Source: https://www.gesetze-im-internet.de/kfzmechaausbv_2013/__8.html
Legislation: kfzmechaausbv_2013

Title: § 8 Teil 2 der Abschluss- oder Gesellenprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Kraftfahrzeugmechatroniker und zur Kraftfahrzeugmechatronikerin (KfzMechaAusbV 2013)
§ 8 Teil 2 der Abschluss- oder Gesellenprüfung

Paragraph: 8

Full Text:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Kraftfahrzeugmechatroniker und zur Kraftfahrzeugmechatronikerin (KfzMechaAusbV 2013)
§ 8 Teil 2 der Abschluss- oder Gesellenprüfung

(1) Teil 2 der Abschluss- oder Gesellenprüfung erstreckt sich auf die
in der Anlage aufgeführten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten
sowie auf den im Berufsschulunterricht zu vermittelnden Lehrstoff,
soweit er für die Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Teil 2 der Abschluss- oder Gesellenprüfung besteht aus den
Prüfungsbereichen:

1.  Kundenauftrag,

2.  Kraftfahrzeug- und Instandhaltungstechnik,

3.  Diagnosetechnik,

4.  Wirtschafts- und Sozialkunde.

(3) Für den Prüfungsbereich Kundenauftrag bestehen folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist,

    a)  Arbeitsabläufe selbstständig zu planen, umzusetzen und die Ergebnisse
        zu dokumentieren,

    b)  Informationssysteme zu nutzen, mit Kunden zu kommunizieren,

    c)  Fahrzeuge und Systeme zu bedienen und zu erklären,

    d)  fahrzeugtechnische Systeme außer und in Betrieb zu nehmen,

    e)  Systemfunktionen zu überprüfen, Diagnosesysteme einzusetzen, Fehler
        und Störungen zu diagnostizieren,

    f)  Fahrzeuge und deren Systeme instand zu setzen oder nachzurüsten,

    g)  Ergebnisse zu dokumentieren, Mess- und Prüfprotokolle anzufertigen und
        zu analysieren,

    h)  Probleme und deren Lösungen darzustellen und fachliche Hintergründe
        aufzuzeigen sowie die Vorgehensweise bei der Durchführung des
        Kundenauftrages zu begründen;

2.  für den Nachweis nach Nummer 1 sind folgende Tätigkeiten zugrunde zu
    legen:

    2.1 Überprüfen von Fahrzeugen oder Fahrzeugsystemen nach
        Herstellervorgaben oder straßenverkehrszulassungsrechtlichen
        Vorschriften;

    2.2 Diagnostizieren von Fehlern, Störungen und deren Ursachen an
        mindestens einem der folgenden Systeme:

        a)  Bremssystem,

        b)  Fahrwerkssystem,

        c)  Kraftübertragungssystem,

        d)  Antriebssystem,

        e)  Komfortsystem,

        f)  Sicherheitssystem,

        g)  Hochvoltsystem oder

        h)  vernetzte Systeme;

    2.3 Instandsetzen von Fahrzeugen oder Fahrzeugsystemen;

3.  andere Tätigkeiten können zugrunde gelegt werden, wenn sie in gleicher
    Breite und Tiefe die in Nummer 1 genannten Nachweise ermöglichen;

4.  der Prüfling soll drei gleichwertige Arbeitsaufgaben, die aus mehreren
    Teilaufgaben bestehen können und Kundenaufträgen entsprechen,
    bearbeiten sowie hierüber ein situatives Fachgespräch führen, das aus
    mehreren Gesprächsphasen bestehen kann; die Arbeitsaufgaben nach
    Nummer 2.2 und 2.3 sollen sich auf den gewählten Schwerpunkt beziehen;

5.  die Prüfungszeit beträgt fünf Stunden; innerhalb dieser Zeit soll das
    situative Fachgespräch in insgesamt höchstens 20 Minuten durchgeführt
    werden.

(4) Für den Prüfungsbereich Kraftfahrzeug- und Instandhaltungstechnik
bestehen folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist,

    a)  kraftfahrzeugtechnische Systeme und deren Funktionen zu beschreiben,

    b)  Problemanalysen durchzuführen, technologische und mathematische
        Sachverhalte zu analysieren, zu bewerten, Vorgehensweisen und
        Lösungswege darzustellen,

    c)  Sicherheits-, Gesundheitsschutz- und Umweltschutzbestimmungen,
        zulassungsrechtliche Vorschriften sowie die Methoden der
        Instandhaltung unter Berücksichtigung des Qualitätsmanagements und der
        Grundsätze der Kundenorientierung anzuwenden und Ergebnisse zu
        bewerten,

    d)  für die Instandhaltung erforderliche Ersatzteile, Werkzeuge, Mess- und
        Prüfgeräte sowie Werkstatteinrichtungen und Hilfsmittel unter
        Beachtung von technischen Regeln und Herstellerangaben auszuwählen,

    e)  Maßnahmen unter Berücksichtigung betrieblicher Abläufe zu planen,

    f)  branchenbezogene Software zu nutzen und Daten auszuwerten sowie

    g)  elektrotechnische Arbeiten an Hochvoltkomponenten unter Anwendung der
        Sicherheitsvorschriften darzustellen;

2.  der Prüfling soll Aufgaben, die sich auf Kundenaufträge beziehen,
    schriftlich bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 120 Minuten.

(5) Für den Prüfungsbereich Diagnosetechnik bestehen folgende
Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist,

    a)  Problemanalysen durchzuführen, technologische und mathematische
        Sachverhalte zu analysieren, zu bewerten, Vorgehensweisen und
        Lösungswege darzustellen,

    b)  Informationen aus Funktions-, Schalt- und Vernetzungsplänen,
        branchenbezogener Software sowie Herstelleranweisungen auszuwerten,

    c)  Störungen, Fehler und deren Ursachen systematisch einzugrenzen,

    d)  Ergebnisse der eingesetzten Mess-, Prüf- und Diagnosegeräte sowie
        Kundenhinweise zu nutzen, auszuwerten und zu bewerten,

    e)  die Vernetzung von Systemen des Kraftfahrzeuges zu beschreiben und zu
        analysieren;

2.  der Prüfling soll Aufgaben, die sich auf Kundenaufträge beziehen,
    schriftlich bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 120 Minuten.

(6) Für den Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde bestehen
folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er allgemeine wirtschaftliche und
    gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt darstellen
    und beurteilen kann;

2.  der Prüfling soll praxisbezogene Aufgaben schriftlich bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 60 Minuten.

Collections: bundestag_gesetze
KfzMechaAusbV-2013
Level: 2.0