Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bestausbv/__6.html
Legislation: bestausbv

Title: § 6 Abschlussprüfung/Gesellenprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zur Bestattungsfachkraft (BestAusbV)
§ 6 Abschlussprüfung/Gesellenprüfung

Paragraph: 6

Full Text:
Verordnung über die Berufsausbildung zur Bestattungsfachkraft (BestAusbV)
§ 6 Abschlussprüfung/Gesellenprüfung

(1) Durch die Abschlussprüfung/Gesellenprüfung ist festzustellen, ob
der Prüfling die berufliche Handlungsfähigkeit erworben hat. In der
Abschlussprüfung/Gesellenprüfung soll der Prüfling nachweisen, dass er
die dafür erforderlichen beruflichen Fertigkeiten beherrscht, die
notwendigen beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten besitzt und mit dem
im Berufsschulunterricht zu vermittelnden für die Berufsausbildung
wesentlichen Lehrstoff vertraut ist. Die Ausbildungsordnung ist
zugrunde zu legen.

(2) Die Abschlussprüfung/Gesellenprüfung besteht aus den
Prüfungsbereichen:

1.  Bestattungsdurchführung,

2.  Geschäfts- und Verwaltungsvorgänge,

3.  Bestattungsorganisation und

4.  Wirtschafts- und Sozialkunde.

(3) Für den Prüfungsbereich Bestattungsdurchführung bestehen folgende
Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er

    a)  Personen beraten,

    b)  Riten und Gebräuche umsetzen,

    c)  Bestattungsaufträge bearbeiten,

    d)  verwaltungs- und friedhofstechnische Arbeiten durchführen,

    e)  Verstorbene versorgen,

    f)  den Ablauf von Bestattungen planen,

    g)  die Durchführung von Bestattungen organisieren,

    h)  Arbeitsabläufe unter Beachtung wirtschaftlicher, technischer,
        organisatorischer, rechtlicher und zeitlicher Vorgaben selbstständig
        planen und durchführen,

    i)  kundenorientiert handeln,

    j)  Arbeitszusammenhänge erkennen,

    k)  Arbeitsergebnisse kontrollieren sowie

    l)  Maßnahmen zur Sicherheit, zur Hygiene und zum Gesundheitsschutz bei
        der Arbeit, zum Umweltschutz und zur Qualitätssicherung ergreifen

    kann;

2.  dem Prüfungsbereich ist folgende Tätigkeit zugrunde zu legen:

    Vorbereiten und Durchführen einer Bestattung;

3.  der Prüfling soll eine Arbeitsaufgabe durchführen und mit
    praxisbezogenen Unterlagen dokumentieren sowie hierüber ein situatives
    Fachgespräch führen;

4.  die Prüfungszeit beträgt insgesamt 14 Stunden; innerhalb dieser Zeit
    soll das situative Fachgespräch in 20 Minuten durchgeführt werden.

(4) Für den Prüfungsbereich Geschäfts- und Verwaltungsvorgänge
bestehen folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er

    a)  Rechtsvorschriften und Normen anwenden,

    b)  Auftragsannahme und Auftragsabwicklung durchführen sowie

    c)  betriebswirtschaftlich handeln

    kann;

2.  dem Prüfungsbereich ist die Vorgehensweise zur Bearbeitung von
    Geschäfts- und Verwaltungsvorgängen zugrunde zu legen;

3.  der Prüfling soll fallbezogene Aufgaben schriftlich bearbeiten;

4.  die Prüfungszeit beträgt 120 Minuten.

(5) Für den Prüfungsbereich Bestattungsorganisation bestehen folgende
Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er

    a)  Maßnahmen der Hygiene und der hygienischen Versorgung von Verstorbenen
        anwenden,

    b)  Friedhofsarbeiten durchführen und Friedhofsverwaltungsaufgaben
        erledigen,

    c)  Trauerfeiern, Beisetzungen und Bestattungen durchführen,

    d)  Riten und Gebräuche anwenden,

    e)  Maschinen und Geräte sowie Werk- und Hilfsstoffe einsetzen sowie

    f)  Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit, zum
        Umweltschutz sowie qualitätssichernde Maßnahmen berücksichtigen

    kann;

2.  dem Prüfungsbereich ist die Vorgehensweise zur Organisation von
    Bestattungen zugrunde zu legen;

3.  der Prüfling soll fallbezogene Aufgaben schriftlich bearbeiten;

4.  die Prüfungszeit beträgt 120 Minuten.

(6) Für den Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde bestehen
folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er allgemeine wirtschaftliche und
    gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt darstellen
    und beurteilen kann;

2.  der Prüfling soll fallbezogene Aufgaben schriftlich bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 60 Minuten.

(7) Die einzelnen Prüfungsbereiche sind wie folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich Bestattungsdurchführung

    *   50 Prozent,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich Geschäfts- und Verwaltungsvorgänge

    *   20 Prozent,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich Bestattungsorganisation

    *   20 Prozent,

*    *   4.

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   10 Prozent.

(8) Die Abschlussprüfung/Gesellenprüfung ist bestanden, wenn die
Leistungen

1.  im Gesamtergebnis mit mindestens "ausreichend",

2.  im Prüfungsbereich Bestattungsdurchführung mit mindestens
    "ausreichend",

3.  in mindestens zwei der übrigen Prüfungsbereiche mit mindestens
    "ausreichend" und

4.  in keinem Prüfungsbereich mit "ungenügend"

bewertet werden.

(9) Auf Antrag des Prüflings ist die Prüfung in einem der schlechter
als "ausreichend" bewerteten Prüfungsbereiche, in denen die
Prüfungsleistungen mit eigener Anforderung und Gewichtung schriftlich
zu erbringen sind, durch eine mündliche Prüfung von etwa 15 Minuten zu
ergänzen, wenn diese für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben
kann. Bei der Ermittlung des Ergebnisses für diesen Prüfungsbereich
sind das bisherige Ergebnis und das Ergebnis der mündlichen
Ergänzungsprüfung im Verhältnis von 2 : 1 zu gewichten.

Collections: bundestag_gesetze
BestAusbV
Level: 2.0