Source: https://www.gesetze-im-internet.de/pmmprv/__6.html
Legislation: pmmprv

Title: § 6 Prüfungsteil "Mitarbeiterführung und Personalmanagement"

Description:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluss Geprüfter Prozessmanager - Mikrotechnologie und Geprüfte Prozessmanagerin - Mikrotechnologie (Certified Process Manager - Microtechnology) (PMMPrV)
§ 6 Prüfungsteil "Mitarbeiterführung und Personalmanagement"

Paragraph: 6

Full Text:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluss Geprüfter Prozessmanager - Mikrotechnologie und Geprüfte Prozessmanagerin - Mikrotechnologie (Certified Process Manager - Microtechnology) (PMMPrV)
§ 6 Prüfungsteil "Mitarbeiterführung und Personalmanagement"

(1) Im Prüfungsteil "Mitarbeiterführung und Personalmanagement" sind
durch die Bearbeitung der Situationsaufgaben folgende Befähigungen
nachzuweisen:

1.  im Qualifikationsschwerpunkt "Personalplanung und -auswahl" soll die
    Fähigkeit nachgewiesen werden, den Personalbedarf ermitteln und den
    Personaleinsatz entsprechend den betrieblichen Anforderungen
    sicherstellen zu können; in diesem Rahmen können geprüft werden:

    a)  Ermitteln und Bestimmen des qualitativen und quantitativen
        Personalbedarfs unter Berücksichtigung technischer und
        organisatorischer Veränderungen; Erstellen von Anforderungsprofilen,

    b)  Planen der Personalgewinnung durch Aus- und Fortbildung und durch
        Rekrutierung von Fachkräften am Arbeitsmarkt,

    c)  Vorbereiten und Durchführen von Personalauswahlgesprächen,

    d)  Auswählen und Einstellen von Mitarbeitern, einschließlich
        Auszubildenden,

    e)  Gestalten von Arbeits- und Ausbildungsverträgen;

2.  im Qualifikationsschwerpunkt "Mitarbeiter- und Teamführung" soll die
    Fähigkeit nachgewiesen werden, Personalmaßnahmen durchzuführen,
    Mitarbeiter sowie Teams zu führen, deren Entwicklung zu fördern, zu
    motivieren und einzusetzen; in diesem Rahmen können geprüft werden:

    a)  Beurteilen von Mitarbeitern, einschließlich Auszubildenden,

    b)  Anwenden von Führungsmethoden und -techniken,

    c)  Motivieren der Mitarbeiter zur Bewältigung betrieblicher Aufgaben,

    d)  Beurteilen und Fördern der beruflichen Entwicklung des Einzelnen unter
        Beachtung des bisherigen Berufsweges und unter Berücksichtigung
        persönlicher und sozialer Gegebenheiten,

    e)  Anwenden von Methoden zur Lösung betrieblicher Konflikte,
        Berücksichtigen kultureller Unterschiede,

    f)  Führen von Teams, insbesondere

        aa) gemeinsames Entwickeln von Zielen, Festlegen von Handlungsspielräumen
            und Ergreifen von Aktivitäten bei Zielabweichung,

        bb) Beurteilen von Einflüssen der Gruppenstruktur auf das Gruppenverhalten
            und die Zusammenarbeit sowie Entwickeln und Umsetzen von Alternativen,

        cc) Erkennen von Teamkonflikten und Entwickeln von Lösungen im Sinne einer
            gemeinsamen Teameffizienz;

3.  im Qualifikationsschwerpunkt "Qualifizierung" soll die Fähigkeit
    nachgewiesen werden, Personalentwicklungspotentiale einzuschätzen,
    Personalentwicklungs- und Qualifizierungsziele festzulegen sowie
    Qualifizierungsaktivitäten durchzuführen; in diesem Rahmen können
    geprüft werden:

    a)  Ermitteln von kurz- und langfristigen Qualifizierungsbedarfen,

    b)  Mitwirken bei Qualifizierungsaktivitäten und Erstellen von
        Qualifizierungskonzepten,

    c)  Planen und Organisieren von Einarbeitung, Praktika, Aus- und
        Fortbildung, Auswählen der Qualifizierungsorte, Gewinnen und
        Fortbilden der Ausbilder,

    d)  Anwenden von Methoden der Unterweisung, der Begleitung und Beratung,

    e)  Zusammenarbeiten mit zuständigen Stellen, Bildungsträgern und
        Berufsschulen,

    f)  Vorbereiten der Mitarbeiter und Auszubildenden auf Prüfungen und den
        Erwerb von Qualifikationsnachweisen;

4.  im Qualifikationsschwerpunkt "Arbeitsrecht" soll die Fähigkeit
    nachgewiesen werden, bei personellen Einzelmaßnahmen, Veränderungen
    der Arbeitsorganisation und des Einsatzes von Personal, insbesondere
    arbeitsrechtliche und sozialrechtliche Bestimmungen,
    Beteiligungsrechte der Mitarbeitervertretungen und betriebliche
    Erfordernisse berücksichtigen zu können; in diesem Rahmen können
    geprüft werden:

    a)  Anwenden des Betriebsverfassungsgesetzes, des Berufsbildungsgesetzes
        und des Tarifrechts,

    b)  Berücksichtigen von Arbeitsschutzbestimmungen und
        Arbeitszeitordnungen,

    c)  Berücksichtigen von Rechtsbestimmungen beim Personaleinsatz von
        Fremdfirmen, insbesondere des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes,

    d)  Anwenden von Vorschriften des Sozialversicherungs- und
        Schwerbehindertenrechts,

    e)  Beenden von Arbeits- und Ausbildungsverhältnissen, Erstellen von
        Zeugnissen.

(2) Es sind zwei Situationsaufgaben schriftlich zu bearbeiten sowie
eine praktische Demonstration (Rollenspiel) nach Absatz 4
vorzubereiten und durchzuführen. Die Situationsaufgaben sind so zu
gestalten, dass jeder Qualifikationsschwerpunkt mindestens einmal
thematisiert wird. Die Prüfungsdauer der Situationsaufgaben beträgt
jeweils mindestens 90 Minuten, insgesamt jedoch nicht mehr als 240
Minuten.

(3) Wurde in nicht mehr als einer der beiden Situationsaufgaben eine
mangelhafte Prüfungsleistung erbracht, ist eine mündliche
Ergänzungsprüfung anzubieten. Bei einer ungenügenden schriftlichen
Prüfungsleistung besteht diese Möglichkeit nicht. Die einzelne
Ergänzungsprüfung soll in der Regel nicht länger als 20 Minuten
dauern. Die Bewertung der schriftlichen Prüfungsleistung und die der
mündlichen Ergänzungsprüfung werden zu einer Note zusammengefasst.
Dabei wird die Bewertung der schriftlichen Prüfungsleistung doppelt
gewichtet.

(4) Die praktische Demonstration bezieht sich auf einen der folgenden
Anwendungsfälle:

1.  im Anwendungsfall "Vorbereiten und Durchführen eines
    Einstellungsgespräches" soll die Fähigkeit nachgewiesen werden, die
    Rahmenbedingungen für ein Gespräch gestalten, Bewerber beurteilen,
    Einsatz- und Entwicklungsperspektiven für den Bewerber aufzeigen und
    das Einstellungsgespräch zielgerichtet führen zu können,

2.  im Anwendungsfall "Vorbereiten und Durchführen eines
    Mitarbeitergespräches" soll die Fähigkeit nachgewiesen werden, die
    Rahmenbedingungen für ein Gespräch gestalten, Mitarbeiter beurteilen,
    Zielvereinbarungen treffen, Entwicklungsperspektiven für den
    Mitarbeiter aufzeigen, Kritik annehmen sowie das Gespräch
    zielgerichtet führen zu können,

3.  im Anwendungsfall "Vorbereiten und Durchführen einer
    Ausbildungseinheit" soll die Fähigkeit nachgewiesen werden,
    Ausbildungseinheiten auswählen und gestalten, Methoden der Anleitung
    und Medien auswählen und einsetzen, Lernprozesse gestalten, auf
    Lernschwierigkeiten reagieren sowie Lernerfolge sicherstellen zu
    können,

4.  im Anwendungsfall "Vorbereiten und Durchführen einer
    Mitarbeiterqualifizierung" soll die Fähigkeit nachgewiesen werden,
    Qualifizierungsthemen auswählen und gestalten, Methoden der Anleitung
    und Medien auswählen und einsetzen, Lernprozesse gestalten, auf
    Lernschwierigkeiten reagieren sowie Lernerfolge sicherstellen zu
    können.

Die zu prüfende Person wählt einen der Anwendungsfälle aus. Die
praktische Demonstration soll nicht länger als 30 Minuten dauern. Die
zu prüfende Person erhält Gelegenheit, sich mindestens 20 Minuten,
höchstens 30 Minuten vorzubereiten.

Collections: bundestag_gesetze
PMMPrV
Level: 2.0