Source: https://www.gesetze-im-internet.de/fspersav/__5.html
Legislation: fspersav

Title: § 5 Lizenzen, Erlaubnisse und Befugnisse

Description:
Verordnung über das erlaubnispflichtige Personal der Flugsicherung und seine Ausbildung (FSPersAV)
Abschnitt 2 - Fluglotsen und deren Ausbilder
Unterabschnitt 1 - Pflichten, Lizenzen und Ausbildungsvoraussetzungen
§ 5 Lizenzen, Erlaubnisse und Befugnisse

Paragraph: 5

Full Text:
Verordnung über das erlaubnispflichtige Personal der Flugsicherung und seine Ausbildung (FSPersAV)
Abschnitt 2 - Fluglotsen und deren Ausbilder
Unterabschnitt 1 - Pflichten, Lizenzen und Ausbildungsvoraussetzungen
§ 5 Lizenzen, Erlaubnisse und Befugnisse

(1) Die Lizenz für Fluglotsen enthält eine oder mehrere der folgenden
Erlaubnisse und Befugnisse:

1.  die Erlaubnis „Flugplatzkontrolle an Flugplätzen mit Sichtflugbetrieb“
    (Aerodrome Control Visual, ADV), mit der der Lizenzinhaber seine
    Befähigung zur Durchführung von Flugverkehrskontrolldiensten für den
    Flugplatzverkehr an einem Flugplatz, für den keine Instrumentenanflug-
    oder -abflugverfahren veröffentlicht sind, nachweist;

2.  die Erlaubnis „Flugplatzkontrolle an Flugplätzen mit
    Instrumentenflugbetrieb“ (Aerodrome Control Instrument, ADI), mit der
    der Lizenzinhaber seine Befähigung zur Durchführung von
    Flugverkehrskontrolldiensten für den Flugplatzverkehr an einem
    Flugplatz, für den Instrumentenanflug- oder -abflugverfahren
    veröffentlicht sind, nachweist. Diese Erlaubnis ist mit mindestens
    einer der nachfolgend beschriebenen Befugnisse zu erteilen:

    a)  Die Befugnis „Platzverkehrskontrolle“ (Tower Control, TWR) gibt an,
        dass der Lizenzinhaber befähigt ist, Kontrolldienst durchzuführen,
        wenn die Flugplatzkontrolle von einem einzigen Arbeitsplatz aus
        erbracht wird.

    b)  Die Befugnis „Rollverkehrskontrolle“ (Ground Movement Control, GMC)
        gibt an, dass der Lizenzinhaber befähigt ist, Rollverkehrskontrolle
        durchzuführen.

    c)  Die Befugnis „Nutzung von elektronischer Rollverkehrsdarstellung“
        (Ground Movement Surveillance, GMS), die zusätzlich zur Befugnis
        „Rollverkehrskontrolle“ oder „Platzverkehrskontrolle“ erteilt wird,
        gibt an, dass der Lizenzinhaber befähigt ist, Rollverkehrskontrolle
        mit Hilfe der Flugplatz-Rollführungssysteme durchzuführen.

    d)  Die Befugnis „Luftverkehrskontrolle“ (Air Control, AIR) gibt an, dass
        der Lizenzinhaber befähigt ist, Luftverkehrskontrolle durchzuführen.

    e)  Die Befugnis „Nutzung von Radar zur Luftverkehrsbeobachtung“
        (Aerodrome Radar Control, RAD), die zusätzlich zur Befugnis
        „Luftverkehrskontrolle“ oder „Platzverkehrskontrolle“ erteilt wird,
        gibt an, dass der Lizenzinhaber befähigt ist, Flugplatzkontrolle mit
        Hilfe von Überwachungsradar durchzuführen.

    f)  Die Befugnis „Nutzung von Radar zur Luftverkehrskontrolle“ (RAD-S),
        die zusätzlich zur Befugnis „Luftverkehrskontrolle“ oder
        „Platzverkehrskontrolle“ und zur Befugnis „Nutzung von Radar zur
        Luftverkehrsbeobachtung“ erteilt wird, gibt an, dass der Lizenzinhaber
        befähigt ist, Flugplatzkontrolle mit Hilfe von Überwachungsradar zu
        Staffelungszwecken durchzuführen;

3.  die Erlaubnis „Anflugkontrolle ohne elektronische
    Luftverkehrsdarstellung“ (Approach Control Procedural, APP), mit der
    der Lizenzinhaber seine Befähigung zur Durchführung von
    Flugverkehrskontrolldiensten für anfliegende, abfliegende oder
    durchfliegende Luftfahrzeuge ohne Nutzung von elektronischer
    Luftverkehrsdarstellung nachweist;

4.  die Erlaubnis „Anflugkontrolle mit elektronischer
    Luftverkehrsdarstellung“ (Approach Control Surveillance, APS), mit der
    der Lizenzinhaber seine Befähigung zur Durchführung von
    Flugverkehrskontrolldiensten für ankommende, abfliegende oder
    durchfliegende Luftfahrzeuge mit Nutzung von elektronischer
    Luftverkehrsdarstellung nachweist. Diese Erlaubnis ist mit mindestens
    einer der nachfolgend beschriebenen Befugnisse zu erteilen:

    a)  Die Befugnis „Radar“ (Radar, RAD) gibt an, dass der Lizenzinhaber
        befähigt ist, Anflugkontrolldienst unter Nutzung von Primär- und
        Sekundärradar durchzuführen.

    b)  Die Befugnis „Präzisionsanflug mit Radar“ (Precision Approach Radar,
        PAR), die zusätzlich zur Befugnis „Radar“ erteilt wird, gibt an, dass
        der Lizenzinhaber befähigt ist, bodengeführte Präzisionsanflüge unter
        Nutzung von Präzisionsanflugradar für Luftfahrzeuge im Endanflug auf
        die Landebahn durchzuführen.

    c)  Die Befugnis „Anflug mit Überwachungsradar“ (Surveillance Radar
        Approach, SRA), die zusätzlich zur Befugnis „Radar“ erteilt wird, gibt
        an, dass der Lizenzinhaber befähigt ist, bodengeführte
        Nichtpräzisionsanflüge unter Nutzung von Überwachungsradar für
        Luftfahrzeuge im Endanflug auf die Landebahn durchzuführen.

    d)  Die Befugnis „Automatische bordabhängige Überwachung“ (Automatic
        Dependent Surveillance, ADS) gibt an, dass der Lizenzinhaber befähigt
        ist, Anflugkontrolldienst unter Nutzung von automatischer
        bordabhängiger Überwachung durchzuführen.

    e)  Die Befugnis „Nahbereichskontrolle“ (Terminal Control, TCL), die
        zusätzlich zur Befugnis „Radar“ oder „Automatische bordabhängige
        Überwachung“ erteilt wird, gibt an, dass der Lizenzinhaber befähigt
        ist, Flugverkehrskontrolldienst unter Nutzung von elektronischer
        Luftverkehrsdarstellung für Luftfahrzeuge durchzuführen, die in einem
        bestimmten Nahverkehrsbereich oder benachbarten
        Zuständigkeitsbereichen betrieben werden;

5.  die Erlaubnis „Bezirkskontrolle ohne elektronische
    Luftverkehrsdarstellung“ (Area Control Procedural, ACP), mit der der
    Lizenzinhaber seine Befähigung zur Durchführung von
    Flugverkehrskontrolldiensten für Luftfahrzeuge ohne Nutzung von
    elektronischer Luftverkehrsdarstellung nachweist;

6.  die Erlaubnis „Bezirkskontrolle mit elektronischer
    Luftverkehrsdarstellung“ (Area Control Surveillance, ACS), die angibt,
    dass der Lizenzinhaber befähigt ist, Flugverkehrskontrolldienst für
    Luftfahrzeuge mit Nutzung von elektronischer Luftverkehrsdarstellung
    durchzuführen. Diese Erlaubnis ist mit mindestens einer der
    nachfolgend beschriebenen Befugnisse zu erteilen:

    a)  Die Befugnis „Radar“ (Radar, RAD) gibt an, dass der Lizenzinhaber
        befähigt ist, Bezirkskontrolldienst unter Nutzung von
        Überwachungsradar durchzuführen.

    b)  Die Befugnis „Automatische bordabhängige Überwachung“ (Automatic
        Dependent Surveillance, ADS) gibt an, dass der Lizenzinhaber befähigt
        ist, Bezirkskontrolldienst unter Nutzung von automatischer
        bordabhängiger Überwachung durchzuführen.

    c)  Die Befugnis „Nahverkehrskontrolle“ (Terminal Control, TCL), die
        zusätzlich zur Befugnis „Radar“ oder „Automatische bordabhängige
        Überwachung“ erteilt wird, gibt an, dass der Lizenzinhaber befähigt
        ist, Flugverkehrskontrolldienst unter Nutzung von elektronischer
        Luftverkehrsdarstellung für Luftfahrzeuge durchzuführen, die in einem
        bestimmten Nahverkehrsbereich oder benachbarten
        Zuständigkeitsbereichen betrieben werden.

    d)  Die Befugnis „Ozeankontrolle“ (Oceanic Control, OCN) gibt an, dass der
        Lizenzinhaber befähigt ist, Flugverkehrskontrolldienst für
        Luftfahrzeuge durchzuführen, die in einem Ozeankontrollbezirk
        durchgeführt werden.

(2) Der Lizenzschein muss die in Anlage 4 genannten Anforderungen
erfüllen.

Collections: bundestag_gesetze
FSPersAV
Level: 4.0