Source: https://www.gesetze-im-internet.de/wasserstoffnev/__8.html
Legislation: wasserstoffnev

Title: § 8 Kalkulatorische Abschreibungen

Description:
Verordnung über die Kosten und Entgelte für den Zugang zu Wasserstoffnetzen (WasserstoffNEV)
Teil 2 - Ermittlung der Netzkosten
§ 8 Kalkulatorische Abschreibungen

Paragraph: 8

Full Text:
Verordnung über die Kosten und Entgelte für den Zugang zu Wasserstoffnetzen (WasserstoffNEV)
Teil 2 - Ermittlung der Netzkosten
§ 8 Kalkulatorische Abschreibungen

(1) Zur Gewährleistung eines langfristig angelegten, leistungsfähigen
und zuverlässigen Netzbetriebs ist die Wertminderung der
betriebsnotwendigen Anlagegüter (kalkulatorische Abschreibungen) nach
den Absätzen 2 bis 6 als Kostenposition bei der Ermittlung der
Netzkosten in Ansatz zu bringen. Die kalkulatorischen Abschreibungen
treten insoweit in der kalkulatorischen Kosten- und Erlösrechnung an
die Stelle der entsprechenden Abschreibungen der Gewinn- und
Verlustrechnung.

(2) Die Eigenkapitalquote ergibt sich rechnerisch als Quotient aus dem
betriebsnotwendigen Eigenkapital und den kalkulatorisch ermittelten
Restwerten des betriebsnotwendigen Vermögens zu historischen
Anschaffungs- und Herstellungskosten. Die anzusetzende
Eigenkapitalquote wird kalkulatorisch für die Berechnung der
Netzentgelte auf höchstens 40 Prozent begrenzt. Die Fremdkapitalquote
ist die Differenz zwischen 100 Prozent und der Eigenkapitalquote.

(3) Die kalkulatorischen Abschreibungen der Anlagegüter sind ausgehend
von den jeweiligen historischen Anschaffungs- und Herstellungskosten
nach der linearen Abschreibungsmethode zu ermitteln.

(4) Bei der Ermittlung der kalkulatorischen Abschreibung einer Anlage
kann für das jeweilige Investitionsprojekt eine spezifische
Nutzungsdauer angesetzt werden. Satz 1 ist insbesondere anzuwenden für
durch die öffentliche Hand oder die Europäische Kommission geförderte
Projekte zum Aufbau von Wasserstoffnetzen, bei denen die im Rahmen der
Förderung jeweils zugrunde gelegte Nutzungsdauer angesetzt werden
kann. Der Betreiber eines Wasserstoffnetzes hat der Bundesnetzagentur
die Nutzungsdauer anzuzeigen, die für das jeweilige
Investitionsprojekt angesetzt wird. Die Anzeige nach Satz 3 hat die
Angaben zu enthalten, die für eine eindeutige Identifizierung der
betroffenen Anlagegüter zu einem Investitionsprojekt erforderlich
sind. Die kalkulatorischen Abschreibungen sind jahresbezogen zu
ermitteln. Dabei ist jeweils ein Zugang des Anlagegutes zum 1. Januar
des Anschaffungsjahres zugrunde zu legen.

(5) Der kalkulatorische Restwert eines Anlageguts beträgt nach Ablauf
des ursprünglich angesetzten Abschreibungszeitraums 0 Euro. Ein
Wiederaufleben kalkulatorischer Restwerte ist unzulässig. Bei
Veränderung der ursprünglichen Abschreibungsdauer während der Nutzung
ist sicherzustellen, dass keine Erhöhung der Kalkulationsgrundlage
erfolgt. Ändert sich die ursprüngliche Abschreibungsdauer während der
Nutzung, bildet der jeweilige Restwert des Wirtschaftsguts zum
Zeitpunkt der Abschreibungsdauerumstellung die Grundlage der weiteren
Abschreibung. Der neue Abschreibungsbetrag ergibt sich aus der
Verteilung des Restwertes auf die Restabschreibungsdauer. Die Sätze 4
und 5 sind entsprechend anzuwenden, wenn eine Anlage, die bisher der
Gasversorgung diente, im Sinne von § 13 auf reinen Wasserstoffbetrieb
umgestellt wird.

(6) Es erfolgt keine Abschreibung unter 0 Euro. Satz 1 ist ungeachtet
der Änderung von Eigentumsverhältnissen oder der Begründung von
Schuldverhältnissen anzuwenden.

Collections: bundestag_gesetze
WasserstoffNEV
Level: 3.0