Source: https://www.gesetze-im-internet.de/investausbv/__8.html
Legislation: investausbv

Title: § 8 Abschlussprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Investmentfondskaufmann/zur Investmentfondskauffrau (InvestAusbV)
§ 8 Abschlussprüfung

Paragraph: 8

Full Text:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Investmentfondskaufmann/zur Investmentfondskauffrau (InvestAusbV)
§ 8 Abschlussprüfung

(1) Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage 1
aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Die Prüfung ist in den Prüfungsbereichen Investmentprozess und
Fondsbezogenes Rechnungswesen, Depotgeschäft und Marketing sowie
Wirtschafts- und Sozialkunde schriftlich und im Prüfungsbereich
Fallbezogenes Fachgespräch mündlich durchzuführen.

(3) Die Anforderungen in den Prüfungsbereichen sind:

1.  Im Prüfungsbereich Investmentprozess und Fondsbezogenes
    Rechnungswesen:

    In höchstens 180 Minuten soll der Prüfling praxisbezogene Aufgaben und
    Fälle insbesondere aus den Gebieten

    a)  Markt- und Unternehmensanalysen,

    b)  Verwaltung von Fonds,

    c)  Fondsbuchhaltung,

    d)  Abwicklung von Handelsgeschäften

    bearbeiten. Dabei soll er zeigen, dass er komplexe Aufgabenstellungen
    im Zusammenhang mit der Auflegung, der Verwaltung, dem Rechnungswesen
    und dem Controlling von Fonds bearbeiten und Lösungen entwickeln kann.
    Darüber hinaus soll er zeigen, dass er Kauf- und
    Verkaufsentscheidungen vorbereiten sowie Anlagegegenstände des
    Sondervermögens in deren Marktumfeld einordnen und bewerten kann.
    Dabei soll er nachweisen, dass er die Wechselwirkungen zwischen Markt,
    Unternehmens- und Kundeninteressen berücksichtigen kann.

2.  Im Prüfungsbereich Depotgeschäft und Marketing:

    In höchstens 90 Minuten soll der Prüfling praxisbezogene Aufgaben und
    Fälle insbesondere aus den Gebieten

    a)  Depotführung,

    b)  Marketinginstrumente und Vertriebskanäle

    bearbeiten. Dabei soll er zeigen, dass er Geschäftsvorfälle der
    Investmentdepots bearbeiten sowie zielgruppenorientierte
    Marketingstrategien für den Vertriebserfolg darstellen kann.

3.  Im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde:

    In höchstens 90 Minuten soll der Prüfling praxisbezogene Aufgaben und
    Fälle aus den Gebieten

    a)  arbeits- und sozialrechtliche Rahmenbedingungen,

    b)  Berufsbildung und Personalwirtschaft,

    c)  Wirtschaftsordnung und -politik

    bearbeiten und dabei zeigen, dass er wirtschaftliche und
    gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt sowie die
    Bedeutung der Investmentbranche als Wirtschaftsfaktor darstellen kann.

4.  Im Prüfungsbereich Fallbezogenes Fachgespräch:

    Im Prüfungsbereich Fallbezogenes Fachgespräch soll der Prüfling eine
    von zwei ihm aus unterschiedlichen Gebieten zur Auswahl gestellten
    praxisbezogenen Aufgaben bearbeiten. Hierfür kommen insbesondere in
    Betracht:

    a)  Analysen zur Vorbereitung von Kauf- und Verkaufsentscheidung,

    b)  Produktgestaltung,

    c)  Anteilspreisermittlung,

    d)  Fondsreporting,

    e)  Anlegerschutz.

    Hierbei sind die betrieblichen Ausbildungsschwerpunkte zugrunde zu
    legen. Die Aufgabe soll Ausgangspunkt für das folgende Fachgespräch
    sein. Der Prüfling soll dabei zeigen, dass er komplexe Aufgaben
    bearbeiten, Sachverhalte analysieren, Lösungsmöglichkeiten entwickeln
    und präsentieren sowie Gespräche systematisch, situationsbezogen und
    adressatengerecht führen kann. Das Fachgespräch soll für den einzelnen
    Prüfling höchstens 20 Minuten dauern. Dem Prüfling ist eine
    Vorbereitungszeit von höchstens 20 Minuten einzuräumen.

(4) Sind in der schriftlichen Prüfung die Prüfungsleistungen in bis zu
zwei Prüfungsbereichen mit "mangelhaft" und in den übrigen
Prüfungsbereichen mit mindestens "ausreichend" bewertet worden, so ist
auf Antrag des Prüflings oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in
einem der mit "mangelhaft" bewerteten Prüfungsbereiche die
schriftliche Prüfung durch eine mündliche Prüfung von etwa 15 Minuten
zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag
geben kann. Der Prüfungsbereich ist vom Prüfling zu bestimmen. Bei der
Ermittlung des Ergebnisses für diesen Prüfungsbereich sind die
Ergebnisse der schriftlichen Arbeit und der mündlichen
Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2:1 zu gewichten.

(5) Bei der Ermittlung des Gesamtergebnisses hat der Prüfungsbereich
Investmentprozess und Fondsbezogenes Rechnungswesen gegenüber jedem
der übrigen Prüfungsbereiche das doppelte Gewicht.

(6) Die Abschlussprüfung ist bestanden, wenn im Gesamtergebnis und in
drei der vier Prüfungsbereiche mindestens ausreichende Leistungen
erbracht wurden. Werden die Prüfungsleistungen in einem
Prüfungsbereich mit "ungenügend" bewertet, so ist die Prüfung nicht
bestanden.

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