Source: https://www.gesetze-im-internet.de/landbaumtausbv_2008/__7.html
Legislation: landbaumtausbv_2008

Title: § 7 Teil 2 der Abschlussprüfung/Gesellenprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Land- und Baumaschinenmechatroniker und zur Land- und Baumaschinenmechatronikerin (LandBauMTAusbV 2008)
§ 7 Teil 2 der Abschlussprüfung/Gesellenprüfung

Paragraph: 7

Full Text:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Land- und Baumaschinenmechatroniker und zur Land- und Baumaschinenmechatronikerin (LandBauMTAusbV 2008)
§ 7 Teil 2 der Abschlussprüfung/Gesellenprüfung

(1) Teil 2 der Abschlussprüfung/Gesellenprüfung erstreckt sich auf die
in der Anlage aufgeführten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten
sowie auf den im Berufsschulunterricht zu vermittelnden Lehrstoff,
soweit er für die Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Teil 2 der Abschlussprüfung/Gesellenprüfung besteht aus den
Prüfungsbereichen:

1.  Kundenauftrag,

2.  Arbeitsplanung,

3.  Funktionsanalyse und

4.  Wirtschafts- und Sozialkunde.

(3) Für den Prüfungsbereich Kundenauftrag bestehen folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er

    a)  Arbeitsabläufe und Teilaufgaben zielorientiert unter Beachtung
        wirtschaftlicher, technischer, organisatorischer, zeitlicher und
        qualitätssichernder Vorgaben sowie unter Berücksichtigung des
        Umweltschutzes, der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes
        selbständig planen und umsetzen,

    b)  Arbeitsmittel disponieren, Bauteile und Baugruppen montieren,
        elektrische, mechatronische und hydraulische Systeme aufbauen, instand
        setzen, in Betrieb nehmen und deren Funktion prüfen sowie

    c)  Fehler und Störungen in elektrischen sowie hydraulischen, mechanischen
        und mechatronischen Systemen feststellen, eingrenzen und beheben sowie
        die Arbeiten dokumentieren

    kann;

2.  dem Prüfungsbereich sind folgende Tätigkeiten zugrunde zu legen:

    a)  Montieren, Inbetriebnehmen und Funktionsprüfung eines mechatronischen
        oder elektrohydraulischen Systems eines Fahrzeugs oder einer Anlage,

    b)  Diagnostizieren mit technischen Hilfsmitteln und Beheben von Fehlern
        und Störungen sowie Prüfen der Funktionen eines mechatronischen
        Systems an einem Fahrzeug, einer Maschine, einem Gerät oder einer
        Anlage sowie

    c)  systematische Fehlersuche und Beheben von Fehlern und deren Ursachen
        an einem der nachfolgenden maschinentechnischen Funktionsbereiche:
        Verbrennungsmotor, Kraftübertragung, Fahrwerk, Lenkung, Bremsanlage,
        Anbaugeräte, Zusatzausstattungen, Pumpensysteme, Heizsysteme sowie
        Maschinen, Geräte und Anlagen der Land-, Bau oder Kommunalwirtschaft;

3.  der Prüfling soll im Prüfungsbereich Kundenauftrag ein Prüfungsprodukt
    und zwei gleichwertige Arbeitsaufgaben, die Kundenaufträgen
    entsprechen, bearbeiten und mittels praxisbezogener Unterlagen
    dokumentieren sowie über die Arbeitsaufgaben ein situatives
    Fachgespräch führen, das aus mehreren Gesprächsphasen besteht;

4.  das Prüfungsprodukt und die Arbeitsaufgaben können aus mehreren
    Teilaufgaben bestehen;

5.  das Prüfungsprodukt bezieht sich auf die Tätigkeiten nach Nummer 2
    Buchstabe a;

6.  die Arbeitsaufgabe eins bezieht sich auf die Tätigkeiten nach Nummer 2
    Buchstabe b und die Arbeitsaufgabe zwei auf die Tätigkeiten nach
    Nummer 2 Buchstabe c;

7.  die Prüfungszeit beträgt für das Prüfungsprodukt sechs Stunden und für
    die Arbeitsaufgaben je zwei Stunden; innerhalb der Zeit für die
    Arbeitsaufgaben soll das situative Fachgespräch in insgesamt höchstens
    20 Minuten durchgeführt werden;

8.  die Bearbeitung des Prüfungsproduktes einschließlich der Dokumentation
    ist mit 40 Prozent und beide Arbeitsaufgaben einschließlich des
    situativen Fachgesprächs sind mit jeweils 30 Prozent zu gewichten.

(4) Für den Prüfungsbereich Arbeitsplanung bestehen folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er

    a)  eine Problemanalyse durchführen,

    b)  die zur Montage und Inbetriebnahme notwendigen mechanischen,
        hydraulischen und elektrischen Komponenten, Werk- und Hilfsstoffe,
        Leitungen, Werkzeuge, Ersatzteile und Hilfsmittel unter Beachtung der
        technischen Regeln auswählen,

    c)  Installations- und Montagepläne anpassen, die notwendigen
        Arbeitsschritte unter Berücksichtigung der Sicherheit, des
        Gesundheitsschutzes, der Umweltschutzbestimmungen und des
        Qualitätsmanagements unter Einbeziehung von Schaltplänen und
        Reparaturanleitungen planen und anwenden,

    d)  funktionale Zusammenhänge an Fahrzeugen, Maschinen, Anlagen oder
        Geräten darstellen sowie

    e)  fachliche Probleme mit verknüpften informationstechnischen,
        technologischen und mathematischen Sachverhalten analysieren, bewerten
        und geeignete Lösungswege darstellen

    kann;

2.  dem Prüfungsbereich sind folgende Tätigkeiten zugrunde zu legen:

    Anfertigen eines Arbeitsplanes zur Montage und Inbetriebnahme eines
    land- oder baumaschinentechnischen Systems;

3.  der Prüfling soll praxisbezogene Aufgaben unter Zuhilfenahme
    praxisüblicher Dokumente schriftlich bearbeiten;

4.  die Prüfungszeit beträgt zwei Stunden.

(5) Für den Prüfungsbereich Funktionsanalyse bestehen folgende
Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er

    a)  Maßnahmen zur Instandhaltung und Inbetriebnahme unter Berücksichtigung
        betrieblicher Abläufe planen, technische Unterlagen auswerten,

    b)  Messwerte beurteilen, Auswirkungen von Einstellwerten auf das System
        beschreiben, mechanische und elektrische Größen sowie Bewegungsabläufe
        ermitteln und darstellen,

    c)  Signale an Schnittstellen funktionell zuordnen, Prüfverfahren und
        Diagnosesysteme auswählen und einsetzen,

    d)  Fehlerursachen lokalisieren und Schutzeinrichtungen prüfen sowie

    e)  fachliche Probleme mit verknüpften informationstechnischen,
        technologischen und mathematischen Sachverhalten analysieren, bewerten
        und geeignete Lösungswege darstellen

    kann;

2.  dem Prüfungsbereich sind folgende Tätigkeiten zugrunde zu legen:

    Beschreiben der Vorgehensweise zur vorbeugenden Instandhaltung und zur
    systematischen Eingrenzung von Fehlern an land- oder
    baumaschinentechnischen Systemen;

3.  der Prüfling soll praxisbezogene Aufgaben unter Zuhilfenahme
    praxisüblicher Dokumente schriftlich bearbeiten;

4.  die Prüfungszeit beträgt zwei Stunden.

(6) Für den Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde bestehen
folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er allgemeine wirtschaftliche und
    gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt darstellen
    und beurteilen kann;

2.  der Prüfling soll Aufgaben schriftlich bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt eine Stunde.

Collections: bundestag_gesetze
LandBauMTAusbV-2008
Level: 2.0