Source: https://www.gesetze-im-internet.de/schsv_1998/__9.html
Legislation: schsv_1998

Title: Brandschutz

Description:
Schiffssicherheitsverordnung (SchSV 1998)
Brandschutz

Paragraph: 9

Full Text:
Schiffssicherheitsverordnung (SchSV 1998)
Brandschutz

**1.** Begriffsbestimmungen ****

1.1 Die nachfolgenden Vorschriften verwenden die gleichen Begriffe, wie
    sie im SOLAS-Übereinkommen aufgeführt sind, jedoch mit folgenden
    Ausnahmen:

    a)  Räume, welche die Hauptantriebsanlage enthalten, sind als
        „Hauptmaschinenräume“ bezeichnet.

    b)  Alle anderen Räume, die maschinelle Anlagen enthalten, sind als
        „Hilfsmaschinenräume“ bezeichnet.

1.2 Sind Maschinenräume und Kesselräume nicht vollständig voneinander
    getrennt, so sind sie als zusammenhängender Maschinen- und Kesselraum
    anzusehen.

**2.** Bauausführung ****

2.1 **Allgemeines**

2.1.1 Bei der Anwendung der folgenden Regelungen sind die Erhaltung des
    historischen Charakters des Traditionsschiffes sowie die Bauart und
    besondere betriebliche Einrichtungen zu berücksichtigen.

2.1.2 Bei Neubauten gilt anstelle der Vorschriften dieses Kapitels das
    Kapitel 6 des SPS-Codes entsprechend.

2.1.3 Regel 2.1.2 gilt nicht für Traditionsschiffe, die aus Holz gebaut
    sind.

2.2 **Treppen**

    Treppen sollen unabhängig vom verwendeten Werkstoff eine
    Stahlunterkonstruktion besitzen. Treppen im Unterkunfts- und
    Wirtschaftsbereich, die durch mehrere Decks führen (Treppenhäuser),
    müssen eingeschachtet sein und in allen Decks mit selbst schließenden
    Türen versehen sein. Die Einschachtung soll aus Stahl bestehen;
    besteht sie aus Holz, muss sie soweit wie möglich von außen mit nicht
    brennbarem Material isoliert sein.

2.3 **Türen**

2.3.1 Türen, die zu Treppenhäusern führen oder die zu Treppen führende Gänge
    abschließen oder die sich in Gangschotten in mit nicht brennbaren
    Schotten unterteilten Unterkunfts- und Wirtschaftsbereichen befinden,
    müssen mindestens aus nicht brennbarem Werkstoff bestehen.

2.3.2 Türen zu Maschinenräumen müssen hinsichtlich Werkstoff und Dicke dem
    Schott entsprechen, in das sie eingebaut sind; sie müssen
    selbstschließend und ausreichend gasdicht sein.

2.3.3 Selbstschließende Türen dürfen nicht mit Feststellhaken versehen sein.
    Es können jedoch Feststelleinrichtungen mit einer betriebssicheren
    Fernauslösevorrichtung verwendet werden.

2.4 **Reparaturen, Änderungen und Umbauten**

2.4.1 Bei Reparaturen, Änderungen und Umbauten sind die brennbaren Flächen
    aller Schotte, Verkleidungen, Treppen, Unterkonstruktionen durch
    zugelassene Werkstoffe oder durch andere gleichwertige Maßnahmen nicht
    brennbar oder schwer entflammbar zu machen.

2.4.2 Bei Reparaturen, Änderungen und Umbauten dürfen nur schwer
    entflammbare und zugelassene Anstrichmittel und
    Beschichtungsmaterialien für freiliegende Innenflächen von
    Unterkunfts- und Wirtschaftsräumen, Kontrollstationen und
    Maschinenräumen verwendet werden. Dies gilt nicht für bewegliches
    Inventar. Es dürfen nur schwer entflammbare und zugelassene unterste
    Decksbeläge in den Unterkunfts- und Wirtschaftsräumen sowie
    Kontrollstationen eingebaut werden, wenn sich unter diesen Räumen
    andere begehbare Räume, Maschinen- oder Hilfsmaschinenräume befinden.

2.4.3 Bei Reparaturen, Änderungen und Umbauten dürfen nur zugelassene nicht
    brennbare Isolierungen verwendet werden. Schwer entflammbare
    Isolierungen können zugelassen werden, wenn der Isolierstoff mit nicht
    brennbaren Werkstoffen abgedeckt ist. Die Oberfläche der Isolierung in
    Maschinenräumen muss undurchlässig für Öl und Öldämpfe sein.

2.4.4 Bei Reparaturen, Änderungen und Umbauten dürfen nur zugelassene schwer
    entflammbare Furniere, Beschichtungsmaterialien und ähnliche Stoffe
    auf Schotten, Verkleidungen und Decken in Unterkunfts- und
    Wirtschaftsräumen sowie Kontrollstationen aufgebracht werden. Sie
    dürfen nicht dicker als 1,5 mm sein. Dies gilt nicht für bewegliches
    Inventar.

2.4.5 Bei Reparaturen, Änderungen und Umbauten müssen hinter Decken,
    Täfelungen oder Verkleidungen befindliche Hohlräume durch gut
    dichtende, nicht brennbare Luftzugssperren unterteilt sein, deren
    Abstand 14 m nicht überschreiten darf. In senkrechter Richtung müssen
    diese Hohlräume einschließlich derjenigen hinter den Wandverkleidungen
    der Treppen, Schächte usw. in Höhe jeden Decks geschlossen sein.

2.4.6 Bei Reparaturen, Änderungen und Umbauten müssen Schächte, insbesondere
    für elektrische Kabel, so gebaut werden, dass ein Brand nicht von
    einem Deck oder einer Abteilung auf außerhalb von diesen liegende
    Räume übergreifen kann.

2.5 **Heizkörper**

2.5.1 Über Öfen, Herden oder in deren unmittelbarer Nähe dürfen keine Haken
    oder andere Einrichtungen zum Aufhängen von Kleidungsstücken oder
    Ablegen von Gegenständen angebracht sein.

2.5.2 Die Nutzung von tragbaren Heizsystemen während der Fahrt ist nicht
    zulässig.

2.6 **Inventar**

2.6.1 Papierkörbe müssen aus nicht brennbarem Werkstoff bestehen und so
    gebaut sein, dass bei einer Brandentstehung eine Sauerstoffzufuhr in
    ausreichender Weise verhindert wird.

2.6.2 Schränke und andere Behälter für brennbare Reinigungsmittel,
    Betriebsmittel und Arbeitskleidung müssen nicht brennbar oder mit
    Stahlblech ausgeschlagen sein.

2.6.3 Sind Vorhänge, Gardinen und sonstige Textilien vorhanden, müssen sie
    mindestens aus schwer entflammbarem Werkstoff bestehen.

2.7 **Kochstellen**

    Der Bereich um und über Kochstellen muss gegen Flammen- und
    Wärmeeinwirkungen geschützt sein.

**3.** Maschinenräume ****

3.1 **Allgemeines**

    Maschinenräume müssen von allen Unterkunfts- und Wirtschaftsräumen
    sowie der Brücke getrennt sein. In Haupt- und Hilfsmaschinenräumen
    sind Decks und Decken, Quer- und Längsschotte, wenn sie aus brennbaren
    Werkstoffen bestehen, so zu isolieren und zu schützen, dass im
    Brandfall mindestens die Schutzwirkung eines schaumschichtbildenden
    Anstrichs erreicht wird. Bei Neubauten, Reparaturen und Umbauten sind
    im Bereich des Maschinenraumes zugelassene Werkstoffe zu verwenden,
    die nicht brennbar oder mindestens schwer entflammbar sind. Bei
    Verbrennungskraftmaschinen kann anstelle dieser Schutzmaßnahmen eine
    Einkapselung der Maschine, bestehend aus nicht brennbaren, isolierten
    oder isolierend wirkenden Platten vorgesehen sein.

3.2 **Feuerlöschanlagen**

    In Hauptmaschinenräumen, in denen sich Verbrennungskraftmaschinen
    befinden, muss eine fest eingebaute geeignete Feuerlöschanlage
    vorhanden sein. Eine fest eingebaute Feuerlöschanlage kann eines der
    folgenden Systeme sein:

    a)  ein fest eingebautes Gas- oder Schaum-Feuerlöschsystem, das den
        Vorschriften des Internationalen Codes für Brandsicherheitssysteme
        entspricht;

    b)  eine Aerosol-Anlage.

    Bei kleinen, unzugänglichen Maschinenräumen oder eingekapselten
    Verbrennungsmotoren muss ein Feuerlöschdurchlass in der Zugangstür
    oder ein oder mehrere Feuerlöschdurchlässe in der Umschottung mit
    daneben angeordneten tragbaren Feuerlöschern vorhanden sein. Die
    Anzahl der Feuerlöscher richtet sich nach der effektiven
    Gesamtleistung (Regel 3.3.1).

3.3 **Feuerlöscher**

3.3.1 In Maschinenräumen müssen mindestens folgende tragbare Schaum- oder
    Pulverlöscher vorhanden sein:

    *        *   Effektive Gesamtleistung

        *   Anzahl Feuerlöscher

    *        *   unter 100 kW

        *   1

    *        *   von 100 kW bis unter 500 kW

        *   2

    *        *   von 500 kW bis 1 000 kW

        *   3

    *        *   und je angefangene weitere 1 000 kW

        *   1 zusätzlicher Feuerlöscher

    Die Feuerlöscher sind so anzuordnen, dass man von jedem Punkt des
    Raumes auf einem Weg von nicht mehr als 10 m einen Feuerlöscher
    erreichen kann.

3.3.2 In Maschinenräumen, in denen sich Dampfturbinen oder Dampfmaschinen
    befinden, müssen mindestens zwei Feuerlöscher vorhanden sein, von
    denen mindestens einer ein Pulverlöscher mit 12 kg Inhalt sein muss.

3.3.3 In jedem Raum mit kohle- oder ölgefeuerten Kesseln oder
    Ölaufbereitungsanlagen muss mindestens ein fahrbarer Pulver- oder
    Schaumlöscher mit 50 l Inhalt vorhanden sein. Dieser Feuerlöscher muss
    mit einem Schlauch auf einer Trommel versehen sein, mit dem jeder Teil
    des Raums erreicht werden kann. Bei Heizkesseln mit weniger als 100 kW
    Leistung genügt ein Pulverlöscher mit 12 kg Inhalt. In der Nähe des
    Kesselbedienungsstands müssen mindestens zwei tragbare Schaum- oder
    Pulverlöscher vorhanden sein. An jedem Kesselbedienungsstand muss ein
    Behälter mit Sand oder einem anderen geeigneten Trockenstoff
    vorgehalten werden. Stattdessen kann auch ein zusätzlicher tragbarer
    Feuerlöscher vorgesehen sein.

3.3.4 Sind in Maschinenräumen Hilfskessel von untergeordneter Bedeutung oder
    Heizungskessel aufgestellt, so muss mindestens ein zusätzlicher
    tragbarer Feuerlöscher vorhanden sein.

3.4 **Öffnungen in Maschinenräumen**

3.4.1 Alle Öffnungen in Maschinenräumen und alle Öffnungen in Schornsteinen
    müssen mit geeigneten Verschlusseinrichtungen versehen sein.

3.4.2 Es müssen Einrichtungen vorhanden sein, die sich außerhalb der
    betreffenden Räume, für die sie vorgesehen sind, befinden und die
    Folgendes ermöglichen:

    a)  Das Öffnen und Schließen von Oberlichtern, das Schließen von Öffnungen
        in Schornsteinen und das Schließen von Lüfterbrandklappen,

    b)  das Schließen von Türen,

    c)  das Abstellen von Lüftern, Druck- und Saugzuggebläsen, Brennstoff-
        Förderpumpen und -tanks, Brennstoff-Betriebspumpen, Schmieröl-
        Betriebspumpen, Ölseparatoren, Ölfeuerungen und anderen, ähnlichen
        Pumpen.

3.4.3 Glasscheiben in Oberlichtern müssen wenigstens aus Drahtglas bestehen.
    Oberlichter für Maschinenräume dürfen entweder keine Glasscheiben
    enthalten oder müssen zusätzlich Stahlblenden haben.

3.4.4 In den Begrenzungen von Maschinenräumen dürfen keine Fenster eingebaut
    sein. Dies gilt nicht für Sichtfenster in Kontrollräumen, die
    innerhalb des Maschinenraumes angeordnet sind.

3.5 **Abgas- und Dampfsysteme**

    Bauteile von Abgas- und Dampfsystemen müssen vollständig isoliert
    sein; die Isolierung muss nicht brennbar sein. Im Bereich des Motors
    muss die Isolierung vollständig mit einer Stahlblechverkleidung
    versehen sein.

**4.** Vorkehrungen für Brennstoffe, Schmieröle und sonstige entzündbare
    Flüssigkeiten ****

4.1 **Feste Brennstoffe**

    Kohlebunker müssen Zugänge oder andere Öffnungen haben, über die die
    Wasserstrahlen aus der Wasser-Feuerlöschanlage in die Bunker
    eingeleitet werden können.

4.2 **Flüssige Brennstoffe**

4.2.1 **Flammpunkt**

    Es darf kein flüssiger Brennstoff mit einem Flammpunkt unter 43 °C
    verwendet werden. Benzin für den Betrieb von Außenbordmotoren darf nur
    in einem besonderen Raum, kleinem Store oder Verschlag auf dem freien
    Deck gelagert werden, die möglichst weit von den Unterkunfts- und
    Wirtschaftsräumen, den Kontrollstationen und Maschinenräumen entfernt
    und gut belüftet sind.

4.2.2 **Brennstoffsystem**

4.2.2.1 Alle Teile des Brennstoffsystems müssen so angeordnet und zugänglich
    sein, dass eine Sichtkontrolle auf Brennstoffleckagen leicht erfolgen
    kann.

4.2.2.2 Unter Stellen, bei denen betriebsmäßig mit Austreten von Brennstoff zu
    rechnen ist, insbesondere unter Brennstofffiltern, sind Leckwannen
    anzuordnen.

4.2.2.3 Durch geeignete Maßnahmen, wie Leitbleche, ist sicherzustellen, dass
    über- oder auslaufender Brennstoff nicht auf erhitzte Flächen gelangen
    kann.

4.2.2.4 Im Brennstoffsystem oder den Brennstofftanks darf kein Überdruck
    entstehen. Etwaige Überdruckventile und Luft- oder Überlaufleitungen
    dürfen Brennstoff nur an einem sicheren Ort austreten lassen.

4.2.3 Flüssiger Brennstoff darf nicht in Vorpiektanks gelagert werden.

4.3 **Schmieröle**

    Bei der Lagerung, Verteilung und Verwendung von Öl, das in
    Schmiersystemen verwendet wird, sind die Regelungen für flüssigen
    Brennstoff entsprechend anzuwenden. Durchflussschaugläser in
    Schmiersystemen müssen eine ausreichende Widerstandsfähigkeit gegen
    Feuer haben.

4.4 **Sonstige entzündbare Flüssigkeiten**

    Bei sonstigen entzündbaren Ölen und Flüssigkeiten sind in Abhängigkeit
    von ihrem Gefährdungspotential die Regeln für flüssige Brennstoffe
    anzuwenden.

**5.** Fluchtwege ****

5.1 **Begriffsbestimmungen**

    Fluchtwege können sein:

    a)  Treppen,

    b)  Leitern (nicht brennbarer Werkstoff),

    c)  Türen zu freien Decks,

    d)  Türen zu anderen Räumen, von denen aus das freie Deck sicher erreicht
        werden kann,

    e)  Schächte mit Steigeisen,

    f)  kleine Luken, Notausstiege oder schnell zu öffnende Fenster von
        Räumen, in denen sich normalerweise nur wenige Personen aufhalten.

    Aufzüge gelten nicht als Fluchtwege.

5.2 **Beschaffenheit**

5.2.1 Die lichte Weite der Schachtausgänge, kleinen Luken und Notausstiege
    soll möglichst 600 x 600 mm, sie muss jedoch mindestens 400 x 400 mm
    betragen.

5.2.2 Die Durchstiegsöffnungen von zu öffnenden Fenstern müssen mindestens
    folgende Abmessungen haben:

    *        *   Runde Fenster

        *   – 385 mm Durchmesser,

    *        *   rechteckige Fenster

        *   – 0,16 m
            2                              Fläche,

[^F799100_04_BJNR302300998BJNE002505119]
    wobei keine der Kantenlängen 350 mm unterschreiten darf.
    Nur mit einem Schlüssel zu öffnende Fenster gelten als Festfenster.

5.2.3 Türen, Luken, Klappen und sonstige Verschlüsse von Fluchtwegen müssen
    von beiden Seiten zu öffnen sein.

5.3 **Unterkunfts- und Wirtschaftsräume**

    In allen Decks, in denen sich Unterkunfts- und Wirtschaftsräume
    befinden, müssen mindestens zwei so weit wie möglich voneinander
    entfernt liegende Fluchtwege aus allen größeren Räumen oder
    Raumgruppen vorhanden sein. Tote Gänge dürfen nicht länger sein als 7
    m. Auf einen der Fluchtwege kann verzichtet werden, wenn die
    Beschaffenheit und Lage eines Raumes und die Anzahl der darin
    normalerweise befindlichen Personen dies gestattet.

5.4 **Kontroll- und Funkstationen**

5.4.1 Kontrollstationen (z. B. Brücke), ausgenommen kleine Räume, müssen
    ebenfalls zwei Fluchtwege haben, die möglichst weit auseinander
    liegen.

5.4.2 Hat eine Funkstation keinen unmittelbaren Zugang zum freien Deck, so
    muss sie zwei Ausgänge haben, von denen einer ein zu öffnendes
    Schiffsfenster sein kann.

5.5 **Hauptmaschinenräume**

5.5.1 Hauptmaschinenräume müssen wenigstens zwei soweit wie möglich
    voneinander entfernt liegende Fluchtwege haben. Sind diese Fluchtwege
    Leitern oder Leitergruppen, so muss wenigstens eine mit einem
    stählernen Schacht umkleidet und unmittelbar vom Flurboden aus oder
    über eine kurze Treppe durch eine selbst schließende stählerne Tür
    zugänglich sein.

5.5.2 Anstelle einer eingeschachteten Leiter kann auch ein Schacht mit
    Steigeisen vorgesehen sein, der am unteren Ende ebenfalls eine
    stählerne selbst schließende Tür hat. Die Fluchtwege müssen bis zu
    einer Stelle außerhalb des Maschinenraumes führen, von der aus das
    freie Deck sicher erreicht werden kann.

5.5.3 Bei kleinen Hauptmaschinenräumen und Hilfsmaschinenräumen kann unter
    Berücksichtigung der Beschaffenheit und Lage auf einen Fluchtweg
    verzichtet werden.

5.6 **Kennzeichnung**

    Die Fluchtwege sind, soweit erforderlich, zu kennzeichnen. Die
    Kennzeichnung soll, soweit nötig, die Fluchtrichtung angeben. Dies
    gilt auch für Fluchtwege wie Fenster, kleine Luken, Notausstiege und
    Schächte.

**6.** Lüftungssysteme ****

6.1 **Werkstoffe**

    Alle Teile der Lüftungssysteme müssen aus nicht brennbarem Werkstoff
    bestehen. Sind Lüftungskanäle aus brennbaren Werkstoffen gebaut, so
    müssen sie beiderseitig von Schottendurchführungen unterhalb von
    Deckdurchführungen und in brandgefährdeten Bereichen ausreichend
    isoliert sein. Bei Neubauten, Reparaturen oder Umbauten müssen nicht
    brennbare Werkstoffe verwendet werden.

6.2 **Hauptbrandabschnitte**

    Sind größere Traditionsschiffe in Hauptbrandabschnitte unterteilt, so
    müssen Lüftungskanäle, die durch Decks oder durch Schotte führen, die
    senkrechte Hauptbrandabschnitte abschließen, im Bereich der Decks oder
    Schotte mit Brandklappen ausgerüstet sein. Die Brandklappen können
    entfallen, sofern der Kanal nur auf einer Schottseite
    Lüftungsöffnungen aufweist und auf der anderen Seite dem Schott
    entsprechend isoliert ist. Brandklappen müssen von jeder Seite bedient
    werden können und anzeigen, ob sie geschlossen oder geöffnet sind. Die
    Bedienungseinrichtungen der Brandklappen müssen auffällig
    gekennzeichnet sein.

6.3 **Schott- und Decksdurchführungen**

    Führen die Lüftungskanäle mit einem freien Querschnitt von mehr als
    0,02 m
    2                    durch Schotte oder Decks und sind sie im Bereich
    der Durchbruchstelle nicht aus Stahl oder nur aus dünnem Blech, so
    müssen sie mit einem Stahlstutzen versehen oder mit einer
    Stahlblechmanschette umkleidet sein. Der Stutzen bzw. die Manschette
    muss mindestens 3 mm dick und mindestens 900 mm lang sein; bei
    Schotten muss die Länge des Stutzens bzw. der Manschette nach
    Möglichkeit in 450 mm auf jeder Seite des Schottes aufgeteilt sein.
    Bei isolierten Schotten oder Decks muss der Stutzen bzw. die
    Manschette ebenfalls eine Brandschutzisolierung erhalten, die der
    Isolierung des Schottes oder des Decks entspricht.

6.4 **Abzüge von Küchenherden**

    Die Abzüge der Küchenherde müssen aus Stahl gebaut sein, Vorrichtungen
    zum Abstellen des Ablüfters von der Küche aus haben, mit einem leicht
    herausnehmbaren Fettfilter ausgerüstet sein und eine Brandklappe
    haben, die am unteren Ende des Kanals angebracht ist.

6.5 **Abzüge und Lüftungskanäle in bestimmten Räumen**

6.5.1 Abzüge, die durch Unterkunftsräume oder Räume, die brennbare
    Werkstoffe enthalten, geführt sind, müssen mit einer Isolierung
    versehen sein.

6.5.2 Lüftungssysteme für Maschinenräume müssen von den Systemen für andere
    Räume betrieblich unabhängig und räumlich getrennt sein.

6.5.3 Lüftungskanäle für Hauptmaschinenräume oder Küchen dürfen nicht durch
    Unterkunftsräume, Wirtschaftsräume oder Kontrollstationen führen,
    sofern sie nicht aus Stahl bestehen, mit selbsttätigen Brandklappen an
    den Hauptmaschinenräumen und Küchen von den anderen Räumen trennenden
    Schotten ausgerüstet und auf einer Länge von mindestens 2 m auf jeder
    Seite der Schotte mit einer Isolierung versehen sind.

6.5.4 Lüftungskanäle für Unterkunftsräume, Wirtschaftsräume oder
    Kontrollstationen dürfen nicht durch Hauptmaschinenräume oder Küchen
    führen, sofern sie nicht Regel 6.5.3 entsprechen.

6.6 **Verschluss- und Abschaltvorrichtungen**

6.6.1 Die Hauptein- und -austrittsöffnungen aller Lüftungssysteme müssen von
    außerhalb der belüfteten Räume geschlossen werden können. Die
    Verschlussvorrichtungen müssen aus Stahl bestehen; Bedienungselemente
    müssen leicht zugänglich sowie gut sichtbar und dauerhaft
    gekennzeichnet sein und angeben, ob der Verschluss geöffnet oder
    geschlossen ist.

6.6.2 Lüfter mit Kraftantrieb müssen auch von einer leicht zugänglichen
    Stelle außerhalb der belüfteten Räume aus abgestellt werden können.

**7.** Räume mit besonderen Gefahren ****

7.1 Backskisten, Stores oder Verschläge für die Lagerung von entzündbaren
    Flüssigkeiten mit einem Flammpunkt unter 60 °C, Anstrichmittel,
    Acetylen- oder Sauerstoffflaschen dürfen nur auf dem freien Deck
    angeordnet und mit einer ausreichenden Lüftung im oberen und unteren
    Bereich versehen sein.

7.2 Räume, in denen leicht entzündbare Stoffe, entzündbare Flüssigkeiten
    mit einem Flammpunkt unter 60 °C, Anstrichmittel, Acetylen- oder
    Sauerstoffflaschen gelagert werden, dürfen nur oberhalb des obersten
    durchlaufenden Decks angeordnet sein und nur einen unmittelbaren
    Zugang vom freien Deck aus haben. Die Schotte und Decks angrenzender
    Räume müssen gasdicht gebaut sein. Die Räume müssen beleuchtet und mit
    einer ausreichenden Lüftung versehen sein, die von anderen
    Lüftungssystemen getrennt ist. Die Lüftung ist im Decken- und
    Bodenbereich vorzusehen. Die Ein- und Austrittsöffnungen der Lüfter
    sind in sicheren Bereichen anzuordnen und mit einem Schutz aus
    engmaschiger Drahtgaze auszustatten. Die elektrische Installation muss
    explosionsgeschützt sein.

**8.** Ehemalige Laderäume ****

8.1 Ehemalige Laderäume sind entsprechend ihrer jeweiligen Nutzung zu
    behandeln.

8.2 Laderäume, die nicht mehr als solche genutzt werden, jedoch für
    Ausstellungen, als Gesellschaftsräume oder andere ähnliche Zwecke
    verwendet werden, sind wie Unterkunftsräume zu behandeln.

**9.** Wasser-Feuerlöschanlage ****

9.1 **Feuerlöschpumpen**

9.1.1 Es muss wenigstens eine maschinell angetriebene, vom Hauptantrieb
    unabhängige Feuerlöschpumpe vorhanden sein.

9.1.2 Ist die Feuerlöschpumpe im Hauptmaschinenraum fest eingebaut, so muss
    eine weitere maschinell angetriebene Pumpe zur Lieferung von
    Löschwasser außerhalb dieses Raumes vorhanden sein
    („Notfeuerlöschpumpe“). Der Antrieb dieser Pumpe muss vom
    Hauptmaschinenraum unabhängig sein. Eine geeignete Tragkraftspritze
    kann hierfür verwendet werden.

9.1.3 Sanitär-, Ballast-, Lenz- oder allgemeine Betriebspumpen können als
    Feuerlöschpumpe verwendet werden. Pumpen, die ständig oder
    gelegentlich der Ölförderung dienen, gelten nicht als Feuerlöschpumpen
    und dürfen keine Verbindung zum Feuerlöschsystem haben.

9.1.4 Feuerlöschpumpen sind auf der Druckseite mit einem absperrbaren
    Rückschlagventil zu versehen.

9.2 **Volumendurchfluss**

9.2.1 Die Feuerlöschpumpe muss wenigstens einen Volumendurchfluss (Q) haben
    von

    ![bgbl1_2018_j0237-1_0030.jpg](bgbl1_2018_j0237-1_0030.jpg)
    d
    H                    = theoretischer Lenzleitungsdurchmesser in mm

    ![bgbl1_2018_j0237-1_0040.jpg](bgbl1_2018_j0237-1_0040.jpg)
    L  = Länge zwischen den Loten in m

    B  = Breite auf Spanten in m

    H  = Seitenhöhe bis Hauptdeck in m

    Der gesamte Volumendurchfluss braucht nicht größer als 60 m
    3                   /h zu sein, muss jedoch mindestens 10 m
    3                   /h betragen. Werden Feuerlöschpumpen mit
    unterschiedlichem Volumendurchfluss eingebaut, darf keine Pumpe
    weniger als 80 % des erforderlichen Gesamtvolumendurchflusses, geteilt
    durch die Anzahl der Pumpen, liefern.

9.2.2 Eine fest eingebaute Feuerlöschleitung muss einen inneren Durchmesser
    von wenigstens 80 % des theoretischen Lenzleitungsdurchmessers d
    H                    (siehe Regel 9.2.1) haben.

9.2.3 Wenn die kleinste Feuerlöschpumpe die nach Regel 9.2.1 ermittelte
    Wassermenge abgibt, muss bei Anschluss von zwei Strahlrohren an zwei
    beliebigen benachbarten Anschlussstutzen ein Mindestdruck von 0,27
    N/mm
    2                    (ca. 2,7 bar) am Anschlussstutzen gehalten
    werden.

9.3 **Anschlussstutzen und Feuerlöschschläuche**

9.3.1 Anzahl und Verteilung der Anschlussstutzen muss derart sein, dass jede
    normalerweise zugängliche Stelle des Traditionsschiffes mit einem
    Wasserstrahl unter Verwendung nur einer Schlauchlänge und mit einem
    zweiten Wasserstrahl unter Verwendung von zwei gekuppelten
    Schlauchlängen erreicht werden kann.

9.3.2 Anschlussstutzen sind mit einem Absperrventil und genormten Kupplungen
    (z. B. Storzkupplungen) zu versehen. Hitzeempfindliche Werkstoffe
    dürfen für Feuerlöschleitungen und Anschlussstutzen nicht verwendet
    werden. Für jeden Anschlussstutzen ist ein Feuerlöschschlauch mit
    Strahlrohr und Kupplungsschlüssel mitzuführen; ein Reserveschlauch ist
    zusätzlich vorzuhalten.

9.3.3 Die Feuerlöschschläuche dürfen eine Länge von 15 m und in
    Maschinenräumen von 10 m nicht überschreiten. Jeder Feuerlöschschlauch
    ist mit einem Strahlrohr und einem Kupplungsschlüssel (ausgenommen
    Schlauchhaspel) zu versehen und sichtbar in der Nähe der
    Anschlussstutzen aufzubewahren. Werden die Schläuche in Kästen oder
    Schränken aufbewahrt, so dürfen die Türen dazu nicht abschließbar und
    müssen auffällig gekennzeichnet sein.

9.3.4 Als Strahlrohre sind Mehrzweckstrahlrohre mit Voll-, Sprühstrahl,
    Mannschutzbrause und Absperrung und einem Mundstück von 9 mm
    Durchmesser zu verwenden. Es dürfen nur genormte Kupplungen (z. B.
    Storzkupplungen) für Schläuche und Strahlrohre verwendet werden.

9.3.5 In Hauptmaschinenräumen muss mindestens ein Anschlussstutzen
    vorgesehen sein. In kleinen Maschinenräumen kann dieser
    Anschlussstutzen entfallen.

9.3.6 Innerhalb des Unterkunfts- und Wirtschaftsbereichs sind die
    Feuerlöschschläuche mit den zugehörigen Strahlrohren an die
    vorgesehenen Anschlussstutzen ständig anzuschließen.

9.3.7 Traditionsschiffe mit einer Bruttoraumzahl von 500 und mehr müssen
    wenigstens einen internationalen Landanschluss, mit dem Löschwasser
    von außerhalb in das Löschsystem des Traditionsschiffes gespeist
    werden kann, mitführen. Es müssen Vorrichtungen vorhanden sein, damit
    dieser Anschluss auf jeder Seite des Traditionsschiffes verwendet
    werden kann.

**10.** Feuermeldeanlage und Generalalarmanlage ****

10.1 **Feuermeldeanlage**

10.1.1 Traditionsschiffe müssen mit einem fest eingebauten Feuermelde- und
    Anzeigesystem zugelassenen Typs ausgestattet sein, das dem
    Internationalen Code für Brandsicherheitssysteme (FSS Code)
    entspricht. Bei Traditionsschiffen bis 15 m Länge genügen Rauchmelder
    nach DIN 14676, Ausgabe September 2012. Stellt im Einzelfall der
    Einbau einer zugelassenen Brandmeldeanlage eine bezogen auf die
    Räumlichkeiten und die Besonderheiten der Stromversorgung unzumutbare
    Härte dar, kann die Berufsgenossenschaft auch alternative
    Brandmeldeanlagen zulassen, die für den Betrieb auf See geeignet sind.

10.1.2 Außer in Räumen mit beschränkter Höhe und wo ihre Verwendung besonders
    zweckmäßig ist, sind Anzeigesysteme, bei denen nur Wärmemelder
    verwendet werden, nicht gestattet. Die Anzahl der verwendeten Melder
    ist von der Raumgröße sowie der Anordnung brandgefährdeter
    Anlagenteile abhängig.

10.1.3 Die Feuermeldeanlage muss Unterkunfts-, Wirtschafts-, Kontroll- und
    Maschinenräume umfassen. In Räumen mit keinem oder nur geringem
    Brandrisiko, wie Leer- oder Sanitärräumen sind Feuermelder nicht
    erforderlich. Das Wirksamwerden eines selbsttätigen oder eines
    handbetätigten Feuermelders muss in der Kontrolltafel und den
    Anzeigegeräten ein optisches und akustisches Feueralarmsignal
    auslösen. Die Kontrolltafel muss sich auf der Kommandobrücke oder an
    anderer zentraler Stelle und im Hauptmaschinenraum befinden, soweit er
    ständig besetzt ist.

10.1.4 Sind Alarmsignale innerhalb von 2 min nicht beachtet worden, so muss
    selbsttätig ein akustischer Alarm in allen Unterkunftsräumen für die
    Besatzung, Wirtschaftsräumen, Kontrollstationen und Maschinenräumen
    ausgelöst werden. Dieses Alarmsystem braucht nicht Teil des
    Feueranzeigesystems zu sein.

10.2 **Generalalarmanlage**

    Auf Traditionsschiffen ab einer Länge von 30 m und auf
    Traditionsschiffen mit ständig besetztem Maschinenraum muss eine
    Generalalarmanlage installiert sein.

**11.** Feuerlöscher ****

11.1 **Zugelassene Löschmittel**

    Die Feuerlöscher müssen für die möglichen Brandklassen A, B oder C
    geeignet sein. Wasserlöscher dürfen nicht verwendet werden.
    Pulverlöscher und Kohlendioxydlöscher müssen mindestens je 6 kg
    Inhalt, und Schaumlöscher mindestens 12 l Inhalt haben.

11.2 **Reservefüllungen**

    Benutzte oder teilweise entleerte Feuerlöscher müssen unverzüglich
    nachgefüllt werden. Traditionsschiffe außerhalb der Fahrt in den
    küstennahen Seegewässern müssen folgende Ersatzfüllungen und
    Ersatztreibmittel mitführen:

    a)  50 % für die ersten 30 Feuerlöscher,

    b)  25 % für die verbleibenden Feuerlöscher,

    jedoch nicht mehr als 30 Reservefüllungen. Eine Anweisung für das
    Nachfüllen sowie eine erforderliche Spannvorrichtung und Werkzeuge
    müssen sich an Bord befinden. Zum Nachfüllen dürfen nur für den
    jeweiligen Feuerlöscher zugelassene Ersatzfüllungen verwendet werden.
    Für Feuerlöscher, die an Bord nicht nachgefüllt werden können, ist
    eine den Ersatzfüllungen entsprechende Anzahl von Reservelöschern
    mitzuführen.

11.3 **Aufstellung und Kennzeichnung**

    Feuerlöscher sollen an gut sichtbaren und schnell erreichbaren
    Stellen, die auffallend und dauerhaft gekennzeichnet sind,
    einsatzbereit untergebracht und so angeordnet sein, dass sie durch
    Witterungseinflüsse, Vibrationen oder andere äußere Einwirkungen in
    ihrer Funktionsfähigkeit nicht beeinträchtigt werden. Mindestens ein
    für einen bestimmten Raum vorgesehener Feuerlöscher muss in der Nähe
    des Zugangs zu diesem Raum angeordnet sein. Tragbare Feuerlöscher
    müssen plombiert sein.

11.4 **Prüfung**

    Feuerlöscher sind mindestens alle zwei Jahre von einem Beauftragten
    des Herstellers oder einem von der Verwaltung anerkannten
    Sachverständigen zu prüfen. Über die Prüfung ist eine Bescheinigung,
    aus der das Datum der Prüfung oder eine Prüfplakette, auf der das Jahr
    und der Monat der Prüfung ersichtlich ist, am Feuerlöscher
    anzubringen.

11.5 **Anzahl**

    Art und Anzahl der Feuerlöscher sind entsprechend nachfolgender
    Tabelle vorzusehen:

    *        *   Räume

        *   Feuerlöscher Art

        *   Anzahl

    *        *   Maschinen-, Kessel- und Heizräume

        *   s. Regel 3.3

        *   s. Regel 3.3

    *        *   Unterkunfts- und Wirtschaftsbereich

        *   ABC-Pulver
            Schaum

        *   min. 2

    *        *   Küche

        *   ABC-Pulver
            Öl- u. Fettbrandlöscher

        *   1

    *        *   Pantry mit Kocheinrichtungen

        *   ABC-Pulver
            Öl- u. Fettbrandlöscher

        *   1

    *        *   Raum mit Ölheizöfen

        *   ABC-Pulver
            Schaum
            BC-Pulver

        *   1

    *        *   Kontrollstation für elektrische Geräte

        *   ABC-Pulver
            Kohlendioxid

        *   1

    *        *   Kontrollstation für elektronische Geräte

        *   Kohlendioxid

        *   1

    *        *   Raum für entzündbare Stoffe und Flüssigkeiten sowie Farben

        *   ABC-Pulver
            Kohlendioxid

        *   1

    *        *   Raum, Store oder Verschlag für Acetylen und Sauerstoff

        *   ABC-Pulver
            Kohlendioxid

        *   1

    *        *   Raum mit Abfallverbrennungsanlage

        *   ABC-Pulver

        *   1

**12.** Besondere Vorschriften für Traditionsschiffe, die aus Holz gebaut sind
    ****

12.1 Neubauten müssen zusätzlich zu der nach Regel 3.2 vorgeschriebenen
    Feuerlöschanlage mindestens über eine weitere fest installierte
    Feuerlöschanlage im Unterkunfts- und Wirtschaftsbereich verfügen.

12.2 Für Traditionsschiffe, die unter die Regel 12.1 fallen und
    ausschließlich Tagesfahrten durchführen, kann die Ausrüstung mit einer
    nicht selbsttätig auslösenden Anlage oder mobilen
    Brandbekämpfungseinheiten, die strategisch günstig in Brandabschnitten
    platziert werden und aktiv durch die Besatzungen zum Einsatz kommen
    können, zugelassen werden.

12.3 Auf Traditionsschiffen, die aus Holz gebaut sind, muss im Unterkunfts-
    und Wirtschaftsbereich eine ausreichende Anzahl tragbarer
    Schaumlöscher vorhanden sein, die so anzuordnen sind, dass man von
    jedem Punkt des Bereiches auf einem Weg von nicht mehr als 10 m einen
    Feuerlöscher erreicht und dass in jedem solchen Bereich mindestens
    zwei derartige Feuerlöscher vorhanden sind.

**13.** Brandschutzausrüstung ****

13.1 Traditionsschiffe, die für den Einsatz außerhalb küstennaher
    Seegewässer bestimmt sind, müssen zwei Brandschutzausrüstungen nach
    Regel 13.2 mitführen. Für jede Brandschutzausrüstung muss eine Person
    an Bord sein, die eine qualifizierte Ausbildung für das Tragen von
    Pressluftatmern absolviert hat. Alle übrigen Traditionsschiffe ab
    einer Länge von 30 m müssen zwei Brandschutzausrüstungen nach Regel
    13\.2 mitführen, die anstatt mit Pressluftatmern mit Fluchtrettern
    ausgestattet sind. Die Aufbewahrungsorte sind so zu wählen, dass sie
    im Brandfall möglichst lange erreichbar sind.

13.2 Eine Brandschutzausrüstung besteht aus:

    a)  einem Hitzeschutzponcho,

    b)  einer Feuerwehrschutzanzugshose (flammenhemmend),

    c)  Stiefeln und Handschuhen aus einem elektrisch nicht leitenden
        Werkstoff,

    d)  einem festen Helm,

    e)  einer elektrischen Sicherheitslampe,

    f)  einer Axt mit hochspannungsisoliertem Griff,

    g)  einem Brecheisen,

    h)  einem Pressluftatmer, bei dem das Volumen der in den Druckflaschen
        enthaltenen Luft mindestens 1 200 l beträgt, und

    i)  einer feuerfesten Rettungsleine.

13.3 Die Ausrüstungen sind leicht zugänglich und einsatzbereit
    aufzubewahren. Die Stellen für die Aufbewahrung der
    Brandschutzausrüstungen sind dauerhaft und gut sichtbar zu
    kennzeichnen.

**14.** Sicherheitspläne und Verschlusspläne ****

14.1 Auf Traditionsschiffen sind zur Unterrichtung der verantwortlichen
    Personen an Bord ständig Sicherheitspläne entsprechend DIN ISO 17631,
    Ausgabe September 2007, offen auszuhängen.

14.2 Als Ergänzung zu dem Sicherheitsplan für den Brandschutz ist ein
    Verschlussplan aufzustellen, in dem die Verschlusselemente des
    Sicherheitsplans für den Brandschutz zusammengefasst sind. Ein
    Verschlussplan kann auch wie eine Checkliste aufgestellt sein.

14.3 Die Pläne müssen am zentralen Sammelplatz und auf der Brücke verfügbar
    sein für:

    a)  Wohnbereiche mit angrenzenden Räumen,

    b)  Maschinenbereich mit angrenzenden Räumen und

    c)  sonstige Räume.

**15.** Sicherheitsrolle ****

15.1 Eine Sicherheitsrolle ist an mehreren Stellen des Traditionsschiffes,
    insbesondere in den Räumen der Besatzung und auf der Brücke, deutlich
    sichtbar aufzuhängen.

15.2 Die Sicherheitsrolle muss für jede verantwortliche Person an Bord
    verständliche Anweisungen enthalten, die bei drohendem Untergang des
    Traditionsschiffes und im Brandfall zu befolgen sind. Sie muss
    mindestens Informationen enthalten über

    a)  die Art der Alarmierung im Notfall,

    b)  die Sammelplätze,

    c)  die im Notfall zu treffenden unerlässlichen Maßnahmen und

    d)  das Anlegen der Rettungswesten.

15.3 Ausgewählte Personen sind möglichst entsprechend ihrer Eignung
    einzuteilen als

    a)  Einsatzleiter,

    b)  Brandabwehrgruppe,

    c)  Verschluss/Rettungsgruppe.

    Die Anzahl der Gruppen hängt von der Traditionsschiffsgröße und der an
    Bord befindlichen geeigneten Personen ab. Die Personen der
    Verschlussgruppe können nach Herstellung des Verschlusszustands des
    Traditionsschiffes als Rettungsgruppe eingesetzt werden.

15.4 Die Zuweisung der Funktionen nach der Sicherheitsrolle und die
    Unterrichtung aller Personen sind in geeigneter Weise zu
    dokumentieren, insbesondere im Logbuch oder Tagebuch.

15.5 Die in der Sicherheitsrolle benannten Personen sollen ihrem
    vorgesehenen Einsatz entsprechend vom Schiffsführer oder einer von ihm
    benannten Person unterwiesen werden. Bei einer Übung müssen die
    benannten Personen nachweisen, dass sie die nach der Sicherheitsrolle
    ihnen übertragenen Aufgaben und Pflichten erfüllen können und mit den
    Sicherheits- und Brandschutzeinrichtungen sowie der
    Brandschutzausrüstung vertraut sind. Diese Übungen müssen regelmäßig
    durchgeführt und dokumentiert werden.

Kapitel 4

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