Source: https://www.gesetze-im-internet.de/g_rtnausbv/__9.html
Legislation: gaertnausbv

Title: § 9 Abschlußprüfung in der Fachrichtung Baumschule

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Gärtner/zur Gärtnerin (GärtnAusbV)
§ 9 Abschlußprüfung in der Fachrichtung Baumschule

Paragraph: 9

Full Text:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Gärtner/zur Gärtnerin (GärtnAusbV)
§ 9 Abschlußprüfung in der Fachrichtung Baumschule

(1) Die Abschlußprüfung in der Fachrichtung Baumschule erstreckt sich
auf die in der Anlage 1a aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse
sowie auf den im Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit
er für die Berufsausbildung wesentlich ist. Sie wird praktisch,
schriftlich und mündlich durchgeführt.

(2) Der Prüfling soll in der praktischen Prüfung in insgesamt
höchstens fünf Stunden fünf komplexe Prüfungsaufgaben durchführen und
jeweils in einem Prüfungsgespräch erläutern. Der Bereich
Pflanzenproduktion soll dabei mit mindestens drei Aufgaben und der
Bereich Ernte und Vermarktung mit mindestens einer Aufgabe vertreten
sein. Der Prüfling soll zeigen, daß er die erworbenen Fertigkeiten und
Kenntnisse praxisbezogen unter Verwendung geeigneter Maschinen, Geräte
und technischer Einrichtungen anwenden kann. Dem Prüfling soll
Gelegenheit gegeben werden, diese Maschinen, Geräte und technischen
Einrichtungen vor der Prüfung kennenzulernen. Bei der praktischen
Prüfung sollen die betrieblichen Ausbildungsschwerpunkte angemessen
berücksichtigt werden. Für die Prüfungsaufgaben kommen insbesondere in
Betracht:

1.  aus dem Bereich Pflanzenproduktion:

    a)  Vermehren von Gehölzen,

    b)  Anlegen von Baumschulquartieren,

    c)  Durchführen von Arbeiten an der Pflanze,

    d)  Aufschulen und Aufpflanzen,

    e)  Durchführen von Pflanzenschutzmaßnahmen,

    f)  Durchführen von Düngungs- und Bewässerungsmaßnahmen;

    dabei sind Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit, Natur- und
    Umweltschutz, rationelle Energie- und Materialverwendung, Wahrnehmen
    und Beurteilen von Vorgängen sowie Beschaffen und Auswerten von
    Informationen einzubeziehen;

2.  aus dem Bereich Ernte und Vermarktung:

    a)  Gehölze roden und ballieren,

    b)  Gehölze sortieren und kennzeichnen,

    c)  Gehölze lagern und versandfertig machen,

    d)  Verkaufen und Beraten;

    dabei sind Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit, Natur- und
    Umweltschutz, rationelle Energie- und Materialverwendung, Wahrnehmen
    und Beurteilen von Vorgängen sowie Beschaffen und Auswerten von
    Informationen einzubeziehen;

(3) Der Prüfling soll in dem Prüfungsfach Kulturführung mündlich, in
den Prüfungsfächern Pflanzenkenntnisse, Betriebliche Zusammenhänge
sowie Wirtschafts- und Sozialkunde schriftlich geprüft werden. Im
Prüfungsfach Kulturführung soll der Ablauf von verschiedenen Kulturen
im Mittelpunkt stehen. Es kommen Fragen und Aufgaben, die sich auf
praxisbezogene Fälle beziehen sollen, insbesondere aus folgenden
Gebieten in Betracht:

1.  im Prüfungsfach Kulturführung:

    a)  Bau und Leben der Pflanze,

    b)  Grundlagen der Züchtung,

    c)  Vermehrung und Jungpflanzenanzucht,

    d)  Arbeiten an der Pflanze,

    e)  kultursteuernde Maßnahmen,

    f)  Böden, Erden und Substrate,

    g)  Düngung und Bewässerung,

    h)  Pflanzenschutz,

    i)  Ernte, Aufbereitung und Lagerung,

    k)  Planen, Vorbereiten und Kontrollieren von Produktion, Dienstleistungen
        und Arbeit;

2.  im Prüfungsfach Pflanzenkenntnisse:

    a)  Erkennen und Benennen von Pflanzen,

    b)  Arten und Sorten marktwichtiger Gehölze und ihre Verwendung,

    c)  typische Absatz- und Blühtermine,

    d)  Wildkräuter und Unkräuter,

    e)  Artenschutz;

3.  im Prüfungsfach Betriebliche Zusammenhänge:

    a)  natürliche und wirtschaftliche Standortfaktoren,

    b)  Kulturräume und andere bauliche Anlagen,

    c)  Maschinen, Geräte, technische Einrichtungen,

    d)  Materialien und Betriebsmittel,

    e)  anwendungsbezogene Berechnungen,

    f)  Vermarktung,

    g)  Natur- und Umweltschutz,

    h)  rationelle Energie- und Materialverwendung,

    i)  einschlägige Rechtsvorschriften,

    k)  Einflußfaktoren auf die menschliche Arbeit,

    l)  Informationsbeschaffung und -auswertung,

    m)  Aufwendungen und Erträge;

4.  im Prüfungsfach Wirtschafts- und Sozialkunde:

    allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der
    Berufs- und Arbeitswelt.

(4) Für die Prüfung nach Absatz 3 ist von folgenden zeitlichen
Höchstwerten auszugehen:

*    *   1.

    *   im Prüfungsfach Kulturführung

    *   60 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsfach Pflanzenkenntnisse

    *   60 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsfach Betriebliche Zusammenhänge

    *   90 Minuten,

*    *   4.

    *   im Prüfungsfach Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Sind in der schriftlichen Prüfung nach Absatz 3 die
Prüfungsleistungen in bis zu zwei Fächern mit mangelhaft und in den
übrigen Fächern mit mindestens ausreichend bewertet worden, so ist auf
Antrag des Prüflings oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in
einem der mit mangelhaft bewerteten Fächer die schriftliche Prüfung
durch eine mündliche Prüfung von etwa 15 Minuten zu ergänzen, wenn
diese für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann. Das Fach
ist vom Prüfling zu bestimmen. Bei der Ermittlung des Ergebnisses für
dieses Fach hat die schriftliche Prüfung gegenüber der mündlichen
Prüfung das doppelte Gewicht.

(6) Innerhalb der Prüfung nach Absatz 2 hat jede Prüfungsaufgabe und
innerhalb der Prüfung nach Absatz 3 hat jedes Prüfungsfach das gleiche
Gewicht. Für die Ermittlung des Gesamtergebnisses sind die
Prüfungsleistungen wie folgt zu gewichten:

*    *   - Prüfung nach Absatz 2

    *   60 Prozent,

*    *   - Prüfung nach Absatz 3

    *   40 Prozent.

(7) Die Prüfung ist bestanden, wenn im Gesamtergebnis und jeweils in
den Prüfungen nach den Absätzen 2 und 3 mindestens ausreichende
Leistungen erbracht worden sind. Sie ist nicht bestanden, wenn eine
der Prüfungsaufgaben nach Absatz 2 oder eines der Prüfungsfächer nach
Absatz 3 mit ungenügend oder zwei der vorgenannten
Prüfungsbestandteile mit mangelhaft bewertet worden sind.

Collections: bundestag_gesetze
GärtnAusbV
Level: 2.0