Source: https://www.gesetze-im-internet.de/weinv_1995/__18.html
Legislation: weinv_1995

Title: § 18 (zu § 15 Nummer 3 und § 16 Absatz 2 des Weingesetzes)

Description:
Weinverordnung (WeinV 1995)
Abschnitt 3 - Verarbeitung
§ 18 (zu § 15 Nummer 3 und § 16 Absatz 2 des Weingesetzes)

Paragraph: 18

Full Text:
Weinverordnung (WeinV 1995)
Abschnitt 3 - Verarbeitung
§ 18 (zu § 15 Nummer 3 und § 16 Absatz 2 des Weingesetzes)

(1) Soweit in Rechtsakten der Europäischen Gemeinschaft oder
Europäischen Union nichts anderes bestimmt ist, dürfen Weißweintrauben
und die aus ihnen hergestellten Maischen, Moste und Weine nicht mit
Rotweintrauben und den aus ihnen hergestellten Maischen, Mosten und
Weinen verschnitten werden.

(2) Bei der Herstellung von inländischen weinhaltigen Getränken dürfen
nur

1.  Wein,

2.  Perlwein,

3.  Perlwein mit zugesetzter Kohlensäure,

4.  Schaumwein,

5.  Schaumwein mit zugesetzter Kohlensäure oder

6.  Likörwein

verwendet und miteinander verschnitten werden.

(3) Bei der Herstellung von inländischen weinhaltigen Getränken dürfen
vorbehaltlich des § 11 Absatz 4 Satz 2, Absatz 5 und 7 Satz 1 und 2
nur Zucker, konzentrierter Traubenmost und in § 47 genannte Getränke,
die den dort für die Herstellung und das Inverkehrbringen festgelegten
Anforderungen entsprechen, sowie Wasser und kohlensäurehaltiges Wasser
zugesetzt werden. Wasser darf nur zugesetzt werden, wenn es den
Anforderungen der Trinkwasser-Verordnung entspricht und nicht geeignet
ist, das Erzeugnis geschmacklich, geruchlich oder farblich nachteilig
zu beeinflussen.

(4) Mit der Herstellung von

1.  Perlwein,

2.  Perlwein mit zugesetzter Kohlensäure,

3.  Schaumwein,

4.  Schaumwein mit zugesetzter Kohlensäure,

5.  weinhaltigen Getränken,

6.  aromatisiertem Wein,

7.  aromatisierten weinhaltigen Getränken und

8.  aromatisierten weinhaltigen Cocktails

darf, soweit es sich um inländische Erzeugnisse handelt, erst begonnen
werden, nachdem die zu ihrer Herstellung bestimmten Erzeugnisse als
solche gekennzeichnet und unter Angabe dieser Bestimmung in die zu
führenden Bücher eingetragen sind.

(5) Nicht im Inland hergestellter Likörwein wird durch Behandeln oder
Verschneiden im Inland nicht zu inländischem Likörwein. Nicht im
Inland hergestellte weinhaltige Getränke werden durch Behandeln im
Inland nicht zu inländischen weinhaltigen Getränken.

(6) In einem Drittland hergestelltem Likörwein darf im Inland Alkohol
und Zucker nicht zugesetzt werden.

(7) (weggefallen)

(8) Das gesamte Verarbeiten von inländischem Qualitätsschaumwein, Sekt
und Sekt b.A muss in demselben Betrieb vorgenommen werden. Abweichend
von Satz 1 kann die zuständige Stelle des Landes, in dessen Gebiet mit
der Herstellung begonnen worden ist, genehmigen, dass ein
Qualitätsschaumwein, Sekt oder Sekt b.A. an einen anderen Hersteller
abgegeben oder in nicht etikettierten, vorläufig verschlossenen
Behältnissen in Verkehr gebracht wird, soweit ein wirtschaftliches
Bedürfnis dafür besteht.

(9) Qualitätsweine und Erzeugnisse, aus denen sie hergestellt werden,
dürfen nur miteinander und untereinander verschnitten werden, wenn
jeder Verschnittanteil den jeweils vorgeschriebenen natürlichen
Mindestalkoholgehalt aufweist. Erzeugnisse, die zur Herstellung von
Prädikatswein bestimmt sind, dürfen nur miteinander verschnitten
werden, wenn jeder Verschnittanteil den für das jeweilige Prädikat
vorgeschriebenen natürlichen Mindestalkoholgehalt aufweist. Für die
Süßung gelten die Sätze 1 und 2 entsprechend.

(10) (weggefallen)

(11) (weggefallen)

(12) Die Landesregierungen können zur Erhaltung der Eigenart der Weine
durch Rechtsverordnung den zulässigen Restzuckergehalt für Wein, der
aus in ihrem Gebiet geernteten Weintrauben hergestellt worden ist, den
Rebstandorten, Rebsorten und Weinarten entsprechend festlegen.

(13) Wein, dessen Restzuckergehalt den auf Grund einer
Rechtsverordnung nach Absatz 12 festgelegten Wert übersteigt, darf
nicht zum offenen Ausschank feilgehalten oder abgefüllt in den Verkehr
gebracht werden. Bei Verschnitten gilt der für den namengebenden
Verschnittanteil maßgebliche Restzuckergehalt und, soweit ein
namengebender Verschnittanteil nicht vorhanden ist, der
Restzuckergehalt, der sich aus dem gewogenen Mittel der jeweils
vorgeschriebenen Restzuckergehalte ergibt.

(14) Ein Erzeugnis, das als Zutat für ein anderes Lebensmittel, das
kein Erzeugnis ist, bestimmt ist und dem Zusatzstoffe zugesetzt worden
sind, die nur für das andere Lebensmittel zugelassen sind, darf nur
mit dieser Zweckbestimmung in den Verkehr gebracht werden.

(15) Abweichend von Artikel 11 der Delegierten Verordnung (EU)
2019/934 in der jeweils geltenden Fassung darf

1.  die zur Erhöhung des natürlichen Alkoholgehaltes erlaubte Zugabe von
    Saccharose oder rektifiziertem Traubenmostkonzentrat,

2.  die Entsäuerung von frischen Weintrauben, Traubenmost, teilweise
    gegorenem Traubenmost oder Jungwein,

3.  die Säuerung, sofern diese Behandlung zugelassen ist,

in mehreren Arbeitsgängen erfolgen.

(16) Die Gesamtmenge des in den Trestern, dem Mosttrub und dem
Weintrub enthaltenen natürlichen Alkohols darf 5 vom Hundert der in
dem Wein enthaltenen Menge natürlichen Alkohols, die unter
Zugrundelegung eines pauschalen natürlichen Alkoholgehaltes von 8,0
Volumenprozent in der Weinbauzone A und von 8,5 Volumenprozent in der
Weinbauzone B zu ermitteln ist, nicht unterschreiten.

Collections: bundestag_gesetze
WeinV-1995
Level: 3.0