# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a0093d86-56f2-56d6-b11a-9f2580233a09
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-02-19
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 19.02.2013 S 2012 120
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2012-120_2013-02-19.pdf

## Full Text

S 12 120

3. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 19. Februar 2013

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Versicherungsleistungen nach IVG

1. a) … (nachfolgend: Beschwerdeführer), geboren 1958, arbeitete bis zum Eintritt 

seiner 100%igen Arbeitsunfähigkeit als Kellner bei der Hotel … AG in ... Am 30. 

März 2011 erlitt der Beschwerdeführer eine koronare 2-Gefässerkrankung, 

welche in der Folge im Spital … vom 30. März 2011 bis 31. März 2011 und 

danach im Kantonspital Graubünden vom 31. März 2011 bis 2. April 2011 sowie 

vom 27. Oktober 2011 bis 28. Oktober 2011 stationär behandelt wurde. 

Gemäss dem Bericht von Dr. med. … vom 30. Januar 2012 wurde der 

Beschwerdeführer im Zeitraum zwischen dem 30. März 2011 und dem 4. 

Dezember 2011 als 100 % arbeitsunfähig eingestuft. Seit dem 5. Dezember 

2011 wurde ihm bis auf weiteres eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Am 

20. Dezember 2011 meldete sich der Beschwerdeführer bei der IV-Stelle des 

Kantons Graubünden (IV-Stelle) zum Leistungsbezug an.

b) Die am 18. Januar 2012 im Kantonsspital Graubünden von Dr. med. … 

durchgeführte Untersuchung ergab, dass aus kardiologischer Sicht eine 

100%ige Arbeitsfähigkeit gegeben sei. Im Bericht vom 30. Januar 2012 hielt Dr. 

med. … fest, dass der Beschwerdeführer voraussichtlich nach der 

Hernienoperation wieder voll arbeitsfähig sei. Weiter ergab der kardiologische 

Bericht von Dr. med. …, Spital …, vom 30. Januar 2012, dass der 

Beschwerdeführer als Kellner mit voll revaskularisierter koronarer Herzkrankheit 

und normaler systolischer linksventrikulärer Funktion wieder 100 % arbeitsfähig 

sei. Demgegenüber kam Dr. med. … vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) 

Ostschweiz im Bericht vom 20. Februar 2012 über die RAD-Untersuchung vom 

7. Februar 2012 zum Schluss, dass bis zur nächsten kardiologischen 

Untersuchung im April 2012 weiterhin von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit im 

angestammten Tätigkeitsbereich ausgegangen werden könne. Diese 

Einschätzung gab er auch in der Stellungnahme vom 23. Februar 2012 wieder. 

Im Bericht vom 12. April 2012 stellte Dr. med. …, Spital …, fest, dass sich der 

Beschwerdeführer seit der letzten Kontrolle in ordentlicher, gesundheitlicher 

Verfassung befinde. Eine erneute kardiologische Kontrolle sollte in etwa einem 

Jahr nach der letzten Intervention, Ende Oktober 2012, stattfinden. In seinem 

Verlaufsbericht vom 16. Juli 2012 hielt Dr. med. … fest, dass der 

Beschwerdeführer als Kellner mit voll revaskularisierter koronarer Herzkrankheit 

und normaler systolischer linksventrikulärer Funktion wieder 100 % arbeitsfähig 

sei. In der Abschlussbeurteilung des RAD-Arztes Dr. med. … vom 23. Juli 2012 

wurde dem Beschwerdeführer aus kardiologischer Sicht eine volle 

Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit attestiert. Bei der 

Kontrollergometrie vom 12. April 2012 habe er eine sehr gute Belastbarkeit bei 

erhaltener systolischer linksventrikulärer Funktion gezeigt.

2. Wie im Vorbescheid vom 6. August 2012 verneinte die IV-Stelle mit Verfügung 

vom 27. September 2012 eine Kostengutsprache für eine Umschulung 

zugunsten des Beschwerdeführers.

3. Mit Verfügung vom 28. September 2012 bestätigte die IV-Stelle ihren 

Vorbescheid vom 6. August 2012 und teilte dem Beschwerdeführer mit, dass er 

keinen Anspruch auf eine Invaliditätsrente (IV-Rente) habe. Zur Begründung 

führte die IV-Stelle an, dass der Beschwerdeführer seit dem 30. März 2011 

(Beginn der einjährigen Wartefrist) in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei. 

Aus ärztlicher Sicht sei ihm ab Januar 2012 die Ausübung einer adaptierten 

Tätigkeit zu einem Pensum von 100 % zumutbar. Zudem sei er seit dem 12. 

April 2012 auch in seiner angestammten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig. Die 

Gegenüberstellung von Validen- und Invalideneinkommen ergebe einen IV-

Grad von 0 % und liege bereits vor Ablauf der einjährigen Wartezeit unter 40 %. 

Daher bestehe auch kein Rentenanspruch für eine IV-Rente und das 

Leistungsbegehren werde abgewiesen.

4. Dagegen erhob der Beschwerdeführer am 11. Oktober 2012 Beschwerde an 

das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Nachdem die 

Instruktionsrichterin ein Fristerstreckungsgesuch abgewiesen hatte, reichte er 

am 30. Oktober 2012 eine begründete Beschwerde ein. Der Beschwerdeführer 

stellte sinngemäss das Begehren auf Aufhebung der angefochtenen Verfügung 

vom 28. September 2012. Unter Hinweis auf den Bericht von Dr. med. … vom 

29. Oktober 2012 hielt der Beschwerdeführer fest, dass es für ihn nicht 

zumutbar gewesen wäre, ab dem Januar 2012 einer leidensadaptierten 

Tätigkeit nachzugehen. Zudem untermauere das Arztzeugnis vom 29. Oktober 

2012, dass er kein Erwerbseinkommen im Bereich von 50‘000.-- erzielen 

könne. Daher sei das Leistungsbegehren von der IV-Stelle zu überarbeiten. Im 

Weiteren habe der Vorbescheid zu einer Einstellung der 

Krankentaggeldversicherung (ab Frühling 2012) geführt. Krankentaggelder 

müssten jedoch bis zur 100%igen Arbeitsfähigkeit, vorliegend bis nach der 

Hernienoperation, entrichtet werden. Die Krankentaggeldversicherung sei 

verpflichtet, maximal 720 Tage nach Eintreffen der gesundheitlichen 

Beschwerden, bis Ende März 2013 Taggelder zu entrichten.

5. In ihrer Vernehmlassung vom 22. November 2012 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Den Vorbringen des 

Beschwerdeführers hielt sie entgegen, dass gemäss Bericht von Dr. med. … 

vom 16. Juli 2012 und der Abschlussbeurteilung des RAD-Arztes Dr. med. … 

vom 23. Juli 2012 der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit als 

Kellner seit dem 12. April 2012 wieder 100 % arbeitsfähig sei. Nach Arztzeugnis 

vom 29. Oktober 2012 sei Dr. med. … zwar der Auffassung, dass beim 

Beschwerdeführer von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen sei, jedoch 

seit der Untersuchung durch das Spital … am 12. April 2012 keine 

Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten sei. Es spreche nichts 

Stichhaltiges dagegen, in Berücksichtigung des Arztberichts des Spitals … vom 

16. Juli 2012 und der Abschlussbeurteilung des RAD Ostschweiz vom 23. Juli 

2012 davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer seit dem 12. April 2012 in 

einer leidensadaptierten Tätigkeit 100 % arbeitsfähig sei. Daran würden auch 

die im Arztzeugnis von Dr. med. … erwähnten Hernien nichts ändern, zumal 

zumindest eine leichte körperliche Tätigkeit keine Arbeitsunfähigkeit zu 

rechtfertigen vermöge. Zur Berechnung des Invalideneinkommens seien die 

Tabellenlöhne gemäss der vom Bundesamt für Statistik (BFS) 

herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) beizuziehen. 

Gemäss Tabelle TA 1 der LSE 2010 belaufe sich vorliegend der monatliche 

Bruttolohn für einfache Tätigkeiten für Männer im privaten Sektor im Jahre 2010 

auf Fr. 4‘901.--. Unter Berücksichtigung eines maximal zulässigen 

Leidensabzugs von 25 % ergebe sich ein hypothetisches Invalideneinkommen 

von Fr. 46‘795.41.--. Im Vergleich mit dem unbestrittenen Valideneinkommen 

von Fr. 50‘520.-- resultiere ein IV-Grad von 7,37 %, so dass kein 

Rentenanspruch bestehe und sich die angefochtene Verfügung als rechtens 

erweise.

6. In der Replik vom 3. Dezember 2012 wies der Beschwerdeführer darauf hin, 

dass er am 23. November 2012 im Spital … operiert worden sei, weshalb er bis 

Ende Dezember 2012 gemäss Arztzeugnis zu 100 % arbeitsunfähig sei.

7. Duplicando hielt die Beschwerdegegnerin am 11. Dezember 2012 fest, dass die 

am 23. November 2012 im Spital … erfolgte Operation und die daraus folgende 

Arbeitsunfähigkeit im vorliegenden Verfahren keine Rolle spielen könne, da sich 

dies offensichtlich nicht auf den 28. September 2012 gegeben Sachverhalt 

beziehe.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet die 

Verfügung der IV-Stelle des Kantons Graubünden vom 28. September 2012. 

Streitig und zu prüfen ist die Frage, ob die IV-Stelle zu Recht einen 

Rentenanspruch (frühestens mit Wirkung ab 1. Juni 2012) des 

Beschwerdeführers verneint hat. Bestritten ist, ob der Beschwerdeführer 100 % 

arbeitsfähig ist und sich die Berechnung des Invalideneinkommens als rechtens 

erweist. Unbestritten hingegen ist das Valideneinkommen. Nicht Gegenstand 

des vorliegenden Verfahrens ist ein allfälliger Anspruch des Beschwerdeführers 

auf eine berufliche Massnahme, da die entsprechende Verfügung vom 27. 

September 2012 vom Beschwerdeführer nicht angefochten wurde. Auch nicht 

Gegenstand des Beschwerdeverfahrens ist das Verhältnis zwischen dem 

Beschwerdeführer und seiner Krankentaggeldversicherung. 

2. a) Nach dem Grundsatz von Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]) haben Versicherte Anspruch auf eine 

Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu 

betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder 

herstellen, erhalten oder verbessern können (lit.a); während eines Jahres ohne 

wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 

6 ATSG) gewesen sind (lit. b); und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 

40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit c). 

b) Als Invalidität gilt die durch einen körperlichen oder geistigen 

Gesundheitsschaden verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 

dauernde Erwerbsunfähigkeit (vgl. dazu Art. 8 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechtes [ATSG; SR 830.1] sowie Art. 

4 IVG). Bei Nichterwerbstätigen wird die Unmöglichkeit, sich im bisherigen 

Aufgabenbereich zu betätigen, der Erwerbsunfähigkeit gleichgesetzt (Art. 5 

Abs. 1 IVG). Bei erwerbstätigen Versicherten erfolgt die Ermittlung der 

Invalidität in der Regel nach der Methode des Einkommensvergleiches (Art. 28a 

Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG). Bei dieser Methode wird das gegenwärtig trotz 

Behinderung noch zumutbare Erwerbseinkommen mit jenem ohne Behinderung 

verglichen, wobei die daraus resultierende Differenz in Prozenten den 

Invaliditätsgrad ergibt. Bei Nichterwerbstätigen oder noch in Ausbildung 

stehenden Versicherten stellen Art. 28a Abs. 2 IVG und Art. 27 der Verordnung 

über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) darauf ab, in welchem 

Ausmass diese Personen eingeschränkt sind, sich im bisherigen 

Aufgabenbereich zu betätigen (Betätigungsvergleich mit spezifischer Methode). 

Bei Versicherten, die teilweise erwerbstätig und teilweise im Haushalt tätig sind, 

kommt die sogenannte „gemischte Methode“ zur Anwendung (Art. 28a Abs. 3 

IVG und Art. 27bis IVV), wobei die Behinderung im Erwerbsbereich nach der 

Einkommensvergleichsmethode und die Einschränkung im Haushalt nach der 

spezifischen Methode (Betätigungsvergleich) zu erfolgen hat, was zusammen – 

je nach Gewichtung des Erwerbs-/Haushaltsanteils – den Invaliditätsgrad ergibt. 

Ist eine Versicherte danach mindestens 40 % invalid, so hat sie Anspruch auf 

eine Viertelsrente, bei mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei mindestens 

60 % auf eine Dreiviertelsrente und ab 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 

2 IVG). Für die Festsetzung des Invaliditätsgrades kommt es primär auf die 

wirtschaftliche Erwerbsunfähigkeit und nicht auf die medizinische 

Arbeitsunfähigkeit an (BGE 132 V 395 E. 2.1). Ohne zuverlässige und 

beweistaugliche Bestimmung der graduellen Arbeitsfähigkeit durch die Ärzte 

oder IV-Haushaltsexpertinnen ist eine seriöse Ermittlung der 

Erwerbsunfähigkeit (Invaliditätsgrad) aber zum Voraus gar nicht möglich (BGE 

125 V 261 E. 4; 122 V 160 f. E. 1c; 115 V 134 E. 2).

c) Bei der Ermittlung des Invaliditätsgrades nach Art. 16 ATSG ist die Verwaltung 

und im Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ihnen Ärzte 

oder allenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe 

der Ärztin oder des Arztes ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und 

dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher 

Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte 

und Befunde sind im Weiteren eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 

Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet 

werden können (BGE 125 V 256 E. 4; 115 V 133 E. 2; 114 V 310 E. 3c; 105 V 

156 E. 1; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 640/02 vom 6. 

Mai 2003 E. 2.1). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist 

entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf 

allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 

berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in 

der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen 

Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet 

sind. Somit ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die 

Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahmen als 

Bericht oder Gutachten ausschlaggebend für den Beweiswert (BGE 125 V 351 

E. 3a). In Bezug auf Berichte von Hausärzten darf und soll das Gericht der 

Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre 

auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer 

Patienten aussagen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/cc mit Hinweisen).

3. a) Vorab ist darauf hinzuweisen, dass vorliegend frühestens ab dem 1. Juni 2012 

ein Rentenanspruch des Beschwerdeführers entstehen kann. Nach Art. 29 Abs. 

1 IVG beginnt der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von 6 Monaten nach 

Geltendmachung des Leistungsanspruchs. Die Anmeldung zum Bezug einer IV-

Rente erfolgte am 20. Dezember 2011, weshalb ein Rentenanspruch vorliegend 

frühestens ab dem 1. Juni 2012, entstehen könnte.

b) Vorliegend stellt sich die Frage, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht auf den 

Verlaufsbericht von Dr. med. …, Spital …, vom 16. Juli 2012 und die 

Abschlussbeurteilung vom 23. Juli 2012 des RAD-Arztes Dr. med. … abgestellt 

hat. Nach deren Beurteilungen ist der Beschwerdeführer in seiner 

angestammten Tätigkeit als Kellner seit dem 12. April 2012 (Tag der 

Untersuchung im Spital …) wieder 100 % arbeitsfähig. Dr. med. … geht davon 

aus, dass der Beschwerdeführer als Kellner mit voll revaskularisierter koronarer 

Herzkrankheit und normaler systolischer linksventrikulärer Funktion wieder voll 

arbeitsfähig ist. Er hält in seinem Bericht vom 16. Juli 2012 fest, dass der 

Beschwerdeführer bei sehr guter Belastbarkeit keine Angina pectoris habe. 

Unverändert würden sich die signifikante ST-Senkungen zeigen, die aber schon 

in der letzten Ergometrie nach der Rekanalisation des ACD noch vorhanden 

waren, aber weniger ausgeprägt seien als vor der Intervention. Weiter verweist 

Dr. med. … in seinem Verlaufsbericht auf den kardiologischen Bericht vom 12. 

April 2012. Gemäss den Ausführungen von Dr. med. … in der 

Abschlussbeurteilung ist auch aus kardiologischer Sicht eine 100%ige 

Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit zumutbar, da der 

Beschwerdeführer bei der Kontrollergometrie vom 12. April 2012 eine sehr gute 

Belastbarkeit bei erhaltener systolischer linksventrikulärer Funktion gezeigt 

habe. Die Einschätzungen in den benannten Berichten sind schlüssig und 

nachvollziehbar. Der Beschwerdeführer kann nicht rechtsgenüglich darlegen, 

weshalb das Arztzeugnis von Dr. med. … am 29. Oktober 2012 bei der Frage 

der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit mehr Gewicht erhalten sollte. Unter Hinweis 

auf besagtes Arztzeugnis hält der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde fest, 

dass er aufgrund der Hernien nicht die volle Arbeitsleistung erbringen könne. Er 

sei weiterhin, wie von Dr. med. … im Arztzeugnis attestiert, zu 50 % 

arbeitsunfähig. Diese Argumentation vermag das Gericht nicht zu überzeugen, 

zumal sich aus dem Arztzeugnis von Dr. med. … vom 29. Oktober 2012 auch 

keine Hinweise auf eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes des 

Beschwerdeführers seit der Untersuchung von Dr. med. … am 12. April 2012 

ergeben. Zudem hält Dr. med. … im benannten Arztzeugnis lediglich fest, dass 

der Beschwerdeführer weiterhin in seiner angestammten Tätigkeit als Kellner zu 

50 % arbeitsunfähig sei. Zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer 

leidensadaptierten Tätigkeit nimmt er keine Stellung. Dr. med. … sowie Dr. 

med. … gehen von einer koronaren Herzkrankheit aus, was vorliegend auch 

nicht bestritten ist. Es kann festgehalten werden, dass kein Anlass besteht, 

weitere Abklärungen vorzunehmen, zumal nicht davon auszugehen ist, dass 

weitere Untersuchungen eine abweichende Einschätzung ergeben könnten 

(antizipierte Beweiswürdigung, BGE 122 V 157 E. 1d). In Bezug auf die 

Beurteilung des RAD Ostschweiz bleibt noch anzumerken, dass die 

medizinische Beurteilung, welche Arbeitsleistungen einer versicherten Person 

zugemutet werden können, gemäss Art. 59 Abs. 2bis IVG in die Kompetenz 

RAD fällt. Die medizinischen Kriterien des Leistungsanspruchs werden gemäss 

Art. 49 IVV durch die regionalen ärztlichen Dienste beurteilt. Die geeigneten 

Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und 

der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). 

Die regionalen ärztlichen Dienste können bei Bedarf selber ärztliche 

Untersuchungen von Versicherten durchführen. Sie halten die 

Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2). Sinn und Zweck des im 

Rahmen der 5. IV-Revision (Bundesgesetz vom 6. Oktober 2006; AS 2007 

5129 ff.) neu geschaffenen, seit 1. Januar 2008 in Kraft stehenden und 

vorliegend anwendbaren Art. 59 Abs. 2bis IVG sowie des neu gefassten Art. 49 

IVV liegen darin, dass die IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen 

Anspruchsvoraussetzungen auf eigene Ärzte und Ärztinnen zurückgreifen 

können. Diese sollen aufgrund ihrer speziellen versicherungsmedizinischen 

Kenntnisse für die Bestimmung der für die Invalidenversicherung 

massgebenden funktionellen Leistungsfähigkeit der Versicherten verantwortlich 

sein. Damit soll eine konsequente Trennung der Zuständigkeiten zwischen 

behandelnden Ärzten (Heilbehandlung) und Sozialversicherung (Bestimmung 

der Auswirkungen des Gesundheitsschadens) geschaffen werden. Die RAD 

bezeichnen die zumutbaren Tätigkeiten und die unzumutbaren Funktionen 

unter Angabe einer allfälligen medizinisch begründeten zeitlichen Schonung. 

Damit soll im Hinblick auf eine erfolgreiche Eingliederung eine objektivere 

Festlegung der massgebenden funktionellen Leistungsfähigkeit der 

Versicherten ermöglicht werden. Gestützt auf die Angaben des RAD hat die IV-

Stelle zu beurteilen, was einer versicherten Person aus objektiver Sicht noch 

zumutbar ist und was nicht (Urteil des Bundesgerichts 9C_323/2009 vom 14. 

Juli 2009 E. 4.2). Weiter ist mit Bezug auf die gemachten Ausführungen ist zu 

erwähnen, dass sich widersprechende Einschätzungen verschiedener Ärzte zur 

Frage der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht ungewöhnlich sind. Wie 

von der Beschwerdegegnerin zutreffend festgestellt, ist in Bezug auf die 

Berichte von Hausärzten der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass 

Hausärzte eher zugunsten eines Patienten aussagen. Dies erscheint mit Blick 

auf ein gewisses Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient durchaus 

nachvollziehbar (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/cc mit Hinweisen). Demgegenüber 

ist insbesondere die RAD Ostschweiz auf objektive Einschätzungen 

spezialisiert und es können vorliegend keine stichhaltigen Gründe vorgebracht 

werden, die etwas anderes vermuten lassen würden. Insgesamt vermag das 

Arztzeugnis von Dr. med. … vom 29. Oktober 2012 die übereinstimmenden 

Beurteilungen von Dr. med. … vom 16. Juli 2012 und des RAD-Arztes Dr. med. 

… vom 23. Juli 2012 nicht zu erschüttern. Zusammenfassend ist somit 

festzuhalten, dass die IV-Stelle zu Recht davon ausgegangen ist, dass der 

Beschwerdeführer seit dem 12. April 2012 trotz seiner gesundheitlichen 

Beschwerden zumindest in einer behinderungsgeeigneten Tätigkeit zu 100 % 

arbeitsfähig ist.

c) Was die in der Replik vom 3. Dezember 2012 erwähnte Hernien-Operation vom 

23. November 2012 und die daraus folgende 100%ige Arbeitsunfähigkeit (vgl. 

Arztzeugnis von Dr. med. … vom 29. November 2012) anbelangt, ist auf die 

Rechtsprechung hinzuweisen, wonach das Sozialversicherungsgericht bei der 

Beurteilung einer Streitsache auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der 

streitigen Verfügung (hier: 28. September 2012) gegebenen Sachverhalt 

abstellt (BGE 129 V 4 E. 1.2 mit Hinweisen). Somit ist die Operation und die 

daraus folgende Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers 

für vorliegenden Fall unbeachtlich, bezieht sie sich doch nicht auf den bis am 

28. September 2012 gegebenen Sachverhalt. Weiter sei noch bemerkt, dass 

der Beschwerdeführer bei einer allfälligen Verschlechterung des 

Gesundheitszustandes sich jederzeit erneut bei der IV-Stelle anmelden kann. 

4. Schliesslich macht der Beschwerdeführer hinsichtlich des Invalideneinkommens 

geltend, er sei nicht in der Lage, ein Einkommen vom Fr. 50‘000.-- zu erzielen. 

In der Verfügung vom 28. September 2012 ging die Beschwerdegegnerin bei 

der Berechnung des Invalideneinkommens noch vom Einkommen des 

Beschwerdeführers als Kellner aus. In ihrer Vernehmlassung vom 22. 

November 2012 stellt sie hingegen auf die Tabellenlöhne gemäss der vom 

Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen Schweizerischen 

Lohnstrukturerhebung (LSE) ab, was nicht zu beanstanden ist, nachdem 

vorliegend davon auszugehen ist, dass der Beschwerdeführer zumindest in 

einer leidensadaptierten Tätigkeit über eine 100%ige Arbeitsfähigkeit verfügt. 

Aus den Akten ergeben sich keine Hinweise und vom Beschwerdeführer wird 

auch nicht geltend gemacht, dass die attestierte Arbeitsfähigkeit auf dem 

Arbeitsmarkt nicht verwertbar wäre. Gemäss Tabelle TA 1 der LSE 2010 beläuft 

sich der monatliche Bruttolohn (Zentralwert bei einer wöchentlichen Arbeitszeit 

von 40 Stunden) für einfache und repetitive Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4) 

im privaten Sektor bei den Männern im Jahre 2010 auf Fr. 4‘901.--. Bei einer 

üblichen durchschnittlichen Arbeitszeit von 41.6 Wochenstunden und einer 

100%igen Arbeitsfähigkeit ergibt sich in Berücksichtigung der Lohnentwicklung 

in den Jahren 2011 und 2012 von je 1 % selbst unter Berücksichtigung des 

maximal zulässigen Leidensabzugs von 25 % (BGE 126 V 75 E. 5) ein 

hypothetisches Invalideneinkommen von Fr. 46‘795.41.-- (Fr. 4‘901.-- x 12 : 40 

x 41.6 x 1.01 x 1.01 x 0.75). Im Vergleich zum unbestrittenen 

Valideneinkommen von Fr. 50‘520.-- ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 7 % 

(7,37 %), weshalb der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Rente hat.

5. Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass der Beschwerdeführer im hier 

relevanten Zeitraum ab dem 1. Juni 2012 (vgl. vorstehende Erwägung 3a) 

gemäss den ärztlichen Beurteilungen zumindest in einer leidensangepassten 

Tätigkeit 100% arbeitsfähig ist und die Beschwerdegegnerin einen 

Rentenanspruch zu Recht verneint hat. Die angefochtene Verfügung vom 28. 

September 2012 erweist sich damit als rechtens, weshalb die Beschwerde 

abzuweisen ist.

6. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren – in Abweichung 

von Art. 61 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die Bewilligung von IV-Leistungen 

vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Diese Kosten werden 

je nach Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Umfang von Fr. 

200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Aufgrund des Ausgangs dieses Verfahrens 

sind die Kosten von Fr. 700.-- vom Beschwerdeführer zu tragen. Eine 

aussergerichtliche Entschädigung steht der obsiegenden Beschwerdegegnerin 

nicht zu (Art. 61 lit. g ATSG e contrario).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen zulasten des Beschwerdeführers und sind innert 

30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des 

Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.