Source: https://www.gesetze-im-internet.de/mta-aprv/__25b.html
Legislation: mta-aprv

Title: § 25b Anerkennungsregelungen für Ausbildungsnachweise aus einem Drittstaat

Description:
Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für technische Assistenten in der Medizin (MTA-APrV)
Abschnitt 6a - Sonderregelungen für Inhaber von Ausbildungsnachweisen aus einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder einem anderen Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum oder einem Drittstaat
§ 25b Anerkennungsregelungen für Ausbildungsnachweise aus einem Drittstaat

Paragraph: 25b

Full Text:
Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für technische Assistenten in der Medizin (MTA-APrV)
Abschnitt 6a - Sonderregelungen für Inhaber von Ausbildungsnachweisen aus einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder einem anderen Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum oder einem Drittstaat
§ 25b Anerkennungsregelungen für Ausbildungsnachweise aus einem Drittstaat

(1) Antragsteller, die eine Erlaubnis nach § 1 Absatz 1 des MTA-
Gesetzes beantragen, haben einen Anpassungslehrgang nach Absatz 2 zu
absolvieren, der mit einer Prüfung über den Inhalt des
Anpassungslehrgangs abschließt, oder eine Kenntnisprüfung nach Absatz
3 abzulegen, wenn sie über einen Ausbildungsnachweis verfügen, der in
einem Drittstaat erworben worden ist und ihre Ausbildung wesentliche
Unterschiede zu der deutschen Ausbildung aufweist, die von der
zuständigen Behörde im Rahmen der Prüfung ihres Antrags auf Erteilung
der Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung festgestellt worden
sind und nicht durch Kenntnisse und Fähigkeiten ausgeglichen werden
konnten, die die Antragsteller im Rahmen ihrer nachgewiesenen
Berufspraxis erworben haben. Satz 1 gilt entsprechend für Fälle, in
denen eine Prüfung der Gleichwertigkeit des Ausbildungsstandes auf
Grund der in § 2 Absatz 2 Satz 5 des MTA-Gesetzes vorliegenden
Umstände nicht durchgeführt wird.

(2) Der Anpassungslehrgang dient zusammen mit dem Abschlussgespräch
der Feststellung, dass die Antragsteller über die zur Ausübung des
Berufs des Medizinisch-technischen Laboratoriumsassistenten,
Medizinisch-technischen Radiologieassistenten, Medizinisch-technischen
Assistenten für Funktionsdiagnostik oder Veterinärmedizinisch-
technischen Assistenten erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten
verfügen (Lehrgangsziel). Er wird entsprechend dem Lehrgangsziel in
Form von theoretischem und praktischem Unterricht, einer praktischen
Ausbildung mit theoretischer Unterweisung oder beidem an Einrichtungen
nach § 4 Satz 2 und 3 des MTA-Gesetzes oder an von der zuständigen
Behörde als vergleichbar anerkannten Einrichtungen durchgeführt und
schließt mit einer Prüfung über den Inhalt des Anpassungslehrgangs ab.
An der theoretischen Unterweisung sollen Personen nach § 3 Absatz 1
Nummer 3 Buchstabe b in angemessenem Umfang beteiligt werden. Die
zuständige Behörde legt die Dauer und die Inhalte des
Anpassungslehrgangs so fest, dass das Lehrgangsziel erreicht werden
kann. Die erfolgreiche Ableistung des Anpassungslehrgangs ist durch
eine Bescheinigung nach dem Muster der Anlage 8 nachzuweisen. Die
Bescheinigung wird erteilt, wenn in der Prüfung, die in Form eines
Abschlussgesprächs durchgeführt wird, festgestellt worden ist, dass
die Antragsteller das Lehrgangsziel erreicht haben. Das
Abschlussgespräch wird von einem Fachprüfer nach § 3 Absatz 1 Nummer 3
gemeinsam mit der Person nach Satz 3, die die Antragsteller während
des Lehrgangs mit betreut hat, geführt. Ergibt sich in dem
Abschlussgespräch, dass die Antragsteller den Anpassungslehrgang nicht
erfolgreich abgeleistet haben, entscheidet der Fachprüfer nach § 3
Absatz 1 Nummer 3 im Benehmen mit der an dem Gespräch teilnehmenden
Person nach Satz 3 über eine angemessene Verlängerung des
Anpassungslehrgangs. Eine Verlängerung ist nur einmal zulässig. Der
Verlängerung folgt ein weiteres Abschlussgespräch. Kann auch nach dem
Ergebnis dieses Gesprächs die Bescheinigung nach Satz 5 nicht erteilt
werden, darf der Anpassungslehrgang nur einmal wiederholt werden.

(3) Bei der Kenntnisprüfung haben die Antragsteller nachzuweisen, dass
sie über die zur Ausübung des Berufs des Medizinisch-technischen
Laboratoriumsassistenten, Medizinisch-technischen
Radiologieassistenten, Medizinisch-technischen Assistenten für
Funktionsdiagnostik oder Veterinärmedizinisch-technischen Assistenten
erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.

(4) Die Kenntnisprüfung für Medizinisch-technische
Laboratoriumsassistenten besteht aus einer praktischen Prüfung, die
mit einem Prüfungsgespräch verbunden ist. Sie umfasst mindestens eines
und höchstens alle der in § 14 Absatz 1 aufgeführten Fächer
einschließlich der darin vorgesehenen Aufgaben. Die zuständige Behörde
legt die Fächer, in denen die Prüfung durchgeführt wird, gemäß den
festgestellten wesentlichen Unterschieden fest. Sie kann auf Grund der
festgestellten wesentlichen Unterschiede den Aufgabenumfang in den
einzelnen Fächern reduzieren. In dem Prüfungsgespräch hat der Prüfling
Prinzip, Arbeitsgang und Fehlermöglichkeiten sowie das Ergebnis mit
Interpretation zu erläutern. Die Prüfung soll innerhalb von zwei
Wochen abgeschlossen sein. Sie wird von zwei Fachprüfern, darunter
mindestens einem Fachprüfer nach § 3 Absatz 1 Nummer 3 Buchstabe b,
abgenommen und bewertet. Die Kenntnisprüfung ist erfolgreich
abgeschlossen, wenn die Fachprüfer die Prüfung in jedem Fach
übereinstimmend mit „bestanden“ bewerten. Das Bestehen setzt
mindestens voraus, dass die Leistung des Prüflings trotz ihrer Mängel
noch den Anforderungen genügt. Kommen die Fachprüfer zu einer
unterschiedlichen Bewertung, entscheidet der Vorsitzende des
Prüfungsausschusses nach Rücksprache mit den Fachprüfern über das
Bestehen.

(5) Die Kenntnisprüfung für Medizinisch-technische
Radiologieassistenten besteht aus einer praktischen Prüfung, die mit
einem Prüfungsgespräch verbunden ist. Sie umfasst mindestens eines und
höchstens alle der in § 17 Absatz 1 aufgeführten Fächer einschließlich
der darin vorgesehenen Aufgaben. Absatz 4 Satz 3 bis 10 gilt
entsprechend.

(6) Die Kenntnisprüfung für Medizinisch-technische Assistenten für
Funktionsdiagnostik besteht aus einer praktischen Prüfung, die mit
einem Prüfungsgespräch verbunden ist. Sie umfasst mindestens eines und
höchstens alle der in § 20 Absatz 1 aufgeführten Fächer einschließlich
der darin vorgesehenen Aufgaben. Absatz 4 Satz 3 bis 10 gilt
entsprechend.

(7) Die Kenntnisprüfung für Veterinärmedizinisch-technische
Assistenten besteht aus einer praktischen Prüfung, die mit einem
Prüfungsgespräch verbunden ist. Sie umfasst mindestens eines und
höchstens alle der in § 23 Absatz 1 aufgeführten Fächer einschließlich
der darin vorgesehenen Aufgaben. Absatz 4 Satz 3 bis 10 gilt
entsprechend.

(8) Die Kenntnisprüfung soll für jeden Berufszweig mindestens zweimal
jährlich angeboten werden und darf in jedem Fach, das nicht bestanden
wurde, einmal wiederholt werden.

(9) Über die bestandene Kenntnisprüfung wird eine Bescheinigung nach
dem Muster der Anlage 9 erteilt.

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