Source: https://www.gesetze-im-internet.de/luftpersvdv_2/__8.html
Legislation: luftpersvdv_2

Title: Anlage 5B (zu § 8)

Description:
Zweite Durchführungsverordnung zur Verordnung über Luftfahrtpersonal (Anwendungsbestimmungen für die Ausbildung und Prüfung für den Erwerb von  Lizenzen und Berechtigungen für Luftfahrer gemäß der Verordnung über  Luftfahrtpersonal) (LuftPersVDV 2)
Dritter Abschnitt - Lizenzen und Berechtigungen für Luftfahrer
Anlage 5B (zu § 8)

Paragraph: 8

Full Text:
Zweite Durchführungsverordnung zur Verordnung über Luftfahrtpersonal (Anwendungsbestimmungen für die Ausbildung und Prüfung für den Erwerb von  Lizenzen und Berechtigungen für Luftfahrer gemäß der Verordnung über  Luftfahrtpersonal) (LuftPersVDV 2)
Dritter Abschnitt - Lizenzen und Berechtigungen für Luftfahrer
Anlage 5B (zu § 8)

Fundstelle des Originaltextes: BAnz. 2006, Nr. 60, Beilage Nr. 60a, 80
- 84

**Allgemeines**
Der nachfolgende Lehrplan ist eine Richtlinie für den Ablauf und die
Inhalte der praktischen Ausbildung. Das in der praktischen Ausbildung
verwendete Segelflugzeug muss mit einem Doppelsteuer ausgerüstet und
für die Ausbildung geeignet sein. Da nicht alle musterspezifischen
Eigenarten verschiedener Segelflugzeugmuster berücksichtigt werden
können, sind alle Übungen gemäß der im Flughandbuch des in der
Ausbildung verwendeten Segelflugzeuges aufgeführten
Verfahrensanweisungen durchzuführen. Alle Kontrollen sind anhand der
Klarlisten durchzuführen.
**Flugausbildung bis zum ersten Alleinflug**
**Bodeneinweisung**

-   Voraussetzungen für den Flugbetrieb

-   Verhalten auf dem Flugplatz

-   Einweisung in den Schuldoppelsitzer

-   Transport und Montage des Segelflugzeuges

-   Überprüfen nach Klarliste vor dem ersten Start

-   Überprüfung vor jedem Start

-   Handhabung des Rettungsfallschirmes / ggf. Rettungssystems

-   Einweisung Haubennotabwurf

-   Notausstieg

-   Gewöhnungsflüge

**Wirkungsweise und Bedienung der Ruder**

-   Höhenruder

-   Seitenruder

-   Querruder

-   Landehilfen

-   Trimmung

-   Erkennen der Fluglage am Horizontbild sowie Geräusch und
    Fahrtmesseranzeige

-   Durchführen von Fluglageänderungen aus der Normalfluglage durch
    Höhenruder, Seitenruder und Querruder

**Rollübungen**

-   Rollübungen bei Querneigungen von 20-30
    Grad

-   Koordination von Quer- und Seitenruder zur Vermeidung des negativen
    Wendemoments bei verschiedenen Geschwindigkeiten

-   Durchführen von Fluglageänderungen aus der Normalfluglage durch
    Höhenruder, Seitenruder und Querruder

**Geradeausflug**

-   den schiebefreien Geradeausflug

    −   bei festgelegtem Kurs

    −   gleich bleibender Fahrt

    −   Faden/Kugel in der Mitte und Querneigung (parallel zur Horizontlinie)
        durchführen und wiederherstellen

**Kurvenflug**

-   Kurven mit 30
    Grad Querneigung

-   Kurven und Vollkreise mit konstanter Querneigung von ca. 30
    Grad, gleich bleibender Geschwindigkeit und Kugel/Haubenfaden in der
    Mitte fliegen

-   Einleiten und Beenden nach Blickpunkt

**Langsamflug**

-   Erkennen der Merkmale des Langsamfluges bis zum Sackflug zum Erkennen
    gefährlicher Fluglagen

**Überziehen des Segelflugzeuges und Demonstration des Trudelns**

-   Überziehen im Geradeausflug bis zum Abkippen

-   Überziehen im Kurvenflug bis zum Abkippen

-   Merkmale des Trudelns erkennen, verhindern und beenden

-   Merkmale der Steilspirale erkennen, verhindern und beenden

**Start**
In der Ausbildung muss mindestens eine der aufgeführten Startarten
gelehrt werden, die Bestimmungen des § 40 LuftPersV sind einzuhalten.

-   Windenstart

    −   Übergang in den Steigflug

    −   Steigflug

    −   Ausklinken

    −   Übergang zum Horizontalflug

    −   Verhalten bei Startunterbrechungen (u.a. Seilriss)

-   Schleppstart hinter Luftfahrzeugen

    −   Anrollen

    −   Abheben

    −   Steigflug geradeaus

    −   Steigflug in Kurven mit geringer Querneigung

    −   Steigflugkurven bis zu 40
        Grad Querneigung

    −   Kreiswechsel

    −   Horizontalschlepp

    −   Tiefschlepp

    −   Flüge in seitlicher, oberer und unterer Position zum Schleppflugzeug,
        danach Einnehmen der normalen Schleppposition

    −   Abwärtsschlepp

    −   Verhalten bei Schleppunterbrechung

    −   Verhalten bei besonderen Fluglagen

-   Eigenstart von Motorseglern mit einklappbaren Triebwerk oder Propeller

    −   Verhalten bei Startunterbrechung

**Platzrunde**

-   Einteilen des Flugwegs bis zur Position

-   Berücksichtigung der Faktoren, die den geplanten Flugweg beeinflussen

-   Einteilen des Flugwegs von der Position bis zur Landung unter
    einbeziehen einer Fahrt- und Höhenreserve

... (nicht darstellbare Graphik,
Fundstelle: BAnz. 2006, Beilage Nr. 60a, Seite 82)

1   Start

2   Ausklinken bei Windenstart

3   90
    Grad-Kurve zum Querabflug

4   90
    Grad-Kurve zum Gegenanflug

5   Position, normal 150 m über Grund

6   90
    Grad-Kurve zum Queranflug unter Windberücksichtigung

7   90
    Grad-Kurve zum Endanflug

8   Landung

**Landen**
Anfluggeschwindigkeit gemäß Flughandbuch unter Berücksichtigung von
Gelände, Windverhältnissen etc. einnehmen. Verflachen der Flugbahn
(Abfangen) und Ausschweben sowie in Zweipunktlage mit minimaler Fahrt
im vorgegebenen Landefeld aufsetzen und ausrollen geradeaus bis zum
Stillstand

-   besondere Fälle beim Landeanflug

    –   zu hoch oder zu niedrig angesetzten Landeanflug korrigieren

-   Landungen unter besonderen Windverhältnissen

    –   Seitenwind

    –   Rückenwind

    –   Böigkeit im Landeanflug ausgleichen

-   aus geradlinigem Anflug landen

-   drei Landungen aus einer Position außerhalb der Platzrunde mit
    Fluglehrer

**Vorbereitung und Durchführung des ersten Alleinfluges**
Vor dem ersten Alleinflug muss eine Überprüfung durch einen weiteren
Fluglehrer erfolgen. Der Alleinflug darf nur in der während der
Ausbildung geschulten Startart und auf dem überwiegend bei der
Ausbildung verwendeten Doppelsitzer erfolgen. Die letzten
vorhergehenden Schulflüge sind unter angenommenen
Alleinflugbedingungen (keine Korrekturhinweise des
Fluglehrers/gleicher Flugauftrag wie für den Alleinflug)
durchzuführen. Der erste Alleinflug darf nicht der erste Start an
diesem Flugtag sein.
**Erlangen der fliegerischen Fertigkeiten**
Flüge mit und ohne Fluglehrer
**Gleichbleibende Kreisflüge**

-   gleichbleibende Kreisflüge mit 30
    Grad - 45
    Grad Querneigung

-   Kreisflug mit 30
    Grad - 45
    Grad Querneigung mit gleichbleibender Geschwindigkeit und Faden/Kugel
    in der Mitte durchführen

**Kurvenwechsel**

-   schneller Kurvenwechsel bei 30
    Grad - 45
    Grad Querneigung

**Schnellflug**

-   Schnellflug im zugelassenen Geschwindigkeitsbereich durchführen

-   veränderte Ruderwirkung im Geradeausschnellflug

-   Flugeigenschaften und veränderte Ruderwirkung kennen und beherrschen

**Kreisflüge**

-   Kreisflug mit wechselnder Querneigung von 30
    Grad - 45
    Grad mit angepasster Geschwindigkeit

**Fliegen in der Thermik**

-   Thermik aufgrund der Wolkenformen, kreisenden Segelflugzeugen und
    Vögeln, Bodenmerkmalen und festen Thermikquellen anfliegen, nach
    Körperempfinden und Variometeranzeige zur richtigen Seite mit ca. 40
    Grad Querneigung einkreisen und dabei den Luftraum beobachten. Die
    Kreisflugbahn schnellstmöglich in den Bereich des stärksten Steigens
    verlagern und fortlaufend optimieren.

-   Vorflug zum nächsten Aufwind mit entsprechender Sollfahrt

**Verhalten beim Thermikfliegen (gemeinsames Kreisfliegen in der
Thermik)**

-   abgestimmtes Verhalten zu anderen Segelflugzeugen in Aufwinden

**Längerer Thermikflug**

-   in Platznähe mit mehrmaligem Höhengewinn (mindestens 30 Minuten
    Flugzeit)

**Thermikflüge im Alleinflug**

-   Thermikflug in Platznähe mit mehrmaligem Höhengewinn

-   30-minütiger Segelflug im Alleinflug

-   selbstständiges Suchen und Anfliegen und Zentrieren von Thermikquellen

**Seitengleitflug (Slip)**

-   Seitengleitflug zur Gleitwinkelsteuerung bzw. Verkürzung des
    Landeanflugs

**Erfliegen von Kompasskursen**

-   Kurs nach Kompass halten und Kompassfehler berücksichtigen

**Einweisung auf weitere Segelflugzeugmuster**

-   Weitere Segelflugzeugmuster im Alleinflug sicher beherrschen können

**Ausbildung zum Überlandflug**
**Zielflüge und Dreiecksflüge**

-   Flüge mit Rückkehr zum Startplatz in verschiedenen Richtungen nach
    Karte und Kompass mit Fluglehrer (mindestens zwei Flüge)

**Außenlandeübungen mit Fluglehrer aus verschiedenen Höhen**
Außenlandeübungen sollten auf Reisemotorseglern mit laufendem
Triebwerk durchgeführt werden, um ein mehrfaches Üben zu ermöglichen.

-   Auswahl eines geeigneten Geländes

-   Einteilung des Anfluges

-   Durchführung der Kontrollen gemäß Checkliste

-   Anflug ohne oder mit Seitengleitflug

**Anmerkung:**              Außenlandeübungen dürfen nur mit
Fluglehrer unter strenger Beachtung der Vermeidung einer Gefährdung
von Mensch und Tier geübt werden. Sie sind in einem
Durchstartverfahren ohne aufzusetzen durchzuführen. Für das
Unterschreiten der Sicherheitsmindesthöhe ist eine besondere
Genehmigung durch die zuständige Landesluftfahrtbehörde erforderlich.
**Landungen auf fremdem Platz**

-   Drei Landungen mit oder ohne Fluglehrer auf mindestens einem anderen
    Flugplatz als dem Ausbildungsflugplatz

-   Kennenlernen von Verkehrsverhältnissen an fremden Flugplätzen

-   Einordnung in den dortigen Platzrundenbetrieb

-   Bewältigung von veränderten Anflugbedingungen

**Alleinüberlandflug**

-   Alleinflüge mit Rückkehr zum Flugplatz nach Karte und Kommpass mit
    schriftlichem Flugauftrag

-   selbständiges Vorbereiten und Durchführen eines Überlandfluges im
    Segelflug-Alleinflug mit schriftlichem Flugauftrag des Fluglehrers
    über eine Flugstrecke von mindestens 50 km

-   die Ausklinkhöhe über dem Startort darf nicht mehr als 750 m (2.500
    ft) betragen

-   der Streckenflug kann als Zielstreckenflug mit Rückkehr zum Startort
    um mindestens einen Wendepunkt ohne Zwischenlandung durchgeführt
    werden

-   bei der Durchführung des Überlandfluges ist ein Barograph oder
    Flugdatenschreiber (Logger) mitzuführen (als Nachweis ist ein
    Höhenschrieb vorzulegen)

-   bei Zielstreckenflügen mit Rückkehr zum Startort ist zusätzlich die
    ordnungsgemäße Umrundung der Wendepunkte zu belegen

Theoretische Prüfung zum Erwerb der Lizenz für Segelflugzeugführer

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LuftPersVDV-2
Level: 3.0