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Legislation: beschussv

Title: § 2 Prüfung von Schwarzpulverwaffen und Böllern

Description:
Allgemeine Verordnung zum Beschussgesetz (BeschussV)
Abschnitt 1 - Beschussprüfung von Schusswaffen und Böllern
§ 2 Prüfung von Schwarzpulverwaffen und Böllern

Paragraph: 2

Full Text:
Allgemeine Verordnung zum Beschussgesetz (BeschussV)
Abschnitt 1 - Beschussprüfung von Schusswaffen und Böllern
§ 2 Prüfung von Schwarzpulverwaffen und Böllern

(1) Auf die Prüfung von Vorderladerwaffen sowie Hinterladerwaffen, die
für die ausschließliche Verwendung von nichtpatroniertem Schwarzpulver
oder dem Schwarzpulver in der Wirkung ähnlichen Treibladungsmitteln
bestimmt sind (Schwarzpulverwaffen), sowie Böller sind die §§ 1, 3 bis
6 entsprechend anzuwenden. Es gelten folgende Besonderheiten:

1.  Bei Schwarzpulverwaffen und Handböllern kann die Beschussprüfung an
    weißfertigen Läufen mit fertigem Verschluss und Zündkanal vorgenommen
    werden. Bei Schwarzpulverwaffen darf der Zündkanal an der engsten
    Stelle im Durchmesser nicht größer als 1 Millimeter, bei Böllern und
    Modellkanonen nicht größer als 2 Millimeter sein. Für Böller - mit
    Ausnahme der Handböller - kann die zuständige Behörde in begründeten
    Fällen Ausnahmen von der Durchmesserbegrenzung bewilligen.

2.  Sofern die Böller Schildzapfenbohrungen aufweisen, dürfen diese nicht
    bis in die Rohrseele durchgehen; das gilt auch dann, wenn diese
    eingeschraubt, eingeschweißt, eingepresst oder eingelötet sind.
    Böller, deren Rohrende stumpf aufgeschweißt ist, werden nicht geprüft.

3.  Die Vorprüfung bei Böllern umfasst auch die Prüfung der Kennzeichnung
    mit der größten zulässigen Masse in Gramm des in den Prüfgegenständen
    zu verwendenden Böllerpulvers mit den Kennbuchstaben SP und der
    größten zulässigen Masse der Vorlage in Gramm.

4.  Die Prüfung der Maßhaltigkeit (§ 1 Abs. 3 Satz 1 Nr. 3 in Verbindung
    mit Satz 3) beschränkt sich auf die Ermittlung des Lauf- oder
    Rohrinnendurchmessers und auf die Prüfung, ob der Zündkanal den in
    Nummer 1 vorgeschriebenen höchstzulässigen Durchmesser nicht
    überschreitet.

5.  Die Prüfung der Funktionssicherheit (§ 1 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2) umfasst
    die Kontrolle des Zündkanals, die Geeignetheit und Sicherheit von
    Zündvorrichtungen und Zündbohrlochbohrungen und Zündkanälen, bei
    Revolvern die freie Drehbarkeit und die einwandfreie Arretierung der
    Trommel und das richtige Eintreten des Hahns in die Sicherungs- und
    Spannraste, bei Böllern auch die Ladefähigkeit der Kartuschen und die
    Abfeuerungsvorrichtung.

(2) Der Beschuss ist nach den Bestimmungen der Anlage I Nr. 2
durchzuführen. Die Prüfung von Schwarzpulverwaffen und Böllern kann
auf Antrag mit einer anderen Ladung als in den Tabellen der Anlage I
Nr. 2 aufgeführt vorgenommen werden. Auf Schwarzpulverwaffen ist in
diesem Fall die größte zulässige Masse Pulver in Gramm des in der
Schwarzpulverwaffe zu verwendenden Schwarzpulvers mit dem
Kennbuchstaben SP und die größte zulässige Masse des Geschosses in
Gramm aufzubringen.

(3) Bei der Prüfung von Böllern sind folgende Auflagen in die Böller-
Beschussbescheinigung über die Prüfung aufzunehmen:

1.  Die minimale Pulverladung eines Böllers muss so bemessen sein, dass
    eine sichere Zündung grundsätzlich gewährleistet ist.

2.  Eine Zündung durch die Rohrmündung ist nicht erlaubt. Die Zündung muss
    bei Auslösung des Zündmechanismus sofort erfolgen. Die geprüfte und
    zulässige Zündungsart ist in die Böller-Beschussbescheinigung
    aufzunehmen.

3.  Als Vorlage in einem Böller dürfen nur Materialien verwendet werden,
    die zu keiner Überschreitung der zulässigen Masse der Vorlage
    entsprechend der Ladetabellen führen. Die Einbringung der Vorlage darf
    darüber hinaus keine Belastungserhöhung des Böllers verursachen.
    Zulässig sind Kork und sehr leichte, weiche und nicht brennbare
    Materialien.

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BeschussV
Level: 3.0