Source: https://www.gesetze-im-internet.de/amvv/__2.html
Legislation: amvv

Title: § 2

Description:
Verordnung über die Verschreibungspflicht von Arzneimitteln (AMVV)
§ 2

Paragraph: 2

Full Text:
Verordnung über die Verschreibungspflicht von Arzneimitteln (AMVV)
§ 2

(1) Die Verschreibung muss enthalten:

1.  Name, Vorname, Berufsbezeichnung und Anschrift der Praxis, der Klinik
    oder einer sonstigen Gesundheitseinrichtung der verschreibenden
    ärztlichen, tierärztlichen oder zahnärztlichen Person (verschreibende
    Person) oder, sofern diese nicht in einer Gesundheitseinrichtung tätig
    ist, die Anschrift der verschreibenden Person, jeweils einschließlich
    einer Telefonnummer zur Kontaktaufnahme,

2.  Datum der Ausfertigung oder, bei Verschreibungen in elektronischer
    Form, das Datum der qualifizierten elektronischen Signatur,

3.  Name und Geburtsdatum der Person, für die das Arzneimittel bestimmt
    ist,

4.  Bezeichnung des Fertigarzneimittels oder des Wirkstoffes
    einschließlich der Stärke,

4a. bei einem Arzneimittel, das in der Apotheke hergestellt werden soll,
    die Zusammensetzung nach Art und Menge oder die Bezeichnung des
    Fertigarzneimittels, von dem eine Teilmenge abgegeben werden soll,
    sowie eine Gebrauchsanweisung; einer Gebrauchsanweisung bedarf es
    nicht, wenn das Arzneimittel unmittelbar an die verschreibende Person
    abgegeben wird;

5.  Darreichungsform, sofern dazu die Bezeichnung nach Nummer 4 oder
    Nummer 4a nicht eindeutig ist,

6.  abzugebende Menge des verschriebenen Arzneimittels,

6a. sofern das Arzneimittel zur wiederholten Abgabe auf dieselbe
    Verschreibung bestimmt sein soll, einen Vermerk mit der Anzahl der
    Wiederholungen,

7.  die Dosierung; dies gilt nicht, wenn dem Patienten ein
    Medikationsplan, der das verschriebene Arzneimittel umfasst, oder eine
    entsprechende schriftliche Dosierungsanweisung einer verschreibenden
    Person vorliegt und wenn die verschreibende Person dies in der
    Verschreibung kenntlich gemacht hat oder wenn das verschriebene
    Arzneimittel unmittelbar an die verschreibende Person abgegeben wird,

8.  Gültigkeitsdauer der Verschreibung,

9.  bei tierärztlichen Verschreibungen zusätzlich

    a)  die Dosierung pro Tier und Tag,

    b)  die Dauer der Anwendung und

    c)  sofern das Arzneimittel zur Anwendung bei Tieren verschrieben wird,
        die der Gewinnung von Lebensmitteln dienen, die Indikation und die
        Wartezeit,

    sowie anstelle der Angaben nach Nummer 3 der Name des Tierhalters und
    Zahl und Art der Tiere, bei denen das Arzneimittel angewendet werden
    soll, sowie bei Verschreibungen für Tiere, die der Gewinnung von
    Lebensmitteln dienen, die Identität der Tiere,

10. die eigenhändige Unterschrift der verschreibenden Person oder, bei
    Verschreibungen in elektronischer Form, deren qualifizierte
    elektronische Signatur.

(1a) Den aus Deutschland stammenden ärztlichen oder zahnärztlichen
Verschreibungen sind entsprechende Verschreibungen aus den
Mitgliedstaaten der Europäischen Union, aus den Vertragsstaaten des
Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum und aus der Schweiz
gleichgestellt, sofern diese die Angaben nach Absatz 1 aufweisen und
dadurch ihre Authentizität und ihre Ausstellung durch eine dazu
berechtigte ärztliche oder zahnärztliche Person nachweisen. Die
Regelungen des § 3a sowie der Betäubungsmittel-
Verschreibungsverordnung bleiben unberührt.

(1b) Eine ärztliche oder zahnärztliche Verschreibung, die zu dem Zweck
ausgestellt wird, in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen
Union, in einem Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen
Wirtschaftsraum oder in der Schweiz eingelöst zu werden, hat folgende
Angaben zu enthalten:

1.  Name, Vorname und Geburtsdatum der Person, für die das Arzneimittel
    bestimmt ist,

2.  Datum der Ausfertigung,

3.  Name, Vorname sowie eine die berufliche Qualifikation erkennen
    lassende Berufsbezeichnung der verschreibenden ärztlichen oder
    zahnärztlichen Person (verschreibende Person),

4.  Anschrift der verschreibenden Person einschließlich der Bezeichnung
    des Mitgliedstaates, ihrer Telefon- oder Telefaxnummer unter Angabe
    der Ländervorwahl und ihrer E-Mail-Adresse,

5.  handschriftliche oder digitale Unterschrift der verschreibenden Person
    je nach Medium der Verschreibung,

6.  die nach Artikel 1 Nummer 21 der Richtlinie 2001/83/EG des
    Europäischen Parlaments und des Rates vom 6. November 2001 zur
    Schaffung eines Gemeinschaftskodexes für Humanarzneimittel (ABl. L 311
    vom 28.11.2001, S. 67), die zuletzt durch die Richtlinie 2012/26/EU
    (ABl. L 299 vom 27.10.2012, S. 1) geändert worden ist, gebräuchliche
    Bezeichnung des Arzneimittels (internationaler Freiname); die
    Bezeichnung eines Fertigarzneimittels darf verwendet werden, wenn

    a)  das verschriebene Arzneimittel ein biologisches Arzneimittel nach
        Nummer 3.2.1.1. Buchstabe b des Anhangs I Teil 1 der Richtlinie
        2001/83/EG ist oder

    b)  die verschreibende Person es für medizinisch erforderlich hält; in
        diesem Fall hat die Verschreibung eine kurze Begründung für die
        Verwendung der Fertigarzneimittelbezeichnung zu enthalten,

7.  abzugebende Menge des verschriebenen Arzneimittels, seine Wirkstärke
    im Sinne der Richtlinie 2001/83/EG und die Darreichungsform,

8.  Dosierung.

(2) Ist die Verschreibung für den Praxisbedarf einer verschreibenden
Person, für ein Krankenhaus, für Einrichtungen oder Teileinheiten von
Einrichtungen des Rettungsdienstes, für Bordapotheken von
Luftfahrzeugen gemäß § 1 Abs. 2 Nr. 1 und 2 der Betriebsordnung für
Luftfahrtgerät vom 4. März 1970 (BGBl. I S. 262), die zuletzt durch
Artikel 3 der Verordnung vom 29. Oktober 2015 (BGBl. I S. 1894)
geändert worden ist, in der jeweils geltenden Fassung, für eine
Tierklinik oder einen Zoo bestimmt, so genügt an Stelle der Angaben
nach Absatz 1 Nr. 3, 7 und 9 ein Vermerk, dass die Verschreibung für
eine dieser Einrichtungen erfolgt.

(2a) Ist die Verschreibung für Arzneimittel mit dem Wirkstoff Naloxon,
die zur nasalen Anwendung als Notfalltherapie bei bekannter oder
vermuteter Opioid-Überdosierung zugelassen sind, für Einrichtungen der
Drogen- und Suchthilfe, der Obdachlosenhilfe, des Strafvollzuges, der
Zollbehörden, der Bundeswehr, der Ordnungsbehörden oder der Bundes-
und Landespolizei bestimmt, so genügt an Stelle der Angaben nach
Absatz 1 Nummer 3 und 7 ein Vermerk, dass die Verschreibung für eine
dieser Einrichtungen erfolgt.

(3) In die Verschreibung eines Arzneimittels, das zur Vornahme eines
Schwangerschaftsabbruchs zugelassen ist und das nur in einer
Einrichtung im Sinne des § 13 des Schwangerschaftskonfliktgesetzes
angewendet werden darf, ist an Stelle der Angaben nach Absatz 1 Nr. 3
ein entsprechender Vermerk zu setzen.

(3a) Bei Arzneimitteln, die den Wirkstoff Esketamin enthalten und die
zur intranasalen Anwendung bestimmt sind, ist auf der Verschreibung
durch die verschreibende Person zu vermerken, dass das Arzneimittel
nicht an die Patientin oder den Patienten, sondern nur an die
Arztpraxis oder die Klinik, der die verschreibende Person angehört,
abgegeben werden darf. Fehlt auf der Verschreibung der Vermerk nach
Satz 1, so kann der Apotheker oder die Apothekerin die Verschreibung
um die Angaben nach Satz 1 ergänzen, wenn nach den für ihn oder sie
erkennbaren Umständen ein dringender Fall vorliegt und eine
Rücksprache mit der verschreibenden Person nicht mit zumutbarem
Aufwand möglich ist.

(4) Fehlt bei Arzneimitteln in abgabefertigen Packungen die Angabe der
Menge des verschriebenen Arzneimittels, so gilt die kleinste Packung
als verschrieben.

(5) Fehlt die Angabe der Gültigkeitsdauer, so gilt die Verschreibung
drei Monate.

(6) Fehlt das Geburtsdatum der Person, für die das Arzneimittel
bestimmt ist, oder fehlen Angaben nach Absatz 1 Nummer 2, nach Nummer
5, zur Gebrauchsanweisung nach Nummer 4a oder zur Dosierung nach
Nummer 7, so kann der Apotheker, wenn ein dringender Fall vorliegt und
eine Rücksprache mit der verschreibenden Person nicht möglich ist, die
Verschreibung insoweit ergänzen.

(6a) Fehlt der Vorname der verschreibenden Person oder deren
Telefonnummer zur Kontaktaufnahme oder der Hinweis in der
Verschreibung auf einen Medikationsplan, der das verschriebene
Arzneimittel umfasst, oder eine schriftliche Dosierungsanweisung nach
Absatz 1 Nummer 7, so kann der Apotheker auch ohne Rücksprache mit der
verschreibenden Person die Verschreibung insoweit ergänzen, wenn ihm
diese Angaben zweifelsfrei bekannt sind.

(7) Ist die Verschreibung eines Arzneimittels für ein Krankenhaus
bestimmt, in dem zur Übermittlung derselben ein System zur
Datenübertragung vorhanden ist, das die Verschreibung durch eine
befugte verschreibende Person sicherstellt, so genügt an Stelle der
eigenhändigen Unterschrift nach Absatz 1 Nr. 10 die Namenswiedergabe
der verschreibenden Person oder, bei Verschreibungen in elektronischer
Form, ein geeignetes elektronisches Identifikationsverfahren.

(8) Ist die Verschreibung für ein Krankenhaus bestimmt, kann sie auch
ausschließlich mit Hilfe eines Telefaxgerätes übermittelt werden.

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AMVV
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