Source: https://www.gesetze-im-internet.de/beratungsg/__26.html
Legislation: beratungsg

Title: § 26 Das Verfahren der vertraulichen Geburt

Description:
Gesetz zur Vermeidung und Bewältigung von Schwangerschaftskonflikten (BeratungsG)
Abschnitt 6 - Vertrauliche Geburt
§ 26 Das Verfahren der vertraulichen Geburt

Paragraph: 26

Full Text:
Gesetz zur Vermeidung und Bewältigung von Schwangerschaftskonflikten (BeratungsG)
Abschnitt 6 - Vertrauliche Geburt
§ 26 Das Verfahren der vertraulichen Geburt

(1) Wünscht die Schwangere eine vertrauliche Geburt, wählt sie

1.  einen Vor- und einen Familiennamen, unter dem sie im Verfahren der
    vertraulichen Geburt handelt (Pseudonym), und

2.  je einen oder mehrere weibliche und einen oder mehrere männliche
    Vornamen für das Kind.

(2) Die Beratungsstelle hat einen Nachweis für die Herkunft des Kindes
zu erstellen. Dafür nimmt sie die Vornamen und den Familiennamen der
Schwangeren, ihr Geburtsdatum und ihre Anschrift auf und überprüft
diese Angaben anhand eines gültigen zur Identitätsfeststellung der
Schwangeren geeigneten Ausweises.

(3) Der Herkunftsnachweis ist in einem Umschlag so zu verschließen,
dass ein unbemerktes Öffnen verhindert wird. Auf dem Umschlag sind zu
vermerken:

1.  die Tatsache, dass er einen Herkunftsnachweis enthält,

2.  das Pseudonym,

3.  der Geburtsort und das Geburtsdatum des Kindes,

4.  der Name und die Anschrift der geburtshilflichen Einrichtung oder der
    zur Leistung von Geburtshilfe berechtigten Person, bei der die
    Anmeldung nach Absatz 4 erfolgt ist, und

5.  die Anschrift der Beratungsstelle.

(4) Mit dem Hinweis, dass es sich um eine vertrauliche Geburt handelt,
meldet die Beratungsstelle die Schwangere unter deren Pseudonym in
einer geburtshilflichen Einrichtung oder bei einer zur Leistung von
Geburtshilfe berechtigten Person zur Entbindung an. Diese Einrichtung
oder Person kann die Schwangere frei wählen. Die Beratungsstelle teilt
bei der Anmeldung die nach Absatz 1 Nummer 2 gewählten Vornamen für
das Kind mit.

(5) Die Beratungsstelle teilt dem am Geburtsort zuständigen Jugendamt
folgende Angaben mit:

1.  das Pseudonym der Schwangeren,

2.  den voraussichtlichen Geburtstermin und

3.  die Einrichtung oder die zur Leistung von Geburtshilfe berechtigte
    Person, bei der die Anmeldung nach Absatz 4 erfolgt ist.

(6) Der Leiter oder die Leiterin der Einrichtung der Geburtshilfe, in
der die Schwangere geboren hat, teilt der Beratungsstelle nach Absatz
4 Satz 1 unverzüglich das Geburtsdatum und den Geburtsort des Kindes
mit. Das Gleiche gilt bei einer Hausgeburt für die zur Leistung von
Geburtshilfe berechtigte Person.

(7) Das Standesamt teilt dem Bundesamt für Familie und
zivilgesellschaftliche Aufgaben den beurkundeten Namen des Kindes
zusammen mit dem Pseudonym der Mutter mit.

(8) Nachrichten der Frau an das Kind werden von der Beratungsstelle an
die Adoptionsvermittlungsstelle weitergeleitet und dort in die
entsprechende Vermittlungsakte aufgenommen; bei nicht adoptierten
Kindern werden sie an das Bundesamt für Familie und
zivilgesellschaftliche Aufgaben weitergeleitet.

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BeratungsG
Level: 3.0