Source: https://www.gesetze-im-internet.de/indelausbv_2007/__22.html
Legislation: indelausbv_2007

Title: § 22 Teil 2 der Abschlussprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung in den industriellen Elektroberufen (IndElAusbV 2007)
Teil 5 - Vorschriften für den Ausbildungsberuf Elektroniker für Geräte und Systeme/Elektronikerin für Geräte und Systeme
§ 22 Teil 2 der Abschlussprüfung

Paragraph: 22

Full Text:
Verordnung über die Berufsausbildung in den industriellen Elektroberufen (IndElAusbV 2007)
Teil 5 - Vorschriften für den Ausbildungsberuf Elektroniker für Geräte und Systeme/Elektronikerin für Geräte und Systeme
§ 22 Teil 2 der Abschlussprüfung

(1) Teil 2 der Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage 1
und der Anlage 5 aufgeführten Qualifikationen sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Teil 2 der Abschlussprüfung besteht aus den Prüfungsbereichen

1.  Arbeitsauftrag,

2.  Systementwurf,

3.  Funktions- und Systemanalyse sowie

4.  Wirtschafts- und Sozialkunde.

Dabei sind Berufsbildung, Arbeits- und Tarifrecht, Aufbau und
Organisation des Ausbildungsbetriebes, Sicherheit und
Gesundheitsschutz bei der Arbeit, Umweltschutz, Digitalisierung der
Arbeit, Datenschutz und Informationssicherheit, betriebliche und
technische Kommunikation, Planen und Organisieren der Arbeit, Bewerten
der Arbeitsergebnisse, Qualitätsmanagement sowie Beurteilen der
Sicherheit von elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln zu
berücksichtigen.

(3) Der Prüfling soll im Prüfungsbereich Arbeitsauftrag zeigen, dass
er

1.  Arbeitsaufträge analysieren, Informationen aus Unterlagen beschaffen,
    technische und organisatorische Schnittstellen klären,
    Lösungsvarianten unter technischen, betriebswirtschaftlichen und
    ökologischen Gesichtspunkten bewerten und auswählen,

2.  Auftragsabläufe planen und abstimmen, Teilaufgaben festlegen,
    Planungsunterlagen erstellen, Arbeitsabläufe und Zuständigkeiten am
    Einsatzort berücksichtigen,

3.  Aufträge durchführen, Funktion und Sicherheit prüfen und
    dokumentieren, Normen und Spezifikationen zur Qualität und Sicherheit
    der Produkte beachten sowie Ursachen von Fehlern und Mängeln
    systematisch suchen und beheben,

4.  Produkte frei- und übergeben, Fachauskünfte, auch unter Verwendung
    englischer Fachausdrücke, erteilen, Abnahmeprotokolle anfertigen,
    Arbeitsergebnisse und Leistungen dokumentieren und bewerten,
    Leistungen abrechnen und Geräte oder Systemdaten und -unterlagen
    dokumentieren

kann. Zum Nachweis kommen insbesondere das Ändern einer
Fertigungsanlage oder eines Prüfsystems oder das Herstellen eines
Gerätes oder Systems in Betracht.

(4) Der Prüfling soll zum Nachweis der Anforderungen im
Prüfungsbereich Arbeitsauftrag

1.  in 20 Stunden einen betrieblichen Auftrag durchführen und mit
    praxisbezogenen Unterlagen dokumentieren sowie darüber ein
    Fachgespräch von höchstens 30 Minuten führen; das Fachgespräch wird
    auf der Grundlage der praxisbezogenen Unterlagen des bearbeiteten
    betrieblichen Auftrages geführt; unter Berücksichtigung der
    praxisbezogenen Unterlagen sollen durch das Fachgespräch die
    prozessrelevanten Qualifikationen im Bezug zur Auftragsdurchführung
    bewertet werden; dem Prüfungsausschuss ist vor der Durchführung des
    betrieblichen Auftrages die Aufgabenstellung einschließlich eines
    geplanten Bearbeitungszeitraums zur Genehmigung vorzulegen oder

2.  in 14 Stunden eine praktische Arbeitsaufgabe vorbereiten, durchführen,
    nachbereiten und mit aufgabenspezifischen Unterlagen dokumentieren
    sowie darüber ein begleitendes Fachgespräch von höchstens 20 Minuten
    führen; die Durchführung der Arbeitsaufgabe beträgt sechs Stunden;
    durch Beobachtungen der Durchführung, die aufgabenspezifischen
    Unterlagen und das Fachgespräch sollen die prozessrelevanten
    Qualifikationen im Bezug zur Durchführung der Arbeitsaufgabe bewertet
    werden.

(5) Der Ausbildungsbetrieb wählt die Prüfungsvariante nach Absatz 4
aus und teilt sie dem Prüfling und der zuständigen Stelle mit der
Anmeldung zur Prüfung mit.

(6) Der Prüfling soll im Prüfungsbereich Systementwurf in der
Prüfungszeit von höchstens 120 Minuten nach vorgegebenen Anforderungen
Änderungen in einem Gerät oder System und dem damit verbundenen
Fertigungsablauf entwerfen. Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er
technische Problemanalysen durchführen und unter Berücksichtigung von
Vorschriften und technischen Regelwerken Lösungskonzepte für
konstruktiven Aufbau entwickeln, mechanische, elektrische und
elektronische Komponenten auswählen sowie Fertigungs- und Prüfabläufe
unter Beachtung von Richtlinien zur Qualitäts- und Prozesssicherung
festlegen, Schaltungsunterlagen und fertigungstechnische Unterlagen
anpassen sowie Standardsoftware einsetzen kann.

(7) Der Prüfling soll im Prüfungsbereich Funktions- und Systemanalyse
in der Prüfungszeit von höchstens 120 Minuten ein elektronisches Gerät
oder System analysieren. Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er
technische Unterlagen, auch in englischer Sprache, auswerten,
Prüfverfahren- und Diagnosesysteme auswählen und einsetzen,
funktionelle Zusammenhänge von Funktionsgruppen einschließlich
integrierter Softwaremodule analysieren, Signale an Schnittstellen
funktionell zuordnen, Fehlerursachen bestimmen, elektromagnetische
Verträglichkeit beurteilen und elektrische Schutzmaßnahmen bewerten
kann.

(8) Der Prüfling soll im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde
in der Prüfungszeit von höchstens 60 Minuten praxisbezogene
handlungsorientierte Aufgaben bearbeiten und dabei zeigen, dass er
allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der
Berufs- und Arbeitswelt darstellen und beurteilen kann.

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IndElAusbV-2007
Level: 3.0