Source: https://www.gesetze-im-internet.de/sprengv_1/__50.html
Legislation: sprengv_1

Title: Anlage 1 Anforderungen an die Zusammensetzung und die Beschaffenheit von sonstigen explosionsgefährlichen Stoffen und von Sprengzubehör

Description:
Erste Verordnung zum Sprengstoffgesetz (SprengV 1)
Abschnitt XIII - Übergangs- und Schlußvorschriften
Anlage 1 Anforderungen an die Zusammensetzung und die Beschaffenheit von sonstigen explosionsgefährlichen Stoffen und von Sprengzubehör

Paragraph: 50

Full Text:
Erste Verordnung zum Sprengstoffgesetz (SprengV 1)
Abschnitt XIII - Übergangs- und Schlußvorschriften
Anlage 1 Anforderungen an die Zusammensetzung und die Beschaffenheit von sonstigen explosionsgefährlichen Stoffen und von Sprengzubehör

(Fundstelle: BGBl. I 2009, 2079 - 2084;
bzgl. der einzelnen Änderungen vgl. Fußnote)

**1.** **Sonstige explosionsgefährliche Stoffe nach § 1 Absatz 4 Nummer 1 und
    2 des Sprengstoffgesetzes**

    1 – Mischungen müssen homogen sein. Flüssige Bestandteile dürfen nur
    verwendet werden, wenn sie den Festkörper gleichmäßig benetzen.

    2 – Die Stoffe müssen thermisch stabil sein. Dies gilt als
    nachgewiesen, wenn bei einer siebentägigen Lagerung bei 50*
    C unter Wärmestau, dessen Grad der Beanspruchung des Stoffes beim
    Umgang und bei der Beförderung entspricht, in der gelagerten Probe
    keine Erwärmung um mehr als 60*                    über die
    Lagertemperatur hinaus eintritt. Werden die Stoffe beim Umgang oder
    bei der Beförderung höheren Temperaturen ausgesetzt oder dauert die
    Temperatureinwirkung länger als sieben Tage an, so sind die
    Prüfungsbedingungen bezüglich der Lagertemperatur oder
    -dauer                    entsprechend zu wählen.

    3 – Erfüllt der Stoff die Anforderungen nach Absatz 2 nicht, so muss
    beim Umgang und bei der Beförderung eine Temperatur eingehalten
    werden, bei der die thermische Stabilität des Stoffes mit Sicherheit
    gewährleistet ist.

**2.** **Sprengzubehör**

2.1 Zündleitungen

    4 – Bei Zündleitungen dürfen Hin- und Rückleitungen nicht in einer
    gemeinsamen Umhüllung liegen. Eine Verbindung der Isolation zweier
    Leiter durch einen Steg gilt nicht als gemeinsame Umhüllung
    (Stegzündleitung). Die Zündleitungen sind als Einfachleitungen, als
    verseilte Leitungen oder als Stegzündleitungen zulässig.

    5 – Der Leiter selbst muss mehrdrähtig sein. Kein Draht darf einen
    kleineren Durchmesser als 0,3 mm oder einen größeren als 1,0 mm haben.

    6 – Die Zerreißkraft jedes Leiters muss mindestens 200 N betragen.

    7 – Die Zündleitungen müssen eine ausreichende Biegsamkeit und
    Biegefestigkeit haben.

    8 – Der elektrische Widerstand einer Einfachzündleitung und eines
    jeden Leiters einer verseilten Zündleitung sowie einer Stegzündleitung
    darf für 100 m Länge höchstens 5 Ohm betragen.

    9 – Stahlleiter müssen einen leitenden Überzug haben, der den Stahl
    vor dem Rosten schützt und eine gut leitende Verbindung mit den
    anzuschließenden Teilen gewährleistet.

    10 – Zündleitungen müssen isoliert sein. Die Isolierung muss bei
    bestimmungsgemäßer Verwendung mechanisch fest, thermisch beständig und
    elektrisch durchschlagsicher sein. Die Isolierung von Zündleitungen
    mit erhöhter mechanischer Festigkeit und erhöhter elektrischer
    Durchschlagfestigkeit muss auch gegen darüber hinausgehende
    Anforderungen beständig sein.

2.2 Verlängerungsdrähte

    11 – Bei Verlängerungsdrähten aus Stahl muss der Drahtdurchmesser
    mindestens 0,6 mm, bei Verlängerungsdrähten aus Kupfer mindestens 0,5
    mm betragen. Verlängerungsdrähte aus Stahl müssen einen leitenden
    Überzug haben, der den Stahl vor dem Rosten schützt und eine gut
    leitende Verbindung mit den anzuschließenden Teilen gewährleistet. Die
    Verlängerungsdrähte müssen auf ihrer ganzen Länge isoliert sein. Die
    Isolierung muss bei bestimmungsgemäßer Verwendung mechanisch fest,
    thermisch beständig und elektrisch durchschlagsicher sein. Für
    Verlängerungsdrähte, deren Isolierung bei der Verwendung besonderen
    Beanspruchungen ausgesetzt ist, werden diesen Beanspruchungen
    entsprechende Anforderungen an die mechanische Festigkeit der
    Isolierung gestellt.

2.3 Isolierhülsen

    12 – Isolierhülsen müssen mindestens 7 cm lang sein. Sie müssen bei
    bestimmungsgemäßer Verwendung mechanisch fest, thermisch beständig und
    elektrisch durchschlagsicher sein.

2.4 Zündmaschinen

2.4.1 Mechanische Beschaffenheit

    13 – Die Zündmaschinen müssen zuverlässig arbeiten.

    14 – Die Zündmaschinen müssen ein widerstandsfähiges, geschlossenes
    Gehäuse haben.

    15 – Alle Teile der Zündmaschinen müssen so angebracht und befestigt
    sein, dass ein selbsttätiges Lockern ausgeschlossen ist. Als Schutz
    gegen das selbsttätige Lockern von Zündmaschinenteilen sind
    insbesondere Federringe oder gleichwertige Sicherungselemente
    anzusehen.

    16 – Die Bauart der Zündmaschinen muss ein unbefugtes Betätigen
    erschweren.

2.4.2 Elektrische Beschaffenheit

    17 – Zündmaschinen müssen kräftige Anschlussklemmen mit unverlierbaren
    Muttern haben. Die Anschlussklemmen dürfen keinen hohlen Querschnitt
    haben und müssen aus Messing mit einer Zugfestigkeit von mindestens
    400 N/mm
    2                    bestehen. Der Durchmesser der Halteschraube muss
    mindestens 4 mm und der der Anschlussschraube mindestens 6 mm
    betragen. Sie müssen gegen zufällige Berührung unter Spannung
    stehender Teile gesichert sein.

    18 – Zwischen den Anschlussklemmen muss ein Steg aus Isolierstoff
    angebracht sein, der die Klemmfläche um mindestens 8 mm überragt.

    19 – Das Gehäuse der Zündmaschine und die zum mechanischen Aufbau
    dienenden Metallteile dürfen zur Stromleitung nicht benutzt werden.
    Blanke elektrische Leitungen müssen durch besondere Isoliermittel
    geschützt sein. Die Anschlussklemmen und alle zur Stromleitung
    dienenden Teile müssen gegenüber dem Gehäuse eine
    Durchschlagfestigkeit von der doppelten Betriebsspitzenspannung,
    mindestens jedoch 1 000 V Wechselspannung haben.

    20 – Der Werkstoff von Isolierstoffteilen muss den anerkannten Regeln
    der Sicherheitstechnik entsprechen.

    21 – Kondensatorzündmaschinen müssen so gebaut sein, dass nach ihrer
    Betätigung keine gefährlichen Restladungen auf der Kondensatorbatterie
    verbleiben.

    22 – Verriegelungsvorrichtungen von Zündmaschinen, die im Falle einer
    nicht ausreichenden Betätigung die Abgabe eines zu schwachen
    Zündstroms verhindern sollen, dürfen erst dann den Zündstrom
    freigeben, wenn die vorgeschriebene elektrische Leistung abgegeben
    werden kann. Federzugzündmaschinen müssen eine Vorrichtung haben, die
    verhindert, dass bei nicht voll aufgezogener Feder ein Zündstrom
    abgegeben werden kann.

    23 – Kondensatorzündmaschinen müssen eine Vorrichtung haben, die
    verhindert, dass bei nicht auf die Sollspannung aufgeladenem
    Kondensator ein Zündstrom abgegeben werden kann. Sofern eine solche
    Vorrichtung nur mit einem unverhältnismäßig großen Aufwand anzubringen
    ist, kann stattdessen in die Zündmaschine eine Anzeigevorrichtung für
    die Kondensatorspannung eingebaut sein.

2.4.3 Leistungsfähigkeit

2.4.3.1 Allgemeines

    24 – Zündmaschinen für Reihenschaltung müssen für Zünderzahlen von 10,
    20, 30, 50, 80, 100, 160, 200, 300 oder 400 Zündern, Zündmaschinen für
    Parallelschaltung für Zünderzahlen von 50, 80 oder 100 Zündern bei
    begrenztem Widerstand des an die Zündmaschine anzuschließenden
    Zündkreises bestimmt sein.

2.4.3.2 Zündmaschinen für Brückenzünder A

    25 – Zündmaschinen für Reihenschaltung von Brückenzündern A müssen
    beim Höchstwiderstand und bei einem äußeren Widerstand von 15 Ohm
    Ströme liefern, die folgenden Anforderungen genügen:

    1.  Der elektrische Strom muss spätestens nach 1 ms die Stärke 1 A
        erreicht haben. Der Stromimpuls vom Beginn bis zu dem Zeitpunkt, in
        dem die Stromstärke zum ersten Male wieder auf 1 A absinkt, muss
        mindestens 4 mWs/Ohm betragen.

    2.  Bei Zündmaschinen mit Trommelanker muss in dem Zeitraum, in dem die
        Abgabe dieses Stromimpulses erfolgt, die mittlere Stromstärke
        mindestens 1,15 A betragen; die unteren Stromspitzen dürfen in dieser
        Zeit 0,8 A nicht unterschreiten.

    3.  Die Höchstwiderstände betragen bei Zündmaschinen für:

        *            *   10 Zünder

            *   60 Ohm

        *            *   20 Zünder

            *   110 Ohm

        *            *   30 Zünder

            *   160 Ohm

        *            *   50 Zünder

            *   260 Ohm

        *            *   80 Zünder

            *   410 Ohm

        *            *   100 Zünder

            *   510 Ohm

        *            *   160 Zünder

            *   810 Ohm

        *            *   200 Zünder

            *   1 010 Ohm

        *            *   300 Zünder

            *   1 510 Ohm

        *            *   400 Zünder

            *   2 010 Ohm

        ****

    26 – Zündmaschinen für Parallelschaltung von Brückenzündern A müssen
    folgenden Anforderungen genügen: Bei einer der Zünderzahl
    entsprechenden Anzahl von Zündstromverzweigungen von je 4,5 Ohm und
    bei Vorschaltung eines elektrischen Widerstandes von 1 Ohm sowie bei
    dem höchstzulässigen Widerstand des Zündkreises, für den die
    Zündmaschine bestimmt ist, muss der Stromimpuls in allen Zweigen bei
    einer Gesamtzeit von höchstens 10 ms mehr als 4 mWs/Ohm betragen.

2.4.3.3 Zündmaschinen für Brückenzünder U

    27 – Zündmaschinen für Reihenschaltung von Brückenzündern U müssen
    beim Höchstwiderstand und bei einem äußeren Widerstand von 15 Ohm
    Ströme liefern, die folgenden Anforderungen genügen:

    1.  Der elektrische Strom muss spätestens nach 1 ms die Stärke 2 A
        erreicht haben. Der Stromimpuls vom Beginn bis zu dem Zeitpunkt, in
        dem die Stromstärke zum ersten Male wieder auf 1,6 A (bei
        Kondensatorzündmaschinen auf 1,5 A) abgesunken ist, muss mindestens 20
        mWs/Ohm (bei Kondensatorzündmaschinen 18 mWs/Ohm) betragen.

    2.  Bei Zündmaschinen mit Trommelanker muss in dem Zeitraum, in dem die
        Abgabe dieses Stromimpulses erfolgt, die mittlere Stromstärke
        mindestens 2,5 A betragen; die unteren Stromspitzen dürfen in dieser
        Zeit 1,5 A nicht unterschreiten.

    3.  Die Höchstwiderstände betragen bei Zündmaschinen für:

        *            *   10 Zünder

            *   55 Ohm

        *            *   20 Zünder

            *   90 Ohm

        *            *   30 Zünder

            *   125 Ohm

        *            *   50 Zünder

            *   195 Ohm

        *            *   80 Zünder

            *   300 Ohm

        *            *   100 Zünder

            *   370 Ohm

        *            *   160 Zünder

            *   580 Ohm

        *            *   200 Zünder

            *   720 Ohm

        *            *   300 Zünder

            *   1 070 Ohm

        *            *   400 Zünder

            *   1 420 Ohm

    28 – Zündmaschinen für Parallelschaltung von Brückenzündern U müssen
    folgenden Anforderungen genügen: Bei einer der Zünderzahl
    entsprechenden Anzahl von Zündstromverzweigungen von je 3,5 Ohm und
    bei Vorschaltung eines Widerstandes von 1 Ohm sowie bei dem
    höchstzulässigen Widerstand des Zündkreises, für den die Zündmaschine
    bestimmt ist, muss der Stromimpuls in allen Zweigen bei einer
    Gesamtzeit von höchstens 10 ms mehr als 20 mWs/Ohm (bei
    Kondensatorzündmaschinen 18 mWs/Ohm) betragen.

2.4.3.4 Zündmaschinen für Brückenzünder HU

    29 – Zündmaschinen für Reihenschaltung von Brückenzündern HU müssen
    beim Höchstwiderstand und bei einem äußeren Widerstand von 5 Ohm
    Ströme liefern, die folgenden Anforderungen genügen:

    1.  Der elektrische Strom muss spätestens nach 1 ms die Stärke von
        mindestens 30 A erreicht haben.

    2.  Der Stromimpuls vom Beginn bis zu dem Zeitpunkt, in dem die
        Stromstärke zum ersten Male wieder auf 15 A abgesunken ist, muss
        mindestens 3 300 mWs/Ohm betragen.

    3.  Die Höchstwiderstände betragen bei Zündmaschinen für:

        *            *   20 Zünder

            *   15 Ohm

        *            *   80 Zünder

            *   50 Ohm

        *            *   160 Zünder

            *   100 Ohm

2.4.4 Sonstige Anforderungen an schlagwettersichere Zündmaschinen

    30 – Hinsichtlich des Schlagwetterschutzes müssen die Zündmaschinen
    den anerkannten Regeln der Sicherheitstechnik entsprechen. Hiervon ist
    die Anbringung der Anschlussklemmen ausgenommen. Ebenso gelten nicht
    die in diesen Regeln gestellten besonderen Anforderungen an
    Isolierstoffe sowie an Kriechstrecken, Luftstrecken und Abstände bei
    der Schutzart „erhöhte Sicherheit“.

    31 – Die Zündstromdauer darf nicht mehr als 4 ms betragen. Nach der
    Abgabe eines Zündimpulses muss ein unbeabsichtigtes Wiederaufladen des
    Kondensators und die Abgabe eines zweiten Zündimpulses unmöglich sein.
    Bei Zündmaschinen für Zünderzahlen bis zu 50 Zündern darf die
    Spitzenspannung nicht mehr als 1 200 V, bei Zündmaschinen für
    Zünderzahlen von 80 Zündern und darüber nicht mehr als 1 500 V
    betragen.

2.5 Zündgeräte für elektronische Zünder

2.5.1 Mechanische Beschaffenheit

    32 – Die elektronischen Zündgeräte müssen zuverlässig arbeiten.

    33 – Die elektronischen Zündgeräte müssen ein widerstandsfähiges,
    geschlossenes Gehäuse haben.

    34 – Alle Teile der elektronischen Zündgeräte müssen so angebracht und
    befestigt sein, dass ein selbsttätiges Lockern ausgeschlossen ist. Als
    Schutz gegen das selbsttätige Lockern von Zündgeräteteilen sind
    insbesondere Federringe oder gleichwertige Sicherungselemente
    anzusehen.

    35 – Die Bauart der elektronischen Zündgeräte muss ein unbefugtes
    Betätigen erschweren.

2.5.2 Elektrische Beschaffenheit

    36 – Die elektronischen Zündgeräte müssen Anschlussklemmen mit
    unverlierbarer Verschraubung haben. Sie müssen gegen zufällige
    Berührung unter Spannung stehender Teile gesichert sein.

    37 – Zwischen den Anschlussklemmen muss bei Spannungen von über 50 V
    ein Steg aus Isolierstoff angebracht sein, der die Klemmfläche um
    mindestens 8 mm überragt.

    38 – Das Gehäuse von elektronischen Zündgeräten und die zum
    mechanischen Aufbau dienenden Metallteile dürfen zur Stromleitung
    nicht benutzt werden. Blanke elektrische Leitungen müssen durch
    besondere Isoliermittel geschützt sein. Die Anschlussklemmen und alle
    zur Stromleitung dienenden Teile müssen gegenüber dem Gehäuse eine
    Durchschlagfestigkeit von der doppelten Betriebsspitzenspannung haben.

    39 – Der Werkstoff von Isolierstoffen muss den anerkannten Regeln der
    Sicherheitstechnik entsprechen.

    40 – Verriegelungsvorrichtungen von elektronischen Zündgeräten müssen
    verhindern, dass im Falle einer zu geringen Batteriekapazität eine
    Zündung von elektronischen Zündern ausgelöst wird. Ein Unterschreiten
    der zulässigen Versorgungsspannung muss angezeigt werden.

    41 – Durch einen Prüfzyklus müssen Betriebsfehler erkannt und
    angezeigt werden. Im Fehlerfall muss die Auslösung der Sprengung
    gesperrt sein.

2.5.3 Leistungsfähigkeit

2.5.3.1 Allgemeines

    42 – Zündgeräte für elektronische Zünder müssen für eine Maximalzahl
    Zünder, maximalen Leitungswiderstand, begrenzte Leitungskapazität und
    Bandbreite bestimmt sein.

2.5.3.2 Sonstige Anforderungen an schlagwettersichere Zündgeräte für
    elektronische Zünder

    43 – Hinsichtlich des Schlagwetterschutzes müssen die Zündgeräte den
    anerkannten Regeln der Sicherheitstechnik entsprechen. Es gelten nicht
    die in diesen Regeln gestellten besonderen Anforderungen an
    Isolierstoffe sowie an Kriechstrecken, Luftstrecken und Abstände bei
    der Schutzart „erhöhte Sicherheit“.

    44 – Zum Zeitpunkt der ersten Zündung darf die Spannung im Zündkreis
    maximal 5 V betragen.

2.6 Zündmaschinenprüfgeräte

    45 – Zündmaschinenprüfgeräte müssen einen inneren Widerstand haben,
    der der Leistungsfähigkeit der Zündmaschinentypen, für deren
    Nachprüfung sie bestimmt sind, angepasst ist.

    46 – Die Zündmaschinenprüfgeräte müssen bei ordnungsgemäßer Betätigung
    der Zündmaschinen ein Nachlassen der Leistungsfähigkeit deutlich
    anzeigen.

    47 – Für das Gehäuse eines Zündmaschinenprüfgerätes gilt Absatz 19
    entsprechend.

    48 – Für schlagwettergesicherte Zündmaschinenprüfgeräte gilt Absatz 30
    entsprechend.

2.7 Prüfgeräte für Zündgeräte für elektronische Zünder

    49 – Die Prüfgeräte müssen neben der Ausgangssignalprüfung eine
    elektrische Last darstellen, die der Leistungsfähigkeit der
    Zündgerätetypen, für deren Nachprüfung sie bestimmt sind, angepasst
    ist.

    50 – Die Prüfgeräte müssen bei ordnungsgemäßer Betätigung der
    Zündgeräte ein Nachlassen der Leistungsfähigkeit deutlich anzeigen.

    51 – Für das Gehäuse eines Prüfgerätes gilt Absatz 19 entsprechend.

    52 – Für schlagwettergesicherte Prüfgeräte für elektronische
    Zündgeräte gilt Absatz 122 entsprechend.

2.8 Zündkreisprüfer

2.8.1 Allgemeine Anforderungen

    53 – Die Stromquelle darf Unbefugten nicht zugänglich sein.

    54 – Die Spannung der Stromquelle darf nicht mehr als 12 V betragen.

    55 – Die Messstromstärke darf nicht mehr als 25 mA betragen.

    56 – Metallische Gehäuseteile dürfen nicht zur Stromleitung benutzt
    werden.

    57 – Zündkreisprüfer müssen durch eingebaute Schutzwiderstände so
    gesichert sein, dass auch dann, wenn einer der Pole der Stromquelle
    unmittelbare Verbindung mit Gehäuseteilen oder der zugehörigen
    Anschlussklemme erhalten sollte, die Stärke des abgegebenen
    elektrischen Stromes 50 mA nicht überschreiten kann.

    58 – Die Bauteile müssen so beschaffen und alle Leitungen so verlegt
    sein, dass eine Überbrückung und damit eine Ausschaltung der
    Schutzwiderstände ausgeschlossen ist.

    59 – Die elektrische Durchschlagfestigkeit der Isolierung zwischen den
    stromleitenden Teilen und blanken metallischen Gehäuseteilen muss 500
    V Wechselspannung betragen.

2.8.2 Besondere Anforderungen an Ohmmeter

    60 – Die Messgenauigkeit muss bei senkrechter und waagerechter
    Gebrauchslage mindestens*                    1,5 % der Skalenlänge
    betragen.

    61 – Das Messwerk muss eine Nullpunktregulierung haben.

    62 – Abweichungen bis zu 10 % der mittleren Spannung der Stromquelle
    dürfen die Messgenauigkeit nicht beeinflussen.

2.9 Prüfgeräte für elektronische Zündkreise

2.9.1 Allgemeine Anforderungen

    63 – Die Stromquelle darf Unbefugten nicht zugänglich sein.

    64 – Der Effektivwert der Messspannung darf nicht mehr als 12 V
    betragen.

    65 – Der Effektivwert der Messstromstärke darf nicht mehr als 25 mA
    betragen.

    66 – Metallische Gehäuseteile dürfen nicht zur Stromleitung benutzt
    werden.

    67 – Prüfgeräte für elektronische Zündkreise müssen so aufgebaut sein,
    dass im Fehlerfall die abgegebene Stromstärke 50 mA nicht
    überschreiten kann.

    68 – Die Bauteile müssen so beschaffen und alle Leitungen so verlegt
    sein, dass eine Überbrückung und damit eine Ausschaltung der
    Schutzmaßnahmen ausgeschlossen ist.

    69 – Die elektrische Durchschlagfestigkeit der Isolierung zwischen den
    stromleitenden Teilen und blanken metallischen Gehäuseteilen muss 500
    V Wechselspannung betragen.

2.9.2 Besondere Anforderungen an Zeigerinstrumente

    70 – Die Messgenauigkeit muss bei senkrechter und waagerechter
    Gebrauchslage mindestens*                    1,5 % der Skalenlänge
    betragen.

    71 – Das Messwerk muss eine Nullpunktregulierung haben.

    72 – Abweichungen bis zu 10 % der mittleren Spannung der Stromquelle
    dürfen die Messgenauigkeit nicht beeinflussen.

    73 – Ein Unterschreiten der zulässigen Versorgungsspannung muss
    angezeigt werden.

2.10 Ladegeräte

    74 – Ladegeräte müssen so beschaffen sein, dass gefährliche
    elektrostatische Aufladungen nicht entstehen können.

    Antriebe müssen so angeordnet oder gesichert sein, dass gefährliche
    Wechselwirkungen zwischen diesen und dem Gesteinssprengstoff
    ausgeschlossen sind.

    75 – Teile von Ladegeräten, die mit Sprengstoffen in Berührung kommen,
    müssen mit diesen chemisch verträglich, gegen Flammenwirkung in
    erforderlichem Maße widerstandsfähig und so beschaffen sein, dass sie
    ordnungsgemäß gereinigt werden können.

    76 – Bei Teilen zum Fördern des Sprengstoffes müssen die unmittelbar
    einwirkenden Kräfte durch Zwangsbegrenzung der Antriebskräfte oder
    durch andere gleichwertige Maßnahmen so niedrig gehalten werden, dass
    keine gefährlichen mechanischen oder thermischen Beanspruchungen der
    geförderten Stoffe auftreten können.

    77 – Die Beschaffenheit der Teile zum Laden des Sprengstoffes,
    insbesondere die Formgebung des Vorratsbehälters, muss eine sichere
    Zufuhr und eine einwandfreie Förderung in den Laderaum gewährleisten.

    78 – Elektrische Anlagen für den Ladeteil müssen in der Schutzart IP
    54 nach VDE 0470 Ausgabe November 1992 (EN 60629) ausgeführt sein.
    Stromstärke und Spannungen elektrischer Fernbedienungseinrichtungen
    müssen dem Abschnitt 2.8 Absatz 53 bis 54 und 56 entsprechen; die
    Regelstromstärke darf nicht mehr als 100 mA betragen.

2.11 Mischladegeräte

    79 – Für Mischladegeräte gelten die unter Abschnitt 2.10 für
    Ladegeräte aufgeführten Anforderungen der Absätze 74, 77 und 78 mit
    der Maßgabe, dass sich die Anforderungen auch auf den Mischteil
    beziehen.

    80 – Die Konstruktion von Mischladegeräten muss gewährleisten, dass
    sich keine Ansammlungen von Stäuben bilden, die zu Bränden oder
    Explosionen führen können.

    81 – Durch die Form der Behälter oder andere Maßnahmen muss eine
    sichere Zufuhr der Ausgangsprodukte gewährleistet sein. Einrichtungen
    zum Fördern und Zuteilen der Ausgangsstoffe (Dosiereinrichtungen)
    sowie die Einrichtungen zum Mischen müssen so beschaffen sein, dass
    der Sprengstoff entsprechend dem zugelassenen Muster hergestellt
    werden kann.

    82 – Teile von Mischladegeräten, die mit Ausgangsprodukten oder
    Sprengstoffen in Berührung kommen, müssen mit diesen chemisch
    verträglich, gegen Flammeneinwirkung in erforderlichem Maße
    widerstandsfähig und so beschaffen sein, dass sie ordnungsgemäß
    gereinigt werden können.

    83 – Bei Teilen zum Fördern und Zuteilen gefährlicher Ausgangsprodukte
    sowie zum Mischen und Fördern des Sprengstoffes müssen die unmittelbar
    einwirkenden Kräfte durch Zwangsbegrenzung der Antriebskräfte oder
    durch andere gleichwertige Maßnahmen so niedrig gehalten werden, dass
    keine gefährlichen mechanischen oder thermischen Beanspruchungen der
    geförderten Stoffe auftreten können.

    84 – Teile zum Mischen und Laden müssen zum Fahrzeugantrieb so
    angeordnet oder gesichert sein, dass gefährliche Wechselwirkungen mit
    dem Sprengstoff ausgeschlossen sind; elektrische Anlagen des
    Fahrzeuges im Bereich der Misch- und Ladeeinrichtungen müssen
    besonders geschützt sein.

    85 – Die Mischladegeräte müssen mit Zählwerken versehen sein, die die
    zugeteilten Mengen der wesentlichen Ausgangsstoffe anzeigen. Die
    Zählwerke müssen gegen den Eingriff Unbefugter gesichert werden
    können.

(zu § 6 Absatz 3 und § 17 Absatz 5)

Collections: bundestag_gesetze
SprengV-1
Level: 3.0