Source: https://www.gesetze-im-internet.de/aufenthg_2004/__9b.html
Legislation: aufenthg_2004

Title: § 9b Anrechnung von Aufenthaltszeiten

Description:
Gesetz über den Aufenthalt, die Erwerbstätigkeit und die Integration von Ausländern im Bundesgebiet (AufenthG 2004)
Kapitel 2 - Einreise und Aufenthalt im Bundesgebiet
Abschnitt 1 - Allgemeines
§ 9b Anrechnung von Aufenthaltszeiten

Paragraph: 9b

Full Text:
Gesetz über den Aufenthalt, die Erwerbstätigkeit und die Integration von Ausländern im Bundesgebiet (AufenthG 2004)
Kapitel 2 - Einreise und Aufenthalt im Bundesgebiet
Abschnitt 1 - Allgemeines
§ 9b Anrechnung von Aufenthaltszeiten

(1) Auf die erforderlichen Zeiten nach § 9a Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 werden
folgende Zeiten angerechnet:

1.  Zeiten eines Aufenthalts außerhalb des Bundesgebiets, in denen der
    Ausländer einen Aufenthaltstitel besaß und

    a)  sich wegen einer Entsendung aus beruflichen Gründen im Ausland
        aufgehalten hat, soweit deren Dauer jeweils sechs Monate oder eine von
        der Ausländerbehörde nach § 51 Abs. 1 Nr. 7 bestimmte längere Frist
        nicht überschritten hat, oder

    b)  die Zeiten sechs aufeinanderfolgende Monate und innerhalb des in § 9a
        Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 genannten Zeitraums insgesamt zehn Monate nicht
        überschreiten,

2.  Zeiten eines früheren Aufenthalts im Bundesgebiet mit
    Aufenthaltserlaubnis, Niederlassungserlaubnis oder Erlaubnis zum
    Daueraufenthalt – EU, wenn der Ausländer zum Zeitpunkt seiner Ausreise
    im Besitz einer Niederlassungserlaubnis oder einer Erlaubnis zum
    Daueraufenthalt – EU war und die Niederlassungserlaubnis oder die
    Erlaubnis zum Daueraufenthalt – EU allein wegen eines Aufenthalts
    außerhalb von Mitgliedstaaten der Europäischen Union oder wegen des
    Erwerbs der Rechtsstellung eines langfristig Aufenthaltsberechtigten
    in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union erloschen ist,
    bis zu höchstens vier Jahre,

3.  Zeiten, in denen der Ausländer freizügigkeitsberechtigt war,

4.  Zeiten eines rechtmäßigen Aufenthalts zum Zweck des Studiums oder der
    Berufsausbildung im Bundesgebiet zur Hälfte,

5.  bei international Schutzberechtigten der Zeitraum zwischen dem Tag der
    Beantragung internationalen Schutzes und dem Tag der Erteilung eines
    aufgrund der Zuerkennung internationalen Schutzes gewährten
    Aufenthaltstitels.

Nicht angerechnet werden Zeiten eines Aufenthalts nach § 9a Abs. 3 Nr.
5 und Zeiten des Aufenthalts, in denen der Ausländer auch die
Voraussetzungen des § 9a Abs. 3 Nr. 3 erfüllte. Zeiten eines
Aufenthalts außerhalb des Bundesgebiets unterbrechen den Aufenthalt
nach § 9a Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 nicht, wenn der Aufenthalt außerhalb des
Bundesgebiets nicht zum Erlöschen des Aufenthaltstitels geführt hat;
diese Zeiten werden bei der Bestimmung der Gesamtdauer des Aufenthalts
nach § 9a Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 nicht angerechnet. In allen übrigen
Fällen unterbricht die Ausreise aus dem Bundesgebiet den Aufenthalt
nach § 9a Abs. 2 Satz 1 Nr. 1.

(2) Auf die erforderlichen Zeiten nach § 9a Absatz 2 Satz 1 Nummer 1
werden die Zeiten angerechnet, in denen der Ausländer im Besitz

1.  einer von einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union
    ausgestellten Blauen Karte EU oder

2.  eines von einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union
    ausgestellten Aufenthaltstitels

    a)  zum Zweck der Ausübung einer Beschäftigung in Berufen, für die ein
        Hochschulabschluss oder ein Abschluss eines mit einem Hochschulstudium
        gleichwertigen tertiären Bildungsprogramms, für dessen Erwerb die
        erforderlichen Studien mindestens drei Jahre dauern und die der
        Mitgliedstaat mindestens Stufe 6 der Internationalen
        Standardklassifikation im Bildungswesen (ISCED 2011) oder der Stufe 6
        des Europäischen Qualifikationsrahmens zugeordnet hat, erforderlich
        ist,

    b)  zum Zweck der Forschung,

    c)  zum Zweck des Studiums oder

    d)  auf Grund der Rechtsstellung eines international Schutzberechtigten

war, wenn sich der Ausländer bei Antragstellung seit mindestens zwei
Jahren als Inhaber einer Blauen Karte EU im Bundesgebiet aufhält und
unmittelbar vor der Erteilung dieser Blauen Karte EU im Besitz einer
Blauen Karte EU war, die ein anderer Mitgliedstaat der Europäischen
Union ausgestellt hat. Für Voraufenthalte mit einem von einem anderen
Mitgliedstaat der Europäischen Union erteilten Aufenthaltstitel zum
Zweck des Studiums gilt Absatz 1 Satz 1 Nummer 4 entsprechend. Nicht
angerechnet werden Zeiten, in denen sich der Ausländer nicht in der
Europäischen Union aufgehalten hat. Diese Zeiten unterbrechen jedoch
den Aufenthalt nach § 9a Absatz 2 Satz 1 Nummer 1 nicht, wenn sie
zwölf aufeinanderfolgende Monate nicht überschreiten und innerhalb des
Zeitraums nach § 9a Absatz 2 Satz 1 Nummer 1 insgesamt 18 Monate nicht
überschreiten. Die Sätze 1 bis 4 sind entsprechend auf
Familienangehörige des Ausländers anzuwenden, denen eine
Aufenthaltserlaubnis nach den §§ 30 oder 32 erteilt wurde.

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AufenthG-2004
Level: 4.0