Source: https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__34b.html
Legislation: estg

Title: § 34b Steuersätze bei Einkünften aus außerordentlichen Holznutzungen

Description:
Einkommensteuergesetz (EStG)
IV. - Tarif
§ 34b Steuersätze bei Einkünften aus außerordentlichen Holznutzungen

Paragraph: 34b

Full Text:
Einkommensteuergesetz (EStG)
IV. - Tarif
§ 34b Steuersätze bei Einkünften aus außerordentlichen Holznutzungen

(1) Außerordentliche Holznutzungen sind

1.  Holznutzungen, die aus volks- oder staatswirtschaftlichen Gründen
    erfolgt sind.
    2                   Sie liegen nur insoweit vor, als sie durch
    gesetzlichen oder behördlichen Zwang veranlasst sind;

2.  Holznutzungen infolge höherer Gewalt (Kalamitätsnutzungen).
    2                   Sie sind durch Eis-, Schnee-, Windbruch oder
    Windwurf, Erdbeben, Bergrutsch, Insektenfraß, Brand oder durch
    Naturereignisse mit vergleichbaren Folgen verursacht.
    3                   Hierzu gehören nicht die Schäden, die in der
    Forstwirtschaft regelmäßig entstehen.

(2)
1             Zur Ermittlung der Einkünfte aus außerordentlichen
Holznutzungen sind von den Einnahmen sämtlicher Holznutzungen die
damit in sachlichem Zusammenhang stehenden Betriebsausgaben
abzuziehen.
2             Das nach Satz 1 ermittelte Ergebnis ist auf die
ordentlichen und außerordentlichen Holznutzungsarten aufzuteilen, in
dem die außerordentlichen Holznutzungen zur gesamten Holznutzung ins
Verhältnis gesetzt wird.
3             Bei einer Gewinnermittlung durch
Betriebsvermögensvergleich sind die im Wirtschaftsjahr veräußerten
Holzmengen maßgebend.
4             Bei einer Gewinnermittlung nach den Grundsätzen des § 4
Absatz 3 ist von den Holzmengen auszugehen, die den im Wirtschaftsjahr
zugeflossenen Einnahmen zugrunde liegen.
5             Die Sätze 1 bis 4 gelten für entnommenes Holz
entsprechend.

(3) Die Einkommensteuer bemisst sich für die Einkünfte aus
außerordentlichen Holznutzungen im Sinne des Absatzes 1

1.  nach der Hälfte des durchschnittlichen Steuersatzes, der sich ergäbe,
    wenn die tarifliche Einkommensteuer nach dem gesamten zu versteuernden
    Einkommen zuzüglich der dem Progressionsvorbehalt unterliegenden
    Einkünfte zu bemessen wäre;

2.  nach dem halben Steuersatz der Nummer 1, soweit sie den Nutzungssatz
    (§ 68 der Einkommensteuer-Durchführungsverordnung) übersteigen.

(4) Einkünfte aus außerordentlichen Holznutzungen sind nur
anzuerkennen, wenn

1.  das im Wirtschaftsjahr veräußerte oder entnommene Holz mengenmäßig
    getrennt nach ordentlichen und außerordentlichen Holznutzungen
    nachgewiesen wird und

2.  Schäden infolge höherer Gewalt unverzüglich nach Feststellung des
    Schadensfalls der zuständigen Finanzbehörde mitgeteilt und nach der
    Aufarbeitung mengenmäßig nachgewiesen werden.

(5) Die Bundesregierung wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung mit
Zustimmung des Bundesrates

1.  die Steuersätze abweichend von Absatz 3 für ein Wirtschaftsjahr aus
    sachlichen Billigkeitsgründen zu regeln,

2.  die Anwendung des § 4a des Forstschäden-Ausgleichsgesetzes für ein
    Wirtschaftsjahr aus sachlichen Billigkeitsgründen zu regeln,

wenn besondere Schadensereignisse nach Absatz 1 Nummer 2 vorliegen und
eine Einschlagsbeschränkung (§ 1 Absatz 1 des Forstschäden-
Ausgleichsgesetzes) nicht angeordnet wurde.

Collections: bundestag_gesetze
EStG
Level: 3.0