Source: https://www.gesetze-im-internet.de/strlschv_2018/__150.html
Legislation: strlschv_2018

Title: § 150 Dosimetrie bei Einsatzkräften

Description:
Verordnung zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung (StrlSchV 2018)
Teil 3 - Strahlenschutz bei Notfallexpositionssituationen
§ 150 Dosimetrie bei Einsatzkräften

Paragraph: 150

Full Text:
Verordnung zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung (StrlSchV 2018)
Teil 3 - Strahlenschutz bei Notfallexpositionssituationen
§ 150 Dosimetrie bei Einsatzkräften

(1) Der nach § 115 Absatz 2 des Strahlenschutzgesetzes für den Schutz
der Einsatzkräfte im Notfalleinsatz Verantwortliche hat dafür zu
sorgen, dass die Exposition ermittelt oder abgeschätzt wird, der eine
Einsatzkraft bei Einsätzen in einer Notfallexpositionssituation oder
bei Einsätzen zur Bekämpfung einer anderen Gefahrenlage ausgesetzt
ist. Die Ermittlung oder Abschätzung soll erfolgen

1.  durch eine Messung der Personendosis der Einsatzkraft oder

2.  wenn eine Messung nach Nummer 1 nicht möglich ist, durch eine
    Übernahme der Ergebnisse der Messung der Personendosis einer anderen
    Person mit vergleichbaren Expositionsbedingungen oder

3.  ersatzweise durch eine Abschätzung der Körperdosis insbesondere auf
    Grundlage von Messungen der Ortsdosis, der Ortsdosisleistung, der
    Konzentration radioaktiver Stoffe in der Luft oder der Kontamination
    der Umgebung oder anderer physikalischer Parameter jeweils in
    Verbindung mit der Aufenthaltszeit.

(2) Falls eine relevante Inkorporation radioaktiver Stoffe zu
befürchten ist, soll zur Abschätzung der Körperdosis zusätzlich zu den
in Absatz 1 Satz 2 genannten Methoden eine Messung der Körperaktivität
oder der Aktivität der Ausscheidungen oder anderer biologischer
Parameter durch eine nach § 169 des Strahlenschutzgesetzes bestimmte
Messstelle erfolgen.

(3) Die zuständige Behörde kann eine andere oder ergänzende Weise der
Ermittlung oder Abschätzung der Körperdosis festlegen, wenn dies im
Hinblick auf fehlende, unvollständige oder fehlerhafte Messungen oder
im Hinblick auf Unsicherheiten der Ergebnisse nach den Absätzen 1 oder
2 angemessen ist.

(4) Die Regelungen zur Messung der Personendosis in § 66 Absatz 1 und
2 Satz 1 und 2 gelten entsprechend. Die Dosimeter dürfen zwölf Monate
vorgehalten werden, wenn zusätzlich ein Referenzdosimeter zur
Berücksichtigung des Abzugs der natürlichen Exposition verwendet wird.
Nach der Verwendung eines Dosimeters in einer
Notfallexpositionssituation oder einer anderen Gefahrenlage ist das
Dosimeter zusammen mit dem Referenzdosimeter innerhalb eines Monats
bei der Messstelle einzureichen.

(5) Wenn die ermittelte oder abgeschätzte effektive Dosis ein
Millisievert oder die ermittelte Organ-Äquivalentdosis für die
Augenlinse 15 Millisievert oder die lokale Hautdosis 50 Millisievert
überschreitet, hat der nach § 115 Absatz 2 des Strahlenschutzgesetzes
für den Schutz der Einsatzkräfte im Notfalleinsatz Verantwortliche
dafür zu sorgen, dass die Ergebnisse der Ermittlung oder Abschätzung
der Körperdosis nach § 170 Absatz 4 des Strahlenschutzgesetzes an das
Strahlenschutzregister übermittelt werden.

Collections: bundestag_gesetze
StrlSchV-2018
Level: 3.0