Source: https://www.gesetze-im-internet.de/strlschv_2018/__135.html
Legislation: strlschv_2018

Title: Teil B: Berechnung der Körperdosis

Description:
Verordnung zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung (StrlSchV 2018)
Teil B: Berechnung der Körperdosis

Paragraph: 135

Full Text:
Verordnung zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung (StrlSchV 2018)
Teil B: Berechnung der Körperdosis

1.  Berechnung der Organ-Äquivalentdosis H
    T                   :

    Die durch die Strahlung R erzeugte Organ-Äquivalentdosis H
    T,R                    ist das Produkt aus der über das Gewebe oder
    Organ T gemittelten Energiedosis, der Organ-Energiedosis D
    T,R                   , die durch die Strahlung R erzeugt wird, und
    dem Strahlungs-Wichtungsfaktor w
    R                    nach Teil C Nummer 1:

    *        *   H
            T,R                                = w
            R                               D
            T,R

    Bei Vorliegen mehrerer Strahlungsarten oder -energien mit
    unterschiedlichen Werten von w
    R                    werden die einzelnen Beiträge addiert. Für die
    gesamte Organ-Äquivalentdosis H
    T                    gilt dann:

    *        *            ![bgbl1_2018_j2034-1_0240.jpg](bgbl1_2018_j2034-1_0240.jpg)

   Organ-Äquivalentdosiswerte werden für eine idealisierte Person
    (Referenzperson) errechnet und sind separat für die männliche und die
    weibliche Referenzperson
    ![bgbl1_2018_j2034-1_0250.jpg](bgbl1_2018_j2034-1_0250.jpg)    auf Grund deren unterschiedlicher Merkmale zu ermitteln.

    Zur Berechnung der lokalen Hautdosis wird die gemittelte Energiedosis
    der Haut in 0,07 Millimeter Gewebetiefe herangezogen.

    Bei einer inneren Exposition berücksichtigt die Organ-Äquivalentdosis
    auch die nach dem Bezugszeitpunkt auftretende Exposition auf Grund des
    Verbleibs der Radionuklide im Körper (Folge-Organ-Äquivalentdosis).

    Die Folge-Organ-Äquivalentdosis
    H
    T                   (τ) ist das Zeitintegral der Organ-
    Äquivalentdosisleistung im Gewebe oder Organ T, die eine Person
    infolge einer Inkorporation radioaktiver Stoffe zum Zeitpunkt t
    0                    erhält:

    *        *            ![bgbl1_2018_j2034-1_0260.jpg](bgbl1_2018_j2034-1_0260.jpg)

   *
    T                     (t)                    bezeichnet die mittlere
    Organ-Äquivalentdosisleistung im Gewebe oder Organ T zum Zeitpunkt t.

    Hierbei bezeichnet τ den Zeitraum, über den die Integration erfolgt.
    Für Erwachsene ist ein Zeitraum von 50 Jahren und für Kinder der
    Zeitraum vom jeweiligen Alter bis zum Alter von 70 Jahren zugrunde zu
    legen, sofern kein anderer Wert angegeben wird.

2.  Berechnung der effektiven Dosis E:

    Die effektive Dosis nach § 5 Absatz 11 des Strahlenschutzgesetzes ist
    das zur Berücksichtigung der Strahlenwirkung auf verschiedene Organe
    oder Gewebe gewichtete Mittel von Organ-Äquivalentdosen; die
    Strahlenempfindlichkeiten der verschiedenen Organe oder Gewebe werden
    durch die Wichtungsfaktoren w
    T                    nach Teil C Nummer 2 berücksichtigt. Dabei ist
    über alle in Teil C Nummer 2 aufgeführten Organe und Gewebe zu
    summieren und über die Organ-Äquivalentdosiswerte für die männliche
    und weibliche Referenzperson zu mitteln:

    *        *            ![bgbl1_2018_j2034-1_0270.jpg](bgbl1_2018_j2034-1_0270.jpg)

   Bei einer inneren Exposition berücksichtigt die effektive Dosis auch
    die nach dem Bezugszeitpunkt auftretende Exposition auf Grund des
    Verbleibs der Radionuklide im Körper (effektive Folgedosis).

    Die effektive Folgedosis
    E                   (τ) ist die Summe der Folge-Organ-Äquivalentdosen
    H
    T                   (τ) nach Nummer 1, jeweils multipliziert mit dem
    zugehörigen Gewebe-Wichtungsfaktor
    w
    T                    nach Teil C Nummer 2. Dabei ist über alle in Teil
    C Nummer 2 aufgeführten Organe und Gewebe zu summieren:

    *        *            ![bgbl1_2024_j00080_0010.jpg](bgbl1_2024_j00080_0010.jpg)

   Hierbei bezeichnet τ den Zeitraum, über den die Integration erfolgt.
    Für Erwachsene ist ein Zeitraum von 50 Jahren und für Kinder der
    Zeitraum vom jeweiligen Alter bis zum Alter von 70 Jahren zugrunde zu
    legen, sofern kein anderer Wert angegeben wird.

    Bei der Berechnung der effektiven Dosis ist die Energiedosis der Haut
    in 0,07 Millimeter Gewebetiefe über die ganze Haut zu mitteln.

3.  Berechnung der effektiven Dosis durch Inhalation von Radon an
    Arbeitsplätzen in Innenräumen:

    Es ist davon auszugehen, dass eine effektive Dosis von 1 Millisievert
    verursacht wird durch

    a)  eine Radon-222-Exposition von 0,32 Megabecquerel je Kubikmeter mal
        Stunde; dabei wird ein Wert des Gleichgewichtsfaktors zwischen
        Radon-222 und seinen kurzlebigen Zerfallsprodukten von 0,4 zugrunde
        gelegt, oder

    b)  eine potenzielle Alphaenergie-Exposition von 0,71 Millijoule durch
        Kubikmeter mal Stunde.

    Die zuständige Behörde kann auf Grund der Expositionsbedingungen von
    Satz 1 Buchstabe a abweichende Umrechnungsfaktoren festlegen.

4.  Berechnung der effektiven Dosis bei Inkorporation, Submersion oder
    Bodenkontamination: Für die Berechnung der Exposition sind jeweils die
    Dosiskoeffizienten und Vorgaben aus den Zusammenstellungen im
    Bundesanzeiger Nummer 160 a und b vom 28. August 2001 Teil I und Teil
    II sowie im Bundesanzeiger vom 10. Mai 2023 (Bekanntmachung des
    Bundesamtes für Strahlenschutz vom 17. April 2023, BAnz AT 10. Mai
    2023 B7) heranzuziehen. Für die Ermittlung der Exposition für
    Einzelpersonen der Bevölkerung sind die Dosiskoeffizienten und
    Vorgaben aus der Zusammenstellung im Bundesanzeiger Nummer 160 a und b
    vom 28. August 2001 Teil I und Teil II heranzuziehen. Für Personen,
    die einer beruflichen Exposition ausgesetzt sind, oder für beruflich
    tätige Personen sind die Dosiskoeffizienten und Vorgaben aus den
    Zusammenstellungen im Bundesanzeiger Nummer 160 a und b vom 28. August
    2001 Teil I und im Bundesanzeiger vom 10. Mai 2023 (Bekanntmachung des
    Bundesamtes für Strahlenschutz vom 17. April 2023, BAnz AT 10. Mai
    2023 B7) heranzuziehen. Die zuständige Behörde kann unter
    Berücksichtigung der Expositionsbedingungen andere Dosiskoeffizienten
    und Vorgaben nach dem Stand von Wissenschaft und Technik festlegen.

5.  Berechnung der effektiven Dosis des ungeborenen Kindes:

    a)  Berechnung des Beitrags für das ungeborene Kind bei äußerer Exposition
        der schwangeren Person: Für die Berechnung der Exposition sind jeweils
        die Dosisleistungskoeffizienten und Vorgaben aus der Zusammenstellung
        im Bundesanzeiger (Bekanntmachung des Bundesamtes für Strahlenschutz
        vom 17. April 2023, BAnz AT 10. Mai 2023 B6) heranzuziehen. Die
        zuständige Behörde kann unter Berücksichtigung der
        Expositionsbedingungen andere Dosisleistungskoeffizienten und Vorgaben
        nach dem Stand von Wissenschaft und Technik festlegen.

    b)  Berechnung des Beitrags für das ungeborene Kind aus einer inneren
        Exposition des ungeborenen Kindes auf Grund der Inkorporation von
        Radionukliden einer schwangeren Person: Für die Berechnung der
        Exposition sind jeweils die Dosiskoeffizienten und Vorgaben aus der
        Zusammenstellung im Bundesanzeiger (Bekanntmachung des Bundesamtes für
        Strahlenschutz vom 27. Juni 2022, BAnz AT 4. Juli 2022 B13)
        heranzuziehen. Die zuständige Behörde kann unter Berücksichtigung der
        Expositionsbedingungen andere Dosiskoeffizienten und Vorgaben nach dem
        Stand von Wissenschaft und Technik festlegen.

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