Source: https://www.gesetze-im-internet.de/kfldiausbv/__9.html
Legislation: kfldiausbv

Title: § 9 Abschlussprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung für Kaufleute in den Dienstleistungsbereichen Gesundheitswesen sowie Veranstaltungswirtschaft (KflDiAusbV)
Zweiter Teil - Vorschriften für den Ausbildungsberuf Kaufmann im Gesundheitswesen/Kauffrau im Gesundheitswesen
§ 9 Abschlussprüfung

Paragraph: 9

Full Text:
Verordnung über die Berufsausbildung für Kaufleute in den Dienstleistungsbereichen Gesundheitswesen sowie Veranstaltungswirtschaft (KflDiAusbV)
Zweiter Teil - Vorschriften für den Ausbildungsberuf Kaufmann im Gesundheitswesen/Kauffrau im Gesundheitswesen
§ 9 Abschlussprüfung

(1) Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage 1
aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Die Prüfung ist in den Prüfungsbereichen Gesundheitswesen,
Geschäfts- und Leistungsprozesse in Einrichtungen des
Gesundheitswesens sowie Wirtschafts- und Sozialkunde schriftlich und
im Prüfungsbereich Fallbezogenes Fachgespräch mündlich durchzuführen.

(3) Die Anforderungen in den Prüfungsbereichen sind:

1.  Prüfungsbereich Gesundheitswesen:

    In höchstens 120 Minuten soll der Prüfling praxisbezogene Aufgaben
    oder Fälle insbesondere aus folgenden Gebieten

    a)  Aufgaben des Gesundheitswesens,

    b)  rechtliche Grundlagen des Gesundheits- und Sozialwesens; Finanzierung
        des Gesundheitswesens,

    c)  Leistungserbringer und Leistungsträger,

    d)  Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen

    bearbeiten und dabei zeigen, dass er Sachverhalte und Zusammenhänge
    analysieren sowie Lösungsmöglichkeiten entwickeln und darstellen kann;

2.  Prüfungsbereich Geschäfts- und Leistungsprozesse in Einrichtungen des
    Gesundheitswesens:

    In höchstens 150 Minuten soll der Prüfling praxisbezogene Aufgaben
    oder Fälle insbesondere aus folgenden Gebieten

    a)  Dienstleistungserstellung, Marketing und Kundenorientierung,

    b)  Leistungsabrechnung,

    c)  Beschaffung und Materialwirtschaft,

    d)  kaufmännische Steuerung und Kontrolle

    bearbeiten und dabei zeigen, dass er Sachverhalte und Zusammenhänge
    analysieren sowie Lösungsmöglichkeiten entwickeln und darstellen kann;

3.  Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde:

    In höchstens 90 Minuten soll der Prüfling praxisbezogene Aufgaben oder
    Fälle bearbeiten und dabei zeigen, dass er wirtschaftliche und
    gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt und die
    Bedeutung des Gesundheitswesens als Gesellschafts- und
    Wirtschaftsfaktor darstellen und beurteilen kann;

4.  Prüfungsbereich Fallbezogenes Fachgespräch:

    Im Prüfungsbereich Fallbezogenes Fachgespräch soll der Prüfling eine
    von zwei ihm zur Wahl gestellten praxisbezogenen Aufgaben insbesondere
    aus den Gebieten

    a)  interne Kooperation, insbesondere Lösung einer innerbetrieblichen
        Aufgabenstellung,

    b)  kundenorientierte Kommunikation, insbesondere bei Information und
        Verkauf sowie im Beschwerdemanagement

    bearbeiten. Für die Vorbereitung ist ein Zeitraum von höchstens 15
    Minuten vorzusehen. Die Aufgabe soll Ausgangspunkt für das folgende
    Fachgespräch sein. Hierbei ist der betriebliche Ausbildungsschwerpunkt
    zugrunde zu legen. Der Prüfling soll dabei zeigen, dass er komplexe
    Aufgaben bearbeiten, Sachverhalte analysieren, Lösungsmöglichkeiten
    entwickeln sowie Gespräche systematisch, situationsbezogen und
    kundenorientiert führen kann. Das Fachgespräch soll für den einzelnen
    Prüfling höchstens 20 Minuten dauern.

(4) Sind in der schriftlichen Prüfung die Prüfungsleistungen in bis zu
zwei Prüfungsbereichen mit "mangelhaft" und in den übrigen
Prüfungsbereichen mit mindestens "ausreichend" bewertet worden, so ist
auf Antrag des Prüflings oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in
einem der mit "mangelhaft" bewerteten Prüfungsbereiche die
schriftliche Prüfung durch eine mündliche Prüfung von etwa 15 Minuten
zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag
geben kann. Der Prüfungsbereich ist vom Prüfling zu bestimmen. Bei der
Ermittlung des Ergebnisses für diesen Prüfungsbereich sind die
Ergebnisse der schriftlichen Arbeit und der mündlichen
Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2:1 zu gewichten.

(5) Bei der Ermittlung des Gesamtergebnisses haben die
Prüfungsbereiche Gesundheitswesen sowie Fallbezogenes Fachgespräch
gegenüber jedem der übrigen Prüfungsbereiche das doppelte Gewicht.

(6) Zum Bestehen der Abschlussprüfung müssen im Gesamtergebnis und in
drei der vier Prüfungsbereiche mindestens ausreichende
Prüfungsleistungen erbracht werden. Werden die Prüfungsleistungen in
einem Prüfungsbereich mit "ungenügend" bewertet, so ist die Prüfung
nicht bestanden.

Collections: bundestag_gesetze
KflDiAusbV
Level: 3.0