Source: https://www.gesetze-im-internet.de/kkg/__6.html
Legislation: kkg

Title: § 6 Beratung im medizinischen Kinderschutz

Description:
Gesetz zur Kooperation und Information im Kinderschutz (KKG)
§ 6 Beratung im medizinischen Kinderschutz

Paragraph: 6

Full Text:
Gesetz zur Kooperation und Information im Kinderschutz (KKG)
§ 6 Beratung im medizinischen Kinderschutz

(1) Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
stellt sicher, dass ein telefonisches Beratungsangebot im
medizinischen Kinderschutz insbesondere für

1.  Ärztinnen und Ärzte, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten,
    Zahnärztinnen und Zahnärzte, Hebammen und Entbindungspfleger sowie
    Angehörige eines anderen Heilberufes, der für die Berufsausübung oder
    die Führung der Berufsbezeichnung eine staatlich geregelte Ausbildung
    erfordert,

2.  Fachkräfte, die hauptberuflich oder nebenamtlich bei einem Träger der
    öffentlichen oder freien Jugendhilfe oder einem Träger oder
    Leistungserbringer der Eingliederungshilfe beschäftigt sind, und

3.  Familienrichterinnen und Familienrichter

bei Anhaltspunkten für die Gefährdung des Wohls eines Kindes oder
eines Jugendlichen bedarfsgerecht zur Verfügung steht.

(2) Das Beratungsangebot nach Absatz 1 ist unter einer entgeltfreien
Rufnummer erreichbar und umfasst eine kostenlose Erstberatung und
Information zu medizinischen Fragestellungen im Zusammenhang mit einer
Kindeswohlgefährdung, zu adäquaten Vorgehensweisen bei Anhaltspunkten
für eine Kindeswohlgefährdung sowie bei Bedarf zu geeigneten
Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern für eine weiterführende
Beratung. Die medizinische Beratung nach Satz 1 erfolgt vertraulich.

(3) Die Aufgaben nach Absatz 2 werden von insoweit erfahrenen
Ärztinnen und Ärzten aus den Bereichen Rechtsmedizin, Kinder- und
Jugendpsychiatrie und -psychotherapie und Kinder- und Jugendheilkunde
sowie von insoweit erfahrenen Psychotherapeutinnen und
Psychotherapeuten wahrgenommen.

(4) Personenbezogene Daten dürfen verarbeitet werden, soweit dies für
die in Absatz 2 genannten Zwecke erforderlich ist.

(5) Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
kann die Ausführung der ihm nach Absatz 1 obliegenden Aufgabe auch auf
eine andere geeignete öffentliche Einrichtung übertragen. Erfolgt eine
Übertragung nach Satz 1, nimmt das Bundesministerium für Familie,
Senioren, Frauen und Jugend die Fachaufsicht wahr.

(6) Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
oder eine andere geeignete öffentliche Einrichtung nach Absatz 5
evaluiert nach einem Jahr die Bedarfsgerechtigkeit des im Rahmen eines
Modellprojekts 24 Stunden täglich zur Verfügung gestellten
telefonischen Beratungsangebots. Die Wirkungen des telefonischen
Beratungsangebots insgesamt werden erstmals nach zwei Jahren, im
Folgenden alle vier Jahre evaluiert.

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KKG
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