Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bjagdg/__19.html
Legislation: bjagdg

Title: § 19 Sachliche Verbote

Description:
Bundesjagdgesetz (BJagdG)
V. Abschnitt - Jagdbeschränkungen, Pflichten bei der Jagdausübung und Beunruhigen von Wild
§ 19 Sachliche Verbote

Paragraph: 19

Full Text:
Bundesjagdgesetz (BJagdG)
V. Abschnitt - Jagdbeschränkungen, Pflichten bei der Jagdausübung und Beunruhigen von Wild
§ 19 Sachliche Verbote

(1) Verboten ist

1.  mit Schrot, Posten, gehacktem Blei, Bolzen oder Pfeilen, auch als
    Fangschuß, auf Schalenwild und Seehunde zu schießen;

2.
    a)  auf Rehwild und Seehunde mit Büchsenpatronen zu schießen, deren
        Auftreffenergie auf 100 m (E 100) weniger als 1 000 Joule beträgt;

    b)  auf alles übrige Schalenwild mit Büchsenpatronen unter einem Kaliber
        von 6,5 mm zu schießen; im Kaliber 6,5 mm und darüber müssen die
        Büchsenpatronen eine Auftreffenergie auf 100 m (E 100) von mindestens
        2 000 Joule haben;

    c)  mit halbautomatischen Langwaffen, die mit insgesamt mehr als drei
        Patronen geladen sind, sowie mit automatischen Waffen auf Wild zu
        schießen;

    d)  auf Wild mit Pistolen oder Revolvern zu schießen, ausgenommen im Falle
        der Bau- und Fallenjagd sowie zur Abgabe von Fangschüssen, wenn die
        Mündungsenergie der Geschosse mindestens 200 Joule beträgt;

3.  die Lappjagd innerhalb einer Zone von 300 Metern von der
    Bezirksgrenze, die Jagd durch Abklingeln der Felder und die Treibjagd
    bei Mondschein auszuüben;

4.  Schalenwild, ausgenommen Schwarzwild, sowie Federwild zur Nachtzeit zu
    erlegen; als Nachtzeit gilt die Zeit von eineinhalb Stunden nach
    Sonnenuntergang bis eineinhalb Stunden vor Sonnenaufgang; das Verbot
    umfaßt nicht die Jagd auf Möwen, Waldschnepfen, Auer-, Birk- und
    Rackelwild;

5.
    a)  künstliche Lichtquellen, Spiegel, Vorrichtungen zum Anstrahlen oder
        Beleuchten des Zieles, Nachtzielgeräte, die einen Bildwandler oder
        eine elektronische Verstärkung besitzen und für Schußwaffen bestimmt
        sind, Tonbandgeräte oder elektrische Schläge erteilende Geräte beim
        Fang oder Erlegen von Wild aller Art zu verwenden oder zu nutzen sowie
        zur Nachtzeit an Leuchttürmen oder Leuchtfeuern Federwild zu fangen;

    b)  Vogelleim, Fallen, Angelhaken, Netze, Reusen oder ähnliche
        Einrichtungen sowie geblendete oder verstümmelte Vögel beim Fang oder
        Erlegen von Federwild zu verwenden;

6.  Belohnungen für den Abschuß oder den Fang von Federwild auszusetzen,
    zu geben oder zu empfangen;

7.  Saufänge, Fang- oder Fallgruben ohne Genehmigung der zuständigen
    Behörde anzulegen;

8.  Schlingen jeder Art, in denen sich Wild fangen kann, herzustellen,
    feilzubieten, zu erwerben oder aufzustellen;

9.  Fanggeräte, die nicht unversehrt fangen oder nicht sofort töten, sowie
    Selbstschußgeräte zu verwenden;

10. in Notzeiten Schalenwild in einem Umkreis von 200 Metern von
    Fütterungen zu erlegen;

11. Wild aus Luftfahrzeugen, Kraftfahrzeugen oder maschinengetriebenen
    Wasserfahrzeugen zu erlegen; das Verbot umfaßt nicht das Erlegen von
    Wild aus Kraftfahrzeugen durch Körperbehinderte mit Erlaubnis der
    zuständigen Behörde;

12. die Netzjagd auf Seehunde auszuüben;

13. die Hetzjagd auf Wild auszuüben;

14. die Such- und Treibjagd auf Waldschnepfen im Frühjahr auszuüben;

15. Wild zu vergiften oder vergiftete oder betäubende Köder zu verwenden;

16. die Brackenjagd auf einer Fläche von weniger als 1 000 Hektar
    auszuüben;

17. Abwurfstangen ohne schriftliche Erlaubnis des
    Jagdausübungsberechtigten zu sammeln;

18. eingefangenes oder aufgezogenes Wild später als vier Wochen vor Beginn
    der Jagdausübung auf dieses Wild auszusetzen.

(2) Die Länder können die Vorschriften des Absatzes 1 mit Ausnahme der
Nummer 16 erweitern oder aus besonderen Gründen einschränken; soweit
Federwild betroffen ist, ist die Einschränkung nur aus den in Artikel
9 Absatz 1 der Richtlinie 2009/147/EG des Europäischen Parlaments und
des Rates vom 30. November 2009 über die Erhaltung der wildlebenden
Vogelarten (ABl. L 20 vom 26.1.2010, S. 7) in der jeweils geltenden
Fassung genannten Gründen und nach den in Artikel 9 Absatz 2 der
Richtlinie 2009/147/EG genannten Maßgaben zulässig.

(3) Die in Absatz 1 Nr. 2 Buchstaben a und b vorgeschriebenen
Energiewerte können unterschritten werden, wenn von einem staatlichen
oder staatlich anerkannten Fachinstitut die Verwendbarkeit der
Munition für bestimmte jagdliche Zwecke bestätigt wird. Auf der
kleinsten Verpackungseinheit der Munition ist das Fachinstitut, das
die Prüfung vorgenommen hat, sowie der Verwendungszweck anzugeben.

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BJagdG
Level: 3.0