Source: https://www.gesetze-im-internet.de/pangv/__6a.html
Legislation: pangv

Title: § 6a Werbung für Verbraucherdarlehen

Description:
Preisangabenverordnung (PAngV)
§ 6a Werbung für Verbraucherdarlehen

Paragraph: 6a

Full Text:
Preisangabenverordnung (PAngV)
§ 6a Werbung für Verbraucherdarlehen

(1) Jegliche Kommunikation für Werbe- und Marketingzwecke, die
Verbraucherdarlehen betrifft, hat den Kriterien der Redlichkeit und
Eindeutigkeit zu genügen und darf nicht irreführend sein. Insbesondere
sind Formulierungen unzulässig, die beim Verbraucher falsche
Erwartungen in Bezug auf die Möglichkeit, ein Verbraucherdarlehen zu
erhalten oder in Bezug auf die Kosten eines Verbraucherdarlehens
wecken.

(2) Wer gegenüber Verbrauchern für den Abschluss eines
Verbraucherdarlehensvertrags mit Zinssätzen oder sonstigen Zahlen, die
die Kosten betreffen, wirbt, hat in klarer, eindeutiger und
auffallender Art und Weise anzugeben:

1.  die Identität und Anschrift des Darlehensgebers oder gegebenenfalls
    des Darlehensvermittlers,

2.  den Nettodarlehensbetrag,

3.  den Sollzinssatz und die Auskunft, ob es sich um einen festen oder
    einen variablen Zinssatz oder um eine Kombination aus beiden handelt,
    sowie Einzelheiten aller für den Verbraucher anfallenden, in die
    Gesamtkosten einbezogenen Kosten,

4.  den effektiven Jahreszins.

In der Werbung ist der effektive Jahreszins mindestens genauso
hervorzuheben wie jeder andere Zinssatz.

(3) In der Werbung gemäß Absatz 2 sind zusätzlich, soweit zutreffend,
folgende Angaben zu machen:

1.  der vom Verbraucher zu zahlende Gesamtbetrag,

2.  die Laufzeit des Verbraucherdarlehensvertrags,

3.  die Höhe der Raten,

4.  die Anzahl der Raten,

5.  bei Immobiliar-Verbraucherdarlehen der Hinweis, dass der
    Verbraucherdarlehensvertrag durch ein Grundpfandrecht oder eine
    Reallast besichert wird,

6.  bei Immobiliar-Verbraucherdarlehen in Fremdwährung ein Warnhinweis,
    dass sich mögliche Wechselkursschwankungen auf die Höhe des vom
    Verbraucher zu zahlenden Gesamtbetrags auswirken könnten.

(4) Die in den Absätzen 2 und 3 genannten Angaben sind mit Ausnahme
der Angaben nach Absatz 2 Satz 1 Nummer 1 und Absatz 3 Nummer 5 und 6
mit einem Beispiel zu versehen. Bei der Auswahl des Beispiels muss der
Werbende von einem effektiven Jahreszins ausgehen, von dem er erwarten
darf, dass er mindestens zwei Drittel der auf Grund der Werbung
zustande kommenden Verträge zu dem angegebenen oder einem niedrigeren
effektiven Jahreszins abschließen wird.

(5) Verlangt der Werbende den Abschluss eines Versicherungsvertrags
oder eines Vertrags über andere Zusatzleistungen und können die Kosten
für diesen Vertrag nicht im Voraus bestimmt werden, ist auf die
Verpflichtung zum Abschluss dieses Vertrags klar und verständlich an
gestalterisch hervorgehobener Stelle zusammen mit dem effektiven
Jahreszins hinzuweisen.

(6) Die Informationen nach den Absätzen 2, 3 und 5 müssen in
Abhängigkeit vom Medium, das für die Werbung gewählt wird, akustisch
gut verständlich oder deutlich lesbar sein.

(7) Auf Immobiliar-Verbraucherdarlehensverträge gemäß § 491 Absatz 2
Satz 2 Nummer 5 des Bürgerlichen Gesetzbuchs ist nur Absatz 1
anwendbar.

Collections: bundestag_gesetze
PAngV
Level: 2.0