Source: https://www.gesetze-im-internet.de/derivatev_2013/__5.html
Legislation: derivatev_2013

Title: § 5 Grundlagen und Abgrenzung

Description:
Verordnung über Risikomanagement und Risikomessung beim Einsatz von Derivaten, Wertpapier-Darlehen und Pensionsgeschäften in Investmentvermögen nach dem Kapitalanlagegesetzbuch (DerivateV 2013)
Abschnitt 2 - Marktrisiko
Unterabschnitt 1 - Anwendungsvorschriften für den qualifizierten und den einfachen Ansatz
§ 5 Grundlagen und Abgrenzung

Paragraph: 5

Full Text:
Verordnung über Risikomanagement und Risikomessung beim Einsatz von Derivaten, Wertpapier-Darlehen und Pensionsgeschäften in Investmentvermögen nach dem Kapitalanlagegesetzbuch (DerivateV 2013)
Abschnitt 2 - Marktrisiko
Unterabschnitt 1 - Anwendungsvorschriften für den qualifizierten und den einfachen Ansatz
§ 5 Grundlagen und Abgrenzung

(1) Die Kapitalverwaltungsgesellschaft hat die Auslastung der nach §
197 Absatz 2 des Kapitalanlagegesetzbuches festgesetzten
Marktrisikogrenze für den Einsatz von Derivaten (Grenzauslastung)
mindestens auf täglicher Basis zu ermitteln. Die Marktrisikogrenze
muss laufend eingehalten werden. Abhängig von der Anlagestrategie kann
auch eine untertägige Berechnung der Auslastung notwendig sein.

(2) Zur Ermittlung der Grenzauslastung kann das Marktrisiko des
Investmentvermögens oder der Investitionsgrad durch Leverage
herangezogen werden; hierbei ist entweder der qualifizierte Ansatz
nach den §§ 7 bis 14 oder der einfache Ansatz nach den §§ 15 bis 22
anzuwenden. Die Methode ist in eigener Verantwortung auf Basis der
Analyse des Risikoprofils des Investmentvermögens einschließlich der
eingesetzten Derivate zu wählen. Die gewählte Methode muss der
verfolgten Anlagestrategie sowie der Art und Komplexität der
eingesetzten Derivate und deren Anteil im Investmentvermögen
angemessen sein. Die Anwendung des einfachen Ansatzes befreit die
Kapitalverwaltungsgesellschaft nicht von der Verpflichtung zur
Implementierung eines angemessenen Risikomanagementprozesses
einschließlich Risikomessung und Begrenzung. Bei Anwendung des
qualifizierten Ansatzes ist zusätzlich regelmäßig der Leverage des
Investmentvermögens zu überwachen und sind darüber hinaus, soweit
angemessen, weitere Risikokennziffern unter Berücksichtigung des
Risikoprofils und der Anlagestrategie des jeweiligen
Investmentvermögens zu nutzen.

(3) Die Kapitalverwaltungsgesellschaft muss den qualifizierten Ansatz
anwenden, wenn

1.  durch den einfachen Ansatz nicht alle im Investmentvermögen
    enthaltenen Marktrisiken hinreichend genau erfasst und bemessen werden
    können,

2.  die Anlagestrategie des Investmentvermögens über einen zu
    vernachlässigenden Anteil hinaus auf komplexen Strategien basiert oder

3.  das Investmentvermögen über einen zu vernachlässigenden Anteil hinaus
    in komplexe Derivate investiert ist.

Collections: bundestag_gesetze
DerivateV-2013
Level: 4.0