Source: https://www.gesetze-im-internet.de/l_rmvibrationsarbschv/__3.html
Legislation: laermvibrationsarbschv

Title: § 3 Gefährdungsbeurteilung

Description:
Verordnung zum Schutz der Beschäftigten vor Gefährdungen durch Lärm und Vibrationen (LärmVibrationsArbSchV)
Abschnitt 2 - Ermittlung und Bewertung der Gefährdung; Messungen
§ 3 Gefährdungsbeurteilung

Paragraph: 3

Full Text:
Verordnung zum Schutz der Beschäftigten vor Gefährdungen durch Lärm und Vibrationen (LärmVibrationsArbSchV)
Abschnitt 2 - Ermittlung und Bewertung der Gefährdung; Messungen
§ 3 Gefährdungsbeurteilung

(1) Bei der Beurteilung der Arbeitsbedingungen nach § 5 des
Arbeitsschutzgesetzes hat der Arbeitgeber zunächst festzustellen, ob
die Beschäftigten Lärm oder Vibrationen ausgesetzt sind oder
ausgesetzt sein können. Ist dies der Fall, hat er alle hiervon
ausgehenden Gefährdungen für die Gesundheit und Sicherheit der
Beschäftigten zu beurteilen. Dazu hat er die auftretenden Expositionen
am Arbeitsplatz zu ermitteln und zu bewerten. Der Arbeitgeber kann
sich die notwendigen Informationen beim Hersteller oder
Inverkehrbringer von Arbeitsmitteln oder bei anderen ohne weiteres
zugänglichen Quellen beschaffen. Lässt sich die Einhaltung der
Auslöse- und Expositionsgrenzwerte nicht sicher ermitteln, hat er den
Umfang der Exposition durch Messungen nach § 4 festzustellen.
Entsprechend dem Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung hat der
Arbeitgeber Schutzmaßnahmen nach dem Stand der Technik festzulegen.

(2) Die Gefährdungsbeurteilung nach Absatz 1 umfasst insbesondere

1.  bei Exposition der Beschäftigten durch Lärm

    a)  Art, Ausmaß und Dauer der Exposition durch Lärm,

    b)  die Auslösewerte nach § 6 Satz 1 und die Expositionswerte nach § 8
        Abs. 2,

    c)  die Verfügbarkeit alternativer Arbeitsmittel und Ausrüstungen, die zu
        einer geringeren Exposition der Beschäftigten führen
        (Substitutionsprüfung),

    d)  Erkenntnisse aus der arbeitsmedizinischen Vorsorge sowie allgemein
        zugängliche, veröffentlichte Informationen hierzu,

    e)  die zeitliche Ausdehnung der beruflichen Exposition über eine
        Achtstundenschicht hinaus,

    f)  die Verfügbarkeit und Wirksamkeit von Gehörschutzmitteln,

    g)  Auswirkungen auf die Gesundheit und Sicherheit von Beschäftigten, die
        besonders gefährdeten Gruppen angehören, und

    h)  Herstellerangaben zu Lärmemissionen sowie

2.  bei Exposition der Beschäftigten durch Vibrationen

    a)  Art, Ausmaß und Dauer der Exposition durch Vibrationen, einschließlich
        besonderer Arbeitsbedingungen, wie zum Beispiel Tätigkeiten bei
        niedrigen Temperaturen,

    b)  die Expositionsgrenzwerte und Auslösewerte nach § 9 Abs. 1 und 2,

    c)  die Verfügbarkeit und die Möglichkeit des Einsatzes alternativer
        Arbeitsmittel und Ausrüstungen, die zu einer geringeren Exposition der
        Beschäftigten führen (Substitutionsprüfung),

    d)  Erkenntnisse aus der arbeitsmedizinischen Vorsorge sowie allgemein
        zugängliche, veröffentlichte Informationen hierzu,

    e)  die zeitliche Ausdehnung der beruflichen Exposition über eine
        Achtstundenschicht hinaus,

    f)  Auswirkungen auf die Gesundheit und Sicherheit von Beschäftigten, die
        besonders gefährdeten Gruppen angehören, und

    g)  Herstellerangaben zu Vibrationsemissionen.

(3) Die mit der Exposition durch Lärm oder Vibrationen verbundenen
Gefährdungen sind unabhängig voneinander zu beurteilen und in der
Gefährdungsbeurteilung zusammenzuführen. Mögliche Wechsel- oder
Kombinationswirkungen sind bei der Gefährdungsbeurteilung zu
berücksichtigen. Dies gilt insbesondere bei Tätigkeiten mit
gleichzeitiger Belastung durch Lärm, arbeitsbedingten ototoxischen
Substanzen oder Vibrationen, soweit dies technisch durchführbar ist.
Zu berücksichtigen sind auch mittelbare Auswirkungen auf die
Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten, zum Beispiel durch
Wechselwirkungen zwischen Lärm und Warnsignalen oder anderen
Geräuschen, deren Wahrnehmung zur Vermeidung von Gefährdungen
erforderlich ist. Bei Tätigkeiten, die eine hohe Konzentration und
Aufmerksamkeit erfordern, sind störende und negative Einflüsse infolge
einer Exposition durch Lärm oder Vibrationen zu berücksichtigen.

(4) Der Arbeitgeber hat die Gefährdungsbeurteilung unabhängig von der
Zahl der Beschäftigten zu dokumentieren. In der Dokumentation ist
anzugeben, welche Gefährdungen am Arbeitsplatz auftreten können und
welche Maßnahmen zur Vermeidung oder Minimierung der Gefährdung der
Beschäftigten durchgeführt werden müssen. Die Gefährdungsbeurteilung
ist zu aktualisieren, wenn maßgebliche Veränderungen der
Arbeitsbedingungen dies erforderlich machen oder wenn sich eine
Aktualisierung auf Grund der Ergebnisse der arbeitsmedizinischen
Vorsorge als notwendig erweist.

Collections: bundestag_gesetze
LärmVibrationsArbSchV
Level: 3.0