Source: https://www.gesetze-im-internet.de/invstg_2018/__33.html
Legislation: invstg_2018

Title: § 33 Inländische Immobilienerträge und sonstige inländische Einkünfte ohne Steuerabzug

Description:
Investmentsteuergesetz (InvStG 2018)
Kapitel 3 - Spezial-Investmentfonds
Abschnitt 1 - Voraussetzungen und Besteuerung eines Spezial-Investmentfonds
§ 33 Inländische Immobilienerträge und sonstige inländische Einkünfte ohne Steuerabzug

Paragraph: 33

Full Text:
Investmentsteuergesetz (InvStG 2018)
Kapitel 3 - Spezial-Investmentfonds
Abschnitt 1 - Voraussetzungen und Besteuerung eines Spezial-Investmentfonds
§ 33 Inländische Immobilienerträge und sonstige inländische Einkünfte ohne Steuerabzug

(1) Die Körperschaftsteuerpflicht für die inländischen
Immobilienerträge eines Spezial-Investmentfonds entfällt, wenn der
Spezial-Investmentfonds auf ausgeschüttete oder ausschüttungsgleiche
inländische Immobilienerträge Kapitalertragsteuer gemäß § 50 erhebt,
an die zuständige Finanzbehörde abführt und den Anlegern
Steuerbescheinigungen gemäß § 45a Absatz 2 des Einkommensteuergesetzes
ausstellt. Die Gewerbesteuerpflicht eines Spezial-Investmentfonds nach
§ 29 Absatz 1 in Verbindung mit § 15 entfällt nicht.

(2) Die ausgeschütteten oder ausschüttungsgleichen inländischen
Immobilienerträge gelten bei einem vereinnahmenden Investmentfonds
oder Dach-Spezial-Investmentfonds als Einkünfte nach § 6 Absatz 4.
Diese unterliegen einem Steuerabzug ohne Berücksichtigung des § 7
Absatz 1 Satz 3. Der Steuerabzug gegenüber einem Dach-Spezial-
Investmentfonds entfällt, wenn der Dach-Spezial-Investmentfonds
unwiderruflich gegenüber dem Ziel-Spezial-Investmentfonds erklärt,
dass den Anlegern des Dach-Spezial-Investmentfonds
Steuerbescheinigungen gemäß § 45a Absatz 2 des Einkommensteuergesetzes
ausgestellt werden sollen (Immobilien-Transparenzoption). Bei
ausgeübter Immobilien-Transparenzoption gelten

1.  beschränkt steuerpflichtigen Anlegern unmittelbar Einkünfte im Sinne
    des § 49 Absatz 1 Nummer 2 Buchstabe f, Nummer 6 oder 8 des
    Einkommensteuergesetzes,

2.  Anlegern, die unbeschränkt steuerpflichtige Investmentfonds oder Dach-
    Spezial-Investmentfonds sind, Einkünfte nach § 6 Absatz 4 und

3.  sonstigen Anlegern Spezial-Investmenterträge

als zugeflossen.

§ 31 Absatz 1 und 2 sowie § 32 sind entsprechend anzuwenden. Dach-
Spezial-Investmentfonds, bei denen nach Satz 4 Nummer 1 oder 2
inländische Immobilienerträge zugerechnet werden, können insoweit
keine Immobilien-Transparenzoption ausüben. Gegenüber dem Dach-
Spezial-Investmentfonds ist in den Fällen des Satzes 4 Nummer 1 oder 2
ein Steuerabzug ohne Berücksichtigung des § 7 Absatz 1 Satz 3
vorzunehmen.

(3) Die ausgeschütteten oder ausschüttungsgleichen inländischen
Immobilienerträge gelten bei beschränkt steuerpflichtigen Anlegern als
unmittelbar bezogene Einkünfte nach § 49 Absatz 1 Nummer 2 Buchstabe
f, Nummer 6 oder Nummer 8 des Einkommensteuergesetzes. Satz 1 und
Absatz 2 Satz 4 Nummer 1 gelten auch für die Anwendung der Regelungen
in Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung. Der Abzug der
Kapitalertragsteuer durch den Spezial-Investmentfonds auf die in den
ausgeschütteten oder ausschüttungsgleichen Erträgen enthaltenen
inländischen Immobilienerträge hat bei beschränkt steuerpflichtigen
Anlegern, abweichend von § 50 Absatz 2 Satz 1 des
Einkommensteuergesetzes, keine abgeltende Wirkung.

(4) Die Absätze 1 bis 3 gelten entsprechend für sonstige inländische
Einkünfte, die bei Vereinnahmung keinem Steuerabzug unterliegen. Die
sonstigen inländischen Einkünfte gelten bei beschränkt
steuerpflichtigen Anlegern als unmittelbar bezogene Einkünfte nach dem
Tatbestand des § 49 Absatz 1 des Einkommensteuergesetzes, der der
Vereinnahmung durch den Spezial-Investmentfonds zugrunde lag. Die
Sätze 1 und 2 sind nicht anzuwenden auf sonstige inländische Einkünfte
nach § 6 Absatz 5 Satz 1 Nummer 2 und 3.

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