Source: https://www.gesetze-im-internet.de/zvg/__30a.html
Legislation: zvg

Title: § 30a

Description:
Gesetz über die Zwangsversteigerung und die Zwangsverwaltung (ZVG)
Erster Abschnitt - Zwangsversteigerung und Zwangsverwaltung von Grundstücken im Wege der Zwangsvollstreckung
Zweiter Titel - Zwangsversteigerung
II. - Aufhebung und einstweilige Einstellung des Verfahrens
§ 30a

Paragraph: 30a

Full Text:
Gesetz über die Zwangsversteigerung und die Zwangsverwaltung (ZVG)
Erster Abschnitt - Zwangsversteigerung und Zwangsverwaltung von Grundstücken im Wege der Zwangsvollstreckung
Zweiter Titel - Zwangsversteigerung
II. - Aufhebung und einstweilige Einstellung des Verfahrens
§ 30a

(1) Das Verfahren ist auf Antrag des Schuldners einstweilen auf die
Dauer von höchstens sechs Monaten einzustellen, wenn Aussicht besteht,
daß durch die Einstellung die Versteigerung vermieden wird, und wenn
die Einstellung nach den persönlichen und wirtschaftlichen
Verhältnissen des Schuldners sowie nach der Art der Schuld der
Billigkeit entspricht.

(2) Der Antrag ist abzulehnen, wenn die einstweilige Einstellung dem
betreibenden Gläubiger unter Berücksichtigung seiner wirtschaftlichen
Verhältnisse nicht zuzumuten ist, insbesondere ihm einen
unverhältnismäßigen Nachteil bringen würde, oder wenn mit Rücksicht
auf die Beschaffenheit oder die sonstigen Verhältnisse des Grundstücks
anzunehmen ist, daß die Versteigerung zu einem späteren Zeitpunkt
einen wesentlich geringeren Erlös bringen würde.

(3) Die einstweilige Einstellung kann auch mit der Maßgabe angeordnet
werden, daß sie außer Kraft tritt, wenn der Schuldner die während der
Einstellung fällig werdenden wiederkehrenden Leistungen nicht binnen
zwei Wochen nach Eintritt der Fälligkeit bewirkt. Wird die
Zwangsversteigerung von einem Gläubiger betrieben, dessen Hypothek
oder Grundschuld innerhalb der ersten sieben Zehntel des
Grundstückswertes steht, so darf das Gericht von einer solchen
Anordnung nur insoweit absehen, als dies nach den besonderen Umständen
des Falles zur Wiederherstellung einer geordneten wirtschaftlichen
Lage des Schuldners geboten und dem Gläubiger unter Berücksichtigung
seiner gesamten wirtschaftlichen Verhältnisse, insbesondere seiner
eigenen Zinsverpflichtungen, zuzumuten ist.

(4) Das Gericht kann ferner anordnen, daß der Schuldner Zahlungen auf
Rückstände wiederkehrender Leistungen zu bestimmten Terminen zu
bewirken hat.

(5) Das Gericht kann schließlich die einstweilige Einstellung von
sonstigen Auflagen mit der Maßgabe abhängig machen, daß die
einstweilige Einstellung des Verfahrens bei Nichterfüllung dieser
Auflagen außer Kraft tritt.

Collections: bundestag_gesetze
ZVG
Level: 5.0