Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bnatschg_2009/__45a.html
Legislation: bnatschg_2009

Title: § 45a Umgang mit dem Wolf

Description:
Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege (BNatSchG 2009)
Kapitel 5 - Schutz der wild lebenden Tier- und Pflanzenarten, ihrer Lebensstätten und Biotope
Abschnitt 3 - Besonderer Artenschutz
§ 45a Umgang mit dem Wolf

Paragraph: 45a

Full Text:
Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege (BNatSchG 2009)
Kapitel 5 - Schutz der wild lebenden Tier- und Pflanzenarten, ihrer Lebensstätten und Biotope
Abschnitt 3 - Besonderer Artenschutz
§ 45a Umgang mit dem Wolf

(1) Das Füttern und Anlocken mit Futter von wildlebenden Exemplaren
der Art Wolf (Canis lupus) ist verboten. Ausgenommen sind Maßnahmen
der für Naturschutz und Landschaftspflege zuständigen Behörde. § 45
Absatz 5 findet keine Anwendung.

(2) § 45 Absatz 7 Satz 1 Nummer 1 gilt mit der Maßgabe, dass, wenn
Schäden bei Nutztierrissen keinem bestimmten Wolf eines Rudels
zugeordnet worden sind, der Abschuss von einzelnen Mitgliedern des
Wolfsrudels in engem räumlichem und zeitlichem Zusammenhang mit
bereits eingetretenen Rissereignissen auch ohne Zuordnung der Schäden
zu einem bestimmten Einzeltier bis zum Ausbleiben von Schäden
fortgeführt werden darf. Ernste wirtschaftliche Schäden im Sinne von §
45 Absatz 7 Satz 1 Nummer 1 können auch drohen, wenn ein Wolf nicht
landwirtschaftlich gehaltene Weidetiere reißt, soweit diese durch
zumutbare Herdenschutzmaßnahmen geschützt waren. Die in Satz 1
geregelte Möglichkeit des Abschusses weiterer Wölfe gilt auch für
Entnahmen im Interesse der Gesundheit des Menschen nach § 45 Absatz 7
Satz 1 Nummer 4.  Die Anforderungen des § 45 Absatz 7 Satz 2 und 3
sind zu beachten.

(3) Vorkommen von Hybriden zwischen Wolf und Hund (Wolfshybriden) in
der freien Natur sind durch die für Naturschutz und Landschaftspflege
zuständige Behörde zu entnehmen; die Verbote des § 44 Absatz 1 Nummer
1 gelten insoweit nicht.

(4) Bei der Bestimmung von geeigneten Personen, die eine Entnahme von
Wölfen nach Erteilung einer Ausnahme gemäß § 45 Absatz 7, auch in
Verbindung mit Absatz 2, sowie nach Absatz 3 durchführen,
berücksichtigt die für Naturschutz und Landschaftspflege zuständige
Behörde nach Möglichkeit die Jagdausübungsberechtigten, soweit diese
ihr Einverständnis hierzu erteilen. Erfolgt die Entnahme nicht durch
die Jagdausübungsberechtigten, sind die Maßnahmen zur Durchführung der
Entnahme durch die Jagdausübungsberechtigten zu dulden. Die
Jagdausübungsberechtigten sind in geeigneter Weise vor Beginn über
Maßnahmen zur Entnahme zu benachrichtigen; ihnen ist nach Möglichkeit
Gelegenheit zur Unterstützung bei der Durchführung der Entnahme zu
geben. Bei Gefahr im Verzug bedarf es der vorherigen Benachrichtigung
nach Satz 3 nicht.

Collections: bundestag_gesetze
BNatSchG-2009
Level: 4.0