Source: https://www.gesetze-im-internet.de/edl-g/__2.html
Legislation: edl-g

Title: § 2 Begriffsbestimmungen

Description:
Gesetz über Energiedienstleistungen und andere Energieeffizienzmaßnahmen (EDL-G)
§ 2 Begriffsbestimmungen

Paragraph: 2

Full Text:
Gesetz über Energiedienstleistungen und andere Energieeffizienzmaßnahmen (EDL-G)
§ 2 Begriffsbestimmungen

Im Sinne dieses Gesetzes sind

1.  Drittfinanzierung: eine vertragliche Vereinbarung, an der neben dem
    Energielieferanten und dem Nutzer einer Energieeffizienzmaßnahme ein
    Dritter beteiligt ist, der die Finanzmittel für diese Maßnahme
    bereitstellt und dem Nutzer ein Entgelt berechnet, das einem Teil der
    durch die Energieeffizienzmaßnahme erzielten Energieeinsparungen
    entspricht, wobei Dritter auch der Energiedienstleister sein kann;

2.  Endkunde: eine natürliche oder juristische Person, die Energie für den
    eigenen Endverbrauch kauft;

3.  Energie: alle handelsüblichen Formen von Energieerzeugnissen wie
    Brennstoffe, Wärme, Energie aus erneuerbaren Quellen und Elektrizität,
    ausgenommen Flugzeugtreibstoffe und Bunkeröle für die Seeschifffahrt;

4.  Energieaudit: ein systematisches Verfahren zur Erlangung ausreichender
    Informationen über das bestehende Energieverbrauchsprofil eines
    Gebäudes oder einer Gebäudegruppe, eines Betriebsablaufs in der
    Industrie oder einer Industrieanlage oder privater oder öffentlicher
    Dienstleistungen, zur Ermittlung und Quantifizierung der Möglichkeiten
    für wirtschaftliche Energieeinsparungen und Erfassung der Ergebnisse
    in einem Bericht;

5.  Energiedienstleister: eine natürliche oder juristische Person, die
    Energiedienstleistungen oder andere Energieeffizienzmaßnahmen erbringt
    oder durchführt;

6.  Energiedienstleistung: jede durch Dritte vertraglich erbrachte
    Tätigkeit, durch welche die Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen
    vorbereitet, unterstützt, geplant oder durchgeführt wird;

7.  Energieeffizienz: das Verhältnis von Ertrag an Leistung,
    Dienstleistungen, Waren oder Energie zum Energieeinsatz;

8.  Energieeffizienzmaßnahmen: alle Maßnahmen, die in der Regel zu
    überprüfbaren und der Höhe nach mess- oder schätzbaren
    Energieeffizienzverbesserungen führen;

9.  Energieeffizienzmechanismen: allgemeine Instrumente zur Schaffung von
    Rahmenbedingungen oder von Anreizen für Marktteilnehmer bei Erbringung
    und Inanspruchnahme von Energiedienstleistungen und anderen
    Energieeffizienzmaßnahmen, die von der öffentlichen Hand, insbesondere
    von der Bundesstelle für Energieeffizienz eingesetzt werden;

10. Energieeffizienzverbesserung: die Steigerung der Endenergieeffizienz
    durch technische, wirtschaftliche oder Verhaltensänderungen;

11. Energieeinsparungen: die eingesparte Energiemenge, die durch Messung
    oder berechnungsbasierte Schätzung des Verbrauchs vor und nach der
    Umsetzung einer oder mehrerer Energieeffizienzmaßnahmen oder
    Verhaltensänderungen ermittelt wird, wobei äußere Bedingungen, die den
    Energieverbrauch negativ beeinflussen, durch Bildung eines Normalwerts
    zu berücksichtigen sind;

12. Energielieferant: jede natürliche oder juristische Person, die Energie
    an Endkunden verkauft, es sei denn, die verkaufte Energiemenge liegt
    entweder unter dem Äquivalent von 75 Gigawattstunden an Energie pro
    Jahr oder diese beschäftigt weniger als zehn Personen und ihr
    Jahresumsatz oder ihre Jahresbilanz liegt unter 2 Millionen Euro;

13. Energieunternehmen: Energieverteiler, Verteilernetzbetreiber und
    Energielieferanten;

14. Energieverteiler: eine natürliche oder juristische Person, die für den
    Transport von Energie zur Abgabe an Endkunden und an
    Energielieferanten verantwortlich ist, ausgenommen
    Verteilernetzbetreiber gemäß Nummer 16;

15. Finanzinstrumente für Energieeinsparungen: alle Instrumente zur
    teilweisen oder vollen Deckung der anfänglichen Projektkosten für die
    Durchführung von Energieeffizienzmaßnahmen wie Finanzhilfen,
    Steuervergünstigungen, Darlehen, Drittfinanzierungen, entsprechend
    gestaltete Energieleistungsverträge und andere ähnliche Verträge, die
    auf dem Markt bereitgestellt werden;

16. Verteilernetzbetreiber: eine natürliche oder juristische Person, die
    verantwortlich ist für den Betrieb, die Wartung, erforderlichenfalls
    den Ausbau des Verteilernetzes für Elektrizität oder Erdgas in einem
    bestimmten Gebiet und gegebenenfalls der Verbindungsleitungen zu
    anderen Netzen sowie für die Sicherstellung der langfristigen
    Fähigkeit des Netzes, eine angemessene Nachfrage nach Verteilung von
    Elektrizität oder Erdgas zu befriedigen;

17.[^F789197_02_BJNR148310010BJNE000202128]
 Energiemanagementsystem: ein System, das den Anforderungen der DIN EN
    ISO 50001, Ausgabe Dezember 2011
    oder November 2018, entspricht; Zertifikate nach DIN EN ISO 50001,
    Ausgabe Dezember 2011, verlieren ab dem 21. August 2021 ihre
    Gültigkeit;

18. EMAS-Registrierungsstelle: die nach § 32 des Umweltauditgesetzes in
    der Fassung der Bekanntmachung vom 4. September 2002 (BGBl. I S.
    3490), das zuletzt durch Artikel 13 des Gesetzes vom 27. Juni 2017
    (BGBl. I S. 1966) geändert worden ist, in der jeweils geltenden
    Fassung für die Eintragung in das EMAS-Register zuständige Industrie-
    und Handelskammer oder Handwerkskammer.

    Die Norm ist bei der Beuth Verlag GmbH, Berlin, erschienen und bei der
    Deutschen Nationalbibliothek archivmäßig gesichert niedergelegt.
[^F789197_02_BJNR148310010BJNE000202128]:

Collections: bundestag_gesetze
EDL-G
Level: 2.0