Source: https://www.gesetze-im-internet.de/gkg_2004/__54.html
Legislation: gkg_2004

Title: § 54 Zwangsversteigerung

Description:
Gerichtskostengesetz (GKG 2004)
Abschnitt 7 - Wertvorschriften
Unterabschnitt 2 - Besondere Wertvorschriften
§ 54 Zwangsversteigerung

Paragraph: 54

Full Text:
Gerichtskostengesetz (GKG 2004)
Abschnitt 7 - Wertvorschriften
Unterabschnitt 2 - Besondere Wertvorschriften
§ 54 Zwangsversteigerung

(1) Bei der Zwangsversteigerung von Grundstücken sind die Gebühren für
das Verfahren im Allgemeinen und für die Abhaltung des
Versteigerungstermins nach dem gemäß § 74a Absatz 5 des Gesetzes über
die Zwangsversteigerung und die Zwangsverwaltung festgesetzten Wert zu
berechnen. Ist ein solcher Wert nicht festgesetzt, ist der
Grundsteuerwert maßgebend. Weicht der Gegenstand des Verfahrens vom
Gegenstand der Grundsteuerwertfeststellung wesentlich ab oder hat sich
der Wert infolge bestimmter Umstände, die nach dem
Feststellungszeitpunkt des Grundsteuerwerts eingetreten sind,
wesentlich verändert oder ist ein Grundsteuerwert noch nicht
festgestellt, ist der nach den Grundsätzen der
Grundsteuerwertfeststellung geschätzte Wert maßgebend. Wird der
Grundsteuerwert nicht nachgewiesen, ist das Finanzamt um Auskunft über
die Höhe des Grundsteuerwerts zu ersuchen; § 30 der Abgabenordnung
steht der Auskunft nicht entgegen.

(2) Die Gebühr für die Erteilung des Zuschlags bestimmt sich nach dem
Gebot ohne Zinsen, für das der Zuschlag erteilt ist, einschließlich
des Werts der nach den Versteigerungsbedingungen bestehen bleibenden
Rechte zuzüglich des Betrags, in dessen Höhe der Ersteher nach § 114a
des Gesetzes über die Zwangsversteigerung und die Zwangsverwaltung als
aus dem Grundstück befriedigt gilt. Im Fall der Zwangsversteigerung
zur Aufhebung einer Gemeinschaft vermindert sich der Wert nach Satz 1
um den Anteil des Erstehers an dem Gegenstand des Verfahrens; bei
Gesamthandeigentum ist jeder Mitberechtigte wie ein Eigentümer nach
dem Verhältnis seines Anteils anzusehen.

(3) Die Gebühr für das Verteilungsverfahren bestimmt sich nach dem
Gebot ohne Zinsen, für das der Zuschlag erteilt ist, einschließlich
des Werts der nach den Versteigerungsbedingungen bestehen bleibenden
Rechte. Der Erlös aus einer gesonderten Versteigerung oder sonstigen
Verwertung (§ 65 des Gesetzes über die Zwangsversteigerung und die
Zwangsverwaltung) wird hinzugerechnet.

(4) Sind mehrere Gegenstände betroffen, ist der Gesamtwert maßgebend.

(5) Bei Zuschlägen an verschiedene Ersteher wird die Gebühr für die
Erteilung des Zuschlags von jedem Ersteher nach dem Wert der auf ihn
entfallenden Gegenstände erhoben. Eine Bietergemeinschaft gilt als ein
Ersteher.

Collections: bundestag_gesetze
GKG-2004
Level: 4.0