Source: https://www.gesetze-im-internet.de/indfachwirtprv_2010/__5.html
Legislation: indfachwirtprv_2010

Title: § 5 Handlungsspezifische Qualifikationen

Description:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Geprüfter Industriefachwirt und Geprüfte Industriefachwirtin (IndFachwirtPrV 2010)
§ 5 Handlungsspezifische Qualifikationen

Paragraph: 5

Full Text:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Geprüfter Industriefachwirt und Geprüfte Industriefachwirtin (IndFachwirtPrV 2010)
§ 5 Handlungsspezifische Qualifikationen

(1) Im Handlungsbereich „Finanzwirtschaft im Industrieunternehmen“
soll die Fähigkeit nachgewiesen werden, Entscheidungen für das
Management auf der Grundlage von Kenntnissen in der Finanzwirtschaft
und im industriellen Rechnungswesen vorbereiten zu können. Weiterhin
soll nachgewiesen werden, dass mithilfe des Controllings die
steuerungsrelevanten Informationen zusammengestellt werden können und
diese systematisch für das Management aufbereitet werden können. Des
Weiteren soll die Fähigkeit nachgewiesen werden, die notwendigen
Informationen der Kosten- und Leistungsrechnung für die
Unternehmenssteuerung nutzen zu können. Als Informationsquelle für
Investitionsentscheidungen dienen hierzu in erster Linie die
Investitionsrechnungen. In diesem Rahmen können geprüft werden:

1.  Investitionen und Investitionsrechnung durchführen,

2.  Finanzierung beurteilen,

3.  angewandte Kosten- und Leistungsrechnung überprüfen,

4.  Controlling als Instrument der betriebswirtschaftlichen Steuerung
    anwenden.

(2) Im Handlungsbereich „Produktionsprozesse“ soll die Fähigkeit
nachgewiesen werden, die Aufgaben der Produktionsplanung und
-steuerung sowie die produktionstechnischen Rahmenbedingungen
beurteilen zu können. Des Weiteren ist nachzuweisen, dass die Abläufe
von der Produktentwicklung bis zur Übergabe des Produktes an den
Vertrieb verstanden und in produktionsspezifischen Situationen
eingeordnet werden können. Hierfür ist nachzuweisen, dass die
Querschnittsfunktion der Logistik eingeordnet und die für die
Produktion notwendigen Teilprozesse der Logistik erläutert werden
können. In diesem Rahmen können geprüft werden:

1.  Produktionsplanung beurteilen,

2.  Produktionsteuerung analysieren,

3.  Produktionstechnische Rahmenbedingungen bewerten,

4.  Logistik als Querschnittsfunktion beurteilen,

5.  Bedarfsermittlung durchführen,

6.  Beschaffungsmarkt und Einkauf strukturieren,

7.  Lager und Transportwesen vergleichen,

8.  Entsorgungslogistik erläutern.

(3) Im Handlungsbereich „Marketing und Vertrieb“ soll der Einsatz von
marketing- und vertriebspolitischen Instrumenten begründet werden.
Dazu sind Kriterien der Marketingplanung zu beschreiben, den
effektiven Einsatz des Marketinginstrumentariums aufzeigen, die
Bedeutung der Distribution und die zentrale Funktion des Bereiches
Marketing und Vertrieb innerhalb eines Unternehmens und unter
Berücksichtigung außenwirtschaftlicher und interkultureller
Kommunikationsaspekte darlegen zu können. In diesem Rahmen können
geprüft werden:

1.  Marketingplanung durchführen,

2.  Marketinginstrumentarium unterscheiden, Marketing-Mix einsetzen,

3.  Vertriebsmanagement bewerten,

4.  internationale Geschäftsbeziehungen und Geschäftsentwicklung,
    interkulturelle Kommunikation ableiten,

5.  spezielle Rechtsaspekte einordnen.

(4) Im Handlungsbereich „Wissens- und Transfermanagement im
Industrieunternehmen“ soll die Fähigkeit nachgewiesen werden, dass
Organisation und Organisationsentwicklung in deren Bedeutung für das
Unternehmen eingeordnet, Wechselbeziehungen zur Personalentwicklung
erkannt und berücksichtigt sowie Projekte methodisch und effizient in
der Gestaltung begleitet werden können. Dazu soll nachgewiesen werden,
dass die Bedeutung einer effizienten unternehmensinternen
Kommunikation über Sprache und Daten erkannt wird. In diesem
Zusammenhang soll auch nachgewiesen werden, dass aufgabenbezogene
Informationsquellen lokalisiert, bewertet und identifiziertes Wissen
in kommunizierbarer Form zur Verfügung gestellt werden kann.
Zusätzlich sollen Wissensbedürfnisse nachhaltig mit Wissensquellen
verbunden sowie relevantes Wissen zur Bearbeitung und Lösung von
Aufgaben und Problemen vorgehalten und eingesetzt werden. In diesem
Rahmen können folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  betriebliche Organisation und Organisationsentwicklung sowie
    Personalentwicklung und Projektmanagement als Bestandteile der
    Unternehmensentwicklung begründen,

2.  Instrumente und Methoden des Informations- und Wissensmanagement
    beurteilen,

3.  Zusammenhang von Unternehmensentwicklung und Wissensmanagement
    darstellen.

(5) Im Handlungsbereich „Führung und Zusammenarbeit“ soll die
Fähigkeit nachgewiesen werden, zielorientiert mit Mitarbeitern,
Auszubildenden, Geschäftspartnern und Kunden zu kommunizieren. Dabei
soll gezeigt werden, dass Mitarbeiter, Auszubildende und
Projektgruppen geführt und gefördert werden können. Des Weiteren soll
bei Verhandlungen und in Konfliktfällen lösungsorientiert gehandelt
werden. Methoden der Kommunikation und Motivationsförderung sollen
dabei berücksichtigt werden. In diesem Rahmen können geprüft werden:

1.  Zusammenarbeit, Kommunikation und Kooperation erläutern,

2.  Mitarbeitergespräche durchführen,

3.  Konfliktmanagement anwenden,

4.  Mitarbeiterförderung umsetzen,

5.  Ausbildung planen und durchführen,

6.  Moderation von Projektgruppen vorbereiten und durchführen,

7.  Präsentationstechniken einsetzen.

(6) Die schriftliche Prüfung in den in den Absätzen 1 bis 5
beschriebenen Handlungsbereichen wird auf der Grundlage einer
betrieblichen Situationsbeschreibung mit zwei aufeinander
abgestimmten, gleichgewichtig daraus abgeleiteten Aufgabenstellungen
durchgeführt. Die gesamte Bearbeitungsdauer soll 480 Minuten nicht
unterschreiten und 510 Minuten nicht überschreiten. Die
Punktebewertung für das Ergebnis der schriftlichen Prüfungsleistung
ist aus den beiden gleichgewichtigen schriftlichen Teilergebnissen zu
bilden.

Collections: bundestag_gesetze
IndFachwirtPrV-2010
Level: 2.0