Source: https://www.gesetze-im-internet.de/fahrschausbo_2012/__9.html
Legislation: fahrschausbo_2012

Title: Anlage 1 Rahmenplan für den Grundstoff (12 Doppelstunden) für alle Klassen

Description:
Fahrschüler-Ausbildungsordnung (FahrschAusbO 2012)
Anlage 1 Rahmenplan für den Grundstoff (12 Doppelstunden) für alle Klassen

Paragraph: 9

Full Text:
Fahrschüler-Ausbildungsordnung (FahrschAusbO 2012)
Anlage 1 Rahmenplan für den Grundstoff (12 Doppelstunden) für alle Klassen

(Fundstelle: BGBl. I 2012, 1322 - 1323;
bzgl. der einzelnen Änderungen vgl. Fußnote)

**1.** **Persönliche Voraussetzungen**

    **a)** **Körperliche Fähigkeiten**

        Sehfähigkeit – Sehtest

        Bedeutung von Gesundheit und Fitness

    **b)** **Einschränkungen der körperlichen Fähigkeiten**

        Krankheiten und Gebrechen

        Aufmerksamkeitsdefizite

        Konzentrationsmängel

        Alkohol, Drogen und Medikamente

        Ermüden und Ablenkung

    **c)** **Psychische und soziale Voraussetzungen**

        Einstellung und Werthaltungen gegenüber Fahrzeugen, Fahren und
        Straßenverkehr

        Orientierung an Leitbildern des Verkehrsverhaltens.

**2.** **Risikofaktor Mensch**

    **a)** **Beeinflussung des Verkehrsverhaltens durch**

        Aggression, Angst, Fahrfreude, Stress, weitere Emotionen

        Auffälliges Fahren kann verschiedene Gründe haben, Reaktion auf
        aggressives Fahren

        Aggression nicht mit Gegenaggression beantworten; Lernen, wie man
        seinen Ärger kontrolliert

        Ursachen von Stress; Lernen, Stress wahrzunehmen

        Erfahrung, dass Stress Risikofaktor ist

        Lernen, wie Stress zu vermeiden und zu bewältigen ist

        Gefühle können Fahrer positiv oder negativ beeinflussen

        Risiken durch Angst, Panik, Überlegenheitsgefühle

        Lernen, Gefühle zu beherrschen und zu kontrollieren

    **b)** **Selbstbilder**

        realistische Einschätzung: Über- und Unterschätzung

    **c)** **Fahrideale und Fahrerrollen.**

**3.** **Rechtliche Rahmenbedingungen**

    **a)** **Führen von Kraftfahrzeugen**

        Fahrerlaubnisklassen

        Führerschein auf Probe

    **b)** **Zulassung von Fahrzeugen**

        zulassungspflichtige und zulassungsfreie Fahrzeuge

        Erlöschen der Betriebserlaubnis

    **c)** **Fahrzeuguntersuchungen**

    **d)** **Versicherungen**

        Haftpflicht, Teilkasko und Vollkasko

        Insassenunfall

        Rechtsschutz

    **e)** **Fahrzeugpapiere und Führerschein**

        Fahrzeugbrief, Fahrzeugschein, Betriebserlaubnis,
        Versicherungsnachweis

        Nachweis über Abgasuntersuchung

        Änderungsabnahmebericht nach § 19 Absatz 3 StVZO

    **f)** **Internationaler Kraftfahrzeugverkehr.**

**4.** **Straßenverkehrssystem und seine Nutzung**

    **a)** **Verkehrswege und ihre Bedeutung**

        Straße, Fahrbahn, Fahrstreifen, Seitenstreifen, Sonderfahrstreifen,
        Sonderwege, Autobahn- und Kraftfahrstraße

    **b)** **Grundregel § 1 (StVO)**

    **c)** **Gefahrenwahrnehmung bei Benutzung der Verkehrswege (z. B. Alleen)**

        Verkehrsbeobachtung, Gefahrenkontrolle beim Fahrstreifenwechsel

        Stau.

**5.** Vorfahrt und Verkehrsregelungen
    **Verhalten**

    –   bei besonderen Verkehrslagen

    –   an Kreuzungen und Einmündungen

    –   bei Verkehrsregelungen durch Lichtzeichen und Polizeibeamte

    insbesondere durch

    –   Handeln in der richtigen Reihenfolge (u. a. Bremsen, Schalten,
        Beschleunigen)

    –   Spurtstärke, Bedarf an Straßenraum und Zeit beim Überqueren einer
        Kreuzung einschätzen lernen

    –   Gefährlichkeit einer Kreuzung beurteilen, Notwendigkeit der
        Verständigung und Verständnis beim Kreuzungsverkehr

    –   Lernen, für die anderen Verkehrsteilnehmer mitzudenken

    –   Bedeutung von Gelassenheit und Geduld, gegebenenfalls auch einmal auf
        Vorfahrt verzichten

    –   Umweltbewusstes Befahren von Kreuzungen und Einmündungen.

**6.** **Verkehrszeichen und Verkehrseinrichtungen sowie Bahnübergänge**

    **a)** **Verkehrszeichen und -einrichtungen**

        Gefahrzeichen, Vorschriftzeichen, Richtzeichen

        sonstige Zeichen (Zusatzschilder), Verkehrseinrichtungen

        Wissen um die Systematik und Logik

        Formen, Farben, Piktogramme, Schrift der Verkehrszeichen, „Lesen“ von
        Verkehrseinrichtungen und Folgerungen für das eigene angemessene
        Verhalten

    **b)** **Bahnübergänge**

        Sicherheits- und Umweltbewusstsein – Verhalten an Bahnübergängen.

**7.** **Andere Teilnehmer im Straßenverkehr**

    **a)** **Besonderheiten und Verhalten gegenüber**

        –   öffentlichen Verkehrsmitteln

        –   Bussen/Schulbussen

        –   Taxen

        –   Pkw und Motorradfahrern

        –   Radfahrern

        –   großen und schweren Fahrzeugen

        –   Fußgängern

        –   Kindern und älteren Menschen

        –   Behinderten

    **b)** **Verhalten an Fußgängerüberwegen und -furten**

    **c)** **Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung**

        –   verkehrsberuhigter Bereich und Zone 30

        –   bauliche Maßnahmen.

**8.** **Geschwindigkeit, Abstand und umweltschonende Fahrweise**

    **a)** **Bedeutung der Geschwindigkeit**

        situationsangepasste Geschwindigkeit

        Zusammenhänge zwischen Geschwindigkeit, Abstand und Anhalteweg

        Einschätzung des Anhalteweges bei verschiedenen Geschwindigkeiten

        Gewöhnung an ausreichende Sicherheitsabstände

        Erkenntnis der Gefahren von zu hohen Geschwindigkeiten

        Ständige Kontrolle der Geschwindigkeit durch Anpassung an
        Verkehrsverhältnisse, Straßenverhältnisse, Witterungs- und
        Sichtverhältnisse

        Kenntnisse und Akzeptanz der Geschwindigkeitsregelungen

        Kenntnis der Zusammenhänge zwischen Geschwindigkeit und
        Schadstoffemissionen

        Wahl umweltschonender Geschwindigkeiten

        Realistische Selbsteinschätzung des eigenen Geschwindigkeitsverhaltens

        Wissen um das Risiko von Geschwindigkeitsrausch und
        Geschwindigkeitsgewohnheiten

    **b)** **Vorausschauendes Verhalten**

    **c)** **Sicherheitsabstände**

    **d)** **Wahl der Geschwindigkeit in Abhängigkeit von Straße, Verkehr,
        Witterungs- und Sichtverhältnissen**

    **e)** **Lärmschutz**

    **f)** **Geschwindigkeitsvorschriften**

    **g)** **Warnzeichen.**

**9.** **Verkehrsverhalten bei Fahrmanövern, Verkehrsbeobachtung**

    **a)** **Einfahren, Anfahren**

    **b)** **Überholen, Vorbeifahren, Ausweichen**

    **c)** **Nebeneinanderfahren**

    **d)** **Abbiegen**

    **e)** **Wenden**

    **f)** **Rückwärtsfahren**

    **g)** **Kenntnis der Verkehrsregelungen bei verschiedenen Fahrmanövern.
        Insbesondere durch**

        –   Kennen und Wahrnehmen von Gefahren bei Fahrmanövern

        –   Verkehrsbeobachtung üben

        –   Erfahrung, dass sie erhöhte Konzentration erfordern

        –   Lernen, verantwortungsvoll zu entscheiden, ob und wo man Fahrmanöver
            ausführen kann oder davon absehen soll.

**10.** **Ruhender Verkehr**

    Zu wenig Straßenraum – zu viele Autos

    **a)** **Ruhender Verkehr**

        Halten und Parken

        Einrichtungen zur Überwachung des ruhenden Verkehrs

    **b)** **Ein- und Aussteigen**

        Sichern des Fahrzeugs

    **c)** **Absichern liegen gebliebener Fahrzeuge**

    **d)** **Anschleppen, Abschleppen und Schleppen.**

**11.** **Verhalten in besonderen Situationen, Folgen von Verstößen gegen
    Verkehrsvorschriften**

    **a)** **Benutzung von Beleuchtungseinrichtungen**

    **b)** **Verhalten gegenüber Sonderfahrzeugen**

        Blaues und gelbes Blinklicht

        Sonderrechte

    **c)** **Verhalten nach Verkehrsunfall**

        Absichern und Hilfeleistung für Verletzte

        Verpflichtungen

    **d)** **Ahndung von Fehlverhalten**

        Verwarnung, Bußgeld, Fahrverbot, Strafe

    **e)** **Fahreignungsregister**

        **Fahreignungs-Bewertungssystem**

    **f)** **Entzug der Fahrerlaubnis**

    **g)** **Verlust des Versicherungsschutzes**

        Schadenersatz, Regress

    **h)** **Begutachtungsstelle für Fahreignung**

        Medizinisch-psychologische Untersuchung.

**12.** **Lebenslanges Lernen**

    **a)** **Besondere Risikofaktoren bei**

        –   Fahranfängern

        –   Jungen Fahrern

        –   Älteren Fahrern

    **b)** **Hilfen**

        **insbesondere durch**

        –   Aufbauseminare, besondere Aufbauseminare und verkehrspsychologische
            Beratungsgespräche (Führerschein auf Probe)

        –   Fahreignungsseminare (Fahreignungs-Bewertungssystem)

        –   Erfahrungsaustausch für Fahranfänger

    **c)** **Risiken durch Informations- und Kommunikationsdefizite im
        Straßenverkehr**

    **d)** **Verkehrssicherheit durch Weiterbildung**

    **e)** **Sicherheitstraining**

    **f)** **Kurse zur umweltschonenden Fahrweise.**

(zu § 4)

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