Source: https://www.gesetze-im-internet.de/umwstg_2006/__21.html
Legislation: umwstg_2006

Title: § 21 Bewertung der Anteile beim Anteilstausch

Description:
Umwandlungssteuergesetz (UmwStG 2006)
Sechster Teil - Einbringung von Unternehmensteilen in eine Kapitalgesellschaft oder Genossenschaft und Anteilstausch
§ 21 Bewertung der Anteile beim Anteilstausch

Paragraph: 21

Full Text:
Umwandlungssteuergesetz (UmwStG 2006)
Sechster Teil - Einbringung von Unternehmensteilen in eine Kapitalgesellschaft oder Genossenschaft und Anteilstausch
§ 21 Bewertung der Anteile beim Anteilstausch

(1) Werden Anteile an einer Kapitalgesellschaft oder einer
Genossenschaft (erworbene Gesellschaft) in eine Kapitalgesellschaft
oder Genossenschaft (übernehmende Gesellschaft) gegen Gewährung neuer
Anteile an der übernehmenden Gesellschaft eingebracht (Anteilstausch),
hat die übernehmende Gesellschaft die eingebrachten Anteile mit dem
gemeinen Wert anzusetzen. Abweichend von Satz 1 können die
eingebrachten Anteile auf Antrag mit dem Buchwert oder einem höheren
Wert, höchstens jedoch mit dem gemeinen Wert, angesetzt werden, wenn

1.  die übernehmende Gesellschaft nach der Einbringung auf Grund ihrer
    Beteiligung einschließlich der eingebrachten Anteile nachweisbar
    unmittelbar die Mehrheit der Stimmrechte an der erworbenen
    Gesellschaft hat (qualifizierter Anteilstausch) und soweit

2.  der gemeine Wert von sonstigen Gegenleistungen, die neben den neuen
    Anteilen gewährt werden, nicht mehr beträgt als

    a)  25 Prozent des Buchwerts der eingebrachten Anteile oder

    b)  500 000 Euro, höchstens jedoch den Buchwert der eingebrachten Anteile.

§ 20 Absatz 2 Satz 3 gilt entsprechend. Erhält der Einbringende neben
den neuen Gesellschaftsanteilen auch sonstige Gegenleistungen, sind
die eingebrachten Anteile abweichend von Satz 2 mindestens mit dem
gemeinen Wert der sonstigen Gegenleistungen anzusetzen, wenn dieser
den sich nach Satz 2 ergebenden Wert übersteigt.

(2) Der Wert, mit dem die übernehmende Gesellschaft die eingebrachten
Anteile ansetzt, gilt für den Einbringenden als Veräußerungspreis der
eingebrachten Anteile und als Anschaffungskosten der erhaltenen
Anteile. Abweichend von Satz 1 gilt für den Einbringenden der gemeine
Wert der eingebrachten Anteile als Veräußerungspreis und als
Anschaffungskosten der erhaltenen Anteile, wenn für die eingebrachten
Anteile nach der Einbringung das Recht der Bundesrepublik Deutschland
hinsichtlich der Besteuerung des Gewinns aus der Veräußerung dieser
Anteile ausgeschlossen oder beschränkt ist; dies gilt auch, wenn das
Recht der Bundesrepublik Deutschland hinsichtlich der Besteuerung des
Gewinns aus der Veräußerung der erhaltenen Anteile ausgeschlossen oder
beschränkt ist. Auf Antrag gilt in den Fällen des Satzes 2 unter den
Voraussetzungen des Absatzes 1 Satz 2 der Buchwert oder ein höherer
Wert, höchstens der gemeine Wert, als Veräußerungspreis der
eingebrachten Anteile und als Anschaffungskosten der erhaltenen
Anteile, wenn

1.  das Recht der Bundesrepublik Deutschland hinsichtlich der Besteuerung
    des Gewinns aus der Veräußerung der erhaltenen Anteile nicht
    ausgeschlossen oder beschränkt ist oder

2.  der Gewinn aus dem Anteilstausch auf Grund Artikel 8 der Richtlinie
    2009/133/EG nicht besteuert werden darf; in diesem Fall ist der Gewinn
    aus einer späteren Veräußerung der erhaltenen Anteile ungeachtet der
    Bestimmungen eines Abkommens zur Vermeidung der Doppelbesteuerung in
    der gleichen Art und Weise zu besteuern, wie die Veräußerung der
    Anteile an der erworbenen Gesellschaft zu besteuern gewesen wäre; § 15
    Abs. 1a Satz 2 des Einkommensteuergesetzes ist entsprechend
    anzuwenden.

Der Antrag ist spätestens bis zur erstmaligen Abgabe der
Steuererklärung bei dem für die Besteuerung des Einbringenden
zuständigen Finanzamt zu stellen. Haben die eingebrachten Anteile beim
Einbringenden nicht zu einem Betriebsvermögen gehört, treten an die
Stelle des Buchwerts die Anschaffungskosten. § 20 Abs. 3 Satz 3 gilt
entsprechend.

(3) Auf den beim Anteilstausch entstehenden Veräußerungsgewinn ist §
17 Abs. 3 des Einkommensteuergesetzes nur anzuwenden, wenn der
Einbringende eine natürliche Person ist und die übernehmende
Gesellschaft die eingebrachten Anteile nach Absatz 1 Satz 1 oder in
den Fällen des Absatzes 2 Satz 2 der Einbringende mit dem gemeinen
Wert ansetzt; dies gilt für die Anwendung von § 16 Abs. 4 des
Einkommensteuergesetzes unter der Voraussetzung, dass eine im
Betriebsvermögen gehaltene Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft
eingebracht wird, die das gesamte Nennkapital der Kapitalgesellschaft
umfasst. § 34 Abs. 1 des Einkommensteuergesetzes findet keine
Anwendung.

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UmwStG-2006
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