Source: https://www.gesetze-im-internet.de/zensg_2021/__11.html
Legislation: zensg_2021

Title: § 11 Zwecke und Umfang der Haushaltebefragung auf Stichprobenbasis

Description:
Gesetz zur Durchführung des Zensus im Jahr 2022 (ZensG 2021)
Abschnitt 2 - Erhebungen
Unterabschnitt 3 - Haushaltebefragung auf Stichprobenbasis
§ 11 Zwecke und Umfang der Haushaltebefragung auf Stichprobenbasis

Paragraph: 11

Full Text:
Gesetz zur Durchführung des Zensus im Jahr 2022 (ZensG 2021)
Abschnitt 2 - Erhebungen
Unterabschnitt 3 - Haushaltebefragung auf Stichprobenbasis
§ 11 Zwecke und Umfang der Haushaltebefragung auf Stichprobenbasis

(1) Die statistischen Ämter der Länder führen zum Zensusstichtag
Befragungen der Haushalte auf Stichprobenbasis (Haushaltsstichprobe)
durch. Die Erhebungen dienen

1.  in allen Gemeinden sowie in Städten mit mindestens
    400 000 Einwohnern                    für Teile der Stadt mit
    durchschnittlich etwa
    200 000 Einwohnern                    der Feststellung, ob Personen,
    die im Melderegister verzeichnet sind, an der angegebenen Anschrift
    wohnen oder ob an einer Anschrift mit Wohnraum Personen wohnen, die
    nicht in den Melderegistern verzeichnet sind, und damit der Ermittlung
    der Einwohnerzahl,

2.  in allen Kreisen, in Gemeinden mit mindestens
    10 000 Einwohnern                    sowie in Städten mit mindestens
    400 000 Einwohnern für Teile der Stadt mit durchschnittlich etwa
    200 000 Einwohnern der Erhebung von Daten zu Zensusmerkmalen, die
    nicht aus Verwaltungsregistern gewonnen werden können.

Als Gemeinden nach Satz 2 gelten

1.  in Mecklenburg-Vorpommern neben den kreisfreien Städten, amtsfreien
    Gemeinden und amtsangehörigen Gemeinden mit mindestens 2 000
    Einwohnern auch die innerhalb eines Amtes zusammengefassten
    amtsangehörigen Gemeinden mit weniger als 2 000 Einwohnern,

2.  in Niedersachsen neben den übrigen kreisangehörigen Gemeinden auch
    Samtgemeinden für ihre Mitgliedsgemeinden,

3.  in Rheinland-Pfalz neben den verbandsfreien Städten und Gemeinden auch
    Verbandsgemeinden,

4.  in Schleswig-Holstein neben den kreisfreien Städten, amtsfreien
    Gemeinden und amtsangehörigen Gemeinden mit mindestens 2 000
    Einwohnern auch die innerhalb eines Amtes zusammengefassten
    amtsangehörigen Gemeinden mit weniger als 2 000 Einwohnern und

5.  in Thüringen neben den Städten und Gemeinden, die keiner
    Verwaltungsgemeinschaft angehören, auch Verwaltungsgemeinschaften.

Die Gemeinden nach Satz 3 Nummer 1 bis 5 umfassen alle zugehörigen
oder nach Maßgabe von Satz 3 Nummer 1 und 4 zusammengefassten
Gemeinden. Für jede Gemeinde, die einer Zusammenfassung oder einem
Zusammenschluss angehört, ist eine Einwohnerzahl zu ermitteln.

(2) Für die Erhebungen nach Absatz 1 Satz 2 Nummer 1 sind bei der
Auswahl der Stichprobeneinheiten folgende Genauigkeiten anzustreben:

1.  in Gemeinden mit mindestens 10 000 Einwohnern ein einfacher relativer
    Standardfehler von höchstens 0,5 Prozent;

2.  in Gemeinden mit weniger als 10 000 Einwohnern und mindestens 1 000
    Einwohnern mithilfe einer Präzisionszielfunktion ein gleitender
    Übergang zu einem einfachen absoluten Standardfehler von 15 Personen
    bei Gemeinden von 1 000 Einwohnern;

3.  in Gemeinden mit weniger als 1 000 Einwohnern ein einfacher absoluter
    Standardfehler von 15 Personen.

Bei Nichterreichen der angestrebten Präzisionsziele sind nachträgliche
erneute Stichprobenziehungen ausgeschlossen.

(3) Erhebungen nach Absatz 1 Satz 2 Nummer 2 finden wie folgt statt:

1.  in Gemeinden mit mindestens 10 000 Einwohnern bei allen nach Maßgabe
    von Absatz 2 Nummer 1 ausgewählten Anschriften,

2.  in Gemeinden mit weniger als 10 000 Einwohnern als Unterstichprobe der
    nach Maßgabe von Absatz 2 Nummer 2 und 3 ausgewählten Anschriften bei
    maximal 8 Prozent der Gesamteinwohnerzahl dieser Gemeinden.

(4) Die Feststellung nach Absatz 1 umfasst nicht die Berichtigung der
aus den Melderegistern übernommenen Daten zur Person.

(5) Werden bei der Haushaltsstichprobe Erhebungsbeauftragte
eingesetzt, haben diese die Befragung innerhalb von zwölf Wochen nach
dem Zensusstichtag abzuschließen. Hiervon kann nur in begründeten
Ausnahmefällen abgewichen werden.

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ZensG-2021
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