Source: https://www.gesetze-im-internet.de/polierprv_2012/__6.html
Legislation: polierprv_2012

Title: § 6 Prüfungsteil „Mitarbeiterführung und Personalmanagement“

Description:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Geprüfter Polier und Geprüfte Polierin (PolierPrV 2012)
§ 6 Prüfungsteil „Mitarbeiterführung und Personalmanagement“

Paragraph: 6

Full Text:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Geprüfter Polier und Geprüfte Polierin (PolierPrV 2012)
§ 6 Prüfungsteil „Mitarbeiterführung und Personalmanagement“

(1) Der Prüfungsteil „Mitarbeiterführung und Personalmanagement“
gliedert sich in folgende Qualifikationsschwerpunkte:

1.  Personalplanung und -auswahl,

2.  Mitarbeiter- und Teamführung,

3.  Qualifizierung,

4.  Arbeitsrecht.

(2) In den Qualifikationsschwerpunkten sind folgende Qualifikationen
nachzuweisen:

1.  Im Qualifikationsschwerpunkt „Personalplanung und -auswahl“ soll die
    Fähigkeit nachgewiesen werden, bei der Ermittlung des Personalbedarfs
    mitwirken und den Personaleinsatz entsprechend den betrieblichen
    Anforderungen sicherstellen zu können; in diesem Rahmen können
    folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

    a)  Ermitteln und Bestimmen des qualitativen und quantitativen
        Personalbedarfs, Erstellen von Anforderungsprofilen,

    b)  Vorbereiten und Durchführen von Personalauswahlgesprächen,

    c)  Auswählen sowie Mitwirken bei der Einstellung von Mitarbeitern und
        Mitarbeiterinnen;

2.  im Qualifikationsschwerpunkt „Mitarbeiter- und Teamführung“ soll die
    Fähigkeit nachgewiesen werden, Personalmaßnahmen durchführen,
    Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sowie Teams führen und deren
    Entwicklung fördern zu können; in diesem Rahmen können folgende
    Qualifikationsinhalte geprüft werden:

    a)  Beurteilen von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen,

    b)  Führen von Arbeitsgruppen; Anwenden von Führungsmethoden zur
        Bewältigung betrieblicher Aufgaben und zum Lösen von Konflikten auf
        der Baustelle,

    c)  Motivieren der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zur Bewältigung
        betrieblicher Aufgaben,

    d)  Fördern interkultureller Kompetenzen;

3.  im Qualifikationsschwerpunkt „Qualifizierung“ soll die Fähigkeit
    nachgewiesen werden, bei der Festlegung von Personalentwicklungs- und
    Qualifizierungszielen sowie Qualifizierungsaktivitäten mitwirken zu
    können; in diesem Rahmen können folgende Qualifikationsinhalte geprüft
    werden:

    a)  Beurteilen, Beraten und Fördern der beruflichen Entwicklung des
        Einzelnen unter Beachtung des bisherigen Berufsweges und unter
        Berücksichtigung persönlicher und sozialer Gegebenheiten,

    b)  Erstellen von Einarbeitungs- und Qualifizierungskonzepten,
        Unterstützung bei Lernschwierigkeiten,

    c)  Planen, Organisieren und Durchführen von Qualifizierungsmaßnahmen und
        Praktika, Einarbeiten neuer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen,

    d)  Anwenden von Methoden der Unterweisung,

    e)  Zusammenarbeiten mit zuständigen Stellen, Bildungseinrichtungen,
        Vorbereiten der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen auf Prüfungen und den
        Erwerb von Qualifikationsnachweisen;

4.  im Qualifikationsschwerpunkt „Arbeitsrecht“ soll die Fähigkeit
    nachgewiesen werden, bei personellen Einzelmaßnahmen, Veränderungen
    der Arbeitsorganisation und des Einsatzes von Personal insbesondere
    arbeits- und sozialrechtliche Bestimmungen, Beteiligungsrechte der
    Mitarbeitervertretungen und betriebliche Erfordernisse berücksichtigen
    zu können; in diesem Rahmen können folgende Qualifikationsinhalte
    geprüft werden:

    a)  Anwenden des Betriebsverfassungsgesetzes, des Berufsbildungsgesetzes,
        der Handwerksordnung und des Tarifrechts,

    b)  Anwenden von Arbeits- und Gesundheitsschutzbestimmungen, des
        Arbeitszeitgesetzes, des Mutterschutzgesetzes und des
        Jugendarbeitsschutzgesetzes,

    c)  Anwenden von Vorschriften des Sozialversicherungsrechts,

    d)  Anwenden von Rechtsbestimmungen beim Personaleinsatz von Fremdfirmen,
        insbesondere des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes,

    e)  Mitwirken beim Beenden von Arbeitsverhältnissen und Erstellen von
        Zeugnissen.

(3) Zum Nachweis der Befähigung sind zwei Situationsaufgaben
schriftlich zu bearbeiten. Die Situationsaufgabe 1 und die
Situationsaufgabe 2 sind so zu gestalten, dass die
Qualifikationsschwerpunkte nach Absatz 1 mindestens einmal
thematisiert werden. Qualifikationsinhalte aus dem Prüfungsteil
„Bautechnik“ sind integrativ zu berücksichtigen. Die Prüfungsdauer für
die Bearbeitung der Situationsaufgaben beträgt jeweils mindestens eine
Stunde, insgesamt jedoch nicht mehr als drei Stunden.

(4) Wurde in nicht mehr als einer der beiden Situationsaufgaben eine
mangelhafte Prüfungsleistung erbracht, ist eine mündliche
Ergänzungsprüfung anzubieten. Bei einer ungenügenden schriftlichen
Prüfungsleistung besteht diese Möglichkeit nicht. Die
Ergänzungsprüfung soll in der Regel nicht länger als 20 Minuten
dauern. Die Bewertung der schriftlichen Prüfungsleistung und die der
mündlichen Ergänzungsprüfung werden zu einer Bewertung der
Prüfungsleistung zusammengefasst. Dabei wird die Bewertung der
schriftlichen Prüfungsleistung doppelt gewichtet.

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PolierPrV-2012
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