder Speiche

        *   10-20

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Versteifung des Handgelenks

        *

    *        *
        *   in günstiger Stellung (leichte Dorsalextension)

        *   20

    *        *
        *   in ungünstiger Stellung

        *   30

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Bewegungseinschränkung des Handgelenks

        *

    *        *
        *   geringen Grades (z. B. Streckung/Beugung bis 30-0-40)

        *   0-10

    *        *
        *   stärkeren Grades

        *   20-30

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Nicht oder mit Deformierung verheilte Brüche oder Luxationen der
            Handwurzelknochen oder eines oder mehrerer Mittelhandknochen mit
            sekundärer Funktionsbeeinträchtigung

        *   10-30

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Versteifung eines Daumengelenks in günstiger Stellung

        *   0-10

    *        *   Versteifung beider Daumengelenke und des Mittelhand- Handwurzelgelenks
            in günstiger Stellung

        *   20

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Versteifung eines Fingers in günstiger Stellung (mittlere
            Gebrauchsstellung)

        *   0-10

    *        *   Versteifungen der Finger in Streck- oder starker Beugestellung sind
            oft störender als ein glatter Verlust.

        *

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Verlust des Daumenendgliedes

        *   0

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Verlust des Daumenendgliedes und des halben Grundgliedes

        *   10

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Verlust eines Daumens

        *   25

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Verlust beider Daumen

        *   40

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Verlust eines Daumens mit Mittelhandknochen

        *   30

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Verlust des Zeigefingers, Mittelfingers, Ringfingers oder
            Kleinfingers, auch mit Teilen des dazugehörigen Mittelhandknochens

        *   10

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Verlust von zwei Fingern

        *

    *        *
        *   mit Einschluss des Daumens

        *   30

    *        *
        *   II+III, II+IV

        *   30

    *        *
        *   sonst

        *   25

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Verlust von drei Fingern

        *

    *        *
        *   mit Einschluss des Daumens

        *   40

    *        *
        *   II+III+IV

        *   40

    *        *
        *   sonst

        *   30

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Verlust von vier Fingern

        *

    *        *
        *   mit Einschluss des Daumens

        *   50

    *        *
        *   sonst

        *   40

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Verlust der Finger II bis V an beiden Händen

        *   80

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Verlust aller fünf Finger einer Hand

        *   50

    *        *   Verlust aller zehn Finger

        *   100

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Obige Sätze gelten für den Gesamtverlust der Finger bei reizlosen
            Stumpfverhältnissen. Bei Verlust einzelner Fingerglieder sind sie
            herabzusetzen, bei schlechten Stumpfverhältnissen zu erhöhen.

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Fingerstümpfe im Mittel- und Endgelenk können schmerzhafte
            Narbenbildung und ungünstige Weichteildeckung zeigen.
            Empfindungsstörungen an den Fingern, besonders an Daumen und
            Zeigefinger, können die Gebrauchsfähigkeit der Hand wesentlich
            beeinträchtigen.

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Nervenausfälle (vollständig)

        *

    *        *   Armplexus

        *   80

    *        *   oberer Armplexus

        *   50

    *        *   unterer Armplexus

        *   60

    *        *   N. axillaris

        *   30

    *        *   N. thoracicus longus

        *   20

    *        *   N. musculocutaneus

        *   20

    *        *   N. radialis

        *

    *        *
        *   ganzer Nerv

        *   30

    *        *
        *   mittlerer Bereich oder distal

        *   20

    *        *   N. ulnaris

        *

    *        *
        *   proximal oder distal

        *   30

    *        *   N. medianus

        *

    *        *
        *   proximal

        *   40

    *        *
        *   distal

        *   30

    *        *   Nn. radialis und axillaris

        *   50

    *        *   Nn. radialis und ulnaris

        *   50

    *        *   Nn. radialis und medianus

        *   50

    *        *   Nn. ulnaris und medianus

        *   50

    *        *   Nn. radialis, ulnaris und medianus im Vorderarmbereich

        *   60

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Trophische Störungen sind zusätzlich zu berücksichtigen; Teilausfälle
            der genannten Nerven sind entsprechend geringer zu bewerten.

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   *18.14*                              Schäden der unteren Gliedmaßen

        *

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Verlust beider Beine im Oberschenkel

        *   100

    *        *   Verlust eines Beines im Oberschenkel und eines Beines im Unterschenkel

        *   100

    *        *   Verlust eines Beines und Armes

        *   100

    *        *   Verlust eines Beines im Hüftgelenk oder mit sehr kurzem
            Oberschenkelstumpf

        *   80

    *        *   Unter einem sehr kurzen Oberschenkelstumpf ist ein Stumpf zu
            verstehen, der eine gleiche Funktionseinbuße wie der Verlust des
            Beines im Hüftgelenk bedingt. Das ist immer dann der Fall, wenn die
            Absetzungsebene in Höhe des Trochanter minor liegt.

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Verlust eines Beines im Oberschenkel (einschließlich Absetzung nach
            Gritti)

        *   70

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Notwendigkeit der Entlastung des ganzen Beines (z. B.
            Sitzbeinabstützung)

        *   70

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Verlust eines Beines im Unterschenkel bei genügender
            Funktionstüchtigkeit des Stumpfes und der Gelenke

        *   50

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Notwendigkeit der Entlastung eines Unterschenkels (z. B.
            Schienbeinkopfabstützung)

        *   50

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Verlust eines Beines im Unterschenkel bei ungenügender
            Funktionstüchtigkeit des Stumpfes und der Gelenke

        *   60

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Verlust beider Beine im Unterschenkel

        *   80

    *        *
        *   bei einseitig ungünstigen Stumpfverhältnissen

        *   90

    *        *
        *   bei beidseitig ungünstigen Stumpfverhältnissen

        *   100

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Teilverlust eines Fußes, Absetzung

        *

    *        *
        *   nach Pirogow

        *

    *        *
        *
        *   einseitig, guter Stumpf

        *   40

    *        *
        *
        *   beidseitig

        *   70

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   nach Chopart

        *

    *        *
        *
        *   einseitig, guter Stumpf

        *   30

    *        *
        *
        *   einseitig, mit Fußfehlstellung

        *   30-50

    *        *
        *
        *   beidseitig

        *   60

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   nach Lisfranc oder im Bereich der Mittelfußknochen nach Sharp

        *

    *        *
        *   einseitig, guter Stumpf

        *   30

    *        *
        *   einseitig, mit Fußfehlstellung

        *   30-40

    *        *
        *   beidseitig

        *   50

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Verlust einer Zehe

        *   0

    *        *   Verlust einer Großzehe

        *   10

    *        *   Verlust einer Großzehe mit Verlust des Köpfchens des I.
            Mittelfußknochens

        *   20

    *        *   Verlust der Zehen II bis V oder I bis III

        *   10

    *        *   Verlust aller Zehen an einem Fuß

        *   20

    *        *   Verlust aller Zehen an beiden Füßen

        *   30

    *        *   Versteifung beider Hüftgelenke je nach Stellung

        *   80-100

    *        *   Versteifung eines Hüftgelenks

        *

    *        *
        *   in günstiger Stellung

        *   40

    *        *
        *   Die Versteifung eines Hüftgelenks in leichter Abspreizstellung von ca.
            10°, mittlerer Drehstellung und leichter Beugestellung gilt als
            günstig.

        *

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   in ungünstiger Stellung

        *   50-60

    *        *
        *   Ungünstig sind Hüftgelenkversteifungen in stärkerer Adduktions-,
            Abduktions- oder Beugestellung.

        *

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Bewegungseinschränkung der Hüftgelenke

        *

    *        *
        *   geringen Grades

        *

    *        *
        *   (z. B. Streckung/Beugung bis zu 0-10-90 mit entsprechender
            Einschränkung der Dreh- und Spreizfähigkeit)

        *

    *        *
        *
        *   einseitig

        *   10-20

    *        *
        *
        *   beidseitig

        *   20-30

    *        *
        *   mittleren Grades

        *

    *        *
        *   (z. B. Streckung/Beugung bis zu 0-30-90 mit entsprechender
            Einschränkung der Dreh- und Spreizfähigkeit)

        *

    *        *
        *
        *   einseitig

        *   30

    *        *
        *
        *   beidseitig

        *   50

    *        *
        *   stärkeren Grades

        *

    *        *
        *
        *   einseitig

        *   40

    *        *
        *
        *   beidseitig

        *   60-100

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Hüftdysplasie (einschließlich sogenannte angeborene Hüftluxation)

        *

    *        *
        *   für die Dauer der vollständigen Immobilisierung

        *   100

    *        *
        *   danach bis zum Abschluss der Spreizbehandlung

        *   50

    *        *
        *   Anschließend und bei unbehandelten Fällen richtet sich der GdS nach
            der Instabilität und der Funktionsbeeinträchtigung.

        *

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Hüftgelenksresektion je nach Funktionsstörung

        *   50-80

    *        *   Schnappende Hüfte

        *   0-10

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Beinverkürzung

        *

    *        *
        *   bis 2,5 cm

        *   0

    *        *
        *   über 2,5 cm bis 4 cm

        *   10

    *        *
        *   über 4 cm bis 6 cm

        *   20

    *        *
        *   über 6 cm

        *   wenigstens 30

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Oberschenkelpseudarthrose

        *

    *        *
        *   straff

        *   50

    *        *
        *   schlaff

        *   70

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Faszienlücke (Muskelhernie) am Oberschenkel

        *   0-10

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Versteifung beider Kniegelenke

        *   80

    *        *   Versteifung eines Kniegelenks

        *

    *        *
        *   in günstiger Stellung (Beugestellung von 10-15°)

        *   30

    *        *
        *   in ungünstiger Stellung

        *   40-60

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Lockerung des Kniebandapparates

        *

    *        *
        *   muskulär kompensierbar

        *   10

    *        *
        *   unvollständig kompensierbar, Gangunsicherheit

        *   20

    *        *
        *   Versorgung mit einem Stützapparat, je nach Achsenfehlstellung

        *   30-50

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Kniescheibenbruch

        *

    *        *
        *   nicht knöchern verheilt ohne Funktionseinschränkung des
            Streckapparates

        *   10

    *        *
        *   nicht knöchern verheilt mit Funktionseinschränkung des Streckapparates

        *   20-40

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Habituelle Kniescheibenverrenkung

        *

    *        *
        *   seltene Ausrenkung (in Abständen von 1 Jahr und mehr)

        *   0-10

    *        *
        *   häufiger

        *   20

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Bewegungseinschränkung im Kniegelenk

        *

    *        *
        *   geringen Grades (z. B. Streckung/Beugung bis 0-0-90)

        *

    *        *
        *
        *   einseitig

        *   0-10

    *        *
        *
        *   beidseitig

        *   10-20

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   mittleren Grades (z. B. Streckung/Beugung 0-10-90)

        *

    *        *
        *
        *   einseitig

        *   20

    *        *
        *
        *   beidseitig

        *   40

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   stärkeren Grades (z. B. Streckung/Beugung 0-30-90)

        *

    *        *
        *
        *   einseitig

        *   30

    *        *
        *
        *   beidseitig

        *   50

    *        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   Ausgeprägte Knorpelschäden der Kniegelenke (z. B. Chondromalacia
            patellae Stadium II - IV) mit anhaltenden Reizerscheinungen, einseitig

        *

    *        *
        *
        *   ohne Bewegungseinschränkung

        *   10-30

    *        *
        *
        *   mit Bewegungseinschränkung

        *   20-40

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Schienbeinpseudarthrose

        *

    *        *
        *   straff

        *   20-30

    *        *
        *   schlaff

        *   40-50

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Teilverlust oder Pseudarthrose des Wadenbeins

        *   0-10

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Versteifung des oberen Sprunggelenks in günstiger Stellung
            (Plantarflexion um 5° bis 15°)

        *   20

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Versteifung des unteren Sprunggelenks in günstiger Stellung
            (Mittelstellung)

        *   10

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Versteifung des oberen und unteren Sprunggelenks

        *

    *        *
        *   in günstiger Stellung

        *   30

    *        *
        *   in ungünstiger Stellung

        *   40

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Bewegungseinschränkung im oberen Sprunggelenk

        *

    *        *
        *   geringen Grades

        *   0

    *        *
        *   mittleren Grades (Heben/Senken 0-0-30)

        *   10

    *        *
        *   stärkeren Grades

        *   20

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Bewegungseinschränkung im unteren Sprunggelenk

        *   0-10

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Klumpfuß je nach Funktionsstörung

        *

    *        *
        *   einseitig

        *   20-40

    *        *
        *   beidseitig

        *   30-60

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Andere Fußdeformitäten

        *

    *        *
        *   ohne wesentliche statische Auswirkungen (z. B. Senk-Spreizfuß,
            Hohlfuß, Knickfuß, auch posttraumatisch)

        *   0

    *        *
        *   mit statischer Auswirkung je nach Funktionsstörung

        *

    *        *
        *
        *   geringen Grades

        *   10

    *        *
        *
        *   stärkeren Grades

        *   20

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Versteifung aller Zehen eines Fußes

        *

    *        *
        *   in günstiger Stellung

        *   10

    *        *
        *   in ungünstiger Stellung

        *   20

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Versteifungen oder Verkrümmungen von Zehen außer der Großzehe

        *   0

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Versteifung der Großzehengelenke

        *

    *        *
        *   in günstiger Stellung

        *   0-10

    *        *
        *   in ungünstiger Stellung (z. B. Plantarflexion im Grundgelenk über 10°)

        *   20

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Narben nach größeren Substanzverlusten an Ferse und Fußsohle

        *

    *        *
        *   mit geringer Funktionsbehinderung

        *   10

    *        *
        *   mit starker Funktionsbehinderung

        *   20-30

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Nervenausfälle (vollständig)

        *

    *        *
        *   Plexus lumbosacralis

        *   80

    *        *
        *   N. glutaeus superior

        *   20

    *        *
        *   N. glutaeus inferior

        *   20

    *        *
        *   N. cutaneus femoralis lat

        *   10

    *        *
        *   N. femoralis

        *   40

    *        *
        *   N. ischiadicus

        *

    *        *
        *
        *   proximal

        *   60

    *        *
        *
        *   distal (Ausfall der Nn. peronaeus communis und tibialis)

        *   50

    *        *
        *   N. peronaeus communis oder profundus

        *   30

    *        *
        *   N. peronaeus superficialis

        *   20

    *        *
        *   N. tibialis

        *   30

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Trophische Störungen sind zusätzlich zu berücksichtigen. Teilausfälle
            der genannten Nerven sind entsprechend geringer zu bewerten.

    *        *
        *
        *
        *

    *        *   Völlige Gebrauchsunfähigkeit eines Beines

        *   80

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