Source: https://www.gesetze-im-internet.de/kerindausbv/__21.html
Legislation: kerindausbv

Title: § 21 Abschlussprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung in der keramischen Industrie (KerIndAusbV)
Teil 4 - Vorschriften für den Ausbildungsberuf Industriekeramiker Modelltechnik/Industriekeramikerin Modelltechnik
§ 21 Abschlussprüfung

Paragraph: 21

Full Text:
Verordnung über die Berufsausbildung in der keramischen Industrie (KerIndAusbV)
Teil 4 - Vorschriften für den Ausbildungsberuf Industriekeramiker Modelltechnik/Industriekeramikerin Modelltechnik
§ 21 Abschlussprüfung

(1) Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage 3
aufgeführten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Der Prüfling soll im praktischen Teil der Prüfung in insgesamt
höchstens 14 Stunden, zuzüglich Vorbereitungszeit, eine praktische
Arbeitsaufgabe durchführen und mit betriebsüblichen Unterlagen
dokumentieren sowie innerhalb dieser Zeit in insgesamt höchstens 20
Minuten hierüber ein Fachgespräch führen. Dabei soll die Dauer der
Vorbereitung höchstens sieben Stunden betragen. Für die praktische
Arbeitsaufgabe kommt insbesondere in Betracht:

1.  Herstellen eines Modells nach Vorlage oder

2.  Herstellen einer Einrichtung nach Vorlage.

Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er Arbeitsabläufe unter Beachtung
wirtschaftlicher, technischer und organisatorischer Vorgaben
selbstständig und kundenorientiert planen und durchführen,
Arbeitszusammenhänge erkennen, keramische Roh-, Hilfs- oder Werkstoffe
auswählen, keramische Berechnungen durchführen, technische Unterlagen
anwenden, Bearbeitungsverfahren auswählen, Prüfverfahren anwenden,
Arbeitsergebnisse kontrollieren, dokumentieren und beurteilen sowie
Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit, zum
Umweltschutz und zur Qualitätssicherung durchführen kann. Durch das
Fachgespräch soll der Prüfling zeigen, dass er fachbezogene
Sachverhalte darstellen, die für die Arbeitsaufgabe relevanten
fachlichen Hintergründe aufzeigen und die Vorgehensweise bei der
Vorbereitung und Durchführung der Arbeitsaufgabe begründen kann. Die
Ausführung der Arbeitsaufgabe ist mit 80 Prozent und das Fachgespräch
mit 20 Prozent zu gewichten.

(3) Der Prüfling soll im schriftlichen Teil der Prüfung in den
Prüfungsbereichen Fertigungstechnik, Technische Kommunikation und
Qualitätssicherung sowie Wirtschafts- und Sozialkunde geprüft werden.
In den Prüfungsbereichen Fertigungstechnik sowie Technische
Kommunikation und Qualitätssicherung soll der Prüfling zeigen, dass er
praxisbezogene Aufgaben mit verknüpften arbeitsorganisatorischen,
technologischen, mathematisch-naturwissenschaftlichen Sachverhalten
lösen kann. Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er die
Arbeitssicherheits-, Gesundheitsschutz- und Umweltschutzbestimmungen
berücksichtigen kann.

1.  Für den Prüfungsbereich Fertigungstechnik kommt insbesondere in
    Betracht:

    a)  Hilfs- und Werkstoffe,

    b)  Herstellung von Modellen, Einrichtungen und Formen,

    c)  Formgebung;

2.  für den Prüfungsbereich Technische Kommunikation und
    Qualitätssicherung kommt insbesondere in Betracht:

    a)  Anfertigen und Auswerten technischer Unterlagen und technischer
        Zeichnungen,

    b)  Bewerten und Anwenden von Informationen,

    c)  Keramisches Rechnen,

    d)  Prüfmittel und Prüfverfahren,

    e)  Dokumentieren und Auswerten von Qualitätsparametern;

3.  im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde kommen Aufgaben, die
    sich auf praxisbezogene Fälle beziehen sollen, insbesondere aus
    folgenden Gebieten in Betracht:

    allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge aus der
    Berufs- und Arbeitswelt.

(4) Für den schriftlichen Prüfungsteil ist von folgenden zeitlichen
Höchstwerten auszugehen:

*    *   1.

    *   im Prüfungsbereich Fertigungstechnik

    *   180 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsbereich Technische Kommunikation und Qualitätssicherung

    *   120 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Innerhalb des schriftlichen Prüfungsteils sind die
Prüfungsbereiche wie folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich Fertigungstechnik

    *   50 Prozent,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich Technische Kommunikation und Qualitätssicherung

    *   30 Prozent,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   20 Prozent.

(6) Der schriftliche Prüfungsteil ist auf Antrag des Prüflings oder
nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen Prüfungsbereichen
durch eine mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen
der Prüfung den Ausschlag geben kann. Bei der Ermittlung des
Ergebnisses für die mündlich geprüften Prüfungsbereiche sind die
jeweiligen bisherigen Ergebnisse und die entsprechenden Ergebnisse der
mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2 : 1 zu gewichten.

(7) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils im praktischen und
schriftlichen Teil der Prüfung mindestens ausreichende Leistungen
erbracht sind. Dabei müssen innerhalb des schriftlichen Teils der
Prüfung im Prüfungsbereich Fertigungstechnik mindestens ausreichende
Leistungen, in den weiteren Prüfungsbereichen dürfen keine
ungenügenden Leistungen erbracht worden sein.

Collections: bundestag_gesetze
KerIndAusbV
Level: 3.0