Source: https://www.gesetze-im-internet.de/pflaprv/__36.html
Legislation: pflaprv

Title: § 36 Mündlicher Teil der Prüfung

Description:
Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe (PflAPrV)
Teil 3 - Hochschulische Pflegeausbildung
§ 36 Mündlicher Teil der Prüfung

Paragraph: 36

Full Text:
Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe (PflAPrV)
Teil 3 - Hochschulische Pflegeausbildung
§ 36 Mündlicher Teil der Prüfung

(1) Für den mündlichen Teil der Prüfung ist ein Modul oder sind Module
zu folgenden Prüfungsbereichen aus den Kompetenzbereichen III bis V
der Anlage 5 Teil A festzulegen:

1.  verantwortliche Gestaltung und Mitgestaltung des intra- und
    interprofessionellen Handelns in unterschiedlichen systemischen
    Kontexten und zur Weiterentwicklung der gesundheitlichen und
    pflegerischen Versorgung,

2.  Reflexion und Begründung des eigenen Handelns vor dem Hintergrund von
    Gesetzen, Verordnungen, ethischen Leitlinien und zur Mitwirkung an der
    Entwicklung und Implementierung von Qualitätsmanagementkonzepten,
    Leitlinien und Expertenstandards,

3.  Reflexion und Begründung des eigenen Handelns auf der Grundlage von
    wissenschaftlichen Erkenntnissen und berufsethischen Werthaltungen und
    Einstellungen sowie zur Beteiligung an der Berufsentwicklung.

Zusätzlich ist ein Modul oder sind Module zu den Prüfungsbereichen aus
den Kompetenzbereichen I bis IV der Anlage 5 Teil B festzulegen.

(2) Im mündlichen Teil der Prüfung hat die zu prüfende Person
berufliche Kompetenzen nachzuweisen. Die Prüfung schließt das nach
Absatz 1 zugeordnete Modul oder die zugeordneten Module ab.

(3) Die Kompetenzbereiche der mündlichen Prüfung werden anhand von
komplexen Aufgabenstellungen unter Berücksichtigung aktueller
wissenschaftlicher Erkenntnisse geprüft. Die Prüfungsaufgabe nach
Absatz 1 Satz 1 besteht in der Bearbeitung einer Fallsituation aus
einem anderen Versorgungskontext als dem der praktischen Prüfung und
bezieht sich auch auf eine andere Altersstufe der zu pflegenden
Menschen. Die Prüfungsaufgabe nach Absatz 1 Satz 2 besteht in der
Bearbeitung mindestens aus einer Fallsituation aus den
Kompetenzbereichen I bis IV der Anlage 5 Teil B.

(4) Für die Prüfungen nach Absatz 1 Satz 1 gilt:

1.  die zu prüfenden Personen werden einzeln oder zu zweit geprüft,

2.  die Prüfung soll für jede zu prüfende Person mindestens 30 Minuten und
    nicht länger als 45 Minuten dauern.

Für die Prüfungen nach Absatz 1 Satz 2 gilt:

1.  die zu prüfenden Personen werden einzeln geprüft,

2.  die Prüfung soll für jede zu prüfende Person mindestens 15 Minuten und
    nicht länger als 30 Minuten dauern.

Eine angemessene Vorbereitungszeit unter Aufsicht ist jeweils zu
gewähren.

(5) Die Prüfung wird von zwei Prüferinnen oder Prüfern abgenommen und
benotet. Für die Prüfungen nach Absatz 1 Satz 2 sind ärztliche
Fachprüferinnen oder Fachprüfer nach § 33 Absatz 1 Satz 5 vorzusehen.

(6) Aus den Noten der Prüferinnen oder Prüfer für die in einem Modul
erbrachte Leistung bilden die Vorsitzenden des Prüfungsausschusses die
Prüfungsnote für den mündlichen Teil der staatlichen Prüfung als das
arithmetische Mittel. Sofern mehrere Module für den mündlichen Teil
der Prüfung festgelegt wurden, bilden die Vorsitzenden des
Prüfungsausschusses aus den einzelnen Noten der Module die
Prüfungsnote für den mündlichen Teil der staatlichen Prüfung als das
arithmetische Mittel. Die Berechnung der Prüfungsnote erfolgt auf zwei
Stellen nach dem Komma ohne Rundung. Dem berechneten Zahlenwert ist
die entsprechende Note nach § 17 zuzuordnen.

(7) Der mündliche Teil der Prüfung ist bestanden, wenn die
Prüfungsleistung mindestens mit „ausreichend“ benotet wird.

Collections: bundestag_gesetze
PflAPrV
Level: 3.0