Source: https://www.gesetze-im-internet.de/strlschv_2018/__1.html
Legislation: strlschv_2018

Title: § 1 Begriffsbestimmungen

Description:
Verordnung zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung (StrlSchV 2018)
Teil 1 - Begriffsbestimmungen
§ 1 Begriffsbestimmungen

Paragraph: 1

Full Text:
Verordnung zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung (StrlSchV 2018)
Teil 1 - Begriffsbestimmungen
§ 1 Begriffsbestimmungen

(1) Ableitung: Abgabe flüssiger, an Schwebstoffe gebundener oder
gasförmiger radioaktiver Stoffe auf hierfür vorgesehenen Wegen.

(2) Äquivalentdosis: Produkt aus der Energiedosis im ICRU-
Weichteilgewebe und dem Qualitätsfaktor Q der ICRU nach Anlage 18 Teil
D, der die Einflüsse der Strahlungsart und der Strahlungsenergie
berücksichtigt. Beim Vorliegen mehrerer Strahlungsarten und
Strahlungsenergien ist die gesamte Äquivalentdosis die Summe ihrer
ermittelten Einzelbeiträge.

(3) Betriebsgelände: Grundstück, auf dem sich kerntechnische Anlagen,
Anlagen zur Erzeugung ionisierender Strahlung und Anlagen im Sinne des
§ 9a Absatz 3 Satz 1 erster Halbsatz zweiter Satzteil des Atomgesetzes
oder Einrichtungen befinden und zu dem der
Strahlenschutzverantwortliche den Zugang oder auf dem der
Strahlenschutzverantwortliche die Aufenthaltsdauer von Personen
beschränken kann.

(4) Diagnostische Referenzwerte:

1.  Dosiswerte bei Anwendung ionisierender Strahlung am Menschen oder

2.  Aktivitätswerte bei Anwendung radioaktiver Stoffe am Menschen,

für typische Untersuchungen, bezogen auf Standardphantome oder auf
Patientengruppen, für einzelne Gerätekategorien.

(5) Dosisrichtwert: eine effektive Dosis oder Organ-Äquivalentdosis,
die bei der Planung und der Optimierung von Schutzmaßnahmen für
Personen in geplanten Expositionssituationen als oberer Wert für die
in Betracht zu ziehende Exposition dient.

(6) Energiedosis: Energie, die durch ionisierende Strahlung in
Materie, einem Organ oder Gewebe deponiert worden ist, geteilt durch
die Masse der bestrahlten Materie, des bestrahlten Organs oder
Gewebes.

(7) Im Sinne des Forschungsvorhabens gesunde Person: Person, an der
zum Zweck der medizinischen Forschung ein radioaktiver Stoff oder
ionisierende Strahlung angewendet wird oder werden soll und bei der
weder die Krankheit, deren Erforschung Gegenstand des
Forschungsvorhabens ist, noch ein entsprechender Krankheitsverdacht
vorliegt.

(8) Intervention: Einsatz von Röntgenbildgebungstechniken, um zu
medizinischen Zwecken die Einbringung von Geräten und Substanzen in
den Körper und ihre Steuerung zu ermöglichen.

(9) Maximale Betriebsbedingungen: Kombination der technischen
Einstellparameter, die unter normalen Betriebsbedingungen bei
Röntgenstrahlern nach § 18 Absatz 1 Nummer 1, Röntgeneinrichtungen
nach den §§ 19 bis 22 und Störstrahlern nach § 17 zur höchsten
Ortsdosisleistung und bei Röntgenstrahlern nach § 18 Absatz 1 Nummer 2
und Absatz 2 zur höchsten mittleren Ortsdosisleistung führen; hierzu
gehören die Spannung für die Beschleunigung von Elektronen, der
Röntgenröhrenstrom und gegebenenfalls weitere Parameter wie
Einschaltzeit oder Elektrodenabstand.

(10) Oberflächenkontamination: Verunreinigung einer Oberfläche mit
radioaktiven Stoffen, die die nicht festhaftende, die festhaftende und
die über die Oberfläche eingedrungene Aktivität umfasst. Die Einheit
der Messgröße der Oberflächenkontamination ist die flächenbezogene
Aktivität in Becquerel pro Quadratzentimeter.

(11) Oberflächenkontamination, nicht festhaftende: Verunreinigung
einer Oberfläche mit radioaktiven Stoffen, bei denen eine
Weiterverbreitung der radioaktiven Stoffe nicht ausgeschlossen werden
kann.

(12) Ortsdosis: Äquivalentdosis, gemessen mit den in Anlage 18 Teil A
angegebenen Messgrößen an einem bestimmten Ort.

(13) Ortsdosisleistung: in einem bestimmten Zeitintervall erzeugte
Ortsdosis, geteilt durch die Länge des Zeitintervalls.

(14) Personendosis: Äquivalentdosis, gemessen mit den in Anlage 18
Teil A angegebenen Messgrößen an einer für die Exposition
repräsentativen Stelle der Körperoberfläche.

(15) Prüfende Person: natürliche Person, die in einer
Sachverständigenorganisation eigenständig Sachverständigentätigkeiten
durchführt.

(16) Sachverständiger:

1.  natürliche Person, die eigenständig Sachverständigentätigkeiten
    durchführt (Einzelsachverständiger) oder

2.  juristische Person oder sonstige Personenvereinigung, die
    Sachverständigentätigkeiten durchführt (Sachverständigenorganisation).

(17) Spezifische Aktivität: Verhältnis der Aktivität eines
Radionuklids zur Masse des Materials, in dem das Radionuklid verteilt
ist. Bei festen radioaktiven Stoffen ist die Bezugsmasse für die
Bestimmung der spezifischen Aktivität die Masse des Körpers oder
Gegenstandes, mit dem die Radioaktivität bei vorgesehener Anwendung
untrennbar verbunden ist. Bei flüssigen radioaktiven Stoffen ist die
Bezugsmasse die Masse der Flüssigkeit. Bei gasförmigen radioaktiven
Stoffen ist die Bezugsmasse die Masse des Gases oder des Gasgemisches.

(18) Störfall: Ereignisablauf, bei dessen Eintreten der Betrieb der
kerntechnischen Anlage, der Anlage zur Erzeugung ionisierender
Strahlung oder die Tätigkeit aus sicherheitstechnischen Gründen nicht
fortgeführt werden kann und für den die kerntechnische Anlage oder die
Anlage zur Erzeugung ionisierender Strahlung auszulegen ist oder für
den bei der Tätigkeit vorsorglich Schutzvorkehrungen vorzusehen sind.

(19) Tierbegleitperson: einwilligungsfähige Person, die das 18.
Lebensjahr vollendet hat und die außerhalb ihrer beruflichen Tätigkeit
freiwillig ein Tier begleitet oder betreut.

(20) Überwachung, ärztliche: ärztliche Untersuchung, gesundheitliche
Beurteilung und Beratung einer beruflich exponierten Person durch
einen ermächtigten Arzt.

(21) Verbringung:

1.  Einfuhr in den Geltungsbereich dieser Verordnung aus einem Staat, der
    nicht Mitgliedstaat der Europäischen Union ist,

2.  Ausfuhr aus dem Geltungsbereich dieser Verordnung in einen Staat, der
    nicht Mitgliedstaat der Europäischen Union ist, oder

3.  grenzüberschreitender Warenverkehr aus einem Mitgliedstaat der
    Europäischen Union in den Geltungsbereich dieser Verordnung oder in
    einen Mitgliedstaat der Europäischen Union aus dem Geltungsbereich
    dieser Verordnung.

(22) Vorkommnis: Ereignis in einer geplanten Expositionssituation, das
zu einer unbeabsichtigten Exposition geführt hat, geführt haben könnte
oder führen könnte. Kein Vorkommnis liegt vor, wenn das Ereignis für
den Strahlenschutz nicht relevant ist.

(23) Zur medizinischen Forschung Berechtigter: der Inhaber der
Genehmigung nach § 31 des Strahlenschutzgesetzes oder derjenige, nach
dessen Anzeige nach § 33 Absatz 3 Satz 1 des Strahlenschutzgesetzes
mit der angezeigten Anwendung begonnen werden darf.

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StrlSchV-2018
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