Source: https://www.gesetze-im-internet.de/texrausbv_2002/__8.html
Legislation: texrausbv_2002

Title: § 8 Abschlussprüfung/Gesellenprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Textilreiniger/zur Textilreinigerin (TexRAusbV 2002)
§ 8 Abschlussprüfung/Gesellenprüfung

Paragraph: 8

Full Text:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Textilreiniger/zur Textilreinigerin (TexRAusbV 2002)
§ 8 Abschlussprüfung/Gesellenprüfung

(1) Die Abschlussprüfung/Gesellenprüfung erstreckt sich auf die in der
Anlage aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Der Prüfling soll im praktischen Teil der Prüfung in insgesamt
höchstens acht Stunden eine Arbeitsaufgabe durchführen und
dokumentieren und hierüber während dieser Zeit in insgesamt höchstens
20 Minuten ein Fachgespräch führen. Hierfür kommt insbesondere in
Betracht:
Sortieren, Detachieren, Bearbeiten und Finishen des Behandlungsgutes
einschließlich Erstellen des Behandlungsprogramms unter Anwendung
verschiedener Bearbeitungstechniken.
Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er Arbeitsabläufe unter Beachtung
wirtschaftlicher, technischer und organisatorischer Vorgaben
selbständig und kundenorientiert planen und durchführen kann, dabei
physikalische und chemische Zusammenhänge erkennen, Arbeitsergebnisse
kontrollieren und dokumentieren sowie Maßnahmen zur Sicherheit und zum
Gesundheitsschutz bei der Arbeit und zum Umweltschutz ergreifen kann.
Durch das Fachgespräch soll der Prüfling zeigen, dass er fachbezogene
Probleme und deren Lösungen darstellen, die für die Arbeitsaufgabe
relevanten fachlichen Hintergründe aufzeigen sowie die Vorgehensweise
bei der Ausführung der Arbeitsaufgabe begründen kann. Das Ergebnis der
Arbeitsaufgabe ist mit 70 Prozent und das Fachgespräch mit 30 Prozent
zu gewichten.

(3) Der Prüfling soll im schriftlichen Teil der Prüfung in den
Prüfungsbereichen Prozess- und Maschinentechnologie, chemische und
physikalische Prozesse sowie Wirtschafts- und Sozialkunde geprüft
werden. In den Prüfungsbereichen Prozess- und Maschinentechnologie
sowie chemische und physikalische Prozesse soll der Prüfling
praxisbezogene Fälle mit verknüpften technologischen, chemischen und
mathematischen Inhalten lösen können. Dabei sollen die Sicherheit und
der Gesundheitsschutz bei der Arbeit, der Umweltschutz sowie
qualitätssichernde Maßnahmen einbezogen werden. Es kommen Aufgaben
insbesondere aus folgenden Gebieten in Betracht:

1.  im Prüfungsbereich Prozess- und Maschinentechnologie:

    a)  Beschaffenheit des Behandlungsgutes,

    b)  Geräte, Maschinen und Anlagen,

    c)  Wasch- und Reinigungsverfahren,

    d)  Finishen,

    e)  maschinentechnische Berechnungen;

2.  im Prüfungsbereich chemische und physikalische Prozesse:

    a)  Wasch- und Waschhilfsmittel,

    b)  Lösungsmittel und Reinigungsverstärker,

    c)  Wasser- und Abwasseraufbereitung,

    d)  Ausrüstungsmittel,

    e)  prozesstechnische Berechnungen;

3.  im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde:

    allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der
    Berufs- und Arbeitswelt.

(4) Die schriftliche Prüfung dauert höchstens:

*    *   1.

    *   im Prüfungsbereich Prozess- und Maschinentechnologie

    *   180 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsbereich chemische und physikalische Prozesse

    *   120 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Der schriftliche Teil der Prüfung ist auf Antrag des Prüflings
oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen
Prüfungsbereichen durch eine mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese
für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann. Bei der
Ermittlung der Ergebnisse für die mündlich geprüften Prüfungsbereiche
sind die jeweiligen bisherigen Ergebnisse und die entsprechenden
Ergebnisse der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2:1 zu
gewichten.

(6) Innerhalb des schriftlichen Teils der Prüfung sind die
Prüfungsbereiche wie folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich Prozess- und Maschinentechnologie

    *   50 Prozent,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich chemische und physikalische Prozesse

    *   30 Prozent,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   20 Prozent.

(7) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils im praktischen Teil und im
schriftlichen Teil der Prüfung sowie innerhalb des schriftlichen Teils
der Prüfung im Prüfungsbereich Prozess- und Maschinentechnologie
mindestens ausreichende Leistungen erbracht sind. Wird die
Prüfungsleistung in der Arbeitsaufgabe mit ungenügend bewertet, ist
die Prüfung nicht bestanden.

Collections: bundestag_gesetze
TexRAusbV-2002
Level: 2.0