Source: https://www.gesetze-im-internet.de/waffg_2002/__16.html
Legislation: waffg_2002

Title: § 16 Erwerb und Besitz von Schusswaffen und Munition durch Brauchtumsschützen, Führen von Waffen und Schießen zur Brauchtumspflege

Description:
Waffengesetz (WaffG 2002)
Abschnitt 2 - Umgang mit Waffen oder Munition
Unterabschnitt 3 - Besondere Erlaubnistatbestände für bestimmte Personengruppen
§ 16 Erwerb und Besitz von Schusswaffen und Munition durch Brauchtumsschützen, Führen von Waffen und Schießen zur Brauchtumspflege

Paragraph: 16

Full Text:
Waffengesetz (WaffG 2002)
Abschnitt 2 - Umgang mit Waffen oder Munition
Unterabschnitt 3 - Besondere Erlaubnistatbestände für bestimmte Personengruppen
§ 16 Erwerb und Besitz von Schusswaffen und Munition durch Brauchtumsschützen, Führen von Waffen und Schießen zur Brauchtumspflege

(1) Ein Bedürfnis für den Erwerb und Besitz von Einzellader-Langwaffen
und bis zu drei Repetier-Langwaffen sowie der dafür bestimmten
Munition wird bei Mitgliedern einer zur Brauchtumspflege Waffen
tragenden Vereinigung (Brauchtumsschützen) anerkannt, wenn sie durch
eine Bescheinigung der Brauchtumsschützenvereinigung glaubhaft machen,
dass sie diese Waffen zur Pflege des Brauchtums benötigen.

(2) Für Veranstaltungen, bei denen es Brauch ist, aus besonderem
Anlass Waffen zu tragen, kann für die Dauer von fünf Jahren die
Ausnahmebewilligung zum Führen von in Absatz 1 Satz 1 genannten
Schusswaffen sowie von sonstigen zur Brauchtumspflege benötigten
Waffen im Sinne des § 1 Abs. 2 Nr. 2 einem verantwortlichen Leiter der
Brauchtumsschützenvereinigung unter den Voraussetzungen des § 42 Abs.
2 erteilt werden, wenn gewährleistet ist, dass die erforderliche
Sorgfalt beachtet wird.

(3) Die Erlaubnis zum Schießen mit den in Absatz 1 Satz 1 genannten
Schusswaffen außerhalb von Schießstätten mit Kartuschenmunition bei
Veranstaltungen nach Absatz 2 kann für die Dauer von fünf Jahren einem
verantwortlichen Leiter der Brauchtumsschützenvereinigung erteilt
werden. Sie ist zu versagen, wenn

1.  in dessen Person eine Voraussetzung nach § 4 Abs. 1 Nr. 1 bis 4 nicht
    vorliegt,

2.  die Beachtung der erforderlichen Sorgfalt nicht gewährleistet ist,

3.  Gefahren oder erhebliche Nachteile für Einzelne oder die Allgemeinheit
    zu befürchten sind und nicht durch Auflagen verhindert werden können
    oder

4.  kein Haftpflichtversicherungsschutz gemäß § 4 Abs. 1 Nr. 5
    nachgewiesen ist.

Die Erlaubnis nach Satz 1 kann mit der Ausnahmebewilligung nach Absatz
2 verbunden werden.

(4) Brauchtumsschützen dürfen in den Fällen der Absätze 2 und 3 oder
bei Vorliegen einer Ausnahmebewilligung nach § 42 Abs. 2 die
Schusswaffen ohne Erlaubnis führen und damit schießen. Sie dürfen die
zur Pflege des Brauchtums benötigten Schusswaffen auch im Zusammenhang
mit Veranstaltungen, bei denen es Brauch ist, aus besonderem Anlass
Waffen zu tragen, für die eine Erlaubnis nach Absatz 2 oder nach § 42
Abs. 2 erteilt wurde, ohne Erlaubnis führen.

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WaffG-2002
Level: 4.0