Source: https://www.gesetze-im-internet.de/servicefahrerausbv/__9.html
Legislation: servicefahrerausbv

Title: § 9 Abschlussprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Servicefahrer/zur Servicefahrerin (ServicefahrerAusbV)
§ 9 Abschlussprüfung

Paragraph: 9

Full Text:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Servicefahrer/zur Servicefahrerin (ServicefahrerAusbV)
§ 9 Abschlussprüfung

(1) Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage 1
aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Die Abschlussprüfung besteht aus den Prüfungsbereichen:

1.  Service und Vertrieb,

2.  Beförderungsprozess,

3.  Wirtschafts- und Sozialkunde,

4.  Praktische Arbeitsaufgabe.

Die Prüfung ist in den Prüfungsbereichen nach den Nummern 1 bis 3
schriftlich und im Prüfungsbereich nach der Nummer 4 praktisch
durchzuführen.

(3) Im Prüfungsbereich Service und Vertrieb soll der Prüfling in
höchstens 120 Minuten praxisbezogene Aufgaben oder Fälle insbesondere
aus den Gebieten

1.  Dienstleistungsangebot,

2.  Kundenberatung,

3.  Dokumentation

bearbeiten. Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er
Informationsquellen nutzen, Serviceaufträge annehmen und bearbeiten,
Arbeitsabläufe kunden- und zielorientiert nach wirtschaftlichen und
zeitlichen Vorgaben selbstständig planen und unter Beachtung
rechtlicher Rahmenbedingungen umsetzen sowie Zahlungen abrechnen kann.
Darüber hinaus soll er zeigen, dass er qualitätssichernde Maßnahmen
berücksichtigen kann. Den Aufgaben oder Fällen sind übergreifende
Inhalte von Serviceleistungen zugrunde zu legen.

(4) Im Prüfungsbereich Beförderungsprozess soll der Prüfling in
höchstens 120 Minuten praxisbezogene Aufgaben oder Fälle insbesondere
aus den Gebieten

1.  Vorbereitung von Touren,

2.  Transportieren von Waren,

3.  Einsatz von Hilfsmitteln und Fahrzeugen

bearbeiten und dabei zeigen, dass er Arbeitsschritte und Aufgaben der
Beförderung selbstständig planen, durchführen und kontrollieren, mit
Arbeitsmitteln und Fahrzeugen fachgerecht umgehen, Waren entsprechend
ihren Eigenschaften behandeln sowie ihren sicheren Transport
gewährleisten kann. Darüber hinaus soll er zeigen, dass er Sicherheit
und Gesundheitsschutz bei der Arbeit, Umweltschutz sowie rechtliche
Rahmenbedingungen berücksichtigen kann.

(5) Im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde soll der Prüfling
in höchstens 60 Minuten praxisbezogene Aufgaben oder Fälle bearbeiten
und dabei zeigen, dass er wirtschaftliche und gesellschaftliche
Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt darstellen kann.

(6) Im Prüfungsbereich Praktische Arbeitsaufgabe soll der Prüfling in
höchstens 90 Minuten eine Serviceleistung erbringen. Dabei ist der
betriebliche Ausbildungsschwerpunkt zugrunde zu legen. Bei der
Aufgabenstellung sind mindestens zwei der nachfolgenden Gebiete zu
berücksichtigen:

1.  Festlegen einer Anfahrfolge und der Fahrstrecke,

2.  Beladen eines Fahrzeuges,

3.  Durchführen einer Abfahrtkontrolle,

4.  Durchführen eines Transportes mit Kraftfahrzeugen der
    Führerscheinklasse B auf öffentlichen Straßen,

5.  Führen eines Beratungsgespräches.

Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er Arbeitsaufträge erfassen,
Arbeitsschritte unter wirtschaftlichen, technischen, rechtlichen und
zeitlichen Vorgaben selbstständig planen, durchführen und
kontrollieren sowie Serviceleistungen kundenorientiert erbringen kann.

(7) Sind die Prüfungsleistungen in bis zu zwei schriftlichen
Prüfungsbereichen mit "mangelhaft" und in den übrigen schriftlichen
Prüfungsbereichen mit mindestens "ausreichend" bewertet worden, so ist
auf Antrag des Prüflings oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in
einem der mit "mangelhaft" bewerteten Prüfungsbereiche die
schriftliche Prüfung durch eine mündliche Prüfung von etwa 15 Minuten
zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag
geben kann. Der Prüfungsbereich ist vom Prüfling zu bestimmen. Bei der
Ermittlung des Ergebnisses für diesen Prüfungsbereich sind die
Ergebnisse der schriftlichen Arbeit und der mündlichen
Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2 : 1 zu gewichten.

(8) Zum Bestehen der Abschlussprüfung müssen im Gesamtergebnis, im
Prüfungsbereich Praktische Arbeitsaufgabe und in mindestens zwei der
in Absatz 2 Nr. 1 bis 3 genannten Prüfungsbereiche mindestens
ausreichende Prüfungsleistungen erbracht werden. Werden die
Prüfungsleistungen in einem Prüfungsbereich mit "ungenügend" bewertet,
so ist die Prüfung nicht bestanden.

Collections: bundestag_gesetze
ServicefahrerAusbV
Level: 2.0