Source: https://www.gesetze-im-internet.de/tfv/__22.html
Legislation: tfv

Title: Anlage 6 Fahrzeugbezogene Fachkenntnisse für den Erwerb der Zusatzbescheinigung

Description:
Verordnung über die Erteilung der Fahrberechtigung an Triebfahrzeugführer sowie die Anerkennung von Personen und Stellen für Ausbildung und Prüfung (TfV)
Sechster Abschnitt - Schlussbestimmungen
Anlage 6 Fahrzeugbezogene Fachkenntnisse für den Erwerb der Zusatzbescheinigung

Paragraph: 22

Full Text:
Verordnung über die Erteilung der Fahrberechtigung an Triebfahrzeugführer sowie die Anerkennung von Personen und Stellen für Ausbildung und Prüfung (TfV)
Sechster Abschnitt - Schlussbestimmungen
Anlage 6 Fahrzeugbezogene Fachkenntnisse für den Erwerb der Zusatzbescheinigung

(Fundstelle: BGBl. I 2011, 724 - 725; bzgl. der einzelnen Änderungen
vgl. Fußnote)

**1.** **Prüfungen und Kontrollen**

    Der Triebfahrzeugführer muss am Triebfahrzeug die Vorbereitungs- und
    Abschlussarbeiten durchführen und hierbei insbesondere

    a)  die Eintragungen in den fahrzeugbezogenen Unterlagen, beispielsweise
        Übergabebuch, überprüfen und durchführen können;

    b)  überprüfen können, ob auf dem Triebfahrzeug die für die zu erbringende
        Leistung erforderlichen Unterlagen und Ausrüstungsgegenstände
        vorhanden sind;

    c)  die Funktionsfähigkeit

        aa) des Fahrzeuges,

        bb) der Bremseinrichtungen sowie

        cc) der Sicherheitseinrichtungen und Zugbeeinflussungssysteme

        überprüfen können;

    d)  festgestellte Mängel und Schäden erkennen und an die zuständige Stelle
        melden können und

    e)  die eventuell vorgesehenen laufenden Wartungsarbeiten vornehmen
        können.

**2.** **Kenntnis der Fahrzeuge**

    Um ein Triebfahrzeug führen und gegebenenfalls Unregelmäßigkeiten
    erkennen, orten und die gebotenen Maßnahmen ergreifen zu können, muss
    der Triebfahrzeugführer insbesondere Folgendes kennen:

    a)  den mechanischen Aufbau mit Laufwerk, Zug- und Stoßeinrichtungen, den
        verschiedenen Leitungssystemen sowie die Bedeutung der an und in den
        Fahrzeugen angebrachten Kennzeichnungen und der für die Beförderung
        gefährlicher Güter benutzten Symbole;

    b)  das Antriebssystem bestehend aus

        aa) Energieversorgung mit Kraftstoffbehälter, Kraftstoffversorgung,
            Abgassysteme sowie Stromabnehmer und Hochspannungssysteme sowie

        bb) Kraftübertragung, Motoren und Getriebe;

    c)  die einzelnen Bremssysteme;

    d)  die Sicherheitseinrichtungen, wie Sicherheitsfahrschaltung und
        Fahrtverlaufsaufzeichnungen;

    e)  die Zugbeeinflussungssysteme und

    f)  die Kommunikationseinrichtungen, wie Zugfunk, Rangierfunk und
        leitungsgebundene Fahrzeugeinrichtung.

**3.** **Bremsberechnung und Bremsprobe**

    Der Triebfahrzeugführer muss

    a)  vor Fahrtantritt überprüfen und berechnen können, ob der Zug die für
        die Strecke vorgeschriebene Bremsleistung erreicht, und

    b)  die Funktionsfähigkeit der verschiedenen Komponenten des Bremssystems
        des Triebfahrzeuges und des Zuges vor und während der Fahrt überprüfen
        können.

**4.** **Führen des Zuges ohne Schädigung von Anlagen und Fahrzeugen**

    Der Triebfahrzeugführer muss

    a)  alle zur Verfügung stehenden Fahrzeugsysteme regelkonform bedienen
        können;

    b)  den Zug unter Berücksichtigung der jeweiligen Reibungs- und
        Leistungsgrenzen anfahren können;

    c)  die zulässigen Geschwindigkeiten des Zuges einhalten und

    d)  die Bremseinrichtungen ohne Schädigung von Fahrzeugen und Anlagen
        einsetzen können.

**5.** **Unregelmäßigkeiten, Störungen und Unfälle**

    Der Triebfahrzeugführer muss die Fähigkeit besitzen,

    a)  Unregelmäßigkeiten und Störungen an Fahrzeugen zu erkennen, auf sie zu
        reagieren und ihre Behebung zu versuchen, wobei in allen Fällen die
        Sicherheit des Eisenbahnverkehrs und der Personen Vorrang haben muss;

    b)  den Eisenbahninfrastrukturunternehmer schnellstmöglich über den Ort
        und die Art der Störungen zu informieren;

    c)  Maßnahmen zur Sicherung des Zuges zu ergreifen und gegebenenfalls
        Hilfe anzufordern;

    d)  im Falle eines Fahrzeugbrandes unverzüglich alle nützlichen
        Informationen weiterzuleiten, auch wenn er den Brand selbst unter
        Kontrolle bringen kann;

    e)  zu beurteilen, ob und unter welchen Bedingungen das Fahrzeug
        weiterfahren kann;

    f)  festzustellen, ob der Zug gefährliche Güter befördert, und diese auf
        der Grundlage der Unterlagen zu bestimmen und

    g)  die Verfahren zur Evakuierung eines Zuges im Notfall anzuwenden.

**6.** **Bedingungen für die Weiterfahrt nach einer technischen
    Unregelmäßigkeit an Fahrzeugen**

    Nach einer technischen Unregelmäßigkeit an einem Fahrzeug muss der
    Triebfahrzeugführer beurteilen können, ob und unter welchen
    Bedingungen die Fahrt fortgesetzt werden kann, und den
    Eisenbahninfrastrukturunternehmer unverzüglich über diese Bedingungen
    unterrichten.

    Der Triebfahrzeugführer muss beurteilen können, ob vor der Weiterfahrt
    des Zuges eine Untersuchung durch eine hierfür berechtigte Fachkraft
    notwendig ist.

**7.** **Stillstand des Zuges**

    Der Triebfahrzeugführer muss beim Abstellen von Zügen oder Zugteilen
    die erforderlichen Maßnahmen treffen können, damit diese sich nicht
    unbeabsichtigt in Bewegung setzen.

(zu § 5 Absatz 2 Satz 2, § 6 Absatz 1, § 7 Absatz 7 und § 7a Absatz 3
Satz 1)

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TfV
Level: 3.0