Source: https://www.gesetze-im-internet.de/di_tass-aprv/__16a.html
Legislation: diaetass-aprv

Title: § 16a Anerkennungsregelungen für Ausbildungsnachweise aus einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union oder einem anderen Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum

Description:
Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Diätassistentinnen und Diätassistenten (DiätAss-APrV)
§ 16a Anerkennungsregelungen für Ausbildungsnachweise aus einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union oder einem anderen Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum

Paragraph: 16a

Full Text:
Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Diätassistentinnen und Diätassistenten (DiätAss-APrV)
§ 16a Anerkennungsregelungen für Ausbildungsnachweise aus einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union oder einem anderen Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum

(1) Antragsteller, die eine Erlaubnis nach § 1 Absatz 1 des
Diätassistentengesetzes beantragen, haben einen Anpassungslehrgang
nach Absatz 2 zu absolvieren oder eine Eignungsprüfung nach Absatz 3
abzulegen, wenn sie über einen Ausbildungsnachweis verfügen, der in
einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union oder einem anderen
Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum
erworben worden ist, und ihre Ausbildung wesentliche Unterschiede zu
der deutschen Ausbildung aufweist, die von der zuständigen Behörde im
Rahmen der Prüfung ihres Antrags auf Erteilung der Erlaubnis zur
Führung der Berufsbezeichnung festgestellt worden sind und nicht durch
Kenntnisse und Fähigkeiten ausgeglichen werden konnten, die die
Antragsteller im Rahmen ihrer nachgewiesenen Berufspraxis oder durch
lebenslanges Lernen nach § 2 Absatz 3 Satz 7 des
Diätassistentengesetzes erworben haben.

(2) Der Anpassungslehrgang dient dem Ausgleich der von der zuständigen
Behörde festgestellten wesentlichen Unterschiede (Lehrgangsziel). Er
wird entsprechend dem Lehrgangsziel in Form von theoretischem und
praktischem Unterricht, einer praktischen Ausbildung mit theoretischer
Unterweisung oder beidem an Einrichtungen nach § 4 Satz 2 und 3 des
Diätassistentengesetzes oder an von der zuständigen Behörde als
vergleichbar anerkannten Einrichtungen durchgeführt. An der
theoretischen Unterweisung sollen Personen nach § 3 Absatz 1 Nummer 3
Buchstabe b in angemessenem Umfang beteiligt werden. Die zuständige
Behörde legt die Dauer und die Inhalte des Anpassungslehrgangs so
fest, dass das Lehrgangsziel erreicht werden kann. Die Ableistung des
Anpassungslehrgangs ist durch eine Bescheinigung nach dem Muster der
Anlage 4a nachzuweisen.

(3) Bei der Eignungsprüfung haben die Antragsteller nachzuweisen, dass
sie über die zum Ausgleich der von der zuständigen Behörde
festgestellten wesentlichen Unterschiede erforderlichen Kenntnisse und
Fähigkeiten verfügen. Sie besteht aus einer praktischen Prüfung. Dabei
hat der Prüfling am Beispiel eines diätetisch zu behandelnden
Patienten einen Ernährungsplan mit Mahlzeitenfolge für einen Tag
aufzustellen, die aufgestellte Mahlzeitenfolge herzustellen,
anzurichten und das Herstellungsverfahren zu erläutern. Darüber hinaus
hat er in einem Beratungsgespräch die Auswahl der von ihm bestimmten
Speisen zu begründen, ihre Zusammensetzung, die Mengen sowie den
Nährwert zu erläutern und küchentechnische Hinweise zu geben. Die
Eignungsprüfung soll an einem Tag durchgeführt werden. Sie wird von
zwei Fachprüfern, darunter mindestens einem Fachprüfer nach § 3 Absatz
1 Nummer 3 Buchstabe b, abgenommen und bewertet. Während der Prüfung
sind den Prüfern Nachfragen gestattet, die sich auf das konkrete
praktische Vorgehen beziehen. Die Eignungsprüfung ist erfolgreich
abgeschlossen, wenn die Fachprüfer sie übereinstimmend mit „bestanden“
bewerten. Das Bestehen setzt mindestens voraus, dass die Leistung des
Prüflings trotz ihrer Mängel noch den Anforderungen genügt. Kommen die
Fachprüfer zu einer unterschiedlichen Bewertung, entscheidet der
Vorsitzende des Prüfungsausschusses nach Rücksprache mit den
Fachprüfern über das Bestehen. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses
muss zu diesem Zweck während der Prüfung anwesend sein; ihm steht ein
Fragerecht zu. Die Eignungsprüfung soll mindestens zweimal jährlich
angeboten werden. Sie darf einmal wiederholt werden. Über die
bestandene Eignungsprüfung wird eine Bescheinigung nach dem Muster der
Anlage 4b erteilt.

(4) Absatz 3 gilt entsprechend für Personen, die sich gemäß § 8a
Absatz 3 Satz 6 des Diätassistentengesetzes einer Eignungsprüfung zu
unterziehen haben. Abweichend von Absatz 3 Satz 12 ist dabei
sicherzustellen, dass die Eignungsprüfung innerhalb eines Monats nach
der Entscheidung gemäß § 16 Absatz 5 Satz 1 oder Satz 2 abgelegt
werden kann.

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