Source: https://www.gesetze-im-internet.de/kastrg/__3.html
Legislation: kastrg

Title: § 3 Einwilligung

Description:
Gesetz über die freiwillige Kastration und andere Behandlungsmethoden (KastrG)
§ 3 Einwilligung

Paragraph: 3

Full Text:
Gesetz über die freiwillige Kastration und andere Behandlungsmethoden (KastrG)
§ 3 Einwilligung

(1) Die Einwilligung ist unwirksam, wenn der Betroffene nicht vorher
über Grund, Bedeutung und Nachwirkungen der Kastration, über andere in
Betracht kommende Behandlungsmöglichkeiten sowie über sonstige
Umstände aufgeklärt worden ist, denen er erkennbar eine Bedeutung für
die Einwilligung beimißt.

(2) Die Einwilligung des Betroffenen ist nicht deshalb unwirksam, weil
er zur Zeit der Einwilligung auf richterliche Anordnung in einer
Anstalt verwahrt wird.

(3) Ist der Betroffene nicht fähig, Grund und Bedeutung der Kastration
voll einzusehen und seinen Willen hiernach zu bestimmen, so ist die
Kastration nur dann zulässig, wenn

1.  der Betroffene mit ihr einverstanden ist, nachdem er in einer seinem
    Zustand entsprechenden Weise aufgeklärt worden ist und wenigstens
    verstanden hat, welche unmittelbaren Folgen eine Kastration hat, und

2.  der Betroffene einen Betreuer erhalten hat, zu dessen Aufgabenbereich
    die Angelegenheit gehört, und dieser in die Behandlung einwilligt,
    nachdem er im Sinne des Absatzes 1 aufgeklärt worden ist.

(4) Ist der Betroffene unfähig, die unmittelbaren Folgen einer
Kastration zu verstehen, so ist die Kastration durch einen Arzt unter
den Voraussetzungen des Absatzes 3 Nr. 2 zulässig, wenn sie nach den
Erkenntnissen der medizinischen Wissenschaft angezeigt ist und
vorgenommen wird, um eine lebensbedrohende Krankheit des Betroffenen
zu verhüten, zu heilen oder zu lindern. § 2 Abs. 1 Nr. 3 ist nicht
anzuwenden.

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KastrG
Level: 2.0