Source: https://www.gesetze-im-internet.de/binschausbv/__9.html
Legislation: binschausbv

Title: § 9 Abschlussprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Binnenschiffer/zur Binnenschifferin (BinSchAusbV)
§ 9 Abschlussprüfung

Paragraph: 9

Full Text:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Binnenschiffer/zur Binnenschifferin (BinSchAusbV)
§ 9 Abschlussprüfung

(1) Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage
aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Der Prüfling soll in Teil A der Prüfung in insgesamt höchstens
sieben Stunden eine Arbeitsaufgabe durchführen und mit
branchenüblichen Unterlagen dokumentieren sowie innerhalb dieser Zeit
in insgesamt höchstens 30 Minuten hierüber ein Fachgespräch führen,
das aus mehreren Gesprächsphasen bestehen kann. Für die Arbeitsaufgabe
kommt insbesondere in Betracht:
Mitwirken beim Führen von Schiffen.
Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er Arbeitsabläufe zielorientiert
unter Beachtung wirtschaftlicher, technischer, organisatorischer und
zeitlicher Vorgaben selbständig planen und durchführen,
Arbeitsergebnisse kontrollieren sowie Maßnahmen zur Sicherheit und zum
Gesundheitsschutz bei der Arbeit sowie beim Umweltschutz ergreifen
kann. Des Weiteren soll der Prüfling zeigen, dass er Schiffe an- und
ablegen, technische Einrichtungen bedienen, überwachen und pflegen,
Decksarbeiten ausführen, Draht- und Tauwerk instand halten, mit
Rettungsmitteln und persönlicher Schutzausrüstung umgehen und Beiboote
fahren kann. Durch das Fachgespräch soll der Prüfling zeigen, dass er
fachbezogene Probleme und deren Lösungen darstellen, die für die
Arbeitsaufgabe relevanten fachlichen Hintergründe aufzeigen sowie die
Vorgehensweise bei der Durchführung der Arbeitsaufgabe begründen kann.
Die Ausführung der Arbeitsaufgabe ist mit 85 Prozent und das
Fachgespräch mit 15 Prozent zu gewichten.

(3) Der Prüfling soll in Teil B der Prüfung in den Prüfungsbereichen
Nautik, Schiffsbetriebstechnik, Maschinen- und Motorentechnik sowie
Wirtschafts- und Sozialkunde schriftlich geprüft werden. In den
Prüfungsbereichen Nautik, Schiffsbetriebstechnik sowie Maschinen- und
Motorentechnik sind insbesondere fachliche Probleme mit verknüpften
informationstechnischen, technologischen und mathematischen Inhalten
zu analysieren, zu bewerten und zu lösen. Dabei sollen
Arbeitssicherheits-, Gesundheitsschutz- und Umweltschutzbestimmungen,
Verwendung von Materialien, Einsatz von Werkzeugen und Maschinen sowie
qualitätssichernde Maßnahmen berücksichtigt werden. Es kommen Aufgaben
insbesondere aus folgenden Gebieten in Betracht:

1.  im Prüfungsbereich Nautik:

    a)  rechtliche Vorschriften auf Wasserstraßen,

    b)  Verkehrsgeographie,

    c)  wasserbauliche Anlagen,

    d)  Navigationshilfsmittel;

2.  im Prüfungsbereich Schiffsbetriebstechnik:

    a)  Schiffskonstruktion,

    b)  Verhalten im Wasser,

    c)  Decksausrüstung,

    d)  Be- und Entladung sowie Transport,

    e)  Sicherheitsvorschriften,

    f)  Schiffsbetriebswirtschaft;

3.  im Prüfungsbereich Maschinen- und Motorentechnik:

    a)  Antriebstechnik,

    b)  Vortriebstechnik,

    c)  Elektrotechnik,

    d)  Hydraulik,

    e)  Pneumatik;

4.  im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde:

    Allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge aus der
    Berufs- und Arbeitswelt, die sich auf praxisbezogene Fälle beziehen
    sollen.

(4) Für den Prüfungsteil B ist von folgenden zeitlichen Höchstwerten
auszugehen:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich Nautik

    *   120 Minuten,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich Schiffsbetriebstechnik

    *   90 Minuten,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich Maschinen- und Motorentechnik

    *   90 Minuten,

*    *   4.

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Innerhalb des Prüfungsteils B sind die Prüfungsbereiche wie folgt
zu gewichten:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich Nautik

    *   30 Prozent,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich Schiffsbetriebstechnik

    *   25 Prozent,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich Maschinen- und Motorentechnik

    *   25 Prozent,

*    *   4.

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   20 Prozent.

(6) Teil B der Prüfung ist auf Antrag des Prüflings oder nach Ermessen
des Prüfungsausschusses in einzelnen Prüfungsbereichen durch eine
mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen der Prüfung
den Ausschlag geben kann. Bei der Ermittlung des Ergebnisses für die
mündlich geprüften Prüfungsbereiche sind die jeweiligen bisherigen
Ergebnisse und die entsprechenden Ergebnisse der mündlichen
Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2 : 1 zu gewichten.

(7) Die Prüfung ist bestanden, wenn im Prüfungsteil A und im
Prüfungsteil B jeweils mindestens ausreichende Leistungen erbracht
wurden. In drei der Prüfungsbereiche des Prüfungsteils B müssen
mindestens ausreichende Leistungen, in dem weiteren Prüfungsbereich
des Prüfungsteils B dürfen keine ungenügenden Leistungen erbracht
worden sein.

Collections: bundestag_gesetze
BinSchAusbV
Level: 2.0