Source: https://www.gesetze-im-internet.de/t_hav/__12c.html
Legislation: taehav

Title: § 12c Antibiogrammpflicht

Description:
Verordnung über tierärztliche Hausapotheken (TÄHAV)
§ 12c Antibiogrammpflicht

Paragraph: 12c

Full Text:
Verordnung über tierärztliche Hausapotheken (TÄHAV)
§ 12c Antibiogrammpflicht

(1) Der Tierarzt hat im Rahmen der Behandlung von Tiergruppen der
Tierarten Rind, Schwein, Huhn oder Pute, die in einer Stallabteilung
oder in einem umfriedeten Bereich im Freien gehalten werden, mit einem
Arzneimittel mit antibakterieller Wirkung die Empfindlichkeit der die
Erkrankung verursachenden bakteriellen Erreger gegen antibakteriell
wirksame Stoffe nach Maßgabe des Satzes 2 und nach Maßgabe des § 12d
zu untersuchen oder untersuchen zu lassen (Antibiogramm). Das
Antibiogramm ist zu erstellen

1.  bei Wechsel des Arzneimittels mit antibakterieller Wirkung im Verlauf
    einer Behandlung,

2.  bei einer Behandlung mit einem Arzneimittel mit antibakterieller
    Wirkung,

    a)  die häufiger als einmal in bestimmten Alters- oder
        Produktionsabschnitten stattfindet, oder

    b)  die die Dauer von sieben Tagen übersteigt, es sei denn, bei der
        Erteilung der Zulassung wurde ein längerer Zeitraum für die Dauer der
        Anwendung festgelegt, oder die in diesem Falle den längeren
        festgelegten Zeitraum übersteigt,

3.  bei kombinierter Verabreichung von Arzneimitteln mit antibakteriellen
    Wirkstoffen bei einer Indikation, ausgenommen zugelassene
    Fertigarzneimittel, die eine Kombination von antibakteriellen
    Wirkstoffen enthalten,

4.  bei Abweichung von den Vorgaben der Zulassungsbedingungen von
    Arzneimitteln mit antibakteriellen Wirkstoffen nach § 56a Absatz 2
    Satz 1 Nummer 2 bis 4 des Arzneimittelgesetzes oder

5.  bei der Behandlung mit Arzneimitteln, die Cephalosporine der dritten
    oder vierten Generation oder Fluorchinolone enthalten.

In den Fällen des Satzes 2 Nummer 4 und 5 ist ein Antibiogramm auch im
Rahmen der Behandlung einzelner Tiere der Tierarten Rind, Schwein,
Pferd, Hund oder Katze, ausgenommen herrenlose Katzen, zu erstellen,
es sei denn, in den Fällen des Satzes 2 Nummer 5 liegen bereits im
Rahmen tierärztlicher Bestandsbetreuung für die zu behandelnden
Einzeltiere aussagekräftige, repräsentative Kenntnisse zur
Resistenzlage vor, die die Notwendigkeit des Einsatzes von
Arzneimitteln, die diese Wirkstoffgruppen enthalten, rechtfertigen.

(2) Abweichend von Absatz 1 ist ein Antibiogramm nicht zu erstellen,
wenn nach dem Stand der veterinärmedizinischen Wissenschaft

1.  die Probenahme mit der Gefahr einer zusätzlichen Beeinträchtigung des
    Gesundheitszustandes des zu behandelnden Tieres verbunden wäre,

2.  der Erreger nicht mittels zellfreier künstlicher Medien kultiviert
    werden kann, oder

3.  für die Bestimmung der Empfindlichkeit des Erregers keine geeignete
    Methode verfügbar ist.

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TÄHAV
Level: 2.0