Source: https://www.gesetze-im-internet.de/aktg/__111.html
Legislation: aktg

Title: § 111 Aufgaben und Rechte des Aufsichtsrats

Description:
Aktiengesetz (AktG)
Erstes Buch - Aktiengesellschaft
Vierter Teil - Verfassung der Aktiengesellschaft
Zweiter Abschnitt - Aufsichtsrat
§ 111 Aufgaben und Rechte des Aufsichtsrats

Paragraph: 111

Full Text:
Aktiengesetz (AktG)
Erstes Buch - Aktiengesellschaft
Vierter Teil - Verfassung der Aktiengesellschaft
Zweiter Abschnitt - Aufsichtsrat
§ 111 Aufgaben und Rechte des Aufsichtsrats

(1) Der Aufsichtsrat hat die Geschäftsführung zu überwachen.

(2) Der Aufsichtsrat kann die Bücher und Schriften der Gesellschaft
sowie die Vermögensgegenstände, namentlich die Gesellschaftskasse und
die Bestände an Wertpapieren und Waren, einsehen und prüfen. Er kann
damit auch einzelne Mitglieder oder für bestimmte Aufgaben besondere
Sachverständige beauftragen. Er erteilt dem Abschlußprüfer den
Prüfungsauftrag für den Jahres- und den Konzernabschluß gemäß § 290
des Handelsgesetzbuchs. Er kann darüber hinaus eine externe
inhaltliche Überprüfung der nichtfinanziellen Erklärung oder des
gesonderten nichtfinanziellen Berichts (§ 289b des
Handelsgesetzbuchs), der nichtfinanziellen Konzernerklärung oder des
gesonderten nichtfinanziellen Konzernberichts (§ 315b des
Handelsgesetzbuchs) beauftragen.

(3) Der Aufsichtsrat hat eine Hauptversammlung einzuberufen, wenn das
Wohl der Gesellschaft es fordert. Für den Beschluß genügt die einfache
Mehrheit.

(4) Maßnahmen der Geschäftsführung können dem Aufsichtsrat nicht
übertragen werden. Die Satzung oder der Aufsichtsrat hat jedoch zu
bestimmen, daß bestimmte Arten von Geschäften nur mit seiner
Zustimmung vorgenommen werden dürfen. Verweigert der Aufsichtsrat
seine Zustimmung, so kann der Vorstand verlangen, daß die
Hauptversammlung über die Zustimmung beschließt. Der Beschluß, durch
den die Hauptversammlung zustimmt, bedarf einer Mehrheit, die
mindestens drei Viertel der abgegebenen Stimmen umfaßt. Die Satzung
kann weder eine andere Mehrheit noch weitere Erfordernisse bestimmen.

(5) Der Aufsichtsrat von Gesellschaften, die börsennotiert sind oder
der Mitbestimmung unterliegen, legt für den Frauenanteil im
Aufsichtsrat und im Vorstand Zielgrößen fest. Die Zielgrößen müssen
den angestrebten Frauenanteil am jeweiligen Gesamtgremium beschreiben
und bei Angaben in Prozent vollen Personenzahlen entsprechen. Legt der
Aufsichtsrat für den Aufsichtsrat oder den Vorstand die Zielgröße Null
fest, so hat er diesen Beschluss klar und verständlich zu begründen.
Die Begründung muss ausführlich die Erwägungen darlegen, die der
Entscheidung zugrunde liegen. Liegt der Frauenanteil bei Festlegung
der Zielgrößen unter 30 Prozent, so dürfen die Zielgrößen den jeweils
erreichten Anteil nicht mehr unterschreiten. Gleichzeitig sind Fristen
zur Erreichung der Zielgrößen festzulegen. Die Fristen dürfen jeweils
nicht länger als fünf Jahre sein. Wenn für den Aufsichtsrat bereits
das Mindestanteilsgebot nach § 96 Absatz 2 oder 3 gilt, sind die
Festlegungen nur für den Vorstand vorzunehmen. Gilt für den Vorstand
das Beteiligungsgebot nach § 76 Absatz 3a, entfällt auch die Pflicht
zur Zielgrößensetzung für den Vorstand.

(6) Die Aufsichtsratsmitglieder können ihre Aufgaben nicht durch
andere wahrnehmen lassen.

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Level: 5.0