Source: https://www.gesetze-im-internet.de/gefstoffv_2010/__25.html
Legislation: gefstoffv_2010

Title: **Partikelförmige Gefahrstoffe**

Description:
Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen (GefStoffV 2010)
**Partikelförmige Gefahrstoffe**

Paragraph: 25

Full Text:
Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen (GefStoffV 2010)
**Partikelförmige Gefahrstoffe**

**2.1** **Anwendungsbereich**

Nummer 2 gilt für Tätigkeiten mit Exposition gegenüber allen
alveolengängigen und einatembaren Stäuben.

**2.2** **Begriffsbestimmungen**

(1) Stäube, einschließlich Rauche, sind disperse Verteilungen fester
Stoffe in der Luft, die insbesondere durch mechanische, thermische
oder chemische Prozesse oder durch Aufwirbelung entstehen.

(2) Einatembar ist derjenige Anteil von Stäuben im Atembereich von
Beschäftigten, der über die Atemwege aufgenommen werden kann.
Alveolengängig ist derjenige Anteil von einatembaren Stäuben, der die
Alveolen und Bronchiolen erreichen kann.

(3) (weggefallen)

**2.3** **Ergänzende Schutzmaßnahmen für Tätigkeiten mit Exposition gegenüber
    einatembaren Stäuben**

(1) Die Gefährdungsbeurteilung nach § 6 bei Tätigkeiten mit Stoffen,
Gemischen und Erzeugnissen, die Stäube freisetzen können, ist unter
Beachtung ihres Staubungsverhaltens vorzunehmen.

(2) Bei Tätigkeiten mit Exposition gegenüber einatembaren Stäuben, für
die kein stoffbezogener Arbeitsplatzgrenzwert festgelegt ist, sind die
Schutzmaßnahmen entsprechend der Gefährdungsbeurteilung nach § 6 so
festzulegen, dass mindestens die Arbeitsplatzgrenzwerte für den
einatembaren Staubanteil und für den alveolengängigen Staubanteil
eingehalten werden.

(3) Maschinen und Geräte sind so auszuwählen und zu betreiben, dass
möglichst wenig Staub freigesetzt wird. Staub emittierende Anlagen,
Maschinen und Geräte müssen mit einer wirksamen Absaugung versehen
sein, soweit dies nach dem Stand der Technik möglich ist und die
Staubfreisetzung nicht durch andere Maßnahmen verhindert wird.

(4) Bei Tätigkeiten mit Staubexposition ist eine Ausbreitung des
Staubs auf unbelastete Arbeitsbereiche zu verhindern, soweit dies nach
dem Stand der Technik möglich ist.

(5) Stäube sind an der Austritts- oder Entstehungsstelle möglichst
vollständig zu erfassen und gefahrlos zu entsorgen. Die abgesaugte
Luft ist so zu führen, dass so wenig Staub wie möglich in die Atemluft
der Beschäftigten gelangt. Die abgesaugte Luft darf nur in den
Arbeitsbereich zurückgeführt werden, wenn sie ausreichend gereinigt
worden ist.

(6) Ablagerungen von Stäuben sind zu vermeiden. Ist dies nicht
möglich, so sind die Staubablagerungen durch Feucht- oder
Nassverfahren nach dem Stand der Technik oder durch saugende Verfahren
unter Verwendung geeigneter Staubsauger oder Entstauber zu beseitigen.
Das Reinigen des Arbeitsbereichs durch Kehren ohne Staub bindende
Maßnahmen oder Abblasen von Staubablagerungen mit Druckluft ist
grundsätzlich nicht zulässig.

(7) Einrichtungen zum Abscheiden, Erfassen und Niederschlagen von
Stäuben müssen dem Stand der Technik entsprechen. Bei der ersten
Inbetriebnahme dieser Einrichtungen ist deren ausreichende Wirksamkeit
zu überprüfen. Die Einrichtungen sind mindestens jährlich auf ihre
Funktionsfähigkeit zu prüfen, zu warten und gegebenenfalls in Stand zu
setzen. Die niedergelegten Ergebnisse der Prüfungen nach den Sätzen 2
und 3 sind aufzubewahren.

(8) Für staubintensive Tätigkeiten sind geeignete organisatorische
Maßnahmen zu ergreifen, um die Dauer der Exposition so weit wie
möglich zu verkürzen. Ergibt die Gefährdungsbeurteilung nach § 6, dass
die in Absatz 2 in Bezug genommenen Arbeitsplatzgrenzwerte nicht
eingehalten werden können, hat der Arbeitgeber geeignete persönliche
Schutzausrüstung, insbesondere zum Atemschutz, zur Verfügung zu
stellen. Diese ist von den Beschäftigten zu tragen. Den Beschäftigten
sind getrennte Aufbewahrungsmöglichkeiten für die Arbeitskleidung und
für die Straßenkleidung sowie Waschräume zur Verfügung zu stellen.

Collections: bundestag_gesetze
GefStoffV-2010
Level: 2.0