Source: https://www.gesetze-im-internet.de/abwv/__7.html
Legislation: abwv

Title: Anhang 23 Anlagen zur biologischen Behandlung von Abfällen

Description:
Verordnung über Anforderungen an das Einleiten von Abwasser in Gewässer (AbwV)
Anhang 23 Anlagen zur biologischen Behandlung von Abfällen

Paragraph: 7

Full Text:
Verordnung über Anforderungen an das Einleiten von Abwasser in Gewässer (AbwV)
Anhang 23 Anlagen zur biologischen Behandlung von Abfällen

(Fundstelle: BGBl. I 2004, 1137 - 1138;
bzgl. der einzelnen Änderungen vgl. Fußnote)

**A** **Anwendungsbereich**

(1) Dieser Anhang gilt für

1.  Abwasser, dessen Schadstofffracht im Wesentlichen aus Anlagen zur
    biologischen Behandlung von Siedlungsabfällen und anderen wie
    Siedlungsabfälle zu behandelnden Abfällen stammt, und

2.  das im Bereich dieser Anlage betriebsspezifisch verunreinigte
    Niederschlagswasser.

(2) Dieser Anhang gilt nicht für Abwasser aus Anlagen zur Behandlung
von getrennt gesammelten Bioabfällen, aus Anlagen zur Herstellung von
Kompost, aus indirekten Kühlsystemen und aus der
Betriebswasseraufbereitung.

**B** **Allgemeine Anforderungen**

(1) Der Volumenstrom und die Schadstofffracht des Abwassers aus
Anlagen gemäß Teil A Abs. 1 ist so gering zu halten, wie dies durch
folgende Maßnahmen möglich ist:

1.  Weitgehende Kreislaufführung und Mehrfachnutzung von Prozesswasser,

2.  Vermeidung des Eintrags von Niederschlagswasser in die Abfalllager-
    und Abfallbehandlungsflächen durch Einhausung, Überdachung oder
    Abdeckung.

(2) Das Abwasser darf nur in Gewässer eingeleitet werden, soweit
Prozesswasser aus der Prozess- und Abluftbehandlung mechanisch-
aerobbiologischer Behandlungsanlagen nicht prozessintern vollständig
genutzt werden kann. Für diesen Fall gelten die Anforderungen nach
Teil C und D.

**C** **Anforderungen an das Abwasser für die Einleitungsstelle**

(1) An das Abwasser werden für die Einleitungsstelle in das Gewässer
folgende Anforderungen gestellt:

*    *
    *   Qualifizierte Stichprobe oder
        2-Stunden-Mischprobe

*    *   Chemischer Sauerstoffbedarf (CSB)

    *   mg/l

    *   200

*    *   Biochemischer Sauerstoffbedarf in 5 Tagen (BSB
        5                       )

    *   mg/l

    *   20

*    *   Stickstoff, gesamt, als Summe aus Ammonium-, Nitrit- und
        Nitratstickstoff (N
        ges                       )

    *   mg/l

    *   70

*    *   Phosphor, gesamt

    *   mg/l

    *   3

*    *   Kohlenwasserstoffe, gesamt

    *   mg/l

    *   10

*    *   Giftigkeit gegenüber Fischeiern (G
        Ei                       )

    *
    *   2

Die Anforderung an Kohlenwasserstoffe, gesamt, bezieht sich auf die
Stichprobe.

(2) Ein für den Stickstoff, gesamt, festgesetzter Wert gilt auch als
eingehalten, wenn er als "gesamter gebundener Stickstoff (TN
b             )" bestimmt und eingehalten wird.

**D** **Anforderungen an das Abwasser vor Vermischung**

(1) An das Abwasser werden vor der Vermischung mit anderem Abwasser
folgende Anforderungen gestellt:

*    *
    *   Qualifizierte Stichprobe oder
        2-Stunden-Mischprobe

*    *   mg/l

*    *   Adsorbierbare organisch gebundene Halogene (AOX)

    *   0,5

*    *   Quecksilber

    *   0,05

*    *   Cadmium

    *   0,1

*    *   Chrom, gesamt

    *   0,5

*    *   Chrom VI

    *   0,1

*    *   Nickel

    *   1

*    *   Blei

    *   0,5

*    *   Kupfer

    *   0,5

*    *   Zink

    *   2

*    *   Arsen

    *   0,1

*    *   Cyanid, leicht freisetzbar

    *   0,2

*    *   Sulfid, leicht freisetzbar

    *   1

Für AOX, Chrom VI, Cyanid, leicht freisetzbar, und Sulfid, leicht
freisetzbar, gelten die Werte für die Stichprobe.

(2) Das Abwasser darf mit anderem Abwasser, ausgenommen Abwasser, das
aus der oberirdischen Ablagerung von Abfällen stammt, zum Zweck der
gemeinsamen biologischen Behandlung nur vermischt werden, wenn zu
erwarten ist, dass mindestens eine der folgenden Voraussetzungen
erfüllt wird:

1.  Bei der Giftigkeit gegenüber Fischeiern, Leuchtbakterien und Daphnien
    einer repräsentativen Abwasserprobe werden nach Durchführung eines
    Eliminationstestes mit Hilfe einer biologischen Labor-
    Durchlaufkläranlage (Anlage z. B. entsprechend DIN 38412-L 26)
    folgende Anforderungen nicht überschritten:

    *        *   Giftigkeit gegenüber Fischeiern

        *   G
            Ei                              = 2,

    *        *   Giftigkeit gegenüber Daphnien

        *   G
            D                              = 4 und

    *        *   Giftigkeit gegenüber Leuchtbakterien

        *   G
            L                              = 4.

    Durch Maßnahmen wie Nitrifikation in der biologischen Laborkläranlage
    oder pH-Wert-Konstanthaltung ist sicherzustellen, dass eine
    Überschreitung des G
    Ei                   -Wertes nicht durch Ammoniak (NH
    3                   ) verursacht wird. Das Abwasser darf zum Einfahren
    der biologischen Laborkläranlage beliebig verdünnt werden. Bei
    Nährstoffmangel können Nährstoffe zudosiert werden. Während der
    Testphase darf kein Verdünnungswasser zugegeben werden.

2.  Es wird ein DOC-Eliminationsgrad von 75 Prozent entsprechend dem
    Verfahren nach Anlage 1 Nummer 408 erreicht.

3.  Das Abwasser weist vor der gemeinsamen biologischen Behandlung mit
    anderem Abwasser bereits eine CSB-Konzentration von weniger als 400
    mg/l auf.

Bei wesentlichen Änderungen, mindestens jedoch alle 2 Jahre, ist der
Nachweis der Einhaltung dieser Voraussetzungen zu führen.

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AbwV
Level: 2.0