Source: https://www.gesetze-im-internet.de/mikrotausbv/__8.html
Legislation: mikrotausbv

Title: § 8 Abschlußprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Mikrotechnologen/zur Mikrotechnologin (MikrotAusbV)
§ 8 Abschlußprüfung

Paragraph: 8

Full Text:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Mikrotechnologen/zur Mikrotechnologin (MikrotAusbV)
§ 8 Abschlußprüfung

(1) Die Abschlußprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage
aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Der Prüfling soll im Teil A der Prüfung in insgesamt höchstens 35
Stunden zwei betriebliche Aufträge bearbeiten und dokumentieren sowie
in insgesamt höchstens 30 Minuten darüber ein Fachgespräch führen.
Hierfür kommen insbesondere in Betracht:

1.  Inbetriebnahme einer Produktionsanlage und Herstellen der
    Produktionsfähigkeit einschließlich Arbeitsplanung und

2.  Durchführen eines Prozeßschrittes, einschließlich Arbeitsplanung,
    Feststellen der Prozeßfähigkeit der Anlage, Materiallogistik, Ver- und
    Entsorgung von Arbeitsstoffen, Bedienen und Beschicken der Anlage,
    prozeßbegleitende Prüfungen, Qualitätsmanagement.

Die Ausführung der Aufträge wird mit praxisbezogenen Unterlagen
dokumentiert. Durch die Ausführung der Aufträge und deren
Dokumentation soll der Prüfling belegen, daß er Arbeitsabläufe und
Teilaufgaben zielorientiert unter Beachtung wirtschaftlicher,
technischer, organisatorischer und zeitlicher Vorgaben selbständig
planen und fertigungsgerecht umsetzen sowie Dokumentationen
fachgerecht anfertigen, zusammenstellen und modifizieren kann. Durch
das Fachgespräch soll der Prüfling zeigen, daß er fachbezogene
Probleme und deren Lösungen darstellen, die für die Aufträge
relevanten fachlichen Hintergründe aufzeigen sowie die Vorgehensweisen
bei der Ausführung der Aufträge begründen kann. Dem Prüfungsausschuß
ist vor der Durchführung der Aufträge die Aufgabenstellung
einschließlich einer Zeitplanung zur Genehmigung vorzulegen. Das
Ergebnis der Bearbeitung der Aufträge sowie das Fachgespräch sollen
jeweils mit 50 vom Hundert gewichtet werden.

(3) Der Teil B der Prüfung besteht aus den drei Prüfungsbereichen
Sicherung von Qualitätsstandards, Sicherung verfahrenstechnischer
Prozesse sowie Wirtschafts- und Sozialkunde.

(4) Für den Prüfungsbereich Sicherung von Qualitätsstandards kommt
insbesondere eine der nachfolgenden Aufgaben in Betracht:

1.  Beschreiben der Vorgehensweise zur systematischen Eingrenzung eines
    Fehlers in einer Anlage insbesondere der MSR-Technik, Vakuumtechnik,
    Reinraumtechnik oder in der Ver- und Entsorgungstechnik für Medien.
    Dabei soll der Prüfling zeigen, daß er funktionelle Zusammenhänge
    beurteilen, Signale an Schnittstellen interpretieren, Diagnosesysteme
    einsetzen sowie auf Fehlerursachen schließen kann;

2.  Organisieren und Dokumentieren von Arbeitsvorgängen und
    Qualitätsmanagementmaßnahmen. Dabei soll der Prüfling zeigen, daß er
    Standardsoftware anwenden, Sachverhalte schriftlich wiedergeben,
    Berechnungen durchführen, Grafiken erstellen, Meßdaten erfassen,
    statistisch bearbeiten und auswerten sowie diese zu Protokollen und
    Dokumentationen zusammenfassen kann;

3.  Planen der Ver- und Entsorgung von Produktionsanlagen mit Medien und
    Werkzeugen. Dabei soll der Prüfling zeigen, daß er unter Beachtung von
    logistischen sowie Haltbarkeits-, Sicherheits- und Umweltkriterien
    Maßnahmen zur Lagerung, Prüfung, Bereitstellung von Medien und
    Werkzeugen sowie der Entsorgung von Reststoffen treffen sowie die
    entsprechenden Vorschriften anwenden kann.

Für den Prüfungsbereich Sicherung verfahrenstechnischer Prozesse kommt
im Schwerpunkt Halbleitertechnik insbesondere eine der nachfolgenden
Aufgaben in Betracht:

1.  Analysieren der Ergebnisse prozeßbegleitender Prüfungen und der
    Testergebnisse von Halbleiterbauteilen. Dabei soll der Prüfling
    zeigen, daß er Prozeßabläufe analysieren, Zusammenhänge zwischen den
    Eigenschaften von Halbleiterbauteilen sowie Prozeßparametern,
    Prozeßschritten und Strukturen beurteilen, auf zu verändernde
    Prozeßparameter schließen und Vorschläge für Verbesserungen im Bereich
    Defektdichte, Durchlaufzeit, Qualität und Ausbeute machen kann;

2.  Planen und Organisieren von Prozeßabläufen zur Herstellung von
    Halbleiterbauteilen. Dabei soll der Prüfling zeigen, daß er unter
    Berücksichtigung von Wirtschaftlichkeit, Qualität, Arbeitssicherheit
    und Umweltschutz Vorgaben der Produktionsplanung und
    Prozeßvorschriften auswerten, benötigte Masken, Vorrichtungen,
    Werkstoffe, Medien und sonstige Prozeßmittel bereitstellen,
    Personaleinsatz koordinieren sowie vorbeugende Instandhaltung,
    Arbeits- und Testabläufe festlegen kann.

Für den Prüfungsbereich Sicherung verfahrenstechnischer Prozesse kommt
im Schwerpunkt Mikrosystemtechnik insbesondere eine der nachfolgenden
Aufgaben in Betracht:

1.  Analysieren der Ergebnisse prozeßbegleitender Prüfungen und der
    Testergebnisse von mikrotechnischen Produkten. Dabei soll der Prüfling
    zeigen, daß er Prozeßabläufe analysieren, Zusammenhänge zwischen den
    Eigenschaften von mikrotechnischen Produkten sowie Prozeßparametern,
    Prozeßschritten und Strukturen beurteilen, auf zu verändernde
    Prozeßparameter schließen und Vorschläge für Verbesserungen im Bereich
    Durchlaufzeit, Qualität und Ausbeute machen kann;

2.  Planen und Organisieren von Prozeßabläufen zur Herstellung von
    Mikrosystemen. Dabei soll der Prüfling zeigen, daß er unter
    Berücksichtigung von Wirtschaftlichkeit, Qualität, Arbeitssicherheit
    und Umweltschutz Vorgaben der Produktionsplanung und
    Prozeßvorschriften auswerten, benötigte Werkzeuge, Werkstoffe, Medien
    und sonstige Prozeßmittel bereitstellen, Personaleinsatz koordinieren
    sowie vorbeugende Instandhaltung, Arbeits- und Testabläufe festlegen
    kann.

Im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde kommen Aufgaben, die
sich auf praxisbezogene Fälle beziehen sollen, insbesondere aus
folgenden Gebieten in Betracht:
allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge aus der
Berufs- und Arbeitswelt.

(5) Für den Prüfungsteil B ist von folgenden zeitlichen Höchstwerten
auszugehen:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich Sicherung von Qualitätsstandards

    *   90 Minuten,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich Sicherung verfahrenstechnischer Prozesse

    *   90 Minuten,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(6) Innerhalb des Prüfungsteils B haben der Prüfungsbereich Sicherung
von Qualitätsstandards und der Prüfungsbereich Sicherung
verfahrenstechnischer Prozesse gegenüber dem Prüfungsbereich
Wirtschafts- und Sozialkunde jeweils das doppelte Gewicht.

(7) Der Prüfungsteil B ist auf Antrag des Prüflings oder nach Ermessen
des Prüfungsausschusses in einzelnen Prüfungsbereichen durch eine
mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen der Prüfung
den Ausschlag geben kann. Bei der Ermittlung des Ergebnisses für die
mündlich geprüften Prüfungsbereiche sind das bisherige Ergebnis und
das Ergebnis der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2:1 zu
gewichten.

(8) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils in den Prüfungsteilen A
und B mindestens ausreichende Leistungen erbracht wurden. Werden die
Prüfungsleistungen in den betrieblichen Aufträgen einschließlich
Dokumentation insgesamt, in dem Fachgespräch oder in einem der drei
Prüfungsbereiche mit ungenügend bewertet, so ist die Prüfung nicht
bestanden.

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