Source: https://www.gesetze-im-internet.de/schsv_1998/__9.html
Legislation: schsv_1998

Title: **Offshore-Servicefahrzeuge**

Description:
Schiffssicherheitsverordnung (SchSV 1998)
**Offshore-Servicefahrzeuge**

Paragraph: 9

Full Text:
Schiffssicherheitsverordnung (SchSV 1998)
**Offshore-Servicefahrzeuge**

1   Offshore-Servicefahrzeuge müssen so gebaut und instandgehalten werden,
    dass sie hinsichtlich des Schiffskörpers, der Maschinen, der Hebezeuge
    sowie der elektrischen und der Steuer-, Regel- und
    Überwachungseinrichtungen den Vorschriften einer anerkannten
    Organisation entsprechen.

2   Offshore-Servicefahrzeuge, die nach ihrer Bauart keine
    Hochgeschwindigkeitsfahrzeuge sind, müssen den Anforderungen des SPS-
    Code 2008 entsprechen, soweit nicht nachfolgend etwas anderes geregelt
    ist. Bei der Anwendung des SPS-Code 2008 sind die Personen des
    Offshore-Servicepersonals als Spezialpersonal zu betrachten.

2.1 Offshore-Servicefahrzeuge, die nach ihrer Bauart keine
    Hochgeschwindigkeitsfahrzeuge sind, unterliegen den Besichtigungen,
    die der SPS-Code 2008 vorgibt.

2.2 Für Offshore-Servicefahrzeuge, die den Anforderungen des SPS-Code 2008
    entsprechen müssen, kann die Berufsgenossenschaft abweichende
    Anforderungen festlegen, wenn diese ein vergleichbares
    Sicherheitsniveau gewährleisten und die Vorgaben des SPS-Code 2008
    aufgrund der Größe oder besonderer Konstruktionsmerkmale des
    Fahrzeuges nicht oder nur mit unverhältnismäßigem Aufwand umsetzbar
    sind.

3   Offshore-Servicefahrzeuge, die nach ihrer Bauart
    Hochgeschwindigkeitsfahrzeuge sind, müssen den Anforderungen für
    Frachtfahrzeuge des HSC-Code 2000 entsprechen, soweit nicht
    nachfolgend etwas anderes geregelt ist.

3.1 Offshore-Servicefahrzeuge, die nach ihrer Bauart
    Hochgeschwindigkeitsfahrzeuge sind, unterliegen den Besichtigungen wie
    sie der HSC-Code 2000 vorgibt. Für Fahrzeuge mit einer Länge von
    weniger als 24 m ist die Regel 1.5.1.3. des HSC-Code nicht anzuwenden

3.2 Zusätzlich zu den unter 3.1 beschriebenen Besichtigungen ist bei
    Fahrzeugen mit einer Länge von weniger als 24 m mindestens eine
    Zwischenbesichtigung zur Überprüfung der Sicherheitsausrüstung,
    Funkanlagen, sonstiger Geräte und Einrichtungen zwischen dem 2. und 3.
    Jahresdatum des Sicherheitszeugnisses durchzuführen.

3.3 Die Intaktstabilität muss den Intaktstabilitätsanforderungen des HSC-
    Code 2000 für Frachtfahrzeuge entsprechen. Bei der Berechnung der in
    Frage kommenden Beladungszustände sollte ein Gewicht von mindestens 90
    kg für jede an Bord befindliche Person berücksichtigt werden. Dieses
    Gewicht soll lediglich das Körpergewicht sowie die am Körper getragene
    Kleidung berücksichtigen. Gepäck und durch das Offshore-Personal
    mitgeführte Verbrauchsstoffe sind gesondert in den dafür an Bord
    vorgesehenen Räumen zu berücksichtigen.

3.4 Bei der Unterteilung und Leckstabilität von Offshore-Servicefahrzeugen
    mit einer Länge von 45 m und weniger können folgende Abweichungen
    angewendet werden:

3.4.1 Die Regel 2.6.7 des HSC-Code 2000 bezüglich der Ausdehnung von
    Seitenschäden ist nur im Fall des vorderen Drittels der Länge L
    anzuwenden. Die Ausdehnung des Schadens ist in diesem Bereich an jedem
    Punkt entlang des Fahrzeuges anzunehmen. In den hinteren zwei Dritteln
    der Länge L ist ein Schaden jeweils zwischen den wasserdichten
    Hauptquerschotten anzunehmen. Seine Ausdehnung ist hier vom Kiel bis
    zum Deck sowie von der Schiffsseite bis zur Mittschiffslinie zu
    berücksichtigen.

3.4.2 Die Regel 2.6.8.1.2 des HSC-Code 2000 über die Ausdehnung von
    Heckschäden ist nicht anzuwenden.

3.4.3 Die Regel 2.6.9 des HSC-Code 2000 bezüglich der Ausdehnung von
    Bodenschäden in durch Aufschlitzen verwundbaren Bereichen ist nur im
    Fall des vorderen Drittels der Länge L anzuwenden. Die Ausdehnung des
    Schadens ist in diesem Bereich an jedem Punkt entlang des Fahrzeuges
    anzunehmen. In den hinteren zwei Dritteln der Länge L ist der Schaden
    nach 2.6.9 des HSC-Code 2000 nicht anzunehmen.

3.4.4 Die Regel 2.6.10 des HSC-Code 2000 bezüglich der Ausdehnung von
    Bodenschäden in durch Aufschlitzen nicht verwundbaren Bereichen ist
    nur im Fall des vorderen Drittels der Länge L anzuwenden. Die
    Ausdehnung des Schadens ist in diesem Bereich nach den Vorgaben der
    Regel 2.6.10.2 des HSC-Code 2000 zu berechnen und anzunehmen. In den
    hinteren zwei Dritteln der Länge L ist der Schaden nach Regel 2.6.10
    des HSC-Code 2000 nicht anzunehmen.

3.4.5 Die Regel 2.6.11 des HSC-Code 2000 bezüglich der Ermittlung
    gleichzeitiger Beschädigungen mehrerer Rümpfe durch ein 7 m breites
    Hindernis ist, nach Maßgabe der Schadensannahmen zu den Regeln 2.6.9
    und 2.6.10 des HSC-Code 2000, nur im vorderen Drittel der Länge L
    anzuwenden.

3.5 Die Abschnitte C und D des Kapitels 7 des HSC-Code 2000 sind nicht
    anzuwenden. Es gilt
    Kapitel II-2                    Regel 17 des SOLAS-Übereinkommens.

3.6 Für die Ausrüstung mit Rettungsmitteln gilt:

    1.  Die Regeln 8.3.5.1, 8.7.4, 8.7.6, 8.7.7, 8.7.8, 8.7.9, 8.7.10, 8.7.11
        und 8.10 des HSC-Code 2000 sind für Fahrzeuge kleiner 30 m nicht
        anzuwenden.

    2.  Bei Fahrtantritt müssen für alle Besatzungsmitglieder, Offshore-
        Servicepersonal und Spezialpersonal an Bord Eintauchanzüge vorhanden
        sein.

    3.  Offene, beidseitig verwendbare Rettungsflöße nach Anlage 11 des HSC-
        Code 2000 dürfen nicht eingesetzt werden.

3.7 Die vorgeschriebene Ausrüstung in den Bereichen Brandschutz,
    Rettungsmittel, Verhütung der Meeresverschmutzung, Funk und Navigation
    muss nach der Richtlinie 2014/90/EU zugelassen sein, wenn nicht in den
    nachfolgenden Regeln etwas anderes bestimmt ist. Die vorgeschriebene
    Ausrüstung sowie freiwillige und zusätzliche Ausrüstung nach SOLAS
    Kapitel V Regel 18.7, die nicht der Richtlinie 2014/90/EU unterliegt,
    muss durch das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie oder eine
    andere benannte Stelle zugelassen sein.

3.8 Offshore-Servicefahrzeuge mit einer Länge von weniger als 30 m, die
    nach ihrer Bauart Hochgeschwindigkeitsfahrzeuge sind, sind befreit von
    der Ausrüstungspflicht mit einer Schallsignalempfangsanlage gemäß HSC
    Code 2000.

3.9 Wird ein Zeugnis für ein vorhandenes Offshore-Servicefahrzeug
    erneuert, das nach seiner Bauart ein Fahrgast-
    Hochgeschwindigkeitsfahrzeug ist, müssen die Anforderungen der Regel 3
    nicht erfüllt werden, soweit das Schiff den für das abgelaufene
    Zeugnis geltenden Vorschriften und technischen Regeln weiterhin
    entspricht. Dies gilt nicht, wenn seit dem Ablauf der Gültigkeit des
    letzten Zeugnisses mehr als ein Jahr vergangen ist.

4   Der Bereich, der beim Übersteigen von Offshore-Servicepersonal zum und
    vom Offshore-Bauwerk gegen dessen Bauteile gedrückt wird, muss so
    beschaffen und geschützt sein, dass die auftretenden Belastungen
    ertragen und Kontaktschäden vermieden werden. Es sind die
    Anforderungen der anerkannten Organisation einzuhalten, deren
    Überwachung das Schiff nach Regel 1 unterliegt.

5   Offshore-Servicepersonal muss eine Sicherheitsschulung entsprechend
    der einschlägigen Industriestandards absolviert haben und nach
    seearbeitsrechtlichen Vorschriften seediensttauglich sein.

**Kapitel 6**

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