Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bioabfv/__14.html
Legislation: bioabfv

Title: Anhang 3 Vorgaben zur Analytik (Probenahme, Probevorbereitung und Untersuchung von unbehandelten und behandelten Bioabfällen)

Description:
Verordnung über die Verwertung von Bioabfällen auf Böden (BioAbfV)
Anhang 3 Vorgaben zur Analytik (Probenahme, Probevorbereitung und Untersuchung von unbehandelten und behandelten Bioabfällen)

Paragraph: 14

Full Text:
Verordnung über die Verwertung von Bioabfällen auf Böden (BioAbfV)
Anhang 3 Vorgaben zur Analytik (Probenahme, Probevorbereitung und Untersuchung von unbehandelten und behandelten Bioabfällen)

(Fundstelle: BGBl. I 2013, 704 — 706;
bzgl. der einzelnen Änderungen vgl. Fußnote)

**1** **Untersuchung von unbehandelten, vorbehandelten und behandelten
    Bioabfällen**

**1.1** **Probenahme**

    Für die nach § 2a vorgeschriebenen Untersuchungen der Bioabfälle
    erfolgt die Probenahme in dem Zustand der Bioabfälle, in dem diese in
    der Aufbereitungs-, Behandlungs- und Gemischherstellungsanlage
    angeliefert oder nach der Fremdstoff- oder Verpackungsentfrachtung
    weiterverwendet werden. Für die nach § 4 vorgeschriebenen
    Untersuchungen der Bioabfälle erfolgt die Probenahme in dem Zustand
    der Bioabfälle, wie diese in Verkehr gebracht oder auf die
    landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzten
    Böden aufgebracht werden.

    Die Probenahme fester unbehandelter oder behandelter Bioabfälle
    erfolgt nach DIN EN 12579 (Ausgabe Februar 2014),
    Bodenverbesserungsmittel und Kultursubstrate – Probenahme.

    Für flüssige unbehandelte oder behandelte Bioabfälle erfolgt die
    Probenahme in Anlehnung an DIN 51750-1 (Ausgabe Dezember 1990),
    Prüfung von Mineralölen; Probenahme; Allgemeines, und an DIN 51750-2
    (Ausgabe Dezember 1990), Prüfung von Mineralölen; Probenahme; Flüssige
    Stoffe.

    Für pastöse und schlammige unbehandelte oder behandelte Bioabfälle
    erfolgt die Probenahme in Anlehnung an DIN EN ISO 5667-13 (Ausgabe
    August 2011) Wasserbeschaffenheit – Probenahme – Teil 13: Anleitung
    zur Probenahme von Schlämmen.

    Die Teilmenge wird in einen geeigneten, gut verschließbaren Behälter
    abgefüllt und umgehend der Untersuchungsstelle zugestellt.

**1.2** **Probevorbereitung**

    Die zur Untersuchung gelangende Probe wird unmittelbar vor der
    Entnahme einer Teilprobe sorgfältig gemischt.

    Für die Untersuchungsparameter, die aus der Trockenmasse bestimmt
    werden, wird eine Teilprobe entnommen, die mindestens ausreicht, um
    vier parallele Untersuchungen zu gewährleisten. Diese Teilprobe wird
    in Anlehnung an DIN EN 13040 (Ausgabe Januar 2008),
    Bodenverbesserungsmittel und Kultursubstrate – Probenherstellung für
    chemische und physikalische Untersuchungen, Bestimmung des
    Trockenrückstands, des Feuchtigkeitsgehaltes und der
    Laborschüttdichte, bei 105 °C bis zur Gewichtskonstanz getrocknet. Für
    die Bestimmung des Glühverlustes werden feste Bioabfälle gemäß DIN EN
    13040 (Ausgabe Januar 2008), Bodenverbesserungsmittel und
    Kultursubstrate – Probenherstellung für chemische und physikalische
    Untersuchungen, Bestimmung des Trockenrückstands, des
    Feuchtigkeitsgehaltes und der Laborschüttdichte, auf eine Korngröße*
    2 Millimeter zerkleinert. Für die Bestimmung der Schwermetallgehalte
    werden feste Bioabfälle gemäß DIN EN 13650 (Ausgabe Januar 2002),
    Bodenverbesserungsmittel und Kultursubstrate – Extraktion von in
    Königswasser löslichen Elementen, auf eine Korngröße*
    0,5 Millimeter zerkleinert.

    Für die Untersuchungsparameter, die aus der Frischmasse bestimmt
    werden, wird ebenfalls eine Teilprobe entnommen, die mindestens
    ausreicht, um vier parallele Untersuchungen zu gewährleisten. Feste
    Teilproben werden auf eine Korngröße*                    10 Millimeter
    zerkleinert, homogenisiert und durch ein Sieb mit der Maschenweite 10
    Millimeter gesiebt; der Siebdurchgang wird für die Untersuchungen
    verwendet.

**1.3** **Durchführung der Untersuchungen**

    Für jeden Untersuchungsparameter sind mindestens zwei parallele
    Messungen auszuführen. Gleichwertige Methoden sind zugelassen.

    Sind bei unbehandelten Bioabfällen einzelne Untersuchungen der in § 4
    Absatz 5 Satz 1 Nummer 2 genannten weiteren Parameter nicht
    durchführbar, so ist dies im Lieferschein zu begründen.

1.3.1 Bestimmung des Trockenrückstandes

    Die Bestimmung des Trockenrückstandes erfolgt aus der ungesiebten
    Teilprobe nach DIN EN 13040 (Ausgabe Januar 2008),
    Bodenverbesserungsmittel und Kultursubstrate – Probenherstellung für
    chemische und physikalische Untersuchungen, Bestimmung des
    Trockenrückstands, des Feuchtigkeitsgehaltes und der
    Laborschüttdichte.

    Die Ergebnisse sind in Gewichtsprozent anzugeben.

1.3.2 Bestimmung des Gehaltes der organischen Substanz (Glühverlust)

    Die Bestimmung des Glühverlustes erfolgt aus der Trockenmasse nach DIN
    EN 13039 (Ausgabe Januar 2012), Bodenverbesserungsmittel und
    Kultursubstrate – Bestimmung des Gehaltes an organischer Substanz und
    Asche.

    Die Ergebnisse sind in Gewichtsprozent anzugeben.

1.3.3 Bestimmung des Anteils an Gesamtkunststoffen, Fremdstoffen und Steinen

1.3.3.1 Bestimmung des Anteils an Gesamtkunststoffen nach § 2a Absatz 3 Satz 1
    und 2 sowie an Fremdstoffen und Steinen nach § 4 Absatz 4 Satz 1 und 2

[^f780003_18_BJNR295500998BJNE001903125]
    Die Bestimmung des Anteils an Gesamtkunststoffen*                    2
    Millimeter (§ 2a Absatz 3 Satz 1 und 2) sowie an Fremdstoffen
    (insbesondere Glas, Metalle und Kunststoffe)*                    1
    Millimeter und an Steinen*                    10 Millimeter (§ 4
    Absatz 4 Satz 1 und 2) wird gemäß Methodenbuch zur Analyse organischer
    Düngemittel, Bodenverbesserungsmittel und Substrate
    in der Trockenmasse (105 °C) der ungesiebten Teilprobe durchgeführt.

    Die Ergebnisse sind in Gewichtsprozent anzugeben.

1.3.3.2 Bestimmung des Anteils an Gesamtkunststoffen nach § 2a Absatz 3 Satz 3
    und 4

    Die Bestimmung des Anteils an Gesamtkunststoffen*
    20 Millimeter wird gemäß Methodenbuch zur Analyse organischer
    Düngemittel, Bodenverbesserungsmittel und Substrate
    nach den Vorgaben für die Chargenanalyse durchgeführt.

    Die Ergebnisse sind in Gewichtsprozent anzugeben.

1.3.4 Bestimmung des pH-Wertes und des Salzgehaltes

    Die Bestimmungen erfolgen aus der Frischmasse.

    Die Bestimmung des pH-Wertes wird gemäß DIN EN 13037 (Ausgabe Januar
    2012), Bodenverbesserungsmittel und Kultursubstrate – Bestimmung des
    pH-Wertes, durchgeführt.

    Für die Bestimmung des Salzgehaltes wird die elektrische Leitfähigkeit
    gemäß DIN EN 13038 (Ausgabe Januar 2012), Bodenverbesserungsmittel und
    Kultursubstrate – Bestimmung der elektrischen Leitfähigkeit,
    ermittelt. Nach Messung der elektrischen Leitfähigkeit wird der
    Salzgehalt im filtrierten Extrakt als Kaliumchlorid gemäß Methodenbuch
    zur Analyse organischer Düngemittel, Bodenverbesserungsmittel und
    Substrate
    berechnet.

    Die Ergebnisse sind in Milligramm je 100 Gramm Frischmasse anzugeben.

1.3.5 Bestimmung der Schwermetalle Blei, Cadmium, Chrom, Kupfer, Nickel,
    Quecksilber und Zink

    Die Bestimmung der Schwermetalle erfolgt aus dem
    Königswasseraufschluss nach DIN EN 13650 (Ausgabe Januar 2002),
    Bodenverbesserungsmittel und Kultursubstrate – Extraktion von in
    Königswasser löslichen Elementen, der Trockenmasse nach einer der
    folgenden Untersuchungsmethoden:

    *        *   Schwermetall

        *   Untersuchungsmethode(n)

    *        *   Blei

        *   DIN 38406, Teil 6 (Ausgabe Juli 1998)
            DIN EN ISO 11885 (Ausgabe September 2009)
            DIN ISO 11047 (Ausgabe Mai 2003)
            DIN EN ISO 17294-2 (Ausgabe Januar 2017)

    *        *   Cadmium

        *   DIN EN ISO 5961 (Ausgabe Mai 1995)
            DIN EN ISO 11885 (Ausgabe September 2009)
            DIN ISO 11047 (Ausgabe Mai 2003)
            DIN EN ISO 17294-2 (Ausgabe Januar 2017)

    *        *   Chrom

        *   DIN EN 1233 (Ausgabe August 1996)
            DIN EN ISO 11885 (Ausgabe September 2009)
            DIN ISO 11047 (Ausgabe Mai 2003)
            DIN EN ISO 17294-2 (Ausgabe Januar 2017)

    *        *   Kupfer

        *   DIN 38406, Teil 7 (Ausgabe September 1991)
            DIN EN ISO 11885 (Ausgabe September 2009)
            DIN ISO 11047 (Ausgabe Mai 2003)
            DIN EN ISO 17294-2 (Ausgabe Januar 2017)

    *        *   Nickel

        *   DIN 38406, Teil 11 (Ausgabe September 1991)
            DIN EN ISO 11885 (Ausgabe September 2009)
            DIN ISO 11047 (Ausgabe Mai 2003)
            DIN EN ISO 17294-2 (Ausgabe Januar 2017)

    *        *   Quecksilber

        *   DIN EN ISO 12846 (Ausgabe August 2012)

    *        *   Zink

        *   DIN 38406, Teil 8 (Ausgabe Oktober 2004)
            DIN EN ISO 11885 (Ausgabe September 2009)
            DIN ISO 11047 (Ausgabe Mai 2003)
            DIN EN ISO 17294-2 (Ausgabe Januar 2017)

    Die Ergebnisse sind in Milligramm je Kilogramm Trockenmasse anzugeben.

    **Anmerkung:**

    Kann bei unbehandelten Bioabfällen ein Aufschluss mit Königswasser
    nicht durchgeführt werden, so sind die Proben vor dem Aufschluss unter
    Vermeidung von Schwermetallverlusten bei 450 °C zu mineralisieren oder
    ein anderes gleichwertiges Aufschlussverfahren anzuwenden.

**2** **Angabe und Berechnung der Ergebnisse**

[^f780003_19_BJNR295500998BJNE001903125]
    Soweit es bei den einzelnen Untersuchungsparametern dieses Anhangs
    nicht anders vorgeschrieben ist, sind die Ergebnisse der jeweiligen
    zwei parallelen Messungen und ihr arithmetischer Mittelwert anzugeben.
    Die Mittelwertbildung ist nur zulässig, wenn die Differenz der beiden
    Einzelwerte die methodenübliche Wiederholbarkeit
    nicht überschreitet. Im Falle einer derartigen Überschreitung sind
    eine Überprüfung auf mögliche Ursachen der überhöhten Differenz und
    eine dritte Messung erforderlich. Sofern die Überprüfung der
    überhöhten Differenz keine eindeutige Ursache erbracht hat, ist als
    Endergebnis der mittlere der drei der Größe nach geordneten
    Einzelwerte (Median) anzugeben.

**3** **Qualitätssicherung und -kontrolle**

[^f780003_20_BJNR295500998BJNE001903125]
    Die Untersuchungsstellen sind verpflichtet, die Analysenergebnisse
    durch geeignete Maßnahmen zur Qualitätssicherung und
    Qualitätskontrolle
    abzusichern. Dazu gehört u. a. der Nachweis über die regelmäßige
    erfolgreiche Teilnahme an Ringversuchen.

**4** **Bekanntmachungen sachverständiger Stellen**

    Die im Abschnitt 1 genannten DIN-Normen wurden in der Beuth-Verlag
    GmbH, Berlin und Köln, veröffentlicht und sind beim Deutschen Patent-
    und Markenamt in München archivmäßig gesichert niedergelegt.

    Das in Nummer 1.3.3 genannte Methodenbuch zur Analyse organischer
    Düngemittel, Bodenverbesserungsmittel und Substrate wurde im
    Selbstverlag der Bundesgütegemeinschaft Kompost e. V., Köln,
    veröffentlicht und ist bei der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig
    archivmäßig gesichert niedergelegt.

    Methodenbuch zur Analyse organischer Düngemittel,
    Bodenverbesserungsmittel und Substrate, Bundesgütegemeinschaft Kompost
    e. V. (Hrsg.), 5. Auflage September 2006, 6. Ergänzungslieferung
    09/2021, Selbstverlag, Köln.
[^f780003_18_BJNR295500998BJNE001903125]: [^f780003_19_BJNR295500998BJNE001903125]:     Zur Ermittlung siehe insbesondere DIN ISO 5725 Genauigkeit
    (Richtigkeit und Präzision) von Messverfahren und Messergebnissen
    –                                Teil 1: Allgemeine Grundlagen und
    Begriffe (DIN ISO 5725-1, berichtigte Ausgabe September 1998),

    –                                Teil 2: Grundlegende Methode für
    Ermittlung der Wiederhol- und Vergleichpräzision eines
    vereinheitlichten Messverfahrens (DIN ISO 5725-2, Ausgabe Dezember
    2002),

    –                                Teil 3: Präzisionsmaße eines
    vereinheitlichten Messverfahrens unter Zwischenbedingungen (DIN ISO
    5725-3, Ausgabe Februar 2003),

    –                                Teil 4: Grundlegende Methoden für die
    Ermittlung der Richtigkeit eines vereinheitlichten Messverfahrens (DIN
    ISO 5725-4, Ausgabe Januar 2003),

    –                                Teil 5: Alternative Methoden für die
    Ermittlung der Präzision eines vereinheitlichten Messverfahrens (DIN
    ISO 5725-5, berichtigte Ausgabe April 2006).

[^f780003_20_BJNR295500998BJNE001903125]: Siehe insbesondere:                             –
AQS – analytische Qualitätssicherung, Rahmenempfehlungen der
Länderarbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) für Wasser, Abwasser- und
Schlammuntersuchungen, Länderarbeitsgemeinschaft Wasser (Hrsg.), Erich
Schmidt Verlag, Berlin, Stand 2016, oder online auf der Internetseite
der LAWA: https://www.lawa.de/Publikationen-363-AQS-Merkblaetter.html,

–                                Analytische Qualitätssicherung für
die chemische und physikalisch-chemische Wasseruntersuchung, DIN
38402-60, Ausgabe Dezember 2013.

(zu § 11 Absatz 2)

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