Source: https://www.gesetze-im-internet.de/saatv/__5.html
Legislation: saatv

Title: § 5 Anforderungen an die Vermehrungsfläche und den Vermehrungsbetrieb

Description:
Verordnung über den Verkehr mit Saatgut landwirtschaftlicher Arten und von Gemüsearten (SaatV)
Abschnitt 2 - Anerkennung von Saatgut
§ 5 Anforderungen an die Vermehrungsfläche und den Vermehrungsbetrieb

Paragraph: 5

Full Text:
Verordnung über den Verkehr mit Saatgut landwirtschaftlicher Arten und von Gemüsearten (SaatV)
Abschnitt 2 - Anerkennung von Saatgut
§ 5 Anforderungen an die Vermehrungsfläche und den Vermehrungsbetrieb

(1) Saatgut wird nur anerkannt, wenn

1.  die Vermehrungsfläche bei Getreide außer Mais und Sorghum mindestens 2
    Hektar, bei den übrigen landwirtschaftlichen Arten mindestens 0,5
    Hektar groß ist;

2.  der Kulturzustand der Vermehrungsfläche eine ordnungsgemäße
    Bearbeitung und Behandlung erkennen lässt;

3.  nach den Vorfruchtverhältnissen anzunehmen ist, dass auf der
    Vermehrungsfläche keine Pflanzen anderer Arten, Sorten oder Kategorien
    vorhanden sind, die zu Fremdbefruchtung oder Sortenvermischung führen
    können und

4.  in dem Betrieb, der Saatgut für andere vermehrt (Vermehrungsbetrieb),
    Saatgut

    a)  nur von jeweils einer Sorte einer Art oder, soweit Artengruppen nach
        Satz 2 bestehen, einer Artengruppe,

    b)  nur von jeweils einer Kategorie einer Sorte und

    c)  einer Sorte nur für einen Vertragspartner

    erzeugt wird.

Für die Anwendung von Satz 1 Nr. 4 Buchstabe a werden folgende
Artengruppen gebildet:

1.  Runkelrübe, Zuckerrübe und Rote Rübe,

2.  Kohlrübe und Futterkohl,

3.  Kohlrabi, Grünkohl, Blumenkohl, Brokkoli, Rotkohl, Weißkohl, Wirsing
    und Rosenkohl,

4.  Rübsen, Herbstrübe und Mairübe.

(1a) Bei Hybridsorten von Roggen gelten die Anforderungen nach Absatz
1 Satz 1 Nr. 3 nur dann als erfüllt, wenn auf der Vermehrungsfläche im
Falle der Erzeugung von

1.  Basissaatgut der mütterlichen Erbkomponente in den letzten zwei
    Jahren,

2.  Basissaatgut der väterlichen Erbkomponente und von Zertifiziertem
    Saatgut im letzten Jahr vor der Vermehrung kein Roggen angebaut worden
    ist.

(1b) Bei Hybridsorten von Raps und Komponenten von Verbundsorten
gelten die Anforderungen nach Absatz 1 Satz 1 Nr. 3 nur dann als
erfüllt, wenn auf der Vermehrungsfläche in den letzten fünf Jahren vor
der Vermehrung keine Pflanzen einer anderen Art, die zu
Fremdbefruchtung führen kann, und keine Pflanzen anderer Sorten
derselben Art sowie anderer Saatgutkategorien derselben Sorte angebaut
worden sind.

(2) Bei Saatgut, das im Rahmen eines OECD-Systems nach Abschnitt 7
gekennzeichnet werden soll, gelten die Anforderungen nach Absatz 1
Satz 1 Nr. 3 nur dann als erfüllt, wenn

1.  bei Getreide außer Mais und Sorghum sowie bei Gräsern, Phazelie, Hanf,
    Sojabohne, Sonnenblume, Lein und Mohn in den letzten zwei Jahren,

2.  bei Leguminosen landwirtschaftlicher Arten in den letzten drei Jahren,

3.  bei Sareptasenf, Raps, Schwarzem Senf, Rübsen, Ölrettich, Weißem Senf,
    Kohlrübe und Futterkohl in den letzten fünf Jahren

vor der Vermehrung keine andere Art, die zu Fremdbefruchtung führen
kann, keine andere Sorte derselben Art oder Artengruppe und keine
andere Kategorie derselben Sorte auf der Vermehrungsfläche angebaut
worden ist.

(3) Die Anerkennungsstelle kann Ausnahmen von Absatz 1 Satz 1 Nr. 1
und 4 genehmigen, soweit keine Beeinträchtigung der Saatgutqualität zu
erwarten ist. Die Ausnahmegenehmigung kann mit Auflagen insbesondere
darüber verbunden werden, dass Partien kenntlich zu machen und
getrennt zu lagern sind.

(4) Die Vermehrungsflächen sind durch Schilder zu kennzeichnen.

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SaatV
Level: 3.0