Source: https://www.gesetze-im-internet.de/imlebensmfprv/__10.html
Legislation: imlebensmfprv

Title: § 10 Situationsaufgabe aus dem Handlungsbereich „Technik“

Description:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Geprüfter Industriemeister – Fachrichtung Lebensmittel und Geprüfte Industriemeisterin – Fachrichtung Lebensmittel (IMLebensmFPrV)
§ 10 Situationsaufgabe aus dem Handlungsbereich „Technik“

Paragraph: 10

Full Text:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Geprüfter Industriemeister – Fachrichtung Lebensmittel und Geprüfte Industriemeisterin – Fachrichtung Lebensmittel (IMLebensmFPrV)
§ 10 Situationsaufgabe aus dem Handlungsbereich „Technik“

(1) In der Situationsaufgabe aus dem Handlungsbereich „Technik“ soll
mindestens einer der Qualifikationsschwerpunkte
„Lebensmitteltechnologie“, „Betriebstechnik“ und „Warenmanagement“ den
Kern bilden. Die in den Qualifikationsschwerpunkten zu prüfenden
Qualifikationsinhalte richten sich nach den Absätzen 4 bis 6.

(2) Die Situationsaufgabe soll darüber hinaus Qualifikationsinhalte
aus den Qualifikationsschwerpunkten der Handlungsbereiche
„Organisation“ sowie „Führung und Personal“ integrativ
berücksichtigen.

(3) In die Situationsaufgaben aus den Handlungsbereichen
„Organisation“ sowie „Führung und Personal“ sollen diejenigen
Qualifikationsinhalte aus den Qualifikationsschwerpunkten des
Handlungsbereiches „Technik“ integriert werden, die nicht in der
Situationsaufgabe nach Absatz 1 geprüft wurden.

(4) Im Qualifikationsschwerpunkt „Lebensmitteltechnologie“ soll die zu
prüfende Person nachweisen, dass sie in der Lage ist,
Herstellungsprozesse von Lebensmitteln zu planen, zu organisieren und
zu steuern. Dazu gehört, Zusammenhänge und Optimierungsmöglichkeiten
erkennen und entsprechende Maßnahmen einleiten zu können. In diesem
Rahmen können folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Bewerten, Auswählen, Einsetzen und Optimieren von
    Fertigungstechnologien der Lebensmittelindustrie,

2.  Bewerten, Auswählen, Einsetzen und Optimieren von
    Verpackungstechnologien und -materialien,

3.  Durchführen von verfahrensspezifischen Berechnungen,

4.  Steuern von biochemischen und chemischen Prozessen und

5.  Umsetzen von Produktentwicklungen vom Labor- in den Produktionsmaßstab
    unter Berücksichtigung von Wirtschaftlichkeit, Spezifikationen,
    Rohstoffen, Rezepturen und Arbeitsabläufen sowie Prüfen, Bewerten und
    Dokumentieren von Produktionsversuchen, Produkten und Prozessen.

(5) Im Qualifikationsschwerpunkt „Betriebstechnik“ soll die zu
prüfende Person nachweisen, dass sie in der Lage ist, Anlagen,
Maschinen und Einrichtungen funktionsgerecht und ressourceneffizient
unter Berücksichtigung der Auswirkungen auf Mensch und Umwelt
einzusetzen und dass er oder sie in der Lage ist, die Instandhaltung
von Anlagen, Maschinen und Einrichtungen zu planen, zu organisieren
und zu steuern. Weiterhin soll die Fähigkeit nachgewiesen werden,
Störungsanalysen durchführen und entsprechende Maßnahmen einleiten zu
können. In diesem Rahmen können folgende Qualifikationsinhalte geprüft
werden:

1.  Analysieren von Prozessen auf der Basis von verfahrenstechnischen
    Grundoperationen,

2.  Vermeiden, Erkennen und Beheben von Störungen,

3.  Anwenden und Überwachen von Mess-, Steuer- und Regelungseinrichtungen,

4.  Mitwirken bei der Sicherstellung einer effizienten Energienutzung und

5.  Mitwirken bei der Auswahl und beim Funktionserhalt von
    Fertigungsmaschinen und -anlagen sowie von Transport- und
    Fördermitteln.

(6) Im Qualifikationsschwerpunkt „Warenmanagement“ soll die zu
prüfende Person nachweisen, dass sie in der Lage ist, die prozess- und
produktgerechte Verwendung von Roh-, Zusatz- und Hilfsstoffen, von
Betriebsstoffen sowie von Verpackungsmaterialien sicherzustellen.
Weiterhin soll die Fähigkeit nachgewiesen werden, die Lagerung und den
Transport von Produkten spezifikationsgerecht gewährleisten zu können.
In diesem Rahmen können folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Mitwirken bei der Erstellung von Spezifikationen,

2.  Mitwirken bei der Beschaffung von Roh-, Zusatz- und Hilfsstoffen sowie
    von Betriebsstoffen,

3.  Mitwirken bei der Festlegung von Verfahren sowie Veranlassen der
    Eingangskontrolle, Auswerten der Ergebnisse und Ableiten von
    Konsequenzen,

4.  Festlegen der Lager- und Transportbedingungen von Roh-, Zusatz- und
    Hilfsstoffen, von Halb- und Fertigprodukten und von Betriebsstoffen
    und Verpackungsmaterialien sowie Sicherstellen der Einhaltung dieser
    Bedingungen,

5.  Festlegen des Einsatzes von Roh-, Zusatz- und Hilfsstoffen vor und
    während der Fertigung sowie Beurteilen von Auswirkungen auf den
    Fertigungsprozess beim Einsatz von neuen Rohwaren und Technologien und

6.  Einschätzen von Alternativen bei Rohstoffmangel und Entscheiden über
    deren Einsatz sowie über Prozessanpassungen.

Collections: bundestag_gesetze
IMLebensmFPrV
Level: 2.0