Source: https://www.gesetze-im-internet.de/abwv/__7.html
Legislation: abwv

Title: C Anforderungen an das Abwasser für die Einleitungsstelle

Description:
Verordnung über Anforderungen an das Einleiten von Abwasser in Gewässer (AbwV)
C Anforderungen an das Abwasser für die Einleitungsstelle

Paragraph: 7

Full Text:
Verordnung über Anforderungen an das Einleiten von Abwasser in Gewässer (AbwV)
C Anforderungen an das Abwasser für die Einleitungsstelle

(1) An das Abwasser werden für die Einleitungsstelle in das Gewässer
folgende Anforderungen gestellt:

*    *   Parameter

    *   Qualifizierte Stichprobe oder
        2-Stunden-Mischprobe
        mg/l

*    *   Biochemischer Sauerstoffbedarf in 5 Tagen (BSB
        5                       )

    *   20

*    *   Chemischer Sauerstoffbedarf (CSB)

    *   100

*    *   Organisch gebundener Kohlenstoff, gesamt (TOC)

    *[^F829790_03_BJNR056610997BJNE004805128]
   35

*    *   Abfiltrierbare Stoffe (AFS)

    *[^F829790_04_BJNR056610997BJNE004805128]
   30
[^F829790_05_BJNR056610997BJNE004805128]
        ,

*    *   Ammoniumstickstoff (NH
        4                       -N)

    *   5,0

*    *   Stickstoff, gesamt, als Summe von Ammonium-, Nitrit- und
        Nitratstickstoff (N
        ges                       )

    *   15

*    *   Gesamter gebundener Stickstoff (TN
        b                       )

    *   18

*    *   Phosphor, gesamt (P
        ges                       )

    *   2,0

*    *

   (2) Die Anforderungen für Ammoniumstickstoff (NH
4             -N), gesamter gebundener Stickstoff (TN
b             ) und Stickstoff, gesamt (N
ges             ), gelten, wenn die der wasserrechtlichen Zulassung
zugrundeliegende Rohfracht an Stickstoff, gesamt (N
ges             ), im Zulauf der Abwasserbehandlungsanlage mehr als
100 kg je Tag beträgt oder es sich um eine Anlage im Sinne des § 1
Absatz 3 der Industriekläranlagen-Zulassungs- und
Überwachungsverordnung handelt. Die Anforderungen gelten ferner nur
bei einer Abwassertemperatur von 12 °C und größer im Ablauf des
biologischen Reaktors.

In der wasserrechtlichen Zulassung kann für Stickstoff, gesamt (N
ges             ), eine höhere Konzentration bis zu 25 mg/l und für
den gesamten gebundenen Stickstoff (TN
b             ) eine höhere Konzentration bis zu 30 mg/l zugelassen
werden, wenn die Verminderung der Fracht des gesamten gebundenen
Stickstoffs (TN
b             ) mindestens 80 Prozent beträgt. Die Verminderung
bezieht sich auf das Verhältnis der Stickstofffracht im Zulauf zu
derjenigen im Ablauf der Abwasserbehandlungsanlage in einem
repräsentativen Zeitraum, der 24 Stunden nicht überschreiten soll.

(3) Die Anforderung für Phosphor, gesamt, gilt, wenn die der
wasserrechtlichen Zulassung zugrundeliegende Rohfracht an Phosphor,
gesamt, mehr als 20 kg je Tag beträgt oder es sich um eine Anlage im
Sinne des § 1 Absatz 3 der Industriekläranlagen-Zulassungs- und
Überwachungsverordnung handelt.

(4) Stammt das Abwasser aus der Verarbeitung von Fischen, Schalen- und
Krustentieren, gilt eine maximal zulässige Konzentration von Phosphor,
gesamt, von 0,70 mg/l, wenn die der wasserrechtlichen Zulassung
zugrundeliegende Rohfracht von Phosphor, gesamt, 200 kg je Tag im
Zulauf der Abwasserbehandlungsanlage übersteigt.

(5) Stammt das Abwasser aus der Herstellung von Stärke, kann
abweichend von Absatz 1 in der wasserrechtlichen Zulassung eine höhere
Konzentration für den CSB von bis zu 185 mg/l und für den TOC von bis
zu 65 mg/l zugelassen werden, wenn die Verminderung der CSB-Fracht
mindestens 95 Prozent beträgt. Die Verminderung bezieht sich auf das
Verhältnis der CSB-Fracht im Zulauf zu derjenigen im Ablauf in einem
repräsentativen Zeitraum, der 24 Stunden nicht überschreiten soll.

(6) Stammt das Abwasser aus der Gewinnung von festen und flüssigen
Zuckern sowie aus der Gewinnung von Sirup aus Zuckerrüben und
Zuckerrohr, kann außerhalb der Rübenkampagne abweichend von Absatz 1
in der wasserrechtlichen Zulassung ein höherer Gehalt für den CSB von
bis zu 155 mg/l und für den TOC von bis zu 55 mg/l zugelassen werden,
wenn die Verminderung der CSB-Fracht mindestens 95 Prozent beträgt.
Die Verminderung bezieht sich auf das Verhältnis der CSB-Fracht im
Zulauf zu derjenigen im Ablauf in einem repräsentativen Zeitraum, der
24 Stunden nicht überschreiten soll.

(7) Stammt das Abwasser aus der Herstellung von Hefe, kann abweichend
von Absatz 1 in der wasserrechtlichen Zulassung ein höherer Gehalt für
folgende Parameter zugelassen werden:

–   CSB von bis zu 250 mg/l und TOC von bis zu 85 mg/l, wenn die
    Verminderung der CSB-Fracht mindestens 95 Prozent beträgt. Die
    Verminderung bezieht sich auf das Verhältnis der CSB-Fracht im Zulauf
    zu derjenigen im Ablauf in einem repräsentativen Zeitraum, der 24
    Stunden nicht überschreiten soll,

–   P
    ges                    von bis zu 2,5 mg/l.

(8) Stammt das Abwasser aus Anlagen zur Trocknung pflanzlicher
Produkte für die Futtermittelherstellung, kann abweichend von Absatz 1
in der wasserrechtlichen Zulassung von den Anforderungen an AFS und TN
b              abgesehen werden.

(9) Ist bei Teichanlagen, die für eine Aufenthaltszeit von 24 Stunden
und mehr bemessen sind und bei denen die der wasserrechtlichen
Zulassung zugrundeliegende tägliche Abwassermenge 500 m
3              nicht übersteigt, eine Probe durch Algen deutlich
gefärbt, so sind der CSB, der TOC und der BSB
5              von der algenfreien Probe zu bestimmen. In diesem Fall
verringern sich die in Absatz 1 festgelegten Werte für den CSB um 15
mg/l, für den TOC um 5 mg/l und für den BSB
5              um 5 mg/l.

(10) Die Anforderungen beziehen sich bei Stapelteichen auf die
Stichprobe.

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