Source: https://www.gesetze-im-internet.de/_appro_2002/__36.html
Legislation: aeappro_2002

Title: § 36 Eignungsprüfung nach § 3 Absatz 2 Satz 7 der Bundesärzteordnung

Description:
Approbationsordnung für Ärzte (ÄApprO 2002)
Fünfter Abschnitt - Die Approbation
§ 36 Eignungsprüfung nach § 3 Absatz 2 Satz 7 der Bundesärzteordnung

Paragraph: 36

Full Text:
Approbationsordnung für Ärzte (ÄApprO 2002)
Fünfter Abschnitt - Die Approbation
§ 36 Eignungsprüfung nach § 3 Absatz 2 Satz 7 der Bundesärzteordnung

(1) Die Eignungsprüfung nach § 3 Absatz 2 Satz 7 der
Bundesärzteordnung bezieht sich auf die Fächer einschließlich der
Querschnittsbereiche, in denen die zuständige Behörde wesentliche
Unterschiede nach § 3 Absatz 2 Satz 8 der Bundesärzteordnung
festgestellt hat. In der Eignungsprüfung hat der Antragsteller an
praktischen Aufgaben nachzuweisen, dass er in diesen Fächern
einschließlich der Querschnittsbereiche über die Kenntnisse und
Fähigkeiten, auch in der ärztlichen Gesprächsführung, verfügt, die zur
Ausübung des ärztlichen Berufs erforderlich sind.

(2) Die Eignungsprüfung ist eine mündlich-praktische Prüfung mit
Patientenvorstellung, die an einem Tag stattfindet. Die Prüfung wird
in der Regel als Einzelprüfung durchgeführt. Soweit es die zu
prüfenden Fächer zulassen, können bis zu drei Antragstellende
gleichzeitig geprüft werden. Die Dauer der Prüfung ist abhängig vom
Umfang der festgestellten wesentlichen Unterschiede. Sie dauert für
jeden Antragsteller mindestens 30, höchstens 90 Minuten. Die
Patientenvorstellung kann auch mit Hilfe von Simulationspatienten und
Simulationspatientinnen, in begründeten Einzelfällen auch mit Hilfe
von Simulatoren, Modellen oder Medien durchgeführt werden. § 11a gilt
entsprechend.

(3) Die Länder können zur Durchführung der Prüfungen die regulären
Prüfungstermine der staatlichen Prüfung nach § 16 Absatz 1 Satz 2
nutzen; sie haben dabei sicherzustellen, dass die Antragsteller die
Prüfungen innerhalb von sechs Monaten nach der Entscheidung nach § 3
Absatz 2 Satz 8 der Bundesärzteordnung ablegen können. Die nach § 12
Absatz 3 der Bundesärzteordnung zuständige Behörde des Landes stellt
dem Antragsteller die Ladung zur Eignungsprüfung spätestens fünf
Kalendertage vor dem Prüfungstermin zu. Die §§ 18 und 19 gelten
entsprechend.

(4) Die Eignungsprüfung wird in Form einer staatlichen Prüfung vor
einer staatlichen Prüfungskommission in deutscher Sprache abgelegt.
Die Prüfungskommission wird von der nach § 12 Absatz 3 der
Bundesärzteordnung zuständigen Behörde des Landes bestellt. Die
Prüfungskommission besteht aus dem Vorsitzenden und zwei weiteren
Mitgliedern. Für den Vorsitzenden und die weiteren Mitglieder sind
Stellvertreter zu bestellen. Als Vorsitzende, weitere Mitglieder und
Stellvertreter werden Professoren oder andere Lehrkräfte der Fächer,
die Gegenstand der Prüfung sind, bestellt. Stattdessen können als
Mitglieder der Prüfungskommission auch dem Lehrkörper einer
Universität nicht angehörende Fachärzte bestellt werden. Der
Vorsitzende der Prüfungskommission leitet die Prüfung und muss selbst
prüfen. § 15 Absatz 3, 5 Satz 1 und Absatz 6 gilt entsprechend.

(5) Die Prüfungskommission hat dem Antragsteller vor dem
Prüfungstermin einen oder mehrere Patienten mit Bezug zu den in Absatz
1 genannten Fächern einschließlich der Querschnittsbereiche zur
Anamneseerhebung und Untersuchung unter Aufsicht eines Mitglieds der
Prüfungskommission zuzuweisen. Der Antragsteller hat über jeden
Patienten einen Bericht zu fertigen, der Anamnese, Diagnose, Prognose,
Behandlungsplan sowie eine Epikrise des Falles enthält. Der Bericht
ist unverzüglich nach Fertigstellung von einem Mitglied der
Prüfungskommission gegenzuzeichnen und beim Prüfungstermin vorzulegen.
Er ist Gegenstand der Prüfung und in die Bewertung einzubeziehen.

(6) Die Eignungsprüfung ist erfolgreich abgeschlossen, wenn die
Prüfungskommission die Patientenvorstellung und die Leistungen in den
in Absatz 1 genannten Fächern einschließlich der Querschnittsbereiche
jeweils als bestanden bewertet. Das Bestehen der Prüfung setzt
mindestens voraus, dass die Leistung trotz ihrer Mängel noch den
Anforderungen genügt. § 15 Absatz 9 gilt entsprechend.

(7) Die Eignungsprüfung soll mindestens zweimal jährlich angeboten
werden. Sie kann in jedem Fach einschließlich der Querschnittsbereiche
jeweils zweimal wiederholt werden. Über den Verlauf der Prüfung jedes
Antragstellers ist eine von allen Mitgliedern der Prüfungskommission
zu unterzeichnende Niederschrift nach dem Muster der Anlage 18 zu
dieser Verordnung anzufertigen, aus der der Gegenstand der Prüfung,
das Bestehen oder Nichtbestehen der Prüfung, die hierfür tragenden
Gründe sowie etwa vorkommende schwere Unregelmäßigkeiten ersichtlich
sind. Der Vorsitzende der Prüfungskommission leitet die Niederschrift
der nach § 12 Absatz 3 der Bundesärzteordnung zuständigen Behörde des
Landes zu.

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ÄApprO-2002
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