Source: https://www.gesetze-im-internet.de/aufenthg_2004/__32.html
Legislation: aufenthg_2004

Title: § 32 Kindernachzug

Description:
Gesetz über den Aufenthalt, die Erwerbstätigkeit und die Integration von Ausländern im Bundesgebiet (AufenthG 2004)
Kapitel 2 - Einreise und Aufenthalt im Bundesgebiet
Abschnitt 6 - Aufenthalt aus familiären Gründen
§ 32 Kindernachzug

Paragraph: 32

Full Text:
Gesetz über den Aufenthalt, die Erwerbstätigkeit und die Integration von Ausländern im Bundesgebiet (AufenthG 2004)
Kapitel 2 - Einreise und Aufenthalt im Bundesgebiet
Abschnitt 6 - Aufenthalt aus familiären Gründen
§ 32 Kindernachzug

(1) Dem minderjährigen ledigen Kind eines Ausländers ist eine
Aufenthaltserlaubnis zu erteilen, wenn beide Eltern oder der allein
personensorgeberechtigte Elternteil einen der folgenden
Aufenthaltstitel besitzt:

1.  Aufenthaltserlaubnis nach § 7 Absatz 1 Satz 3 oder nach Abschnitt 3
    oder 4,

2.  Aufenthaltserlaubnis nach § 25 Absatz 1 oder Absatz 2 Satz 1 erste
    Alternative,

3.  Aufenthaltserlaubnis nach § 28, § 30, § 31, § 36 oder § 36a,

4.  Aufenthaltserlaubnis nach den übrigen Vorschriften mit Ausnahme einer
    Aufenthaltserlaubnis nach § 25 Absatz 2 Satz 1 zweite Alternative,

5.  Blaue Karte EU, ICT-Karte, Mobiler-ICT-Karte,

6.  Niederlassungserlaubnis oder

7.  Erlaubnis zum Daueraufenthalt – EU.

(2) Hat das minderjährige ledige Kind bereits das 16. Lebensjahr
vollendet und verlegt es seinen Lebensmittelpunkt nicht zusammen mit
seinen Eltern oder dem allein personensorgeberechtigten Elternteil in
das Bundesgebiet, gilt Absatz 1 nur, wenn es die deutsche Sprache
beherrscht oder gewährleistet erscheint, dass es sich auf Grund seiner
bisherigen Ausbildung und Lebensverhältnisse in die Lebensverhältnisse
in der Bundesrepublik Deutschland einfügen kann. Satz 1 gilt nicht,
wenn

1.  der Ausländer eine Aufenthaltserlaubnis nach § 23 Absatz 4, § 25
    Absatz 1 oder 2, eine Niederlassungserlaubnis nach § 26 Absatz 3 oder
    nach Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis nach § 25 Absatz 2 Satz 1
    zweite Alternative eine Niederlassungserlaubnis nach § 26 Absatz 4
    besitzt,

2.  der Ausländer oder sein mit ihm in familiärer Lebensgemeinschaft
    lebender Ehegatte eine Niederlassungserlaubnis nach § 18c Absatz 3,
    eine Blaue Karte EU, eine ICT-Karte oder eine Mobiler-ICT-Karte oder
    eine Aufenthaltserlaubnis nach den §§ 18a, 18b, 18d, 18f, § 19c Absatz
    1 für eine Beschäftigung als leitender Angestellter, als
    Führungskraft, als Unternehmensspezialist, als Wissenschaftler, als
    Gastwissenschaftler, als Ingenieur oder Techniker im Forschungsteam
    eines Gastwissenschaftlers oder als Lehrkraft, § 19c Absatz 2 oder 4
    Satz 1 oder § 21 besitzt, oder

3.  der Ausländer oder sein mit ihm in familiärer Lebensgemeinschaft
    lebender Ehegatte unmittelbar vor der Erteilung einer
    Niederlassungserlaubnis oder einer Erlaubnis zum Daueraufenthalt – EU
    Inhaber einer Blauen Karte EU oder einer Aufenthaltserlaubnis nach den
    §§ 18a, 18b, 18d, 19c Absatz 1 für eine Beschäftigung als leitender
    Angestellter, als Führungskraft, als Unternehmensspezialist, als
    Wissenschaftler, als Gastwissenschaftler, als Ingenieur oder Techniker
    im Forschungsteam eines Gastwissenschaftlers oder als Lehrkraft, § 19c
    Absatz 2 oder 4 Satz 1 oder § 21 war.

(3) Bei gemeinsamem Sorgerecht soll eine Aufenthaltserlaubnis nach den
Absätzen 1 und 2 auch zum Nachzug zu nur einem sorgeberechtigten
Elternteil erteilt werden, wenn der andere Elternteil sein
Einverständnis mit dem Aufenthalt des Kindes im Bundesgebiet erklärt
hat oder eine entsprechende rechtsverbindliche Entscheidung einer
zuständigen Stelle vorliegt.

(4) Im Übrigen kann dem minderjährigen ledigen Kind eines Ausländers
eine Aufenthaltserlaubnis erteilt werden, wenn es auf Grund der
Umstände des Einzelfalls zur Vermeidung einer besonderen Härte
erforderlich ist. Hierbei sind das Kindeswohl und die familiäre
Situation zu berücksichtigen. Für minderjährige ledige Kinder von
Ausländern, die eine Aufenthaltserlaubnis nach § 25 Absatz 2 Satz 1
zweite Alternative besitzen, gilt § 36a.

(5) Hält sich der Ausländer gemäß § 18e berechtigt im Bundesgebiet
auf, so bedarf das minderjährige ledige Kind keines Aufenthaltstitels,
wenn nachgewiesen wird, dass sich das Kind in dem anderen
Mitgliedstaat der Europäischen Union rechtmäßig als Angehöriger des
Ausländers aufgehalten hat. Die Voraussetzungen nach § 18e Absatz 1
Satz 1 Nummer 1, 3 und 4 und Absatz 6 Satz 1 und die Ablehnungsgründe
nach § 19f gelten für das minderjährige Kind entsprechend.

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AufenthG-2004
Level: 4.0