Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bewg/__14.html
Legislation: bewg

Title: § 14 Lebenslängliche Nutzungen und Leistungen

Description:
Bewertungsgesetz (BewG)
Erster Teil - Allgemeine Bewertungsvorschriften
§ 14 Lebenslängliche Nutzungen und Leistungen

Paragraph: 14

Full Text:
Bewertungsgesetz (BewG)
Erster Teil - Allgemeine Bewertungsvorschriften
§ 14 Lebenslängliche Nutzungen und Leistungen

(1) Der Kapitalwert von lebenslänglichen Nutzungen und Leistungen ist
mit dem Vielfachen des Jahreswerts nach Maßgabe der Sätze 2 bis 4
anzusetzen. Die Vervielfältiger sind nach der Sterbetafel des
Statistischen Bundesamtes zu ermitteln und ab dem 1. Januar des auf
die Veröffentlichung der Sterbetafel durch das Statistische Bundesamt
folgenden Kalenderjahres anzuwenden. Der Kapitalwert ist unter
Berücksichtigung von Zwischenzinsen und Zinseszinsen mit einem
Zinssatz von 5,5 Prozent als Mittelwert zwischen dem Kapitalwert für
jährlich vorschüssige und jährlich nachschüssige Zahlungsweise zu
berechnen. Das Bundesministerium der Finanzen stellt die
Vervielfältiger für den Kapitalwert einer lebenslänglichen Nutzung
oder Leistung im Jahresbetrag von einem Euro nach Lebensalter und
Geschlecht der Berechtigten in einer Tabelle zusammen und
veröffentlicht diese zusammen mit dem Datum der Veröffentlichung der
Sterbetafel im Bundessteuerblatt.

(2) Hat eine nach Absatz 1 bewertete Nutzung oder Leistung bei einem
Alter

1.  bis zu 30 Jahren

    nicht mehr als 10 Jahre,

2.  von mehr als 30 Jahren bis zu 50 Jahren

    nicht mehr als 9 Jahre,

3.  von mehr als 50 Jahren bis zu 60 Jahren

    nicht mehr als 8 Jahre,

4.  von mehr als 60 Jahren bis zu 65 Jahren

    nicht mehr als 7 Jahre,

5.  von mehr als 65 Jahren bis zu 70 Jahren

    nicht mehr als 6 Jahre,

6.  von mehr als 70 Jahren bis zu 75 Jahren

    nicht mehr als 5 Jahre,

7.  von mehr als 75 Jahren bis zu 80 Jahren

    nicht mehr als 4 Jahre,

8.  von mehr als 80 Jahren bis zu 85 Jahren

    nicht mehr als 3 Jahre,

9.  von mehr als 85 Jahren bis zu 90 Jahren

    nicht mehr als 2 Jahre,

10. von mehr als 90 Jahren

    nicht mehr als 1 Jahr

bestanden und beruht der Wegfall auf dem Tod des Berechtigten oder
Verpflichteten, so ist die Festsetzung der nicht laufend veranlagten
Steuern auf Antrag nach der wirklichen Dauer der Nutzung oder Leistung
zu berichtigen. § 5 Abs. 2 Satz 2 gilt entsprechend. Ist eine Last
weggefallen, so bedarf die Berichtigung keines Antrags.

(3) Hängt die Dauer der Nutzung oder Leistung von der Lebenszeit
mehrerer Personen ab und erlischt das Recht mit dem Tod des zuletzt
Sterbenden, so ist das Lebensalter und das Geschlecht derjenigen
Person maßgebend, für die sich der höchste Vervielfältiger ergibt;
erlischt das Recht mit dem Tod des zuerst Sterbenden, so ist das
Lebensalter und Geschlecht derjenigen Person maßgebend, für die sich
der niedrigste Vervielfältiger ergibt.

(4) Ist der gemeine Wert der gesamten Nutzungen oder Leistungen
nachweislich geringer oder höher als der Wert, der sich nach Absatz 1
ergibt, so ist der nachgewiesene gemeine Wert zugrunde zu legen. Der
Ansatz eines geringeren oder höheren Werts kann jedoch nicht darauf
gestützt werden, daß mit einer kürzeren oder längeren Lebensdauer, mit
einem anderen Zinssatz als 5,5 Prozent oder mit einer anderen als
mittelschüssigen Zahlungsweise zu rechnen ist.

Collections: bundestag_gesetze
BewG
Level: 3.0