Source: https://www.gesetze-im-internet.de/kvmeistprv/__5.html
Legislation: kvmeistprv

Title: § 5 Handlungsspezifische Qualifikationen

Description:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Geprüfter Meister für Kraftverkehr und Geprüfte Meisterin für Kraftverkehr (KVMeistPrV)
§ 5 Handlungsspezifische Qualifikationen

Paragraph: 5

Full Text:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Geprüfter Meister für Kraftverkehr und Geprüfte Meisterin für Kraftverkehr (KVMeistPrV)
§ 5 Handlungsspezifische Qualifikationen

(1) Der Prüfungsteil „Handlungsspezifische Qualifikationen“ umfasst
die Handlungsbereiche

1.  Fuhrparktechnik und Fuhrparkmanagement,

2.  Organisation und Kommunikation,

3.  Führung und Personal.

(2) Der Handlungsbereich „Fuhrparktechnik und Fuhrparkmanagement“
gliedert sich in folgende Qualifikationsschwerpunkte:

1.  Fuhrparktechnik,

2.  Fuhrparkmanagement.

(3) Im Qualifikationsschwerpunkt „Fuhrparktechnik“ soll die Fähigkeit
nachgewiesen werden, unter Berücksichtigung der gesetzlichen,
technischen und betrieblichen Vorgaben die Fahrzeuge vorschriftsmäßig,
verkehrs- und betriebssicher bereitzustellen und die
Betriebsbereitschaft von Anlagen und Geräten zu überwachen. Hierzu
zählen das Überprüfen des technischen Zustands, die Einhaltung der
Instandhaltungs- und Prüfintervalle, die Reinigung der Fahrzeuge sowie
das Gewährleisten der Einsatzfähigkeit der Fahrzeuge und
Fahrzeugkombinationen, der Funktionsfähigkeit der Informationssysteme
und der Sicherheitsausstattung. Ferner soll die Fähigkeit nachgewiesen
werden, die Umsetzung gesetzlicher und technischer Vorgaben für das
Laden und Sichern der Ladegüter, die Fahrgastsicherheit und die
Durchführung von Beförderungen zu gewährleisten und dabei die
einschlägigen naturwissenschaftlichen Grundlagen zu berücksichtigen.
In diesem Rahmen können folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Überprüfen und Sicherstellen des vorschriftsmäßigen, verkehrs- und
    betriebssicheren Zustands von Fahrzeugen und Fahrzeugkombinationen,

2.  Sicherstellen der Funktionsfähigkeit von gesetzlich und betrieblich
    vorgeschriebenen Kontrollgeräten sowie von Sicherheits- und
    Informationssystemen in und an Fahrzeugen,

3.  Planen, Veranlassen und Überwachen der Instandhaltung und der
    vorgeschriebenen Prüfungen von Fahrzeugen und Fahrzeugkombinationen,

4.  Sicherstellen des verkehrs- und betriebssicheren Zustands der Ladung
    unter Beachtung der Sicherungsmittel und der Ladehilfsmittel,

5.  Planen, Veranlassen und Überwachen der Instandhaltung der
    Ladungssicherungsmittel sowie der Sicherheitsausrüstung und der
    Sicherheitsausstattung nach den gesetzlichen, technischen und
    betrieblichen Anforderungen,

6.  Erhalten der Betriebsbereitschaft von Anlagen und Geräten und
    Überwachen von Instandhaltungs- und Prüfintervallen,

7.  Berücksichtigen von naturwissenschaftlichen und technischen Grundlagen
    bei der Beförderung.

(4) Im Qualifikationsschwerpunkt „Fuhrparkmanagement“ soll die
Fähigkeit nachgewiesen werden, unter Berücksichtigung der
gesetzlichen, vertraglichen und betrieblichen Vorgaben sowie
technischer, wirtschaftlicher und ökologischer Aspekte den Einsatz von
Fahrzeugen und sonstigen Betriebsmitteln für die Erbringung von
Beförderungsleistungen zu planen, zu steuern und zu überwachen sowie
die zielgerichtete Erneuerung des Fuhrparks mitzugestalten. Ferner
soll die Fähigkeit nachgewiesen werden, die Wirtschaftlichkeit von
Beförderungsleistungen unter Beachtung der Rahmenbedingungen und des
Zusammenwirkens verschiedener Verkehrsträger zu analysieren und zu
optimieren sowie an der Gestaltung von Kundenbeziehungen und der
Weiterentwicklung von Beförderungsleistungen mitzuwirken. In diesem
Rahmen können folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Planen von Beförderungsleistungen unter Berücksichtigung der
    gesetzlichen und vertraglichen Vorgaben und unter Beachtung von
    Sicherheitsanforderungen,

2.  Überwachen der Einhaltung der für die Durchführung der Beförderung
    maßgebenden gesetzlichen, vertraglichen und betrieblichen
    Bestimmungen,

3.  Ermitteln der benötigten Beförderungskapazitäten,

4.  Auswählen und Bereitstellen der Fahrzeuge, Fahrzeugkombinationen,
    Lade- und Ladungssicherungshilfsmittel entsprechend dem
    Beförderungsauftrag,

5.  Mitwirken beim Bereitstellen der mitzuführenden Dokumente,

6.  Ermitteln und Analysieren von Daten über die Einhaltung gesetzlicher
    und betrieblicher Vorschriften,

7.  Analysieren der Wirtschaftlichkeit des Fahrzeugeinsatzes und Mitwirken
    bei Verbesserungskonzepten,

8.  Mitwirken bei Maßnahmen zur Vermeidung und Behebung von Störungen und
    Schäden bei der Beförderung,

9.  Mitwirken bei der Gestaltung von Beförderungsketten unter
    Berücksichtigung der Möglichkeiten anderer Verkehrsträger und der
    Zusammenarbeit mit anderen Partnern,

10. Mitwirken bei der Planung von Neu- und Ersatzbeschaffungen von
    Fahrzeugen und Geräten,

11. Sicherstellen der Verfügbarkeit von Betriebsstoffen, Arbeitsmitteln
    und Ersatzteilen,

12. Sicherstellen der Verfügbarkeit und des Schutzes von Anlagen,

13. Mitwirken bei der Kundenbetreuung; Beraten von Kunden und Fördern der
    Kundenzufriedenheit.

(5) Der Handlungsbereich „Organisation und Kommunikation“ gliedert
sich in folgende Qualifikationsschwerpunkte:

1.  Betriebliches Kostenwesen und Controlling,

2.  Planung, Steuerung und Kommunikationssysteme,

3.  Arbeits-, Umwelt- und Gesundheitsschutz,

4.  Qualitätsmanagement.

(6) Im Qualifikationsschwerpunkt „Betriebliches Kostenwesen und
Controlling“ soll die Fähigkeit nachgewiesen werden,
betriebswirtschaftliche Zusammenhänge und kostenrelevante
Einflussfaktoren zu erfassen und zu beurteilen sowie Möglichkeiten der
Kostenbeeinflussung aufzuzeigen und Maßnahmen zum kostenbewussten
Handeln zu planen, zu organisieren, einzuleiten und zu überwachen.
Dazu gehört die Fähigkeit, Kennzahlen zu nutzen und
Kalkulationsverfahren anzuwenden sowie organisatorische und personelle
Maßnahmen unter Kostengesichtspunkten zu beurteilen. In diesem Rahmen
können folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Planen, Erfassen, Analysieren und Bewerten der
    arbeitsbereichsbezogenen Kosten,

2.  Überwachen und Einhalten zugeteilter Budgets,

3.  Beeinflussen der Kosten insbesondere unter Berücksichtigung der
    Prozessoptimierung,

4.  Hinwirken auf kostenbewusstes Handeln der Mitarbeiter und
    Mitarbeiterinnen,

5.  Mitarbeit bei der Auswahl und der Erfassung relevanter Kennzahlen für
    das Controlling,

6.  Vorbereiten arbeitsbereichsbezogener kostenrelevanter Entscheidungen.

(7) Im Qualifikationsschwerpunkt „Planung, Steuerung und
Kommunikationssysteme“ soll die Fähigkeit nachgewiesen werden,
Kommunikationsprozesse im Betriebsablauf mitzugestalten sowie
Planungsziele und Betriebsabläufe mit Hilfe von betrieblichen Systemen
zu überwachen, zu steuern und zu dokumentieren. In diesem Rahmen
können folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Pflegen und Aufbereiten der Fuhrparkdaten und Ableiten von Maßnahmen,

2.  Mitwirken bei Termin- und Kapazitätsplanungen,

3.  Sicherstellen von Kommunikations- und Abstimmungsprozessen,

4.  Nutzen von Informations- und Kommunikationssystemen.

(8) Im Qualifikationsschwerpunkt „Arbeits-, Umwelt- und
Gesundheitsschutz“ soll die Fähigkeit nachgewiesen werden,
einschlägige Gesetze, Vorschriften und Bestimmungen in ihrer Bedeutung
zu erkennen und ihre Einhaltung sicherzustellen. Dazu gehört die
Fähigkeit, Gefahren vorzubeugen, Störungen zu erkennen und zu
analysieren sowie Maßnahmen zu ihrer Vermeidung oder Beseitigung
einzuleiten und sicherzustellen, dass sich die Mitarbeiter und
Mitarbeiterinnen arbeits-, umwelt- und gesundheitsschutzbewusst
verhalten und entsprechend handeln. In diesem Rahmen können folgende
Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Überprüfen und Gewährleisten der Arbeitssicherheit, des Arbeits-,
    Gesundheits- und Umweltschutzes im Betrieb,

2.  Fördern des Bewusstseins der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen
    bezüglich der Arbeitssicherheit und des betrieblichen Arbeits-,
    Umwelt- und Gesundheitsschutzes,

3.  Planen und Durchführen von Unterweisungen in der Arbeitssicherheit
    sowie im Arbeits-, Umwelt- und Gesundheitsschutz,

4.  Überwachen der Lagerung von und des Umgangs mit umweltbelastenden und
    gesundheitsgefährdenden Stoffen,

5.  Planen, Vorschlagen, Einleiten und Überprüfen von Maßnahmen zur
    Verbesserung der Arbeitssicherheit sowie zur Reduzierung und
    Vermeidung von Unfällen und von Umwelt- und Gesundheitsbelastungen.

(9) Im Qualifikationsschwerpunkt „Qualitätsmanagement“ soll die
Fähigkeit nachgewiesen werden, Qualitätsziele durch Anwendung
entsprechender Methoden und Beeinflussung des Qualitätsbewusstseins
der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu sichern, bei der Realisierung
eines Qualitätsmanagementsystems mitzuwirken und zu dessen
Verbesserung und Weiterentwicklung beizutragen. In diesem Rahmen
können folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Berücksichtigen des Einflusses des Qualitätsmanagementsystems auf das
    Unternehmen,

2.  Fördern des Qualitätsbewusstseins der Mitarbeiter und
    Mitarbeiterinnen,

3.  Anwenden von Methoden zur Sicherung und Verbesserung der Qualität,

4.  kontinuierliches Umsetzen der Qualitätsmanagementziele durch Planen,
    Sichern, Lenken und Bewerten von qualitätswirksamen Maßnahmen.

(10) Der Handlungsbereich „Führung und Personal“ gliedert sich in
folgende Qualifikationsschwerpunkte:

1.  Personalführung,

2.  Personalentwicklung.

(11) Im Qualifikationsschwerpunkt „Personalführung“ soll die Fähigkeit
nachgewiesen werden, den Personalbedarf zu ermitteln und den
Personaleinsatz entsprechend den Anforderungen sicherzustellen sowie
die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen nach betrieblichen Anforderungen
zu führen und ihre Eigenverantwortung zu fördern. In diesem Rahmen
können folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Ermitteln und Bestimmen des qualitativen und quantitativen
    Personalbedarfs unter Berücksichtigung technischer und
    organisatorischer Veränderungen,

2.  Auswahl und Einsatz der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen unter
    Berücksichtigung ihrer persönlichen und fachlichen Eignung sowie der
    gesetzlichen und betrieblichen Anforderungen,

3.  Erstellen von Anforderungsprofilen, Stellenplanungen und
    -beschreibungen sowie von Funktionsbeschreibungen,

4.  Delegieren von Aufgaben und der damit verbundenen Verantwortung,

5.  Fördern der Kommunikations- und Kooperationsbereitschaft,

6.  Anwenden von Führungsmethoden und -mitteln zur Bewältigung
    betrieblicher Aufgaben und zum Lösen von Problemen und Konflikten,

7.  Beteiligen der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen am kontinuierlichen
    Verbesserungsprozess,

8.  Einrichten, Moderieren und Steuern von Arbeits- und Projektgruppen,

9.  Berücksichtigen der rechtlichen und organisatorischen
    Rahmenbedingungen beim Einsatz von Fremdpersonal.

(12) Im Qualifikationsschwerpunkt „Personalentwicklung“ soll die
Fähigkeit nachgewiesen werden, eine systematische Personalentwicklung
durchzuführen. Dazu gehört die Fähigkeit,
Personalentwicklungspotenziale einzuschätzen und Personalentwicklungs-
und Qualifizierungsziele festzulegen. Es sollen entsprechende
Maßnahmen geplant, ihre Ergebnisse überprüft und deren Umsetzung
gefördert werden können. In diesem Rahmen können folgende
Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Festlegen von Personalentwicklungszielen,

2.  Durchführen von Potenzialeinschätzungen nach vorgegebenen Kriterien
    und unter Anwendung entsprechender Instrumente und Methoden,

3.  Ermitteln des Personalentwicklungsbedarfs und Veranlassen von
    Umsetzungsmaßnahmen,

4.  Überprüfen und Bewerten der Ergebnisse aus Maßnahmen der
    Personalentwicklung,

5.  Beraten, Fördern und Unterstützen von Mitarbeitern und
    Mitarbeiterinnen hinsichtlich ihrer beruflichen Entwicklung.

(13) Zu jedem Handlungsbereich nach Absatz 1 wird eine
Situationsaufgabe gestellt, in der mindestens einer seiner
Qualifikationsschwerpunkte den Kern bildet; darin sollen außerdem
Qualifikationsinhalte aus Qualifikationsschwerpunkten der beiden
anderen Handlungsbereiche unter Berücksichtigung der grundlegenden
Qualifikationen integrativ berücksichtigt werden. Die
Situationsaufgaben sind so zu gestalten, dass alle
Qualifikationsschwerpunkte der drei Handlungsbereiche mindestens
einmal thematisiert werden. Zwei der Situationsaufgaben sind
schriftlich zu lösen; eine Situationsaufgabe ist Gegenstand des
Fachgesprächs nach Absatz 16.

(14) Die Prüfungsdauer der schriftlichen Situationsaufgaben beträgt
jeweils mindestens drei Stunden, insgesamt nicht mehr als acht
Stunden.

(15) Wurde in nicht mehr als einer der beiden schriftlichen
Situationsaufgaben eine mangelhafte Prüfungsleistung erbracht, ist
eine mündliche Ergänzungsprüfung anzubieten. Bei einer ungenügenden
Prüfungsleistung besteht diese Möglichkeit nicht. Die
Ergänzungsprüfung soll in der Regel nicht länger als 20 Minuten
dauern. Die Bewertung der schriftlichen Prüfungsleistung und die der
mündlichen Ergänzungsprüfung werden zu einer Bewertung der
Prüfungsleistung zusammengefasst. Dabei wird die Bewertung der
schriftlichen Prüfungsleistung doppelt gewichtet.

(16) Im Fachgespräch soll die zu prüfende Person Lösungsansätze für
die Situationsaufgabe präsentieren und begründen und deren Grundlagen
mit dem Prüfungsausschuss erörtern. Dabei soll auch die Fähigkeit
nachgewiesen werden, berufliche Aufgabenstellungen und Sachverhalte zu
analysieren und zu strukturieren. Die Präsentation soll möglichst
unter Nutzung von Präsentationstechniken erfolgen. Der zu prüfenden
Person sind 30 Minuten zur Bearbeitung der Situationsaufgabe und zur
Vorbereitung der Präsentation einzuräumen. Das Fachgespräch soll für
die zu prüfende Person höchstens 45 Minuten dauern, von denen
höchstens 15 Minuten auf die Präsentation entfallen.

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