Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bauwiausbv_1999/__57.html
Legislation: bauwiausbv_1999

Title: § 57 Abschlußprüfung/Gesellenprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung in der Bauwirtschaft (BauWiAusbV 1999)
Dritter Teil - Vorschriften für die aufbauenden Ausbildungsberufe nach § 1 Abs. 1 Nr. 2 bis 4 sowie Abs. 2 Nr. 1 bis 3
7. Abschnitt - Estrichleger/Estrichlegerin
§ 57 Abschlußprüfung/Gesellenprüfung

Paragraph: 57

Full Text:
Verordnung über die Berufsausbildung in der Bauwirtschaft (BauWiAusbV 1999)
Dritter Teil - Vorschriften für die aufbauenden Ausbildungsberufe nach § 1 Abs. 1 Nr. 2 bis 4 sowie Abs. 2 Nr. 1 bis 3
7. Abschnitt - Estrichleger/Estrichlegerin
§ 57 Abschlußprüfung/Gesellenprüfung

(1) Die Abschlußprüfung/Gesellenprüfung erstreckt sich auf die in den
Anlagen 2 und 10 aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf
den im Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die
Berufsausbildung wesentlich ist.

(2) Der Prüfling soll im praktischen Teil der Prüfung in insgesamt
höchstens acht Stunden zwei praktische Aufgaben ausführen. Dabei soll
der Prüfling zeigen, daß er den Arbeitsablauf selbständig planen,
Arbeitszusammenhänge erkennen, das Arbeitsergebnis kontrollieren sowie
Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit und
zum Umweltschutz ergreifen kann. Für die praktischen Aufgaben kommen
insbesondere in Betracht:

1.  Herstellen von Verbundestrich oder schwimmendem Estrich als Unterboden
    für Belag,

2.  Herstellen von Verbundestrich oder schwimmendem Estrich als
    Nutzestrich,

3.  Herstellen von einschichtigem oder mehrschichtigem Industrieestrich,

4.  Auftragen von Kunstharzen,

5.  Verlegen und Verschweißen von Bahnen- oder Plattenbelag mit
    Sockelsystem oder

6.  Einbauen von Fertigteilestrich.

(3) Der Prüfling soll im schriftlichen Teil der Prüfung in den
Prüfungsbereichen Estriche, Bodenbeläge sowie Wirtschafts- und
Sozialkunde geprüft werden. In den Prüfungsbereichen Estriche und
Bodenbeläge soll der Prüfling zeigen, daß er insbesondere durch
Verknüpfung von arbeitsorganisatorischen, technologischen,
mathematischen und zeichnerischen Inhalten praxisbezogene Fälle lösen
kann. Dabei sollen Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz
bei der Arbeit, zum Umweltschutz und qualitätssichernde Maßnahmen
einbezogen werden. Es kommen Aufgaben insbesondere aus folgenden
Gebieten in Betracht:

1.  im Prüfungsbereich Estriche:

    a)  Hohlraum- und Doppelböden,

    b)  Herstellen von Estrichen,

    c)  Böden aus Beton,

    d)  Dämmschichten und Abdichtungen,

    e)  Sanieren und Instandsetzen von Estrichen;

2.  im Prüfungsbereich Bodenbeläge:

    a)  Verlegepläne,

    b)  Auftragen von Kunstharzschichten,

    c)  Platten, Bahnen und Laminate,

    d)  Dämmschichten und Abdichtungen,

    e)  Sanieren und Instandsetzen von Belägen;

3.  im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde:

    allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der
    Berufs- und Arbeitswelt.

(4) Der schriftliche Teil der Prüfung dauert höchstens:

*    *   1.

    *   im Prüfungsbereich Estriche

    *   150 Minuten,

*    *   2.

    *   im Prüfungsbereich Bodenbeläge

    *   150 Minuten,

*    *   3.

    *   im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   60 Minuten.

(5) Der schriftliche Teil der Prüfung ist auf Antrag des Prüflings
oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen Bereichen
durch eine mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen
der Prüfung den Ausschlag geben kann. Bei der Ermittlung des
Ergebnisses für die mündlich geprüften Prüfungsbereiche sind das
bisherige Ergebnis und das Ergebnis der mündlichen Ergänzungsprüfung
im Verhältnis 2:1 zu gewichten.

(6) Innerhalb des schriftlichen Teils der Prüfung sind die
Prüfungsbereiche wie folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich Estriche

    *   40 vom Hundert,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich Bodenbeläge

    *   40 vom Hundert,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   20 vom Hundert.

(7) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils im praktischen und im
schriftlichen Teil der Prüfung sowie innerhalb des schriftlichen Teils
der Prüfung in mindestens zwei Prüfungsbereichen mindestens
ausreichende Leistungen erbracht sind. Wird die Leistung in einer der
praktischen Aufgaben oder in einem der Prüfungsbereiche mit ungenügend
bewertet, so ist die Prüfung nicht bestanden.

(8) Hat der Prüfling die Prüfung nach Absatz 7 nicht bestanden,
erfüllt er in dieser Prüfung jedoch die Anforderungen nach § 16, so
hat er den Abschluß Ausbaufacharbeiter/Ausbaufacharbeiterin erreicht.
Die Anforderungen nach § 16 gelten dann als erfüllt, wenn in dieser
Prüfung im praktischen Teil sowie in einem der fachbezogenen
Prüfungsbereiche im schriftlichen Teil (Absatz 3 Nr. 1 und 2) jeweils
mindestens eine ausreichende Leistung erbracht wurde. Außerdem darf in
keiner der praktischen Aufgaben und in keinem der fachbezogenen
Prüfungsbereiche eine ungenügende Leistung erbracht worden sein.

Collections: bundestag_gesetze
BauWiAusbV-1999
Level: 4.0