Source: https://www.gesetze-im-internet.de/awaffv/__10.html
Legislation: awaffv

Title: § 10 Aufsichtspersonen; Obhut über das Schießen durch Kinder und Jugend

Description:
Allgemeine Waffengesetz-Verordnung (AWaffV)
Abschnitt 4 - Benutzung von Schießstätten
§ 10 Aufsichtspersonen; Obhut über das Schießen durch Kinder und Jugend

Paragraph: 10

Full Text:
Allgemeine Waffengesetz-Verordnung (AWaffV)
Abschnitt 4 - Benutzung von Schießstätten
§ 10 Aufsichtspersonen; Obhut über das Schießen durch Kinder und Jugend

(1) Der Inhaber der Erlaubnis für die Schießstätte (Erlaubnisinhaber)
hat unter Berücksichtigung der Erfordernisse eines sicheren
Schießbetriebs eine oder mehrere verantwortliche Aufsichtspersonen für
das Schießen zu bestellen, soweit er nicht selbst die Aufsicht
wahrnimmt oder eine schießsportliche oder jagdliche Vereinigung oder
ein Veranstalter im Sinne des § 22 durch eigene verantwortliche
Aufsichtspersonen die Aufsicht übernimmt. Der Erlaubnisinhaber kann
selbst die Aufsicht wahrnehmen, wenn er die erforderliche Sachkunde
nachgewiesen hat und, sofern es die Obhut über das Schießen durch
Kinder und Jugendliche betrifft, die Eignung zur Kinder- und
Jugendarbeit besitzt. Aufsichtspersonen müssen das 18. Lebensjahr
vollendet haben. Der Schießbetrieb darf nicht aufgenommen oder
fortgesetzt werden, solange keine ausreichende Anzahl von
verantwortlichen Aufsichtspersonen die Aufsicht wahrnimmt. Die
zuständige Behörde kann gegenüber dem Erlaubnisinhaber die Zahl der
nach Satz 1 erforderlichen Aufsichtspersonen festlegen.

(2) Der Erlaubnisinhaber hat der zuständigen Behörde die Personalien
der verantwortlichen Aufsichtspersonen zwei Wochen vor der Übernahme
der Aufsicht schriftlich oder elektronisch anzuzeigen; beauftragt eine
schießsportliche oder jagdliche Vereinigung die verantwortliche
Aufsichtsperson, so obliegt diese Anzeige der Aufsichtsperson selbst.
Der Anzeige sind Nachweise beizufügen, aus denen hervorgeht, dass die
Aufsichtsperson die erforderliche Sachkunde und, sofern es die Obhut
über das Schießen durch Kinder und Jugendliche betrifft, auch die
Eignung zur Kinder- und Jugendarbeit besitzt. Der Erlaubnisinhaber hat
das Ausscheiden der angezeigten Aufsichtsperson und die Bestellung
einer neuen Aufsichtsperson der zuständigen Behörde unverzüglich
anzuzeigen.

(3) Bei der Beauftragung der verantwortlichen Aufsichtsperson durch
einen schießsportlichen Verein eines anerkannten Schießsportverbandes
genügt an Stelle der Anzeige nach Absatz 2 Satz 1 eine Registrierung
der Aufsichtsperson bei dem Verein. Dieser hat bei der Registrierung
das Vorliegen der Voraussetzungen der erforderlichen Sachkunde und,
sofern es die Obhut über das Schießen durch Kinder und Jugendliche
betrifft, auch der Eignung zur Kinder- und Jugendarbeit zu überprüfen
und zu vermerken. Der Aufsichtsperson ist durch den Verein hierüber
ein Nachweisdokument auszustellen. Die Aufsichtsperson hat dieses
Dokument während der Wahrnehmung der Aufsicht mitzuführen und zur
Kontrolle Befugten auf Verlangen zur Prüfung auszuhändigen. Für eine
Überprüfung nach Satz 4 hat der Verein auf Verlangen Einblick in die
Registrierung der Aufsichtsperson zu gewähren. Die Sätze 1 bis 5
gelten entsprechend bei der von einer jagdlichen Vereinigung
beauftragten verantwortlichen Aufsichtsperson mit der Maßgabe, dass
während der Ausübung der Aufsicht ein gültiger Jagdschein nach § 15
Abs. 1 Satz 1 des Bundesjagdgesetzes mitzuführen ist.

(4) Ergeben sich Anhaltspunkte für die begründete Annahme, dass die
verantwortliche Aufsichtsperson die erforderliche Zuverlässigkeit,
persönliche Eignung oder Sachkunde oder, sofern es die Obhut über das
Schießen durch Kinder und Jugendliche betrifft, die Eignung zur
Kinder- und Jugendarbeit nicht besitzt, so hat die zuständige Behörde
dem Erlaubnisinhaber gegenüber die Ausübung der Aufsicht durch die
Aufsichtsperson zu untersagen.

(5) Die Obhut über das Schießen durch Kinder und Jugendliche ist durch
eine hierfür qualifizierte und auf der Schießstätte anwesende
Aufsichtsperson auszuüben, die

1.  für die Schießausbildung der Kinder oder Jugendlichen leitend
    verantwortlich ist und

2.  berechtigt ist, jederzeit der Aufsicht beim Schützen Weisungen zu
    erteilen oder die Aufsicht beim Schützen selbst zu übernehmen.

(6) Die Qualifizierung zur Aufsichtsperson oder zur Eignung zur
Kinder- und Jugendarbeit kann durch die Jagdverbände oder die
anerkannten Schießsportverbände erfolgen; bei Schießsportverbänden
sind die Qualifizierungsrichtlinien Bestandteil des
Anerkennungsverfahrens nach § 15 des Waffengesetzes.

(7) Die Absätze 1 bis 6 gelten nicht für ortsveränderliche
Schießstätten im Sinne von § 27 Abs. 6 des Waffengesetzes.

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AWaffV
Level: 3.0