Source: https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__219.html
Legislation: stgb

Title: § 219 Beratung der Schwangeren in einer Not- und Konfliktlage

Description:
Strafgesetzbuch (StGB)
Besonderer Teil -
Sechzehnter Abschnitt - Straftaten gegen das Leben
§ 219 Beratung der Schwangeren in einer Not- und Konfliktlage

Paragraph: 219

Full Text:
Strafgesetzbuch (StGB)
Besonderer Teil -
Sechzehnter Abschnitt - Straftaten gegen das Leben
§ 219 Beratung der Schwangeren in einer Not- und Konfliktlage

(1) Die Beratung dient dem Schutz des ungeborenen Lebens. Sie hat sich
von dem Bemühen leiten zu lassen, die Frau zur Fortsetzung der
Schwangerschaft zu ermutigen und ihr Perspektiven für ein Leben mit
dem Kind zu eröffnen; sie soll ihr helfen, eine verantwortliche und
gewissenhafte Entscheidung zu treffen. Dabei muß der Frau bewußt sein,
daß das Ungeborene in jedem Stadium der Schwangerschaft auch ihr
gegenüber ein eigenes Recht auf Leben hat und daß deshalb nach der
Rechtsordnung ein Schwangerschaftsabbruch nur in Ausnahmesituationen
in Betracht kommen kann, wenn der Frau durch das Austragen des Kindes
eine Belastung erwächst, die so schwer und außergewöhnlich ist, daß
sie die zumutbare Opfergrenze übersteigt. Die Beratung soll durch Rat
und Hilfe dazu beitragen, die in Zusammenhang mit der Schwangerschaft
bestehende Konfliktlage zu bewältigen und einer Notlage abzuhelfen.
Das Nähere regelt das Schwangerschaftskonfliktgesetz.

(2) Die Beratung hat nach dem Schwangerschaftskonfliktgesetz durch
eine anerkannte Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle zu erfolgen.
Die Beratungsstelle hat der Schwangeren nach Abschluß der Beratung
hierüber eine mit dem Datum des letzten Beratungsgesprächs und dem
Namen der Schwangeren versehene Bescheinigung nach Maßgabe des
Schwangerschaftskonfliktgesetzes auszustellen. Der Arzt, der den
Abbruch der Schwangerschaft vornimmt, ist als Berater ausgeschlossen.

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StGB
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