Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bimschv_39/__36.html
Legislation: bimschv_39

Title: Anlage 17 Datenqualitätsziele und Anforderungen an Modelle zur Bestimmung der Werte für Arsen, Kadmium, Nickel und Benzo[a]pyren

Description:
Neununddreißigste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchV 39)
Teil 8 - Gemeinsame Vorschriften
Anlage 17 Datenqualitätsziele und Anforderungen an Modelle zur Bestimmung der Werte für Arsen, Kadmium, Nickel und Benzo[a]pyren

Paragraph: 36

Full Text:
Neununddreißigste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchV 39)
Teil 8 - Gemeinsame Vorschriften
Anlage 17 Datenqualitätsziele und Anforderungen an Modelle zur Bestimmung der Werte für Arsen, Kadmium, Nickel und Benzo[a]pyren

(Fundstelle: BGBl. I 2010, 1101 - 1102)

**A.** **Datenqualitätsziele**

    Folgende Datenqualitätsziele können als Leitfaden für die
    Qualitätssicherung dienen:

    *        *
        *   Benzo[
            a                             ]pyren

        *   Arsen,
            Kadmium
            und Nickel

        *   Polyzyklische aromatische
            Kohlenwasserstoffe
            außer Benzo[
            a                             ]pyren,
            gesamtes gasförmiges
            Quecksilber

        *   Gesamt-
            ablagerung

    *        *   – Unsicherheit

        *
        *
        *
        *

    *        *
        *   Ortsfeste und
            orientierende Messungen

        *   50 %

        *   40 %

        *   50 %

        *   70 %

    *        *
        *   Modellierung

        *   60 %

        *   60 %

        *   60 %

        *   60 %

    *        *   – Mindestdatenerfassung

        *   90 %

        *   90 %

        *   90 %

        *   90 %

    *        *   – Mindestzeiterfassung

        *
        *
        *
        *

    *        *
        *[^F795697_04_BJNR106510010BJNE005401116]
   Ortsfeste Messungen

        *   33 %

        *   50 %

        *
        *

    *        *
        *   Orientierende Messungen\*
[^F795697_05_BJNR106510010BJNE005401116]
            ,

        *   14 %

        *   14 %

        *   14 %

        *   33 %

    Die (auf der Grundlage eines Vertrauensbereichs von 95 Prozent
    ausgedrückte) Unsicherheit der bei der Beurteilung der
    Immissionskonzentrationen verwendeten Methoden wird gemäß folgender
    Maßgaben errechnet:

    1.  den Prinzipien des CEN-Leitfadens für die Messunsicherheit (ENV
        13005:1999),

    2.[^f774264_22_BJNR106510010BJNE005401116]
  den ISO 5725:1994-Verfahren
        und

    3.  den Hinweisen des CEN-Berichts über Luftqualität – Ansatz für die
        Einschätzung des Unsicherheitsgrads bei Referenzmethoden zur Messung
        der Luftqualität (CR 14377:2002 E).

    Die Prozentsätze für die Unsicherheit werden für einzelne Messungen
    angegeben, die über typische Probenahmezeiten hinweg gemittelt werden,
    und zwar für einen Vertrauensbereich von 95 Prozent. Die Unsicherheit
    der Messungen gilt für den Bereich des entsprechenden Zielwerts.
    Ortsfeste und orientierende Messungen müssen gleichmäßig über das Jahr
    verteilt werden, um zu vermeiden, dass die Ergebnisse verfälscht
    werden.

    Die Anforderungen an Mindestdatenerfassung und Mindestzeiterfassung
    berücksichtigen nicht den Verlust von Daten auf Grund einer
    regelmäßigen Kalibrierung oder der normalen Wartung der Instrumente.
    Eine 24-stündige Probenahme ist bei der Messung von Benzo[
    a                   ]pyren und anderen polyzyklischen aromatischen
    Kohlenwasserstoffen erforderlich. Einzelproben, die während eines
    Zeitraums von bis zu einem Monat genommen werden, können mit der
    gebotenen Vorsicht als Sammelprobe zusammengefasst und analysiert
    werden, vorausgesetzt, die angewandte Methode gewährleistet stabile
    Proben für diesen Zeitraum. Die drei verwandten Stoffe Benzo-[
    b                   ]fluoranthen, Benzo[
    j                   ]fluoranthen und Benzo[
    k                   ]fluoranthen lassen sich nur schwer analytisch
    trennen. In diesen Fällen können sie als Summe gemeldet werden. Die
    Probenahmen müssen gleichmäßig über die Wochentage und das Jahr
    verteilt sein. Für die Messung der Ablagerungsraten werden über das
    Jahr verteilte monatliche oder wöchentliche Proben empfohlen. Die
    Vorschriften für Einzelproben gemäß den vorhergehenden sieben Sätzen
    gelten auch für Arsen, Kadmium, Nickel und das gesamte gasförmige
    Quecksilber. Die Entnahme von Teilproben aus PM
    10                   -Filtern zur anschließenden Untersuchung auf
    Metalle ist zulässig, sofern erwiesen ist, dass die Teilprobe für die
    Gesamtprobe repräsentativ ist und die Nachweiseffizienz beim Abgleich
    mit den relevanten Datenqualitätszielen nicht beeinträchtigt wird. In
    Abweichung zur 24-stündigen Probenahme zur Untersuchung des
    Metallgehalts von PM
    10                    nach der DIN EN 12341:2014, Ausgabe August 2014,
    und den Bestimmungen zur Messdauer nach Abschnitt 9.3 der DIN EN
    15852:2010, Ausgabe November 2010, ist eine wöchentliche Probenahme
    zulässig, sofern die Erfassungseigenschaften dadurch nicht
    beeinträchtigt werden.

    Die zuständigen Behörden dürfen anstelle einer „bulk-Probenahme“ nur
    dann eine „wet-only-Probenahme“ verwenden, wenn sie nachweisen können,
    dass der Unterschied zwischen diesen nicht mehr als 10 Prozent
    ausmacht. Die Ablagerungsraten sollten generell in Mikrogramm pro
    Quadratmeter (*                   g/m
    2                   ) pro Tag angegeben werden.

    Die zuständigen Behörden können die Mindestzeiterfassung der in der
    Tabelle angegebenen Werte unterschreiten, jedoch nicht weniger als 14
    Prozent bei ortsfesten Messungen und 6 Prozent bei orientierenden
    Messungen, sofern sie nachweisen können, dass die Unsicherheit bei
    einem Vertrauensbereich von 95 Prozent für den Jahresdurchschnitt,
    berechnet auf der Grundlage der Datenqualitätsziele in der Tabelle
    gemäß ISO 11222:2002 – „Ermittlung der Unsicherheit von zeitlichen
    Mittelwerten von Luftbeschaffenheitsmessungen“ eingehalten wird.

**B.** **Anforderungen an Modelle zur Beurteilung der Luftqualität**

    Werden Modelle zur Beurteilung der Luftqualität verwendet, sind
    Hinweise auf Beschreibungen des Modells und Informationen über die
    Unsicherheit zusammenzustellen. Die Unsicherheit von Modellen wird als
    die maximale Abweichung der gemessenen und berechneten Werte über ein
    ganzes Jahr definiert, wobei der genaue Zeitpunkt des Auftretens
    dieser Abweichungen nicht berücksichtigt wird.

**C.** **Anforderungen an objektive Schätzungstechniken**

    Werden objektive Schätzungstechniken verwendet, so darf die
    Unsicherheit 100 Prozent nicht überschreiten.

**D.** **Standardbedingungen**

    Für Stoffe, die in der PM
    10                   -Fraktion zu analysieren sind, bezieht sich das
    Probenahmevolumen auf die Umgebungsbedingungen.

    Amtliche Anmerkung: Über das Jahr verteilt, um unterschiedlichen
    klimatischen und durch menschliche Aktivitäten bedingten Verhältnissen
    Rechnung zu tragen.
[^F795697_04_BJNR106510010BJNE005401116]:     Orientierende Messungen sind Messungen, die weniger häufig vorgenommen
    werden, jedoch die anderen Datenqualitätsziele erfüllen.
[^F795697_05_BJNR106510010BJNE005401116]: [^f774264_22_BJNR106510010BJNE005401116]:     *DIN ISO 5725-1:*              Genauigkeit (Richtigkeit und Präzision)
    von Messverfahren und Messergebnissen — Teil 1: Allgemeine Grundlagen
    und Begriffe; Ausgabedatum: 11.1997  *DIN ISO 5725-1: Berichtigung*
    1 Berichtigungen zu DIN ISO 5725-1: 1997-11 Ausgabedatum: 09.1998
    *DIN ISO 5725-2:*              Genauigkeit (Richtigkeit und Präzision)
    von Messverfahren und Messergebnissen — Teil 2: Grundlegende Methode
    für Ermittlung der Wiederhol- und Vergleichpräzision eines
    vereinheitlichten Messverfahrens, Ausgabedatum: 12.2002  *DIN ISO
    5725-3:*              Genauigkeit (Richtigkeit und Präzision) von
    Messverfahren und Messergebnissen — Teil 3: Präzisionsmaße eines
    vereinheitlichten Messverfahrens unter Zwischenbedingungen;
    Ausgabedatum: 02.2003  *DIN ISO 5725-4:*              Genauigkeit
    (Richtigkeit und Präzision) von Messverfahren und Messergebnissen —
    Teil 4: Grundlegende Methoden für die Ermittlung der Richtigkeit eines
    vereinheitlichten Messverfahrens; Ausgabedatum: 01.2003  *DIN ISO
    5725-5:*              Genauigkeit (Richtigkeit und Präzision) von
    Messverfahren und Messergebnissen — Teil 5: Alternative Methoden für
    die Ermittlung der Präzision eines vereinheitlichten Messverfahrens;
    Ausgabedatum: 11.2002  *DIN ISO 5725-5 Berichtigung 1:*
    Genauigkeit (Richtigkeit und Präzision) von Messverfahren und
    Messergebnissen — Teil 5: Alternative Methoden für die Ermittlung der
    Präzision eines vereinheitlichten Messverfahrens (ISO 5725-5:1998),
    Berichtigungen zu DIN ISO 5725-5: 2002-11 (ISO 5725-5:1998/Cor.
    1:2005); Ausgabedatum: 04.2006  *DIN ISO 5725-6:*
    Genauigkeit (Richtigkeit und Präzision) von Messverfahren und
    Messergebnissen — Teil 6: Anwendung von Genauigkeitswerten in der
    Praxis; Ausgabedatum: 08.2002

(zu § 20)

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BImSchV-39
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