Source: https://www.gesetze-im-internet.de/gentsv_2021/__33.html
Legislation: gentsv_2021

Title: Anlage 4 Sicherheitsmaßnahmen für Tierräume

Description:
Verordnung über die Sicherheitsstufen und Sicherheitsmaßnahmen bei gentechnischen Arbeiten in gentechnischen Anlagen (GenTSV 2021)
Abschnitt 6 - Ordnungswidrigkeiten
Anlage 4 Sicherheitsmaßnahmen für Tierräume

Paragraph: 33

Full Text:
Verordnung über die Sicherheitsstufen und Sicherheitsmaßnahmen bei gentechnischen Arbeiten in gentechnischen Anlagen (GenTSV 2021)
Abschnitt 6 - Ordnungswidrigkeiten
Anlage 4 Sicherheitsmaßnahmen für Tierräume

(Fundstelle: BGBl. I 2019, 1276 - 1285)

Nach § 16 Absatz 2 sind, sofern in Tierräumen mit gentechnisch
veränderten Mikroorganismen gearbeitet wird, zusätzlich zu den
Anforderungen dieser Anlage entsprechend die Anforderungen der Anlage
2 für den Laborbereich zu beachten.

I.  Sicherheitsstufe 1

    a.  Bauliche und technische Sicherheitsmaßnahmen

        1.  Sofern erforderlich, ist eine Abschirmung der Tierräume vorzunehmen.

        2.  Tierräume müssen leicht zu reinigen und zu desinfizieren sein. In
            Abhängigkeit von der Tätigkeit ist eine ausreichende Arbeitsfläche für
            jeden Beschäftigten zu gewährleisten.

        3.  Tierräume müssen abschließbar und für die untergebrachten Tiere
            fluchtsicher und so beschaffen sein, dass eine Verbreitung ggf.
            vorhandener überlebensfähiger Entwicklungsstadien der Tiere in die
            Umwelt verhindert wird.

        4.  Tierräume müssen in Abhängigkeit von der Belegungsdichte ausreichend
            belüftet sein.

        5.  Es soll eine leicht erreichbare Waschgelegenheit zur Reinigung der
            Hände mit Handwaschmittel-, Desinfektionsmittelspender und
            Einmalhandtuchspender vorhanden sein.

    b.  Organisatorische Sicherheitsmaßnahmen

        1.  Die Tierräume sind als Gentechnik-Arbeitsbereich der Sicherheitsstufe
            1 zu kennzeichnen.

        2.  Der Zutritt zu Tierräumen ist auf hierzu ermächtigte Personen zu
            beschränken.

        3.  Tiere sind in Tierkäfigen, Ställen, Behältern oder in anderen für die
            jeweilige Tierart geeigneten Einrichtungen unterzubringen.

        4.  Besteht bei transgenen Tieren keine Gefahr eines horizontalen
            Transfers des übertragenen Gens, können sie auch außerhalb in einem
            sicher eingefriedeten Bereich oder auf andere Weise eingeschlossen
            gehalten werden. Der Gefahr eines Diebstahls oder Entweichens ist
            durch geeignete Maßnahmen entgegenzuwirken. Die Tiere müssen so
            überwacht werden, dass ein Entweichen unverzüglich entdeckt werden
            kann.

        5.  Tierräume sollen aufgeräumt und sauber gehalten werden. In den
            Tierräumen sollen nur die tatsächlich benötigten Geräte und
            Materialien stehen.

        6.  Pipettierhilfen sind zu benutzen.

        7.  Kanülen und spitze oder scharfe Gegenstände sollen nur benutzt werden,
            wenn unbedingt erforderlich. Benutzte Kanülen sowie benutzte spitze
            oder scharfe Gegenstände sind in durchstichsicheren und fest
            verschließbaren Abfallbehältnissen zu sammeln und zu entsorgen.
            Kanülen dürfen nicht in ihre Hüllen zurückgesteckt werden.

        8.  Bei allen Arbeiten muss darauf geachtet werden, dass Aerosolbildung so
            weit wie möglich vermieden wird.

        9.  Es sollen Maßnahmen ergriffen werden, um eine Fortpflanzung der Tiere
            zu verhindern, sofern nicht die Reproduktion Teil des Experiments ist.

        10. Alle Tiere müssen leicht und insbesondere bezüglich ihrer
            gentechnischen Veränderung bzw. der zugeordneten gentechnischen Arbeit
            zu identifizieren sein.

        11. Das Personal ist im Umgang mit den Tieren zu schulen. Der
            Projektleiter und ggf. die für den Umgang mit Tieren verantwortlichen
            Personen müssen sicherstellen, dass alle, die mit den Tieren und
            Abfallmaterial in Berührung kommen, mit den örtlichen Regeln vertraut
            sind und alle möglicherweise erforderlichen Vorsichtsmaßnahmen kennen.

        12. Für den Fall des Austretens von gentechnisch veränderten
            Mikroorganismen müssen wirksame Desinfektionsmittel und spezifische
            Desinfektionsverfahren sowie ggf. dazu erforderliche Hilfsmittel wie
            saugfähiges Material zur Verfügung stehen.

        13. Die Hände sind unverzüglich zu desinfizieren, wenn Verdacht auf
            Kontamination besteht. Nach Beendigung der Tätigkeit und vor Verlassen
            des Arbeitsbereiches müssen die Hände ggf. desinfiziert sowie
            sorgfältig gereinigt und nach Hautschutzplan gepflegt werden.

        14. Bei Verletzungen sind unverzüglich Erste-Hilfe-Maßnahmen einzuleiten.
            Der Projektleiter ist zu informieren und ggf. ist medizinische Hilfe
            in Anspruch zu nehmen. Besteht die Möglichkeit, dass gentechnisch
            veränderte Organismen aufgenommen wurden, oder erscheint eine
            Infektion mit gentechnisch veränderten Organismen möglich, sind der
            Projektleiter und ggf. der behandelnde Arzt darauf hinzuweisen.

        15. Ein Eindringen von Wildformen der entsprechenden Tierarten in die
            Tierräume muss ausgeschlossen sein.

        16. Dem Befall mit Ungeziefer und Überträgern von gentechnisch veränderten
            Organismen (zum Beispiel mit Nagetieren, Gliederfüßern) ist
            vorzubeugen; sofern erforderlich, sind Ungeziefer und Überträger in
            geeigneter Weise zu bekämpfen.

        17. Tierkäfige und andere Einrichtungen sind nach Gebrauch zu reinigen.

        18. Material, das zur Inaktivierung, Sterilisation oder Verbrennung
            bestimmt ist, sowie benutzte Tierkäfige und andere Einrichtungen sind
            so zu transportieren, dass Verunreinigungen der Umgebung auf das
            geringstmögliche Maß reduziert werden.

        19. Die Betriebsanweisung, der Hygiene- und der Hautschutzplan sind an
            geeigneten Stellen in der Anlage auszuhängen oder müssen anderweitig
            leicht verfügbar sein.

        20. Nahrungs- und Genussmittel sowie Kosmetika dürfen nicht in Tierräumen
            aufbewahrt werden.

        21. In Tierräumen darf nicht gegessen, getrunken, geraucht oder sich
            geschminkt werden.

        22. Für die Beschäftigten sind Bereiche einzurichten, in denen sie ohne
            Beeinträchtigung ihrer Gesundheit essen und trinken können.

    c.  Schutzkleidung, persönliche Schutzausrüstung und diesbezügliche
        Sicherheitsmaßnahmen

        1.  Geeignete Schutzkleidung und geeignetes Schuhwerk sind vom Betreiber
            bereitzustellen. Die vom Betreiber bereitgestellte Schutzkleidung und
            das Schuhwerk sollen getragen werden. Vor Verlassen der Tierräume sind
            Schutzkleidung und Schuhwerk zu säubern oder abzulegen.

        2.  Benutzte Schutzkleidung ist getrennt von Straßenkleidung
            aufzubewahren. Straßenkleidung, Taschen o. Ä. dürfen nicht im
            Arbeitsbereich aufbewahrt werden.

II. Sicherheitsstufe 2

    a.  Bauliche und technische Sicherheitsmaßnahmen

        1.  Die Tierräume müssen gesonderte Gebäude oder eindeutig abgegrenzte
            bzw. abgeschirmte und räumlich abgetrennte Bereiche innerhalb von
            Gebäuden sein.

        2.  Alle Tiere sind in umschlossenen und abschließbaren Räumlichkeiten
            (Tierhaltungsräume o. Ä.) zu halten, um die Gefahr eines Diebstahls
            oder unbeabsichtigter Freisetzung auszuschließen. Durch technische
            Maßnahmen ist sicherzustellen, dass nur befugte Personen die Tierräume
            betreten können.

        3.  Tierräume müssen leicht zu reinigen und beständig gegenüber den
            eingesetzten Stoffen sowie gegenüber Reinigungs- und
            Desinfektionsmitteln sein. In Abhängigkeit von der Tätigkeit ist eine
            ausreichende Arbeitsfläche für jeden Beschäftigten zu gewährleisten.

        4.  Tierräume müssen abschließbar und für die untergebrachten Tiere
            fluchtsicher und so beschaffen sein, dass eine Verbreitung ggf.
            vorhandener überlebensfähiger Entwicklungsstadien der Tiere in die
            Umwelt verhindert wird.

        5.  Türen der Tierräume sollen in Fluchtrichtung aufschlagen.

        6.  Für die Desinfektion und Reinigung der Hände müssen ein Waschbecken,
            ein Desinfektionsmittelspender, ein Handwaschmittelspender und ein
            Einmalhandtuchspender vorhanden sein. Diese sind leicht zugänglich und
            sollen in der Nähe der Tür angebracht werden. Die Armaturen des
            Waschbeckens sowie der Desinfektions- und der Handwaschmittelspender
            sollen ohne Handberührung bedienbar sein.

        7.  Tierräume müssen in Abhängigkeit von der Belegungsdichte ausreichend
            belüftet sein.

        8.  Bei Arbeiten, bei denen Aerosole entstehen können, muss sichergestellt
            werden, dass diese nicht in den Arbeitsbereich gelangen. Dazu sind
            insbesondere folgende Maßnahmen geeignet:

            aa) Durchführung der Arbeit in einer mikrobiologischen Sicherheitswerkbank
                oder in einer Käfigwechselstation oder

            bb) Benutzung von Geräten und Ausrüstungen, bei denen keine Aerosole
                freigesetzt werden, wie zum Beispiel Zentrifugen mit aerosoldichten
                Rotoren oder Rotoreinsätzen.

            Die Abluft aus den in Satz 2 Doppelbuchstabe aa genannten Geräten muss
            durch einen Hochleistungsschwebstofffilter geführt oder durch ein
            anderes geprüftes Verfahren keimfrei gemacht werden. Wenn technische
            oder organisatorische Maßnahmen nicht ausreichen oder nicht anwendbar
            sind, muss geeignete Schutzausrüstung nach Buchstabe c Nummer 1
            getragen werden.

        9.  Sofern erforderlich, sind Filter an Isolatoren (durchsichtige
            Behälter, in denen kleine Tiere innerhalb oder außerhalb eines Käfigs
            gehalten werden) oder für die Abluft von isolierten Räumen vorzusehen.

        10. Kontaminierte Prozessabluft muss, bevor sie in den Arbeitsbereich
            gegeben wird, durch geeignete Verfahren wie Filterung oder thermische
            Nachbehandlung gereinigt werden. Dies gilt zum Beispiel auch für die
            Abluft von Isolatoren, von Käfigen mit infizierten Tieren oder von
            Autoklaven.

        11. Es sind Einrichtungen bereitzuhalten, mit denen infizierte oder zu
            infizierende Tiere so immobilisiert werden können, dass sie gefahrlos
            zu handhaben sind. Eine Sicherheitsbeleuchtung ist für Arbeitsplätze
            mit besonderer Gefährdung vorzusehen, damit bei Stromausfall die
            Arbeiten sicher beendet werden können, die Tiere angemessen
            untergebracht werden können und der Arbeitsbereich sicher verlassen
            werden kann.

        12. Es muss ein Autoklav oder ein gleichwertiges Gerät zur Inaktivierung
            oder Sterilisation mit ausreichender Kapazität in den Tierräumen
            vorhanden oder innerhalb desselben Gebäudes verfügbar sein.

    b.  Organisatorische Sicherheitsmaßnahmen

        1.  Die Tierräume sind als Gentechnik-Arbeitsbereich der Sicherheitsstufe
            2 zu kennzeichnen. Die Räumlichkeiten sind zusätzlich mit dem
            Warnzeichen „Biogefährdung“ zu kennzeichnen.

        2.  Zutritt zu den Tierräumen haben außer den an den gentechnischen
            Arbeiten Beteiligten nur Personen, die vom Projektleiter oder durch
            von ihm autorisierte Dritte hierzu ermächtigt wurden. Hierauf ist
            durch geeignete Kennzeichnung an den Zugängen hinzuweisen.

        3.  Fenster und Türen müssen während der Arbeiten geschlossen sein.

        4.  In Tierräumen, in denen infizierte Tiere untergebracht sind, sollen
            keine anderen Tiere gehalten werden, es sei denn, Kreuzkontaminationen
            sind nicht möglich, wie zum Beispiel bei Nutzung spezieller
            isolierender Haltungssysteme. Die Türen sind mit einem Hinweis auf die
            Art der gentechnischen Arbeiten zu versehen.

        5.  Tiere sind in Tierkäfigen, Ställen, Behältern oder in anderen für die
            jeweilige Tierart geeigneten Einrichtungen unterzubringen. Tiere, die
            mit luftübertragbaren Mikroorganismen infiziert wurden, sind
            grundsätzlich in Käfigen oder Isolatoren zu halten, die eine Abgabe
            dieser Organismen in die Raumluft sowie eine Übertragung von Käfig zu
            Käfig verhindern.

        6.  Tierräume sollen aufgeräumt und sauber gehalten werden. In den
            Tierräumen sollen nur die tatsächlich benötigten Geräte und
            Materialien stehen.

        7.  Pipettierhilfen sind zu benutzen.

        8.  Kanülen und spitze oder scharfe Gegenstände sollen nur benutzt werden,
            wenn unbedingt erforderlich. Ist eine Verwendung unabdingbar, so sind,
            wenn möglich, zusätzliche Schutzmaßnahmen zu ergreifen, wie zum
            Beispiel die Verwendung von stich- und schnittfesten Handschuhen oder
            Kanülen mit Sicherheitsmechanismen. Benutzte Kanülen sowie benutzte
            spitze oder scharfe Gegenstände sind in durchstichsicheren und fest
            verschließbaren Abfallbehältnissen zu sammeln und zu entsorgen.
            Kanülen dürfen nicht in ihre Hüllen zurückgesteckt werden.

        9.  Es sollen Maßnahmen ergriffen werden, um eine Fortpflanzung der Tiere
            zu verhindern, sofern nicht die Reproduktion Teil des Experiments ist.

        10. Alle Tiere müssen leicht und insbesondere bezüglich ihrer
            gentechnischen Veränderung bzw. der zugeordneten gentechnischen Arbeit
            zu identifizieren sein.

        11. Das Personal ist im Umgang mit den Tieren zu schulen. Der
            Projektleiter und ggf. die für den Umgang mit Tieren verantwortlichen
            Personen müssen sicherstellen, dass alle, die mit den Tieren und
            Abfallmaterial in Berührung kommen, mit den örtlichen Regeln vertraut
            sind und alle möglicherweise erforderlichen Vorsichtsmaßnahmen kennen.

        12. Ein Eindringen von Wildformen der entsprechenden Tierarten in die
            Tierräume muss ausgeschlossen sein.

        13. Dem Befall mit Ungeziefer und Überträgern von gentechnisch veränderten
            Organismen (zum Beispiel mit Nagetieren, Gliederfüßern) ist
            vorzubeugen; Ungeziefer und Überträger sind in geeigneter Weise zu
            bekämpfen.

        14. Material, das zur Inaktivierung oder Sterilisation bestimmt ist, sowie
            benutzte Tierkäfige und andere Einrichtungen sind so zu
            transportieren, dass Verunreinigungen der Umgebung auf das
            geringstmögliche Maß reduziert werden.

        15. Infizierte Tiere sind grundsätzlich in ihren Käfigen innerbetrieblich
            zu transportieren.

        16. Gentechnisch veränderte Organismen sowie Abfälle, die gentechnisch
            veränderte Organismen enthalten, dürfen nur in dicht geschlossenen,
            gegen Bruch geschützten, desinfizierbaren und entsprechend
            gekennzeichneten Behältern transportiert werden. Die Behälter sind
            regelmäßig von außen und bei jeder Kontamination zu desinfizieren.

        17. Die Tierräume sind regelmäßig zu desinfizieren und zu reinigen. Sind
            Fußbodenabflüsse in Tierräumen vorhanden, sind diese Abflüsse so
            auszuführen, dass sie für die untergebrachten Tiere fluchtsicher sind.

        18. Für den Fall des Austretens von gentechnisch veränderten
            Mikroorganismen müssen wirksame Desinfektionsmittel und spezifische
            Desinfektionsverfahren sowie ggf. dazu erforderliche Hilfsmittel wie
            saugfähiges Material zur Verfügung stehen. Ein kontaminierter Bereich
            (zum Beispiel nach Verschütten von Organismen) ist unverzüglich zu
            sperren und zu desinfizieren.

        19. Alle Arbeitsflächen sind nach Beendigung der Tätigkeit zu
            desinfizieren.

        20. Die Hände sind unverzüglich zu desinfizieren, wenn Verdacht auf
            Kontamination besteht. Daneben müssen nach Beendigung der Tätigkeit
            und vor Verlassen des Arbeitsbereiches die Hände desinfiziert,
            sorgfältig gereinigt und nach Hautschutzplan gepflegt werden.

        21. Arbeitsgeräte oder Einrichtungen, die in unmittelbarem Kontakt mit
            gentechnisch veränderten Organismen waren, müssen vor einer Prüfung,
            Reinigung, Wartung oder Reparatur autoklaviert oder desinfiziert
            werden, wenn bei diesem Kontakt gentechnisch veränderte Organismen
            übertragen werden konnten.

        22. Tierkäfige und andere Einrichtungen sind nach Gebrauch zu
            desinfizieren oder zu autoklavieren und zu reinigen.

        23. Bei Verletzungen sind unverzüglich Erste-Hilfe-Maßnahmen einzuleiten.
            Der Projektleiter ist zu informieren und ggf. ist medizinische Hilfe
            in Anspruch zu nehmen. Besteht die Möglichkeit, dass gentechnisch
            veränderte Organismen aufgenommen wurden, oder erscheint eine
            Infektion mit gentechnisch veränderten Organismen möglich, sind der
            Projektleiter und ggf. der behandelnde Arzt darauf hinzuweisen.

        24. Die Betriebsanweisung, der Hygiene- und der Hautschutzplan sind an
            geeigneten Stellen in der Anlage auszuhängen oder müssen anderweitig
            leicht verfügbar sein.

        25. Nahrungs- und Genussmittel sowie Kosmetika dürfen nicht in Tierräumen
            aufbewahrt werden.

        26. In Tierräumen darf nicht gegessen, getrunken, geraucht oder sich
            geschminkt werden.

        27. Für die Beschäftigten sind Bereiche einzurichten, in denen sie ohne
            Beeinträchtigung ihrer Gesundheit essen und trinken können.

    c.  Schutzkleidung, persönliche Schutzausrüstung und diesbezügliche
        Sicherheitsmaßnahmen

        1.  In den Tierräumen sind geeignete persönliche Schutzkleidung inklusive
            Schuhwerk sowie in Abhängigkeit von der Tätigkeit ggf. erforderliche,
            geeignete persönliche Schutzausrüstung (zum Beispiel Schutzhandschuhe,
            Schutzbrille, Mund- und Nasenschutz oder Atemschutz mit
            partikelfiltrierender Wirkung) zu tragen. Die Schutzkleidung und ggf.
            die persönliche Schutzausrüstung sind vom Betreiber zur Verfügung zu
            stellen. Die Reinigung der Schutzkleidung ist durch den Betreiber
            durchzuführen. Schutzkleidung und Schutzausrüstung dürfen nicht
            außerhalb der gentechnischen Anlage getragen werden.

        2.  Für die Schutz- und für die Straßenkleidung sind getrennte
            Aufbewahrungsmöglichkeiten vorzusehen. Straßenkleidung, Taschen o. Ä.
            dürfen nicht im Arbeitsbereich aufbewahrt werden.

III. Sicherheitsstufe 3

    a.  Bauliche und technische Sicherheitsmaßnahmen

        1.  Tierräume müssen ein gesondertes Gebäude oder ein eindeutig
            abgegrenzter bzw. abgeschirmter und räumlich abgetrennter Bereich
            innerhalb eines Gebäudes sein. Technische Maßnahmen sollen ein
            unbeabsichtigtes oder unerlaubtes Betreten des Bereichs verhindern.

        2.  Alle Tiere sind in umschlossenen und abschließbaren Räumlichkeiten
            (Tierhaltungsräume o. Ä.) zu halten, um die Gefahr eines Diebstahls
            oder unbeabsichtigter Freisetzung auszuschließen.

        3.  Tierräume müssen leicht zu reinigen und beständig gegenüber den
            eingesetzten Stoffen sowie gegenüber Reinigungs- und
            Desinfektionsmitteln sein. In Abhängigkeit von der Tätigkeit ist eine
            ausreichend große Arbeitsfläche für jeden Beschäftigten zu
            gewährleisten.

        4.  Tierräume müssen abschließbar und für die untergebrachten Tiere
            fluchtsicher und so beschaffen sein, dass eine Verbreitung ggf.
            vorhandener überlebensfähiger Entwicklungsstadien der Tiere in die
            Umwelt verhindert wird.

        5.  Fenster dürfen nicht zu öffnen sein.

        6.  Die Türen der Tierräume sollen in Fluchtrichtung aufschlagen.

        7.  In den Tierräumen ist in der Regel eine Schleuse einzurichten, über
            die die Tierräume zu betreten und zu verlassen sind. Die Schleuse ist
            mit Türen auszustatten, die bei bestimmungsgemäßem Betrieb
            gegeneinander verriegelt sind. Die äußere Tür muss selbstschließend
            sein. Die Schleuse muss eine Händedesinfektionsvorrichtung mit einem
            Desinfektionsmittelspender enthalten. In der Regel ist in der Schleuse
            ein Handwaschbecken mit einem Handwaschmittelspender und einem
            Einmalhandtuchspender einzurichten. Die Armaturen des Waschbeckens
            sowie der Desinfektionsmittelspender und der Handwaschmittelspender
            müssen ohne Handberührung bedienbar sein. Sofern erforderlich, ist
            eine Dusche einzurichten. In begründeten Einzelfällen kann auf eine
            Schleuse verzichtet werden.

        8.  Sofern mit pathogenen Organismen gearbeitet wird, für die eine
            Übertragung durch die Luft nicht ausgeschlossen werden kann, müssen
            die Tierräume unter ständigem Unterdruck gehalten und die Abluft über
            Hochleistungsschwebstofffilter geführt werden. Der vorhandene
            Unterdruck muss von außen und durch die Nutzer der Tierräume auch von
            innen leicht überprüfbar sein und durch einen Alarmgeber mit optischem
            und akustischem Signal überwacht werden. Die Rückführung
            kontaminierter Abluft in Arbeitsbereiche ist unzulässig. Der Filter
            der raumlufttechnischen Anlage muss vor Ort in eingebautem Zustand
            daraufhin überprüft werden können, ob er ausreichend funktioniert.

        9.  Die Tierräume müssen in Abhängigkeit von der Belegungsdichte
            ausreichend belüftet sein.

        10. Es muss eine Notstromversorgung für sicherheitsrelevante Einrichtungen
            (zum Beispiel Lüftungsanlage, Isolator, mikrobiologische
            Sicherheitswerkbänke, individuell belüftete Käfige) vorhanden sein.

        11. In den Tierräumen der gentechnischen Anlage muss ein Autoklav oder ein
            gleichwertiges Gerät zur Sterilisation mit ausreichender Kapazität
            vorhanden sein.

        12. Im Arbeitsbereich anfallendes Abwasser ist in der Regel wie folgt zu
            sterilisieren: Sammeln in Auffangbehältern und thermische
            Sterilisation oder zentrale Abwassersterilisation. In der Schleuse
            dürfen bei bestimmungsgemäßem Betrieb und unter Beachtung der
            organisatorischen Sicherheitsmaßnahmen keine zu sterilisierenden
            Abwässer anfallen.

        13. Oberflächen in den Tierräumen (zum Beispiel Arbeitsflächen, Wände,
            Böden, Decken und Oberflächen des Inventars) müssen flüssigkeitsdicht,
            leicht zu reinigen und beständig gegenüber den eingesetzten Stoffen
            sowie gegenüber Reinigungs- und Desinfektionsmitteln sein. Der
            Fußboden ist in der Regel mit Hohlkehle in einer Wannenfunktion
            auszuführen.

        14. Für die Desinfektion und Reinigung der Hände müssen in den Tierräumen
            ohne Handberührung bedienbare Desinfektionsmittelspender vorhanden
            sein. Diese sind leicht zugänglich und vorzugsweise in der Nähe der
            Tür anzubringen. Sofern ein Waschbecken vorhanden ist, müssen die
            Armaturen des Waschbeckens sowie der Handwaschmittelspender ohne
            Handberührung bedienbar sein. Einrichtungen zum Spülen der Augen
            müssen vorhanden sein.

        15. Bei Arbeiten, bei denen Aerosole entstehen können, muss sichergestellt
            werden, dass diese nicht in den Arbeitsbereich gelangen. Dazu sind
            insbesondere folgende Maßnahmen geeignet:

            aa) Durchführung der Arbeit in einer mikrobiologischen Sicherheitswerkbank
                oder in einer Käfigwechselstation oder

            bb) Benutzung von Geräten und Ausrüstungen, bei denen keine Aerosole
                freigesetzt werden, wie zum Beispiel Zentrifugen mit aerosoldichten
                Rotoren oder Rotoreinsätzen.

            Die Abluft aus den in Satz 2 Doppelbuchstabe aa genannten Geräten muss
            durch einen Hochleistungsschwebstofffilter geführt oder durch ein
            anderes geprüftes Verfahren keimfrei gemacht werden. Wenn technische
            oder organisatorische Maßnahmen nicht ausreichen oder nicht anwendbar
            sind, muss geeignete Schutzausrüstung nach Buchstabe c Nummer 1
            getragen werden.

        16. Filter an Isolatoren oder für die Abluft von isolierten Räumen sind
            anzubringen.

        17. Es sind Einrichtungen bereitzuhalten, mit denen infizierte oder zu
            infizierende Tiere so immobilisiert werden können, dass sie gefahrlos
            zu handhaben sind. Eine Sicherheitsbeleuchtung ist für Arbeitsplätze
            mit besonderer Gefährdung vorzusehen, damit bei Stromausfall die
            Arbeiten sicher beendet werden können, eine angemessene Unterbringung
            der Tiere erfolgen kann und der Arbeitsbereich sicher verlassen werden
            kann.

        18. Für die Kommunikation von Tierräumen und ggf. von der Schleuse muss
            eine geeignete Einrichtung vorhanden sein.

        19. Kontaminierte Prozessabluft muss, bevor sie in den Arbeitsbereich
            gegeben wird, durch geeignete Verfahren wie Filterung oder thermische
            Nachbehandlung gereinigt werden. Dies gilt zum Beispiel auch für die
            Abluft von Isolatoren, von Käfigen mit infizierten Tieren oder von
            Autoklaven.

    b.  Organisatorische Sicherheitsmaßnahmen

        1.  Die Tierräume sind als Gentechnik-Arbeitsbereich der Sicherheitsstufe
            3 zu kennzeichnen. Die Räumlichkeiten sind zusätzlich mit dem
            Warnzeichen “Biogefährdung“ zu kennzeichnen.

        2.  Der Zutritt zu den Tierräumen ist auf die Personen zu beschränken,
            deren Anwesenheit für die Durchführung der gentechnischen Arbeiten
            erforderlich ist und die zum Eintritt befugt sind. Hierauf ist durch
            geeignete Kennzeichnung an den Zugängen hinzuweisen. Der Projektleiter
            ist verantwortlich für die Bestimmung der zutrittsberechtigten
            Personen. Eine Person darf nur dann allein im Tierraum arbeiten, wenn
            die Handhabung der Versuchstiere allein sicher beherrschbar ist und
            wenn eine von innen zu betätigende Notrufanlage vorhanden ist. Die
            Auslösung des Notrufsignals muss willensabhängig sowie automatisch
            erfolgen können.

        3.  (weggefallen)

        4.  In Tierräumen, in denen infizierte Tiere untergebracht sind, sollen
            keine anderen Tiere gehalten werden, es sei denn, Kreuzkontaminationen
            sind nicht möglich, wie zum Beispiel bei Nutzung spezieller isolierter
            Haltungssysteme. Die Türen sind mit einem Hinweis auf die Art der
            gentechnischen Arbeiten zu versehen.

        5.  Gentechnisch veränderte Organismen sowie Abfälle, die gentechnisch
            veränderte Organismen enthalten, dürfen nur in dicht geschlossenen,
            gegen Bruch geschützten, desinfizierbaren und entsprechend
            gekennzeichneten Behältern transportiert werden. Die Behälter sind
            regelmäßig sowie bei jeder Kontamination von außen zu desinfizieren.

        6.  Tiere sind in Tierkäfigen, Ställen, Behältern oder in anderen für die
            jeweilige Tierart geeigneten Einrichtungen unterzubringen. Tiere, die
            mit luftübertragbaren Mikroorganismen infiziert wurden, sind in
            Käfigen oder Isolatoren zu halten, die eine Abgabe dieser Organismen
            in die Raumluft sowie eine Übertragung von Käfig zu Käfig verhindern.
            Filter an Isolatoren und für die Abluft von Isolatoren sind
            vorzusehen.

        7.  Bei der Entsorgung von Tierkadavern und Tiermaterial ist Folgendes zu
            beachten:

            aa) Tierkadaver und Tiermaterial sind vor der Entsorgung zu sterilisieren.
                Die Sterilisation hat durch Autoklavieren oder in einer sonstigen
                geeigneten Weise (zum Beispiel alkalische Hydrolyse) zu erfolgen.
                Dabei muss sichergestellt sein, dass auch die Kernschichten des
                Tierkadavers und des Tiermaterials erfasst werden.

            bb) Ist die Sterilisation im Tierraum nicht möglich, hat der Transport in
                dicht geschlossenen, gegen Bruch geschützten, desinfizierbaren und
                entsprechend gekennzeichneten Behältern zu erfolgen. Die Behälter sind
                regelmäßig sowie bei jeder Kontamination von außen zu desinfizieren.

        8.  Werden Filter, zum Beispiel von raumlufttechnischen Anlagen oder
            mikrobiologischen Sicherheitswerkbänken, ausgewechselt, so müssen sie
            entweder am Einbauort durch Begasung inaktiviert oder zwecks späterer
            Sterilisation durch ein geräteseits vorgesehenes Austauschsystem in
            einen luftdichten Behälter verpackt werden, so dass eine Infektion des
            Wartungspersonals und anderer Personen ausgeschlossen werden kann.

        9.  Jeder Tierraum muss über eigene Geräte verfügen.

        10. Pipettierhilfen sind zu benutzen.

        11. Kanülen und spitze oder scharfe Gegenstände sollen nur benutzt werden,
            wenn unbedingt erforderlich. Ist eine Verwendung unabdingbar, so sind,
            wenn möglich, zusätzliche Schutzmaßnahmen wie die Verwendung von
            stich- und schnittfesten Handschuhen oder Kanülen mit
            Sicherheitsmechanismen zu ergreifen. Benutzte Kanülen sowie benutzte
            spitze oder scharfe Gegenstände sind in durchstichsicheren und fest
            verschließbaren Abfallbehältnissen zu sammeln und zu entsorgen.
            Kanülen dürfen nicht in ihre Hüllen zurückgesteckt werden.

        12. Es sollen Maßnahmen ergriffen werden, um eine Fortpflanzung der Tiere
            zu verhindern, sofern nicht die Reproduktion Teil des Experiments ist.

        13. Alle Tiere müssen leicht und insbesondere bezüglich ihrer
            gentechnischen Veränderung bzw. der zugeordneten gentechnischen Arbeit
            zu identifizieren sein.

        14. Das Personal ist im Umgang mit den Tieren zu schulen. Der
            Projektleiter und ggf. die für den Umgang mit Tieren verantwortlichen
            Personen müssen sicherstellen, dass alle Personen, die mit den Tieren
            und Abfallmaterial in Berührung kommen, mit den örtlichen Regeln
            vertraut sind und alle erforderlichen Vorsichtsmaßnahmen kennen.

        15. Ein Eindringen von Wildformen der entsprechenden Tierarten in die
            Tierräume muss ausgeschlossen sein.

        16. Dem Befall mit Ungeziefer und Überträgern von gentechnisch veränderten
            Organismen (zum Beispiel mit Nagetieren und Gliederfüßern) ist
            vorzubeugen; Ungeziefer und Überträger sind in geeigneter Weise zu
            bekämpfen.

        17. Infizierte Tiere sind grundsätzlich in ihren Käfigen innerbetrieblich
            zu transportieren.

        18. Die Hände sind unverzüglich zu desinfizieren, wenn Verdacht auf
            Kontamination besteht. Nach Beendigung der Tätigkeit und vor Verlassen
            des Arbeitsbereiches müssen die Hände desinfiziert, sorgfältig
            gereinigt und nach Hautschutzplan gepflegt werden.

        19. Die Tierräume sind regelmäßig zu desinfizieren und zu reinigen.

        20. Für den Fall des Austretens von gentechnisch veränderten
            Mikroorganismen müssen wirksame Desinfektionsmittel und spezifische
            Desinfektionsverfahren sowie ggf. dazu erforderliche Hilfsmittel wie
            saugfähiges Material zur Verfügung stehen. Ein kontaminierter Bereich
            (zum Beispiel nach Verschütten von Organismen) ist unverzüglich zu
            sperren und zu desinfizieren.

        21. Alle Arbeitsflächen sind nach Beendigung der Tätigkeit zu
            desinfizieren.

        22. Arbeitsgeräte oder Einrichtungen, die in unmittelbarem Kontakt mit
            gentechnisch veränderten Organismen waren, müssen vor einer Prüfung,
            Reinigung, Wartung oder Reparatur autoklaviert oder desinfiziert
            werden, wenn bei diesem Kontakt gentechnisch veränderte Organismen
            übertragen werden konnten.

        23. Tierkäfige und andere Einrichtungen sind nach Gebrauch zu
            desinfizieren oder zu autoklavieren und zu reinigen.

        24. Bei Verletzungen sind unverzüglich Erste-Hilfe-Maßnahmen einzuleiten.
            Der Projektleiter ist zu informieren und ggf. ist medizinische Hilfe
            in Anspruch zu nehmen. Besteht die Möglichkeit, dass gentechnisch
            veränderte Organismen aufgenommen wurden, oder erscheint eine
            Infektion mit gentechnisch veränderten Organismen möglich, sind der
            Projektleiter und ggf. der behandelnde Arzt darauf hinzuweisen.

        25. Die Betriebsanweisung, der Hygiene- und der Hautschutzplan sind an
            geeigneten Stellen in der Anlage auszuhängen oder müssen anderweitig
            leicht verfügbar sein.

        26. Nahrungs- und Genussmittel sowie Kosmetika dürfen nicht in Tierräumen
            und der Schleuse aufbewahrt werden.

        27. In Tierräumen und der Schleuse darf nicht gegessen, getrunken,
            geraucht oder sich geschminkt werden.

        28. Für die Beschäftigten sind Bereiche einzurichten, in denen sie ohne
            Beeinträchtigung ihrer Gesundheit essen und trinken können.

    c.  Schutzkleidung, persönliche Schutzausrüstung und diesbezügliche
        Sicherheitsmaßnahmen

        1.  In der Schleuse ist geeignete, an den Rumpfvorderseiten geschlossene
            Schutzkleidung sowie persönliche Schutzausrüstung (Schutzhandschuhe
            und in Abhängigkeit von der Tätigkeit ggf. weitere Schutzausrüstung
            wie Mund- und Nasenschutz (Berührungsschutz), Augenschutz, Atemschutz
            mit partikelfiltrierender Wirkung) anzulegen und nach Beendigung der
            Tätigkeit wieder abzulegen. Die Schutzkleidung muss gekennzeichnet
            sein und umfasst geschlossene Schuhe, die entsprechend der Tätigkeit
            anzulegen sind. Die Schutzkleidung und die persönliche
            Schutzausrüstung sind vom Betreiber zur Verfügung zu stellen und nach
            Gebrauch durch diesen zu sterilisieren und zu reinigen oder zu
            beseitigen.

        2.  Schutzkleidung ist getrennt von Straßenkleidung aufzubewahren. Dafür
            sind geeignete Aufbewahrungsmöglichkeiten vorzusehen.

IV. Sicherheitsstufe 4

    a.  Bauliche und technische Sicherheitsmaßnahmen

        1.  Die Tierräume müssen entweder ein selbständiges Gebäude oder, als Teil
            eines Gebäudes, durch einen Flur oder Vorraum deutlich von den
            allgemein zugänglichen Verkehrsflächen abgetrennt sein. Die Tierräume
            sollen keine Fenster haben und müssen über ausreichend große Räume
            verfügen. Sind Fenster vorhanden, müssen diese dicht und bruchsicher
            sein und dürfen nicht zu öffnen sein. Es müssen technische Maßnahmen
            getroffen werden, die jedes unbeabsichtigte oder unerlaubte Betreten
            der Tierräume verhindern. Alle Türen des Bereichs müssen
            selbstschließend sein. Sie sollen in Fluchtrichtung aufschlagen. Das
            Betreten der Tierräume darf nur über eine vierkammerige Schleuse
            möglich sein.

        2.  Die Schleuse muss mit einer entsprechenden Druckstaffelung versehen
            sein, um den Austritt von Luft aus den jeweiligen Tierräumen zu
            verhindern. Die Schleuse muss folgendermaßen gegliedert sein:

            –   äußere Schleusenkammer zum Ablegen der Straßenkleidung und Anlegen von
                Unterkleidung,

            –   Personendusche mit Platz zum Ablegen der Unterkleidung,

            –   Anzugraum zum An- und Ablegen der Vollschutzanzüge und

            –   innere Schleusenkammer mit der Chemikaliendusche zur Desinfektion der
                Vollschutzanzüge.

            Bei bestimmungsgemäßem Gebrauch müssen die Türen der Schleuse
            gegeneinander verriegelt sein. Es ist eine Einrichtung zum Einbringen
            großräumiger Geräte oder Einrichtungsgegenstände vorzusehen.

        3.  Wände, Decken und Fußböden der Tierräume müssen nach außen dicht sein.
            Alle Durchtritte von Ver- und Entsorgungsleitungen müssen abgedichtet
            sein. Der Fußboden ist mit Hohlkehle in einer Wannenfunktion
            auszuführen.

        4.  Alle Tiere sind in umschlossenen und abschließbaren Räumlichkeiten
            (Tierhaltungsräume o. Ä.) zu halten, um die Gefahr eines Diebstahls
            oder unbeabsichtigter Freisetzung auszuschließen.

        5.  Alle Oberflächen der Tierräume (zum Beispiel Arbeitsflächen, Wände,
            Böden, Decken und Oberflächen des Inventars) müssen leicht zu reinigen
            und beständig gegenüber den eingesetzten Stoffen sowie gegenüber
            Reinigungs- und Desinfektionsmitteln sein.

        6.  Die Tierräume müssen durch eine eigene raumlufttechnische Anlage
            belüftet werden, die redundant ausgeführt sein muss. Die Anlage ist so
            auszulegen, dass im Tierraum ständig ein kontrollierter Unterdruck
            gegenüber der Außenwelt aufrechterhalten wird. Der Unterdruck muss von
            den Kammern der Eingangsschleuse bis zu den Arbeitsräumen und
            Tierhaltungsräumen jeweils zunehmen. Der tatsächlich vorhandene
            Unterdruck muss von innen wie von außen leicht kontrollierbar und
            überprüfbar sein. Unzulässige Druckveränderungen müssen durch einen
            optischen und akustischen Alarm angezeigt werden. Die Ventile der
            raumlufttechnischen Anlage müssen stromlos in einen sicheren Zustand
            gelangen. Zu- und Abluft sind so zu koppeln, dass bei Ausfall von
            Ventilatoren die Luft keinesfalls unkontrolliert austreten kann.

            Die Abluft aus den Tierräumen muss so aus dem Gebäude gelangen, dass
            eine Gefährdung der Umwelt nicht eintreten kann. Zu- und Abluft der
            Tierräume müssen durch jeweils zwei aufeinanderfolgende
            Hochleistungsschwebstofffilter geführt werden. Die Filter sind so
            anzuordnen, dass sie vor Ort in eingebautem Zustand daraufhin
            überprüft werden können, ob sie einwandfrei funktionieren. Zu- und
            Abluftleitungen müssen hinter den Filtern mechanisch dicht
            verschließbar sein, um ein gefahrloses Wechseln der Filter zu
            ermöglichen.

            Die Zu- und Abluftkanäle sowie die Tierräume selbst müssen gasdicht
            und für eine Begasung geeignet sein. Die Tierhaltungsräume müssen in
            Abhängigkeit von der Belegungsdichte ausreichend belüftet sein.

        7.  Die gentechnische Anlage muss mit einem Durchreicheautoklav mit
            ausreichender Kapazität ausgerüstet sein. Das Kondenswasser des
            Autoklavs muss sterilisiert werden, bevor es in die allgemeine
            Abwasserleitung gelangt. Durch eine geeignete Anordnung von Ventilen
            und durch Entlüftungsventile, die durch Hochleistungsschwebstofffilter
            gesichert sind, sind diese Sterilisationsanlagen gegen Fehlfunktionen
            zu schützen. Durch eine automatisch wirkende Verriegelung ist
            sicherzustellen, dass die Tür nur geöffnet werden kann, nachdem der
            Sterilisationszyklus in der Schleuse beendet wurde. Zum Ein- und
            Ausschleusen von Geräten und hitzeempfindlichem Material ist ein
            Tauchtank oder eine begasbare Durchreiche mit wechselseitig
            verriegelbaren Türen vorzusehen.

        8.  In den Tierräumen anfallende Abwässer sind wie folgt zu sterilisieren:
            Sammeln in Auffangbehältern und Autoklavierung oder zentrale
            Abwassersterilisation.

        9.  Ver- und Entsorgungsleitungen sind gegen Kontaminationen mit
            Organismen zu sichern, die durch den Rückfluss der Medien verursacht
            werden könnten (zum Beispiel bei Gasen: Sichern durch
            Hochleistungsschwebstofffilter bzw. bei Flüssigkeiten Sichern durch
            Rückschlagventil). Die Tierräume dürfen nicht an ein allgemeines
            Vakuumsystem angeschlossen werden.

        10. Tierräume müssen für die untergebrachten Tiere fluchtsicher und so
            beschaffen sein, dass eine Verbreitung ggf. vorhandener
            überlebensfähiger Entwicklungsstadien der Tiere in die Umwelt
            verhindert wird.

        11. Bei Arbeiten mit Tieren, bei denen Aerosole entstehen können, muss
            sichergestellt werden, dass diese nicht in den Arbeitsbereich
            gelangen. Dazu sind insbesondere folgende Maßnahmen geeignet:

            aa) Durchführung der Arbeit in einer mikrobiologischen Sicherheitswerkbank
                oder in einer Käfigwechselstation oder

            bb) Benutzung von Geräten und Ausrüstungen, bei denen keine Aerosole
                freigesetzt werden, wie zum Beispiel Zentrifugen mit aerosoldichten
                Rotoren oder Rotoreinsätzen.

            Die Abluft aus den in Satz 2 Doppelbuchstabe aa genannten Geräten muss
            durch einen Hochleistungsschwebstofffilter geführt oder durch ein
            anderes geprüftes Verfahren keimfrei gemacht werden.

        12. Es sind Einrichtungen bereitzuhalten, mit denen infizierte oder zu
            infizierende Tiere so immobilisiert werden können, dass sie gefahrlos
            zu handhaben sind.

        13. Zentrifugen, in denen Organismen zentrifugiert werden, mit denen nur
            unter den Bedingungen der Sicherheitsstufe 4 gearbeitet werden darf,
            dürfen nur in einer mikrobiologischen Sicherheitswerkbank betrieben
            werden oder sind entsprechend zu umbauen. Ist dies nicht möglich, hat
            das Öffnen der Zentrifugenrotoren in jedem Fall in der
            mikrobiologischen Sicherheitswerkbank zu erfolgen. Es muss
            gewährleistet sein, dass die Schutzeigenschaften der mikrobiologischen
            Sicherheitswerkbank nicht beeinträchtigt werden.

        14. Die Rückführung kontaminierter Abluft in die Tierräume ist unzulässig.

        15. Filter an Isolatoren sind vorzusehen.

        16. Es muss eine kontinuierliche Kommunikationsverbindung von den
            Tierräumen und von der Schleuse (zum Beispiel Funkverbindung)
            vorhanden sein.

        17. Für sicherheitsrelevante Einrichtungen wie Lüftungsanlagen
            einschließlich Ventilationssystemen, Notruf- und
            Überwachungseinrichtungen, mikrobiologische Sicherheitswerkbänke und
            die Atemluftversorgung der fremdbelüfteten Vollschutzanzüge ist eine
            Notstromversorgung einzurichten. Es ist eine Sicherheitsbeleuchtung
            einzurichten, damit bei Stromausfall die Arbeiten sicher beendet
            werden können, die Tiere angemessen untergebracht werden können und
            der Arbeitsbereich sicher verlassen werden kann.

        18. Bei der Planung sicherheitsrelevanter technischer Anlagen wie zum
            Beispiel raumlufttechnischer Anlagen, Abwasserbehandlungsanlagen und
            Autoklaven ist prinzipiell auch das Vorgehen bei Störungen und
            Wartungen zu berücksichtigen. Die raumlufttechnische Anlage ist so
            auszulegen, dass ein Filterwechsel ohne Verletzung des
            Sicherheitsstandards möglich ist, da die Tierräume andernfalls vor dem
            Filterwechsel stillgelegt und desinfiziert werden müssten. Bei
            größeren Anlagen ist es zweckmäßig, die raumlufttechnische Anlage so
            zu unterteilen, dass im Störungsfall bzw. während der Wartungsarbeiten
            ein Teilbetrieb möglich ist.

    b.  Organisatorische Sicherheitsmaßnahmen

        1.  Die Tierräume sind als Gentechnik-Arbeitsbereich der Sicherheitsstufe
            4 zu kennzeichnen. Die Räumlichkeiten sind zusätzlich mit dem
            Warnzeichen „Biogefährdung“ zu kennzeichnen.

        2.  Der Zutritt ist auf die Personen zu beschränken, deren Anwesenheit im
            Tierraum zur Durchführung der gentechnischen Arbeiten erforderlich ist
            und die zum Eintritt befugt sind. Hierauf ist durch geeignete
            Kennzeichnung an den Zugängen hinzuweisen. Der Projektleiter ist
            verantwortlich für die Bestimmung der zutrittsberechtigten Personen.
            Die Anwesenheit von Personen ist zu dokumentieren.

        3.  Im Tierraum darf niemals eine Person allein tätig sein, es sei denn,
            es besteht eine kontinuierliche Sicht- und Sprachverbindung (zum
            Beispiel Kamera- und Funkverbindung) und es ist für den Fall eines
            Notfalls ausreichend Personal vor Ort verfügbar.

        4.  In Tierräumen, in denen infizierte Tiere untergebracht sind, sollen
            keine anderen Tiere gehalten werden, es sei denn, Kreuzkontaminationen
            sind nicht möglich, wie zum Beispiel bei Nutzung spezieller isolierter
            Haltungssysteme. Die Türen sind mit einem entsprechenden Hinweis auf
            die Art der gentechnischen Arbeiten zu versehen.

        5.  Gentechnisch veränderte Organismen sowie Abfälle, die gentechnisch
            veränderte Organismen enthalten, dürfen nur in dicht geschlossenen,
            gegen Bruch geschützten, desinfizierbaren und entsprechend
            gekennzeichneten Behältern transportiert werden. Die Behälter sind
            regelmäßig sowie bei jeder Kontamination von außen zu desinfizieren.

        6.  Wenn gentechnisch veränderte Organismen oder mit gentechnisch
            veränderten Organismen kontaminiertes biologisches Material zur
            weiteren Untersuchungen im lebensfähigen oder intakten Zustand aus den
            Tierräumen ausgeschleust werden sollen, sind diese in dicht
            geschlossene, gegen Bruch geschützte, desinfizierbare und entsprechend
            gekennzeichnete Behälter zu verpacken. Die Behälter sind von außen zu
            desinfizieren (zum Beispiel Tauchbad mit Desinfektionsmittel,
            Begasung). Der Behälter ist in einen unzerbrechlichen zweiten Behälter
            zu stellen, der ebenfalls dicht verschlossen wird.

        7.  Alle übrigen Materialien müssen vor der Entfernung aus den Tierräumen
            sterilisiert oder durch eine gleichwertige Behandlung desinfiziert
            werden.

        8.  Arbeitsgeräte oder Einrichtungen, die in unmittelbarem Kontakt mit
            gentechnisch veränderten Organismen waren, müssen vor einer Prüfung,
            Reinigung, Wartung oder Reparatur autoklaviert oder desinfiziert
            werden, wenn bei diesem Kontakt gentechnisch veränderte Organismen
            übertragen werden konnten.

        9.  Tiere sind in Tierkäfigen, Ställen, Behältern oder in anderen für die
            Tierart geeigneten Einrichtungen unterzubringen.

        10. Tierkadaver und Tiermaterial sind vor der Entsorgung innerhalb der
            Anlage zu sterilisieren. Die Sterilisation hat durch Autoklavieren
            oder auf sonstige geeignete Weise (zum Beispiel alkalische Hydrolyse)
            zu erfolgen. Dabei muss sichergestellt sein, dass auch die
            Kernschichten des Tierkadavers und des Tiermaterials erfasst werden.

        11. Werden Filter, zum Beispiel von raumlufttechnischen Anlagen oder von
            mikrobiologischen Sicherheitswerkbänken, ausgewechselt, so müssen sie
            am Einbauort durch Begasung inaktiviert und, zwecks späterer
            Sterilisation vor Ort, durch ein geräteseits vorgesehenes
            Austauschsystem in einen luftdichten Behälter verpackt werden, so dass
            eine Infektion des Wartungspersonals und anderer Personen
            ausgeschlossen werden kann.

        12. Pipettierhilfen sind zu benutzen.

        13. Kanülen und spitze oder scharfe Gegenstände sollen nur benutzt werden,
            wenn unbedingt erforderlich. Ist eine Verwendung unabdingbar, so sind,
            wenn möglich, zusätzliche Schutzmaßnahmen wie die Verwendung von
            stich- und schnittfesten Handschuhen oder Kanülen mit
            Sicherheitsmechanismen zu ergreifen. Benutzte Kanülen sowie benutzte
            spitze oder scharfe Gegenstände sind in durchstichsicheren und fest
            verschließbaren Abfallbehältnissen zu sammeln und zu entsorgen.
            Kanülen dürfen nicht in ihre Hüllen zurückgesteckt werden.

        14. Es sollen Maßnahmen ergriffen werden, um eine Fortpflanzung der Tiere
            zu verhindern, sofern nicht die Reproduktion Teil des Experiments ist.

        15. Alle Tiere müssen leicht und insbesondere bezüglich ihrer
            gentechnischen Veränderung bzw. der zugeordneten gentechnischen Arbeit
            zu identifizieren sein.

        16. Das Personal ist im Umgang mit den Tieren zu schulen. Der für den
            Umgang mit Tieren verantwortliche Projektleiter muss sicherstellen,
            dass alle Personen, die mit den Tieren und Abfallmaterial in Berührung
            kommen, mit den örtlichen Regeln vertraut sind und alle erforderlichen
            Vorsichtsmaßnahmen kennen.

        17. Ein Eindringen von Wildformen der entsprechenden Tierarten in die
            Tierräume muss ausgeschlossen sein.

        18. Dem Befall mit Ungeziefer und Überträgern von gentechnisch veränderten
            Organismen (zum Beispiel mit Nagetieren und Gliederfüßern) ist
            vorzubeugen; Ungeziefer und Überträger sind in geeigneter Weise zu
            bekämpfen.

        19. Infizierte Tiere sind grundsätzlich in ihren Käfigen innerbetrieblich
            zu transportieren.

        20. Für den Fall des Austretens von gentechnisch veränderten
            Mikroorganismen müssen wirksame Desinfektionsmittel und spezifische
            Desinfektionsverfahren sowie ggf. dazu erforderliche Hilfsmittel wie
            saugfähiges Material zur Verfügung stehen. Ein kontaminierter Bereich
            (zum Beispiel nach Verschütten von Organismen) ist unverzüglich zu
            sperren und zu desinfizieren.

        21. Die Tierräume sind regelmäßig zu desinfizieren und zu reinigen.

        22. Arbeitsflächen sowie Tierkäfige und andere Einrichtungen sind nach
            Beendigung der Tätigkeit zu desinfizieren oder zu autoklavieren und
            ggf. zu reinigen.

        23. Die in den Tierräumen benötigten Materialien, Gegenstände und Tiere
            sind über Schleusen, Begasungskammern oder Durchreicheautoklaven mit
            Einrichtungen zur Desinfektion in den Tierraum einzuschleusen. Vor und
            nach dem Einschleusen ist die Schleuse zu desinfizieren.

        24. Jeder Tierraum muss über eigene Geräte verfügen.

        25. Es ist für eine sichere Aufbewahrung von kontaminierten Ausrüstungen
            und Materialien zu sorgen.

        26. Erforderlichenfalls, beispielsweise beim Verdacht, dass Schutz- und
            Hygienemaßnahmen unzureichend sind, ist der Arbeitsbereich auf das
            Vorhandensein lebensfähiger, bei gentechnischen Arbeiten eingesetzter
            Organismen zu prüfen.

        27. Bei einem Notfall sind alle angemessenen Maßnahmen zu treffen, um ein
            Entweichen von Tieren sowie das Austreten vermehrungsfähigen
            biologischen Materials aus dem Tierraum zu verhindern.

        28. Bei Verletzungen sind unverzüglich Erste-Hilfe-Maßnahmen einzuleiten.
            Der Projektleiter ist zu informieren und ggf. ist medizinische Hilfe
            in Anspruch zu nehmen. Besteht die Möglichkeit, dass gentechnisch
            veränderte Organismen aufgenommen wurden, oder erscheint eine
            Infektion mit gentechnisch veränderten Organismen möglich, sind der
            Projektleiter und ggf. der behandelnde Arzt darauf hinzuweisen.

        29. Die Betriebsanweisung, der Hygiene- und der Hautschutzplan sind an
            geeigneten Stellen in der Anlage auszuhängen oder müssen anderweitig
            leicht verfügbar sein.

        30. Nahrungs- und Genussmittel sowie Kosmetika dürfen nicht in Tierräumen
            und der Schleuse aufbewahrt werden.

        31. In Tierräumen und der Schleuse darf nicht gegessen, getrunken,
            geraucht oder sich geschminkt werden.

        32. Für die Beschäftigten sind Bereiche einzurichten, in denen sie ohne
            Beeinträchtigung ihrer Gesundheit essen und trinken können.

    c.  Schutzkleidung, persönliche Schutzausrüstung und diesbezügliche
        Sicherheitsmaßnahmen

        1.  Beschäftigte müssen bei Tätigkeiten in Tierräumen der Sicherheitsstufe
            4 durch einen fremdbelüfteten Vollschutzanzug geschützt sein, wobei
            die Atemluftversorgung durch eine autarke Luftzuleitung erfolgen muss.
            Der Vollschutzanzug muss vom Betreiber zur Verfügung gestellt werden
            und folgende Kriterien erfüllen:

            –   mechanische Eigenschaften: abriebfest, reißfest und aus
                luftundurchlässigem Material,

            –   chemische Eigenschaften: beständig gegenüber dem bei der
                Desinfektionsdusche verwendeten Desinfektionsmittel und gegenüber den
                bei den Arbeiten verwendeten Chemikalien,

            Der Vollschutzanzug soll vorzugsweise über angeschweißte Stiefel
            verfügen.

            Zum Schutz der Hände müssen zwei Paar geeignete Handschuhe
            übereinander getragen werden, wobei mindestens der äußere Handschuh an
            den Ärmelstulpen des Schutzanzuges dicht befestigt werden muss.

            Vor Betreten des Arbeitsbereichs sind alle Kleidungsstücke sowie Uhren
            und Schmuck im Raum vor der Dusche abzulegen und es ist leichte
            Unterkleidung für die Vollschutzanzüge anzulegen. Der Schutzanzug wird
            im Anzugraum angelegt und der Tierraum wird durch die innere
            Schleusenkammer betreten, ohne dass die Desinfektionsdusche betätigt
            wird. Nach dem Verlassen der inneren Schleusenkammer wird diese einem
            kurzen Duschzyklus mit Dekontaminationsmittel und kurzer Wasserphase
            unterzogen. Nach Beendigung der Arbeit erfolgt in der
            Desinfektionsdusche ein Duschzyklus, durch den der Vollschutzanzug
            dekontaminiert wird. Nach einer Nachspülung mit Wasser wird der
            Vollschutzanzug im Anzugraum abgelegt und verbleibt dort. Die
            Unterkleidung wird in der Personendusche abgelegt und bei Bedarf wird
            eine Hygienedusche genommen.

        2.  Für die sonstige Straßenkleidung sind geeignete
            Aufbewahrungsmöglichkeiten außerhalb der gentechnischen Anlage
            vorzusehen.

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