Source: https://www.gesetze-im-internet.de/strlschv_2018/__65.html
Legislation: strlschv_2018

Title: § 65 Vorgehen bei der Ermittlung der Körperdosis

Description:
Verordnung zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung (StrlSchV 2018)
Teil 2 - Strahlenschutz bei geplanten Expositionssituationen
Kapitel 6 - Anforderungen im Zusammenhang mit der Ausübung von Tätigkeiten
Abschnitt 1 - Physikalische Strahlenschutzkontrolle; Strahlenschutzbereiche
§ 65 Vorgehen bei der Ermittlung der Körperdosis

Paragraph: 65

Full Text:
Verordnung zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung (StrlSchV 2018)
Teil 2 - Strahlenschutz bei geplanten Expositionssituationen
Kapitel 6 - Anforderungen im Zusammenhang mit der Ausübung von Tätigkeiten
Abschnitt 1 - Physikalische Strahlenschutzkontrolle; Strahlenschutzbereiche
§ 65 Vorgehen bei der Ermittlung der Körperdosis

(1) Der Strahlenschutzverantwortliche hat dafür zu sorgen, dass zur
Ermittlung der Körperdosis die Personendosis nach § 66 gemessen wird.
Die zuständige Behörde kann auf Grund der Expositionsbedingungen
bestimmen, dass zur Ermittlung der Körperdosis zusätzlich oder,
abweichend von Satz 1, allein

1.  die Ortsdosis, die Ortsdosisleistung, die Konzentration radioaktiver
    Stoffe in der Luft oder die Kontamination des Arbeitsplatzes gemessen
    wird,

2.  die Körperaktivität oder die Aktivität der Ausscheidungen gemessen
    wird oder

3.  weitere Eigenschaften des Strahlungsfeldes oder der Quelle der
    ionisierenden Strahlung festgestellt werden.

(2) Der Strahlenschutzverantwortliche hat dafür zu sorgen, dass bei
einer unterbliebenen oder fehlerhaften Messung

1.  die zuständige Behörde informiert wird und

2.  die Dosis abgeschätzt wird.

Die zuständige Behörde legt eine Ersatzdosis fest und veranlasst, dass
die Ersatzdosis an das Strahlenschutzregister nach § 170 des
Strahlenschutzgesetzes übermittelt wird. Die zuständige Behörde kann
im Einzelfall von der Festlegung einer Ersatzdosis absehen, wenn die
festzusetzende Dosis 0 Millisievert beträgt und sie diesen Wert an das
Strahlenschutzregister nach § 170 des Strahlenschutzgesetzes
übermittelt. Die Übermittlung nach Satz 2 oder 3 kann über eine nach §
169 des Strahlenschutzgesetzes bestimmte Messstelle erfolgen.

(3) Besteht auf Grund der Ermittlung der Körperdosis der Verdacht,
dass einer der Dosisgrenzwerte des § 78 des Strahlenschutzgesetzes
überschritten wurde, hat der Strahlenschutzverantwortliche dafür zu
sorgen, dass die Körperdosis unter Berücksichtigung der
Expositionsbedingungen ermittelt wird. Er hat dafür zu sorgen, dass
die ermittelte Körperdosis unverzüglich der betroffenen Person
mitgeteilt und zusammen mit den Angaben zu den Expositionsbedingungen
an die zuständige Behörde übermittelt wird. Die zuständige Behörde
veranlasst, dass die ermittelte Körperdosis und die Angaben über die
Expositionsbedingungen an das Strahlenschutzregister nach § 170 des
Strahlenschutzgesetzes übermittelt werden. Dies kann über eine nach §
169 des Strahlenschutzgesetzes bestimmte Messstelle erfolgen.

(4) Der Strahlenschutzverantwortliche hat dafür zu sorgen, dass die
Messung der Körperaktivität oder der Aktivität der Ausscheidungen
sowie die auf Grund dieser Messung durchzuführende Ermittlung der
Körperdosis durch eine nach § 169 des Strahlenschutzgesetzes bestimmte
Messstelle durchgeführt wird.

Collections: bundestag_gesetze
StrlSchV-2018
Level: 5.0