Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bbhv/__59.html
Legislation: bbhv

Title: Teilweiser Ausschluss

Description:
Verordnung über Beihilfe in Krankheits-, Pflege- und Geburtsfällen (BBhV)
Teilweiser Ausschluss

Paragraph: 59

Full Text:
Verordnung über Beihilfe in Krankheits-, Pflege- und Geburtsfällen (BBhV)
Teilweiser Ausschluss

1.  Chelattherapie

    Aufwendungen sind nur beihilfefähig bei Behandlung von
    Schwermetallvergiftung, Morbus Wilson und Siderose. Alternative
    Schwermetallausleitungen gehören nicht zur Behandlung einer
    Schwermetallvergiftung.

2.  Extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT)

    Aufwendungen sind nur beihilfefähig im orthopädischen und
    schmerztherapeutischen Bereich bei Behandlung von

    a)  Tendinosis calcarea,

    b)  Pseudarthrose,

    c)  Fascziitis plantaris,

    d)  therapierefraktärer Epicondylitis humeri radialis,

    e)  therapierefraktärer Achillodynie oder

    f)  therapierefraktärer Bursitis trochanterica.

3.  Hyperbare Sauerstofftherapie (Überdruckbehandlung)

    Aufwendungen sind nur beihilfefähig bei Behandlung von
    Kohlenmonoxidvergiftung, Gasgangrän, chronischen Knocheninfektionen,
    Septikämien, schweren Verbrennungen, Gasembolien, peripherer Ischämie,
    diabetisches Fußsyndrom ab Wagner Stadium II oder von Tinnitusleiden,
    die mit Perzeptionsstörungen des Innenohres verbunden sind.

4.  Hyperthermiebehandlung
    Aufwendungen sind nur beihilfefähig bei Tumorbehandlungen in
    Kombination mit Chemo- oder Strahlentherapie.

5.  Klimakammerbehandlung

    Aufwendungen sind nur beihilfefähig, wenn andere übliche
    Behandlungsmethoden nicht zum Erfolg geführt haben und die
    Festsetzungsstelle auf Grund des Gutachtens von einer Ärztin oder
    einem Arzt, die oder den sie bestimmt, vor Beginn der Behandlung
    zugestimmt hat.

6.  Lanthasol-Aerosol-Inhalationskur

    Aufwendungen sind nur beihilfefähig, wenn die Aerosol-Inhalationskuren
    mit hochwirksamen Medikamenten, zum Beispiel Aludrin, durchgeführt
    werden.

7.  Magnetfeldtherapie

    Aufwendungen sind nur beihilfefähig bei Behandlung von atrophen
    Pseudarthrosen, bei Endoprothesenlockerung, idiopathischer Hüftnekrose
    und verzögerter Knochenbruchheilung, wenn die Magnetfeldtherapie in
    Verbindung mit einer sachgerechten chirurgischen Therapie durchgeführt
    wird, sowie bei psychiatrischen Erkrankungen.

8.  Modifizierte Eigenblutbehandlung

    a)  Zahnheilkunde

        Aufwendungen für eine Behandlung mit autologen
        Thrombozytenkonzentraten wie plättchenreiches Plasma (PRP) und
        plättchenreiches Fibrin (PRF) sind nur beihilfefähig nach Extraktion
        eines Zahnes oder mehrerer Zähne

        aa) zum Volumenerhalt des Knochens beispielsweise Alveolarfortsatzes
            (postextraktioneller, zum Beispiel präimplantologisch indizierter
            Kieferkammerhalt; Socket/Ridge Preservation) oder

        bb) zur Verbesserung der Alveolenheilung und Reduktion des Alveolitis-
            Risikos (PRF als solide PRF-Plug-Matrix) insbesondere im Rahmen einer
            operativen Weisheitszahnentfernung.

    b)  Augenheilkunde

        Aufwendungen für eine Behandlung mit autologen Serumaugentropfen aus
        Eigenblut als Tränenersatzstoff sind nur beihilfefähig bei einer
        trockenen Glandulae tarsales (Meibom-Drüsen-Dysfunktion, Sicca-
        Syndrom, Keratokonjunktivitis sicca etc.).

9.  Ozontherapie

    Aufwendungen sind nur beihilfefähig bei Gasinsufflationen, wenn damit
    arterielle Verschlusserkrankungen behandelt werden. Vor Aufnahme der
    Behandlung ist die Zustimmung der Festsetzungsstelle einzuholen.

10. Radiale extrakorporale Stoßwellentherapie (r-ESWT)

    Aufwendungen sind nur beihilfefähig im orthopädischen und
    schmerztherapeutischen Bereich bei Behandlung von

    a)  Fasciitis plantaris,

    b)  therapierefraktärer Epicondylitis humeri radialis,

    c)  therapierefraktärer Achillodynie oder

    d)  therapierefraktärer Bursitis trochanterica.

11. Therapeutisches Reiten (Hippotherapie)

    Aufwendungen sind nur beihilfefähig bei ausgeprägten cerebralen
    Bewegungsstörungen (Spastik) oder schwerer geistiger Behinderung,
    sofern die ärztlich verordnete Behandlung von Angehörigen der
    Gesundheits- oder Medizinalfachberufe (zum Beispiel Krankengymnastin
    oder Krankengymnast) mit entsprechender Zusatzausbildung durchgeführt
    wird. Die Aufwendungen sind nach den Nummern 4 bis 6 der Anlage 9
    beihilfefähig.

12. Thymustherapie und Behandlung mit Thymuspräparaten

    Aufwendungen sind nur beihilfefähig bei Krebsbehandlungen, wenn andere
    übliche Behandlungsmethoden nicht zum Erfolg geführt haben.

13. Visusverbessernde Maßnahmen

    a)  Austausch natürlicher Linsen

        Bei einer reinen visusverbessernden Operation sind Aufwendungen nur
        beihilfefähig, wenn der Austausch die einzige Möglichkeit ist, um eine
        Verbesserung des Visus zu erreichen. Die Aufwendungen für die Linsen
        sind dabei nur bis zur Höhe der Kosten einer Monofokallinse, höchstens
        bis zu 270 Euro pro Linse beihilfefähig. Satz 2 gilt auch für Linsen
        bei einer Kataraktoperation.

    b)  Chirurgische Hornhautkorrektur durch Laserbehandlung

        Aufwendungen sind nur beihilfefähig, wenn eine Korrektur durch eine
        Brille oder Kontaktlinsen nach augenärztlicher Feststellung nicht
        möglich ist.

    c)  Implantation einer additiven Linse, auch einer Add-on-Intraokularlinse

        Aufwendungen sind nur beihilfefähig, wenn die Implantation die einzige
        Möglichkeit ist, um eine Verbesserung des Visus zu erreichen.

    d)  Implantation einer phaken Intraokularlinse

        Aufwendungen sind nur beihilfefähig, wenn die Implantation die einzige
        Möglichkeit ist, um eine Verbesserung des Visus zu erreichen.

    Aufwendungen für visusverbessernde Maßnahmen sind nur dann
    beihilfefähig, wenn die Festsetzungsstelle den Maßnahmen vor Aufnahme
    der Behandlung zugestimmt hat.

(zu § 6 Absatz 5 Satz 4)

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