# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e8f6e0fc-e1cd-58af-bf55-9bfddb1fbe8f
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2003-09-10
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Kantonsgericht Sammlung ARGVP 10.09.2003 Verwaltung ARGVP 2003 1401
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_KG_005_Verwaltung-ARGVP-200_2003-09-10.pdf

## Full Text

A. Verwaltungsentscheide 1401 

 

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historisch wertvollen Charakter der N.-gasse zu erhalten. Zudem ist 
das Haus selbst mit Holzfenstern mit Holzfutter und Schlagläden in 
Holz ausgestattet. Weiter wurde auch für das bereits früher bewilligte 
Garagentor die Verwendung von Holz und die Abstimmung der Farbe 
mit der Fassade verlangt (vgl. Protokoll vom 15. Juli 2003, S. 5). Sei-
ne Erscheinung weicht indessen von den anderen Häusern ab, finden 
sich doch mehrere stilfremde Bauteile. Insbesondere wurde für die 
Südfassade kein traditionelles Material verwendet. Überhaupt ist das 
Haus Nr. 137, welches früher mit dem Haus Nr. 138 zusammenge-
baut war, wohl etwa in den 60er/70er Jahren mit wenig Feingefühl für 
seinen historischen Kontext renoviert worden. Auch von seiner histori-
schen Bedeutung her nimmt es einen eher unbedeutenden Platz ein, 
findet es doch in der Umschreibung des H. von Eugen Steinmann 
(Eugen Steinmann, Die Kunstdenkmäler des Kantons Appenzell Aus-
serrhoden, Bd. II, Basel 1980, S. 59 ff.) keine Erwähnung. Trotzdem 
ist an die Anforderungen bei seiner Renovation ein hoher Massstab 
anzusetzen, um eine der kulturhistorisch wertvollen Erscheinung der 
Gebäudegruppe entsprechende und in seiner Gesamtwirkung befrie-
digende Eingliederung des Gebäudes zu erwirken. In diesem Sinne 
erscheint die verfügte Auflage bezüglich Holzschindelschirm grund-
sätzlich sowohl als geeignet als auch erforderlich, um dem Interesse 
am Ortsbildschutz gerecht zu werden. 

 
Entscheid der Baudirektion vom 24.09.2003 

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Umweltschutzrecht. Rechtmässigkeit der Grenzwerte gemäss Bun-
desverordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung 

 6. Die Rekurrenten zweifeln in materiell-rechtlicher Hinsicht gene-
rell die Rechtmässigkeit der Bundesverordnung über den Schutz vor 
nichtionisierender Strahlung (NISV, SR 814.710) an und verlangen 
eine konkrete Normenkontrolle. Im Speziellen rügen sie, die besonde-
ren Schutzbedürfnisse von Personen mit erhöhter Empfindlichkeit 
seien ignoriert worden, Art. 13 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den 
Umweltschutz (USG, SR 814.01) gehe von ebendieser erhöhten Emp-

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findlichkeit und nicht von einer objektiven Empfindlichkeit aus, Schä-
digungen an elektrosensiblen Personen seien bereits Tatsache, Art. 
11 Abs. 2 USG werde durch die Behörden über den Schutzzweck der 
BV und des USG gestellt und schliesslich, die Vorinstanzen hätten die 
Menschenrechte der Rekurrenten in deren Kerngehalt verletzt. 
 a) Vorab ist auf den ausserdem vorgebrachten Einwand der Re-
kurrenten einzugehen, dass in H. an einer weiteren Mobilfunkanlage 
gar kein öffentliches Interesse bestehe. Sind alle öffentlich-rechtlichen 
Vorschriften – etwa umwelt- und bauordnungsrechtlicher Natur – ein-
gehalten, verleiht dies der Gesuchstellerin einer Mobilfunkantennen-
anlage einen Anspruch auf Erteilung der erforderlichen Bewilligungen. 
Der Nachweis konkreten öffentlichen Interesses ist weder in der 
Fernmelde- noch in der Umweltschutz- und der Baurechtsgesetzge-
bung vorgesehen und kann daher von den Netzbetreiberinnen auch 
nicht verlangt werden. 
 b) Die Rekurrenten bemängeln implizit den Schutzumfang der 
NISV und folgern daraus, die Verordnung hätte durch das Amt für 
Umweltschutz nicht angewandt werden dürfen. Als Resultat dieser 
Argumentation ersuchen sie um Durchführung einer konkreten Nor-
menkontrolle. In unlängst ergangenen Entscheiden hat sich das Bun-
desgericht der Frage konkret angenommen, ob die NISV durch die 
Judikative zu korrigieren oder aber durch die rechtsanwendenen Be-
hörden wie vorliegend anzuwenden sei. Es ist dabei im Leitentscheid 
BGE 126 II 402 ff. (vgl. auch die dementsprechenden, ausführlichen 
Begründungen im Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 18. März 2003, Nr. 2002/160 und 2002/161) zum unmiss-
verständlichen Schlusse gelangt, dass der Bundesrat mit dem Erlass 
von Anlagegrenzwerten in der NISV den ihm zustehenden Spielraum 
bei der Umsetzung von Art. 13 USG nicht überschritten habe. Mithin 
wurde die NISV damit für zum Beurteilungszeitpunkt als rechtmässig 
taxiert. Im selben Entscheid hat das höchste Landesgericht aber auch 
festgestellt, dass der verordnungsgebende Bundesrat beim Erlass der 
NISV von einem lückenhaften Erkenntnisstand in Hinsicht auf die 
Wirkungen nichtionisierender Strahlungen auf die Gesundheit des 
Menschen ausging. Dies gelte im Besonderen für den Bereich allfälli-
ger nicht-thermischer Wirkungen der nichtionisierten Strahlung auf 
den Menschen. Da gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse zur 
genannten nicht-thermischen Wirkung auf den Menschen weitgehend 
fehlen, kam der Bundesrat – nach Auffassung des Bundesgerichts 

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zurecht – denn auch nicht umhin, die Anlagegrenzwerte an der ther-
mischen Wirkung zu orientieren und deren Festlegung auf die Strah-
lenintensität abzustützen (BGE 126 II 407). Angesichts dieser Um-
stände sind die Bedenken der Rekurrenten bis zu einem gewissen 
Mass durchaus als nachvollziehbar zu betrachten. Indessen ist klar 
festzuhalten, dass aufgrund des Auftrages von Art. 13 USG auf dem 
Verordnungswege Grenzwerte festzulegen waren, dass nicht einfach 
jegliche Gesuche mit dem Hinweis auf noch nicht oder noch nicht 
gesichert vorhandene wissenschaftliche Untersuchungen zu den a-
thermischen Wirkungen abgelehnt werden konnten und können, und 
dass der Verordnungsgeber mit der Festsetzung von Anlagegrenz-
werten einen über die reinen Immissionsgrenzwerte hinausgehenden 
Vorsorgeschutz ins Schutzkonzept der NISV eingebaut hat. Wie das 
Bundesgericht im erwähnten Leitentscheid ausgeführt hat, wird es am 
Bundesrat als Verordnungsgeber liegen, den Status der wissenschaft-
lichen Erkenntnisse periodisch zu überprüfen und bei Vorliegen neuer 
gesicherter wissenschaftlicher Erfahrungen die dannzumal erforderli-
chen Konsequenzen zu ziehen. Ein Eingreifen der Legislative – sei 
dies auf Bundes- und erst recht nicht auf kantonaler Ebene – ist zum 
heutigen Zeitpunkt somit weder geboten noch möglich (vgl. BGE 
1A.10/201 vom 8. April 2002, auszugsweise wiedergegeben in URP 
2002 430 f.). 
 In Würdigung dieser Ausführungen des Bundesgerichts, welchen 
seither keine neuen entscheidenden Erkenntnisse hinzugekommen 
sind, kann damit in aller Deutlichkeit festgehalten werden, dass die 
NISV zum jetzigen Zeitpunkt generell, und für den vorliegenden Fall 
im Speziellen, anwendbar und für die zuständigen Behörden, so auch 
das kantonale Amt für Umweltschutz von Appenzell A.Rh., bindend 
ist. 
 c) Wie das Bundesgericht im nämlichen Entscheid weiter aus-
drücklich – und ohne Interpretationsspielraum offen zu lassen – fest-
gelegt hat, trägt die NISV auch der Wirkung der Strahlungsemissionen 
auf Personengruppen mit erhöhter Empfindlichkeit im Sinne von Art. 
13 Abs. 2 USG in angemessener Weise Rechnung (BGE 126 II 405). 
Dies bedeutet, dass auch für diese Personengruppen die – und nur 
die – Immissions- und Anlagegrenzwerte der NISV anzuwenden sind, 
da die Forderung von Art. 13 Abs. 2 USG bereits durch den Bundesrat 
als Verordnungsgeber erfüllt worden sind. Soweit folglich die Rekur-
renten beanstanden, Personengruppen mit erhöhter Empfindlichkeit 

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seien ignoriert worden, sind sie nicht zu hören. Ferner scheinen die 
Rekurrenten hinsichtlich der Argumentation des Amtes für Umwelt-
schutz zu ebendieser erhöhten Empfindlichkeit einem Missverständnis 
auferlegen zu sein: Die vom angefochtenen Einspracheentscheid des 
Amtes für Umweltschutz angesprochene sog. „objektivierte Empfind-
lichkeit“ meint nicht, dass die erhöhten Schutzbedürfnisse von Perso-
nen mit erhöhter Empfindlichkeit überhaupt nicht berücksichtigt wor-
den seien. Vielmehr möchte diese Wendung aussagen, dass diese 
Berücksichtigung durch den Verordnungsgeber erfolgt sei, und dass 
weitergehende Massnahmen gestützt auf subjektive Wahrnehmung 
einzelner Anwohner nicht getroffen werden können. Insgesamt ist 
damit festzustellen, dass die Einwände der Rekurrenten zur Anwen-
dung von Art. 13 Abs. 2 USG fehl gehen. 
 d) Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die NISV des 
Bundes verfassungs- und gesetzeskonform und für die rechtsanwen-
denen kantonalen Behörden bindend ist, dass sie insbesondere zum 
heutigen Zeitpunkt dem Vorsorgeprinzip des USG genügt und dass 
Personengruppen mit erhöhter Empfindlichkeit angemessen Rech-
nung getragen wird. Dies hat zur weiteren Konsequenz, dass – wie 
dies die Rekurrenten mehrfach vorbringen – keine Verletzungen der 
Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK, SR 0.101) gege-
ben sind, zumal deren Schutzbereich im hier interessierenden Bereich 
nicht über jenen von Bundesverfassung und Umweltschutzgesetzge-
bung hinausgehen (vgl. Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kan-
tons St. Gallen vom 18. März 2003, Nr. 2002/160 und 2002/161, Erw. 
5c). 

Entscheid der Baudirektion vom 10.09.2003 
 
Eine gegen diesen Entscheid der Baudirektion gerichtete Verwal-
tungsgerichtsbeschwerde ist zur Zeit noch hängig.