Source: https://www.gesetze-im-internet.de/indelausbv_2007/__10.html
Legislation: indelausbv_2007

Title: § 10 Teil 2 der Abschlussprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung in den industriellen Elektroberufen (IndElAusbV 2007)
Teil 2 - Vorschriften für den Ausbildungsberuf Elektroniker für Gebäude- und Infrastruktursysteme/Elektronikerin für Gebäude- und Infrastruktursysteme
§ 10 Teil 2 der Abschlussprüfung

Paragraph: 10

Full Text:
Verordnung über die Berufsausbildung in den industriellen Elektroberufen (IndElAusbV 2007)
Teil 2 - Vorschriften für den Ausbildungsberuf Elektroniker für Gebäude- und Infrastruktursysteme/Elektronikerin für Gebäude- und Infrastruktursysteme
§ 10 Teil 2 der Abschlussprüfung

(1) Teil 2 der Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage 1
und der Anlage 2 aufgeführten Qualifikationen sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Teil 2 der Abschlussprüfung besteht aus den Prüfungsbereichen

1.  Arbeitsauftrag,

2.  Systementwurf,

3.  Funktions- und Systemanalyse sowie

4.  Wirtschafts- und Sozialkunde.

Dabei sind Berufsbildung, Arbeits- und Tarifrecht, Aufbau und
Organisation des Ausbildungsbetriebes, Sicherheit und
Gesundheitsschutz bei der Arbeit, Umweltschutz, Digitalisierung der
Arbeit, Datenschutz und Informationssicherheit, betriebliche und
technische Kommunikation, Planen und Organisieren der Arbeit, Bewerten
der Arbeitsergebnisse, Qualitätsmanagement sowie Beurteilen der
Sicherheit von elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln zu
berücksichtigen.

(3) Der Prüfling soll im Prüfungsbereich Arbeitsauftrag zeigen, dass
er

1.  Kundenwünsche oder Störmeldungen entgegennehmen und beurteilen,
    Informationen beschaffen, technische und organisatorische
    Schnittstellen klären, Lösungsvarianten unter technischen,
    betriebswirtschaftlichen und ökologischen Gesichtspunkten bewerten und
    auswählen,

2.  Auftragsabläufe planen und abstimmen, Teilaufgaben festlegen,
    Planungsunterlagen erstellen, Arbeitsabläufe und Zuständigkeiten am
    Einsatzort berücksichtigen, Leistungen an einzubeziehende Gewerke
    vergeben und abnehmen,

3.  Aufträge durchführen, Funktion und Sicherheit prüfen und
    dokumentieren, Normen und Spezifikationen zur Qualität und Sicherheit
    der Systeme beachten sowie Ursachen von Fehlern und Mängeln
    systematisch suchen und beheben,

4.  Produkte frei- und übergeben, Fachauskünfte erteilen,
    Abnahmeprotokolle anfertigen, Arbeitsergebnisse und Leistungen
    dokumentieren und bewerten, Aufmaße erstellen, Leistungen abrechnen
    sowie Systemdaten und -unterlagen dokumentieren, nach
    betriebswirtschaftlichen und technischen Vorgaben aufbereiten und
    verwalten

kann. Zum Nachweis kommen insbesondere das Errichten, Ändern,
Instandhalten oder Betreiben von Gebäude- oder Infrastruktursystemen
in Betracht.

(4) Der Prüfling soll zum Nachweis der Anforderungen im
Prüfungsbereich Arbeitsauftrag

1.  in 24 Stunden einen betrieblichen Auftrag durchführen und mit
    praxisbezogenen Unterlagen dokumentieren sowie darüber ein
    Fachgespräch von höchstens 30 Minuten führen; das Fachgespräch wird
    auf der Grundlage der praxisbezogenen Unterlagen des bearbeiteten
    betrieblichen Auftrages geführt; unter Berücksichtigung der
    praxisbezogenen Unterlagen sollen durch das Fachgespräch die
    prozessrelevanten Qualifikationen im Bezug zur Auftragsdurchführung
    bewertet werden; dem Prüfungsausschuss ist vor der Durchführung des
    betrieblichen Auftrages die Aufgabenstellung einschließlich eines
    geplanten Bearbeitungszeitraums zur Genehmigung vorzulegen oder

2.  in 14 Stunden eine praktische Arbeitsaufgabe vorbereiten, durchführen,
    nachbereiten und mit aufgabenspezifischen Unterlagen dokumentieren
    sowie darüber ein begleitendes Fachgespräch von höchstens 20 Minuten
    führen; die Durchführung der Arbeitsaufgabe beträgt sechs Stunden;
    durch Beobachtungen der Durchführung, die aufgabenspezifischen
    Unterlagen und das Fachgespräch sollen die prozessrelevanten
    Qualifikationen im Bezug zur Durchführung der Arbeitsaufgabe bewertet
    werden.

(5) Der Ausbildungsbetrieb wählt die Prüfungsvariante nach Absatz 4
aus und teilt sie dem Prüfling und der zuständigen Stelle mit der
Anmeldung zur Prüfung mit.

(6) Der Prüfling soll im Prüfungsbereich Systementwurf in der
Prüfungszeit von höchstens 120 Minuten nach vorgegebenen
Kundenanforderungen eine Änderung in einem System der Gebäude- und
Infrastrukturtechnik entwerfen. Dabei soll der Prüfling zeigen, dass
er technische Problemanalysen durchführen, unter Berücksichtigung von
Vorschriften, technischen Regelwerken, Richtlinien, Wirtschaftlichkeit
und Betriebsabläufen Lösungskonzepte entwickeln, Systemspezifikationen
anwendungsgerecht festlegen, elektrotechnische Komponenten auswählen,
Kosten ermitteln sowie technische Unterlagen erstellen und
Standardsoftware einsetzen kann.

(7) Der Prüfling soll im Prüfungsbereich Funktions- und Systemanalyse
in der Prüfungszeit von höchstens 120 Minuten ein Gebäude- oder
Infrastruktursystem analysieren. Dabei soll der Prüfling zeigen, dass
er unter Berücksichtigung von Vorschriften, betrieblichen Anweisungen,
Herstellervorgaben und Dokumentationen Funktion und Sicherheit von
Gebäuden und technischen Einrichtungen analysieren und beurteilen
sowie unter Berücksichtung von Kundeninteressen, technischen,
funktionalen, ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkten den
Betrieb von Gebäuden planen und damit verbundene Maßnahmen und
Aufträge spezifizieren kann.

(8) Der Prüfling soll im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde
in der Prüfungszeit von höchstens 60 Minuten praxisbezogene
handlungsorientierte Aufgaben bearbeiten und dabei zeigen, dass er
allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der
Berufs- und Arbeitswelt darstellen und beurteilen kann.

Collections: bundestag_gesetze
IndElAusbV-2007
Level: 3.0