Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bodenlausbv/__8.html
Legislation: bodenlausbv

Title: § 8 Abschlussprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Bodenleger/zur Bodenlegerin (BodenlAusbV)
§ 8 Abschlussprüfung

Paragraph: 8

Full Text:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Bodenleger/zur Bodenlegerin (BodenlAusbV)
§ 8 Abschlussprüfung

(1) Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage
aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Der Prüfling soll im praktischen Teil der Prüfung in insgesamt
höchstens 14 Stunden eine Arbeitsaufgabe I sowie eine Arbeitsaufgabe
II durchführen und dokumentieren sowie während dieser Zeit in
höchstens 15 Minuten ein Fachgespräch über eine der Arbeitsaufgaben
führen.

1.  Für die Arbeitsaufgabe I kommt insbesondere das Gestalten und Verlegen
    eines textilen und eines elastischen Bodenbelages einschließlich des
    Herstellens des Untergrundes und des Anbringens von Abschlüssen in
    Betracht.

2.  Für die Arbeitsaufgabe II kommen insbesondere in Betracht:

    a)  Verlegen eines Fertigparketts einschließlich des Herstellens des
        Untergrundes und des Anbringens von Abschlüssen,

    b)  Verlegen eines Schichtwerkstoffes einschließlich des Herstellens des
        Untergrundes und des Anbringens von Abschlüssen oder

    c)  Verlegen eines Korkbodens einschließlich des Herstellens des
        Untergrundes, des Behandelns der Oberfläche und des Anbringens von
        Abschlüssen.

Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er die Arbeitsabläufe unter
Beachtung wirtschaftlicher, technischer und organisatorischer Vorgaben
selbständig und kundenorientiert planen, die Arbeitszusammenhänge
erkennen, die Arbeitsergebnisse kontrollieren und dokumentieren sowie
Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit
sowie zum Umweltschutz durchführen kann.

(3) Der Prüfling soll im schriftlichen Teil der Prüfung in den
Prüfungsbereichen Untergründe, Bodenbeläge sowie Wirtschafts- und
Sozialkunde geprüft werden. In den Prüfungsbereichen Untergründe und
Bodenbeläge soll der Prüfling praxisbezogene Fälle mit verknüpften
technologischen, chemischen und mathematischen Inhalten lösen können.
Dabei soll er zeigen, dass er die Arbeitssicherheits-,
Gesundheitsschutz- und Umweltschutzbestimmungen berücksichtigen, die
Verwendung von textilen und elastischen Bodenbelägen, Fertigparkett,
Schichtwerkstoffen sowie von Werk- und Hilfsstoffen planen sowie
Werkzeuge und Maschinen zuordnen und qualitätssichernde Maßnahmen
einbeziehen kann.

1.  Für den Prüfungsbereich Untergründe kommt insbesondere in Betracht:

    Beschreiben der Vorgehensweise bei der Prüfung und Herstellung von
    Untergründen sowie zur Ermittlung und Eingrenzung von Fehlern und
    deren Behebung, Erstellen von Planungsunterlagen, Planen und Steuern
    von Arbeitsabläufen unter Berücksichtigung der Produktqualität.

    Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er die für die Prüf- und
    Herstellungsaufgaben erforderlichen Werkzeuge und Hilfsmittel unter
    Beachtung von Vorgaben und technischen Regeln auswählen und die
    notwendigen Arbeitsschritte planen kann.

2.  Für den Prüfungsbereich Bodenbeläge kommt insbesondere in Betracht:

    Beschreiben der Vorgehensweise bei der Verlegung, Instandhaltung und
    bei der Ermittlung und Behebung von Schäden textiler und elastischer
    Bodenbeläge sowie Fertigparkett oder Schichtwerkstoffen.

    Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er die erforderlichen Maßnahmen
    unter Berücksichtigung verfahrensbedingter Abläufe planen, Unterlagen
    auswerten, Schäden bewerten und dokumentieren sowie
    Gestaltungsmerkmale darstellen und zuordnen kann.

3.  Für den Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde kommen Aufgaben,
    die sich auf praxisbezogene Fälle beziehen sollen, insbesondere aus
    folgenden Gebieten in Betracht:

    allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der
    Berufs- und Arbeitswelt.

(4) Die schriftliche Prüfung dauert höchstens:

*    *   1.

    *   im Prüfungsbereich Untergründe

    *   120 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsbereich Bodenbeläge

    *   180 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Der schriftliche Teil der Prüfung ist auf Antrag des Prüflings
oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen
Prüfungsbereichen durch eine mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese
für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann. Bei der
Ermittlung der Ergebnisse für die mündlich geprüften Prüfungsbereiche
sind die jeweiligen bisherigen Ergebnisse und die entsprechenden
Ergebnisse der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2:1 zu
gewichten.

(6) Innerhalb des schriftlichen Teils der Prüfung sind die
Prüfungsbereiche wie folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich Untergründe

    *   35 Prozent,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich Bodenbeläge

    *   45 Prozent,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   20 Prozent.

(7) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils im praktischen und im
schriftlichen Teil der Prüfung mindestens ausreichende Leistungen
erbracht sind. Wird die Prüfungsleistung in einer der Arbeitsaufgaben
oder in einem der Prüfungsbereiche Untergründe und Bodenbeläge mit
ungenügend bewertet, ist die Prüfung nicht bestanden.

Collections: bundestag_gesetze
BodenlAusbV
Level: 2.0