Source: https://www.gesetze-im-internet.de/afuv_2005/__19.html
Legislation: afuv_2005

Title: Anlage 1 Nutzungsbedingungen für die im Frequenzplan für den Amateurfunkdienst und den Amateurfunkdienst über Satelliten ausgewiesenen Frequenzbereiche

Description:
Verordnung zum Gesetz über den Amateurfunk (AFuV 2005)
Anlage 1 Nutzungsbedingungen für die im Frequenzplan für den Amateurfunkdienst und den Amateurfunkdienst über Satelliten ausgewiesenen Frequenzbereiche

Paragraph: 19

Full Text:
Verordnung zum Gesetz über den Amateurfunk (AFuV 2005)
Anlage 1 Nutzungsbedingungen für die im Frequenzplan für den Amateurfunkdienst und den Amateurfunkdienst über Satelliten ausgewiesenen Frequenzbereiche

(Fundstelle: BGBl. 2024 I Nr. 175, S. 1 – 4)

Auf der Grundlage des § 6 Satz 1 des Amateurfunkgesetzes vom 23. Juni
1997 (BGBl. I S. 1494), das zuletzt durch Artikel 53 des Gesetzes vom
23\. Juni 2021 (BGBl. I S. 1858) geändert worden ist, werden im
Folgenden die technischen und betrieblichen Rahmenbedingungen für die
Nutzung von Frequenzen des Amateurfunkdienstes und des
Amateurfunkdienstes über Satelliten festgelegt:

(1) Fernbediente und automatisch arbeitende Amateurfunkstellen im
Sinne von § 13 Absatz 1 und 2 dieser Verordnung dürfen nur auf den
Frequenzen betrieben werden, die in der Rufzeichenzuteilung für diese
Amateurfunkstellen ausgewiesen werden. Die maximal zulässige
Strahlungsleistung für fernbediente oder automatisch arbeitende
terrestrische Amateurfunkstellen beträgt oberhalb von 30 MHz 50 Watt
ERP (ausgenommen Remote-Betrieb). Im Fall von fortgesetzter
wechselseitiger Beeinflussung kann die Bundesnetzagentur eine
Absenkung der Leistung anordnen. Der Betrieb von Linkstrecken ist von
dieser Regelung ausgenommen und kann in Frequenzbereichen oberhalb von
1 GHz in besonders begründeten Fällen mit einer Strahlungsleistung von
bis zu maximal 1 000 Watt ERP beantragt werden. Der Inhaber der
Rufzeichenzuteilung muss sicherstellen, dass fernbediente
Amateurfunkstellen jederzeit abgeschaltet werden können.

(2) Die belegte Bandbreite einer Amateurfunk-Aussendung ist
entsprechend dem Stand der Technik auf das für die verwendete Sendeart
notwendige Ausmaß zu beschränken. Die Mittenfrequenz der Amateurfunk-
Aussendungen ist so zu wählen, dass die belegte Bandbreite innerhalb
des dem Amateurfunk zugewiesenen Frequenzbereichs liegt. Der Vorrang
des Funkverkehrs bereits belegter Frequenzen sowie der Vorrang des
Amateurfunkdienstes über Satelliten und Aussendungen von
Weltraumfunkstellen des Amateurfunkdienstes ist zu beachten.

(3) Die Funkdienste werden nach primären und sekundären Funkdiensten
unterschieden. Ein primärer Funkdienst ist ein Funkdienst, dessen
Funkstellen Schutz gegen Störungen durch Funkstellen sekundärer
Funkdienste verlangen können, auch wenn diesen bereits Frequenzen
zugeteilt sind. Schutz vor Störungen durch Funkstellen des gleichen
oder eines anderen primären Funkdienstes können nur die Funkstellen
verlangen, denen die Frequenzen früher zugeteilt wurden. Ein
sekundärer Funkdienst ist ein Funkdienst, dessen Funkstellen weder
Störungen bei den Funkstellen eines primären Funkdienstes verursachen
dürfen noch Schutz vor Störungen durch solche Funkstellen verlangen
können. Dies ist unabhängig davon, wann die Frequenzzuteilung an
Funkstellen des primären Funkdienstes erfolgt. Schutz vor Störungen
durch Funkstellen des gleichen oder eines anderen sekundären
Funkdienstes kann die Funkstelle verlangen, der die Frequenz früher
zugeteilt wurde.

(4) In den Frequenzbereichen gemäß Buchstabe A gelten die Regelungen
des Frequenzplans und zusätzlich die besonderen Nutzungsbestimmungen
nach den Buchstaben A und B.

Collections: bundestag_gesetze
AFuV-2005
Level: 2.0