Source: https://www.gesetze-im-internet.de/fleimstrv_2012/__7.html
Legislation: fleimstrv_2012

Title: § 7 Ziel, Gliederung und Inhalt des Teils II

Description:
Verordnung über die Meisterprüfung in den Teilen I und II im Fleischer-Handwerk (FleiMstrV 2012)
§ 7 Ziel, Gliederung und Inhalt des Teils II

Paragraph: 7

Full Text:
Verordnung über die Meisterprüfung in den Teilen I und II im Fleischer-Handwerk (FleiMstrV 2012)
§ 7 Ziel, Gliederung und Inhalt des Teils II

(1) Durch die Prüfung in Teil II hat der Prüfling in den in
Absatz 2 Satz 2 Nummer 1 bis 3              genannten Handlungsfeldern
seine berufliche Handlungskompetenz dadurch nachzuweisen, dass er die
erforderlichen fachtheoretischen Kenntnisse im Fleischer-Handwerk zur
Lösung komplexer beruflicher Aufgabenstellungen anwendet.

(2) In jedem der nachfolgend aufgeführten Handlungsfelder ist
mindestens eine komplexe fallbezogene Aufgabe zu bearbeiten. Die
fallbezogenen Aufgaben sind handwerksspezifisch, wobei die in den
Handlungsfeldern nach den Nummern 1 bis 3 aufgeführten Qualifikationen
auch handlungsfeldübergreifend verknüpft werden können.

1.  Lebensmitteltechnologie und Lebensmittelrecht

    Der Prüfling hat nachzuweisen, dass er in der Lage ist,
    lebensmitteltechnologische und lebensmittelrechtliche Aufgaben unter
    Berücksichtigung wirtschaftlicher und ökologischer Aspekte in einem
    Fleischereibetrieb zu bearbeiten. Dabei soll er berufsbezogene
    Sachverhalte analysieren und bewerten. Bei der jeweiligen
    Aufgabenstellung sollen mehrere der unter den Buchstaben a bis g
    aufgeführten Qualifikationen verknüpft werden:

    a)  Transportmöglichkeiten für Schlachttiere unter Berücksichtigung
        tierschutzrechtlicher Bestimmungen aufzeigen, auswählen und Auswahl
        begründen,

    b)  Schlachtverfahren unter Berücksichtigung von Tierarten und Tierschutz
        beurteilen; Prüfverfahren zur Feststellung der Schlachttierqualität
        aufzeigen, Kontrollmöglichkeiten erläutern,

    c)  Tierkörper, -hälften und -viertel im Hinblick auf Qualität,
        Eigenschaften, Fleischreifung und Möglichkeiten zum Verkauf und zur
        Verarbeitung beurteilen; Fleischteile und Zuschnitte zuordnen,

    d)  Rezepturen für Fleischgerichte und -erzeugnisse unter Berücksichtigung
        ernährungsphysiologischer Grundlagen darstellen und abwandeln,

    e)  Herstellungsverfahren von Fleischerzeugnissen auswählen, Auswahl
        begründen,

    f)  Möglichkeiten der Konservierung, Verpackung und Lagerung von Gewürzen,
        Roh-, Hilfs- und Zusatzstoffen sowie Fleischerzeugnissen zur
        Qualitätserhaltung, auch unter Einsatz von Kühl- und Gefriertechnik,
        bestimmen und begründen,

    g)  Produktinformationen, insbesondere Kennzeichnung und Etikettierung,
        unter Berücksichtigung rechtlicher Vorgaben erstellen sowie für die
        Rückverfolgbarkeit der Produkte dokumentieren;

2.  Auftragsabwicklung

    Der Prüfling hat nachzuweisen, dass er in der Lage ist,
    Auftragsabwicklungsprozesse in einem Fleischereibetrieb, auch unter
    Anwendung branchenüblicher Software, erfolgs-, kunden- und
    qualitätsorientiert zu planen, deren Durchführung zu kontrollieren und
    sie abzuschließen. Bei der jeweiligen Aufgabenstellung sollen mehrere
    der unter den Buchstaben a bis f aufgeführten Qualifikationen
    verknüpft werden:

    a)  Möglichkeiten der Auftragsbeschaffung darstellen,

    b)  Angebotsunterlagen erstellen und Angebote auswerten, eine
        Angebotskalkulation durchführen,

    c)  Methoden und Verfahren der Arbeitsplanung und -organisation unter
        Berücksichtigung der Herstellungsverfahren und der Arbeitshygiene
        sowie des Einsatzes von Personal, Material und Geräten aufzeigen und
        bewerten, dabei qualitätssichernde Aspekte darstellen sowie
        Schnittstellen zwischen Arbeitsbereichen berücksichtigen,

    d)  berufsbezogene rechtliche Vorschriften und technische Normen sowie
        anerkannte Regeln der Technik anwenden, insbesondere die Haftung bei
        der Herstellung und bei Dienstleistungen beurteilen,

    e)  den auftragsbezogenen Einsatz von Material, Maschinen und Geräten
        bestimmen und begründen,

    f)  Mengen ermitteln und berechnen, eine Nachkalkulation durchführen;

3.  Betriebsführung und Betriebsorganisation

    Der Prüfling hat nachzuweisen, dass er in der Lage ist, Aufgaben der
    Betriebsführung und Betriebsorganisation in einem Fleischereibetrieb
    unter Berücksichtigung der rechtlichen Vorschriften, auch unter
    Anwendung von Informations- und Kommunikationssystemen, wahrzunehmen.
    Bei der jeweiligen Aufgabenstellung sollen mehrere der unter den
    Buchstaben a bis j aufgeführten Qualifikationen verknüpft werden:

    a)  Verkaufs- und Vertriebskonzepte erstellen und beurteilen,

    b)  betriebliche Kosten ermitteln, dabei betriebswirtschaftliche
        Zusammenhänge berücksichtigen,

    c)  betriebliche Kostenstrukturen überprüfen; betriebliche Kennzahlen
        ermitteln,

    d)  Marketingmaßnahmen zur Kundenpflege und zur Gewinnung neuer Kunden vor
        dem Hintergrund technischer und wirtschaftlicher Entwicklungen
        erarbeiten,

    e)  die Bedeutung des betrieblichen Qualitätsmanagements für den
        Unternehmenserfolg darstellen, Maßnahmen des Qualitätsmanagements
        festlegen und begründen,

    f)  Aufgaben der Personalverwaltung wahrnehmen; Notwendigkeit der
        Personalentwicklung, insbesondere in Abhängigkeit von Auftragslage und
        Auftragsabwicklung, begründen,

    g)  betriebsspezifische Maßnahmen zur Einhaltung der
        arbeitsschutzrechtlichen Bestimmungen und des Umweltschutzes
        entwickeln; Gefahrenpotenziale beurteilen und Maßnahmen zur
        Gefahrenvermeidung und -beseitigung festlegen,

    h)  die gewerkspezifische Betriebs- und Lagerausstattung sowie logistische
        Prozesse planen und darstellen,

    i)  den Nutzen des Einsatzes von Informations- und Kommunikationssystemen,
        insbesondere für Kundenbindung und -pflege sowie Warenwirtschaft
        begründen,

    j)  den Nutzen zwischenbetrieblicher Kooperationen auftragsbezogen prüfen,
        Konsequenzen, insbesondere für die betriebsinterne Organisation sowie
        das betriebliche Personalwesen, aufzeigen und bewerten.

Collections: bundestag_gesetze
FleiMstrV-2012
Level: 2.0