# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c53b3feb-506e-59a5-8233-4eeab2b20c3d
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-04-27
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 27.04.2015 IV 2013/188
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2013-188_2015-04-27.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2013/188

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 26.05.2020

Entscheiddatum: 27.04.2015

Entscheid Versicherungsgericht, 27.04.2015
Art. 16 ATSG. Invaliditätsbemessung bei einem Selbständigerwerbenden. 
Berücksichtigung des objektiven Wertes der verschiedenen für den eigenen 
Betrieb verrichteten Arbeiten bei der Ermittlung des Valideneinkommens 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 27. April 
2015, IV 2013/188).

Vizepräsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterin Karin Huber-Studer,

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiber Tobias Bolt

Entscheid vom 27. April 2015

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Karl Gehler, LL.M., Hofmann Gehler Schmidlin, 

Hanfländerstrasse 67, Postfach 1539, 8640 Rapperswil SG,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin

betreffend

Rente

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Sachverhalt:

A.    

A.a  A.___ meldete sich am 14. April 2011 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an (IV-act. 1). Er gab an, 

dass er in seinem Herkunftsland eine Detailhandelsausbildung abgeschlossen habe. 

Seit Juli 2005 arbeite er als Geschäftsführer für sein Armierungsunternehmen. Seit 

spätestens August 2010 behinderten ihn starke Knieschmerzen bei der Arbeit. Am 

19. Mai 2011 ging der IV-Stelle ein Bericht der Klinik B.___ vom 26. April 2011 zu (IV-

act. 9). Die Ärzte hatten ein beidseitiges, chronisch rezidivierendes femoro-patelläres 

Schmerzsyndrom diagnostiziert und eine Arbeitsunfähigkeit von 50 Prozent für die vom 

Versicherten ausgeübte Tätigkeit als Eisenleger attestiert. Sie hatten ausgeführt, dass 

der Versicherte sein Pensum bereits im März 2011 wieder auf 60 Prozent gesteigert 

habe und ein Pensum in diesem Umfang ab dem Zeitpunkt der Untersuchung 

zumutbar sei. Für eine dem Knieleiden angepasste Tätigkeit mit Wechselbelastung 

hatten die Ärzte eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit attestiert. Der Versicherte gab 

der Eingliederungsberaterin der IV-Stelle am 24. Mai 2011 an, dass er sein gut 

laufendes Geschäft nicht aufgeben wolle und deshalb nicht an beruflichen 

Eingliederungsmassnahmen interessiert sei (IV-act. 12 f.). Der orthopädische Chirurg 

Dr. med. C.___ gab am 19. Mai 2011 telefonisch an (IV-act. 18), dass der Versicherte 

durch die seit zwei Jahren zunehmenden Kniebeschwerden in seiner angestammten, 

schweren Tätigkeit als Eisenleger funktionell eingeschränkt sei. Eine dem Knieleiden 

angepasste, wechselbelastende Tätigkeit sei uneingeschränkt zumutbar. Der 

Versicherte habe die angestammte Tätigkeit am 17. März 2011 wieder aufgenommen. 

Am 22. August 2011 und am 4. Januar 2012 berichtete Dr. C.___ schriftlich über einen 

unveränderten Gesundheitszustand (IV-act. 28 und 31). Am 11. Januar 2012 fand eine 

Abklärung im Betrieb des Versicherten statt (IV-act. 42). Der Abklärungsbeauftragte 

hielt fest, dass der Versicherte vor dem Eintritt des Gesundheitsschadens in einem 

Pensum von 20 Prozent administrative Arbeiten verrichtet habe. Zu 80 Prozent sei er 

als Eisenleger tätig gewesen. Die administrativen Tätigkeiten könnten dem Versicherten 

noch uneingeschränkt zugemutet werden. Er könne das entsprechende Pensum auf 50 

Prozent ausdehnen. Die Tätigkeit als Eisenleger sei ihm dagegen nicht mehr zumutbar. 

Der Versicherte beschäftige vier fest angestellte Eisenleger und einen, der auf Abruf 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

arbeite. Je nach Geschäftslast beschäftige er aushilfsweise bis zu zehn weitere 

Eisenleger. Er richte seinen Angestellten einen angemessenen Lohn von 

durchschnittlich 6’000 Franken pro Monat aus. Sein eigener Lohn betrage 13 × 7’000 

Franken pro Jahr. Im individuellen AHV-Konto sei für das Jahr 2008 ein Einkommen 

von 70’997 Franken und für das Jahr 2009 ein solches von 87’758 Franken verbucht 

worden. Der statistische Durchschnittslohn für qualifizierte Arbeiten auf dem Bau 

betrage 90’818 Franken, was ziemlich genau dem vom Versicherten angegebenen 

Lohn entspreche. Für die Bezifferung des Valideneinkommens sei deshalb auf die 

Angabe des Versicherten abzustellen. Für die Bezifferung des Invalideneinkommens 

seien die vom Versicherten erworbenen beruflichen Fertigkeiten auf dem Bau zu 

berücksichtigen. Folglich sei das Mittel der statistischen Löhne für gelernte Bauarbeiter 

und Hilfsarbeiter als Invalideneinkommen heranzuziehen. Dieses betrage 71’621 

Franken. Mit der ausserordentlichen Bemessungsmethode erhalte man ein 

Invalideneinkommen von 76’297 Franken, wenn man für die vom Versicherten nach wie 

vor verrichteten Arbeiten (Betriebsführung, Personalführung, Offerten- und 

Rechnungswessen, Baustellenkontrollen und Büroarbeiten) den statistischen 

Durchschnittslohn für Tätigkeiten im Baugewerbe mit dem höchsten 

Anforderungsniveau und für die verbleibende medizinisch-theoretische 

Restarbeitsfähigkeit den statistischen Hilfsarbeiterlohn berücksichtige und die beiden 

Anteile mit je 50 Prozent gewichte.

A.b  Mit einem Vorbescheid vom 29. November 2012 teilte die IV-Stelle dem 

Versicherten mit (IV-act. 46), dass sie plane, sein Rentengesuch abzuweisen. Bei einem 

Valideneinkommen von 91’000 Franken und einem Invalideneinkommen von 76’297 

Franken resultiere ein nicht zum Bezug einer Rente berechtigender Invaliditätsgrad von 

16 Prozent, weshalb kein Rentenanspruch bestehe. Dagegen liess der Versicherte am 

12. März 2013 einwenden (IV-act. 53), für die Festlegung des Valideneinkommens dürfe 

nicht nur der abgerechnete Lohn berücksichtigt werden. Vielmehr müsse der 

Unternehmensgewinn dazu addiert werden. Im Zeitraum von Juli 2005 bis Dezember 

2009 habe der Versicherte durchschnittlich ein jährliches Einkommen von 119’023 

Franken erzielt. Für die Geschäftsführung könne bei einem so kleinen Betrieb nicht ein 

Pensum von 50 Prozent angenommen werden. Das vom Versicherten angegebene 

Pensum von 50 Prozent beinhalte nebst administrativen Aufgaben auch körperlich 

adaptierte Hilfsarbeiten. Bei einer Berücksichtigung eines Pensums von 20 Prozent für 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

administrative Aufgaben ergebe sich ein entsprechender anteiliger Lohn von 16’155 

Franken. Für das restliche Pensum von 80 Prozent müsse ein Hilfsarbeiterlohn 

berücksichtigt werden, was einen entsprechenden anteiligen Lohn von 49’048 Franken 

ergebe. Das Invalideneinkommen betrage folglich 65’203 Franken. Unter 

Berücksichtigung dieser Werte betrage der Invaliditätsgrad 45,2 Prozent, womit ein 

Anspruch auf eine Viertelsrente bestehe. Mit einer Verfügung vom 14. März 2013 wies 

die IV-Stelle das Rentengesuch des Versicherten ab (IV-act. 54). Bezugnehmend auf 

die Einwendungen des Versicherten führte sie aus, das Valideneinkommen von 91’000 

Franken stimme mit den Buchungen im individuellen AHV-Konto, den 

Geschäftserfolgen in den Jahren 2008 und 2009 und dem angegebenen Lohn überein. 

Für die Bezifferung des Invalideneinkommens sei zu berücksichtigen, dass der 

Versicherte seine Tätigkeit zwischenzeitlich erheblich umgestellt habe. Er verrichte nun 

in einem Pensum von 50 Prozent verschiedene Arbeiten im Baugewerbe, die 

Berufskenntnisse und Erfahrungen voraussetzten. Dem Versicherten sei es zumutbar, 

zusätzlich in einem Pensum von 50 Prozent Arbeiten auf dem Bau zu verrichten, 

dieBerufskenntnisse voraussetzten. Das so erzielbare Invalideneinkommen betrage 

gesamthaft 83’746 Franken, womit ein Invaliditätsgrad von weniger als zehn Prozent 

resultiere.

B.    

B.a  Am 29. April 2013 liess der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer) eine 

Beschwerde erheben (act. G 1). Sein Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung der 

Verfügung vom 14. März 2013 und die Zusprache einer Viertelsrente ab dem Beginn 

der Leistungspflicht. Zur Begründung führte er aus, für die Ermittlung des 

Valideneinkommens müsse das gesamte Betriebsergebnis berücksichtigt werden, da 

der Beschwerdeführer seinen Betrieb alleine führe. Der Jahresdurchschnitt der 

Betriebsergebnisse 2005–2011 belaufe sich auf 119’023 Franken. Der Verlauf des 

Betriebsergebnisses zeige auch, dass das Ergebnis im Jahr 2008 aussergewöhnlich 

schlecht gewesen sei. Indem die IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) auf 

den Durchschnitt dieses Jahres und des Jahres 2009 abgestellt habe, habe sie ein 

verfälschtes Ergebnis erhalten. Für die Ermittlung des Invalideneinkommens dürfe nur 

ein Anteil von 20 Prozent für qualifizierte Arbeiten (Niveau 1+2 gemäss der 

Lohnstrukturerhebung) berücksichtigt werden, denn der Beschwerdeführer könne als 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Geschäftsführer nicht mehr als ein Pensum von 20 Prozent verrichten. Der restliche Teil 

des von ihm ausgeübten Pensums von 50 Prozent, also 30 Prozent, betreffe 

Hilfsarbeiten. Das gesamte im eigenen Betrieb erzielbare Einkommen belaufe sich 

ausgehend von den statistischen Werten auf 37’302 Franken. Dem Beschwerdeführer 

könne die Aufnahme einer Hilfsarbeit im Umfang von 50 Prozent zugemutet werden, 

womit er zusätzlich 31’275 Franken verdienen könnte. Das gesamte zumutbarerweise 

erzielbare Invalideneinkommen belaufe sich folglich auf 68’577 Franken, womit sich ein 

Invaliditätsgrad von 42,5 Prozent ergebe. Folglich habe der Beschwerdeführer einen 

Anspruch auf eine Viertelsrente.

B.b  Die Beschwerdegegnerin beantragte am 25. Juni 2013 die Abweisung der 

Beschwerde (act. G 4). Zur Begründung führte sie aus, dass für die Ermittlung des 

Valideneinkommens nur die der AHV-Beitragspflicht unterliegenden Einkünfte zu 

berücksichtigen seien. Die im individuellen AHV-Konto verbuchten Einkommen, die 

zudem den Angaben des Beschwerdeführers entsprächen, bildeten folglich das 

Valideneinkommen. Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens sei zu 

berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer nicht bloss Hilfsarbeiten verrichte. 

Angesichts seiner beruflichen Erfahrungen auf dem Bau und seiner Stellung als 

Geschäftsführer sei vom Lohnniveau eines gelernten Bauarbeiters auszugehen.

B.c  Der Beschwerdeführer liess am 2. September 2013 an seinen Anträgen festhalten 

(act. G 6). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 8).

Erwägungen:

1.    Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich 

zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, 

erhalten oder verbessern können, die während eines Jahres ohne wesentlichen 

Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen sind und 

die nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid sind, haben einen 

Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung (Art. 28 Abs. 1 IVG). Für die 

Bemessung der Invalidität eines erwerbstätigen Versicherten wird das 

Erwerbseinkommen, das dieser nach dem Eintritt der Invalidität und nach der 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihm zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung zum Erwerbseinkommen gesetzt, das 

er erzielen könnte, wenn er nicht invalid geworden wäre (Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. 

Art. 16 ATSG).

2.

2.1  Der Beschwerdeführer ist ein Arbeitnehmer der GmbH, die ihm und mit einem 

Stammanteil von fünf Prozent seiner Ehefrau gehört. Da er - wirtschaftlich betrachtet - 

der Inhaber der GmbH und damit faktisch sein eigener Arbeitgeber ist, kann zur 

Ermittlung des Validen- und des Invalideneinkommens nicht auf die verbuchten Löhne 

des Beschwerdeführers abgestellt werde. Deshalb muss der Beschwerdeführer im 

Rahmen der Bemessung seines Invaliditätsgrades als selbständig erwerbstätig 

betrachtet werden. Das Bundesgericht hat für die Berechnung des Invaliditätsgrades 

von selbständig erwerbstätigen Versicherten eine eigene Methode geschaffen, nämlich 

jene des erwerblich gewichteten Betätigungsvergleichs (so genannte ausserordentliche 

Methode; BGE 128 V 29 E. 1 S. 30 mit Hinweisen). Diese Methode trägt dem Umstand 

Rechnung, dass ein selbständig Erwerbstätiger in der Regel im eigenen Unternehmen 

verschiedene Arten von Tätigkeiten ausführt, die unterschiedliche Anforderungen an 

die berufliche Qualifikation stellen und deshalb auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt 

unterschiedlich entlöhnt würden. Müsste ein (wirtschaftlich betrachtet) selbständig 

Erwerbstätiger Arbeitskräfte anstellen, die die verschiedenen von ihm verrichteten 

Arbeiten gegen Bezahlung übernähmen, müsste er diesen Arbeitskräften entsprechend 

der Art der Arbeit also unterschiedliche Löhne ausrichten. Da der Zweck der 

Bemessung des Valideneinkommens darin besteht, die Erwerbsfähigkeit des 

Versicherten zu ermitteln, muss massgebend sein, welches objektive 

Einkommenspotential die verschiedenen von ihm für sein Unternehmen verrichteten 

Arbeiten haben, das heisst welchen Lohn er auf dem allgemeinen und ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt für die einzelne Arbeit jeweils erzielen könnte. Nicht massgebend können 

dagegen die effektiven Einkünfte bestehend aus dem ausbezahlten Lohn und dem 

Reingewinn sein, denn die Summe dieser beiden Einkünfte hängt nicht allein von der 

Erwerbsfähigkeit des selbständig Erwerbenden ab, sondern ist in aller Regel durch 

strukturelle und konjunkturelle Einflüsse verfälscht. Bei guter Wirtschaftslage kann 

diese Summe über das objektive Einkommenspotential der vom selbständig 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Erwerbenden geleisteten Arbeiten hinaus ansteigen, bei schlechter Wirtschaftslage 

kann sie weit unter dieses Einkommenspotential sinken. Ein sich noch im Aufbau 

befindliches Unternehmen wirft unter Umständen nur einen Ertrag ab, der nicht 

ausreicht, um die vom selbständig Erwerbenden geleisteten Arbeiten marktüblich, das 

heisst dem objektiven Einkommenspotential entsprechend zu entschädigen. Ein sehr 

gut laufendes Unternehmen kann es sich dagegen leisten, dem selbständig 

Erwerbenden Einkünfte auszurichten, die weit über dem objektiven 

Einkommenspotential für die geleisteten Arbeiten liegen. Ausserdem hat der 

(wirtschaftlich betrachtet) selbständig Erwerbstätige in aller Regel Investitionen in das 

Unternehmen getätigt, die einen indirekten Beitrag an den Unternehmensertrag leisten, 

der mit dem objektiven Einkommenspotential der vom selbständig Erwerbstätigen für 

das Unternehmen geleisteten Arbeiten naturgemäss nichts zu tun haben kann. Bei 

einem hochrentablen Unternehmen könnte ein selbständig Erwerbstätiger seine 

Arbeitsfähigkeit vollständig verlieren, also gar keine Arbeitsleistung für das 

Unternehmen mehr erbringen, und sich dennoch weiterhin denselben Lohn wie zuvor 

auszahlen. All dies spricht gegen ein Abstellen auf den Reingewinn eines selbständig 

Erwerbstätigen oder auf den von einem (wirtschaftlich betrachtet) selbständig 

Erwerbstätigen sich selbst ausgerichteten Lohn und für ein Abstellen auf das objektive 

Einkommenspotential der einzelnen Arten von Arbeit, die der selbständig Erwerbstätige 

für sein Unternehmen verrichtet (vgl. zum Ganzen auch Ralph Jöhl, Die 

Invaliditätsbemessung bei Selbständigerwerbenden in der IV, in: JaSo 2014, S. 159 ff.).

2.2  Der Beschwerdeführer hat angegeben, er sei in der eigenen GmbH zu 20 Prozent 

als Geschäftsführer und zu 80 Prozent als Eisenleger tätig gewesen. Diese unbestritten 

gebliebene Angabe erscheint angesichts der Art der von der GmbH erbrachten 

Leistungen und angesichts der Betriebsgrösse als plausibel. Der Beschwerdeführer hat 

zwar ein Treuhandbüro mit der Erstellung der Jahresabschlüsse betraut, die übrigen 

administrativen Arbeiten wie die Akquisition von Aufträgen, die Planung der Einsätze, 

die Personalausleihe, die Kontrolle der Arbeiten und die Rapporte der geleisteten 

Stunden und des verarbeiteten Materials jedoch selbst übernommen und sein 

Unternehmen erfolgreich selbst geführt, sodass es ihm möglich gewesen ist, einen 

höheren Lohn als die angestellten Eisenleger zu beziehen und überdies einen 

Reingewinn zu erwirtschaften. Gewisse Kenntnisse und Fertigkeiten zur Verrichtung der 

administrativen Aufgaben dürfte sich der Beschwerdeführer im Rahmen der im 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Herkunftsland absolvierten (Hoch-) Schulausbildung im Detailhandel angeeignet haben. 

Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist folglich von einer Kombination aus der 

Geschäftsführertätigkeit im Pensum von 20 Prozent und aus der Tätigkeit als 

Eisenleger im Pensum von 80 Prozent auszugehen. Der Beschwerdeführer verfügt zwar 

nicht über eine Ausbildung als Eisenleger, hat sich aber in den vergangenen Jahren die 

entsprechenden beruflichen Kenntnisse angeeignet. Deshalb hätte er den Lohn eines 

gelernten Eisenlegers erzielen können. Der Beschwerdeführer hat seinen angestellten 

Eisenlegern einen Monatslohn von 6’000 Franken ausgerichtet. Dies entspricht dem 

statistischen mittleren Lohn für einen gelernten Arbeiter im Hochbaugewerbe. Dieser 

beträgt nämlich 5’944 Franken pro Monat (LSE 2010, TA1, Wirtschaftsabteilung 41, 

Niveau 3) bzw. – unter Berücksichtigung der effektiven betriebsüblichen wöchentlichen 

Arbeitszeit von 41,6 Stunden – 74’181 Franken pro Jahr (= 5’944 ÷ 40 × 41,6 × 12 

Franken). Für die Haupttätigkeit als Eisenleger ist dieser statistische Lohn zu 

berücksichtigen, womit sich für das entsprechende Pensum von 80 Prozent ein 

Einkommenspotential von 59’345 Franken ergibt. Der Beschwerdeführer hat sich einen 

Lohn von insgesamt 7’000 Franken pro Monat beziehungsweise 91’000 Franken pro 

Jahr ausgerichtet. Wenn man von diesem „Mischlohn“ für einen Eisenleger (80 Prozent) 

und einen Geschäftsführer (20 Prozent) ausgeht und für das Teilpensum des 

Eisenlegers den oben ermittelten Lohn von 59’345 Franken einsetzt, ergibt sich ein 

Lohn von 31’655 Franken für das Teilpensum von 20 Prozentals Geschäftsführer (= 

91’000 – 59’345 Franken). Das Einkommenspotential des Beschwerdeführers als 

Geschäftsführer seiner GmbH würde demnach für ein Vollpensum 158’275 Franken 

betragen, was aber angesichts der dazu notwendigen, nicht allzu hohen Anforderungen 

an die konkrete Geschäftsführung als zu hoch zu betrachten ist. Angemessener dürfte 

ein Geschäftsführerlohn von 100’000 Franken sein, womit sich ein Valideneinkommen 

von 79’345 Franken (= 59’345 + 0,2 × 100’000 Franken) ergäbe. Wie die folgenden 

Erwägungen zeigen werden, kommt der Höhe des Geschäftsführerlohns allerdings 

keine entscheidende Bedeutung zu, weshalb der genaue Betrag offen bleiben kann.

3.

3.1  Dem Valideneinkommen ist das zumutbarerweise erzielbare Invalideneinkommen 

gegenüber zu stellen. Dem Beschwerdeführer kann die Tätigkeit als Eisenleger 

gesundheitsbedingt nicht mehr zugemutet werden. Das bedeutet indessen nicht, dass 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

er im Umfang von 80% invalid ist, denn gemäss dem Art. 8 Abs. 1 ATSG ist eine 

Invalidität nicht eine voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

Berufsunfähigkeit, sondern eine voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

Erwerbsunfähigkeit. Als Erwerbsunfähigkeit gilt laut dem Art. 7 Abs. 1 ATSG der Verlust 

der Erwerbsmöglichkeiten auf dem allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt. 

Wenn eine versicherte Person berufsunfähig wird, ist sie also verpflichtet, ein allfällig 

noch vorhandenes Einkommenspotential in einem anderen Beruf zu verwerten. Soweit 

ein Rentenanspruch durch eine berufliche Eingliederung verhindert bzw. klein gehalten 

werden kann, besteht eine Eingliederungspflicht. Dieser Grundsatz – „Eingliederung vor 

Rente“ – wird in den Art. 7 f. ATSG und Art. 28 IVG als selbstverständlich 

vorausgesetzt; es handelt sich dabei um ein allgemeines 

sozialversicherungsrechtliches Prinzip (vgl. auch Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl. 

2009, Vorbemerkungen, N 47 f.). Bei selbständig erwerbstätigen Versicherten kann die 

Eingliederungspflicht die Aufgabe des Betriebes und die Aufnahme einer 

unselbständigen Erwerbstätigkeit erfordern. Dies ist in aller Regel der Fall, wenn das 

Einkommenspotential im eigenen Betrieb tiefer ist als das Einkommenspotential in einer 

leidensadaptierten Tätigkeit. Würde nämlich das im eigenen Betrieb noch erzielbare 

Einkommen als das zumutbarerweise noch erzielbare Invalideneinkommen qualifiziert, 

würde im Einkommensvergleich eine „Arbeitsplatzinvalidität“ ermittelt, weil damit der 

„Invaliditätsgrad“ für einen ganz bestimmten Arbeitsplatz berechnet würde. 

Massgebend für die Beurteilung eines Rentengesuchs kann aber nicht eine

solche „Arbeitsplatzinvalidität“ oder eine „Berufsinvalidität“ sein. Entscheidend ist 

vielmehr der Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem gesamten noch offen 

stehenden Arbeitsmarkt. Eine Pflicht zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses mit dem 

eigenen Unternehmen als konkrete Ausprägung der Eingliederungspflicht besteht also, 

wenn die (wirtschaftlich betrachtet) selbständig erwerbende Person ihr verbleibendes 

Einkommenspotential nur bestmöglich ausschöpfen kann, indem sie ihren Beruf oder 

Arbeitsplatz wechselt. Diese besondere Eingliederungspflicht trifft den 

Beschwerdeführer nur im Umfang von 50 Prozent. Mangels einer anderweitigen 

Ausbildung und infolge der Unzumutbarkeit der Tätigkeit als Eisenleger stehen ihm 

zwar nur noch Hilfsarbeiterstellen zur Verfügung. Die eigene GmbH kann ihm aber 

solche Hilfsarbeiten und die nach wie vor zumutbare Tätigkeit als Geschäftsführer im 

Rahmen eines Beschäftigungsgrades von insgesamt 50 Prozent zur Verfügung stellen. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Der Beschwerdeführer kann also die Tätigkeit als Geschäftsführer seiner GmbH 

weiterhin im bisherigen Pensum von 20 Prozent ausüben und daneben kann er zu 30 

Prozent in seiner GmbH als Hilfsarbeiter die dort anfallenden behinderungsadaptierte 

Tätigkeiten erledigen. Ausserhalb seiner GmbH kann der Beschwerdeführer, wie sein 

Rechtsvertreter eingeräumt hat, zusätzlich eine weitere Hilfsarbeiterstelle annehmen, 

um sein restliches objektives Einkommenspotential von 50 Prozent in einer 

behinderungsadaptierten Tätigkeit voll auszuschöpfen. Durch eine vollständige 

Auflösung des Arbeitsverhältnisses mit seiner GmbH und der anschliessenden 

Annahme einer vollzeitigen Hilfsarbeiterstelle in einem anderen Unternehmen könnte 

der Beschwerdeführer also kein höheres Einkommen erzielen. Vielmehr würde er 

dadurch die Geschäftsführertätigkeit verlieren, was eine entsprechende 

Erwerbseinbusse zur Folge hätte. Deshalb besteht keine Schadenminderungspflicht in 

der Form einer vollständigen Auflösung des Arbeitsverhältnisses mit der eigenen 

GmbH.

3.2  Die Invalidenkarriere besteht folglich in der Verrichtung der Geschäftsführertätig­

keiten im Umfang von 20 Prozent und von adaptierten Hilfsarbeiten im Umfang von 

30 Prozent für die eigene GmbH sowie in der Annahme einer adaptierten 

Hilfsarbeiterstelle in einem Pensum von 50 Prozent bei einem anderen Unternehmen. 

Gemäss der LSE 2010 beträgt der statistische mittlere Lohn für einen Hilfsarbeiter 

4’901 Franken pro Monat, was unter Berücksichtigung einer durchschnittlichen 

wöchentlichen Arbeitszeit von 41,6 Stunden einem Jahreslohn von 61’164 Franken 

entspricht. Das im Teilpensum von insgesamt 80 Prozent (30 Prozent in der eigenen 

GmbH, 50 Prozent ausserbetrieblich) erzielbare Invalideneinkommen als Hilfsarbeiter 

beträgt also 48’931 Franken. Bei einem Geschäftsführerlohn von 100’000 Franken 

betrüge das zumutbarerweise erzielbare Invalideneinkommen folglich 68’931 Franken 

(= 48’931 + 0,2 × 100’000 Franken), womit sich angesichts des entsprechenden 

Valideneinkommens von 79’345 Franken ein Invaliditätsgrad von 13 Prozent ergäbe. Je 

höher der – nach wie vor erzielbare – Geschäftsführerlohn eingeschätzt wird, desto 

tiefer fällt der Invaliditätsgrad aus. Bei einem Geschäftsführerlohn von 158’275 Franken 

betrüge das zumutbarerweise erzielbare Invalideneinkommen 80’586 Franken (= 48’931 

+ 0,2 × 158’275 Franken), womit sich angesichts des entsprechenden 

Valideneinkommens von 91’000 Franken ein Invaliditätsgrad von elf Prozent ergäbe. 

Bei einem Geschäftsführerlohn von 200’000 Franken betrüge das zumutbarerweise 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

erzielbare Invalideneinkommen 88’931 Franken (= 48’931 + 0,2 × 200’000 Franken), 

womit sich angesichts des entsprechenden Valideneinkommens von 99’345 Franken (= 

59’345 + 0,2 × 200’000 Franken) ein Invaliditätsgrad von zehn Prozent ergäbe. Diese 

Berechnungsbeispiele zeigen, dass der Beschwerdeführer unabhängig von der Höhe 

des objektiven Einkommens für die Tätigkeit als Geschäftsführer keinen 

rentenbegründenden Invaliditätsgrad erreichen kann.

4.    Die angefochtene Verfügung, mit der die Beschwerdegegnerin das Rentengesuch 

des Beschwerdeführers abgewiesen hat, erweist sich folglich im Ergebnis als korrekt, 

weshalb die Beschwerde abzuweisen ist. Die Gerichtskosten von 600 Franken sind 

dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen. Diese Gebühr ist durch den von 

ihm geleisteten Kostenvorschuss gedeckt. Der vollumfänglich unterliegende 

Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

entschieden:

1.      Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.      Der Beschwerdeführer hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen; diese 

Gebühr ist durch den von ihm geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.-- gedeckt.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 27.04.2015
	Art. 16 ATSG. Invaliditätsbemessung bei einem Selbständigerwerbenden. Berücksichtigung des objektiven Wertes der verschiedenen für den eigenen Betrieb verrichteten Arbeiten bei der Ermittlung des Valideneinkommens (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 27. April 2015, IV 2013/188).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T09:07:46+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen