# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 94d9d080-c083-5353-8ed6-e1ac3714162b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-06-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.06.2023 F-4547/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-4547-2022_2023-06-26.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-4547/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 6 .  J u n i  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richterin Susanne Genner (Vorsitz), 

Richter Gregor Chatton,  

Richterin Regula Schenker Senn,    

Gerichtsschreiberin Anna-Barbara Adank. 
 

 
 

Parteien 
 A._______,    

vertreten durch MLaw Simon Bigler,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Schengen-Visum zu Besuchszwecken. 

 

 

 

F-4547/2022 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

B._______, ihr Ehemann C._______ sowie ihre Schwester D._______, in 

den 1970er Jahren geborene indische Staatsangehörige (nachfolgend: die 

Gesuchsteller), beantragten am 20. Juni 2022 bei der Schweizerischen 

Botschaft in Neu-Delhi ein Schengen-Visum für einen einmonatigen Be-

suchsaufenthalt bei ihrem Cousin A._______ (nachfolgend: Gastgeber 

bzw. Beschwerdeführer). 

B.  

Mit Formularverfügung vom 28. Juni 2022 verweigerte die Schweizerische 

Botschaft allen drei Gesuchstellern das Visum, da Zweifel an der Echtheit 

und dem Wahrheitsgehalt der vorgelegten Unterlagen bestünden. Im Wei-

teren könne die Absicht einer fristgerechten Wiederausreise der Gesuch-

steller aus dem Schengen-Raum nicht festgestellt werden. 

C.  

Mit Verfügung vom 12. September 2022 wies das SEM die dagegen erho-

bene Einsprache ab. Die Gesuchsteller stammten aus einer Region in In-

dien, aus welcher als Folge der dort insbesondere in wirtschaftlicher Hin-

sicht herrschenden Verhältnisse der Zuwanderungsdruck nach wie vor 

stark anhalte. Im Weiteren seien aus den persönlichen, familiären und wirt-

schaftlichen Verhältnissen der Gäste keine Umstände ersichtlich, die be-

sondere Gewähr für die Wiederausreise nach dem Besuchsaufenthalt bie-

ten könnten. 

D.  

Am 10. Oktober 2022 gelangte der Gastgeber mit Beschwerde an das Bun-

desverwaltungsgericht und beantragte, die angefochtene Verfügung sei 

aufzuheben und den Gesuchstellern sei für einen frei wählbaren Zeitraum 

ein 30-tägiges Schengen-Visum zu erteilen; eventualiter sei das Visum ter-

ritorial auf die Schweiz zu beschränken; subeventualiter sei die Angelegen-

heit zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

E.  

In seiner Vernehmlassung vom 1. Dezember 2022 schloss das SEM auf 

Abweisung der Beschwerde. Der Beschwerdeführer replizierte mit Schrei-

ben vom 23. Januar 2023. Er reichte zudem mit Schreiben vom 11. Mai 

2023 unaufgefordert ein weiteres Beweismittel nach. 

  

F-4547/2022 

Seite 3 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1  

Die Einspracheentscheide des SEM bezüglich Schengen-Visa sind mit Be-

schwerde beim Bundesverwaltungsgericht anfechtbar (Art. 112 Abs. 1 AIG 

[SR 142.20] i.V.m. Art. 31 ff. VGG). Das Rechtsmittelverfahren richtet sich 

nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG). 

1.2 Der Beschwerdeführer hat am vorangegangenen Einspracheverfahren 

teilgenommen und ist als Gastgeber durch die angefochtene Verfügung 

besonders berührt. Der fest anberaumte Besuchszeitraum ist inzwischen 

abgelaufen. Der Beschwerdeführer hat jedoch kundgetan, dass bei verspä-

teter Visumerteilung ein zukünftiger Besuchszeitraum mit den Gästen ko-

ordiniert werde, womit er sein Rechtsschutzinteresse aufrechterhält. Auf 

die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist daher einzutreten 

(Art. 50 Abs. 1 und 52 Abs. 1 VwVG). 

1.3 In der vorliegenden Angelegenheit entscheidet das Bundesverwal-

tungsgericht endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG). 

2.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 

von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-

messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-

lichen Sachverhaltes und – soweit nicht eine kantonale Behörde als Be-

schwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden 

(Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet das Bundesrecht 

von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begrün-

dung der Begehren nicht gebunden und kann die Beschwerde auch aus 

anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. 

Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines Ent-

scheides (vgl. BVGE 2014/1 E. 2 m.H.). 

3.  

Der angefochtenen Verfügung liegen die Gesuche von drei indischen 

Staatsangehörigen um Erteilung eines Visums für einen einmonatigen Be-

suchsaufenthalt in der Schweiz zugrunde. Da sich die Gesuchsteller nicht 

auf die EU/EFTA-Personenfreizügigkeitsabkommen berufen können und 

die beabsichtigte Aufenthaltsdauer 90 Tage nicht überschreitet, fällt die 

Streitsache in den persönlichen und sachlichen Anwendungsbereich der 

http://links.weblaw.ch/BVGE-2014/1

F-4547/2022 

Seite 4 

Schengen-Assoziierungsabkommen, mit denen die Schweiz den Schen-

gen-Besitzstand und die dazugehörigen gemeinschaftsrechtlichen Rechts-

akte übernommen hat (BVGE 2014/1 E. 3). Das Ausländer- und Integrati-

onsgesetz und dessen Ausführungsbestimmungen gelangen nur soweit 

zur Anwendung, als die Schengen-Assoziierungsabkommen keine abwei-

chenden Bestimmungen enthalten (Art. 2 Abs. 4 AIG). 

4.  

4.1 Die Schweiz ist – wie andere Staaten auch – grundsätzlich nicht ver-

pflichtet, ausländischen Personen die Einreise zu gestatten und entschei-

det darüber, vorbehältlich völkerrechtlicher Verpflichtungen, autonom (vgl. 

BVGE 2009/27 E. 3). Das Schengen-Recht schränkt die nationalstaatli-

chen Befugnisse insoweit ein, als es einheitliche Voraussetzungen für Ein-

reise und Visum aufstellt und die Mitgliedstaaten verpflichtet, die Einreise 

bzw. das Visum zu verweigern, wenn die Voraussetzungen nicht erfüllt 

sind. Einen Anspruch auf Einreise vermittelt auch das Schengen-Recht 

nicht (vgl. BVGE 2014/1 E. 4.1.5). 

4.2 Drittstaatsangehörige dürfen über die Aussengrenzen des Schengen-

Raums für einen Aufenthalt von höchstens 90 Tagen innerhalb eines Zeit-

raums von 180 Tagen einreisen, wenn sie im Besitz gültiger Reisedoku-

mente sind, die zum Grenzübertritt berechtigen. Ferner benötigen sie ein 

Visum, sofern dieses gemäss der Verordnung (EU) 2018/1806 des Euro-

päischen Parlaments und des Rates vom 14. November 2018 zur Aufstel-

lung der Liste der Drittländer, deren Staatsangehörige beim Überschreiten 

der Aussengrenzen im Besitz eines Visums sein müssen, sowie der Liste 

der Drittländer, deren Staatsangehörige von dieser Visumpflicht befreit sind 

(ABl. L 303/39 vom 28.11.2018) erforderlich ist. Im Weiteren müssen Dritt-

staatsangehörige den Zweck und die Umstände ihres beabsichtigten Auf-

enthalts belegen und hierfür über ausreichende finanzielle Mittel verfügen. 

Sie dürfen nicht im Schengener Informationssystem (SIS II) zur Einreise-

verweigerung ausgeschrieben sein und keine Gefahr für die öffentliche 

Ordnung, die innere Sicherheit, die öffentliche Gesundheit oder die inter-

nationalen Beziehungen eines Mitgliedstaats darstellen (vgl. zum Ganzen: 

Art. 5 Abs. 1 und 2 AIG; Art. 3 Abs. 1 der Verordnung vom 15. August 2018 

über die Einreise und die Visumerteilung [VEV, SR 142.204] i.V.m. Art. 6 

Abs. 1 und 2 der Verordnung [EG] Nr. 2016/399 des Europäischen Parla-

ments und des Rates vom 9. März 2016 [kodifizierter Text] über einen Ge-

meinschaftskodex für das Überschreiten der Grenzen durch Personen 

[nachfolgend: Schengener Grenzkodex, SGK, ABl. L 77/1 vom 

23.03.2016]; Art. 14 Abs. 1 und Art. 21 Abs. 1 der Verordnung [EG] Nr. 

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810/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Juli 2009 

über einen Visakodex der Gemeinschaft [nachfolgend: Visakodex, VK, Abl. 

L 243 vom 15.9.2009]).  

4.3 Eine drittstaatsangehörige Person muss für die fristgerechte Wieder-

ausreise Gewähr bieten (Art. 5 Abs. 2 AIG). Wenn sie nicht bereit ist, das 

Hoheitsgebiet des Schengen-Raums fristgerecht wieder zu verlassen, ist 

eine Gefahr für die öffentliche Ordnung im Sinne von Art. 6 Abs. 1 Bst. e 

SGK anzunehmen (BVGE 2014/1 E. 4.3 in fine; 2011/48 E. 4.5). Die Be-

hörden haben daher unter Mitwirkung der drittstaatsangehörigen Person 

zu prüfen, ob diese für die gesicherte Wiederausreise Gewähr bietet (vgl. 

Art. 14 Abs. 1 Bst. d VK; Art. 21 Abs. 1 VK; BVGE 2014/1 E. 4.4). Das Vi-

sum wird verweigert, wenn begründete Zweifel an der Echtheit der von den 

Antragstellern vorgelegten Belege oder am Wahrheitsgehalt ihres Inhalts, 

an der Glaubwürdigkeit deren Aussagen oder der von ihnen bekundeten 

Absicht bestehen, das Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten vor Ablauf der 

Gültigkeit des beantragten Visums zu verlassen (Art. 32 Abs. 1 Bst. b VK). 

4.4 Sind – abgesehen vom Visum selbst – die Einreisevoraussetzungen 

nicht erfüllt, kann in Ausnahmefällen ein Visum mit räumlich beschränkter 

Gültigkeit erteilt werden, das nur für das Hoheitsgebiet des betreffenden 

Mitgliedstaats gilt. Von dieser Möglichkeit kann der betreffende Mitglied-

staat unter anderem Gebrauch machen, wenn er es aus humanitären 

Gründen, aus solchen des nationalen Interesses oder aufgrund internatio-

naler Verpflichtungen für erforderlich hält (vgl. Art. 3 Abs. 4 und 5 VEV; 

Art. 25 Abs. 1 Bst. a Visakodex; Art. 6 Abs. 5 Bst. c SGK). 

5.  

Aufgrund ihrer Staatsangehörigkeit unterliegen die Gesuchstellenden der 

Visumspflicht. Bei der Prüfung der Einreisevoraussetzungen nach Art. 6 

Abs. 1 SGK ist die Frage der gesicherten Wiederausreise zentral. Eine sol-

che erachtete das SEM aufgrund der allgemeinen Situation im Heimatland 

und der persönlichen Verhältnisse der Besucher als nicht genügend ge-

währleistet. 

6.  

6.1 In der Regel lassen sich keine gesicherten Feststellungen darüber tref-

fen, ob eine drittstaatsangehörige Person tatsächlich beabsichtigt, vor Ab-

lauf des Visums den Schengen-Raum zu verlassen, weshalb darüber eine 

Prognose zu erstellen ist. Hierzu sind alle Umstände des Einzelfalles zu 

würdigen. Die Beweisführungslast obliegt dabei den drittstaatsangehörigen 

F-4547/2022 

Seite 6 

Personen (Art. 14 Abs. 1 Bst. d VK; Art. 14 Abs. 3 i.V.m. Anhang II VK; Art. 5 

Abs. 1 Bst. c SGK; Art. 5 Abs. 2 AIG; BVGE 2014/1 E. 4.4 und E. 6.1). An-

haltspunkte zur Beurteilung der Gewähr für eine fristgerechte Wiederaus-

reise können sich zunächst aus der allgemeinen Situation im Herkunftsland 

der drittstaatsangehörigen Personen ergeben. Namentlich bei Einreisege-

suchen von Personen aus Staaten bzw. Regionen mit politisch, wirtschaft-

lich und sozial ungünstigen Verhältnissen rechtfertigt sich eine strenge Pra-

xis, da die persönliche Interessenlage in solchen Fällen erfahrungsgemäss 

häufig nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten Einreisebe-

willigung im Einklang steht. 

6.2 Die Öffnung der Wirtschaft im Jahr 1991 führte in Indien zu einer ra-

santen wirtschaftlichen Entwicklung. In der Informationstechnologie oder 

der Forschung (insbesondere der Biotechnologie) gehört Indien zu den 

führenden Ländern der Welt. Nach wie vor ist das Land jedoch von krasser 

Armut und extremer Ungleichheit der Lebenschancen geprägt. Etwa 22 % 

der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze von 1,90 USD pro Tag 

(Global Multidimensional Poverty Index 2022, S. 36 

< https://hdr.undp.org/content/2022-global-multidimensional-poverty-in-

dex-mpi#/indicies/MPI >, abgerufen im Juni 2023). Gemäss dem aktuellen 

Bericht zur menschlichen Entwicklung figuriert Indien auf Platz 132 von 191 

(Human Development Report 2021/22, S. 279 < https://hdr.undp.org/con-

tent/human-development-report-2021-22 >, abgerufen im Juni 2023).  

6.3 Die Gesuchstellenden kommen aus der Region Punjab im Nord-Wes-

ten Indiens. Das Grenzgebiet zu Pakistan, wozu neben dem Punjab auch 

die nördlich davon gelegenen indischen Bundesstaaten Jammu und 

Kashmir gehören, ist seit Jahrzehnten von politischen und ethnisch-religi-

ösen Auseinandersetzungen geprägt. Auch aktuell sind die Spannungen 

hoch, wobei Phasen vordergründiger Ruhe jederzeit von Unruhen oder Ge-

walttaten unterbrochen werden können («www.eda.admin.ch» > Reisehin-

weise & Vertretungen > Länderauswahl > Indien > Reisehinweise für Indien 

> Spezifische regionale Risiken, abgerufen im Juni 2023). 

6.4 Vor diesem Hintergrund ist nicht zu beanstanden, dass das SEM das 

Risiko einer nicht fristgerechten Ausreise von aus Indien stammenden Ge-

suchstellern als hoch einschätzt.  

  

F-4547/2022 

Seite 7 

7.  

7.1 In die Prognose über die Absichten von gesuchstellenden Personen, 

den Schengen-Raum fristgerecht zu verlassen, sind weiter deren persönli-

che, familiäre und berufliche Situation sowie deren Interessenlage mitein-

zubeziehen (BVGE 2014/1 E. 6.3.1). Obliegt einer gesuchstellenden Per-

son im Heimatland beispielsweise eine besondere berufliche, gesellschaft-

liche oder familiäre Verantwortung, kann dies die Prognose für eine an-

standslose Wiederausreise begünstigen. Umgekehrt muss bei Personen, 

die in ihrer Heimat keine besonderen Verpflichtungen haben, das Risiko 

eines ausländerrechtlich nicht regelkonformen Verhaltens nach einer be-

willigten Einreise als hoch eingeschätzt werden (BVGE 2014/1 E. 6.3.1 

m.H.; 2009/27 E. 8). Zudem ist ein im Zielland Schweiz bestehendes, mi-

nimales soziales Beziehungsnetz aus Verwandten oder Freunden ein wich-

tiges Element, das den Entscheid, dorthin auszuwandern, erleichtern kann. 

Angesichts der restriktiven Zulassungsregelung führt dies nicht selten zur 

Umgehung von ausländerrechtlichen Bestimmungen, indem die Gesuch-

stellenden – einmal eingereist – versuchen, den Aufenthalt auf eine ganz 

andere rechtliche Basis abzustützen (BVGE 2014/1 E. 6.2.2). 

7.2 Es gilt bei der Betrachtung der Umstände zwischen dem Ehepaar 

C._______ und B._______ sowie D._______ (Schwägerin bzw. Schwes-

ter) zu unterscheiden. 

7.2.1 Die Kinder des Ehepaars C._______ und B._______ haben Indien 

verlassen und leben in den USA und Kanada (SEM act. 3 S. 28). Familiäre 

Bezugspunkte im Heimatland sind nicht aktenkundig. Dem pauschalen 

Einwand des Beschwerdeführers, die Gesuchsteller hätten ihr ganzes Le-

ben in Indien verbracht und dementsprechend freundschaftliche und fami-

liäre Bindungen in Indien, kann keine grosse Bedeutung beigemessen wer-

den. Die Absenz einer besonderen familiären Verpflichtung anerkennt der 

Beschwerdeführer sodann selbst, indem er den familiären Umstand im 

Rahmen der Wiederausreiseprognose als neutral zu gewichten erachtet 

(BVGer act. 9 S. 2). 

Der Beschwerdeführer betont berechtigterweise, dass es sich bei der be-

ruflichen Tätigkeit von C._______ als Staatsangesteller bei der Polizei 

Punjab um eine gesicherte Arbeitsstelle handelt. So ist es nicht zu vernei-

nen, dass eine solche Anstellung für indische Verhältnisse mit einem über-

durchschnittlichen Salär und einer Altersrente abgesichert ist. Gemäss 

dem eingereichten Lohnauszug beträgt das monatliche Nettoeinkommen 

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Seite 8 

von C._______ 34'744 indische Rupien (SEM act. 3 S. 42), was umgerech-

net rund CHF 390 entspricht. Das durchschnittliche Einkommen in Indien 

beträgt demgegenüber rund CHF 150 (< https://www.laenderda-

ten.info/durchschnittseinkommen.php >, abgerufen im Juni 2023). Es kann 

jedoch keine wirtschaftliche Verpflichtung des Ehepaars im Heimatland be-

gründet werden, die das hohe Auswanderungsrisiko aufzuwiegen vermag. 

Vergleichsweise wurde eine solche etwa beim Vorliegen einer Verantwor-

tung der gesuchstellenden Person für Angestellte des eigenen Unterneh-

mens bejaht (vgl. Urteil des BVGer C-6670/2015 vom 26. Mai 2015 E. 7.1). 

Der Beschwerdeführer macht indessen nicht geltend, es seien weitere Per-

sonen vom Einkommen von C._______ abhängig. Dem Umstand, dass er 

bisher ein materiell sorgenfreies Leben führen konnte, kommt insbeson-

dere angesichts der Arbeitsstelle bei der Polizei in einer instabilen Region 

keine entscheidende Bedeutung zu. Die Ersparnisse, auf welche auch im 

Ausland Zugriff bestünde, reichen als Motivation für die Rückkehr ins Her-

kunftsland nicht aus. 

7.2.2 Die Kinder von D._______ haben ebenfalls das Heimatland verlas-

sen und leben in den USA und in Australien (SEM act. 3 S. 92). Der Be-

schwerdeführer macht sodann eine besondere familiäre Verpflichtung der 

Gesuchstellerin geltend, welcher eine Unterstützungspflicht für ihren Ehe-

mann zukommen soll. Dieser habe einen Bandscheibenvorfall erlitten und 

sei aus diesem Grund auf Unterstützung im Alltag angewiesen. Dem Vor-

bringen, es handle sich dabei um eine geeignete Verpflichtung, um 

D._______ von einer möglichen Emigration abzuhalten, kann jedoch nicht 

gefolgt werden. Obwohl der Beschwerdeführer replikweise ein ärztliches 

Attest einreicht, welches die Verordnung strikter Bettruhe sowie die Reise-

unfähigkeit des Ehemanns bestätigt (BVGer act. 40), kann daraus keine 

alltägliche Verpflichtung von D._______ abgeleitet werden. Dies umso we-

niger, da weder beschwerde- noch replikweise genauere Ausführungen be-

treffend die geltend gemachte Unterstützungspflicht vorgebracht werden 

und der Ehemann doch während des vierwöchigen Auslandaufenthalts 

selbstständig bzw. mit Hilfe seiner Schwiegermutter in Indien zurückblei-

ben kann. 

Der Beschwerdeführer bringt zudem vor, D._______ habe in der Vergan-

genheit bereits bewiesen, dass sie ihre Heimat in Indien nicht verlassen 

wolle. Sie habe nämlich im Jahr 2019 ein Visum für Australien erhalten, um 

ihre Tochter zu besuchen (BVGer act. 1 Beilage 37). Australien weise im 

Vergleich zu Indien einen ähnlich hohen Lebensstandard auf wie die 

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Seite 9 

Schweiz, weshalb konsequenterweise bereits damals ein erhöhtes Inte-

resse der Gesuchstellerin hätte bestehen müssen, sich anderswo nieder-

zulassen. Obwohl das Vorbringen durch den Beschwerdeführer nachvoll-

ziehbar ist, gilt es anzumerken, dass aus Vergleichen mit anderen Ländern, 

insbesondere Drittstaaten ausserhalb des Schengen-Raums, keine 

Schlüsse für die Schweiz abgeleitet werden können. Dieser Umstand ver-

mag für sich alleine das grundsätzlich als hoch einzuschätzende Risiko ei-

ner nicht fristgerechten Ausreise der aus dem Grenzgebiet Indiens zu Pa-

kistan (vgl. E. 5.3) stammenden Gesuchsteller nicht aufzuwiegen. 

D._______ geht selbst keiner Erwerbstätigkeit nach. Aus den Akten ist so-

dann auch das Einkommen ihres Ehemanns nicht ersichtlich. Aktenkundig 

ist nur Vermögen auf einem Bankkonto, wobei kurzfristig vor dem Visums-

antrag zwei auffällig hohe Eingänge getätigt wurden (SEM act. 3 S. 104). 

Obwohl diese Geldflüsse bereits von der Vorinstanz in ihrer Verfügung in 

Frage gestellt werden, bleibt sowohl deren Herkunft wie auch die Begrün-

dung über deren Zeitpunkt in der Beschwerdeschrift ungeklärt. Die nach 

Abschluss des Schriftenwechsels eingereichte Versicherungsbestätigung 

ändert an diesem Umstand nichts. Ohnehin gilt es zu bedenken, dass 

selbst grössere Vermögenswerte keine hinreichende Gewähr für eine frist-

gerechte und anstandslose Wiederausreise der Gesuchstellerin bieten, da 

liquide Vermögenswerte im Fall einer Migration nicht verloren gehen wür-

den (Urteil des BVGer F-156/2022 vom 6. März 2023 E. 6.3.2 m.w.H.).  

7.3 Vor dem dargelegten beruflichen und persönlichen Hintergrund der Ge-

suchstellenden durfte die Vorinstanz davon ausgehen, deren Wiederaus-

reise sei im Sinne der massgeblichen Bestimmungen nicht gesichert.  

8.  

8.1 An den guten Absichten des Beschwerdeführers ist nicht zu zweifeln, 

erscheint doch die beantragte Aufenthaltsdauer von einem Monat für den 

angegebenen Besuchszweck passend. Obwohl durchaus Argumente be-

stehen, welche zu Gunsten der Gesuchstellenden zu gewichten sind, ver-

mag der anwaltlich vertretene Beschwerdeführer dennoch keine über-

durchschnittlichen Verpflichtungen im Heimatland zu begründen, welche 

den hohen Migrationsdruck aufzuwiegen vermögen. Unter Berücksichti-

gung der allgemeinen Situation im Herkunftsland und vor dem dargelegten 

persönlichen Hintergrund durfte die Vorinstanz davon ausgehen, dass 

keine hinreichende Gewähr für eine fristgerechte und anstandslose Wie-

derausreise der Gäste nach einem Besuchsaufenthalt besteht. Demnach 

wurde das Visum für den gesamten Schengen-Raum zu Recht verweigert.  

F-4547/2022 

Seite 10 

8.2 Es sind auch keine humanitären Gründe, nationalen Interessen oder 

internationalen Verpflichtungen ersichtlich, welche die Ausstellung eines 

Visums mit räumlich beschränkter Gültigkeit gebieten würden (vgl. Art. 5 

Abs. 3 AIG; Art. 3 Abs. 4 VEV; Art. 25 Abs. 1 Bst. a VK; Art. 6 Abs. 5 Bst. c 

SGK). 

9.  

Die angefochtene Verfügung ist im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu bean-

standen. Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen. 

10.  

Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 ff. des 

Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 

vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

F-4547/2022 

Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 900.– werden dem Beschwerdeführer 

auferlegt. Sie sind durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss 

gedeckt. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, die Vorinstanz sowie die kan-

tonale Migrationsbehörde. 

 

 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Susanne Genner Anna-Barbara Adank 

 

 

 

Versand:  

F-4547/2022 

Seite 12 

Zustellung erfolgt an: 

– den Beschwerdeführer (Einschreiben) 

– die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. (…) zurück) 

– Den Migrationsdienst des Kantons (…)