Source: https://www.gesetze-im-internet.de/tierschnutztv/__19.html
Legislation: tierschnutztv

Title: § 19 Anforderungen an das Halten von Masthühnern

Description:
Verordnung zum Schutz landwirtschaftlicher Nutztiere und anderer zur Erzeugung tierischer Produkte gehaltener Tiere bei ihrer Haltung (TierSchNutztV)
Abschnitt 4 - Anforderungen an das Halten von Masthühnern
§ 19 Anforderungen an das Halten von Masthühnern

Paragraph: 19

Full Text:
Verordnung zum Schutz landwirtschaftlicher Nutztiere und anderer zur Erzeugung tierischer Produkte gehaltener Tiere bei ihrer Haltung (TierSchNutztV)
Abschnitt 4 - Anforderungen an das Halten von Masthühnern
§ 19 Anforderungen an das Halten von Masthühnern

(1) Wer Masthühner hält, hat sicherzustellen, dass

1.  die Masthühner entweder ständig Zugang zu Futter haben oder
    portionsweise gefüttert werden;

2.  die Fütterung frühestens zwölf Stunden vor dem voraussichtlichen
    Schlachttermin eingestellt wird;

3.  alle Masthühner ständig Zugang zu trockener, lockerer Einstreu haben,
    die zum Picken, Scharren und Staubbaden geeignet ist;

4.  in allen Masthühnerställen während der Lichtstunden die
    Lichtintensität mindestens 20 Lux, in Kopfhöhe der Tiere gemessen,
    beträgt, wobei mindestens 80 vom Hundert der Masthühnernutzfläche
    ausgeleuchtet sein müssen, und, mit Ausnahme von Masthühnerställen
    nach § 18 Absatz 5 Satz 2, natürliches Tageslicht einfällt;

5.  spätestens ab dem siebten Tag nach der Einstallung der Masthühner und
    bis zu drei Tagen vor dem voraussichtlichen Schlachttermin ein
    24-stündiges Lichtprogramm betrieben wird, das sich am natürlichen
    Tag-Nacht-Rhythmus orientiert und mindestens eine sechsstündige
    ununterbrochene Dunkelperiode gewährleistet, wobei Dämmerlichtperioden
    nicht berücksichtigt werden;

6.  Teile von Stallungen, Ausrüstungen oder Geräten, die mit den
    Masthühnern in Berührung kommen, nach jeder vollständigen Stallräumung
    gereinigt und desinfiziert werden;

7.  nach der vollständigen Räumung eines Masthühnerstalls sämtliche
    Einstreu entfernt und der Stall vor der Neubelegung mit sauberer
    Einstreu versehen wird.

Eine zeitweise Einschränkung der Lichtintensität oder die
vorübergehende wesentliche Einschränkung des Einfalles des natürlichen
Lichtes ist nur nach tierärztlicher Indikation zulässig.

(2) Wer Masthühner hält, hat sicherzustellen, dass alle Masthühner im
Betrieb mindestens zwei Mal täglich in Augenschein genommen werden.
Dabei ist auf ihr Wohlergehen und ihre Gesundheit zu achten.
Masthühner mit Verletzungen oder mit Gesundheitsstörungen,
insbesondere mit Laufschwierigkeiten, starkem Bauchwasser oder
schweren Missbildungen, die darauf schließen lassen, dass das Tier
leidet, sind angemessen zu behandeln oder unverzüglich zu töten.
Soweit es der Gesundheitszustand der Tiere erfordert, ist ein Tierarzt
hinzuzuziehen.

(3) Wer Masthühner hält, hat sicherzustellen, dass die
Masthühnerbesatzdichte zu keinem Zeitpunkt 39 kg/m
2              überschreitet.

(4) Abweichend von Absatz 3 hat der Halter von Masthühnern
sicherzustellen, dass im Durchschnitt dreier aufeinander folgender
Mastdurchgänge die Masthühnerbesatzdichte 35 kg/m
2              nicht überschreitet, soweit das durchschnittliche
Gewicht der Masthühner weniger als 1 600 g beträgt.

(5) Der Halter fertigt für jeden Masthühnerstall seines Betriebs
Aufzeichnungen über das Erzeugungsverfahren und Angaben über den Stall
und seine Ausstattung, insbesondere

1.  den Grundriss des Stalls, einschließlich der Begrenzungen aller den
    Masthühnern zugänglichen Flächen;

2.  die Lüftungs- und soweit vorhanden Kühl- und Heizanlage,
    einschließlich Standorten, Lüftungsplan mit genauen Angaben über
    Luftqualitätsparameter wie Luftdurchfluss, Luftgeschwindigkeit und
    Lufttemperatur;

3.  die Fütterungssysteme, Tränkanlagen und deren Standorte;

4.  die Alarmanlagen und Sicherungssysteme, insbesondere
    Notstromaggregate, die im Falle eines Ausfalls der automatischen oder
    mechanischen Anlagen und Geräte, von denen Gesundheit und Wohlergehen
    der Tiere abhängen, zum Einsatz kommen;

5.  den Bodentyp und die verwendete Einstreu;

6.  die technischen Kontrollen der Lüftungs- und Alarmanlage.

Der Halter hat die Aufzeichnungen nach Satz 1 auf dem neuesten Stand
zu halten.

(6) Der Halter fertigt für jeden Masthühnerstall seines Betriebs
Aufzeichnungen über

1.  die Zahl der eingestallten Masthühner und das Datum des Einstallens;

2.  die Masthühnernutzfläche;

3.  Bezeichnung der Hybridkreuzung oder Rasse der Masthühner;

4.  das Datum jeder Kontrolle nach Absatz 2 sowie die Zahl der dabei
    verendet aufgefundenen Tiere mit Angabe der jeweiligen Ursachen,
    soweit bekannt, sowie die Zahl der getöteten Tiere mit Angabe des
    jeweiligen Grundes;

5.  das Datum der Entfernung von Masthühnern zwecks Verkauf oder
    Schlachtung und ihre Anzahl, ihr Gesamtlebendgewicht sowie
    gegebenenfalls die Zahl der Masthühner, die im Masthühnerstall
    verbleiben.

Diese Aufzeichnungen sind entbehrlich, soweit entsprechende
Aufzeichnungen auf Grund anderer Rechtsvorschriften zu fertigen sind.

(7) Der Halter hat die Aufzeichnungen nach Absatz 5 Satz 1 und nach
Absatz 6 Satz 1 der zuständigen Behörde auf Verlangen vorzulegen. Die
Aufzeichnungen nach Absatz 6 Satz 1 sind ab der Fertigung der
Aufzeichnungen drei Jahre aufzubewahren.

(8) Der Halter teilt der zuständigen Behörde unverzüglich etwaige
Änderungen des Masthühnerstalls, seiner Ausstattung oder der
Betriebsabläufe mit, soweit sich diese Änderungen erheblich auf das
Wohlbefinden oder die Gesundheit der Tiere auswirken können.

(9) Soweit der Halter beabsichtigt, die Masthühnerbesatzdichte eines
Masthühnerstalls auf über 33 kg/m² zu erhöhen, teilt er dies der
zuständigen Behörde mindestens 15 Tage vor der erstmaligen Einstallung
eines Masthühnerbestandes mit erhöhter Masthühnerbesatzdichte sowie
jede weitere Änderung der Masthühnerbesatzdichte mindestens 15 Tage
vor der Einstallung des Masthühnerbestandes mit geänderter
Masthühnerbesatzdichte mit. Dabei ist die genaue Höhe der
Masthühnerbesatzdichte anzugeben. Auf Verlangen der zuständigen
Behörde muss die Mitteilung von einem Dokument begleitet sein, in dem
die Angaben aus den Aufzeichnungen nach Absatz 5 zusammengefasst sind.

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TierSchNutztV
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