Source: https://www.gesetze-im-internet.de/kosmetikermstrv/__8.html
Legislation: kosmetikermstrv

Title: § 8 Ziel, Gliederung und Inhalt des Teils II

Description:
Verordnung über die Meisterprüfung in den Teilen I und II im Kosmetiker-Gewerbe (KosmetikerMstrV)
§ 8 Ziel, Gliederung und Inhalt des Teils II

Paragraph: 8

Full Text:
Verordnung über die Meisterprüfung in den Teilen I und II im Kosmetiker-Gewerbe (KosmetikerMstrV)
§ 8 Ziel, Gliederung und Inhalt des Teils II

(1) In der Prüfung in Teil II hat der Prüfling in den in Absatz 2 Satz
2 Nummer 1 und 2 genannten Handlungsfeldern seine berufliche
Handlungskompetenz dadurch nachzuweisen, dass er besondere
fachtheoretische Kenntnisse im Kosmetiker-Gewerbe zur Lösung komplexer
fallbezogener Aufgaben anwendet.

(2) In beiden nachfolgend aufgeführten Handlungsfeldern ist mindestens
eine komplexe fallbezogene Aufgabe zu bearbeiten. Bei der
Aufgabenstellung können die in den Handlungsfeldern nach den Nummern 1
und 2 aufgeführten Qualifikationen auch handlungsfeldübergreifend
verknüpft werden:

1.  Kosmetische Dienstleistungen

    Der Prüfling hat nachzuweisen, dass er in der Lage ist, Aufgaben unter
    Berücksichtigung wirtschaftlicher, hygienischer und ökologischer
    Aspekte in einem Kosmetikinstitut zu bearbeiten; dabei soll er
    berufsbezogene Sachverhalte analysieren und bewerten; bei der
    jeweiligen Aufgabenstellung können mehrere der unter den Buchstaben a
    bis j aufgeführten Qualifikationen verknüpft werden:

    a)  eine Typenberatung dokumentieren sowie eine spezifische
        Pflegeempfehlung erstellen und begründen, dabei allgemeine
        physiognomische, typologische und dermatologische Merkmale
        berücksichtigen,

    b)  Behandlungstechniken für unterschiedliche Hauttypen, insbesondere
        unter Berücksichtigung von Anomalien, Allergien und Hautveränderungen
        darstellen und auswählen sowie Grenzen kosmetischer Behandlungen
        aufzeigen,

    c)  Inhaltsstoffe von kosmetischen Produkten und deren Wirkungsweisen,
        Verträglichkeit, Anwendungsbereiche sowie mögliche Kontraindikationen
        beschreiben, Produkte hauttypenspezifisch auswählen und Auswahl
        begründen,

    d)  Make-up entwerfen, dabei Farben- und Formenlehre sowie
        kundenindividuelle, gesellschaftliche, kulturelle und modische
        Einflüsse berücksichtigen,

    e)  Massagetechniken und -mittel auswählen und Auswahl begründen,

    f)  Methoden der kosmetischen Hand- und Fußpflege und deren Grenzen
        aufzeigen, Möglichkeiten der dekorativen Nagelbehandlung beschreiben
        sowie individuelles Nageldesign entwerfen,

    g)  Methoden zur Problemzonenbehandlung auswählen und beschreiben, Auswahl
        begründen,

    h)  Möglichkeiten für eine Gesichts- oder Körperkonturierung oder für ein
        Permanent Make-up darstellen,

    i)  Verfahren der Depilation und Epilation sowie deren Wirkungsweisen und
        Anwendungsbereiche beschreiben,

    j)  Konzepte zur Gesundheitsförderung unter Berücksichtigung von
        Ernährung, Bewegung und Lebensweise erstellen und begründen;

2.  Management eines Kosmetikinstituts

    Der Prüfling hat nachzuweisen, dass er in der Lage ist,
    Auftragsabwicklungsprozesse sowie Aufgaben der Betriebsführung und
    Betriebsorganisation in einem Kosmetikinstitut wahrzunehmen und
    Maßnahmen kunden-, erfolgs- und qualitätsorientiert zu planen, ihre
    Durchführung zu kontrollieren und sie abzuschließen; bei der
    jeweiligen Aufgabenstellung können mehrere der unter den Buchstaben a
    bis m aufgeführten Qualifikationen verknüpft werden:

    a)  institutsspezifische Maßnahmen entwickeln, insbesondere zur Einhaltung
        des Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutzes sowie des
        Hygienemanagements,

    b)  Haftung bei unsachgemäßer Erbringung von Dienstleistungen und
        fehlerhafter Anwendung von Produkten, Apparaten und Geräten
        beurteilen,

    c)  ein Institutskonzept für Kundenberatung und -betreuung entwickeln,
        Möglichkeiten einer individuellen Kundenberatung aufzeigen,

    d)  betriebliche Kosten ermitteln, dabei betriebswirtschaftliche
        Zusammenhänge berücksichtigen,

    e)  Preise für Dienstleistungen und Produkte unter Berücksichtigung von
        Kosten, Auslastung und Marktsituation kalkulieren und festlegen,

    f)  Betriebsabläufe unter Berücksichtigung von Nachfrage,
        Personalsituation und Arbeitszeitmodellen planen und steuern,

    g)  auftragsbezogenen Einsatz von Material, Apparaten und Geräten
        bestimmen und begründen,

    h)  eine Nachkalkulation durchführen und betriebliche Kostenstrukturen
        überprüfen,

    i)  Aufgaben der Personalverwaltung wahrnehmen, Notwendigkeit der
        Personalentwicklung, insbesondere in Abhängigkeit von Auftragslage und
        Auftragsabwicklung, begründen,

    j)  Marketingmaßnahmen zur Kundenpflege und zur Gewinnung neuer Kunden vor
        dem Hintergrund technischer und wirtschaftlicher Entwicklungen
        erarbeiten,

    k)  Bedeutung des betrieblichen Qualitätsmanagements für den
        Unternehmenserfolg darstellen, Maßnahmen des Qualitätsmanagements
        festlegen und begründen,

    l)  produktgerechte Lagerung von Kosmetika sowie Auswirkungen auf die
        Qualität beschreiben,

    m)  den Nutzen des Einsatzes von Informations- und Kommunikationssystemen
        begründen, insbesondere für die Kundenbindung und -pflege sowie für
        die Warenwirtschaft.

Collections: bundestag_gesetze
KosmetikerMstrV
Level: 2.0