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**Case Identifier:** 03fb0b75-0703-58fd-a6bd-74dd9c89691c
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-04-10
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 10.04.2015 200 2014 1146
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-1146_2015-04-10.pdf

## Full Text

200 14 1146 IV
MAW/RUM/KRK

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 10. April 2015

Verwaltungsrichter Matti, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiber Rüfenacht

A.________
gesetzlich vertreten durch seine Mutter B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 31. Oktober 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. April 2015, IV/14/1146, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der am … 2006 geborene A.________ (fortan Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) wurde erstmals im Jahr 2009 wegen eines angeborenen 
Kryptorchismus (Geburtsgebrechen Ziff. 355) bei der IV-Stelle Bern (fortan 
IVB bzw. Beschwerdegegnerin) zum Leistungsbezug angemeldet (Dossier 
der IVB, Antwortbeilagen [AB] 1, 5/2). Die IVB erteilte Kostengutsprache für 
medizinische Massnahmen zur Behandlung dieses Geburtsgebrechens 
(Mitteilung vom 30. Juli 2009; AB 8).

Am 2. Juli 2013 erfolgte eine weitere Anmeldung für medizinische Mass-
nahmen zur Behandlung eines juvenilen psychoorganischen Syndroms 
(Geburtsgebrechen Ziff. 404). Die behandelnde Ärztin gab als Diagnose ei-
ne Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung (ADHS) unter Be-
handlung mit Methylphenidat an (AB 13/6). Die IVB holte weitere Unterla-
gen ein und liess den Versicherten beim Regionalen Ärztlichen Dienst der 
IV-Stellen (RAD) abklären (Untersuchungsbericht vom 6. Januar 2014; 
AB 25). Mit Vorbescheid vom 28. Februar 2014 stellte sie dem Versicherten 
die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (AB 29). Dagegen er-
hoben die Eltern des Versicherten am 28. März 2014 Einwand (AB 31). Am 
7. April 2014 kamen der IVB weitere Unterlagen der behandelnden Ärztin 
zu (AB 33). In der Folge liess die IVB den Versicherten am Spital 
C.________ audiologisch abklären (Bericht vom 30. September 2014; 
AB 44). Nach Einholung eines Berichts des RAD vom 27. Oktober 2014 
(AB 46/2 f.) wies die IVB mit Verfügung vom 31. Oktober 2014 das Leis-
tungsbegehren, wie angekündigt, ab (AB 47).

B.

Mit Eingabe vom 30. November 2014 liess der Versicherte, gesetzlich ver-
treten durch seine Mutter, Beschwerde erheben. Er beantragt sinngemäss 
die Aufhebung der Verfügung vom 31. Oktober 2014 und die Zusprechung 
von Leistungen der IV zur Behandlung des Geburtsgebrechens Ziff. 404.

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Mit Beschwerdeantwort vom 11. Februar 2015 beantragt die Beschwerde-
gegnerin mit Verweis auf eine Stellungnahme des RAD vom 2. Februar 
2015 (AB 58/2) die Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Ver-
waltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über den 
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist ge-
geben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche-
rung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 31. Oktober 2014 (AB 47). Strei-
tig ist der Anspruch auf medizinische Massnahmen zur Behandlung des 
Geburtsgebrechens Ziff. 404 des Anhangs zur Verordnung über Geburts-
gebrechen vom 9. Dezember 1985 (GgV; SR 831.232.21).

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauern-
de ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Inva-
lidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein. Sie 
gilt als eingetreten, sobald sie die für die Begründung des Anspruchs auf 
die jeweilige Leistung erforderliche Art und Schwere erreicht hat (Art. 4 
Abs. 1 und 2 IVG).

2.2 Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidität 
(Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmassnah-
men, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder 
die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, 
zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den An-
spruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). Nach Massgabe 
der Art. 13 und 21 IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig 
von der Möglichkeit einer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Auf-
gabenbereich (Art. 8 Abs. 2 IVG).

2.3 Nach Art. 13 Abs. 1 IVG haben Versicherte bis zum vollendeten 20. 
Altersjahr Anspruch auf die zur Behandlung von Geburtsgebrechen (Art. 3 
Abs. 2 ATSG) notwendigen medizinischen Massnahmen. Der Bundesrat 
bezeichnet die Gebrechen, für welche diese Massnahmen gewährt werden; 
er kann die Leistung ausschliessen, wenn das Gebrechen von geringfügi-
ger Bedeutung ist (Art. 13 Abs. 2 IVG).

Mit Art. 13 Abs. 2 IVG wurde dem Bundesrat die Kompetenz erteilt, aus der 
Gesamtheit der Geburtsgebrechen im medizinischen Sinne jene auszu-
wählen, für welche medizinische Massnahmen der IV zu gewähren sind 
(Geburtsgebrechen im Rechtssinne des IVG; BGE 122 V 113 E. 3a cc S. 
119). Der Bundesrat verfügt dabei über einen weiten normativen Ermes-

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sensspielraum (BGE 105 V 21; AHI 1999 S. 168 E. 2b). Die Geburtsgebre-
chen sind in der Liste im Anhang zur GgV aufgeführt.

Als medizinische Massnahmen, die für die Behandlung eines Geburtsge-
brechens notwendig sind, gelten sämtliche Vorkehren, die nach bewährter 
Erkenntnis der medizinischen Wissenschaft angezeigt sind und den thera-
peutischen Erfolg in einfacher und zweckmässiger Weise anstreben (Art. 2 
Abs. 3 GgV).

2.4 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352). Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdi-
gung besagt, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objek-
tiv zu prüfen hat, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach 
zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beur-
teilung des strittigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das 
Gericht bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Pro-
zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und 
die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere 
medizinische These abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 
S. 113 E. 3a).

3.

3.1 Zu prüfen ist vorliegend der Anspruch auf medizinische Massnah-
men für die Behandlung des Geburtsgebrechens gemäss Ziff. 404 des An-
hangs zur GgV, d.h. von Störungen des Verhaltens bei Kindern mit norma-
ler Intelligenz, im Sinne krankhafter Beeinträchtigung der Affektivität oder 

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Kontaktfähigkeit, bei Störungen des Antriebs, des Erfassens, der perzepti-
ven Funktionen, der Wahrnehmung, der Konzentrationsfähigkeit sowie der 
Merkfähigkeit. Nach der von der Rechtsprechung als gesetzmässig aner-
kannten Ziff. 404 des Anhangs zur GgV sind die rechtzeitig vor Vollendung 
des neunten Altersjahres erhobene Diagnose und der vor demselben Zeit-
punkt liegende Behandlungsbeginn Anspruchsvoraussetzungen für medizi-
nische Massnahmen gemäss der erwähnten Ziffer (BGE 122 V 113; Ent-
scheid des Bundesgerichts [BGer] vom 5. Juni 2012, 8C_23/2012, E. 5.1.1, 
und Entscheid des BGer vom 14. Januar 2008, 8C_300/2007, E. 2.2).

Das juvenile psychoorganische Syndrom (POS) ist ein komplexes Leiden. 
Damit die Voraussetzungen für dessen Diagnose erfüllt sind, müssen die in 
Ziff. 404 des Anhangs zur GgV erwähnten Symptome kumulativ nachge-
wiesen sein. Bei all diesen Symptomen handelt es sich um nicht leicht fass- 
und messbare Elemente (BGer 8C_23/2012, E. 5.2.1, und 8C_300/2007, 
E. 2.3). Wenn bis zum 9. Geburtstag allein einzelne der Symptome ärztlich 
festgestellt werden, sind die Voraussetzungen gemäss Ziff. 404 des An-
hangs zur GgV nicht erfüllt (Rz. 404.5 des Kreisschreibens des Bundesam-
tes für Sozialversicherung über die medizinischen Eingliederungsmassnah-
men der Invalidenversicherung [KSME] in der ab 1. März 2014 gültig gewe-
senen Fassung).

Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind für die Anerken-
nung eines POS bzw. eines Geburtsgebrechens nach Ziff. 404 des An-
hangs zur GgV die Symptome eines ADHS zwar erforderlich, aber nicht 
hinreichend (BGer 8C_23/2012, E. 5.2.2, 8C_300/2007, E. 3.3 und E. 3.5, 
sowie Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 30. Sep-
tember 2004, I 265/04, E. 3.4). Dies ergibt sich auch aus Ziff. 1.2 und 2.1 
des Anhangs 7 zum KSME (GG 404 GgV Medizinischer Leitfaden). Die zu-
treffende Diagnose eines ADHS und dessen Behandlung vor Vollendung 
des 9. Lebensjahrs reichen somit zur Anerkennung des Geburtsgebre-
chens Ziff. 404 des Anhangs zur GgV nicht aus. Vielmehr müssen sämtli-
che Anerkennungskriterien gemäss dieser Ziffer erfüllt sein.

3.2 Umstritten und hiernach im Rahmen der Beweiswürdigung zu eruie-
ren ist insbesondere, ob – wie in der Beschwerde mit Verweis auf die be-

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handelnde Ärztin vorgetragen wird – beim Beschwerdeführer eine Störung 
des verbal-auditiven Erfassens vorliegt.

3.3 Aus den Akten ergibt sich dazu im Wesentlichen Folgendes:

3.3.1 Im Bericht vom 31. Juli 2013 hielt Dr. med. D.________, Fachärztin 
für Kinder und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie FMH, fest, Anamne-
se, Klinik und testpsychologische Abklärung legten die Diagnose einer Auf-
merksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung (ADHS) nahe. Die Trias 
Hyperaktivität, Aufmerksamkeitsstörung und Störung der Impulskontrolle 
träten pervasiv in Erscheinung. Zusätzlich sei die auditive Wahrnehmung 
signifikant beeinträchtigt. Eine eher moderate Störung lasse sich im Berei-
che der motorischen Entwicklung feststellen (graphomotorische Schwäche 
beim Zeichnen und Schreiben). Versicherungstechnisch lasse sich festhal-
ten, dass die Kriterien der IV für das Vorliegen eines juvenilen psychoorga-
nischen Syndroms sowohl kumulativ als auch aktuell alle erfüllt seien. Bei 
der Diagnosestellung sei das von der IV erforderliche Alter von 9 Jahren 
nicht überschritten gewesen. Der Gesamt-IQ liege im Normbereich. Verhal-
ten, Antrieb und Konzentrationsfähigkeit seien im Sinne eines ADHS in 
krankhafter Weise beeinträchtigt. Es liege eine signifikante Beeinträchti-
gung im Bereiche der auditiven Merkfähigkeit vor (AB 13/6).

3.3.2 Im Untersuchungsbericht vom 6. Januar 2014 führte Dr. med. 
E.________, Fachärztin für Pädiatrie FMH, Regionaler Ärztlicher Dienst der 
IV-Stellen (RAD), aus, aufgrund der medizinischen Unterlagen und der kli-
nischen Untersuchung seien Verhalten, Antrieb, Merkfähigkeit und Konzen-
tration im Sinne einer hyperkinetischen Störung gestört (ICD-10 F90). Die 
auffällige Graphomotorik weise auf umschriebene Entwicklungsstörungen 
der Motorik hin (ICD-10 F82). Mit der unauffälligen auditiven Differenzie-
rungsfähigkeit und der Wortunterscheidung (Mottier, Wahlverfahren/WUT) 
liege kein gestörtes verbal-auditives Erfassen vor. Der Beschwerdeführer 
mache viele Fehler durch sein nicht Hinhören. Beim Kopieren und Abruf 
der MCG-Figur schneide der Beschwerdeführer quantitativ und qualitativ 
überdurchschnittlich gut ab. Er gehe analog wie bei Frau Dr. med. 
D.________ vor, indem er in der linken Bildhälfte beginne und Viertel um 
Viertel anführe. Die Figur als Ganzes habe er verinnerlichen können, sie 
zerfalle nicht. Anamnestisch baue er gerne mit Kappla. Der visuo-konstruk-

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tive Bereich zähle zu seinen Stärken. Er sei normal intelligent. Mit der Stär-
ke im Erfassen erfülle der Beschwerdeführer nicht alle Kriterien des Ge-
burtsgebrechens Ziff. 404. Das Vollbild eines juvenilen psychoorganischen 
Syndroms sei somit nicht ausgewiesen (AB 25/2 f.).

3.3.3 Im Bericht vom 9. Oktober 2013 über die Abklärung der Hörwahr-
nehmung vom 25. September 2013 hielt F.________, Praxis G.________, 
eine schwere zentrale Hörverarbeitungsstörung fest. Aktuell könne der Be-
schwerdeführer keine Klänge, auch keine Wortklänge (wie Silben, Wörter, 
Sätze) bewusst im Raum orten, was vermutlich einen Konzentrationsverlust 
von 50% zur Folge habe. Zudem liege eine vollkommen geschlossene Se-
lektivität auf beiden Ohren vor. Dem Beschwerdeführer stehe aktuell nur 
das Frequenzspektrum von 125 Hertz zur Verfügung. Dies entspreche dem 
bewussten Hörwahrnehmungsvermögen eines neugeborenen Kindes. Kon-
kret bedeute das, dass der Beschwerdeführer nur unter grossen Schwierig-
keiten klanglich-sprachliche Silben-, Wort- oder Satzmodelle aufbauen, ab-
speichern, verankern und vor allem abrufen könne. Damit seien die Grund-
lagen eines stimmigen Sprachaufbaus aktuell nicht umfassend gegeben 
und nur ungenügend integriert (AB 33/4).

3.3.4 Im Bericht vom 3. April 2014 hielt die behandelnde Ärztin Dr. med. 
D.________ fest, es liege eine ausgesprochene Beeinträchtigung der audi-
tiven Wahrnehmung vor. Am 25. September 2013 sei eine Abklärung der 
Hörwahrnehmung im Zentrum H.________ in … durchgeführt worden, wel-
che hoch pathologisch ausgefallen sei. In dem vom RAD durchgeführten 
Monroe-Wahlunterscheidungstest zeige das Kind keine Schwierigkeiten, 
obwohl der Mottier-Test (damals ohne Methylphenidat) auffällig gewesen 
sei. Hier in der zusätzlichen Abklärung sei das Hörprofil sogar unter Methyl-
phenidat hoch auffällig gewesen (AB 33/1).

3.3.5 Im Bericht der des Spitals C.________ vom 30. September 2014 
wurde als audiologisch-otologische Diagnose ein normales Gehör beidseits 
aufgeführt. Bei der Untersuchung sei beidseits ein normales peripheres 
Gehör einschliesslich des Sprachverstehens festgestellt worden. Eine Hör-
geräteversorgung sei mit Sicherheit nicht indiziert. Ein normales peripheres 
Gehör schliesse eine auditive Wahrnehmungsstörung nicht aus. Bei einem 
Aufmerksamkeitsdefizit, wie es beim Beschwerdeführer diagnostiziert sei, 

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sei eine zusätzliche auditive Wahrnehmungsstörung nicht wirklich diagnos-
tizierbar und separat therapierbar. Es werde deshalb eine Weiterführung 
der therapeutischen Massnahmen im Zusammenhang mit dem Aufmerk-
samkeitsdefizit und der Hyperaktivitätsstörung empfohlen (AB 44).

3.3.6 Im RAD-Bericht vom 27. Oktober 2014 hielt Dr. med. E.________ 
fest, klinisch fehlten Hinweise auf ein gestörtes Erfassen. Der Beschwerde-
führer höre gut und verfüge über ein normales Sprachverstehen. Das Ge-
burtsgebrechen Ziff. 404 sei nicht ausgewiesen (AB 46/2).

3.4

3.4.1 Der Untersuchungsbericht der RAD-Ärztin Dr. med. E.________ 
vom 6. Januar 2014 (AB 25) ist umfassend, beruht auf einlässlichen ana-
mnestischen Erhebungen, eigens durchgeführten Untersuchungen inkl. 
Tests und wurde in Kenntnis sowie unter Würdigung der Vorakten, insbe-
sondere des Berichts der behandelnden Ärztin Dr. med. D.________ vom 
31. Juli 2013 (AB 13), erstellt. Der in der Darlegung der Befunde und der 
diagnostischen Beurteilung widerspruchsfrei und nachvollziehbar begrün-
dete RAD-Untersuchungsbericht erfüllt die vom Bundesgericht an ärztliche 
Berichte gestellten Anforderungen (vgl. E. 2.4 hiervor) und ist damit voll 
beweiskräftig.

Im Einzelnen ist Folgendes festzuhalten:

3.4.2 Gemäss dem Untersuchungsbericht der RAD-Ärztin können beim 
Beschwerdeführer aufgrund der anamnestischen Erhebungen, der klini-
schen Untersuchung und insbesondere der Ergebnisse des Mottier-Tests 
und des Wortunterscheidungstests WUT weder eine gestörte auditive Diffe-
renzierungsfähigkeit noch eine gestörte akustische Wortunterscheidung 
festgestellt werden (AB 25/2). Daran vermögen die Ausführungen der be-
handelnden Ärztin nichts zu ändern. Anders als die RAD-Ärztin stellte die 
behandelnde Ärztin bezüglich des hier streitigen Sachverhaltselements ein-
zig auf die Ergebnisse des Mottier-Tests ab (AB 13/4). Gemäss dem medi-
zinischen Leitfaden im Anhang 7 zum KSME darf im Mottier-Test bei einem 
allein unterdurchschnittlichen Resultat nicht ohne weiteres auf eine Diffe-
renzierungsstörung geschlossen werden, da der Befund auch gut mit einer 
Beeinträchtigung des Arbeitsgedächtnisses erklärt werden kann (a.a.O., 

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Ziff. 2.1.3). So hat Dr. med. D.________ im Bericht vom Juli 2013 zu den 
Resultaten des Mottier-Tests selbst festgehalten, es sei das Silbenspei-
chern bzw. Abrufen (Kurzzeitgedächtnis) geschwächt (AB 13/4). In ihren 
Schlussfolgerungen hat sie dies jedoch ohne weitere Begründung mit audi-
tiven Wahrnehmungsschwierigkeiten gleichgesetzt (AB 13/5).

Ebenfalls nicht abzustellen ist auf den Bericht der F.________, Praxis 
G.________, vom 9. Oktober 2013 (AB 33/4-7) über einen im Zentrum 
H.________ durchgeführten „Test d’écoute‚ Effet Tomatis‘“ (AB 33/3). Die 
Ergebnisse dieser Abklärung und diagnostische Beurteilung einer schwe-
ren zentralen Hörverarbeitungsstörung (AB 33/4) konnten anlässlich der 
gutachtlichen audiologischen Abklärung am Spital C.________ vom August 
2014 (Arztbericht vom 30. September 2014) nicht bestätigt werden. Die 
Untersuchungsergebnisse ergaben beidseits ein normales peripheres 
Gehör und Sprachverstehen (AB 44/1).

3.5 Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin zu 
Recht auf die fachärztlichen Einschätzungen von Dr. med. E.________ 
abgestellt und das Vorliegen einer auditiven Wahrnehmungsstörung im 
Sinne einer Störung des Erfassens ausgeschlossen hat. Damit sind die 
Voraussetzungen von Ziff. 404 des Anhangs zur GgV nicht ausgewiesen 
und besteht kein Anspruch auf die anbegehrten medizinischen Massnah-
men (vgl. E. 3.1 hiervor). 

Anders als in der Beschwerde dargestellt wird, ist die Ablehnung der Leis-
tungspflicht der IV nicht ein Entscheid gegen die Behandlungsbedürftigkeit 
des Beschwerdeführers. Vielmehr wird damit festgelegt, dass entsprechen-
de Sozialversicherungsleistungen nicht durch die IV zu erbringen sind (vgl. 
Ziff. 1.1 des Anhangs 7 zum KSME). Die in der Beschwerde geforderte 
Fortsetzung von (zweckmässigen) therapeutischen Massnahmen ist allen-
falls durch die Krankenkasse, jedoch nicht durch die IV zu finanzieren.

Die Beschwerde vom 30. November 2014 erweist sich nach dem Gesagten 
als unbegründet und ist abzuweisen.

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4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. Entsprechend dem Ausgang des Ver-
fahrens werden die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 500.--, 
dem unterliegenden Beschwerdeführer auferlegt (Art. 108 Abs. 1 VRPG). 
Sie werden dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss entnom-
men.

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht zum Vornherein kein 
Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG [Umkehr-
schluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

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Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.