Source: https://www.gesetze-im-internet.de/pr_fbv_2015/__12.html
Legislation: pruefbv_2015

Title: § 12 Vergütungssysteme

Description:
Verordnung über die Prüfung der Jahresabschlüsse der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute sowie über die darüber zu erstellenden Berichte (PrüfbV 2015)
Abschnitt 3 - Aufsichtliche Vorgaben
Unterabschnitt 1 - Risikomanagement und Geschäftsorganisation
§ 12 Vergütungssysteme

Paragraph: 12

Full Text:
Verordnung über die Prüfung der Jahresabschlüsse der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute sowie über die darüber zu erstellenden Berichte (PrüfbV 2015)
Abschnitt 3 - Aufsichtliche Vorgaben
Unterabschnitt 1 - Risikomanagement und Geschäftsorganisation
§ 12 Vergütungssysteme

(1) Der Abschlussprüfer hat darüber zu berichten, ob sich das Institut
als bedeutendes Institut im Sinne der Institutsvergütungsverordnung
eingestuft hat oder eingestuft wurde. Dabei ist gegebenenfalls auch
auf die Risikoanalyse einzugehen, die zur Einstufung als nicht
bedeutendes Institut geführt hat.

(2) Der Abschlussprüfer hat die Angemessenheit und die Transparenz der
Vergütungssysteme des Instituts sowie deren Ausrichtung auf eine
nachhaltige Entwicklung des Instituts gemäß § 25a Absatz 1 Satz 3
Nummer 6 des Kreditwesengesetzes zu beurteilen. Dies umfasst auch die
Beurteilung, ob das Institut ein angemessenes Verhältnis zwischen der
variablen und der fixen jährlichen Vergütung gemäß § 25a Absatz 5 des
Kreditwesengesetzes festgelegt hat.

(3) Der Abschlussprüfer hat zu beurteilen, ob die Vergütungssysteme
einschließlich der Vergütungsstrategie das Erreichen der strategischen
Institutsziele unterstützen und sich die Vergütungsparameter
entsprechend der Institutsvergütungsverordnung an den Geschäfts- und
Risikostrategien ausrichten. Dabei hat der Prüfer insbesondere über
folgende Punkte zu berichten:

1.  die Vergütungssysteme der Geschäftsleiter,

2.  die Vergütungssysteme nach Geschäftsbereichen,

    a)  die Grundzüge der sonstigen Vergütungssysteme (zum Beispiel
        Bonuspoolermittlung und Bonusallokation, Vergütungsparameter,
        Auszahlungsmodalitäten),

    b)  die festgelegte Obergrenze für das Verhältnis zwischen variabler und
        fixer Vergütung sowie die Kriterien, anhand derer die Obergrenze
        festgelegt wurde,

3.  die Vergütungssysteme für die Kontrolleinheiten,

4.  bei übergeordneten Unternehmen die Einhaltung der
    Vergütungsanforderungen innerhalb der Gruppe,

5.  die Einbindung des Verwaltungs- oder Aufsichtsorgans.

(4) Bei bedeutenden Instituten im Sinne der
Institutsvergütungsverordnung ist darüber hinaus insbesondere auf
Folgendes einzugehen:

1.  den Prozess zur Identifizierung von Mitarbeitern oder
    Mitarbeiterinnen, deren Tätigkeiten einen wesentlichen Einfluss auf
    das Gesamtrisikoprofil haben (Risk Taker) im Rahmen einer
    Risikoanalyse, die Plausibilität und Nachvollziehbarkeit dieses
    Prozesses sowie dessen Ergebnis,

2.  die Vergütungssysteme der Risk Taker, insbesondere im Hinblick auf die
    Verwendung von Vergütungsparametern, die dem Ziel eines nachhaltigen
    Erfolges Rechnung tragen, und die Berücksichtigung von Risiken, deren
    Laufzeiten sowie Kapital- und Liquiditätskosten,

3.  die Auszahlungsmodalitäten für Risk Taker, insbesondere in Bezug auf
    Zurückbehaltungszeiträume, Sperrfristen, die Abhängigkeit von der
    nachhaltigen Wertentwicklung des Instituts und Maluskriterien,

4.  die Ausgestaltung und die Aufgaben des Vergütungskontrollausschusses,

5.  die Stellung, die Qualifikation, die Unabhängigkeit, die
    organisatorische Einbindung, die Aufgaben und die Ausstattung des
    Vergütungsbeauftragten.

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PrüfbV-2015
Level: 4.0