Source: https://www.gesetze-im-internet.de/pmmprv/__13.html
Legislation: pmmprv

Title: Anlage 1 Spezialistenprofile in der Mikrotechnologie

Description:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluss Geprüfter Prozessmanager - Mikrotechnologie und Geprüfte Prozessmanagerin - Mikrotechnologie (Certified Process Manager - Microtechnology) (PMMPrV)
Anlage 1 Spezialistenprofile in der Mikrotechnologie

Paragraph: 13

Full Text:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluss Geprüfter Prozessmanager - Mikrotechnologie und Geprüfte Prozessmanagerin - Mikrotechnologie (Certified Process Manager - Microtechnology) (PMMPrV)
Anlage 1 Spezialistenprofile in der Mikrotechnologie

(Fundstelle: BGBl. I 2007, 1423 - 1424; bzgl. einzelner Änderungen
vgl. Fußnote)

Die im Bereich der beruflichen Fortbildung angesiedelten
Spezialistenprofile bilden das Verbindungsglied zwischen der Ebene der
beruflichen Ausbildung und der Ebene der in der beruflichen
Fortbildung geregelten operativen Professionals. Die
Spezialistenprofile beschreiben die inhaltlichen Standards, die für
eine Zulassung zur Prüfung zum Geprüften Prozessmanager –
Mikrotechnologie (Certified Process Manager – Microtechnology) und zur
Geprüften Prozessmanagerin – Mikrotechnologie (Certified Process
Manager – Microtechnology) erforderlich sind. Grundlage für die
Spezialistenqualifikation ist die Qualifizierung in den nachfolgend
beschriebenen mikrotechnologischen Arbeitsgebieten und
Arbeitsprozessen. Im Rahmen dieser Qualifizierung sind die
aufgeführten Arbeitsprozesse eigenständig in betrieblichen Projekten
durchzuführen, eine prozessbegleitende Dokumentation anzufertigen, in
einer Präsentation eine zusammenhängende Darstellung der Tätigkeiten
und des Kompetenzerwerbs zu geben und darüber ein Fachgespräch zu
führen.

**1** **Spezialist/Spezialistin für Mikrotechnologie-Einzelprozesse (Unit
    Process Specialist-Microtechnology)**

1.1 Arbeitsgebiet:

    Spezialisten und Spezialistinnen für Mikrotechnologie-Einzelprozesse
    arbeiten in Produktions- oder Produktionsentwicklungsabteilungen und
    betreuen verfahrenstechnische Einzelprozesse innerhalb eines
    Gesamtprozesses zur Herstellung mikrotechnischer Produkte. Sie sorgen
    für die Bereitstellung der Prozessmedien und die Betriebsbereitschaft
    der technischen Ausrüstung, optimieren in ihrem Einsatzgebiet den
    zugeordneten Prozess und die technische Ausrüstung und sind zuständig
    für das Qualitätsmanagement.

1.2 Profiltypische Arbeitsprozesse:

    Spezialisten und Spezialistinnen für Mikrotechnologie-Einzelprozesse

    –   analysieren Aufträge sowie verfahrenstechnische und andere
        qualitätsrelevante Probleme,

    –   erarbeiten Konzepte und eigenständige Varianten von wirtschaftlichen
        Lösungen bei auftretenden Fehlerbildern und Problemen,

    –   planen Produktions-, Versuchs- und Analyseabläufe in ihrem
        Einsatzgebiet,

    –   erstellen Richtlinien, Betriebsanweisungen und Dokumentationen für die
        Handhabung von Equipment, Prozessmedien und Prozessgrößen,

    –   organisieren und leiten kleinere Projekte im Bereich des
        Einzelprozesses und führen sie eigenverantwortlich durch,

    –   weisen das Betriebspersonal in die Einzelprozesse, Equipment und
        Prozessvorschriften ein, informieren über Neuerungen und Optimierungen
        und koordinieren fachliche Aufgaben des Teams,

    –   führen Mess-, Prüf- und Analyseverfahren durch, führen
        Schwachstellenanalysen durch, optimieren Produktionsprozesse,
        dokumentieren Produktions-, Versuchs- und Analyseabläufe und die
        Aktualisierung der Prozessvorschriften,

    –   kommunizieren mit den abteilungsinternen Verantwortlichen, den
        Spezialisten der vor- und nachgelagerten Einzelprozesse sowie den
        Gesamtprozessspezialisten.

1.3 Berufliche Befähigungen:

    Die Beherrschung der profiltypischen Arbeitsprozesse setzt folgende
    beruflichen Befähigungen voraus:

    –   Kommunizieren, Präsentieren,

    –   Projektmanagement, Anwenden von Werkzeugen zum Projektmanagement,

    –   Zeitmanagement, Planen und Priorisieren von Aufgaben,

    –   Anwenden von Dokumentationsstandards,

    –   Anwenden von Mess-, Prüf- und Analyseverfahren sowie von statistischen
        Instrumenten des Qualitätsmanagements,

    –   Bewerten der naturwissenschaftlichen Zusammenhänge des Einzelprozesses
        und der Zusammenhänge mit den Prozessmedien und den technischen
        Ausrüstungen,

    –   Einordnen des jeweiligen Einzelprozesses in den Gesamtprozess für die
        Herstellung der mikrotechnischen Produkte.

1.4 Nachweis der Qualifikation:

    Die Qualifikation ist durch ein Zeugnis einer zuständigen Stelle,
    durch ein Personalzertifikat, durch ein Lehrgangszertifikat oder durch
    eine Bescheinigung insbesondere von Arbeitgebern, die die Breite, die
    Tiefe und das Verfahren der Spezialistenqualifizierung abbildet,
    nachzuweisen.

**2** **Spezialist/Spezialistin für Mikrotechnologie-Prozessintegration
    (Specialist of Microtechnology Process Integration)**

2.1 Arbeitsgebiet:

    Spezialisten und Spezialistinnen für Mikrotechnologie-
    Prozessintegration arbeiten in Produktions- oder
    Produktionsentwicklungsabteilungen und betreuen Gesamtprozesse zur
    Herstellung von Mikrotechnologie-Produkten. Sie sind zuständig für das
    Qualitätsmanagement und optimieren die verfahrenstechnischen
    Gesamtprozesse. Sie analysieren fehlerhafte Produkte, beurteilen die
    Einflüsse von Einzelprozessen auf Produkte und bestimmen
    Fehlerursachen.

2.2 Profiltypische Arbeitsprozesse:

    Spezialisten und Spezialistinnen für Mikrotechnologie-
    Prozessintegration

    –   analysieren Aufträge sowie produktbezogene Probleme,

    –   erarbeiten Konzepte und eigenständige Varianten von wirtschaftlichen
        Lösungen bei auftretenden Fehlerbildern und Problemen,

    –   planen Produktions-, Versuchs- und Analyseabläufe und koordinieren
        Einzelprozesse in Gesamtprozessen,

    –   weisen das Betriebspersonal in die produktbezogenen Gesamtprozesse ein
        und informieren über Neuerungen und Optimierungen,

    –   analysieren produktbezogene Probleme und koordinieren zur
        Problemlösung Einzelprozessbereiche,

    –   organisieren, leiten und führen kleinere Projekte im Bereich des
        Gesamtprozesses eigenverantwortlich durch,

    –   kommunizieren und kooperieren mit den am Gesamtprozess Beteiligten,
        anderen Abteilungen und mit Spezialisten und Spezialistinnen für
        Mikrotechnologie-Einzelprozesse,

    –   koordinieren fachliche Aufgaben im Team.

2.3 Berufliche Befähigungen:

    Die Beherrschung der profiltypischen Arbeitsprozesse setzt folgende
    beruflichen Befähigungen voraus:

    –   Kommunizieren, Präsentieren,

    –   Projektmanagement, Anwenden von Werkzeugen zum Projektmanagement,

    –   Zeitmanagement, Planen und Priorisieren von Aufgaben,

    –   Anwenden von Dokumentationsstandards,

    –   Anwenden von Mess-, Prüf- und Analyseverfahren sowie von statistischen
        Instrumenten des Qualitätsmanagements,

    –   Bewerten der Zusammenhänge zwischen Produktqualität und Gesamtprozess,

    –   Beurteilen der Auswirkungen der Einzelprozesse auf die Gesamtprozesse.

2.4 Nachweis der Qualifikation:

    Die Qualifikation ist durch ein Zeugnis einer zuständigen Stelle,
    durch ein Personalzertifikat, durch ein Lehrgangszertifikat oder durch
    eine Bescheinigung insbesondere von Arbeitgebern, die die Breite, die
    Tiefe und das Verfahren der Spezialistenqualifizierung abbildet,
    nachzuweisen.

(zu den §§ 9 und 10)

Collections: bundestag_gesetze
PMMPrV
Level: 2.0