Source: https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__50.html
Legislation: stvzo_2012

Title: § 50 Scheinwerfer für Fern- und Abblendlicht

Description:
Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO 2012)
B. - Fahrzeuge
III. - Bau- und Betriebsvorschriften
2. - Kraftfahrzeuge und ihre Anhänger
§ 50 Scheinwerfer für Fern- und Abblendlicht

Paragraph: 50

Full Text:
Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO 2012)
B. - Fahrzeuge
III. - Bau- und Betriebsvorschriften
2. - Kraftfahrzeuge und ihre Anhänger
§ 50 Scheinwerfer für Fern- und Abblendlicht

(1) Für die Beleuchtung der Fahrbahn darf nur weißes Licht verwendet
werden.

(2) Kraftfahrzeuge müssen mit zwei nach vorn wirkenden Scheinwerfern
ausgerüstet sein, Krafträder – auch mit Beiwagen – mit einem
Scheinwerfer. An mehrspurigen Kraftfahrzeugen, deren Breite 1 000 mm
nicht übersteigt, sowie an Krankenfahrstühlen und an Fahrzeugen, die
die Baumerkmale von Krankenfahrstühlen haben, deren Geschwindigkeit
aber 30 km/h übersteigt, genügt ein Scheinwerfer. Bei Kraftfahrzeugen
mit einer durch die Bauart bestimmten Höchstgeschwindigkeit von nicht
mehr als 8 km/h genügen Leuchten ohne Scheinwerferwirkung. Für
einachsige Zug- oder Arbeitsmaschinen, die von Fußgängern an Holmen
geführt werden, gilt § 17 Absatz 5 der Straßenverkehrs-Ordnung. Bei
einachsigen Zugmaschinen, hinter denen ein einachsiger Anhänger
mitgeführt wird, dürfen die Scheinwerfer statt an der Zugmaschine am
Anhänger angebracht sein. Kraftfahrzeuge des Straßendienstes, die von
den öffentlichen Verwaltungen oder in deren Auftrag verwendet werden
und deren zeitweise vorgebaute Arbeitsgeräte die vorschriftsmäßig
angebrachten Scheinwerfer verdecken, dürfen mit zwei zusätzlichen
Scheinwerfern für Fern- und Abblendlicht oder zusätzlich mit
Scheinwerfern nach Absatz 4 ausgerüstet sein, die höher als 1 000 mm
(Absatz 3) über der Fahrbahn angebracht sein dürfen; es darf jeweils
nur ein Scheinwerferpaar einschaltbar sein. Die höher angebrachten
Scheinwerfer dürfen nur dann eingeschaltet werden, wenn die unteren
Scheinwerfer verdeckt sind.

(3) Scheinwerfer müssen einstellbar und so befestigt sein, dass sie
sich nicht unbeabsichtigt verstellen können. Bei Scheinwerfern für
Abblendlicht darf der niedrigste Punkt der Spiegelkante nicht unter
500 mm und der höchste Punkt der leuchtenden Fläche nicht höher als
1 200 mm über der Fahrbahn liegen. Satz 2 gilt nicht für

1.  Fahrzeuge des Straßendienstes, die von den öffentlichen Verwaltungen
    oder in deren Auftrag verwendet werden,

2.  selbstfahrende Arbeitsmaschinen, Stapler und land- oder
    forstwirtschaftliche Zugmaschinen, deren Bauart eine vorschriftsmäßige
    Anbringung der Scheinwerfer nicht zulässt. Ist der höchste Punkt der
    leuchtenden Fläche jedoch höher als 1 500 mm über der Fahrbahn, dann
    dürfen sie bei eingeschalteten Scheinwerfern nur mit einer
    Geschwindigkeit von nicht mehr als 30 km/h gefahren werden.

(4) Für das Fernlicht und für das Abblendlicht dürfen besondere
Scheinwerfer vorhanden sein; sie dürfen so geschaltet sein, dass bei
Fernlicht die Abblendscheinwerfer mitbrennen.

(5) Die Scheinwerfer müssen bei Dunkelheit die Fahrbahn so beleuchten
(Fernlicht), dass die Beleuchtungsstärke in einer Entfernung von 100 m
in der Längsachse des Fahrzeugs in Höhe der Scheinwerfermitten
mindestens beträgt

1.  0,25 lx bei Krafträdern mit einem Hubraum von nicht mehr als 100 cm
    3                   ,

2.  0,50 lx bei Krafträdern mit einem Hubraum über 100 cm
    3                   ,

3.  1,00 lx bei anderen Kraftfahrzeugen.

Die Einschaltung des Fernlichts muss durch eine blau leuchtende Lampe
im Blickfeld des Fahrzeugführers angezeigt werden; bei Krafträdern und
Zugmaschinen mit offenem Führersitz kann die Einschaltung des
Fernlichts durch die Stellung des Schalthebels angezeigt werden.
Kraftfahrzeuge mit einer durch die Bauart bestimmten
Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 30 km/h brauchen nur mit
Scheinwerfern ausgerüstet zu sein, die den Vorschriften des Absatzes 6
Satz 2 und 3 entsprechen.

(6) Paarweise verwendete Scheinwerfer für Fern- und Abblendlicht
müssen so eingerichtet sein, dass sie nur gleichzeitig und gleichmäßig
abgeblendet werden können. Die Blendung gilt als behoben
(Abblendlicht), wenn die Beleuchtungsstärke in einer Entfernung von 25
m vor jedem einzelnen Scheinwerfer auf einer Ebene senkrecht zur
Fahrbahn in Höhe der Scheinwerfermitte und darüber nicht mehr als 1 lx
beträgt. Liegt der höchste Punkt der leuchtenden Fläche der
Scheinwerfer (Absatz 3 Satz 2) mehr als 1 200 mm über der Fahrbahn, so
darf die Beleuchtungsstärke unter den gleichen Bedingungen oberhalb
einer Höhe von
1 000 mm              1 lx nicht übersteigen. Bei Scheinwerfern, deren
Anbringungshöhe 1 400 mm übersteigt, darf die Hell-Dunkel-Grenze 15 m
vor dem Scheinwerfer nur halb so hoch liegen wie die
Scheinwerfermitte. Bei Scheinwerfern für asymmetrisches Abblendlicht
darf die 1-Lux-Grenze von dem der Scheinwerfermitte entsprechenden
Punkt unter einem Winkel von 15 Grad nach rechts ansteigen, sofern
nicht in internationalen Vereinbarungen oder Rechtsakten nach § 21a
etwas anderes bestimmt ist. Die Scheinwerfer müssen die Fahrbahn so
beleuchten, dass die Beleuchtungsstärke in einer Entfernung von 25 m
vor den Scheinwerfern senkrecht zum auffallenden Licht in 150 mm Höhe
über der Fahrbahn mindestens die in Absatz 5 angegebenen Werte
erreicht.

(6a) Die Absätze 2 bis 6 gelten nicht für Mofas. Diese Fahrzeuge
müssen mit einem Scheinwerfer für Dauerabblendlicht ausgerüstet sein,
dessen Beleuchtungsstärke in einer Entfernung von 25 m vor dem
Scheinwerfer auf einer Ebene senkrecht zur Fahrbahn in Höhe der
Scheinwerfermitte und darüber nicht mehr als 1 lx beträgt. Der
Scheinwerfer muss am Fahrzeug einstellbar und so befestigt sein, dass
er sich nicht unbeabsichtigt verstellen kann. Die Nennleistung der
Glühlampe im Scheinwerfer muss 15 W betragen. Die Sätze 1 bis 3 gelten
auch für Kleinkrafträder und andere Fahrräder mit Hilfsmotor, wenn
eine ausreichende elektrische Energieversorgung der Beleuchtungs- und
Lichtsignaleinrichtungen nur bei Verwendung von Scheinwerfern für
Dauerabblendlicht nach den Sätzen 2 und 4 sichergestellt ist.

(7) Die Beleuchtungsstärke ist bei stehendem Motor, vollgeladener
Batterie und bei richtig eingestellten Scheinwerfern zu messen.

(8) Mehrspurige Kraftfahrzeuge, ausgenommen land- oder
forstwirtschaftliche Zugmaschinen, Arbeitsmaschinen und Stapler,
müssen so beschaffen sein, dass die Ausrichtung des
Abblendlichtbündels von Scheinwerfern, die nicht höher als 1 200 mm
über der Fahrbahn (Absatz 3) angebracht sind, den im Anhang zu dieser
Vorschrift genannten Bestimmungen entspricht.

(9) Scheinwerfer für Fernlicht dürfen nur gleichzeitig oder paarweise
einschaltbar sein; beim Abblenden müssen alle gleichzeitig erlöschen.

(10) Kraftfahrzeuge mit Scheinwerfern für Fern- und Abblendlicht, die
mit Gasentladungslampen ausgestattet sind, müssen mit

1.  einer automatischen Leuchtweiteregelung im Sinne des Absatzes 8,

2.  einer Scheinwerferreinigungsanlage und

3.  einem System, das das ständige Eingeschaltetsein des Abblendlichtes
    auch bei Fernlicht sicherstellt,

ausgerüstet sein.

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StVZO-2012
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