Source: https://www.gesetze-im-internet.de/augoptmstrv/__7.html
Legislation: augoptmstrv

Title: § 7 Gliederung, Prüfungsdauer und Bestehen des Teils II

Description:
Verordnung über das Meisterprüfungsberufsbild und über die Prüfungsanforderungen in den Teilen I und II der Meisterprüfung im Augenoptiker-Handwerk (AugOptMstrV)
§ 7 Gliederung, Prüfungsdauer und Bestehen des Teils II

Paragraph: 7

Full Text:
Verordnung über das Meisterprüfungsberufsbild und über die Prüfungsanforderungen in den Teilen I und II der Meisterprüfung im Augenoptiker-Handwerk (AugOptMstrV)
§ 7 Gliederung, Prüfungsdauer und Bestehen des Teils II

(1) Durch die Prüfung in Teil II soll der Prüfling in den in Absatz 2
genannten Handlungsfeldern seine Handlungskompetenz dadurch
nachweisen, dass er Probleme analysieren und bewerten sowie
Lösungswege aufzeigen und dokumentieren und dabei aktuelle
Entwicklungen berücksichtigen kann.

(2) Handlungsfelder sind:

1.  Physiologie des Sehens,

2.  Versorgung mit Sehhilfen,

3.  Auftragsabwicklung,

4.  Betriebsführung und Betriebsorganisation.

(3) In jedem der Handlungsfelder ist mindestens eine Aufgabe zu
bearbeiten, die fallorientiert sein muss:

1.  Physiologie des Sehens

    Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist, augenoptische,
    anatomische, physiologische und aus Messungen gewonnene Sachverhalte
    zu beurteilen und zu beschreiben sowie Kenntnisse der Pharmakologie
    und der Humanbiologie auf die physiologische und visuelle Optik
    anzuwenden. Bei der jeweiligen Aufgabenstellung sollen mehrere der
    unter Buchstabe a bis f aufgeführten Qualifikationen verknüpft werden:

    a)  Aufbau und Funktion des visuellen Systems darstellen,

    b)  Auswirkungen verschiedener Sehhilfen auf das visuelle System
        darstellen und bewerten,

    c)  Methoden zur objektiven und subjektiven Refraktionsbestimmung
        darstellen und ihre Anwendung begründen,

    d)  Anforderungen des Binokularsehens bei der Refraktionsbestimmung
        darstellen und begründen,

    e)  Methoden zur Messung, Beurteilung und Optimierung visueller Funktionen
        darstellen und ihre Anwendung begründen,

    f)  Methoden zum Erkennen von Sehleistungsminderungen darstellen;

2.  Versorgung mit Sehhilfen

    Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist, augenoptische
    Aufgaben und Probleme unter Beachtung wirtschaftlicher, ökologischer
    und chemischer Aspekte in einem Augenoptikerbetrieb zu bearbeiten.
    Dabei soll er berufsbezogene Sachverhalte analysieren und bewerten.
    Bei der jeweiligen Aufgabenstellung sollen mehrere der unter Buchstabe
    a bis h aufgeführten Qualifikationen verknüpft werden:

    a)  Aufbau und Funktion unterschiedlicher Korrektionsmittel erläutern,

    b)  Anwendungsmöglichkeiten unterschiedlicher Korrektionsmittel unter
        Berücksichtigung der Abbildungseigenschaften unterscheiden und
        begründen,

    c)  Anforderungen der optischen Brillenanpassung unter Berücksichtigung
        anatomischer, ökonomischer und ästhetischer Aspekte darstellen und
        beurteilen,

    d)  Möglichkeiten einer individuellen Kundenberatung aufzeigen,

    e)  Messverfahren zur Kontaktlinsenkorrektion beschreiben und fallbezogene
        Anwendung begründen,

    f)  Wirkungsweise von Kontaktlinsen unter Berücksichtigung
        unterschiedlicher Materialien und Geometrien darstellen und Anwendung
        begründen,

    g)  Kontaktlinsenhygiene darstellen und Hygieneanforderungen begründen,

    h)  Zusammensetzung und Wirkungsweise von Kontaktlinsenhygienemitteln
        beschreiben und Einsatz begründen;

3.  Auftragsabwicklung

    Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist,
    Auftragsabwicklungsprozesse, auch unter Anwendung branchenüblicher
    Software, erfolgs-, kunden- und qualitätsorientiert zu planen, deren
    Durchführung zu kontrollieren und sie abzuschließen. Bei der
    jeweiligen Aufgabenstellung sollen mehrere der unter Buchstabe a bis i
    aufgeführten Qualifikationen verknüpft werden:

    a)  Möglichkeiten der Auftragsbeschaffung darstellen,

    b)  Angebotsunterlagen erstellen und Angebote auswerten,
        Angebotskalkulation durchführen,

    c)  Methoden und Verfahren der Arbeitsplanung und -organisation unter
        Berücksichtigung von Mess-, Fertigungs- und Instandsetzungstechniken,
        gestalterischer Aspekte sowie des Einsatzes von Material, Geräten und
        Personal bewerten, dabei qualitätssichernde Aspekte darstellen und
        Schnittstellen zwischen Arbeitsbereichen berücksichtigen,

    d)  berufsbezogene rechtliche Vorschriften, Richtlinien und technische
        Normen sowie anerkannte Regeln der Technik anwenden, insbesondere
        Haftung bei der Herstellung und Instandhaltung sowie bei
        Dienstleistungen beurteilen,

    e)  Bedeutung von Prüf- und Übergabeprotokollen erläutern,

    f)  auftragsbezogenen Einsatz von Material und Geräten bestimmen und
        begründen,

    g)  Unteraufträge vergeben und kontrollieren,

    h)  Schadensaufnahme an Sehhilfen darstellen, Instandsetzungsmethoden
        vorschlagen und die erforderliche Abwicklung festlegen,

    i)  Vor- und Nachkalkulation durchführen;

4.  Betriebsführung und Betriebsorganisation

    Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist, Aufgaben der
    Betriebsführung und Betriebsorganisation unter Berücksichtigung der
    rechtlichen Vorschriften, auch unter Anwendung von Informations- und
    Kommunikationssystemen, wahrzunehmen. Bei der jeweiligen
    Aufgabenstellung sollen mehrere der unter Buchstabe a bis h
    aufgeführten Qualifikationen verknüpft werden:

    a)  betriebliche Kosten ermitteln, dabei betriebswirtschaftliche
        Zusammenhänge berücksichtigen,

    b)  betriebliche Kostenstruktur überprüfen; betriebliche Kennzahlen
        ermitteln,

    c)  Marketingmaßnahmen zur Kundenpflege und zur Gewinnung neuer Kunden vor
        dem Hintergrund technischer und wirtschaftlicher Entwicklungen
        erarbeiten,

    d)  betriebliches Qualitätsmanagement planen und darstellen,

    e)  Aufgaben der Personalverwaltung wahrnehmen; den Zusammenhang zwischen
        Personalverwaltung sowie Personalführung und -entwicklung darstellen,

    f)  betriebsspezifische Maßnahmen zur Einhaltung der
        arbeitsschutzrechtlichen Bestimmungen und des Umweltschutzes sowie zur
        Arbeitsplatzgestaltung entwickeln; Gefahrenpotenziale beurteilen und
        Maßnahmen zur Gefahrenvermeidung und -beseitigung festlegen,

    g)  Betriebs- und Lagerausstattung planen und darstellen,

    h)  Chancen und Risiken betrieblicher Kooperation darstellen und
        beurteilen.

(4) Die Prüfung in Teil II ist schriftlich durchzuführen. Sie soll in
jedem Handlungsfeld nicht länger als drei Stunden dauern. Eine
Prüfungsdauer von sechs Stunden täglich darf nicht überschritten
werden.

(5) Die Gesamtbewertung des Teils II wird aus dem arithmetischen
Mittel der Einzelbewertungen der Handlungsfelder gemäß Absatz 2
gebildet.

(6) Wurden in höchstens zwei der in Absatz 2 genannten Handlungsfelder
jeweils mindestens 30 und weniger als 50 Punkte erreicht, kann in
einem dieser Handlungsfelder eine mündliche Ergänzungsprüfung
durchgeführt werden, wenn diese das Bestehen des Teils II der
Meisterprüfung ermöglicht.

(7) Mindestvoraussetzung für das Bestehen des Teils II der
Meisterprüfung ist eine insgesamt ausreichende Prüfungsleistung. Die
Prüfung des Teils II ist nicht bestanden, wenn

1.  ein Handlungsfeld mit weniger als 30 Punkten bewertet worden ist oder

2.  nach durchgeführter Ergänzungsprüfung zwei Handlungsfelder jeweils mit
    weniger als 50 Punkten bewertet worden sind.

Collections: bundestag_gesetze
AugOptMstrV
Level: 2.0