Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bootsbmstrv/__8.html
Legislation: bootsbmstrv

Title: § 8 Ziel, Gliederung und Inhalt des Teils II

Description:
Verordnung über die Meisterprüfung in den Teilen I und II im Boots- und Schiffbauer-Handwerk (BootsbMstrV)
§ 8 Ziel, Gliederung und Inhalt des Teils II

Paragraph: 8

Full Text:
Verordnung über die Meisterprüfung in den Teilen I und II im Boots- und Schiffbauer-Handwerk (BootsbMstrV)
§ 8 Ziel, Gliederung und Inhalt des Teils II

(1) In der Prüfung in Teil II hat der Prüfling in den in Absatz 2
Nummer 1 bis 3 genannten Handlungsfeldern seine berufliche
Handlungskompetenz dadurch nachzuweisen, dass er die erforderlichen
fachtheoretischen Kenntnisse im Bootsbauer-Handwerk zur Lösung
komplexer beruflicher Aufgabenstellungen anwenden kann.

(2) In jedem der nachfolgend aufgeführten Handlungsfelder ist
mindestens eine komplexe fallbezogene Aufgabe zu bearbeiten. Die
fallbezogenen Aufgaben sind handwerksspezifisch, wobei die in den
Handlungsfeldern nach den Nummern 1 bis 3 aufgeführten Qualifikationen
auch handlungsfeldübergreifend verknüpft werden können.

1.  Konstruktion, Fertigung, technische Ausrüstung

    Der Prüfling hat nachzuweisen, dass er in der Lage ist,
    gestalterische, konstruktions- und fertigungstechnische Aufgaben unter
    Berücksichtigung wirtschaftlicher und ökologischer Aspekte in einem
    Bootsbauerbetrieb zu bearbeiten; dabei soll er berufsbezogene
    Sachverhalte analysieren und bewerten; bei der jeweiligen
    Aufgabenstellung sollen mehrere der unter den Buchstaben a bis j
    aufgeführten Qualifikationen verknüpft werden:

    a)  Entwürfe und Konstruktionen für Boote einschließlich des Innenausbaus
        unter Berücksichtigung von Bootstypen, Antriebsarten, Materialien und
        Verwendungszweck erstellen und vorhandene Konstruktionen bewerten,

    b)  Fertigungsverfahren und Materialien für den Neu-, Aus- und Umbau von
        Booten auswählen und Auswahl begründen,

    c)  Verfahren zur Oberflächenbehandlung von Holz, Metall und Kunststoffen
        auswählen und Auswahl begründen,

    d)  Lösungen für das Ausrüsten und Montieren von Riggsystemen entwickeln,
        planen und begründen,

    e)  Lösungen für den Einbau von Antriebs-, Vortriebs-, Steuerungs- und
        Ruderanlagen entwickeln, planen und begründen,

    f)  Lösungen für den Einbau von technischen Bordeinrichtungen,
        insbesondere für Wasser, Abwasser, Heizung und Klima, entwickeln,
        planen und begründen,

    g)  Lösungen für den Einbau von bordelektrischen und bordelektronischen
        Systemen entwickeln, planen und begründen,

    h)  Konzepte für Refits unter Berücksichtigung von Kundenanforderungen
        entwickeln und begründen,

    i)  Schäden, Störungen und deren Ursachen analysieren, Maßnahmen zur
        Beseitigung der Schäden und Störungen entwickeln und begründen sowie

    j)  Lösungen für die Herstellung und Montage von Luken, Fenstern, Türen,
        Zubehörteilen und Beschlägen sowie von Schließ- und Schutzsystemen
        planen und begründen;

2.  Auftragsabwicklung

    Der Prüfling hat nachzuweisen, dass er in der Lage ist,
    Auftragsabwicklungsprozesse in einem Bootsbauerbetrieb erfolgs-,
    kunden- und qualitätsorientiert zu planen und die Durchführung der
    Prozesse zu kontrollieren und abzuschließen, auch unter Anwendung
    branchenspezifischer Software; bei der jeweiligen Aufgabenstellung
    sollen mehrere der unter den Buchstaben a bis i aufgeführten
    Qualifikationen verknüpft werden:

    a)  Möglichkeiten der Auftragsbeschaffung darstellen,

    b)  Vorgehensweise bei der Ermittlung von Kundenanforderungen aufzeigen
        und Kundenanforderungen hinsichtlich ihrer Umsetzbarkeit beurteilen,

    c)  Angebotsunterlagen erstellen und externe Angebote auswerten,
        Angebotskalkulation durchführen und ein Angebot erstellen,

    d)  Methoden und Verfahren der Arbeitsplanung und -organisation unter
        Berücksichtigung von Fertigung und Montage sowie unter
        Berücksichtigung des Einsatzes von Personal, Material und Geräten
        bewerten, dabei qualitätssichernde Aspekte darstellen sowie
        Schnittstellen zwischen Arbeitsbereichen berücksichtigen,

    e)  berufsbezogene rechtliche Vorschriften und technische Normen sowie
        allgemein anerkannte Regeln der Technik anwenden, insbesondere Fragen
        der Haftung bei der Herstellung, der Montage und der Instandhaltung
        beurteilen,

    f)  Arbeitspläne, Skizzen und Fertigungszeichnungen erstellen sowie
        vorgegebene Skizzen und Zeichnungen bewerten und anpassen,

    g)  den auftragsbezogenen Einsatz von Material, Maschinen und Geräten
        bestimmen und die Auswahl begründen,

    h)  Unteraufträge vergeben und kontrollieren,

    i)  Nachkalkulationen durchführen;

3.  Betriebsführung und Betriebsorganisation

    Der Prüfling hat nachzuweisen, dass er in der Lage ist, Aufgaben der
    Betriebsführung und der Betriebsorganisation in einem
    Bootsbauerbetrieb unter Berücksichtigung der rechtlichen Vorschriften
    wahrzunehmen, auch unter Anwendung von Informations- und
    Kommunikationssystemen; bei der jeweiligen Aufgabenstellung sollen
    mehrere der unter den Buchstaben a bis h aufgeführten Qualifikationen
    verknüpft werden:

    a)  betriebliche Kosten ermitteln und dabei betriebswirtschaftliche
        Zusammenhänge berücksichtigen,

    b)  betriebliche Kostenstrukturen überprüfen und betriebliche Kennzahlen
        ermitteln,

    c)  Marketingmaßnahmen zur Kundenpflege und zur Gewinnung neuer Kunden vor
        dem Hintergrund technischer und wirtschaftlicher Entwicklungen
        erarbeiten,

    d)  die Bedeutung des betrieblichen Qualitätsmanagements für den
        Unternehmenserfolg darstellen, Maßnahmen des Qualitätsmanagements
        festlegen und begründen sowie Dokumentationen dazu bewerten,

    e)  Aufgaben der Personalverwaltung wahrnehmen und die Notwendigkeit der
        Personalentwicklung begründen, insbesondere unter Berücksichtigung von
        Auftragslage und Auftragsabwicklung,

    f)  betriebsspezifische Maßnahmen zur Einhaltung der
        arbeitsschutzrechtlichen Bestimmungen und des Umweltschutzes
        entwickeln, Gefahrenpotenziale ermitteln und beurteilen sowie
        Schutzmaßnahmen festlegen,

    g)  Konzepte für Betriebsstätten, einschließlich gewerkspezifischer
        Betriebs- und Lagerausstattungen, sowie logistische Prozesse planen
        und darstellen,

    h)  den Nutzen zwischenbetrieblicher Kooperationen auftragsbezogen prüfen
        sowie Konsequenzen aufzeigen und bewerten, insbesondere für die
        betriebsinterne Organisation sowie für das betriebliche Personalwesen.

Collections: bundestag_gesetze
BootsbMstrV
Level: 2.0