Source: https://www.gesetze-im-internet.de/flgdv_2/__15.html
Legislation: flgdv_2

Title: Schweineschlachtkörper

Description:
Verordnung über die Anforderungen an die Zulassung von Klassifizierungsunternehmen und Klassifizierern für Schlachtkörper von Rindern, Schweinen und Schafen (FlGDV 2)
Schweineschlachtkörper

Paragraph: 15

Full Text:
Verordnung über die Anforderungen an die Zulassung von Klassifizierungsunternehmen und Klassifizierern für Schlachtkörper von Rindern, Schweinen und Schafen (FlGDV 2)
Schweineschlachtkörper

A.  Klassifizierung

    In der praktischen Prüfung über die Klassifizierung von
    Schweineschlachtkörpern muss der Prüfungsteilnehmer darlegen, dass er
    die Funktion und die Bedienung der Klassifizierungsgeräte sowie das
    Zweipunktverfahren nach Anlage 3 der Schweineschlachtkörper-
    Handelsklassenverordnung (ZP-Verfahren) beherrscht. Andernfalls ist
    die Prüfung nicht bestanden.

I.  Klassifizierung mit Choirometern

    Der Prüfungsteilnehmer hat am Schlachtband unter Praxisbedingungen an
    30 Schlachtkörpern die Maße nach Anlage 2 der Schweineschlachtkörper-
    Handelsklassenverordnung zu ermitteln. Einer vorherigen
    Referenzfestlegung bedarf es nicht.

    1.  Klassifizierung mit Sondengeräten

        Bei Sondengeräten (invasives Verfahren) gelten folgende Toleranzen:

    1.1 Am einzelnen Schlachtkörper:

    1.1.1 Der Einstich muss in der Höhe (caudal/cranial) zwischen der zweit- und
        drittletzten Rippe liegen.

    1.1.2 Der Einstich 7 cm seitlich der Trennlinie (medial/lateral) darf
        höchstens um +/– 1,0 cm abweichen.

    1.1.3 Der Ausstich in der Bauchhöhle muss 4 cm seitlich der äußeren Kante
        des Wirbelkörpers liegen und darf höchstens um +/– 0,5 cm abweichen.

    1.1.4 Der Abstand zur Oberfläche des Schlachtkörpers, der am Ende der
        Querplatte der Kontrollnadel 8 cm caudal/cranial vom Einstich erreicht
        wird, darf höchstens 1,0 cm betragen.

    1.2 Für die Prüfungsstichprobe darf die in 1.1 definierte Einstichstelle
        nur in 10 Prozent der Fälle um höchstens eine Rippe verfehlt werden,
        die unter 1.1.2 bis 1.1.4 genannten Toleranzen dürfen jeweils
        höchstens in 10 Prozent der Fälle überschritten werden. Kumulieren ist
        zulässig, jedoch sind je Merkmal nicht mehr als fünf Überschreitungen
        zulässig. Sofern die erlaubte Fehlerquote überschritten wird, ist die
        Prüfung nicht bestanden.

    2.  Klassifizierung mit Ultraschallgeräten

        Für Ultraschallgeräte (nicht invasives Verfahren) gelten bezogen auf
        die Markierungsstelle folgende Toleranzen:

    2.1 Am einzelnen Schlachtkörper:

    2.1.1 Die Markierungsstelle liegt

        *   beim CSB-Ultrameater 7 cm seitlich der Trennlinie, 12 cm oberhalb
            (caudal) der Messstelle,

        *   beim US-Porkitron (Pistole mit Aluminiumgehäuse) 7 cm seitlich der
            Trennlinie, 11 cm oberhalb (caudal) der Messstelle und

        *   beim US-Porkitron (Pistole mit Kunststoffgehäuse) 7 cm seitlich der
            Trennlinie, 8 cm oberhalb (caudal) der Messstelle.

        Die Markierungsstelle darf caudal/cranial und medial/lateral jeweils
        höchstens um 1,0 cm abweichen.

    2.1.2 Der/Die Querbalken der Markierung muss/müssen beim US-Porkitron
        waagerecht verlaufen. Die Verlängerung des Querbalkens (bei
        Aluminiumpistolen der caudal gelegene Querbalken) darf an der
        Trennlinie caudal/cranial höchstens um 1,0 cm abweichen.

        Beim CSB-Ultrameater werden die Videoaufzeichnungen der
        klassifizierten Schlachtkörper zur Kontrolle des korrekten
        Schallaustritts herangezogen.

    2.2 Für die Prüfungsstichprobe dürfen die unter 2.1 genannten Toleranzen
        für Messungen am einzelnen Schlachtkörper jeweils in höchstens 10
        Prozent der Fälle überschritten werden. Kumulieren ist zulässig,
        jedoch sind je Toleranzmerkmal nicht mehr als fünf Überschreitungen
        zulässig. Sofern die erlaubte Fehlerquote überschritten wird, ist die
        Prüfung nicht bestanden.

II. Klassifizierung mit einer AutoFOM-Anlage

    Die Funktion, die Inbetriebnahme und die Prüfung der AutoFOM-Anlage
    sind vom Prüfungsteilnehmer fehlerfrei zu erklären und zu
    demonstrieren. Die Prüfung bezieht sich auf folgende Abschnitte:

    1.  Prüfung der Software,

    2.  Prüfung der Hardware,

    3.  Prüfung des technischen Umfeldes,

    4.  eichtechnische Kontrollen und

    5.  allgemeine Kontrollen.

    Sofern der Prüfungsteilnehmer die Funktion, die Inbetriebnahme und die
    Prüfung der AutoFOM-Anlage nicht fehlerfrei erklären und demonstrieren
    kann, ist die Prüfung nicht bestanden.

III. Klassifizierung mit dem ZP-Verfahren

    1.  Die für die Prüfung im ZP-Verfahren zugrunde zu legenden Messwerte
        (Referenzwerte) werden vom Prüfer an zwanzig Schweineschlachtkörpern
        festgelegt. Die Referenzwerte werden durch Messungen am
        Schweineschlachtkörper nach Anlage 3 der Schweineschlachtkörper-
        Handelsklassenverordnung ermittelt.

    2.  Prüfer und Prüfungsteilnehmer haben das gleiche Messwerkzeug zu
        benutzen.

    3.  Es sind zwei Prüfungsdurchgänge durchzuführen. Die Ergebnisse des
        ersten Durchgangs sind mit den Teilnehmern zu besprechen. Der zweite
        Prüfungsdurchgang ist nicht erforderlich für die Prüfungsteilnehmer,
        die im ersten Prüfungsdurchgang die festgelegten Werte innerhalb der
        unter 4. genannten Toleranzen an allen Schlachtkörpern erbracht haben.

    4.  Im zweiten Durchgang muss der Prüfungsteilnehmer die festgelegten
        Werte innerhalb folgender Toleranzen erbringen:

    4.1 Am einzelnen Schlachtkörper dürfen die von ihm gemessenen Werte von
        den ermittelten Referenzwerten bei der Speckdicke höchstens um +/– 2
        mm und beim Fleischmaß höchstens um +/– 3 mm abweichen.

    4.2 Abweichungen, die über die unter 4.1 genannten Maße hinausgehen,
        werden maximal bei jeweils 10 Prozent der Schlachtkörper toleriert;
        dabei ist Kumulieren zulässig, jedoch sind je Toleranzmerkmal nicht
        mehr als drei Überschreitungen zulässig.

    4.3 (weggefallen)

    Sofern die erlaubte Fehlerquote überschritten wird, ist die Prüfung
    nicht bestanden.

B.  Verwiegung/Schnittführung

    Am Schlachtkörper ist der richtige Zuschnitt für die Feststellung des
    Schlachtgewichts nach § 2 Abs. 2 der 1. Fleischgesetz-
    Durchführungsverordnung zu erläutern. Sofern der Prüfungsteilnehmer
    die Schnittführung nicht fehlerfrei erklären kann, ist die Prüfung
    nicht bestanden.

(zu § 7 Abs. 2 und § 15 Abs. 1)

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