Source: https://www.gesetze-im-internet.de/hwo/__26.html
Legislation: hwo

Title: § 26

Description:
Gesetz zur Ordnung des Handwerks (HwO)
Zweiter Teil - Berufsbildung im Handwerk
Zweiter Abschnitt - Ausbildungsordnung, Änderung der Ausbildungszeit
§ 26

Paragraph: 26

Full Text:
Gesetz zur Ordnung des Handwerks (HwO)
Zweiter Teil - Berufsbildung im Handwerk
Zweiter Abschnitt - Ausbildungsordnung, Änderung der Ausbildungszeit
§ 26

(1) Die Ausbildungsordnung hat festzulegen

1.  die Bezeichnung des Ausbildungsberufes, der anerkannt wird; sie kann
    von der Gewerbebezeichnung abweichen, muss jedoch inhaltlich von der
    Gewerbebezeichnung abgedeckt sein,

2.  die Ausbildungsdauer; sie soll nicht mehr als drei und nicht weniger
    als zwei Jahre betragen,

3.  die beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten, die
    mindestens Gegenstand der Berufsausbildung sind
    (Ausbildungsberufsbild),

4.  eine Anleitung zur sachlichen und zeitlichen Gliederung der
    Vermittlung der beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten
    (Ausbildungsrahmenplan),

5.  die Prüfungsanforderungen.

Bei der Festlegung der Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten nach
Satz 1 Nummer 3 ist insbesondere die technologische und digitale
Entwicklung zu beachten.

(2) Die Ausbildungsordnung kann vorsehen,

1.  dass die Gesellenprüfung in zwei zeitlich auseinander fallenden Teilen
    durchgeführt wird,

2.  dass im Fall einer Regelung nach Nummer 1 bei nicht bestandener
    Gesellenprüfung in einem drei- oder dreieinhalbjährigen
    Ausbildungsberuf, der auf einem zweijährigen Ausbildungsberuf aufbaut,
    der Abschluss des zweijährigen Ausbildungsberufs erworben wird, sofern
    im ersten Teil der Gesellenprüfung mindestens ausreichende
    Prüfungsleistungen erbracht worden sind,

3.  dass Auszubildende bei erfolgreichem Abschluss eines zweijährigen
    Ausbildungsberufs vom ersten Teil der Gesellenprüfung oder einer
    Zwischenprüfung eines darauf aufbauenden drei- oder
    dreieinhalbjährigen Ausbildungsberufs befreit sind,

4.  dass abweichend von § 25 Absatz 4 die Berufsausbildung in diesem
    Ausbildungsberuf unter Anrechnung der bereits zurückgelegten
    Ausbildungszeit fortgesetzt werden kann, wenn die Vertragsparteien
    dies vereinbaren,

5.  dass auf die Dauer der durch die Ausbildungsordnung geregelten
    Berufsausbildung die Dauer einer anderen abgeschlossenen
    Berufsausbildung ganz oder teilweise anzurechnen ist,

6.  dass über das in Absatz 1 Satz 1 Nummer 3 beschriebene
    Ausbildungsberufsbild hinaus zusätzliche berufliche Fertigkeiten,
    Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt werden können, die die
    berufliche Handlungsfähigkeit ergänzen oder erweitern,

7.  dass Teile der Berufsausbildung in geeigneten Einrichtungen außerhalb
    der Ausbildungsstätte durchgeführt werden, wenn und soweit es die
    Berufsausbildung erfordert (überbetriebliche Berufsausbildung).

Im Fall des Satzes 1 Nummer 2 bedarf es eines Antrags der Lehrlinge
(Auszubildenden). Im Fall des Satzes 1 Nummer 5 bedarf es der
Vereinbarung der Vertragsparteien. Im Rahmen der Ordnungsverfahren
soll stets geprüft werden, ob Regelungen nach Satz 1 Nummer 1 bis 3
und 5 sinnvoll und möglich sind.

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