Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bimschv_1_2010/__2.html
Legislation: bimschv_1_2010

Title: § 2 Begriffsbestimmungen

Description:
Erste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchV 1 2010)
Abschnitt 1 - Allgemeine Vorschriften
§ 2 Begriffsbestimmungen

Paragraph: 2

Full Text:
Erste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchV 1 2010)
Abschnitt 1 - Allgemeine Vorschriften
§ 2 Begriffsbestimmungen

In dieser Verordnung gelten die folgenden Begriffsbestimmungen:

1.  Abgasverlust:

    die Differenz zwischen dem Wärmeinhalt des Abgases und dem Wärmeinhalt
    der Verbrennungsluft bezogen auf den Heizwert des Brennstoffes;

2.  Brennwertgerät:

    Wärmeerzeuger, bei dem die Verdampfungswärme des im Abgas enthaltenen
    Wasserdampfes konstruktionsbedingt durch Kondensation nutzbar gemacht
    wird;

3.  Einzelraumfeuerungsanlage:

    Feuerungsanlage, die vorrangig zur Beheizung des Aufstellraumes
    verwendet wird, sowie Herde mit oder ohne indirekt beheizte
    Backvorrichtung;

4.  Emissionen:

    die von einer Feuerungsanlage ausgehenden Luftverunreinigungen;
    Konzentrationsangaben beziehen sich auf das Abgasvolumen im
    Normzustand (273 Kelvin, 1 013 Hektopascal) nach Abzug des
    Feuchtegehaltes an Wasserdampf;

5.  Feuerungsanlage:

    eine Anlage, bei der durch Verfeuerung von Brennstoffen Wärme erzeugt
    wird; zur Feuerungsanlage gehören Feuerstätte und, soweit vorhanden,
    Einrichtungen zur Verbrennungsluftzuführung, Verbindungsstück und
    Abgaseinrichtung;

6.  Feuerungswärmeleistung:

    der auf den unteren Heizwert bezogene Wärmeinhalt des Brennstoffs, der
    einer Feuerungsanlage im Dauerbetrieb je Zeiteinheit zugeführt werden
    kann;

7.  Holzschutzmittel:

    bei der Be- und Verarbeitung des Holzes eingesetzte Stoffe mit
    biozider Wirkung gegen holzzerstörende Insekten oder Pilze sowie
    holzverfärbende Pilze; ferner Stoffe zur Herabsetzung der
    Entflammbarkeit von Holz;

8.  Kern des Abgasstromes:

    der Teil des Abgasstromes, der im Querschnitt des Abgaskanals im
    Bereich der Messöffnung die höchste Temperatur aufweist;

9.  naturbelassenes Holz:

    Holz, das ausschließlich mechanischer Bearbeitung ausgesetzt war und
    bei seiner Verwendung nicht mehr als nur unerheblich mit Schadstoffen
    kontaminiert wurde;

10. Nennwärmeleistung:

    die höchste von der Feuerungsanlage im Dauerbetrieb nutzbar abgegebene
    Wärmemenge je Zeiteinheit; ist die Feuerungsanlage für einen
    Nennwärmeleistungsbereich eingerichtet, so ist die Nennwärmeleistung
    die in den Grenzen des Nennwärmeleistungsbereichs fest eingestellte
    und auf einem Zusatzschild angegebene höchste nutzbare Wärmeleistung;
    ohne Zusatzschild gilt als Nennwärmeleistung der höchste Wert des
    Nennwärmeleistungsbereichs;

11. Nutzungsgrad:

    das Verhältnis der von einer Feuerungsanlage nutzbar abgegebenen
    Wärmemenge zu dem der Feuerungsanlage mit dem Brennstoff zugeführten
    Wärmeinhalt bezogen auf eine Heizperiode mit festgelegter
    Wärmebedarfs-Häufigkeitsverteilung nach Anlage 3 Nummer 1;

12. offener Kamin:

    Feuerstätte für feste Brennstoffe, die bestimmungsgemäß offen
    betrieben werden kann, soweit die Feuerstätte nicht ausschließlich für
    die Zubereitung von Speisen bestimmt ist;

13. Grundofen:

    Einzelraumfeuerungsanlage als Wärmespeicherofen aus mineralischen
    Speichermaterialien, die an Ort und Stelle handwerklich gesetzt
    werden;

14. Ölderivate:

    schwerflüchtige organische Substanzen, die sich bei der Bestimmung der
    Rußzahl auf dem Filterpapier niederschlagen;

15. Rußzahl:

    die Kennzahl für die Schwärzung, die die im Abgas enthaltenen
    staubförmigen Emissionen bei der Rußzahlbestimmung nach DIN 51402 Teil
    1, Ausgabe Oktober 1986, hervorrufen; Maßstab für die Schwärzung ist
    das optische Reflexionsvermögen; einer Erhöhung der Rußzahl um 1
    entspricht eine Abnahme des Reflexionsvermögens um 10 Prozent;

16. wesentliche Änderung:

    eine Änderung an einer Feuerungsanlage, die die Art oder Menge der
    Emissionen erheblich verändern kann; eine wesentliche Änderung liegt
    regelmäßig vor bei

    a)  Umstellung einer Feuerungsanlage auf einen anderen Brennstoff, es sei
        denn, die Feuerungsanlage ist bereits für wechselweisen
        Brennstoffeinsatz eingerichtet,

    b)  Austausch eines Kessels;

17. bestehende Feuerungsanlagen:
    Feuerungsanlagen, die vor dem 22. März 2010 errichtet worden sind.

Collections: bundestag_gesetze
BImSchV-1-2010
Level: 3.0