Source: https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__238.html
Legislation: stgb

Title: § 238 Nachstellung

Description:
Strafgesetzbuch (StGB)
Besonderer Teil -
Achtzehnter Abschnitt - Straftaten gegen die persönliche Freiheit
§ 238 Nachstellung

Paragraph: 238

Full Text:
Strafgesetzbuch (StGB)
Besonderer Teil -
Achtzehnter Abschnitt - Straftaten gegen die persönliche Freiheit
§ 238 Nachstellung

(1) Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird
bestraft, wer einer anderen Person in einer Weise unbefugt nachstellt,
die geeignet ist, deren Lebensgestaltung nicht unerheblich zu
beeinträchtigen, indem er wiederholt

1.  die räumliche Nähe dieser Person aufsucht,

2.  unter Verwendung von Telekommunikationsmitteln oder sonstigen Mitteln
    der Kommunikation oder über Dritte Kontakt zu dieser Person
    herzustellen versucht,

3.  unter missbräuchlicher Verwendung von personenbezogenen Daten dieser
    Person

    a)  Bestellungen von Waren oder Dienstleistungen für sie aufgibt oder

    b)  Dritte veranlasst, Kontakt mit ihr aufzunehmen,

4.  diese Person mit der Verletzung von Leben, körperlicher
    Unversehrtheit, Gesundheit oder Freiheit ihrer selbst, eines ihrer
    Angehörigen oder einer anderen ihr nahestehenden Person bedroht,

5.  zulasten dieser Person, eines ihrer Angehörigen oder einer anderen ihr
    nahestehenden Person eine Tat nach § 202a, § 202b oder § 202c begeht,

6.  eine Abbildung dieser Person, eines ihrer Angehörigen oder einer
    anderen ihr nahestehenden Person verbreitet oder der Öffentlichkeit
    zugänglich macht,

7.  einen Inhalt (§ 11 Absatz 3), der geeignet ist, diese Person
    verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung
    herabzuwürdigen, unter Vortäuschung der Urheberschaft der Person
    verbreitet oder der Öffentlichkeit zugänglich macht oder

8.  eine mit den Nummern 1 bis 7 vergleichbare Handlung vornimmt.

(2) In besonders schweren Fällen des Absatzes 1 Nummer 1 bis 7 wird
die Nachstellung mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf
Jahren bestraft. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor,
wenn der Täter

1.  durch die Tat eine Gesundheitsschädigung des Opfers, eines Angehörigen
    des Opfers oder einer anderen dem Opfer nahestehenden Person
    verursacht,

2.  das Opfer, einen Angehörigen des Opfers oder eine andere dem Opfer
    nahestehende Person durch die Tat in die Gefahr des Todes oder einer
    schweren Gesundheitsschädigung bringt,

3.  dem Opfer durch eine Vielzahl von Tathandlungen über einen Zeitraum
    von mindestens sechs Monaten nachstellt,

4.  bei einer Tathandlung nach Absatz 1 Nummer 5 ein Computerprogramm
    einsetzt, dessen Zweck das digitale Ausspähen anderer Personen ist,

5.  eine durch eine Tathandlung nach Absatz 1 Nummer 5 erlangte Abbildung
    bei einer Tathandlung nach Absatz 1 Nummer 6 verwendet,

6.  einen durch eine Tathandlung nach Absatz 1 Nummer 5 erlangten Inhalt
    (§ 11 Absatz 3) bei einer Tathandlung nach Absatz 1 Nummer 7 verwendet
    oder

7.  über einundzwanzig Jahre ist und das Opfer unter sechzehn Jahre ist.

(3) Verursacht der Täter durch die Tat den Tod des Opfers, eines
Angehörigen des Opfers oder einer anderen dem Opfer nahestehenden
Person, so ist die Strafe Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn
Jahren.

Collections: bundestag_gesetze
StGB
Level: 4.0