Source: https://www.gesetze-im-internet.de/altholzv/__13.html
Legislation: altholzv

Title: Anhang IV Vorgaben zur Analytik für Holzhackschnitzel und Holzspäne zur Herstellung von Holzwerkstoffen

Description:
Verordnung über Anforderungen an die Verwertung und Beseitigung von Altholz (AltholzV)
Anhang IV Vorgaben zur Analytik für Holzhackschnitzel und Holzspäne zur Herstellung von Holzwerkstoffen

Paragraph: 13

Full Text:
Verordnung über Anforderungen an die Verwertung und Beseitigung von Altholz (AltholzV)
Anhang IV Vorgaben zur Analytik für Holzhackschnitzel und Holzspäne zur Herstellung von Holzwerkstoffen

(Fundstelle: BGBl. I 2002, 3309 - 3313;
bzgl. der einzelnen Änderungen vgl. Fußnote)

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    *
        1   Untersuchung von Holzhackschnitzeln und Holzspänen

        1.1 Probenahme

            Die Probenahme nach § 6 ist von Personen durchzuführen, die über die
            für die Durchführung der Probenahme erforderliche Fachkunde verfügen.
            Die zu untersuchenden Proben sind aus der laufenden Produktion zu
            entnehmen. Aus dem Materialstrom ist wenigstens alle 10 t eine
            Einzelprobe von mindestens 2 l zu entnehmen, zum Beispiel mit einem
            Gefäß mit Stiel, das in den Abwurf des Förderbandes gehalten wird. Die
            Probenahme ist schriftlich oder elektronisch zu dokumentieren. Die
            Dokumentation enthält mindestens das Datum der Probenahme, die Angabe
            der beprobten Charge sowie den Namen des Probenehmers. Probentransport
            und Probenlagerung haben so zu erfolgen, dass eine Beeinflussung der
            chemischen, physikalischen und biologischen Beschaffenheit des
            Probenmaterials soweit wie möglich ausgeschlossen wird.

        1.2 Herstellung der Laborprobe

            Je zu untersuchender Charge ist eine Laborprobe für die analytischen
            Untersuchungen zu erstellen. Dazu werden die Einzelproben auf einer
            sauberen, glatten Unterlage zu einer Mischprobe vereinigt und durch
            wiederholtes Umsetzen homogenisiert. Aus der Mischprobe ist eine
            Laborprobe von 500 g mit geeigneten Probenteilern oder durch Aufkegeln
            und Vierteln nach DIN 51701, Teil 3 (Ausgabe August 1985) zu
            entnehmen. Die Laborprobe ist nach Trocknung zu teilen. Eine Hälfte
            der Laborprobe ist als Rückstellprobe zu verwenden. Diese ist mit
            Datum und Analysennummer zu kennzeichnen und mindestens sechs Monate
            aufzubewahren.

        1.3 Probenvorbereitung

            Die für die Analyse aufzubereitende Laborprobe soll lufttrocken sein.
            Feuchtes Material ist vor der Aufbereitung an einem gut belüfteten
            Platz oder in einem Labortrockenschrank (Trocknungstemperatur maximal
            40 Grad C) zu trocknen. Die Laborprobe wird in einer geeigneten Mühle
            (Kreuzschlag- oder Schneidmühle) gegebenenfalls unter Kühlung mit
            flüssigem Stickstoff auf eine Korngröße von < 2 mm gemahlen.

        1.4 Durchführung der Untersuchungen

            Für jeden Untersuchungsparameter sind mindestens zwei parallele
            Bestimmungen durchzuführen.

        1.4.1 Bestimmung des Feuchtigkeitsgehaltes

            Die Bestimmung des Feuchtigkeitsgehaltes erfolgt nach DIN 52183
            (Ausgabe November 1977). Die Ergebnisse sind in Gewichtsprozent
            anzugeben.

        1.4.2 Bestimmung des Chlor- und Fluorgehaltes

            Die lufttrockenen, gemahlenen Altholzproben werden nach DIN 51727
            (Ausgabe Juni 2001) oxidativ aufgeschlossen. Die Chlorid- und
            Fluoridgehalte in der Aufschlusslösung werden mit Ionenchromatographie
            gemäß DIN EN ISO 10304, Teil 1 (Ausgabe April 1995) bestimmt. Die
            Ergebnisse sind in Milligramm je Kilogramm Trockenmasse anzugeben.

        1.4.3 Bestimmung der Elemente Arsen, Blei, Cadmium, Chrom, Kupfer und
            Quecksilber

            Die lufttrockenen, gemahlenen Altholzproben werden nach DIN EN 13657
            (Entwurf Oktober 1999) mit Königswasser aufgeschlossen. Die Messung
            der Elementkonzentrationen in der Aufschlusslösung erfolgt nach einer
            der folgenden Untersuchungsmethoden:

*    *   Element

    *   Untersuchungsmethode(n)

*    *   Arsen

    *   DIN EN ISO 11969 (Ausgabe November 1996)

*    *   Blei

    *   DIN 38406, Teil 6 (Ausgabe Juli 1998)

*    *   DIN EN ISO 11885 (Ausgabe April 1998)

*    *   DIN ISO 11047 (Ausgabe Mai 1998)

*    *   Cadmium

    *   DIN EN ISO 5961 (Ausgabe Mai 1995)

*    *   DIN EN ISO 11885 (Ausgabe April 1998)

*    *   DIN ISO 11047 (Ausgabe Juni 1995)

*    *   Chrom

    *   DIN EN 1233 (Ausgabe August 1996)

*    *   DIN EN ISO 11885 (Ausgabe April 1998)

*    *   DIN ISO 11047 (Ausgabe Juni 1995)

*    *   Kupfer

    *   DIN 38406, Teil 7 (Ausgabe September 1991)

*    *   DIN EN ISO 11885 (Ausgabe April 1998)

*    *   DIN ISO 11047 (Ausgabe Juni 1995)

*    *   Quecksilber

    *   DIN EN 1483 (Ausgabe August 1997)

*    *   DIN EN ISO 12338 (Ausgabe Oktober 1998).

*    *   Die Ergebnisse sind in Milligramm je Kilogramm Trockenmasse anzugeben.

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    *
        1.4.4 Bestimmung von Pentachlorphenol (PCP)

        1.4.4.1 Verfahrensprinzip

            Pentachlorphenol und seine Salze werden mit Methanol im Ultraschallbad
            extrahiert und nach Acetylierung mittels Gaschromatographie mit
            Elektroneneinfangdetektion (GC-ECD) quantifiziert. Dieses Verfahren
            ist anwendbar für die Bestimmung von PCP in zerkleinertem Holz im
            Konzentrationsbereich von 0,1 mg/kg bis 100 mg/kg.

        1.4.4.2 Geräte

            -   Ultraschallbad mit Thermostat

            -   Gaschromatograph mit Elektroneneinfangdetektor und Autosampler

        1.4.4.3 Chemikalien und Standards

            -   Methanol zur Rückstandsanalyse

            -   Cyclohexan und n-Hexan zur Rückstandsanalyse

            -   Na(tief)2SO(tief)4, wasserfrei, granuliert

            -   PCP als Standard in methanolischer Lösung

            -   2,4,6-Tribromphenol (TBP) in methanolischer Lösung als interner
                Standard 1 (ISTD 1)

            -   PCB 52 als Standard in Cyclohexan als interner Standard 2 (ISTD 2)

            -   Essigsäureanhydrid zur Analyse

            -   K(tief)2CO(tief)3-Lösung (0,1 mol/l)

            -   Seesand, gereinigt

        1.4.4.4 Maßnahmen zur Probenvorbereitung

        1.4.4.4.1 Reinigung der Geräte

            Die Reinigung der Glasgeräte erfolgt durch Waschen mit
            reinigungsmittelhaltigem Wasser und destilliertem Wasser sowie
            anschließendes Spülen mit Aceton und n-Hexan.

        1.4.4.4.2 Herstellung der Kalibrierlösungen

            Die Stammlösungen werden durch Einwaage fester Substanzen höchster
            Reinheit hergestellt und bei
            -20 Grad C im Dunkeln aufbewahrt.

*    *   Konzentrationen der Stammlösungen:

    *   PCP in Methanol

    *   0,5 mg/ml

*    *   TBP in Methanol

    *   0,5 mg/ml

*    *   PCB 52 in Cyclohexan

    *   0,5 mg/ml.

*    *   Aus den Stammlösungen werden durch Verdünnen (1:10)

*    *   Standardlösungen mit der Konzentration von 0,05 mg/ml hergestellt.

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    *
        1.4.4.4.3 Kalibrierung

            Die Kalibrierung erfolgt über das gesamte Verfahren. Dazu werden
            20 myl, 50 myl, 100 myl, 200 myl und 500 myl der PCP-Standardlösung
            jeweils mit
            250 myl der TBP-Standardlösung auf 5 g Seesand gegeben und wie
            nachfolgend für die Durchführung der Analyse beschrieben aufgearbeitet
            (das heißt, statt Holz wird Seesand verwendet).

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