Source: https://www.gesetze-im-internet.de/textilprausbv/__6.html
Legislation: textilprausbv

Title: § 6 Abschlussprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Produktprüfer-Textil/zur Produktprüferin-Textil (TextilPrAusbV)
§ 6 Abschlussprüfung

Paragraph: 6

Full Text:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Produktprüfer-Textil/zur Produktprüferin-Textil (TextilPrAusbV)
§ 6 Abschlussprüfung

(1) Durch die Abschlussprüfung ist festzustellen, ob der Prüfling die
berufliche Handlungsfähigkeit erworben hat. In der Abschlussprüfung
soll der Prüfling nachweisen, dass er die erforderlichen Fertigkeiten
beherrscht, die notwendigen beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten
besitzt und mit dem im Berufsschulunterricht zu vermittelnden für die
Berufsausbildung wesentlichen Lehrstoff vertraut ist. Die
Ausbildungsordnung ist zugrunde zu legen.

(2) Die Abschlussprüfung besteht aus den Prüfungsbereichen:

1.  Betrieblicher Auftrag,

2.  Produktanalyse,

3.  Qualitätssicherung und

4.  Wirtschafts- und Sozialkunde.

(3) Für den Prüfungsbereich Betrieblicher Auftrag bestehen folgende
Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er

    a)  Auswirkungen von Faserstoffeigenschaften auf Produktionsprozesse
        berücksichtigen,

    b)  Veredlungsprozesse sowie Konfektions- und Fügetechniken unterscheiden,

    c)  mit externen und internen Kunden umgehen,

    d)  Arbeitsabläufe unter Beachtung wirtschaftlicher, technischer und
        organisatorischer Vorgaben selbstständig und kundenorientiert planen
        und durchführen,

    e)  Arbeitsergebnisse kontrollieren und dokumentieren,

    f)  Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit und
        zum Umweltschutz ergreifen,

    g)  die für den betrieblichen Auftrag relevanten fachlichen Hintergründe
        aufzeigen sowie

    h)  die Vorgehensweise bei der Durchführung des betrieblichen Auftrags
        begründen

    kann;

2.  dem Prüfungsbereich sind folgende Tätigkeiten zugrunde zu legen:

    a)  Durchführen einer Produktanalyse und einer Produktkontrolle,

    b)  Identifizieren und Klassifizieren von Abweichungen,

    c)  Analysieren von Fehlerursachen sowie

    d)  Durchführen von Maßnahmen zur Fehlerbeseitigung;

3.  der Prüfling soll einen betrieblichen Auftrag durchführen und mit
    praxisbezogenen Unterlagen dokumentieren sowie hierüber ein
    auftragsbezogenes Fachgespräch führen; dem Prüfungsausschuss ist vor
    der Durchführung des Auftrags die Aufgabenstellung einschließlich
    eines Zeitplans für die Bearbeitung zur Genehmigung vorzulegen;

4.  die Prüfungszeit beträgt für den betrieblichen Auftrag sieben Stunden
    und für das auftragsbezogene Fachgespräch 30 Minuten.

(4) Für den Prüfungsbereich Produktanalyse bestehen folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er

    a)  Werkstoffeigenschaften und Konstruktionsmerkmale bestimmen,

    b)  Konfektions- und Fügetechniken unterscheiden,

    c)  Produktions- und Materialfehler identifizieren und klassifizieren,

    d)  produktbezogene Berechnungen durchführen sowie

    e)  Ausbesserungstechniken ausführen

    kann;

2.  dem Prüfungsbereich ist die Vorgehensweise zur Durchführung einer
    Produktanalyse zugrunde zu legen;

3.  der Prüfling soll fallbezogene Aufgaben schriftlich bearbeiten;

4.  die Prüfungszeit beträgt 90 Minuten.

(5) Für den Prüfungsbereich Qualitätssicherung bestehen folgende
Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er

    a)  Qualitätsstandards feststellen,

    b)  Fehlerklassifizierungen durchführen,

    c)  Ursachen feststellen und Korrekturmaßnahmen durchführen,

    d)  Materialfluss sicherstellen sowie

    e)  Maßnahmen der Kundenorientierung durchführen

    kann;

2.  dem Prüfungsbereich ist die Vorgehensweise zur Durchführung der
    Qualitätssicherung zugrunde zu legen;

3.  der Prüfling soll fallbezogene Aufgaben schriftlich bearbeiten;

4.  die Prüfungszeit beträgt 90 Minuten.

(6) Für den Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde bestehen
folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er allgemeine wirtschaftliche und
    gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt darstellen
    und beurteilen kann;

2.  der Prüfling soll fallbezogene Aufgaben schriftlich bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 60 Minuten.

(7) Die einzelnen Prüfungsbereiche sind wie folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich Betrieblicher Auftrag

    *   50 Prozent,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich Produktanalyse

    *   20 Prozent,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich Qualitätssicherung

    *   20 Prozent,

*    *   4.

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   10 Prozent.

(8) Die Abschlussprüfung ist bestanden, wenn die Leistungen

1.  im Gesamtergebnis mit mindestens "ausreichend",

2.  im Prüfungsbereich Betrieblicher Auftrag mit mindestens "ausreichend",

3.  in mindestens zwei der übrigen Prüfungsbereiche mit mindestens
    "ausreichend" und

4.  in keinem Prüfungsbereich mit "ungenügend"

bewertet worden sind.

(9) Auf Antrag des Prüflings ist die Prüfung in einem der mit
schlechter als "ausreichend" bewerteten Prüfungsbereiche, in denen die
Prüfungsleistungen mit eigener Anforderung und Gewichtung schriftlich
zu erbringen sind, durch eine mündliche Prüfung von etwa 15 Minuten zu
ergänzen, wenn diese für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben
kann. Bei der Ermittlung des Ergebnisses für diesen Prüfungsbereich
sind das bisherige Ergebnis und das Ergebnis der mündlichen
Ergänzungsprüfung im Verhältnis von 2 : 1 zu gewichten.

Collections: bundestag_gesetze
TextilPrAusbV
Level: 2.0