Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bbig_2005/__50d.html
Legislation: bbig_2005

Title: § 50d Besondere Regelungen für Menschen mit Behinderungen

Description:
Berufsbildungsgesetz (BBiG 2005)
Teil 2 - Berufsbildung
Kapitel 1 - Berufsausbildung
Abschnitt 6 - Feststellung und Bescheinigung der individuellen beruflichen Handlungsfähigkeit am Maßstab eines anerkannten Ausbildungsberufs
§ 50d Besondere Regelungen für Menschen mit Behinderungen

Paragraph: 50d

Full Text:
Berufsbildungsgesetz (BBiG 2005)
Teil 2 - Berufsbildung
Kapitel 1 - Berufsausbildung
Abschnitt 6 - Feststellung und Bescheinigung der individuellen beruflichen Handlungsfähigkeit am Maßstab eines anerkannten Ausbildungsberufs
§ 50d Besondere Regelungen für Menschen mit Behinderungen

(1) Für Menschen mit Behinderungen nach § 2 Absatz 1 Satz 1 des
Neunten Buches Sozialgesetzbuch, für die auf Grund von Art und Schwere
der Behinderung die Feststellung der überwiegenden oder vollständigen,
für die Ausübung des Referenzberufs erforderlichen beruflichen
Handlungsfähigkeit nicht möglich ist, sind die §§ 50b und 50c mit der
Maßgabe anzuwenden, dass

1.  eine individuelle berufliche Handlungsfähigkeit am Maßstab eines
    Referenzberufs auch dann festgestellt und bescheinigt wird, wenn diese
    nicht überwiegend oder vollständig, sondern nur teilweise vergleichbar
    ist mit der für die Ausübung des Referenzberufs erforderlichen
    beruflichen Handlungsfähigkeit; in diesen Fällen weist der Bescheid
    eine teilweise Vergleichbarkeit aus; § 50c Absatz 3 Satz 1 gilt
    entsprechend,

2.  bei einem Antrag, der sich auf die Feststellung der teilweisen
    Vergleichbarkeit richtet,

    a)  für § 50b Absatz 3 Satz 1 Nummer 1 eine Tätigkeit im Tätigkeitsbereich
        des Referenzberufs genügt, die die im Antrag bezeichneten, für die
        Ausübung des Referenzberufs erforderlichen Fertigkeiten, Kenntnisse
        und Fähigkeiten umfasst,

    b)  für § 50b Absatz 3 Satz 1 Nummer 2 sich die Glaubhaftmachung auf die
        im Antrag bezeichneten, für die Ausübung des Referenzberufs
        erforderlichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten beschränkt,

    c)  der Bescheid nach § 50c Absatz 3 auf Antrag zusätzlich zur
        Vergleichbarkeit mit dem Referenzberuf auch eine überwiegende oder
        vollständige Vergleichbarkeit mit einer Referenzausbildungsregelung
        nach § 66 ausweist, sofern sich die Ausbildungsregelung am gewählten
        Referenzberuf orientiert und entsprechend einer berufsspezifischen
        Musterregelung des Hauptausschusses des Bundesinstituts für
        Berufsbildung getroffen wurde,

3.  abweichend von § 50b Absatz 2 Nummer 4 antragsberechtigt auch ist, wer
    das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hat.

(2) Im Fall der teilweisen Vergleichbarkeit müssen die festgestellten,
für die Ausübung des Referenzberufs erforderlichen Fertigkeiten,
Kenntnisse und Fähigkeiten zusammen dem Referenzberuf eindeutig
zugeordnet werden können und eine berufliche Tätigkeit im
Tätigkeitsbereich des Referenzberufs ermöglichen.

(3) Menschen mit Behinderungen können in ihrem Antrag eine Person als
Verfahrensbegleitung benennen, die besonders mit den Belangen von
Menschen mit Behinderungen im Rahmen der beruflichen Qualifizierung
vertraut ist. Dies sind insbesondere solche Ausbilder oder
Ausbilderinnen, die die Rehabilitationspädagogische
Zusatzqualifikation erworben haben. Auf Antrag des Antragstellers oder
der Antragstellerin ist der Verfahrensbegleitung Gelegenheit zu geben,

1.  zur Auswahl der Feststellungsinstrumente Stellung zu nehmen und

2.  an der Durchführung der Feststellung teilzunehmen.

Collections: bundestag_gesetze
BBiG-2005
Level: 5.0