Source: https://www.gesetze-im-internet.de/schsv_1998/__5.html
Legislation: schsv_1998

Title: **Sicherheitsstandard**

Description:
Schiffssicherheitsverordnung (SchSV 1998)
**Sicherheitsstandard**

Paragraph: 5

Full Text:
Schiffssicherheitsverordnung (SchSV 1998)
**Sicherheitsstandard**

(1) Dieser Anhang bestimmt einen besonderen Sicherheitsstandard,
dessen Regeln aufeinander abgestimmt sind. Daher kann der besondere
Sicherheitsstandard nur gewährt werden, wenn die Regeln des Anhangs
vollständig angewendet werden.

(2) Der Aufbau des Anhangs folgt in der Nummerierung dem Anhang I der
Richtlinie des Rates 2009/45/EG.

**Zu Anhang I**

**Zu Abschnitt 1**

Sicherheitsanforderungen an neue in der Inlandfahrt eingesetzte
Fahrgastschiffe, deren Kiel vor dem 19. September 2021 gelegt wurde
oder die sich vor diesem Zeitpunkt in einem entsprechenden Bauzustand
befanden. ****

**Zu Kapitel II-1** **Bauart der Schiffe**

**Zu Teil B** **Intaktstabilität, Unterteilung und Leckstabilität**

**Zu Teil B-1** **Am oder nach dem 1. Januar 2009 gebaute Schiffe – Option der
    Anwendung der Entschließung MSC.216(82)**

    Für Schiffe der Klassen B, C und D, deren Kiel am oder nach dem 1.
    Januar 2009 und vor dem 19. September 2021 gelegt wurde, oder die sich
    an diesem Tag in einem entsprechenden Bauzustand befanden, gelten die
    Anforderungen in Teil B-2 unter Berücksichtigung des besonderen
    Sicherheitsstandards dieses Anhangs zu Teil B-2 oder alternativ die
    entsprechenden Bestimmungen in Kapitel II-1, Teil B des SOLAS-
    Übereinkommens in der in Anhang 2 der Entschließung MSC.216(82)
    festgelegten Form

**Zu Teil B-2** **vor dem 1. Januar 2009 gebaute Schiffe**

**Zu 1** **Bestimmung der Intaktstabilität (Stabilität des unbeschädigten
    Schiffes)**

    Für Fahrgastschiffe mit einer Länge von 15 m oder mehr gilt:

    Sie müssen in allen in Frage kommenden Beladungszuständen nach Maßgabe
    der Nummer 3 dieser Regel folgenden Stabilitätskriterien nach
    Korrektur des Einflusses freier Oberflächen in Bezug auf Flüssigkeiten
    in Tanks gemäß den Annahmen des Absatzes 3.3 der Entschließung
    A.749(18) in der geänderten Fassung oder gleichwertigen Annahmen
    entsprechen.

    1.  Statische Kriterien

        a)  Die Fläche unter der Hebelarmkurve bis 15° darf nicht kleiner sein als
            0,070 mrad, wenn der maximale Hebelarm bei 15° liegt, und die Fläche
            darf nicht kleiner sein als 0,055 mrad bis 30°, wenn der maximale
            Hebelarm bei 30° oder einem größeren Winkel liegt. Liegt der maximale
            Hebelarm zwischen 15° und 30°, so ist die geforderte Fläche Aφ
            max                                in mrad bis zum Winkel, bei dem der
            maximale Hebelarm auftritt, nach folgender Formel durch lineare
            Interpolation zu ermitteln:

            A*
[^F831913_03_BJNR302300998BJNE002401119]
            max                                = 0,055 + 0,001 (30°*
            max
            ) mrad

        b)  Die Fläche unter der Hebelarmkurve zwischen den Winkeln 30° und 40°
            oder zwischen 30° und φ
[^F831913_04_BJNR302300998BJNE002401119]
            f
            darf nicht kleiner sein als 0,030 mrad.

        c)  Bei einem Winkel von 30° muss der Hebelarm mindestens 0,20 m groß
            sein.

        d)  Der maximale Hebelarm darf nicht bei einem Winkel auftreten, der
            kleiner als 15° ist.

        e)  Der anfängliche Wert der Stabilität (G´M) unter Berücksichtigung der
            freien Flüssigkeitsoberflächen darf nicht kleiner sein als 0,15 m.

        f)  Unter Einfluss des maximalen Fahrgastmomentes darf das Schiff nicht
            mehr als 10° krängen. Das maximale Fahrgastmoment muss nicht
            notwendigerweise mit der maximalen Anzahl an Fahrgästen auftreten.

            Die Verteilung der auf einer Seite zusammen drängenden Fahrgäste ist
            mit 4 Personen/m
            2                                anzunehmen.

            Das Gewicht eines Fahrgastes ist mit 0,075 t anzunehmen und das
            Handgepäck pro Fahrgast ist mit 0,005 t anzusetzen.

        g)  Bei der Fahrt im Drehkreis und unter Einwirkung des unter Buchstabe f
            berechneten Fahrgastmomentes darf das Schiff nicht mehr als 12°
            krängen. Das Zentrifugalmoment im Drehkreis ist nach folgender Formel
            zu berechnen:

            M
            DR                                = 0,02 (V
            0
            2                               /L
            WL                               ) \* D \* (KG‘ – T/2)

            *                *   mit

                *   M
                    DR

                *   krängendes Zentrifugalmoment im Drehkreis [tm]

            *                *
                *   V
                    0

                *   Dienstgeschwindigkeit [m/s]

            *                *
                *   D

                *   Deplacement [t]

            *                *
                *   KG‘

                *   Höhenschwerpunkt über Basis unter Berücksichtigung der freien
                    Flüssigkeitsoberflächen [m]

            *                *
                *   L
                    WL

                *   Länge in der Wasserlinie [m]

            *                *
                *   T

                *   Tiefgang auf halber Schiffslänge [m]

    2.  Windkriterium

        a)  Unter einem seitlichen Winddruck von 0,08 t/m
            2                                darf der Neigungswinkel des Schiffes
            nicht überschritten werden, bei dem der Restfreibord bis zum
            Schottendeck auf der eintauchenden Seite kleiner als 10 % des
            vorhandenen Freibords in der aufrechten Lage wird. Dieser Winkel darf
            nicht größer als 12° werden.

        b)  Der statische Neigungswinkel infolge seitlichen Winddruckes ergibt
            sich aus dem Schnittpunkt der Kurve des aufrichtenden mit der Kurve
            des krängenden Hebelarmes. Das krängende Moment aufgrund von
            Seitenwind ist nach der folgenden Formel zu berechnen:

            h
            KW                                = 0,08 \* A/D \* (l
            w                                + T/2) \* cos (*
            )

            *                *   mit

                *   h
                    KW

                *   krängender Hebelarm infolge seitlichen Winddruckes bei einem
                    Neigungswinkel φ [m]

            *                *
                *   A

                *   Überwasserlateralfläche [m
                    2                                         ]

            *                *
                *   D

                *   Deplacement [t]

            *                *
                *   l
                    w

                *   Abstand des Schwerpunktes der Fläche A von der Basis [m]

            *                *
                *   T

                *   Tiefgang auf halber Schiffslänge [m]

            *                *
                *   *

                *   jeweiliger Neigungswinkel [°]

        c)  Für Schiffe über 12 m Breite ist nachzuweisen, dass bei dynamischer
            Einwirkung des Winddruckes rechteckige Fenster oder andere
            ungeschützte Öffnungen nicht eintauchen.

    3.  Die folgenden Beladungszustände sind in Bezug auf Stabilität zu
        berechnen:

        a)  Schiff in Ballastfahrt ohne Fahrgäste mit vollen Vorräten (Abfahrt)

        b)  Schiff in Ballastfahrt ohne Fahrgäste mit 10 % der Vorräte (Ankunft)

        c)  Schiff mit der maximalen Anzahl an Personen und vollen Vorräten
            (Abfahrt)

        d)  Schiff mit der maximalen Anzahl an Fahrgäste und 10 % der Vorräte
            (Ankunft) Die Hebelarmkurven sind mit freiem Trimm und freier
            Tiefertauchung zu berechnen. Das Gewicht eines Fahrgastes ist mit
            0,075 t anzunehmen, und das Handgepäck pro Fahrgast ist mit 0,005 t
            anzusetzen. Bei Schiffen im Fährverkehr ist außer dem pro Fahrgast mit
            0,020 t Gepäck zu rechnen.

        e)  Schiff mit der maximalen Anzahl an Personen und Frachtzuladung
            (Abfahrt), soweit vorhanden.

        f)  Schiff mit der maximalen Anzahl an Personen und Frachtzuladung
            (Ankunft), soweit vorhanden.

**Zu 2** **Wasserdichte Unterteilung**

**Zu 3** **Flutbare Länge**

**Zu 4** **Zulässige Länge der Abteilungen**

**Zu 5** **Flutbarkeit**

    Wird die Regel 8.4.5 (verringerte Schadensausdehnung) angewendet, kann
    für den betreffenden Bereich des Schiffes der nächsthöhere
    Abteilungsfaktor für die Berechnung der Schottenkurve angewendet
    werden. Grundlage ist der nach Regel 6 erforderliche Abteilungsfaktor.

**Zu 7** **Sondervorschriften für die Unterteilung von Schiffen**

    Wird die Regel 8.4.5 (verringerte Schadensausdehnung) angewendet, kann
    für den betreffenden Bereich des Schiffes der nächsthöhere
    Abteilungsfaktor für die Berechnung der Schottenkurve angewendet
    werden. Grundlage ist der nach Regel 6 erforderliche Abteilungsfaktor.

Zu 7.3 Eine Berechnung der Schottenkurve unter Inanspruchnahme von Nischen
    ist nicht zulässig.

**Zu 8** **Stabilität beschädigter Schiffe**

Zu 8.2.3.3 Bei Anwendung der Regel 8.4.5 (verringerte Schadensausdehnung) ist der
    Winddruck nach folgender Formel zu ermitteln:

    GZ (Meter) = (Krängungsmoment/Verdrängung) + 0,10

    Der aufrichtende Hebelarm darf bei Anwendung der Regel 8.4.5 nicht
    weniger als 0,15 m betragen.

Zusätzlich gelten folgende Regeln:

8.4.5 Die Ausdehnung des Schadens kann für einen Teilbereich der
    Schiffslänge oder über die ganze Schiffslänge abweichend von den
    Absätzen 4.2 und 4.3 bei Anordnung eines Doppelbodens in den genannten
    Teilbereichen oder über die gesamte Schiffslänge mit einer Mindesthöhe
    von 0,60 m, getrennt nach Boden und Seiten, wie folgt angenommen
    werden:

    1.  In den Schiffsseiten

        a)  Querausdehnung (gemessen in Höhe der obersten Schottenladelinie von
            Mallkante Außenhaut rechtwinklig zur Mittellinie): eine Entfernung von
            1,00 m;

        b)  Senkrechte Ausdehnung: von der Grundlinie aufwärts unbegrenzt.

    2.  Im Schiffsboden

        a)  Querausdehnung (gemessen in Höhe der obersten Schottenladelinie von
            Mallkante Außenhaut rechtwinklig zur Mittellinie): eine Entfernung von
            einem Fünftel der Breite des Schiffes, mindestens aber 3,00 m;

        b)  Senkrechte Ausdehnung: von der Grundlinie aufwärts bis 0,60 m Höhe.

8.4.6 Für den Fall, dass die Ausdehnung des Schadens nach Regel 8.4.5
    bemessen wird, gilt für den Bereich des Schiffes, in dem Regel 8.4.5
    angewendet wird, mindestens der Zwei-Abteilungsstatus. Die unter
    Kapitel II-1 Teil A Absatz 1.8 definierte Tauchgrenze muss mindestens
    100 mm unterhalb Oberkante Schottendeck an der Seite des Schiffes
    verlaufen.

8.4.7 Gesellschaftsräume unter dem Schottendeck, welche den Anforderungen
    der Regel 8.4.5 entsprechen, müssen mindestens zwei Fluchtwege haben,
    von denen mindestens einer nicht durch wasserdichte Türen führt. Die
    Fluchtwege müssen an gegenüberliegenden Enden des Raumes angeordnet
    sein. Die maximale Entfernung zu einem der Fluchtwege darf 8 m nicht
    überschreiten. Eine wasserdichte Tür, welche einen der Fluchtwege
    bildet, muss mindestens 0,90 m breit sein. Die Breite der Treppen muss
    den Anforderungen von Regel II-2/B/6.1.5b genügen, wobei die
    geforderte Gesamtbreite gleichmäßig auf die im Raum vorhandenen
    Treppen aufzuteilen ist.

8.4.8 Für den Fall, dass die Ausdehnung des Schadens nach Regel 8.4.5
    bemessen wird, darf die Anzahl der Fahrgäste, die in Salons im Bereich
    der Anwendung der verringerten Schadensausdehnung unter dem
    Schottendeck befördert werden, nicht mehr als 500 Personen betragen.

**Zu 10** **Doppelböden**

Zusätzlich gelten folgende Regeln:

10.9 Fahrgastschiffe mit weniger als 50 m Länge und einem
    Unterteilungsfaktor von 1,0 sind von dem Einbau eines Doppelbodens
    befreit, wenn die Berechnung der Endschwimmlage in je dem Leckfall
    mindestens eine Tauchgrenze von 114 mm (1,5 x 76 mm) nachweist.
    Fahrgastschiffe mit einem Unterteilungsfaktor von höchstens 0,5 sind
    von dem Einbau eines Doppelbodens befreit.

10.10 Fahrgastschiffe mit einer Länge von 50 m oder mehr müssen mit einem
    Doppelboden versehen sein, wenn der Abteilungsfaktor größer als 0,5
    ist. Der Doppelboden muss sich bei Schiffen mit achtern angeordnetem
    Maschinenraum mindestens vom Maschinenraumfrontschott bis an das
    Vorpiekschott erstrecken oder möglichst nahe herangeführt werden.

10.11 Wird die Regel 8.4.5 vollständig oder teilweise angewendet, ist für
    diese Bereiche ein Doppelboden vorzusehen.

**Zu 13** **Öffnungen in wasserdichten Schotten**

Zu 13.5.4 Zusätzlich gilt folgende Regel:

    Bei Anwendung der Regel 8.4.5 gilt: Die Anordnung der wasserdichten
    Türen und ihrer Steuerungen muss derart sein, dass der Betrieb der
    wasserdichten Türen außerhalb des beschädigten Bereichs des Schiffes
    nicht beeinträchtigt wird, wenn das Schiff eine Beschädigung innerhalb
    des Leckbereichs von 1,00 m von Mallkante Außenhaut erleidet, wobei
    dieser Abstand in Höhe der obersten Schottenladelinie rechtwinklig zur
    Mittelschiffsebene gemessen wird.

Zu 13.7.1.2.2 Zusätzlich gilt folgende Regel:

    Bei Anwendung der Regel 8.4.5 gilt: Die Tür muss sich oberhalb des
    Doppelbodens und außerhalb des Leckbereichs von 1,00 m befinden.

Zu 13.9.3 Zusätzlich gelten folgende Regeln:

    Sind zwei benachbarte wasserdichte Abteilungen durch eine wasserdichte
    Tür in einem wasserdichten Schott begehbar und dient diese
    wasserdichte Tür als Sekundär-Fluchtweg aus einem Salon oder sonstigen
    für Fahrgäste vorgesehenen Räumen, so wird das Offenbleiben als
    unbedingt notwendig angesehen. Eine solche wasserdichte Tür muss in
    den Stabilitätsunterlagen des Schiffes deutlich angegeben sein und
    muss jederzeit geschlossen werden können. Die Abteilungslängen dürfen
    für die Abteilungen, die an diese wasserdichte Tür angrenzen, die
    maximalen flutbaren Längen nach den Regeln 2 bis 5 unter Verwendung
    eines kleineren als in Regel 6 erforderlichen Abteilungsfaktors nicht
    überschreiten.

**Zu 17-1** **Wasserdichtigkeit von Ro-Ro-Deck (Schottendeck) bis zu den unten
    liegenden Räumen**

Zu 17-1.1.1 Zusätzlich gilt folgende Regel:

    Absatz 1.1 ist auf Ro-Ro-Fahrgastschiffe nicht anzuwenden wenn die
    Höhe des Ro-Ro-Decks oberhalb der Wasserlinie mit den Niedergängen in
    das Schiff nicht niedriger als 3,00 m ist.

**Zu Teil C** **Maschinenanlagen**

**Zu 3** **Lenzpumpenanlagen**

Zu 3.2.9 Zusätzlich gilt folgende Regel:

    Bei Anwendung der Regel B/8.4.5 gilt: Wenn das Rohr in irgendeinem
    Teil des Schiffes näher als 1,00 m, gemessen in Höhe der obersten
    Schottenladelinie rechtwinklig zur Mittelschiffebene, an der
    Schiffsseite oder in einem Rohrtunnel verlegt ist, muss es in der
    Abteilung, in der sich der Lenzsauger befindet, mit einem
    Rückschlagventil versehen sein.

Zu 3.2.10 Zusätzlich gilt folgende Regel:

    Bei Anwendung der Regel B/8.4.5 gilt: Außerdem darf die Beschädigung
    einer Pumpe oder ihres Anschlussrohrs zur Hauptlenzleitung, wenn sich
    beide in geringerem Abstand als 1,00 m von der Außenhaut befinden, das
    Lenzsystem nicht außer Betrieb setzen.

**Zu Teil D** **Elektrische Anlagen**

**Zu 3** **Notstromquelle**

Zu 3.1 Zusätzlich gilt folgende Regel:

    Die Unterbringung der unabhängigen Notstromquelle mit einer
    Notschalttafel ist unterhalb des Schottendecks möglich, wenn eine
    zweite redundante Notstromtafel vorhanden ist. Beide Notschalttafeln
    sind in getrennten Abteilungen hinsichtlich Brandschutz und
    Leckstabilität unterzubringen, wenn eine zweite Notschalttafel
    vorhanden ist und der Betrieb der Notstromquelle unter allen Umständen
    (auch in Leckfällen) möglich ist.

**Zu Kapitel II-2** **Brandschutz, Feueranzeige und Feuerlöschung**

**Zu Teil B** **Brandschutzmaßnahmen**

**Zu 6** **Fluchtwege**

    Gesellschaftsräume unter dem Schottendeck, welche den Anforderungen
    der
    Regel II-1/B/8.4.5                    entsprechen, müssen mindestens
    zwei Fluchtwege haben, von denen mindestens einer nicht durch
    wasserdichte Türen führt. Die Fluchtwege müssen an gegenüberliegenden
    Enden des Raumes angeordnet sein. Die maximale Entfernung zu einem der
    Fluchtwege darf 8 m nicht überschreiten. Eine wasserdichte Tür, welche
    einen der Fluchtwege bildet, muss mindestens 0,90 m breit sein. Die
    Breite der Treppe muss den Anforderungen von Regel 6.1.5.a genügen,
    wobei die geforderte Gesamtbreite gleichmäßig auf die im Raum
    vorhandenen Treppen aufzuteilen ist.

Zu 6.1.1 Zusätzlich gilt folgende Regel:

    Werden für die Beurteilung von Treppen, Leitern, Flure und Türen
    Annahmen für die Unwirksamkeit durch Beschädigung bei Kollision
    getroffen, so wird die Schadensausdehnung mit 1,00 m (gemessen in Höhe
    der obersten Schottenladelinie von Mallkante Außenhaut rechtwinklig
    zur Mittellinie) angenommen, sofern sich der betrachtete Punkt
    mindestens 0,60 m über Basis befindet.

Zu 6.1.5 Diese Regel gilt ohne 6.1.5a für Schiffe ab einer Länge von 24 m mit
    folgendem Zusatz:

    Abhängig von der Anordnung der Einbootungsstationen, der Anzahl der
    Decks, der Anordnung der Feuerzonen, der Lage und Anzahl der
    Fluchtwege sowie dem Evakuierungskonzept auf Basis der MSC-
    Rundschreiben 1166 (Richtlinien für eine vereinfachte
    Evakuierungsanalyse für Hochgeschwindigkeits-Fahrgastschiffe) und 1238
    (Richtlinien für Evakuierungsanalysen für neue und vorhandene
    Fahrgastschiffe) (VkBl. 2011 S. 711) kann auf einen entsprechend den
    Absätzen 6.1.1 und 6.1.2 geforderten Treppenschacht verzichtet werden.

6.1.5.5 Zusätzlich gilt folgende Regel:

    Die Treppenvorflächen auf jeder Decksebene müssen eine Grundfläche von
    mindestens 2 m
    2                    haben und müssen, wenn sie für mehr als 80
    Personen vorgesehen sind, für jeweils weitere 40 Personen 1 m
    2                    größer sein, brauchen jedoch insgesamt nicht
    größer als 10 m
    2                    zu sein, mit Ausnahme derjenigen
    Treppenvorflächen, bei denen ein unmittelbarer Zugang von
    Gesellschaftsräumen zum Treppenschacht besteht.

**Zu 6-1** **Fluchtwege auf Ro-Ro-Fahrgastschiffen**

Zu 6-1.3 Die Evakuierungsuntersuchung ist in Anlehnung an die vorläufigen
    Richtlinien für Evakuierungsanalysen für Hochgeschwindigkeits-
    Fahrgastschiffe (MSC Circ. 1001), in der jeweils geltenden Fassung,
    mit einer Evakuierungszeit von maximal 30 min durchzuführen.

**Zu Abschnitt 2**

**Sicherheitsanforderungen an neue in der Inlandfahrt eingesetzte
Fahrgastschiffe, deren Kiel am oder nach dem 19. September 2021 gelegt
wird oder wurde oder die sich vor diesem Zeitpunkt in einem
entsprechenden Bauzustand befanden**

**Zu Kapitel II-1** **Bauart der Schiffe**

**Zu Teil B** **Intaktstabilität, Unterteilung und Leckstabilität**

Es gelten die Anforderungen der einschlägigen Bestimmungen des
Kapitels II-1 Teile B bis B-4 des SOLAS-Übereinkommens soweit nicht
nachfolgend etwas Abweichendes bestimmt ist:

Der in Teil B-1, Regel 6.2.3 des SOLAS-Übereinkommens zu berechnende
Unterteilungsfaktor R für Fahrgastschiffe wird als 0,95 R festgesetzt.

[^F831913_03_BJNR302300998BJNE002401119]:     *             max              ist der Winkel, bei dem die
    Hebelarmkurve das Maximum erreicht.
[^F831913_04_BJNR302300998BJNE002401119]:     *             f              ist der Winkel, bei dem die erste
    ungeschützte Öffnung zu Wasser kommt.

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