Source: https://www.gesetze-im-internet.de/orthschmstrv/__2.html
Legislation: orthschmstrv

Title: § 2 Meisterprüfungsberufsbild

Description:
Verordnung über das Meisterprüfungsberufsbild und über die Prüfungsanforderungen in den Teilen I und II der Meisterprüfung im Orthopädieschuhmacher-Handwerk (OrthSchMstrV)
§ 2 Meisterprüfungsberufsbild

Paragraph: 2

Full Text:
Verordnung über das Meisterprüfungsberufsbild und über die Prüfungsanforderungen in den Teilen I und II der Meisterprüfung im Orthopädieschuhmacher-Handwerk (OrthSchMstrV)
§ 2 Meisterprüfungsberufsbild

(1) Durch die Meisterprüfung wird festgestellt, ob der Prüfling
befähigt ist,

1.  einen Betrieb selbständig zu führen,

2.  technische, kaufmännische und personalwirtschaftliche Leitungsaufgaben
    wahrzunehmen,

3.  die Ausbildung durchzuführen und

seine berufliche Handlungskompetenz eigenverantwortlich umzusetzen und
an neue Bedarfslagen in diesen Bereichen anzupassen.

(2) Im Orthopädieschuhmacher-Handwerk sind zum Zwecke der
Meisterprüfung folgende Fertigkeiten und Kenntnisse als ganzheitliche
Qualifikationen zu berücksichtigen:

1.  Kundenwünsche ermitteln, insbesondere unter Berücksichtigung
    ärztlicher Verordnungen, Kunden beraten, Serviceleistungen anbieten,
    Auftragsverhandlungen führen und Auftragsziele festlegen, Leistungen
    kalkulieren und Angebote erstellen, Verträge schließen,

2.  Aufgaben der technischen, kaufmännischen und personalwirtschaftlichen
    Betriebsführung wahrnehmen, insbesondere unter Berücksichtigung der
    Betriebsorganisation, der betrieblichen Aus- und Weiterbildung, des
    Qualitätsmanagements, der Haftungsvorschriften des
    Arbeitsschutzrechtes, des Datenschutzes, des Umweltschutzes sowie von
    Informations- und Kommunikationstechniken,

3.  Auftragsabwicklungsprozesse planen, organisieren, durchführen und
    überwachen,

4.  Aufträge durchführen, insbesondere unter Berücksichtigung der
    Wirkungsweisen von Heil- und Hilfsmitteln, der Biomechanik, von
    Abform- und Fertigungstechniken, berufsbezogener rechtlicher
    Vorschriften, technischer Normen und allgemein anerkannter Regeln der
    Technik, der Möglichkeiten des Einsatzes von Personal, Auszubildenden,
    Material und Geräten,

5.  Kenntnisse der Anatomie, Physiologie und Pathologie der Stütz- und
    Bewegungsorgane bei der orthopädieschuhtechnischen Versorgung
    anwenden,

6.  Arten und Eigenschaften zu be- und verarbeitender Werk- und
    Hilfsstoffe bei der Planung und Fertigung berücksichtigen,

7.  orthopädische Maßsysteme und Abformtechniken beherrschen, auch unter
    Einsatz elektronischer Messsysteme,

8.  orthopädische Hilfsmittel zur Versorgung von Fuß und Unterschenkel
    nach ärztlicher Verordnung, insbesondere Fußprothesen und
    Unterschenkelorthesen, anmessen, konstruieren und anfertigen,

9.  orthopädische Zurichtungen an Konfektionsschuhen anbringen,

10. vorgefertigte sowie konfektionierte Fuß-, Knöchel- und Knieorthesen
    anpassen und einstellen; Fuß- und Kniebandagen sowie medizinische
    Kompressionsstrümpfe und -strumpfhosen anmessen und anpassen,

11. fußpflegerische Maßnahmen ausführen,

12. Arbeitspläne, Skizzen und technische Zeichnungen, insbesondere Profil-
    und Konstruktionszeichnungen, auch unter Einsatz rechnergestützter
    Systeme, erstellen,

13. Logistikkonzepte für Betriebs- und Lagerausstattung entwickeln und
    umsetzen,

14. Werkzeuge, Geräte und Maschinen instand halten,

15. Fehlersuche durchführen, Maßnahmen zur Beseitigung von Fehlern
    beherrschen, Ergebnisse bewerten und dokumentieren,

16. Leistungen abnehmen und protokollieren, Nachkalkulation durchführen.

Collections: bundestag_gesetze
OrthSchMstrV
Level: 2.0