Source: https://www.gesetze-im-internet.de/institutsvergv_2014/__18.html
Legislation: institutsvergv_2014

Title: § 18 Anforderungen an Vergütungssysteme von Risikoträgern und Risikoträgerinnen in bedeutenden Instituten; Risikoausrichtung der Vergütungssysteme

Description:
Verordnung über die aufsichtsrechtlichen Anforderungen an Vergütungssysteme von Instituten (InstitutsVergV 2014)
Abschnitt 3 - Besondere Anforderungen an bedeutende Institute
§ 18 Anforderungen an Vergütungssysteme von Risikoträgern und Risikoträgerinnen in bedeutenden Instituten; Risikoausrichtung der Vergütungssysteme

Paragraph: 18

Full Text:
Verordnung über die aufsichtsrechtlichen Anforderungen an Vergütungssysteme von Instituten (InstitutsVergV 2014)
Abschnitt 3 - Besondere Anforderungen an bedeutende Institute
§ 18 Anforderungen an Vergütungssysteme von Risikoträgern und Risikoträgerinnen in bedeutenden Instituten; Risikoausrichtung der Vergütungssysteme

(1) Vergütungssysteme für Risikoträger und Risikoträgerinnen
bedeutender Institute gemäß § 1 Absatz 3c des Kreditwesengesetzes
müssen zusätzlich den besonderen Anforderungen der Absätze 3 bis 5 und
der §§ 19 bis 22 entsprechen. Vergütungssysteme für Risikoträger und
Risikoträgerinnen der in § 1 Absatz 3 Satz 2 genannten Institute
müssen den gleichen besonderen Anforderungen wie die Institute nach
Satz 1 entsprechen, mit Ausnahme der Anforderungen des § 19 Absatz 1
Satz 3 und 4 und des § 20 Absatz 2. Die §§ 20 und 22 sind dabei
jeweils nicht auf die für ein Geschäftsjahr ermittelte variable
Vergütung eines Risikoträgers oder einer Risikoträgerin anzuwenden,
sofern diese nicht mehr als 50 000 Euro beträgt und nicht mehr als ein
Drittel der Gesamtjahresvergütung des Risikoträgers oder der
Risikoträgerin ausmacht.

(2) (weggefallen)

(3) Die variable Vergütung ist an den eingegangenen gegenwärtigen und
zukünftigen Risiken auszurichten, wobei sicherzustellen ist, dass
Anreize, Risiken einzugehen durch Anreize zur Risikosteuerung
ausgeglichen werden. Dies umfasst sowohl die Ex-ante-
Risikoadjustierung bei der Ermittlung der variablen Vergütung gemäß §
19 als auch die Ex-post-Risikoadjustierung bei der Auszahlung der
variablen Vergütung gemäß § 20 und die Auszahlung von zusätzlichen
Leistungen zur Altersversorgung gemäß § 22.

(4) Das Institut muss den Zeitrahmen der Risiko- und Erfolgsmessung
über mehrere Jahre anlegen und an seinem Geschäftszyklus ausrichten.
Bei der Festlegung des Bemessungszeitraums gemäß § 19 und des
Zurückbehaltungszeitraums gemäß § 20 Absatz 1 und 2 und § 22 Absatz 1
Satz 1 sowie der Sperrfrist gemäß § 20 Absatz 5 muss das Institut
seine Geschäftstätigkeit und die Stellung des jeweiligen Risikoträgers
oder der jeweiligen Risikoträgerin angemessen berücksichtigen.

(5) Negative Abweichungen des Erfolgsbeitrags des Risikoträgers oder
der Risikoträgerin, des Erfolgsbeitrags seiner oder ihrer
Organisationseinheit oder des Gesamterfolgs des Instituts oder der
Gruppe von den vereinbarten Zielen müssen die Höhe der variablen
Vergütung verringern und auch zum vollständigen Verlust derselben
führen können. Dies gilt auf Basis einer periodengerechten Zuordnung
der negativen Abweichung zu einem Bemessungszeitraum sowohl für § 19
als auch für die §§ 20 und 22 Absatz 1. Der vollständige Verlust einer
variablen Vergütung muss in jedem Fall eintreten, wenn der
Risikoträger oder die Risikoträgerin

1.  an einem Verhalten, das für das Institut zu erheblichen Verlusten,
    einer wesentlichen regulatorischen Sanktion oder einer wesentlichen
    aufsichtlichen Maßnahme geführt hat, maßgeblich beteiligt oder dafür
    verantwortlich war oder

2.  relevante externe oder interne Regelungen in Bezug auf Eignung und
    Verhalten in schwerwiegendem Maß verletzt hat.

Collections: bundestag_gesetze
InstitutsVergV-2014
Level: 3.0