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**Case Identifier:** f9aad707-9a22-50cb-a322-3249a1f5651a
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-08-10
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 10.08.2017 725 17 11 / 202
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-17-11---202_2017-08-10.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 10. August 2017 (725 17 11 / 202) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Prüfung der Unfallkausalität bestehender Beschwerden / Würdigung der medizinischen 

Aktenlage 

 

 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichterin Elisabeth Berger 

Götz, Kantonsrichter Dieter Freiburghaus, Gerichtsschreiberin Tina 
Gerber 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Monica Armesto, Advo-
katin, Spalenberg 20, Postfach 1460, 4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 SOLIDA Versicherungen AG, Saumackerstrasse 35, Postfach, 
8048 Zürich, Beschwerdegegnerin, vertreten durch Martin Bürkle, 
Rechtsanwalt LL.M., Thouvenin Rechtsanwälte KLG, Klausstras-
se 33, 8024 Zürich 
 

  
  
Betreff Leistungen  
 
 
 
A. Die 1952 geborene A.____ war seit dem 1. Juni 2010 als kaufmännische Angestellte bei 
der B.____ AG tätig und in dieser Eigenschaft bei der Alba Versicherungsgesellschaft AG obli-
gatorisch gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert. Am 24. November 
2010 wurde die Versicherte auf einem Fussgängerstreifen von einem Personenwagen angefah-

 

 
 
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ren. Dabei erlitt sie ein Polytrauma mit Rippenserienfrakturen, Hämatopneumothorax beidseits, 
eine Querfraktur des Manubrium sterni, Frakturen der Brustwirbelkörpers (BWK) 10 und 11 so-
wie eine Rissquetschwunde am Hinterkopf (gemäss Austrittbericht des Spitals C.____ vom 
10. Dezember 2010). Die Alba Versicherungsgesellschaft AG anerkannte ihre Leistungspflicht 
und erbrachte die gesetzlichen Versicherungsleistungen (Heilbehandlungskosten, Taggelder). 
Nachdem die SOLIDA Versicherungen AG Ende 2011 das Versicherungsportfolio der Alba Ver-
sicherungsgesellschaft AG übernommen hatte, erbrachte sie ab anfangs 2012 die Versiche-
rungsleistungen für das Unfallereignis vom 24. November 2010.  
 
Mit Verfügung vom 19. Juni 2014 stellte die SOLIDA Versicherungen AG die vorübergehenden 
Versicherungsleistungen unter Hinweis auf den fehlenden Kausalzusammenhang der aktuell 
allenfalls noch vorhandenen Gesundheitsschädigung mit dem Unfallereignis vom 24. November 
2010 per 1. Juni 2014 ein. Für die verbleibende Beeinträchtigung aus dem Unfall wurde der 
Versicherten eine Integritätsentschädigung, basierend auf einem Integritätsschaden von 5 %, 
zugesprochen und der Anspruch auf eine Invalidenrente implizit verneint. Eine dagegen von der 
Versicherten, vertreten durch Advokatin Monika Armesto, erhobene Einsprache wies die 
SOLIDA Versicherungen AG mit Entscheid vom 21. November 2016 ab.  
 
B. Hiergegen erhob A.____, weiterhin vertreten durch Advokatin Monica Armesto, am 
9. Januar 2017 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kan-
tonsgericht). Sie beantragte, es sei der Beschwerdeführerin in Aufhebung des angefochtenen 
Einspracheentscheids eine Invalidenrente nach Massgabe eines Invaliditätsgrades von mindes-
tens 30 % zuzusprechen. Ferner sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihr eine Integri-
tätsentschädigung nach Massgabe eines Integritätsschadens von mindestens 20 % auszurich-
ten, alles unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass auf 
das von der Beschwerdegegnerin eingeholte Gutachten der IB-Bern, Interdisziplinäre Begutach-
tungen Di Stefano (IB-Bern), vom 6. September 2013 mangels Beweiswert nicht abgestellt wer-
den dürfe. Stattdessen sei auf das von der zuständigen IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) 
eingeholte Gutachten der medexperts AG vom 2. März 2015 abzustellen, eventualiter sei eine 
polydisziplinäre gerichtliche Begutachtung anzuordnen.  
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 5. April 2017 schloss die Beschwerdegegnerin, vertreten 
durch Rechtsanwalt Martin Bürkle, auf Abweisung der Beschwerde. Das Gutachten der medex-
perts AG vom 2. März 2015 sei für den streitigen Kausalzusammenhang nicht beweiskräftig. Es 
gäbe keine Indikationen für weitere Abklärungen.  
 
D. Mit Eingabe vom 2. Mai 2017 nahm die Beschwerdeführerin zu einzelnen Punkten der 
Vernehmlassung der SOLIDA Versicherungen AG Stellung. Diese wiederum äusserte sich mit 
Duplik vom 29. Mai 2017 zu den Vorbringen der Beschwerdeführerin vom 2. Mai 2017.  
 
E. Zur Vervollständigung der Aktenlage zog das Kantonsgericht bei der IV-Stelle Basel-
Landschaft die IV-Akten der Versicherten bei.  
 
 

 

 
 
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Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1.1 Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 
ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) 
vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent-
scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde 
erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kan-
tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor-
liegend befindet sich dieser in D.____ (BL), weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsge-
richts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfas-
sungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantons-
gericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden ge-
gen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist damit auch 
sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- 
und formgerecht eingereichte – Beschwerde der Versicherten vom 9. Januar 2017 ist folglich 
einzutreten. 
 
2. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 19. Juni 
2014 und Einspracheentscheid vom 21. November 2016 eine Integritätsentschädigung entspre-
chend einem Integritätsschaden von 5 % zugesprochen und den Anspruch auf eine Invaliden-
rente verneint. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Rente 
sowie eine höhere Integritätsentschädigung hat.  
 
3.1 Auf den 1. Januar 2017 sind die mit Bundesgesetz vom 25. September 2015 revidier-
ten Bestimmungen des UVG in Kraft getreten. Zu den geänderten Normen gehören auch die 
Bestimmungen von Art. 18 Abs. 1 UVG und Art. 24 Abs. 2 UVG, welche die Ansprüche auf eine 
Invalidenrente und auf eine Integritätsentschädigung regeln. Laut der Übergangsbestimmung 
von Art. 118 Abs. 1 UVG werden jedoch Versicherungsleistungen für Ereignisse, die sich vor 
dem Inkrafttreten dieser revidierten Bestimmungen zugetragen haben, und für Berufskrankhei-
ten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. So verhält 
es sich auch im vorliegenden Fall, weshalb nachfolgend auf das bisherige Recht und die dazu 
ergangene Rechtsprechung Bezug genommen wird. 
 
3.2 Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversi-
cherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufs-
unfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt 
der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbe-
handlung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so 
hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt der 
versicherten Person Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfalles zu mindes-
tens 10 % invalid ist. Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen 
Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person 
mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversiche-

 

 
 
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rung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Tag-
geldleistungen dahin (vgl. Art. 19 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den Unfall 
eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität, so hat sie nach 
Art. 24 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung. Diese wird mit 
der Invalidenrente festgesetzt oder, falls kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung der 
ärztlichen Behandlung gewährt (Art. 24 Abs. 2 UVG). 
 
3.3 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt unter anderem voraus, 
dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Arbeits-
unfähigkeit, Invalidität, Integritätsschädigung) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht 
(BGE 129 V 181 E. 3.1). Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle 
Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht 
als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent-
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs 
nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Stö-
rungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die 
körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit 
anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitli-
che Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Ob zwischen einem schädigenden 
Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist 
eine Tatfrage, worüber die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung oder im Streitfall das 
Gericht - im Rahmen der ihr obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse 
Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht 
(BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). 
 
3.4 Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, 
entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall 
nicht die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letz-
terer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn 
entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden 
hat (status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen 
Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte 
(status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusam-
menhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines 
Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänz-
lich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine 
anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die entsprechende Beweislast - anders als bei der 
Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht 
beim Versicherten, sondern beim Unfallversicherer. Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im 
Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten mass-
gebend (Urteil A. des Bundesgerichts vom 23. September 2014, 8C_419/2014, E. 3.2 mit Hin-
weisen). 

 

 
 
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3.5 Zu beachten ist sodann, dass gemäss Art. 36 Abs. 2 UVG die Invalidenrenten und die 
Integritätsentschädigungen angemessen gekürzt werden, wenn die Gesundheitsschädigung nur 
teilweise die Folge eines Unfalles ist. Gesundheitsschädigungen vor dem Unfall, die zu keiner 
Verminderung der Erwerbsfähigkeit geführt haben, werden dabei nicht berücksichtigt.   
 
4.1 Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsansprüche bedarf es verlässli-
cher medizinischer Entscheidungsgrundlagen (BGE 134 V 231 E. 5.1). Das Gericht hat diese 
nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung 
(vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozi-
alversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen 
und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung 
des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechen-
den medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial 
zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medi-
zinische These abstellt (BGE 125 V 352 E. 3a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberich-
tes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammen-
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolge-
rungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 
E. 3a).  
 
4.2 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu 
auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens einge-
holten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobach-
tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Er-
örterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle 
Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex-
pertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 
 
5.1 Zwischen den Parteien ist in Bezug auf den medizinischen Sachverhalt strittig, ob die 
Beschwerden der Versicherten nach dem 1. Juni 2014 noch unfallkausal sind, bzw. ob nach 
diesem Zeitpunkt unfallkausale gesundheitliche Beschwerden vorliegen, welche die Arbeitsfä-
higkeit in der angestammten Bürotätigkeit einschränken, und ob eine Integritätseinbusse von 
mehr als 5 % vorliegt. Im Zentrum steht dabei die Frage, ob die bei der Versicherten diagnosti-
zierte chronisch obstruktive Lungenkrankheit (COPD), welche nicht Folge des Unfalls, sondern 
krankheitsbedingt ist, allein für die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit verantwortlich ist, oder ob 
die Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit auf einem Zusammenwirken der genannten Krankheit 
mit unfallbedingten Restbeschwerden im Thoraxbereich beruht. 

 

 
 
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5.2 Die Beschwerdegegnerin gab zur Klärung des medizinischen Sachverhalts bei den IB-
Bern ein polydisziplinäres Gutachten in den Fachbereichen Orthopädie-Traumatologie, Psychi-
atrie, Neurologie und Neuropsychologie in Auftrag, welches am 6. September 2013 erstattet 
wurde. Darin erhoben die beteiligten Fachärzte folgende Diagnosen: Status nach Verkehrsunfall 
als Fussgängerin am 24. November 2010 mit: (1) Rippenserienfraktur 5-8 lateral rechts und 
teilweise dorsal links mit Hämatopneumothorax und anschliessender Ausräumung der Hämato-
pneumothoraxe und offenen Repositionen sowie Osteosynthesen rechts und links mit residuel-
len Beschwerden im Thoraxbereich; (2) ventral betonter Bodenplattenimpressionsfraktur von 
BWK10, Distraktionsverletzung von BWK10/11 und ventral betonter Deckplattenimpressions-
fraktur von BWK12 mit Spondylodese und Anlage eines Fixateur interne BWK9 - LWK1 und 
residuellen Beschwerden im Rückenbereich; (3) Schrägfraktur des Manubrium sterni (und kon-
servativer Behandlung); (4) Commotio cerebri, folgenlos ausgeheilt, ohne nachweisbare Hirn-
schäden, ohne nachweisbare neurologische oder neuropsychologische Defizite; (5) Anpas-
sungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt, in Remission begriffen, aktuell nur 
noch leichtgradig ausgeprägt, dies im Sinne einer Fehlverarbeitung der Unfallfolgen und Um-
strukturierungen am Arbeitsplatz. Als unfallfremde Diagnosen erhoben die Gutachter verschie-
dene Z-Diagnosen sowie anamnestisch einen Status nach leichter agoraphobischer Störung 
und anamnestisch einen Status nach spezifischen isolierten Phobien mit insbesondere Höhen-
angst. Zur Frage der Unfallkausalität der vorhandenen Beschwerden führten die Gutachter aus, 
die Restbeschwerden am Thorax und Rücken seien überwiegend wahrscheinlich zumindest 
teilkausal eine Folge der beim Unfall vom 24. November 2011 erlittenen und operativ versorg-
ten Frakturen. Im Falle der aus psychiatrischer Sicht postulierten leichtgradigen Anpassungs-
störung gehe man im Sinne der natürlichen Kausalität ebenfalls von einer teilweisen Verursa-
chung durch den genannten Unfall aus, wobei hier auch die vorbestehende psychische Vulne-
rabilität eine entscheidende teilkausale Rolle spiele. Was unfallfremde Ursachen betreffe, so 
liege vorbestehend ein jahrzehntelanger Nikotinabusus vor, der mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit bereits zu einer Verminderung der Lungenfunktionsfähigkeit geführt habe, was aber vor 
dem Unfall nie abgeklärt worden sei. In ihrer Beurteilung der Arbeitsfähigkeit gelangten die Gut-
achter zum Schluss, dass eine vollzeitliche Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit 
bestehe, wobei wegen der residuellen noch vorhandenen Anpassungsstörung eine Leistungs-
minderung von 10 % vorliege. Man gehe davon aus, dass diese noch maximal für drei bis sechs 
Monate bestehen und anschliessend abgeheilt sein werde, da sich die Störung mit der eingelei-
teten psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung bereits deutlich gebessert habe. Die 
10 %-ige, psychiatrisch begründete Leistungsminderung bestehe auch in einer andern Tätigkeit. 
Grundsätzlich wären der der Explorandin auch andere Tätigkeiten mit vergleichbarem körperli-
chem Belastungsprofil möglich.  
 
5.3 Im IV-Dossier der Versicherten, welches die Beschwerdegegnerin im Rahmen ihrer 
Sachverhaltsabklärungen beigezogen hatte, findet sich ein polydisziplinäres Gutachten vom 
2. März 2015, welches die IV-Stelle Basel-Landschaft im Hinblick auf die Beurteilung der invali-
denversicherungsrechtlichen Leistungsansprüche der Versicherten bei der medexperts AG in 
Auftrag gegeben hatte. Gestützt auf ihre Untersuchungen in den Fachbereichen Orthopädie, 
Psychiatrie, Pneumologie, Allgemeine Innere Medizin, Neurologie und Neuropsychologie erho-

 

 
 
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ben die Gutachterinnen und Gutachter folgende Diagnosen mit Einschränkung der zumutbaren 
Arbeitsfähigkeit: (1) Status nach Verkehrsunfall als Fussgängerin am 24.10.2010; (2) COPD 
Goldstadium II; (3) Nachweis einer mittelschweren obstruktiven Ventilationsstörung; (4) mittel-
schwer bis schwer eingeschränkte CO-Diffusionskapazität; (5) Rippenserienfrakturen V – VII 
lateral rechts und VI – VIII lateral und teilweise dorsal Hämato-Pneumothorax; (6) Status nach 
Ausräumung des Hämatothorax und offener Reposition sowie Osteosynthese links am 
29.10.2010; (7) residuelle Beschwerden mit thorakalem Engegefühl und Schmerzen; (8) Status 
nach Schrägfraktur des Manubriums sterni; (9) Status nach Bodenplattenimpressionsfraktur von 
BWK10, Distraktionsverletzung von BWK10/11 und ventral betonte Deckplattenimpressionsfrak-
tur von BWK12; (10) Spondylodese und Anlage eines Fixateur interne BWK9 – LWK1 am 
01.12.2010; (11) residuelle Beschwerden im Rückenbereich. Als Nebendiagnosen ohne we-
sentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit wurden (1) eine anhaltende somatoforme 
Schmerzstörung, (2) eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion, (3) eine sub-
stituierte Hypothyreose seit 20 Jahren, zurzeit leicht überbehandelt, (4) ein Status nach Niko-
tinabusus von 40 packyears, (5) eine leichte Adipositas mit einem BMI 27,6 kg/m2, (6) eine 
Commotio cerebri am 24.11.2010 mit folgenloser Ausheilung, (7) eine psychogene Geruchs-
sinnstörung, (8) ein episodischer Kopfschmerz vom Spannungstyp, (9) eine Status nach Migrä-
ne ohne Aura und (10) ein uncharakteristischer Schwindel genannt. In Bezug auf die Arbeitsfä-
higkeit der Versicherten gelangten die Expertinnen und Experten zum Schluss, dass diese für 
schwere, körperlich belastende Tätigkeiten aus polydisziplinärer Sicht nicht mehr einsetzbar sei. 
Auch in der Verrichtung einer körperlich leichten Tätigkeit sei sie aufgrund der Dyspnoe und des 
thorakalen Engegefühls verbunden mit Schmerzen eingeschränkt. Es sei aufgrund letztgenann-
ter Beeinträchtigung von einer 70 %-igen Arbeitsfähigkeit bezogen auf ein Vollpensum auszu-
gehen.  
 
5.4 Da die beiden Gutachten zu unterschiedlichen Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit der 
Versicherten gelangten, holte die Beschwerdegegnerin bei ihrem beratenden Arzt Dr. med. 
E.____, Innere Medizin FMH, eine versicherungsmedizinische Stellungnahme ein, welche die-
ser am 5. Juli 2016 erstattete. Darin gelangte er zur Auffassung, dass das IB-Gutachten vom 
6. September 2013 umfassend, schlüssig und nachvollziehbar sei, weshalb darauf vollumfäng-
lich abgestellt werden könne. Der Einwand der Versicherten, wonach eigene Untersuchungen 
der Thorax- und Lungenfunktionsproblematik unterlassen worden seien, treffe zwar zu, die ge-
nannte Problematik sei aber anhand der Unterlagen gutachterlich berücksichtigt worden. Dem-
gegenüber sei das Gutachten der medexperts AG vom 2. März 2015 bezüglich der Unfallkausa-
lität nicht schlüssig und nicht nachvollziehbar. Korrekt sei die Einschätzung, dass eine relevante 
COPD vorliege, diese sei jedoch nicht unfallkausal. Schliesslich beantwortete Dr. E.____ der 
Beschwerdegegnerin am 7. November 2016 Zusatzfragen zu einer allfälligen Aufschlüsselung 
der im Gutachten der medexperts AG postulierten 30 %-igen Arbeitsunfähigkeit auf unfallkausa-
le und unfallfremde Faktoren.  
 
6.1 lm angefochtenen Einspracheentscheid vom 21. November 2016 kam die Beschwer-
degegnerin zum Schluss, dass bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht auf das Gutachten 
der medexperts AG vom 2. März 2015 abgestellt werden könne, weil die darin attestierte Ar-
beitsunfähigkeit von 30 % nicht unfallkausal sei, sondern auf die mittelschwere obstruktive Ven-

 

 
 
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tilationsstörung (COPD) zurückgehe. Diese wiederum sei durch einen jahrelangen Nikotinabu-
sus verursacht und somit unbestrittenermassen krankheitsbedingt. Das Gutachten der IB-Bern 
vom 6. September 2013 hingegen, in welchem eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit attestiert werde, 
sei beweiskräftig. Die Beschwerdeführerin hält dieser Auffassung entgegen, dass im Gutachten 
der medexperts AG aus pneumologischer Sicht zwar eine COPD diagnostiziert worden sei, 
gleichzeitig werde aber angegeben, dass diese zusammen mit den Folgen der Rippenserien-
frakturen zu dem seit dem Unfall geklagten Engegefühl in der Brust und einer stärkeren Ein-
schränkung der Lungenfunktion und damit zu einer Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit füh-
re. Die pneumologische Gutachterin der medexperts AG begründe dies damit, dass die Lunge 
bei einer COPD überblähen würde, wobei der Thorax diese Überblähung bei einer unverletzten 
Person mitmachen könne. Bei der Beschwerdeführerin führe die relativ starre Wiederherstel-
lung des Thorax durch das Osteosynthesematerial aber dazu, dass dieser die Überblähung 
nicht im gleichen Ausmass mitmachen könne, was zum erwähnten Engegefühl und zu einer 
Atemnot führe. 
 
6.2 Im pneumologischen Fachteil des Gutachtens der medexperts AG vom 2. März 2015 
erhob Dr. med. F.____, Allgemeine Innere Medizin FMH und Pneumologie FMH, als Diagnosen 
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit einerseits ein COPD Goldstadium II bei Nachweis einer mit-
telschweren obstruktiven Ventilationsstörung und mittelschwer bis schwer eingeschränkter CO-
Diffusionskapazität, einen Status nach Verkehrsunfall mit Rippenserienfrakturen und residuellen 
Beschwerden mit thorakalem Engegefühl und Schmerzen, einen Status nach Schrägfraktur des 
Manubriums sterni und eine Adipositas. Während sie bei den Diagnosen die unfallkausalen Be-
schwerden von den übrigen trennte, nahm sie bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit keine 
entsprechende Unterteilung vor. Sie wies darauf hin, dass die Thorax-Rekonstruktion für die 
pulmonale Situation sicher ungünstig sei. Bei einer COPD tendiere die Lunge zur Überblähung 
und auch der Rippen-Thorax mache diese Überblähung mit. Die relativ fixe und steife Rekon-
struktion des Thorax sei für eine COPD relativ ungünstig und enge die Atemexkursion zusätz-
lich ein. Dies verspüre die Versicherte in einem thorakalen Engegefühl sowie einer Dyspnoe bei 
Anstrengung. Sie gehe deshalb aufgrund dieser Problematik von einer 30 %-igen Einschrän-
kung der Arbeitsfähigkeit aus. Im Weiteren empfahl Dr. F.____ einerseits den Beginn einer 
lnhalationstherapie und andererseits die Klärung der Frage einer Metallentfernung der Osteo-
synthesen der Rippen-Rekonstruktionen. 
 
6.3 Die Ergebnisse des Gutachtens der IB-Bern weichen - wie oben ausgeführt - hinsicht-
lich der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit von denjenigen des Gutachtens der medexperts AG ab, 
gehen die Gutachter der IB-Bern doch bezüglich der angestammten Tätigkeit als kaufmänni-
sche Angestellte von einer vollen Arbeitsfähigkeit aus. Die Restbeschwerden im Bereich des 
Thorax würden sich nur bei Tätigkeiten mit erhöhten körperlichen Ansprüchen auswirken. Diese 
Einschätzung stammt von Dr. med. G.____, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates FMH, welcher den orthopädischen Fachteil des Gutachtens der IB-Bern 
verfasst hat. Die Beschwerdeführerin wendet gegen diese Einschätzung von Dr. G.____ zu 
Recht ein, dass Dr. F.____ als Fachärztin für Pneumologie die gesundheitlichen Beschwerden 
im Zusammenspiel von COPD und Residualzustand am Thorax besser hat beurteilen können 
als der Orthopäde Dr. G.____. Dieser räumt denn auch in seiner auf Nachfrage der Beschwer-

 

 
 
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degegnerin verfassten Stellungnahme vom 3. April 2014 selber ein, dass sich keine der an der 
Begutachtung der IB-Bern beteiligten Disziplinen (Orthopädische Chirurgie, Psychiatrie, Neuro-
logie und Neuropsychologie) explizit mit dem Thorax beschäftige. Schon dieser Umstand 
schmälert den Beweiswert der Aussagen der Gutachter der IB-Bern zu den Auswirkungen der 
Restbeschwerden der Versicherten im Bereich des Thorax erheblich. Daran ändert auch der 
Hinweis von Dr. G.____ nichts, dass die Gutachter der IB-Bern Kenntnis der Berichte der be-
handelnden Ärzte der Thoraxchirurgie des Spitals C.____ gehabt hätten. Der Verweis auf die 
damaligen Berichte reicht zur Beurteilung der aktuellen Arbeitsfähigkeit schon deshalb nicht 
aus, weil die Ärzte des Spitals C.____ die thoraxchirurgische Behandlung bereits im Sommer 
2012 abgeschlossen hatten. Dazu kommt, dass die Argumentation von Dr. G.____ in der er-
wähnten Stellungnahme vom 3. April 2014 zum klinischen thorakalen Befund nicht ohne weite-
res nachzuvollziehen ist. Er schliesst eine wesentliche Einschränkung der Atemfunktion mit 
dem Hinweis aus, dass die Versicherte regelmässig körperliche Aktivitäten wie Spaziergänge, 
Physiotherapie und Arbeiten im Haushalt unternehme; zudem seien die Aufnahme einer medi-
zinischen Trainingstherapie und Aquajogging geplant. Dies sind nun aber alles Tätigkeiten, die 
COPD-Patientinnen und Patienten dringend empfohlen werden, um ein schnelles Fortschreiten 
der Krankheit zu verhindern. Wenn die Versicherte sich an diese Empfehlung hält, kann daraus 
jedenfalls nicht geschlossen werden, dass keine Einschränkungen im Alltag bestünden. Auch 
aus diesen Überlegungen ist bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit letztlich auf das schlüssi-
gere und überzeugendere Gutachten der medexperts AG abzustellen. 
 
6.4 Beruht die Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit laut Gutachten der medexperts AG 
somit auf einem Zusammenwirken der COPD mit unfallbedingten Restbeschwerden im Thorax-
bereich, so ist sie zumindest teilweise durch den Unfall vom 24. November 2010 verursacht. 
Dem Gutachten der medexperts AG kann sodann entnommen werden, dass die unfallfremden 
Faktoren, insbesondere auch die COPD, vor dem Unfall keine Einschränkung der Arbeitsfähig-
keit bewirkt haben und dass sie auch nach dem Unfall ohne die erlittenen Verletzungen nicht zu 
einer Arbeitsunfähigkeit in der Tätigkeit als kaufmännische Angestellte geführt hätten. Hat die 
COPD aber vor dem Unfall nicht zu einer Verminderung der Erwerbsfähigkeit geführt, so darf 
diese Erkrankung gemäss Art. 36 Abs. 2 UVG bei der Bemessung der Rente und der Integri-
tätsentschädigung nicht berücksichtigt werden.  
 
6.5 Zu keiner anderen Beurteilung der Angelegenheit führen die Einschätzung von 
Dr. E.____, dem Vertrauensarzt der Beschwerdegegnerin. Dieser hat in seinen versicherungs-
medizinischen Stellungnahmen vom 5. Juli 2016 und 7. November 2016 angegeben, dass die 
Versicherte nicht in erster Linie durch die Folgen der Rippen- und BWK-Frakturen, sondern 
durch die COPD beeinträchtigt sei. Dies mag zwar zutreffen, bei der vorliegenden Ausgangsla-
ge führt aber die vorbestehende Lungenkrankheit aufgrund der Regelung von Art. 36 Abs. 2 
UVG nicht zu einer Verneinung der Leistungspflicht des Unfallversicherers, auch wenn die 
COPD hauptsächlich für die jetzt vorliegende Teil-Arbeitsunfähigkeit verantwortlich ist. Aus-
schlaggebend ist, dass die COPD vor dem Unfall zu keiner Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 
geführt hat, aus diesem Grund kann denn auch eine prozentuale Aufgliederung in Krankheits- 
und Unfallfolgen unterbleiben. Nicht gefolgt werden kann Dr. E.____ in einem weiteren Punkt. 
Es trifft zwar zu, dass im Bericht der Radiologie des Spitals C.____ vom 6. Juni 2011 eine sei-

 

 
 
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tengleiche und regelrechte Thoraxexkursion erwähnt wird. Die Beschwerdeführerin macht dies-
bezüglich aber berechtigterweise geltend, dass eine „regelrechte Thoraxexkursion“ nicht bedeu-
tet, dass das Bewegungsausmass einem nicht operierten Thorax entsprechen würde. Zudem 
bewirkt eine Überblähung der Lungen, wie sie beim COPD stattfindet, eben, dass sich der Tho-
rax über das normale Ausmass hinaus ausdehnen muss, was bei der Untersuchung vom 
6. Juni 2011 nicht geprüft worden ist. 
 
6.6 Zusammenfassend ist im Sinne eines Zwischenergebnisses festzuhalten, dass bei der 
Beurteilung der unfallbedingten Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit der Versicherten auf das 
schlüssige Gutachten der medexperts AG vom 2. März 2015 abgestellt werden kann. Demnach 
ist davon auszugehen, dass einerseits die Beschwerdeführerin in der Ausübung ihrer ange-
stammten Tätigkeit noch zu 70 % arbeitsfähig ist, und dass andererseits diese Einschränkung 
der Arbeitsfähigkeit zum Teil Folge des Unfalls vom 24. November 2010 ist. Weil die unfallfrem-
de COPD, an welcher die Versicherte leidet, vor dem Unfall nicht zu einer Verminderung der 
Erwerbsfähigkeit geführt hat, ist diese Erkrankung gemäss Art. 36 Abs. 2 UVG bei der Bemes-
sung der Rente und der Integritätsentschädigung nicht zu berücksichtigen. 
 
7. Nach Art. 16 ATSG wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare 
Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Bezie-
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden 
wäre (Valideneinkommen). Da die Beschwerdegegnerin vorliegend ihre Leistungspflicht ab dem 
1. Juni 2014 verneint hat, hat sie folglich noch keinen Einkommensvergleich vorgenommen. Die 
Angelegenheit ist deshalb zu diesem Zwecke an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 
Diese wird den Rentenanspruch der Versicherten auf der Basis einer Arbeitsunfähigkeit von 
30 % in der angestammten Tätigkeit vorzunehmen haben. Bei der Bemessung des Validenein-
kommens ist vom Lohn, den die Versicherte in der letzten Beschäftigung erzielt hat, auszuge-
hen. Da die Versicherte ihre Anstellung verloren hat, sind für die Festsetzung des hypotheti-
schen Invalideneinkommens die Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 
(LSE) des Bundesamtes für Statistik oder allenfalls die Lohnangaben aus der Dokumentation 
von Arbeitsplätzen (DAP) der Suva heranzuziehen. Falls der Einkommensvergleich zu einem 
10 %-igen oder höheren Erwerbsunfähigkeitsgrad führt, hat die Beschwerdegegnerin eine ent-
sprechende Rente festzusetzen. 
 
8. Da das Gutachten der medexperts AG im Auftrag der IV-Stelle und somit im Hinblick 
auf die Beurteilung der invalidenversicherungsrechtlichen Leistungsansprüche erstellt worden 
ist, äussert es sich selbstredend nicht zur ebenfalls strittigen Integritätsentschädigung. Auf das 
Gutachten der IB-Bern wiederum kann betreffend Integritätseinbusse nicht abgestellt werden, 
weil darin der Regelung von Art. 36 Abs. 2 UVG keine Beachtung geschenkt wird. Weil auch 
sonst keine medizinische Beurteilung vorliegt, welche die Integritätseinbusse unter Zugrundele-
gung des pulmonalen Problems als Ganzes, also inklusive der Einschränkungen durch das 
COPD, beurteilt, ist die Angelegenheit auch in diesem Punkt an die Beschwerdegegnerin zur 
entsprechenden - monodisziplinären - Abklärung bzw. allenfalls zur ergänzenden Nachfrage bei 

 

 
 
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der Gutachterin, die den pneumologischen Fachteil des Gutachtens der medexperts AG ver-
fasst hat, zurückzuweisen. Gestützt auf die Ergebnisse dieser Aktenergänzung wird die Be-
schwerdegegnerin über die der Versicherten zustehende Integritätsentschädigung neu zu be-
finden haben. 
 
9. Zusammenfassend ist als Ergebnis festzuhalten, dass die Beschwerde in dem Sinne 
gutzuheissen ist, als der angefochtene Einspracheentscheid vom 21. November 2016 aufzuhe-
ben und die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen und zum weiteren Vorgehen im Sinne der 
Erwägungen sowie zum Erlass einer neuen Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzu-
weisen ist. 
 
10.1 Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die 
Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu 
erheben.  
 
10.2 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Hebt das Kantonsgericht einen bei ihm angefochtenen Entscheid auf 
und weist es die Angelegenheit zu ergänzender Abklärung und neuer Beurteilung an die Ver-
waltung zurück, so gilt in prozessualer Hinsicht die Beschwerde führende Partei als (vollständig) 
obsiegende Partei (BGE 137 V 61 f. E. 2.1 und 2.2, BGE 132 V 235 E. 6.2, je mit Hinweisen). 
Der Beschwerdeführerin ist deshalb eine Parteientschädigung zu Lasten der Beschwerdegeg-
nerin zuzusprechen. Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin hat in ihrer Honorarnote 
vom 2. Mai 2017 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 12 Stunden und 25 Mi-
nuten geltend gemacht, was sich in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechts-
fragen als angemessen erweist. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversicherungsprozes-
sen praxisgemäss für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von 
Fr. 250.-- zu entschädigen. Nicht zu beanstanden sind die in der Honorarnote ausgewiesenen 
Auslagen von Fr. 47.10. Der Beschwerdeführerin ist deshalb eine Parteientschädigung in der 
Höhe von Fr. Fr. 3‘403.35 (12 Stunden und 25 Minuten à Fr. 250.-- zuzüglich Auslagen von 
Fr. 47.10 + 8 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 
 
11.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 
2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zuläs-
sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenent-
scheide sind - mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Aus-
standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) - nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei-
ten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 
Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid her-
beiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Be-
weisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Recht-
sprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur 
Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um 
einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückwei-

 

 
 
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sungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen 
Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2).  
 
11.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen-
entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vo-
raussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehen-
de Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 
 
  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als der angefochte-
ne Einspracheentscheid vom 21. November 2016 aufgehoben und die 
Angelegenheit zu weiteren Abklärungen und zum weiteren Vorgehen 
im Sinne der Erwägungen sowie zum Erlass einer neuen Verfügung an 
die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird.  

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteient-
schädigung in der Höhe von Fr. 3‘403.35 (inklusive Auslagen und 8% 
Mehrwertsteuer) zu entrichten.  

 

 
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