# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a9cc3737-929a-51fd-83f9-a635a121a2d9
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-05-24
**Language:** de
**Title:** Neuanmeldung. Gestützt auf RAD-Untersuchungsberichte angestammt und angepasst voll arbeitsfähig. Abweisung.
**Docket/Reference:** IV.2017.01141
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2017.01141.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2017.01141
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Sozialversicherungsrichter Vogel
Gerichtsschreiberin Casanova
Urteil
vom
2
4.
Mai 2019
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt
Dr.
Massimo
Aliotta
Anwaltskanzlei
Aliotta
Obergasse 20, Postfach 1508, 8401 Winterthur
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1963, meldete sich erstmals am 14. Oktober 1999 (Eingangsdatum) unter Hinweis auf ein
Chronic
Fatigue Syndrom (CFS) und eine Fibromyalgie (enorme Erschöpfung und Müdigkeit und sehr starke Schmerzen in den Extremitäten) bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungs
bezug an (Urk. 7/10). Nach erwerblichen und medizinischen Abklärungen lehnte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
Stelle, das Leistungsbe
gehren mit Verfügung vom 15. März 2000 ab, da die Anmeldung für eine Rente verfrüht erfolgt sei (Urk. 7/17). Mit Schreiben vom 16. August 2000 meldete sich der Versicherte erneut
bei der IV-Stelle (Urk. 7/19/
2) an. Nach erwerblichen und medizinischen Abklärungen sprach die IV
Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom 4. Mai 2001 mit Wirkung ab August 2000 eine ganze Rente zu (Urk. 7/32).
Im Rahmen einer im Jahr 2004 von Amtes wegen eingeleiteten Revision (Revi
sionsfragebogen vom 23. April 2004, Urk. 7/35) wurde die ganze Rente gestützt auf einen unveränderten Invaliditätsgrad von 100 % bestätigt (Schreiben vom 9. Juni 2004, Urk. 7/38). Mit Verfügung vom 10. Juni 2004 wurde ein Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung verneint (Urk. 7/39).
Im Jahr 2008 holte die IV-Stelle im Rahmen einer von Amtes wegen eingeleiteten
Revision (Revisionsfragebogen vom 22. Juli 2008, Urk. 7/41) das rheumatolo
gi
sche/
psychiatrische Gutachten vom 14. April 2009 von Dr. med.
Y.___
, Facharzt für Rheumatologie und Innere Medizin, und Dr. med.
Z.___
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, ein (Urk. 7/47). Mit Schreiben vom 15. April 2009 wurde die ganze Rente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 100 % bestätigt (Urk. 7/61). Im Mai 2010 erfolgte ein neuer Einkommens
ver
gleich, wonach dem Versicherten mit Schreiben vom 11. Juni 2010 mitgeteilt wurde, dass er gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 86 % weiterhin Anspruch auf eine ganze Rente habe (Urk. 7/65).
Mit Schreiben vom 18. Oktober 2010 ersuchte der Versicherte um Kostenüber
nahme für Spezialschuhe (Urk.
7/68). Mit
unangefochten in Rechtskraft erwachs
ener Verfügung vom 6. Januar 2011 (Urk. 7/75)
wurde dies
abgelehnt.
1.2
Die IV-Stelle leitete im Jahr 2013 von Amtes wegen eine Rentenrevision ein (Urk. 7/76). Nach Einholung eines
bidisziplinären
Gutachtens (Rheumatologie und Psychiatrie, Urk. 7/86) hob die IV-Stelle mit Verfügung vom 26. März 2014
(Urk. 7/105
) die Rente mit Wirkung auf den ersten Tag des zweiten Monats nach der Zustellung auf.
Die hiergegen erhobene Beschwerde vom 1
2.
Mai 2014 (
Urk.
7/108/3 ff.) wies das hiesige Gericht mit Urteil IV.2014.00502 vom 1
6.
Dezember 2015 ab (
Urk.
7/112).
Das Bundesgericht wies die am 1
2.
Februar
2016 erhobene Beschwerde (
Urk.
7/113
) mit Urteil 9C_131/2016 vom
9.
August 2016 ab (
Urk.
7/122).
1.3
Noch vor Erlass des Bundesgerichtsurteils meldete sich der Versicherte am 2
9.
März 2016 (Eingangsdatum) erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/115). Die IV-Stelle tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen und liess den Versicherten
insbesondere
von den Ärzten des Regionalen Ärztlichen Dienstes
(RAD)
Dr.
med.
A.___
, Fachärztin für Psychiatrie und Psycho
the
rapie, und
Dr.
med.
B.___
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie, untersuchen (
Urk.
7/138-139).
Nach durchgeführtem
Vorbe
scheid
v
er
fahren
(Vorbescheid vom 1
8.
Juli 2017,
Urk.
7/141; Einwand vom
7.
Septem
be
r 2017,
Urk.
7/145)
wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 2
0.
September 2017 ab (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte am 2
0.
Oktober 2017 Beschwerde und bean
tragte
, es sei die Verfügung aufzuheben und es sei ein medizinisches polydisziplinäres Gerichtsgutachten einzuholen. Eventualiter sei die Sache an die Beschwerde
gegnerin zurückzuweisen zwecks Einholen eines versicherungsexternen Admini
strativgutachtens im Sinne von
Art.
44
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
, danach sei neu über die Angelegenheit zu befinden (
Urk.
1). Mit Beschwerdeantwort vom 2
2.
November 2017 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7/1-148), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 2
7.
November 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
3.
Auf die eingereichten Unterlagen und die Vorbringen der Parteien wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung dafür, die Abklä
rungen
hätten
ergeben, dass beim Beschwerdeführer seit 2014 in der bisherigen Tätigkeit als kaufmännischer Angestellter und psychiatrischer Pfleger sowie in allen anderen Tätigkeiten ohne Heben, Tragen und Transportieren von schweren
Lasten keine Arbeitsunfähigkeit bestehe. Die Untersuchungsberichte von
Dr.
A.___
und
Dr.
B.___
seien beweiskräftig. Damit bestehe kein Anspruch auf Leis
tungen der Invalidenversicherung.
Der Beschwerdeführer brachte demgegenüber im Wesentlichen vor,
dass die Untersuchungsberichte der RAD-Ärzte
Dr.
A.___
und
Dr.
B.___
nicht beweis
tauglich
seien
. Die psychiatrische Anamneseerhebung sei unvollständig erfolgt, so insbesondere die Familienanamnese. Auch sei beim behandelnden Psychiater nicht nachgefragt worden. Warum eine starke Verdeutlichung und deutliche Hin
weise auf eine Selbstlimitierung vorhanden sein solle
n
, werde nicht begründet.
Auch die vom behandelnden Psychiater abweichende Meinung werde nicht be
gründet.
Die
orthopädische Untersuchung sei nicht beweiskräftig, da auch diese eine st
arke Selbstlimitierung und Verd
e
u
tlichungstendenzen festhalte. Es werde nicht begründet, warum mangelnde Compliance vorgelegen habe. Auch seien keine bildgebenden Abklärungen durchgeführt worden.
Damit sei zwingend eine versicherungsexterne Untersuchung durchzuführen (
Urk.
1
i.V.m
.
Urk.
7/145).
2.
2.1
Wurde eine Rente
,
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
,
verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neu
anmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu verge
wissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Verän
derung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine an
spruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Be
schwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
2.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
ü
ber die Invalidenversicherung [
IVG
]
)
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach
zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
träch
tigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.3
2.3.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung
allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbsein
ko
mmen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
a
us (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
2.3.2
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
2.3.3
Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann dort von einem strukturierten Be
weisverfahren nach BGE 141 V 281 abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist. Ein Beweisverfahren bleibt daher entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte (vgl. BGE 125 V 351) eine Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird und all
fälligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemessen werden kann (BGE 143 V 409 E. 4.5
.3; vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1).
2.4
2.4.1
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der ge
stellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psy
chischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Dar
legung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die
Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.4.2
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxis
gemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen ver
fügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis versiche
rungs
interner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Okto
ber 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
3.
Die aktuelle medizinische Aktenlage stellt sich folgendermassen dar:
3.1
Dr.
med.
C.___
, Facharzt für Allgemeine und Innere Medizin, hielt in seinem Bericht vom
5.
Oktober 2016 folgende Diagnosen fest (
Urk.
7/127):
-
Mittelschwere depressive Stimmungslage
-
Grossflächige
Chondromalazie
des Humeruskopfes Schulter links
-
Bursitis
subacromialis
mit Outlet-
Impingement
links
-
Schulterimpingement
rechts
-
Chronisches Schmerzsyndrom
-
Chronische
Refluxsymptomatik
-
Fibromyalgiesyndrom
-
Chronische Migräne
-
Peripher-zentrale vestibuläre Funktionsstörung rechts, Kleinschrift
ny
stag
mus des
vestibulo-oculären
Reflexes und
visuo-visuo-oculomo
tori
sche
Funktionsstörung
Es liege eine ausgewiesene Verschlechterung des Gesundheitszustandes vor. Die letzten drei Jahre hätten gezeigt, dass alle Ressourcen in Anspruch genommen worden seien zur Überwindung der Schmerzsymptomatik des
Fibromyalgie
syn
droms
und des
Chronic
Fatigue Syndroms. Eine zumutbare Arbeit habe nicht gefunden werden können. Körperliche Schwäche und verminderte Belastbarkeit bei fehlender Muskelmasse und der chronische Opiatgebrauch liessen keine regel
mässige Tätigkeit zu. Neu seit 2013 seien die Komorbiditäten.
Degenerative Schulterprobleme hätten
am
2
2.
Dezember 2015
zu einer
Acro
mioplastik
links
geführt. Die
artikuläre
Schmerzsymptomatik betreffend die Schultern sei jedoch geblieben. Die rechte Schulter habe dieselbe Diagnose. Auf
grund des ausbleibenden Erfolges der zu erwartenden Schmerzlinderung der lin
ken Schulter sei von einem Eingriff rechts abgesehen worden. Eine körperliche Arbeit mit Heben von Gewichten sei darum nicht zumutbar.
Neu bestehe auch eine sich verschlechternde psychische Komorbidität. Diesbe
züglich beanspruche der Beschwerdeführer rege
l
mässige psychiatrische Ge
sprä
che.
Er leide unter dem hohen Medikamentenbedarf. Die antidepressiven Medikamente hätten im Verlauf erhöht werden müssen. Er beklage Appetit-, Schlaf- und Ver
dauungsprobleme, welche in den letzten Jahren zugenommen hätten. Die Verdau
ungsprobleme mit Meteorismus und Krampfanfällen hätten ebenfalls zu
einem sozialen Rückzug geführt, was wiederum die depressive Entwicklung verstärkt habe.
Neu habe der Beschwerdeführer im Winter einen Herpes
zoster
am rechten Ober
arm erlebt, welcher aufgrund der erheblichen Schmerzmedikation zu spät erkannt worden sei. Es sei eine
Zosterneuralgie
geblieben, welche zu einer Steigerung der Schmerzdosierung geführt habe.
Ein Gewichtsverlust habe sich auf einem tiefen Niveau stabilisiert. Es bestehe jedoch eine allgemeine muskuläre Schwäche.
Es liege ein mehrjähriger chronifizierter Krankheitsverlauf mit ausgeprägter Schmerzsymptomatik vor, so dass eine Betreuung durch die Schmerzspezialisten der Klinik
O.___
erfolgt sei, welche von der Krankenkasse zeitlich begrenzt mitgetragen worden sei. Nach Beendigung
dieser ambulanten Therapie hätten die Analgetika wieder massiv ausgebaut werden müssen. Unbefriedigende Behand
lungsbemühungen seien somit ausgewiesen.
Ein chronischer Schwindelzustand habe sich verschlechtert, ebenso die rasche Erschöpfung und die Kopfschmerzen. Die Anwesenheit in der Gastwirtschaft sei weiter zurückgegangen. Ein sozialer Rückzug sei ausgewiesen.
Die Behandlungsbemühungen des Beschwerdeführers seien vorhanden und alle
samt gescheitert. Somit seien operativ, psychisch therapeutisch, physiothera
peu
tisch, medikamentös langjährige Therapiebemühungen ausgewiesen, welche trotz Willensanstrengung zu keiner Verbesserung oder Integration in den Arbeits
prozess geführt hätten. Die Beschwerden lägen gehäuft vor und dominierten den täglichen Ablauf. Ein strukturierter, planbarer Tagesrhythmus, welcher eine Arbeitstätigkeit im Minimum erfordere, sei nicht möglich. Eine Arbeitsun
fähig
keit zu 100
%
sei bleibend gegeben.
3.2
Med.
pract
.
D.___
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, hielt
in seinem Bericht vom
1.
Oktober 2016
als psychiatrische Diagnose rezidivierende depressive Episoden leichten Grades bei somatischem Syndrom (ICD-10 F32.01) fest (
Urk.
7/127/7 ff.).
Durch die chronischen Schmerzen, bzw. durch die Schulterproblematik sei der Beschwerdeführer im täglichen Leben erheblich eingeschränkt. Er könne maximal 20-30
%
einer leichten Tätigkeit nachgehen, indem er im Café des Freundes Kuchen backe und ein wenig aushelfe. Diese Tätigkeit sei der momentanen Belas
tungsfähigkeit gut angemessen.
Wegen der
gelegentlichen depressiven Epis
oden sei er vermindert belastbar, aber in depressionsfreien Phasen sei er zu 20 bis maximal 30
%
belastbar aufgrund der Gelenkssituation.
Andere psychosoziale Umstände bzw. invaliditätsfremde Ursachen seien zurzeit nicht relevant, da er in der jetzigen Lebensform gut aufgehoben sei.
Es bestehe kein Suchtproblem.
3.3
Im von der Beschwerdegegnerin eingeholten Verlaufsbericht von med.
pract
.
D.___
vom 1
1.
Februar 2017 hielt dieser fest
(
Urk.
7/131)
, dass der Beschwer
deführer seit dem
2.
April 2014 bei ihm in Behandlung sei. Es fänden alle
3-4 Wochen Behandlungen statt, bei krisenhaften Zuständen auch häufiger. Die letzte Kontrolle habe am 1
4.
Dezember 2016 stattgefunden.
Die frühere schwierige Kindheitssituation habe zur
Schwermütigkeit
beigetragen, sei aber quasi gut verarbeitet. Zur Zeit seien vor allem die rheumatologischen Prob
leme relevant.
Durch die chronischen Schmerzen bzw. die Schulterproblematik sei der Beschwer
deführer wesentl
ich eingeschränkt. Er könne maximal
20-30
%
einer leichten Tätigkeit im Café nachgehen. Er könne sich die Arbeitspausen selber einteilen um mit der Problematik umzugehen. Prognostisch würden sich die Gelenksbe
schwer
den weiterhin verschlechtern und in Zukunft werde sich die Belastbarkeit vermut
lich weiterhin reduzieren, obwohl der Beschwerdeführer selber motiviert im Café mitarbeite.
3.4
Dr.
med.
E.___
, Facharzt für Rheumatologie und Innere Medizin, hielt in seinem Bericht vom 2
4.
Februar 2017 folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fest (
Urk.
7/133/4):
-
Chronische Schulterschmerzen beidseits bei
-
Schulterperiarthropathie
bei Sehnenverkalkung beidseits
-
Status nach Arthroskopie,
subakromialer
Dekompression und
Akro
mio
plastik
links Dezember 2015
-
zusätzlicher Omarthrose links
-
Bursitis
subdeltoidea
-
Fibromyalgiesyndrom
-
Periarthropathia
coxae
beidseits
Die Schmerzen und die Funktionseinschränkungen der Schultern hätten leider trotz erfolgter Operation links (
möglicherweise,
weil zusätzlich eine progrediente Omarthrose bestehe) zugenommen, deshalb erfolge rechts vorläufig keine Schul
ter
operation.
Eine körperlich leichte, die Schulter und Arme nicht belastende, wechsel
belas
tende Tätigkeit sei angepasst.
Die Leistungsfähigkeit sei um 50
%
eingeschränkt und die Prognose ungünstig.
3.5
RAD-Ärztin
Dr.
A.___
untersuchte den Beschwerdeführer am 2
9.
Mai 2017 und hielt in ihrem Bericht vom 2
1.
Juni 2017 keine psychiatrischen Diagnosen mit langanhaltender Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest (
Urk.
7/
138/7). Ohne langanhaltende Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hielt sie 1) einen Verdacht auf eine somatoforme Störung (ICD-10 F45), am ehesten hypochondrische Stö
rung (ICD-10 F45.2) und 2) eine Opiatabhängigkeit, iatrogen (ICD-10 F11.24) fest.
Während der aktuellen psychiatrischen Untersuchung
hab
e sich keine depressive
Symptomatik
gezeigt
(
Urk.
7/138/5 f.)
. Aufgrund der
Anamnese
hätte
n auch keine
früheren depressiven Episoden eruiert werden
können
. Suizidgedanken aufgrund von Schmerzen qualifizier
t
en nicht für die Diagnose einer rezidivierenden depres
siven Stör
ung. Diese im Arztbericht von med.
pract
.
D.___
vom 1
1.
Februar 2017 genannte Diagnose kö
nn
e
aus diesem Grund nicht nachvollzogen werden. Da ke
in organisches Korrelat vorliege
, das die massiven Schmerzen erklären könn
te
, könnte eine somatoforme Störung vorliegen. Im Erleben des
Beschwerde
führers
zentral vorh
anden sei
eine somatoforme Schmerzstörung, mit recht diffus
und pauschal beschriebenen Gelenkschmerzen, in praktisch immer gleicher St
ärke.
Die Schmerzstörung bestehe seit vielen Jahren und weise
eine Chronifizierung auf. Ein psychodynamischer Zusammenhang der Schmerzen mit für den
Be
schwer
deführer
(sonst) nicht lesbaren emotionalen/psychosozialen Belastungs
fak
toren k
ö
nn
e
jedoch nicht erkannt werden, so dass diese D
iagnose nicht gestellt werden kö
nn
e
. Im psychiatrischen Teilgutachten
vom 1
3.
November 2013 sei die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung gestellt worden, aller
dings ohne dass die Kriterien erfüllt gewesen seien.
Auch die Diagnose einer hypochondrischen Störung (
ICD-10
F
45.2) könnte vor
liegen. Hier sei
das vorherrschende Kennzeichen eine beharrliche Beschäftigung mit der Möglichkeit, an einer oder mehreren schweren und fortschreitenden kör
per
lichen Krankheiten zu leiden. Die Patienten manifestier
t
en anhaltende körper
liche Beschwerden oder anhaltende Beschäftigung mit ihren körperlichen Phäno
menen. Normale oder allgemeine Kör
perwahrnehmungen und Symptome wü
rden von dem betreffenden Patienten oft als abnorm und belastend interpretiert und die Aufmerksamkeit meist auf nur ein oder zwei Organe oder Organsysteme des Körpers fokussiert. Da der
Beschwerdeführer eher Ängste habe, sich weitere
Erkrankungen zuziehen zu können, als an
diesen zu leiden und unklar sei
, was genau vor dem Erstauftreten der Symptomati
k vorgefallen sei
und ob schon früher verschiedene Äng
ste vor Krankheiten bestanden hätten, kö
nn
e
diese Diag
nose nicht klar ver
geben werden. Offensichtlich sei
jedoch, dass sich der
Be
schwer
deführer
d
urch die Schmerzen als jemand fühle
, um den sich andere kümmern müss
t
en
, was der Lebenspartner auch tue
. Ei
n sekundärer Krankheits
gewinn kö
nn
e
so erk
annt werden. Eine Aggravation kö
nn
e
höchstwahrscheinlich ausgeschlossen werden, da
er sich
auch im Alltag er
heblich eingeschränkt beschreibe
. Insgesamt
hab
e bei der aktuellen Untersuchung die Diagnose einer somatoformen Störung (
ICD-10
F45) nicht klar gestellt werden
können, ein Verdacht kö
nn
e
jedoch geäussert werden.
Eine weitere Möglichkeit bestehe
darin, dass der
Beschwerdeführer
durch seine anhaltenden Schmerzbezeugungen problemlos auf verschiedene Opiatpräparate Zugriff bekomm
e
. Denn dass eine iatrogene Opiatabhängigkeit (
ICD-10
F
11.24) vorliege
,
k
ö
nn
e
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit angenommen werden.
Grundsätzlich bestehe
keine psychia
trische Krankheit, die sich a
uf die Arbeitsfähigkeit auswirke
.
Es zeigten sich I
nkonsistenzen zwischen den Aussagen des
Beschwerdeführers
und dessen Verhalten (unauffälliges Gangbild/Treppensteigen, lange Zeit auf dem Stuhl sitzen, entspannt und ruhig, ohne Anzeichen von Schmerzen)
.
Der
Be
schwer
deführer gebe
an, dass es ihm seit der psychopharmakologischen Therapie
durch den
Psychiater seit April
2014 bessergehe. Im Gutachten 2013
sei
aber schon die gleiche Medikation erwähnt
worden. Er gebe
an, Hoffnu
ng auf eine Besserung zu haben,
da
er nach den Kuren merke, dass es ihm bessergehe. Vorher
habe
er jedoch an
gegeben
, dass er nach den Kuren die gleich
starken Schmerzen habe, die
se
aber besser ertragen könne.
3.6
RAD-Arzt
Dr.
B.___
diagnostizierte
chronische Schulterschmerzen beidseits
bei Tendinitis
c
alcarea
beidseits, Status nach Schulter-
Arthroskopie und subacro
mialer Dekompressi
on und
Akromioplastik
links (Operation
Dezember
2015)
mit
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit hielt er folgende Diagnosen fest (
Urk.
7/139/8):
-
Schmerzhafte Bewegungs- und
Belastungseinschränkung der Halswirbel
säule (HWS)
und
Lendenwirbelsäule (
LWS
)
ohne somatischen Befund
-
Gelenkschmerzen (Handgelenk beidseits, Hüftgelenk beidseits, oberes Sprung
gelenk [OSG] beidseits
) ohne somatisches Korrelat
Seit der
Aufhebung der IV-Rente am 2
6.
März 2014 we
rd
e
der Beschwerdeführer vom Hausarzt
Dr.
C.___
zu
100
%
arbeitsunfähig geschrieben. Zur Arbeits
fähigke
it in angepasster Tätigkeit gebe es keine Angaben. Am 2
2.
Dezember
2015
sei
in der
Klinik
F.___
, Orthopädie, eine Schultergelenksarthroskopie links durchgeführt
worden
, welche eine grossflächige
Chondromalazie
am Humerus
kopf sowie Outlet-
lmpingement
links
ge
zeigt
habe. Seit Dezember 2015 sei der Beschwerdeführer
für schulterbelastende Tätigkeiten zu 100
%
arbeitsunfähig. Bei der Prüfung der
Arbeitsfähigkeit we
rd
e
die letzte Tätigkeit als k
aufmännischer Angestellte
r
bei voller Erwerbstätigkeit berücksicht
igt. In dieser Tätigkeit bestehe
eine 100%
ige
Arbeitsfähigkeit.
Bei dem 54-jährigen
kaufmännischen Angestellten sei
anhand der vorliegenden medizinischen Berichterstattung (siehe ELAR) und der körp
erlichen Untersuchung vom 2
9.
Mai
2017 ein somatischer Gesundheitsschaden ausgewiesen. Das m
ögli
che Belastungsprofil umfasse
leichte Tätigkeiten ohne Heben, Tragen und Trans
por
tieren von mittelschweren und schweren Lasten, ohne (beidseitiges) Arbei
ten
in Armvorhalteposition und Überkopfarbeiten, ohne Vibrationseinwirkungen. D
as Belastungsprofil in der a
ngestammten Tätigkeit entspreche
dem Belastungsprofil in der angepassten Tätigkeit. Die
Arbeitsfähigkeit sei
deshalb nicht beeinträchtigt. In seiner bisherigen Tätigkeit als ka
ufmännischer Angestellte bestehe
100%
ige
Arbeitsfähigkeit seit
dem 2
6.
März
2014.
4.
4.1
Die Untersuchungsberichte der RAD-Ärzte
Dr.
A.___
und
Dr.
B.___
erfüllen sämtliche
sämtliche
rechtsprechungsgemäss erforderlichen Kriterien für beweis
kräftige ärztliche Entscheidungsgrundlagen (vgl
. E.
2.4
).
Sie beruhen
auf fach
ärztlichen Untersuchungen durch die
RAD-Ärzte
und wurde
n
in Kenntnis der
Vorakten
(
Urk.
7/138/1
) abgegeben.
Sie würdigen
die vorhandenen Arztberichte sorgfältig, insbesondere auch die Berichte
v
on med.
pract
.
D.___
und
Dr.
C.___
und das psychiatrische Teilgutachten vom 1
3.
November 2013 (
Urk.
7/138/5
f.;
Urk.
7/139/8).
Es berücksichtigt die vom Beschwerdeführer ge
klag
ten Beschwerden
und setzt sich mit diesen hinreichend auseinander. Die Dar
legung der medizinischen Zusammenhänge ist einleuchtend
und schlüssig.
4.2
Dr.
A.___
begründete nachvollziehbar, dass Suizidgedanken aufgrund von Schmerzen
nicht für die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung qualifizierten, womit diese von med.
pract
.
D.___
im Bericht vom 1
1.
Februar 2017 genannte Diagnose nicht nachvollzogen werden könne (
Urk.
7/138). Damit stellt
Dr.
A.___
- entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers
–
ausrei
chend dar, warum sie keine depressive Störung diagnostizierte.
Soweit der Beschwerdeführer kritisiert, dass die Anamnese unvollständig erfolgt sei, ist entgegenzuhalten, dass
Dr.
A.___
ihre Untersuchung in Vorkenntnis der Aktenlage durchführte und das Dossier bereits ausführlich Aufschluss gibt über die Anamnese, womit eine weitere detailreichere Befragung zur Anamnese nicht zwingend erschien.
Auch bezüglich der Inkonsistenzen machte
Dr.
A.___
- entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers - detaillierte Angaben. So führte sie aus, dass sich zwi
schen den Aussagen des Beschwerdeführers und dessen Verhalten (unauffälliges Gangbild/Treppensteigen, lange Zeit auf dem Stuhl sitzen, entspannt und ruhig, ohne Anzeichen von Schmerzen) Inkonsistenzen gezeigt hätten. Auch habe er angegeben, dass es ihm seit der psychopharmakologischen Therapie seit Behand
lung beim Psychiater seit April 2014 bessergehe. Im Gutachten 2013 sei aber schon die gleiche Medikation erwähnt worden. Er habe auch angegeben, Hof
fnung auf eine Besserung zu haben, da er nach den Kuren merke, dass es ihm bessergehe. Vorher habe er jedoch angegeben, dass er nach den Kuren die gleich starken Schmerzen habe, die aber besser ertragen könne (
Urk.
7/138/6).
Hinzu kommt, dass aus den Berichten von med.
pract
.
D.___
nicht ge
schlossen werden kann, dass der Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht erheb
lich eingeschränkt ist - med.
pract
.
D.___
hielt vielmehr vermehrt fest, dass der Beschwerdeführer durch die chronischen Schmerzen bzw. die Schulter
problematik erheblich im täglichen Leben eingeschränkt sei. Gelegentliche de
pressive Episoden schränkten ihn kurzfristig ein, seien aber in der jetzigen Arbeitsform nicht sozial gefährdend (
Urk.
7/127/7 und
Urk.
7/127/9; vgl. auch
Urk.
7/131).
Damit vermögen die Vorbringen des Beschwerdeführers bzw. die im Recht lie
gen
den Berichte der behandelnden Ärzte und insbesondere von med.
pract
.
D.___
die psychiatrische Beurteilung von
Dr.
A.___
nicht in Zweifel zu ziehen.
4.3
Der Beschwerdeführer bemängelte an der orthopädischen Untersuchung durch
Dr.
B.___
insbesondere, dass keine bildgebenden Verfahren angewandt worden
seien, was allerdings
zwingend
hätte geschehen müssen, um feststellen zu können
,
dass die vorhandenen schmerzhaften Bewegungs- und Belastungseinschrän
kungen
ohne somatisches Korrelat seien (vgl.
Urk.
7/145/6 f.).
Diesbezüglich ist festzuhalten, dass die Beschwerden bezüglich der Schultern hin
reichend dokumentiert und
die Dokumentation
von
Dr.
B.___
entsprechend
gewürdigt wurde
(
Urk.
7/139; vgl. hierzu
Urk.
7/127/3 ff.)
.
Dr.
B.___
führte seine Untersuchung des Weiteren in Kenntnis der Aktenlage durch (
Urk.
7/139).
Dass
Dr.
B.___
das Durchführen von bildgebenden Verfahren bezüglich der weiteren geklagten Beschwerden als nicht erforderlich beurteilte
,
ist
–
insbeson
dere auch unter Berücksichtigung der vorliegenden medizinischen Akten, als auch der anlässlich der orthopädischen Untersuchung erhobenen Befunde - nicht zu beanstanden.
4.4
Da eine Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischen Gründen nachvollziehbar und schlüssig verneint wurde, kann auf ein
strukturiertes Beweisverfahren nach BGE 141 V 281
verzichtet werden (vgl. E. 2.3
).
Der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass der beweisrechtlich entschei
dende Aspekt der Konsistenz ohnehin zu verneinen wäre: Behandlungs- und ein
gliederungsanamnestisch ist ein Leidensdruck fragwürdig, da der Beschwerde
füh
rer lediglich alle 3-4 Wochen
, bei krisenhaften Zuständen häufiger,
zu med.
pract
.
D.___
in di
e Therapie gehe. E
ine stationäre Behandlung erfolgte - soweit aus den Unterlagen ersichtlich - seit der rentenaufhebenden Verfü
gung vom
2
6.
März 2014
nicht
(
Urk.
7/138/2; vgl. auch
Urk.
7/131/2). Hinzu kommt, dass sein
Akti
vitä
tenniveau
beachtlich ist, so sei
er unter anderem zuständig für den Haushalt
und die Zubereitung der Mahlzeiten, backe Kuchen und bereite Salate für das Café zu und helfe in der Gärtnerei mit (
Urk.
7/139/3 f.).
4.
5
Zusammenfassend erweis
t sich der Sachverhalt
gestützt auf die RAD-
Untersu
chungsberichte
von
Dr.
A.___
und
Dr.
B.___
als genügend abgeklärt
. Dem
nach
ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass sich
seit der Verfügung vom
2
6.
März 2014
(Urk.
7/105
)
keine anspruchsbeeinflussende Än
derung der tatsächlichen Verhältnisse ergeben hat
, da der Beschwerdeführer in der angestammten als auch in einer angepassten Tätigkeit unter Berück
sich
tigung des Gesundheitsschadens in der Schulter als voll arbeitsfähig
zu qualifi
zieren ist
. Die angefochtene Verfügung ist daher nicht zu beanstanden und die dage
gen gerichtete Beschwerde abzuweisen.
5.
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kanto
na
len Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver
wei
ge
rung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfah
rens
aufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetz
liche
n Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr.
600.-- festzusetzen und dem
unter
liegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
dem
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt
Dr.
Massimo
Aliotta
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht
, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
HurstCasanova