Source: https://www.gesetze-im-internet.de/_appro_2002/__37.html
Legislation: aeappro_2002

Title: § 37 Kenntnisprüfung nach § 3 Absatz 3 Satz 3 der Bundesärzteordnung

Description:
Approbationsordnung für Ärzte (ÄApprO 2002)
Fünfter Abschnitt - Die Approbation
§ 37 Kenntnisprüfung nach § 3 Absatz 3 Satz 3 der Bundesärzteordnung

Paragraph: 37

Full Text:
Approbationsordnung für Ärzte (ÄApprO 2002)
Fünfter Abschnitt - Die Approbation
§ 37 Kenntnisprüfung nach § 3 Absatz 3 Satz 3 der Bundesärzteordnung

(1) Die Prüfung bezieht sich auf die Fächer Innere Medizin und
Chirurgie. Die Fragestellungen sollen ergänzend folgende Aspekte
berücksichtigen: Notfallmedizin, Klinische
Pharmakologie/Pharmakotherapie, Bildgebende Verfahren, Strahlenschutz,
Rechtsfragen der ärztlichen Berufsausübung. Zusätzlich kann die
zuständige Behörde in dem Bescheid nach § 3 Absatz 2 Satz 8 der
Bundesärzteordnung ein Fach oder einen Querschnittsbereich als
prüfungsrelevant festlegen, in dem sie wesentliche Unterschiede
festgestellt hat und das oder der von den in Satz 1 und 2 aufgeführten
Prüfungsthemen nicht umfasst ist. Die Prüfung erstreckt sich dann
zusätzlich auch auf dieses Fach oder diesen Querschnittsbereich. Die
Fragestellungen sind zunächst auf die Patientenvorstellung zu
beziehen. Dann sind dem Antragsteller fächerübergreifend weitere
praktische Aufgaben mit Schwerpunkt auf den für den ärztlichen Beruf
wichtigsten Krankheitsbildern und Gesundheitsstörungen zu stellen. In
der Prüfung hat der Antragsteller fallbezogen zu zeigen, dass er über
die Kenntnisse und Fähigkeiten, auch in der ärztlichen
Gesprächsführung, verfügt, die zur Ausübung des Berufs des Arztes
erforderlich sind.

(2) Die Kenntnisprüfung nach § 3 Absatz 3 Satz 3 der
Bundesärzteordnung ist eine mündlich-praktische Prüfung mit
Patientenvorstellung, die an einem Tag stattfindet. Sie dauert bei
maximal vier Antragstellern für jeden Antragsteller mindestens 60,
höchstens 90 Minuten. Die Patientenvorstellung kann auch mit Hilfe von
Simulationspatienten und Simulationspatientinnen, in begründeten
Einzelfällen auch mit Hilfe von Simulatoren, Modellen oder Medien
durchgeführt werden. § 11a gilt entsprechend.

(3) Die Länder können zur Durchführung der Prüfungen die regulären
Prüfungstermine der staatlichen Prüfung nach § 16 Absatz 1 Satz 2
nutzen; sie haben dabei sicherzustellen, dass die Antragsteller die
Prüfungen innerhalb von sechs Monaten nach der Entscheidung nach § 3
Absatz 3 Satz 2 in Verbindung mit Absatz 2 Satz 8 der
Bundesärzteordnung ablegen können. Die nach § 12 Absatz 3 der
Bundesärzteordnung zuständige Behörde des Landes stellt dem
Antragsteller die Ladung zur Kenntnisprüfung spätestens fünf
Kalendertage vor dem Prüfungstermin zu. Die §§ 18 und 19 gelten
entsprechend.

(4) Die Kenntnisprüfung wird in Form einer staatlichen Prüfung vor
einer staatlichen Prüfungskommission in deutscher Sprache abgelegt.
Die Prüfungskommission wird von der nach § 12 Absatz 3 der
Bundesärzteordnung zuständigen Behörde des Landes bestellt. Die
Prüfungskommission besteht aus dem Vorsitzenden und zwei weiteren
Mitgliedern. Für den Vorsitzenden und die weiteren Mitglieder sind
Stellvertreter zu bestellen. Als Vorsitzende, weitere Mitglieder und
Stellvertreter werden Professoren oder andere Lehrkräfte der Fächer,
die Gegenstand der Prüfung sind, bestellt. Stattdessen können als
Mitglieder der Prüfungskommission auch dem Lehrkörper einer
Universität nicht angehörende Fachärzte bestellt werden. Der
Vorsitzende der Prüfungskommission leitet die Prüfung und muss selbst
prüfen. § 15 Absatz 3, 5 Satz 1 und Absatz 6 gilt entsprechend.

(5) Die Prüfungskommission hat dem Antragsteller vor dem
Prüfungstermin einen oder mehrere Patienten mit Bezug zu den in Absatz
1 genannten Fächern und Querschnittsbereichen sowie
versorgungsrelevanten Erkrankungen zur Anamneseerhebung und
Untersuchung unter Aufsicht eines Mitglieds der Prüfungskommission
zuzuweisen. Der Antragsteller hat über den Patienten einen Bericht zu
fertigen, der Anamnese, Diagnose, Prognose, Behandlungsplan sowie eine
Epikrise des Falles enthält. Der Bericht ist unverzüglich nach
Fertigstellung von einem Mitglied der Prüfungskommission
gegenzuzeichnen und beim Prüfungstermin vorzulegen. Er ist Gegenstand
der Prüfung und in die Bewertung einzubeziehen.

(6) Die Kenntnisprüfung ist erfolgreich abgeschlossen, wenn die
Prüfungskommission in einer Gesamtbetrachtung die Patientenvorstellung
nach Absatz 5 und die Leistungen in den in Absatz 1 genannten Fächern
und Querschnittsbereichen als bestanden bewertet. Das Bestehen der
Prüfung setzt mindestens voraus, dass die Leistung trotz ihrer Mängel
noch den Anforderungen genügt. § 15 Absatz 9 gilt entsprechend.

(7) Die Kenntnisprüfung soll mindestens zweimal jährlich angeboten
werden. Sie kann zweimal wiederholt werden. Über den Verlauf der
Prüfung jedes Antragstellers ist eine von allen Mitgliedern der
Prüfungskommission zu unterzeichnende Niederschrift nach dem Muster
der Anlage 19 zu dieser Verordnung anzufertigen, aus der der
Gegenstand der Prüfung, das Bestehen oder Nichtbestehen der Prüfung,
die hierfür tragenden Gründe sowie etwa vorkommende schwere
Unregelmäßigkeiten ersichtlich sind. Der Vorsitzende der
Prüfungskommission leitet die Niederschrift der nach § 12 Absatz 3 der
Bundesärzteordnung zuständigen Behörde des Landes zu.

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