Source: https://www.gesetze-im-internet.de/kerausbv_2009/__6.html
Legislation: kerausbv_2009

Title: § 6 Zwischenprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Keramiker und zur Keramikerin (KerAusbV 2009)
§ 6 Zwischenprüfung

Paragraph: 6

Full Text:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Keramiker und zur Keramikerin (KerAusbV 2009)
§ 6 Zwischenprüfung

(1) Zur Ermittlung des Ausbildungsstands ist eine Zwischenprüfung
durchzuführen. Sie soll zum Ende des zweiten Ausbildungsjahres
stattfinden.

(2) Die Zwischenprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage für die
ersten drei Ausbildungshalbjahre aufgeführten Fertigkeiten, Kenntnisse
und Fähigkeiten sowie auf den im Berufsschulunterricht zu
vermittelnden Lehrstoff, soweit er für die Berufsausbildung wesentlich
ist.

(3) Die Zwischenprüfung findet im Prüfungsbereich „Erstellen
keramischer Gegenstände“ statt. Für diesen Prüfungsbereich bestehen
folgende Vorgaben:

1.  der Prüfling soll nachweisen, dass er

    a)  Skizzen anfertigen,

    b)  keramische Rohlinge anfertigen und nacharbeiten,

    c)  Techniken der keramischen Oberflächenbearbeitung anwenden,

    d)  keramische Massen und Suspensionen aufbereiten,

    e)  keramische Rohlinge trocknen,

    f)  Werkzeuge, Maschinen und Einrichtungen handhaben sowie warten,

    g)  Maßnahmen zur Arbeitsorganisation, zur Sicherheit und zum
        Gesundheitsschutz bei der Arbeit, zum Umweltschutz, zur
        Kundenorientierung, zur Wirtschaftlichkeit und zur Qualitätssicherung
        berücksichtigen,

    h)  die für die Prüfungsaufgabe relevanten fachlichen Hintergründe
        aufzeigen sowie die Vorgehensweise begründen

    kann;

2.  folgende Tätigkeiten sind dem Prüfungsbereich zugrunde zu legen:

    a)  unter Berücksichtigung der gewählten Wahlqualifikationen nach § 4
        Absatz 2 Abschnitt B Nummer 1, 2 oder Nummer 3:

        aa) Freidrehen und Abdrehen von Formen:

            aaa) Freidrehen einer Grundformserie aus mindestens drei Formlingen als
                Hohl- und Flachware nach Muster,

            bbb) Freidrehen von frei gewählten Gefäßformen sowie

            ccc) Abdrehen lederharter Formlinge auf der Scheibe oder

        bb) Formen, Aufbauen und Modellieren von Baukeramiken:

            aaa) Ausformen und Verstegen eines Formteils oder Anfertigen einer
                Blattkachel nach Vorgabe,

            bbb) Aufbauen eines keramischen Hohlkörpers,

            ccc) Freidrehen einer Schüsselkachel oder Ziehen eines Profils aus einem
                Massestrang sowie

            ddd) Fertigstellen eines Profils zu einem Formteil oder

        cc) Entwerfen und Umsetzen von Dekoren:

            aaa) Ausführen einer Maltechnik auf Roh- oder Schrühware nach Vorgabe und
                eigenem Entwurf sowie

            bbb) Ausführen eines Banddekors sowie einer anderen Dekortechnik nach
                eigener Wahl;

    b)  unter Berücksichtigung der gewählten Wahlqualifikationen nach § 4
        Absatz 2 Abschnitt B Nummer 4, 5 oder Nummer 6:

        aa) Herstellen von keramischen Rohlingen durch halbmaschinelle
            Formgebungsverfahren,

        bb) Ziehen und Angarnieren von Henkeln an gleichen Grundformen oder

        cc) Herstellen eines Modells aus Gips oder aus Ton;

3.  der Prüfling soll eine Arbeitsaufgabe, die aus mehreren Teilen
    bestehen kann, durchführen und hierüber ein situatives Fachgespräch
    führen sowie Aufgaben schriftlich bearbeiten. Bei der Durchführung der
    Arbeitsaufgabe sind die in den Wahlqualifikationen erworbenen
    Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten zu berücksichtigen;

4.  die Prüfungszeit beträgt insgesamt sieben Stunden. Innerhalb dieser
    Zeit soll das situative Fachgespräch in höchstens zehn Minuten sowie
    die schriftliche Bearbeitung der Aufgaben in 150 Minuten durchgeführt
    werden.

Collections: bundestag_gesetze
KerAusbV-2009
Level: 2.0