Source: https://www.gesetze-im-internet.de/esanmv/__4.html
Legislation: esanmv

Title: 6.3 Elektrisch angetriebene Wärmepumpen

Description:
Verordnung zur Bestimmung von Mindestanforderungen für energetische Maßnahmen bei zu eigenen Wohnzwecken genutzten Gebäuden nach § 35c des Einkommensteuergesetzes (ESanMV)
6.3 Elektrisch angetriebene Wärmepumpen

Paragraph: 4

Full Text:
Verordnung zur Bestimmung von Mindestanforderungen für energetische Maßnahmen bei zu eigenen Wohnzwecken genutzten Gebäuden nach § 35c des Einkommensteuergesetzes (ESanMV)
6.3 Elektrisch angetriebene Wärmepumpen

Von der Steuerermäßigung umfasst sind Anlagen, die erneuerbare
Energien im Gebäude oder in unmittelbarer Nähe zum versorgten Gebäude
zu den in den übergreifenden technischen Mindestanforderungen
genannten Zwecken einsetzen. Wärmepumpen, die mit Gas betrieben werden
oder Raumluft als Wärmequelle nutzen, sind hiervon ausgenommen.
Elektrisch betriebene Wärmepumpen (auch als Komponente einer
bivalenten Heizungsanlage) können Gegenstand der Steuerermäßigung
sein, wenn die nachfolgend genannten technischen Vorgaben erfüllt
werden.

Die unabhängige Prüfung/Zertifizierung erfolgt durch Einzelprüfung
nach EN 14511/EN 14825 oder darauf basierende Zertifizierung nach
einem der etablierten europäischen Baureihenreglements (EHPA, Keymark,
EUROVENT ECP, MCS, NF etc.) durch ein nach ISO 17025 akkreditiertes
Prüfinstitut.

Für die Energieeffizienz der Wärmepumpen gelten die folgenden
Anforderungen:

*    *   **Beheizung über Wasser**

*    *   Die „jahreszeitbedingte Raumheizungs-Energieeffizienz“ ƞ
        s                        (= ETAs) gemäß Ökodesign-Richtlinie
        begünstigter Wärmepumpen muss bei durchschnittlichen
        Klimaverhältnissen mindestens folgende Werte bei 35 °C und 55 °C
        erreichen; Wärmepumpen, die gemäß Ökodesign-Richtlinie als
        Niedertemperatur-Wärmepumpen gelten, müssen nur die ƞ
        s                       -Anforderungen bei 35 °C erfüllen:

*    *
    *   ƞ
        s                        bei (35 °C)

    *   ƞ
        s                        bei (55 °C)

*    *   Wärmequelle Luft

    *   145 %

    *   125 %

*    *   Wärmequelle Erdwärme

    *   180 %

    *   140 %

*    *   Wärmequelle Wasser

    *   180 %

    *   140 %

*    *   Sonstige Wärmequellen
        (zum Beispiel Abwärme, Solarwärme)

    *   180 %

    *   140 %

*    *   **Beheizung über Luft**

*    *   Die „jahreszeitbedingte Raumheizungs-Energieeffizienz“ ƞ
        s                        (= ETAs) beziehungsweise der „Raumheizungs-
        Jahresnutzungsgrad“ ƞ
        s,h                        (= ETAs,h) gemäß Ökodesign-Richtlinie
        begünstigter Wärmepumpen muss bei durchschnittlichen
        Klimaverhältnissen mindestens folgende Werte erreichen:

*    *[^F831660_1_BJNR000300020BJNE001003123]
   Wärmepumpen*                        12 kW
        (Wärmequelle Luft)

    *   ƞ
        s*                        181 %
        Effizienzklasse A++ oder A+++

*    *   Wärmepumpen*                        12 kW
        (alle Wärmequellen)

    *   ƞ
        s,h*                        150 %

Begünstigte Wärmepumpen müssen über Schnittstellen verfügen, über die
sie automatisiert netzdienlich aktiviert und betrieben werden können
(zum Beispiel anhand der Standards „SG Ready“, „VHP Ready“ oder VDE-
AR-E 2829-6/EN 50631 – EEBUS), um an ein zertifiziertes Smart-Meter-
Gateway angeschlossen werden zu können, damit energiewirtschaftlich
relevante Mess- und Steuerungsvorgänge entsprechend den Anforderungen
des Energiewirtschaftsgesetzes und des Messstellenbetriebsgesetzes
abgewickelt werden können.

Ab 1. Januar 2028 müssen neu installierte Wärmepumpen natürliche
Kältemittel einsetzen. Als solche werden beispielsweise anerkannt:

–   R290 Propan,

–   R600a Isobutan,

–   R1270 Propen,

–   R717 Ammoniak,

–   R718 Wasser,

–   R744 Kohlendioxid.

Bei Luft-Wasser-Wärmepumpen müssen die Geräuschemissionen des
Außengeräts zumindest 5 dB (ab 1. Januar 2026: 10 dB) niedriger liegen
als die Geräuschemissionsgrenzwerte für Wärmepumpen in der Verordnung
(EU) Nr. 813/2013 (Ökodesign-Verordnung) in der Fassung vom 2. August
2013\.

Wassergeführte Wärmepumpen sind so auszulegen, dass mindestens eine
Jahresarbeitszahl von 3,0 gemäß Berechnung nach VDI 4650 Blatt 1:
2019-03 erreicht wird.

Für Sole/Wasser-Wärmepumpen mit neuen Erdwärmesondenbohrungen müssen
die Bohrfirmen nach der technischen Regel DVGW W120-2 zertifiziert und
Bohrungen über eine verschuldensunabhängige Versicherung abgesichert
sein.

Collections: bundestag_gesetze
ESanMV
Level: 2.0