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Legislation: stromnev

Title: Anlage 4 Gleichzeitigkeitsfunktion und -grad

Description:
Verordnung über die Entgelte für den Zugang zu Elektrizitätsversorgungsnetzen (StromNEV)
Teil 5 - Sonstige Bestimmungen
Anlage 4 Gleichzeitigkeitsfunktion und -grad

Paragraph: 33

Full Text:
Verordnung über die Entgelte für den Zugang zu Elektrizitätsversorgungsnetzen (StromNEV)
Teil 5 - Sonstige Bestimmungen
Anlage 4 Gleichzeitigkeitsfunktion und -grad

Fundstelle des Originaltextes: BGBl. I 2005, 2241

1.  Die Gleichzeitigkeitsfunktion ordnet jeder Einzelentnahme
    (i) exakt einen Gleichzeitigkeitsgrad
    (g(tief)i), welcher zwischen 0 und 1 liegen muss, zu. Dabei ist die
    Gleichzeitigkeitsfunktion so zu gestalten, dass der individuelle
    Gleichzeitigkeitsgrad einer Einzelentnahme mit der Wahrscheinlichkeit,
    dass diese Einzelentnahme einen hohen Beitrag zur Jahreshöchstlast der
    Netz- oder Umspannebene leistet, steigt. Solchen Einzelentnahmen, die
    mit einer hohen Wahrscheinlichkeit einen geringen Beitrag zur
    Jahreshöchstlast der Netzebene leisten, wird ein niedriger
    Gleichzeitigkeitsgrad zugeordnet. Damit ist dem Umstand Rechnung
    getragen, dass die Einzelentnahmen die von einem Betreiber von
    Elektrizitätsversorgungsnetzen vorzuhaltende Netzkapazität in
    unterschiedlicher Weise beeinflussen.

2.  Der Gleichzeitigkeitsgrad einer Einzelentnahme ist definiert als
    durchschnittlicher, im Rahmen einer Gruppenkalkulation ermittelter
    Anteil der Höchstlast dieser Einzelentnahme an der Höchstlast des
    Netzes. Die Gruppenkalkulation umfasst alle Entnahmestellen der
    jeweiligen Netz- oder Umspannebene und muss der Bedingung genügen,
    wonach die zeitgleiche Jahreshöchstleistung aller Entnahmen dieser
    Netz- oder Umspannebene gleich der Summe aller zeitungleichen
    Jahreshöchstleistungen der Einzelentnahmen jeweils multipliziert mit
    dem Gleichzeitigkeitsgrad der Einzelentnahme ist.

3.  Zur Bestimmung des Gleichzeitigkeitsgrades einer Entnahme aus einer
    Netz- oder Umspannebene ist ein abschnittsweise linearer Zusammenhang
    zwischen dem Gleichzeitigkeitsgrad und der Jahresbenutzungsdauer der
    Entnahme zu unterstellen. Die Jahresbenutzungsdauer ist der Quotient
    aus der in einem Abrechnungsjahr aus dem Netz entnommenen Arbeit und
    der in diesem Abrechnungsjahr in Anspruch genommenen
    Jahreshöchstleistung. Der abschnittsweise lineare Zusammenhang
    zwischen dem Gleichzeitigkeitsgrad und der Jahresbenutzungsdauer der
    Entnahme ist durch jeweils eine Geradengleichung für
    Jahresbenutzungsdauern unterhalb und oberhalb einer gegebenen Grenze
    (Knickpunkt) zu beschreiben.

4.  Der untere Benutzungsdauerbereich der Gleichzeitigkeitsfunktion liegt
    zwischen 0 und 2 500 Jahresbenutzungsstunden. Der obere
    Benutzungsdauerbereich beginnt bei 2 500 Jahresbenutzungsstunden und
    endet bei 8 760 Jahresbenutzungsstunden. Der Betreiber von
    Elektrizitätsversorgungsnetzen legt die Koeffizienten der
    Geradengleichungen für die beiden Benutzungsdauerbereiche auf Basis
    der Entnahmeverhältnisse in seinem Netz sachgerecht fest. Dabei sind
    folgende Randbedingungen einzuhalten:

    -   der Gleichzeitigkeitsgrad bei einer Jahresbenutzungsdauer von null
        Stunden beträgt maximal 0,2;

    -   die beiden Geraden, die den Gleichzeitigkeitsgrad beschreiben,
        schneiden sich in einem Punkt, der durch die Jahresbenutzungsdauer
        2 500 Stunden definiert ist;

    -   der Gleichzeitigkeitsgrad bei einer Jahresbenutzungsdauer von 8 760
        Stunden beträgt 1.

    Satz 4 ist für Betreiber von Übertragungsnetzen mit
    Regelzonenverantwortung mit der Maßgabe anzuwenden, dass der
    Gleichzeitigkeitsgrad bei einer Jahresbenutzungsdauer von null Stunden
    in der Höchstspannung 0,1 und in der Umspannung von Höchst- zu
    Hochspannung 0,15 beträgt.

(zu § 18 Absatz 2)

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StromNEV
Level: 3.0