Source: https://www.gesetze-im-internet.de/renopatausbv_2015/__8.html
Legislation: renopatausbv_2015

Title: § 8 Abschlussprüfung für den Ausbildungsberuf Notarfachangestellter und Notarfachangestellte

Description:
Verordnung über die Berufsausbildungen zum Rechtsanwaltsfachangestellten und zur Rechtsanwaltsfachangestellten, zum Notarfachangestellten und zur Notarfachangestellten, zum Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten und zur Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten sowie zum Patentanwaltsfachangestellten und zur Patentanwaltsfachangestellten (ReNoPatAusbV 2015)
§ 8 Abschlussprüfung für den Ausbildungsberuf Notarfachangestellter und Notarfachangestellte

Paragraph: 8

Full Text:
Verordnung über die Berufsausbildungen zum Rechtsanwaltsfachangestellten und zur Rechtsanwaltsfachangestellten, zum Notarfachangestellten und zur Notarfachangestellten, zum Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten und zur Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten sowie zum Patentanwaltsfachangestellten und zur Patentanwaltsfachangestellten (ReNoPatAusbV 2015)
§ 8 Abschlussprüfung für den Ausbildungsberuf Notarfachangestellter und Notarfachangestellte

(1) Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf

1.  die in der Anlage Abschnitt A genannten berufsübergreifenden
    berufsprofilgebenden Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten,

2.  die in der Anlage Abschnitt C genannten weiteren berufsprofilgebenden
    Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten,

3.  die in der Anlage Abschnitt F genannten berufsübergreifenden
    integrativen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie

4.  den im Berufsschulunterricht zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er für
    die Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Die Abschlussprüfung besteht aus den Prüfungsbereichen

1.  Geschäfts- und Leistungsprozesse,

2.  Beteiligtenbetreuung,

3.  Rechtsanwendung im Notarbereich,

4.  Kosten sowie

5.  Wirtschafts- und Sozialkunde.

(3) Für den Prüfungsbereich Geschäfts- und Leistungsprozesse bestehen
folgende Vorgaben:

1.  der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist,

    a)  arbeitsorganisatorische Prozesse zu planen, durchzuführen und zu
        kontrollieren,

    b)  zur Qualitätsverbesserung betrieblicher Prozesse beizutragen,

    c)  Büro- und Verwaltungsaufgaben zu planen, durchzuführen und zu
        kontrollieren,

    d)  elektronischen Rechtsverkehr zu nutzen,

    e)  Auskünfte aus Registern einzuholen und zu verarbeiten,

    f)  Aktenbuchhaltung zu führen,

    g)  Aufgaben im Bereich des Rechnungs- und Finanzwesens auszuführen;

2.  der Prüfling soll fallbezogene Aufgaben schriftlich bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 60 Minuten.

(4) Für den Prüfungsbereich Beteiligtenbetreuung bestehen folgende
Vorgaben:

1.  der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist,

    a)  Beteiligte serviceorientiert zu betreuen,

    b)  Anliegen von Beteiligten zu erfassen,

    c)  Gespräche mit Beteiligten adressatenorientiert zu führen,

    d)  Auskünfte einzuholen und zu erteilen,

    e)  Konfliktsituationen zu bewältigen;

2.  für die Prüfung wählt der Prüfungsausschuss eines der folgenden
    Gebiete aus:

    a)  Notariatsgeschäfte,

    b)  notarielles Berufs- und Verfahrensrecht,

    c)  Kostenrecht oder

    d)  elektronischer Rechtsverkehr im Notariat;

3.  mit dem Prüfling soll ein fallbezogenes Fachgespräch geführt werden;

4.  die fachbezogene Anwendung der englischen Sprache ist zu
    berücksichtigen;

5.  die Prüfungszeit beträgt 15 Minuten.

(5) Für den Prüfungsbereich Rechtsanwendung im Notarbereich bestehen
folgende Vorgaben:

1.  der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist,

    a)  Sachverhalte, insbesondere in den Bereichen des bürgerlichen Rechts
        sowie des Handels-, Gesellschafts- und Registerrechts, rechtlich zu
        erfassen und zu beurteilen,

    b)  Notariatsgeschäfte unter Berücksichtigung des Beurkundungs- und
        Berufsrechts einschließlich des dazugehörigen materiellen Rechts
        vorzubereiten, durchzuführen und zu kontrollieren,

    c)  fachkundliche Texte zu formulieren und zu gestalten;

2.  der Prüfling soll fallbezogene Aufgaben schriftlich bearbeiten;

3.  die fachbezogene Anwendung der englischen Sprache ist zu
    berücksichtigen;

4.  die Prüfungszeit beträgt 150 Minuten.

(6) Für den Prüfungsbereich Kosten bestehen folgende Vorgaben:

1.  der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist,

    a)  Kosten zu ermitteln und Kostenberechnungen unter Berücksichtigung der
        Geschäftswert- und Gebührenvorschriften zu erstellen,

    b)  die Kosteneinziehung unter Berücksichtigung der Fälligkeits- und
        Verjährungsvorschriften vorzubereiten und zu kontrollieren;

2.  der Prüfling soll fallbezogene Aufgaben schriftlich bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 90 Minuten.

(7) Für den Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde bestehen
folgende Vorgaben:

1.  der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist, allgemeine
    wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und
    Arbeitswelt darzustellen und zu beurteilen;

2.  der Prüfling soll fallbezogene Aufgaben schriftlich bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 60 Minuten.

(8) Die einzelnen Prüfungsbereiche sind wie folgt zu gewichten:

1.
    *        *   Geschäfts- und Leistungsprozesse

        *   mit 15 Prozent,

2.
    *        *   Beteiligtenbetreuung

        *   mit 15 Prozent,

3.
    *        *   Rechtsanwendung im Notarbereich

        *   mit 30 Prozent,

4.
    *        *   Kosten

        *   mit 30 Prozent,

5.
    *        *   Wirtschafts- und Sozialkunde

        *   mit 10 Prozent.

(9) Die Abschlussprüfung ist bestanden, wenn die Leistungen wie folgt
bewertet worden sind:

1.  im Gesamtergebnis mit mindestens „ausreichend“,

2.  im Prüfungsbereich Rechtsanwendung im Notarbereich mit mindestens
    „ausreichend“,

3.  in mindestens drei weiteren Prüfungsbereichen mit mindestens
    „ausreichend“,

4.  in keinem Prüfungsbereich mit „ungenügend“.

(10) Auf Antrag des Prüflings ist die Prüfung in einem der
Prüfungsbereiche „Geschäfts- und Leistungsprozesse“, „Rechtsanwendung
im Notarbereich“, „Kosten“ oder „Wirtschafts- und Sozialkunde“ durch
eine mündliche Prüfung von etwa 15 Minuten zu ergänzen, wenn

1.  der Prüfungsbereich schlechter als mit „ausreichend“ bewertet worden
    ist und

2.  die mündliche Ergänzungsprüfung für das Bestehen der Abschlussprüfung
    den Ausschlag geben kann.

Bei der Ermittlung des Ergebnisses für diesen Prüfungsbereich sind das
bisherige Ergebnis und das Ergebnis der mündlichen Ergänzungsprüfung
im Verhältnis 2:1 zu gewichten.

Collections: bundestag_gesetze
ReNoPatAusbV-2015
Level: 2.0