Source: https://www.gesetze-im-internet.de/pharmtag/__2.html
Legislation: pharmtag

Title: § 2

Description:
Gesetz über den Beruf des pharmazeutisch-technischen Assistenten (PharmTAG)
§ 2

Paragraph: 2

Full Text:
Gesetz über den Beruf des pharmazeutisch-technischen Assistenten (PharmTAG)
§ 2

(1) Die Erlaubnis wird erteilt, wenn der Antragsteller

1.  (weggefallen)

2.  sich nicht eines Verhaltens schuldig gemacht hat, aus dem sich die
    Unzuverlässigkeit zur Ausübung des Berufs ergibt,

3.  nicht in gesundheitlicher Hinsicht zur Ausübung des Berufs ungeeignet
    ist,

4.  nach einem zweijährigen Lehrgang und einer halbjährigen praktischen
    Ausbildung die staatliche Prüfung für pharmazeutisch-technische
    Assistenten bestanden hat,

5.  über die für die Ausübung der Berufstätigkeit erforderlichen
    Kenntnisse der deutschen Sprache verfügt.

Wird die Voraussetzung nach Satz 1 Nummer 4 auf eine Ausbildung
gestützt, die außerhalb des Geltungsbereichs dieses Gesetzes
abgeschlossen worden ist, sollen die Voraussetzungen der
Gleichwertigkeit der Berufsqualifikation nach den Absätzen 2, 3 oder 4
vor den Voraussetzungen nach Satz 1 Nummer 2, 3 und 5 geprüft werden.
Auf Antrag ist dem Antragsteller ein gesonderter Bescheid über die
Feststellung der Gleichwertigkeit seiner Berufsqualifikation zu
erteilen.

(2) Eine außerhalb des Geltungsbereichs dieses Gesetzes erworbene
abgeschlossene Ausbildung erfüllt die Voraussetzungen des Absatzes 1
Nummer 4, wenn die Gleichwertigkeit des Ausbildungsstandes gegeben
ist. In die Prüfung der Gleichwertigkeit des Ausbildungsstandes nach
Satz 1 sind die in anderen Staaten absolvierten Ausbildungsgänge oder
die in anderen Staaten erworbene Berufserfahrung einzubeziehen. Die
Gleichwertigkeit des Ausbildungsstandes im Sinne des Satzes 1 wird bei
ihnen bei ihnen anerkannt, wenn

1.  die Antragsteller einen Ausbildungsnachweis vorlegen, aus dem sich
    ergibt, dass sie bereits in einem anderen Mitgliedstaat der
    Europäischen Union oder einem anderen Vertragsstaat des Abkommens über
    den Europäischen Wirtschaftsraum oder in einem Vertragsstaat, dem
    Deutschland und die Europäische Union vertraglich einen entsprechenden
    Rechtsanspruch eingeräumt haben, als pharmazeutisch-technische
    Assistentin oder pharmazeutisch-technischer Assistent anerkannt
    wurden,

2.  sie über eine dreijährige Berufserfahrung als pharmazeutisch-
    technische Assistentin oder pharmazeutisch-technischer Assistent im
    Hoheitsgebiet des Mitgliedstaats, der den Ausbildungsnachweis
    anerkannt hat, verfügen und

3.  der Mitgliedstaat, der die Ausbildung anerkannt hat, diese
    Berufserfahrung bescheinigt oder wenn die Ausbildung der Antragsteller
    keine wesentlichen Unterschiede gegenüber der in diesem Gesetz und in
    der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für pharmazeutisch-technische
    Assistentinnen und pharmazeutisch-technische Assistenten geregelten
    Ausbildung aufweist.

Für die Prüfung der Gleichwertigkeit des Ausbildungsstandes gilt
Absatz 3 Satz 5 bis 7 entsprechend. Ist die Gleichwertigkeit des
Ausbildungsstandes nach den Sätzen 1 bis 3 nicht gegeben oder ist eine
Prüfung der Gleichwertigkeit des Ausbildungsstandes nur mit
unangemessenem zeitlichen oder sachlichen Aufwand möglich, weil die
erforderlichen Unterlagen und Nachweise aus Gründen, die nicht in der
Person der Antragsteller liegen, von diesen nicht vorgelegt werden
können, ist ein gleichwertiger Kenntnisstand nachzuweisen. Dieser
Nachweis wird durch eine Kenntnisprüfung, die sich auf den Inhalt der
staatlichen Abschlussprüfung erstreckt, oder einen höchstens
dreijährigen Anpassungslehrgang erbracht, der mit einer Prüfung über
den Inhalt des Anpassungslehrgangs abschließt. Die Antragsteller haben
das Recht, zwischen der Kenntnisprüfung und dem Anpassungslehrgang zu
wählen.

(3) Für Antragsteller, die eine Erlaubnis nach § 1 Absatz 1 anstreben,
gilt die Voraussetzung des Absatzes 1 Nummer 4 als erfüllt, wenn aus
einem Europäischen Berufsausweis oder aus einem in einem anderen
Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum
erworbenen Diplom hervorgeht, dass der Inhaber eine Ausbildung
erworben hat, die in diesem Staat für den unmittelbaren Zugang zu
einem dem Beruf des pharmazeutisch-technischen Assistenten
entsprechenden Beruf erforderlich ist. Diplome im Sinne dieses
Gesetzes sind Ausbildungsnachweise gemäß Artikel 3 Absatz 1 Buchstabe
c der Richtlinie 2005/36/EG des Europäischen Parlaments und des Rates
vom 7. September 2005 über die Anerkennung von Berufsqualifikationen
(ABl. L 255 vom 30.9.2005, S. 22, L 354 vom 20.12.2013, S. 132) in der
jeweils geltenden Fassung, die mindestens dem in Artikel 11 Buchstabe
b der Richtlinie 2005/36/EG genannten Niveau entsprechen und denen
eine Bescheinigung des Herkunftsmitgliedstaats über das
Ausbildungsniveau beigefügt ist. Satz 2 gilt auch für einen
Ausbildungsnachweis oder eine Gesamtheit von Ausbildungsnachweisen,
die von einer zuständigen Behörde in einem Mitgliedstaat ausgestellt
wurden, sofern sie eine in der Gemeinschaft erworbene abgeschlossene
Ausbildung, die den Anforderungen des Artikels 12 Absatz 1 der
Richtlinie 2005/36/EG entspricht, bescheinigen und in Bezug auf die
Aufnahme oder die Ausübung des Berufs des pharmazeutisch-technischen
Assistenten dieselben Rechte verleihen oder auf die Ausübung des
Berufs des pharmazeutisch-technischen Assistenten vorbereiten. Satz 2
gilt ferner für Berufsqualifikationen, die zwar nicht den
Erfordernissen der Rechts- und Verwaltungsvorschriften des
Herkunftsmitgliedstaats für Aufnahme und Ausübung des Berufs des
pharmazeutisch-technischen Assistenten entsprechen, ihrem Inhaber
jedoch nach dem Recht des Herkunftsmitgliedstaats erworbene Rechte
nach den dort maßgeblichen Vorschriften verleihen. Antragsteller mit
einem Ausbildungsnachweis aus einem Vertragsstaat des Europäischen
Wirtschaftsraums haben einen höchstens dreijährigen Anpassungslehrgang
zu absolvieren oder eine Eignungsprüfung abzulegen, wenn

1.  die Ausbildung des Antragstellers hinsichtlich der beruflichen
    Tätigkeit Fächer oder Bereiche der praktischen Ausbildung umfasst, die
    sich wesentlich von denen unterscheiden, die durch die Ausbildung nach
    diesem Gesetz und der Ausbildungsverordnung für pharmazeutisch-
    technische Assistentinnen und pharmazeutisch-technische Assistenten
    vorgeschrieben sind, oder

2.  der Beruf des pharmazeutisch-technischen Assistenten eine oder mehrere
    reglementierte Tätigkeiten umfasst, die im Herkunftsstaat des
    Antragstellers nicht Bestandteil des Berufs sind, der dem des
    pharmazeutisch-technischen Assistenten entspricht, und wenn sich die
    Ausbildung für diese Tätigkeiten auf Fächer oder Bereiche der
    praktischen Ausbildung nach diesem Gesetz und der Ausbildungs- und
    Prüfungsverordnung für pharmazeutisch-technische Assistentinnen und
    pharmazeutisch-technische Assistenten bezieht, die sich wesentlich von
    denen unterscheiden, die von der Ausbildung des Antragstellers
    abgedeckt sind.

Fächer oder Bereiche der praktischen Ausbildung unterscheiden sich
wesentlich, wenn die nachgewiesene Ausbildung des Antragstellers
wesentliche inhaltliche Abweichungen hinsichtlich der Kenntnisse und
Fähigkeiten aufweist, die eine wesentliche Voraussetzung für die
Ausübung des Berufs des pharmazeutisch-technischen Assistenten in
Deutschland sind. Wesentliche Unterschiede können ganz oder teilweise
durch Kenntnisse oder Fähigkeiten ausgeglichen werden, die der
Antragsteller im Rahmen seiner tatsächlichen und rechtmäßigen Ausübung
des Berufs des pharmazeutisch-technischen Assistenten in Voll- und
Teilzeit oder durch lebenslanges Lernen erworben hat, sofern die durch
lebenslanges Lernen erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten von einer
dafür in dem jeweiligen Staat zuständigen Stelle formell als gültig
anerkannt wurden; dabei ist nicht entscheidend, in welchem Staat diese
Kenntnisse und Fähigkeiten erworben worden sind. Die Antragsteller
haben das Recht, zwischen dem Anpassungslehrgang und der
Eignungsprüfung zu wählen.

(4) Für Antragsteller, die über einen Ausbildungsnachweis verfügen,
der dem in Artikel 11 Buchstabe a der Richtlinie 2005/36/EG genannten
Niveau entspricht, gilt Absatz 3 Satz 5 mit der Maßgabe, dass die
erforderliche Ausgleichsmaßnahme abweichend von Absatz 3 Satz 8 aus
einer Eignungsprüfung besteht.

(4a) Die Absätze 2 bis 4 gelten entsprechend für Drittstaatdiplome,
für deren Anerkennung sich nach dem Recht der Europäischen
Gemeinschaften eine Gleichstellung ergibt.

(5) Das Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz findet mit Ausnahme
des § 17 keine Anwendung.

(6) Die Länder können vereinbaren, dass die Aufgaben nach den Absätzen
2 bis 4a von einem anderen Land oder einer gemeinsamen Einrichtung
wahrgenommen werden.

(7) Die Bundesregierung überprüft die Regelungen zu den
Anerkennungsverfahren nach diesem Gesetz und berichtet nach Ablauf von
drei Jahren dem Deutschen Bundestag.

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