Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1811.html
Legislation: bgb

Title: § 1811 Zuwendungspflegschaft

Description:
Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)
Buch 4 - Familienrecht
Abschnitt 3 - Vormundschaft, Pflegschaft für Minderjährige, rechtliche Betreuung, sonstige Pflegschaft
Titel 2 - Pflegschaft für Minderjährige
§ 1811 Zuwendungspflegschaft

Paragraph: 1811

Full Text:
Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)
Buch 4 - Familienrecht
Abschnitt 3 - Vormundschaft, Pflegschaft für Minderjährige, rechtliche Betreuung, sonstige Pflegschaft
Titel 2 - Pflegschaft für Minderjährige
§ 1811 Zuwendungspflegschaft

(1) Der Minderjährige erhält einen Zuwendungspfleger, wenn

1.  der Minderjährige von Todes wegen, durch unentgeltliche Zuwendung auf
    den Todesfall oder unter Lebenden Vermögen erwirbt und

2.  der Erblasser durch letztwillige Verfügung, der Zuwendende bei der
    Zuwendung bestimmt hat, dass die Eltern oder der Vormund das Vermögen
    nicht verwalten sollen.

(2) Der Erblasser kann durch letztwillige Verfügung, der Zuwendende
bei der Zuwendung

1.  einen Zuwendungspfleger benennen,

2.  den Zuwendungspfleger von den Beschränkungen gemäß den §§ 1843, 1845,
    1846, 1848, 1849 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 und 2 und Satz 2 sowie §
    1865 befreien.

In den Fällen des Satzes 1 Nummer 1 gilt § 1783 entsprechend. In den
Fällen des Satzes 1 Nummer 2 gilt § 1859 Absatz 1 Satz 2 und 3
entsprechend.

(3) Das Familiengericht hat die Befreiungen nach Absatz 2 Satz 1
Nummer 2 aufzuheben, wenn sie das Vermögen des Pfleglings erheblich
gefährden. Solange der Zuwendende lebt, ist zu einer Abweichung der
von ihm erteilten Befreiungen seine Zustimmung erforderlich und
genügend. Ist er zur Abgabe einer Erklärung dauerhaft außerstande oder
ist sein Aufenthalt dauerhaft unbekannt, so hat das Familiengericht
unter Beachtung der Voraussetzung des Satzes 1 die Zustimmung zu
ersetzen.

(4) Sofern der Pflegling nicht mittellos ist, bestimmt sich die Höhe
des Stundensatzes des Zuwendungspflegers nach seinen für die Führung
der Pflegschaftsgeschäfte nutzbaren Fachkenntnissen sowie nach dem
Umfang und der Schwierigkeit der Pflegschaftsgeschäfte. § 1881 gilt
entsprechend.

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BGB
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