Source: https://www.gesetze-im-internet.de/binschpersv/__113.html
Legislation: binschpersv

Title: § 113 Mindestbesatzung auf Wagenfähren

Description:
Verordnung über die Besatzung und über die Befähigungen der Besatzung von Fahrzeugen in der Binnenschifffahrt (BinSchPersV)
Teil 3 - Besatzung
§ 113 Mindestbesatzung auf Wagenfähren

Paragraph: 113

Full Text:
Verordnung über die Besatzung und über die Befähigungen der Besatzung von Fahrzeugen in der Binnenschifffahrt (BinSchPersV)
Teil 3 - Besatzung
§ 113 Mindestbesatzung auf Wagenfähren

(1) Die Mindestbesatzung einer Wagenfähre beträgt:

*    *   Stufe

    *   Tragfähigkeit,
        Fahrgäste

    *   Besatzung

    *   Anzahl der
        Besatzungsmitglieder

*    *   1

    *   bis 45 t oder
        bis 250 Personen

    *   Fährführer

    *   1

*    *   Decksmann

    *   1

*    *   2

    *   bis 135 t oder
        bis 250 Personen

    *   Fährführer

    *   1

*    *   Decksmann

    *   1

*    *   3

    *   bis 270 t oder
        251 – 600 Personen

    *   Fährführer

    *   1

*    *   Decksmann 180

    *   1

*    *   4

    *   mehr als 270 t oder
        601 – 1 000 Personen

    *   Fährführer

    *   1

*    *   Decksmann 180

    *   1

*    *   Decksmann

    *   1

*    *   5

    *   mehr als 270 t oder
        über 1 000 Personen

    *   Fährführer

    *   1

*    *   Decksmann 180

    *   2

*    *   Decksmann

    *   1

Dabei ist die jeweilige Stufe nach den für die Fähre ungünstigeren
Grenzwerten der Tragfähigkeit oder der Anzahl der Fahrgäste zu
bestimmen.

(2) Die nach Absatz 1 vorgeschriebene Mindestbesatzung setzt die
Ausrüstung nach Standard S1 nach Artikel 31.02 des ES-TRIN voraus. Die
Anforderungen an die Ausrüstung nach Satz 1 gilt nicht für eine seil-
oder kettengebundene Fähre. Eine Fähre der Stufen 2 bis 5 muss zudem
über eine Vorrichtung verfügen, durch die das Festmachen der Fähre an
der Fährstelle ohne Verlassen des Steuerstandes möglich ist.

(3) Die Mindestbesatzung nach Absatz 1 für eine Fähre der Stufe 1 kann
um den Decksmann vermindert werden, wenn

1.  die Fahrzeit zwischen zwei Fährstellen 10 Minuten nicht übersteigt,

2.  die Fähre neben den Anforderungen nach Absatz 2 über eine
    betriebssichere Sprechfunkanlage verfügt und

3.  sichergestellt ist, dass das Festmachen der Fähre an der Fährstelle
    kein Verlassen des Steuerstandes erfordert.

(4) Zusätzlich zu den in Absatz 2 genannten Voraussetzungen müssen bei
einer Fähre der Stufen 3 bis 5 die Landeklappen und Schlagbäume vom
Steuerstand aus fernbetätigt bedient werden können. Eine Fähre der
Stufe 4 oder 5 muss über mindestens zwei getrennte Maschinenräume
verfügen. Die zuständige Behörde kann auf Antrag des Eigentümers oder
Ausrüsters eine von Satz 1 abweichende Lage der Bedieneinrichtungen
von Landeklappen und Schlagbäumen genehmigen, wenn eine Einrichtung
für interne Sprechverbindungen zwischen Steuerstand und Ort der
Bedieneinrichtung vorhanden ist.

(5) Erfüllt eine Fähre die in Absatz 2 Satz 1, auch in Verbindung mit
Satz 2, und Satz 3 sowie Absatz 4 genannten Voraussetzungen nicht, ist
die Mindestbesatzung nach der Tabelle in Absatz 1 um die nächsthöhere
Stufe anzuwenden. Bei einer Fähre der Stufe 5 erhöht sich die
Mindestbesatzung um einen Decksmann 180.

(6) Anstatt eines Decksmannes kann ein Fährjunge und anstatt eines
Decksmannes 180 kann ein Fährgehilfe eingesetzt werden.

Collections: bundestag_gesetze
BinSchPersV
Level: 3.0