Source: https://www.gesetze-im-internet.de/schsv_1998/__9.html
Legislation: schsv_1998

Title: Konstruktion und Fertigung von Schiffsdampfkesselanlagen

Description:
Schiffssicherheitsverordnung (SchSV 1998)
Konstruktion und Fertigung von Schiffsdampfkesselanlagen

Paragraph: 9

Full Text:
Schiffssicherheitsverordnung (SchSV 1998)
Konstruktion und Fertigung von Schiffsdampfkesselanlagen

**1.** Allgemeines ****

    Schiffsdampfkesselanlagen mit Dampferzeugern oder Heißwassererzeugern
    sind, einschließlich der zugehörigen Peripherie, gemäß den
    Vorschriften einer durch Deutschland anerkannten
    Klassifikationsgesellschaft zu entwerfen, zu konstruieren,
    herzustellen und zu prüfen. Bezüglich der Ausrüstung der
    Schiffsdampfkesselanlagen gelten die Kapitel dieses Teils ergänzend zu
    den Vorschriften einer durch Deutschland anerkannten
    Klassifikationsgesellschaft.

**2.** Erstdruckprüfung von Großwasserraumkesseln ****

    Großwasserraumkessel sind bei der Erstdruckprüfung, abweichend von den
    Vorschriften einer durch Deutschland anerkannten
    Klassifikationsgesellschaft, einem so hohen Prüfdruck zu unterziehen,
    dass die zulässigen Spannungen für den inneren Überdruck und der
    zulässige äußere Überdruck für Zylinderschalen und Rohre bei keinem
    Bauteil überschritten und die zulässige Spannung bei innerem Überdruck
    oder der zulässige äußere Überdruck bei mindestens einem Bauteil
    näherungsweise erreicht wird. Die zulässigen Spannungen sind mit der
    Mindeststreckgrenze bei 20 °C und den folgenden Sicherheitsbeiwerten
    für den Prüfdruck zu berechnen:

    a)  Walz- und Schmiedestähle 1,05

    b)  Stahlguss 1,33

    c)  Gusseisen mit Kugelgraphit 2,2

    d)  Gusseisen mit Lamellengraphit 5,0 (nur bei Bauteilen ohne Ausschnitte)

    Bei der Berechnung gegen elastisches Einbeulen ist unabhängig vom
    Werkstoff ein Sicherheitsbeiwert beim Prüfzustand von 2,2 einzusetzen.
    Der Sicherheitsbeiwert gegen elastisches Einbeulen beim Prüfzustand
    darf auf 1,8 abgemindert werden, wenn die Verformung während der
    stufenweisen Erhöhung des Prüfdruckes beobachtet wird und die jeweils
    gemessene Unrundheit den Wert 3 % nicht überschreitet. Der
    rechnerische Nachweis ist unter Verwendung der ausgeführten Wandstärke
    im Rahmen der Vorprüfung zu erbringen. Es ist sicherzustellen, dass
    bei dem erhöhten Prüfdruck keine unzulässigen Undichtheiten auftreten.

Kapitel 2

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