Source: https://www.gesetze-im-internet.de/strlschv_2018/__52.html
Legislation: strlschv_2018

Title: § 52 Einrichten von Strahlenschutzbereichen

Description:
Verordnung zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung (StrlSchV 2018)
Teil 2 - Strahlenschutz bei geplanten Expositionssituationen
Kapitel 6 - Anforderungen im Zusammenhang mit der Ausübung von Tätigkeiten
Abschnitt 1 - Physikalische Strahlenschutzkontrolle; Strahlenschutzbereiche
§ 52 Einrichten von Strahlenschutzbereichen

Paragraph: 52

Full Text:
Verordnung zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung (StrlSchV 2018)
Teil 2 - Strahlenschutz bei geplanten Expositionssituationen
Kapitel 6 - Anforderungen im Zusammenhang mit der Ausübung von Tätigkeiten
Abschnitt 1 - Physikalische Strahlenschutzkontrolle; Strahlenschutzbereiche
§ 52 Einrichten von Strahlenschutzbereichen

(1) Der Strahlenschutzverantwortliche hat dafür zu sorgen, dass bei
den nachfolgenden Tätigkeiten Strahlenschutzbereiche nach Absatz 2
Satz 1 eingerichtet werden, wenn die Exposition von Personen einen der
Grenzwerte für Einzelpersonen der Bevölkerung nach § 80 Absatz 1 und 2
des Strahlenschutzgesetzes überschreiten kann:

1.  Tätigkeiten, die einer Genehmigung nach § 12 Absatz 1 des
    Strahlenschutzgesetzes bedürfen,

2.  Tätigkeiten, die einer Genehmigung nach §§ 6, 7, 9 oder 9b des
    Atomgesetzes oder eines Planfeststellungsbeschlusses nach § 9b des
    Atomgesetzes bedürfen, oder

3.  Tätigkeiten, die anzeigepflichtig nach §§ 17 oder 19 des
    Strahlenschutzgesetzes sind.

Strahlenschutzbereiche sind bei diesen Tätigkeiten auch einzurichten,
wenn zu erwarten ist, dass die nicht festhaftende, flächenspezifische
Aktivität von Oberflächen in einem Bereich die Werte der Anlage 4
Tabelle 1 Spalte 5 überschreitet.

(2) Strahlenschutzbereiche sind einzurichten als

1.  Überwachungsbereich, wenn in betrieblichen Bereichen, die nicht zum
    Kontrollbereich gehören, Personen im Kalenderjahr eine effektive Dosis
    von mehr als 1 Millisievert oder eine Organ-Äquivalentdosis von mehr
    als 50 Millisievert für die Hände, die Unterarme, die Füße oder
    Knöchel oder eine lokale Hautdosis von mehr als 50 Millisievert
    erhalten können,

2.  Kontrollbereich, wenn Personen im Kalenderjahr eine effektive Dosis
    von mehr als 6 Millisievert oder eine Organ-Äquivalentdosis von mehr
    als 15 Millisievert für die Augenlinse oder 150 Millisievert für die
    Hände, die Unterarme, die Füße oder Knöchel oder eine lokale Hautdosis
    von mehr als 150 Millisievert erhalten können, und

3.  Sperrbereich, wenn in einem Bereich die Ortsdosisleistung höher als 3
    Millisievert durch Stunde sein kann; ein Sperrbereich ist Teil des
    Kontrollbereichs.

Maßgebend bei der Festlegung der Grenze von Kontrollbereich oder
Überwachungsbereich ist eine Aufenthaltszeit von 40 Stunden je Woche
und 50 Wochen im Kalenderjahr, soweit keine anderen begründeten
Angaben über die Aufenthaltszeit vorliegen. Die zuständige Behörde
kann bestimmen, dass weitere Bereiche als Strahlenschutzbereiche zu
behandeln sind, wenn dies zum Schutz Einzelner oder der Allgemeinheit
erforderlich ist. Satz 1 Nummer 3 findet keine Anwendung beim Betrieb
von Röntgeneinrichtungen zum Zwecke der Untersuchung von Menschen und
der Untersuchung von Tieren in der Tierheilkunde.

(3) Bereiche, in denen nur Röntgeneinrichtungen oder Störstrahler
betrieben werden, gelten nur während der Einschaltzeit als
Strahlenschutzbereiche. Beim Betrieb von Anlagen zur Erzeugung
ionisierender Strahlung oder Bestrahlungsvorrichtungen kann die
zuständige Behörde zulassen, dass Bereiche nur während der
Einschaltzeit dieser Anlagen oder Vorrichtungen als Kontrollbereiche
oder Sperrbereiche gelten, wenn dadurch Einzelne oder die
Allgemeinheit nicht gefährdet werden.

Collections: bundestag_gesetze
StrlSchV-2018
Level: 5.0