Source: https://www.gesetze-im-internet.de/grwv_2010/__15.html
Legislation: grwv_2010

Title: Anlage 4a Ableitung von Hintergrundwerten für hydrogeochemische Einheiten

Description:
Verordnung zum Schutz des Grundwassers (GrwV 2010)
Anlage 4a Ableitung von Hintergrundwerten für hydrogeochemische Einheiten

Paragraph: 15

Full Text:
Verordnung zum Schutz des Grundwassers (GrwV 2010)
Anlage 4a Ableitung von Hintergrundwerten für hydrogeochemische Einheiten

(Fundstelle: BGBl. I 2010, 1046)

1.  Die zuständigen Behörden ermitteln auf der Basis von Messdaten
    Hintergrundwerte für im Grundwasser natürlich vorkommende Stoffe oder
    Stoffgruppen. Für jede Messstelle wird das Ergebnis einer
    repräsentativen Analyse des Stoffes oder der Stoffgruppe ausgewählt.

2.[^F798335_02_BJNR151300010BJNE002800118]
  Die Messdaten werden den hydrogeochemischen Einheiten zugeordnet, die
    in der Hydrogeochemischen Übersichtskarte von Deutschland 1 : 200 000
    (HÜK200)
    festgelegt sind.

3.  Aus dem Datensatz für jede hydrogeochemische Einheit werden mittels
    eines statistischen Auswertungsverfahrens zunächst die Anomalien
    entfernt. Hierbei sind Wahrscheinlichkeitsnetze nach der DIN 53804-1,
    Ausgabe 2002, anzuwenden, die bei der Beuth-Verlag GmbH, Berlin, zu
    beziehen und beim Deutschen Patentamt archivmäßig gesichert
    niedergelegt ist. Im Anschluss daran sind die Verteilungsparameter
    (Mittelwert, Standardabweichung) für die verbleibende Normalpopulation
    zu ermitteln.

4.  Sofern für eine hydrogeochemische Einheit nach Entfernung der
    Anomalien noch mindestens 10 Messwerte unterschiedlicher Messstellen
    vorliegen, wird aus den errechneten Verteilungsparametern das 90.
    Perzentil dieser Normalpopulation als natürlicher Hintergrundwert
    berechnet.

5.  Liegen nach Entfernung der Anomalien weniger als 10 Messwerte vor,
    sollen zusätzliche Daten erhoben werden. Bis diese vorliegen, sind die
    Hintergrundwerte auf der Grundlage vorliegender Überwachungsdaten zu
    bestimmen, sofern mehr als ein Messwert vorliegt. Dabei können auch
    vereinfachte Verfahren genutzt werden, die sich auf Teilproben
    beziehen, die keine Beeinflussung durch menschliche Aktivitäten
    zeigen. Soweit Informationen über geochemische Übertragungen oder
    Prozesse vorhanden sind, sollen diese ebenfalls berücksichtigt werden.

6.  Soweit die vorliegenden Daten aus der Grundwasserüberwachung
    unzureichend oder die Informationen über geochemische Übertragungen
    oder Prozesse unzulänglich sind, sollen zusätzliche Daten und
    Informationen erhoben werden. Bis diese vorliegen, können
    Hintergrundwerte geschätzt werden. Hierzu können statistische
    Bezugswerte für dieselbe Art von Grundwasserleitern in anderen
    Gebieten herangezogen werden, für die ausreichende Überwachungsdaten
    vorliegen.

    Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) und Staatliche
    Geologische Dienste, Hydrogeologische Übersichtskarte von Deutschland
    1 : 200 000, Digitales Kartenwerk Version 3, Hrsg. BGR Hannover 2016.
[^F798335_02_BJNR151300010BJNE002800118]: 
(zu § 9 Absatz 3, § 10 Absatz 5, § 11 Absatz 2)

Collections: bundestag_gesetze
GrwV-2010
Level: 2.0