Source: https://www.gesetze-im-internet.de/famfg/__68.html
Legislation: famfg

Title: § 68 Gang des Beschwerdeverfahrens

Description:
Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit (FamFG)
Buch 1 - Allgemeiner Teil
Abschnitt 5 - Rechtsmittel
Unterabschnitt 1 - Beschwerde
§ 68 Gang des Beschwerdeverfahrens

Paragraph: 68

Full Text:
Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit (FamFG)
Buch 1 - Allgemeiner Teil
Abschnitt 5 - Rechtsmittel
Unterabschnitt 1 - Beschwerde
§ 68 Gang des Beschwerdeverfahrens

(1) Hält das Gericht, dessen Beschluss angefochten wird, die
Beschwerde für begründet, hat es ihr abzuhelfen; anderenfalls ist die
Beschwerde unverzüglich dem Beschwerdegericht vorzulegen. Das Gericht
ist zur Abhilfe nicht befugt, wenn die Beschwerde sich gegen eine
Endentscheidung in einer Familiensache richtet.

(2) Das Beschwerdegericht hat zu prüfen, ob die Beschwerde an sich
statthaft und ob sie in der gesetzlichen Form und Frist eingelegt ist.
Mangelt es an einem dieser Erfordernisse, ist die Beschwerde als
unzulässig zu verwerfen.

(3) Das Beschwerdeverfahren bestimmt sich im Übrigen nach den
Vorschriften über das Verfahren im ersten Rechtszug. Das
Beschwerdegericht kann von der Durchführung eines Termins, einer
mündlichen Verhandlung oder einzelner Verfahrenshandlungen absehen,
wenn diese bereits im ersten Rechtszug vorgenommen wurden und von
einer erneuten Vornahme keine zusätzlichen Erkenntnisse zu erwarten
sind.

(4) Das Beschwerdegericht kann die Beschwerde durch Beschluss einem
seiner Mitglieder zur Entscheidung als Einzelrichter übertragen; § 526
der Zivilprozessordnung gilt mit der Maßgabe entsprechend, dass eine
Übertragung auf einen Richter auf Probe ausgeschlossen ist. Zudem kann
das Beschwerdegericht die persönliche Anhörung des Kindes durch
Beschluss einem seiner Mitglieder als beauftragtem Richter übertragen,
wenn es dies aus Gründen des Kindeswohls für sachgerecht hält oder das
Kind offensichtlich nicht in der Lage ist, seine Neigungen und seinen
Willen kundzutun. Gleiches gilt für die Verschaffung eines
persönlichen Eindrucks von dem Kind.

(5) Absatz 3 Satz 2 und Absatz 4 Satz 1 finden keine Anwendung, wenn
die Beschwerde ein Hauptsacheverfahren betrifft, in dem eine der
folgenden Entscheidungen in Betracht kommt:

1.  die teilweise oder vollständige Entziehung der Personensorge nach den
    §§ 1666 und 1666a des Bürgerlichen Gesetzbuchs,

2.  der Ausschluss des Umgangsrechts nach § 1684 des Bürgerlichen
    Gesetzbuchs oder

3.  eine Verbleibensanordnung nach § 1632 Absatz 4 oder § 1682 des
    Bürgerlichen Gesetzbuchs.

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FamFG
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