Source: https://www.gesetze-im-internet.de/awaffv/__13.html
Legislation: awaffv

Title: § 13 Aufbewahrung von Waffen oder Munition

Description:
Allgemeine Waffengesetz-Verordnung (AWaffV)
Abschnitt 5 - Aufbewahrung von Waffen und Munition
§ 13 Aufbewahrung von Waffen oder Munition

Paragraph: 13

Full Text:
Allgemeine Waffengesetz-Verordnung (AWaffV)
Abschnitt 5 - Aufbewahrung von Waffen und Munition
§ 13 Aufbewahrung von Waffen oder Munition

(1) Schusswaffen, deren Erwerb und Besitz erlaubnispflichtig sind,
verbotene Waffen und verbotene Munition sind ungeladen und in einem
Behältnis aufzubewahren, das

1.[^F798889_02_BJNR212300003BJNE001503128]
  mindestens der Norm DIN/EN 1143-1 (Stand Mai 1997, Oktober 2002,
    Februar 2006, Januar 2010, Juli 2012 oder Juli 2019)
    mit dem in Absatz 2 geregelten Widerstandsgrad und Gewicht entspricht
    und

2.  zum Nachweis dessen über eine Zertifizierung durch eine akkreditierte
    Stelle gemäß Absatz 10 verfügt.

Der in Satz 1 Nummer 1 genannten Norm gleichgestellt sind Normen eines
anderen Mitgliedstaates des Übereinkommens über den Europäischen
Wirtschaftsraum, die das gleiche Schutzniveau aufweisen. Die
zuständige Behörde kann eine andere gleichwertige Aufbewahrung der
Waffen und Munition zulassen. Vergleichbar gesicherte Räume sind als
gleichwertig anzusehen. Alternative Sicherungseinrichtungen, die keine
Behältnisse oder Räume sind, sind zulässig, sofern sie

1.  ein den jeweiligen Anforderungen mindestens gleichwertiges
    Schutzniveau aufweisen und

2.  zum Nachweis dessen über eine Zertifizierung durch eine akkreditierte
    Stelle gemäß Absatz 10 verfügen.

(2) Wer Waffen oder Munition besitzt, hat diese ungeladen und unter
Beachtung der folgenden Sicherheitsvorkehrungen und zahlenmäßigen
Beschränkungen aufzubewahren:

1.  mindestens in einem verschlossenen Behältnis: Waffen oder Munition,
    deren Erwerb von der Erlaubnispflicht freigestellt ist;

2.  mindestens in einem Stahlblechbehältnis ohne Klassifizierung mit
    Schwenkriegelschloss oder einer gleichwertigen Verschlussvorrichtung
    oder in einem gleichwertigen Behältnis: Munition, deren Erwerb nicht
    von der Erlaubnispflicht freigestellt ist;

3.[^F798889_03_BJNR212300003BJNE001503128]
  in einem Sicherheitsbehältnis, das mindestens der Norm DIN/EN 1143-1
    Widerstandsgrad 0 (Stand Mai 1997, Oktober 2002, Februar 2006, Januar
    2010, Juli 2012 oder Juli 2019 )
    entspricht und bei dem das Gewicht des Behältnisses 200 Kilogramm
    unterschreitet:

    a)  eine unbegrenzte Anzahl von Langwaffen und insgesamt bis zu fünf nach
        Anlage 2 Abschnitt 1 Nummer 1.1 bis 1.2.3 und 1.2.5 des Waffengesetzes
        verbotene Waffen und Kurzwaffen (Anlage 1 Abschnitt 1 Unterabschnitt 1
        Nummer 2.5 des Waffengesetzes), für deren Erwerb und Besitz es ihrer
        Art nach einer Erlaubnis bedarf, und

    b)  zusätzlich eine unbegrenzte Anzahl nach Anlage 2 Abschnitt 1 Nummer
        1\.2.4 bis 1.2.4.2 und 1.3 bis 1.4.4 des Waffengesetzes verbotener
        Waffen sowie

    c)  zusätzlich Munition;

4.[^F798889_04_BJNR212300003BJNE001503128]
  in einem Sicherheitsbehältnis, das mindestens der Norm DIN/EN 1143-1
    Widerstandsgrad 0 (Stand Mai 1997, Oktober 2002, Februar 2006, Januar
    2010, Juli 2012 oder Juli 2019 )
    entspricht und bei dem das Gewicht des Behältnisses mindestens 200
    Kilogramm beträgt:

    a)  eine unbegrenzte Anzahl von Langwaffen und bis zu zehn nach Anlage 2
        Abschnitt 1 Nummer 1.1 bis 1.2.3 und 1.2.5 des Waffengesetzes
        verbotene Waffen und Kurzwaffen (Anlage 1 Abschnitt 1 Unterabschnitt 1
        Nummer 2.5 des Waffengesetzes), für deren Erwerb und Besitz es ihrer
        Art nach einer Erlaubnis bedarf, und

    b)  zusätzlich eine unbegrenzte Anzahl nach Anlage 2 Abschnitt 1 Nummer
        1\.2.4 bis 1.2.4.2 und 1.3 bis 1.4.4 des Waffengesetzes verbotener
        Waffen sowie

    c)  zusätzlich Munition;

5.[^F798889_05_BJNR212300003BJNE001503128]
  in einem Sicherheitsbehältnis, das mindestens der Norm DIN/EN 1143-1
    Widerstandsgrad I (Stand Mai 1997, Oktober 2002, Februar 2006, Januar
    2010, Juli 2012 oder Juli 2019 )
    entspricht:

    a)  eine unbegrenzte Anzahl von Lang- und Kurzwaffen (Anlage 1 Abschnitt 1
        Unterabschnitt 1 Nummer 2.5 des Waffengesetzes), für deren Erwerb und
        Besitz es ihrer Art nach einer Erlaubnis bedarf,

    b)  eine unbegrenzte Anzahl nach Anlage 2 Abschnitt 1 Nummer 1.1 bis 1.4.4
        des Waffengesetzes verbotener Waffen sowie

    c)  Munition.

(3) Bei der Bestimmung der Zahl der Waffen, die nach Absatz 2 in einem
Sicherheitsbehältnis aufbewahrt werden dürfen, bleiben außer Betracht:

1.  wesentliche Teile von Schusswaffen und Schalldämpfer nach Anlage 1
    Abschnitt 1 Unterabschnitt 1 Nummer 1.3 bis 1.3.3 des Waffengesetzes,

2.  Vorrichtungen nach Anlage 2 Abschnitt 1 Nummer 1.2.4.1 des
    Waffengesetzes, die das Ziel beleuchten oder markieren, und

3.  Nachtsichtgeräte, -vorsätze und -aufsätze sowie Nachtzielgeräte nach
    Anlage 2 Abschnitt 1 Nummer 1.2.4.2 des Waffengesetzes.

Satz 1 Nummer 1 gilt nur, sofern die zusammen aufbewahrten
wesentlichen Teile nicht zu einer schussfähigen Waffe zusammengefügt
werden können.

(4) In einem nicht dauernd bewohnten Gebäude dürfen nur bis zu drei
Langwaffen, zu deren Erwerb und Besitz es einer Erlaubnis bedarf,
aufbewahrt werden. Die Aufbewahrung darf nur in einem mindestens der
Norm DIN/EN 1143-1 Widerstandsgrad I entsprechenden
Sicherheitsbehältnis erfolgen. Die zuständige Behörde kann
Abweichungen in Bezug auf die Art oder Anzahl der aufbewahrten Waffen
oder das Sicherheitsbehältnis auf Antrag zulassen.

(5) Die zuständige Behörde kann auf Antrag bei einer Waffen- oder
Munitionssammlung unter Berücksichtigung der Art und der Anzahl der
Waffen oder der Munition und ihrer Gefährlichkeit für die öffentliche
Sicherheit und Ordnung von den Vorgaben der Absätze 1, 2 und 4
insbesondere unter dem Gesichtspunkt der Sichtbarkeit zu
Ausstellungszwecken abweichen und dabei geringere oder höhere
Anforderungen an die Aufbewahrung stellen; bei Sammlungen von Waffen,
deren Modell vor dem 1. Januar 1871 entwickelt worden ist, und bei
Munitionssammlungen soll sie geringere Anforderungen stellen. Dem
Antrag ist ein Aufbewahrungskonzept beizugeben.

(6) Die zuständige Behörde kann auf Antrag von Anforderungen an
Sicherheitsbehältnisse, Waffenräume oder alternative
Sicherungseinrichtungen nach den Absätzen 1 und 2 absehen, wenn ihre
Einhaltung unter Berücksichtigung der Art und der Anzahl der Waffen
und der Munition und ihrer Gefährlichkeit für die öffentliche
Sicherheit und Ordnung eine besondere Härte darstellen würde. In
diesem Fall hat sie die niedrigeren Anforderungen festzusetzen.

(7) Bestehen begründete Zweifel, dass Normen anderer EWR-
Mitgliedstaaten im Schutzniveau den in den Absätzen 1 und 2 genannten
Normen gleichwertig sind, kann die Behörde vom Verpflichteten die
Vorlage einer Stellungnahme insbesondere des Deutschen Instituts für
Normung verlangen.

(8) Die gemeinschaftliche Aufbewahrung von Waffen oder Munition durch
berechtigte Personen, die in einer häuslichen Gemeinschaft leben, ist
zulässig.

(9) Bei der vorübergehenden Aufbewahrung von Waffen im Sinne des
Absatzes 1 Satz 1 oder des Absatzes 2 oder von Munition außerhalb der
Wohnung, insbesondere im Zusammenhang mit der Jagd oder dem
sportlichen Schießen, hat der Verpflichtete die Waffen oder Munition
unter angemessener Aufsicht aufzubewahren oder durch sonstige
erforderliche Vorkehrungen gegen Abhandenkommen oder unbefugte
Ansichnahme zu sichern, wenn die Aufbewahrung gemäß den Anforderungen
des Absatzes 1 und 2 nicht möglich ist.

(10) Die Konformitätsbewertung von Sicherheitsbehältnissen und
Sicherungseinrichtungen nach den Absätzen 1 und 2 erfolgt durch
akkreditierte Stellen. Akkreditierte Stellen sind Stellen, die

1.  Konformitätsbewertungen auf dem Gebiet der Zertifizierung von
    Erzeugnissen des Geldschrank- und Tresorbaus einschließlich Schlössern
    zum Schutz gegen Einbruchdiebstahl vornehmen und

2.  hierfür über eine Akkreditierung einer nationalen
    Akkreditierungsstelle nach Artikel 4 Absatz 1 der Verordnung (EG) Nr.
    765/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 9. Juli 2008
    über die Vorschriften für die Akkreditierung und Marktüberwachung im
    Zusammenhang mit der Vermarktung von Produkten und zur Aufhebung der
    Verordnung (EWG) Nr. 339/93 des Rates (ABl. L 218 vom 13.8.2008, S.
    30) in der jeweils geltenden Fassung verfügen.

Als nationale Akkreditierungsstellen gelten

1.  Stellen, die nach § 8 des Akkreditierungsstellengesetzes vom 31. Juli
    2009 (BGBl. I S. 2625), das zuletzt durch Artikel 4 Absatz 79 des
    Gesetzes vom 18. Juli 2016 (BGBl. I S. 1666) geändert worden ist, in
    der jeweils geltenden Fassung beliehen oder errichtet sind, und

2.  jede andere von einem Mitgliedstaat oder einem Staat des Europäischen
    Wirtschaftsraums nach Artikel 4 Absatz 1 der Verordnung (EG) Nr.
    765/2008 als nationale Akkreditierungsstelle benannte Stelle.

    Zu beziehen bei der Beuth-Verlag GmbH, Berlin, und in der Deutschen
    Nationalbibliothek archivmäßig gesichert niedergelegt.
[^F798889_02_BJNR212300003BJNE001503128]:     Zu beziehen bei der Beuth-Verlag GmbH, Berlin, und in der Deutschen
    Nationalbibliothek archivmäßig gesichert niedergelegt.
[^F798889_03_BJNR212300003BJNE001503128]:     Zu beziehen bei der Beuth-Verlag GmbH, Berlin, und in der Deutschen
    Nationalbibliothek archivmäßig gesichert niedergelegt.
[^F798889_04_BJNR212300003BJNE001503128]:     Zu beziehen bei der Beuth-Verlag GmbH, Berlin, und in der Deutschen
    Nationalbibliothek archivmäßig gesichert niedergelegt.
[^F798889_05_BJNR212300003BJNE001503128]:

Collections: bundestag_gesetze
AWaffV
Level: 3.0