Source: https://www.gesetze-im-internet.de/pflaprv/__9.html
Legislation: pflaprv

Title: Anlage 2 Kompetenzen für die staatliche Prüfung nach § 9 zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann

Description:
Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe (PflAPrV)
Teil 4 - Sonstige Vorschriften
Abschnitt 4 - Übergangs- und Schlussvorschriften
Anlage 2 Kompetenzen für die staatliche Prüfung nach § 9 zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann

Paragraph: 9

Full Text:
Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe (PflAPrV)
Teil 4 - Sonstige Vorschriften
Abschnitt 4 - Übergangs- und Schlussvorschriften
Anlage 2 Kompetenzen für die staatliche Prüfung nach § 9 zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann

(Fundstelle: BGBl. I 2018, 1596 - 1600;
bzgl. der einzelnen Ändernungen vgl. Fußnote)

**I.** **Pflegeprozesse und Pflegediagnostik in akuten und dauerhaften
    Pflegesituationen verantwortlich planen, organisieren, gestalten,
    durchführen, steuern und evaluieren.**

    **1.** **Die Pflege von Menschen aller Altersstufen verantwortlich planen,
        organisieren, gestalten, durchführen, steuern und evaluieren.**

        Die Absolventinnen und Absolventen

        a)  verfügen über ein breites Verständnis von spezifischen Theorien und
            Modellen zur Pflegeprozessplanung und nutzen diese zur Steuerung und
            Gestaltung von Pflegeprozessen bei Menschen aller Altersstufen,

        b)  übernehmen Verantwortung für die Organisation, Steuerung und
            Gestaltung des Pflegeprozesses bei Menschen aller Altersstufen,

        c)  nutzen allgemeine und spezifische Assessmentverfahren bei Menschen
            aller Altersstufen und beschreiben den Pflegebedarf unter Verwendung
            von pflegediagnostischen Begriffen,

        d)  schätzen diverse Pflegeanlässe und den Pflegebedarf bei Menschen aller
            Altersstufen auch in instabilen gesundheitlichen und vulnerablen
            Lebenssituationen ein,

        e)  handeln die Pflegeprozessgestaltung mit den zu pflegenden Menschen
            aller Altersstufen und gegebenenfalls ihren Bezugspersonen aus, setzen
            gesicherte Pflegemaßnahmen ein und evaluieren gemeinsam die
            Wirksamkeit der Pflege,

        f)  nutzen analoge und digitale Pflegedokumentationssysteme, um ihre
            Pflegeprozessentscheidungen in der Pflege von Menschen aller
            Altersstufen selbständig und im Pflegeteam zu evaluieren,

        g)  entwickeln mit Menschen aller Altersstufen und ihren Bezugspersonen
            und dem sozialen Netz altersentsprechende lebensweltorientierte
            Angebote zur Auseinandersetzung mit und Bewältigung von
            Pflegebedürftigkeit und ihren Folgen,

        h)  stimmen die Pflegeprozessgestaltung auf die unterschiedlichen
            ambulanten und stationären Versorgungskontexte ab,

        i)  verfügen über ein grundlegendes Verständnis im Umgang mit digitalen
            Technologien und Softwareanwendungen und für die Funktionsweise von
            Endgeräten, um pflegerelevante Hard- und Software, insbesondere
            digitale Pflegedokumentations- und -assistenzsysteme, bedienen zu
            können.

    **2.** **Pflegeprozesse und Pflegediagnostik bei Menschen aller Altersstufen
        mit gesundheitlichen Problemlagen planen, organisieren, gestalten,
        durchführen, steuern und evaluieren unter dem besonderen Fokus von
        Gesundheitsförderung und Prävention.**

        Die Absolventinnen und Absolventen

        a)  erheben, erklären und interpretieren pflegebezogene Daten von Menschen
            aller Altersstufen auch in komplexen gesundheitlichen Problemlagen
            anhand von pflege- und bezugswissenschaftlichen Erkenntnissen,

        b)  unterstützen Menschen aller Altersstufen durch Mitwirkung an der
            Entwicklung von fachlich begründeten Pflegeinterventionen der
            Gesundheitsförderung, Prävention und Kuration,

        c)  stärken die Kompetenzen von Angehörigen im Umgang mit
            pflegebedürftigen Menschen aller Altersstufen und unterstützen und
            fördern die Familiengesundheit,

        d)  erkennen Hinweiszeichen auf eine mögliche Gewaltausübung in der
            Versorgung von Menschen aller Altersstufen und reflektieren ihre
            Beobachtungen im therapeutischen Team,

        e)  verfügen über ein integratives Verständnis von physischen, psychischen
            und psychosomatischen Zusammenhängen in der Pflege von Menschen aller
            Altersstufen,

        f)  erkennen Wissensdefizite und erschließen sich bei Bedarf selbständig
            neue Informationen zu den Wissensbereichen der Pflege,
            Gesundheitsförderung und Medizin zu ausgewählten Aspekten in der
            Versorgung von Menschen aller Altersstufen unter Berücksichtigung auch
            von genderspezifischen Aspekten.

    **3.** **Pflegeprozesse und Pflegediagnostik von Menschen aller Altersstufen
        in hoch belasteten und kritischen Lebenssituationen verantwortlich
        planen, organisieren, gestalten, durchführen, steuern und
        evaluieren.**

        Die Absolventinnen und Absolventen

        a)  pflegen, begleiten, unterstützen und beraten Menschen aller
            Altersstufen sowie deren Bezugspersonen in Phasen fortschreitender
            Demenz oder schwerer chronischer Krankheitsverläufe sowie am
            Lebensende,

        b)  unterstützen Familien, die sich insbesondere infolge einer Frühgeburt,
            einer schweren chronischen oder einer lebenslimitierenden Erkrankung
            in einer Lebenskrise befinden, und wirken bei der Stabilisierung des
            Familiensystems mit,

        c)  steuern, verantworten und gestalten den Pflegeprozess bei Menschen
            aller Altersstufen mit akuten und chronischen Schmerzen,

        d)  gestalten einen individualisierten Pflegeprozess bei schwerstkranken
            und sterbenden Menschen aller Altersstufen in verschiedenen
            Handlungsfeldern und integrieren die sozialen Netzwerke in das
            Handeln,

        e)  begleiten und unterstützen schwerstkranke Menschen aller Altersstufen
            sowie nahe Bezugspersonen in Phasen des Sterbens, erkennen und
            akzeptieren deren spezifische Bedürfnisse und bieten Unterstützung bei
            der Bewältigung und Verarbeitung von Verlust und Trauer an,

        f)  informieren schwerkranke und sterbende Menschen aller Altersstufen
            sowie deren Angehörige zu den spezifischen Schwerpunkten palliativer
            Versorgungsangebote.

    **4.** **In lebensbedrohlichen sowie in Krisen- oder Katastrophensituationen
        zielgerichtet handeln.**

        Die Absolventinnen und Absolventen

        a)  treffen in lebensbedrohlichen Situationen erforderliche
            Interventionsentscheidungen und leiten lebenserhaltende
            Sofortmaßnahmen bis zum Eintreffen der Ärztin oder des Arztes ein,

        b)  koordinieren den Einsatz der Ersthelferinnen oder Ersthelfer bis zum
            Eintreffen der Ärztin oder des Arztes,

        c)  erkennen Notfallsituationen in Pflege- und Gesundheitseinrichtungen
            und handeln nach den Vorgaben des Notfallplanes und der Notfall-
            Evakuierung.

    **5.** **Menschen aller Altersstufen bei der Lebensgestaltung unterstützen,
        begleiten und beraten.**

        Die Absolventinnen und Absolventen

        a)  erheben soziale, familiale und biografische Informationen sowie
            Unterstützungsmöglichkeiten durch Bezugspersonen und soziale Netzwerke
            bei Menschen aller Altersstufen und identifizieren Ressourcen und
            Herausforderungen in der Lebens- und Entwicklungsgestaltung,

        b)  entwickeln gemeinsam mit Menschen aller Altersstufen und ihren
            Bezugspersonen Angebote zur sinnstiftenden Aktivität, zur kulturellen
            Teilhabe, zum Lernen und Spielen und fördern damit die Lebensqualität
            und die soziale Integration,

        c)  berücksichtigen bei der Planung und Gestaltung von Alltagsaktivitäten
            die diversen Bedürfnisse und Erwartungen, die kulturellen und
            religiösen Kontexte, die sozialen Lagen, die Entwicklungsphase und
            Entwicklungsaufgaben von Menschen aller Altersstufen,

        d)  beziehen freiwillig Engagierte zur Unterstützung und Bereicherung der
            Lebensgestaltung in die Versorgungsprozesse von Menschen aller
            Altersstufen ein.

    **6.** **Entwicklung und Autonomie in der Lebensspanne fördern.**

        Die Absolventinnen und Absolventen

        a)  wahren das Selbstbestimmungsrecht der zu pflegenden Menschen aller
            Altersstufen, insbesondere auch, wenn sie in ihrer
            Selbstbestimmungsfähigkeit eingeschränkt sind,

        b)  unterstützen Menschen aller Altersstufen mit angeborener oder
            erworbener Behinderung bei der Wiederherstellung, Kompensation und
            Adaption eingeschränkter Fähigkeiten, um sie für eine möglichst
            selbständige Entwicklung, Lebensführung und gesellschaftliche Teilhabe
            zu befähigen,

        c)  tragen durch rehabilitative Maßnahmen und durch die Integration
            technischer und digitaler Assistenzsysteme zum Erhalt und zur
            Wiedererlangung der Alltagskompetenz von Menschen aller Altersstufen
            bei und reflektieren die Potenziale und Grenzen technischer und
            digitaler Unterstützung,

        d)  fördern und gestalten die Koordination und Zusammenarbeit zwischen
            familialen Systemen sowie den sozialen Netzwerken und den
            professionellen Pflegesystemen in der pflegerischen Versorgung von
            Menschen aller Altersstufen,

        e)  stimmen die Interaktion sowie die Gestaltung des Pflegeprozesses auf
            den individuellen Entwicklungsstand der zu pflegenden Menschen aller
            Altersstufen ab und unterstützen entwicklungsbedingte Formen der
            Krankheitsbewältigung.

**II.** **Kommunikation und Beratung personen- und situationsorientiert
    gestalten.**

    **1.** **Kommunikation und Interaktion mit Menschen aller Altersstufen und
        ihren Bezugspersonen personen- und situationsbezogen gestalten und
        eine angemessene Information sicherstellen.**

        Die Absolventinnen und Absolventen

        a)  machen sich eigene Deutungs- und Handlungsmuster in der pflegerischen
            Interaktion mit Menschen aller Altersstufen und ihren Bezugspersonen
            und mit ihren unterschiedlichen, insbesondere kulturellen und
            sozialen, Hintergründen bewusst und reflektieren sie,

        b)  gestalten kurz- und langfristige professionelle Beziehungen mit
            Menschen aller Altersstufen und ihren Bezugspersonen, die auch bei
            divergierenden Sichtweisen oder Zielsetzungen und schwer
            nachvollziehbaren Verhaltensweisen von Empathie, Wertschätzung,
            Achtsamkeit und Kongruenz gekennzeichnet sind,

        c)  gestalten die Kommunikation von Menschen aller Altersstufen und ihren
            Bezugspersonen in unterschiedlichen Pflegesituationen unter Einsatz
            verschiedener Interaktionsformen und balancieren das Spannungsfeld von
            Nähe und Distanz aus,

        d)  gestalten pflegeberufliche Kommunikationssituationen mit zu pflegenden
            Menschen aller Altersstufen und deren Bezugspersonen auch bei
            divergierenden Zielsetzungen oder Sichtweisen verständigungsorientiert
            und fördern eine beteiligungsorientierte Entscheidungsfindung,

        e)  erkennen Kommunikationsbarrieren bei zu pflegenden Menschen aller
            Altersstufen, insbesondere bei spezifischen Gesundheitsstörungen oder
            Formen von Behinderungen, und setzen unterstützende und kompensierende
            Maßnahmen ein, um diese zu überbrücken,

        f)  reflektieren sich abzeichnende oder bestehende Konflikte in
            pflegerischen Versorgungssituationen mit Menschen aller Altersstufen
            und entwickeln Ansätze zur Konfliktschlichtung und -lösung, auch unter
            Hinzuziehung von Angeboten zur Reflexion professioneller
            Kommunikation,

        g)  reflektieren Phänomene von Macht und Machtmissbrauch in pflegerischen
            Handlungsfeldern der Versorgung von zu pflegenden Menschen aller
            Altersstufen.

    **2.** **Information, Schulung und Beratung bei Menschen aller Altersstufen
        verantwortlich organisieren, gestalten, steuern und evaluieren.**

        Die Absolventinnen und Absolventen

        a)  informieren Menschen aller Altersstufen zu komplexen gesundheits- und
            pflegebezogenen Fragestellungen und weitergehenden Fragen der
            pflegerischen Versorgung,

        b)  setzen Schulungen mit Einzelpersonen und kleineren Gruppen zu
            pflegender Menschen aller Altersstufen um,

        c)  beraten zu pflegende Menschen aller Altersstufen und ihre
            Bezugspersonen im Umgang mit krankheits- sowie therapie- und
            pflegebedingten Anforderungen und befähigen sie, ihre Gesundheitsziele
            in größtmöglicher Selbständigkeit und Selbstbestimmung zu erreichen,

        d)  reflektieren ihre Möglichkeiten und Begrenzungen zur Gestaltung von
            professionellen Informations-, Instruktions-, Schulungs- und
            Beratungsangeboten bei Menschen aller Altersstufen.

    **3.** **Ethisch reflektiert handeln.**

        Die Absolventinnen und Absolventen

        a)  setzen sich für die Verwirklichung von Menschenrechten, Ethikkodizes
            und die Förderung der spezifischen Bedürfnisse und Gewohnheiten von zu
            pflegenden Menschen aller Altersstufen und ihren Bezugspersonen ein,

        b)  fördern und unterstützen Menschen aller Altersstufen bei der
            Selbstverwirklichung und Selbstbestimmung über das eigene Leben, auch
            unter Abwägung konkurrierender ethischer Prinzipien,

        c)  tragen in ethischen Dilemmasituationen mit Menschen aller Altersstufen
            oder ihren Bezugspersonen im interprofessionellen Gespräch zur
            gemeinsamen Entscheidungsfindung bei.

**III.** **Intra- und interprofessionelles Handeln in unterschiedlichen
    systemischen Kontexten verantwortlich gestalten und mitgestalten.**

    **1.** **Verantwortung in der Organisation des qualifikationsheterogenen
        Pflegeteams übernehmen.**

        Die Absolventinnen und Absolventen

        a)  stimmen ihr Pflegehandeln zur Gewährleistung klientenorientierter
            komplexer Pflegeprozesse im qualifikationsheterogenen Pflegeteam ab
            und koordinieren die Pflege von Menschen aller Altersstufen unter
            Berücksichtigung der jeweiligen Verantwortungs- und Aufgabenbereiche
            in unterschiedlichen Versorgungsformen,

        b)  delegieren unter Berücksichtigung weiterer rechtlicher Bestimmungen
            ausgewählte Maßnahmen an Personen anderer Qualifikationsniveaus und
            überwachen die Durchführungsqualität,

        c)  beraten Teammitglieder kollegial bei pflegefachlichen Fragestellungen
            und unterstützen sie bei der Übernahme und Ausgestaltung ihres
            jeweiligen Verantwortungs- und Aufgabenbereiches,

        d)  beteiligen sich im Team an der Einarbeitung neuer Kolleginnen und
            Kollegen und leiten Auszubildende, Praktikantinnen und Praktikanten
            sowie freiwillig Engagierte in unterschiedlichen Versorgungssettings
            an,

        e)  übernehmen Mitverantwortung für die Organisation und Gestaltung der
            gemeinsamen Arbeitsprozesse,

        f)  sind aufmerksam für Spannungen und Konflikte im Team, reflektieren
            diesbezüglich die eigene Rolle und Persönlichkeit und bringen sich zur
            Bewältigung von Spannungen und Konflikten konstruktiv im Pflegeteam
            ein.

    **2.** **Ärztliche Anordnungen im Pflegekontext eigenständig durchführen.**

        Die Absolventinnen und Absolventen

        a)  beachten umfassend die Anforderungen der Hygiene und wirken
            verantwortlich an der Infektionsprävention in den unterschiedlichen
            pflegerischen Versorgungsbereichen mit,

        b)  führen entsprechend den rechtlichen Bestimmungen eigenständig ärztlich
            veranlasste Maßnahmen der medizinischen Diagnostik und Therapie bei
            Menschen aller Altersstufen durch,

        c)  beobachten und interpretieren die mit einem medizinischen Eingriff bei
            Menschen aller Altersstufen verbundenen Pflegephänomene und
            Komplikationen auch in instabilen oder krisenhaften gesundheitlichen
            Situationen unter Berücksichtigung auch von gendermedizinischen
            Erkenntnissen,

        d)  unterstützen und begleiten zu pflegende Menschen aller Altersstufen
            umfassend auch bei invasiven Maßnahmen der Diagnostik und Therapie,

        e)  schätzen chronische Wunden bei Menschen aller Altersstufen
            prozessbegleitend ein, versorgen sie verordnungsgerecht und stimmen
            die weitere Behandlung mit der Ärztin oder dem Arzt ab,

        f)  vertreten die im Rahmen des Pflegeprozesses gewonnenen Einschätzungen
            zu Pflegediagnosen und erforderlichen Behandlungskonsequenzen bei
            Menschen aller Altersstufen in der interprofessionellen
            Zusammenarbeit.

    **3.** **In interdisziplinären Teams an der Versorgung und Behandlung von
        Menschen aller Altersstufen mitwirken und Kontinuität an
        Schnittstellen sichern.**

        Die Absolventinnen und Absolventen

        a)  übernehmen Mitverantwortung in der interdisziplinären Versorgung und
            Behandlung von Menschen aller Altersstufen und unterstützen die
            Kontinuität an interdisziplinären und institutionellen Schnittstellen,

        b)  bringen die pflegefachliche Sichtweise in die interprofessionelle
            Kommunikation ein,

        c)  bearbeiten interprofessionelle Konflikte in einem gemeinsamen
            Aushandlungsprozess auf Augenhöhe und beteiligen sich an der
            Entwicklung und Umsetzung einrichtungsbezogener Konzepte zum Schutz
            vor Gewalt,

        d)  koordinieren die Pflege von Menschen aller Altersstufen in
            verschiedenen Versorgungskontexten und organisieren Termine sowie
            berufsgruppenübergreifende Leistungen,

        e)  koordinieren die integrierte Versorgung von chronisch kranken Menschen
            aller Altersstufen in der Primärversorgung,

        f)  evaluieren den gesamten Versorgungsprozess gemeinsam mit dem
            therapeutischen Team im Hinblick auf Patientenorientierung und
            -partizipation.

**IV.** **Das eigene Handeln auf der Grundlage von Gesetzen, Verordnungen und
    ethischen Leitlinien reflektieren und begründen.**

    **1.** **Die Qualität der pflegerischen Leistungen und der Versorgung in den
        verschiedenen Institutionen sicherstellen.**

        Die Absolventinnen und Absolventen

        a)  integrieren erweiterte Anforderungen zur internen und externen
            Qualitätssicherung in das Pflegehandeln und verstehen
            Qualitätsentwicklung und -sicherung als rechtlich verankertes und
            interdisziplinäres Anliegen in Institutionen des Gesundheitswesens,

        b)  wirken an Maßnahmen der Qualitätssicherung sowie -verbesserung mit,
            setzen sich für die Umsetzung evidenzbasierter und/oder
            interprofessioneller Leitlinien und Standards ein und leisten so einen
            Beitrag zur Weiterentwicklung einrichtungsspezifischer Konzepte,

        c)  bewerten den Beitrag der eigenen Berufsgruppe zur Qualitätsentwicklung
            und -sicherung und erfüllen die anfallenden
            Dokumentationsverpflichtungen auch im Kontext von interner und
            externer Kontrolle und Aufsicht,

        d)  überprüfen regelmäßig die eigene pflegerische Praxis durch kritische
            Reflexionen und Evaluation im Hinblick auf Ergebnis- und
            Patientenorientierung und ziehen Schlussfolgerungen für die
            Weiterentwicklung der Pflegequalität.

    **2.** **Versorgungskontexte und Systemzusammenhänge im Pflegehandeln
        berücksichtigen und dabei ökonomische und ökologische Prinzipien
        beachten.**

        Die Absolventinnen und Absolventen

        a)  üben den Beruf im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben sowie unter
            Berücksichtigung ihrer ausbildungs- und berufsbezogenen Rechte und
            Pflichten eigenverantwortlich aus,

        b)  erfassen den Einfluss gesamtgesellschaftlicher Veränderungen,
            ökonomischer Anforderungen, technologischer sowie epidemiologischer
            und demografischer Entwicklungen auf die Versorgungsverträge und
            Versorgungsstrukturen im Gesundheits- und Sozialsystem,

        c)  erkennen die Funktion der Gesetzgebung im Gesundheits- und
            Sozialbereich zur Sicherstellung des gesellschaftlichen
            Versorgungsauftrags in stationären, teilstationären und ambulanten
            Handlungsfeldern,

        d)  reflektieren auf der Grundlage eines breiten Wissens ihre Handlungs-
            und Entscheidungsspielräume in unterschiedlichen Abrechnungssystemen,

        e)  wirken an der Umsetzung von Konzepten und Leitlinien zur ökonomischen
            und ökologischen Gestaltung der Einrichtung mit.

**V.** **Das eigene Handeln auf der Grundlage von wissenschaftlichen
    Erkenntnissen und berufsethischen Werthaltungen und Einstellungen
    reflektieren und begründen.**

    **1.** **Pflegehandeln an aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen,
        insbesondere an pflegewissenschaftlichen Forschungsergebnissen,
        Theorien und Modellen ausrichten.**

        Die Absolventinnen und Absolventen

        a)  vertreten die Notwendigkeit, die Wissensgrundlagen des eigenen
            Handelns kontinuierlich zu überprüfen und gegebenenfalls zu verändern,

        b)  erschließen sich pflege- und bezugswissenschaftliche
            Forschungsergebnisse bezogen auf die Pflege von Menschen aller
            Altersstufen und bewerten sie hinsichtlich der Reichweite, des
            Nutzens, der Relevanz und des Umsetzungspotenzials,

        c)  begründen und reflektieren das Pflegehandeln kontinuierlich auf der
            Basis von vielfältigen oder spezifischen pflegewissenschaftlichen und
            bezugswissenschaftlichen evidenzbasierten Studienergebnissen,
            Theorien, Konzepten und Modellen sowie gendermedizinischen
            Erkenntnissen,

        d)  leiten aus beruflichen Erfahrungen in der pflegerischen Versorgung und
            Unterstützung von Menschen aller Altersstufen und ihren Angehörigen
            mögliche Fragen an Pflegewissenschaft und -forschung ab.

    **2.** **Verantwortung für die Entwicklung (lebenslanges Lernen) der eigenen
        Persönlichkeit sowie das berufliche Selbstverständnis übernehmen.**

        Die Absolventinnen und Absolventen

        a)  bewerten das lebenslange Lernen als ein Element der persönlichen und
            beruflichen Weiterentwicklung und übernehmen Eigeninitiative und
            Verantwortung für das eigene Lernen und nutzen hierfür auch moderne
            Informations- und Kommunikationstechnologien,

        b)  nehmen drohende Über- oder Unterforderungen frühzeitig wahr, erkennen
            die notwendigen Veränderungen am Arbeitsplatz und/oder des eigenen
            Kompetenzprofils und leiten daraus entsprechende Handlungsinitiativen
            ab,

        c)  setzen Strategien zur Kompensation und Bewältigung unvermeidbarer
            beruflicher Belastungen gezielt ein und nehmen Unterstützungsangebote
            frühzeitig wahr oder fordern diese aktiv ein,

        d)  reflektieren ihre persönliche Entwicklung als professionell Pflegende
            und entwickeln ein eigenes Pflegeverständnis sowie ein berufliches
            Selbstverständnis unter Berücksichtigung berufsethischer und eigener
            ethischer Überzeugungen,

        e)  verfügen über ein Verständnis für die historischen Zusammenhänge des
            Pflegeberufs und positionieren sich mit ihrer beruflichen
            Pflegeausbildung im Kontext der Gesundheitsberufe unter
            Berücksichtigung der ausgewiesenen Vorbehaltsaufgaben,

        f)  verstehen die Zusammenhänge zwischen den gesellschaftlichen,
            soziodemografischen und ökonomischen Veränderungen und der
            Berufsentwicklung,

        g)  bringen sich den gesellschaftlichen Veränderungen und
            berufspolitischen Entwicklungen entsprechend in die Weiterentwicklung
            des Pflegeberufs ein.

(zu § 26 Absatz 3 Satz 1)

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