Source: https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__323.html
Legislation: hgb

Title: § 323 Verantwortlichkeit des Abschlußprüfers

Description:
Handelsgesetzbuch (HGB)
Drittes Buch - Handelsbücher
Zweiter Abschnitt - Ergänzende Vorschriften für Kapitalgesellschaften (Aktiengesellschaften, Kommanditgesellschaften auf Aktien und Gesellschaften mit beschränkter Haftung) sowie bestimmte Personenhandelsgesellschaften
Dritter Unterabschnitt - Prüfung
§ 323 Verantwortlichkeit des Abschlußprüfers

Paragraph: 323

Full Text:
Handelsgesetzbuch (HGB)
Drittes Buch - Handelsbücher
Zweiter Abschnitt - Ergänzende Vorschriften für Kapitalgesellschaften (Aktiengesellschaften, Kommanditgesellschaften auf Aktien und Gesellschaften mit beschränkter Haftung) sowie bestimmte Personenhandelsgesellschaften
Dritter Unterabschnitt - Prüfung
§ 323 Verantwortlichkeit des Abschlußprüfers

(1) Der Abschlußprüfer, seine Gehilfen und die bei der Prüfung
mitwirkenden gesetzlichen Vertreter einer Prüfungsgesellschaft sind
zur gewissenhaften und unparteiischen Prüfung und zur Verschwiegenheit
verpflichtet; gesetzliche Mitteilungspflichten bleiben unberührt. Sie
dürfen nicht unbefugt Geschäfts- und Betriebsgeheimnisse verwerten,
die sie bei ihrer Tätigkeit erfahren haben. Wer vorsätzlich oder
fahrlässig seine Pflichten verletzt, ist der Kapitalgesellschaft und,
wenn ein verbundenes Unternehmen geschädigt worden ist, auch diesem
zum Ersatz des daraus entstehenden Schadens verpflichtet. Mehrere
Personen haften als Gesamtschuldner.

(2) Die Ersatzpflicht der in Absatz 1 Satz 1 genannten Personen für
eine Prüfung ist vorbehaltlich der Sätze 2 bis 4 wie folgt beschränkt:

1.  bei Kapitalgesellschaften, die ein Unternehmen von öffentlichem
    Interesse nach § 316a Satz 2 Nummer 1 sind: auf sechzehn Millionen
    Euro;

2.  bei Kapitalgesellschaften, die ein Unternehmen von öffentlichem
    Interesse nach § 316a Satz 2 Nummer 2 oder 3, aber nicht nach § 316a
    Satz 2 Nummer 1 sind: auf vier Millionen Euro;

3.  bei Kapitalgesellschaften, die nicht in den Nummern 1 und 2 genannt
    sind: auf eine Million fünfhunderttausend Euro.

Dies gilt nicht für Personen, die vorsätzlich gehandelt haben, und für
den Abschlussprüfer einer Kapitalgesellschaft nach Satz 1 Nummer 1,
der grob fahrlässig gehandelt hat. Die Ersatzpflicht des
Abschlussprüfers einer Kapitalgesellschaft nach Satz 1 Nummer 2, der
grob fahrlässig gehandelt hat, ist abweichend von Satz 1 Nummer 2 auf
zweiunddreißig Millionen Euro für eine Prüfung beschränkt. Die
Ersatzpflicht des Abschlussprüfers einer Kapitalgesellschaft nach Satz
1 Nummer 3, der grob fahrlässig gehandelt hat, ist abweichend von Satz
1 Nummer 3 auf zwölf Millionen Euro für eine Prüfung beschränkt. Die
Haftungshöchstgrenzen nach den Sätzen 1, 3 und 4 gelten auch, wenn an
der Prüfung mehrere Personen beteiligt gewesen oder mehrere zum Ersatz
verpflichtende Handlungen begangen worden sind, und ohne Rücksicht
darauf, ob andere Beteiligte vorsätzlich oder grob fahrlässig
gehandelt haben.

(3) Die Verpflichtung zur Verschwiegenheit besteht, wenn eine
Prüfungsgesellschaft Abschlußprüfer ist, auch gegenüber dem
Aufsichtsrat und den Mitgliedern des Aufsichtsrats der
Prüfungsgesellschaft.

(4) Die Ersatzpflicht nach diesen Vorschriften kann durch Vertrag
weder ausgeschlossen noch beschränkt werden.

(5) Die Mitteilung nach Artikel 7 Unterabsatz 2 der Verordnung (EU)
Nr. 537/2014 ist an die Bundesanstalt für
Finanzdienstleistungsaufsicht zu richten, bei dem Verdacht einer
Straftat oder Ordnungswidrigkeit auch an die für die Verfolgung
jeweils zuständige Behörde.

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