Source: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_8/__42f.html
Legislation: sgb_8

Title: § 42f Behördliches Verfahren zur Altersfeststellung

Description:
Sozialgesetzbuch (SGB) - Achtes Buch (VIII) - Kinder- und Jugendhilfe - (Artikel 1 des Gesetzes v. 26. Juni 1990, BGBl. I S. 1163) (SGB 8)
Drittes Kapitel - Andere Aufgaben der Jugendhilfe
Erster Abschnitt - Vorläufige Maßnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen
§ 42f Behördliches Verfahren zur Altersfeststellung

Paragraph: 42f

Full Text:
Sozialgesetzbuch (SGB) - Achtes Buch (VIII) - Kinder- und Jugendhilfe - (Artikel 1 des Gesetzes v. 26. Juni 1990, BGBl. I S. 1163) (SGB 8)
Drittes Kapitel - Andere Aufgaben der Jugendhilfe
Erster Abschnitt - Vorläufige Maßnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen
§ 42f Behördliches Verfahren zur Altersfeststellung

(1) Das Jugendamt hat im Rahmen der vorläufigen Inobhutnahme der
ausländischen Person gemäß § 42a deren Minderjährigkeit durch
Einsichtnahme in deren Ausweispapiere festzustellen oder hilfsweise
mittels einer qualifizierten Inaugenscheinnahme einzuschätzen und
festzustellen. § 8 Absatz 1 und § 42 Absatz 2 Satz 2 sind entsprechend
anzuwenden.

(2) Auf Antrag des Betroffenen oder seines Vertreters oder von Amts
wegen hat das Jugendamt in Zweifelsfällen eine ärztliche Untersuchung
zur Altersbestimmung zu veranlassen. Ist eine ärztliche Untersuchung
durchzuführen, ist die betroffene Person durch das Jugendamt umfassend
über die Untersuchungsmethode und über die möglichen Folgen der
Altersbestimmung aufzuklären. Ist die ärztliche Untersuchung von Amts
wegen durchzuführen, ist die betroffene Person zusätzlich über die
Folgen einer Weigerung, sich der ärztlichen Untersuchung zu
unterziehen, aufzuklären; die Untersuchung darf nur mit Einwilligung
der betroffenen Person und ihres Vertreters durchgeführt werden. Die
§§ 60, 62 und 65 bis 67 des Ersten Buches sind entsprechend
anzuwenden.

(3) Widerspruch und Klage gegen die Entscheidung des Jugendamts,
aufgrund der Altersfeststellung nach dieser Vorschrift die vorläufige
Inobhutnahme nach § 42a oder die Inobhutnahme nach § 42 Absatz 1 Satz
1 Nummer 3 abzulehnen oder zu beenden, haben keine aufschiebende
Wirkung. Landesrecht kann bestimmen, dass gegen diese Entscheidung
Klage ohne Nachprüfung in einem Vorverfahren nach § 68 der
Verwaltungsgerichtsordnung erhoben werden kann.

Collections: bundestag_gesetze
SGB-8
Level: 4.0