Source: https://www.gesetze-im-internet.de/indmisoprv/__5.html
Legislation: indmisoprv

Title: § 5 Fachrichtungsspezifischer Teil

Description:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluß Geprüfter Industriemeister/Geprüfte Industriemeisterin - Fachrichtung Isolierung (Wärme-, Kälte-, Schall- und Brandschutz) (IndMIsoPrV)
§ 5 Fachrichtungsspezifischer Teil

Paragraph: 5

Full Text:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluß Geprüfter Industriemeister/Geprüfte Industriemeisterin - Fachrichtung Isolierung (Wärme-, Kälte-, Schall- und Brandschutz) (IndMIsoPrV)
§ 5 Fachrichtungsspezifischer Teil

(1) Im fachrichtungsspezifischen Teil ist in folgenden Fächern zu
prüfen:

1.  Mathematische und naturwissenschaftliche Grundlagen,

2.  Technische Kommunikation und Information,

3.  Verarbeitung der Dämm- und Hilfsstoffe,

4.  Organisation der Baustelle, Arbeitssicherheit und Umweltschutz,

5.  Fachrichtungsspezifische Situationsaufgabe.

(2) Im Prüfungsfach "Mathematische und naturwissenschaftliche
Grundlagen" soll die zu prüfende Person nachweisen, daß sie
grundlegende mathematische und naturwissenschaftliche Kenntnisse zur
Lösung praxisrelevanter Aufgabenstellungen anwenden kann. Dies
schließt ein, daß sie elementare Gesetzmäßigkeiten der Physik und der
allgemeinen Chemie, die für den Bereich der Isoliertechnik von
Bedeutung sind, kennt. Außerdem soll sie deutlich machen, daß sie die
mit ihrer Tätigkeit zusammenhängenden Berechnungen unter Nutzung der
entsprechenden Gleichungen ausführen kann. In diesem Rahmen können
geprüft werden:

1.  Grundkenntnisse über:

    a)  Zusammenhänge von Strom, Spannung und elektrischem Widerstand,

    b)  physikalische Gesetzmäßigkeiten, insbesondere der Wärmeübertragung,
        Schallerzeugung und Schallübertragung, der Grundlagen des vorbeugenden
        baulichen Brandschutzes und der Wasserdampfdiffusion,

    c)  Korrosion, insbesondere ihre Einflüsse auf die Materialien und ihre
        Verhütung,

    d)  Eigenschaften und Verhalten von Materialen im Zusammenhang mit
        Temperatur, Schall, Feuchtigkeit und Brand; Eigenschaften und
        Verhalten fester, flüssiger und gasförmiger Stoffe; Schutzmaßnahmen;

2.  Berechnen von:

    a)  Längen, Flächen, Rauminhalten sowie Kräften und Momenten auch unter
        Anwendung der Winkelfunktionen,

    b)  Wärmemengen und Maßänderungen durch Temperatureinfluß,

    c)  Wärmeströmen durch Dämmschichten im Beharrungszustand,

    d)  Wärmeströmen für einschlägige Wärmedämmung mit Hilfe von Diagrammen
        und Zahlentafeln;

3.  Grundkenntnisse aus der Statistik.

(3) Im Prüfungsfach "Technische Kommunikation und Information" soll
die zu prüfende Person nachweisen, daß sie die dem jeweiligen Stand
der Technik entsprechenden Kommunikations- und Informationsmittel
kennt und anwenden kann. Sie soll in der Lage sein, Daten und
Anweisungen verschiedener Informationsträger richtig zu interpretieren
und in berufliches Handeln mit Vorbereitung, Realisierung und
Kontrolle der Arbeitsschritte umzusetzen. Darüber hinaus soll sie
befähigt sein, technische Probleme zu erfassen, Lösungsansätze
aufzuzeigen und Informationen auf geeigneten Informationsträgern
weiterzugeben. In diesem Rahmen können geprüft werden:

1.  Lesen und Interpretieren von Informationen und Daten unterschiedlicher
    Informationsträger, insbesondere technischer Zeichnungen und
    Stücklisten, von Plänen betriebstechnischer Anlagen, isometrischer
    Darstellungen, Tabellen, Diagrammen und Statistiken unter
    Berücksichtigung einschlägiger Normen;

2.  Erfassen und Auswerten von Daten, insbesondere durch Darstellen in
    Tabellen, Statistiken und grafischen Aufbereitungen zu ihrer
    Verwendung als Entscheidungshilfen;

3.  Umsetzen der Informationen und Daten verschiedener Informationsträger
    in die Arbeitsplanung, Erstellen von Arbeitsanweisungen;

4.  Darstellung technischer Sachverhalte einschließlich ihrer
    Lösungsansätze auf geeigneten Informationsträgern, insbesondere
    Erstellen von Baustellenfortschrittsberichten, Anfertigen von
    Werkstattfertigungs- und Montageskizzen sowie von Teil- und
    Sonderzeichnungen, Erstellen von Aufmaß und Aufmaßzeichnungen nach dem
    vereinheitlichten isometrischen Aufmaßsystem.

(4) Im Prüfungsfach "Verarbeitung der Dämm- und Hilfsstoffe" soll die
zu prüfende Person nachweisen, daß sie in der Lage ist, unter
Anwendung einschlägiger technischer Regelwerke Aufbau und
Eigenschaften der Dämm- und Hilfsstoffe zu bestimmen und daraus auf
materialgerechte Lagerung, Transport, Bearbeitung und Verwendung zu
schließen. Sie soll neben der sachgerechten Auswahl der Materialien
weiterhin in der Lage sein, Entscheidungen über ihre zweckmäßige
Anbringung treffen zu können. Bei ihren Entscheidungen sind neben
technischen und organisatorischen Gesichtspunkten auch
Kostengesichtspunkte sowie die Aspekte der Energieeinsparung, der
Arbeitssicherheit und des Umweltschutzes zu berücksichtigen. In diesem
Rahmen können geprüft werden:

1.  Lagerung und Transport von Dämm- und Hilfsstoffen unter Einhaltung der
    Sicherheits- und Beladevorschriften, einschließlich qualitativer und
    quantitativer Wareneingangs- und Warenausgangskontrollen;

2.  Auswahl, Verwendung und Anbringung von Dämm- und Hilfsstoffen unter
    Berücksichtigung insbesondere ihres Aufbaus, ihrer physikalischen und
    technischen Eigenschaften, ihrer Kosten und ihrer
    Umweltverträglichkeit;

3.  Auswahl, Verwendung und Anbringung von Verbindungs- und
    Befestigungselementen sowie der Ummantelung unter Berücksichtigung
    insbesondere ihres Aufbaus, ihrer physikalischen und technischen
    Eigenschaften, ihrer Kosten und ihrer Umweltverträglichkeit;

4.  Auswahl und Aufbau von Hilfs- und Trägerkonstruktionen unter
    Berücksichtigung insbesondere der Montagefreundlichkeit, von
    Arbeitssicherheits- und Umweltschutzaspekten;

5.  Verhalten beim Umgang mit gesundheitsgefährdenden Arbeitsstoffen und
    gefährlichen chemischen Stoffen;

6.  Kenntnisse einschlägiger Werkstoff- und Halbzeugnormen.

(5) Im Prüfungsfach "Organisation der Baustelle, Arbeitssicherheit und
Umweltschutz" soll die zu prüfende Person nachweisen, daß sie Aufbau,
Funktionsprinzip und Einsatzmöglichkeiten der technischen
Einrichtungen, der Betriebsstätte und der Anwendungsstelle im Hinblick
auf einen rationellen Fertigungs- und Montageablauf beherrscht. Sie
soll in der Lage sein, die einschlägigen Apparate, Geräte, Maschinen
und Anlagen sowie Gerüstkonstruktionen für die Anbringung der
Dämmstoffe auszuwählen und die Wartung sowie Instandhaltung
sicherzustellen. Dabei sind die betrieblichen Aufgaben so zu
koordinieren, daß ein möglichst reibungsloser Betriebsablauf
sichergestellt wird und auftretende Probleme einer Lösung zugeführt
werden, die wirtschaftlichen, sozialen, arbeitssicherheits- und
umweltorientierten Erfordernissen Rechnung trägt. In diesem Rahmen
können geprüft werden:

1.  Energieversorgung in der Betriebsstätte und der Anwendungsstelle,
    Arbeitssicherheit, Umweltschutz:

    a)  Energiearten, Energieversorgungsanlagen und deren Einsatz,
        energiesparende und umweltschützende Maßnahmen,

    b)  Schutzvorrichtungen und Schutzmaßnahmen, spezifische
        Rechtsvorschriften,

    c)  Verhalten bei Störungen und Unfällen, Erste Hilfe und Maßnahmen zur
        Unfallverhütung;

2.  Apparate, Geräte, Maschinen und Anlagen, Arbeitssicherheit und
    Umweltschutz:

    a)  Funktion, Einsatz, Sicherstellung der Betriebsbereitschaft,
        insbesondere von Kranen, Aufzügen, Staplern, Bearbeitungsmaschinen und
        Verkehrsträgern im innerbetrieblichen und außerbetrieblichen
        Transport,

    b)  Schutzvorrichtungen und Schutzausrüstungen,

    c)  Umweltschutz durch Maßnahmen zur Verhinderung von Emissionen, Lärm und
        anderen Schadensereignissen,

    d)  umweltgerechte Entsorgung und Wiedergewinnungskreisläufe sowie
        sonstige Maßnahmen zum Schutze der Umwelt;

3.  Dämmverfahren einschließlich Kostenkalkulation, Personaleinsatz und
    Qualitätssicherung:

    a)  Wärmedämm- und Kältedämmverfahren, Brandschutzmöglichkeiten und
        Schalldämmverfahren, Isolierung gegen Feuchtigkeit,

    b)  Kalkulationsverfahren insbesondere Divisionskalkulation,
        Äquivalenzziffernrechnung und Zuschlagsrechnung zur Vor-, Zwischen-
        und Nachkalkulation sowie Kalkulationsfaktoren, insbesondere Sach-,
        Personalkosten und Investitionen, Erstellen von
        Leistungsbeschreibungen,

    c)  Personaleinsatz unter Berücksichtigung von Qualifikationen und
        Arbeitsplatzanforderungen, Konfliktbegrenzung, Gesetze und
        Bestimmungen bei der Personalgewinnung,

    d)  Qualitätssicherung und -kontrolle, insbesondere Möglichkeiten und
        Verfahren, Prüf- und Kontrollmethoden sowie Fehlerbeseitigung und
        Abnahme unter Einhaltung von Normen, Vorschriften und Bestimmungen.

(6) Im Prüfungsfach "Fachrichtungsspezifische Situationsaufgabe" soll
die zu prüfende Person nachweisen, daß sie bei einer praxisbezogenen
betrieblichen Situationsaufgabe Lösungen unter Beachtung der in den
Absätzen 2 bis 5 aufgeführten Prüfungsinhalte darstellen und begründen
kann. Insbesondere soll sie in der Lage sein, berufstypische
Situationen zu erkennen, ihre Ursachen zu klären und sachgerechte
Lösungsvorschläge zu machen und zu begründen. In der Situationsaufgabe
soll die Verantwortung des Industriemeisters für die technischen,
organisatorischen und sozialen Belange, die Kosten- und Zeitplanung
sowie die Arbeitssicherheits- und Umweltschutzbestimmungen und
-grundsätze besonders zum Ausdruck kommen.

(7) Die Prüfung in den in Absatz 1 Nr. 1 bis 4 genannten
Prüfungsfächern ist schriftlich und in dem in Absatz 1 Nr. 5 genannten
Prüfungsfach nur mündlich durchzuführen.

(8) Die schriftliche Prüfung besteht je Prüfungsfach aus einer unter
Aufsicht anzufertigenden Arbeit und soll nicht länger als zwölf
Stunden betragen; die Mindestzeiten betragen im Prüfungsfach:

*    *   1.

    *   Mathematische und naturwissenschaftliche Grundlagen:

    *   2 Stunden,

*    *   2.

    *   Technische Kommunikation und Information:

    *   2 Stunden,

*    *   3.

    *   Verarbeitung der Dämm- und Hilfsstoffe:

    *   1,5 Stunden,

*    *   4.

    *   Organisation der Baustelle, Arbeitssicherheit und Umweltschutz:

    *   4 Stunden.

(9) Die mündliche Prüfung in dem in Absatz 1 Nr. 5 genannten
Prüfungsfach soll für die zu prüfende Person nicht länger als 30
Minuten dauern.

(10) Wurde in nicht mehr als einem der in Absatz 1 genannten Fächer
eine mangelhafte Prüfungsleistung erbracht, ist in diesem eine
mündliche Ergänzungsprüfung anzubieten. Bei einer ungenügenden
Prüfungsleistung besteht diese Möglichkeit nicht. Die
Ergänzungsprüfung soll in der Regel nicht länger als 20 Minuten
dauern. Die Bewertung der schriftlichen Prüfungsleistung und die der
mündlichen Ergänzungsprüfung werden zu einer Note zusammengefasst.
Dabei wird die Bewertung der schriftlichen Prüfungsleistung doppelt
gewichtet.

Collections: bundestag_gesetze
IndMIsoPrV
Level: 2.0