# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8dbbfb39-37de-5f09-b210-bfcacfab7f52
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2016-05-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.05.2016 B-5681/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-5681-2015_2016-05-18.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 
 Abteilung II 

B-5681/2015 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 8 .  M a i  2 0 1 6  

Besetzung 
 Richterin Eva Schneeberger (Vorsitz), 

Richter Hans Urech, Richter Marc Steiner,    

Gerichtsschreiberin Beatrice Grubenmann. 
 

 
 

Parteien 
 Bietergemeinschaft X._______-Y._______, 

bestehend aus:  

1. X._______ GmbH,  

2. Y._______ GmbH,  

beide vertreten durch X._______ GmbH,  

Beschwerdeführerinnen,  

 
 

 
gegen 

 
 

armasuisse Immobilien,  

Bereich Facility Management,  

Blumenbergstrasse 39, 3003 Bern,    

Vergabestelle.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Öffentliches Beschaffungswesen, 

Projekt LP92 – Ersatzausschreibung Bewirtschaftung  

Anschlussgeleise, SIMAP-Meldungsnummer 877883,  

SIMAP-Projekt-ID 126307. 

 

B-5681/2015 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Am 13. Mai 2015 schrieb die armasuisse Immobilien (im Folgenden: Verga-

bestelle) auf der Internetplattform SIMAP einen Dienstleistungsauftrag ge-

mäss Gemeinschaftsvokabular CPV 70000000 ("Immobiliendienste") mit 

dem Projekttitel ("LP92 – Ersatzausschreibung Bewirtschaftung An-

schlussgleise" im offenen Verfahren aus (Meldungs-Nr. 866635; Projekt-ID 

126307).  

In der Ausschreibung führte die Vergabestelle aus, sie suche Anbieter, wel-

che das Eidg. Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und 

Sport (VBS) als Privatanschlussgleisbesitzerin, -betreiberin und -bewirt-

schafterin organisatorisch, juristisch (Vertragsmanagement, Einhaltung ge-

setzlicher Vorschriften) und fachlich respektive technisch (Bahntechnik, 

Normen und Standards) optimal unterstütze (vgl. Ziffer 2.5 der Ausschrei-

bung). Die Leistungen sollten über eine Laufzeit von fünf Jahren erbracht 

werden mit Beginn am 1. November 2015 und Ende am 31. Dezember 

2020 (vgl. Ziffer 2.10 der Ausschreibung). Die Angebote waren bis zum 

22. Juni 2015 einzureichen (vgl. Ziffer 1.4 der Ausschreibung).  

B.  

In der Folge gingen zwei Angebote fristgerecht und ohne Formfehler ein, 

darunter dasjenige der Bietergemeinschaft X._______-Y._______, beste-

hend aus der X._______ GbmH und der Y._______ GmbH (im Folgenden: 

Beschwerdeführerinnen). Im Rahmen der Bewertung erhielten die Zu-

schlagsempfängerinnen insgesamt 240.75 von maximal 300 Punkten, 

während das Angebot der Beschwerdeführerinnen mit 149.39 Punkten be-

wertet wurde.  

C.  

Am 14. August 2015 erteilte die Vergabestelle den Zuschlag der Bieterge-

meinschaft Team Z._______, bestehend aus der Z._______ Rechtsbera-

tung und der B._______ AG (im Folgenden: Zuschlagsempfängerinnen). 

Sie publizierte diesen Zuschlag am 25. August 2015 auf SIMAP (Meldungs-

nummer 877883).  

D.  

Mit Schreiben vom 24. August 2015 teilte die Vergabestelle den Beschwer-

deführerinnen mit, ihr Angebot habe nicht berücksichtigt werden können.  

  

B-5681/2015 

Seite 3 

E.  

Mit Eingabe vom 11. September 2015 erheben die Beschwerdeführerinnen 

gegen die am 25. August 2015 publizierte Zuschlagsverfügung Be-

schwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Sie beantragen namentlich, 

der Zuschlag an die Bietergemeinschaft Team Z._______ sei aufzuheben 

und es sei die Vergabestelle zu verpflichten, die den Beschwerdeführerin-

nen entstandenen Aufwendungen zur Erarbeitung und Einreichung des An-

gebots vollumfänglich zu entschädigen, den den Beschwerdeführerinnen 

entgangenen Gewinn angemessen zu entschädigen, sowie, alle den Be-

schwerdeführerinnen entstandenen und noch entstehenden Aufwendun-

gen aufgrund des Beschwerdeverfahrens vollumfänglich zu entschädigen. 

In prozessualer Hinsicht beantragen die Beschwerdeführerinnen, der Be-

schwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen.   

Die Beschwerdeführerinnen kritisieren in erster Linie, ihren Schlüsselper-

sonen seien im Zuschlagskriterium Z1: Erfahrungsnachweise der einge-

setzten Schlüsselpersonen in den vier Unterkriterien Referenzprojekt 1, 

Referenzprojekt 2, Ausbildung und Berufserfahrung zu Unrecht Tiefstnoten 

zwischen 1 und 1.5 erteilt worden. Aus den von den Beschwerdeführerin-

nen eingereichten CV's und Referenzen ergebe sich, dass die Schlüssel-

person 1 während sechs Jahren verantwortlich für die Normalstrom- und 

Bahnstromversorgung der SBB gewesen sei und die Anlagen sich im Gleis-

bereich befänden. Sodann ergebe sich aus ihrem Angebot, dass die 

Schlüsselperson 2 während zwei Jahren für die Instandhaltung der Nor-

malstrom-Mittelspannungsanlagen und später während zwei Jahren für die 

Instandhaltung der Bahnstromanlagen der SBB zuständig gewesen sei. 

Die Erfahrung beider Schlüsselpersonen seien damit nachweislich vorhan-

den und werde von der Vergabestelle zu Unrecht negiert. Die Bewertung 

der Vergabestelle sei demnach willkürlich und falsch.  

Die Beschwerdeführerinnen kritisieren, die Bewertung in Bezug auf das 

Zuschlagskriterium Z1: Erfahrungsnachweise der eingesetzten Schlüssel-

personen sei auch insofern willkürlich und unzulässig, als die Vergabestelle 

in ihrem Schreiben vom 25. August 2015 die "gute Ausbildung der Schlüs-

selpersonen" gewürdigt habe, in der Bewertung aber im Widerspruch dazu 

die Ausbildung mit Tiefstnoten bewertet habe.  

Im Weiteren kritisieren die Beschwerdeführerinnen, die von der Vergabe-

stelle vergebenen Noten für die Bewertung der Zuschlagskriterien Z1, Z3 

und Z4 würden nicht der von ihr selbst vorgegebenen Bewertungsskala in 

B-5681/2015 

Seite 4 

den Ausschreibungsunterlagen, Teil A: Allgemeiner Beschrieb (S. 13) ent-

sprechen. Die Bewertung sei unnatürlich differenziert: Die Besseren – die 

Zuschlagsempfängerinnen – seien mit Höchstnoten (3 und 2.5) bewertet 

worden, der Schlechteren – die Beschwerdeführerinnen – erhielten Tiefst-

noten. Dies habe auch dazu geführt, dass die Vergabestelle bereits vor der 

Bewertung des Zuschlagskriteriums Z5: Präsentation auf eine Präsentation 

gänzlich verzichtet habe. Diese Art der Anwendung der Bewertungsskala 

sei willkürlich. Letztlich gehe es der Vergabestelle einzig darum, die Fort-

führung der Arbeiten durch den bisherigen Leistungserbringer in einen 

rechtlich korrekten Kontext zu stellen. Hierzu sei das Angebot der Be-

schwerdeführerinnen missbräuchlich verwendet worden.  

Die Beschwerdeführerinnen kritisieren schliesslich, die Bewertung des an-

gegebenen Preises im Zuschlagskriterium Z2 sei unzulässig. Was die Ab-

gabe eines Preisangebots angehe, habe der Anbieter in einer Tabelle für 

die drei Arbeitspakete ("Modul 1-3") jeweils eine Aufwandabschätzung vor-

nehmen und die Aufwandabschätzung pro Modul nach eigenem Gutdün-

ken auf die drei Profile Schlüsselperson, Sachbearbeiter und Administra-

tion aufteilen müssen. Dies bedeute, dass ein Anbieter durch einen hohen 

Stundenanteil eines günstigen Profils (z.B. Administration) den Gesamt-

preis tief halten könne; dies zudem ohne Risiko, da später, nach dem Zu-

schlag, das effektive Arbeitsvolumen nochmals verhandelt und vereinbart 

werde. Die Beschwerdeführerinnen hätten in ihrem Angebot beantragt, 

dass für die Preisbewertung eine einheitliche Normierung vorgenommen 

werde.  

F.  

Mit superprovisorischer Anordnung vom 15. September 2015 untersagte 

die Instruktionsrichterin der Vergabestelle bis zum Entscheid über den An-

trag betreffend die Erteilung der aufschiebenden Wirkung alle Vollzugsvor-

kehrungen, welche den Ausgang des hängigen Beschwerdeverfahrens 

präjudizieren könnten, namentlich den Vertragsschluss mit den Zuschlags-

empfängerinnen. 

G.  

Mit Stellungnahme vom 16. September 2015 teilten die Zuschlagsempfän-

gerinnen mit, dass sie darauf verzichten, als Beschwerdegegnerinnen am 

Verfahren teilzunehmen.  

  

B-5681/2015 

Seite 5 

H.  

Die Vergabestelle beantragt mit Stellungnahme vom 25. September 2015, 

der Antrag auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung sei abzuweisen, 

eventualiter sei der Vergabestelle zu gestatten, mit den Zuschlagsempfän-

gerinnen über einen Vertrag zu verhandeln, der Dienstleistungen für die 

Bewirtschaftung von Anschlussgleisen für das Jahr 2016 zum Gegenstand 

habe.  

Auf die Ausschreibung der Leistungen für die Bewirtschaftung der An-

schlussgleise seien zwei Angebote eingegangen, von welchen das Ange-

bot des bisherigen Leistungserbringers aufgrund des eindeutigen Punkte-

vorsprungs den Zuschlag erhalten habe. Angesichts der beschränkten Er-

folgsaussichten der vorgebrachten Rügen, des fehlenden Interesses an 

der Gewährung des effektiven Rechtsschutzes und der Dringlichkeit der zu 

erbringenden Leistungen überwiege das öffentliche Interesse an einer ra-

schen Umsetzung des Vergabeentscheids.  

Die Leistungserbringung dulde keinen Aufschub. Die ausgeschriebenen 

Leistungen würden sicherheitsrelevante Themen betreffen, denn mit der 

geordneten und fachgerechten Bewirtschaftung der Anschlussgleise 

werde in rechtlicher und technischer Hinsicht die Basis für den sicheren 

Transport von Benzin, Kerosin und weiterem Gefahrengut auf den An-

schlussgleisen und den Verkehrsachsen der Bahninfrastruktur gelegt.  

Der Punkteunterschied zwischen den beiden Anbietern betrage 91.36 

Punkte bei 300 maximal möglichen Punkten. Die grösste Differenz in der 

Bewertung von 58 Punkten bestehe beim Zuschlagskriterium Z1: Erfah-

rungsnachweise der Schlüsselpersonen. Bei diesem mit 40 Prozent am 

stärksten gewichteten Kriterium hätten die Zuschlagsempfängerinnen die 

Punktzahl von 2.75 und die Beschwerdeführerinnen lediglich 1.5 Punkte 

erreicht. In den Ausschreibungsunterlagen würden ausdrücklich Ausbildun-

gen und Erfahrungen als Juristen und Bauingenieure gefordert. Die Be-

schwerdeführerinnen wiesen für ihre Schlüsselpersonen Ausbildungen im 

Telekom- und Elektrobereich vor sowie umfangreiche Erfahrungen und Re-

ferenzprojekte aus dem Bahnbereich, wobei diese im Bereich Fahrstrom 

und nicht im Bereich Anschlussgleise lägen. Ausbildungen im beschriebe-

nen Sinn könnten die Beschwerdeführerinnen nicht bieten. Demgegenüber 

böten die Schlüsselpersonen der Zuschlagsempfängerinnen exakt die ge-

forderten Ausbildungen, teilweise sogar mit Zusatzqualifikation (Dr. iur.). 

Zudem könnten sie in jeder Hinsicht mit einschlägigen Erfahrungen und 

Referenzprojekten aufwarten. Von einer willkürlichen Bewertung könne 

B-5681/2015 

Seite 6 

keine Rede sein. Angesichts des klaren Punktevorsprungs habe die Verga-

bestelle, wie in den Ausschreibungsunterlagen angekündigt, auf einen ver-

tieften Preisvergleich sowie auf die Präsentation, bei welcher maximal 30 

Punkte hätten erzielt werden können, verzichten können.  

Selbst bei einer allenfalls überarbeiteten Bewertung der Angebote hinsicht-

lich einzelner Zuschlagskriterien sei der Vorsprung der Beschwerdeführe-

rinnen gegenüber den Zuschlagsempfängerinnen nicht aufzuholen.  

I.  

An Stelle einer Vernehmlassung teilte die Vergabestelle mit Eingabe vom 

27. Oktober 2015 mit, dass sie das Verfahren in Wiedererwägung gezogen 

habe und eine Neuevaluation der Angebote vornehmen werde, und bean-

tragte eine Sistierung des Beschwerdeverfahrens. 

J.  

Mit Eingabe vom 9. November 2015 widersetzten sich die Beschwerdefüh-

rerinnen dem Antrag auf Sistierung, führten aber aus, dass sie die Wieder-

wägung „mitmachen“ würden.  

K.  

Mit Zwischenverfügung vom 12. November 2015 sistierte die Instruktions-

richterin das Verfahren bis zum Abschluss der Neuevaluation. 

L.  

Mit Eingabe vom 26. Januar 2016 teilte die Vergabestelle mit, dass sie das 

Verfahren in Wiedererwägung gezogen und eine Neuevaluation vorgenom-

men habe. Sie habe die Preise durch ein angepasstes Preisblatt mit Men-

gengerüst bereinigt, die Präsentationen nachgeholt und eine Neubewer-

tung aufgrund der publizierten Zuschlagskriterien vorgenommen. Diese 

Neubewertung habe indessen zu keiner wesentlichen Änderung der ur-

sprünglichen Bewertung geführt, so dass der Zuschlag erneut den ur-

sprünglichen Zuschlagsempfängerinnen erteilt worden sei. Sie habe die in 

preislicher Hinsicht angepassten und mit der Präsentation ergänzten An-

gebote als Ganzes neu bewertet. Auf die vormalige Gewichtung der Sub-

kriterien sei insoweit verzichtet worden, als sie sich nicht direkt aus dem 

publizierten Ausschreibungstext ergebe. Die von der Beschwerdeführerin 

ebenfalls beanstandete Punktevergabe beim Zuschlagskriterium Z1: Er-

fahrungsnachweise der Schlüsselpersonen sei von der Neuevaluation 

nicht erfasst worden, da die Vergabestelle hier korrekt vorgegangen sei. 

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Seite 7 

Selbst bei einer erheblich besseren Bewertung der Beschwerdeführerin-

nen sei der Punktevorsprung der Zuschlagsempfängerinnen aufgrund von 

deren einschlägigen Kompetenzen kaum aufzuholen.  

Aus der im Rahmen der Neuevaluation angepassten Bewertung geht her-

vor, das die Beschwerdeführerinnen beim Zuschlagskriterium Z1: Erfah-

rungsnachweise der Schlüsselpersonen neu 46.47 Punkte (vormals: 

52 Punkte) erzielten, wogegen die Zuschlagsempfängerinnen neu 

111.67 Punkte (vormals: 110 Punkte) erreichten. Das Preisangebot der Zu-

schlagsempfängerinnen betrug neu Fr. 847'020.– (vormals Fr. 852'580.–), 

dasjenige der Beschwerdeführerinnen Fr. 864'400.– (vormals 

Fr. 944'140.–). Im Evaluationsbericht hielt die Vergabestelle sodann fest, 

dass die in den Ausschreibungsunterlagen (Teil A) ausdrücklich erwähnten 

Subkriterien neu gleichgewichtig (arithmetisches Mittel) angewendet wor-

den seien.  

M.  

Die Beschwerdeführerinnen beantragen mit Stellungnahme vom 16. März 

2016, es sei der Beschwerde weiterhin aufschiebende Wirkung zu erteilen, 

es seien die Zuschlagsverfügung aufzuheben und der Zuschlag an sie 

selbst zu erteilen, und es seien ihnen alle entstandenen und noch entste-

henden Aufwendungen aufgrund des Beschaffungsverfahrens (inklusive 

Beschwerdeverfahren) zu ersetzen. Zum neuen Preisangebot führen die 

Beschwerdeführerinnen aus, dass es genügt hätte, die Anzahl Stunden pro 

Profil vorzugeben, um die Vergleichbarkeit herzustellen. Hingegen sei es 

unzulässig, im Rahmen einer Neuevaluation eine vollständige neue, offene 

Preisangebotsrunde durchzuführen, ohne das Beschaffungsverfahren voll-

ständig neu zu wiederholen. Zudem hätten die Zuschlagsempfängerinnen 

die Möglichkeit erhalten, die nachgeholte Präsentation vor der Abgabe des 

neuen Preisangebots durchzuführen, wogegen die Präsentation der Be-

schwerdeführerinnen erst nach der Abgabe des neuen Preisangebots statt-

gefunden habe. Die Zuschlagsempfängerinnen hätten so im direkten Kon-

takt mit der Vergabestelle Informationen gewinnen und eruieren können, 

ob ihre Stundenansätze verändert werden müssten oder nicht. Die Verga-

bestelle habe damit den Grundsatz verletzt, wonach es ihr untersagt sei, 

vor der Abgabe eines vollständigen Angebots mit einzelnen Anbietern zu 

kommunizieren. Der Hauptkritikpunkt ihrer Beschwerde sei die willkürliche 

Benotung der Subkriterien. Dazu gehöre auch die von der Vergabestelle 

angewandte Beurteilung, ob die Schlüsselpersonen 1 und 2 diplomierter 

Jurist respektive diplomierter Bauingenieur seien. Diese Anforderungen 

seien in den Ausschreibungsunterlagen nicht formuliert und würden erst ab 

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Seite 8 

dem Vergleich der eingegangenen Angebote als Kriterien verwendet. Auch 

sei in der Neuevaluation die Benotung des Hauptkriteriums Z1: Erfahrungs-

nachweise der eingesetzten Schlüsselpersonen selbst, das heisst die 

Frage, wie viele Punkte pro Subkriterium erteilt werden könnten, nicht über-

arbeitet worden. Es seien einzig die Subkriterien Z1, Z3 und Z4 anders 

gewichtet worden. Das Vorgehen sei willkürlich und diene einzig dem 

Zweck, dem gewünschten Zuschlagsempfänger Vorteile zu verschaffen.  

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Ob die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind und entsprechend auf die Be-

schwerde einzutreten ist, prüft das Bundesverwaltungsgericht von Amtes 

wegen und mit freier Kognition. 

1.1  Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig für die Beurteilung von 

Beschwerden gegen die Erteilung eines Zuschlages, der in den Anwen-

dungsbereich des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 1994 über das öf-

fentliche Beschaffungswesen (BöB, SR 172.056.1) fällt (vgl. Art. 29 Bst. a 

i.V.m. Art. 27 Abs. 1 BöB).  

1.1.1 Das BöB erfasst nur Beschaffungen, welche dem GATT/WTO-Über-

einkommen vom 15. April 1994 über das öffentliche Beschaffungswesen 

(Government Procurement Agreement [GPA, SR 0.632.231.422]) unter-

stellt sind (BVGE 2008/48 E. 2.1, mit Hinweisen). Es ist anwendbar, wenn 

die Auftraggeberin dem Gesetz untersteht (Art. 2 Abs. 1 BöB), wenn der 

Beschaffungsgegenstand sachlich erfasst wird (Art. 5 BöB), der ge-

schätzte Wert des zu vergebenden öffentlichen Auftrages den entspre-

chenden Schwellenwert von Art. 6 Abs. 1 BöB erreicht und keiner der Aus-

nahmetatbestände von Art. 3 BöB gegeben ist. 

1.1.2 Die Vergabestelle untersteht als Teileinheit der allgemeinen Bundes-

verwaltung dem BöB (Art. 2 Abs. 1 Bst. a BöB).  

1.1.3 Die Vergabestelle geht in Ziffer 1.8 ihrer Ausschreibung vom 13. Mai 

2015 von einem "Dienstleistungsauftrag" aus.  

Nach Art. 5 Abs. 1 Bst. b BöB bedeutet der Begriff "Dienstleistungsauftrag" 

einen Vertrag zwischen der Auftraggeberin und einem Anbieter über die 

Erbringung einer Dienstleistung nach Anhang 1 Annex 4 GPA. Anders als 

Bauleistungen und Lieferungen, die in sachlicher Hinsicht grundsätzlich al-

lesamt dem staatsvertraglichen Vergaberecht und damit auch dem BöB 

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Seite 9 

unterstellt sind, gilt für Dienstleistungen nach GPA (vgl. Anhang I Annex 4) 

eine sogenannte Positivliste (so auch der Anhang 1a der Verordnung vom 

11. Dezember 1995 über das öffentliche Beschaffungswesen [VöB, 

SR 172.056.11]). Entsprechend verweist Art. 5 Abs. 1 Bst. b BöB auf den 

Anhang I Annex 4 GPA. Nur Dienstleistungen, die auf dieser Positivliste 

aufgeführt sind, unterstehen den Staatsverträgen und damit dem BöB.  

In Ziffer 2.1 der Ausschreibung wies die Vergabestelle die Beschaffung der 

"Dienstleistungskategorie CPC: [27] Sonstige Dienstleistungen" zu. Die 

Vergabestelle wies die Beschaffung sodann der CPV ("Common Procure-

ment Vocabulary")-Kategorie 70000000 "Immobiliendienste" zu (vgl. Ziffer 

2.4 der Ausschreibung). Die Angabe "CPV: 70000000 "Immobiliendienste" 

in Ziffer 2.4 der Ausschreibung entspricht der Sache nach einer Dienstleis-

tung der CPC-Referenznummer 867, welche unter anderem im Anhang 1 

Annex 4 GPA aufgeführt ist.  

Gemäss Ziffer 2.5 der Ausschreibung beinhaltet der Beschaffungsgegen-

stand die Unterstützung des VBS als Privatanschlussgleisbesitzerin, -be-

treiberin und -bewirtschafterin in organisatorischer, juristischer (Vertrags-

management, Einhaltung von gesetzlichen Vorschriften) und fachlicher 

Hinsicht (Bahntechnik, Normen und Standards). Gemäss der Rechtspre-

chung der Eidg. Rekurskommission für das öffentliche Beschaffungswesen 

[BRK/CRM] und des Bundesverwaltungsgerichts unterstehen gemischte 

Dienstleistungen dem BöB, wenn der schwergewichtigere Auftragsanteil 

darunter fällt (vgl. CRM 2003-025 vom 17. März 2004 E. 1e; BVGE 

2008/48; GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 242 f.). Vorliegend über-

steigen – zumindest mit Blick auf den geschätzten Aufwand – die Leistun-

gen, die von einem Bauingenieur erbracht werden müssen (Module 2 und 

3: insgesamt 3'490 Stunden) jene, die von einem Juristen geleistet werden 

sollen (Modul 1: 1'920 Stunden). Es ist somit von einer gemischten Dienst-

leistung auszugehen, welche schwergewichtig Ingenieurleistungen bein-

haltet. Demnach fällt die Dienstleistung in den sachlichen Anwendungsbe-

reich des BöB. Die Vergabestelle macht denn auch nicht geltend, dass die 

nachgefragte Dienstleistung dem BöB nicht unterstehe.  

1.1.4 Der zu beschaffende Auftrag erstreckt sich über eine Laufzeit von fünf 

Jahren (vgl. Ziffer 2.10 der Ausschreibung). Bei mehrjährigen Liefer- oder 

Dienstleistungsaufträgen mit einer bestimmten Laufzeit ist der Gesamtwert 

massgebend (vgl. Art. 15 Abs. 1 Bst. a VöB; PETER GALLI/ANDRÉ MO-

SER/ELISABETH LANG/MARC STEINER, Praxis des öffentlichen Beschaf-

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Seite 10 

fungsrechts, 3. Aufl., 2013, Rz. 312). Vorliegend liegt der Preis des berück-

sichtigten Angebots für die gesamte Laufzeit bei Fr. 852'580.– (bzw. bei 

Fr. 847'020.– nach der Neuevaluation) und übersteigt damit zweifelsfrei 

den für Dienstleistungsaufträge geltenden Schwellenwert von 

Fr. 230'000.– (vgl. Art. 6 Abs. 1 Bst. b BöB i.V. mit Art. 1 Bst. b der Verord-

nung des WBF über die Anpassung der Schwellenwerte im öffentlichen Be-

schaffungswesen für die Jahre 2014 und 2015 [SR 172.056.12]).   

Da auch kein Ausnahmetatbestand im Sinne von Art. 3 BöB vorliegt, fällt 

die vorliegend angefochtene Beschaffung in den Anwendungsbereich des 

Bundesgesetzes über das öffentliche Beschaffungswesen, wovon im Übri-

gen auch die Vergabestelle ausgeht.  

1.1.5 Das Bundesverwaltungsgericht ist daher für die Beurteilung der vor-

liegenden Streitsache zuständig, soweit die Beschwerdeführerinnen den 

obgenannten Zuschlag anfechten. 

1.2 Die Beschwerdeführerinnen beantragen zwar die Aufhebung des Zu-

schlags, verlangen aber – innert der dafür massgeblichen Beschwerdefrist 

– nicht ausdrücklich, der Zuschlag sei stattdessen ihnen selbst zu erteilen 

oder die Sache sei zu neuem Entscheid zurückzuweisen, sondern machen 

lediglich Schadenersatz geltend. Bei Laienbeschwerden mit unklaren oder 

widersprüchlichen Rechtsbegehren ist indessen auch die Begründung der 

Beschwerde zur Interpretation des Rechtsbegehrens heranzuziehen 

(vgl. BGE 137 II 313 E. 1.3), weshalb im vorliegenden Fall davon auszuge-

hen ist, dass die Beschwerdeführerinnen jedenfalls eine Rückweisung zu 

neuer Beurteilung beantragen. Soweit sie darüber hinaus Schadenersatz 

und nicht lediglich eventualiter die Feststellung der Rechtswidrigkeit des 

Zuschlags im Sinne von Art. 32 Abs. 2 BöB beantragen, ist auf dieses Be-

gehren mangels Zuständigkeit des Bundesverwaltungsgerichts nicht ein-

zutreten (vgl. Art. 34 f. BöB).  

1.3 Die Beschwerdeführerinnen haben am Verfahren vor der Vorinstanz 

teilgenommen (vgl. Art. 48 Abs. 1 Bst. a VwVG) und sind durch die ange-

fochtene Verfügung – der Zuschlag wurde der einzigen Mitbewerberin er-

teilt – besonders berührt (vgl. Art. 48 Abs. 1 Bst. b VwVG). Die Beschwer-

deführerinnen rangieren an zweiter Stelle. Würde das Bundesverwaltungs-

gericht ihrer sinngemässen Argumentation folgen, den Zuschlag aufheben 

und die Vergabestelle anweisen, die Bewertung im Sinne der Beschwerde-

vorbringen neu vorzunehmen, würde dies den Beschwerdeführerinnen die 

Möglichkeit geben, selbst den Zuschlag zu erhalten. Sie haben daher ein 

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Seite 11 

schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung der angefochtenen Verfügung 

(vgl. Art. 48 Abs. 1 Bst. c VwVG) und sind zur Beschwerde legitimiert. 

1.4 Die Beschwerde wurde frist- und formgerecht eingereicht (vgl. Art. 30 

BöB und Art. 52 Abs. 1 VwVG) und der Kostenvorschuss wurde fristgerecht 

bezahlt (vgl. Art. 63 Abs. 4 VwVG).  

1.5 Auf die Beschwerde ist daher im dargelegten Umfang einzutreten. 

2.  

Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht bestimmt sich nach 

dem Verwaltungsverfahrensgesetz vom 20. Dezember 1968 (VwVG, 

SR 172.021), soweit das BöB und das Verwaltungsgerichtsgesetz vom 

17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) nichts anderes bestimmen (vgl. Art. 26 

Abs. 1 BöB und Art. 37 VGG). Gemäss Art. 31 BöB kann die Unangemes-

senheit vor dem Bundesverwaltungsgericht nicht gerügt werden.  

3.  

Die Vergabestelle kann bis zu ihrer Vernehmlassung ihren ursprünglichen 

Entscheid zu Gunsten der beschwerdeführenden Partei in Wiedererwä-

gung ziehen (vgl. Art. 58 Abs. 1 VwVG; Urteil des BGer 2C_553/2015 vom 

26. November 2015 E. 2.3). Die Beschwerdeinstanz setzt die Behandlung 

der Beschwerde fort, soweit diese durch die neue Verfügung der Vergabe-

stelle nicht gegenstandslos geworden ist (vgl. Art. 58 Abs. 3 VwVG). 

Im vorliegenden Fall ergab die Wiedererwägung durch die Vergabestelle 

einen erneuten Zuschlag an die ursprünglichen Zuschlagsempfängerin-

nen. Die Beschwerde der Beschwerdeführerinnen wurde daher nicht ge-

genstandslos, auch nicht teilweise. Ihre Behandlung ist daher fortzusetzen.  

4.  

Die Vergabestelle begründet den ursprünglichen wie den erneuten Zu-

schlag an die Zuschlagsempfängerinnen anstatt an die Beschwerdeführe-

rinnen damit, dass die grösste Differenz in der Bewertung von 58 Punkten 

(bzw. von 65.2 Punkten nach der Neuevaluation) beim Zuschlagskriterium 

Z1: Erfahrungsnachweise der Schlüsselpersonen liege. In den Ausschrei-

bungsunterlagen würden ausdrücklich Ausbildungen und Erfahrungen als 

Jurist bzw. Bauingenieur gefordert. Gemäss allgemeinem Sprachgebrauch 

könne als Jurist oder Bauingenieur nur jemand gelten, der eine entspre-

chende theoretische Ausbildung durchlaufen und auch abgeschlossen 

habe. Die Beschwerdeführerinnen wiesen für ihre Schlüsselpersonen Aus-

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Seite 12 

bildungen im Telekom- und Elektrobereich vor sowie umfangreiche Erfah-

rungen und Referenzprojekte aus dem Bahnbereich, wobei diese im Be-

reich Fahrstrom und nicht im Bereich Anschlussgleise lägen. Ausbildungen 

im beschriebenen Sinn könnten die Beschwerdeführerinnen nicht darle-

gen. Demgegenüber böten die Schlüsselpersonen der Zuschlagsempfän-

gerinnen exakt die geforderten Ausbildungen, teilweise sogar mit Zu-

satzqualifikation (Dr. iur.). Zudem könnten sie in jeder Hinsicht mit einschlä-

gigen Erfahrungen und Referenzprojekten aufwarten. Bei diesem mit 

40 Prozent am stärksten gewichteten Kriterium hätten die Zuschlagsemp-

fängerinnen die Punktzahl von 2.75 und die Beschwerdeführerinnen ledig-

lich 1.5 Punkte erreicht. Angesichts des klaren Punktevorsprungs habe die 

Vergabestelle, wie in den Ausschreibungsunterlagen angekündigt, auf ei-

nen vertieften Preisvergleich sowie auf die Präsentation, bei welcher maxi-

mal 30 Punkte hätten erzielt werden können, verzichten können. Nach der 

Durchführung der Neuevaluation legt die Vergabestelle dar, dass sie die 

Punktevergabe beim ZK 1 nicht neu evaluiert habe, da sie hier korrekt vor-

gegangen sei.  

Die Beschwerdeführerinnen rügen demgegenüber, den von ihnen aufge-

führten Schlüsselpersonen 1 und 2 seien zu Unrecht in den vier Unterkri-

terien Referenzprojekt 1, Referenzprojekt 2, Ausbildung und Berufserfah-

rung Tiefstnoten zwischen 1 und 1.5 erteilt worden. Die Vergabestelle habe 

diese Benotung damit begründet, dass die Schlüsselperson 1 im Angebot 

der Beschwerdeführerinnen kein ausgebildeter und diplomierter Jurist sei 

und nur Erfahrung in Elektrizität und Telekommunikation, nicht auch im 

Gleisbereich habe, sowie, dass die Schlüsselperson 2 im Angebot der Be-

schwerdeführerinnen kein ausgebildeter und diplomierter Bauingenieur sei 

und keine Erfahrung im Bereich Instandhaltung habe. Diese Bewertung sei 

willkürlich und daher unzulässig. In den Ausschreibungsunterlagen sei nir-

gendwo verbindlich vorgeschrieben, dass die beiden Schlüsselpersonen 

einen Diplomabschluss in Jurisprudenz bzw. Bauingenieurwesen vorwei-

sen müssten. Zwar würden in Teil B (Leistungsbeschrieb) die Rollen der 

Schlüsselpersonen mit "Jurist" und "Bauingenieur" bezeichnet, doch wür-

den in Teil A (Allgemeiner Beschrieb) die Anforderungen zur Erfüllung von 

Eignungs- und Zuschlagskriterien verbindlich definiert, und hier werde von 

den Schlüsselpersonen ein "Diplom/Ausbildung mit Bezug zur ausge-

schriebenen Leistung" verlangt. Die Anforderungen, dass die Schlüssel-

personen diplomierter Jurist respektive diplomierter Bauingenieur seien, 

würden erst ab dem Vergleich der eingegangenen Angebote als Kriterien 

verwendet. Dies sei unzulässig.  

B-5681/2015 

Seite 13 

Den abgegebenen CV's und Referenzen könne entnommen werden, dass 

die von den Beschwerdeführerinnen angegebene Schlüsselperson 1 wäh-

rend sechs Jahren für die Normalstrom- und Bahnstromversorgung der 

SBB verantwortlich gewesen sei. Diese Anlagen befänden sich im Gleis-

bereich und seien Teil davon. Die angegebene Schlüsselperson 2 sei wäh-

rend zwei Jahren für die Instandhaltung der Normalstrom-Mittelspannungs-

anlagen und später während zwei Jahren für die Instandhaltung der 

Bahnstromanlagen der SBB zuständig gewesen. Die beiden Schlüsselper-

sonen hätten demnach während Jahren und nahezu identisch die ausge-

schriebenen Leistungen sehr erfolgreich erbracht. Diese Berufserfahrung 

werde mit dem Argument der ungenügenden Ausbildung/Diplomierung zu 

Unrecht negiert. Die Bewertung sei willkürlich und unzulässig.  

4.1 Die Zuschlagskriterien konkretisieren den Begriff des wirtschaftlich 

günstigsten Angebots. Dieses wird ermittelt, indem verschiedene Kriterien 

berücksichtigt werden, insbesondere Termin, Qualität, Preis, Wirtschaft-

lichkeit, Betriebskosten, Kundendienst, Zweckmässigkeit der Leistung, Äs-

thetik, Umweltverträglichkeit, technischer Wert. Das wirtschaftlich güns-

tigste Angebot erhält in der Folge den Zuschlag (vgl. Art. 21 Abs. 1 BöB). 

Die Vergabebehörde hat daher für jedes Beschaffungsgeschäft einen Ka-

talog von Zuschlagskriterien festzulegen (vgl. Art. 21 Abs. 2 BöB und 

Art. 27 Abs. 1 Satz 1 VöB; GALLI/MOSER/ LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 831). 

Bei den Zuschlagskriterien handelt es sich um Merkmale, die ein Angebot 

in mehr oder minder hohem Mass besitzt und die ein Abwägen des wirt-

schaftlichen Werts ermöglichen; man spricht diesbezüglich auch von der 

relativen Natur der Zuschlagskriterien (vgl. ELISABETH LANG, Der Grund-

satz der Transparenz im öffentlichen Beschaffungsrecht, Festschrift 

100 Jahre Aargauischer Anwaltsverband, 2005, S. 124). Als Beurteilungs-

matrix wird in der Praxis das Gesamtsystem von Zuschlags- und Unterkri-

terien inklusive der für jedes Kriterium festgelegten Gewichtung bezeichnet 

(vgl. Urteil des BVGer B-891/2009 vom 5. November 2009 E. 3.1; zum 

Ganzen Zwischenentscheid des BVGer B-7216/2014 vom 24. Februar 

2015 E. 4.1).  

4.2 Bei der Auswahl und Gewichtung der einzelnen Zuschlagskriterien ver-

fügt die Vergabebehörde über einen breiten Ermessensspielraum, in wel-

chen das Bundesverwaltungsgericht nur unter qualifizierten Voraussetzun-

gen eingreift (vgl. Urteile des BVGer B-4288/2014 vom 25. März 2015 

E. 4.2, B-6742/2011 vom 2. September 2013 E. 2.2 und B-6082/2011 vom 

8. Mai 2012 E. 2.2). Im Rahmen der Offertbewertung kommt der Vergabe-

B-5681/2015 

Seite 14 

stelle ebenfalls ein grosser Ermessensspielraum zu, in welchen das Bun-

desverwaltungsgericht nicht eingreift (Art. 31 BöB). Eine Korrektur der No-

ten- bzw. Punktgebung kommt daher nur in Betracht, soweit sich diese 

nicht nur als unangemessen, sondern vielmehr als rechtsfehlerhaft erweist 

(vgl. Zwischenentscheide des BVGer B-6762/ 2011 vom 26. Januar 2012 

E. 4.1 und B-4621/2008 vom 6. Oktober 2008 E. 6.3, mit Hinweisen; Urteil 

des BVGer B-6082/2012 vom 8. Mai 2012 E.2.3; GALLI/MOSER/LANG/STEI-

NER, a.a.O., Rz. 1388). Stellt sich indessen die Frage, ob das tatsächlich 

angewandte Bewertungsschema mit Blick auf das Transparenzgebot den 

kommunizierten Zuschlagskriterien bzw. den seitens der Vergabestelle ge-

machten Angaben zur Bewertung entspricht, oder ob das Bewertungs-

schema im Ergebnis die angekündigte Gewichtung der Zuschlagskriterien 

in Frage stellt, geht es nicht mehr um die Angemessenheit, sondern um die 

Rechtskonformität der vorgenommenen Bewertung (vgl. Entscheid der 

BRK 2001-003 vom 5. Juli 2001, in: VPB 65.94, E. 3d i.V.m E. 5a/ee; MARC 

STEINER, Das Verfahren vor Bundesverwaltungsgericht in Vergabesachen, 

in: Michael Leupold et al. (Hrsg.), Der Weg zum Recht, Festschrift für Alfred 

Bühler, 2008, S. 410; vgl. Zwischenentscheid des BVGer B-7216/2014 vom 

24. Februar 2015 E. 4.6). 

4.3 Vorliegend gab die Vergabestelle in Ziffer 3.9 der Ausschreibung die 

folgenden Zuschlagskriterien und deren Gewichtung bekannt:  

"Z1: Erfahrungsnachweise der eingesetzten Schlüsselpersonen:  Gewich-

tung 40 %  

Z2: Preis:  Gewichtung 25%  

Z3: Auftragsanalyse:  Gewichtung 15%  

Z4: Projektorganisation:  Gewichtung 10%  

Z5: Präsentation:  Gewichtung 10%" 

4.4 In den Ausschreibungsunterlagen, Teil A: Allgemeiner Beschrieb (Ziffer 

4.11 S. 13) legte die Vergabestelle die Noten (N), Gewichtung (G) und ma-

ximalen Punktzahlen (P) der fünf Zuschlagskriterien wie folgt fest:  

Nr. Kriterien N G NxG = P 

Z1 Erfahrungsnachweise der eingesetzten Schlüssel-

personen 

 

lpersonen 

0-3 40% 120 

Z2 Preis 0-3 25% 75 

B-5681/2015 

Seite 15 

Z3 Auftragsanalyse 0-3 15% 45 

Z4 Projektorganisation 0-3 10% 30 

Z5 Präsentation 0-3 10% 30 

 Total  100% 300 

 

Demnach konnten Anbieter für das Zuschlagskriterium Z1: Erfahrungs-

nachweise der eingesetzten Schlüsselpersonen bei Noten zwischen 1 und 

3 und einer Gewichtung von 40% eine maximale Punktzahl von 120 Punk-

ten erzielen.  

4.5 Die Vergabestelle gab in den Ausschreibungsunterlagen, Teil A: Allge-

meiner Beschrieb, bekannt, dass die Schlüsselpersonen im Zuschlagskri-

terium Z1: Erfahrungsnachweise der eingesetzten Schlüsselpersonen an-

hand der folgenden Kriterien bewertet würden:  

"● Ausbildung an einer Hochschule oder Fachhochschule, Ausbildung/Dip-

lom mit Bezug zur ausgeschriebenen Leistung gemäss Teil B (Grundaus-

bildung und Zusatzausbildung). 

  ● Berufserfahrung auf dem Gebiet der ausgeschriebenen Leistungen (An-

zahl Jahre). Die Berufserfahrung wird ab jenem Zeitpunkt gerechnet, ab 

dem die Person mit ihrer abgeschlossenen Berufsausbildung fachlich in 

der Lage ist, die gesuchten Leistungen zu erbringen. 

  ● Referenzaufträge: Ausgewiesenes Wissen und praktische Erfahrung mit 

vergleichbaren Aufträgen. Für die Schlüsselperson Modul 1 und die 

Schlüsselperson Modul 2 sind je zwei Referenzaufträge bezogen auf die 

Haupttätigkeit des jeweiligen Moduls anzugeben." (vgl. Ausschreibungs-

unterlagen, Teil A: Allgemeiner Beschrieb, Ziffer 4.11 S. 14). 

4.6 Die Anforderungen an den Anbieter für das Modul 1 (Strategische Ko-

ordination und Vertragswesen) definierte die Vergabestelle in den Aus-

schreibungsunterlagen, Teil B: Leistungsbeschrieb, wie folgt:  

"Juristen mit ausgewiesener Schwerpunktarbeit im entsprechenden Vertrags-

recht sowie in Bahninfrastrukturen (inkl. Bewilligungsverfahren) und im Eisen-

bahnbetrieb- und Transportrecht." (vgl. Ausschreibungsunterlagen, Teil B: 

Leistungsbeschrieb, Ziffer 1.3 S. 5)  

Die Anforderungen an den Anbieter für das Modul 2 (Instandhaltungspla-

nung) respektive Modul 3 (Bauherrenvertretung [Gross-]Bauprojekte) um-

schrieb die Vergabestelle sodann in den Ausschreibungsunterlagen wie 

folgt:  

B-5681/2015 

Seite 16 

"Bauingenieur als ausgewiesener Spezialist in Bahntechnik und Instandhal-

tung, in der Projektierung von Bahninfrastruktur sowie mit Erfahrung im Be-

reich von Industrie- /Logistikbauten." (vgl. Ausschreibungsunterlagen, Teil B: 

Leistungsbeschrieb, Ziffer 1.3 S. 5) 

Im Leistungsbeschrieb wies die Vergabestelle unter anderem darauf hin, 

dass der Anbieter ein ausgewiesener Spezialist mit vertiefter Erfahrung im 

Themengebiet in rechtlicher, vertraglicher und fachtechnischer Hinsicht 

sein müsse. Der Anbieter kenne sich aus mit der betrieblich-technischen 

Planung, der Finanzplanung von langjährigen Instandhaltungsmassnah-

men und den Vorschriften bei Gleisanlagen. Er besitze vertiefte Kenntnisse 

der geltenden gesetzlichen Vorgaben und Rahmenbedingungen und 

zeichne sich besonders durch langjährige juristische Schwerpunktarbeit in 

diesem Kontext aus. Er könne den Nachweis der vertieften juristischen 

Auseinandersetzung im erwähnten Rechtsgebiet erbringen und sei in der 

Lage, die Vergabestelle integral zu beraten sowie bei den zuständigen Be-

hörden und nationalen Fachgremien nebst technischen Themen auch ex-

plizit in juristischer und vertraglicher Hinsicht zu vertreten. Er könne nach-

weislich technische Projekte leiten und komplexe Vertragsverhandlungen 

führen und die diesbezüglich anspruchsvollen juristischen Fragestellungen 

behandeln (vgl. Ausschreibungsunterlagen, Teil B: Leistungsbeschrieb, Zif-

fer 1.3 S. 4 f.).  

4.7 Die Rüge der Beschwerdeführerinnen, die Bewertung sei deshalb will-

kürlich, weil in den Ausschreibungsunterlagen nirgendwo verbindlich fest-

geschrieben sei, dass die beiden Schlüsselpersonen einen Diplomab-

schluss in Jurisprudenz resp. Bauingenieurwesen vorweisen müssten, er-

weist sich somit als offensichtlich unbegründet. Die Vergabestelle konkre-

tisierte die Anforderungen an die personellen Ressourcen des Anbieters in 

den Ausschreibungsunterlagen Teil B (Leistungsbeschrieb) diesbezüglich 

unzweideutig. In der Ausschreibung war unter dem Eignungskriterium E6: 

Personelle Ressourcen ausdrücklich verlangt worden, dass der Anbieter 

genügend personelle Ressourcen bereitstellen können müsse, um den 

Auftrag gemäss Teil B erfüllen zu können. Insofern verweist die Ausschrei-

bung in genügend klarer Weise auf den Leistungsbeschrieb und die darin 

befindlichen Anforderungen an die berufliche Qualifikation der beiden 

Schlüsselpersonen.  

4.8 Die Beschwerdeführerinnen führten im Lebenslauf der Schlüsselper-

son für das Modul 1 an, dass diese einen Abschluss als Dipl. Ing. Informatik 

(Niveau Bachelor) der ETH Zürich, als Dipl. Ing. Telekommunikation (Ni-

veau Master) der ETH Lausanne sowie als Dr. sc. ETH Zürich (Thema 

B-5681/2015 

Seite 17 

["…“]) aufweise. Die Beschwerdeführerinnen führten die von der Schlüs-

selperson ausgeübten Funktionen, ihre Sprachkenntnisse und weiteren, 

besonderen Kenntnisse auf. Als Referenzprojekte gaben die Beschwerde-

führerinnen die Dienstleistungsaufträge (…) im Fachgebiet Projektma-

nagement und Beratung im IKT-Bereich (Referenzauftrag 1) sowie (…) im 

Fachgebiet Anlagen- und Vorhabensbewirtschaftung (Referenzauftrag 2) 

an (vgl. Angebot der Beschwerdeführerinnen, Teil C: Angebotsunterlagen, 

Ziffer 3.1.1 ff. S. 14 ff.).  

Im Lebenslauf der Schlüsselperson für das Modul 2 führten die Beschwer-

deführerinnen an, dass diese über einen Abschluss als El. Ing. HTL (Ba-

chelor) der HTL Winterthur, sowie als MBA, Canadian School of Manage-

ment, Toronto Canada, verfüge. Die Beschwerdeführerinnen führten die 

von der Schlüsselperson ausgeübten Funktionen, ihre Sprachkenntnisse 

und weiteren, besonderen Kenntnisse auf. Als Referenzprojekte gaben die 

Beschwerdeführerinnen die Mandate (…) im Fachgebiet Projektmanage-

ment/Anlagenmanagement (Referenzauftrag 1) sowie (…) im Fachgebiet 

Programm- und Auftragsmanagement, Anlagenmanagement (Refe-

renzauftrag 2) an (vgl. Angebot der Beschwerdeführerinnen, Teil C: Ange-

botsunterlagen, Ziffer 3.1.4-3.1.6 S. 19 ff.).  

4.9 Die Vergabestelle bewertete das Zuschlagskriterium Z1: Erfahrungs-

nachweise der Schlüsselperson für Modul 1 und Modul 2 je anhand der 

Unterkriterien Referenzprojekt 1, Referenzprojekt 2, Ausbildung und Be-

rufserfahrung.  

In Bezug auf die von den Beschwerdeführerinnen genannte Schlüsselper-

son für Modul 1 erhielten die Beschwerdeführerinnen für die Unterkriterien 

Referenzprojekt 1 und Referenzprojekt 2 je die Note 1.5 sowie für die Un-

terkriterien Ausbildung und Berufserfahrung je die Note 1.0. Die Vergabe-

stelle bemängelte in Bezug auf Referenzprojekt 1 vor allem den Mangel an 

Erfahrung mit Bahn- und Transportinfrastruktur, Anschlussgleisen, Bahn-

technik, den fehlenden Bezug zur ausgeschriebenen Stelle sowie das Feh-

len juristischer Erfahrung. Bei Referenzprojekt 2 kritisierte die Vergabe-

stelle den fehlenden Bezug zum Thema und das Fehlen operativer Arbeit. 

Mit Blick auf die Ausbildung bemängelte die Vergabestelle insbesondere, 

dass der Betreffende eine branchenfremde Grundausbildung besitze, kein 

Jurist sei und keine Kenntnisse im Vertragsrecht habe. Punkto Berufser-

fahrung waren nach Meinung der Vergabestelle keine mandatsrelevanten 

Berufsjahre, vor allem im Vertragsrecht, ersichtlich.   

B-5681/2015 

Seite 18 

Hinsichtlich der von den Beschwerdeführerinnen genannte Schlüsselper-

son für Modul 2 erhielten die Beschwerdeführerinnen für die Unterkriterien 

Referenzprojekte 1, Referenzprojekt 2 sowie Ausbildung je die Note 1.5 

sowie für das Unterkriterium Berufserfahrung die Note 0.5. Die Vergabe-

stelle bemängelte hier in Bezug auf das Referenzprojekt 1 vor allem das 

Fehlen von Instandsetzung, operativem Know-how, eines Bezugs zu den 

Modulen und einer Tätigkeit bei den Gleisanlagen. Bezüglich des Refe-

renzprojekts 2 stellte die Vergabestelle fest, es betreffe nur teilweise Bahn-

technik, und es fehle vor allem die Instandhaltung. In Bezug auf die Ausbil-

dung kritisierte die Vergabestelle, der Abschluss sei nicht Bau-Ingenieur, 

auch fehle eine mandatsrelevante Weiterbildung. Punkto Berufserfahrung 

legte die Vergabestelle dar, es seien keine mandatsrelevanten Berufsjahre 

ersichtlich, nichts im Bereich Bahntechnik und keine Erfahrung als Bau-

Ingenieur. 

Die Vergabestelle sprach den Beschwerdeführerinnen für das Zuschlags-

kriterium Z1 (Erfahrungsnachweise der Schlüsselpersonen) im Rahmen 

der Neuevaluation insgesamt 46.67 von 120 möglichen Punkten zu. Im 

Rahmen der ersten Bewertung hatten die Beschwerdeführerinnen für die-

ses Zuschlagskriterium 1 noch 52 Punkte erreicht.  

4.10 Es ist aktenkundig und unbestritten, dass die von den Beschwerde-

führerinnen angegebene Schlüsselperson für das Modul 1 weder den ge-

mäss Leistungsbeschrieb erforderlichen Abschluss als Jurist aufweist noch 

die ausgewiesene Schwerpunktarbeit im entsprechenden Vertragsrecht 

sowie in Bahninfrastrukturen (inkl. Bewilligungsverfahren) und im Eisen-

bahnbetrieb- und Transportrecht nachweisen kann. Ebenso ist in Bezug 

auf die von den Beschwerdeführerinnen angegebene Schlüsselperson Mo-

dul 2 aktenkundig, dass diese Schlüsselperson nicht den gemäss Leis-

tungsbeschrieb erforderlichen Abschluss als Bauingenieur und keine dies-

bezügliche Berufserfahrung aufweist. Die Bewertung der Subkriterien Aus-

bildung und Berufserfahrung im Zuschlagskriterium Z1: Erfahrungsnach-

weise der Schlüsselpersonen je mit der Note 1.0 (Schlüsselperson Modul 

1) bzw. mit den Noten 1.5 und 0.5 (Schlüsselperson Modul 2) erscheint vor 

dem Hintergrund, dass beide Schlüsselpersonen bereits weder den gefor-

derten Abschluss als Jurist respektive Bauingenieur noch die diesbezügli-

che Berufserfahrung besitzen, als nachvollziehbar. Da auch die Referenz-

projekte nur teilweise einen Bezug zur ausgeschriebenen Dienstleistung 

aufweisen, ist deren Bewertung mit je 1.5 Punkten ebenfalls nicht zu bean-

standen. Wie dargelegt, kommt der Vergabestelle im Rahmen der Offert-

B-5681/2015 

Seite 19 

bewertung ein grosser Ermessensspielraum zu, in welchen das Bundes-

verwaltungsgericht nicht eingreift. Eine Korrektur der Noten- bzw. Punktge-

bung kommt daher nur in Betracht, soweit sich diese nicht nur als unange-

messen, sondern vielmehr als rechtsfehlerhaft erweist. Dass die Vergabe-

stelle die Erfüllung der vier Subkriterien Referenzobjekt 1, Referenzobjekt 

2, Ausbildung und Berufserfahrung der Schlüsselpersonen der Beschwer-

deführerinnen nur mit Noten zwischen 0.5 und 1.5 bewertet hatte, ist in-

dessen nicht zu beanstanden. Die Vergabestelle hat ihre Benotung nach-

vollziehbar begründet. Aus dem Dokument "Konsolidierte Teambewer-

tung", welches den Beschwerdeführerinnen in anonymisierter Fassung zur 

Einsicht zugestellt wurde, geht im Einzelnen hervor, aufgrund welcher Ge-

sichtspunkte die Vergabestelle die Erfüllung der vier Unterkriterien bewer-

tet hat.  

4.11 Die Beschwerdeführerinnen rügen, die Vergabestelle habe keine kri-

tische Differenzierung zwischen Ausbildung, Berufserfahrung, Referenz-

projekt 1 und Referenzprojekt 2 vorgenommen, sondern automatisch aus 

der tiefen Bewertung der Ausbildung auch tiefere Bewertungen von Berufs-

erfahrung und Referenzprojekten abgeleitet. Auch diese Rüge ist offen-

sichtlich unbegründet. Wie dargelegt, hatte die Vergabestelle im Leistungs-

beschrieb, auf den in der Ausschreibung verwiesen worden war, nicht nur 

konkrete Anforderungen an die Ausbildung gestellt, sondern auch spezifi-

ziert, in welchen Gebieten die eine Schlüsselperson „Schwerpunktarbeit“ 

ausweisen müsse und die andere Schlüsselperson ein ausgewiesener 

Spezialist sein bzw. Erfahrung aufweisen müsse. Diesbezüglich ist aber 

aktenkundig und unbestritten, dass die Beschwerdeführerinnen für ihre 

Schlüsselpersonen, welche nicht über die verlangten Ausbildungen verfü-

gen, keine oder nur eingeschränkte Berufserfahrungen und Referenzauf-

träge in den entsprechenden Fachrichtungen darlegen konnten. Die Beno-

tung dieser Unterkriterien ist daher nicht zu beanstanden.   

4.12 Die Beschwerdeführerinnen rügen weiter, die Vergabestelle habe sich 

insofern willkürlich verhalten, als die mündlichen Begründungen anlässlich 

der Nachbesprechung vom 9. September 2015 nur teilweise mit den im 

Schreiben vom 25. August 2015 erläuterten Hauptgründen übereinstimm-

ten. Obwohl im erwähnten Schreiben die „gute Ausbildung der Schlüssel-

personen" gewürdigt werde, sei in der Bewertung die Ausbildung beider 

Schlüsselpersonen mit Tiefstnoten bewertet worden.  

Die Argumentation der Beschwerdeführerinnen ist nicht nachvollziehbar. 

Die Vergabestelle führte in ihrem Schreiben vom 24. August 2015 aus, die 

B-5681/2015 

Seite 20 

Ausbildung der von den Beschwerdeführerinnen angegebenen Schlüssel-

personen sei gut, doch entspreche deren Fachkenntnisse sowie Berufser-

fahrung nur unzureichend den Anforderungen der Ausschreibung. Die 

Übereinstimmung der Referenzen mit den im Mandat geforderten Leistun-

gen sei nur teilweise gegeben. Worin ein Widerspruch zwischen dieser Be-

gründung und der später einlässlicheren Begründung gesehen werden 

sollte, ist unerfindlich.   

4.13 Schliesslich erweist sich auch der von den Beschwerdeführerinnen 

geäusserte Vorwurf, die Benotung der Subkriterien sei auch deshalb will-

kürlich, weil in der Neuevaluation die Benotung des Hauptkriteriums Z1 

(Erfahrungsnachweise der Schlüsselpersonen), das heisst die Frage, wie 

viele Punkte pro Subkriterium erteilt würden, nicht überarbeitet worden sei, 

sondern einzig die Subkriterien Z1, Z3 und Z4 anders gewichtet worden 

seien, als nicht begründet. Wie dargelegt, hat die Vergabestelle ihr Ermes-

sen nicht rechtsfehlerhaft ausgeübt, als sie den Schlüsselpersonen der Zu-

schlagsempfängerinnen für die Module 1 und 2 Noten zwischen 0.5 und 

1.5 erteilte. Es bestand für sie deshalb keine Verpflichtung, die Noten im 

Rahmen der Neuevaluation anzuheben.  

4.14 Zu Recht nicht gerügt haben die Beschwerdeführerinnen, dass die 

Vergabestelle bei ihrer Neuevaluation auf die bei der ersten Bewertung 

noch vorgenommene unterschiedliche Gewichtung der Subkriterien ver-

zichtet hat. Unbestritten ist ferner die Gewichtung des ZK1 (Erfahrungs-

nachweise der Schlüsselpersonen) mit 40% der möglichen Punkte, die sich 

unzweideutig aus dem Ausschreibungstext selbst ergibt. 

4.15 Die Rügen der Beschwerdeführerinnen in Bezug auf die Bewertung 

des ZK1 erweisen sich somit als unbegründet. 

5.  

Die Beschwerdeführerinnen rügen schliesslich, auch nach der Neuevalua-

tion sei die Bewertung der Preise nicht korrekt vorgenommen worden. Es 

hätte genügt, die Anzahl Stunden pro Profil vorzugeben, um die Vergleich-

barkeit herzustellen. Hingegen sei es unzulässig, im Rahmen einer Neue-

valuation eine vollständige neue, offene Preisangebotsrunde durchzufüh-

ren, ohne das Beschaffungsverfahren vollständig neu zu wiederholen. Zu-

dem habe die Vergabestelle den Grundsatz verletzt, wonach es ihr unter-

sagt sei, vor der Abgabe eines vollständigen Angebots mit einzelnen An-

bietern zu kommunizieren, dies, weil die Zuschlagsempfängerinnen die 

B-5681/2015 

Seite 21 

Möglichkeit erhalten hätten, die im Rahmen der Neuevaluation nachge-

holte Präsentation vor der Abgabe des neuen Preisangebots durchzufüh-

ren, wogegen die Präsentation der Beschwerdeführerinnen erst nach der 

Abgabe des neuen Preisangebots stattgefunden habe. Die Zuschlagsemp-

fängerinnen hätten so im direkten Kontakt mit der Vergabestelle Informati-

onen gewinnen und eruieren können, ob ihre Stundenansätze verändert 

werden müssten oder nicht.  

Die Vergabestelle führte aus, zwecks der Herstellung der Vergleichbarkeit 

der Preisangebote habe sie ein konkretes Mengengerüst über die Schät-

zung der anzubietenden Stunden für alle vorgesehenen Rollen aufgestellt. 

Dadurch hätten die Anbieter die Möglichkeit erhalten, ihr Preisangebot neu 

zu kalkulieren und einzureichen.   

5.1 In ihrer Beschwerde vom 11. September 2015 hatten die Beschwerde-

führerinnen gerügt, die Bewertung des angegebenen Preises im Zu-

schlagskriterium Z2 sei unzulässig, weil jeder Anbieter in einer Tabelle für 

die drei Arbeitspakete ("Modul 1-3") jeweils eine Aufwandabschätzung vor-

nehmen und pro Modul nach eigenem Gutdünken auf die drei Profile 

Schlüsselperson, Sachbearbeiter und Administration aufteilen müsse. Dies 

bedeute, dass ein Anbieter durch einen hohen Stundenanteil eines günsti-

gen Profils (z.B. Administration) den Gesamtpreis tief halten könne; dies 

zudem ohne Risiko, da später, nach dem Zuschlag, das effektive Arbeits-

volumen nochmals verhandelt und vereinbart werde. Sie hätten daher in 

ihrem Angebot beantragt, dass für die Preisbewertung eine einheitliche 

Normierung vorgenommen werde. 

Im Rahmen ihrer Neuevaluation konkretisierte die Vergabestelle das Zu-

schlagskriterium Z2 durch ein derartiges detailliertes Mengengerüst, indem 

sie detaillierte Stundenangaben pro Funktion (Schlüsselperson/Sachbear-

beiter/Administration) vorgab. Die Gesamtstundenzahl pro Modul blieb da-

bei gleich, wie sie bereits in den Ausschreibungsunterlagen (Teil C: Ange-

botsunterlagen, Ziffer 3.2 S. 20) definiert war.  

Da erst durch dieses detailliertere Mengengerüst eine korrekte Vergleich-

barkeit der Offerten ermöglicht wurde, ist das Vorgehen der Vergabestelle 

nicht zu beanstanden. Zumindest wäre es den Beschwerdeführerinnen je-

denfalls nach Treu und Glauben verwehrt, der Vergabestelle daraus einen 

Vorwurf zu machen, dass sie genau diesem Antrag der Beschwerdeführe-

rinnen nachgekommen ist.   

B-5681/2015 

Seite 22 

5.2 Im Bundesvergaberecht sind Abgebotsrunden im Rahmen von Ver-

handlungen grundsätzlich zulässig, sofern in der Ausschreibung darauf 

hingewiesen wurde (vgl. Art. 20 BöB; GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., 

Rz. 686). Im vorliegenden Fall waren Verhandlungen denn auch ausdrück-

lich vorbehalten worden (vgl. Ausschreibung, Ziffer 4.3). Der Vergleich der 

beiden ursprünglichen Offerten mit den neuen Angaben im detaillierten 

Mengengerüst zur Neuevaluation zeigt indessen, dass weder die Zu-

schlagsempfängerinnen noch die Beschwerdeführerinnen von ihrem ur-

sprünglichen Angebot abweichende Ansätze pro Stunde angeboten haben. 

Die Frage, ob die Vergabestelle nicht nur vor dem ersten Zuschlag, son-

dern auch noch im Rahmen ihrer Wiedererwägung und Neuevaluation eine 

Abgebotsrunde durchführen durfte oder nicht, kann daher offen bleiben, da 

effektiv von keiner Seite ein Abgebot eingereicht wurde. 

5.3 Richtig ist, dass die Präsentation der Zuschlagsempfängerinnen am 

Tag vor der Abgabe des neuen Preisangebots erfolgte, während die Prä-

sentation der Beschwerdeführerinnen erst einen Monat später stattfand. 

Aus dem Protokoll der Präsentationen ergibt sich indessen, welche Fragen 

an den Präsentationen gestellt und beantwortet wurden. Preisfragen wur-

den an keiner der Präsentationen thematisiert. Es ist daher nicht ersicht-

lich, inwiefern der unterschiedliche zeitliche Ablauf dazu geführt haben 

könnte, dass die Zuschlagsempfängerinnen Informationen im Hinblick auf 

die Eingabe ihres Preisangebots hätten gewinnen können. Die entspre-

chenden Vorwürfe erweisen sich daher ebenfalls als unbegründet.  

6.  

Den Beschwerdeführerinnen wurden mit Verfügung vom 28. September 

2015 die Beilagen Nr. 9, 10, 14, 15 und 16 zur Vernehmlassung vom 

25. September 2015 in teilweise abgedeckter bzw. anonymisierter Form 

zugestellt. Weitere Akteneinsicht haben sie nicht beantragt. Die Sache er-

scheint daher als liquid, weshalb es nicht erforderlich ist, zuerst gesondert 

über den Antrag auf aufschiebende Wirkung zu entscheiden. Vielmehr 

kann das Verfahren bereits jetzt mit einem Endurteil abgeschlossen wer-

den. 

7.  

Insgesamt erweist sich die Beschwerde somit als unbegründet, weshalb 

sie abzuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist. 

8.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens haben die Beschwerdeführerinnen die 

B-5681/2015 

Seite 23 

Verfahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG, Art. 1 ff. des Reglements 

vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-

desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).  

Die Gerichtsgebühr bestimmt sich nach Umfang und Schwierigkeit der 

Streitsache, Art der Prozessführung und finanzieller Lage der Parteien 

(Art. 63 Abs. 4bis VwVG; Art. 2 Abs. 1 VGKE). Für Streitigkeiten mit Vermö-

gensinteresse legt Art. 4 VGKE den Gebührenrahmen aufgrund des Streit-

wertes fest. 

Die Verfahrenskosten werden auf CHF 3'600.– festgesetzt und dem am 

28. September 2015 bezahlten Kostenvorschuss in gleicher Höhe entnom-

men.  

9.  

Bei diesem Verfahrensausgang ist den Beschwerdeführerinnen, welche 

ohnehin nicht anwaltlich vertreten sind, keine Parteientschädigung zuzu-

sprechen (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG). Die Vergabestelle als Bundesamt hat 

ebenfalls keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (vgl. Art. 7 Abs. 3 

VGKE).  

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2.  

Den Beschwerdeführerinnen werden Verfahrenskosten in der Höhe von 

CHF 3'600.– auferlegt. Dieser Betrag wird nach Eintritt der Rechtskraft des 

vorliegenden Urteils dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe 

entnommen. 

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerinnen (Gerichtsurkunde) 

– die Vergabestelle (Ref-Nr. SIMAP Projekt-ID 126307; Gerichtsurkunde) 

– die Zuschlagsempfängerinnen Bietergemeinschaft Team Z._______ 

(auszugsweise; A-Post) 

B-5681/2015 

Seite 24 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Eva Schneeberger Beatrice Grubenmann 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichts-

gesetzes vom 17. Juni 2005, BGG, SR 173.110), wenn sich eine Rechts-

frage von grundsätzlicher Bedeutung stellt (Art. 83 Bst. f Ziff 1 und 2 BGG). 

Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begeh-

ren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift 

zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, so-

weit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

Versand: 20. Mai 2016