Source: https://www.gesetze-im-internet.de/strabbo_1987/__36.html
Legislation: strabbo_1987

Title: § 36 Bremsen

Description:
Verordnung über den Bau und Betrieb der Straßenbahnen (StrabBO 1987)
Fünfter Abschnitt - Fahrzeuge
§ 36 Bremsen

Paragraph: 36

Full Text:
Verordnung über den Bau und Betrieb der Straßenbahnen (StrabBO 1987)
Fünfter Abschnitt - Fahrzeuge
§ 36 Bremsen

(1) Fahrzeuge müssen mindestens zwei Bremsen haben. Diese müssen so
voneinander unabhängig sein, daß bei Störungen innerhalb der einen
Bremse die Wirksamkeit der anderen Bremse erhalten bleibt; ihre
Wirksamkeit muß auch bei Ausfall der Fahrleitungsspannung gesichert
sein.

(2) Die Bremsen müssen so gebaut und einschließlich ihrer
Steuereinrichtungen so aufeinander abgestimmt sein, daß

1.  Fahrzeuge und Züge ohne Gefährdung der Fahrgäste mit möglichst
    geringem Ruck bis zum Stillstand verzögert werden können
    (Betriebsbremsung),

2.  der Kraftschluß zwischen Rad und Schiene im betriebsnotwendigen Umfang
    ausgenutzt werden kann,

3.  sie im Zusammenwirken Bremskräfte und Dauerleistungen aufweisen, die
    den Neigungsverhältnissen im Streckennetz und den betrieblichen
    Verhältnissen angepaßt sind.

(3) Bei Ausfall einer Bremse müssen mit den übrigen Bremsen mindestens
die mittleren Bremsverzögerungen nach Anlage 2 Tabelle 1 erreicht
werden.

(4) Bei Ausfall jeglicher elektrischer Energieversorgung der Bremsen
muss das Fahrzeug bei Nutzlast in allen im Streckennetz vorhandenen
Neigungen aus der örtlich festgelegten Streckenhöchstgeschwindigkeit
wenigstens einmal angehalten und gegen Abrollen gemäß § 36 Absatz 5
gesichert werden können.

(5) Eine der Bremsen muß ein Abrollen des mit Nutzlast stillstehenden
Fahrzeugs auf der größten im Streckennetz vorhandenen Neigung
verhindern können. Diese Bremse muß nach dem Federspeicherprinzip
wirken; ihre Bremskraft muß ausschließlich durch mechanische Mittel
erzeugt und übertragen werden.

(6) Bei Fahrzeugen straßenabhängiger Bahnen, ausgenommen bei
Betriebsfahrzeugen nach Absatz 7, müssen

1.  eine Bremse vom Kraftschluß zwischen Rad und Schiene unabhängig sein,

2.  die anderen Bremsen durch Sandstreueinrichtungen ergänzt sein,

3.  mit den Bremsen mindestens die mittleren Bremsverzögerungen nach
    Anlage 2 Tabelle 2 erreicht werden (Gefahrbremsung).

(7) Betriebsfahrzeuge, die mit nur einer Bremse ausgerüstet sind,
dürfen

1.  bei unabhängigen Bahnen höchstens 40 km/h und

2.  bei straßenabhängigen Bahnen höchstens 30 km/h

fahren. Dabei müssen mindestens die mittleren Bremsverzögerungen nach
Anlage 2 Tabelle 1 erreicht werden.

(8) Die Bremsen der Fahrzeuge, die im Zugverband betrieben werden,
müssen so gesteuert sein, dass der Zug die für Fahrzeuge
vorgeschriebenen Bremseigenschaften nach den Absätzen 2 bis 7
erreicht.

(9) Bei unbeabsichtigter Zugtrennung müssen sich mindestens die nicht
mit Fahrbediensteten besetzten Zugteile selbsttätig abbremsen; die
Zugtrennung muß dem Fahrzeugführer oder einer besetzten Betriebsstelle
erkennbar sein.

(10) In Personenfahrzeugen müssen Einrichtungen vorhanden sein, mit
denen Fahrgäste im Notfall eine Bremsung einleiten können (Fahrgast-
Notbremsung). Die Betätigung dieser Einrichtungen darf auf Strecken
ohne Sicherheitsraum und in Tunneln außerhalb von Haltestellen nicht
zum Halten führen (Notbremsüberbrückung). Die Betätigung der
Fahrgastnotbremsung ist dem Fahrzeugführer anzuzeigen. Auf bestimmten
weiteren Streckenabschnitten darf diese Notbremsüberbrückung wirksam
bleiben, wenn der Betriebsleiter hierfür eine Dienstanweisung nach § 8
Absatz 2 eingeführt hat.

(11) Bei einem Fahrbetrieb ohne Fahrzeugführer muss im Fall einer
Entgleisung das Fahrzeug unmittelbar selbsttätig bis zum Stillstand
abbremsen können.

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StrabBO-1987
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