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Legislation: persdienstlausbv

Title: § 6 Abschlussprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Personaldienstleistungskaufmann/zur Personaldienstleistungskauffrau (PersDienstLAusbV)
§ 6 Abschlussprüfung

Paragraph: 6

Full Text:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Personaldienstleistungskaufmann/zur Personaldienstleistungskauffrau (PersDienstLAusbV)
§ 6 Abschlussprüfung

(1) Durch die Abschlussprüfung ist festzustellen, ob der Prüfling die
berufliche Handlungsfähigkeit erworben hat. In der Abschlussprüfung
soll der Prüfling nachweisen, dass er die dafür erforderlichen
beruflichen Fertigkeiten beherrscht, die notwendigen beruflichen
Kenntnisse und Fähigkeiten besitzt und mit dem im
Berufsschulunterricht zu vermittelnden, für die Berufsausbildung
wesentlichen Lehrstoff vertraut ist. Die Ausbildungsordnung ist
zugrunde zu legen.

(2) Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage 1
aufgeführten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie auf den im
Berufsschulunterricht zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(3) Die Abschlussprüfung besteht aus den Prüfungsbereichen:

1.  Personalwirtschaftliche Prozesse,

2.  Auftragsgewinnung, -bearbeitung und -steuerung,

3.  Personal- und Kundenberatung,

4.  Wirtschafts- und Sozialkunde.

(4) Für den Prüfungsbereich Personalwirtschaftliche Prozesse bestehen
folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er

    a)  Personal gewinnen, auswählen und einsetzen,

    b)  Personalsachbearbeitung durchführen,

    c)  rechtliche Vorschriften anwenden und

    d)  Gesundheitsschutz bei der Arbeit und den Umweltschutz berücksichtigen

    kann;

2.  der Prüfling soll schriftliche Aufgaben bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 90 Minuten.

(5) Für den Prüfungsbereich Auftragsgewinnung,
-bearbeitung              und -steuerung bestehen folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er mit Auftragsgewinnung,
    -bearbeitung und -steuerung zusammenhängende Prozesse gestalten und
    analysieren kann;

2.  hierfür sind aus folgenden Tätigkeiten mindestens zwei auszuwählen:

    a)  Aufträge gewinnen und auswählen,

    b)  auftragsspezifische Arbeitsplatz- und Gefährdungsanalysen durchführen
        und die Einhaltung der Arbeitssicherheit veranlassen,

    c)  Personalbedarf analysieren,

    d)  Angebote entwickeln und kalkulieren,

    e)  Verträge abschließen,

    f)  Kosten erfassen und Leistungsabrechnungen erstellen,

    g)  Statistiken und Berichte für das Controlling anfertigen und auswerten
        und

    h)  qualitätssichernd bei den Abläufen vorgehen;

3.  der Prüfling soll eine Arbeitsaufgabe schriftlich bearbeiten und
    hierüber ein fallbezogenes Fachgespräch führen, in dem das Vorgehen
    und die Entscheidungen im Gesamtprozess begründet sowie mögliche
    Alternativen dargestellt und erläutert werden;

4.  die Prüfungszeit beträgt für die schriftliche Aufgabe 120 Minuten und
    für das fallbezogene Fachgespräch höchstens 10 Minuten;

5.  die schriftliche Aufgabe ist mit 75 Prozent und das fallbezogene
    Fachgespräch mit 25 Prozent zu gewichten.

(6) Für den Prüfungsbereich Personal- und Kundenberatung bestehen
folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er

    a)  adressatengerecht und kundenorientiert kommunizieren,

    b)  Konfliktsituationen bewältigen,

    c)  berufsfeldspezifische Informationen einbeziehen,

    d)  Personal beraten, betreuen und entwickeln oder Kunden beraten und
        betreuen

    kann;

2.  für die Aufgabenstellung durch den Prüfungsausschuss ist aus folgenden
    Tätigkeiten eine auszuwählen:

    a)  Bewerberrekrutierung,

    b)  Arbeitsvermittlung,

    c)  Kundenberatung,

    d)  Einsatzvorbereitung,

    e)  Personalführung und -betreuung;

    andere Tätigkeiten können gewählt werden, wenn sie in gleicher Breite
    und Tiefe die in Nummer 1 genannten Nachweise ermöglichen;

3.  der Prüfling soll ein fallbezogenes Fachgespräch durchführen;

4.  die Prüfungszeit für das fallbezogene Fachgespräch beträgt höchstens
    20 Minuten, die Vorbereitungszeit für den Prüfling höchstens 15
    Minuten.

(7) Für den Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde bestehen
folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er allgemeine wirtschaftliche und
    gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt darstellen
    und beurteilen kann;

2.  der Prüfling soll schriftliche Aufgaben bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 60 Minuten.

(8) Die einzelnen Prüfungsbereiche sind wie folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Personalwirtschaftliche Prozesse

    *   30 Prozent,

*    *   2.

    *   Auftragsgewinnung, -bearbeitung
        und -steuerung

    *   30 Prozent,

*    *   3.

    *   Personal- und Kundenberatung

    *   30 Prozent,

*    *   4.

    *   Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   10 Prozent.

(9) Die Abschlussprüfung ist bestanden, wenn die Leistungen

1.  im Gesamtergebnis mit mindestens „ausreichend“,

2.  in mindestens drei Prüfungsbereichen mit mindestens „ausreichend“ und

3.  in keinem Prüfungsbereich mit „ungenügend“

bewertet worden sind.

(10) Auf Antrag des Prüflings ist die Prüfung in einem der mit
schlechter als „ausreichend“ bewerteten Prüfungsbereiche, in denen
Prüfungsleistungen mit eigener Anforderung und Gewichtung schriftlich
zu erbringen sind, durch eine mündliche Prüfung von etwa 15 Minuten zu
ergänzen, wenn dies für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben
kann. Bei der Ermittlung des Ergebnisses für diesen Prüfungsbereich
sind das bisherige Ergebnis und das Ergebnis der mündlichen
Ergänzungsprüfung im Verhältnis von 2 : 1 zu gewichten.

Collections: bundestag_gesetze
PersDienstLAusbV
Level: 2.0