Source: https://www.gesetze-im-internet.de/softwareentwausbv/__6.html
Legislation: softwareentwausbv

Title: § 6 Abschlussprüfung

Description:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Mathematisch-technischen Softwareentwickler/zur Mathematisch-technischen Softwareentwicklerin (SoftwareentwAusbV)
§ 6 Abschlussprüfung

Paragraph: 6

Full Text:
Verordnung über die Berufsausbildung zum Mathematisch-technischen Softwareentwickler/zur Mathematisch-technischen Softwareentwicklerin (SoftwareentwAusbV)
§ 6 Abschlussprüfung

(1) Durch die Abschlussprüfung ist festzustellen, ob der Prüfling die
berufliche Handlungsfähigkeit erworben hat. In der Abschlussprüfung
soll der Prüfling nachweisen, dass er die dafür erforderlichen
beruflichen Fertigkeiten beherrscht, die notwendigen beruflichen
Kenntnisse und Fähigkeiten besitzt und mit dem im
Berufsschulunterricht zu vermittelnden, für die Berufsausbildung
wesentlichen Lehrstoff vertraut ist. Die Ausbildungsordnung ist
zugrunde zu legen.

(2) Die Abschlussprüfung besteht aus den Prüfungsbereichen:

1.  Mathematische Modelle und Methoden,

2.  Softwareentwurf und Programmierung,

3.  Entwicklung eines Softwaresystems,

4.  Wirtschafts- und Sozialkunde.

(3) Für den Prüfungsbereich Mathematische Modelle und Methoden
bestehen folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er

    a)  Problemstellungen aus unterschiedlichen Anwendungsbereichen erfassen,
        analysieren und in mathematische Modelle umsetzen,

    b)  mathematische Methoden und Algorithmen auswählen und anwenden und

    c)  Ergebnisse darstellen und mathematisch interpretieren

    kann;

2.  der Prüfling soll schriftliche Aufgaben bearbeiten, die sich auf
    praxisbezogene Fälle beziehen sollen;

3.  die Prüfungszeit beträgt höchstens 135 Minuten.

(4) Für den Prüfungsbereich Softwareentwurf und Programmierung
bestehen folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er

    a)  Verfahren und Lösungsalgorithmen programmtechnisch umsetzen,

    b)  Methoden und Modelle der Informatik auswählen und einsetzen, unter
        Verwendung mindestens einer der nachfolgenden Vorgehensweisen

        aa) Entwerfen und Implementieren objektorientierter Modelle,

        bb) Darstellen von Vorgehensmodellen des Softwareengineerings,

        cc) Modellieren von Datenbanken,

        dd) Anwenden von Techniken verteilter Applikationen

        und

    c)  Datenschutz beachten und Maßnahmen zur Datensicherheit ergreifen

    kann;

2.  der Prüfling soll schriftliche Aufgaben bearbeiten, die sich auf
    praxisbezogene Fälle beziehen sollen;

3.  die Prüfungszeit beträgt höchstens 120 Minuten.

(5) Für den Prüfungsbereich Entwicklung eines Softwaresystems bestehen
folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er

    a)  ein Softwaresystem auf der Grundlage von Modellen aus Mathematik und
        Informatik zu Problemstellungen aus einem vom Prüfungsausschuss
        festzulegenden Anwendungsbereich konzipieren und algorithmisch
        beschreiben,

    b)  Softwaresysteme realisieren und dokumentieren,

    c)  Vorgehensmodelle des Softwareengineerings nutzen,

    d)  Methoden des Projektmanagements anwenden,

    e)  Qualitätssicherungsmaßnahmen planen und durchführen,

    f)  Testprinzipien und -verfahren sowie Testtools einsetzen und

    g)  Ergebnisse darstellen und mathematisch interpretieren

    und dabei die fachlichen Hintergründe seiner Arbeit aufzeigen, seine
    Vorgehensweisen begründen, zugrunde liegende mathematische Modelle und
    Methoden erläutern und Maßnahmen zur Sicherheit und zum
    Gesundheitsschutz bei der Arbeit sowie zum Umweltschutz beachten kann;

2.  die Prüfung besteht aus einer Aufgabenstellung, die sich in eine
    schriftliche Aufgabe, ein Prüfungsprodukt und ein auftragsbezogenes
    Fachgespräch gliedert, wobei der Prüfling

    a)  im Rahmen der schriftlichen Aufgabe die Aufgabenanalyse und einen
        Lösungsentwurf erstellen und dabei die Anforderungen nach Nummer 1
        Buchstabe a erfüllen,

    b)  seinen Lösungsentwurf in einem Prüfungsprodukt realisieren und

    c)  in dem auftragsbezogenen Fachgespräch Aufgabenanalyse und
        Lösungsentwurf begründen und das Prüfungsprodukt erläutern

    soll;

3.  die Prüfungszeit, die im Zeitraum von fünf aufeinander folgenden
    Arbeitstagen liegen soll, beträgt für die schriftliche Aufgabe
    höchstens sieben Stunden und für das Prüfungsprodukt höchstens 28
    Stunden; die Prüfungszeit für das auftragsbezogene Fachgespräch
    beträgt darüber hinaus höchstens 30 Minuten;

4.  bei der Ermittlung des Ergebnisses in diesem Prüfungsbereich werden
    die schriftliche Aufgabe mit 30 Prozent, das Prüfungsprodukt und das
    auftragsbezogene Fachgespräch mit insgesamt 70 Prozent gewichtet.

(6) Für den Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde bestehen
folgende Vorgaben:

1.  Der Prüfling soll nachweisen, dass er allgemeine wirtschaftliche und
    gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt darstellen
    und beurteilen kann;

2.  der Prüfling soll schriftliche Aufgaben bearbeiten, die sich auf
    praxisbezogene Fälle beziehen sollen;

3.  die Prüfungszeit beträgt höchstens 60 Minuten.

(7) Die einzelnen Prüfungsbereiche sind wie folgt zu gewichten:

*    *   1.

    *   Prüfungsbereich
        Mathematische Methoden und Modelle

    *   25 Prozent,

*    *   2.

    *   Prüfungsbereich
        Softwareentwurf und Programmierung

    *   15 Prozent,

*    *   3.

    *   Prüfungsbereich
        Entwicklung eines Softwaresystems

    *   50 Prozent,

*    *   4.

    *   Prüfungsbereich
        Wirtschafts- und Sozialkunde

    *   10 Prozent.

(8) Die Abschlussprüfung ist bestanden, wenn die Leistungen

1.  im Gesamtergebnis mit mindestens "ausreichend",

2.  im Prüfungsbereich Mathematische Methoden und Modelle mit mindestens
    "ausreichend",

3.  in mindestens zwei der übrigen Prüfungsbereiche mit mindestens
    "ausreichend" und

4.  in keinem Prüfungsbereich mit "ungenügend"

bewertet worden sind.

(9) Auf Antrag des Prüflings ist die Prüfung in einem der mit
schlechter als "ausreichend" bewerteten Prüfungsbereiche, in denen
Prüfungsleistungen mit eigener Anforderung und Gewichtung schriftlich
zu erbringen sind, durch eine mündliche Prüfung von etwa 15 Minuten zu
ergänzen, wenn dies für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben
kann. Bei der Ermittlung des Ergebnisses für diesen Prüfungsbereich
sind das bisherige Ergebnis und das Ergebnis der mündlichen
Ergänzungsprüfung im Verhältnis von 2 : 1 zu gewichten.

Collections: bundestag_gesetze
SoftwareentwAusbV
Level: 2.0