Source: https://www.gesetze-im-internet.de/immowertv_2022/__40.html
Legislation: immowertv_2022

Title: § 40 Allgemeines zur Bodenwertermittlung

Description:
Verordnung über die Grundsätze für die Ermittlung der Verkehrswerte von Immobilien und der für die Wertermittlung erforderlichen Daten (ImmoWertV 2022)
Teil 4 - Bodenwertermittlung; grundstücksbezogene Rechte und Belastungen
Abschnitt 1 - Bodenwertermittlung
§ 40 Allgemeines zur Bodenwertermittlung

Paragraph: 40

Full Text:
Verordnung über die Grundsätze für die Ermittlung der Verkehrswerte von Immobilien und der für die Wertermittlung erforderlichen Daten (ImmoWertV 2022)
Teil 4 - Bodenwertermittlung; grundstücksbezogene Rechte und Belastungen
Abschnitt 1 - Bodenwertermittlung
§ 40 Allgemeines zur Bodenwertermittlung

(1) Der Bodenwert ist vorbehaltlich des Absatzes 5 ohne
Berücksichtigung der vorhandenen baulichen Anlagen auf dem Grundstück
vorrangig im Vergleichswertverfahren nach den §§ 24 bis 26 zu
ermitteln.

(2) Neben oder anstelle von Vergleichspreisen kann nach Maßgabe des
§ 26 Absatz 2 ein objektspezifisch angepasster Bodenrichtwert
verwendet werden.

(3) Steht keine ausreichende Anzahl von Vergleichspreisen oder steht
kein geeigneter Bodenrichtwert zur Verfügung, kann der Bodenwert
deduktiv oder in anderer geeigneter Weise ermittelt werden. Werden
hierbei die allgemeinen Wertverhältnisse nicht ausreichend
berücksichtigt, ist eine Marktanpassung durch marktübliche Zu- oder
Abschläge erforderlich.

(4) Bei der Ermittlung der sanierungs- oder entwicklungsbedingten
Bodenwerterhöhung zur Bemessung von Ausgleichsbeträgen nach § 154
Absatz 1 oder § 166 Absatz 3 Satz 4 des Baugesetzbuchs sind die
Anfangs- und Endwerte bezogen auf denselben Wertermittlungsstichtag zu
ermitteln. Der jeweilige Grundstückszustand ist nach Maßgabe des § 154
Absatz 2 des Baugesetzbuchs zu ermitteln.

(5) Die tatsächliche bauliche Nutzung kann insbesondere in folgenden
Fällen den Bodenwert beeinflussen:

1.  wenn dies dem gewöhnlichen Geschäftsverkehr entspricht, ist ein
    erhebliches Abweichen der tatsächlichen von der nach § 5 Absatz 1
    maßgeblichen Nutzung bei der Ermittlung des Bodenwerts bebauter
    Grundstücke zu berücksichtigen;

2.  wenn bauliche Anlagen auf einem Grundstück im Außenbereich rechtlich
    und wirtschaftlich weiterhin nutzbar sind, ist dieser Umstand bei der
    Ermittlung des Bodenwerts in der Regel werterhöhend zu
    berücksichtigen;

3.  wenn bei einem Grundstück mit einem Liquidationsobjekt im Sinne des §
    8 Absatz 3 Satz 2 Nummer 3 mit keiner alsbaldigen Freilegung zu
    rechnen ist, gilt § 43.

Collections: bundestag_gesetze
ImmoWertV-2022
Level: 4.0