Source: https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__25c.html
Legislation: ustg_1980

Title: § 25c Besteuerung von Umsätzen mit Anlagegold

Description:
Umsatzsteuergesetz (UStG 1980)
Sechster Abschnitt - Sonderregelungen
§ 25c Besteuerung von Umsätzen mit Anlagegold

Paragraph: 25c

Full Text:
Umsatzsteuergesetz (UStG 1980)
Sechster Abschnitt - Sonderregelungen
§ 25c Besteuerung von Umsätzen mit Anlagegold

(1) Die Lieferung, die Einfuhr und der innergemeinschaftliche Erwerb
von Anlagegold, einschließlich Anlagegold in Form von Zertifikaten
über sammel- oder einzelverwahrtes Gold und über Goldkonten
gehandeltes Gold, insbesondere auch Golddarlehen und Goldswaps, durch
die ein Eigentumsrecht an Anlagegold oder ein schuldrechtlicher
Anspruch auf Anlagegold begründet wird, sowie Terminkontrakte und im
Freiverkehr getätigte Terminabschlüsse mit Anlagegold, die zur
Übertragung eines Eigentumsrechts an Anlagegold oder eines
schuldrechtlichen Anspruchs auf Anlagegold führen, sind steuerfrei.
Satz 1 gilt entsprechend für die Vermittlung der Lieferung von
Anlagegold.

(2) Anlagegold im Sinne dieses Gesetzes sind:

1.  Gold in Barren- oder Plättchenform mit einem von den Goldmärkten
    akzeptierten Gewicht und einem Feingehalt von mindestens 995
    Tausendstel;

2.  Goldmünzen, die einen Feingehalt von mindestens 900 Tausendstel
    aufweisen, nach dem Jahr 1800 geprägt wurden, in ihrem Ursprungsland
    gesetzliches Zahlungsmittel sind oder waren und üblicherweise zu einem
    Preis verkauft werden, der den Offenmarktwert ihres Goldgehalts um
    nicht mehr als 80 Prozent übersteigt.

(3) Der Unternehmer, der Anlagegold herstellt oder Gold in Anlagegold
umwandelt, kann eine Lieferung, die nach Absatz 1 Satz 1 steuerfrei
ist, als steuerpflichtig behandeln, wenn sie an einen anderen
Unternehmer für dessen Unternehmen ausgeführt wird. Der Unternehmer,
der üblicherweise Gold zu gewerblichen Zwecken liefert, kann eine
Lieferung von Anlagegold im Sinne des Absatzes 2 Nr. 1, die nach
Absatz 1 Satz 1 steuerfrei ist, als steuerpflichtig behandeln, wenn
sie an einen anderen Unternehmer für dessen Unternehmen ausgeführt
wird. Ist eine Lieferung nach den Sätzen 1 oder 2 als steuerpflichtig
behandelt worden, kann der Unternehmer, der diesen Umsatz vermittelt
hat, die Vermittlungsleistung ebenfalls als steuerpflichtig behandeln.

(4) Bei einem Unternehmer, der steuerfreie Umsätze nach Absatz 1
ausführt, ist die Steuer für folgende an ihn ausgeführte Umsätze
abweichend von § 15 Abs. 2 nicht vom Vorsteuerabzug ausgeschlossen:

1.  die Lieferungen von Anlagegold durch einen anderen Unternehmer, der
    diese Lieferungen nach Absatz 3 Satz 1 oder 2 als steuerpflichtig
    behandelt;

2.  die Lieferungen, die Einfuhr und der innergemeinschaftliche Erwerb von
    Gold, das anschließend von ihm oder für ihn in Anlagegold umgewandelt
    wird;

3.  die sonstigen Leistungen, die in der Veränderung der Form, des
    Gewichts oder des Feingehalts von Gold, einschließlich Anlagegold,
    bestehen.

(5) Bei einem Unternehmer, der Anlagegold herstellt oder Gold in
Anlagegold umwandelt und anschließend nach Absatz 1 Satz 1 steuerfrei
liefert, ist die Steuer für an ihn ausgeführte Umsätze, die in
unmittelbarem Zusammenhang mit der Herstellung oder Umwandlung des
Goldes stehen, abweichend von § 15 Abs. 2 nicht vom Vorsteuerabzug
ausgeschlossen.

(6) Bei Umsätzen mit Anlagegold gelten zusätzlich zu den
Aufzeichnungspflichten nach § 22 die Identifizierungs-, Aufzeichnungs-
und Aufbewahrungspflichten des Geldwäschegesetzes entsprechend.

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UStG-1980
Level: 3.0