Source: https://www.gesetze-im-internet.de/eu_ewrhwv_2016/__5.html
Legislation: eu_ewrhwv_2016

Title: § 5 Ausgleichsmaßnahmen

Description:
Verordnung über die für Staatsangehörige eines Mitgliedstaates der Europäischen Union oder eines anderen Vertragsstaates des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum oder der Schweiz geltenden Voraussetzungen für die Ausübung eines zulassungspflichtigen Handwerks (EU/EWRHwV 2016)
Abschnitt 1 - Eintragung in die Handwerksrolle
§ 5 Ausgleichsmaßnahmen

Paragraph: 5

Full Text:
Verordnung über die für Staatsangehörige eines Mitgliedstaates der Europäischen Union oder eines anderen Vertragsstaates des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum oder der Schweiz geltenden Voraussetzungen für die Ausübung eines zulassungspflichtigen Handwerks (EU/EWRHwV 2016)
Abschnitt 1 - Eintragung in die Handwerksrolle
§ 5 Ausgleichsmaßnahmen

(1) Die zuständige Behörde kann von der Antragstellerin oder dem
Antragsteller vor der Erteilung einer Ausnahmebewilligung als
Ausgleichsmaßnahme die Teilnahme an einem höchstens dreijährigen
Anpassungslehrgang oder das Ablegen einer Eignungsprüfung verlangen,
wenn

1.  die bisherige Ausbildung der Antragstellerin oder des Antragstellers
    sich auf Fächer oder Handlungsfelder bezieht, die sich wesentlich von
    denen unterscheiden, die durch eine inländische Meisterprüfung in dem
    entsprechenden Handwerk abgedeckt werden, oder

2.  das Gewerbe, für das eine Ausnahmebewilligung beantragt wird, im
    Inland wesentliche Tätigkeiten umfasst, die im Herkunftsstaat der
    Antragstellerin oder des Antragstellers nicht Bestandteil des
    entsprechenden Berufes sind und, wenn dieser Unterschied in einer
    besonderen Ausbildung besteht, die im Inland erforderlich ist und sich
    auf Fächer oder Handlungsfelder bezieht, die sich wesentlich von denen
    unterscheiden, die durch den vorgelegten Befähigungs- oder
    Ausbildungsnachweis abgedeckt werden.

Die Antragstellerin oder der Antragsteller kann zwischen der Teilnahme
an einem Anpassungslehrgang oder dem Ablegen einer Eignungsprüfung als
Ausgleichsmaßnahme wählen.

(2) Ausgleichsmaßnahmen werden nicht angeordnet

1.  in den Fällen der §§ 2 und 4,

2.  wenn die von der Antragstellerin oder dem Antragsteller im Rahmen der
    Berufserfahrung erworbenen Kenntnisse geeignet sind, die in Absatz 1
    genannten Unterschiede auszugleichen, oder

3.  wenn die von der Antragstellerin oder dem Antragsteller durch
    lebenslanges Lernen erworbenen Kenntnisse, Fähigkeiten und
    Kompetenzen, die hierfür von einer zuständigen Behörde oder
    öffentlichen Einrichtung des anderen Herkunftsstaates als gültig
    anerkannt wurden, den wesentlichen Unterschied in Bezug auf die Fächer
    oder Handlungsfelder gemäß Absatz 1 Nummer 1 ausgleichen können; das
    lebenslange Lernen umfasst jegliche Aktivitäten der allgemeinen,
    beruflichen und sonstigen Bildung sowie des informellen Lernens
    während des gesamten Lebens, aus denen sich eine Verbesserung von
    Kenntnissen, Fähigkeiten und Kompetenzen ergibt.

Collections: bundestag_gesetze
EU/EWRHwV-2016
Level: 3.0