Source: https://www.gesetze-im-internet.de/npsg/__7.html
Legislation: npsg

Title: Anlage

Description:
Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz (NpSG)
Anlage

Paragraph: 7

Full Text:
Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz (NpSG)
Anlage

(Fundstelle: BGBl. 2025 I Nr. 292, S. 3 – 21)

**Vorbemerkungen**

Die Stoffgruppendefinitionen der Nummern 1 bis 9 schließen alle
denkbaren geladenen Formen, Stereoisomere, Salze und
isotopensubstituierte Verbindungen eines erfassten Stoffes ein. Die
festgelegten Molekülmassenbegrenzungen gelten bei geladenen Formen und
Salzen nur für den Molekülteil ausschließlich des Gegen-Ions. Ein
Wasserstoffatom ist ein möglicher Substituent.

**1.** Von 2-Phenethylamin abgeleitete Verbindungen ****

    Eine von 2-Phenethylamin abgeleitete Verbindung ist jede chemische
    Verbindung, die von einer 2-Phenylethan-1-amin-Grundstruktur
    abgeleitet werden kann (ausgenommen 2-Phenethylamin selbst), eine
    maximale Molekülmasse von 500 u hat und dem nachfolgend beschriebenen
    modularen Aufbau aus Strukturelement A und Strukturelement B
    entspricht.

    *        *            ![bgbl1_2025_j02920_0010.jpg](bgbl1_2025_j02920_0010.jpg)

    *        *   **Strukturelement A**

        *   **Strukturelement B**

    Dies schließt chemische Verbindungen mit einer Cathinon-Grundstruktur
    (2-Amino-1-phenyl-1-propanon) ein:

    *        *            ![bgbl1_2025_j02920_0020.jpg](bgbl1_2025_j02920_0020.jpg)

    *        *   **Strukturelement A**

        *   **Strukturelement B**

    Nicht von der Stoffgruppe Nummer 1 erfasst werden Stoffe, die zwar
    eine Definition dieser Stoffgruppe erfüllen, jedoch zugleich eine in
    den Stoffgruppendefinitionen der Nummern 2 bis 9 genannte Kern- oder
    Grundstruktur besitzen und von der Stoffgruppendefinition der
    jeweiligen Nummer nicht erfasst werden.

**1.1** **Strukturelement A**

    Für das Strukturelement A sind die folgenden Ringsysteme
    eingeschlossen, wobei sich das Strukturelement B an jeder Position des
    Strukturelements A befinden kann: Phenyl‑, Furanyl‑, Pyrrolyl‑,
    Thienyl‑, Pyridyl‑, Cyclopentyl‑ und Cyclohexylring.

    *        *            ![bgbl1_2025_j02920_0030.jpg](bgbl1_2025_j02920_0030.jpg)
        *            ![bgbl1_2025_j02920_0040.jpg](bgbl1_2025_j02920_0040.jpg)
        *            ![bgbl1_2025_j02920_0050.jpg](bgbl1_2025_j02920_0050.jpg)
        *            ![bgbl1_2025_j02920_0060.jpg](bgbl1_2025_j02920_0060.jpg)

    *        *   Phenyl-

        *   Furanyl-

        *   Pyrrolyl-

        *   Thienyl-

    *        *            ![bgbl1_2025_j02920_0070.jpg](bgbl1_2025_j02920_0070.jpg)
        *            ![bgbl1_2025_j02920_0080.jpg](bgbl1_2025_j02920_0080.jpg)
        *            ![bgbl1_2025_j02920_0090.jpg](bgbl1_2025_j02920_0090.jpg)

    *        *   Pyridyl-

        *   Cyclopentyl-

        *   Cyclohexyl-

    Darüber hinaus kann das Strukturelement A aus den folgenden
    bizyklischen oder trizyklischen Systemen bestehen, wobei sich das
    Strukturelement B an jeder Position des bizyklischen oder
    trizyklischen Systems befinden kann:

    *        *            ![bgbl1_2025_j02920_0100.jpg](bgbl1_2025_j02920_0100.jpg)

   Die anellierten Ringe R
    m                    und R
    p                    können aus gesättigten, ungesättigten oder
    aromatischen Ringstrukturen mit vier bis acht Ringatomen (inkl. der
    zwei Kohlenstoffatome des Rings Z) bestehen. Diese Ringe R
    m                    und R
    p                    können neben Kohlenstoff jeweils maximal zwei
    Atome aus den Elementen Sauerstoff, Stickstoff und Schwefel in
    beliebiger Kombination im Ring aufweisen. Das Heteroatom/die
    Heteroatome in den Ringen R
    m                    und R
    p                    dürfen ausschließlich direkt an den Ring Z
    angebunden sein. Eine mögliche freie Valenz eines Stickstoffatoms in
    den Ringen R
    m                    und R
    p                    kann ein Wasserstoffatom oder einen Methyl- oder
    Ethylrest tragen.

    Die Kohlenstoffatome der genannten Ringsysteme des Strukturelements A
    können an jeder Position mit folgenden Atomen oder Atomgruppen (R
    n                   ) substituiert sein:

    Wasserstoff, Fluor, Chlor, Brom, Iod, Alkyl- (bis C
    8                   ), Alkenyl- (bis C
    8                   ), Alkinyl- (bis C
    8                   ), Alkoxy- (bis C
    7                   ), Carboxy-, Alkylsulfanyl- (bis C
    7                   ) und Nitrogruppen.

    Die aufgeführten Atomgruppen können weiterhin mit beliebigen, chemisch
    möglichen Kombinationen der Elemente Kohlenstoff, Wasserstoff,
    Stickstoff, Sauerstoff, Schwefel, Fluor, Chlor, Brom und Iod
    substituiert sein. Die auf diese Weise entstehenden Substituenten
    dürfen dabei eine durchgehende Kettenlänge von maximal acht Atomen
    aufweisen (ohne Mitzählung von Wasserstoffatomen). Atome von
    Ringstrukturen werden dabei nicht in die Zählung einbezogen.

    Moleküle, bei denen durch R
    n                    zyklische Systeme entstehen, die an das
    Strukturelement A anelliert sind, werden von der
    Stoffgruppendefinition nicht erfasst.

**1.2** **Strukturelement B**

    Die 2-Aminoethyl-Seitenkette des Strukturelements B kann mit folgenden
    Atomen, Atomgruppen oder Ringsystemen substituiert sein:

    a)  R
        1                          und R
        2                          am Stickstoffatom:

        Wasserstoff, Alkyl- (bis C
        6                         ), Cycloalkyl- (Ringgröße bis C
        6                         ), Benzyl-, Alkenyl- (bis C
        6                         ), Alkinyl- (bis C
        6                         ), Alkylcarbonyl- (bis C
        6                         ), Alkyloxycarbonyl- (Alkylrest bis C
        6                         ), Alkylthiocarbonyl- (Alkylrest bis C
        6                         ), Alkylcarbamoyl- (Alkylrest bis C
        6                         ), Arylcarbonyl- (Arylrest bis C
        10                         ), Hydroxy- und Aminogruppen. Ferner sind
        Stoffe eingeschlossen, bei denen das Stickstoffatom Bestandteil eines
        nichtaromatischen gesättigten oder ungesättigten zyklischen Systems
        ist (beispielsweise Pyrrolidinyl-, Piperidinyl-Ringe). Ein Ringschluss
        des Stickstoffatoms unter Einbeziehung von Teilen des Strukturelements
        B (Reste R
        3                          bis R
        6                         ) ist möglich. Die dabei entstehende
        Molekülstruktur muss hinsichtlich der Substituenten auch ohne den
        erfolgten Ringschluss zum Strukturelement B konform zu Nummer 1.2
        Buchstabe a sein. Die dabei entstehenden Ringsysteme können die
        Elemente Kohlenstoff, Sauerstoff, Schwefel, Stickstoff und Wasserstoff
        enthalten. Diese Ringsysteme dürfen fünf bis sieben Atome umfassen.
        Eine Doppelbindung als Brücke zum Strukturelement B ist möglich. Die
        Reste R
        1                         /R
        2                          können ausschließlich in dem bei einem
        Ringschluss mit Teilen des Strukturelements B entstehenden Ringsystem
        als doppelt gebundener Rest (Iminstruktur) vorliegen.

        Ausgenommen von den erfassten Stoffen der Stoffgruppe der von
        2-Phenethylamin abgeleiteten Verbindungen sind Verbindungen, bei denen
        das Stickstoffatom direkt in ein zyklisches System integriert ist, das
        an das Strukturelement A anelliert ist.

        Die Substituenten R
        1                          und R
        2                          können (bei Ringschlüssen nur nach dem
        Ringschluss) weiterhin mit beliebigen, chemisch möglichen
        Kombinationen der Elemente Kohlenstoff, Wasserstoff, Stickstoff,
        Sauerstoff, Schwefel, Fluor, Chlor, Brom und Iod substituiert sein.
        Die auf diese Weise entstehenden Substituenten R
        1                         /R
        2                          dürfen dabei eine durchgehende Kettenlänge
        von maximal zehn Atomen aufweisen (ohne Mitzählung von
        Wasserstoffatomen). Atome von Ringstrukturen werden dabei nicht in die
        Zählung einbezogen.

    b)  R
        3                          und R
        4                          am C
        1                         -Atom sowie R
        5                          und R
        6                          am C
        2                         -Atom:

        Wasserstoff, Fluor, Chlor, Brom, Iod, Alkyl- (bis C
        10                         ), Cycloalkyl- (Ringgröße bis C
        10                         ), Benzyl-, Phenyl-, Alkenyl- (bis C
        10                         ), Alkinyl- (bis C
        10                         ), Hydroxy-, Alkoxy- (bis C
        10                         ), Alkylsulfanyl- (bis C
        10                         ) und Alkyloxycarbonylgruppen (Alkylrest
        bis C
        10                         ), einschließlich der chemischen
        Verbindungen, bei denen Substitutionen zu einem Ringschluss mit dem
        Strukturelement A oder zu Ringsystemen, die die Reste R
        3                          bis R
        6                          enthalten, führen können. Diese Ringsysteme
        dürfen vier bis sechs Atome umfassen.

        Die aufgeführten Atomgruppen und Ringsysteme können zudem mit
        beliebigen, chemisch möglichen Kombinationen der Elemente Kohlenstoff,
        Wasserstoff, Stickstoff, Sauerstoff, Schwefel, Fluor, Chlor, Brom und
        Iod substituiert sein. Die auf diese Weise entstehenden Substituenten
        R
        3                          bis R
        6                          dürfen dabei eine durchgehende Kettenlänge
        von maximal zwölf Atomen aufweisen (ohne Mitzählung von
        Wasserstoffatomen). Atome von Ringstrukturen werden dabei nicht in die
        Zählung einbezogen.

        Sofern die Reste R
        3                          bis R
        6                          Bestandteil eines Ringsystems sind, das das
        Stickstoffatom des Strukturelements B enthält, gelten für weitere
        Substituenten die Beschränkungen gemäß Buchstabe a.

    c)  Carbonylgruppe in beta-Stellung zum Stickstoffatom (sogenannte beta-
        keto-Derivate/Cathinone, siehe Abbildung der Cathinon-Grundstruktur
        unter Nummer 1: R
        5                          und R
        6                          am C
        2                         -Atom: Carbonylgruppe (C=O)).

**2.** Cannabimimetika/synthetische Cannabinoide ****

**2.1** **Von Indol, Indolizin, Pyrrol, Pyrazol und Chinolon abgeleitete
    Verbindungen**

    Ein Cannabimimetikum bzw. ein synthetisches Cannabinoid der von Indol,
    Indolizin, Pyrrol, Pyrazol oder Chinolon abgeleiteten Verbindungen ist
    jede chemische Verbindung, die dem nachfolgend anhand eines
    Strukturbeispiels beschriebenen modularen Aufbau mit einer
    Kernstruktur entspricht. Die Verbindung ist an einer definierten
    Position über eine Brücke mit einem Brückenrest verknüpft und trägt an
    einer definierten Position der Kernstruktur eine Seitenkette.

    Die Abbildung verdeutlicht den modularen Aufbau am Beispiel des
    1-Fluor-JWH-018:

    *        *            ![bgbl1_2025_j02920_0110.jpg](bgbl1_2025_j02920_0110.jpg)

   1-Fluor-JWH-018 besitzt eine Indol-1,3-diyl-Kernstruktur, eine
    Carbonyl-Brücke in Position 3, einen 1-Naphthyl-Brückenrest und eine
    1-Fluorpentyl-Seitenkette in Position 1.

    Kernstruktur, Brücke, Brückenrest und Seitenkette werden wie folgt
    definiert:

**2.1.1** **Kernstruktur**

    Die Kernstruktur schließt die nachfolgend in den Buchstaben a bis l
    beschriebenen Ringsysteme ein. Die Ringsysteme der Buchstaben a bis j
    können an den in den nachfolgenden Abbildungen gekennzeichneten
    Positionen mit einer beliebigen Kombination der Atome Wasserstoff,
    Fluor, Chlor, Brom, Iod und Phenyl‑, Methyl‑, Trifluormethyl-,
    Trimethylsilyl-, Methoxy‑, Trifluormethoxy- und Nitrogruppen als
    Atomgruppen (Reste R
    1                    bis R
    3                   ) substituiert sein.

    Die Wellenlinie gibt den Bindungsort für die Brücke an. Die
    durchbrochene Linie gibt den Bindungsort für die Seitenkette an:

    *        *   a)

        *   Indol-1,3-diyl (X = CH, C-CH
            3                             , C-F, C-Cl, C-Br und C-I) und
            Indazol-1,3-diyl (X = N)
            (Bindungsort für die Brücke in Position 3, Bindungsort für die
            Seitenkette in Position 1)

    *        *
        *            ![bgbl1_2025_j02920_0120.jpg](bgbl1_2025_j02920_0120.jpg)
        *   X = CH, C-CH
            3                             , C-F, C-Cl, C-Br, C-I oder N

    *        *   b)

        *   4-, 5-, 6- oder 7-Azaindol-1,3-diyl (X = CH, C-CH
            3                             , C-F, C-Cl, C-Br und C-I) und 4-, 5-,
            6- oder
            7-Azaindazol-1,3-diyl (X = N)
            (Bindungsort für die Brücke in Position 3, Bindungsort für die
            Seitenkette in Position 1)

    *        *
        *            ![bgbl1_2025_j02920_0130.jpg](bgbl1_2025_j02920_0130.jpg)
        *            ![bgbl1_2025_j02920_0140.jpg](bgbl1_2025_j02920_0140.jpg)
        *   jeweils:
            X = CH, C-CH
            3                             , C-F, C-Cl, C-Br, C-I oder N

    *        *
        *   4-Aza-Derivate

        *   5-Aza-Derivate

    *        *
        *            ![bgbl1_2025_j02920_0150.jpg](bgbl1_2025_j02920_0150.jpg)
        *            ![bgbl1_2025_j02920_0160.jpg](bgbl1_2025_j02920_0160.jpg)

    *        *
        *   6-Aza-Derivate

        *   7-Aza-Derivate

    *        *   c)

        *   1
            H                             -Indol-2-on-1,3-diyl
            (Bindungsort für die Brücke in Position 3,
            Bindungsort für die Seitenkette in Position 1)

        *            ![bgbl1_2025_j02920_0170.jpg](bgbl1_2025_j02920_0170.jpg)

    *        *   d)

        *   Carbazol-1,4-diyl
            (Bindungsort für die Brücke in Position 4,
            Bindungsort für die Seitenkette in Position 1)

        *            ![bgbl1_2025_j02920_0180.jpg](bgbl1_2025_j02920_0180.jpg)

    *        *   e)

        *   Benzimidazol-1,2-diyl-Isomer I
            (Bindungsort für die Brücke in Position 2,
            Bindungsort für die Seitenkette in Position 1)

        *            ![bgbl1_2025_j02920_0190.jpg](bgbl1_2025_j02920_0190.jpg)

    *        *
        *   und

        *
        *

    *        *
        *   Benzimidazol-1,2-diyl-Isomer II
            (Bindungsort für die Brücke in Position 1,
            Bindungsort für die Seitenkette in Position 2)

        *            ![bgbl1_2025_j02920_0200.jpg](bgbl1_2025_j02920_0200.jpg)

    *        *   f)

        *   Indolizin-1,3-diyl
            (Bindungsort für die Brücke in Position 1,
            Bindungsort für die Seitenkette in Position 3)

        *            ![bgbl1_2025_j02920_0210.jpg](bgbl1_2025_j02920_0210.jpg)

    *        *   g)

        *   6-, 7-, 8-Azaindolizin-1,3-diyl
            (Bindungsort für die Brücke in Position 1,
            Bindungsort für die Seitenkette in Position 3)

    *        *
        *            ![bgbl1_2025_j02920_0220.jpg](bgbl1_2025_j02920_0220.jpg)

    *        *   h)

        *   2-Chinolon-1,3-diyl
            (Bindungsort für die Brücke in Position 3,
            Bindungsort für die Seitenkette in Position 1)

        *            ![bgbl1_2025_j02920_0230.jpg](bgbl1_2025_j02920_0230.jpg)

    *        *   i)

        *   5-,6-,7-,8-Aza-2-chinolon-1,3-diyl
            (Bindungsort für die Brücke in Position 3,
            Bindungsort für die Seitenkette in Position 1)

    *        *
        *            ![bgbl1_2025_j02920_0240.jpg](bgbl1_2025_j02920_0240.jpg)

    *        *   j)

        *   3-Phenylpyrazol-1,5-diyl
            (Bindungsort für die Brücke in Position 5,
            Bindungsort für die Seitenkette in Position 1)

        *            ![bgbl1_2025_j02920_0250.jpg](bgbl1_2025_j02920_0250.jpg)

    *        *
        *   und

    *        *
        *   5-Phenylpyrazol-1,3-diyl
            (Bindungsort für die Brücke in Position 3,
            Bindungsort für die Seitenkette in Position 1)

    *        *   k)

        *   Zusätzlich zu den unter den Buchstaben a und b genannten
            Kernstrukturen werden auch folgende vom Pyrrol und Pyrazol abgeleitete
            Kernstrukturen erfasst:

    *        *
        *   Pyrrol-1,3-diyl (X = CH, C-CH
            3                             , C-F, C-Cl, C-Br und C-I) und
            Pyrazol-1,3-diyl (X = N) mit nichtaromatischer Ringanellierung in 4-
            und 5-Position
            (Bindungsort für die Brücke in Position 3,
            Bindungsort für die Seitenkette in Position 1)

    *        *
        *            ![bgbl1_2025_j02920_0260.jpg](bgbl1_2025_j02920_0260.jpg)
        *
        *   X = CH, C-CH
            3                             , C-F, C-Cl, C-Br, C-I oder N

    *        *
        *   Der anellierte Rest R
            n                              kann in dieser Untergruppe aus
            gesättigten oder ungesättigten, nicht jedoch aromatischen Mono- und
            Polyzyklen bestehen. Aromatisch anellierte Pyrrole und Pyrazole werden
            durch die unter den Buchstaben a und b genannten Kernstrukturen
            erfasst. Monozyklen können drei bis acht Ringatome (inklusive der
            beiden anellierten C-Atome an der Kernstruktur) aufweisen. Bei den
            Polyzyklen darf jeder Ring drei bis sieben Ringatome (inklusive der
            beiden anellierten C-Atome an der Kernstruktur) aufweisen. Die
            Ringatome von Mono- und Polyzyklen können aus den Atomen Kohlenstoff,
            Sauerstoff und Schwefel bestehen. Das anellierte Ringsystem R
            n                              kann an beliebigen Positionen mit einer
            beliebigen Kombination folgender Atome und Atomgruppen substituiert
            sein: Wasserstoff, Fluor, Chlor, Brom, Iod und Phenyl‑, Methyl‑,
            Trifluormethyl-, Trimethylsilyl-, Methoxy‑, Trifluormethoxy- und
            Nitrogruppen.

    *        *   l)

        *   4-Chinolon-1,3-diyl
            (Bindungsort für die Brücke in Position 3,
            Bindungsort für die Seitenkette in Position 1)

        *            ![bgbl1_2025_j02920_0270.jpg](bgbl1_2025_j02920_0270.jpg)

    *        *
        *   Der Rest R kann aus einem der folgenden Atome oder der folgenden
            Atomgruppe bestehen: Wasserstoff, Fluor, Chlor, Brom, Iod und
            Phenylthiogruppe (Anbindung über den Schwefel an die Kernstruktur).

**2.1.2** **Brücke an der Kernstruktur**

    Die Brücke an der Kernstruktur schließt die folgenden Strukturelemente
    ein, die jeweils an der unter Nummer 2.1.1 bezeichneten Stelle an die
    Kernstruktur gebunden sind:

    a)  Carbonyl‑, Methylencarbonyl‑ (CH
        2                         -Gruppe an Kernstruktur geknüpft) und
        Azacarbonylgruppe,

    b)  Carboxamidogruppe (Carbonylgruppe an Kernstruktur geknüpft) unter
        Einschluss von kohlenstoff- und wasserstoffhaltigen Substituenten am
        Amidstickstoff, die mit Position 2 der Indolkernstruktur (Nummer 2.1.1
        Buchstabe a: X = CH) einen Sechsring bilden, und
        Methylencarboxamidogruppe (CH
        2                         -Gruppe an Kernstruktur geknüpft),

    c)  Carboxyl- (Carbonylgruppe an Kernstruktur geknüpft) und
        Methylencarboxylgruppe (CH
        2                         -Gruppe an Kernstruktur geknüpft),

    d)  direkt an die Kernstruktur angebundene Stickstoffheterocyclen, die
        auch weitere Stickstoff-, Sauerstoff- oder Schwefelatome enthalten
        können, mit einer Ringgröße von bis zu fünf Atomen sowie einer
        Doppelbindung zum Stickstoffatom an der Anknüpfungsstelle,

    e)  Hydrazongruppe mit Doppelbindung vom Stickstoff zu Position 3 der
        Kernstruktur zu Nummer 2.1.1 Buchstabe c,

    f)  Oxaspirocycloalkylgruppen mit einem Sauerstoffatom benachbart zum
        Spirozentrum, die eine Ringgröße des Oxaspirocycloalkylrings bis zu
        sechs Atome insgesamt nicht übersteigen (x = 1 – 4).

        *            *                ![bgbl1_2025_j02920_0280.jpg](bgbl1_2025_j02920_0280.jpg)

**2.1.3** **Brückenrest**

    a)  Der Brückenrest kann Kombinationen der Atome Kohlenstoff, Wasserstoff,
        Stickstoff, Sauerstoff, Silizium, Schwefel, Fluor, Chlor, Brom und Iod
        enthalten, die eine maximale Molekülmasse von 400 u haben und folgende
        Strukturelemente beinhalten können:

        aa) beliebig substituierte gesättigte, ungesättigte oder aromatische
            Ringstrukturen einschließlich Polyzyklen und Heterozyklen, wobei eine
            Anbindung an die Brücke auch über einen Substituenten möglich ist,

        bb) beliebig substituierte Kettenstrukturen mit mindestens einem
            Kohlenstoffatom, die unter Einbeziehung der Heteroatome eine
            durchgehende Kettenlänge von maximal zwölf Atomen (ohne Mitzählung von
            Wasserstoffatomen) aufweisen.

    b)  Brücken mit der Möglichkeit der Anbindung von mehreren Brückenresten,
        beispielsweise Brücken zu Nummer 2.1.2 Buchstabe b, d oder Buchstabe
        e, können auch mehrere Brückenreste gemäß den Definitionen zu Nummer
        2\.1.3 Buchstabe a Doppelbuchstabe aa und zu Nummer 2.1.3 Buchstabe a
        Doppelbuchstabe bb tragen. Die Molekülmassenbeschränkung von insgesamt
        400 u gilt dann für die Summe der Brückenreste.

**2.1.4** **Seitenkette**

    Die Seitenkette kann beliebige Kombinationen der Atome Kohlenstoff,
    Wasserstoff, Stickstoff, Sauerstoff, Schwefel, Silizium, Fluor, Chlor,
    Brom und Iod aufweisen, soweit sie nicht gemäß den Buchstaben a und b
    eingeschränkt werden. Die Seitenkette darf eine maximale Molekülmasse
    von 300 u aufweisen und muss jeweils an der unter Nummer 2.1.1
    bezeichneten Stelle der Kernstruktur angebunden sein. Die Seitenkette
    kann folgende Strukturelemente aufweisen:

    a)  beliebig substituierte Kettenstrukturen mit mindestens einem
        Kohlenstoffatom, die innerhalb der Kette neben weiteren
        Kohlenstoffatomen ausschließlich auch Sauerstoff‑, Schwefel- und
        Siliziumatome aufweisen können und unter Einbeziehung der Heteroatome
        eine durchgehende Kettenlänge von drei bis maximal zehn Atomen (ohne
        Mitzählung von Wasserstoffatomen) aufweisen,

    b)  direkt angebundene oder über eine Kohlenwasserstoffbrücke (gesättigt
        oder einfach ungesättigt, verzweigt oder nicht verzweigt, in Position
        2 optional oxo-substituiert) mit insgesamt ein bis vier
        Kohlenstoffatomen gekoppelte, beliebig substituierte gesättigte,
        ungesättigte oder aromatische Ringstrukturen mit drei bis sieben
        Ringatomen einschließlich Polyzyklen und Heterozyklen. Bei den
        Polyzyklen darf jeder Ring drei bis sieben Ringatome aufweisen.
        Heterozyklen dürfen neben Kohlenstoff die Atome Sauerstoff, Stickstoff
        und Schwefel im Ring aufweisen. Eine mögliche freie Valenz eines
        Stickstoffatoms im Ring kann ein Wasserstoffatom oder einen Methyl-
        oder Ethylrest tragen.

**2.2** **Von 3-Sulfonylamidobenzoesäure abgeleitete Verbindungen**

    Zu dieser eigenständigen Gruppe der Cannabimimetika/synthetischen
    Cannabinoide, die nicht nach dem unter Nummer 2.1 beschriebenen
    modularen Aufbau zusammengesetzt ist, gehören die Stoffe, die eine der
    beiden unter Nummer 2.2.1 beschriebenen Kernstrukturen besitzen, mit
    den unter Nummer 2.2.2 beschriebenen Substituenten besetzt sein können
    und eine maximale Molekülmasse von 500 u haben.

**2.2.1** **Kernstruktur**

    Die Kernstruktur schließt die nachfolgend in den Buchstaben a und b
    beschriebenen Moleküle ein. Diese können an den in den nachfolgenden
    Abbildungen gekennzeichneten Positionen mit den unter Nummer 2.2.2
    genannten Atomen und Atomgruppen (Reste R
    1                    bis R
    4                   ) substituiert sein:

    *        *   a)

        *   3-Sulfonylamidobenzoate

        *            ![bgbl1_2025_j02920_0290.jpg](bgbl1_2025_j02920_0290.jpg)

    *        *   b)

        *   3-Sulfonylamidobenzamide

        *            ![bgbl1_2025_j02920_0300.jpg](bgbl1_2025_j02920_0300.jpg)

**2.2.2** Reste R
    1 **** **, R**
    2 **** **, R**
    3 **** **und R**
    4 ****

    a)  Der Rest R
        1                          kann aus einem der folgenden Atome oder
        einer der folgenden Atomgruppen bestehen: Wasserstoff, Fluor, Chlor,
        Brom, Iod, Methyl-, Ethyl- und Methoxygruppe.

    b)  Der Rest R
        2                          kann aus einem der folgenden Ringsysteme
        bestehen: Phenyl-, Pyridyl-, Cumyl-,
        8-Chinolinyl-,                          3-Isochinolinyl-, 1-Naphthyl-
        und Adamantylrest. Diese Ringsysteme können weiterhin mit beliebigen
        Kombinationen der folgenden Atome oder Atomgruppen substituiert sein:
        Wasserstoff, Fluor, Chlor, Brom, Iod, Methoxy-, Amino-, Hydroxy-,
        Cyano-, Methyl- und Phenoxygruppen.

    c)  Die Reste R
        3                          und R
        4                          können aus Wasserstoffatomen, Methyl-,
        Ethyl-, Propyl- und Isopropylgruppen in beliebiger Kombination
        bestehen. Die Reste R
        3                          und R
        4                          können auch ein gesättigtes Ringsystem bis
        zu einer Größe von sieben Atomen einschließlich des Stickstoffatoms
        bilden. Dieses Ringsystem kann die weiteren Elemente Stickstoff,
        Sauerstoff und Schwefel enthalten und eine beliebige Kombination der
        Elemente Wasserstoff, Fluor, Chlor, Brom und Iod tragen. Für die
        Substitution des Stickstoffatoms in einem solchen Ring gelten die für
        die Reste R
        3                          und R
        4                          in Satz 1 von Buchstabe c angegebenen
        Substitutionsmöglichkeiten.

**2.3** Von 6
    H                     -Benzo(c)chromen-1-ol (6
    H **-Dibenzo(b,d)pyran-1-ol) abgeleitete Verbindungen**

    Zu dieser eigenständigen Gruppe der Cannabimimetika/synthetischen
    Cannabinoide, die nicht nach dem unter den Nummern 2.1 und 2.2
    beschriebenen modularen Aufbau zusammengesetzt sind, gehören die
    Stoffe, die eine unter Nummer 2.3.1 beschriebene Kernstruktur
    besitzen, mit den unter Nummer 2.3.2 beschriebenen Substituenten
    besetzt sein können und eine maximale Molekülmasse von 600 u haben.

**2.3.1** **Kernstruktur**

    Die Kernstruktur schließt folgende von 6
    H                   -Benzo(c)chromen-1-ol (6
    H                   -Dibenzo(b,d)pyran-1-ol) abgeleiteten Verbindungen
    ein unabhängig vom Hydrierungsgrad des aromatischen Ringes A und der
    Position der dabei gegebenenfalls darin verbleibenden Doppelbindungen.
    Die Verbindungen können an den gekennzeichneten Positionen mit den
    unter Nummer 2.3.2 genannten Atomen und Atomgruppen (Reste R
    1                    bis R
    5                    und R
    n                   ) substituiert sein:

    *        *            ![bgbl1_2025_j02920_0310.jpg](bgbl1_2025_j02920_0310.jpg)

**2.3.2** **Reste R**
    1 **** **, R**
    2 **** **, R**
    3 **** **, R**
    4 **** **, R**
    5 **** **und R**
    n ****

    a)  Der Ring A kann an jeder Position mit beliebigen Kombinationen
        folgender Atome und Atomgruppen (R
        n                         ) substituiert sein: Wasserstoff, Brom,
        Chlor, Fluor, Iod, Hydroxy-, Alkylcarbonyloxy- (Alkylrest bis C
        5                         ), Alkoxycarbonyloxy- (Alkylrest bis C
        5                         ), Alkoxy- (Alkylrest bis C
        5                         ), Hydroxymethyl-, Methyl- und
        Trialkylsilylgruppen (maximal zwölf C-Atome in den Trialkylresten
        insgesamt) sowie Kohlenstoffketten (gesättigt oder ungesättigt,
        verzweigt oder nicht verzweigt, bis C
        10                         ). Die vorgenannten Atomgruppen, außer den
        Trialkylsilylgruppen, können mit folgenden Atomen und Atomgruppen
        substituiert sein: Wasserstoff, Fluor, Chlor, Brom, Iod und
        Trialkylsilylgruppen (maximal zwölf C-Atome in den Trialkylresten
        insgesamt).

    b)  Die Reste R
        1                          und R
        2                          können aus Wasserstoff oder den folgenden
        Atomgruppen bestehen: Alkyl- (bis C
        5                         ) und Trialkylsilylgruppen (maximal zwölf
        C-Atome in den Trialkylresten insgesamt). Die vorgenannten Atomgruppen
        außer der Trialkylsilylgruppe können mit folgenden Atomen und
        Atomgruppen substituiert sein: Wasserstoff, Fluor, Chlor, Brom, Iod
        und Trialkylsilylgruppen (maximal zwölf C-Atome in den Trialkylresten
        insgesamt).

    c)  Der Rest R
        3                          kann aus Wasserstoff oder einer der
        folgenden Atomgruppen bestehen: Methylgruppe sowie Kohlenstoffkette
        (gesättigt oder ungesättigt, verzweigt oder nicht verzweigt, bis C
        12                         ) und Trialkylsilylgruppe (maximal zwölf
        C-Atome in den Trialkylresten insgesamt). Die vorgenannten Atomgruppen
        außer der Trialkylsilylgruppe können mit folgenden Atomen und
        Atomgruppen substituiert sein: Wasserstoff, Fluor, Chlor, Brom, Iod
        und Trialkylsilylgruppen (maximal zwölf C-Atome in den Trialkylresten
        insgesamt).

    d)  Der Rest R
        4                          kann aus Wasserstoff oder aus einer der
        folgenden Atomgruppen bestehen: Alkyl- (bis C
        5                         ), Alkenyl- (bis C
        5                         ), Carboxyl- oder Alkyloxycarbonylgruppe
        (Alkylrest bis C
        5                         ).

    e)  Der Rest R
        5                          kann aus Wasserstoff oder einer der
        folgenden Atomgruppen bestehen: Alkyl- (bis C
        7                         ), Trialkylsilyl- (maximal zwölf C-Atome in
        den Trialkylresten insgesamt), Alkyloxycarbonyl- (Alkylrest bis C
        7                         ), Alkylcarbonyl- (Alkylrest bis C
        7                         ), Cycloalkylcarbonyl- und
        Cycloalkylmethylcarbonyl- (jeweils mit drei bis sieben Ringatomen
        einschließlich Polyzyklen), Arylcarbonyl- (mit drei bis sechs
        Ringatomen einschließlich Polyzyklen und Heterozyklen) und
        Arylmethylcarbonylgruppe (mit drei bis sechs Ringatomen einschließlich
        Polyzyklen und Heterozyklen). Bei den Polyzyklen darf jeder Ring
        jeweils drei bis sieben Ringatome aufweisen. Die vorgenannten
        Atomgruppen außer der Trialkylsilylgruppe können mit folgenden Atomen
        und Atomgruppen substituiert sein: Wasserstoff, Fluor, Chlor, Brom,
        Iod und Trialkylsilylgruppen (maximal zwölf C-Atome in den
        Trialkylresten insgesamt). Heterozyklen dürfen neben Kohlenstoff die
        Atome Sauerstoff, Stickstoff und Schwefel im Ring aufweisen. Eine
        mögliche freie Valenz eines Stickstoffatoms im Ring kann ein
        Wasserstoffatom oder einen Methyl- oder Ethylrest tragen.

**3.** Benzodiazepine ****

    Die Gruppe der Benzodiazepine umfasst 1,4- und 1,5-Benzodiazepine und
    ihre Triazolo- und Imidazolo-Derivate (Nummer 3.1.1 Buchstabe a und
    b), einige speziell substituierte Untergruppen dieser Benzodiazepine
    (Nummer 3.1.1 Buchstabe c bis g) sowie einige offenkettige
    Benzodiazepin-Prodrugs (Nummer 3.2.1). Die maximale Molekülmasse
    beträgt jeweils 600 u.

**3.1** **Zyklische Vertreter**

**3.1.1** **Kernstruktur**

    Die Kernstruktur schließt die nachfolgend in den Buchstaben a bis g
    beschriebenen Ringsysteme ein. Diese Ringsysteme können an den in den
    nachfolgenden Abbildungen gekennzeichneten Positionen mit den unter
    Nummer 3.1.2 genannten Atomen oder Atomgruppen (Reste R
    1                    bis R
    8                    und X) substituiert sein:

    a)  1,4-Benzodiazepine

        *            *                ![bgbl1_2025_j02920_0320.jpg](bgbl1_2025_j02920_0320.jpg)

    b)  1,5-Benzodiazepine

        *            *                ![bgbl1_2025_j02920_0330.jpg](bgbl1_2025_j02920_0330.jpg)

    c)  Loprazolam-Abkömmlinge

        *            *                ![bgbl1_2025_j02920_0340.jpg](bgbl1_2025_j02920_0340.jpg)

    d)  Ketazolam-Abkömmlinge

        *            *                ![bgbl1_2025_j02920_0350.jpg](bgbl1_2025_j02920_0350.jpg)

    e)  Oxazolam-Abkömmlinge

        *            *                ![bgbl1_2025_j02920_0360.jpg](bgbl1_2025_j02920_0360.jpg)

    f)  Chlordiazepoxid-Abkömmlinge

        *            *                ![bgbl1_2025_j02920_0370.jpg](bgbl1_2025_j02920_0370.jpg)

    g)  Bretazenil-Abkömmlinge

        *            *                ![bgbl1_2025_j02920_0380.jpg](bgbl1_2025_j02920_0380.jpg)

**3.1.2** **Reste R**
    1 **** **bis R**
    8 **** **und X**

    a)  Der Rest R
        1                          schließt eines der folgenden an die
        Siebenringe der Kernstrukturen anellierten Ringsysteme ein:

        Phenyl-, Thienyl-, 4,5,6,7-Tetrahydrobenzo[b]thienyl-, Furanyl- und
        Pyridylring; die Heteroatome im Thienyl-, Furanyl- und Pyridylring
        können an jeder beliebigen Position außerhalb des Siebenringes der
        Kernstruktur stehen.

        Der Rest R
        1                          kann weiterhin mit einem oder mehreren der
        folgenden Atome oder Atomgruppen in beliebiger Kombination und an
        beliebigen Positionen außerhalb des Siebenringes substituiert sein:
        Wasserstoff, Fluor, Chlor, Brom, Iod, Methyl-, Ethyl-, Nitro- und
        Aminogruppen.

    b)  Der Rest R
        2                          schließt eines der folgenden Ringsysteme
        ein:

        Phenyl-, Pyridyl- (mit Stickstoffatom an beliebiger Position im
        Pyridylring) und Cyclohexenylring (mit Doppelbindung an beliebiger
        Position im Cyclohexenylring).

        Phenyl- und Pyridylring können einen oder mehrere der folgenden
        Substituenten in beliebiger Kombination und an beliebiger Position
        tragen: Wasserstoff, Fluor, Chlor, Brom, Iod, Methyl-, Ethyl-, Nitro-
        und Aminogruppen.

    c)  Der Rest R
        3                          kann aus Wasserstoff oder einer der
        folgenden Atomgruppen bestehen:

        Hydroxy-, Carboxyl-, Ethoxycarbonyl-, (N,N-Dimethyl)carbamoyl-,
        Succinyloxy-, Alkoxycarbonylalkyl- (Alkoxygruppe bis C
        4                         , Alkylgruppe bis C
        4                         ) und Methylgruppe.

    d)  Der Rest R
        4                          kann aus Wasserstoff oder einer der
        folgenden Atomgruppen bestehen:

        Methyl- und Ethylgruppe.

    e)  Die Reste R
        3                          und R
        4                          können auch gemeinsam eine Carbonylgruppe
        (C=O) bilden.

    f)  Der Rest R
        5                          kann aus Wasserstoff oder einer der
        folgenden Atomgruppen bestehen:

        Methyl-, Ethyl-, (N,N-Dimethylamino)methyl-,
        (N,N-Diethylamino)methyl-, (N,N-Dimethylamino)ethyl-,
        (N,N-Diethylamino)ethyl-,
        (Cyclopropyl)methyl-, (Trifluormethyl)methyl-, Hydrazidomethyl- und
        Prop-2-in-1-ylgruppe.

    g)  Der Rest R
        6                          kann aus Wasserstoff oder einer der
        folgenden Atomgruppen bestehen:

        Hydroxy- und Methylgruppe.

    h)  Der Rest R
        7                          kann aus Wasserstoff oder einer der
        folgenden Atomgruppen bestehen:

        Methyl- und Ethylgruppe.

    i)  Die Reste R
        6                          und R
        7                          können bei den 1,5-Benzodiazepinen auch
        gemeinsam eine Carbonylgruppe (C=O) bilden.

    j)  Bei den 1,5-Benzodiazepinen kann statt R
        2                          und R
        7                          auch eine mit R
        6                          substituierte Doppelbindung zum
        5-Stickstoff-Atom vorliegen.

    k)  Der Rest R
        8                          kann aus Wasserstoff oder einer
        Alkyloxycarbonyl- (Alkylrest bis C
        6                         ) oder einer N,N-Dimethylcarbamoylgruppe
        bestehen.

    l)  Der Rest X schließt eines der folgenden Atome oder eine der folgenden
        Atomgruppen ein:

        Sauerstoff, Schwefel, Imino- und N-Methyliminogruppe. Wenn R
        3                         , R
        4                          oder R
        5                          aus Wasserstoff besteht, können als
        tautomere Formen auch die entsprechenden Enole, Thioenole oder Enamine
        vorliegen.

**3.2** **Offenkettige Benzodiazepin-Prodrugs**

    Zu dieser eigenständigen Gruppe der Benzodiazepin-Analoga, die nicht
    nach dem unter Nummer 3.1.1 beschriebenen modularen Aufbau
    zusammengesetzt sind, gehören die Stoffe, die eine unter Nummer 3.2.1
    beschriebene Kernstruktur besitzen und mit den unter Nummer 3.2.2
    beschriebenen Substituenten (Reste R
    1                    bis R
    7                    und X) besetzt sein können.

**3.2.1** **Kernstruktur**

    *        *            ![bgbl1_2025_j02920_0390.jpg](bgbl1_2025_j02920_0390.jpg)

**3.2.2** **Reste R**
    1 **** **bis R**
    7 **** **und X**

    a)  Der Rest R
        1                          schließt eines der folgenden Ringsysteme
        ein:

        Phenyl-, Thienyl-, 4,5,6,7-Tetrahydrobenzo[b]thienyl-, Furanyl- und
        Pyridylring; die Heteroatome im Thienyl-, Furanyl- und Pyridylring
        können an jeder beliebigen Position des Restes R
        1                          stehen. Die von R
        1                          ausgehenden Bindungen müssen an
        benachbarten Positionen der vorgenannten Ringssysteme stehen.

        Der Rest R
        1                          kann weiterhin mit einem oder mehreren der
        folgenden Atome oder Atomgruppen in beliebiger Kombination und an
        beliebigen Positionen substituiert sein: Wasserstoff, Fluor, Chlor,
        Brom, Iod, Methyl-, Ethyl-, Nitro- und Aminogruppen.

    b)  Der Rest R
        2                          schließt eines der folgenden Ringsysteme
        ein:

        Phenyl-, Pyridyl- (mit Stickstoffatom an beliebiger Position im
        Pyridylring) und Cyclohexenylring (mit Doppelbindung an beliebiger
        Position im Cyclohexenylring).

        Phenyl- und Pyridylring können einen oder mehrere der folgenden
        Substituenten in beliebiger Kombination und an beliebiger Position
        tragen: Wasserstoff, Fluor, Chlor, Brom, Iod, Methyl-, Ethyl-, Nitro-
        und Aminogruppen.

    c)  Der Rest R
        3                          kann aus Wasserstoff oder einer der
        folgenden Atomgruppen bestehen:

        Hydroxy-, Carboxyl-, Ethoxycarbonyl-, (N,N-Dimethyl)carbamoyl-,
        Succinyloxy-, Alkoxycarbonylalkyl- (Alkoxygruppe bis C
        4                         , Alkylgruppe bis C
        4                         ) und Methylgruppe.

    d)  Der Rest R
        4                          kann aus Wasserstoff oder einer der
        folgenden Atomgruppen bestehen:

        Methyl- und Ethylgruppe.

    e)  Die Reste R
        3                          und R
        4                          können auch gemeinsam eine Carbonylgruppe
        (C=O) bilden.

    f)  Der Rest R
        5                          kann aus Wasserstoff oder einer der
        folgenden Atomgruppen bestehen:

        Methyl-, Ethyl-, (N,N-Dimethylamino)methyl-,
        (N,N-Diethylamino)methyl-, (N,N-Dimethylamino)ethyl-,
        (N,N-Diethylamino)ethyl-,
        (Cyclopropyl)methyl-, (Trifluormethyl)methyl-, Hydrazidomethyl- und
        Prop-2-in-1-ylgruppe.

    g)  Der Rest R
        6                          kann aus Wasserstoff oder aus einer
        Alkylcarbamoyl-Gruppe (Alkylrest bis C
        6                         ) bestehen. Weiterhin kann R
        6                          aus einem der folgenden Aminosäure-Reste
        (Bindung über den C-Terminus) bestehen: Glycin, Alanin und Lysin.

    h)  Der Rest R
        7                          kann aus Wasserstoff oder einer
        Alkyloxycarbonyl- (Alkyrest bis C
        6                         ) oder einer N,N-Dimethylcarbamoylgruppe
        bestehen.

    i)  Der Rest X schließt eines der folgenden Atome oder eine der folgenden
        Atomgruppen ein:

        Sauerstoff, Schwefel, Imino- und N-Methyliminogruppe. Wenn R
        3                         , R
        4                          oder R
        5                          aus Wasserstoff besteht, können als
        tautomere Formen auch die entsprechenden Enole, Thioenole oder Enamine
        vorliegen.

**4.** Von N-(2-Aminocyclohexyl)amid abgeleitete Verbindungen ****

    Eine von N-(2-Aminocyclohexyl)amid abgeleitete Verbindung ist jede
    chemische Verbindung, die von der nachfolgend abgebildeten
    Grundstruktur abgeleitet werden kann, eine maximale Molekülmasse von
    500 u hat und mit den nachfolgend beschriebenen Substituenten besetzt
    sein kann.

    *        *            ![bgbl1_2025_j02920_0400.jpg](bgbl1_2025_j02920_0400.jpg)

   Die Anzahl x der Methylengruppen (-CH
    2                   )
    x                    zwischen dem Phenylring und der Carbonylgruppe in
    der Kernstruktur kann null oder eins betragen.

    Die Grundstruktur N-(2-Aminocyclohexyl)amid kann an den in der
    Abbildung gekennzeichneten Positionen mit einer beliebigen Kombination
    der folgenden Atome, verzweigten oder nicht verzweigten Atomgruppen
    oder Ringsystemen (Reste R
    1                    bis R
    6                   ) substituiert sein:

    a)  R
        1                          und R
        2                         :

        Wasserstoff und Alkylgruppen (bis C
        7                         ).

        Ferner sind Stoffe eingeschlossen, bei denen das Stickstoffatom
        Bestandteil eines zyklischen Systems ist (z. B. Pyrrolidinyl-).

        Der Rest R
        1                          oder R
        2                          kann auch an die Bindungsstelle der NR
        1                         R
        2                         -Gruppe am Sechsring anknüpfen (unter
        Bildung einer sogenannten Spiroverbindung). Diese stickstoffhaltigen
        Ringe dürfen eine Ringgröße von drei bis sieben Atomen aufweisen (ein
        Stickstoffatom und zwei bis sechs Kohlenstoffatome).

    b)  R
        3                         :

        Wasserstoff und Oxaspirogruppe (Ringgröße von drei bis acht Atomen
        einschließlich des Sauerstoffatoms).

    c)  R
        4                         :

        Wasserstoff und Alkylgruppe (bis C
        5                         ).

    d)  R
        5                          und R
        6                         :

        Der Phenylring kann an den Positionen 2, 3, 4, 5 und 6 beliebige
        Kombinationen folgender Substituenten enthalten: Wasserstoff, Brom,
        Chlor, Fluor, Iod und Trifluormethylgruppen.

        Ferner sind Stoffe eingeschlossen, bei denen R
        5                          und R
        6                          gemeinsam an benachbarten C-Atomen ein
        Ringsystem (bis C
        6                         ) unter Einbeziehung von Heteroatomen
        (Sauerstoff, Schwefel, Stickstoff) bilden. Im Fall eines Stickstoffs
        in diesem Ringsystem darf dieser die Substituenten Wasserstoff und
        Methylgruppe tragen.

**5.** Von Tryptamin abgeleitete Verbindungen ****

**5.1** **Indol-3-alkylamine**

    Eine von Indol-3-alkylamin abgeleitete Verbindung ist jede chemische
    Verbindung, die von der nachfolgend abgebildeten Grundstruktur
    abgeleitet werden kann, eine maximale Molekülmasse von 500 u hat und
    mit den nachfolgend beschriebenen Substituenten besetzt sein kann.
    Ausgenommen hiervon sind Tryptamin, die natürlich vorkommenden
    Neurotransmitter Serotonin und Melatonin sowie deren aktive
    Metaboliten (z. B.: 6-Hydroxymelatonin).

    *        *            ![bgbl1_2025_j02920_0410.jpg](bgbl1_2025_j02920_0410.jpg)

   Die Grundstruktur Indol-3-alkylamin kann an den in der Abbildung
    gekennzeichneten Positionen mit den folgenden Atomen, verzweigten oder
    nicht verzweigten Atomgruppen oder Ringsystemen (Reste R
    1                    bis R
    5                    und R
    n                   ) substituiert sein:

    a)  R
        1                          und R
        2                         :

        Wasserstoff, Alkyl- (bis C
        6                         ), Cycloalkyl- (Ringgröße bis C
        6                         ), Cycloalkylmethyl- (Ringgröße bis C
        6                         ), Allyl-, Alkyloxycarbonyl- (Alkylrest bis
        C
        6                         ), Alkylthiocarbonyl- (Alkylrest bis C
        6                         ) und Alkylcarbamoylgruppen (Alkylrest bis C
        6                         ).

        Ferner sind Stoffe eingeschlossen, bei denen das Stickstoffatom
        Bestandteil eines Pyrrolidinyl-, Piperidinyl- oder Morpholinyl-
        Ringsystems ist.

    b)  R
        3                         :

        Wasserstoff und Alkylgruppe (bis C
        3                         ).

    c)  R
        4                         :

        Wasserstoff und Alkylgruppe (bis C
        2                         ).

    d)  R
        5                         :

        Wasserstoff, Alkyl- (bis C
        3                         ), Alkylcarbonyl- (bis C
        10                         ), Cycloalkylcarbonyl- (Ringgröße C
        3                          bis C
        6                         ), Cycloalkylmethylcarbonyl- (Ringgröße C
        3                          bis C
        6                         ), Cycloalkylethylcarbonyl- (Ringgröße C
        3                          bis C
        6                         ), Cycloalkylpropylcarbonyl- (Ringgröße C
        3                          bis C
        6                         ), Alkyloxycarbonyl- (Alkylrest bis C
        6                         ), Alkylthiocarbonyl- (Alkylrest bis C
        6                         ), Alkylcarbamoyl- (Alkylrest bis C
        6                         ), Benzylcarbonyl- und
        (Trialkylsilyl)alkylcarbonylgruppe (Alkylreste bis C
        6                         , maximal zwölf C-Atome in den
        Trialkylresten insgesamt).

    e)  R
        n                         :

        Das Indolringsystem kann an den Positionen 4, 5, 6 und 7 mit folgenden
        Atomen oder Atomgruppen substituiert sein: Wasserstoff, Fluor, Chlor,
        Brom, Iod, Alkyl- (bis C
        4                         ), Alkyloxy- (bis C
        10                         ), Benzyloxy-, Carboxamido-, Methoxy-,
        Trialkylsilyl- (maximal zwölf C-Atome in den Trialkylresten
        insgesamt), Trifluormethyl-, Trifluormethoxy-, Acetoxy-, Hydroxy- und
        Methylthiogruppen, an Position 4 darüber hinaus mit
        Dihydrogenphosphat.

        Ferner sind Stoffe eingeschlossen, bei denen durch R
        n                          zwei benachbarte Kohlenstoffatome der
        Positionen 4, 5, 6 und 7 mit einer Methylendioxygruppe überbrückt
        werden.

**5.2** Δ
    9,10 **-Ergolene**

    Eine von Δ
    9,10                   -Ergolen abgeleitete Verbindung ist jede
    chemische Verbindung, die von der nachfolgend abgebildeten
    Grundstruktur abgeleitet werden kann, eine maximale Molekülmasse von
    600 u hat und mit den nachfolgend beschriebenen Substituenten besetzt
    sein kann.

    *        *            ![bgbl1_2025_j02920_0420.jpg](bgbl1_2025_j02920_0420.jpg)

   Die Grundstruktur Δ
    9,10                   -Ergolen kann an den in der Abbildung
    gekennzeichneten Positionen mit den folgenden Atomen, verzweigten oder
    nicht verzweigten Atomgruppen oder Ringsystemen (Reste R
    1                    bis R
    4                   ) substituiert sein:

    a)  R
        1                         :

        Der Rest R
        1                          kann aus beliebigen Kombinationen der Atome
        Kohlenstoff, Wasserstoff, Stickstoff, Silizium, Sauerstoff, Schwefel,
        Fluor, Chlor, Brom und Iod bestehen, soweit sie nicht gemäß den
        Doppelbuchstaben aa und bb eingeschränkt werden. Der Rest R
        1                          darf eine maximale Molekülmasse von 300 u
        und folgende Strukturelemente aufweisen:

        aa) Wasserstoff oder beliebig substituierte Kettenstrukturen mit
            mindestens einem Kohlenstoffatom, die innerhalb der Kette neben
            weiteren Kohlenstoffatomen ausschließlich auch Silizium-, Sauerstoff-
            und Schwefelatome aufweisen können,

        bb) direkt angebundene oder über eine Kohlenwasserstoffbrücke (gesättigt
            oder einfach ungesättigt, verzweigt oder nicht verzweigt mit insgesamt
            ein bis fünf Kohlenstoffatomen) oder eine Carbonylgruppe oder eine
            Alkylcarbonylgruppe (Alkylrest bis C
            4                               , Bindung der Carbonylgruppe an den
            Stickstoff des Ergolens) oder eine Alkyloxycarbonylgruppe (Alkylrest
            bis C
            4                               , Bindung der Carbonylgruppe an den
            Stickstoff des Ergolens) oder eine Sulfonylgruppe gekoppelte, beliebig
            substituierte gesättigte, ungesättigte oder aromatische Ringstrukturen
            mit drei bis sieben Ringatomen einschließlich Polyzyklen und
            Heterozyklen. Bei den Polyzyklen darf jeder Ring drei bis sieben
            Ringatome aufweisen. Heterozyklen dürfen neben Kohlenstoff die Atome
            Sauerstoff, Stickstoff und Schwefel im Ring aufweisen. Eine mögliche
            freie Valenz eines Stickstoffatoms im Ring kann ein Wasserstoffatom
            oder einen Methyl- oder Ethylrest tragen.

    b)  R
        2                         :

        Wasserstoff, Alkyl- (bis C
        4                         ), Allyl- und Prop-2-in-1-yl-Gruppe.

    c)  R
        3                          und R
        4                         :

        Wasserstoff, Alkyl- (bis C
        5                         ), Cyclopropyl-, 1-Hydroxyalkyl- (bis C
        2                         ) und Allylgruppen.

        Ferner sind Stoffe eingeschlossen, bei denen das Amid-Stickstoffatom
        Bestandteil eines Morpholino-, Pyrrolidino- oder Dimethylazetidid-
        Ringsystems ist.

**6.** Von Arylcyclohexyl(methyl)amin abgeleitete Verbindungen ****

    Eine von Arylcyclohexyl(methyl)amin abgeleitete Verbindung ist jede
    chemische Verbindung, die von einer der nachfolgend abgebildeten
    Grundstrukturen abgeleitet werden kann, eine maximale Molekülmasse von
    500 u hat und mit den nachfolgend beschriebenen Substituenten besetzt
    sein kann.

    *        *            ![bgbl1_2025_j02920_0430.jpg](bgbl1_2025_j02920_0430.jpg)
        *            ![bgbl1_2025_j02920_0440.jpg](bgbl1_2025_j02920_0440.jpg)

   Die Grundstrukturen können an den in den Abbildungen gekennzeichneten
    Positionen mit den folgenden Atomen, verzweigten oder nicht
    verzweigten Atomgruppen oder Ringsystemen (Reste R
    1                    bis R
    4                    und R
    n                   ) substituiert sein:

    a)  R
        1                         /R
        2                         :

        Wasserstoff, Alkyl- (bis C
        6                         ), Cycloalkyl- (Ringgröße bis C
        6                         ), Alkenyl- (bis C
        6                         ) und Alkinylgruppen (bis C
        6                         ).

        Die aufgeführten Atomgruppen können weiterhin mit beliebigen chemisch
        möglichen Kombinationen der Elemente Kohlenstoff, Wasserstoff,
        Stickstoff und Sauerstoff substituiert sein. Die auf diese Weise
        entstehenden Substituenten R
        1                         /R
        2                          dürfen dabei eine durchgehende Kettenlänge
        von maximal neun Atomen (ohne Mitzählung von Wasserstoffatomen)
        aufweisen. Atome von Ringstrukturen werden dabei nicht in die Zählung
        einbezogen.

        Zudem gehören Stoffe dazu, bei denen das Stickstoffatom Bestandteil
        eines zyklischen Systems ist (beispielsweise Pyrrolyl-, Pyrrolidinyl-,
        Piperidinyl-, Morpholino-Reste). Diese Ringsysteme dürfen im Ring die
        Elemente Kohlenstoff, Sauerstoff, Schwefel und Stickstoff aufweisen
        und eine Ringgröße bis zu sieben Atomen aufweisen. Die Ringsysteme
        können an jeder Position mit folgenden Atomen oder Atomgruppen
        substituiert sein: Wasserstoff, Fluor, Chlor, Brom, Iod, Hydroxy-,
        Alkyl- (bis C
        6                         ) und Phenylgruppen.

    b)  R
        3                         :

        Alkyl- (bis C
        6                         ), Alkinylgruppe (bis C
        6                         ) oder eines der folgenden Ringsysteme:
        Phenyl-, Pyrrolyl-,Pyridyl-, Thienyl-, Furanyl-, Methylendioxyphenyl-,
        Ethylendioxyphenyl-, Dihydrobenzofuranyl- und Benzothiophenyl-
        Ringsysteme.

        Die Ringsysteme können an jeder chemisch möglichen Position als R
        3                          an die Kernstruktur angebunden sein und an
        beliebiger Position mit folgenden Atomen oder Atomgruppen substituiert
        sein: Wasserstoff, Fluor, Chlor, Brom, Iod, Hydroxy-, Thiol-, Alkyl-
        (bis C
        6                         ), Alkoxy- (bis C
        6                         ), Alkylsulfanyl- (bis C
        6                         ) und Aminogruppen, einschließlich der
        chemischen Verbindungen, bei denen Substitutionen oder eine direkte
        Anbindung zu einem Ringschluss mit dem Cyclohexylring führen. Diese
        Ringsysteme dürfen eine Ringgröße von vier bis sechs Atomen aufweisen.

    c)  R
        4                         :

        Wasserstoff, Methyl-, Ethyl-, Alkylcarbonyl- (bis C
        4                         ), Alkoxycarbonyl- (Alkylrest bis C
        4                         ) und Trialkylsilylgruppe (maximal zwölf
        C-Atome in den Trialkylresten insgesamt).

    d)  R
        n                         :

        Das Cyclohexylringsystem kann an den Positionen zwei bis sechs mit
        folgenden Atomen oder Atomgruppen substituiert sein: Wasserstoff,
        Alkyl- (bis C
        6                         ), Alkoxy- (bis C
        6                         ), Hydroxy-, Phenylalkylgruppen (in der
        Alkylkette C
        1                          bis C
        4                         ) und Oxo-Gruppen (=O, doppelt gebundenes
        Sauerstoffatom am Ring).

**7.** Von Benzimidazol abgeleitete Verbindungen ****

    Eine von Benzimidazol abgeleitete Verbindung ist jede chemische
    Verbindung, die von der nachfolgend abgebildeten Grundstruktur
    abgeleitet werden kann, eine maximale Molekülmasse von 600 u hat und
    mit den nachfolgend beschriebenen Substituenten besetzt sein kann:

    *        *            ![bgbl1_2025_j02920_0450.jpg](bgbl1_2025_j02920_0450.jpg)

   Die Anzahl x der Methylengruppen (CH
    2                   )
    x                    kann null oder eins betragen.

    Die Grundstruktur kann an den in der Abbildung gekennzeichneten
    Positionen mit den folgenden Atomen, verzweigten oder nicht
    verzweigten Atomgruppen oder Ringsystemen (Reste R
    1                    bis R
    3                   , R
    m                    und R
    n                   ) substituiert sein:

    a)  R
        1                          und R
        2                         :

        Wasserstoff, Alkyl- (bis C
        6                         ), Trialkylsilyl- (maximal zwölf C-Atome in
        den Trialkylresten insgesamt), Alkyloxycarbonyl- (Alkylrest bis C
        6                         ), Alkylthiocarbonyl- (Alkylrest bis C
        6                         ), Alkylcarbamoyl- (Alkylrest bis C
        6                         ) und Benzylgruppen.

        Ferner sind Stoffe eingeschlossen, bei denen das Amin-Stickstoffatom
        Bestandteil eines Morpholino-, Pyrrolidino- oder Piperidinyl-
        Ringsystems ist.

    b)  R
        3:

        Wasserstoff, Alkyl- (bis C
        4                         ), Hydroxy-, Methoxy-, Alkylcarbamoyl-
        (Alkylrest bis C
        6                         ) und Carbamoylgruppe.

    c)  R
        m                         :

        Der Benzimidazolkern kann an den Positionen 4, 5, 6 und 7 beliebige
        Kombinationen folgender Substituenten tragen: Wasserstoff, Fluor,
        Chlor, Brom, Iod, Alkyl- (bis C
        6                         ), Trialkylsilyl- (maximal zwölf C-Atome in
        den Trialkylresten insgesamt), Nitro-, Trifluormethyl-, Methoxy-,
        Trifluormethoxy-, Cyano- und Acetylgruppen.

        Ferner sind Stoffe eingeschlossen, bei denen durch R
        m                          zwei benachbarte Kohlenstoffatome der
        Positionen 4, 5, 6 und 7 mit einer Vinylenoxy- (1-Oxyethen-2-yl-),
        Methylendioxy-, Ethylenoxy- oder Ethylendioxygruppe überbrückt werden.

    d)  R
        n                         :

        Der Phenylring kann an den Positionen zwei bis sechs mit folgenden
        Atomen oder Atomgruppen in beliebiger Kombination substituiert sein:
        Wasserstoff, Fluor, Chlor, Brom, Iod, Alkyl- (bis C
        6                         ), Alkoxy- (bis C
        5                         ), Acetoxy-, Alkylsulfanyl- (bis C
        5                         ), Hydroxy- und Cyanogruppen. Die
        vorgenannten Atomgruppen können mit folgenden Atomen und Atomgruppen
        substituiert sein: Wasserstoff, Fluor, Chlor, Brom, Iod, Alkyloxy-
        (Alkylrest bis C
        4                         ) und Trialkylsilylgruppen (maximal zwölf
        C-Atome in den Trialkylresten insgesamt).

        Ferner sind Stoffe eingeschlossen, bei denen durch R
        n                          zwei benachbarte Kohlenstoffatome der
        Positionen 2, 3, 4, 5 und 6 mit einer Vinylenoxy- (1-Oxyethen-2-yl-),
        Methylendioxy-, Ethylenoxy- oder Ethylendioxygruppe überbrückt werden.

**8.** Von 3,3-Diphenylpropan-1-amin abgeleitete Verbindungen ****

    Eine von 3,3-Diphenylpropan-1-amin abgeleitete Verbindung ist jede
    chemische Verbindung, die von der nachfolgend abgebildeten
    Grundstruktur abgeleitet werden kann, eine maximale Molekülmasse von
    500 u hat und mit den nachfolgend beschriebenen Substituenten bzw.
    aromatischen Ringsystemen besetzt sein kann:

    *        *            ![bgbl1_2025_j02920_0460.jpg](bgbl1_2025_j02920_0460.jpg)

   Die Grundstruktur kann an den in der Abbildung gekennzeichneten
    Positionen mit den folgenden Atomen, Atomgruppen oder aromatischen
    Ringsystemen (Reste R
    1                    bis R
    5                   , Ar
    1                    und Ar
    2                   ) substituiert sein:

    a)  R
        1                         :

        Alkylcarbonyl- (Alkylrest bis C
        6                         ), Alkylsulfonyl- (Alkylrest bis C
        6                         ),
        Piperidinyl-1-carbonyl-, Pyrrolidinyl-1-carbonyl- und
        Morpholinyl-4-carbonylgruppe.

    b)  R
        2                          und R
        3                         :

        Wasserstoff, Methyl- und Ethylgruppen.

    c)  R
        4                          und R
        5                         :

        Wasserstoff und Alkylgruppen (bis C
        4                         ).

        Ferner sind Stoffe eingeschlossen, bei denen das Amin-Stickstoffatom
        Bestandteil eines Morpholino-, Pyrrolidino- oder Piperidinyl-
        Ringsystems ist.

    d)  Ar
        1                          und Ar
        2                         :

        Beliebige Kombinationen von Phenyl-, Pyrrolyl-, Pyridyl-, Thienyl- und
        Furanylringen; die Heteroatome in den Heterozyklen können an jeder
        beliebigen Stelle des Ringes stehen.

**9.** Von 4-Amino-1-benzylpiperidin abgeleitete Verbindungen ****

    Eine von 4-Amino-1-benzylpiperidin abgeleitete Verbindung ist jede
    chemische Verbindung, die von einer der nachfolgend abgebildeten
    Grundstrukturen abgeleitet werden kann, eine maximale Molekülmasse von
    500 u hat und mit den nachfolgend beschriebenen Substituenten besetzt
    sein kann.

    *        *            ![bgbl1_2025_j02920_0470.jpg](bgbl1_2025_j02920_0470.jpg)

   Die Grundstruktur kann an den in der Abbildung gekennzeichneten
    Positionen mit den folgenden Atomen, Atomgruppen oder Ringsystemen
    (Reste R
    1                   , R
    2,                    R
    m                    und R
    n                   ) substituiert sein:

    a)  R
        1                         :

        Wasserstoff, Methyl- und Ethylgruppe.

    b)  R
        2                         :

        Wasserstoff, Methyl-, Ethyl-, Cyanoalkyl- (Alkylrest bis C
        4                         ) und Phenylgruppe.

    c)  R
        m                          und R
        n                         :

        Die Phenylringe können an den Positionen zwei bis sechs (beim
        Benzimidazalonring entfällt die Position 2) mit folgenden Atomen oder
        Atomgruppen in beliebiger Kombination substituiert sein: Wasserstoff,
        Fluor, Chlor, Brom, Iod, Alkyl- (bis C
        6                         ), Alkoxy- (bis C
        5                         ), Acetoxy-, Alkylsulfanyl- (bis C
        5                         ), Hydroxy- und Cyanogruppen. Die
        vorgenannten Atomgruppen können mit folgenden Atomen und Atomgruppen
        substituiert sein: Wasserstoff, Fluor, Chlor, Brom, Iod, Alkyloxy-
        (Alkylrest bis C
        4                         ) und Trialkylsilylgruppen (maximal zwölf
        C-Atome in den Trialkylresten insgesamt).

        Ferner sind Stoffe eingeschlossen, bei denen in R
        n                          zwei benachbarte Kohlenstoffatome der
        Positionen 2, 3, 4, 5 und 6 mit einer Vinylenoxy- (1-Oxyethen-2-yl-),
        Methylendioxy-, Ethylenoxy- oder Ethylendioxygruppe überbrückt werden.

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