Source: https://www.gesetze-im-internet.de/immowertv_2022/__15.html
Legislation: immowertv_2022

Title: § 15 Bildung der Bodenrichtwertzonen

Description:
Verordnung über die Grundsätze für die Ermittlung der Verkehrswerte von Immobilien und der für die Wertermittlung erforderlichen Daten (ImmoWertV 2022)
Teil 2 - Für die Wertermittlung erforderliche Daten
Abschnitt 2 - Bodenrichtwerte
§ 15 Bildung der Bodenrichtwertzonen

Paragraph: 15

Full Text:
Verordnung über die Grundsätze für die Ermittlung der Verkehrswerte von Immobilien und der für die Wertermittlung erforderlichen Daten (ImmoWertV 2022)
Teil 2 - Für die Wertermittlung erforderliche Daten
Abschnitt 2 - Bodenrichtwerte
§ 15 Bildung der Bodenrichtwertzonen

(1) Eine Bodenrichtwertzone besteht aus einem räumlich
zusammenhängenden Gebiet. Die Bodenrichtwertzonen sind so abzugrenzen,
dass lagebedingte Wertunterschiede zwischen den Grundstücken, für die
der Bodenrichtwert gelten soll, und dem Bodenrichtwertgrundstück
grundsätzlich nicht mehr als 30 Prozent betragen. Wertunterschiede,
die sich aus nicht mit dem Bodenrichtwertgrundstück übereinstimmenden
Grundstücksmerkmalen einzelner Grundstücke ergeben, sind bei der
Abgrenzung nicht zu berücksichtigen.

(2) Einzelne Grundstücke oder Grundstücksteile mit einer vom
Bodenrichtwertgrundstück abweichenden Art der Nutzung oder Qualität,
wie zum Beispiel Grünflächen, Waldflächen, Wasserflächen,
Verkehrsflächen und Gemeinbedarfsflächen, können Bestandteil der
Bodenrichtwertzone sein; der dort angegebene Bodenrichtwert gilt nicht
für diese Grundstücke.

(3) Bodenrichtwertzonen können sich in begründeten Fällen
deckungsgleich überlagern; dies gilt insbesondere, wenn sich aufgrund
der unregelmäßigen Verteilung von Grundstücken mit unterschiedlichen
Nutzungen oder anderen erheblichen Unterschieden in
wertbeeinflussenden Grundstücksmerkmalen keine eigenen
Bodenrichtwertzonen abgrenzen lassen. Bei der Bildung von sich
deckungsgleich überlagernden Bodenrichtwertzonen muss eine eindeutige
Zuordnung der Grundstücke zu einem Bodenrichtwertgrundstück möglich
sein; hierbei ist unschädlich, wenn sich einzelne Grundstücke nicht
eindeutig zuordnen lassen. Bei Bodenrichtwerten nach § 196 Absatz 1
Satz 7 des Baugesetzbuchs können sich die Bodenrichtwertzonen auch
nicht deckungsgleich überlagern.

(4) Bei der Bildung von Bodenrichtwertzonen für die
Entwicklungszustände Bauerwartungsland und Rohbauland sind
Bauleitpläne sowie die Entwicklung am Grundstücksmarkt zu
berücksichtigen. Die Bodenrichtwertzonen sind so abzugrenzen, dass in
der Bodenrichtwertzone ein überwiegend einheitlicher Entwicklungsgrad
der Grundstücke gegeben ist.

Collections: bundestag_gesetze
ImmoWertV-2022
Level: 4.0