Source: https://www.gesetze-im-internet.de/esanmv/__4.html
Legislation: esanmv

Title: **Maßnahmen zur Verbesserung der Anlageneffizienz**

Description:
Verordnung zur Bestimmung von Mindestanforderungen für energetische Maßnahmen bei zu eigenen Wohnzwecken genutzten Gebäuden nach § 35c des Einkommensteuergesetzes (ESanMV)
**Maßnahmen zur Verbesserung der Anlageneffizienz**

Paragraph: 4

Full Text:
Verordnung zur Bestimmung von Mindestanforderungen für energetische Maßnahmen bei zu eigenen Wohnzwecken genutzten Gebäuden nach § 35c des Einkommensteuergesetzes (ESanMV)
**Maßnahmen zur Verbesserung der Anlageneffizienz**

Von der Steuerermäßigung umfasst sind Maßnahmen zur Optimierung
bestehender Heizungsanlagen, sofern die Heizungsanlagen älter als zwei
Jahre sind. Dazu zählen Maßnahmen, mit denen die Energieeffizienz des
Systems erhöht wird, Maßnahmen zur Emissionsminderung von
Biomasseheizungen sowie die geringinvestive Umstellung von
wasserstofffähigen Heizungen auf den 100-prozentigen
Wasserstoffbetrieb.

Zu den Maßnahmen gehören

–   der hydraulische Abgleich der Heizungsanlage inklusive der Einstellung
    der Heizkurve,

–   der Ersatz von Heizungs-Umwälzpumpen (Nass- und Trockenläuferpumpen)
    und Warmwasser-Zirkulationspumpen durch hocheffiziente Pumpen,

–   die Anpassung der Vorlauftemperatur und der Pumpenleistung,

–   die Installation von Armaturen beziehungsweise Technik zur
    Volumenstromregelung wie voreinstellbare Thermostatventile,
    Einzelraumtemperaturregler, Strangregulierventile und
    Differenzdruckregler, Strangdifferenzdruckregler, Volumenstromregler,
    in Einrohrsystemen Maßnahmen zur Volumenstromregelung und der Umbau
    von Ein- in Zweirohrsysteme,

–   die Wärmedämmung ungedämmter oder unzureichend gedämmter
    Wärmeverteilleitungen,

–   Maßnahmen zur Absenkung der Rücklauftemperatur bei Gebäudenetzen,

–   der Einbau von Flächenheizungen und Heizleisten (System-
    Vorlauftemperaturen*                    35 °C), von
    Niedertemperaturheizkörpern (Vorlauftemperatur*                    55
    °C) und von Wärmespeichern im Gebäude oder gebäudenah (auf dem
    Gebäudegrundstück),

–   der Einbau von Mess-, Steuer- und Regelungstechniken,

–   die Umstellung des Trinkwarmwassersystems, das heißt, seine
    Integration in die Heizungsanlage,

–   elektronisch geregelte Durchlauferhitzer,

–   Rohrinnensanierungen,

–   Filter, Schmutzfänger, Abscheider zur Erhaltung der Funktionalität,
    Effizienz und Lebensdauer von Heizungsanlagen (Schwerkraftfilter,
    Schlammabscheider, Magnetitabscheider, Entgasungsgeräte).

Die Steuerermäßigung setzt bei wassergeführten Heizungssystemen ein
hydraulisch abgeglichenes Heizungssystem voraus. Sofern ein
Heizungssystem nicht abgeglichen ist, muss ein hydraulischer Abgleich
nach Verfahren B gemäß Bestätigungsformular des hydraulischen
Abgleichs sowie der zugehörigen Fachregel der „VdZ –
Wirtschaftsvereinigung Gebäude und Energie e. V.“
(www.vdzev.de/broschueren/formulare-hydraulischer-abgleich)
durchgeführt werden. Es ist nicht ausreichend, den hydraulischen
Abgleich nur für einen Teil des Heizsystems, beispielsweise eine
einzelne Wohneinheit in einem Mehrfamilienhaus mit Zentralheizung,
durchzuführen. Weiterhin ist bei luftheizenden Systemen zu bestätigen,
dass die Luftvolumenströme gemäß den rechnerisch ermittelten
Einstellwerten einreguliert wurden.

Pumpen müssen mindestens folgende Anforderungen erfüllen:

–   Nassläufer-Umwälzpumpen: Energieeffizienzindex EEI*
    0,2 gemäß Verordnung (EU) Nr. 641/2009 in geltender Fassung;

–   Trinkwarmwasser-Zirkulationspumpen: Energieeffizienzindex EEI*
    0,2 in Anlehnung an die Verordnung (EU) Nr. 641/2009 in geltender
    Fassung;

–   Trockenläufer-Umwälzpumpen: Elektromotor der Klasse IE4 und
    Pumpeneffizienz MEI*                    0,6 gemäß Verordnung (EU) Nr.
    547/2012.

Für den Ersatz und erstmaligen Einbau von Pufferspeichern gilt:
Wärmespeicher sind von der Steuerermäßigung umfasst, wenn sie
Effizienzklasse A oder A+ gemäß Verordnung (EU) Nr. 812/2013 erreichen
oder ihre Warmhalteverluste S in Watt in Abhängigkeit vom
Speichervolumen V in Litern weniger als 8,5 W + 4,25 W/l V0,4 gemäß
Verordnung (EU) Nr. 814/2013 betragen.

Nicht umfasst ist der Einbau beziehungsweise Austausch von Wärme- oder
Stromerzeugern.

Anlagen zur Trinkwarmwassererwärmung (zum Beispiel solarthermische
Warmwasserbereitung) sind Bestandteil der Heizungsanlage.

Collections: bundestag_gesetze
ESanMV
Level: 2.0