Source: https://www.gesetze-im-internet.de/milchlausbv_2013/__6.html
Legislation: milchlausbv_2013

Title: § 6 Abschlussprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Milchwirtschaftlichen Laboranten und zur Milchwirtschaftlichen Laborantin (MilchLAusbV 2013)
§ 6 Abschlussprüfung

Paragraph: 6

Full Text:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Milchwirtschaftlichen Laboranten und zur Milchwirtschaftlichen Laborantin (MilchLAusbV 2013)
§ 6 Abschlussprüfung

(1) Durch die Abschlussprüfung ist festzustellen, ob der Prüfling die
berufliche Handlungsfähigkeit erworben hat. In der Abschlussprüfung
soll der Prüfling nachweisen, dass er die dafür erforderlichen
beruflichen Fertigkeiten beherrscht, die notwendigen beruflichen
Kenntnisse und Fähigkeiten besitzt und mit dem im
Berufsschulunterricht zu vermittelnden, für die Berufsausbildung
wesentlichen Lehrstoff vertraut ist. Die Ausbildungsordnung ist zu
Grunde zu legen.

(2) Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage
aufgeführten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie auf den im
Berufsschulunterricht zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(3) Die Abschlussprüfung besteht aus den Prüfungsbereichen:

1.  Labortechnik und Untersuchungswesen,

2.  Untersuchungsverfahren und Produkttechnologie,

3.  Wirtschafts- und Sozialkunde.

(4) Für den Prüfungsbereich Labortechnik und Untersuchungswesen
bestehen folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er

    a)  Arbeitsabläufe organisieren,

    b)  Proben entnehmen und für die Untersuchung vorbereiten,

    c)  geeignete Untersuchungsverfahren auswählen,

    d)  Proben chemisch, physikalisch, mikrobiologisch und sensorisch
        untersuchen,

    e)  Ergebnisse dokumentieren, auswerten sowie beurteilen

    und dabei Arbeitszusammenhänge erkennen, Arbeitsmittel festlegen,
    betriebliche und rechtliche Vorgaben, Maßnahmen zur Sicherheit und zum
    Gesundheitsschutz bei der Arbeit, zur Lebensmittelsicherheit, zur
    Qualitätssicherung, zur Wirtschaftlichkeit und zum Umweltschutz
    berücksichtigen sowie die wesentlichen fachlichen Zusammenhänge
    aufzeigen und seine Vorgehensweise begründen kann;

2.  für den Nachweis nach Nummer 1 sind aus folgenden Tätigkeiten
    mindestens zwei auszuwählen:

    a)  Untersuchen von Konsummilch,

    b)  Untersuchen von Milcherzeugnissen,

    c)  Untersuchen von Butter,

    d)  Untersuchen von Käse;

    bei der Auswahl einer der Tätigkeiten ist ein Untersuchungsschwerpunkt
    des Ausbildungsbetriebes zu berücksichtigen;

3.  der Prüfling soll zwei Arbeitsaufgaben durchführen und hierüber
    jeweils ein auftragsbezogenes Fachgespräch führen;

4.  die Prüfungszeit für die Arbeitsaufgaben beträgt insgesamt 270
    Minuten; innerhalb dieser Zeit sollen die Fachgespräche in höchstens
    30 Minuten durchgeführt werden.

(5) Für den Prüfungsbereich Untersuchungsverfahren und
Produkttechnologie bestehen folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er

    a)  produktspezifische Untersuchungsabläufe planen,

    b)  produktspezifische Untersuchungsverfahren und -methoden auswählen und
        begründen,

    c)  die Funktionsfähigkeit von Arbeitsgeräten und Arbeitsmitteln
        beurteilen,

    d)  Ergebnisse auswerten, unter Berücksichtigung der eingesetzten
        Produkttechnologie beurteilen und dokumentieren,

    e)  auf Abweichungen von produktspezifischen Vorgaben reagieren

    und dabei Arbeitszusammenhänge erkennen, rechtliche Vorgaben,
    Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit, zur
    Lebensmittelsicherheit, zur Qualitätssicherung, zur Wirtschaftlichkeit
    und zum Umweltschutz berücksichtigen sowie die wesentlichen fachlichen
    Zusammenhänge aufzeigen und seine Vorgehensweise begründen kann;

2.  der Prüfling soll berufstypische Aufgaben schriftlich bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 120 Minuten.

(6) Für den Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde bestehen
folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er allgemeine wirtschaftliche und
    gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt darstellen
    und beurteilen kann;

2.  der Prüfling soll Aufgaben schriftlich bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 60 Minuten.

(7) Die einzelnen Prüfungsbereiche sind wie folgt zu gewichten:

1.
    *        *   Labortechnik und Untersuchungs-
            wesen

        *   60 Prozent,

2.
    *        *   Untersuchungsverfahren und Produkt-
            technologie

        *   30 Prozent,

3.
    *        *   Wirtschafts- und Sozialkunde

        *   10 Prozent.

(8) Die Abschlussprüfung ist bestanden, wenn die Leistungen

1.  im Gesamtergebnis mit mindestens „ausreichend“,

2.  im Prüfungsbereich „Labortechnik und Untersuchungswesen“ mit
    mindestens „ausreichend“,

3.  in mindestens einem weiteren Prüfungsbereich mit mindestens
    „ausreichend“,

4.  in keinem Prüfungsbereich mit „ungenügend“

bewertet worden sind.

(9) Auf Antrag des Prüflings ist die Prüfung in einem der mit
schlechter als „ausreichend“ bewerteten Prüfungsbereiche, in denen
Prüfungsleistungen mit eigener Anforderung und Gewichtung schriftlich
zu erbringen sind, durch eine mündliche Prüfung von etwa 15 Minuten zu
ergänzen, wenn dies für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben
kann. Bei der Ermittlung des Ergebnisses für diesen Prüfungsbereich
sind das bisherige Ergebnis und das Ergebnis der mündlichen
Ergänzungsprüfung im Verhältnis von 2:1 zu gewichten.

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MilchLAusbV-2013
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