Source: https://www.gesetze-im-internet.de/ergthaprv/__16b.html
Legislation: ergthaprv

Title: § 16b Anerkennungsregelungen für Ausbildungsnachweise aus einem Drittstaat

Description:
Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten (ErgThAPrV)
§ 16b Anerkennungsregelungen für Ausbildungsnachweise aus einem Drittstaat

Paragraph: 16b

Full Text:
Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten (ErgThAPrV)
§ 16b Anerkennungsregelungen für Ausbildungsnachweise aus einem Drittstaat

(1) Antragsteller, die eine Erlaubnis nach § 1 Absatz 1 des
Ergotherapeutengesetzes beantragen, haben einen Anpassungslehrgang
nach Absatz 2 zu absolvieren, der mit einer Prüfung über den Inhalt
des Anpassungslehrgangs abschließt, oder eine Kenntnisprüfung nach
Absatz 3 abzulegen, wenn sie über einen Ausbildungsnachweis verfügen,
der in einem Drittstaat erworben worden ist und ihre Ausbildung
wesentliche Unterschiede zu der deutschen Ausbildung aufweist, die von
der zuständigen Behörde im Rahmen der Prüfung ihres Antrags auf
Erteilung der Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung festgestellt
worden sind und nicht durch Kenntnisse und Fähigkeiten ausgeglichen
werden konnten, die die Antragsteller im Rahmen ihrer nachgewiesenen
Berufspraxis erworben haben. Satz 1 gilt entsprechend für Fälle, in
denen eine Prüfung der Gleichwertigkeit des Ausbildungsstandes auf
Grund der in § 2 Absatz 2 Satz 5 des Ergotherapeutengesetzes
vorliegenden Umstände nicht durchgeführt wird.

(2) Der Anpassungslehrgang dient zusammen mit dem Abschlussgespräch
der Feststellung, dass die Antragsteller über die zur Ausübung des
Berufs des Ergotherapeuten erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten
verfügen (Lehrgangsziel). Er wird entsprechend dem Lehrgangsziel in
Form von theoretischem und praktischem Unterricht, einer praktischen
Ausbildung mit theoretischer Unterweisung oder beidem an Einrichtungen
nach § 4 Absatz 1 des Ergotherapeutengesetzes oder an von der
zuständigen Behörde als vergleichbar anerkannten Einrichtungen
durchgeführt und schließt mit einer Prüfung über den Inhalt des
Anpassungslehrgangs ab. An der theoretischen Unterweisung sollen
Personen nach § 3 Absatz 1 Satz 2 Nummer 3 Buchstabe b in angemessenem
Umfang beteiligt werden. Die zuständige Behörde legt die Dauer und die
Inhalte des Anpassungslehrgangs so fest, dass das Lehrgangsziel
erreicht werden kann. Die erfolgreiche Ableistung des
Anpassungslehrgangs ist durch eine Bescheinigung nach dem Muster der
Anlage 5 nachzuweisen. Die Bescheinigung wird erteilt, wenn in der
Prüfung, die in Form eines Abschlussgesprächs durchgeführt wird,
festgestellt worden ist, dass die Antragsteller das Lehrgangsziel
erreicht haben. Das Abschlussgespräch wird von einem Fachprüfer nach §
3 Absatz 1 Satz 2 Nummer 3 gemeinsam mit der Person nach Satz 3, die
die Antragsteller während des Lehrgangs mit betreut hat, geführt und
soll nicht länger als 60 Minuten dauern. Ergibt sich in dem
Abschlussgespräch, dass die Antragsteller den Anpassungslehrgang nicht
erfolgreich abgeleistet haben, entscheidet der Fachprüfer nach § 3
Absatz 1 Satz 2 Nummer 3 im Benehmen mit der an dem Gespräch
teilnehmenden Person nach Satz 3 über eine angemessene Verlängerung
des Anpassungslehrgangs. Eine Verlängerung ist nur einmal zulässig.
Der Verlängerung folgt ein weiteres Abschlussgespräch. Kann auch nach
dem Ergebnis dieses Gesprächs die Bescheinigung nach Satz 5 nicht
erteilt werden, darf der Anpassungslehrgang nur einmal wiederholt
werden.

(3) Bei der Kenntnisprüfung haben die Antragsteller nachzuweisen, dass
sie über die zur Ausübung des Berufs des Ergotherapeuten
erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen. Die
Kenntnisprüfung umfasst jeweils einen mündlichen und praktischen Teil.
Sie ist erfolgreich abgeschlossen, wenn jeder der beiden Prüfungsteile
bestanden ist.

(4) Der mündliche Teil der Kenntnisprüfung erstreckt sich auf folgende
Fächer:

1.  Berufs- und Gesetzeskunde,

2.  Spezielle Krankheitslehre einschließlich diagnostischer,
    therapeutischer, präventiver und rehabilitativer Maßnahmen sowie
    psychosozialer Aspekte,

3.  Grundlagen der Ergotherapie.

Der mündliche Teil der Prüfung soll für den einzelnen Prüfling
mindestens 15 und nicht länger als 60 Minuten dauern. Er wird von zwei
Fachprüfern nach § 3 Absatz 1 Satz 2 Nummer 3 abgenommen und bewertet.
Der mündliche Teil der Kenntnisprüfung ist erfolgreich abgeschlossen,
wenn die Fachprüfer ihn in einer Gesamtbetrachtung übereinstimmend mit
„bestanden“ bewerten. Das Bestehen setzt mindestens voraus, dass die
Leistung des Prüflings trotz ihrer Mängel noch den Anforderungen
genügt. Kommen die Fachprüfer zu einer unterschiedlichen Bewertung,
entscheidet der Vorsitzende des Prüfungsausschusses nach Rücksprache
mit den Fachprüfern über das Bestehen. Der Vorsitzende des
Prüfungsausschusses muss zu diesem Zweck während der Prüfung anwesend
sein; ihm steht ein Fragerecht zu.

(5) Für den praktischen Teil der Kenntnisprüfung gilt § 16a Absatz 3
Satz 2 bis 11 entsprechend.

(6) Die Kenntnisprüfung soll mindestens zweimal jährlich angeboten
werden und darf im mündlichen Teil sowie jedem Bereich, der Gegenstand
der Prüfung war und nicht bestanden wurde, einmal wiederholt werden.

(7) Über die bestandene Kenntnisprüfung wird eine Bescheinigung nach
dem Muster der Anlage 6 erteilt.

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ErgThAPrV
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