Source: https://www.gesetze-im-internet.de/b_rsg_2007/__48.html
Legislation: boersg_2007

Title: § 48 Freiverkehr

Description:
Börsengesetz (BörsG 2007)
Abschnitt 5 - Freiverkehr, KMU-Wachstumsmarkt und organisiertes Handelssystem
§ 48 Freiverkehr

Paragraph: 48

Full Text:
Börsengesetz (BörsG 2007)
Abschnitt 5 - Freiverkehr, KMU-Wachstumsmarkt und organisiertes Handelssystem
§ 48 Freiverkehr

(1) Für Wertpapiere, die weder zum Handel im regulierten Markt
zugelassen noch zum Handel in den regulierten Markt einbezogen sind,
kann die Börse den Betrieb eines Freiverkehrs durch den Börsenträger
zulassen, wenn durch eine Handelsordnung sowie durch
Geschäftsbedingungen des Börsenträgers, die von der Geschäftsführung
gebilligt wurden, eine ordnungsmäßige Durchführung des Handels und der
Geschäftsabwicklung gewährleistet erscheint. Die Handelsordnung regelt
den Ablauf des Handels. Die Geschäftsbedingungen regeln die Teilnahme
am Handel und die Einbeziehung von Wertpapieren zum Handel.
Emittenten, deren Wertpapiere ohne ihre Zustimmung in den Freiverkehr
einbezogen worden sind, können durch die Geschäftsbedingungen nicht
dazu verpflichtet werden, Informationen in Bezug auf diese Wertpapiere
zu veröffentlichen.

(2) Die Börsenaufsichtsbehörde kann den Handel im Freiverkehr
untersagen, wenn ein ordnungsgemäßer Handel für die Wertpapiere nicht
mehr gewährleistet erscheint.

(3) Der Betrieb eines Freiverkehrs bedarf der schriftlichen Erlaubnis
der Börsenaufsichtsbehörde. Der Freiverkehr gilt als multilaterales
Handelssystem. Der Börsenträger legt der Börsenaufsichtsbehörde eine
ausführliche Beschreibung der Funktionsweise des Handelssystems,
einschließlich etwaiger Verbindungen zu einem anderen multilateralen
oder organisierten Handelssystem oder einem systematischen
Internalisierer in seinem Eigentum, sowie eine Liste der
Handelsteilnehmer vor. Die Börsenaufsichtsbehörde stellt diese
Informationen der Bundesanstalt und auf deren Verlangen der
Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde zur Verfügung und
teilt diesen jede Erteilung einer Erlaubnis eines Freiverkehrs mit.
Auf den Betrieb des Freiverkehrs sind unbeschadet der Absätze 4 und 5
die Vorschriften dieses Gesetzes mit Ausnahme der §§ 27 bis 43
entsprechend anzuwenden.

(4) Der Börsenträger hat sicherzustellen, dass der Freiverkehr über
mindestens drei aktive Handelsteilnehmer verfügt, denen es jeweils
möglich ist, mit allen übrigen Handelsteilnehmern zum Zwecke der
Preisbildung zu interagieren.

(5) Der Börsenträger kann von einem Emittenten die Übermittlung von
Referenzdaten in Bezug auf dessen Finanzinstrumente verlangen, soweit
dies zur Erfüllung der Anforderungen aus Artikel 4 der Verordnung (EU)
Nr. 596/2014 erforderlich ist.

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BörsG-2007
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