Source: https://www.gesetze-im-internet.de/indkfmausbv_2002/__9.html
Legislation: indkfmausbv_2002

Title: § 9 Abschlussprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Industriekaufmann/zur Industriekauffrau (IndKfmAusbV 2002)
§ 9 Abschlussprüfung

Paragraph: 9

Full Text:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Industriekaufmann/zur Industriekauffrau (IndKfmAusbV 2002)
§ 9 Abschlussprüfung

(1) Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in den Anlagen 1 und 2
aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht entsprechend dem Rahmenlehrplan vermittelten
Lehrstoff, soweit er für die Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Die Abschlussprüfung besteht aus vier Prüfungsbereichen. Die
Prüfung in den Bereichen Geschäftsprozesse, Kaufmännische Steuerung
und Kontrolle sowie Wirtschafts- und Sozialkunde ist schriftlich
durchzuführen. Der Prüfungsbereich Einsatzgebiet besteht aus einer
Präsentation und einem Fachgespräch.

(3) Die Anforderungen in den Prüfungsbereichen sind:

1.  Im Prüfungsbereich Geschäftsprozesse soll der Prüfling in höchstens
    180 Minuten auf Prozesse und komplexe Sachverhalte gerichtete
    Situationsaufgaben oder Fallbeispiele bearbeiten und dabei zeigen,
    dass er Geschäftsprozesse analysieren sowie Problemlösungen ergebnis-
    und kundenorientiert entwickeln kann. Dafür kommen insbesondere
    folgende Gebiete in Betracht:

    a)  Marketing und Absatz,

    b)  Beschaffung und Bevorratung,

    c)  Personal,

    d)  Leistungserstellung.

2.  Im Prüfungsbereich Kaufmännische Steuerung und Kontrolle soll der
    Prüfling in höchstens 90 Minuten bis zu vier praxisbezogene Aufgaben
    aus dem Bereich Leistungsabrechnung unter Berücksichtigung des
    Controllings bearbeiten und dabei zeigen, dass er Kosten erfassen, die
    betrieblichen Geld- und Wertströme analysieren sowie
    betriebswirtschaftliche Schlussfolgerungen daraus ableiten kann.

3.  Im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde soll der Prüfling in
    höchstens 60 Minuten praxisbezogene Aufgaben bearbeiten und dabei
    zeigen, dass er allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche
    Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt darstellen und beurteilen
    kann.

4.  Im Prüfungsbereich Einsatzgebiet soll der Prüfling in einer
    Präsentation und einem Fachgespräch über eine selbständig
    durchgeführte Fachaufgabe in einem Einsatzgebiet nach § 4 Abs. 1 Nr.
    10 zeigen, dass er komplexe Fachaufgaben und ganzheitliche
    Geschäftsprozesse beherrscht und Problemlösungen in der Praxis
    erarbeiten kann.

    Der Prüfling erstellt über eine Fachaufgabe im Einsatzgebiet einen
    höchstens fünfseitigen Report als Basis für die Präsentation und das
    Fachgespräch. Eine Kurzbeschreibung der beabsichtigten Fachaufgabe ist
    dem Prüfungsausschuss vor der Durchführung der Fachaufgabe zur
    Genehmigung vorzulegen. Dem Report können erläuternde Anlagen mit
    betriebsüblichen Unterlagen beigefügt werden. Der Ausbildende hat zu
    bestätigen, dass die Fachaufgabe von dem Prüfling im Betrieb
    selbständig durchgeführt worden ist. Der Report wird nicht bewertet.
    Er ist dem Prüfungsausschuss vor der Durchführung der Prüfung im
    Prüfungsbereich Einsatzgebiet zuzuleiten. In der Präsentation soll der
    Prüfling auf der Grundlage des Reports zeigen, dass er Sachverhalte,
    Abläufe und Ergebnisse der bearbeiteten Fachaufgabe erläutern und mit
    praxisüblichen Mitteln darstellen kann. In einem Fachgespräch soll der
    Prüfling zeigen, dass er die dargestellte Fachaufgabe in
    Gesamtzusammenhänge einordnen, Hintergründe erläutern und Ergebnisse
    bewerten kann. Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er die
    Sachbearbeitung in einem speziellen Geschäftsfeld beherrscht.
    Präsentation und Fachgespräch sollen zusammen höchstens 30 Minuten und
    die Präsentation zwischen 10 und 15 Minuten dauern.

Collections: bundestag_gesetze
IndKfmAusbV-2002
Level: 2.0