Source: https://www.gesetze-im-internet.de/fev_2010/__11.html
Legislation: fev_2010

Title: Anlage 7a Fahrerschulung ab 17 Jahre

Description:
Verordnung über die Zulassung von Personen zum Straßenverkehr (FeV 2010)
**(Anlage 6 Nummer 2.2 der Fahrerlaubnis-Verordnung)**
Anlage 7a Fahrerschulung ab 17 Jahre

Paragraph: 11

Full Text:
Verordnung über die Zulassung von Personen zum Straßenverkehr (FeV 2010)
**(Anlage 6 Nummer 2.2 der Fahrerlaubnis-Verordnung)**
Anlage 7a Fahrerschulung ab 17 Jahre

(Fundstelle: BGBl. I 2011, 19 - 21; bzgl. einzelner Änderungen vgl.
Fußnote)

1.  Allgemeines

    Voraussetzung für die Erteilung der Fahrerlaubnis mit der
    Schlüsselzahl 96 ist die erfolgreiche Teilnahme an einer
    Fahrerschulung von mindestens sieben Stunden nach Anhang V der
    Richtlinie 2006/126/EG. Ziel der Schulung ist die Befähigung zum
    sicheren, verantwortungsvollen und umweltbewussten Führen einer
    entsprechenden Fahrzeugkombination.

2.  Qualifikation für die Durchführung von Fahrerschulungen

    Die Fahrerschulung hat in einer Fahrschule zu erfolgen, deren Inhaber
    im Besitz einer Fahrschulerlaubnis der Klasse BE nach § 17 Absatz 2
    des Fahrlehrergesetzes ist. Ein Fahrlehrer ist zur Fahrerschulung
    berechtigt, wenn er die Fahrlehrerlaubnis der Klasse BE nach § 1 des
    Fahrlehrergesetzes besitzt.

3.  Schulungsstoff

    Gegenstand der Schulung sind die Kenntnisse, Fähigkeiten und
    Verhaltensweisen nach Anhang II Nummer 2 und 7 und Anhang V der
    Richtlinie 2006/126/EG.

3.1 Theoretischer Schulungsstoff

    Der Umfang der theoretischen Schulung umfasst mindestens 2,5 Stunden.
    Der theoretische Schulungsstoff umfasst Kenntnisse in den folgenden
    Sachgebieten der Nummer 2 und der Anlage V der Richtlinie 2006/126/EG:

3.1.1 Straßenverkehrsvorschriften,

3.1.2 Fahrzeugführer,

3.1.3 Straße,

3.1.4 Andere Verkehrsteilnehmer,

3.1.5 Allgemeine Vorschriften und Verschiedenes,

3.1.6 Vorsichtsmaßnahmen beim Verlassen des Fahrzeugs,

3.1.7 Mechanische Zusammenhänge, die für die Straßenverkehrssicherheit von
    Bedeutung sind,

3.1.8 Sicherheitsausrüstung der Fahrzeuge,

3.1.9 Regeln für die umweltfreundliche Benutzung des Fahrzeugs,

3.1.10 Fahrzeugdynamik,

3.1.11 Sicherheitskriterien,

3.1.12 Zugfahrzeug und Anhänger (Kupplungsmechanismus),

3.1.13 richtiges Beladen und

3.1.14 Sicherheitszubehör.

3.2 Praktischer Übungsstoff

    Auf die Übungen nach Anhang V der Richtlinie 2006/126/EG entfallen
    mindestens 3,5 Stunden, die sowohl außerhalb des öffentlichen
    Straßenraums als auch auf öffentlichen Straßen durchgeführt werden
    können. Die Schulung darf in einer Gruppe durchgeführt werden, wobei
    eine Gruppe nicht mehr als acht Teilnehmer haben darf und für bis zu
    vier Teilnehmer für die gesamte Dauer der praktischen Übungen ein
    Schulungsfahrzeug zur Verfügung stehen muss. Die Schulung in einer
    Gruppe darf nicht auf öffentlichen Straßen durchgeführt werden. Die
    Übungen setzen sich wie folgt zusammen:

3.2.1 Beschleunigen,

3.2.2 Verzögern,

3.2.3 Wenden,

3.2.4 Bremsen,

3.2.5 Anhalteweg,

3.2.6 Spurwechsel,

3.2.7 Bremsen und Ausweichen,

3.2.8 deutliches Verringern der Geschwindigkeit bei vorhersehbarem
    Seitenwind an Brücken, Waldschneisen und beim Überholen von Lkw,

3.2.9 Abkuppeln und Ankuppeln und

3.2.10 Einparken.

3.3 Fahrpraktische Übungen

    Auf die fahrpraktischen Übungen entfallen auf jeden Teilnehmer
    mindestens eine Stunde. Dabei sind auf öffentlichen Straßen die
    Fähigkeiten und Verhaltensweisen nach den folgenden Sachgebieten des
    Anhangs II Nummer 7 der Richtlinie 2006/126/EG unter Beweis zu
    stellen:

3.3.1 Vorbereitung und Kontrolle der eingesetzten Fahrzeugkombination auf
    Verkehrs- und Betriebssicherheit,

3.3.2 Spezielle Fahrübungen, die für die Straßenverkehrssicherheit der unter
    Nummer 1 genannten Fahrzeugkombinationen von Bedeutung sind, wie
    rückwärts eine Kurve entlang fahren und

3.3.3 Verhaltensweisen im Verkehr, wie z. B. anfahren, auf geraden Straßen
    fahren, fahren in Kurven, an Kreuzungen und Einmündungen heranfahren
    und sie überqueren, Richtung wechseln einschließlich nach links und
    rechts abbiegen oder die Fahrbahn wechseln, Auffahrt auf oder Ausfahrt
    von Autobahnen oder ähnlichen Straßen, überholen oder vorbeifahren,
    spezielle Teile der Straße wie Kreisverkehr, Eisenbahnübergänge,
    Straßenbahn- und Bushaltestellen, Fußgängerübergänge, lange Steigungen
    oder beim Verlassen des Fahrzeugs die erforderlichen
    Vorsichtsmaßnahmen treffen.

4.  Schulungsfahrzeuge

    Als Schulungsfahrzeug ist eine Fahrzeugkombination bestehend aus einem
    Kraftfahrzeug der Klasse B mit einem Anhänger mit einer zulässigen
    Gesamtmasse von mehr als 750 kg, deren Gesamtmasse über der zulässigen
    Gesamtmasse der Fahrzeugkombination von 3 500 kg liegt, und mit

    a)  einer Länge der Fahrzeugkombination von mindestens 7,5 m,

    b)  einem Aufbau des Anhängers kastenförmig oder damit vergleichbar,
        mindestens 1,2 m Breite und 1,5 m Höhe und

    c)  einer Sicht nach hinten nur über Außenspiegel

    zu verwenden. Schulungsfahrzeuge müssen mit akustisch oder optisch
    kontrollierbaren Einrichtungen zur Betätigung der Pedale
    (Doppelbedienungseinrichtungen) ausgerüstet sein. Die
    Fahrzeugkombination darf nicht der Klasse B zuzuordnen sein. Sie
    dürfen ein Schild mit der Aufschrift „FAHRSCHULE“ entsprechend § 5
    Absatz 4 der Durchführungsverordnung zum Fahrlehrergesetz führen.

5.  Schulungsstrecke für die fahrpraktischen Übungen

    Etwa die Hälfte Fahrzeit der fahrpraktischen Übungen nach Nummer 3.3
    soll für Fahrstrecken außerhalb geschlossener Ortschaften, möglichst
    auch unter Einschluss der Autobahnen oder Kraftfahrstraßen mit
    Fahrbahnen für eine Richtung, die durch Mittelstreifen oder sonstige
    bauliche Einrichtungen getrennt sind und mindestens zwei Fahrstreifen
    je Richtung haben, verwendet werden.

6.  Abschluss der Schulung

    Für die erfolgreiche Teilnahme an der Fahrerschulung hat der
    Teilnehmer während der fahrpraktischen Übungen nach Nummer 3.3 seine
    Fähigkeit und Verhaltensweisen nach Anlage 7a unter Beweis zu stellen.
    Nach Abschluss der Fahrerschulung hat der Inhaber der Fahrschule oder
    der verantwortliche Leiter dem Teilnehmer eine Bescheinigung nach
    Nummer 7 über die erfolgreiche Teilnahme auszustellen.

7.  Muster einer Bestätigung über die erfolgreiche Teilnahme an der
    Fahrerschulung

    *        *   **Teilnahmebescheinigung**
            **zur Vorlage bei der Fahrerlaubnisbehörde**

    *        *   Name, Vorname

    *        *

    *        *   geboren am
            in

    *        *   hat vom
            bis
            erfolgreich an einer Fahrerschulung (Anlage 7a zu § 6a Absatz 3 und 4
            FeV) teilgenommen.

    *        *   Ort

        *
        *

    *        *   Ausgehändigt am
            (Datum)

    *        *
        *
        *

    *        *   (Stempel und Unterschrift
            der Fahrschulinhaberin/
            des Fahrschulinhabers oder
            der verantwortlichen Leiterin/
            des verantwortlichen Leiters

        *
        *   (Unterschrift der
            Fahrerlaubnisinhaberin/
            des Fahrerlaubnisinhabers)

(zu § 6b Absatz 3 und 4)

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FeV-2010
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