# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 21f1f3a0-9373-5d0c-a9fc-e3aee98bb8ca
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-06-08
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 08.06.2018 200 2016 785
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-785_2018-06-08.pdf

## Full Text

200 16 785 UV
LOU/BOC/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 8. Juni 2018

Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiberin Bossert

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt und Notar B.________
Beschwerdeführer

gegen

Suva
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. C.________, diese substituiert 
durch Rechtsanwältin D.________, LL.M 
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 25. Juli 2016

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Juni 2018, UV/16/785, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1984 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) war über seine Arbeitgeberin bei der Schweizerischen 
Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: Suva bzw. Beschwerdegegnerin) 
obligatorisch gegen Berufs- und Nichtberufsunfälle sowie Berufskrankhei-
ten versichert, als er am 9. Dezember 2013 bei der Arbeit von einem Scha-
lungselement am Rücken getroffen wurde (Akten der Suva [act. IIa] 1, 19). 
Am 9. Oktober 2014 erlitt der Versicherte einen weiteren Unfall, er wurde 
beim Autofahren seitlich von einen anderen Auto angefahren, woraufhin 
eine HWS-Distorsion diagnostiziert wurde (Akten der Suva [act. II] 2, 15). 
Die Suva erbrachte für diese beiden Ereignisse die gesetzlichen Versiche-
rungsleistungen. 

Am 28. Januar 2015 fand in der Rehaklinik E.________ ein ambulantes 
Assessement statt (act. II 33) und vom 17. März bis 21. April 2015 absol-
vierte der Versicherte in der erwähnten Klinik einen Rehabilitationsaufent-
halt (act. II 48). Durch den Kreisarzt der Suva war der Versicherte bereits 
am 3. Juli 2014 untersucht worden (act. IIa 37) und am 4. Dezember 2015 
erfolgte eine kreisärztliche Beurteilung anhand der Akten (act. II 112).

Mit Verfügung vom 25. Mai 2016 (act. II 143 bzw. act. IIa 101) schloss die 
Suva die beiden Fälle im Zusammenhang mit den Ereignissen vom 9. De-
zember 2013 und 9. Oktober 2014 per 31. Mai 2016 ab und verneinte den 
Anspruch auf weitere Versicherungsleistungen. Sie gab an, der Zustand, 
wie er sich auch ohne Unfall vom 9. Dezember 2013 eingestellt hätte (Sta-
tus quo sine), sei gemäss medizinischer Beurteilung Ende November 2014 
erreicht gewesen. Was die Beschwerden an der Halswirbelsäule betreffe 
(Unfall vom 9. Oktober 2014), so seien die heute noch geklagten Be-
schwerden organisch nicht hinreichend nachweisbar; der adäquate Kausal-
zusammenhang zwischen diesen Beschwerden und dem Unfall vom 
9. Oktober 2014 sei zu verneinen. 

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Die dagegen erhobene Einsprache (act. II 149 bzw. act. IIa 104) wies die 
Suva mit Einspracheentscheid vom 25. Juli 2016 ab (act. II 154 bzw. act. 
IIa 110). 

B.

Dagegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt und Notar 
B.________, am 5. September 2016 Beschwerde. Er stellt die folgenden 
Rechtsbegehren:

1. Der Einspracheentscheid der Suva Luzern vom 25. Juli 2016 sei 
vollumfänglich aufzuheben.

2. a) Die Rechtsstreitsache sei zur weiteren Abklärung und zum 
Neuentscheid an die Unfallversicherung zurückzuweisen, wobei 
die Beschwerdegegnerin anzuweisen sei, dem Beschwerdefüh-
rer für die Weiterführung des Therapieprogramms ABAKUS bei 
der F.________ in … (Modul 6) Kostengutsprache zu erteilen 
und die bisher bereits von der G.________ Rechtsschutz AG 
bezahlten Therapiekosten von insgesamt Fr. 8‘850.-- (Module 1 
bis 3) sowie die noch zu bezahlenden Therapiekosten von ins-
gesamt Fr. 3‘564.-- (Modul 4 und 5, Fr. 2‘430.-- und Fr. 1‘134.--) 
zur Bezahlung zu übernehmen.

b) Eventualiter: Es seien dem Beschwerdeführer und Versicher-
ten ab 1. Juni 2016 die gesetzlichen Leistungen nach Massgabe 
einer unfallbedingten Erwerbsunfähigkeit von mindestens 10 % 
und einem unfallbedingten Integritätsschaden von mindestens 
5 % zuzüglich eines Verzugszinses zu 5 % ab wann rechtens 
auszurichten. 

3. Frau H.________, c/o I.________, und Herr J.________, Leiter 
Physiotherapie, c/o K.________, seien als Zeugen gestützt auf 
Art. 19 Abs. 2 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über 
die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) i.V.m. Art. 
169 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezem-
ber 2008 (ZPO; SR 272) gerichtlich und protokollarisch zu be-
fragen (Beweisthema: Systematik, Zweckmässigkeit und 
Wirksamkeit der erfolgten und noch abzuschliessenden medizi-
nisch therapeutischen Eingliederungsmassnahmen).

4. Der Versicherte selber ist zu den bisherigen beruflichen und the-
rapeutischen Integrationsmassnahmen gestützt auf Art. 19 Abs. 

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2 VRPG i.V.m. Art. 191 ZPO gerichtlich und protokollarisch zu 
befragen (Beweisthema: Systematik, Zweckmässigkeit und 
Wirksamkeit der erfolgten und noch abzuschliessenden medizi-
nisch therapeutischen Eingliederungsmassnahmen sowie aktu-
elles Beschwerdebild). 

5. Das vorliegende Beschwerdeverfahren sei gestützt auf Art. 19 
Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 126 ZPO bis zum rechtskräftigen Ab-
schluss des IV-Begutachtungsverfahrens und bis zur allfälligen 
Festanstellung des Versicherten bei der Firma L.________ AG 
in … zu sistieren. 

6. Die G.________ Rechtsschutz AG, Rechtsdienst, Herr lic. iur. 
M.________, Advokat, sei in das vorliegende Beschwerdever-
fahren gestützt auf Art. 19 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 74 ff. ZPO 
gerichtlich beizuladen.

7. Über die vom Beschwerdeführer im vorliegenden Beschwerde-
verfahren gestellten Beweisanträge sei eine Beweisverfügung 
nach Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung (BV; SR 101) und 
Art. 6 Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention 
(EMRK; SR 0.101) zu eröffnen, worin die zugelassenen Be-
weismittel bezeichnet werden und wo bestimmt wird, welcher 
Partei zu welchen Tatsachen der Haupt- oder Gegenbeweis ob-
liegt. Dabei sei der Praxis des Bundesverwaltungsgerichts 
Rechnung zu tragen, welche die Anordnung einer solchen Be-
weisverfügung insbesondere im Bereich des Sozialversiche-
rungsverfahrens ausdrücklich verlangt.

8. Es sei eine öffentliche Gerichtsverhandlung nach Art. 6 Ziff. 1 
EMRK mit Publikums- und Presseanwesenheit durchzuführen.

9. Vor der Eröffnung des materiellen Endentscheides sei dem un-
terzeichneten Rechtsanwalt Gelegenheit zur Einreichung einer 
detaillierten Kostennote zur Geltendmachung einer Parteien-
tschädigung zu geben (Art. 29 Abs. 2 BV). 

10. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Be-
schwerdegegnerin.

Mit Beschwerdeantwort vom 6. Dezember 2016 beantragt die Beschwer-
degegnerin, vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. C.________, die Ab-
weisung sowohl der Beschwerde als auch des Antrags auf Sistierung des 
Verfahrens, soweit darauf einzutreten sei. 

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Im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren wies das Verwaltungsge-
richt des Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, mit Urteil 
vom 3. Juli 2017, IV/2016/992, eine gegen die verfügungsweise angeord-
nete bidisziplinäre Begutachtung erhobene Beschwerde ab. Dieses Urteil 
blieb unangefochten. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 5. Januar 2018 wies der Instruktions-
richter die Beweisanträge um Beizug der Akten der IV-Stelle Bern sowie 
um Einvernahme des Beschwerdeführers und der angerufenen Zeugen 
H.________ und J.________ ab; ebenso wies der Instruktionsrichter die 
Anträge des Beschwerdeführers um Beiladung der G.________ Rechts-
schutz AG und um Sistierung des Beschwerdeverfahrens ab. Gleichzeitig 
wurde dem Beschwerdeführer Gelegenheit gegeben, eine Stellungnahme 
einzureichen und insbesondere mitzuteilen, ob er an der beantragten öf-
fentlichen Schlussverhandlung im Sinne von Art. 6 Ziff. 1 EMRK festhalten 
wolle, was er mit Eingabe vom 5. Februar 2018 bejahte.

Mit prozessleitender Verfügung vom 28. Februar 2018 setzte der Instrukti-
onsrichter den Termin für die öffentliche Schlussverhandlung auf den 
5. April 2018 fest und gab den Parteien die Zusammensetzung der urtei-
lenden Kammer des Verwaltungsgerichts bekannt.

Die auf den 5. April 2018 angesetzte öffentliche Schlussverhandlung wurde 
wegen kurzfristiger gesundheitsbedingter Abwesenheit von Verwaltungs-
richter Scheidegger mit prozessleitender Verfügung vom 4. April 2018 ab-
gesetzt. In der Folge wurde die öffentliche Schlussverhandlung mit 
prozessleitender Verfügung vom 20. April 2018 auf den 6. Juni 2018 fest-
gesetzt.

Am 4. Juni 2018 teilte die Beschwerdegegnerin telefonisch mit, sie werde 
an der öffentlichen Schlussverhandlung vom 6. Juni 2018 nicht teilnehmen. 
Dies liess sie entsprechend am 5. Juni 2018 schriftlich mitteilen, dies unter 
Beilage der verlangten Substitutionsvollmacht bezüglich Rechtsanwältin 
D.________, LL.M., welche die Mutterschaftsvertretung von Rechtsanwäl-
tin Dr. iur. C.________ wahrnimmt. 

An der öffentlichen Schlussverhandlung vom 6. Juni 2018 nahm der Be-
schwerdeführer infolge einer Terminkollision mit einer Modulprüfung im 

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Zusammenhang mit seiner Weiterbildung zum … nicht persönlich teil und 
liess sich durch Rechtsanwalt B.________ vertreten. Dieser passte anläss-
lich der öffentlichen Schlussverhandlung vom 6. Juni 2018 die Rechtsbe-
gehren wie folgt an:

1. Die Beschwerde sei gutzuheissen und der Einspracheentscheid 
der Suva Luzern vom 25. Juli 2016 sei vollumfänglich aufzuhe-
ben.

2. Die Sache sei zur weiteren Abklärung und zum Neuentscheid an 
die Unfallversicherung zurückzuweisen, wobei die Beschwerde-
gegnerin anzuweisen sei, dem Beschwerdeführer für die Weiter-
führung des Therapieprogramms ABAKUS bei der F.________ 
in … (Modul 6) Kostengutsprache zu erteilen und die bisher be-
reits von der G.________ Rechtsschutz AG bezahlten Therapie-
kosten von insgesamt Fr. 8‘850.-- (Module 1 bis 3) sowie die 
noch zu bezahlenden Therapiekosten von insgesamt Fr. 3‘564.-- 
(Modul 4 und 5, Fr. 2‘430.-- und Fr. 1‘134.--) zur Bezahlung zu 
übernehmen.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 

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ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG) 
eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

1.2

1.2.1 Streitgegenstand im System der nachträglichen Verwaltungsrechts-
pflege ist das Rechtsverhältnis, welches – im Rahmen des durch die Verfü-
gung bestimmten Anfechtungsgegenstandes – den aufgrund der 
Beschwerdebegehren effektiv angefochtenen Verfügungsgegenstand bil-
det. Anfechtungs- und Streitgegenstand sind danach identisch, wenn die 
Verwaltungsverfügung insgesamt angefochten wird (BGE 131 V 164 E. 2.1 
S. 165; SVR 2010 BVG Nr. 14 S. 56 E. 4.1).

Streitgegenstand bildet das auf Grund der Beschwerdebegehren tatsäch-
lich angefochtene Rechtsverhältnis. Anfechtungs- und Streitgegenstand 
beziehen sich auf ein (materielles) Rechtsverhältnis, sei es auf eines (z.B. 
Rentenanspruch), sei es auf mehrere Rechtsverhältnisse (z.B. Eingliede-
rungs- und Rentenanspruch). Bezieht sich also die Beschwerde nur auf 
einzelne der durch die Verfügung bestimmten Rechtsverhältnisse, gehören 
die nicht beanstandeten – verfügungsweise festgelegten – Rechtsverhält-
nisse zwar wohl zum Anfechtungs-, aber nicht zum Streitgegenstand (BGE 
125 V 413 E. 2a S. 415).

1.2.2 Angefochten ist der Einspracheentscheid vom 25. Juli 2016 (act. II 
154 bzw. act. IIa 110). Ursprünglich war streitig und zu prüfen, ob für die im 
Zusammenhang mit dem Therapieprogramm ABAKUS entstanden Kosten 
ein Leistungsanspruch besteht und ob der Beschwerdeführer Anspruch auf 
eine Invalidenrente sowie eine Integritätsentschädigung zuzüglich Ver-
zugszins hat bzw. ob die Beschwerdegegnerin im Zusammenhang mit den 
Ereignissen vom 9. Dezember 2013 und 9. Oktober 2014 die Versiche-
rungsleistungen zu Recht per 31. Mai 2016 eingestellt hat. Anlässlich der 
öffentlichen Schlussverhandlung vom 6. Juni 2018 hat der Beschwerdefüh-
rer seine Rechtsbegehren auf die Frage des Leistungsanspruchs im Zu-
sammenhang mit den Kosten des ABAKUS-Programmes beschränkt bzw. 
das Rechtsbegehren betreffend Ausrichtung einer Invalidenrente und einer 
Integritätsentschädigung zuzüglich Verzugszins nicht erneuert, womit allein 
noch die Kosten des ABAKUS-Programmes Streitgegenstand bilden. Dies-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Juni 2018, UV/16/785, Seite 8

bezüglich stehen für die Module 1 bis 5 Fr. 12‘414.-- (Akten des Beschwer-
deführers [act. I] 3 - 7) sowie für das Modul 6 voraussichtlich Fr. 2‘355.-- 
(act. I 8), total Fr. 14‘769.--, zur Diskussion. Der Streitwert liegt daher unter 
Fr. 20'000.--, weshalb die Beurteilung der Beschwerde in die einzelrichterli-
che Zuständigkeit fällt (Art. 57 Abs. 1 GSOG).

1.3 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung [UVG; 
SR 832.20]). Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Ein-
wirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen 
Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi-
schen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.2 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung 
setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammen-
hang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 
129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2017 UV Nr. 8 S. 28 E. 3.3, 2012 UV 
Nr. 2 S. 6 E. 3.1).

2.3 Gemäss Art 10 Abs. 1 UVG hat der Versicherte Anspruch auf die 
zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen, unter anderem auf die 
ambulante Behandlung durch den Arzt, den Zahnarzt oder auf deren 
Anordnung durch eine medizinische Hilfsperson sowie durch den 
Chiropraktor und die ambulante Behandlung in einem Spital (lit. a). 

2.4 Gestützt auf Art. 19 Abs. 1 UVG sowie gemäss konstanter Recht-
sprechung hat der Versicherer – sofern allfällige Eingliederungsmassnah-
men der Invalidenversicherung abgeschlossen sind – die Heilbehandlung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Juni 2018, UV/16/785, Seite 9

(und das Taggeld) nur solange zu gewähren, als von der Fortsetzung der 
ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszu-
standes erwartet werden kann. Trifft dies nicht mehr zu, ist der Fall unter 
Einstellung der vorübergehenden Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des 
Anspruchs auf eine Invalidenrente und auf eine Integritätsentschädigung 
abzuschliessen (BGE 140 V 130 E. 2.2 S. 132, 137 V 199 E. 2.1 S. 201).

3.

3.1 Anlässlich der öffentlichen Schlussverhandlung vom 6. Juni 2018 
hat der Beschwerdeführer – mit Ausnahme der Leistungen für das ABA-
KUS-Programm – die von der Beschwerdegegnerin im Zusammenhang mit 
den Unfällen vom 9. Dezember 2013 und 9. Oktober 2014 per 31. Mai 2016 
vorgenomme Leistungseinstellung implizit nicht mehr beanstandet, indem 
er das Rechtsbegehren auf Ausrichtung einer Invalidenrente und einer In-
tegritätsentschädigung zuzüglich Verzugszins nicht erneuert hat. Er wies 
ausdrücklich darauf hin, dass in seinem Fall – insbesondere gestützt auf 
das im Sinne von Art. 10 UVG ein zweckmässiges Vorgehen darstellende 
ABAKUS-Programm – erfolgreich eine rentenausschliessende Wiederein-
gliederung stattgefunden habe. Dies wurde mit dem Arbeitsvertrag vom 
19. Dezember 2016 mit der L.________ AG und der Lohnabrechnung für 
den Monat Februar 2018 belegt (act. I 11 f.) sowie durch die Weiterbildung 
des Beschwerdeführers zum … (vgl. act. I 13 f.) unterstrichen. Dafür, dass 
die erwähnte Leistungseinstellung nicht korrekt wäre, ergeben sich aus den 
Akten keine Anhaltspunkte.

3.2 Bleibt zu prüfen, wie es sich mit einer Kostenübernahme für die 
Leistungen des ABAKUS-Programmes verhält.

Der Erstbericht der ABAKUS betreffend Physiotherapie ist undatiert und 
ging der Beschwerdegegnerin am 14. Juli 2015 in Kopie zu (act. II 59); dar-
aus ist ersichtlich, dass die Erstanalyse am 25. Juni 2015 erfolgt ist. Weite-
re Berichte zu den absolvierten Modulen bei der ABAKUS bis Modul 3 
gingen an die N.________ AG im Zusammenhang mit Haftungsfragen und 
an die Beschwerdegegnerin am 20. November 2015 bloss zur Kenntnis-
nahme (act. II 103 - 109). Der weitere, vom 17. Juli 2015 datierte Erstbe-

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richt der ABAKUS von Frau H.________ von I.________ betreffend Coa-
ching ging an die G.________ Rechtsschutz AG und hält fest, dass das 
Coaching ergänzend zur Physiotherapie absolviert werde; der Beschwer-
degegnerin ging am 22. Juli 2015 eine Kopie dieses Berichtes zu (act. II 
61). Bei der Unterredung vom 9. September 2015 mit Frau H.________ 
wies die Beschwerdegegnerin ausdrücklich darauf hin, dass sie keine fixe 
Zusage (betreffend Weiterausrichtung von Leistungen) erteilen könne und 
mit einer Kausalitätsprüfung zu gegebener Zeit zu rechnen sei (act. II 72). 
Aus dem Telefonat vom 4. November 2015 und der Besprechung vom 16. 
November 2015 im Rahmen der Koordinationsbemühungen aller Beteilig-
ten (act. II 85, 92) geht hervor, dass die Beschwerdegegnerin zwar weiter-
hin Taggelder gewährte, die Ausrichtung weiterer Versicherungsleistungen 
werde aber erst nach Vorliegen von zusätzlichen neurologischen Grundla-
gen geprüft. Es liegt zunächst eine Physiotherapieverordnung des Haus-
arztes des Beschwerdeführers vom 27. November 2015 für die 
Physiotherapie F.________ AG in … vor (act. II 133), welche bei der Be-
schwerdegegnerin am 2. März 2016 eingegangen ist. Gemäss der Koordi-
nationssitzung vom 1. Dezember 2015 – bereits am 13. November 2015 
hatte eine solche stattgefunden – prüfte die Invalidenversicherung das Auf-
bautraining, die Beschwerdegegnerin hielt fest, sie prüfe derzeit, ob weiter-
hin Versicherungsleistungen ausgerichtet werden könnten, Taggelder 
würden bis Ende Dezember 2015 bezahlt (act. II 110, 117). Sodann liegt 
eine Taggeldzusprache der Invalidenversicherung ab dem 10. Februar 
2016 vor und die Beschwerdegegnerin erbrachte bis zum 9. Februar 2016 
Taggelder (act. II 129, 138, 146). Schliesslich ist den Akten zu entnehmen, 
dass unter den bis zum 20. November 2015 durch die Beschwerdegegnerin 
entschädigten Heilkosten keine Forderungen von ABAKUS figurieren 
(act. II 101).

Hinsichtlich der durch ABAKUS durchgeführten Physiotherapie bzw. Heil-
behandlung liegt nach dem Gesagten keine Kostengutsprache der Be-
schwerdegegnerin vor. Zwar wurde diese über die Behandlung durch die 
ABAKUS jeweils mit Kopien zur Kenntnisnahme bzw. an zwei Koordinati-
onssitzungen informiert. Ein formeller Antrag auf Kostenübernahme erfolgte 
aber jeweils nicht bzw. erst am 2. März 2016 ging bei der Beschwerdegeg-
nerin eine Physiotherapieverordnung vom 27. November 2015 (act. II 133), 

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am 24. März 2016 eine Physiotherapieverordnung vom 23. Februar 2016 
inklusive dazugehöriger Kostengutspracheanfrage vom 24. März 2016 (act. 
II 137) und am 4. Mai 2016 eine Physiotherapieverordnung vom 3. Mai 
2016 inklusive dazugehöriger Kostengutspracheanfrage ebenfalls vom 
3. Mai 2016 (act. II 142) ein. Die Beschwerdegegnerin hatte sich gemäss 
den vorstehenden Ausführungen stets und durchgehend vorbehalten, die 
Leistungsansprüche zu prüfen unter Einbezug der Adäquanz; in Bezug auf 
die Leistungen der ABAKUS hat die Beschwerdegegnerin nie eine Kosten-
gutsprache erteilt, sondern sich die Leistungseinstellung vorbehalten. Der 
Versicherer kann Behandlungen, die das Übliche (Verbände, Desinfektion 
usw.) oder Notmassnahmen überschreiten, was vorliegend auf die Leistun-
gen der ABAKUS zutrifft, verweigern, wenn er vor der Behandlung nicht 
zugestimmt hat, insbesondere eine mehrere Wochen oder gar mehrere 
Monate dauernde Behandlung kann der Leistungserbringer nicht von sich 
aus ohne Zustimmung des Versicherers auf dessen Kosten vornehmen 
(vgl. ALEXANDRA RUMO-JUNGO/ANDRÉ PIERRE HOLZER, Bundesgesetz über 
die Unfallversicherung, 4. Aufl. 2012, S. 233; JEAN-MAURICE 
FRÉSARD/MARGIT MOSER-SZELESS, L’assurance-accidents obligatoire, in 
ULRICH MEYER [Hrsg.], Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], 
Band XIV, Soziale Sicherheit, 3. Aufl. 2016, S. 968 N. 196; grundsätzlich 
BGE 136 V 141 E. 4.2 S. 144 und E. 4.5 S. 145). Folglich trifft die vom Be-
schwerdeführer im Rahmen der öffentlichen Schlussverhandlung vom 
6. Juni 2018 gezogene Schlussfolgerung nicht zu, wonach eine vorgängige 
Kostengutsprache nicht notwendig sei, da dies weder gemäss Gesetz noch 
gemäss Verordnung verlangt werde. Der Umstand, dass der Beschwerde-
führer im Rahmen der öffentlichen Schlussverhandlung vom 6. Juni 2018 
eine allgemeine Sitzung der Beschwerdegegnerin vom 24. September 
2015 erwähnt hat, bei welcher grundsätzlich die Frage der Kostenüber-
nahme durch die Beschwerdegegnerin für das ABAKUS-Programm – unter 
anderem unter Bezugnahme auf die erfolgreiche Eingliederung im Fall des 
Beschwerdeführers – diskutiert worden sei, ändert an der im konkreten Fall 
fehlenden Kostengutsprache nichts.

3.3 Mit Blick auf das Ausgeführte hat die Beschwerdegegnerin die im 
Zusammenhang mit dem Therapieprogramm ABAKUS geltend gemachten 
Kosten nicht zu vergüten und auch keine Kostengutsprache für das Modul 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Juni 2018, UV/16/785, Seite 12

6 zu erteilen. An diesem Ergebnis ändern auch diesbezügliche weitere Ab-
klärungen nichts, weshalb auf solche verzichtet werden kann.

3.4 Damit erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist abzu-
weisen. 

4.

4.1 Wer mutwillig prozessiert, im Verfahren Sitte und Anstand verletzt 
oder den Geschäftsgang stört, kann durch die instruierende Behörde mit 
einer Ordnungsbusse bis zu Fr. 1‘000.--, bei Rückfall bis zu Fr. 3‘000.--, 
bestraft werden (Art. 46 VRPG). 

4.2 Der Beschwerdeführer ist zur öffentlichen Schlussverhandlung vom 
6. Juni 2018 nicht persönlich erschienen, weil er an diesem Tag eine 
Prüfung im Zusammenhang mit seiner Weiterbildung zum … absolvieren 
musste (act. I 13 f.). Über diesen Umstand hat der Beschwerdeführer 
seinen Rechtsvertreter erst am Tag vor dem Gerichtstermin 
spätnachmittags informiert (vgl. Aktennotiz vom 5. Juni 2018 [im 
Gerichtsdossier]). Aus einer vom Beschwerdeführer ebenfalls am 5. Juni 
2018 unterzeichneten Erklärung geht zudem hervor (act. I 17), dass der 
Gerichtstermin vorab mit dem Sekretariat seines Rechtsvertreters 
abgesprochen worden sei und es der Beschwerdeführer versäumt habe, 
seinen Rechtsvertreter über den ebenfalls am 6. Juni 2018 stattfindenden 
Prüfungstermin zu informieren. Diese Nachlässigkeit des 
Beschwerdeführers hat zur Terminkollision bzw. zur erst kurzfristig bekannt 
gewordenen Verhinderung an der Verhandlungsteilnahme geführt, was als 
Störung des Geschäftsganges zu werten ist. Folglich ist dem 
Beschwerdeführer in Anwendung von Art. 46 VRPG eine Ordnungsbusse 
in der Höhe von Fr. 100.-- aufzuerlegen.

5.

5.1 In Anwendung von Art. 61 lit. a ATSG sind keine Verfahrenskosten 
zu erheben.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Juni 2018, UV/16/785, Seite 13

5.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Dem Beschwerdeführer wird eine Ordnungsbusse in der Höhe von 
Fr. 100.-- auferlegt. 

3. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä-
digung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt und Notar B.________ z.H. des Beschwerdeführers 

(samt Protokoll der öffentlichen Schlussverhandlung gemäss Art. 6 
EMRK vom 6. Juni 2018)

- Rechtsanwältin Dr. iur. C.________, diese substituiert durch Rechts-
anwältin D.________, LL.M, z.H. der Beschwerdegegnerin (samt Pro-
tokoll der öffentlichen Schlussverhandlung gemäss Art. 6 EMRK vom 
6. Juni 2018)

- Bundesamt für Gesundheit 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.