Source: https://www.gesetze-im-internet.de/asylvfg_1992/__25.html
Legislation: asylvfg_1992

Title: § 25 Anhörung

Description:
Asylgesetz (AsylVfG 1992)
Abschnitt 4 - Asylverfahren
Unterabschnitt 3 - Verfahren beim Bundesamt
§ 25 Anhörung

Paragraph: 25

Full Text:
Asylgesetz (AsylVfG 1992)
Abschnitt 4 - Asylverfahren
Unterabschnitt 3 - Verfahren beim Bundesamt
§ 25 Anhörung

(1) Der Ausländer muss selbst die Tatsachen vortragen, die seine
Furcht vor Verfolgung oder die Gefahr eines ihm drohenden ernsthaften
Schadens begründen, und die erforderlichen Angaben machen. Zu den
erforderlichen Angaben gehören auch solche über Wohnsitze, Reisewege,
Aufenthalte in anderen Staaten und darüber, ob bereits in anderen
Staaten oder im Bundesgebiet ein Verfahren mit dem Ziel der
Anerkennung als ausländischer Flüchtling, auf Zuerkennung
internationalen Schutzes im Sinne des § 1 Absatz 1 Nummer 2 oder ein
Asylverfahren eingeleitet oder durchgeführt ist.

(2) Der Ausländer hat alle sonstigen Tatsachen und Umstände anzugeben,
die einer Abschiebung oder einer Abschiebung in einen bestimmten Staat
entgegenstehen.

(3) Ein späteres Vorbringen des Ausländers kann unberücksichtigt
bleiben, wenn andernfalls die Entscheidung des Bundesamtes verzögert
würde. Der Ausländer ist hierauf und auf § 36 Absatz 4 Satz 3
hinzuweisen.

(4) Bei einem Ausländer, der verpflichtet ist, in einer
Aufnahmeeinrichtung zu wohnen, soll die Anhörung in zeitlichem
Zusammenhang mit der Asylantragstellung erfolgen. Einer besonderen
Ladung des Ausländers und seines Bevollmächtigten bedarf es nicht.
Entsprechendes gilt, wenn dem Ausländer bei oder innerhalb einer Woche
nach der Antragstellung der Termin für die Anhörung mitgeteilt wird.
Kann die Anhörung nicht an demselben Tag stattfinden, sind der
Ausländer und sein Bevollmächtigter von dem Anhörungstermin
unverzüglich zu verständigen.

(5) Bei einem Ausländer, der nicht verpflichtet ist, in einer
Aufnahmeeinrichtung zu wohnen, kann von der persönlichen Anhörung
abgesehen werden, wenn der Ausländer einer Ladung zur Anhörung ohne
genügende Entschuldigung nicht folgt. In diesem Falle ist dem
Ausländer Gelegenheit zur schriftlichen Stellungnahme innerhalb eines
Monats zu geben.

(6) Die Anhörung ist nicht öffentlich. An ihr können Personen, die
sich als Vertreter des Bundes, eines Landes oder des Hohen
Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen ausweisen, teilnehmen.
Der Ausländer kann sich bei der Anhörung von einem Bevollmächtigten
oder Beistand im Sinne des § 14 des Verwaltungsverfahrensgesetzes
begleiten lassen. Das Bundesamt kann die Anhörung auch dann
durchführen, wenn der Bevollmächtigte oder Beistand trotz einer mit
angemessener Frist erfolgten Ladung nicht an ihr teilnimmt. Satz 4
gilt nicht, wenn der Bevollmächtigte oder Beistand seine
Nichtteilnahme vor Beginn der Anhörung genügend entschuldigt. Anderen
Personen kann der Leiter des Bundesamtes oder die von ihm beauftragte
Person die Anwesenheit gestatten.

(7) Die Anhörung kann in geeigneten Fällen ausnahmsweise im Wege der
Bild- und Tonübertragung erfolgen.

(8) Über die Anhörung ist eine Niederschrift aufzunehmen, die die
wesentlichen Angaben des Ausländers enthält. Dem Ausländer ist eine
Kopie der Niederschrift auszuhändigen oder mit der Entscheidung des
Bundesamtes zuzustellen.

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AsylVfG-1992
Level: 4.0