Source: https://www.gesetze-im-internet.de/strlschv_2018/__200.html
Legislation: strlschv_2018

Title: **Teil C: Übrige Annahmen**

Description:
Verordnung zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung (StrlSchV 2018)
**Teil C: Übrige Annahmen**

Paragraph: 200

Full Text:
Verordnung zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung (StrlSchV 2018)
**Teil C: Übrige Annahmen**

1.  Zur Berechnung der Exposition sind die in Anlage 18 Teil B Nummer 4
    genannten Dosiskoeffizienten und Vorgaben sowie weitere in den
    Allgemeinen Verwaltungsvorschriften genannte Dosiskoeffizienten zu
    verwenden.

2.  Zur Berechnung der Exposition sind alle wirksamen Quellen gemäß den
    Kriterien in den Allgemeinen Verwaltungsvorschriften zu
    berücksichtigen.

3.  Zur Berechnung der Exposition ist von Modellen auszugehen, die einen
    Gleichgewichtszustand beschreiben. Die erwarteten Schwankungen
    radioaktiver Ableitungen sind dabei durch geeignete Wahl der
    Berechnungsparameter zu berücksichtigen.

4.  Bei Ableitungen mit Luft ist für die Ausbreitungsrechnung das
    Lagrange-Partikel-Modell zu verwenden. Für die prospektive Berechnung
    der Exposition ist eine langjährige Wetterstatistik oder die Zeitreihe
    eines repräsentativen Jahres zugrunde zu legen, für die retrospektive
    Berechnung der Exposition die meteorologischen Daten des betrachteten
    Zeitraums. Im Einzelfall kann die zuständige Behörde zur
    Berücksichtigung von Besonderheiten des Standorts oder der
    kerntechnischen Anlage, der Anlage im Sinne des § 9a Absatz 3 Satz 1
    erster Halbsatz zweiter Satzteil des Atomgesetzes, der Anlage zur
    Erzeugung ionisierender Strahlung oder der anderen Einrichtung die
    Anwendung anderer Verfahren anordnen oder zulassen. Bei Ableitungen
    mit Wasser sind für die prognostische Berechnung der Exposition
    langjährige Mittelwerte der Wasserführung der Vorfluter zugrunde zu
    legen. Für die retrospektive Berechnung der Exposition ist der
    Mittelwert der Wasserführung der Vorfluter im betrachteten Zeitraum
    heranzuziehen.

5.  Die Festlegung von Parameterwerten ist in Verbindung mit den
    Berechnungsmodellen so zu treffen, dass bei dem Gesamtergebnis eine
    Unterschätzung der Exposition der repräsentativen Person nicht zu
    erwarten ist. Sind zur Berechnung der Exposition Parameter zu
    berücksichtigen, deren Zahlenwerte einer Schwankungsbreite
    unterliegen, dürfen nur in begründeten Ausnahmefällen Extremwerte der
    Einzelparameter gewählt werden.

6.  Bei der retrospektiven Berechnung der Exposition sind die
    standortspezifischen Verhältnisse, gegebenenfalls auch
    standortspezifische Modellparameter sowie aktuelle repräsentative
    statistische Daten, im betrachteten Zeitraum zu berücksichtigen. Es
    ist wie folgt vorzugehen:

    a)  Es werden die gemessenen oder bilanzierten tatsächlichen Emissionen
        sowie die gemessene oder berechnete Direktstrahlung in der Umgebung
        des Standortes berücksichtigt.

    b)  Es werden nur diejenigen Expositionspfade zugrunde gelegt, die auf
        Grund der realen Gegebenheiten in der Umgebung des Standortes
        tatsächlich zur Exposition beitrugen. Dabei ist insbesondere die
        tatsächliche Nutzung (nicht die Nutzungsmöglichkeiten) in der Umgebung
        maßgebend.

    c)  Zur Berechnung der Ingestionsdosis durch Lebensmittel sind bevorzugt
        nur diejenigen Lebensmittelgruppen zu berücksichtigen, die im
        betrachteten Zeitraum in der Umgebung des Standortes erzeugt wurden.
        Soweit diese Informationen nicht mit vertretbarem Aufwand beschafft
        werden können, ist wie bei der prospektiven Berechnung der Exposition
        zu verfahren.

    d)  Für die Anreicherung radioaktiver Stoffe im Boden und in anderen
        Umweltmedien wird einzelfallbezogen die tatsächliche Gesamtdauer der
        Emissionen unterstellt (Betriebsphase und gegebenenfalls auch
        Nachbetriebsphase).

    e)  Es sind bevorzugt die realen Aufenthaltsdauern und -orte während des
        betrachteten Zeitraums zu berücksichtigen. Soweit diese Informationen
        nicht mit vertretbarem Aufwand beschafft werden können, ist wie bei
        der prospektiven Berechnung der Exposition zu verfahren.

7.  Bei der Ermittlung der zu erwartenden Exposition nach § 100 Absatz 1
    im Rahmen des Genehmigungs- oder Anzeigeverfahrens für Tätigkeiten
    nach § 4 Absatz 1 Nummer 1 und Nummer 3 bis 8 des
    Strahlenschutzgesetzes sind die berechneten effektiven Dosen infolge
    der Ableitung radioaktiver Stoffe mit Luft oder Wasser mit den
    nachstehenden generischen radionuklidspezifischen Faktoren und
    expositionspfadspezifischen Faktoren zu multiplizieren.

Tabelle 4
**Generische radionuklidspezifische Faktoren**

Collections: bundestag_gesetze
StrlSchV-2018
Level: 2.0