# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7d1f4d68-0ced-580c-b23e-23cc27aa73a4
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-09
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 09.08.2023 SK 2022 407
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2022-407_2023-08-09.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 22 407

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 9. August 2023 

Besetzung Oberrichter Knecht (Präsident i.V.), Oberrichterin Friederich Hörr, 
Oberrichter Horisberger
Gerichtsschreiberin Schürch

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Anschlussberufungsführerin

Gegenstand Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Kollegialgericht) vom 10. Dezember 2021 (PEN 2021 283)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil vom 10. Dezember 2021 erkannte das Regionalgericht Bern-Mittelland 
(Kollegialgericht; nachfolgend: Vorinstanz) was folgt (pag. 494 ff.; Hervorhebungen 
im Original):

Das Gericht erkennt:

I.

A.________ wird schuldig erklärt:

der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach, mengenmässig qualifi-
ziert, begangen durch:

1. Veräusserung von ca. 600g Kokaingemisch (ca. 240 g reines Kokain) an C.________, began-
gen im Zeitraum von ca. Anfang Mai 2018 bis 09. Mai 2019 in D.________ (Ortschaft); 

2. Verschaffen von ca. 80g Kokaingemisch (ca. 32g reines Kokain) an C.________, begangen im 
Zeitraum von ca. Anfang Januar 2019 bis Ende Februar 2019 in D.________ (Ortschaft); 

3. Veräusserung von ca. 50g Kokaingemisch (ca. 33g reines Kokain) an E.________, begangen 
im Zeitraum von ca. 17. April 2019 bis 08. Mai 2019 in D.________ (Ortschaft);

4. Besitz von 113g Kokaingemisch (48.6g reines Kokain), am 09. Mai 2019 in D.________ (Orts-
chaft).

II.

A.________ wird

in Anwendung der Art. 40, 43, 44, 47, 51 StGB; Art. 19 Abs. 2 lit. a i.V.m. Art. 19 Abs. 1 lit. c und d 
BetmG; Art. 426 ff. StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 35 Monaten.

Davon sind 15 Monate zu vollziehen. Für eine Teilstrafe von 20 Monaten wird der Vollzug aufge-
schoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt.

Die Untersuchungshaft von 72 Tagen (09. Mai 2019 bis 19. Juli 2019) wird auf die zu vollziehen-
de Teilstrafe angerechnet.

2. Zu den Verfahrenskosten von CHF 16'728.00, sich zusammensetzend aus (ohne Kosten für die 
amtliche Verteidigung):

3

Kosten der Untersuchung CHF 7’470.00
Kosten ZMG 400.00
Kosten Auftritt Staatsanwaltschaft an HV 500.00
Kosten des Gerichts (inkl. schriftl. Begründung) CHF 7’500.00
Total CHF 15’870.00

Auslagen der Untersuchung CHF 858.00
Total CHF 858.00

Total Verfahrenskosten CHF 16’728.00

Die Gebühren setzen sich zusammen aus:

Die Auslagen setzen sich zusammen aus:

3. Zur Bezahlung einer Ersatzforderung von CHF 977.50 (Art. 71 Abs. 1 und 2 StGB).

III.

Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die amtliche Verteidigung von A.________ 
durch Rechtsanwalt B.________ werden wie folgt bestimmt:

Stunden Satz
amtliche Entschädigung 32.25 200.00 CHF 6’449.90

CHF 66.60
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 6’516.50 CHF 501.80

CHF 0.00
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 7’018.30

volles Honorar 32.25 250.00 CHF 8’062.50
Sekretariat 6.33 80.00 CHF 506.40

CHF 66.60
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 8’635.50 CHF 664.90

CHF 0.00
Total CHF 9’300.40

nachforderbarer Betrag CHF 2’282.10

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwalt B.________ für die amtliche Verteidigung von 
A.________ mit CHF 7'018.30. 

A.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zurückzuzahlen und 
Rechtsanwalt B.________ die Differenz von CHF 2'282.10 zwischen der amtlichen Entschädigung 
und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 
Abs. 4 StPO).

IV.

Weiter wird beschlossen:

1. Die beschlagnahmten Drogen und Drogenutensilien sowie nachfolgenden Gegenstände werden 
zur Vernichtung eingezogen (Art. 69 StGB).

 1 Mobiltelefon Samsung schwarz, ohne Ladekabel (Ass.-Nr. C5)

 3 SIM-Karten Lycamobil (Ass.-Nr. C6)

4

 1 Säcklein mit weissem Pulver, 36.2 g brutto (Ass.-Nr. C7)

 1 Mobiltelefon Samsung weiss (Ass.-Nr. C9)

 div. SIM-Karten-Halterungen (Ass.-Nr. C10)

 1 Mobiltelefon Samsung weiss/silber (Ass.-Nr. C11)

 1 Mobiltelefon Samsung schwarz (Ass.-Nr. C12)

 1 Mobiltelefon Samsung schwarz (Ass.-Nr. C13)

 div. SIM-Karten Lyca (Ass.-Nr. C15)

2. Folgende Gegenstände werden A.________ nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Ur-
teils zurückgegeben:

 div. Papiere (Ass.-Nr. C16)

3. Die Ersatzforderung des Kantons Bern gegenüber A.________ von CHF 977.50 wird mit dem 
beschlagnahmten Betrag von CHF 977.50, bestehend aus CHF 950.00 sowie aus EUR 25.00 
(umgerechnet CHF 27.50), verrechnet.

4. Dem zuständigen Bundesamt wird die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils 
(PCN-Nr. .________) von A.________ nach Ablauf der gesetzlichen Frist erteilt (Art. 16 Abs. 1 lit. 
e DNA-ProfilG).

5. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Löschung der erho-
benen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten (PCN-Nr. .________) von A.________ nach 
Ablauf der gesetzlichen Frist erteilt (Art. 17 Abs. 1 lit. e i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die 
Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten).

6. [Eröffnungsformel]

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete A.________ (nachfolgend: Beschuldigter), amtlich 
verteidigt durch Rechtsanwalt B.________, am 16. Dezember 2021 form- und frist-
gerecht die Berufung an (pag. 555). Die schriftliche Urteilsbegründung datiert vom 
24. Juni 2022 (pag. 560 ff.) und wurde den Parteien mit Verfügung vom 27. Juni 
2022 zugestellt (pag. 599 f.).

Mit form- und fristgerechter Berufungserklärung vom 17. Juli 2022 beschränkte 
Rechtsanwalt B.________ namens des Beschuldigten die Berufung auf die 
Schuldsprüche gemäss Ziffer I.1., I.2. und I.3. des erstinstanzlichen Urteilsdisposi-
tivs, die Strafzumessung, die Verteilung der Verfahrenskosten und die Mitteilung 
des Urteils an das Staatssekretariat für Migration (pag. 607 ff.). Mit Eingabe vom 
26. Juli 2022 gab die Generalstaatsanwaltschaft bekannt, keine Gründe für ein 
Nichteintreten geltend zu machen, und erhob Anschlussberufung. Diese be-
schränkte sie auf die Strafzumessung (pag. 615 f.). Der Beschuldigte beantragte 
kein Nichteintreten auf die Anschlussberufung (pag. 620).

Die Berufungsverhandlung vor der 2. Strafkammer fand am 8. und 9. August 2023 
statt (pag. 686 ff.).

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3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Von Amtes wegen wurden in oberer Instanz ein aktueller Strafregisterauszug (da-
tierend vom 3. August 2023 pag. 674 ff.), ein aktueller Betreibungsregisterauszug 
(datierend vom 2. August 2023, pag. 680) und ein aktueller Leumunds- und Infor-
mationsbericht (datierend vom 3. August 2023, pag. 671 ff.) über den Beschuldig-
ten eingeholt. Weiter wurden das Urteil des Obergerichts des Kantons Bern 
SK 21 291 vom 17. November 2022 betreffend E.________ (pag. 636 ff.) und der 
Strafbefehl der Regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland (BM .________) 
vom 18. August 2022 (pag. 682 f.) ediert sowie der von Rechtsanwalt B.________ 
an der oberinstanzlichen Verhandlung eingereichte Austrittsbericht von Dr. med. 
F.________ vom 2. August 2023 betreffend die Ehefrau des Beschuldigten zu den 
Akten erkannt (pag. 708 ff.). Schliesslich wurde der Beschuldigte an der oberin-
stanzlichen Verhandlung erneut zur Person und zur Sache einvernommen 
(pag. 689 ff.).

Der oberinstanzliche Beweisantrag von Rechtsanwalt B.________ auf Einvernah-
me von E.________ als Zeugen wurde mit Beschluss vom 26. Mai 2023 (pag. 654 
ff.) und anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung jeweils begründet abgewie-
sen (pag. 688). 

4. Anträge der Parteien

4.1 Verteidigung

Rechtsanwalt B.________ bestätige anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung 
namens des Beschuldigten die Anträge gemäss Berufungserklärung, welche wie 
folgt lauten (Hervorhebungen im Original; pag. 606 ff. und pag. 701 f.):

A.

Es sei festzustellen, dass das Urteil vom 10. Dezember 2021 des Regionalgerichts Bern-Mittelland in-
soweit in Rechtskraft erwachsen ist, als

1. A.________ schuldig gesprochen worden ist wegen Besitz von 113g Kokaingemisch 
(48.6g reines Kokain) am 09. Mai 2019 (Ziffer 1.4. des Urteils);

2. die Vernichtung und Rückgabe diverser Gegenstände (Ziffer IV.1. und IV.2. des Urteils) und 
die Verrechnung der Ersatzforderung (Ziffer IV.3. des Urteils) beschlossen worden ist;

3. die Zustimmung zur Löschung des DNA-Profils (PCN-Nr. .________) nach Ablauf der ge-
setzlichen Frist (Ziffer 1V.4. des Urteils) sowie zu Zustimmung zur Löschung der erhobenen 
biometrischen erkennungsdienstlichen Daten (PCN-Nr. .________) nach Ablauf der gesetzli-
chen Frist erteilt worden ist (Ziffer 1V.5. des Urteils).

B.

A.________ beantragt folgende Abänderung des Urteils vom 10. Dezember 2021 des Regionalge-
richts Bern-Mittelland:

1. A.________ sei freizusprechen von

1.1. der Anschuldigung der mengenmässig qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäu-
bungsmittelgesetz, angeblich begangen durch Veräusserung an C.________ im Zeitraum 

6

Anfang Mai 2018 bis 09. Mai 2019 in D.________ (Ortschaft) (Ziffer I.a. AKS; 1.1. des Ur-
teils);

1.2. der Anschuldigung der mengenmässig qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäu-
bungsmittelgesetz, angeblich begangen durch Verschaffung an eine unbekannte Person im 
Zeitraum Anfang Januar bis Ende Februar 2019 in D.________ (Ortschaft) (Ziffer I.b. AKS; 
1.2. des Urteils);

1.3. der Anschuldigung der mengenmässig qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäu-
bungsmittelgesetz, angeblich begangen durch Veräusserung an E.________ im Zeitraum 
Anfang 17. April 2019 bis 08. Mai 2019, eventualiter im Zeitraum von Anfang Januar 2019 
bis 08. Mai 2019 in D.________ (Ortschaft) (Ziffer I.c. AKS; 1.3. des Urteils).

unter der Ausscheidung von anteilsmässigen, darauf entfallenden Verfahrenskosten an den Kanton 
Bern sowie unter Ausrichtung der einer anteilsmässigen Parteientschädigung.

2. A.________ sei vor Obergericht schuldig zu sprechen

der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, nicht qualifiziert begangen durch 
Veräusserung von 12g reinem Kokain in ca. 5 Transaktionen im Zeitraum Anfang Mai 2018 
[Abänderung anlässlich der Berufungsverhandlung: Anfang Juni 2018] bis 09. Mai 2019 an 
C.________.

3. A.________ sei zu verurteilen

3.1. Zu einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten, vollständig bedingt vollziehbar. Die Probezeit sei 
auf 24 Monate festzusetzen und die Untersuchungshaft von 72 Tagen sei vollumfänglich 
anzurechnen;

3.2. zu den auf die Schuldsprüche entfallenden erstinstanzlichen Verfahrenskosten;

3.3. zu den auf die Schuldsprüche entfallenden oberinstanzlichen. Verfahrenskosten.

4. Die Parteikosten für die angemessene Ausübung der Verfahrensrechte von A.________ (erstin-
stanzliches und oberinstanzliches Verfahren) seien gemäss noch einzureichender Honorarnote 
festzulegen.

5. Die übrigen Verfügungen seien von Amtes wegen zu treffen, wobei auf eine Mitteilung des Urteils 
an das Staatsekretariat für Migration abzusehen sei.

4.2 Generalstaatsanwaltschaft

Die Generalstaatsanwaltschaft stellte und begründete folgende Anträge (Hervorhe-
bungen im Original; pag. 712 f.):

I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland (Kollegial-
gericht in Dreierbesetzung) vom 10. Dezember 2021 in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich

1. des Schuldspruchs wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz durch Be-
sitz von 113g Kokaingemisch (48,6g reines Kokain);

2. der weiteren Verfügungen betreffend Einziehung und Rückgabe diverser Gegenstände und 
Verrechnung der Ersatzforderung.

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II.

A.________ sei schuldig zu erklären der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, 
mehrfach, mengenmässig qualifiziert, begangen durch

1. Veräusserung von ca. 600g Kokaingemisch (ca. 240g reines Kokain) an C.________, began-
gen im Zeitraum von ca. Anfang Mai 2018 bis 9. Mai 2019 in D.________ (Ortschaft);

2. Verschaffen von ca. 80g Kokaingemisch (ca. 32g reines Kokain) an C.________, begangen im 
Zeitraum von ca. Anfang Januar 2019 bis Ende Februar 2019 in D.________ (Ortschaft);

3. Veräusserung von ca. 50g Kokaingemisch (ca. 33g reines Kokain) an E.________, begangen 
im Zeitraum von ca. 17. April 2019 bis 8. Mai 2019 in D.________ (Ortschaft).

III.

A.________ sei gestützt hierauf sowie gestützt auf den rechtskräftigen Schuldspruch in Anwendung 
von Art. 40, 47, 51 StGB; Art. 19 Abs. 2 lit, a i.V.m. Art. 19 Abs. 1 lit. c und d BetmG; Art. 426 ff. StPO

zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 40 Monaten, unter Anrechnung der ausgestandenen Untersu-
chungshaft von 72 Tagen;

2. zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine angemessene 
Gebühr gemäss Art. 21 VKD).

IV.

Im Weiteren sei zu verfügen:

1. Das Honorar des amtlichen Verteidigers sei gerichtlich zu bestimmen (Art. 135 StPO).

2. Die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils sowie der erhobenen biometrischen er-
kennungsdienstlichen Daten von A.________ (PCN-Nr. .________) sei nach Ablauf der gesetzli-
chen Frist dem zuständigen Bundesamt bzw. dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst 
zu erteilen (Art. 16 Abs. 4 DNA-ProfilG und Art. 17 Abs. 4 i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über 
die Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten).

3. Das Urteil sei dem Staatssekretariat für Migration SEM zwecks Überprüfung der erleichterten 
Einbürgerung (Art. 75 Abs. 4 i.V.m. Art. 30 Abs. 1 EG ZSJ sowie Art. 36 BüG) und dem Bundes-
amt für Polizei (Art. 28 Abs. 2 BetmG) mitzuteilen.

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochte-
nen Punkten (Art. 404 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; SR 
312.0]). Der Beschuldigte hat das erstinstanzliche Urteil nur hinsichtlich der 
Schuldsprüche gemäss Ziffern I.1., I.2. und I.3. des erstinstanzlichen Urteilsdisposi-
tivs, der Strafzumessung, der Verteilung der Verfahrenskosten und der Mitteilung 
des Urteils an das Staatssekretariat für Migration angefochten. Die Generalstaats-
anwaltschaft beschränkte ihre Anschlussberufung auf die Sanktion (höhere Frei-
heitsstrafe).

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Es kann mithin festgestellt werden, dass das erstinstanzliche Urteil insoweit in 
Rechtskraft erwachsen ist, als der Beschuldigte schuldig erklärt wurde der Wider-
handlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, mengenmässig qualifiziert begangen 
durch Besitz von 113g Kokaingemisch (48.6g reines Kokain) am 9. Mai 2019 in 
D.________ (Ortschaft) (Ziff. I.4. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs). Nicht an-
gefochten und damit in Rechtskraft erwachsen ist zudem die festgesetzte amtliche 
Entschädigung für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten im erstinstanzli-
chen Verfahren durch Rechtsanwalt B.________, nicht hingegen die dem Beschul-
digten auferlegte Rück- und Nachzahlungspflicht (Ziff. I.1. des erstinstanzlichen Ur-
teilsdispositivs). In Rechtskraft erwachsen sind weiter die Beschlüsse gemäss Ziffer 
IV.1. (Einziehung diverser Gegenstände), Ziffer IV.2. (Rückgabe diverser Papiere 
an den Beschuldigten) und Ziffer II.3. i.V.m. Ziffer. IV.3. (Verrechnung der ausge-
sprochenen Ersatzforderung mit dem beschlagnahmten Betrag) des erstinstanzli-
chen Urteilsdispositivs.

Die Kammer hat somit die Schuldsprüche gemäss Ziffern I.1., I.2. und I.3. des erst-
instanzlichen Urteilsdispositivs, die Strafzumessung, die Kostenregelung der Vorin-
stanz sowie die Rück- und Nachzahlungspflichten betreffend die amtliche Entschä-
digung der Verteidigung zu überprüfen. Nicht der Rechtskraft zugänglich und daher 
ebenfalls zu überprüfen sind die Beschlüsse der Vorinstanz betreffend die Zustim-
mung zur Löschung der erhobenen biometrischen Daten und des erstellten DNA-
Profils (Ziff. IV.4. und IV.5. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs).

Die Kammer verfügt bei der Überprüfung der angefochtenen oder der Rechtskraft 
nicht zugänglichen Punkte über volle Kognition (Art. 398 Abs. 2 StPO). Aufgrund 
der Anschlussberufung der Generalstaatsanwaltschaft darf der Sanktionenpunkt 
auch zum Nachteil des Beschuldigten abgeändert werden. Die Kammer ist dabei 
nicht an die Anträge der Parteien gebunden (Art. 391 Abs. 1 Bst. b StPO). Soweit 
weitergehend gilt das Verschlechterungsverbot (Art. 391 Abs. 2 StPO).

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Allgemeine Grundlagen der Beweiswürdigung

Bezüglich der allgemeinen Grundlagen zur Beweiswürdigung und zur Aussagen-
analyse im Besonderen kann auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz 
verwiesen werden (S. 5 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 564 ff.).

7. Beweismittel

Es liegen der Kammer diverse objektive Beweismittel vor (insbesondere der Anzei-
gerapport der Kantonspolizei vom 24. August 2019 [pag. 56 ff.], der Nachtrag der 
Kantonspolizei vom 18. Dezember 2020 inkl. Beilagen [pag. 64 ff.], der Berichts-
rapport der Kantonspolizei vom 10. Mai 2019 [pag. 93 ff.], forensisch-chemische 
Abschlussberichte des Instituts für Rechtsmedizin [pag. 199 ff. und 124 ff.], Proto-
koll inkl. Verzeichnis der Sicherstellungen der Hausdurchsuchung vom 9. Mai 2019 
[pag. 264 ff.], Kontoauszug, usw.). Angesichts der Vielzahl derselben wird davon 
abgesehen, diese abschliessend aufzulisten. Soweit relevant wird direkt im Rah-
men der Beweiswürdigung auf die einzelnen Beweismittel eingegangen.

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Als subjektive Beweismittel liegen der Kammer die Aussagen von C.________ an-
lässlich der delegierten Einvernahmen vom 21. Juni 2019 (pag. 138 ff.) und 18. Juli 
2019 (pag. 151 ff.), der Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft vom 9. Februar 
2021 (pag. 156 ff.) und der Einvernahme im Rahmen der erstinstanzlichen Haupt-
verhandlung vom 9. Dezember 2021 (pag. 504 ff.), die Aussagen von E.________ 
anlässlich der delegierten Einvernahmen vom 8. Mai 2019 (pag. 164 ff.) und 12. 
Juni 2019 (pag. 178 ff.) und der Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft vom 11. 
November 2020 (Akten PEN 20 1013, Strafverfahren gegen E.________, 
G.________ 102 ff.), die Aussagen von H.________ anlässlich der delegierten Ein-
vernahme vom 3. Juli 2019 (pag. 130 ff.) sowie die Aussagen des Beschuldigten 
anlässlich der delegierten Einvernahme vom 9. Mai 2019 (pag. 193 ff.), der Einver-
nahme bei der Staatsanwaltschaft betreffend Hafteröffnung vom 10. Mai 2019 (pag. 
12 ff.), der delegierten Einvernahme vom 3. Juli 2019 (pag. 214 ff.), der Einver-
nahme im Rahmen der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 9. Dezember 
2021 (pag. 511 ff.) und der Einvernahme an der oberinstanzlichen Verhandlung 
vom 8. August 2023 (pag. 689 ff.) vor.

Auf eine Zusammenfassung der Aussagen wird verzichtet. Hierfür wird auf die Er-
wägungen der Vorinstanz verwiesen, welche die Aussagen zutreffend zusammen-
gefasst hat (S. 10 ff., S. 21 f. und S. 26 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 
Soweit relevant wird direkt im Rahmen der Beweiswürdigung auf die einzelnen 
Aussagen eingegangen.

8. Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz (Veräussern und Ver-
schaffen von Kokain an C.________)

8.1 Vorwurf gemäss Ziffer I.a. und I.b. der Anklageschrift

Gemäss Ziffer I.a. und I.b. der Anklageschrift werden dem Beschuldigten folgende 
Anklagesachverhalte zur Last gelegt (pag. 433 f.; Hervorhebungen im Original):

Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, (mengenmässig) qualifiziert durch, Be-
sitz, Veräusserung und Verschaffen von Betäubungsmitteln (Art. 19 Abs. 2 lit, a i.V.m. Abs. 1 
lit. c und d BetmG), 

mehrfach begangen 

a) im Zeitraum von ca. Anfang Mai 2018 bis 09. Mai 2019 in D.________ (Ortschaft) durch Ver-
äusserung von Betäubungsmitteln an C.________,

indem sich der Beschuldigte in der genannten Zeitspanne im Bereich der Tram- und Bushalte-
stelle I.________ regelmässig mit C.________ traf (in den ersten beiden Monaten ca. alle 14 Ta-
ge, danach mindestens 1-2 Mal pro Woche, mit Ausnahme einer ca. zwei Monate dauernden 
Auslandabwesenheit des Beschuldigten im Januar/Februar 2019 und zwei je eine Woche dau-
ernden Ferienabwesenheiten von C.________ im Juni 2018 und im Oktober 2018) und diesem 
dort jeweils 5 bzw. 10 Gramm Kokaingemisch mit einem durchschnittlichen Reinheitsgrad von 
mindestens 40 % Cocain Base zu einem Verkaufspreis von Fr. 100.-- pro Gramm verkaufte, wo-
bei er dergestalt an C.________ insgesamt mindestens 700 g Kokaingemisch bzw. mindes-
tens 280 g reines Kokain veräusserte. Davon veräusserte der Beschuldigte alleine in der Zeit-
spanne vom 20. April 2019 bis zum 09. Mai 2019 mindestens 55g Kokaingemisch an 

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C.________ und hätte ihm am 13. Mai 2019 nochmal 10 g liefern sollen, wozu es aufgrund der 
inzwischen erfolgten Anhaltung des Beschuldigten nicht mehr kam.

b) im Zeitraum von ca. Anfang Januar 2019 bis Ende Februar 2019 in D.________ (Ortschaft) 
durch Verschaffen von Betäubungsmitteln,

indem der Beschuldigte während seiner Auslandabwesenheit zwischen ca. Anfang Januar 2019 
bis Ende Februar 2019 seinem regelmässigen Drogenabnehmer C.________ einen namentlich 
nicht bekannten "Ferienvertreter" vermittelte, der in dieser Zeit für C.________ über die Telefon-
nummer des Beschuldigten erreichbar war und ihn am üblichen Treffpunkt an der Haltestelle 
I.________ weiterhin in der gewohnten Weise mit Kokain belieferte, wobei C.________ in dieser 
Zeit mindestens 80 Gramm Kokaingemisch mit einem Reinheitsgrad von mindestens 40 % 
Cocain Base bzw. mindestens 32 Gramm reines Kokain vom Stellvertreter des Beschuldigten 
bezog bzw. der Beschuldigte dergestalt C.________ diese Drogenmenge über die Vermittlung 
seines Vertreters verschaffte.

8.2 Vorinstanzliches Beweisergebnis

Die Vorinstanz erachtete nach Würdigung sämtlicher Beweise den Sachverhalt 
gemäss Ziffer I.a. der Anklageschrift als erstellt, wobei sie primär auf die als über-
zeugend erachteten Aussagen von C.________ abstellte. So erachtete die Vorin-
stanz namentlich als erstellt, dass es sich beim Beschuldigten um J.________ 
handelt. Bei der Höhe der an C.________ verkauften Drogenmenge stützte sich die 
Vorinstanz auf die tatnächsten Aussagen von C.________ ab, wonach er mindes-
tens CHF 70'000.00 für Kokaingemisch ausgegeben habe, was bei einem Preis 
von CHF 100.00 pro Gramm eine Gesamtmenge von 700 Gramm Kokaingemisch 
ergebe. Für die vorausgegangene Zeit (3-4 Monate), in der er bei K.________ das 
Kokain kaufte, zog die Vorinstanz 20 Gramm ab (1 Gramm pro Woche mit Aufrun-
dung). Für die «Ferienvertretung» im Zeitraum Januar/Februar 2019 zog die Vor-
instanz weitere 80 Gramm ab (durchschnittlich 10 Gramm pro Woche), so dass ei-
ne Menge von 600 Gramm Kokaingemisch verblieb. In Bezug auf den Reinheits-
grad stellte die Vorinstanz auf den Wert von 40 % gemäss Anklageschrift bzw. 
Betäubungsmittelstatistik ab. Zusammenfassend erachtete die Vorinstanz betref-
fend Ziffer I.a. der Anklageschrift den folgenden Sachverhalt als erstellt:

Das Gericht geht somit davon aus, dass sich der Beschuldigte im Zeitraum von ca. Anfang Mai 2018 
bis 9. Mai 2019 im Bereich der Tram- und Bushaltestelle I.________ regelmässig mit C.________ traf 
und diesem dort jeweils 5 bzw. 10 Gramm Kokaingemisch mit einem durchschnittlichen Reinheitsgrad 
von mindestens 40% Kokainbase zu einem Verkaufspreis von Fr. 100.00 pro Gramm verkaufte, wobei 
er so an C.________ insgesamt 600 Gramm Kokaingemisch bzw. 240 Gramm reines Kokain veräus-
serte.

Betreffend den Sachverhalt gemäss Ziffer I.b. der Anklageschrift stellte die Vor-
instanz ebenfalls auf die Aussagen von C.________ ab und erachtete es als er-
stellt, dass der Beschuldigte während seiner Auslandabwesenheit zwischen ca. An-
fang Januar 2019 bis Ende Februar 2019 seinem regelmässigen Drogenabnehmer 
C.________ einen namentlich nicht bekannten «Ferienvertreter» vermittelte, der 
über die Telefonnummer des Beschuldigten erreichbar war und ihn am üblichen 
Treffpunkt in der gewohnten Weise mit Kokain belieferte. Die auf diese Art und 
Weise bezogene Drogenmenge setzte die Vorinstanz auf 80 Gramm fest 

11

(10 Gramm pro Woche x 8 Wochen) und ging von einem Reinheitsgrad von 40 % 
aus.

8.3 Vorbringen der Parteien

8.3.1 Vorbringen der Verteidigung des Beschuldigten

Die Verteidigung brachte anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung vor, dass 
das Verfahren gegen den Beschuldigten von Beginn weg von der Polizei gelenkt 
worden sei. Anstatt einer Fotoverweisung sei C.________ ein Foto des Beschuldig-
ten vorgelegt und diesem damit suggeriert worden, dass der Mann auf dem Foto 
der Täter sei. C.________ verwechsle den Beschuldigten. Dies ergebe sich bereits 
aus seinen Aussagen, wonach der Beschuldigte zwei bis drei Wochen ferienabwe-
send gewesen sei. Dies stimme nicht. Der Beschuldigte sei ganze zwei Monate 
abwesend gewesen. Die Aussagen von C.________ seien widersprüchlich, insbe-
sondere hinsichtlich der Menge des gekauften Kokains. So habe er angegeben 
CHF 100'000.00, CHF 60'000.00, CHF 70'000.00 oder CHF 80'000.00 bis 
CHF 90'000.00 für Kokain ausgegeben zu haben und seine Aussagen damit je-
weils den Hochrechnungen der Behörden angepasst. Hinsichtlich des Zeitpunktes 
des ersten Treffens seien die Aussagen von C.________ ebenfalls unpräzise, 
weshalb in dubio pro reo davon auszugehen sei, dass das erste Treffen erst im Ju-
ni 2018 stattgefunden habe. Betreffend die Mobiltelefone (Ass. 9, 11 und 12) sei 
unbestritten, dass diese beim Beschuldigten gefunden worden seien. Dies bedeute 
aber nicht, dass der Beschuldigte die Textnachrichten verfasst habe. Auf dem Mo-
biltelefon Ass. 9 sei ein Geldtransfer nach L.________ (Land) ersichtlich. Der Be-
schuldigte habe aber keinen Bezug zu L.________(Land). Dieses Telefon müsse 
daher einer anderen Person gehört haben. Selbst wenn davon ausgegangen wer-
de, dass der Beschuldigte die Mobiltelefone verwendet habe, könne dem vorin-
stanzlichen Beweisergebnis nicht gefolgt werden. Diesfalls resultierten maximal 12 
Geschäfte à 5-10 Gramm Kokaingemisch, ausmachend durchschnittlich total 90 
Gramm bzw. höchstens 120 Gramm Kokaingemisch. Bei Annahme einer grösseren 
Kokainmenge stelle sich nicht zuletzt die Frage, wo der angeblich erhaltene Ge-
samtbetrag von CHF 70'000.00 geblieben sei. Es seien nur wenige kleinere Beträ-
ge nach M.________ (Land) geflossen. Bei der Hausdurchsuchung sei zudem nur 
wenig Bargeld gefunden worden. Aufgrund all dieser wenig klaren Umstände sei 
nur insoweit eine Verurteilung möglich, als der Beschuldigte den Kokainhandel 
selbst eingestanden habe, d.h. fünf Transaktionen und 12 Gramm reines Kokain. 
Damit einhergehend habe auch ein Freispruch betreffend die Ferienvertretung zu 
erfolgen (pag. 699 f.).

8.3.2 Vorbringen der Generalstaatsanwaltschaft

Die Generalstaatsanwaltschaft führte anlässlich der Berufungsverhandlung aus, 
dass die Aussagen von C.________ konstant, widerspruchsfrei, nachvollziehbar 
und glaubhaft seien. Der Verfahrensmangel seitens der Polizei sei unbestritten. Al-
lerdings habe C.________ die drei Personen J.________, K.________ und die Fe-
rienvertretung genau auseinanderhalten können. Wenn es eine vierte Person ge-
geben hätte, hätte C.________ dies so deklariert. Eine Verwechslung könne daher 
ausgeschlossen werden. Die Person auf den von der Verteidigung anlässlich der 

12

erstinstanzlichen Hauptverhandlung eingereichten Fotos habe C.________ nicht 
als J.________ erkannt. C.________ habe stimmige Aussagen zum Kennenlernen, 
den Treffen und den Mengen gemacht. Die Abweichungen in den Aussagen seien 
nachvollziehbar. Was die Anzahl Treffen angehe, sei darauf hinzuweisen, dass vie-
le Textnachrichten gelöscht worden seien. Die Aussagen des Beschuldigten seien 
widersprüchlich. An der erstinstanzlichen Hauptverhandlung habe er von 10 
Gramm gesprochen, welche er C.________ verkauft habe. Vor oberer Instanz ha-
be er angegeben, dass es 50 Gramm gewesen seien. Der Beschuldigte habe zu-
dem viele Fantasiegeschichten erzählt. So beispielsweise die Geschichte mit der 
Hochzeit. Was die Mobiltelefone angehe, habe der Beschuldigte unmissverständ-
lich angegeben, dass das Mobiltelefon mit den Nachrichten von bzw. an 
C.________ ihm gehöre. Auf dem einen Mobiltelefon hätten sich denn auch Bank-
transaktionen und weitere Daten des Beschuldigten befunden. Dass der Beschul-
digte nun ausführe, diese Mobiltelefone hätten ihm nicht gehört, sei als reine 
Schutzbehauptung zu qualifizieren. Die Aussagen des Beschuldigten seien insge-
samt nicht glaubhaft. Das Beweisergebnis der Vorinstanz sei nicht zu beanstanden 
(pag. 703 f.).

8.4 Unbestrittener und bestrittener Sachverhalt

Der Beschuldigte bestritt bereits vor der Vorinstanz nicht mehr, Kokain an 
C.________ verkauft zu haben, dies jedoch in deutlich geringerem Umfang, als an-
geklagt (vgl. pag. 514 f. Z. 27 ff.). Die Verteidigung forderte damit einhergehend vor 
erster Instanz einen Schuldspruch wegen Widerhandlungen gegen das Betäu-
bungsmittelgesetz durch Veräusserung von 14 Gramm reinen Kokains in ca. fünf 
Transaktionen und davon abweichend vor oberer Instanz einen Schuldspruch we-
gen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz durch Veräusserung von 
12 Gramm reinen Kokains in ca. fünf Transaktionen (pag. 493 und pag. 702 und 
609). Die Übergaben erfolgten jeweils in einer Querstrasse der Haltestelle 
«I.________» (pag. 224 Z. 499 f.).

Vom Beschuldigten bestritten wird zum einen die angeklagte Gesamtmenge Ko-
kaingemisch von mindestens 700 Gramm, welche er C.________ veräussert haben 
soll. Der Beschuldigte bestreitet in diesem Zusammenhang, dass er die von 
C.________ genannte Person J.________ ist. Zum anderen bestreitet der Be-
schuldigte eine «Ferienvertretung» organisiert zu haben, die während seiner Aus-
landabwesenheit C.________ weiter mit Kokain versorgte. Schliesslich gilt es, den 
(durchschnittlichen) Reinheitsgrad des Kokaingemischs zu bestimmen.

8.5 Beweiswürdigung der Kammer

8.5.1 Ausgangslage

Die Vorinstanz hat die objektiven Beweismittel und die Aussagen sämtlicher be-
fragten Personen zutreffend gewürdigt, weshalb vorab darauf verwiesen werden 
kann. Ergänzend und teilweise als Wiederholung zu den vorinstanzlichen Erwä-
gungen ist betreffend die Tatvorwürfe gemäss Ziffer I.a. und I.b. der Anklageschrift 
das Folgende festzuhalten:

Objektive Beweismittel

13

Bereits die Tatsache, dass anlässlich der Hausdurchsuchung beim Beschuldigten 
eine grössere Menge Kokain (113 Gramm Kokaingemisch) abgepackt in 12 Finger-
linge (pag. 205) sichergestellt werden konnte, spricht Bände und ist ein klares Indiz 
dafür, dass der Beschuldigte in grösserem Stil mit Kokain handelte. Die Fingerlinge 
befanden sich in seiner Jacke, die er gemäss eigenen Aussagen in dieser Zeit ge-
tragen hat (pag. 197 Z. 142 ff. und pag. 693 Z. 2). Neben dem Kokain wurden zu-
dem Verpackungsmaterial, Bargeldbeträge in einschlägiger Stückelung, mehrere 
Mobiltelefone und diverse SIM-Karten sichergestellt (pag. 271). Diese sichergestell-
ten Gegenstände sind typisch für den Drogenhandel und damit ebenfalls ein star-
kes Indiz dafür, dass der Beschuldigte regen Kokainhandel betrieb. Im Zimmer des 
Beschuldigten wurden sodann vier Kundenbelege der N.________ aufgefunden, 
welche jeweils grössere Devisenwechsel von CHF in EUR belegen (pag. 60, total 
rund CHF 15'000.00). Diese gewechselten Bargeldbezüge lassen sich nicht in Ein-
klang mit den Bewegungen auf dem einzig bekannten Schweizer Konto des Be-
schuldigten bei der O.________ bringen, so dass die Herkunft dieser Beträge un-
klar ist und die Devisenwechsel ebenso ein Indiz dafür darstellen, dass der Be-
schuldigte nebst seinen Einkünften als P.________ (Beruf) und seiner Anstellung 
bei Q.________ zusätzliche Bareinnahmen durch Kokainhandel generierte. Andere 
Einnahmequellen sind jedenfalls nicht bekannt und wurden vom Beschuldigten 
nicht behauptet (vgl. pag. 216 Z. 80 f.). Zudem ist seine Erklärung anlässlich der 
erst- und oberinstanzlichen Hauptverhandlung, wonach das Geld von seinem 
Freund R.________ sei, der manchmal «Teile» kaufe und nach M.________(Land) 
schickte, wenig glaubhaft (pag. 517 Z. 12 f. und pag. 697 Z. 22 f.). Ebenso die Aus-
sagen, wonach nicht der Beschuldigte, sondern R.________ das Geld gewechselt 
habe und sich die Belege nur deswegen in seinem Zimmer befunden hätten, weil 
R.________ manchmal bei ihm übernachtet habe (pag. 697 Z. 26 ff.). So ist akten-
kundig, dass beim Devisenwechsel vom 27. Dezember 2018 die Personalien des 
Beschuldigten anhand seiner Identitätskarte vermerkt wurden (pag. 60). Zudem 
vermag seine Erklärung lediglich die angebliche Verwendung, nicht jedoch die Her-
kunft des Geldes zu erklären. Ein weiteres Indiz dafür, dass der Beschuldigte im 
Kokainhandel involviert war, stellt der Umstand dar, dass er bereits im Juni 2018 in 
S.________ (Ortschaft) in Begleitung eines weiteren T.________ durch die Polizei 
angehalten wurde, wobei bei beiden der Verdacht bestand, dass sie in ihren Kör-
pern Kokain mit sich führten. Die Untersuchung beim Begleiter verlief positiv. Die-
ser führte mehrere Kokainfingerlinge in sich mit. Der Verdacht gegen den Beschul-
digten konnte nicht erhärtet werden, so dass dieser damals wieder entlassen wurde 
(pag. 63). Schliesslich zeigen die wenigen Chatverläufe zwischen dem Beschuldig-
ten und C.________ (U.________), die wiederhergestellt werden konnten oder 
nicht gelöscht wurden, eindrücklich, mit welcher Kadenz und in welcher Grössen-
ordnung C.________ Kokain beim Beschuldigten bezog. So geht aus dem extra-
hierten Chatverlauf mit der Rufnummer .________ (Ass. C11) hervor, dass im Zeit-
raum vom 24. April bis 9. Mai 2019 Kokainübergaben mit einer Gesamtmenge von 
(mindestens) 50 Gramm zwischen C.________ und dem Beschuldigten vereinbart 
wurden (pag. 86 ff.; 146 ff.; 363 ff.). Aus dem Chatverlauf mit der Rufnummer 
.________ (Ass. C9) geht sodann hervor, dass C.________ bereits im Zeitraum 
vom 26. September bis 1. Oktober 2018 mindestens 20 Gramm Kokaingemisch 

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beim Beschuldigten bezogen hat (pag. 83 f.). Originell ist dabei die Verwechslung 
des Pakets bei der Übergabe vom 26. September 2018. Offenbar wurde das Ko-
kain jeweils in einer Zigarettenschachtel übergeben, wobei der Beschuldigte am 
26. September 2018 C.________ versehentlich eine Schachtel mit Zigaretten 
übergab (vgl. pag. 83 in fine und pag. 143 Z. 214 ff.). Daran, dass die sichergestell-
ten Mobiltelefone dem Beschuldigten gehören und dass er die extrahierten Nach-
richten an C.________ verfasste, hat die Kammer keine Zweifel. So hat der Be-
schuldigte während der Untersuchung selbst zu Protokoll gegeben, dass die si-
chergestellten Mobiltelefone ihm gehörten, was sich auch aus weiteren Indizien er-
gibt (vgl. dazu die Ausführungen in Ziff. II. 8.5.3 hinten). Es sind schliesslich keine 
Anhaltspunkte vorhanden, welche darauf hinwiesen, dass die vereinbarten Treffen 
nicht stattgefunden hätten. Den Chatverläufen kann entnommen werden, dass der 
Beschuldigte und C.________ bei Komplikationen jeweils miteinander kommuni-
zierten. So enthält das Mobiltelefon Ass. C9 beispielsweise eine Nachricht vom 20. 
September 2018 mit dem Text «where’s are you?» (pag. 361) und eine Nachricht 
vom 26. September 2018 mit dem Text «you gave me the wrong packet… […]» 
(pag. 360). Weitere solche oder ähnliche Nachrichten fehlen, weshalb davon aus-
gegangen werden kann, dass die Treffen ansonsten reibungslos verliefen. Einige 
Male hat C.________ dem Beschuldigten kurz vor dem vereinbarten Treffzeitpunkt 
gar noch mitgeteilt, dass er etwas verspätet beim I.________ ankomme (pag. 363 
f.).

Es bestehen somit neben den belastenden Aussagen von C.________ konkrete 
und teilweise gewichtige Indizien, dass der Beschuldigte regen Handel mit Kokain 
betrieb und C.________ bereits ab Ende September 2018 in einer hohen Kadenz 
und teilweise bereits in Portionen von 10 Gramm mit Kokain belieferte.

Aussagen von C.________

C.________ hat sich – was er sich bewusst war (pag. 139 Z. 31 f.) – mit seinen 
Aussagen selbst belastet und dabei nicht versucht, sich in ein gutes Licht zu rü-
cken. Er schilderte dabei glaubhaft, dass er etwas vermutet habe, nachdem der 
Kontakt abgebrochen worden sei. Es sei ein Wachrütteln für ihn gewesen und er 
habe eigentlich auf diesen Moment gewartet. Es sei für ihn ein Startschuss in die 
andere Richtung gewesen (pag. 140 Z. 96 ff. und pag. 142 Z. 190 ff.). Er war so-
dann in der Lage, zu schildern, wie es zum Kontakt mit dem Beschuldigten kam, 
den er lediglich als J.________ kannte, weshalb er von K.________ zum Beschul-
digten wechselte, wie die Bestellungen und Übergaben jeweils konkret abliefen und 
in welchem Ausmass er Kokain beim Beschuldigten bezog (insbesondere bezüg-
lich Menge und Häufigkeit). Wenn er sich bei Daten oder Zahlen nicht mehr sicher 
war, gab er dies offen zu und nannte stattdessen eine Zeitspanne oder eine unge-
fähre Grössenordnung. Bei einer erfundenen Geschichte hätte es dies nicht be-
durft, hätte er eine Zahl nennen und sich diesbezüglich überzeugt zeigen können. 
Dass bei einem Bezug von Kokain über mehrere Monate nicht mehr jedes Datum, 
jede Übergabe und jede einzelne bezogene Menge im Gedächtnis bleibt und über 
die Gesamtmenge nicht Buch geführt wird, ist nachvollziehbar. Auch seine Mut-
massung, wonach das Kokain gute Qualität gehabt haben müsse, konnte er plau-
sibel begründen (pag. 140 Z. 105 f.). Er konnte sodann Details und besonders ein-

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prägsame Vorkommnisse und Einzelheiten schildern (vgl. z.B. pag. 140 Z. 110: 
«wenn es die Hälfte war, war es in der Mitte halbiert gewesen»; pag. 141 Z. 116: 
«Es hat teilweise so ein kleines gelbes Zettelchen in der Verpackung welches mit 
‘K.________’ beschriftet war»; pag. 143 Z. 221: «[...] legte eine leere Zigarettenpa-
ckung mit Kokain in die Mittelkonsole und dort lag auch schon das Geld für ihn be-
reit. Aber eben, einmal gab er mir wohl aus Versehen eine volle Zigarettenpackung 
mit Zigaretten anstatt mi Kokain»). C.________ bestätigte ferner, die vorgehaltenen 
Textnachrichten an den Beschuldigten geschrieben zu haben und dass es dabei 
um jeweilige Treffen bzw. Bestellungen von Kokain ging (pag. 143 Z. 214 ff.). Den 
Beschuldigten belastete er im Rahmen seiner Aussagen nicht über Gebühr (vgl. 
u.a. pag. 141 Z. 157 bezüglich weiterer Kunden; pag. 143 Z. 234 bezüglich Ver-
wendung Erlös aus Kokainverkauf). Damit einhergehend fehlen jegliche Anhalts-
punkte, dass er den Beschuldigten fälschlicherweise bzw. zu Unrecht belastete. Bei 
seiner Einvernahme vom 9. Februar 2021 hielt er diesbezüglich, d.h. auf die Frage, 
ob ihm bewusst sei, dass dem Beschuldigten aufgrund seiner Aussage eine hohe 
Strafe drohe, fest, dass er dies vermute. Jeder müsse mit seinen Fehlern umgehen 
und zu dem stehen, was er getan habe. Er habe sich damit auch selber belastet. 
Es tue ihm natürlich auch Leid für den Beschuldigten (pag. 163 Z. 248 ff.). Insge-
samt sind die Aussagen von C.________ somit durchwegs als glaubhaft einzustu-
fen, weshalb grundsätzlich auf diesen abgestellt werden kann. Was dies für die be-
strittenen Punkte bedeutet (Auslandabwesenheit/Ferienvertretung, Identifizierung 
als J.________, Gesamtmenge Kokaingemisch und Reinheitsgrad des Kokains), 
wird nachfolgend erörtert (vgl. Ziff. II. 8.5.2 ff. hinten).

Aussagen des Beschuldigten

Bereits bei seiner tatnächsten Einvernahme bei der Polizei widersprach sich der 
Beschuldigte gleich mehrfach betreffend das sichergestellte Kokain, namentlich, 
auf welches Telefon der angebliche Besitzer des Kokains «V.________» ihn ange-
rufen habe (pag. 196 Z. 105: «Ja, er hat auf mein Mobiltelefon angerufen»; 
pag. 196 Z. 112 ff.: «Hat er Sie auf Ihr persönliches Mobiltelefon [Samsung Galaxy] 
angerufen? <> Ich glaube nicht») und wann das Kokain abgeholt werden sollte 
(pag. 195 Z. 76 f.: «gesagt, dass die gestern kommen würden um es abzuholen»; 
pag. 196 Z. 109 f.: «würde er heute kommen»). Er gab hingegen zu, gewusst zu 
haben, dass es sich dabei um Kokain handelt (pag. 197 Z. 137), und sagte auf die 
Frage, wie oft schon Kokain bei ihm zwischengelagert worden sei, aus, dass es 
das zweite Mal gewesen sei (pag. 197 Z. 157 f.). Bei der Frage, ob er jemals einen 
Fingerling verkauft habe, dachte er lange nach, bevor er schliesslich aussagte, 
dass ihn einmal ein Mann gefragt habe, ob er ihm etwas besorgen könne, dann sei 
er zur AG.________ gegangen, habe etwas gekauft und dieser Person weiterver-
kauft (pag. 198 Z. 212 ff.). Der Beschuldigte gestand somit den Besitz und den 
Handel von Kokain ein, jedoch in einem sehr bescheidenen Umfang. So will er das 
sichergestellte Kokain nur bei sich aufbewahrt und einmalig Kokain bei der 
AG.________ zwecks Weiterverkaufs gekauft haben. Der Beschuldigten war sich 
offenbar bewusst, dass ein vollständiges Abstreiten aufgrund des sichergestellten 
Kokains und der mutmasslich vorhandenen weiteren Beweise keinen Sinn machen 
würde und bemühte sich in Schadensminderung, indem er seine Stellung bezüglich 
des sichergestellten Kokains (Aufbewahren für einen Freund) und seinen eigenen 

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Kokainhandel (einmalig bei der AG.________ Kokain für eine Person gekauft) so-
weit möglich kleinzureden versuchte und die Vorkommnisse als Einzelfälle darstell-
te. 

Bei der Hafteröffnung stritt der Beschuldigte dann ab, gewusst zu haben, dass es 
sich beim Inhalt der sichergestellten Fingerlinge in seiner Jacke um Kokain handel-
te (pag. 17 Z. 17 ff., 191 f. und 196 f.). Erst als er es nach drei Tagen ausgepackt 
und angeschaut habe, will er vermutet haben, dass es Kokain sein könnte (pag. 17 
f. Z. 197 f.). Betreffend den Namen des Freundes zeigte er sich nun nicht mehr si-
cher (pag. 17 Z. 186. «V.________ (evtl. V.________)»; zuvor «V.________» ohne 
.________ Als Grund, weshalb er das Kokain in der Jacke aufbewahrte, nannte er 
erst – wenig plausibel – seine Vermutung, dass es vielleicht Kokain ist (pag. 17 Z. 
172 ff.), und etwas später – gerade umgekehrt – sein Nichtwissen, dass es Kokain 
ist (pag. 18 Z. 206 f.). Im Widerspruch zu seinen früheren Aussagen sagte der Be-
schuldigte zudem aus, dass das bei ihm sichergestellte Kokain von Freunden bzw. 
Kollegen von V.________ abgeholt werden sollte (pag. 17 Z. 182 und 196) und 
nicht von V.________ selbst (pag. 195 Z. 76 ff.; 196 Z. 105 f. und 109 f.). Auch 
wollte er nun nichts mehr von einer zweiten, früheren Zwischenlagerung wissen 
(pag. 18 Z. 209 ff.) und bestritt, jemals Kokain verkauft zu haben (pag. 19 Z. 234 
ff.). Der Beschuldigte versuchte sich bei seiner zweiten Einvernahme somit gänz-
lich aus der Verantwortung zu ziehen und bestätigte nicht einmal mehr die beschö-
nigenden «Eingeständnisse» aus seiner Einvernahme tags zuvor. Dass er dabei 
immer wieder davon sprach, dass er jetzt die Wahrheit sage bzw. sagen wolle und 
sich ganz allgemein für die von ihm begangenen Fehler entschuldigte, passt in die-
ses Bild.

Bei seiner Einvernahme vom 3. Juli 2019 sagte der Beschuldigte nun aus, das ver-
packte Kokain erst nach ein bis zwei Wochen, nachdem der Besitzer nicht gekom-
men sei, geöffnet zu haben (pag. 220 Z. 258 f. und 276 f.). Erstmals gab er zudem 
an, Verpackungsmaterial weggeworfen zu haben (pag. 220 Z. 259 f., 270 ff., 278 f. 
und 290). Dies aber erst, nachdem ihm eröffnet wurde, dass in seiner Wohnung 
zwei leere Fingerlinge mit der Aufschrift W.________ gefunden worden waren, und 
er danach gefragt wurde, wo der Inhalt der beiden leeren Fingerlinge sei (pag. 220 
Z. 262). Offenbar versuchte er damit, eine Erklärung für die vorgefundenen, leeren 
Fingerlinge zu liefern. Auch hier passte er sein Aussageverhalten somit den ihm 
eröffneten Ermittlungserkenntnissen an.

Erstmals direkt konfrontiert mit dem Vorwurf, dass er neben E.________ von einer 
weiteren männlichen Person belastet wird, mehrere hundert Gramm Kokain ver-
kauft zu haben, stritt er dies ab, ohne sich nach der Identität der Person zu erkun-
digen (pag. 222 Z. 392 ff.). Auf die anschliessende Frage, wie diese Person dazu 
komme, solche Äusserungen zu machen, gab er an, dass er diesen Mann kenne, 
aber es nicht stimme, was dieser sage (pag. 222 Z. 397 f.). Offenbar hatte ihm sei-
ne Verteidigung bereits vorgängig über den neu vorgehaltenen Vorwurf in Kenntnis 
gesetzt, womit sich erklärt, weshalb der Beschuldigte sich nicht nach der Identität 
dieser Person erkundigte. Er schilderte daraufhin eine lange Geschichte, wie es zu 
diesem Kontakt gekommen sein soll. Die Geschichte erscheint wenig plausibel und 
konstruiert. So will er mit Kokain gehandelt haben, um das Vertrauen seines Um-

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felds zurückzugewinnen und den Personen in seinem Umfeld zu beweisen, dass er 
nicht mit der Polizei zusammenarbeitet (pag. 223 Z. 406 ff.). Auffällig an dieser Ge-
schichte ist u.a., dass er K.________ einen Bruder namens J.________ zuschrieb 
(pag. 223 Z. 421 f.) und erwähnte, dass der Mann aus L.________(Land) gedacht 
habe, er und K.________ seien Brüder, weil sie sich ähnlichsehen würden (pag. 
223 Z. 435 f.). Dies wirkt doch sehr konstruiert, um eine Erklärung für den Alias 
J.________ zu liefern. Am Ende der Geschichte will er sich nach einem längeren 
Gespräch mit dem Mann aus L.________(Land) eines Besseren besonnen haben 
und sich vom Drogengeschäft losgesagt haben (pag. 223 Z. 442 ff.). Trotzdem 
führte er gemäss eigenen Aussagen danach noch einen Auftrag aus, und dies an-
geblich nur, weil der Mann aus L.________(Land) nicht gern das Telefon benutzte 
für diese Arbeit (pag. 223 Z. 446 ff.). Und obwohl er lange mit dem Mann aus 
L.________(Land) gesprochen haben will, konnte er keine konkreten Angaben zur 
Person machen (vgl. pag. 226 Z. 580). Insgesamt wirkt die Geschichte des Be-
schuldigten wenig stimmig. Die Hauptprotagonisten K.________ und J.________ 
sollen immer wieder im Ausland gewesen sein, während er in dieser Zeit – einzig 
zur Rückgewinnung des Vertrauens seines Umfelds – C.________ auf dessen 
Kontaktaufnahme jeweils selbständig mit Kokain versorgte. Es bleiben viele Fragen 
offen und auch die Antworten des Beschuldigten auf die gestellten Fragen zur 
Hochzeit und zur Bar blieben wenig konkret bzw. greifbar (vgl. pag. 224 Z. 463 ff.). 
Geld will er mit dem Kokain nicht wirklich verdient haben (pag. 227 Z. 623 «CHF 
200.00») und das wenige, das er dabei verdient hat, nicht auf die Seite gelegt ha-
ben, da er es als «dreckiges Geld» angesehen habe (pag. 227 Z. 617 ff.). Dieses 
Aussagen überzeugen ebenso wenig. Die Angaben zum Übergabeort und zu den 
Übergabemodalitäten (pag. 224 Z. 485 ff.) stimmen hingegen mit den Angaben von 
C.________ überein. Ebenfalls die Tatsache, dass er C.________ über 
K.________ kennen will (pag. 226 Z. 565).

Hinsichtlich der Anzahl Übergaben und der C.________ verkauften Gesamtmenge 
Kokain machte der Beschuldigte verschiedene Angaben. So sprach er bei der Ein-
vernahme vom 3. Juli 2019 noch von einer längeren Zeitspanne, in der er 
C.________ mit Kokain belieferte (auch noch nach der Rückkehr von K.________ 
und J.________; vgl. u.a. pag. 226 Z. 593 ff.) und davon, dass es fünf Treffen und 
insgesamt ca. 30 Gramm Kokaingemisch gewesen seien (pag. 225 Z. 546 und 
549), wobei er das Kokain jeweils bei einem Mann aus L.________(Land) bezogen 
habe (vgl. pag. 222 ff. Z. 401 ff.). An der erstinstanzlichen Hauptverhandlung gab 
er dann an, dass es keine lange Periode, sondern nur einige Male gewesen seien 
und dass er sich an die Gesamtmenge Kokain nicht erinnern könne (pag. 515 Z. 
26). Der Kokainhandel soll nun nur noch in der Woche nach dem Erstkontakt statt-
gefunden haben (pag. 514 f. Z. 39 f. «Und innerhalb einer Woche, bevor die Woche 
um war, kam er zurück mit seinem Bruder J.________. So hat er das Telefon 
zurückgenommen, dann habe ich nichts mehr gehört von diesem Geschäft»). Das 
Kokain soll ihm K.________ gegeben haben (pag. 515 Z. 7). An weitere Details 
wollte er sich nicht mehr erinnern (pag. 515 Z. 9 ff.), nur noch, dass es keine lange 
Phase gewesen sei (pag. 515 Z. 26). C.________ sagte demgegenüber aus, dass 
es mit Ausnahme der Ferienvertretung Anfang 2019 immer dieselbe Person gewe-
sen sei, so dass es zu deutlich mehr Treffen mit dem Beschuldigten gekommen 

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sein muss. Zu den extrahierten Konversationen mit C.________ auf den sicherge-
stellten Smartphones Ass. C9 und C11 sagte der Beschuldigte einzig aus, diese 
Gespräche nicht zu kennen (pag. 230 Z. 768 f. und 777), was wenig überzeugt, 
sagte er doch zum Smartphone Ass. C11 aus, dass dieses ihm gehört, und er das 
Smartphone Ass. C9 für X.________ als Geschenk gekauft (pag. 201 Z. 367 f.) und 
somit weder von K.________ noch J.________ erhalten habe.

Auch vor oberer Instanz bestritt der Beschuldigte an C.________ so viel Kokain 
verkauft zu haben, wie angeklagt, und führte wenig überzeugend aus, dass 
C.________ ihn mit J.________, dem Bruder von K.________, verwechsle (pag. 
691 Z. 38 ff.). Angesprochen auf die an C.________ verkaufte Gesamtmenge Ko-
kain gab er abweichend zu seinen früheren Angaben nun an, dass es «um die 50 
Gramm» gewesen seien (pag. 696 Z. 21) und bestätigte dies auf Rückfrage 
(pag. 696 Z. 25). Betreffend die sichergestellten Mobiltelefone und die extrahierten 
Konversationen mit C.________ stellte er sich auf den Standpunkt, dass das Tele-
fon mit den Nachrichten von C.________ nicht ihm, sondern K.________ gehöre 
(pag. 692 Z. 18 und 22 f.) und führte wenig nachvollziehbar aus, dass er während 
der Untersuchung nur deshalb bestätigt habe, dass es sich um sein Telefon hand-
le, weil dieses in seinem Haus gefunden worden sei (pag. 696 Z. 31 f.).

Insgesamt sind die Aussagen des Beschuldigten alles andere als glaubhaft und ein 
weiteres starkes Indiz, dass der Beschuldigte deutlich mehr im Kokainhandel invol-
viert war, als er zugeben wollte. Selbst, was sich aufgrund der erdrückenden Be-
weislage kaum abstreiten liess, gab er nur teilweise und stark beschönigend zu.

Aussagen von H.________

Die Aussagen der Ehefrau des Beschuldigten sind wenig aussagekräftig. Sie will 
vom Kokain nichts mitbekommen haben und sagte aus, dass sie es ihm ansonsten 
ausgetrieben hätte, es sei schrecklich (pag. 134 Z. 183 f.). Auch zum Vorhalt, dass 
im Abfall in der Küche ein Plastiksack gefunden worden sei, in welchem sich zwei 
leere Kokainfingerlinge befunden hätten, sagte sie aus, nichts dazu sagen zu kön-
nen. Wenn sie solche festgestellt hätte, hätte sie geschimpft (pag. 134 Z. 186 ff.). 
Dass der Beschuldigte die leeren Kokainfingerlinge im Abfall in der Küche entsorg-
te (pag. 134 Z. 186 ff. und pag. 137), lässt darauf schliessen, dass er sich keine 
grosse Mühe machte, den Kokainhandel vor seiner Ehefrau geheim zu halten. Es 
kann allerdings nicht abschliessend erstellt und offengelassen werden, ob die Ehe-
frau des Beschuldigten vom Kokainhandel wusste.

8.5.2 Zur Auslandabwesenheit und Ferienvertretung im Besonderen

C.________ erwähnte anlässlich seiner ersten Einvernahme beiläufig, dass der 
Beschuldigte «mal in den Ferien» gewesen sei (pag. 141 Z. 130). Anlässlich seiner 
zweiten Einvernahme führte er sodann aus, dass es einmal eine Ferienvertretung 
für ca. zwei bis drei Wochen gegeben habe, wobei das Handy übergeben worden 
und der Treffpunkt derselbe gewesen sei. Dies sei anfangs 2019 gewesen, nach 
den Weihnachtsferien (pag. 153 f. Z. 108 ff.). Weitere Ferienabwesenheiten habe 
es nicht gegeben (pag. 154 Z. 125). Anlässlich seiner dritten Einvernahme sagte er 
auf Vorhalt der ausgewerteten Daten des Mobiltelefons aus, dass es sein könne, 
dass er sich getäuscht habe. Er könne es nicht genau sagen, wie lange der Be-

19

schuldigte weg gewesen sei. Zum heutigen Zeitpunkt könne er es nicht mehr sagen 
(pag. 159 Z. 117 ff.). Der Beschuldigte sprach anlässlich seiner tatnächsten Ein-
vernahme zuerst ebenfalls noch davon, im Januar verreist zu sein (pag. 197 
Z. 181). Auch seine Frau antwortete auf die Frage, wie lange der Beschuldigte je-
weils in M.________(Land) sei mit «ca. einen Monat» (pag. 132 Z. 103 f.). Bei sei-
ner späteren Einvernahme am 3. Juli 2019 sagte der Beschuldigte hingegen aus, 
glaublich am 1. Januar abgereist und Ende Februar zurückgekommen zu sein (pag. 
225 Z. 520 ff.). 

Die Auslandabwesenheit des Beschuldigten im Januar und Februar 2019 lässt sich 
anhand der Fotos und Videos auf dem Smartphone (Ass. C12) nachvollziehen (vgl. 
Nachtrag, pag. 66 f. Fragestellung 2 und pag. 78 ff.). Obschon aus den Fotoinfor-
mationen kein Aufnahmeort hervorgeht, geht die Kammer davon aus, dass die Fo-
tos vom 7. Januar 2019 bis 24. Februar 2019 aufgrund der abgelichteten Personen 
und Örtlichkeiten mit grosser Wahrscheinlichkeit in X.________ aufgenommen 
wurden. So ging auch die Polizei davon aus, dass zumindest die Fotos vom 7. Ja-
nuar 2019 bis am 8. Februar 2019 in X.________ gemacht wurden (pag. 66). Das 
zweifelsfrei erste Foto in der Schweiz datiert vom 3. März 2019 (pag. 66 und 82). 
Bei den Videos finden sich gemäss Nachtrag solche aus X.________ für die Zeit 
vom 10. Januar bis 13. Februar 2019 (pag. 67). Aufgrund dieser Daten und den 
Aussagen des Beschuldigten ist von einer Abwesenheit im Januar und Februar 
2019 von rund acht Wochen auszugehen.

Dass die Auswertung des Smartphones des Beschuldigten auf eine längere Abwe-
senheit schliessen lässt, als von C.________ angegeben (pag. 153 Z. 108), ändert 
nichts an der Glaubhaftigkeit seiner Aussagen. So sagte er in Übereinstimmung mit 
den Aussagen des Beschuldigten und den Daten des ausgewerteten Smartphones 
aus, dass der Beschuldigte Anfang 2019 im Ausland weilte. Es ist kein Grund er-
sichtlich, welchen Vorteil es für C.________ gehabt hätte, bewusst einen kürzeren 
Zeitraum anzugeben. Offenbar konnte er sich nicht mehr an die exakte Dauer erin-
nern und dürfte – wie bei der bezogenen Menge – nicht Buch darüber geführt ha-
ben, von wann bis wann eine Ferienvertretung bestand (vgl. hierzu auch seine 
Aussage auf pag. 159 Z. 122 f.). Dies umso mehr, als dass sich für C.________ 
während der Abwesenheit des Beschuldigten nichts änderte, sowohl die Telefon-
nummer für die Vereinbarung der Kokainübergaben als auch der Treffpunkt blieben 
gleich.

Den glaubhaften Aussagen von C.________ folgend kann weiter als erstellt gelten, 
dass der Beschuldigte während seiner Auslandabwesenheit eine Ferienvertretung 
organisiert hat, die C.________ weiter mit Kokain versorgte. C.________ war dies-
bezüglich in der Lage, die Ferienvertretung zu beschreiben, teilweise vergleichs-
weise zum Erscheinungsbild des Beschuldigten (kleiner, hellere Hautfarbe; pag. 
154 Z. 115; 155 Z. 165 f.; 159 Z. 105 ff.). Dass der Beschuldigte sich selbst als Fe-
rienvertretung von K.________ und J.________ zu inszenieren versuchte, weist 
ebenfalls darauf hin, dass es tatsächlich eine Phase mit einer Stellvertretung gab.

20

8.5.3 Zum Alias J.________ im Besonderen

Dass die Polizei C.________ lediglich das Foto des Beschuldigten ohne weitere 
Auswahl vorlegte (pag. 143 Z. 228 ff. und 145), ist tatsächlich ein Makel und hat zur 
Folge, dass der Beweiswert seiner darauffolgenden Antwort – jedenfalls für sich al-
leine betrachtet – nicht besonders gross ist. Es gilt aber zusätzlich zu berücksichti-
gen, dass C.________ den Beschuldigten von Anfang an mit J.________ benannte 
(pag. 139 Z. 41; 160 Z. 148 f.), während der Besitzer der Smartphones Ass. C11 
bzw. C12 vom Gesprächspartner (einer Person namens Y.________ mit der Ruf-
nummer .________) ebenfalls mit J.________ angesprochen wurde (pag. 89: «Hi 
J.________») bzw. sich mit J.________ bei C.________ («Z.________», Rufnum-
mer .________) meldete (pag. 91: «is me J.________»). Auf Vorhalt der sicherge-
stellten Smartphones Ass. C11 und Ass. C12 bestätigte der Beschuldigte, dass 
diese ihm gehören würden (pag. 202 Z. 388 f. und 395 f.). Daran mögen seine 
späteren Bestreitungen, die der Beschuldigte erst nach Vorhalt der ausgewerteten 
Daten machte (pag. 229 Z. 741 ff., pag 692 Z. 18, 22 f. und 26; pag. 696 Z. 31 f.), 
nichts zu ändern. Diese späteren Aussagen sind als nachgeschobene Schutzbe-
hauptung zu werten. So konnte der Beschuldigte während der Untersuchung gar 
noch Aussagen zu den ausgewerteten Daten machen, namentlich zu den Fotos 
aus X.________ und den Geldtransaktionen via .________ (betrifft Ass. C12; pag. 
227 Z. 633 ff.). Zudem gingen auf dem Mobiltelefon Ass. C12 am .________ (Da-
tum), d.h. am Geburtstag des Beschuldigten, Glückwünsche ein. Darin wurde der 
Beschuldigte mit seinem Namen – und nicht mit dem Alias J.________ – ange-
sprochen (pag. 237). Auf den sichergestellten Mobiltelefonen konnten denn auch 
keine Kontakte zu Personen namens J.________ oder K.________ festgestellt 
werden (vgl. Nachtrag, pag. 67 Fragestellung 3). Vielmehr taucht der Name 
J.________ – wie erwähnt – in einigen extrahierten Nachrichten und zwar als Be-
sitzer der betreffenden Mobiltelefone auf (pag. 91 betreffend Ass. C12: SMS Nach-
richt vom 31. Dezember 2018 an C.________ «Good morning. Is me J.________ 
[...]»; pag. 89; betreffend Ass. C11: Nachricht vom 25. April 2019 von AF.________ 
«Hi J.________ [...]; pag. 92 betreffend Ass. C12: SMS Nachricht vom 11. Oktober 
2017 von AA.________: «[...] thanks Papa J.________»). Der Besitzer der betref-
fenden Mobiltelefone hat sich somit als J.________ ausgegeben und wurde auch 
als J.________ angesprochen. Damit übereinstimmend sagte C.________ aus, 
dass er den Beschuldigten als J.________ kenne (pag. 139 Z. 40 f.) und der Be-
schuldigte bestätigte auf Vorhalt, dass die Mobiltelefone Ass. C11 und C12 ihm 
gehörten (pag. 202 Z. 388 f. und 395 f.). Dass es sich beim Besitzer des Mobiltele-
fons Ass. C12 um den Beschuldigten handelt, ergibt sich auch seiner Aussage, 
wonach er die Nummer .________, welche dem Mobiltelefon Ass. C12 zuzuordnen 
ist (vgl. pag. 65), kenne und benutze (pag. 227 Z. 627). Nicht zuletzt passt zum Be-
schuldigten und seinem WhatsApp-Profilbild mit dem Schriftzug «AB.________» 
die Textnachricht vom 31. Dezember 2018 an C.________, in welcher er sich mit 
«Good Morning. Is me J.________» meldete und mit «have a blessed day» schloss 
(pag. 91 betreffend Ass. C12). Im Chatverlauf des Mobiltelefons Ass. C11 ist 
schliesslich als weiteres Indiz mehrfach der Treffpunkt «I.________» genannt (pag. 
363 f.), in dessen Nähe der Beschuldigte wohnt und C.________ unbestritten Ko-

21

kain übergab (14 Gramm bzw. 12 Gramm [vgl. Ziff. II. 8.4 vorne] reines Kokain in 
ca. fünf Transaktionen).

Weiter zu berücksichtigen ist, dass C.________ den Beschuldigten – vor dem Fo-
tovorhalt – zutreffend beschreiben konnte (ca. .________ cm gross, zwischen Mitte 
und Ende dreissig, sportlich, muskulöse Figur, .________, er sprach Englisch und 
ein paar Brocken Deutsch [pag. 139 Z. 47 ff.]) und erst danach auf Vorhalt des Fo-
tos des Beschuldigten bestätigte, dass es sich bei ihm um den beschriebenen 
J.________ handelt (pag. 143 Z. 228 ff.). C.________ bestätigte zudem anlässlich 
seiner Einvernahme vom 9. Februar auf erneuten Vorhalt des Fotos des Beschul-
digten (pag. 145), dass es sich bei J.________ um den Beschuldigten handelt 
(pag. 158 Z. 70 ff.). Im Rahmen der erstinstanzlichen Hauptverhandlung wurde der 
Beschuldigte aufgefordert, die Gesichtsmaske abzunehmen, worauf C.________ 
erneut bestätigte, dass es sich beim Beschuldigten um J.________ handelt (pag. 
507 Z. 27 ff.). C.________ wurden sodann die von der Verteidigung eingereichten 
Fotos des angeblichen J.________ vorgehalten und er konnte darin keine ihm be-
kannte Person erkennen (pag. 507 Z. 22 ff.). C.________ war nicht zuletzt in der 
Lage, sowohl den Beschuldigten als auch die Ferienvertretung differenziert zu be-
schreiben bzw. beschreibend zu vergleichen (vgl. pag. 139 Z. 47 ff.; 154 Z. 115; 
155 Z. 165 f.; 159 Z. 105 ff.). Eine Verwechslung schloss er dabei aus, zeigte sich 
sicher, den Beschuldigten und die Ferienvertretung gut voneinander unterscheiden 
zu können, und begründete dies plausibel damit, dass sie von der Statur und auch 
vom Ausdruck her unterschiedlich seien (pag. 159 Z. 105 ff.). Der Beschuldigte 
selbst hat einen mehrfachen Kontakt mit C.________ eingestanden, so dass 
C.________ den Beschuldigten mehrfach gesehen und sein Erscheinungsbild hat 
einprägen können.

Letztlich ist auffällig, dass der Beschuldigte J.________ so beschrieb, wie 
C.________ die Ferienvertretung (im Vergleich zum Beschuldigten kleiner und mit 
hellerer Hautfarbe, vgl. pag. 227 Z. 610; C.________: pag. 154 Z. 115; 155 Z. 165 
f.; 159 Z. 105 ff.). Offenbar versuchte der Beschuldigte damit, der von ihm organi-
sierten Ferienvertretung die «Hauptrolle» zuzuschieben und sich selbst als Ferien-
vertretung darzustellen, der während der Auslandabwesenheit von K.________ 
und J.________ nur wenige Male Kokain an C.________ veräusserte. Dabei kon-
struierte er die wenig glaubhafte Geschichte mit der Hochzeit; den Namen der 
Braut kannte er bezeichnenderweise nicht (pag. 222 f. Z. 400 ff. und pag. 224 Z. 
464 f.).

Die Identifizierung des Beschuldigten als J.________ stützt sich nach dem soeben 
Ausgeführten somit nicht einzig auf den Vorhalt des Fotos des Beschuldigten und 
kann aufgrund der vielen weiteren Beweise und Indizien als erstellt gelten. Daran 
vermögen auch die erst anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung von der 
Verteidigung eingereichten drei Fotos des angeblichen J.________ nichts zu än-
dern. Dasselbe gilt für die von der Verteidigung angespielte Sehschwäche von 
C.________. Die Korrektur soll gemäss Aussagen von C.________ bei 0.8 bzw. 
0.9 liegen, was nicht stark ist (pag. 508 Z. 22 ff.). Auch dass der Beschuldigte auf 
den etwas gar offensichtlichen Versuch der «Enttarnung» mit der Anrede als 

22

J.________ zu Beginn der Einvernahme vom 3. Juli 2019 nicht reagierte (pag. 215 
Z. 26 f.), vermag die klare Beweislage nicht zu erschüttern.

8.5.4 Zur Gesamtmenge Kokain im Besonderen

Berechnung anhand der Ausgaben von C.________

Bei der Gesamtmenge Kokain sind die Aussagen von C.________ heranzuziehen. 
C.________ machte sowohl Aussagen zur Gesamtmenge Kokaingemisch, das er 
beim Beschuldigten bezogen haben will, als auch zum Gesamtbetrag, den er für 
die Finanzierung des Kokains aufgewendet haben will (vgl. u.a. pag 141 Z. 126 ff.; 
142 Z. 182 ff.; 143 Z. 237 ff.; 153 Z. 101 ff.; 154 Z. 148 ff.; 162 Z. 218 ff.; 505 Z. 26 
ff.; 506 Z. 30 ff.). Dass er darüber kein Buch führte, verwundert nicht, dürfte er doch 
– wie er selbst anmerkte – seinen steigenden, hohen Kokainkonsum verdrängt und 
möglichst von seiner Familie und seinem Umfeld geheim gehalten haben (vgl. 
pag. 142 Z. 183 ff.). Es ist sodann nachvollziehbar, dass C.________ den Gesamt-
betrag, den er für die Finanzierung des Kokains aufgewendet hat, besser abschät-
zen kann, als die konkrete Anzahl Treffen (vgl. u.a. pag. 161 Z. 173 f.: «Das weiss 
ich nicht mehr») und die dabei jeweils bezogene Menge Kokain. Da er jeweils CHF 
100.00 pro Gramm Kokain bezahlte (pag. 140 Z. 93; 153 Z. 71 und 99; 505 Z. 17), 
kann vom Gesamtbetrag, den er für die Finanzierung des Kokains aufwendete, auf 
die Gesamtmenge Kokaingemisch geschlossen werden.

Betreffend Gesamtbetrag, den er für die Finanzierung des Kokains aufgewendet 
haben will, nannte C.________ folgende Zahlen: über CHF 100'000.00 (pag. 141 
Z. 127), zwischen CHF 60'000.00 bis CHF 70'000.00 (pag. 141 Z. 130 ff.), sicher 
CHF 70'000.00 (pag. 143 Z. 239) und zwischen CHF 80'000.00 bis CHF 90'000.00 
(pag. 153 Z. 103 f.). In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist davon auszugehen, 
dass C.________ mindestens CHF 70'000.00 für Kokaingemisch ausgegeben hat, 
was zugleich seinen tatnächsten Aussagen entspricht. C.________ gab im späte-
ren Verlauf des Verfahrens zwar eine höhere Bandbreite von CHF 80’000.00 bis 
CHF 90'000.00 an, die er bei einer weiteren Einvernahme sogar bestätigte. Gleich-
zeitig sagte er aber auch wiederholt aus, dass er es nicht genau sagen könne, es 
schwierig zu bestimmen sei und es sich um eine Hochrechnung handle. Den 
Grundsatz in dubio pro reo beachtend ist daher dem vorsichtigen bzw. defensiven 
Ansatz der Vorinstanz zu folgen. Diese zugestandene Bezugsmenge ist, ange-
sichts der damit einhergehenden Selbstbelastung und der Tatsache, dass 
C.________ den Beschuldigten nicht über Gebühr belastete (vgl. Ziff. II. 8.5.1 vor-
ne), sicher nicht zu hoch angesetzt. Von einem tieferen Betrag ist auch deshalb 
nicht auszugehen, da C.________ bei den weiteren Einvernahmen, bei denen je-
weils nur noch von einer Bandbreite zwischen CHF 80'000.00 und CHF 90'000.00 
die Rede war, nie anmerkte, dass dies nicht realistisch bzw. zu hoch sei. Bei einem 
Preis von CHF 100.00 pro Gramm ergibt der Gesamtbetrag von CHF 70'000.00 ei-
ne Gesamtmenge von 700 Gramm Kokaingemisch.

Abzüge für die Ferienvertretung und die Kokainbezüge bei K.________

Nach dem Gesagten ist von einer Bezugsmenge von insgesamt 700 Gramm aus-
zugehen. Da C.________ aussagte, dass die errechnete Gesamtmenge Kokain-
gemisch die Zeit der Ferienvertretung mitumfasst, und nicht mehr beantworten 

23

konnte, ob auch die bei K.________ erworbene Menge, dazuzuzählen ist (vgl. pag. 
154 Z. 148 ff.), hat die Vorinstanz diese beiden Mengen zu Recht abgezogen. Für 
die vorausgegangene Zeit (3-4 Monate), in der C.________ bei K.________ das 
Kokain kaufte, zog die Vorinstanz 20 Gramm ab (1 Gramm pro Woche mit Aufrun-
dung). Dieser Auffassung schliesst sich die Kammer an. C.________ sagte aus, 
dass er bei K.________ eher kleinere Mengen Kokain bezogen habe, 1 bis 5 
Gramm alle 14 Tage (pag. 153 Z. 634), wobei er während einer Zeitspanne von 3 
bis 4 Monaten bei K.________ bezogen habe (pag. 153 Z. 77). Bei 16 Wochen und 
einem durchschnittlichen wöchentlichen Konsum von 1.25 Gramm (alle 14 Tage 
durchschnittlich 2.5 Gramm) ergibt dies 20 Gramm Kokaingemisch. Für die Ferien-
vertretung im Zeitraum Januar/Februar 2019 zog die Vorinstanz weitere 80 Gramm 
ab, was ebenfalls nicht zu beanstanden ist (vgl. Aussagen C.________: pag. 160 
Z. 133 ff.). Insgesamt resultiert somit eine Menge von 680 Gramm für die Zeit von 
Anfang Mai 2018 bis und mit 9. Mai 2019, wovon 80 Gramm auf die Ferienvertre-
tung entfallen. 

An diesem Ergebnis ändern schliesslich die wenigen Ferienabwesenheiten von 
C.________ nichts. Gemäss den Aussagen von C.________ war er im angeklag-
ten Tatzeitraum im Oktober 2018, an Weihnachten 2018 und an Einzeltagen in den 
Ferien (pag. 154 Z. 131 und 138). Gestützt auf seine auf dem Smartphone gespei-
cherten Fotos (der Kalender enthielt keine Einträge mehr) hielt er sodann fest, im 
Juni 2018 eine Woche und danach nur noch an einzelnen Tagen in den Ferien ge-
wesen zu sein. Auf Nachfrage antwortete er, im Oktober sei es höchstens eine 
Woche und ansonsten seien es nur einzelne Tage gewesen. Im Oktober sei er in 
der Schweiz unterwegs gewesen. Er wisse jedoch nicht, ob er vielleicht vorher 
Drogen gekauft habe für diese Zeit (pag. 162 Z. 209 ff.). Aufgrund dieser Aussagen 
ist von keinem längeren, ferienbedingten Unterbruch beim Kokainbezug auszuge-
hen, so dass die wenigen Ferientage von C.________ nicht weiter zu berücksichti-
gen sind. Dies gilt umso mehr, als die Gesamtmenge an Kokaingemisch nicht an-
hand der Anzahl erfolgter Drogenübergaben abgeleitet wird, sondern anhand de-
fensiv geschätzter Gesamtausgaben. Bei dieser Berechnung spielen die vereinzel-
ten Ferientage von C.________ während des Deliktszeitraums keine Rolle.

Aussagen von C.________ betreffend Konsumphasen

Gemäss den Aussagen von C.________ kann der angeklagte Tatzeitraum grob in 
drei Phasen unterteilt werden. In einer ersten Phase, die rund zwei Monate gedau-
ert haben soll, habe er etwa 5 Gramm pro Woche konsumiert. In der zweiten Pha-
se, die rund 9 Monate gedauert habe, sei der Konsum auf 10 Gramm pro Woche 
gestiegen. Später sei es noch mehr geworden, je nach finanzieller Lage. Zuerst 
habe er alle 14 Tage bezogen, danach wöchentlich und gegen Schluss habe er 
zweimal pro Woche bezogen. Die Portionen seien jeweils 5 oder 10 Gramm gewe-
sen. Gegen den Schluss habe er zwischen 40 bis 60 Gramm pro Monat konsu-
miert. Es sei immer mehr geworden. Am Anfang seien es sicher weniger als 
5 Gramm pro Woche gewesen, aber das sei dann relativ schnell angestiegen (vgl. 
zum Ganzen pag. 140 Z. 83, 90, 96 und 102; 143 Z. 242; 153 Z. 81 f., 88 f. und 94 
ff.; 160 Z. 136, 138; 161 Z. 177 f.; 505 f. Z. 35 ff.). Alleine gestützt auf diese Aussa-
gen ergibt sich überschlagsweise das folgende Bild: 

24

1. Phase: Mai und Juni 2018: 5 Gramm pro Woche = 45 Gramm (9 Wochen)

2. Phase: Juli 2018 bis und mit März 2019: 10 Gramm pro Woche = 400 Gramm (40 Wochen)

3. Phase: ab April 2019: 15 Gramm pro Woche = 90 Gramm (6 Wochen)

Total 535 Gramm

Diese gestützt auf die geschilderten Konsumphasen errechnete Gesamtmenge von 
535 Gramm liegt zwar unter der gestützt auf die Ausgaben errechnete Gesamt-
menge von 680 Gramm. Jedoch gilt es zu berücksichtigen, dass C.________ be-
reits betreffend die Monate Januar und Februar 2019 für 5 Wochen eine Menge 
von 50-70 Gramm, bei 8 Wochen eine Menge von 80-100 Gramm (vgl. pag. 160 Z. 
136 und 138) und bei 2 bis 3 Wochen eine Menge von mindestens 30 bis 40 
Gramm (pag. 154 Z. 142 und 146) nannte, d.h. jeweils eine grössere Menge als 
durchschnittlich 10 Gramm pro Woche. Aus dem extrahierten Chatverlauf mit der 
Rufnummer .________ (Ass. C11) geht zudem hervor, dass nur schon im Zeitraum 
vom 24. April 2019 bis 9. Mai 2019, d.h. in einer Zeitspanne von lediglich 16 Tagen, 
Kokainübergaben mit einer Gesamtmenge von (mindestens) 50 Gramm zwischen 
C.________ und dem Beschuldigten vereinbart wurden (pag. 86 ff.; 146 ff.; 363 ff.). 
Vom 1. April bis 24. April 2019, d.h. in der restlichen Zeit der 3. Phase, die 8 Tage 
länger dauerte (24 Tage), dürfte der Beschuldigte somit deutlich mehr als die ver-
bleibenden 40 Gramm gemäss obenstehender Berechnung (90 Gramm abzgl. 50 
Gramm) bezogen haben. Der Beschuldigte antwortete denn auch auf die Frage des 
Staatsanwalts, was er dazu sage, dass der hohe Bezug Ende April / Anfang Mai 
2019 (7 Treffen mit total 55 Gramm) darauf hindeute, dass die Angaben zu den 
einzelnen Mengen eher untertrieben seien und hingegen eher auf die finanziellen 
Angaben abgestellt werden könne, dass er dies vorher so bestätigt habe. Die fi-
nanziellen Angaben seien richtiger als die Mengen. Dies könne er so bestätigen 
(pag. 508 Z. 14 ff.). Es muss somit davon ausgegangen werden, dass die von 
C.________ angegebenen Konsummengen während der drei Phasen beschöni-
gend ausgefallen und insofern zu tief sind. Kommt hinzu, dass die von C.________ 
genannten Phasen fliessend ineinander übergingen, die Steigerung des Konsums 
kontinuierlich erfolgt sein dürfte und die Bezugsmenge zuletzt nur noch von der fi-
nanziellen Situation von C.________ abhängig war (vgl. pag. 153 Z. 89 f.). Auf ei-
ner Berechnung der Gesamtmenge anhand der groben Unterteilung in drei Phasen 
kann folglich nicht abgestellt werden und vermögen die von C.________ jeweils für 
die Phasen genannten Konsummengen die Berechnung anhand der Gesamtaus-
gaben nicht in Frage zu stellen. Vielmehr kann aufgrund der weiteren Aussagen 
von C.________ und der übrigen Beweismittel überschlagsweise folgende, leicht 
angepasste Berechnung vorgenommen werden:

1. Phase: Mai und Juni 2018 (2 Monate): 5 Gramm pro Woche = 45 Gramm (5 Wochen)

2. Phase: Juli 2018 bis und mit März 2019: 13 Gramm pro Woche = 520 Gramm (40 Wochen)

3. Phase: ab April 2019: 20 Gramm pro Woche = 120 Gramm (6 Wochen)

Total 685 Gramm

25

Diese anhand der weiteren Beweismittel leicht angepasste, überschlagsweise Be-
rechnung der Gesamtmenge der drei Phasen liegt im Bereich der gestützt auf die 
Ausgaben errechneten Gesamtmenge und vermag diese somit zu plausibilisieren.

8.5.5 Zum Reinheitsgrad im Besonderen

Gemäss Bundesgericht darf das Gericht vernünftigerweise davon ausgehen, dass 
die Drogen von mittlerer Qualität sind, solange es keine Hinweise auf eine beson-
ders reine oder gestreckte Substanz gibt (SCHLEGEL/JUCKER, BetmG Kommentar, 
4. Aufl. 2022, N. 187 zu Art. 19 BetmG unter Hinweis auf BGE 138 IV 105).

Bei C.________ konnte kein Kokain sichergestellt werden, jedoch beim Beschul-
digten. C.________ fragte den Beschuldigten noch am 13. Mai 2019 für Kokain an, 
weshalb es naheliegt, dass der Beschuldigte C.________ aus seinem Vorrat belie-
fert hätte, wenn er nicht zuvor von der Polizei angehalten worden wäre. 
C.________ sagte zudem aus, dass er denke, dass die Qualität des Kokains nicht 
so schlecht gewesen sei, ansonsten er wohl gesundheitliche Probleme gehabt hät-
te (pag. 140 Z. 105). Dass die Qualität des Kokains variierte, schilderte er nicht. 
Auch finden sich keine sonstigen Hinweise in den Akten, dass die Qualität stark va-
riierte oder von über-/unterdurchschnittlicher Qualität gewesen wäre.

Der in der Anklageschrift genannte und von der Vorinstanz zu Gunsten des Be-
schuldigten festgesetzte Reinheitsgrad von mindestens 40 % kann damit zweifellos 
als erstellt gelten. Nach Ansicht der Kammer dürfte dieser sogar noch etwas höher 
gelegen haben und zumindest dem Reinheitsgrad des beim Beschuldigten sicher-
gestellten Kokains von 47 % ± 4 % entsprochen haben. Der Annahme eines höhe-
ren Reinheitsgrades steht vorliegend jedoch die Umgrenzungsfunktion der Anklage 
entgegen.

8.6 Beweisergebnis

Nach Würdigung sämtlicher Aussagen, des Aussageverhaltens der befragten Per-
sonen und unter Berücksichtigung der weiteren Beweise (insbesondere der Chat-
verläufe und der beim Beschuldigten sichergestellten Gegenstände) gelangt die 
Kammer zur Überzeugung, dass der Beschuldigte:

- in der Zeit von Anfang Mai 2018 bis Anfang Januar 2019 sowie von Ende Fe-
bruar 2019 bis 9. Mai 2019 in D.________ (Ortschaft) 600 Gramm Kokainge-
misch (240 Gramm reines Kokain) an C.________ veräussert hat und

- in der Zeit von Anfang Januar 2019 bis Ende Februar 2019 in D.________ 
(Ortschaft) 80 Gramm Kokaingemisch (32 Gramm reines Kokain) an 
C.________ verschaffte, indem er für seine eigene Ferienabwesenheit eine 
Stellvertretung organisierte.

9. Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz (Veräussern von Kokain 
an E.________)

9.1 Vorwurf gemäss Ziffer I.c. der Anklageschrift

Gemäss Ziff. I.c. der Anklageschrift wird dem Beschuldigten folgender Anklage-
sachverhalt zur Last gelegt (pag. 433 f.; Hervorhebungen im Original):

26

Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, (mengenmässig) qualifiziert durch, Be-
sitz, Veräusserung und Verschaffen von Betäubungsmitteln (Art. 19 Abs. 2 lit, a i.V.m. Abs. 1 
lit. c und d BetmG),

mehrfach begangen

[...]

c) im Zeitraum von ca. 17. April 2019 bis 08. Mai 2019, eventualiter zwischen ca. Anfang Janu-
ar 2019 bis 08. Mai 2019 in D.________ (Ortschaft) durch Veräusserung von Betäubungsmit-
teln an E.________,

indem der Beschuldigte in der genannten Zeitspanne an E.________ an mindestens zwei ver-
schiedenen Tagen insgesamt 7 Fingerlinge zu je ca. 10g Kokaingemisch mit einem Reinheitsgrad 
von mindestens 66 % Cocain Base, insgesamt ausmachend ca. 70 g Kokaingemisch mit einem 
Reinheitsgrad von mindestens 66 % Cocain Base bzw. mindestens 46.2 g reines Kokain,

eventualiter insgesamt 5 Fingerlinge zu je ca. 10 g Kokaingemisch mit einem Reinheitsgrad von 
mindestens 66% Cocain Base, insgesamt ausmachend ca. 50 g Kokaingemisch mit einem Rein-
heitsgrad von mindestens 66% Cocain Base bzw. mindestens 33 g reines Kokain

veräusserte, wobei beabsichtigt war, dass E.________ das Kokain strecken und an Drogenkon-
sumenten weiterverkaufen sollte.

9.2 Vorinstanzliches Beweisergebnis

Die Vorinstanz erachtete nach Würdigung sämtlicher Beweise als erstellt, dass der 
Beschuldigte im Zeitraum von ca. 17. April 2019 bis 8. Mai 2019 an E.________ an 
mindestens zwei verschiedenen Tagen insgesamt fünf Fingerlinge zu je ca. 10 
Gramm Kokaingemisch mit einem Reinheitsgrad von mindestens 66 % Kokainba-
se, insgesamt ausmachend mindestens 33 Gramm reines Kokain, geliefert hat. Sie 
stellte dabei primär auf die als überzeugend erachteten Aussagen von E.________ 
ab.

9.3 Vorbringen der Parteien

9.3.1 Vorbringen der Verteidigung des Beschuldigten

Die Verteidigung brachte anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung vor, dass 
zwischen dem bei E.________ und dem beim Beschuldigten sichergestellten Ko-
kain keine Stoffidentität bestehe. Zudem seien keine DNA-Spuren des Beschuldig-
ten auf den Drogen und den Verpackungen bei E.________ gefunden worden. Die 
Fingerlinge von E.________ hätten überdies eine andere Beschriftung gehabt, als 
diejenigen beim Beschuldigten und es seien beim Beschuldigten keine Portionie-
rungsutensilien gefunden worden. Bereits aus diesen Gründen sei es nicht möglich, 
dass der Beschuldigte E.________ beliefert habe. Das Aussageverhalten des Be-
schuldigten spreche entgegen der Auffassung der Vorinstanz nicht dafür, dass er 
etwas zu verbergen habe. Er habe einfach nicht mit E.________ in Verbindung ge-
bracht werden wollen und versucht zu erklären, weshalb E.________ ihn beschul-
dige. E.________ habe angegeben, dass er vom Beschuldigten Kokain erhalten 
habe, es soll aber kein Preis vereinbart worden sein. Dies mache keinen Sinn. 
E.________ habe den Beschuldigten belastet, um selber besser wegzukommen 
(pag. 700).

27

9.3.2 Vorbringen der Generalstaatsanwaltschaft

Die Generalstaatsanwaltschaft führte aus, dass E.________ weitgehend geständig 
gewesen sei und das Urteil der ersten Instanz und letztlich auch die Landesverwei-
sung akzeptiert habe. Er habe genau beschreiben können, wie es mit dem Be-
schuldigten abgelaufen sei. Die Vorinstanz habe die Aussagen von E.________ zu 
Recht als glaubhaft taxiert. Die Aussagen des Beschuldigten seien demgegenüber 
widersprüchlich und realitätsfremd. Beispielsweise habe er zuerst ausgesagt, dass 
er von Anfang an gewusst habe, dass er Zuhause Kokain aufbewahre. Später will 
er nichts mehr davon gewusst haben. Weiter habe er mehrfach ausgeführt, nichts 
mit Drogen zu tun zu haben, obwohl er gleichzeitig den Besitz und Verkauf in ge-
ringem Umfang eingestanden habe. Immer wenn der Beschuldigte auf seine Wi-
dersprüche hingewiesen worden sei, habe er irgendwelche Fantasiegeschichten 
erzählt. So habe er zu Beginn auch gesagt, dass er E.________ vielleicht kenne. 
Dann habe er zugegeben, dass E.________ ein Arbeitskollege sei. Später habe er 
sogar zu Protokoll gegeben, dass er der Boss von E.________ gewesen sei. Das 
Aussageverhalten des Beschuldigten zeige, dass er etwas zu verbergen habe. 
Weiter würden auch die Geschichten des Beschuldigten zur Frage, weshalb 
E.________ ihn fälschlicherweise belastet haben könnte, keinen Sinn machen. So 
habe der Beschuldigte angegeben, dass er vor E.________ Angst habe. Gleichzei-
tig wolle er ihm aber beim Aufladen der Autobatterie geholfen haben. Aus den Mo-
biltelefonen gehe hervor, dass verschiedene Kontakte stattgefunden hätten und di-
verse Nachrichten gelöscht worden seien. Der Kontakt sei intensiv gewesen. Dass 
keine Spuren des Beschuldigten auf den Drogen von E.________ gefunden wor-
den seien, sei neutral zu werten. Ebenso die fehlende Stoffidentität. Das Beweiser-
gebnis der Vorinstanz sei nicht zu beanstanden (pag. 703).

9.4 Unbestrittener und bestrittener Sachverhalt

Unbestritten ist, dass sich der Beschuldigte und E.________ von der Arbeit beim 
Q.________ kennen und der Beschuldigte E.________ in dessen Garage beim 
Versuch geholfen hat, eine Autobatterie aufzuladen (E.________: pag. 172 Z. 318 
ff.; 182 Z. 150 ff.; 186 Z. 380 ff., Beschuldigter: pag. 199 Z. 248 ff.; 209 Z. 88 ff.; 
210 Z. 125 ff.; 220 Z. 299 ff.; 220 Z. 322 ff.). Anlässlich der Hausdurchsuchung vom 
8. Mai 2019 konnten bei E.________ sodann insgesamt 10 Fallschirme und 4 Fin-
gerlinge mit Kokain gefunden und beschlagnahmt werden (pag. 145, 176.2; Rein-
heitsgrad der unverarbeiteten Fingerlinge: 71 % ±5 %, pag. 119 ff.). Der Beschul-
digte bestreitet, E.________ jemals Kokain veräussert zu haben und damit den ge-
samten Vorwurf gemäss Ziffer I.c der Anklageschrift.

9.5 Beweiswürdigung der Kammer

9.5.1 Ausgangslage

Die Vorinstanz hat die Aussagen von E.________ und des Beschuldigten wie auch 
die weiteren Beweismittel zutreffend gewürdigt, weshalb vorab darauf verwiesen 
werden kann. Ergänzend und teilweise als Wiederholung zu den vorinstanzlichen 
Erwägungen sei zum Tatvorwurf gemäss Ziffer I.c. der Anklageschrift Folgendes 
bemerkt:

Aussagen von E.________

28

Für die Glaubhaftigkeit der belastenden Aussagen von E.________ spricht bereits, 
dass er den Namen des Beschuldigten zuerst nicht nennen wollte und sich sogar 
bei seinem Verteidiger erkundigte, ob er diesen nennen müsse (pag. 167 Z. 78 f.). 
Erst nachdem ihm diverse Vorhalte gemacht wurden, nannte er den Rufnamen des 
Beschuldigten («A.________»; pag. 172 Z. 319), und erklärte, weshalb er den Na-
men vorher nicht nennen wollte (pag. 172 Z. 323: «Wir haben Vertrauen ineinan-
der»). In Bezug auf seine eigene Beteiligung am Kokainhandel fällt auf, dass 
E.________ sehr zurückhaltende, stark beschönigende Aussagen machte. So will 
er erst am Vortag und am Tag der Anhaltung Kokain bzw. nur einmal Kokain ver-
kauft haben (pag. 167 Z. 58 f., 65 und 74), nur ein Gramm oder ganz wenig ver-
kauft haben (pag. 167 Z. 60 und 74), das Geschäft nicht kennen (pag. 167 Z. 60), 
nur 1-3 kleine Kügelchen erhalten haben (pag. 167 Z. 85) und keine Drogen zu 
Hause gehabt haben (pag. 168 Z. 105). Die Geschichte sei erst vier Tage alt 
(pag. 17 Z. 346 f.). Gleichzeitig wurden aber auch bei ihm diverse Gegenstände si-
chergestellt, die auf einen regen Drogenhandel hinweisen (u.a. vgl. pag. 168 ff. 
Z. 122 ff.; u.a. Tupperware mit Pulverrückständen, Verpackungsmaterial, diverse 
Mobiltelefone, Streckmittel, Grammwaage, leere Fingerlinge im Abfallsack). 

Im Rahmen der parteiöffentlichen Einvernahme bestätigte E.________, das Kokain 
beim Beschuldigten bezogen zu haben (pag. 180 Z. 70 f.). Der Beschuldigte habe 
ihm angeboten, dass er zu ihm kommen könne und sie dies zusammen machen 
könnten. Der Beschuldigte würde ihm Kokain geben, dass er dann weitergeben 
könne. Wenn jemand ihm seine Nummer gebe, kontaktiere er den Beschuldigten 
und er gebe ihm Kokain (pag. 182 Z. 169 ff.). Er will zwei Mal beim Beschuldigten 
zu Hause gewesen sein und Kokain abgeholt haben (pag. 183 Z. 238 ff.). Diesbe-
züglich fügte er an, dass er die Ehefrau des Beschuldigten in der Wohnung gese-
hen habe (pag. 183 Z. 244; ferner pag. 184 Z. 264 ff.), was bei einer erfundenen 
Geschichte keinen Sinn ergäbe, anzufügen, da dadurch eine namentlich bekannte 
weitere Person einbezogen wird, die den Sachverhalt bei einer Befragung nicht 
bestätigen dürfte. Die Ehefrau des Beschuldigten verneinte anlässlich ihrer Einver-
nahme denn auch E.________ zu kennen bzw. gesehen zu haben (vgl. pag. 133 Z. 
161 ff.), verneinte allerdings nicht kategorisch, dass dieser bei ihnen Zuhause ge-
wesen sein könnte (pag. 133 Z. 161 ff.). Auf Nachfrage, ob der Beschuldigte weite-
re T.________ beliefert habe, verzichtete er darauf, den Beschuldigten zusätzlich 
zu belasten (pag. 268 f.).

Betreffend seinen eigenen Drogenhandel gestand er nun mehr Verkäufe und grös-
sere Mengen ein, wenn auch nach wie vor in bescheidenem Umfang (vgl. pag. 180 
f. Z. 89 ff.). Damit einhergehend will er fast keinen Profit aus dem Verkauf gezogen 
haben (pag. 184 Z. 280 f.) und habe er den gesamten Erlös aus den beiden ersten 
Verkäufen angeblich dem Beschuldigten abgegeben müssen (pag. 184 Z. 253 ff.), 
was sich wiederum nicht mit seiner Absicht in Einklang bringen lässt, mit dem er-
zielten Profit Rechnungen und Schulden abzuzahlen (pag. 184 Z. 276 f.; 190 Z. 
538 f.). E.________ wurden sodann erneut die bei ihm sichergestellten Ge-
genstände vorgehalten (ab pag. 186) und zusätzlich Textnachrichten vorgelegt 
(pag. 188 und 189), die ebenfalls darauf hinweisen, dass er mehr Kokainhandel be-
trieb, als er eingestand. Das Wissen zur Weiterverarbeitung von Kokain will er vom 
Beschuldigten haben, wobei der Beschuldigte es ihm nicht gezeigt, sondern nur er-

29

klärt und er sich dann selber überlegt habe, wie er es richtigmache (pag. 190 
Z. 543 ff.).

Anlässlich seiner Einvernahme vom 11. November 2020 in seinem eigenen Verfah-
ren bestätigte E.________ erneut, das Kokain vom Beschuldigten bezogen zu ha-
ben (G.________ 109 Z. 259). Der Beschuldigte soll ihn einmal gefragt haben, 
warum er das bei der Polizei gesagt habe und warum er ihm Probleme mache 
(G.________ 109 Z. 255 f.; vgl. ferner G.________ 497 Z. 2 f.: «[...] wir hatten dann 
Kontakt wegen den Problemen mit der Polizei. Er hat gesagt, wenn er mich in 
X.________ treffen würde, würde er mich umbringen»). In Bezug auf den Beschul-
digten machte er sodann insoweit widersprüchliche Aussagen, als er nun aussagte, 
dass der Beschuldigte das Kokain beim zweiten Mal in die Garage gebracht habe 
(G.________ 109 Z. 259). Bei seiner Einvernahme vom 12. Juni 2019 hatte er da-
gegen noch ausgesagt, das Kokain beide Male beim Beschuldigten geholt zu ha-
ben (pag. 183 Z. 238 ff.). Anlässlich seiner Einvernahme vor der ersten Instanz am 
31. Mai 2021 gab er nochmals davon abweichend an, dass das Kokain beide Male 
bei ihm zu Hause übergeben wurde (G.________ 496 Z. 30 ff.). Welchen Grund 
E.________ haben könnte, einen falschen Übergabeort zu nennen, ist nicht er-
sichtlich. Vielmehr deuten diese unterschiedlichen Angaben bezüglich des Überg-
abeorts darauf hin, dass es – wie die weiteren Umstände vermuten lassen – zu 
mehr als den zwei eingestandenen Übergaben kam, und mutmasslich eine der 
Übergaben im Rahmen der angeblichen Starthilfe erfolgte («in die Garage»).

Schlussendlich entscheidrelevant und glaubhaft ist, dass E.________ das Kokain 
vom Beschuldigten erhalten hat. Daran bestehen keine ernsthaften Zweifel. 
E.________ hat – notabene nach anfänglichem Zögern – nicht einfach irgendeine 
Person, sondern eine ihm bekannte Person aus seinem Umfeld genannt. Hinzu 
kommt, dass beim Beschuldigten tatsächlich Kokain in grösseren Mengen gefun-
den wurde und er erwiesenermassen mit Kokain handelte. Gründe für eine Falsch-
belastung sind ebenso wenig erkennbar, wie allfällige Vorteile aus einer solchen. 
Vielmehr hätte eine Falschbelastung bei Nichtbestätigung der Vorwürfe zusätzliche 
nachteilige Folgen für E.________ gehabt. Ebenso wenig liegen Anhaltspunkte 
dafür vor, dass E.________ anlässlich seiner Einvernahmen durch die Polizei unter 
Druck gesetzt worden wäre, wie dies der Beschuldigte an der oberinstanzlichen 
Einvernahme ausführte (pag. 693 Z. 6 ff.; 694 Z. 17). So war bei jeder Einvernah-
me von E.________ seine Verteidigung anwesend und hätte E.________ sowohl 
bei der Staatsanwaltschaft als auch vor dem erstinstanzlichen Gericht in seinem 
Strafverfahren die Gelegenheit gehabt, auf seine bei der Polizei getätigten Aussa-
gen zurückzukommen und allfällige Unwahrheiten offenzulegen. Stattdessen 
bestätige er jedoch die bei der Polizei gemachten Aussagen. Es mutet zudem selt-
sam an, dass weder der Beschuldigte noch seine Verteidigung den Umstand, dass 
E.________ von der Polizei unter Druck gesetzt worden sein soll, nicht bereits im 
Vorgang zur oberinstanzlichen Verhandlung vom 8. August 2023 vorgebracht ha-
ben, will der Beschuldigte doch angeblich bereits seit August 2022 davon wissen 
(pag. 693 Z. 16). Die Geschichte, wonach er an einem Sonntag mit E.________ zur 
Polizei gegangen sei, letzterer dabei seine Aussagen hätte widerrufen wollen, der 
Polizeiposten allerdings geschlossen gewesen sei und sie keine weiteren Versuche 
an einem anderen Wochentag unternommen hätten, ist alles andere als glaubhaft 

30

(pag. 693 Z. 6 ff.). Der Beschuldigte konnte denn auch nicht sagen, wann er seinen 
Anwalt darüber in Kenntnis gesetzt haben will (pag. 693 Z. 38 und 41). Insgesamt 
sind keine Gründe ersichtlich, die an den belastenden Aussagen von E.________ 
zweifeln und eine Falschbelastung annehmen lassen.

An diesem Ergebnis vermag in Übereinstimmung mit der Vorinstanz auch nichts zu 
ändern, dass der Quervergleich zwischen den Asservaten H5 (sichergestelltes Ko-
kain bei E.________) und C2 (sichergestelltes Kokain beim Beschuldigten) negativ 
verlief (unterschiedliche chemische Klasse; pag. 121 und 125). Mit Blick auf die 
Mengen, die der Beschuldigte in dieser Zeit nur schon mit dem Weiterverkauf an 
C.________ umsetzte, und der Zeit zwischen den mutmasslichen Lieferungen an 
E.________, ca. 2-3 Wochen vor seiner Anhaltung (pag. 183 Z. 210 und 213), und 
der Hausdurchsuchung beim Beschuldigten am 9. Mai 2019, ist es ohne weiteres 
möglich, dass sich der Beschuldigte zwischenzeitlich mit neuem Kokain eingedeckt 
hatte. Dafür spricht u.a., dass eine grössere Menge Kokain beim Beschuldigten si-
chergestellt werden konnte (113 Gramm Gesamtnettogewicht) und die Fingerlinge 
anders beschriftet waren («W.________»; pag. 124). Schliesslich kann festgehal-
ten werden, dass mit E.________ und C.________ gleich zwei Abnehmer den Be-
schuldigten unabhängig voneinander und in selbstbelastender Weise beschuldigen, 
Kokain an sie veräussert zu haben und zwar in Portionen von jeweils 10 Gramm, 
abgepackt in Fingerlinge (vgl. auch den Sachverhalt zum rechtskräftigen Schuld-
spruch unter Ziff. II.10 hinten: Auch dort ging es um 10 Gramm Portionen, abge-
packt in Fingerlinge).

Aussagen des Beschuldigten

Der Beschuldigte machte auch betreffend E.________ alles andere als glaubhafte 
Aussagen:

Erstmals angesprochen auf E.________ sagte der Beschuldigte anlässlich der Ein-
vernahme vom 9. Mai 2019 sehr vage und spürbar zurückhaltend aus, dass er 
denke, dass es ein Arbeitskollege sei. Er kenne diese Person vielleicht nicht. Viel-
leicht von seiner Arbeit. Er wisse es nicht. Als ihm daraufhin mitgeteilt wurde, dass 
E.________ ebenfalls bei Q.________ arbeite, antwortete er, er könne sich an ihn 
erinnern. Er war nun überdies in der Lage, den letzten Kontakt mit E.________ zu 
schildern. So soll E.________ ihm gesagt haben, dass er ein Auto habe, das nicht 
starten wolle. Er habe so ein PowerPack und so seien sie zu ihm in die Einstellhalle 
gegangen und hätten versucht, das Auto zu starten, was leider nicht funktioniert 
habe. Danach habe E.________ ihn wieder nach Hause gebracht (pag. 199 Z. 242 
ff.). Dieser private Kontakt wurde von E.________ bestätigt (pag. 186 Z. 381 f.). 
Das zurückhaltende Aussageverhalten des Beschuldigten nur schon zur Frage, ob 
er E.________ kenne, spricht vor diesem Hintergrund klar dafür, dass der Beschul-
digte in Bezug auf E.________ etwas verbergen wollte. Den Vorwurf, E.________ 
Kokain geliefert zu haben, verneinte er sodann in übertriebener Art und Weise 
(pag. 199 Z. 281: «Nein, nein, nein»; ebenso pag. 200 Z. 288). Entlarvend ist dabei 
auch seine Aussage: «So ein Blödmann, dass er meinen Namen nennt. Wieso 
nennt er meinen Namen!» (pag. 203 Z. 477 f.). Auf Nachfrage verneinte er sodann, 
zu wissen, weshalb E.________ seinen Namen genannt habe, und fügte an, dass 

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es vielleicht sei, weil er seine Frau vorher gekannt habe und er vielleicht wütend sei 
(pag. 203 Z. 481 f.).

Einen Tag später bei der Hafteröffnung wollte sich der Beschuldigte dann plötzlich 
erinnern, weshalb E.________ ihn «bestrafen will» und machte gleich zu Beginn 
der Einvernahme Ausführungen dazu (pag. 15 Z. 89 ff.). Nun soll der Grund nicht 
mehr die Frau von E.________ gewesen sein, sondern die Zeiterfassung am Ar-
beitsplatz und «mehrere Probleme», die auch der Chef mitbekommen habe (pag. 
15 Z. 94 f.). Der Beschuldigte ging sodann über, E.________ – welchen er tags zu-
vor überhaupt nicht kennen wollte – schlecht zu machen (pag. 15 Z. 93: «wollte, 
dass ich für ihn mehr Zeit aufschreiben soll»; Z. 96 ff.: «Sie [die Frau von 
E.________] sagte mir, dass er immer so ist, er sei immer aggressiv. Sie hat mir 
von diversen Problemen zwischen den beiden erzählt, es waren private Probleme. 
Einer unserer Arbeitskollegen sagte mir, dass der Junge mir Probleme machen 
wird»). Dies sei ihm «nun alles wieder in den Sinn gekommen» (pag. 15 Z. 101). 
Sein Einwand, er verstehe nicht, warum er von E.________ beschuldigt werde, er 
habe nichts mit Drogen zu tun, ist insofern wenig überzeugend, als er gleichzeitig 
Kokain bei sich in der Wohnung hatte (pag. 17 Z. 167 ff.) und an derselben Einver-
nahme eingestand, Kokain gekauft und verkauft zu haben (pag. 19 Z. 235 ff.). Auch 
erwähnte er nochmals, dass er und E.________ «Probleme miteinander» gehabt 
hätten (pag. 15 Z. 110 f. und 115), nur um gleich anschliessend zu schildern, wie er 
E.________ in der Freizeit beim Versuch, die Autobatterie zu starten, geholfen hat 
(pag. 16 Z. 128 ff.). Am Ende der Einvernahme findet sich nochmals eine übertrie-
bene Bestreitung (pag. 20 Z. 273: «Ich sage Ihnen nichts als die Wahrheit. Ich 
schwöre, dass ich nichts mit E.________ zu tun habe»), wobei auffällt, dass er 
E.________, den er tags zuvor nicht kennen wollte, bei seinem Spitznamen nann-
te.

Auch anlässlich seiner Einvernahme vom 3. Juli 2019 griff der Beschuldigte 
E.________ an und wiederholte die Vorwürfe (vgl. pag. 221 Z. 327 ff.; u.a. Zeiter-
fassung, aggressiv zu Hause). Neu fügte er an, dass E.________ ihm gedroht ha-
be, ihn zu bestrafen bzw. ihm ein Problem zu machen (pag. 221 Z. 330 und 347), 
und dass er Angst vor E.________ habe (pag. 222 Z. 361). Daneben bestätigte er 
aber erneut, E.________ in der Freizeit beim Versuch, die Autobatterie zu starten, 
geholfen zu haben (pag. 221 Z. 324 ff.; 222 Z. 355 ff.). Die negativen Erzählungen 
über E.________ zog der Beschuldigte zugleich zur wenig überzeugenden Be-
gründung heran, weshalb er mit E.________ sicher kein Drogengeschäft geführt 
haben kann (pag. 222 Z. 371 ff.: «Ich habe nie über Drogen mit ihm gesprochen. 
Wenn wir Freunde gewesen wären, dann wäre es evtl. ein anderes Thema, aber 
wir sind uns überhaupt nicht nahe. [...] wenn wir dieses behauptete Drogengeschäft 
zusammen hätten, dann müssten wir Freunde sein, sonst würde es nicht klap-
pen»). Auch finden sich erneut übertriebene Verneinungen in seinen Aussagen 
(pag. 222 Z. 381: «Nein, ganz sicher nicht. Nein, nein, kann nicht stimmen»).

Vor der Vorinstanz und vor Obergericht bestritt der Beschuldigte den Vorwurf er-
neut vollumfänglich (pag. 516 Z. 5 f.; 693 Z. 6). Nicht zu überzeugen vermag hier-
bei die Begründung des Beschuldigten, wonach E.________ nicht die Wahrheit er-
zählt haben könne, ansonsten dieser erzählt hätte, wie viel es [das Kokain] gekos-

32

tet habe (pag. 694 Z. 38); der Preis sei im Geschäft immer die erste Sache, worauf 
man schauen müsse (pag. 698 Z. 34 f.). Anders als vom Beschuldigten behauptet, 
konnte E.________ den Preis des Kokains, den er dem Beschuldigten zu zahlen 
hatte, durchaus angeben (vgl. pag. 182 Z. 180 f.: «Er sagte mir, dass das Kokain 
CHF 1'500.- kosten würde, welches er mir gegeben hat. Ich habe ihm aber nur 
CHF 400.- gegeben»; pag. 184 Z. 249 ff.: «Das erste Mal habe ich nichts bezahlt, 
wir haben aber abgemacht, dass ich das Geld vom Verkaufen ihm zurückgeben 
werde. Das zweite Mal habe ich CHF 400.- bezahlt mit der gleichen Abmachung 
und jetzt schulde ich ihm noch CHF 1'100.-» und pag. 184 Z. 261: «Nein, es kostet 
CHF 1'500.- und ich schulde ihm jetzt noch CHF 1'100.-»; ferner pag. 188 Z. 454). 
E.________ dürfte beim vom Beschuldigten erwähnten Verkaufspreis (pag. 182 Z. 
180: «Wir haben keinen Verkaufspreis abgemacht») denn auch vielmehr denjeni-
gen für den Weiterverkauf gemeint haben, d.h. für welchen Preis er das Kokain an-
schliessend an die Konsumenten weiterverkauft hatte (vgl. pag. 181 Z. 105: «Er 
gab mir CHF 70.- oder CHF 80.-»; pag. 181 Z. 127 ff.: «Zu welchem Preis? <> Es 
kommt darauf an, wieviel Geld sie haben, es hat keinen fixen Preis, die Frau hat 
mir einmal CHF 80.- gegeben und einmal CHF 100.-»).

Insgesamt kann festgestellt werden, dass die bestreitenden Aussagen des Be-
schuldigten alles andere als glaubhaft sind und die belastenden Aussagen von 
E.________ nicht zu entkräften oder in Frage zu stellen vermögen. Vielmehr ist 
aufgrund des Aussageverhaltens des Beschuldigten das Gegenteilige der Fall.

Objektive Beweismittel

Auf dem Mobiltelefon mit der Rufnummer .________ (Ass. C12), welches erwiese-
nermassen dem Beschuldigten gehörte (vgl. Ziff. II. 8.5.1 und 8.5.3 vorne), findet 
sich ein WhatsApp-Profilfoto mit dem grossgeschriebenen Wort «AB.________» 
(pag 74). Dieses Wort findet sich ebenfalls handschriftlich geschrieben auf einigen 
der bei E.________ sichergestellten Fingerlingen (pag. 189 Z. 500; 190 Z. 517 ff.). 
Angesprochen auf diesen Umstand wich der Beschuldigte der Frage aus und liefer-
te ein wenig nachvollziehbares Argument (pag. 222 Z. 387: «Ich könnte niemals 
meinen Glauben mit dem Kokainverkauf verbinden»). Der Beschuldigte gab sich 
als gläubig und hat zugleich eingestanden, Kokainhandel betrieben zu haben. Er 
hatte somit offenbar keine Mühe, den Kokainhandel mit seinem Glauben zu verein-
baren. Er gab denn auch nicht an, aufgrund des Glaubens mit dem Kokainhandel 
aufgehört zu haben, sondern, weil er sich ausgenützt fühlte und er nicht mehr so 
viel Wert darauf geben wollte, was die anderen über ihn denken (vgl. pag. 223 Z. 
442 ff.). Schliesslich taucht die Rufnummer von E.________ .________ in der An-
rufliste des Mobiltelefons des Beschuldigten (Ass. C12) auf. Demnach kam es in 
der Zeitspanne vom 27. April 2019 bis 7. Mai 2019 und somit in der Tatzeit mehr-
fach zu Kontakten zwischen dem Beschuldigten und E.________. Der Beschuldigte 
wurde vier Mal von E.________ und E.________ einmal vom Beschuldigten ange-
rufen (pag. 71). Auf dem Mobiltelefon von E.________ befand sich entsprechend 
die Mobiltelefonnummer des Beschuldigten .________ unter dem Namen 
«AC.________» und «A.________» (pag. 72 und 66).

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9.5.2 Zur Gesamtmenge Kokaingemisch im Besonderen

Betreffend die Gesamtmenge Kokaingemisch ist aufgrund des beschönigenden 
Aussageverhaltens von E.________ evident, dass er keine zu hohen Bezugsmen-
gen angegeben hat, da er sich damit selbst (zusätzlich) belastet hätte. Dies zeigt 
sich anschaulich bei seinen Aussagen zu den im Kehrichtsack vorgefundenen drei 
leeren Fingerlingen. So behauptete er, dass es nicht drei Fingerlinge gewesen sei-
en, sondern ein einzelner, der in mehreren Schichten eingepackt gewesen sei, die 
alle die Aufschrift «AB.________» gehabt hätten (pag. 172 Z. 302 ff.; G.________ 
109 Z. 245). Auf Nachfrage bestätigte er, die Verpackung auf einmal in den Keh-
richt gegeben zu haben (pag. 190 Z. 525 f.). Als ihm daraufhin eröffnet wurde, dass 
die drei leeren Verpackungen sich in unterschiedlichen Schichtungen im Kehricht-
sack befunden hätten, begründete er dies wenig überzeugend damit, dass er den 
Geruch nicht habe aushalten können und deshalb jeden einzelnen Teil mit Papier-
tüchern eingewickelt und weggeworfen habe (pag. 190 Z. 528 ff.). Er bestritt die 
Schichtungen im Kehricht somit nicht, sondern lieferte stattdessen eine wenig 
glaubhafte Begründung, weshalb sich die leeren Fingerlinge in unterschiedlichen 
Schichtungen befanden. Für drei Fingerlinge spricht zudem, dass alle drei Verpa-
ckungen beschrieben waren, was bei (gewollt) mehrfacher Verpackung des Ko-
kains wenig Sinn machen würde. Auf dem Foto auf pag. 174 ist denn auch jeweils 
höchstens eine einzelne Aufschrift «AB.________» pro Fingerling erkennbar und 
waren die weiteren Fingerlinge nur einfach verpackt (G.________ 109 Z. 247 f.). 
Nicht zuletzt bestanden die aufgefundenen leeren Verpackungen bereits selbst aus 
mehreren Schichten Plastikfolie, gleich wie bei den noch gefüllten Fingerlingen 
(G.________ 14). Es erfolgte somit bereits pro Fingerling eine «Mehrfachverpa-
ckung» des Kokains. 

Im AH._______