# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5ef32500-c9a9-5c5f-b874-3e10ba79136f
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-29
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 29.05.2024 SB230350
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB230350_2024-05-29.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB230350-O/U/sm

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. Wasser-Keller, Präsidentin, Oberrichter lic. iur. 

Weder und Oberrichter lic. iur. Amsler sowie Gerichtsschreiberin 

MLaw Meier

Urteil vom 29. Mai 2024

in Sachen

Staatsanwaltschaft See/Oberland, 
Anklägerin und Berufungsklägerin

gegen

A._____,
Beschuldigter und Berufungsbeklagter

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ 

betreffend gewerbsmässiger Diebstahl etc.

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Meilen, Abteilung, vom 
23. Februar 2023 (DG220019)

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Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft See/Oberland vom 19. Dezember 2022 

ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 25).

Urteil der Vorinstanz:

1. Der Beschuldigte wird vollumfänglich freigesprochen.

2. Von einer Landesverweisung im Sinne von Art. 66a StGB wird abgesehen.

3. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:

CHF 4'000.– ; die weiteren Kosten betragen:

CHF 4'000.–   Gebühr für das Vorverfahren

CHF 200.–   Auslagen Polizei

CHF 162.40   Entschädigung Zeugen

CHF 8'362.40   Kosten total.

4. Die Kosten und Auslagen des Vorverfahrens sowie des erstinstanzlichen ge-

richtlichen Verfahrens werden auf die Gerichtskasse genommen.

5. Rechtsanwalt Dr. iur. X._____, … [Adresse], wird für seine Bemühungen als 

amtlicher Verteidiger des Beschuldigten in der Zeit vom 11. Juli 2022 bis 

27. Februar 2023 (inkl. Hauptverhandlung und Urteilseröffnung) mit total 

CHF 17'867.15 (inkl. MwSt. und Barauslagen) aus der Gerichtskasse ent-

schädigt. Die Kasse des Bezirksgerichts Meilen wird angewiesen, diesen 

Betrag an Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ auszuzahlen.

6. Für die unrechtmässige Haft vom 11. Juli 2022 bis zum 29. Juli 2022 (19 

Tage) wird der Beschuldigte mit CHF 3'800.– zzgl. 5 % Zins seit dem 30. Juli 

2022 aus der Gerichtskasse entschädigt.

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Berufungsanträge:

a) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft See/Oberland:

(Urk. 73 S. 1)

1. Der Beschuldigte sei im Sinne der Anklageschrift schuldig zu sprechen.

2. Er sei mit einer Freiheitsstrafe von 14 Monaten, unter Anrechnung der 

erstandenen Haft, zu bestrafen.

3. Es sei ihm der bedingte Vollzug der Freiheitsstrafe bei einer Probezeit 

von 2 Jahren zu gewähren.

4. Es sei gegen ihn eine Landesverweisung von 6 Jahren anzuordnen.

5. Die Landesverweisung sei im Schengener Informationssystem auszu-

schreiben. 

6. Es sei über Zivilansprüche der Privatklägerschaft zu befinden.

7. Die Verfahrenskosten seien dem Beschuldigten aufzuerlegen, diejeni-

gen seiner amtlichen Verteidigung lediglich mit Vorbehalt. 

b) Der Verteidigung des Beschuldigten:

(Urk. 74 S. 1)

Die Berufung der Staatsanwaltschaft sei unter Kosten- und Entschädigungs-

folgen zu Lasten des Staates abzuweisen und das erstinstanzliche Urteil 

vom 23. Februar 2023 zu bestätigen.

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Erwägungen:

I. Prozessgeschichte/Prozessuales

1. Verfahrensgang

1.1. Gegen das vorstehend wiedergegebene, mündlich eröffnete und schriftlich im 

Dispositiv mitgeteilte Urteil vom 23. Februar 2023 (Urk. 49) meldete der Vertreter 

der Staatsanwaltschaft See/Oberland (im Folgenden: Staatsanwaltschaft) im An-

schluss an die Eröffnung mündlich zu Protokoll Berufung an (Prot. I S. 56). Das 

begründete Urteil (Urk. 57) wurde den Parteien am 10. bzw. 17. Mai 2023 zugestellt 

(Urk. 55/1-3). Mit Schreiben vom 26. Mai 2023 ging die Berufungserklärung der 

Staatsanwaltschaft fristgerecht ein, wobei der Beweisantrag gestellt wurde, die Pri-

vatklägerin anlässlich der Berufungsverhandlung als Auskunftsperson zu befragen 

(Urk. 58). Mit Präsidialverfügung vom 30. Juni 2023 wurde der Privatklägerin und 

dem Beschuldigten Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu erklären oder be-

gründet ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen (Urk. 61). Weder die 

Privatklägerin noch der Beschuldigte liessen sich hierauf vernehmen. Der Beschul-

digte reichte mit Poststempel vom 28. Juli 2023 das ausgefüllte Datenerfassungs-

blatt ein (Urk. 63). Mit Datum vom 6. September 2023 wurden die Parteien auf den 

29. Mai 2024 zur Berufungsverhandlung vorgeladen. Nachdem sich in der Vorbe-

reitung der Berufungsverhandlung zeigte, dass eine Einvernahme der Privatkläge-

rin unumgänglich ist, erfolgte ihre Vorladung als Auskunftsperson per 22. April 2024 

auf das Datum der Berufungsverhandlung (Urk. 64). 

1.2. Zur Berufungsverhandlung vom 29. Mai 2024 erschienen Staatsanwalt lic. iur. 

N._____, der Beschuldigte in Begleitung seines amtlichen Verteidigers, Rechtsan-

walt Dr. iur. X._____, und die Privatklägerin (Prot. II S. 3). Das Urteil erging glei-

chentags im Anschluss an die Berufungsverhandlung (Prot. II S. 73 ff.).

2. Umfang der Berufung

In der Berufungsschrift ist anzugeben, ob das Urteil vollumfänglich angefochten 

wird (Art. 399 Abs. 3 lit. a StPO) oder, falls das Urteil nur in Teilen angefochten 

wird, welche Abänderungen des erstinstanzlichen Urteils verlangt werden (Art. 399 

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Abs. 3 lit. b StPO). Die Staatsanwaltschaft ficht das vorinstanzliche Urteil vollum-

fänglich an. Eine Feststellung der Rechtskraft einzelner Dispositivziffern ist mithin 

obsolet.

3. Beweisantrag auf Einvernahme der Privatklägerin

3.1. Die Staatsanwaltschaft stellte mit ihrer Berufungserklärung den Beweisan-

trag, die Privatklägerin als Auskunftsperson einzuvernehmen (Urk. 58 S. 2), nach-

dem ein diesbezüglicher Beweisantrag bereits zuhanden der Vorsitzenden der 

Vorinstanz gestellt und von dieser abgewiesen worden war, während der Antrag 

anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung nicht erneut zuhanden des Ge-

samtgerichts gestellt wurde (Urk. 57 S. 6 f.). Ihren erneuerten Antrag begründete 

die Staatsanwaltschaft mit den seitens der Privatklägerin durch Schreiben ihrer 

Hausärztin (Urk. 59/1-2) erstmals geltend gemachten Verständigungsproblemen 

aus sprachlichen Gründen zufolge fehlender Übersetzung (Urk. 58 S. 2 f.).

3.2. Im Rahmen ihrer Sachverhaltswürdigung führte die Vorinstanz zur Begrün-

dung der fehlenden Notwendigkeit der Einvernahme der Privatklägerin vor Gericht 

aus, auch eine erneute Befragung der Privatklägerin durch das Gericht hätte die 

Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen nicht erhöht. Die Aussagen der Privatklägerin zu 

zentralen Aspekten des vorliegenden Verfahrens, namentlich der Schlüssel-The-

matik sowie der Einwilligung in den Verkauf von Gegenständen, stünden im Wider-

spruch zu Aussagen mehrerer glaubhafter Zeugen. Selbst wenn die Privatklägerin 

bei der Befragung durch das Gericht abweichend von ihrer Erstaussage und gleich 

wie diese Zeugen ausgesagt hätte, hätte dies einerseits zu einer Entlastung des 

Beschuldigten geführt und vor allem aber die Glaubhaftigkeit ihrer Aussage nicht 

erhöht. Vielmehr wären ihre Aussagen aufgrund ihrer Unterschiedlichkeit im Vor- 

und Hauptverfahren noch unglaubhafter gewesen. Die begründeten Zweifel an der 

Richtigkeit der privatklägerischen Sachverhaltsdarstellung hätten sich somit auch 

durch eine erneute Befragung der Privatklägerin nicht ausräumen lassen. Irrelevant 

sei somit auch, ob die Privatklägerin, wie vom Beschuldigten behauptet (Urk. 44 

S. 5, S. 10) und von der Anklägerin bestritten (Prot. I S. 43, S. 47), an Demenz litt 

bzw. leidet. Es falle somit auch nicht ins Gewicht, dass die diesbezügliche Befra-

gung der Hausärztin der Privatklägerin ausschliesslich zuhanden des Polizeirap-

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ports (Urk. D1/3 S. 4) und nicht in Form einer ordentlichen Befragung erfolgt sei, 

mithin nicht als Beweis ihrer "Nicht-Demenz" und somit zu Lasten des Beschuldig-

ten verwendet werden dürfe (Urk. 57 S. 20).

3.3. Der Entscheid der Vorinstanz bzw. deren Vorsitzenden im Rahmen der Vor-

bereitung der Hauptverhandlung ist keineswegs zu beanstanden, ist doch in der 

Regel nicht anzunehmen, dass nunmehr rund zwei Jahre nach den relevanten Er-

eignissen verlässlichere Aussagen seitens der Privatklägerin erfolgen könnten, 

nachdem ihre Aussagen – wie im Rahmen deren Würdigung zu zeigen sein wird – 

zahlreiche Widersprüche und Abweichungen gegenüber den glaubhaften Aussa-

gen von Zeugen aufwiesen. Jedenfalls wäre von Seiten der Staatsanwaltschaft 

eine zeitnahe Befragung vor der Anklageerhebung durchaus wünschenswert ge-

wesen. Entgegen der Ansicht der Staatsanwaltschaft handelt es sich vorliegend 

nicht um ein klassisches Vieraugendelikt, bei dem eine Einvernahme vor Gericht 

meist zwingend wäre, zumal zahlreiche weitere Beweismittel nebst den Aussagen 

des Beschuldigten und der Privatklägerin vorliegen. Mit den seitens der Privatklä-

gerin im Vorfeld der Einreichung der Berufungserklärung durch die Staatsanwalt-

schaft erstmals vorgebrachten Verständigungsproblemen anlässlich ihrer polizeili-

chen Einvernahme – sie sei französischer Muttersprache und habe gegenüber dem 

einvernehmenden Polizeibeamten keine Übersetzung verlangt bzw. erhalten (vgl. 

Urk. D1/12/5 S. 1; Urk. 59/1-2) – wurde indessen ein neuer Grund vorgebracht, den 

es zu prüfen gilt. Ob allenfalls Verständigungsprobleme bestanden haben könnten, 

kann seitens der Berufungsinstanz nur im Rahmen eines unmittelbaren Eindrucks 

beurteilt werden. Die Privatklägerin war daher als Auskunftsperson vorzuladen und 

in Anwesenheit einer Übersetzung in die französische Sprache einzuvernehmen. 

Die Privatklägerin machte anlässlich der Befragung im Rahmen der Berufungsver-

handlung vom 29. Mai 2024 von der Übersetzung in die französische Sprache tat-

sächlich ausgiebig Gebrauch. Es stellte sich bereits bei der Frage nach ihrem Ge-

burtsdatum heraus, dass die Verständigung via die Dolmetscherin sichergestellt 

werden muss, so dass ab dann die gesamte Befragung der Privatklägerin übersetzt 

wurde; ebenso wie ihre auf Französisch erfolgten Antworten (Prot. II S. 5 f.). Nicht 

eindeutig feststellen liess sich, ob sich die ursprünglichen Widersprüche und Un-

stimmigkeiten in ihren Aussagen einzig auf sprachliche Verständnisprobleme zu-

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rückführen lassen, zumal die gewichtigen Widersprüche und Unsicherheiten in den 

Aussagen der Privatklägerin anlässlich der Berufungsverhandlung eher von ihrem 

gegenwärtigen Gesundheitszustand bzw. ihrem fortgeschrittenen Alter herzurüh-

ren scheinen.

II. Schuldpunkt

1. Ausgangslage

1.1. Anklagevorwürfe

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten zusammengefasst vor, während 

die Privatklägerin in Spitalpflege gewesen sei, mehrfach heimlich und gegen den 

Willen der Privatklägerin in deren Wohnung eingedrungen zu sein und die in der 

Anklageschrift aufgeführten Gegenstände entwendet und sich angeeignet zu ha-

ben, um sie danach in seinem Nutzen zu verkaufen (Urk. 25 S. 2 ff.). Hierdurch 

habe sich der Beschuldigte des gewerbsmässigen Diebstahls im Sinne von Art. 139 

Ziff. 1 und 2 StGB, eventualiter des mehrfachen, teilweise (einmal) versuchten 

Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB, teilweise in Verbindung mit Art. 22 

Abs. 1 StGB und des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB 

schuldig gemacht (Urk. 25 S. 8; Urk. 43 S. 1; Urk. 73 S. 1).

1.2. Beschuldigter/Verteidigung

Der Beschuldigte anerkennt, dass die Gegenstände (Sicherstellungen-Nr. 1–11, 

14, 16–21, 23a, 23–36), die anlässlich der Hausdurchsuchung am 11. Juli 2022 in 

seiner Wohnung bzw. in seinem Keller an der B._____-strasse … in C._____ auf-

gefunden worden waren (Urk. D1/14/4; Urk. D1/11/1 F/A35; Urk. D1/11/6 F/A 47), 

der Privatklägerin gehören bzw. ursprünglich ihr gehörten (Urk. D1/11/1 F/A 35; 

Urk. D1/11/6 F/A 47). Ebenso anerkennt der Beschuldigte, die Wohnung der Pri-

vatklägerin an der B._____-strasse … in C._____ Ende Juni 2022 ungefähr zwei 

bis drei Mal betreten zu haben, ohne dass die Privatklägerin anwesend gewesen 

wäre (Urk. D1/11/1 F/A 26; Urk. 44 S. 7), wobei er von der Überwachungskamera 

in der Wohnung der Privatklägerin aufgenommen wurde (Urk. D2/2–3; Urk. D3/2–

3). Indessen macht der Beschuldigte geltend, die Privatklägerin habe ihm sämtliche 

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bei ihm sichergestellten Gegenstände freiwillig gegeben bzw. ihm vorgängig er-

laubt, die Gegenstände aus ihrer Wohnung zu holen und in seiner Wohnung auf-

zubewahren (Urk. D1/11/1 F/A 10; Urk. D1/11/6 F/A 10). Dazu habe ihm die Privat-

klägerin freiwillig einen Schlüssel zu ihrer Wohnung an der B._____-strasse … in 

C._____ überlassen (Urk. D1/11/1 F/A 10; Urk. D1/11/6 F/A 11). Seitens der Ver-

teidigung wird daher beantragt, der Beschuldigte sei vollumfänglich freizusprechen 

(Urk. 44 S. 1; Urk. 74 S. 1).

1.3. Vorinstanz

Die Vorinstanz erachtete den Anklagesachverhalt im Rahmen ihrer Würdigung als 

nicht mit rechtsgenügender Sicherheit erstellt, weswegen der Beschuldigte freige-

sprochen wurde (Urk. 57 S. 22).

2. Grundlagen der Beweiswürdigung und Aufzählung der Beweismittel

Hierzu kann zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen auf die Ausführungen im 

vorinstanzlichen Entscheid verwiesen werden (Urk. 56 S. 10 f.). 

3. Vorbemerkung

Die Würdigung des Anklagesachverhalts durch die Vorinstanz erscheint grundsätz-

lich überzeugend (Urk. 57 S. 12-22), weswegen im Wesentlichen darauf verwiesen 

werden kann (Art. 82 Abs. 4 StPO). Die nachfolgenden Erwägungen sind daher pri-

mär präzisierender Natur.

4. Würdigung des umstrittenen Anklagesachverhalts

4.1. Einleitung

Wie seitens der Vorinstanz zutreffend dargelegt wird, ist vorliegend zu prüfen, wie 

und wann sich der Beschuldigte die bei ihm sichergestellten Gegenstände (Sicher-

stellungen-Nr. 1–11, 14, 16–21, 23a, 23–36 gemäss Anklageschrift) verschaffte 

und aus welchem Grund diese Gegenstände in seiner Wohnung bzw. im dazuge-

hörigen Keller eingelagert waren (Urk. 57 S. 9). Hinsichtlich der Tatvorwürfe ge-

mäss Dossier 3 ist übereinstimmend mit den zutreffenden Erwägungen der 

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Vorinstanz (Urk. 57 S. 8) davon auszugehen, dass der fragliche rote Teppich mit 

dem roten Teppich gemäss Dossier 1 identisch ist, so dass der Sachverhalt gemäss 

Dossier 3 nicht gesondert zu prüfen ist. 

4.2. Aussagen Beschuldigter

4.2.1. Der Vorinstanz ist im Rahmen der Würdigung der Aussagen des Be-

schuldigten (Urk. 57 S. 14 f.) darin zuzustimmen, dass diese jedenfalls nicht in allen 

Teilen gänzlich zu überzeugen vermögen. Soweit er das Verhältnis zwischen ihm 

selbst und der Privatklägerin beschrieb, wirken seine Aussagen jedenfalls als zu-

mindest teilweise beschönigend. Dass die Privatklägerin aber entgegen ihrer kurz 

zuvor gemachten Aussage, wonach sie kein freundschaftliches Verhältnis zum Be-

schuldigten gepflegt habe (Urk. D1/12/5 F/A 48), durchaus ein solches mit ihm un-

terhielt, räumte sie später auf Nachfrage der Verteidigung selbst ein. So bestätigte 

sie, dass ihr der Beschuldigte Essen vom Geschäft gebracht oder für sie gekocht 

habe, ihr Augentropfen verabreicht oder für sie Fenster geputzt habe. Ferner be-

stätigte sie, dass sie dem Beschuldigten und D._____ eine Reise nach Dubai be-

zahlt habe sowie mit dem Beschuldigten und D._____ an Weihnachten 2018/2019 

zu deren Eltern nach Österreich und auch zum Blausee gefahren sei (Urk. D1/12/5 

F/A 49 f.; Prot. II S. 14, 25 f.). Auch das seitens der Verteidigung vor Vorinstanz 

eingereichte Foto vom 26. Dezember 2019 (Urk. 39/1) und die Aussagen der Zeu-

gin D._____, wonach die Privatklägerin im Zeitraum ihrer Beziehung mit dem Be-

schuldigten im Jahr 2020 praktisch jede Woche beim Beschuldigten in der Woh-

nung auf Besuch gewesen sei (Urk. D1/13/7 F/A 36, 47, 54), stützen die Aussagen 

des Beschuldigten, dass zumindest im Zeitraum, bevor sich die Privatklägerin in 

spitalärztliche Pflege begeben musste, ein gewisses freundschaftliches Verhältnis 

zwischen ihr und dem Beschuldigten bestand.

4.2.2. Sodann weisen die Aussagen des Beschuldigten dahingehend einen Wi-

derspruch auf, ob er bereits für die Zeitphase vor Austausch des Schlosszylinders 

in der Wohnung der Privatklägerin im Oktober 2020 – mithin mehr als ein Jahr vor 

Beginn des relevanten Zeitraums – über einen Schlüssel für ihre Wohnung verfügte 

oder nicht. Diesbezüglich ist allerdings anzumerken, dass der Zeitraum vor Aus-

tausch des Schlosszylinders hinsichtlich der Frage, ob der Beschuldigte schon da-

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mals selbst einen Schlüssel hatte, letztlich nicht von Relevanz ist, nachdem er je-

denfalls für das neue Schliesssystem unbestrittenermassen über einen Schlüssel 

verfügte und sich insofern lediglich die Frage stellt, wie er in dessen Besitz gelangt 

war. Der fragliche Widerspruch fällt daher nicht stark ins Gewicht.

4.2.3. Wenn die Vorinstanz bezüglich der Aussagen des Beschuldigten auf 

Vorhalt der Videoaufnahmen, wonach eine andere Nachbarin ihn aufgrund eines 

früheren Konflikts nicht beim Verlassen der privatklägerischen Wohnung habe se-

hen dürfen, schliesst, diese Aussagen schienen wenig überzeugend, zumal das 

Verhalten des Beschuldigten durchaus auf ein gewisses Unrechtsbewusstsein 

während seines Aufenthalts in der Wohnung der Privatklägerin schliessen lasse 

(Urk. 57 S. 12), so kann dem nur teilweise gefolgt werden. Richtig ist zunächst, 

dass das auf den Videoaufnahmen zu beobachtende Verhalten des Beschuldigten 

mit demjenigen eines Diebs, der in der Wohnung nach etwas zu suchen scheint 

und vor Verlassens der Wohnung durch den Türspion blickt, vereinbar wirkt. Die 

Videoaufnahmen sind daher auch deutlich stärker als für den Beschuldigten belas-

tend denn als entlastend zu bezeichnen. Geht man allerdings von der Version des 

Beschuldigten aus, wonach er mit grundsätzlichem Einverständnis der Privatkläge-

rin Gegenstände aus deren Wohnung geholt und bei sich eingelagert habe, so er-

scheint es durchaus nachvollziehbar, dass er auch im Falle eines einvernehmlichen 

Abtransportierens von Gegenständen nicht von einer Nachbarin beobachtet wer-

den wollte, um nicht einen – im Falle seiner Version falschen – Verdacht zu erwe-

cken. Dass er vor diesem Hintergrund vor dem Verlassen der Wohnung durch den 

Türspion blickte, deutet daher nicht zwingend auf ein Unrechtsbewusstsein des Be-

schuldigten in jenem Moment hin. 

4.2.4. Zu berücksichtigen ist im Rahmen der Würdigung der Aussagen des Be-

schuldigten aber auch, dass diese durch weitere Beweismittel gestützt werden, wie 

die Vorinstanz im Rahmen der Prüfung der Aussagen der Privatklägerin zutreffend 

darlegt (Urk. 57 S. 17 f.): Wie eingangs erwähnt, machte der Beschuldigte geltend, 

er habe – noch vor dem anklagerelevanten Zeitraum – im Auftrag der Privatklägerin 

und mit Unterstützung seiner damaligen Freundin, D._____, gewisse Gegen-

stände/Antiquitäten der Privatklägerin veräussert (Urk. D1/11/6 F/A 12; Prot. I 

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S. 27 ff.; Prot. II S. 43). So habe er E._____ drei Wörterbücher und eine Bibel ver-

kauft und F._____ diverse weitere Gegenstände (Urk. D1/11/6 F/A 57; Prot. I 

S. 30). Beim Verkauf an F._____ sei die Privatklägerin persönlich anwesend gewe-

sen (Urk. D1/11/6 F/A 57; Prot. I S. 29). Nachdem D._____ die Beziehung mit ihm 

im August 2020 beendet habe, habe er mit dem Verkauf von Gegenständen aufge-

hört (Prot. I S. 31; Prot. II S. 48). Hierzu bestätigte die Zeugin D._____, dass sie 

und der Beschuldigte mit Einverständnis der Privatklägerin Gegenstände aus deren 

Wohnung holen und anschliessend über Online-Plattformen verkaufen durften 

(Urk. D1/13/7 F/A 39, 41). Weiter bestätigte sie, dass die Privatklägerin mindestens 

an einem Verkauf persönlich anwesend war (Urk. D1/13/7 F/A 20). Auch der als 

Auskunftsperson befragte E._____ bestätigte die Aussagen des Beschuldigten und 

widersprach gleichzeitig der Darstellung der Privatklägerin, wonach er vom Be-

schuldigten mit Einverständnis und in Anwesenheit der Privatklägerin Antiquitäten 

erworben hatte (Urk. D1/8 S. 7). Der als Auskunftsperson befragte Finanzberater 

der Privatklägerin, G._____, führte ebenfalls aus, die Privatklägerin habe ihm er-

zählt, sie habe ihrem Nachbarn Antiquitäten übergeben, welche dieser für sie habe 

verkaufen sollen (Urk. D1/8 S. 6). Schliesslich sagte auch der Hauswart H._____ 

als Zeuge aus, die Privatklägerin habe ihm erzählt, dass der Beschuldigte ihr beim 

Verkauf von Bildern oder Antiquitäten habe helfen wollen. Sie habe ihm erzählt, 

dass sie sich von Gegenständen trennen müsse, wenn sie mal ins Altersheim zü-

geln werde (Urk. D1/13/9 F/A 31). Letztlich bestätigte selbst die Privatklägerin auf 

entsprechende Frage der Verteidigung des Beschuldigten, dass sie mit dem Be-

schuldigten im Jahr 2018 im Brockenhaus in I.____ Gegenstände aus ihrer Woh-

nung abgegeben habe (Urk. D1/12/5 F/A 53). Aus der von der Verteidigung anläss-

lich der Berufungsverhandlung eingereichten Textnachricht vom 6. November 2019 

geht hervor, dass sich J._____ beim Beschuldigten und D._____ für die Vermittlung 

er Bilder von K._____ bedankte und diesen mitteilte, dass sie der Privatklägerin am 

Vorabend das geschuldete Geld in einem Umschlag übergeben habe (Urk. 72). 

Weiter zeigt sich aufgrund des seitens der Verteidigung vor Vorinstanz eingereich-

ten Fotos vom 26. Dezember 2019 (Urk. 39/1), dass die Privatklägerin jedenfalls 

zeitweise mit der Entfernung von Gegenständen aus ihrer Wohnung und deren Ein-

lagerung in der Wohnung des Beschuldigten einverstanden war. So sind auf die-

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sem Foto die Privatklägerin und der Beschuldigte zu sehen und im Hintergrund das 

gemäss Anklageschrift als gestohlen bezeichnete Bild "Drei Reiter" (Urk. 25 Sicher-

stellung-Nr. 8). Hätte sich der Beschuldigte dieses Bild gegen den Willen der Pri-

vatklägerin beschafft, hätte er es wohl kaum so exponiert in seiner Wohnung prä-

sentiert, zumal die Privatklägerin gemäss Aussage von D._____ bisweilen wö-

chentlich beim Beschuldigten zu Gast war (Urk. D1/13/7 F/A 54). Die Aussagen des 

Beschuldigten werden mithin dahingehend gestützt, dass es zwischen ihm und der 

Privatklägerin jedenfalls noch im Jahr 2020 eine diesbezügliche Abmachung gab, 

wonach er im Auftrag der Privatklägerin ihr gehörende Gegenstände für sie verkau-

fen sollte. Daran vermögen die gegenteiligen Aussagen der Privatklägerin anläss-

lich der Berufungsverhandlung (Prot. II S. 21 ff.) nichts zu ändern, wie zu zeigen 

sein wird. Hiervon geht denn auch – wie nachfolgend zu zeigen ist entgegen den 

Aussagen der Privatklägerin – die Anklage aus (Urk. 25 S. 2). Die Aussagen des 

Beschuldigten, die Privatklägerin habe ihm den Schlüssel nach dem Austausch des 

Zylinderschlosses im Treppenhaus mit der Erlaubnis übergeben, er dürfe sich, so-

bald sie nicht mehr in die Wohnung zurückkehre, sowohl das Silberbesteck als auch 

den Teppich holen, jedoch darauf schauen solle, dass ihn niemand dabei sehen 

würde (Prot. II S. 59), erscheinen eher realitätsfremd, zumal die Privatklägerin im 

Nachgang eine Anzeige gegen den Beschuldigten erstattete.

4.2.5. Zusammenfassend erweisen sich die Aussagen des Beschuldigten, wo-

nach jedenfalls vor Eintritt der Privatklägerin in spitalärztliche Pflege ein freund-

schaftliches Verhältnis zwischen beiden bestand und wonach er noch vor dem an-

klagerelevanten Zeitraum in ihrem Auftrag gewisse Gegenstände aus ihrer Woh-

nung entfernt und verkauft hatte, als glaubhaft und die betreffenden Tatsachen als 

erstellt. Hieraus folgt, dass seine Aussagen, wonach auch für die Zeit nach Eintritt 

der Privatklägerin in spitalärztliche Pflege, insbesondere im anklagerelevanten Zeit-

raum, ein entsprechender Auftrag bzw. eine Einwilligung der Privatklägerin be-

stand, jedenfalls nicht als unglaubhaft zu qualifizieren sind. Anzumerken ist an die-

ser Stelle, dass auch der Umstand, dass der Beschuldigte die fraglichen Gegen-

stände, die bei ihm sichergestellt werden konnten, einfach so in seiner Wohnung 

bzw. in seinem Keller aufbewahrte, eher gegen eine unrechtmässige Aneignungs-

absicht des Beschuldigten spricht. Vor dem Hintergrund der zumindest zeitweise 

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bestehenden Freundschaft mit der Privatklägerin deutet das Aufbewahren der Ge-

genstände über einen vergleichsweise längeren Zeitraum vielmehr daraufhin, dass 

dies mit Billigung der Privatklägerin geschah. Auch unter diesem Aspekt betrachtet, 

erscheinen seine Aussagen bezüglich fehlender unrechtmässiger Aneignungsab-

sicht als eher glaubhaft.

4.3. Aussagen Privatklägerin

4.3.1. Wie seitens der Vorinstanz zutreffend dargelegt wird (Urk. 57 S. 16-19), 

erweisen sich die Aussagen der Privatklägerin einerseits in sich selbst in doch meh-

reren Punkten als widersprüchlich und andererseits widersprechen auch mehrere 

Aussagepersonen der Privatklägerin. Dabei ist festzustellen, dass die Widersprü-

che und Abweichungen zu den Aussagen der weiteren Aussagepersonen die im 

Verfahren zu prüfenden zentralen Punkte betreffen. 

4.3.2. Hinsichtlich der Frage, ob eine Freundschaft zwischen ihr und dem Be-

schuldigten bestanden habe, bestritt die Privatklägerin dies zunächst, um es her-

nach auf Nachfrage sinngemäss einzuräumen (vgl. Erw. 4.2.1. und Urk. 57 S. 19), 

wobei ihr zunächst erfolgtes Bestreiten sowohl den glaubhaften Aussagen der Zeu-

gin D._____ als auch dem fraglichen Foto in der Wohnung des Beschuldigten wi-

derspricht. Anlässlich der Befragung vor der erkennenden Kammer hat die Privat-

klägerin immerhin – dies wohl auch als Folge der Übersetzung – präzisiert, dass 

der enge Kontakt zum Beschuldigten im Zeitraum und über dessen Freundin 

D._____ bestand (Prot. II S. 12 ff.), so dass sich diesbezügliche Widersprüche in 

ihren früheren Aussagen teilweise auf die wenig differenzierten Fragen zurückfüh-

ren lassen.

4.3.3. Gleiches zeigt sich bei der Schlüssel-Thematik. Hierzu führte sie zu-

nächst aus, sie habe nach Auswechslung des Schlosszylinders nur H._____, dem 

Hauswart der Überbauung, einen Schlüssel überlassen. Sie habe weder der Fach-

stelle Alter und Gesundheit noch der Spitex einen "neuen" Wohnungsschlüssel ge-

geben; auch nicht dem Beschuldigten (Urk. D1/12/5 F/A 12 f.). Im Verlaufe dersel-

ben Einvernahme gab sie jedoch zu Protokoll, sie habe Frau L._____ einen Woh-

nungsschlüssel überlassen, da sich diese um ihre Sachen gekümmert habe 

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(Urk. D1/12/5 F/A 24). Ebenso habe M._____ von der Fachstelle Alter und Gesund-

heit einen Schlüssel für ihre Wohnung gehabt, wobei sie auf Nachfrage sagte, beide 

hätten denselben Schlüssel gehabt. Sonst habe niemand einen Schlüssel gehabt 

(Urk. D1/12/5 F/A 25 f.). Auf Vorhalt, dass sie zuvor ausgesagt habe, sie habe 

H._____ einen Schlüssel für die Wohnung überlassen, antwortete die Privatkläge-

rin, sie habe H._____ gebeten, einen Schlüssel für den Notfall zu behalten, als 

dieser ihr die vier Schlüssel vom neuen Schlosszylinder übergeben habe 

(Urk. D1/12/5 F/A 27). Die Zeugin M._____ bestätigte die Aussage der Privatkläge-

rin, wonach die Fachstelle Alter und Gesundheit einen Schlüssel zur privatklägeri-

schen Wohnung besessen habe (Urk. D1/13/1 F/A 27). Der ebenfalls als Zeuge 

befragte Hauswart, H._____, führte dagegen aus, er habe entgegen der Aussage 

der Privatklägerin keinen Wohnungsschlüssel erhalten. Er nehme von Mietern 

keine Schlüssel entgegen, das sei für ihn eine persönliche Absicherung 

(Urk. D1/13/9 F/A 26). Anzumerken ist, dass beide Zeugen überzeugend und 

glaubhaft aussagten, wobei kein Grund ihrerseits ersichtlich ist, weswegen sie 

falsch aussagen sollten. Insbesondere der von H._____ angeführte Grund, warum 

er generell keine Schlüssel von Mietern entgegennehme oder behalte, erscheint 

sehr plausibel und überzeugend. Indem die Privatklägerin aber ausführte, weshalb 

sie H._____ ihrer Meinung nach (vermeintlich) einen Schlüssel überlassen habe, 

zeigt das doch, dass bei dieser Aussage keine relevanten sprachlichen Verständ-

nisprobleme vorgelegen haben konnten. Aus der Befragung der Privatklägerin vor 

der erkennenden Kammer zur Frage, ob und wem sie einen Wohnungsschlüssel 

(nach Auswechslung des Schlosszylinders) überlassen habe, wird deutlich, wie ex-

akt und detailliert die Fragestellung zu erfolgen hat, damit (vermeintliche) Wider-

sprüche ausgeräumt bzw. aufgeklärt werden können. So hat die Privatklägerin – 

wohl gemerkt alles via Übersetzung – erst jetzt erklären können, unter welchen 

Umständen sie den Wohnungsschlüssel dem Hauswart übergab, dies jedoch je-

weils nur kurz, wenn er sie zum Einkaufen abholte und er für sie dann die Woh-

nungstür schliessen ging (Prot. II S. 17 ff.). Damit bleibt aber ihre widersprüchliche 

Aussage in Bezug auf eine Schlüsselabgabe zuhanden der Spitex oder der Fach-

stelle Alter und Gesundheit weiter im Raum. Vor Obergericht antwortete sie – alles 

mithilfe Übersetzung – auf die Frage, wer alles einen Schlüssel zu ihrer Wohnung 

- 15 -

hatte, mit "nur ich" (Prot. II S. 15/16), um anschliessend auf erneute Frage in Bezug 

auf den Zeitraum nach der Schlossauswechslung zu antworten "nur die Spitex" 

(Prot. II S. 16). Auf die Frage, wie der Schlüssel zur Spitex gekommen sei, verneinte 

die Privatklägerin sodann, der Spitex oder der Fachstelle Alter und Gesundheit je 

einen Schlüssel gegeben zu haben (Prot. II S. 16). Später in der Befragung sagte 

sie dann auf die Frage, ob sie den Wohnungsschlüssel für die Zeit, welche sie im 

Spital verbringen würde, jemandem gegeben habe, "Nein. Wenn ich ihn jemandem 

gegeben habe, dann war es nur die Spitex." (Prot. II S. 20). Mithin drängt sich der 

Schluss auf, dass die Privatklägerin sich nicht mehr richtig erinnern konnte, wem 

sie nach der Auswechslung des Schlosses einen Schlüssel zu ihrer Wohnung über-

lassen hatte. Soweit sie geltend macht, sie habe dem Beschuldigten nie einen 

Schlüssel überlassen, können ihre Aussagen daher nicht als verlässlich und damit 

auch nicht als glaubhaft bezeichnet werden. Dies gilt umso mehr vor dem Hinter-

grund, dass sie nicht überzeugend darzulegen vermochte, wann und wie der Be-

schuldigte denn sonst nach der Auswechslung des Schlosszylinders in den Besitz 

eines Schlüssel gelangt sein könnte. 

4.3.4. Schliesslich erweisen sich auch ihre Aussagen hinsichtlich der Frage, ob 

die Privatklägerin den Beschuldigten und dessen ehemalige Freundin D._____ be-

auftragt hatte, Gegenstände aus ihrer Wohnung wegzuschaffen und zu verkaufen, 

als widersprüchlich, indem die Privatklägerin dies zunächst bestritt und später in 

derselben Einvernahme einräumte, wobei die ihren Aussagen entgegenstehenden 

Aussagen des Beschuldigten von mehreren Auskunftspersonen als richtig bestätigt 

wurden (vgl. Erw. 4.2.4. und Urk. 57 S. 17 f.). Auch anlässlich der Berufungsver-

handlung machte die Privatklägerin hierzu widersprüchliche Angaben. So bestritt 

sie, dem Beschuldigten Antiquitäten zur Aufbewahrung und zum Verkauf überge-

ben zu haben, bestätigt aber, für von Frau D._____ verkaufte Gegenstände 

Fr. 8'000.– erhalten zu haben (Prot. II S. 22). An anderer Stelle sagt sie aus, sie 

habe nichts dagegen gehabt, dass der Beschuldigte die Sachen versucht habe zu 

verkaufen, hält aber fest, sie sei nicht damit einverstanden gewesen, dass er die 

Sachen einfach genommen habe (Prot. II S. 23).

- 16 -

4.3.5. Zusammenfassend ist festzustellen, dass sich Widersprüche einerseits 

in den Aussagen der Privatklägerin selbst und andererseits zu den glaubhaften 

Aussagen weiterer Aussagepersonen wie ein roter Faden durch ihre Aussagen zie-

hen. Daran vermag auch die Befragung vor der erkennenden Kammer nichts zu 

ändern. Ihre Aussagen zu den im vorliegenden Verfahren umstrittenen Kernpunk-

ten der Anklage erscheinen als unglaubhaft, widersprüchlich und jedenfalls auch 

nach detaillierter Befragung als wenig verlässlich. Die erkennende Kammer hatte 

den Eindruck, dass die Privatklägerin einige Kernpunkte zeitlich durcheinander-

bringt, sich an frühere Aussagen nicht (mehr) im Detail zu erinnern vermochte und 

grundsätzlich dazu neigte, kein gutes Haar am Beschuldigten zu lassen, wobei dies 

wohl ihrem emotional geprägten Eindruck, sie sei hintergangen worden, geschuldet 

ist (Prot. II S. 23 f.).

4.4. Aussagen Zeugin D._____

Hierzu ist zunächst auf die vorstehenden, in Abgleichung mit den Aussagen des 

Beschuldigten und der Privatklägerin gemachten Erwägungen zu verweisen. Wie 

die Vorinstanz zutreffend schliesst (Urk. 57 S. 21) konnte D._____ nur Aussagen 

zum Zeitraum bis zur Beendigung ihrer Beziehung zum Beschuldigten im August 

2020 machen. So ergibt sich aus der von der Staatsanwaltschaft mehrfach zitierten 

Aussage von D._____ ("Sie [die Privatklägerin] wollte auch die Gegenstände wie-

der bei sich haben." [Urk. D1/13/7 F/A 19]) nicht, welche Gegenstände die Privat-

klägerin wieder bei sich haben wollte bzw. welche sich somit gegen ihren Willen 

beim Beschuldigten befunden haben könnten. Die Aussage der Zeugin widerspricht 

denn auch in keiner Weise den Angaben des Beschuldigten, die weit überwiegende 

Mehrheit der Gegenstände aus der Wohnung der Privatklägerin geholt zu haben, 

um sie davor zu bewahren – von wem auch immer – ins Brockenhaus gebracht zu 

werden. Ebenso korrespondiert die betreffende Aussage der Zeugin mit dem Vor-

gehen des Beschuldigten, wonach er die Gegenstände entgegen der ihm vorge-

worfenen Aneignung gerade nicht verkaufte, sondern sie vielmehr bei sich aufbe-

wahrte, so dass die Privatklägerin die Gegenstände im Fall ihrer Rückkehr in die 

Wohnung effektiv wieder hätte bei sich haben können, wenn sie gegenüber dem 

Beschuldigten diesen Willen geäussert hätte. Die Aussagen der Zeugin D._____ 

- 17 -

sprechen mithin nicht für die Version der Privatklägerin bzw. gegen diejenige des 

Beschuldigten.

4.5. Videoaufzeichnungen

Wie bereits im Rahmen der Würdigung der Aussagen des Beschuldigten dargelegt 

(vgl. Erw. 4.2.4. und Urk. 57 S. 12), wirkt das auf den Videoaufnahmen ersichtliche 

Verhalten des Beschuldigten in der Wohnung der Privatklägerin eher belastend 

denn entlastend für den Beschuldigten. Allerdings spricht ein solches Verhalten 

auch nicht von vornherein dagegen, dass er sich an den beiden besagten Daten 

auf eine Einwilligung der Privatklägerin verlassend in ihrer Wohnung umgesehen 

haben könnte, ggf. um Gegenstände zu suchen, die er zu einem späteren Zeitpunkt 

nach Rückspräche mit der Privatklägerin hätte in ihrem Auftrag verkaufen wollen. 

Das in den Videoaufzeichnungen ersichtliche Verhalten des Beschuldigten vermag 

jedenfalls die wie dargelegt wenig verlässlichen Aussagen der Privatklägerin nicht 

entscheidend zu stützen.

4.6. Fazit

Als Fazit ist festzuhalten, dass die nicht gänzlich unglaubhaften Aussagen des Be-

schuldigten, die in diversen Punkten durch die Aussagen der weiteren Aussageper-

sonen gestützt werden, den Aussagen der Privatklägerin gegenüberstehen, die als 

nicht überzeugend einzustufen sind. Letztlich erscheint es nicht ausgeschlossen, 

dass der Beschuldigte davon ausging, im Interesse der Privatklägerin gehandelt zu 

haben, während sich die im Tatzeitraum knapp 90-jährige hochbetagte Privatklä-

gerin, die sich zudem während rund eines halben Jahres in spitalärztliche Pflege 

begeben musste und hernach nicht mehr im Stande war, selbständig in ihre Woh-

nung zurückzukehren, schlicht nicht mehr daran erinnern konnte, den Beschuldig-

ten und seine damalige Freundin beauftragt zu haben, Antiquitäten zu verkaufen. 

Es erscheint darüber hinaus auch nicht gänzlich abwegig, dass die Privatklägerin 

in ihrem hohen Alter dem Beschuldigten als Dankeschön für seine Unterstützung 

zwei Gegenstände schenkte, woran sie sich im Nachhinein aber nicht mehr zu er-

innern vermochte bzw. angesichts des hängigen Strafverfahrens ihre Erinnerungen 

womöglich verfälscht wurden. Es liegt kein rechtsgenügender Beweis dafür vor, 

- 18 -

dass der Beschuldigte die Gegenstände von der Privatklägerin ohne deren Erlaub-

nis entwendete. Der Anklagesachverhalt lässt sich somit nicht mit rechtsgenügen-

der Sicherheit erstellen.

5. Rechtliche Würdigung

5.1. Diebstahl

Des Grundtatbestands des Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB macht 

sich schuldig, wer jemandem eine fremde bewegliche Sache zur Aneignung weg-

nimmt, um sich oder einen andern damit unrechtmässig zu bereichern. Vorliegend 

kann dem Beschuldigten in objektiver Hinsicht nicht nachgewiesen werden, dass 

er die Gegenstände der Privatklägerin aus ihrer Wohnung entfernte, um sie sich 

anzueignen bzw. dass er dies bezüglich des Silberbestecks und des Teppichs ohne 

vorhergehende Schenkung der Privatklägerin tat. In subjektiver Hinsicht kann ihm 

sodann nicht nachgewiesen werden, dass er in der Absicht unrechtmässiger Berei-

cherung handelte. Der Tatbestand des Diebstahls ist somit nicht erfüllt.

5.2. Hausfriedensbruch

Den Tatbestand des Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB erfüllt u.a., 

wer gegen den Willen des Berechtigten in ein Haus, in eine Wohnung, in einen 

abgeschlossenen Raum eines Hauses oder in einen unmittelbar zu einem Hause 

gehörenden umfriedeten Platz, Hof oder Garten oder in einen Werkplatz unrecht-

mässig eindringt. Vorliegend kann dem Beschuldigten in objektiver Hinsicht nicht 

nachgewiesen werden, gegen den Willen der Privatklägerin in deren Wohnung ein-

gedrungen zu sein. Der Tatbestand des Hausfriedensbruchs ist somit nicht erfüllt.

5.3. Fazit

Dementsprechend ist der Beschuldigte in dubio pro reo freizusprechen.

III. Landesverweisung

Wie seitens der Vorinstanz in deren Erwägungen zutreffend festgehalten wird 

(Urk. 57 S. 22), bleibt bei einem Freispruch für die obligatorische Landesverwei-

- 19 -

sung nach Art. 66a StGB kein Platz. Entgegen der Vorinstanz ist indessen im Ur-

teilsdispositiv nicht von der Landesverweisung "abzusehen", da eine solche nicht 

zur Disposition steht.

IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1. Erstinstanzliches Kosten- und Entschädigungsdispositiv

Nachdem es auch im Berufungsverfahren beim vorinstanzlichen Freispruch bleibt, 

ist das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv gemäss Dispositiv-

ziffern 3 - 6 des angefochtenen Entscheides ausgangsgemäss zu bestätigen 

(e contrario Art. 426 Abs. 1 Satz 1 StPO; Art. 429 Abs. 1 StPO).

2. Kosten des Berufungsverfahrens

2.1. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren fällt ausser Ansatz.

2.2. Der amtliche Verteidiger des Beschuldigten ist für das Berufungsverfahren mit 

Fr. 5'200.– (Urk. 77, zuzüglich 2 Stunden Aufwand für die Berufungsverhandlung 

und 30 Minuten Nachbesprechung samt 1 Stunde Weg, inklusive Mehrwertsteuer), 

aus der Gerichtskasse zu entschädigen, da der geltend gemachte Aufwand den 

notwendigen Bemühungen und das Honorar den Vorgaben der Anwaltsgebühren-

verordnung (§ 2 Abs. 1 lit. b in Verbindung mit § 3 und § 13 AnwGebV) entspricht. 

2.3. Im Berufungsverfahren werden die Kosten nach Obsiegen und Unterliegen 

auferlegt (Art. 428 Abs. 1 Satz 1 StPO). Die Staatsanwaltschaft unterliegt mit ihrer 

Berufung vollumfänglich. Die Kosten des Berufungsverfahrens, einschliesslich 

derjenigen der amtlichen Verteidigung, sind daher – soweit sie nicht ausser Ansatz 

fallen – auf die Gerichtskasse zu nehmen.

3. Entschädigung für unrechtmässige Untersuchungshaft

Hinsichtlich der Entschädigung des Beschuldigten für die zu Unrecht erlittene Haft 

kann vollumfänglich auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen 

werden (Urk. 57 S. 24). Deren Entscheid ist zu bestätigen.

- 20 -

Es wird erkannt:

1. Der Beschuldigte A._____ wird vollumfänglich freigesprochen.

2. Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziff. 3 - 5) wird 

bestätigt.

3. Für die unrechtmässige Haft vom 11. Juli 2022 bis zum 29. Juli 2022 

(19 Tage) wird der Beschuldigte mit Fr. 3'800.– zzgl. 5 % Zins seit dem 

30. Juli 2022 aus der Gerichtskasse entschädigt. 

4. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr fällt ausser Ansatz. Die weiteren Kos-

ten betragen: 

Fr. 5'200.–   amtliche Verteidigung (inkl. 7,7 % resp. 8,1 % MWST).

5. Die Kosten des Berufungsverfahrens, einschliesslich derjenigen der 

amtlichen Verteidigung, werden auf die Gerichtskasse genommen.

6. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an

 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben)

 die Staatsanwaltschaft See/Oberland (übergeben)
 die Privatklägerin

sowie in vollständiger Ausfertigung an

 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

 die Staatsanwaltschaft See/Oberland
 die Privatklägerin

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an

 die Vorinstanz
 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA zur Entfernung der Daten ge-

mäss Art. 32 Abs. 1 StReG mittels Kopie von Urk. 69
 das Migrationsamt des Kantons Zürich 

- 21 -

 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 
des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks 
Bestimmung der Vernichtungs- und Löschungsdaten

 die Kantonspolizei Zürich, KDM-ZD, mit separatem Schreiben (§ 54a 
Abs. 1 PolG).

7. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsa-
chen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen, be-
gründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der I. strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsge-

setzes.

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer

Zürich, 29. Mai 2024

Die Präsidentin:

Oberrichterin lic. iur. Wasser-Keller

Die Gerichtsschreiberin:

MLaw Meier