Source: https://www.gesetze-im-internet.de/indmetmeistv_1997/__4.html
Legislation: indmetmeistv_1997

Title: § 4 Fachrichtungsübergreifende Basisqualifikationen

Description:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluß Geprüfter Industriemeister/Geprüfte Industriemeisterin - Fachrichtung Metall (IndMetMeistV 1997)
§ 4 Fachrichtungsübergreifende Basisqualifikationen

Paragraph: 4

Full Text:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluß Geprüfter Industriemeister/Geprüfte Industriemeisterin - Fachrichtung Metall (IndMetMeistV 1997)
§ 4 Fachrichtungsübergreifende Basisqualifikationen

(1) Im Prüfungsteil "Fachrichtungsübergreifende Basisqualifikationen"
ist in folgenden Prüfungsbereichen zu prüfen:

1.  Rechtsbewußtes Handeln,

2.  Betriebswirtschaftliches Handeln,

3.  Anwendung von Methoden der Information, Kommunikation und Planung,

4.  Zusammenarbeit im Betrieb,

5.  Berücksichtigung naturwissenschaftlicher und technischer
    Gesetzmäßigkeiten.

(2) Im Prüfungsbereich "Rechtsbewußtes Handeln" soll die zu prüfende
Person nachweisen, daß sie in der Lage ist, im Rahmen seiner
Handlungen einschlägige Rechtsvorschriften zu berücksichtigen. Sie
soll die Arbeitsbedingungen seiner Mitarbeiter unter
arbeitsrechtlichen Aspekten gestalten. Außerdem soll sie die
Arbeitssicherheit, den Gesundheitsschutz und den Umweltschutz nach
rechtlichen Grundlagen gewährleisten sowie die Zusammenarbeit mit den
entsprechenden Institutionen sicherstellen. In diesem Rahmen können
folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Berücksichtigen arbeitsrechtlicher Vorschriften und Bestimmungen bei
    der Gestaltung individueller Arbeitsverhältnisse und bei Fehlverhalten
    von Mitarbeitern, insbesondere unter Berücksichtigung des
    Arbeitsvertragsrechts, des Tarifvertragsrechts und betrieblicher
    Vereinbarungen;

2.  Berücksichtigen der Vorschriften des Betriebsverfassungsgesetzes,
    insbesondere der Beteiligungsrechte betriebsverfassungsrechtlicher
    Organe;

3.  Berücksichtigen rechtlicher Bestimmungen hinsichtlich der
    Sozialversicherung, der Entgeltfindung sowie der Arbeitsförderung;

4.  Berücksichtigen arbeitsschutz- und arbeitssicherheitsrechtlicher
    Vorschriften und Bestimmungen in Abstimmung mit betrieblichen und
    außerbetrieblichen Institutionen;

5.  Berücksichtigen der Vorschriften des Umweltrechts, insbesondere
    hinsichtlich des Gewässer- und Bodenschutzes, der Abfallbeseitigung,
    der Luftreinhaltung und Lärmbekämpfung, des Strahlenschutzes und des
    Schutzes vor gefährlichen Stoffen;

6.  Berücksichtigen einschlägiger wirtschaftsrechtlicher Vorschriften und
    Bestimmungen, insbesondere hinsichtlich der Produktverantwortung, der
    Produkthaftung sowie des Datenschutzes.

(3) Im Prüfungsbereich "Betriebswirtschaftliches Handeln" soll die zu
prüfende Person nachweisen, daß sie in der Lage ist,
betriebswirtschaftliche Gesichtspunkte in ihren Handlungen zu
berücksichtigen und volkswirtschaftliche Zusammenhänge aufzuzeigen.
Sie soll Unternehmensformen darstellen können sowie deren Auswirkungen
auf seine Aufgabenwahrnehmung analysieren und beurteilen können.
Weiterhin soll sie in der Lage sein, betriebliche Abläufe nach
wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu planen, zu beurteilen und zu
beeinflussen. In diesem Rahmen können folgende Qualifikationsinhalte
geprüft werden:

1.  Berücksichtigen der ökonomischen Handlungsprinzipien von Unternehmen
    unter Einbeziehung volkswirtschaftlicher Zusammenhänge und sozialer
    Wirkungen;

2.  Berücksichtigen der Grundsätze betrieblicher Aufbau- und
    Ablauforganisation;

3.  Nutzen und Möglichkeiten der Organisationsentwicklung;

4.  Anwenden von Methoden der Entgeltfindung und der kontinuierlichen,
    betrieblichen Verbesserung;

5.  Durchführen von Kostenarten-, Kostenstellen- und
    Kostenträgerzeitrechnungen sowie von Kalkulationsverfahren.

(4) Im Prüfungsbereich "Anwendung von Methoden der Information,
Kommunikation und Planung" soll die zu prüfende Person nachweisen, daß
sie in der Lage ist, Projekte und Prozesse zu analysieren, zu planen
und transparent zu machen. Sie soll Daten aufbereiten, technische
Unterlagen erstellen sowie entsprechende Planungstechniken einsetzen
können. Sie soll in der Lage sein, angemessene Präsentationstechniken
anzuwenden. In diesem Rahmen können folgende Qualifikationsinhalte
geprüft werden:

1.  Erfassen, Analysieren und Aufbereiten von Prozeß- und Produktionsdaten
    mittels EDV-Systemen und Bewerten visualisierter Daten;

2.  Bewerten von Planungstechniken und Analysemethoden sowie deren
    Anwendungsmöglichkeiten;

3.  Anwenden von Präsentationstechniken;

4.  Erstellen von technischen Unterlagen, Entwürfen, Statistiken, Tabellen
    und Diagrammen;

5.  Anwenden von Projektmanagementmethoden;

6.  Auswählen und Anwenden von Informations- und Kommunikationsformen
    einschließlich des Einsatzes entsprechender Informations- und
    Kommunikationsmittel.

(5) Im Prüfungsbereich "Zusammenarbeit im Betrieb" soll die zu
prüfende Person nachweisen, daß sie in der Lage ist, Zusammenhänge des
Sozialverhaltens zu erkennen, ihre Auswirkungen auf die Zusammenarbeit
zu beurteilen und durch angemessene Maßnahmen auf eine zielorientierte
und effiziente Zusammenarbeit hinzuwirken. Sie soll in der Lage sein,
die Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter zu fördern, betriebliche
Probleme und soziale Konflikte zu lösen. Sie soll Führungsgrundsätze
berücksichtigen und angemessene Führungstechniken anwenden. In diesem
Rahmen können folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Beurteilen und Fördern der beruflichen Entwicklung des einzelnen unter
    Beachtung des bisherigen Berufsweges und unter Berücksichtigung
    persönlicher und sozialer Gegebenheiten;

2.  Beurteilen und Berücksichtigen des Einflusses von Arbeitsorganisation
    und Arbeitsplatz auf das Sozialverhalten und das Betriebsklima sowie
    Ergreifen von Maßnahmen zur Verbesserung;

3.  Beurteilen von Einflüssen der Gruppenstruktur auf das Gruppenverhalten
    und die Zusammenarbeit sowie Entwickeln und Umsetzen von Alternativen;

4.  Auseinandersetzen mit eigenem und fremdem Führungsverhalten, Umsetzen
    von Führungsgrundsätzen;

5.  Anwenden von Führungsmethoden und -techniken einschließlich
    Vereinbarungen entsprechender Handlungsspielräume, um
    Leistungsbereitschaft und Zusammenarbeit der Mitarbeiter zu fördern;

6.  Förderung der Kommunikation und Kooperation durch Anwenden von
    Methoden zur Lösung betrieblicher Probleme und sozialer Konflikte.

(6) Im Prüfungsbereich "Berücksichtigung naturwissenschaftlicher und
technischer Gesetzmäßigkeiten" soll die zu prüfende Person nachweisen,
daß sie in der Lage ist, einschlägige naturwissenschaftliche und
technische Gesetzmäßigkeiten zur Lösung technischer Probleme
einzubeziehen. Sie soll mathematische, physikalische, chemische und
technische Kenntnisse und Fertigkeiten zur Lösung von Aufgaben aus der
betrieblichen Praxis anwenden. In diesem Rahmen können folgende
Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Berücksichtigen der Auswirkungen naturwissenschaftlicher und
    technischer Gesetzmäßigkeiten auf Materialien, Maschinen und Prozesse
    sowie auf Mensch und Umwelt, zum Beispiel bei Oxydations- und
    Reduktionsvorgängen, thermischen Einflüssen, galvanischen Prozessen,
    mechanischen Bewegungsvorgängen, elektrotechnischen, hydraulischen und
    pneumatischen Antriebs- und Steuerungsvorgängen;

2.  Verwenden unterschiedlicher Energieformen im Betrieb sowie Beachten
    der damit zusammenhängenden Auswirkungen auf Mensch und Umwelt;

3.  Berechnen betriebs- und fertigungstechnischer Größen bei Belastungen
    und Bewegungen;

4.  Anwenden von statistischen Verfahren und Durchführen von einfachen
    statistischen Berechnungen sowie ihre graphische Darstellung.

(7) Die Bearbeitungsdauer für die schriftlichen Aufgaben in den in
Absatz 1 Nr. 1 bis 5 genannten Prüfungsbereichen soll insgesamt
höchstens acht Stunden betragen, pro Prüfungsbereich nach Absatz 1 Nr.
1 bis 4 mindestens 90 Minuten, im Prüfungsbereich nach Absatz 1 Nr. 5
mindestens 60 Minuten.

(8) Hat die zu prüfende Person in nicht mehr als zwei der in Absatz 1
Nr. 1 bis 5 genannten Prüfungsbereichen mangelhafte Leistungen
erbracht, ist ihr darin eine mündliche Ergänzungsprüfung anzubieten.
Bei einer oder mehreren ungenügenden schriftlichen Prüfungsleistungen
besteht diese Möglichkeit nicht. Die Ergänzungsprüfung soll
anwendungsbezogen durchgeführt werden und für jeden Prüfungsbereich
und für die zu prüfende Person nicht länger als 20 Minuten dauern. Die
Bewertung der schriftlichen Prüfungsleistung und die der mündlichen
Ergänzungsprüfung werden zu einer Note zusammengefasst. Dabei wird die
Bewertung der schriftlichen Prüfungsleistung doppelt gewichtet.

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IndMetMeistV-1997
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