Source: https://www.gesetze-im-internet.de/wasbauprv/__4.html
Legislation: wasbauprv

Title: § 4 Grundlegende Qualifikationen

Description:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluss Geprüfter Wasserbaumeister/Geprüfte Wasserbaumeisterin (WasBauPrV)
§ 4 Grundlegende Qualifikationen

Paragraph: 4

Full Text:
Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluss Geprüfter Wasserbaumeister/Geprüfte Wasserbaumeisterin (WasBauPrV)
§ 4 Grundlegende Qualifikationen

(1) Im Prüfungsteil „Grundlegende Qualifikationen“ ist in folgenden
Prüfungsbereichen zu prüfen:

1.  Berücksichtigen der naturwissenschaftlichen und technischen Grundlagen
    des Wasserbaus,

2.  Rechtsbewusstes Handeln,

3.  Betriebswirtschaftliches Handeln,

4.  Anwenden von Methoden der Information, Kommunikation und Planung.

(2) Im Prüfungsbereich „Berücksichtigung der naturwissenschaftlichen
und technischen Grundlagen des Wasserbaus“ soll die Fähigkeit
nachgewiesen werden, naturwissenschaftliche und technische
Gesetzmäßigkeiten sowie die anerkannten Regeln der Technik bei der
Lösung wasserbaulicher Aufgaben in der betrieblichen Praxis anwenden
und berücksichtigen zu können.
In diesem Rahmen können in den Bereichen Schifffahrt und Wasserstraße,
Gewässerausbau, Gewässerpflege und -entwicklung sowie der
Gewässerbewirtschaftung folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Berücksichtigen der naturwissenschaftlichen Gesetzmäßigkeiten und
    materialspezifischen Eigenschaften bei der Auswahl, Lagerung,
    Verarbeitung und Entsorgung von Bau- und Bauhilfsstoffen,

2.  Erkennen, Beurteilen und Berücksichtigen der äußeren Belastungen bei
    Baumaßnahmen an wasserbaulichen Anlagen,

3.  Erkennen, Beurteilen und Berücksichtigen der hydraulischen und
    dynamischen Beanspruchungen im und am Gewässer,

4.  Erkennen, Beurteilen und Berücksichtigen der Auswirkungen von
    Baumaßnahmen an Gewässern sowie im Küsten- und Inselschutz,

5.  Verstehen und Durchführen von einfachen statischen, hydraulischen und
    grundbaulichen Berechnungen sowie Bemessung von Bauteilen und
    Objekten,

6.  Erkennen, Unterscheiden und Beurteilen der maschinen- und
    elektrotechnischen Antriebs- und Steuertechniken an wasserbaulichen
    Anlagen,

7.  Erkennen, Beurteilen und Berücksichtigen von nautischen und
    schiffstechnischen Anforderungen an Wasserstraßen und
    Schifffahrtswegen,

8.  Unterscheiden, Beurteilen und Berücksichtigen der Wirkungs- und
    Funktionsweisen von Maschinen und Geräten für wasserbauliche Aufgaben,

9.  Erkennen, Beurteilen und Durchführen von Maßnahmen zur
    Gewässerunterhaltung, Gewässerpflege und -entwicklung sowie zur
    Gewässerbewirtschaftung einschließlich Hochwasserschutz und Eisabwehr.

(3) Im Prüfungsbereich „Rechtsbewusstes Handeln“ soll die Fähigkeit
nachgewiesen werden, im Rahmen anwendungsbezogener Handlungen
einschlägige Rechtsvorschriften berücksichtigen zu können. Dazu
gehört, die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen
unter arbeitsrechtlichen Aspekten zu gestalten sowie nach rechtlichen
Grundlagen die Arbeitssicherheit, den Gesundheitsschutz und den
Umweltschutz zu gewährleisten und die Zusammenarbeit mit den
entsprechenden Institutionen sicherzustellen. In diesem Rahmen können
folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Berücksichtigen arbeitsrechtlicher Vorschriften und Bestimmungen bei
    der Gestaltung individueller Arbeitsverhältnisse und bei Fehlverhalten
    von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, insbesondere unter
    Berücksichtigung des Arbeitsvertragsrechts, des Tarifvertragsrechts
    und betrieblicher Vereinbarungen,

2.  Berücksichtigen der Vorschriften des Personalvertretungsrechts und des
    Betriebsverfassungsgesetzes,

3.  Berücksichtigen rechtlicher Bestimmungen hinsichtlich der
    Sozialversicherungen, der Entgeltfindung sowie der Arbeitsförderung,

4.  Berücksichtigen arbeitsschutz- und arbeitssicherheitsrechtlicher
    Vorschriften und Bestimmungen in Abstimmung mit betrieblichen und
    außerbetrieblichen Institutionen,

5.  Berücksichtigen einschlägiger Rechts- und Verwaltungsvorschriften des
    Wasserwegerechts, insbesondere des Bundeswasserstraßengesetzes und der
    Schifffahrtspolizeiverordnungen,

6.  Berücksichtigen der Vorschriften des Umweltrechts, insbesondere
    hinsichtlich des Naturschutz- und Wasserrechts, des
    Wasserverbandsrechts, des Bodenschutzes, der Kreislauf- und
    Abfallwirtschaft, der Luftreinhaltung und Lärmbekämpfung, des
    Strahlenschutzes und des Schutzes vor gefährlichen Stoffen,

7.  Berücksichtigen wirtschaftsrechtlicher Vorschriften und Bestimmungen
    sowie des Datenschutzes.

(4) Im Prüfungsbereich „Betriebswirtschaftliches Handeln“ soll die
Fähigkeit nachgewiesen werden, im Rahmen anwendungsbezogener
Handlungen betriebswirtschaftliche Gesichtspunkte berücksichtigen und
volkswirtschaftliche Zusammenhänge herstellen zu können. Es sollen
Unternehmensformen dargestellt und beurteilt werden können. Weiterhin
soll die Fähigkeit nachgewiesen werden, Arbeitsabläufe und
betriebliche Abläufe nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten planen,
beurteilen und beeinflussen zu können. In diesem Rahmen können
folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Berücksichtigen von ökonomischen Handlungsprinzipien von Unternehmen
    und Verwaltungen unter Einbeziehung volkswirtschaftlicher
    Zusammenhänge und sozialer Wirkungen,

2.  Berücksichtigen der Grundsätze betrieblicher Aufbau- und
    Ablauforganisation,

3.  Nutzen der Möglichkeiten der Organisationsentwicklung,

4.  Beachten von Methoden der Entgeltfindung und der kontinuierlichen
    betrieblichen Verbesserung,

5.  Durchführen von Kostenarten-, Kostenstellen- und
    Kostenträgerrechnungen sowie von Kalkulationsverfahren.

(5) Im Prüfungsbereich „Anwenden von Methoden der Information,
Kommunikation und Planung“ soll die Fähigkeit nachgewiesen werden,
Projekte und Arbeitsabläufe analysieren, planen und transparent machen
zu können. Dazu gehört, Daten aufbereiten, technische Unterlagen
erstellen, entsprechende Planungstechniken einsetzen sowie angemessene
Präsentationstechniken anwenden zu können. In diesem Rahmen können
folgende Qualifikationsinhalte geprüft werden:

1.  Erfassen, Analysieren und Aufbereiten von Betriebs-, Produkt- und
    Prozessdaten mittels EDV-Systemen und Bewerten visualisierter Daten,

2.  Bewerten von Planungstechniken und Analysemethoden sowie deren
    Anwendungsmöglichkeiten,

3.  Planen und Vorbereiten von Präsentationen,

4.  Erstellen von technischen Unterlagen, Entwürfen, Statistiken, Tabellen
    und Diagrammen,

5.  Anwenden von Projektmanagementmethoden,

6.  Auswählen und Anwenden von Informations- und Kommunikationsformen
    einschließlich des Einsatzes entsprechender Informations- und
    Kommunikationsmittel.

(6) Die Bearbeitungsdauer für die schriftlichen Aufgaben beträgt im
Prüfungsbereich nach Absatz 1 Nr. 1 120 Minuten und in den
Prüfungsbereichen nach Absatz 1 Nr. 2 bis 4 jeweils 60 Minuten.

(7) Wurden in nicht mehr als einem der schriftlichen Prüfungsbereiche
mangelhafte Prüfungsleistungen erbracht, ist in diesem Prüfungsbereich
eine mündliche Ergänzungsprüfung anzubieten. Bei einer oder mehreren
ungenügenden schriftlichen Prüfungsleistungen besteht diese
Möglichkeit nicht. Die Ergänzungsprüfung soll in der Regel nicht
länger als 20 Minuten dauern. Die Bewertung der schriftlichen
Prüfungsleistung und die der mündlichen Ergänzungsprüfung werden zu
einer Note zusammengefasst. Dabei wird die Bewertung der schriftlichen
Prüfungsleistung doppelt gewichtet.

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WasBauPrV
Level: 2.0