Source: https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__56f.html
Legislation: stgb

Title: § 56f Widerruf der Strafaussetzung

Description:
Strafgesetzbuch (StGB)
Allgemeiner Teil -
Dritter Abschnitt - Rechtsfolgen der Tat
Vierter Titel - Strafaussetzung zur Bewährung
§ 56f Widerruf der Strafaussetzung

Paragraph: 56f

Full Text:
Strafgesetzbuch (StGB)
Allgemeiner Teil -
Dritter Abschnitt - Rechtsfolgen der Tat
Vierter Titel - Strafaussetzung zur Bewährung
§ 56f Widerruf der Strafaussetzung

(1) Das Gericht widerruft die Strafaussetzung, wenn die verurteilte
Person

1.  in der Bewährungszeit eine Straftat begeht und dadurch zeigt, daß die
    Erwartung, die der Strafaussetzung zugrunde lag, sich nicht erfüllt
    hat,

2.  gegen Weisungen gröblich oder beharrlich verstößt oder sich der
    Aufsicht und Leitung der Bewährungshelferin oder des Bewährungshelfers
    beharrlich entzieht und dadurch Anlaß zu der Besorgnis gibt, daß sie
    erneut Straftaten begehen wird, oder

3.  gegen Auflagen gröblich oder beharrlich verstößt.

Satz 1 Nr. 1 gilt entsprechend, wenn die Tat in der Zeit zwischen der
Entscheidung über die Strafaussetzung und deren Rechtskraft oder bei
nachträglicher Gesamtstrafenbildung in der Zeit zwischen der
Entscheidung über die Strafaussetzung in einem einbezogenen Urteil und
der Rechtskraft der Entscheidung über die Gesamtstrafe begangen worden
ist.

(2) Das Gericht sieht jedoch von dem Widerruf ab, wenn es ausreicht,

1.  weitere Auflagen oder Weisungen zu erteilen, insbesondere die
    verurteilte Person einer Bewährungshelferin oder einem
    Bewährungshelfer zu unterstellen, oder

2.  die Bewährungs- oder Unterstellungszeit zu verlängern.

In den Fällen der Nummer 2 darf die Bewährungszeit nicht um mehr als
die Hälfte der zunächst bestimmten Bewährungszeit verlängert werden.

(3) Leistungen, die die verurteilte Person zur Erfüllung von Auflagen,
Anerbieten, Weisungen oder Zusagen erbracht hat, werden nicht
erstattet. Das Gericht kann jedoch, wenn es die Strafaussetzung
widerruft, Leistungen, die die verurteilte Person zur Erfüllung von
Auflagen nach § 56b Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 bis 4 oder entsprechenden
Anerbieten nach § 56b Abs. 3 erbracht hat, auf die Strafe anrechnen.

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