Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bjagdg/__15.html
Legislation: bjagdg

Title: § 15 Allgemeines

Description:
Bundesjagdgesetz (BJagdG)
IV. Abschnitt - Jagdschein
§ 15 Allgemeines

Paragraph: 15

Full Text:
Bundesjagdgesetz (BJagdG)
IV. Abschnitt - Jagdschein
§ 15 Allgemeines

(1) Wer die Jagd ausübt, muß einen auf seinen Namen lautenden
Jagdschein mit sich führen und diesen auf Verlangen den Polizeibeamten
sowie den Jagdschutzberechtigten (§ 25) vorzeigen. Zum Sammeln von
Abwurfstangen bedarf es nur der schriftlichen Erlaubnis des
Jagdausübungsberechtigten. Wer die Jagd mit Greifen oder Falken
(Beizjagd) ausüben will, muß einen auf seinen Namen lautenden
Falknerjagdschein mit sich führen.

(2) Der Jagdschein wird von der für den Wohnsitz des Bewerbers
zuständigen Behörde als Jahresjagdschein für höchstens drei Jagdjahre
(§ 11 Abs. 4) oder als Tagesjagdschein für vierzehn
aufeinanderfolgende Tage nach einheitlichen, vom Bundesministerium für
Ernährung und Landwirtschaft (Bundesministerium) bestimmten Mustern
erteilt.

(3) Der Jagdschein gilt im gesamten Bundesgebiet.

(4) Für Tagesjagdscheine für Ausländer dürfen nur die Gebühren für
Inländer erhoben werden, wenn das Heimatland des Ausländers die
Gegenseitigkeit gewährleistet.

(5) Die erste Erteilung eines Jagdscheines ist davon abhängig, daß der
Bewerber im Geltungsbereich dieses Gesetzes eine Jägerprüfung
bestanden hat, die aus einem schriftlichen und einem mündlich-
praktischen Teil und einer Schießprüfung bestehen soll; er muß in der
Jägerprüfung ausreichende Kenntnisse der Tierarten, der Wildbiologie,
der Wildhege, des Jagdbetriebes, der Wildschadensverhütung, des Land-
und Waldbaues, des Waffenrechts, der Waffentechnik, der Führung von
Jagdwaffen (einschließlich Faustfeuerwaffen), der Führung von
Jagdhunden, in der Behandlung des erlegten Wildes unter besonderer
Berücksichtigung der hygienisch erforderlichen Maßnahmen, in der
Beurteilung der gesundheitlich unbedenklichen Beschaffenheit des
Wildbrets, insbesondere auch hinsichtlich seiner Verwendung als
Lebensmittel, und im Jagd-, Tierschutz- sowie Naturschutz- und
Landschaftspflegerecht nachweisen; mangelhafte Leistungen in der
Schießprüfung sind durch Leistungen in anderen Prüfungsteilen nicht
ausgleichbar. Die Länder können die Zulassung zur Jägerprüfung
insbesondere vom Nachweis einer theoretischen und praktischen
Ausbildung abhängig machen. Für Bewerber, die vor dem 1. April 1953
einen Jahresjagdschein besessen haben, entfällt die Jägerprüfung. Eine
vor dem Tag des Wirksamwerdens des Beitritts in der Deutschen
Demokratischen Republik abgelegte Jagdprüfung für Jäger, die mit der
Jagdwaffe die Jagd ausüben wollen, steht der Jägerprüfung im Sinne des
Satzes 1 gleich.

(6) Bei der Erteilung von Ausländerjagdscheinen können Ausnahmen von
Absatz 5 Satz 1 und 2 gemacht werden.

(7) Die erste Erteilung eines Falknerjagdscheines ist davon abhängig,
daß der Bewerber im Geltungsbereich dieses Gesetzes zusätzlich zur
Jägerprüfung eine Falknerprüfung bestanden hat; er muß darin
ausreichende Kenntnisse des Haltens, der Pflege und des Abtragens von
Beizvögeln, des Greifvogelschutzes sowie der Beizjagd nachweisen. Für
Bewerber, die vor dem 1. April 1977 mindestens fünf Falknerjagdscheine
besessen haben, entfällt die Jägerprüfung; gleiches gilt für Bewerber,
die vor diesem Zeitpunkt mindestens fünf Jahresjagdscheine besessen
und während deren Geltungsdauer die Beizjagd ausgeübt haben. Das
Nähere hinsichtlich der Erteilung des Falknerjagdscheines regeln die
Länder. Eine vor dem Tag des Wirksamwerdens des Beitritts in der
Deutschen Demokratischen Republik abgelegte Jagdprüfung für Falkner
steht der Falknerprüfung im Sinne des Satzes 1 gleich.

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BJagdG
Level: 3.0