# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3d499f11-23e5-5cf0-8278-b8a300995cff
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-09-21
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 21.09.2016 200 2016 346
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-346_2016-09-21.pdf

## Full Text

200 16 346 UV
KNB/ZID/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 21. September 2016

Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiber Zimmermann

A.________
Beschwerdeführer

gegen

Visana Versicherungen AG 
Leistungszentrum UVG, Weltpoststrasse 19, Postfach 253, 3000 Bern 15
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 26. Februar 2016

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Sept. 2016, UV/16/346, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1974 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) war über seine Arbeitgeberin bei der Visana Versicherun-
gen AG (nachfolgend: Visana bzw. Beschwerdegegnerin) obligatorisch 
unfallversichert, als er gemäss Bagatellunfall-Meldung am 22. August 2015 
nach längerer Hockstellung mit einem Kleinkind im Arm schnell aufgestan-
den ist und hierauf einen plötzlich einschiessenden Schmerz verspürt hat 
(Akten der Visana, Antwortbeilage [AB] 1). Im Zusammenhang mit diesem 
Ereignis verneinte die Visana mit Verfügung vom 2. Dezember 2015 
(AB 15 ff.) ihre Leistungspflicht mit der Begründung, es liege weder ein 
Unfall noch eine unfallähnliche Körperschädigung vor. Daran hielt sie auf 
Einsprache hin (AB 19 ff.) mit Entscheid vom 26. Februar 2016 (AB 24 ff.) 
fest.

B.

Mit Eingabe vom 4. April 2016 erhob der Versicherte Beschwerde und be-
antragte sinngemäss, der angefochtene Einspracheentscheid sei aufzuhe-
ben und ihm seien im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 22. August 
2015 die gesetzlichen Unfallversicherungsleistungen auszurichten.

In ihrer Beschwerdeantwort vom 31. Mai 2016 schloss die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Sept. 2016, UV/16/346, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Ver-
waltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. Ok-
tober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 Abs. 2 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist 
(Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 
des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechts-
pflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde ein-
zutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 26. Februar 
2016 (AB 24 ff.). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf die gesetzli-
chen Unfallversicherungsleistungen im Zusammenhang mit dem Ereignis 
vom 22. August 2015.

1.3 Unter Berücksichtigung dessen, dass keine (längere) Arbeitsun-
fähigkeit attestiert worden ist und damit (vorab) einzig die Behandlungskos-
ten inkl. einer allfälligen Arthroskopie zur Debatte stehen, ergibt sich jeden-
falls ein Streitwert unter Fr. 20'000.--, weshalb die Beurteilung der Streitig-
keit in die einzelrichterliche Zuständigkeit fällt (Art. 57 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Sept. 2016, UV/16/346, Seite 4

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung [UVG; 
SR 832.20]). Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Ein-
wirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen 
Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi-
schen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG). 

2.2 Die Unfallversicherer haben auch Versicherungsleistungen für die in 
der Verordnung abschliessend aufgezählten unfallähnlichen Körperschädi-
gungen zu übernehmen, sofern diese nicht eindeutig auf Erkrankung oder 
Degeneration zurückzuführen sind (Art. 6 Abs. 2 UVG; Art. 9 Abs. 2 lit. a - h 
der Verordnung vom 20. Dezember 1982 über die Unfallversicherung 
[UVV; SR 832.202]). Dabei müssen sämtliche Begriffsmerkmale eines Un-
falles mit Ausnahme der Ungewöhnlichkeit erfüllt sein. Besondere Bedeu-
tung kommt hierbei der Voraussetzung eines äusseren Ereignisses zu, d.h. 
eines ausserhalb des Körpers liegenden, objektiv feststellbaren, sinnfälli-
gen, eben unfallähnlichen Vorfalles (BGE 129 V 466 E. 2.2 S. 467). Für die 
Bejahung eines äusseren auf den menschlichen Körper schädigend einwir-
kenden Faktors ist stets ein Geschehen verlangt, dem ein gewisses gestei-
gertes Gefährdungspotenzial innewohnt. Das ist zu bejahen, wenn die zum 
einschiessenden Schmerz führende Tätigkeit im Rahmen einer allgemein 
gesteigerten Gefahrenlage vorgenommen wird, wie dies etwa für viele 
sportliche Betätigungen zutreffen kann. Der äussere Faktor mit erhebli-
chem Schädigungspotenzial ist sodann auch zu bejahen, wenn die in Frage 
stehende Lebensverrichtung einer mehr als physiologisch normalen und 
psychologisch beherrschten Beanspruchung des Körpers, insbesondere 
seiner Gliedmassen, gleichkommt (BGE 129 V 466 E. 4.2.2 S. 470; SVR 
2014 UV Nr. 29 S. 98 E. 2.2.3, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 5.2).

Einschiessende Schmerzen fallen als Symptome einer Schädigung nach 
Art. 9 Abs. 2 UVV ausser Betracht, wenn sie allein bei der Vornahme einer 
alltäglichen Lebensverrichtung auftreten, ohne dass hiezu ein davon unter-
scheidbares äusseres Moment hineinspielt. Wer also lediglich beim Aufste-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Sept. 2016, UV/16/346, Seite 5

hen, Absitzen, Abliegen, der Bewegung im Raum, Handreichungen usw. 
einen einschiessenden Schmerz erleidet, welcher sich als Symptom einer 
Schädigung nach Art. 9 Abs. 2 UVV herausstellt, kann sich nicht auf das 
Vorliegen einer unfallähnlichen Körperschädigung berufen. Die physiologi-
sche Beanspruchung des Skelettes, der Gelenke, Muskeln, Sehnen und 
Bänder stellt keinen äusseren Faktor dar, dem ein zwar nicht ungewöhnli-
ches, jedoch gegenüber dem normalen Gebrauch der Körperteile gestei-
gertes Gefährdungspotenzial innewohnen muss. Erfüllt ist demgegenüber 
das Erfordernis des äusseren schädigenden Faktors bei Änderungen der 
Körperlage, die nach unfallmedizinischer Erfahrung häufig zu 
körpereigenen Traumen führen können, also im Sinne der bisherigen 
Rechtsprechung das plötzliche Aufstehen aus der Hocke, die heftige 
und/oder belastende Bewegung und die durch äussere Einflüsse 
unkontrollierbare Änderung der Körperlage (BGE 139 V 327 E 3.3.2 S. 330, 
129 V 466 E. 4.2.2 und 4.2.3 S. 470; SVR 2014 UV Nr. 29 S. 98 E. 2.2.3, 
2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 5.2). Ein degenerativer oder pathologischer Vorzu-
stand schliesst eine unfallähnliche Körperschädigung nicht aus, sofern ein 
unfallähnliches Ereignis den vorbestehenden Gesundheitsschaden ver-
schlimmert oder manifest werden lässt; es genügt somit, wenn eine schä-
digende, äussere Einwirkung wenigstens im Sinne eines Auslösungsfaktors 
zu den vor- oder überwiegend krankhaften oder degenerativen Ursachen 
hinzutritt (BGE 123 V 43 E. 2b S. 45; SVR 2008 UV Nr. 15 S. 49 E. 3).

2.3 Die einzelnen Umstände des Unfallgeschehens sind vom Leis-
tungsansprecher oder der Leistungsansprecherin glaubhaft zu machen. 
Wird dieser Forderung nicht nachgekommen, indem unvollständige, unge-
naue oder widersprüchliche Angaben gemacht werden, die das Bestehen 
eines unfallmässigen Schadens als unglaubwürdig erscheinen lassen, be-
steht keine Leistungspflicht des Unfallversicherers. Im Streitfall obliegt es 
dem Gericht zu beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfall-
begriffs erfüllt sind (BGE 116 V 136 E. 4b S. 140, 114 V 298 E. 5b S. 305; 
RKUV 2003 U 485 S. 259 E. 5).

Im Sozialversicherungsrecht gilt die Beweismaxime, wonach die sogenann-
ten spontanen "Aussagen der ersten Stunde" in der Regel unbefangener 
und zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, die bewusst oder unbe-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Sept. 2016, UV/16/346, Seite 6

wusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder an-
derer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a S. 47, 115 V 133 E. 
8c S. 143; RKUV 2004 U 515 S. 420 E. 1.2).

3.

3.1 Im vorliegenden Verfahren steht zu Recht ausser Frage, dass das 
Ereignis vom 22. August 2015 nicht als Unfall im Rechtssinne zu qualifizie-
ren ist, fehlt es doch hierfür am Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit (vgl. 
E. 2.1 hiervor). Streitig und zu prüfen ist hingegen, ob die Anspruchs-
voraussetzungen für eine unfallähnliche Körperschädigung im Sinne von 
Art. 6 Abs. 2 UVG i.V.m. Art. 9 Abs. 2 UVV erfüllt sind. Dabei stellt die 
gemäss Eintrag in der Patientenakte vom 4. September 2015 durch MRI 
bestätigte Meniskusläsion (AB 7) eine Listendiagnose gemäss Art. 9 Abs. 2 
UVV dar. Zur Bejahung der Sinnfälligkeit des Ereignisses muss somit ein 
äusseres Ereignis mit gewissem gesteigertem Gefährdungspotenzial vor-
liegen und nicht bloss eine alltägliche Lebensverrichtung mit einschiessen-
den Schmerzen bei normalem Gebrauch des Knies (vgl. E. 2.2 hiervor). 

3.2 Betreffend den Geschehensablauf vom 22. August 2015 liegen un-
terschiedliche Sachverhaltsschilderungen vor. Es ist demnach zu klären, 
welcher Ereignishergang dem vorliegenden Entscheid zugrunde zu legen 
ist: 

3.2.1 Gemäss Bagatellunfall-Meldung UVG vom 31. August 2015 (AB 1) 
verspürte der Beschwerdeführer nach längerer Hockstellung beim schnel-
len Aufstehen mit einem Kleinkind auf dem Arm einen plötzlich einschies-
senden Schmerz.

3.2.2 Im Fragebogen zum Unfallhergang, datiert vom 11. September 
2015 (AB 4), gab der Beschwerdeführer an, mit der Familie am … und da-
bei umgeben von Pferden, Maultieren und Hunden gewesen zu sein. Das 
habe seinen zweijährigen Sohn verängstigt, weshalb er (der Beschwerde-
führer) sich längere Zeit zu ihm in Hockstellung niedergelassen und sich 
schlussendlich – den Sohn tragend – wieder erhoben habe, wobei er einen 
plötzlichen Schmerz im Knie verspürt habe. Der Ablauf sei durch die lange 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Sept. 2016, UV/16/346, Seite 7

Hockstellung und das schnelle Erheben aus dieser mit dem Kind auf dem 
Arm (unübliche Bewegung mit ausserordentlichem Gewicht) besonders 
beeinträchtigt worden.

3.2.3 Der behandelnde Dr. med. B.________, Facharzt für Orthopädische 
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, vermerkte in 
der Patientenakte (AB 7) am 25. August 2015 ein neues Ereignis, nämlich 
den "Unfall am 22.08.2015" mit einschiessendem Schmerz im Bereich des 
rechten Kniegelenks beim Aufstehen aus tiefer Hocke mit dem zweijährigen 
Kind auf den Armen.

3.2.4 Mit Stellungnahme von 20. Oktober 2015 (AB 11 f.) präzisierte der 
Beschwerdeführer den Ereignishergang dahingehend, dass er sich ange-
sichts des Gewichts des Kindes sozusagen auf die Ferse gesetzt und so 
nach längerer tiefer Hockstellung erhoben habe, wobei der Beginn der Be-
wegung wegen des Verhaltens des Kindes (plötzliches Klammern, evtl. 
infolge Bewegungen der Tiere) unvermittelt und rasch erfolgt sei und die 
Bewegung selber auch schnell gewesen sei. Dass er sich das Kind tragend 
von dieser Stellung durch reine Kraft erhoben habe, stelle eine absolute 
Ausnahme infolge der speziellen Situation dar. Seit einem Meniskusriss im 
linken Knie vor zwei Jahren achte er im Alltag besonders auf die Art und 
Weise der Kniebelastung und insbesondere auf die Art des Erhebens aus 
Sitz-, Knie- und Hockstellungen. Meist würden hohe Gelenkbelastungen 
beim Aufstehen durch ein vorgängiges Drehen oder durch Abstützen ver-
mieden. Eine vergleichbare Bewegung, wie sie nun zum "Unfall" geführt 
habe, sei in den letzten Jahren nie vorgekommen. Hier sei dies trotzdem 
geschehen, unkontrolliert unter dem Druck von Kind und Situation. Es wür-
den somit mehrere äussere Faktoren vorliegen, welche keinen anderen 
Schluss zulassen würden, "als dass die Bewegung als in einer erhöhten 
Gefahrensituation und aussergewöhnlich, atypisch und ungewohnt ausge-
führt" betrachtet werden müsse, womit die Voraussetzungen für ein sinnfäl-
liges Ereignis erfüllt seien.

3.2.5 Einspracheweise (AB 20 f.) wies der Beschwerdeführer darauf hin, 
dass der Bewegungsablauf eben gerade nicht wegen des Kleinkindes auf 
dem Arm besonders kontrolliert ausgeführt worden sei. In Bezug auf das 
Halten des Kindes möge ein hoher Kontrollgrad vorhanden gewesen sein, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Sept. 2016, UV/16/346, Seite 8

in Bezug auf die Beanspruchung des eigenen Körpers sei aber eben gera-
de wegen der erhöhten Aufmerksamkeit gegenüber dem Kind das Gegen-
teil der Fall. Hätte er die für ihn übliche Vorsicht bezüglich der Belastung 
der Knie walten lassen, wäre mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlich-
keit kein Meniskusriss eingetreten.

3.2.6 Im vorliegenden Beschwerdeverfahren wies der Beschwerdeführer 
einmal mehr darauf hin, dass es eine absolute Ausnahme infolge der spe-
ziellen Situation dargestellt habe, dass er sich das Kind tragend von der 
tiefen Hockstellung durch reine Kraft erhoben habe. Ob der Tatsache, dass 
eine Knieschädigung schon nur durch reines Erheben aus dem Knien ein-
treten könne, sei er seinerzeit erschrocken und habe weitere solche 
schmerzhaften und mühsamen Schädigungen vermeiden wollen, weshalb 
er meist (auch ohne zusätzliches Gewicht; mit Gewicht jedoch ausnahms-
los) hohe Gelenkbelastungen beim Aufstehen durch ein vorgängiges Dre-
hen oder durch Abstützen vermeide, was durch seine Ehefrau bestätigt 
werden könne. Diese Art der Knieentlastung sei ihm damals von seinem 
Physiotherapeuten empfohlen worden. Eine vergleichbare plötzliche und 
belastende Bewegung, wie sie nun zum Unfall geführt habe, sei in den letz-
ten Jahren nie vorgekommen. Hier sei dies trotzdem geschehen, unkontrol-
liert unter dem Einfluss von Kind und Situation. Zur genauen Beschreibung 
des Unfallhergangs hätten ihm im Fragebogen (AB 3 f.) bloss acht Zeilen 
und zur Darlegung der Besonderheiten des Ereignisablaufs bloss zwei Zei-
len zur Verfügung gestanden. Die nachfolgenden Präzisierungen (vgl. 
AB 11 f.) würden indes in keinem Punkt einen Widerspruch zur knapperen 
ersten Beschreibung in der Unfallmeldung (AB 1) und im Fragebogen 
(AB 4) darstellen, seien einleuchtend, lebensnah und wirkten nicht konstru-
iert. 

3.3 Der Beschwerdeführer gibt bezüglich des Ereignisses vom 22. Au-
gust 2015 weder in der Bagatellunfall-Meldung UVG (AB 1) noch im Frage-
bogen (AB 4) eine unkontrollierte Bewegung, einen Fehltritt oder Ähnliches 
an. Etwas solches geht auch aus der Patientenakte des behandelnden Arz-
tes (AB 7) nicht hervor. Vielmehr kam es gemäss den übereinstimmenden 
Aussagen beim Aufstehen aus der Hocke mit dem zweijährigen Sohn auf 
dem Arm zu einem einschiessenden Schmerz im Bereich des rechten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Sept. 2016, UV/16/346, Seite 9

Kniegelenks. Das Auftreten von Schmerzen als solches ist – wie in E. 2.2 
hiervor dargelegt – kein äusserer schädigender Faktor. Auch wenn der Be-
schwerdeführer dem widerspricht, handelt es sich rechtsprechungsgemäss 
beim Aufstehen des Vaters eines Kleinkindes aus der Hocke mit diesem 
auf dem Arm um einen gewohnten, mehrmals täglich ausgeübten Bewe-
gungsablauf und somit um eine alltägliche Verrichtung, welche üblicherwei-
se im Rahmen einer physiologisch normalen und psychologisch beherrsch-
ten Beanspruchung des Körpers erfolgt und bei welcher grundsätzlich kein 
besonderes Schädigungspotenzial vorhanden ist. Dies ereignet sich regel-
mässig bei der Begrüssung, beim Spielen, bei Hilfestellungen im Alltag, 
beim Trösten und Geborgenheit spenden (wie insbesondere auch im vor-
liegenden Fall) sowie beim Bettgehen oder einfach nur, wenn der Elternteil 
mit dem Kind auf gleicher Höhe sein will. Es fehlt somit im konkreten Fall 
sowohl an einer gesteigerten Gefahrenlage wie auch am Hinzutreten eines 
zur Unkontrollierbarkeit des aus der Hocke Aufstehens führenden Mo-
ments. Als solches kann auch das Kleinkind auf dem Arm nicht gelten, 
gehört doch dies nach dem eben Dargelegten zur alltäglichen Lebensver-
richtung eines Vaters und es ist ebenfalls davon auszugehen, dass dieser 
Bewegungsablauf gerade wegen des Kleinkindes auf dem Arm besonders 
kontrolliert ausgeführt wird (vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 
7. Mai 2010, 8C_772/2009, E. 3.3).

3.4 Soweit der Beschwerdeführer nachträglich darum bemüht war, ein 
äusseres Ereignis mit gewissem gesteigertem Gefährdungspotenzial dar-
zutun, ist darauf hinzuweisen, dass dies erst nach erfolgter formloser Ab-
lehnung des Leistungsanspruchs vom 9. Oktober 2015 (AB 8 f.) erfolgte. 
Zuvor machte er solche Umstände weder der Beschwerdegegnerin (AB 1, 
4) noch dem behandelnden Arzt gegenüber geltend (AB 7). Vielmehr war 
der plötzlich einschiessende Schmerz demgemäss auf das schnelle Auf-
stehen mit dem Kleinkind auf dem Arm nach längerer Hockstellung zurück-
zuführen; die Besonderheiten sah denn auch der Beschwerdeführer einzig 
in der langen Hockstellung und dem schnellen Erheben mit dem Kind auf 
dem Arm (AB 4 Ziff. 2). Sowohl in der Schadenmeldung (AB 1 Ziff. 6) wie 
auch dem Arzt gegenüber (AB 7) hat sich der Beschwerdeführer äusserst 
kurz (und prägnant) zum Hergang geäussert, und selbst als er ausdrücklich 
gebeten wurde, den Ablauf des Ereignisses vom 22. August 2015 so genau 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Sept. 2016, UV/16/346, Seite 10

wie möglich zu beschreiben, beliess er es im Wesentlichen bei den bereits 
erwähnten Besonderheiten (obschon unter Ziff. 1 noch eine zusätzliche 
Linie zur Verfügung gestanden hätte und generell auf ein Zusatzblatt hätte 
verwiesen werden können; AB 4). Erst aufgrund (eingestandener; vgl. Be-
schwerde, S. 4 Art. 8) nachträglicher Überlegungen und juristischer Ab-
klärungen berief er sich auf ein "plötzliches Klammern" seines Kindes, was 
eine "unvermittelte und rasche" Bewegung seinerseits ausgelöst habe (vgl. 
AB 12). Bei dieser Sachverhaltsdarstellung erstaunt, dass er zwar den Be-
wegungsablauf – obschon "unkontrolliert" (Beschwerde, S. 2 lit. B Art. 1 
unten) und damit intuitiv ohne nachzudenken erfolgt – noch sehr genau in 
Erinnerung hat, sich aber nicht mehr daran erinnern vermag, was das plötz-
liche Klammern des Kindes ausgelöst hat ("evtl. infolge Bewegungen der 
Tiere"; vgl. AB 12). All dies spricht dafür, dass auch vorliegend die soge-
nannten spontanen "Aussagen der ersten Stunde" in der Regel unbefange-
ner und zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, die bewusst oder 
unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder 
anderer Art beeinflusst sein können (vgl. E. 2.3 hiervor). Damit ist nach wie 
vor von einem Aufstehen aus der Hocke mit dem zweijährigen Sohn auf 
dem Arm auszugehen, was gemäss E. 3.3 hiervor kein objektiv feststellba-
res sinnfälliges Ereignis im Sinne eines gesteigerten Gefährdungspotentials 
darstellt.

3.5 Nach dem Dargelegten sind von weiteren Abklärungen keine 
rechtserheblichen neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb auf die bean-
tragten Zeugenbefragungen (vgl. E. 3.2.6 hiervor) verzichtet werden kann 
(antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 122 V 157 E. 1d S. 162). Dass 
dem Beschwerdeführer eine spezielle Art von Kniebelastung vom Physio-
therapeuten empfohlen worden ist und dass er sich dem entsprechend ver-
halten hat, wird hier weder in Frage gestellt noch vermöchte eine entspre-
chende Bestätigung zur weiteren Klärung des vorliegend relevanten Ge-
schehensablaufs beizutragen. In Bezug auf den relevanten Geschehensab-
lauf war der Physiotherapeut nicht zugegen und heutige Ausführungen der 
Ehefrau wären ohnehin aufgrund der bestehenden Nähe zum Beschwerde-
führer im Rahmen der Beweiswürdigung entsprechend (vorsichtig) zu wür-
digen. Es ist vielmehr mit der Beschwerdegegnerin auf die Ausführungen 
der ersten Stunde abzustellen (so schon E. 3.4 hiervor).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Sept. 2016, UV/16/346, Seite 11

3.6 Damit lässt sich der angefochtene Einspracheentscheid nicht bean-
standen. Die Beschwerde erweist sich demnach als unbegründet und ist 
abzuweisen.

4.

4.1 Verfahrenskosten sind keine zu erheben (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. 
Art. 61 lit. a ATSG).

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht gemäss Art. 1 Abs. 1 
UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG (Umkehrschluss) kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung.

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä-
digung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- A.________
-  Visana Versicherungen AG, Leistungszentrum UVG  
- Bundesamt für Gesundheit

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.