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**Case Identifier:** 3fb38167-2bb2-5c17-8003-7b188c316381
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-09-10
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 10.09.2020 725 20 181/223
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-20-181-223_2020-09-10.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 10. September 2020 (725 20 181 / 223) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Invalidenrente: Bemessung des Valideneinkommens unter Heranziehung der LSE-

Tabellenlöhne / Ermittlung des massgebenden Kompetenzniveaus 

 

 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Beat Hersberger, 

Kantonsrichter Christof Enderle, Gerichtsschreiber Markus Schäfer 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Anouck Zehntner, Advo-
katin, Indemnis Rechtsanwälte, Spalenberg 20, Postfach 1460, 
4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 Suva, Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde-
gegnerin 
 

  
  
Betreff Leistungen  
 
 
 
A. Der 1963 geborene A.____ war seit August 1988 als Lagermitarbeiter und ab Juni 
1999 - nach absolvierter Berufslehre - als Lagerist EFZ bei der B.____ AG tätig und durch die 
Arbeitgeberin bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligatorisch gegen 
die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert. Am 27. Juni 2011 erlitt A.____ einen 
Unfall, als er beim Absteigen von einem Stapler das Gleichgewicht verlor und auf die linke 
Schulter stürzte. Dabei zog er sich eine Rotatorenmanschettenruptur links zu. Nach Eingang 

 

 
 
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der Unfallmeldung kam die Suva für die Heilungskosten auf und leistete Taggeldzahlungen ent-
sprechend der ausgewiesenen Arbeitsunfähigkeit. Am 13. April 2018 wurde beim Versicherten 
eine Re-Ruptur der Rotatorenmanschette links festgestellt, die am 8. Mai 2018 operativ versorgt 
wurde. Auch hierfür erbrachte die Suva die gesetzlichen Leistungen in Form von Heilungskos-
ten und Taggeldern.  
 
Unter Hinweis, dass keine ärztlichen Behandlungen mehr vorgesehen seien, schloss die Suva 
den Fall grundsätzlich per 31. August 2019 ab (vgl. das Schreiben der Suva vom 12. Juli 2019). 
Mit Verfügung vom 30. Juli 2019 lehnte die Suva sodann einen Anspruch von A.____ auf eine 
Invalidenrente mit der Begründung ab, dass keine erhebliche unfallbedingte Beeinträchtigung 
der Erwerbsfähigkeit vorliege. Gleichzeitig sprach sie ihm in dieser Verfügung für die verblei-
benden Beeinträchtigungen an der linken Schulter eine Integritätsentschädigung basierend auf 
einer Integritätseinbusse von 10 % zu. Die vom Versicherten hiergegen erhobene Einsprache, 
die sich ausschliesslich gegen die Ablehnung des Rentenanspruchs richtete, wies die Suva mit 
Einspracheentscheid vom 16. April 2020 ab. 
 
B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A.____, vertreten durch Advokatin Anouck 
Zehntner, am 13. Mai 2020 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungs-
recht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, es sei der angefochtene Einspracheentscheid der 
Beschwerdegegnerin insofern abzuändern, dass diese dazu zu verpflichten sei, ihm eine Invali-
denrente im Umfang von 11 % zuzusprechen; unter o/e-Kostenfolge.  
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 2. Juni 2020 beantragte die Suva die Abweisung der 
Beschwerde. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1.1 Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 ATSG, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG 
in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 UVG auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen 
Einspracheentscheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht 
Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht des-
jenigen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohn-
sitz hat. Vorliegend befindet sich dieser in C.____ (BL), weshalb die örtliche Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die 
Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das 
Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Be-
schwerden gegen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist 
somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übri-
gen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde des Versicherten vom 13. Mai 2020 ist dem-
nach einzutreten. 
 
1.2 Mit Schreiben vom 12. Juli 2019 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass man den 
Fall grundsätzlich per 31. August 2019 abschliesse und die Taggeldzahlungen auf diesen Ter-

 

 
 
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min eingestellt würden. Man prüfe nunmehr, ob per 1. September 2019 weitere Versicherungs-
leistungen (Invalidenrente, Integritätsentschädigung) ausgerichtet werden könnten. Nach Vor-
nahme entsprechender Abklärungen lehnte die Suva mit Verfügung vom 30. Juli 2019 einer-
seits einen Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente ab, anderseits sprach sie ihm für 
die verbleibenden Beeinträchtigungen an der linken Schulter eine Integritätsentschädigung ba-
sierend auf einer Integritätseinbusse von 10 % zu. Die vom Versicherten hiergegen erhobene 
Einsprache richtete sich ausschliesslich gegen die Ablehnung des Rentenanspruchs. Darüber 
hinaus enthielt die Eingabe keine Anhaltspunkte, dass der Versicherte zusätzlich auch die Höhe 
der Integritätsentschädigung, wie sie in der Verfügung festgesetzt worden war, anfechten woll-
te. Die Suva sah somit - zu Recht - keine Veranlassung, diese im Rahmen des Einspracheent-
scheids von Amtes wegen in die Beurteilung einzubeziehen. Im Lichte der bundesgerichtlichen 
Rechtsprechung zum Rügeprinzip im Einspracheverfahren und zur Frage der Teilrechtskraft 
von nicht angefochtenen Verfügungsbestandteilen (vgl. BGE 119 V 347 ff.) ist vielmehr festzu-
halten, dass die Verfügung vom 30. Juli 2019 bezüglich der darin festgesetzten Integritätsent-
schädigung mangels Anfechtung in (Teil-) Rechtskraft erwachsen ist. Streitgegenstand des vor-
liegenden Beschwerdeverfahrens bildet somit einzig die Frage, ob die Suva einen Anspruch 
des Versicherten auf eine Invalidenrente der Unfallversicherung zu Recht ablehnte.  
 
2.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversi-
cherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufs-
unfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Die Leistungspflicht des Un-
fallversicherers setzt voraus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen 
Schaden (Invalidität, Integritätseinbusse) ein natürlicher (vgl. dazu BGE 129 V 177 E. 3.1 mit 
Hinweisen) und ein adäquater (vgl. dazu BGE 129 V 177 E. 3.2 mit Hinweis) Kausalzusam-
menhang besteht.  
 
2.2 Ist die versicherte Person infolge des Unfalls zu mindestens 10 Prozent invalid, so hat 
sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Als Invalidität gilt nach Art. 8 Abs. 1 
ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbs-
unfähigkeit. Diese wiederum entspricht dem durch Beeinträchtigung der körperlichen oder geis-
tigen Gesundheit verursachten und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei-
benden ganzen oder teilweisen Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom-
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG).  
 
2.3 Bei der Beurteilung eines unfallversicherungsrechtlichen Rentenanspruchs ist jeweils 
als erstes zu prüfen, in welchem Ausmass die versicherte Person unfallbedingt arbeitsunfähig 
ist. Gemäss der Legaldefinition von Art. 6 ATSG ist Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beein-
trächtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähig-
keit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer 
Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich be-
rücksichtigt (Satz 2).  
 
2.4 Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und bei der Beurteilung der Arbeitsfä-
higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Un-

 

 
 
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terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung 
zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur-
teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 
versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige 
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person 
noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen).  
 
2.5 Gestützt auf ihre Untersuchung vom 19. Juni 2019 hielt die Suva-Kreisärztin Dr. med. 
D.____, Fachärztin für Chirurgie, im Bericht vom 20. Juni 2019 fest, dem Versicherten seien 
unfallbedingt lediglich noch leichte bis höchstens mittelschwere Tätigkeiten zumutbar, wobei 
Gewichte bis maximal 10 kg auf Hüfthöhe körpernah, 5 kg auf Brusthöhe sowie 2 kg körperfern 
angehoben werden könnten. Repetitive und dauerhafte Gewichtsbelastungen seien beidseitig 
nicht zumutbar. Dasselbe gelte ferner für Tätigkeiten über der Horizontalen, mit Zwangshaltun-
gen beider Arme und stereotypen Bewegungsmustern sowie mit repetitiven und dauerhaften 
Schlag- und Vibrationsbelastungen. Ebenfalls nicht in Frage kämen Arbeiten auf Leitern und 
Gerüsten sowie in anderen absturzgefährdeten Positionen. Für entsprechend angepasste Tä-
tigkeiten sei dem Versicherten eine ganztägige Präsenz am Arbeitsplatz möglich. Die Suva 
stützte sich in der Folge im angefochtenen Einspracheentscheid bei der Beurteilung der Arbeits-
fähigkeit des Beschwerdeführers vollumfänglich auf diese Zumutbarkeitsbeurteilung der Kreis-
ärztin Dr. D.____ vom 20. Juni 2019. Diese vorinstanzliche Beweiswürdigung ist nicht zu bean-
standen, sie wird denn auch vom Versicherten in seiner Beschwerde in keiner Weise in Frage 
gestellt. Unter diesen Umständen kann aber von weiteren Ausführungen zum medizinischen 
Sachverhalt abgesehen werden. Im Sinne eines Zwischenergebnisses ist demnach festzuhal-
ten, dass die Suva im angefochtenen Entscheid gestützt auf die genannte Zumutbarkeitsbeur-
teilung zu Recht davon ausgegangen ist, dass dem Versicherten eine leidensangepasste Tätig-
keit, welche den oben umschriebenen Einschränkungen Rechnung trägt, ganztags zumutbar 
ist. 
 
3. Nach Art. 16 ATSG wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare 
Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Bezie-
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden 
wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol-
gen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermit-
telt und einander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invali-
ditätsgrad bestimmen (BGE 128 V 29 E. 1).  
 
4.1 Was die Ermittlung des Valideneinkommens anbelangt, ist entscheidend, was die ver-
sicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit als gesunde Person tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in 
der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwick-
lung angepassten Verdienst angeknüpft, da erfahrungsgemäss die bisherige Tätigkeit ohne 
Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen von diesem Erfahrungssatz müssen 

 

 
 
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mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 135 V 58 E. 3.1). Erfolgte der Stellen-
verlust aus invaliditätsfremden Gründen, ist der Validenlohn anhand von Durchschnittswerten 
zu bestimmen (Urteil des Bundesgerichts vom 9. Juni 2015, 9C_212/2015 E. 5.4 mit Hinwei-
sen). Dabei können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für 
Statistik (BFS) periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen 
werden (BGE 139 V 592 E. 2.3.).  
 
4.2 Wird auf Tabellenlöhne abgestellt, sind grundsätzlich immer die aktuellsten statisti-
schen Daten zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 2.3 mit Hinweisen). Vorliegend steht eine Ren-
tenzusprache an den Versicherten ab 1. September 2019 zur Diskussion (vgl. E. 1.2 hiervor). 
Da die TA1 der LSE 2018 im Zeitpunkt des Einspracheentscheids noch nicht vorlag, ist grund-
sätzlich von den Tabellenlöhnen der LSE 2016 auszugehen, wobei diese in Bezug auf das Jahr 
2019 nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung anzupassen sind. 
 
4.3 Wie den Akten entnommen werden kann, verlor der Beschwerdeführer seine letzte, 
langjährig ausgeübte Arbeitsstelle bei der B.____ AG im Jahr 2015 aus unfallfremden Gründen. 
Die Suva zog deshalb zur Ermittlung des Valideneinkommens die LSE-Tabellenlöhne heran. 
Dieses Vorgehen erweist sich, wie auch der Beschwerdeführer anerkennt, nach dem Gesagten 
(vgl. E. 4.1 hiervor) als korrekt. Ebenso ist nicht zu beanstanden, dass die Suva innerhalb der 
Tabelle TA1 (Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau 
und Geschlecht - Privater Sektor) auf die branchenspezifischen Löhne im Wirtschaftszweig "La-
gerei" (Ziff. 49-52) abstellte. In Anbetracht der Berufsausbildung und der langjährigen Berufser-
fahrung im gleichen Betrieb ist davon auszugehen, dass der Versicherte im Gesundheitsfall 
weiterhin in diesem Sektor tätig wäre. Auch in diesem Punkt sind sich die Parteien einig.  
 
4.4.1 Hauptstreitpunkt zwischen den Parteien und im Folgenden zu prüfen ist, ob bei der 
Ermittlung des konkreten Tabellenwerts im Wirtschaftszweig "Lagerei" auf das Kompetenzni-
veau 1 oder auf das Kompetenzniveau 2 abzustellen ist. Unter das Kompetenzniveau 1 fallen 
gemäss den Erläuterungen des BFS in der LSE 2016 (vgl. die Angaben am Fuss der Tabelle 
TA1) die Einkommen aus einfachen Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art. Demge-
genüber umfasst das Kompetenzniveau 2 eine Vielzahl von praktischen Tätigkeiten wie Ver-
kauf, Pflege, Datenverarbeitung und Administration, Bedienen von Maschinen und elektroni-
schen Geräten sowie Sicherheits- und Fahrdienste. Diese sind anspruchsvoller als die im Kom-
petenzniveau 1 erfassten einfachen Arbeiten. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 
kann eine versicherte Person ohne (qualifizierte) Berufsausbildung, aber mit in langjähriger 
praktischer Tätigkeit erworbenem handwerklichen Geschick grundsätzlich in einem höheren 
Kompetenzniveau als im Niveau 1 eingestuft werden. Gleichzeitig hat das Bundesgericht aber 
auch festgehalten, dass eine mehrjährige Berufserfahrung zwar nicht ausser Acht zu lassen sei, 
heutzutage indessen in den meisten Berufssparten ein Abschluss oder zumindest (formalisierte) 
Aus- und Weiterbildungen verlangt würden, was wiederum gegen eine höhere Einstufung spre-
che (Urteil des Bundesgerichts vom 21. Dezember 2016, 8C_728/2016, E. 3.3 mit Hinweisen). 
Vorliegend verfügt der Beschwerdeführer unbestrittenermassen über eine qualifizierte Ausbil-
dung als Lagerist mit Eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ) und über eine ausserordentlich 
lange Berufserfahrung von 27 Jahren. In Anbetracht dieser Berufsbiographie erfüllt er aber - 

 

 
 
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entgegen der Auffassung der Suva - die Anforderungen, die es erlauben, bei der Ermittlung 
seines hypothetischen Valideneinkommens auf das Kompetenzniveau 2 abzustellen. Seine be-
rufliche Qualifikation unterscheidet sich deutlich von derjenigen einer versicherten Person, die 
zwar ebenfalls über eine längere Berufserfahrung verfügt, die aber überhaupt keine Ausbildung 
in dieser Sparte oder aber lediglich die kürzere und weniger qualifizierte Ausbildung als Lagerist 
EBA (ohne allfällige Weiterbildungen) absolviert hat, und deren Tätigkeit deshalb wohl dem 
Kompetenzniveau 1 zuzuordnen wäre.  
 
4.4.2 Was die Suva gegen dieses Ergebnis vorbringt, vermag nicht zu überzeugen. Sie 
macht geltend, das von ihr errechnete Valideneinkommen erscheine mit Blick auf das Einkom-
men, das der Versicherte als gelernter Lagerist im Zeitpunkt des Unfalls vom 27. Juni 2011 bei 
der B.____ AG erzielt habe, "als realistisch und nachvollziehbar". Wie oben aufgezeigt, ist der 
Validenlohn aber immer anhand von Durchschnittswerten zu bestimmen, wenn der Stellenver-
lust - wie hier im Fall des Beschwerdeführers - aus invaliditätsfremden Gründen erfolgte (vgl. 
E. 4.1 hiervor und die dortigen Hinweise). Dies hat auch zu gelten, wenn die versicherte Person 
vor Eintritt der Gesundheitsschädigung allenfalls einen Lohn erzielt hatte, der leicht unter dem 
(damaligen) LSE-Tabellenlohn der betreffenden Branche lag. Andernfalls würde eben doch auf 
einen früheren, tatsächlich erzielten Lohn abgestellt, obwohl die versicherte Person die damali-
ge Stelle aus invaliditätsfremden Gründen nicht mehr ausüben kann. Im Übrigen kann im Fall 
des Beschwerdeführers ohnehin nicht von einem unüblich tiefen Einkommen vor Eintritt der 
Invalidität gesprochen werden. Laut Schadenmeldung vom 29. Juni 2011 erzielte er im Unfall-
zeitpunkt ein Jahreseinkommen von Fr. 68'900.--, während sich der anhand der LSE 2010 und 
unter Berücksichtigung der bis ins Jahr 2011 eingetretenen Nominallohnentwicklung errechnete 
Tabellenlohn im Wirtschaftszweig "Verkehr und Lagerei" im Jahr 2011 im Anforderungsniveau 
3, das dem heutigen Kompetenzniveau 2 entspricht, auf rund Fr. 70'600.-- belaufen hatte.  
 
4.5 Nach dem Gesagten ist der Validenlohn des Beschwerdeführers anhand des statisti-
schen Tabellenlohns der Tabelle TA1 (Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschafts-
zweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht - Privater Sektor) der LSE 2016 im Wirtschafts-
zweig "Lagerei" (Ziff. 49-52) und auf der Basis des Kompetenzniveaus 2 zu ermitteln. Aus-
gangspunkt der Berechnung bildet somit der Referenzwert von Fr. 5'680.-- pro Monat. Multipli-
ziert mit zwölf Monaten, umgerechnet auf die durchschnittliche Wochenarbeitszeit dieses Wirt-
schaftszweigs im Jahr 2019 von 42,4 Stunden (Tabelle T03.02.03.01.04.01 des BFS zur be-
triebsüblichen Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche, Wirtschaftszweig 
H "Verkehr und Lagerei") und angepasst an die bis 2019 eingetretene Nominallohnentwicklung 
(T1.1.15 Nominallohnindex, Männer, 2016-2018, und "Lohnentwicklung nach Wirtschaftszwei-
gen 2019", jeweils im Wirtschaftszweig "Verkehr und Lagerei": 0.3 % [2017], 0.0% [2018] und 
1.1 % [2019]) führt dies zu einem massgebenden Valideneinkommen von Fr. 73'263.--.  
 
5.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär 
von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret 
steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ - beson-
ders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleiben-
de Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen 

 

 
 
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aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsäch-
lich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkom-
men gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so 
sind für die Bemessung des Invalideneinkommen die LSE-Tabellenlöhne heranzuziehen (BGE 
143 V 295 E. 2.2).  
 
5.2 Die Parteien stimmen darin überein, dass auch das Invalideneinkommen des Be-
schwerdeführers unter Beizug der LSE-Tabellenlöhne zu ermitteln ist. Zur Anwendung gelangt 
wiederum der statistische Tabellenlohn gemäss der Tabelle TA1 (monatlicher Bruttolohn [Zent-
ralwert] nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht - Privater Sektor), wobei 
auch hier von der LSE 2016 auszugehen ist (vgl. E. 3.4 hiervor).  
 
5.3.1 Die Suva ging bei der Berechnung des Invalideneinkommens innerhalb der TA1 der 
LSE 2016 vom "Total" der Männerlöhne im Kompetenzniveau 1 und somit von einem Monats-
lohn von Fr. 5'340.-- aus, was vom Versicherten in seiner Beschwerde nicht in Frage gestellt 
wurde. In ihrer Vernehmlassung vom 2. Juni 2020 macht die Suva nun allerdings geltend, falls 
der beruflichen Ausbildung des Versicherten eine lohnrelevante Bedeutung beigemessen und 
deshalb beim Valideneinkommen auf das Kompetenzniveau 2 abgestellt werde, müsse dieses 
konsequenterweise auch beim Invalideneinkommen herangezogen werden. Dieser Betrach-
tungsweise kann jedoch nicht beigepflichtet werden. Der Beschwerdeführer verfügt ausserhalb 
seiner angestammten Tätigkeit über keinerlei Ausbildung oder Berufserfahrung und er wird un-
fallbedingt lediglich noch leichte bis höchstens mittelschwere (Hilfsarbeiter-) Tätigkeiten ausü-
ben können, bei denen keine Ausbildung oder Vorkenntnisse vorausgesetzt werden. Solche 
Tätigkeiten sind aber klarerweise dem Kompetenzniveau 1 der Tabelle TA1 zuzuordnen. Somit 
hat die Suva aber im angefochtenen Entscheid zu Recht auf das "Total" der Männerlöhne im 
Kompetenzniveau 1 abgestellt.  
 
5.3.2 Basis der Berechnung bildet demnach der vorstehend erwähnte Referenzwert von 
Fr. 5'340.-- pro Monat. Multipliziert mit zwölf Monaten, umgerechnet auf die durchschnittliche 
Wochenarbeitszeit aller Wirtschaftszweige im Jahr 2019 von 41,7 Stunden (Tabelle 
T03.02.03.01.04.01 des BFS zur betriebsüblichen Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in 
Stunden pro Woche, Total) und angepasst an die bis 2019 eingetretene Nominallohnentwick-
lung (T1.1.15 Nominallohnindex, Männer, 2016-2018, Total, und "Lohnentwicklung nach Wirt-
schaftszweigen 2019", Gesamtheit der Branchen: 0.4 % [2017], 0.5 % [2018] und 0.9 % [2019]) 
führt dies zu einem Invalideneinkommen von Fr. 68'012.--.  
 
5.3.3 Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage der LSE ermittelt, ist der entspre-
chende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Ohne für jedes zur Anwendung gelangende Merk-
mal separat quantifizierte Abzüge vorzunehmen, ist der Einfluss aller Merkmale auf das Invali-
deneinkommen (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthalts-
kategorie und Beschäftigungsgrad) unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflicht-
gemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen. Der Abzug darf 25 % nicht übersteigen (BGE 
135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2). Vorliegend hat die Suva in ihrer Berechnung des Invali-

 

 
 
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deneinkommens einen Abzug von 5 % vom Tabellenlohn vorgenommen, was nicht zu bean-
standen ist. Die Höhe des Abzugs wird denn auch vom Beschwerdeführer zu Recht nicht in 
Frage gestellt. Kürzt man das vorstehend ermittelte Invalideneinkommen von Fr. 68'102.-- um 
5 %, so resultiert daraus ein massgebendes Invalideneinkommen von Fr. 64'611.--. 
 
5.4.1 Stellt man im Einkommensvergleich dieses Invalideneinkommen von Fr. 64'611.-- dem 
oben (vgl. E. 4.5 hiervor) ermittelten Valideneinkommen von Fr. 73'263.-- gegenüber, so resul-
tiert daraus eine Erwerbseinbusse von Fr. 8’652.--, was einen Invaliditätsgrad von 11,81 % bzw. 
gerundet (vgl. zur Rundungspraxis: BGE 130 V 121 ff.) von 12 % ergibt. Da dieser Wert die ge-
setzliche Erheblichkeitsgrenze von 10 % (Art. 18 Abs. 1 UVG) übersteigt, hat der Beschwerde-
führer Anspruch auf eine auf einem Erwerbsunfähigkeitsgrad von 12 % basierende Invaliden-
rente der Beschwerdegegnerin. 
 
5.4.2 Gemäss Art. 19 Abs. 1 UVG entsteht der Rentenanspruch, wenn von der Fortsetzung 
der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands des Versicher-
ten mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversi-
cherung (IV) abgeschlossen sind. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 1.2 hiervor), stellte die Suva die 
vorübergehenden Leistungen (Taggeldzahlungen, Heilungskosten) per 31. August 2019 ein und 
prüfte, ob per 1. September 2019 weitere Versicherungsleistungen (Invalidenrente, Integritäts-
entschädigung) ausgerichtet werden könnten. Da dieser Fallabschluss per Ende August 2019 
nicht zu beanstanden ist, ist dem Beschwerdeführer die ihm nach dem Gesagten zustehende 
Invalidenente ab 1. September 2019 zuzusprechen.  
 
6. Zusammenfassend ist nach dem Gesagten als Ergebnis festzuhalten, dass die Be-
schwerde des Versicherten gutzuheissen, der angefochtene Einspracheentscheid der Suva 
vom 16. April 2020 aufzuheben und festzustellen ist, dass der Beschwerdeführer mit Wirkung 
ab 1. September 2019 Anspruch auf eine Invalidenrente basierend auf einem Erwerbsunfähig-
keitsgrad von 12 % hat. 
 
7.1 Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die 
Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu 
erheben.  
 
7.2 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Da der Beschwerdeführer obsiegende Partei ist, ist ihm eine Parteient-
schädigung zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. Die Rechtsvertreterin des Be-
schwerdeführers hat in ihrer Honorarnote vom 24. Juni 2020 für das vorliegende Verfahren ei-
nen Zeitaufwand von 8 Stunden geltend gemacht. Darin enthalten sind unter anderem Bemü-
hungen von insgesamt 20 Minuten, die sie gegenüber der Rechtsschutzversicherung des Be-
schwerdeführers erbrachte. Dieser Aufwand ist jedoch nicht durch die unterliegende Beschwer-
degegnerin zu entschädigen. Die ausgewiesenen Bemühungen sind deshalb um 20 Minuten zu 
kürzen. Der verbleibende entschädigungsberechtigte Zeitaufwand von 7 Stunden und 40 Minu-
ten erweist sich in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als ange-
messen. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen praxisgemäss für 

 

 
 
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durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von 250 Franken zu ent-
schädigen. Nicht zu beanstanden sind sodann die geltend gemachten Auslagen von Fr. 37.80. 
Dem Beschwerdeführer ist deshalb eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2‘104.95 
(7 Stunden und 40 Minuten à Fr. 250.-- + Auslagen von Fr. 37.80 zuzüglich 7,7 % Mehrwert-
steuer) zu Lasten der Suva zuzusprechen. 
 

 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einsprache-
entscheid der Suva vom 16. April 2020 aufgehoben und es wird fest-
gestellt, dass der Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. September 
2019 Anspruch auf eine Invalidenrente basierend auf einem Erwerbs-
unfähigkeitsgrad von 12 % hat. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Die Suva hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung in der 
Höhe von Fr. 2‘104.95 (inkl. Auslagen und 7,7 % Mehrwertsteuer) zu 
bezahlen. 

 

 

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