Source: https://www.gesetze-im-internet.de/ogewv_2016/__16.html
Legislation: ogewv_2016

Title: Anlage 13 Ermittlung langfristiger Trends

Description:
Verordnung zum Schutz der Oberflächengewässer (OGewV 2016)
Anlage 13 Ermittlung langfristiger Trends

Paragraph: 16

Full Text:
Verordnung zum Schutz der Oberflächengewässer (OGewV 2016)
Anlage 13 Ermittlung langfristiger Trends

(Fundstelle: BGBl. I 2016,1442)

**1.** **Grundsätze**

    Die Trendermittlungen sind auf der Grundlage des fünfzigsten
    Perzentils der Messwerte eines Jahres an ausgewählten Messstellen
    durchzuführen.

    Es ist zu gewährleisten, dass die zur Untersuchung eingesetzten
    Matrizes, Methoden und Verfahren (Probenahme, Aufschluss, Analytik)
    über den gesamten Beobachtungszeitraum konstant oder vergleichbar
    sind.

    Der langfristige Trend wird in Biota, Sedimenten oder Schwebstoffen
    ermittelt.

**2.** **Biota**

    Für Trenduntersuchungen mittels Biota sind Fische, Weichtiere oder
    weitere Wirbellose zu verwenden. Die Organismen können direkt dem zu
    untersuchenden Gewässer entnommen werden (passives Monitoring) oder
    künstlich eingebracht und über einen definierten Zeitraum exponiert
    werden (aktives Monitoring). Die Probenahme von Fischen sollte
    außerhalb der Laichzeiten erfolgen. Muscheln sind vor der Analyse zwei
    Tage zu hältern.

    Bei Fischen sind je Fischart mindestens zehn Individuen einer
    definierten Größenklasse, möglichst drei Jahre alt, für Messungen in
    der Muskulatur und/oder der Leber zu verwenden. Die Untersuchung von
    Poolproben ist ebenfalls zulässig.

**3.** **Sedimente**

    In einem definierten Streckenabschnitt einer Messstelle sind, um
    möglichst feinkörnige Sedimentproben zu erhalten, bevorzugt in
    strömungsberuhigten Zonen jeweils vier bis fünf Einzelproben zu
    entnehmen, die zu einer Mischprobe vereinigt werden.

    Die Sedimentuntersuchungen auf Metalle sind in der Fraktion kleiner
    als 63 µm und auf organische Stoffe in der Fraktion kleiner als 2 mm
    durchzuführen.

    Die Befunde von Sedimentproben können hinsichtlich der organischen
    Stoffe nur dann verwendet werden, wenn der Anteil der Fraktion kleiner
    als 63 µm bestimmt und dokumentiert wird und dieser bei den einzelnen
    Proben innerhalb des betrachteten Zeitraums jeweils eine vergleichbare
    Größenordnung aufweist.

    Die Sedimentproben werden zu Niedrigwasserzeiten entnommen. Im
    tidebeeinflussten Küstenbereich werden sie bei Tideniedrigwasser
    entnommen.

**4.** **Schwebstoffe**

    Schadstoffe in Schwebstoffen sind mindestens viermal pro Jahr wie
    folgt zu untersuchen:

    a)  bei Entnahme mittels Durchlaufzentrifuge in der Gesamtprobe,

    b)  bei Entnahme mittels Absetzbecken oder Sammelkästen: bei Metallen in
        der Fraktion kleiner als 63 µm und bei organischen Stoffen in der
        Fraktion kleiner als 2 mm.

**5.** **Statistische Methode**

    Ein Trend ist signifikant, wenn die statistische Wahrscheinlichkeit
    mindestens 95 % beträgt (Signifikanzniveau*                    =
    0,05).

    Für eine Trendanalyse sind Werte aus mindestens fünf Jahren
    erforderlich.

    Der Trend wird anhand folgender statistischer Verfahren ausgewertet:

    5.1 Liegt eine Normalverteilung der Messergebnisse vor, wird der Trend
        mittels linearer Regression ermittelt. Die Signifikanz wird mit Hilfe
        eines
        t                         -Tests ermittelt, mit dem die Nullhypothese,
        d. h. dass die Steigung der Regressionsgeraden null ist, getestet
        wird. Trifft die Nullhypothese zu bzw. ist sie nicht mit der
        geforderten Sicherheit widerlegbar, liegt kein signifikanter Trend
        vor.

        ![bgbl1_2016_j1373-1_0010.jpg](bgbl1_2016_j1373-1_0010.jpg)

        r = Korrelationskoeffizient

        n = Anzahl der Messwerte

    5.2 Liegt keine Normalverteilung der Messergebnisse vor, wird der Trend
        mittels des Mann-Kendall-Trendtests ermittelt.

Collections: bundestag_gesetze
OGewV-2016
Level: 2.0