Source: https://www.gesetze-im-internet.de/binschpersv/__142.html
Legislation: binschpersv

Title: **Einführung**

Description:
Verordnung über die Besatzung und über die Befähigungen der Besatzung von Fahrzeugen in der Binnenschifffahrt (BinSchPersV)
**Einführung**

Paragraph: 142

Full Text:
Verordnung über die Besatzung und über die Befähigungen der Besatzung von Fahrzeugen in der Binnenschifffahrt (BinSchPersV)
**Einführung**

Der untersuchende Arzt sollte bedenken, dass es nicht möglich ist,
eine umfassende Liste von Tauglichkeitskriterien zu erstellen, die
alle möglichen Gesundheitsstörungen sowie deren Verschiedenartigkeit
bei Auftreten und Prognose abdeckt.

Die Grundsätze, die dem in der Tabelle angewandten Ansatz zugrunde
liegen, können häufig auf Gesundheitsstörungen übertragen werden, die
nicht von dieser Tabelle abgedeckt werden. Die
Tauglichkeitsentscheidungen bei Vorliegen einer Gesundheitsstörung
hängen von einer sorgfältigen klinischen Beurteilung und Analyse ab,
wobei bei jeder
Tauglichkeitsentscheidung              die folgenden Punkte zu
berücksichtigen sind:

1.  Medizinische Tauglichkeit, die die körperliche und psychische
    Tauglichkeit umfasst, bedeutet, dass die an Bord eines Fahrzeugs auf
    Binnenwasserstraßen tätige Person nicht an einer Krankheit oder
    Behinderung leidet, aufgrund deren sie nicht in der Lage ist, die
    folgenden Tätigkeiten zu verrichten:

    a)  die für den Betrieb des Fahrzeugs notwendigen Aufgaben auszuführen;

    b)  die ihr zugewiesenen Aufgaben jederzeit zu erfüllen;

    c)  die Umgebung korrekt wahrzunehmen.

2.  Die aufgeführten Gesundheitsstörungen sind übliche Beispiele für
    Gesundheitsstörungen, die zu einer Untauglichkeit von
    Besatzungsmitgliedern führen können. Anhand dieser Liste können auch
    entsprechende Tauglichkeitsbeschränkungen festgelegt werden. Die
    angegebenen Kriterien sind lediglich als Anhaltspunkte für Mediziner
    gedacht und ersetzen eine fundierte ärztliche Beurteilung nicht.

3.  Die Auswirkungen auf die Arbeit und das Leben auf in Binnengewässern
    verkehrenden Fahrzeugen variieren je nach Verlauf der jeweiligen
    Gesundheitsstörung und je nach Behandlungsumfang erheblich.
    Tauglichkeitsentscheidungen beruhen auf Kenntnissen der
    Gesundheitsstörung und der Beurteilung der Merkmale, die sich bei der
    untersuchten Person zeigen.

4.  Kann die medizinische Tauglichkeit nicht in vollem Umfang nachgewiesen
    werden, können Risikominderungsmaßnahmen und Beschränkungen zur
    Gewährleistung einer gleichwertigen Sicherheit der Schifffahrt
    auferlegt werden. Die Risikominderungsmaßnahmen und Beschränkungen
    werden im vorliegenden Text in den Bemerkungen aufgeführt. In der
    Beschreibung der medizinischen Tauglichkeitskriterien wird
    gegebenenfalls auf die betreffenden Risikominderungsmaßnahmen und
    Beschränkungen verwiesen.

Die Tabelle ist wie folgt aufgebaut:

Spalte 1: Internationale Klassifikation der Krankheiten der WHO, 10. Revision
    (ICD-10). Die Codes werden als Hilfe für die Analyse und insbesondere
    für die internationale Sammlung und Aufbereitung der Daten angeführt.

Spalte 2: Der allgemeine Name einer Krankheit oder einer Gruppe von Krankheiten
    mit einer kurzen Angabe zu deren Bedeutung für die Arbeit auf
    Binnenwasserstraßen.

Spalte 3: Die medizinischen Tauglichkeitskriterien, die zu folgender
    Entscheidung führen: Unvereinbarkeit.

Spalte 4: Die medizinischen Tauglichkeitskriterien, die zu folgender
    Entscheidung führen: Kann die zugewiesenen Aufgaben jederzeit
    erfüllen.

Das Dokument umfasst zwei Anhänge:

Anhang 1: Relevante Kriterien in Bezug auf das Sehvermögen gemäß Diagnosecode H
    00–59.

Anhang 2: Relevante Kriterien in Bezug auf das Hörvermögen gemäß Diagnosecode H
    68–95.

*    *   ICD 10
        Diagnose-
        code

    *   Leiden
        Begründung für das Kriterium

    *   Unvereinbarkeit mit der jederzeitigen
        Erfüllung der zugewiesenen Aufgaben
        – voraussichtlich vorübergehend (T)
        – voraussichtlich dauerhaft (P)

    *   Kann die zugewiesenen
        Aufgaben jederzeit erfüllen

*    *   **A 00-B99**

    *   **Infektionen**

*    *   A 00-09

    *   **Infektiöse Darmerkrankungen**
        Ansteckung anderer, Rezidiv

    *   T – Wenn dies an Land festgestellt wird (aktuelle Symptome oder
        Erwartung von Testergebnissen hinsichtlich Infektiosität) oder bei
        nachgewiesener Besiedelung bis Ausheilen nachgewiesen

    *   Keine Symptome, die das sichere Arbeiten beeinträchtigen

*    *   A 15-16

    *   **Tuberkulose der Atmungsorgane**
        Ansteckung anderer, Rezidiv

    *   T – Bei positivem Screening-
        Befund oder aus der Anamnese bekannt, bis zur Klärung
        Bei vorliegender Infektion, bis eine Therapie etabliert ist und
        bestätigt wird, dass keine Ansteckungsgefahr besteht
        P – Rezidiv oder schwere bleibende Schäden

    *   Erfolgreicher Abschluss einer Behandlung

*    *   A 50-64

    *   **Infektionen, die vorwiegend durch Geschlechtsverkehr übertragen
        werden**
        Akute Beeinträchtigung, Rezidiv

    *   T – Wenn an Land festgestellt:
        bis zur bestätigten Diagnose, Beginn der Behandlung und erfolgreichem
        Abschluss einer Behandlung
        P – Nicht behandelbare Spätschäden, die zu Beeinträchtigungen führen

    *   Keine Symptome, die das sichere Arbeiten beeinträchtigen

*    *   **B 15**

    *   **Hepatitis A**
        Übertragbar durch verschmutzte Nahrungsmittel oder verschmutztes
        Wasser

    *   T – Bis Gelbsucht abgeklungen ist oder körperliche Belastbarkeit
        wiederhergestellt ist

    *   Keine Symptome, die das sichere Arbeiten beeinträchtigen

*    *   **B 16-19**

    *   **Hepatitis B**
        Übertragbar durch Kontakt mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten.
        Möglichkeit einer dauerhaften Leberschädigung und Leberkrebs

    *   T – Bis Gelbsucht abgeklungen ist oder körperliche Belastbarkeit
        wiederhergestellt ist
        P – Bleibender Leberschaden mit Symptomen, die das sichere Arbeiten
        beeinträchtigen oder wahrscheinlich zu Komplikationen führen

    *   Keine Symptome, die das sichere Arbeiten beeinträchtigen. Tauglich mit
        einer zeitlichen Befristung von maximal zwei Jahren

*    *
    *   Hepatitis C
        Übertragbar durch Kontakt mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten.
        Möglichkeit einer dauerhaften Leberschädigung

    *   T – Bis Gelbsucht abgeklungen ist oder körperliche Belastbarkeit
        wiederhergestellt ist
        P – Bleibender Leberschaden mit Symptomen, die das sichere Arbeiten
        beeinträchtigen oder wahrscheinlich zu Komplikationen führen

    *   Keine Symptome, die das sichere Arbeiten beeinträchtigen

*    *   B 20–24

    *   **HIV+**
        Übertragbar durch Kontakt mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten.
        Progression zu HIV-assoziierten Erkrankungen oder zu Aids

    *   T – Gutes Bewusstsein für die Erkrankung und vollständige Beachtung
        bezüglich der Therapieempfehlungen
        P – Irreversible Einschränkung durch HIV-assoziierte Erkrankungen.
        Dauerhafte Einschränkungen durch Nebenwirkungen der Medikation

    *   Keine Symptome, die das sichere Arbeiten beeinträchtigen. Tauglich mit
        einer zeitlichen Befristung von maximal zwei Jahren

*    *   A 00–B 99
        nicht
        separat
        gelistet

    *   **Sonstige Infektionserkrankungen**
        Persönliche Einschränkung, Ansteckung anderer

    *   T – Bei einer schweren Infektion und ernsthaftem Risiko einer
        Ansteckung
        P – Bei fortbestehendem Risiko für rezidivierende Beeinträchtigungen
        oder wiederholte Infektionen

    *   Keine Symptome, die das sichere Arbeiten beeinträchtigen

*    *   **C 00-48**

    *   **Krebserkrankungen**

*    *   C 00-48

    *   **Bösartige Neubildungen**

        –   einschließlich Lymphome,
            Leukämien und begleitende Erkrankungen

        Rezidive

        –   insbesondere akute Komplikationen z. B. Selbstgefährdung durch
            Blutungen

    *   T – Bis zur vollständigen Klärung, Behandlung und Bewertung der
        Prognose
        P – Bleibende Einschränkungen mit Symptomen, die das sichere Arbeiten
        beeinträchtigen, oder bei hoher Rezidiv-Wahrscheinlichkeit

    *   Keine Symptome, die das sichere Arbeiten beeinträchtigen.
        Zu bestätigen durch formelle Beurteilung eines Facharztes

*    *   **D 50-89**

    *   **Bluterkrankungen**

*    *   D 50–59

    *   Anämien/
        **Hämoglobinopathien**
        Verringerte Belastungsfähigkeit. Episodische Anomalien
        der roten Blutkörperchen

    *   T – Bis Hämoglobinwerte normalisiert oder stabil sind
        P – Nicht behandelbare schwere, rezidivierende oder anhaltende Anämie
        oder beeinträchtigende Symptome durch Abfall der roten Blutkörperchen

    *   Keine Symptome, die das sichere Arbeiten beeinträchtigen

*    *   D 73

    *   **Splenektomie**
        (zurückliegender chirurgischer Eingriff)
        Erhöhte Empfänglichkeit für bestimmte Infektionen

    *   T – Bis klinische Behandlung abgeschlossen und körperliche
        Belastbarkeit wiederhergestellt ist

    *   Keine Symptome, die das sichere Arbeiten beeinträchtigen

*    *   D 50–89
        nicht
        separat
        gelistet

    *   **Weitere Krankheiten des Blutes und der blutbildenden Organe**
        Unterschiedliche Blutungsneigung, mögliche Einschränkung der
        Belastbarkeit oder eingeschränkte Infektabwehr

    *   T – Während der Klärung des Krankheitsbildes
        P – Chronische Gerinnungsstörungen

    *   Beurteilung des Einzelfalls

*    *   **E 00-90**

    *   **Endokrine und Stoffwechselerkrankungen**

*    *   E 10

    *   **Diabetes mellitus**
        **– mit Insulin behandelt**
        Akute Einschränkung aufgrund einer Hypoglykämie.
        Komplikationen aufgrund von Entgleisungen des Glucose-Stoffwechsels.
        Erhöhte Wahrscheinlichkeit für Komplikationen, die das Sehvermögen,
        das Nervensystem und das Herz-Kreislauf-System betreffen

    *   T – Bei fehlender

        1.  guter Kontrolle

        2.  Therapie-Compliance oder

        3.  Hypoglykämiewahrnehmung

        P – Bei unzureichend kontrollier ter Stoffwechselsituation oder
        fehlender Therapieadhärenz. Hypoglykämien in der Vorgeschichte oder
        fehlende Hypoglykämiewahrnehmung. Beeinträchtigungen durch
        Komplikationen des Diabetes

    *   Beurteilung des Einzelfalls mit einer zeitlichen Befristung von
        maximal fünf Jahren. Abhängig vom Nachweis einer guten
        Stoffwechselkontrolle, einer vollständigen Compliance bezüglich der
        Therapieempfehlungen und einer zuverlässigen Hypoglykämiewahrnehmung.
        Beschränkung 04\*\** kann angezeigt sein

*    *   E 11-14

    *   **Diabetes mellitus – nicht mit Insulin behandelt;**
        Andere Medikation
        Progression hin zur Insulinbedürftigkeit/-therapie, erhöhte
        Wahrscheinlichkeit für Komplikationen, die das Sehvermögen, das
        Nervensystem und das Herz-Kreislauf-System betreffen

    *   T – Bei fehlender

        1.  guter Kontrolle

        2.  Therapie-Compliance oder

        3.  Hypoglykämiewahrnehmung

    *   Wenn Zustand stabil ist und keine Beeinträchtigungen durch
        Komplikationen vorliegen: tauglich mit einer zeitlichen Befristung von
        maximal fünf Jahren

*    *
    *   **Diabetes mellitus – nicht mit Insulin behandelt;**
        ausschließlich durch Einhaltung einer Diät behandelt
        Progression hin zur Insulinbedürftigkeit/-therapie, erhöhte
        Wahrscheinlichkeit für Komplikationen, die das Sehvermögen, das
        Nervensystem und das Herz-Kreislauf-System betreffen

    *   T – Bei fehlender

        1.  guter Kontrolle

        2.  Therapie-Compliance oder

        3.  Hypoglykämiewahrnehmung

    *   Wenn Zustand stabil ist und keine Beeinträchtigungen durch
        Komplikationen vorliegen: tauglich mit einer zeitlichen Befristung von
        maximal fünf Jahren

*    *   E 65-68

    *   **Übergewicht/abnormales Körpergewicht**                        –
        Über- oder Unterschreitung
        Risiko zu verunfallen sowie eingeschränkte Beweglichkeit und
        Belastbarkeit für die Ausführung von Routine- und Notfallaufgaben.
        Erhöhte Wahrscheinlichkeit für Diabetes, Arterienerkrankungen und
        Arthrose

    *   T – Wenn sicherheitsrelevante Aufgaben nicht wahrgenommen werden
        können, wenn das Ergebnis der Überprüfung der körperlichen
        Leistungsfähigkeit oder das Ergebnis des Belastungstests schlecht
        ausfällt, der Body-Mass-Index (BMI)*                        40 ist
        (Adipositas Grad III)
        P – Sicherheitsrelevante Aufgaben können nicht wahrgenommen werden;
        das Ergebnis der Überprüfung der körperlichen Leistungsfähigkeit oder
        das Ergebnis des Belastungstests fällt schlecht aus und Verbesserungen
        konnten nicht erreicht werden

    *   Anforderungen der Routine- und Notfalltätigkeiten für die zugewiesenen
        sicherheitsrelevanten Dienstpflichten können erfüllt werden.
        Beschränkungen 07\*\**
        und/oder 09\*\** können angezeigt sein

*    *   E 00-90
        nicht
        separat
        gelistet

    *   **Sonstige endokrine und Stoffwechselerkrankungen**
        (Schilddrüse, Nebenniere einschließlich Addison-Krankheit, Hypophyse,
        Eierstöcke, Hoden)
        Wahrscheinlichkeit eines Rezidivs oder von Komplikationen

    *   T – Bis zur Abklärung, guten Kontrolle und Therapieadhärenz. Bis ein
        Jahr nach der Erstdiagnose oder ein Jahr nach jedem Rückfall, in dem
        eine regelmäßige Untersuchung stattgefunden hat
        P – Bei fortbestehender Einschränkung, Notwendigkeit häufiger
        Anpassungen der Medikation oder erhöhter Wahrscheinlichkeit schwerer
        Komplikationen

    *   Beurteilung des Einzelfalls:
        wenn die Medikation stabil ist und seltene Kontrollen erforderlich
        sind, keine Einschränkungen und nur eine sehr geringe
        Wahrscheinlichkeit für Komplikationen bestehen

*    *   **F 00-99**

    *   **Psychische, kognitive und Verhaltensstörungen**

*    *   F 10

    *   **Alkoholmissbrauch**
        (Abhängigkeit)
        Rezidive, Unfälle, Verhaltensauffälligkeiten/fehlerhaftes Durchführen
        der Sicherheitsmaßnahmen

    *   T – Bis zur Abklärung, guten Kontrolle und Therapieadhärenz. Bis ein
        Jahr nach der Erstdiagnose oder ein Jahr nach jedem Rückfall, in dem
        eine regelmäßige Untersuchung stattgefunden hat
        P – Wenn fortbestehend oder wenn Begleiterkrankungen bestehen, die
        sich aller Wahrscheinlichkeit nach während der Arbeit verschlechtern
        oder wieder auftreten werden

    *   Drei aufeinanderfolgende Jahre lang: tauglich mit einer zeitlichen
        Befristung von einem Jahr, mit den Beschränkungen 04\*\** und
        05\*\*\*.
        Danach: tauglich für einen Zeitraum von drei Jahren, mit den
        Beschränkungen 04\*\** und 05\*\*\*.
        Danach: tauglich ohne Beschränkungen für aufeinanderfolgende Zeiträume
        von zwei, drei und fünf Jahren ohne Rückfall und ohne
        Begleiterkrankungen, wenn bei einem Bluttest am Ende jedes Zeitraums
        keine Probleme festgestellt werden

*    *   F 11-19

    *   **Drogenabhängigkeit/anhaltender Substanzmissbrauch,**
        schließt sowohl illegalen Drogenkonsum als auch Abhängigkeit von
        verschriebenen Medikamenten ein
        Rezidive, Unfälle, Verhaltensauffälligkeiten/fehlerhaftes Durchführen
        der Sicherheitsmaßnahmen

    *   T – Bis zur Abklärung, guten Kontrolle und Therapieadhärenz. Bis ein
        Jahr nach der Erstdiagnose oder ein Jahr nach jedem Rückfall, in dem
        eine regelmäßige Untersuchung stattgefunden hat
        P – Wenn fortbestehend oder wenn Begleiterkrankungen bestehen, die
        sich aller Wahrscheinlichkeit nach während der Arbeit verschlechtern
        oder wieder auftreten werden

    *   Drei aufeinanderfolgende Jahre lang: tauglich mit einer zeitlichen
        Befristung von einem Jahr, mit den Beschränkungen 04\*\** und
        05\*\*\*.
        Danach: tauglich für einen Zeitraum von drei Jahren, mit den
        Beschränkungen 04\*\** und 05\*\*\*.
        Danach: tauglich ohne Beschränkungen für aufeinanderfolgende Zeiträume
        von zwei, drei und fünf Jahren ohne Rückfall und ohne
        Begleiterkrankungen, wenn bei einem Bluttest am Ende jedes Zeitraums
        keine Probleme festgestellt werden

*    *   F 20–31

    *   **Psychosen**                        (akute) – organisch, schizophren
        oder anderen Kategorien der ICD-Liste zugehörig. Bipolare Störungen
        (manisch-depressiv) Rezidive, die zu Veränderungen der Wahrnehmung und
        des Denkens, zu Unfällen sowie auffälligem und riskantem Verhalten
        führen

    *   Nach einer einzigen Episode mit auslösenden Faktoren:
        T – Bis zur Abklärung, guten Kontrolle und Therapieadhärenz. Bis drei
        Monate nach der Erstdiagnose

    *   Wenn das Mitglied einer Decksmannschaft Krankheitseinsicht zeigt, die
        Behandlung eingehalten wird und keine Nebenwirkungen der Medikation
        bestehen:
        tauglich mit Beschränkung 04\*\*\*. Beschränkung 05\*\** kann
        angezeigt sein.
        Tauglich ohne Beschränkung:
        ein Jahr nach der Episode, sofern die auslösenden Faktoren vermieden
        werden können.
        Zeitliche Befristung: die ersten zwei Jahre, sechs Monate. Die
        nächsten fünf Jahre, ein Jahr

*    *
    *
    *   Nach einer einzigen Episode ohne auslösende Faktoren oder mehr als
        einer Episode mit oder ohne auslösende Faktoren:
        T – Bis zur Abklärung, guten Kontrolle und Therapieadhärenz. Bis zwei
        Jahre nach der letzten Episode
        P – Mehr als eine Episode oder fortbestehende Wahrscheinlichkeit eines
        Rezidivs. Tauglichkeitskriterien werden mit oder ohne Beschränkungen
        nicht erfüllt

    *   Wenn während eines Zeitraums von zwei Jahren kein Rückfall aufgetreten
        ist und keine Medikation erforderlich war: tauglich, wenn ein Facharzt
        festgestellt hat, dass die Ursache eindeutig als vorübergehend
        identifizierbar und ein Rückfall sehr unwahrscheinlich ist

*    *   F 32–38

    *   **Affektive Störungen.**
        Schwere Angstzustände, Depression oder jede andere psychische Störung,
        die die Leistung beeinträchtigen kann Rezidiv, eingeschränkte
        Leistungsfähigkeit, insbesondere in Notfällen.

    *   T – Während der akuten Phase, der Abklärung oder wenn einschränkende
        Symptome oder Nebenwirkungen der Medikation bestehen
        P – Persistierende oder rezidivierende Symptome, die zu
        Beeinträchtigungen führen

    *   Nach vollständiger Genesung und nach umfassender Beurteilung des
        Einzelfalls.
        Je nach Merkmalen und Schweregrad der affektiven Störung kann eine
        Tauglichkeitsbeurteilung angezeigt sein. Zeitliche Befristung: die
        ersten zwei Jahre, sechs Monate. Beschränkungen 04\*\** und/oder
        07\*\** können angezeigt sein. Die nächsten fünf Jahre, ein Jahr

*    *
    *   **Affektive Störungen.**
        Leichte oder reaktive Symptome von Angst oder Depression Rezidiv,
        eingeschränkte Leistungsfähigkeit, insbesondere in Notfällen

    *   T – Bis keine Symptome mehr vorliegen und keine Medikation mehr
        erforderlich ist
        P – Persistierende oder rezidivierende Symptome, die zu
        Beeinträchtigungen führen

    *   Sofern keine beeinträchtigenden Symptome vorliegen oder keine
        beeinträchtigenden Nebenwirkungen der Medikation bestehen.
        Beschränkungen 04\*\** und/oder 07\*\** können angezeigt sein.

*    *   F 00-99
        nicht
        separat
        gelistet

    *   **Andere Störungen**
        z. B. Persönlichkeitsstörungen, Aufmerksamkeitsstörungen (ADHS),
        Entwicklungsstörungen (z. B. Autismus)

    *   P – Sofern die Einschätzung besteht, dass sicherheitsrelevante
        Konsequenzen auftreten können

    *   Sofern keine negativen Auswirkungen während der Arbeit zu erwarten
        sind.
        Keine Zwischenfälle während vergangener Dienste.
        Beschränkungen 04\*\**
        und/oder 07\*\** können angezeigt sein

*    *   **G 00-99**

    *   **Krankheiten des Nervensystems**

*    *   G 40–41

    *   **Einzelner epileptischer Anfall**
        Gefährdung des Fahrzeugs
        oder anderer Personen oder Selbstgefährdung durch Anfälle

    *   Einzelner epileptischer Anfall
        T – Für die Dauer der Abklärung und ein Jahr nach dem Anfall

    *   Ein Jahr nach dem Anfall, bei stabiler Medikation:
        tauglich mit Beschränkung 04\*\** Tauglich ohne Beschränkungen:
        ein Jahr nach dem Anfall und ein Jahr nach Ende der Behandlung

*    *
    *   **Epilepsie – ohne auslösende Faktoren**
        (wiederholte Anfälle)
        Gefährdung des Fahrzeugs oder anderer Personen oder Selbstgefährdung
        durch Anfälle

    *   T – Für die Dauer der Abklärung und zwei Jahre nach dem letzten Anfall
        P – Wiederholte Anfälle, keine Kontrolle durch Medikation

    *   Sofern ohne Medikation oder unter stabiler medikamentöser Einstellung
        bei guter Therapie-Compliance:
        tauglich mit Beschränkung 04\*\** Tauglich ohne Beschränkungen, sofern
        anfallsfrei und keine Einnahme von Medikamenten mindestens in den
        letzten zehn Jahren

*    *
    *   **Epilepsie – verursacht durch Alkohol, Medikamente,
        Kopfverletzungen**
        (wiederholte Anfälle)
        Gefährdung des Fahrzeugs oder anderer Personen oder Selbstgefährdung
        durch Anfälle

    *   T – Für die Dauer der Abklärung und zwei Jahre nach dem letzten Anfall
        P – Wiederholte Anfälle, keine Kontrolle durch Medikation

    *   Sofern ohne Medikation oder unter stabiler medikamentöser Einstellung
        bei guter Therapie-Compliance:
        tauglich mit Beschränkung 04\*\** Tauglich ohne Beschränkungen, sofern
        anfallsfrei und keine Einnahme von Medikamenten mindestens in den
        letzten fünf Jahren

*    *   G 43

    *   **Migräne**
        (häufige Anfälle mit einhergehender starker Beeinträchtigung des
        Allgemeinzustands)
        Risiko für Rezidive, die zu Einschränkungen führen

    *   P – Häufige Anfälle, die zu starken Leistungseinschränkungen führen

    *   Sofern keine leistungseinschränkenden Auswirkungen während der Arbeit
        zu erwarten sind. Keine Zwischenfälle während vergangener Dienste

*    *   G 47

    *   **Schlafapnoe**
        Müdigkeit und Einschlafen
        während der Arbeit

    *   T – Bis eine Behandlung begonnen und drei Monate lang erfolgreich
        durchgeführt wurde
        P - Behandlung erfolglos oder Behandlung wird nicht eingehalten

    *   Wenn die Behandlung drei Monate nachweislich effektiv durchgeführt
        wurde. Alle sechs Monate Beurteilung der Compliance. Beschränkung
        05\*\** kann angezeigt sein

*    *
    *   **Narkolepsie**
        Müdigkeit und Einschlafen während der Arbeit

    *   T – Bis mindestens zwei Jahre durch entsprechende Behandlung
        kontrolliert
        P – Behandlung erfolglos oder Behandlung wird nicht eingehalten

    *   Wenn ein Facharzt bestätigt, dass die Behandlung mindestens zwei Jahre
        vollständig kontrolliert wurde: tauglich mit Beschränkung 04\*\**

*    *   G 00–99
        nicht
        separat
        gelistet

    *   **Sonstige Erkrankungen des Nervensystems**
        z. B. Multiple Sklerose, Parkinson-Krankheit
        Rezidive/Progression.
        Einschränkungen von Muskelkraft, Gleichgewichtssinn, Koordination und
        Beweglichkeit

    *   T – Bis zur Abklärung, guten Kontrolle und Therapie-Compliance
        P – Wenn die Einschränkungen das sichere Arbeiten beeinträchtigen oder
        die Person nicht in der Lage ist, die physischen
        Leistungsanforderungen zu erfüllen

    *   Beurteilung des Einzelfalls auf der Grundlage der Anforderungen der
        Routine- und Notfallaufgaben, unter Berücksichtigung neurologisch-
        psychiatrischer fachärztlicher Empfehlungen

*    *   R 55

    *   Synkope und andere Bewusstseinsstörungen Rezidiv mit Verletzungen oder
        Kontrollverlust

    *   T – Bis zur Klärung der Ursache und bis zum Nachweis, dass die
        zugrunde liegende Krankheit therapeutisch beherrscht wird.
        Krankheitsbild:

    *

*    *
    *
    *
        a)  Eine einfache Ohnmacht/
            idiopathische Synkope

    *   Beurteilung des Einzelfalls. Beschränkung 04\*\** kann angezeigt sein

*    *
    *
    *
        b)  Keine einfache Ohnmacht/
            idiopathische Synkope. Ungeklärte Störung:
            kein Rezidiv und ohne Nachweis einer kardialen, metabolischen oder
            neurologischen Ursache

        T – Vier Wochen

    *   Beurteilung des Einzelfalls. Beschränkung 04\*\** kann angezeigt sein.

*    *
    *
    *
        c)  Störung: wiederkehrend oder möglicherweise auf eine kardiale,
            metabolische oder neurologische Ursache zurückzuführen

        T – Mögliche Ursache nicht festzustellen oder nicht behandelbar: für
        sechs Monate nach dem
        Ereignis, wenn keine erneuten
        Ereignisse eingetreten sind
        T – Nachweis der möglichen
        Ursache oder Ursache gefunden und behandelt: für einen Monat
        nach erfolgreicher Behandlung

        d)  Bewusstseinsstörungen mit
            Elementen, die auf einen Anfall hindeuten, siehe G 40–41

        P – Für alle vorgenannten Fälle, wenn sich die Ereignisse trotz
        umfassender Abklärung und angemessener Behandlung weiterhin
        wiederholen

    *

*    *   T 90

    *   **Intrakranielle Verletzungen/Operationen,**
        einschließlich der Behandlung von Gefäßanomalien oder schwere
        Kopfverletzungen mit Hirnschädigung
        Gefährdung des Fahrzeugs oder Dritter oder Selbstgefährdung durch
        cerebrale Krampfanfälle. Störungen der kognitiven, sensorischen oder
        motorischen Funktionen. Rezidiv oder Komplikationen der zugrunde
        liegenden Erkrankung

    *   T – Für ein Jahr oder länger, bis die Anfallswahrscheinlichkeit
        gering\* ist, auf der Grundlage einer Facharztmeinung
        P – Andauernde Einschränkung durch zugrunde liegende Erkrankung oder
        Verletzung oder wiederkehrende Anfälle

    *   Nach mindestens einem Jahr, wenn die Anfallswahrscheinlichkeit
        gering\* ist und keine Einschränkung durch die zugrunde liegende
        Erkrankung oder Verletzung vorliegt: tauglich mit Beschränkung 04\*\**
        Tauglich ohne Beschränkungen, wenn keine Einschränkung durch die
        zugrunde liegende Erkrankung oder Verletzung vorliegt, keine
        Epilepsie-Medikamente.
        Anfallswahrscheinlichkeit sehr gering\*

*    *   **H 00-99**

    *   **Erkrankungen der Augen und Ohren**

*    *   H 00-59

    *   **Augenerkrankungen:**
        fortschreitend oder wiederholt (z. B. Glaukom, Makulopathien,
        diabetische Retinopathie, Retinitis pigmentosa, Keratokonus, Diplopie,
        Blepharospasmus, Uveitis, Hornhautgeschwür, Netzhautablösung)
        Künftige Unfähigkeit, den Anforderungen an das Sehvermögen zu genügen,
        Rezidiv-Risiko

    *   T – Vorübergehende Unfähigkeit, den einschlägigen Anforderungen an das
        Sehvermögen zu genügen (siehe Anhang 1), und geringe
        Wahrscheinlichkeit von Verschlechterungen im weiteren Verlauf oder von
        beeinträchtigenden Rezidiven nach der Behandlung oder nach dem
        Ausheilen
        P – Unfähigkeit, den einschlägigen Anforderungen an das Sehvermögen zu
        genügen (siehe Anhang 1), oder – im Falle einer Behandlung – erhöhte
        Wahrscheinlichkeit nachfolgender Verschlechterungen oder
        beeinträchtigender Rezidive

    *   Sehr geringe Rezidiv-Wahrscheinlichkeit. Sehr geringe
        Wahrscheinlichkeit, dass innerhalb der Gültigkeitsdauer des Zeugnisses
        eine Verschlechterung in dem Maße eintritt, dass die Anforderungen an
        das Sehvermögen nicht mehr erfüllt werden

*    *   H 65-67

    *   **Otitis – externa oder media**
        Rezidive, mögliche Infektionsquelle bei Personen, die mit der
        Zubereitung/Handhabung von Lebensmitteln zu tun haben, Probleme mit
        der Nutzung von Gehörschutz

    *   T – Bei Symptomen, die das sichere Arbeiten beeinträchtigen
        P – Bei chronischer Sekretion des Ohres bei Personen, die mit der
        Zubereitung/Handhabung von Lebensmitteln zu tun haben

    *   Effiziente Behandlung und keine Wahrscheinlichkeit eines Rezidivs

*    *   H 68-95

    *   **Krankheiten des Ohres:**
        fortschreitend
        (z. B. Otosklerose)

    *   T – Vorübergehende Unfähigkeit, den einschlägigen Anforderungen an das
        Hörvermögen zu genügen (siehe Anhang 2), und geringe
        Wahrscheinlichkeit von Verschlechterungen im weiteren Verlauf oder von
        beeinträchtigenden Rezidiven nach der Behandlung oder nach dem
        Ausheilen
        P – Unfähigkeit, den einschlägigen Anforderungen an das Hörvermögen zu
        genügen (siehe Anhang 2), oder – im Falle einer Behandlung – erhöhte
        Wahrscheinlichkeit nachfolgender Verschlechterungen oder
        beeinträchtigender Rezidive

    *   Sehr geringe Rezidiv-Rate\*. Sehr geringe Wahrscheinlichkeit, dass
        innerhalb der Gültigkeitsdauer Zeugnisses eine Verschlechterung in dem
        Maße eintritt, dass die Anforderungen an das Hörvermögen nicht mehr
        erfüllt werden

*    *   H 81

    *   **Ménière-Krankheit**                        und andere Formen von
        chronischem oder rezidivierendem stark beeinträchtigendem Schwindel
        Gleichgewichtsstörungen, dadurch Mobilitätseinschränkung und Übelkeit

    *   T – Während der akuten Phase
        P – Häufige Anfälle, die zu starken Leistungseinschränkungen führen

    *   Geringe\* Wahrscheinlichkeit von Beeinträchtigungen während der Arbeit

*    *   **I 00-99**

    *   **Herz-Kreislauf-System**

*    *   I 05-08
        I 34-39

    *   **Ererbte Herzkrankheiten und Herzklappenerkrankungen**
        (einschließlich diesbezüglicher Operationen)
        Bislang nicht abgeklärte/untersuchte Herzgeräusche
        Wahrscheinlichkeit des Fortschreitens der Erkrankung, Einschränkungen
        unter Belastung

    *   T – Bis zur Abklärung und, sofern erforderlich, erfolgreichen
        Behandlung
        P – Wenn die körperliche Belastbarkeit eingeschränkt ist oder Episoden
        mit starker Einschränkung der Leistungsfähigkeit auftreten oder bei
        Behandlung mit Antikoagulantien oder wenn auf Dauer eine erhöhte
        Wahrscheinlichkeit für das Auftreten einer Beeinträchtigung besteht

    *   Beurteilung des Einzelfalls auf der Grundlage des Rates eines
        Kardiologen

*    *   I 10-15

    *   **Hypertonie**
        Erhöhte Wahrscheinlichkeit einer ischämischen Herzerkrankung, von
        Augen- und Nierenschäden oder eines Schlaganfalls. Mögliche
        hypertensive Entgleisung/Krise

    *   T – Normalerweise, wenn mmHG*                        160 systolisch
        oder*                        100 diastolisch ist, bis zur Abklärung
        und, sofern erforderlich, erfolgreichen Behandlung
        P – Wenn mmHG dauerhaft*                        160 systolisch oder*
        100 diastolisch ist, mit oder ohne Behandlung

    *   Bei Behandlung und wenn keine Beeinträchtigungen durch die Erkrankung
        oder die Medikamente vorliegen

*    *   I 20-25

    *   **Ischämische Herzkrankheiten,**                        z. B.
        myokardialer Infarkt, im EKG nachweisbarer früherer myokardialer
        Infarkt oder neu entdeckter Linksschenkelblock, Angina Pectoris,
        Herzstillstand, koronare Bypass-Operation, Koronarangioplastie
        Plötzliche auftretende Schwächezustände, verminderte körperliche
        Belastbarkeit. Probleme mit der Versorgung bei erneuten kardialen
        Ereignissen während der Arbeit

    *   T – Für drei Monate nach der Erstuntersuchung und Behandlung, länger,
        wenn die Symptome fortbestehen und im Falle einer erhöhten Rezidiv-
        Wahrscheinlichkeit aufgrund eines pathologischen Befunds
        P – Wenn die Kriterien für die Erteilung eines Tauglichkeitszeugnisses
        nicht erfüllt werden und eine weitere Senkung der Rezidiv-
        Wahrscheinlichkeit unwahrscheinlich ist

    *   Wenn die Rezidiv-Rate sehr gering ist und die Person sich strikt an
        die Empfehlungen zur Risikosenkung hält und keine relevante
        Begleiterkrankung gegeben ist, zunächst Ausgabe eines Nachweises mit
        sechsmonatiger Gültigkeit, anschließend Tauglichkeitszeugnisse für ein
        Jahr. Wenn die Rezidiv-Rate gering\* ist:
        tauglich mit Beschränkung 04\*\**
        Tauglich mit einer zeitlichen Befristung von einem Jahr

*    *   I 44-49

    *   **Herzrhythmusstörungen**                        und
        Überleitungsstörungen (einschließlich derjenigen mit
        Herzschrittmachern und implantiertem
        Kardioverter-Defibrillator (ICD))
        Risiko für Beeinträchtigungen durch Rezidive, plötzlich auftretende
        Schwächezustände, verminderte körperliche Belastbarkeit. Die Funktion
        des Schrittmachers/ICD kann durch starke elektrische Felder gestört
        werden

    *   T – Bis zur Klärung, Behandlung und Nachweis des Behandlungserfolgs
        P – Wenn einschränkende Symptome gegeben sind oder bei erhöhter
        Wahrscheinlichkeit einer Beeinträchtigung bei Rezidiv sowie bei ICD-
        Implantation

    *   Wenn die Rezidiv-Rate gering\* ist:
        tauglich mit Beschränkung 04\*\**
        Tauglich mit einer zeitlichen Befristung von einem Jahr

*    *   I 61-69
        G 46

    *   **Ischämische zerebrovaskuläre Krankheiten**
        (Schlaganfall oder transiente ischämische Attacke)
        Erhöhte Wahrscheinlichkeit eines Rezidivs, plötzlicher Verlust von
        Fähigkeiten, Einschränkung der Mobilität. Erhöhtes Risiko für die
        Entwicklung anderer Kreislauferkrankungen, die einen plötzlichen
        Verlust von Fähigkeiten zur Folge haben

    *   T – Bis zur Abklärung, guten Kontrolle und Therapieadhärenz. Bis drei
        Monate nach der Erstdiagnose
        P – Wenn die verbleibenden Symptome Einfluss auf die Dienstpflichten
        haben oder ein deutlich erhöhtes Risiko für ein Rezidiv besteht

    *   Einzelfallbeurteilung der Diensttauglichkeit: Beschränkung 04\*\** ist
        angezeigt.
        Die Beurteilung berücksichtigt auch die Wahrscheinlichkeit zukünftiger
        kardialer Erkrankungen. Anforderungen der Routine- und
        Notfalltätigkeiten für die zugewiesenen sicherheitsrelevanten
        Dienstpflichten können erfüllt werden. Tauglich mit einer zeitlichen
        Befristung von einem Jahr

*    *   I 73

    *   **Arterielle Verschlusskrankheit**
        Risiko für das Vorliegen anderer Kreislauferkrankungen, die einen
        plötzlichen Verlust von Fähigkeiten zur Folge haben können.
        Einschränkungen der körperlichen Belastbarkeit

    *   T – Bis zum Abschluss der Untersuchung/Beurteilung
        P – Wenn die Person nicht fähig ist, ihre Aufgaben wahrzunehmen

    *   Tauglich mit Beschränkung 04\*\*\*, vorausgesetzt, die Symptome sind
        nur gering ausgeprägt und beeinträchtigen nicht die wesentlichen
        Dienstpflichten, oder sie sind operativ oder durch eine andere
        Behandlung vollständig beseitigt. Zu beurteilen ist das Risiko für
        zukünftige kardiale Erkrankungen. Tauglich mit einer zeitlichen
        Befristung von einem Jahr

*    *   I 83

    *   Krampfadern
        Möglichkeit von Blutungen bei Verletzungen, Hautveränderungen und
        Geschwüren

    *   T – Bis zum Abschluss der Behandlung, wenn beeinträchtigende Symptome
        bestehen. Bis zu einem Monat im Anschluss an eine Operation

    *   Keine beeinträchtigenden Symptome oder Komplikationen

*    *   I 80.2-3

    *   Thrombose der tiefen Venen/Lungenembolie
        Risiko/Wahrscheinlichkeit eines Rezidivs und einer schweren
        Lungenembolie. Risiko/Wahrscheinlichkeit von Blutungen aufgrund von
        Behandlung mit Gerinnungshemmern

    *   T – Bis zur Klärung und zum Abschluss der Behandlung sowie
        normalerweise während der vorübergehenden Einnahme von
        Gerinnungshemmern
        P – Zu erwägen bei wiederholtem Auftreten oder Dauermedikation mit
        Gerinnungshemmern

    *   Kann als tauglich erachtet werden für Arbeiten mit geringer
        Verletzungswahrscheinlichkeit, sofern stabil eingestellt mit
        Gerinnungshemmern mit regelmäßiger Kontrolle des Gerinnungswerts

*    *   I 00-99
        nicht
        separat
        gelistet

    *   **Andere Herzerkrankungen,**
        z. B. Kardiomyopathie, Perikarditis, Herzinsuffizienz
        Wahrscheinlichkeit eines Rezidivs, plötzlicher Verlust von
        Fähigkeiten, Beschränkung der körperlichen Belastbarkeit

    *   T – Bis zur Klärung, Behandlung und Nachweis des Behandlungserfolgs
        P – Wenn beeinträchtigende Symptome vorliegen oder das Risiko einer
        Beeinträchtigung bei erneutem Auftreten besteht

    *   Beurteilung des Einzelfalls auf der Grundlage von Facharztberichten

*    *   **J 00-99**

    *   **Atmungssystem**

*    *   J 02–04
        J 30–39

    *   Erkrankungen der Nase, der Nasennebenhöhlen und der Halsorgane
        Beeinträchtigung für den Erkrankten.
        Unter bestimmten Umständen Kontamination der Lebensmittel oder
        Übertragung der Infektion auf andere Besatzungsmitglieder

    *   T – Bis keine Symptome mehr vorliegen, die das sichere Arbeiten
        beeinträchtigen
        P – Wenn die Krankheit immer wiederkehrt

    *   Nach Abschluss der Behandlung, wenn keine Faktoren bestehen, die ein
        Rezidiv begünstigen

*    *   J 40-44

    *   **Chronische Bronchitis**
        und/oder Emphysem
        Geringere Belastungstoleranz und beeinträchtigende Symptome

    *   T – In akuten Phasen
        P – Wenn es wiederholt zu schweren Rezidiven kommt oder wenn die
        allgemeinen Tauglichkeitsnormen nicht erfüllt werden können oder wenn
        eine Kurzatmigkeit vorliegt, die zu Leistungseinschränkungen führt

    *   Zu berücksichtigen ist, ob Tauglichkeit für Notfallsituationen
        besteht. Anforderungen der Routine- und Notfalltätigkeiten für die
        zugewiesenen sicherheitsrelevanten Dienstpflichten können erfüllt
        werden.
        Tauglich mit einer zeitlichen Befristung von einem Jahr

*    *   J 45–46

    *   **Asthma**                        (detaillierte Prüfung unter
        Berücksichtigung der Facharztinformationen für alle
        Berufsanfänger/Erstuntersuchungen)
        Unvorhersehbare Episoden schwerer Atemnot verursacht

    *   T – Bis die Episode abgeklungen, die Ursache geklärt (einschließlich
        möglicher arbeitsplatzbedingter Ursachen) und ein effektives
        Behandlungsschema eingerichtet ist oder vorliegt. Bei Personen unter
        20 Jahren, die innerhalb der letzten drei Jahre (aufgrund des Asthmas)
        ins Krankhaus eingewiesen wurden oder mit Steroiden oral behandelt
        wurden
        P – Bei vorhersehbarem Risiko für das plötzliche Auftreten
        lebensbedrohlicher Asthmaanfälle während der Arbeit oder mit der
        Vorgeschichte eines schlecht kontrollierten Asthmas, d. h. mit
        häufigen Behandlungen im Krankenhaus in der Vergangenheit

    *   Diensttauglich, wenn die Krankengeschichte auf ein
        Erwachsenenasthma\*\* hindeutet, das mit Inhalatoren gut kontrolliert
        werden kann, und in den vergangenen zwei Jahren keine stationäre
        Behandlung oder keine Behandlung mit oralen Steroiden erforderlich war
        oder bei einer Krankengeschichte eines anstrengungsinduzierten
        Asthmas, das einer regelmäßigen Behandlung bedarf

*    *   J 93

    *   **Pneumothorax**                        (spontan oder traumatisch)
        Akute Einschränkung aufgrund eines Rezidivs

    *   T – Normalerweise für zwölf Monate nach der ersten Episode
        P – Nach rezidivierenden Episoden, sofern keine Pleurektomie oder
        Pleurodese vorgenommen wurde

    *   Normalerweise zwölf Monate nach der Episode oder kürzer, wenn vom
        Facharzt geraten

*    *   **K 00-99**

    *   **Verdauungssystem**

*    *   K 01-06

    *   Erkrankungen der Mundhöhle Akute Zahnschmerzen. Wiederholte Mund- und
        Zahnfleischentzündungen

    *   T – Bis keine Symptome mehr vorliegen, die das sichere Arbeiten
        beeinträchtigen

    *   Wenn Zähne und Zahnfleisch (bei Zahnlosen das Zahnfleisch sowie gut
        angepasster Zahnersatz in gutem Erhaltungszustand) in gutem Zustand
        sind. Keine komplexen Prothesen oder wenn Zahnvorsorgeuntersuchung im
        vergangenen Jahr und entsprechende Folgebehandlungen abgeschlossen
        wurden und seitdem keine Probleme bestanden

*    *   K 25–28

    *   Ulcus pepticum
        Rezidiv mit Schmerzen, Blutungen oder Perforation

    *   T – Bis zur Ausheilung oder Sanierung durch Operation oder
        Heliobacter-Eradikation und normale Ernährung seit drei Monaten
        P – Wenn das Ulcus trotz Operation und Medikation fortbesteht

    *   Nach der Genesung und ohne diätetische Einschränkung seit drei Monaten

*    *   K 40–41

    *   Hernien – Leistenhernie oder Schenkelhernie
        Risiko einer Strangulation

    *   T – Bis untersucht und bestätigt, dass kein Risiko einer
        Einklemmung/Strangulation besteht, und, sofern erforderlich, behandelt

    *   Nach erfolgreicher Behandlung oder wenn der Chirurg bestätigt, dass
        kein Risiko für eine Strangulation besteht

*    *   K 42-43

    *   Hernien – Nabelbruch, Bauchwandbruch
        Instabilität der Bauchwand beim Bücken und Heben

    *   Beurteilung des Einzelfalls, je nach Schwere der Symptome oder der
        Beeinträchtigung. Zu berücksichtigen sind die Auswirkungen
        regelmäßiger schwerer körperlicher Anstrengungen

    *   Beurteilung des Einzelfalls, je nach Schwere der Symptome oder der
        Beeinträchtigung.
        Zu berücksichtigen sind die Auswirkungen regelmäßiger schwerer
        körperlicher Anstrengungen

*    *   K 44

    *   **Hernien – Zwerchfellhernie (Hiatushernie)**
        Reflux von Mageninhalt und Magensäure, der Sodbrennen usw.

    *   Beurteilung des Einzelfalls auf der Grundlage der Schwere der Symptome
        im Liegen und der durch sie verursachten Schlafstörungen

    *   Beurteilung des Einzelfalls auf der Grundlage der Schwere der Symptome
        im Liegen und der durch sie verursachten Schlafstörungen

*    *   K 50, 51, 57, 58, 90

    *   Nichtinfektiöse Enteritis, Colitis, Morbus Crohn, Divertikulitis usw.
        Beeinträchtigungen und Schmerzen

    *   T – Bis untersucht und behandelt
        P – Bei schweren Verläufen oder Rezidiven

    *   Beurteilung des Einzelfalls durch einen Facharzt. Bei geringer
        Wahrscheinlichkeit eines Rezidivs

*    *   K 60
        I 84

    *   **Analerkrankungen:**
        Hämorrhoiden, Fissuren, Fisteln
        Wahrscheinlichkeit von Episoden, die Schmerzen verursachen und die
        Aktivität einschränken

    *   T – Bei Symptomen, die das sichere Arbeiten beeinträchtigen
        P – Zu erwägen, wenn nicht behandelbar oder rezidivierend

    *   Beurteilung des Einzelfalls

*    *   K 70, 72

    *   **Leberzirrhose**
        Leberversagen. Blutungen von Ösophagusvarizen

    *   T – Bis zur vollständigen Klärung
        P – Bei schwerem Verlauf oder bei Auftreten von Aszites oder
        Ösophagusvarizen

    *   Beurteilung des Einzelfalls durch einen Facharzt. Tauglich mit einer
        zeitlichen Befristung von einem Jahr

*    *   K 80-83

    *   **Erkrankungen der Gallenblase und der Gallenwege**
        Gallenkoliken aufgrund von Gallensteinen, Gelbsucht, Leberversagen

    *   T – Bei Gallenkoliken bis zum Abschluss der Behandlung
        P – Fortgeschrittene Lebererkrankung, rezidivierende oder
        persistierende leistungsbeeinträchtigende Symptome

    *   Beurteilung des Einzelfalls durch einen Facharzt. Plötzliches
        Auftreten einer Gallenkolik unwahrscheinlich

*    *   K 85–86

    *   Pankreatitis
        Risiko/Wahrscheinlichkeit eines Rezidivs

    *   T – Bis die Erkrankung ausgeheilt ist
        P – Bei wiederholtem Auftreten oder wenn alkoholbedingt, es sei denn,
        die Abstinenz ist bestätigt

    *   Beurteilung des Einzelfalls auf der Grundlage von Facharztberichten

*    *   Y 83

    *   Stoma (Ileostomie, Kolostomie)
        Beeinträchtigung bei Kontrollverlust – Bedarf an Beuteln usw.
        Möglicherweise Schwierigkeiten bei länger andauernder Notfallsituation

    *   T – Bis zur Abklärung, guten Kontrolle und Therapieadhärenz.
        P – Bei schlechter Kontrolle

    *   Beurteilung des Einzelfalls

*    *   **N 00-99**

    *   **Krankheiten des Urogenitalsystems**

*    *   N 00, N 17

    *   Akutes nephritisches Syndrom Nierenversagen, Bluthochdruck

    *   P – Bis die Erkrankung ausgeheilt ist

    *   Beurteilung des Einzelfalls bei Vorliegen von Residuen

*    *   N 03–05,
        N 18–19

    *   Subakutes oder chronisches nephritisches Syndrom oder nephrotisches
        Syndrom Nierenversagen, Bluthochdruck

    *   T – Bis zur Klärung

    *   Beurteilung des Einzelfalls durch einen Facharzt auf der Grundlage der
        Nierenfunktion und der Wahrscheinlichkeit von Komplikationen

*    *   N 20-23

    *   **Nieren- oder Uretersteine**
        Schmerzen aufgrund einer Nierenkolik

    *   T – Bis untersucht und bestätigt, dass keine Wahrscheinlichkeit für
        Symptome besteht, die das sichere Arbeiten beeinträchtigen
        P – In schweren Fällen wiederholter Steinbildung

    *   Beurteilung des Einzelfalls

*    *   N 33, N 40

    *   Prostatavergrößerung/
        Verlegung der Harnwege
        Akuter Harnverhalt

    *   T – Bis untersucht und behandelt
        P – Wenn nicht heilbar

    *   Beurteilung des Einzelfalls

*    *   N 70-98

    *   **Gynäkologische Erkrankungen**                        – starke
        Vaginalblutungen, starke Menstruationsbeschwerden, Endometriose,
        Prolaps der Geschlechtsorgane oder Sonstiges
        Beeinträchtigung aufgrund von Schmerzen oder Blutungen

    *   T – Wenn Beeinträchtigung besteht oder eine Untersuchung erforderlich
        ist zur Klärung und Behandlung der Ursache

    *   Beurteilung des Einzelfalls, wenn ein Risiko besteht, dass die
        Erkrankung während der Fahrt behandelt werden muss oder die
        Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt

*    *   R 31, 80, 81, 82

    *   **Proteinurie, Hämaturie, Glukosurie**                        oder
        sonstige abnorme Urinbefunde
        Indikator für Nieren- oder andere Erkrankungen

    *   T – Wenn Erstbefunde klinisch signifikant
        P – Schwere und nicht heilbare Ursache, z. B. Einschränkungen der
        Nierenfunktion

    *   Sehr geringe Wahrscheinlichkeit einer ernsten Grunderkrankung

*    *   Z 90.5

    *   Verlust einer Niere oder Funktionslosigkeit einer Niere
        Eingeschränkte Regulierung des Flüssigkeitshaushalts unter
        Extrembedingungen, wenn die verbleibende Niere nicht voll
        funktionstüchtig ist

    *   P – Bei einem Mitglied der Decksmannschaft vor der ersten Anmusterung:
        jede Einschränkung der Funktionsfähigkeit der verbleibenden Niere. Bei
        einem bereits im Dienst befindlichen Mitglied der Decksmannschaft: bei
        signifikanter Dysfunktion der verbleibenden Niere

    *   Die verbleibende Niere muss voll funktionsfähig sein, eine
        fortschreitende Erkrankung der Niere darf nicht vorliegen,
        Beurteilungsgrundlage: Untersuchungen der Niere und Bericht eines
        Facharztes

*    *   **O 00-99**

    *   **Schwangerschaft**

*    *   O 00–99

    *   Schwangerschaft
        Komplikationen, in der Endphase Einschränkungen der Mobilität.
        Möglichkeit der Gefährdung von Mutter und Kind im Fall einer
        vorzeitigen Entbindung während der Arbeit

    *   T – Entscheidungen im Einklang mit nationaler Gesetzgebung Atypischer
        Verlauf einer Schwangerschaft, die eine hohe Kontrolldichte erfordert

    *   Komplikationslose Schwangerschaft ohne weitere beeinträchtigende
        Effekte: Entscheidungen im Einklang mit nationaler Praxis und
        Gesetzgebung

*    *   **L 00-99**

    *   **Haut**

*    *   L 00-08

    *   Infektionen der Haut
        Rezidive, Ansteckung anderer Personen

    *   T – Bei Symptomen, die das sichere Arbeiten beeinträchtigen
        P – Zu erwägen für Mitglieder der Decksmannschaft bei rezidivierendem
        Auftreten

    *   Je nach Art und Schwere der Infektion

*    *   L 10-99

    *   **Andere Hauterkrankungen,**
        z. B. Ekzeme, Dermatitis, Psoriasis
        Rezidive, manchmal beruflich bedingt

    *   T – Bei Symptomen, die das sichere Arbeiten beeinträchtigen

    *   Beurteilung des Einzelfalls, entsprechend eingeschränkt, falls
        Verschlimmerung durch Hitze oder Kontakt mit Substanzen am
        Arbeitsplatz

*    *   **M 00-99**

    *   **Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems**

*    *   M 10-23

    *   **Arthrose,**                        andere Gelenkerkrankungen und
        nachfolgender Gelenkersatz
        Schmerzen und Einschränkungen der Mobilität mit Auswirkungen auf die
        Routine- und Notfallaufgaben. Möglichkeit einer Infektion oder
        Dislokation und beschränkte Lebensdauer der Gelenkprothesen

    *   T – Nach Knie- oder Hüftgelenkersatz sind vor Rückkehr zur Arbeit eine
        vollständige Wiedererlangung der Gelenkfunktion sowie Bestätigung
        durch formelle Beurteilung eines Facharztes erforderlich
        P – Bei fortgeschrittenen und schweren Fällen

    *   Beurteilung des Einzelfalls. Kann allen Anforderungen der Routine- und
        Notfallaufgaben entsprechen; es besteht nur eine sehr geringe
        Wahrscheinlichkeit einer Verschlechterung, die eine Wahrnehmung der
        Aufgaben unmöglich macht

*    *   M 24.4

    *   **Luxation und Subluxation**                        von Schulter- oder
        Kniegelenken
        Plötzliche Mobilitätseinschränkung, mit Schmerzen

    *   T – Bis zur ausreichenden Wiederherstellung und Stabilität der
        Gelenkfunktion

    *   Beurteilung des Einzelfalls bei nur gelegentlich auftretender
        Luxation/Subluxation

*    *   M 54.5

    *   **Rückenschmerzen**
        Schmerzen und Einschränkungen der Mobilität mit Auswirkungen auf die
        Routine- und Notfallaufgaben. Zunahme der Einschränkungen

    *   T – Während der Akutphase
        P – Bei rezidivierendem Verlauf oder schwerwiegenden
        Beeinträchtigungen

    *   Beurteilung des Einzelfalls

*    *   Y 83.4
        Z 97.1

    *   **Prothesen der Gliedmaßen**                        Einschränkung der
        Mobilität mit Auswirkungen auf die Routine- und Notfallaufgaben

    *   P – Wenn wesentliche Aufgaben nicht wahrgenommen werden können

    *   Wenn Routine- und Notfallaufgaben ausgeführt werden können, dürfen
        Einschränkungen bei bestimmten Tätigkeiten bestehen, die nicht zu den
        grundlegenden Aufgaben gehören.
        Beschränkung 03\*\** kann angezeigt sein

*    *
    *   **Allgemeine Erkrankungen**

*    *   R 47, F 80

    *   **Sprachstörungen**
        Einschränkung der Kommunikationsfähigkeit

    *   P – Unvereinbar mit der zuverlässigen, sicheren und effektiven
        Durchführung von Routine- und Notfallaufgaben

    *   Keine Beeinträchtigung der wesentlichen sprachlichen Kommunikation

*    *   T 78
        Z 88

    *   **Allergien**                        (außer allergischer Hautausschlag
        und Asthma)
        Wahrscheinlichkeit eines Rezidivs und zunehmende Schwere der Reaktion.
        Einschränkung der Fähigkeit, die Aufgaben wahrzunehmen

    *   T – Bis keine Symptome mehr vorliegen, die das sichere Arbeiten
        beeinträchtigen
        P – Wenn lebensbedrohliche Reaktionen vernünftigerweise vorhersehbar
        sind

    *   Wenn die allergische Reaktion eher nur beeinträchtigende Symptome
        auslöst und nicht zu einer lebensbedrohlichen Situation führt und die
        Auswirkungen vollständig durch die langfristige Einnahme von nicht
        steroidalen Medikamenten oder durch eine geänderte Lebensführung, die
        während der Arbeit ohne sicherheitskritische Auswirkungen durchführbar
        ist, kontrolliert werden können

*    *   Z 94

    *   **Transplantationen**                        – Niere, Herz, Lunge,
        Leber
        (für Prothesen von Gelenken und Gliedmaßen sowie Linsen, Hörhilfe,
        Herzklappen usw. vgl. die jeweiligen krankheitsspezifischen
        Abschnitte) Möglichkeit einer Abstoßung. Nebenwirkungen der Medikation

    *   T – Bis ein stabiler Zustand nach der Operation und unter der
        Medikation zur Vermeidung einer Abstoßungsreaktion erreicht ist
        P – Beurteilung des Einzelfalls sowie Bestätigung durch formelle
        Beurteilung eines Facharztes

    *   Beurteilung des Einzelfalls unter Berücksichtigung einer positiven
        Beratung eines Facharztes. Tauglich mit einer zeitlichen Befristung
        von einem Jahr

*    *   Bei den
        jeweiligen Erkrankungen einzuordnen

    *   **Chronisch-progrediente Erkrankungen,**                        die
        zurzeit bei den entsprechenden Krankheitsgruppen enthalten sind,
        z. B. Huntington Chorea
        (einschließlich positiver Familienanamnese) und Keratokonus

    *   T – Bis untersucht und, sofern erforderlich, behandelt
        P – Wenn eine nachteilige Entwicklung wahrscheinlich ist

    *   Beurteilung des Einzelfalls unter Berücksichtigung einer positiven
        Beratung eines Facharztes. Tauglichkeit kann trotz Vorliegen solcher
        Erkrankungen gegeben sein, sofern eine nachteilige Entwicklung bis zur
        nächsten Tauglichkeitsuntersuchung als unwahrscheinlich beurteilt wird

*    *   Bei den
        jeweiligen Erkrankungen
        einzuordnen

    *   **Erkrankungen, die nicht gesondert aufgeführt sind**

    *   T – Bis untersucht und, sofern erforderlich, behandelt
        P – Sofern dauerhaft Beeinträchtigungen vorliegen

    *   Zur Beurteilung können Empfehlungen für ähnliche Krankheitsbilder
        genutzt werden.
        Zu berücksichtigen sind eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für das
        plötzliche Auftreten von Handlungsunfähigkeit, für das Auftreten von
        Rezidiven oder Progression der Erkrankung sowie Einschränkungen bei
        der Durchführung von Routine- und Notfallaufgaben. In Zweifelsfällen
        sollte der Rat von spezialisierten Ärzten eingeholt werden oder eine
        Beschränkung der Tauglichkeit oder der Verweis an einen Gutachter in
        Erwägung gezogen werden

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