Source: https://www.gesetze-im-internet.de/schkfmausbv_2004/__9.html
Legislation: schkfmausbv_2004

Title: § 9 Abschlussprüfung in der Fachrichtung Linienfahrt

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Schifffahrtskaufmann/zur Schifffahrtskauffrau (SchKfmAusbV 2004)
§ 9 Abschlussprüfung in der Fachrichtung Linienfahrt

Paragraph: 9

Full Text:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Schifffahrtskaufmann/zur Schifffahrtskauffrau (SchKfmAusbV 2004)
§ 9 Abschlussprüfung in der Fachrichtung Linienfahrt

(1) Die Abschlussprüfung in der Fachrichtung Linienfahrt erstreckt
sich auf die in der Anlage 1 Abschnitt I und Abschnitt II Nr. 1
aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Die Prüfung ist in den Prüfungsbereichen Betrieb von Seeschiffen
und Seeverkehrswirtschaft, Transporte in der Linienfahrt,
Kaufmännische Steuerung und Kontrolle sowie Wirtschafts- und
Sozialkunde schriftlich und im Prüfungsbereich Fallbezogenes
Fachgespräch mündlich durchzuführen. In mindestens einem der
Prüfungsbereiche Betrieb von Seeschiffen und Seeverkehrswirtschaft
oder Transporte in der Linienfahrt soll auch die englische Sprache
fachbezogen angewendet werden.

(3) Die Anforderungen in den Prüfungsbereichen sind:

1.  Prüfungsbereich Betrieb von Seeschiffen und Seeverkehrswirtschaft:

    In höchstens 90 Minuten soll der Prüfling praxisbezogene Aufgaben
    insbesondere aus den Gebieten:

    a)  Ausrüstung, Besetzung und Einsatz von Seeschiffen,

    b)  Ladung und Ladungsbehandlung,

    c)  Haftung und Versicherung und

    d)  Verkehrsgeografie

    bearbeiten. Dabei soll er zeigen, dass er den Betrieb von Seeschiffen
    unter Beachtung der rechtlichen, technischen und verkehrspolitischen
    Rahmenbedingungen sowie der Sicherheit, des Umweltschutzes und der
    Wirtschaftlichkeit planen, vorbereiten und überwachen kann.

2.  Prüfungsbereich Transporte in der Linienfahrt:

    In höchstens 90 Minuten soll der Prüfling praxisbezogene Aufgaben
    insbesondere aus den Gebieten:

    a)  Leistungserstellung und Preisgestaltung,

    b)  intermodale Verkehre und

    c)  Transportdokumentation

    bearbeiten. Dabei soll er zeigen, dass er Transporte im Linienverkehr,
    unter Berücksichtigung von Containern oder anderen Ladungsträgern,
    einschließlich des Vor- und Nachlaufs organisieren und überwachen,
    Angebote kalkulieren, Dokumente bearbeiten, Abläufe im Linienverkehr
    darstellen und Marktentwicklungen beurteilen kann.

3.  Prüfungsbereich Kaufmännische Steuerung und Kontrolle:

    In höchstens 90 Minuten soll der Prüfling praxisbezogene Aufgaben aus
    den Gebieten:

    a)  Rechnungswesen und

    b)  Kosten- und Leistungsrechnung, Controlling

    bearbeiten. Dabei soll er zeigen, dass er Geschäftsfälle in der
    Seeschifffahrt buchungstechnisch erfassen, Zahlungsverkehr
    durchführen, Methoden der Erfolgskontrolle anwenden und Sachverhalte
    und Zusammenhänge analysieren kann.

4.  Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde:

    In höchstens 90 Minuten soll der Prüfling praxisbezogene Aufgaben oder
    Fälle bearbeiten und dabei zeigen, dass er wirtschaftliche und
    gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt und die
    Bedeutung des Seeverkehrs als Wirtschaftsfaktor darstellen kann.

5.  Prüfungsbereich Fallbezogenes Fachgespräch:

    In höchstens 30 Minuten soll der Prüfling auf der Grundlage eines
    Praxisbeispiels aus dem Bereich der Linienfahrt Lösungsvorschläge
    entwickeln und begründen. Die Leistungsschwerpunkte des
    Ausbildungsbetriebs sind zu berücksichtigen. Dabei soll er zeigen,
    dass er komplexe Fachaufgaben analysieren und situationsgerecht
    reagieren kann. Teile des Fachgesprächs sollen in englischer
    Fachsprache durchgeführt werden.

(4) Sind in der schriftlichen Prüfung die Prüfungsleistungen in bis zu
zwei Prüfungsbereichen mit "mangelhaft" und in den übrigen
schriftlichen Prüfungsbereichen mit mindestens "ausreichend" bewertet
worden, so ist auf Antrag des Prüflings oder nach Ermessen des
Prüfungsausschusses in einem der mit "mangelhaft" bewerteten
Prüfungsbereiche die schriftliche Prüfung durch eine mündliche Prüfung
von etwa 15 Minuten zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen der
Prüfung den Ausschlag geben kann. Der Prüfungsbereich ist vom Prüfling
zu bestimmen. Bei der Ermittlung des Ergebnisses für diesen
Prüfungsbereich sind die Ergebnisse der schriftlichen Arbeit und der
mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2 : 1 zu gewichten.

(5) Zum Bestehen der Abschlussprüfung müssen im Gesamtergebnis und in
vier Prüfungsbereichen, darunter die Prüfungsbereiche Betrieb von
Seeschiffen und Seeverkehrswirtschaft sowie Fallbezogenes
Fachgespräch, mindestens ausreichende Leistungen erbracht sind. Werden
die Prüfungsleistungen in einem Prüfungsbereich mit "ungenügend"
bewertet, so ist die Prüfung nicht bestanden.

Collections: bundestag_gesetze
SchKfmAusbV-2004
Level: 2.0