Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bauwiausbv_1999/__10.html
Legislation: bauwiausbv_1999

Title: § 10 Abschlussprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung in der Bauwirtschaft (BauWiAusbV 1999)
Zweiter Teil - Vorschriften für die Ausbildungsberufe Hochbaufacharbeiter/Hochbaufacharbeiterin, Ausbaufacharbeiter/Ausbaufacharbeiterin und Tiefbaufacharbeiter/Tiefbaufacharbeiterin
1. Abschnitt - Hochbaufacharbeiter/Hochbaufacharbeiterin
§ 10 Abschlussprüfung

Paragraph: 10

Full Text:
Verordnung über die Berufsausbildung in der Bauwirtschaft (BauWiAusbV 1999)
Zweiter Teil - Vorschriften für die Ausbildungsberufe Hochbaufacharbeiter/Hochbaufacharbeiterin, Ausbaufacharbeiter/Ausbaufacharbeiterin und Tiefbaufacharbeiter/Tiefbaufacharbeiterin
1. Abschnitt - Hochbaufacharbeiter/Hochbaufacharbeiterin
§ 10 Abschlussprüfung

(1) Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage 1
aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Der Prüfling soll im praktischen Teil der Prüfung in insgesamt
höchstens acht Stunden eine praktische Aufgabe ausführen. Dabei soll
der Prüfling zeigen, dass er die Arbeitsschritte selbständig
festlegen, das Arbeitsergebnis kontrollieren sowie Maßnahmen zur
Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit und zum
Umweltschutz ergreifen kann. Für die praktische Aufgabe kommen
insbesondere in Betracht:

1.  im Schwerpunkt Maurerarbeiten:

    a)  Herstellen eines Mauerwerkskörpers aus klein- oder mittelformatigen
        Steinen in unterschiedlichen Verbandsarten,

    b)  Herstellen eines Mauerwerkskörpers mit Nische oder Öffnung und
        Überdeckung oder

    c)  Herstellen eines Verblendmauerwerkskörpers in unterschiedlichen
        Verbandsarten;

2.  im Schwerpunkt Beton- und Stahlbetonarbeiten:

    a)  Herstellen von betonierfähiger Schalung für eine rechteckige
        Ortbetonstütze mit Balkenanschluss und Bewehrung,

    b)  Schalen eines geraden Treppenlaufes mit Podestanschluss oder

    c)  Herstellen von betonierfähiger Schalung für ein Stahlbetonfertigteil
        mit Bewehrung;

3.  im Schwerpunkt Feuerungs- und Schornsteinbauarbeiten:

    a)  Herstellen eines Mauerwerkskörpers für Feuerungs- oder Abgasanlagen
        mit Bewegungsfugen und Schauloch,

    b)  Herstellen eines mehrschichtigen Mauerwerkskörpers für
        Feuerungsanlagen oder

    c)  Herstellen eines Schornsteinschaftausschnittes aus Mauerwerk.

(3) Der Prüfling soll im schriftlichen Teil der Prüfung in den
Prüfungsbereichen Schwerpunktbezogene Aufgaben, Bauwerke im Hochbau
sowie Wirtschafts- und Sozialkunde geprüft werden. In den
Prüfungsbereichen Schwerpunktbezogene Aufgaben und Bauwerke im Hochbau
soll der Prüfling zeigen, dass er insbesondere durch Verknüpfung von
arbeitsorganisatorischen, technologischen, mathematischen und
zeichnerischen Inhalten praxisbezogene Fälle lösen kann. Dabei sollen
Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit, zum
Umweltschutz und qualitätssichernde Maßnahmen einbezogen werden. Es
kommen Aufgaben insbesondere aus folgenden Gebieten in Betracht:

1.  im Prüfungsbereich Schwerpunktbezogene Aufgaben:

    a)  im Schwerpunkt Maurerarbeiten:

        aa) Mauermörtel,

        bb) Verbandsarten für Mauerwerke,

        cc) Mauerwerk für unterschiedliche Baukörper, Verblendmauerwerk,

        dd) Einfassungen, Ausfachungen und Schächte,

        ee) Öffnungen und Überdeckungen;

    b)  im Schwerpunkt Beton- und Stahlbetonarbeiten:

        aa) Herstellen von Beton, Betonfestigkeitsklassen,

        bb) Verarbeiten, Nachbehandeln und Prüfen von Beton,

        cc) Schalungen für Stützen, Wände, Decken und gerade Treppen
            einschließlich Anschlüsse,

        dd) Bewehrungen, Einbauteile,

        ee) Konstruktionsarten für gerade Treppen und Teilmontagedecken,

        ff) Geräte und Maschinen zur Betonverarbeitung;

    c)  im Schwerpunkt Feuerungs- und Schornsteinbauarbeiten:

        aa) Mauermörtel sowie Feuerfest- und Isoliermörtel,

        bb) Mauerwerk für Feuerungs- und Abgasanlagen,

        cc) Abgasanlagen und Schornsteine;

2.  im Prüfungsbereich Bauwerke im Hochbau:

    a)  Bau- und Bauhilfsstoffe sowie Fertigteile,

    b)  Arbeits-, Schutz- und Traggerüste,

    c)  Schalungen, Bewehrungen, Bauteile aus Beton und Stahlbeton,

    d)  Baukörper aus Steinen,

    e)  Abgasanlagen und Schornsteine,

    f)  Abdichten gegen Feuchtigkeit und nichtdrückendes Wasser,

    g)  Wärme-, Kälte-, Schall- und Brandschutz,

    h)  angrenzende Arbeiten im Ausbau: Bauteile aus Holz, Putze, Estriche,

    i)  angrenzende Arbeiten im Tiefbau: Baugruben und Gräben, Verbau und
        offene Wasserhaltung, Pflasterdecken und Plattenbeläge, Ver- und
        Entsorgungsleitungen;

3.  im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde:

    allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der
    Berufs- und Arbeitswelt.

(4) Der schriftliche Teil der Prüfung dauert höchstens:

*    *   1.

    *   im Prüfungsbereich Schwerpunktbezogene Aufgaben

    *   100 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsbereich Bauwerke im Hochbau

    *   100 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   40 Minuten.

(5) Der schriftliche Teil der Prüfung ist auf Antrag des Prüflings
oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen Bereichen
durch eine mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen
der Prüfung den Ausschlag geben kann. Bei der Ermittlung des
Ergebnisses für die mündlich geprüften Prüfungsbereiche sind das
bisherige Ergebnis und das Ergebnis der mündlichen Ergänzungsprüfung
im Verhältnis 2:1 zu gewichten.

(6) Innerhalb des schriftlichen Teils der Prüfung sind die
Prüfungsbereiche wie folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich Schwerpunktbezogene Aufgaben

    *   40 vom Hundert,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich Bauwerke im Hochbau

    *   40 vom Hundert,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   20 vom Hundert.

(7) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils im praktischen und im
schriftlichen Teil der Prüfung sowie innerhalb des schriftlichen Teils
der Prüfung in mindestens zwei Prüfungsbereichen mindestens
ausreichende Leistungen erbracht sind. Wird die Leistung in einem der
Prüfungsbereiche mit ungenügend bewertet, so ist die Prüfung nicht
bestanden.

(8) Die Abschlussprüfung im Ausbildungsberuf
Hochbaufacharbeiter/Hochbaufacharbeiterin gilt bei Fortsetzung der
Berufsausbildung in einem der aufbauenden Berufe nach § 1 Abs. 1 Nr. 2
und Abs. 2 Nr. 1 als Zwischenprüfung nach § 42 des
Berufsbildungsgesetzes.

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BauWiAusbV-1999
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