Source: https://www.gesetze-im-internet.de/strbaumstrv_2009/__8.html
Legislation: strbaumstrv_2009

Title: § 8 Gliederung, Prüfungsdauer und Bestehen des Teils II

Description:
Verordnung über das Meisterprüfungsberufsbild und über die Prüfungsanforderungen in den Teilen I und II der Meisterprüfung im Straßenbauer-Handwerk (StrbauMstrV 2009)
§ 8 Gliederung, Prüfungsdauer und Bestehen des Teils II

Paragraph: 8

Full Text:
Verordnung über das Meisterprüfungsberufsbild und über die Prüfungsanforderungen in den Teilen I und II der Meisterprüfung im Straßenbauer-Handwerk (StrbauMstrV 2009)
§ 8 Gliederung, Prüfungsdauer und Bestehen des Teils II

(1) Durch die Prüfung in Teil II soll der Prüfling in den in Absatz 2
Nummer 1 bis 3 genannten Handlungsfeldern seine Handlungskompetenz
dadurch nachweisen, dass er berufsbezogene Probleme analysiert und
bewertet sowie Lösungswege aufzeigt und dokumentiert und dabei
aktuelle Entwicklungen berücksichtigt.

(2) In jedem der folgenden Handlungsfelder ist mindestens eine Aufgabe
zu bearbeiten, die fallorientiert sein muss:

1.  Baukonstruktion

    Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist,
    konstruktionstechnische Aufgaben unter Berücksichtigung
    wirtschaftlicher, bauphysikalischer und ökologischer Aspekte in einem
    Straßenbaubetrieb zu bearbeiten. Dabei soll er berufsbezogene
    Sachverhalte analysieren und bewerten. Bei der jeweiligen
    Aufgabenstellung sollen mehrere der unter den Buchstaben a bis i
    aufgeführten Qualifikationen verknüpft werden:

    a)  Erdbauwerke, Baugruben und Gräben, Gründungen und Gebäudesicherungen
        planen, berechnen und bemessen,

    b)  Konstruktionen für Bauteile und Bauwerke, insbesondere aus wasser-,
        bitumen-, zement- und kunststoffgebundenen Materialien und Baustoffen,
        künstlichen und natürlichen Steinen und Platten, planen, berechnen und
        bemessen,

    c)  Konstruktionen für Bauteile und Bauwerke von Ver- und
        Entsorgungsleitungen und -anlagen sowie Entwässerungseinrichtungen für
        Verkehrsflächen planen, berechnen und bemessen; Lösungen für Bauwerks-
        und Grundstücksentwässerungen erarbeiten, bewerten und korrigieren,

    d)  Verfahren für Dichtheitsprüfungen auswählen und Auswahl begründen,
        insbesondere für Entwässerungsleitungen und -kanäle,

    e)  Gestaltungsmöglichkeiten von Straßen, Wegen und Plätzen unter
        Berücksichtigung konstruktiver Bedingungen aufzeigen, festlegen und
        Festlegung begründen,

    f)  Skizzen, technische Zeichnungen und Konstruktionsunterlagen erstellen,
        bewerten und korrigieren,

    g)  Vorleistungen und Toleranzen von Vorgewerken bewerten,

    h)  Arten und Eigenschaften von Materialien und Baustoffen unter
        Berücksichtigung konstruktiver Merkmale beurteilen, Verwendungszwecken
        zuordnen und Zuordnung begründen,

    i)  Bodenarten unterscheiden, bodenphysikalische Prüfverfahren und
        bodenmechanische Zusammenhänge beurteilen;

2.  Auftragsabwicklung

    Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist,
    Auftragsabwicklungsprozesse, auch unter Anwendung branchenüblicher
    Software, erfolgs-, kunden- und qualitätsorientiert zu planen, deren
    Durchführung zu kontrollieren und sie abzuschließen. Bei der
    jeweiligen Aufgabenstellung sollen mehrere der unter den Buchstaben a
    bis i aufgeführten Qualifikationen verknüpft werden:

    a)  Möglichkeiten der Auftragsbeschaffung darstellen,

    b)  Angebotsunterlagen erstellen und Angebote auswerten,
        Angebotskalkulation durchführen,

    c)  Methoden und Verfahren der Arbeitsplanung und -organisation unter
        Berücksichtigung der Fertigungs- und Instandsetzungstechniken sowie
        behördlicher Genehmigungsvorgaben, des Einsatzes von Personal,
        Material und Geräten bewerten, dabei qualitätssichernde Aspekte
        darstellen sowie Schnittstellen zwischen Arbeitsbereichen und Gewerken
        berücksichtigen,

    d)  berufsbezogene rechtliche Vorschriften und technische Normen sowie
        anerkannte Regeln der Technik anwenden, insbesondere Haftung bei der
        Herstellung, Instandsetzung und Sanierung beurteilen,

    e)  auftragsbezogenen Einsatz von Baustoffen, Maschinen und Geräten
        festlegen und begründen,

    f)  Arbeitspläne und Ausführungsanweisungen erstellen sowie vorgegebene
        Arbeitspläne und Ausführungsanweisungen bewerten und korrigieren,

    g)  Baustellenberichte erstellen, prüfen und auswerten,

    h)  Verfahren für Lage- und Höhenmessungen beschreiben und Messprotokolle
        auswerten,

    i)  Aufmaß und Rechnungslegung unter Beachtung von Vertragsgrundlagen
        sowie Nachkalkulation durchführen;

3.  Betriebsführung und Betriebsorganisation

    Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist, Aufgaben der
    Betriebsführung und Betriebsorganisation unter Berücksichtigung der
    rechtlichen Vorschriften, auch unter Anwendung von Informations- und
    Kommunikationssystemen, wahrzunehmen. Bei der jeweiligen
    Aufgabenstellung sollen mehrere der unter den Buchstaben a bis h
    aufgeführten Qualifikationen verknüpft werden:

    a)  betriebliche Kosten ermitteln, dabei betriebswirtschaftliche
        Zusammenhänge berücksichtigen,

    b)  betriebliche Kostenstrukturen überprüfen, betriebliche Kennzahlen
        ermitteln,

    c)  Marketingmaßnahmen zur Kundenpflege und zur Gewinnung neuer Kunden vor
        dem Hintergrund technischer und wirtschaftlicher Entwicklungen
        erarbeiten,

    d)  betriebliches Qualitätsmanagement planen und darstellen,

    e)  personalwirtschaftliche Aufgaben darstellen; den Zusammenhang zwischen
        Personalverwaltung sowie Personalführung und -entwicklung aufzeigen,

    f)  betriebsspezifische Maßnahmen zur Einhaltung der
        arbeitsschutzrechtlichen Bestimmungen und des Umweltschutzes
        entwickeln; Gefahrenpotenziale beurteilen und Maßnahmen zur
        Gefahrenvermeidung und -beseitigung festlegen,

    g)  Betriebs- und Lagerausstattung sowie logistische Prozesse planen und
        darstellen,

    h)  Chancen und Risiken betrieblicher Kooperation darstellen und
        beurteilen.

(3) Die Prüfung in Teil II ist schriftlich durchzuführen. Sie soll in
jedem Handlungsfeld nicht länger als drei Stunden dauern. Eine
Prüfungsdauer von sechs Stunden täglich darf nicht überschritten
werden.

(4) Die Gesamtbewertung des Teils II wird aus dem arithmetischen
Mittel der Einzelbewertungen der Handlungsfelder nach Absatz 2
gebildet.

(5) Wurden in höchstens zwei der in Absatz 2 genannten Handlungsfelder
jeweils mindestens 30 und weniger als 50 Punkte erreicht, kann in
einem dieser Handlungsfelder eine mündliche Ergänzungsprüfung
durchgeführt werden, wenn diese das Bestehen des Teils II der
Meisterprüfung ermöglicht.

(6) Mindestvoraussetzung für das Bestehen des Teils II der
Meisterprüfung ist eine insgesamt ausreichende Prüfungsleistung. Die
Prüfung des Teils II ist nicht bestanden, wenn

1.  ein Handlungsfeld mit weniger als 30 Punkten bewertet worden ist oder

2.  nach durchgeführter Ergänzungsprüfung zwei Handlungsfelder jeweils mit
    weniger als 50 Punkten bewertet worden sind.

Collections: bundestag_gesetze
StrbauMstrV-2009
Level: 2.0