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Legislation: afbg

Title: § 2 Anforderungen an förderfähige Maßnahmen beruflicher Aufstiegsfortbildungen

Description:
Gesetz zur Förderung der beruflichen Aufstiegsfortbildung (AFBG)
Erster Abschnitt - Förderungsfähige Maßnahmen
§ 2 Anforderungen an förderfähige Maßnahmen beruflicher Aufstiegsfortbildungen

Paragraph: 2

Full Text:
Gesetz zur Förderung der beruflichen Aufstiegsfortbildung (AFBG)
Erster Abschnitt - Förderungsfähige Maßnahmen
§ 2 Anforderungen an förderfähige Maßnahmen beruflicher Aufstiegsfortbildungen

(1) Förderfähig ist die Teilnahme an Fortbildungsmaßnahmen
öffentlicher und privater Träger, die in einer fachlichen Richtung
gezielt auf folgende Fortbildungsziele vorbereiten:

1.  Fortbildungsabschlüsse zu öffentlich-rechtlich geregelten Prüfungen
    auf der Grundlage

    a)  der §§ 53 bis 53d und 54 des Berufsbildungsgesetzes,

    b)  der §§ 42 bis 42d, 42f, 45 und 51a der Handwerksordnung oder

    c)  der nach § 122 Absatz 2 bis 4 der Handwerksordnung weiter
        anzuwendenden Prüfungsregelungen,

2.  gleichwertige Fortbildungsabschlüsse nach bundes- oder
    landesrechtlichen Regelungen oder

3.  gleichwertige Fortbildungsabschlüsse an anerkannten Ergänzungsschulen
    auf der Grundlage staatlich genehmigter Prüfungsordnungen.

Liegen keine bundes- oder landesrechtlichen Regelungen vor, ist auch
die Teilnahme an Fortbildungsmaßnahmen förderfähig, die auf
gleichwertige Fortbildungsabschlüsse nach den
Weiterbildungsempfehlungen der Deutschen Krankenhausgesellschaft
vorbereiten.

(2) Maßnahmen, deren Durchführung nicht öffentlich-rechtlichen
Vorschriften unterliegt, müssen nach der Dauer der Maßnahme, der
Gestaltung des Lehrplans, den Unterrichtsmethoden, der Ausbildung und
Berufserfahrung der Lehrkräfte und den Lehrgangsbedingungen eine
erfolgreiche berufliche Fortbildung erwarten lassen. Dies wird in der
Regel angenommen, sofern keine Umstände vorliegen, die der Eignung der
Maßnahme zur Vorbereitung auf die Abschlussprüfung nach Absatz 1
entgegenstehen.

(3) Maßnahmen sind förderfähig

1.  in Vollzeitform, wenn

    a)  sie mindestens 400 Unterrichtsstunden umfassen (Mindestdauer),

    b)  sie innerhalb von 36 Kalendermonaten abgeschlossen werden (maximaler
        Vollzeit-Zeitrahmen) und

    c)  in der Regel in jeder Woche an vier Werktagen mindestens 25
        Unterrichtsstunden stattfinden (Vollzeit-Fortbildungsdichte);

2.  in Teilzeitform, wenn

    a)  sie mindestens 400 Unterrichtsstunden umfassen (Mindestdauer),

    b)  sie innerhalb von 48 Kalendermonaten abgeschlossen werden (maximaler
        Teilzeit-Zeitrahmen) und

    c)  im Durchschnitt mindestens 18 Unterrichtsstunden je Monat stattfinden
        (Teilzeit-Fortbildungsdichte).

Abweichend von Satz 1 Nummer 2 Buchstabe a und b sind Maßnahmen, die
auf Fortbildungsabschlüsse zu öffentlich-rechtlich geregelten
Prüfungen auf Grundlage des § 53b des Berufsbildungsgesetzes oder des
§ 42b der Handwerksordnung sowie auf gleichwertige
Fortbildungsabschlüsse vorbereiten, in Teilzeitform förderfähig, wenn
sie mindestens 200 Unterrichtsstunden umfassen und innerhalb von 36
Kalendermonaten abgeschlossen werden.

(4) Jeweils 45 Minuten einer Lehrveranstaltung gelten als
Unterrichtsstunde. Förderfähige Unterrichtsstunden sind physische und
virtuelle Präsenzlehrveranstaltungen, deren Inhalte in der
Prüfungsregelung verbindlich vorgegeben sind. In förderfähigen
Unterrichtsstunden müssen die nach den Fortbildungsregelungen und
Lehrplänen vorgesehenen beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und
Fähigkeiten durch hierzu qualifizierte Lehrkräfte planmäßig geordnet
vermittelt werden. Förderfähig ist nur die für das Erreichen des
jeweiligen Fortbildungsziels angemessene Anzahl von
Unterrichtsstunden. Zusätzlich werden die im Lehrplan des
Bildungsträgers verbindlich vorgesehenen Klausurenkurse und
Prüfungssimulationen mit bis zu 10 Prozent der nach diesem Gesetz
förderfähigen Gesamtstunden der Unterrichtsstunden, höchstens aber 50
Stunden, als förderfähig anerkannt.

(5) Die Maßnahmen können aus mehreren selbstständigen Abschnitten
(Maßnahmeabschnitte) bestehen. Ein Maßnahmeabschnitt liegt
insbesondere dann vor, wenn er auf eine eigenständige Prüfung
vorbereitet oder mit seinem Ende eine verbindliche
Versetzungsentscheidung erfolgt. Besteht eine Maßnahme aus mehreren
Maßnahmeabschnitten, müssen innerhalb des jeweiligen maximalen
Zeitrahmens alle Maßnahmeabschnitte der Lehrgangskonzeption
abgeschlossen sein. § 11 Absatz 2 gilt entsprechend. Die
Fortbildungsdichte wird für jeden Maßnahmeabschnitt gesondert
bestimmt.

(6) Bei vollzeitschulischen Maßnahmen, die mindestens zwei
Fachschuljahre umfassen, ist die Vollzeit-Fortbildungsdichte auch dann
erreicht, wenn in 70 Prozent der Wochen eines Maßnahmeabschnitts an
vier Werktagen mindestens 25 Unterrichtsstunden stattfinden.
Ferienwochen zusammenhängender Ferienabschnitte mit mindestens zwei
Ferientagen bleiben bei vollzeitschulischen Maßnahmen außer Betracht.

(7) Individuelle Verkürzungen der Maßnahme durch Anrechnung bereits
absolvierter Aus- oder Fortbildungen bleiben außer Betracht.

(8) Die Absätze 3 bis 7 gelten auch für den von dem Teilnehmer oder
der Teilnehmerin gewählten Lehrgangsablauf.

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AFBG
Level: 3.0