Source: https://www.gesetze-im-internet.de/kagb/__221.html
Legislation: kagb

Title: § 221 Zulässige Vermögensgegenstände, Anlagegrenzen, Kreditaufnahme

Description:
Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB)
Kapitel 2 - Publikumsinvestmentvermögen
Abschnitt 3 - Offene inländische Publikums-AIF
Unterabschnitt 3 - Sonstige Investmentvermögen
§ 221 Zulässige Vermögensgegenstände, Anlagegrenzen, Kreditaufnahme

Paragraph: 221

Full Text:
Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB)
Kapitel 2 - Publikumsinvestmentvermögen
Abschnitt 3 - Offene inländische Publikums-AIF
Unterabschnitt 3 - Sonstige Investmentvermögen
§ 221 Zulässige Vermögensgegenstände, Anlagegrenzen, Kreditaufnahme

(1) Die AIF-Kapitalverwaltungsgesellschaft darf für ein Sonstiges
Investmentvermögen nur erwerben:

1.  Vermögensgegenstände nach Maßgabe der §§ 193 bis 198, wobei sie nicht
    den Erwerbsbeschränkungen nach § 197 Absatz 1 unterworfen ist,

2.  Anteile oder Aktien an inländischen Investmentvermögen nach Maßgabe
    der §§ 196, 218 und 220 sowie an entsprechenden EU-Investmentvermögen
    oder ausländischen AIF,

3.  Edelmetalle,

4.  unverbriefte Darlehensforderungen,

5.  Kryptowerte zu Anlagezwecken, wenn deren Verkehrswert ermittelt werden
    kann.

(2) Ist es der AIF-Kapitalverwaltungsgesellschaft nach den
Anlagebedingungen gestattet, für Rechnung des Sonstigen
Investmentvermögens Anteile oder Aktien an anderen Sonstigen
Investmentvermögen sowie an entsprechenden EU-AIF oder ausländischen
AIF zu erwerben, gelten § 225 Absatz 3 und 4 Satz 2 und 3, § 228
Absatz 1 und § 229 Absatz 2 entsprechend. Ist es der AIF-
Kapitalverwaltungsgesellschaft nach den Anlagebedingungen gestattet,
für Rechnung des Sonstigen Investmentvermögens Anteile oder Aktien an
inländischen Investmentvermögen nach Maßgabe des § 218 sowie an
entsprechenden EU-AIF oder ausländischen AIF zu erwerben, gilt § 219
Absatz 2 und 3 entsprechend.

(3) Die AIF-Kapitalverwaltungsgesellschaft darf in Anteile oder Aktien
an anderen Sonstigen Investmentvermögen sowie an entsprechenden EU-AIF
oder ausländischen AIF nur bis zu 30 Prozent des Wertes des Sonstigen
Investmentvermögens anlegen.

(4) Die AIF-Kapitalverwaltungsgesellschaft darf in
Vermögensgegenstände im Sinne des § 198 nur bis zu 20 Prozent des
Wertes des Sonstigen Investmentvermögens anlegen.

(5) Die AIF-Kapitalverwaltungsgesellschaft muss sicherstellen, dass
der Anteil der für Rechnung des Sonstigen Investmentvermögens
gehaltenen Edelmetalle, Derivate und unverbrieften
Darlehensforderungen einschließlich solcher, die als sonstige
Anlageinstrumente im Sinne des § 198 erwerbbar sind, 30 Prozent des
Wertes des Sonstigen Investmentvermögens nicht übersteigt. Derivate im
Sinne des § 197 Absatz 1 werden auf diese Grenze nicht angerechnet.
Die AIF-Kapitalverwaltungsgesellschaft muss sicherstellen, dass der
Anteil der für Rechnung des Sonstigen Investmentvermögens gehaltenen
Kryptowerte zehn Prozent des Wertes des Sonstigen Investmentvermögens
nicht übersteigt.

(6) Die AIF-Kapitalverwaltungsgesellschaft darf für gemeinschaftliche
Rechnung der Anleger kurzfristige Kredite nur bis zur Höhe von 20
Prozent des Wertes des Sonstigen Investmentvermögens und nur
aufnehmen, wenn die Bedingungen der Kreditaufnahme marktüblich sind
und dies in den Anlagebedingungen vorgesehen ist.

(7) Abweichend von § 200 darf die AIF-Kapitalverwaltungsgesellschaft
Wertpapiere auf bestimmte Zeit übertragen. Ist für die Rückerstattung
eines Wertpapier-Darlehens eine Zeit bestimmt, muss die Rückerstattung
spätestens 30 Tage nach der Übertragung der Wertpapiere fällig sein.
Der Kurswert der für eine bestimmte Zeit zu übertragenden Wertpapiere
darf zusammen mit dem Kurswert der für Rechnung des Sonstigen
Investmentvermögens bereits als Wertpapier-Darlehen für eine bestimmte
Zeit übertragenen Wertpapiere 15 Prozent des Wertes des Sonstigen
Investmentvermögens nicht übersteigen. Abweichend von § 203 müssen
Pensionsgeschäfte nicht jederzeit kündbar sein.

(8) Die in Absatz 2 bis 6 bestimmten Grenzen dürfen in den ersten
sechs Monaten seit Errichtung eines Sonstigen Investmentvermögens
sowie nach vollzogener Verschmelzung durch das übernehmende Sonstige
Investmentvermögen jeweils unter Beachtung des Grundsatzes der
Risikostreuung überschritten werden.

Collections: bundestag_gesetze
KAGB
Level: 5.0