Source: https://www.gesetze-im-internet.de/ezhdlfachwprv/__4.html
Legislation: ezhdlfachwprv

Title: § 4 Inhalt der Prüfung

Description:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Geprüfter Fachwirt für Vertrieb im Einzelhandel und Geprüfte Fachwirtin für Vertrieb im Einzelhandel (EzHdlFachwPrV)
§ 4 Inhalt der Prüfung

Paragraph: 4

Full Text:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Geprüfter Fachwirt für Vertrieb im Einzelhandel und Geprüfte Fachwirtin für Vertrieb im Einzelhandel (EzHdlFachwPrV)
§ 4 Inhalt der Prüfung

(1) Im Handlungsbereich „Kundenorientierung“ soll die Fähigkeit
nachgewiesen werden, dass Verkaufsprozesse kunden- und
erfolgsorientiert gestaltet werden können. In diesem Rahmen kann
Folgendes geprüft werden:

1.  Gestalten des Beratungsprozesses und Unterstützen der Mitarbeiter bei
    der Durchführung von Kundengesprächen,

2.  Durchführen und Auswerten von Kundengesprächen, -befragungen und
    -foren zur Sicherstellung und Optimierung von Qualitätsstandards,

3.  Entwickeln und Umsetzen von Maßnahmen der Kundenbindung und
    -gewinnung,

4.  Umsetzen serviceorientierter Konzepte,

5.  Umsetzen des Beschwerdemanagements und Durchführen eines effizienten
    Qualitätsmanagements.

(2) Im Handlungsbereich „Personalmanagement“ soll die Fähigkeit
nachgewiesen werden, dass personalwirtschaftliche Aufgaben im Vertrieb
systematisch und entscheidungsorientiert geplant, umgesetzt und
analysiert werden können. Dabei sollen unternehmenspolitische Vorgaben
und rechtliche Bestimmungen berücksichtigt werden. In diesem Rahmen
kann Folgendes geprüft werden:

1.  Durchführen der Personalbedarfs- und Personalkostenplanung,

2.  Anwenden von Konzepten des Personalmarketings, Mitwirken bei der
    Auswahl und Einstellung von Mitarbeitern und Auszubildenden,

3.  Planen und Durchführen der Berufsausbildung,

4.  Steuern des Personaleinsatzes,

5.  Bewerten und Einsetzen von Maßnahmen der Personalentwicklung und
    Personalbindung,

6.  Auswerten von Personalkennziffern.

(3) Im Handlungsbereich „Führung und Kommunikation“ soll die Fähigkeit
nachgewiesen werden, dass zielorientiert kommuniziert und Mitarbeiter
und Mitarbeiterinnen sowie Projektgruppen geführt werden können.
Weiter soll in Verhandlungen und in Konfliktfällen lösungsorientiert
agiert werden. Dabei sollen situationsangemessene Methoden der
Präsentation, Kommunikation und Motivationsförderung unter
Berücksichtigung der betrieblichen Rahmenbedingungen eingesetzt
werden. In diesem Rahmen kann Folgendes geprüft werden:

1.  Anwenden von Methoden des Zeit- und des Selbstmanagements,

2.  Einsetzen von Führungsinstrumenten und -methoden,

3.  Fördern der beruflichen Entwicklung und Weiterbildung von Mitarbeitern
    und Mitarbeiterinnen,

4.  Beurteilen von Mitarbeiterentwicklungspotenzialen sowie Vereinbaren
    von individuellen Entwicklungszielen und -maßnahmen,

5.  Unterstützen und Beurteilen von Lernprozessen der Mitarbeiter und
    Mitarbeiterinnen,

6.  Fördern der Teamentwicklung,

7.  Planen und Steuern von Arbeits- und Projektgruppen,

8.  Optimieren der Zusammenarbeit mit internen und externen Partnern,

9.  Einsetzen von Instrumenten zur Konfliktlösung,

10. Nutzen von Moderations- und Präsentationstechniken.

(4) Im Handlungsbereich „Marketing im Einzelhandel“ soll die Fähigkeit
nachgewiesen werden, dass Entwicklungen am Standort des
Einzelhandelsbetriebes analysiert und Marketingkonzepte gesteuert und
organisiert werden können. Zudem soll die Fähigkeit nachgewiesen
werden, dass unter Einsatz von Instrumenten des visuellen Marketings
Waren präsentiert und Geschäftsräume gestaltet werden können. Die
Maßnahmen sollen nachbereitet und bewertet sowie notwendige
Veränderungsprozesse eingeleitet werden. In diesem Rahmen kann
Folgendes geprüft werden:

1.  Analysieren und Bewerten der Entwicklung von Märkten und Zielgruppen
    sowie des Wettbewerbs und der Nachfrage,

2.  Ableiten von Marktstrategien unter Berücksichtigung von
    Kooperationsformen und Zusammenwirken der Marketinginstrumente,

3.  Entwickeln und Umsetzen von Maßnahmen des Standortmarketings,

4.  Optimieren und Pflegen des Sortiments,

5.  Analysieren und Steuern von Verkaufskonzepten, Umsetzen der
    Preispolitik,

6.  Planen, Umsetzen und Kontrollieren von Werbekonzepten,

7.  Entwickeln und Umsetzen von Konzepten der Verkaufsförderung unter
    Berücksichtigung von Visual Merchandising,

8.  Kooperieren und Kommunizieren mit internen und externen Partnern des
    Marketings,

9.  Umsetzen von E-Commerce-Konzepten und Kundenbindungsprogrammen,

10. Umsetzen standortbezogener Öffentlichkeitsarbeit.

(5) Im Handlungsbereich „Vertriebssteuerung“ soll gezeigt werden, dass
Geschäftsprozesse gesteuert und optimiert sowie aus vertriebsbezogenen
Statistiken und Kennziffern Schlussfolgerungen für die
Weiterentwicklung der Verkaufsprozesse gezogen werden können. Dabei
sollen insbesondere wettbewerbsrechtliche Bestimmungen und
Auswirkungen volkswirtschaftlicher Entwicklungen sowie des regionalen
Strukturwandels beachtet werden. Es sollen Maßnahmen zur Sicherung der
Wettbewerbsfähigkeit entwickelt werden. In diesem Rahmen kann
Folgendes geprüft werden:

1.  Planen von Umsatz, Erträgen und Kosten unter Berücksichtigung von
    Markt- und Preisentwicklungen, Vertriebskennziffern und Veränderungen
    im Kaufverhalten von Kunden sowie in der Kundenstruktur,

2.  Analysieren der warenwirtschaftlichen Daten und der
    Sortimentsentwicklung, Steuern der Bestände und Ableiten von
    Maßnahmen,

3.  Steuern und Organisieren der Warenlogistik und betrieblichen
    Lagerwirtschaft,

4.  Auswerten der Kosten- und Leistungsrechnung und Entwickeln von
    Verbesserungsvorschlägen,

5.  Einsetzen von betrieblichen Steuerungsinstrumenten zur
    Qualitätssicherung.

Collections: bundestag_gesetze
EzHdlFachwPrV
Level: 2.0