# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 49702dfd-9b81-5622-9a66-5687152573e3
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-04-29
**Language:** de
**Title:** Unfallereignis bei Sportverletzung (Sehnenzerrung) verneint; beim Schwingen sind Schwünge und provozierte Stürze gewöhnliche Bewegungsabläufe
**Docket/Reference:** UV.2015.00052
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2015.00052.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2015.00052
I. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Grünig, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichter Spitz
Ersatzrichter Wilhelm
Gerichtsschreiberin Bonetti
Urteil
vom
29. April 2016
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch
Protekta
Rechtsschutz-Versicherung AG
Direktion Bern,
lic
.
iur
.
Y.___
Monbijoustrasse
68, Postfach, 3001 Bern
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1981, war als Motorgerätemechaniker über seine Arbeitgeberin bei der Schweizerische
n
Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen Unfälle obligatorisch versichert, als er sich am
6.
September 2014 bei einem
Plauschschwingen
an der linken Schulter
verletzte
(
Urk.
8/1
). Mit Schreiben vom
1
0.
Oktober 2014
verneinte die Suva ihre Leistungspflicht mit der Begrün
dung, es liege weder ein Unfall im Rechtssinne noch eine unfallähnliche
Kör
perschädigung
vor (
Urk.
8/15
).
Daran hielt sie auch mit Schreiben vom 29. Okto
ber 2014 (
Urk.
8/22) und schliesslich mit Verfügung vom 28. November 2014 fest (
Urk.
8/25), nachdem der Versicherte
und seine behandelnden Ärzte
verschieden
e
Einw
ä
nd
e
erhoben
hatten
(
Urk.
8/18
,
8/21,
8
/24)
.
Die
vom Versi
cherten gegen die Verfügung erhobene Einsprache
, datiert vom 23. Dezember 2014
(
Urk.
8/27
)
,
wies die Suva
mit Entscheid vom
1
6.
Februar 2015
ab (
Urk.
2).
2.
Gegen diesen Entscheid erhob der Versicherte am
1
3.
März 2015
Beschwerde und beantragte sinngemäss dessen Aufhebung sowie die
Zusprechung
der gesetzlichen Leistungen (
Urk.
1). Die Suva schloss in der Beschwerdeantwort vom
2
5.
Juni 2015
auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7
).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden
soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt
die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2).
1.
2
Ein Unfall ist gemäss
Art.
4
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädi
gende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschli
chen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesund
heit oder den Tod zur Folge hat.
Nach der Rechtsprechung bezieht sich das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlich
keit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der ä
ussere Faktor allenfalls schwer
wiegende, unerwartete Folgen nach sich zog. Der
äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen Lebens
bereich Alltäg
lichen oder Üblichen überschreitet. Ausschlaggebend ist also, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelteinwirkungen auf den menschlichen Körper abhebt (BGE 134 V 72 E. 4.3.1 mit Hinweis).
Nach Lehre und Rechtsprechung kann das Merkmal des ungewöhnlichen äusse
ren Faktors in einer unkoordinierten Bewegung (RKUV 2000 Nr. U 368 S.
100 E.
2d mit Hinweisen; Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, S. 176 f.) bestehen. Bei Körperbewegungen gilt dabei der Grundsatz, dass das Erfordernis der äusseren Einwirkung lediglich dann erfüllt ist, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer
Körperbe
wegung
gleichsam „programmwidrig" beeinflusst hat. Bei einer solchen unko
ordi
nierten Bewegung ist der ungewöhnliche äussere Faktor zu bejahen; denn der äussere Faktor – Veränderung zwischen Körper und Aussenwelt – ist wegen der erwähnten
Pro
grammwidrigkeit
zugleich ein ungewöhnlicher Faktor (BGE 130 V 117 E. 2.1; RKUV 2004 Nr. U 502 S. 183 E. 4.1, Nr. U 510 S. 275, Nr. U 523
S. 541 E. 3.1).
1.
3
Der Bundesrat hat
ferner
in
Art.
9
Abs.
2 der Verordnung über die Unfallversi
cherung (UVV) Gebrauch von seiner Kompetenz nach
Art.
6
Abs.
2
UVG
gemacht
und folgende Körperschädigungen, sofern sie nicht eindeutig auf eine Erkrankung oder eine Degeneration zurückzuführen sind, auch ohne unge
wöhnliche äussere Einwirkung den Unfällen gleichgestellt:
a.
Knochenbrüche;
b.
Verrenkungen von Gelenken;
c.
Meniskusrisse;
d.
Muskelrisse;
e.
Muskelzerrungen;
f.
Sehnenrisse;
g.
Bandläsionen;
h.
Trommelfellverletzungen.
Die Aufzählung ist abschliessend (BGE 116 V 136 E. 4a, 147 E. 2b, je mit Hin
wei
sen; Maurer, Schweizerisches Unfall
versicherungsrecht, 2. Aufl., 1989, S. 202).
Alsdann entfällt b
ei
diesen unfallähnlichen Körperverletzungen
im Ver
gleich zu den eigentlichen Unfällen nach
Art.
4 ATSG einzig das
Tatbestands
element
der Ungewöhnlichkeit
(Urteil des Bundesge
richts 8C_40/2014 vom
8.
Mai 2014 E. 2.2.2 mit Hinweisen auf BGE 139 V 327 E. 3.1, 3.3.1; 129 V 466 E. 2.2, 4.1
;
123 V 43 E. 2b).
1.
4
Die einzelnen Umstände des Unfallgeschehens sind von der versicherten Person glaubhaft zu machen. Kommt sie dieser For
derung nicht nach, indem sie
unvollständige, ungenaue oder widersprüchliche Angaben macht, die das Beste
hen eines unfallmässigen Schadens als unglaubhaft erscheinen las
sen, besteht keine Leistungspflicht des Unfallversicherers. Im Streitfall obliegt es dem Gericht zu beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt sind. Der Untersuchungsmaxime entsprechend hat es von Amtes wegen die notwendigen Beweise zu erheben und kann zu diesem Zwecke auch die Parteien heranziehen. Ist aufgrund dieser Massnahmen das Vorliegen eines Unfallereignisses nicht wenigstens mit Wahrscheinlichkeit erstellt – die blosse Möglichkeit genügt nicht –, so hat dieses als unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten der versicherten Person aus
wirkt (BGE 116 V 136 E. 4b, 114 V 298 E. 5b, 111 V 201 E. 6b; RKUV 1990 Nr. U 86 S. 50).
2.
Die Beschwerdegegnerin
erwog im
Einsprach
e
entscheid
,
die Angaben des Beschwerdeführers zum Unfallhergang seien widersprüchlich. Überdies stelle ein
Sturz während eines Zweikampfs beim Schwingen nichts Aussergewöhnliches dar
. E
s bestünden
zudem
keine Anhaltspunkte, dass sich
dieser
unter besonde
ren Umständen abg
espielt habe.
Ferner
liege keine Diagnose im Sinne von
Art.
9
Abs.
2 UVV vor (
Urk.
2).
Der Beschwerdeführer
entgegnete
dem in der Beschwerdeschrift
, er sei während des Schwingens gestolp
ert
und übe diese Sportart sonst nicht aus.
Beim nach
folgenden
Sturz
habe er
eine Zerrung der distalen
Supraspinatusseh
ne
erlitten.
Den Fragebogen
habe er
nur
salopp ausgefüllt
. Er sei sich der Relevanz einer detaillierten Beschreibung des Unfallhergangs nicht
bewusst gewesen
und habe
sich
auf
die Aussage der Ärzte verlasse
n
,
dass es
sich um eine
traumatische Verletzung handle (
Urk.
1).
D
ie Beschwerdegegnerin
machte
hierauf in der Beschwerdeantwort
geltend, die Beschwerdeschrift erfülle
wohl
die Anforderungen
nach
Art.
61
lit
. b ATSG
nicht
.
Zudem
habe
der Beschwerdeführer
trotz Hinweis im Schreiben vom 10.
Oktober 2014
erstmals in der
Einsprache
ergänzung
vom 2
0.
Januar 2015 ein Stolpern
erwähnt
.
Schliesslich
habe er
immerhin
im Rahmen seiner turnerischen Tätigkeit am Schwingen teilgenommen (
Urk.
7)
.
3.
Nach
Art.
61
lit
. b ATSG muss die Beschwerde eine gedrängte Darstellung des Sachverhalts, ein Rechtsbegehren und eine kurze Begründung enthalten.
Die Sachverhaltsdarstellung kann sich auf wenige Sätze beschränke
n
, da mit der Beschwerdeantwort die Akten einzureichen sind. Eine ausführlichere Darstel
lung drängt sich auf, wenn Mängel in der Abklärung des Sachverhalts gerügt
werden. Aus dem Rechtsbegehren muss
h
ervorgehen, wie der angefochtene Entscheid abzuändern ist. Es genügt
aber
, wenn dies der Begründung entnommen werden kann. Aus der Begründung erkennbar sein muss
zudem
, weshalb der Sachverhalt oder dessen rechtliche Zuordnung unzutreffend ist
(vgl. Ueli
Kieser
, A
TSG-Kommentar, Zürich/Basel/Genf 20
15
, N
77-79 zu
Art.
61).
Genügt die Beschwerde diesen Anforderungen auch nach Ansetzung einer Nachfrist zur Verbesserung nicht, ist nicht darauf einzutreten.
Die Anforderungen sind minimal
und werden von der vorliegenden Beschwerde
zweifelsohne erfüllt. Der Beschwerdeführer beanstandet
e
sinngemäss
die Würdi
gung der Beweismittel durch die Beschwerde
gegnerin
und rügt
e
damit zusam
menhängend den von ihr festgestellten Sachverhalt und dessen rechtliche Ein
ordnung.
Dazu
führte er
aus, tatsächlich gestolpert und gestürzt zu sein, dies aber
aus
Unk
enntnis
der Rechtslage zunächst nicht erwähnt zu haben
.
Gestützt auf seine Sachverhaltsdarstellung
verlangt er die
Bejahung des Unfallbegriffs und die
Zusprechung der daraus resultierenden gesetzlichen Leistungen.
4
.
Die bildgebende Untersuchung (MRI) der linken Schulter des Beschwerdeführers vom 1
8.
September 2014 im Spital
Z.___
zeigte
alsdann
eine Zerrung der distalen
Supratspinatussehne
. Im Befund wurde ausdrücklich vermerkt, es sei hier wie auch an dem übrigen
Rotatorencuff
keine Rissbildung zu erkennen (
Urk.
8/9).
Die Diagnose wird von den Parteien – zumindest im Gerichtsver
fahren – nicht in Frage gestellt
(
Urk.
1 S. 1,
Urk.
7
R
z
5.8; im
Verwaltungsver
fahren
abweichend
Urk.
8/1
9
).
Die Leistungspflicht der obligatorischen Unfallversicherung für unfallähnliche Körperschädigungen aufgrund von
Art.
9
Abs.
2
lit
. f UVV beschränkt sich
indessen
nach Sinn und Zweck dieser Vorschrift streng auf Sehnenrisse
.
Aus
geschlossen ist insbesondere der Einbezug der übrigen Sehnenpathologie, ein
schliesslich der
Krankheiten des Begleitgewebes
(
Urteil des Bundesgerichts
8C_245/2015 vom
1
9.
August
2015
E. 2 mit Hinweisen
).
Dass Sehnenzerrungen bewusst nicht in die Liste aufgenommen wurden, erweist sich gemäss Bundes
gericht weder als gesetzwidrig noch als rechtsungleich oder willkürlich
(BGE
114 V 298 E.
3 und 4).
Damit entfällt eine
Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin aus
Art.
9
Abs.
2 UVV
bereits aufgrund der
vorliegenden
Diagnose
.
5
.
5
.1
Zu prüfen ist somit
, ob sich beim
Plauschschwingen
am
6.
September 2014 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ein Unfall im Sinne von
Art.
4 ATSG ereig
net
e
.
Bei einer Schädigung, die sich
–
wie die Sehnenzerrung
–
auf das
Körper
innere
beschränkt, ist
dabei
zu beachten, dass
der Nachweis eines Unfalls inso
fern strengen Anforderungen
unterliegt
, als die unmittelbare Ursache der Schädigung unter besonders sinnfälligen Umständen gesetzt werden muss; denn ein Unfallereignis manifestiert sich in der Regel in einer äusserlich wahrnehm
baren Schädigung, während bei deren Fehlen eine erhöhte Wahrscheinlichkeit rein krank
heitsbedingter Ursachen besteht.
Der äussere Faktor ist zentrales Begriffscharakteristikum eines jeden Unfallereignisses; er ist Gegenstück zur - den Krankheitsbegriff kon
stituierenden - inneren Ursache.
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist das Merkmal der Ungewöhn
lich
keit ohne besonderes Vorkommnis daher auch bei einer Sport
verletzung zu verneinen
.
Der äussere Faktor ist nur dann ungewöhnlich, wenn er - nach einem objektiven Massstab - nicht mehr im Rahmen dessen liegt, was für den jeweiligen Lebensbereich alltäglich und üblich ist, nicht aber, wenn ein Geschehen in die gewöhnliche Bandbreite der Bewegungsmuster des betreffen
den Sports fällt (
vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_186/2011 vom 26.
Juli 2011 E. 4 und 5 mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 130 V 117 E. 2.2 und
die
Urteile des Bundesgerichts U 199/2003 vom 1
0.
Mai 2004 E. 3.2 und 4.2  sowie 8C_189/2010 vom
9.
Juli 2010 E. 3.3 und 5.1).
5
.2
Die vom Beschwerdeführer selbst verfassten
Hergangsschilderungen
in der
Scha
denmeldung
vom 1
6.
September 2014 (
Urk.
8/1), im
Suva-Fragebogen vom 2
9.
September 2014
(
Urk.
8/12)
und
seinem
schriftlichen
Einwand
vom 14.
Oktober 2014 (
Urk.
8/18)
w
urden
i
m
Einspracheentscheid
zutreffend wieder
gegeben.
Dasselbe gilt für die
Angaben zum Unfallhergang
im MRI
Bericht vom 1
8.
September
2014 (
Urk.
8/9), in den hausärztlichen Berichten vom
29
.
September
2014
sowie vom 1
0.
und 2
1.
Oktober 2014
(Urk. 8/10
, 8/20
,
8/21
)
,
im Bericht des Spitals
Z.___
vom 1
8.
November 2014 (
Urk.
8/24)
und in der Einsprache vom 2
0.
Januar 2015 (
Urk.
8/32). Darauf kann verwiesen werden (vgl.
Urk.
2 S. 4 ff.). Zu ergänzen ist, dass die
Sachverhaltsdarstellung
in der Beschwerdeschrift
derjenigen in der
Einsprache
entspricht
(
Urk. 1.
S. 2).
5
.3
Praxisgemäss stellen die Gerichte im Bereich des Sozialversicherungsrechts in der Regel auf die „Aussagen der ersten Stunde“ ab, denen in beweismässiger Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a
, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis).
In diesem Sinne vorrangige Bedeutung ist der
Schaden
meldung bei
zumessen. Darin hielt der Beschwerdeführer
allerdings nur
fest, sich beim Schwingen an der Schulter verletzt zu haben (
Urk.
8/1). Im
kurz darauf ausge
füllten
Suva-
Fragebogen bejahte er
zwar durch entsprechendes Ankreuzen, dass sich etwas Besonderes (Ausgleiten, Sturz,
usw.) ereignet habe.
Dazu erläuterte er jedoch nur,
dass er sich beim Schwingen die
Supraspinat
u
sseh
ne
gezerrt habe
(
Urk.
8/12).
Mit anderen Worten ist diesen
Erstaussagen
nichts über den kon
kreten Unfallhergang zu entnehmen.
Indessen veranlasste der Hausarzt des Beschwerdeführers, n
och
bevor die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht mit Schreiben vom 1
0.
Oktober 2014
verneinte
(
Urk.
8/15) und dem Beschwerdeführer am 20. Oktober 2014 telefo
nisch die juristischen Begriffe Unfall und unfallähnliche Körperschädigung erläu
terte (
Urk.
8/19)
,
eine MRI-Untersuchung im Spital
Z.___
.
Als Indikation
für die
se
bildgebende Untersuchung wurde im
dazugehörigen
Bericht vom 18.
September 2014
„Sturz auf Schulter“
angegeben
(
Urk.
8/9)
.
Es ist demnach davon auszugehen,
dass
der
Hausarzt
die Patientenangaben im
Arztzeugnis vom 29. September 2014
auf das Wesentliche beschränkte
und deshalb den Sturz unerwähnt liess
(vgl.
Urk.
8/10:
„Beim Schwingen linke Schulter ver
dreht
“
). Bestätigt wird dies
e
Annahme
d
urch das vom Beschwerdeführer
nach dem negativen Bescheid
selbst verfasste Schreiben vom 1
4.
Oktober 201
4.
Darin führte er aus
, bei einem Schwung, der ihn zu Fall gebracht habe, sei ihm der linke Arm verdreht worden, wodurch ein Band in der linken Schulter angerissen worden sei
(
Urk.
8/18).
Der MRI-Bericht
zusammen mit dem
Arztzeugnis und die
Formulierung im Ein
w
and lassen mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit darauf schliessen
, dass
der Beschwerdefü
hrer zwar tatsächlich
hinfiel
,
aber bereits
bei
m vom Gegner geführten Schwung
einen Schmerz verspürte
.
So
betonte er immer wieder
, ihm sei der Arm verdreht worden. Dass er
hinfiel
und mit der Schulter aufschlug, erschien ihm hingegen unwichtig.
Daran vermag letztlich wenig zu ändern, d
ass
in einzelnen Arztberichten festgehalten wurde, der Beschwerdeführer habe nach dem Sturz bzw. A
ufprall auf dem Boden mit ausgestrecktem Arm
über Schmer
zen geklagt (
Urk.
8/20, 8/21
, 8/24).
Ein Stolper
n
machte der Beschwerdeführer
ferner
erstmals nach
Beizug
seiner Rechtsschutzversicherung geltend,
welche sowohl die
Einsprache im Verwaltungsverfahren (
Urk.
8/32)
als auch die
Beschwerde (
Urk.
1) verfasste.
Dieser Behauptung dürften
daher
Überlegungen
versicherungsrechtlicher Natur zugrunde
liegen
.
Weitere äussere Umstände,
z.B. eine besondere Beschaffenheit der
Arena
oder
ein
ablenkendes Ereignis
,
beschrieb der Beschwerdeführer nicht.
5
.4
Gemäss
Art.
6
des „Technischen Regulativ
s 2008“ des Eidgenössischen
Schwinger
verbandes
(abrufbar unter
www.esv.ch
) beginnt jeder Wettkampf mit einer Begrüssung. Anschliessend hat das Grifffassen an Gurt und Stoff der Schwinghose des Gegners stehend und nach bestimmten Regeln zu erfolgen. Nach
Art.
9
des
vorgenannten
Reglements
gilt ein Gang als entschieden, wenn ein Schwinger mit dem Rücken ganz oder bis Mitte beider Schulterblätter (vom Kopf oder Gesäss, von linker oder rechter Seite her) gleichzeitig den Boden berührt.
Ziel
beim Schwingen
ist es somit
, den Gegner
im Zweikampf
mit einem der über 100
bekannten
Schwünge
(vgl.
vorerwähnte Internetseite
)
zu
m
F
allen zu bringen
.
Anders als
Banden- oder Bodycheck
s
im
Eishockey (
vgl. BGE 130 V 117 E. 3
, Urteil des Bundesgerichts U 110/2005 vom 1
2.
September 2005 E. 2.2) oder
Zweikämpfe im
Fussball (
v
gl. BGE 130 V 117 E. 2.2.2, Urteile des Bundes
gerichts U 505/2005 vom 1
9.
S
eptember 2006 E. 3.2,
U 127/2005 vom 1
6.
August 2005 E. 3.3
und 8C_186/2011 vom 2
6.
Juli 2011 E. 8.5) kommen heftiger Körperkontakt und Stürze beim Schwingen
folglich
n
icht nur
regel
mässig
vor, sondern
sind unabdingbarer Bestandteil der
Sportart.
Sie
liegen demnach in der gewöhnlichen Bandbreite der Be
wegungsmuster
dieses Sports
, wobei dem erhöhten Verletzungsrisiko
insbesondere
durch eine entsprechende Gestaltung der
Schwingerarena
Rechnung getragen wird (vgl. vorerwähnte Internetseite: Weisung betreffend
„Richtlinien für Sägemehlplätze“
).
Es spielt somit letztliche keine Rolle, ob der Beschwerdeführer sich
bereits
beim Schwung oder
erst beim
Sturz
verletzte. Es fehlt
jedenfalls
an einem besonderen Vorkommnis,
da
die
von ihm zunächst umschriebenen
Bewegungsabläufe f
ür
die ausgeübte
Sportart als
gewöhnlich zu bezeichnen si
nd.
Die festgestellte
Sehnenzerrung muss – insbesondere bei einem untrainierten Schwinger wie dem Beschwerdeführer –
denn auch
nicht zwingend
bedeuten, dass
etwas Aus
sergewöhnliches vorgefallen
ist
(vgl. BGE 130
V 117 E.2.2.1)
.
So ist
beispiels
weise
allgemein bekannt, dass
das Verletzungsrisiko für Muskeln, Bänder und Sehnen
bereits
bei ungenügendem
Aufwärmen steigt.
6
.
Nach dem Gesagten ergibt sich, dass das Ereignis vom
6.
September 2014 nicht als Unfall im Sinne von
Art.
4 ATSG zu qualifizieren ist und dass die Voraus
setzungen für die Bejahung einer unfallähnlichen Körperschädigung gemäss
Art.
9
Abs.
2 UVV nicht erfüllt sind. Die Beschwerdegegnerin hat demnach den Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherungen zu Recht verneint, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Protekta
Rechtsschutz-Versicherung AG
-
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu ent
hal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GrünigBonetti