Source: https://www.gesetze-im-internet.de/strlschv_2018/__102.html
Legislation: strlschv_2018

Title: § 102 Zulässige Ableitungen radioaktiver Stoffe

Description:
Verordnung zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung (StrlSchV 2018)
Teil 2 - Strahlenschutz bei geplanten Expositionssituationen
Kapitel 6 - Anforderungen im Zusammenhang mit der Ausübung von Tätigkeiten
Abschnitt 6 - Schutz der Bevölkerung und der Umwelt
§ 102 Zulässige Ableitungen radioaktiver Stoffe

Paragraph: 102

Full Text:
Verordnung zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung (StrlSchV 2018)
Teil 2 - Strahlenschutz bei geplanten Expositionssituationen
Kapitel 6 - Anforderungen im Zusammenhang mit der Ausübung von Tätigkeiten
Abschnitt 6 - Schutz der Bevölkerung und der Umwelt
§ 102 Zulässige Ableitungen radioaktiver Stoffe

(1) Für den Betrieb, die Stilllegung, den sicheren Einschluss und den
Abbau von kerntechnischen Anlagen, Anlagen im Sinne des § 9a Absatz 3
Satz 1 erster Halbsatz zweiter Satzteil des Atomgesetzes, Anlagen zur
Erzeugung ionisierender Strahlung und Einrichtungen legt die
zuständige Behörde die zulässigen Ableitungen radioaktiver Stoffe mit
Luft und Wasser durch Begrenzung der Aktivitätskonzentrationen oder
Aktivitätsmengen fest. Der Nachweis der Einhaltung der Grenzwerte des
§ 99 Absatz 1 gilt als erbracht, wenn diese Begrenzungen nicht
überschritten werden.

(2) Bei Anlagen oder Einrichtungen nach Absatz 1, die keiner
Genehmigung nach §§ 6, 7, 9 oder 9b des Atomgesetzes und keines
Planfeststellungsbeschlusses nach § 9b des Atomgesetzes bedürfen, kann
die zuständige Behörde von der Festlegung von Aktivitätsmengen und
Aktivitätskonzentrationen absehen und den Nachweis nach § 100 Absatz 1
zur Einhaltung der in § 99 Absatz 1 genannten Grenzwerte als erbracht
ansehen, wenn die nach Anlage 11 Teil D zulässigen
Aktivitätskonzentrationen für Ableitungen radioaktiver Stoffe mit Luft
oder Wasser aus Strahlenschutzbereichen der betreffenden Anlagen oder
Einrichtungen im Jahresdurchschnitt nicht überschritten werden. Werden
die Werte der Anlage 11 Teil D eingehalten, so ist davon auszugehen,
dass die effektive Dosis durch Ableitungen radioaktiver Stoffe aus
dieser Tätigkeit mit Luft oder Wasser den Bereich von 10 Mikrosievert
im Kalenderjahr jeweils nicht überschreitet. Soweit die zuständige
Behörde nichts anderes festlegt, sind die zulässigen
Aktivitätskonzentrationen an der Grenze eines Strahlenschutzbereichs
einzuhalten. Satz 1 findet keine Anwendung, wenn der zuständigen
Behörde Anhaltspunkte vorliegen, dass die in § 99 Absatz 1 genannten
Grenzwerte oder die Grenzwerte des § 80 Absatz 1 und 2 des
Strahlenschutzgesetzes an einem Standort durch Ableitungen und
Direktstrahlung aus in Absatz 1 genannten Anlagen oder Einrichtungen
an diesem Standort oder anderen nach § 99 Absatz 2 einzubeziehenden
Standorten überschritten werden können.

Collections: bundestag_gesetze
StrlSchV-2018
Level: 5.0