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Legislation: versatzv

Title: Anlage 3 Probenahme und Analytik

Description:
Verordnung über den Versatz von Abfällen unter Tage (VersatzV)
Anlage 3 Probenahme und Analytik

Paragraph: 4

Full Text:
Verordnung über den Versatz von Abfällen unter Tage (VersatzV)
Anlage 3 Probenahme und Analytik

Fundstelle des Originaltextes: BGBl. I 2002, 2837 - 2838

*
    1   Allgemeine Grundsätze

        Die Anleitung gibt Vorgaben, wie bei der Probenahme, der
        Probenbehandlung, der Analytik und der Beurteilung der
        Analysenergebnisse im Einzelnen verfahren werden soll. Dabei sind zwei
        verschiedene Ebenen zu unterscheiden:

        -   Probenahme des zu verwertenden Abfalls am Entstehungsort (z. B.
            Industrie-, Aufbereitungsanlage),

        -   Probenahme im Zusammenhang mit der Kontrolle des angelieferten Abfalls
            am Ort der Verwertung.

        Bei den durchzuführenden Untersuchungen sind die einschlägigen DIN-
        Normen sowie die im Folgenden festgelegten Anforderungen an die
        Probenahme, Probenvorbereitung und Analytik zu beachten.

        Die standardisierten Analyseverfahren erlauben nicht immer
        abschließende Aussagen zu den Reaktionen der Abfälle, wenn die am
        Verwertungsort vorherrschenden hydrochemischen und hydrogeologischen
        Verhältnisse über lange Zeiträume betrachtet werden. Daher können im
        Einzelfall zur Bewertung der Umweltverträglichkeit weitergehende
        Untersuchungen erforderlich sein.

    1.1 Probenahme

        Die Probenahme ist so durchzuführen, dass der zu beurteilende Abfall
        repräsentativ erfasst wird. Die verschiedenen Untersuchungsebenen
        erfordern allerdings ein differenziertes Vorgehen bei der Probenahme.
        Dies betrifft insbesondere die Anzahl der zu entnehmenden Proben und
        die Wahl des geeigneten Probenahmeverfahrens.

        Für die Durchführung der Probenvorbereitung ist zunächst von einer
        mindestens erforderlichen Menge von 1 kg auszugehen. In Abhängigkeit
        von der Materialkonsistenz können aber auch größere Mengen
        erforderlich werden.

    1.1.1 Probenahmegeräte

        Bei der Auswahl des Probenahmeverfahrens und des Probenahmegerätes ist
        darauf zu achten, dass die zu entnehmende Probe nicht durch
        Materialien der Geräte mit später zu untersuchenden Substanzen
        kontaminiert wird. Ebenso sollte das Material des Entnahmegerätes
        gegenüber den im zu untersuchenden Material befindlichen Substanzen
        und Stoffen inert sein.

    1.1.2 Probenahmeprotokoll

        Verfahrensweisen und Ergebnisse der Probenahme sind in geeigneter
        Weise zu dokumentieren. Dazu ist ein Probenahmeprotokoll anzufertigen,
        das mindestens die in Anhang 1 vorgegebenen Angaben enthält.
        Erforderlichenfalls sind diese Angaben je nach dem jeweiligen
        Einzelfall zu ergänzen.

    1.2 Probenbehandlung

    1.2.1 Konservierung, Transport und Lagerung

        Die Aufbewahrung von Proben vor Ort, während des Transports und im
        Labor ist Teilschritt der Untersuchung und daher bis ins Detail zu
        planen, mit großer Sorgfalt durchzuführen und zu dokumentieren.

        Für Transport und Lagerung sind geeignete, dicht schließende Gefäße
        erforderlich. Sie sind vor dem Einsatz sorgfältig zu reinigen. Die
        Gefäße müssen so beschaffen sein, dass eine Beeinflussung der Probe
        durch Bestandteile des Gefäßmaterials ausgeschlossen ist. Soll sich
        die Analyse lediglich auf anorganische Inhaltsstoffe erstrecken, so
        können auch Gefäße aus Kunststoff verwendet werden.

        Für die Bestimmung leichtflüchtiger Komponenten sind die Einzelproben
        vor Ort bereits entsprechend der jeweiligen Analysenmethode zu
        behandeln.

        Die Veränderung lichtempfindlicher Parameter ist durch Aufbewahrung in
        dunklen Gefäßen zu minimieren. Das Probenmaterial ist sofort nach der
        Entnahme in die dafür vorgesehenen Gefäße zu überführen. Beim
        Transport ins Labor sind die Proben zu kühlen und im Dunklen
        aufzubewahren.

        Die Proben sind im Labor umgehend zur Analyse vorzubereiten, da viele
        Inhaltsstoffe Umwandlungsprozessen unterworfen sind. Sofern eine
        sofortige Untersuchung nicht möglich ist, ist in Abhängigkeit von den
        zu untersuchenden Stoffen eine geeignete Aufbewahrungsform für die
        aufbereitete Probe zu wählen.

    1.2.2 Gewinnung der Analysenprobe und Probenvorbereitung

        Zur Probenvorbereitung gehören die Vorgänge des Mischens, Trocknens,
        Siebens und Zerkleinerns der Proben. Wie bei der Lagerung der Proben
        ist auch hier darauf zu achten, dass diese nicht durch äußere
        Einflüsse in ihrer chemischen Beschaffenheit verändert werden.

        Verfahren der Probenvorbereitung in Abhängigkeit von der
        Beschaffenheit (Korngröße) des zu untersuchenden Materials sind in der
        LAGA-Richtlinie PN 2/78 zusammengestellt. Spezielle Anforderungen an
        die Aufbereitung der Proben enthalten auch die folgenden Ausführungen.

        Für die als Versatzmaterial vorgesehenen Abfälle gilt grundsätzlich,
        dass das Material in der Kornverteilung zu untersuchen ist, in der es
        verwertet werden soll.

    1.2.3 Bestimmung der Gesamtgehalte

        Aufbereitung der Probe durch Teilung, Brechen und Mahlen, um von 5 bis
        50 kg 50 g homogenes Material zu erhalten.

    1.2.3.1 Arsen und Metalle

        Nach DIN 38414, Teil 7 (Ausgabe Januar 1983) ist zunächst ein Teil der
        zu untersuchenden Probe (siehe 1.2.2) zu trocknen und analysenfein zu
        mahlen (mindestens 50 g Trockenmasse < 0,2 mm).

        Die Bestimmung des säurelöslichen Anteils an Arsen und Metallen
        erfolgt in Lösung nach Durchführung eines Königswasseraufschlusses
        gemäß DIN 38414, Teil 7.

    1.2.3.2 Organische Inhaltsstoffe

        Die Bestimmung der organischen Stoffe erfolgt in der Regel aus der
        Originalprobe. Die weitere Behandlung der Proben richtet sich nach den
        Vorschriften in den Anhängen 2 und 3 für die einzelnen Stoffe und
        Beschaffenheitsmerkmale.

    1.2.4 Bestimmung des eluierbaren Anteils

        Die Herstellung des Eluats erfolgt nach DIN 38414, Teil 4 (Ausgabe
        Oktober 1984) oder dem Trogverfahren nach LAGA Richtlinie EW 98 T
        (Stand Dezember 2001) mit den folgenden Abweichungen:

        Bei den Untersuchungen zur Auslaugbarkeit der zu prüfenden
        Inhaltsstoffe ist in der Regel das Material in dem Zustand zu
        eluieren, in dem es verwertet werden soll. Eine Zerkleinerung darf im
        Einzelfall nur insoweit vorgenommen werden, wie es für die
        Durchführung der Untersuchungen unbedingt notwendig ist. Der
        Wassergehalt und die Korngrößenverteilung der zur Auslaugung
        vorgesehenen Probe sind an einer Parallelprobe nach Trocknung bei 105
        Grad C entsprechend DIN 38414, Teil 2 (Ausgabe November 1985) zu
        ermitteln.

        In Abhängigkeit vom Größtkorn der zu untersuchenden Originalprobe ist
        die Probenmenge für die Elution wie folgt zu wählen:

*    *   Größtkornanteil

    *   (mehr als 5%)

    *   erforderliche Probenahmemenge

*    *   >   0 mm

    *   <     2   mm

    *   rd.   100 g

*    *   >   2 mm

    *   <= 11,2 mm

    *   rd.   200 g

*    *   > 11,2 mm

    *   <= 22,4 mm

    *   rd. 1.000 g

*    *   > 22,4 mm

    *
    *   rd. 2.500 g

*
    *   Das Verhältnis Wasser/Feststoff beträgt in jedem Fall 10:1. Die
        Elution mehrerer Teilproben ist zulässig; vor der Weiterbearbeitung
        sind dann die Teileluate zu vereinigen. Zur Elution ist das
        Wasser/Feststoff-Gemisch 24 Stunden zu schütteln. Dabei muss
        sichergestellt sein, dass die gesamte Probenmenge ständig bewegt wird
        und Kornverfeinerungen möglichst vermieden werden (empfohlen wird eine
        Schüttel-Frequenz zwischen 10 und 100 Schwingungen pro Minute).

        Andere Elutionsverfahren, wie das Perkolationsverfahren oder
        Lysimeterversuche, sind im Rahmen der Untersuchungen nicht
        erforderlich.

        Zur Eluatgewinnung und -weiterbehandlung sind grundsätzlich Geräte aus
        Glas zu verwenden. Als Elutionsflüssigkeit ist demineralisiertes
        Wasser zu verwenden.

        Im Einzelfall kann auch eine zusätzliche Elution im sauren oder
        basischen Bereich in Abhängigkeit von den am Verwertungsort
        vorherrschenden hydrochemischen Verhältnissen erforderlich sein. In
        jedem Fall ist eine Elution mit dem am Verwertungsort vorkommenden
        Grubenwasser durchzuführen, da hiervon abhängig ist, wie groß der
        Anteil des Feststoffes ist, der möglicherweise in Lösung geht. Das
        Grubenwasser kann durch eine synthetisch hergestellte Flüssigkeit, die
        in ihrer chemischen Zusammensetzung dem vorkommenden Grubenwasser
        entspricht, ersetzt werden.

        Die Trennung von Feststoff und Eluat muss unmittelbar nach Beendigung
        der Elution erfolgen. Sollen organisch-chemische Parameter bestimmt
        werden, ist diese Trennung nicht durch Filtration, sondern durch
        Zentrifugieren zu bewerkstelligen.

        Kann die weitere Bearbeitung und Analyse des Eluats nicht unmittelbar
        im Anschluss an die Elution erfolgen, ist eine Lagerung des Eluats
        möglich, sofern die in den DIN-Verfahren zur Bestimmung der einzelnen
        Inhaltsstoffe genannten Konservierungsmaßnahmen durchgeführt werden.

    1.3 Analyseverfahren

        Die anzuwendenden Verfahren sind in den Anhängen 2 und 3 aufgeführt.

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