Source: https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__73.html
Legislation: stvzo_2012

Title: **Eigenschaften der Trübungsmessgeräte**

Description:
Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO 2012)
**Eigenschaften der Trübungsmessgeräte**

Paragraph: 73

Full Text:
Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO 2012)
**Eigenschaften der Trübungsmessgeräte**

**1** **Anwendungsbereich**

    In diesem Anhang sind die Bedingungen festgelegt, denen die
    Trübungsmessgeräte entsprechen müssen, die für Prüfungen nach den
    Anhängen III und IV benutzt werden.

**2** **Grundsätzliche Vorschriften für die Trübungsmessgeräte**

2.1 Das zu messende Gas muss sich in einer Kammer befinden, deren
    Innenflächen nicht reflektierend sind.

2.2 Die effektive Länge der Lichtabsorptionsstrecke ist unter
    Berücksichtigung des möglichen Einflusses von Schutzeinrichtungen für
    die Lichtquelle und für die Fotozelle zu bestimmen. Diese effektive
    Länge ist auf dem Gerät anzugeben.

2.3 Die Anzeigeeinrichtung des Trübungsmessgeräts muss zwei Skalen haben.
    Die eine muss absolute Einheiten der Lichtabsorption von 0 bis*
    (m
    –1                   ) aufweisen, die andere muss linear von 0 bis 100
    geteilt sein; beide Skalen müssen sich von dem Wert 0 für den gesamten
    Lichtstrom bis zu dem Größtwert der Skalen für die vollständige
    Lichtundurchlässigkeit erstrecken.

**3** **Bauvorschriften**

3.1 Allgemeines

    Trübungsmessgeräte müssen so beschaffen sein, dass die Rauchkammer mit
    Rauch gleichmäßiger Trübung gefüllt ist, wenn sie bei gleichbleibenden
    Drehzahlen betrieben werden.

3.2 Rauchkammer und Gehäuse des Trübungsmessgeräts

3.2.1 Das auf die Fotozelle fallende Streulicht, das von inneren
    Reflektionen oder von Lichtstreuung herrührt, muss auf ein Mindestmaß
    beschränkt sein (zum Beispiel durch eine mattschwarze Oberfläche der
    inneren Flächen und eine geeignete allgemeine Anordnung).

3.2.2 Die optischen Eigenschaften müssen gewährleisten, dass der Wert für
    Streuung und Reflektion zusammen eine Einheit der linearen Skala nicht
    überschreitet, wenn die Rauchkammer durch Rauch mit einem
    Absorptionskoeffizienten von etwa 1,7 m
    –1                    gefüllt ist.

3.3 Lichtquelle

    Die Lichtquelle muss aus einer Glühlampe bestehen, deren
    Farbtemperatur zwischen 2 800 und 3 250 K liegt.

3.4 Empfänger

3.4.1 Der Empfänger muss aus einer Fotozelle bestehen, deren spektrale
    Empfindlichkeit der Hellempfindlichkeitskurve des menschlichen Auges
    angepasst ist (Höchstempfindlichkeit im Bereich 550/570 nm, weniger
    als 4 Prozent dieser Höchstempfindlichkeit unter 430 nm und über 680
    nm).

3.4.2 Der elektrische Kreis einschließlich der Anzeigeeinrichtung muss so
    beschaffen sein, dass der von der Fotozelle gelieferte Strom eine
    lineare Funktion der Stärke des empfangenen Lichts innerhalb des
    Betriebstemperaturbereichs der Fotozelle ist.

3.5 Skalen

3.5.1 Der Absorptionskoeffizient k ist aus der Formel*
    o                    · e
    –kL                    zu berechnen, wobei L die effektive Länge der
    Lichtabsorptionsstrecke,*
    o                    der eintretende Lichtstrom und*
    der austretende Lichtstrom sind. Kann die effektive Länge L eines
    Trübungsmessgerätetyps nicht unmittelbar von dessen Geometrie her
    bestimmt werden, so ist die effektive Länge L

    –   entweder nach dem in Nummer 4 beschriebenen Verfahren

    –   oder durch Vergleich mit einem anderen Trübungsmessgerätetyp, dessen
        effektive Länge bekannt ist, zu bestimmen.

3.5.2 Der Zusammenhang zwischen der linearen Skala mit der Teilung 0 bis 100
    und dem Absorptionskoeffizienten k ist durch die Formel

    ![bgbl1_2012_j0679-1_0190.jpg](bgbl1_2012_j0679-1_0190.jpg)
    gegeben. Dabei bedeutet N einen Ablesewert auf der linearen Skala und
    k den entsprechenden Wert des Absorptionskoeffizienten.

3.5.3 Die Anzeigeeinrichtung des Trübungsmessgeräts muss es ermöglichen,
    einen Absorptionskoeffizienten von 1,7 m
    –1                    mit einer Genauigkeit von 0,025 m
    –1                    abzulesen.

3.6 Einstellung und Prüfung des Messgeräts

3.6.1 Der elektrische Kreis der Fotozelle und der Anzeigeeinrichtung muss
    einstellbar sein, um den Zeiger auf 0 bringen zu können, wenn der
    Lichtstrom durch die mit reiner Luft gefüllte Rauchkammer oder eine
    Kammer mit gleichen Eigenschaften geht.

3.6.2 Bei ausgeschalteter Lampe und offenem oder kurzgeschlossenem
    elektrischem Kreis muss die Anzeige auf der Skala für den
    Absorptionskoeffizienten*                    betragen, und nach
    Wiedereinschalten des Kreises muss die Anzeige bei*
    bleiben.

3.6.3 Es ist die folgende Nachprüfung durchzuführen: In die Rauchkammer wird
    ein Filter eingeführt, der ein Gas mit einem bekannten
    Absorptionskoeffizienten k darstellt, der, nach Nummer 3.5.1 gemessen,
    zwischen 1,6 m
    –1                    und 1,8 m
    –1                    beträgt. Der Wert k muss mit einer Genauigkeit
    von 0,025 m
    –1                    bekannt sein. Die Nachprüfung besteht darin,
    festzustellen, ob dieser Wert um nicht mehr als 0,05 m
    –1                    von dem vom Anzeigegerät abgelesenen Wert
    abweicht, wenn der Filter zwischen Lichtquelle und Fotozelle gebracht
    wird.

3.7 Ansprechzeit des Trübungsmessgeräts

3.7.1 Die Ansprechzeit des elektrischen Messkreises, angegeben als die Zeit,
    innerhalb derer der Zeiger
    90 Prozent                    des Skalenendwerts erreicht, wenn ein
    vollständig lichtundurchlässiger Schirm vor die Fotozelle gebracht
    wird, muss zwischen 0,9 und 1,1 Sekunden liegen.

3.7.2 Die Dämpfung des elektrischen Messkreises muss so sein, dass das erste
    Überschwingen über die schließlich konstante Anzeige nach jeder
    plötzlichen Änderung des Eingangswerts (zum Beispiel Einbringen des
    Prüffilters) nicht mehr als 4 Prozent dieses Werts in Einheiten der
    linearen Skala beträgt.

3.7.3 Die Ansprechzeit des Trübungsmessgeräts, bedingt durch physikalische
    Erscheinungen in der Rauchkammer, ist die Zeit, die zwischen dem
    Beginn des Eintritts der Gase in das Messgerät und der vollständigen
    Füllung der Rauchkammer vergeht; sie darf 0,4 Sekunden nicht
    überschreiten.

3.7.4 Diese Vorschriften gelten nur für Trübungsmessgeräte, die für
    Trübungsmessungen bei freier Beschleunigung benützt werden.

3.8 Druck des zu messenden Gases und der Spülluft

3.8.1 Der Druck der Abgase in der Rauchkammer darf vom Umgebungsdruck um
    nicht mehr als 735 Pa abweichen.

3.8.2 Die Druckschwankungen des zu messenden Gases und der Spülluft dürfen
    keine größere Veränderung des Absorptionskoeffizienten als 0,05 m
    –1                    bei einem zu messenden Gas hervorrufen, das
    einen Absorptionskoeffizienten von 1,7 m
    –1                    hat.

3.8.3 Das Trübungsmessgerät muss mit geeigneten Einrichtungen für die
    Messung des Drucks in der Rauchkammer versehen sein.

3.8.4 Die Grenzen der zulässigen Druckschwankungen des Gases und der
    Spülluft in der Rauchkammer sind vom Hersteller des Geräts anzugeben.

3.9 Temperatur des zu messenden Gases

3.9.1 Die Temperatur des zu messenden Gases muss an jedem Punkt der
    Rauchkammer zwischen 70 °C und einer vom Hersteller des
    Trübungsmessgeräts angegebenen Höchsttemperatur liegen, sodass die
    Ablesungen in diesem Temperaturbereich um nicht mehr als 0,1 m
    –1                    schwanken, wenn die Kammer mit einem Gas gefüllt
    ist, das einen Absorptionskoeffizienten von 1,7 m
    –1                    hat.

3.9.2 Das Trübungsmessgerät muss mit geeigneten Einrichtungen für die
    Temperaturmessung in der Rauchkammer versehen sein.

**4** **Effektive Länge „L“ des Trübungsmessgeräts**

4.1 Allgemeines

4.1.1 In einigen Trübungsmessgerätetypen weisen die Gase zwischen der
    Lichtquelle und der Fotozelle oder zwischen den transparenten Teilen,
    die die Lichtquelle und die Fotozelle schützen, keine gleichmäßige
    Trübung auf. In solchen Fällen ist die tatsächliche Länge L jene einer
    Gassäule mit einheitlicher Trübung, die zu der gleichen
    Lichtabsorption führt wie jene, die festgestellt wird, wenn das Gas
    normal durch das Trübungsmessgerät geht.

4.1.2 Die effektive Länge der Lichtabsorptionsstrecke erhält man, indem man
    die Anzeige N des normal arbeitenden Trübungsmessgeräts mit der
    Anzeige N
    0                    des Trübungsmessgeräts vergleicht, das derart
    geändert ist, dass das Prüfgas eine genau definierte Länge L
    0                    füllt.

4.1.3 Für die Berichtigung des Nullpunkts sind rasch aufeinander folgende
    Vergleichsanzeigen zu verwenden.

4.2 Verfahren für die Ermittlung der effektiven Länge L

4.2.1 Die Prüfgase müssen Abgase mit konstanter Trübung oder absorbierende
    Gase sein, deren Dichte nahezu jener der Abgase entspricht.

4.2.2 Bei dem Trübungsmessgerät ist eine Säule der Länge L
    0                    genau zu bestimmen, die einheitlich mit Prüfgas
    gefüllt werden kann und deren Grundflächen nahezu senkrecht zur
    Richtung der Lichtstrahlen sind. Diese Länge L
    0                    sollte nicht erheblich von der angenommenen
    effektiven Länge des Trübungsmessgeräts abweichen.

4.2.3 Die Durchschnittstemperatur der Prüfgase in der Rauchkammer ist zu
    messen.

4.2.4 Falls erforderlich, darf ein zur Dämpfung der Schwingungen genügend
    großes Beruhigungsgefäß kompakter Bauweise in die Entnahmeleitungen so
    nahe wie möglich bei der Entnahmesonde eingebaut werden. Auch eine
    Kühleinrichtung ist zulässig. Durch den Einbau des Beruhigungsgefäßes
    und des Kühlers darf die Zusammensetzung der Abgase nicht wesentlich
    beeinflusst werden.

4.2.5 Die Prüfung zur Bestimmung der effektiven Länge besteht darin, dass
    man eine Probe der Prüfgase zunächst durch das normal arbeitende
    Trübungsmessgerät und anschließend durch das gleiche Gerät führt, das
    nach Nummer 4.1.2 geändert wurde.

4.2.5.1 Die von dem Trübungsmessgerät abgegebenen Werte sind während der
    Prüfung mit einem schreibenden Gerät aufzuzeichnen, dessen
    Ansprechzeit höchstens gleich derjenigen des Trübungsmessgeräts ist.

4.2.5.2 Bei normal arbeitenden Trübungsmessgeräten gibt die lineare Skala den
    Wert N an, und die Anzeige der mittleren Temperatur der Gase ist T in
    Kelvin.

4.2.5.3 Bei bekannter Länge L
    0                   , gefüllt mit demselben Prüfgas, gibt die lineare
    Skala den Wert N
    0                    an, und die Anzeige der mittleren Temperatur der
    Gase ist T
    0                    in Kelvin.

4.2.6 Die effektive Länge wird dann

    ![bgbl1_2012_j0679-1_0200.jpg](bgbl1_2012_j0679-1_0200.jpg)

4.2.7 Die Prüfung muss mit mindestens vier Prüfgasen so wiederholt werden,
    dass sie zu Werten führt, die auf der linearen Skala in regelmäßigen
    Abständen zwischen 20 und 80 liegen.

4.2.8 Die effektive Länge L des Trübungsmessgeräts ist das arithmetische
    Mittel der effektiven Längen, die nach Nummer 4.2.6 mit einem jeden
    der Prüfgase erhalten werden.

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