Source: https://www.gesetze-im-internet.de/notsan-aprv/__22.html
Legislation: notsan-aprv

Title: § 22 Anerkennungsregelungen für Ausbildungsnachweise aus einem Drittstaat

Description:
Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter (NotSan-APrV)
Abschnitt 4 - Anpassungsmaßnahmen
§ 22 Anerkennungsregelungen für Ausbildungsnachweise aus einem Drittstaat

Paragraph: 22

Full Text:
Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter (NotSan-APrV)
Abschnitt 4 - Anpassungsmaßnahmen
§ 22 Anerkennungsregelungen für Ausbildungsnachweise aus einem Drittstaat

(1) Personen, die eine Erlaubnis nach § 1 Absatz 1 des
Notfallsanitätergesetzes beantragen, haben einen Anpassungslehrgang
nach Absatz 2 zu absolvieren, der mit einer Prüfung über den Inhalt
des Anpassungslehrgangs abschließt, oder eine Kenntnisprüfung nach
Absatz 3 abzulegen, wenn sie über einen Ausbildungsnachweis verfügen,
der in einem Drittstaat erworben worden ist und ihre Ausbildung
wesentliche Unterschiede zu der deutschen Ausbildung aufweist, die von
der zuständigen Behörde im Rahmen der Prüfung ihres Antrags auf
Erteilung der Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung festgestellt
worden sind und nicht durch Kenntnisse und Fertigkeiten ausgeglichen
werden konnten, die die antragstellenden Personen im Rahmen ihrer
nachgewiesenen Berufspraxis erworben haben. Satz 1 gilt entsprechend
für Fälle, in denen eine Prüfung der Gleichwertigkeit des
Ausbildungsstandes auf Grund der in § 2 Absatz 3 Satz 6 des
Notfallsanitätergesetzes vorliegenden Umstände nicht durchgeführt
wird.

(2) Der Anpassungslehrgang dient zusammen mit dem Abschlussgespräch
der Feststellung, dass die antragstellenden Personen über die zur
Ausübung des Berufs des Notfallsanitäters erforderlichen Kenntnisse
und Fertigkeiten verfügen (Lehrgangsziel). Er wird entsprechend dem
Lehrgangsziel in Form von theoretischem und praktischem Unterricht,
einer praktischen Ausbildung mit theoretischer Unterweisung oder
beidem an Einrichtungen nach § 5 Absatz 2 Satz 1 oder Satz 3 des
Notfallsanitätergesetzes oder an von der zuständigen Behörde als
vergleichbar anerkannten Einrichtungen durchgeführt und schließt mit
einer Prüfung über den Inhalt des Anpassungslehrgangs ab. An der
theoretischen Unterweisung sollen Personen nach § 5 Absatz 1 Satz 1
Nummer 3 in angemessenem Umfang beteiligt werden. Die zuständige
Behörde legt die Dauer und die Inhalte des Anpassungslehrgangs so
fest, dass das Lehrgangsziel erreicht werden kann. Die erfolgreiche
Ableistung des Anpassungslehrgangs ist durch eine Bescheinigung nach
dem Muster der Anlage 10 nachzuweisen. Die Bescheinigung wird erteilt,
wenn in der Prüfung, die in Form eines Abschlussgesprächs durchgeführt
wird, festgestellt worden ist, dass die antragstellenden Personen das
Lehrgangsziel erreicht haben. Das Abschlussgespräch wird von einer
Fachprüferin oder einem Fachprüfer nach § 5 Absatz 1 Satz 1 Nummer 3
Buchstabe b gemeinsam mit der Person nach Satz 3, die die
antragstellenden Personen während des Lehrgangs mit betreut hat,
geführt. Ergibt sich in dem Abschlussgespräch, dass die
antragstellenden Personen den Anpassungslehrgang nicht erfolgreich
abgeleistet haben, entscheidet die Fachprüferin oder der Fachprüfer
nach § 5 Absatz 1 Satz 1 Nummer 3 Buchstabe b im Benehmen mit der an
dem Gespräch teilnehmenden Person nach Satz 3 über eine angemessene
Verlängerung des Anpassungslehrgangs. Eine Verlängerung ist nur einmal
zulässig. Der Verlängerung folgt ein weiteres Abschlussgespräch. Kann
auch nach dem Ergebnis dieses Gesprächs die Bescheinigung nach Satz 5
nicht erteilt werden, darf der Anpassungslehrgang nur einmal
wiederholt werden.

(3) Bei der Kenntnisprüfung haben die antragstellenden Personen
nachzuweisen, dass sie über die zur Ausübung des Berufs des
Notfallsanitäters erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten verfügen.
Die Kenntnisprüfung umfasst jeweils einen mündlichen und praktischen
Teil. Sie ist erfolgreich abgeschlossen, wenn jeder der beiden
Prüfungsteile bestanden ist.

(4) Der mündliche Teil der Kenntnisprüfung erstreckt sich auf folgende
Themenbereiche:

1.  Kommunikation und Interaktion mit sowie Beratung von hilfesuchenden
    und hilfebedürftigen Menschen unter Berücksichtigung des jeweiligen
    Alters sowie soziologischer und psychologischer Aspekte,

2.  Abläufe im Rettungsdienst strukturieren und Maßnahmen in Algorithmen
    und Einsatzkonzepte integrieren und anwenden,

3.  Handeln im Rettungsdienst an Qualitätskriterien ausrichten, die an
    rechtlichen, wirtschaftlichen und ökologischen Rahmenbedingungen
    orientiert sind,

4.  bei der medizinischen Diagnostik und Therapie mitwirken,
    lebenserhaltende Maßnahmen und Maßnahmen zur Abwendung schwerer
    gesundheitlicher Schäden bis zum Eintreffen der Notärztin oder des
    Notarztes oder dem Beginn einer weiteren ärztlichen Versorgung
    durchführen.

Der mündliche Teil der Prüfung soll für den einzelnen Prüfling
mindestens 20 und höchstens 60 Minuten dauern. Er wird von zwei
Fachprüferinnen und Fachprüfern, von denen eine Person die
Voraussetzungen des § 5 Absatz 1 Satz 1 Nummer 3 Buchstabe b erfüllen
muss, abgenommen und bewertet. Der mündliche Teil der Kenntnisprüfung
ist erfolgreich abgeschlossen, wenn die Fachprüferinnen und Fachprüfer
ihn in einer Gesamtbetrachtung übereinstimmend mit „bestanden“
bewerten. § 18 Absatz 3 Satz 4 bis 6 gilt entsprechend.

(5) Für den praktischen Teil der Kenntnisprüfung gilt § 21 Absatz 3
Satz 2 bis 5 entsprechend.

(6) Die Kenntnisprüfung soll mindestens zweimal jährlich angeboten
werden und darf im mündlichen Teil sowie in jedem Fallbeispiel nach
Absatz 5, das nicht bestanden wurde, einmal wiederholt werden.

(7) Über die bestandene Kenntnisprüfung wird eine Bescheinigung nach
dem Muster der Anlage 11 erteilt.

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NotSan-APrV
Level: 3.0