Source: https://www.gesetze-im-internet.de/indelekausbv/__7.html
Legislation: indelekausbv

Title: § 7 Abschlussprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Industrieelektriker/zur Industrieelektrikerin (IndElekAusbV)
§ 7 Abschlussprüfung

Paragraph: 7

Full Text:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Industrieelektriker/zur Industrieelektrikerin (IndElekAusbV)
§ 7 Abschlussprüfung

(1) Durch die Abschlussprüfung ist festzustellen, ob der Prüfling die
berufliche Handlungsfähigkeit erworben hat. In der Abschlussprüfung
soll der Prüfling nachweisen, dass er die dafür erforderlichen
beruflichen Fertigkeiten beherrscht, die notwendigen beruflichen
Kenntnisse und Fähigkeiten besitzt und mit dem im
Berufsschulunterricht zu vermittelnden, für die Berufsausbildung
wesentlichen Lehrstoff vertraut ist. Die Ausbildungsordnung ist
zugrunde zu legen.

(2) Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage 1
aufgeführten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie auf den im
Berufsschulunterricht zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(3) Die Abschlussprüfung besteht aus den Prüfungsbereichen:

1.  Arbeitsauftrag,

2.  Elektrische Sicherheit,

3.  Schaltungs- und Funktionsanalyse sowie

4.  Wirtschafts- und Sozialkunde.

(4) Für den Prüfungsbereich Arbeitsauftrag bestehen folgende Vorgaben:

1.  In der Fachrichtung Betriebstechnik soll der Prüfling zeigen, dass er

1.1 technische Unterlagen auswerten, technische Parameter bestimmen,
    Arbeitsabläufe planen und abstimmen, Material und Werkzeug
    disponieren,

1.2 Anlagenteile montieren, demontieren, verdrahten, verbinden und
    konfigurieren, Sicherheitsregeln, Unfallverhütungsvorschriften und
    Umweltschutzbestimmungen einhalten,

1.3 die Sicherheit von elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln
    beurteilen, elektrische Schutzmaßnahmen prüfen,

1.4 elektrische Systeme analysieren und Funktionen prüfen, Fehler suchen
    und beseitigen, Betriebswerte einstellen und messen,

1.5 Produkte in Betrieb nehmen, übergeben und erläutern,
    Auftragsdurchführung dokumentieren, technische Unterlagen,
    einschließlich Prüfprotokolle, erstellen

kann; diese Anforderungen sollen an einem funktionsfähigen Anlagenteil
der elektrischen Betriebstechnik nachgewiesen werden;

2.  in der Fachrichtung Geräte und Systeme soll der Prüfling zeigen, dass
    er

2.1 technische Unterlagen auswerten, technische Parameter bestimmen,
    Arbeitsabläufe planen und abstimmen, Material und Werkzeug
    disponieren,

2.2 Komponenten montieren, demontieren, verdrahten, verbinden und
    konfigurieren, Sicherheitsregeln, Unfallverhütungsvorschriften und
    Umweltschutzbestimmungen einhalten,

2.3 die Sicherheit von elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln
    beurteilen, elektrische Schutzmaßnahmen prüfen,

2.4 elektrische Systeme analysieren und Funktionen prüfen, Fehler suchen
    und beseitigen,

2.5 Produkte in Betrieb nehmen, übergeben und erläutern,
    Auftragsdurchführung dokumentieren, technische Unterlagen,
    einschließlich Prüfprotokolle, erstellen

kann; diese Anforderungen sollen an einer funktionsfähigen Komponente
oder einem Gerät nachgewiesen werden;

3.  der Prüfling soll eine komplexe Arbeitsaufgabe, die situative
    Gesprächsphasen und schriftliche Aufgabenstellungen beinhaltet,
    ausführen;

4.  die Prüfungszeit beträgt höchstens acht Stunden, wobei die situativen
    Gesprächsphasen insgesamt höchstens zehn Minuten umfassen sollen; die
    Aufgabenstellungen sollen einen zeitlichen Umfang von höchstens 90
    Minuten haben.

(5) Für den Prüfungsbereich Elektrische Sicherheit bestehen folgende
Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er

1.1 Auftragsabläufe planen und abstimmen, Schaltpläne nutzen, Teilaufgaben
    festlegen, Arbeitsabläufe und Zuständigkeiten am Einsatzort
    berücksichtigen,

1.2 eine Erst- oder Wiederholungsprüfung an einem elektrischen Gerät
    durchführen und

1.3 eine Erst- oder Wiederholungsprüfung an einer elektrischen Anlage
    durchführen,

1.4 Fehler und Mängel systematisch suchen und feststellen,

1.5 Mess- und Prüfprotokolle anfertigen und die Sicherheit elektrischer
    Anlagen und Geräte bewerten

kann;

2.  der Prüfling soll einen betrieblichen Auftrag durchführen und mit
    praxisbezogenen Unterlagen dokumentieren sowie auf der Grundlage der
    praxisbezogenen Unterlagen darüber ein auftragsbezogenes Fachgespräch
    führen; dem Prüfungsausschuss ist vor der Durchführung des
    betrieblichen Auftrags die Aufgabenstellung einschließlich eines
    geplanten Bearbeitungszeitraums zur Genehmigung vorzulegen; nach
    Abschluss des betrieblichen Auftrags werden die praxisbezogenen
    Unterlagen dem Prüfungsausschuss zur Vorbereitung des
    auftragsbezogenen Fachgesprächs zugestellt;

3.  die Prüfungszeit für die Durchführung des betrieblichen Auftrags
    einschließlich Dokumentation beträgt fünf Stunden; für das
    auftragsbezogene Fachgespräch höchstens 20 Minuten.

(6) Für den Prüfungsbereich Schaltungs- und Funktionsanalyse bestehen
folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er

1.1 Sicherheitsregeln und Unfallverhütungsvorschriften anwenden,

1.2 die Prüfung von Schutzmaßnahmen an einer elektrischen Anlage und an
    einem elektrischen Gerät darstellen und bewerten,

1.3 Schaltungsunterlagen und Dokumentationen auswerten, funktionelle
    Zusammenhänge analysieren,

1.4 Signale an Schnittstellen funktionell zuordnen und

1.5 Fehlerursachen bestimmen

kann;

2.  der Prüfling soll Aufgaben schriftlich bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 90 Minuten.

(7) Für den Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde bestehen
folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er allgemeine wirtschaftliche und
    gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt darstellen
    und beurteilen kann,

2.  der Prüfling soll Aufgaben schriftlich bearbeiten,

3.  die Prüfungszeit beträgt 60 Minuten.

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