Source: https://www.gesetze-im-internet.de/imlebensmfprv/__6.html
Legislation: imlebensmfprv

Title: § 6 Qualifikationsinhalte der Prüfungsbereiche

Description:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Geprüfter Industriemeister – Fachrichtung Lebensmittel und Geprüfte Industriemeisterin – Fachrichtung Lebensmittel (IMLebensmFPrV)
§ 6 Qualifikationsinhalte der Prüfungsbereiche

Paragraph: 6

Full Text:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Geprüfter Industriemeister – Fachrichtung Lebensmittel und Geprüfte Industriemeisterin – Fachrichtung Lebensmittel (IMLebensmFPrV)
§ 6 Qualifikationsinhalte der Prüfungsbereiche

(1) Im Prüfungsbereich „Rechtsbewusstes Handeln“ soll die zu prüfende
Person nachweisen, dass sie in der Lage ist, einschlägige
Rechtsvorschriften zu berücksichtigen. Dazu gehört, die
Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen unter
arbeitsrechtlichen Aspekten zu gestalten sowie die Arbeitssicherheit,
den Gesundheitsschutz und den Umweltschutz nach rechtlichen Grundlagen
zu gewährleisten und die Zusammenarbeit mit den entsprechenden
Institutionen sicherzustellen. ln diesem Rahmen können folgende
Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Berücksichtigen arbeitsrechtlicher Vorschriften und Bestimmungen bei
    der Gestaltung individueller Arbeitsverhältnisse und bei Fehlverhalten
    von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, insbesondere unter
    Berücksichtigung des Arbeitsvertragsrechts, des Tarifvertragsrechts
    und betrieblicher Vereinbarungen,

2.  Berücksichtigen der Vorschriften des Betriebsverfassungsgesetzes,
    insbesondere der Beteiligungsrechte betriebsverfassungsrechtlicher
    Organe,

3.  Berücksichtigen rechtlicher Bestimmungen hinsichtlich der
    Sozialversicherung, der Entgeltfindung sowie der Arbeitsförderung,

4.  Berücksichtigen von arbeitsschutz- und arbeitssicherheitsrechtlichen
    Vorschriften und Bestimmungen in Abstimmung mit betrieblichen und
    außerbetrieblichen Institutionen,

5.  Berücksichtigen der Vorschriften des Umweltrechts, insbesondere
    hinsichtlich des Gewässer- und Bodenschutzes, der Kreislaufwirtschaft,
    der Luftreinhaltung, der Lärmvermeidung und des Lärmschutzes, des
    Strahlenschutzes und des Schutzes vor gefährlichen Stoffen und

6.  Berücksichtigen einschlägiger wirtschaftsrechtlicher Vorschriften und
    Bestimmungen, insbesondere hinsichtlich der Produktverantwortung, der
    Produkthaftung sowie des Datenschutzes.

(2) Im Prüfungsbereich „Betriebswirtschaftliches Handeln“ soll die zu
prüfende Person nachweisen, dass sie in der Lage ist,
betriebswirtschaftliche Gesichtspunkte im Rahmen praxisbezogener
Handlungen zu berücksichtigen und volkswirtschaftliche Zusammenhänge
aufzuzeigen sowie Unternehmensformen darzustellen. Weiterhin sollen
die Fähigkeiten nachgewiesen werden, betriebliche Abläufe nach
wirtschaftlichen Gesichtspunkten planen, beurteilen und beeinflussen
zu können. ln diesem Rahmen können folgende Qualifikationsinhalte
geprüft werden:

1.  Berücksichtigen der ökonomischen Handlungsprinzipien von Unternehmen
    unter Einbeziehung volkswirtschaftlicher Zusammenhänge und sozialer
    Wirkungen,

2.  Berücksichtigen der Grundsätze betrieblicher Aufbau- und
    Ablauforganisation,

3.  Anwenden von Methoden der Organisationsentwicklung,

4.  Berücksichtigen von Methoden der Entgeltfindung und der
    kontinuierlichen betrieblichen Verbesserung und

5.  Unterscheiden von Kostenarten-, Kostenstellen- und
    Kostenträgerrechnung sowie Durchführen von Kalkulationsverfahren.

(3) Im Prüfungsbereich „Anwenden von Methoden der Information,
Kommunikation und Planung“ soll die zu prüfende Person nachweisen,
dass sie in der Lage ist, Projekte und Prozesse zu analysieren, zu
planen und transparent zu machen. Dazu gehört, Daten aufbereiten,
technische Unterlagen erstellen sowie entsprechende Planungstechniken
einsetzen zu können. Weiterhin soll die Fähigkeit nachgewiesen werden,
angemessene Präsentationstechniken anwenden zu können. In diesem
Rahmen können folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Erfassen, Analysieren und Aufbereiten von Prozess- und
    Produktionsdaten mittels EDV-Systemen und Bewerten visualisierter
    Daten,

2.  Bewerten von Planungstechniken und Analysemethoden sowie Bewerten
    ihrer Anwendungsmöglichkeiten,

3.  Anwenden von Präsentationstechniken,

4.  Erstellen von technischen Unterlagen, Entwürfen, Statistiken, Tabellen
    und Diagrammen,

5.  Anwenden von Projektmanagementmethoden und

6.  Auswählen und Anwenden von Informations- und Kommunikationsformen
    sowie von Informations- und Kommunikationsmitteln.

(4) Im Prüfungsbereich „Zusammenarbeit im Betrieb“ soll die zu
prüfende Person nachweisen, dass sie in der Lage ist, Zusammenhänge
des Sozialverhaltens zu erkennen, ihre Auswirkungen auf die
Zusammenarbeit zu beurteilen und durch angemessene Maßnahmen auf eine
zielorientierte, effiziente und vertrauensvolle Zusammenarbeit
hinzuwirken. Dazu gehört, die Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter
und Mitarbeiterinnen fördern sowie betriebliche Probleme und soziale
Konflikte lösen zu können. Es soll ferner die Fähigkeit nachgewiesen
werden, Führungsgrundsätze berücksichtigen und angemessene
Führungstechniken anwenden zu können. In diesem Rahmen können folgende
Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Beurteilen und Fördern der beruflichen Entwicklung des Einzelnen unter
    Beachtung des bisherigen Berufsweges und unter Berücksichtigung
    persönlicher und sozialer Gegebenheiten,

2.  Beurteilen und Berücksichtigen des Einflusses der Arbeitsorganisation
    und des Arbeitsplatzes auf das Sozialverhalten des Einzelnen und auf
    das Betriebsklima sowie Ergreifen von Maßnahmen zu deren Verbesserung,

3.  Beurteilen von Einflüssen der Gruppenstruktur auf das Gruppenverhalten
    und auf die Zusammenarbeit sowie Entwickeln und Umsetzen von
    Alternativen,

4.  Auseinandersetzen mit eigenem und fremdem Führungsverhalten, Umsetzen
    von Führungsgrundsätzen,

5.  Anwenden von Führungsmethoden und -techniken einschließlich
    Vereinbaren entsprechender Handlungsspielräume, um
    Leistungsbereitschaft und Zusammenarbeit der Mitarbeiter und
    Mitarbeiterinnen zu fördern und

6.  Fördern der Kommunikation und Kooperation durch Anwenden von Methoden
    zur Lösung betrieblicher Probleme und sozialer Konflikte.

(5) Im Prüfungsbereich „Berücksichtigung naturwissenschaftlicher und
technischer Gesetzmäßigkeiten“ soll die zu prüfende Person nachweisen,
dass sie in der Lage ist, einschlägige naturwissenschaftliche und
technische Gesetzmäßigkeiten zur Lösung technischer Probleme
einzubeziehen sowie mathematische, physikalische, chemische und
technische Kenntnisse und Fertigkeiten zur Lösung von Aufgaben aus der
betrieblichen Praxis anzuwenden. In diesem Rahmen können folgende
Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Berücksichtigen der Auswirkungen naturwissenschaftlicher und
    technischer Gesetzmäßigkeiten auf Materialien, Maschinen und Prozesse
    sowie auf Mensch und Umwelt,

2.  Verwenden unterschiedlicher Energieformen im Betrieb sowie Beachten
    der damit zusammenhängenden Auswirkungen auf Mensch und Umwelt,

3.  Berechnen betriebs- und fertigungstechnischer Größen bei Belastungen
    und Bewegungen und

4.  Anwenden von statistischen Verfahren und Durchführen von einfachen
    statistischen Berechnungen sowie die graphische Darstellung dieser
    Verfahren und Berechnungen.

Collections: bundestag_gesetze
IMLebensmFPrV
Level: 2.0