Source: https://www.gesetze-im-internet.de/erbstg_1974/__21.html
Legislation: erbstg_1974

Title: § 21 Anrechnung ausländischer Erbschaftsteuer

Description:
Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz (ErbStG 1974)
Abschnitt 4 - Steuerfestsetzung und Erhebung
§ 21 Anrechnung ausländischer Erbschaftsteuer

Paragraph: 21

Full Text:
Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz (ErbStG 1974)
Abschnitt 4 - Steuerfestsetzung und Erhebung
§ 21 Anrechnung ausländischer Erbschaftsteuer

(1) Bei Erwerbern, die in einem ausländischen Staat mit ihrem
Auslandsvermögen zu einer der deutschen Erbschaftsteuer entsprechenden
Steuer - ausländische Steuer - herangezogen werden, ist in den Fällen
des § 2 Absatz 1 Nummer 1, sofern nicht die Vorschriften eines
Abkommens zur Vermeidung der Doppelbesteuerung anzuwenden sind, auf
Antrag die festgesetzte, auf den Erwerber entfallende, gezahlte und
keinem Ermäßigungsanspruch unterliegende ausländische Steuer insoweit
auf die deutsche Erbschaftsteuer anzurechnen, als das Auslandsvermögen
auch der deutschen Erbschaftsteuer unterliegt. Besteht der Erwerb nur
zum Teil aus Auslandsvermögen, ist der darauf entfallende Teilbetrag
der deutschen Erbschaftsteuer in der Weise zu ermitteln, daß die für
das steuerpflichtige Gesamtvermögen einschließlich des
steuerpflichtigen Auslandsvermögens sich ergebende Erbschaftsteuer im
Verhältnis des steuerpflichtigen Auslandsvermögens zum
steuerpflichtigen Gesamtvermögen aufgeteilt wird. Ist das
Auslandsvermögen in verschiedenen ausländischen Staaten belegen, ist
dieser Teil für jeden einzelnen ausländischen Staat gesondert zu
berechnen. Die ausländische Steuer ist nur anrechenbar, wenn die
deutsche Erbschaftsteuer für das Auslandsvermögen innerhalb von fünf
Jahren seit dem Zeitpunkt der Entstehung der ausländischen
Erbschaftsteuer entstanden ist.

(2) Als Auslandsvermögen im Sinne des Absatzes 1 gelten,

1.  wenn der Erblasser zur Zeit seines Todes Inländer war: alle
    Vermögensgegenstände der in § 121 des Bewertungsgesetzes genannten
    Art, die auf einen ausländischen Staat entfallen, sowie alle
    Nutzungsrechte an diesen Vermögensgegenständen;

2.  wenn der Erblasser zur Zeit seines Todes kein Inländer war: alle
    Vermögensgegenstände mit Ausnahme des Inlandsvermögens im Sinne des §
    121 des Bewertungsgesetzes sowie alle Nutzungsrechte an diesen
    Vermögensgegenständen.

(3) Der Erwerber hat den Nachweis über die Höhe des Auslandsvermögens
und über die Festsetzung und Zahlung der ausländischen Steuer durch
Vorlage entsprechender Urkunden zu führen. Sind diese Urkunden in
einer fremden Sprache abgefaßt, kann eine beglaubigte Übersetzung in
die deutsche Sprache verlangt werden.

(4) Ist nach einem Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung die
in einem ausländischen Staat erhobene Steuer auf die Erbschaftsteuer
anzurechnen, sind die Absätze 1 bis 3 entsprechend anzuwenden.

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ErbStG-1974
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