Source: https://www.gesetze-im-internet.de/tzbfg/__8.html
Legislation: tzbfg

Title: § 8 Zeitlich nicht begrenzte Verringerung der Arbeitszeit

Description:
Gesetz über Teilzeitarbeit und befristete Arbeitsverträge (TzBfG)
Zweiter Abschnitt - Teilzeitarbeit
§ 8 Zeitlich nicht begrenzte Verringerung der Arbeitszeit

Paragraph: 8

Full Text:
Gesetz über Teilzeitarbeit und befristete Arbeitsverträge (TzBfG)
Zweiter Abschnitt - Teilzeitarbeit
§ 8 Zeitlich nicht begrenzte Verringerung der Arbeitszeit

(1) Ein Arbeitnehmer, dessen Arbeitsverhältnis länger als sechs Monate
bestanden hat, kann verlangen, dass seine vertraglich vereinbarte
Arbeitszeit verringert wird.

(2) Der Arbeitnehmer muss die Verringerung seiner Arbeitszeit und den
Umfang der Verringerung spätestens drei Monate vor deren Beginn in
Textform geltend machen. Er soll dabei die gewünschte Verteilung der
Arbeitszeit angeben.

(3) Der Arbeitgeber hat mit dem Arbeitnehmer die gewünschte
Verringerung der Arbeitszeit mit dem Ziel zu erörtern, zu einer
Vereinbarung zu gelangen. Er hat mit dem Arbeitnehmer Einvernehmen
über die von ihm festzulegende Verteilung der Arbeitszeit zu erzielen.

(4) Der Arbeitgeber hat der Verringerung der Arbeitszeit zuzustimmen
und ihre Verteilung entsprechend den Wünschen des Arbeitnehmers
festzulegen, soweit betriebliche Gründe nicht entgegenstehen. Ein
betrieblicher Grund liegt insbesondere vor, wenn die Verringerung der
Arbeitszeit die Organisation, den Arbeitsablauf oder die Sicherheit im
Betrieb wesentlich beeinträchtigt oder unverhältnismäßige Kosten
verursacht. Die Ablehnungsgründe können durch Tarifvertrag festgelegt
werden. Im Geltungsbereich eines solchen Tarifvertrages können nicht
tarifgebundene Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Anwendung der
tariflichen Regelungen über die Ablehnungsgründe vereinbaren.

(5) Die Entscheidung über die Verringerung der Arbeitszeit und ihre
Verteilung hat der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer spätestens einen Monat
vor dem gewünschten Beginn der Verringerung in Textform mitzuteilen.
Haben sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer nicht nach Absatz 3 Satz 1
über die Verringerung der Arbeitszeit geeinigt und hat der Arbeitgeber
die Arbeitszeitverringerung nicht spätestens einen Monat vor deren
gewünschtem Beginn in Textform abgelehnt, verringert sich die
Arbeitszeit in dem vom Arbeitnehmer gewünschten Umfang. Haben
Arbeitgeber und Arbeitnehmer über die Verteilung der Arbeitszeit kein
Einvernehmen nach Absatz 3 Satz 2 erzielt und hat der Arbeitgeber
nicht spätestens einen Monat vor dem gewünschten Beginn der
Arbeitszeitverringerung die gewünschte Verteilung der Arbeitszeit in
Textform abgelehnt, gilt die Verteilung der Arbeitszeit entsprechend
den Wünschen des Arbeitnehmers als festgelegt. Der Arbeitgeber kann
die nach Satz 3 oder Absatz 3 Satz 2 festgelegte Verteilung der
Arbeitszeit wieder ändern, wenn das betriebliche Interesse daran das
Interesse des Arbeitnehmers an der Beibehaltung erheblich überwiegt
und der Arbeitgeber die Änderung spätestens einen Monat vorher
angekündigt hat.

(6) Der Arbeitnehmer kann eine erneute Verringerung der Arbeitszeit
frühestens nach Ablauf von zwei Jahren verlangen, nachdem der
Arbeitgeber einer Verringerung zugestimmt oder sie berechtigt
abgelehnt hat.

(7) Für den Anspruch auf Verringerung der Arbeitszeit gilt die
Voraussetzung, dass der Arbeitgeber, unabhängig von der Anzahl der
Personen in Berufsbildung, in der Regel mehr als 15 Arbeitnehmer
beschäftigt.

Collections: bundestag_gesetze
TzBfG
Level: 3.0