Source: https://www.gesetze-im-internet.de/uhrmausbv_2001/__8.html
Legislation: uhrmausbv_2001

Title: § 8 Abschlussprüfung/Gesellenprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Uhrmacher/zur Uhrmacherin (UhrmAusbV 2001)
§ 8 Abschlussprüfung/Gesellenprüfung

Paragraph: 8

Full Text:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Uhrmacher/zur Uhrmacherin (UhrmAusbV 2001)
§ 8 Abschlussprüfung/Gesellenprüfung

(1) Die Abschlussprüfung/Gesellenprüfung erstreckt sich auf die in der
Anlage aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Der Prüfling soll im Teil A der Prüfung in insgesamt höchstens 20
Stunden eine Arbeitsaufgabe, die einem Kundenauftrag entspricht,
durchführen und dokumentieren sowie während dieser Zeit in insgesamt
höchstens 30 Minuten darüber ein Fachgespräch führen. Diese
Arbeitsaufgabe kann aus mehreren Teilen bestehen. Hierfür kommt
insbesondere in Betracht:
Anfertigen und Prüfen einer funktionsfähigen uhrentechnischen
Baugruppe oder eines Bauteils sowie Instandhalten einer mechanischen
und einer elektronischen Kleinuhr unter Verwendung unterschiedlicher
Werkstoffe einschließlich Arbeitsplanung. Die Durchführung der
Arbeitsaufgabe wird mit praxisbezogenen Unterlagen dokumentiert. Dabei
soll der Prüfling zeigen, dass er Arbeitsabläufe und Teilaufgaben
zielorientiert unter Beachtung wirtschaftlicher, technischer,
organisatorischer und zeitlicher Vorgaben selbständig planen und
umsetzen, Material disponieren, Fügetechniken anwenden, Baugruppen
montieren und einstellen, Fehler und Störungen in mechanischen und
elektrischen Systemen feststellen, eingrenzen und beheben sowie unter
Nutzung von Standardsoftware Prüfprotokolle und andere technische
Kommunikationsunterlagen erstellen kann. Durch das Fachgespräch soll
der Prüfling zeigen, dass er fachbezogene Probleme und deren Lösungen
darstellen, die für die Arbeitsaufgabe relevanten fachlichen
Hintergründe aufzeigen sowie die Vorgehensweise bei der Durchführung
begründen kann. Das Ergebnis der Bearbeitung der Arbeitsaufgabe ist
mit 65 Prozent und das Fachgespräch mit 35 Prozent zu gewichten.

(3) Teil B der Prüfung besteht aus den Prüfungsbereichen Uhrentechnik,
Service und Instandhaltung sowie Wirtschafts- und Sozialkunde. In den
Prüfungsbereichen Uhrentechnik sowie Service und Instandhaltung sind
insbesondere durch Verknüpfung informationstechnischer,
technologischer und mathematischer Sachverhalte fachliche Probleme zu
analysieren, zu bewerten und geeignete Lösungswege schriftlich und
zeichnerisch darzustellen.

1.  Für den Prüfungsbereich Uhrentechnik kommt insbesondere in Betracht:

    Beschreiben der Vorgehensweise bei der Herstellung, Justierung und
    Prüfung von Werkteilen, Rädern und Trieben, Schlagwerkteilen, Teilen
    der Aufzug- und der Zeigerstellmechanik und von Hemmungen und deren
    Einzelteilen; Erstellen von Planungsunterlagen, Planen und Steuern von
    Arbeitsabläufen unter Berücksichtigung des Qualitätsmanagements. Dabei
    soll der Prüfling zeigen, dass er die Arbeitssicherheits- und
    Umweltschutzbestimmungen berücksichtigen, die Verwendung von Werk- und
    Hilfsstoffen planen sowie Werkzeuge, Maschinen und Verfahren zuordnen
    kann. Des Weiteren soll der Prüfling zeigen, dass er Problemanalysen
    durchführen, die für die Herstellung und Montage erforderlichen
    Komponenten, Werkzeuge und Hilfsmittel unter Beachtung von technischen
    Regeln auswählen sowie entsprechende Pläne erstellen und anpassen und
    die notwendigen Arbeitsschritte planen kann.

2.  Für den Prüfungsbereich Service und Instandhaltung kommt insbesondere
    in Betracht:

    Beschreiben der Vorgehensweise bei der Instandhaltung, Ermittlung und
    Eingrenzung von Fehlern, Störungen und Schäden und deren Beseitigung
    sowie Planen von Arbeitsabläufen und Serviceleistungen. Dabei soll der
    Prüfling zeigen, dass er Maßnahmen zur Instandhaltung und
    Inbetriebnahme unter Berücksichtigung betrieblicher Abläufe,
    Arbeitssicherheits-, Gesundheitsschutz- und Umweltschutzbestimmungen
    planen, Unterlagen auswerten sowie funktionale Zusammenhänge von
    unterschiedlichen Bauteilen und Baugruppen ermitteln, darstellen und
    zuordnen kann.

3.  Für den Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde kommen Aufgaben,
    die sich auf praxisbezogene Fälle beziehen sollen, insbesondere aus
    folgenden Gebieten in Betracht:

    allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der
    Berufs- und Arbeitswelt.

(4) Für den prüfungsteil B der Prüfung ist von folgenden zeitlichen
Höchstwerten auszugehen:

*    *   1.

    *   im Prüfungsbereich Uhrentechnik

    *   200 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsbereich Service und Instandhaltung

    *   100 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Der Prüfungsteil B ist auf Antrag des Prüflings oder nach Ermessen
des Prüfungsausschusses in einzelnen Prüfungsbereichen durch eine
mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen der Prüfung
den Ausschlag geben kann. Bei der Ermittlung der Ergebnisse für die
mündlich geprüften Prüfungsbereiche sind die jeweiligen bisherigen
Ergebnisse und die entsprechenden Ergebnisse der mündlichen
Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2:1 zu gewichten.

(6) Innerhalb des Prüfungsteils B der Prüfung sind die
Prüfungsbereiche wie folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich Uhrentechnik

    *   50 Prozent,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich Service und Instandhaltung

    *   30 Prozent,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   20 Prozent.

(7) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils in den Prüfungsteilen A
und B der Prüfung mindestens ausreichende Leistungen erbracht sind.
Werden die Prüfungsleistungen in der Arbeitsaufgabe einschließlich
Dokumentation, im Fachgespräch oder in einem der drei Prüfungsbereiche
mit ungenügend bewertet, so ist die Prüfung nicht bestanden.

Collections: bundestag_gesetze
UhrmAusbV-2001
Level: 2.0