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Legislation: evo

Title: § 8 Verspätung im Schienenpersonennahverkehr

Description:
Eisenbahn-Verkehrsordnung (EVO)
§ 8 Verspätung im Schienenpersonennahverkehr

Paragraph: 8

Full Text:
Eisenbahn-Verkehrsordnung (EVO)
§ 8 Verspätung im Schienenpersonennahverkehr

(1) Besitzt der Reisende einen Fahrausweis, der ausschließlich für den
öffentlichen Personennahverkehr gilt, so hat er, sofern
vernünftigerweise davon ausgegangen werden muss, dass er wegen eines
Ausfalls oder einer Unpünktlichkeit des von ihm gemäß dem
Beförderungsvertrag gewählten Zuges eines
Eisenbahnverkehrsunternehmens verspätet am Zielort ankommen wird,
neben den in der Verordnung (EG) Nr. 1371/2007 genannten Rechten und
Ansprüchen die folgenden Rechte:

1.  Der Reisende kann die Fahrt zum vertragsgemäßen Zielort mit einem
    anderen Zug durchführen, sofern vernünftigerweise davon ausgegangen
    werden muss, dass der Reisende mindestens 20 Minuten verspätet am
    Zielort ankommen wird. Der Reisende kann die Benutzung des anderen
    Zuges jedoch nicht verlangen, wenn für diesen eine
    Reservierungspflicht besteht oder der Zug eine Sonderfahrt durchführt.

2.  Der Reisende kann die Fahrt zum vertragsgemäßen Zielort mit einem
    anderen Verkehrsmittel durchführen, sofern die vertragsgemäße
    Ankunftszeit in den Zeitraum zwischen 0.00 Uhr und 5.00 Uhr fällt und
    vernünftigerweise davon ausgegangen werden muss, dass der Reisende
    mindestens 60 Minuten verspätet am Zielort ankommen wird, oder sofern
    es sich bei dem vom Reisenden gewählten Zug um die letzte
    fahrplanmäßige Verbindung des Tages handelt und der Reisende wegen des
    Ausfalls dieses Zuges den vertragsgemäßen Zielort ohne die Nutzung des
    anderen Verkehrsmittels nicht mehr bis um 24.00 Uhr erreichen kann.

(2) Macht der Reisende von seinem Recht nach Absatz 1 Gebrauch, so
kann er von demjenigen, mit dem er den Beförderungsvertrag geschlossen
hat, Ersatz der erforderlichen Aufwendungen verlangen, für eine
Beförderung nach Absatz 1 Nr. 2 jedoch nur die erforderlichen
Aufwendungen bis zu einem Höchstbetrag von 80 Euro.

(2a) Reisende, die wegen Ausfalls oder Unpünktlichkeit des Zuges gemäß
Absatz 1 mit einem anderen Zug fahren wollen, können von der
Beförderung mit einem bestimmten anderen Zug ausgeschlossen werden,
wenn ansonsten eine erhebliche Störung des Betriebsablaufs zu erwarten
ist.

(3) Dem Reisenden steht der Anspruch nach Absatz 2 nicht zu, wenn der
Ausfall oder die Unpünktlichkeit des Zuges auf eine der folgenden
Ursachen zurückzuführen ist:

1.  betriebsfremde Umstände, die das Eisenbahnverkehrsunternehmen, das den
    Zug betreibt, trotz Anwendung der nach Lage des Falles gebotenen
    Sorgfalt nicht vermeiden und deren Folgen es nicht abwenden konnte;

2.  Verschulden des Reisenden;

3.  Verhalten eines Dritten, das das Eisenbahnverkehrsunternehmen, das den
    Zug betreibt, trotz Anwendung der nach Lage des Falles gebotenen
    Sorgfalt nicht vermeiden und dessen Folgen es nicht abwenden konnte.

Liegt eine der in Satz 1 Nr. 1 oder Nr. 3 genannten Ursachen vor, so
kann sich derjenige, mit dem der Reisende den Beförderungsvertrag
geschlossen hat, hierauf nur berufen, wenn der Reisende über die
Ursache rechtzeitig unterrichtet wurde oder wenn die Ursache
offensichtlich war. Der Betreiber der Eisenbahninfrastruktur, auf der
die Beförderung erfolgt, ist im Verhältnis zum
Eisenbahnverkehrsunternehmen nicht als Dritter anzusehen.

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