# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a08d0dc0-b72a-5ba1-82e9-1cfe695fa45e
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-05-31
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 31.05.2010 D-2255/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2255-2010_2010-05-31.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-2255/2010/wif
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 1 .  M a i  2 0 1 0

Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz), 
Richter François Badoud, Richter Martin Zoller, 
Gerichtsschreiber Patrick Weber.

A._______, geboren _______, Iran,
vertreten durch Dr. iur. Reza Shahrdar, _______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Einreisebewilligung und Familienzusammenführung zu-
gunsten von B._______, geboren _______; 
Verfügung des BFM vom 11. März 2010 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-2255/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass der Beschwerdeführer am 22. Juli 2000 in der Schweiz ein Asyl -
gesuch stellte, 

dass das BFM sein Gesuch mit Verfügung vom 8. November 2002 ab-
wies und die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Wegweisungs-
vollzug anordnete, 

dass die Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) eine dagegen 
erhobene Beschwerde mit Urteil vom 10. Februar 2003 abwies, 

dass das BFM das Wiedererwägungsgesuch des Beschwerdeführers 
vom 8. Juni 2004 mit Verfügung vom 17. August 2004 abwies, 

dass das BFM im Rahmen des Beschwerdeverfahrens auf seinen Ent-
scheid teilweise zurückkam und den Beschwerdeführer am 17. März 
2005  wegen  subjektiver  Nachfluchtgründe  als  Flüchtling  in  der 
Schweiz vorläufig aufnahm, 

dass der Beschwerdeführer seinen Rekurs in der Folge im noch hängi -
gen Asylpunkt zurückzog, 

dass er gemäss eigenen Angaben am 3. Dezember 2007 seine im Iran 
lebende Verlobte B. im Abwesenheitsverfahren heiratete, 

dass er bei der Vorinstanz am 29. Juli 2008 (Eingang BFM) die Bewilli-
gung des Familiennachzugs zugunsten seiner Ehefrau beantragte, 

dass  die  Vorinstanz  das  Gesuch  mit  Verfügung  vom 23. September 
2009 abwies,

dass  der  Beschwerdeführer  diese  Verfügung  mit  Eingabe  vom 
14. Oktober 2009 durch seine Rechtsvertretung beim Bundesverwal-
tungsgericht anfechten liess,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  die  Beschwerde  mit  Urteil  vom 
7. Dezember 2009 im Sinne der Erwägungen guthiess und die Sache 
zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückwies, 

dass  das  BFM  das  Gesuch  vom  29.  Juli  2008  mit  Verfügung  vom 
11. März 2010 erneut abwies, 

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D-2255/2010

dass der Beschwerdeführer diese Verfügung mit Eingabe vom 6. April 
2010  durch  seine  Rechtsvertretung  beim  Bundesverwaltungsgericht 
anfechten liess,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Zwischenverfügung  vom 
21. April 2010 auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtete 
und die Vorinstanz zur Vernehmlassung einlud, 

dass das BFM mit Vernehmlassung vom 23. April 2010 ohne detail lier-
te Erwägungen die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde bean-
tragte, 

dass  die  vorinstanzliche  Stellungnahme  dem  Beschwerdeführer  am 
27. April 2010 zur Kenntnis gebracht wurde, 

dass auf die Argumente des BFM, die Beschwerdevorbringen und die 
Beweismittel – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen 
einzugehen ist, 

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen  Verfügungen  (Art.  5  des  Verwaltungsverfahrensgesetzes  vom 
20. Dezember  1968 [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM auf  dem Gebiet 
des Asylrechts entscheidet  (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 
1998  [AsylG, SR 142.31] i.V.m. Art. 31, 32 und 33 Bst. d des Verwal-
tungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni  2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 
Bst. d  Ziff. 1  des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni  2005 [BGG, 
SR 173.110]),

dass der Entscheid vom 11. März 2010 eine Verfügung des BFM im 
Bereich des Asylrechts  darstellt,  die mit  Beschwerde an das letztin-
stanzlich  zuständige  Bundesverwaltungsgericht  angefochten  werden 
kann,

dass  der  Umstand,  wonach  die  vorinstanzliche  Verfügung  keine 
Rechtsmittelbelehrung  aufweist,  daran  offensichtlich  nichts  ändern 
kann, und dem Beschwerdeführer dadurch auch kein Nachteil entstan-
den ist, 

dass die Beschwerde innert der gesetzlichen Frist von 30 Tagen in gül-
tiger Form eingereicht wurde (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 50 Abs. 1 und 
Art. 52 VwVG), 

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dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor dem BFM teilgenommen 
hat und durch die Verfügung vom 11. März 2010 besonders berührt ist,

dass er entsprechend ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhe-
bung beziehungsweise Änderung hat (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 
VwVG), weshalb die Beschwerdelegitimation gegeben ist, 

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art.  106  Abs. 1 
AsylG),

dass das BFM den angefochtenen Entscheid nicht mehr gestützt auf 
Art. 51  Abs. 4 AsylG (vgl. die  Verfügung vom 23. September  2009), 
sondern  gestützt  auf  Art.  Art.  85  Abs.  7  des  Bundesgesetzes  vom 
16.  Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG; 
SR 142.20) erlassen hat, 

dass dies mit der zu berücksichtigenden Gesetzeslage übereinstimmt, 

dass nämlich der vormals in Kraft stehende Artikel 39 Abs. 1 der Asyl -
verordnung  1  vom  11. August  1999  über  Verfahrensfragen  (AsylV1, 
SR 142.311) im Rahmen der Verordnungskompetenz des Bundesrates 
gestützt auf  Art. 51 Abs. 5 AsylG am 1. Januar 2007 durch Art. 14c 
Abs. 3bis des Bundesgesetzes vom 26. März 1931 über Aufenthalt und 
Niederlassung der Ausländer ([ANAG, SR 142.20) abgelöst und eine 
dreijährige Wartefrist gesetzlich verankert wurde, 

dass diese Regelung im  seit  dem 1. Januar  2008 geltenden Art. 85 
Abs. 7 AuG; SR 142.20) übernommen wurde und das Gesuch um Fa-
miliennachzug vom 29. Juli 2008 (Eingang BFM) datiert, 

dass sich vorliegend zunächst die Frage stellt, ob betreffend Ehefrau 
des  Beschwerdeführers  allenfalls  ein  Asylgesuch  aus  dem  Ausland 
vorliegt, was zur Prüfung ihrer originären Flüchtlingseigenschaft  füh-
ren würde (vgl. BVGE 2007/19), 

dass zwar verschiedentlich auf eine unsichere Situation der Ehefrau im 
Iran hingewiesen wird  (vgl. dazu C4 /22 S. 1; C 16/4  S. 1; C 18/13 
S. 1), 

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dass diese Vorbringen jedoch durchwegs äusserst  vage blieben und 
namentlich auch in der Beschwerdeschrift vom 6. April 2010 entspre-
chende Ausführungen gänzlich fehlen sondern klarerweise beantragt 
wird, der Ehefrau sei eine ordentliche Aufenthaltsbewilligung zu ertei -
len, 

dass das BFM somit in zulässiger Weise von einer Prüfung im Sinne 
von Art. 20 AsylG absah und eine Verletzung der Untersuchungsmaxi-
me zu verneinen ist, 

dass  im  Folgenden  entsprechend  die  Voraussetzungen  von  Art.  85 
Abs. 7 AsylG zu prüfen sind, 

dass gemäss Art. 85 Abs. 7 AuG Ehegatten und ledige Kinder unter 18 
Jahren von vorläufig aufgenommenen Personen und vorläufig aufge-
nommenen  Flüchtlingen  frühestens  drei  Jahre  nach  Anordnung  der 
vorläufigen Aufnahme nachgezogen und in diese eingeschlossen wer-
den können, wenn sie mit diesen zusammenwohnen (Bst. a), eine be-
darfsgerechte  Wohnung vorhanden  ist  (Bst. b)  und  die  Familie  nicht 
auf Sozialhilfe angewiesen ist (Bst. c),

dass gemäss den verfügbaren Akten eine rechtsgültige Ehe zwischen 
dem Beschwerdeführer und B. besteht (vgl. dazu auch die Ausführun-
gen im Kassationsurteil vom 7. Dezember 2009), 

dass die dreijährige Wartefrist unbestrittenermassen abgelaufen ist, 

dass das Erfordernis des Zusammenwohnens im vorliegenden Kontext 
nur so verstanden werden kann, die nachzuziehende Person beabsich-
tige, nach der Einreise in die Schweiz mit der vorläufig aufgenomme-
nen Person zusammenzuleben, da die nachzuziehende Person regel-
mässig  noch  im Ausland weilt  (vgl. dazu das Bundesverwaltungsge-
richtsurteil E-7236/2007 vom 25. Januar 2010 E. 4.6),

dass  das  BFM  in  diesem  Zusammenhang  davon  ausgeht,  der  Be-
schwerdeführer beabsichtige nicht, mit B. in der Schweiz eine Lebens-
gemeinschaft einzugehen, 

dass diese Vermutung als nach wie vor eher spekulativ erscheint, ihr 
im Lichte nachfolgender Ausführungen aber nicht auf den Grund ge-
gangen werden muss, 

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dass  die  kantonale  Behörde  in  ihrem Bericht  vom 25.  Januar  2010 
nämlich das Vorliegen einer bedarfsgerechten Wohnung verneint, 

dass es sich bei der tatbeständlichen Voraussetzung "bedarfsgerechte 
Wohnung" um einen unbestimmten Gesetzesbegriff  handelt,  welcher 
im konkreten Fall ausgelegt werden muss, 

dass die ausgewiesene Wohnfläche von ungefähr 33 Quadratmetern 
als für zwei Personen doch sehr klein erscheint, 

dass die kantonale Behörde im Bericht ferner ausführt, der Beschwer-
deführer  sei  bereits  am  16.  Februar  2009  auf  diesen  Umstand 
aufmerksam gemacht worden, ohne dass er reagiert habe, 

dass die Beschwerdevorbringen, die Anmietung einer grösseren Woh-
nung allein im Hinblick auf die allfällige (und eventuell Jahre später er-
folgende) Gutheissung des Gesuchs sei abwegig, zwar eine gewisse 
Berechtigung aufweist, 

dass aber die Tatsache der aktuell  fehlenden bedarfsgerechten Woh-
nung bestehen bleibt, 

dass dies insbesondere auch in Berücksichtigung der fehlenden wirt -
schaftlichen Unabhängigkeit relativ schwer wiegt, 

dass  der  Beschwerdeführer  aktuell  offenbar  nicht  über  eine Arbeits-
stelle  verfügt  und  Arbeitslosenunterstützung  geniesst  (vgl.  wiederum 
den Bericht vom 25. Januar 2010), 

dass nach der  Unterbrechung des Bezugs von Sozialhilfe  mithin  er -
neute  solche Bezüge in absehbarer  Zeit  als  wahrscheinlich  erschei-
nen,  zumal  der  Beschwerdeführer  –  wenn  auch  zurecht  –  auf 
namentlich  für  Personen  in  seiner  aufenthaltsrechtlichen  Situation 
schwierige Lage auf dem Arbeitsmarkt hinweist, 

dass die Voraussetzungen von Art. 85 Abs. 7 Bst. b und c mithin nicht 
erfüllt sind,

dass  bei  dieser  Sachlage  eine  weitere  Auseinandersetzung  mit  den 
Beschwerden und den Beweismitteln mangels Relevanz unterbleiben 
kann, und die Beschwerde abzuweisen ist, 

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D-2255/2010

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr.  600.– 
(Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 
2008 über  die  Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-
tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerle-
gen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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D-2255/2010

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.– werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die  Rechtsvertretung  des  Beschwerdeführers  (Einschreiben;  Bei-
lagen: Original der Verfügung des BFM vom 11. März 2010 und Ein-
zahlungsschein)

- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt,  mit  den  Akten  Ref-Nr. N _______ 
(per Kurier; in Kopie)

- _______

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Nina Spälti Giannakitsas Patrick Weber

Versand:

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