Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bartschv_2005/__13.html
Legislation: bartschv_2005

Title: § 13 Kennzeichnungsmethoden

Description:
Verordnung zum Schutz wild lebender Tier- und Pflanzenarten (BArtSchV 2005)
Abschnitt 4 - Kennzeichnung
§ 13 Kennzeichnungsmethoden

Paragraph: 13

Full Text:
Verordnung zum Schutz wild lebender Tier- und Pflanzenarten (BArtSchV 2005)
Abschnitt 4 - Kennzeichnung
§ 13 Kennzeichnungsmethoden

(1) Für die Kennzeichnung sind die Kennzeichnungsmethoden zu
verwenden, die in Anlage 6 Spalte 2 bis 6 mit einem Kreuz (+) bei den
jeweiligen Tierarten bezeichnet sind, sowie für Vogelarten der offene
Ring gemäß Satz 2. Sind nach Satz 1 mehrere Kennzeichnungsmethoden
vorgesehen, sind die Tiere mit einem Kennzeichen in der folgenden
Rangfolge zu versehen:

1.  gezüchtete Vögel vorrangig mit dem geschlossenen Ring;

2.  Vögel, die nicht unter Nummer 1 fallen, vorrangig nach Wahl des
    Halters mit dem offenen Ring oder dem Transponder, ansonsten mit der
    Dokumentation;

3.  Säugetiere vorrangig mit dem Transponder, ansonsten mit der
    Dokumentation oder mit sonstigen Kennzeichen;

4.  Reptilien vorrangig nach Wahl des Halters mit dem Transponder oder der
    Dokumentation.

Die Kennzeichnung mit einem Transponder scheidet aus, soweit die Tiere
weniger als 200 Gramm, bei Schildkröten weniger als 500 Gramm, wiegen
oder ein solches Gewicht nicht erreichen können. Das Absehen von der
jeweils als vorrangig bezeichneten Kennzeichnungsmethode bedarf der
Zustimmung der nach Landesrecht zuständigen Behörde. Diese kann das
Absehen von den als vorrangig bezeichneten Kennzeichnungsmethode
zulassen, wenn diese wegen körperlicher oder verhaltensbedingter
Eigenschaften der Tiere einschließlich des Unterschreitens der in Satz
3 genannten Gewichtsgrenzen nicht angewandt werden können. In diesem
Fall sind unter den Voraussetzungen von Satz 5 andere für die
betreffende Art mit einem Kreuz (+) bezeichneten
Kennzeichnungsmethoden anzuordnen. Soweit dies nicht möglich ist,
können weitere geeignete Kennzeichnungsmethoden, insbesondere
molekulargenetische Methoden, zugelassen werden. Die Entscheidung nach
Satz 5 ist mit der Auflage zu verbinden, die Kennzeichnung
nachzuholen, sobald mit einem Fortfall der in Satz 5 genannten
Hindernisse gerechnet werden kann. Für Tiere der in Anlage 6 Spalte 1
aufgeführten Arten, die in den Spalten 2 bis 6 nicht mit einem Kreuz
(+) bezeichnet sind, sowie für Hybride von in Anlage 6 Spalte 1
aufgeführten Vogelarten mit weiteren dort aufgeführten oder anderen
Arten hat der Halter spätestens mit Eintritt der Kennzeichnungspflicht
bei der nach Landesrecht zuständigen Behörde die Festlegung der
verbindlichen Kennzeichnungsmethode zu beantragen. Satz 7 gilt
entsprechend.

(2) Ringe müssen eine Größe aufweisen, dass sie nach vollständigem
Auswachsen des Beines nur durch Zerstörung des Ringes oder Verletzung
des Vogels entfernt werden können. Dazu sind grundsätzlich Ringe der
in Anlage 6 Spalte 3 vorgegebenen Größe zu verwenden. Von den Vorgaben
in Satz 2 kann für Vögel bestimmter Rassen oder Populationen
abgewichen werden, soweit die Verwendung von Ringen der dort genannten
Größe entweder zu Verletzungen beim Vogel führt oder - abweichend von
Satz 1 - ein Entfernen des Ringes möglich ist.

(3) Eine Dokumentation muss eine zeichnerische oder fotografische
Darstellung individueller Körpermerkmale enthalten, die eine
Identifizierung ermöglicht. Diese Darstellung ist zu ergänzen um eine
Beschreibung des Tieres, die zumindest Angaben umfassen muss zu Größe
und Länge, Gewicht, Geschlecht und Alter, sowie eine Beschreibung
vorhandener Besonderheiten. Die Dokumentation ist in solchen
Zeitabständen zu wiederholen, dass mögliche Änderungen der
Körpermerkmale nachvollziehbar sind. Eine Mehrfertigung der ersten
Dokumentation hat der Halter der Anzeige nach § 7 Abs. 2 beizufügen,
weitere Dokumentationen sind den nach Landesrecht zuständigen Behörden
auf Verlangen vorzulegen.

Collections: bundestag_gesetze
BArtSchV-2005
Level: 3.0