Source: https://www.gesetze-im-internet.de/ger_stbmstrv/__7.html
Legislation: geruestbmstrv

Title: § 7 Gliederung, Prüfungsdauer und Bestehen des Teils II

Description:
Verordnung über das Meisterprüfungsberufsbild und über die Prüfungsanforderungen in den Teilen I und II der Meisterprüfung im Gerüstbauer-Handwerk (GerüstbMstrV)
§ 7 Gliederung, Prüfungsdauer und Bestehen des Teils II

Paragraph: 7

Full Text:
Verordnung über das Meisterprüfungsberufsbild und über die Prüfungsanforderungen in den Teilen I und II der Meisterprüfung im Gerüstbauer-Handwerk (GerüstbMstrV)
§ 7 Gliederung, Prüfungsdauer und Bestehen des Teils II

(1) Durch die Prüfung in Teil II soll der Prüfling durch Verknüpfung
technologischer, ablauf- und verfahrenstechnischer,
werkstofftechnischer und mathematischer Kenntnisse nachweisen, dass er
Probleme analysieren und bewerten sowie geeignete Lösungswege
aufzeigen und dokumentieren kann.

(2) Prüfungsfächer sind:

1.  Gerüstbautechnik,

2.  Auftragsabwicklung,

3.  Betriebsführung und Betriebsorganisation.

(3) In jedem der Prüfungsfächer ist mindestens eine Aufgabe zu
bearbeiten, die fallorientiert sein muss. Dabei sind im Einzelnen
folgende Qualifikationen nachzuweisen:

1.  Gerüstbautechnik:

    Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist,
    Gerüstkonstruktionen unter Beachtung der einschlägigen Normen und
    Vorschriften zu planen, zu entwerfen und zu berechnen. Hierfür kommen
    in Betracht:

    a)  Gerüstbauarten, Ausführungsarten, Verwendungsarten, Verbindungsarten,
        Belagarten, Überbrückungsarten oder Gerüstgruppen beschreiben,
        analysieren und bewerten,

    b)  Lasteinleitung und Lastabtragung, Tragverhalten von
        Gerüstkonstruktionen und Gerüstbauteilen berechnen,

    c)  Untergründe und Aufhängepunkte beurteilen, Auswirkungen von
        konstruktiven und ausführungstechnischen Mängeln auf die Funktion
        darstellen.

    Als Gerüstbauarten für die Buchstaben a bis c kommen in Betracht:

    aa) Traggerüste,

    bb) Arbeitsgerüste,

    cc) Schutzgerüste einschließlich Schutzmaßnahmen,

    dd) Sonderkonstruktionen,

    ee) horizontal oder vertikal bewegliche Arbeitsplattformen.

2.  Auftragsabwicklung:

    Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist, bei der
    Auftragsabwicklung die ablauftechnischen Maßnahmen, die für den
    technischen und wirtschaftlichen Erfolg in einem Gerüstbaubetrieb
    notwendig sind, kundenorientiert einzuleiten und abzuschließen.
    Hierfür kommen in Betracht:

    a)  Vor- und Nachkalkulation durchführen,

    b)  Einsatz von Material, Geräten und Personal planen,

    c)  Vermessungstechniken darstellen,

    d)  Montageanweisungen erstellen,

    e)  Brauchbarkeitsnachweise darstellen,

    f)  Prüfung und Freigabe von Gerüstbauleistungen darstellen,

    g)  Gerüstbauleistungen aufmessen und abrechnen.

3.  Betriebsführung und Betriebsorganisation:

    Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist, Aufgaben der
    Betriebsführung und Betriebsorganisation in einem Gerüstbaubetrieb
    wahrzunehmen. Hierfür kommen in Betracht:

    a)  Rechtsvorschriften für die Vergabe von Bauleistungen sowie sonstige
        berufsbezogene Gesetze, Normen, Regeln und Vorschriften anwenden,

    b)  betriebliche Kosten ermitteln,

    c)  Erfordernisse der Arbeitssicherheit, des Gesundheitsschutzes und des
        Umweltschutzes darstellen; Gefährdung beurteilen und Maßnahmen zur
        Gefährdungsabwehr festlegen,

    d)  betriebliches Qualitätsmanagement darstellen,

    e)  Informations- und Kommunikationssysteme in Bezug auf ihre
        betrieblichen Einsatzmöglichkeiten beschreiben und beurteilen,

    f)  Betriebs-, Lager- und Baustellenausstattung sowie Logistik planen,

    g)  Erfordernisse der Wartung von Gerüsten, Bauteilen,
        Sicherheitseinrichtungen und Maschinen beschreiben.

(4) Die Prüfung im Teil II ist schriftlich durchzuführen. Sie soll
insgesamt nicht länger als neun Stunden dauern. Eine Prüfungsdauer von
sechs Stunden täglich darf nicht überschritten werden.

(5) Wurden in höchstens zwei der in Absatz 2 genannten Prüfungsfächer
jeweils mindestens 30 und weniger als 50 Punkte erreicht, kann in
einem dieser Prüfungsfächer eine mündliche Ergänzungsprüfung
durchgeführt werden, wenn diese das Bestehen des Teils II der
Meisterprüfung ermöglicht.

(6) Mindestvoraussetzung für das Bestehen des Teils II der
Meisterprüfung ist eine insgesamt ausreichende Prüfungsleistung. Die
Prüfung des Teils II ist nicht bestanden, wenn

1.  ein Prüfungsfach mit weniger als 30 Punkten bewertet worden ist oder

2.  nach durchgeführter Ergänzungsprüfung zwei Prüfungsfächer jeweils mit
    weniger als 50 Punkten bewertet worden sind.

Collections: bundestag_gesetze
GerüstbMstrV
Level: 2.0