Source: https://www.gesetze-im-internet.de/luftpersvdv_2/__5.html
Legislation: luftpersvdv_2

Title: Anlage 2A (zu § 5)

Description:
Zweite Durchführungsverordnung zur Verordnung über Luftfahrtpersonal (Anwendungsbestimmungen für die Ausbildung und Prüfung für den Erwerb von  Lizenzen und Berechtigungen für Luftfahrer gemäß der Verordnung über  Luftfahrtpersonal) (LuftPersVDV 2)
Dritter Abschnitt - Lizenzen und Berechtigungen für Luftfahrer
Anlage 2A (zu § 5)

Paragraph: 5

Full Text:
Zweite Durchführungsverordnung zur Verordnung über Luftfahrtpersonal (Anwendungsbestimmungen für die Ausbildung und Prüfung für den Erwerb von  Lizenzen und Berechtigungen für Luftfahrer gemäß der Verordnung über  Luftfahrtpersonal) (LuftPersVDV 2)
Dritter Abschnitt - Lizenzen und Berechtigungen für Luftfahrer
Anlage 2A (zu § 5)

Fundstelle des Originaltextes: BAnz. 2006, Nr. 60, Beilage Nr. 60a, 40
- 45

**Allgemeines**
Der nachfolgende Lehrplan ist eine Richtlinie für den Ablauf und die
Inhalte der praktischen Einweisung. Der in der praktischen Ausbildung
verwendete Reisemotorsegler muss mit einem Doppelsteuer ausgerüstet
und für die Ausbildung geeignet sein. Da nicht alle musterspezifischen
Eigenarten verschiedener Reisemotorseglermuster berücksichtigt werden
können, sind alle Übungen gemäß der im Flughandbuch des in der
Ausbildung verwendeten Reisemotorseglers aufgeführten
Verfahrensanweisungen durchzuführen. Bei allen Übungen sind
Einstellung und Betrieb des Triebwerks zu überwachen. Unnötiger
Fluglärm ist zu vermeiden. Alle Kontrollen sind anhand der Klarlisten
durchzuführen.
**Flugausbildung bis zum Alleinflug**
**Bodeneinweisung**

-   Erklärung des Reisemotorseglermusters

    –   Bauweise

    –   Instrumentierung

    –   Steuerbedienungsorgane

-   Klarlisten

-   Betriebshandbuch

-   Flugklarheit des Reisemotorseglers, Außenkontrolle

**Anlassen**

-   Vorflugkontrolle gemäß Klarliste

-   Anlassen gemäß Klarliste

**Rollen**

-   Beobachtung des übrigen Flugplatzverkehrs

-   Funktionsüberprüfungen (auswendige Anwendung der Klarliste)

**Kontrollen vor dem Start**

-   Durchführung der Kontrollen vor dem Start gemäß Klarliste

-   Abflugbriefing

-   Ansprechen der Notverfahren beim Start

**Start**

-   Beobachten des Anflugluftraumes

-   Aufstellen des Reisemotorseglers

    –   Windberücksichtigung

-   Ausrichten auf der Startbahn

-   Kompasskontrolle in Startrichtung

-   Setzen der Triebwerksleistung

-   Ruderbetätigung beim Startvorgang

-   Halten der Startrichtung

-   Abheben bei empfohlener Geschwindigkeit

-   Steigflug nach dem Abheben und Übergang zur festgelegten
    Steigfluggeschwindigkeit

-   Einziehen des Fahrwerks und Einfahren der Landeklappen

-   Drosselung der Triebwerksleistung auf Steigflugleistung unter
    Einhaltung der festgelegten Geschwindigkeit

-   Startabbruch

-   simulierter Triebwerksausfall nach dem Start

**Anmerkung:**              Ein simulierter Triebwerksausfall nach dem
Start darf nur bei Ausbildungsflügen mit Fluglehrer durchgeführt
werden.
**Steigflug**

-   Einhalten von Kurs und Steigfluggeschwindigkeit

-   Trimmen

-   Triebwerkseinstellung für die beste Steigrate oder den besten
    Steigwinkel

-   Steigflugkurven auf vorgegebene Kurse mit

    –   15 - 20
        Grad Querneigung

    –   20 - 30
        Grad Querneigung

-   Übergang in den Horizontalflug

**Horizontal- und Kurvenflug**

-   Geradeaus-Horizontalflug

-   koordinierte Kontrolle der Bewegungen um Quer-, Längs- und Hochachse

-   Demonstration der statischen und dynamischen Stabilität

-   Veränderung der Triebwerksleistung im Geradeaus- und Horizontalflug

-   Erhöhen und Herabsetzen der Fluggeschwindigkeit unter Beibehalten der
    Höhe und des Kurses

-   Einhalten von Höhe, Kurs und einer vorgegebenen Fluggeschwindigkeit
    bei Aus- und Einfahren des Fahrwerks

-   Trimmen

    –   Gefahren

-   Erhöhen und Verringern von Auftrieb und/oder Widerstand

**Langsamflug**

-   bei V(tief)s + 5 bis + 10 kt (Überziehgeschwindigkeit des
    Reisemotorseglers im jeweiligen Flugzustand + 5 bis + 10 kt
    Sicherheit)

    –   im Reiseflugzustand

    –   in Anflugkonfiguration

-   Verringerte Wirksamkeit der Steuerorgane beim Langsamflug

-   Einhalten von Höhe, Fluggeschwindigkeit und Richtung sowie Korrektur
    der Triebwerksleistung

**Kurvenflug**

-   Kurven mit 30
    Grad und 45
    Grad Querneigung, links und rechts, um 90
    Grad, 180
    Grad, 360
    Grad

-   Einhalten

    –   der vorgegebenen Flughöhe

    –   sicherer Fluggeschwindigkeit bei Erhöhung der Drehgeschwindigkeit
        unter Beachtung des Lastvielfachen

    –   gleich bleibender Querlage und Drehgeschwindigkeit

-   Drehfehler des Magnetkompasses

-   Beenden auf vorgegebenen Kursen

-   unmittelbarer Übergang von Links- zur Rechtskurve und umgekehrt.

**Sinkflug**

-   Einleiten

    –   Einhalten von Kurs- und Sinkfluggeschwindigkeit

    –   Trimmen

    –   Vergaservorwärmung

-   beste Sinkrate

-   bester Gleitwinkel

-   Sinkflug mit und ohne Motorkraft im Geradeaus- und im Kurvenflug

-   Übergang vom Sink- in den Horizontalflug

**Platzrunde**
... (nicht darstellbare Graphik,
Fundstelle: BAnz. 2006, Beilage Nr. 60a, Seite 42)

1   Start

2   Steigflug auf mindestens 200 ft GND bevor die erste Richtungsänderung
    aufgrund örtlicher Vorgaben durchgeführt wird

3   Steigflugkurve bis 20
    Grad Querneigung, 90
    Grad-Richtungsänderung zum Querabflug unter Windberücksichtigung

4   Steigflug bis mindestens 600 ft GND

5   Am Wendepunkt; 90
    Grad-Kurve bis maximal 30
    Grad Querneigung zum Gegenanflug parallel zu der Start- und
    Landerichtung

6   Reiseflugbedingungen

7   Reduzieren der Geschwindigkeit, Vergaservorwärmung bedienen

8   Fahrwerk ausfahren (sofern erforderlich)

9   Am Wendepunkt: 90
    Grad-Kurve bis max. 30
    Grad Querneigung zum Queranflug unter Windberücksichtigung

10  Sinkflug einleiten

11  Am Wendepunkt: 90
    Grad-Kurve bis max. 30
    Grad Querneigung zum Endanflug. Abweichungen in der Reihenfolge der
    Übungen 7-11 aufgrund örtlicher Gegebenheiten oder der Besonderheiten
    des Reisemotorseglers sind zulässig.

12  Landekontrolle laut Klarliste

13  Landung

**Durchstarten und Landen**

-   Durchstarten

    *
        *
            –   Setzen voller Triebwerksleistung

            –   Korrektur der Fluglage

            –   Vermindern der Widerstände durch Einfahren des Fahrwerks

            –   Steigflug

            –   Trimmung neutral

-   Landen und anschließender Wiederstart

**Beenden des Fluges**

-   Kontrolle nach der Landung (auswendige Anwendung der Klarliste)

-   Zurückrollen zum Abstellplatz

-   Abstellen des Triebwerkes gemäß Klarliste

-   Sichern des Reisemotorseglers gemäß Klarliste

**Besondere Flugzustände**

-   Überziehen und Geradeaushalten mit dem Seitenruder bis zum Abkippen
    mit und ohne Motorkraft mit einem Minimum an Höhenverlust bei

    –   Im Reiseflugzustand

    –   mit/ohne Brems-/Störklappen in Anflugstellung und ausgefahrenem
        Fahrwerk

    –   rechtzeitiges Erkennen und Beenden des Abkippens und Verhindern einer
        Weiterentwicklung zum Trudeln

-   Flugübung im Bereich des Überziehens

-   Steigflugkurve mit 10-30
    Grad Querneigung (simulierter Start) bis zu den ersten Anzeichen des
    Strömungsabrisses bzw. der Auslösung der Überziehwarnanlage

    –   Beenden der Übung, ohne abzukippen oder Höhe zu verlieren

-   Sinkflugkurve mit 10-30
    Grad Querneigung, Fahrwerk ausgefahren (simulierter Anflug) bis zu den
    ersten Anzeichen des Strömungsabrisses bzw. der Auslösung der
    Überziehwarnanlage

    –   Beenden der Übung, ohne abzukippen oder die Sinkrate zu erhöhen

    –   Aufrichten aus Querneigungen von mindestens 45
        Grad und aus Steig/Sinkfluglagen

-   Grenzflugzustände im oberen Geschwindigkeitsbereich

    –   Erkennen und Beenden von beginnenden Spiralsturzflügen

        –   Motorleistung reduzieren (Leerlauf)

        –   Querlage korrigieren (neutral) und weich abfangen

**Seitengleitflug**

-   Einleiten

-   Richtung halten

-   Steuerung der Sinkrate

-   Beenden

-   Gefahren des Seitengleitfluges

**Verhalten bei Notlagen**

-   Verhalten bei Notlagen unter Beachtung des Betriebshandbuches

-   Kontrolle der elektrischen Sicherungen bzw. Einschalten von
    Sicherungsautomaten

-   Notausfahren des Fahrwerks (falls vorhanden)

-   Störungen an Triebwerk und Ausrüstung

-   unerwartete Wetterverschlechterung

-   Feuerausbruch

**Alleinflug**
Alleinflüge in Sichtweite des Startflugplatzes
**Erlangen der fliegerischen Fertigkeiten**
**Starten und Landen**

-   bei Seitenwind

-   mit max. Zuladung

-   mit Seitengleitflug

-   auf angenommenen begrenztem Raum

-   bei Dämmerung

**Ziellandungen**

-   Landungen aus der Platzrunde mit und ohne Motorhilfe sowie
    abgestelltem Motor mit und ohne Fluglehrer

    –   Aufsetzen innerhalb von 100 m nach dem Landezeichen

-   Ziellandung aus mindestens 600 m (2000 ft) über Grund mit abgestelltem
    Motor oder Motor im Leerlauf mit und ohne Fluglehrer

    –   Aufsetzen innerhalb von 150 m nach dem Landezeichen

**Anmerkung:**              Das Abstellen des Motors ist bei
Alleinflügen zu unterlassen, wenn Sicherheitsbedenken dem
entgegenstehen. Sicherheitsbedenken sind z.B.: Schlechtes
Anspringverhalten des Motors, kritische Hindernisse im Anflugsektor,
kritische Lage des Flugplatzes (z.B. Hangkante).
**Außenlandeübungen mit Fluglehrer aus verschiedenen Höhen**

-   mit Motorhilfe

    –   Auswahl eines geeigneten Geländes aus sicherer Höhe

    –   Überflug des Geländes zur Feststellung von Einzelheiten, anschließend

    –   Platzrunde und Endanflug

-   ohne Motorhilfe

    Die Durchführung der Notverfahren (Sofortmaßnahmen, Ursachensuche,
    Maßnahmen kurz vor der Landung) erfolgen gemäß Flughandbuch. Die
    Sofortmaßnahmen müssen auswendig beherrscht werden. Die Benutzung der
    Notfall-Klarliste ist in sinnvoller Weise in den Flugablauf zu
    integrieren.

    –   Geschwindigkeit für bestes Gleiten

    –   Auswahl eines geeigneten Geländes unter Berücksichtigung des Windes

    –   Einteilung des Anfluges (Trimmen)

    –   Anwendung der Notfall-Klarliste

    –   Simuliertes Absetzen eines Not- oder Dringlichkeitsrufes

    –   Verfahren kurz vor der Landung

**Anmerkung:**              Außenlandeübungen dürfen nur mit
Fluglehrer unter strenger Beachtung der Vermeidung einer Gefährdung
von Mensch und Tier geübt werden. Sie sind in einem
Durchstartverfahren ohne aufzusetzen durchzuführen. Für das
Unterschreiten der Sicherheitsmindesthöhe ist eine besondere
Genehmigung durch die zuständige Landesluftfahrtbehörde erforderlich.
**Übungen bis zur Prüfungsreife mit und ohne Fluglehrer bis zur
sicheren Beherrschung**
**Anmerkung:**              Simulierter Triebwerkausfall nach dem
Start und Außenlandeübungen dürfen nur mit Fluglehrer durchgeführt
werden.
**Anmerkung:**              Aufsetzen und Durchstarten des
Flugschülers im Alleinflug ist nur zulässig, wenn der Fluglehrer dafür
einen Flugauftrag erteilt hat und am Flugplatz anwesend ist.

Praktische Prüfung zum Erwerb der Klassenberechtigung für
Reisemotorsegler

Collections: bundestag_gesetze
LuftPersVDV-2
Level: 3.0