Source: https://www.gesetze-im-internet.de/aufenthg_2004/__82.html
Legislation: aufenthg_2004

Title: § 82 Mitwirkung des Ausländers

Description:
Gesetz über den Aufenthalt, die Erwerbstätigkeit und die Integration von Ausländern im Bundesgebiet (AufenthG 2004)
Kapitel 7 - Verfahrensvorschriften
Abschnitt 3 - Verwaltungsverfahren
§ 82 Mitwirkung des Ausländers

Paragraph: 82

Full Text:
Gesetz über den Aufenthalt, die Erwerbstätigkeit und die Integration von Ausländern im Bundesgebiet (AufenthG 2004)
Kapitel 7 - Verfahrensvorschriften
Abschnitt 3 - Verwaltungsverfahren
§ 82 Mitwirkung des Ausländers

(1) Der Ausländer ist verpflichtet, seine Belange und für ihn günstige
Umstände, soweit sie nicht offenkundig oder bekannt sind, unter Angabe
nachprüfbarer Umstände unverzüglich geltend zu machen und die
erforderlichen Nachweise über seine persönlichen Verhältnisse,
sonstige erforderliche Bescheinigungen und Erlaubnisse sowie sonstige
erforderliche Nachweise, die er erbringen kann, unverzüglich
beizubringen. Die Ausländerbehörde kann ihm dafür eine angemessene
Frist setzen. Sie setzt ihm eine solche Frist, wenn sie die
Bearbeitung eines Antrags auf Erteilung eines Aufenthaltstitels wegen
fehlender oder unvollständiger Angaben aussetzt, und benennt dabei die
nachzuholenden Angaben. Nach Ablauf der Frist geltend gemachte
Umstände und beigebrachte Nachweise können unberücksichtigt bleiben.
Der Ausländer, der eine ICT-Karte nach § 19 beantragt hat, ist
verpflichtet, der zuständigen Ausländerbehörde jede Änderung
mitzuteilen, die während des Antragsverfahrens eintritt und die
Auswirkungen auf die Voraussetzungen der Erteilung der ICT-Karte hat.
Der Inhaber einer Blauen Karte EU ist während der ersten zwölf Monate
seit der Aufnahme der Beschäftigung mit der Blauen Karte EU
verpflichtet, der zuständigen Ausländerbehörde jeden Wechsel des
Arbeitgebers und jede Änderung mitzuteilen, die Auswirkungen auf die
Erfüllung der Voraussetzungen für die Erteilung einer Blauen Karte EU
hat.

(2) Absatz 1 findet im Widerspruchsverfahren entsprechende Anwendung.

(3) Der Ausländer soll auf seine Pflichten nach Absatz 1 sowie seine
wesentlichen Rechte und Pflichten nach diesem Gesetz, insbesondere die
Verpflichtungen aus den §§ 44a, 48, 49 und 81 hingewiesen werden. Im
Falle der Fristsetzung ist er auf die Folgen der Fristversäumung
hinzuweisen.

(4) Soweit es zur Vorbereitung und Durchführung von Maßnahmen nach
diesem Gesetz und nach ausländerrechtlichen Bestimmungen in anderen
Gesetzen erforderlich ist, kann angeordnet werden, dass ein Ausländer
bei der zuständigen Behörde sowie den Vertretungen oder ermächtigten
Bediensteten des Staates, dessen Staatsangehörigkeit er vermutlich
besitzt, persönlich erscheint und die zur Klärung seiner Identität
erforderlichen Angaben macht sowie eine ärztliche Untersuchung zur
Feststellung der Reisefähigkeit durchgeführt wird. Kommt der Ausländer
einer Anordnung nach Satz 1 nicht nach, kann sie zwangsweise
durchgesetzt werden. § 40 Abs. 1 und 2, die §§ 41, 42 Abs. 1 Satz 1
und 3 des Bundespolizeigesetzes finden entsprechende Anwendung.

(5) Der Ausländer, für den nach diesem Gesetz, dem Asylgesetz oder den
zur Durchführung dieser Gesetze erlassenen Bestimmungen ein Dokument
ausgestellt werden soll, hat auf Verlangen

1.  ein aktuelles Lichtbild nach Maßgabe einer nach § 99 Abs. 1 Nr. 13 und
    13a erlassenen Rechtsverordnung vorzulegen oder bei der Aufnahme eines
    solchen Lichtbildes mitzuwirken und

2.  bei der Abnahme seiner Fingerabdrücke nach Maßgabe einer nach § 99
    Absatz 1 Nummer 13 und 13a erlassenen Rechtsverordnung mitzuwirken.

Das Lichtbild und die Fingerabdrücke dürfen in Dokumente nach Satz 1
eingebracht und von den zuständigen Behörden zur Sicherung und einer
späteren Feststellung der Identität verarbeitet werden.

(6) Ausländer, die im Besitz einer Aufenthaltserlaubnis nach Kapitel 2
Abschnitt 3 oder 4 sind, sind verpflichtet, der zuständigen
Ausländerbehörde innerhalb von zwei Wochen ab Kenntnis mitzuteilen,
dass die Ausbildung oder die Erwerbstätigkeit, für die der
Aufenthaltstitel erteilt wurde, vorzeitig beendet wurde. Der Ausländer
ist bei Erteilung des Aufenthaltstitels über seine Verpflichtung nach
Satz 1 zu unterrichten.

Collections: bundestag_gesetze
AufenthG-2004
Level: 4.0