Source: https://www.gesetze-im-internet.de/kagb/__197.html
Legislation: kagb

Title: § 197 Gesamtgrenze; Derivate; Verordnungsermächtigung

Description:
Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB)
Kapitel 2 - Publikumsinvestmentvermögen
Abschnitt 2 - Investmentvermögen gemäß der OGAW-Richtlinie
§ 197 Gesamtgrenze; Derivate; Verordnungsermächtigung

Paragraph: 197

Full Text:
Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB)
Kapitel 2 - Publikumsinvestmentvermögen
Abschnitt 2 - Investmentvermögen gemäß der OGAW-Richtlinie
§ 197 Gesamtgrenze; Derivate; Verordnungsermächtigung

(1) Der inländische OGAW darf nur in Derivate, die von Wertpapieren,
Geldmarktinstrumenten, Investmentanteilen gemäß § 196, Finanzindizes
im Sinne des Artikels 9 Absatz 1 der Richtlinie 2007/16/EG,
Zinssätzen, Wechselkursen oder Währungen, in die der inländische OGAW
nach seinen Anlagebedingungen investieren darf, abgeleitet sind, zu
Investmentzwecken investieren. Satz 1 gilt entsprechend für
Finanzinstrumente mit derivativer Komponente im Sinne des Artikels 10
Absatz 1 der Richtlinie 2007/16/EG.

(2) Die OGAW-Verwaltungsgesellschaft muss sicherstellen, dass sich das
Marktrisikopotenzial eines inländischen OGAW durch den Einsatz von
Derivaten und Finanzinstrumenten mit derivativer Komponente gemäß
Absatz 1 höchstens verdoppelt.

(3) Das Bundesministerium der Finanzen wird ermächtigt, durch
Rechtsverordnung, die nicht der Zustimmung des Bundesrates bedarf,

1.  die Beschaffenheit von zulässigen Risikomesssystemen für Derivate
    einschließlich der Bemessungsmethode des Marktrisikopotenzials
    festzulegen,

2.  vorzuschreiben, wie die Derivate auf die Grenzen gemäß den §§ 206 und
    207 anzurechnen sind,

3.  nähere Bestimmungen über Derivate zu erlassen, die nicht zum Handel an
    einer Börse zugelassen oder an einem anderen organisierten Markt
    zugelassen oder in diesen einbezogen sind,

4.  Bestimmungen über die Berechnung und Begrenzung des
    Anrechnungsbetrages für das Kontrahentenrisiko nach § 206 Absatz 5
    Satz 1 Nummer 3 festzulegen,

5.  Aufzeichnungs- und Unterrichtungspflichten festzulegen,

6.  weitere Voraussetzungen für den Abschluss von Geschäften, die Derivate
    zum Gegenstand haben, festzulegen, insbesondere für Derivate, deren
    Wertentwicklung zur Wertentwicklung des dazugehörigen Basiswertes
    entgegengesetzt verläuft.

Das Bundesministerium der Finanzen kann die Ermächtigung durch
Rechtsverordnung auf die Bundesanstalt übertragen.

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