Source: https://www.gesetze-im-internet.de/marimedv/__12.html
Legislation: marimedv

Title: § 12 Zugang zum Seediensttauglichkeitsverzeichnis

Description:
Verordnung über maritime medizinische Anforderungen auf Kauffahrteischiffen (MariMedV)
Abschnitt 2 - Seediensttauglichkeit
Unterabschnitt 1 - Anforderungen an Personen an Bord
§ 12 Zugang zum Seediensttauglichkeitsverzeichnis

Paragraph: 12

Full Text:
Verordnung über maritime medizinische Anforderungen auf Kauffahrteischiffen (MariMedV)
Abschnitt 2 - Seediensttauglichkeit
Unterabschnitt 1 - Anforderungen an Personen an Bord
§ 12 Zugang zum Seediensttauglichkeitsverzeichnis

(1) Zur Übermittlung von Daten aus dem
Seediensttauglichkeitsverzeichnis dürfen durch Abruf im
automatisierten Verfahren die nach § 19 Absatz 3 des
Seearbeitsgesetzes gespeicherten Daten bereitgehalten werden.

(2) Der Abruf darf nur unter Verwendung der Angaben zur Person oder
der Nummer des Seediensttauglichkeitszeugnisses erfolgen.

(3) Die übermittelnde Stelle darf den Abruf im automatisierten
Verfahren aus dem Seediensttauglichkeitsverzeichnis nach § 19 des
Seearbeitsgesetzes nur zulassen, wenn dessen Durchführung unter
Verwendung

1.  einer Kennung des zum Abruf berechtigten Nutzers und

2.  eines Passwortes

erfolgt. Nutzer im Sinne des Satzes 1 Nummer 1 kann eine natürliche
Person oder eine juristische Person sein. Ist der Nutzer im Sinne des
Satzes 1 Nummer 1 keine natürliche Person, so hat er sicherzustellen,
dass zu jedem Abruf die jeweils abrufende natürliche Person
festgestellt werden kann. Der Nutzer oder die abrufende Person haben
vor dem ersten Abruf ein eigenes Passwort zu wählen und dieses jeweils
spätestens nach einem von der übermittelnden Stelle vorgegebenen
Zeitraum zu ändern.

(4) Die übermittelnde Stelle hat durch ein selbsttätiges Verfahren zu
gewährleisten, dass keine Abrufe erfolgen können, sobald die Kennung
nach Absatz 3 Satz 1 Nummer 1 oder das Passwort mehr als dreimal
hintereinander unrichtig übermittelt wurde. Die abrufende Stelle hat
Maßnahmen zum Schutz gegen unberechtigte Nutzungen des Abrufsystems zu
treffen.

(5) Soweit nach datenschutzrechtlichen Vorschriften zum Zweck der
Vermeidung von Mehrfach-Untersuchungen bei unterschiedlichen
zugelassenen Ärztinnen und Ärzten ein Abgleich von Daten zwischen dem
Seediensttauglichkeitsverzeichnis und dem Seelotseignungsverzeichnis
zulässig ist, werden bei jedem Abruf von Daten aus dem
Seediensttauglichkeitsverzeichnis von der Berufsgenossenschaft
folgende Daten mit den entsprechenden Daten dieser Person im
Seelotseignungsverzeichnis abgeglichen:

1.  Familienname, Vorname, Geburtsdatum und Geburtsort der untersuchten
    Person nach § 19 Absatz 3 Nummer 1 bis 3 des Seelotsgesetzes,

2.  Sperrvermerke der Berufsgenossenschaft nach § 19 Absatz 3 Nummer 17
    des Seearbeitsgesetzes.

Unrichtige Angaben im Seediensttauglichkeitsverzeichnis sind durch die
Berufsgenossenschaft zu berichtigen und an die entsprechenden Daten zu
dieser Person im Seelotseignungsverzeichnis anzugleichen. Ergibt der
Abgleich nach Satz 1, dass Daten im Seelotseignungsverzeichnis
unrichtig sind, ist eine Berichtigung des
Seelotseignungsverzeichnisses durch die registerführende Stelle zu
veranlassen. Liegt eine Berichtigungsmeldung nach § 8 Absatz 3 Satz 3
der Seelotseignungsverordnung vor, ist das
Seediensttauglichkeitsverzeichnis zu berichtigen.

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