Source: https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__235.html
Legislation: stgb

Title: § 235 Entziehung Minderjähriger

Description:
Strafgesetzbuch (StGB)
Besonderer Teil -
Achtzehnter Abschnitt - Straftaten gegen die persönliche Freiheit
§ 235 Entziehung Minderjähriger

Paragraph: 235

Full Text:
Strafgesetzbuch (StGB)
Besonderer Teil -
Achtzehnter Abschnitt - Straftaten gegen die persönliche Freiheit
§ 235 Entziehung Minderjähriger

(1) Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird
bestraft, wer

1.  eine Person unter achtzehn Jahren mit Gewalt, durch Drohung mit einem
    empfindlichen Übel oder durch List oder

2.  ein Kind, ohne dessen Angehöriger zu sein,

den Eltern, einem Elternteil, dem Vormund oder dem Pfleger entzieht
oder vorenthält.

(2) Ebenso wird bestraft, wer ein Kind den Eltern, einem Elternteil,
dem Vormund oder dem Pfleger

1.  entzieht, um es in das Ausland zu verbringen, oder

2.  im Ausland vorenthält, nachdem es dorthin verbracht worden ist oder es
    sich dorthin begeben hat.

(3) In den Fällen des Absatzes 1 Nr. 2 und des Absatzes 2 Nr. 1 ist
der Versuch strafbar.

(4) Auf Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren ist zu
erkennen, wenn der Täter

1.  das Opfer durch die Tat in die Gefahr des Todes oder einer schweren
    Gesundheitsschädigung oder einer erheblichen Schädigung der
    körperlichen oder seelischen Entwicklung bringt oder

2.  die Tat gegen Entgelt oder in der Absicht begeht, sich oder einen
    Dritten zu bereichern.

(5) Verursacht der Täter durch die Tat den Tod des Opfers, so ist die
Strafe Freiheitsstrafe nicht unter drei Jahren.

(6) In minder schweren Fällen des Absatzes 4 ist auf Freiheitsstrafe
von sechs Monaten bis zu fünf Jahren, in minder schweren Fällen des
Absatzes 5 auf Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren zu
erkennen.

(7) Die Entziehung Minderjähriger wird in den Fällen der Absätze 1 bis
3 nur auf Antrag verfolgt, es sei denn, daß die
Strafverfolgungsbehörde wegen des besonderen öffentlichen Interesses
an der Strafverfolgung ein Einschreiten von Amts wegen für geboten
hält.

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StGB
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