Source: https://www.gesetze-im-internet.de/geswfachwprv/__1.html
Legislation: geswfachwprv

Title: § 1 Ziel der Prüfung und Bezeichnung des Fortbildungsabschlusses

Description:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Geprüfter Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen und Geprüfte Fachwirtin im Gesundheits- und Sozialwesen (GesWFachwPrV)
§ 1 Ziel der Prüfung und Bezeichnung des Fortbildungsabschlusses

Paragraph: 1

Full Text:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Geprüfter Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen und Geprüfte Fachwirtin im Gesundheits- und Sozialwesen (GesWFachwPrV)
§ 1 Ziel der Prüfung und Bezeichnung des Fortbildungsabschlusses

(1) Die zuständige Stelle kann berufliche Fortbildungsprüfungen zum
„Geprüften Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen“ und zur
„Geprüften Fachwirtin im Gesundheits- und Sozialwesen“ nach den §§ 2
bis 9 durchführen, in denen die auf einen beruflichen Aufstieg
abzielende Erweiterung der beruflichen Handlungsfähigkeit nachzuweisen
ist.

(2) Durch die Prüfung ist festzustellen, ob die notwendigen
Qualifikationen und Erfahrungen vorhanden sind, um in verschiedenen
Bereichen und Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens,
insbesondere in ambulanten, stationären und teilstationären
Einrichtungen, Organisationen, Institutionen und Verbänden als auch
bei einer selbstständigen Tätigkeit, eigenständig komplexe fachliche
und verantwortliche Aufgaben der Planung, Führung, Organisation und
Kontrolle unter Nutzung betriebswirtschaftlicher und
personalwirtschaftlicher Steuerungsinstrumente auszuüben. Die
Qualifikation umfasst die Befähigung, den Dienstleistungsprozess auch
als Wertschöpfungsprozess zu verstehen und eigenverantwortlich
personal- und betriebswirtschaftliche Aufgaben- und Problemstellungen
unter Beachtung umfassender Qualitätsmanagementmaßnahmen einer
zielgerichteten Lösung zuzuführen. Neue Strategien, Strukturen,
Systeme, Prozesse oder Verhaltensweisen sind in der Organisation
umzusetzen. Auszubildende, Mitarbeiter und Teams sollen geleitet und
motiviert werden. Ferner ist nachzuweisen, dass zur Gestaltung eines
anforderungsgerechten Dienstleistungsprozesses die Möglichkeiten von
interdisziplinärer Zusammenarbeit mit internen und externen Partnern
sowie multiprofessioneller Teamarbeit erkannt und genutzt werden. Bei
der Steuerung und Optimierung aller betrieblichen Vorgänge sind
wirtschaftliche und rechtliche sowie soziale, ökologische und ethische
Grundsätze zu beachten und regionale, nationale und internationale
Rahmenbedingungen zu berücksichtigen. Hierzu gehören insbesondere:

1.  Planen, Organisieren, Steuern, Überwachen und Optimieren betrieblicher
    Prozesse,

2.  Beschaffen, Führen und Entwickeln von Personal sowie Qualifizierung
    der Mitarbeiter durch Aus- und Weiterbildung,

3.  Lenken der Kommunikationsprozesse und Gestalten von internen sowie
    externen Schnittstellen,

4.  Erfassen von Leistungserstellungsprozessen, Ermitteln, Interpretieren
    und Beurteilen von steuerungsrelevanten Daten sowie Einsetzen von
    Steuerungsinstrumenten,

5.  Entwickeln und Ausgestalten von Unternehmenszielen und -strategien,
    Vorbereiten und Umsetzen unternehmerischer Entscheidungen,

6.  Vorbereiten der Finanz- und Investitionsplanung, Entwickeln und
    Umsetzen von Finanzierungs- und Investitionskonzepten,

7.  Steuern und Optimieren von Qualitätsmanagementprozessen,

8.  Planen, Organisieren, Koordinieren, Überwachen und Evaluieren von
    Projekten,

9.  Planen und Durchführen von Marketingmaßnahmen.

(3) Die erfolgreich abgelegte Prüfung führt zum anerkannten
Fortbildungsabschluss „Geprüfter Fachwirt im Gesundheits- und
Sozialwesen“ oder „Geprüfte Fachwirtin im Gesundheits- und
Sozialwesen“.

Collections: bundestag_gesetze
GesWFachwPrV
Level: 2.0