Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bimschv_13_2021/__19.html
Legislation: bimschv_13_2021

Title: § 19 Auswertung und Beurteilung von kontinuierlichen Messungen

Description:
Dreizehnte Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchV 13 2021)
Abschnitt 1 - Gemeinsame Vorschriften
Unterabschnitt 3 - Gemeinsame Vorschriften zur Messung, Überwachung und Berichterstattung
§ 19 Auswertung und Beurteilung von kontinuierlichen Messungen

Paragraph: 19

Full Text:
Dreizehnte Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchV 13 2021)
Abschnitt 1 - Gemeinsame Vorschriften
Unterabschnitt 3 - Gemeinsame Vorschriften zur Messung, Überwachung und Berichterstattung
§ 19 Auswertung und Beurteilung von kontinuierlichen Messungen

(1) Während des Betriebs der Anlage ist aus den nach § 17 ermittelten
Messwerten für jede halbe Stunde jeweils der Halbstundenmittelwert zu
bilden und nach Anlage 5 auf den Bezugssauerstoffgehalt umzurechnen.
Für die Stoffe, deren Emissionen durch Abgasreinigungseinrichtungen
gemindert und begrenzt werden, darf die Umrechnung der Messwerte in
Tages- und Halbstundenmittelwerte nur für die Zeiten erfolgen, in
denen der gemessene Sauerstoffgehalt über dem Bezugssauerstoffgehalt
liegt. Aus den Halbstundenmittelwerten ist für jeden Tag der
Tagesmittelwert, bezogen auf die tägliche Betriebszeit, zu bilden.
Jeder Tagesmittelwert, der aus mehr als sechs Halbstundenmittelwerten
gebildet wird, welche wegen Störung oder Wartung des kontinuierlichen
Messsystems ungültig sind, ist ungültig. Sind mehr als zehn
Tagesmittelwerte im Jahr wegen solcher Situationen ungültig, hat der
Betreiber geeignete Maßnahmen einzuleiten, um die Zuverlässigkeit des
kontinuierlichen Überwachungssystems zu verbessern und die Behörde
unaufgefordert innerhalb von vier Wochen über die eingeleiteten
Maßnahmen zu informieren. Für An- und Abfahrvorgänge, bei denen ein
Überschreiten des Zweifachen der festgelegten Emissionsgrenzwerte
nicht verhindert werden kann, sind durch die zuständige Behörde
Sonderregelungen zu treffen.

(2) Jahresmittelwerte hat der Betreiber auf der Grundlage der
validierten Halbstundenmittelwerte ohne Anwendung von Absatz 1 Satz 2
zu berechnen; hierzu sind die validierten Halbstundenmittelwerte eines
Kalenderjahres ohne Anwendung von Absatz 1 Satz 2 zusammenzuzählen und
durch die Anzahl der validierten Halbstundenmittelwerte zu teilen.

(3) Monatsmittelwerte hat der Betreiber auf der Grundlage der
validierten Halbstundenmittelwerte zu berechnen; hierzu sind über
einen gleitenden Zeitraum von 30 Tagen die validierten
Halbstundenmittelwerte zusammenzuzählen und durch die Anzahl der
validierten Halbstundenmittelwerte zu teilen.

(4) Über die Ergebnisse der kontinuierlichen Messungen hat der
Betreiber für jedes Kalenderjahr einen Messbericht zu erstellen und
der zuständigen Behörde bis zum Ablauf des 31. März des Folgejahres
vorzulegen. Der Betreiber hat den Bericht nach Satz 1 sowie die
zugehörigen Aufzeichnungen der Messgeräte nach dem Ende des
Berichtszeitraums nach Satz 1 fünf Jahre lang aufzubewahren. Soweit
die Messergebnisse der zuständigen Behörde durch geeignete
telemetrische Übermittlung vorliegen, entfällt die Pflicht nach Satz
1, ihr den Messbericht vorzulegen.

(5) Die Emissionsgrenzwerte sind eingehalten, wenn

1.  kein Ergebnis eines nach Anlage 4 validierten Jahres-, Monats-, Tages-
    und Halbstundenmittelwertes den jeweils maßgebenden Emissionsgrenzwert
    überschreitet und

2.  kein Ergebnis den jeweils maßgebenden Schwefelabscheidegrad und den
    Entschwefelungsgrad der Rauchgasentschwefelungseinrichtung
    unterschreitet.

(6) Bei Anwendung der Langzeitprobenahme zur Bestimmung der Emissionen
an Quecksilber und seinen Verbindungen, angegeben als Quecksilber,
nach § 18 Absatz 8 gilt der im Jahresmittel einzuhaltende
Emissionsgrenzwert als eingehalten, wenn der Durchschnittswert der im
Jahr erhaltenen Messwerte den vorgeschriebenen Grenzwert nicht
übersteigt.

Collections: bundestag_gesetze
BImSchV-13-2021
Level: 4.0