Source: https://www.gesetze-im-internet.de/waffg_2002/__12.html
Legislation: waffg_2002

Title: § 12 Ausnahmen von den Erlaubnispflichten

Description:
Waffengesetz (WaffG 2002)
Abschnitt 2 - Umgang mit Waffen oder Munition
Unterabschnitt 2 - Erlaubnisse für einzelne Arten des Umgangs mit Waffen oder Munition, Ausnahmen
§ 12 Ausnahmen von den Erlaubnispflichten

Paragraph: 12

Full Text:
Waffengesetz (WaffG 2002)
Abschnitt 2 - Umgang mit Waffen oder Munition
Unterabschnitt 2 - Erlaubnisse für einzelne Arten des Umgangs mit Waffen oder Munition, Ausnahmen
§ 12 Ausnahmen von den Erlaubnispflichten

(1) Einer Erlaubnis zum Erwerb und Besitz einer Waffe bedarf nicht,
wer diese

1.  als Inhaber einer Waffenbesitzkarte von einem Berechtigten

    a)  lediglich vorübergehend, höchstens aber für einen Monat für einen von
        seinem Bedürfnis umfassten Zweck oder im Zusammenhang damit, oder

    b)  vorübergehend zum Zweck der sicheren Verwahrung oder der Beförderung

    erwirbt;

2.  vorübergehend von einem Berechtigten zur gewerbsmäßigen Beförderung,
    zur gewerbsmäßigen Lagerung oder zur gewerbsmäßigen Ausführung von
    Verschönerungen oder ähnlicher Arbeiten an der Waffe erwirbt;

3.  von einem oder für einen Berechtigten erwirbt, wenn und solange er

    a)  auf Grund eines Arbeits- oder Ausbildungsverhältnisses,

    b)  als Beauftragter oder Mitglied einer jagdlichen oder schießsportlichen
        Vereinigung, einer anderen sportlichen Vereinigung zur Abgabe von
        Startschüssen oder einer zur Brauchtumspflege Waffen tragenden
        Vereinigung,

    c)  als Beauftragter einer in § 55 Abs. 1 Satz 1 bezeichneten Stelle,

    d)  als Charterer von seegehenden Schiffen zur Abgabe von Seenotsignalen

    den Besitz über die Waffe nur nach den Weisungen des Berechtigten
    ausüben darf;

4.  von einem anderen,

    a)  dem er die Waffe vorübergehend überlassen hat, ohne dass es hierfür
        der Eintragung in die Erlaubnisurkunde bedurfte, oder

    b)  nach dem Abhandenkommen

    wieder erwirbt;

5.  auf einer Schießstätte (§ 27) lediglich vorübergehend zum Schießen auf
    dieser Schießstätte erwirbt;

6.  auf einer Reise in den oder durch den Geltungsbereich des Gesetzes
    nach § 32 berechtigt mitnimmt.

(2) Einer Erlaubnis zum Erwerb und Besitz von Munition bedarf nicht,
wer diese

1.  unter den Voraussetzungen des Absatzes 1 Nr. 1 bis 4 erwirbt;

2.  unter den Voraussetzungen des Absatzes 1 Nr. 5 zum sofortigen
    Verbrauch lediglich auf dieser Schießstätte (§ 27) erwirbt;

3.  auf einer Reise in den oder durch den Geltungsbereich des Gesetzes
    nach § 32 berechtigt mitnimmt.

(3) Einer Erlaubnis zum Führen von Waffen bedarf nicht, wer

1.  diese mit Zustimmung eines anderen in dessen Wohnung, Geschäftsräumen
    oder befriedetem Besitztum oder dessen Schießstätte zu einem von
    seinem Bedürfnis umfassten Zweck oder im Zusammenhang damit führt;

2.  diese nicht schussbereit und nicht zugriffsbereit von einem Ort zu
    einem anderen Ort befördert, sofern der Transport der Waffe zu einem
    von seinem Bedürfnis umfassten Zweck oder im Zusammenhang damit
    erfolgt;

3.  eine Langwaffe nicht schussbereit den Regeln entsprechend als
    Teilnehmer an genehmigten Sportwettkämpfen auf festgelegten
    Wegstrecken führt;

4.  eine Signalwaffe beim Bergsteigen, als verantwortlicher Führer eines
    Wasserfahrzeugs auf diesem Fahrzeug oder bei Not- und Rettungsübungen
    führt;

5.  eine Schreckschuss- oder eine Signalwaffe zur Abgabe von Start- oder
    Beendigungszeichen bei Sportveranstaltungen führt, wenn optische oder
    akustische Signalgebung erforderlich ist;

6.  in Fällen der vorübergehenden Aufbewahrung von Waffen außerhalb der
    Wohnung diesen ein wesentliches Teil entnimmt und mit sich führt;
    mehrere mitgeführte wesentliche Teile dürfen nicht zu einer
    schussfähigen Waffe zusammengefügt werden können.

(4) Einer Erlaubnis zum Schießen mit einer Schusswaffe bedarf nicht,
wer auf einer Schießstätte (§ 27) schießt. Das Schießen außerhalb von
Schießstätten ist darüber hinaus ohne Schießerlaubnis nur zulässig

1.  durch den Inhaber des Hausrechts oder mit dessen Zustimmung im
    befriedeten Besitztum

    a)  mit Schusswaffen, deren Geschossen eine Bewegungsenergie von nicht
        mehr als 7,5 Joule (J) erteilt wird oder deren Bauart nach § 7 des
        Beschussgesetzes zugelassen ist, sofern die Geschosse das Besitztum
        nicht verlassen können,

    b)  mit Schusswaffen, aus denen nur Kartuschenmunition verschossen werden
        kann,

2.  durch Personen, die den Regeln entsprechend als Teilnehmer an
    genehmigten Sportwettkämpfen nach Absatz 3 Nr. 3 mit einer Langwaffe
    an Schießständen schießen,

3.  mit Schusswaffen, aus denen nur Kartuschenmunition verschossen werden
    kann,

a)  durch Mitwirkende an Theateraufführungen und diesen gleich zu
    achtenden Vorführungen,

    b)  zum Vertreiben von Vögeln in landwirtschaftlichen Betrieben,

4.  mit Signalwaffen bei Not- und Rettungsübungen,

5.  mit Schreckschuss- oder mit Signalwaffen zur Abgabe von Start- oder
    Beendigungszeichen im Auftrag der Veranstalter bei
    Sportveranstaltungen, wenn optische oder akustische Signalgebung
    erforderlich ist.

(5) Die zuständige Behörde kann im Einzelfall weitere Ausnahmen von
den Erlaubnispflichten zulassen, wenn besondere Gründe vorliegen und
Belange der öffentlichen Sicherheit und Ordnung nicht entgegenstehen.

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WaffG-2002
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