Source: https://www.gesetze-im-internet.de/saausbv_2005/__11.html
Legislation: saausbv_2005

Title: § 11 Abschlussprüfung/Gesellenprüfung in der Fachrichtung Feintäschnerei

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Sattler/zur Sattlerin (SaAusbV 2005)
§ 11 Abschlussprüfung/Gesellenprüfung in der Fachrichtung Feintäschnerei

Paragraph: 11

Full Text:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Sattler/zur Sattlerin (SaAusbV 2005)
§ 11 Abschlussprüfung/Gesellenprüfung in der Fachrichtung Feintäschnerei

(1) Die Abschlussprüfung/Gesellenprüfung erstreckt sich auf die in der
Anlage aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Der Prüfling soll im praktischen Teil der Prüfung in insgesamt
höchstens 16 Stunden eine Arbeitsaufgabe, die einem Kundenauftrag
entspricht, durchführen und mit praxisüblichen Unterlagen
dokumentieren sowie hierüber während dieser Zeit in insgesamt
höchstens 20 Minuten ein Fachgespräch führen, das aus mehreren
Gesprächsphasen bestehen kann. Für die Arbeitsaufgabe und das
Fachgespräch kommen insbesondere in Betracht:

1.  Herstellen einer Lederware mit oder ohne Korpus, einschließlich
    Entwickeln von Schnitt- und Arbeitsmustern, Zuschneiden von Werk- und
    Hilfsstoffen, Vorrichten von Außen- und Innenmaterialien, Nähen mit
    verschiedenen Techniken sowie Anbringen von Zubehörteilen und
    Beschlägen oder

2.  Herstellen von zwei aufeinander abgestimmten Kleinlederwaren mit
    Inneneinrichtung und Verschlüssen, einschließlich Entwickeln von
    Schnitt- und Arbeitsmustern, Zuschneiden von Werk- und Hilfsstoffen,
    Vorrichten von Außen- und Innenmaterialien sowie Nähen mit
    verschiedenen Techniken.

Bei der Durchführung der Arbeitsaufgabe, der Dokumentation und des
Fachgesprächs soll der Prüfling zeigen, dass er Arbeitsabläufe unter
Beachtung wirtschaftlicher, technischer und organisatorischer Vorgaben
selbstständig und kundenorientiert planen und durchführen kann, dabei
Arbeitsergebnisse kontrollieren und dokumentieren, Maßnahmen zur
Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit und zum
Umweltschutz ergreifen und die für die Arbeitsaufgabe relevanten
fachlichen Hintergründe aufzeigen sowie die Vorgehensweise bei der
Ausführung der Arbeitsaufgabe begründen kann.

(3) Der Prüfling soll im schriftlichen Teil der Prüfung in den
Prüfungsbereichen Fertigung, Planung und Entwurf sowie Wirtschafts-
und Sozialkunde geprüft werden. In den Prüfungsbereichen Fertigung
sowie Planung und Entwurf soll der Prüfling praxisbezogene Fälle mit
verknüpften technologischen, mathematischen und gestalterischen
Inhalten lösen können. Dabei sollen Sicherheit und Gesundheitsschutz
bei der Arbeit, Umweltschutz, qualitätssichernde Maßnahmen sowie
kundenorientiertes Handeln einbezogen werden. Es kommen Aufgaben
insbesondere aus folgenden Gebieten in Betracht:

1.  im Prüfungsbereich Fertigung:

    Beschreiben der Vorgehensweise beim Herstellen von Lederwaren mit und
    ohne Korpus sowie von Kleinlederwaren. Dabei soll der Prüfling zeigen,
    dass er Materialien auswählen, Verarbeitungstechniken unterscheiden,
    optische und funktionelle Gesichtspunkte berücksichtigen und
    Arbeitsergebnisse kontrollieren kann;

2.  im Prüfungsbereich Planung und Entwurf:

    Beschreiben der Vorgehensweise bei der Planung von Arbeitsabläufen und
    beim Entwerfen von Lederwaren. Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er
    Schnitt- und Arbeitsmuster erstellen sowie optische und funktionelle
    Gesichtspunkte berücksichtigen kann;

3.  im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde:

    allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der
    Berufs- und Arbeitswelt.

(4) Die schriftliche Prüfung dauert höchstens:

*    *   1.

    *   im Prüfungsbereich Fertigung

    *   150 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsbereich Planung und Entwurf

    *   90 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Der schriftliche Teil der Prüfung ist auf Antrag des Prüflings
oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen
Prüfungsbereichen durch eine mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese
für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann. Bei der
Ermittlung der Ergebnisse für die mündlich geprüften Prüfungsbereiche
sind die jeweiligen bisherigen Ergebnisse und die entsprechenden
Ergebnisse der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2 : 1 zu
gewichten.

(6) Innerhalb des schriftlichen Teils der Prüfung sind die
Prüfungsbereiche wie folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich Fertigung

    *   50 Prozent,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich Planung und Entwurf

    *   30 Prozent,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   20 Prozent.

(7) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils im praktischen und
schriftlichen Teil der Prüfung mindestens ausreichende Leistungen
erbracht sind. Innerhalb der schriftlichen Prüfung müssen in zwei der
Prüfungsbereiche nach Absatz 3 mindestens ausreichende Leistungen, in
dem weiteren Prüfungsbereich dürfen keine ungenügenden Leistungen
erbracht werden.

Collections: bundestag_gesetze
SaAusbV-2005
Level: 2.0