Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bartschv_2005/__2.html
Legislation: bartschv_2005

Title: § 2 Ausnahmen

Description:
Verordnung zum Schutz wild lebender Tier- und Pflanzenarten (BArtSchV 2005)
Abschnitt 1 - Unterschutzstellung, Ausnahmen und Verbote
§ 2 Ausnahmen

Paragraph: 2

Full Text:
Verordnung zum Schutz wild lebender Tier- und Pflanzenarten (BArtSchV 2005)
Abschnitt 1 - Unterschutzstellung, Ausnahmen und Verbote
§ 2 Ausnahmen

(1) Die Verbote des § 44 Absatz 1 Nummer 4 und Absatz 2 Satz 1 Nummer
1 des Bundesnaturschutzgesetzes gelten nicht für Pilze der nachstehend
aufgeführten Arten, soweit sie in geringen Mengen für den eigenen
Bedarf der Natur entnommen werden:
Boletus edulis Steinpilz
Cantharellus spp. Pfifferling - alle heimischen Arten
Gomphus clavatus Schweinsohr
Lactarius volemus Brätling
Leccinum spp. Birkenpilz und Rotkappe - alle heimischen Arten
Morchella spp. Morchel - alle heimischen Arten
Die nach Landesrecht zuständige Behörde kann im Einzelfall für die in
Satz 1 genannten Pilze weitergehende Ausnahmen von den dort genannten
Verboten zulassen, solange und soweit die Erhaltung der betreffenden
Arten landesweit oder in bestimmten Landesteilen nicht gefährdet ist.

(2) Die nach Landesrecht zuständige Behörde kann Ausnahmen von § 44
Absatz 1 Nummer 1 und 3 und Absatz 2 des Bundesnaturschutzgesetzes für
Weinbergschnecken (Helix pomatia) mit einem Gehäusedurchmesser von
mindestens 30 Millimeter zulassen, soweit die Vorgaben der Artikel 14
und 16 Abs. 1 der Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur
Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wild lebenden Tiere
und Pflanzen (FFH-Richtlinie) (ABl. L 206 vom 22.7.1992, S. 7), die
zuletzt durch die Richtlinie 2006/105/EG (ABl. L 363 vom 20.12.2006,
S. 368) geändert worden ist, nicht entgegenstehen.

(3) Die Besitz- und Vermarktungsverbote des § 44 Absatz 2 Satz 1 des
Bundesnaturschutzgesetzes sowie die Vorschriften der §§ 6, 7 und 12
gelten nicht für

1.  domestizierte Formen von Arten im Sinne von § 7 Absatz 2 Nummer 13
    Buchstabe b des Bundesnaturschutzgesetzes,

2.  gezüchtete beziehungsweise künstlich vermehrte Exemplare der in Anlage
    2 aufgeführten Arten sowie

3.  Edelkrebse (Astacus astacus), die rechtmäßig und zum Zweck der Hege
    dem Gewässer entnommen werden.

Die in Satz 1 genannten Formen sind auch von den Verboten des § 44
Absatz 1 Nummer 1 und 3 des Bundesnaturschutzgesetzes ausgenommen.

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BArtSchV-2005
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