Source: https://www.gesetze-im-internet.de/strlschv_2018/__58.html
Legislation: strlschv_2018

Title: § 58 Verlassen von und Herausbringen aus Strahlenschutzbereichen

Description:
Verordnung zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung (StrlSchV 2018)
Teil 2 - Strahlenschutz bei geplanten Expositionssituationen
Kapitel 6 - Anforderungen im Zusammenhang mit der Ausübung von Tätigkeiten
Abschnitt 1 - Physikalische Strahlenschutzkontrolle; Strahlenschutzbereiche
§ 58 Verlassen von und Herausbringen aus Strahlenschutzbereichen

Paragraph: 58

Full Text:
Verordnung zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung (StrlSchV 2018)
Teil 2 - Strahlenschutz bei geplanten Expositionssituationen
Kapitel 6 - Anforderungen im Zusammenhang mit der Ausübung von Tätigkeiten
Abschnitt 1 - Physikalische Strahlenschutzkontrolle; Strahlenschutzbereiche
§ 58 Verlassen von und Herausbringen aus Strahlenschutzbereichen

(1) Der Strahlenschutzverantwortliche hat dafür zu sorgen, dass
Personen beim Verlassen eines Kontrollbereichs, in dem offene
radioaktive Stoffe vorhanden sind, daraufhin geprüft werden, ob sie
kontaminiert sind. Wird hierbei eine Kontamination festgestellt, so
hat der Strahlenschutzverantwortliche dafür zu sorgen, dass
unverzüglich Maßnahmen getroffen werden, die geeignet sind, weitere
Expositionen und eine Weiterverbreitung radioaktiver Stoffe zu
verhindern. Wenn in einem Überwachungsbereich offene radioaktive
Stoffe vorhanden sein können, kann die zuständige Behörde festlegen,
dass eine Prüfung auch beim Verlassen des Überwachungsbereichs
durchzuführen ist. Wird nach Satz 2 oder 3 eine Kontamination
festgestellt, gelten die Aufzeichnungs-, Aufbewahrungs- und
Mitteilungspflichten nach § 167 Absatz 1, 2 und 3 Satz 1 und Absatz 4
des Strahlenschutzgesetzes entsprechend.

(2) Der Strahlenschutzverantwortliche hat dafür zu sorgen, dass
bewegliche Gegenstände, insbesondere Werkzeuge, Messgeräte,
Messvorrichtungen, sonstige Apparate, Anlagenteile oder
Kleidungsstücke, die zum Zweck der Handhabung, zum Zweck der Nutzung
oder zum Zweck einer sonstigen Verwendung mit dem Ziel einer
Wiederverwendung oder Reparatur außerhalb eines Strahlenschutzbereichs
aus einem Kontrollbereich herausgebracht werden, daraufhin geprüft
werden, ob sie aktiviert oder kontaminiert sind. Der
Strahlenschutzverantwortliche hat dafür zu sorgen, dass Gegenstände
nicht aus dem Kontrollbereich herausgebracht werden, wenn

1.  im Falle ihrer Aktivierung die Werte der Anlage 4 Tabelle 1 Spalte 3
    überschritten sind oder

2.  im Falle ihrer Kontamination die Werte der Anlage 4 Tabelle 1 Spalte 3
    oder Spalte 5 überschritten sind.

Wenn in einem Überwachungsbereich eine Kontamination oder eine
Aktivierung nicht ausgeschlossen ist, kann die zuständige Behörde
festlegen, dass die Sätze 1 und 2 auch auf Überwachungsbereiche
anzuwenden sind. Die Sätze 1 und 2 gelten nicht für die Gegenstände,
die als gefährliche Güter nach § 2 des Gefahrgutbeförderungsgesetzes
befördert oder nach § 94 abgegeben werden. Die Prüfung nach den Sätzen
1 und 2 ist nicht erforderlich für Kontrollbereiche, in denen es keine
offenen radioaktiven Stoffe gibt und in denen keine Aktivierung
erfolgen kann. § 31 findet keine Anwendung.

(3) Die Absätze 1 und 2 gelten nicht für Personen, die sich zur
Anwendung ionisierender Strahlung oder radioaktiver Stoffe an ihnen
selbst oder als Betreuungs- oder Begleitpersonen in einem
Strahlenschutzbereich aufhalten.

Collections: bundestag_gesetze
StrlSchV-2018
Level: 5.0