Source: https://www.gesetze-im-internet.de/elekanlausbv/__9.html
Legislation: elekanlausbv

Title: § 9 Abschlußprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Elektroanlagenmonteur/zur Elektroanlagenmonteurin (ElekAnlAusbV)
§ 9 Abschlußprüfung

Paragraph: 9

Full Text:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Elektroanlagenmonteur/zur Elektroanlagenmonteurin (ElekAnlAusbV)
§ 9 Abschlußprüfung

(1) Die Abschlußprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage
aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Der Prüfling soll im praktischen Teil der Prüfung in insgesamt
höchstens sieben Stunden ein Prüfungsstück anfertigen und in insgesamt
höchstens zwei Stunden zwei Arbeitsproben durchführen. Hierfür kommen
insbesondere in Betracht:

1.  als Prüfungsstück:

    Installieren, Montieren, Einstellen und Prüfen eines Anlagenteils nach
    Unterlagen einschließlich Planen und Kontrollieren der Arbeit und
    Dokumentieren der Veränderungen;

2.  als Arbeitsproben:

    a)  Inbetriebnehmen eines Anlagenteils einschließlich Prüfen der
        Funktionen, Schutzmaßnahmen, Sicherheits- und Schutzeinrichtungen,

    b)  Feststellen, Eingrenzen, Beheben und Dokumentieren von Fehlern oder
        Störungen in einem Anlagenteil unter Berücksichtigung der
        Sicherheitsvorschriften.

Dabei sollen das Prüfungsstück mit 70 vom Hundert und die
Arbeitsproben zusammen mit 30 vom Hundert gewichtet werden.

(3) Der Prüfling soll im schriftlichen Teil der Prüfung in den
Prüfungsbereichen Anlagenplanung, Arbeitsplanung und
Arbeitsorganisation, Schaltungstechnik und Funktionsanalyse sowie
Wirtschafts- und Sozialkunde geprüft werden. In den Prüfungsbereichen
Anlagenplanung, Arbeitsplanung und Arbeitsorganisation sowie
Schaltungstechnik und Funktionsanalyse sind insbesondere durch
Verknüpfung informationstechnischer, technologischer und
mathematischer Sachverhalte fachliche Probleme zu analysieren, zu
bewerten und geeignete Lösungswege darzustellen. Die Anforderungen in
den Prüfungsbereichen sind:

1.  im Prüfungsbereich Anlagenplanung:

    Der Prüfling soll anhand von Auftragsunterlagen eine Anlage oder eine
    Anlagenänderung planen. Er soll dabei zeigen, daß er technische
    Unterlagen auswerten, mechanische Konstruktionsteile, Leitungen,
    elektrische Betriebsmittel und sonstige Materialien auswählen sowie
    Anordnungs- und Installationspläne, Stücklisten und sonstige
    Planungsunterlagen unter Beachtung von technischen Regeln erstellen
    und ändern kann;

2.  im Prüfungsbereich Arbeitsplanung und Arbeitsorganisation:

    Der Prüfling soll anhand von Auftragsunterlagen eine Anlagenmontage,
    einschließlich Inbetriebnahme und Übergabe, planen. Er soll dabei
    zeigen, daß er technische Unterlagen auswerten sowie Arbeitstechniken
    und Arbeitsabläufe unter Beachtung der Arbeitssicherheit und des
    Umweltschutzes planen kann;

3.  im Prüfungsbereich Schaltungstechnik und Funktionsanalyse:

    Der Prüfling soll anhand von technischen Unterlagen, Datenblättern und
    Fehlerbeschreibungen Schaltungen analysieren, Abläufe und
    Verknüpfungen darstellen, Vorgehensweisen zur systematischen
    Eingrenzung von Fehlern beschreiben und Änderungen dokumentieren;

4.  im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde:

    Der Prüfling soll Aufgaben, die sich auf praxisbezogene Fälle beziehen
    sollen, aus dem Gebiet allgemeine wirtschaftliche und
    gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt
    bearbeiten.

(4) Für den schriftlichen Teil der Prüfung ist von folgenden
zeitlichen Höchstwerten auszugehen:

*    *   1.

    *   im Prüfungsbereich Anlagenplanung

    *   120 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsbereich Arbeitsplanung und Arbeitsorganisation

    *   90 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsbereich Schaltungstechnik und Funktionsanalyse

    *   90 Minuten,

*    *   4.

    *   im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Die in Absatz 4 genannte Prüfungsdauer kann insbesondere
unterschritten werden, soweit der schriftliche Teil der Prüfung in
programmierter Form durchgeführt wird.

(6) Der schriftliche Teil der Prüfung ist auf Antrag des Prüflings
oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen
Prüfungsbereichen durch eine mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese
für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann. Der
schriftliche Teil der Prüfung hat gegenüber der mündlichen Prüfung das
doppelte Gewicht.

(7) Innerhalb des schriftlichen Teils der Prüfung hat der
Prüfungsbereich Anlagenplanung gegenüber jedem der übrigen
Prüfungsbereiche das doppelte Gewicht.

(8) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils im praktischen Teil und
schriftlichen Teil der Prüfung mindestens ausreichende Leistungen
erbracht sind.

Collections: bundestag_gesetze
ElekAnlAusbV
Level: 2.0