Source: https://www.gesetze-im-internet.de/pflaprv/__30.html
Legislation: pflaprv

Title: § 30 Inhalt und Gliederung der hochschulischen Pflegeausbildung

Description:
Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe (PflAPrV)
Teil 3 - Hochschulische Pflegeausbildung
§ 30 Inhalt und Gliederung der hochschulischen Pflegeausbildung

Paragraph: 30

Full Text:
Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe (PflAPrV)
Teil 3 - Hochschulische Pflegeausbildung
§ 30 Inhalt und Gliederung der hochschulischen Pflegeausbildung

(1) Die hochschulische Pflegeausbildung nach Teil 3 des
Pflegeberufegesetzes befähigt dazu, Menschen aller Altersstufen in den
allgemeinen und speziellen Versorgungsbereichen der Pflege in
Erfüllung der Ausbildungsziele nach § 37 des Pflegeberufegesetzes
pflegen zu können. Die hierfür erforderlichen Kompetenzen sind in
Anlage 5 konkretisiert. Der Kompetenzerwerb in der Pflege von Menschen
aller Altersstufen berücksichtigt auch die besonderen Anforderungen an
die Pflege von Kindern und Jugendlichen sowie alten Menschen in den
unterschiedlichen Versorgungssituationen.

(2) Die hochschulische Pflegeausbildung umfasst unter Beachtung der
Vorgaben der Richtlinie 2005/36/EG des Europäischen Parlaments und des
Rates vom 7. September 2005 über die Anerkennung von
Berufsqualifikationen (ABl. L 255 vom 30.9.2005, S. 22; L 271 vom
16\.10.2007, S. 18) einen Arbeitsaufwand der Studierenden von jeweils
insgesamt mindestens 4 600 Stunden. Davon entfallen mindestens 2 100
auf die Lehrveranstaltungen und mindestens 2 300 Stunden auf die
Praxiseinsätze in Einrichtungen nach § 7 des Pflegeberufegesetzes.
Mindestens jeweils 400 der auf die Praxiseinsätze entfallenden Stunden
sind in der allgemeinen Akutpflege in stationären Einrichtungen, der
allgemeinen Langzeitpflege in stationären Einrichtungen und der
allgemeinen ambulanten Akut- und Langzeitpflege nach § 7 Absatz 1 des
Pflegeberufegesetzes durchzuführen.

(3) Die hochschulische Pflegeausbildung erfolgt im Wechsel von
Lehrveranstaltungen und Praxiseinsätzen. Die Koordination erfolgt
durch die Hochschule. Die Berücksichtigung des Selbststudiums ist bei
der Konzeption der Lehrveranstaltungen in angemessenem Umfang
zulässig.

(3a) Lehrformate, die selbstgesteuertes Lernen oder E-Learning
beinhalten, können als pädagogische Hilfsmittel bei der Konzeption der
theoretischen und praktischen Lehrveranstaltungen in einem
angemessenen Umfang berücksichtigt werden.

(4) Das modulare Curriculum wird auf der Grundlage der
Ausbildungsziele nach § 37 des Pflegeberufegesetzes und der Vorgaben
der Anlage 5 erstellt.

(5) Stellt die Hochschule bei der zuständigen Behörde einen Antrag auf
Erteilung der Genehmigung nach § 38 Absatz 3 Satz 5 des
Pflegeberufegesetzes, legt sie in einem Konzept dar, dass das Ziel des
jeweiligen Praxiseinsatzes, insbesondere das Ziel, als Mitglied eines
Pflegeteams in unmittelbarem Kontakt mit zu pflegenden Menschen zu
lernen, durch den beantragten Umfang der Ersetzung von Praxiseinsätzen
durch praktische Lerneinheiten an der Hochschule nicht gefährdet wird.

(6) Fehlzeiten dürfen das Ausbildungsziel nach § 37 des
Pflegeberufegesetzes nicht gefährden. Das Nähere regelt die
Hochschule.

Collections: bundestag_gesetze
PflAPrV
Level: 3.0