Source: https://www.gesetze-im-internet.de/winzmeistprv/__4.html
Legislation: winzmeistprv

Title: § 4 Prüfungsanforderungen im Teil "Betriebs- und Unternehmensführung"

Description:
Verordnung über die Anforderungen in der Meisterprüfung für den Beruf Winzer/Winzerin (WinzMeistPrV)
§ 4 Prüfungsanforderungen im Teil "Betriebs- und Unternehmensführung"

Paragraph: 4

Full Text:
Verordnung über die Anforderungen in der Meisterprüfung für den Beruf Winzer/Winzerin (WinzMeistPrV)
§ 4 Prüfungsanforderungen im Teil "Betriebs- und Unternehmensführung"

(1) Der Prüfungsteilnehmer soll nachweisen, dass er wirtschaftliche,
rechtliche und soziale Zusammenhänge im Betrieb erkennen, analysieren
und beurteilen sowie Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigen kann.

(2) Die Prüfung erstreckt sich auf folgende Inhalte:

1.  nationale und internationale Rahmenbedingungen weinbaulicher
    Produktion und Vermarktung; Wirtschafts- und Agrarpolitik,

2.  betriebliche Bedingungen der Produktion und Vermarktung,

3.  Struktur und Funktion des Betriebes; Unternehmensformen; Kooperation,

4.  Betriebs- und Arbeitsorganisation; Arbeitsgestaltung,

5.  ökonomische Kontrolle und Bewertung der Produktion und Vermarktung;
    Erfassen und Bewerten des Betriebserfolgs; Betriebsvergleich,

6.  Betriebsentwicklungsplanung; Programmplanung, Investition und
    Finanzierung,

7.  Markt und Marketing, insbesondere Angebot, Nachfrage, Preisgestaltung
    und Werbung; Vermarktungsformen,

8.  berufsbezogene Rechtsvorschriften, insbesondere Weinrecht,
    Vertragsrecht, Umweltrecht, Arbeitsrecht,

9.  Sozialversicherungen, Privatversicherungen und betriebliche
    Versicherungen,

10. Grundsätze steuerlicher Buchführung, Steuerarten, Steuerverfahren,

11. Information, Beratung, Kommunikation; elektronische Datenverarbeitung.

(3) Die Prüfung besteht aus einer Projektarbeit nach Maßgabe des
Absatzes 4 und einer Betriebsbeurteilung nach Maßgabe des Absatzes 5.

(4) Gegenstand der Projektarbeit soll eine komplexe
betriebswirtschaftliche Aufgabe in einem weinbaulichen Betrieb sein,
die für die weitere Entwicklung des Gesamtbetriebes oder eines
wesentlichen Bereichs des Betriebes in betriebswirtschaftlichem Sinne
von Bedeutung ist. Bei der Auswahl der Aufgabe sollen Vorschläge des
Prüfungsteilnehmers berücksichtigt werden. Stellt der
Prüfungsausschuss fest, dass die komplexe Aufgabe in dem Betrieb nicht
durchgeführt werden kann, so hat er in Absprache mit dem
Prüfungsteilnehmer eine gleichwertige Aufgabe in einem anderen Betrieb
zu stellen. Die Projektarbeit soll auf betriebswirtschaftlichen
Aufzeichnungen eines Betriebes aufbauen. Diese Unterlagen sind nicht
Bestandteil der Arbeit. Für die Anfertigung steht ein Zeitraum von bis
zu drei Monaten zur Verfügung. Der Verlauf und die Ergebnisse der
Projektarbeit sind zu dokumentieren und in einem Prüfungsgespräch zu
präsentieren und zu erläutern. Das Prüfungsgespräch soll je
Prüfungsteilnehmer nicht länger als 30 Minuten dauern.

(5) Bei der Betriebsbeurteilung soll der Prüfungsteilnehmer einen
fremden Betrieb erfassen, analysieren und beurteilen sowie
Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigen. Die Ergebnisse sind schriftlich
niederzulegen und in einem Prüfungsgespräch zu erläutern. Das
Prüfungsgespräch erstreckt sich auf die in Absatz 2 aufgeführten
Inhalte. Für die Erfassung des Betriebes sind dem Prüfungsteilnehmer
die erforderlichen Daten und Unterlagen zur Verfügung zu stellen. Dem
Prüfungsteilnehmer ist Gelegenheit zu geben, den Betrieb unmittelbar
kennenzulernen. Nach dem Kennenlernen des Betriebes soll die
Vorbereitung auf das Prüfungsgespräch je Prüfungsteilnehmer nicht
länger als 120 Minuten und das Prüfungsgespräch selbst nicht länger
als 60 Minuten dauern.

Collections: bundestag_gesetze
WinzMeistPrV
Level: 2.0