Source: https://www.gesetze-im-internet.de/geswfachwprv/__4.html
Legislation: geswfachwprv

Title: § 4 Inhalt der Prüfung

Description:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Geprüfter Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen und Geprüfte Fachwirtin im Gesundheits- und Sozialwesen (GesWFachwPrV)
§ 4 Inhalt der Prüfung

Paragraph: 4

Full Text:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Geprüfter Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen und Geprüfte Fachwirtin im Gesundheits- und Sozialwesen (GesWFachwPrV)
§ 4 Inhalt der Prüfung

(1) Im Handlungsbereich „Planen, Steuern und Organisieren
betrieblicher Prozesse“ soll die Fähigkeit nachgewiesen werden,
komplexe betriebliche Prozesse unter Berücksichtigung
volkswirtschaftlicher Zusammenhänge und betrieblicher
Problemstellungen sowie wirtschaftlicher und rechtlicher
Rahmenbedingungen des Gesundheits- und Sozialwesens zu analysieren, zu
planen, zu steuern, zu organisieren und zu überwachen. Betriebliche
Ziele und Strategien sollen unter Beachtung von ökonomischen,
ökologischen, ethischen und sozialen Aspekten der Nachhaltigkeit
entwickelt, umgesetzt und evaluiert werden. Dabei sind
Organisationskonzepte und Managementtechniken zur effektiven
Prozesssteuerung im Unternehmen einzusetzen und Strategien zur
Steigerung der Markt- und Innovationsfähigkeit zu entwickeln und
umzusetzen. Unternehmerische Entscheidungen sollen vorbereitet und
realisiert werden. Dabei soll die Fähigkeit nachgewiesen werden, sich
auf verändernde Methoden und Systeme der Arbeitsorganisation sowie der
Organisationsentwicklung einzustellen sowie den Wandel im Unternehmen
mitzugestalten und zu fördern. In diesem Rahmen können folgende
Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Erläutern der Prinzipien, Strukturen und Aufgaben sowie der
    ökonomischen Prozesse des Gesundheits- und Sozialwesens unter
    Einbeziehung volkswirtschaftlicher Zusammenhänge und sozialer
    Auswirkungen,

2.  Einordnen der Gesundheits- und Sozialpolitik in den nationalen und
    europäischen Kontext,

3.  Erläutern rechtlicher und institutioneller Rahmenbedingungen von
    Einrichtungen im Gesundheits- und Sozialwesen,

4.  Entwickeln, Planen, Umsetzen und Evaluieren von betrieblichen Zielen,

5.  Beurteilen komplexer betrieblicher Zusammenhänge sowie Entwickeln und
    Umsetzen strategischer Handlungsmöglichkeiten,

6.  Gestalten und Optimieren von Prozessen,

7.  Anwenden von Organisationstechniken,

8.  Steuern betrieblicher Veränderungsprozesse.

(2) Im Handlungsbereich „Steuern von Qualitätsmanagementprozessen“
soll die Fähigkeit nachgewiesen werden, unter Berücksichtigung von
Prinzipien des Qualitätsmanagements in Einrichtungen des Gesundheits-
und Sozialwesens ein Qualitätsmanagement umzusetzen und
weiterzuentwickeln. Dabei sollen Qualitätsmanagementprozesse geplant,
gelenkt, überprüft und optimiert, interne Audits durchgeführt sowie
das Qualitätsbewusstsein der Mitarbeiter gefördert werden. In diesem
Rahmen können folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Ermitteln und Festlegen von Qualitätszielen,

2.  Anwenden von Qualitätsmanagementmethoden und -techniken,

3.  Erfassen und Bewerten von Prozessdaten sowie Ermitteln von
    Qualitätsindikatoren,

4.  Weiterentwicklung eines Risikomanagements,

5.  Anwenden von Methoden des Zeit- und Selbstmanagements.

(3) Im Handlungsbereich „Gestalten von Schnittstellen und Projekten“
soll die Fähigkeit nachgewiesen werden, interne und externe
Schnittstellen zu analysieren, zu planen, zu gestalten und zu
kontrollieren. Dabei soll multiprofessionelle Teamarbeit organisiert
und geformt sowie Kommunikationsprozesse zwischen den beteiligten
Personen und Institutionen gesteuert werden. Es ist nachzuweisen, dass
interdisziplinäre Kooperationsnetzwerke aufgebaut, entwickelt und
gestaltet werden können. Hierbei sind Prinzipien und Methoden des
Projektmanagements anzuwenden sowie Moderations- und
Präsentationstechniken einzusetzen. In diesem Rahmen können folgende
Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Ermitteln von Schnittstellen, Planen, Organisieren, Gestalten und
    Pflegen von interdisziplinären Kooperationsbeziehungen und vernetzten
    Versorgungsformen unter Berücksichtigung der sozialökonomischen und
    rechtlichen Rahmenbedingungen,

2.  Organisieren und Gestalten der Kommunikation zwischen den
    Berufsgruppen und von multiprofessioneller Teamarbeit,

3.  Planen, Organisieren, Koordinieren, Überwachen und Evaluieren von
    Projekten und Projektgruppen.

(4) Im Handlungsbereich „Steuern und Überwachen
betriebswirtschaftlicher Prozesse und Ressourcen“ soll die Fähigkeit
nachgewiesen werden, das interne und externe Rechnungswesen als
Dokumentations-, Entscheidungs- und Kontrollinstrument zur Optimierung
betriebswirtschaftlicher Abläufe und für unternehmerische
Entscheidungen zu nutzen. Dabei sind Controlling-Maßnahmen
durchzuführen. Des Weiteren sollen Entscheidungsprozesse bei der
Beschaffung von Verbrauchs- und Investitionsgütern vorbereitet,
gesteuert und umgesetzt sowie die Bereitstellung von Betriebsmitteln
auch unter logistischen Gesichtspunkten gesichert werden. Dazu werden
die Wirtschaftlichkeit von Leistungserstellungsprozessen analysiert
und bewertet sowie steuerungsrelevante Daten ermittelt. Es ist
nachzuweisen, dass unter Einschätzung und Bewertung von Risiken
Finanz- und Investitionsplanungen vorbereitet sowie Finanzierungs- und
Investitionskonzepte entwickelt und umgesetzt werden können. Beim
Steuern und Überwachen betriebswirtschaftlicher Prozesse und
Ressourcen sind die rechtlichen Bestimmungen zu berücksichtigen. In
diesem Rahmen können folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Vorbereiten und Koordinieren von Jahresabschlussarbeiten,

2.  Erläutern von Finanzierungssystemen im Gesundheits- und Sozialwesen,

3.  Durchführen von Kosten- und Leistungsrechnung,

4.  Einsatz von Controlling-Instrumenten,

5.  Ermitteln, Auswerten und Beurteilen von betrieblichen Kennzahlen,

6.  Vorbereiten der Finanz- und Investitionsplanung, Entwickeln und
    Umsetzen von Finanzierungs- und Investitionskonzepten.

(5) Im Handlungsbereich „Führen und Entwickeln von Personal“ soll die
Fähigkeit nachgewiesen werden, den Personalbedarf zu ermitteln, den
Personaleinsatz zu planen, das Personal auszuwählen und zu beschaffen
sowie Personalmaßnahmen umzusetzen. Aus- und Weiterbildung soll
geplant, durchgeführt und kontrolliert sowie eine systematische
Personalentwicklung und Personalförderung entsprechend den
betrieblichen Erfordernissen organisiert werden. Dabei soll gezeigt
werden, dass Mitarbeiter, Auszubildende und Teams im Sinne der
Unternehmensziele unter Berücksichtigung rechtlicher Bestimmungen und
soziokultureller Hintergründe geführt, angeleitet und motiviert sowie
Kommunikationsprozesse gestaltet werden können. Maßnahmen zur
Verbesserung des Betriebsklimas sollen eingeleitet werden. Des
Weiteren soll bei Verhandlungen und in Konfliktfällen
lösungsorientiert gehandelt werden. Bei den Personalführungsmaßnahmen
sind die arbeits-, haftungs- und tarifrechtlichen Vorschriften sowie
die Vorgaben des betrieblichen Gesundheitsschutzes zu beachten. In
diesem Rahmen können folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Planen, Beschaffen, Auswählen und Einsetzen von Personal,

2.  Durchführen von Personalmaßnahmen,

3.  Planen und Durchführen der Ausbildung,

4.  Anleiten, Fördern und Motivieren von Mitarbeitern, Auszubildenden und
    Teams unter Beachtung von Personalzufriedenheit,

5.  Beurteilen von Personalentwicklungspotenzialen sowie Festlegen und
    Evaluieren von Personalentwicklungszielen,

6.  Anwenden des Konfliktmanagements.

(6) Im Handlungsbereich „Planen und Durchführen von
Marketingmaßnahmen“ soll die Fähigkeit nachgewiesen werden, unter
Berücksichtigung der Marktsituation im Dienstleistungssektor
Gesundheit und Soziales sowie der rechtlichen Rahmenbedingungen
Marketingkonzepte zu planen, zu entwickeln und zu realisieren.
Marketingziele und -maßnahmen sind auch zur Mittelbeschaffung
umzusetzen und zu kontrollieren. Dabei sollen Marktinformationen
gewonnen und bewertet werden. In diesem Rahmen können folgende
Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Durchführen von Marktanalysen,

2.  Formulieren von Marketingzielen,

3.  Planen und Entwickeln von Marketingkonzepten,

4.  Einführen und Umsetzen von Marketing-, Sponsoring- und Fundraising-
    Maßnahmen, auch unter Berücksichtigung der besonderen Situation von
    Non-Profit-Leistungsbereichen,

5.  Einsetzen von Methoden des Sozialmarketings,

6.  Durchführen von Maßnahmen im Gesundheits-Marketing.

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