Source: https://www.gesetze-im-internet.de/tierpflmstrv_2009/__4.html
Legislation: tierpflmstrv_2009

Title: § 4 Grundlegende Qualifikationen

Description:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluss Geprüfter Tierpflegemeister/Geprüfte Tierpflegemeisterin (TierpflMstrV 2009)
§ 4 Grundlegende Qualifikationen

Paragraph: 4

Full Text:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluss Geprüfter Tierpflegemeister/Geprüfte Tierpflegemeisterin (TierpflMstrV 2009)
§ 4 Grundlegende Qualifikationen

(1) Der Prüfungsteil „Grundlegende Qualifikationen“ ist in folgenden
Prüfungsbereichen zu prüfen:

1.  Rechtsbewusstes Handeln,

2.  Betriebswirtschaftliches Handeln,

3.  Zusammenarbeit im Betrieb.

(2) Im Prüfungsbereich „Rechtsbewusstes Handeln“ soll die Fähigkeit
nachgewiesen werden, im Rahmen praxisbezogener Handlungen einschlägige
Rechtsvorschriften berücksichtigen zu können. Dazu gehört, die
Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen unter
arbeitsrechtlichen Aspekten zu gestalten sowie die Arbeitssicherheit,
den Gesundheitsschutz und den Umweltschutz nach rechtlichen Grundlagen
zu gewährleisten und die Zusammenarbeit mit den entsprechenden
Institutionen sicherzustellen. In diesem Rahmen können folgende
Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Berücksichtigen arbeitsrechtlicher Regelungen, Richtlinien und Erlasse
    bei der Gestaltung individueller Arbeitsverhältnisse und bei
    Fehlverhalten von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, insbesondere
    unter Berücksichtigung des Arbeitsvertragsrechts, des
    Tarifvertragsrechts und betrieblicher Vereinbarungen;

2.  Berücksichtigen der Vorschriften des Betriebsverfassungsgesetzes und
    des Personalvertretungsrechts;

3.  Berücksichtigen rechtlicher Regelungen, Richtlinien und Erlasse
    hinsichtlich der Sozialversicherungen, der Entgeltfindung sowie der
    Arbeitsförderung;

4.  Berücksichtigen arbeitsschutz- und arbeitssicherheitsrechtlicher
    Regelungen, Richtlinien und Erlasse in Abstimmung mit betrieblichen
    und außerbetrieblichen Institutionen;

5.  Berücksichtigen der Vorschriften des Umweltrechts, insbesondere
    hinsichtlich des Gewässer- und Bodenschutzes, der Abfallbeseitigung,
    der Luftreinhaltung und Lärmbekämpfung, des Strahlenschutzes und des
    Schutzes vor gefährlichen Stoffen;

6.  Berücksichtigen einschlägiger wirtschaftsrechtlicher Regelungen,
    Richtlinien und Erlasse sowie des Datenschutzes.

(3) Im Prüfungsbereich „Betriebswirtschaftliches Handeln“ soll die
Fähigkeit nachgewiesen werden, betriebswirtschaftliche Gesichtspunkte
im Rahmen praxisbezogener Handlungen berücksichtigen und
volkswirtschaftliche Zusammenhänge aufzeigen zu können. Es sollen die
Auswirkungen unterschiedlicher Unternehmensformen auf die eigene
Aufgabenwahrnehmung analysiert und beurteilt werden können. Weiterhin
soll die Fähigkeit nachgewiesen werden, betriebliche Abläufe nach
wirtschaftlichen Gesichtspunkten planen, beurteilen und beeinflussen
zu können. In diesem Rahmen können folgende Qualifikationsinhalte
geprüft werden:

1.  Berücksichtigen von ökonomischen Handlungsprinzipien unter
    Einbeziehung volkswirtschaftlicher Zusammenhänge und sozialer
    Wirkungen;

2.  Berücksichtigen der Grundsätze betrieblicher Aufbau- und
    Ablauforganisation und der kontinuierlichen betrieblichen
    Verbesserung;

3.  Nutzen und Möglichkeiten der Organisationsentwicklung;

4.  Anwenden von Methoden der Entgeltfindung;

5.  Durchführen von Kostenarten-, Kostenstellen- und
    Kostenträgerrechnungen sowie von Kalkulationsverfahren.

(4) Im Prüfungsbereich „Zusammenarbeit im Betrieb“ soll die Fähigkeit
nachgewiesen werden, Zusammenhänge des Sozialverhaltens erkennen, ihre
Auswirkungen auf die Zusammenarbeit beurteilen und durch angemessene
Maßnahmen auf eine zielorientierte und effiziente Zusammenarbeit
hinwirken zu können. Die Fähigkeit umfasst, die Leistungsbereitschaft
der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu fördern, betriebliche Probleme
und soziale Konflikte zu lösen sowie Führungsgrundsätze
berücksichtigen und angemessene Führungstechniken anwenden zu können.
In diesem Rahmen können folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Beurteilen und Fördern der beruflichen Entwicklung Einzelner unter
    Beachtung des bisherigen Berufsweges und unter Berücksichtigung
    persönlicher und sozialer Gegebenheiten;

2.  Beurteilen und Berücksichtigen des Einflusses von Arbeitsorganisation
    und Arbeitsplatz auf das Sozialverhalten und das Betriebsklima sowie
    Ergreifen von Maßnahmen zur Verbesserung;

3.  Beurteilen von Einflüssen der Gruppenstruktur auf das Gruppenverhalten
    und die Zusammenarbeit sowie Entwickeln und Umsetzen von Alternativen;

4.  Auseinandersetzen mit eigenem und fremdem Führungsverhalten, Umsetzen
    von Führungsgrundsätzen;

5.  Anwenden von Führungsmethoden und -techniken einschließlich
    Vereinbarungen entsprechender Handlungsspielräume, um Leistungen und
    Zusammenarbeit der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu fördern;

6.  Fördern der Kommunikation und Kooperation durch Anwenden von Methoden
    zur Lösung betrieblicher Probleme und sozialer Konflikte.

(5) Die Bearbeitungsdauer für die schriftlichen Aufgaben in den in
Absatz 1 Nummer 1 bis 3 genannten Prüfungsbereichen soll jeweils
mindestens 90 Minuten und insgesamt höchstens fünf Stunden betragen.

(6) Wurde in nicht mehr als einem der in Absatz 1 Nummer 1 bis 3
genannten Prüfungsbereiche eine mangelhafte Prüfungsleistung erbracht,
ist in diesem eine mündliche Ergänzungsprüfung anzubieten. Bei einer
ungenügenden Prüfungsleistung besteht diese Möglichkeit nicht. Die
Ergänzungsprüfung soll in der Regel nicht länger als 20 Minuten
dauern. Die Bewertung der schriftlichen Prüfungsleistung und die der
mündlichen Ergänzungsprüfung werden zu einer Note zusammengefasst.
Dabei wird die Bewertung der schriftlichen Prüfungsleistung doppelt
gewichtet.

Collections: bundestag_gesetze
TierpflMstrV-2009
Level: 2.0