Source: https://www.gesetze-im-internet.de/natsgspreewv/__6.html
Legislation: natsgspreewv

Title: § 6 Verbote

Description:
Verordnung über die Festsetzung von Naturschutzgebieten und einem Landschaftsschutzgebiet von zentraler Bedeutung mit der Gesamtbezeichnung "Biosphärenreservat Spreewald" (NatSGSpreewV)
§ 6 Verbote

Paragraph: 6

Full Text:
Verordnung über die Festsetzung von Naturschutzgebieten und einem Landschaftsschutzgebiet von zentraler Bedeutung mit der Gesamtbezeichnung "Biosphärenreservat Spreewald" (NatSGSpreewV)
§ 6 Verbote

(1) Im Biosphärenreservat sind alle Handlungen verboten, die den
Charakter der Landschaft verändern oder dem Schutzzweck nach § 3
zuwiderlaufen. Insbesondere ist es verboten,

1.  vom 1. Februar bis 31. Juli eines jeden Jahres im Umkreis von 300 m um
    die Brutplätze von Adlern, Kranichen, Schwarzstörchen, Großfalken und
    Uhus sowie im Umkreis von 150 m um die Fortpflanzungs- und
    Vermehrungsstätten anderer vom Aussterben bedrohter Tierarten ohne
    Genehmigung der Reservatsverwaltung Wirtschaftspflegemaßnahmen
    durchzuführen oder anderweitig zu stören,

2.  für den Fischfang Reusen ohne Fischotterabweiser aufzustellen,

3.  Fischintensivhaltung außerhalb dafür vorgesehener künstlicher Teiche
    zu betreiben,

4.  motorgetriebene Wasserfahrzeuge zu benutzen, einschließlich Modelle,

5.  außerhalb der dafür ausgewiesenen Seen und Wasserwanderwege Boot zu
    fahren, zu surfen oder zu segeln,

6.  mit Flugkörpern zu starten oder zu landen,

7.  außerhalb der dafür ausgewiesenen Plätze zu zelten und außerhalb
    geschlossener Gebäude zu nächtigen, Wohnwagen oder Wohnmobile
    aufzustellen,

8.  Bild- und Schrifttafeln, Gedenksteine und Wegemarkierungen ohne
    Genehmigung der Reservatsverwaltung anzubringen, zu entfernen oder zu
    verändern,

9.  außerhalb dafür ausgewiesener Wege zu reiten,

10. bauliche Maßnahmen ohne Zustimmung der Reservatsverwaltung
    durchzuführen; die Genehmigung ist zu erteilen, wenn das bauliche
    Vorhaben mit dem Schutzzweck nach § 3 dieser Verordnung vereinbar ist
    und das Landschaftsbild nicht beeinträchtigt wird,

11. historisch wertvolle Bausubstanz vorsätzlich oder durch mangelnde
    Sorgfalt zu zerstören.

(2) Darüber hinaus sind alle Maßnahmen, die zu einer Zerstörung oder
sonstigen erheblichen oder nachhaltigen Beeinträchtigung folgender
Biotope führen können, im Biosphärenreservat unzulässig:

1.  Bruchwälder, Moore, Sümpfe, Röhrichte, Seggenriede, Naßwiesen,
    Feuchtwiesen,

2.  Borstgrasrasen, Trocken- und Magerrasen,

3.  Stieleichenwälder aller Ausprägungen, Traubeneichenbestände, alle
    Niederwaldtypen und Auewälder, Dünen-Kiefernwälder,

4.  naturnahe und unverbaute Fließabschnitte, Altarme und andere stehende
    Gewässer, Binnendünen,

5.  Alleen, Hecken, Gebüsche, Einzelbäume, Lesesteinhaufen und Waldreste
    außerhalb geschlossener Ortschaften.

(3) In den **Schutzzonen I und II**              ist es darüber hinaus
verboten:

1.  bauliche Anlagen und Werbeträger zu errichten oder zu ändern, auch
    wenn hierfür keine Baugenehmigung erforderlich ist; das gilt auch für
    das Aufstellen von Buden sowie mobilen oder festen Verkaufsständen,

2.  Straßen neu zu bauen oder zu verbreitern, neue Forstwege anzulegen,
    vorhandene Pflasterstraßen mit Schwarz- oder Betondecken zu
    überziehen,

3.  Bodenbestandteile zu entnehmen, Sprengungen, Bohrungen und Grabungen
    vorzunehmen, Stoffe aller Art aufzuschütten oder einzubringen oder das
    Bodenrelief zu verändern,

4.  Wege und Wasserwege zu verlassen, außerhalb der gekennzeichneten
    Stellen zu baden und Fahrräder auf anderen als den gekennzeichneten
    Wegen zu benutzen,

5.  Kraftfahrzeuge aller Art zu benutzen,

6.  Pflanzen oder ihre Bestandteile einzubringen, zu entnehmen, zu
    beschädigen oder in ihrem Weiterbestand zu beeinträchtigen,

7.  Tiere auszusetzen oder wildlebenden Tieren nachzustellen, sie
    mutwillig zu beunruhigen, zu fangen oder zu töten oder ihre
    Entwicklungsformen, ihre Nist-, Brut-, Wohn- oder Zufluchtstätten zu
    entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören,

8.  zu angeln,

9.  natürliche Wasserläufe und Wasserflächen, deren Ufer sowie den
    Wasserablauf zu verändern oder über den wasserrechtlichen
    Gemeingebrauch hinaus Wasser zu entnehmen,

10. Pflanzenschutzmittel oder sonstige Chemikalien anzuwenden,

11. Abfälle aller Art wegzuwerfen, abzulagern, Fahrzeuge zu waschen, zu
    pflegen oder die Landschaft auf andere Weise zu verunreinigen,

12. Hunde frei laufen zu lassen,

13. zu lärmen, außerhalb von Gebäuden oder Fahrzeugen Ton- und
    Bildübertragungsgeräte, Ton- und Bildwiedergabegeräte oder Funkgeräte
    zu benutzen,

14. Feuer zu entzünden,

15. organisierte Veranstaltungen aller Art - ausgenommen Veranstaltungen
    unter Leitung oder mit Genehmigung der Reservatsverwaltung -
    durchzuführen.

(4) Darüberhinaus ist in der **Schutzzone I**              jegliche
wirtschaftliche Nutzung und jegliches Betreten verboten.

(5) Desweiteren ist darüberhinaus in der **Schutzzone II**
auf land- und forstwirtschaftlichen Nutzflächen verboten,

1.  Gülle oder mineralische Düngemittel auszubringen,

2.  Kahlschläge anzulegen, soweit sie nicht dem Schutzzweck dienen,

3.  gebietsfremde Gehölzarten anzupflanzen.

(6) Schließlich ist darüberhinaus in den **Schutzzonen III und IV**
verboten,

1.  auf landwirtschaftlichen Nutzflächen Agrochemikalien oder Gülle über
    ein die natürliche Bodenfruchtbarkeit und den Wasserhaushalt nicht
    beeinträchtigendes Maß hinaus auszubringen,

2.  Grünlandflächen in Ackerland umzuwandeln,

3.  Kahlschläge über die im Pflege- und Entwicklungsplan festgelegte Größe
    hinaus anzulegen,

4.  Meliorationsmaßnahmen durchzuführen, die dem Schutzzweck nach § 3
    zuwiderlaufen.

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