Source: https://www.gesetze-im-internet.de/naturwmechausbv_2003/__8.html
Legislation: naturwmechausbv_2003

Title: § 8 Abschlussprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Naturwerksteinmechaniker/zur Naturwerksteinmechanikerin (NaturwMechAusbV 2003)
§ 8 Abschlussprüfung

Paragraph: 8

Full Text:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Naturwerksteinmechaniker/zur Naturwerksteinmechanikerin (NaturwMechAusbV 2003)
§ 8 Abschlussprüfung

(1) Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage
aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Der Prüfling soll im praktischen Teil der Prüfung in insgesamt
höchstens sieben Stunden eine Arbeitsaufgabe durchführen und
dokumentieren. Für die Arbeitsaufgabe kommt insbesondere in Betracht:

1.  in der Fachrichtung Maschinenbearbeitungstechnik:

    Herstellen eines Werkstückes unter Einsatz programmierbarer
    Steinbearbeitungsmaschinen;

2.  in der Fachrichtung Schleiftechnik:

    Herstellen eines zusammengesetzten Werkstückes einschließlich
    Profilierung unter Einsatz von Steinbearbeitungsmaschinen;

3.  in der Fachrichtung Steinmetztechnik:

    a)  Herstellen eines Naturwerksteinbauteiles unter Einsatz von
        Steinbearbeitungsmaschinen oder

    b)  Montieren eines Naturwerksteinbauteiles.

Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er die Arbeitsabläufe unter
Beachtung wirtschaftlicher, technischer und organisatorischer Vorgaben
selbständig und kundenorientiert planen, die Arbeitszusammenhänge
erkennen, die Arbeitsergebnisse kontrollieren und dokumentieren,
Maßnahmen zur Sicherheit, zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit, zum
Umweltschutz und qualitätssichernde Maßnahmen ergreifen kann.

(3) Der Prüfling soll im schriftlichen Teil der Prüfung in den
Prüfungsbereichen Arbeitsplanung und Fertigungstechnik sowie
Wirtschafts- und Sozialkunde geprüft werden. In den Prüfungsbereichen
Arbeitsplanung und Fertigungstechnik sind fachliche Probleme mit
verknüpften informationstechnischen, technologischen und
mathematischen Inhalten zu analysieren, zu bewerten und zu lösen.
Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er die Arbeitssicherheits-,
Gesundheitsschutz- und Umweltschutzbestimmungen berücksichtigen, die
Verwendung von Natursteinen und Hilfsstoffen planen, Werkzeuge und
Steinbearbeitungsmaschinen zuordnen sowie qualitätssichernde Maßnahmen
einbeziehen kann.

1.  Für den Prüfungsbereich Arbeitsplanung kommt insbesondere in Betracht:

    Beschreiben der Vorgehensweise zur Bearbeitung von Natursteinen sowie
    zum Montieren und Demontieren von Bauteilen, Montage von Fassaden,
    Feststellung von Fehlern und deren Behebung, Erstellen von
    Planungsunterlagen sowie Planen und Steuern von Arbeitsabläufen unter
    Berücksichtigung der Produktqualität.

    Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er Werkzeuge und Hilfsmittel
    unter Beachtung von Vorgaben und technischen Regeln auswählen,
    Arbeitsschritte planen, Schäden bewerten, Arbeitsergebnisse
    dokumentieren und Gestaltungsmerkmale darstellen kann.

2.  Für den Prüfungsbereich Fertigungstechnik kommt insbesondere in
    Betracht:

    Beschreiben der Vorgehensweise bei der manuellen und maschinellen
    Bearbeitung von Rohblöcken, Tranchen und Rohplatten sowie beim
    Einrichten und Optimieren von Steinbearbeitungsmaschinen für
    unterschiedliche Bearbeitungstechniken.

    Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er verfahrensbedingte Vorgaben
    berücksichtigen, Werkzeuge und Maschinen unter Beachtung von Vorgaben
    und technischen Regeln auswählen, Unterlagen auswerten und
    Produktionsfehler beurteilen kann.

3.  Für den Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde kommen Aufgaben,
    die sich auf praxisbezogene Fälle beziehen sollen, insbesondere aus
    folgenden Gebieten in Betracht:

    allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der
    Berufs- und Arbeitswelt.

(4) Die schriftliche Prüfung dauert höchstens:

*    *   1.

    *   im Prüfungsbereich Arbeitsplanung

    *   180 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsbereich Fertigungstechnik

    *   120 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Der schriftliche Teil der Prüfung ist auf Antrag des Prüflings
oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen
Prüfungsbereichen durch eine mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese
für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann. Bei der
Ermittlung der Ergebnisse für die mündlich geprüften Prüfungsbereiche
sind die jeweiligen bisherigen Ergebnisse und die entsprechenden
Ergebnisse der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2 : 1 zu
gewichten.

(6) Innerhalb des schriftlichen Teils der Prüfung sind die
Prüfungsbereiche wie folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich Arbeitsplanung

    *   50 Prozent,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich Fertigungstechnik

    *   30 Prozent,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   20 Prozent.

(7) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils im praktischen und im
schriftlichen Teil der Prüfung mindestens ausreichende Leistungen
erbracht sind. Wird die Prüfungsleistung in einem der Prüfungsbereiche
Arbeitsplanung sowie Fertigungstechnik mit ungenügend bewertet, ist
die Prüfung nicht bestanden.

Collections: bundestag_gesetze
NaturwMechAusbV-2003
Level: 2.0