Source: https://www.gesetze-im-internet.de/rebpflv_1986/__23.html
Legislation: rebpflv_1986

Title: Anlage 2 Anforderungen an die Beschaffenheit des Pflanzgutes

Description:
Rebenpflanzgutverordnung (RebPflV 1986)
Abschnitt 4 - Schlußvorschriften
Anlage 2 Anforderungen an die Beschaffenheit des Pflanzgutes

Paragraph: 23

Full Text:
Rebenpflanzgutverordnung (RebPflV 1986)
Abschnitt 4 - Schlußvorschriften
Anlage 2 Anforderungen an die Beschaffenheit des Pflanzgutes

(Fundstelle: BGBl. I 2006, 1441 - 1442;
bzgl. der einzelnen Änderungen vgl. Fußnote)

1   Allgemeine Anforderungen

1.1 Das Pflanzgut ist sortenecht und sortenrein und entspricht
    erforderlichenfalls dem Klon.

1.2 Der Anteil an ganz oder teilweise verdorrtem, verdorbenem, verdrehtem,
    verletztem, zerdrücktem, zerbrochenem, durch Hagel oder Frost
    geschädigtem sowie den Anforderungen an die Sortierung nach Nummer 2
    nicht entsprechendem Pflanzgut darf zusammen 4 v. H. nicht
    überschreiten (technische Mindestreinheit).

1.3 Die Ruten weisen eine ausreichende Holzreife auf.

1.4 Anforderungen hinsichtlich des Befalls mit RNQPs (entsprechend Anhang
    IV Teil C der Durchführungsverordnung (EU) 2019/2072)

1.4.1 Das Pflanzgut muss frei sein von
    Xylophilus ampelinus                    Willems
    et al                   .,
    Arabis                    mosaic virus,
    Candidatus                    Phytoplasma
    solani                    Quaglino
    et al                   ., Grapevine fanleaf virus, Grapevine leafroll
    associated virus 1, Grapevine leafroll associated virus 3.

1.4.2 Nicht veredeltes Pflanzgut muss frei sein von
    Viteus vitifoliae                    Fitch. Veredeltes Pflanzgut muss
    praktisch frei sein von
    Viteus vitifoliae                    Fitch im Sinne des Artikels 2
    Absatz 2 Buchstabe a der Durchführungsverordnung (EU) 2019/2072.
    Vorstufenpflanzgut von Unterlagen muss zusätzlich frei sein von
    Grapevine fleck virus.

1.4.3 Das Pflanzgut muss außerdem den Anforderungen in Bezug auf
    Unionsquarantäneschädlinge und Schutzgebiet-Quarantäneschädlinge
    genügen, die in den gemäß der Verordnung (EU) 2016/2031 erlassenen
    Durchführungsrechtsakten und in den nach Artikel 30 Absatz 1 der
    Verordnung (EU) 2016/2031 erlassenen Maßnahmen festgelegt sind.

2   Besondere Anforderungen

2.1 Veredelungsfähige Unterlagsreben, Blindholz und Edelreiser

    A.  Durchmesser

        Es wird der größte Durchmesser des Querschnitts gemessen. Diese Norm
        gilt nicht für grüne Triebe.

        a)  Veredelungsfähige Unterlagsreben und Edelreiser:

            aa) Durchmesser am schwächeren Ende: 6,5 bis 12 mm,

            bb) Höchstdurchmesser am stärkeren Ende: 15 mm, es sei denn, es handelt
                sich um zur Standortveredelung bestimmte Edelreiser.

        b)  Blindholz:

            Mindestdurchmesser am schwächeren Ende: 3,5 mm.

    B.  Augenzahl

        Bei Edelreisern beträgt die Zahl der veredelungsfähigen Augen entweder
        1 oder mindestens 5.

2.2 Wurzelreben

    A.  Durchmesser

        Der größte Durchmesser, gemessen in der Mitte des Internodiums unter
        dem obersten Trieb beträgt mindestens 5 mm.

        Diese Norm gilt nicht für Wurzelreben aus grünen Trieben.

    B.  Länge

        Die Mindestlänge vom untersten Wurzelansatz bis zum Ansatz des
        obersten Triebes beträgt mindestens:

        a)  bei für Sizilien bestimmten bewurzelten Unterlagsreben 20 cm, bei
            allen übrigen bewurzelten Unterlagsreben 30 cm,

        b)  20 cm bei anderen Wurzelreben.

            Diese Norm gilt nicht für Wurzelreben aus grünen Trieben.

    C.  Wurzeln

        Jede Pflanze muss mindestens 3 gut entwickelte und hinreichend gut
        verteilte Wurzeln haben. Die Sorte 420 A braucht jedoch nur 2 gut
        entwickelte Wurzeln zu haben, sofern diese gegenständig sind.

    D.  Fuß

        Der Schnitt muss so weit unterhalb des Diaphragmas erfolgen, dass
        dieses nicht beschädigt wird, darf jedoch nicht mehr als 1 cm darunter
        liegen.

2.3 Pfropfreben

    A.  Länge

        Die Länge der Wurzelstange beträgt mindestens 20 cm.

        Diese Norm gilt nicht für Pfropfreben aus grünen Trieben.

    B.  Wurzeln

        Jede Pflanze muss mindestens 3 gut entwickelte und hinreichend gut
        verteilte Wurzeln haben. Die Sorte 420 A braucht jedoch nur 2 gut
        entwickelte Wurzeln zu haben, sofern diese gegenständig sind.

    C.  Veredelungsstelle

        Jede Pflanze ist an der Veredelungsstelle bei allseitiger
        Kallusbildung gleichmäßig und hinreichend fest verwachsen.

    D.  Fuß

        Der Schnitt muss so weit unterhalb des Diaphragmas erfolgen, dass
        dieses nicht beschädigt wird, darf jedoch nicht mehr als 1 cm darunter
        liegen.

(zu § 11 Abs. 1, § 16, § 21 Abs. 1)

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