# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bd845706-da0a-5d14-81d9-6f3e8b6b3221
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-06-12
**Language:** de
**Title:** Einschätzung 2006 und Direkte Bundessteuer 2006
**Docket/Reference:** ST.2009.84
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_ST_2009_84_nv.pdf

## Full Text

STEUERREKURSKOMMISSION I 
DES KANTONS ZÜRICH 

1 ST.2009.84 
1 DB.2009.42 

Entscheid 

12. Juni 2009 

Mitwirkend: 

Vizepräsident A. Tobler, die Mitglieder U. Hofstetter, M. Ochsner und Sekretär  
H. Knüsli 

1.  A,    

2.  B ,    

vertreten durch C,  

In Sachen 

gegen 

Rekurrenten/ 
Beschwerdeführer,  

1.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

2.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

Rekursgegner,  

Beschwerdegegnerin,  

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Nord,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

betreffend 

Einschätzung 2006 und Direkte Bundessteuer 2006 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. 1. A (nachfolgend der Pflichtige) ist seit 1987 bei der  D, welche zur E ge-

hört,  angestellt  und  seit  vielen  Jahren  Mitglied  des  Managements.  In  dieser  Funktion 

erhielt er (soweit vorliegend interessierend) in den Jahren 2004 - 2006 Mitarbeiteropti-

onen zugeteilt, die Bestandteil des Bonus bildeten und ihn zum Erwerb von Namenak-

tien der E berechtigten. Die Ausgestaltung der Optionen richtete sich dabei nach einem 

Reglement  der  E aus dem Jahr 2001 bzw. 2004 und beinhaltete u.a. eine  dreijährige 

Sperrfrist der Optionen. 

Im  Juli  2006  erliess  der  Verwaltungsrat  der  E  ein  abgeändertes  Reglement, 

welches  rückwirkend  auch  für  die  bisherigen  Optionsprogramme  2004  -  2006  gültig 

war.  Dabei  wurde  die  Bestimmung,  wonach  das  Management  in  bestimmten  Fällen 

bereits zugeteilte Optionen wieder verlieren konnte, gestrichen. 

2.  Das  kantonale  Steueramt  nahm  diese  Reglementsänderung  zum  Anlass, 

um den geldwerten Vorteil der in den Jahren 2004 - 2006 dem Pflichtigen zugeteilten 

Mitarbeiteroptionen als bei diesem im Jahr 2006 zugeflossen einzustufen und als steu-

erbare Einkunft zu erfassen. Auf dieser Grundlage schätzte es den Pflichtigen und sei-

ne  Ehefrau  (zusammen  die  Pflichtigen)  am  19.  Februar  2008  für  die  Steuerperiode 

2006  mit  einem  steuerbaren  Einkommen  von  Fr.  …  (Staats-  und  Gemeindesteuern) 

bzw.  Fr.  …  (direkte  Bundessteuer)  sowie  einem  steuerbaren  Vermögen  von  Fr.  … 

(Staats- und Gemeindesteuern) ein. 

Die  Veranlagung  der  direkten  Bundessteuer  wurde  mit  Steuerrechnung  vom 

7. April 2008 formell eröffnet. 

B. Hiergegen liessen die Pflichtigen am 25. März bzw. 15. April 2008 Einspra-

che erheben und beantragen, die Besteuerung des mit den 2004 und 2005 zugeteilten 

Mitarbeiteroptionen  verbundenen  geldwerten  Vorteils  fallen  zu  lassen.  Die  Erfassung 

des entsprechenden Vorteils der 2006 zugeteilten Optionen werde nicht bestritten. In-

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dessen seien die Vermögenssteuerwerte aller Optionen der dreijährigen Sperrfrist an-

zupassen. 

Das  kantonale  Steueramt  hiess  die  Einsprachen  am  25.  Februar  2009  hin-

sichtlich  der  Vermögenssteuerwerte  der  Optionen  gut  und  wies  sie  bezüglich  der  ge-

samthaften  Besteuerung  des  damit  verbundenen  geldwerten  Vorteils  als  Einkommen 

im Jahr 2006 ab. 

C.  Mit  Rekurs  bzw.  Beschwerde  vom  30.  März  2009  liessen  die  Pflichtigen 

beantragen, von der Aufrechnung  eines geldwerten Vorteils  hinsichtlich der 2004 und 

2005  zugeteilten  Mitarbeiteroptionen  abzusehen,  da  ein  solcher  Vorteil  –  wenn  über-

haupt  –  schon  bei  der  Zuteilung  und  nicht  erst  im  Jahr  2006  zugeflossen  sei.  Zudem 

sei ihnen eine Parteientschädigung zuzusprechen.  

Das  kantonale  Steueramt  schloss  am  28.  April  2009  auf  Abweisung  der 

Rechtsmittel.  Die  Eidgenössische  Steuerverwaltung  (ESTV)  liess  sich  nicht  verneh-

men.  

Auf  die  Ausführungen  der  Parteien  in  diesen  Rechtsschriften  sowie  auf  die 

Begründung der Einspracheentscheide wird – soweit erforderlich – in den nachfolgen-

den Erwägungen eingegangen. 

Die Rekurskommission zieht in Erwägung: 

1.  a)  Unter  Einkommen  aus  unselbstständiger  Erwerbstätigkeit  im  Sinn  von 

§ 17 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) bzw. Art. 17 Abs. 1 des Bun-

desgesetzes über die direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990 (DBG) fällt unter 

anderem auch die Zuteilung von Beteiligungsrechten an Mitarbeiter, sofern und soweit 

die  Beteiligungsrechte  unentgeltlich  oder  zu  einem  Vorzugspreis  überlassen  werden 

(RB 1995 Nr. 34; BGr, 21. Mai 2003 = ASA 73, 545, beide auch zum Folgenden). Er-

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fasst wird diesfalls  beim Mitarbeiter die Differenz zwischen dem Verkehrswert und ei-

nem allfälligen (günstigeren) Bezugspreis. 

b)  Der  Pflichtige  hat  von  seiner  Arbeitgeberin,  der  D,  in  den  Jahren  2004  - 

2006 als Bonusbestandteil folgende Mitarbeiteroptionen der E zugeteilt erhalten: 2004: 

2'750 Stück, 2005: 386 Stück und 2006: 110 Stück. 

Dass  diesen  Papieren  im  vorstehenden  Umfang  (E.1a)  Einkommensqualität 

zukommt, ist unbestritten. Der vorliegende Streit dreht sich allein um die Frage, in wel-

chem Zeitpunkt die Einkommensbesteuerung zu erfolgen hat. 

2. a) Einkünfte fliessen dem Steuerpflichtigen grundsätzlich im Zeitpunkt zu, in 

welchem der Rechtserwerb vollendet ist; erst dann wird ein fester Rechtsanspruch auf 

das  Vermögensrecht  erworben  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Kommentar  zum  har-

monisierten  Zürcher  Steuergesetz,  2. A.,  2006,  § 50  N 23  sowie  Richner/Frei/Kauf-

mann, Handkommentar zum DBG, 2003, Art. 210 N 5, je mit Verweisungen, auch zum 

Folgenden).  Voraussetzung  des  Zuflusses  ist  somit  ein  abgeschlossener  Rechtser-

werb, der Forderungs- oder Eigentumserwerb sein kann, wobei der Forderungserwerb 

in der Regel die Vorstufe des Eigentumserwerbs darstellt. Die Fälligkeit des Rechtsan-

spruchs  ist  für  die  Bestimmung  des  Zeitpunkts  des  steuerlich  massgeblichen  Zuflus-

ses – von hier nicht relevanten Ausnahmen (Kapitalzinsen, Mietzinsen) abgesehen – in 

der  Regel  nicht  erforderlich  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  § 50  N 27;  Rich-

ner/Frei/Kaufmann, Art. 210 N 9).  

In  Literatur  und  Rechtsprechung  findet  der  dargelegte  Grundsatz  der  Ein-

kommensrealisation  mit  dem  Forderungserwerb  indessen  dann  eine  Einschränkung, 

wenn die Erfüllung der Forderung besonders unsicher ist (Richner/Frei/Kaufmann/Meu-

ter,  § 50  N 24;  Richner/Frei/Kaufmann,  Art. 210  N 6).  In  diesen  Fällen  wird  auf  den 

Zeitpunkt der Erfüllung des Anspruchs abgestellt. 

b) Bei Mitarbeiteraktien erfolgt der Zufluss mit der Erklärung des Arbeitgebers 

(Offerte), der Mitarbeiter könne solche Titel zu bestimmten Bedingungen beziehen, und 

der Annahme dieser Offerte durch den Mitarbeiter (RB 1995 Nr. 34 = StE 1996 B 22.2 

Nr. 11 = ZStP 1996, 39, auch zum Folgenden). Der Rechtserwerb ist auch bei unent-

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geltlicher  Übertragung  demnach  frühestens  dann  vollendet,  wenn  der  Mitarbeiter  ein 

Angebot zum Aktienbezug ausdrücklich oder durch konkludentes Verhalten angenom-

men  hat  oder  –  z.B.  bei  unbenütztem  Ablauf  der  vom  Arbeitgeber  hierfür  gesetzten 

Frist – im Zeitpunkt einer allenfalls von Letzterem selbstständig veranlassten Übertra-

gung des Eigentums an den Aktien (RB 2002 Nr. 95 = ZStP 2003, 40). 

c) Bei Mitarbeiteroptionen stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, ob 

sie im Zeitpunkt der Zuteilung als genügend sichere Einkunft anzusehen sind, so dass 

sie in steuerlicher Hinsicht als realisiert betrachtet werden können.  

aa)  Gemäss  präjudiziellem  Entscheid  des  Verwaltungsgerichts  vom  4. Juli 

1995 war für den steuerlich relevanten Zufluss auf den Zeitpunkt der Zuteilung der Op-

tionen abzustellen, und zwar unabhängig davon, ob die zugeflossenen Rechte markt-

fähig,  d.h.  veräusserbar  waren.  Dies  hatte  lediglich  Auswirkungen  auf  die  Frage  der 

Bewertung;  hingegen  berührte  die  Verkäuflichkeit  oder  Nichtverkäuflichkeit  von  Mitar-

beiteroptionen  deren  Steuerobjektqualität  nicht  (RB 1995  Nr. 34  =  StE 1996  B 22.2 

Nr. 11).  

bb) Die Einschätzungspraxis im Kanton Zürich ist dieser Rechtsprechung ge-

folgt.  Einzig  bei  (im  Sinn  der  nachstehenden  Definition  der  ESTV)  nicht  bewertbaren 

Optionen  wurde  entgegen  der  verwaltungsgerichtlichen  Rechtsprechung  erst  im  Zeit-

punkt  der  Ausübung  der  Option  zur  Besteuerung  geschritten  (vgl.  Merkblatt  zur  Be-

steuerung von Mitarbeiterbeteiligungen vom 28. November 1997, aZStB I A Nr. 18/40, 

Ziff. 2.1 b). 

cc) Nachdem die ESTV im inzwischen überholten Kreisschreiben vom 17. Mai 

1990  (Kreisschreiben  Nr. 5  zu  Direkte  Bundessteuer  Veranlagungsperiode  1991/92, 

aZStB II Nr. 52/18 = ASA 59, 172 ff.) erstmals Richtlinien für die Besteuerung von Mit-

arbeiteroptionen aufgestellt hatte, erliess sie am 30. April 1997 das heute noch mass-

gebende  Kreisschreiben  Nr. 5  zu  Direkte  Bundessteuer  Steuerperiode  1997/98  über 

die Besteuerung von Mitarbeiteraktien und Mitarbeiteroptionen (aZStB II Nr. 69/54-p = 

ASA  66,  130  ff.,  nachfolgend  Kreisschreiben  Nr. 5),  welches  unter  Ziff. 4  Grundsätze 

für die einkommenssteuerliche Behandlung von Mitarbeiteroptionen enthält. Das Kreis-

schreiben  unterscheidet  zwischen  bewertbaren  und  nicht  bewertbaren  Optionen.  Als 

nicht bewertbar gelten Optionen mit einer Laufzeit von mehr als zehn Jahren, Optionen 

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mit  einer  Verfügungssperre  von  mehr  als  fünf Jahren  sowie  Optionen  mit  zahlreichen 

individuellen  Bedingungen.  Bewertbare  Optionen  stellen  gemäss  Kreisschreiben  im 

Augenblick der Zuteilung steuerbares Einkommen dar, und zwar im Umfang der Diffe-

renz  zwischen  dem  Abgabepreis  und  dem  tatsächlichen  Wert  der  Option  bei  Abgabe 

an  den  Mitarbeiter;  bei  gesperrten  Optionen  ist  dem  Umstand  der  Sperrung  bei  der 

Berechnung  des  Werts  der  Optionen  aufgrund  der  im  Bankensektor  üblichen  mathe-

matischen Modelle dadurch Rechnung zu tragen, dass beim Parameter "aktueller Bör-

senkurs"  in  gleicher  Weise  wie  bei  gesperrten  Mitarbeiteraktien  der  diskontierte  Bör-

senkurs  zugrunde  zu  legen  ist  (Kreisschreiben  Nr. 5  Ziff. 4.3).  Nicht  bewertbare 

Optionen stellen gemäss Kreisschreiben Nr. 5 Ziff. 4.1 Abs. 4 im Zeitpunkt der Abgabe 

eine  blosse  Anwartschaft  dar  und  sind  damit  einkommenssteuerrechtlich  irrelevant. 

Aus solchen Optionen erzielt der Mitarbeiter erst im Zeitpunkt der Ausübung steuerba-

res Einkommen. 

dd) Mit Entscheid vom 20. November 2002 hat das Verwaltungsgericht seine 

Praxis  mit  Bezug  auf  solche  Mitarbeiteroptionen,  welche  mit  aufschiebenden  Bedin-

gungen  ausgestaltet  sind,  präzisiert  bzw.  ergänzt.  Es  hat  erkannt,  dass  solche  Optio-

nen  nicht  im  Zeitpunkt  der  Zuteilung,  sondern  erst  anlässlich  ihres  unwiderruflichen 

Rechtserwerbs, d.h. bei Eintritt der aufschiebenden Bedingung (Vesting), zu besteuern 

sind (RB 2002 Nr. 96 = StE 2003 B 21.2 Nr. 16).  

ee) Ausgelöst durch diesen Entscheid hat die ESTV im Hinblick auf die Steu-

erharmonisierung  ihr  Kreisschreiben  Nr. 5  ebenfalls  präzisiert  bzw.  ergänzt.  Hierzu 

erliess sie am 6. Mai 2003  das Rundschreiben über die Besteuerung  von Mitarbeiter-

optionen mit Vesting-Klauseln vom 6. Mai 2003 (nZStB II Nr. 62/201). In diesem wurde 

darauf  hingewiesen,  dass  die  Besteuerungsgrundsätze  des  Kreisschreibens  Nr. 5  un-

verändert  gültig  seien.  Alsdann  wurde  für  den  Spezialfall  der  Optionen  mit  Vesting-

Klauseln festgehalten, dass diese im Zeitpunkt der Zuteilung noch nicht unwiderruflich 

erworben seien. In der Regel sei dies aber auch nach Ablauf der Vestingperiode noch 

nicht der Fall, weil der unwiderrufliche Rechtserwerb häufig davon  abhängig gemacht 

werde,  dass  der  Mitarbeiter  bis  zur  Ausübung  der  Option  in  der  Unternehmung  be-

schäftigt bleibe und dieser bis zur Ausübung der Option also gar keine Möglichkeit ha-

be, den darin verkörperten Wert zu realisieren. Soweit es sich bei gevesteten Optionen 

in diesem Sinn um blosse Anwartschaften handle, habe die Besteuerung im Sinn des 

Kreisschreibens Nr. 5 erst bei Ausübung zu erfolgen. 

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Als  Vesting-Periode  gebundener  Mitarbeiteroptionen  wird  die  Zeitdauer  be-

zeichnet, während der die bereits zugeteilte Option "verdient" werden muss. Das "Ver-

dienen" der Option kann von der Fortdauer des Arbeitsverhältnisses oder von der Er-

reichung von Leistungszielen abhängig sein. Der Mitarbeiter kann seine Option bis zum 

Vesting  (=  Ablauf  der  Vesting-Periode)  verlieren,  wenn  er  seine  Leistungsziele  nicht 

erreicht  oder  das  Arbeitsverhältnis  (z.B.  durch  Kündigung)  aufgelöst  wird  (RB 2002 

Nr. 96  =  StE 2003  B 21.2  Nr. 16  sowie  Andreas  Risi,  Mitarbeiteroptionen  und  -aktien, 

Bewertung – Rechnungslegung – Besteuerung, 1999, S. 96). Solche Optionen weisen 

eine suspensive bzw. aufschiebende Bedingung nach Art. 151 OR auf, sodass die Op-

tion erst im Zeitpunkt des Vestings, d.h. wenn die Bedingung in Erfüllung geht, als defi-

nitiv erworben gilt (Ziff. 6.1.1. des Berichts der gemischten Arbeitsgruppe "Besteuerung 

von Mitarbeiteroptionen zu Handen des Eidg. Finanzdepartements vom 21. Dezember 

2001).  Der  mit  den  Optionen  verbundene  geldwerte  Vorteil  ist  vom  Mitarbeiter  daher 

erst  in  diesem  Zeitpunkt  und  nicht  schon  bei Zuteilung  der  Option  als  Einkommen  zu 

versteuern. 

ff) Das kantonale Steueramt hat sich in der Folge mit dem Merkblatt über die 

Besteuerung  von  Mitarbeiteroptionen  zum  Zweck  der  Staats-  und  Gemeindesteuern 

und  der  direkten  Bundessteuer  vom  1. September  2003  (nZStB I  Nr. 13/300)  dem 

Rundschreiben  der  ESTV  grundsätzlich  angeschlossen  und  gestützt  darauf  folgende 

nunmehr geltenden Besteuerungsregeln formuliert:  

Im  Zeitpunkt  der  Zuteilung  werden  Mitarbeiteroptionen  besteuert,  welche  mit 

der Zuteilung unwiderruflich erworben werden und in diesem Zeitpunkt objektiv bewer-

tet werden können; blosse Ausübungssperrfristen stehen dabei weder einem unwider-

ruflichen  Rechtserwerb  noch  einer  objektiven  Bewertbarkeit  entgegen.  Im  Vesting-

Zeitpunkt werden sodann Mitarbeiteroptionen besteuert, welche mit der Zuteilung bloss 

bedingt bzw. erst mit Eintritt dieser Bedingung unwiderruflich erworben werden und in 

diesem  Zeitpunkt  objektiv  bewertet  werden  können;  die  Mitarbeiteroption  gilt  dabei  

als  unwiderruflich  erworben,  wenn  ihr  Rechtserwerb  und/oder  Rechtsbestand  insbe-

sondere  nicht  mehr  vom  Bestand  eines  Arbeitsverhältnisses  abhängig  gemacht  wird 

(Ziff. 2.1.3 Abs. 2 des Merkblatts). Im Zeitpunkt der Ausübung bzw. bei Verkauf werden 

alle Mitarbeiteroptionen besteuert, welche nicht bei Zuteilung oder Vesting zu besteu-

ern sind. 

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3. a) Die dem Pflichtigen in den Jahren 2004 – 2006 zugeteilten Mitarbeiterop-

tionen der E unterlagen gemäss dem massgeblichen Reglement dieser Firma aus dem 

Jahr    2001  bzw.  2004  einer  dreijährigen  Sperrfrist.  Während  dieser  Frist  durften  die 

Titel weder veräussert noch ausgeübt noch verpfändet werden. Danach war der Pflich-

tige als Optionsempfänger frei, über sie zu verfügen, d.h. sie entweder auszuüben oder 

zu veräussern. Bei Anwendung nur dieser Reglementsbestimmungen handelte es sich 

bei den streitbetroffenen Optionen des Pflichtigen demnach um Titel, die bei der Zutei-

lung als definitiv erworben galten, weil die Sperrfrist den Erwerb und damit den Zufluss 

beim Berechtigten nicht hinderte, sondern lediglich den Wert der Papiere minderte.  

Gleiches  gilt  sodann  auch  noch  hinsichtlich  Ziff.  9  Abs.  1  und  2  des  Regle-

ments, wonach die Optionen bei Nichtausübung bis zum Ende der Laufdauer entschä-

digungslos verfallen bzw. beim Tod des Berechtigten als per Todestag verfallen gelten 

und Anspruch der Erben auf Ersatz eines näher bestimmten Werts begründeten. Denn 

bis zum Verfall erfuhren die Optionen durch diese Vorgänge keinerlei Einschränkungen 

und konnte der Berechtigte frei über sie verfügen. Ebenfalls keine Einschränkung hatte 

schliesslich  der  Verwaltungsrat  bei  Aufgabe  seines  Mandats  hinzunehmen,  konnte  er 

über  die  ihm  in  dieser  Funktion  zugeteilten  Optionen  während  der  Restlaufzeit  doch 

kraft ausdrücklicher Regelung im Reglement jederzeit frei verfügen. 

b) aa) Bei Optionen von Angehörigen des Managements, zu denen der Pflich-

tige  zählt,  galten  indessen  besondere  Regeln.  Im  Fall  von  Invalidität  oder  Pensionie-

rung (einschliesslich Frühpensionierung) konnten die Optionen zwar ab dem Zeitpunkt 

des Eintretens der Invalidität bzw. der Pensionierung ebenfalls während der gesamten 

Restlaufzeit frei veräussert oder ausgeübt werden. Wurde das Arbeitsverhältnis jedoch 

während der Sperrfrist aus anderen Gründen als durch Tod, Invalidität oder Pensionie-

rung  beendet,  verfielen  die  Optionen  entschädigungslos.  Der  Verwaltungsrat  konnte 

lediglich Ausnahmen bewilligen.  

Zwischen  den  Parteien  ist  streitig,  welche  Folgen  diese  Bestimmung  für  die 

Frage  des  Zuflusses  der  Optionen  beim  Pflichtigen  hatten.  Das  kantonale  Steueramt 

erblickt in ihr eine aufschiebende (suspensive) Bedingung für den Erwerb der Titel bzw. 

eine entsprechende, den Erwerb vorläufig hindernde Vestingklausel, deren Dahinfallen 

mit der entsprechenden Reglementsänderung aus dem Jahr 2006 erst den definitiven 

Erwerb beim Pflichtigen bewirkt habe. Demgegenüber sehen die Pflichtigen darin eine 

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auflösende  (resolutive)  Bedingung  in  dem  Sinn,  dass  die  Angehörigen  des  Manage-

ments die Option bereits im Zeitpunkt der Zuteilung definitiv erwarben und im Fall der 

Auflösung des Arbeitsverhältnisses durch andere Gründe als Tod, Invalidität oder Pen-

sionierung  (z.B.  Kündigung)  nachträglich  wieder  verloren.  Dementsprechend  hat  die 

Reglementsänderung  2006  bei  dieser  Betrachtungsweise  keine  Auswirkungen  mehr, 

da der Zufluss bereits bei der Zuteilung erfolgt ist.  

bb) Sowohl Praxis als auch Lehre und Rechtsprechung gehen nach dem Ge-

sagten vom Vorliegen einer Vestingklausel aus, wenn die Option zuerst während einer 

gewissen Zeit "verdient" werden muss. Unter dem Begriff des "Verdienens" wird dabei 

nicht  nur  das  Erreichen von  bestimmten  Leistungszielen,  sondern  auch  die  Fortdauer 

des Arbeitsverhältnisses verstanden und als "nicht verdient" demzufolge die Auflösung 

des  Arbeitsverhältnisses  z.B.  durch  Kündigung  in  der  fraglichen  Zeit  (Vestingperiode) 

betrachtet (RB 2002 Nr. 96 = StE 2003 B 21.2 Nr. 16 sowie Risi, S. 96). Dementspre-

chend  gelten  Mitarbeiteroptionen  gemäss  dem  erwähnten  Merkblatt  des  kantonalen 

Steueramts  zutreffend  erst  dann  als  unwiderruflich  erworben,  wenn  ihr  Rechtserwerb 

und/oder  Rechtsbestand  insbesondere  nicht  mehr  vom  Bestand  eines  Arbeitsverhält-

nisses abhängig gemacht wird. Die Fortdauer des Arbeitsverhältnisses wird daher kon-

sequent als aufschiebende Bedingung behandelt. 

Im vorliegenden Fall verfielen die Optionen des Managements gemäss bisher 

gültigem Reglement entschädigungslos, wenn das Arbeitsverhältnis während der drei-

jährigen  Sperrfrist  aus  andern  Gründen  als  durch  Tod,  Invalidität  oder  Pensionierung 

(z.B.  durch  Kündigung)  beendet  wurde.  Demnach  wiesen  diese  Optionen  eine 

Vestingklausel  auf,  welche  den  Weiterbestand  des  Arbeitsverhältnisses  während  der 

Sperrfrist  zum  Gegenstand  hatte,  mit  der  Folge,  dass  sie  erst  als  "verdient"  galten, 

wenn die Sperrfrist abgelaufen war und das Arbeitsverhältnis noch bestand bzw. nicht 

durch eines der genannten drei Ereignisse beendet worden war. Die dem Pflichtigen in 

den  Jahren  2004  –  2006  zugeteilten  Optionen  wiesen  daher  eine  entsprechende 

Vestingklausel auf und bildeten bei ihm vorerst lediglich eine Anwartschaft. Der damit 

verbundene geldwerte Vorteil ist ihm demnach nicht schon bei der Zuteilung, sondern 

erst nach Ablauf der dreijährigen Sperrfrist (= Vestingperiode) zugeflossen. Ihr Erwerb 

war aufschiebend bedingt. 

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2006  änderte  der  Verwaltungsrat  der  E  das  Reglement  insofern  ab,  als  bei 

den  Optionen  des  Managements  die  Vestingklausel  gestrichen  wurde  und  diese  Titel 

daher  bei  Beendigung  des  Arbeitsverhältnisses  innert  Sperrfrist  nicht  mehr  verfallen. 

Die Änderung bezog sich unstreitig auch auf die bereits zugeteilten (noch gesperrten) 

Optionen.  Demnach  unterlagen  auch  sämtliche  dem  Pflichtigen  in  den  Jahren  2004  - 

2006  zugeteilten  Optionen  der  Vestingklausel  ab  sofort  nicht  mehr,  weshalb  ihm  der 

damit  verbundene  geldwerte  Vorteil  gesamthaft  in  diesem  Zeitpunkt  zugeflossen  ist. 

Die Besteuerung dieses Vorteils in der Steuerperiode 2006 auch hinsichtlich der 2004 

und 2005 zugeteilten Titel hat damit Bestand. Bezüglich der 2006 zugeteilten Optionen 

ist  die  Besteuerung  zu  Recht  nicht  streitig,  weil  sich  die  Frage  des  Zuflusses  wegen 

Wegfalls der Vestingklausel noch im Jahr der Zuteilung gar nicht stellt. 

c)  Entgegen  der  Auffassung  des  Pflichtigen  verhält  es  sich  nicht  so,  dass  er 

die  Mitarbeiteroptionen mit  der  Zuteilung  schon definitiv  erworben  hatte und  aufgrund 

des bisherigen Reglements lediglich noch das Risiko trug, sie wieder zu verlieren.  Es 

liegt  keine  auflösende  Bedingung  vor.  Das  Reglement  ist  vielmehr  so  ausgestaltet, 

dass die Optionen eine Vestingklausel im Sinn des Fortdauerns des Arbeitsverhältnis-

ses während der Sperrfrist aufwiesen und ihre Zuteilung insofern aufschiebend bedingt 

war. Erst nach Ablauf der Sperrfrist war ihr Erwerb somit definitiv. 

d)  Im  Quantitativen  ist  der  geldwerte  Vorteil,  der  dem  Pflichtigen  bei  definiti-

vem  Erwerb  der  2004  und  2005  zugeteilten  Optionen  im  Jahr  2006  als  Einkommen 

zugeflossen ist, nicht streitig und beträgt Fr. … (= 2'750 Optionen à Fr. … + 386 Optio-

nen à Fr. …).  

4. Der Vermögenssteuerwert per Ende 2006 der 2004 - 2006 zugeteilten Opti-

onen  unter Berücksichtigung  der  dreijährigen  Sperrfrist  ist nicht  mehr streitig  und von 

der Vorinstanz korrekt ermittelt worden. 

5.  Diese  Erwägungen  führen  zur  Abweisung  der  Rechtsmittel.  Ausgangsge-

mäss sind die Kosten des Verfahrens den Pflichtigen aufzuerlegen (§ 151 Abs. 1 StG, 

Art.  144  Abs.  1  DBG)  und  entfällt  die  Zusprechung  einer  Parteientschädigung  (§  152 

StG i.V.m. § 17 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 

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1997, Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Verwal-

tungsverfahren vom 20. Dezember 1968). 

Demgemäss erkennt die Rekurskommission: 

1.  Der Rekurs wird abgewiesen. 

2.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 

[…] 

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