# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0c9d5e22-8c74-5ef0-bdfe-91850079833b
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-10-05
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 05.10.2006 U 2006 87
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_U-2006-87_2006-10-05.pdf

## Full Text

U 06 87
2. Kammer 

URTEIL
vom 5. Oktober 2006

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Submission

1. Seit dem Jahre 2000 hat … für die Gemeinde … die Schneeräumung der 

Strassen und der öffentlichen Parkplätze besorgt. Am 30. April 2006 ist das 

Vertragsverhältnis ausgelaufen, weshalb die Gemeinde die entsprechenden 

Arbeiten für den Zeitraum vom Winter 2006/07 bis 2011/12 am 12. Juni 2006 

im Einladungsverfahren ausschrieb. Es gingen zwei Offerten ein, nämlich jene 

von … und der ARGE … Der Offertvergleich sah folgendermassen aus:

… ARGE …

Monatliche Bereitstellungskosten Fr.    3'000.-- Fr.     2'000.--

Traktor mit Pflug Fr. 179.--/Std Fr. 160.--/Std

Pneulader mit Pflug Fr. 179.--/Std Fr. 160.--/Std

Pneulader mit Schaufel Fr. 216.--/Std Fr. 160.--/Std

Pneulader mit Eiskratzer Fr. 222.--/Std Fr. 200.--/Std

Lastwagen mit Schneemulde Fr. 181.--/Std Fr. 160.--/Std

Schneeschleuder Fr. 179.--/Std Fr. 160.--/Std

An der Sitzung vom 26. Juli 2006 vergab der Gemeindevorstand (im Ausstand 

von …) den Auftrag an die ARGE … als wirtschaftlich günstigstem Angebot. 

2. Dagegen erhob … am 8. August 2006 Beschwerde an das Verwaltungsgericht 

mit dem Antrag, die Einladung zur Offertstellung vom 12. Juni 2006 sowie die 

Zuschlagsverfügung aufzuheben und die Sache zur Neuvergabe an die 

Vorinstanz zurückzuweisen. Eventuell sei der Auftrag direkt ihm 

zuzuschlagen. Weder in der Einladung zur Offertstellung noch später seien 

Ort und Datum der Offertöffnung bekannt gegeben worden. Auch sei nicht 

bekannt, ob die Offerten bis zur Offertöffnung verschlossen geblieben seien. 

Der Beschwerdeführer habe auch nicht an einer Offertöffnung teilgenommen. 

Damit seien fundamentale Regeln des Submissionsverfahrens verletzt 

worden, was bereits die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz erfordere. 

… erscheine zwar nicht auf der Einladung zur Offertstellung und auch nicht 

auf dem Vergabeentscheid. Es könne aber nicht zum vornherein 

ausgeschlossen werden, dass … bereits im Vorfeld des Vergabeverfahrens 

mitgewirkt habe. Die Gemeinde müsse den Nachweis erbringen, dass … nicht 

in verpönter Weise am Submissionsverfahren beteiligt gewesen sei. Aus dem 

Protokoll der Sitzung des Gemeindevorstandes ergebe sich, dass … bei der 

Behandlung dieses Geschäftes mindestens anfänglich anwesend gewesen 

sei, womit die Ausstandspflicht bereits verletzt sei. Da keine 

Zuschlagskriterien bekannt gegeben worden seien, müsse der Zuschlag an 

das wirtschaftlich günstigste Angebot erteilt werden. Es sei nicht 

nachvollziehbar, wie die beiden Offerten bewertet worden seien. Ein blosser 

Preisvergleich genüge hier nicht. So komme es beispielsweise beim 

Schneetransport auch auf die Kapazität der Fahrzeuge an. Grössere 

Fahrzeuge verursachten weniger Fahrten. Die Offerte des 

Beschwerdeführers bezeichne genau die einsetzbaren Fahrzeuge und 

Maschinen. Das Angebot der ARGE mache diese Angaben nicht. Zumindest 

hätte die Gemeinde die entsprechenden Angaben nachträglich einholen 

müssen. Verschiedene andere Elemente hätten mitbewertet werden müssen, 

etwa die Tatsache, dass die ARGE die Fahrzeuge teilweise von … 

heranführen müsse, dass der Beschwerdeführer auf die üblichen Zuschläge 

für Pikett-, Nacht-, Überzeit- und Sonntagsdienst verzichtet habe, dass er über 

Einstellmöglichkeiten verfüge, welche die Umweltvorschriften erfüllten, dass 

die ARGE ihre Gerätschaften in … in einem Stallgebäude einstellte, das 

möglicherweise weder über einen erforderlichen Bodenbelag noch über einen 

Ölabscheider verfüge, und dass der Beschwerdeführer über jahrelange 

Erfahrung verfüge.

3. Die Gemeinde beantragte in ihrer Vernehmlassung die Abweisung der 

Beschwerde. Es treffe zu, dass keine Bekanntgabe von Ort und Zeit der 

Offertöffnung erfolgt sei und dass auch kein Offertöffnungsprotokoll vorliege. 

In PVG 2000 Nr. 64 habe das Verwaltungsgericht klar ausgeführt, wann in 

einem solchen Falle eine Wiederholung des Verfahrens erforderlich sei, 

nämlich dann, wenn ein ernsthafter Verdacht bestehe, dass 

Unregelmässigkeiten vorgekommen seien. Davon könne hier sicher nicht 

gesprochen werden. … habe nicht gegen die Ausstandsbestimmungen 

verstossen. Er sei bei der Behandlung des Geschäftes rechtzeitig in Ausstand 

getreten. Der Verdacht der Vorbefasstheit sei unbegründet. Die 

Strassenräumung gehöre ins Strassendepartement, … betreue aber das 

Polizei- und Sanitätsdepartement. Massgebend für den Zuschlag sei der 

niedrigere Preis gewesen. Allerdings habe die Gemeinde bei der ARGE 

zusätzliche Abklärungen vorgenommen, z.B. bezüglich der Maschinen und 

der vorgesehenen Preiszuschläge. Diese Abklärungen hätten ergeben, dass 

bezüglich der Effizienz der einzusetzenden Maschinen der beiden Offerenten 

kein massgebender Unterschied auszumachen sei. Bezüglich Grösse und 

Leistungsfähigkeit seien die Maschinen des Beschwerdeführers leicht im 

Vorteil, bei der Wendigkeit seien jene der ARGE im Vorteil. Damit bleibe der 

deutliche Preisvorteil von 17.42 %. Die Wegstrecke von … betrage nur 5 km, 

so dass Zeitverlust nicht nennenswert sei. Verrechnet werde der Einsatz 

zudem erst ab Einsatzort. Die Zuschläge seien bei der Beschwerdegegnerin 

2 ebenfalls inbegriffen.

4. Die Beschwerdegegnerin 2 beantragte ebenfalls die Abweisung der 

Beschwerde. Sie führe die Schneeräumung in … zu den exakt gleichen 

Konditionen aus. Die für die Schneeräumung eingesetzten Maschinen würden 

in … in beheizten Räumen garagiert. In … würden der grosse Pneulader 

sowie die Lastwagen garagiert.

5. In einem zweiten Schriftenwechsel hielten die Parteien an ihren Standpunkten 

fest. Der Beschwerdeführer machte zusätzlich geltend, es hätte das offene 

anstelle des Einladungsverfahrens stattfinden müssen.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften wird, 

soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Der Beschwerdeführer macht geltend, es hätte anstelle des Einladungs- das 

offene Verfahren durchgeführt werden müssen, da der massgebende 

Schwellenwert überschritten werde. Das Verfahren sei daher zu wiederholen. 

Vor der materiellen Beurteilung dieser Frage ist zu prüfen, ob der 

Beschwerdeführer überhaupt zur Erhebung dieses Einwandes legitimiert ist.

b) Vorliegend wickelte die Vorinstanz die umstrittene Vergabe über das 

Einladungsverfahren ab, an welchem der Beschwerdeführer teilnehmen 

konnte. Die Bestimmungen, welche im Submissionsgesetz die jeweils 

anwendbare Verfahrensart regeln, verfolgen einerseits öffentliche Interessen 

und schützen andrerseits die Anbieter davor, dort am Zugang zu einem 

Wettbewerb behindert zu werden, wo sie Anspruch auf Teilnahme geltend 

machen können. Dies bedeutet, dass Anbieter, die geltend machen, dass sie 

zu Unrecht vom Zugang zu einem Wettbewerb ausgeschlossen wurden, weil 

die unzutreffende Verfahrensart angewendet wurde, zur Beschwerde 

legitimiert sind. Dies trifft auf den Beschwerdeführer offensichtlich nicht zu, 

konnte er doch auf Einladung hin sein Angebot unterbreiten. Es ist nicht 

ersichtlich, welchen eigenen Nachteil er durch das Einladungsverfahren 

erlitten hat. Es kann nicht einmal gesagt werden, dass er durch die gewählte 

Verfahrensart in seinen faktischen Interessen beeinträchtigt wurde. Das 

Einladungsverfahren bringt im Gegenteil für die eingeladenen Anbieter den 

Vorteil, dass sie im Vergleich zum offenen oder selektiven Verfahren 

geringerer Konkurrenz ausgesetzt sind. Der Beschwerdeführer macht denn 

auch nicht geltend, dass er selber wegen der Anwendung des 

Einladungsverfahrens irgendeinen konkreten Nachteil erlitten hat. Nach 

dieser schon in PVG 2000 Nr. 64 wiedergegebenen Praxis des 

Verwaltungsgerichtes kann somit auf den Antrag des Beschwerdeführers, das 

Verfahren zu wiederholen nicht eingetreten werden. Es kommt noch hinzu, 

dass es dem Grundsatz von Treu und Glauben widersprechen würde, wenn 

der Eingeladene ohne Einwand am Verfahren teilnimmt, um dann nach 

missliebigem Ausgang der Vergabe geltend zu machen, das Verfahren sei 

von Anfang an falsch gelaufen (VGU 05 17). Immerhin sei in materieller 

Hinsicht angemerkt, dass für die vorliegende Vergabe der massgebende 

Schwellenwert für das Einladungsverfahren offensichtlich überschritten wird, 

was auch die Gemeinde nicht in Abrede stellt. Da dieser Fehler vom 

Verwaltungsgericht nicht von Amtes wegen behoben werden kann, muss es 

mit dieser Feststellung sein Bewenden haben.

2. a) Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, das Angebot der 

Beschwerdegegnerin 2 müsse ausgeschlossen und der Auftrag ihm als 

einzigem verbleibenden Offerenten zugeschlagen werden. Er begründet dies 

damit, dass … gegen Art. 12 des SubG verstossen habe. Gemäss Art. 12 Abs. 

1 SubG hat ein Mitglied der Vergabebehörde in den Ausstand zu treten, wenn 

es selbst, sein Ehegatte oder Personen, die zu ihm bis zum dritten Grad 

verwandt oder verschwägert sind, am Ausgang des Vergabeverfahrens ein 

unmittelbares Interesse haben oder wenn andere Umstände es als befangen 

erscheinen lassen. Zudem dürfen sich gemäss Art. 12 Abs. 2 SubG Personen 

und Unternehmen nicht als Anbieter am Verfahren beteiligen, wenn sie die 

Ausschreibungsunterlagen erstellt oder an der Vorbereitung des 

Vergabeverfahrens derart mitgewirkt haben, dass sie dadurch einen 

wesentlichen durch den Auftraggeber nicht ausgleichbaren 

Wissensvorsprung erlangt haben oder die Vergabe zu ihren Gunsten 

beeinflussen können. Ein Verstoss gegen Art. 12 Abs. 2 SubG muss dabei 

gemäss Art. 22 lit. m SubG mit dem Ausschluss des Angebots geahndet 

werden.

b) Es ist unbestritten, dass … als Mitglied des Gemeindevorstandes bei der 

Behandlung des Geschäftes in den Ausstand treten musste. Tatsächlich hat 

er an der eigentlichen Beratung auch nicht teilgenommen. Indessen heisst es 

im Protokoll der Sitzung des Gemeindevorstandes, dass … in Ausstand 

getreten sei, nachdem festgehalten worden sei, dass die grosse 

Preisdifferenz von rund 20% bei der Arbeitsvergabe mitzuberücksichtigen sei. 

Es könnte dadurch der Eindruck entstehen, dass er noch teilweise an der 

Beratung teilgenommen hat. Das Protokoll zeigt indessen auf, dass erst nach 

seinem Ausstand eine grössere Diskussion über die massgebenden Punkte 

stattgefunden hat und anschliessend die Vergabe erfolgt ist. Offensichtlich hat 

… an den Beratungen selber nicht teilgenommen und es besteht auch kein 

Anhaltspunkt dafür, dass sich … vorgängig noch zum Geschäft geäussert hat, 

was nicht zulässig gewesen wäre. Allein der Umstand, dass offenbar die 

Feststellung, dass die Preisdifferenz bei der Vergabe zu berücksichtigen sei, 

noch im Beisein von … gefallen ist, vermag für sich allein noch nicht den 

Anschein zu erwecken, dass ein befangenes Behördenmitglied am Entscheid 

mitgewirkt hat. Diese Äusserung ist in einem Vergabeverfahren derart 

allgemein und selbstverständlich, da der Preis dabei immer eine 

massgebende Rolle spielt, dass daraus nicht auf eine unzulässige 

Beeinflussung der Vergabebehörde geschlossen werden kann. Wenn 

demnach auch von einer Verletzung der Ausstandsvorschriften nicht 

gesprochen werden kann, hätte es doch einen besseren Eindruck gemacht, 

wenn das fragliche Vorstandsmitglied schon vor der Präsentation des 

Geschäftes in den Ausstand getreten wäre.

c) Nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtes dürfen 

Beschaffungsstellen nicht auf eine den Wettbewerb ausschaltende Art und 

Weise von einer Firma, die ein geschäftliches Interesse an der Beschaffung 

haben könnte, Ratschläge einholen oder annehmen, welche bei der 

Ausarbeitung der Spezifikationen für eine bestimmte Beschaffung verwendet 

werden können. Insbesondere muss sichergestellt sein, dass der betreffende 

Unternehmer die Submission nicht zu seinen Gunsten beeinflussen kann, 

indem etwa der Inhalt der Ausschreibung oder der Ausschreibungsunterlagen 

auf seine besonderen Fähigkeiten ausgerichtet wird. Sodann müssen dem 

Umfang und der Intensität der Mitwirkung in der Vorbereitungsphase Grenzen 

gesetzt sein. Unzulässig ist es jedenfalls, wenn ein Unternehmer in einem 

Bereich zunächst mehr oder weniger umfassend mit der 

Planung/Projektierung betraut wird, die Vergabestelle ihm die Ausarbeitung 

der Ausschreibungsunterlagen überträgt und er anschliessend auch zur 

Angebotseinreichung zugelassen wird. Demgegenüber bedeuten das Erteilen 

von Auskünften und Ratschlägen, das Mitwirken beim Erarbeiten von 

Konstruktionsdetails, aber auch das Verfassen von Studien und Vorprojekten 

oder das Erstellen von Richtofferten nicht grundsätzlich eine unzulässige 

Vorbefassung, die eine Beteiligung an der nachfolgenden Submission 

generell verbietet. Durch geeignete Ausgleichsmechanismen (Einsicht in die 

entsprechenden Unterlagen, Auskunftserteilung, ausreichende 

Eingabefristen usw.). ist den übrigen Bewerbern Gelegenheit zu geben, einen 

allfälligen Wissensrückstand zu kompensieren (vgl. AGVE 1998 S. 348 ff; BR 

1998 S. 130). Zusammenfassend ist somit festzustellen, dass die 

Vorbefasstheit eines Anbieters zum Ausschluss führt, wenn dadurch das 

Gleichbehandlungsgebot verletzt wird (PVG 2001 Nr. 40). 

d) Es bestehen nicht die geringsten Anhaltspunkte dafür, dass das fragliche 

Vorstandsmitglied an der Ausarbeitung der Submissionsunterlagen oder in 

anderer Weise an der Vorbereitung des Submissionsverfahrens beteiligt 

gewesen wäre. Eigentliche Submissionsunterlagen im Sinne eines Devis 

wurden gar keine erstellt. Offenbar ging die Vergabebehörde davon aus, dass 

alle eingeladenen Anbieter wussten, worum es bei der Ausschreibung geht, 

nämlich einfach um die Schneeräumung auf den öffentlichen Strassen und 

Plätzen in der Gemeinde im bisherigen Rahmen. Es ist daher gar nicht 

ersichtlich, in welcher Weise das fragliche Vorstandsmitglied überhaupt hätte 

vorbefasst sein können oder über einen Wissensvorsprung verfügte. Vielmehr 

ist davon auszugehen, dass sowohl er als auch der Beschwerdeführer über 

das gleiche Wissen über die Anforderungen an die Schneeräumung verfügen, 

da letzterer ja diese Arbeiten bisher schon ausführte. Es besteht daher auch 

in dieser Hinsicht kein Grund, die Beschwerdegegnerin 2 vom Verfahren 

auszuschliessen. 

3. Der Beschwerdeführer rügt weiter, dass in der Einladung zur Offertstellung 

weder Ort noch Zeit der Offertöffnung genannt worden seien und auch ein 

Offertöffnungsprotokoll fehle. In diesen unbestrittenen Unterlassungen liegt 

zweifellos ein Verfahrensmangel. Es fragt sich, welche Rechtsfolgen daran zu 

knüpfen sind. Der Beschwerdeführer ist der Auffassung, die Nichtbeachtung 

der entsprechenden Vorschriften von Art. 11 lit. k und Art. 23 SubV müsse zur 

Wiederholung der Vergabe führen.

Diese Formerfordernisse des Vergabeverfahrens sollen in erster Linie 

Missbräuche vermeiden und ein einheitliches, transparentes Verfahren 

sicherstellen. Die erwähnten und andere Formvorschriften des 

Submissionsrechtes sind nicht Selbstzweck. Sie stehen vielmehr im Dienste 

der Verwirklichung des materiellen Vergaberechtes und sollen insbesondere 

zur Umsetzung der Ziele und Grundsätze, wie sie im Submissionsgesetz 

verankert sind, beitragen. Dazu zählt im hier interessierenden 

Zusammenhang auch der Verzicht auf Abgebotsrunden. Die vom 

Beschwerdeführer beantragte Wiederholung der Vergabe im Verfahren käme 

aber im Ergebnis einer Abgebotsrunde gleich. So würde es den 

Wettbewerbsteilnehmern insbesondere ermöglicht, in Kenntnis der Angebote 

der ersten Runde nochmals zu offerieren. Solches will das Submissionsrecht 

indessen gerade verhindern. Eine Wiederholung des Vergabeverfahrens ist 

somit wenn möglich zu vermeiden. Für den vorliegenden Fall bedeutet dies, 

dass dem Antrag des Beschwerdeführers nur dann stattzugeben wäre, wenn 

tatsächlich ein ernsthafter Verdacht bestünde, dass die Vergabebehörde an 

den Offerten herummanipuliert hat PVG 2000 Nr. 64). Ein solcher Verdacht 

kommt indessen nicht auf. Irgendwelche konkreten Anhaltspunkte liegen nicht 

vor und werden vom Beschwerdeführer auch nicht ernsthaft behauptet. Trotz 

des von der Vorinstanz begangenen Formfehlers besteht daher kein Anlass, 

die Vergabe zu wiederholen. Die Beschwerde ist in diesem Punkt 

abzuweisen.

4. Die Überprüfung von Vergabeentscheiden beschränkt sich nach Art. 53 VGG 

auf Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung oder Missbrauchs des 

Ermessens sowie auf unvollständige oder unrichtige 

Sachverhaltsfeststellung. Dagegen kann das Verwaltungsgericht nicht sein 

Ermessen an die Stelle jenes der Vorinstanz setzen, sondern hat Lösungen 

der Verwaltung zu akzeptieren, die mit sachlichen Gründen vertretbar sind, 

auch wenn eine andere Lösung als zweckmässiger erschiene. Bei Fragen 

technischer, technologischer, (bau)physikalischer und methodologischer Art 

oder bei Angebotsbewertungen ist die Kognition - wie bei Examina - praktisch 

auf Willkür begrenzt (vgl. VGU U 06 22, U 02 69, 01 111 und 128). Den 

Vergabebehörden kommt insbesondere bei der Bewertung der einzelnen 

Angebote aufgrund der ausgewählten Zuschlagskriterien ein weiter 

Ermessensspielraum zu. Ein verwendetes Bewertungs- und 

Benotungssystem muss sachlich haltbar sein und auf alle Anbietenden in 

gleicher Weise und nach gleichen Massstäben angewendet werden (vgl. VGU 

U 06 22, U 02 70). Im Folgenden ist daher zu prüfen, ob die Vorinstanz bei 

der materiellen Beurteilung der Angebote einen haltbaren Entscheid getroffen 

hat.

4. a) Gemäss Art. 21 Abs. 1 SubG erhält das wirtschaftlich günstigste Angebot den 

Zuschlag. Der Auftraggeber gibt in der Ausschreibung oder den 

Ausschreibungsunterlagen die zur Anwendung gelangenden 

Zuschlagskriterien mit ihrer Gewichtung oder der Reihenfolge ihrer Bedeutung 

bekannt Abs.3). Der Zuschlag für weitgehend standardisierte Güter kann auch 

ausschliesslich nach dem Kriterium des niedrigsten Preises erfolgen. Dies ist 

grundsätzlich auch dann anzunehmen, wenn der Auftraggeber den Anbietern 

keine Zuschlagskriterien bekannt gegeben hat (Abs. 4). Damit hat der 

Gesetzgeber die bisherige Praxis des Verwaltungsgerichtes zu dieser Frage 

nachvollzogen. Das Gericht hat in diesem Zusammenhang ausgeführt, die 

Kriterien von Qualität und Preis - bildeten das allgemeine und Hauptkriterium 

für die Ermittlung des wirtschaftlich günstigsten Angebotes, werde doch damit 

nichts anderes als das Preis-/Leistungsverhältnis umschrieben, während es 

sich bei den weiteren, Zuschlagskriterien um spezielle Bewertungskriterien 

handle. 

Fehlt es nun bei den Vergabeunterlagen für einen einfacheren Auftrag an der 

Angabe spezieller Kriterien, kann von einem Anbieter nicht erwartet werden, 

dass er sich bei der Ausarbeitung seiner Offerte eben darüber Rechenschaft 

gibt und sein Angebot auf nicht genannte Kriterien ausrichtet. Vielmehr muss 

er nicht damit rechnen, dass sie für die Vergabebehörde entscheidrelevant 

sein könnten, ansonsten sie ja in den Submissionsunterlagen hätten erwähnt 

werden müssen. Er darf dann im Gegenteil davon ausgehen, dass das 

wirtschaftlich günstigste Angebot ausschliesslich anhand des Preis-

/Leistungsverhältnisses ermittelt wird. Für diese Beurteilung ist zumal bei 

einfacheren Aufträgen aus der Sicht des Auftraggebers letztlich der Preis der 

ausschlaggebende Gesichtspunkt. Zusätzlich können noch weitere 

Komponenten finanzieller Natur bedeutsam sein, die sich auf den Nutzen der 

zu vergebenden Leistung für den Auftraggeber auswirken können, ohne dass 

es sich dabei um selbständige und damit grundsätzlich in die 

Vergabeunterlagen aufzunehmende Zuschlagskriterien handelte. Dazu 

können unter Umständen Vorinvestitionen des Auftraggebers oder 

Standortvorteile bei den Offerenten zählen. Allerdings ist bei Berücksichtigung 

solcher Komponenten strikt auf Wettbewerbsneutralität und 

Chancengleichheit unter den Bewerbern zu achten. Demgegenüber müssen 

die in Art. 21 SubG erwähnten speziellen Kriterien für die Vergabe ausser 

Betracht bleiben (vgl. zum Ganzen: VGE 593/98 vom 20. August 1998, 

bestätigt in VGU U 98 932 vom 9. Februar 1999).

b) Nach dem bisher Gesagten ist demnach nur zu prüfen, ob die Vorinstanz den 

Auftrag dem Angebot mit dem besten Preis-/Leistungsverhältnis 

zugeschlagen hat, wobei wiederum der Preis die massgebende Rolle spielt. 

Zwar ist der Einwand des Beschwerdeführers zutreffend, dass nicht allein auf 

den Preis pro Stunde abzustellen ist, sondern auch allfällige Unterschiede 

beim zeitlichen Aufwand ins Gewicht fallen. Insoweit erweist sich der Einwand 

des Beschwerdeführers als berechtigt. Indessen hat die Gemeinde den 

Leistungsvergleich ebenfalls gemacht und ist zum Schluss gekommen, dass 

hier keine nennenswerte Unterschiede bestehen, so dass es beim reinen 

Preisvergleich bleiben konnte. Der Beschwerdeführer bringt in diesem 

Zusammenhang nichts vor, was darauf hinweist, dass die Vorinstanz dabei 

ihr Ermessen missbraucht oder überschritten hätte. So hat etwa die Tatsache, 

dass die Beschwerdegegnerin 2 gewisse Geräte in … stationiert hat, keinen 

negativen Einfluss auf die Arbeitsausführung. Die Distanz von 5km ist 

zweifellos nicht von Belang, zumal der Anfahrtsweg nicht verrechnet werden 

kann. Auch der Beschwerdegegner 2 verrechnet keine Preiszuschläge für 

Pikett, Überzeit usw. Dass im Übrigen die Vergabebehörde über diese 

Umstände Erläuterungen vom Anbieter eingeholt hat, die letztlich nur den 

Inhalt des Angebotes bestätigt haben, kann offensichtlich nicht als 

unzulässige Verhandlung oder nachträgliche Angebotsänderung im Sinne 

von Art. 19 Abs. 1 SubG bezeichnet werden. 

5. Die Beschwerde ist demnach abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden 

kann. Bei der Kostenzuteilung ist zu berücksichtigen, dass die Gemeinde dem 

Beschwerdeführer durch ihr teilweise fehlerhaftes Verhalten begründeten 

Anlass zur Beschwerdeerhebung gegeben und er ein gerechtfertigtes 

Interesse an der gerichtlichen Beurteilung dieser Verfahrensfehler hatte. Es 

ist infolgedessen angezeigt, die Verfahrenskosten den Parteien je zur Hälfte 

zu auferlegen und die aussergerichtlichen Kosten wettzuschlagen. 

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 5'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 270.--

zusammen Fr. 5'270.--

gehen je zur Hälfte zulasten von … und der Gemeinde … und sind innert 30 

Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des 

Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. Die aussergerichtlichen Kosten werden wettgeschlagen.