Source: https://www.gesetze-im-internet.de/tierschnutztv/__30.html
Legislation: tierschnutztv

Title: § 30 Besondere Anforderungen an das Halten von Jungsauen und Sauen

Description:
Verordnung zum Schutz landwirtschaftlicher Nutztiere und anderer zur Erzeugung tierischer Produkte gehaltener Tiere bei ihrer Haltung (TierSchNutztV)
Abschnitt 5 - Anforderungen an das Halten von Schweinen
§ 30 Besondere Anforderungen an das Halten von Jungsauen und Sauen

Paragraph: 30

Full Text:
Verordnung zum Schutz landwirtschaftlicher Nutztiere und anderer zur Erzeugung tierischer Produkte gehaltener Tiere bei ihrer Haltung (TierSchNutztV)
Abschnitt 5 - Anforderungen an das Halten von Schweinen
§ 30 Besondere Anforderungen an das Halten von Jungsauen und Sauen

(1) Jungsauen und Sauen dürfen nur nach Maßgabe der Absätze 2 bis 8
gehalten werden.

(2) Jungsauen und Sauen sind in der Gruppe zu halten. Dabei muss,
vorbehaltlich des Absatzes 2a, abhängig von der Gruppengröße
mindestens eine uneingeschränkt nutzbare Bodenfläche nach folgender
Tabelle zur Verfügung stehen:

*    *
    *   Fläche in Quadratmetern

*    *
    *   bei einer Gruppengröße bis 5 Tiere

    *   bei einer Gruppengröße von 6 bis 39 Tieren

    *   bei einer Gruppengröße von 40 oder mehr Tieren

*    *   je Jungsau

    *   1,85

    *   1,65

    *   1,5

*    *   je Sau

    *   2,5

    *   2,25

    *   2,05.

Ein Teil der Bodenfläche, der 0,95 Quadratmeter je Jungsau und 1,3
Quadratmeter je Sau nicht unterschreiten darf, muss als Liegebereich
nach § 22 Absatz 3 Nummer 8 zur Verfügung stehen. Die Sätze 1 bis 3
gelten nicht

1.  in Betrieben mit weniger als zehn Sauen,

2.  für das Halten von Jungsauen und Sauen im Zeitraum von einer Woche vor
    dem voraussichtlichen Abferkeltermin bis zum Absetzen ihrer Ferkel,

3.  für das Halten von kranken oder verletzten Jungsauen und Sauen.

(2a) Im Zeitraum ab dem Absetzen ihrer Ferkel bis zur Besamung muss
Sauen eine uneingeschränkt nutzbare Bodenfläche von mindestens fünf
Quadratmetern je Sau zur Verfügung stehen. Von dieser Bodenfläche muss

1.  ein Teil, der 1,3 Quadratmeter je Sau nicht unterschreiten darf, als
    Liegebereich nach § 22 Absatz 3 Nummer 8 und

2.  ein weiterer Teil als Aktivitätsbereich

zur Verfügung gestellt werden. Dabei müssen für die Sauen
Rückzugsmöglichkeiten in ausreichendem Umfang vorhanden sein. Fress-
Liegebuchten nach § 24 Absatz 5 oder sonstige Fressplätze stellen
keine Rückzugsmöglichkeit im Sinne von Satz 3 dar.

(2b) Werden Jungsauen oder Sauen im Zeitraum von einer Woche vor dem
voraussichtlichen Abferkeltermin bis zum Absetzen ihrer Ferkel nicht
in der Gruppe gehalten, dürfen sie nur in Buchten gehalten werden, die
den Anforderungen des § 24 Absatz 4 entsprechen. Dabei dürfen
Jungsauen und Sauen nur für einen Zeitraum von längstens fünf Tagen,
der die Zeit beinhaltet, in der die Jungsau oder Sau abferkelt, im
Kastenstand gehalten werden.

(2c) Es sind Maßnahmen zu treffen, um Aggressionen in Gruppen auf ein
Minimum zu beschränken.

(3) Kranke oder verletzte Jungsauen oder Sauen, die abgesondert worden
sind, sind so zu halten, dass sie sich jederzeit ungehindert umdrehen
können. § 4 Absatz 1 Nummer 3 bleibt unberührt. Soweit Jungsauen oder
Sauen in Betrieben mit weniger als zehn Sauen nicht in der Gruppe
gehalten werden, gilt, vorbehaltlich des Absatzes 2b, Satz 1
entsprechend.

(4) Im Fall des Absatzes 2b Satz 2 dürfen Jungsauen und Sauen im
Kastenstand nur gehalten werden, wenn nicht offensichtlich erkennbar
ist, dass diese Haltungsform zu nachhaltiger Erregung führt, die
insbesondere durch Gabe von Beschäftigungsmaterial nicht abgestellt
werden kann.

(5) Die Anbindehaltung ist verboten.

(6) Trächtige Jungsauen und Sauen sind bis eine Woche vor dem
voraussichtlichen Abferkeltermin mit Alleinfutter mit einem
Rohfasergehalt in der Trockenmasse von mindestens 8 Prozent oder so zu
füttern, dass die tägliche Aufnahme von mindestens 200 Gramm Rohfaser
je Tier gewährleistet ist.

(7) Trächtige Jungsauen und Sauen sind erforderlichenfalls gegen
Parasiten zu behandeln und vor dem Einstallen in die Abferkelbucht zu
reinigen. In der Woche vor dem voraussichtlichen Abferkeltermin muss
jeder Jungsau oder Sau ausreichend Stroh oder anderes Material zur
Befriedigung ihres Nestbauverhaltens zur Verfügung gestellt werden,
soweit dies nach dem Stand der Technik mit der vorhandenen Anlage zur
Kot- und Harnentsorgung vereinbar ist.

(8) § 28 Absatz 2 Nummer 3 bis 5 gilt entsprechend.

Collections: bundestag_gesetze
TierSchNutztV
Level: 3.0