Source: https://www.gesetze-im-internet.de/kspg/__46.html
Legislation: kspg

Title: Anlage 2 Kriterien für die Aufstellung und Aktualisierung des Überwachungskonzepts und für die Nachsorge

Description:
Gesetz zur dauerhaften Speicherung und zum Transport von Kohlendioxid (KSpG)
Teil 2 ****
Anlage 2 Kriterien für die Aufstellung und Aktualisierung des Überwachungskonzepts und für die Nachsorge

Paragraph: 46

Full Text:
Gesetz zur dauerhaften Speicherung und zum Transport von Kohlendioxid (KSpG)
Teil 2 ****
Anlage 2 Kriterien für die Aufstellung und Aktualisierung des Überwachungskonzepts und für die Nachsorge

(Fundstelle: BGBl. I 2012, 1749 - 1750)

1.  Aufstellung und Aktualisierung des Überwachungskonzepts

    Das in § 20 Absatz 1 genannte Überwachungskonzept wird unter
    Zugrundelegung der nach Anlage 1 Stufe 3 durchgeführten
    Risikobewertung aufgestellt und aktualisiert, um der Eigenüberwachung
    nach § 22 nachzukommen. Das Konzept umfasst Folgendes:

1.1 Aufstellung des Überwachungskonzepts

1.1.1 Das Überwachungskonzept regelt die Überwachung in den wesentlichen
    Projektphasen einschließlich Projektbeginn, Betrieb und Nachsorge. Für
    jede Phase ist Folgendes in das Konzept aufzunehmen und zu
    spezifizieren:

    a)  überwachte Parameter;

    b)  eingesetzte Überwachungstechnologie und Begründung dieser Auswahl;

    c)  Überwachungsstandorte und Begründung dieser Auswahl;

    d)  Durchführungshäufigkeit und Begründung dieser Festlegung.

1.1.2 Es wird festgestellt, welche Parameter zu überwachen sind, damit die
    Überwachung ihren Zweck erfüllt. Das Überwachungskonzept sieht in
    jedem Fall vor, folgende Aspekte ständig oder in regelmäßigen
    Abständen zu überwachen:

    a)  diffuse Emissionen von Kohlendioxid bei der Injektion;

    b)  den volumetrischen Kohlendioxidfluss an den Bohrlochköpfen;

    c)  Druck und Temperatur des Kohlendioxids an den Bohrlochköpfen zur
        Bestimmung des Massenflusses;

    d)  chemische Analyse des Kohlendioxidstroms;

    e)  Temperatur und Druck im Kohlendioxidspeicher zur Bestimmung des
        Verhaltens und des chemisch-physikalischen Zustands des Kohlendioxids;

    f)  chemische und physikalische Eigenschaften des Grundwassers.

1.1.3 Die Wahl der Überwachungsmethode beruht auf den besten zum
    Planungszeitpunkt verfügbaren Verfahren. Von den folgenden
    Technologien ist gegebenenfalls Gebrauch zu machen:

    a)  Technologien, die das Vorhandensein, den genauen Ort und die
        Migrationswege von Kohlendioxid im Untergrund und an der Oberfläche
        erfassen;

    b)  Technologien, die Daten über das Druck- und Volumenverhalten sowie
        über die räumliche und vertikale Sättigungsverteilung des
        Kohlendioxids im Speicherkomplex liefern und mit denen sich die
        numerischen 3-D-Simulationen an den nach Anlage 1 erstellten
        3-D-Erdmodellen des Speicherkomplexes verfeinern lassen;

    c)  Technologien, die sich weiträumig einsetzen lassen, damit bei
        erheblichen Unregelmäßigkeiten oder bei Migration von Kohlendioxid aus
        dem Kohlendioxidspeicher überall innerhalb der räumlichen Grenzen des
        gesamten Speicherkomplexes und außerhalb davon Daten über zuvor nicht
        erkannte potenzielle Leckagewege erfasst werden.

1.2 Aktualisierung des Überwachungskonzepts

1.2.1 Die aus der Überwachung gewonnenen Daten werden verglichen und
    ausgewertet. Dazu werden die gemessenen Daten und beobachteten
    Ergebnisse mit dem Verhalten verglichen, das in der im Rahmen der
    Sicherheitscharakterisierung nach Anlage 1 Stufe 3 durchgeführten
    dynamischen dreidimensionalen Simulation des Druck-, Volumen- und
    Sättigungsverhaltens prognostiziert worden ist.

1.2.2 Ergibt sich eine signifikante Abweichung zwischen dem beobachteten und
    dem prognostizierten Verhalten, so wird das dreidimensionale Modell
    entsprechend dem beobachteten Verhalten angepasst. Diese Anpassung
    stützt sich auf die mit Hilfe des Überwachungskonzepts erhobenen
    Daten. Zusätzliche Daten werden erhoben, wenn dies erforderlich ist,
    um die Zuverlässigkeit der für die Anpassung verwendeten Annahmen zu
    sichern.

1.2.3 Die in Anlage 1 genannten Stufen 2 und 3 werden unter Verwendung des
    angepassten 3-D-Erdmodells oder der angepassten 3-D-Erdmodelle
    wiederholt, um neue Gefahrenszenarien und Strömungsraten zu
    analysieren und die Risikobewertung zu überprüfen und zu
    aktualisieren.

1.2.4 Werden als Ergebnis des Vergleichs historischer Daten mit den
    Ergebnissen des angepassten 3-D-Erdmodells bislang nicht
    berücksichtigte Kohlendioxidquellen sowie Strömungswege und
    Migrationsraten des Kohlendioxids oder signifikante Abweichungen von
    früheren Bewertungen ermittelt, so wird das Überwachungskonzept
    entsprechend aktualisiert.

2.  Nachsorgeüberwachung

    Die Nachsorgeüberwachung stützt sich auf die Daten, die im Laufe der
    Durchführung des Überwachungskonzepts gemäß § 20 Absatz 1 erhoben
    worden und in die entsprechenden Modellierungen eingegangen sind. Sie
    dient insbesondere dazu, die Daten bereitzustellen, die für die
    Übertragung der Verantwortung nach § 31 erforderlich sind.

Collections: bundestag_gesetze
KSpG
Level: 3.0