Source: https://www.gesetze-im-internet.de/estdv_1955/__82a.html
Legislation: estdv_1955

Title: § 82a Erhöhte Absetzungen von Herstellungskosten und Sonderbehandlung von Erhaltungsaufwand für bestimmte Anlagen und Einrichtungen bei Gebäuden

Description:
Einkommensteuer-Durchführungsverordnung (EStDV 1955)
- - Zu § 51 des Gesetzes
§ 82a Erhöhte Absetzungen von Herstellungskosten und Sonderbehandlung von Erhaltungsaufwand für bestimmte Anlagen und Einrichtungen bei Gebäuden

Paragraph: 82a

Full Text:
Einkommensteuer-Durchführungsverordnung (EStDV 1955)
- - Zu § 51 des Gesetzes
§ 82a Erhöhte Absetzungen von Herstellungskosten und Sonderbehandlung von Erhaltungsaufwand für bestimmte Anlagen und Einrichtungen bei Gebäuden

(1)
1             Der Steuerpflichtige kann von den Herstellungskosten

1.  für Maßnahmen, die für den Anschluss eines im Inland belegenen
    Gebäudes an eine Fernwärmeversorgung einschließlich der Anbindung an
    das Heizsystem erforderlich sind, wenn die Fernwärmeversorgung
    überwiegend aus Anlagen der Kraft-Wärme-Kopplung, zur Verbrennung von
    Müll oder zur Verwertung von Abwärme gespeist wird,

2.  für den Einbau von Wärmepumpenanlagen, Solaranlagen und Anlagen zur
    Wärmerückgewinnung in einem im Inland belegenen Gebäude einschließlich
    der Anbindung an das Heizsystem,

3.  für die Errichtung von Windkraftanlagen, wenn die mit diesen Anlagen
    erzeugte Energie überwiegend entweder unmittelbar oder durch
    Verrechnung mit Elektrizitätsbezügen des Steuerpflichtigen von einem
    Elektrizitätsversorgungsunternehmen zur Versorgung eines im Inland
    belegenen Gebäudes des Steuerpflichtigen verwendet wird,
    einschließlich der Anbindung an das Versorgungssystem des Gebäudes,

4.  für die Errichtung von Anlagen zur Gewinnung von Gas, das aus
    pflanzlichen oder tierischen Abfallstoffen durch Gärung unter
    Sauerstoffabschluss entsteht, wenn dieses Gas zur Beheizung eines im
    Inland belegenen Gebäudes des Steuerpflichtigen oder zur
    Warmwasserbereitung in einem solchen Gebäude des Steuerpflichtigen
    verwendet wird, einschließlich der Anbindung an das Versorgungssystem
    des Gebäudes,

5.  für den Einbau einer Warmwasseranlage zur Versorgung von mehr als
    einer Zapfstelle und einer zentralen Heizungsanlage oder bei einer
    zentralen Heizungs- und Warmwasseranlage für den Einbau eines
    Heizkessels, eines Brenners, einer zentralen Steuerungseinrichtung,
    einer Wärmeabgabeeinrichtung und eine Änderung der Abgasanlage in
    einem im Inland belegenen Gebäude oder in einer im Inland belegenen
    Eigentumswohnung, wenn mit der Maßnahme nicht vor Ablauf von zehn
    Jahren seit Fertigstellung dieses Gebäudes begonnen worden ist,

an Stelle der nach § 7 Absatz 4, 5 oder 5a oder § 7b des Gesetzes zu
bemessenden Absetzungen für Abnutzung im Jahr der Herstellung und in
den folgenden neun Jahren jeweils bis zu 10 Prozent absetzen.
2             Nach Ablauf dieser zehn Jahre ist ein etwa noch
vorhandener Restwert den Anschaffungs- oder Herstellungskosten des
Gebäudes oder dem an deren Stelle tretenden Wert hinzuzurechnen; die
weiteren Absetzungen für Abnutzung sind einheitlich für das gesamte
Gebäude nach dem sich hiernach ergebenden Betrag und dem für das
Gebäude maßgebenden Hundertsatz zu bemessen.
3             Voraussetzung für die Inanspruchnahme der erhöhten
Absetzungen ist, dass das Gebäude in den Fällen der Nummer 1 vor dem
1\. Juli 1983 fertiggestellt worden ist; die Voraussetzung entfällt,
wenn der Anschluss nicht schon im Zusammenhang mit der Errichtung des
Gebäudes möglich war.

(2) Die erhöhten Absetzungen können nicht vorgenommen werden, wenn für
dieselbe Maßnahme eine Investitionszulage gewährt wird.

(3)
1             Sind die Aufwendungen für eine Maßnahme im Sinne des
Absatzes 1 Erhaltungsaufwand und entstehen sie bei einer zu eigenen
Wohnzwecken genutzten Wohnung im eigenen Haus, deren Nutzungswert
nicht mehr besteuert wird, und liegen in den Fällen des Absatzes 1 Nr.
1 die Voraussetzungen des Absatzes 1 Satz 3 vor, können die
Aufwendungen wie Sonderausgaben abgezogen werden; sie sind auf das
Jahr, in dem die Arbeiten abgeschlossen worden sind, und die neun
folgenden Jahre gleichmäßig zu verteilen.
2             Entsprechendes gilt bei Aufwendungen zur Anschaffung
neuer Einzelöfen für eine Wohnung, wenn keine zentrale Heizungsanlage
vorhanden ist und die Wohnung seit mindestens zehn Jahren
fertiggestellt ist.
3             § 82b Abs. 2 und 3 gilt entsprechend.

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EStDV-1955
Level: 3.0