Source: https://www.gesetze-im-internet.de/indelausbv_2007/__26.html
Legislation: indelausbv_2007

Title: § 26 Teil 2 der Abschlussprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung in den industriellen Elektroberufen (IndElAusbV 2007)
Teil 6 - Vorschriften für den Ausbildungsberuf Elektroniker für Informations- und Systemtechnik und Elektronikerin für Informations- und Systemtechnik
§ 26 Teil 2 der Abschlussprüfung

Paragraph: 26

Full Text:
Verordnung über die Berufsausbildung in den industriellen Elektroberufen (IndElAusbV 2007)
Teil 6 - Vorschriften für den Ausbildungsberuf Elektroniker für Informations- und Systemtechnik und Elektronikerin für Informations- und Systemtechnik
§ 26 Teil 2 der Abschlussprüfung

(1) Teil 2 der Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage 1
und der Anlage 6 aufgeführten Qualifikationen sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Teil 2 der Abschlussprüfung besteht aus den Prüfungsbereichen

1.  Arbeitsauftrag,

2.  Systementwurf,

3.  Funktions- und Systemanalyse sowie

4.  Wirtschafts- und Sozialkunde.

Dabei sind Berufsbildung, Arbeits- und Tarifrecht, Aufbau und
Organisation des Ausbildungsbetriebes, Sicherheit und
Gesundheitsschutz bei der Arbeit, Umweltschutz, Digitalisierung der
Arbeit, Datenschutz und Informationssicherheit, betriebliche und
technische Kommunikation, Planen und Organisieren der Arbeit, Bewerten
der Arbeitsergebnisse, Qualitätsmanagement sowie Beurteilen der
Sicherheit von elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln zu
berücksichtigen.

(3) Der Prüfling soll im Prüfungsbereich Arbeitsauftrag zeigen, dass
er

1.  Arbeitsaufträge analysieren, Informationen beschaffen, technische und
    organisatorische Schnittstellen klären, Lösungsvarianten unter
    technischen, betriebswirtschaftlichen und ökologischen Gesichtspunkten
    bewerten und auswählen,

2.  Auftragsabläufe planen und abstimmen, Teilaufgaben festlegen,
    Planungsunterlagen erstellen, Arbeitsabläufe und Zuständigkeiten am
    Einsatzort berücksichtigen,

3.  Aufträge durchführen, Funktion und Sicherheit prüfen und
    dokumentieren, Maßnahmen zur Gewährleistung der Funktionssicherheit
    ergreifen und dokumentieren, Normen und Spezifikationen zur Qualität
    und Sicherheit der Produkte beachten sowie Ursachen von Fehlern und
    Mängeln systematisch suchen und beheben,

4.  Produkte frei- und übergeben, Fachauskünfte, auch unter Verwendung
    englischer Fachausdrücke, erteilen, Abnahmeprotokolle anfertigen,
    Arbeitsergebnisse und Leistungen dokumentieren und bewerten,
    Leistungen abrechnen und Systemdaten und -unterlagen dokumentieren

kann. Zum Nachweis kommen insbesondere das Konfigurieren und
Programmieren eines Systems der industriellen Informationstechnik, das
Integrieren eines Teilsystems der industriellen Informationstechnik
aus Hard- oder Softwarekomponenten oder das Optimieren eines Systems
der industriellen Informationstechnik in Betracht.

(4) Der Prüfling soll zum Nachweis der Anforderungen im
Prüfungsbereich Arbeitsauftrag

1.  in 20 Stunden einen betrieblichen Auftrag durchführen und mit
    praxisbezogenen Unterlagen dokumentieren sowie darüber ein
    Fachgespräch von höchstens 30 Minuten führen; das Fachgespräch wird
    auf der Grundlage der praxisbezogenen Unterlagen des bearbeiteten
    betrieblichen Auftrages geführt; unter Berücksichtigung der
    praxisbezogenen Unterlagen sollen durch das Fachgespräch die
    prozessrelevanten Qualifikationen im Bezug zur Auftragsdurchführung
    bewertet werden; dem Prüfungsausschuss ist vor der Durchführung des
    betrieblichen Auftrages die Aufgabenstellung einschließlich eines
    geplanten Bearbeitungszeitraums zur Genehmigung vorzulegen oder

2.  in 14 Stunden eine praktische Arbeitsaufgabe vorbereiten, durchführen,
    nachbereiten und mit aufgabenspezifischen Unterlagen dokumentieren
    sowie darüber ein begleitendes Fachgespräch von höchstens 20 Minuten
    führen; die Durchführung der Arbeitsaufgabe beträgt sechs Stunden;
    durch Beobachtungen der Durchführung, die aufgabenspezifischen
    Unterlagen und das Fachgespräch sollen die prozessrelevanten
    Qualifikationen im Bezug zur Durchführung der Arbeitsaufgabe bewertet
    werden.

(5) Der Ausbildungsbetrieb wählt die Prüfungsvariante nach Absatz 4
aus und teilt sie dem Prüfling und der zuständigen Stelle mit der
Anmeldung zur Prüfung mit.

(6) Der Prüfling soll im Prüfungsbereich Systementwurf in der
Prüfungszeit von höchstens 120 Minuten nach vorgegebenen Anforderungen
eine Änderung in einem System der industriellen Informationstechnik
entwerfen. Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er technische
Problemanalysen durchführen, unter Berücksichtigung von Vorschriften,
technischen Regelwerken, Richtlinien, Kompatibilität,
Ausfallsicherheit und technischer Umfeldbedingungen Lösungskonzepte
entwickeln, Systemspezifikationen anwendungsgerecht festlegen, Hard-
und Softwarekomponenten auswählen, konfigurieren und programmieren,
Systemdokumentationen erstellen und Standardsoftware einsetzen kann.

(7) Der Prüfling soll im Prüfungsbereich Funktions- und Systemanalyse
in der Prüfungszeit von höchstens 120 Minuten ein System der
industriellen Informationstechnik analysieren. Dabei soll der Prüfling
zeigen, dass er Systemdokumentationen, auch in englischer Sprache,
auswerten, Verfahren und Diagnosesysteme zur Prüfung von Funktion und
Sicherheit auswählen, funktionelle Zusammenhänge
informationstechnischer Systeme analysieren, Programme interpretieren
und anpassen, Signale an Schnittstellen funktionell zuordnen,
Fehlerursachen bestimmen und elektrische Schutzmaßnahmen bewerten
kann.

(8) Der Prüfling soll im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde
in der Prüfungszeit von höchstens 60 Minuten praxisbezogene
handlungsorientierte Aufgaben bearbeiten und dabei zeigen, dass er
allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der
Berufs- und Arbeitswelt darstellen und beurteilen kann.

Collections: bundestag_gesetze
IndElAusbV-2007
Level: 3.0