Source: https://www.gesetze-im-internet.de/btmvv_1998/__8.html
Legislation: btmvv_1998

Title: § 8 Betäubungsmittelrezept

Description:
Verordnung über das Verschreiben, die Abgabe und den Nachweis des Verbleibs von Betäubungsmitteln (BtMVV 1998)
§ 8 Betäubungsmittelrezept

Paragraph: 8

Full Text:
Verordnung über das Verschreiben, die Abgabe und den Nachweis des Verbleibs von Betäubungsmitteln (BtMVV 1998)
§ 8 Betäubungsmittelrezept

(1) Betäubungsmittel für Patienten, den Praxisbedarf und Tiere dürfen
nur auf einem dreiteiligen amtlichen Formblatt
(Betäubungsmittelrezept) verschrieben werden. Das
Betäubungsmittelrezept darf für das Verschreiben anderer Arzneimittel
nur verwendet werden, wenn dies neben der eines Betäubungsmittels
erfolgt. Die Teile I und II der Verschreibung sind zur Vorlage in
einer Apotheke, im Falle des Verschreibens von Diamorphin nach § 5a
Absatz 1 zur Vorlage bei einem pharmazeutischen Unternehmer, bestimmt,
Teil III verbleibt bei dem Arzt, Zahnarzt oder Tierarzt, an den das
Betäubungsmittelrezept ausgegeben wurde.

(2) Betäubungsmittelrezepte werden vom Bundesinstitut für Arzneimittel
und Medizinprodukte auf Anforderung an den einzelnen Arzt, Zahnarzt
oder Tierarzt ausgegeben. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und
Medizinprodukte kann die Ausgabe versagen, wenn der begründete
Verdacht besteht, daß die Betäubungsmittelrezepte nicht den
betäubungsmittelrechtlichen Vorschriften gemäß verwendet werden.

(3) Die nummerierten Betäubungsmittelrezepte sind nur zur Verwendung
des anfordernden Arztes, Zahnarztes oder Tierarztes bestimmt und
dürfen nur im Vertretungsfall übertragen werden. Die nicht verwendeten
Betäubungsmittelrezepte sind bei Aufgabe der ärztlichen,
zahnärztlichen oder tierärztlichen Tätigkeit dem Bundesinstitut für
Arzneimittel und Medizinprodukte zurückzugeben.

(4) Der Arzt, Zahnarzt oder Tierarzt hat die Betäubungsmittelrezepte
gegen Entwendung zu sichern. Ein Verlust ist unter Angabe der
Rezeptnummern dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte
unverzüglich anzuzeigen, das die zuständige oberste Landesbehörde
unterrichtet.

(5) Der Arzt, Zahnarzt oder Tierarzt hat Teil III der Verschreibung
und die Teile I bis III der fehlerhaft ausgefertigten
Betäubungsmittelrezepte nach Ausstellungsdaten oder nach Vorgabe der
zuständigen Landesbehörde geordnet drei Jahre aufzubewahren und auf
Verlangen der nach § 19 Abs. 1 Satz 3 des Betäubungsmittelgesetzes
zuständigen Landesbehörde einzusenden oder Beauftragten dieser Behörde
vorzulegen.

(6) Außer in den Fällen des § 5 dürfen Betäubungsmittel für Patienten,
den Praxisbedarf und Tiere in Notfällen unter Beschränkung auf die zur
Behebung des Notfalls erforderliche Menge abweichend von Absatz 1 Satz
1 verschrieben werden. Verschreibungen nach Satz 1 sind mit den
Angaben nach § 9 Abs. 1 zu versehen und mit dem Wort "Notfall-
Verschreibung" zu kennzeichnen. Die Apotheke hat den verschreibenden
Arzt, Zahnarzt oder Tierarzt unverzüglich nach Vorlage der Notfall-
Verschreibung und möglichst vor der Abgabe des Betäubungsmittels über
die Belieferung zu informieren. Dieser ist verpflichtet, unverzüglich
die Verschreibung auf einem Betäubungsmittelrezept der Apotheke
nachzureichen, die die Notfall-Verschreibung beliefert hat. Die
Verschreibung ist mit dem Buchstaben "N" zu kennzeichnen. Die Notfall-
Verschreibung ist dauerhaft mit dem in der Apotheke verbleibenden Teil
der nachgereichten Verschreibung zu verbinden.

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BtMVV-1998
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