Source: https://www.gesetze-im-internet.de/werkstoffprausbv/__20.html
Legislation: werkstoffprausbv

Title: § 20 Teil 2 der Abschlussprüfung in der Fachrichtung Systemtechnik

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Werkstoffprüfer und zur Werkstoffprüferin (WerkstoffPrAusbV)
Teil 2 - Fachrichtungsspezifische Vorschriften
Teil 2.4 - Fachrichtung Systemtechnik
§ 20 Teil 2 der Abschlussprüfung in der Fachrichtung Systemtechnik

Paragraph: 20

Full Text:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Werkstoffprüfer und zur Werkstoffprüferin (WerkstoffPrAusbV)
Teil 2 - Fachrichtungsspezifische Vorschriften
Teil 2.4 - Fachrichtung Systemtechnik
§ 20 Teil 2 der Abschlussprüfung in der Fachrichtung Systemtechnik

(1) Teil 2 der Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage 1
aufgeführten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie auf den im
Berufsschulunterricht zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Teil 2 der Abschlussprüfung besteht aus den Prüfungsbereichen:

1.  Zerstörungsfreie Prüfprozesse,

2.  Prüfanweisungen,

3.  Beanspruchungen technischer Systeme,

4.  Wirtschafts- und Sozialkunde.

(3) Für den Prüfungsbereich Zerstörungsfreie Prüfprozesse bestehen
folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist,

    a)  Prüfaufträge zu klären, Informationen für die Auftragsabwicklung zu
        beschaffen, Auftragsdurchführung zu planen und abzustimmen,

    b)  Prüfverfahren und Prüfmittel auszuwählen, anzuwenden und zu
        beurteilen, Einsatzfähigkeit von Prüfmitteln festzustellen,

    c)  Prüfpläne, Prüfanweisungen und Prüfvorschriften anzuwenden,

    d)  Prüfergebnisse zu kontrollieren und zu beurteilen,

    e)  Freigabeentscheidungen zu treffen oder Korrekturmaßnahmen
        vorzuschlagen,

    f)  einen zusammenfassenden Bericht zu erstellen;

2.  Prüfvariante 1

    a)  der Prüfling soll einen betrieblichen Auftrag durchführen, mit
        praxisbezogenen Unterlagen dokumentieren und darüber ein
        auftragsbezogenes Fachgespräch führen; dem Prüfungsausschuss ist vor
        der Durchführung des betrieblichen Auftrags die Aufgabenstellung
        einschließlich eines geplanten Bearbeitungszeitraums zur Genehmigung
        vorzulegen;

    b)  die Prüfungszeit für die Durchführung des betrieblichen Auftrags
        einschließlich Dokumentation beträgt 18 Stunden und für das
        auftragsbezogene Fachgespräch höchstens 30 Minuten;

3.  Prüfvariante 2

    a)  der Prüfling soll ein Prüfungsprodukt, das einem betrieblichen Auftrag
        entspricht, erstellen, mit praxisbezogenen Unterlagen dokumentieren
        und darüber ein auftragsbezogenes Fachgespräch führen;

    b)  die Prüfungszeit für die Erstellung des Prüfungsproduktes
        einschließlich Dokumentation beträgt zwölf Stunden und für das
        auftragsbezogene Fachgespräch höchstens 30 Minuten;

4.  der Ausbildungsbetrieb wählt die Prüfvariante nach Nummer 2 oder 3 aus
    und teilt sie dem Prüfling und der zuständigen Stelle mit der
    Anmeldung zur Prüfung mit.

(4) Für den Prüfungsbereich Prüfanweisungen bestehen folgende
Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist,

    a)  Prüfanweisungen für zerstörungsfreie Oberflächenprüfverfahren zu
        verfassen,

    b)  Prüftechnik, Art und Umfang der Oberflächenprüfung festzulegen,

    c)  system- und verfahrensbezogene Regelwerke zu identifizieren,

    d)  Prüf-, Mess- und Hilfsmittel und deren Kontrolle festzulegen,

    e)  Mindestanforderungen an das Prüfpersonal festzulegen,

    f)  Ablauf der Oberflächenprüfung, Vor- und Nachbereitung zu beschreiben,

    g)  Kriterien zur Anzeigenbewertung und Maßnahmen bei unzulässigen
        Anzeigen festzulegen,

    h)  Hinweise zur Prüfdokumentation zu geben;

2.  der Prüfling soll Aufgaben schriftlich bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 90 Minuten.

(5) Für den Prüfungsbereich Beanspruchungen technischer Systeme
bestehen folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist,

    a)  verfahrenstechnisch bestimmte Einsatzmöglichkeiten der verschiedenen
        zerstörungsfreien Prüfverfahren zu unterscheiden,

    b)  spezifische werkstoff-, herstellungs- und betriebsbedingte
        Inhomogenitäten zu unterscheiden,

    c)  Schwachstellen in technischen Systemen und Strukturen zu
        identifizieren,

    d)  Bereiche, die durch Bauteilform, Konstruktion, Werkstoff, Betriebs-
        und Umgebungsbeanspruchung besonders belastet werden, zu
        identifizieren,

    e)  themenbezogene Berechnungen durchzuführen,

    f)  Auftragsdurchführung unter Berücksichtigung technischer, normativer,
        wirtschaftlicher, sicherheitsrelevanter und ökologischer
        Gesichtspunkte zu planen und mit vor- und nachgelagerten Bereichen
        abzustimmen;

2.  der Prüfling soll Aufgaben schriftlich bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 150 Minuten.

(6) Für den Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde bestehen
folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er in der Lage ist, allgemeine
    wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und
    Arbeitswelt darzustellen und zu beurteilen;

2.  der Prüfling soll praxisbezogene Aufgaben schriftlich bearbeiten;

3.  die Prüfungszeit beträgt 60 Minuten.

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WerkstoffPrAusbV
Level: 4.0