Source: https://www.gesetze-im-internet.de/kagb/__284.html
Legislation: kagb

Title: § 284 Anlagebedingungen, Anlagegrenzen

Description:
Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB)
Kapitel 3 - Inländische Spezial-AIF
Abschnitt 2 - Vorschriften für offene inländische Spezial-AIF
Unterabschnitt 4 - Besondere Vorschriften für offene inländische Spezial-AIF mit festen Anlagebedingungen
§ 284 Anlagebedingungen, Anlagegrenzen

Paragraph: 284

Full Text:
Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB)
Kapitel 3 - Inländische Spezial-AIF
Abschnitt 2 - Vorschriften für offene inländische Spezial-AIF
Unterabschnitt 4 - Besondere Vorschriften für offene inländische Spezial-AIF mit festen Anlagebedingungen
§ 284 Anlagebedingungen, Anlagegrenzen

(1) Für offene inländische Spezial-AIF mit festen Anlagebedingungen
gelten § 282 Absatz 1 sowie die §§ 192 bis 211 und 218 bis 260d,
soweit sich aus den Absätzen 2 bis 4 nichts anderes ergibt.

(2) Die AIF-Kapitalverwaltungsgesellschaft kann bei offenen
inländischen Spezial-AIF mit festen Anlagebedingungen von den §§ 192
bis 211, 218 bis 224 und 230 bis 260d abweichen, wenn

1.  die Anleger zustimmen;

2.  für den entsprechenden Spezial-AIF nur die folgenden
    Vermögensgegenstände erworben werden:

    a)  Wertpapiere,

    b)  Geldmarktinstrumente,

    c)  Derivate,

    d)  Bankguthaben,

    e)  Immobilien,

    f)  Beteiligungen an Immobilien-Gesellschaften,

    g)  Anteile oder Aktien an Investmentvermögen,

    h)  Beteiligungen an ÖPP-Projektgesellschaften und Infrastruktur-
        Projektgesellschaften, wenn der Verkehrswert dieser Beteiligungen
        ermittelt werden kann,

    i)  Edelmetalle, unverbriefte Darlehensforderungen und
        Unternehmensbeteiligungen, wenn der Verkehrswert dieser Beteiligungen
        ermittelt werden kann,

    j)  Kryptowerte zu Anlagezwecken, wenn deren Verkehrswert ermittelt werden
        kann;

3.  § 197 Absatz 2, § 276 Absatz 1, § 240 Absatz 1 und 2 Satz 1 Nummer 1
    und § 260 Absatz 3 mit der Maßgabe, dass die Belastung nach § 260
    Absatz 3 Satz 1 insgesamt 60 Prozent des Verkehrswertes der im
    Sondervermögen befindlichen Immobilien nicht überschreiten darf,
    unberührt bleiben und

4.  die Anlagegrenze nach § 221 Absatz 4 hinsichtlich der in § 198 Satz 1
    Nummer 1 genannten Vermögensgegenstände, sofern es sich um Aktien
    handelt, unberührt bleibt.

(3) Die AIF-Kapitalverwaltungsgesellschaft darf für einen offenen
inländischen Spezial-AIF mit festen Anlagebedingungen

1.  in Beteiligungen an Unternehmen, die nicht zum Handel an einer Börse
    zugelassen oder in einen organisierten Markt einbezogen sind und bei
    denen es sich nicht um Gesellschaften im Sinne von Absatz 2 Nummer 2
    Buchstabe f und h handelt, und

2.  Kryptowerte

nur jeweils bis zu 20 Prozent des Wertes des offenen inländischen
Spezial-AIF mit festen Anlagebedingungen anlegen. § 282 Absatz 3 gilt
entsprechend.

(4) Die AIF-Kapitalverwaltungsgesellschaft darf für Rechnung eines
offenen inländischen Spezial-AIF mit festen Anlagebedingungen
kurzfristige Kredite nur bis zur Höhe von 30 Prozent des Wertes des
AIF aufnehmen und darüber hinaus kein Leverage in beträchtlichem
Umfang einsetzen. Die Kriterien zur Bestimmung, wann Leverage in
beträchtlichem Umfang eingesetzt wird, richten sich nach Artikel 111
der Delegierten Verordnung (EU) Nr. 231/2013. § 254 bleibt unberührt;
soweit Kredite zulasten der im Sondervermögen befindlichen Immobilien
aufgenommen werden, ist dieser jedoch mit der Maßgabe anzuwenden, dass
für gemeinschaftliche Rechnung der Anleger Kredite bis zur Höhe von 60
Prozent des Verkehrswertes der im Sondervermögen befindlichen
Immobilien aufgenommen werden dürfen.

(5) § 285 Absatz 3 ist auf die Vergabe von Gelddarlehen für Rechnung
eines offenen inländischen Spezial-AIF mit festen Anlagebedingungen
entsprechend anzuwenden; Absatz 2 Nummer 3 in Verbindung mit § 240
bleibt unberührt.

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KAGB
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