Source: https://www.gesetze-im-internet.de/pfwirtausbv_2010/__11.html
Legislation: pfwirtausbv_2010

Title: § 11 Abschlussprüfung in der Fachrichtung Spezialreitweisen

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Pferdewirt/zur Pferdewirtin (PfWirtAusbV 2010)
§ 11 Abschlussprüfung in der Fachrichtung Spezialreitweisen

Paragraph: 11

Full Text:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Pferdewirt/zur Pferdewirtin (PfWirtAusbV 2010)
§ 11 Abschlussprüfung in der Fachrichtung Spezialreitweisen

(1) Durch die Abschlussprüfung ist festzustellen, ob der Prüfling die
berufliche Handlungsfähigkeit erworben hat. In der Abschlussprüfung
soll der Prüfling nachweisen, dass er die dafür erforderlichen
beruflichen Fertigkeiten beherrscht, die notwendigen beruflichen
Kenntnisse und Fähigkeiten besitzt und mit dem im
Berufsschulunterricht zu vermittelnden, für die Berufsausbildung
wesentlichen Lehrstoff vertraut ist. Die Ausbildungsordnung ist zu
Grunde zu legen.

(2) Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage in den
Abschnitten A, F und G aufgeführten Fertigkeiten, Kenntnisse und
Fähigkeiten sowie auf den im Berufsschulunterricht zu vermittelnden
Lehrstoff, soweit er für die Berufsausbildung wesentlich ist.

(3) Die Abschlussprüfung besteht aus den Prüfungsbereichen:

1.  Pferdehaltung und -gesundheit,

2.  Ausbildung von Pferden,

3.  Ausbildung und Beratung von Reitern und Reiterinnen,

4.  Planung und Organisation,

5.  Wirtschafts- und Sozialkunde.

(4) Für den Prüfungsbereich Pferdehaltung und -gesundheit bestehen
folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er Pferde halten, diese
    gesunderhalten und dabei Arbeitsmittel und -abläufe festlegen,
    Informationen beschaffen und auswerten, Arbeitszusammenhänge erkennen,
    Arbeiten kontrollieren und dokumentieren, betriebliche
    Rahmenbedingungen, Gesichtspunkte der Nachhaltigkeit und des
    Tierschutzes, der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes bei der
    Arbeit beachten sowie Maßnahmen zur Wirtschaftlichkeit und
    Qualitätssicherung ergreifen, die wesentlichen fachlichen
    Zusammenhänge aufzeigen und seine Vorgehensweise begründen kann;

2.  für den Nachweis nach Nummer 1 sind höchstens zwei der folgenden
    Gebiete auszuwählen:

    a)  Beurteilung von Pferdehaltungen,

    b)  Beurteilung des Gesundheitszustandes von Pferden,

    c)  Beurteilung von Futtermitteln, Zusammenstellung leistungsgerechter
        Futterrationen und Durchführung von Fütterungen,

    d)  Planung und Vorbereitung von Pferdetransporten und Verladen von
        Pferden;

3.  der Prüfling soll eine Arbeitsaufgabe durchführen und hierüber ein
    auftragsbezogenes Fachgespräch führen; bei der Aufgabenstellung ist
    das nach § 4 Absatz 2 Abschnitt F festgelegte Einsatzgebiet zu Grunde
    zu legen;

4.  die Prüfungszeit beträgt 60 Minuten; innerhalb dieser Zeit soll das
    Fachgespräch in höchstens 15 Minuten durchgeführt werden.

(5) Für den Prüfungsbereich Ausbildung von Pferden bestehen folgende
Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er

    a)  spezielle Ausrüstung und Hilfsmittel auswählen und einsetzen,

    b)  verschiedene Pferde gymnastizieren und ausbilden,

    c)  Eignung von verschiedenen Pferden beurteilen, Ausbildungsstand und
        Trainingsmöglichkeiten vorstellen,

    d)  Pferde an der Hand und in Kerndisziplinen unter dem Sattel arbeiten
        sowie taktrein, losgelassen, an den Hilfen und in Balance vorstellen

    und dabei fachliche Regelwerke umsetzen, Arbeitsmittel und -abläufe
    festlegen, Informationen beschaffen und auswerten,
    Arbeitszusammenhänge erkennen, Arbeiten kontrollieren und
    dokumentieren, betriebliche Rahmenbedingungen, Gesichtspunkte der
    Gesundheit von Pferden, der Nachhaltigkeit und des Tierschutzes, der
    Sicherheit und des Gesundheitsschutzes bei der Arbeit beachten sowie
    Maßnahmen zur Wirtschaftlichkeit und Qualitätssicherung ergreifen, die
    wesentlichen fachlichen Zusammenhänge aufzeigen und seine
    Vorgehensweise begründen kann;

2.  der Prüfling soll eine Arbeitsaufgabe durchführen und hierüber ein
    auftragsbezogenes Fachgespräch führen; bei der Aufgabenstellung ist
    das nach § 4 Absatz 2 Abschnitt F festgelegte Einsatzgebiet zu Grunde
    zu legen;

3.  die Prüfungszeit beträgt 60 Minuten; innerhalb dieser Zeit soll das
    Fachgespräch in höchstens 15 Minuten durchgeführt werden.

(6) Für den Prüfungsbereich Ausbildung und Beratung von Reitern und
Reiterinnen bestehen folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er

    a)  Reiter und Reiterinnen bei der Auswahl und Ausrüstung von Pferden
        beraten,

    b)  den Ausbildungsstand von Reitern und Reiterinnen analysieren und
        Ausbildungswege planen,

    c)  Reiter und Reiterinnen unterrichten

    und dabei fachliche Regelwerke umsetzen, Trainingsmittel und -abläufe
    festlegen, Arbeiten kontrollieren und dokumentieren, betriebliche
    Rahmenbedingungen, Gesichtspunkte der Gesundheit von Pferden, der
    Nachhaltigkeit und des Tierschutzes, der Sicherheit und des
    Gesundheitsschutzes bei der Arbeit beachten, Maßnahmen zur
    Wirtschaftlichkeit und Qualitätssicherung ergreifen, die wesentlichen
    fachlichen Zusammenhänge aufzeigen sowie seine Vorgehensweise
    begründen kann;

2.  der Prüfling soll eine Arbeitsaufgabe durchführen und hierüber ein
    auftragsbezogenes Fachgespräch führen; bei der Aufgabenstellung ist
    das nach § 4 Absatz 2 Abschnitt F festgelegte Einsatzgebiet zu Grunde
    zu legen;

3.  die Prüfungszeit beträgt 60 Minuten; innerhalb dieser Zeit soll das
    Fachgespräch in höchstens 15 Minuten durchgeführt werden.

(7) Für den Prüfungsbereich Planung und Organisation bestehen folgende
Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er Pferde halten und gesunderhalten
    sowie Pferde, Reiter und Reiterinnen ausbilden und trainieren und
    dabei fachliche Regelwerke umsetzen, Arbeiten planen, kontrollieren
    und dokumentieren, betriebliche Rahmenbedingungen, Gesichtspunkte der
    Gesundheit von Pferden, der Nachhaltigkeit und des Tierschutzes, der
    Sicherheit und des Gesundheitsschutzes bei der Arbeit sowie der
    Wirtschaftlichkeit und der Qualitätssicherung beachten und die
    wesentlichen fachlichen Zusammenhänge darstellen und Lösungen
    begründen kann;

2.  für den Nachweis nach Nummer 1 sind zwei der folgenden Gebiete
    auszuwählen, wobei ein Gebiet aus den Buchstaben a oder b und ein
    Gebiet aus den Buchstaben c bis e auszuwählen ist:

    a)  Planung und Bewertung leistungsgerechter Haltung von Pferden,

    b)  Darstellung von Kriterien der Pferdefütterung, Auswahl von
        Futtermitteln sowie Berechnung und Bewertung leistungsgerechter
        Futterrationen,

    c)  Planung und Erläuterung der Ausbildung, des Trainings, des Einsatzes
        und Transportes von Pferden,

    d)  Planung und Erläuterung der Ausbildung und des Trainings von Reitern
        und Reiterinnen unter Berücksichtigung von Bewegungs- und
        Trainingslehre,

    e)  Planung und Organisation von Veranstaltungen und Lehrgängen;

3.  der Prüfling soll berufstypische Aufgaben schriftlich bearbeiten; bei
    der Aufgabenstellung ist das nach § 4 Absatz 2 Abschnitt F festgelegte
    Einsatzgebiet zu Grunde zu legen;

4.  die Prüfungszeit beträgt 120 Minuten.

(8) Für den Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde bestehen
folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er allgemeine wirtschaftliche und
    gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt darstellen
    und beurteilen kann;

2.  der Prüfling soll praxisbezogene Aufgaben schriftlich bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 45 Minuten.

(9) Die einzelnen Prüfungsbereiche sind wie folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich Pferdehaltung und
        -gesundheit

    *   20 Prozent,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich Ausbildung von
        Pferden

    *   20 Prozent,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich Ausbildung und
        Beratung von Reitern und Reiterinnen

    *   20 Prozent,

*    *   4.

    *   Prüfungsbereich Planung und
        Organisation

    *   30 Prozent,

*    *   5.

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und
        Sozialkunde

    *   10 Prozent.

(10) Die Abschlussprüfung ist bestanden, wenn die Leistungen

1.  im Gesamtergebnis mit mindestens „ausreichend“,

2.  im Prüfungsbereich Ausbildung von Pferden mit mindestens
    „ausreichend“,

3.  in mindestens drei der übrigen Prüfungsbereiche mit mindestens
    „ausreichend“ und

4.  in keinem Prüfungsbereich mit „ungenügend“

bewertet worden sind.

(11) Auf Antrag des Prüflings ist die Prüfung in einem der mit
schlechter als „ausreichend“ bewerteten Prüfungsbereiche, in denen
Prüfungsleistungen mit eigener Anforderung und Gewichtung schriftlich
zu erbringen sind, durch eine mündliche Prüfung von etwa 15 Minuten zu
ergänzen, wenn dies für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben
kann. Bei der Ermittlung des Ergebnisses für diesen Prüfungsbereich
sind das bisherige Ergebnis und das Ergebnis der mündlichen
Ergänzungsprüfung im Verhältnis von 2:1 zu gewichten.

Collections: bundestag_gesetze
PfWirtAusbV-2010
Level: 2.0