# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 65f3e1fb-ef25-5fd5-bd36-0c2dc78fb4cc
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2016-05-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.05.2016 C-3242/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-3242-2015_2016-05-25.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung III 

C-3242/2015 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 5 .  M a i  2 0 1 6  

Besetzung 
 Richter Andreas Trommer (Vorsitz), 

Richter Yannick Antoniazza-Hafner,  

Richter Blaise Vuille,  

Gerichtsschreiberin Denise Kaufmann. 
 

 
 

Parteien 
 A._______,  

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,  

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Schengen-Visum zu Besuchszwecken. 

 

 

 

C-3242/2015 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die (…) geborene thailändische Staatsangehörige B._______ (nachfol-

gend: Gesuchstellerin) beantragte am 9. März 2015 bei der Schweizeri-

schen Botschaft in Bangkok ein Schengen-Visum für einen dreimonatigen 

Besuchsaufenthalt bei C.________ (nachfolgend: Gastgeber beziehungs-

weise Beschwerdeführer) im Kanton D.________ (Akten der Vorinstanz 

[SEM act.] 4/28 – 31). 

Der Gastgeber war bereits zuvor – mit einem Einladungsschreiben vom 

7. Februar 2015 – an die Schweizer Vertretung in Bangkok gelangt. Darin 

führte er unter anderem aus, er habe die Gesuchstellerin im November 

2014 in einer Bar in E.________ kennen gelernt. Sie hätten danach zwei 

Wochen zusammen verbracht und es sei eine Liebesbeziehung entstan-

den. Inzwischen hätten sie täglich Kontakt miteinander. Nun möchte er 

seine Freundin während drei Monaten zu Besuch haben, um die Beziehung 

zu vertiefen. Er wolle ihr seine Familie vorstellen und ihr ermöglichen, die 

Kultur und die Sehenswürdigkeiten der Schweiz kennen zu lernen (SEM 

act. 4/21). 

B.  

Mit Formularentscheid vom 17. März 2015 lehnte es die schweizerische 

Vertretung in Bangkok ab, das gewünschte Visum auszustellen. Sie be-

gründete ihre Haltung mit der ihrer Auffassung nach fehlenden Gewähr für 

die fristgerechte Wiederausreise der Gesuchstellerin aus dem Schengen-

Raum nach einem Besuchsaufenthalt (SEM act. 4/11). 

C.  

Gegen diesen Entscheid erhob der Gastgeber beim SEM am 23. März 

2015 Einsprache. Dabei argumentierte er, der Schluss der schweizeri-

schen Vertretung auf fehlende Gewähr für eine fristgerechte Wiederaus-

reise sei nicht gerechtfertigt. Die Gesuchstellerin habe ihr ganzes soziales 

Umfeld in Thailand und er selbst sei im Zusammenhang mit der Einladung 

weitgehende Verpflichtungen eingegangen. Die Vertretung zweifle grund-

los an der Integrität der Beteiligten und trage deren Interessenlage keine 

Rechnung; sie würden geradezu zur Heirat gezwungen, um eine Einreise 

der Gesuchstellerin auch nur auf Zeit realisieren zu können, was im Ergeb-

nis unbillig sei (SEM act.1/2 – 3).  

 

C-3242/2015 

Seite 3 

D.  

Auf Ersuchen der Vorinstanz hin richtete die Migrationsbehörde des Kan-

tons D.________ am 16. April 2015 einen Fragenkatalog an den Gastge-

ber, den dieser am 17. April 2015 beantwortete (SEM act. 7/43 – 47).  

E.  

Mit Verfügung vom 5. Mai 2015 wies die Vorinstanz die Einsprache ab. 

Dabei teilte sie die Einschätzung der schweizerischen Auslandvertretung, 

wonach die anstandslose und fristgerechte Wiederausreise der Gesuch-

stellerin aus dem Schengen-Raum nach einem Besuchsaufenthalt nicht als 

gesichert betrachtet werden könne. Die Gesuchstellerin stamme aus ei-

nem Land, aus welchem als Folge der dort insbesondere in wirtschaftlicher 

Hinsicht herrschenden Verhältnisse ein starker Zuwanderungsdruck fest-

zustellen sei. In ihren familiären und beruflichen Verhältnissen seien keine 

Umstände in Form besonderer Verpflichtungen zu erkennen, die das 

grundsätzlich anzunehmende Risiko einer nicht anstandslosen Wiederaus-

reise entscheidend relativieren könnten. Die Gesuchstellerin sei zwar Mut-

ter zweier Kinder, die aber nicht bei ihr lebten. Sie gebe an, in einer Bar zu 

arbeiten, habe aber keine entsprechenden Belege vorgewiesen. Schliess-

lich könne auch noch nicht von einer "längeren und gefestigten" Beziehung 

zwischen der Gesuchstellerin und ihrem Gastgeber ausgegangen werden 

(SEM act. 8/49 – 51).  

F.  

Gegen den Einspracheeentscheid gelangte der Gastgeber mit einer Be-

schwerde vom 20. Mai 2015 an das Bundesverwaltungsgericht. Implizit be-

antragt er darin die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und die Aus-

stellung des gewünschten Visums. Zur Begründung macht er abermals gel-

tend, die Vorinstanz komme zu Unrecht zum Schluss, dass die Wiederaus-

reise der Gesuchstellerin nach einem Besuchsaufenthalt nicht gesichert 

wäre. Der unterschwellige Vorwurf, die Gesuchstellerin sei geschieden und 

lasse ihre Kinder fremdbetreuen, sei verfehlt. Scheidungen seien eine ge-

sellschaftliche Realität und hätten häufig zur Folge, dass Kinder fremdbe-

treut werden müssten, wenn der sorgeberechtigte Elternteil aus existenti-

ellen Gründen an einem entfernten Ort einer Arbeit nachgehen müsse. Im 

Falle der Gesuchstellerin würden die Kinder während ihren berufsbeding-

ten Abwesenheiten von den Grosseltern betreut. Aus diesen Verhältnissen 

könne nicht auf einen fehlenden Rückkehrwillen geschlossen werden. Der 

weitere Einwand der Vorinstanz, wonach ihre Beziehung nicht genügend 

gefestigt sei und sie sich nach einer ersten Begegnung nicht mehr getroffen 

hätten, sei eine Unterstellung bzw. ein Widerspruch in sich. Denn weitere 

C-3242/2015 

Seite 4 

Treffen seien auch von einer Visumserteilung abhängig. In ihrer Ferienpla-

nung seien beide aus beruflichen Gründen eingeschränkt; er könne die 

Gesuchstellerin nur zwischen November und März, sie könnte ihn lediglich 

zwischen Mai und Oktober besuchen. Dass er und die Gesuchstellerin 

überhaupt einen Besuch in der Schweiz planten, sei in ihrer Situation na-

heliegend und lasse ebenfalls nicht schon auf unlautere Absichten schlies-

sen. 

Unter Hinweis auf seinen tadellosen Leumund und seine Leistungen als 

selbständiger Unternehmer und alleinerziehender Vater bringt der Be-

schwerdeführer schliesslich vor, er könne nicht nachvollziehen, weshalb 

ihm nicht zugetraut würde, seinen Gast am Tag der Ausreise auf den Flug-

hafen zu begleiten und damit die Ausreise sicher zu stellen. 

Zusammen mit der Beschwerde reichte der Beschwerdeführer eine Bestä-

tigung der Arbeitgeberin der Gesuchstellerin – datiert vom 18. Mai 2015 – 

zu den Akten. 

G.  

Die Vorinstanz hält in ihrer Vernehmlassung vom 22. Juni 2015 an der an-

gefochtenen Verfügung fest und beantragt die Abweisung der Beschwerde. 

H.  

In seiner Replik vom 3. Juli 2015 hält der Beschwerdeführer seinerseits an 

seinem Rechtsmittel fest und weist darauf hin, dass er die Gesuchstellerin 

im November des laufenden Jahres erneut in Thailand besuchen werde. 

I.  

Mit einer weiteren Eingabe vom 10. Dezember 2015 teilt der Beschwerde-

führer mit, dass er vom 8. bis 30. November 2015 bei der Gesuchstellerin 

in Thailand zu Gast gewesen sei. 

 
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 

Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden gegen 

Verfügungen im Sinne von Art. 5 VwVG, welche von einer der in Art. 33 

VGG aufgeführten Behörden erlassen wurden. Darunter fallen u.a. Verfü-

C-3242/2015 

Seite 5 

gungen des SEM, die im Einspracheverfahren gegen die Verweigerung ei-

nes Schengen-Visums ergehen. In dieser Materie entscheidet das Bundes-

verwaltungsgericht endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG).  

1.2 Das Rechtsmittelverfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das 

VGG nichts anderes bestimmt (vgl. Art. 37 VGG). 

1.3 Der Beschwerdeführer ist gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur Be-

schwerde berechtigt. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde ist einzutreten (vgl. Art. 50 und 52 VwVG). 

2.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 

von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-

messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-

lichen Sachverhalts und – sofern nicht eine kantonale Behörde als Be-

schwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden (vgl. 

Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerdever-

fahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 

VwVG nicht an die Begründung der Begehren gebunden und kann die Be-

schwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheis-

sen oder abweisen. Massgebend sind grundsätzlich die tatsächlichen Ver-

hältnisse zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. BVGE 2014/1 E. 2). 

3.  

Der angefochtenen Verfügung liegt das Gesuch einer thailändischen 

Staatsangehörigen um Erteilung eines Visums für einen dreimonatigen Be-

suchsaufenthalt in der Schweiz zugrunde. Da sich die Gesuchstellerin nicht 

auf die EU/EFTA-Personenfreizügigkeitsabkommen berufen kann und die 

beabsichtigte Aufenthaltsdauer 90 Tage nicht überschreitet, fällt die vorlie-

gende Streitsache in den persönlichen und sachlichen Anwendungsbe-

reich der Schengen-Assoziierungsabkommen, mit denen die Schweiz den 

Schengen-Besitzstand und die dazugehörigen gemeinschaftsrechtlichen 

Rechtakte übernommen hat. Das Ausländergesetz (AuG, SR 142.20) und 

seine Ausführungsbestimmungen gelangen nur soweit zur Anwendung, als 

die Schengen-Assoziierungsabkommen keine abweichenden Bestimmun-

gen enthalten (vgl. Art. 2 Abs. 2 - 5 AuG). 

4.  

Die Voraussetzungen für die Erteilung eines Visums präsentieren sich im 

Anwendungsbereich der vorerwähnten Rechtsgrundlagen wie folgt: 

C-3242/2015 

Seite 6 

4.1 Das schweizerische Ausländerrecht kennt weder ein allgemeines 

Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf Ertei-

lung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie andere Staaten auch – 

grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Ausländern die Einreise 

zu gestatten. Vorbehältlich völkerrechtlicher Verpflichtungen handelt es 

sich dabei um einen autonomen Entscheid (vgl. Botschaft zum Bundesge-

setz über Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 

3774; BGE 135 II 1 E. 1.1 mit Hinweisen). Das Schengen-Recht schränkt 

die nationalstaatlichen Befugnisse insoweit ein, als es einheitliche Voraus-

setzungen für Einreise und Visum aufstellt und die Mitgliedstaaten ver-

pflichtet, die Einreise bzw. das Visum zu verweigern, wenn die Vorausset-

zungen nicht erfüllt sind. Einen Anspruch auf Einreise bzw. Visum vermittelt 

auch das Schengen-Recht nicht (vgl. BVGE 2014/1 E. 4.1.5; a.M. PHILIPP 

EGLI / TOBIAS D. MEYER, in: Caroni / Gächter / Thurnherr [Hrsg.], Stämpflis 

Handkommentar zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Auslän-

der, Bern 2010, Art. 5 N. 3 f.). 

4.2 Drittstaatsangehörige dürfen über die Aussengrenzen des Schengen-

Raums für einen Aufenthalt von höchstens 90 Tagen innerhalb eines Zeit-

raums von 180 Tagen einreisen, wenn sie im Besitz gültiger Reisedoku-

mente sind, die zum Grenzübertritt berechtigen. Ferner benötigen sie ein 

Visum, falls ein solches nach Massgabe der Verordnung (EG) Nr. 539/2001 

des Rates vom 15. März 2001 zur Aufstellung der Liste der Drittländer, de-

ren Staatsangehörige beim Überschreiten der Aussengrenzen im Besitz ei-

nes Visums sein müssen, sowie der Liste der Drittländer, deren Staatsan-

gehörige von dieser Visumpflicht befreit sind, erforderlich ist. Kein Visum 

benötigen Drittstaatsangehörige, die Inhaber eines gültigen Aufenthaltsti-

tels sind oder über ein gültiges Visum für den längerfristigen Aufenthalt ver-

fügen (vgl. Art. 5 Abs. 1 Bst. a AuG, Art. 2 Abs. 1 der Verordnung vom 

22. Oktober 2008 über die Einreise und die Visumerteilung [VEV, SR 

142.204, Fassung gemäss Änderung vom 4. Mai 2016, AS 2016 1283] 

i.V.m. Art. 6 Abs. 1 und 2 der Verordnung [EU] Nr. 2016/399 des Europäi-

schen Parlaments und des Rates vom 9. März 2016 über einen Gemein-

schaftskodex für das Überschreiten der Grenzen durch Personen [nachfol-

gend: Schengener Grenzkodex, SGK, Abl. L 77 vom 23.03.2016; kodifizier-

ter Text], Art. 4 Abs. 1 VEV). 

4.3 Im Weiteren müssen Drittstaatsangehörige den Zweck und die Um-

stände ihres beabsichtigten Aufenthalts belegen und hierfür über ausrei-

chende finanzielle Mittel verfügen (Art. 5 Abs. 1 Bst. b AuG, Art. 2 Abs. 1 

VEV, Art. 6 Abs. 1 Bst. c und Abs. 4 SGK sowie Art. 14 Abs. 1 Bst. a–c der 

C-3242/2015 

Seite 7 

Verordnung [EG] Nr. 810/2009 des Europäischen Parlaments und des Ra-

tes vom 13. Juli 2009 über einen Visakodex der Gemeinschaft [nachfol-

gend: Visakodex]). Namentlich haben sie in diesem Zusammenhang zu 

belegen, dass sie den Schengen-Raum vor Ablauf des bewilligungsfreien 

Aufenthaltes verlassen, bzw. ausreichende Gewähr für eine fristgerechte 

Wiederausreise zu bieten (Art. 14 Abs. 1 Bst. d und Art. 21 Abs. 1 Visako-

dex sowie Art. 5 Abs. 2 AuG; vgl. dazu EGLI / MEYER, a.a.O. Art. 5 N. 33). 

Des Weiteren dürfen Drittstaatsangehörige nicht im Schengener Informati-

onssystem (SIS) zur Einreiseverweigerung ausgeschrieben sein und keine 

Gefahr für die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öffentliche 

Gesundheit oder die internationalen Beziehungen eines Mitgliedstaats dar-

stellen (Art. 5 Abs. 1 Bst. c AuG, Art. 6 Abs. 1 Bst. d und e SGK). 

4.4 Eine Gefahr für die öffentliche Ordnung im Sinne von Art. 6 Abs. 1 

Bst. e SGK ist auch dann anzunehmen, wenn die drittstaatsangehörige 

Person nicht bereit ist, das Hoheitsgebiet des Schengen-Raums fristge-

recht wieder zu verlassen (vgl. dazu EGLI / MEYER, a.a.O., Art. 5 N. 33; fer-

ner Urteil des deutschen Bundesverwaltungsgerichts 1 C. 1.10 vom 11. Ja-

nuar 2011 Rz. 29). Die Behörden haben daher zu prüfen und drittstaatsan-

gehörige Personen zu belegen, dass die Gefahr einer rechtswidrigen Ein-

wanderung oder einer nicht fristgerechten Ausreise nicht besteht (Art. 14 

Abs. 1 Bst. d und Art. 21 Abs. 1 Visakodex). Die Gewähr der gesicherten 

Wiederausreise, wie sie Art. 5 Abs. 2 AuG verlangt, wenn nur ein vorüber-

gehender Aufenthalt vorgesehen ist, steht mit dieser Regelung im Einklang 

(vgl. BVGE 2009/27 E. 5 mit Hervorhebung des Zusammenhangs zum Ein-

reiseerfordernis des belegten Aufenthaltszwecks nach Art. 6 Abs. 1 Bst. c 

SGK). 

4.5 Sind die vorerwähnten Einreisevoraussetzungen (Visum ausgenom-

men) nicht erfüllt, darf ein für den gesamten Schengen-Raum geltendes 

"einheitliches Visum" (Art. 2 Ziff. 3 Visakodex) nicht erteilt werden (Art. 12 

VEV, Art. 36 SGK). Hält es jedoch ein Mitgliedstaat aus humanitären Grün-

den, aus Gründen des nationalen Interesses oder aufgrund internationaler 

Verpflichtungen für erforderlich, so ist er berechtigt, der drittstaatsangehö-

rigen Person, welche die ordentlichen Einreisevoraussetzungen nicht er-

füllt, ausnahmsweise ein "Visum mit räumlich beschränkter Gültigkeit" zu 

erteilen (Art. 2 Ziff. 4 Visakodex). Dieses Visum ist grundsätzlich nur für 

das Hoheitsgebiet des ausstellenden Staates gültig (Art. 32 i.V.m. Art. 25 

Abs. 1 Bst. a Visakodex; unter denselben Voraussetzungen kann einer 

drittstaatsangehörigen Person die Einreise an den Aussengrenzen gestat-

tet werden, vgl. Art. 6 Abs. 5 Bst. c SGK). 

C-3242/2015 

Seite 8 

5.  

5.1 Aufgrund ihrer Staatszugehörigkeit unterliegt die Gesuchstellerin der 

Visumspflicht (vgl. Anhang I zur Verordnung [EG] Nr. 539/2001 [ABl. L 81 

vom 21.03.2001; zum vollständigen Quellennachweis vgl. Fussnote zu 

Art. 4 Abs. 1 VEV]). Bei der Prüfung der Einreisevoraussetzungen nach 

Art. 6 Abs. 1 SGK ist die Frage der gesicherten Wiederausreise zentral. 

Eine solche erachtet die Vorinstanz aufgrund der allgemeinen Situation im 

Heimatland und der persönlichen Verhältnisse der Gesuchstellerin als nicht 

genügend gesichert. Zur Einschätzung entsprechender Risiken sind sämt-

liche Umstände des konkreten Einzelfalles zu würdigen. 

5.2 Anhaltspunkte zur Beurteilung einer Gewähr für die fristgerechte und 

anstandslose Wiederausreise können sich aus der allgemeinen Situation 

im Herkunftsland der Besucherin oder des Besuchers ergeben. Einreise-

gesuche von Bürgerinnen und Bürgern aus Staaten bzw. Regionen mit po-

litisch oder wirtschaftlich vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen kön-

nen ein Indiz dafür sein, dass die persönliche Interessenlage nicht mit dem 

Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten Einreisebewilligung in Einklang 

steht. 

5.3  

5.3.1 Die Wirtschaftslage in Thailand hat sich In den letzten Jahrzehnten 

kontinuierlich verbessert, wenn auch nicht alle Landesteile in gleichem 

Masse davon profitieren konnten. Politische Krisen (Militärputsch vom  

22. Mai 2014) und terroristische Bedrohungen (Anschläge in Bangkok vom 

August 2015), aber auch schwierige weltwirtschaftliche Rahmenbedingun-

gen belasten die traditionell exportorientierte Wirtschaft. Im Zuge der allge-

meinen wirtschaftlichen Entwicklung hat sich zwar der Anteil der Bevölke-

rung, der unter der Armutsgrenze lebt, auf 11 % (2014) reduziert. Armut ist 

aber vor allem in ländlich geprägten Gebieten im Norden, Nordosten und 

Süden Thailands nach wie vor verbreitet. In diesen Regionen leben 80 % 

der 7,3 Mio. (2013) von Armut betroffenen Menschen (Quellen: Deutsches 

Auswärtiges Amt, www.auswaertiges-amt.de > Aussen- und Europapoli-

tik >Länderinformationen > Thailand: Reise- und Sicherheitshinweise / 

Wirtschaft / Innenpolitik, Stand März 2016 bzw. September 2015; Welt-

bank, www.worldbank.org > Countries > Thailand > Overview [Context], 

Stand April 2016 bzw. Oktober 2015; www.thaiweb-sites.com > Economy 

and Politics in Thailand > Thailand GDP Graphs and Analysis; besucht im 

April 2016). 

C-3242/2015 

Seite 9 

5.3.2 Vom Druck zur wirtschaftlichen Existenzsicherung sind in Thailand 

(wie auch in anderen südost-asiatischen Staaten) Frauen ganz besonders 

betroffen. Sie haben mit ihrem Einkommen oft ihren eigenen Haushalt oder 

gar denjenigen ganzer Kommunen zu finanzieren und ihre Arbeitsplätze 

sind in Zeiten angespannter wirtschaftlicher Verhältnisse – je nach Sektor 

– besonders gefährdet. Entsprechend hat die wirtschaftlich motivierte 

Emigration von Thailänderinnen und anderer Südost-Asiatinnen seit der 

Asienkrise 1997 zugenommen (Quelle: Schlussbericht vom 13. Mai 2002 

der Kommission des Deutschen Bundestags zum Thema Globalisierung 

der Weltwirtschaft – Herausforderungen und Antworten, Ziff. 6.2.2.2 S. 317 

f., online abrufbar als Bundesdrucksache 14/9200 unter www.bundes-

tag.de > Dokumente > Drucksachen). 

5.4 In Berücksichtigung dieser Umstände ist nicht zu beanstanden, dass 

die Vorinstanz aufgrund der Herkunft der Gesuchstellerin von einem erhöh-

ten Risiko für die nicht fristgerechte Wiederausreise ausging (vgl. Urteil des 

BVGer C-4868/2015 vom 19. November 2015 E. 6.5 mit weiteren Hinwei-

sen). 

5.5 Bei der Risikoanalyse sind jedoch nicht nur die allgemeinen Umstände 

und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichtspunkte des konkreten 

Einzelfalles zu berücksichtigen. Obliegt einer gesuchstellenden Person im 

Heimat- oder Herkunftsland beispielsweise eine besondere berufliche, ge-

sellschaftliche oder familiäre Verantwortung, kann dieser Umstand durch-

aus die Prognose für eine anstandslose Wiederausreise begünstigen. An-

dererseits muss bei Personen, die in ihrer Heimat beziehungsweise in ih-

rem Herkunftsland keine besonderen Verpflichtungen haben, das Risiko 

eines ausländerrechtlich nicht regelkonformen Verhaltens nach einer be-

willigten Einreise als hoch eingeschätzt werden. 

6.  

6.1 Die Gesuchstellerin ist mittlerweile (…) Jahre alt, geschieden und Mut-

ter eines Sohnes und einer Tochter, die im Zeitpunkt des Visumsantrags 18 

resp. 14 Jahre alt waren (SEM act. 4/26 und SEM act. 7/44). Die Kinder 

leben bei den Grosseltern in (…) im Nordosten Thailands (SEM act. 7/45). 

Die Gesuchstellerin selbst arbeitet im weit entfernten E.________ im Sü-

den des Landes. Ansonsten ist über die familiären Verhältnisse nichts Nä-

heres bekannt. Aufgrund des Alters und der Wohnverhältnisse von Sohn 

und Tochter dürfte aber klar sein, dass diese nicht mehr auf eine eigentliche 

Betreuung durch die Mutter angewiesen sind. Besondere Verpflichtungen 

der Gesuchstellerin ihren nächsten Angehörigen gegenüber sind jedenfalls 

C-3242/2015 

Seite 10 

– von der Notwendigkeit finanzieller Unterstützung abgesehen – nicht er-

kennbar. 

6.2 Eine besondere Verantwortung ist aber auch in den beruflichen Ver-

hältnissen der Gesuchstellerin nicht anzunehmen. Wie bereits erwähnt gilt 

zwar inzwischen als erstellt, dass sie in E._______ als Barkeeperin in ei-

nem Lokal an der für ihr Nachtleben bekannten (…) arbeitet. Gemäss der 

mit der Beschwerde eingereichten Arbeitgeberbestätigung vom 18. Mai 

2015 besteht das Anstellungsverhältnis seit März 2008 und wird ein Lohn 

von monatlich 13'000.00 Baht (umgerechnet rund Fr. 358.00) entrichtet. In 

dem Attest wird auch bestätigt, dass die Arbeitnehmerin einen dreimonati-

gen Urlaub beziehen und danach ihren Arbeitsplatz wieder einnehmen 

könne. Wie verbindlich dies ist, bzw. ob das Arbeitsverhältnis überhaupt 

ganzjährig oder nur saisonal besteht, lässt sich aber in Unkenntnis des Ar-

beitsvertrags bzw. der lokalen Gepflogenheiten nicht beurteilen. Tatsache 

ist jedenfalls, dass es sich bei der fraglichen Arbeit nicht um eine sonderlich 

qualifizierte und gut bezahlte Tätigkeit handelt. 

6.3 Vor dem vorstehend dargelegten allgemeinen und persönlichen Hinter-

grund durfte die Vorinstanz davon ausgehen, dass keine hinreichende Ge-

währ für eine fristgerechte und anstandslose Wiederausreise der Gesuch-

stellerin nach einem Besuchsaufenthalt besteht. An dieser Beurteilung än-

dert die Tatsache nichts, dass der Beschwerdeführer die rechtzeitige Rück-

kehr der Gesuchstellerin zugesichert hat. Denn in seiner Eigenschaft als 

Gastgeber kann er zwar für gewisse finanzielle Risiken (Lebenshaltungs- 

und Reisekosten, allfällige versicherungsmässig nicht gedeckte Kosten 

aus Unfall oder Krankheit) Garantie leisten, nicht aber – mangels rechtli-

cher und faktischer Durchsetzbarkeit – für ein bestimmtes Verhalten seines 

Gastes (vgl. BVGE 2009/27 E. 9). Entsprechend können auch der gute 

Leumund und das berufliche und private Engagement des Beschwerdefüh-

rers nicht entscheidend sein, wenn es darum geht, mögliche Verhaltens-

weisen seines Gastes zu beurteilen. In diesem Zusammenhang hat die  

Vorinstanz zu Recht darauf hingewiesen, dass der Beschwerdeführer die 

Gesuchstellerin erst seit November 2014 und damit noch nicht besonders 

lange kennt. Die Beiden waren in dieser Zeit offenbar erst einmal während 

des dreiwöchigen Ferienaufenthalts des Beschwerdeführers zusammen. 

Nach dessen Darstellung sind zwar bis zum Urteilszeitpunkt zwei weitere 

Besuche in Thailand dazugekommen. Dennoch kann der Beschwerdefüh-

rer unter den gegebenen Umständen – selbst in Berücksichtigung sonsti-

ger regelmässiger Kontakte – kaum für sich in Anspruch nehmen, mögliche 

Entwicklungen in den Vorstellungen seiner Freundin über eine kurz- oder 

C-3242/2015 

Seite 11 

mittelfristige Lebensplanung abschätzen zu können. Nicht zuletzt ange-

sichts des mit drei Monaten relativ langen geplanten Aufenthalts kann nicht 

mit genügender Sicherheit ausgeschlossen werden, dass sich die Gesuch-

stellerin, einmal in der Schweiz, neu orientieren könnte, sollte sich die Be-

ziehung zum Gastgeber nicht in der erhofften Weise entwickeln. 

6.4 Das Interesse des Beschwerdeführers, die Gesuchstellerin seiner Fa-

milie vorzustellen und ihr die Schweiz näher zu bringen, ist in der vorlie-

genden Konstellation legitim. Es vermag allerdings im jetzigen Zeitpunkt 

gegen das öffentliche Interesse an einer Verhinderung eines irregulären 

Aufenthaltes (noch) nicht aufzukommen (zur Bedeutung von Dauer und In-

tensität einer Ferienbekanntschaft im Zusammenhang mit der Risikoana-

lyse vgl. anstelle vieler auch Urteil des BVGer C-2785/2012 vom 17. Juli 

2013 E. 7.3). 

6.5 Die Vorinstanz durfte nach dem bisher Gesagten mangels genügender 

Gewähr für eine gesicherte Wiederausreise ein für den gesamten Schen-

gen-Raum gültiges einheitliches Visum verweigern. Der Beschwerdeführer 

macht sodann keine – z.B. humanitären – Gründe für die Erteilung eines 

Visums mit räumlich beschränkter Gültigkeit geltend; solche Gründe sind 

auch aus den Akten nicht ersichtlich (vgl. E. 4.5 vorstehend).  

7.  

Aus vorstehenden Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfügung im 

Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist da-

her abzuweisen. 

8.  

Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG, Art. 1, 2 und 3 Bst. 

b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-

gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]). 

 

Dispositiv S. 12  

  

C-3242/2015 

Seite 12 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 800.- werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Sie sind durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss ge-

deckt. 

3.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Einschreiben) 

– die Vorinstanz (Beilage: Akten Ref-Nr. […]) 

 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Andreas Trommer Denise Kaufmann 

 

 

 

Versand: