Source: https://www.gesetze-im-internet.de/versfinkfausbv/__10.html
Legislation: versfinkfausbv

Title: § 10 Abschlussprüfung in der Fachrichtung Finanzberatung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzen/zur Kauffrau für Versicherungen und Finanzen (VersFinKfAusbV)
§ 10 Abschlussprüfung in der Fachrichtung Finanzberatung

Paragraph: 10

Full Text:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzen/zur Kauffrau für Versicherungen und Finanzen (VersFinKfAusbV)
§ 10 Abschlussprüfung in der Fachrichtung Finanzberatung

(1) Die Abschlussprüfung in der Fachrichtung Finanzberatung erstreckt
sich auf die in der Anlage 2 Abschnitt I und III aufgeführten
Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie auf den im
Berufsschulunterricht zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Die Prüfung besteht aus den Prüfungsbereichen:

1.  Versicherungswirtschaft und Anlage in Finanzprodukte,

2.  Wirtschafts- und Sozialkunde,

3.  Kundenberatungsgespräch,

4.  Fallbezogenes Fachgespräch.

Die Prüfung ist in den Prüfungsbereichen nach den Nummern 1 und 2
schriftlich und in den Prüfungsbereichen nach den Nummern 3 und 4
mündlich durchzuführen.

(3) Die Anforderungen in den Prüfungsbereichen sind:

1.  im Prüfungsbereich Versicherungswirtschaft und Anlage in
    Finanzprodukte:

    In höchstens 180 Minuten soll der Prüfling praxisbezogene Aufgaben
    oder Fälle bearbeiten und dabei zeigen, dass er die Bedarfssituation
    von Privatkunden analysieren und Lösungsvorschläge erarbeiten, Anträge
    prüfen, Angebote zur Anlage in Finanzprodukte erstellen, Verträge
    service- und bestandsorientiert bearbeiten, Kosten und Erträge von
    Versicherungsprodukten ermitteln sowie den betriebswirtschaftlichen
    Erfolg anhand von Kennziffern und Statistiken beurteilen kann; hierfür
    kommen insbesondere folgende Gebiete in Betracht:

    a)  Versicherungs- und Finanzprodukte,

    b)  Vertragserhaltung und -service,

    c)  Rechnungswesen und Controlling,

    d)  Anlage in Finanzprodukte;

2.  im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde:

    In höchstens 60 Minuten soll der Prüfling praxisbezogene Aufgaben oder
    Fälle bearbeiten und dabei zeigen, dass er wirtschaftliche und
    gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt darstellen
    kann;

3.  im Prüfungsbereich Kundenberatungsgespräch:

    In einem Beratungsgespräch von höchstens 20 Minuten Dauer soll der
    Prüfling auf der Grundlage einer von zwei ihm zur Wahl gestellten
    Aufgaben zeigen, dass er Gespräche mit Kunden situationsbezogen
    vorbereiten, verkaufsorientiert führen und auf Kundenargumente
    angemessen reagieren kann. Bei der Aufgabenstellung sind die
    produktbezogenen betrieblichen Ausbildungsschwerpunkte des
    Auszubildenden zugrunde zu legen. Dem Prüfling ist nach der Wahl der
    Aufgabe eine Vorbereitungszeit von höchstens 15 Minuten einzuräumen;

4.  im Prüfungsbereich Fallbezogenes Fachgespräch:

    In einem Fachgespräch von höchstens 15 Minuten Dauer über eine
    selbständig durchgeführte betriebliche Fachaufgabe soll der Prüfling
    zeigen, dass er komplexe Aufgaben bearbeiten, seine Vorgehensweise
    begründen, Problemlösungen in der Praxis erarbeiten, Hintergründe und
    Schnittstellen erläutern und Ergebnisse bewerten kann (Anforderungen);
    der Prüfling erstellt für jede der beiden gewählten
    Wahlqualifikationseinheiten nach § 4 Absatz 5 einen höchstens
    dreiseitigen Report über die Durchführung einer betrieblichen
    Fachaufgabe; der Ausbildende hat zu bestätigen, dass die Fachaufgaben
    von dem Prüfling im Betrieb selbständig durchgeführt worden sind; die
    Reporte sollen jeweils eine Beschreibung der Aufgabenstellung, der
    Planungs- und der Durchführungsphase sowie eine Auswertung beinhalten;
    sie sind dem Prüfungsausschuss vor der Durchführung der Prüfung im
    Prüfungsbereich Fallbezogenes Fachgespräch zuzuleiten; die Reporte
    werden nicht bewertet; bewertet werden die Leistungen, die der
    Prüfling im fallbezogenen Fachgespräch zeigt; aus den beiden
    betrieblichen Fachaufgaben wählt der Prüfungsausschuss eine Aufgabe
    aus; ausgehend von dieser Fachaufgabe und dem dazu erstellten Report
    entwickelt der Prüfungsausschuss das fallbezogene Fachgespräch so,
    dass die vorstehend genannten Anforderungen an den Prüfling
    nachgewiesen werden können; Gegenstand des fallbezogenen Fachgesprächs
    sind neben dieser betrieblichen Fachaufgabe auch die damit
    zusammenhängenden Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten der
    zugrunde liegenden Wahlqualifikationseinheit.

(4) Sind die Prüfungsleistungen in bis zu zwei schriftlichen
Prüfungsbereichen mit "mangelhaft" bewertet worden, so ist auf Antrag
des Prüflings oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einem der
mit "mangelhaft" bewerteten Prüfungsbereiche die schriftliche Prüfung
durch eine mündliche Prüfung von etwa 15 Minuten zu ergänzen, wenn
diese für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann. Der
Prüfungsbereich ist vom Prüfling zu bestimmen. Bei der Ermittlung des
Ergebnisses für diesen Prüfungsbereich sind die Ergebnisse der
schriftlichen Arbeit und der mündlichen Ergänzungsprüfung im
Verhältnis 2 : 1 zu gewichten.

(5) Die Prüfungsbereiche sind wie folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Versicherungswirtschaft und Anlage in Finanzprodukte

    *   40 Prozent,

*    *   2.

    *   Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   10 Prozent,

*    *   3.

    *   Kundenberatungsgespräch

    *   25 Prozent,

*    *   4.

    *   Fallbezogenes Fachgespräch

    *   25 Prozent.

(6) Zum Bestehen der Abschlussprüfung müssen im Gesamtergebnis sowie
in mindestens drei der vier Prüfungsbereiche mindestens ausreichende
Leistungen erbracht worden sein. Werden die Prüfungsleistungen in
einem Prüfungsbereich mit "ungenügend" bewertet, so ist die Prüfung
nicht bestanden.

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VersFinKfAusbV
Level: 2.0