Source: https://www.gesetze-im-internet.de/kagb/__306a.html
Legislation: kagb

Title: § 306a Einrichtung beim Vertrieb an Privatanleger

Description:
Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB)
Kapitel 4 - Vorschriften für den Vertrieb und den Erwerb von Investmentvermögen
Abschnitt 1 - Vorschriften für den Vertrieb und den Erwerb von Investmentvermögen
Unterabschnitt 2 - Vorschriften für den Vertrieb und den Erwerb von AIF in Bezug auf Privatanleger und für den Vertrieb und den Erwerb von OGAW
§ 306a Einrichtung beim Vertrieb an Privatanleger

Paragraph: 306a

Full Text:
Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB)
Kapitel 4 - Vorschriften für den Vertrieb und den Erwerb von Investmentvermögen
Abschnitt 1 - Vorschriften für den Vertrieb und den Erwerb von Investmentvermögen
Unterabschnitt 2 - Vorschriften für den Vertrieb und den Erwerb von AIF in Bezug auf Privatanleger und für den Vertrieb und den Erwerb von OGAW
§ 306a Einrichtung beim Vertrieb an Privatanleger

(1) Beabsichtigt eine OGAW-Verwaltungsgesellschaft Anteile an einem
OGAW im Geltungsbereich dieses Gesetzes zu vertreiben oder
beabsichtigt eine AIF-Verwaltungsgesellschaft Anteile eines AIF im
Geltungsbereich dieses Gesetzes an Privatanleger zu vertreiben, so hat
sie eine Einrichtung bereitzustellen, die

1.  Zeichnungs-, Zahlungs-, Rücknahme- und Umtauschaufträge von Anlegern
    für Anteile des OGAW oder AIF nach Maßgabe der in § 297 Absatz 4 Satz
    1 genannten Verkaufsunterlagen festgelegten Voraussetzungen
    verarbeitet;

2.  Anleger darüber informiert, wie die unter Nummer 1 genannten Aufträge
    erteilt werden können und wie Rücknahmeerlöse ausgezahlt werden;

3.  den Zugang zu Verfahren und Vorkehrungen gemäß § 28 Absatz 2 Nummer 1
    in Bezug auf die Wahrnehmung von Anlegerrechten aus Anlagen in OGAW im
    Geltungsbereich dieses Gesetzes erleichtert und darüber informiert
    oder über die Wahrnehmung von Anlegerrechten aus Anlagen in AIF im
    Geltungsbereich dieses Gesetzes informiert;

4.  die Anleger mit den in § 297 Absatz 4 Satz 1 genannten
    Verkaufsunterlagen und mit den in § 298 Absatz 1, § 299 Absatz 1 bis 3
    und 4 Satz 2 bis 4, § 300 Absatz 1, 2 und 4 und § 301 genannten
    Unterlagen und Informationen zur Ansicht und zur Anfertigung von
    Kopien versorgt;

5.  Anlegern relevante Informationen über die Aufgaben, die die
    Einrichtung erfüllt, auf einem dauerhaften Datenträger zur Verfügung
    stellt, und

6.  als Kontaktstelle für die Kommunikation mit der Bundesanstalt
    fungiert.

(2) Die in Absatz 1 genannten Aufgaben können auch von oder zusammen
mit einem Dritten, der den Regelungen, die für die wahrzunehmenden
Aufgaben gelten, und der Aufsicht unterliegt, die für die
wahrzunehmenden Aufgaben gilt, erfüllt werden. Sofern die Aufgaben
durch einen Dritten erfüllt werden sollen, wird die Benennung dieses
Dritten in einem schriftlichen Vertrag vereinbart, in dem festgelegt
wird,

1.  welche der in Absatz 1 genannten Aufgaben nicht von der
    Verwaltungsgesellschaft erfüllt werden sollen und

2.  dass der Dritte von der Verwaltungsgesellschaft alle relevanten
    Informationen und Unterlagen erhalten wird.

(3) Die Verwaltungsgesellschaft stellt sicher, dass die Einrichtung in
der Lage ist, die in Absatz 1 genannten Aufgaben in deutscher Sprache
und auch elektronisch zu erfüllen. Eine physische Präsenz oder die
Benennung eines Dritten für die Zwecke des Absatzes 1 ist nicht
notwendig.

Collections: bundestag_gesetze
KAGB
Level: 5.0