Source: https://www.gesetze-im-internet.de/parkettlmstrv/__2.html
Legislation: parkettlmstrv

Title: § 2 Meisterprüfungsberufsbild

Description:
Verordnung über die Meisterprüfung in den Teilen I und II im Parkettleger-Handwerk (ParkettlMstrV)
§ 2 Meisterprüfungsberufsbild

Paragraph: 2

Full Text:
Verordnung über die Meisterprüfung in den Teilen I und II im Parkettleger-Handwerk (ParkettlMstrV)
§ 2 Meisterprüfungsberufsbild

In den Teilen I und II der Meisterprüfung im Parkettleger-Handwerk hat
der Prüfling den Teil seiner beruflichen Handlungskompetenz
nachzuweisen, der sich auf wesentliche Tätigkeiten seines Gewerbes und
die erforderlichen fachtheoretischen Kenntnisse bezieht. Grundlage
dafür sind folgende Fertigkeiten und Kenntnisse:

1.  einen Parkettleger-Betrieb führen und organisieren und dabei
    technische, kaufmännische und personalwirtschaftliche Entscheidungen
    treffen und begründen, insbesondere unter Berücksichtigung

    a)  der Kostenstrukturen,

    b)  der Wettbewerbssituation,

    c)  der betrieblichen Aus- und Weiterbildung,

    d)  der Betriebsorganisation,

    e)  des Qualitätsmanagements,

    f)  des Arbeitsschutzrechtes,

    g)  des Datenschutzes,

    h)  der Datenverarbeitung,

    i)  des Umweltschutzes,

    j)  der Ressourceneffizienz und

    k)  technologischer sowie gesellschaftlicher Entwicklungen, insbesondere
        digitaler Technologien,

2.  Konzepte für Betriebsstätten einschließlich Betriebs- und
    Lagerausstattung sowie für logistische Geschäfts- und Arbeitsprozesse
    entwickeln und umsetzen,

3.  Kundenwünsche und jeweilige Rahmenbedingungen ermitteln, Anforderungen
    ableiten, Kunden beraten, Serviceleistungen anbieten, Lösungen
    entwickeln, Verhandlungen führen und Ziele festlegen, Leistungen
    kalkulieren und Angebote erstellen sowie Verträge schließen,

4.  Ausschreibungen und Leistungsverzeichnisse analysieren und bewerten,

5.  Geschäfts- und Arbeitsprozesse zur Leistungserstellung planen,
    organisieren und überwachen und dabei Risiken ermitteln und
    beurteilen,

6.  Leistungen erbringen, insbesondere

    a)  Skizzen, Pläne, Planvorgaben, Zeichnungen und Muster erstellen,
        korrigieren und bewerten,

    b)  zu belegende Flächen aufmessen und einteilen,

    c)  Konzepte zur Gestaltung von Parkett, Holzpflaster und Bodenbelägen
        unter Berücksichtigung von Kundenwünschen, Nutzungsanforderungen,
        Denkmalschutz, Konstruktionsarten, Nachhaltigkeit sowie
        gesundheitlichen, raumklimatischen, bauphysikalischen und
        instandhaltungsbezogenen Gesichtspunkten erarbeiten und bewerten,

    d)  raumklimatische Bedingungen, Untergrundbeschaffenheit,
        Lichtverhältnisse, Bau- und Einrichtungsstile prüfen, analysieren und
        bewerten,

    e)  Materialien prüfen, beurteilen, auswählen und vorbereiten,

    f)  Altbeläge und Unterkonstruktionen entfernen und entsorgen,

    g)  gesundheitsschädliche Materialien in Altbelägen, Altklebstoffen und
        Unterkonstruktionen erkennen und Maßnahmen zur fachgerechten
        Beseitigung veranlassen,

    h)  Untergründe erkennen, prüfen und bewerten sowie weitere Vorgehensweise
        daraus ableiten,

    i)  Untergründe vorbereiten und bearbeiten,

    j)  Parkett, Holzpflaster und Bodenbeläge verlegen,

    k)  Oberflächen vorbereiten, insbesondere diese schleifen und
        strukturieren,

    l)  Oberflächen behandeln, insbesondere färben, versiegeln und
        imprägnieren,

    m)  Zusammenarbeit mit anderen Handwerken und Gewerben koordinieren und

    n)  Störungen im Arbeitsablauf erkennen und Lösungen zu deren Behebung
        erarbeiten,

7.  technische, organisatorische und rechtliche Gesichtspunkte bei der
    Leistungserstellung berücksichtigen, insbesondere

    a)  die Eigenschaften und Beschaffenheit von Untergründen und
        Untergrundkonstruktionen,

    b)  das Raumklima und die Lichtverhältnisse,

    c)  die Bauphysik,

    d)  die Bau- und Einrichtungsstile,

    e)  die Farb- und Formlehre, insbesondere Gestaltungsprinzipien bei der
        Festlegung der Verlegerichtung und -muster, bei Materialkombinationen
        und bei Einlegearbeiten,

    f)  die Anforderungen in Leistungsverzeichnissen,

    g)  die berufsbezogenen Rechtsvorschriften, Verordnungen und technischen
        Normen, insbesondere Prüf- und Hinweispflichten, auch im Hinblick auf
        den Umgang mit Gefahrstoffen,

    h)  der allgemein anerkannten Regeln des Fachs und der Technik,

    i)  das einzusetzende Personal sowie die Materialien, Geräte, Maschinen
        und Werkzeuge sowie

    j)  die Möglichkeiten zum Einsatz von Auszubildenden,

8.  Arten und Eigenschaften von zu be- und verarbeitenden Materialien
    berücksichtigen,

9.  Unteraufträge, insbesondere unter Berücksichtigung von Qualität und
    Rechtsvorschriften, vergeben und deren Ausführung kontrollieren,

10. Qualitätskontrollen durchführen, Fehler, Mängel und Störungen
    analysieren und beseitigen, Ergebnisse bewerten und dokumentieren,

11. erstellte Leistungen kontrollieren, dokumentieren und übergeben sowie
    Nachkalkulationen durchführen, Auftragsabwicklung auswerten und
    Abnahmeprotokolle erstellen und

12. Kunden im Hinblick auf Raumklima, Nutzung, Reinigung und Pflege
    beraten.

Collections: bundestag_gesetze
ParkettlMstrV
Level: 2.0