Source: https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__22.html
Legislation: stvzo_2012

Title: Inhaltsverzeichnis

Description:
Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO 2012)
Inhaltsverzeichnis

Paragraph: 22

Full Text:
Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO 2012)
Inhaltsverzeichnis

*    *   **1**

    *   **Allgemeines**

*    *   1.1

    *   Anwendungsbereich

*    *   1.2

    *   Begriffsbestimmungen und Abkürzungen

*    *   **2**

    *   **Definitionen der Minderungsstufen**

*    *   2.1

    *   Nachrüstungsstand

*    *   2.1.1

    *   Stufe PM 01

*    *   2.1.2

    *   Stufe PM 0

*    *   2.1.3

    *   Stufe PM 1

*    *   2.1.4

    *   Stufe PM 2

*    *   2.1.5

    *   Stufe PM 3

*    *   2.1.6

    *   Stufe PM 4

*    *   2.2

    *   Erstausrüstungsstand

*    *   2.2.1

    *   Stufe PM 5

*    *   **3**

    *   **Anforderungen an ungeregelte Partikelminderungssysteme**

*    *   3.1

    *   Übereinstimmungskriterien für ungeregelte Partikelminderungssysteme

*    *   3.2

    *   Prüfung des ungeregelten Partikelminderungssystems

*    *   3.3

    *   Durchführung des Dauerlaufs

*    *   3.3.1

    *   Im neuen europäischen Fahrzyklus (NEFZ); nur Teil 1

*    *   3.3.2

    *   Im neuen europäischen Fahrzyklus (NEFZ); mit V
        max                        70 km/h

*    *   3.3.3

    *   Nach einem innerstädtischen Fahrprofil

*    *   3.4

    *   Prüfungen im Dauerlauf

*    *   3.5

    *   Abgasuntersuchung

*    *   3.6

    *   „Worst-Case-Regeneration“ nach dem Dauerlauf

*    *   3.7

    *   Abgasmessungen während des Dauerlaufs

*    *   3.7.1

    *   Ermittlung der Partikelemission im NEFZ

*    *   3.7.2

    *   Ermittlung der gasförmigen Emissionen (NO
        x                       , CO, HC) und des Kraftstoffverbrauchs in CO
        2

*    *   3.8

    *   Bewertung des ungeregelten Partikelminderungssystems

*    *   3.8.1

    *   Partikelemission

*    *   3.8.2

    *   Rückhaltegrad

*    *   3.8.3

    *   Rückhaltegrad während der Rußoxidation

*    *   3.8.4

    *   Partikelemission nach „Worst-Case-Regeneration“

*    *   3.8.5

    *   Limitierte Schadstoffe

*    *   3.8.6

    *   Trübungsmessungen

*    *   **4**

    *   **Anforderungen an ein ungeregeltes Partikelminderungssystem zur
        Bildung einer Fahrzeugfamilie**

*    *   4.1

    *   Übereinstimmungskriterien für Fahrzeugfamilien

*    *   4.2

    *   Auswahl der Prüffahrzeuge

*    *   4.3

    *   Prüfkriterien des Verwendungsbereiches innerhalb einer Familie nach
        Anhang I Nummer 1.2

*    *   4.4

    *   Prüf- und Messablauf auf dem Rollenprüfstand

*    *   4.5

    *   Bewertung der ungeregelten Partikelminderungssysteme für den
        Verwendungsbereich innerhalb einer Fahrzeugfamilie

*    *   4.5.1

    *   Partikelemission

*    *   4.5.2

    *   Kraftstoffverbrauch in CO
        2

*    *   4.5.3

    *   Limitierte Schadstoffe

*    *   **5**

    *   **Anforderungen an periodisch regenerierende
        Partikelminderungssysteme**

*    *   5.1

    *   Übereinstimmungskriterien für geregelte Partikelminderungssysteme

*    *   5.2

    *   Prüfung und Bewertung des geregelten Partikelminderungssystems

*    *   5.3

    *   Rückhaltegrad

*    *   5.4

    *   K
        i                       -Faktor

*    *   5.5

    *   Limitierte Schadstoffe

*    *   5.6

    *   Kraftstoffverbrauch in CO
        2

*    *   5.7

    *   Trübungskoeffizient

*    *   5.8

    *   Anforderungen an ein geregeltes Partikelminderungssystem zur Bildung
        einer Fahrzeugfamilie

*    *   **6**

    *   **Genehmigung**

*    *   6.1

    *   Neue Kraftfahrzeuge

*    *   6.1.1

    *   EG-Typgenehmigung oder Allgemeine Betriebserlaubnis

*    *   6.1.2

    *   Betriebserlaubnis für Einzelfahrzeuge

*    *   6.2

    *   Für den Verkehr zugelassene Kraftfahrzeuge

*    *   6.2.1

    *   EG-Typgenehmigung oder Allgemeine Betriebserlaubnis

*    *   6.2.2

    *   Betriebserlaubnis für Einzelfahrzeuge

*    *   6.2.3

    *   Partikelminderungssystem für die Nachrüstung

*    *   **7**

    *   **Genehmigungsbehörde**

*    *   **8**

    *   **Rücknahme der Genehmigung**

*    *   **9**

    *   **Zusätzliche Anforderungen**

*    *   9.1

    *   Betriebsverhalten

*    *   9.2

    *   Geräuschverhalten

*    *   9.3

    *   Additivierung

*    *   9.4

    *   Elektromagnetische Verträglichkeit

*    *   **10**

    *   **Einbau und Abnahme der Nachrüstung mit einem genehmigten
        Partikelminderungssystem**

*    *   10.1

    *   Einbau

*    *   10.2

    *   Abnahme

*    *   **Anhang I**

    *   **Übersicht über Prüfabläufe**

*    *   1

    *   Ungeregelte Partikelminderungssysteme

*    *   1.1

    *   Partikelminderungssystem

*    *   1.2

    *   Verwendungsbereich für Fahrzeugfamilien

*    *   2

    *   Geregelte Partikelminderungssysteme

*    *   2.1

    *   Partikelminderungssystem

*    *   2.2

    *   Verwendungsbereich für Fahrzeugfamilien

*    *
    *

*    *   **Anhang II**

    *   **Bescheinigung des Inhabers der EG-Typgenehmigung oder Allgemeinen
        Betriebserlaubnis für das Kraftfahrzeug nach Anlage XXVI Nummer 6.1.1,
        6\.2.1 oder 6.2.3 Buchstabe b**

*    *
    *

*    *   **Anhang III**

    *   **Bescheinigung zu § 21 Betriebserlaubnis für Einzelfahrzeuge nach
        Anlage XXVI Nummer 6.1.2, 6.2.2 oder 6.2.3**

*    *
    *

*    *   **Anhang IV**

    *   **Antrag auf Erteilung einer Betriebserlaubnis für Fahrzeugteile nach
        § 22 für Partikelminderungssysteme und erforderliche Unterlagen**

*    *
    *

*    *   **Anhang V**

    *   **Abnahmebescheinigung über den ordnungsgemäßen Einbau eines
        genehmigten Partikelminderungssystems zur Vorlage bei der
        Zulassungsbehörde**

**1** **Allgemeines**

1.1 Anwendungsbereich

    Diese Anlage regelt die Anforderungen an das Abgasverhalten von
    Personenkraftwagen und Wohnmobilen mit Selbstzündungsmotor, die

    1.  durch Nachrüstung mit einem Partikelminderungssystem oder

    2.  ab dem Tage, an dem sie erstmals für den Verkehr zugelassen werden
        nach § 47 Absatz 3a als besonders partikelreduziert gelten. Im Sinne
        dieser Vorschrift gelten als

        a)  Personenkraftwagen: Kraftfahrzeuge der Klasse M
            1                                nach Anhang II Abschnitt A Nummer 1

        b)  Wohnmobile: Kraftfahrzeuge nach Anhang II Abschnitt A Nummer 5.1

    der Richtlinie 70/156/EWG, die mit Selbstzündungsmotor angetrieben und
    mit Dieselkraftstoff nach der Richtlinie 98/70/EG des Europäischen
    Parlaments und des Rates vom 13. Oktober 1998 über die Qualität von
    Otto- und Dieselkraftstoffen und zur Änderung der Richtlinie 93/12/EWG
    des Rates (ABl. L 350 vom 28.12.1998, S. 58), die zuletzt durch die
    Richtlinie 2009/30/EG (ABl. L 140 vom 5.6.2009, S. 88) geändert worden
    ist, betrieben werden.

    Diese Anlage regelt auch die Anforderungen an die
    Partikelminderungssysteme, die für die Nachrüstung der Kraftfahrzeuge
    vorgesehen sind.

    Die Anforderungen dieser Anlage können sinngemäß auch für
    Nutzfahrzeuge der Klasse N
    1                   , die unter den Anwendungsbereich des § 47 Absatz
    1 fallen, angewendet werden. Der Verwendungsbereich genehmigter
    Partikelminderungssysteme für Personenkraftwagen oder Wohnmobile kann
    dabei auf die entsprechenden Nutzfahrzeuge der Klasse N
    1                    erweitert werden. Die Einhaltung der
    Anforderungen nach Nummer 4 dieser Anlage ist nachzuweisen. Für die
    Zuordnung der Partikelminderungsklasse gilt Anlage XIV Nummer 3.4.

1.2 Begriffsbestimmungen und Abkürzungen

    Beladungszustand:

    Konstanter Partikelbeladungszustand des Partikelminderungssystems
    unter bestimmten Fahrzuständen ohne externe Regenerationsmaßnahmen.

    Bypassverhältnis:

    Verhältnis aus freiem geometrischen Querschnitt, durch den ein
    Teilabgasstrom konstruktionsbedingt ungereinigt das
    Partikelminderungssystem teilweise oder ganz umgehen kann, bezogen auf
    den gesamten Filtereintrittsquerschnitt.

    Geregeltes Partikelminderungssystem:

    Partikelminderungssystem, das einen nach Nummer 5.3 ermittelten
    gravimetrischen Partikelrückhaltegrad von mindestens 90 Prozent
    besitzt.

    K
    i                   -Faktor:

    Verhältnis jedes limitierten Schadstoffs „n“ zwischen der gemittelten
    Gesamtemission von periodisch regenerierenden Systemen während der
    Regeneration und der gemittelten Gesamtemission von periodisch
    regenerierenden Systemen während der gesamten Partikelbeladungsphase
    ohne Regeneration aus dem NEFZ.

    Kontinuierlich regenerierendes Partikelminderungssystem:

    Partikelminderungssystem, bei dem nicht durch veränderte
    Motorsteuerungsparameter, Zusatzsysteme oder
    Motorvolllastbetriebspunkte eine Regeneration eingeleitet wird. Die
    kontinuierliche Regeneration eines Partikelminderungssystems findet in
    bestimmten Abgastemperaturbereichen kontinuierlich von selbst statt.

    NEFZ:

    Neuer Europäischer Fahrzyklus nach Anhang III Anlage 1 der Richtlinie
    70/220/EWG in der Fassung der Richtlinie 98/69/EWG.

    Ungeregeltes Partikelminderungssystem:

    Partikelminderungssystem, das einen nach Nummer 3.8.2 ermittelten
    gravimetrischen Partikelrückhaltegrad zwischen 30 Prozent und*
    90 Prozent besitzt.

    Partikelminderungssystem:

    Eine Abgasnachbehandlung zur Verringerung der Partikelemission durch
    mechanische und/oder aerodynamische Separation sowie durch Diffusions-
    und/oder Trägheitseffekte. Motorspezifische Änderungen an
    elektronischen Bauteilen und elektronischen Komponenten zählen nicht
    zu den Partikelminderungssystemen.

    Partikelminderungssystemfamilie:

    Familie aller Partikelminderungssysteme, die in ihrer Funktion als
    technisch identisch gemäß den Übereinstimmungskriterien in Nummer 4.1
    angesehen werden.

    Periodisch regenerierendes Partikelminderungssystem:

    Partikelminderungssystem, bei dem eine periodische Regeneration über
    Zusatzeinrichtungen (zum Beispiel elektrische Beheizung, Additiv,
    geänderte Motorparameter) eingeleitet wird. Während der Regeneration
    können die Emissionsgrenzwerte überschritten werden. Diese sind über
    den K
    i                   -Faktor zu berücksichtigen.

    Rückhaltegrad:

    Verhältnis von zurückgehaltener Partikelmasse durch das
    Partikelminderungssystem zu der Partikelmasse im Ausgangszustand des
    Fahrzeugs, gemessen im NEFZ.

    „Worst-Case-Regeneration“:

    Regeneration eines ungeregelten Partikelminderungssystems bei
    maximaler Partikelbeladung nach einem Dauerlauf von 4 000 km unter
    geringster Abgaskühlung durch den Motor sowie hohem
    Sauerstoffüberschuss im Abgas. Die „Worst-Case-Regeneration“ dient zum
    Beweis der thermischen Stabilität des Partikelminderungssystems.

    Abkürzungen:

    *:  Rückhaltegrad

        f
    a:  Wichtungsfaktor der Partikelemission im Zustand I

        f
    b:  Wichtungsfaktor der Partikelemission im Zustand II

        f
    c:  Wichtungsfaktor der Partikelemission im Zustand III

        f
    D:  Anzahl der Zyklen zwischen zwei Regenerationen

        f
    d:  Anzahl der für die Regeneration erforderlichen Zyklen

        M
    pi: gewichtete Gesamtemission (g/km) bei geregelten
        Partikelminderungssystemen

        M
    si: über mehrere Zyklen (NEFZ) gemessene gemittelte Emission ohne
        Regeneration (g/km)

        M
    ri: Emission während der Regeneration (NEFZ)

        N
    g:  nachgerüsteter Zustand

        P
    I:  arithmetisch gemittelte Partikelemission im Zustand I

        P
    II: arithmetisch gemittelte Partikelemission im Zustand II

        P
    III: arithmetisch gemittelte Partikelemission im Zustand III

        P
    IVT2: arithmetisch gemittelte Partikelemissionen im Zustand IV, gemessen in
        Teil 2 des NEFZ

        P
    IV: arithmetisch gemittelte Partikelemission im Zustand IV

    PMS: Partikelminderungssystem

        P
    Ng: arithmetisch gemittelte Partikelemission im nachgerüsteten Zustand bei
        ungeregelten Systemen

        P
    NgFe: Partikelemission für ungeregeltes System einer Familie, gemessen nach
        Anhang I Nummer 1.2 Buchstabe e

        P
    NgFg: Partikelemission für offenes System einer Familie, gemessen nach
        Anhang I Nummer 1.2 Buchstabe g

        P
    NFG: Partikelgesamtemission im nachgerüsteten Zustand für geschlossenes
        System einer Familie, gemessen nach Anhang I Nummer 2.2 Buchstabe e

        P
    S:  arithmetisch gemittelte Partikelemission im Ausgangszustand (ohne PMS)

        V
    F:  Volumen des Partikelminderungssystems

        V
    H:  Hubvolumen des Motors

**2** **Definitionen der Minderungsstufen**

    Personenkraftwagen oder Wohnmobile mit Selbstzündungsmotor gelten als
    besonders partikelreduziert,

2.1 sofern sie nach der Zuteilung eines amtlichen Kennzeichens mit einem
    Partikelminderungssystem ausgerüstet worden sind (Nachrüstungsstand)
    als

2.1.1 Stufe PM 01, wenn sie die im Anhang zur Vorschrift des § 47 Absatz 1
    aufgeführten Bestimmungen nach den Buchstaben m, n oder o erfüllen,
    nicht bereits die Grenzwerte für die Gruppe I der Tabelle in Nummer
    5\.3.1.4 des Anhangs I einhalten und mit einem nach Nummer 6.2.3
    genehmigten Partikelminderungssystem ausgerüstet worden sind, das
    sicherstellt, dass der Grenzwert für die Partikelmasse von 0,170 g/km
    nicht überschritten wird;

2.1.2 Stufe PM 0, wenn

    a)  sie den Anforderungen des § 47 Absatz 3 Nummer 3 oder 4 entsprechen
        oder

    b)  sie bei mehr als sechs Sitzplätzen einschließlich des Fahrersitzes
        oder bei einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 2 500 kg den
        Anforderungen des § 47 Absatz 3 Nummer 6 oder 7 entsprechen und dabei
        nur die Grenzwerte für die Gruppe II oder III der Tabelle in Nummer
        5\.3.1.4 des Anhangs I eingehalten werden

    und mit einem nach Nummer 6.2.3 genehmigten Partikelminderungssystem
    ausgerüstet worden sind, das sicherstellt, dass der Grenzwert für die
    Partikelmasse von 0,100 g/km nicht überschritten wird;

2.1.3 Stufe PM 1, wenn

    a)  sie den Anforderungen des § 47 Absatz 3 Nummer 3, 4, 5, 6 oder 7
        entsprechen, in den Fahrzeugpapieren nicht bereits als schadstoffarm
        D3 oder D4 beschrieben sind oder

    b)  sie bei einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 2 500 kg den
        Anforderungen des § 47 Absatz 3 Nummer 8, 9, 10, 11, 12 oder 13
        entsprechen und dabei nur die Grenzwerte nach Zeile A für die Gruppen
        II oder III der Tabelle in Nummer 5.3.1.4 des Anhangs I eingehalten
        werden

    und mit einem nach Nummer 6.2.3 genehmigten Partikelminderungssystem
    ausgerüstet worden sind und das sicherstellt, dass der Grenzwert für
    die Partikelmasse von 0,050 g/km nicht überschritten wird;

2.1.4 Stufe PM 2, wenn

    a)  sie den Anforderungen des § 47 Absatz 3 Nummer 5 oder einer der danach
        folgenden Nummern entsprechen, in den Fahrzeugpapieren nicht bereits
        als schadstoffarm D4, Euro 3 und D4 oder Euro 4 beschrieben sind oder

    b)  sie bei einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 2 500 kg den
        Anforderungen nach § 47 Absatz 3 Nummer 8 oder einer der danach
        folgenden Nummern entsprechen und dabei nur die Grenzwerte nach Zeile
        B für die Gruppe II oder III der Tabelle in Nummer 5.3.1.4 des Anhangs
        I eingehalten werden

    und mit einem nach Nummer 6.2.3 genehmigten Partikelminderungssystem
    ausgerüstet worden sind und das sicherstellt, dass der Grenzwert für
    die Partikelmasse von 0,025 g/km nicht überschritten wird;

2.1.5 Stufe PM 3, wenn sie den Anforderungen des § 47 Absatz 3 Nummer 5, 6,
    7, 8, 9, 10, 11, 12 oder 13 entsprechen und mit einem nach Nummer
    6\.2.3 genehmigten Partikelminderungssystem ausgerüstet worden sind und
    das sicherstellt, dass der Grenzwert für die Partikelmasse von 0,0125
    g/km nicht überschritten wird;

2.1.6 Stufe PM 4, wenn sie den Anforderungen des § 47 Absatz 3 Nummer 8, 9,
    10, 11, 12 oder 13 entsprechen und mit einem nach Nummer 6.2.3
    genehmigten Partikelminderungssystem ausgerüstet worden sind und das
    sicherstellt, dass der Grenzwert für die Partikelmasse von 0,005 g/km
    nicht überschritten wird;

2.2 sofern sie ab dem Tage, an dem sie erstmals für den Verkehr zugelassen
    werden (Erstausrüstungsstand) als

2.2.1 Stufe PM 5, wenn

    a)  sie den Anforderungen des § 47 Absatz 3 Nummer 8, 9, 10, 11, 12 oder
        13 entsprechen, die Grenzwerte L
        1                         , L
        3                         , L
        2+3                          nach Zeile A oder Zeile B Fahrzeugklasse
        M oder bei einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 2 500 kg die für
        die Gruppe II oder III der Tabelle in Nummer 5.3.1.4 des Anhangs I der
        Richtlinie 70/220/EWG in der jeweils genannten Fassung einhalten und

    b)  bei der Partikelmasse als Grenzwert L
        4                          den Wert von 0,005 g/km nicht überschreiten
        und die Voraussetzungen für die Genehmigung nach Nummer 6.1 oder 6.2
        erfüllt sind.

**3** **Anforderungen an ungeregelte Partikelminderungssysteme**

    Der Antragsteller, der die Betriebserlaubnis für ein
    Partikelminderungssystem nach Anhang IV beantragt, muss durch die in
    Nummer 3.2 beschriebenen Prüfungen belegen und bestätigen, dass die
    Funktionsfähigkeit dieses Systems bei bestimmungsgemäßem Betrieb über
    eine Lebensdauer von bis zu fünf Jahren oder bis zu einer
    Kilometerleistung von 80 000 km – je nachdem, welches Kriterium zuerst
    erreicht wird – gewährleistet ist. Die Partikelminderungssysteme
    dürfen nicht mit Einrichtungen versehen sein, die diese Systeme außer
    Funktion setzen.

3.1 Übereinstimmungskriterien für ungeregelte Partikelminderungssysteme

    Das ungeregelte Partikelminderungssystem darf in folgenden Merkmalen
    nicht abweichen:

    a)  Rückhalteart, Arbeitsweise, Minderungsmaterial (Metall, Keramik),

    b)  Minderungskonstruktion des Filtermaterials (Platten, Geflecht,
        gewickelt, minimale Zellen-/Material-/Vliesdichte, maximale Porosität,
        Porendurchmesser, Taschen-/Kugelanzahl, Oberflächenrauhigkeit,
        Draht-/Kugel-/Faserdurchmesser),

    c)  Mindestbeschichtung des Partikelminderungssystems (g/ft
        3                         ),

    d)  Canning/Verpackung (Lagerung/Halterung des Trägers),

    e)  Volumen*                          20 Prozent,

    f)  Regenerationstyp (periodisch oder kontinuierlich),

    g)  Regenerationsstrategie (katalytische, thermische, elektrothermische
        Regeneration),

    h)  Art der Additivierung (falls vorhanden),

    i)  Typ des Additivs (falls vorhanden),

    j)  Bypassverhältnis,

    k)  mit oder ohne vorgeschaltetem Oxidationskatalysator.

    Weiterverwendung des/der vorhandenen Oxidationskatalysator(s/en):

    Dem Minderungssystem vorgeschaltete Oxidationskatalysatoren können bei
    der Nachrüstung im Einzelfall weiter verwendet werden, wenn diese
    nachweislich:

    a)  nicht älter als fünf Jahre sind,

    b)  nicht länger als 80 000 km im Fahrzeug verbaut waren (Nachweis der
        Laufleistung über Serviceheft und Wegstreckenzähler) und

    c)  nicht mit sichtbaren Mängeln behaftet sind oder

    d)  der Hersteller des Partikelminderungssystems im Rahmen der unter
        Nummer 6.2.3 geforderten Betriebserlaubnis nachweist, dass die
        entsprechend geforderten Grenzwerte auch ohne den/die serienmäßigen
        Oxidationskatalysator(en) eingehalten werden (Betriebserlaubnis muss
        Nachweis enthalten).

    Wird keiner der vorgenannten Nachweise erbracht, sind die
    Oxidationskatalysatoren vor der Nachrüstung mit dem
    Partikelminderungssystem zu erneuern.

3.2 Prüfung des ungeregelten Partikelminderungssystems

    Für die Begutachtung des Partikelminderungssystems nach Nummer 3.1
    muss zum Beweis der Funktionstüchtigkeit im späteren Feldeinsatz ein
    Dauerlauf nach Nummer 3.3 von mindestens 4 000 km durchgeführt werden.
    Der Dauerlauf dient dem Nachweis der Funktionstüchtigkeit und der
    Stabilität des Systems sowie dessen Wirkungsgrad.

    Das dazu verwendete Kraftfahrzeug muss den Anforderungen der Stufe PM
    2 entsprechen; bei Kraftfahrzeugen mit einer zulässigen Gesamtmasse
    von mehr als 2 500 kg den Anforderungen der Stufe PM 1. Die
    Partikelemission des Dauerlauffahrzeugs im Ausgangszustand darf im
    NEFZ 0,030 g/km nicht unterschreiten. Sofern kein Dauerlauffahrzeug
    mit entsprechender Partikelemission zur Verfügung steht, sind die
    Stufen bei 2 000 km bzw. 4 000 km um das Verhältnis der
    vorgeschriebenen Partikelmasse von 0,030 g/km zu der tatsächlichen
    Fahrzeugemission zu verlängern (Beispiel: bei 0,020 g/km verschieben
    sich die Messungen von 2 000 km auf 3 000 km und von 4 000 km auf
    6 000 km).

    Das für den Dauerlauf ausgewählte Kraftfahrzeug muss nicht vom selben
    Fahrzeughersteller wie der angestrebte Verwendungsbereich sein. Der
    Verwendungsbereich eines Systems umfasst einen Motorleistungsbereich
    zwischen 65 Prozent und 130 Prozent, bezogen auf die Motorleistung des
    Prüffahrzeugs.

    Als Prüfzyklus für die Abgasmessungen auf dem Rollenprüfstand ist der
    NEFZ mit inner- und außerstädtischem Anteil (Teil 1 und Teil 2) nach
    Anhang III Anlage 1 der Richtlinie 70/220/EWG in der Fassung der
    Richtlinie 98/69/EWG anzuwenden.

3.3 Durchführung des Dauerlaufs

    Der Dauerlauf ist über eine Fahrstrecke von mindestens 4 000 km
    durchzuführen. Auf Wunsch des Antragstellers kann vor Beginn des
    Dauerlaufs eine Fahrzeuginspektion durch den mit der Begutachtung
    beauftragten technischen Dienst sowie das Auslesen des OBD-Systems
    vorgenommen werden.

3.3.1 Die Streckenakkumulation kann auf dem Rollenprüfstand durch
    Wiederholung des innerstädtischen Anteils des NEFZ (Teil 1)
    durchgeführt werden.

3.3.2 Die Streckenakkumulation auf dem Rollenprüfstand kann im NEFZ mit
    inner- (Teil 1) und außerstädtischem (Teil 2, reduziert) Anteil
    durchgeführt werden. Dabei darf im Teil 2 des NEFZ eine
    Fahrgeschwindigkeit von 70 km/h und eine maximale Abgastemperatur von
    300 °C unmittelbar vor dem Minderungssystem nicht überschritten
    werden.

3.3.3 Alternativ kann die in der Prüfdokumentation ausführlich zu
    beschreibende Dauerlaufstrecke von der begutachtenden Stelle so
    gewählt werden, dass sie einem realistischen innerstädtischen
    Fahrprofil entspricht. Dabei muss die Durchschnittsgeschwindigkeit
    zwischen 25 bis 35 km/h, die maximale Geschwindigkeit unter 70 km/h,
    der zeitliche Leerlaufanteil nicht unter 7 Prozent und der zeitliche
    Geschwindigkeitsanteil zwischen 50 bis 70 km/h unter 10 Prozent (nicht
    am Ende des Dauerlaufs gefahren) liegen. Die maximale Abgastemperatur
    unmittelbar vor und nach dem Partikelminderungssystem muss ohne
    externe Regeneration im Mittel immer unter 300 °C, die Motordrehzahl
    unterhalb von 60 Prozent der Nenndrehzahl liegen. Während des ganzen
    Dauerlaufs sind Fahrzeuggeschwindigkeit, Weg, Motordrehzahl und
    Differenzdruck zwischen Ein- und Ausgang des Partikelminderungssystems
    in der Prüfdokumentation mit aufzunehmen.

3.4 Prüfungen im Dauerlauf

    Die Abgasmessungen mit eingebautem ungeregeltem
    Partikelminderungssystem werden nach Anhang I Nummer 1.1

    a)  vor Dauerlaufstart (Grundvermessung, Zustand I),

    b)  nach mindestens 2 000 km (Zustand II) und

    c)  nach mindestens 4 000 km (Zustand III) und

    d)  nach der „Worst-Case-Regeneration“ (Zustand IV)

    durchgeführt.

    Vor und nach dem Dauerlauf wird das Fahrzeug zur späteren Bestimmung
    der Partikelminderungseffizienz im Ausgangszustand ohne
    Partikelminderungssystem vermessen.

    Der Hersteller kann jeweils nach den 2 000 km- und den 4 000 km-
    Messungen zusätzliche Abgasmessungen im Ausgangszustand beantragen.
    Nach dem Wiedereinbau des Systems ist in diesem Falle die Abgasmessung
    zu wiederholen. Der dabei jeweils höchste Abgaswert ist für die
    Bestimmung des Rückhaltegrads heranzuziehen. Die Abweichung der
    Abgasmessungen mit Partikelminderungssystem
    vor/nach                    Ein-/Ausbau darf 15 Prozent nicht
    überschreiten.

3.5 Abgasuntersuchung

    Sollen ungeregelte Partikelminderungssysteme Verwendung finden, sind
    zusätzlich Abgasuntersuchungen nach Nummer 3.2 der Anlage XIa mit
    Ermittlung des Spitzenwertes für die Rauchgastrübung durchzuführen.

3.6 „Worst-Case-Regeneration“ nach dem Dauerlauf

    Zur Absicherung der thermischen Stabilität im späteren Feldeinsatz von
    nachgerüsteten Fahrzeugen wird nach den 4 000-km-Abgasmessungen und
    nach der Abgasuntersuchung eine „Worst-Case-
    Regeneration“                    durchgeführt.

    Die thermische „Worst-Case-Regeneration“ wird mit dem Prüffahrzeug auf
    dem Rollenprüfstand über die Motorlast eingeleitet (zügiger
    Lastwechsel von unterer Teillast nach Volllast). Nach Erkennen der
    Zündung der Partikel im Minderungssystem wird der Leerlaufpunkt über
    Motorschub angefahren. Das Prüffahrzeug verbleibt so lange im
    Leerlauf, bis kein Rußabbrand im Rückhaltesystem mehr stattfindet.
    Sofern unter den vorgenannten Betriebsbedingungen nicht spätestens
    nach zehn Minuten Abgastemperaturen von 600 °C aufgetreten sind, ist
    der „Worst-Case-Test“ zu beenden.

    Bei Fahrzeugen oberhalb einer Motorleistung von 160 kW kann die
    Einleitung der „Worst-Case-
    Regeneration“                    auf der Straße erfolgen.

    Sofern keine thermische Regeneration eingeleitet werden konnte, ist
    eine Regeneration des Partikelminderungssystems nach
    Herstellervorgaben im Fahrzeugbetrieb durchzuführen.

    In allen Fällen werden anschließend Abgasmessungen durchgeführt. Die
    dabei arithmetisch gemittelte Partikelemission darf um nicht mehr als
    15 Prozent von der Partikelemission P
    Ng                    abweichen.

    Darüber hinaus muss der Hersteller nachweisen und bestätigen, dass die
    verbrannte Partikelmasse und die dabei aufgetretenen Abgastemperaturen
    bezüglich der Haltbarkeit des Systems als unkritisch anzusehen sind.

3.7 Abgasmessungen während des Dauerlaufs

3.7.1 Ermittlung der Partikelemission im NEFZ:

    Die Abgasemissionswerte im Ausgangszustand (P
    S                   ), Zustand I (Grundvermessung) (P
    I                   ), Zustand II (P
    II                   ), Zustand III (P
    III                   ) und Zustand IV (P
    IV                   ) ergeben sich jeweils als Mittelwert aus jeweils
    zwei, sofern die Messungen nicht mehr als 15 Prozent voneinander
    abweichen, ansonsten drei Messungen im NEFZ.

3.7.2 Ermittlung der gasförmigen Emissionen (NO
    x                   , CO, HC) und des Kraftstoffverbrauchs in CO
    2                   :

    –   Arithmetisches Mittel aus NEFZ im Ausgangszustand ohne
        Minderungssystem (HC
        S                         , CO
        S                         , NO
        x S                         ) und (CO
        2 S                         );

    –   Arithmetisches Mittel aus NEFZ im nachgerüsteten Zustand mit
        Minderungssystem (HC
        (I, II, III)                         , CO
        (I, II, III)                         , NO
        x (I, II, III)                          und CO
        2 (I, II, III)                         ). Die Emissionen während der
        „Worst-Case-Regeneration“ werden nicht berücksichtigt.

3.8 Bewertung des ungeregelten Partikelminderungssystems

    Die Prüfung des Partikelminderungssystems für das System gilt als
    bestanden, wenn folgende Kriterien erfüllt sind:

3.8.1 Die Partikelemission mit P
    Ng                    = (f
    a*                    P
    I                    + f
    b*                    P
    II                    + f
    c*                    P
    III                   ) / (f
    a                    + f
    b                    + f
    c                   ) mit f
    a                    = 1; f
    b                    = 2 und f
    c                    = 4 muss unter dem Grenzwert von 0,025 g/km
    liegen; bei Kraftfahrzeugen mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr
    als 2 500 kg unter dem Grenzwert von 0,050 g/km.

3.8.2 Der Rückhaltegrad*                    = 1 – (P
    Ng                    / P
    S                   ) muss mindestens 0,3 (= 30 Prozent) erreichen mit
    P
    S                    = (P
    S1                    + P
    S2                   ) / 2.

3.8.3 Der Rückhaltegrad während der Rußoxidation*
    R                    = 1 – (P
    IVT2                   /P
    ST2                   ) aus den jeweiligen Messungen P
    IV                    aus dem Teil 2 des NEFZ (außerstädtischer
    Anteil) muss mindestens 0,3 (= 30 Prozent) erreichen.

3.8.4 Die gemessene Partikelemission P
    IV                    muss kleiner sein als 1,15*                    P
    Ng                   .

3.8.5 Die limitierten Schadstoffe müssen im Ausgangszustand und im
    nachgerüsteten Zustand die Grenzwerte der ursprünglichen homologierten
    Schadstoffklasse unterschreiten.

3.8.6 Bei den Trübungsmessungen nach Anhang I Nummer 1.1 dürfen im
    Ausgangszustand und im nachgerüsteten Zustand die
    Herstellertrübungskoeffizienten nicht überschritten werden.

**4** **Anforderungen an ein ungeregeltes Partikelminderungssystem zur
    Bildung einer Fahrzeugfamilie**

    Fahrzeugfamilien können mit ungeregelten Partikelminderungssystemen
    unterschiedlicher Größe (Volumen) unter Einhaltung der
    Übereinstimmungskriterien nach Nummer 3.1 gebildet werden.

4.1 Übereinstimmungskriterien für Fahrzeugfamilien

4.1.1 Für die Festlegung des Verwendungsbereichs eines baugleichen
    Partikelminderungssystems nach Nummer 3.1, aber mit unterschiedlichen
    Volumina, für verschiedene Fahrzeugtypen, dürfen sich die
    Versuchsträger in den Merkmalen nach Nummer 4.1.2 nicht unterscheiden.
    Die obere und untere Grenze des Verwendungsbereichs eines Systems wird
    je Fahrzeughersteller durch Vermessen zweier unterschiedlicher
    Prüffahrzeuge nach Nummer 4.2 auf dem Rollenprüfstand bestimmt.

4.1.2 Die zur Familie gehörenden Fahrzeugtypen sowie die Prüffahrzeuge
    selbst müssen in folgenden Kriterien übereinstimmen:

    –   Fahrzeughersteller (Verwenden andere Fahrzeughersteller den gleichen
        Antriebsmotor des geprüften Fahrzeugherstellers, so können, falls alle
        übrigen Anforderungen erfüllt sind, auch diese Fahrzeugtypen in den
        Verwendungsbereich mit aufgenommen werden.)

    –   Saugmotor, aufgeladener Motor

    –   Schadstoffklassen:

        *            *   *                                    Klasse 0:

            *   Euro 1

        *            *   *                                    Klasse I:

            *   Euro 1, Euro 2

        *            *   *                                    Klasse II:

            *   D3, Euro 3

        *            *   *                                    Klasse III:

            *   D4, Euro 4

    –   Einbauort in den Abgasstrang (Anschluss Auspuffkrümmer bis Eintritt
        PMS*                          300 mm vom Dauerlauffahrzeug). Dabei ist
        vom Antragsteller zu bestätigen, dass auch für die im
        Verwendungsbereich genannten Kraftfahrzeuge das Temperaturprofil bei
        Durchführung eines Dauerlaufs nach Nummer 3.3 um nicht mehr als 30 °C
        – bezogen auf das Basisfahrzeug für den Dauerlauf – nach unten
        abweicht.

4.2 Auswahl der Prüffahrzeuge

    Die Prüffahrzeuge für einen gewählten Verwendungsbereich müssen
    folgende Kriterien erfüllen:

4.2.1 Prüffahrzeug I:

    –   maximale Leistung im Verwendungsbereich

    –   größtes Filtervolumen (V
        FI                         )

    –   höchste Schwungmassenklasse

    –   häufig verbaute Getriebekonfiguration

    –   hohe häufig auftretende Rollenlast

4.2.2 Prüffahrzeug II:

    –   niedrigste Leistung im Verwendungsbereich

    –   kleinstes Filtervolumen (V
        FII                         )

    –   kleinste Schwungmassenklasse

    –   häufig verbaute Getriebekonfiguration

    –   geringste häufig auftretende Rollenlast

    Sollen innerhalb der Klasse I die Schadstoffklassen Euro 1 und Euro 2
    für Kraftfahrzeuge eines Herstellers durch die Prüfungen abgedeckt
    werden, so muss eines der Prüffahrzeuge Euro 1 und das andere Euro 2
    abdecken.

4.3 Prüfkriterien des Verwendungsbereichs innerhalb einer Familie nach
    Anhang I Nummer 1.2

    Die Prüffahrzeuge müssen eine Laufleistung von mindestens 15 000 km
    aufweisen. Die Prüffahrzeuge müssen im Ausgangszustand und im
    nachgerüsteten Zustand bei allen limitierten Emissionen die Werte
    ihrer ursprünglich homologierten Grenzwertstufe einhalten. Die
    Verschlechterungsfaktoren sind nicht anzuwenden.

    Der Umbau am Prüffahrzeug muss dem beantragten späteren Ausgangsstand
    der Umrüstung entsprechen.

    Fahrzeuge mit „On-Board-Diagnose“ dürfen durch den Einbau des
    Nachrüstsystems in ihrer Überwachungsfunktion nicht eingeschränkt
    werden. Das elektronische Motorsteuergerät (zum Beispiel für
    Einspritzung, Luftmassenmesser, Abgasminderung) darf durch die
    Nachrüstung nicht verändert werden.

4.4 Prüf- und Messablauf auf dem Rollenprüfstand

4.4.1 Die Fahrzeuge werden durch 2 x 10 NEFZ (220 km) konditioniert (siehe
    Anhang I Nummer 1.2).

4.4.2 Ermittlung aller limitierten Schadstoffe im NEFZ für:

    a)  Ausgangszustand;

        arithmetisches Mittel aus zwei bis drei Abgasmessungen für jede
        Schadstoffkomponente

    b)  Nachrüststand;

        arithmetisches Mittel aus zwei bis drei Abgasmessungen für jede
        Schadstoffkomponente.

4.4.3 Ermittlung des Kraftstoffverbrauchs (CO
    2                   ) im NEFZ für:

    a)  Kraftstoffverbrauch (Ausgangszustand);

        arithmetisches Mittel aus zwei bis drei Abgasmessungen

    b)  Kraftstoffverbrauch (Nachrüststand);

        arithmetisches Mittel aus zwei bis drei Abgasmessungen.

4.5 Bewertung der ungeregelten Partikelminderungssysteme für den
    Verwendungsbereich innerhalb einer Fahrzeugfamilie

    Die Prüfung eines Partikelminderungssystems für den Verwendungsbereich
    einer Fahrzeugfamilie gilt als bestanden, wenn folgende Kriterien
    erfüllt sind:

4.5.1 Partikelemission

4.5.1.1 Die Partikelemission P
    NgFe                    im nachgerüsteten Zustand muss unter dem
    Grenzwert der entsprechenden Minderungsstufe PM 1, PM 2, PM 3, PM 4,
    PM 5 liegen. P
    NgFe                    (Anhang I Nummer 1.2 Buchstabe e) ergibt sich
    als Mittelwert aus maximal drei Messungen im NEFZ nach der
    Systemvorbereitung.

4.5.1.2 Der Rückhaltegrad*
    NgFe                    = 1 – (P
    NgFe                    / ((P
    S1F                   + P
    S2F                   ) /2) muss im nachgerüsteten Zustand mindestens
    0,3
    (= 30 Prozent)                    betragen.

4.5.1.3 P
    NgFg                    darf nicht größer sein als 1,15*
    P
    NgFe                   . P
    NgFg                    (Anhang I Nummer 1.2 Buchstabe g) ergibt sich
    als Mittelwert aus maximal drei Messungen im NEFZ nach
    Systemstabilität.

4.5.1.4 Bei den Trübungsmessungen nach Anhang I Nummer 1.2 dürfen im
    Ausgangszustand und im nachgerüsteten Zustand die
    Herstellertrübungskoeffizienten nicht überschritten werden.

4.5.2 Der gemittelte Kraftstoffverbrauch im nachgerüsteten Zustand darf den
    Kraftstoffverbrauch im Ausgangszustand um nicht mehr als 4 Prozent
    übersteigen.

4.5.3 Die limitierten Schadstoffe müssen im Ausgangszustand und im
    nachgerüsteten Zustand die Grenzwerte der ursprünglichen homologierten
    Schadstoffklasse unterschreiten.

**5** **Anforderungen an periodisch regenerierende
    Partikelminderungssysteme**

    Der Antragsteller, der die Betriebserlaubnis für ein
    Partikelminderungssystem nach Anhang IV beantragt, muss durch die in
    Anhang I Nummer 2 beschriebene Prüfung belegen und bestätigen, dass
    die Funktionsfähigkeit dieses Systems bei bestimmungsgemäßem Betrieb
    über eine Lebensdauer von bis zu fünf Jahren oder bis zu einer
    Kilometerleistung von 80 000 km – je nachdem, welches Kriterium zuerst
    erreicht wird – gewährleistet ist. Die Partikelminderungssysteme
    dürfen nicht mit Einrichtungen versehen sein, die diese Systeme außer
    Funktion setzen.

5.1 Übereinstimmungskriterien für geregelte Partikelminderungssysteme

    Es gelten die Übereinstimmungskriterien entsprechend ECE-Regelung Nr.
    83 über einheitliche Bedingungen für die Genehmigung der Fahrzeuge
    hinsichtlich der Emission von Schadstoffen aus dem Motor entsprechend
    den Kraftstofferfordernissen des Motors, Anhang 13, Nummer 2.1 (VkBl.
    2005 S. 767).

5.2 Prüfung und Bewertung des geregelten Partikelminderungssystems

    Bei periodisch regenerierenden Systemen muss die Partikelemission M
    Pi                    bei allen Messungen, ermittelt gemäß ECE-R 83,
    Anhang 13, Nummer 3.3, unter dem Grenzwert von 0,005 g/km liegen mit M
    Pi                    = [(Msi • fD) + (Mri • fd)] / (fD + fd).

5.3 Bei geregelten Systemen muss der Rückhaltegrad η
    Ng                    = 1 – (M
    Pi                    / P
    S1                   ) im nachgerüsteten Zustand mindestens 0,9 (= 90
    Prozent) betragen.

5.4 Die Ermittlung des K
    i                   -Faktors bei periodisch regenerierenden Systemen
    erfolgt nach ECE-R 83 mit
    K
    i                    = M
    pi                    / M
    si                   .

5.5 Die limitierten Schadstoffe (CO, HC, NO
    x                   ) dürfen unter Berücksichtigung des K
    i                   -Faktors bei allen Abgasmessungen mit PMS
    (Ausnahme: während der periodischen Regeneration) die Grenzwerte der
    jeweiligen Stufe nicht überschreiten. Die mittlere Emission errechnet
    sich jeweils aus dem Produkt der Emissionen gemessen im Zyklus ohne
    Regeneration mit dem K
    i                   -Faktor.

5.6 Der gemittelte Kraftstoffverbrauch (CO
    2 Ng                   ) darf den Kraftstoffverbrauch im
    Ausgangszustand (CO
    2 S                   ) um nicht mehr als 4 Prozent übersteigen.

5.7 Der gemittelte Trübungskoeffizient im Zustand P
    Ngh                    (Anhang I Nummer 2.1 Buchstabe h) darf den
    Herstellergrenzwert nicht überschreiten.

5.8 Anforderungen an ein geregeltes Partikelminderungssystem zur Bildung
    einer Fahrzeugfamilie

    Fahrzeugfamilien können mit geregelten Partikelminderungssystemen
    gemäß der Übereinstimmungskriterien nach ECE-R 83 Anhang 13 Nummer 2.1
    gebildet werden. Der Nachweis der Funktionsfähigkeit innerhalb der
    Familie gilt als erbracht, wenn die Anforderungen nach Nummern 5.2 und
    5\.3 unter Berücksichtigung des K
    i                   -Faktors nach Nummer 5.4, gemessen nach Anhang I
    Nummer 2.2, erfüllt sind.

**6** **Genehmigung**

6.1 Neue Kraftfahrzeuge

6.1.1 EG-Typgenehmigung oder Allgemeine Betriebserlaubnis

    Bei erstmals für den Verkehr zuzulassenden Kraftfahrzeugen mit
    Selbstzündungsmotor, die die Anforderungen nach Nummer 2.2 erfüllen,
    hat der Fahrzeughersteller oder sein Beauftragter auf der Grundlage
    der für den Fahrzeugtyp erteilten EG-Typgenehmigung oder Allgemeinen
    Betriebserlaubnis gegenüber der Genehmigungsbehörde eine Erklärung
    darüber abzugeben, dass die von ihm reihenweise gefertigten
    Kraftfahrzeuge als besonders partikelreduziert nach Stufe PM 5 gelten
    und er die Bescheinigung nach Anhang II nur ausstellt, wenn unter
    Berücksichtigung der für die Stufe PM 5 geltenden Grenzwerte weiterhin
    alle Bestimmungen der Richtlinie 70/220/EWG eingehalten werden.

6.1.2 Betriebserlaubnis für Einzelfahrzeuge

    Bei Kraftfahrzeugen, die mit einer Betriebserlaubnis nach § 21 für den
    Verkehr zugelassen werden sollen, hat der mit der Begutachtung
    beauftragte amtlich anerkannte Sachverständige festzustellen, ob das
    Kraftfahrzeug den Anforderungen der Stufe PM 5 genügt. Es können auch
    Bescheinigungen nach Anhang II herangezogen werden. Ist das der Fall,
    hat er zudem nach pflichtgemäßem Ermessen zu beurteilen und
    gegebenenfalls mit einer Bescheinigung entsprechend Anhang III zu
    bestätigen, dass nicht zu erwarten ist, dass sich das Abgasverhalten
    des Kraftfahrzeugs bei bestimmungsgemäßem Betrieb in einem Zeitraum
    von bis zu fünf Jahren oder bis zu einer Kilometerleistung von 100 000
    km, je nachdem, welches Kriterium zuerst erreicht wird, wesentlich
    verschlechtern wird.

6.2 Für den Verkehr zugelassene Kraftfahrzeuge

6.2.1 EG-Typgenehmigung oder Allgemeine Betriebserlaubnis

    Für den Verkehr zugelassene Kraftfahrzeuge mit Selbstzündungsmotor,
    die die Anforderungen nach Nummer 2.2 ohne Nachrüstung erfüllen, hat
    der Fahrzeughersteller oder sein Beauftragter auf der Grundlage der
    für den Fahrzeugtyp erteilten EG-Typgenehmigung oder der Allgemeinen
    Betriebserlaubnis gegenüber der Genehmigungsbehörde eine Erklärung
    darüber abzugeben, dass die von ihm reihenweise gefertigten
    Kraftfahrzeuge als besonders partikelreduziert nach Stufe PM 5 gelten
    und er die Bescheinigung nach Anhang II nur ausstellt, wenn unter
    Berücksichtigung des für die Stufe PM 5 geltenden Grenzwerts bisher
    alle Bestimmungen der Richtlinie 70/220/EWG eingehalten wurden und
    auch weiterhin eingehalten werden.

6.2.2 Betriebserlaubnis für Einzelfahrzeuge

    Bei Kraftfahrzeugen, die mit einer Betriebserlaubnis nach § 21 für den
    Verkehr zugelassen worden sind, hat der mit der Begutachtung
    beauftragte amtlich anerkannte Sachverständige festzustellen, ob das
    Kraftfahrzeug den Anforderungen der Stufe PM 5 genügt. Es können auch
    Bescheinigungen nach Anhang II herangezogen werden. Ist das der Fall,
    hat er zudem nach pflichtgemäßem Ermessen zu beurteilen und
    gegebenenfalls mit einer Bescheinigung entsprechend Anhang III zu
    bestätigen, dass nicht zu erwarten ist, dass sich das Abgasverhalten
    des Kraftfahrzeugs bei bestimmungsgemäßem Betrieb in einem Zeitraum
    von bis zu fünf Jahren oder bis zu einer Kilometerleistung von 100 000
    km, je nachdem, welches Kriterium zuerst erreicht wird, wesentlich
    verschlechtern wird.

6.2.3 Partikelminderungssystem für die Nachrüstung

    Sollen durch Einbau von Partikelminderungssystemen die Emissionen
    luftverunreinigender Partikel von bereits für den Verkehr zugelassenen
    Kraftfahrzeugen verringert werden, so ist für das
    Partikelminderungssystem eine

    a)  Betriebserlaubnis für Fahrzeugteile nach § 22 oder

    b)  Systemgenehmigung für das Fahrzeug nach den Bestimmungen der
        Richtlinie 70/220/EWG oder nach der ECE-R 83 erforderlich.

    Im Falle von Buchstabe a muss die Betriebserlaubnis für das
    Partikelminderungssystem die Einhaltung einer der
    Partikelminderungsstufen PM 01 bis PM 4 nach den Bestimmungen dieser
    Anlage nachweisen. Einzelheiten über die Verwendung des
    Partikelminderungssystems und des Einbaus ergeben sich aus der
    Betriebserlaubnis.

    Wird im Falle von Buchstabe b für einen Fahrzeugtyp, der für die
    Nachrüstung mit einem Partikelminderungssystem vorgesehen ist, durch
    die Systemgenehmigung nach den Bestimmungen der Richtlinie 70/220/EWG
    oder nach der ECE-R 83 bereits nachgewiesen, dass die Anforderungen
    nach Nummer 2.2.1 bei Ausrüstung mit dem Partikelminderungssystem
    eingehalten werden, gelten die Kraftfahrzeuge dieses Typs bei
    nachträglicher Ausrüstung mit dem Partikelminderungssystem als
    besonders partikelreduziert nach Stufe PM 4. Hinsichtlich der
    Weiterverwendung des Oxidationskatalysators gelten die Bestimmungen
    nach Nummer 3.1. Die Teile für die Nachrüstung des Kraftfahrzeugs
    einschließlich der Montageanweisungen sind vom Fahrzeughersteller
    bereitzustellen. Der Hersteller stellt eine Bescheinigung nach Anhang
    II aus. Diese ist mit den Teilenummern des Nachrüstsatzes und den
    Montagebedingungen zu ergänzen und der Abnahmebescheinigung nach
    Anhang V beizufügen.

**7** **Genehmigungsbehörde**

7.1 Genehmigungsbehörde im Sinne dieser Anlage ist das Kraftfahrt-
    Bundesamt, Fördestraße 16, 24944 Flensburg. Dies gilt nicht im Falle
    des Verfahrens nach § 21.

7.2 Partikelminderungssysteme aus anderen Mitgliedstaaten der Europäischen
    Gemeinschaft oder der Türkei oder einem EFTA-Staat, der Vertragspartei
    des EWR-Abkommens ist, für die Nachrüstung von Kraftfahrzeugen mit
    Dieselmotor werden anerkannt, wenn dasselbe Niveau für die
    Partikelminderung gewährleistet wird, das diese Anlage beinhaltet.

**8** **Rücknahme der Genehmigung**

    Eine Genehmigung ist zurückzunehmen, wenn festgestellt wird, dass die
    Voraussetzungen für die Genehmigung nicht mehr gegeben sind oder
    erfüllt werden oder der Inhaber der Genehmigung gegen die Pflichten
    aus der Genehmigung verstoßen hat.

**9** **Zusätzliche Anforderungen**

9.1 Betriebsverhalten

    Durch den Einbau des Partikelminderungssystems dürfen keine
    Beeinträchtigungen des Betriebsverhaltens und keine zusätzlichen
    Gefährdungen der Fahrzeugsicherheit eintreten.

9.2 Geräuschverhalten

    Partikelminderungssysteme dürfen keine negativen Auswirkungen auf das
    Geräuschverhalten erwarten lassen.

9.3 Additivierung

    Handelt es sich um ein additiv unterstütztes Partikelminderungssystem,
    so ist eine Unbedenklichkeitserklärung des Umweltbundesamtes bezüglich
    des Systems in Verbindung mit dem verwendeten Additiv der mit der
    Begutachtung beauftragten Stelle vorzulegen.

9.4 Elektromagnetische Verträglichkeit

    Werden elektronische Bauteile und/oder Steuergeräte verwendet, so
    müssen diese den Bestimmungen des § 55a entsprechen.

**10** **Einbau und Abnahme der Nachrüstung mit einem genehmigten
    Partikelminderungssystem**

10.1 Einbau

10.1.1 Die Nachrüstung mit einem genehmigten Partikelminderungssystem ist von
    einer für die Durchführung der Abgasuntersuchung an Kraftfahrzeugen
    mit Kompressionszündungsmotor nach Anlage VIIIc Nummer 1 in Verbindung
    mit Anlage VIII Nummer 3.1.1.1 anerkannten AU-Kraftfahrzeugwerkstatt
    durchzuführen. Abweichend von Satz 1 kann die Nachrüstung auch von
    einer anderen Stelle durchgeführt werden. In diesem Falle gilt Nummer
    10\.2 Buchstabe b.

10.1.2 Das nachzurüstende Kraftfahrzeug muss sich in einem technisch
    einwandfreien Zustand befinden. Sofern erforderlich, sind vor der
    Nachrüstung Mängel zu beseitigen, die das Erreichen der durch die
    Betriebserlaubnis des Partikelminderungssystems nachgewiesenen
    Partikelminderung oder die Dauerhaltbarkeit in Frage stellen.

10.2 Abnahme

    Der ordnungsgemäße Einbau aller Teile und die einwandfreie Funktion
    des Partikelminderungssystems sind

    a)  von der anerkannten AU-Kraftfahrzeugwerkstatt, sofern diese die
        Nachrüstung selbst vorgenommen hat, auf einer dem Anhang V
        entsprechenden Abnahmebescheinigung für Partikelminderungssysteme zur
        Vorlage bei der Zulassungsbehörde oder

    b)  durch einen amtlich anerkannten Sachverständigen oder Prüfer für den
        Kraftfahrzeugverkehr oder durch einen Kraftfahrzeugsachverständigen
        oder Angestellten nach den Bestimmungen der Anlage VIIIb auf einer
        Abnahmebescheinigung im Sinne von Anhang V

    zu bestätigen.

**Anhang I**

Collections: bundestag_gesetze
StVZO-2012
Level: 2.0