Source: https://www.gesetze-im-internet.de/offshorebergv/__24.html
Legislation: offshorebergv

Title: § 24 Durchführung von Taucherarbeiten

Description:
Bergverordnung für das Gebiet der Küstengewässer und des Festlandsockels (OffshoreBergV)
Kapitel 1 - Allgemeine Vorschriften
Abschnitt 4 - Eignungsuntersuchungen; Arbeitsschutz
§ 24 Durchführung von Taucherarbeiten

Paragraph: 24

Full Text:
Bergverordnung für das Gebiet der Küstengewässer und des Festlandsockels (OffshoreBergV)
Kapitel 1 - Allgemeine Vorschriften
Abschnitt 4 - Eignungsuntersuchungen; Arbeitsschutz
§ 24 Durchführung von Taucherarbeiten

(1) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass bei Taucherarbeiten und
Arbeiten in Unterwasserdruckkammern

1.  die Tauchstelle so beschaffen ist, dass alle erforderlichen
    Ausrüstungsgegenstände untergebracht werden und die Arbeiten ohne
    Behinderung, insbesondere durch andere Betriebsvorgänge oder
    Einrichtungen, durchgeführt werden können,

2.  nur Ausrüstungen und Atemgase verwendet werden, die für die Art der
    auszuführenden Arbeiten und für die jeweiligen Einsatzbedingungen nach
    dem Stand der Tauchtechnik und Tauchmedizin geeignet und so beschaffen
    sind, dass sie bei bestimmungsgemäßer Verwendung die Taucher oder die
    in Unterwasserdruckkammern beschäftigten Personen nicht gefährden,

3.  Ausrüstungen für Taucherarbeiten und Arbeiten in
    Unterwasserdruckkammern regelmäßig, mindestens einmal jährlich nach §
    47 unabhängig überprüft und jeweils vor Beginn der Taucherarbeiten auf
    ihren ordnungsgemäßen Zustand geprüft werden,

4.  zwischen den Tauchern und den mit dem Führen der Signalleine
    beauftragten Signalpersonen eine Sprechverbindung besteht,

5.  an der Tauchstelle ständig ein Taucheinsatzleiter anwesend ist, der
    gegenüber den Tauchern weisungsbefugt ist und die bei Unfällen und
    Störungen erforderlichen Maßnahmen treffen kann,

6.  die Taucher nach jedem Tauchgang oder beim Sättigungstauchen nach
    jeder Isopressionsphase gefahrlos vom Überdruck entlastet werden und
    das Austauchen und die jeweilige Druckentlastung oder eine
    erforderliche Druckkammerbehandlung nur nach Tauch- oder
    Behandlungstabellen erfolgen, die nach dem Stand der Tauchtechnik
    unbedenklich sind,

7.  an jeder Tauchstelle Nachrichtenmittel zur Verfügung stehen, mit denen
    bei Gefahr jederzeit Hilfe angefordert und eine unmittelbare
    Sprechverbindung mit einem Taucherarzt hergestellt werden kann;
    befindet sich die Tauchstelle auf einer Plattform oder auf einem
    Wasserfahrzeug, die mit den im ersten Halbsatz genannten
    Nachrichtenmitteln ausgerüstet sind, genügt es, wenn zwischen der
    Tauchstelle und dem Standort der Nachrichtenmittel eine gegenseitige
    Sprechverbindung besteht,

8.  an der Tauchstelle eine Druckkammer bereitgehalten wird, in der
    erkrankte oder verletzte Taucher einer Druckkammerbehandlung und
    Notversorgung unterzogen werden können,

9.  an jeder Tauchstelle Einrichtungen vorhanden sind, die gewährleisten,
    dass die Taucher den Arbeitsplatz unter Wasser sicher erreichen, beim
    Austauchen die nach dem Stand der Tauchtechnik erforderlichen
    Austauchstufen einhalten und sicher zur Tauchstelle zurückkehren
    können,

10. an der Tauchstelle Ersatzvorräte an Atemgas in solcher Menge
    bereitgehalten werden, so dass die Taucherarbeiten bei Ausfall der
    Atemgasversorgungsanlage gefahrlos abgebrochen werden können, und
    Tauchgeräte und Tauchglocken mit den nach den jeweiligen
    Einsatzbedingungen notwendigen Ersatzvorräten an Atemgas ausgerüstet
    sind, die bei Ausfall der Atemgaszufuhr oder Verbrauch des vom Taucher
    mitgeführten Atemgasvorrates ein Austauchen ermöglichen, und

11. für jede Tauchausrüstung, die eine Energieversorgung erfordert, eine
    von der Hauptenergieversorgung unabhängige Notenergiequelle vorhanden
    ist, die ausreicht, um bei Ausfall der Hauptenergieversorgung die
    sichere Beendigung des Tauchganges zu ermöglichen und den Betrieb der
    hierfür erforderlichen Einrichtungen aufrechtzuerhalten.

[^F795092_03_BJNR186610016BJNE002500000]
Beim Austauchen sind die Austauchtabellen der
Unfallverhütungsvorschrift Taucherarbeiten (DGUV Vorschrift 40) vom 1.
Oktober 1979 in der Fassung vom 1. Januar 2012
anzuwenden; andere Austauchtabellen können nur nach Genehmigung des
zuständigen Unfallversicherungsträgers angewandt werden.

(2) Beim Tauchen mit schlauchversorgten Tauchgeräten hat der
Unternehmer zudem dafür zu sorgen, dass

1.  beim Einsatz von schlauchversorgten Leichttauchgeräten geeignete
    Auftriebshilfen und Rettungsgeräte zur Verfügung stehen und

2.  bei Verwendung einer Tauchglocke ein Taucher ständig in dieser
    verbleibt und sie nur im Ausnahmefall verlässt, um Tauchern bei Gefahr
    zu helfen und ein weiterer Taucher zur sofortigen Hilfeleistung im
    Gefahrenfalle an der Tauchstellen-Oberfläche bereitsteht.

(3) Autonome Tauchgeräte dürfen beim Tauchen im Offshore-Bereich nicht
verwendet werden.

(4) Das Arbeiten in Unterwasserdruckkammern und der Einsatz solcher
Kammern als Unterwasserbasen bei Taucherarbeiten bedürfen der
Genehmigung der zuständigen Behörde. Die Verwendung anderer Atemgase
als Druckluft bedarf der Genehmigung des zuständigen Trägers der
gesetzlichen Unfallversicherung.

    Abrufbar unter http://publikationen.dguv.de/dguv/udt\_dguv\_main.aspx?
    QPX=TUlEPSZDSUQ9MTAwMTM=.
[^F795092_03_BJNR186610016BJNE002500000]:

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