Source: https://www.gesetze-im-internet.de/strlschv_2018/__64.html
Legislation: strlschv_2018

Title: § 64 Pflicht zur Ermittlung der Körperdosis; zu überwachende Personen

Description:
Verordnung zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung (StrlSchV 2018)
Teil 2 - Strahlenschutz bei geplanten Expositionssituationen
Kapitel 6 - Anforderungen im Zusammenhang mit der Ausübung von Tätigkeiten
Abschnitt 1 - Physikalische Strahlenschutzkontrolle; Strahlenschutzbereiche
§ 64 Pflicht zur Ermittlung der Körperdosis; zu überwachende Personen

Paragraph: 64

Full Text:
Verordnung zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung (StrlSchV 2018)
Teil 2 - Strahlenschutz bei geplanten Expositionssituationen
Kapitel 6 - Anforderungen im Zusammenhang mit der Ausübung von Tätigkeiten
Abschnitt 1 - Physikalische Strahlenschutzkontrolle; Strahlenschutzbereiche
§ 64 Pflicht zur Ermittlung der Körperdosis; zu überwachende Personen

(1) Der Strahlenschutzverantwortliche hat dafür zu sorgen, dass an
Personen, die sich in einem Strahlenschutzbereich aufhalten, die
Körperdosis nach Maßgabe des § 65 Absatz 1 ermittelt wird. Ist für den
Aufenthalt in einem Überwachungsbereich für alle oder für einzelne
Personen zu erwarten, dass im Kalenderjahr eine effektive Dosis von 1
Millisievert, eine höhere Organ-Äquivalentdosis als 15 Millisievert
für die Augenlinse und eine lokale Hautdosis von 50 Millisievert nicht
erreicht werden, so kann für diese Personen auf die Ermittlung der
Körperdosis verzichtet werden. Satz 2 gilt nicht, wenn die zuständige
Behörde die Ermittlung verlangt. Für den Aufenthalt im Kontrollbereich
gilt Satz 2 entsprechend, wenn die zuständige Behörde dem zugestimmt
hat. Der Strahlenschutzverantwortliche hat darauf hinzuwirken, dass
die Ermittlungsergebnisse spätestens sechs Monate nach einem
Aufenthalt im Strahlenschutzbereich vorliegen.

(2) Absatz 1 gilt entsprechend für Personen, die bei der Ausübung
einer Tätigkeit, die nicht mit dem Aufenthalt in einem
Strahlenschutzbereich verbunden ist, eine effektive Dosis von mehr als
1 Millisievert, eine höhere Organ-Äquivalentdosis als 15 Millisievert
für die Augenlinse oder eine lokale Hautdosis von mehr als 50
Millisievert im Kalenderjahr erhalten können. Für das eingesetzte
fliegende Personal gilt Absatz 1 entsprechend, wenn die effektive
Dosis, die das fliegende Personal während des Fluges durch kosmische
Strahlung erhält, 1 Millisievert im Kalenderjahr überschreiten kann.
Der Flug umfasst auch die aufgewendete Zeit für die Positionierung
nach § 13 Satz 1 der Zweiten Durchführungsverordnung zur
Betriebsordnung für Luftfahrtgerät (Dienst-, Flugdienst-, Block- und
Ruhezeiten von Besatzungsmitgliedern in Luftfahrtunternehmen und
außerhalb von Luftfahrtunternehmen bei berufsmäßiger Betätigung) vom
6\. April 2009 (BAnz. S. 1327), die durch Artikel 180 des Gesetzes vom
29\. März 2017 (BGBl. I S. 626) geändert worden ist.

(3) Der Strahlenschutzverantwortliche hat dafür zu sorgen, dass jeder
unter seiner Aufsicht stehenden beruflich exponierten Person auf deren
Verlangen die im Beschäftigungsverhältnis erhaltene berufliche
Exposition schriftlich mitgeteilt wird, sofern nicht ein Strahlenpass
geführt wird. Beim anzeigebedürftigen Betrieb eines Luftfahrzeugs hat
der Strahlenschutzverantwortliche außerdem dafür zu sorgen, dass die
erhaltene berufliche Exposition den als fliegendes Personal
eingesetzten Personen einmal im Kalenderjahr sowie nach ihrem
letztmaligen Einsatz schriftlich mitgeteilt wird.

(4) Ist nicht auszuschließen, dass eine Person, die sich in einem
Bereich aufhält oder aufgehalten hat, in dem eine Tätigkeit ausgeübt
wird, radioaktive Stoffe inkorporiert hat, kann die zuständige Behörde
anordnen, dass durch geeignete Messungen festgestellt wird, ob die
Person radioaktive Stoffe inkorporiert hat.

(5) Absatz 1 Satz 1 gilt nicht für Personen, die sich zur Anwendung
ionisierender Strahlung oder radioaktiver Stoffe an ihnen selbst in
einem Strahlenschutzbereich aufhalten.

Collections: bundestag_gesetze
StrlSchV-2018
Level: 5.0