Source: https://www.gesetze-im-internet.de/eeg_2014/__101.html
Legislation: eeg_2014

Title: Anlage 2 Referenzertrag

Description:
Gesetz für den Ausbau erneuerbarer Energien (EEG 2014)
Teil 7 - Verordnungsermächtigungen, Berichte, Übergangsbestimmungen
Abschnitt 3 - Schlussbestimmungen
Anlage 2 Referenzertrag

Paragraph: 101

Full Text:
Gesetz für den Ausbau erneuerbarer Energien (EEG 2014)
Teil 7 - Verordnungsermächtigungen, Berichte, Übergangsbestimmungen
Abschnitt 3 - Schlussbestimmungen
Anlage 2 Referenzertrag

(Fundstelle: BGBl. I 2014, 1110; bzgl. einzelner Änderungen vgl.
Fußnote)

1.  Eine Referenzanlage ist eine Windenergieanlage eines bestimmten Typs,
    für die sich entsprechend ihrer von einer dazu berechtigten
    Institution vermessenen Leistungskennlinie an dem Referenzstandort ein
    Ertrag in Höhe des Referenzertrags errechnet.

2.[^f786060_05_BJNR106610014BJNE010702118]
  Der Referenzertrag ist die für jeden Typ einer Windenergieanlage
    einschließlich der jeweiligen Nabenhöhe bestimmte Strommenge, die
    dieser Typ bei Errichtung an dem Referenzstandort rechnerisch auf
    Basis einer vermessenen Leistungskennlinie in fünf Betriebsjahren
    erbringen würde. Der Referenzertrag ist nach den allgemein anerkannten
    Regeln der Technik zu ermitteln; die Einhaltung der allgemein
    anerkannten Regeln der Technik wird vermutet, wenn die Verfahren,
    Grundlagen und Rechenmethoden verwendet worden sind, die enthalten
    sind in den Technischen Richtlinien für Windenergieanlagen, Teil 5, in
    der zum Zeitpunkt der Ermittlung des Referenzertrags geltenden Fassung
    der FGW e. V. – Fördergesellschaft Windenergie und andere Erneuerbare
    Energien (FGW)
    .

3.  Der Typ einer Windenergieanlage ist bestimmt durch die
    Typenbezeichnung, die Rotorkreisfläche, die Nennleistung und die
    Nabenhöhe gemäß den Angaben des Herstellers.

4.  Der Referenzstandort ist ein Standort, der bestimmt wird durch eine
    Rayleigh-Verteilung mit einer mittleren Jahreswindgeschwindigkeit von
    6,45 Metern pro Sekunde in einer Höhe von 100 Metern über dem Grund
    und einem Höhenprofil, das nach dem Potenzgesetz mit einem Hellmann-
    Exponenten*                    mit einem Wert von 0,25 zu ermitteln
    ist, und einer Rauhigkeitslänge von 0,1 Metern.

5.[^f786060_06_BJNR106610014BJNE010702118]
  Die Leistungskennlinie ist der für jeden Typ einer Windenergieanlage
    ermittelte Zusammenhang zwischen Windgeschwindigkeit und
    Leistungsabgabe, unabhängig von der Nabenhöhe. Die Leistungskennlinie
    ist nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik zu ermitteln;
    die Einhaltung der allgemein anerkannten Regeln der Technik wird
    vermutet, wenn die Verfahren, Grundlagen und Rechenmethoden verwendet
    worden sind, die enthalten sind in den Technischen Richtlinien für
    Windenergieanlagen, Teil 2, der FGW
    in der zum Zeitpunkt der Ermittlung des Referenzertrags geltenden
    Fassung. Soweit die Leistungskennlinie nach einem vergleichbaren
    Verfahren vor dem 1. Januar 2000 ermittelt wurde, kann diese anstelle
    der nach Satz 2 ermittelten Leistungskennlinie herangezogen werden,
    soweit im Geltungsbereich dieses Gesetzes nach dem 31. Dezember 2001
    nicht mehr mit der Errichtung von Anlagen des Typs begonnen wird, für
    den sie gilt.

6.  Zur Vermessung der Leistungskennlinien nach Nummer 5 und zur
    Berechnung der Referenzerträge von Anlagentypen am Referenzstandort
    nach Nummer 2 sind für die Zwecke dieses Gesetzes Institutionen
    berechtigt, die für die Anwendung der in diesen Nummern genannten
    Richtlinien nach DIN EN ISO IEC 17025
    4                    akkreditiert sind.

7.  Bei der Anwendung des Referenzertrags zur Bestimmung und Überprüfung
    der Höhe des anzulegenden Wertes nach § 36h Absatz 2 ab Beginn des
    sechsten, elften und sechzehnten auf die Inbetriebnahme der Anlage
    folgenden Jahres wird der Standortertrag mit dem Referenzertrag ins
    Verhältnis gesetzt. Der Standortertrag ist die Strommenge, die der
    Anlagenbetreiber an einem konkreten Standort über einen definierten
    Zeitraum tatsächlich hätte einspeisen können.

7.1. Der Standortertrag vor Inbetriebnahme wird aus dem Bruttostromertrag
    abzüglich der Verlustfaktoren ermittelt. Der Bruttostromertrag ist der
    mittlere zu erwartende Stromertrag einer Windenergieanlage an Land,
    der sich auf Grundlage des in Nabenhöhe ermittelten Windpotenzials mit
    einer spezifischen Leistungskurve ohne Abschläge ergibt.
    Verlustfaktoren sind Strommindererträge aufgrund von

    a)  Abschattungseffekten,

    b)  fehlender technischer Verfügbarkeit der Anlage in Höhe von höchstens 2
        Prozent des Bruttostromertrags,

    c)  elektrischen Effizienzverlusten im Betrieb der Windenergieanlage
        zwischen den Spannungsanschlüssen der jeweiligen Windenergieanlage und
        dem Netzverknüpfungspunkt des Windparks,

    d)  genehmigungsrechtlichen Auflagen, zum Beispiel zu Geräuschemissionen,
        Schattenwurf, Naturschutz oder zum Schutz des Flugbetriebs
        einschließlich Radar.

7.2. Für die Ermittlung des Standortertrags der ersten fünf, zehn und 15
    auf die Inbetriebnahme der Anlage folgenden Jahre ist die eingespeiste
    Strommenge im Betrachtungszeitraum die Grundlage, zu der die fiktive
    Strommenge zu addieren ist, die der Anlagenbetreiber in dem
    Betrachtungszeitraum hätte einspeisen können. Die fiktive Strommenge
    ist die Summe der folgenden Strommengen:

    a)  Strommengen, die auf eine technische Nichtverfügbarkeit von mehr als 2
        Prozent des Bruttostromertrags zurückgehen,

    b)  Strommengen, die wegen Abregelungen durch den Netzbetreiber nach § 13a
        Absatz 1 des Energiewirtschaftsgesetzes oder nach § 14 Absatz 1 in
        Verbindung mit § 13a Absatz 1 des Energiewirtschaftsgesetzes nicht
        erzeugt wurden, und

    c)  Strommengen, die wegen sonstigen Abschaltungen oder Drosselungen, zum
        Beispiel der optimierten Vermarktung des Stroms, der Eigenversorgung
        oder der Stromlieferungen unmittelbar an Dritte, nicht eingespeist
        wurden.

7.3. Die Berechnung des Standortertrags richtet sich nach dem Stand der
    Technik. Es wird vermutet, dass die Berechnungen dem Stand der Technik
    entsprechen, wenn die Technischen Richtlinien der „FGW e. V. –
    Fördergesellschaft Windenergie und andere Erneuerbare Energien“,
    insbesondere die Technischen Richtlinien für Windenergieanlagen, Teil
    6 eingehalten worden sind. Die Berechnung der fiktiven Strommengen
    erfolgt auf der Grundlage der konkreten Anlagendaten für die
    entsprechenden Betriebsjahre. Zu diesem Zweck ist der Betreiber der
    Anlage verpflichtet, eine Datenhaltung zu organisieren, aus der die
    hierfür notwendigen Betriebszustände der Anlage durch berechtigte
    Dritte ausgelesen werden können und die nicht nachträglich verändert
    werden können.

    Amtlicher Hinweis: Zu beziehen bei der FGW e. V. – Fördergesellschaft
    Windenergie und andere Erneuerbare Energien, Oranienburger Straße 45,
    10117 Berlin.
[^f786060_05_BJNR106610014BJNE010702118]:     Amtlicher Hinweis: Zu beziehen bei der FGW e. V. – Fördergesellschaft
    Windenergie und andere Erneuerbare Energien, Oranienburger Straße 45,
    10117 Berlin.
[^f786060_06_BJNR106610014BJNE010702118]: 
(zu § 50b)

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