Source: https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__418.html
Legislation: hgb

Title: § 418 Nachträgliche Weisungen

Description:
Handelsgesetzbuch (HGB)
Viertes Buch - Handelsgeschäfte
Vierter Abschnitt - Frachtgeschäft
Erster Unterabschnitt - Allgemeine Vorschriften
§ 418 Nachträgliche Weisungen

Paragraph: 418

Full Text:
Handelsgesetzbuch (HGB)
Viertes Buch - Handelsgeschäfte
Vierter Abschnitt - Frachtgeschäft
Erster Unterabschnitt - Allgemeine Vorschriften
§ 418 Nachträgliche Weisungen

(1) Der Absender ist berechtigt, über das Gut zu verfügen. Er kann
insbesondere verlangen, daß der Frachtführer das Gut nicht
weiterbefördert oder es an einem anderen Bestimmungsort, an einer
anderen Ablieferungsstelle oder an einen anderen Empfänger abliefert.
Der Frachtführer ist nur insoweit zur Befolgung solcher Weisungen
verpflichtet, als deren Ausführung weder Nachteile für den Betrieb
seines Unternehmens noch Schäden für die Absender oder Empfänger
anderer Sendungen mit sich zu bringen droht. Er kann vom Absender
Ersatz seiner durch die Ausführung der Weisung entstehenden
Aufwendungen sowie eine angemessene Vergütung verlangen; der
Frachtführer kann die Befolgung der Weisung von einem Vorschuß
abhängig machen.

(2) Das Verfügungsrecht des Absenders erlischt nach Ankunft des Gutes
an der Ablieferungsstelle. Von diesem Zeitpunkt an steht das
Verfügungsrecht nach Absatz 1 dem Empfänger zu. Macht der Empfänger
von diesem Recht Gebrauch, so hat er dem Frachtführer die entstehenden
Mehraufwendungen zu ersetzen sowie eine angemessene Vergütung zu
zahlen; der Frachtführer kann die Befolgung der Weisung von einem
Vorschuß abhängig machen.

(3) Hat der Empfänger in Ausübung seines Verfügungsrechts die
Ablieferung des Gutes an einen Dritten angeordnet, so ist dieser nicht
berechtigt, seinerseits einen anderen Empfänger zu bestimmen.

(4) Ist ein Frachtbrief ausgestellt und von beiden Parteien
unterzeichnet worden, so kann der Absender sein Verfügungsrecht nur
gegen Vorlage der Absenderausfertigung des Frachtbriefs ausüben,
sofern dies im Frachtbrief vorgeschrieben ist.

(5) Beabsichtigt der Frachtführer, eine ihm erteilte Weisung nicht zu
befolgen, so hat er denjenigen, der die Weisung gegeben hat,
unverzüglich zu benachrichtigen.

(6) Ist die Ausübung des Verfügungsrechts von der Vorlage des
Frachtbriefs abhängig gemacht worden und führt der Frachtführer eine
Weisung aus, ohne sich die Absenderausfertigung des Frachtbriefs
vorlegen zu lassen, so haftet er dem Berechtigten für den daraus
entstehenden Schaden. Die Haftung ist auf den Betrag begrenzt, der bei
Verlust des Gutes zu zahlen wäre.

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