Source: https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__73.html
Legislation: stvzo_2012

Title: 

Description:
Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO 2012)

Paragraph: 73

Full Text:
Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO 2012)

**1** **Allgemeines**

1.1 Gegenstand und Anwendungsbereich

1.2 Begriffsbestimmungen

1.3 Abkürzungsverzeichnis

**2** Anforderungen an NO
    x **MS-Pkw**

2.1 Anforderungen bei Hardware-Nachrüstung

2.2 Anforderungen bei Software-Updates

2.3 Anforderungen an NO
    x                     MS-Pkw ohne technische Änderungen

**3** Übereinstimmungskriterien für NO
    x **MS-Pkw bei Hardware-Nachrüstung**

**4** **PEMS-Prüffamilie**

4.1 Fahrzeughersteller

4.2 Technische Kriterien

4.3 Messfahrzeug

**5** **Verwendungsbereich**

**6** **Kraftstoff/Kraftstoffqualität**

**7** Prüfung des NO
    x **MS-Pkw**

7.1 Einbau des zu prüfenden NO
    x                     MS-Pkw

7.2 Messfahrten und Prüfablauf

7.2.1 Randbedingungen

7.2.1.1 Fahrzeugnutzlast und Prüfmasse

7.2.1.2 Umgebungsbedingungen

7.2.2 Fahrzeugkonditionierung – Prüfung bei Start mit kaltem Motor

7.2.3 Dynamische Bedingungen

7.2.4 Zustand und Betrieb des Fahrzeugs

7.2.4.1 Nebenverbraucher

7.2.4.2 Fahrzeuge mit einem System mit periodischer Regenerierung

7.2.5 Anforderungen an die Messfahrt

7.2.5.1 Allgemeine Anforderungen

7.2.5.2 Fahrstreckenanteile und Durchführung der Messfahrt

7.2.5.3 Geschwindigkeiten

7.2.5.4 Stadtanteil

7.2.5.5 Autobahnanteil

7.2.6 Anforderungen an den Betrieb

7.2.7 Kaltstart

7.2.8 Schmieröl, Kraftstoff und Reagens

7.3 Emissionen und Bewertung der Messfahrt

7.4 Berechnung des Emissionsergebnisses

**8** Bewertungskriterien für NO
    x **MS-Pkw**

**9** **Messtechnik**

9.1 Messtechnische Ausrüstung

9.2 Validierung der Messtechnik

**10** **Überwachungsmaßnahmen**

10.1 Dauerhaltbarkeitsnachweis durch den Hersteller

10.2 Bestätigungsprüfungen durch die Genehmigungsbehörde

10.3 Übereinstimmungsfaktor

**11** Allgemeine Betriebserlaubnis für Hardware-Nachrüstung oder Software-
    Updates ****

**12** Aufhebung der Allgemeinen Betriebserlaubnis für NO
    x **MS-Pkw**

**13** Zusätzliche Anforderungen zur Erteilung einer Allgemeinen
    Betriebserlaubnis für NO
    x **MS-Pkw**

13.1 Einhaltung der Typgenehmigungsvorschriften

13.2 Betriebsverhalten und Sicherheit

13.3 Geräuschverhalten

13.4 Elektromagnetische Verträglichkeit

13.5 Austausch vorhandener PMS/Nachrüstung nicht vorhandener PMS

13.6 Anforderungen an das PMS als Bestandteil des NO
    x                     MS-Pkw

13.7 Warn- und Aufforderungssysteme bei reagensgestützten Hardware-
    Nachrüstsystemen

13.7.1 Vorhandene OBD- und NC-Systeme sowie Warn- und Aufforderungssysteme

13.7.2 Anzeige-, Warn- und Aufforderungssysteme für NO
    x                     MS-Pkw

13.8 NH
    3                     -Emissionen bei reagensgestützten Hardware-
    Nachrüstsystemen

13.9 Sekundäremissionen

13.10 Änderungen an emissionsrelevanten Bauteilen und Systemkomponenten

13.11 Einbau- und Installationsanweisungen sowie Halterinformationen

13.12 Eingriff in die Motorsteuerung, in das OBD-System und in
    Kommunikationsschnittstellen

13.13 Ermittlung der Änderung der CO
    2                     -Emissionen

13.13.1 Testverfahren und Bewertung der Messergebnisse

13.13.2 Verwendungsbereich

**14** Einbau und Abnahme des NO
    x **MS-Pkw bei technischen Änderungen**

14.1 Einbau

14.2 Abnahme

**15** Vorgehensweise bei Gleichwertigkeitsbescheinigungen des
    Fahrzeugherstellers bei NO
    x **MS-Pkw ohne technische Änderungen**

*    *   Anhang I
        (zu Nummer 2)

    *   Beschreibungsbogen/Informations-Dokument

*    *   Anhang II
        (zu Nummer 5)

    *   Verwendungsbereich

*    *   Anhang III
        (zu Nummer 11)

    *   Antrag auf Erteilung einer Allgemeinen Betriebserlaubnis für ein NO
        x                         MS-Pkw bei einer Hardware-Nachrüstung oder
        bei einem Software-Update

*    *   Anhang IV
        (zu Nummer 14.2)

    *   Bescheinigung der Abnahme des ordnungsgemäßen Einbaus eines NO
        x                         MS-Pkw (Hardware-Nachrüstung oder Software-
        Update) zur Vorlage bei der Zulassungsbehörde

**1** **Allgemeines**

1.1 Gegenstand und Anwendungsbereich

    Diese Anlage regelt die Anforderungen an Stickoxid-Minderungssysteme
    (NO
    x                   -Minderungssysteme) mit hoher Minderungsleistung
    für Kraftfahrzeuge mit Selbstzündungsmotor, die weniger als 270 mg/km
    Stickoxid ausstoßen, wobei diese Minderungsleistung erreicht wird

    1.  durch technische Änderung mittels einer Hardware-Nachrüstung oder
        eines Software-Updates (technische Änderung) oder

    2.  ohne technische Änderung bereits im Ausgangszustand.

    Diese Anlage findet Anwendung auf Kraftfahrzeuge mit
    Selbstzündungsmotoren, die

    1.  folgender Fahrzeugklasse angehören:

        a)  Klasse N1 mit einer technisch zulässigen Gesamtmasse bis 2 800
            Kilogramm oder

        b)  Klassen M1 oder M2, jeweils ohne Begrenzung der zulässigen Gesamtmasse
            und

    2.  folgender Emissionsklasse angehören:

        a)  „Euro 4“, die genehmigt sein muss entsprechend Zeile B der
            Grenzwerttabelle in Anhang I Abschnitt 5.3.1.4 der Richtlinie 98/69/EG
            des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Oktober 1998 über
            Maßnahmen gegen die Verunreinigung der Luft durch Emissionen von
            Kraftfahrzeugen und zur Änderung der Richtlinie 70/220/EWG des Rates
            (ABl. L 350 vom 28.12.1998, S. 1), die zuletzt durch die Richtlinie
            2006/96/EG des Rates vom 20. November 2006 zur Anpassung bestimmter
            Richtlinien im Bereich freier Warenverkehr anlässlich des Beitritts
            Bulgariens und Rumäniens (ABl. L 363 vom 20.12.2006, S. 81) geändert
            worden ist und durch die Verordnung (EG) Nr. 715/2007 des Europäischen
            Parlaments und des Rates vom 20. Juni 2007 über die Typgenehmigung von
            Kraftfahrzeugen hinsichtlich der Emissionen von leichten
            Personenkraftwagen und Nutzfahrzeugen (Euro 5 und Euro 6) und über den
            Zugang zu Reparatur- und Wartungsinformationen für Fahrzeuge (ABl. L
            171 vom 29.6.2007, S. 1) aufgehoben worden ist, oder

        b)  „Euro 5“, die genehmigt sein muss entsprechend der Verordnung (EG) Nr.
            715/2007 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Juni 2007
            über die Typgenehmigung von Kraftfahrzeugen hinsichtlich der
            Emissionen von leichten Personenkraftwagen und Nutzfahrzeugen (Euro 5
            und Euro 6) und über den Zugang zu Reparatur- und
            Wartungsinformationen für Fahrzeuge (ABl. L 171 vom 29.6.2007, S. 1),
            die zuletzt durch die Verordnung (EU) Nr. 459/2012 der Kommission vom
            29\. Mai 2012 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 715/2007 des
            Europäischen Parlaments und des Rates und der Verordnung (EG) Nr.
            692/2008 der Kommission hinsichtlich der Emissionen von leichten
            Personenkraftwagen und Nutzfahrzeugen (Euro 6) (ABl. L 142 vom
            1\.6.2012, S. 16) geändert worden ist, und der Verordnung (EG) Nr.
            692/2008 der Kommission vom 18. Juli 2008 zur Durchführung und
            Änderung der Verordnung (EG) Nr. 715/2007 des Europäischen Parlaments
            und des Rates über die Typgenehmigung von Kraftfahrzeugen hinsichtlich
            der Emissionen von leichten Personenkraftwagen und Nutzfahrzeugen
            (Euro 5 und Euro 6) und über den Zugang zu Reparatur- und
            Wartungsinformationen für Fahrzeuge (ABl. L 199 vom 28.7.2008, S. 1),
            die zuletzt durch die Verordnung (EU) 2018/1832 der Kommission vom 5.
            November 2018 zur Änderung der Richtlinie 2007/46/EG des Europäischen
            Parlaments und des Rates, der Verordnung (EG) Nr. 692/2008 der
            Kommission und der Verordnung (EU) 2017/1151 der Kommission im
            Hinblick auf die Verbesserung der emissionsbezogenen
            Typgenehmigungsprüfungen und -verfahren für leichte Personenkraftwagen
            und Nutzfahrzeuge, unter anderem in Bezug auf die Übereinstimmung in
            Betrieb befindlicher Fahrzeuge und auf Emissionen im praktischen
            Fahrbetrieb und zur Einführung von Einrichtungen zur Überwachung des
            Kraftstoff- und des Stromverbrauchs (ABl. L 301 vom 27.11.2018, S. 1)
            geändert worden ist.

1.2 Begriffsbestimmungen

    Stickoxid-Minderungssystem (NO
    x                   -Minderungssystem):

    Ein System zur Abgasnachbehandlung, das der Verringerung der
    Stickoxidemissionen dient.

    NO
    x                   MS-Pkw:

    Stickoxid-Minderungssystem mit hoher Minderungsleistung zur
    Unterschreitung des Emissionswertes von 270 mg/km Stickoxid, wobei die
    Minderungsleistung erreicht wird

    1.  durch technische Änderung

        a)  mittels Hardware-Nachrüstung oder

        b)  mittels Software-Updates oder

    2.  ohne technische Änderung bereits im Ausgangszustand.

    Einbau:

    Die Durchführung der technischen Änderung, sowohl durch Einbau der
    Hardware-Nachrüstung als auch durch Installation des Software-Updates.
    Die Regelungen der §§ 19 und 22 zum Einbau von Teilen gelten
    entsprechend für die Installation von Software-Updates.

    Stickoxid-Minderungssystem-Familie (NO
    x                   MS-Pkw-Familie):

    Familie aller NO
    x                   MS-Pkw, die in ihrer Funktion als technisch
    identisch nach den Übereinstimmungskriterien für NO
    x                   MS-Pkw nach Nummer 3 angesehen werden.

    Fahrzeugemissionstyp:

    Fahrzeugtyp, dem eine eigene Typgenehmigung nach den nach einer der in
    Nummer 1.1 aufgeführten Vorschriften sowie eine eigene
    Genehmigungsnummer erteilt worden sind.

    Partikelminderungssystem (PMS):

    Eine Abgasnachbehandlung zur Verringerung der Partikelemission durch
    mechanische oder aerodynamische Separation der Partikel aus dem
    Abgasstrom oder durch Diffusions- oder Trägheitseffekte oder durch die
    Kombination von Diffusions- und Trägheitseffekten. Motorspezifische
    Änderungen an Bauteilen, an elektronischen Bauteilen und an
    elektronischen Komponenten zählen nicht zu den
    Partikelminderungssystemen.

    Reagens:

    Ein Stoff, der im Fahrzeug mitgeführt und auf Veranlassung des
    Stickoxid-Minderungssystems in das Abgasnachbehandlungssystem
    eingeleitet wird, um dort durch chemische Reaktion eine Reduzierung
    der Stickoxid-Emissionen zu bewirken. Kraftstoffe zählen nicht zu den
    Reagenzien.

    Ausgangssystem:

    Das vor Einbau des NO
    x                   MS-Pkw im Fahrzeug vorhandene System zur
    innermotorischen Emissionsreduzierung und Abgasnachbehandlung,
    bestehend aus dem ursprünglich (typ-)genehmigten System sowie aus
    einem möglicherweise bereits nachgerüsteten PMS.

    Hersteller:

    Ein Anbieter von Hardware-Nachrüstsystemen oder Software-Updates,
    welcher für die Belange der Allgemeinen Betriebserlaubnis (ABE), die
    seine Produkte betreffen, zuständig ist.

    Fahrzeughersteller:

    Inhaber der Typgenehmigung hinsichtlich der Fahrzeugemissionen oder
    des Gesamtfahrzeugs.

    PEMS-Prüffamilie:

    Eine PEMS-Prüffamilie besteht aus Fahrzeugen mit ähnlichen
    Emissionsmerkmalen.

1.3 Abkürzungsverzeichnis

    *        *   ABE

        *   Allgemeine Betriebserlaubnis

    *        *   AGR

        *   Abgasrückführung

    *        *   AU

        *   Abgasuntersuchung

    *        *   °C

        *   Grad Celsius

    *        *   cm
            3

        *   Kubikzentimeter

    *        *   CO
            2

        *   Kohlendioxid (Kohlenstoffdioxid)

    *        *   CO
            2                             -alt

        *   CO
            2                             -Ergebnis bei Messung im Zustand vor der
            technischen Änderung

    *        *   CO
            2                             -neu

        *   CO
            2                             -Ergebnis bei Messung nach Einbau des NO
            x                             MS-Pkw

    *        *   E
            CO2

        *   CO
            2                             -Erhöhungsfaktor

    *        *   EG

        *   Europäische Gemeinschaft

    *        *   EU

        *   Europäische Union

    *        *   ft
            3

        *   cubic-feet (Kubikfuß)

    *        *   g/ft
            3

        *   Gramm pro cubic-feet (Kubikfuß)

    *        *   g/m
            3

        *   Gramm pro Kubikmeter

    *        *   g/km

        *   Gramm pro Kilometer

    *        *   GPS

        *   Globales Positionierungssystem

    *        *   Gwb

        *   Gleichwertigkeitsbescheinigung

    *        *   h

        *   Hour (Stunde)

    *        *   K

        *   Kelvin

    *        *   KBA

        *   Kraftfahrt-Bundesamt

    *        *   km

        *   Kilometer

    *        *   km/h

        *   Kilometer pro Stunde

    *        *   kW

        *   Kilowatt

    *        *   m

        *   Meter

    *        *   m
            3

        *   Kubikmeter

    *        *   mg/km

        *   Milligramm pro Kilometer

    *        *   ml

        *   Milliliter

    *        *   mm

        *   Millimeter

    *        *   NC

        *   NO
            x                             -Control

    *        *   NH
            3

        *   Ammoniak

    *        *   NO
            x                             MS-Pkw

        *   Stickoxid-Minderungssystem mit hoher Minderungsleistung zur Einhaltung
            eines Emissionswerts von weniger als 270 mg/km NO
            x                              für Kraftfahrzeuge mit
            Selbstzündungsmotor

    *        *   NO
            x

        *   Stickoxide

    *        *   NO
            x                             -Minderungssystem

        *   Stickoxid-Minderungssystem

    *        *   OBD

        *   On-Board-Diagnose

    *        *   PEMS

        *   Portable-Emission-Measurement-System

    *        *   PM

        *   Partikelmasse

    *        *   PMS

        *   Partikelminderungssystem

    *        *   PN

        *   Partikelanzahl

    *        *   Pt

        *   Platin

    *        *   RDE

        *   Real Driving Emissions (Emissionen im praktischen Fahrbetrieb)

    *        *   s

        *   Sekunde

    *        *   StVZO

        *   Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung

    *        *   UN

        *   United Nations (Vereinte Nationen)

    *        *   v

        *   Geschwindigkeit (km/h)

    *        *   VO

        *   Verordnung

    *        *   WLTP

        *   Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedure (Weltweit
            harmonisiertes Prüfverfahren für leichte Kraftfahrzeuge)

**2** Anforderungen an NO
    x **MS-Pkw**

2.1 Anforderungen bei Hardware-Nachrüstung

    Der Hersteller eines Hardware-Nachrüstsystems muss als Antragsteller
    auf Erteilung einer ABE durch die in den Nummern 7 und 8 beschriebenen
    Prüfungen und Bewertungen nachweisen, dass die Funktionsfähigkeit des
    NO
    x                   MS-Pkw bei bestimmungsgemäßem Betrieb des
    Kraftfahrzeugs dauerhaft gewährleistet ist. Der Hersteller muss
    überdies bestätigen, dass das Hardware-Nachrüstsystem so konstruiert,
    gebaut und verbaubar ist, dass unter normalen Einsatzbedingungen eine
    angemessene Beständigkeit gegen Korrosion und mechanische
    Beanspruchung gewährleistet ist.

    Die technische Änderung durch eine Hardware-Nachrüstung muss
    gewährleisten, dass das NO
    x                   MS-Pkw im betriebswarmen Zustand des
    Kraftfahrzeugs bei Umgebungs- und Reagenstemperaturen von bis zu 266 K
    (–7 °C) wirksam funktionsfähig ist. Diese Funktionsfähigkeit ist vom
    Hersteller zu bestätigen. Ein Fahrzeug gilt als „betriebswarm“, wenn
    sich nach der Aufwärmphase alle Kühl- und Schmiermitteltemperaturen
    und der Schmiermitteldruck stabilisiert haben.

    Vorrichtungen und Einrichtungen, die den Wirkungsgrad des Hardware-
    Nachrüstsystems vermindern oder die in dieser Anlage enthaltenen
    Anforderungen umgehen, sind nicht zulässig. Die Einhaltung der
    technischen Anforderungen dieser Anlage ist durch den Hersteller zu
    bestätigen.

    Der Hersteller muss bestätigen, dass die Funktionsfähigkeit des
    Hardware-Nachrüstsystems bei bestimmungsgemäßem Betrieb über eine
    Kilometerleistung von 100 000 km oder über eine Lebensdauer von bis zu
    fünf Jahren – je nachdem, welches Kriterium zuerst erreicht wird –
    gewährleistet ist. Darüber hinaus hat der Hersteller die
    Funktionsfähigkeit des Hardware-Nachrüstsystems durch eine Bestätigung
    darüber, dass die in Nummer 10 festgelegten Überwachungsmaßnahmen
    durchgeführt worden sind, zu belegen.

    Es gelten für Hardware-Nachrüstsysteme die Anforderungen nach Nummer
    13\.

    Ein vorhandenes PMS kann erhalten bleiben. Durch den Einbau des
    Hardware-Nachrüstsystems darf das Systemverhalten dieses Original-PMS
    im Hinblick auf Überwachungsfunktionen, Partikelrückhaltewirkung und
    Regenerationsverhalten nicht verschlechtert werden. Der Hersteller hat
    zu bestätigen, dass eine solche Verschlechterung nicht eintritt. Für
    ein NO
    x                   MS-Pkw, mit dem ein vorhandenes PMS ausgetauscht
    wird oder ein bislang nicht vorhandenes PMS nachgerüstet wird, gelten
    die Anforderungen nach den Nummern 13.5 und 13.6.

    Im Fahrzeug vorhandene OBD- und NC-Systeme sowie Warn- und
    Aufforderungssysteme nach Nummer 13.7.1 müssen erhalten bleiben oder
    gegen gleichwertige Systeme ausgetauscht werden.

    Ein reagensgestütztes Hardware-Nachrüstsystem muss mit den Anzeige-,
    Warn- und Aufforderungssystemen nach Nummer 13.7.2 versehen sein, um
    sicherzustellen, dass das Reagens in ausreichender Quantität und
    Qualität vorhanden ist. Optische Warn- und Kontrollleuchten sowie
    Anzeiger sind entsprechend der Regelung Nr. 121 der
    Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa (UNECE) —
    Einheitliche Bedingungen für die Genehmigung von Fahrzeugen
    hinsichtlich der Anordnung und Kennzeichnung der
    Handbetätigungseinrichtungen, Kontrollleuchten und Anzeiger,
    Änderungsserie 01 (ABl. L 5 vom 8.1.2016, S. 9) so auszuführen, dass
    Sicherheitsrisiken durch Ablenkung des Fahrers von der Fahraufgabe und
    durch Fehler bei der Wahl der Betätigungseinrichtungen verringert
    werden und dass sie den Bestimmungen in Absatz 5.2.4 dieser UN-
    Regelung genügen. Der Hersteller muss die Manipulationssicherheit der
    Warn- und Aufforderungssysteme gemäß Nummer 13.7 sowie das
    Betriebsverhalten und die Sicherheit gemäß Nummer 13.2 hinsichtlich
    der Vorrichtungen nach Nummer 13.7.2 gegenüber der Genehmigungsbehörde
    bestätigen und nachweisen.

    Das Hardware-Nachrüstsystem muss über einen NH
    3                   -Sperrkatalysator nach Nummer 13.8 verfügen, der
    eine erhöhte NH
    3                   -Emission verhindert.

    Die Beschreibung des Hardware-Nachrüstsystems erfolgt durch den
    Hersteller in einem Beschreibungsbogen, der den Vorgaben des Anhangs I
    entspricht.

2.2 Anforderungen bei Software-Updates

    Der Hersteller eines Software-Updates muss als Antragsteller auf
    Erteilung einer ABE durch die in den Nummern 7 und 8 beschriebenen
    Prüfungen und Bewertungen nachweisen, dass die Funktionsfähigkeit des
    NO
    x                   MS-Pkw bei bestimmungsgemäßem Betrieb des
    Kraftfahrzeugs dauerhaft gewährleistet ist und dass die Vorschriften
    für die Eingriffssicherheit des elektronischen Systems gemäß 2.3 aus
    Anhang I der Verordnung (EG) 692/2008 eingehalten werden.

    Die technische Änderung durch ein Software-Update muss gewährleisten,
    dass das NO
    x                   MS-Pkw im betriebswarmen Zustand des
    Kraftfahrzeugs bei Umgebungs- und Reagenstemperaturen von bis zu 266 K
    (–7 °C) wirksam funktionsfähig ist. Diese Funktionsfähigkeit ist vom
    Hersteller zu bestätigen. Ein Fahrzeug gilt als „betriebswarm“, wenn
    sich nach der Aufwärmphase alle Kühl- und Schmiermitteltemperaturen
    und der Schmiermitteldruck stabilisiert haben.

    Es gelten für Software-Updates die Anforderungen nach Nummer 13, mit
    Ausnahme der Nummern 13.5, 13.6, 13.7.2 und 13.8 bis 13.11.

2.3 Anforderungen an NO
    x                   MS-Pkw ohne technische Änderungen

    Der Fahrzeughersteller muss als Antragsteller auf Erteilung der
    Erlaubnis zur Ausstellung von Gleichwertigkeitsbescheinigungen durch
    die in den Nummern 7 und 8 beschriebenen Prüfungen und Bewertungen bei
    Fahrzeugen ohne technische Änderungen nachweisen, dass bei Fahrzeugen
    des Verwendungsbereiches der Gleichwertigkeitsbescheinigung der
    Emissionswert bereits im Ausgangszustand des Fahrzeugs unterschritten
    wird.

**3** Übereinstimmungskriterien für NO
    x **MS-Pkw bei Hardware-Nachrüstung**

    Die für ein NO
    x                   MS-Pkw mit Hardware-Nachrüstung erteilte ABE kann
    weitere Systeme (in anderen Konfigurationen oder für andere
    Anwendungen) umfassen, sofern diese Systeme

    1.  hinsichtlich der Merkmale nach den Absätzen 14, 15 und 16 der Regelung
        Nr. 132 der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa
        (UNECE) — Einheitliche Bedingungen für die Genehmigung
        emissionsmindernder Einrichtungen zur Nachrüstung (REC) für mit
        Selbstzündungsmotoren ausgerüstete schwere Nutzfahrzeuge, land- und
        forstwirtschaftliche Zugmaschinen und nicht für den Straßenverkehr
        bestimmte mobile Maschinen und Geräte, Änderungsserie 01 (ABl. L 109
        vom 27.4.2018, S. 100) nicht von dem nach Nummer 7 geprüften System
        abweichen und

    2.  im Beschreibungsbogen der Genehmigung aufgeführt sind.

    Umfasst eine ABE weitere Systeme, so ist in dieser ABE eines der in
    den PEMS-Prüffamilien nach Nummer 4.1 geprüften Systeme als
    Stammsystem zu definieren.

**4** **PEMS-Prüffamilie**

    Für die Durchführung der Prüfung des NO
    x                   MS-Pkw gemäß Nummer 7 können
    Fahrzeugemissionstypen in PEMS-Prüffamilien zusammengefasst werden.
    Innerhalb der jeweiligen PEMS-Prüffamilien ist ein repräsentatives
    Fahrzeug zu bestimmen, an dem die Prüfung durchgeführt werden soll
    (Messfahrzeug).

    Die Prüfung ist für jede PEMS-Prüffamilie mit dem jeweiligen
    Messfahrzeug gemäß Nummer 4.3 durchzuführen. Die Definition des
    Verwendungsbereiches erfolgt nach Nummer 5.

    Für die Einbeziehung von Fahrzeugemissionstypen in die PEMS-
    Prüffamilie müssen die Anforderungen der Nummern 4.1 und 4.2 erfüllt
    sein.

4.1 Fahrzeughersteller

    Für jeden Fahrzeughersteller ist eine eigene PEMS-Prüffamilie zu
    definieren.

    Mit Zustimmung der Genehmigungsbehörde kann die PEMS-Prüffamilie auf
    Fahrzeugemissionstypen mehrerer Fahrzeughersteller ausgeweitet werden,
    sofern der Antragsteller nachweist, dass die verwendeten
    Antriebssysteme baugleich sind.

4.2 Technische Kriterien

    Bei den Fahrzeugemissionstypen einer PEMS-Prüffamilie müssen die
    folgenden technischen Kriterien übereinstimmen:

    •   Zylinderanzahl und -anordnung

    •   Ansaugsystem (natürlich ansaugend, mechanisch aufgeladen oder
        turbogeladen)

    •   Einspritzsystem

    •   Gesamtzylinderhubvolumen (1 000 cm
        3                          Differenz zwischen dem kleinsten und dem
        größten Gesamtzylinderhubvolumen der PEMS-Prüffamilie)

    •   Wirkprinzip der schadstoffreduzierenden Maßnahmen

    •   Ausgangssystem, z. B.:

        –   Abgasrückführung – Hochdruck oder Niederdruck

        –   Abgasrückführung – gekühlt oder ungekühlt

        –   PMS

        –   NO
            x                               -Speicherkatalysator

        –   SCR-Katalysator

    •   Emissionsklasse

    Abweichungen von den vorgenannten Kriterien sind vorab durch die
    Genehmigungsbehörde zu genehmigen.

4.3 Messfahrzeug

    Die Durchführung der Prüfung des NO
    x                   MS-Pkw gemäß Nummer 7 erfolgt pro Ausgangssystem
    und Emissionsklasse nach Nummer 1.1 für ein repräsentatives Fahrzeug
    aus der nach Nummer 4.1 definierten PEMS-Prüffamilie (Messfahrzeug).
    Die Repräsentativität eines Messfahrzeugs wird durch folgende
    Kriterien bestimmt:

    1.  Das verbaute NO
        x                         MS-Pkw muss in Verbindung mit dem
        Antriebsmotor des Messfahrzeugs die größte Raumgeschwindigkeit (bis zu
        +20 %) bezogen auf die stickoxidmindernde Komponente des NO
        x                         MS-Pkw innerhalb der geplanten PEMS-
        Prüffamilie aufweisen.

    2.  Erfüllen mehrere Fahrzeuge der PEMS-Prüffamilie dieses Kriterium, so
        ist das Fahrzeug auszuwählen, welches eine überdurchschnittlich hohe
        Marktpräsenz innerhalb des geplanten Verwendungsbereiches aufweist.

    Die Genehmigungsbehörde bestätigt die Auswahl des Messfahrzeugs oder
    definiert ein anderes Fahrzeug aus der PEMS-Prüffamilie nach Nummer
    4\.1 als Messfahrzeug. Darüber hinaus kann die Genehmigungsbehörde bei
    Zweifeln an der Repräsentativität des ausgewählten Messfahrzeugs
    zusätzliche Messfahrzeuge festlegen.

**5** **Verwendungsbereich**

    Der Verwendungsbereich für das NO
    x                   MS-Pkw besteht aus der Summe der
    Fahrzeugemissionstypen, für deren PEMS-Prüffamilien eine erfolgreiche
    Prüfung nach Nummer 7 mit den Bewertungskriterien nach Nummer 8
    vorliegt. Der Hersteller hat sicherzustellen, dass alle Kombinationen
    von technischen Änderungen an Fahrzeugen des Verwendungsbereiches die
    technischen Anforderungen dieser Anlage erfüllen.

    Der Verwendungsbereich ist gemäß Anhang II zu dokumentieren.

    Im Genehmigungsverfahren wird ein genehmigter Typ eines NO
    x                   MS-Pkw festgelegt, bei dem die maßgeblichen
    Merkmale des Katalysatorträgers den Anforderungen der UN-Regelung Nr.
    132 Absatz 15.1 Buchstabe d und e entsprechen.

**6** **Kraftstoff/Kraftstoffqualität**

    Die zur Prüfung der NO
    x                   MS-Pkw heranzuziehenden Messungen erfolgen mit
    handelsüblichen Kraftstoffen, die der Richtlinie 98/70/EG des
    Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Oktober 1998 über die
    Qualität von Otto- und Dieselkraftstoffen und zur Änderung der
    Richtlinie 93/12/EWG des Rates (ABl. L 350 vom 28.12.1998, S. 58; L
    124 vom 25.5.2000, S. 66; L 265 vom 5.9.2014, S. 36), die zuletzt
    durch die Verordnung (EU) 2018/1999 (ABl. L 328 vom 21.12.2018, S. 1)
    geändert worden ist, entsprechen.

**7** Prüfung des NO
    x **MS-Pkw**

7.1 Einbau des zu prüfenden NO
    x                   MS-Pkw

    Das zu prüfende NO
    x                   MS-Pkw muss gemäß den Vorgaben des Herstellers im
    Fahrzeug verbaut sein und den spezifizierten Einbau- und
    Installationsvorschriften nach Nummer 14.1 entsprechen.

7.2 Messfahrten und Prüfablauf

    Die Messdurchführung, inklusive Messfahrt und deren Auswertung,
    basiert auf dem RDE Paket 3 (Verordnung (EU) 2017/1154) in Verbindung
    mit Verordnung (EU) 2017/1151 Anhang IIIA in der jeweils gültigen
    Fassung und den in den Nummern 7.2 und 7.3 dieser Anlage festgelegten
    Abweichungen von den vorgenannten Verordnungen.

    Es gelten die Allgemeinen Anforderungen gemäß der Verordnung (EU)
    2017/1151 Anhang IIIA Nummer 4 (Nutzungsverhalten).

    Die Messtechnik entspricht der Verordnung (EU) 2017/1151 Anhang IIIA,
    Anlage 1 und 2. Auf die Messung der Partikelanzahl kann in den Fällen
    verzichtet werden, in denen laut der Einschätzung des Technischen
    Dienstes keine negative Beeinflussung der PN zu erwarten ist.

    Die Prüfung erfolgt durch einen Technischen Dienst.

7.2.1 Randbedingungen

7.2.1.1 Fahrzeugnutzlast und Prüfmasse

    Die Grundnutzlast des Fahrzeugs umfasst den Fahrer sowie die
    Prüfausrüstung einschließlich der Anbringungsteile und der
    Energieversorgungseinrichtungen.

    Zu Prüfungszwecken kann künstliche Nutzlast hinzugefügt werden,
    solange die Gesamtmasse der Grundnutzlast und der künstlichen Nutzlast
    50 % der Summe der „Masse der Fahrgäste“ und der „Nutzlast“ gemäß den
    Definitionen in Artikel 2 Absatz 19 und 21 der Verordnung (EU) Nr.
    1230/2012 nicht überschreitet.

7.2.1.2 Umgebungsbedingungen

    Die Prüfung ist unter den folgenden Umgebungsbedingungen
    durchzuführen:

    –   Höhenlage-Bedingung: Höhe höchstens 700 m über dem Meeresspiegel.

    –   Normale Temperaturbedingungen: mindestens 278 K (5 °C) und höchstens
        303 K (30 °C).

    Die Prüfung kann auch durchgeführt werden, wenn während der Messfahrt
    ausschließlich oder zeitweilig die folgenden erweiterten
    Temperaturbedingungen vorliegen:

    –   Erweiterte Temperaturbedingungen 1: höher als 303 K (30 °C) und
        höchstens 308 K (35 °C).

    –   Erweiterte Temperaturbedingungen 2: mindestens 270 K (-3 °C) und
        kleiner als 278 K (5 °C).

    Liegen während der Messfahrt in einem bestimmten Zeitraum solche
    erweiterten Temperaturbedingungen vor, so sind die
    Schadstoffemissionswerte, die für diesen bestimmten Zeitraum nach der
    Verordnung (EU) 2017/1151 Anhang IIIA Anlage 4 berechnet worden sind,
    durch die folgenden Faktoren zu dividieren, bevor sie im Hinblick auf
    die Einhaltung der technischen Anforderungen bewertet werden:

    –   Bei erweiterten Temperaturbedingungen 1: Faktor 1,6.

    –   Bei erweiterten Temperaturbedingungen 2: Faktor 2,0.

    Diese Bestimmung gilt nicht für die Kohlendioxidemissionen.

    Wird ein Teil der Prüfung oder die gesamte Prüfung außerhalb der
    Höhenlage-Bedingung oder der normalen oder erweiterten
    Temperaturbedingungen durchgeführt, so ist die Prüfung ungültig.

7.2.2 Fahrzeugkonditionierung – Prüfung bei Start mit kaltem Motor

    Vor der Messfahrt gemäß Nummer 7.2 ist das Fahrzeug mindestens 6 h mit
    geschlossenen Türen und geschlossener Motorhaube bei ausgeschaltetem
    Motor und ohne externe Energiezufuhr in einer Höhe von höchstens 700 m
    über dem Meeresspiegel und im Temperaturbereich von mindestens 270 K
    (–3 °C) bis höchstens 308 K (35 °C) abzustellen. Extreme
    Witterungsbedingungen (starke Schneefälle, Sturm, Hagel) und
    übermäßige Staubmengen sollten vermieden werden. Vor dem Beginn der
    Prüfung sind das Fahrzeug und die Ausrüstung in Bezug auf Schäden und
    Warnsignale, die auf Störungen hindeuten, zu überprüfen.

7.2.3 Dynamische Bedingungen

    Die dynamischen Bedingungen umfassen den Einfluss der Straßenneigung,
    des Gegenwindes, der Fahrdynamik (Beschleunigungen, Verzögerungen)
    sowie von Nebenverbrauchern auf den Energieverbrauch und die
    Emissionen des Prüffahrzeugs. Die Nachprüfung der Normalität der
    dynamischen Bedingungen erfolgt nach Abschluss der Prüfung anhand der
    aufgezeichneten PEMS-Daten. Diese Nachprüfung folgt den Vorgaben des
    nachfolgenden Absatzes:

    Erweist sich die Messfahrt im Zuge der Nachprüfungen gemäß den
    Anforderungen an die Messfahrt nach Nummer 7.2.5 und den
    Umgebungsbedingungen nach Nummer 7.2.1.2 als gültig, so muss das in
    der Verordnung (EU) 2017/1151 Anhang IIIA Anlage 7a festgelegte
    Verfahren der Prüfbedingungen angewendet werden. Anhand der in der
    Verordnung (EU) 2017/1151 Anhang IIIA Anlage 7a beschriebenen
    Verfahren ist zu überprüfen, ob die Fahrdynamik während des Stadt-,
    Landstraßen- und Autobahn-Anteils zu groß oder zu gering ist.

    Sofern die Dynamikbedingungen außerhalb der definierten Kriterien
    liegen, ist die Messfahrt ungültig.

7.2.4 Zustand und Betrieb des Fahrzeugs

7.2.4.1 Nebenverbraucher

    Der Betrieb der Klimaanlage und der sonstigen Nebenverbraucher muss
    dem möglichen Betrieb durch den Verbraucher unter normalen
    Fahrbedingungen auf der Straße entsprechen.

7.2.4.2 Fahrzeuge mit einem System mit periodischer Regenerierung

    „System mit periodischer Regenerierung“ ist gemäß der Definition in
    der Verordnung (EU) 2017/1151 Anhang IIIA Artikel 2 Absatz 6 zu
    verstehen.

    Tritt eine periodische Regenerierung während einer Prüfung auf, so
    wird die Prüfung für ungültig erklärt und wiederholt.

7.2.5 Anforderungen an die Messfahrt

7.2.5.1 Allgemeine Anforderungen

    Die Dauer der Messfahrt muss zwischen 90 und 120 Minuten betragen.

    Ausgangs- und Endpunkt dürfen sich in ihrer Höhe über dem
    Meeresspiegel um nicht mehr als 100 m unterscheiden.

    Ausgangs- und Endpunkt des kombinierten Stadt- und Landstraßen-Anteils
    dürfen sich in ihrer Höhe über dem Meeresspiegel um nicht mehr als 150
    m unterscheiden.

7.2.5.2 Fahrstreckenanteile und Durchführung der Messfahrt

    Die Anteile der Messfahrt in der Stadt, auf Landstraßen und auf
    Autobahnen, gekennzeichnet durch die momentanen Geschwindigkeiten
    gemäß Nummer 7.2.5.3, sind in Prozent der Gesamtfahrstrecke
    auszudrücken. Die Messfahrt muss zu etwa 34 % aus Stadtbetrieb, zu
    etwa 33 % aus Landstraßenbetrieb und zu etwa 33 % aus Autobahnbetrieb
    bestehen. „Etwa“ bezeichnet dabei einen Bereich von ± 10
    Prozentpunkten um die angegebenen Prozentwerte. Die Messfahrt in der
    Stadt darf jedoch nie weniger als 29 % der Gesamtfahrstrecke
    ausmachen.

    Die Mindeststrecke für den Stadt-, Landstraßen- sowie den
    Autobahnbetrieb beträgt jeweils 16 km.

    Die Messfahrt muss in der Stadt beginnen und auf Landstraßen und
    Autobahnen fortgesetzt werden. Der jeweilige Fahranteil in der Stadt,
    auf Landstraßen und auf Autobahnen muss ohne Unterbrechung durch einen
    anderen Fahranteil erfolgen. Der Betrieb auf Landstraßen kann durch
    kurzzeitigen Stadtbetrieb unterbrochen werden, wenn die Messfahrt
    durch städtische Gebiete hindurchführt. Der Betrieb auf Autobahnen
    kann, etwa beim Passieren von Mautstellen oder von Abschnitten mit
    Baustellen, durch kurzzeitigen Stadt- oder Landstraßenbetrieb
    unterbrochen werden.

    Der Landstraßenanteil endet beim letzten Stopp, bevor durchgehend (>
    30 s) Geschwindigkeiten von über 90 km/h auftreten.

7.2.5.3 Geschwindigkeiten

    Der Stadtbetrieb ist gekennzeichnet durch Fahrzeuggeschwindigkeiten
    von höchstens 60 km/h.

    Der Landstraßenbetrieb ist gekennzeichnet durch
    Fahrzeuggeschwindigkeiten von mindestens 60 km/h und höchstens 90
    km/h.

    Der Autobahnbetrieb ist durch Geschwindigkeiten von über 90 km/h
    gekennzeichnet.

    Die Fahrzeuggeschwindigkeit darf normalerweise 145 km/h nicht
    überschreiten. Eine Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit um einen
    Toleranzwert von 15 km/h ist zulässig, wenn der entsprechende Anteil 3
    % der Gesamtdauer der Autobahnfahrt nicht überschreitet.

    Lokale Geschwindigkeitsbegrenzungen bleiben bei einer Messfahrt
    unbeschadet sonstiger rechtlicher Folgen in Kraft. Verstöße gegen
    lokale Geschwindigkeitsbegrenzungen führen als solche nicht dazu, dass
    die Ergebnisse einer Messfahrt ungültig werden.

7.2.5.4 Stadtanteil

    Beim städtischen Anteil der Fahrstrecke sollte die
    Durchschnittsgeschwindigkeit (unter Einrechnung der Haltezeiten)
    zwischen 15 km/h bis 40 km/h liegen. Die Haltezeiten, gekennzeichnet
    durch eine Fahrzeuggeschwindigkeit von weniger als 1 km/h, müssen 6
    bis 30 % der Gesamtdauer des Stadtbetriebs ausmachen. Der Stadtbetrieb
    muss mehrere Haltezeiten von mindestens 10 s umfassen. Jedoch dürfen
    einzelne Haltezeiten 300 aufeinanderfolgende Sekunden nicht
    überschreiten; ansonsten muss die Messfahrt für ungültig erklärt
    werden.

7.2.5.5 Autobahnanteil

    Die Geschwindigkeitsspanne bei der Autobahnfahrt muss einen Bereich
    zwischen 90 km/h und mindestens 110 km/h in geeigneter Weise abdecken.
    Die Fahrzeuggeschwindigkeit muss mindestens 5 Minuten lang über 100
    km/h betragen.

7.2.6 Anforderungen an den Betrieb

    Auf den Betrieb sind die Anforderungen der Verordnung (EU) 2017/1151
    Anhang IIIA Nummer 7 anzuwenden.

7.2.7 Kaltstart

    Der Kaltstartzeitraum ist der Zeitraum nach dem ersten Start des
    Verbrennungsmotors bis zu dem Zeitpunkt, an dem der Verbrennungsmotor
    5 Minuten lang gelaufen ist. Wird die Temperatur des Kühlmittels
    bestimmt, so endet der Kaltstartzeitraum, wenn das Kühlmittel zum
    ersten Mal 343 K (70 °C) erreicht hat, jedoch nicht später als zu dem
    Zeitpunkt, an dem der Verbrennungsmotor seit dem ersten Motorstart 5
    Minuten lang gelaufen ist.

    Die Durchschnittsgeschwindigkeit (einschließlich der Haltephasen)
    während der Kaltstartphase muss zwischen 15 und 40 km/h betragen. Die
    Höchstgeschwindigkeit während der Kaltstartphase darf 60 km/h nicht
    überschreiten.

7.2.8 Schmieröl, Kraftstoff und Reagens

    Der Kraftstoff, das Schmiermittel und (falls zutreffend) das Reagens
    für die Messfahrt gemäß Nummer 7.2 müssen den Vorschriften des
    Herstellers und des Fahrzeugherstellers für den Betrieb des Fahrzeugs
    durch den Kunden entsprechen.

7.3 Emissionen und Bewertung der Messfahrt

    Die Prüfung ist gemäß Nummer 7.2 unter Einhaltung der dort
    festgelegten Anforderungen durchzuführen.

    Dabei ist es nicht zulässig, die Daten verschiedener Messfahrten zu
    kombinieren oder die Daten einer Messfahrt zu verändern oder zu
    löschen.

    Nach Feststellung der Gültigkeit einer Messfahrt gemäß den
    Anforderungen an die Messfahrt nach Nummer 7.2.5, an die
    Umgebungsbedingungen nach Nummer 7.2.1.2 und an die dynamischen
    Bedingungen nach Nummer 7.2.3 sind die Emissionsergebnisse nach Nummer
    7\.3.1 zu berechnen.

    Der Kaltstart ist gemäß Nummer 7.2.7 definiert. Gasförmige Schadstoffe
    beim Kaltstart sind Teil der üblichen Bewertung.

7.4 Berechnung des Emissionsergebnisses

    Die Emissionsergebnisse werden jeweils separat für die komplette
    Messfahrt einerseits sowie für den Stadtanteil zusammen mit dem
    Landstraßenanteil andererseits nach den Vorgaben der Verordnung (EU)
    2017/1151 Anhang IIIA Anlage 4 berechnet und ausgewiesen. Zur
    Bestimmung eines distanzspezifischen Mittelwertes werden die
    kumulierten Emissionsmassen für den Stadt- und Landstraßenanteil der
    Messfahrt sowie für die Gesamtmessfahrt inklusive des Autobahnanteils
    bestimmt und auf die kumulierten Fahrstrecken der jeweiligen Anteile
    bezogen. Die Trennung der Fahrstreckenanteile erfolgt gemäß Nummer
    7\.2.5.2.

**8** Bewertungskriterien für NO
    x **MS-Pkw**

    Das Messfahrzeug muss bei Messungen gemäß Nummer 7 in Bezug auf die
    Stickoxidemissionen (NO
    x                   ) einen Emissionswert von 270 mg/km NO
    x                    unterschreiten. Dieser Nachweis ist für die
    Kombination von Stadt- und Landstraßenanteil der Messfahrt sowie für
    die gesamte Messfahrt gesondert zu führen.

**9** **Messtechnik**

9.1 Messtechnische Ausrüstung

    Die Ausrüstung des Messfahrzeugs sowie die technischen Anforderungen
    an die Messtechnik müssen den Vorgaben der Verordnung (EU) 2017/1151
    Anhang IIIA Anlage 1 und 2 entsprechen.

9.2 Validierung der Messtechnik

    Für die Messungen gemäß Nummer 7 darf nur ein Messsystem eingesetzt
    werden, welches nachweislich innerhalb der letzten drei Monate vor der
    Messung nach Nummer 7 gemäß den Vorgaben der Verordnung (EU) 2017/1151
    Anhang IIIA Anlage 3 validiert wurde.

**10** **Überwachungsmaßnahmen**

    Ein geprüftes und genehmigtes NO
    x                   MS-Pkw mit Hardware-Nachrüstung muss den
    Dauerhaltbarkeitskriterien nach Nummer 2.1 entsprechen.

10.1 Dauerhaltbarkeitsnachweis durch den Hersteller

    Den Nachweis zur Dauerhaltbarkeit erbringt der Hersteller durch
    wiederkehrende Messungen an im Feld befindlichen NO
    x                   MS-Pkw. Hierzu wird für jede Emissionsklasse
    mindestens ein im Feld befindliches nachgerüstetes Fahrzeug, welches
    dem Verwendungsbereich der Genehmigung entstammt, jährlich ab dem
    Zeitpunkt der Genehmigungserteilung über einen Zeitraum von fünf
    Jahren im Betrieb durch einen Technischen Dienst vermessen. Die
    Prüfungen erfolgen gemäß Nummer 7. Der Hersteller meldet der
    Genehmigungsbehörde jährlich die Ergebnisse der Prüfung. Die Auswahl
    der zu überprüfenden Fahrzeuge hinsichtlich der Kriterien
    Emissionsklasse, Ausgangssystem, Fahrzeuggruppe sowie
    Kilometerleistung/Lebensdauer des NO
    x                   MS-Pkw erfolgt in Absprache mit der
    Genehmigungsbehörde. Die Kilometerleistung pro Jahr soll mindestens
    7 000 km betragen.

10.2 Bestätigungsprüfungen durch die Genehmigungsbehörde

    Die Genehmigungsbehörde kann selbst Prüfungen zur Bestätigung der
    Unterschreitung des Emissionswertes von 270 mg/km NO
    x                    durchführen. Die Bestätigungsprüfung ist gemäß
    Nummer 7 durchzuführen. Das zu überprüfende Fahrzeug darf nicht älter
    als sieben Jahre nach Erstzulassung sein oder muss eine
    Gesamtfahrleistung von unter 240 000 km aufweisen.

10.3 Übereinstimmungsfaktor

    Die Ergebnisse der von der Genehmigungsbehörde durchgeführten
    Bestätigungsprüfung gemäß Nummer 10.2 sind gemäß der in Nummer 7
    genannten Anforderungen durch die Genehmigungsbehörde zu bewerten.
    Dabei darf der in Nummer 8 genannte Emissionswert um maximal 15 %
    überschritten werden.

**11** **Allgemeine Betriebserlaubnis für Hardware-Nachrüstung oder Software-
    Updates**

    Der Einbau eines NO
    x                   MS-Pkw in ein zugelassenes Kraftfahrzeug ist
    möglich, wenn das betreffende NO
    x                   MS-Pkw eine ABE für Stickoxid-Minderungssysteme
    mit hoher Minderungsleistung besitzt. Voraussetzung für die Erteilung
    der ABE für Stickoxid-Minderungssysteme mit hoher Minderungsleistung
    ist, dass das NO
    x                   MS-Pkw die Anforderungen für eine ABE nach § 22
    erfüllt und die Einhaltung der Vorgaben dieser Anlage nachgewiesen
    ist. Einzelheiten über den Verwendungsbereich des NO
    x                   MS-Pkw sowie Einbau- und Betriebsanweisungen
    ergeben sich aus der ABE.

    Der Antrag auf Erteilung einer ABE für NO
    x                   MS-Pkw mit erhöhter Minderungsleistung ist gemäß
    Anhang III zu erstellen und an die Genehmigungsbehörde zu richten.

**12** Aufhebung der Allgemeinen Betriebserlaubnis für NO
    x **MS-Pkw**

    Stellt die Genehmigungsbehörde fest, dass die Voraussetzungen für die
    Genehmigung gemäß Nummer 11 nicht mehr gegeben sind oder erfüllt
    werden, so ist die ABE für NO
    x                   MS-Pkw zu widerrufen oder zurückzunehmen. Die ABE
    nach § 22 bleibt bei bereits umgerüsteten Fahrzeugen von einer
    Aufhebung unberührt, wenn die Anforderungen des § 22 weiterhin erfüllt
    sind.

**13** Zusätzliche Anforderungen zur Erteilung einer Allgemeinen
    Betriebserlaubnis für NO
    x **MS-Pkw**

13.1 Einhaltung der Typgenehmigungsvorschriften

    Der Hersteller bestätigt, dass nach Einbau des NO
    x                   MS-Pkw die Vorschriften, welche zum Zeitpunkt der
    Typgenehmigung des Fahrzeugtyps zugrunde lagen, für den jeweiligen
    Fahrzeugtyp aus dem Verwendungsbereich nach Nummer 5 eingehalten
    werden.

13.2 Betriebsverhalten und Sicherheit

    Durch den Einbau des NO
    x                   MS-Pkw dürfen keine Beeinträchtigungen des
    Betriebsverhaltens eintreten. Insbesondere § 30 ist zu beachten.

13.3 Geräuschverhalten

    Der Hersteller hat den Nachweis zu erbringen, dass durch den Einbau
    des NO
    x                   MS-Pkw keine Verschlechterung des
    Geräuschverhaltens eintritt. Werden bei Hardware-Nachrüstungen
    serienmäßig vorhandene Schalldämpfer außerhalb der
    emissionsreduzierenden Komponenten weiterverwendet und entspricht das
    Gesamtvolumen aller nachgerüsteten und ausgetauschten Substrate im NO
    x                   MS-Pkw mindestens dem Gesamtvolumen der
    serienmäßig verwendeten Substrate, ist kein weiterer Nachweis
    erforderlich.

13.4 Elektromagnetische Verträglichkeit

    Werden elektronische Bauteile, Steuergeräte, Sensoren und Aktuatoren
    im NO
    x                   MS-Pkw verwendet, so muss für sie (auch im
    Verbund) gemäß den Bestimmungen der Verordnung (EG) Nr. 661/2009

    1.  eine Genehmigung nach der Regelung Nr. 10 der Wirtschaftskommission
        der Vereinten Nationen für Europa (UNECE) — Einheitliche Bedingungen
        für die Genehmigung der Fahrzeuge hinsichtlich der elektromagnetischen
        Verträglichkeit, Änderungsserie 05 (ABl. L 254 vom 20.9.2012, S. 1)
        vorliegen oder

    2.  ein Prüfbericht über die Erfüllung der Anforderungen der UN-Regelung
        Nr. 10 mit Gültigkeit für das umzurüstende Fahrzeug vorliegen.

13.5 Austausch vorhandener PMS/Nachrüstung bislang nicht vorhandener PMS

    Wird durch den Einbau des NO
    x                   MS-Pkw ein zuvor verbautes, wanddurchströmtes PMS
    ausgetauscht, muss der Hersteller nachweisen, dass das ursprüngliche
    Systemverhalten insbesondere im Hinblick auf vorhandene
    Überwachungsfunktionen und das Regenerationsverhalten erhalten bleibt
    und sich somit keine negativen Auswirkungen auf die Funktionalität und
    Sicherheit des ausgetauschten PMS ergeben. Alternativ können die
    ursprünglichen Überwachungs- und Regenerationsstrategien durch
    geeignete neue ersetzt werden. Ergibt die Prüfung der Nachweise
    hinsichtlich der Kompatibilität der ursprünglichen Überwachungs- und
    Regenerationsstrategien oder der Einführung neuer geeigneter Maßnahmen
    (geänderte Strategien) durch den Technischen Dienst oder durch die
    Genehmigungsbehörde, dass die Einhaltung der Anforderungen nicht
    ausreichend beurteilt werden kann, so hat der Hersteller weitere
    Nachweise vorzulegen, z. B. auf der Grundlage von weitergehenden
    Prüfungen.

    Ferner hat der Hersteller den Nachweis zu führen, dass das Volumen des
    nachgerüsteten PMS (als Bestandteil des NO
    x                   MS-Pkw) dem Volumen des ursprünglichen PMS ± 30 %
    entspricht. Zudem muss die durchströmte Substratoberfläche der
    durchströmten Substratoberfläche des ursprünglichen PMS ± 30 %
    entsprechen.

    Ein nachgerüstetes PMS muss über mindestens ein Überwachungssystem
    verfügen, welches den Beladungszustand des PMS überwacht und den
    Fahrer entsprechend informiert.

13.6 Anforderungen an das PMS als Bestandteil des NO
    x                   MS-Pkw

    Für das im Austausch für ein bereits verbautes PMS eingebaute oder
    nachgerüstete PMS muss der Hersteller geeignete Nachweise erbringen,
    dass das verwendete System und dessen Systemeigenschaften einer der
    folgenden Vorgaben entsprechen:

    a)  Regelung Nr. 103 der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für
        Europa (UN/ECE) — Einheitliche Bestimmungen für die Genehmigung von
        Austauschkatalysatoren für Kraftfahrzeuge (ABl. L 158 vom 19.6.2007,
        S. 106) für die Genehmigung von emissionsmindernden Einrichtungen für
        den Austausch für Kraftfahrzeuge;

    b)  für Fahrzeuge der Emissionsklasse „Euro 4“ wahlweise Vorgaben zur
        Partikelminderungsstufe PM 5 in Anlage XXVI;

    c)  UK Clean Vehicle Retrofit Accreditation Scheme.

    Sollte ein ausgetauschtes oder nachgerüstetes PMS externe
    Regenerationen oder Reinigungen benötigen, so ist der Fahrer darüber
    zu informieren (z. B. über eine Warnlampe oder eine Klartextanzeige).

13.7 Warn- und Aufforderungssysteme bei reagensgestützten Hardware-
    Nachrüstsystemen

13.7.1 Vorhandene OBD- und NC-Systeme sowie Warn- und Aufforderungssysteme

    OBD- und NC-Systeme sowie Warn- und Aufforderungssysteme, die im
    Ausgangssystem vorhanden waren, müssen hinsichtlich ihrer
    Funktionalität uneingeschränkt erhalten bleiben oder im Falle eines
    Austauschs durch gleichwertige Systeme ersetzt werden. Der Nachweis,
    dass diese Anforderungen erfüllt sind, erfolgt durch Bestätigung des
    Herstellers.

13.7.2 Anzeige-, Warn- und Aufforderungssysteme für NO
    x                   MS-Pkw

    Das NO
    x                   MS-Pkw muss mindestens über folgende Systeme
    verfügen:

    a)  Anzeige des Reagens-Füllstands und der Warnmeldung gemäß der Absätze 2
        und 3 der Anlage 6 der Regelung Nr. 83 der Wirtschaftskommission der
        Vereinten Nationen für Europa (UN/ECE) — Einheitliche Bedingungen für
        die Genehmigung der Fahrzeuge hinsichtlich der Emission von
        Schadstoffen aus dem Motor entsprechend den Kraftstofferfordernissen
        des Motors, Änderungsserie 07 (ABl. L 42 vom 15.2.2012, S. 1) sowie
        Anzeige bei Totalausfall des Stickoxid-Minderungssystems;

    b)  Warnsystem für den Fahrer, wenn bei einer Umgebungstemperatur von ≤
        266 K (–7 °C) keine Reagens-Dosierung auftritt;

    c)  Aufforderungssystem, welches ein manipulationssicheres, deutliches,
        optisches oder akustisches Dauersignal abgibt;

    d)  Aufforderungssystem gemäß Anlage 6 der UN-Regelung Nr. 83, welches
        mindestens eine der folgenden Methoden vorsieht:

        –   die Methode „kein Neustart des Motors nach Countdown“,

        –   das System „Anlasssperre nach Kraftstoff-Betankung“,

        –   die Methode „Kraftstoff-Tanksperre“,

        –   das Verfahren „Leistungsdrosselung“, welches vorsieht, dass die
            Motorleistung für den Fahrer spürbar gedrosselt und die
            Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs erheblich herabgesetzt wird; für
            diesen Fall ist eine Verhinderung des Motorneustarts nicht
            obligatorisch.

    Die Aufforderungssysteme gemäß den Buchstaben c und d müssen
    spätestens dann aktiviert werden, wenn

    1.  hinsichtlich des Füllstandes des Reagens-Behälters oder der Qualität
        des Reagens die Kriterien der Anlage 6 der UN-Regelung Nr. 83 zur
        Aktivierung erfüllt sind oder

    2.  ein Totalausfall des Stickoxid-Minderungssystems eintritt.

    Für den Fall, dass die Alternativmethode gemäß Abschnitt 6 der Anlage
    6 gewählt wird, gelten die OBD-Schwellwerte der Emissionsklasse „Euro
    6“ gemäß Anhang XI der Verordnung (EG) Nr. 692/2008 in der Fassung der
    Verordnung (EU) 2017/1151.

13.8 NH
    3                   -Emissionen bei reagensgestützten Hardware-
    Nachrüstsystemen

    Zur Vermeidung von NH
    3                   -Emissionen ist das NO
    x                   MS-Pkw mit einem NH
    3                   -Sperr-Katalysator auszurüsten. Der
    Sperrkatalysator muss ein Mindestvolumen von 400 ml pro 100 kW
    Motorleistung aufweisen. Die Platin (Pt)-Beladung muss 106 g/m
    3                    bis 177 g/m
    3                    (3 g/ft
    3                    bis 5 g/ft
    3                   ) betragen. Der Hersteller hat zu bestätigen und
    nachzuweisen, dass diese Anforderungen an den Sperrkatalysator und an
    die Beladung eingehalten werden. Alternative Beladungen des
    Sperrkatalysators sind möglich, wenn der Hersteller ihre
    Wirkungsgleichheit nachweist.

13.9 Sekundäremissionen

    Der Hersteller muss nachweisen, dass die im NO
    x                   MS-Pkw verwendeten Materialien und Verfahren keine
    zusätzliche Gefahr für die Gesundheit und die Umwelt darstellen, und
    er muss einen Nachweis über Sekundäremissionen gemäß der UN-Regelung
    Nr. 132 erbringen. Die erforderlichen Nachweise sind zu erbringen
    gemäß Absatz 8.6 der UN-Regelung Nr. 132. Nicht zur Anwendung kommt
    Absatz 8.6.2 der UN-Regelung Nr. 132.

    Kann der Hersteller nachweisen, dass sein verwendeter Katalysator
    (Trägerkörper inklusive Beschichtung) aus dem Teileportfolio eines
    Fahrzeugherstellers stammt, muss er keinen Nachweis über
    Sekundäremissionen erbringen.

13.10 Änderungen an emissionsrelevanten Bauteilen und Systemkomponenten

    Sind für eine Hardware-Nachrüstung zusätzliche Maßnahmen an
    emissionsrelevanten Bauteilen und/oder Systemkomponenten wie
    beispielsweise eine Änderung der AGR-Regelung zur weiteren
    einwandfreien Funktionalität notwendig, muss der Hersteller diese
    gemäß Anhang III beschreiben. Zudem müssen diese zusätzlichen
    Maßnahmen in die Prüfungen des Technischen Dienstes einbezogen werden.

13.11 Einbau- und Installationsanweisungen sowie Halterinformationen

    Bei Hardware-Nachrüstungen muss der Hersteller schriftliche Einbau-
    und Installationsanweisungen in deutscher Sprache für den Einbau des
    NO
    x                   MS-Pkw sowie Betriebs- und Wartungsanweisungen zum
    Einsatz des nachgerüsteten Fahrzeugs für den Halter des Fahrzeugs
    bereitstellen. In den Betriebsanweisungen ist der Halter des Fahrzeugs
    vom Hersteller darüber zu informieren, dass sich durch die Nachrüstung
    mit dem NO
    x                   MS-Pkw eine Erhöhung der CO
    2                   -Emissionen und damit des Kraftstoffverbrauchs des
    Fahrzeugs ergeben kann, die nachweislich unter 6 % liegen.

    Bei Software-Updates ist der Halter des Fahrzeugs vom Hersteller
    schriftlich über die Erhöhung der CO
    2                   -Emissionen zu informieren.

13.12 Eingriff in die Motorsteuerung, in das OBD-System und in
    Kommunikationsschnittstellen

    Es handelt sich dann um einen Eingriff, wenn Änderungen oder
    Ergänzungen der Hard- oder Software an vorhandenen elektronischen
    Motorsteuergeräten, am OBD-System und an den
    Kommunikationsschnittstellen erfolgen, einschließlich der
    Beaufschlagung von Signalen. Ein Abruf von Signalen und Informationen
    bzw. die temporäre Beaufschlagung von Signalen zur Erfüllung der
    Anforderungen der Nummer 13.7.2 Buchstabe d ist dann kein Eingriff,
    wenn die Funktionalität vorhandener elektronischer Motorsteuergeräte,
    des OBD-Systems und der Kommunikationsschnittstellen nicht
    beeinträchtigt wird.

    In der Regel ist das nachgerüstete Stickoxid-Minderungssystem
    inklusive der Anzeige-, Warn- und Aufforderungssysteme als autarkes
    System ohne Eingriff in die vorhandene Motorsteuerung oder in das OBD-
    System auszulegen. Sieht der Hersteller einen Eingriff in die
    vorhandene Motorsteuerung oder in das OBD-System vor, so hat er eine
    schriftliche Freigabe des Fahrzeugherstellers für diesen Eingriff
    einzuholen. Der Fahrzeughersteller hat zusammen mit der Erteilung der
    Freigabe eine Erklärung abzugeben, dass die Eigenschaften des
    Nachrüstsystems bei nachträglichen Softwareänderungen nicht
    beeinflusst werden.

13.13 Ermittlung der Änderung der CO
    2                   -Emissionen

13.13.1 Testverfahren und Bewertung der Messergebnisse

    Die Ermittlung der CO
    2                   -Emissionen ist in Anlehnung an die Verordnung
    (EG) Nr. 715/2007 (WLTP 1 bis 3) von einem vom Hersteller beauftragten
    Technischen Dienst durchzuführen. Wegen der zu erwartenden erhöhten
    Laufleistung der zur Prüfung verwendeten Fahrzeuge wird die mögliche
    Änderung der CO
    2                   -Emissionen nicht durch einen Vergleich mit dem
    bei der Typgenehmigung gemessenen Typprüfwert ermittelt. Es ist
    jeweils eine Eingangsmessung der CO
    2                   -Emissionen des Fahrzeugs vor der technischen
    Änderung (Ermittlung CO
    2                   -alt) und eine Ausgangsmessung der CO
    2                   -Emissionen des Fahrzeugs nach Einbau des NO
    x                   MS-Pkw (Ermittlung CO
    2                   -neu) durchzuführen. Bei den Messungen sind die
    Fahrwiderstandswerte zu verwenden, die der ursprünglichen
    Emissionsgenehmigung zugrunde lagen. Sollten diese
    Fahrwiderstandswerte nicht verfügbar sein, können alternativ die in
    der oben genannten Verordnung (EG) Nr. 715/2007 enthaltenen
    Tabellenwerte verwendet werden.

    Der Test ist so durchzuführen, dass Eingangs- und Ausgangsmessungen
    möglichst identische Rahmenbedingungen hinsichtlich
    Fahrzeugkonditionierung, Filterbeladung, Regenerationsvorgängen, Ki-
    Faktoren, Fahrkurve mittig etc. aufweisen.

    Die Bewertung der Messergebnisse erfolgt über die Berechnung eines CO
    2                   -Erhöhungsfaktors (E
    CO2                   ), wobei die CO
    2                   -Werte mit vier Nachkommastellen in die Berechnung
    eingehen:

    E
    CO2                    = CO
    2                   -neu/CO
    2                   -alt

    Dabei muss der Erhöhungsfaktor E
    CO2                    < 1,06 sein.

    Sollte E
    CO2                    ≥ 1,06 sein, so kann auf Wunsch des Herstellers
    mit demselben Fahrzeug eine weitere Prüfung (Ein- und Ausgangsmessung)
    durchgeführt werden. Der Erhöhungsfaktor E
    CO2                    wird dann aus den Mittelwerten der zwei
    Prüfergebnisse CO
    2                   -alt und CO
    2                   -neu ermittelt. Sollte weiterhin E
    CO2                    ≥ 1,06 sein, kann eine dritte Prüfung
    entsprechend der zweiten Prüfung durchgeführt werden, wobei sich dann
    E
    CO2                    aus dem Mittelwert der drei Prüfergebnisse CO
    2                   -alt und CO
    2                   -neu ergibt. Sollte weiterhin E
    CO2                    ≥ 1,06 sein, so gilt die Messung als nicht
    bestanden und eine Genehmigung der Hardware-Nachrüstung bzw. des
    Software-Updates kann nicht erfolgen.

13.13.2 Verwendungsbereich

    Die Änderung der CO
    2                   -Emissionen ist für jeden Verwendungsbereich nach
    Nummer 5 zu ermitteln. Dabei ist das Testfahrzeug so zu wählen, dass
    es im Verwendungsbereich möglichst den ungünstigsten Fall (worst case)
    hinsichtlich E
    CO2                    darstellt. Das Testfahrzeug ist somit nicht
    zwingend identisch mit dem Messfahrzeug nach Nummer 4.3. Die Wahl des
    Testfahrzeugs ist mit der Genehmigungsbehörde abzustimmen.

**14** Einbau und Abnahme des NO
    x **MS-Pkw bei technischen Änderungen**

14.1 Einbau

    Die technische Änderung durch Einbau eines genehmigten NO
    x                   MS-Pkw ist von einer Kraftfahrzeugwerkstatt
    durchzuführen, die für die Durchführung der Abgasuntersuchung nach
    Anlage VIIIc anerkannt ist (AU-Kraftfahrzeugwerkstatt). Abweichend
    davon kann die technische Änderung auch von einer anderen Stelle
    durchgeführt werden, in diesem Fall gilt Nummer 14.2 Buchstabe b oder
    c.

    Das Kraftfahrzeug muss sich vor dem Einbau des NO
    x                   MS-Pkw in einem technisch einwandfreien Zustand
    befinden. Sofern erforderlich, sind vor dem Einbau des NO
    x                   MS-Pkw Mängel zu beseitigen, die das Erreichen der
    durch die ABE des NO
    x                   MS-Pkw nachgewiesenen Minderung oder die
    Dauerhaltbarkeit in Frage stellen.

14.2 Abnahme

    Der ordnungsgemäße Einbau aller Teile und die einwandfreie Funktion
    des NO
    x                   MS-Pkw sind bei Hardware-Nachrüstungen oder
    Software-Updates auf einer dem Anhang IV entsprechenden
    Abnahmebescheinigung für NO
    x                   MS-Pkw zu bestätigen, und zwar

    a)  von der anerkannten AU-Kraftfahrzeugwerkstatt, sofern diese die
        technische Änderung selbst vorgenommen hat,

    b)  von einem amtlich anerkannten Sachverständigen oder Prüfer für den
        Kraftfahrzeugverkehr oder von einem Prüfingenieur nach Anlage VIIIb
        oder

    c)  von einem Technischen Dienst gemäß § 13 Absatz 3 EG-
        Fahrzeuggenehmigungsverordnung.

    Die Abnahmebescheinigung muss alle in Anhang IV aufgeführten Angaben
    enthalten. Sie dient zur Vorlage bei der Zulassungsbehörde durch den
    Fahrzeughalter.

**15** Vorgehensweise bei Gleichwertigkeitsbescheinigungen des
    Fahrzeugherstellers bei NO
    x **MS-Pkw ohne technische Änderungen**

    Erfüllen Fahrzeuge die Anforderungen eines NO
    x                   MS-Pkw ohne technische Änderung gemäß Nummer 2.3,
    so erteilt die Genehmigungsbehörde nach Prüfung der Nachweise dem
    Fahrzeughersteller die Erlaubnis, für diese Fahrzeuge auf die
    jeweilige Fahrzeug-Identifizierungsnummer bezogene
    Gleichwertigkeitsbescheinigungen in einer von der Genehmigungsbehörde
    vorgegebenen Form auszustellen. Der Antrag auf Erteilung der Erlaubnis
    zur Ausstellung von Gleichwertigkeitsbescheinigungen ist schriftlich
    durch den Fahrzeughersteller bei der Genehmigungsbehörde zu stellen.

    Grundlage für die Erlaubnis zur Ausstellung von
    Gleichwertigkeitsbescheinigungen ist der Technische Bericht eines vom
    Hersteller beauftragten Technischen Dienstes, in dem

    1.  das NO
        x                         MS-Pkw beschrieben ist,

    2.  die nach den technischen Anforderungen dieser Anlage durchzuführenden
        Prüfungen dokumentiert sind und

    3.  bestätigt wird, dass die entsprechenden Bestimmungen eingehalten
        werden.

    Die Dokumentation zum Verwendungsbereich muss die in Anhang II
    Buchstabe a bis h genannten Informationen enthalten.

    Auf der Grundlage einer auf die Fahrzeug-Identifizierungsnummer
    bezogenen Gleichwertigkeitsbescheinigung trägt die nach Landesrecht
    zuständige Verwaltungsbehörde in die Zulassungsbescheinigung Teil I im
    Feld 22 „Bemerkungen“ auf Antrag des Fahrzeughalters folgenden Text
    ein:

    „NO
    x                   MS-Pkw mit hoher Minderungsleistung (gem. Gwb
    Fahrzeughersteller, Datum)“.

    Stellt die Genehmigungsbehörde fest, dass die Voraussetzungen für die
    Erlaubnis zur Ausstellung von Gleichwertigkeitsbescheinigungen nicht
    mehr gegeben sind oder nicht mehr erfüllt werden, so hat sie die
    Erlaubnis zur Ausstellung von Gleichwertigkeitsbescheinigungen zu
    widerrufen oder zurückzunehmen.

**Anhang I**
(zu Nummer 2)

Collections: bundestag_gesetze
StVZO-2012
Level: 2.0