# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b0b6dbbc-803a-5bab-ab2a-0c1421c215d6
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-04-12
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 12.04.2010 S 2009 163
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2009-163_2010-04-12.pdf

## Full Text

S 09 163

2. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 12. April 2010

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

1. … (geb. 16. September 1957) ist portugiesischer Staatsangehöriger. Seit dem 

12. Juli 2006 war er als Bauarbeiter bei der … AG angestellt. In dieser 

Funktion war er bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) 

gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen obligatorisch 

versichert. Am 19. Juli 2006 geriet er mit seinem rechten Fuss unter einen 

zirka 175 kg schweren, zirka 40 cm hohen Erdkübel, als er diesen zusammen 

mit einem Polier von einer Baugrubensicherungsmauer wegziehen wollte. Mit 

Arztzeugnis vom 23. August 2006 diagnostizierte Dr. med. … beim 

Versicherten eine Vorfussquetschung rechts mit fraglicher Fraktur der 

Endphalanx Dig. I und der Mittelphalanx Dig. II. und attestierte ihm eine 

Arbeitsunfähigkeit von 100% ab dem Unfalldatum bis auf Weiteres. Im 

Arztbericht vom 15. November 2006 hielt Dr. med. … zudem erstmals 

psychische Probleme fest. In der Folge übernahm die SUVA die Heilkosten 

und richtete Taggeldleistungen aus.

2. Vom 6. bis am 16. Dezember 2006 und vom 2. bis am 13. Januar 2007 weilte 

der Versicherte in der Klink … zur gezielten Rehabilitation. Im Austrittsbericht 

vom 18. Januar 2007 wurde beim Versicherten ein Morbus-Sudeck (rechtes 

Bein) posttraumatisch nach Arbeitsunfall diagnostiziert. Zudem bestünden ein 

postthrombotisches Frühsyndrom rechts sowie Anpassungsstörungen mit 

vorwiegender Beeinträchtigung von anderen Gefühlen. Im Weiteren wurde 

dem Versicherten in der bisherigen Tätigkeit als Bauarbeiter eine 

Arbeitsunfähigkeit von 100% attestiert. Für eine vorwiegend sitzende Tätigkeit 

sei er hingegen zu 100% arbeitsfähig. Aus psychiatrischer Sicht lasse sich 

derzeit noch keine definitive Arbeitsfähigkeitsbescheinigung begründen, 

weshalb diese erst nach weiteren psychiatrischen Begutachtungen evaluiert 

werden sollte. 

3. Vom 26. April bis am 31. Mai 2007 hielt sich der Versicherte zur Therapie in 

der Rehaklinik … auf. Mit Austrittsbericht vom 13. Juni 2007 wurde neben 

einer schweren Vorfussquetschung mit fraglicher Fraktur der Endphalanx Dig. 

I und der Mittelphalanx Dig. II, ein multifaktorielles Schmerzsyndrom am 

rechten Bein, Anpassungsstörungen mit leichter depressiver Episode sowie 

eine Hypercholesterinämie festgestellt. Zudem wurde dem Versicherten in der 

Tätigkeit als Bauarbeiter eine Arbeitsunfähigkeit von 100% ab dem 1. Juni 

2007 bescheinigt. Leichte bis mittelschwere Arbeiten seien dem Versicherten 

hingegen ganztags zumutbar. 

4. In der Folge beauftragte die SUVA Dr. med. …, Chefarzt der Klinik …, mit der 

konsiliarischen Untersuchung des Versicherten. Im Gutachten vom 23. Juni 

2008 kam er zum Schluss, dass aktuell eine ausgesprochene Hyperalgesie 

mit veränderter Trophik bestehe, was als sympathische Hyperaktivität 

interpretiert werden könne. Die Diagnose Morbus Sudeck sei daher in diesem 

Sinne zu sehen. Aktuell handle es sich eher um ein sehr schmerzhaftes 

Stadium III. Im Weiteren attestierte er dem Versicherten eine 

Arbeitsunfähigkeit von 100%. 

5. Aufgrund einer Bondronat-Injektion, die dem Versicherten am 11. Juli 2008 in 

der Klink … in die rechte Hand verabreicht wurde, musste er am 16. Juli 2008 

notfallmässig im Kantonsspital Graubünden operiert werden. Im 

Austrittsbericht vom 19. Juli 2008 wurde beim Versicherten eine progrediente 

schmerzhafte Weichteilschwellung an der rechten Hand diagnostiziert. Dabei 

handle es sich wahrscheinlich um eine Entzündungsreaktion ausgelöst durch 

die Bondronsäure. Im Weiteren wurde dem Versicherten eine 

Arbeitsunfähigkeit von 100% vom 16. bis am 29. Juli 2008 bescheinigt. 

6. In der von der SUVA veranlassten konsiliarisch psychiatrischen Begutachtung 

vom 27. August 2008 kam Dr. med. …, Eidg. Facharzt FMH Psychiatrie und 

Psychotherapie, zum Schluss, dass beim Versicherten aus psychiatrischer 

Sicht eine psychogene Überlagerung sowie eine atypische Depression 

vorliege, die als nachvollziehbare Unfallfolgen zu gelten hätten. Aus 

psychiatrischer Sicht bestehe daher eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

von 20%. Diese lasse sich unter anderem dadurch begründen, dass der 

Versicherte aufgrund der empfundenen Schmerzen auch bei adaptierten 

Tätigkeiten mehr Pausen benötige und es ihm wegen der Schmerzen und der 

Schwellung am rechten Bein an Ausdauer mangeln würde. 

7. Am 26. September 2008 fand auf Veranlassung der Invalidenversicherung 

Graubünden beim Regionalen Ärztlichen Dienst der Invalidenversicherung 

(RAD) Ostschweiz eine Abklärung der Arbeitsfähigkeit aus orthopädischer 

Sicht statt. Im Arztbericht vom 31. Oktober 2008 wurde beim Versicherten ein 

komplexes regionales Schmerzsyndrom (CRPS) Typ I, Stadium II – III sowie 

ein Status nach einer Vorfussquetschung rechts mit Fraktur der Endphalanx 

der 1. Zehe und der Mittelphalanx der 2. Zehe diagnostiziert. Im Weiteren 

wurde festgehalten, dass dem Versicherten seine zuletzt ausgeübte Tätigkeit 

als Bauarbeiter nicht mehr zugemutet werden könne. Auch bezüglich einer 

adaptierten Tätigkeit bestehe derzeit eine Arbeitsunfähigkeit von 75%. 

Gleichentags wurde der Versicherte beim RAD Ostschweiz von Dr. med. …, 

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Facharzt für 

Allgemeinmedizin, hinsichtlich allfälliger psychiatrischer Störungen 

untersucht. In seinem Arztbericht vom 3. November 2008 zuhanden der 

Invalidenversicherung attestierte er dem Versicherten aus psychiatrischer 

Sicht sowohl in der angestammten als auch in einer adaptierten Tätigkeit eine 

Arbeitsunfähigkeit von 100%. Allerdings sei davon auszugehen, dass sich das 

psychische Befinden des Versicherten unter adäquater psychiatrischer 

Behandlung (mindestens 6 – 9 Monate) nennenswert verbessern werde, 

sodass dieser in einer adaptierten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 80% bis 

100% erreichen werde. 

8. Am 31. März 2009 fand eine kreisärztliche Abschlussuntersuchung durch Dr. 

med. …, Facharzt FMH Orthopädische Chirurgie, statt. Dabei wurde 

festgehalten, dass dauernde und erhebliche Unfallfolgen bestünden. Der 

medizinische Endzustand sei erreicht und von weiteren medizinischen 

Massnahmen sei keine wesentliche Verbesserung zu erwarten. Die vom 

Versicherten erfahrene dramatische gesundheitliche Entwicklung sei nach 

einer Fusskontusion äusserst selten. So sei ihm die Beschäftigung als 

Bauarbeiter auf Dauer nicht mehr zumutbar. Medizinisch-theoretisch sei ihm 

eine leichte bis mittelschwere behinderungsgerechte Arbeit ganztags 

zumutbar. Dabei müsse es sich indessen um eine vorwiegend sitzende 

Tätigkeit handeln, in welcher dem Versicherten Positionswechsel möglich 

seien. Spezielle Einschränkungen bestünden für kniende Hockstellungen, 

erhöhte Fussbelastungen rechts sowie für das Treppen- oder Leitersteigen. 

9. Mit kreisärztlicher Stellungnahme vom 10. Juni 2009 nahm Dr. med. … eine 

ergänzende ärztliche Beurteilung vor. Darin hielt er fest, dass die 

aktenerwähnte Weichteilschwellung im Bereich der rechten Hand zumindest 

wahrscheinlich im Zusammenhang mit der unfallkausalen Behandlung des 

rechten Fusses stehe. Hingegen ergebe sich dadurch kein zusätzlicher 

organischer Restschadensbefund mit relevanten Unfallfolgen. Im Weiteren 

führte er aus, dass sich aus der am 19. Juli 2006 erlittenen Vorfussquetschung 

ein komplikationsreiches, ausgeweitetes Schmerzsyndrom sowie eine 

entsprechend länger dauernde Behandlung ergeben habe, sodass in 

funktioneller Hinsicht dauernde und erhebliche Unfallfolgen im Bereich des 

rechten Fusses bestünden. Daher sei dem Versicherten eine 

Integritätsentschädigung von 25% zu gewähren. 

10. a) Gestützt auf die kreisärztliche Untersuchung schloss die SUVA den Fall am 

16. Juni 2009 ab und prüfte die Invalidenente. Mit Verfügung vom 29. Juli 

2009 sprach sie dem Versicherten für die bleibende physische 

Beeinträchtigung aus dem Unfall vom 19. Juli 2006 ab dem 1. August 2009 

eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 14% und einem 

versicherten Jahresverdienst von Fr. 55'008.-- sowie eine 

Integritätsentschädigung von 25% (Fr. 26'700.--) zu. Im Weiteren verneinte 

sie mangels Vorliegen des adäquaten Kausalzusammenhangs den 

Leistungsanspruch für die psychischen Störungen. 

b) Dagegen liess der Versicherte am 31. August 2009 Einsprache erheben, mit 

dem Begehren um Aufhebung der Verfügung. Mit Einspracheentscheid vom 

25. September 2009 wurde die Einsprache abgewiesen und die Verfügung 

vom 29. Juli 2009 bestätigt. Zur Begründung stützte sich die SUVA auf den 

kreisärztlichen Untersuchungsbericht von Dr. med. … vom 31. März 2009. 

Danach sei dem Versicherten die Tätigkeit als Bauarbeiter nicht mehr 

zumutbar. Ganztags zumutbar sei ihm hingegen eine leichte bis mittelschwere 

vorwiegend sitzende Arbeit, welche Po-sitionswechsel erlauben würde. Im 

Weiteren sei der Weichteilschwellungsbefund im Bereich der rechten Hand 

wahrscheinlich unfallkausal. Hingegen stelle er keinen zusätzlich relevanten 

Schaden dar. Unter Berücksichtigung eines Invalideneinkommens von Fr. 

50'086.-- und eines Valideneinkommens von Fr. 58'317.-- für das Jahr 2009 

erweise sich eine Erwerbseinbusse von 14% als korrekt. Bezüglich der 

psychischen Beschwerden sei ein Anspruch auf Versicherungsleistungen 

abzulehnen, da aufgrund des Geschehensablaufs und der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung von einem leichten Unfall auszugehen 

sei, sodass der adäquate Kausalzusammenhang zu verneinen sei. Für die 

Beurteilung der Integritätsentschädigung könne ebenfalls auf die 

Ausführungen von Dr. med. … verwiesen werden. Die Zusprechung einer 

Integritätsentschädigung von 25% sei daher nicht zu beanstanden. 

11. Dagegen liess der Versicherte am 29. Oktober 2009 Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht erheben, mit dem Begehren um Aufhebung des 

angefochtenen Einspracheentscheids samt der diesem zugrunde liegenden 

Verfügung. Es sei ihm eine Invalidenrente von mindestens 50% sowie eine 

Integritätsentschädigung von 30% (Fr. 32'040.--) auszurichten. Ausserdem 

sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung zu 

gewähren. Zur Begründung brachte der Beschwerdeführer im Wesentlichen 

vor, dass Dr. med. … ihm mit psychiatrischem Konsiliarbericht vom 27. August 

2008 eine unfallkausale Arbeitsunfähigkeit von 20% aus psychiatrischer Sicht 

attestiert habe. Des Weiteren sei sowohl dem Austrittsbericht der Klink … vom 

18. Januar 2007 als auch jenem des Kantonsspitals Graubünden vom 19. Juli 

2008 zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer zu 100% arbeitsunfähig sei. 

Die Beschwerdegegnerin habe weder dies noch das Faktum gewürdigt, dass 

er mit den von ihm geklagten Schmerzen unmöglich 100% arbeitsfähig sein 

könne. 

12. In der Vernehmlassung vom 6. Januar 2010 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde und hielt am 

angefochtenen Entscheid fest. Zur Begründung machte sie geltend, der 

Beschwerdeführer sei in seiner Eingabe nicht auf das Zumutbarkeitsprofil in 

der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung von Dr. med. … vom 31. März 

2009 eingegangen. Es werde lediglich pauschal darauf verwiesen, dass der 

Beschwerdeführer gemäss den Austrittsberichten der Klinik … vom 18. 

Januar 2007 und des Kantonsspitals Graubünden vom 19. Juli 2008 100% 

arbeitsunfähig sei. Dabei werde jedoch übersehen, dass es sich dabei 

lediglich um die Arbeitsunfähigkeit im Bereich des angestammten Berufs als 

Bauarbeiter handle. Der beantragte Invaliditätsgrad von 50% werde nicht 

begründet und die von der SUVA vorgenommene Invaliditätsgradberechnung 

erweise sich als korrekt. Bezüglich der psychischen Beschwerden könne 

angesichts der Schilderung durch den am Vorfall beteiligten ehemaligen 

Mitarbeiter des Beschwerdeführers von einem leichten Unfall ausgegangen 

werden, weshalb die Adäquanz der psychischen Beschwerden ohne Weiteres 

verneint werden könne. Was die Höhe der Integritätsentschädigung betreffe, 

werde in der Beschwerde, ausser im Rahmen der Anträge, nicht darauf 

eingegangen. Es könne somit auf die Beurteilung von Dr. med. … vom 10. 

Juni 2009 abgestellt werden. 

Auf die Ausführungen in den Rechtsschriften und im angefochtenen 

Einspracheentscheid wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden 

Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt dieses Verfahrens bildet der Einspracheentscheid vom 25. 

September 2009 beziehungsweise die diesem zugrunde liegende Verfügung 

vom 29. Juli 2009. Streitig und zu prüfen ist das Ausmass der Einschränkung 

der Arbeitsfähigkeit in somatischer Hinsicht. Dabei gilt es zu erörtern, ob 

allenfalls ergänzende Abklärungen durch die Beschwerdegegnerin 

vorzunehmen sind und allenfalls ein weiteres medizinisches Gutachten 

einzuholen ist. Des Weiteren ist über den adäquaten Kausalzusammenhang 

zwischen dem Unfall und den psychischen Beschwerden sowie über die Höhe 

der Integritätsentschädigung zu befinden. Nicht bestritten ist hingegen die 

Berechnung des Valideneinkommens sowie des Invalideneinkommens. 

2. Gemäss Art. 18 des Gesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) 

hat der Versicherte Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn er zu mindestens 

10% invalid ist. Unter Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere 

Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit zu verstehen (Art. 8 

des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die Erwerbsunfähigkeit 

ihrerseits ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen 

Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung 

verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem 

in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Ein 

Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen 

Behandlung keine namhafte Besserung des Zustandes des Versicherten 

mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der IV 

abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die 

Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).

3. Art und Umfang der Invalidentätigkeit sind vor allem geprägt durch die 

Behinderung und die verbliebenen körperlichen und geistigen Fähigkeiten. 

Zur Feststellung der Arbeiten, welche für den Invaliden in Frage kommen und 

zur Beurteilung, in welchem zeitlichen Ausmass sie ausgeübt werden können, 

sind die Verwaltung und der Richter auf die Hilfe von Ärzten angewiesen. Nur 

sie können aufgrund ihrer Kenntnisse das funktionelle und zeitliche 

Leistungsvermögen bewerten. Diese Beurteilungen dienen zur Klärung, 

welche Arbeitsleistungen der invaliden Person überhaupt noch zugemutet 

werden können. Gestützt auf diese Erkenntnisse kann sodann das 

hypothetische Invalideneinkommen berechnet werden. (Peter Omlin, Die 

Invalidität in der obligatorischen Unfallversicherung, Diss., Fribourg 1995, S. 

201; SVR 2002, IV Nr. 19; SVR 2000, UV Nr. 5). Für die Festsetzung des IV-

Grads kommt es vorrangig auf die wirtschaftliche Erwerbsunfähigkeit und 

nicht auf die medizinische Arbeitsunfähigkeit an (PVG 2005 Nr. 11, 1982 Nr. 

80; BGE 132 V 395 E. 2.1). Ohne zuverlässige und beweistaugliche 

Bestimmung der graduellen Arbeitsfähigkeit durch die Ärzte (als 

Beurteilungsgrundlage) ist eine seriöse Ermittlung der Erwerbsunfähigkeit (IV-

Grad) indes von vorneherein gar nicht möglich. Es ist deren Aufgabe, 

sämtliche Auswirkungen eines Unfalles auf den Gesundheitszustand, 

namentlich auch die psychischen Unfallfolgen sowie allfällige 

Wechselwirkungen zwischen physischen und psychischen 

Gesundheitsstörungen zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, bezüglich 

welcher konkreten Tätigkeiten und in welchem Umfang der Versicherte 

arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind sodann eine wichtige 

Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen dem 

versicherten im Hinblick auf seine persönlichen Verhältnisse noch zugemutet 

werden können (BGE 115 V 133). 

4. a) Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers setzt nach dem ATSG sowie 

nach dem UVG voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und der damit 

verursachten Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit ein natürlicher 

und adäquater Kausalzusammenhang besteht. Da vorliegend die 

psychischen Probleme des Beschwerdeführers in der Verfügung der 

Beschwerdegegnerin vom 29. Juli 2009 als natürlichkausal, nicht jedoch als 

adäquatkausal anerkannt wurden, ist vorliegend lediglich die Adäquanz zu 

prüfen. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache 

eines Erfolgs zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und 

nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von 

der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolgs also 

durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 E. 3.2, 

125 V 461 E. 5a, 123 V 141 E. 9d). Sie hat bei allen 

Gesundheitsschädigungen, die aus ärztlicher Sicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit als natürliche Unfallfolgen gelten, Platz zu greifen. Die 

Frage der Adäquanz ist - im Gegensatz zur Beurteilung der natürlichen 

Kausalität - eine Rechtsfrage; sie ist nicht von medizinischen 

Sachverständigen, sondern vom Richter zu beurteilen (SVR 8-9/2003 UV Nr. 

12 E. 3.2.1 S. 36, 9/2002 UV Nr. 11 E. 2b S. 31). Gemäss Rechtsprechung zu 

den psychischen Unfallfolgen ist für die Bejahung des adäquaten 

Kausalzusammenhangs im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die 

Entstehung der Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit eine massgebende 

Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse 

Schwere aufweist, mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (BGE 115 V 

141 E. 7). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis 

anzuknüpfen, wobei - ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf - 

folgende Einteilung vorgenommen wurde: banale bzw. leichte Unfälle 

einerseits, schwere Unfälle andererseits und schliesslich die dazwischen 

liegenden Unfälle im mittlere Bereich (BGE 115 V 139 E. 6, 117 V 366 E. 6a).

b) Bei banalen Unfällen wie z.B. bei geringfügigem Anschlagen des Kopfes oder 

Übertreten des Fusses und bei leichten Unfällen wie z.B. einem gewöhnlichen 

Sturz kann der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und 

psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne weiteres verneint 

werden, weil aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung, aber auch unter 

Einbezug unfallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen werden darf, 

dass ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen invalidisierenden psychischen 

Gesundheitsschaden zu verursachen. Diesen Unfallereignissen mangelt es 

offensichtlich an der erforderlichen Schwere, welche allgemein geeignet wäre, 

zu einer psychischen Fehlentwicklung beispielsweise in Form einer reaktiven 

Depression zu führen (BGE 115 V 139 E. 6a). Bei schweren Unfällen dagegen 

ist der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychisch 

bedingter Erwerbsunfähigkeit in der Regel zu bejahen, da nach dem 

gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung 

solche Unfälle geeignet sind, entsprechende Gesundheitsschäden zu 

bewirken (BGE 115 V 140 E. 6b).

Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen 

Unfall und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit ein adäquater 

Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalls allein schlüssig 

beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche 

unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte bzw. 

indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. 

Solche - unfallbezogenen - Umstände können als Beurteilungskriterien 

dienen, weil sie ihrerseits nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach 

der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet sind, in Verbindung mit einem 

Unfall zu einer psychisch bedingten Erwerbsunfähigkeit zu führen oder diese 

zu verstärken. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:

- besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit 
des Unfalls;

- die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
- ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
- körperliche Dauerschmerzen;
- ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
- schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
- Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit 

(BGE 115 V 140 E. 6c.aa, 134 V 127 E. 10.2).

Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist 

jedoch nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen 

kann für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen 

Unfall und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit neben dem Unfall 

allenfalls ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn 

es sich um einen Unfall handelt, der zu den schweren Fällen im mittleren 

Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu 

qualifizieren ist. Andererseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges 

Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist. 

Kommt keinem Einzelkriterium besonderes bzw. ausschlaggebendes Gewicht 

zu, so müssen mehrere unfallbezogene Kriterien herangezogen werden. Dies 

gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Diese Würdigung des Unfalls 

zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung 

der Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach anderen Ursachen zu 

forschen, die möglicherweise die psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit mit 

begünstigt haben könnten (BGE 115 V 140 E. 6c.bb, vgl. auch BGE 120 V 

355 E. 5b; RKUV 2001 U 442 S. 544 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).

5. a) Der Beschwerdeführer machte geltend, dass er aus somatischer Sicht in einer 

adaptierten Tätigkeit mindestens 50% arbeitsunfähig sei. Hinsichtlich der 

vollständigen Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers in der 

angestammten Tätigkeit als Bauarbeiter stehen sämtliche vorliegenden 

ärztlichen Berichte im Einklang. Bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in 

einer adaptierten Tätigkeit stützte sich die Beschwerdegegnerin auf den 

kreisärztlichen Abschlussbericht von Dr. med. … vom 31. März 2009. Darin 

wurde festgehalten, dass der Beschwerdeführer am 19. Juli 2006 eine 

Vorfussquetschung des rechten Fusses mit entsprechender 

Gewebekontusion erlitten habe. Im Vordergrund stehe ein hochgradig 

chronifiziertes somatoformes Schmerzsyndrom mit zunehmender 

dystrophieartiger Gewebephänomenologie, die gesamthaft nicht mehr 

ausschliesslich durch den initialen Gewebeverletzungskontusionsbefund 

erklärbar sei. Von weiteren medizinischen Massnahmen sei zudem keine 

massgebliche Verbesserung zu erwarten. Es würden somit dauernde und 

erhebliche Unfallfolgen nach einer Fussverletzung rechts bestehen, weshalb 

dem Beschwerdeführer die Beschäftigung als Bauarbeiter dauerhaft nicht 

mehr zumutbar sei. Andererseits ist dem Bericht des Kreisarztes zu 

entnehmen, dass er die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer 

leidensangepassten Alternativtätigkeit noch als zu 100% vorhanden einstufte. 

Diese Beurteilung, wonach dem Beschwerdeführer medizinisch-theoretisch 

ganztags  eine leichte bis mittelschwere behinderungsgerechte Tätigkeit in 

vorwiegend sitzender Position mit Wechselpositionsmöglichkeiten möglich 

und zumutbar sei, steht im Einklang mit den Austrittsberichten der Klinik … 

vom 18. Januar 2007 und der Rehaklinik … vom 13. Juni 2007, wo ebenfalls 

eine vorwiegend sitzende respektive eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit 

mit Einschränkungen ganztags als zumutbar beurteilt wurde.

b) Der zuhanden der Invalidenversicherung Graubünden von Dr. med. … 

erstellte ärztliche Bericht (RAD) vom 31. Oktober 2008 kommt bezüglich der 

Einschätzung der theoretischen Arbeitsfähigkeit aus orthopädischer Sicht zu 

einem gegenteiligen Ergebnis. Darin wird festgehalten, dass infolge der 

Vorfussquetschung eine Femoralvenenthrombose entstanden sei. Des 

Weiteren sei es zum typischen klinischen und radiologischen Bild eines 

Stadiums II bis III eines komplexen regionalen Schmerzsyndroms Typ I mit 

Belastungsintoleranz sowie zu einer ausgeprägten Hypothermie, einer 

Trophikstörung und einer erheblichen Hyperalgesie gekommen. Aufgrund des 

protrahierten Verlaufs habe sich ein ausgeprägtes Beschwerdebild mit 

deutlichem Vermeidungsverhalten und hohem Leistungsdruck entwickelt, 

weswegen der Versicherte sogar eine Amputation in Erwägung gezogen 

habe. Aufgrund der durchgeführten klinischen Untersuchung und aller 

vorliegenden medizinischen Unterlagen sei dem Beschwerdeführer in der 

angestammten Tätigkeit als Bauarbeiter eine Arbeitsunfähigkeit von 100% 

und in einer adaptierten Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 75% zu 

attestieren. 

c) In seinem konsiliarischen Untersuchungsbericht vom 23. Juni 2008 hält Dr. 

med. …, Klinik …, fest, dass sich die Situation am Bein hinsichtlich der 

deutlich geringeren Belastungstoleranz und der starken 

Berührungsschmerzen verschlechtert habe. Zur Frage der 

Beschwerdegegnerin, ob eine Arbeitstätigkeit zumutbar sei, führte er aus, 

dass aktuell keine Arbeitsfähigkeit bestehe. Ob Dr. med. … damit auf die 

Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Bauarbeiter oder auf 

diejenige in einer leidensangepassten Tätigkeit Bezug genommen hat, geht 

aus dem Bericht nicht hervor und bleibt entgegen der Auffassung der 

Vorinstanz somit unklar. 

d) In Würdigung der soeben erwähnten Arztberichte ist das Gericht zur      

Überzeugung gelangt, dass der Sachverhalt in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit 

in einer adaptierten Tätigkeit nicht genügend abgeklärt wurde, um 

diesbezüglich eine zuverlässige Aussage machen zu können. Das Gericht ist 

selbst nicht in der Lage, diese durch die unterschiedlichen Einschätzungen 

der medizinischen Fachpersonen hervorgerufenen Widersprüche aufzulösen. 

Aufgrund der unterschiedlichen Beurteilungen zur theoretischen 

Arbeitsfähigkeit hat die Beschwerdegegnerin ergänzende Abklärungen 

vorzunehmen und allenfalls ein weiteres Gutachten einzuholen. und 

anschliessend eine Neubeurteilung des Rentenanspruchs vorzunehmen. 

6. a) Der Beschwerdeführer machte im Weiteren sinngemäss geltend, dass die im 

Kantonsspital Graubünden behandelte Weichteilschwellung der rechten Hand 

auf die von der Klinik … durchgeführte Bondronat-Injektion zurückzuführen 

sei, weshalb diese als unfallkausal zu gelten habe und eine Einschränkung 

der Arbeitsfähigkeit bewirke. In der Vernehmlassung bestätigte die 

Beschwerdegegnerin, dass sie die aufgrund der am 11. Juli 2008 gesetzten 

Bondronat-Injektion entstandene Weichteilschwellung als unfallkausal 

anerkannt habe. Dabei handle es sich jedoch um keinen wesentlichen 

organischen Restschadensbefund mit relevanten Unfallfolgen. Mit der 

Beschwerdegegnerin kann diesbezüglich auf die kreisärztliche 

Stellungnahme von Dr. med. … vom 10. Juni 2009 abgestellt werden. Danach 

stehe die Weichteilschwellung an der rechten Hand zumindest wahrscheinlich 

im Zusammenhang mit der unfallkausalen Behandlung (Bondronat-Injektion 

vom 11. Juli 2008) des rechten Fusses. Durch die Weichteilschwellung ergebe 

sich hingegen kein zusätzlicher organischer Restschadensbefund mit 

relevanten Unfallfolgen. Diese Beurteilung steht ebenfalls im Einklang mit 

dem Schreiben von Dr. med. … vom 6. Mai 2009, wonach eine Einschränkung 

der Hand nur dann vorläge, wenn der Beschwerdeführer mit seinen Fingern 

den inneren Teil seines Handgelenks berühren wollte. Da diese Bewegung im 

Alltag nicht gebraucht werde, sei sie jedoch nicht behindernd. Zum selben 

Schluss gelangt auch Dr. med. … im ärztlichen Bericht (RAD) vom 31. 

Oktober 2008. Danach sei sowohl der Faustschluss als auch der Spitzgriff 

gewährleistet. Die Daumenopposition sowie das Fingerspreizen seien zudem 

uneingeschränkt. Mit der Vorinstanz kann somit festgehalten werden, dass 

die auf die Bondronat-Injektion zurückzuführende Weichteilschwellung im 

Bereich der rechten Hand keinen organischen Restschadenbefund mit 

Unfallfolgen darstellt und keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bewirkt 

hat. An diesem Ergebnis vermag auch der Austrittsbericht des Kantonsspitals 

Graubünden vom 19. Juli 2008 nichts zu ändern. Darin wurde dem 

Beschwerdeführer in Bezug auf die Weichteilschwellung zwar eine 

Arbeitsunfähigkeit von 100% bescheinigt. Diesbezüglich ist jedoch 

festzuhalten, dass die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit laut Arztbericht auf 

den Zeitraum vom 16. bis am 29. Juli 2008 begrenzt war und somit nicht als 

Gesamtbeurteilung der Arbeitsfähigkeit qualifiziert werden kann.  Vielmehr ist 

die attestierte Arbeitsunfähigkeit im Zusammenhang mit der stationär 

durchgeführten intravenösen Antibiose-Therapie zu verstehen. Obwohl es 

dadurch zu einer raschen Regredienz der Entzündung kam, bestand beim 

Spitalaustritt immer noch eine leichte Schwellung. Daher ist die Aussage im 

Arztbericht bezüglich der vollständigen und zeitlich begrenzten 

Arbeitsunfähigkeit lediglich dahingehend zu interpretieren, dass der 

Beschwerdeführer seine Hand nach der Therapie noch einige Tage schonen 

musste. 

b) Ferner machte der Beschwerdeführer geltend, dass er seit der am 11. Juli 

2008 in der Klinik … durchgeführten medizinischen Fehlmanipulation 

(Bondronat-Injektion) impotent sei. Obwohl seine Ehefrau äusserst geduldig 

mit ihm gewesen sei, habe sie, als sich keine Verbesserung der 

Erektionsstörungen abgezeichnet habe, die Scheidung beantragt. Im 

Austrittsbericht der Rehaklinik … vom 31. Mai 2007 wurde festgehalten, dass 

die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Potenzschwierigkeiten nicht in 

Zusammenhang mit einer falschen Behandlung beziehungsweise 

Medikamentation stehen würden. Es könne indessen möglich sein, dass eine 

solche Problematik durch die Einnahme von Depressiva kurzzeitig 

hervorgerufen wurde. Zur selben Einschätzung gelangte auch Dr. med. … von 

der Klinik … in seinem Schreiben vom 17. Juni 2008 an Dr. med. ... Danach 

habe die erektile Dysfunktion, welche der Beschwerdeführer auf die 

Bisphosphonat-Infusion zurückgeführt habe, die psychosoziale Situation im 

häuslichen Umfeld akzentuiert. Seines Erachtens sei diesbezüglich eher das 

zeitgleich verabreichte Venlafaxin oder das Trazodon zu berücksichtigen. Im 

psychosomatischen Konsiliarbericht vom 4. Juni 2007 kam lic. phil. …, 

Psychologin an der Rehaklinik …, zum Schluss, dass die vom 

Beschwerdeführer geklagte Erektionsstörung stressbedingt sei. Des Weiteren 

sind auch dem Schreiben von Dr. med. …, Spezialarzt FMH Urologie, vom 4. 

Februar 2008 keine Hinweise auf Fehlmanipulationen zu entnehmen. Mit der 

Vorinstanz kann somit festgehalten werden, dass den medizinischen Akten 

keine Hinweise zu entnehmen sind, wonach die erektile Dysfunktion auf eine 

medizinische Fehlmanipulation in der Klinik … zurückzuführen ist. 

7. a) Im Arztbericht vom 15. November 2006 stellte Dr. med. … erstmals 

psychische Probleme beim Beschwerdeführer fest. Im psychiatrischen 

Konsiliarbericht von Dr. med. … vom 27. August 2008 wurde dem 

Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht eine unfallkausale 

Arbeitsunfähigkeit von 20% attestiert. Diesbezüglich anerkannte die 

Vorinstanz, dass die psychischen Störungen des Beschwerdeführers zwar in 

natürlichem, jedoch nicht in adäquatem Kausalzusammenhang mit dem Unfall 

stünden. Obwohl sie im Einspracheentscheid somit vom Nichtvorliegen der 

Adäquanz ausging, beanstandete der Beschwerdeführer den Entscheid 

diesbezüglich nicht. Aufgrund des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 61 lit. c 

ATSG) ist nachfolgend dennoch zu prüfen, ob zwischen dem Unfallereignis 

vom 19. Juli 2006 und der psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit ein 

adäquater Kausalzusammenhang besteht. 

b) Der am Unfall anwesende Mitarbeiter schilderte den Vorfall vom 19. Juli 2006 

als "Bagatelle". So hätten er und der Beschwerdeführer einen zirka 175 kg 

schweren Kübel ohne jeglichen Einsatz von Maschinen von der 

Baugrubensicherung weggezogen. Dabei sei der Erdkübel von der 

Baugrubensicherung auf den rechten Fuss des Beschwerdeführers 

"gerutscht“. Es ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz angesichts 

dieser Schilderungen von einem leichten Unfallereignis ausgegangen ist und 

die Adäquanz aufgrund dessen verneint hat. Die Einordnung des 

Geschehnisses als leichter Unfall wird vom Beschwerdeführer auch nicht 

bestritten. Selbst im Falle der Annahme eines mittelschweren Unfalls im 

Grenzbereich zu einem leichten Ereignis wären höchstens drei der oben 

angeführten massgeblichen Kriterien (vgl. Erw. 4.b) erfüllt, jedoch nicht in 

besonders ausgeprägter Weise. Zu nennen wären dabei die Kriterien der 

körperlichen Dauerschmerzen sowie des schwierigen Heilungsverlaufs und 

der erheblichen Komplikationen. Ob eine die Adäquanz begründende 

physische Arbeitsunfähigkeit vorliegt, kann hier nicht beantwortet werden, 

zumal die Beschwerdegegnerin diesbezüglich noch ergänzende Abklärungen 

vorzunehmen hat (vgl. Erw. 5.d). Doch selbst unter der Annahme, dass eine 

in Sinne der Rechtsprechung geforderte Arbeitsunfähigkeit vorläge, wäre die 

Adäquanz mangels Vorliegen der erforderlichen Kriterien in gehäufter 

(mindestens vier Kriterien, vgl. Bundesgerichtsurteil 8C_487/2009 vom 7. 

Dezember 2009) oder in ausgeprägter Weise zu verneinen. Nach dem 

Gesagten ergibt sich, dass die Adäquanz vorliegend nicht bejaht werden 

kann, da einerseits von einem leichten Unfall auszugehen ist und andererseits 

selbst unter der Annahme eines mittelschweren Unfalls im Grenzbereich zu 

einem leichten keines der massgebenden Kriterien in besonders 

ausgeprägter Weise erfüllt ist und die zu berücksichtigenden Kriterien auch 

nicht in gehäufter Weise zusammentreffen. 

8. Der Beschwerdeführer machte ferner geltend, dass ihm nicht, wie von 

Beschwerdegegnerin verfügt, eine Integritätsentschädigung von 25%, 

sondern von 30% auszurichten sei. Die beantragte Integritätsentschädigung 

wird vom Beschwerdeführer indessen nicht begründet. Gemäss Art. 24 Abs. 

1 UVG hat der Versicherte Anspruch auf eine angemessene 

Integritätsentschädigung, wenn er durch einen Unfall eine dauernde 

erhebliche Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität erleidet. 

Diese Entschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den 

am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes 

nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des 

Integritätsschadens [= Einbusse an Lebensqualität] abgestuft (Art. 25 Abs. 1 

UVG). Dr. med. … setzte in der Beurteilung vom 10. Juni 2009 den 

Integritätsschaden bei 25% fest. Zur Begründung führte er aus, dass die 

Beschwerden und defizitären Befunde in erster Linie mit einem 

Schmerzsyndrom und einem funktionellen Defizit korrelieren würden. Dies 

könne einem funktionellen Verlust im Vor-/Mittelfussbereich gemäss Tabelle 

4 betreffend Integritätsschäden im Unfallversicherungsbereich gleichgesetzt 

werden. Diese von Dr. med. … vorgenommene Qualifikation ist nicht zu 

beanstanden, zumal den Akten keine entgegenstehenden Einschätzungen zu 

entnehmen sind. Dem Antrag des Beschwerdeführers auf Ausrichtung einer 

Integritätsentschädigung von 30% kann somit nicht entsprochen werden.

9. a) Zusammenfassend ergibt sich, dass der Sachverhalt hinsichtlich der 

Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Beschäftigung nicht 

hinreichend abgeklärt ist, weshalb die Beschwerdegegnerin in dieser Hinsicht 

ergänzende Abklärungen vorzunehmen oder allenfalls ein weiteres Gutachten 

einzuholen hat, um so eine einwandfreie Grundlage für ihren neuen 

Rentenentscheid zu erhalten. Anschliessend hat sie eine Neubeurteilung des 

Rentenanspruchs vorzunehmen. In diesem Sinne wird die Sache an die 

Vorinstanz zurückgewiesen. Bezüglich der Verneinung der Adäquanz der 

psychischen Beeinträchtigungen und der Höhe der Integritätsentschädigung 

ist der Einspracheentscheid nicht zu beanstanden. 

b) Gemäss Art. 61 lit. a ATSG ist das Verfahren vor dem kantonalen 

Versicherungsgericht kostenlos.

10. a) Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der anwaltlich vertretene und 

teilweise obsiegende Beschwerdeführer einen reduzierten Anspruch auf eine 

Parteientschädigung (vgl. Art. 61 lit. g ATSG). Die vom Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers eingereichte Honorarnote enthält Aufwendungen 

zwischen dem 7. Januar 2009 und dem 26. Februar 2010 und beziffert sich 

auf total Fr. 8'727.05. Da die verwaltungsgerichtliche Beschwerde jedoch erst 

am 29. Oktober 2009 eingereicht wurde, sind lediglich diejenigen Tätigkeiten 

zu berücksichtigen, welche in diesem Zusammenhang ausgeführt wurden. 

Dementsprechend ergibt sich eine Kürzung der Honorarnote auf 7 h 50 min. 

à Fr. 240.-- pro Std. (üblicher Ansatz gemäss Art. 3 der Honorarverordnung 

[HV; BR 310.250]), zzgl. Kleinspesen 3% Fr. 56.40, plus 7.6% Mehrwertsteuer 

Fr. 147.15 (Total Fr. 2'083.55). Wegen des nur teilweisen Obsiegens erscheint 

eine Parteienschädigung von Fr. 1'042.-- gerechtfertigt. Die 

Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer damit aussergerichtlich noch 

insgesamt mit Fr. 1'042.-- zu entschädigen. 

b) Der Beschwerdeführer ersuchte das Verwaltungsgericht schliesslich um 

Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsvertretung. Der 

Untersuchungsgrundsatz befreit im Verfahren betreffend Bewilligung der 

unentgeltlichen Rechtspflege den Gesuchsteller nicht von der Pflicht, seine 

Einkommens- und Vermögensverhältnisse umfassend darzulegen. Überdies 

hat er über sämtliche finanziellen Verpflichtungen und deren Tilgung 

Aufschluss zu geben. Diese Pflicht wird als Mitwirkungspflicht bezeichnet. Aus 

den Vorbringen des Gesuchstellers und den eingereichten Belegen müssen 

das aktuelle Einkommen und Vermögen sowie die zum 

betreibungsrechtlichen Notbedarf hinzuzurechnenden Zuschlagspositionen 

hervorgehen. Kommt er dieser umfassenden Pflicht zur Offenlegung seiner 

finanziellen Verhältnisse nicht nach, so ist sein Gesuch mangels 

ausreichender Substantiierung oder mangels Bedürftigkeitsnachweis 

abzuweisen. Der Gesuchsteller, der ein zu wenig aufschlussreiches Gesuch 

und keine oder unvollständige Belege eingereicht hat, ist vielmehr zur 

Mitwirkung anzuhalten. Zu diesem Zweck ist ihm eine Nachfrist für die Vorlage 

der erforderlichen Beweismittel anzusetzen. Erst wenn dem Gesuchsteller in 

dieser Weise Gelegenheit gegeben wurde, seine Mitwirkungspflicht zu 

erfüllen, darf sein Gesuch zufolge Verletzung der Mitwirkungspflicht 

abgewiesen werden (Alfred Bühler, Die Prozessarmut, in: Gerichtskosten, 

Parteikosten, Prozesskaution, unentgeltliche Prozessführung, SWR 2001, 

§2/I, S. 188f., mit Hinweisen auf die Rechtsprechung). Mit Schreiben vom 8. 

Januar 2010 forderte die Instruktionsrichterin den Beschwerdeführer auf, das 

Formular "Gesuch um unentgeltliche Prozessführung" bis am 18. Januar 2010 

vollständig ausgefüllt samt den erforderlichen Unterlagen einzureichen. 

Nachdem innert angesetzter Frist die verlangten Unterlagen nicht eingereicht 

worden waren, gewährte die Instruktionsrichterin eine Nachfrist bis zum 8. 

März 2010, respektive nach Eingang eines Fristerstreckungsgesuches eine 

Nachfrist bis zum 31. März 2010. Mit Schreiben vom 26. Februar 2010 

beantragte der Beschwerdeführer infolge Landesabwesenheit eine 

Fristerstreckung bis Ende März 2010, die in der Folge gewährt wurde. Mit 

Schreiben vom 6. April 2010 reichte der Beschwerdeführer verspätet diverse 

Unterlagen (Quittung Mietzins, Quittung Apotheke, Quittung Physiotherapie, 

Quittung Laboratorium, Quittung für Heizung, ärztliches Zeugnis - alle aus 

Brasilien stammend) ein. Diese rudimentären Angaben genügen einer 

ausreichenden Substantiierungspflicht indessen nicht. So fehlen 

beispielsweise Angaben zu der Einkommenssituation, zu allfälligen 

Unterhaltszahlungen an die  erste Ehefrau sowie zur Vermögens- und 

Schuldensituation. Auch zur Steuersituation sind den Akten keine Angaben 

zu entnehmen. Nachdem innert der angesetzten Frist weder das Formular 

"Gesuch um unentgeltliche Prozessführung" noch relevante Belege über die 

finanziellen Verhältnisse eingereicht wurden, ist das Gesuch wegen 

Verletzung der Mitwirkungspflicht abzuweisen.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen, der angefochtene 

Einspracheentscheid aufgehoben und die Angelegenheit im Sinne der 

Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen. 

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3. Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer mit Fr. 1’042.-- (inklusive 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) aussergerichtlich zu entschädigen.