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Legislation: psychthg_2020

Title: § 1 Berufsbezeichnung, Berufsausübung

Description:
(PsychThG 2020)
Abschnitt 1 - Approbation, Erlaubnis zur vorübergehenden oder partiellen Berufsausübung
§ 1 Berufsbezeichnung, Berufsausübung

Paragraph: 1

Full Text:
(PsychThG 2020)
Abschnitt 1 - Approbation, Erlaubnis zur vorübergehenden oder partiellen Berufsausübung
§ 1 Berufsbezeichnung, Berufsausübung

(1) Wer die Psychotherapie unter der Berufsbezeichnung
„Psychotherapeutin“ oder „Psychotherapeut“ ausüben will, bedarf der
Approbation als „Psychotherapeutin“ oder „Psychotherapeut“. Eine
vorübergehende Ausübung des Berufs ist auch aufgrund einer befristeten
Erlaubnis nach § 3 Absatz 1 oder Absatz 3 zulässig. Die
Berufsbezeichnung nach Satz 1 darf nur führen, wer nach Satz 1, Satz 2
oder den Absätzen 5 und 6 zur Ausübung des Berufs befugt ist. Die
Bezeichnung „Psychotherapeutin“ oder „Psychotherapeut“ darf über die
Sätze 1 und 2 oder die Absätze 5 und 6 hinaus von anderen Personen als
Ärztinnen und Ärzten, Psychologischen Psychotherapeutinnen und
Psychologischen Psychotherapeuten sowie Kinder- und
Jugendlichenpsychotherapeutinnen und Kinder- und
Jugendlichenpsychotherapeuten nicht geführt werden. Ärztinnen und
Ärzte können dabei den Zusatz „ärztliche“ oder „ärztlicher“ verwenden.

(2) Ausübung der Psychotherapie im Sinne dieses Gesetzes ist jede
mittels wissenschaftlich geprüfter und anerkannter
psychotherapeutischer Verfahren oder Methoden berufs- oder
geschäftsmäßig vorgenommene Tätigkeit zur Feststellung, Heilung oder
Linderung von Störungen mit Krankheitswert, bei denen Psychotherapie
indiziert ist. Im Rahmen einer psychotherapeutischen Behandlung ist
eine somatische Abklärung herbeizuführen. Tätigkeiten, die nur die
Aufarbeitung oder Überwindung sozialer Konflikte oder sonstige Zwecke
außerhalb der Heilkunde zum Gegenstand haben, gehören nicht zur
Ausübung der Psychotherapie.

(3) Zum Beruf der Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten gehört
neben der Psychotherapie auch die Beratung, Prävention und
Rehabilitation zur Erhaltung, Förderung und Wiederherstellung der
psychischen Gesundheit der Bevölkerung.

(4) Zur partiellen Ausübung der Psychotherapie ist berechtigt, wem
eine Erlaubnis nach § 4 erteilt worden ist. Personen, denen eine
Erlaubnis nach § 4 erteilt worden ist, dürfen nicht die
Berufsbezeichnung „Psychotherapeutin“ oder „Psychotherapeut“ führen,
sondern führen die Berufsbezeichnung des Staates, in dem sie ihre
Berufsbezeichnung erworben haben, mit dem zusätzlichen Hinweis

1.  auf den Namen dieses Staates und

2.  auf die Tätigkeit und Beschäftigungsstelle, auf die die Erlaubnis nach
    § 4 beschränkt ist.

(5) Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, die Staatsangehörige
eines Mitgliedstaates der Europäischen Union (Mitgliedstaat) oder
eines anderen Vertragsstaates des Abkommens über den Europäischen
Wirtschaftsraum (Vertragsstaat) sind, sind auch ohne Approbation oder
ohne Erlaubnis nach § 3 Absatz 1 oder Absatz 3 zur Ausübung der
Psychotherapie unter Führung der Berufsbezeichnung „Psychotherapeutin“
oder „Psychotherapeut“ im Geltungsbereich dieses Gesetzes berechtigt,
sofern es sich bei ihrer Berufstätigkeit um eine vorübergehende und
gelegentliche Dienstleistung im Sinne des Artikels 57 des Vertrages
über die Arbeitsweise der Europäischen Union handelt. Sie unterliegen
jedoch der Meldepflicht nach § 17 und der Überprüfung ihrer
Berufsqualifikation nach § 18.

(6) Absatz 5 gilt entsprechend für Psychotherapeutinnen und
Psychotherapeuten, die Staatsangehörige eines Drittstaates sind,
soweit sich hinsichtlich der Anerkennung von Berufsqualifikationen
nach dem Recht der Europäischen Union eine Gleichstellung der
Staatsangehörigen dieser Drittstaaten (gleichgestellte Staaten) mit
Staatsangehörigen eines Mitgliedstaates oder eines Vertragsstaates
ergibt.

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