Source: https://www.gesetze-im-internet.de/zweiradausbv/__11.html
Legislation: zweiradausbv

Title: § 11 Teil 2 der Abschluss- oder Gesellenprüfung in der Fachrichtung Motorradtechnik

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Zweiradmechatroniker und zur Zweiradmechatronikerin (ZweiradAusbV)
§ 11 Teil 2 der Abschluss- oder Gesellenprüfung in der Fachrichtung Motorradtechnik

Paragraph: 11

Full Text:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Zweiradmechatroniker und zur Zweiradmechatronikerin (ZweiradAusbV)
§ 11 Teil 2 der Abschluss- oder Gesellenprüfung in der Fachrichtung Motorradtechnik

(1) Teil 2 der Abschluss- oder Gesellenprüfung erstreckt sich auf

1.  die in der Anlage genannten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten
    sowie

2.  den Lehrstoff des Berufsschulunterrichts, soweit der Lehrstoff für die
    Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) In Teil 2 der Abschluss- oder Gesellenprüfung sollen Fertigkeiten,
Kenntnisse und Fähigkeiten, die bereits Gegenstand von Teil 1 der
Abschluss- oder Gesellenprüfung waren, nur insoweit einbezogen werden,
als es für die Feststellung der beruflichen Handlungsfähigkeit
erforderlich ist.

(3) Teil 2 der Abschluss- oder Gesellenprüfung besteht aus folgenden
Prüfungsbereichen:

1.  Kundenauftrag,

2.  Fahrzeug- und Instandsetzungstechnik,

3.  Diagnosetechnik sowie

4.  Wirtschafts- und Sozialkunde.

(4) Für den Prüfungsbereich Kundenauftrag bestehen folgende Vorgaben:

1.  der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist,

    a)  Arbeitsabläufe selbständig zu planen, fachliche Hintergründe
        aufzuzeigen sowie Lösungswege zu begründen,

    b)  Ersatzteile, Werkzeuge, Mess- und Prüfgeräte sowie Hilfsmittel unter
        Beachtung von technischen Regeln, Herstellerangaben und Kostenaufwand
        auszuwählen,

    c)  Informationssysteme zu nutzen,

    d)  Kunden zu beraten,

    e)  Fahrzeuge und Systeme zu bedienen und zu erklären,

    f)  fahrzeugtechnische Systeme außer Betrieb und in Betrieb zu nehmen,

    g)  Systemfunktionen zu überprüfen, Diagnosesysteme einzusetzen, Fehler
        und Störungen zu diagnostizieren,

    h)  Fahrzeuge und deren Systeme instand zu setzen oder nachzurüsten sowie

    i)  Ergebnisse zu dokumentieren;

2.  für den Nachweis nach Nummer 1 sind folgende Tätigkeiten auszuführen:

    a)  Diagnostizieren von Fehlern, Störungen und deren Ursachen sowie
        Beurteilen der Ergebnisse, Erstellen eines Mess- und Prüfprotokolls
        sowie

    b)  Instandsetzen von Fahrzeugsystemen oder Aus- und Umrüsten mit Zubehör
        und Zusatzeinrichtungen;

3.  der Prüfling soll zwei Arbeitsaufgaben bearbeiten und dokumentieren;
    zu jeder Arbeitsaufgabe soll mit dem Prüfling ein situatives
    Fachgespräch geführt werden, das jeweils aus mehreren Gesprächsphasen
    bestehen kann;

4.  die Prüfungszeit beträgt insgesamt sechs Stunden; innerhalb dieser
    Zeit sollen die situativen Fachgespräche insgesamt höchstens 20
    Minuten dauern.

(5) Für den Prüfungsbereich Fahrzeug- und Instandsetzungstechnik
bestehen folgende Vorgaben:

1.  der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist,

    a)  kraftfahrzeugtechnische Systeme und deren Funktionen zu beschreiben,

    b)  Problemanalysen durchzuführen und Ergebnisse zu bewerten,

    c)  Methoden der Instandsetzung unter Berücksichtigung des
        Qualitätsmanagements und der Kundenorientierung zu erläutern,
        Vorgehensweisen und Lösungswege aufzuzeigen,

    d)  technologische und mathematische Sachverhalte und Daten zu
        analysieren, zu bewerten und Kosten zu ermitteln,

    e)  Sicherheits-, Gesundheitsschutz- und Umweltschutzbestimmungen sowie
        zulassungsrechtliche Vorschriften darzustellen sowie

    f)  elektrotechnische Arbeiten an Hochvoltkomponenten unter Anwendung der
        Sicherheitsvorschriften darzustellen;

2.  der Prüfling soll Aufgaben, die sich auf Kundenaufträge beziehen,
    schriftlich bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 120 Minuten.

(6) Für den Prüfungsbereich Diagnosetechnik bestehen folgende
Vorgaben:

1.  der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist,

    a)  Ergebnisse der eingesetzten Mess-, Prüf- und Diagnosegeräte sowie
        Kundenhinweise zu nutzen, auszuwerten und zu bewerten,

    b)  Informationen aus Funktions-, Schalt- und Vernetzungsplänen,
        branchenbezogener Software sowie aus Herstelleranweisungen
        auszuwerten,

    c)  Problemanalysen durchzuführen, Störungen, Fehler und deren Ursachen
        systematisch einzugrenzen, Lösungswege darzustellen,

    d)  technologische und mathematische Sachverhalte zu analysieren und zu
        bewerten sowie

    e)  die Vernetzung von Systemen eines Kraftfahrzeuges zu beschreiben und
        zu analysieren;

2.  die Prüfungsaufgaben beziehen sich auf Kundenaufträge; der Prüfling
    soll die Aufgaben schriftlich bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 120 Minuten.

(7) Für den Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde bestehen
folgende Vorgaben:

1.  der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist, allgemeine
    wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und
    Arbeitswelt darzustellen und zu beurteilen;

2.  der Prüfling soll die praxisbezogenen Aufgaben schriftlich bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 60 Minuten.

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