Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bimschv_44/__29.html
Legislation: bimschv_44

Title: § 29 Kontinuierliche Messungen

Description:
Vierundvierzigste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchV 44)
Abschnitt 3 - Messung und Überwachung
§ 29 Kontinuierliche Messungen

Paragraph: 29

Full Text:
Vierundvierzigste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchV 44)
Abschnitt 3 - Messung und Überwachung
§ 29 Kontinuierliche Messungen

(1) Abweichend von § 21 Absatz 8, § 22 Absatz 2 und 3, § 23 Absatz 3
und 4 und § 25 Absatz 1 und 2 hat der Betreiber die Emissionen von
Kohlenmonoxid durch kontinuierliche Messungen zu ermitteln, sofern ein
Massenstrom von 5 Kilogramm Kohlenmonoxid pro Stunde überschritten
wird. Satz 1 gilt nicht für Verbrennungsmotoranlagen, die mit
thermischer Nachverbrennung ausgestattet sind. Der Betreiber hat
Feuerungsanlagen, die den Massenstrom nach Satz 1 überschreiten, vor
Inbetriebnahme mit entsprechenden Messeinrichtungen auszurüsten. Für
die Bestimmung des Massenstroms ist die Festlegung im
Genehmigungsbescheid maßgeblich.

(2) Auf die kontinuierliche Überwachung einer Quelle einer Anlage nach
§ 21 Absatz 1 Satz 1, Absatz 4 Satz 1 und Absatz 5, § 23 Absatz 3 und
7 und § 24 Absatz 5 wird verzichtet, wenn diese weniger als 500
Stunden im Jahr emittiert oder weniger als 10 Prozent zur
Jahresemission der Anlage beiträgt.

(3) Der Betreiber hat folgende Parameter kontinuierlich zu ermitteln,
aufzuzeichnen und gemäß § 30 Absatz 1 Satz 1 bis 3 auszuwerten:

1.  die Massenkonzentrationen der kontinuierlich zu messenden Emissionen
    nach Absatz 1, § 21 Absatz 1 Satz 1, Absatz 4 und 5, § 23 Absatz 3 und
    7 und § 24 Absatz 5;

2.  den Volumengehalt an Sauerstoff im Abgas und

3.  die zur Beurteilung des ordnungsgemäßen Betriebs erforderlichen
    Betriebsgrößen, insbesondere Leistung, Abgastemperatur,
    Abgasvolumenstrom, Feuchtegehalt und Druck.

(4) Messeinrichtungen für den Feuchtegehalt sind nicht notwendig,
sofern das Abgas vor der Ermittlung der Massenkonzentration der
Emissionen getrocknet wird. Ergibt sich auf Grund der Bauart und
Betriebsweise von Nass-Abgasentschwefelungsanlagen infolge des
Sättigungszustands des Abgases und der konstanten Abgastemperatur,
dass der Feuchtegehalt im Abgas an der Messstelle einen konstanten
Wert annimmt, soll die zuständige Behörde auf die kontinuierliche
Messung des Feuchtegehalts verzichten und die Verwendung des in
Einzelmessungen ermittelten Wertes zulassen. In diesem Fall hat der
Betreiber Nachweise über das Vorliegen der vorgenannten
Voraussetzungen bei der Kalibrierung der Messeinrichtungen zu führen
und der zuständigen Behörde auf Verlangen vorzulegen. Der Betreiber
hat die Nachweise sechs Jahre nach der Kalibrierung aufzubewahren.

(5) Ergibt sich auf Grund der Einsatzstoffe, der Bauart, der
Betriebsweise oder auf Grund von Einzelmessungen, dass der Anteil des
Stickstoffdioxids an den Stickstoffoxidemissionen unter 5 Prozent
liegt, soll die zuständige Behörde auf die kontinuierliche Messung des
Stickstoffdioxids verzichten und die Bestimmung des Anteils durch
Berechnung zulassen. In diesem Fall ist ein Nachweis über den Anteil
des Stickstoffdioxids bei der Kalibrierung zu führen.

(6) Wird die Massenkonzentration an Schwefeldioxid kontinuierlich
gemessen, kann die Massenkonzentration an Schwefeltrioxid bei der
Kalibrierung ermittelt und durch Berechnung berücksichtigt werden.

(7) Abweichend von den Absätzen 1 und 3 kann die zuständige Behörde
auf die kontinuierliche Messung der Emissionen verzichten, wenn durch
andere Prüfungen, insbesondere durch fortlaufende Feststellung der
Wirksamkeit von Einrichtungen zur Emissionsminderung, der
Zusammensetzung von Brenn- und Einsatzstoffen oder der
Prozessbedingungen, sichergestellt ist, dass die Emissionsgrenzwerte
eingehalten werden.

(8) Abweichend von den §§ 21 bis 26 kann der Betreiber die Emissionen
der dort genannten Schadstoffe auch kontinuierlich nach den Vorgaben
der Absätze 3, 4 und 6 ermitteln. In diesem Fall entfällt die Pflicht
zur Einzelmessung der betreffenden Luftschadstoffe nach § 31. Für die
kontinuierlichen Messungen nach Satz 1 gilt § 30 entsprechend.

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BImSchV-44
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