Source: https://www.gesetze-im-internet.de/mbaumstrv_2013/__8.html
Legislation: mbaumstrv_2013

Title: § 8 Ziel, Gliederung und Inhalt des Teils II

Description:
Verordnung über die Meisterprüfung in den Teilen I und II im Modellbauer-Handwerk (MbauMstrV 2013)
§ 8 Ziel, Gliederung und Inhalt des Teils II

Paragraph: 8

Full Text:
Verordnung über die Meisterprüfung in den Teilen I und II im Modellbauer-Handwerk (MbauMstrV 2013)
§ 8 Ziel, Gliederung und Inhalt des Teils II

(1) Durch die Prüfung in Teil II hat der Prüfling in den in Absatz 2
Satz 2 Nummer 1 bis 3 genannten Handlungsfeldern seine berufliche
Handlungskompetenz dadurch nachzuweisen, dass er besondere
fachtheoretische Kenntnisse im Modellbauer-Handwerk zur Lösung
komplexer beruflicher Aufgabenstellungen anwendet.

(2) In jedem der nachfolgend aufgeführten Handlungsfelder ist
mindestens eine komplexe fallbezogene Aufgabe zu bearbeiten. Die
fallbezogenen Aufgaben sind handwerksspezifisch, wobei die in den
Handlungsfeldern nach den Nummern 1 bis 3 aufgeführten Qualifikationen
auch handlungsfeldübergreifend verknüpft werden können.

1.  Konstruktion und Fertigung

    Der Prüfling hat nachzuweisen, dass er in der Lage ist, konstruktions-
    und fertigungstechnische Aufgaben unter Berücksichtigung
    wirtschaftlicher und ökologischer Aspekte in einem Modellbau-Betrieb
    zu bearbeiten. Dabei soll er berufsbezogene Sachverhalte analysieren
    und bewerten. Bei der jeweiligen Aufgabenstellung sollen mehrere der
    unter den Buchstaben a bis i aufgeführten Qualifikationen verknüpft
    werden:

    a)  Arten und Konstruktionen von Modellen, Modelleinrichtungen und Formen
        analysieren und bewerten,

    b)  Konstruktions- und Fertigungszeichnungen anfertigen,

    c)  technische Daten computergestützt erzeugen, bewerten,
        Verwendungszwecken zuordnen und Zuordnungen begründen,

    d)  Arten und Eigenschaften sowie die Be- und Verarbeitung von Werkstoffen
        und Werkstoffverbindungen beurteilen; Verwendungszwecken zuordnen,

    e)  Produkte des Gießerei-, Karosserie-, Produktions- oder
        Anschauungsmodellbaus sowie Änderungen planen und bewerten,

    f)  Lehren, Vorrichtungen und Schablonen planen, konstruieren und
        bewerten,

    g)  Antriebs-, Steuerungs- und Regeltechniken Verwendungszwecken zuordnen
        und Zuordnungen begründen,

    h)  Mess- und Prüfverfahren anforderungsbezogen festlegen und bewerten,

    i)  Maßnahmen zur Oberflächenbehandlung beschreiben und bewerten;

2.  Auftragsabwicklung

    Der Prüfling hat nachzuweisen, dass er in der Lage ist,
    Auftragsabwicklungsprozesse in einem Modellbau-Betrieb, auch unter
    Anwendung branchenüblicher Software, erfolgs-, kunden- und
    qualitätsorientiert zu planen, deren Durchführung zu kontrollieren und
    sie abzuschließen. Bei der jeweiligen Aufgabenstellung sollen mehrere
    der unter den Buchstaben a bis i aufgeführten Qualifikationen
    verknüpft werden:

    a)  Möglichkeiten der Auftragsbeschaffung darstellen,

    b)  Angebotsunterlagen erstellen und Angebote auswerten, eine
        Angebotskalkulation durchführen,

    c)  Methoden und Verfahren der Arbeitsplanung und -organisation unter
        Berücksichtigung der Konstruktions- und Fertigungstechnik sowie der
        Herstellungsverfahren und Instandsetzungstechnik, gestalterischer
        Aspekte, des Einsatzes von Personal, Material und Geräten bewerten,
        dabei qualitätssichernde Aspekte darstellen sowie Schnittstellen
        zwischen Arbeitsbereichen berücksichtigen,

    d)  berufsbezogene rechtliche Vorschriften und technische Normen sowie
        allgemein anerkannte Regeln der Technik anwenden, insbesondere die
        Haftung bei der Herstellung, der Instandhaltung und bei
        Dienstleistungen beurteilen,

    e)  technische Arbeitspläne, Skizzen und Zeichnungen erarbeiten sowie
        vorgegebene Arbeitspläne, Skizzen und Zeichnungen bewerten und
        korrigieren; dabei auch Informations- und Kommunikationssysteme
        anwenden,

    f)  den auftragsbezogenen Einsatz von Werkstoffen, Maschinen und Geräten
        bestimmen und begründen,

    g)  Unteraufträge vergeben und kontrollieren,

    h)  Schadensaufnahmen an Maschinen, Geräten und Modellbauprodukten
        darstellen, Instandsetzungsmethoden vorschlagen, Abwicklung festlegen
        und begründen,

    i)  eine Nachkalkulation durchführen;

3.  Betriebsführung und Betriebsorganisation

    Der Prüfling hat nachzuweisen, dass er in der Lage ist, Aufgaben der
    Betriebsführung und Betriebsorganisation in einem Modellbau-Betrieb
    unter Berücksichtigung der rechtlichen Vorschriften, auch unter
    Anwendung von Informations- und Kommunikationssystemen, wahrzunehmen.
    Bei der jeweiligen Aufgabenstellung sollen mehrere der unter den
    Buchstaben a bis i aufgeführten Qualifikationen verknüpft werden:

    a)  betriebliche Kosten ermitteln, dabei betriebswirtschaftliche
        Zusammenhänge berücksichtigen,

    b)  betriebliche Kostenstrukturen überprüfen; betriebliche Kennzahlen
        ermitteln,

    c)  Marketingmaßnahmen zur Kundenpflege und zur Gewinnung neuer Kunden vor
        dem Hintergrund technischer und wirtschaftlicher Entwicklungen
        erarbeiten,

    d)  die Bedeutung des betrieblichen Qualitätsmanagements für den
        Unternehmenserfolg darstellen, Maßnahmen des Qualitätsmanagements
        festlegen, Dokumentationen bewerten,

    e)  Aufgaben der Personalverwaltung wahrnehmen; die Notwendigkeit der
        Personalentwicklung, insbesondere in Abhängigkeit von Auftragslage und
        Auftragsabwicklung, begründen,

    f)  betriebsspezifische Maßnahmen zur Einhaltung der
        arbeitsschutzrechtlichen Bestimmungen und des Umweltschutzes
        entwickeln; Gefahrenpotenziale beurteilen und Maßnahmen zur
        Gefahrenvermeidung und -beseitigung festlegen,

    g)  die gewerkspezifische Betriebs- und Lagerausstattung sowie logistische
        Prozesse planen und darstellen,

    h)  den Nutzen des Einsatzes von Informations- und Kommunikationssystemen,
        insbesondere für Kundenbindung und -pflege sowie Warenwirtschaft
        begründen,

    i)  den Nutzen zwischenbetrieblicher Kooperationen auftragsbezogen prüfen,
        Konsequenzen, insbesondere für die betriebsinterne Organisation sowie
        das betriebliche Personalwesen, aufzeigen und bewerten.

Collections: bundestag_gesetze
MbauMstrV-2013
Level: 2.0