Source: https://www.gesetze-im-internet.de/ferkbetsachkv/__7.html
Legislation: ferkbetsachkv

Title: § 7 Schulungseinrichtungen, Lehrgänge und Überprüfung der praktischen Fähigkeiten

Description:
Verordnung zur Durchführung der Betäubung mit Isofluran bei der Ferkelkastration durch sachkundige Personen (FerkBetSachkV)
§ 7 Schulungseinrichtungen, Lehrgänge und Überprüfung der praktischen Fähigkeiten

Paragraph: 7

Full Text:
Verordnung zur Durchführung der Betäubung mit Isofluran bei der Ferkelkastration durch sachkundige Personen (FerkBetSachkV)
§ 7 Schulungseinrichtungen, Lehrgänge und Überprüfung der praktischen Fähigkeiten

(1) Einrichtungen, die Lehrgänge nach § 6 Absatz 1 Nummer 1
durchführen,

1.  bedürfen der Anerkennung des Lehrgangs und der Prüfung durch die
    zuständige Behörde und

2.  müssen hinsichtlich ihrer baulichen und technischen Einrichtung sowie
    nach ihrer Personalausstattung die Voraussetzungen für einen
    ordnungsgemäßen Lehrgangsbetrieb unter Beteiligung eines Tierarztes
    oder einer Tierärztin erfüllen.

(2) Der Lehrgang nach § 6 Absatz 1 Nummer 1

1.  umfasst mindestens zwölf Stunden,

2.  vermittelt die theoretischen Grundlagen auf den Gebieten:

    a)  einschlägige tierschutzrechtliche und arzneimittelrechtliche
        Vorschriften,

    b)  Anatomie der männlichen Geschlechtsorgane beim Ferkel sowie von der
        normalen anatomischen Beschaffenheit abweichende Verhältnisse, die das
        Hinzuziehen eines Tierarztes oder einer Tierärztin erfordern,

    c)  Physiologie des Herz-Kreislauf-Systems und klinische Parameter zur
        Feststellung der Narkosefähigkeit,

    d)  Grundlagen der Schmerzausschaltung, Kennzeichen der erfolgten
        Schmerzausschaltung, Schmerzäußerungen, Narkoseüberwachung
        insbesondere hinsichtlich der Narkosetiefe beim Ferkel sowie
        Wirkungsweise von Schmerzmitteln und Isofluran,

    e)  Durchführung der Ferkelkastration unter Isoflurannarkose unter
        Berücksichtigung von Voruntersuchung und Vorbehandlung, Maßnahmen zur
        Stressminderung und Nachsorge,

    f)  Erkennung und Behandlung von Narkosezwischenfällen,

    g)  ordnungsgemäßer Umgang mit und Entsorgung von Tierarzneimitteln nach
        den §§ 3 und 4 Absatz 1 sowie deren Lagerung, Dosierung,
        bestimmungsgemäße Anwendung und mögliche Nebenwirkungen,

    h)  Hygienemanagement und Desinfektion,

    i)  Aufbau, Bedienung, Lagerung, Reinigung und Wartung von Narkosegeräten,

3.  beinhaltet eine Demonstration der ordnungsgemäßen Durchführung der
    Ferkelkastration unter Isoflurannarkose unter Berücksichtigung eines
    schonenden Umgangs mit dem Ferkel, der Voruntersuchung und
    Vorbehandlung gemäß § 4 Absatz 1, des Umgangs mit und der Dosierung
    von Tierarzneimitteln im Sinne des § 3, der Narkoseüberwachung und
    Nachsorge.

Im Anschluss an den Lehrgang ist eine Prüfung abzulegen, die die
Inhalte nach Satz 1 Nummer 2 umfasst. Die Prüfung wird vor einem
Prüfungsausschuss abgelegt. Der Prüfungsausschuss besteht aus einem
Tierarzt oder einer Tierärztin und mindestens einem weiteren
geeigneten Mitglied; er wird von der zuständigen Behörde bestellt.
Mindestens ein Mitglied des Prüfungsausschusses darf nicht in einer
persönlichen oder wirtschaftlichen Beziehung zum Prüfling stehen. Die
Prüfung ist schriftlich und mündlich durchzuführen. Über den Verlauf
und das Ergebnis der mündlichen Prüfung ist ein Protokoll zu
erstellen. Der Prüfling erhält einen Nachweis über eine erfolgreich
abgelegte Prüfung.

(3) Die Praxisphase beginnt frühestens nach der erfolgreich abgelegten
Prüfung der theoretischen Kenntnisse und muss unter der ständigen
Aufsicht und Anleitung eines Tierarztes oder einer Tierärztin entweder
auf dem Betrieb eines Landwirts oder einer Landwirtin oder in einer
Einrichtung nach Absatz 1 erfolgen. Die Praxisphase schließt mit einer
Prüfung ab, in der praktische Fähigkeiten auf den Gebieten

1.  Vorbereitung des Ferkels auf den Eingriff, einschließlich Anwendung
    eines schmerzstillenden Tierarzneimittels, das geeignet ist,
    auftretende Schmerzen nach dem Nachlassen der Betäubung zu lindern,
    Durchführung der Ferkelkastration unter Betäubung sowie Nachsorge,

2.  Aufbau, Bedienung, Reinigung und Lagerung von Narkosegeräten,

3.  Dosierung und Anwendung von sowie ordnungsgemäßer Umgang mit
    Tierarzneimitteln nach § 3 und § 4 Absatz 1,

4.  Narkoseüberwachung und Beurteilung der Narkosetiefe beim Ferkel und

5.  Hygiene und Desinfektion

nachgewiesen werden müssen. Zulassungsvoraussetzung für die Prüfung
ist der Nachweis über die erfolgreich abgelegte Prüfung der
theoretischen Kenntnisse und eine Bescheinigung des anleitenden
Tierarztes oder der anleitenden Tierärztin über die absolvierte
Praxisphase. Die Prüfung wird von einem Tierarzt oder einer Tierärztin
abgenommen, der oder die von der zuständigen Behörde bestellt wird und
nicht in einer persönlichen oder wirtschaftlichen Beziehung zum
Prüfling stehen darf. Der Prüfling erhält einen Nachweis über eine
erfolgreich abgelegte Prüfung.

(4) Die Überprüfung der praktischen Fähigkeiten nach § 6 Absatz 5 Satz
1 besteht aus einer Demonstration der praktischen Fähigkeiten durch
die sachkundige Person unter Aufsicht eines Tierarztes oder einer
Tierärztin. Die praktischen Fähigkeiten gelten als erfolgreich
demonstriert, wenn die sachkundige Person die Durchführung der
Betäubung bei der Ferkelkastration ordnungsgemäß gezeigt hat. Die
sachkundige Person erhält einen Nachweis über die Teilnahme an einer
Überprüfung der praktischen Fähigkeiten.

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FerkBetSachkV
Level: 2.0