# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 623c9205-423f-59d5-ad52-dc760315c1fd
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-08-31
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 31.08.2021 SK2 2021 61
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_SK2-2021-61_2021-08-31.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Beschluss vom 31. August 2021

Referenz SK2 21 61

Instanz II. Strafkammer 

Besetzung Hubert, Vorsitzender
Cavegn und Bergamin
Gustin, Aktuar

Parteien A._____
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwältin Sonja Comte
AsyLex, Gotthardstrasse 52, 8002 Zürich 

gegen

Amt für Migration und Zivilrecht Graubünden
Beschwerdegegner

Gegenstand Überprüfung der Dublin-Haft

Anfechtungsobj. Entscheid Zwangsmassnahmengericht des Kantons Graubünden 
vom 09.08.2021, mitgeteilt am 09.08.2021 (Proz. Nr. 645-2021-60)

Mitteilung 31. August 2021

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Sachverhalt

A. A._____, C._____ Staatsangehöriger, reiste gemäss eigenen Angaben am 
15. November 2018 in die Schweiz ein und reichte gleichentags ein Asylgesuch 
ein. Auf dieses Asylgesuch ist mit Entscheid des Staatssekretariats für Migration 
(SEM) vom 27. Dezember 2018 nicht eingetreten worden. Im Folgenden wurde 
A._____ aus der Schweiz in den für ihn zuständigen Dublin-Staat B.________ 
weggewiesen und  gestützt einen Entscheid des Amt für Migration und Zivilrecht 
Graubünden (AFM)  in Ausschaffungshaft versetzt. Vor der Rückführung wurde 
gegen den Inhaftierten ein Einreiseverbot für die Schweiz und das Fürstentum 
Liechtenstein erlassen, welches bis zum 18. Januar 2022 festgelegt wurde. Am 
17./18. Januar 2019 erfolgte die Rückführung nach B.________.

B. Trotz bestehendem Einreiseverbot hielt die Polizei A._____ am 14. Januar 
2021 in D._____ im Rahmen einer Kontrolle an. Gestützt auf einen Haftbefehl des 
AFM Graubünden versetzten die Behörden A._____ bis zum Vorliegen eines er-
neuten Wegweisungsentscheids in Vorbereitungshaft. Am 15. Januar 2021 erliess 
die Staatsanwaltschaft D._____ zudem einen Strafbefehl, in welchem A._____ der 
rechtswidrigen Einreise gemäss Art. 115 Abs. 1 lit. a und Art. 5 Abs. 1 lit. d AIG für 
schuldig erklärt und unter anderem mit einer bedingten Freiheitsstrafe von 45 Ta-
gen bestraft wurde. Mit Entscheid vom 3. Februar 2021 trat das SEM auf ein am 
25. Januar 2021 eingereichtes Asylgesuch abermals nicht ein und wies A._____ 
zuständigkeitshalber in die E._____ weg. Gestützt auf diesen Entscheid beendete 
das AFM Graubünden die Vorbereitungshaft und versetzte A._____ mit Haftbefehl 
vom 11. Februar 2021 in Dublin-Ausschaffungshaft. Die von A._____ verlangte 
Aufhebung der Haftanordnung wurde mit Entscheid des Zwangsmassnahmenge-
richts Graubünden vom 19. Februar 2021 abgewiesen. A._____ wurde in der Fol-
ge am 25. Februar 2021 in die E._____ zurückgeführt. Das bestehende Einreise-
verbot wurde um zwei Jahre bis am 19. Januar 2024 verlängert.

C. Am 7. Juli 2021 wurde A._____ in F._____ anlässlich einer Kontrolle aber-
mals angehalten und kontrolliert. Im Anschluss an die polizeilichen Handlungen 
führte man A._____ mittels dem Polizeitransportsystem Jail-Train-Street dem Kan-
ton Graubünden zu und versetzte ihn gleichentags bis zum Vorliegen eines erneu-
ten Entscheids in Vorbereitungshaft (Haftbefehl vom 7. Juli 2021). Am 9. Juli 2021 
eröffnete das AFM A._____ den Haftbefehl und führte eine Kurzbefragung durch. 
Nach Vorliegen der weiteren erforderlichen Unterlagen bat das AFM Graubünden 
das Dublin-Office des SEM um Einleitung eines Dublin-Verfahrens der Kat. III. 

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D. Am 14. Juli 2021 teilte der Leiter des Ausschaffungsgefägnisses dem AFM 
Graubünden mit, dass sich A._____ im Hungerstreik befinde und verlange, dass 
er freigelassen werde, um nach F._____ zu gehen. 

E. Mit Verfügung vom 22. Juli 2021 wies das SEM A._____ erneut aus der 
Schweiz in den zuständigen Dublin-Staat E._____ weg. Der Kanton Graubünden 
wurde mit dem Vollzug der Wegweisung beauftragt. Zur Sicherstellung des Voll-
zuges beendete das AFM Graubünden die am 7. Juli 2021 angeordnete Vorberei-
tungshaft und versetzte A._____ mit Haftbefehl vom 28. Juli 2021 für die maximale 
Dauer von sechs Wochen in Dublin-Ausschaffungshaft. Anlässlich der ebenfalls 
am 28. Juli 2021 durchgeführten Kurzbefragung gab A._____ an, dass er nicht 
nach E._____ zurückkehren werde, weil das Land gefährlich für seine Gesundheit 
sei. Er werde den Flug und den Corona-Test verweigern und weiterhin nichts es-
sen, bis er auf freien Fuss entlassen werde. Nach C._____ werde er nur zurück-
kehren, wenn er 3.5 Millionen Euro erhalte. In Bezug auf das Einreiseverbot gab 
er an, dass er dieses nicht akzeptiere und trotzdem wieder in die Schweiz einrei-
sen werde.

F. Mit Eingabe vom 4. August 2021 beantragte A._____ am Zwangsmass-
nahmengericht des Kantons Graubünden die Überprüfung der angeordneten Aus-
schaffungshaft. Im Detail verlangte er die Aufhebung der Haftanordnung des AFM 
Graubünden, eventualiter die Feststellung der Unrechtmässigkeit der angeordne-
ten Haft. Zudem beantragte er, Rechtsanwältin Lea Hungerbühler als amtliche 
Vertretung einzusetzen.

G. Mit Entscheid vom 9. August 2021, gleichentags mitgeteilt, qualifizierte das 
Zwangsmassnahmengericht Graubünden die angeordnete Dublin-Haft als recht-
mässig sowie angemessen und schützte sie. Die Verfahrenskosten von 
CHF 500.00 wurden aufgrund der erfüllten Voraussetzungen der unentgeltlichen 
Rechtspflege auf die Gerichtskasse genommen. Das Gesuch um Einsetzung einer 
amtlichen Verteidigung wurde abgewiesen. 

H. Mit Eingabe vom 17. August 2021 (Datum Poststempel) erhob A._____ 
(nachfolgend: Beschwerdeführer) Beschwerde an das Kantonsgericht von 
Graubünden und stellte neben einem Verfahrensantrag um Edition der vorinstanz-
lichen Akten die folgenden Rechtsbegehren:

1. Der Entscheid der Vorinstanz vom 9. August 2021 sei aufzuheben.

2. Der Beschwerdeführer sei unverzüglich aus der Haft zu entlassen.

3. Es sei festzustellen, dass die Administrativhaft seit dem 28. Juli 2021 
unrechtmässig sowie unangemessen war.

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4. Eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zur Neubeurteilung 
zurückzuweisen.

5. Dem Beschwerdeführer sei zufolge Mittellosigkeit die unentgeltliche 
Rechtspflege und Verbeiständung zu gewähren und RA Lea Hunger-
bühler, substituiert durch RA Sonja Comte, sei als unentgeltliche 
Rechtsbeiständin einzusetzen sowie es sei auf einen allfälligen Kos-
tenvorschuss zu verzichten.

Unter o/e Kostenfolge und Entschädigungsfolge

I. Das AFM Graubünden beantragte mit Eingabe vom 23. August 2021 die 
vollumfängliche Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge zu Lasten des Be-
schwerdeführers. Das Zwangsmassnahmengericht verzichtete auf die Einreichung 
einer Vernehmlassung.

Erwägungen

1. Eintretensvoraussetzungen und Beschwerdeverfahren

1.1. Gemäss Art. 21a des Einführungsgesetzes zur Ausländer- und Asylgesetz-
gebung des Bundes (EGzAAG; BR 618.100) in Verbindung mit Art. 393 Abs. 1 
lit. c StPO kann gegen Entscheide des Zwangsmassnahmengerichts beim Kan-
tonsgericht Beschwerde geführt werden, wobei die Bestimmungen über die straf-
rechtliche Beschwerde sinngemäss gelten. Die Beschwerde ist somit innert 10 
Tagen schriftlich und begründet einzureichen (Art. 396 Abs. 1 StPO). Mit dem an-
gefochtenen Entscheid wurde die gegen den Beschwerdeführer angeordnete Aus-
schaffungshaft bestätigt, wodurch er offensichtlich beschwert ist. Auf die im Übri-
gen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten.

1.2. Das Beschwerdeverfahren ist unter Vorbehalt von Art. 390 Abs. 5 StPO ein 
schriftliches und nicht öffentliches Verfahren (Art. 397 Abs. 1 StPO). Es richtet sich 
nach den Regeln der Art. 69 Abs. 3 lit. c und Art. 390 ff. StPO. Die Beschwerde 
stellt gemäss Art. 393 Abs. 2 StPO ein umfassendes ordentliches Rechtsmittel 
dar. Sie kann – wenn die entsprechende Verfahrenshandlung beschwerdefähig ist 
– ohne Einschränkung erhoben werden. Mit der Beschwerde können alle Mängel 
des angefochtenen Entscheids geltend gemacht werden. Die Rechtsmittelinstanz 
verfügt über eine volle Kognition und ist befugt und verpflichtet, die ihr unterbreite-
te Sache frei und umfassend zu prüfen (vgl. Patrick Guidon, in: Nigg-
li/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar zur Schweizerischen Strafpro-
zessordnung, 2. Auflage, Basel 2014, N 15 zu Art. 393 StPO).

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2. Anträge und Rügen

Vorliegend beantragt der Beschwerdeführer in der Hauptsache, dass der Ent-
scheid der Vorinstanz aufzuheben und er aus der Haft zu entlassen sei. Dabei 
macht er einerseits verschiedene Verfahrensfehler der Vorinstanz geltend, na-
mentlich eine Verletzung von Art. 80a AIG und des rechtlichen Gehörs. Anderer-
seits bestreitet er auch das Vorliegen der materiellen Voraussetzungen der ange-
ordneten Dublin-Haft. Dies ist im Folgenden zu prüfen.

3. Verfahrensrechtliche Rügen

3.1. Bei der Dublin-Haft kann eine ausländische Person in Haft genommen wer-
den, wenn sie in den für das Asylverfahren zuständigen Dublin-Staat weggewie-
sen werden soll und die Haft zur Sicherstellung der Wegweisung notwendig ist. 
Wird die Dublin-Haft vom Kanton gemäss Art. 80a Abs. 1 lit. b AIG angeordnet, so 
wird die Rechtmässigkeit und Angemessenheit der Haft auf Antrag der inhaftierten 
Person durch eine richterliche Behörde in einem schriftlichen Verfahren überprüft. 
Diese Überprüfung kann jederzeit beantragt werden (Art. 80a Abs. 3 AIG). Anders 
als im Anwendungsbereich von Art. 80 AIG findet eine richterliche Prüfung bei der 
Anordnung von Dublin-Haft damit nur auf Beschwerde der betroffenen Person hin 
statt. Das Gesetz setzt dabei – ebenfalls im Gegensatz zu Art. 80 Abs. 2 AIG – 
keine nach Stunden oder Tagen bestimmte Frist fest, innert welcher diese be-
schwerdeweise Prüfung der Dublin-Haft stattfinden muss.

3.2. Der Beschwerdeführer bringt vor, dass die Haftüberprüfung der Vorinstanz 
nicht innert der Frist von 96 Stunden nach Einreichung des Gesuchs erledigt wor-
den und damit Art. 80 Abs. 2 AIG verletzt sei. Seiner Meinung nach ist diese Be-
stimmung auch auf die Haftüberprüfung im Dublin-Verfahren nach Art. 80a AIG 
anwendbar. Der in der früheren Fassung von Art. 80a AIG enthaltene Verweis auf 
Art. 109 AsylG sei per 1. März 2019 gestrichen worden. Daher finde die Recht-
sprechung des Bundesgerichts (BGE 142 I 135), welches für die Haftüberprüfung 
im Dublin-Verfahren eine längere Frist für zulässig erachtete, keine Anwendung 
mehr. Es sei daher angezeigt, auch hierfür die in Art. 80 Abs. 2 AIG statuierte Frist 
von 96 Stunden heranzuziehen, zumal es sich um die allgemeine Regelung zur 
Haftüberprüfung handle (act. A.1, N 11 ff.). 

Dieser Argumentation kann nicht gefolgt werden. Art. 80a AIG sieht im Gegensatz 
zu Art. 80 AIG keine gesetzliche Behandlungsfrist vor. Sowohl die Lehre (Martin 
Businger, Ausländerrechtliche Haft, Zürich 2015, S. 229 ff.; Andreas Zünd, in: 
Spescha et al. [Hrsg.], Kommentar Migrationsrecht, 5. Aufl., Zürich 2019, N 1 zu 

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Art. 80a AIG) wie auch die Rechtsprechung (BGE 142 I 135 E. 3) sehen den 
Grund für die unterschiedliche Regelung darin, dass die Haftüberprüfung nach 
Art. 80 AIG von Amtes wegen in einem mündlichen Verfahren erfolgt, während die 
Überprüfung nach Dublin-Verfahren lediglich auf Antrag der betroffenen Person 
hin und in einem schriftlichen Verfahren geschieht. Die Erwägungen des Bundes-
gerichts in BGE 142 I 135 gelten daher inhaltlich unverändert, auch wenn der ge-
setzliche Verweis auf das Asylgesetz entfallen ist. Die zulässige Verfahrensdauer 
richtet sich dem entsprechend nach den Umständen des Einzelfalls. Immerhin 
sollte sie nicht deutlich länger sein als die in Art. 80 Abs. 2 AIG vorgesehenen 96 
Stunden. Diese Vorgaben wurden vorliegend eingehalten; die Rüge erweist sich 
demnach als unbegründet.

3.3. Weiter rügt der Beschwerdeführer, die Fristansetzung an das AFM 
Graubünden für die Stellungnahme zum Gesuch des Beschwerdeführers sei so 
angesetzt worden, dass der Beschwerdeführer seine Stellungnahme dazu nicht 
mehr rechtzeitig habe einreichen können. So habe die Vorinstanz dem AFM bis 
am 9. August 2021 um 12:00 Uhr Frist zur Stellungnahme angesetzt, gleichzeitig 
sei die 96-Stunden-Frist spätestens an diesem Tag um 12.35 Uhr abgelaufen. Die 
Vorinstanz habe seine Rechtsvertretung am Nachmittag des 9. August 2021 zwar 
telefonisch zwecks Fristansetzung zur Stellungnahme kontaktiert. Zu diesem Zeit-
punkt sei die 96-Stunden Frist aber bereits abgelaufen gewesen. Da eine Einwilli-
gung zur Stellungnahme ein Einverständnis in die Überschreitung der 96-Stunden 
Frist bedeutet hätte, sei der Entscheid des Zwangsmassnahmengerichts nicht nur 
ohne Möglichkeit des Beschwerdeführers, zu den Ausführungen des Migrations-
amtes Stellung zu nehmen, ergangen, sondern auch ausserhalb der vorgeschrie-
benen Frist von 96 Stunden (act. A.1, N 15 ff.).

Aus diesen Ausführungen des Beschwerdeführers folgt, dass dieser  bezie-
hungsweise dessen Rechtsvertretung  auf die Einreichung einer Stellungnahme 
freiwillig verzichtete, weil er davon ausging, daraus könne ein Einverständnis zur 
Überschreitung der 96-Stunden Frist abgeleitet werden. Wie dargelegt, basieren 
diese Ausführungen auf einer falschen Rechtsauffassung hinsichtlich der Geltung 
der 96-Stunden Frist (siehe E. 3.2). Der Beschwerdeführer war anwaltlich vertre-
ten, wobei  wie die Beschwerdeschrift zeigt  der Vertretung die aktuelle Recht-
sprechung (BGE 142 I 135; Nichtanwendbarkeit der 96-Stunden Frist im Dublin-
Verfahren) bekannt war. Bei einem freiwilligen Verzicht auf die Abgabe einer Stel-
lungnahme liegt aber offensichtlich keine Verletzung des rechtlichen Gehörs vor, 
womit die Rüge unbegründet ist.

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3.4. Zusammenfassend sind die verfahrensrechtlichen Rügen des Beschwerde-
führers unbegründet, namentlich, weil die Frist in Art. 80 Abs. 2 AIG im Dublin-
Verfahren nicht direkt anwendbar ist. Zu prüfen bleibt damit, ob die Haftanordnung 
in materieller Hinsicht rechtmässig erfolgt ist.

4. Haftgründe

4.1. Art. 76a AIG legt die materiellen Voraussetzungen für eine Dublin-Haft fest. 
Nach Art. 76a Abs. 1 AIG kann eine Person zur Sicherstellung einer Wegweisung 
im Einzelfall in Haft genommen werden, wenn konkrete Anzeichen befürchten las-
sen, dass die Person sich der Durchführung der Wegweisung entziehen will (lit. a); 
die Haft verhältnismässig ist (lit. b); und sich weniger einschneidende Massnah-
men nicht wirksam anwenden lassen (lit. c mit Verweis auf Art. 28 Abs. 2 der Ver-
ordnung [EU] Nr. 604/2013). Die Anzeichen für eine Vereitelung müssen erheblich 
sein (vgl. BGer 2C_101/2017 v. 01.03.2017 E. 2.3.2). Die konkreten Anzeichen, 
welche befürchten lassen, dass sich die betroffene Person der Durchführung der 
Wegweisung entziehen will, hat der Gesetzgeber in Art. 76a Abs. 2 AIG abschlies-
send umschrieben. Für sich allein kein zulässiger Grund zur Inhaftierung einer 
Person ist gemäss Art. 28 Abs. 1 Dublin-III-Verordnung der Umstand, dass sie 
sich in einem Dublin-Verfahren befindet.

4.2. Vorliegend hat die Vorinstanz die Haftgründe in Art. 76a Abs. 2 lit. a und b 
AIG bejaht. Gemäss Art. 76a Abs. 2 lit. a AIG bestehen namentlich dann konkrete 
Anzeichen dafür, dass sich eine Person der Durchführung der Wegweisung ent-
ziehen will, wenn sie im Asyl- oder Wegweisungsverfahren Anordnungen der 
Behörden missachtet, insbesondere indem sie sich weigert, ihre Identität offenzu-
legen. Dasselbe gilt, wenn ihr bisheriges Verhalten darauf schliessen lässt, dass 
sie sich behördlichen Anordnungen widersetzt (Art. 76a Abs. 2 lit. b AIG). Die bei-
den Haftgründe werden in der Praxis zur analogen Bestimmung in Art. 76 AIG 
zum Haftgrund der "Untertauchensgefahr" zusammengefasst (vgl. Rechtspre-
chung zu Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 und 4 AIG: BGer 2C_871/2012 v. 28.1.2013 E. 
4.1 mit Hinweisen). Untertauchensgefahr liegt nach der Rechtsprechung vor, wenn 
konkrete Anzeichen befürchten lassen, dass sich die ausländische Person der 
Ausschaffung entziehen will, insbesondere, weil ihr bisheriges Verhalten darauf 
schliessen lässt, dass sie sich den Anordnungen der Ausländerbehörde im Zu-
sammenhang mit ihrer Ausschaffung widersetzen wird. Dies ist regelmässig der 
Fall, wenn sie bereits einmal untergetaucht ist, durch erkennbare unglaubwürdige 
und widersprüchliche Angaben die Vollziehungsbemühungen zu erschweren ver-
sucht oder sonst klar zu erkennen gibt, dass sie nicht bereit ist, in ihre Heimat 
zurückzukehren (vgl. BGer 2C_442/2020 v. 24.6.2020 E. 3.1). Neben den beiden 

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genannten Haftgründen hat die Vorinstanz auch den Haftgrund in Art. 76a Abs. 2 
lit. e AIG bejaht. Demnach liegt ein weiteres Anzeichen für einen möglichen Ent-
zug vor, wenn eine Person trotz Einreiseverbot das Gebiet der Schweiz betritt und 
nicht sofort weggewiesen werden kann.

4.3. Die Vorinstanz hat die Haftgründe gemäss Art. 76a Abs. 2 lit. a, Art. 76a 
Abs. 2 lit. b und Art. 76a Abs. 2 lit. e AIG als offensichtlich gegeben erachtet. In 
Bezug auf Art. 76a Abs. 2 lit. a AIG führte sie begründend aus, dass der Be-
schwerdeführer die Wegweisungsverfügung der Behörden missachtet und sich 
geweigert habe, seine Identität offen zu legen, womit er seine Mitwirkungspflicht 
verletzt habe. Weiter foutiere sich der Beschwerdeführer nachhaltig um jegliche 
Anordnungen, woraus zu schliessen sei, dass er sich auch weiterhin behördlichen 
Anordnungen widersetze (Art. 76a Abs. 2 lit. b AIG). Der Beschwerdeführer habe 
zudem die Schweiz betreten, obwohl gegen ihn ein Einreiseverbot bestehe, womit 
er damit Art. 76a Abs. 2 lit. e AIG erfülle (act. B.2, S.4).

4.4. Der Beschwerdeführer rügt, dass die Schlussfolgerungen der Vorinstanz 
unbegründet seien. Entgegen den Behauptungen der Vorinstanz habe er die 
Wegweisungsverfügung nicht missachten können, zumal er sich seit dem 7. Juli 
2021 in Haft befinde und der Wegweisungsentscheid des SEM am 22. Juli 2021 
ergangen sei. Die fehlenden Ausweispapiere seien zudem – wie er bereits im vor-
gängigen Verfahren dargelegt habe – im Besitz der E._____ Behörden, was er 
auch an der Kurzbefragung am 28. Juli 2021 mitgeteilt habe. Damit zeige er, dass 
er mit den Behörden kooperieren wolle, indem er diesen alle bekannten Informati-
onen zukommen lasse. Aus den Ausführungen der Vorinstanz werde zudem nicht 
klar, über welche Anordnungen er sich hinweggesetzt haben solle (act. A.1, N 21). 
Weiter bringt der Beschwerdeführer vor, dass ihm nicht vorgeworfen werden kön-
ne, dass er nicht freiwillig zurückgereist sei. Erstens habe er dazu nie die Möglich-
keit gehabt, zweitens sei eine solche Rückreise aktuell aufgrund der Covid-
Pandemie und entsprechenden Anweisungen des SEM nicht möglich (act. A.1, 
N 22). Verschärfend komme hinzu, dass erhebliche Fluchtgefahr bestehen müsse, 
damit die Inhaftierung zulässig sei. Die Vorinstanz und das Migrationsamt hätten 
diese Voraussetzung nie bejaht, womit sie diese entweder nicht geprüft hätten, 
oder von einem unzulässigen Automatismus ausgehen würden, wonach ein Haft-
grund automatisch eine erhebliche Fluchtgefahr darstelle. Selbst wenn vorliegend 
eine Untertauchensgefahr bejaht werden würde, sei diese derart klein, dass kei-
neswegs von einer erheblichen Fluchtgefahr gesprochen werden können (act. A.1, 
N 23).

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4.5. In seiner Vernehmlassung vom 23. August 2021 bestritt das AFM Graubün-
den die Ausführungen des Beschwerdeführers. Dieser habe sich bereits in vielen 
europäischen Staaten aufgehalten, weshalb ihm die Bestimmungen des Dubliner 
Übereinkommens bekannt seien. Unter anderem habe er auch in der Schweiz be-
reits zwei Verfahren durchlaufen; das nach dem ersten Asylverfahren durch das 
SEM verhängte Einreiseverbot sei nach dem zweiten Verfahren verlängert wor-
den. Bei beiden Gelegenheiten habe er diesbezüglich rechtliches Gehör erhalten, 
weshalb er genau wisse, dass er die Schweiz bis am 19. Januar 2024 nicht betre-
ten dürfe. Der Beschwerdeführer habe sich zudem bereits in G.________, 
B.________, H.________, I.________ und E.________ aufgehalten und dort 
Asylgesuche eingereicht. Sofern er das Land, in welchem er seine Dokumente 
angeblich abgegeben habe, ordnungsgemäss verlassen hätte, hätte er nach An-
sicht des AFM auch seine Dokumente zurückerhalten. Da er diese nicht vorweisen 
könne, sei davon auszugehen, dass er sich auch in diesen Ländern nicht an die 
Mitwirkungspflicht gehalten habe. Das er seit Jahren nicht einmal Kopien vorlege, 
zeige, dass er kein Interesse daran habe, den Behörden seine Identität offenzule-
gen. Nachdem der Beschwerdeführer zudem mehrfach vorgebracht habe, dass er 
nicht in die E._____ zurückkehren wolle, stehe auch fest, dass er nie ernsthaft in 
Betracht gezogen habe, einer allfälligen Ausreisepflicht selbständig nachzukom-
men (act. A.2, N 5 ff.).

4.6. Der Beurteilung der Vorinstanz und des AFM Graubünden ist vorliegend 
zuzustimmen. Unstrittig ist der Beschwerdeführer trotz Einreiseverbot wiederholt in 
die Schweiz eingereist, obwohl ihm das Einreiseverbot bekannt war. Dieses war 
ihm am 14. Januar 2019 und am 19.02.2021 (Verlängerung bis am 19. Januar 
2024) eröffnet worden (vgl. ZMG act. 6.3, 6.4). Zumindest ein konkretes Anzei-
chen dafür, dass sich der Beschuldigte der Wegweisung entziehen will, ist damit 
offensichtlich erfüllt (76a Abs. 2 lit. e AIG). Ob weitere Haftgründe vorliegen, könn-
te damit grundsätzlich offenbleiben. Trotzdem bestehen starke Anzeichen dafür, 
dass auch eine Untertauchensgefahr im Sinne von Art. 76a Abs. 2 lit. b AIG zu 
bejahen ist. So hat sich der Beschwerdeführer trotz einem offenbar hängigen 
Asylverfahren in den E.________ in einem halben Jahr mindestens zweimal 
rechtswidrig in der Schweiz aufgehalten. In Übereinstimmung mit der AFM ist es 
zumindest wahrscheinlich, dass er sich so dem laufenden Asylverfahren in den 
E.________ entzogen hat. Auch, dass er zusätzlich in mehreren anderen Ländern 
Asylgesuche eingereicht hat, weist nicht darauf hin, dass er Anordnungen der 
Behörden akzeptieren will. Vielmehr ist davon auszugehen, dass er die Verfah-
rensabläufe im Dublin-System auszunutzen versucht, indem er vor oder nach Vor-
liegen eines Asylentscheids in ein anderes europäisches Land ausreist und so 

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eine Wegweisung verhindert. Diese Beurteilung wird durch die eigenen Aussagen 
des Beschwerdeführers untermauert. Anlässlich der Befragung vom 28. Juli 2021 
wies er explizit darauf hin, dass er das Einreiseverbot nicht akzeptiere und wieder 
in die Schweiz zurückkehren werde (ZMG act. 6.15, S. 3). Zudem kündigte er hef-
tigen Widerstand gegen die Ausreise an (Hungerstreik, Verweigerung eines Covid-
Tests und des Rückflugs; vgl. ZMG act. 6.15, S. 1, 2). Die genannten Anzeichen 
für eine Untertauchensgefahr sind deshalb zweifellos als erheblich im Sinne der 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu beurteilen. Im Ergebnis sind damit min-
destens zwei Haftgründe zu bejahen, womit die Voraussetzung von Art. 76a Abs. 
1 lit. a AIG erfüllt ist. Ob dem Beschwerdeführer auch eine Verletzung der Mitwir-
kungspflicht im Sinne von Art. 76a Abs. 2 lit. a AIG vorgeworfen werden kann, 
kann damit offengelassen werden.

5. Verhältnismässigkeit

5.1. Neben dem Vorliegen von konkreten Anzeichen, dass die Person sich der 
Durchführung der Wegweisung entziehen will, muss die angeordnete Haft auch 
verhältnismässig sein. So ist eine Haft nur zulässig, wenn nicht bereits eine weni-
ger einschneidende Massnahme hinreichend wirksam wäre (Art. 76a Abs. 1 lit. c 
AIG) und sich die Festhaltung insgesamt als verhältnismässig erweist (Art. 5 Abs. 
2 und Art. 36 Abs. 3 BV; Art. 76a Abs. 1 lit. b AIG). Die Haft muss aufgrund sämtli-
cher Umstände geeignet und erforderlich sein, um die Überstellung an den zu-
ständigen Dublin-Staat sicherzustellen; zudem hat sie in einem sachgerechten 
und zumutbaren Verhältnis zum angestrebten Zweck zu stehen (vgl. BGE 142 I 
135 E. 4.1). Als weniger einschneidende Massnahmen kommen namentlich eine 
Meldepflicht oder eine Eingrenzung in Betracht (Zünd, a.a.O., N 2 zu Art. 76a 
AIG).

5.2. Die Vorinstanz hat auch die Verhältnismässigkeit der Haft bejaht und brach-
te begründend vor, dass mildere Massnahmen vorliegend nicht zielführend seien. 
Der Beschwerdeführer habe selbst gesagt, dass er nicht in die E._____ zurück-
kehren werde; darauf sei er zu behaften. Dass er für die Rückkehr nach C._____ 
eine Entschädigung fordere, zeige seine Haltung deutlich auf und entlarve das 
Asylgesuch (act. B.2, S. 4)

5.3. Der Beschwerdeführer rügt diese Feststellungen der Vorinstanz. Er bringt 
vor, dass die Haftanordnung unverhältnismässig sei, da die Haft im Rahmen des 
Dublin-Verfahrens nur als ultima ratio angeordnet werden dürfe. Das AFM und die 
Vorinstanz seien ohne nähere Begründung davon ausgegangen, dass keine weni-
ger eingreifenden Massnahmen  wie beispielsweise eine Eingrenzung  beste-

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hen würden, um die Vollstreckung der Rückweisung sicherzustellen. Die Vor-
instanz sei zwingend gehalten gewesen, mildere Massnahmen zu prüfen. Dies 
habe sie unterlassen, was eine Verletzung von Art. 5 EMRK und der Rück-
führungsrichtlinie 2008/115/EG darstelle (act. A.1, N 24 ff.).

5.4. Das AFM bringt bezüglich der Verhältnismässigkeit vor, dass es sich beim 
Beschwerdeführer nicht um eine Person handle, die je angegeben habe, freiwillig 
aus der Schweiz auszureisen. Seine Vergangenheit zeige auf, dass er sich nicht 
an behördliche Anordnungen halte, da er trotz Einreiseverbot und ohne notwendi-
ge Dokumente in die Schweiz eingereist sei. Zudem habe er bereits gedroht, dass 
er die Einhaltung der Covid-Vorschriften für eine Ausreise und ein Einstieg in das 
Flugzeug nach Amsterdam verweigern würde. Seine Begründung, Privates zu er-
ledigen, könne nicht genügen. Rückführungen nach Amsterdam seien zudem 
möglich (act. A.2, N 6).

5.5. Dem Beschwerdeführer ist grundsätzlich zuzustimmen, wenn er festhält, 
dass Haft im Rahmen des Dublin-Verfahrens zurückhaltend anzuordnen ist. Re-
gelmässig ist im Rahmen der Verhältnismässigkeitsbeurteilung einer Eingrenzung 
gegenüber einer Haft der Vorzug zu geben (vgl. Rechtsprechung VGer ZH 
VB.2020.00567 v. 15.09.2020 E. 6.2 mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer hat – 
wie ausführlich dargelegt – jedoch bereits wiederholt gezeigt, dass er eine Weg-
weisung nicht akzeptiert und willig ist, trotz Einreiseverbot in die Schweiz zurück-
zukehren. Es ist deshalb nicht anzunehmen, dass er freiwillig ausreisen würde. Im 
Gegenteil ist dies nach seinen eigenen Aussagen an der Befragung vom 28. Juli 
2021 auszuschliessen. Dasselbe ist in Bezug auf die Massnahme der Eingren-
zung festzuhalten. Einerseits hat er selbst angegeben, dass er nach F._____ wol-
le, was eine Einhaltung einer Eingrenzung in Graubünden als unwahrscheinlich 
erachten lässt. Andererseits wäre eine Eingrenzung kaum geeignet, um der fest-
gestellten erheblichen Untertauchensgefahr zu begegnen. Bei der Prüfung der 
Angemessenheit zu berücksichtigen ist schliesslich, dass dem Beschwerdeführer 
aufgrund vergangener Erfahrungen bewusst war, dass er bei einer Einreise in die 
Schweiz mit Ausschaffungshaft konfrontiert werden könnte. Trotzdem hat er sich 
dazu entschieden, diese Massnahme in Kauf zu nehmen und in die Schweiz ein-
zureisen. In eigener Abwägung hat er das Risiko einer Haft dem entsprechend 
offenbar als angemessen erachtet. Die vorliegend angeordnete Dublin-
Ausschaffungshaft erweist sich dem entsprechend als geeignet und notwendig, 
um die Wegweisung des Beschwerdeführers durchzuführen. Zudem ist die Mass-
nahme auch als angemessen zu beurteilen. Mildere Massnahmen sind keine er-
sichtlich.

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5.6. Nach dem Gesagten sind die Voraussetzungen von Art. 76a AIG erfüllt, 
namentlich ist die angeordnete Dublin-Haft als verhältnismässig zu qualifizieren. 
Der Beschwerdeführer ist damit in Haft zu belassen.

6. Unentgeltliche Rechtspflege

6.1.1. Der Beschwerdeführer beantragt vorliegend die Einsetzung eines unentgelt-
lichen Rechtsbeistands. Gemäss Art. 19 Abs. 2 EGzAAG wird der inhaftierten 
Person von der richterlichen Behörde ein amtlicher Rechtsbeistand bestellt, wenn 
sie mittellos ist, rechtliche oder tatsächliche Schwierigkeiten bestehen, die tatsäch-
liche oder beantragte Haftdauer drei Monate übersteigt und das Begehren nach 
einem Rechtsbeistand geäussert wird. Die Voraussetzungen müssen jeweils ku-
mulativ erfüllt sein. Dem entsprechend besteht grundsätzlich kein Anspruch auf 
einen unentgeltlichen Rechtsbeistand, wenn – wie vorliegend – die beantragte 
Haftdauer drei Monate nicht übersteigt. Dies entspricht einem bewussten gesetz-
geberischen Entscheid. Im Übrigen hat auch das Bundesgericht darauf hingewie-
sen, aus Art. 29 Abs. 3 BV lasse sich – im Sinne einer verfassungsrechtlichen Mi-
nimalgarantie – ein Anspruch auf unentgeltlichen Rechtsbeistand grundsätzlich 
erst nach drei Monaten Haft ableiten (BGE 139 I 206 E. 3.3; 134 I 92 E. 3.2.3; 122 
I 49 E. 2c/cc; vgl. ferner Zünd, a.a.O., N 4 zu Art. 80 AIG). Liegt die tatsächliche 
oder beantragte Haftdauer unter drei Monaten, ist eine unentgeltliche Verbeistän-
dung somit nicht vorbehaltlos geboten, sondern nur dann, wenn der Fall besonde-
re Schwierigkeiten rechtlicher oder tatsächlicher Natur stellt. Der mit dem haftrich-
terlichen Entscheid verbundene Eingriff in die Rechtsstellung des Betroffenen ist 
zwar nicht zu unterschätzen; er wiegt aber nicht derart schwer, dass bereits in die-
sem Verfahrensabschnitt auf das Erfordernis besonderer Schwierigkeiten rechtli-
cher oder tatsächlicher Natur zu verzichten wäre (BGE 122 I 275 E. 3b; bestätigt 
in BGer 2C_906/2008 v. 28.4.2009 E. 2.2.2). Als besondere Schwierigkeiten fallen 
nicht nur Umstände wie Kompliziertheit der Rechtsfragen, Unübersichtlichkeit des 
Sachverhalts und dergleichen in Betracht, sondern insbesondere auch in der Per-
son des vom Freiheitsentzug Bedrohten liegende Gründe, wie etwa dessen Fähig-
keiten, sich im Verfahren zurecht zu finden (vgl. BGE 122 I 49 E. 2c/bb m.w.H.).

6.1.2. Der Beschwerdeführer bringt vor, es sich vorliegend um einen Dublin-Fall 
handle, wo gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung bereits ab Haftanord-
nung Anspruch auf unentgeltliche rechtliche Vertretung bestehe (BGE 143 II 361 
E. 3.2). Diesem Vorbringen ist teilweise zuzustimmen. Art. 9 Abs. 6 der Richtlinie 
2013/33/EU hält fest, dass die Mitgliedsstaaten dafür zu sorgen haben, dass bei 
der erstmaligen richterlichen Prüfung der Rechtmässigkeit und Angemessenheit 
der Haft die Antragsteller unentgeltliche Rechtspflege in Anspruch nehmen kön-

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nen. Dabei umfasst die Rechtsberatung und –vertretung zumindest die Vorberei-
tung der erforderlichen Verfahrensdokumente und die Teilnahme an der Verhand-
lung im Namen des Inhaftierten vor den Justizbehörden. Der Gesetzeswortlaut 
dieser Bestimmung eröffnet den Staaten nicht die Möglichkeit, die unentgeltliche 
Rechtspflege vom Erfordernis konkreter Erfolgsaussichten abhängig zu machen. 
Durch den in Art. 28 Abs. 4 Dublin-Verordnung (Verordnung EU Nr. 604/2013 des 
Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der 
Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung 
eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat 
gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist; ABl. L 180 vom 29. 
Juni 2013 S. 31-59) enthaltenen Verweis wird diese Regelung durch Inkorporation 
Teil der Dublin-Verordnung und ist als solche auch im Verhältnis zur Schweiz an-
wendbar. Daraus folgt, dass das Recht auf unentgeltliche Verbeiständung anläss-
lich der erstmaligen richterlichen Überprüfung der Dublin-Haft nicht von den Er-
folgsaussichten in der Sache selbst abhängig gemacht werden kann und, anders 
als bei ausländerrechtlicher Haft üblich, auch nicht erst nach einem bestimmten 
Zeitablauf entsteht (vgl. BGE 143 II 361 E. 3.2, 3.3 mit weiteren Hinweisen).

6.1.3. Für den vorliegenden Fall bedeutet dies, dass dem Beschwerdeführer vor 
erster Instanz die unentgeltliche Verbeiständung zu Unrecht verwehrt worden ist, 
da die Vorinstanz die Verweigerung der unentgeltlichen Verbeiständung mit feh-
lenden rechtlichen oder tatsächlichen Schwierigkeiten begründet hat (act. B.2, S. 
4). Die Vorinstanz durfte dieses Kriterium und die Länge der Haftdauer im vorlie-
genden Dublin-Verfahren nicht berücksichtigen. Sie hätte dem Beschwerdeführer 
aufgrund der offensichtlichen Mittellosigkeit die unentgeltliche Verbeiständung ge-
währen müssen. In diesem Sinne ist das Urteil des Einzelrichters am Zwangs-
massnahmengericht des Kantons Graubünden vom 9. August 2021 insoweit auf-
zuheben, als der Antrag auf unentgeltliche Verbeiständung abgewiesen wurde. In 
den Akten des Beschwerdeverfahrens ist die Honorarnote für das erstinstanzliche 
Verfahren enthalten, weshalb im vorliegenden Beschwerdeverfahren reformato-
risch über das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege im erstinstanzlichen Ver-
fahren entschieden werden kann. Frau Rechtsanwältin Lea Hungerbühler wird 
dem entsprechend für das vorinstanzliche Verfahren als unentgeltliche Rechtsver-
treterin bestellt; die Entschädigung wird antragsgemäss auf CHF 1'141.30 festge-
setzt.

6.1.4. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers ist Art. 9 Abs. 6 der Richtlinie 
2013/33/EU für das Beschwerdeverfahren nicht anwendbar. Die Bestimmung ist 
sieht einzig vor, dass das Recht auf unentgeltliche Verbeiständung anlässlich der 

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erstmaligen richterlichen Überprüfung der Dublin-Haft nicht von den Erfolgsaus-
sichten in der Sache selbst abhängig gemacht werden (vgl. auch BGE 143 II 361 
E. 3.2, 3.3). Dies ist mit der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege vor dem 
Zwangsmassnahmengericht Graubünden erfüllt. In diesem Sinne wird Art. 19 Abs. 
2 EGzAAG im Beschwerdeverfahren nicht durch nationales oder internationales 
Recht derogiert, womit die Voraussetzungen der Bestimmung im Beschwerdever-
fahren anwendbar sind. 

Diesbezüglich erfüllt der Beschwerdeführer die Voraussetzung der Mittellosigkeit. 
Da die Haft weniger als 3 Monate dauert und damit gemäss bundesgerichtlicher 
Rechtsprechung noch kein besonders schwerer Eingriff in die Rechte des Be-
schwerdeführers vorliegt (vgl. Businger, a.a.O., S. 287), wird zusätzlich verlangt, 
dass rechtliche oder tatsächliche Schwierigkeiten vorliegen. In Bezug auf das 
Hauptbegehren der Haftentlassung sind solche Schwierigkeiten jedoch zu vernei-
nen. Dem Beschwerdeführer ist das Dublin-Verfahren aus eigener Erfahrung be-
kannt; seine Untertauchensgefahr lässt sich in Anbetracht seines Verhaltens in der 
Vergangenheit nicht ernsthaft bestreiten, zumal er selbst wiederholt angegeben 
hat, nicht zurückkehren zu wollen. Allein der Status als asylsuchende Person, die 
sich weder mit der Sprache noch mit dem Rechtssystem auskennt, vermag keine 
besonderen Schwierigkeiten zu begründen, denn andernfalls wäre das Kriterium 
der besonderen Schwierigkeiten rechtlicher oder tatsächlicher Natur überflüssig, 
da sich fehlende Sprach- und Rechtskenntnisse praktisch bei jeder von einer aus-
länderrechtlichen Haft betroffenen Person ins Feld führen liessen (vgl. hierzu KGer 
GR SK2 21 4 v. 12.2.2021 E. 8.3.2). Anders ist die Situation einzig hinsichtlich des 
Antrags um unentgeltliche Rechtspflege vor der ersten Instanz zu beurteilen. 
Diesbezüglich ist wie dargelegt eine EU-Richtlinie anwendbar, was als Ausnahme-
fall zum üblichen Haftverfahren nicht ohne weiteres ersichtlich ist und eine rechtli-
che Schwierigkeit darstellt. Das Vorliegen einer rechtlichen Schwierigkeit in einem 
Nebenbegehren rechtfertigt es jedoch nicht, die ganze Beschwerde als rechtlich 
und tatsächlich schwierig zu beurteilen. Der Beschwerdeführer hätte die Möglich-
keit gehabt, auch nur diesen Punkt anzufechten. Die unentgeltliche Verbeistän-
dung kann zudem auch nur teilweise gewährt werden, wenn mehrere selbständige 
Rechtsbegehren gestellt werden und unabhängig voneinander beurteilt werden 
können (BGE 139 III 396 E. 4.1). Dem entsprechend rechtfertigt es sich vorlie-
gend, die unentgeltliche Verbeiständung abzuweisen. Im Umfang der Gutheissung 
der unentgeltlichen Rechtspflege für das erstinstanzliche Verfahren ist der Be-
schwerdeführer jedoch für seine Aufwendungen zu entschädigen (siehe E. 7 f.).

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6.2.1. Der Beschwerdeführer beantragt weiter, es sei ihm auch die unentgeltliche 
Prozessführung zu gewähren. Der Anspruch auf unentgeltliche Prozessführung 
bzw. einen unentgeltlichen Rechtsbeistand beurteilt sich im Haftverfahren 
grundsätzlich nach kantonalem Verfahrensrecht (vgl. Andreas Zünd, a.a.O., N 4 
zu Art. 80 AIG). Gemäss Art. 27 Abs. 1 EGzAAG in Verbindung mit Art. 76 Abs. 1 
des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) 
kann das Gericht einer Partei, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, die 
unentgeltliche Prozessführung bewilligen, sofern ihr Rechtsstreit nicht offensicht-
lich mutwillig oder von vornherein aussichtslos ist (dazu grundlegend KGer GR 
SK2 16 4 v. 12.2.2016 E. 4). Als aussichtslos gelten Verfahren, bei denen die Ge-
winnchancen beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahr und daher kaum 
mehr als ernsthaft bezeichnet werden können. Dagegen gilt ein Begehren nicht als 
aussichtslos, wenn sich Gewinnaussichten und Verlustgefahr ungefähr die Waage 
halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine Par-
tei, die über die nötigen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem 
Prozess entschliessen würde. Eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene 
Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht allein deshalb anstrengen können, 
weil er nichts kostet (vgl. BGE 122 I 267 E. 2b).

6.2.2. Hinsichtlich der Kosten für das Verfahren vor dem Zwangsmassnahmenge-
richt in Höhe von CHF 500.00 wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche 
Prozessführung gewährt, was im Hinblick auf Art. 9 Abs. 6 der Richtlinie 
2013/33/EU als richtig erscheint. Für das Beschwerdeverfahren ist die unentgeltli-
che Prozessführung jedoch abzulehnen. Angesichts des offensichtlich gegebenen 
Haftgrunds von Art. 76a Abs. 2 lit. e AIG, des Verhaltens des Beschwerdeführers 
in der Vergangenheit und seines fehlenden Bezugsnetzes in der Schweiz, ist die 
Beschwerde als aussichtslos zu beurteilen. Nichts daran zu ändern vermögen die 
verfahrensrechtlichen Rügen, da diese offensichtlich der aktuellen bundesgericht-
lichen Rechtsprechung zuwiderliefen und keine erheblichen Gründe vorlagen, 
weshalb von dieser Rechtsprechung abzuweichen sei. Auch hier gilt, dass das 
Vorliegen von Erfolgsaussichten in einem Nebenbegehren es nicht rechtfertigt, die 
unentgeltliche Prozessführung für die ganze Beschwerde zu gewähren. Dem ent-
sprechend ist das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung abzuweisen. Das 
Obsiegen in Bezug auf die unentgeltliche Prozessführung vor erster Instanz ist bei 
der Kostenverteilung zu berücksichtigen (siehe E. 7 f.). 

7. Verfahrenskosten und Parteientschädigung

7.1. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe 
ihres Obsiegens und Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Vorliegend unterliegt 

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der Beschwerdeführer in der Hauptsache, obsiegt jedoch in einem Nebenpunkt. 
Es erscheint deshalb als angemessen, dass der Beschwerdeführer 4/5 der Ge-
richtsgebühren zu tragen hat. Gestützt auf den geltenden Gebührenrahmen von 
CHF 1'000.00 bis CHF 5'000.00 (Art. 8 der Verordnung über die Gerichtsgebühren 
im Strafverfahren [VGS; BR 350.210]) erscheint vorliegend eine Gebühr von CHF 
1'000.00 als angemessen. Dem Beschwerdeführer sind 4/5 der Kosten und damit 
CHF 800.00 aufzuerlegen. Der Kanton Graubünden trägt die Kosten zu 1/5 und 
damit im Umfang von CHF 200.00.

7.2. Gemäss Art. 436 Abs. 2 StPO hat eine beschuldigte Person Anspruch auf 
eine angemessene Entschädigung für ihre Aufwendungen, wenn sie in einem 
Rechtsmittelverfahren in einem Nebenpunkt − und nicht in Bezug auf Freispruch 
oder Verfahrenseinstellung − obsiegt. Diese Bestimmung ist für den vorliegenden 
Fall analog anzuwenden, namentlich da unabhängig davon der Grundsatz gilt, 
dass bei Übernahme der Kosten durch die Staatskasse die beschuldigte Person 
Anspruch auf Entschädigung hat. Im Falle einer teilweisen Kostenauflage ist eine 
entsprechend gekürzte Entschädigung zuzusprechen (vgl. BGE 137 IV 352 E. 
2.4.2; BGer 6B_115/2019 v. 15.05.2019 E. 5.2). Entsprechend ist der Beschwer-
deführer für das Beschwerdeverfahren nur anteilsmässig mit 1/5 zu entschädigen. 
Vorliegend hat der Beschwerdeführer eine Honorarnote eingereicht und macht 
Aufwendungen im Umfang von CHF 1'448.80 geltend. Davon ist ihm 1/5 und damit 
CHF 290.00 zu entschädigen.

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Demnach wird erkannt:

1.1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Das Urteil des Einzelrichters 
am Zwangsmassnahmengericht des Kantons Graubünden vom 9. August 
2021 wird insoweit aufgehoben, als der Antrag auf unentgeltliche Verbei-
ständung für das Verfahren vor dem Zwangsmassnahmengericht abgewie-
sen wurde. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.

1.2. Frau Rechtsanwältin Lea Hungerbühler wird für das Verfahren vor dem 
Zwangsmassnahmengericht des Kantons Graubünden als unentgeltliche 
Rechtsbeiständin eingesetzt. 

1.3. Die Entschädigung der Rechtsvertreterin von CHF 1'141.30 wird unter dem 
Vorbehalt der Rückforderung dem Kanton Graubünden in Rechnung ge-
stellt und aus der Gerichtskasse des Zwangsmassnahmengerichts 
Graubünden bezahlt. 

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege für das Beschwerdeverfahren 
wird abgewiesen.

3.1. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 1'000.00 gehen im Um-
fang von CHF 800.00 zu Lasten von A._____ und im Umfang von 
CHF 200.00 zu Lasten des Kantons Graubünden (Kantonsgericht).

3.2. Der Beschwerdeführer wird für das Beschwerdeverfahren mit CHF 290.00 
entschädigt.

4. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 82 ff. BGG Beschwerde in 
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Schweizerische Bundesge-
richt, 1000 Lausanne 14, geführt werden. Die Beschwerde ist dem Bundes-
gericht schriftlich, innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausferti-
gung der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen 
Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die 
weiteren Voraussetzungen und das Verfahren der Beschwerde gelten die 
Art. 29 ff., 82 ff. und 90 ff. BGG.

5. Mitteilung an: