Source: https://www.gesetze-im-internet.de/informationstechmstrv/__6.html
Legislation: informationstechmstrv

Title: § 6 Gliederung, Prüfungsdauer und Bestehen des Teils II

Description:
Verordnung über das Meisterprüfungsberufsbild und über die Prüfungsanforderungen in den Teilen I und II der Meisterprüfung im Informationstechniker-Handwerk (InformationsTechMstrV)
§ 6 Gliederung, Prüfungsdauer und Bestehen des Teils II

Paragraph: 6

Full Text:
Verordnung über das Meisterprüfungsberufsbild und über die Prüfungsanforderungen in den Teilen I und II der Meisterprüfung im Informationstechniker-Handwerk (InformationsTechMstrV)
§ 6 Gliederung, Prüfungsdauer und Bestehen des Teils II

(1) Durch die Prüfung in Teil II soll der Prüfling durch Verknüpfung
technologischer, sicherheitstechnischer, ablauf- und
verfahrenstechnischer, werkstofftechnischer, mathematischer und
wirtschaftlicher Kenntnisse nachweisen, dass er Probleme analysieren
und bewerten sowie geeignete Lösungswege aufzeigen und dokumentieren
kann.

(2) Prüfungsfächer sind:

1.  Informations- und Sicherheitstechnik,

2.  Auftragsabwicklung,

3.  Betriebsführung und Betriebsorganisation.

(3) In jedem der Prüfungsfächer ist mindestens eine Aufgabe zu
bearbeiten, die fallorientiert sein muss.

1.  Informations- und Sicherheitstechnik

    Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist, Aufgaben und
    Probleme an Anlagen und Geräten der Geräte- und Systemtechnik sowie
    der Bürosystemtechnik unter Beachtung technischer,
    sicherheitstechnischer, gestalterischer, wirtschaftlicher und
    ökologischer Aspekte in einem Informationstechnikerbetrieb zu
    bearbeiten. Er soll fachliche Sachverhalte beurteilen und beschreiben.
    Bei der Aufgabenstellung sollen jeweils mehrere der nachfolgend
    aufgeführten Qualifikationen verknüpft werden:

    a)  Kundenanforderungen analysieren,

    b)  Diagnosen und Fehleranalysen erstellen, bewerten und korrigieren;
        Vorschläge für Serviceleistungen erarbeiten,

    c)  technische Lösungen, insbesondere unter Berücksichtigung sicherheits-
        und gesundheitsrelevanter Vorsorgemaßnahmen erarbeiten, bewerten und
        korrigieren,

    d)  Geräte und Anlagen der Informationstechnik konfigurieren,

    e)  technische Daten bewerten und Verwendungszwecken zuordnen,

    f)  Konzepte für Energiemanagement entwerfen;

2.  Auftragsabwicklung

    Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist, bei der
    Auftragsabwicklung die ablaufbezogenen Maßnahmen, die für den
    technischen und wirtschaftlichen Erfolg eines
    Informationstechnikerbetriebs notwendig sind, kundenorientiert
    einzuleiten und abzuschließen. Bei der Aufgabenstellung sollen jeweils
    mehrere der nachfolgend aufgeführten Qualifikationen verknüpft werden:

    a)  Auftragsunterlagen auswerten und Auftragsabwicklungsprozesse unter
        Berücksichtigung des Einsatzes von Material, Geräten, Personal und
        qualitätssichernden Aspekten planen,

    b)  technische Arbeitspläne, insbesondere Skizzen und Zeichnungen
        erarbeiten, bewerten und korrigieren, auch unter Anwendung von
        elektronischen Datenverarbeitungssystemen,

    c)  Analyse von Genehmigungserfordernissen vornehmen und bewerten,

    d)  Unteraufträge vergeben und kontrollieren,

    e)  technische Prüfungen planen, Daten erfassen und bewerten sowie
        Prüfergebnisse dokumentieren,

    f)  Vor- und Nachkalkulation durchführen;

3.  Betriebsführung und Betriebsorganisation

    Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist, Aufgaben der
    Betriebsführung und Betriebsorganisation in einem
    Informationstechnikerbetrieb wahrzunehmen. Bei der Aufgabenstellung
    sollen jeweils mehrere der nachfolgend aufgeführten Qualifikationen
    verknüpft werden:

    a)  Arbeitspositionen zu Angebotspaketen zusammenfassen und Preise
        kalkulieren,

    b)  Stundenverrechnungssätze anhand einer vorgegebenen Kostenstruktur
        berechnen,

    c)  betriebliche Kennzahlen anhand vorgegebener Schemata ermitteln und
        nutzen,

    d)  auf der Grundlage der technischen Entwicklung und des Marktes die
        Geschäftsfeldentwicklung planen,

    e)  Personalentwicklungs- und -führungskonzepte entwerfen und umsetzen,

    f)  betriebliches Qualitätsmanagement planen und darstellen,

    g)  Mitarbeiter in Aufgabenstellungen einweisen und schulen,

    h)  Marketingmaßnahmen zur Kundenpflege und zur Gewinnung neuer Kunden
        entwickeln,

    i)  Informations- und Kommunikationssysteme in Bezug auf ihre
        betrieblichen Einsatzmöglichkeiten beschreiben und beurteilen,

    k)  berufsbezogene Gesetze, Normen, Regeln und Vorschriften anwenden,

    l)  die Haftung bei der Herstellung, der Instandhaltung und bei
        Serviceleistungen beurteilen,

    m)  Erfordernisse der Arbeitssicherheit, des Gesundheitsschutzes, des
        Datenschutzes und des Umweltschutzes darstellen; Gefahren beurteilen
        und Maßnahmen zur Gefahrenabwehr festlegen,

    n)  Betriebs-, Lager- und Baustellenausstattung sowie Logistik planen und
        darstellen.

(4) Die Prüfung im Teil II ist schriftlich durchzuführen. Sie soll
insgesamt nicht länger als neun Stunden dauern. Eine Prüfungsdauer von
sechs Stunden täglich darf nicht überschritten werden.

(5) Wurden in höchstens zwei der in Absatz 2 genannten Prüfungsfächer
jeweils mindestens 30 und weniger als 50 Punkte erreicht, kann in
einem dieser Prüfungsfächer eine mündliche Ergänzungsprüfung
durchgeführt werden, wenn diese das Bestehen des Teils II der
Meisterprüfung ermöglicht.

(6) Mindestvoraussetzung für das Bestehen des Teils II der
Meisterprüfung ist eine insgesamt ausreichende Prüfungsleistung. Über
das Ergebnis der Prüfung im Prüfungsfach nach Absatz 2 Nummer 1 stellt
der Meisterprüfungsausschuss dem Prüfling nach Bestehen des Teils II
der Meisterprüfung eine Bescheinigung aus. Die Prüfung des Teils II
ist nicht bestanden, wenn

1.  ein Prüfungsfach mit weniger als 30 Punkten bewertet worden ist oder

2.  nach durchgeführter Ergänzungsprüfung zwei Prüfungsfächer jeweils mit
    weniger als 50 Punkten bewertet worden sind.

Collections: bundestag_gesetze
InformationsTechMstrV
Level: 2.0