Source: https://www.gesetze-im-internet.de/pflaprv/__16.html
Legislation: pflaprv

Title: § 16 Praktischer Teil der Prüfung

Description:
Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe (PflAPrV)
Teil 1 - Berufliche Pflegeausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann
Abschnitt 2 - Bestimmungen für die staatliche Prüfung
§ 16 Praktischer Teil der Prüfung

Paragraph: 16

Full Text:
Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe (PflAPrV)
Teil 1 - Berufliche Pflegeausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann
Abschnitt 2 - Bestimmungen für die staatliche Prüfung
§ 16 Praktischer Teil der Prüfung

(1) Der praktische Teil der Prüfung erstreckt sich auf die
Kompetenzbereiche I bis V der Anlage 2.

(2) Der praktische Teil der Prüfung besteht aus einer Aufgabe der
selbständigen, umfassenden und prozessorientierten Pflege. Die zu
prüfende Person zeigt die erworbenen Kompetenzen im Bereich einer
umfassenden personenbezogenen Erhebung des Pflegebedarfs, der Planung
der Pflege, der Durchführung der erforderlichen Pflege und der
Evaluation des Pflegeprozesses sowie im kommunikativen Handeln und in
der Qualitätssicherung und übernimmt in diesem Rahmen alle anfallenden
Aufgaben einer prozessorientierten Pflege. Wesentliches
Prüfungselement sind die vorbehaltenen Tätigkeiten nach § 4 des
Pflegeberufegesetzes.

(3) Die Prüfungsaufgabe soll insbesondere den Versorgungsbereich
berücksichtigen, in dem die zu prüfende Person im Rahmen der
praktischen Ausbildung den Vertiefungseinsatz nach § 6 Absatz 3 Satz 2
des Pflegeberufegesetzes absolviert hat. Sie wird auf Vorschlag der
Pflegeschule unter Einwilligung des zu pflegenden Menschen und des für
den zu pflegenden Menschen verantwortlichen Fachpersonals durch die
Fachprüferinnen und Fachprüfer nach Absatz 6 bestimmt.

(4) Die Prüfung findet in realen und komplexen Pflegesituationen
statt. Sie erstreckt sich auf die Pflege von mindestens zwei Menschen,
von denen einer einen erhöhten Pflegebedarf aufweist. Die zu prüfenden
Personen werden einzeln geprüft.

(5) Die Prüfung besteht aus der vorab zu erstellenden schriftlichen
oder elektronischen Ausarbeitung des Pflegeplans (Vorbereitungsteil),
einer Fallvorstellung mit einer Dauer von maximal 20 Minuten, der
Durchführung der geplanten und situativ erforderlichen Pflegemaßnahmen
und einem Reflexionsgespräch mit einer Dauer von maximal 20 Minuten.
Die Prüfung ohne Vorbereitungsteil soll einschließlich des
Reflexionsgesprächs die Dauer von 240 Minuten nicht überschreiten und
kann durch eine organisatorische Pause von maximal einem Werktag
unterbrochen werden. Für den Vorbereitungsteil ist eine angemessene
Vorbereitungszeit unter Aufsicht zu gewähren.

(6) Die Prüfung wird von zwei Fachprüferinnen oder Fachprüfern, von
denen eine oder einer Fachprüferin oder Fachprüfer nach § 10 Absatz 1
Satz 2 Nummer 4 ist, abgenommen und benotet.

(7) Aus den Noten der Fachprüferinnen und Fachprüfer für die in der
Prüfung erbrachte Leistung bildet die oder der Vorsitzende des
Prüfungsausschusses die Prüfungsnote für den praktischen Teil der
Prüfung als das arithmetische Mittel. Die Berechnung der Prüfungsnote
erfolgt auf zwei Stellen nach dem Komma ohne Rundung.

(8) Der praktische Teil der Prüfung ist bestanden, wenn die Prüfung
mindestens mit „ausreichend“ benotet wird.

(9) Die Gesamtnote für den praktischen Teil der Prüfung bildet die
oder der Vorsitzende des Prüfungsausschusses aus der Prüfungsnote und
der Vornote für den praktischen Teil der Prüfung nach § 13 Absatz 1
und 2. Die Berechnung der Gesamtnote erfolgt auf zwei Stellen nach dem
Komma ohne Rundung. Dem berechneten Zahlenwert ist die entsprechende
Note nach § 17 zuzuordnen.

Collections: bundestag_gesetze
PflAPrV
Level: 4.0