Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bauwiausbv_1999/__62.html
Legislation: bauwiausbv_1999

Title: § 62 Abschlußprüfung/Gesellenprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung in der Bauwirtschaft (BauWiAusbV 1999)
Dritter Teil - Vorschriften für die aufbauenden Ausbildungsberufe nach § 1 Abs. 1 Nr. 2 bis 4 sowie Abs. 2 Nr. 1 bis 3
8. Abschnitt - Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolierer/Wärme-, Kälte- und Schallschutzisoliererin
§ 62 Abschlußprüfung/Gesellenprüfung

Paragraph: 62

Full Text:
Verordnung über die Berufsausbildung in der Bauwirtschaft (BauWiAusbV 1999)
Dritter Teil - Vorschriften für die aufbauenden Ausbildungsberufe nach § 1 Abs. 1 Nr. 2 bis 4 sowie Abs. 2 Nr. 1 bis 3
8. Abschnitt - Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolierer/Wärme-, Kälte- und Schallschutzisoliererin
§ 62 Abschlußprüfung/Gesellenprüfung

(1) Die Abschlußprüfung erstreckt sich auf die in den Anlagen 2 und 11
aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Der Prüfling soll im praktischen Teil der Prüfung in insgesamt
höchstens acht Stunden zwei praktische Aufgaben ausführen. Dabei soll
der Prüfling zeigen, daß er den Arbeitsablauf selbständig planen,
Arbeitszusammenhänge erkennen, das Arbeitsergebnis kontrollieren sowie
Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit und
zum Umweltschutz ergreifen kann. Für die praktischen Aufgaben kommen
insbesondere in Betracht:

1.  Fertigen eines Formstückes mit mindestens drei verschiedenen
    Abwicklungen, insbesondere Rohrbogen, Abzweigung, Übergangsstück,
    Formkappe, Hosenstück und Abflachung und

2.  Dämmen eines Rohrbogens und eines Rohrabzweiges mit Mineralwollmatten
    und nichtmetallischer Ummantelung.

(3) Der Prüfling soll im schriftlichen Teil der Prüfung in den
Prüfungsbereichen Dämmungen, Ummantelungen und Bekleidungen sowie
Wirtschafts- und Sozialkunde geprüft werden. In den Prüfungsbereichen
Dämmungen sowie Ummantelungen und Bekleidungen soll der Prüfling
zeigen, daß er insbesondere durch Verknüpfung von
arbeitsorganisatorischen, technologischen, mathematischen und
zeichnerischen Inhalten praxisbezogene Fälle lösen kann. Dabei sollen
Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit, zum
Umweltschutz und qualitätssichernde Maßnahmen einbezogen werden. Es
kommen Aufgaben insbesondere aus folgenden Gebieten in Betracht:

1.  im Prüfungsbereich Dämmungen:

    a)  Materialien für den Wärme-, Kälte-, Schall- und Brandschutz,

    b)  Grundlagen der Wärme-, Kälte- und Schalltechnik sowie des
        Brandschutzes,

    c)  Anforderungen an Dämmungen für den Wärme-, Kälte-, Schall- und
        Brandschutz,

    d)  Tragkonstruktionen,

    e)  Dampfbremsen,

    f)  Kühlzellen und Kühlräume,

    g)  Sanieren und Instandsetzen von Dämmungen für den Wärme-, Kälte-,
        Schall- und Brandschutz;

2.  im Prüfungsbereich Ummantelungen und Bekleidungen:

    a)  Materialien für Ummantelungen und Stützkonstruktionen sowie
        Bekleidungen,

    b)  Stützkonstruktionen,

    c)  Aufrisse und Abwicklungen von Schablonen für Formstücke,

    d)  isometrische Darstellungen,

    e)  Ummanteln von Dämmungen,

    f)  Dampfbremsen,

    g)  Kühlzellen und Kühlräume,

    h)  Trockenbau,

    i)  Abdichtungen gegen Feuchtigkeit und nichtdrückendes Wasser;

3.  im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde:

    allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der
    Berufs- und Arbeitswelt.

(4) Der schriftliche Teil der Prüfung dauert höchstens:

*    *   1.

    *   im Prüfungsbereich Dämmungen

    *   150 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsbereich Ummantelungen und Bekleidungen

    *   150 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Der schriftliche Teil der Prüfung ist auf Antrag des Prüflings
oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen Bereichen
durch eine mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen
der Prüfung den Ausschlag geben kann. Bei der Ermittlung des
Ergebnisses für die mündlich geprüften Prüfungsbereiche sind das
bisherige Ergebnis und das Ergebnis der mündlichen Ergänzungsprüfung
im Verhältnis 2:1 zu gewichten.

(6) Innerhalb des schriftlichen Teils der Prüfung sind die
Prüfungsbereiche wie folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich Dämmungen

    *   40 vom Hundert,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich Ummantelungen und Bekleidungen

    *   40 vom Hundert,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   20 vom Hundert.

(7) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils im praktischen und im
schriftlichen Teil der Prüfung sowie innerhalb des schriftlichen Teils
der Prüfung in mindestens zwei Prüfungsbereichen mindestens
ausreichende Leistungen erbracht sind. Wird die Leistung in einer der
praktischen Aufgaben oder in einem der Prüfungsbereiche mit ungenügend
bewertet, so ist die Prüfung nicht bestanden.

(8) Hat der Prüfling die Prüfung nach Absatz 7 nicht bestanden,
erfüllt er in dieser Prüfung jedoch die Anforderungen nach § 16, so
hat er den Abschluß Ausbaufacharbeiter/Ausbaufacharbeiterin erreicht.
Die Anforderungen nach § 16 gelten dann als erfüllt, wenn in dieser
Prüfung im praktischen Teil sowie in einem der fachbezogenen
Prüfungsbereiche im schriftlichen Teil (Absatz 3 Nr. 1 und 2) jeweils
mindestens eine ausreichende Leistung erbracht wurde. Außerdem darf in
keiner der praktischen Aufgaben und in keinem der fachbezogenen
Prüfungsbereiche eine ungenügende Leistung erbracht worden sein.

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BauWiAusbV-1999
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