Source: https://www.gesetze-im-internet.de/pflaprv/__32.html
Legislation: pflaprv

Title: Anlage 5 Kompetenzen für die Prüfung der hochschulischen Pflegeausbildung nach § 32

Description:
Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe (PflAPrV)
Teil 4 - Sonstige Vorschriften
Abschnitt 4 - Übergangs- und Schlussvorschriften
Anlage 5 Kompetenzen für die Prüfung der hochschulischen Pflegeausbildung nach § 32

Paragraph: 32

Full Text:
Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe (PflAPrV)
Teil 4 - Sonstige Vorschriften
Abschnitt 4 - Übergangs- und Schlussvorschriften
Anlage 5 Kompetenzen für die Prüfung der hochschulischen Pflegeausbildung nach § 32

(Fundstelle: BGBl. 2023 I Nr. 359, S. 32 – 36)

A.  Kompetenzen nach § 35 Absatz 2 Satz 1, § 36 Absatz 1 Satz 1, § 37
    Absatz 1 Nummer 1

    I.  Wissenschaftsbasierte Planung, Organisation, Gestaltung, Durchführung,
        Steuerung und Evaluation auch von hochkomplexen Pflegeprozessen bei
        Menschen aller Altersstufen.

        Die Absolventinnen und Absolventen

        1.  erheben und beurteilen den individuellen Pflegebedarf, potentielle
            Risiken und Gesundheitsgefährdungen in komplexen und hochkomplexen
            akuten und dauerhaften Pflegesituationen und nutzen spezifische
            wissenschaftsorientierte Assessmentverfahren unter Berücksichtigung
            auch von gendermedizinischen Erkenntnissen,

        2.  übernehmen Verantwortung für die Planung, Organisation, Gestaltung,
            Durchführung, Steuerung und Evaluation von Pflegeprozessen bei
            Menschen mit besonderen gesundheitlichen Problemlagen unter
            Berücksichtigung von wissenschaftlich fundierten Ansätzen der
            Gesundheitsförderung, Prävention und Kuration,

        3.  übernehmen Verantwortung für die Planung, Organisation, Gestaltung,
            Durchführung, Steuerung und Evaluation von Pflegeprozessen bei
            Menschen in hochbelasteten und kritischen Lebens- und
            Pflegesituationen auch bei hochkomplexen Pflegebedarfen, spezifischen
            Klientengruppen und besonderen Verlaufsdynamiken wissenschaftsbasiert
            und fallorientiert,

        4.  übernehmen die Organisation und Durchführung von Interventionen in
            lebensbedrohlichen Krisen- und in Katastrophensituationen bis zum
            Eintreffen der Ärztin oder des Arztes,

        5.  fördern die Entwicklung und Autonomie der zu pflegenden Menschen unter
            Einbeziehung ihrer familialen Kontexte, Lebenslagen und Lebenswelten
            auf der Basis eines breiten pflege- und bezugswissenschaftlichen
            Wissens,

        6.  unterstützen die zu pflegenden Menschen bei der Entwicklung von
            Alltagskompetenzen und bei der Lebensgestaltung unter Berücksichtigung
            eines vertieften pflege- und bezugswissenschaftlichen Wissens,

        7.  analysieren, evaluieren und reflektieren Pflegeprozesse auf der
            Grundlage pflege- und bezugswissenschaftlicher Methoden, Theorien und
            Forschungsergebnisse,

        8.  verfügen über ein grundlegendes Verständnis im Umgang mit digitalen
            Technologien und Softwareanwendungen und für die Funktionsweise von
            Endgeräten, um pflegerelevante Hard- und Software, insbesondere
            digitale Pflegedokumentations- und -assistenzsysteme, bedienen zu
            können.

    II. Personen- und situationsorientierte Kommunikation und Beratung von zu
        pflegenden Menschen aller Altersstufen und ihren Bezugspersonen.

        Die Absolventinnen und Absolventen

        1.  nutzen ein vertieftes und kritisches pflege- und
            bezugswissenschaftliches Wissen in hochkomplexen Kommunikations-,
            Interaktions- und Beratungssituationen,

        2.  analysieren, reflektieren und evaluieren kritisch Kommunikations-,
            Interaktions- und Beratungsprozesse in der Pflegepraxis auf der
            Grundlage pflege- und bezugswissenschaftlicher Methoden sowie unter
            ethischen Gesichtspunkten,

        3.  konzipieren, gestalten und evaluieren Beratungs- und Schulungskonzepte
            auf der Basis gesicherter Forschungsergebnisse,

        4.  treffen in moralischen Konflikt- und Dilemmasituationen begründete
            ethische Entscheidungen unter Berücksichtigung von Menschenrechten
            sowie pflegeethischer Ansätze und fördern berufsethisches Handeln in
            der Pflegepraxis.

    III. Verantwortliche Gestaltung des intra- und interprofessionellen
        Handelns in unterschiedlichen systemischen Kontexten und
        Weiterentwicklung der gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung
        von Menschen aller Altersstufen.

        Die Absolventinnen und Absolventen

        1.  konzipieren und gestalten die pflegerische Arbeitsorganisation in
            qualifikationsheterogenen Pflegeteams und in unterschiedlichen
            Versorgungssettings auf der Basis gesicherter Forschungsergebnisse,

        2.  führen entsprechend den rechtlichen Bestimmungen ärztliche Anordnungen
            und Maßnahmen der Diagnostik, Therapie oder Rehabilitation
            eigenständig und unter Berücksichtigung vertieften forschungsbasierten
            Wissens sowie gendermedizinischer Erkenntnisse durch,

        3.  analysieren wissenschaftlich begründet die derzeitigen
            pflegerischen/gesundheitlichen Versorgungsstrukturen, die Steuerung
            von Versorgungsprozessen und Formen von intra- und
            interprofessioneller Zusammenarbeit und reflektieren diese kritisch,

        4.  wirken an der Weiterentwicklung und Implementierung von
            wissenschaftsorientierten, innovativen Lösungsansätzen der
            Zusammenarbeit von Berufsgruppen und der Steuerung von
            Versorgungsprozessen in unterschiedlichen Versorgungsbereichen und
            über die Versorgungsbereiche hinweg mit.

    IV. Reflexion und Begründung des eigenen Handelns vor dem Hintergrund von
        Gesetzen, Verordnungen, ethischen Leitlinien und Mitwirkung an der
        Entwicklung und Implementierung von Qualitätsmanagementkonzepten,
        Leitlinien und Expertenstandards.

        Die Absolventinnen und Absolventen

        1.  analysieren wissenschaftlich begründet rechtliche, ökonomische und
            gesellschaftliche Rahmenbedingungen sowie Verfahren des
            Qualitätsmanagements und der Qualitätsentwicklung und reflektieren
            diese kritisch,

        2.  wirken an der Entwicklung, Implementierung und Evaluation von
            wissenschaftsbasierten oder -orientierten innovativen Ansätzen des
            Qualitätsmanagements und der Qualitätsentwicklung mit,

        3.  beteiligen sich an gesellschaftlichen Aushandlungsprozessen zur
            Pflege- und Versorgungsqualität.

    V.  Reflexion und Begründung des eigenen Handelns auf der Grundlage von
        wissenschaftlichen Erkenntnissen und berufsethischen Werthaltungen und
        Einstellungen sowie Beteiligung an der Berufsentwicklung.

        Die Absolventinnen und Absolventen

        1.  erschließen und bewerten gesicherte Forschungsergebnisse
            einschließlich gendermedizinischer Erkenntnisse und wählen diese für
            den eigenen Handlungsbereich aus,

        2.  nutzen forschungsgestützte Problemlösungen und neue Technologien für
            die Gestaltung von Pflegeprozessen,

        3.  gestalten die vorbehaltenen Tätigkeiten verantwortlich aus und
            positionieren pflegewissenschaftliche Erkenntnisse im intra- und
            interdisziplinären Team,

        4.  identifizieren eigene und teamübergreifende berufsbezogene Fort- und
            Weiterbildungsbedarfe,

        5.  analysieren und reflektieren wissenschaftlich begründet berufsethische
            Werthaltungen und Einstellungen,

        6.  entwickeln ein fundiertes Pflegeverständnis und ein berufliches
            Selbstverständnis als hochschulisch qualifizierte Pflegefachperson,

        7.  wirken an der Weiterentwicklung der Profession mit.

B.  Kompetenzen nach § 35 Absatz 2 Satz 2, § 36 Absatz 1 Satz 2, § 37
    Absatz 1 Nummer 2

    I.  Grundlagen zur Entwicklung eines professionellen Berufs- und
        Rollenverständnis mit Verantwortung zur eigenverantwortlichen
        Wahrnehmung heilkundlicher Aufgaben nach § 37 Absatz 2 Satz 2 des
        Pflegeberufegesetzes.

        Die Absolventinnen und Absolventen

        –   entwickeln ein erweitertes Rollenverständnis sowie eine professionelle
            Haltung im Hinblick auf die eigenverantwortliche Wahrnehmung der
            heilkundlichen Aufgaben vor einem rechtlich-ethischen Hintergrund,

        –   schätzen ihre eigenen Kompetenzen und Potenziale ein und treffen eine
            begründete Entscheidung für oder gegen die eigenverantwortliche
            Wahrnehmung der heilkundlichen Aufgaben,

        –   identifizieren und gestalten die mit der eigenverantwortlichen
            Wahrnehmung der heilkundlichen Aufgaben verbundenen
            Verantwortungsbereiche in verschiedenen pflegeberuflichen
            Handlungsfeldern sowie die Spannungsfelder, die sich in der
            Zusammenarbeit mit Ärztinnen und Ärzten, dem interprofessionellen Team
            und den involvierten Leistungsträgern ergeben können,

        –   übernehmen die Verantwortung für die Einbettung der
            eigenverantwortlich wahrgenommenen heilkundlichen Aufgaben in den
            Pflege- und Therapieprozess und die Steuerung von Pflege- und
            Therapieprozessen bei hochkomplexen Pflegebedarfen, gesundheitlichen
            Problemlagen sowie hochbelasteten und kritischen Lebens- und
            Pflegesituationen und Verlaufsdynamiken,

        –   überwachen und steuern integrierte patientenorientierte Pflege- und
            Therapieprozesse unter Nutzung vertieften forschungsbasierten Wissens
            in enger Zusammenarbeit mit Ärztinnen und Ärzten sowie anderen
            Berufsgruppen,

        –   übernehmen die fachliche, wirtschaftliche, ethische und rechtliche
            Verantwortung für die eigenverantwortlich wahrgenommenen
            heilkundlichen Aufgaben,

        –   beteiligen sich an der wissenschaftsbasierten Weiterentwicklung der
            Pflege- und Versorgungsqualität und bringen sich in ihrer neuen Rolle
            als Bindeglied zwischen den zu pflegenden Menschen aller Altersstufen,
            dem intra- und interprofessionellen Team sowie ggf. den involvierten
            Leistungsträgern ein,

        –   nehmen drohende Über- oder Unterforderungen frühzeitig wahr und
            erkennen notwendige Veränderungen, z. B. im Aufgabenzuschnitt oder in
            den Rahmenbedingungen, und leiten entsprechende Handlungsalternativen
            ab,

        –   identifizieren und beheben eigene berufsbezogene Fort- und
            Weiterbildungsbedarfe,

        –   übernehmen die Verantwortung für die Planung, Organisation,
            Gestaltung, Durchführung, Steuerung und Evaluation von Pflege- und
            Therapieprozessen bei Menschen in hochkomplexen Pflege- und
            Lebenssituationen einschließlich der Verordnung von und Versorgung mit
            Medizinprodukten und Hilfsmitteln,

        –   führen selbständig Infusionstherapie und Injektionen unter
            Berücksichtigung vertieften forschungsbasierten Wissens durch.

    II. Verantwortung für heilkundliche Aufgaben nach § 37 Absatz 2 Satz 2 des
        Pflegeberufegesetzes im Rahmen von Pflege- und Therapieprozessen mit
        Menschen aller Altersstufen in diabetischer Stoffwechsellage.

        Die Absolventinnen und Absolventen

        –   übernehmen Verantwortung für die Planung, Organisation, Gestaltung,
            Durchführung, Steuerung und Evaluation von Pflege- und
            Therapieprozessen bei Menschen aller Altersstufen mit einer
            diabetischen Stoffwechsellage entlang eines Algorithmus bzw.
            Behandlungspfads unter Berücksichtigung von entwicklungs- und
            altersspezifischen besonderen Verlaufsdynamiken in enger Abstimmung
            mit den zu pflegenden Menschen und ihren Bezugspersonen,

        –   schätzen mithilfe von alters- und entwicklungsspezifischen Assessments
            diabetesassoziierte Werte und klinische Befunde, diabetesassoziierte
            und patientenindividuelle sowie situationsspezifische Risiken und
            Komplikationen sowie die funktionelle Unabhängigkeit/Abhängigkeit des
            zu pflegenden Menschen ein, bewerten die Ergebnisse und leiten
            Schlussfolgerungen hinsichtlich therapeutischer Interventionen sowie
            des Hilfe- und Unterstützungsbedarfs der Betroffenen, der Eltern
            und/oder Bezugspersonen ab,

        –   analysieren, reflektieren und evaluieren kritisch Kommunikations-,
            Interaktions- und Beratungsprozesse auf der Grundlage pflege- und
            bezugswissenschaftlicher Methoden sowie unter ethischen
            Gesichtspunkten zur Reflexion der Krankheitsvorstellungen und
            Bewältigungsarbeit der Betroffenen im Lebensalltag,

        –   konzipieren, gestalten und evaluieren abgestimmte entwicklungs- und
            altersspezifische Schulungs- und Beratungskonzepte mit Menschen in
            einer diabetischen Stoffwechsellage und ihren Bezugspersonen auf der
            Basis gesicherter Forschungsergebnisse und etablierter
            Versorgungsleitlinien,

        –   analysieren wissenschaftlich begründet die derzeitigen
            Versorgungsstrukturen, die Steuerung von Versorgungsprozessen und
            Formen der intra- und interprofessionellen Zusammenarbeit bei Menschen
            aller Altersstufen in diabetischer Stoffwechsellage und reflektieren
            diese kritisch,

        –   wirken an der (Weiter-)Entwicklung und Implementierung von
            wissenschaftsorientierten, innovativen Lösungsansätzen der
            Zusammenarbeit von Berufsgruppen und der Steuerung von
            Versorgungsprozessen bei Menschen aller Altersstufen in diabetischer
            Stoffwechsellage mit,

        –   analysieren wissenschaftlich begründet rechtliche, ökonomische und
            gesellschaftliche Rahmenbedingungen der Versorgung von Menschen aller
            Altersstufen in diabetischer Stoffwechsellage und bewerten diese
            kritisch,

        –   erschließen und bewerten Forschungsergebnisse und neue Technologien im
            Bereich der Versorgung von Menschen aller Altersstufen in diabetischer
            Stoffwechsellage und identifizieren Informations-, Schulungs- und
            Beratungsbedarfe der am Prozess Beteiligten,

        –   erleben und erkennen ihr durch die eigenverantwortliche Wahrnehmung
            der heilkundlichen Aufgaben erweitertes Kompetenzprofil und gestalten
            die Schnittstellen zu anderen mit der Diabetesproblematik befassten
            Fachberufen/Gesundheitsberufen.

    III. Verantwortung für heilkundliche Aufgaben nach § 37 Absatz 2 Satz 2 des
        Pflegeberufegesetzes im Rahmen von Pflege- und Therapieprozessen mit
        Menschen aller Altersstufen, die von chronischen Wunden betroffen
        sind.

        Die Absolventinnen und Absolventen

        –   übernehmen die Verantwortung für die Planung, Organisation,
            Gestaltung, Durchführung, Steuerung und Evaluation von Pflege- und
            Therapieprozessen zur Unterstützung von Menschen mit chronischen oder
            schwerheilenden Wunden bei der Bewältigung von hochbelasteten Lebens-
            und Pflegesituationen,

        –   nutzen spezifische leitliniengestützte Assessmentinstrumente bzw.
            koordinieren diagnostische wundbezogene Untersuchungen und erheben und
            beurteilen den individuellen Pflege- und Therapiebedarf sowie alters-
            und krankheitsbedingte klinische und familiäre Risiken und
            Gesundheitsgefährdungen in komplexen und hochkomplexen
            Pflegesituationen von Menschen mit chronischen Wunden,

        –   übernehmen Verantwortung für die Planung, Organisation, Gestaltung,
            Durchführung, Steuerung und Evaluation von Pflege- und
            Therapieprozessen entlang eines evidenzbasierten Algorithmus bzw.
            Behandlungspfads einschließlich der Verordnung von Medizinprodukten
            (z. B. Verbandmaterial) und Hilfsmitteln bei Menschen mit den
            besonderen gesundheitlichen Problemlagen einer chronischen oder
            schwerheilenden Wunde und ihren Bezugspersonen und in enger Abstimmung
            mit ihnen, entsprechend systematisch entwickelter Leitlinien und
            Expertenstandards,

        –   nutzen ein vertieftes und kritisches pflege- und
            bezugswissenschaftliches Wissen, um zu pflegende Menschen mit
            chronischen oder schwerheilenden Wunden und ihre Bezugspersonen bei
            der Krankheits- und Situationsbewältigung kommunikativ zu
            unterstützen,

        –   konzipieren, gestalten und evaluieren Informations-, Schulungs- und
            Beratungskonzepte für Menschen mit chronischen Wunden auf der Basis
            gesicherter Forschungsergebnisse,

        –   wirken an der Implementierung der heilkundlichen Aufgaben bei der
            medizinisch-pflegerischen Versorgung von Menschen mit chronischen
            Wunden in unterschiedlichen Versorgungsbereichen und über die
            Versorgungsbereiche hinweg mit,

        –   wirken an der Entwicklung, Implementierung und Evaluation von
            wissenschaftsbasierten oder -orientierten Instrumenten der
            Qualitätssicherung und -entwicklung im Hinblick auf die pflegerische
            und medizinische Versorgung von Menschen mit chronischen Wunden mit,

        –   schätzen die Wirkung von unterschiedlichen therapeutischen
            Möglichkeiten bezogen auf die Ziele und den Nutzen für die Wundheilung
            kritisch ein,

        –   erschließen und bewerten (aktuelle) Forschungsergebnisse und
            Empfehlungen von Fachgesellschaften, z. B. Expertenstandards und
            Leitlinien, zur Versorgung von Menschen mit chronischen Wunden und
            nutzen diese ggf. für die Gestaltung des Versorgungsprozesses.

    IV. Verantwortung für heilkundliche Aufgaben nach § 37 Absatz 2 Satz 2 des
        Pflegeberufegesetzes im Rahmen von Pflege- und Therapieprozessen mit
        Menschen, die von einer Demenz betroffen sind.

        Die Absolventinnen und Absolventen

        –   übernehmen Verantwortung für die Planung, Organisation, Gestaltung,
            Durchführung, Steuerung und Evaluation von Pflege- und
            Therapieprozessen entsprechend dem aktuellen Stand der Wissenschaft
            zur Unterstützung der Menschen mit Demenz und ihrer pflegenden
            Bezugspersonen und in enger Abstimmung mit ihnen sowie mit dem
            interprofessionellen Team,

        –   nutzen spezifische, wissenschaftlich begründete Assessmentinstrumente
            der Geriatrie, Demenzdiagnostik und der geriatrischen Pflege, erfassen
            beobachtbare Verhaltensweisen, die Fähigkeiten zur Selbstversorgung
            und die Medikation im Kontext dieser Beobachtung, führen
            Umgebungsassessments durch, veranlassen weiterführende diagnostische
            Untersuchungen und integrieren biografie- und lebensweltorientierte
            Daten vor dem Hintergrund eines vertieften, an Forschungsergebnissen
            orientierten Verständnisses für die Lebenssituation der Menschen, die
            von Demenz betroffen sind,

        –   fördern die Entwicklung der zu pflegenden Menschen in ihrem sozialen
            Bezugssystem sowie einen möglichst weitgehenden Erhalt von Autonomie
            auf der Basis von pflege- und bezugswissenschaftlichem Wissen,

        –   begründen den Pflege- und Therapieprozess sowohl mit diagnosebedingten
            Algorithmen bzw. Behandlungspfaden als auch unter Berücksichtigung
            individueller personenzentrierter Aspekte der Beziehungsgestaltung,

        –   nutzen ein vertieftes, kritisches pflege- und bezugswissenschaftliches
            Wissen, um zu pflegende Menschen mit Demenz und ihre Bezugspersonen
            bei der Krankheits- und Situationsbewältigung zu unterstützen,

        –   konzipieren, gestalten und evaluieren Beratungs- und Schulungskonzepte
            für Menschen mit Demenz sowie für ihre Bezugspersonen auf der Basis
            gesicherter Forschungsergebnisse,

        –   treffen in moralischen Konfliktsituationen begründete ethische
            Entscheidungen unter Berücksichtigung pflegeethischer Ansätze,

        –   wirken an der (Weiter-)Entwicklung und Implementierung von
            wissenschaftsorientierten, innovativen Lösungsansätzen der
            Zusammenarbeit von Berufsgruppen und der Steuerung von
            Versorgungsprozessen mit Menschen mit Demenz und ihren Bezugspersonen
            mit,

        –   wirken an der Implementierung von wissenschaftsbasierten oder
            -orientierten Instrumenten der Qualitätssicherung und -entwicklung im
            Hinblick auf die Unterstützung von Menschen mit Demenz im jeweiligen
            Versorgungsbereich mit,

        –   erschließen und bewerten aktuelle Forschungsergebnisse und neue
            Technologien zur Versorgung von Menschen mit Demenz und setzen diese
            im Pflege- und Therapieprozess um.

(zu § 1 Absatz 2 Nummer 1, § 25)

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