Source: https://www.gesetze-im-internet.de/fotoausbv_2009/__7.html
Legislation: fotoausbv_2009

Title: § 7 Gesellenprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Fotografen und zur Fotografin (FotoAusbV 2009)
§ 7 Gesellenprüfung

Paragraph: 7

Full Text:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Fotografen und zur Fotografin (FotoAusbV 2009)
§ 7 Gesellenprüfung

(1) Durch die Gesellenprüfung ist festzustellen, ob der Prüfling die
berufliche Handlungsfähigkeit erworben hat. In der Gesellenprüfung
soll der Prüfling nachweisen, dass er die dafür erforderlichen
beruflichen Fertigkeiten beherrscht, die notwendigen beruflichen
Kenntnisse und Fähigkeiten besitzt und mit dem im
Berufsschulunterricht zu vermittelnden, für die Berufsausbildung
wesentlichen Lehrstoff vertraut ist. Die Ausbildungsordnung ist
zugrunde zu legen.

(2) Die Gesellenprüfung besteht aus den Prüfungsbereichen:

1.  Ausführung fotografischer Aufträge,

2.  Anwendung fotografischer Prozesse,

3.  Darstellung und Analyse fotografischer Prozesse,

4.  Wirtschafts- und Sozialkunde.

(3) Für den Prüfungsbereich „Ausführung fotografischer Aufträge“
bestehen folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er

    a)  Kundenwünsche berücksichtigen,

    b)  Auftragsziele analysieren,

    c)  Bildkonzeptionen erarbeiten und darstellen,

    d)  technische Hilfsmittel, Kamerazubehör und fotografische Aufnahmegeräte
        handhaben,

    e)  Licht nutzen und Licht setzen,

    f)  Arbeitsabläufe unter Beachtung wirtschaftlicher, technischer und
        organisatorischer Vorgaben selbstständig und kundenorientiert planen,

    g)  Ergebnisse seiner Arbeit präsentieren sowie

    h)  die Vorgehensweise bei der Herstellung von Aufnahmen begründen und
        fachliche Hintergründe aufzeigen

    kann;

2.  dem Prüfungsbereich sind folgende Tätigkeiten zugrunde zu legen:

    a)  das Ausführen eines fotografischen Auftrags unter Berücksichtigung des
        gewählten Schwerpunkts,

    b)  das Ausführen eines fotografischen Auftrags außerhalb des gewählten
        Schwerpunkts,

    c)  das Anfertigen einer Aufnahmeserie nach eigenem Thema, die aus
        mindestens drei Aufnahmen besteht. Dem Prüfungsausschuss ist vor
        Durchführung hierfür eine Bildkonzeption mit Angabe des
        Verwendungszwecks vorzulegen;

3.  der Prüfling soll nach Nummer 2 Buchstabe a bis c je ein Prüfungsstück
    anfertigen, zum Prüfungsstück nach Buchstabe c soll er eine
    Präsentation durchführen sowie seine Vorgehensweise begründen;

4.  die Prüfungsstücke sind in insgesamt 20 Stunden anzufertigen. Die
    Prüfungsstücke sind spätestens 14 Tage nach Aufgabenstellung nach
    Nummer 2 Buchstabe a und b und Vorlage der Bildkonzeption nach Nummer
    2 Buchstabe c abzugeben. Die Prüfungszeit für die Präsentation beträgt
    höchstens 15 Minuten;

5.  die Prüfungsstücke nach Nummer 2 Buchstabe a und b sind mit jeweils 25
    Prozent, das Prüfungsstück nach Nummer 2 Buchstabe c einschließlich
    der Präsentation mit 50 Prozent zu gewichten.

(4) Für den Prüfungsbereich „Anwendung fotografischer Prozesse“
bestehen folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er

    a)  technische Hilfsmittel und Kamerazubehör handhaben,

    b)  Licht nutzen und Licht setzen,

    c)  fotografische Aufnahmegeräte handhaben und Belichtungen durchführen,

    d)  Bildbearbeitungs- und Bildausgabeprozesse durchführen sowie

    e)  Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit, Umweltschutz,
        Kundenorientierung, Wirtschaftlichkeit und Qualitätssicherung
        berücksichtigen

    kann;

2.  dem Prüfungsbereich sind folgende Tätigkeiten zugrunde zu legen: das
    Anfertigen einer Aufnahme einschließlich Bildbearbeitung entsprechend
    dem Verwendungszweck unter Berücksichtigung des gewählten
    Schwerpunkts;

3.  der Prüfling soll eine Arbeitsaufgabe durchführen;

4.  die Prüfungszeit beträgt 90 Minuten.

(5) Für den Prüfungsbereich „Darstellung und Analyse fotografischer
Prozesse“ bestehen folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll darstellen, dass er

    a)  Auftragsziele analysieren und beschreiben, Kunden beraten,
        Arbeitsschritte festlegen,

    b)  Prinzipien der Wahrnehmung und Gestaltung anwenden,

    c)  Aufnahmesysteme und Lichtsysteme anwenden,

    d)  Bildbearbeitungsprozesse, Bildausgabeprozesse und Bildarchivierung
        anwenden und optimieren,

    e)  fachbezogene Berechnungen durchführen,

    f)  wirtschaftliche und rechtliche Anforderungen berücksichtigen sowie

    g)  Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit, Umweltschutz und
        Qualitätssicherung berücksichtigen

    kann;

2.  der Prüfling soll schriftlich fallbezogene Aufgaben bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt vier Stunden.

(6) Für den Prüfungsbereich „Wirtschafts- und Sozialkunde“ bestehen
folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er allgemeine wirtschaftliche und
    gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt darstellen
    und beurteilen kann;

2.  der Prüfling soll schriftlich praxisbezogene Aufgaben bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 60 Minuten.

(7) Die einzelnen Prüfungsbereiche sind wie folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich „Ausführung fotografischer Aufträge“

    *   35 Prozent,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich „Anwendung fotografischer Prozesse“

    *   25 Prozent,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich „Darstellung und Analyse fotografischer Prozesse“

    *   30 Prozent,

*    *   4.

    *   Prüfungsbereich „Wirtschafts- und Sozialkunde“

    *   10 Prozent.

(8) Die Gesellenprüfung ist bestanden, wenn die Leistungen

1.  im Gesamtergebnis mit mindestens „ausreichend“,

2.  im Prüfungsbereich „Anwendung fotografischer Prozesse“ mit mindestens
    „ausreichend“,

3.  in mindestens zwei der übrigen Prüfungsbereiche mit mindestens
    „ausreichend“,

4.  in keinem Prüfungsbereich mit „ungenügend“

bewertet worden sind.

(9) Auf Antrag des Prüflings ist die Prüfung in einem der mit
schlechter als „ausreichend“ bewerteten Prüfungsbereiche, in denen
Prüfungsleistungen mit eigener Anforderung und Gewichtung schriftlich
zu erbringen sind, durch eine mündliche Prüfung von etwa 15 Minuten zu
ergänzen, wenn dies für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben
kann. Bei der Ermittlung des Ergebnisses für diesen Prüfungsbereich
sind das bisherige Ergebnis und das Ergebnis der mündlichen
Ergänzungsprüfung im Verhältnis von 2 : 1 zu gewichten.

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