Source: https://www.gesetze-im-internet.de/seelotuntv_1998/__5.html
Legislation: seelotuntv_1998

Title: § 5

Description:
Verordnung über die seeärztliche Untersuchung der Seelotsen (SeeLotUntV 1998)
§ 5

Paragraph: 5

Full Text:
Verordnung über die seeärztliche Untersuchung der Seelotsen (SeeLotUntV 1998)
§ 5

(1) Die Augen sind einzeln auf ihre Sehschärfe für die Ferne mit
Sehproben in einem Abstand nicht unter fünf Metern nach DIN 58220-T3
und auf ihre Sehschärfe für die Nähe mit Leseproben zu prüfen. Die
DIN-Norm 58220-T3 ist im Beuth-Verlag GmbH, Berlin und Köln,
erschienen und beim Deutschen Patentamt in München archivmäßig
gesichert niedergelegt.

(2) Bei Seelotsenbewerbern und Seelotsenanwärtern muß nach der
augenärztlichen Untersuchung die Sehschärfe für die Ferne ohne oder
mit Korrektionsglas mindestens auf jedem Auge 0,8 und beidäugig 1,0
betragen. Ohne Korrektionsglas muß die Sehschärfe jedoch auf einem
Auge mindestens 0,5 und auf dem anderen Auge 0,3 betragen. Die
Gläserstärken, einfach oder in Kombination, dürfen die Grenzwerte von
sphärisch plus 2,0 Dioptrien oder minus 2,0 Dioptrien nicht
überschreiten. Zylindrische Gläser sind mit der Hälfte ihrer
Dioptrienzahl und dem Vorzeichen der sphärischen Korrektur
hinzuzurechnen. Die Sehschärfe für die Nähe ist ausreichend, wenn ohne
oder mit Korrektionsgläsern 0,8/40 Zentimeter binocular (entsprechend
Nieden 1) erkannt wird. Es dürfen keine Hinweise auf Nachtblindheit
vorliegen, das heißt die mesopische Sehschärfe muß mindestens die
Kontrasteinstellung 1:2, mit Blendung die Kontrasteinstellung 1:2,7
erfüllen. Ein normales Gesichtsfeld beider Augen ist erforderlich,
wobei kleinere, sich nicht deckende Gesichtsfeldausfälle zulässig
sind. Wird die vorgeschriebene Sehschärfe nur mit Brille erreicht, so
ist dem Untersuchten aufzuerlegen, die Brille während des Dienstes
ständig zu tragen und eine Ersatzbrille mitzuführen.

(3) Bei Seelotsen muß die Sehschärfe für die Ferne ohne oder mit
Korrektionsglas mindestens auf dem einen Auge 0,7 und auf dem anderen
0,5 betragen. Ohne Korrektionsglas muß die Sehschärfe jedoch auf dem
besseren Auge 0,3 betragen und auf dem schlechteren Auge muß
ausreichendes Orientierungsvermögen vorliegen. Die Sehschärfe für die
Nähe ist ausreichend, wenn ohne oder mit Brille 0,8/40 Zentimeter
binocular (entsprechend Nieden 1) erkannt wird. Es dürfen keine
Hinweise auf Nachtblindheit vorliegen, das heißt die mesopische
Sehschärfe muß mindestens die Kontrasteinstellung 1:5 ohne und mit
Blendung erfüllen. Ein normales Gesichtsfeld beider Augen ist
erforderlich, wobei kleinere, sich nicht deckende Gesichtsfeldausfälle
zulässig sind. Wird die vorgeschriebene Sehschärfe nur mit Brille
erreicht, so ist dem Untersuchten aufzuerlegen, die Brille während des
Dienstes ständig zu tragen und eine Ersatzbrille mitzuführen.

(4) Seelotsen, deren Sehvermögen vor dem Inkrafttreten dieser
Verordnung untersucht und als ausreichend befunden wurde, aber nicht
mehr den Anforderungen dieser Verordnung entspricht, sind weiterhin
zum Seelotsenberuf geeignet, wenn ihr Sehvermögen noch den
Anforderungen der ersten Untersuchung entspricht.

Collections: bundestag_gesetze
SeeLotUntV-1998
Level: 2.0