Source: https://www.gesetze-im-internet.de/bimschv_39/__36.html
Legislation: bimschv_39

Title: Anlage 8 Kriterien zur Einstufung von Probenahmestellen für die Beurteilung der Ozonwerte und zur Bestimmung ihrer Standorte

Description:
Neununddreißigste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchV 39)
Teil 8 - Gemeinsame Vorschriften
Anlage 8 Kriterien zur Einstufung von Probenahmestellen für die Beurteilung der Ozonwerte und zur Bestimmung ihrer Standorte

Paragraph: 36

Full Text:
Neununddreißigste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchV 39)
Teil 8 - Gemeinsame Vorschriften
Anlage 8 Kriterien zur Einstufung von Probenahmestellen für die Beurteilung der Ozonwerte und zur Bestimmung ihrer Standorte

(Fundstelle: BGBl. I 2010, 1090 - 1091)
Für ortsfeste Messstationen gelten folgende Kriterien:

**A.** **Großräumige Standortbestimmung**

    *        *   Art der Station

        *   Ziele der Messungen

        *[^f774264_14_BJNR106510010BJNE004500000]
   Repräsentativität

        *   Kriterien für die
            großräumige Standortbestimmung
            (Makroebene)

    *        *   Städtisch

        *   Schutz der menschlichen Gesundheit:
            Beurteilung der Ozonexposition
            der städtischen Bevölkerung (bei relativ hoher Bevölkerungsdichte
            und Ozonwerten, die repräsentativ
            für die Exposition der Bevölkerung
            allgemein sind)

        *   Einige km
            2

        *   Außerhalb des Einflussbereichs örtlicher Emissionsquellen wie Verkehr,
            Tankstellen usw.;
            Standorte mit guter Durchmischung der Umgebungsluft;
            Standorte wie Wohn- und Geschäftsviertel in Städten, Grünanlagen
            (nicht in unmittelbarer Nähe von Bäumen), große Straßen oder Plätze
            mit wenig oder ohne Verkehr, für Schulen, Sportanlagen oder
            Freizeiteinrichtungen, charakteristische offene Flächen.

    *        *   Vorstädtisch

        *   Schutz der menschlichen Gesundheit und der Vegetation:
            Beurteilung der Exposition der Bevölkerung und Vegetation in
            vorstädtischen Gebieten von Ballungsräumen mit den höchsten Werten für
            Ozon, denen Bevölkerung und Vegetation unmittelbar oder mittelbar
            ausgesetzt sein dürften

        *   Einige
            Dutzend km
            2

        *   In gewissem Abstand von den Gebieten mit den höchsten Emissionen und
            auf deren Leeseite, bezogen auf die Hauptwindrichtungen, die bei
            für die Ozonbildung günstigen Bedingungen vorherrschen;
            Orte, an denen die Bevölkerung, empfindliche Nutzpflanzen oder
            natürliche Ökosysteme in der Randzone eines Ballungsraums hohen
            Ozonwerten ausgesetzt sind;
            gegebenenfalls auch einige Stationen in vorstädtischen Gebieten auf
            der der Hauptwindrichtung zugewandten Seite (außerhalb der Gebiete mit
            den höchsten Emissionen), um die Werte für den regionalen Hintergrund
            für Ozon zu ermitteln.

    *        *   Ländlich

        *   Schutz der menschlichen Gesundheit und der Vegetation:
            Beurteilung der Exposition der Bevölkerung, der Nutzpflanzen und der
            natürlichen Ökosysteme gegenüber Ozonwerten von subregionaler
            Ausdehnung

        *   Subregionale Ebene
            (einige
            Hundert km
            2                             )

        *   Die Stationen können sich in kleinen Siedlungen oder Gebieten mit
            natürlichen Ökosystemen, Wäldern oder Nutzpflanzenkulturen befinden;
            repräsentative Gebiete für Ozon außerhalb des Einflussbereichs
            örtlicher Emittenten wie Industrieanlagen und Straßen;
            in offenem Gelände, jedoch nicht auf Berggipfeln.

    *        *   Ländlicher
            Hintergrund

        *   Schutz der Vegetation und der menschlichen Gesundheit:
            Beurteilung der Exposition von Nutzpflanzen und natürlichen
            Ökosystemen gegenüber Ozonwerten
            von regionaler Ausdehnung sowie
            der Exposition der Bevölkerung

        *   Regionale/
            nationale/
            kontinentale
            Ebene
            (1 000 bis
            10 000 km
            2                             )

        *   Stationen in Gebieten mit
            niedrigerer Bevölkerungsdichte,
            z. B. mit natürlichen Ökosystemen (wie Wäldern), mindestens 20 km
            entfernt von Stadt- und Industriegebieten und entfernt von örtlichen
            Emissionsquellen;
            zu vermeiden sind Gipfel höherer Berge sowie Standorte mit örtlich
            verstärkter Bildung bodennaher Temperaturinversionen;

    *        *
        *
        *
        *   Küstengebiete mit ausgeprägten täglichen Windzyklen örtlichen
            Charakters werden ebenfalls nicht empfohlen.

    Für ländliche Stationen und Stationen im ländlichen Hintergrund ist
    die Standortwahl mit den Überwachungsanforderungen auf Grund der
    Verordnung (EG) Nr. 1737/2006 der Kommission vom 7. November 2006 mit
    Durchführungsbestimmungen zur Verordnung (EG) Nr. 2152/2003 des
    Europäischen Parlaments und des Rates für das Monitoring von Wäldern
    und Umweltwechselwirkungen in der Gemeinschaft (ABl. L 334 vom
    30\.11.2006, S. 1) abzustimmen.

**B.** **Kleinräumige Standortbestimmung**

    Die kleinräumige Standortbestimmung sollte gemäß Anlage 3 Teil C
    vorgenommen werden. Es ist außerdem sicherzustellen, dass der
    Messeinlass sich in beträchtlicher Entfernung von Emissionsquellen wie
    Öfen oder Schornsteinen von Verbrennungsanlagen und in mehr als 10
    Meter Entfernung von der nächstgelegenen Straße befindet, wobei der
    einzuhaltende Abstand mit der Verkehrsdichte zunimmt.

**C.** **Dokumentation und Überprüfung der Standortbestimmung**

    Es ist gemäß Anlage 3 Teil D vorzugehen, wobei eine gründliche
    Voruntersuchung und Auswertung der Messdaten vorzunehmen ist. Dabei
    sind die meteorologischen und photochemischen Prozesse, die die an den
    einzelnen Standorten gemessenen Ozonwerte beeinflussen, zu beachten.

    Probenahmestellen sollten möglichst für ähnliche Standorte
    repräsentativ sein, die nicht in ihrer unmittelbaren Nähe gelegen
    sind.
[^f774264_14_BJNR106510010BJNE004500000]: 
(zu § 18)

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BImSchV-39
Level: 3.0