Source: https://www.gesetze-im-internet.de/ermiv/__2.html
Legislation: ermiv

Title: § 2 Begriffsbestimmungen

Description:
Verordnung über das Inverkehrbringen von Saatgut von Erhaltungsmischungen (ErMiV)
§ 2 Begriffsbestimmungen

Paragraph: 2

Full Text:
Verordnung über das Inverkehrbringen von Saatgut von Erhaltungsmischungen (ErMiV)
§ 2 Begriffsbestimmungen

Im Sinne dieser Verordnung sind

1.  Erhaltungsmischung:

    eine Mischung von Saatgut verschiedener Gattungen, Arten und
    Unterarten, die zur Bewahrung der natürlichen Umwelt im Rahmen der
    Erhaltung pflanzengenetischer Ressourcen beiträgt und als

    a)  direkt geerntete Mischung, oder,

    b)  angebaute Mischung

    in den Verkehr gebracht wird;

2.  direkt geerntete Mischung:

    eine Saatgutmischung, die so, wie am Entnahmeort geerntet, gereinigt
    oder ungereinigt, in den Verkehr gebracht wird;

3.  angebaute Mischung:

    eine Saatgutmischung, deren einzelne Arten am Entnahmeort geerntet, in
    dem Produktionsraum, in dem das dem Entnahmeort zugeordnete
    Ursprungsgebiet liegt, nach Arten getrennt vermehrt und in einer
    Zusammensetzung, die für die Art des Lebensraumes am Entnahmeort
    typisch ist oder die einer naturnahen Pflanzengesellschaft, wie sie
    unter den Bedingungen am Zielort entstehen würde, entspricht, gemischt
    worden ist;

4.  Quellgebiet:

    ein Gebiet,

    a)  das nach Artikel 4 Absatz 4 der Richtlinie
        92/43/EWG                          des Rates vom 21. Mai 1992 zur
        Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und
        Pflanzen (ABl. L 206 vom 22.7.1992, S. 7) ausgewiesen ist oder

    b)  das zum Erhalt pflanzengenetischer Ressourcen beiträgt und nach
        Merkmalen ausgewiesen worden ist, die mit denen der Artikel 4 Absatz 4
        in Verbindung mit Artikel 1 Buchstabe k und l der Richtlinie 92/43/EWG
        vergleichbar sind und das auf eine den Artikeln 6 und 11 der
        Richtlinie
        92/43/EWG                          entsprechende Weise verwaltet,
        geschützt und überwacht wird; hierzu zählen auch gesetzlich geschützte
        Biotope im Sinne des § 30 des Bundesnaturschutzgesetzes;

5.  Entnahmeort:

    der Teil eines in einem Ursprungsgebiet liegenden Quellgebietes, in
    dem

    a)  eine direkt geerntete Mischung entnommen wird,

    b)  Ausgangssaatgut für eine angebaute Mischung gesammelt wird;

6.  Ursprungsgebiet:

    ein als solches in der Anlage bezeichnetes Gebiet, in dessen
    Abgrenzung die zugehörigen Quellgebiete und Entnahmeorte liegen, das
    nach naturräumlichen Kriterien gegenüber anderen Gebieten abgrenzbar
    ist und in dem die Erhaltungsmischung in den Verkehr gebracht werden
    darf;

7.  Produktionsraum:

    das einem Ursprungsgebiet oder mehreren Ursprungsgebieten zugeordnete
    Gebiet, in dem sich die Vermehrungsflächen einer angebauten Mischung
    befinden, deren Entnahmeort in einem der diesem Produktionsraum
    zugeordneten Ursprungsgebiete liegt.

Collections: bundestag_gesetze
ErMiV
Level: 2.0