Source: https://www.gesetze-im-internet.de/luftpersvdv_2/__13.html
Legislation: luftpersvdv_2

Title: Anlage 10A (zu § 13)

Description:
Zweite Durchführungsverordnung zur Verordnung über Luftfahrtpersonal (Anwendungsbestimmungen für die Ausbildung und Prüfung für den Erwerb von  Lizenzen und Berechtigungen für Luftfahrer gemäß der Verordnung über  Luftfahrtpersonal) (LuftPersVDV 2)
Dritter Abschnitt - Lizenzen und Berechtigungen für Luftfahrer
Anlage 10A (zu § 13)

Paragraph: 13

Full Text:
Zweite Durchführungsverordnung zur Verordnung über Luftfahrtpersonal (Anwendungsbestimmungen für die Ausbildung und Prüfung für den Erwerb von  Lizenzen und Berechtigungen für Luftfahrer gemäß der Verordnung über  Luftfahrtpersonal) (LuftPersVDV 2)
Dritter Abschnitt - Lizenzen und Berechtigungen für Luftfahrer
Anlage 10A (zu § 13)

Fundstelle des Originaltextes: BAnz. 2006, Nr. 60, Beilage Nr. 60a,
162 - 164

Die Kunstflugausbildung von Flugzeugführern, Hubschrauberführern und
Segelflugzeugführern ist auf Luftfahrzeugen durchzuführen, die für den
Kunstflug zugelassen sind. Die in der praktischen Ausbildung
verwendeten Luftfahrzeuge müssen mit einem Doppelsteuer ausgerüstet
und für die Ausbildung geeignet sein. Mit Zustimmung der zuständigen
Behörde können Teile der Ausbildung auf Flugzeugen, Reisemotorseglern
oder Segelflugzeugen durchgeführt werden. Die nachfolgend aufgeführten
Ausbildungsinhalte sind für den Erwerb der Kunstflugberechtigung für
Hubschrauberführer in Abstimmung mit der für den
Ausbildungsbetrieb/die Ausbildungseinrichtung zuständigen
Erlaubnisbehörde sinngemäß anzuwenden. Mit Hubschraubern aus
technischen Gründen oder Bauart bedingt nicht durchführbare
Ausbildungsinhalte sind in der Ausbildung auf Flugzeugen mit
Fluglehrer durchzuführen.
**Theoretische Einweisung**

-   Rechtliche Bestimmungen

-   Sicherheitsmindesthöhe

-   Flugplan

-   Kunstflugräume

-   Einweisung in das Rettungssystem

-   Menschliche Belastbarkeit (in Ergänzung zu HPL)

-   Unterweisung in Rettungsmanöver (Notfallstandards), Beenden von

    –   Rückensteilspirale

    –   Orientierungsverlust im Rückenflug

    –   Einsatz von Bremsklappen

    –   Rückwärts-Slide

    –   Figurenabbruch

**Anmerkung:**              Die theoretische Einweisung ist vor Beginn
der praktischen Ausbildung durchzuführen und in der Anmeldung zur
Abnahme der praktischen Prüfung zu dokumentieren. Die Dauer der
theoretischen Einweisung soll 60 Minuten nicht unterschreiten.
**Praktische Ausbildung**
Die Übungen sind zunächst mit Lehrer und danach im Alleinflug
durchzuführen. Das Ziel ist die sichere Beherrschung der
Kunstflugfiguren und die richtige Reaktion bei Fehlern.
Zu Beginn der Flugausbildung muss sich der Bewerber mit dem für die
Ausbildung und Prüfung vorgesehenen Luftfahrzeugmuster im Normalflug
und in überzogenen Flugzuständen vertraut machen. Das Luftfahrzeug ist
dabei in allen zugelassenen Geschwindigkeitsbereichen zu fliegen. Die
Einweisung ins Trudeln muss vor dem ersten Alleinflug zum Üben der
Kunstflugfiguren erfolgen.
**Bodeneinweisung**

-   Handhabung des Rettungsfallschirms/Rettungssystems

-   Erklärung des Flugzeugmusters

    –   Erläuterungen anhand des Flughandbuches des jeweiligen Luftfahrzeuges

    –   Erklärung des V-n-Diagramms sowie des Lastvielfachen

    –   Einweisung in Sicherheitsgrenzen bei Überlastung

    –   Trimmplan

-   Einweisung in den Führerraum

-   Überprüfung der Flugklarheit des Luftfahrzeuges gemäß Klarliste und
    mit Hilfe der Bordpapiere

-   Überprüfung vor jedem Start

    –   Zusätzliche Überprüfung für den Kunstflug gemäß Klarliste

    –   Kunstflugkonfiguration

-   Richtiges Anschnallen

**Einweisung in besondere Flugzustände (Gefahreneinweisung)**
**Überziehen**

-   Überziehverhalten

**Normalflug**

-   Langsamflug

-   Erfliegen der Mindestfahrt

    -   ohne Klappen

    –   mit verschiedenen Klappenstellungen

    –   mit und ohne Motorkraft

-   High-Speed-Stall

**Sackflug**

-   Richtiges Beenden des Sackfluges durch Verringerung des Anstellwinkels

-   Erkennen des Abreißens der Strömung und Wirkung des Seitenruders nach
    Strömungsabriss und beim Abkippen

-   Richtiges Beenden des Abkippens durch Gegenseitenruder und
    Verringerung des Anstellwinkels

**Schiebeflug**

-   Schiebeflugzustände im Langsamflug

-   Wiederholung der Übung des Überziehens bei Schiebeflugzuständen

-   Richtiges Beenden des Abkippens bzw. des Trudelns

-   Langsamflug und Schiebeflugzustände im Kurvenflug

**Rückenflug**

-   Orientierung im Rückenflug

-   Horizontalflug in Rückenlage mit mindestens 45
    Grad Richtungsänderung

-   Steigflug in Rückenlage

-   Sinkflug in Rückenlage

-   Erkennen und Beenden von Gefahrensituationen

-   Überziehen (sofern das Luftfahrzeug dies erlaubt)

-   Sackflugzustände im Rückenflug (sofern das Luftfahrzeug dies erlaubt)

**Trudeln**

-   Einleiten aus Horizontalfluglage gemäß Flughandbuch

-   Beenden unter Berücksichtigung der besonderen Eigenarten und der
    Nachdreheigenschaften des jeweiligen Luftfahrzeugmusters

-   Vorzeitiges Beenden oder Nachdrehen (innerhalb der vom Hersteller
    vorgegebenen Grenzen) durch Nachsteuern korrigieren

-   Einleiten und Ausleiten über der Grundlinie

-   Richtiges Beenden des Trudelns

**Flugausbildung**
**Anmerkung:**              Die Übungen sollen über einer markanten,
möglichst geraden Grundlinie geflogen werden. Vor Beginn und immer
wieder auch während der Übungen ist der Luftraum zu beobachten. Es ist
darauf zu achten, dass der Kunstflugraum und die Grundrichtung
eingehalten werden.
Bei den Übungen und Kunstflugfiguren ist der Gashebel so zu bedienen,
dass ein Überdrehen des Motors vermieden, aber auch immer die beste
und wirtschaftlichste Leistung erzielt wird. Die für die jeweiligen
Kunstflugfiguren maßgebenden Geschwindigkeiten sind dem Flughandbuch
des in der Ausbildung verwendeten Luftfahrzeuges zu entnehmen.
**Überschlag (Looping)**
Überschlag (Looping) aus Normalfluglage nach oben
**Turn**
Luftfahrzeug steigt senkrecht in die Höhe, verliert dabei immer mehr
an Fahrt. Wenn der Stillstand fast erreicht ist, Luftfahrzeug rechts
oder links um die Hochachse fächerartig drehen, bis Nase senkrecht
nach unten steht Senkrechter Sturzflug in derselben Bahn, in der das
Luftfahrzeug gestiegen ist langsam abfangen
**Anmerkung:**              Turns mit motorgetriebenen Luftfahrzeugen
werden grundsätzlich unter Berücksichtigung der Motordrehrichtung
durchgeführt. Turns in die Gegenrichtung sind in der Ausbildung zu
demonstrieren, auf die Unterschiede ist hinzuweisen.
**Gesteuerte Rolle**
Gesteuerte Rolle rechts und links
**Abschwung (Rollenkehre)**
Luftfahrzeug aus Horizontalfluglage mit einem Steigwinkel von 30 bis
45
Grad je nach Luftfahrzeugmuster hochziehen
Halbe gesteuerte Rolle (rechts und links) in Rückenlage
5/8 Überschlag (Looping) nach unten
**Aufschwung**              (Immelmann)
Halber Überschlag (Looping) aus Normalfluglage nach oben
Mit halber gesteuerter Rolle (rechts und links) aus Rückenlage in
Normalfluglage
**Üben des Prüfungsprogramms rechts und links**
**Üben des Prüfungsprogramms im Alleinflug**

Praktische Prüfung zum Erwerb der Kunstflugberechtigung

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LuftPersVDV-2
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