Source: https://www.gesetze-im-internet.de/parkettlausbv_2002/__8.html
Legislation: parkettlausbv_2002

Title: § 8 Gesellenprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Parkettleger/zur Parkettlegerin (ParkettlAusbV 2002)
§ 8 Gesellenprüfung

Paragraph: 8

Full Text:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Parkettleger/zur Parkettlegerin (ParkettlAusbV 2002)
§ 8 Gesellenprüfung

(1) Die Gesellenprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage
aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Der Prüfling soll im praktischen Teil der Prüfung in insgesamt
höchstens 21 Stunden eine Arbeitsaufgabe I sowie eine Arbeitsaufgabe
II durchführen und dokumentieren sowie während dieser Zeit in
höchstens 15 Minuten ein Fachgespräch über eine der Arbeitsaufgaben
führen.

1.  Für die Arbeitsaufgabe I kommt insbesondere das Gestalten und Verlegen
    eines Stabparkettbodens einschließlich des Herstellens des
    Untergrundes, der Oberflächenbehandlung und des Anbringens von
    Abschlüssen in Betracht.

2.  Für die Arbeitsaufgabe II kommen insbesondere in Betracht:

    a)  Verlegen eines elastischen Bodenbelages mit Fugenausbildung
        einschließlich des Herstellens des Untergrundes und des Anbringens von
        Abschlüssen,

    b)  Verlegen eines textilen Bodenbelages mit Naht einschließlich des
        Herstellens des Untergrundes und des Anbringens von Abschlüssen oder

    c)  Verlegen eines Schwingbodens mit Mehrschichtparkett einschließlich des
        Anbringens von Abschlüssen.

Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er die Arbeitsabläufe unter
Beachtung wirtschaftlicher, technischer und organisatorischer Vorgaben
selbständig und kundenorientiert planen, die Arbeitszusammenhänge
erkennen, die Arbeitsergebnisse kontrollieren und dokumentieren sowie
Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit
sowie zum Umweltschutz durchführen kann.

(3) Der Prüfling soll im schriftlichen Teil der Prüfung in den
Prüfungsbereichen Untergründe, Parkett und Bodenbeläge sowie
Wirtschafts- und Sozialkunde geprüft werden. In den Prüfungsbereichen
Untergründe sowie Parkett und Bodenbeläge sind insbesondere durch
Verknüpfung informationstechnischer, technologischer und
mathematischer Kenntnisse fachliche Probleme zu analysieren, zu
bewerten und zu lösen. Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er die
Arbeitssicherheits-, Gesundheitsschutz- und Umweltschutzbestimmungen
berücksichtigen, die Verwendung von Holz, Holzwerkstoffen und
Bodenbelägen planen sowie Werkzeuge und Maschinen zuordnen und
qualitätssichernde Maßnahmen einbeziehen kann.

1.  Für den Prüfungsbereich Untergründe kommt insbesondere in Betracht:

    Beschreiben der Vorgehensweise bei der Prüfung und dem Herstellen von
    Untergründen sowie zur Ermittlung und Eingrenzung von Fehlern und
    deren Behebung, Erstellen von Planungsunterlagen, Planen und Steuern
    von Arbeitsabläufen unter Berücksichtigung der Produktqualität.

    Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er die für die Prüf- und
    Herstellungsaufgaben erforderlichen Werkzeuge und Hilfsmittel unter
    Beachtung von Vorgaben und technischen Regeln auswählen und die
    notwendigen Arbeitsschritte planen kann.

2.  Für den Prüfungsbereich Parkett und Bodenbeläge kommt insbesondere in
    Betracht:

    Beschreiben der Vorgehensweise bei der Herstellung, Verlegung und
    Instandsetzung von Parkett, anderen Holzfußböden oder Bodenbelägen.

    Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er die erforderlichen Maßnahmen
    unter Berücksichtigung verfahrensbedingter Abläufe planen, Unterlagen
    auswerten, Schäden bewerten und dokumentieren sowie
    Gestaltungsmerkmale darstellen und Bauarten und Baustile zuordnen
    kann.

3.  Für den Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde kommen Aufgaben,
    die sich auf praxisbezogene Fälle beziehen sollen, insbesondere aus
    folgenden Gebieten in Betracht:

    allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der
    Berufs- und Arbeitswelt.

(4) Die schriftliche Prüfung dauert höchstens:

*    *   1.

    *   im Prüfungsbereich Untergründe

    *   120 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsbereich Parkett und Bodenbeläge

    *   180 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Der schriftliche Teil der Prüfung ist auf Antrag des Prüflings
oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen
Prüfungsbereichen durch eine mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese
für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann. Bei der
Ermittlung der Ergebnisse für die mündlich geprüften Prüfungsbereiche
sind die jeweiligen bisherigen Ergebnisse und die entsprechenden
Ergebnisse der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2:1 zu
gewichten.

(6) Innerhalb des schriftlichen Teils der Prüfung sind die
Prüfungsbereiche wie folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich Untergründe

    *   35 Prozent,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich Parkett und Bodenbeläge

    *   45 Prozent,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   20 Prozent.

(7) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils im praktischen und im
schriftlichen Teil der Prüfung mindestens ausreichende Leistungen
erbracht sind. Wird die Prüfungsleistung in einer der Arbeitsaufgaben
oder in einem der Prüfungsbereiche Untergründe sowie Parkett und
Bodenbeläge mit ungenügend bewertet, ist die Prüfung nicht bestanden.

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ParkettlAusbV-2002
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