Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bkompv/__5.html
Legislation: bkompv

Title: Anlage 5 Anforderungen an den Ausgleich und den Ersatz mindestens erheblicher Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes sowie erheblicher Beeinträchtigungen besonderer Schwere sonstiger Schutzgüter

Description:
Verordnung über die Vermeidung und die Kompensation von Eingriffen in Natur und Landschaft im Zuständigkeitsbereich der Bundesverwaltung (BKompV)
Anlage 5 Anforderungen an den Ausgleich und den Ersatz mindestens erheblicher Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes sowie erheblicher Beeinträchtigungen besonderer Schwere sonstiger Schutzgüter

Paragraph: 5

Full Text:
Verordnung über die Vermeidung und die Kompensation von Eingriffen in Natur und Landschaft im Zuständigkeitsbereich der Bundesverwaltung (BKompV)
Anlage 5 Anforderungen an den Ausgleich und den Ersatz mindestens erheblicher Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes sowie erheblicher Beeinträchtigungen besonderer Schwere sonstiger Schutzgüter

(Fundstelle: BGBl. I 2020, 1127 - 1135)

Ausgleichsmaßnahmen sind funktionsspezifisch gleichartig hinsichtlich
der jeweils beeinträchtigten Funktion des Schutzguts zu wählen. Sie
sollen nach Möglichkeit eng mit dem beeinträchtigten Raum verbunden
sein.

Ersatzmaßnahmen sind funktionsspezifisch gleichwertig hinsichtlich der
jeweils beeinträchtigten Funktion des Schutzguts zu wählen. Sie sind
unter Bezug auf den beeinträchtigten Raum, zumindest jedoch so
durchzuführen, dass die jeweilige Funktion im betroffenen Naturraum
hergestellt wird (siehe Anlage 4). Bei Eingriffen im Bereich der
ausschließlichen Wirtschaftszone und des Festlandsockels können
Ersatzmaßnahmen auch außerhalb des betroffenen Naturraums durchgeführt
werden, sofern dadurch die jeweils beeinträchtigte Funktion des
Schutzguts im betroffenen Naturraum hergestellt wird.

A.**** Räumlich-funktionale Anforderungen ****

    *        *   **Schutzgüter**

        *   F                               unktionen
            (siehe
            im Einzelnen
            **Anlage 1)**

        *   **Maßgaben zum Ausgleich und Ersatz**

        *   Räume, in denen
            die Ausgleichs-
            maßnahmen
            **durchzuführen sind**

    *        *   **Biotope**

        *   Vielfalt von
            Lebensgemeinschaften und Lebensräumen

        *   Wiederherstellung/Neuschaffung/Optimierung der betroffenen Biotoptypen
            (Ausgleich) bzw. von ähnlichen Biotoptypenkomplexen/-gruppen mit einer
            insgesamt gleichwertigen Bedeutung für die biologische Vielfalt
            (Ersatz) jeweils unter Berücksichtigung von Art und Umfang des
            betroffenen Bestandes sowie von Mindestgrößen von Biotopen
            Als Ausgangszustand der Entwicklung bzw. Wiederherstellung sind
            Biotope zu wählen,
            die gemessen an dem Wert des betroffenen Biotoptyps (siehe Anlage 2)
            aufwertungsfähig sind und
            die unter Berücksichtigung des erforderlichen Maßnahmenaufwands und
            der Entwicklungszeiten (siehe Abschnitt B) geeignet sind.
            **Mögliche Maßnahmen sind u. a.:**
            Nährstoffentzug
            Wiedervernässung
            Zielgerichteter Einsatz von forstlichen Bewirtschaftungsmaßnahmen (z.
            B. Aufforstung mit Baumarten der natürlichen Waldgesellschaft oder
            natürliche Sukzession; Entnahme standortfremder Baumarten, Belassen
            von Biotop- und Höhlenbäumen und Totholz)
            wasserwirtschaftliche Renaturierungsmaßnahmen
            Bewirtschaftungs- oder Pflegemaßnahmen (siehe Anlage 6 Abschnitt A)
            Im marinen Bereich z. B. die Schaffung oder Aufwertung von Riffen oder
            anderen Biotopen

        *   in dem vom Eingriff betroffenen Landschaftsraum, der sich durch eine
            ähnliche Biotopausstattung abgrenzt (z. B. Waldbereiche,
            Niederungsbereiche, strukturiertes Offenland)

    *        *   **Tiere**

        *   Vielfalt von Tierarten einschließlich der innerartlichen Vielfalt

        *   Wiederherstellung/Optimierung/Neuschaffung der Habitate der
            betroffenen Art (Ausgleich) bzw. der Habitate einer Art mit ähnlichen
            Habitatansprüchen und einer insgesamt gleichwertigen Bedeutung für die
            biologische Vielfalt (Ersatz) jeweils unter Berücksichtigung von
            Reviergrößen/Minimalarealen der betroffenen bzw. der für den Ersatz
            gewählten ähnlichen Art(en)
            Aktionsräumen der betroffenen bzw. der für den Ersatz gewählten
            ähnlichen Art(en)/Population(en)/Metapopulation(en)
            artspezifischen Habitatstrukturen (entsprechend den beeinträchtigten
            Schlüsselhabitaten) und deren zeitlicher Wiederherstellbarkeit
            **Mögliche Maßnahmen sind u. a.:**
            Optimierung/Aufwertung bestehender artspezifischer Habitatstrukturen
            (insbesondere Schlüsselhabitate wie Fortpflanzungs- und Ruhestätten,
            Jagdhabitate)

        *   in dem vom Eingriff betroffenen populations- bzw. artspezifischen
            Funktionsraum möglichst unter Bezug auf konkrete Aktions- oder
            Dispersionsräume der betroffenen
            Art(en)/Popula-
            tion(en)

    *        *
        *
        *   Entwicklung/Wiederherstellung/Neuanlage artspezifischer
            Habitatstrukturen (insbesondere Schlüsselhabitate wie Fortpflanzungs-
            und Ruhestätten, Jagdhabitate)
            Reaktivierung/Schaffung von Vernetzungsstrukturen und
            Wanderkorridoren, Wiedervernetzung von Lebensräumen
            Bewirtschaftungs- oder Pflegemaßnahmen (siehe Anlage 6 Abschnitt A)

        *

    *        *   **Pflanzen**

        *   Vielfalt von Pflanzenarten einschließlich der innerartlichen Vielfalt

        *   Wiederherstellung/Optimierung/Neuschaffung der Standorte der
            betroffenen Art (Ausgleich) bzw. der Standorte einer Art mit ähnlichen
            Standortansprüchen und einer insgesamt gleichwertigen Bedeutung für
            die biologische Vielfalt (Ersatz) jeweils unter Berücksichtigung von
            Ausbreitungsmechanismen der betroffenen bzw. der für den Ersatz
            gewählten ähnlichen Art, Verbreitungsareale
            artspezifischen Standortbedingungen
            Entwicklungszeiten
            **Mögliche Maßnahmen sind u. a.:**
            Optimierung der artspezifisch erforderlichen Standortbedingungen (z.
            B. Offenhaltung von Sandrasenflächen, Entfernen von Gehölzen)
            Wiederherstellung von Lebensräumen
            Maßnahmen zur Wiederansiedlung/Umsiedlung von Pflanzenarten (z. B.
            Entnahme und Ausbringung von Diasporen)
            Bewirtschaftungs- oder Pflegemaßnahmen (siehe Anlage 6 Abschnitt A)

        *   in dem vom Eingriff betroffenen populations- bzw. artspezifischen
            Funktionsraum in Abhängigkeit von konkreten Verbreitungsarealen

    *        *   **Boden**

        *   natürliche Bodenfunktionen

        *   Wiederherstellung/Optimierung der Bodenfunktionen
            **Mögliche Maßnahmen sind u. a.:**
            Entsiegelung oder Teilentsiegelung (siehe Anlage 6 Abschnitt B)
            Entfernen von Überschüttungen
            Herstellen oder Verbessern eines durchwurzelbaren Bodenraums
            Mechanisches und biologisches Tiefenlockern, ggf. mit
            Untergrundmelioration
            Wiedervernässung von hydromorphen Böden, Mooren
            Nutzungsextensivierung
            Bewirtschaftungs- oder Pflegemaßnahmen (siehe Anlage 6 Abschnitt A)

        *   in dem vom Eingriff betroffenen Landschaftsraum, Bereich mit
            vergleichbaren Bodengesellschaften und -typen

    *        *
        *   Vielfalt von Bodentypen und Bodenformen als Ausdruck des natürlichen
            und kulturellen Erbes

        *   Wiederherstellung/Optimierung der betroffenen Bodentypen und
            Bodenformen oder Geotopkategorien (Ausgleich) bzw. ähnlicher
            Bodentypen/Bodenformen/Geotopkategorien mit Relevanz für die Sicherung
            des natürlichen und kulturellen Erbes (Ersatz), etwa durch:
            Wiedervernässung von hydromorphen Böden, Mooren
            Wiederherstellung der Auenspezifität von Böden durch die
            Wiederherstellung von fließgewässertypischen Abfluss- und
            Überflutungsverhältnissen
            Managementmaßnahmen, die eine Ausprägung von Böden erhalten, die durch
            kulturhistorische Nutzungen entstanden sind
            Extensivierung, Steuerung intensiver Flächennutzungen im Umfeld von z.
            B. Sand- und Kalksteinfelsen
            Sicherung von z. B. Lösssteilwände in Hohlwegen

        *   in dem vom Eingriff betroffenen Landschaftsraum, Bereich mit
            vergleichbaren Bodengesellschaften und -typen

    *        *   **Wasser**

        *   Funktionen für den Naturhaushalt, die sich aus der Qualität und
            Quantität der Oberflächengewässer einschließlich der natürlichen
            Selbstreinigungsfähigkeit der Fließgewässer ergeben

        *   Maßnahmen zur Verbesserung/Wiederherstellung der Gewässerfunktionen am
            oder im unmittelbaren Umfeld des betroffenen Gewässers (Ausgleich)
            bzw. an einem hinsichtlich der Funktionsausprägung ähnlichen Gewässer
            einschließlich der Neuanlage von Gewässern (Ersatz)
            **Mögliche Maßnahmen sind u. a.:**
            Renaturierung von Fließgewässerabschnitten, Beseitigung von
            Gewässerverbauen (z. B. Aufhebung von Verrohrungen, Sohl-,
            Uferbefestigungen, Rückbau von Wehren)
            Reduzierung bestehender Belastungen durch Optimierung der
            Selbstreinigungskraft des Gewässers z. B. durch
            Nutzungsextensivierungen im Randbereich der Gewässer, Entwicklung von
            natürlichen Uferstrukturen, Uferrandstreifen an Gewässern,
            Uferrückbau- oder -vorschüttung, Schaffung einer vielgestaltigen
            Fließgewässermorphologie zur Sauerstoffanreicherung
            Anbindung von Altarmen und Nebengewässern, Anlage von
            Auefließgewässern
            Neuanlage, Erweiterung oder Renaturierung von Stillgewässern
            Wiederherstellung von fließgewässertypischen Abfluss- und
            Überflutungsverhältnissen durch z. B.: Rückbau von
            abflussregulierenden Bauwerken, Deichrückverlegungen,
            Geschiebemanagement zur Vermeidung weiterer Sohlvertiefungen oder
            -erosion, Anhebung der Fließgewässersohle, Rückbau von
            Meliorationsmaßnahmen, Drainagen
            Extensivierung intensiver Flächennutzungen im Umfeld der Gewässer zur
            Verringerung von Stoffeinträgen durch Oberflächenabfluss,
            Erosionsschutzmaßnahmen auf erosionsgefährdeten Böden oder bei
            ackerbaulicher Nutzung in Hanglagen
            Bewirtschaftungs- oder Pflegemaßnahmen (siehe Anlage 6 Abschnitt A)
            Wiederherstellung von auentypischen Biotoptypen bzw. Biotoptypen der
            Uferzonierungen an Stillgewässern
            Reduzierung von Direkteinleitungen aus Regenwasserüberläufen,
            Oberflächenabflüssen, Fischteichen
            Wiederherstellung der Durchgängigkeit von Fließgewässern (siehe Anlage
            6 Abschnitt C)

        *   in dem vom Eingriff betroffenen Fließ- oder Stillgewässer oder in
            dessen unmittelbarem Umfeld

    *        *
        *   Funktionen für den Naturhaushalt, die sich aus der Qualität und
            Quantität des Grundwassers ergeben

        *   Verbesserung/Wiederherstellung der Grundwasserfunktionen
            **Mögliche Maßnahmen für die Qualität sind u. a.:**
            Extensivierung intensiver Flächennutzungen zur Verringerung von
            Stoffeinträgen insbesondere bei hoch anstehendem Grundwasser
            Bewirtschaftungs- oder Pflegemaßnahmen (siehe Anlage 6 Abschnitt A)
            Reduzierung/Beseitigung von Grundwasserverschmutzungen z. B. durch
            Altlastensanierung
            **Mögliche Maßnahmen für die Quantität sind u. a.:**
            Entsiegelung zur Erhöhung der Grundwasserneubildung (siehe Anlage 6
            Abschnitt B)
            Maßnahmen zur Erhöhung der Grundwasserneubildung durch Reduzierung des
            Direktabflusses, in Ausnahmefällen Infiltration von
            Niederschlagswasser

        *   in dem vom Eingriff betroffenen Grundwasserleiter,
            -einzugsgebiet

    *        *
        *
        *   Wiederherstellung von natürlichen Grundwasserverhältnissen, insbes.
            bei Porengrundwasserleitern in Auen, durch die Wiederherstellung von
            fließgewässertypischen Abfluss- und Überflutungsverhältnissen
            Rückbau von Meliorationsmaßnahmen, Drainagen

        *

    *        *
        *   Hochwasserschutzfunktion und Funktionen im Niederschlags-
            Abflusshaushalt
            (Retentionsfunktion)

        *   Optimierung/Wiederherstellung der Hochwasserschutz- und
            Retentionsfunktionen
            **Mögliche Maßnahmen sind u. a.:**
            Entsiegelungen (siehe Anlage 6 Abschnitt B)
            Maßnahmen zur Erhöhung der Grundwasserneubildung durch Reduzierung des
            Direktabflusses, ggf. Infiltration von Niederschlagswasser und
            Regenwasserrückhaltung
            Aufwertung beeinträchtigter Retentionsbereiche durch
            Nutzungsextensivierung im Retentionsraum oder Einzugsgebiet
            Rückbau von Barrieren, Querbauwerken im Retentionsraum und
            Abflussquerschnitt von Auen und Fließgewässern
            Renaturierung von Fließgewässern, Beseitigung von Gewässerverbauungen
            Anbindung von Altarmen, Anlage von Flutmulden und von
            Auefließgewässern
            Wiederherstellung von fließgewässertypischen Abfluss- und
            Überflutungsverhältnissen durch z. B.: Rückbau von
            abflussregulierenden Bauwerken, Geschiebemanagement zur Vermeidung
            weiterer Sohlvertiefungen oder -erosion, Anhebung der
            Fließgewässersohle
            Extensivierung der Auenutzung
            Rückbau von Meliorationsmaßnahmen, Drainagen
            Bewirtschaftungs- oder Pflegemaßnahmen (siehe Anlage 6 Abschnitt A)
            Deichrückverlegung zur Erweiterung des Retentionsraumes
            Schaffung von Poldern, Regenwasserrückhalteräumen oder -becken
            Vorlandmanagement in den Deichvorländern

        *   in dem vom Eingriff betroffenen Retentionsraum bzw. im betroffenen
            Einzugsgebiet des Fließgewässers

    *        *   **Biotope**

        *   Vielfalt von
            Lebensgemeinschaften und Lebensräumen

        *   Wiederherstellung/Neuschaffung/Optimierung der betroffenen Biotoptypen
            (Ausgleich) bzw. von ähnlichen Biotoptypenkomplexen/-gruppen mit einer
            insgesamt gleichwertigen Bedeutung für die biologische Vielfalt
            (Ersatz) jeweils unter Berücksichtigung von Art und Umfang des
            betroffenen Bestandes sowie von Mindestgrößen von Biotopen
            Als Ausgangszustand der Entwicklung bzw. Wiederherstellung sind
            Biotope zu wählen,

            •   die gemessen an dem Wert des betroffenen Biotoptyps (siehe Anlage 2)
                aufwertungsfähig sind und

            •   die unter Berücksichtigung des erforderlichen Maßnahmenaufwands und
                der Entwicklungszeiten (siehe Abschnitt B) geeignet sind.

            **Mögliche Maßnahmen sind u. a.:**

            •   Nährstoffentzug

            •   Wiedervernässung

        *   in dem vom Eingriff betroffenen Landschaftsraum, der sich durch eine
            ähnliche Biotopausstattung abgrenzt (z. B. Waldbereiche,
            Niederungsbereiche, strukturiertes Offenland)

    *        *
        *
        *
            •   Zielgerichteter Einsatz von forstlichen Bewirtschaftungsmaßnahmen
                (z. B. Aufforstung mit Baumarten der natürlichen Waldgesellschaft oder
                natürliche Sukzession; Entnahme standortfremder Baumarten, Belassen
                von Biotop- und Höhlenbäumen und Totholz)

            •   wasserwirtschaftliche Renaturierungsmaßnahmen

            •   Bewirtschaftungs- oder Pflegemaßnahmen (siehe Anlage 6 Abschnitt A)

            •   Im marinen Bereich z. B. die Schaffung oder Aufwertung von Riffen oder
                anderen Biotopen

        *

    *        *   **Tiere**

        *   Vielfalt von
            Tierarten einschließlich der innerartlichen Vielfalt

        *   Wiederherstellung/Optimierung/Neuschaffung der Habitate der
            betroffenen Art (Ausgleich) bzw. der Habitate einer Art mit ähnlichen
            Habitatansprüchen und einer insgesamt gleichwertigen Bedeutung für die
            biologische Vielfalt (Ersatz) jeweils unter Berücksichtigung von

            •   Reviergrößen/Minimalarealen der betroffenen bzw. der für den Ersatz
                gewählten ähnlichen Art(en)

            •   Aktionsräumen der betroffenen bzw. der für den Ersatz gewählten
                ähnlichen Art(en)/Population(en)/
                Metapopulation(en)

            •   artspezifischen Habitatstrukturen (entsprechend den beeinträchtigten
                Schlüsselhabitaten) und deren zeitlicher Wiederherstellbarkeit

            **Mögliche Maßnahmen sind u. a.:**

            •   Optimierung/Aufwertung bestehender artspezifischer Habitatstrukturen
                (insbesondere Schlüsselhabitate wie Fortpflanzungs- und Ruhestätten,
                Jagdhabitate)

            •   Entwicklung/Wiederherstellung/Neuanlage artspezifischer
                Habitatstrukturen (insbesondere Schlüsselhabitate wie Fortpflanzungs-
                und Ruhestätten, Jagdhabitate)

            •   Reaktivierung/Schaffung von Vernetzungsstrukturen und
                Wanderkorridoren, Wiedervernetzung von Lebensräumen

            •   Bewirtschaftungs- oder Pflegemaßnahmen (siehe Anlage 6 Abschnitt A)

        *   in dem vom Eingriff betroffenen populations- bzw. artspezifischen
            Funktionsraum möglichst unter Bezug auf konkrete Aktions- oder
            Dispersionsräume der betroffenen
            Art(en)/Popula-
            tion(en)

    *        *   **Pflanzen**

        *   Vielfalt von Pflanzenarten einschließlich der innerartlichen Vielfalt

        *   Wiederherstellung/Optimierung/Neuschaffung der Standorte der
            betroffenen Art (Ausgleich) bzw. der Standorte einer Art mit ähnlichen
            Standortansprüchen und
            einer insgesamt                              gleichwertigen Bedeutung
            für die biologische Vielfalt (Ersatz) jeweils unter Berücksichtigung
            von

            •   Ausbreitungsmechanismen der betroffenen bzw. der für den Ersatz
                gewählten ähnlichen Art, Verbreitungsareale

            •   artspezifischen Standortbedingungen

            •   Entwicklungszeiten

            **Mögliche Maßnahmen sind u. a.:**

            •   Optimierung der artspezifisch erforderlichen Standortbedingungen
                (z. B. Offenhaltung von Sandrasenflächen, Entfernen von Gehölzen)

            •   Wiederherstellung von Lebensräumen

        *   in dem vom Eingriff betroffenen populations- bzw. artspezifischen
            Funktionsraum in Abhängigkeit von konkreten Verbreitungsarealen

    *        *
        *
        *
            •   Maßnahmen zur Wiederansiedlung/Umsiedlung von Pflanzenarten (z. B.
                Entnahme und Ausbringung von Diasporen)

            •   Bewirtschaftungs- oder Pflegemaßnahmen (siehe Anlage 6 Abschnitt A)

        *

    *        *   **Boden**

        *   natürliche
            Bodenfunktionen

        *   Wiederherstellung/Optimierung der Bodenfunktionen
            Mögliche Maßnahmen sind u. a.:

            •   Entsiegelung oder Teilentsiegelung (siehe Anlage 6 Abschnitt B)

            •   Entfernen von Überschüttungen

            •   Herstellen oder Verbessern eines durchwurzelbaren Bodenraums

            •   Mechanisches und biologisches Tiefenlockern, ggf. mit
                Untergrundmelioration

            •   Wiedervernässung von hydromorphen Böden, Mooren

            •   Nutzungsextensivierung

            •   Bewirtschaftungs- oder Pflegemaßnahmen (siehe Anlage 6 Abschnitt A)

        *   in dem vom Eingriff betroffenen Landschaftsraum, Bereich mit
            vergleichbaren Bodengesellschaften und -typen

    *        *
        *   Vielfalt von Bodentypen
            und Bodenformen als Ausdruck des natürlichen und kulturellen Erbes

        *   Wiederherstellung/Optimierung der betroffenen Bodentypen und
            Bodenformen oder Geotopkategorien (Ausgleich) bzw. ähnlicher
            Bodentypen/Bodenformen/Geotopkategorien mit Relevanz für die Sicherung
            des natürlichen und kulturellen Erbes (Ersatz), etwa durch:

            •   Wiedervernässung von hydromorphen Böden, Mooren

            •   Wiederherstellung der Auenspezifität von Böden durch die
                Wiederherstellung von fließgewässertypischen Abfluss- und
                Überflutungsverhältnissen

            •   Managementmaßnahmen, die eine Ausprägung von Böden erhalten, die durch
                kulturhistorische Nutzungen entstanden sind

            •   Extensivierung, Steuerung intensiver Flächennutzungen im Umfeld von z.
                B. Sand- und Kalksteinfelsen

            •   Sicherung von z. B. Lösssteilwände in Hohlwegen

        *   in dem vom Eingriff betroffenen Landschaftsraum, Bereich mit
            vergleichbaren Bodengesellschaften und -typen

    *        *   **Wasser**

        *   Funktionen
            für den
            Naturhaushalt,
            die sich aus
            der Qualität
            und Quantität der Oberflächen-
            gewässer einschließlich der natürlichen Selbstreini-
            gungsfähigkeit der Fließgewässer ergeben

        *   Maßnahmen zur Verbesserung/Wiederherstellung der Gewässerfunktionen am
            oder im unmittelbaren Umfeld des betroffenen Gewässers (Ausgleich)
            bzw. an einem hinsichtlich der Funktionsausprägung ähnlichen Gewässer
            einschließlich der Neuanlage von Gewässern (Ersatz)
            **Mögliche Maßnahmen sind u. a.:**

            •   Renaturierung von Fließgewässerabschnitten, Beseitigung von
                Gewässerverbauen (z. B. Aufhebung von Verrohrungen, Sohl-,
                Uferbefestigungen, Rückbau von Wehren)

            •   Reduzierung bestehender Belastungen durch Optimierung der
                Selbstreinigungskraft des Gewässers z. B. durch
                Nutzungsextensivierungen im Randbereich der Gewässer, Entwicklung von
                natürlichen Uferstrukturen, Uferrandstreifen an Gewässern,
                Uferrückbau- oder -vorschüttung, Schaffung einer vielgestaltigen
                Fließgewässermorphologie zur Sauerstoffanreicherung

            •   Anbindung von Altarmen und Nebengewässern, Anlage von
                Auefließgewässern

            •   Neuanlage, Erweiterung oder Renaturierung von Stillgewässern

        *   in dem vom Eingriff betroffenen Fließ- oder Stillgewässer oder in
            dessen unmittelbarem Umfeld

    *        *
        *
        *
            •   Wiederherstellung von fließgewässertypischen Abfluss- und
                Überflutungsverhältnissen durch z. B.: Rückbau von
                abflussregulierenden Bauwerken, Deichrückverlegungen,
                Geschiebemanagement zur Vermeidung weiterer Sohlvertiefungen oder
                -erosion, Anhebung der Fließgewässersohle, Rückbau von
                Meliorationsmaßnahmen, Drainagen

            •   Extensivierung intensiver Flächennutzungen im Umfeld der Gewässer zur
                Verringerung von Stoffeinträgen durch Oberflächenabfluss,
                Erosionsschutzmaßnahmen auf erosionsgefährdeten Böden oder bei
                ackerbaulicher Nutzung in Hanglagen

            •   Bewirtschaftungs- oder Pflegemaßnahmen (siehe Anlage 6 Abschnitt A)

            •   Wiederherstellung von auentypischen Biotoptypen bzw. Biotoptypen der
                Uferzonierungen an Stillgewässern

            •   Reduzierung von Direkteinleitungen aus Regenwasserüberläufen,
                Oberflächenabflüssen, Fischteichen

            •   Wiederherstellung der Durchgängigkeit von Fließgewässern (siehe Anlage
                6 Abschnitt C)

        *

    *        *
        *   Funktionen für den Naturhaushalt, die sich aus der Qualität und
            Quantität des Grundwassers ergeben

        *   Verbesserung/Wiederherstellung der Grundwasserfunktionen
            **Mögliche Maßnahmen für die Qualität sind u. a.:**

            •   Extensivierung intensiver Flächennutzungen zur Verringerung von
                Stoffeinträgen insbesondere bei hoch anstehendem Grundwasser

            •   Bewirtschaftungs- oder Pflegemaßnahmen (siehe Anlage 6 Abschnitt A)

            •   Reduzierung/Beseitigung von Grundwasserverschmutzungen z. B. durch
                Altlastensanierung

            **Mögliche Maßnahmen für die Quantität sind u. a.:**

            •   Entsiegelung zur Erhöhung der Grundwasserneubildung (siehe Anlage 6
                Abschnitt B)

            •   Maßnahmen zur Erhöhung der Grundwasserneubildung durch Reduzierung des
                Direktabflusses, in Ausnahmefällen Infiltration von
                Niederschlagswasser

            •   Wiederherstellung von natürlichen Grundwasserverhältnissen, insbes.
                bei Porengrundwasserleitern in Auen, durch die Wiederherstellung von
                fließgewässertypischen Abfluss- und Überflutungsverhältnissen

            •   Rückbau von Meliorationsmaßnahmen, Drainagen

        *   in dem vom Eingriff betroffenen Grundwasserleiter,
            -einzugsgebiet

    *        *
        *   Hochwasserschutzfunktion und Funktionen im Niederschlags-Ab-
            flusshaushalt
            (Retentionsfunktion)

        *   Optimierung/Wiederherstellung der Hochwasserschutz- und
            Retentionsfunktionen
            **Mögliche Maßnahmen sind u. a.:**

            •   Entsiegelungen (siehe Anlage 6 Abschnitt B)

            •   Maßnahmen zur Erhöhung der Grundwasserneubildung durch Reduzierung des
                Direktabflusses, ggf. Infiltration von Niederschlagswasser und
                Regenwasserrückhaltung

            •   Aufwertung beeinträchtigter Retentionsbereiche durch
                Nutzungsextensivierung im Retentionsraum oder Einzugsgebiet

        *   in dem vom Eingriff betroffenen Retentionsraum bzw. im betroffenen
            Einzugsgebiet des Fließgewässers

    *        *
        *
        *
            •   Rückbau von Barrieren, Querbauwerken im Retentionsraum und
                Abflussquerschnitt von Auen und Fließgewässern

            •   Renaturierung von Fließgewässern, Beseitigung von Gewässerverbauungen

            •   Anbindung von Altarmen, Anlage von Flutmulden und von
                Auefließgewässern

            •   Wiederherstellung von fließgewässertypischen Abfluss- und
                Überflutungsverhältnissen durch z. B.: Rückbau von
                abflussregulierenden Bauwerken, Geschiebemanagement zur Vermeidung
                weiterer Sohlvertiefungen oder -erosion, Anhebung der
                Fließgewässersohle

            •   Extensivierung der Auenutzung

            •   Rückbau von Meliorationsmaßnahmen, Drainagen

            •   Bewirtschaftungs- oder Pflegemaßnahmen (siehe Anlage 6 Abschnitt A)

            •   Deichrückverlegung zur Erweiterung des Retentionsraumes

            •   Schaffung von Poldern, Regenwasserrückhalteräumen oder -becken

            Vorlandmanagement in den Deichvorländern

        *

B.**** Berücksichtigung von Entwicklungszeiten ****

    Sofern die Entwicklungszeit bis zur Erreichung des Zielzustandes der
    geplanten Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme 30 Jahre überschreitet, ist
    eine Vergrößerung der Maßnahmenfläche um 25 Prozent erforderlich, um
    die verzögerte Funktionserfüllung zu berücksichtigen (Timelag-
    Aufschlag).

    Sofern Biotoptypen oder Zielzustände anderer Funktionen mit einem
    Alter von mehr als 100 Jahren erheblich beeinträchtigt werden, sind
    neben den langfristig wirksamen Maßnahmen mit einer Entwicklungszeit
    von mehr als 100 Jahren kurz- bis mittelfristig wirksame Maßnahmen mit
    einer Entwicklungszeit von weniger als 30 Jahren vorzusehen. Die
    beiden Maßnahmenanteile sollen jeweils 50 Prozent des auf die
    betreffende erhebliche Beeinträchtigung entfallenden Anteils am
    biotopwertbezogenen Kompensationsbedarf betragen.

    Bei Entwicklungszeiten von weniger als 30 Jahren ist kein Timelag-
    Aufschlag erforderlich.

    Die Bestimmung der Entwicklungszeit ist maßnahmenspezifisch ausgehend
    von den jeweiligen Ausgangsbiotopen bzw. Ausgangszuständen der
    Maßnahmenflächen sowie dem Zielbiotoptyp in der jeweiligen Ausprägung
    vorzunehmen.

    **Entwicklungszeiten für beispielhafte Zielbiotope und verschiedene
    Ausgangsbiotoptypen**

    *        *   **Zielbiotop**

        *   Ausgangsbiotope
            **(mögliche Maßnahmentypen)**

        *   **Entwicklungszeit**

        *   Timelag-Aufschlag,
            kurz- bis mittelfristig
            **wirksame Maßnahmen**

    *        *   Buchen-(misch-)wälder frischer, basenreicher Standorte
            (alte Bestände)

        *   Buchen-Mischbestand
            (Entnahme gebietsfremder Baumarten, Freistellung Altbaumarten)

        *   *                              30 Jahre

        *   –

    *        *   Fichtenforst (Unterpflanzung mit Buchen, später Entnahme der Fichten)

        *   30 bis 100 Jahre

        *   Timelag-Aufschlag
            erforderlich

    *        *   Acker (Aufforstung von Buchenwäldern)

        *   *                              100 Jahre

        *   Timelag-Aufschlag und Maßnahme mit einer
            Entwicklungszeit
            *                              30 Jahre erforderlich

    *        *   Bruchwälder
            (alte Bestände)

        *   entwässerter, eutrophierter Bruchwald (Wiedervernässung,
            Nutzungsverzicht)

        *   *                              30 Jahre

        *   –

    *        *   Weichholzauenwälder
            (junge bis mittelalte
            Bestände)

        *   krautige Uferflur am Gewässer
            (ggf. Verbesserung der Überflutungssituation, Initialpflanzung von
            Weiden, Sukzession)

        *   *                              30 Jahre
            (junge bis mittelalte
            Bestände)

        *   –

    *        *   30 bis 100 Jahre
            (alte Bestände)

        *   Timelag-Aufschlag
            erforderlich

    *        *   Niedermoore mit Torfen

        *   brachgefallene, ehemals
            extensiv genutzte Niedermoorstandorte (regelmäßige Mahd, ggf.
            Wiedervernässung)

        *   *                              30 Jahre

        *   –

    *        *   intensiv genutztes Feuchtgrünland (Wiedervernässung,
            Aushagerung, regelmäßige Mahd)

        *   30 bis 100 Jahre

        *   Timelag-Aufschlag
            erforderlich

    *        *   Hochmoor-, Zwischen- und Übergangsmoorstandorte (einschl. Moorgewässer
            und -gehölze)

        *   Moordegenerationsstadium mit Zwergsträuchern und Resten von
            Fichtenforst (Rodung und Wiedervernässung, Sukzession, ggf.
            Entwicklungspflege)

        *   *                              100 Jahre

        *   Timelag-Aufschlag und
            Maßnahme mit einer
            Entwicklungszeit
            *                              30 Jahre erforderlich

    *        *   naturnahe Fließgewässer

        *   anthropogen mäßig beeinträchtigtes Fließgewässer
            (Beseitigung von Sohlabstürzen, verrohrten Durchlässen und Förderung
            der natürlichen Fließgewässerdynamik)

        *   *                              30 Jahre

        *   –

    *        *   anthropogen stark beeinträchtigtes Fließgewässer
            (Renaturierung durch Rückverlegung eines längeren
            Fließgewässerabschnitts in das ursprüngliche Fließgewässerbett)

        *   *                              30 Jahre

        *   –

    *        *   Großseggenried

        *   entwässertes, eutrophiertes
            Großseggenried (Wiedervernässung, ggf. sporadische Mahd)

        *   *                              30 Jahre

        *   –

    *        *   Entwicklung aus ehemaliger Kiesabbaufläche (Initialpflanzung mit
            standorttypischen Arten,
            in Abhängigkeit vom Wasserhaushalt Sukzession oder sporadische Mahd)

        *   *                              30 Jahre

        *   –

    *        *   Halbtrockenrasen

        *   brachgefallener, verbuschter Halbtrockenrasen (Entbuschung und
            Beweidung)

        *   *                              30 Jahre

        *   –

    *        *   extensiv genutzter Acker

        *   intensiv genutzter Acker
            (keine chem.-synth. Düngung/nur Wirtschaftsdünger, Düngermenge
            begrenzen auf max. 50 % der empfohlenen Menge; kein
            Pflanzenschutzmitteleinsatz)

        *   *                              30 Jahre

        *   –

(zu § 8 Absatz 3 Satz 2, § 11 Absatz 1 bis 3)

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