Source: https://www.gesetze-im-internet.de/schutsev/__3.html
Legislation: schutsev

Title: unter Berücksichtigung der vorhandenen Umgebungsfeldstärken

Description:
Verordnung zum Schutz von öffentlichen Telekommunikationsnetzen und Sende- und Empfangsfunkanlagen, die in definierten Frequenzbereichen zu Sicherheitszwecken betrieben werden (SchuTSEV)
unter Berücksichtigung der vorhandenen Umgebungsfeldstärken

Paragraph: 3

Full Text:
Verordnung zum Schutz von öffentlichen Telekommunikationsnetzen und Sende- und Empfangsfunkanlagen, die in definierten Frequenzbereichen zu Sicherheitszwecken betrieben werden (SchuTSEV)
unter Berücksichtigung der vorhandenen Umgebungsfeldstärken

A.4.1**** Problembeschreibung ****

    Bei Messungen am Aufstell- und Betriebsort von TK-Anlagen entsprechen
    die Umgebungsfeldstärken häufig nicht den in Absatz 5.4 der EN
    55016-1-4 gegebenen Empfehlungen für die Funkfrequenzumgebung auf
    Messplätzen.

    Die Störaussendung liegt oft innerhalb der Frequenzbereiche der
    Umgebungsfeldstärken und kann aufgrund des unzureichenden
    Frequenzabstands zwischen Störaussendung und Umgebungsfeldstärke oder
    aufgrund von Überlagerung nicht mit einem Funkstörmessempfänger
    gemessen werden, der den Anforderungen aus EN 55016-1-1 entspricht.
    Der Messempfänger ist in solchen Fällen u. U. nicht in der Lage,
    zwischen Störaussendungen aus der TK-Anlage (dem TK-Netz) und
    Umgebungsfeldstärken zu unterscheiden.

    Nachstehend wird ein modifiziertes Messverfahren beschrieben, das auch
    unter hoher Umgebungsbelastung die Unterscheidung zwischen
    Störaussendungen aus TK-Anlagen und -Netzen und den vorhandenen
    Umgebungsfeldstärken ermöglicht.

A.4.2**** Messverfahren ****

**A.4.2.1** **Übersicht**

    Folgende Kombinationen aus Störaussendung und Umgebungsfeldstärken
    können auftreten:

    *        *   **Tabelle A.4.1**
            **Kombinationen von Störaussendung**
            **und Umgebungsfeldstärken**

    *        *   Störaussendung des
            Messobjekts

        *   Umgebungsfeldstärken

    *        *   Schmalband

        *   Schmalband

    *        *   Breitband

    *        *   Breitband

        *   Schmalband

    *        *   Breitband

    Bei der Messung Störaussendungen sind zwei Probleme zu lösen:

    –   erstens sind die Störaussendungen des Messobjekts aus der
        Umgebungsfeldstärke zu identifizieren und

    –   zweitens ist zwischen schmalbandiger und breitbandiger Aussendung zu
        unterscheiden.

    Moderne Messempfänger und Spektrumanalysatoren bieten hierzu
    verschiedene Messbandbreiten und Arten von Detektoren. Diese können
    zur Analyse des Spektrums des Summensignals, zur Unterscheidung
    zwischen den Spektren der Störaussendung und den Umgebungsfeldstärken,
    zur Unterscheidung zwischen schmalbandigen und breitbandigen
    Aussendungen und zur Messung (oder in schwierigen Fällen zumindest zur
    Abschätzung) der Störaussendung eingesetzt werden.

**A.4.2.2** **Messverfahren für Störaussendungen unter Berücksichtigung der
    vorhandenen schmalbandigen Umgebungsfeldstärken**

    Je nach Art der Störaussendung des Messobjekts beruht die Messung auf:

    –   der Analyse des Spektrums des Summensignals mit einer Bandbreite, die
        schmaler ist als die in EN 55016-1-1 vorgegebene Bandbreite des
        Messempfängers,

    –   der Festlegung einer geeigneten Messbandbreite für die Identifizierung
        einer schmalbandigen Störaussendung in der Nähe der
        Umgebungsfeldstärken,

    –   dem Einsatz des Spitzenwert-Detektors (PK-Detektor, wenn die Störung
        amplituden- oder pulsmoduliert ist) oder des Mittelwert-Detektors (AV-
        Detektor),

    –   der Erhöhung des Störabstands S/N im Falle einer schmalbandigen
        Störaussendung innerhalb einer relativ breitbandigen
        Umgebungsfeldstärke bei einer schmaleren Messbandbreite und

    –   der Berücksichtigung der Überlagerung aus Störaussendung und
        Umgebungsfeldstärke, falls eine Trennung nicht möglich ist.

**A.4.2.3** **Messverfahren für die Störaussendung des Messobjekts unter
    Berücksichtigung der vorhandenen breitbandigen Umgebungsfeldstärken**

    Das Messverfahren beruht in diesem Fall auf:

    –   der Analyse des Spektrums des Summensignals mit einer Bandbreite, die
        der des Messempfängers nach EN 55016-1-1 entspricht,

    –   der Messung mit einer schmalen Bandbreite (bei schmalbandiger
        Störaussendung erhöht eine schmale Bandbreite den Störabstand S/N),

    –   dem Einsatz des Mittelwert-Detektors für die schmalbandige
        Störaussendung und

    –   der Berücksichtigung der Überlagerung der Störaussendung und der
        Umgebungsfeldstärke, falls eine Trennung nicht möglich ist.

**A.4.3** **Korrektur des Messergebnisses bei Überlagerung**

    Bei einer Überlagerung von Störaussendungen mit Signalen aus der
    Umgebung kommt es im Empfangskanal des Funkstörmessempfängers zur
    Überlagerung beider Signale, die zu einer Überhöhung der
    Messwertanzeige führt. Diese Überhöhung kann wie folgt ermittelt
    werden:

    1.  Der Pegel der Umgebungsfeldstärke
        E
        a ****                          in dB(*                         V/m)
        ist durch Abschalten der Störquelle zu messen.

    2.  Der Pegel der resultierenden Feldstärke
        E
        r ****                          in dB(*                         V/m)
        (Messwertanzeige) ist durch Anschalten der Störquelle zu messen.

    3.  Das Amplitudenverhältnis **d**                          zwischen den
        ermittelten Pegeln ist zu berechnen:

        *            *   d =
                E
                r                                      –
                E
                a ****

            *   (A.4.1)

    Das Amplitudenverhältnis **d**                    repräsentiert die
    durch die Überlagerung der Signale resultierende Überhöhung der
    Messwertanzeige.

    Die überhöhte Messwertanzeige wird korrigiert, indem der mit Hilfe des
    im Bild A.4.1 dargestellten Diagramms grafisch ermittelte
    Korrekturwert **i**                    von der Messwertanzeige
    E
    r ****                    abgezogen wird:

    *        *   E
            i                                =
            E
            r                                  – i ****

        *   (A.4.2)

    Der so korrigierte Pegelwert der Messwertanzeige ist als Messergebnis
    im Messprotokoll festzuhalten.

    *        *   **Bild A.4.1**
            **Bestimmung der Amplitude des Störsignals**
            mittels des Amplitudenverhältnisses
            d **und des Faktors**
            i ****

    ![bgbl1_2009_j1060-1_0110.jpg](bgbl1_2009_j1060-1_0110.jpg)
    *Legende:*

    *        *   PK-Det.:

        *   Spitzenwert-Detektor

    *        *   AV-Det.:

        *   Mittelwert-Detektor

    *        *   Amplitude ratio:

        *   Amplitudenverhältnis

Anhang              5
Anforderungen an einen aktiven Dipol

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SchuTSEV
Level: 2.0