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Legislation: stromnev

Title: § 18 Entgelt für dezentrale Einspeisung

Description:
Verordnung über die Entgelte für den Zugang zu Elektrizitätsversorgungsnetzen (StromNEV)
Teil 2 - Methode zur Ermittlung der Netzentgelte
Abschnitt 3 - Kostenträgerrechnung
§ 18 Entgelt für dezentrale Einspeisung

Paragraph: 18

Full Text:
Verordnung über die Entgelte für den Zugang zu Elektrizitätsversorgungsnetzen (StromNEV)
Teil 2 - Methode zur Ermittlung der Netzentgelte
Abschnitt 3 - Kostenträgerrechnung
§ 18 Entgelt für dezentrale Einspeisung

(1) Betreiber von dezentralen Erzeugungsanlagen, die vor dem 1. Januar
2023 in Betrieb genommen worden sind, erhalten vom Betreiber des
Elektrizitätsverteilernetzes, in dessen Netz sie einspeisen, ein
Entgelt. Bei Anlagen mit volatiler Erzeugung ist Satz 1 mit der
Maßgabe anzuwenden, dass sie nur dann ein Entgelt erhalten, wenn sie
vor dem 1. Januar 2018 in Betrieb genommen worden sind. Dieses Entgelt
muss den gegenüber den vorgelagerten Netz- oder Umspannebenen durch
die jeweilige Einspeisung vermiedenen Netzentgelten entsprechen, die
nach Maßgabe des § 120 des Energiewirtschaftsgesetzes ermittelt
werden. Das Entgelt nach Satz 1 wird nicht gewährt, wenn die
Stromeinspeisung

1.  nach § 19 des Erneuerbare-Energien-Gesetzes gefördert wird,

2.  nach § 6 Absatz 4 Satz 1 des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes und § 13
    Absatz 5 vergütet wird und in dieser Vergütung vermiedene Netzentgelte
    enthalten sind oder

3.  aus KWK-Anlagen nach § 8a Absatz 1 des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes
    gefördert wird.

Netzbetreiber sind den Betreibern dezentraler Erzeugungsanlagen
gleichzustellen, sofern sie in ein vorgelagertes Netz einspeisen und
dort Netzentgelte in weiter vorgelagerten Netzebenen vermeiden.

(2) Die dem Entgelt für dezentrale Einspeisung zu Grunde liegenden
vermiedenen gewälzten Kosten der vorgelagerten Netz- oder
Umspannebenen werden für jede Netz- und Umspannebene einzeln
ermittelt. Maßgeblich sind die tatsächliche Vermeidungsarbeit in
Kilowattstunden, die tatsächliche Vermeidungsleistung in Kilowatt und
die Netzentgelte der vorgelagerten Netz- oder Umspannebene nach
Maßgabe des § 120 Absatz 2 bis 6 des Energiewirtschaftsgesetzes. Bei
der Ermittlung nach den Sätzen 1 und 2 sind die für die einzelnen
Übertragungsnetzbetreiber in Anlage 4a angegebenen Werte zugrunde zu
legen. Die Vermeidungsarbeit ist unter Berücksichtigung der
Netzverluste der jeweiligen Netz- oder Umspannebene die Differenz
zwischen der durch Letztverbraucher, Weiterverteiler und nachgelagerte
Netz- oder Umspannebene entnommenen elektrischen Energie in
Kilowattstunden und der aus der vorgelagerten Netz- oder Umspannebene
entnommenen elektrischen Energie in Kilowattstunden. Die
Vermeidungsleistung ist die Differenz zwischen der zeitgleichen
Jahreshöchstlast aller Entnahmen aus der Netz- oder Umspannebene und
der maximalen Bezugslast dieses Jahres aus der vorgelagerten Netz-
oder Umspannebene in Kilowatt.

(3) Die Aufteilung der nach Absatz 2 ermittelten vermiedenen Kosten
der jeweils vorgelagerten Netz- oder Umspannebenen auf die einzelnen
dezentralen Einspeisungen hat sachgerecht nach individueller
Vermeidungsarbeit und Vermeidungsleistung zu erfolgen. Betreiber, die
aus dezentralen Erzeugungsanlagen einspeisen, welche keinen
überwiegenden Anteil an der Vermeidungsleistung haben, können zwischen
einer Berechnung auf Basis ihrer tatsächlichen Vermeidungsleistung und
einem alternativen Verfahren, welches ihre Vermeidungsleistung
verstetigt, wählen. Bei dezentralen Einspeisungen ohne Lastgangmessung
ist grundsätzlich nur die Vermeidungsarbeit zu berücksichtigen.

(4) Betreiber von Elektrizitätsverteilernetzen sind verpflichtet, nach
Abschluss einer Kalkulationsperiode die Differenz zwischen den an die
Betreiber dezentraler Erzeugungsanlagen in Summe erstatteten Entgelten
und den sich nach Absatz 2 rechnerisch ergebenden vermiedenen Kosten
der vorgelagerten Netz- oder Umspannebene zu ermitteln. Der
Differenzbetrag ist zuzüglich einer angemessenen Verzinsung in der
nächsten Kalkulationsperiode in Ansatz zu bringen.

(5) Die vermiedenen Netzentgelte nach Absatz 1, die sich auf Grund der
Ermittlung nach den Absätzen 2 und 3 für die jeweilige
Erzeugungsanlage ergeben, werden für Anlagen mit volatiler Erzeugung
ab dem 1. Januar 2018 schrittweise jährlich, jeweils zum 1. Januar des
Jahres, jeweils um einen Betrag von einem Drittel des ursprünglichen
Ausgangswertes abgesenkt.

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StromNEV
Level: 4.0