Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bjagdg/__22.html
Legislation: bjagdg

Title: § 22 Jagd- und Schonzeiten

Description:
Bundesjagdgesetz (BJagdG)
V. Abschnitt - Jagdbeschränkungen, Pflichten bei der Jagdausübung und Beunruhigen von Wild
§ 22 Jagd- und Schonzeiten

Paragraph: 22

Full Text:
Bundesjagdgesetz (BJagdG)
V. Abschnitt - Jagdbeschränkungen, Pflichten bei der Jagdausübung und Beunruhigen von Wild
§ 22 Jagd- und Schonzeiten

(1) Nach den in § 1 Abs. 2 bestimmten Grundsätzen der Hege bestimmt
das Bundesministerium durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des
Bundesrates die Zeiten, in denen die Jagd auf Wild ausgeübt werden
darf (Jagdzeiten). Außerhalb der Jagdzeiten ist Wild mit der Jagd zu
verschonen (Schonzeiten). Die Länder können die Jagdzeiten abkürzen
oder aufheben; sie können die Schonzeiten für bestimmte Gebiete oder
für einzelne Jagdbezirke aus besonderen Gründen, insbesondere aus
Gründen der Wildseuchenbekämpfung und Landeskultur, zur Beseitigung
kranken oder kümmernden Wildes, zur Vermeidung von übermäßigen
Wildschäden, zu wissenschaftlichen, Lehr- und Forschungszwecken, bei
Störung des biologischen Gleichgewichts oder der Wildhege aufheben.
Für den Lebendfang von Wild können die Länder in Einzelfällen
Ausnahmen von Satz 2 zulassen.

(2) Wild, für das eine Jagdzeit nicht festgesetzt ist, ist während des
ganzen Jahres mit der Jagd zu verschonen. Die Länder können bei
Störung des biologischen Gleichgewichts oder bei schwerer Schädigung
der Landeskultur Jagdzeiten festsetzen oder in Einzelfällen zu
wissenschaftlichen, Lehr- und Forschungszwecken Ausnahmen zulassen.

(3) Aus Gründen der Landeskultur können Schonzeiten für Wild gänzlich
versagt werden (Wild ohne Schonzeit).

(4) In den Setz- und Brutzeiten dürfen bis zum Selbständigwerden der
Jungtiere die für die Aufzucht notwendigen Elterntiere, auch die von
Wild ohne Schonzeit, nicht bejagt werden. Die Länder können für
Schwarzwild, Wildkaninchen, Fuchs, Ringel- und Türkentaube, Silber-
und Lachmöwe sowie für nach Landesrecht dem Jagdrecht unterliegende
Tierarten aus den in Absatz 2 Satz 2 und Absatz 3 genannten Gründen
sowie zur Bekämpfung von Tierseuchen Ausnahmen bestimmen. Die nach
Landesrecht zuständige Behörde kann im Einzelfall das Aushorsten von
Nestlingen und Ästlingen der Habichte für Beizzwecke aus den in
Artikel 9 Absatz 1 Buchstabe c der Richtlinie 2009/147/EG genannten
Gründen und nach den in Artikel 9 Absatz 2 der Richtlinie 2009/147/EG
genannten Maßgaben genehmigen. Das Ausnehmen der Gelege von Federwild
ist verboten. Die Länder können zulassen, daß Gelege in Einzelfällen
zu wissenschaftlichen, Lehr- und Forschungszwecken oder für Zwecke der
Aufzucht ausgenommen werden. Die Länder können ferner das Sammeln der
Eier von Ringel- und Türkentauben sowie von Silber- und Lachmöwen aus
den in Artikel 9 Absatz 1 der Richtlinie 2009/147/EG genannten Gründen
und nach den in Artikel 9 Absatz 2 der Richtlinie 2009/147/EG
genannten Maßgaben erlauben.

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BJagdG
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