Source: https://www.gesetze-im-internet.de/gaufzv_2017/__1.html
Legislation: gaufzv_2017

Title: § 1 Grundsätze der Aufzeichnungspflicht

Description:
Verordnung zu Art, Inhalt und Umfang von Aufzeichnungen im Sinne des § 90 Absatz 3 der Abgabenordnung (GAufzV 2017)
§ 1 Grundsätze der Aufzeichnungspflicht

Paragraph: 1

Full Text:
Verordnung zu Art, Inhalt und Umfang von Aufzeichnungen im Sinne des § 90 Absatz 3 der Abgabenordnung (GAufzV 2017)
§ 1 Grundsätze der Aufzeichnungspflicht

(1) Der Steuerpflichtige hat in den Aufzeichnungen, die über die
Geschäftsbeziehungen im Sinne des § 1 Absatz 4 des Außensteuergesetzes
zu erstellen sind, sämtliche Tatsachen anzugeben, die für die
Vereinbarung von Bedingungen für Geschäftsvorfälle, insbesondere von
Verrechnungspreisen, steuerliche Bedeutung haben. Die
Aufzeichnungspflicht beschränkt sich nicht auf die zivilrechtlichen
Beziehungen. Die Aufzeichnungspflicht bezieht sich auch auf
Geschäftsvorfälle, die keinen Leistungsaustausch zum Gegenstand haben,
wie Vereinbarungen über Arbeitnehmerentsendungen. Aufzeichnungen, die
im Wesentlichen unverwertbar sind (§ 162 Absatz 3 und 4 der
Abgabenordnung), sind als nicht erstellt zu behandeln.

(2) Für die Sachverhaltsdokumentation nach § 90 Absatz 3 Satz 2 der
Abgabenordnung sind Aufzeichnungen über die Art, den Umfang und die
Abwicklung sowie über die wirtschaftlichen und die rechtlichen
Rahmenbedingungen der Geschäftsvorfälle erforderlich.

(3) Für die Angemessenheitsdokumentation nach § 90 Absatz 3 Satz 2 der
Abgabenordnung hat der Steuerpflichtige für jeden Geschäftsvorfall
entsprechend der von ihm gewählten Verrechnungspreismethode
Aufzeichnungen zu erstellen und Vergleichsdaten heranzuziehen, soweit
solche Daten im Zeitpunkt der Vereinbarung des jeweiligen
Geschäftsvorfalls bei ihm oder bei ihm nahestehenden Personen
vorhanden sind oder soweit er sich solche Daten mit zumutbarem Aufwand
aus ihm frei zugänglichen Quellen beschaffen kann. Zu den
Vergleichsdaten im Sinne des Satzes 1 gehören insbesondere Daten zu
vergleichbaren Geschäftsvorfällen, die der Steuerpflichtige oder eine
ihm nahestehende Person mit fremden Dritten abgeschlossen hat, und zu
vergleichbaren Geschäftsvorfällen zwischen fremden Dritten, zum
Beispiel Preise und Geschäftsbedingungen, Kostenaufteilungen,
Gewinnaufschläge, Bruttospannen, Nettospannen, Gewinnaufteilungen.
Zusätzlich sind Aufzeichnungen über innerbetriebliche Daten zu
erstellen, die eine Plausibilitätskontrolle der vom Steuerpflichtigen
vereinbarten Verrechnungspreise ermöglichen, wie zum Beispiel
Prognoserechnungen und Daten zur Absatz-, Gewinn- und Kostenplanung.
Hat der Steuerpflichtige die von ihm und den ihm nahestehenden
Personen ausgeübten Funktionen, übernommenen Risiken und eingesetzten
wesentlichen Vermögenswerte in ihrer Bedeutung für einen
Geschäftsvorfall gewichtet, muss diese Gewichtung widerspruchsfrei
sein; in solchen Fällen müssen für jeden am Geschäftsvorfall
Beteiligten die ausgeübten Funktionen, das Ausmaß der tatsächlich
übernommenen Risiken und die Höhe der tatsächlich eingesetzten
wesentlichen Vermögenswerte quantitativ nachvollziehbar dargestellt
werden.

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GAufzV-2017
Level: 2.0