Source: https://www.gesetze-im-internet.de/raumaausbv_2004/__9.html
Legislation: raumaausbv_2004

Title: § 9 Gesellenprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Raumausstatter/zur Raumausstatterin (RaumAAusbV 2004)
§ 9 Gesellenprüfung

Paragraph: 9

Full Text:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Raumausstatter/zur Raumausstatterin (RaumAAusbV 2004)
§ 9 Gesellenprüfung

(1) Die Gesellenprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage
aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Der Prüfling soll im Teil A der Prüfung in insgesamt höchstens 35
Stunden eine Arbeitsaufgabe, die einem Kundenauftrag entspricht,
durchführen und dokumentieren sowie während dieser Zeit in insgesamt
höchstens 30 Minuten ein Fachgespräch führen. Das Fachgespräch kann
aus mehreren Gesprächsphasen bestehen. Als Arbeitsaufgabe kommt
insbesondere das Gestalten und Herstellen einer Raumsituation unter
Berücksichtigung von Polsterarbeiten, Dekorationsarbeiten, Wand- und
Bodenbelagsarbeiten in Betracht. Dabei ist der Schwerpunkt der
Ausbildung besonders zu berücksichtigen. Durch die Durchführung der
Arbeitsaufgabe und deren Dokumentation soll der Prüfling zeigen, dass
er Arbeitsabläufe unter Beachtung wirtschaftlicher, technischer und
organisatorischer Vorgaben selbständig und kundenorientiert planen und
durchführen, dabei den Zusammenhang zwischen Gestaltung, Konstruktion
sowie Verarbeitung und den Einsatz unterschiedlicher Werk- und
Hilfsstoffe erkennen, Arbeitsergebnisse kontrollieren, beurteilen und
Arbeitsabläufe dokumentieren sowie Maßnahmen zur Sicherheit und zum
Gesundheitsschutz sowie zum Umweltschutz ergreifen kann. Durch das
Fachgespräch soll der Prüfling zeigen, dass er Kundenaufträge und
Reklamationen annehmen, fachbezogene Probleme und deren Lösungen
darstellen, die für die Arbeitsaufgabe relevanten fachlichen
Hintergründe aufzeigen sowie die Vorgehensweise bei der Ausführung der
Arbeitsaufgabe begründen kann. Die Durchführung der Arbeitsaufgabe
einschließlich der Dokumentation ist mit 75 Prozent und das
Fachgespräch mit 25 Prozent zu gewichten.

(3) Teil B besteht aus den Prüfungsbereichen Arbeitsplanung und
Gestaltung, Fertigung und Montage sowie Wirtschafts- und Sozialkunde.
Es kommen praxisbezogene Aufgaben insbesondere aus folgenden Gebieten
in Betracht:

1.  im Prüfungsbereich Arbeitsplanung und Gestaltung:

    Beschreiben der Vorgehensweise zur Vorbereitung von Arbeitsabläufen
    sowie zur Gestaltung von Räumen.

    Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er Arbeitsabläufe planen und
    sicherstellen, Gestaltungs- und Stilmerkmale sowie Farb- und
    Formgebung berücksichtigen, die für die Herstellung erforderlichen
    Materialien, Werkzeuge und Hilfsmittel unter Beachtung von Vorgaben
    und technischen Regeln auswählen und zuordnen kann;

2.  im Prüfungsbereich Fertigung und Montage:

    Beschreiben der Vorgehensweise beim Herstellen von Raumsituationen
    unter Berücksichtigung manueller und maschineller
    Bearbeitungstechniken.

    Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er Arbeitsabläufe unter
    Berücksichtigung wirtschaftlicher, technischer und organisatorischer
    Vorgaben selbständig und kundenorientiert durchführen,
    Arbeitszusammenhänge erkennen, Arbeitsergebnisse kontrollieren und
    dokumentieren sowie Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz
    bei der Arbeit sowie zum Umweltschutz durchführen kann;

3.  im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde:

    Allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge aus der
    Berufs- und Arbeitswelt.

(4) Für den Prüfungsteil B ist von folgenden zeitlichen Höchstwerten
auszugehen:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich Arbeitsplanung und Gestaltung

    *   120 Minuten,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich Fertigung und Montage

    *   120 Minuten,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Innerhalb des Prüfungsteils B sind die Prüfungsbereiche wie folgt
zu gewichten:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich Arbeitsplanung und Gestaltung

    *   40 Prozent,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich Fertigung und Montage

    *   40 Prozent,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   20 Prozent.

(6) Prüfungsteil B ist auf Antrag des Prüflings oder nach Ermessen des
Prüfungsausschusses in einzelnen Prüfungsbereichen durch eine
mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen der Prüfung
den Ausschlag geben kann. Bei der Ermittlung des Ergebnisses für die
mündlich geprüften Prüfungsbereiche sind das bisherige Ergebnis und
das Ergebnis der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2 : 1 zu
gewichten.

(7) Die Prüfung ist bestanden, wenn im Prüfungsteil A und im
Prüfungsteil B jeweils mindestens ausreichende Leistungen erbracht
wurden. In zwei der Prüfungsbereiche des Prüfungsteils B müssen
mindestens ausreichende Leistungen, in dem dritten Prüfungsbereich
dürfen keine ungenügenden Leistungen erbracht worden sein.

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RaumAAusbV-2004
Level: 2.0