Source: https://www.gesetze-im-internet.de/tpg/__8a.html
Legislation: tpg

Title: § 8a Entnahme von Knochenmark bei minderjährigen Personen

Description:
Gesetz über die Spende, Entnahme und Übertragung von Organen und Geweben (TPG)
Abschnitt 3 - Entnahme von Organen und Geweben bei lebenden  Spendern
§ 8a Entnahme von Knochenmark bei minderjährigen Personen

Paragraph: 8a

Full Text:
Gesetz über die Spende, Entnahme und Übertragung von Organen und Geweben (TPG)
Abschnitt 3 - Entnahme von Organen und Geweben bei lebenden  Spendern
§ 8a Entnahme von Knochenmark bei minderjährigen Personen

Die Entnahme von Knochenmark bei einer minderjährigen Person zum
Zwecke der Übertragung ist abweichend von § 8 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1
Buchstabe a und b sowie Nr. 2 mit folgender Maßgabe zulässig:

1.  Die Verwendung des Knochenmarks ist für Verwandte ersten Grades oder
    Geschwister der minderjährigen Person vorgesehen.

2.  Die Übertragung des Knochenmarks auf den vorgesehenen Empfänger ist
    nach ärztlicher Beurteilung geeignet, bei ihm eine lebensbedrohende
    Krankheit zu heilen.

3.  Ein geeigneter Spender nach § 8 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 steht im Zeitpunkt
    der Entnahme des Knochenmarks nicht zur Verfügung.

4.  Der gesetzliche Vertreter ist entsprechend § 8 Abs. 2 aufgeklärt
    worden und hat in die Entnahme und die Verwendung des Knochenmarks
    eingewilligt. § 1627 des Bürgerlichen Gesetzbuchs ist anzuwenden. Die
    minderjährige Person ist durch einen Arzt entsprechend § 8 Abs. 2
    aufzuklären, soweit dies im Hinblick auf ihr Alter und ihre geistige
    Reife möglich ist. Lehnt die minderjährige Person die beabsichtigte
    Entnahme oder Verwendung ab oder bringt sie dies in sonstiger Weise
    zum Ausdruck, so ist dies zu beachten.

5.  Ist die minderjährige Person in der Lage, Wesen, Bedeutung und
    Tragweite der Entnahme zu erkennen und ihren Willen hiernach
    auszurichten, so ist auch ihre Einwilligung erforderlich.

Soll das Knochenmark der minderjährigen Person für Verwandte ersten
Grades verwendet werden, hat der gesetzliche Vertreter dies dem
Familiengericht unverzüglich anzuzeigen, um eine Entscheidung nach
§ 1629 Absatz 2 Satz 3 in Verbindung mit § 1789 Absatz 2 Satz 3 und 4
des Bürgerlichen Gesetzbuchs herbeizuführen.

Collections: bundestag_gesetze
TPG
Level: 3.0