Source: https://www.gesetze-im-internet.de/agrarzahlverpflv/__6.html
Legislation: agrarzahlverpflv

Title: § 6 Mindestpraktiken der Bodenbearbeitung zur Begrenzung von Erosion

Description:
Verordnung über die Einhaltung von Grundanforderungen und Standards im Rahmen unionsrechtlicher Vorschriften über Agrarzahlungen (AgrarZahlVerpflV)
Abschnitt 2 - Anforderungen an die Erhaltung von Flächen in gutem landwirtschaftlichen und ökologischen Zustand
§ 6 Mindestpraktiken der Bodenbearbeitung zur Begrenzung von Erosion

Paragraph: 6

Full Text:
Verordnung über die Einhaltung von Grundanforderungen und Standards im Rahmen unionsrechtlicher Vorschriften über Agrarzahlungen (AgrarZahlVerpflV)
Abschnitt 2 - Anforderungen an die Erhaltung von Flächen in gutem landwirtschaftlichen und ökologischen Zustand
§ 6 Mindestpraktiken der Bodenbearbeitung zur Begrenzung von Erosion

(1) Mindestanforderungen zur Begrenzung von Erosion sind durch
Maßnahmen zu gewährleisten, die sich an den aus der Einteilung
landwirtschaftlicher Flächen nach dem Grad der Wasser- oder
Winderosionsgefährdung (Erosionsgefährdung) nach Maßgabe einer
Rechtsverordnung nach Satz 2 in Verbindung mit den Absätzen 2 bis 4
ergebenden Anforderungen auszurichten haben. Die Landesregierungen
haben durch Rechtsverordnung nach § 4 Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 in
Verbindung mit Absatz 4 Satz 1 des Agrarzahlungen-
Verpflichtungengesetzes die landwirtschaftlichen Flächen nach dem Grad
der Erosionsgefährdung einzuteilen. Der Einteilung nach Satz 2 sind

1.  bezüglich der Erosionsgefährdung durch Wasser die Anforderungen der
    Anlage 2 und

2.  bezüglich der Erosionsgefährdung durch Wind die Anforderungen der
    Anlage 3

zugrunde zu legen. In der Rechtsverordnung sind die Gebiete, die den
Erosionsgefährdungsklassen zugehören, zu bezeichnen.

(2) Eine Ackerfläche, die zur Wassererosionsgefährdungsklasse CC
Wasser1              im Sinne von Anlage 2 gehört und nicht in eine
besondere Fördermaßnahme zum Erosionsschutz einbezogen ist, darf vom
1\. Dezember bis zum Ablauf des 15. Februar nicht gepflügt werden. Das
Pflügen nach der Ernte der Vorfrucht ist nur bei einer Aussaat vor dem
1\. Dezember              zulässig. Im Falle einer Bewirtschaftung quer
zum Hang sind die Sätze 1 und 2 nicht anzuwenden.

(3) Eine Ackerfläche, die zur Wassererosionsgefährdungsklasse CC
Wasser2              im Sinne von Anlage 2 gehört und nicht in eine
besondere Fördermaßnahme zum Erosionsschutz einbezogen ist, darf vom
1\. Dezember bis zum Ablauf des 15. Februar nicht gepflügt werden. Das
Pflügen zwischen dem 16. Februar und dem Ablauf des 30. November ist
nur bei einer unmittelbar folgenden Aussaat zulässig. Spätester
Zeitpunkt der Aussaat ist der 30. November. Vor der Aussaat von
Kulturen mit einem Reihenabstand von 45 Zentimetern und mehr
(Reihenkultur) ist das Pflügen verboten.

(4) Eine Ackerfläche, die der Winderosionsgefährdungsklasse CC
Wind              im Sinne von Anlage 3 zugehört und die nicht in eine
besondere Fördermaßnahme zum Erosionsschutz einbezogen ist, darf nur
bei Aussaat vor dem 1. März gepflügt werden. Abweichend von Satz 1 ist
das Pflügen, außer bei Reihenkulturen, ab dem 1. März nur bei einer
unmittelbar folgenden Aussaat zulässig. Das Verbot des Pflügens bei
Reihenkulturen gilt nicht, soweit

1.  quer zur Hauptwindrichtung vor dem 1. Dezember Grünstreifen im Abstand
    von höchstens 100 Metern zueinander und in einer Breite von jeweils
    mindestens 2,5 Metern eingesät werden,

2.  im Falle des Anbaus von Kulturen in Dämmen die Dämme quer zur
    Hauptwindrichtung angelegt werden oder

3.  unmittelbar nach dem Pflügen Jungpflanzen gesetzt werden.

(5) Die nach Landesrecht zuständige Behörde kann im Einzelfall
anstelle der Anforderungen der Absätze 2 bis 4 genehmigen, dass
Stallmist zur Gefügestabilisierung eingesetzt wird.

(6) Die Landesregierungen können in der Rechtsverordnung nach Absatz 1
von den Absätzen 2 bis 4 abweichende Anforderungen festlegen, soweit
dies erforderlich ist, um

1.  in bestimmten Gebieten

    a)  witterungsbedingten Besonderheiten,

    b)  besonderen Anforderungen bestimmter Kulturen oder

    c)  besonderen Erfordernissen des Pflanzenschutzes im Sinne des § 1 Nummer
        1 und 2 des Pflanzenschutzgesetzes

    Rechnung zu tragen oder

2.  eine sachgerechte Kontrolle der Anforderungen der Absätze 2 bis 4 zu
    gewährleisten.

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AgrarZahlVerpflV
Level: 3.0