Source: https://www.gesetze-im-internet.de/finvermv/__11a.html
Legislation: finvermv

Title: § 11a Vermeidung, Regelung und Offenlegung von Interessenkonflikten, Vergütung

Description:
Verordnung über die Finanzanlagenvermittlung (FinVermV)
Abschnitt 4 - Informations-, Beratungs- und Dokumentationspflichten
§ 11a Vermeidung, Regelung und Offenlegung von Interessenkonflikten, Vergütung

Paragraph: 11a

Full Text:
Verordnung über die Finanzanlagenvermittlung (FinVermV)
Abschnitt 4 - Informations-, Beratungs- und Dokumentationspflichten
§ 11a Vermeidung, Regelung und Offenlegung von Interessenkonflikten, Vergütung

(1) Der Gewerbetreibende muss angemessene Maßnahmen treffen, um
Interessenkonflikte zu erkennen und zu vermeiden, die zwischen ihm und
den bei der Vermittlung und Beratung mitwirkenden Beschäftigten
einerseits und den Anlegern andererseits sowie zwischen den Anlegern
auftreten können. Sofern ein Interessenkonflikt nicht vermieden werden
kann, hat der Gewerbetreibende diesen durch angemessene Maßnahmen so
zu regeln, dass das Risiko der Beeinträchtigung von Anlegerinteressen
vermieden wird.

(2) Reichen die Maßnahmen nach Absatz 1 nicht aus, um nach
vernünftigem Ermessen zu gewährleisten, dass keine Beeinträchtigung
der Interessen des Anlegers riskiert wird, legt der Gewerbetreibende
dem Anleger die allgemeine Art oder die Quellen von
Interessenkonflikten rechtzeitig vor Abschluss eines Geschäfts
eindeutig offen. Die Mitteilung hat mittels eines dauerhaften
Datenträgers zu erfolgen und muss so ausführlich sein, dass der
Anleger seine Entscheidung über die Anlageberatung oder
Anlagevermittlung, in deren Zusammenhang der Interessenkonflikt
auftritt, in voller Kenntnis der Sachlage treffen kann.

(3) Der Gewerbetreibende darf seine Beschäftigten nicht in einer Weise
vergüten oder bewerten, die mit ihrer Pflicht, im bestmöglichen
Interesse des Anlegers zu handeln, unvereinbar ist. Der
Gewerbetreibende darf keine Vorkehrungen durch die Vergütung,
Verkaufsziele oder in anderer Weise treffen, durch die Anreize für ihn
selbst oder seine Beschäftigten geschaffen werden könnten, einem
Anleger eine bestimmte Finanzanlage zu empfehlen, obwohl er eine
andere, den Bedürfnissen des Anlegers besser entsprechende
Finanzanlage anbieten kann. Hinsichtlich der Vergütung und Bewertung
der Beschäftigten nach Satz 1 gilt Artikel 27 Absatz 1, 2, 3 Satz 2
und Absatz 4 der Delegierten Verordnung (EU) 2017/565 der Kommission
vom 25. April 2016 zur Ergänzung der Richtlinie 2014/65/EU des
Europäischen Parlaments und des Rates in Bezug auf die
organisatorischen Anforderungen an Wertpapierfirmen und die
Bedingungen für die Ausübung ihrer Tätigkeit sowie in Bezug auf die
Definition bestimmter Begriffe für die Zwecke der genannten Richtlinie
(ABl. L 87 vom 31.3.2017, S. 1) in der jeweils geltenden Fassung
entsprechend.

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