Source: https://www.gesetze-im-internet.de/tier-lmhv/__6.html
Legislation: tier-lmhv

Title: und Behandeln sowie an die Beschaffenheit von Vorzugsmilch

Description:
Verordnung über Anforderungen an die Hygiene beim Herstellen, Behandeln und Inverkehrbringen von bestimmten Lebensmitteln tierischen Ursprungs (Tier-LMHV)
und Behandeln sowie an die Beschaffenheit von Vorzugsmilch

Paragraph: 6

Full Text:
Verordnung über Anforderungen an die Hygiene beim Herstellen, Behandeln und Inverkehrbringen von bestimmten Lebensmitteln tierischen Ursprungs (Tier-LMHV)
und Behandeln sowie an die Beschaffenheit von Vorzugsmilch

Für die Gewinnung und Behandlung von Vorzugsmilch gelten die folgenden
Anforderungen:

1.  Gewinnung von Vorzugsmilch

1.1 Anforderungen an den Tierbestand

    Nutztiere für die Gewinnung von Vorzugsmilch sind

1.1.1 in einer Einrichtung, die von Einrichtungen für andere Milch liefernde
    Tiere abgetrennt ist, zu halten,

1.1.2 vor der ersten Vorzugsmilchgewinnung auf ihren Gesundheitszustand zu
    untersuchen,

1.1.3 monatlich von einem Tierarzt klinisch auf Krankheiten, die die
    Beschaffenheit der im Betrieb gewonnenen Milch nachteilig beeinflussen
    können, zu untersuchen,

1.1.4 monatlich zytologisch anhand von Einzelmilchproben zu untersuchen; bei
    Vorliegen von Zellgehalten von mehr als 250 000 pro Milliliter für
    Rinder und Schafe, 10 000 pro Milliliter für Pferde und 1 000 000 pro
    Milliliter für Ziegen ist eine bakteriologische Untersuchung von
    antiseptisch gewonnenen Anfangsgemelksproben jedes Euterviertels
    (Rinder) oder jeder Euterhälfte (Pferde, Ziegen, Schafe)
    durchzuführen; im Fall des Nachweises von Mastitiserregern sind die
    Tiere von der Gewinnung von Vorzugsmilch auszuschließen,

1.1.5 aus der Einrichtung nach Nummer 1.1.1 zu entfernen, wenn sie erkrankt
    oder auf den Menschen übertragbarer Krankheiten verdächtigt sind und
    erst dann unter die Vorzugsmilch liefernden Tiere einzustellen oder
    wieder einzustellen, wenn sie einer erneuten Untersuchung auf ihren
    Gesundheitszustand mit negativem Befund unterlegen haben.

2.  Behandeln von Vorzugsmilch

2.1 In Räumen, in denen Vorzugsmilch behandelt wird, muss eine Einrichtung
    vorhanden sein, die eine Kühlung der Milch auf nicht mehr als + 4 °C
    innerhalb von zwei Stunden und eine Kühlhaltung bei dieser Temperatur
    gewährleisten. Zum Reinigen, Desinfizieren und Trocknen der nicht fest
    installierten Geräte, die mit Milch in Berührung kommen, muss ein
    gesonderter Raum vorhanden sein. Er muss mit den für die Reinigung und
    Desinfektion der Geräte erforderlichen Einrichtungen ausgestattet
    sein.

2.2 Die Vorzugsmilch ist nach ihrer Gewinnung unverzüglich im
    Milchbehandlungsraum zu reinigen, auf nicht mehr als + 4 °C zu kühlen
    und danach bis zur Abfüllung bei dieser Temperatur zu halten,
    ausgenommen in Fällen, in denen die Vorzugsmilch in tiefgefrorenem
    Zustand gelagert oder in den Verkehr gebracht wird.

3.  Anforderungen an die Beschaffenheit von Vorzugsmilch

    Vorzugsmilch muss bei monatlichen Stichprobenuntersuchungen im
    Erzeugerbetrieb folgende Anforderungen erfüllen:

    *        *
        *[^f802437_32_BJNR182800007BJNE003301124]
   m

        *[^f802437_33_BJNR182800007BJNE003301124]
   M

        *[^f802437_34_BJNR182800007BJNE003301124]
   n

        *[^f802437_35_BJNR182800007BJNE003301124]
   c

    *        *   1.

        *   Keimzahl/ml bei + 30 °C
            (Milch von Rindern, Schafen, Ziegen und Pferden)

        *   20 000

        *   50 000

        *   5

        *   2

    *        *   2.

        *   Enterobacteriaceae/ml bei + 30 °C
            (Milch von Rindern, Schafen, Ziegen und Pferden)

        *   10

        *   100

        *   5

        *   2

    *        *   3.

        *   Koagulase-positive Staphylokokken/ml
            (Milch von Rindern, Schafen, Ziegen und Pferden)

        *   10

        *   100

        *   5

        *   2

    *        *   4.

        *   Anzahl somatischer Zellen/ml
            (Milch von Rindern und Schafen)

        *   200 000

        *   300 000

        *   5

        *   2

    *        *   5.

        *   Salmonellen in 25 ml
            (Milch von Rindern, Schafen, Ziegen und Pferden)

        *   0

        *   0

        *   5

        *   0

    *        *   6.

        *   Pathogene Mikroorganismen oder deren Toxine dürfen in der Milch von
            Rindern, Schafen, Ziegen und Pferden nicht in Mengen vorhanden sein,
            die die Gesundheit des Verbrauchers beeinträchtigen können.

    *        *   7.

        *   Hämolysierende Streptokokken dürfen in der Milch von Pferden bei einer
            monatlich durchzuführenden Kontrolle in 1 ml Milch nicht nachweisbar
            sein.

    *        *   8.

        *   Bei der sensorischen Kontrolle der Milch von Rindern, Schafen, Ziegen
            und Pferden dürfen keine Abweichungen erkennbar sein.

    *        *   9.

        *   Der Phosphatasetest muss bei Milch von Rindern positiv reagieren.

    *_\_\__\_\__\_\__*

    Ergibt sich bei Stichprobenuntersuchungen von Einzelproben ein Wert „*
    m“, so sind im Regelfall weitere Untersuchungen nicht erforderlich.
    Liegt dagegen der Wert zwischen „m“ und „M“, so sind die dann zu
    ziehenden Proben (n) jeweils auf einen Produktionstag zu beziehen.

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