Source: https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__314.html
Legislation: hgb

Title: § 314 Sonstige Pflichtangaben

Description:
Handelsgesetzbuch (HGB)
Drittes Buch - Handelsbücher
Zweiter Abschnitt - Ergänzende Vorschriften für Kapitalgesellschaften (Aktiengesellschaften, Kommanditgesellschaften auf Aktien und Gesellschaften mit beschränkter Haftung) sowie bestimmte Personenhandelsgesellschaften
Zweiter Unterabschnitt - Konzernabschluß und Konzernlagebericht
Achter Titel - Konzernanhang
§ 314 Sonstige Pflichtangaben

Paragraph: 314

Full Text:
Handelsgesetzbuch (HGB)
Drittes Buch - Handelsbücher
Zweiter Abschnitt - Ergänzende Vorschriften für Kapitalgesellschaften (Aktiengesellschaften, Kommanditgesellschaften auf Aktien und Gesellschaften mit beschränkter Haftung) sowie bestimmte Personenhandelsgesellschaften
Zweiter Unterabschnitt - Konzernabschluß und Konzernlagebericht
Achter Titel - Konzernanhang
§ 314 Sonstige Pflichtangaben

(1) Im Konzernanhang sind ferner anzugeben:

1.  der Gesamtbetrag der in der Konzernbilanz ausgewiesenen
    Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren
    sowie der Gesamtbetrag der in der Konzernbilanz ausgewiesenen
    Verbindlichkeiten, die von in den Konzernabschluß einbezogenen
    Unternehmen durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesichert sind,
    unter Angabe von Art und Form der Sicherheiten;

2.  Art und Zweck sowie Risiken, Vorteile und finanzielle Auswirkungen von
    nicht in der Konzernbilanz enthaltenen Geschäften des
    Mutterunternehmens und der in den Konzernabschluss einbezogenen
    Tochterunternehmen, soweit die Risiken und Vorteile wesentlich sind
    und die Offenlegung für die Beurteilung der Finanzlage des Konzerns
    erforderlich ist;

2a. der Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen, die nicht
    in der Konzernbilanz enthalten sind und die nicht nach § 298 Absatz 1
    in Verbindung mit § 268 Absatz 7 oder nach Nummer 2 anzugeben sind,
    sofern diese Angabe für die Beurteilung der Finanzlage des Konzerns
    von Bedeutung ist; davon sind Verpflichtungen betreffend die
    Altersversorgung sowie Verpflichtungen gegenüber Tochterunternehmen,
    die nicht in den Konzernabschluss einbezogen werden, oder gegenüber
    assoziierten Unternehmen jeweils gesondert anzugeben;

3.  die Aufgliederung der Umsatzerlöse des Konzerns nach
    Tätigkeitsbereichen sowie nach geografisch bestimmten Märkten, soweit
    sich unter Berücksichtigung der Organisation des Verkaufs, der
    Vermietung oder Verpachtung von Produkten und der Erbringung von
    Dienstleistungen des Konzerns die Tätigkeitsbereiche und geografisch
    bestimmten Märkte untereinander erheblich unterscheiden;

4.  die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer der in den
    Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen während des Geschäftsjahrs,
    getrennt nach Gruppen und gesondert für die nach § 310 nur anteilmäßig
    konsolidierten Unternehmen, sowie, falls er nicht gesondert in der
    Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen ist, der in dem
    Geschäftsjahr entstandene gesamte Personalaufwand, aufgeschlüsselt
    nach Löhnen und Gehältern, Kosten der sozialen Sicherheit und Kosten
    der Altersversorgung;

5.  (weggefallen)

6.  für die Mitglieder des Geschäftsführungsorgans, eines Aufsichtsrats,
    eines Beirats oder einer ähnlichen Einrichtung des Mutterunternehmens,
    jeweils für jede Personengruppe:

    a)  die für die Wahrnehmung ihrer Aufgaben im Mutterunternehmen und den
        Tochterunternehmen im Geschäftsjahr gewährten Gesamtbezüge (Gehälter,
        Gewinnbeteiligungen, Bezugsrechte und sonstige aktienbasierte
        Vergütungen, Aufwandsentschädigungen, Versicherungsentgelte,
        Provisionen und Nebenleistungen jeder Art). In die Gesamtbezüge sind
        auch Bezüge einzurechnen, die nicht ausgezahlt, sondern in Ansprüche
        anderer Art umgewandelt oder zur Erhöhung anderer Ansprüche verwendet
        werden. Außer den Bezügen für das Geschäftsjahr sind die weiteren
        Bezüge anzugeben, die im Geschäftsjahr gewährt, bisher aber in keinem
        Konzernabschluss angegeben worden sind. Bezugsrechte und sonstige
        aktienbasierte Vergütungen sind mit ihrer Anzahl und dem beizulegenden
        Zeitwert zum Zeitpunkt ihrer Gewährung anzugeben; spätere
        Wertveränderungen, die auf einer Änderung der Ausübungsbedingungen
        beruhen, sind zu berücksichtigen;

    b)  die für die Wahrnehmung ihrer Aufgaben im Mutterunternehmen und den
        Tochterunternehmen gewährten Gesamtbezüge (Abfindungen, Ruhegehälter,
        Hinterbliebenenbezüge und Leistungen verwandter Art) der früheren
        Mitglieder der bezeichneten Organe und ihrer Hinterbliebenen;
        Buchstabe a Satz 2 und 3 ist entsprechend anzuwenden. Ferner ist der
        Betrag der für diese Personengruppe gebildeten Rückstellungen für
        laufende Pensionen und Anwartschaften auf Pensionen und der Betrag der
        für diese Verpflichtungen nicht gebildeten Rückstellungen anzugeben;

    c)  die vom Mutterunternehmen und den Tochterunternehmen gewährten
        Vorschüsse und Kredite unter Angabe der gegebenenfalls im
        Geschäftsjahr zurückgezahlten oder erlassenen Beträge sowie die
        zugunsten dieser Personen eingegangenen Haftungsverhältnisse;

7.  der Bestand an Anteilen an dem Mutterunternehmen, die das
    Mutterunternehmen oder ein Tochterunternehmen oder ein anderer für
    Rechnung eines in den Konzernabschluß einbezogenen Unternehmens
    erworben oder als Pfand genommen hat; dabei sind die Zahl und der
    Nennbetrag oder rechnerische Wert dieser Anteile sowie deren Anteil am
    Kapital anzugeben;

7a. die Zahl der Aktien jeder Gattung der während des Geschäftsjahrs im
    Rahmen des genehmigten Kapitals gezeichneten Aktien des
    Mutterunternehmens, wobei zu Nennbetragsaktien der Nennbetrag und zu
    Stückaktien der rechnerische Wert für jede von ihnen anzugeben ist;

7b. das Bestehen von Genussscheinen, Wandelschuldverschreibungen,
    Optionsscheinen, Optionen oder vergleichbaren Wertpapieren oder
    Rechten, aus denen das Mutterunternehmen verpflichtet ist, unter
    Angabe der Anzahl und der Rechte, die sie verbriefen;

8.  für jedes in den Konzernabschluss einbezogene börsennotierte
    Unternehmen, dass die nach § 161 des Aktiengesetzes vorgeschriebene
    Erklärung abgegeben und wo sie öffentlich zugänglich gemacht worden
    ist;

9.  das von dem Abschlussprüfer des Konzernabschlusses für das
    Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar, aufgeschlüsselt in das Honorar
    für

    a)  die Abschlussprüfungsleistungen,

    b)  andere Bestätigungsleistungen,

    c)  Steuerberatungsleistungen,

    d)  sonstige Leistungen;

10. für zu den Finanzanlagen (§ 266 Abs. 2 A. III.) gehörende
    Finanzinstrumente, die in der Konzernbilanz über ihrem beizulegenden
    Zeitwert ausgewiesen werden, da eine außerplanmäßige Abschreibung
    gemäß § 253 Absatz 3 Satz 6 unterblieben ist,

    a)  der Buchwert und der beizulegende Zeitwert der einzelnen
        Vermögensgegenstände oder angemessener Gruppierungen sowie

    b)  die Gründe für das Unterlassen der Abschreibung einschließlich der
        Anhaltspunkte, die darauf hindeuten, dass die Wertminderung
        voraussichtlich nicht von Dauer ist;

11. für jede Kategorie nicht zum beizulegenden Zeitwert bilanzierter
    derivativer Finanzinstrumente

    a)  deren Art und Umfang,

    b)  deren beizulegender Zeitwert, soweit er sich nach § 255 Abs. 4
        verlässlich ermitteln lässt, unter Angabe der angewandten
        Bewertungsmethode,

    c)  deren Buchwert und der Bilanzposten, in welchem der Buchwert, soweit
        vorhanden, erfasst ist, sowie

    d)  die Gründe dafür, warum der beizulegende Zeitwert nicht bestimmt
        werden kann;

12. für mit dem beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente

    a)  die grundlegenden Annahmen, die der Bestimmung des beizulegenden
        Zeitwertes mit Hilfe allgemein anerkannter Bewertungsmethoden zugrunde
        gelegt wurden, sowie

    b)  Umfang und Art jeder Kategorie derivativer Finanzinstrumente
        einschließlich der wesentlichen Bedingungen, welche die Höhe, den
        Zeitpunkt und die Sicherheit künftiger Zahlungsströme beeinflussen
        können;

13. zumindest die nicht zu marktüblichen Bedingungen zustande gekommenen
    Geschäfte des Mutterunternehmens und seiner Tochterunternehmen, soweit
    sie wesentlich sind, mit nahe stehenden Unternehmen und Personen,
    einschließlich Angaben zur Art der Beziehung, zum Wert der Geschäfte
    sowie weiterer Angaben, die für die Beurteilung der Finanzlage des
    Konzerns notwendig sind; ausgenommen sind Geschäfte zwischen in einen
    Konzernabschluss einbezogenen nahestehenden Unternehmen, wenn diese
    Geschäfte bei der Konsolidierung weggelassen werden; Angaben über
    Geschäfte können nach Geschäftsarten zusammengefasst werden, sofern
    die getrennte Angabe für die Beurteilung der Auswirkungen auf die
    Finanzlage des Konzerns nicht notwendig ist;

14. im Fall der Aktivierung nach § 248 Abs. 2 der Gesamtbetrag der
    Forschungs- und Entwicklungskosten des Geschäftsjahres der in den
    Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen sowie der davon auf die
    selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände des
    Anlagevermögens entfallende Betrag;

15. bei Anwendung des § 254 im Konzernabschluss,

    a)  mit welchem Betrag jeweils Vermögensgegenstände, Schulden, schwebende
        Geschäfte und mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartete Transaktionen zur
        Absicherung welcher Risiken in welche Arten von Bewertungseinheiten
        einbezogen sind sowie die Höhe der mit Bewertungseinheiten
        abgesicherten Risiken;

    b)  für die jeweils abgesicherten Risiken, warum, in welchem Umfang und
        für welchen Zeitraum sich die gegenläufigen Wertänderungen oder
        Zahlungsströme künftig voraussichtlich ausgleichen einschließlich der
        Methode der Ermittlung;

    c)  eine Erläuterung der mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteten
        Transaktionen, die in Bewertungseinheiten einbezogen wurden,

    soweit die Angaben nicht im Konzernlagebericht gemacht werden;

16. zu den in der Konzernbilanz ausgewiesenen Rückstellungen für Pensionen
    und ähnliche Verpflichtungen das angewandte versicherungsmathematische
    Berechnungsverfahren sowie die grundlegenden Annahmen der Berechnung,
    wie Zinssatz, erwartete Lohn- und Gehaltssteigerungen und zugrunde
    gelegte Sterbetafeln;

17. im Fall der Verrechnung von in der Konzernbilanz ausgewiesenen
    Vermögensgegenständen und Schulden nach § 246 Abs. 2 Satz 2 die
    Anschaffungskosten und der beizulegende Zeitwert der verrechneten
    Vermögensgegenstände, der Erfüllungsbetrag der verrechneten Schulden
    sowie die verrechneten Aufwendungen und Erträge; Nummer 12 Buchstabe a
    ist entsprechend anzuwenden;

18. zu den in der Konzernbilanz ausgewiesenen Anteilen an Sondervermögen
    im Sinn des § 1 Absatz 10 des Kapitalanlagegesetzbuchs oder
    Anlageaktien an Investmentaktiengesellschaften mit veränderlichem
    Kapital im Sinn der §§ 108 bis 123 des Kapitalanlagegesetzbuchs oder
    vergleichbaren EU-Investmentvermögen oder vergleichbaren ausländischen
    Investmentvermögen von mehr als dem zehnten Teil, aufgegliedert nach
    Anlagezielen, deren Wert im Sinne der §§ 168, 278 oder 286 Absatz 1
    des Kapitalanlagegesetzbuchs oder vergleichbarer ausländischer
    Vorschriften über die Ermittlung des Marktwertes, die Differenz zum
    Buchwert und die für das Geschäftsjahr erfolgte Ausschüttung sowie
    Beschränkungen in der Möglichkeit der täglichen Rückgabe; darüber
    hinaus die Gründe dafür, dass eine Abschreibung gemäß § 253 Absatz 3
    Satz 6 unterblieben ist, einschließlich der Anhaltspunkte, die darauf
    hindeuten, dass die Wertminderung voraussichtlich nicht von Dauer ist;
    Nummer 10 ist insoweit nicht anzuwenden;

19. für nach § 268 Abs. 7 im Konzernanhang ausgewiesene Verbindlichkeiten
    und Haftungsverhältnisse die Gründe der Einschätzung des Risikos der
    Inanspruchnahme;

20. jeweils eine Erläuterung des Zeitraums, über den ein entgeltlich
    erworbener Geschäfts- oder Firmenwert abgeschrieben wird;

21. auf welchen Differenzen oder steuerlichen Verlustvorträgen die
    latenten Steuern beruhen und mit welchen Steuersätzen die Bewertung
    erfolgt ist;

22. wenn latente Steuerschulden in der Konzernbilanz angesetzt werden, die
    latenten Steuersalden am Ende des Geschäftsjahrs und die im Laufe des
    Geschäftsjahrs erfolgten Änderungen dieser Salden;

22a. der tatsächliche Steueraufwand oder Steuerertrag, der sich nach dem
    Mindeststeuergesetz und ausländischen Mindeststeuergesetzen nach § 274
    Absatz 3 Nummer 2 für das Geschäftsjahr ergibt, oder, wenn diese
    Gesetze noch nicht in Kraft getreten sind, eine Erläuterung, welche
    Auswirkungen auf den Konzern bei der Anwendung dieser Gesetze zu
    erwarten sind;

23. jeweils den Betrag und die Art der einzelnen Erträge und Aufwendungen
    von außergewöhnlicher Größenordnung oder außergewöhnlicher Bedeutung,
    soweit die Beträge nicht von untergeordneter Bedeutung sind;

24. eine Erläuterung der einzelnen Erträge und Aufwendungen hinsichtlich
    ihres Betrages und ihrer Art, die einem anderen Konzerngeschäftsjahr
    zuzurechnen sind, soweit die Beträge für die Beurteilung der
    Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht von
    untergeordneter Bedeutung sind;

25. Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des
    Konzerngeschäftsjahrs eingetreten und weder in der Konzern-Gewinn- und
    Verlustrechnung noch in der Konzernbilanz berücksichtigt sind, unter
    Angabe ihrer Art und ihrer finanziellen Auswirkungen;

26. der Vorschlag für die Verwendung des Ergebnisses des
    Mutterunternehmens oder gegebenenfalls der Beschluss über die
    Verwendung des Ergebnisses des Mutterunternehmens.

(2) Mutterunternehmen, die den Konzernabschluss um eine
Segmentberichterstattung erweitern (§ 297 Abs. 1 Satz 2), sind von der
Angabepflicht gemäß Absatz 1 Nr. 3 befreit.

(3) Für die Angabepflicht gemäß Absatz 1 Nummer 6 Buchstabe a und b
gilt § 286 Absatz 4 entsprechend.

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