Source: https://www.gesetze-im-internet.de/servicetprv/__4.html
Legislation: servicetprv

Title: § 4 Prüfungsinhalte

Description:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluß "Geprüfter Kraftfahrzeug-Servicetechniker/Geprüfte Kraftfahrzeug-Servicetechnikerin" (ServiceTPrV)
§ 4 Prüfungsinhalte

Paragraph: 4

Full Text:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluß "Geprüfter Kraftfahrzeug-Servicetechniker/Geprüfte Kraftfahrzeug-Servicetechnikerin" (ServiceTPrV)
§ 4 Prüfungsinhalte

(1) Den Handlungsbereichen sind folgende Qualifikationsschwerpunkte
zugeordnet:

1.  Handlungsbereich "Technik":

    a)  Fahrzeugtechnik,

    b)  Fahrzeugsysteme,

    c)  Werkstatt- und Betriebstechnik;

2.  Handlungsbereich "Organisation, Kooperation und Kommunikation":

    a)  Auftragsabwicklung,

    b)  Ersatzteil- und Zubehörteilbestimmung,

    c)  Kostenabschätzung,

    d)  Information,

    e)  Dokumentation,

    f)  Kooperation, Kommunikation und Mitarbeiterqualifizierung,

    g)  Kundenbetreuung und -beratung.

(2) Im Qualifikationsschwerpunkt "Fahrzeugtechnik" soll die zu
prüfende Person nachweisen, daß sie die Grundlagen der
Kraftfahrzeugmechanik, der Kraftfahrzeugelektrik und -elektronik, der
Kraftfahrzeughydraulik und -pneumatik, der Kraftfahrzeugsteuer- und
Regeltechnik soweit beherrscht, daß sie die Funktionsweise von
Meßgeräten, Werkstatteinrichtungen und Fahrzeugsystemen, deren
Zusammenspiel und deren Leistungsmerkmale und Fehlermöglichkeiten
verstehen und für Fehlerdiagnose, Instandhaltung und Installation
erfolgreich einsetzen kann. In diesem Rahmen können geprüft werden:

1.  Funktionsweise von Bauteilen und Funktionseinheiten,

2.  Funktionsweise und Einsatz von Meßgeräten und Einrichtungen,

3.  Funktionsweise von Fahrzeugsystemen.

(3) Im Qualifikationsschwerpunkt "Fahrzeugsysteme" soll die zu
prüfende Person nachweisen, daß sie unter Nutzung seiner Grundlagen-
und Methodenkenntnisse das Kraftfahrzeug als Gesamtheit von
Fahrzeugsystemen verstehen kann. Sie soll in der Lage sein, die
einzelnen Fahrzeugsysteme zu unterscheiden, gegeneinander abzugrenzen,
ihre Leistungsfähigkeit zu diagnostizieren, sie zu installieren,
optimal einzustellen, instandzuhalten und zu reparieren. In diesem
Rahmen können geprüft werden:

1.  Identifikation und Beschreibung von Fahrzeugsystemen sowie deren
    Funktionseinheiten und Bauteilen,

2.  Installation von Fahrzeugsystemen,

3.  Diagnose und Instandhaltung von Fahrzeugsystemen,

4.  Optimierung von Fahrzeugsystemen,

5.  Behebung der Fehler von Fahrzeugsystemen,

6.  wechselseitige Beeinflussung von Fahrzeugsystemen.

Diese Qualifikationen sollen für mindestens drei der folgenden
Fahrzeugsysteme nachgewiesen werden:

1.  Bordnetz,

2.  Beleuchtungssysteme,

3.  Ladestromsysteme,

4.  Startsysteme,

5.  Motormanagement- und Antriebssysteme,

6.  Fahrzeugsicherheits- und Komfortsysteme,

7.  Informations- und Kontrollsysteme,

8.  Diebstahlsicherungssysteme.

(4) Im Qualifikationsschwerpunkt "Werkstatt- und Betriebstechnik" soll
die zu prüfende Person nachweisen, daß sie die üblichen Werkzeuge,
Geräte und Einrichtungen kennt, deren Instandhaltung veranlassen und
gemäß den Grundsätzen und Vorschriften der Qualitätssicherung, der
Arbeitssicherheit und des Gesundheits- und Umweltschutzes einsetzen
kann. In diesem Rahmen können geprüft werden:

1.  Funktionssicherung von Werkzeugen, Geräten und Einrichtungen,

2.  Auswahl und Einsatz von Werkzeugen, Geräten und Einrichtungen,

3.  sachgerechter und vorschriftsgemäßer Arbeits-, Gesundheits- und
    Umweltschutz.

(5) Im Qualifikationsschwerpunkt "Auftragsabwicklung" soll die zu
prüfende Person nachweisen, daß sie Kundenaufträge technisch und
organisatorisch präzisieren und unter Berücksichtigung des
betrieblichen Rahmens und der geltenden Vorschriften in
Werkstattaufträge umsetzen kann. Sie soll in der Lage sein, die
personellen Anforderungen, die erforderlichen Hilfsmittel und den
Teile- und Materialbedarf festzustellen und unter Berücksichtigung der
Terminlage des Unternehmens mit dem Kunden verantwortlich Termine
abzusprechen. Sie soll eine effiziente Durchführungskontrolle für den
Kundenauftrag vornehmen können. In diesem Rahmen können geprüft
werden:

1.  Umsetzen von Kundenaufträgen in Werkstattaufträge,

2.  Festlegen des Arbeitsablaufs, des Zeitaufwandes und der personellen
    Anforderungen,

3.  Bestimmen der erforderlichen Teile, Werkzeuge und Hilfsstoffe.

(6) Im Qualifikationsschwerpunkt "Ersatzteil- und
Zubehörteilbestimmung" soll die zu prüfende Person nachweisen, daß sie
die unterschiedlichen Ersatz- und Zubehörteile und deren Varianten
kennt und diese unter Gesichtspunkten der Wirtschaftlichkeit, der
Gewährleistung, der Sicherheit und des Umweltschutzes, beurteilen und
einsetzen kann. In diesem Rahmen können geprüft werden:

1.  Identifizieren von Fahrzeugen, Baugruppen und Systemen,

2.  Ermittlung der für ein Fahrzeug einsetzbaren Ersatz- und Zubehörteile,

3.  Beurteilung von Alternativen,

4.  Einschätzung der Zulässigkeit von Ersatzteilen und Zubehör.

(7) Im Qualifikationsschwerpunkt "Kostenabschätzung" soll die zu
prüfende Person nachweisen, daß sie die kostenbestimmenden Faktoren
auch in schwierigen Fällen realistisch einschätzen, im Sinne des
Kunden transparent machen und durch geeignete Handlungsalternativen
und Wege der Instandsetzung optimieren kann. In diesem Rahmen können
geprüft werden:

1.  Ermitteln und Entscheiden von Instandsetzungsalternativen,

2.  Ermitteln des optimalen Reparaturweges,

3.  Ermitteln der für die Reparatur erforderlichen Arbeitszeiten und deren
    Preise,

4.  Ermitteln der Ersatzteilpreise.

(8) Im Qualifikationsschwerpunkt "Information" soll die zu prüfende
Person nachweisen, daß sie die Bedeutung von Informationen und deren
Aktualität sowie von Informationssystemen und Informationshilfen für
Betriebsabläufe und Kunden richtig einschätzen kann. Sie soll die
erforderlichen Informationen und Informationshilfsmittel ermitteln und
sachgerecht einsetzen können. In diesem Rahmen können geprüft werden:

1.  Kenntnis der unterschiedlichen für den Service notwendigen
    Informationen und ihrer Bedeutung,

2.  sachgerechte Anwendung der branchenüblichen Informationsmittel und
    Informationssysteme.

(9) Im Qualifikationsschwerpunkt "Dokumentation" soll die zu prüfende
Person nachweisen, daß sie Funktion und Erfordernisse von
Dokumentationen unter Rechts-, Gewährleistungs- und
Qualitätsgesichtspunkten einschätzen und diese für ihre Arbeit nutzen
kann. In diesem Rahmen können geprüft werden:

1.  Kenntnis der Bedeutung von Dokumentationen für Rechts- und
    Gewährleistungsfragen sowie für die Qualitätssicherung,

2.  Nutzung vorhandener betrieblicher und außerbetrieblicher
    Dokumentationen,

3.  Dokumentation von Prüfergebnissen.

(10) Im Qualifikationsschwerpunkt "Kooperation, Kommunikation und
Mitarbeiterqualifizierung" soll die zu prüfende Person nachweisen, daß
sie die Bedeutung persönlicher Motivation und Qualifikation für den
Unternehmenserfolg sowie der Kooperation und Kommunikation als
Leistungsfaktoren des Betriebes realistisch einschätzen kann. Sie soll
in der Lage sein, ihre eigene Funktion im Kooperationsgefüge des
Unternehmens zu erkennen und ihren Beitrag zur Kommunikation und
Kooperation sowie zur Qualifizierung der Mitarbeiter zu leisten. In
diesem Rahmen können geprüft werden:

1.  Aufbau- und Ablauforganisation in Kraftfahrzeug-Betrieben,

2.  Bedeutung von Kommunikation und Motivation für die betriebliche
    Leistungserstellung,

3.  Bedeutung von Qualifikation, Einschätzung von Qualifikationsbedarf,

4.  Bedeutung, Durchführung und Unterstützung betrieblicher Schulung.

(11) Im Qualifikationsschwerpunkt "Kundenbetreuung und Kundenberatung"
soll die zu prüfende Person nachweisen, daß sie die Bedeutung eines
guten Verhältnisses zum Kunden und dessen Voraussetzungen realistisch
einschätzen und in ihren Arbeitsbereich entsprechend handeln kann.
Dabei soll sie sowohl indirekt über den Service, als auch im direkten
Kundenkontakt kundenorientiert kommunizieren und handeln können. In
diesem Rahmen können geprüft werden:

1.  Voraussetzungen für gute Kundenbeziehungen,

2.  Nutzung der Kundenaussagen für die Diagnose,

3.  Erläuterung technischer Sachverhalte gegenüber dem Kunden,

4.  Formulierung von Aufträgen und Angeboten im Gespräch mit dem Kunden,

5.  technische Beratung der Serviceberater und der Geschäftsleitung.

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