Source: https://www.gesetze-im-internet.de/augoptmstrv/__2.html
Legislation: augoptmstrv

Title: § 2 Meisterprüfungsberufsbild

Description:
Verordnung über das Meisterprüfungsberufsbild und über die Prüfungsanforderungen in den Teilen I und II der Meisterprüfung im Augenoptiker-Handwerk (AugOptMstrV)
§ 2 Meisterprüfungsberufsbild

Paragraph: 2

Full Text:
Verordnung über das Meisterprüfungsberufsbild und über die Prüfungsanforderungen in den Teilen I und II der Meisterprüfung im Augenoptiker-Handwerk (AugOptMstrV)
§ 2 Meisterprüfungsberufsbild

(1) Durch die Meisterprüfung wird festgestellt, dass der Prüfling
befähigt ist, einen Betrieb selbständig zu führen, technische,
kaufmännische und personalwirtschaftliche Leitungsaufgaben
wahrzunehmen, die Ausbildung durchzuführen, seine berufliche
Handlungskompetenz eigenverantwortlich umzusetzen und an neue
Bedarfslagen in diesen Bereichen anzupassen.

(2) Im Augenoptiker-Handwerk sind zum Zwecke der Meisterprüfung
folgende Fertigkeiten und Kenntnisse als ganzheitliche Qualifikationen
zu berücksichtigen:

1.  Kundenwünsche ermitteln, Kunden beraten, Serviceleistungen anbieten,
    Auftragsverhandlungen führen und Auftragsziele festlegen, Leistungen
    kalkulieren und Angebote erstellen, Verträge schließen,

2.  Aufgaben der technischen, kaufmännischen und personalwirtschaftlichen
    Betriebsführung wahrnehmen, insbesondere unter Berücksichtigung der
    Betriebsorganisation, der betrieblichen Aus- und Weiterbildung, des
    Qualitätsmanagements, der Haftungsvorschriften des
    Arbeitsschutzrechtes, des Datenschutzes, des Umweltschutzes sowie von
    Informations- und Kommunikationstechniken,

3.  Auftragsabwicklungsprozesse planen, organisieren, durchführen und
    überwachen,

4.  Aufträge durchführen, insbesondere unter Berücksichtigung von
    Fertigungstechniken, branchenüblicher Software, berufsbezogenen
    rechtlichen Vorschriften, Richtlinien und technischen Normen,
    Personal, Material und Geräten sowie Einsatzmöglichkeiten von
    Auszubildenden,

5.  bei der Versorgung mit Sehhilfen Kenntnisse der Anatomie und
    Physiologie auf das visuelle System anwenden,

6.  Sehschärfe messen und bewerten,

7.  Sehleistung messen und Methoden zum Erkennen von
    Sehleistungsminderungen anwenden, Ergebnisse darstellen und weiteres
    Vorgehen begründen; Auffälligkeiten des Auges erkennen,

8.  Fehlsichtigkeit ermitteln und bewerten,

9.  Refraktion der Augen mit objektiven Methoden messen,

10. Korrektionswerte mit subjektiven Messmethoden ermitteln und
    Korrektionsbedarf festlegen,

11. Sehhilfen zur Lösung von Sehproblemen in Abhängigkeit der Sehaufgabe
    bestimmen,

12. Fertigungsparameter für die Herstellung von Sehhilfen ermitteln,

13. Brillengläser, insbesondere Spezialbrillengläser, auswählen, messen,
    justieren und zentrieren,

14. Kontaktlinsen und Brillen nach optischen, anatomischen, ökonomischen
    und ästhetischen Gesichtspunkten auswählen, anpassen und abgeben,

15. Kontaktlinsen und Hygienemittel unter Berücksichtigung der Anforderung
    berufsbezogener rechtlicher Vorschriften handhaben und lagern;
    Hygienemittel auswählen und Kunden in die Anwendung einweisen,

16. Vergrößerungsbedarf bei Sehbehinderung bestimmen sowie optische und
    elektronisch vergrößernde Sehhilfen auswählen, anpassen, modifizieren
    und abgeben,

17. Fertigungsgenauigkeit der Sehhilfen kontrollieren und beurteilen,
    Kunden in den Gebrauch einweisen sowie Nachbetreuung und
    Funktionskontrollen durchführen,

18. Leistungen abrechnen, Dokumentation erstellen.

Collections: bundestag_gesetze
AugOptMstrV
Level: 2.0