Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bauwiausbv_1999/__27.html
Legislation: bauwiausbv_1999

Title: § 27 Abschlußprüfung/Gesellenprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung in der Bauwirtschaft (BauWiAusbV 1999)
Dritter Teil - Vorschriften für die aufbauenden Ausbildungsberufe nach § 1 Abs. 1 Nr. 2 bis 4 sowie Abs. 2 Nr. 1 bis 3
1. Abschnitt - Maurer/Maurerin
§ 27 Abschlußprüfung/Gesellenprüfung

Paragraph: 27

Full Text:
Verordnung über die Berufsausbildung in der Bauwirtschaft (BauWiAusbV 1999)
Dritter Teil - Vorschriften für die aufbauenden Ausbildungsberufe nach § 1 Abs. 1 Nr. 2 bis 4 sowie Abs. 2 Nr. 1 bis 3
1. Abschnitt - Maurer/Maurerin
§ 27 Abschlußprüfung/Gesellenprüfung

(1) Die Abschlußprüfung erstreckt sich auf die in den Anlagen 1 und 4
aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Der Prüfling soll im praktischen Teil der Prüfung in insgesamt
höchstens acht Stunden eine praktische Aufgabe ausführen. Dabei soll
der Prüfling zeigen, daß er den Arbeitsablauf selbständig planen,
Arbeitszusammenhänge erkennen, das Arbeitsergebnis kontrollieren sowie
Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit und
zum Umweltschutz ergreifen kann. Für die praktische Aufgabe kommen
insbesondere in Betracht:

1.  Herstellen eines Mauerwerkskörpers mit Anschlägen und mit Öffnungen
    oder Nischen einschließlich einer Überdeckung als Bogen sowie mit
    Pfeiler oder Vorlage mit Ausfachungen im Zierverband,

2.  Herstellen eines zweischaligen Mauerwerks mit Luftschicht und
    Wärmedämmung oder

3.  Herstellen einer Schalung einschließlich der Bewehrung für einen
    Balken oder eine Stütze in Verbindung mit einem Mauerwerkskörper.

(3) Der Prüfling soll im schriftlichen Teil der Prüfung in den
Prüfungsbereichen Baukörper aus Steinen, Bauwerke im Hochbau sowie
Wirtschafts- und Sozialkunde geprüft werden. In den Prüfungsbereichen
Baukörper aus Steinen und Bauwerke im Hochbau soll der Prüfling
zeigen, daß er insbesondere durch Verknüpfung von
arbeitsorganisatorischen, technologischen, mathematischen und
zeichnerischen Inhalten praxisbezogene Fälle lösen kann. Dabei sollen
Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit, zum
Umweltschutz und qualitätssichernde Maßnahmen einbezogen werden. Es
kommen Aufgaben insbesondere aus folgenden Gebieten in Betracht:

1.  im Prüfungsbereich Baukörper aus Steinen:

    a)  Mauermörtel,

    b)  Verbandsarten für Mauerwerk,

    c)  ein- und zweischaliges Mauerwerk, Pfeiler und Vorlagen,

    d)  Natursteinmauerwerk,

    e)  Treppen,

    f)  Einfassungen und Ausfachungen,

    g)  Schächte,

    h)  Öffnungen und Überdeckungen,

    i)  Abgasanlagen;

2.  im Prüfungsbereich Bauwerke im Hochbau:

    a)  Wärme-, Kälte-, Schall- und Brandschutz, Wärmedämmverbundsysteme,

    b)  Herstellen von Beton, Betonfestigkeitsklassen,

    c)  Brettschalungen, Schaltafeln, Verbundplatten und Systemschalungen,
        Schalungen für Sichtbeton,

    d)  Bewehrungen,

    e)  Baukörper aus Beton und Stahlbeton,

    f)  Abdichten gegen nichtdrückendes und drückendes Wasser,

    g)  Sanieren, Instandsetzen und Sichern von Baukörpern,

    h)  angrenzende Arbeiten im Ausbau: Bauteile aus Holz, Wärmedämm- und
        Sonderputze, Estriche,

    i)  angrenzende Arbeiten im Tiefbau: Baugruben und Gräben, Verbau und
        offene Wasserhaltung, Pflasterdecken und Plattenbeläge, Ver- und
        Entsorgungsleitungen;

3.  im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde kommen insbesondere in
    Betracht:

    allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der
    Berufs- und Arbeitswelt.

(4) Der schriftliche Teil der Prüfung dauert höchstens:

*    *   1.

    *   im Prüfungsbereich Baukörper aus Steinen

    *   150 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsbereich Bauwerke im Hochbau

    *   150 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Der schriftliche Teil der Prüfung ist auf Antrag des Prüflings
oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen Bereichen
durch eine mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen
der Prüfung den Ausschlag geben kann. Bei der Ermittlung des
Ergebnisses für die mündlich geprüften Prüfungsbereiche sind das
bisherige Ergebnis und das Ergebnis der mündlichen Ergänzungsprüfung
im Verhältnis 2:1 zu gewichten.

(6) Innerhalb des schriftlichen Teils der Prüfung sind die
Prüfungsbereiche wie folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich Baukörper aus Steinen

    *   40 vom Hundert,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich Bauwerke im Hochbau

    *   40 vom Hundert,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   20 vom Hundert.

(7) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils im praktischen und im
schriftlichen Teil der Prüfung sowie innerhalb des schriftlichen Teils
der Prüfung in mindestens zwei Prüfungsbereichen mindestens
ausreichende Leistungen erbracht sind. Wird die Leistung in einem der
Prüfungsbereiche mit ungenügend bewertet, so ist die Prüfung nicht
bestanden.

(8) Hat der Prüfling die Prüfung nach Absatz 7 nicht bestanden,
erfüllt er in dieser Prüfung jedoch die Anforderungen nach § 10, so
hat er den Abschluß Hochbaufacharbeiter/Hochbaufacharbeiterin
erreicht. Die Anforderungen nach § 10 gelten dann als erfüllt, wenn in
dieser Prüfung im praktischen Teil sowie in einem der fachbezogenen
Prüfungsbereiche im schriftlichen Teil (Absatz 3 Nr. 1 und 2) jeweils
mindestens eine ausreichende Leistung erbracht wurde. Außerdem darf in
keinem der fachbezogenen Prüfungsbereiche eine ungenügende Leistung
erbracht worden sein.

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BauWiAusbV-1999
Level: 4.0