Source: https://www.gesetze-im-internet.de/natpdr_mlv/__5.html
Legislation: natpdroemlv

Title: § 5 Gebote

Description:
Verordnung über die Festsetzung von Naturschutzgebieten und einem Landschaftsschutzgebiet von zentraler Bedeutung als Naturpark "Drömling" (NatPDrömlV)
§ 5 Gebote

Paragraph: 5

Full Text:
Verordnung über die Festsetzung von Naturschutzgebieten und einem Landschaftsschutzgebiet von zentraler Bedeutung als Naturpark "Drömling" (NatPDrömlV)
§ 5 Gebote

(1) Im Naturpark gelten nachfolgende allgemeingültige Gebote:

1.  Alle Maßnahmen im Naturpark sind auf die Erhaltung und Förderung der
    gebietsspezifischen Mannigfaltigkeit an Arten und Formen sowie
    Ökosystemen, auf die Bewahrung und Wiederherstellung der
    charakteristischen Landschaftsstruktur und des Landschaftsbildes und
    den Schutz des Bildungs- und Erholungswertes dieser Landschaft zu
    richten.

2.  Die zukünftige Flächennutzung durch die Betriebe der Land-, Forst- und
    Wasserwirtschaft erfolgt auf der Grundlage einer ökologisch
    verträglichen, den Aufgaben der einzelnen Schutzzonen entsprechenden
    Landschaftsrahmenplanung bzw. Landschaftsplänen. Dabei ist langfristig
    der Grünlandanteil im Gebiet zu erhöhen.

3.  Alle Vorhaben und Maßnahmen im Naturpark, die mit einer Veränderung
    der Landschaftsstruktur, des Landschaftshaushalts oder zu einer
    Beeinträchtigung von Einzelelementen oder Ökosystemen führen können,
    sind mit der Naturparkverwaltung abzustimmen.

4.  Bei allen forstlichen Bewirtschaftungsmaßnahmen ist die pflegliche
    Behandlung des verbleibenden Baumbestandes, der Strauchschicht und der
    Bodenvegetation zu berücksichtigen.

5.  Alle im Naturpark befindlichen wertvollen Biotope (z.B. Moore, Gräben,
    Moordämme, Röhrichte, Flurgehölze, Kleingewässer) sind geschützt.

6.  Alle Gewässer und Flurgehölze sind durch Auskoppelung vor Beschädigung
    zu schützen.

7.  Die Bestandsregulierung von wildlebenden Tieren hat entsprechend der
    Zielstellung des Nationalparks in den Schutzzonen I und II nach
    Maßgabe, und in der Schutzzone III im Einvernehmen mit der
    Nationalparkverwaltung zu erfolgen.

8.  Der Naturpark ist der Öffentlichkeit durch ein gekennzeichnetes
    Wegenetz, dessen Benutzung durch ein Wegegebot zu regeln ist, unter
    Berücksichtigung des Schutzzieles der Zonen zu erschließen.

9.  Die Erschließung des Naturparkes für Bildung und Erholung erfolgt auf
    der Grundlage einer gezielten Öffentlichkeitsarbeit und einer
    Konzeption für Tourismus und Erholung zur Lenkung der
    Besucherentwicklung. Die Erschließung des Naturparkes dient vorrangig
    naturschaffenden Formen der Erholung (Naturbeobachtung, Radfahren,
    Kutschfahrten). Baden ist nur auf ausgewiesenen Plätzen auf eigene
    Gefahr gestattet.

10. Die Förderung besonders schutzwürdiger Pflanzen- und Tierarten erfolgt
    auf der Grundlage von Artenschutzprogrammen, insbesondere für
    Fischotter und Großem Brachvogel. Ausgewiesene Brutplätze von
    Bodenbrütern sind entsprechend den Anweisungen der Naturparkverwaltung
    zu schützen und zu behandeln.

11. Wissenschaftliche Arbeiten im Naturpark an Naturschutzobjekten sind
    nur in Abstimmung und mit Genehmigung der Nationalparkverwaltung
    durchzuführen.

(2) Spezielle Gebote für **Schutzzone I:**
In der Schutzzone I des Naturparkes ist die ungestörte natürliche
Entwicklung der Lebensgemeinschaften und ihrer Pflanzen- und Tierarten
zu sichern. Jegliche Nutzung natürlicher Ressourcen sowie
Pflegeeingriffe sind ausgeschlossen. Es sind alle Möglichkeiten zu
nutzen, um eine möglichst schnelle Überführung in einen weitgehend
unbeeinflußten Naturzustand zu erreichen. Deshalb sind vorhandene
bauliche Anlagen in dieser Zone zu entfernen.

(3) Spezielle Gebote für **Schutzzone II:**

1.  In der Schutzzone II ist die gezielte Biotoppflege auf der Grundlage
    abgestimmter Behandlungsrichtlinien in Zusammenarbeit mit
    Naturparkverwaltung, Nutzern, Eigentümern und Verbänden zu
    organisieren.

2.  Die Waldpflege ist auf die Entwicklung naturnaher Bestockungen
    auszurichten. Durch Naturverjüngung, Einzelstammentnahme, Belassen
    anfallender Tothölzer und bei Notwendigkeit maximal 0,5 ha
    Kahlschlaggröße sowie ausschließlich Verwendung autochthoner Baum- und
    Straucharten.

3.  Die Bewirtschaftung der Graslandflächen erfolgt zum frühestmöglichen
    Zeitpunkt ausschließlich extensiv.

4.  Gewässer, die für eine fischereiwirtschaftliche Nutzung aufgegeben
    werden, sind sich zur Renaturierung der Fischbestände selbst zu
    überlassen. Besatzmaßnahmen erfolgen nur in Abstimmung mit der
    Naturparkverwaltung und mit einheimischen Fischarten.

5.  Die durch den Anglerverband bewirtschaftete Gewässerfläche in
    Schutzzone II ist nicht zu erweitern und möglichst in einen
    nutzungsfreien Zustand zu überführen.

(4) Spezielle Gebote für **Schutzzone III:**
In der Schutzzone III sind alle Maßnahmen geboten, die einer Abwendung
negativer Auswirkungen aller Art auf die Zonen I und II und dem
landschaftsverträglichen Bildungstourismus dienen.
Dazu gehören:

1.  Die Einrichtung touristensteuernder Objekte (z.B. Naturlehrpfade,
    Ruheplätze, Aussichtspunkte, Angelplätze, Reitstützpunkte,
    Informationstafeln) und die Wegemarkierung und -beschilderung.

2.  Die Reduzierung der Kahlschlaggröße auf maximal 1 ha unter
    Beibehaltung der ästhetisch wirksamen Landschaftsstruktur.

3.  Die Verblendung von Bauten und Deponien durch Bepflanzungsmaßnahmen.

4.  Die Schaffung eines Biotopverbundnetzes vor allem im Bereich größerer
    Agrarflächen.

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NatPDrömlV
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