Source: https://www.gesetze-im-internet.de/siebdrmstrv_2006/__8.html
Legislation: siebdrmstrv_2006

Title: § 8 Gliederung, Prüfungsdauer und Bestehen des Teils II

Description:
Verordnung über das Meisterprüfungsberufsbild und über die Prüfungsanforderungen in den Teilen I und II der Meisterprüfung im Siebdrucker-Handwerk (SiebdrMstrV 2006)
§ 8 Gliederung, Prüfungsdauer und Bestehen des Teils II

Paragraph: 8

Full Text:
Verordnung über das Meisterprüfungsberufsbild und über die Prüfungsanforderungen in den Teilen I und II der Meisterprüfung im Siebdrucker-Handwerk (SiebdrMstrV 2006)
§ 8 Gliederung, Prüfungsdauer und Bestehen des Teils II

(1) Durch die Prüfung in Teil II soll der Prüfling in den in Absatz 2
genannten Handlungsfeldern seine Handlungskompetenz dadurch
nachweisen, dass er berufsbezogene Probleme analysieren und bewerten
sowie Lösungswege aufzeigen und dokumentieren und dabei aktuelle
Entwicklungen berücksichtigen kann.

(2) Handlungsfelder sind:

1.  Siebdrucktechnik,

2.  Auftragsabwicklung,

3.  Betriebsführung und Betriebsorganisation.

(3) In jedem Handlungsfeld ist mindestens eine Aufgabe zu bearbeiten,
die fallorientiert sein muss.

1.  Siebdrucktechnik

    Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist,
    siebdrucktechnische Aufgaben unter Berücksichtigung gestalterischer,
    wirtschaftlicher und ökologischer Aspekte in einem Siebdruckbetrieb zu
    bearbeiten; dabei soll er berufsbezogene Sachverhalte analysieren und
    bewerten; bei der jeweiligen Aufgabenstellung sollen mehrere der unter
    Buchstabe a bis k aufgeführten Qualifikationen verknüpft werden:

    a)  Fertigungstechniken beschreiben; Werkstoffe, Werkzeuge, Geräte,
        Maschinen und Systeme für Fertigungstechniken auswählen und Auswahl
        begründen,

    b)  analoge und digitale Datenverarbeitungsprozesse darstellen und
        Konzepte für die betriebliche Umsetzung entwickeln,

    c)  konzeptionelle und gestalterische Lösungen erarbeiten, bewerten und
        korrigieren,

    d)  Herstellungsprozesse für Siebdruckformen und Kopiervorlagen sowie
        Mess- und Prüfverfahren darstellen, Siebdruckformen und Kopiervorlagen
        prüfen und bewerten,

    e)  Standardisierungsverfahren betriebsbezogen planen,

    f)  Arten, Eigenschaften und Verhalten zu verarbeitender Werk- und
        Hilfsstoffe unterscheiden und unter Berücksichtigung ihrer
        Wechselwirkungen Verwendungszwecken zuordnen; Mess- und Prüfmethoden
        darstellen,

    g)  Druckprozess unter Berücksichtigung der Wechselwirkungen zwischen
        Druckfarbe, Bedruckstoff, Druckform, Druckmaschine und
        Weiterverarbeitung beschreiben sowie Kontroll- und
        Optimierungsmöglichkeiten darstellen,

    h)  Druckergebnisse, insbesondere farbige Strich- und Rasterdrucke, mit
        Vorgaben abstimmen, bewerten und Optimierungsmöglichkeiten darstellen,
        auch unter Berücksichtigung von Farbeinstellung, Stand und
        Passergenauigkeit sowie Trocknung; Mess- und Prüfmethoden darstellen,

    i)  spezifische Verfahrensbedingungen, insbesondere des Bogen-, Rollen-,
        Körper-, Textil-, Glas- und Keramiksiebdrucks, des Technischen
        Siebdrucks, des großformatigen Digitaldrucks sowie des Tampondrucks,
        analysieren und bewerten,

    j)  Weiterverarbeitungstechniken beschreiben und Verwendungszwecken
        zuordnen,

    k)  Maßnahmen zur Instandhaltung von Werkzeugen, Geräten, Maschinen und
        Systemen konzipieren;

2.  Auftragsabwicklung

    Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist,
    Auftragsabwicklungsprozesse, auch unter Anwendung branchenüblicher
    Software, erfolgs-, kunden- und qualitätsorientiert zu planen, deren
    Durchführung zu kontrollieren und sie abzuschließen; bei der
    jeweiligen Aufgabenstellung sollen mehrere der unter Buchstabe a bis g
    aufgeführten Qualifikationen verknüpft werden:

    a)  Möglichkeiten der Auftragsbeschaffung darstellen,

    b)  Angebotsunterlagen erstellen und Angebote auswerten,
        Angebotskalkulation durchführen,

    c)  Methoden und Verfahren der Arbeitsplanung und -organisation unter
        Berücksichtigung der Herstellungsprozesse von Siebdruckprodukten sowie
        gestalterischer Aspekte, des Einsatzes von Material, Geräten,
        Maschinen und Systemen sowie Personal bewerten, dabei
        qualitätssichernde Maßnahmen darstellen sowie Schnittstellen zwischen
        Arbeitsbereichen berücksichtigen,

    d)  berufsbezogene rechtliche Vorschriften und technische Normen sowie
        allgemein anerkannte Regeln der Technik anwenden, insbesondere Haftung
        bei der Herstellung von Siebdruckprodukten und bei Serviceleistungen
        beurteilen,

    e)  auftragsbezogenen Einsatz von Material, Werk- und Hilfsstoffen,
        Geräten, Maschinen und Systemen bestimmen und begründen,

    f)  Unteraufträge vergeben und kontrollieren,

    g)  Mengen ermitteln und berechnen, Vor- und Nachkalkulation durchführen;

3.  Betriebsführung und Betriebsorganisation

    Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist, Aufgaben der
    Betriebsführung und Betriebsorganisation unter Berücksichtigung der
    rechtlichen Vorschriften, auch unter Anwendung von Informations- und
    Kommunikationssystemen, in einem Siebdruckbetrieb wahrzunehmen; bei
    der jeweiligen Aufgabenstellung sollen mehrere der unter Buchstabe a
    bis h aufgeführten Qualifikationen verknüpft werden:

    a)  betriebliche Kosten ermitteln, dabei betriebswirtschaftliche
        Zusammenhänge berücksichtigen,

    b)  betriebliche Kostenstrukturen überprüfen; betriebliche Kennzahlen
        ermitteln,

    c)  Marketingmaßnahmen zur Kundenpflege und zur Gewinnung neuer Kunden vor
        dem Hintergrund technischer und wirtschaftlicher Entwicklungen
        erarbeiten,

    d)  betriebliches Qualitätsmanagement planen und darstellen,

    e)  Aufgaben der Personalverwaltung wahrnehmen; den Zusammenhang zwischen
        Personalverwaltung sowie Personalführung und -entwicklung darstellen,

    f)  betriebsspezifische Maßnahmen zur Einhaltung der
        arbeitsschutzrechtlichen Bestimmungen und des Umweltschutzes
        entwickeln; Gefahrenpotenziale beurteilen und Maßnahmen zur
        Gefahrenvermeidung und -beseitigung festlegen,

    g)  Betriebsausstattung und Lagerhaltung sowie logistische Prozesse planen
        und darstellen,

    h)  Chancen und Risiken betrieblicher Kooperation darstellen und
        beurteilen.

(4) Die Prüfung in Teil II ist schriftlich durchzuführen. Sie soll in
jedem Handlungsfeld nicht länger als drei Stunden dauern. Eine
Prüfungsdauer von sechs Stunden täglich darf nicht überschritten
werden.

(5) Die Gesamtbewertung des Teils II wird aus dem arithmetischen
Mittel der Einzelbewertungen der Handlungsfelder gemäß Absatz 2
gebildet.

(6) Wurden in höchstens zwei der in Absatz 2 genannten Handlungsfelder
jeweils mindestens 30 und weniger als 50 Punkte erreicht, kann in
einem dieser Handlungsfelder eine mündliche Ergänzungsprüfung
durchgeführt werden, wenn diese das Bestehen des Teils II der
Meisterprüfung ermöglicht.

(7) Mindestvoraussetzung für das Bestehen des Teils II der
Meisterprüfung ist eine insgesamt ausreichende Prüfungsleistung. Die
Prüfung des Teils II ist nicht bestanden, wenn

1.  ein Handlungsfeld mit weniger als 30 Punkten bewertet worden ist oder

2.  nach durchgeführter Ergänzungsprüfung zwei Handlungsfelder jeweils mit
    weniger als 50 Punkten bewertet worden sind.

Collections: bundestag_gesetze
SiebdrMstrV-2006
Level: 2.0