Source: https://www.gesetze-im-internet.de/vvg_2008/__6.html
Legislation: vvg_2008

Title: § 6 Beratung des Versicherungsnehmers

Description:
Gesetz über den Versicherungsvertrag (VVG 2008)
Teil 1 - Allgemeiner Teil
Kapitel 1 - Vorschriften für alle Versicherungszweige
Abschnitt 1 - Allgemeine Vorschriften
§ 6 Beratung des Versicherungsnehmers

Paragraph: 6

Full Text:
Gesetz über den Versicherungsvertrag (VVG 2008)
Teil 1 - Allgemeiner Teil
Kapitel 1 - Vorschriften für alle Versicherungszweige
Abschnitt 1 - Allgemeine Vorschriften
§ 6 Beratung des Versicherungsnehmers

(1) Der Versicherer hat den Versicherungsnehmer, soweit nach der
Schwierigkeit, die angebotene Versicherung zu beurteilen, oder der
Person des Versicherungsnehmers und dessen Situation hierfür Anlass
besteht, nach seinen Wünschen und Bedürfnissen zu befragen und, auch
unter Berücksichtigung eines angemessenen Verhältnisses zwischen
Beratungsaufwand und der vom Versicherungsnehmer zu zahlenden Prämien,
zu beraten sowie die Gründe für jeden zu einer bestimmten Versicherung
erteilten Rat anzugeben. Er hat dies unter Berücksichtigung der
Komplexität des angebotenen Versicherungsvertrags zu dokumentieren.

(2) Für die Übermittlung des erteilten Rats und der Gründe hierfür
gilt § 6a.

(3) Der Versicherungsnehmer kann auf die Beratung und Dokumentation
nach den Absätzen 1 und 2 durch eine gesonderte schriftliche Erklärung
verzichten, in der er vom Versicherer ausdrücklich darauf hingewiesen
wird, dass sich ein Verzicht nachteilig auf seine Möglichkeit
auswirken kann, gegen den Versicherer einen Schadensersatzanspruch
nach Absatz 5 geltend zu machen. Handelt es sich um einen Vertrag im
Fernabsatz im Sinn des § 312c des Bürgerlichen Gesetzbuchs, kann der
Versicherungsnehmer in Textform verzichten.

(4) Die Verpflichtung nach Absatz 1 Satz 1 besteht auch nach
Vertragsschluss während der Dauer des Versicherungsverhältnisses,
soweit für den Versicherer ein Anlass für eine Nachfrage und Beratung
des Versicherungsnehmers erkennbar ist; Absatz 3 Satz 2 gilt
entsprechend. Der Versicherungsnehmer kann im Einzelfall auf eine
Beratung durch schriftliche Erklärung verzichten.

(5) Verletzt der Versicherer eine Verpflichtung nach Absatz 1, 2 oder
4, ist er dem Versicherungsnehmer zum Ersatz des hierdurch
entstehenden Schadens verpflichtet. Dies gilt nicht, wenn der
Versicherer die Pflichtverletzung nicht zu vertreten hat.

(6) Die Absätze 1 bis 5 sind auf Versicherungsverträge über ein
Großrisiko im Sinn des § 210 Absatz 2 nicht anzuwenden, ferner dann
nicht, wenn der Vertrag mit dem Versicherungsnehmer von einem
Versicherungsmakler vermittelt wird.

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VVG-2008
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