# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1a5019d2-1489-590a-95d0-4f0f4db7dde3
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-12-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.12.2010 D-6914/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6914-2010_2010-12-02.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-6914/2010
law/rep/cvv
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 .  D e z e m b e r  2 0 1 0

Einzelrichter Walter Lang,
mit Zustimmung von 
Richterin Jenny de Coulon Scuntaro;
Gerichtsschreiber Philipp Reimann.

A.__________, geboren 29. September 1987,
Sri Lanka,
c/o schweizerische Vertretung in Colombo,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; 
Verfügung des BFM vom 8. Juli 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-6914/2010

Sachverhalt:

A.
Der  Beschwerdeführer  –  ein  srilankischer  Staatsangehöriger  tamili-
scher Ethnie aus der Region B.___________ im Osten des Landes – 
stellte am 16. Januar 2008 (Eingangsstempel) bei der schweizerischen 
Vertretung in Colombo ein schriftliches Asylgesuch, das er – auf ent-
sprechende  Zusatzfragen  der  Schweizer  Botschaft  in  Colombo  vom 
22. Januar 2008 hin – mit  undatierter,  der  Botschaft  am 28. Februar 
2008  zugegangener  Eingabe  ergänzte.  Ein  weiteres  undatiertes 
Schreiben  des  Beschwerdeführers  ging  der  schweizerischen  Vertre-
tung in Colombo am 21. April  2009 zu, das sie am 23. April  2009 an 
das BFM weiterleitete. Darin hält der Beschwerdeführer unter anderem 
fest, er belege zur Zeit zwar eine Vorlesung an der Uni C.__________, 
könne  seine  dortigen  Studien  jedoch  nicht  weiterverfolgen,  weil  er  
praktisch  täglich  von  unbekannten  Personen  bedroht  werde  und 
deshalb keine Lebenssicherheit habe.

B.
Mit  Verfügung  vom 15.  Februar  2010  teilte  die  Vorinstanz  dem Be-
schwerdeführer  mit,  dass  sie  den  Sachverhalt  zufolge  der  von  ihm 
deponierten schriftlichen Aussagen und Beweismittel  als hinreichend 
erstellt  erachte,  weshalb  seine  persönliche  Anhörung  durch  die 
Schweizer  Botschaft  als  nicht  notwendig  erscheine. Weiter  hielt  das 
Bundesamt fest,  das  es aufgrund der  aktuellen  Aktenlage beabsich-
tige, sein Asylgesuch abzuweisen und ihm die Einreise in die Schweiz 
zu  verweigern. Gleichzeitig  räumte das BFM dem Beschwerdeführer 
die Gelegenheit ein, innert 30 Tagen ab Erhalt dieses Schreibens all -
fällige  Ergänzungen  zu  seinem  Asylgesuch  anzubringen.  Der  Be-
schwerdeführer liess sich in der Folge nicht vernehmen.

C.
Der  Beschwerdeführer  machte  in  seinen  schriftlichen  Eingaben  im 
Wesentlichen geltend, er  habe im Jahre 2006 aufgrund guter schuli-
scher Leistungen die Zulassung für die Universität von C.__________ 
erhalten, sein Studium jedoch aufgrund der prekären Sicherheitslage 
nicht aufnehmen können. Sein ältester Bruder sei am 13. August 1999 
auf  Verdacht  hin von Angehörigen der srilankischen Armee verhaftet 
worden  und  bis  14. März  2001  im  Gefängnis  in  B.___________ 
inhaftiert  gewesen,  bis  er  gerichtlich  freigesprochen  worden  sei. 
Später  sei  seinem  zweitältesten  Bruder  dasselbe  Schicksal 

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widerfahren, wobei dieser bereits nach etwa drei Monaten gerichtlich 
freigesprochen worden sei. Er persönlich habe immer wieder anonyme 
Telefonate erhalten, wobei er bedroht worden sei. In seinem Heimatort 
D.__________  (B.___________) sei es immer wieder zu gewaltsamen 
Übergriffen  seitens  unbekannter  Gruppierungen  gekommen,  denen 
auch etliche Personen aus seiner Verwandtschaft zum Opfer gefallen 
seien. Am 30. April  2006 und am 1. Mai 2007 seien Unbekannte bei 
seinen Eltern in D.__________ erschienen und hätten sich nach ihm 
erkundigt. Er sei zufälligerweise beide Male ausser Hauses gewesen. 
Daraufhin sei er  zu seinem ältesten Bruder nach Colombo gezogen. 
Nachdem  dieser  im  Juni  2007  abermals  von  srilankischen 
Sicherheitskräften  zwei  Tage  lang  festgehalten  worden  sei  und 
überdies  im Januar  2008  unbekannte  Personen  an dessen  Wohnort 
erschienen  seien  und  sich  nach  ihm  –  dem  Beschwerdeführer  – 
erkundigt  hätten,  habe  er  sich  dazu  entschlossen,  seinen 
Aufenthaltsort in Colombo zu wechseln. Da das Haus seines Bruders 
in  einer  Hochsicherheitszone  liege,  vermute  er  persönlich,  dass  die 
nach  ihm  suchenden  Personen  zumindest  armeenahen  Kreisen 
zuzurechnen seien, ansonsten sie nicht die Möglichkeit gehabt hätten, 
ungehindert  das Haus seines Bruders aufzusuchen. Er glaube, dass 
die Suche nach seiner Person damit zusammenhängen könnte, dass 
er  früher  als  Schüler  an  Diskussionsgruppen  teilgenommen  habe, 
welche von der UNESCO und von UNICEF organisiert worden seien. 
Er sei jedoch nie Mitglied einer bestimmten Partei oder Organisation 
gewesen.

Zur  Untermauerung seiner  Vorbringen reichte  der  Beschwerdeführer 
im Verlaufe des erstinstanzlichen Verfahrens nebst Kopien seines Ge-
burtsregisterauszugs,  seiner  Identitätskarte  und  seines  Reisepasses 
sowie mehrere Schriftstücke ein, worin einerseits die mehrjährige In-
haftierung  seines  ältesten  Bruders  und  gewaltsame  Übergriffe  auf 
mehrere  Verwandte,  andererseits  seine  Zulassung  zur  Universität 
C.__________  und  die  zeitweiligen  Schwierigkeiten,  dort  einem 
geordneten Studium nachzugehen, dokumentiert werden.

D.
Mit  via  Schweizer  Botschaft  am  21. Juli  2010  an  den  Beschwerde-
führer  versandter  Verfügung  vom 8. Juli  2010  verweigerte  das  BFM 
diesem die Einreise in die Schweiz und lehnte sein Asylgesuch ab.

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E.
Mit  am 3. September  2010 bei  der  Schweizer  Botschaft  in  Colombo 
eingegangener  und  von  dieser  am  14. September  2010  an  das 
Bundesverwaltungsgericht weitergeleiteter englischsprachiger Eingabe 
vom 31. August  2010  (Posteingang  beim  Bundesverwaltungsgericht: 
24. September  2010)  beantragte  der  Beschwerdeführer  sinngemäss, 
die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, sein Asylgesuch gutzu-
heissen und ihm die Einreise in die Schweiz zu bewilligen. Ergänzend 
hielt  er  fest,  er  lebe  heute  mit  seiner  Familie  in  E.__________ 
(F.__________) und arbeite als G.__________. Im April 2010 habe er 
sich als Unabhängiger an den Parlamentswahlen beteiligt, sei jedoch 
nicht gewählt worden. Im Vorfeld der Parlamentswahlen sei sein Haus 
bei einem Bombenanschlag beschädigt worden, was er der Polizei von 
F.__________ gemeldet  habe. Nach den Wahlen habe er wiederholt 
anonyme Telefonate erhalten, in denen er bedroht worden sei. Auch in 
der Schule habe er verschiedentlich Telefonanrufe erhalten, worin ihm 
der  baldige  Tod angedroht  worden  sei.  Er  habe  diesbezüglich  eine 
Anzeige  bei  der  Polizeistation  H.___________  erstattet.  Aus  den 
vorgenannten  Gründen  fühle  er  sich  an  Leib  und  Leben  gefährdet, 
zumal  er  täglich zur  Arbeit  und heimwärts  fahre und dabei  mit  zwei 
verschiedenen Bussen verkehren müsse. Auch seine Familie fühle sich 
deswegen  verunsichert  und  ersuche  um  Asylgewährung  in  der 
Schweiz.

F.
Mit  Schreiben  vom  28. September  2010  ersuchte  das  Bundesver-
waltungsgericht das BFM, den fehlenden Rückschein der srilankischen 
Post,  mit  dem die Verfügung des BFM vom 8. Juli  2010 an den Be-
schwerdeführer  versandt  worden  sei,  via  die  schweizerische  Vertre-
tung in Colombo erhältlich zu machen.

G.
Mit Schreiben vom 15. Oktober 2010 teilte das BFM mit, gemäss Aus-
künften der Botschaft vom 30. September 2010 und 13. Oktober 2010 
habe die srilankische Post der Schweizer Vertretung in Colombo den 
besagten Rückschein bis anhin nicht zugestellt.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32)  beurteilt  das Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5  des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde; es entscheidet auf dem Ge-
biet des Asyls endgültig (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 
[AsylG, SR 142.31];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Die  Beschwerde ist  nicht  in  einer  Amtssprache des Bundes ab-
gefasst.  Auf  die  Ansetzung  einer  Frist  zur  entsprechenden  Be-
schwerdeverbesserung im Sinne von Art. 52 VwVG kann indessen aus 
prozessökonomischen  Gründen  verzichtet  werden,  da  die  englisch-
sprachige Beschwerdeeingabe verständlich ist, so dass ohne Weiteres 
darüber befunden werden kann. Der vorliegende Entscheid ergeht in-
dessen  in  deutscher  Sprache  (Art.  33  a  Abs.  2  VwVG i.V.m. Art.  6 
AsylG).

1.3 Vorliegend wurde der Entscheid des BFM via die Schweizer Bot-
schaft  in  Colombo  am 21. Juli  2010  an  den  Beschwerdeführer  ver-
sandt (vgl. Sachverhalt Bst. D). Da sich kein Rückschein bei den Akten 
befindet,  steht  vorliegend der Zeitpunkt  der Eröffnung der angefoch-
tenen Verfügung nicht fest. Da die Beweislast für die Zustellung an die 
Partei  der  eröffnenden  Behörde  obliegt  (vgl.  ANDRÉ MOSER/MICHAEL 
BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER,  Prozessieren vor dem Bundesverwaltungs-
gericht,  Basel  2008,  Rz.  3.150,  S.  166  f.),  ist  zugunsten  des  Be-
schwerdeführers davon auszugehen, dass die am 3. September  2010 
bei der Botschaft  in Colombo eingegangene Beschwerde (vgl. Sach-
verhalt Bst. E) rechtzeitig erfolgt ist .

1.4 Der  Beschwerdeführer  hat  am Verfahren vor  der  Vorinstanz teil -
genommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt, 
hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungs-
weise Änderung und ist  daher zur Einreichung der Beschwerde legi-
timiert.  Auf  die  –  vom sprachlichen  Mangel  abgesehen –  form-  und 

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fristgerecht  eingereichte  Beschwerde  ist  somit  einzutreten  (Art.  108 
Abs. 1  AsylG sowie  Art.  105  AsylG  i.V.m. Art.  37  VGG und  Art.  48 
Abs. 1 und Art. 52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
Über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden  wird  in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art.  111  Bst. e 
AsylG). Wie  nachstehend aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um 
eine  solche,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durch-
führung des Schriftenwechsels verzichtet.

4.
4.1 Ein Asylgesuch kann gemäss Art. 19 AsylG im Ausland bei einer 
schweizerischen Vertretung gestellt  werden, die es mit einem Bericht 
an das Bundesamt überweist (Art. 20 Abs. 1 AsylG). Hinsichtlich des 
Verfahrens  bei  der  schweizerischen  Vertretung  im  Ausland  sieht 
Art. 10  der  Asylverordnung 1  vom 11. August  1999  über  Verfahrens-
fragen (AsylV 1, SR 142.311)  vor, dass diese mit der asylsuchenden 
Person  in  der  Regel  eine  Befragung  durchführt  (Art.  10  Abs. 1 
AsylV 1). Ist dies nicht möglich, so wird die asylsuchende Person auf -
gefordert,  ihre  Asylgründe  schriftlich  festzuhalten  (Art. 10  Abs. 2 
AsylV 1). Eine Befragung beziehungsweise eine schriftliche Sachver-
haltsabklärung kann sich erübrigen, wenn der Sachverhalt bereits auf-
grund  des  eingereichten  Asylgesuchs  als  entscheidreif  erstellt  er -
scheint;  der  asylsuchenden  Person  ist  aber  diesfalls  im  Sinne  des 
rechtlichen  Gehörs  die  Gelegenheit  zu  geben,  sich  zu  einem abzu-
sehenden negativen Entscheid zumindest schriftlich zu äussern (vgl. 
Entscheide  des Schweizerischen Bundesverwaltungsgerichts  [BVGE] 
2007/30 E. 5.7).

4.2 Vorliegend wurde der Beschwerdeführer von der schweizerischen 
Vertretung  in  Colombo nicht  zu  seinem  Asylgesuch  befragt.  Er  hat 
seine  Vorbringen  jedoch  bereits  in  seinem  Asylgesuch  und  in  den 

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diesem  folgenden  Eingaben  schriftlich  dargelegt  und  dokumentiert. 
Ausserdem  wurde  ihm  danach  mit  Verfügung  des  BFM  vom 
15. Februar 2010 das rechtliche Gehör im Hinblick auf die in Erwägung 
gezogene Abweisung des Asylgesuchs und zusätzlich eine Frist  von 
30 Tagen zur allfälligen Ergänzung seiner Asylvorbringen gewährt. Er 
hat von seinem diesbezüglichen Recht auf Stellungnahme in der Folge 
keinen Gebrauch gemacht, und der entscheidwesentliche Sachverhalt 
erscheint  – wie das BFM in  der  angefochtenen Verfügung zu Recht 
ausführt  –  angesichts  der  schriftlichen  Darlegungen  und  Dokumen-
tierung  der  Asylgründe  soweit  erstellt,  dass  die  entscheidrelevanten 
Elemente vorliegen. Das BFM hat den verfahrensrecht lichen Anforde-
rungen damit Genüge getan.

5.
5.1 Das Bundesamt  kann  ein  im Ausland  gestelltes  Asylgesuch  ab-
lehnen,  wenn  die  asylsuchende  Person  keine  Verfolgung  glaubhaft 
machen oder ihr die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet werden 
kann (Art. 3, Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss Art. 20 Abs. 2 
AsylG bewilligt  das BFM einem Asylsuchenden die Einreise zur Ab-
klärung des Sachverhalts, wenn ihm nicht zugemutet werden kann, im 
Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein anderes Land 
auszureisen.

5.2 Für die Erteilung einer Einreisebewilligung gelten restriktive Vor-
aussetzungen,  wobei  den  Behörden  ein  weiter  Ermessensspielraum 
zukommt. Neben der  erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art.  3 
AsylG sind namentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, die Möglich-
keit der Schutzgewährung durch einen anderen Staat, die Beziehungs-
nähe zu anderen Staaten, die praktische und objektive Zumutbarkeit 
zur anderweitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Eingliede-
rungs- und Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen (vgl. die 
weiterhin zutreffende Praxis gemäss Entscheidungen und Mitteilungen 
der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  1997  Nr. 15, 
insbesondere  S. 131 ff.,  die  angesichts  bloss  redaktioneller  Ände-
rungen  bei  der  letzten  Totalrevision  des  Asylgesetzes  nach  wie  vor 
Gültigkeit  hat).  Ausschlaggebend  für  die  Erteilung  der  Einreisebe-
willigung  ist  dabei  die  Schutzbedürftigkeit  der  betreffenden  Person 
(vgl. EMARK 1997 Nr. 15 E. 2c S. 130), mithin die Prüfung der Fragen, 
ob eine Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird 
und ob der Verbleib am Aufenthaltsort für die Dauer der Sachverhalts -
abklärung zugemutet werden kann.

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6.
6.1 Wie  das  BFM  in  seiner  Verfügung  vom  8.  Juli  2010  zutreffend 
festgestellt hat, ist für die Bestimmung der Flüchtlingseigenschaft der 
Zeitpunkt des Asylentscheides massgebend. Die Asylgewährung setzt 
demnach  voraus,  dass  ein  Gesuchsteller  im  Zeitpunkt  des  Asylent-
scheides – also aktuell – in asylrechtlich relevanter Weise verfolgt ist 
und somit Schutz braucht. 

Was die geltend gemachte Suche nach dem Beschwerdeführer durch 
Unbekannte im Hause seines ältesten Bruders in Colombo im Jahre 
2008 anbelangt, äusserte der Beschwerdeführer den Verdacht, diese 
könne  auf  seinen  früheren  Teilnahmen  als  Schüler  an  Diskussions-
gruppen  über  Menschenrechte  gründen  (Eingabe  vom  28. Februar 
2008  S.  1/2).  Übereinstimmend  mit  der  Einschätzung  des  BFM  ist 
diesbezüglich jedoch festzuhalten, dass es wenig wahrscheinlich an-
mutet, dass irgendjemand im Jahre 2008 noch ein Interesse am Be-
schwerdeführer  bekundet  haben  könnte,  weil  dieser  in  seiner  – 
notabene im Jahre 2006 beendeten – Schulzeit an Diskussionszirkeln 
über  Menschenrechte  teilgenommen hätte,  zumal  er  nie  geltend ge-
macht  hat,  sich auch später aktiv für  die Einhaltung von Menschen-
rechten  eingesetzt  zu  haben.  Vielmehr  deutet  die  damalige  Suche 
nach dem Beschwerdeführer darauf hin, dass er wie viele andere aus 
den  Bürgerkriegsgebieten  im  Norden  und  Osten  Sri  Lankas  stam-
mende und in Colombo weilende junge Tamilen unter dem General-
verdacht  der  srilankischen  Sicherheitskräfte  stand,  etwas  mit  den 
Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) zu tun zu haben beziehungs-
weise  deren  Infiltrierungsversuche  in  den  Grossraum  Colombo  zu 
unterstützen.  Es  trifft  zwar  zu,  dass  im  damaligen  Zeitpunkt  die 
Kontrollmassnahmen  der  srilankischen  Sicherheitskräfte  in  Colombo 
gegenüber  zugezogenen  Tamilen  rigoroser  Natur  waren.  Mit  dem 
Kriegsende  im  Mai  2009,  bei  dem  die  LTTE  von  der  srilankischen 
Armee  vernichtend  geschlagen  wurde,  hat  sich  die  Sicherheitslage 
indessen im ganzen Lande allmählich  verbessert,  wovon auch erste 
Rückkehrbewegungen intern vertriebener Menschen in den Osten des 
Landes zeugen. Der  Beschwerdeführer  weist  zudem kein politisches 
Profil  auf, aufgrund dessen allenfalls geschlossen werden könnte, es 
bestehe für  ihn  aktuell  die  Gefahr,  seitens  der  srilankischen Sicher -
heitsbehörden behelligt zu werden.

6.2 Wie der aktuellen Adressbezeichnung in der Beschwerde ((...)) zu 
entnehmen  ist,  lebt  der  Beschwerdeführer  heute  mit  seiner  Familie 

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ebenfalls  im  Osten  Sri  Lankas.  Gemäss  seinen  Angaben  in  der 
Beschwerde  arbeitet  er  dort  als  G.__________,  was  die  Annahme 
führt, dass er seine berufliche Ausbildung in C.__________ trotz der 
früheren  bürgerkriegsbedingten  Beeinträchtigungen  des 
Studierbetriebs fortzusetzen vermochte. Der Beschwerdeführer macht 
in seiner Beschwerde zwar geltend, er sei im Vorfeld und im Nachgang 
zu seiner erfolglosen Teilnahme an den Parlamentswahlen wiederholt 
zuhause  telefonisch  bedroht  worden.  Weiter  führt  er  aus,  auch  an 
seinem Arbeitsplatz in der Schule Todesdrohungen erhalten zu haben. 
Würden die Urheber der telefonischen Anrufe indessen tatsächlich ein 
–  wie  auch  immer  geartetes  –  Interesse  an  seiner  Person  haben, 
hätten  sie  es  mit  grösster  Bestimmtheit  bis  jetzt  nicht  einfach  bei 
derartigen telefonischen Belästigungen bewenden lassen. Aus diesem 
Grunde  kommt  den  vom  Beschwerdeführer  namhaft  gemachten 
telefonischen  Belästigungen,  deren  Glaubhaftigkeit  vorausgesetzt, 
bereits  mangels  hinreichender  Intensität  ihres  Eingriffscharakters 
keine asyl- beziehungsweise einreisebeachtliche Qualität zu.

6.3 Zusammenfassend  ist  festzustellen,  dass  es  dem  Beschwerde-
führer nicht gelungen ist,  eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG 
glaubhaft zu machen. Es erübrigt sich daher, auf weitere Vorbringen in 
der  Beschwerde  näher  einzugehen,  da  diese  keine  neuen  Begrün-
dungselemente  enthalten,  welche  geeignet  wären,  die  Einschätzung 
des  BFM entscheidend zu relativieren. Das  BFM hat  demnach  dem 
Beschwerdeführer zu Recht die Einreise in die Schweiz verweigert be-
ziehungsweise dessen Asylgesuch abgelehnt.

6.4 Aus diesen Erwägungen ergibt  sich,  dass die angefochtene Ver-
fügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt 
richtig und vollständig feststellt  und angemessen ist  (Art. 106 Abs. 1 
AsylG). Die Beschwerde ist demnach abzuweisen.

7.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätz-
lich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus 
verwaltungsökonomischen  Gründen  und  in  Anwendung  von  Art.  63 
Abs. 1 in fine VwVG und Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 
2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesver-
waltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) ist allerdings auf die Erhebung 
von Verfahrenskosten zu verzichten.

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer durch Vermittlung der schweizerischen Ver-
tretung in Colombo (per EDA-Kurier)

- die  schweizerische  Vertretung  in  Colombo (unter  Hinweis  auf  die 
Referenznummer (...), mit der Bitte um Eröffnung des Urteils an den 
Beschwerdeführer  sowie  um Zustellung  der  Empfangsbestätigung 
an das Bundesverwaltungsgericht)

- das BFM, mit den Akten Ref. Nr.  N (...) (in Kopie)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Walter Lang Philipp Reimann

Versand: 

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