Source: https://www.gesetze-im-internet.de/awsv/__62.html
Legislation: awsv

Title: § 62 Fachbetriebe; Zertifizierung von Fachbetrieben

Description:
Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV)
Kapitel 4 - Sachverständigenorganisationen und Sachverständige; Güte- und Überwachungsgemeinschaften und Fachprüfer; Fachbetriebe
§ 62 Fachbetriebe; Zertifizierung von Fachbetrieben

Paragraph: 62

Full Text:
Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV)
Kapitel 4 - Sachverständigenorganisationen und Sachverständige; Güte- und Überwachungsgemeinschaften und Fachprüfer; Fachbetriebe
§ 62 Fachbetriebe; Zertifizierung von Fachbetrieben

(1) Betriebe, die die in § 45 Absatz 1 genannten Tätigkeiten an den
dort genannten Anlagen und Anlagenteilen ausführen, bedürfen der
Zertifizierung als Fachbetrieb durch eine Sachverständigenorganisation
oder eine Güte- und Überwachungsgemeinschaft. Die Zertifizierung kann
auf bestimmte Tätigkeiten beschränkt werden. Sie ist auf einen
Zeitraum von zwei Jahren zu befristen.

(2) Eine Sachverständigenorganisation oder eine Güte- und
Überwachungsgemeinschaft darf einen Betrieb nur als Fachbetrieb
zertifizieren, wenn dieser Betrieb

1.  über die Geräte und Ausrüstungsteile verfügt, durch die die Erfüllung
    der Anforderungen nach § 62 Absatz 1 und 2 des Wasserhaushaltsgesetzes
    und dieser Verordnung gewährleistet wird,

2.  eine betrieblich verantwortliche Person bestellt hat mit

    a)  erfolgreich abgeschlossener Meisterprüfung in einem einschlägigen
        Handwerk, mit erfolgreichem Abschluss eines
        ingenieurwissenschaftlichen Studiums in einer für die ausgeübte
        Tätigkeit einschlägigen Fachrichtung oder mit einer geeigneten
        gleichwertigen Ausbildung,

    b)  mindestens zweijähriger Praxis in dem Tätigkeitsgebiet des
        Fachbetriebs und

    c)  ausreichenden Kenntnissen in den in Satz 2 genannten Bereichen, die in
        einer Prüfung nachgewiesen wurden,

3.  nur Personal einsetzt, das über die erforderlichen Fähigkeiten für die
    vorgesehenen Tätigkeiten verfügt, beispielsweise auch an Schulungen
    von Herstellern zu einzusetzenden Produkten teilgenommen hat, und

4.  Arbeitsbedingungen schafft, die eine ordnungsgemäße Ausführung der
    Tätigkeiten gewährleisten.

Die Kenntnisse nach Satz 1 Nummer 2 Buchstabe c müssen Folgendes
umfassen:

1.  Aufbau und Funktionsweise der Anlagen sowie deren
    Gefährdungspotenzial,

2.  Eigenschaften der Stoffe, mit denen in den Anlagen umgegangen wird,
    insbesondere hinsichtlich ihrer Wassergefährdung,

3.  maßgebliche Vorschriften des Wasser-, Bau-, Betriebssicherheits-,
    Immissionsschutz- und Abfallrechts und

4.  Anforderungen an das Verarbeiten von bestimmten Bauprodukten und
    Anlagenteilen.

(3) Die Sachverständigenorganisation oder die Güte- und
Überwachungsgemeinschaft stellt nach abgeschlossener Zertifizierung
eine Urkunde über die Zertifizierung aus. Die Urkunde muss folgende
Angaben enthalten:

1.  Name und Anschrift des Fachbetriebs,

2.  Name und Anschrift der Sachverständigenorganisation oder der Güte- und
    Überwachungsgemeinschaft, die den Betrieb zertifiziert hat,

3.  eine Beschreibung des Tätigkeitsbereichs des Fachbetriebs sowie

4.  die Geltungsdauer der Zertifizierung.

(4) Als Fachbetrieb gilt auch, wer die Anforderungen nach Absatz 2
erfüllt und berechtigt ist, in einem anderen Mitgliedstaat der
Europäischen Union oder in einem anderen Vertragsstaat des Abkommens
über den Europäischen Wirtschaftsraum Tätigkeiten durchzuführen, die
in der Bundesrepublik Deutschland nach § 45 Fachbetrieben vorbehalten
sind, sofern der Betrieb in dem anderen Staat einer gleichwertigen
Überwachung unterliegt.

Collections: bundestag_gesetze
AwSV
Level: 3.0