Source: https://www.gesetze-im-internet.de/metblmstrv/__4.html
Legislation: metblmstrv

Title: § 4 Meisterprüfungsprojekt

Description:
Verordnung über die Meisterprüfung in den Teilen I und II im Metallblasinstrumentenmacher-Handwerk (MetblMstrV)
§ 4 Meisterprüfungsprojekt

Paragraph: 4

Full Text:
Verordnung über die Meisterprüfung in den Teilen I und II im Metallblasinstrumentenmacher-Handwerk (MetblMstrV)
§ 4 Meisterprüfungsprojekt

(1) Der Prüfling hat ein Meisterprüfungsprojekt durchzuführen, das
einem Kundenauftrag entspricht. Das Meisterprüfungsprojekt besteht aus
Planungs-, Durchführungs-, Kontroll- und Dokumentationsarbeiten.

(2) Als Meisterprüfungsprojekt ist ein Metallblasinstrument
einschließlich der Kostenkalkulation zu planen, herzustellen,
anzuspielen, auszustimmen und die Ergebnisse zu dokumentieren. Der
Prüfling hat ein Instrument aus den folgenden Instrumenten
auszuwählen:

1.  B-Tuba, C-Tuba, Helikon oder Sousaphon,

2.  Es- oder F-Tuba,

3.  Bariton-, Tenorhorn oder Wagnertuba,

4.  Doppelhorn,

5.  Euphonium,

6.  Cimbasso oder

7.  F-Kontrabassposaune.

Die Instrumente nach Satz 2 Nummer 1 bis 6 müssen mindestens vier
Ventile haben. Die Planungsarbeiten bestehen aus einem Konzept mit
Begründung des Instrumentenaufbaus, Entwurfszeichnung, einer Stück-
und Materialliste, der Gesamtzeichnung für das Instrument in drei
Ansichten sowie der Kostenkalkulation. Auf dieser Grundlage sind die
nachfolgenden Baugruppen zu fertigen:

1.  Mundrohr, außer bei einem Instrument nach Satz 2 Nummer 7,

2.  alle Zugsätze und den Stimmzugbogen,

3.  mindestens acht Stützen, darunter Mundrohr- und Schallstückstütze,

4.  mindestens vier weitere Biegeteile, darunter

    a)  bei einem Instrument nach Satz 2 Nummer 1 und 2 die zwei Schleifen für
        das vierte Ventil,

    b)  bei einem Instrument nach Satz 2 Nummer 3 den Anstoß aus einem Stück,

    c)  bei einem Instrument nach Satz 2 Nummer 4 zwei dritte Zugschleifen
        sowie das Schallstück,

    d)  bei einem Instrument nach Satz 2 Nummer 5 den ersten und zweiten
        Anstoß oder

    e)  bei einem Instrument nach Satz 2 Nummer 6 und 7 alle Knie- und
        Ventilbögen ohne Halbtonbogen,

5.  bei einem Instrument nach Satz 2 Nummer 7 die Zugglocken, die lange
    Wasserklappenmechanik bis zum Quersteg, der Posaunenzug aus
    ungerichtetem und unbeschichtetem Zugrohr,

6.  bei einem Instrument nach Satz 2 Nummer 1 bis 3 sowie Nummer 5 und 6
    eine handgeschmiedete Wasserklappe,

7.  bei einem Instrument nach Satz 2 Nummer 4 handgeschmiedete Mundrohr-
    und die Schallstückstütze oder

8.  bei einem Instrument nach Satz 2 Nummer 4 optional statt der Bauteile
    nach Satz 5 Nummer 1 bis 7 die Doppelhornmaschine.

Die gefertigten sowie die zugekauften Bauteile sind zusammenzulöten,
zu polieren und als spielfertiges Instrument zusammenzubauen. Die
Kontroll- und Dokumentationsarbeiten bestehen aus dem Anspielen,
Prüfen und Ausstimmen des Instruments sowie der Dokumentation der
Arbeitsschritte und des methodischen Vorgehens und der
Nachkalkulation.

(3) Die Anforderungen an das Meisterprüfungsprojekt im Einzelnen
werden vom Meisterprüfungsausschuss festgelegt. Der
Meisterprüfungsausschuss soll dabei Vorschläge des Prüflings
berücksichtigen.

(4) Anhand der Anforderungen erarbeitet der Prüfling ein
Umsetzungskonzept für den Kundenauftrag einschließlich einer
Zeitplanung und einer Materialbedarfsplanung. Das Umsetzungskonzept
hat er vor der Durchführung des Meisterprüfungsprojekts dem
Meisterprüfungsausschuss zur Genehmigung vorzulegen. Der
Meisterprüfungsausschuss prüft, ob das Umsetzungskonzept den
Anforderungen entspricht.

(5) Für die Bearbeitung des Meisterprüfungsprojekts stehen dem
Prüfling 10 Arbeitstage zur Verfügung.

(6) Für die Bewertung des Meisterprüfungsprojekts werden die einzelnen
Bestandteile wie folgt gewichtet:

1.  die Planungsarbeiten anhand der Planungsunterlagen, bestehend aus dem
    Konzept mit Begründung des Instrumentenaufbaus, Entwurfszeichnung,
    einer Stück- und Materialliste, der Gesamtzeichnung für das Instrument
    in drei Ansichten sowie der Kalkulation, mit 30 Prozent,

2.  die Durchführungsarbeiten mit 60 Prozent und

3.  die Kontroll- und die Dokumentationsarbeiten anhand der
    Dokumentationsunterlagen, bestehend aus Dokumentation der
    Arbeitsschritte und des methodischen Vorgehens, der Nachkalkulation,
    mit 10 Prozent.

Collections: bundestag_gesetze
MetblMstrV
Level: 2.0