Source: https://www.gesetze-im-internet.de/werkstoffprausbv/__12.html
Legislation: werkstoffprausbv

Title: § 12 Teil 2 der Abschlussprüfung in der Fachrichtung Kunststofftechnik

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Werkstoffprüfer und zur Werkstoffprüferin (WerkstoffPrAusbV)
Teil 2 - Fachrichtungsspezifische Vorschriften
Teil 2.2 - Fachrichtung Kunststofftechnik
§ 12 Teil 2 der Abschlussprüfung in der Fachrichtung Kunststofftechnik

Paragraph: 12

Full Text:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Werkstoffprüfer und zur Werkstoffprüferin (WerkstoffPrAusbV)
Teil 2 - Fachrichtungsspezifische Vorschriften
Teil 2.2 - Fachrichtung Kunststofftechnik
§ 12 Teil 2 der Abschlussprüfung in der Fachrichtung Kunststofftechnik

(1) Teil 2 der Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage 1
aufgeführten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie auf den im
Berufsschulunterricht zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Teil 2 der Abschlussprüfung besteht aus den Prüfungsbereichen:

1.  Werkstoff- und Produktprüfung,

2.  Schadensanalyse,

3.  Eigenschaften polymerer Werkstoffe,

4.  Wirtschafts- und Sozialkunde.

(3) Für den Prüfungsbereich Werkstoff- und Produktprüfung bestehen
folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist,

    a)  Art und Umfang von Prüfaufträgen zu klären, Informationen für die
        Auftragsabwicklung zu beschaffen und zu nutzen,

    b)  Auftragsdurchführung unter Berücksichtigung technischer, normativer,
        wirtschaftlicher, sicherheitsrelevanter und ökologischer
        Gesichtspunkte zu planen und mit vor- und nachgelagerten Bereichen
        abzustimmen,

    c)  Qualitätssicherungssysteme im eigenen Arbeitsbereich anzuwenden,

    d)  Prüfverfahren und Prüfmittel auszuwählen, anzuwenden und zu
        beurteilen, Einsatzfähigkeit von Prüfmitteln festzustellen,

    e)  Prüfpläne, Prüfanweisungen und Prüfvorschriften anzuwenden,

    f)  Prüfergebnisse zu kontrollieren und zu beurteilen,

    g)  eine Freigabeentscheidung zu treffen oder Korrekturmaßnahmen
        vorzuschlagen,

    h)  einen zusammenfassenden Bericht zu erstellen;

2.  für den Nachweis nach Nummer 1 sind zwei der folgenden Gebiete
    auszuwählen:

    a)  mechanisch-technologische Prüfverfahren,

    b)  physikalisch-chemische Prüfverfahren und

    c)  rheologische Prüfverfahren;

3.  Prüfvariante 1

    a)  der Prüfling soll einen betrieblichen Auftrag durchführen, mit
        praxisbezogenen Unterlagen dokumentieren und darüber ein
        auftragsbezogenes Fachgespräch führen; dem Prüfungsausschuss ist vor
        der Durchführung des betrieblichen Auftrags die Aufgabenstellung
        einschließlich eines geplanten Bearbeitungszeitraums zur Genehmigung
        vorzulegen,

    b)  die Prüfungszeit für die Durchführung des betrieblichen Auftrags
        einschließlich Dokumentation beträgt 18 Stunden und für das
        auftragsbezogene Fachgespräch höchstens 30 Minuten;

4.  Prüfvariante 2

    a)  der Prüfling soll ein Prüfungsprodukt, das einem betrieblichen Auftrag
        entspricht, erstellen, mit praxisbezogenen Unterlagen dokumentieren
        und darüber ein auftragsbezogenes Fachgespräch führen,

    b)  die Prüfungszeit für die Erstellung des Prüfungsproduktes
        einschließlich Dokumentation beträgt acht Stunden und für das
        auftragsbezogene Fachgespräch höchstens 30 Minuten;

5.  der Ausbildungsbetrieb wählt die Prüfvariante nach Nummer 3 oder 4 aus
    und teilt sie dem Prüfling und der zuständigen Stelle mit der
    Anmeldung zur Prüfung mit.

(4) Für den Prüfungsbereich Schadensanalyse bestehen folgende
Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist,

    a)  Schadensbeschreibungen zu erstellen,

    b)  Vorgehensweisen zur systematischen Untersuchung von Schadensfällen an
        Produkten aus polymeren Werkstoffen festzulegen,

    c)  Prüfumfang und -verfahren festzulegen,

    d)  Qualitätsmanagement anzuwenden,

    e)  Einzelergebnisse zusammenfassend auszuwerten,

    f)  Ursachen für schadhafte Veränderungen zu ermitteln;

2.  der Prüfling soll Aufgaben schriftlich bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 90 Minuten.

(5) Für den Prüfungsbereich Eigenschaften polymerer Werkstoffe gelten
folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist,

    a)  Zusammenhänge zwischen Struktur- und Werkstoffeigenschaften zu
        bewerten,

    b)  Zusammenhänge zwischen Fertigungsprozessen, Werkstoffeigenschaften und
        Werkstoffeinsatz zu beurteilen,

    c)  Alterungsbeständigkeit und Langzeitverhalten hinsichtlich der
        Einsatzmöglichkeiten des Werkstoffes zu bewerten,

    d)  themenbezogene Berechnungen durchzuführen;

2.  der Prüfling soll Aufgaben schriftlich bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 150 Minuten.

(6) Für den Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde bestehen
folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist, allgemeine
    wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und
    Arbeitswelt darzustellen und zu beurteilen;

2.  der Prüfling soll praxisbezogene Aufgaben schriftlich bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 60 Minuten.

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WerkstoffPrAusbV
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