Source: https://www.gesetze-im-internet.de/stbdv/__42.html
Legislation: stbdv

Title: § 42 Nachweis der besonderen Sachkunde

Description:
Verordnung zur Durchführung der Vorschriften über Steuerberater, Steuerbevollmächtigte und Berufsausübungsgesellschaften (StBDV)
Vierter Teil - Verleihung der Berechtigung zur Führung der Bezeichnung "Landwirtschaftliche Buchstelle"
§ 42 Nachweis der besonderen Sachkunde

Paragraph: 42

Full Text:
Verordnung zur Durchführung der Vorschriften über Steuerberater, Steuerbevollmächtigte und Berufsausübungsgesellschaften (StBDV)
Vierter Teil - Verleihung der Berechtigung zur Führung der Bezeichnung "Landwirtschaftliche Buchstelle"
§ 42 Nachweis der besonderen Sachkunde

(1) Der Antrag auf Verleihung der Berechtigung zur Führung der
Bezeichnung "Landwirtschaftliche Buchstelle" ist bei der
Steuerberaterkammer zu stellen, in deren Kammerbezirk sich die
berufliche Niederlassung des Antragstellers befindet.

(2) Der Antrag muss genaue Angaben über den beruflichen Werdegang und
die bisherige berufliche Tätigkeit des Antragstellers enthalten. In
dem Antrag ist anzugeben, ob der Antragsteller die besondere Sachkunde
durch eine mündliche Prüfung vor dem Sachkunde-Ausschuss nachweisen
oder von dieser Prüfung befreit werden will; erforderliche Nachweise
sind dem Antrag beizufügen.

(3) Die mündliche Prüfung erstreckt sich auf folgende Gebiete:

1.  steuerliche Besonderheiten der Land- und Forstwirtschaft,

2.  Höferecht (Anerbenrecht) bzw. erbrechtliche Bestimmungen des
    Bürgerlichen Gesetzbuchs,

3.  Landpachtrecht,

4.  Grundstücksverkehrsrecht,

5.  Grundlagen des Agrarkreditwesens,

6.  landwirtschaftliche Betriebswirtschaft einschließlich Rechnungswesen
    und Statistik.

Nicht erforderlich ist, dass alle Gebiete Gegenstand der Prüfung sind.
Die auf jeden Antragsteller entfallende Prüfungszeit soll sechzig
Minuten nicht übersteigen.

(4) Die Steuerberaterkammer hat die Antragsteller, die an der
mündlichen Prüfung teilnehmen, hierzu spätestens zwei Wochen vorher zu
laden.

(5) Die mündliche Prüfung wird vom Vorsitzenden des Sachkunde-
Ausschusses geleitet. Er ist berechtigt, jederzeit in die Prüfung
einzugreifen. Im unmittelbaren Anschluss an die mündliche Prüfung
berät der Sachkunde-Ausschuss über das Ergebnis der Prüfung. Der
Vorsitzende eröffnet hierauf den Antragstellern, ob sie die Prüfung
nach der Entscheidung des Sachkunde-Ausschusses bestanden haben; eine
Note wird nicht erteilt.

(6) Für die Befreiung von der mündlichen Prüfung hat der Antragsteller
neben einer einschlägigen Ausbildung nachzuweisen, dass er vor der
Antragstellung mindestens fünf buchführende land- und
forstwirtschaftliche Betriebe drei Jahre lang steuerlich beraten hat.
Die steuerliche Beratung kann auch im Rahmen einer Tätigkeit als
Angestellter nach § 58 des Steuerberatungsgesetzes erfolgt sein.

(7) Einschlägig im Sinne des § 44 Abs. 2 Satz 2 des
Steuerberatungsgesetzes ist eine Ausbildung, die Kenntnisse auf den in
Absatz 3 genannten Gebieten vermittelt. Dazu rechnen insbesondere

1.  ein erfolgreich abgeschlossenes Hochschulstudium der
    Agrarwissenschaften oder

2.  sonstige Ausbildungsgänge im Sinne des Satzes 1, die mit einer Prüfung
    abgeschlossen werden.

Die Teilnahme an einem fachbezogenen Seminar bzw. Lehrgang ohne
Abschlussprüfung oder sonstigen Leistungsnachweis der einzelnen
Teilnehmer reicht nicht aus.

(8) Nachweise über eine einschlägige Ausbildung und über die
praktische Tätigkeit im Sinne des § 44 Abs. 2 Satz 2 des
Steuerberatungsgesetzes sind dem Antrag beizufügen. Antrag und
Nachweise hat die Steuerberaterkammer der für die Landwirtschaft
zuständigen obersten Landesbehörde oder der von ihr benannten Behörde
und, soweit der Antragsteller Rechtsanwalt oder niedergelassener
europäischer Rechtsanwalt ist, der für die berufliche Niederlassung
zuständigen Rechtsanwaltskammer zur Stellungnahme zuzuleiten.

(9) Über die Ablehnung eines Antrags auf Befreiung von der mündlichen
Prüfung ist ein schriftlicher Bescheid zu erteilen.

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StBDV
Level: 3.0