Source: https://www.gesetze-im-internet.de/revjausbv_2010/__6.html
Legislation: revjausbv_2010

Title: § 6 Abschlussprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Revierjäger/zur Revierjägerin (RevjAusbV 2010)
§ 6 Abschlussprüfung

Paragraph: 6

Full Text:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Revierjäger/zur Revierjägerin (RevjAusbV 2010)
§ 6 Abschlussprüfung

(1) Durch die Abschlussprüfung ist festzustellen, ob der Prüfling die
berufliche Handlungsfähigkeit erworben hat. In der Abschlussprüfung
soll der Prüfling nachweisen, dass er die dafür erforderlichen
beruflichen Fertigkeiten beherrscht, die notwendigen beruflichen
Kenntnisse und Fähigkeiten besitzt und mit dem im
Berufsschulunterricht zu vermittelnden, für die Berufsausbildung
wesentlichen Lehrstoff vertraut ist. Die Ausbildungsordnung ist
zugrunde zu legen.

(2) Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage
aufgeführten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie auf den im
Berufsschulunterricht zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(3) Die Abschlussprüfung besteht aus den Prüfungsbereichen:

1.  Bewirtschaftung von Jagdrevieren,

2.  Jagdausübung und Wildverwertung,

3.  Umgang mit Wildschäden,

4.  Planung und Organisation,

5.  Wirtschafts- und Sozialkunde.

(4) Für den Prüfungsbereich Bewirtschaftung von Jagdrevieren bestehen
folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er

    a)  Lebensräume und Nahrungsangebote für Wildtiere beurteilen,

    b)  Maßnahmen zur Gestaltung von Lebensräumen für Wildtiere planen und
        umsetzen,

    c)  jagdliche Einrichtungen für Jagdreviere auswählen, Standorte festlegen
        sowie jagdliche Einrichtungen bauen und anlegen,

    d)  Maßnahmen zum Jagd- und Wildschutz durchführen

    und dabei ökologische Zusammenhänge, Ansprüche unterschiedlicher
    Wildtiere sowie rechtliche Regelungen und Vorschriften des Natur- und
    Umweltschutzes, Maßnahmen zum Artenschutz und zur Nachhaltigkeit sowie
    betriebliche Vorgaben berücksichtigen, Arbeitsmittel und -abläufe
    festlegen, Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der
    Arbeit und zur Wirtschaftlichkeit ergreifen, die wesentlichen
    fachlichen Zusammenhänge aufzeigen und seine Vorgehensweise begründen
    kann;

2.  der Prüfling soll eine Arbeitsaufgabe durchführen und hierüber ein
    auftragsbezogenes Fachgespräch führen;

3.  die Prüfungszeit beträgt 120 Minuten; innerhalb dieser Zeit soll das
    Fachgespräch in höchstens 15 Minuten durchgeführt werden.

(5) Für den Prüfungsbereich Jagdausübung und Wildverwertung bestehen
folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er

    a)  Jagden planen und vorbereiten,

    b)  Waffen zur Jagd einsetzen,

    c)  Jagdgebrauchshunde führen und einsetzen,

    d)  Gefährdungssituationen rechtlich bewerten und Maßnahmen ergreifen,

    e)  erlegtes Wild beurteilen,

    f)  erlegtes Wild verarbeiten und vermarkten

    und dabei betriebliche Vorgaben, rechtliche Regelungen, Vorschriften
    des Tierschutzes sowie Maßnahmen zum Artenschutz, zur Nachhaltigkeit,
    zur Wirtschaftlichkeit sowie zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz
    bei der Arbeit berücksichtigen, die wesentlichen fachlichen
    Zusammenhänge aufzeigen und seine Vorgehensweise begründen kann;

2.  der Prüfling soll eine Arbeitsaufgabe durchführen und hierüber ein
    auftragsbezogenes Fachgespräch führen;

3.  die Prüfungszeit beträgt 90 Minuten; innerhalb dieser Zeit soll das
    Fachgespräch in höchstens 15 Minuten durchgeführt werden.

(6) Für den Prüfungsbereich Umgang mit Wildschäden bestehen folgende
Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er

    a)  Maßnahmen zur Verhütung von Wildschäden planen und durchführen,

    b)  Wildschäden feststellen, aufnehmen und dokumentieren,

    c)  Maßnahmen zur Schadensregulierung ergreifen,

    d)  Gespräche situationsgerecht führen

    und dabei rechtliche Regelungen, Aspekte des Artenschutzes sowie
    betriebliche Vorgaben berücksichtigen, Arbeitsmittel und -abläufe
    festlegen, Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der
    Arbeit und zur Wirtschaftlichkeit ergreifen, die wesentlichen
    fachlichen Zusammenhänge aufzeigen und seine Vorgehensweise begründen
    kann;

2.  der Prüfling soll eine Arbeitsaufgabe durchführen und hierüber ein
    auftragsbezogenes Fachgespräch führen;

3.  die Prüfungszeit beträgt 60 Minuten; innerhalb dieser Zeit soll das
    Fachgespräch in höchstens 15 Minuten durchgeführt werden.

(7) Für den Prüfungsbereich Planung und Organisation bestehen folgende
Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er den Jagdbetrieb planen und
    organisieren und dabei mit Behörden und Verbänden zusammenarbeiten,
    betriebliche Vorgaben umsetzen, ökologische Zusammenhänge,
    Vorschriften des Tier-, Natur- und Umweltschutzes, Maßnahmen zur
    Nachhaltigkeit, der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes bei der
    Arbeit sowie zur Wirtschaftlichkeit berücksichtigen kann;

2.  für den Nachweis nach Nummer 1 sind drei der folgenden Gebiete
    auszuwählen:

    a)  Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit,

    b)  Führungen,

    c)  Entwicklung von Lebensräumen für Wildtiere und Wildbestände,

    d)  Aufstellen von Abschussplänen,

    e)  Vorbereitung von Einzeljagden,

    f)  Vorbereitung von Gesellschaftsjagden;

3.  der Prüfling soll berufstypische Aufgaben schriftlich bearbeiten;

4.  die Prüfungszeit beträgt 120 Minuten.

(8) Für den Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde bestehen
folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er allgemeine wirtschaftliche und
    gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt darstellen
    und beurteilen kann;

2.  der Prüfling soll praxisbezogene Aufgaben schriftlich bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 60 Minuten.

(9) Die einzelnen Prüfungsbereiche sind wie folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich Bewirtschaftung
        von Jagdrevieren

    *   25 Prozent,

*    *
    *
    *

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich Jagdausübung
        und Wildverwertung

    *   25 Prozent,

*    *
    *
    *

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich Umgang
        mit Wildschäden

    *   10 Prozent,

*    *
    *
    *

*    *   4.

    *   Prüfungsbereich Planung
        und Organisation

    *   30 Prozent,

*    *
    *
    *

*    *   5.

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und
        Sozialkunde

    *   10 Prozent.

(10) Die Abschlussprüfung ist bestanden, wenn die Leistungen

1.  im Gesamtergebnis mit mindestens „ausreichend“,

2.  im Prüfungsbereich „Jagdausübung und Wildverwertung“ mit mindestens
    „ausreichend“,

3.  in mindestens drei der übrigen Prüfungsbereiche mit mindestens
    „ausreichend“,

4.  in keinem Prüfungsbereich mit „ungenügend“

bewertet worden sind.

(11) Auf Antrag des Prüflings ist die Prüfung in einem der mit
schlechter als „ausreichend“ bewerteten Prüfungsbereiche, in denen
Prüfungsleistungen mit eigener Anforderung und Gewichtung schriftlich
zu erbringen sind, durch eine mündliche Prüfung von etwa
15 Minuten              zu ergänzen, wenn dies für das Bestehen der
Prüfung den Ausschlag geben kann. Bei der Ermittlung des Ergebnisses
für diesen Prüfungsbereich sind das bisherige Ergebnis und das
Ergebnis der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis von 2:1 zu
gewichten.

Collections: bundestag_gesetze
RevjAusbV-2010
Level: 2.0