Source: https://www.gesetze-im-internet.de/schwpestv_1988/__14c.html
Legislation: schwpestv_1988

Title: § 14c Maßregeln zur Erkennung der Schweinepest

Description:
Verordnung zum Schutz gegen die Schweinepest und die Afrikanische Schweinepest (SchwPestV 1988)
Abschnitt 2 - Schutzmaßregeln
Unterabschnitt 2 - Besondere Schutzmaßregeln
B. - Nach amtlicher Feststellung der Schweinepest und der Afrikanischen Schweinepest
7. - Schutzmaßregeln beim Auftreten der Schweinepest oder der Afrikanischen Schweinepest bei Wildschweinen
§ 14c Maßregeln zur Erkennung der Schweinepest

Paragraph: 14c

Full Text:
Verordnung zum Schutz gegen die Schweinepest und die Afrikanische Schweinepest (SchwPestV 1988)
Abschnitt 2 - Schutzmaßregeln
Unterabschnitt 2 - Besondere Schutzmaßregeln
B. - Nach amtlicher Feststellung der Schweinepest und der Afrikanischen Schweinepest
7. - Schutzmaßregeln beim Auftreten der Schweinepest oder der Afrikanischen Schweinepest bei Wildschweinen
§ 14c Maßregeln zur Erkennung der Schweinepest

(1) Zur Erkennung der Schweinepest bei Wildschweinen gilt im
gefährdeten Bezirk Folgendes:

1.  Jagdausübungsberechtigte haben

    a)  jedes erlegte Wildschwein unverzüglich nach näherer Anweisung der
        zuständigen Behörde zu kennzeichnen und einen von ihr vorgegebenen
        Begleitschein auszustellen;

    b)  von jedem erlegten Wildschwein unverzüglich Proben nach näherer
        Anweisung der zuständigen Behörde zur virologischen und serologischen
        Untersuchung auf Schweinepest zu entnehmen, zu kennzeichnen und
        zusammen mit dem Tierkörper, dem Aufbruch und dem Begleitschein der
        durch die zuständige Behörde festgelegten Stelle zuzuführen;

    c)  dafür Sorge zu tragen, dass bei Gesellschaftsjagden das Aufbrechen der
        Tiere und die Sammlung des Aufbruchs zentral an einem Ort erfolgt;

    d)  jedes verendet aufgefundene Wildschwein

        aa) unverzüglich unter Angabe des Fundortes der zuständigen Behörde
            anzuzeigen und

        bb) nach näherer Anweisung der zuständigen Behörde zu kennzeichnen, Proben
            zur virologischen und serologischen Untersuchung auf Schweinepest zu
            entnehmen und die Proben mit einem von der zuständigen Behörde
            vorgegebenen Begleitschein einer von der zuständigen Behörde
            bestimmten Stelle zur Untersuchung auf Schweinepest zuzuleiten.

2.  Die zuständige Behörde ordnet an, dass der Aufbruch jedes erlegten
    Wildschweins oder jedes verendet aufgefundene Wildschwein in einem
    Verarbeitungsbetrieb für Material der Kategorie 1 nach Artikel 24
    Absatz 1 Buchstabe a der Verordnung (EG) Nr. 1069/2009 unschädlich zu
    beseitigen ist.

3.  Wird bei einem erlegten Wildschwein Schweinepest auf Grund eines
    virologischen Untersuchungsergebnisses amtlich festgestellt, so ordnet
    die zuständige Behörde die unschädliche Beseitigung des Tierkörpers in
    einem Verarbeitungsbetrieb für Material der Kategorie 1 nach Artikel
    24 Absatz 1 Buchstabe a der Verordnung (EG) Nr. 1069/2009 an; sie
    ordnet die unschädliche Beseitigung weiterer Tierkörper an, wenn diese
    durch Kontakt kontaminiert sein können.

4.  Wird bei einem erlegten Wildschwein ein serologischer Befund
    (Antikörpernachweis) erhoben, so kann die zuständige Behörde die
    unschädliche Beseitigung des Tierkörpers in einem Verarbeitungsbetrieb
    für Material der Kategorie 1 nach Artikel 24 Absatz 1 Buchstabe a der
    Verordnung (EG) Nr. 1069/2009 anordnen.

Die zuständige Behörde kann anordnen, dass erlegte Wildschweine nur an
von ihr bestimmten Stellen aufgebrochen werden dürfen. Die zuständige
Behörde kann ferner anordnen, dass verendet aufgefundene Wildschweine
abweichend von Satz 1 Nummer 1 Buchstabe d Doppelbuchstabe bb zu einer
von ihr bestimmten Stelle verbracht werden.

(2) Zur Erkennung der Schweinepest bei Wildschweinen kann die
zuständige Behörde für ein von ihr bestimmtes Gebiet anordnen, dass
Jagdausübungsberechtigte

1.  von erlegten Wildschweinen Proben entnehmen und einer von der
    zuständigen Behörde bestimmten Stelle zur virologischen und
    serologischen Untersuchung auf Schweinepest zuleiten und

2.  verendet aufgefundene Wildschweine unter Angabe des Fundorts der
    zuständigen Behörde anzeigen und einer von der zuständigen Behörde
    bestimmten Stelle zur virologischen und serologischen Untersuchung auf
    Schweinepest zuleiten.

(3) Die zuständige oberste Landesbehörde kann, sofern eine Notimpfung
der Wildschweine nach § 14b durchgeführt worden ist, frühestens sechs
Monate nach dem letzten Nachweis von Schweinepest bei Wildschweinen
Ausnahmen von den Kennzeichnungs- und Untersuchungspflichten nach
Absatz 1 Nummer 1 Buchstabe a, b und d genehmigen, soweit Belange der
Seuchenbekämpfung nicht entgegenstehen.

Collections: bundestag_gesetze
SchwPestV-1988
Level: 6.0