Source: https://www.gesetze-im-internet.de/drucklv/__18.html
Legislation: drucklv

Title: Anhang 3 (Nach § 18 Abs. 1 Nr. 4 der Verordnung über Arbeiten in Druckluft)

Description:
Verordnung über Arbeiten in Druckluft (DruckLV)
Anhang 3 (Nach § 18 Abs. 1 Nr. 4 der Verordnung über Arbeiten in Druckluft)

Paragraph: 18

Full Text:
Verordnung über Arbeiten in Druckluft (DruckLV)
Anhang 3 (Nach § 18 Abs. 1 Nr. 4 der Verordnung über Arbeiten in Druckluft)

Fundstelle des Originaltextes: BGBl. I 1972, 1927 - 1928;
bzgl. der einzelnen Änderungen vgl. Fußnote

*
    *   **Anweisung für Schleusenwärter**

1.  Der Schleusenwärter darf seinen Posten erst verlassen, nachdem er
    abgelöst worden ist, oder sämtliche Personen die Arbeitskammer und die
    Schleuse verlassen haben.

2.  Der Schleusenwärter darf nur Personen einschleusen, die nach einer
    schriftlichen Bescheinigung eines ermächtigten Arztes gesundheitlich
    tauglich sind. Der Schleusenwärter hat sich über das Vorliegen der
    Bescheinigung zu vergewissern. Personen, die zum ersten Mal
    eingeschleust werden, hat der Schleusenwärter über das beim
    Einschleusen erforderliche Verhalten zu belehren.

3.  Personen, die unter Alkoholeinwirkung stehen, dürfen nicht
    eingeschleust werden. Stellt der Schleusenwärter eine Alkoholwirkung
    erst nach dem Einschleusen fest, so hat er die Betreffenden sofort
    auszuschleusen.

4.  Der Schleusenwärter ist dafür verantwortlich, daß kein Unbefugter die
    Druckluftventile bedient und daß nicht mehr Personen gleichzeitig ein-
    oder ausgeschleust werden, als auf dem in der Schleuse befindlichen
    Anschlag angegeben ist.

5.  Der Schleusenwärter ist für die Einhaltung der für das Ein- und
    Ausschleusen festgelegten Bestimmungen verantwortlich. Er hat dabei
    insbesondere folgendes zu beachten:

    a)  Der Zeitbedarf für das Einschleusen hat sich nach dem
        Schleuseninsassen zu richten, der den Druckausgleich am langsamsten
        erreicht. Während des Einschleusens sind die geschleusten Personen
        ständig im Auge zu behalten. Treten bei einer Person Beschwerden auf,
        ist der Druck in der Schleuse umgehend wieder abzusenken und langsamer
        als vorher zu steigern. Treten dabei erneut Beschwerden auf, ist die
        betreffende Person auszuschleusen und dem nach § 18 Abs. 1 Nr. 1
        bestellten Fachkundigen oder seinem Stellvertreter hierüber Mitteilung
        zu machen.

    b)  Das Ausschleusen von Personen hat bei Arbeitsdrücken von 0,7 bar oder
        darüber grundsätzlich mit Sauerstoff zu erfolgen, dabei ist Tabelle 1
        des Anhanges 2 einzuhalten. Dabei müssen alle Personen die
        Sauerstoffatemmaske fest anlegen.

    c)  Ist wegen technischen Versagens der Sauerstoffanlage das Ausschleusen
        mit Sauerstoffatmung nicht möglich, hat die Ausschleusung mit
        Druckluft gemäß Notfalltabelle 1 des Anhanges 2 zu erfolgen.

    d)  Wird in Notfallsituationen die zulässige Aufenthaltsdauer von Personen
        in der Arbeitskammer überschritten, sind diese nach der Notfalltabelle
        2 des Anhanges 2 mit Sauerstoffatmung auszuschleusen.

    e)  Kann in Notfallsituationen nach Buchstabe d nicht mit Sauerstoff
        ausgeschleust werden, hat die Ausschleusung mit Druckluft gemäß
        Notfalltabelle 3 des Anhanges 2 zu erfolgen.

    f)  Liegen die Aufenthaltszeiten in der Arbeitskammer zwischen den in den
        Tabellen angegebenen Werten, ist jeweils die für die höhere
        Aufenthaltszeit angegebene Ausschleusungszeit einzuhalten.

    g)  Schwankt der Druck in der Arbeitskammer regelmäßig, z.B. durch Ebbe
        und Flut bedingt, oder vorübergehend, müssen die Ausschleusungszeiten
        dem höchsten Druck der jeweiligen Arbeitsschicht entsprechen.

    h)  Während des Ausschleusens ist die Schleuse mit Frischluft zu spülen.

6.  Der Schleusenwärter darf nur bei Gefahr für Leben oder Gesundheit von
    Personen von den Ausschleusungszeiten der Tabellen des Anhanges 2
    abweichen. Hiervon sind der für den Druckluftbetrieb verantwortliche
    Betriebsleiter oder sein Stellvertreter und der ermächtigte Arzt
    sofort zu benachrichtigen. Die zu schnell ausgeschleusten Personen
    sind so bald wie möglich in der Krankendruckluftkammer oder - soweit
    eine solche nicht vorhanden ist - in der Personenschleuse unter den
    Druck zu setzen, der in der Arbeitskammer bestanden hat und nach den
    vorgeschriebenen Zeiten der Tabellen des Anhanges 2 auszuschleusen.

7.  Sinkt bei geschlossenem Auslaßhahn der Druck in der Schleuse infolge
    Undichtigkeit schneller als es die Ausschleusungszeiten der Tabellen
    des Anhanges 2 vorschreiben, so muß der Schleusenwärter so viel
    Druckluft einlassen, daß die ordnungsgemäßen Druckstufen und
    Ausschleusungszeiten eingehalten werden.

8.  Zeigt eine Person beim Ausschleusen Krankheitserscheinungen oder gibt
    sie Beschwerden an, so hat der Schleusenwärter den
    Ausschleusungsvorgang sofort zu unterbrechen und auf der erreichten
    Druckstufe stehenzubleiben, bis die Beschwerden verschwunden sind. Ist
    dies nach einigen Minuten nicht der Fall, so ist der Druck in der
    Personenschleuse wieder auf den vorausgegangenen Arbeitsdruck zu
    erhöhen. Der Schleusenwärter hat die sofortige Benachrichtigung des
    ermächtigten Arztes zu veranlassen und den Kranken besonders
    vorsichtig und langsam auszuschleusen, soweit nicht der
    benachrichtigte Arzt andere Anweisungen erteilt.

9.  Bei allen Erkrankungen oder Unfällen von Personen in Druckluft ist in
    jedem Fall der ermächtigte Arzt vor Beginn der Ausschleusung zu
    verständigen. Die Ausschleusung von Erkrankten oder Verletzten ist
    nach Anweisung des ermächtigten Arztes vorzunehmen.

10. Die Namen von Erkrankten und Unfallverletzten sind vom Schleusenwärter
    sofort dem verantwortlichen Betriebsleiter oder seinem Stellvertreter
    zu nennen.

11. Erkrankt der Schleusenwärter, so hat er das umgehend seinem nächsten
    Vorgesetzten anzuzeigen, damit ein Stellvertreter bestellt werden
    kann.

12. Jede Beschädigung an der Schleuse oder deren Einrichtung (Türen,
    Hähne, Druckmesser, Druckschreiber, Uhr, Fernsprechanlage usw.) hat
    der Schleusenwärter sofort dem verantwortlichen Betriebsleiter oder
    seinem Stellvertreter anzuzeigen.

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