Source: https://www.gesetze-im-internet.de/kapr_fbv/__22.html
Legislation: kapruefbv

Title: § 22 Allgemeine Verhaltensregeln und Organisationspflichten einschließlich Risikomanagement

Description:
Verordnung über den Gegenstand der Prüfung und die Inhalte der Prüfungsberichte für externe Kapitalverwaltungsgesellschaften, Investmentaktiengesellschaften, Investmentkommanditgesellschaften und Sondervermögen (KAPrüfbV)
Kapitel 2 - Externe Kapitalverwaltungsgesellschaft
Abschnitt 4 - Verwaltung von Sondervermögen und extern verwalteten Investmentgesellschaften
§ 22 Allgemeine Verhaltensregeln und Organisationspflichten einschließlich Risikomanagement

Paragraph: 22

Full Text:
Verordnung über den Gegenstand der Prüfung und die Inhalte der Prüfungsberichte für externe Kapitalverwaltungsgesellschaften, Investmentaktiengesellschaften, Investmentkommanditgesellschaften und Sondervermögen (KAPrüfbV)
Kapitel 2 - Externe Kapitalverwaltungsgesellschaft
Abschnitt 4 - Verwaltung von Sondervermögen und extern verwalteten Investmentgesellschaften
§ 22 Allgemeine Verhaltensregeln und Organisationspflichten einschließlich Risikomanagement

(1) Der Abschlussprüfer hat im Prüfungsbericht darzustellen und zu
beurteilen, inwieweit die allgemeinen Verhaltensregeln nach § 26 des
Kapitalanlagegesetzbuches eingehalten wurden und welche Vorkehrungen
die externe Kapitalverwaltungsgesellschaft zur Vermeidung von
Interessenkonflikten nach § 27 des Kapitalanlagegesetzbuches getroffen
hat.

(2) Der Abschlussprüfer hat zu beurteilen, ob die
Geschäftsorganisation gemäß § 28 des Kapitalanlagegesetzbuches
ordnungsgemäß funktioniert. Dabei ist insbesondere über die
wesentlichen Geschäftsprozesse in den Funktionen Portfolioverwaltung,
Investmentkontrolle, Fondsbuchhaltung und Ermittlung der Anteilwerte
sowie über die dort eingesetzten Datenverarbeitungssysteme zu
berichten.

(3) Der Abschlussprüfer hat zu beurteilen, ob das Risikomanagement
gemäß § 28 Absatz 1 Satz 2 Nummer 1 des Kapitalanlagegesetzbuches
angemessen ist; dabei sind die Komplexität und der Umfang der für die
verwalteten Investmentvermögen eingegangenen Risiken zu
berücksichtigen. Bei seiner Beurteilung hat er insbesondere einzugehen
auf

1.  Adressenausfallrisiken,

2.  Zinsänderungs-, Währungs- und sonstige Marktpreisrisiken,

3.  operationelle Risiken und Liquiditätsrisiken sowie

4.  die Anforderungen der Derivateverordnung.

(4) Der Abschlussprüfer hat zu beurteilen, ob das
Liquiditätsmanagementsystem angemessen ist. Dazu hat er die Verfahren
zur Überwachung der Liquiditätsrisiken und das Liquiditätsprofil
darzustellen und über die Durchführung und das Ergebnis der
Stresstests zu berichten.

(5) Der Abschlussprüfer hat zu beurteilen, ob die Voraussetzungen für
eine Auslagerung von Teilbereichen der Geschäftsorganisation
vorliegen. Über die Auslagerung der Portfolioverwaltung oder des
Risikomanagements auf andere Unternehmen hat er im Prüfungsbericht
gesondert unter Berücksichtigung des § 36 des
Kapitalanlagegesetzbuches zu berichten.

(6) Der Abschussprüfer hat zu beurteilen, ob das Kontrollverfahren und
die interne Revision der externen Kapitalverwaltungsgesellschaft
angemessen sind.

Collections: bundestag_gesetze
KAPrüfbV
Level: 4.0