Source: https://www.gesetze-im-internet.de/baustoffprausbv_2005/__10.html
Legislation: baustoffprausbv_2005

Title: § 10 Abschlussprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Baustoffprüfer/zur Baustoffprüferin (BauStoffPrAusbV 2005)
§ 10 Abschlussprüfung

Paragraph: 10

Full Text:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Baustoffprüfer/zur Baustoffprüferin (BauStoffPrAusbV 2005)
§ 10 Abschlussprüfung

(1) Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage
aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Der Prüfling soll im Teil A der Prüfung in insgesamt höchstens
sieben Stunden drei Arbeitsaufgaben durchführen und innerhalb dieser
Zeit in insgesamt höchstens 15 Minuten hierüber ein Fachgespräch
führen, das aus mehreren Gesprächsphasen bestehen kann. Für die
Arbeitsaufgaben kommen insbesondere in Betracht:

1.  Durchführen physikalischer Prüfungen an einer Probe einschließlich der
    Bewertung der Prüfergebnisse,

2.  Durchführen chemischer Prüfungen an einer Probe einschließlich der
    Bewertung der Prüfergebnisse,

3.  Durchführen einer Probenahme sowie Vorbereiten und Herstellen einer
    Probe einschließlich Verfahrensanalyse,

4.  rechnergestütztes Auswerten, Aufbereiten und Darstellen von
    Untersuchungsergebnissen einer Probe oder

5.  Durchführen einer Rezepturberechnung und Herstellen einer Mischung.

Bei der Aufgabenerstellung ist der Schwerpunkt der Ausbildung zu
berücksichtigen. Bei der Durchführung soll der Prüfling zeigen, dass
er Arbeitsabläufe unter Beachtung wirtschaftlicher, technischer,
organisatorischer und zeitlicher Vorgaben selbstständig planen,
Arbeitszusammenhänge erkennen, Arbeitsergebnisse kontrollieren und
dokumentieren sowie Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz
bei der Arbeit, zum Umweltschutz sowie zur Qualitätssicherung
ergreifen kann. Durch das Fachgespräch soll der Prüfling zeigen, dass
er fachbezogene Probleme und deren Lösungen darstellen, die für die
Arbeitsaufgabe relevanten fachlichen Hintergründe aufzeigen sowie die
Vorgehensweise bei der Ausführung der Arbeitsaufgabe begründen kann.

(3) Der Prüfling soll im Teil B der Prüfung in den Prüfungsbereichen
Baustofftechnologie, Prüftechnik und Labortechnologie sowie
Wirtschafts- und Sozialkunde schriftlich geprüft werden. In den
Prüfungsbereichen Baustofftechnologie sowie Prüftechnik und
Labortechnologie sind insbesondere praxisbezogene Aufgaben mit
verknüpften informationstechnischen, technologischen und
mathematischen Sachverhalten zu analysieren, zu bewerten und zu lösen.
Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er Arbeitssicherheits-,
Gesundheitsschutz- und Umweltschutzbestimmungen berücksichtigen, die
Anwendung von Arbeits- und Baurohstoffen, Bauprodukten, Bindemitteln,
Mischungen und Recyclingmaterialien planen sowie der Labortechnik
zuordnen, Regelwerke und Herstellerangaben beachten sowie
qualitätssichernde Maßnahmen einbeziehen kann. Hierfür kommen
insbesondere in Betracht:

1.  für den Prüfungsbereich Baustofftechnologie:

    a)  Herstellung, Eigenschaften, Einflussfaktoren, Anforderungen und
        Verwendung von Arbeits-, Bauroh- und Baustoffen, Bauprodukten und
        Mischungen,

    b)  chemische und physikalische Eigenschaften und Kenngrößen;

2.  für den Prüfungsbereich Prüftechnik und Labortechnologie:

    a)  Labortechnik, technische Unterlagen und Regelwerke,

    b)  Prüfmethoden und Prüfgeräte,

    c)  Vorbereiten, Durchführen, Berechnen und Bewerten von Messungen und
        Prüfungen,

    d)  fachspezifische und wirtschaftliche Berechnungen;

3.  für den Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde:

    allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der
    Berufs- und Arbeitswelt.

(4) Für den Teil B der Prüfung ist von folgenden zeitlichen
Höchstwerten auszugehen:

*    *   1.

    *   im Prüfungsbereich Baustofftechnologie

    *   90 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsbereich Prüftechnik und Labortechnologie

    *   150 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Teil B der Prüfung ist auf Antrag des Prüflings oder nach Ermessen
des Prüfungsausschusses in einzelnen Prüfungsbereichen durch eine
mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen der Prüfung
den Ausschlag geben kann. Bei der Ermittlung der Ergebnisse für die
mündlich geprüften Prüfungsbereiche sind die jeweiligen bisherigen
Ergebnisse und die entsprechenden Ergebnisse der mündlichen
Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2 : 1 zu gewichten.

(6) Innerhalb des Teils B der Prüfung sind die Prüfungsbereiche wie
folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich Baustofftechnologie

    *   35 Prozent,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich Prüftechnik und Labortechnologie

    *   45 Prozent,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   20 Prozent.

(7) Die Prüfung ist bestanden, wenn im Prüfungsteil A und Prüfungsteil
B jeweils mindestens ausreichende Leistungen erbracht wurden. In zwei
der Prüfungsbereiche des Prüfungsteils B müssen mindestens
ausreichende Leistungen, in dem weiteren Prüfungsbereich des
Prüfungsteils B dürfen keine ungenügenden Leistungen erbracht worden
sein.

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BauStoffPrAusbV-2005
Level: 2.0