Source: https://www.gesetze-im-internet.de/brillverfmausbv/__8.html
Legislation: brillverfmausbv

Title: § 8 Abschlussprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Verfahrensmechaniker für Brillenoptik/zur Verfahrensmechanikerin für Brillenoptik (BrillVerfMAusbV)
§ 8 Abschlussprüfung

Paragraph: 8

Full Text:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Verfahrensmechaniker für Brillenoptik/zur Verfahrensmechanikerin für Brillenoptik (BrillVerfMAusbV)
§ 8 Abschlussprüfung

(1) Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage
aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im
Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Der Prüfling soll im Teil A der Prüfung in insgesamt höchstens 21
Stunden eine einem betrieblichen Auftrag entsprechende Aufgabe
durchführen und dokumentieren sowie in insgesamt höchstens 30 Minuten
hierüber ein Fachgespräch führen. Hierfür kommt insbesondere in
Betracht:

1.  Herstellen von Brillengläsern einschließlich Oberflächenveredlung und
    Konfektionierung sowie

2.  Messen, Prüfen und Kontrollieren auf geometrische Anforderungen,
    optische Eigenschaften und kosmetische Abweichungen einschließlich
    Arbeitsplanung, Ändern und Optimieren von Programmen für numerisch
    gesteuerte Geräte, Maschinen oder Anlagen.

Die Durchführung der Aufgabe wird mit praxisbezogenen Unterlagen
dokumentiert. Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er Arbeitsabläufe
und Teilaufgaben zielorientiert unter Beachtung wirtschaftlicher,
technischer, organisatorischer und zeitlicher Vorgaben selbständig
planen und umsetzen, Material disponieren, Fertigungsmaschinen
einrichten und in Betrieb nehmen kann, Fertigungsabläufe überwachen
und Kunden fachlich beraten kann. Durch das Fachgespräch soll der
Prüfling zeigen, dass er fachbezogene Probleme und deren Lösungen
darstellen, die für die Arbeitsaufgabe wesentlichen fachlichen
Hintergründe aufzeigen sowie die Vorgehensweise bei der Durchführung
begründen kann. Die Bearbeitung der Aufgabe einschließlich der
Dokumentation ist mit 70 Prozent und das Fachgespräch mit 30 Prozent
zu gewichten.

(3) Teil B der Prüfung besteht aus den drei Prüfungsbereichen:

1.  Fertigungstechnik,

2.  Mess- und Prüftechnik sowie

3.  Wirtschafts- und Sozialkunde.

In den Prüfungsbereichen Fertigungstechnik sowie Mess- und Prüftechnik
sind fachliche Probleme insbesondere mit verknüpften
informationstechnischen, technologischen und mathematischen
Sachverhalten zu analysieren, zu bewerten und geeignete Lösungswege
darzustellen. Hierfür kommt insbesondere in Betracht:

1.  Für den Prüfungsbereich Fertigungstechnik:

    Beschreiben der Vorgehensweise bei der Herstellung von Brillengläsern
    aus Glas und Kunststoff mit verschiedenen Fertigungsverfahren,
    Erstellen von Fertigungsunterlagen, Planen, Steuern und Optimieren von
    Arbeitsabläufen unter Berücksichtigung des Qualitätsmanagements.

    Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er die Arbeitssicherheits- und
    Umweltschutzbestimmungen berücksichtigen, die Verwendung von Werk- und
    Hilfsstoffen planen sowie Werkzeuge, Maschinen und Verfahren zuordnen
    kann. Weiter soll der Prüfling zeigen, dass er Problemanalysen
    durchführen kann, die für die Bearbeitung der Brillengläser
    erforderlich sind. Er soll zeigen, dass er Werkzeuge und Hilfsmittel
    unter Beachtung von technischen Vorgaben auswählen und Arbeitsschritte
    planen kann.

2.  Für den Prüfungsbereich Mess- und Prüftechnik:

    Beschreiben der Vorgehensweise beim Messen, Prüfen und Kontrollieren
    sowie bei der systematischen Eingrenzung von Fehlern im technischen
    System nach vorgegebenen Anforderungen im Rahmen des
    Qualitätsmanagements.

    Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er Probleme bei der Bearbeitung
    von Brillengläsern analysieren und Maßnahmen zur Behebung einleiten
    kann. Weiter soll der Prüfling zeigen, dass er Arbeitsschritte,
    Werkzeuge und Hilfsmittel unter Beachtung technischer Vorgaben, der
    Arbeitssicherheit, des Gesundheits- und Umweltschutzes auswählen und
    anwenden kann. Er soll zeigen, dass er funktionale Zusammenhänge von
    Geräten, Maschinen, Anlagen und deren Systeme erläutern, Mess- und
    Prüfverfahren auswählen und anwenden, Mess- und Prüfmittel einsetzen
    sowie Mess- und Prüfergebnisse dokumentieren und interpretieren kann.

3.  Für den Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde:

    Aufgaben, die sich auf praxisbezogene Fälle beziehen sollen,
    insbesondere aus folgenden Gebieten:

    Allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der
    Berufs- und Arbeitswelt.

(4) Für den Teil B der Prüfung ist von folgenden zeitlichen
Höchstwerten auszugehen:

*    *   1.

    *   im Prüfungsbereich Fertigungstechnik

    *   150 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsbereich Mess- und Prüftechnik

    *   150 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Innerhalb des Teils B sind die Prüfungsbereiche wie folgt zu
gewichten:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich Fertigungstechnik

    *   40 Prozent,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich Mess- und Prüftechnik

    *   40 Prozent,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   20 Prozent.

(6) Der Prüfungsteil B ist auf Antrag des Prüflings oder nach Ermessen
des Prüfungsausschusses in einzelnen Prüfungsbereichen durch eine
mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen der Prüfung
den Ausschlag geben kann. Bei der Ermittlung der Ergebnisse für die
mündlich geprüften Prüfungsbereiche sind die jeweiligen bisherigen
Ergebnisse und die entsprechenden Ergebnisse der mündlichen
Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2:1 zu gewichten.

(7) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils in den Teilen A und B der
Prüfung mindestens ausreichende Leistungen erbracht sind. Werden die
Prüfungsleistungen in der Aufgabe einschließlich Dokumentation, im
Fachgespräch oder in einem der drei Prüfungsbereiche mit ungenügend
bewertet, so ist die Prüfung nicht bestanden.

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Level: 2.0