# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3e41f9c4-2713-5c44-899b-69cf57a52a0b
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-04-19
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 19.04.2016 S 2015 100
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2015-100_2016-04-19.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 15 100

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Moser
Richter Stecher, Racioppi 

Aktuar Simmen

URTEIL

vom 19. April 2016

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. et oec. Pius Fryberg, 

Beschwerdeführer
gegen 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden, 
Beschwerdegegnerin

und

B._____ Pensionskasse, 
Beigeladene

betreffend Versicherungsleistungen nach IVG

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1. A._____ arbeitete zuletzt als Hilfsmaurer und -gipser. Am 20. November 

2006 meldete er sich bei der IV-Stelle des Kantons Graubünden (nachfol-

gend IV-Stelle) zum Bezug von Leistungen an. Mit Verfügung vom 

25. Februar 2008 sprach ihm die IV-Stelle bei einem Invaliditätsgrad von 

70 % mit Wirkung ab dem 1. Mai 2007 eine ganze Invalidenrente zu. 

2. Per 1. Dezember 2012 führte die IV-Stelle zur Prüfung des Anspruchs auf 

Rentenleistungen eine Rentenrevision von Amtes wegen durch. Im ent-

sprechenden Fragebogen zur Revision der Invalidenrente gab A._____ 

der IV-Stelle am 13. Dezember 2012 an, dass sich sein Gesundheitszu-

stand seit drei Jahren verschlechtert habe. Nach Einholung diverser Arzt-

berichte sowie weiterer sachdienlicher Unterlagen und nachdem A._____ 

im Auftrag der IV-Stelle vom 17. September bis 23. Oktober 2013 an ins-

gesamt drei Tagen observiert wurde, stellte die IV-Stelle mit Zwischenver-

fügung vom 17. Januar 2014 die ganze Rente vorsorglich per sofort ein. 

Dies nachdem A._____ am 13. Januar 2014 von der IV-Stelle zum aktuel-

len Gesundheitszustand befragt sowie im Rahmen der Gewährung des 

rechtlichen Gehörs mit den Ergebnissen der Observation konfrontiert 

wurde. 

3. Mit Vorbescheid vom 27. August 2014 stellte die IV-Stelle in Aussicht, die 

Rentenausrichtung rückwirkend per 31. Januar 2014 aufzuheben. Dage-

gen erhob A._____ am 25. September beziehungsweise am 20. Oktober 

2014 Einwand und beantragte unter anderem die Weiterausrichtung der 

ganzen Invalidenrente. 

4. Mit Verfügung vom 26. Juni 2015 hob die IV-Stelle die Ausrichtung der 

Rente rückwirkend per 31. Januar 2014 auf. Zur Begründung führte die 

IV-Stelle im Wesentlichen aus, dass im Vergleich zu Februar 2008 eine 

wesentliche Verbesserung des Gesundheitszustands vorliege. Heute 

bestünden keine psychischen Beschwerden mit Einfluss auf die Arbeits-

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fähigkeit mehr. Zudem müsse aufgrund der Observationen davon ausge-

gangen werden, dass auch die körperlichen Funktionseinschränkungen 

heute nicht mehr oder nicht mehr in dem Ausmass wie im Jahr 2008 

bestünden. Ein Revisionsgrund sei somit zu bejahen. Hinsichtlich der Ar-

beitsfähigkeit könne insbesondere auf die Beurteilung des RAD Ost-

schweiz vom 22. Juli 2014 abgestellt werden, wonach A._____ in einer 

behinderungsgeeigneten Tätigkeit spätestens seit der Observation vom 

17. Oktober 2013 100 % arbeitsfähig sei. Daran vermöchten die Arztbe-

richte der Dres. med. C._____, D._____ und E._____ nichts zu ändern. 

Aus einem Valideneinkommen als Hilfsgipser von Fr. 85'436.40 sowie ei-

nem Invalideneinkommen auf Basis der LSE 2010 von Fr. 60'339.75 re-

sultiere ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 29 %. Da 

A._____ dem RAD Ostschweiz und der IV-Stelle mehrfach unvollständig 

und/oder nicht wahrheitsgemäss Auskunft gegeben habe, habe die Revi-

sion ihre Wirkung ex tunc zu zeitigen. 

5. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend Beschwerdeführer) am 31. August 

2015 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden 

mit folgenden Anträgen:

"1. Die Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden bzw. 
IV-Stelle des Kantons Graubünden vom 27. August 2014 (recte: 26. Juni 
2015) sei aufzuheben.

2. Dem Beschwerdeführer sei weiterhin eine ganze Rente, rückwirkend per 
31. Januar 2014, zuzusprechen.

3. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Vornahme weiterer Abklärungen an die 
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

4. Dem Beschwerdeführer sei im vorliegenden Verfahren die unentgeltliche 
Rechtspflege zu gewähren und den unterzeichnenden Rechtsanwalt als 
Rechtsbeistand beizugeben. 

5. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge."

Zur Begründung führte der Beschwerdeführer im Wesentlichen aus, dass 

sich der psychische Gesundheitszustand gemäss Dr. med. F._____ und 

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Dr. med. E._____ verschlechtert habe. Unter Umständen sei ein interdis-

ziplinäres Gutachten zur Beurteilung des psychischen Gesundheitszu-

stands in Auftrag zu geben. Anfangs 2014 sei es dem Beschwerdeführer 

derart schlecht gegangen, dass er notfallmässig in die psychiatrische Kli-

nik G._____ habe eingewiesen werden müssen. Es sei nicht nachvoll-

ziehbar, worauf sich die IV-Stelle stütze, wenn sie ausführe, dass heute 

keine psychischen Beschwerden mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 

mehr bestünden. Dr. med. H._____ habe im Arztbericht vom 28. Dezem-

ber 2012 nach einem Zerwürfnis mit dem Beschwerdeführer dessen Ge-

sundheitszustand kurzerhand anders beurteilt als früher. Auch im Allge-

meinen habe sich der Zustand des Beschwerdeführers gemäss den Arzt-

berichten von Dr. med. C._____ und Dr. med. D._____ nicht verbessert. 

Es sei vom selben Krankheitsbild auszugehen, welches bereits zum Zeit-

punkt der Verfügung vom Februar 2008 bestanden habe. Dem Be-

schwerdeführer sei demnach die ganze Rente weiterhin auszurichten. Im 

Übrigen sei es nicht ersichtlich, auf welcher Grundlage die Berechnung 

des Invalideneinkommens beruhe, zumal dem Beschwerdeführer nicht 

einmal vom RAD Ostschweiz die von der IV-Stelle angenommene 

100%ige Arbeitsfähigkeit attestiert worden sei. Gemäss RAD Ostschweiz 

sei der Beschwerdeführer 80 % arbeitsfähig, woraus ein Invaliditätsgrad 

von 43 % resultiere, welcher einen Anspruch auf eine Viertelsrente be-

gründe. 

6. Die IV-Stelle (nachfolgend Beschwerdegegnerin) schloss in ihrer Ver-

nehmlassung vom 5. Oktober 2015 auf Abweisung der Beschwerde. Die 

vom Beschwerdeführer eingereichten Arztberichte von Dr. med. F._____ 

vom 23. August 2015 und von Dr. med. E._____ vom 28. August 2015 

könnten keine Beachtung finden, weil sie sich nicht auf den am 26. Juni 

2015 gegebenen Sachverhalt bezögen. Eine allfällige Verschlechterung 

des Gesundheitszustands seit Juli 2015 sei im vorliegenden Verfahren 

nicht zu berücksichtigen. Selbst wenn die erwähnten Berichte berücksich-

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tigt würden, sei festzustellen, dass sich aus ihnen keine objektiven Hin-

weise auf eine seit August 2013 (Monat der psychiatrischen Untersu-

chung durch Dr. med. I._____) eingetretene Verschlechterung des psy-

chischen Gesundheitszustands des Beschwerdeführers ergäben, zumal 

die Dres. med. F._____ und E._____ keine Fachärzte für Psychiatrie sei-

en. Der kurzfristige Aufenthalt in der Klinik G._____ vom 3. bis 21. März 

2014 sei auf eine reaktive Störung zurückzuführen. In solchen könne kei-

ne invalidisierende psychische Beeinträchtigung erblickt werden. Des 

Weiteren hätten die nach dem Konfrontationsgespräch vom 13. Januar 

2014 gemachten Feststellungen ergeben, dass der Beschwerdeführer seit 

dem 31. August 2015 als Bauarbeiter arbeite. Dabei habe sich gezeigt, 

dass er die körperlich schwere Tätigkeit als Strassenbauer ohne Ein-

schränkungen ausüben könne. Aufgrund der neuen Feststellungen sei 

erneut erwiesen, dass der Beschwerdeführer unvollständige und/oder fal-

sche Angaben gemacht habe. 

7. Mit prozessleitender Verfügung vom 6. Oktober 2015 wurde die B._____ 

Pensionskasse (nachfolgend Beigeladene) auf Antrag des Beschwerde-

führers zur Teilnahme am vorliegenden Verfahren eingeladen. 

8. Am 10. November 2015 hielt der Beschwerdeführer replicando an seinen 

Anträgen fest. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung könne der 

Sachverhalt nach Erlass der Verfügung in die richterliche Beurteilung mit-

einbezogen werden, wenn der nach Erlass der Verfügung eingetretene, 

zu einer neuen rechtlichen Beurteilung der Streitsache ab jenem Zeit-

punkt führende Sachverhalt hinreichend abgeklärt sei und die Verfahrens-

rechte respektiert worden seien. Zudem sei es nicht ersichtlich, weshalb 

der Aufenthalt in der Klinik G._____ keine IV-rechtliche Relevanz haben 

solle, zumal dieser belege, dass sich der psychische Zustand des Be-

schwerdeführers verschlechtert habe. Bei der K._____ AG habe er bloss 

rund zweieinhalb Monate gearbeitet und dabei nur einfache und leichte 

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Tätigkeiten ausgeführt. Selbst diese Arbeiten seien schmerzvoll gewesen 

und hätten ihm grosse körperliche Schwierigkeiten bereitet. Die Arbeit sei 

von einem Bekannten vermittelt worden. Seine Arbeitsfähigkeit habe er 

nicht auf dem Weg der Selbsteingliederung verwertet. Er müsse nach wie 

vor Medikamente zu sich nehmen. Auch während der Tätigkeit bei der 

K._____ AG habe er täglich Medikamente genommen. Es sei für ihn nicht 

möglich, diese Arbeitstätigkeit auszuüben. 

9. Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 23. November 2015 unter Ver-

weis auf ihre Vernehmlassung vom 5. Oktober 2015 und die angefochte-

ne Verfügung vom 26. Juni 2015 auf die Einreichung einer Duplik. 

10. In ihrer Stellungnahme vom 10. Dezember 2015 führte die Beigeladene 

aus, dass die Verfügung vom 26. Juni 2015 für sie verbindlich sei, soweit 

sie in Rechtskraft erwachse. Aus ihrer Sicht sei die erwähnte Verfügung 

nicht offensichtlich unhaltbar. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften so-

wie auf die angefochtene Verfügung vom 26. Juni 2015 wird, soweit er-

forderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-

cherung (IVG; SR 831.20) sind Verfügungen der kantonalen IV-Stellen di-

rekt vor dem Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle anfechtbar. An-

fechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet die Verfügung der IV-

Stelle des Kantons Graubünden vom 26. Juni 2015, sodass die örtliche 

Zuständigkeit des Verwaltungsgerichtes des Kantons Graubünden zu be-

jahen ist. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichtes ergibt 

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sich aus Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des So-

zialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Verbindung mit Art. 49 

Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 

370.100). Zur Beschwerde ist gemäss Art. 59 ATSG berechtigt, wer durch 

die angefochtene Verfügung oder den Einspracheentscheid berührt ist 

und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung 

hat. Als formeller und materieller Adressat der angefochtenen Verfügung 

ist der Beschwerdeführer berührt und weist ein schutzwürdiges Interesse 

an dessen Aufhebung auf. Auf die zudem frist- und formgerecht einge-

reichte Beschwerde ist somit einzutreten. 

2. In der angefochtenen Verfügung vom 26. Juni 2015 hat die Beschwerde-

gegnerin das Vorliegen eines Revisionsgrunds im Sinne von Art. 17 

ATSG infolge eines wesentlich gebesserten Gesundheitszustands bejaht 

und dem Beschwerdeführer auf der Grundlage der getätigten Beweisvor-

kehren die bisher ausgerichtete ganze Rente im Rahmen des von Amtes 

wegen eingeleiteten Revisionsverfahrens rückwirkend per 31. Januar 

2014 eingestellt. Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens 

bildet somit die Frage, ob diese rückwirkende Renteneinstellung rechtens 

ist. Strittig und zu prüfen sind dabei insbesondere das Vorliegen eines 

Revisionsgrunds, die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit und 

damit verbunden das Invalideneinkommen sowie das Vorliegen einer un-

rechtmässigen Erwirkung einer Leistung beziehungsweise einer Melde-

pflichtverletzung. Zur Beurteilung dieser strittigen Fragen ist der sich bis 

zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 26. Juni 2015 verwirk-

lichte Sachverhalt massgebend (vgl. BGE 129 V 1 E.1.2, 121 V 362 

E.1b). Dies hat − wie die Beschwerdegegnerin in ihrer Vernehmlassung 

vom 5. Oktober 2015 zu Recht ausführt − zur Folge, dass die vom Be-

schwerdeführer nachgereichten Arztberichte von Dr. med. F._____, 

Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, vom 23. August 2015 (Akten des 

Beschwerdeführers [Bf-act.] 3) und Dr. med. E._____, Fachärztin für Inne-

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re Medizin und Rheumatologie FMH, vom 28. August 2015 (Bf-act. 2) 

grundsätzlich nicht zu beachten sind, weil sie sich nicht auf den am 

26. Juni 2015 gegebenen Sachverhalt beziehen. Gemäss dem vom Be-

schwerdeführer zitierten Urteil des Bundesgerichtes BGE 130 V 138 kann 

das Sozialversicherungsgericht aus prozessökonomischen Gründen zwar 

auch die tatsächlichen Verhältnisse nach Erlass der angefochtenen Ver-

waltungsverfügung in die richterliche Beurteilung miteinbeziehen und zu 

deren Rechtswirkungen über den Verfügungszeitpunkt hinaus verbindlich 

Stellung beziehen, mithin den das Prozessthema bildenden Streitgegen-

stand in zeitlicher Hinsicht ausdehnen. Dies ist indessen nur zulässig, 

wenn der nach Erlass der angefochtenen Verfügung eingetretene, zu ei-

ner neuen rechtlichen Beurteilung der Streitsache ab jenem Zeitpunkt 

führende Sachverhalt hinreichend genau abgeklärt ist, die betreffende 

Frage mit dem bisherigen Streitgegenstand so eng zusammenhängt, dass 

von einer Tatbestandsgesamtheit gesprochen werden kann, und die Ver-

fahrensrechte der Parteien, insbesondere deren Anspruch auf rechtliches 

Gehör, respektiert worden sind. In Bezug auf das letztgenannte Erforder-

nis muss sich die Verwaltung mindestens in Form einer Prozesserklärung 

geäussert haben (vgl. BGE 130 V 138 E.2.1 sowie das Urteil des Bun-

desgerichtes 9C_540/2015 vom 15. Oktober 2015 E.3.1). Im Urteil 

9C_889/2015 vom 15. Januar 2016 E.2.1 hat das Bundesgericht sodann 

festgehalten, dass ein medizinischer Bericht nicht allein deswegen von 

der gerichtlichen Prüfung ausgenommen werden darf, weil er von einem 

späteren Zeitpunkt als dem Tag des Verfügungserlasses datiert. Ent-

scheidend ist vielmehr, ob ein solcher Bericht geeignet ist, die Beurteilung 

der (medizinischen) Verhältnisse im massgeblichen Verfügungszeitpunkt 

zu modifizieren. Vorliegend sind die Voraussetzungen für eine aus-

nahmsweise Miteinbeziehung der tatsächlichen Verhältnisse nach Erlass 

der angefochtenen Verfügung in die richterliche Beurteilung offenkundig 

nicht erfüllt. Einerseits führen die vom Beschwerdeführer nachgereichten 

Arztberichte der Dres. med. F._____ und E._____ nicht zu einer neuen 

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rechtlichen Beurteilung der Streitsache. Weder aus dem Arztbericht von 

Dr. med. F._____ vom 23. August 2015 (Bf-act. 3) noch aus jenem von 

Dr. med. E._____ vom 28. August 2015 (Bf-act. 2) ergeben sich objektive 

Hinweise auf eine Verschlechterung des psychischen Gesundheitszu-

stands des Beschwerdeführers seit der psychiatrischen Untersuchung 

vom 20. August 2013 durch den Arzt des Regionalen Ärztlichen Dienstes 

(RAD) Dr. med. I._____, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychothera-

pie, zertifizierter medizinischer Gutachter SIM. Anderseits ist der nach Er-

lass der angefochtenen Verfügung eingetretene Sachverhalt aber auch 

nicht hinreichend abgeklärt, zumal weder Dr. med. F._____ noch Dr. med. 

E._____ Fachärzte der Psychiatrie sind und daher auch nicht kompetent 

sind, psychiatrische Beurteilungen vorzunehmen. Im Arztbericht vom 

28. August 2015 führt Dr. med. E._____ denn auch aus, dass sie nicht 

beurteilen könne, inwieweit die psychiatrische Abklärung durch den RAD 

Ostschweiz wirklich objektiv sei (vgl. Bf-act. 2 S. 1 f.). Auch Dr. med. 

F._____ hält in seinem Arztbericht vom 23. August 2015 fest, dass es rein 

fachlich für ihn unmöglich sei, die Begutachtungen und die Beurteilungen 

zu durchschauen. Des Weiteren hält Dr. med. F._____ fest, dass der psy-

chische Zustand des Beschwerdeführers sehr instabil sei; er erscheine in 

den Konsultationen aggressiv und drohe mit Gewalt gegen die Invaliden-

versicherung (Bf-act. 3). Aus einem aggressiven Verhalten und aus Dro-

hungen gegen die Invalidenversicherung kann aber zweifelsohne keine 

Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustands des Beschwer-

deführers abgeleitet werden. Nach dem Gesagten können aber die vom 

Beschwerdeführer nachgereichten Arztberichte der Dres. med. F._____ 

und E._____ vom 23. beziehungsweise vom 28. August 2015 im vorlie-

genden verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren keine Beachtung 

finden. 

3. Nachfolgend ist zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin in der angefoch-

tenen Verfügung vom 26. Juni 2015 zu Recht auf ihre vormalige Renten-

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zusprache zurückgekommen ist und die dem Beschwerdeführer mit Ver-

fügung vom 25. Februar 2008 zugesprochene ganze Invalidenrente rück-

wirkend per 31. Januar 2014 aufgehoben hat. 

a) Anspruch auf eine Invalidenrente hat, wer im Sinne des Gesetzes invalid 

ist. Bei erwerbstätigen Versicherten gilt als Invalidität die durch einen kör-

perlichen, geistigen oder psychischen Gesundheitsschaden verursachte, 

voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit 

(Art. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 Abs. 1 ATSG), welche die Folge von 

Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG). 

Der rentenbegründende Invaliditätsgrad ist in diesem Fall aufgrund eines 

Einkommensvergleichs zu bestimmen (Art. 28a Abs. 1 IVG in Verbindung 

mit Art. 16 ATSG). Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicher-

te Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizi-

nischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch ei-

ne ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen 

könnte (sogenanntes Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid ge-

worden wäre (sogenanntes Valideneinkommen). Der Einkommensver-

gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothe-

tischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und 

einander gegenüber gestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdif-

ferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Ein-

kommensvergleichs; BGE 130 V 343 E.3.4.2, 128 V 29 E.1). Ein renten-

begründender Invaliditätsgrad liegt vor, wenn eine versicherte Person ihre 

Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wie-

derherstellen, erhalten oder verbessern kann, während mindestens eines 

Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich zu mindestens 

40 % im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich eingeschränkt gewesen 

ist und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid ist (Art. 28 

Abs. 1 IVG). Sind diese Voraussetzungen erfüllt, steht der versicherten 

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Person nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des An-

spruchs, frühestens im Monat der Vollendung des 18. Altersjahrs (Art. 29 

Abs. 1 IVG), bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % eine Vier-

telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % eine halbe 

Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % eine Dreiviertels-

rente und bei einem Invaliditätsgrad von 70 % eine ganze Rente zu 

(Art. 28 Abs. 2 IVG).

b) Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, wird die 

Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entspre-

chend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. 

Art. 17 Abs. 1 ATSG, Art. 88a und Art. 88bis der Verordnung über die Inva-

lidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Anlass für eine solche Anpassung 

gibt jede Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, 

den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die 

Invalidenrente ist daher nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des 

Gesundheitszustands mit entsprechender Beeinflussung der Erwerbs-

fähigkeit, sondern etwa auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen 

Auswirkungen eines an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustands er-

heblich verändert haben, eine andere Art der Bemessung der Invalidität 

zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des Aufgabenbereichs ein-

getreten ist (BGE 134 V 131 E.3, 133 V 545 E.6.1, 130 V 343 E.3.5; Urteil 

des Bundesgerichtes 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E.3.1.1; vgl. auch 

MÜLLER, Die materiellen Voraussetzungen der Rentenrevision in der Inva-

lidenversicherung, Diss., Freiburg 2003, S. 133 Rz. 486). Dagegen bildet 

nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung die unterschiedliche Beur-

teilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebe-

nen Gesundheitszustands auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genom-

men keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG (BGE 

115 V 308 E.4a/bb; Urteil des Bundesgerichtes 9C_552/2007 vom 17. Ja-

nuar 2008 E.3.1.2; SVR 2004 IV Nr. 5 S. 13 E.2). 

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c) Als Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum Abschluss 

des aktuellen Verwaltungsverfahrens eine anspruchserhebliche Änderung 

des Invaliditätsgrades im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG eingetreten ist, 

dient die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prü-

fung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, 

Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei 

Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des 

Gesundheitszustandes) beruht (BGE 133 V 108 E.5; vgl. Urteile des Bun-

desgerichtes 9C_646/2014 vom 17. Dezember 2014 E.2.2, 8C_441/2012 

vom 25. Juli 2013 E.3.1.2, 9C_418/2010 vom 20. August 2011 E.3.1). 

Wird bei dieser Gegenüberstellung festgestellt, dass der Invaliditätsgrad 

im zur Beurteilung stehenden Zeitraum keine rechtserhebliche Änderung 

erfahren hat, bleibt es beim bisherigen Rechtszustand (Urteil des Bun-

desgerichtes 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E.3.1.3). Andernfalls ist das 

Vorliegen eines Revisionsgrunds zu bejahen und die zugesprochene 

Rente entsprechend der festgestellten Sachverhaltsveränderung abzuän-

dern (vgl. MEYER/REICHMUTH, in: STAUFFER/CARDINAUX [Hrsg.], Rechtspre-

chung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz 

über die Invalidenversicherung, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, Art. 30-

31 Rz. 13). 

d) Um beurteilen zu können, in welchem Umfang und bezüglich welcher 

Tätigkeiten einem Versicherten noch eine Erwerbstätigkeit zugemutet 

werden kann, sind die Verwaltung und das im Beschwerdefall angerufene 

Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls an-

dere Fachleute zur Verfügung stellen. Dabei besteht die Aufgabe des Arz-

tes darin, den Gesundheitszustand zu beurteilen und − wenn nötig − sei-

ne Entwicklung im Laufe der Zeit zu beschreiben, d.h. mit den Mitteln 

fachgerechter ärztlicher Untersuchung unter Berücksichtigung der subjek-

tiven Beschwerden Befunde zu erheben und gestützt darauf eine Diagno-

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se zu stellen. Hiermit erfüllt der Arzt seine genuine Aufgabe, wofür die 

Verwaltung und im Streitfall das Gericht nicht kompetent sind. Bei der 

Folgeabschätzung der erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen 

für die Arbeitsfähigkeit kommt dem Arzt hingegen keine abschliessende 

Beurteilungskompetenz zu. Vielmehr nimmt er zur Arbeitsunfähigkeit Stel-

lung, d.h. er gibt eine Schätzung ab, welche er aus seiner Sicht so sub-

stanziell wie möglich begründet. Die ärztlichen Auskünfte sind sodann ei-

ne wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleis-

tungen dem Versicherten konkret noch zugemutet werden können (BGE 

140 V 193 E.3.2, 125 V 256 E.4).

e) Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu 

würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichts-

beschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Da-

nach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die 

Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfas-

send und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren be-

deutet dies, dass das Gericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von 

wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 

die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen 

Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander wider-

sprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne 

das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 

warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These ab-

stellt (vgl. BGE 125 V 351 E.3a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines 

Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange 

umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abge-

geben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge 

und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die 

Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E.5.1, 

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125 V 351 E.3a mit Hinweis). Ausschlaggebend für den Beweiswert ist 

grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Be-

zeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme 

als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 E.3a, 122 V 157 E.1c mit 

Hinweisen). Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 

freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte 

Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweis-

würdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E.3b, 118 V 286 E.1b, 112 V 30 

E.1a mit Hinweisen). Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens einge-

holten Gutachten von externen Spezialärzten, welche auf Grund einge-

hender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die 

Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssi-

gen Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft 

zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit 

der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 E.1.3.4, 125 V 351 E.3b/bb). 

Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 

sodann Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollzieh-

bar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien ge-

gen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte 

Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt 

nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. 

Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die 

Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. 

Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im 

Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gut-

achters allerdings ein strenger Massstab anzulegen. Bestehen auch nur 

geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen 

Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 

139 V 225 E.5.2, 135 V 465 E.4.4, 125 V 351 E.3b/ee, 122 V 157 E.1c). 

In Bezug auf Berichte von Hausärzten darf und soll der Richter auch der 

Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hin-

- 15 -

blick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher 

zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E.4.3.2, 4.4 und 

4.5, 125 V 351 E.3a und 3b). 

4. Vorliegend sprach die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer mit 

Verfügung vom 25. Februar 2008 (Akten der Beschwerdegegnerin [Bg-

act.] 33) bei einem Invaliditätsgrad von 70 % mit Wirkung ab dem 1. Mai 

2007 eine ganze Invalidenrente zu. Ob sich der rentenbegründende Inva-

liditätsgrad seit der erwähnten Rentenzusprache verändert hat, prüfte die 

Beschwerdegegnerin erstmals im Rahmen des per 1. Dezember 2012 

von Amtes wegen eingeleiteten Revisionsverfahrens, welches mit der an-

gefochtenen Verfügung vom 26. Juni 2015 (Bg-act. 132) seinen Ab-

schluss fand. Ob der beschwerdeführerische Invaliditätsgrad − wie in der 

angefochtenen Verfügung vom 26. Juni 2015 angenommen − eine erheb-

liche Änderung erfahren hat, beurteilt sich demnach durch den Vergleich 

des Sachverhalts, welcher der Verfügung vom 25. Februar 2008 zugrun-

de lag, mit jenem Sachverhalt, der sich bis zum Erlass der angefochtenen 

Verfügung vom 26. Juni 2015 verwirklicht hat (vgl. KIESER, ATSG-

Kommentar, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2015, Art. 17 Rz. 37). Davon aus-

gehend wird anschliessend zunächst zu untersuchen sein, auf welchem 

Sachverhalt die Verfügung vom 25. Februar 2008 beruht. Daraufhin wird 

der rechtserhebliche Sachverhalt zu ermitteln sein, der sich bis zum Ab-

schluss des vorinstanzlichen Verfahrens zugetragen hat. Schliesslich wird 

durch Gegenüberstellung dieser beiden Sachverhalte zu entscheiden 

sein, ob die massgeblichen Verhältnisse eine rechtserhebliche Änderung 

erfahren haben, welche die Einstellung der zugesprochenen ganzen Inva-

lidenrente rechtfertigt. 

5. Die Verfügung vom 25. Februar 2008, mit welcher die Beschwerdegegne-

rin dem Beschwerdeführer aufgrund eines Invaliditätsgrads von 70 % mit 

Wirkung ab dem 1. Mai 2007 eine ganze Invalidenrente zugesprochen 

- 16 -

hat, beruht in erster Linie auf dem Arztbericht von Dr. med. H._____, 

Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 26. Februar 2007 

sowie den Arztberichten des Universitätsspitals Zürich. Im Arztbericht des 

Universitätsspitals Zürich vom 27. November 2006 (Bg-act. 11 S. 25 f.) 

wurden folgende Diagnosen gestellt:

"1)Spondylitis ankylosans ED 7/06
- axialer Befall mit Romanusläsionen untere BWS und obere LWS mit Syndesmophyten L2 und L3, 

Unschärfe der SIG bds. ohne Zeichen einer aktiven entzündlichen Komponente
- HLA-B27 negativ
- chronische Epikondylitis humeri radialis rechts mit St. n. mehreren lokalen Infiltrationen
St. n. folgenden Basistherapien:
- Methotrexat 26.1.06 und 2.2.06, Stop wegen gastrointestinalen UAW und fehlender Wirkung
- Arava Tbl. 2/06 - 4/06, Stop wegen gastrointestinalen UAW und fehlender Wirkung
- St. n. Therapie mit Enbrel September bis November 06, total 8 Injektionen, Abbruch, da ohne 

Wirkung
2) Zunehmende depressive Entwicklung und Schmerzausweitung
3) Chronisches thoraco-lumbovertebrales spondylogenes Schmerzsyndrom

- bei SISH der Wirbelsäule und St. n. M. Scheuermann
4) Karpaltunnelsyndrom bds., bisher konservativ behandelt
5) Reflexbeschwerden
6) Funktionelle Darmbeschwerden"

Hinsichtlich der beschwerdeführerischen Arbeitsfähigkeit wurde im Ver-

laufsbericht des Universitätsspitals Zürich vom 25. Juli 2007 ausgeführt, 

dass sich das ausgeprägte generalisierte Schmerzsyndrom sowie auch 

die psychische Symptomatik auf die Arbeitsfähigkeit auswirkten. Die aus-

geprägten, durch Belastung verstärkten Schmerzen, das Steifigkeitsge-

fühl und die Hypästhesie der Hände verunmöglichten die mittelschwere 

Arbeit als Gipser. Haltearbeiten sowie feinmotorische Aktivitäten könnten 

nicht ausgeübt werden. Andere leichte, wechselbelastende Tätigkeiten 

sollten im Umfang von 50 % möglich sein, wobei beachtet werden sollte, 

dass kein übermässiger Handeinsatz erforderlich sei (Bg-act. 21 S. 5 f.). 

Dr. med. H._____ diagnostizierte im Arztbericht vom 26. Februar 2007 mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Anpassungsstörung mit vorwie-

gender Beeinträchtigung anderer Gefühle (Schmerzen, Sorgen, Ange-

spanntheit, Ärger; ICD-10: F43.23) und führte hinsichtlich der Arbeits-

fähigkeit aus, dass dem Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht 

- 17 -

bloss leichte Tätigkeiten im Umfang von 50 % zumutbar seien (Bg-act. 16 

S. 4 f.). 

6. a) Um beurteilen zu können, ob sich die gesundheitliche Verfassung des 

Beschwerdeführers im Vergleich zu dem der Verfügung vom 25. Februar 

2008 zugrunde liegenden Gesundheitszustand in einer für den Rentenan-

spruch massgeblichen Weise verbessert hat, beauftragte die Beschwer-

degegnerin unter anderem den RAD mit einer psychiatrischen Untersu-

chung des Beschwerdeführers. Der RAD-Arzt Dr. med. I._____ unter-

suchte den Beschwerdeführer zu diesem Zweck am 20. August 2013. Im 

ärztlichen Bericht vom 28. August 2013 führt Dr. med. I._____ aus, dass 

der Beschwerdeführer verschiedene nicht der Realität entsprechende An-

gaben gemacht habe. Eine Anpassungsstörung oder eine mittelgradig 

depressive Episode lasse sich heute nicht mehr diagnostizieren. Der Be-

schwerdeführer sei stimmungsmässig überwiegend ausgeglichen und 

zeige keine relevante Depressivität, Angstsymptomatik oder sonstige 

psychiatrische Symptomatik. Im Gegensatz zum Arztbericht von Dr. med. 

H._____ vom 26. Februar 2007 lasse sich heute keine psychiatrische 

Diagnose mehr stellen. Eine depressive Stimmung bestehe nicht mehr, 

ebenso wenig eine innere Unruhe. Der Beschwerdeführer wirke nur noch 

partiell weinerlich und bedrückt und auch dies unter dem Vorbehalt der 

deutlichen Aggravation. Der psychiatrische Gesundheitszustand des Be-

schwerdeführers habe sich verbessert, eine Einschränkung der Arbeits-

fähigkeit bestehe aus psychiatrischer Sicht spätestens seit dem 28. De-

zember 2012 (Zeitpunkt Arztbericht Dr. med. H._____) nicht mehr (vgl. 

Bg-act. 68 S. 7 f.). Diese umfassende und in Kenntnis der Vorakten ab-

gegebene Beurteilung des RAD-Arztes Dr. med. I._____ vermag zu über-

zeugen. Sie beruht − wie gesehen − auf einer persönlichen Untersuchung 

des Beschwerdeführers, die Beurteilung ist einleuchtend und die Schluss-

folgerungen von Dr. med. I._____ sind begründend. Dementsprechend 

kommt dem ärztlichen Bericht vom 28. August 2013 der RAD-Abklärung 

- 18 -

vom 20. August 2013 voller Beweiswert zu, zumal Dr. med. I._____ auch 

die Einschätzung des damals noch behandelnden Psychiaters Dr. med. 

H._____ heranzieht, welcher den psychiatrischen Zustand des Be-

schwerdeführers im Arztbericht vom 28. Dezember 2012 als stabilisiert 

einschätzte und dem Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht ab so-

fort eine 100%ige Arbeitsfähigkeit attestierte mit dem Hinweis, dass die 

Rheumatologie die Arbeitsfähigkeit wegen den angegebenen Schmerzen 

bestimmten sollte (vgl. Bg-act. 57 S. 2). Hinweise, wonach Dr. med. 

H._____ − wie vom Beschwerdeführer behauptet − den beschwerdeführe-

rischen Gesundheitszustand aufgrund eines angeblichen Zerwürfnisses 

mit dem Beschwerdeführer anders als früher beurteilt haben soll, liegen 

nicht vor. Im Übrigen liegen − mit Ausnahme der Arztberichte von 

Dr. med. F._____ vom 23. August 2015 (Bf-act. 3) und von Dr. med. 

E._____ vom 28. August 2015 (Bf-act. 2), welche vorliegend, wie gese-

hen, nicht zu beachten sind, weil sie sich nicht auf den am 26. Juni 2015 

gegebenen Sachverhalt beziehen (vgl. vorstehend E.2) und weder 

Dr. med. F._____ noch Dr. med. E._____ Fachärzte der Psychiatrie sind 

− auch keine den Beurteilungen von Dr. med. I._____ und Dr. med. 

H._____ entgegenstehenden psychiatrischen Beurteilungen bei den Ak-

ten. Dementsprechend ist aber die Beschwerdegegnerin in der angefoch-

tenen Verfügung vom 26. Juni 2015 zu Recht von einem verbesserten 

Gesundheitszustand des Beschwerdeführers in psychiatrischer Hinsicht 

ausgegangen und hat folgerichtig das Vorliegen eines Revisionsgrunds 

zu Recht bejaht. 

b) An diesem Ergebnis vermag der Bericht der Psychiatrischen Dienste 

Graubünden (PDGR) vom 1. Mai 2014 über den stationären Aufenthalt 

des Beschwerdeführers vom 3. bis 21. März 2014 in der Klinik G._____ 

(vgl. Bf-act. 1) nichts zu ändern. Wie die Beschwerdegegnerin in ihrer 

Vernehmlassung vom 5. Oktober 2015 zu Recht festhält und wie sich 

auch aus dem Bericht der PDGR vom 1. Mai 2014 selber ergibt, ist die 

- 19 -

fragliche Hospitalisation nämlich auf eine reaktive Störung, verursacht 

durch das Konfrontationsgespräch des Beschwerdeführers mit der Be-

schwerdegegnerin vom 13. Januar 2014 und die mit Zwischenverfügung 

vom 17. Januar 2014 erfolgte vorsorgliche Einstellung der ganzen Invali-

denrente, zurückzuführen. Im erwähnten Bericht der PDGR vom 1. Mai 

2014 wird denn auch explizit ausgeführt, dass infolge der Ablehnung der 

Invalidenrente die Depressionssymptome stärker geworden seien und 

sich dem Beschwerdeführer Suizidgedanken mit konkreten Plänen aufge-

drängt hätten. Es bestehe eine Fremdaggressivität in Form von negativen 

Gedanken und Mordgedanken gegen Ärzte und IV-Beamte, welche die 

Rente abgelehnt hätten (vgl. Bf-act. 1 S. 1 und 3). In solchen reaktiven 

Störungen, welche adäquater ärztlicher Behandlung zugänglich sind, 

kann rechtsprechungsgemäss keine invalidisierende psychische Beein-

trächtigung erblickt werden, ansonsten der gesetzliche Invaliditätsbegriff 

seine Konturen verlöre (vgl. BGE 127 V 294 E.4; Urteil des Bundesgerich-

tes 9C_799/2012 vom 16. Mai 2013 E.2.5). Dementsprechend ist aber der 

stationäre Aufenthalt in der Klinik G._____ vom 3. bis 21. März 2014 IV-

rechtlich nicht von Relevanz, zumal der Beschwerdeführer nach dem Aus-

tritt aus der Klinik G._____ einen weiteren Besuch der Tagesklinik abge-

lehnt hat, obschon dies aus Sicht der PDGR geeignet gewesen wäre (vgl. 

Bf-act. 1 S. 4).

c) Im Übrigen ist in Anbetracht des Observationsberichts vom 9. November 

2013 samt Bild- und Videoaufnahmen (vgl. Bg-act. 88) davon auszuge-

hen, dass auch die körperlichen Funktionseinschränkungen nicht mehr 

oder zumindest nicht mehr in dem Ausmass wie noch im Zeitpunkt der 

Verfügung vom 25. Februar 2008 bestehen. Zwar führte Dr. med. 

L._____, Facharzt FMH für Rheumatologie, Facharzt FMH für Innere Me-

dizin, Manuelle Medizin SAMM, zertifizierter medizinischer Gutachter SIM, 

im interdisziplinären Gutachten des Instituts für medizinische und ergo-

nomische Abklärungen (IME) vom 3. Januar 2014 noch aus, dass sich der 

- 20 -

Gesundheitszustand aus rheumatologischer Sicht seit dem letzten mate-

riellen Entscheid nicht wesentlich verändert habe und der Beschwerde-

führer in einer adaptierten Tätigkeit mindestens 60 % arbeitsfähig sei (vgl. 

Bg-act. 93 S. 65 und 69). Nach Sichtung der Observationsergebnisse 

kam Dr. med. L._____ auf seine ursprüngliche Beurteilung der beschwer-

deführerischen Arbeitsfähigkeit zurück und führte im Ergänzungsgutach-

ten des IME vom 10. März 2014 aus, dass aus rheumatologischer Sicht 

von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit seit Juli 

2007 beziehungsweise von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit spätestens ab 

August 2012 auszugehen sei (Bg-act. 112 S. 4). Dementsprechend wäre 

grundsätzlich aber auch aus rheumatologischer Sicht eine wesentliche 

Veränderung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers mit ent-

sprechender Beeinflussung der Erwerbsfähigkeit ausgewiesen. Letztlich 

ist vorliegend aber die Frage, ob auch aus rheumatologischer Sicht eine 

wesentliche Veränderung des Gesundheitszustands des Beschwerdefüh-

rers ausgewiesen ist und damit ein Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 

ATSG besteht, ohnehin nicht entscheidrelevant, da die Verbesserung des 

Gesundheitszustands in psychiatrischer Hinsicht − wie gesehen (vgl. vor-

stehend E.6a) − ohnehin ausgewiesen ist, was für die Bejahung eines 

Revisionsgrunds ohne Weiteres genügt. 

d) Nach dem vorstehend Gesagten ist vorliegend gestützt auf den ärztlichen 

Bericht vom 28. August 2013 der psychiatrischen RAD-Abklärung vom 

20. August 2013 festzustellen, dass in der Zeitperiode zwischen dem Er-

lass der Verfügung vom 25. Februar 2008 und der angefochtenen Verfü-

gung betreffend Renteneinstellung vom 26. Juni 2015 eine wesentliche 

Verbesserung zumindest des psychiatrischen Gesundheitszustands ein-

getreten ist. Die Voraussetzungen für eine Revision der ganzen Invaliden-

rente sind somit erfüllt. 

- 21 -

7. a) Liegt ein Revisionsgrund vor, hat die IV-Stelle und das im Beschwerdefall 

angerufene Verwaltungsgericht ohne Bindung an frühere Beurteilungen in 

rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht frei zu prüfen, ob ein Versicherter im 

Zeitpunkt der Revisionsverfügung in rentenbegründendem Umfang invalid 

ist (BGE 141 V 9 E.2.3 und E.6.1; Urteil des Bundesgerichtes 

8C_209/2015 vom 17. August 2015 E.6.3). Dabei liegt regelmässig kein 

versicherter Gesundheitsschaden vor, soweit die geltend gemachte Leis-

tungseinschränkung auf Aggravation oder ähnlichen Erscheinungen be-

ruht. Hinweise auf solche und andere Äusserungen eines sekundären 

Krankheitsgewinns ergeben sich namentlich, wenn eine erhebliche Dis-

krepanz zwischen den geschilderten Schmerzen und dem gezeigten Ver-

halten oder der Anamnese besteht; intensive Schmerzen angegeben 

werden, deren Charakterisierung jedoch vage bleibt; keine medizinische 

Behandlung und Therapie in Anspruch genommen wird; demonstrativ 

vorgetragene Klagen auf den Sachverständigen unglaubwürdig wirken; 

schwere Einschränkungen im Alltag behauptet werden, das psychosozia-

le Umfeld jedoch weitgehend intakt ist. Dagegen weist ein bloss verdeutli-

chendes Verhalten gerade in der Untersuchungssituation nicht per se auf 

Aggravation hin (BGE 141 V 281 E.2.2.1 mit Hinweis auf BGE 131 V 49 

E.1.2). Besteht im Einzelfall Klarheit darüber, dass solche Ausschluss-

gründe die Annahme einer Gesundheitsbeeinträchtigung verbieten, so 

besteht von vornherein keine Grundlage für eine Invalidenrente (BGE 

141 V 281 E.2.2.2).

b) Vorliegend kann zur Beantwortung der Frage, ob der Beschwerdeführer 

im Zeitpunkt der Revisionsverfügung vom 26. Juni 2015 in rentenbegrün-

dendem Umfang invalid war, insbesondere auf die Beurteilung des RAD-

Arztes med. pract. N._____ vom 22. Juli 2014 mit der Schlussfolgerung, 

dass der Beschwerdeführer (bis zum Beweis des Gegenteils) in einer lei-

densangepassten Tätigkeit 100 % arbeitsfähig ist, abgestellt werden (vgl. 

Bg-act. 133 S. 11). Zusammen mit den Ergebnissen der im Auftrag der 

- 22 -

Beschwerdegegnerin erfolgten Observation des Beschwerdeführers vom 

17. September bis 23. Oktober 2013 (vgl. Observationsbericht vom 9. No-

vember 2013 [Bg-act. 88]) sowie den zusätzlichen Feststellungen der be-

schwerdegegnerischen Fachstelle Bekämpfung Versicherungsmissbrauch 

(BVM) vom 25. April 2014, 13. Juni 2014, 17. März 2015, 26. Juni 2015 

und 25. September 2015 ist davon auszugehen, dass das Verhalten und 

Auftreten des Beschwerdeführers nicht mit der tatsächlichen gesundheitli-

chen Situation übereinstimmt. Die Observation zeigt deutlich, dass die 

angeblichen Einschränkungen nicht in dem Masse vorhanden sind, wie 

vom Beschwerdeführer geschildert. Vielmehr hat der Beschwerdeführer 

anlässlich der Observation im Wesentlichen einen gesunden Eindruck 

ohne Anzeichen von Schmerzen, qualitativen Einschränkungen oder kör-

perlichen Beschwerden gemacht.

c) Diese Feststellungen stehen diametral im Widerspruch zu den Angaben 

des Beschwerdeführers anlässlich des Evaluationsgesprächs vom 

17. Oktober 2013 zum aktuellen Gesundheitszustand. Dort bezeichnete 

der Beschwerdeführer als Hauptbeschwerden Rückenschmerzen, Schlaf-

losigkeit und Depression. Er fühle sich schlecht und habe keine Kraft in 

seinen Händen. Die Hände würden immer wieder einschlafen, was 

Schmerzen verursache. Im Schulter- und Nackenbereich habe er regel-

mässig Schmerzen, weswegen er Kortisonspritzen nehmen müsse. Wei-

ter schmerze der Hals. Er leide an Rückenschmerzen mit Ausstrahlung in 

die Beine. Insbesondere wenn er gehe, sei der Schmerz stärker. Es gebe 

Tage, an denen er nicht gehen könne und im Bett bleiben müsse. Er 

nehme Medikamente gegen die Depressionen und gehe zwei Mal pro 

Monat zu einem Psychiater nach Zürich (vgl. Bg-act. 78 S. 2). Auf die 

Frage, ob er Hilfsmittel benötige antwortete der Beschwerdeführer, dass 

er eine Krücke benötige, weil er ein schlechtes Gleichgewicht habe und 

sein rechtes Bein nachgebe. Er sei auch schon gestürzt und habe zwei 

Rippen gebrochen. Es gebe Tage, an denen er die Krücke nicht brauche. 

- 23 -

Rund eine halbe Stunde bis eine Stunde könne er in langsamem Tempo 

ohne Krücke gehen (ca. 2 km). Die Handstütze benötige er in der Nacht 

für beide Hände. Links trage er immer eine Handstütze, auch am Tag. 

Diese halte das Handgelenk gerade. Am rechten Ellbogen trage er immer 

eine Ellbogenbandage, weil er sonst keine Kraft im Arm habe. Ohne Ell-

bogenbandage sei es unmöglich, mit der rechten Hand eine Kaffeetasse 

zu heben (vgl. Bg-act. 78 S. 3 f.). In der alltäglichen Tätigkeit sei er 

grundsätzlich überall eingeschränkt. Velo fahren und Fussball spielen 

könne er nicht mehr. Beim Gehen sacke das rechte Bein ein. Auf- und 

abwärts laufen gehe nicht gut beziehungsweise nur langsam. Er schaue, 

dass er nur ebenaus gehe. Treppensteigen gehe gar nicht gut. Er wohne 

im ersten Stock und nehme den Lift, seit er die Rippen gebrochen habe. 

Seit dem Rippenbruch sei er nie mehr eine Treppe hoch oder runter ge-

stiegen. Es gebe Tage, an denen er überhaupt nichts machen könne, da 

liege er im Bett. An guten Tagen könne er rund 7 kg heben bis zur Tail-

lenhöhe. Über den Kopf könne er nichts heben. An 90 % der Tage gehe 

es ihm schlecht. Da möchte er auch niemanden sehen. Er gehe den Leu-

ten aus dem Weg (vgl. Bg-act. 78 S. 5 f.). Anlässlich der abschliessenden 

Befragung durch die Beschwerdegegnerin vom 13. Januar 2014 bestätig-

te der Beschwerdeführer abermals, dass er seit rund eineinhalb Jahren 

nie mehr Velo oder Motorrad gefahren sei. Er sei zwar im Besitz eines 

Motorrads, welches er aber verkaufen werde (vgl. Bg-act. 99 S. 3). 

d) Anlässlich der im Auftrag der Beschwerdegegnerin vom 17. September 

bis 23. Oktober 2013 durchgeführten Observation, deren Rechtmässigkeit 

vom Beschwerdeführer zu Recht nicht bestritten wird (vgl. dazu BGE 

137 I 327 E.5.2, 135 I 169 E.4.4; MEYER/REICHMUTH, a.a.O., Art. 59 

Rz. 20 ff.), sowie der zusätzlich getätigten Feststellungen der beschwer-

degegnerischen Fachstelle BVM konnte der Beschwerdeführer unter an-

derem beim Einkaufen, Radfahren, Autofahren, Motorradfahren und auf 

Spaziergängen mit seinen Hunden beobachtet werden. Dabei zeigten 

- 24 -

sich weder beim Manövrieren mit dem Auto und dem Motorrad noch beim 

Lenken beziehungsweise Treten des Fahrrads Schwierigkeiten. Selbst mit 

vollen Plastiksäcken an den Griffen des Fahrradlenkers fuhr der Be-

schwerdeführer zügig und ohne Schlenker und Unsicherheiten. Dies ob-

schon er anlässlich des Evaluationsgesprächs vom 17. Oktober 2013 − 

wie gesehen − noch ausgesagt hatte, dass er ein schlechtes Gleichge-

wicht habe und nicht mehr Velo und Motorrad fahren könne (vgl. Bg-

act. 78 S. 3 und 5). Sodann wirkte auch der Gang des Beschwerdeführers 

bei seinen Spaziergängen mit den Hunden zügig, flüssig und wies weder 

ein Hinken noch sonstige sichtbare Einschränkungen auf. Überdies zeigte 

sich anlässlich der Observation, dass es dem Beschwerdeführer − entge-

gen seinen Ausführungen − auch möglich ist, sich ohne sichtbare Ein-

schränkungen zu bücken und problemlos und ohne Verwendung des 

Handlaufs Treppen hoch- und runterzusteigen. Des Weiteren konnten 

auch beim Einkaufen keinerlei Auffälligkeiten festgestellt werden. Viel-

mehr hat der Beschwerdeführer beim Einkauf vom 17. Oktober 2013 auf 

die Benutzung eines Warenkorbs verzichtet und sämtliche Einkäufe mit 

dem Arm getragen. Auch dabei wirkten die Bewegungen des Beschwer-

deführers sicher und geschickt. Nicht nachvollziehbar ist sodann die be-

schwerdeführerische Aussage, wonach er eine Krücke benötige, weil er 

ein schlechtes Gleichgewicht habe und sein rechtes Bein nachgebe. 

Vielmehr benutzte der Beschwerdeführer die Krücke lediglich am 17. Ok-

tober 2013, als er nach dem Evaluationsgespräch mit der Beschwerde-

gegnerin das Gebäude verliess. Dabei ging der Beschwerdeführer lang-

sam und unsicher und zeigte ein deutliches Hinken. Auch das Einsteigen 

in das Auto geschah verlangsamt. Nur wenige Minuten später stieg der 

Beschwerdeführer bereits relativ flüssig aus dem Fahrzeug aus, hinkte 

dabei sichtbar weniger und verzichtete auf seine Krücke. An seinem 

Wohnort angekommen war sodann kaum noch ein Hinken erkennbar und 

der Beschwerdeführer trug auch die Bandage am linken Handgelenk nicht 

mehr. Wiederum nur wenige Minuten später trug der Beschwerdeführer 

- 25 -

bei einem Spaziergang mit seinen Hunden weder eine Bandage noch be-

nutzte er seine Krücke. Sein Gang wirkte zügig, sicher und ohne ersichtli-

che Einschränkungen. Dementsprechend erweist sich auch die be-

schwerdeführerische Aussage, wonach er links immer − mithin auch am 

Tag − eine Handstütze trage, als nicht der Wahrheit entsprechend. Des 

Weiteren konnte der Beschwerdeführer am 25. September 2015 anläss-

lich eines Augenscheins der beschwerdegegnerischen Fachstelle BVM 

auf einer Baustelle beim Ausbau einer Bergstrasse (Betonieren) beobach-

tet werden, wobei er sich bei der schweren Strassenbauarbeit kauernd, 

bückend, vorgebeugt, tragend, auf- und abgehend und hantierend mit 

Werkzeugen bewegte und auch dabei keine ersichtlichen Einschränkun-

gen zeigte. Auch diese Beobachtungen stehen in diametralem Wider-

spruch zu den Angaben des Beschwerdeführers anlässlich des Evaluati-

onsgesprächs vom 17. Oktober 2013 sowie den dort gezeigten Bewe-

gungsabläufen. Selbst wenn die Tätigkeit bei der K._____ AG − wie vom 

Beschwerdeführer behauptet − auf zweieinhalb Monate befristet gewesen 

sein sollte, vermag dies nichts an der Tatsache zu ändern, dass der Be-

schwerdeführer bei den teilweise schweren Arbeiten keinerlei körperliche 

Einschränkungen zeigte. Sodann trifft es − entgegen seinen Ausführun-

gen − in keiner Weise zu, dass er bei der Tätigkeit für die K._____ AG nur 

einfache und leichte Tätigkeiten ausgeführt hat. Weiter hat der Beschwer-

deführer sowohl gegenüber den RAD-Ärzten als auch gegenüber der Be-

schwerdegegnerin nicht der Realität entsprechende Angaben hinsichtlich 

der Frage, wie er zu den fraglichen Terminen angereist sei, gemacht. So 

gab der Beschwerdeführer unter anderem an, dass er mit öffentlichen 

Verkehrsmitteln zu der psychiatrischen RAD-Abklärung vom 20. August 

2013 gekommen sei (vgl. Bg-act. 68 S. 2), obschon er − wie den bei den 

Akten liegenden Videoaufnahmen zu entnehmen ist − seinen Roller beim 

Unterstand bei der Sozialversicherungsanstalt abgestellt hatte und − ohne 

die mitgeführte Krücke zu verwenden− problemlos zum Motorrad gehen, 

aufsteigen und wegfahren konnte (vgl. Bg-act. 88 S. 14). Gegenüber der 

- 26 -

Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführer anlässlich der abschlies-

senden Befragung vom 13. Januar 2014 sodann angegeben, dass er mit 

dem Bus zur Befragung angereist sei (vgl. Bg-act. 99 S. 3). In Tat und 

Wahrheit ist er jedoch mit dem Auto zur genannten Befragung gekommen 

(vgl. Bg-act. 99 S. 5). Und schliesslich wecken auch die bei den Akten lie-

genden Unterlagen der Staatsanwaltschaft Graubünden sowie jene der 

Staatsanwaltschaft St. Gallen erhebliche Zweifel an den vom Beschwer-

deführer dargestellten körperlichen Einschränkungen. Gemäss Strafbe-

fehl der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 5. November 2012 (Bg-

act. 72 S. 14 ff.) wurde der Beschwerdeführer anlässlich einer Verkehrs-

kontrolle am 28. Juni 2012 als Lenker eines Lieferwagens in Maladers 

angehalten und wegen ungenügend gesicherter Ladung gebüsst. Der Be-

schwerdeführer hatte zuvor mit zwei weiteren Personen in Arosa eine 

Wohnung ausgeräumt und befand sich mit Möbelstücken im Lieferwagen 

auf dem Rückweg nach Chur. Gemäss Einvernahmeprotokoll der Kan-

tonspolizei Graubünden vom 6. August 2012 arbeitete der Beschwerde-

führer beim M._____ in Chur stundenweise bei Bedarf und demontierte 

dabei meist Möbel (Bg-act. 72 S. 6 Frage 9). Der Betreiber des M._____ 

in Chur sagte anlässlich seiner Einvernahme durch die Kantonspolizei 

Graubünden vom 14. August 2012 aus, dass der Beschwerdeführer stun-

denweise als Aushilfe bei ihm tätig sei. Er demontiere Möbel und trage 

dabei nicht nur leichte Sachen, sondern auch Tische, Schränke und alles, 

was gerade anfalle (vgl. Bg-act. 72 S. 10). Schliesslich wurde der Be-

schwerdeführer gemäss Strafbefehl der Staatsanwaltschaft St. Gallen 

vom 7. Februar 2013 (Bg-act. 74 S. 2 f.) am 27. Oktober 2012 als Lenker 

eines Lieferwagens mit Übergewicht auf dem Polizeistützpunkt Mels/SG 

angehalten und wegen des mehrfachen Missachtens von Aufla-

gen/Beschränkungen über das zulässige Gesamtgewicht gebüsst. Dabei 

gab der Beschwerdeführer an, dass er für einen Kollegen zusammen mit 

zwei anderen Personen diverse Wohnungseinrichtungsgegenstände von 

Ziegelbrücke/GL nach Chur/GR transportiere und zu diesem Zweck den 

- 27 -

Lieferwagen gemietet habe. Es handle sich dabei um eine Privatfahrt (vgl. 

Bg-act. 74 S. 5). Dass diese vom Beschwerdeführer ausgeübten Tätigkei-

ten − insbesondere die Demontage und der Transport schwerer Möbel − 

nicht mit den von ihm beschriebenen und präsentierten körperlichen Ein-

schränkungen einhergehen, liegt auf der Hand und bedarf keiner weiteren 

Ausführungen. Zusammenfassend ist nach dem Gesagten davon auszu-

gehen, dass der Beschwerdeführer sowohl gegenüber der Beschwerde-

gegnerin als auch gegenüber den begutachtenden Ärzten bewusst und 

zielgerichtet Einschränkungen präsentierte, welche nicht beziehungswei-

se nicht in dem vom Beschwerdeführer präsentierten Ausmass vorliegen. 

Des Weiteren gab der Beschwerdeführer unvollständige beziehungsweise 

gar falsche Auskünfte zu seinem Gesundheitszustand beziehungsweise 

zu den Auswirkungen seiner gesundheitlichen Beschwerden auf seine 

Leistungsfähigkeit. Damit hat der Beschwerdeführer Beschwerden durch 

Aggravation verdeutlicht beziehungsweise gar durch Simulation vor-

getäuscht. Wie gesehen stellt eine auf Aggravation beziehungsweise Si-

mulation beruhende Leistungseinschränkung regelmässig keine versi-

cherte Gesundheitsschädigung dar. Dem Beschwerdeführer stehen folg-

lich keine Rentenleistungen mehr zu. Aus diesem Grund hat die Be-

schwerdegegnerin die bisher ausgerichtete ganze Invalidenrente mit Ver-

fügung vom 26. Juni 2015 zu Recht eingestellt. Auf die weiteren Aus-

führungen des Beschwerdeführers bezüglich Berechnung des Invaliden-

einkommens braucht bei diesem Ergebnis nicht weiter eingegangen zu 

werden (vgl. BGE 141 V 281 E.2.2.2).

e) Diese Auffassung wird auch vom RAD-Arzt med. pract. N._____ gestützt, 

welcher in seiner Beurteilung vom 22. Juli 2014 ausführt, dass er auf-

grund der durch den Beschwerdeführer dargebotenen Selbstlimitie-

rung/Simulation/Aggravation die tatsächliche Leistungsfähigkeit nicht ob-

jektiv bestimmen könne. Durch das Verhalten des Beschwerdeführers 

würden für die Feststellung des Leistungsanspruchs wesentliche und er-

- 28 -

hebliche Tatsachen unbewiesen bleiben beziehungsweise sich nicht ob-

jektivieren lassen und nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit vorlie-

gen. Es bestehe eine erhebliche Diskrepanz zwischen den anamnesti-

schen Angaben und dem im tatsächlichen Leben gezeigten Verhalten. 

Die demonstrativ vorgetragenen Klagen, Beschwerden und körperlichen 

Einschränkungen wirkten unglaubwürdig, da sie ausweislich der Observa-

tion nicht bestünden. Dementsprechend empfiehlt med. pract. N._____ 

explizit (bis zum Beweis des Gegenteils) von einer vollständigen Arbeits-

fähigkeit in einem leidensadaptierten Beruf auszugehen (vgl. Bg-act. 133 

S. 10). Zudem weist auch Dr. med. L._____ im interdisziplinären IME-

Gutachten vom 3. Januar 2014 darauf hin, dass die Resultate der physi-

schen Leistungstestes für die Beurteilung der zumutbaren Belastbarkeit 

infolge erheblicher Symptomausweitung, Selbstlimitierung und Inkonsis-

tenz nicht verwertbar seien. Es sei davon auszugehen, dass bei gutem 

Effort eine bessere Leistung erbracht werden könnte, als bei den Leis-

tungstests gezeigt worden sei (vgl. Bg-act. 93 S. 53 sowie Bg-act. 94 

S. 3). Im interdisziplinären IME-Gutachten vom 3. Januar 2014 finden sich 

denn auch vermehrt Hinweise auf Selbstlimitierung und Symptomauswei-

tung sowie auf inkonsistentes Verhalten mit zum Teil widersprüchlichen 

Angaben des Beschwerdeführers über seine körperlichen Einschränkun-

gen (vgl. Bg-act. 93 S. 41, 59, 63). 

f) Nichts an diesem Ergebnis zu ändern vermögen die bei den Akten lie-

genden Arztberichte von Dr. med. E._____ vom 31. Januar 2013 (Bg-

act. 58), Dr. med. C._____ vom 7. Februar 2014 (Bg-act. 124 S. 8 f. be-

ziehungsweise Bf-act. 4) und von Dr. med. D._____ vom 29. September 

2014 (Bg-act. 127 S. 7 f. beziehungsweise Bf-act. 5). Es trifft zwar zu, 

dass die Dres. med. E._____, C._____ und D._____ in den erwähnten 

Arztberichten in etwa dasselbe körperliche Krankheitsbild diagnostizieren, 

welches bereits im Jahr 2008 bestanden hat und das dazu geführt hat, 

dass dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab dem 1. Mai 2007 eine ganze 

- 29 -

Invalidenrente aufgrund eines Invaliditätsgrads von 70 % zugesprochen 

wurde. Angesichts der bei den Akten liegenden Observationsergebnisse 

der Jahre 2013 bis 2015 mitsamt den Protokollen der Befragungen des 

Beschwerdeführers durch die Beschwerdegegnerin vom 17. Oktober 

2013 (vgl. Bg-act. 78) und vom 13. Januar 2014 (vgl. Bg-act. 99) ist indes 

mit der Beschwerdegegnerin davon auszugehen, dass die körperlichen 

Funktionseinschränkungen, obschon die Befunde − wie gesehen − mehr 

oder weniger unverändert sind, heute offensichtlich nicht mehr oder nicht 

mehr in dem Ausmass bestehen, wie noch im Jahr 2008. Sodann äussern 

sich weder Dr. med. C._____ noch Dr. med. D._____ zur Arbeitsfähigkeit 

des Beschwerdeführers und die Arztberichte der Dres. med. E._____, 

C._____ und D._____ enthalten überdies auch keine Hinweise darauf, 

dass sie den Observationsbericht vom 9. November 2013 samt Bild- und 

Videoaufnahmen gesichtet hätten. Dementsprechend basieren aber de-

ren Arztberichte im Wesentlichen auf den subjektiven Angaben des Be-

schwerdeführers. Nach dem vorstehend Gesagten ist erstellt, dass der 

Beschwerdeführer sowohl gegenüber der Beschwerdegegnerin als auch 

gegenüber den begutachtenden Ärzten bewusst und zielgerichtet Ein-

schränkungen präsentierte, welche nicht beziehungsweise nicht in dem 

vom Beschwerdeführer präsentierten Ausmass vorliegen. Unter diesen 

Umständen ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer auch ge-

genüber der Dres. med. E._____, C._____ und D._____ über gesundheit-

liche Beschwerden berichtet hat, welche effektiv entweder überhaupt 

nicht oder nur teilweise vorlagen. Folglich weisen aber deren auf der 

Grundlage dieser objektiv falschen und unvollständigen Angaben des Be-

schwerdeführers verfassten Arztberichte einen grundlegenden Mangel 

auf, weshalb nicht auf diese abzustellen ist. Vielmehr machen deren Aus-

führungen − insbesondere jene der behandelnden Ärztin Dr. med. 

E._____ im Arztbericht vom 31. Januar 2013, wonach infolge der 

Schmerzsymptomatik, der langjährigen Arbeitsunfähigkeit und der anhal-

tenden Beschwerden des Beschwerdeführers auch künftig mit keiner Ar-

- 30 -

beitsfähigkeit zu rechnen sei (vgl. Bg-act. 58 S. 4) − vor allem die Unter-

schiede von behandelndem und begutachtendem Arzt deutlich. Während 

ein behandelnder Arzt grundsätzlich davon ausgeht, dass die Beschwer-

deschilderungen seines Patienten zutreffen, ist ein Gutachter zur kriti-

schen Würdigung dieser Beschwerdeschilderungen verpflichtet, insbe-

sondere auch dann, wenn − wie vorliegend − deutliche Anhaltspunkte für 

Inkonsistenzen bestehen. Dementsprechend vermögen aber die Arztbe-

richte der Dres. med. E._____, C._____ und D._____ nichts an der Tat-

sache zu ändern, dass dem Beschwerdeführer keine Rentenleistungen 

mehr zustehen. Aus denselben Überlegungen kann vorliegend auch auf 

die Einholung weiterer medizinischer Berichte verzichtet werden. Denn es 

ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer gegenüber den unter-

suchenden und begutachtenden Ärzten weiterhin falsche und/oder unvoll-

ständige Angaben machen würde. Dementsprechend sind von solchen, 

auf den subjektiven Angaben des Beschwerdeführers beruhenden, Arzt-

berichten keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb in antizipierter 

Beweiswürdigung (vgl. BGE 134 I 140 E.5.3, 127 V 491 E.1b, 124 V 90 

E.4b, 122 V 157 E.1d) auf deren Einholung verzichtet wird. Dies zumal 

sich der medizinische Sachverhalt vorliegend auch hinreichend aus den 

Akten ergibt. 

8. a) Zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdegegnerin die dem Beschwerdeführer 

zugesprochene ganze Invalidenrente bei dieser Sachlage zu Recht rück-

wirkend per 31. Januar 2014 aufgehoben hat. Gemäss Art. 88bis Abs. 2 

lit. b IVV darf die IV-Stelle eine Rente rückwirkend (ex tunc) vom Eintritt 

der für den Anspruch erheblichen Änderung aufheben, wenn die unrichti-

ge Ausrichtung einer Leistung darauf zurückzuführen ist, dass der Bezü-

ger sie unrechtmässig erwirkt hat oder er einer ihm obliegenden Melde-

pflicht nicht nachgekommen ist. 

- 31 -

b) Der Beschwerdeführer hat sich im vorliegenden Beschwerdeverfahren 

nicht zum Vorliegen einer allfälligen unrechtmässigen Erwirkung einer 

Leistung beziehungsweise zu einer allfälligen Meldepflichtverletzung 

geäussert. Demgegenüber hat die Beschwerdegegnerin in der angefoch-

tenen Verfügung vom 26. Juni 2015 ausgeführt, dass der Beschwerdefüh-

rer sowohl gegenüber dem RAD Ostschweiz als auch gegenüber der IV-

Stelle mehrfach unvollständig und/oder nicht wahrheitsgemäss Auskunft 

gegeben habe. Dadurch habe er spätestens ab dem 13. Januar 2014 

(Datum des zweiten Versichertengesprächs) zumindest billigend in Kauf 

genommen, dass ihm weiterhin die ganze Invalidenrente ausbezahlt wer-

de, obschon die gesetzlichen Voraussetzungen hierfür objektiv nicht mehr 

erfüllt gewesen seien. Es liege zumindest ein fahrlässiges Verhalten vor, 

weshalb die ganze Invalidenrente rückwirkend per 31. Januar 2014 auf-

zuheben sei. 

c) Das Gericht vermag sich der Auffassung der Beschwerdegegnerin anzu-

schliessen. Wie vorstehend dargestellt (vgl. E.7d) hat der Beschwerdefüh-

rer sowohl der Beschwerdegegnerin als auch den Ärzten des RAD Ost-

schweiz bewusst und zielgerichtet Einschränkungen präsentiert, welche 

nicht beziehungsweise nicht in dem vom Beschwerdeführer demonstrier-

ten Ausmass vorliegen. Zudem gab der Beschwerdeführer unvollständige 

beziehungsweise gar falsche Auskünfte zu seinem Gesundheitszustand 

beziehungsweise zu den Auswirkungen seiner gesundheitlichen Be-

schwerden auf seine Leistungsfähigkeit. Dadurch hat der Beschwerdefüh-

rer zumindest billigend in Kauf genommen, dass die Beschwerdegegnerin 

ihm weiterhin eine ganze Invalidenrente auszahlt, obwohl die gesetzlichen 

Voraussetzungen dafür objektiv nicht mehr erfüllt waren. Es liegt sicher-

lich ein fahrlässiges, wohl sogar ein absichtliches Fehlverhalten des Be-

schwerdeführers vor, weshalb die vorliegende Revision ihre Wirkung ex 

tunc zu zeitigen hat und die ganze Invalidenrente des Beschwerdeführers 

gemäss Art. 88bis Abs. 2 lit. b IVV rückwirkend per 31. Januar 2014 aufzu-

- 32 -

heben ist. Auch diesbezüglich erweist sich die angefochtene Verfügung 

betreffend Renteneinstellung vom 26. Juni 2015 als rechtens. 

9. Abschliessend sei an dieser Stelle noch was folgt festgehalten: Nach der 

Rechtsprechung ist ein Entscheid der IV-Stelle für die Einrichtungen der 

beruflichen Vorsorge verbindlich, sofern die Vorsorgeeinrichtung durch 

Eröffnung der entsprechenden Verfügung in das invalidenversicherungs-

rechtliche Verfahren einbezogen wurde, die konkrete Fragestellung für die 

Beurteilung des Rentenanspruchs gegenüber der Invalidenversicherung 

entscheidend war und die invalidenversicherungsrechtliche Betrach-

tungsweise auf Grund einer gesamthaften Prüfung der Akten nicht als of-

fensichtlich unhaltbar erscheint. Diese Bindungswirkung findet ihre posi-

tivrechtliche Grundlage in Art. 23, Art. 24 Abs. 1 und Art. 26 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invali-

denversicherung (BVG; SR 831.40), welche an die Regelung des IVG an-

knüpfen oder diese übernehmen. Die Orientierung an der Invalidenversi-

cherung bezieht sich insbesondere auf die sachbezüglichen Vorausset-

zungen des Rentenanspruchs, die Rentenhöhe und den Rentenbeginn. 

Mit der Bejahung der Bindungswirkung wird einerseits eine gewisse (nicht 

uneingeschränkte) materiellrechtliche Koordinierung zwischen erster und 

zweiter Säule angestrebt. Anderseits sollen die Organe der beruflichen 

Vorsorge von eigenen aufwändigen Abklärungen freigestellt werden (vgl. 

zum Ganzen BGE 133 V 67 E.4.3.2, 132 V 1 E.3.2, 130 V 270 E.3.1). 

Nachdem die angefochtene Verfügung vom 26. Juni 2015 der Beigelade-

nen eröffnet wurde und diese vom beschwerdeweise angerufenen Gericht 

zum Verfahren beigeladen wurde, steht deren Beteiligung am invaliden-

versicherungsrechtlichen Verfahren ausser Frage. Sodann erachtet die 

Beigeladene die angefochtene Verfügung, wie sie in ihrer Stellungnahme 

vom 10. Dezember 2015 selber ausführt, nicht als offensichtlich unhalt-

bar. Und schliesslich war die konkrete Fragestellung für die Beurteilung 

des Rentenanspruchs gegenüber der Invalidenversicherung entschei-

- 33 -

dend, weshalb die angefochtene Verfügung vom 26. Juni 2015 für die 

Beigeladene ohne Weiteres als verbindlich zu betrachten ist. Dies hat die 

Beigeladene in ihrer Stellungnahme vom 10. Dezember 2015 denn auch 

zu Recht anerkannt.

10. Zusammenfassend kann damit festgehalten werden, dass die Beschwer-

degegnerin in der angefochtenen Verfügung betreffend Renteneinstellung 

vom 26. Juni 2015 das Vorliegen eines Revisionsgrunds infolge eines 

wesentlich verbesserten Gesundheitszustands (zumindest in psychiatri-

scher Hinsicht) zu Recht bejaht und den Rentenanspruch des Beschwer-

deführers aufgrund der veränderten Sachlage ohne Bindung an frühere 

Beurteilungen neu festgelegt hat. Diese Prüfung führte zum Ergebnis, 

dass der Beschwerdeführer seine Beschwerden durch Aggravation ver-

deutlicht beziehungsweise gar durch Simulation vorgetäuscht hat. Da der 

Beschwerdeführer die Leistung zu Unrecht erwirkt hat, war die Beschwer-

degegnerin berechtigt, die dem Beschwerdeführer zugesprochene ganze 

Rente rückwirkend per 31. Januar 2014 aufzuheben. Die angefochtene 

Verfügung vom 26. Juni 2015 erweist sich somit als rechtens, was zur 

vollumfänglichen Bestätigung derselben und zur Abweisung der dagegen 

erhobenen Beschwerde führt.

11. Zu prüfen bleibt, ob dem Beschwerdeführer die beantragte unentgeltliche 

Rechtspflege (Prozessführung und Rechtsverbeiständung) zu gewähren 

ist. 

a) Nach Art. 29 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidge-

nossenschaft (BV; SR 101) hat jede Person, die nicht über die erforderli-

chen Mittel verfügt, Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn ihr 

Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint. Soweit es zur Wahrung ih-

rer Rechte notwendig ist, hat sie ausserdem Anspruch auf unentgeltlichen 

Rechtsbeistand. Art. 61 lit. f ATSG wiederholt dieses Recht auf unentgelt-

- 34 -

liche Rechtspflege explizit. Laut diesen Bestimmungen sind die Voraus-

setzungen für die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege erfüllt, 

wenn der Prozess nicht aussichtslos erscheint, die Partei bedürftig und 

die Verbeiständung durch einen Anwalt oder eine Anwältin geboten er-

scheint (BGE 125 V 201 E.4a mit weiteren Hinweisen). Bedürftig im Sinne 

von Art. 61 lit. f ATSG ist eine Partei, die zur Leistung der Parteikosten die 

Mittel zur Deckung des Grundbedarfs für sich und ihre Familie angreifen 

müsste. Dabei liegt die Grenze der Bedürftigkeit höher als diejenige des 

betreibungsrechtlichen Existenzminimums (SVR 2007 AHV Nr. 7 S. 20). 

Aussichtslos ist ein Prozess, dessen Gewinnchancen beträchtlich gerin-

ger sind als die Verlustgefahr und kaum als ernsthaft bezeichnet werden 

können. Hingegen darf nicht von Aussichtslosigkeit ausgegangen werden, 

wenn sich Gewinnaussichten und Verlustgefahr ungefähr die Waage hal-

ten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine 

Partei, die über die nötigen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überle-

gung zu einem Prozess entschliessen würde. Eine Partei soll einen Pro-

zess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht 

allein deshalb anstrengen können, weil er nichts kostet (BGE 138 III 217 

E.2.2.4, 129 I 129 E.2.3.1, 122 I 267 E.2b; KIESER, a.a.O., Art. 61 

Rz. 173 ff.). Ob im Einzelfall genügende Erfolgsaussichten bestehen, be-

urteilt sich aufgrund einer vorläufigen und summarischen Prüfung der 

Prozessaussichten, wobei die Verhältnisse im Zeitpunkt der Einreichung 

des Gesuchs massgebend sind (BGE 138 III 217 E.2.2.4).

b) Hinsichtlich der Prozessaussichten der vorliegenden Beschwerde gilt es 

festzuhalten, dass der Beschwerdeführer vorliegend durch bewusstes und 

gezieltes Vorspielen eines realitätsfremden Verhaltens sowie durch fal-

sche Angaben zu seinem Gesundheitszustand die Weiterausrichtung der 

bisherigen Invalidenrente zu erwirken versucht hat (vgl. vorstehend E.7d). 

Vor diesem Hintergrund ist die Aussichtslosigkeit zu bejahen. Dem Be-

schwerdeführer war klar beziehungsweise musste zumindest klar sein, 

- 35 -

dass er − bei objektiver Betrachtung − keinen Anspruch auf eine Invali-

denrente mehr hat. Dennoch hat er sich zur Erhebung der Beschwerde 

beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden entschieden. Bei die-

ser Sachlage mussten die Erfolgsaussichten der vorliegenden Beschwer-

de von vornherein als beträchtlich geringer bezeichnet werden als die 

Verlustgefahr. Eine Partei, welche über die nötigen Mittel verfügt, würde 

sich bei vernünftiger Überlegung jedenfalls nicht zu einem solchen Pro-

zess entschliessen. Dementsprechend ist das Beschwerdeverfahren im 

Zeitpunkt der Anhängigmachung als aussichtslos zu bezeichnen. Bei die-

sem Ergebnis braucht auf die Bedürftigkeit des Beschwerdeführers als 

zweite Voraussetzung für die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspfle-

ge nicht weiter eingegangen zu werden. Dementsprechend erweist sich 

das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (Prozessführung und 

Rechtsverbeiständung) als unbegründet und ist abzuweisen.

12. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkei-

ten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen vor dem 

kantonalen Versicherungsgericht − abweichend von Art. 61 lit. a ATSG − 

kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und 

unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- fest-

gelegt. Vorliegend erscheint ein Kostenansatz von Fr. 700.-- als ange-

messen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens gehen die Kosten 

im Sinne von Art. 73 VRG zulasten des unterliegenden Beschwerdefüh-

rers. Die obsiegende Beschwerdegegnerin hat keinen Anspruch auf eine 

aussergerichtliche Entschädigung (Art. 61 lit. g ATSG e contrario).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

- 36 -

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen zulasten von A._____ und sind innert 30 

Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des 

Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]