Source: https://www.gesetze-im-internet.de/esanmv/__4.html
Legislation: esanmv

Title: Übergreifende technische Mindestanforderungen

Description:
Verordnung zur Bestimmung von Mindestanforderungen für energetische Maßnahmen bei zu eigenen Wohnzwecken genutzten Gebäuden nach § 35c des Einkommensteuergesetzes (ESanMV)
Übergreifende technische Mindestanforderungen

Paragraph: 4

Full Text:
Verordnung zur Bestimmung von Mindestanforderungen für energetische Maßnahmen bei zu eigenen Wohnzwecken genutzten Gebäuden nach § 35c des Einkommensteuergesetzes (ESanMV)
Übergreifende technische Mindestanforderungen

Bei der Planung und der Ausführung sind stets die geltenden nationalen
und europäischen Bestimmungen sowie die allgemein anerkannten Regeln
der Technik zu berücksichtigen. Zur korrekten Auslegung einer
Heizungsanlage (Vermeidung von über- oder unterdimensionierten
Anlagen) ist die Dimensionierung der Anlage anhand einer
Heizlastermittlung nach DIN EN/TS 12831 durchzuführen. Dabei sind
Vereinfachungen möglich (siehe Leistungsbeschreibung im
Bestätigungsformular für Einzelmaßnahmen der „VdZ −
Wirtschaftsvereinigung Gebäude und Energie e. V.“;
www.vdzev.de/broschueren/formulare-hydraulischer-abgleich). Zudem ist
die Durchführung folgender Maßnahmen und die Installation folgender
technischer Komponenten für eine Steuerermäßigung grundsätzlich
erforderlich:

–   Alle Energieverbräuche sowie alle erzeugten Wärmemengen eines
    begünstigten Wärmeerzeugers müssen messtechnisch erfasst werden.

–   Alle begünstigten Heizsysteme müssen mit einer Energieverbrauchs- und
    Effizienzanzeige ausgestattet sein. Ausnahmen: Bei begünstigten
    Biomasseheizungen müssen lediglich die erzeugten Wärmemengen gemessen
    werden. Eine Effizienzanzeigepflicht besteht nicht. Bei begünstigten
    Wärmepumpen, die über das Medium Luft heizen, müssen die Wärmemengen
    gemessen werden. Eine Energieverbrauchsbilanzierung nach DIN EN 12831
    Beiblatt 2 ist dabei zulässig. Bei Wärme- und Gebäudenetzanschlüssen
    sind keine Energieverbrauchs- oder Effizienzanzeigen notwendig.

–   Durchführung eines hydraulischen Abgleichs nach Verfahren B gemäß
    Bestätigungsformular des hydraulischen Abgleichs der „VdZ −
    Wirtschaftsvereinigung Gebäude und Energie e. V.“
    (www.vdzev.de/broschueren/formulare-hydraulischer-abgleich). Bei
    luftgeführten Systemen sind die Luftvolumenströme anzupassen.

–   Rohrleitungen sind mindestens gemäß den Anforderungen des jeweils
    geltenden Gebäudeenergiegesetzes zu dämmen.

–   Anpassung der Heizkurve an das Gebäude.

–   Bei Verfügbarkeit einer Internetverbindung und einer technischen
    Schnittstelle am Gerät ist die Verbindung der Heizungsanlagen mit dem
    Internet herzustellen.

Gegenstand der Steuerermäßigung sind die Errichtung oder Erweiterung
von Anlagen zur Wärmeerzeugung, die überwiegend (mit mehr als 50
Prozent der erzeugten Wärme) mindestens einem der folgenden Zwecke
dienen:

–   Warmwasserbereitung,

–   Raumheizung,

–   kombinierte Warmwasserbereitung und Raumheizung,

–   solare Kälteerzeugung,

–   die Zuführung der Wärme oder solaren Kälte in ein Gebäudenetz.

Nicht umfasst sind Anlagen, die ausschließlich der Stromerzeugung
dienen (zum Beispiel Photovoltaikanlagen).

In Gebieten mit ausgewiesenem Anschluss- und Benutzungszwang für ein
Wärmenetz ist ausschließlich der Anschluss an das Netz und nicht die
Errichtung von Einzelheizungen Gegenstand der Steuerermäßigung.

Bei Biomasseheizungen, Wärmepumpen und Brennstoffzellenheizungen und
der Nachrüstung bivalenter Systeme müssen die durch die Anlagen
versorgten Wohneinheiten oder Flächen nach Durchführung der Maßnahme
zu mindestens 65 Prozent durch erneuerbare Energien beheizt werden.

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ESanMV
Level: 2.0