Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bimschv_39/__36.html
Legislation: bimschv_39

Title: Anlage 16 Standort und Mindestanzahl der Probenahmestellen für die Messung der Werte und der Ablagerungsraten von Arsen, Kadmium, Nickel und Benzo[a]pyren

Description:
Neununddreißigste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchV 39)
Teil 8 - Gemeinsame Vorschriften
Anlage 16 Standort und Mindestanzahl der Probenahmestellen für die Messung der Werte und der Ablagerungsraten von Arsen, Kadmium, Nickel und Benzo[a]pyren

Paragraph: 36

Full Text:
Neununddreißigste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchV 39)
Teil 8 - Gemeinsame Vorschriften
Anlage 16 Standort und Mindestanzahl der Probenahmestellen für die Messung der Werte und der Ablagerungsraten von Arsen, Kadmium, Nickel und Benzo[a]pyren

(Fundstelle: BGBl. I 2010, 1099 - 1100)

**A.** **Großräumige Standortkriterien**

    Die Standorte der Probenahmestellen sollten so gewählt werden, dass

    –   Daten über die Teile von Gebieten und Ballungsräumen erfasst werden
        können, in denen die Bevölkerung während eines Kalenderjahres auf
        direktem oder indirektem Weg im Durchschnitt wahrscheinlich den
        höchsten Werten ausgesetzt ist;

    –   Daten über Werte in anderen Teilen von Gebieten und Ballungsräumen
        erfasst werden können, die repräsentative Aussagen über die Exposition
        der Bevölkerung ermöglichen;

    –   Daten über die Ablagerungsraten erfasst werden können, die der
        indirekten Exposition der Bevölkerung über die Nahrungskette
        entsprechen.

    Der Standort der Probenahmestellen sollte im Allgemeinen so gewählt
    werden, dass die Messung sehr kleinräumiger Umweltbedingungen in
    unmittelbarer Nähe vermieden wird. In der Regel sollte eine
    Probenahmestelle für die Luftqualität folgender Flächen repräsentativ
    sein:

    1.  in verkehrsnahen Zonen: für nicht weniger als 200 Quadratmeter,

    2.  an Industriestandorten: für mindestens 250 Meter x 250 Meter und

    3.  in Gebieten mit typischen Werten für den städtischen Hintergrund: für
        mehrere Quadratkilometer.

    Besteht das Ziel in der Beurteilung von Werten für den Hintergrund, so
    sollten sich in der Nähe der Probenahmestelle befindliche
    Ballungsräume oder Industriestandorte nicht auf die Messergebnisse
    auswirken.

    Soll der Beitrag industrieller Quellen beurteilt werden, ist zumindest
    eine Probenahmestelle im Lee der Hauptwindrichtung von der Quelle im
    nächstgelegenen Wohngebiet aufzustellen. Ist die
    Hintergrundkonzentration nicht bekannt, so wird eine weitere
    Probenahmestelle im Luv der Hauptwindrichtung aufgestellt. Wird § 22
    in Verbindung mit § 20 Absatz 1 und 3 angewendet, so sollten die
    Probenahmestellen so aufgestellt werden, dass die Anwendung der besten
    verfügbaren Techniken überwacht werden kann.

    Probenahmestellen sollten möglichst auch für ähnliche Standorte
    repräsentativ sein, die nicht in ihrer unmittelbaren Nähe gelegen
    sind. Sofern sinnvoll, sollten sie mit Probenahmestellen für die PM
    10                   -Fraktion zusammengelegt werden.

**B.** **Kleinräumige Standortkriterien**

    Folgende Leitlinien sollten eingehalten werden:

    –   Der Luftstrom um den Messeinlass sollte nicht beeinträchtigt werden
        und es sollten keine den Luftstrom beeinflussenden Hindernisse in der
        Nähe des Probensammlers vorhanden sein (die Messsonde sollte in der
        Regel ausreichend weit von Gebäuden, Balkonen, Bäumen und anderen
        Hindernissen sowie – im Fall von Probenahmestellen für die
        Luftqualität an der Baufluchtlinie – mindestens 0,5 Meter vom nächsten
        Gebäude entfernt sein);

    –   im Allgemeinen sollte sich der Messeinlass in einer Höhe zwischen 1,5
        Meter (Atemzone) und 4 Meter über dem Boden befinden. Unter bestimmten
        Umständen kann eine höhere Lage des Einlasses (bis zu 8 Meter)
        erforderlich sein. Ein höher gelegener Einlass kann auch angezeigt
        sein, wenn die Messstation für ein größeres Gebiet repräsentativ ist;

    –   der Messeinlass sollte nicht in unmittelbarer Nähe von
        Emissionsquellen platziert werden, um den unmittelbaren Einlass von
        Emissionen, die nicht mit der Umgebungsluft vermischt sind, zu
        vermeiden;

    –   die Abluftleitung des Probensammlers sollte so gelegt werden, dass ein
        Wiedereintritt der Abluft in den Messeinlass vermieden wird;

    –   Probenahmestellen an verkehrsnahen Messorten sollten mindestens 25
        Meter vom Rand verkehrsreicher Kreuzungen und mindestens 4 Meter von
        der Mitte der nächstgelegenen Fahrspur entfernt sein; die Einlässe
        sollten so gelegen sein, dass sie für die Luftqualität in der Nähe der
        Baufluchtlinie repräsentativ sind.

    Die folgenden Faktoren können ebenfalls berücksichtigt werden:

    –   Störquellen;

    –   Sicherheit;

    –   Zugänglichkeit;

    –   Stromversorgung und Telekommunikationsleitungen;

    –   Sichtbarkeit der Messstation in der Umgebung;

    –   Sicherheit der Öffentlichkeit und des Betriebspersonals;

    –   eventuelle Zusammenlegung der Probenahmestellen für verschiedene
        Schadstoffe;

    –   planerische Anforderungen.

**C.** **Dokumentation und Überprüfung der Standortwahl**

    Die Verfahren für die Standortwahl sollten in der Einstufungsphase
    vollständig dokumentiert werden, zum Beispiel mit Fotografien der
    Umgebung in den Haupthimmelsrichtungen und einer detaillierten Karte.
    Die Standorte sollten regelmäßig überprüft und wiederholt dokumentiert
    werden um sicherzustellen, dass die Kriterien für die Standortwahl
    weiterhin erfüllt sind.

**D.** Kriterien zur Festlegung der Zahl von Probenahmestellen für ortsfeste
    Messungen der Werte von Arsen, Kadmium, Nickel und Benzo[
    a **]pyren**

    Mindestanzahl von Probenahmestellen für ortsfeste Messungen zur
    Beurteilung, ob Zielwerte für den Schutz der menschlichen Gesundheit
    in Gebieten und Ballungsräumen eingehalten werden, in denen ortsfeste
    Messungen die einzige Informationsquelle darstellen.

    a)  Diffuse Quellen

        *            *   Bevölkerung des
                Ballungsraums oder
                Gebiets (Tausend)

            *   Wenn der maximale Wert
                die obere Beurteilungsschwelle
[^f774264_20_BJNR106510010BJNE005300000]
                überschreitet

            *   Wenn der maximale Wert
                zwischen der oberen und unteren
                Beurteilungsschwelle liegt

        *            *
            *   As, Cd, Ni

            *   B(a)P

            *   As, Cd, Ni, B(a)P

        *            *   0 –   749

            *   1

            *   1

            *   1

        *            *   750 – 1 999

            *   2

            *   2

            *   1

        *            *   2 000 – 3 749

            *   2

            *   3

            *   1

        *            *   3 750 – 4 749

            *   3

            *   4

            *   2

        *            *   4 750 – 5 999

            *   4

            *   5

            *   2

        *            *   *                                    6 000

            *   5

            *   5

            *   2

    b)  Punktquellen

        Zur Beurteilung der Luftverschmutzung in der Nähe von Punktquellen
        sollte die Zahl der Probenahmestellen für ortsfeste Messungen unter
        Berücksichtigung der Emissionsdichte, der wahrscheinlichen Verteilung
        der Luftschadstoffe und der möglichen Exposition der Bevölkerung
        festgelegt werden.

        Die Orte der Probenahmestellen sollten so gewählt werden, dass die
        Anwendung der besten verfügbaren Techniken gemäß Artikel 2 Nummer 12
        der Richtlinie 2008/1/EG kontrolliert werden kann.

[^f774264_20_BJNR106510010BJNE005300000]:     Es ist mindestens eine Messstation für typische Werte für den
    städtischen Hintergrund und für Benzo[             a
    ]pyren auch eine verkehrsnahe Messstation einzubeziehen, ohne dadurch
    die Zahl der Probenahmestellen zu erhöhen.

(zu § 20)

Collections: bundestag_gesetze
BImSchV-39
Level: 3.0