Source: https://www.gesetze-im-internet.de/esbo/__35.html
Legislation: esbo

Title: § 35 Ausrüsten der Züge mit Bremsen

Description:
Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung für Schmalspurbahnen (ESBO)
§ 35 Ausrüsten der Züge mit Bremsen

Paragraph: 35

Full Text:
Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung für Schmalspurbahnen (ESBO)
§ 35 Ausrüsten der Züge mit Bremsen

(1) Die Züge mit einer Höchstgeschwindigkeit von mehr als 50 km/h
müssen mit durchgehender selbsttätiger Bremse gefahren werden.

(2) Die Bremsverhältnisse eines Zuges müssen sicherstellen, daß der
Zug innerhalb des zulässigen Bremswegs zum Halten gebracht werden
kann; sie werden mit Hilfe der Bremstafeln oder entsprechenden
Bremswegberechnungen ermittelt.

(3) Die Bremstafeln oder Bremswegberechnungen werden genehmigt

1.  für Eisenbahnen des Bundes vom Bundesministerium für Verkehr und
    digitale Infrastruktur,

2.  für die nicht bundeseigenen Eisenbahnen von der zuständigen
    Landesbehörde.

(4) Als größter Bremsweg ist 700 m zulässig.

(5) Über das Bremsen auf Strecken mit einer maßgebenden Neigung von
mehr als
40v.T. sind von den in Absatz 3 genannten Behörden besondere
Vorschriften zu erlassen. Die maßgebende Neigung einer Strecke ist die
Neigung der Verbindungslinie der beiden 2 000 m voneinander entfernten
Punkte des Streckenabschnitts mit dem größten Höhenunterschied.

(6) Das letzte oder vorletzte Fahrzeug eines Zuges muß eine wirkende
Bremse haben. Hat das letzte Fahrzeug keine wirkende Bremse, so soll
es nicht mit Reisenden besetzt sein. Bei Rollfahrzeugbetrieb dürfen
auf Strecken mit einer geringeren maßgebenden Neigung als
10v.T. hinter der letzten wirkenden Bremse bis zu acht
Rollfahrzeugradsätzen mit höchstens 60 t Gesamtgewicht laufen.

(7) Bevor ein mit durchgehender Bremse fahrender Zug den
Anfangsbahnhof verläßt, ist eine Bremsprobe vorzunehmen. Die
Bremsprobe ist zu wiederholen, so oft der Führerstand gewechselt oder
der Zug ergänzt oder getrennt wird, es sei denn, daß Fahrzeuge nur am
Schluß abgehängt werden. Für Züge, die während mehrerer Fahrten
unverändert bleiben, sind Ausnahmen zulässig (§ 3 Abs. 1 Nr. 2).

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