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Legislation: wipro

Title: § 57e Kommission für Qualitätskontrolle

Description:
Gesetz über eine Berufsordnung der Wirtschaftsprüfer (WiPrO)
Vierter Teil - Organisation des Berufs
§ 57e Kommission für Qualitätskontrolle

Paragraph: 57e

Full Text:
Gesetz über eine Berufsordnung der Wirtschaftsprüfer (WiPrO)
Vierter Teil - Organisation des Berufs
§ 57e Kommission für Qualitätskontrolle

(1) In der Wirtschaftsprüferkammer wird eine Kommission für
Qualitätskontrolle eingerichtet. Mitglieder der Kommission für
Qualitätskontrolle sind Berufsangehörige und vereidigte Buchprüfer,
die auf Vorschlag des Vorstands vom Beirat gewählt werden; mindestens
ein Mitglied soll im genossenschaftlichen Prüfungswesen erfahren und
tätig sein. Sie sind unabhängig und nicht weisungsgebunden. Die
Kommission für Qualitätskontrolle ist innerhalb der
Wirtschaftsprüferkammer zuständig für alle Angelegenheiten der
Qualitätskontrolle im Sinne von § 57a, soweit nicht die
Abschlussprüferaufsichtsstelle zuständig ist. Ihr obliegt
insbesondere:

1.  Anordnungen zur Durchführung einer Qualitätskontrolle nach § 57a
    Absatz 2 Satz 6 zu treffen;

2.  Prüfer für Qualitätskontrolle nach § 57a Abs. 3 zu registrieren;

3.  Qualitätskontrollberichte entgegenzunehmen und auszuwerten;

4.  die Aufsicht über die Prüfer für Qualitätskontrolle nach Absatz 7
    sowie Entscheidungen über die Rücknahme oder den Widerruf der
    Registrierung als Prüfer für Qualitätskontrolle zu treffen;

5.  über Maßnahmen nach den Absätzen 2 und 3 und die Löschung der
    Eintragung nach § 57a Absatz 6a Satz 2 zu entscheiden;

6.  Widersprüche gegen Entscheidungen im Zusammenhang mit der
    Qualitätskontrolle zu bescheiden.

Die Kommission für Qualitätskontrolle kann im Einvernehmen mit der
Abschlussprüferaufsichtsstelle an Qualitätskontrollen teilnehmen und
sich Arbeitsunterlagen des Prüfers für Qualitätskontrolle vorlegen
lassen.

(2) Liegen bei Berufsangehörigen in eigener Praxis oder bei
Wirtschaftsprüfungsgesellschaften Mängel vor, wurden Verletzungen von
Berufsrecht, die auf Mängeln des Qualitätssicherungssystems beruhen,
festgestellt oder wurde die Qualitätskontrolle nicht nach Maßgabe der
§§ 57a bis 57d und der Satzung für Qualitätskontrolle durchgeführt,
kann die Kommission für Qualitätskontrolle Auflagen zur Beseitigung
der Mängel erteilen oder eine Sonderprüfung anordnen. Werden Auflagen
erteilt, haben die Geprüften diese in einer von der Kommission für
Qualitätskontrolle vorgegebenen Frist umzusetzen und hierüber
unverzüglich einen Bericht vorzulegen. Die Kommission für
Qualitätskontrolle kann bestimmen, dass mit der Sonderprüfung ein
anderer Prüfer für Qualitätskontrolle beauftragt wird. Sind die
Voraussetzungen des § 57a Absatz 6a Satz 2 gegeben, entscheidet die
Kommission für Qualitätskontrolle über die Löschung der Eintragung.
Die Berufsangehörigen oder Wirtschaftsprüfungsgesellschaften sind vor
dem Erlass der Maßnahmen nach den Sätzen 1 bis 4 anzuhören.
Beabsichtigt die Wirtschaftsprüferkammer, eine Eintragung nach § 57a
Absatz 6a Satz 2 zu löschen, hat sie den Vorgang zuvor der
Abschlussprüferaufsichtsstelle vorzulegen. Für Maßnahmen nach den
Sätzen 1 bis 4 gegenüber Berufsangehörigen, die gesetzlich
vorgeschriebene Abschlussprüfungen bei Unternehmen von öffentlichem
Interesse nach § 316a Satz 2 des Handelsgesetzbuchs durchführen,
bleibt die Zuständigkeit der Abschlussprüferaufsichtsstelle nach § 66a
Absatz 6 unberührt.

(3) Befolgen Berufsangehörige oder Wirtschaftsprüfungsgesellschaften
Maßnahmen nach Absatz 2 nicht, kann die Kommission für
Qualitätskontrolle ein Zwangsgeld bis zu 25 000 Euro verhängen. Werden
trotz wiederholter Festsetzung eines Zwangsgeldes Auflagen und
sonstige Maßnahmen nach Absatz 2 nicht fristgerecht oder nicht
vollständig umgesetzt, ist die Eintragung der Anzeige nach § 38 Nummer
1 Buchstabe h oder Nummer 2 Buchstabe f zu löschen.

(4) Die Kommission für Qualitätskontrolle hat den Vorstand der
Wirtschaftsprüferkammer zu unterrichten, wenn ein Widerruf der
Bestellung als Wirtschaftsprüfer oder der Anerkennung als
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft oder die Einleitung eines
berufsaufsichtlichen Verfahrens in Betracht zu ziehen ist.

(5) Die im Rahmen der Qualitätskontrolle nach § 57d oder bei Maßnahmen
nach den Absätzen 2 und 3 erteilten Auskünfte und übermittelten
Unterlagen und Daten dürfen auch für solche Aufsichtsverfahren
verwendet werden, die sonst von der Wirtschaftsprüferkammer oder der
Abschlussprüferaufsichtsstelle eingeleitet oder geführt werden. Sobald
die Unterlagen oder Daten nicht mehr erforderlich sind, sind sie
unverzüglich zurückzugeben oder zu löschen.

(6) Die Absätze 2 bis 4 gelten entsprechend, wenn sich außerhalb einer
Qualitätskontrolle im Sinne des § 57a Anhaltspunkte für Mängel im
Qualitätssicherungssystem von Berufsangehörigen oder
Wirtschaftsprüfungsgesellschaften ergeben. Die Kommission für
Qualitätskontrolle ist dabei an die im Verfahren nach § 62b
getroffenen Feststellungen gebunden.

(7) Die Kommission für Qualitätskontrolle untersucht bei Prüfern für
Qualitätskontrolle (§ 57a Absatz 3), ob diese bei den
Qualitätskontrollen die gesetzlichen Anforderungen und die
Berufsausübungsregelungen eingehalten haben. Absatz 2 Satz 1 bis 4 und
7, Absatz 3 Satz 1 und die Absätze 4 und 5 gelten entsprechend.

Collections: bundestag_gesetze
WiPrO
Level: 3.0