Source: https://www.gesetze-im-internet.de/pflaprv/__44.html
Legislation: pflaprv

Title: § 44 Inhalt und Durchführung des Anpassungslehrgangs nach § 40 Absatz 3 Satz 2 des Pflegeberufegesetzes

Description:
Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe (PflAPrV)
Teil 4 - Sonstige Vorschriften
Abschnitt 2 - Anerkennung von ausländischen Berufsabschlüssen, erforderliche Anpassungsmaßnahmen und Erbringung von Dienstleistungen
§ 44 Inhalt und Durchführung des Anpassungslehrgangs nach § 40 Absatz 3 Satz 2 des Pflegeberufegesetzes

Paragraph: 44

Full Text:
Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Pflegeberufe (PflAPrV)
Teil 4 - Sonstige Vorschriften
Abschnitt 2 - Anerkennung von ausländischen Berufsabschlüssen, erforderliche Anpassungsmaßnahmen und Erbringung von Dienstleistungen
§ 44 Inhalt und Durchführung des Anpassungslehrgangs nach § 40 Absatz 3 Satz 2 des Pflegeberufegesetzes

(1) Ziel des Anpassungslehrgangs nach § 40 Absatz 3 Satz 2 des
Pflegeberufegesetzes ist es, festzustellen, dass die Teilnehmerin oder
der Teilnehmer über die Kompetenzen verfügt, die zur Ausübung des
Berufs der Pflegefachfrau oder des Pflegefachmanns, des Berufs der
Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin oder des Gesundheits- und
Kinderkrankenpflegers oder des Berufs der Altenpflegerin oder des
Altenpflegers erforderlich sind. Die zuständige Behörde legt die Dauer
und die Inhalte des Anpassungslehrgangs so fest, dass das Ziel des
Anpassungslehrgangs erreicht werden kann. Hierbei können insbesondere
die Angaben in Mustergutachten der Gutachtenstelle für
Gesundheitsberufe berücksichtigt werden. Anpassungslehrgang und
Abschlussgespräch können auch in modularisierter Form auf der
Grundlage eines standardisierten Muster-Lehrplans durchgeführt werden.

(1a) Die zuständige Behörde kann im Feststellungsbescheid hinsichtlich
des zeitlichen Umfangs Rahmenvorgaben treffen. Der Anpassungslehrgang
kann unter Berücksichtigung des im Feststellungsbescheid vorgegebenen
Rahmens verkürzt oder verlängert werden. Das Erreichen des Ziels des
Anpassungslehrgangs darf durch die Verkürzung oder Verlängerung nicht
gefährdet werden. Die Verkürzung oder Verlängerung des
Anpassungslehrgangs ist von der den Anpassungslehrgang anbietenden
Einrichtung bei der zuständigen Behörde zu beantragen. Dem Antrag ist
eine Begründung durch eine geeignete Person beizufügen. Geeignet sind
insbesondere Fachprüferinnen oder Fachprüfer sowie Praxisanleiterinnen
oder Praxisanleiter, die den Teilnehmer oder die Teilnehmerin während
des Anpassungslehrgangs betreut haben. Die zuständige Behörde
entscheidet über die beantragte Verkürzung oder Verlängerung innerhalb
von zwei Wochen nach Eingang des vollständigen und begründeten
Antrages; eine Verkürzung oder Verlängerung gilt als genehmigt, wenn
die zuständige Behörde nicht innerhalb von zwei Wochen eine ablehnende
Entscheidung trifft.

(2) Der Anpassungslehrgang wird entsprechend dem Ziel des
Anpassungslehrgangs in Form von theoretischem und praktischem
Unterricht, einer praktischen Ausbildung mit theoretischer
Unterweisung oder beidem an Einrichtungen nach § 6 Absatz 2 oder
Absatz 3 Satz 1 des Pflegeberufegesetzes oder an von der zuständigen
Behörde als vergleichbar anerkannten Einrichtungen durchgeführt. Bei
der Wahl des konkreten Einsatzortes der praktischen Ausbildung ist
entscheidend, dass dort Patientinnen und Patienten mit entsprechendem
Versorgungsbedarf versorgt werden. An der theoretischen Unterweisung
sollen Praxisanleiterinnen oder Praxisanleiter, die die
Voraussetzungen nach § 4 Absatz 2 erfüllen, in angemessenem Umfang
beteiligt werden.

(3) Der Anpassungslehrgang nach § 40 Absatz 3 Satz 2 des
Pflegeberufegesetzes schließt mit einer Prüfung über die vermittelten
Kompetenzen in Form eines Abschlussgespräches ab. Das erfolgreiche
Bestehen der Prüfung ist durch eine Bescheinigung nach dem Muster der
Anlage 9 nachzuweisen.

(4) Das Abschlussgespräch eines Anpassungslehrgangs nach § 40 Absatz 3
Satz 2 des Pflegeberufegesetzes wird von einer Fachprüferin oder einem
Fachprüfer nach § 10 Absatz 1 Satz 2 Nummer 3 gemeinsam mit der
Lehrkraft oder der Praxisanleiterin oder dem Praxisanleiter nach
Absatz 2 Satz 2, die den Teilnehmer oder die Teilnehmerin während des
Lehrgangs betreut hat, geführt. Ergibt sich in dem Abschlussgespräch,
dass die Teilnehmerin oder der Teilnehmer den Anpassungslehrgang nicht
erfolgreich abgeleistet hat, entscheidet die Fachprüferin oder der
Fachprüfer nach § 10 Absatz 1 Satz 2 Nummer 3 im Benehmen mit der an
dem Gespräch teilnehmenden Lehrkraft oder der Praxisanleiterin oder
dem Praxisanleiter über eine angemessene Verlängerung des
Anpassungslehrgangs. Eine Verlängerung ist nur einmal zulässig. Der
Verlängerung folgt ein weiteres Abschlussgespräch. Kann auch nach dem
Ergebnis dieses Gesprächs die Bescheinigung nach Absatz 3 Satz 2 nicht
erteilt werden, darf die Teilnehmerin oder der Teilnehmer den
Anpassungslehrgang einmal wiederholen.

Collections: bundestag_gesetze
PflAPrV
Level: 4.0