Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bbhv/__59.html
Legislation: bbhv

Title: Erweiterte ambulante Physiotherapie

Description:
Verordnung über Beihilfe in Krankheits-, Pflege- und Geburtsfällen (BBhV)
Erweiterte ambulante Physiotherapie

Paragraph: 59

Full Text:
Verordnung über Beihilfe in Krankheits-, Pflege- und Geburtsfällen (BBhV)
Erweiterte ambulante Physiotherapie

1.  Aufwendungen für eine EAP nach Abschnitt 1 Nummer 15 sind nur dann
    beihilfefähig, wenn die Therapie in einer Einrichtung, die durch die
    gesetzlichen Krankenkassen oder Berufsgenossenschaften zur ambulanten
    Rehabilitation oder zur EAP zugelassen ist und bei einer der folgenden
    Indikationen angewendet wird:

    a)  Wirbelsäulensyndrome mit erheblicher Symptomatik bei

        aa) nachgewiesenem frischem Bandscheibenvorfall (auch postoperativ),

        bb) Protrusionen mit radikulärer, muskulärer und statischer Symptomatik,

        cc) nachgewiesenen Spondylolysen und Spondylolisthesen mit radikulärer,
            muskulärer und statischer Symptomatik,

        dd) instabilen Wirbelsäulenverletzungen mit muskulärem Defizit und
            Fehlstatik, wenn die Leistungen im Rahmen einer konservativen oder
            postoperativen Behandlung erbracht werden,

        ee) lockerer korrigierbarer thorakaler Scheuermann-Kyphose von mehr als
            50° Grad nach Cobb,

    b)  Operationen am Skelettsystem bei

        aa) posttraumatischen Osteosynthesen,

        bb) Osteotomien der großen Röhrenknochen,

    c)  prothetischer Gelenkersatz bei Bewegungseinschränkungen oder
        muskulären Defiziten bei

        aa) Schulterprothesen,

        bb) Knieendoprothesen,

        cc) Hüftendoprothesen,

    d)  operativ oder konservativ behandelte Gelenkerkrankungen,
        einschließlich Instabilitäten, bei

        aa) Kniebandrupturen (Ausnahme isoliertes Innenband),

        bb) Schultergelenkläsionen, insbesondere nach

            aaa) operativ versorgter Bankard-Läsion,

            bbb) Rotatorenmanschettenruptur,

            ccc) schwerer Schultersteife (frozen shoulder),

            ddd) Impingement-Syndrom,

            eee) Schultergelenkluxation,

            fff) tendinosis calcarea,

            ggg) periathritis humero-scapularis,

        cc) Achillessehnenrupturen und Achillessehnenabriss,

        dd) Knorpelschaden am Kniegelenk nach Durchführung einer
            Knorpelzelltransplantation oder nach Anwendung von Knorpelchips
            (sogenannte minced cartilage),

    e)  Amputationen.

    Voraussetzung für die Beihilfefähigkeit ist zudem eine Verordnung von

    a)  einer Krankenhausärztin oder einem Krankenhausarzt,

    b)  einer Fachärztin oder einem Facharzt für Orthopädie, Neurologie oder
        Chirurgie,

    c)  einer Ärztin oder einem Arzt für Physikalische und Rehabilitative
        Medizin oder

    d)  einer Allgemeinärztin oder einem Allgemeinarzt mit der
        Zusatzbezeichnung „Physikalische und Rehabilitative Medizin“.

2.  Eine Verlängerung der erweiterten ambulanten Physiotherapie erfordert
    eine erneute ärztliche Verordnung. Eine Bescheinigung der
    Therapieeinrichtung oder von bei dieser beschäftigten Ärztinnen oder
    Ärzten reicht nicht aus. Nach Abschluss der erweiterten ambulanten
    Physiotherapie ist der Festsetzungsstelle die Therapiedokumentation
    zusammen mit der Rechnung vorzulegen.

3.  Die erweiterte ambulante Physiotherapie umfasst je Behandlungstag
    mindestens folgende Leistungen:

    a)  Krankengymnastische Einzeltherapie,

    b)  Physikalische Therapie,

    c)  MAT.

4.  Werden Lymphdrainage, Massage, Bindegewebsmassage, Isokinetik oder
    Unterwassermassage zusätzlich erbracht, sind diese Leistungen mit dem
    Höchstbetrag nach Abschnitt 1 Nummer 15 abgegolten.

5.  Die Patientin oder der Patient muss die durchgeführten Leistungen auf
    der Tagesdokumentation unter Angabe des Datums bestätigen.

Abschnitt 3

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Level: 2.0