Source: https://www.gesetze-im-internet.de/tiernebv/__29.html
Legislation: tiernebv

Title: Anlage 3 Probenahme

Description:
Verordnung zur Durchführung des Tierische Nebenprodukte-Beseitigungsgesetzes (TierNebV)
Teil 7 - Schlussvorschriften
Anlage 3 Probenahme

Paragraph: 29

Full Text:
Verordnung zur Durchführung des Tierische Nebenprodukte-Beseitigungsgesetzes (TierNebV)
Teil 7 - Schlussvorschriften
Anlage 3 Probenahme

(Fundstelle des Originaltextes: BGBl. I 2006, 1749 - 1750)

Die Probenahme nach § 21 Abs. 1 erfolgt mit dem Ziel der Gewinnung von
repräsentativen Teilmengen des Prüfgutes zur Beurteilung seiner
biologischen Eigenschaften. Eine repräsentative Probe kann nur
gewonnen werden, wenn jedes Teil des Prüfgutes mit der gleichen
Wahrscheinlichkeit in die jeweilige Probe gelangen kann.

**1.** **Begriffsbestimmungen**

    Für die Probenahme im Rahmen dieser Verordnung ist

    a)  eine Charge:

        die Menge eines Stoffes, die sich nach ihrer Beschaffenheit und
        räumlichen Zuordnung als eine Einheit darstellt,

    b)  eine Einzelprobe:

        die Teilmenge einer Charge, die durch einen Entnahmevorgang gebildet
        wird,

    c)  eine Sammelprobe:

        die Gesamtmenge der einer Charge entnommenen Einzelproben,

    d)  eine Endprobe:

        eine für die Untersuchung bestimmte Teilmenge einer Sammelprobe mit
        gleicher Zusammensetzung wie die Sammelprobe.

**2.** **Probenahmegeräte**

    Die Probenahmegeräte und Behälter müssen aus einem Material bestehen,
    das die beprobten Stoffe nicht beeinflusst. Probenahmegeräte und
    -hilfsmittel sind an die Partiegröße, den Aggregatzustand sowie die
    Teilchengröße und Beschaffenheit der Stoffe anzupassen. Alle
    Probenahmegeräte und Behälter sind vor Gebrauch bei Bedarf zu
    sterilisieren oder zu desinfizieren.

**3.** **Anzahl und Umfang der erforderlichen Einzelproben**

    Bei den in Spalte 1 der folgenden Tabelle aufgeführten Chargen ist die
    dort in Spalte 2 festgesetzte Mindestzahl an Einzelproben zu ziehen.

*    *   1

    *   2

*    *   Umfang der Charge

    *   Mindestzahl der Einzelproben

*    *   bis einschließlich 2,5 t bzw.
        cbm

    *   7

*    *   über 2,5 t bis einschließlich
        80 t bzw. cbm

    *   die Quadratwurzel aus dem 20fachen Gewicht oder Volumen der Charge in
        t bzw. cbm, aufgerundet auf ganze Zahlen

*    *   über 80 t bzw. cbm

    *   40

Die Einzelprobe darf die Menge von 200 Gramm oder 200 Millilitern
nicht unterschreiten. Wird zur Probenahme aus bewegtem Gut eine
mechanische Vorrichtung benutzt, so braucht diese Mindestmenge für die
Einzelprobe nicht eingehalten zu werden.

**4.** **Anzahl der erforderlichen Sammelproben**

    Für jede Charge ist eine Sammelprobe zu bilden.

**5.** **Anzahl und Umfang der erforderlichen Endproben**

    Aus jeder Sammelprobe sind nach guter Durchmischung mindestens zwei
    Endproben zu bilden. Die Menge einer Endprobe darf drei Kilogramm für
    feste oder drei Liter für flüssige Stoffe nicht unterschreiten.

**6.** **Entnahme und Bildung der Proben**

    Bei der Entnahme der Proben ist wie folgt zu verfahren:

    a)  die Einzelproben sind nach dem Zufallsprinzip über die gesamte Charge
        verteilt zu entnehmen,

    b)  das Gewicht oder Volumen der Einzelproben muss ungefähr gleich sein,

    c)  das Gewicht oder Volumen der einzelnen Endproben muss annähernd gleich
        sein.

**7.** **Verwendung der Endproben**

    Die Endproben sind in saubere, trockene, erforderlichenfalls
    sterilisierte oder desinfizierte, feuchtigkeitsundurchlässige und
    weitgehend luftdicht verschließbare Behältnisse abzufüllen. Die
    Behältnisse sind zu verschließen.

    Die Endproben sind mindestens mit folgenden Angaben zu kennzeichnen:

    a)  Name und Anschrift des probegebenden Betriebes,

    b)  Nummer und Datum der Probenahme,

    c)  Stoff- und ggf. Chargenbezeichnung,

    d)  Name und Unterschrift des Probenehmers.

    Eine Endprobe ist der mit der Untersuchung beauftragten Stelle von dem
    Probenehmer unverzüglich nach der Probenahme zum Zweck der
    Untersuchung zu übersenden. Eine zweite Endprobe ist dem Betrieb, in
    dem die Einzelproben entnommen worden sind, auf Verlangen zu
    überlassen.

(zu § 23 Abs. 1)

Collections: bundestag_gesetze
TierNebV
Level: 3.0