# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b4ae1e99-2918-51a8-9609-55cb3d11ac0b
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-04-29
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 29.04.2021 720 20 407/110
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-20-407-110_2021-04-29.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 29. April 2021 (720 20 407 / 110) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Berechnung des Invaliditätsgrades: Abstellen auf Tabellenlöhne beim Invalideneinkom-

men aufgrund eines instabilen Arbeitsverhältnisses und beim Valideneinkommen wegen 

Konkurs des vormaligen Arbeitgebers 

 

 
 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Daniel Noll, Kantons-

richter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin i.V. Reyhan Zetler 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Raffaella Biaggi, Advoka-
tin, Advokatur Biaggi, St. Jakobs-Strasse 11, Postfach 2102, 
4002 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  

 
 
A. Der 1960 geborene A.____ leidet seit 1982 an Morbus Bechterew. Nach einem Bruch 
des 8. Brustwirbels und der Diagnose eines Peniskarzinoms im September 2013 meldete er sich 
25. Februar 2014 bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. 
Die medizinischen Untersuchungen ergaben eine Arbeitsfähigkeit im Umfang von 50%. Da der 

 

 
 
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Versicherte bei seiner bisherigen Arbeitgeberin B.____ AG im Umfang von 50% in seiner ange-
stammten Tätigkeit als CAD-Operateur weiterarbeiten konnte, sprach ihm die IV-Stelle Basel-
Landschaft (IV-Stelle) bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 50% mit Verfügung vom 13. No-
vember 2014 eine halbe Rente per 1. August 2014 zu.  

 
Eine im August 2018 eingeleitete Revision wurde am 13. November 2018 mit der Mitteilung, dass 
es keine Änderung des Invaliditätsgrades gegeben habe, abgeschlossen. Im Rahmen dieses Re-
visionsverfahrens erfuhr die IV-Stelle, dass der Versicherte seit 1. Januar 2018 arbeitslos war. 
Aus diesem Grund sprach sie ihm mit Mitteilung vom 30. November 2018 als berufliche Mass-
nahme Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche zu. In der Folge wurde C.____ mit ei-
nem Jobcoaching beauftragt. Mit E-Mail vom 16. Juli 2019 informierte der Versicherte die IV-
Stelle über den Antritt einer neuen Arbeitsstelle per 16. Juli 2019 und teilte mit, dass er infolge-
dessen kein Jobcoaching mehr benötige. Aufgrund seiner eingereichten Lohnauszüge für die 
Monate September 2019 bis Januar 2020 berechnete die IV-Stelle ein Jahreseinkommen von 
Fr. 65'767.--. Ein in der Folge eingeleitetes Revisionsverfahren ergab einen Invaliditätsgrad von 
nunmehr 34%, was mit Verfügung vom 30. September 2020 in die Einstellung der Invalidenrente 
mündete. Die IV-Stelle begründete dies im Wesentlichen damit, dass der Versicherte bei unver-
änderter gesundheitlicher Situation mit einem erhöhten Invalideneinkommen unter der leistungs-
relevanten Grenze von 40% liege, so dass kein Rentenanspruch mehr bestehe. 
 
B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokatin Raffaella Biaggi, am 19. Oktober 
2020 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Er 
beantragte unter o/e-Kostenfolge die Aufhebung der Verfügung vom 30. September 2020 und 
weiterhin die Ausrichtung einer halben Invalidenrente. Zur Begründung brachte er im Wesentli-
chen vor, dass sich die IV-Stelle zu Unrecht beim Valideneinkommen auf das reallohnentwickelte 
Einkommen gestützt habe, das er vor Eintritt der Invalidität erzielt habe. Er würde ohne Invalidität 
beim jetzigen Arbeitgeber in einem Vollpensum arbeiten, weshalb der aktuelle Lohn für ein Voll-
pensum als Grundlage beim Valideneinkommen heranzuziehen sei, woraus sich ein Invaliditäts-
grad von 50% ergebe.  
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 4. Dezember 2020 schloss die IV-Stelle auf Abweisung 
der Beschwerde. 
 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs-
gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfah-
rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, so dass die örtliche Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die 
Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das 

 

 
 
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Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwer-
den gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der 
vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die frist- und formgerecht erhobene Beschwerde vom 
19. Oktober 2020 ist demnach einzutreten. 
 
 
2. Streitig und zu prüfen ist, ob die IV-Stelle zu Recht revisionsweise mit Verfügung vom 
30. September 2020 den Rentenanspruch des Beschwerdeführers aufgehoben hat.  
 
3.1  Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbsfä-
higkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Einglie-
derungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines 
Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen 
sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 
 
3.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozi-
alversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die voraussichtlich bleibende oder längere 
Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Ge-
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der 
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verste-
hen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach 
Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück-
sichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht 
nicht überwindbar ist (Satz 2).  
 
3.3 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG an-
wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Er-
werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung 
der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumut-
bare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Be-
ziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid gewor-
den wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol-
gen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt 
und einander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditäts-
grad bestimmen (BGE 128 V 30 E. 1). 
 
3.4. Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine 
halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 
40 % invalid ist. 
 

 

 
 
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3.5 Gemäss Art. 17 ATSG sind laufende IV-Renten für die Zukunft zu erhöhen, herabzuset-
zen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise 
ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhält-
nissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Zu 
denken ist dabei in erster Linie an eine wesentliche Änderung des Gesundheitszustandes der 
versicherten Person. Darüber hinaus ist die Rente aber auch revidierbar, wenn sich die erwerbli-
chen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben (vgl. BGE 130 V 349 E. 3.5 mit Hinweisen). Bei den Renten der Invalidenversicherung ist 
grundsätzlich jede Änderung des Sachverhalts, die zu einer Überschreitung oder Unterschreitung 
eines Schwellenwertes führt, als erheblich zu betrachten (BGE 133 V 546 ff. E. 6 f.; Urteil des 
Bundesgerichts vom 3. Juni 2011, 9C_223/2011, E. 3.1). Kann eine rentenberechtigte Person ein 
bestehendes Erwerbseinkommen erhöhen, so wird die Rente gemäss Art. 31 IVG nur dann im 
Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG revidiert, wenn die Einkommensverbesserung jährlich mehr als 
Fr. 1'500.-- beträgt. Eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ist für die Herabsetzung oder Auf-
hebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden 
kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, 
nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich wei-
terhin andauern wird (Art. 88a Abs. 1 IVV). 
 
4. Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialversicherungsprozess sind vom Un-
tersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben 
die Verwaltung und das Kantonsgericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklä-
rung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspflicht dauert so lange, 
bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende 
Klarheit besteht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). Was 
zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt auf den Untersuchungs-
grundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leistungsanspruch zumindest 
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschieden werden kann (vgl. Urteil 
des Bundesgerichts vom 7. März 2019, 9C_57/2019, E. 3.2). 
 
5.1 Vorliegend ist unbestritten, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers 
nicht geändert hat. Die IV-Stelle hat die Einstellung der IV-Rente mit einem nunmehr erhöhten 
Invalideneinkommen des Beschwerdeführers bei seiner aktuellen Arbeitgeberin D.____ AG als 
Konstrukteur / CAD Zeichner begründet. Gestützt auf die ihr vorliegenden Lohnauszüge für die 
Monate September 2019 – Januar 2020 hat sie das Jahreseinkommen des Beschwerdeführers 
ausgerechnet. Demnach habe er während dieser fünf Monate ein Einkommen in der Höhe von 
Fr. 27'403.-- erzielen können. Hochgerechnet ergebe sich daraus ein Jahreseinkommen in der 
Höhe von Fr. 65'767.--. Dieser Jahresverdienst ist von der Beschwerdegegnerin als Invalidenein-
kommen herangezogen worden. Für die Berechnung des Valideneinkommens hat sie sich auf 
den zuletzt erzielten Lohn vor Eintritt der gesundheitlichen Einschränkungen gestützt. Dies hat 
sie damit begründet, dass der Beschwerdeführer aufgrund langjähriger Tätigkeit bei seiner ehe-
maligen Arbeitgeberin B.____ AG weiterhin dort beschäftigt gewesen wäre, wenn die gesund-
heitlichen Probleme nicht aufgetreten wären. Ausgehend vom damaligen Jahresverdienst von 

 

 
 
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Fr. 97'629.-- und unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung von 2.8% im Sektor freibe-
rufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen gemäss dem vom Bundesamt für 
Statistik in Tabelle T1.1.10 errechneten Nominallohnindex Männer 2011-2019 hat sie ein Vali-
deneinkommen in der Höhe von Fr. 100'379.-- berechnet. Im nächsten Schritt hat sie im Rahmen 
des Einkommensvergleichs eine Erwerbseinbusse von Fr. 34'612.-- und einen Invaliditätsgrad im 
Umfang von 34% ermittelt.  
 
5.2 Der Beschwerdeführer bestreitet die Heranziehung des aktuellen Lohnes für die Berech-
nung des Invalideneinkommens nicht, sondern wendet ein, dass sich die IV-Stelle beim Validen-
einkommen ebenfalls auf die neue Arbeitsstelle hätte abstützen müssen. Die Tätigkeit, die er bei 
guter Gesundheit ausgeübt habe und die er bei guter Gesundheit auch weiterhin und zu 100% 
ausüben würde, übe er heute zu 50% aus. Es entspreche nicht den Tatsachen, dass er mit über-
wiegender Wahrscheinlichkeit aktuell noch beim vormaligen Arbeitgeber tätig wäre. Vielmehr sei 
davon auszugehen, dass er heute bei guter Gesundheit in einem Vollpensum ebenfalls beim 
aktuellen Arbeitgeber angestellt wäre. Folglich sei das Valideneinkommen auf der Grundlage des 
aktuellen Arbeitsvertrages zu bemessen und wäre demnach doppelt so hoch wie das heute von 
ihm erzielte Invalideneinkommen. 
 
6.1 In Bezug auf das Valideneinkommen ist entscheidend, was die versicherte Person im 
Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr-
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst ange-
knüpft, da es der Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden 
fortgesetzt worden wäre. Fehlen aussagekräftige konkrete Anhaltspunkte für die Einkommenser-
mittlung, so ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte zurückzugreifen, wie sie in der Schwei-
zerischen Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) enthalten sind (vgl. Urteil 
des Bundesgerichts vom 14. November 2018, 8C_220/2018, E. 5.1).  
 
6.2 Den Akten ist zu entnehmen, dass die B.____ AG liquidiert und per 16. März 2018 aus 
dem Handelsregister gelöscht wurde. Damit steht fest, dass der Beschwerdeführer auch bei guter 
Gesundheit bei seiner ehemaligen Arbeitgeberin aktuell nicht angestellt wäre, weil diese nicht 
mehr existiert. Demzufolge hätte sich der Beschwerdeführer auch bei guter Gesundheit auf neue 
Stellen bewerben müssen. Die IV-Stelle hätte sich somit beim Valideneinkommen nicht auf den 
Lohn bei der vormaligen Arbeitgeberin B.____ AG abstützen dürfen. Grundsätzlich ist in solchen 
Situationen auf die LSE abzustellen.  
 
Der Beschwerdeführer bringt vor, dass er bei voller Gesundheit bei D.____ AG in einem Vollpen-
sum arbeiten würde. Dieser Auffassung ist nicht zuzustimmen. Nachdem der Beschwerdeführer 
mit seinen Einschränkungen wieder eine Stelle gefunden hat, liegt der Schluss nahe, dass er 
seine jetzige Stelle auch als Gesunder bekommen hätte. Fraglich ist allerdings, ob die heutige 
Arbeitgeberin D.____ AG die Arbeitsstelle dem Beschwerdeführer auch in einem Vollpensum an-
bieten würde. Nur dann könnte für das Valideneinkommen auf den entsprechenden Verdienst 
abgestellt werden. Nachdem die heutige Arbeitgeberin dem Beschwerdeführer lediglich einen 
befristeten Arbeitsvertrag im Stundenlohn auf Abruf angeboten hat, kann nicht ohne Weiteres 

 

 
 
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davon ausgegangen werden, dass er als Gesunder mit überwiegender Wahrscheinlichkeit einen 
unbefristeten Arbeitsvertrag in einem Vollpensum erhalten würde. Für das Valideneinkommen ist 
daher die LSE als Grundlage heranzuziehen. 
 
7.1 Das Invalideneinkommen ist durch den Beschwerdeführer nicht angefochten worden. 
Das Kantonsgericht prüft dennoch von Amtes wegen, ob sich die IV-Stelle dabei zu Recht auf 
den aktuell erzielten Lohn bei D.____ AG abgestützt hat. 
 
7.2 Bei der Bemessung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär von 
der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. 
Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders 
stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Ar-
beitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der 
Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte 
Verdienst als Invalidenlohn. Erfüllt das tatsächlich erzielte Erwerbseinkommen diese Vorausset-
zungen nicht, namentlich, weil die versicherte Person nach Eintritt der Ge-sundheitsbeeinträchti-
gung keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, 
kann das Invalideneinkommen unter Beizug der Tabellenlöhne der LSE ermittelt werden (BGE 
143 V 295 E. 2.2).  
 
7.3 Vorliegend ist den Akten zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer projektbasiert bei 
D.____ AG angestellt wurde. Der Vertrag wurde per 31. Dezember 2019 befristet. Vereinbart 
wurde ein Arbeitseinsatz im Stundenlohn auf Abruf. Der Beschwerdeführer erhielt keine Garantie 
eines Mindest- oder Maximaleinsatzes. Die Arbeitseinsätze erfolgen je nach Arbeitsanfall auf Ab-
ruf unter der Woche. Die Kündigungsfrist wurde auf einen Monat gesetzt. Aus den Akten ist zwar 
ersichtlich, dass der Vertrag für weitere neun Monate bis zum 30. September 2020 verlängert 
wurde (IV-Dok 94). Im massgeblichen Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 30. Septem-
ber 2020 war der Beschwerdeführer somit immer noch in einem befristeten Arbeitsverhältnis be-
schäftigt. Die bisherige Anstellungsdauer betrug bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung 14 
Monate. In einem Entscheid vom 11. April 2012 bezeichnete das Bundesgericht ein Arbeitsver-
hältnis, das im Verfügungszeitpunkt erst seit 11 Monaten bestand, als nicht besonders stabil (Ur-
teil des Bundesgerichts vom 11. April 2021, 8C_825/2011, E. 4.3.2). Aufgrund der genannten 
Umstände, namentlich der Befristung, dem Arbeit auf Abruf ohne Garantie eines Mindest- oder 
Maximaleinsatzes sowie aufgrund der vergleichsweise kurzen Anstellungsdauer bei D.____ AG 
kann vorliegend nicht von einem besonders stabilen Arbeitsverhältnis ausgegangen werden. Da-
raus folgt, dass die IV-Stelle beim Invalideneinkommen nicht auf den aktuellen Lohn des Be-
schwerdeführers hätte abstellen dürfen. Vielmehr hätte sie bei der Berechnung die LSE heran-
ziehen müssen. 
 
8. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass sowohl beim Valideneinkommen als auch 
beim Invalideneinkommen auf die LSE abzustellen ist. Sind Validen- und Invalideneinkommen 
ausgehend vom selben Tabellenlohn zu berechnen, erübrigt sich deren genaue Ermittlung. Dies-
falls entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung des 
Abzuges vom Tabellenlohn (sogenannter Prozentvergleich; SVR 1/2008 IV Nr. 2 S. 3 E. 5.4). In 

 

 
 
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Gutheissung der Beschwerde hat somit der Beschwerdeführer weiterhin Anspruch auf eine halbe 
Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 50%. 
 
9.1 Abschliessend bleibt über die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu befinden. Beim Ent-
scheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grundsätzlich auf den Pro-
zessausgang abzustellen. Vorliegend ist der Beschwerdeführer obsiegende und die IV-Stelle un-
terliegende Partei. 
 
9.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be-
willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert 
im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen 
ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten 
in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest, welche 
gemäss § 20 Abs. 3 VPO der IV-Stelle als unterliegende Partei aufzuerlegen sind. Der geleistete 
Kostenvorschuss ist dem Beschwerdeführer demnach zurückzuerstatten. 
 
9.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Person Anspruch 
auf Ersatz der Parteikosten. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist dem Beschwerde-
führer deshalb eine Parteientschädigung zuzusprechen. Die Rechtsvertreterin des Beschwerde-
führers hat in ihrer Honorarnote vom 21. Dezember 2020 für das vorliegende Verfahren einen 
Zeitaufwand von 7 Stunden und 20 Minuten geltend gemacht, was sich in Anbetracht der sich 
stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Die Bemühungen sind zu 
dem in Sozialversicherungsprozessen praxisgemäss für durchschnittliche Fälle zur Anwendung 
gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Nicht zu beanstanden sind die in 
der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen von Fr. 36.30. Dem Beschwerdeführer ist deshalb 
eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1'962.45 (5 Stunden und 45 Minuten à Fr. 250.-- 
und 1 Stunde und 35 Minuten à Fr. 220.00.-- + Auslagen von Fr. 36.30 zuzüglich 7.7% Mehrwert-
steuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. 
 
  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 
30. September 2020 aufgehoben und es wird festgestellt, dass der Be-
schwerdeführer weiterhin Anspruch auf eine halbe Invalidenrente hat. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der Beschwer-
degegnerin auferlegt. 

Dem Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss in Höhe 
von Fr. 800.-- zurückerstattet. 

 3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteient-
schädigung in der Höhe von insgesamt Fr. 1'962.45 (inkl. Auslagen und 
7,7% Mehrwertsteuer) zu bezahlen.  

 

 

 
 
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