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Legislation: psychthg_2020

Title: § 12 Anerkennung von Berufsqualifikationen aus anderen Mitgliedstaaten, anderen Vertragsstaaten oder gleichgestellten Staaten

Description:
(PsychThG 2020)
Abschnitt 3 - Anerkennung von außerhalb des Geltungsbereichs des Gesetzes erworbenen Berufsqualifikationen
§ 12 Anerkennung von Berufsqualifikationen aus anderen Mitgliedstaaten, anderen Vertragsstaaten oder gleichgestellten Staaten

Paragraph: 12

Full Text:
(PsychThG 2020)
Abschnitt 3 - Anerkennung von außerhalb des Geltungsbereichs des Gesetzes erworbenen Berufsqualifikationen
§ 12 Anerkennung von Berufsqualifikationen aus anderen Mitgliedstaaten, anderen Vertragsstaaten oder gleichgestellten Staaten

(1) Eine in einem Mitgliedstaat, einem anderen Vertragsstaat oder
einem gleichgestellten Staat erworbene abgeschlossene
Berufsqualifikation erfüllt die Voraussetzung des § 2 Absatz 1 Nummer
1, wenn

1.  diese Berufsqualifikation in dem Staat, in dem sie erworben wurde, für
    den unmittelbaren Zugang zu einem dem Beruf der Psychotherapeutin und
    des Psychotherapeuten entsprechenden Beruf erforderlich ist und

2.  die Gleichwertigkeit der erworbenen Berufsqualifikation mit der
    Berufsqualifikation einer Psychotherapeutin oder eines
    Psychotherapeuten gegeben ist.

Zum Nachweis der Berufsqualifikation kann die antragstellende Person
einen Europäischen Berufsausweis oder einen Ausbildungsnachweis
vorlegen, aus dem hervorgeht, dass sie eine Berufsqualifikation
erworben hat, die in diesem Staat für den unmittelbaren Zugang zu
einem dem Beruf der Psychotherapeutin und des Psychotherapeuten
entsprechenden Beruf erforderlich ist. Ausbildungsnachweise im Sinne
dieses Gesetzes sind

1.  Ausbildungsnachweise gemäß Artikel 3 Absatz 1 Buchstabe c der
    Richtlinie 2005/36/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 7.
    September 2005 über die Anerkennung von Berufsqualifikationen (ABl. L
    255 vom 30.9.2005, S. 22), die zuletzt durch den Delegierten Beschluss
    (EU) 2017/2113 (ABl. L 317 vom 1.12.2017, S. 119) geändert worden ist,
    die mindestens dem in Artikel 11 Buchstabe b der Richtlinie 2005/36/EG
    genannten Niveau entsprechen und denen eine Bescheinigung über das
    Ausbildungsniveau von dem Mitgliedstaat, dem anderen Vertragsstaat
    oder dem gleichgestellten Staat beigefügt ist, in dem die
    antragstellende Person ihre Berufsqualifikation erworben hat,

2.  Ausbildungsnachweise oder eine Gesamtheit von Ausbildungsnachweisen,
    die

    a)  von einer zuständigen Behörde in einem anderen Mitgliedstaat, einem
        anderen Vertragsstaat oder einem gleichgestellten Staat ausgestellt
        worden sind,

    b)  den erfolgreichen Abschluss einer Berufsqualifikation bescheinigen,
        die

        aa) in einem anderen Mitgliedstaat, einem anderen Vertragsstaat oder einem
            gleichgestellten Staat auf Voll- oder Teilzeitbasis im Rahmen formaler
            oder nichtformaler Ausbildungsprogramme erworben worden ist,

        bb) von dem anderen Mitgliedstaat, dem anderen Vertragsstaat oder dem
            gleichgestellten Staat, der die Ausbildungsnachweise ausgestellt hat,
            als gleichwertig anerkannt wurde und

        cc) zur Aufnahme oder Ausübung des Berufs der Psychotherapeutin und des
            Psychotherapeuten berechtigt oder auf die Ausübung des Berufs der
            Psychotherapeutin und des Psychotherapeuten vorbereitet, oder

3.  Ausbildungsnachweise oder eine Gesamtheit von Ausbildungsnachweisen,
    die

    a)  von einer zuständigen Behörde in einem anderen Mitgliedstaat, einem
        anderen Vertragsstaat oder einem gleichgestellten Staat ausgestellt
        worden sind und

    b)  den erfolgreichen Abschluss einer Berufsqualifikation bescheinigen,
        die

        aa) in diesem anderen Mitgliedstaat, anderen Vertragsstaat oder
            gleichgestellten Staat auf Voll- oder Teilzeitbasis im Rahmen formaler
            oder nichtformaler Ausbildungsprogramme erworben worden ist, und

        bb) zwar nicht den Erfordernissen der Rechts- oder Verwaltungsvorschriften
            dieses anderen Mitgliedstaats, anderen Vertragsstaats oder
            gleichgestellten Staats für die Aufnahme oder Ausübung des Berufs der
            Psychotherapeutin und des Psychotherapeuten entspricht, gemäß dessen
            Rechts- und Verwaltungsvorschriften ihrer Inhaberin oder ihrem Inhaber
            jedoch die Befugnis zur Aufnahme oder Ausübung des Berufs der
            Psychotherapeutin und des Psychotherapeuten in diesem anderen
            Mitgliedstaat, anderem Vertragsstaat oder gleichgestellten Staat auf
            Grund von erworbenen Rechten verleiht.

(2) Die erworbene Berufsqualifikation ist als gleichwertig anzusehen,
wenn sie keine wesentlichen Unterschiede gegenüber der
Berufsqualifikation aufweist, die in diesem Gesetz und in der auf
Grund des § 20 erlassenen Rechtsverordnung geregelt ist. § 11 Absatz 2
Satz 3 und 4 und Absatz 3 gilt entsprechend.

(3) Antragstellende Personen mit einer Berufsqualifikation aus einem
anderen Mitgliedstaat, einem anderen Vertragsstaat oder einem
gleichgestellten Staat haben einen höchstens dreijährigen
Anpassungslehrgang zu absolvieren oder eine Eignungsprüfung abzulegen,
wenn ihre erworbene Berufsqualifikation wesentliche Unterschiede
gegenüber der Berufsqualifikation aufweist, die in diesem Gesetz und
in der auf Grund des § 20 erlassenen Rechtsverordnung geregelt ist.
Für die Prüfung wesentlicher Unterschiede gilt § 11 Absatz 2 und 3
entsprechend. Die antragstellenden Personen haben das Recht, zwischen
dem Anpassungslehrgang und der Eignungsprüfung zu wählen.

(4) Die Absätze 1 bis 3 gelten auch für antragstellende Personen, die
über eine abgeschlossene Berufsqualifikation verfügen, die in einem
anderen als den in Absatz 1 Satz 1 genannten Staaten erworben wurde
und die einer der in Absatz 1 Satz 1 genannten Staaten anerkannt hat.

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