Source: https://www.gesetze-im-internet.de/werkstoffprausbv/__16.html
Legislation: werkstoffprausbv

Title: § 16 Teil 2 der Abschlussprüfung in der Fachrichtung Wärmebehandlungstechnik

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Werkstoffprüfer und zur Werkstoffprüferin (WerkstoffPrAusbV)
Teil 2 - Fachrichtungsspezifische Vorschriften
Teil 2.3 - Fachrichtung Wärmebehandlungstechnik
§ 16 Teil 2 der Abschlussprüfung in der Fachrichtung Wärmebehandlungstechnik

Paragraph: 16

Full Text:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Werkstoffprüfer und zur Werkstoffprüferin (WerkstoffPrAusbV)
Teil 2 - Fachrichtungsspezifische Vorschriften
Teil 2.3 - Fachrichtung Wärmebehandlungstechnik
§ 16 Teil 2 der Abschlussprüfung in der Fachrichtung Wärmebehandlungstechnik

(1) Teil 2 der Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage 1
aufgeführten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie auf den im
Berufsschulunterricht zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Teil 2 der Abschlussprüfung besteht aus den Prüfungsbereichen:

1.  Wärmebehandlungsprozesse,

2.  Schadensanalyse,

3.  Wärmebehandlungsfähigkeit von Bauteilen,

4.  Wirtschafts- und Sozialkunde.

(3) Für den Prüfungsbereich Wärmebehandlungsprozesse bestehen folgende
Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist,

    a)  Art und Abwicklung der Wärmebehandlung zu klären, Informationen für
        die Auftragsabwicklung zu beschaffen und zu nutzen,

    b)  Auftragsdurchführung unter Berücksichtigung technischer, normativer,
        wirtschaftlicher, sicherheitsrelevanter und ökologischer
        Gesichtspunkte zu planen und mit vor- und nachgelagerten Bereichen
        abzustimmen,

    c)  Qualitätssicherungssysteme im eigenen Arbeitsbereich anzuwenden,

    d)  Wärmebehandlungsverfahren auszuwählen, anzuwenden und Ergebnisse zu
        kontrollieren und zu beurteilen,

    e)  Wärmebehandlungsanlagen zu chargieren und zu bedienen,

    f)  eine Freigabeentscheidung zu treffen oder Korrekturmaßnahmen
        einzuleiten,

    g)  arbeitsbegleitende Dokumentationen zu erstellen,

    h)  einen zusammenfassenden Bericht zu erstellen;

2.  dem Prüfungsbereich sind folgende Gebiete zugrunde zu legen:

    a)  Wärmebehandlungen,

    b)  mechanisch-technologische Prüfverfahren,

    c)  materialografische Gefügeuntersuchungen und

    d)  Analyse von Fehlerursachen;

3.  Prüfvariante 1

    a)  der Prüfling soll einen betrieblichen Auftrag durchführen, mit
        praxisbezogenen Unterlagen dokumentieren und darüber ein
        auftragsbezogenes Fachgespräch führen; dem Prüfungsausschuss ist vor
        der Durchführung des betrieblichen Auftrags die Aufgabenstellung
        einschließlich eines geplanten Bearbeitungszeitraums zur Genehmigung
        vorzulegen;

    b)  die Prüfungszeit für die Durchführung des betrieblichen Auftrags
        einschließlich Dokumentation beträgt 18 Stunden und für das
        auftragsbezogene Fachgespräch höchstens 30 Minuten;

4.  Prüfvariante 2

    a)  der Prüfling soll ein Prüfungsprodukt, das einem betrieblichen Auftrag
        entspricht, erstellen, mit praxisbezogenen Unterlagen dokumentieren
        und darüber ein auftragsbezogenes Fachgespräch führen;

    b)  die Prüfungszeit für die Erstellung des Prüfungsproduktes
        einschließlich Dokumentation beträgt zwölf Stunden und für das
        auftragsbezogene Fachgespräch höchstens 30 Minuten;

5.  der Ausbildungsbetrieb wählt die Prüfvariante nach Nummer 3 oder 4 aus
    und teilt sie dem Prüfling und der zuständigen Stelle mit der
    Anmeldung zur Prüfung mit.

(4) Für den Prüfungsbereich Schadensanalyse bestehen folgende
Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist,

    a)  Schadensbeschreibungen zu erstellen,

    b)  Vorgehensweisen zur systematischen Untersuchung von Schadensfällen an
        wärmebehandelten Werkstoffen festzulegen,

    c)  Prüfumfang und -verfahren festzulegen,

    d)  Qualitätsmanagement anzuwenden,

    e)  Einzelergebnisse zusammenfassend auszuwerten,

    f)  Ursachen für schadhafte Veränderungen zu ermitteln;

2.  der Prüfling soll Aufgaben schriftlich bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 90 Minuten.

(5) Für den Prüfungsbereich Wärmebehandlungsfähigkeit von Bauteilen
bestehen folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist,

    a)  den Zusammenhang zwischen Metallurgie, Fertigungsprozessen, den
        nachfolgenden Wärmebehandlungsprozessen und den daraus resultierenden
        Werkstoffeigenschaften zu analysieren und zu beurteilen,

    b)  Wärmebehandlungsparameter werkstoffbezogen auszuwählen und
        festzulegen,

    c)  Wärmebehandlungen zu planen,

    d)  Wärmebehandlungsanlagen zu überwachen,

    e)  Wärmebehandlungsergebnisse zerstörend, zerstörungsfrei und
        materialografisch zu überprüfen,

    f)  qualitätssichernde Maßnahmen durchzuführen,

    g)  themenbezogene Berechnungen durchzuführen;

2.  der Prüfling soll Aufgaben schriftlich bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 150 Minuten.

(6) Für den Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde bestehen
folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist, allgemeine
    wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und
    Arbeitswelt darzustellen und zu beurteilen;

2.  der Prüfling soll praxisbezogene Aufgaben schriftlich bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 60 Minuten.

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