Source: https://www.gesetze-im-internet.de/fzglackausbv/__10.html
Legislation: fzglackausbv

Title: § 10 Abschlussprüfung, Gesellenprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Fahrzeuglackierer/zur Fahrzeuglackiererin (FzgLackAusbV)
§ 10 Abschlussprüfung, Gesellenprüfung

Paragraph: 10

Full Text:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Fahrzeuglackierer/zur Fahrzeuglackiererin (FzgLackAusbV)
§ 10 Abschlussprüfung, Gesellenprüfung

(1) Die Abschlussprüfung/Gesellenprüfung erstreckt sich auf die in der
Anlage aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Der Prüfling soll in Teil A der Prüfung in insgesamt höchstens 14
Stunden eine Arbeitsaufgabe, die einem Kundenauftrag entspricht,
durchführen und dokumentieren und innerhalb dieser Zeit in insgesamt
höchstens 15 Minuten hierüber ein Fachgespräch führen. Für die
Arbeitsaufgabe kommt insbesondere in Betracht:
Vorbereiten, Beschichten und Gestalten einer Oberfläche an einem
Fahrzeug oder einem Bauteil einschließlich Finish-Arbeiten sowie
Instandsetzungs-, De- und Montagearbeit.
Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er Arbeitsabläufe zielorientiert
unter Beachtung wirtschaftlicher, technischer, gestalterischer,
organisatorischer und zeitlicher Vorgaben selbständig planen,
durchführen und die Arbeitsergebnisse kontrollieren kann. Durch das
Fachgespräch soll der Prüfling zeigen, dass er fachbezogene Probleme
und deren Lösungen darstellen, die für die Arbeitsaufgabe relevanten
fachlichen Hintergründe aufzeigen sowie die Vorgehensweise bei der
Ausführung der Arbeitsaufgabe begründen kann. Das Ergebnis der
Arbeitsaufgabe ist mit 85 Prozent und das Fachgespräch ist mit 15
Prozent zu gewichten.

(3) Der Prüfling soll in Teil B der Prüfung in den nachfolgend
benannten Prüfungsbereichen

1.  Beschichtungstechnik und Gestaltung,

2.  Instandsetzung und Instandhaltung sowie

3.  Wirtschafts- und Sozialkunde

geprüft werden. In den Prüfungsbereichen Beschichtungstechnik und
Gestaltung sowie Instandsetzung und Instandhaltung sind fachliche
Probleme mit verknüpften informationstechnischen, technologischen und
mathematischen Kenntnissen zu analysieren, zu bewerten und zu lösen.
Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er die Arbeitssicherheits-,
Gesundheitsschutz- und Umweltschutzbestimmungen berücksichtigen, die
Verwendung von Werk-, Hilfs-, Beschichtungsstoffen und Bauteilen
planen sowie Werkzeuge, Geräte, Maschinen und Anlagen zuordnen,
Herstellerangaben beachten und qualitätssichernde Maßnahmen
einbeziehen kann.

1.  Für den Prüfungsbereich Beschichtungstechnik und Gestaltung kommt
    insbesondere in Betracht:

    Beschreiben der Vorgehensweise bei Beschichtungen, Applikationen,
    Gestaltungen und Beschriftungen von Oberflächen an Fahrzeugen,
    Objekten, Einzel- und Serienteilen einschließlich Finish-Arbeiten.
    Erstellen von Planungsunterlagen, Planen und Steuern von
    Arbeitsabläufen unter Berücksichtigung der Produktqualität;

2.  für den Prüfungsbereich Instandsetzung und Instandhaltung kommt
    insbesondere in Betracht:

    Beschreiben der Vorgehensweise bei der Instandhaltung von Oberflächen
    und der Instandsetzung von Fahrzeugen, Bauteilen und Objekten zur
    Vorbereitung der Lackierung, bei der Ermittlung von Schäden und deren
    Behebung sowie bei Demontage- und Montagearbeiten;

3.  für den Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde kommen Aufgaben,
    die sich auf praxisbezogene Fälle beziehen sollen, insbesondere aus
    folgenden Gebieten in Betracht:

    allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der
    Berufs- und Arbeitswelt.

(4) Für den Teil B der Prüfung ist von folgenden zeitlichen
Höchstwerten auszugehen:

*    *   1.

    *   im Prüfungsbereich Beschichtungstechnik und Gestaltung

    *   180 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsbereich Instandsetzung und Instandhaltung

    *   120 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Der Teil B der Prüfung ist auf Antrag des Prüflings oder nach
Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen Prüfungsbereichen durch
eine mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen der
Prüfung den Ausschlag geben kann. Bei der Ermittlung der Ergebnisse
für die mündlich geprüften Prüfungsbereiche sind die jeweiligen
bisherigen Ergebnisse und die entsprechenden Ergebnisse der mündlichen
Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2:1 zu gewichten.

(6) Innerhalb des schriftlichen Teils der Prüfung sind die
Prüfungsbereiche wie folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich Beschichtungstechnik und Gestaltung

    *   55 Prozent,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich Instandsetzung und Instandhaltung

    *   25 Prozent,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   20 Prozent.

(7) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils in den Prüfungsteilen A
und B mindestens ausreichende Leistungen erbracht sind. Weiterhin sind
in zwei der Prüfungsbereiche mindestens ausreichende Leistungen zu
erbringen. Werden Prüfungsleistungen in einem der Prüfungsbereiche mit
ungenügend bewertet, so ist die Prüfung nicht bestanden.

Collections: bundestag_gesetze
FzgLackAusbV
Level: 2.0