Source: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__384.html
Legislation: sgb_5

Title: § 384 Begriffsbestimmungen

Description:
Sozialgesetzbuch (SGB) Fünftes Buch (V) - Gesetzliche Krankenversicherung - (Artikel 1 des Gesetzes v. 20. Dezember 1988, BGBl. I S. 2477) (SGB 5)
Zwölftes Kapitel - Interoperabilität und Cybersicherheit im Gesundheitswesen; Nationales Gesundheitsportal
§ 384 Begriffsbestimmungen

Paragraph: 384

Full Text:
Sozialgesetzbuch (SGB) Fünftes Buch (V) - Gesetzliche Krankenversicherung - (Artikel 1 des Gesetzes v. 20. Dezember 1988, BGBl. I S. 2477) (SGB 5)
Zwölftes Kapitel - Interoperabilität und Cybersicherheit im Gesundheitswesen; Nationales Gesundheitsportal
§ 384 Begriffsbestimmungen

Im Sinne dieses Buches bezeichnet der Ausdruck

1.  Interoperabilität die Fähigkeit zweier oder mehrerer
    informationstechnischer Systeme,

    a)  Informationen auszutauschen und diese für die korrekte Ausführung
        einer konkreten Funktion ohne Änderung des Inhalts der Daten zu
        nutzen,

    b)  miteinander zu kommunizieren,

    c)  bestimmungsgemäß zusammenzuarbeiten;

2.  Standard diejenigen Dokumente, die dem aktuellen Stand der Technik mit
    Anforderungs- und Lösungsdefinitionen entsprechen, wobei der
    Entstehungsprozess des Dokuments bekannt und dokumentiert ist,
    inklusive der Prozesse der Veröffentlichung, Nutzung und
    Versionierung;

3.  Profil diejenigen Dokumente, die aus einem oder mehreren Standards
    bestehen, die für eine spezifische Anwendung zusammengestellt sind;
    Profile enthalten den aktuellen Stand der Technik mit Anforderungs-
    und Lösungsdefinitionen;

4.  Leitfaden diejenigen Dokumente, die mindestens eine Anforderung an die
    Informationsübertragung enthalten; sie erläutern oder dokumentieren
    die Nutzung einer oder mehrerer Standards oder Profile;

5.  Cloud-Computing-Dienst einen digitalen Dienst, der auf Abruf die
    Verwaltung und den umfassenden Fernzugang zu einem skalierbaren und
    elastischen Pool gemeinsam nutzbarer Rechenressourcen ermöglicht, auch
    wenn diese Ressourcen auf mehrere Standorte verteilt sind;

6.  aktuelles C5-Testat das positive Prüfergebnis über einen sicheren
    Cloud-Computing-Dienst anhand des Kriterienkatalogs C5 (Cloud
    Computing Compliance Criteria Catalogue) des Bundesamtes für
    Sicherheit in der Informationstechnik in der jeweils gültigen Fassung;

7.  Spezifikationen definierte, standardisiert dokumentierte Anforderungen
    an die technische, semantische und syntaktische Interoperabilität
    informationstechnischer Systeme in Form von Standards, Profilen,
    Leitfäden, Informationsmodellen, Referenzarchitekturen oder
    Softwarekomponenten;

8.  Konformitätsbewertung das Verfahren, nach dem festgestellt wird, ob
    die jeweils maßgeblichen Interoperabilitätsanforderungen an ein
    informationstechnisches System erfüllt worden sind;

9.  Konformitätsbewertungsstelle eine juristische Person, die
    Konformitätsbewertungstätigkeiten einschließlich Prüfungen und
    Zertifizierungen durchführt;

10. akkreditierte Stelle eine Konformitätsbewertungsstelle, die gemäß den
    jeweils maßgeblichen Vorschriften durch das Kompetenzzentrum für
    Interoperabilität im Gesundheitswesen akkreditiert wurde;

11. Zertifikat eine Bescheinigung über das Einhalten der jeweils
    maßgeblichen Anforderungen einer Konformitätsbewertung, die durch eine
    Konformitätsbewertungsstelle ausgestellt wird und zum Führen im
    Rechtsverkehr geeignet ist;

12. Informationsmodell Eigenschaften von Informationsobjekten und deren
    Teilelementen sowie deren logische Beziehungen untereinander;

13. Referenzarchitektur eine Ausprägung einer Architektur, die Komponenten
    und deren Zusammenwirken in informationstechnischen Systemen einzeln
    oder als Gesamtheit sowie das Zusammenwirken von
    informationstechnischen Systemen einzeln oder als Gesamtheit
    beschreibt und der Orientierung dient;

14. Softwarekomponenten eigenständige Einheiten in einem Softwaresystem
    zur Schaffung oder Umsetzung von Interoperabilität durch die
    Bereitstellung von bestimmten Funktionen oder Diensten.

Im Sinne dieses Kapitels bezeichnet der Ausdruck

1.  Festlegung die verbindliche Anwendungs- und Nutzungsverpflichtung
    einer Spezifikation sowie deren Umsetzungsfrist;

2.  Bestandssystem ein informationstechnisches System, das bereits in
    Verkehr gebracht und zertifiziert wurde;

3.  Hersteller eine natürliche oder juristische Person, die ein
    informationstechnisches System herstellt oder entwickeln oder
    herstellen lässt;

4.  Anbieter eine natürliche oder juristische Person, die ein
    informationstechnisches System unter ihrem eigenen Namen oder unter
    ihrer eigenen Marke vermarktet oder unter fremder Marke vertreibt oder
    vertreiben lässt;

5.  Inverkehrbringen und -halten die entgeltliche oder unentgeltliche
    Bereitstellung oder Abgabe an Dritte mit dem Ziel des Vertriebs, des
    Verbrauchs oder der Verwendung sowie die gewerbsmäßige Einfuhr in den
    Geltungsbereich dieses Kapitels.

Collections: bundestag_gesetze
SGB-5
Level: 3.0