Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bnatschg_2009/__21.html
Legislation: bnatschg_2009

Title: § 21 Biotopverbund, Biotopvernetzung

Description:
Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege (BNatSchG 2009)
Kapitel 4 - Schutz bestimmter Teile von Natur und Landschaft
Abschnitt 1 - Biotopverbund und Biotopvernetzung; geschützte Teile von Natur und Landschaft
§ 21 Biotopverbund, Biotopvernetzung

Paragraph: 21

Full Text:
Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege (BNatSchG 2009)
Kapitel 4 - Schutz bestimmter Teile von Natur und Landschaft
Abschnitt 1 - Biotopverbund und Biotopvernetzung; geschützte Teile von Natur und Landschaft
§ 21 Biotopverbund, Biotopvernetzung

(1) Der Biotopverbund dient der dauerhaften Sicherung der Populationen
wild lebender Tiere und Pflanzen einschließlich ihrer Lebensstätten,
Biotope und Lebensgemeinschaften sowie der Bewahrung,
Wiederherstellung und Entwicklung funktionsfähiger ökologischer
Wechselbeziehungen. Er soll auch zur Verbesserung des Zusammenhangs
des Netzes „Natura 2000“ beitragen.

(2) Der Biotopverbund soll länderübergreifend erfolgen. Die Länder
stimmen sich hierzu untereinander ab.

(3) Der Biotopverbund besteht aus Kernflächen, Verbindungsflächen und
Verbindungselementen. Bestandteile des Biotopverbunds sind

1.  Nationalparke und Nationale Naturmonumente,

2.  Naturschutzgebiete, Natura 2000-Gebiete und Biosphärenreservate oder
    Teile dieser Gebiete,

3.  gesetzlich geschützte Biotope im Sinne des § 30,

4.  weitere Flächen und Elemente, einschließlich solcher des Nationalen
    Naturerbes, des Grünen Bandes sowie Teilen von
    Landschaftsschutzgebieten und Naturparken,

wenn sie zur Erreichung des in Absatz 1 genannten Zieles geeignet
sind.

(4) Die erforderlichen Kernflächen, Verbindungsflächen und
Verbindungselemente sind durch Erklärung zu geschützten Teilen von
Natur und Landschaft im Sinne des § 20 Absatz 2, durch
planungsrechtliche Festlegungen, durch langfristige vertragliche
Vereinbarungen oder andere geeignete Maßnahmen rechtlich zu sichern,
um den Biotopverbund dauerhaft zu gewährleisten.

(5) Unbeschadet des § 30 sind die oberirdischen Gewässer
einschließlich ihrer Randstreifen, Uferzonen und Auen als
Lebensstätten und Biotope für natürlich vorkommende Tier- und
Pflanzenarten zu erhalten. Sie sind so weiterzuentwickeln, dass sie
ihre großräumige Vernetzungsfunktion auf Dauer erfüllen können.

(6) Auf regionaler Ebene sind insbesondere in von der Landwirtschaft
geprägten Landschaften zur Vernetzung von Biotopen erforderliche
lineare und punktförmige Elemente, insbesondere Hecken und Feldraine
sowie Trittsteinbiotope, zu erhalten und dort, wo sie nicht in
ausreichendem Maße vorhanden sind, zu schaffen (Biotopvernetzung).

Collections: bundestag_gesetze
BNatSchG-2009
Level: 4.0