Source: https://www.gesetze-im-internet.de/psychthappro/__18.html
Legislation: psychthappro

Title: § 18 Berufsqualifizierende Tätigkeit III – angewandte Praxis der Psychotherapie

Description:
Approbationsordnung für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten (PsychThApprO)
Abschnitt 1 - Studium
Unterabschnitt 3 - Berufspraktische Einsätze
§ 18 Berufsqualifizierende Tätigkeit III – angewandte Praxis der Psychotherapie

Paragraph: 18

Full Text:
Approbationsordnung für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten (PsychThApprO)
Abschnitt 1 - Studium
Unterabschnitt 3 - Berufspraktische Einsätze
§ 18 Berufsqualifizierende Tätigkeit III – angewandte Praxis der Psychotherapie

(1) Die berufsqualifizierende Tätigkeit III – angewandte Praxis der
Psychotherapie dient der Vertiefung der praktischen Kompetenzen in der
psychotherapeutischen Versorgung.

(2) Die studierenden Personen sind während der berufsqualifizierenden
Tätigkeit III – angewandte Praxis der Psychotherapie zu befähigen, die
Inhalte, die sie in der hochschulischen Lehre während der
berufsqualifizierenden Tätigkeit II – vertiefte Praxis der
Psychotherapie erworben haben, in realen Behandlungssettings und im
direkten Kontakt mit Patientinnen und Patienten umzusetzen. Hierzu
sind sie unter Anwendung der wissenschaftlich geprüften und
anerkannten psychotherapeutischen Verfahren und Methoden an der
Diagnostik und der Behandlung von Patientinnen und Patienten zu
beteiligen, indem sie

1.  aufbauend auf wissenschaftlich fundierten Kenntnissen zu psychischen
    Funktionen, Störungen und diagnostischen Grundlagen mittels
    wissenschaftlich geprüfter Methoden Anamnesen und psychodiagnostische
    Untersuchungen bei mindestens zehn Patientinnen und Patienten
    verschiedener Alters- und Patientengruppen aus mindestens vier
    verschiedenen Störungsbereichen mit jeweils unterschiedlichen Schwere-
    und Beeinträchtigungsgraden durchführen, die mindestens die folgenden
    Leistungen umfassen:

    a)  vier Erstgespräche,

    b)  vier Anamnesen, die von den studierenden Personen schriftlich zu
        protokollieren sind und per Video aufgezeichnet werden können,

    c)  vier wissenschaftlich fundierte psychodiagnostische Untersuchungen,

    d)  vier Indikationsstellungen oder Risiko- und Prognoseeinschätzungen
        einschließlich Suizidalitätsabklärung und

    e)  vier Patientenaufklärungen über diagnostische und klassifikatorische
        Befunde,

2.  an mindestens einer psychotherapeutischen ambulanten
    Patientenbehandlung im Umfang von mindestens zwölf
    aufeinanderfolgenden Behandlungsstunden teilnehmen, die unter
    Verknüpfung von klinisch-praktischen Aspekten mit ihren jeweiligen
    wissenschaftlichen Grundlagen durchgeführt wird und zu der begleitend
    diagnostische und therapeutische Handlungen eingeübt werden,

3.  an mindestens zwei weiteren einzelpsychotherapeutischen
    Patientenbehandlungen, bei denen eine Patientin oder ein Patient
    entweder ein Kind oder eine Jugendliche oder ein Jugendlicher sein
    soll, mit unterschiedlicher Indikationsstellung im Umfang von
    insgesamt mindestens zwölf Behandlungsstunden teilnehmen und dabei die
    Diagnostik, die Anamnese und die Therapieplanung übernehmen sowie die
    Zwischen- und Abschlussevaluierung durchführen,

4.  mindestens drei verschiedene psychotherapeutische Basismaßnahmen wie
    Entspannungsverfahren, Psychoedukation oder Informationsgespräche mit
    Angehörigen selbständig, aber unter Anleitung durchführen,

5.  Gespräche mit bedeutsamen Bezugspersonen bei mindestens vier
    Patientenbehandlungen führen und dokumentieren,

6.  mindestens zwölf gruppenpsychotherapeutische Sitzungen begleiten,

7.  selbständig und eigenverantwortlich mindestens ein ausführliches
    psychologisch-psychotherapeutisches Gutachten erstellen, das
    ausschließlich Ausbildungszwecken dienen darf, und

8.  an einrichtungsinternen Fortbildungen teilnehmen.

(3) Für die berufsqualifizierende Tätigkeit III – angewandte Praxis
der Psychotherapie sind mindestens 20 ECTS-Punkte zu vergeben.

(4) Von dem entsprechenden Arbeitsaufwand von 600 Stunden entfallen:

1.  450 Stunden Präsenzzeit in Form von mindestens sechswöchigen
    studienbegleitenden Übungspraktika auf die stationäre oder
    teilstationäre Versorgung und

2.  150 Stunden auf die ambulante Versorgung mit Präsenzzeit während
    laufender Therapien sowie während diagnostisch-gutachterlicher
    Datenerhebungen.

(5) Die berufsqualifizierende Tätigkeit III – angewandte Praxis der
Psychotherapie findet in Hochschulambulanzen, Einrichtungen der
psychotherapeutischen, psychiatrischen, psychosomatischen,
neuropsychologischen Versorgung oder in interdisziplinären
Behandlungszentren mit Psychotherapieschwerpunkt statt. Die Anleitung
der Studierenden nach Absatz 2 erfolgt durch Psychotherapeutinnen und
Psychotherapeuten mit einer abgeschlossenen Weiterbildung oder durch
Psychologische Psychotherapeutinnen und Psychologische
Psychotherapeuten oder Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen
und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten mit entsprechender
Fachkunde.

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PsychThApprO
Level: 4.0