Source: https://www.gesetze-im-internet.de/spielzherstausbv/__8.html
Legislation: spielzherstausbv

Title: § 8 Abschlußprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Spielzeughersteller/zur Spielzeugherstellerin (SpielzHerstAusbV)
§ 8 Abschlußprüfung

Paragraph: 8

Full Text:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Spielzeughersteller/zur Spielzeugherstellerin (SpielzHerstAusbV)
§ 8 Abschlußprüfung

(1) Die Abschlußprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage
aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Der Prüfling soll in der praktischen Prüfung in insgesamt
höchstens 14 Stunden eine Arbeitsprobe durchführen und ein
Prüfungsstück in einem der folgenden Produktionsbereiche nach seiner
Wahl anfertigen: figürliches Spielzeug, textiles Spielzeug oder
Holzspielzeug. Wird das Prüfungsstück in dem Bereich figürliches
Spielzeug oder textiles Spielzeug angefertigt, soll die Arbeitsprobe
in dem Bereich Holzspielzeug durchgeführt werden. Wird das
Prüfungsstück in dem Bereich Holzspielzeug angefertigt, soll die
Arbeitsprobe in den Bereichen figürliches oder textiles Spielzeug
durchgeführt werden. Es kommen insbesondere in Betracht:

1.  als Arbeitsprobe:

    a)  Fertigen einer Puppenbekleidung oder einer Plüschhülle aus
        vorgefertigten Teilen oder

    b)  Herstellen einer Holzverbindung an einer stationären
        Holzbearbeitungsmaschine mit Einrichten und Rüsten;

2.  als Prüfungsstück:

    a)  Anfertigen einer Puppe aus vorgefertigten Teilen einschließlich
        Komplettieren und Ausstatten,

    b)  Anfertigen eines Plüschtieres aus vorgefertigten Teilen einschließlich
        Komplettieren und Ausstatten oder

    c)  Anfertigen eines Spielzeuges aus Holz aus vorgefertigten Teilen
        einschließlich Oberflächenbehandlung und Komplettieren.

Dabei soll die Arbeitsprobe mit 30 vom Hundert und das Prüfungsstück
mit 70 vom Hundert gewichtet werden.

(3) Der Prüfling soll in der schriftlichen Prüfung in den
Prüfungsfächern Technologie, Technische Mathematik, Technisches
Zeichnen sowie Wirtschafts- und Sozialkunde geprüft werden. Es kommen
Aufgaben, die sich auf praxisbezogene Fälle beziehen sollen,
insbesondere aus folgenden Gebieten in Betracht:

1.  im Prüfungsfach Technologie:

    a)  Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit, Umweltschutz,

    b)  Aufbau, Funktion und Einsatz von Maschinen und Anlagen zur
        Spielzeugherstellung,

    c)  Techniken der Kunststoffteileherstellung,

    d)  Montage- und Dekorationsarbeiten,

    e)  Arbeitsablauf und Arbeitsorganisation,

    f)  Zusammenhang zwischen Materialien, Verarbeitungstechnik und
        Verwendungszweck,

    g)  Qualitätsmerkmale, Qualitätssicherung und Zertifizierung;

2.  im Prüfungsfach Technische Mathematik:

    a)  Rechnen mit fachspezifischen Kenndaten,

    b)  produkt- und leistungsbezogene Berechnungen;

3.  im Prüfungsfach Technisches Zeichnen:

    a)  norm- und maßstabsgerechte Darstellung von Flächen und Körpern,

    b)  Interpretieren technischer Zeichnungen,

    c)  Gestaltung,

    d)  Farbenlehre;

4.  im Prüfungsfach Wirtschafts- und Sozialkunde:

    allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der
    Berufs- und Arbeitswelt.

(4) Für die schriftliche Prüfung ist von folgenden zeitlichen
Höchstwerten auszugehen:

*    *   1.

    *   im Prüfungsfach Technologie

    *   120 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsfach Technische Mathematik

    *   90 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsfach Technisches Zeichnen

    *   90 Minuten,

*    *   4.

    *   im Prüfungsfach Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Die in Absatz 4 genannte Prüfungsdauer kann insbesondere
unterschritten werden, soweit die schriftliche Prüfung in
programmierter Form durchgeführt wird.

(6) Die schriftliche Prüfung ist auf Antrag des Prüflings oder nach
Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen Fächern durch eine
mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen der Prüfung
den Ausschlag geben kann. Die schriftliche Prüfung hat gegenüber der
mündlichen das doppelte Gewicht.

(7) Innerhalb der schriftlichen Prüfung hat das Prüfungsfach
Technologie gegenüber jedem der übrigen Prüfungsfächer das doppelte
Gewicht.

(8) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils in der praktischen und in
der schriftlichen Prüfung sowie innerhalb der schriftlichen Prüfung im
Prüfungsfach Technologie mindestens ausreichende Leistungen erbracht
sind.

Collections: bundestag_gesetze
SpielzHerstAusbV
Level: 2.0