Source: https://www.gesetze-im-internet.de/atsmv/__7.html
Legislation: atsmv

Title: **Vorbemerkung**

Description:
Verordnung über den kerntechnischen Sicherheitsbeauftragten und über die Meldung von Störfällen und sonstigen Ereignissen (AtSMV)
**Vorbemerkung**

Paragraph: 7

Full Text:
Verordnung über den kerntechnischen Sicherheitsbeauftragten und über die Meldung von Störfällen und sonstigen Ereignissen (AtSMV)
**Vorbemerkung**

Die Meldekriterien für meldepflichtige Ereignisse in Anlagen zur
Spaltung von Kernbrennstoffen zur gewerblichen Erzeugung von
Elektrizität nehmen, soweit Beispiele aus dem Bereich der
Anlagentechnik angegeben werden, Bezug auf Reaktoranlagen mit
Leichtwasserreaktoren. Bei anderen Reaktortypen sind die
Meldekriterien sinngemäß anzuwenden.

1.**** Radiologie und Strahlenschutz ****

    Wird bei den nachfolgenden Kriterien Bezug auf die Werte der Anlage 4
    Tabelle 1 Spalte 5 der Strahlenschutzverordnung genommen, ist eine
    Mittelungsfläche von 300 Quadratzentimetern zugrunde zu legen.

**1.1** **Ableitung radioaktiver Stoffe**

    Kriterium S 1.1.1

    Ableitung radioaktiver Stoffe mit Luft oder Wasser, bei der die
    innerhalb von 24 Stunden abgeleitete Aktivität

    –   zu einer Überschreitung der Grenzwerte der effektiven Dosis nach § 99
        Absatz 1 der Strahlenschutzverordnung führt oder

    –   die von der zuständigen Behörde festgelegten, im Kalenderjahr maximal
        zulässigen Aktivitätsabgaben überschreitet.

    Kriterium E 1.1.1

    Ableitung radioaktiver Stoffe mit Luft oder Wasser, bei der die
    abgeleitete Aktivität die von der zuständigen Behörde festgelegten,
    maximal zulässigen Aktivitätsabgaben überschreitet.

**1.2** **Freisetzung radioaktiver Stoffe**

    Kriterium S 1.2.1

    Freisetzung radioaktiver Stoffe in die Umgebung, bei der zu besorgen
    ist, dass die innerhalb von 24 Stunden freigesetzte Aktivität

    –   zu einer Überschreitung der Grenzwerte der effektiven Dosis nach § 99
        Absatz 1 der Strahlenschutzverordnung führt oder

    –   mehr als 10 Prozent der von der zuständigen Behörde für Ableitungen
        festgelegten, im Kalenderjahr maximal zulässigen Aktivitätsabgaben
        beträgt.

    Kriterium E 1.2.1

    Freisetzung radioaktiver Stoffe in die Umgebung, bei der zu besorgen
    ist, dass die freigesetzte Aktivität

    –   zu einer effektiven Dosis führt, die mehr als 10 Prozent der
        Grenzwerte nach § 99 Absatz 1 der Strahlenschutzverordnung betragen,
        oder

    –   mehr als 10 Prozent der von der zuständigen Behörde für Ableitungen
        festgelegten, im Kalenderjahr maximal zulässigen Aktivitätsabgaben
        beträgt.

    Kriterium N 1.2.1

    Freisetzung radioaktiver Stoffe in die Umgebung, die nicht unter die
    Kriterien S 1.2.1 oder E 1.2.1 fällt.

    Kriterium S 1.2.2

    Freisetzung radioaktiver Stoffe innerhalb der Anlage, so dass
    außerhalb eines als Kontrollbereich gekennzeichneten Bereiches die
    Ortsdosisleistung den Wert von 3 Millisievert pro Stunde
    überschreitet.

    Kriterium E 1.2.2

    Freisetzung radioaktiver Stoffe innerhalb der Anlage, so dass

    –   innerhalb eines als Kontrollbereich gekennzeichneten Bereiches, soweit
        dieser nicht als Sperrbereich gekennzeichnet ist, die
        Ortsdosisleistung den Wert von 3 Millisievert pro Stunde für mehr als
        24 Stunden überschreitet oder

    –   die Einrichtung eines neuen Kontrollbereiches erforderlich ist.

**1.3** **Kontamination**

    Kriterium E 1.3.1

    Kontamination innerhalb des Überwachungsbereiches, die das
    Hundertfache der Werte nach Anlage 4 Tabelle 1 Spalte 5 der
    Strahlenschutzverordnung überschreitet und deren Gesamtaktivität in
    Becquerel mehr als das Zehnfache der Werte nach Anlage 4 Tabelle 1
    Spalte 2 der Strahlenschutzverordnung beträgt.

    Kriterium N 1.3.1

    Kontamination innerhalb des Kontrollbereiches, die in einem Bereich,
    der bei bestimmungsgemäßem Betrieb nicht kontaminiert sein kann, das
    Tausendfache der Werte nach Anlage 4 Tabelle 1 Spalte 5 der
    Strahlenschutzverordnung überschreitet und deren Gesamtaktivität in
    Becquerel mehr als das Hundertfache der Werte nach Anlage 4 Tabelle 1
    Spalte 2 der Strahlenschutzverordnung beträgt.

**1.4** **Verschleppung radioaktiver Stoffe**

    Kriterium S 1.4.1

    Weiterverbreitung von radioaktiven Stoffen aus der Anlage durch
    Verschleppung in einen Bereich

    –   außerhalb von Überwachungsbereichen auf dem Betriebsgelände, sofern
        die dorthin verschleppte Aktivität das Hundertfache der Werte nach
        Anlage 4 Tabelle 1 Spalte 5 der Strahlenschutzverordnung und das
        Hundertfache der Werte nach Anlage 4 Tabelle 1 Spalte 2 der
        Strahlenschutzverordnung überschreitet, oder

    –   außerhalb des Betriebsgeländes, sofern die dorthin verschleppte
        Aktivität das Hundertfache der Werte nach Anlage 4 Tabelle 1 Spalte 5
        der Strahlenschutzverordnung und das Zehnfache der Werte nach Anlage 4
        Tabelle 1 Spalte 2 der Strahlenschutzverordnung überschreitet.

    Kriterium E 1.4.1

    Weiterverbreitung von radioaktiven Stoffen aus der Anlage durch
    Verschleppung in einen Bereich

    –   außerhalb von Überwachungsbereichen auf dem Betriebsgelände, sofern
        die dorthin verschleppte Aktivität das Zehnfache der Werte nach Anlage
        4 Tabelle 1 Spalte 5 der Strahlenschutzverordnung und das Hundertfache
        der Werte nach Anlage 4 Tabelle 1 Spalte 2 der
        Strahlenschutzverordnung überschreitet, oder

    –   außerhalb des Betriebsgeländes, sofern die dorthin verschleppte
        Aktivität das Zehnfache der Werte nach Anlage 4 Tabelle 1 Spalte 5 der
        Strahlenschutzverordnung und das Einfache der Werte nach Anlage 4
        Tabelle 1 Spalte 2 der Strahlenschutzverordnung überschreitet.

**1.5** **Strahlenschutz von Personen**

    Kriterium S 1.5.1

    Exposition einer beruflich exponierten Person, die einen Grenzwert der
    Körperdosis nach § 78 des Strahlenschutzgesetzes überschreitet, sofern
    die Exposition nicht eine besonders zugelassene Exposition nach § 74
    der Strahlenschutzverordnung darstellt.

2.**** Anlagentechnik und -betrieb ****

**2.1** **Funktionsstörungen, Schäden oder Ausfälle im Sicherheitssystem oder
    in den sonstigen sicherheitstechnisch wichtigen Systemen oder
    Anlagenteilen**

    Kriterium S 2.1.1

    Funktionsstörung, Schaden oder Ausfall im Sicherheitssystem
    (einschließlich zugehöriger Hilfs- und Nebensysteme) mit der Folge,
    dass die auslegungsgemäß zur Störfallbeherrschung erforderliche Anzahl
    von Sicherheitsteileinrichtungen nicht mehr zur Verfügung steht. Wann
    dies der Fall ist, ist in den genehmigten Betriebsvorschriften
    festgelegt.

    Kriterium E 2.1.1

    –   Funktionsstörung, Schaden oder Ausfall im Sicherheitssystem
        (einschließlich zugehöriger Hilfs- und Nebensysteme) mit der Folge,
        dass nur noch die auslegungsgemäß zur Störfallbeherrschung
        erforderliche Anzahl von Sicherheitsteileinrichtungen zur Verfügung
        steht. Wann dies der Fall ist, ist in den genehmigten
        Betriebsvorschriften festgelegt.

    –   Vollständiger Ausfall einer Sicherheitsfunktion, welche ausschließlich
        zur Beherrschung von Notstandsfällen vorgesehen ist.

    Kriterium N 2.1.1

    –   Funktionsstörung, Schaden oder Ausfall im Sicherheitssystem
        (einschließlich zugehöriger Hilfs- und Nebensysteme) mit der Folge,
        dass mindestens eine Sicherheitsteileinrichtung nicht zur Verfügung
        steht.

    –   Funktionsstörung, Schaden oder Ausfall in einem sonstigen
        sicherheitstechnisch wichtigen System oder Anlagenteil mit der Folge,
        dass das System oder eine Redundante nicht zur Verfügung steht.

    –   Ausfall einer Sicherheitsteileinrichtung, welche ausschließlich zur
        Beherrschung von Notstandsfällen vorgesehen ist.

    Nicht zu melden sind Funktionsstörungen, Schäden oder Ausfälle:

    –   einzelner Karten oder Messumformer im Reaktorschutzsystem oder in
        leittechnischen Einrichtungen, die vergleichbare Aufgaben wahrnehmen,
        sofern der Ausfall selbstmeldend ist, innerhalb von 8 Stunden behoben
        wird und nicht nach Kriterium N 2.1.2 zu melden ist,

    –   in den sonstigen sicherheitstechnisch wichtigen Systemen, die in
        weniger als 24 Stunden behoben werden, oder Ausfälle dieser Systeme,
        für die genehmigte Ersatzmaßnahmen vorgesehen sind, sofern das
        jeweilige Ereignis nicht nach Kriterium N 2.1.2 zu melden ist.

    Kriterium N 2.1.2

    Schaden, Ausfall oder Befund, mit Hinweis auf einen systematischen
    Fehler

    –   am Sicherheitssystem oder an einem sonstigen sicherheitstechnisch
        wichtigen System oder Anlagenteil,

    –   an einer Komponente, einem Bauteil oder einer Baugruppe in einem
        betrieblichen System, wenn die Komponente, das Bauteil oder die
        Baugruppe unter vergleichbaren Randbedingungen und in vergleichbarer
        Qualität im Sicherheitssystem oder in einem sonstigen
        sicherheitstechnisch wichtigen System eingesetzt wird.

    Kriterium N 2.1.3

    Ausfall von oder Schaden an einer Einrichtung des anlagentechnischen
    oder bautechnischen Brandschutzes.

    Nicht zu melden sind Ausfälle von oder geringfügige Schäden an
    einzelnen Komponenten des anlagentechnischen oder bautechnischen
    Brandschutzes, durch die die Brandschutzfunktionen nicht unzulässig
    beeinträchtigt wurden.

    Kriterium S 2.1.4

    Funktionsstörung eines Sicherheits-, Abblase- oder Entlastungsventils
    der Druckführenden Umschließung:

    –   nicht vorgesehenes Öffnen, sofern keine automatische Absperrung der
        Abblaseleitung erfolgt (ausgenommen Siedewasserreaktoren (SWR)),

    –   Nichtschließen nach Ansprechen, sofern keine automatische Absperrung
        der Abblaseleitung erfolgt (ausgenommen SWR),

    –   Nichtöffnen eines Sicherheitsventils im Anforderungsfall.

    Kriterium E 2.1.4

    Funktionsstörung eines Sicherheits-, Abblase- oder Entlastungsventils:

    –   nicht vorgesehenes Öffnen eines Sicherheits-, Abblase- oder
        Entlastungsventils der Druckführenden Umschließung, sofern das
        Vorkommnis nicht nach Kriterium S 2.1.4 zu melden ist,

    –   Nichtschließen eines Sicherheits-, Abblase- oder Entlastungsventils
        der Druckführenden Umschließung, sofern das Vorkommnis nicht nach
        Kriterium S 2.1.4 zu melden ist,

    –   Nichtöffnen eines Abblase- oder Entlastungsventils der Druckführenden
        Umschließung im Anforderungsfall,

    –   Nichtöffnen eines Frischdampf-Sicherheitsventils im Anforderungsfall
        (ausgenommen SWR),

    –   Nichtschließen eines Frischdampf-Sicherheitsventils, sofern keine
        automatische Absperrung erfolgt,

    –   Nichtöffnen eines sonstigen Sicherheitsventils im Anforderungsfall an
        einer Einrichtung des Sicherheitssystems oder an einem sonstigen
        sicherheitstechnisch wichtigen System oder Anlagenteil.

    Nicht nach Kriterium E 2.1.4 zu melden sind die in Kriterium N 2.1.4
    genannten Funktionsstörungen.

    K
    riterium N 2.1.4

    Funktionsstörung eines Sicherheits-, Abblase- oder Entlastungsventils:

    –   nicht vorgesehenes Öffnen eines Sicherheits- und Entlastungsventils
        (bei SWR), wenn nur ein Ventil betroffen ist und dieses, bevor
        automatische Reaktorschutzaktionen ausgelöst werden, selbständig
        schließt oder zum Schließen gebracht wird,

    –   Nichtschließen eines Sicherheits- und Entlastungsventils (bei SWR),
        wenn nur ein Ventil offengeblieben ist und dieses, bevor automatische
        Reaktorschutzaktionen ausgelöst werden, selbständig schließt oder zum
        Schließen gebracht wird,

    –   nicht vorgesehenes Öffnen eines Druckhalter-Abblaseventils (bei
        Druckwasserreaktoren (DWR)), wenn dieses, bevor das Abblase-
        Absperrventil schließt oder bevor Räumungs- oder Fluchtalarm für den
        Sicherheitsbehälter ausgelöst wird, selbständig schließt oder zum
        Schließen gebracht wird,

    –   Nichtschließen eines Frischdampf-Sicherheitsventils, bei dem eine
        automatische Absperrung der Abblaseleitung erfolgt,

    –   nicht vorgesehenes Öffnen oder Nichtschließen eines Sicherheitsventils
        an einer sonstigen Einrichtung des Sicherheitssystems oder einem
        sonstigen sicherheitstechnisch wichtigen System oder Anlagenteil.

    Kriterium E 2.1.5

    Sicherheitstechnisch bedeutsame Überschreitung eines Auslegungswertes
    bei Reaktorkern, Druckführender Umschließung, Sicherheitseinschluss
    oder sicherheitstechnisch wichtigen Teilen des Frischdampf- und
    Speisewassersystems.

    Kriterium N 2.1.6

    Sicherheitstechnisch bedeutsame Abweichung vom spezifizierten Zustand
    im Sicherheitssystem (einschließlich zugehöriger Hilfs- und
    Nebensysteme) oder in einem sonstigen sicherheitstechnisch wichtigen
    System oder Anlagenteil.

    Abweichungen in mehreren redundanten Sicherheitsteileinrichtungen, die
    gleichzeitig einen Ausfall dieser Sicherheitsteileinrichtungen
    entsprechend den Sicherheitsspezifikationen bedeuten, sind auch nach
    Kriterium S 2.1.1 oder Kriterium E 2.1.1 zu melden.

**2.2** **Schäden oder Leckagen an Rohrleitungen oder Behältern**

    Kriterium S 2.2.1

    Leckage, die zur Auslösung einer Schutzaktion führt.

    Nicht zu melden sind:

    –   das Offenbleiben von Sicherheits- und Entlastungsventilen (bei SWR),

    –   Fehlanregungen von Schutzaktionen,

    –   Leckagen bei kalter Anlage, die schnell unterbunden werden können (zum
        Beispiel Fehlöffnen einer Armatur mit nachfolgendem Schließen dieser
        oder einer redundanten Armatur).

    Kriterium E 2.2.1

    Bruch oder Riss mit Leckage, der aus sicherheitstechnischen Gründen
    ein Abfahren der Anlage erfordert, an einem der folgenden Systeme:

    –   Reaktorkühlkreislauf oder die unmittelbar daran anschließenden Systeme
        bis einschließlich der Bereiche, die mit Reaktorkühlmitteldruck
        beaufschlagt werden,

    –   Frischdampfsystem bis zu den Turbinen- und
        Umleitschnellschlussventilen sowie an allen gegen diesen Druckraum
        nicht absperrbaren Rohrleitungsabschnitten,

    –   am Speisewassersystem sowie an allen gegen diesen Druckraum nicht
        absperrbaren Rohrleitungsabschnitten.

    Kriterium N 2.2.1

    Schaden, insbesondere Riss, Verformung oder Unterschreitung der
    Sollwanddicke an einer

    –   Einrichtung des Sicherheitssystems oder einem sonstigen
        aktivitätsführenden System,

    –   Umschließung des Frischdampf- oder Speisewassersystems bis
        einschließlich der äußeren Absperrarmatur,

    –   Umschließung des Frischdampf- oder Speisewassersystems außerhalb der
        äußeren Absperrarmatur, sofern der Schaden auf einen Auslegungsmangel
        oder eine nicht berücksichtigte Belastung hinweist.

    Nicht zu melden sind:

    –   einzelne Dichtungs- oder Flanschleckagen außerhalb der Druckführenden
        Umschließung,

    –   Tropfleckagen an Dichtungen oder Flanschen innerhalb der
        Druckführenden Umschließung,

    –   Stopfbuchsleckagen im Rahmen der Auslegung der Stopfbuchsabsaugung
        innerhalb der Druckführenden Umschließung,

    –   Leckagen an Mess-, Entwässerungs- oder Entlüftungsleitungen im
        Turbinenbereich.

    Kriterium E 2.2.2

    Dampferzeugerheizrohrleckage, die ein Abfahren der Anlage erfordert.

    Kriterium E 2.2.3

    –   Versagen eines Druckbehälters, eines Armatur- oder Pumpengehäuses,

    –   Zerlegen einer Schwungmasse,

    –   Brechen einer Rohrleitung,

    wenn es hierdurch zu einer Funktionsbeeinträchtigung eines
    sicherheitstechnisch wichtigen Systems oder Anlagenteils kommen kann.

    Kriterium N 2.2.3

    Schaden an einem Druckbehälter, soweit zu besorgen ist, dass ein
    Versagen des Behälters auf Grund dieses Schadens unmittelbar oder in
    einer Kette anzunehmender Folgeereignisse zu der Gefährdung eines
    sicherheitstechnisch wichtigen Systems oder Anlagenteils führt oder
    einen Störfall auslöst.

**2.3** **Kritikalitätsstörungen**

    Kriterium S 2.3.1

    Kritikalität ohne ausreichende Abschaltreserve des
    Schnellabschaltsystems.

    Kriterium E 2.3.1

    –   Unzulässige Reaktivitätstransiente oder

    –   unzulässige Entborierung in Druckwasserreaktoren.

**2.4** **Absturz von Lasten; Ereignisse bei Handhabung, Lagerung oder
    Transport**

    Kriterium S 2.4.1

    Absturz einer Last in das Brennelementlagerbecken oder den Reaktorraum
    mit der Folge

    –   eines Verlustes der Unterkritikalität oder

    –   einer nicht absperrbaren größeren Leckage (mehr als 0,3 Liter pro
        Sekunde).

    Kriterium E 2.4.1

    Absturz

    –   eines Brennelements in das Brennelementlagerbecken, den Transport-
        oder Lagerbehälter oder den Reaktorraum,

    –   einer sonstigen Last in das Brennelementlagerbecken oder den
        Reaktorraum mit der Folge einer größeren (mehr als 0,3 Liter pro
        Sekunde) absperrbaren oder geringen (0,3 Liter pro Sekunde oder
        weniger) nicht absperrbaren Leckage,

    –   einer schweren Last in einen Raum, in dem sich ein
        sicherheitstechnisch wichtiges System oder Anlagenteil befindet.

    Kriterium N 2.4.1

    –   Sicherheitstechnisch bedeutsames Ereignis beim Transport, der
        Handhabung oder der Lagerung von Brennelementen oder sonstigen
        radioaktiven Stoffen innerhalb der Anlage oder des Anlagengeländes.

    –   Sicherheitstechnisch bedeutsames Ereignis beim Transport oder der
        Handhabung einer Last.

    –   Sicherheitstechnisch bedeutsamer Schaden an einem Hebezeug, oder einer
        Transport- oder Handhabungseinrichtung.

**2.5** **Sonstige Ereignisse**

    Kriterium E 2.5.1

    Ereignis mit automatischem Ansprechen eines Sicherheitsventils der
    Druckführenden Umschließung.

    Kriterium N 2.5.1

    Schaden an Reaktordruckbehältereinbauten, am Reaktorkern oder an
    Dampferzeugereinbauten.

    Nicht zu melden sind einzelne Brennelementschäden, sofern sie nicht
    über Risse oder leichte Verformungen hinausgehen und keinen Hinweis
    auf systematische Schwachstellen liefern.

    Kriterium N 2.5.2

    Ein loses Teil oder ein Fremdkörper

    –   in der Druckführenden Umschließung oder

    –   in Umschließungen der anderen Sicherheitseinrichtungen,

    wenn eine sicherheitstechnisch wichtige Funktion unzulässig
    beeinträchtigt oder ein Brennstabschaden größeren Umfangs
    hervorgerufen werden kann.

    Kriterium N 2.5.3

    Schaden durch einen Wasser- oder Kondensationsschlag oder
    systematische Schäden an Aufhängungen, Unterstützungen oder
    Dämpfungseinrichtungen an einer sicherheitstechnisch wichtigen
    Rohrleitung oder Komponente.

    Kriterium N 2.5.4

    Schäden an Reaktorkühlmittelpumpen, die ein Abfahren der Anlage
    erfordern.

    Kriterium N 2.5.5

    Ausfall von

    –   mehr als einer Hauptspeisewasser- oder Hauptkondensatpumpe oder

    –   50 Prozent der Hauptkühlwasserpumpen und mehr.

    Kriterium N 2.5.6

    Gemeinsame Ausfälle des Haupt- und des Reservenetzanschlusses, Ausfall
    eines Strangs der Eigenbedarfsversorgung.

    Kriterium N 2.5.7

    Anforderung oder Fehlanregung einer Sicherheitsteileinrichtung durch
    das Reaktorschutzsystem.

    Nicht zu melden sind:

    –   Schnellabschaltungen in der Anfahrphase bei geringer Reaktorleistung
        (bei bis zu 5 Prozent),

    –   betrieblich vorgenommene oder vorgesehene Auslösungen.

    Kriterium N 2.5.8

    Sicherheitstechnisch bedeutsamer Schaden an einer tragenden Struktur
    eines Bauwerks.

    Kriterium N 2.5.9

    Ereignis, das eine bedeutsame Änderung der Sicherheitsspezifikationen
    erfordert.

3.**** Einwirkungen von außen und anlageninterne Ereignisse ****

**3.1** **Einwirkungen von außen**

    Kriterium S 3.1.1

    Schaden durch Erdbeben, Flugzeugabsturz oder Explosionsdruckwelle an

    –   einem Gebäude, in dem sich ein sicherheitstechnisch wichtiges System
        oder Anlagenteil befindet,

    –   einem sicherheitstechnisch wichtigen System oder Anlagenteil mit der
        Folge, dass eine Sicherheitseinrichtung angefordert wird.

    Kriterium E 3.1.1

    Einwirkung von außen, die das Abschalten oder Abfahren der Anlage aus
    sicherheitstechnischen Gründen erfordert.

**3.2** **Anlageninterne Ereignisse**

    Kriterium S 3.2.1

    Anlageninterner Brand, anlageninterne Explosion, Überflutung oder
    sonstige Einwirkung von innen in einem Ausmaß, bei dem zu besorgen
    ist, dass die auslegungsgemäß zur Störfallbeherrschung erforderliche
    Anzahl von Sicherheitsteileinrichtungen nicht mehr zur Verfügung
    steht.

    Kriterium E 3.2.1

    Anlageninterner Brand, anlageninterne Explosion, Überflutung oder
    sonstige Einwirkung von innen in einem Ausmaß, bei dem zu besorgen
    ist, dass nur noch die auslegungsgemäß zur Störfallbeherrschung
    erforderliche Anzahl von Sicherheitsteileinrichtungen zur Verfügung
    steht.

    Kriterium N 3.2.1

    Anlageninterner Brand, anlageninterne Explosion, Überflutung oder
    sonstige Einwirkung von innen, in einem Raum oder Anlagenbereich, in
    dem radioaktive Stoffe mit einer Aktivität oberhalb der Werte nach
    Anlage 4 Tabelle 1 Spalte 2 der Strahlenschutzverordnung vorhanden
    sind oder in dem sich eine sicherheitstechnisch wichtige Einrichtung
    befindet.

    Nicht zu melden sind örtlich begrenzte Kleinstbrände im Zusammenhang
    mit Änderungs- oder Instandhaltungsarbeiten, für die vorbeugende
    Brandschutzmaßnahmen getroffen wurden und deren Anwendung bei der
    Brandbekämpfung wirksam war.

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