Source: https://www.gesetze-im-internet.de/fovzv/__3.html
Legislation: fovzv

Title: Tabelle zu Nummern 4 und 5

Description:
Forstvermehrungsgut-Zulassungsverordnung (FoVZV)
Tabelle zu Nummern 4 und 5

Paragraph: 3

Full Text:
Forstvermehrungsgut-Zulassungsverordnung (FoVZV)
Tabelle zu Nummern 4 und 5

*    *   Baumart

    *   Mindestalter
        (Jahre)

    *   Mindestfläche
        (ha)

    *   Mindestbaumzahl

*    *   Bestand

    *   Ernte

*    *   Weißtanne

    *   70

    *   1,0

    *   40

    *   20

*    *   Weißtanne (Randgebiete der natürlichen Verbreitung)

    *   60

    *   0,25

    *   20

    *   10

*    *   Große Küstentanne

    *   40

    *   0,25

    *   40

    *   20

*    *   Spitzahorn

    *   40

    *   -

    *   20

    *   10

*    *   Bergahorn

    *   50

    *   0,25

    *   40

    *   20

*    *   Schwarzerle (Roterle)

    *   40

    *   0,5

    *   40

    *   20

*    *   Grauerle

    *   20

    *   -

    *   20

    *   10

*    *   Sandbirke

    *   30

    *   -

    *   20

    *   10

*    *   Moorbirke

    *   30

    *   -

    *   20

    *   10

*    *   Hainbuche

    *   50

    *   -

    *   20

    *   10

*    *   Esskastanie

    *   40

    *   -

    *   40

    *   20

*    *   Rotbuche

    *   70

    *   2,5

    *   40

    *   20

*    *   Rotbuche (500-800 m Höhenlage)

    *   70

    *   1,0

    *   20

    *   10

*    *   Rotbuche (über 800 m Höhenlage)

    *   70

    *   0,25

    *   20

    *   10

*    *   Esche

    *   50

    *   0,25

    *   40

    *   20

*    *   Europäische Lärche

    *   50

    *   0,5

    *   40

    *   20

*    *   Europäische Lärche (Alpen über 900 m)

    *   50

    *   0,25

    *   20

    *   10

*    *   Japanische Lärche

    *   40

    *   0,5

    *   40

    *   20

*    *   Fichte

    *   60

    *   2,5

    *   40

    *   20

*    *   Fichte (Schwarzwald über 1.000 m, Mittelgebirge über 800 m)

    *   60

    *   0,5

    *   20

    *   10

*    *   Fichte (Alpen über 1.300 m)

    *   60

    *   0,25

    *   20

    *   10

*    *   Sitkafichte

    *   50

    *   0,5

    *   40

    *   20

*    *   Schwarzkiefer

    *   60

    *   0,5

    *   40

    *   20

*    *   Waldkiefer

    *   60

    *   2,5

    *   40

    *   20

*    *   Waldkiefer (Mittelgebirge über 700 m, Alpen über 900 m)

    *   60

    *   0,25

    *   20

    *   10

*    *   Pappeln (alle Arten und künstliche Hybriden) 20

    *   0,25

    *   20

    *   10

    *

*    *   Vogelkirsche

    *   30

    *   -

    *   20

    *   10

*    *   Douglasie

    *   40

    *   0,25

    *   40

    *   20

*    *   Traubeneiche

    *   70

    *   1,0

    *   40

    *   20

*    *   Stieleiche

    *   70

    *   0,5

    *   40

    *   20

*    *   Roteiche

    *   40

    *   0,25

    *   40

    *   20

*    *   Robinie

    *   30

    *   -

    *   20

    *   10

*    *   Winterlinde

    *   40

    *   -

    *   20

    *   10

*    *   Sommerlinde

    *   40

    *   -

    *   20

    *   10

Kapitel II
Mindestanforderungen für die Zulassung unter der Kategorie
"Qualifiziert"
Samenplantagen

1.  Art, Zweck, Anzahl der Klone oder Sämlings-Familien, Anzahl der Bäume
    pro Klon oder Sämlings-Familie, Isolierung, Ort, Anlageschema und -
    soweit vorhanden - Kreuzungsplan müssen von der Landesstelle genehmigt
    sein. Die Genehmigung darf nur versagt werden, wenn die im Hinblick
    auf den Zweck der Samenplantage ausreichende genetische Vielfalt nicht
    vorhanden ist oder wenn die Anforderungen der Nummer 2 nicht erfüllt
    sind. Änderungen der Zusammensetzung der Samenplantage sind der
    Landesstelle mitzuteilen.

2.  Die zugehörigen Klone oder Familien sind auf Grund ihrer im Hinblick
    auf den vom Antragsteller vorgesehenen Zweck bedeutsamen Merkmale
    auszuwählen, wobei den Kriterien 5 und 7 bis 10 des Kapitels I
    besonders Rechnung zu tragen ist.

3.  Die zugehörigen Klone oder Familien sollen entsprechend einem von der
    Landesstelle genehmigten Plan ausgepflanzt werden und so angeordnet
    sein, dass ein höchstmöglicher Anteil an gegenseitiger Befruchtung
    innerhalb der Samenplantage erreicht wird und dass jeder Bestandteil
    identifiziert werden kann.

4.  Die Durchforstung in Samenplantagen ist zusammen mit den dabei
    verwendeten Auslesekriterien zu beschreiben und der Landesstelle
    mitzuteilen.

5.  Die Samenplantagen sind so zu bewirtschaften und zu beernten, dass die
    Zwecke der Samenplantagen erreicht werden.

Kapitel III
Mindestanforderungen für die Zulassung unter der Kategorie "Geprüft"

1.  Anforderungen an alle Prüfungen

    Der Anbauwert des Vermehrungsgutes von Ausgangsmaterial wird in
    Vergleichsprüfungen geprüft. Bei Komponenten von Ausgangsmaterial
    (Samenplantagen, Familieneltern, Klonen und Klonmischungen) kann die
    Prüfung des Anbauwerts auch als genetische Bewertungsprüfung
    durchgeführt werden.

    a)  Allgemeine Anforderungen an alle Arten von Ausgangsmaterial gemäß § 4
        Abs. 1 Nr. 3 des Forstvermehrungsgutgesetzes

        Die Prüfungen für die Zulassung von Ausgangsmaterial müssen
        international anerkannten Verfahren entsprechen. Bei
        Vergleichsprüfungen müssen für das zu prüfende Vermehrungsgut
        Vergleiche mit einem oder möglichst mehreren empfohlenen oder
        vorausgewählten Standards vorliegen.

    b)  Besondere Anforderungen an Erntebestände und Samenplantagen

        Das Ausgangsmaterial muss die entsprechenden Anforderungen gemäß
        Kapitel I oder Kapitel II erfüllen.

    c)  Besondere Anforderungen an Familieneltern

        aa) Die Auswahl der Eltern erfolgt auf Grund ihrer überragenden Merkmale,
            wobei den Kriterien 5 und 7 bis 10 des Kapitels I besonders Rechnung
            zu tragen ist, oder aber wegen ihrer allgemeinen oder spezifischen
            Kombinationseignung.

        bb) Zweck, Kreuzungsplan und Bestäubungsmethode, Komponenten, Isolierung
            und Ort sowie jedwede Änderung dieser Parameter müssen von der
            Landesstelle genehmigt sein, um sicherzustellen, dass die Bestandteile
            identifiziert und dass unbeabsichtigte Einkreuzungen weitgehend
            vermieden werden können.

        cc) Identität, Anzahl und Anteile der Eltern in einer Mischung von
            Familieneltern müssen von der Landesstelle genehmigt und registriert
            sein. Die Genehmigung darf nur versagt werden, wenn die im Hinblick
            auf den vom Antragsteller vorgesehenen Zweck der Familieneltern
            ausreichende genetische Vielfalt nicht vorhanden ist oder wenn die
            Anforderungen des Doppelbuchstaben aa nicht erfüllt sind.

        dd) Bei Erzeugung künstlicher Hybriden ist der prozentuale Anteil von
            Hybriden am Vermehrungsgut in einer Analyse nachzuweisen.

    d)  Besondere Anforderungen an Klone

        aa) Klone sollen nach Möglichkeit anhand von objektiv erfassbaren
            Unterscheidungsmerkmalen, die von der Landesstelle registriert wurden,
            identifizierbar sein.

        bb) Der Anbauwert von Klonen ist anhand der Ergebnisse hinreichend langer
            Versuche nachzuweisen.

        cc) Ausgangsindividuen (Ortets) zur Erzeugung von Klonen sind auf Grund
            ihrer überragenden und im Hinblick auf den Zweck bedeutsamen Merkmale
            auszuwählen, wobei den Kriterien 5 und 7 bis 10 des Kapitels I
            besonders Rechnung zu tragen ist.

        dd) Die Zulassung wird bis zum Ende des auf die Zulassung folgenden
            zehnten Jahres befristet oder auf eine Höchstzahl von vegetativen
            Abkömmlingen (Ramets) begrenzt. Sie kann mehrmals um jeweils höchstens
            zehn Jahre verlängert oder auf eine neue Höchstzahl erhöht werden,
            wenn die Zulassungsvoraussetzungen weiterhin gegeben sind und die
            Anbau- und Marktbedeutung nicht den in § 1 Abs. 1 des
            Forstvermehrungsgutgesetzes genannten Zweck beeinträchtigen.

    e)  Besondere Anforderungen an Klonmischungen

        aa) Die Komponenten von Klonmischungen müssen die Anforderungen nach
            Buchstabe d erfüllen.

        bb) Die Identität, die Anzahl und die Anteile der Komponenten einer
            Klonmischung sowie die Auslesemethode und das Klonquartier müssen von
            der Landesstelle genehmigt sein. Die Genehmigung darf nur versagt
            werden, wenn eine Klonmischung die im Hinblick auf den vorgesehenen
            Zweck ausreichende genetische Vielfalt nicht aufweist.

        cc) Klonmischungen können auf der Basis des Anbauwerts ihrer Komponenten
            zusammengestellt und zugelassen werden und müssen nicht als
            Klonmischung geprüft werden.

    f)  Prüfmerkmale

        Die Prüfungen müssen zur Bewertung bestimmter Merkmale konzipiert
        sein, die für jede Prüfung anzugeben sind. Den Kriterien
        Angepasstheit, Wüchsigkeit, Qualität und Widerstandsfähigkeit
        gegenüber wichtigen biotischen und abiotischen Faktoren ist besonders
        Rechnung zu tragen. Darüber hinaus sind noch weitere Merkmale, die im
        Hinblick auf den vorgesehenen Zweck als wichtig erachtet werden, in
        Bezug auf die am Ort der Prüfung herrschenden ökologischen Bedingungen
        zu bewerten.

    g)  Dokumentation

        Über die Prüforte sind Aufzeichnungen zu führen, die Aufschluss geben
        über standörtliche Bedingungen (wie Klima und Boden), Vornutzung,
        Bestandsbegründung, Bewirtschaftung sowie Schäden durch abiotische
        oder biotische Faktoren; diese Aufzeichnungen sind der Landesstelle
        zur Verfügung zu stellen. Die Ergebnisse der Prüfung und das Alter des
        Vermehrungsgutes zum Zeitpunkt der Datenerhebung sind der Landesstelle
        mitzuteilen.

    h)  Versuchsanstellung

        Das Vermehrungsgut aller Prüfglieder muss, soweit es die Art des
        Pflanzgutes gestattet, in derselben Weise angezogen, ausgepflanzt und
        gepflegt werden. Jeder Versuch ist nach einem anerkannten
        statistischen Verfahren unter Verwendung einer hinreichenden Anzahl
        von Bäumen anzulegen, damit die Variationsbreite der individuellen
        Merkmale jedes Prüfgliedes erfasst und aus den daraus gewonnenen
        Erkenntnissen Rückschlüsse auf das zuzulassende Ausgangsmaterial
        gezogen werden können.

    j)  Auswertung und Gültigkeit der Ergebnisse

        Die gewonnenen Daten werden nach anerkannten statistischen Verfahren
        ausgewertet; die Ergebnisse sind für jedes geprüfte Merkmal anzugeben.
        Die Versuchsmethode und die erzielten Einzelergebnisse sind frei
        zugänglich zu machen. Zu dem Gebiet der mutmaßlichen Angepasstheit
        innerhalb Deutschlands sowie zu den Merkmalen, die möglicherweise den
        Anbauwert begrenzen, ist ebenfalls Stellung zu nehmen.

        Stellt sich bei dem Versuch heraus, dass das Vermehrungsgut nicht
        mindestens

        aa) die im Hinblick auf den Zweck relevanten Merkmalsausprägungen des
            Ausgangsmaterials oder

        bb) die gleiche Widerstandsfähigkeit gegenüber Schaderregern mit
            wirtschaftlicher Bedeutung wie das Ausgangsmaterial

        aufweist, so ist das Ausgangsmaterial nicht zulassungsfähig.

2.  Anforderungen an Prüfungen von Komponenten des Ausgangsmaterials

    a)  Dokumentation

        Für die Zulassung von Ausgangsmaterial ist folgende zusätzliche
        Dokumentation erforderlich:

        aa) Identität, Ursprung und Abstammung der bewerteten Komponenten;

        bb) Kreuzungsplan zur Erzeugung des der Prüfung unterzogenen
            Vermehrungsgutes (bei generativ erzeugtem Vermehrungsgut).

    b)  Prüfverfahren

        aa) Der Anbauwert jeder Komponente ist an zwei oder mehr Prüforten zu
            schätzen, von denen mindestens einer standörtliche Bedingungen
            aufweist, die für die vorgesehene Verwendung des Vermehrungsgutes
            relevant sind.

        bb) Die Überlegenheit des in den Verkehr zu bringenden Vermehrungsguts ist
            auf der Grundlage der einzelnen Anbauwerte und - bei generativ
            erzeugtem Vermehrungsgut - des Kreuzungsplans zu ermitteln.

            cc)

            Das Prüfverfahren muss von der Landesstelle genehmigt sein, um
            sicherzustellen, dass das Prüfverfahren geeignet ist, um die
            Überlegenheit nach Buchstabe c festzustellen.

    c)  Auswertung

        Die Überlegenheit des Vermehrungsgutes ist im Verhältnis zu einer
        Vergleichspopulation für ein Merkmal oder eine Gruppe von Merkmalen
        anzugeben. Für jedes wichtige Merkmal ist festzustellen, ob die
        Überlegenheit des Vermehrungsgutes gegenüber der Vergleichspopulation
        gegeben ist.

3.  Anforderungen an Vergleichsprüfungen von Vermehrungsgut

    a)  Stichprobennahme

        Die Stichprobe des Vermehrungsgutes für Vergleichsprüfungen muss
        repräsentativ sein für das Vermehrungsgut von dem zur Zulassung
        vorgesehenen Ausgangsmaterial.

        Generativ erzeugtes Vermehrungsgut für Vergleichsprüfungen muss

        aa) in Jahren mit üppiger Blüte und gutem Frucht-/Samenansatz geerntet
            worden sein, künstliche Bestäubung ist zulässig;

        bb) mit Methoden geerntet worden sein, bei denen sichergestellt ist, dass
            die gewonnenen Stichproben repräsentativ sind.

    b)  Standards

        Die Leistungsfähigkeit der in Vergleichsprüfungen verwendeten
        Standards soll nach Möglichkeit bereits lange genug in dem
        Prüfungsgebiet bekannt sein. Die Standards sollen für Material
        repräsentativ sein, das sich bei Versuchsbeginn und unter den
        ökologischen Bedingungen, für das es zur Zulassung vorgeschlagen
        wurde, bereits als nützlich für die Forstwirtschaft erwiesen hat. Sie
        sollen nach Möglichkeit aus Beständen stammen, die nach den Kriterien
        des Kapitels I ausgewählt wurden.

        Für Vergleichsprüfungen künstlicher Hybriden müssen nach Möglichkeit
        beide Elternarten durch Standards vertreten sein.

        Nach Möglichkeit sind verschiedene Standards zu verwenden. Soweit
        möglich und gerechtfertigt, können Standards durch das am besten
        geeignete in der Prüfung vertretene Prüfglied oder einen Mittelwert
        der in der Prüfung vertretenen Prüfglieder ersetzt werden.

        Die gleichen Standards sollen in allen Prüfungen über eine möglichst
        breite Vielfalt von Standortbedingungen verwendet werden.

    c)  Auswertung

        Für mindestens ein wichtiges Merkmal ist eine statistisch signifikante
        Überlegenheit gegenüber den Standards nachzuweisen. Es ist eindeutig
        anzugeben, ob es wichtige Merkmale gibt, bei denen erheblich
        schlechtere Ergebnisse erzielt werden als im Falle der Standards; ihre
        Auswirkungen müssen durch vorteilhafte Merkmale ausgeglichen werden.

4.  Vorläufige Zulassung

    Eine vorläufige Zulassung für einen Zeitraum von höchstens zehn Jahren
    kann erteilt werden, wenn auf Grund von vorläufigen Ergebnissen der
    Vergleichsprüfung oder der Prüfung von Komponenten des
    Ausgangsmaterials zu erwarten steht, dass das betreffende
    Ausgangsmaterial nach Abschluss der Prüfungen die Voraussetzungen für
    die Zulassung unter der Kategorie "Geprüft" erfüllen wird.

5.  Frühtests

    Versuche in Baumschulen, Gewächshäusern und Laboratorien können als
    Grundlage für die vorläufige oder die endgültige Zulassung dienen,
    wenn nachgewiesen werden kann, dass zwischen dem untersuchten Merkmal
    und den Merkmalen, wie sie normalerweise in forstlichen Feldversuchen
    geprüft worden wären, ein enger Zusammenhang besteht. Die anderen zu
    prüfenden Merkmale müssen die Anforderungen nach Nummer 3 erfüllen.

(zu § 1 Abs. 2)

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