Source: https://www.gesetze-im-internet.de/eeg_2014/__24.html
Legislation: eeg_2014

Title: § 24 Zahlungsansprüche für Strom aus mehreren Anlagen

Description:
Gesetz für den Ausbau erneuerbarer Energien (EEG 2014)
Teil 3 - Zahlung von Marktprämie und Einspeisevergütung
Abschnitt 2 - Allgemeine Bestimmungen zur Zahlung
§ 24 Zahlungsansprüche für Strom aus mehreren Anlagen

Paragraph: 24

Full Text:
Gesetz für den Ausbau erneuerbarer Energien (EEG 2014)
Teil 3 - Zahlung von Marktprämie und Einspeisevergütung
Abschnitt 2 - Allgemeine Bestimmungen zur Zahlung
§ 24 Zahlungsansprüche für Strom aus mehreren Anlagen

(1) Mehrere Anlagen sind unabhängig von den Eigentumsverhältnissen zum
Zweck der Ermittlung des Anspruchs nach § 19 Absatz 1 und zur
Bestimmung der Größe der Anlage nach § 21 Absatz 1 oder § 22 für den
jeweils zuletzt in Betrieb gesetzten Generator als eine Anlage
anzusehen, wenn

1.  sie sich auf demselben Grundstück, demselben Gebäude, demselben
    Betriebsgelände oder sonst in unmittelbarer räumlicher Nähe befinden,

2.  sie Strom aus gleichartigen erneuerbaren Energien erzeugen,

3.  für den in ihnen erzeugten Strom der Anspruch nach § 19 Absatz 1 in
    Abhängigkeit von der Bemessungsleistung oder der installierten
    Leistung besteht und

4.  sie innerhalb von zwölf aufeinanderfolgenden Kalendermonaten in
    Betrieb genommen worden sind.

Abweichend von Satz 1 sind mehrere Anlagen unabhängig von den
Eigentumsverhältnissen und ausschließlich zum Zweck der Ermittlung des
Anspruchs nach § 19 Absatz 1 und zur Bestimmung der Größe der Anlage
nach § 21 Absatz 1 oder § 22 für den jeweils zuletzt in Betrieb
gesetzten Generator als eine Anlage anzusehen, wenn sie Strom aus
Biogas mit Ausnahme von Biomethan erzeugen und das Biogas aus
derselben Biogaserzeugungsanlage stammt. Abweichend von Satz 1 werden
Freiflächenanlagen nicht mit Solaranlagen auf, in oder an Gebäuden und
Lärmschutzwänden zusammengefasst. Abweichend von Satz 1 gelten
Solaranlagen, die ausschließlich auf, an oder in einem Gebäude oder
einer Lärmschutzwand angebracht sind und die nicht hinter demselben
Netzverknüpfungspunkt betrieben werden, nicht als eine Anlage. Bei der
Fiktion nach Satz 1 bleiben Steckersolargeräte unberücksichtigt,

1.  deren installierte Leistung insgesamt bis zu 2 Kilowatt beträgt,

2.  deren Wechselrichterleistung insgesamt bis zu 800 Voltampere beträgt
    und

3.  die hinter der Entnahmestelle eines Letztverbrauchers betrieben
    werden.

(2) Unbeschadet von Absatz 1 Satz 1 stehen mehrere Windenergieanlagen
an Land oder Freiflächenanlagen unabhängig von den
Eigentumsverhältnissen und ausschließlich zum Zweck der Ermittlung der
Anlagengröße nach § 22 Absatz 2 Satz 2 Nummer 3 oder Absatz 3 Satz 2
oder § 38a Absatz 1 Nummer 5 für den jeweils zuletzt in Betrieb
gesetzten Generator einer Anlage gleich, wenn sie

1.  innerhalb derselben Gemeinde, die für den Erlass eines Bebauungsplans
    zuständig ist oder gewesen wäre, errichtet worden sind und

2.  innerhalb von 24 aufeinanderfolgenden Kalendermonaten in einem Abstand
    von bis zu 2 Kilometern Luftlinie, gemessen im Fall von
    Freiflächenanlagen vom äußeren Rand der jeweiligen Anlage und im Fall
    von Windenergieanlagen von der Turmmitte der jeweiligen Anlage, in
    Betrieb genommen worden sind.

Zum Zweck der Ermittlung der Anlagengröße von Windenergieanlagen an
Land von Bürgerenergiegesellschaften nach § 22 Absatz 2 Satz 2 Nummer
3 und Freiflächenanlagen von Bürgerenergiegesellschaften nach § 22
Absatz 3 Satz 2 Nummer 2 ist Satz 1 mit der Maßgabe anzuwenden, dass
nur Anlagen von Bürgerenergiegesellschaften zu berücksichtigen sind.

(3) Anlagenbetreiber können Strom aus mehreren Anlagen, die
gleichartige erneuerbare Energien oder Grubengas einsetzen, über eine
gemeinsame Messeinrichtung abrechnen. In diesem Fall sind für die
Berechnung der Einspeisevergütung oder Marktprämie bei mehreren
Windenergieanlagen an Land die Zuordnung der Strommengen zu den
Windenergieanlagen im Verhältnis des jeweiligen Referenzertrags nach
Anlage 2 Nummer 2 des Erneuerbare-Energien-Gesetzes in der am 31.
Dezember 2016 geltenden Fassung für Windenergieanlagen an Land, deren
anzulegender Wert durch § 46 bestimmt wird, und des jeweilig zuletzt
berechneten Standortertrags nach Anlage 2 Nummer 7 für
Windenergieanlagen an Land, deren anzulegender Wert durch § 36h
bestimmt wird, maßgeblich; bei allen anderen Anlagen erfolgt die
Zuordnung der Strommengen im Verhältnis zu der installierten Leistung
der Anlagen.

Collections: bundestag_gesetze
EEG-2014
Level: 4.0