Source: https://www.gesetze-im-internet.de/chemikausberprobv/__3.html
Legislation: chemikausberprobv

Title: § 3 Teil 2 der Abschlussprüfung

Description:
Verordnung über die Erprobung einer neuen Ausbildungsform für die Berufsausbildung zum Chemikanten/zur Chemikantin (ChemikAusbErprobV)
§ 3 Teil 2 der Abschlussprüfung

Paragraph: 3

Full Text:
Verordnung über die Erprobung einer neuen Ausbildungsform für die Berufsausbildung zum Chemikanten/zur Chemikantin (ChemikAusbErprobV)
§ 3 Teil 2 der Abschlussprüfung

(1) Teil 2 der Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage
zur Verordnung über die Berufsausbildung zum Chemikanten/zur
Chemikantin vom 27. Februar 2001 (BGBl. I S. 350) aufgeführten
Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im Berufsschulunterricht
vermittelten Lehrstoff, soweit er für die Berufsausbildung wesentlich
ist. Fertigkeiten und Kenntnisse, die bereits Gegenstand von Teil 1
der Abschlussprüfung gewesen sind, sollen nur einbezogen werden,
soweit es für die gemäß § 38 des Berufsbildungsgesetzes zu treffende
Feststellung der Berufsbefähigung erforderlich ist.

(2) Der Prüfling soll im praktischen Teil von Teil 2 der
Abschlussprüfung in höchstens zehn Stunden eine praktische Aufgabe
durchführen. Hierfür kommt insbesondere in Betracht:

Durchführen eines Produktions- oder Verarbeitungsprozesses unter
Berücksichtigung

1.  der Produktionstechnik mit mindestens zwei verfahrenstechnischen
    Grundoperationen,

2.  der Prozessleittechnik mit mindestens einer Mess- sowie einer
    Regelungs- oder Steuerungsaufgabe und

3.  der Anlagentechnik mit mindestens einer Montageaufgabe sowie einer
    Inspektions- oder Wartungsarbeit.

Bei der praktischen Aufgabe sind gemäß § 3 Abs. 1 Nr. 2 der Verordnung
über die Berufsausbildung zum Chemikanten/zur Chemikantin vom 27.
Februar 2001 (BGBl. I S. 350) gewählte Wahlqualifikationseinheiten zu
berücksichtigen. Der Prüfling soll bei der praktischen Aufgabe zeigen,
dass er die Arbeitsabläufe selbständig und wirtschaftlich planen,
Arbeitszusammenhänge erkennen, Arbeitsergebnisse kontrollieren und
dokumentieren, Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei
der Arbeit, zum Umweltschutz und qualitätssichernde Maßnahmen
ergreifen sowie die relevanten fachlichen Hintergründe seiner Arbeit
aufzeigen und seine Vorgehensweise begründen kann. Bei der Bewertung
der praktischen Aufgabe sind die Produktionstechnik mit 60 Prozent,
die Prozessleittechnik und die Anlagentechnik mit jeweils 20 Prozent
zu gewichten.

(3) Der Prüfling soll im schriftlichen Teil von Teil 2 der
Abschlussprüfung in den Prüfungsbereichen Verfahrens- und
Produktionstechnik, Prozessleittechnik, Anlagentechnik sowie
Wirtschafts- und Sozialkunde geprüft werden. In den Prüfungsbereichen
Verfahrens- und Produktionstechnik, Prozessleittechnik sowie
Anlagentechnik soll der Prüfling zeigen, dass er insbesondere durch
Verknüpfung von arbeitsorganisatorischen, technologischen und
mathematischen Sachverhalten sowie damit zusammenhängenden
informationstechnischen Fragestellungen praxisbezogene Fälle lösen
kann. Dabei sollen Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz
bei der Arbeit, zum Umweltschutz sowie qualitätssichernde Maßnahmen
einbezogen werden. Es kommen Aufgaben insbesondere aus folgenden
Gebieten in Betracht:

1.  im Prüfungsbereich Verfahrens- und Produktionstechnik:

    a)  thermische und mechanische Verfahrenstechnik,

    b)  Produktionsverfahren,

    c)  Optimieren von Produktionsabläufen;

2.  im Prüfungsbereich Prozessleittechnik:

    a)  installationstechnische Arbeiten,

    b)  Steuern, Regeln;

3.  im Prüfungsbereich Anlagentechnik:

    a)  installationstechnische Arbeiten,

    b)  Instandhaltung von Produktionseinrichtungen;

4.  im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde:

    allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der
    Arbeits- und Berufswelt.

(4) Der schriftliche Teil von Teil 2 der Abschlussprüfung dauert
höchstens:

*    *   1.

    *   im Prüfungsbereich
        Verfahrens- und Produktionstechnik

    *   120 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsbereich
        Prozessleittechnik

    *   60 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsbereich
        Anlagentechnik

    *   60 Minuten,

*    *   4.

    *   im Prüfungsbereich
        Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   30 Minuten.

(5) Der schriftliche Teil von Teil 2 der Abschlussprüfung ist auf
Antrag des Prüflings oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in
einzelnen Bereichen durch eine mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn
diese für das Bestehen der Abschlussprüfung insgesamt den Ausschlag
geben kann. Bei der Ermittlung des Ergebnisses für die mündlich
geprüften Prüfungsbereiche sind das bisherige Ergebnis und das
Ergebnis der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2:1 zu
gewichten.

(6) Innerhalb des schriftlichen Teils von Teil 2 der Abschlussprüfung
sind die Prüfungsbereiche wie folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich
        Verfahrens- und Produktionstechnik

    *   40 Prozent,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich
        Prozessleittechnik

    *   20 Prozent,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich
        Anlagentechnik

    *   20 Prozent,

*    *   4.

    *   Prüfungsbereich
        Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   20 Prozent.

(7) Der praktische und der schriftliche Teil von Teil 2 der
Abschlussprüfung haben dasselbe Gewicht.

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