Source: https://www.gesetze-im-internet.de/pflaprv/__3.html
Legislation: pflaprv

Title: § 3 Praktische Ausbildung

Description:
Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe (PflAPrV)
Teil 1 - Berufliche Pflegeausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann
Abschnitt 1 - Ausbildung und Leistungsbewertung
§ 3 Praktische Ausbildung

Paragraph: 3

Full Text:
Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe (PflAPrV)
Teil 1 - Berufliche Pflegeausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann
Abschnitt 1 - Ausbildung und Leistungsbewertung
§ 3 Praktische Ausbildung

(1) Während der praktischen Ausbildung nach § 1 Absatz 2 Nummer 2 sind
die Kompetenzen zu vermitteln, die zur Erreichung des Ausbildungsziels
nach § 5 des Pflegeberufegesetzes erforderlich sind. Die
Auszubildenden werden befähigt, die im Unterricht und in der
praktischen Ausbildung erworbenen Kompetenzen aufeinander zu beziehen,
miteinander zu verbinden und weiterzuentwickeln. Stellt der Träger der
praktischen Ausbildung bei der zuständigen Behörde einen Antrag auf
Erteilung der Genehmigung nach § 6 Absatz 3 Satz 5 des
Pflegeberufegesetzes, legt er in einem Konzept dar, dass das Ziel des
jeweiligen Praxiseinsatzes, insbesondere das Ziel, als Mitglied eines
Pflegeteams in unmittelbarem Kontakt mit zu pflegenden Menschen zu
lernen, durch den beantragten Umfang der Ersetzung durch praktische
Lerneinheiten an der Pflegeschule nicht gefährdet wird.

(2) Die praktische Ausbildung beim Träger der praktischen Ausbildung
soll mindestens 1 300 Stunden umfassen. Ein Pflichteinsatz nach § 7
Absatz 1 des Pflegeberufegesetzes und der Orientierungseinsatz sind
beim Träger der praktischen Ausbildung durchzuführen. Der
Vertiefungseinsatz soll beim Träger der praktischen Ausbildung
durchgeführt werden. Er ist in dem für den Vertiefungseinsatz
gewählten Versorgungsbereich gemäß dem Ausbildungsvertrag
durchzuführen.

(2a) Abweichend von Absatz 2 Satz 2 ist die Aufteilung des beim Träger
der praktischen Ausbildung durchzuführenden Pflichteinsatzes nach § 7
Absatz 1 des Pflegeberufegesetzes auf eine zweite Einrichtung
zulässig, soweit die Vermittlung der Kompetenzen nach Anlage 1
ansonsten nicht in vollem Umfang gewährleistet werden kann. Auch die
zweite Einrichtung muss die Anforderungen an die Geeignetheit zur
Durchführung des Pflichteinsatzes nach den für den Träger der
praktischen Ausbildung geltenden Vorschriften erfüllen. Die übrigen
Einsätze im Rahmen der praktischen Ausbildung sind jeweils ungeteilt
in einer Einrichtung durchzuführen.

(3) Die praktische Ausbildung beginnt beim Träger der praktischen
Ausbildung mit dem Orientierungseinsatz. Die Pflichteinsätze in den
allgemeinen Versorgungsbereichen der Pflege nach § 7 Absatz 1 des
Pflegeberufegesetzes sowie der Pflichteinsatz in der pädiatrischen
Versorgung nach § 7 Absatz 2 des Pflegeberufegesetzes sind in den
ersten zwei Dritteln der Ausbildungszeit durchzuführen. Der
Pflichteinsatz in der allgemein-, geronto-, kinder- oder
jugendpsychiatrischen Versorgung, der Vertiefungseinsatz sowie die
weiteren Einsätze sind im letzten Ausbildungsdrittel durchzuführen.
Die genaue zeitliche Reihenfolge wird im Ausbildungsplan festgelegt.

(4) Soweit während eines Einsatzes einer Auszubildenden oder eines
Auszubildenden nach § 7 Absatz 2 des Pflegeberufegesetzes in der
jeweiligen Einrichtung keine Pflegefachkräfte tätig sind, ist im
Hinblick auf die Anforderungen nach § 7 Absatz 5 Satz 1 des
Pflegeberufegesetzes ein angemessenes Verhältnis von Auszubildenden zu
anderen, zur Vermittlung der Ausbildungsinhalte geeigneten Fachkräften
zu gewährleisten.

(5) Der von den Auszubildenden schriftlich oder elektronisch zu
führende Ausbildungsnachweis nach § 17 Satz 2 Nummer 3 des
Pflegeberufegesetzes ist von der Pflegeschule so zu gestalten, dass
sich aus ihm die Ableistung der praktischen Ausbildungsanteile in
Übereinstimmung mit dem Ausbildungsplan und eine entsprechende
Kompetenzentwicklung feststellen lassen. Die Pflegeschule
berücksichtigt bei der Gestaltung des Ausbildungsnachweises den
Musterentwurf nach § 60 Absatz 5.

(6) Die zuständige Behörde kann außerhalb des Geltungsbereichs des
Pflegeberufegesetzes absolvierte Teile der praktischen Ausbildung im
Umfang ihrer Gleichwertigkeit auf die Dauer der Einsätze nach Absatz 3
Satz 2 und 3 anrechnen. Der Umfang der Anrechnung darf nicht mehr als
25 Prozent der Stunden des jeweiligen Einsatzes betragen; dies gilt
nicht für die weiteren Einsätze und Stunden zur freien Verteilung nach
Anlage 7 Abschnitt VI Nummer 1 und 2. Der Umfang der Anrechnung darf
insgesamt nicht mehr als 10 Prozent der Gesamtsumme der Stunden der
praktischen Ausbildung betragen. Das Erreichen des Ausbildungsziels
darf durch die Anrechnung nicht gefährdet werden.

Collections: bundestag_gesetze
PflAPrV
Level: 4.0