Source: https://www.gesetze-im-internet.de/grwv_2010/__15.html
Legislation: grwv_2010

Title: Anlage 5 Anforderungen an Analysemethoden, Laboratorien und die Beurteilung der Überwachungsergebnisse

Description:
Verordnung zum Schutz des Grundwassers (GrwV 2010)
Anlage 5 Anforderungen an Analysemethoden, Laboratorien und die Beurteilung der Überwachungsergebnisse

Paragraph: 15

Full Text:
Verordnung zum Schutz des Grundwassers (GrwV 2010)
Anlage 5 Anforderungen an Analysemethoden, Laboratorien und die Beurteilung der Überwachungsergebnisse

(Fundstelle: BGBl. I 2010, 1525 - 1526)

1.  Anforderungen an Analysemethoden

    Analysemethoden für die chemische Überwachung der in dieser Verordnung
    genannten Parameter und Schwellenwerte müssen die folgenden Kriterien
    erfüllen:

    1.1[^F5_774693_BJNR151300010BJNE002300000]
 Die Analysemethoden, einschließlich der Labor-, Feld- und
        Onlinemethoden, sind im Einklang mit der Norm DIN EN ISO/IEC 17025
        zu validieren und zu dokumentieren.

    1.2 Die erweiterte Messunsicherheit, unter Verwendung des
        Erweiterungsfaktors k = 2, der Analysemethoden darf höchstens 50
        Prozent betragen; sie wird bei einer Konzentration im Bereich des zu
        kontrollierenden Schwellenwertes ermittelt.

        Die Messunsicherheit ist ein nicht negativer Parameter, der die
        Streuung derjenigen Werte beschreibt, die der Messgröße auf der Basis
        der verwendeten Informationen zugeordnet werden. Die Messunsicherheit
        beinhaltet die Genauigkeit des Verfahrens und legt den Bereich fest,
        innerhalb dessen der „wahre Wert“ der Analyseprobe mit einer
        bestimmten, vorgegebenen Wahrscheinlichkeit zu erwarten ist.

    1.3 Die Bestimmungsgrenzen der angewendeten Analysemethoden dürfen
        höchstens 30 Prozent des jeweiligen Schwellenwertes betragen.

[^F6_774693_BJNR151300010BJNE002300000]
        Die Bestimmungsgrenze ist ein festgelegtes Vielfaches der
        Nachweisgrenze. Sie entspricht der Konzentration eines Stoffes, die
        mit einem akzeptablen Maß an Genauigkeit bestimmt werden kann. Erst
        oberhalb der Bestimmungsgrenze werden quantitative Analyseergebnisse
        angegeben. Dabei ist die Nachweisgrenze das Messsignal oder der
        Konzentrationswert, ab dem man bei einem festgelegten Vertrauensniveau
        aussagen kann, dass sich eine Probe von einer Leerprobe unterscheidet,
        die den zu bestimmenden Analyten nicht enthält. Die Bestimmungsgrenze
        kann nach der Vornorm ISO/TS 13530
        ermittelt und verifiziert werden.

    1.4 Gibt es für einen Parameter keine Analysemethode, die den
        Anforderungen gemäß Nummer 1.2 und 1.3 genügt, dann erfolgt die
        Überwachung mit Hilfe der besten verfügbaren Technik. Liegt in diesen
        Fällen die Bestimmungsgrenze über dem Schwellenwert und die
        Stoffkonzentration unter der Bestimmungsgrenze, gilt der Schwellenwert
        als eingehalten.

        Bei der Analyse operational über ihre Analysevorschrift definierter
        Parameter gelten die in den Analysemethoden festgelegten
        Anforderungen.

2.  Anforderungen an Laboratorien

[^F7_774693_BJNR151300010BJNE002300000]
    Die Laboratorien, die biologische Qualitätskomponenten oder chemische
    oder chemisch-physikalische Qualitätskomponenten überwachen, haben ein
    Qualitätsmanagementsystem im Einklang mit der Norm DIN EN ISO/IEC
    17025
    anzuwenden. Sie haben die Kompetenz für die Durchführung der
    erforderlichen Analysen nachzuweisen durch

    2.1[^F8_774693_BJNR151300010BJNE002300000]
 Teilnahme an Ringversuchen zur Laboreignungsprüfung mit Proben, die
        repräsentativ für den untersuchten Konzentrationsbereich sind und die
        von Organisationen durchgeführt werden, welche die Anforderungen nach
        DIN EN ISO/IEC 17043
        erfüllen, und

    2.2 Analyse verfügbarer Referenzmaterialien, die bezüglich Konzentration
        und Matrix repräsentativ für die zu analysierenden Proben sind.

3.  Anforderungen an die Beurteilung der Überwachungsergebnisse

    3.1 Berechnung des Jahresdurchschnitts

        3.1.1 Liegen die Werte physikalisch-chemischer oder chemischer Messgrößen in
            einer bestimmten Probe unter der Bestimmungsgrenze, so werden die
            Messergebnisse für die Berechnung des Jahresdurchschnitts durch die
            Hälfte des Wertes der Bestimmungsgrenze ersetzt. Satz 1 gilt nicht für
            Parameter, die Summen von Stoffen darstellen. In diesen Fällen werden
            unter der Bestimmungsgrenze liegende Ergebnisse für einzelne Stoffe
            vor der Summenbildung gleich null gesetzt.

        3.1.2 Liegt ein gemäß Nummer 3.1.1 berechneter Jahresdurchschnitt unter der
            Bestimmungsgrenze, so wird dieser Wert als „kleine Bestimmungsgrenze“
            bezeichnet. Die Umweltqualitätsnorm gilt dann als eingehalten.

    3.2 Einhaltung von Schwellenwerten

        Ein Schwellenwert gilt an einer Messstelle als eingehalten, wenn das
        arithmetische Mittel der im Zeitraum von einem Jahr gemessenen
        Konzentrationen an dieser Messstelle kleiner oder gleich dem
        Schwellenwert ist.

    Ausgabe August 2005, erschienen im Beuth-Verlag GmbH, Berlin, und beim
    Deutschen Patentamt in München archivmäßig gesichert niedergelegt.
[^F5_774693_BJNR151300010BJNE002300000]:     Ausgabe Vornorm März 2009, erschienen im Beuth-Verlag GmbH, Berlin,
    und beim Deutschen Patentamt in München archivmäßig gesichert
    niedergelegt.
[^F6_774693_BJNR151300010BJNE002300000]:     Ausgabe August 2005, erschienen im Beuth-Verlag GmbH, Berlin, und beim
    Deutschen Patentamt in München archivmäßig gesichert niedergelegt.
[^F7_774693_BJNR151300010BJNE002300000]:     Ausgabe Mai 2010, erschienen im Beuth-Verlag GmbH, Berlin, und beim
    Deutschen Patentamt in München archivmäßig gesichert niedergelegt.
[^F8_774693_BJNR151300010BJNE002300000]: 
(zu § 10 Absatz 1)

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GrwV-2010
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