Source: https://www.gesetze-im-internet.de/weing_1994/__9.html
Legislation: weing_1994

Title: § 9 Hektarertrag

Description:
Weingesetz (WeinG 1994)
2. Abschnitt - Anbauregeln
§ 9 Hektarertrag

Paragraph: 9

Full Text:
Weingesetz (WeinG 1994)
2. Abschnitt - Anbauregeln
§ 9 Hektarertrag

(1) Weintrauben, Traubenmost, teilweise gegorener Traubenmost und Wein
dürfen nach Maßgabe der folgenden Vorschriften nur in einer Menge an
andere abgegeben, verwendet oder verwertet werden, die dem
Gesamthektarertrag des Weinbaubetriebes entspricht. Ist in
Rechtsverordnungen nach Absatz 2 Satz 1 in Verbindung mit Absatz 3 der
Hektarertrag für

1.  einzelne Anbaugebiete, Landweingebiete oder Teile dieser Gebiete oder

2.  Qualitätsgruppen:

    a)  Prädikatswein und Qualitätswein,

    b)  Landwein,

    c)  Wein mit Rebsorten- oder Jahrgangsangabe,

    d)  Wein ohne Rebsorten- und ohne Jahrgangsangabe,

    e)  Grundwein

gesondert festgesetzt, so ist der Gesamthektarertrag für die
entsprechenden Rebflächen jeweils gesondert zu berechnen. Ein
Ausgleich zwischen den gesondert zu berechnenden Gesamthektarerträgen
ist nicht zulässig. Soweit die Hektarerträge nach Satz 2 Nummer 2
gesondert festgesetzt worden sind, ist die gesonderte Berechnung der
Gesamthektarerträge bis zum 15. Januar des auf die Ernte folgenden
Jahres vorzunehmen. Eine Herabstufung nach diesem Zeitpunkt hat keine
Erhöhung der einzelnen Gesamthektarerträge zur Folge.

(2) Die Landesregierungen setzen durch Rechtsverordnung einen
Hektarertrag für Weintrauben, Traubenmost oder Wein für die in § 3
Absatz 1 und für die nach § 3 Absatz 2 in Verbindung mit § 3 Absatz 4
festgelegten Gebiete fest. Die Landesregierungen können ferner durch
Rechtsverordnung einen Hektarertrag für Weintrauben, Traubenmost oder
Wein

1.  für Gebiete außerhalb der in Satz 1 genannten Gebiete oder

2.  für in Satz 1 genannten Gebiete

festsetzen, sofern ein Wein erzeugt werden soll, der nicht mit einer
für diese Gebiete geschützten Herkunftsbezeichnungen gekennzeichnet
werden soll. Wird der Hektarertrag nach Satz 1 oder Satz 2 für
Traubenmost oder Wein festgesetzt, so ist er auf die zu ihrer
Herstellung verwendeten Erzeugnisse entsprechend anzuwenden.

(3) Wird der Hektarertrag für Qualitätsgruppen unterschiedlich
festgesetzt, so darf dieser für anderen Wein als Prädikatswein und
Qualitätswein 150 Hektoliter/Hektar und für Grundwein 200
Hektoliter/Hektar nicht übersteigen. Im Falle einer Rechtsverordnung
nach Absatz 2 Satz 2 darf der Hektarertrag 200 Hektoliter/Hektar nicht
übersteigen. Soweit in einem Land ein Hektarertrag für ein Gebiet im
Sinne des Absatzes 2 Satz 2 Nummer 1 nicht durch Rechtsverordnung
festgesetzt ist, gilt ein Hektarertrag für Wein für die dort genannten
Gebiete auf 200 Hektoliter/Hektar als festgesetzt.

(4) Bei der Berechnung des Gesamthektarertrages nach Absatz 1 sind die
Erträge von den Rebflächen nicht zu berücksichtigen, die als
geografisches Gebiet für eine geschützte Ursprungsbezeichnung oder
geschützte geografische Angabe abgegrenzt sind, für deren Bezeichnung
eine Ursprungsbezeichnung oder geografische Angabe nach dem Verfahren
des Artikels 21 der Verordnung (EU) 2024/1143 geschützt worden ist,
und die unter der geschützten Ursprungsbezeichnung oder geografischen
Angabe vermarktet werden.

(5) Ist der Hektarertrag nach Absatz 1 Satz 2 Nummer 1 in Verbindung
mit einer Rechtsverordnung nach Absatz 2 Satz 1 für Flachlagen und
Steillagen gesondert festgesetzt, können die Landesregierungen durch
Rechtsverordnung zur Berücksichtigung regionaler Besonderheiten
abweichend von Absatz 1 Satz 3 einen Ausgleich zwischen den gesondert
berechneten Gesamthektarerträgen zulassen.

(6) Die Vorschriften über Grundwein gelten auch für Traubensaft.

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WeinG-1994
Level: 3.0