Source: https://www.gesetze-im-internet.de/glausbv_2001/__9.html
Legislation: glausbv_2001

Title: § 9 Gesellenprüfung der Fachrichtung Fenster- und Glasfassadenbau

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Glaser/zur Glaserin (GlAusbV 2001)
§ 9 Gesellenprüfung der Fachrichtung Fenster- und Glasfassadenbau

Paragraph: 9

Full Text:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Glaser/zur Glaserin (GlAusbV 2001)
§ 9 Gesellenprüfung der Fachrichtung Fenster- und Glasfassadenbau

(1) Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage
aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Der Prüfling soll im praktischen Teil der Prüfung in insgesamt
höchstens 40 Stunden zwei Arbeitsaufgaben durchführen und
dokumentieren sowie während dieser Zeit in höchstens 15 Minuten ein
Fachgespräch über eine der Arbeitsaufgaben führen. Als Arbeitsaufgaben
kommen insbesondere in Betracht:

1.  Herstellen eines Fensters oder einer Fenstertür,

* 2. Herstellen einer Tür- oder Torkonstruktion,

3.  Herstellen einer Glasfassadenkonstruktion oder

4.  Montieren oder Instandsetzen einer Fenster-, Tür- oder
    Glasfassadenkonstruktion.

Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er die Arbeitsabläufe unter
Beachtung wirtschaftlicher, technischer und organisatorischer Vorgaben
selbständig und kundenorientiert planen, die Arbeitszusammenhänge
erkennen, die Arbeitsergebnisse kontrollieren und dokumentieren sowie
Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit
sowie zum Umweltschutz ergreifen kann.

(3) Der Prüfling soll im schriftlichen Teil der Prüfung in den
Prüfungsbereichen Fenster- und Türenbau, Glasfassadenbau sowie
Wirtschafts- und Sozialkunde geprüft werden. In den Prüfungsbereichen
Fenster- und Türenbau sowie Glasfassadenbau sind insbesondere durch
Verknüpfung informationstechnischer, technologischer und
mathematischer Sachverhalte fachliche Probleme zu analysieren, zu
bewerten und geeignete Lösungswege darzustellen. Dabei soll der
Prüfling zeigen, dass er die Arbeitssicherheits-, Gesundheitsschutz-
und Umweltschutzbestimmungen berücksichtigen, die Verwendung von Glas,
Glaserzeugnissen und Werkstoffen planen sowie Werkzeuge und Maschinen
zuordnen und qualitätssichernde Maßnahmen einbeziehen kann.

1.  Für den Prüfungsbereich Fenster- und Türenbau kommt insbesondere in
    Betracht:

    Beschreiben der Vorgehensweise bei Herstellung, Einbau und
    Instandhaltung von Konstruktionen für Fenster, Türen, Tore oder
    Verkleidungen aus unterschiedlichen Werkstoffen sowie zur Ermittlung
    und Eingrenzung von Fehlern und Schäden und deren Behebung.

    Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er die für die Herstellungs-,
    Einbau-, Wartungs- und Instandsetzungsaufgaben erforderlichen
    Verfahren unter Beachtung von technischen Regeln zuordnen und die
    notwendigen Arbeitsschritte planen kann.

2.  Für den Prüfungsbereich Glasfassadenbau kommt insbesondere in
    Betracht:

    Beschreiben der Vorgehensweise bei Herstellung, Einbau und
    Instandhaltung von Glasfassadenelementen oder von Objekten aus Glas
    oder Glaserzeugnissen sowie zur Ermittlung von Schäden und deren
    Beseitigung.

    Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er die für die Herstellungs-,
    Einbau- und Instandhaltungsaufgaben erforderlichen Verfahren unter
    Beachtung bauphysikalischer Anforderungen und die notwendigen
    Arbeitsschritte planen kann.

3.  Für den Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde kommen Aufgaben,
    die sich auf praxisbezogene Fälle beziehen sollen, insbesondere aus
    folgenden Gebieten in Betracht:

    allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der
    Berufs- und Arbeitswelt.

(4) Die schriftliche Prüfung dauert höchstens:

*    *   1.

    *   im Prüfungsbereich Fenster- und Türenbau

    *   210 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsbereich Glasfassadenbau

    *   90 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Der schriftliche Teil der Prüfung ist auf Antrag des Prüflings
oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen
Prüfungsbereichen durch eine mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese
für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann. Bei der
Ermittlung der Ergebnisse für die mündlichen geprüften
Prüfungsbereiche sind die jeweiligen bisherigen Ergebnisse und die
entsprechenden Ergebnisse der mündlichen Ergänzungsprüfung im
Verhältnis 2:1 zu gewichten.

(6) Innerhalb des schriftlichen Teils der Prüfung sind die
Prüfungsbereiche wie folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich Fenster-
        und Türenbau

    *   55 Prozent,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich
        Glasfassadenbau

    *   25 Prozent,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich
        Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   20 Prozent.

(7) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils im praktischen und im
schriftlichen Teil der Prüfung sowie innerhalb des schriftlichen Teils
der Prüfung im Prüfungsfach Fenster- und Türenbau mindestens
ausreichende Leistungen erbracht sind. Wird die Prüfungsleistung in
einer Arbeitsaufgabe mit ungenügend bewertet, ist die Prüfung nicht
bestanden.

Collections: bundestag_gesetze
GlAusbV-2001
Level: 2.0