Source: https://www.gesetze-im-internet.de/schwbwv/__4.html
Legislation: schwbwv

Title: § 4 Berufsbildungsbereich

Description:
Werkstättenverordnung (SchwbWV)
Erster Abschnitt - Fachliche Anforderungen an die Werkstatt für behinderte Menschen
§ 4 Berufsbildungsbereich

Paragraph: 4

Full Text:
Werkstättenverordnung (SchwbWV)
Erster Abschnitt - Fachliche Anforderungen an die Werkstatt für behinderte Menschen
§ 4 Berufsbildungsbereich

(1) Die Werkstatt führt im Benehmen mit dem im Berufsbildungsbereich
und dem im Arbeitsbereich zuständigen Rehabilitationsträger Maßnahmen
im Berufsbildungsbereich (Einzelmaßnahmen und Lehrgänge) zur
Verbesserung der Teilhabe am Arbeitsleben unter Einschluss
angemessener Maßnahmen zur Weiterentwicklung der Persönlichkeit des
behinderten Menschen durch. Sie fördert die behinderten Menschen so,
dass sie spätestens nach Teilnahme an Maßnahmen des
Berufsbildungsbereichs in der Lage sind, wenigstens ein Mindestmaß
wirtschaftlich verwertbarer Arbeitsleistung im Sinne des § 219 Absatz
2 des Neunten Buches Sozialgesetzbuch zu erbringen.

(2) Das Angebot an Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben soll
möglichst breit sein, um Art und Schwere der Behinderung, der
unterschiedlichen Leistungsfähigkeit, Entwicklungsmöglichkeit sowie
Eignung und Neigung der behinderten Menschen soweit wie möglich
Rechnung zu tragen.

(3) Die Lehrgänge sind in einen Grund- und einen Aufbaukurs von in der
Regel je zwölfmonatiger Dauer zu gliedern.

(4) Im Grundkurs sollen Fertigkeiten und Grundkenntnisse verschiedener
Arbeitsabläufe vermittelt werden, darunter manuelle Fertigkeiten im
Umgang mit verschiedenen Werkstoffen und Werkzeugen und
Grundkenntnisse über Werkstoffe und Werkzeuge. Zugleich sollen das
Selbstwertgefühl des behinderten Menschen und die Entwicklung des
Sozial- und Arbeitsverhaltens gefördert sowie Schwerpunkte der Eignung
und Neigung festgestellt werden.

(5) Im Aufbaukurs sollen Fertigkeiten mit höherem Schwierigkeitsgrad,
insbesondere im Umgang mit Maschinen, und vertiefte Kenntnisse über
Werkstoffe und Werkzeuge vermittelt sowie die Fähigkeit zu größerer
Ausdauer und Belastung und zur Umstellung auf unterschiedliche
Beschäftigungen im Arbeitsbereich geübt werden.

(6) Rechtzeitig vor Beendigung einer Maßnahme im Sinne des Absatzes 1
Satz 1 hat der Fachausschuss gegenüber dem zuständigen
Rehabilitationsträger eine Stellungnahme dazu abzugeben, ob

1.  die Teilnahme an einer anderen oder weiterführenden beruflichen
    Bildungsmaßnahme oder

2.  eine Wiederholung der Maßnahme im Berufsbildungsbereich oder

3.  eine Beschäftigung im Arbeitsbereich der Werkstatt oder auf dem
    allgemeinen Arbeitsmarkt einschließlich einem Inklusionsbetrieb (§ 215
    des Neunten Buches Sozialgesetzbuch)

zweckmäßig erscheint. Das gleiche gilt im Falle des vorzeitigen
Abbruchs oder Wechsels der Maßnahme im Berufsbildungsbereich sowie des
Ausscheidens aus der Werkstatt. Hat der zuständige
Rehabilitationsträger die Leistungen für ein Jahr bewilligt (57 Absatz
3 Satz 2 des Neunten Buches Sozialgesetzbuch), gibt der Fachausschuss
ihm gegenüber rechtzeitig vor Ablauf dieses Jahres auch eine fachliche
Stellungnahme dazu ab, ob die Leistungen für ein weiteres Jahr
bewilligt werden sollen (§ 57 Absatz 3 Satz 3 des Neunten Buches
Sozialgesetzbuch). Im übrigen gilt § 3 Abs. 3 entsprechend.

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SchwbWV
Level: 3.0