Source: https://www.gesetze-im-internet.de/winzerausbv_1997/__9.html
Legislation: winzerausbv_1997

Title: § 9 Abschlußprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Winzer/zur Winzerin (WinzerAusbV 1997)
§ 9 Abschlußprüfung

Paragraph: 9

Full Text:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Winzer/zur Winzerin (WinzerAusbV 1997)
§ 9 Abschlußprüfung

(1) Die Abschlußprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage I
aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Zum Nachweis der Fertigkeiten und Kenntnisse wird die
Abschlußprüfung in Form einer praktischen und einer schriftlichen
Prüfung durchgeführt.

(3) In der praktischen Prüfung soll der Prüfling zeigen, daß er
betriebliche Zusammenhänge versteht und die erworbenen Fertigkeiten
und Kenntnisse praxisbezogen anwenden und übertragen kann. In
insgesamt höchstens sieben Stunden soll er je eine Prüfungsaufgabe aus
der Traubenproduktion, der Kellerwirtschaft und der Vermarktung
betrieblicher Erzeugnisse bearbeiten und jeweils in einem
Prüfungsgespräch erläutern. Dabei sind Arbeitsschutz und
Arbeitssicherheit, Natur- und Umweltschutz, rationelle Energie- und
Materialverwendung sowie die Techniken und Organisation der
betrieblichen Arbeit und Produktion einzubeziehen. Für die Aufgaben
kommen insbesondere in Betracht:

1.  in der Traubenproduktion:

    a)  Bearbeiten und Pflegen des Bodens,

    b)  qualitätsorientiertes und umweltschonendes Pflanzen, Pflegen und
        Nutzen von Reben;

2.  in der Kellerwirtschaft:

    a)  Durchführen oenologischer Verfahren,

    b)  Behandeln und Ausbauen von Wein,

    c)  Durchführen von Maßnahmen der Qualitätssicherung,

    d)  Abfüllen von Wein;

3.  in der Vermarktung betrieblicher Erzeugnisse:

    a)  Ausstatten und Verpacken,

    b)  sensorisches Bewerten von Wein,

    c)  Beraten von Kunden und verkaufsförderndes Präsentieren von Waren.

(4) Die schriftliche Prüfung soll in den Prüfungsfächern
Traubenproduktion, Kellerwirtschaft sowie Wirtschafts- und Sozialkunde
durchgeführt werden. Es kommen Fragen und Aufgaben, die sich auf
praxisbezogene Fälle beziehen sollen, insbesondere aus folgenden
Gebieten in Betracht:

1.  im Prüfungsfach Traubenproduktion:

    Bearbeiten und Pflegen des Bodens, Pflegen und Nutzen von Reben,
    Ermitteln und Bewerten von Leistungen und Kosten unter Einbeziehung
    von Natur- und Umweltschutz, rationelle Energie- und
    Materialverwendung sowie von Techniken und Organisation der
    betrieblichen Arbeit und Produktion;

2.  im Prüfungsfach Kellerwirtschaft:

    oenologische Verfahren, qualitätsorientiertes und umweltschonendes
    Bereiten von Wein, Grundlagen des Herstellens sonstiger Erzeugnisse
    aus Trauben und Wein, Ermitteln und Bewerten von Leistungen und Kosten
    unter Einbeziehung von rationeller Energie- und Materialverwendung
    sowie von Techniken und Organisation der betrieblichen Arbeit und
    Produktion;

3.  im Prüfungsfach Wirtschafts- und Sozialkunde:

    allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der
    Berufs- und Arbeitswelt.

(5) Für die schriftliche Prüfung ist von folgenden zeitlichen
Höchstwerten auszugehen:

*    *   1.

    *   im Prüfungsfach Traubenproduktion

    *   120 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsfach Kellerwirtschaft

    *   120 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsfach Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   90 Minuten.

(6) Sind in der schriftlichen Prüfung im Prüfungsfach Wirtschafts- und
Sozialkunde die Prüfungsleistungen mit mangelhaft bewertet worden, so
ist auf Antrag des Prüflings oder nach Ermessen des
Prüfungsausschusses die schriftliche Prüfung durch eine mündliche
Prüfung zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen der Prüfung den
Ausschlag geben kann. Die schriftliche Prüfung hat gegenüber der
mündlichen Prüfung das doppelte Gewicht.

(7) Die praktischen und die schriftlichen Prüfungsleistungen nach den
Absätzen 3 und 4 sind für den Bereich Traubenproduktion und den
Bereich Kellerwirtschaft zu je einer Note zusammenzufassen; dabei
haben die praktischen gegenüber den schriftlichen Prüfungsleistungen
jeweils das doppelte Gewicht.

(8) Für die Ermittlung des Gesamtergebnisses sind die
Prüfungsleistungen wie folgt zu gewichten:

*    *   -

    *   Bereich Traubenproduktion nach Absatz 7

    *   35 vom Hundert,

*    *   -

    *   Bereich Kellerwirtschaft nach Absatz 7

    *   35 vom Hundert,

*    *   -

    *   Bereich Vermarktung betrieblicher Erzeugnisse nach Absatz 3

    *   20 vom Hundert,

*    *   -

    *   Prüfungsfach Wirtschafts- und Sozialkunde nach Absatz 4

    *   10 vom Hundert.

(9) Die Prüfung ist bestanden, wenn im Gesamtergebnis und in den drei
Bereichen Traubenproduktion, Kellerwirtschaft und Vermarktung
betrieblicher Erzeugnisse mindestens ausreichende Leistungen erbracht
worden sind. Die Prüfung ist nicht bestanden, wenn eine der
Prüfungsaufgaben in der praktischen Prüfung oder eines der
Prüfungsfächer in der schriftlichen Prüfung mit ungenügend bewertet
worden ist.

Collections: bundestag_gesetze
WinzerAusbV-1997
Level: 2.0