Source: https://www.gesetze-im-internet.de/tierwmeistprv/__5.html
Legislation: tierwmeistprv

Title: § 5 Anforderungen im Prüfungsteil „Tierhaltung, Tierproduktion und Verfahrenstechnik“

Description:
Verordnung über die Meisterprüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Tierwirtschaftsmeister und Tierwirtschaftsmeisterin (TierwMeistPrV)
§ 5 Anforderungen im Prüfungsteil „Tierhaltung, Tierproduktion und Verfahrenstechnik“

Paragraph: 5

Full Text:
Verordnung über die Meisterprüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Tierwirtschaftsmeister und Tierwirtschaftsmeisterin (TierwMeistPrV)
§ 5 Anforderungen im Prüfungsteil „Tierhaltung, Tierproduktion und Verfahrenstechnik“

(1) Der Prüfling soll nachweisen, dass er die Haltung, Zucht und
Produktion von Tieren, die Gewinnung tierischer Erzeugnisse
einschließlich des jeweils damit verbundenen Einsatzes von
Arbeitskräften, Maschinen, Geräten, Betriebseinrichtungen und
Betriebsstoffen planen, durchführen und beurteilen kann. Hierbei soll
gezeigt werden, dass die entsprechenden Maßnahmen qualitätsorientiert
und wirtschaftlich unter Beachtung von Marktanforderungen,
berufsbezogener Rechtsvorschriften, der Erfordernisse des
Tierschutzes, des Umwelt- und Naturschutzes, der Arbeitssicherheit,
des Verbraucher- und Gesundheitsschutzes durchgeführt werden können.

(2) Die Prüfung erstreckt sich auf folgende Inhalte:

1.  Planen der Haltung, Fütterung und Zucht von Tieren, der Gewinnung
    tierischer Erzeugnisse entsprechend den Standortverhältnissen unter
    Berücksichtigung der Erfordernisse einer nachhaltigen Tierproduktion
    sowie der betrieblichen und regionalen Erzeugungs- und
    Vermarktungsstrukturen,

2.  Auswählen und Festlegen der Produktionsverfahren,

3.  Organisieren der Arbeit sowie des Arbeitskräfte- und Technikeinsatzes
    unter Anwendung von Maßnahmen des Tierschutzes und der
    Qualitätssicherung,

4.  Sicherstellen von Tierhygiene, Tiergesundheit und Seuchenprophylaxe,

5.  Sicherstellen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes,

6.  Kontrollieren und Bewerten von Arbeitsergebnissen,

7.  Entwickeln von Qualitätsstandards; Durchführen der Betriebskontrolle
    und von Maßnahmen zur Qualitätssicherung,

8.  Vermarkten von betrieblichen Erzeugnissen und Dienstleistungen,

9.  Kontrollieren, Beurteilen und Optimieren von betrieblichen Abläufen
    und Produktionsverfahren,

10. Berücksichtigen der Wechselbeziehungen zwischen Betrieb, Tierbestand
    und Umwelt; Anwenden umweltschonender Maßnahmen bei Beschaffung,
    Produktion, Vermarktung, Verwertung und Entsorgung,

11. Berücksichtigen der rechtlichen Bestimmungen für Produktion, Tier-,
    Umwelt- und Verbraucherschutz sowie Vermarktung.

(3) Die Prüfung besteht aus einem Arbeitsprojekt nach Absatz 4 und aus
einer schriftlichen Prüfung nach Absatz 5.

(4) Bei dem Arbeitsprojekt soll nachgewiesen werden, dass ausgehend
von konkreten betrieblichen Situationen, bezogen auf die jeweils nach
§ 2 gewählte Fachrichtung, Zusammenhänge der Haltung und Produktion
von Tieren, der Gewinnung tierischer Produkte und deren Vermarktung in
einem komplexen Sinn erfasst, analysiert und entsprechende umsetzbare
Lösungsvorschläge erstellt werden können. Die Aufgabe für das
Arbeitsprojekt soll sich auf die laufende Bewirtschaftung eines
tierwirtschaftlichen Unternehmens beziehen und für dessen weitere
Entwicklung von Bedeutung sein. Das Arbeitsprojekt ist schriftlich zu
planen. Der Verlauf der Bearbeitung und die Ergebnisse sind zu
dokumentieren und in einem Fachgespräch zu erläutern. Das Fachgespräch
erstreckt sich auf den Verlauf und die Ergebnisse des Arbeitsprojekts
sowie auf die Inhalte des Absatzes 2; hierbei ist die nach § 2
gewählte Fachrichtung zu beachten. Bei der Auswahl der Aufgabe sollen
Vorschläge des Prüflings berücksichtigt werden. Stellt der
Prüfungsausschuss fest, dass das ursprünglich geplante Arbeitsprojekt
in dem Unternehmen nicht durchgeführt werden kann, so hat er in
Abstimmung mit dem Prüfling eine gleichwertige Aufgabe für ein
Arbeitsprojekt in einem geeigneten Unternehmen zu stellen. Für die
Durchführung des Arbeitsprojekts steht ein Zeitraum von zwölf Monaten
zur Verfügung. Das Fachgespräch selbst soll nicht länger als 60
Minuten dauern.

(5) Die schriftliche Prüfung besteht aus einer unter Aufsicht
anzufertigenden Arbeit zu komplexen Fragestellungen aus den in Absatz
2 aufgeführten Inhalten. Bei der Auswahl der Fragestellungen ist die
nach § 2 gewählte Fachrichtung zu beachten. Für die schriftliche
Prüfung stehen 180 Minuten zur Verfügung.

Collections: bundestag_gesetze
TierwMeistPrV
Level: 2.0