Source: https://www.gesetze-im-internet.de/kagb/__285.html
Legislation: kagb

Title: § 285 Anlageobjekte

Description:
Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB)
Kapitel 3 - Inländische Spezial-AIF
Abschnitt 3 - Vorschriften für geschlossene inländische Spezial-AIF
Unterabschnitt 1 - Allgemeine Vorschriften für geschlossene inländische Spezial-AIF
§ 285 Anlageobjekte

Paragraph: 285

Full Text:
Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB)
Kapitel 3 - Inländische Spezial-AIF
Abschnitt 3 - Vorschriften für geschlossene inländische Spezial-AIF
Unterabschnitt 1 - Allgemeine Vorschriften für geschlossene inländische Spezial-AIF
§ 285 Anlageobjekte

(1) Die AIF-Kapitalverwaltungsgesellschaft darf für das
Investmentvermögen nur in Vermögensgegenstände investieren, deren
Verkehrswert ermittelt werden kann.

(2) Die AIF-Kapitalverwaltungsgesellschaft darf für Rechnung eines
geschlossenen Spezial-AIF Gelddarlehen nur unter den folgenden
Bedingungen gewähren:

1.  für den geschlossenen Spezial-AIF werden Kredite nur bis zur Höhe von
    30 Prozent des aggregierten eingebrachten Kapitals und noch nicht
    eingeforderten zugesagten Kapitals aufgenommen, berechnet auf der
    Grundlage der Beträge, die nach Abzug sämtlicher direkt oder indirekt
    von den Anlegern getragener Gebühren, Kosten und Aufwendungen für
    Anlagen zur Verfügung stehen;

2.  das Gelddarlehen wird nicht an Verbraucher im Sinne des § 13 des
    Bürgerlichen Gesetzbuchs vergeben;

3.  an einen Darlehensnehmer werden Gelddarlehen nur bis zur Höhe von
    insgesamt 20 Prozent des aggregierten eingebrachten Kapitals und noch
    nicht eingeforderten zugesagten Kapitals des geschlossenen Spezial-AIF
    vergeben, berechnet auf der Grundlage der Beträge, die nach Abzug
    sämtlicher direkt oder indirekt von den Anlegern getragener Gebühren,
    Kosten und Aufwendungen für Anlagen zur Verfügung stehen.

(3) Abweichend von Absatz 2 darf die AIF-
Kapitalverwaltungsgesellschaft für Rechnung eines geschlossenen
Spezial-AIF Gelddarlehen an Unternehmen gewähren, an denen der
geschlossene Spezial-AIF bereits beteiligt ist, wenn höchstens 50
Prozent des aggregierten eingebrachten Kapitals und noch nicht
eingeforderten zugesagten Kapitals des geschlossenen Spezial-AIF für
diese Darlehen verwendet werden, berechnet auf der Grundlage der
Beträge, die nach Abzug sämtlicher direkt oder indirekt von den
Anlegern getragener Gebühren, Kosten und Aufwendungen für Anlagen zur
Verfügung stehen, und zudem eine der folgenden Bedingungen erfüllt
ist:

1.  bei dem jeweiligen Unternehmen handelt es sich um ein
    Tochterunternehmen des geschlossenen Spezial-AIF,

2.  das Darlehen muss nur aus dem frei verfügbaren Jahres- oder
    Liquidationsüberschuss oder aus dem die sonstigen Verbindlichkeiten
    des Unternehmens übersteigenden frei verfügbaren Vermögen und in einem
    Insolvenzverfahren über das Vermögen des Unternehmens nur nach der
    Befriedigung sämtlicher Unternehmensgläubiger erfüllt werden, oder

3.  die dem jeweiligen Unternehmen gewährten Darlehen überschreiten nicht
    das Zweifache der Anschaffungskosten der an dem Unternehmen gehaltenen
    Beteiligungen.

Erfüllt die AIF-Kapitalverwaltungsgesellschaft die Anforderungen des
Absatzes 2 Nummer 1, können auch mehr als 50 Prozent des aggregierten
eingebrachten Kapitals und noch nicht eingeforderten zugesagten
Kapitals des geschlossenen Spezial-AIF für nach Satz 1 Nummer 2
nachrangige Darlehen verwendet werden. Erfolgt die Vergabe eines
Gelddarlehens nach Satz 1 an ein Tochterunternehmen, muss die AIF-
Kapitalverwaltungsgesellschaft sicherstellen, dass das
Tochterunternehmen seinerseits Gelddarlehen nur an Unternehmen
gewährt, an denen das Tochterunternehmen bereits beteiligt ist, und
eine der entsprechend anzuwendenden Bedingungen des Satzes 1 Nummer 1
bis 3 erfüllt ist.

Collections: bundestag_gesetze
KAGB
Level: 5.0