Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1821.html
Legislation: bgb

Title: § 1821 Pflichten des Betreuers; Wünsche des Betreuten

Description:
Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)
Buch 4 - Familienrecht
Abschnitt 3 - Vormundschaft, Pflegschaft für Minderjährige, rechtliche Betreuung, sonstige Pflegschaft
Titel 3 - Rechtliche Betreuung
Untertitel 2 - Führung der Betreuung
§ 1821 Pflichten des Betreuers; Wünsche des Betreuten

Paragraph: 1821

Full Text:
Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)
Buch 4 - Familienrecht
Abschnitt 3 - Vormundschaft, Pflegschaft für Minderjährige, rechtliche Betreuung, sonstige Pflegschaft
Titel 3 - Rechtliche Betreuung
Untertitel 2 - Führung der Betreuung
§ 1821 Pflichten des Betreuers; Wünsche des Betreuten

(1) Der Betreuer nimmt alle Tätigkeiten vor, die erforderlich sind, um
die Angelegenheiten des Betreuten rechtlich zu besorgen. Er
unterstützt den Betreuten dabei, seine Angelegenheiten rechtlich
selbst zu besorgen, und macht von seiner Vertretungsmacht nach § 1823
nur Gebrauch, soweit dies erforderlich ist.

(2) Der Betreuer hat die Angelegenheiten des Betreuten so zu besorgen,
dass dieser im Rahmen seiner Möglichkeiten sein Leben nach seinen
Wünschen gestalten kann. Hierzu hat der Betreuer die Wünsche des
Betreuten festzustellen. Diesen hat der Betreuer vorbehaltlich des
Absatzes 3 zu entsprechen und den Betreuten bei deren Umsetzung
rechtlich zu unterstützen. Dies gilt auch für die Wünsche, die der
Betreute vor der Bestellung des Betreuers geäußert hat, es sei denn,
dass er an diesen Wünschen erkennbar nicht festhalten will.

(3) Den Wünschen des Betreuten hat der Betreuer nicht zu entsprechen,
soweit

1.  die Person des Betreuten oder dessen Vermögen hierdurch erheblich
    gefährdet würde und der Betreute diese Gefahr aufgrund seiner
    Krankheit oder Behinderung nicht erkennen oder nicht nach dieser
    Einsicht handeln kann oder

2.  dies dem Betreuer nicht zuzumuten ist.

(4) Kann der Betreuer die Wünsche des Betreuten nicht feststellen oder
darf er ihnen nach Absatz 3 Nummer 1 nicht entsprechen, hat er den
mutmaßlichen Willen des Betreuten aufgrund konkreter Anhaltspunkte zu
ermitteln und ihm Geltung zu verschaffen. Zu berücksichtigen sind
insbesondere frühere Äußerungen, ethische oder religiöse Überzeugungen
und sonstige persönliche Wertvorstellungen des Betreuten. Bei der
Feststellung des mutmaßlichen Willens soll nahen Angehörigen und
sonstigen Vertrauenspersonen des Betreuten Gelegenheit zur Äußerung
gegeben werden.

(5) Der Betreuer hat den erforderlichen persönlichen Kontakt mit dem
Betreuten zu halten, sich regelmäßig einen persönlichen Eindruck von
ihm zu verschaffen und dessen Angelegenheiten mit ihm zu besprechen.

(6) Der Betreuer hat innerhalb seines Aufgabenkreises dazu
beizutragen, dass Möglichkeiten genutzt werden, die Fähigkeit des
Betreuten, seine eigenen Angelegenheiten zu besorgen,
wiederherzustellen oder zu verbessern.

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BGB
Level: 6.0