Source: https://www.gesetze-im-internet.de/polierprv_2012/__4.html
Legislation: polierprv_2012

Title: § 4 Prüfungsteil „Baubetrieb“

Description:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Geprüfter Polier und Geprüfte Polierin (PolierPrV 2012)
§ 4 Prüfungsteil „Baubetrieb“

Paragraph: 4

Full Text:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Geprüfter Polier und Geprüfte Polierin (PolierPrV 2012)
§ 4 Prüfungsteil „Baubetrieb“

(1) Im Prüfungsteil „Baubetrieb“ soll die Befähigung nachgewiesen
werden, Prozesse bei der Vorbereitung und Einrichtung einer Baustelle
sowie während der Bauausführung zu steuern. In diesem Rahmen können
folgende Qualifikationen geprüft werden:

1.  Mitwirken bei der Baustellenvorbereitung auch unter Anwendung
    rechnergestützter Systeme zur Festlegung von Einzelheiten in der
    Bauausführung;

2.  Einrichten einer Baustelle, insbesondere unter Berücksichtigung der
    Zeitplanung, der Arbeitsvorbereitung, der Baustellenorganisation und
    -sicherung, des wirtschaftlichen Personal- und Betriebsmitteleinsatzes
    sowie der Lagerung von Baustoffen;

3.  Übernehmen einer in Betrieb befindlichen Baustelle, insbesondere
    Feststellen des technischen, wirtschaftlichen und terminlichen Ist-
    Zustandes; Sichern der Fortführung laufender Einzelmaßnahmen
    einschließlich der Dokumentation;

4.  Koordinieren, Kontrollieren und Überwachen des Arbeitsablaufes sowie
    der Bauausführung, insbesondere unter Berücksichtigung der
    Terminplanung, der Quantität und Qualität der Baumaterialien sowie der
    technologischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Belange;

5.  Auflösen einer Baustelle, insbesondere Erfassen der für die
    Bauabrechnung wichtigen Angaben, Organisieren des Abtransportes der
    Baubetriebsmittel.

(2) Die im Absatz 1 aufgeführten Qualifikationen sind unter besonderer
Berücksichtigung der Betriebsorganisation, des Arbeits- und
Gesundheitsschutzes, der Arbeitssicherheit, des Datenschutzes, des
Umweltschutzes, der Baunormen, des Bauvertragsrechts, des
Qualitätsmanagements sowie von Informations- und
Kommunikationstechniken nachzuweisen. In diesem Rahmen können folgende
Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Sicherstellen der erforderlichen Maßnahmen des Arbeits-, Umwelt- und
    Gesundheitsschutzes sowie der Arbeitssicherheit;

2.  Dokumentieren des täglichen Baufortschritts, insbesondere der
    Vorkommnisse sowie der geleisteten Arbeitszeit; Erkennen und Erfassen
    der für die Bauabrechnung wichtigen einzelnen Arbeitsgänge;

3.  Planen, Koordinieren und Realisieren von Qualitätssicherungsmaßnahmen
    unter Beachtung des betrieblichen Qualitätsmanagementsystems;

4.  Präsentieren und Vertreten von Konzeptionen, Lösungen und getroffenen
    Entscheidungen; auch gegenüber Dritten;

5.  Erkennen und Beurteilen von auf die Baustelle bezogenen
    betriebswirtschaftlichen Zusammenhängen und Einleiten sowie Überwachen
    von Maßnahmen;

6.  Anwenden von auf die Baustelle bezogenen Gesetzen, Vorschriften und
    Normen.

(3) Zum Nachweis der Qualifikationen ist eine Projektarbeit über eine
Baumaßnahme oder einen Teil einer Baumaßnahme einschließlich
Dokumentation anzufertigen. Die zu prüfende Person reicht hierzu einen
Vorschlag aus der Berufspraxis ein. Der Prüfungsausschuss führt
darüber ein Beratungsgespräch und trifft eine Zielvereinbarung über
Inhalte, Art und Umfang der zu erstellenden Dokumentation sowie den
Abgabetermin. Zwischen dem Tag des Beratungsgesprächs und dem
Abgabetermin der Dokumentation darf längstens ein Zeitraum von 30
Kalendertagen liegen.

(4) Entspricht die Dokumentation der Projektarbeit der
Zielvereinbarung nach Absatz 3, sind die Inhalte vor dem
Prüfungsausschuss zu präsentieren. Die Form der Präsentation und der
Einsatz technischer Mittel stehen der zu prüfenden Person frei. Die
verwendeten Präsentationsunterlagen sind dem Prüfungsausschuss zu
überlassen. Nach der Präsentation schließt sich ein Fachgespräch an,
das auf der Grundlage der Dokumentation und der Präsentation geführt
wird. Die Präsentation soll mindestens zehn Minuten und höchstens 15
Minuten, das Fachgespräch und die Präsentation zusammen mindestens 30
Minuten und höchstens 45 Minuten dauern.

Collections: bundestag_gesetze
PolierPrV-2012
Level: 2.0