Source: https://www.gesetze-im-internet.de/rpflg_1969/__19a.html
Legislation: rpflg_1969

Title: § 19a Verfahren nach dem internationalen Insolvenzrecht

Description:
Rechtspflegergesetz (RPflG 1969)
Zweiter Abschnitt - Dem Richter vorbehaltene Geschäfte in Familiensachen und auf dem Gebiet der freiwilligen Gerichtsbarkeit sowie in Insolvenzverfahren und schifffahrtsrechtlichen Verteilungsverfahren
§ 19a Verfahren nach dem internationalen Insolvenzrecht

Paragraph: 19a

Full Text:
Rechtspflegergesetz (RPflG 1969)
Zweiter Abschnitt - Dem Richter vorbehaltene Geschäfte in Familiensachen und auf dem Gebiet der freiwilligen Gerichtsbarkeit sowie in Insolvenzverfahren und schifffahrtsrechtlichen Verteilungsverfahren
§ 19a Verfahren nach dem internationalen Insolvenzrecht

(1) In Verfahren nach der Verordnung (EG) Nr. 1346/2000 des Rates vom
29\. Mai 2000 über Insolvenzverfahren (ABl. EG Nr. L 160 S. 1) und nach
Artikel 102 des Einführungsgesetzes zur Insolvenzordnung bleiben dem
Richter vorbehalten:

1.  die Einstellung eines Insolvenzverfahrens zugunsten der Gerichte eines
    anderen Mitgliedstaats nach Artikel 102 § 4 des Einführungsgesetzes
    zur Insolvenzordnung,

2.  die Anordnung von Sicherungsmaßnahmen nach Artikel 38 der Verordnung
    (EG) Nr. 1346/2000.

(2) Im Verfahren nach dem Ausführungsgesetz zum deutsch-
österreichischen Konkursvertrag vom 8. März 1985 (BGBl. I S. 535)
bleiben dem Richter vorbehalten:

1.  die Einstellung eines Verfahrens zugunsten der österreichischen
    Gerichte (§§ 3, 24 des Ausführungsgesetzes),

2.  die Bestellung eines besonderen Konkurs- oder besonderen
    Vergleichsverwalters, wenn der Konkurs- oder Vergleichsverwalter von
    dem Richter ernannt worden ist (§§ 4, 24 des Ausführungsgesetzes),

3.  die Anordnung von Zwangsmaßnahmen einschließlich der Haft (§§ 11, 15,
    24 des Ausführungsgesetzes),

4.  die Entscheidung über die Postsperre (§§ 17, 24 des
    Ausführungsgesetzes).

(3) In Verfahren nach der Verordnung (EU) 2015/848 und nach Artikel
102c des Einführungsgesetzes zur Insolvenzordnung bleiben dem Richter
vorbehalten:

1.  die Entscheidung über die Fortführung eines Insolvenzverfahrens als
    Sekundärinsolvenzverfahren nach Artikel 102c § 2 Absatz 1 Satz 2 des
    Einführungsgesetzes zur Insolvenzordnung,

2.  die Einstellung eines Insolvenzverfahrens zugunsten eines anderen
    Mitgliedstaats nach Artikel 102c § 2 Absatz 1 Satz 2 des
    Einführungsgesetzes zur Insolvenzordnung,

3.  die Entscheidung über das Stimmrecht nach Artikel 102c § 18 Absatz 1
    Satz 2 des Einführungsgesetzes zur Insolvenzordnung,

4.  die Entscheidung über Rechtsbehelfe und Anträge nach Artikel 102c § 21
    des Einführungsgesetzes zur Insolvenzordnung,

5.  die Anordnung von Sicherungsmaßnahmen nach Artikel 52 der Verordnung
    (EU) 2015/848,

6.  die Zuständigkeit für das Gruppen-Koordinationsverfahren nach Kapitel
    V Abschnitt 2 der Verordnung (EU) 2015/848.

Collections: bundestag_gesetze
RPflG-1969
Level: 3.0