Source: https://www.gesetze-im-internet.de/natsgvessertalv/__2.html
Legislation: natsgvessertalv

Title: § 2 Flächenbeschreibung und Abgrenzung

Description:
Verordnung über die Festsetzung von Naturschutzgebieten und einem Landschaftsschutzgebiet von zentraler Bedeutung mit der Gesamtbezeichnung "Biosphärenreservat Vessertal" (NatSGVessertalV)
§ 2 Flächenbeschreibung und Abgrenzung

Paragraph: 2

Full Text:
Verordnung über die Festsetzung von Naturschutzgebieten und einem Landschaftsschutzgebiet von zentraler Bedeutung mit der Gesamtbezeichnung "Biosphärenreservat Vessertal" (NatSGVessertalV)
§ 2 Flächenbeschreibung und Abgrenzung

(1) Das Biosphärenreservat repräsentiert einen charakteristischen
Querschnitt durch den mittleren Thüringer Wald. Es erstreckt sich aus
420 m ü. NN am Gebirgsrand bis über 982 m ü. NN im Kammbereich. Der
Untergrund besteht aus Sedimenten und Ergußgesteinen des Rotliegenden
(Unteres Perm) sowie kleinflächig aus kambrischen Tonschiefern und im
Randbereich aus Buntsandstein. Das Gebirge ist durch zahlreiche tiefe
Täler zerschnitten. Das Gewässernetz ist sehr dicht (1,5 bis 2,5 km
Lauflänge pro Quadratkilometer). Es überwiegen kleine, gefällreiche,
kiesig-blockige Bäche mit meist klarem Wasser. An stehenden Gewässern
sind vor allem zwei Trinkwassertalsperren zu nennen.
Das Gebiet ist zu 85% bewaldet, wobei naturnahe Buchenwälder
verschiedener Ausprägungen einen erheblichen Anteil besitzen. Der
größere Teil wird von Fichtenforsten eingenommen, insbesondere in den
höheren Lagen.
Zum charakteristischen Landschaftsinventar gehören die Grünlandflächen
auf den langgestreckten Talsohlen, an flacheren Hängen und in
Quellmulden. Mit Borstgrasrasen, Frisch- und Feuchtwiesen,
Hochstaudenfluren, Bachröhrichten und Quellfluren spiegeln sie das
reichhaltige Standortmosaik an den Hängen, in den Tälern und entlang
der Bäche wider. Die früher zweischürige Mahd mit umfangreicher
Rieselbewässerung ist in den letzten Jahrzehnten meist intensiverer
Nutzung durch Rinderbeweidung gewichen. Entfernt gelegene Wiesen
blieben ungenutzt.
In den Kammlagen sind mehrere Hochmoore in das Reservat einbezogen.
Die sehr unterschiedlichen Landschaftsstrukturen werden von einer sehr
artenreichen Tier- und Pflanzenwelt besiedelt. Dazu zählen zahlreiche
besonders geschützte Arten aus den verschiedenen taxonomischen
Gruppen. Auch vom Aussterben bedrohte Arten kommen vor.
Die landschaftlichen Schönheiten bieten traditionsgemäß Urlaubern und
Touristen zu allen Jahreszeiten hervorragende Erholungsmöglichkeiten.

(2) Die Grenze des Biosphärenreservates verläuft wie folgt:
Straße vom oberen Ende des Floßgrabens (nordwestlich des Großen
Beerberges) in Richtung Schmücke bis Abzweigung zum Schneekopf,
Richtung Schneekopf 1.000 m, Weg nördlich des Teufelskreismoores zur
Straße Schmücke - Gehlberg (Güldene Brücke), nach 500 m Richtung
Südost ins Große Löffeltal, dieses 500 m talabwärts, 900 m Richtung
Sachsenstein, nach Osten zur Straße Schmücke-Mönchshof, diese bis Zwei
Wiesen, Silbergrund bis Osthang Großer Rödel, nach Süden Weg östlich
Rosenkopf bis Taubachtal, talabwärts bis Stützerbach, Ort
ausschließend, Busselbach aufwärts nach Ost und Nord bis Auerhahn,
Straße in Richtung Ilmenau bis Nördlicher Erbskopf, nördlicher Hangweg
des Schortetales bis Voglersmühle, Schortetal bis Mühle, westlich
Öhrenstock am Waldrand entlang nach Süden ins Schobsetal, über
Weißlederspitze durch Haßlachtal zur Straße Gehren-Schönbrunn oberhalb
der Katsmühle (Wohlrosestraße), über Ebereschenhügel, Straße in
Richtung Schönbrunn durch Tannengrund, Südufer der Talsperre
Schönbrunn, Sperrmauer, Waldweg Zehn Buchen ins Glasbachtal, nach
Schleusingerneundorf, Straße in Richtung Schleusingen bis 2 km
nordöstlich Hinternah, Waldrand Eisenhügel und Silberbacher Kuppe in
Richtung Nord, östlich Breitenbach zum Kreckebach, am Bach entlang
nach Breitenbach, Weg Breitenbach-Erlau, Eisenbahn und F 247 bis Suhl,
Waldrand Döllberg und Ringberg östlich Suhl und nördlicher Waldrand
Ringberg, Steinhorst, Krötengrund, Waldrand südlich, östlich und
nördlich Goldlauter, Tal der Dürren Lauter zur Rosenkopfstraße,
Richtung Südwest zum Punkt 758,8, Weg zum Rennsteig am Floßgraben.
Der Verlauf der Grenze entlang der Straßen, Wege und Schienen versteht
sich ausschließlich dieser. Verläuft sie an Bächen, sind diese
eingeschlossen.

(3) Die Grenze des Biosphärenreservates ist in einer Karte M 1:50.000,
die als Anlage Bestandteil dieser Verordnung ist, dargestellt. Darüber
hinaus ist die Grenze des Biosphärenreservates in Karten M 1:10.000
und M 1:25.000 rot eingetragen, die bei der obersten
Naturschutzbehörde archivmäßig verwahrt werden und auf die Bezug
genommen wird. Weitere Ausfertigungen befinden sich bei der
Reservatsverwaltung und der Kreisverwaltung. Bei den genannten
Behörden sind die Karten während der Sprechzeiten allgemein
zugänglich.

Collections: bundestag_gesetze
NatSGVessertalV
Level: 2.0