Source: https://www.gesetze-im-internet.de/weinv_1995/__32.html
Legislation: weinv_1995

Title: § 32 (zu § 16 Absatz 2 Satz 1 und § 24 Absatz 2 und 3 Nummer 5 des Weingesetzes)

Description:
Weinverordnung (WeinV 1995)
Abschnitt 5 - Bezeichnung und Aufmachung
§ 32 (zu § 16 Absatz 2 Satz 1 und § 24 Absatz 2 und 3 Nummer 5 des Weingesetzes)

Paragraph: 32

Full Text:
Weinverordnung (WeinV 1995)
Abschnitt 5 - Bezeichnung und Aufmachung
§ 32 (zu § 16 Absatz 2 Satz 1 und § 24 Absatz 2 und 3 Nummer 5 des Weingesetzes)

(1) Bei inländischem Qualitätswein oder Prädikatswein darf die
Bezeichnung

1.  Weißwein nur für einen ausschließlich aus Weißweintrauben
    hergestellten Wein,

2.  Rotwein nur für einen ausschließlich aus Rotweintrauben hergestellten
    Wein und

3.  Roséwein nur für einen ausschließlich aus Rotweintrauben hergestellten
    Wein von blass- bis hellroter Farbe

verwendet werden.

(2) Die Bezeichnung Rotling darf nur verwendet werden für einen
inländischen Wein von blass- bis hellroter Farbe, der abweichend von §
18 Absatz 1 durch Verschneiden von Weißweintrauben, auch gemaischt,
mit Rotweintrauben, auch gemaischt, hergestellt ist. Ein inländischer
Schaumwein, Perlwein oder Perlwein mit zugesetzter Kohlensäure darf
als Rotling nur bezeichnet werden, wenn er ausschließlich aus Wein
hergestellt worden ist, der nach Satz 1 die Bezeichnung Rotling führen
darf.

(3) Die Bezeichnungen „Blanc de Noirs“ und „Blanc de Noir“ dürfen für
inländische Erzeugnisse nur verwendet werden, wenn es sich um Wein mit
geschützter Ursprungsbezeichnung, geschützte geografische Angabe,
Likörwein mit geschützter Ursprungsbezeichnung, Schaumwein,
Qualitätsschaumwein oder Perlwein handelt, der aus frischen
Rotweintrauben wie ein Weißwein gekeltert wurde und die für Weißwein
typische Farbe aufweist.

(4) Bei inländischem Wein müssen die Bezeichnungen
Roséwein,
Rosé oder Rotling angegeben werden.

(5) Bei inländischem Qualitätswein und Prädikatswein darf die
Bezeichnung Weißherbst nur gebraucht werden, wenn er

1.  aus einer einzigen roten Rebsorte und

2.  zu mindestens 95 vom Hundert aus hell gekeltertem Most

hergestellt worden ist. Die Rebsorte muss in Verbindung mit der
Bezeichnung Weißherbst in Schriftzeichen gleicher Art, Größe und Farbe
angegeben werden. Bei inländischem Sekt b.A. oder Qualitätsperlwein
b.A. darf die Bezeichnung "Weißherbst" nur verwendet werden, wenn der
Sekt b.A. oder Qualitätsperlwein b.A. nur aus Wein hergestellt worden
ist, der nach Satz 1 die Bezeichnung "Weißherbst" führen darf.

(6) Wird die Bezeichnung Weißherbst gebraucht, darf die Bezeichnung
Roséwein nicht verwendet werden.

(7) Bei inländischem Qualitätswein und Prädikatswein darf statt der
Bezeichnung Rotling die Bezeichnung

1.  "Schillerwein" nur gebraucht werden, wenn die zur Herstellung des
    Weines verwendeten Weintrauben ausschließlich in dem bestimmten
    Anbaugebiet Württemberg geerntet worden sind;

2.  "Badisch Rotgold" mit dem Zusatz "Grauburgunder und Spätburgunder" nur
    gebraucht werden, wenn die zur Herstellung verwendeten Weintrauben
    ausschließlich in dem bestimmten Anbaugebiet Baden geerntet worden
    sind;

3.  "Schieler" nur gebraucht werden, wenn die zur Herstellung des Weines
    verwendeten Weintrauben ausschließlich in dem bestimmten Anbaugebiet
    Sachsen geerntet worden sind.

Wird aus einem Qualitätswein oder einem Prädikatswein, der eine der in
Satz 1 Nummer 1 bis 3 genannten Bezeichnungen tragen darf, ein Sekt
b.A. oder ein Qualitätsperlwein b.A. hergestellt, darf für diesen Sekt
b.A. oder Qualitätsperlwein b.A. im Falle der Nummer 1 die Bezeichnung
"Schiller", im Falle der Nummer 2 die Bezeichnung "Badisch-Rotgold"
und im Falle der Nummer 3 die Bezeichnung "Schieler" verwendet werden.

(8) Bei inländischen Qualitätsweinen oder Prädikatsweinen, die in
Holzbehältnissen gegoren, ausgebaut oder gereift wurden, ist die
Verwendung einer Angabe nach Anhang V in Verbindung mit Artikel 53
Absatz 2 Unterabsatz 1 Satz 1, Unterabsatz 2 und 3 der Delegierten
Verordnung 2019/33 nur zulässig, wenn

1.  mindestens 75 vom Hundert des Weines oder der zu seiner Herstellung
    verwendeten Erzeugnisse in dem Holzbehältnis der angegebenen Art
    gegoren, ausgebaut oder gereift worden sind,

2.  die Dauer der Gärung, des Ausbaus oder der Reifung in dem
    Holzbehältnis

    aa) mindestens sechs Monate bei Rotwein,

    bb) mindestens vier Monate bei anderem als Rotwein

    betragen hat und

3.  sofern die Angabe „im Barrique gegoren“, „im Barrique ausgebaut“ oder
    „im Barrique gereift“ verwendet wird, das Barrique-Fass ein
    Fassungsvermögen von nicht mehr als 350 Litern hat.

Eine Kennzeichnung mit mehreren Angaben nach Anhang V der genannten
Verordnung ist nicht zulässig.

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