Source: https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__232.html
Legislation: stgb

Title: § 232 Menschenhandel

Description:
Strafgesetzbuch (StGB)
Besonderer Teil -
Achtzehnter Abschnitt - Straftaten gegen die persönliche Freiheit
§ 232 Menschenhandel

Paragraph: 232

Full Text:
Strafgesetzbuch (StGB)
Besonderer Teil -
Achtzehnter Abschnitt - Straftaten gegen die persönliche Freiheit
§ 232 Menschenhandel

(1) Mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren wird
bestraft, wer eine andere Person unter Ausnutzung ihrer persönlichen
oder wirtschaftlichen Zwangslage oder ihrer Hilflosigkeit, die mit dem
Aufenthalt in einem fremden Land verbunden ist, oder wer eine andere
Person unter einundzwanzig Jahren anwirbt, befördert, weitergibt,
beherbergt oder aufnimmt, wenn

1.  diese Person ausgebeutet werden soll

    a)  bei der Ausübung der Prostitution oder bei der Vornahme sexueller
        Handlungen an oder vor dem Täter oder einer dritten Person oder bei
        der Duldung sexueller Handlungen an sich selbst durch den Täter oder
        eine dritte Person,

    b)  durch eine Beschäftigung,

    c)  bei der Ausübung der Bettelei oder

    d)  bei der Begehung von mit Strafe bedrohten Handlungen durch diese
        Person,

2.  diese Person in Sklaverei, Leibeigenschaft, Schuldknechtschaft oder in
    Verhältnissen, die dem entsprechen oder ähneln, gehalten werden soll
    oder

3.  dieser Person rechtswidrig ein Organ entnommen werden soll.

Ausbeutung durch eine Beschäftigung im Sinne des Satzes 1 Nummer 1
Buchstabe b liegt vor, wenn die Beschäftigung aus rücksichtslosem
Gewinnstreben zu Arbeitsbedingungen erfolgt, die in einem auffälligen
Missverhältnis zu den Arbeitsbedingungen solcher Arbeitnehmer stehen,
welche der gleichen oder einer vergleichbaren Beschäftigung nachgehen
(ausbeuterische Beschäftigung).

(2) Mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren wird
bestraft, wer eine andere Person, die in der in Absatz 1 Satz 1 Nummer
1 bis 3 bezeichneten Weise ausgebeutet werden soll,

1.  mit Gewalt, durch Drohung mit einem empfindlichen Übel oder durch List
    anwirbt, befördert, weitergibt, beherbergt oder aufnimmt oder

2.  entführt oder sich ihrer bemächtigt oder ihrer Bemächtigung durch eine
    dritte Person Vorschub leistet.

(3) In den Fällen des Absatzes 1 ist auf Freiheitsstrafe von sechs
Monaten bis zu zehn Jahren zu erkennen, wenn

1.  das Opfer zur Zeit der Tat unter achtzehn Jahren alt ist,

2.  der Täter das Opfer bei der Tat körperlich schwer misshandelt oder
    durch die Tat oder eine während der Tat begangene Handlung wenigstens
    leichtfertig in die Gefahr des Todes oder einer schweren
    Gesundheitsschädigung bringt oder

3.  der Täter gewerbsmäßig handelt oder als Mitglied einer Bande, die sich
    zur fortgesetzten Begehung solcher Taten verbunden hat.

In den Fällen des Absatzes 2 ist auf Freiheitsstrafe von einem Jahr
bis zu zehn Jahren zu erkennen, wenn einer der in Satz 1 Nummer 1 bis
3 bezeichneten Umstände vorliegt.

(4) In den Fällen der Absätze 1, 2 und 3 Satz 1 ist der Versuch
strafbar.

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