Source: https://www.gesetze-im-internet.de/see-bv/__53.html
Legislation: see-bv

Title: § 53 Gültigkeitsverlängerung von Befähigungszeugnissen

Description:
Verordnung über die Befähigungen der Seeleute in der Seeschifffahrt (See-BV)
Teil 7 - Aufrechterhaltung der Befähigung
§ 53 Gültigkeitsverlängerung von Befähigungszeugnissen

Paragraph: 53

Full Text:
Verordnung über die Befähigungen der Seeleute in der Seeschifffahrt (See-BV)
Teil 7 - Aufrechterhaltung der Befähigung
§ 53 Gültigkeitsverlängerung von Befähigungszeugnissen

(1) Ein Kapitän oder ein Schiffsoffizier muss zur Verlängerung der
Gültigkeitsdauer seines Befähigungszeugnisses den Fortbestand der
Befähigung nachweisen durch

1.  eine Seefahrtzeit, in welcher, ungeachtet der Dienststellung,
    Funktionen wahrgenommen wurden, die dem in der Gültigkeitsdauer zu
    verlängerndem Zeugnis entsprechen und zwar von mindestens

    a)  insgesamt zwölf Monaten im Verlauf der vorangegangenen fünf Jahre oder

    b)  insgesamt drei Monaten im Verlauf der dem Verlängerungsantrag
        unmittelbar vorangegangenen sechs Monate oder

    c)  insgesamt ein und einem halben Monat im Verlauf der vorangegangenen
        fünf Jahre, und zusätzlich die Ausübung von zugelassenen Tätigkeiten
        von mindestens zwölf Monaten im Verlauf der vorangegangenen fünf Jahre
        oder

2.  eine Seefahrtzeit von mindestens drei Monaten

    a)  entweder als ausschließlich zu Ausbildungszwecken mitfahrendes
        Besatzungsmitglied, welches Funktionen wahrgenommen hat, die dem in
        der Gültigkeitsdauer zu verlängernden Zeugnis entsprechen, oder

    b)  unmittelbar vor Eintritt in die Dienststellung entsprechend dem in der
        Gültigkeitsdauer zu verlängernden Befähigungszeugnis als
        Schiffsoffizier in einer niedrigeren Dienststellung, als es die
        höchste Befugnis des zur Gültigkeitsverlängerung vorliegenden
        Befähigungszeugnisses zulässt oder

3.  die erfolgreiche Teilnahme an einem zugelassenen Lehrgang nach
    Abschnitt A-I/11 Nummer 1.4 des STCW-Codes.

Fahrtzeiten nach Satz 1 Nummer 1 und 2 müssen mit einem für die
ausgeübten Funktionen gültigen Befähigungszeugnis nach dieser
Verordnung nachgewiesen werden.

(2) Ein GMDSS-Funker muss zur Verlängerung der Gültigkeitsdauer seines
Befähigungszeugnisses den Fortbestand der Befähigung nachweisen durch

1.  eine Seefahrtzeit im Sinne des Absatzes 1 Satz 1 Nummer 1 oder Nummer
    2 Buchstabe a,

2.  die erfolgreiche Teilnahme an einem zugelassenen Lehrgang nach
    Abschnitt A-I/11 Nummer 1.4 des STCW-Codes oder

3.  die erfolgreiche Teilnahme an einer Prüfung für den Seefunkdienst nach
    Anlage 4, die auf Antrag vom Bundesamt durchgeführt wird.

Im Falle des Absatzes 1 Satz 1 Nummer 1 Buchstabe c können die
eineinhalb Monate in Abhängigkeit von der zugelassenen Tätigkeit
entfallen oder innerhalb der zwölf Monate der Ausübung der
zugelassenen Tätigkeit nachgewiesen werden. Absatz 1 Satz 2 gilt
entsprechend.

(3) Um das Ableisten der Seefahrtzeiten nach Absatz 1 Satz 1 Nummer 2
zu ermöglichen, kann das Bundesamt auf Antrag ein Befähigungszeugnis
in der entsprechend niedrigeren Dienststellung unter Berücksichtigung
der sonstigen Voraussetzungen ausstellen.

(4) Soweit Befähigungszeugnisse Befugnisse von Befähigungsnachweisen
einschließen, die einer Verlängerung der Gültigkeitsdauer nach § 54
bedürfen, ist deren Verlängerung der Gültigkeitsdauer Voraussetzung
für eine Verlängerung nach Absatz 1.

(5) Auf die Verlängerung der Gültigkeitsdauer von
Befähigungszeugnissen für den nautischen Schiffsdienst ist § 5 Absatz
2 entsprechend anzuwenden. Abweichend von Satz 1 reicht für die
Verlängerung der Gültigkeitsdauer von Befähigungszeugnissen für den
nautischen Schiffsdienst in der nationalen Fahrt der Besitz eines UKW-
Betriebszeugnisses für Funker nach Anlage 3 der
Schiffssicherheitsverordnung aus, um die Voraussetzungen des § 5
Absatz 2 Nummer 1 zu erfüllen.

(6) Inhaber eines Befähigungszeugnisses nach § 29 Absatz 1 und 2
müssen entsprechend der Regel I/11 Absatz 5 der Anlage zum STCW-
Übereinkommen eine ausreichende Befähigung für die Bedienung von
ECDIS-Anlagen durch den Abschluss eines zugelassenen Lehrgangs
nachweisen, wenn das Befähigungszeugnis zum Nautischen Wachoffizier
NWO erstmals vor dem 1. Januar 2006 oder das Befähigungszeugnis zum
NWO 500 erstmals vor dem 1. Januar 2015 erteilt worden ist. Hierzu
gehört insbesondere die Ausbildung an einem ECDIS-Simulator, der die
Standards nach Abschnitt A-I/12 des STCW-Codes erfüllt. Wird die
Befähigung nicht nachgewiesen, so ist das Befähigungszeugnis mit einer
Einschränkung nach § 9 Absatz 1 zu erteilen.

(7) Inhaber eines Befähigungszeugnisses nach § 29 Absatz 2 müssen
entsprechend der Regel I/11 Absatz 5 der Anlage zum STCW-Übereinkommen
eine ausreichende Befähigung für die Bedienung von ARPA-Anlagen durch
den Abschluss eines zugelassenen Lehrgangs nachweisen, wenn das
Befähigungszeugnis zum NWO 500 erstmals vor dem 1. Januar 2015 erteilt
worden ist. Hierzu gehört insbesondere die Ausbildung an einem ARPA-
Simulator, der die Standards nach Abschnitt A-I/12 des STCW-Codes
erfüllt. Wird die Befähigung nicht nachgewiesen, so ist das
Befähigungszeugnis mit einer Einschränkung nach § 9 Absatz 1 zu
erteilen.

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