Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bauwiausbv_1999/__72.html
Legislation: bauwiausbv_1999

Title: § 72 Abschlußprüfung/Gesellenprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung in der Bauwirtschaft (BauWiAusbV 1999)
Dritter Teil - Vorschriften für die aufbauenden Ausbildungsberufe nach § 1 Abs. 1 Nr. 2 bis 4 sowie Abs. 2 Nr. 1 bis 3
10. Abschnitt - Straßenbauer/Straßenbauerin
§ 72 Abschlußprüfung/Gesellenprüfung

Paragraph: 72

Full Text:
Verordnung über die Berufsausbildung in der Bauwirtschaft (BauWiAusbV 1999)
Dritter Teil - Vorschriften für die aufbauenden Ausbildungsberufe nach § 1 Abs. 1 Nr. 2 bis 4 sowie Abs. 2 Nr. 1 bis 3
10. Abschnitt - Straßenbauer/Straßenbauerin
§ 72 Abschlußprüfung/Gesellenprüfung

(1) Die Abschlußprüfung/Gesellenprüfung erstreckt sich auf die in den
Anlagen 3 und 13 aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf
den im Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Der Prüfling soll im praktischen Teil der Prüfung in insgesamt
höchstens acht Stunden eine praktische Aufgabe ausführen. Dabei soll
der Prüfling zeigen, daß er den Arbeitsablauf selbständig planen,
Arbeitszusammenhänge erkennen, das Arbeitsergebnis kontrollieren sowie
Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit und
zum Umweltschutz ergreifen kann. Für die praktische Aufgabe kommt
insbesondere in Betracht:

1.  Herstellen einer Verkehrsfläche aus natürlichen Steinen in
    unterschiedlichen Verbandsarten und Mustern mit unterschiedlichen
    Neigungen und Randbefestigungen oder

2.  Herstellen einer Verkehrsfläche aus künstlichen Steinen in
    unterschiedlichen Verbandsarten und Mustern mit unterschiedlichen
    Neigungen und Randbefestigungen.

(3) Der Prüfling soll im schriftlichen Teil der Prüfung in den
Prüfungsbereichen Straßenbau, Erdbau und Wasserhaltung sowie
Wirtschafts- und Sozialkunde geprüft werden. In den Prüfungsbereichen
Straßenbau sowie Erdbau und Wasserhaltung soll der Prüfling zeigen,
daß er insbesondere durch Verknüpfung von arbeitsorganisatorischen,
technologischen, mathematischen und zeichnerischen Inhalten
praxisbezogene Fälle lösen kann. Dabei sollen Maßnahmen zur Sicherheit
und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit, zum Umweltschutz und
qualitätssichernde Maßnahmen einbezogen werden. Es kommen Aufgaben
insbesondere aus folgenden Gebieten in Betracht:

1.  im Prüfungsbereich Straßenbau:

    a)  Unterlage für Decken und Beläge,

    b)  Einfassungen und Randbefestigungen,

    c)  Pflasterdecken und Plattenbeläge aus künstlichen und natürlichen
        Steinen, Verbandsarten und Muster,

    d)  Decken aus Asphalt und Beton,

    e)  Fugen und Vergußmassen,

    f)  Prüfen und Instandsetzen von Deckschichten,

    g)  Wiederherstellen von Deckschichten nach Aufgrabungen,

    h)  angrenzende Arbeiten im Hochbau;

2.  im Prüfungsbereich Erdbau und Wasserhaltung:

    a)  Gefährdungen und Sicherungsmaßnahmen in Baugruben und Gräben,

    b)  Bodenarten und Bodenklassen,

    c)  Herstellen von Erdbauwerken,

    d)  Geräte und Maschinen,

    e)  Verbau von Baugruben und Gräben,

    f)  Wasserhaltung,

    g)  offene und geschlossene Entwässerung,

    h)  Oberflächenentwässerung bei Quer- und Längsneigung,

    i)  Einbauen und Verdichten von Böden;

3.  im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde:

    allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der
    Berufs- und Arbeitswelt.

(4) Der schriftliche Teil der Prüfung dauert höchstens:

*    *   1.

    *   im Prüfungsbereich Straßenbau

    *   180 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsbereich Erdbau und Wasserhaltung

    *   120 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Der schriftliche Teil der Prüfung ist auf Antrag des Prüflings
oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen Bereichen
durch eine mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen
der Prüfung den Ausschlag geben kann. Bei der Ermittlung des
Ergebnisses für die mündlich geprüften Prüfungsbereiche sind das
bisherige Ergebnis und das Ergebnis der mündlichen Ergänzungsprüfung
im Verhältnis 2:1 zu gewichten.

(6) Innerhalb des schriftlichen Teils der Prüfung sind die
Prüfungsbereiche wie folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich Straßenbau

    *   50 vom Hundert,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich Erdbau und Wasserhaltung

    *   30 vom Hundert,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   20 vom Hundert.

(7) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils im praktischen und im
schriftlichen Teil der Prüfung sowie innerhalb des schriftlichen Teils
der Prüfung in mindestens zwei Prüfungsbereichen mindestens
ausreichende Leistungen erbracht sind. Wird die Leistung in einem der
Prüfungsbereiche mit ungenügend bewertet, so ist die Prüfung nicht
bestanden.

(8) Hat der Prüfling die Prüfung nach Absatz 7 nicht bestanden,
erfüllt er in dieser Prüfung jedoch die Anforderungen nach § 22, so
hat er den Abschluß Tiefbaufacharbeiter/Tiefbaufacharbeiterin
erreicht. Die Anforderungen nach § 22 gelten dann als erfüllt, wenn in
dieser Prüfung im praktischen Teil sowie in einem der fachbezogenen
Prüfungsbereiche im schriftlichen Teil (Absatz 3 Nr. 1 und 2) jeweils
mindestens eine ausreichende Leistung erbracht wurde. Außerdem darf in
keinem der fachbezogenen Prüfungsbereiche eine ungenügende Leistung
erbracht worden sein.

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BauWiAusbV-1999
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