Source: https://www.gesetze-im-internet.de/agrarzahlverpflv/__8.html
Legislation: agrarzahlverpflv

Title: § 8 Keine Beseitigung von Landschaftselementen

Description:
Verordnung über die Einhaltung von Grundanforderungen und Standards im Rahmen unionsrechtlicher Vorschriften über Agrarzahlungen (AgrarZahlVerpflV)
Abschnitt 2 - Anforderungen an die Erhaltung von Flächen in gutem landwirtschaftlichen und ökologischen Zustand
§ 8 Keine Beseitigung von Landschaftselementen

Paragraph: 8

Full Text:
Verordnung über die Einhaltung von Grundanforderungen und Standards im Rahmen unionsrechtlicher Vorschriften über Agrarzahlungen (AgrarZahlVerpflV)
Abschnitt 2 - Anforderungen an die Erhaltung von Flächen in gutem landwirtschaftlichen und ökologischen Zustand
§ 8 Keine Beseitigung von Landschaftselementen

(1) Landschaftselemente dürfen nicht beseitigt werden.
Landschaftselemente im Sinne von Satz 1 sind

1.  Hecken oder Knicks: lineare Strukturelemente, die überwiegend mit
    Gehölzen bewachsen sind und eine Mindestlänge von 10 Metern sowie eine
    Durchschnittsbreite von bis zu 15 Metern aufweisen, wobei kleinere
    unbefestigte Unterbrechungen unschädlich sind,

2.  Baumreihen: mindestens fünf linear angeordnete, nicht
    landwirtschaftlich genutzte Bäume entlang einer Strecke von mindestens
    50 Metern Länge,

3.  Feldgehölze: überwiegend mit gehölzartigen Pflanzen bewachsene
    Flächen, die nicht der landwirtschaftlichen Erzeugung dienen, mit
    einer Größe von mindestens 50 Quadratmetern bis höchstens 2 000
    Quadratmetern; Flächen, für die eine Beihilfe zur Aufforstung oder
    eine Aufforstungsprämie gewährt worden ist, gelten nicht als
    Feldgehölze,

4.  Feuchtgebiete mit einer Größe von höchstens 2 000 Quadratmetern:

    a)  in Biotopen, die nach § 30 Absatz 2 Satz 1 Nummer 1 und 2 des
        Bundesnaturschutzgesetzes oder weitergehenden landesrechtlichen
        Vorschriften geschützt und über die Biotopkartierung erfasst sind,

    b)  Tümpel, Sölle, Dolinen und

    c)  andere mit Buchstabe b vergleichbare Feuchtgebiete,

5.  Einzelbäume: Bäume, die als Naturdenkmäler im Sinne von § 28 des
    Bundesnaturschutzgesetzes geschützt sind,

6.  Feldraine: überwiegend mit gras- und krautartigen Pflanzen bewachsene,
    schmale, lang gestreckte Flächen mit einer Gesamtbreite von mehr als
    zwei Metern, die innerhalb von oder zwischen landwirtschaftlichen
    Nutzflächen liegen oder an diese angrenzen und auf denen keine
    landwirtschaftliche Erzeugung stattfindet,

7.  Trocken- und Natursteinmauern: Mauern aus mit Erde oder Lehm verfugten
    oder nicht verfugten Feld- oder Natursteinen von mehr als fünf Metern
    Länge, die nicht Bestandteil einer Terrasse nach Nummer 10 sind,

8.  Lesesteinwälle: Aufschüttungen von Lesesteinen von mehr als fünf
    Metern Länge,

9.  Fels- und Steinriegel sowie naturversteinte Flächen mit einer Größe
    von höchstens 2 000 Quadratmetern,

10. Terrassen: von Menschen unter Verwendung von Hilfsmaterialien
    angelegte, linear-vertikale Strukturen in der Agrarlandschaft, die
    dazu bestimmt sind, die Hangneigung von Nutzflächen zu verringern.

(2) Trocken- und Natursteinmauern im Sinne von Absatz 1 Nummer 7, die
zugleich Bestandteil einer Terrasse im Sinne von Absatz 1 Nummer 10
sind, dürfen nicht beseitigt werden.

(3) § 39 Absatz 5 Satz 1 Nummer 2 und Satz 2 bis 4 des
Bundesnaturschutzgesetzes in Verbindung mit dem darauf gestützten
Landesrecht gilt entsprechend bei

1.  Hecken und Knicks,

2.  Bäumen in Baumreihen,

3.  Feldgehölzen und

4.  Einzelbäumen.

(4) Die Landesregierungen können durch Rechtsverordnung ergänzend zu
Absatz 1 weitere Landschaftselemente festlegen, die im Sinne von
Absatz 1 Satz 1 nicht beseitigt werden dürfen, soweit dies
erforderlich ist, um besonderen regionalen Gegebenheiten Rechnung
tragen zu können.

(5) Mit dem Beseitigungsverbot der Absätze 1 und 2, auch in Verbindung
mit einer Rechtsverordnung nach Absatz 4, ist eine Pflicht zur Pflege
nicht verbunden.

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AgrarZahlVerpflV
Level: 3.0