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Legislation: wpanrv

Title: § 2 Anerkennungsgrundlagen

Description:
Verordnung über die Voraussetzungen der Anerkennung von Studiengängen nach § 8a der Wirtschaftsprüferordnung und über die Anrechnung von Prüfungsleistungen aus Studiengängen nach § 13b der Wirtschaftsprüferordnung (WPAnrV)
Teil 1 - Anerkennung von Studiengängen (§ 8a der Wirtschaftsprüferordnung)
§ 2 Anerkennungsgrundlagen

Paragraph: 2

Full Text:
Verordnung über die Voraussetzungen der Anerkennung von Studiengängen nach § 8a der Wirtschaftsprüferordnung und über die Anrechnung von Prüfungsleistungen aus Studiengängen nach § 13b der Wirtschaftsprüferordnung (WPAnrV)
Teil 1 - Anerkennung von Studiengängen (§ 8a der Wirtschaftsprüferordnung)
§ 2 Anerkennungsgrundlagen

(1) Die Anerkennung eines Masterstudiengangs nach § 1 Satz 2 setzt
voraus, dass mit dem Studiengang das Ziel erreicht wird, den
Studierenden die Kenntnisse und Fähigkeiten zu vermitteln, die dem
Berufsprofil des Wirtschaftsprüfers oder der Wirtschaftsprüferin
entsprechen. Künftige Berufsangehörige müssen am Ende ihrer Ausbildung
insbesondere die Fähigkeit zur Durchführung betriebswirtschaftlicher
Prüfungen sowie in den Tätigkeitsbereichen der Steuer- und
Wirtschaftsberatung und der Rechtsdienstleistung die Kenntnisse und
Fertigkeiten erworben haben, um Mandantenaufträge erledigen und
interdisziplinäre Fragestellungen lösen zu können. Der
Masterstudiengang muss dazu folgende wesentliche Lehrinhalte umfassen:

1.  das wirtschaftliche Prüfungswesen, die Unternehmensbewertung und das
    Berufsrecht,

2.  die Angewandte Betriebswirtschaftslehre und Volkswirtschaftslehre,

3.  das Wirtschaftsrecht und

4.  das Steuerrecht.

(2) Das Lehrangebot muss die theoretischen und praktischen Aspekte der
Ausbildung des Wirtschaftsprüfers oder der Wirtschaftsprüferin in
ausgewogener Form berücksichtigen, hohe Anforderungen an eine
umfassende Entwicklung der erforderlichen sozialen Kompetenz stellen
und die in Absatz 1 genannten Kenntnisse und Fähigkeiten mit folgenden
Ausprägungen vermitteln:

1.  Grundwissen: Studierende kennen die wesentlichen Definitionen und
    können die herrschende Meinung wiedergeben.

2.  Verständnis: Studierende können das Wissen ordnen und es systematisch
    wiedergeben sowie Probleme erkennen.

3.  Anwendung: Studierende können das erworbene Wissen anwenden und eigene
    Berechnungen sowie Interpretationen erstellen; sie können Einzelfälle
    angemessen beurteilen und die Ergebnisse auswerten.

4.  Analyse: Studierende können komplexe Problemstellungen erkennen und
    auf Grundlage der erworbenen Erfahrung analysieren.

5.  Synthese: Studierende können korrigierend in Prozesse eingreifen, neue
    Vorgehensweisen entwickeln und Verbesserungsvorschläge unterbreiten;
    dazu gehört auch die Fähigkeit, die eigene Leistung angemessen
    darzustellen und lösungsorientiert weiterzuentwickeln.

6.  Bewertung: Studierende können Werturteile abgeben, Vergleiche
    heranziehen und richtige Schlussfolgerungen ziehen, sie können
    Prognosen erstellen und die eigenen Aussagen rechtfertigen.

Diese Ausprägungen enthalten noch keine berufliche Spezialisierung, da
diese erst nach der Bestellung zum Wirtschaftsprüfer oder zur
Wirtschaftsprüferin durch Praxiserfahrung und Fortbildung entwickelt
wird.

Collections: bundestag_gesetze
WPAnrV
Level: 3.0