Source: https://www.gesetze-im-internet.de/lebensmausbv/__10.html
Legislation: lebensmausbv

Title: § 10 Abschlussprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk/zur Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk (LebensMAusbV)
§ 10 Abschlussprüfung

Paragraph: 10

Full Text:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk/zur Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk (LebensMAusbV)
§ 10 Abschlussprüfung

(1) Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage
aufgeführten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie auf den im
Berufsschulunterricht zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Im praktischen Teil der Prüfung soll der Prüfling in insgesamt
höchstens acht Stunden vier praktische Aufgaben durchführen. Dabei
soll er zeigen, dass er

1.  Kunden beraten, Waren verkaufen und transportfähig verpacken sowie
    Rechnungen erstellen,

2.  Bestellungen aufnehmen und unter Beachtung besonderer Kundenwünsche
    bearbeiten,

3.  Werbemittel herstellen sowie Ware dekorieren und präsentieren,

4.  wirtschaftliche, technische, ökologische und lebensmittelrechtliche
    Vorgaben, Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit sowie
    Gesichtspunkte der Hygiene und des Umweltschutzes berücksichtigen

kann.

(3) Zum Nachweis der Anforderungen nach Absatz 2 kommen insbesondere
in Betracht:

1.  im Schwerpunkt Bäckerei:

    a)  Dekorieren und verkaufsförderndes Präsentieren von Backwaren mit
        Herstellung eines hierauf bezogenen Werbemittels,

    b)  Durchführen eines themenbezogenen Beratungs- und Verkaufsgespräches,

    c)  Durchführen von Verkaufshandlungen, Schneiden, Zusammenstellen und
        Verpacken von Waren nach Kundenwünschen und

    d)  Herstellen eines anlassbezogenen Büffets unter Verwendung von
        Backwaren und selbst hergestellten Snacks;

2.  im Schwerpunkt Konditorei:

    a)  Durchführen eines themenbezogenen Beratungs- und Verkaufsgespräches,

    b)  Dekorieren eines themenbezogenen Schaufenstersegments unter Verwendung
        einer
        Praline- und Teegebäckplatte,

    c)  Herstellen und Verkaufen von anlassbezogenen Geschenkarrangements und

    d)  Eindecken eines Tisches und Anrichten eines herzhaften Gerichtes oder
        einer Süßspeise;

3.  im Schwerpunkt Fleischerei:

    a)  Herrichten und Verkaufen von Fleisch- und Fleischerzeugnissen,

    b)  Durchführen eines themenbezogenen Beratungs- und Verkaufsgespräches
        und Aufnehmen einer Bestellung,

    c)  Herstellen von zwei unterschiedlichen Büffetplatten und

    d)  Herstellen eines küchenfertigen Erzeugnisses und, je nach
        Produktpalette des Ausbildungsbetriebes, eines warmen oder eines
        kalten Gerichtes.

Die vier praktischen Aufgaben sind gleich zu gewichten.

(4) Im schriftlichen Teil der Prüfung soll der Prüfling Aufgaben aus
folgenden Prüfungsbereichen bearbeiten:

1.  Umgang mit Waren, Verkauf und Beratung, unter Berücksichtigung des
    Schwerpunktes,

2.  Betriebswirtschaftliches Handeln,

3.  Wirtschafts- und Sozialkunde.

In den Prüfungsbereichen nach den Nummern 1 und 2 sind insbesondere
produktbezogene und kundenbezogene Problemstellungen mit verknüpften
planerischen, technologischen, mathematischen und hygienebezogenen
Sachverhalten zu analysieren, zu bewerten und Lösungswege
darzustellen. Für den Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde
kommen Aufgaben, die sich auf praxisbezogene Fälle beziehen sollen,
insbesondere aus folgenden Gebieten in Betracht:
Allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge aus der
Berufs- und Arbeitswelt.

(5) Für den schriftlichen Teil der Prüfung ist von folgenden
zeitlichen Höchstwerten auszugehen:

*    *   1.

    *   im Prüfungsbereich Umgang mit Waren, Verkauf und Beratung, unter
        Berücksichtigung des Schwerpunktes

    *   150 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsbereich Betriebswirtschaftliches Handeln

    *   90 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(6) Innerhalb des schriftlichen Teils der Prüfung sind die
Prüfungsbereiche wie folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Umgang mit Waren, Verkauf und Beratung, unter Berücksichtigung des
        Schwerpunktes

    *   50 Prozent,

*    *   2.

    *   Betriebswirtschaftliches Handeln

    *   30 Prozent,

*    *   3.

    *   Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   20 Prozent.

(7) Der schriftliche Teil der Prüfung ist auf Antrag des Prüflings
oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in den einzelnen
Prüfungsbereichen durch eine mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese
für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann. Bei der
Ermittlung der Ergebnisse für die mündlich geprüften Prüfungsbereiche
sind die jeweiligen bisherigen Ergebnisse und die entsprechenden
Ergebnisse der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2 : 1 zu
gewichten.

(8) Die Prüfung ist bestanden, wenn im praktischen Teil der Prüfung
und im schriftlichen Teil der Prüfung jeweils mindestens ausreichende
Leistungen erbracht wurden. In keinem Prüfungsbereich dürfen
ungenügende Leistungen erbracht worden sein.

Collections: bundestag_gesetze
LebensMAusbV
Level: 2.0