Source: https://www.gesetze-im-internet.de/_appro_2002/__14.html
Legislation: aeappro_2002

Title: § 14 Schriftliche Prüfung

Description:
Approbationsordnung für Ärzte (ÄApprO 2002)
Zweiter Abschnitt - Allgemeine Prüfungsbestimmungen
§ 14 Schriftliche Prüfung

Paragraph: 14

Full Text:
Approbationsordnung für Ärzte (ÄApprO 2002)
Zweiter Abschnitt - Allgemeine Prüfungsbestimmungen
§ 14 Schriftliche Prüfung

(1) In der schriftlichen Prüfung hat der Prüfling unter Aufsicht
schriftlich gestellte Aufgaben zu lösen. Er hat dabei anzugeben,
welche der mit den Aufgaben vorgelegten Antworten er für zutreffend
hält. Die schriftliche Prüfung kann auch rechnergestützt durchgeführt
werden.

(2) Die Prüfungsaufgaben müssen auf die für den Arzt allgemein
erforderlichen Kenntnisse abgestellt sein und zuverlässige
Prüfungsergebnisse ermöglichen.

(3) Für die schriftlichen Prüfungen sind bundeseinheitliche Termine
abzuhalten. Bei der Festlegung der Prüfungsaufgaben sollen sich die
nach Landesrecht zuständigen Stellen nach Maßgabe einer Vereinbarung
der Länder einer Einrichtung bedienen, die die Aufgabe hat,
Prüfungsaufgaben für Prüfungen im Rahmen der ärztlichen Ausbildung
sowie eine Übersicht von Gegenständen, auf die sich die schriftlichen
Prüfungen beziehen können, herzustellen. Dabei sind jeweils allen
Prüflingen dieselben Prüfungsaufgaben zu stellen. Bei der Aufstellung
der Prüfungsaufgaben ist festzulegen, welche Antworten als zutreffend
anerkannt werden.

(4) Die Prüfungsaufgaben sind durch die nach Absatz 3 Satz 2
zuständigen Stellen vor der Feststellung des Prüfungsergebnisses
darauf zu überprüfen, ob sie, gemessen an den Anforderungen des
Absatzes 2 Satz 1, fehlerhaft sind. Ergibt diese Überprüfung, dass
einzelne Prüfungsaufgaben fehlerhaft sind, sind diese bei der
Feststellung des Prüfungsergebnisses nicht zu berücksichtigen. Die
vorgeschriebene Zahl der Aufgaben für die einzelnen Prüfungen (§ 23
Absatz 2 Satz 1, § 28 Absatz 3 Satz 1) mindert sich entsprechend. Bei
der Bewertung der schriftlichen Prüfung nach den Absätzen 6 und 7 ist
von der verminderten Zahl der Prüfungsaufgaben auszugehen. Die
Verminderung der Zahl der Prüfungsaufgaben darf sich nicht zum
Nachteil eines Prüflings auswirken.

(5) Die nach Landesrecht zuständige Stelle kann bei Prüflingen, die
die ordnungsgemäße Durchführung der Aufsichtsarbeit in erheblichem
Maße gestört oder sich eines Täuschungsversuches schuldig gemacht
haben, die schriftliche Prüfung mit der Note "nicht ausreichend"
bewerten. Ist eine schriftliche Prüfung in einem Prüfungsraum nicht
ordnungsgemäß durchgeführt worden, so gilt dieser Prüfungsteil für
diese Teilnehmer als nicht unternommen. Die Entscheidung darüber, ob
eine schriftliche Prüfung in einem Prüfungsraum nicht ordnungsgemäß
durchgeführt wurde, trifft die nach Landesrecht zuständige Stelle. §
18 Abs. 1 Satz 1 gilt entsprechend.

(6) Die schriftliche Prüfung ist bestanden, wenn der Prüfling
mindestens 60 Prozent der gestellten Prüfungsfragen zutreffend
beantwortet hat oder wenn die Zahl der vom Prüfling zutreffend
beantworteten Fragen um nicht mehr als 22 Prozent die
durchschnittlichen Prüfungsleistungen der Prüflinge unterschreitet,
die nach der Mindeststudienzeit von zwei Jahren beim Ersten Abschnitt
der Ärztlichen Prüfung und fünf Jahren beim Zweiten Abschnitt der
Ärztlichen Prüfung erstmals an der Prüfung teilgenommen haben.

(7) Die Leistungen in der schriftlichen Prüfung sind wie folgt zu
bewerten:
Hat der Prüfling die für das Bestehen der Prüfung nach Absatz 6
erforderliche Mindestzahl zutreffend beantworteter Prüfungsfragen
erreicht, so lautet die Note

*    *   "sehr gut",

    *   wenn er mindestens 75 Prozent,

*    *   "gut",

    *   wenn er mindestens 50, aber weniger als 75 Prozent,

*    *   "befriedigend",

    *   wenn er mindestens 25, aber weniger als 50 Prozent,

*    *   "ausreichend",

    *   wenn er keine oder weniger als 25 Prozent

der darüber hinaus gestellten Prüfungsfragen zutreffend beantwortet
hat.

(8) Stehen Aufsichtsarbeiten am 14. Werktag nach dem letzten Tag der
Prüfung für die Auswertung nicht zur Verfügung, so ist die
durchschnittliche Prüfungsleistung im Sinne des Absatzes 6 aus den zu
diesem Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Aufsichtsarbeiten zu
errechnen. Die so ermittelte durchschnittliche Prüfungsleistung gilt
auch für später auszuwertende Aufsichtsarbeiten.

(9) Das Ergebnis der Prüfung wird durch die nach Landesrecht
zuständige Stelle festgestellt und dem Prüfling mitgeteilt. Dabei sind
anzugeben

1.  die Prüfungsnoten,

2.  die Bestehensgrenze,

3.  die Zahl der gestellten und die Zahl der vom Prüfling zutreffend
    beantworteten Aufgaben insgesamt,

4.  die durchschnittliche Prüfungsleistung aller Prüflinge im gesamten
    Bundesgebiet und

5.  die durchschnittliche Prüfungsleistung der in Absatz 6 als
    Bezugsgruppe genannten Prüflinge.

(10) Die nach Landesrecht zuständige Stelle teilt den Universitäten
mit, welche Prüflinge den Ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung
bestanden haben.

Collections: bundestag_gesetze
ÄApprO-2002
Level: 3.0