Source: https://www.gesetze-im-internet.de/windseeg/__21.html
Legislation: windseeg

Title: § 21 Dynamisches Gebotsverfahren

Description:
Gesetz zur Entwicklung und Förderung der Windenergie auf See (WindSeeG)
Teil 3 - Ausschreibungen
Abschnitt 2 - Ausschreibungen für nicht zentral voruntersuchte Flächen
§ 21 Dynamisches Gebotsverfahren

Paragraph: 21

Full Text:
Gesetz zur Entwicklung und Förderung der Windenergie auf See (WindSeeG)
Teil 3 - Ausschreibungen
Abschnitt 2 - Ausschreibungen für nicht zentral voruntersuchte Flächen
§ 21 Dynamisches Gebotsverfahren

(1) Haben für eine Fläche mehrere Bieter Gebote mit einem Gebotswert
von 0 Cent pro Kilowattstunde abgegeben, führt die Bundesnetzagentur
für diese Fläche ein weiteres Gebotsverfahren durch (dynamisches
Gebotsverfahren).

(2) Teilnahmeberechtigt sind alle Bieter, die für diese Fläche ein
Gebot mit dem Gebotswert 0 Cent pro Kilowattstunde abgegeben haben.
Nachdem feststeht, dass für eine Fläche ein dynamisches
Gebotsverfahren durchzuführen ist, informiert die Bundesnetzagentur
unverzüglich alle teilnahmeberechtigten Bieter über ihre Berechtigung
zur Teilnahme an dem dynamischen Gebotsverfahren und über die Anzahl
der anderen teilnahmeberechtigten Bieter.

(3) Das dynamische Gebotsverfahren besteht regelmäßig aus mehreren
Gebotsrunden mit ansteigenden Gebotsstufen, in denen die teilnehmenden
Bieter Gebote über ihre Bereitschaft zur Zahlung einer zweiten
Gebotskomponente abgeben. Die zweite Gebotskomponente wird in Euro pro
Megawatt des Ausschreibungsvolumens der ausgeschriebenen Fläche nach §
16 Satz 2 Nummer 2 mit zwei Nachkommastellen angegeben. Vor jeder
Gebotsrunde bestimmt die Bundesnetzagentur eine Gebotsstufe nach
Maßgabe des § 22 Absatz 3 und informiert die Bieter, die für die
bevorstehende Gebotsrunde teilnahmeberechtigt sind, über die Höhe der
Gebotsstufe sowie über die Anzahl der teilnahmeberechtigten Bieter.
Hat die Bundesnetzagentur die Gebotsabgabefrist nach § 22 Absatz 2
nicht vor Bekanntgabe der Ausschreibung bestimmt, bestimmt sie diese
vor jeder Gebotsrunde und informiert die teilnahmeberechtigten Bieter
über die Bestimmung.

(4) Um in die nächste Gebotsrunde zu gelangen, müssen die Bieter
innerhalb der Gebotsabgabefrist der Gebotsstufe zustimmen, indem sie
ein Gebot zur Zahlung einer zweiten Gebotskomponente in Höhe der
Gebotsstufe abgeben. Die Gebotsabgabe erfolgt verdeckt. Alle
abgegebenen Gebote sind bindend. Stimmen mehrere Bieter der
Gebotsstufe zu, beginnt eine neue Gebotsrunde, an der nur diese Bieter
teilnehmen. Die Bundesnetzagentur führt das dynamische Gebotsverfahren
so lange fort, bis nur noch höchstens ein Bieter innerhalb der
Gebotsabgabefrist der Gebotsstufe zustimmt.

(5) Stimmt in einer Gebotsrunde innerhalb der Gebotsabgabefrist nur
ein Bieter der Gebotsstufe zu, endet das dynamische Gebotsverfahren.
Die Bundesnetzagentur erteilt dem Gebot in Höhe der Gebotsstufe den
Zuschlag.

(6) Ist ein Bieter nicht bereit, der Gebotsstufe zuzustimmen, hat er
die Möglichkeit, innerhalb der Gebotsabgabefrist ein Gebot abzugeben,
dessen zweite Gebotskomponente niedriger als die Gebotsstufe, jedoch
höher als die Gebotsstufen der vorherigen Gebotsrunden ist
(Zwischenrunden-Gebot). Stimmt in einer Gebotsrunde keiner der Bieter
der Gebotsstufe zu, erteilt die Bundesnetzagentur dem Zwischenrunden-
Gebot mit der höchsten zweiten Gebotskomponente den Zuschlag. Geben
mehrere Bieter Zwischenrunden-Gebote mit gleich hohen zweiten
Gebotskomponenten ab oder gibt in einer Gebotsrunde keiner der Bieter
innerhalb der Gebotsabgabefrist ein Gebot ab, so entscheidet das Los
darüber, welches Gebot den Zuschlag erhält. In dem Fall, in dem in
einer Gebotsrunde keiner der Bieter ein Gebot innerhalb der
Gebotsabgabefrist abgibt, lost die Bundesnetzagentur zwischen den
letzten Geboten, die diese Bieter abgegeben haben.

(7) Der anzulegende Wert im Sinn des § 20 Absatz 2 beträgt stets 0
Cent pro Kilowattstunde. § 20 Absatz 1 Satz 2 ist anzuwenden.

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WindSeeG
Level: 4.0