# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2202c0fa-f2d3-52fa-9634-90b9ab47174e
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-02-16
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 16.02.2023 BK 2023 34
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2023-34_2023-02-16.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Beschluss
BK 23 34

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 16. Februar 2023

Besetzung Oberrichter Bähler (Präsident), Oberrichter Schmid,
Oberrichter Gerber
Gerichtsschreiberin Lauber 

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Beschwerdeführer

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern
v.d. Staatsanwalt C.________

Gegenstand Anordnung Untersuchungshaft

Strafverfahren wegen versuchter schwerer Körperverletzung, An-
griffs, versuchten Raubes

Beschwerde gegen den Entscheid des Regionalen Zwangsmass-
nahmengerichts Berner Jura-Seeland vom 25. Januar 2023
(ARR 23 35)

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Erwägungen:

1. Die Regionale Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland (nachfolgend: Staatsan-
waltschaft) führt ein Strafverfahren gegen den Beschuldigten A.________ (nachfol-
gend: Beschwerdeführer) wegen versuchter schwerer Körperverletzung, Angriffs 
und versuchten Raubes. Am 25. Januar 2023 ordnete das Regionale Zwangs-
massnahmengericht Berner Jura-Seeland (nachfolgend: Zwangsmassnahmenge-
richt) Untersuchungshaft für eine Dauer von sechs Wochen an, d.h. bis am 4. März 
2023. Der Beschwerdeführer, amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________, 
reichte hiergegen am 1. Februar 2023 Beschwerde ein. Er beantragte Folgendes: 
1. Der Entscheid des Regionalen Zwangsmassnahmengerichts Berner Jura-Seeland vom 25. Ja-

nuar 2023, Ziffern 1, 2 und 4, sei aufzuheben und der Beschwerdeführer sei unverzüglich aus 
der Untersuchungshaft zu entlassen. 

2. Es sei festzustellen, dass durch den Haftantrag vom 23. Januar 2023 in französischer Sprache 
das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers verletzt wurde. 

3. Die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens sowie die Kosten des Beschwerdeverfahrens seien 
dem Kanton Bern aufzuerlegen. 

4. Die amtliche Entschädigung für das erstinstanzliche Zwangsmassnahmenverfahren und das Be-
schwerdeverfahren sei am Ende des Verfahrens durch die Staatsanwaltschaft oder das urteilen-
de Gericht festzusetzen. Für die auszurichtende amtliche Entschädigung sei festzustellen, dass 
weder eine Rückzahlungspflicht noch ein Nachforderungsrecht zu Lasten des Beschwerdefüh-
rers besteht.

Das Zwangsmassnahmengericht verzichtete am 3. Februar 2023 unter Verweis auf 
die Ausführungen im angefochtenen Entscheid auf eine Stellungnahme. Die 
Staatsanwaltschaft beantragte in ihrer delegierten Stellungnahme vom 7. Februar 
2023 die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. Mit Verfügung vom 9. Februar 
2023 wurde das Protokoll der Einvernahme der Auskunftsperson D.________ vom 
30. Januar 2023 ediert. Mit Schreiben vom 13. Februar 2023 verzichtete das 
Zwangsmassnahmengericht auf abschliessende Bemerkungen. 

2. Gemäss Art. 222 i.V.m. Art. 393 Abs. 1 Bst. c StPO können Entscheide über die 
Anordnung, Verlängerung und Aufhebung der Untersuchungshaft durch die verhaf-
tete Person mit Beschwerde angefochten werden. Zuständig ist die Beschwerde-
kammer in Strafsachen (Art. 35 des Gesetzes über die Organisation der Gerichts-
behörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1] i.V.m. Art. 29 Abs. 2 des 
Organisationsreglements des Obergerichts [OrR OG; BSG 162.11]). Der Be-
schwerdeführer ist durch die Anordnung der Untersuchungshaft unmittelbar in sei-
nen rechtlich geschützten Interessen betroffen und somit zur Beschwerdeführung 
legitimiert (Art. 222 und Art. 382 Abs. 1 StPO). Auf die form- und fristgerechte Be-
schwerde ist einzutreten. 

3.

3.1 Der Beschwerdeführer rügt in formeller Hinsicht vorab eine Verletzung des rechtli-
chen Gehörs. Die Staatsanwaltschaft habe den Haftantrag auf Französisch einge-
reicht, obwohl das Verfahren auf Deutsch geführt werde resp. zu führen wäre. Er 
spreche Deutsch und kein Französisch. Eine Person, welche in Untersuchungshaft 

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gesetzt werden solle, sollte immerhin verstehen, weshalb die Staatsanwaltschaft 
dies beantrage. Der Haftantrag sei ihm auch nachträglich nicht übersetzt worden, 
obwohl er hierauf Anspruch habe. Auf die Frage des Zwangsmassnahmengerichts, 
was er zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen sage, habe er ausgeführt, dass er 
den Haftantrag auf Französisch erhalten und nicht viel verstanden habe. Insofern 
sei ihm der wesentliche Inhalt des Haftantrags nur ungenügend zur Kenntnis ge-
bracht worden, was die Verteidigung vor dem Zwangsmassnahmengericht auch 
ausdrücklich bemängelt habe. Der Verteidiger habe vor Beginn der Verhandlung 
nur wenige Minuten Zeit gehabt, den Beschwerdeführer über den Haftantrag und 
die Beilagen zu informieren. Dies sei zeitlich unzureichend gewesen. 

3.2 Nach Art. 68 Abs. 2 StPO wird der beschuldigten Person, auch wenn sie verteidigt 
wird, in einer ihr verständlichen Sprache mindestens der wesentliche Inhalt der 
wichtigsten Verfahrenshandlungen mündlich oder schriftlich zur Kenntnis gebracht. 
Ein Anspruch auf vollständige Übersetzung aller Verfahrenshandlungen sowie der 
Akten besteht nicht. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts, die mit derje-
nigen des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte übereinstimmt, besteht 
grundsätzlich ein Anspruch auf Übersetzung jener Verfahrensvorgänge, auf deren 
Verständnis die beschuldigte Person angewiesen ist, um in den Genuss eines fai-
ren Verfahrens zu kommen (BGE 133 IV 324 E. 5.1 mit Hinweisen). Es ist Sache 
der beschuldigten Person bzw. ihres Verteidigers, entsprechende Anträge auf 
Übersetzung von wichtig erscheinenden Teilen der Strafprozedur rechtzeitig gel-
tend zu machen. Bei anwaltlich vertretenen Personen wird davon ausgegangen, 
dass die Anwälte Deutsch, Französisch und Italienisch zumindest lesen können 
(vgl. URWYLER, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 
2. Aufl. 2014, N. 8 zu Art. 68 StPO mit Hinweisen). 

3.3 Aus den Akten ergibt sich, dass sämtliche Einvernahmen des Beschwerdeführers 
und der weiteren Verfahrensbeteiligten entsprechend der vorliegend massgeben-
den Verfahrenssprache (vgl. Art. 2 Abs. 2 i.V.m. Art. 4 Abs. 2 des Dekrets über die 
Gerichtssprachen [GSD; BSG 161.13] und Art. 40 Abs. 1 und Abs. 3 Bst. d des 
Gesetzes über die Organisation des Regierungsrates und der Verwaltung [OrR; 
BSG 152.01]) auf Deutsch erfolgten. Insbesondere wurde mit dem Beschwerdefüh-
rer auch anlässlich der Hafteröffnung am 23. Januar 2023 – bei welcher er einläss-
lich mit den Haftgründen konfrontiert worden war – Deutsch gesprochen. Dem Haf-
teröffnungsprotokoll kann entnommen werden, dass der Beschwerdeführer offen-
sichtlich verstanden hat, was ihm vorgeworfen wird, und dass er sich hierzu äus-
sern konnte (vgl. Z. 64 ff. des Protokolls). Der Haftantrag an das Zwangsmass-
nahmengericht erging vom Pikett-Staatsanwalt in französischer Sprache. Vor dem 
Zwangsmassnahmengericht wurde der Beschwerdeführer ebenfalls auf Deutsch 
befragt und das Protokoll wurde in deutscher Sprache abgefasst. Dem Protokoll 
der Verhandlung vor dem Zwangsmassnahmengericht vom 25. Januar 2023 kann 
entnommen werden, dass die Verhandlung zehn Minuten später begann, da der 
amtliche Verteidiger vorab um einen Besprechungstermin mit dem Beschwerdefüh-
rer gebeten hatte. Der Beschwerdeführer gab anschliessend an seiner Einvernah-
me an, nicht viel vom Haftantrag auf Französisch verstanden zu haben. Der amtli-
che Verteidiger habe ihm nun das Mäppli auf Deutsch gegeben und es stimme 
nicht alles, was über ihn gesagt worden sei (vgl. Z. 28 ff. des Protokolls). Rechts-

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anwalt B.________ bedankte sich anlässlich seines Parteivortrages für die gewähr-
te Vorbesprechungszeit. Er habe anlässlich derselben seinen Klienten auch noch 
auf Deutsch über den Verfahrensgegenstand aufklären können (vgl. S. 4 des Pro-
tokolls der Verhandlung vom 25. Januar 2023). Angesichts der vorstehenden Aus-
führungen kann davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer spätes-
tens bei der Verhandlung vor dem Zwangsmassnahmengericht vom wesentlichen 
Inhalt des Haftantrags der Staatsanwaltschaft vom 23. Januar 2023 Kenntnis hatte 
und seine Verteidigungsrechte dementsprechend wahrnehmen konnte. Dem Be-
schwerdeführer wurden anlässlich seiner Einvernahmen die massgebenden Haft-
gründe genügend vorgehalten und der amtliche Verteidiger hat dem Beschwerde-
führer den vierseitigen Haftantrag (knapp zwei Seiten materielle Ausführungen) zu-
sätzlich vorgängig der Verhandlung vor dem Zwangsmassnahmengericht mündlich 
erläutert. Damit wurde den Anforderungen gemäss Art. 68 Abs. 2 StPO zureichend 
nachgekommen. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs liegt nicht vor. Es trifft zu, 
dass der Beschwerdeführer anlässlich der Einvernahme durch das Zwangsmass-
nahmengericht ausgesagt hat, nicht viel vom Haftantrag auf Französisch verstan-
den zu haben. Indes führte er sodann weiter aus, von seinem amtlichen Verteidiger 
zwischenzeitlich eine Übersetzung auf Deutsch erhalten zu haben (vgl. Z. 28 ff. des 
Protokolls der Einvernahme vom 25. Januar 2023). Zudem hat Rechtsanwalt 
B.________ den Beschwerdeführer vorgängig der Verhandlung vor dem Zwangs-
massnahmengericht mündlich über den Verfahrensgegenstand aufgeklärt. Rechts-
anwalt B.________ scheint den Haftantrag verstanden zu haben, zumal er nicht 
geltend macht(e), kein Französisch zu sprechen. Soweit der amtliche Verteidiger 
vorbringt, dem Beschwerdeführer sei der wesentliche Inhalt des Haftantrags nur 
ungenügend zur Kenntnis gebracht worden, kann ihm folglich nicht gefolgt werden. 
Dass die Vorbesprechungszeit vor der Verhandlung vor dem Zwangsmassnah-
mengericht zu kurz gewesen sein soll, wurde vom amtlichen Verteidiger vor dem 
Zwangsmassnahmengericht nicht gerügt. Auch ergibt sich aus den Akten nicht, 
dass der amtliche Verteidiger eine längere Besprechungszeit beantragt hätte. 

4.

4.1 In materieller Hinsicht setzt die Untersuchungshaft gemäss Art. 221 Abs. 1 StPO 
zunächst voraus, dass im Sinne eines allgemeinen Haftgrundes ein dringender 
Tatverdacht der Begehung eines Verbrechens oder Vergehens besteht. 

4.2 Der Beschwerdeführer wird dringend verdächtigt, in der Nacht von Sonntag 22. Ja-
nuar 2023 auf Montag 23. Januar 2023 zwischen 23:30 Uhr und 01:00 Uhr in 
E.________(Ortschaft) in der Nähe des Restaurants F.________ 
(G.________(Bar)) an einem Angriff, einer versuchten schweren Körperverletzung 
und einem versuchten Raub zum Nachteil des Opfers H.________ beteiligt gewe-
sen zu sein. Das Opfer soll von einer Gruppe von ca. 7-10 Personen mit diversen 
Faust- und Fusstritten (insbesondere auch gegen den Kopf) traktiert worden sein 
und hierbei erhebliche Verletzungen erlitten haben, dies vor allem im Bereich des 
Gesichtes (u.a. geschlossene Nasenbein- und Oberkieferfraktur sowie Fraktur des 
linken Jochbogens). In der Folge sind mehrere Personen von der Kantonspolizei 
Bern festgenommen worden, u.a. der Beschwerdeführer.

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Das mutmassliche Opfer H.________ schilderte anlässlich der polizeilichen Ein-
vernahmen am 22. Januar 2023 den Sachverhalt wie folgt: Er habe an diesem 
Abend mit einem Kollegen die G.________(Bar) in E.________(Ortschaft) besucht. 
Um Geld zu holen, seien sie nach draussen Richtung nahe gelegene Raiffeisen-
bank gegangen. Auf ihrem Weg seien sie von einer Gruppe junger Männer verbal 
provoziert worden. Als er und sein Kollege den Weg fortgesetzt hätten, habe er 
plötzlich mit einem harten Gegenstand einen Schlag auf den Hinterkopf erhalten. 
Er habe sich umgedreht und den Aggressor abwehren können, sei aber von den 
Mitgliedern der Gruppe umringt worden. Ein Mitglied der Gruppe, welches er vom 
Sehen her aus der G.________(Bar) kenne, habe zu ihm gesagt «H.________, tu 
nicht mehr». Er habe sich entspannt. Diese Person habe ihm dann aber drei- bis 
viermal mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Dann sei er von mehreren Personen 
angegriffen worden und zu Boden gegangen. Er sei mit Tritten und Schlägen atta-
ckiert worden. Ein Mann mit einem Bart habe ihm gesagt «Du hast eine Möglich-
keit. Du gibst uns dein ganzes Geld, dann hören wir auf». Als er dies verneint habe, 
habe die Gruppe weiter auf ihn eingeschlagen. Irgendwann habe einer gesagt 
«Jungs, höret doch uf». Sein Kollege habe ihn dann zum Auto ziehen können. Dort 
sei er nochmals mit Faustschlägen angegangen worden, bevor sie die Autotür hät-
ten schliessen und ins Spital fahren können. Derjenige, welcher ihn als erstes von 
hinten angegriffen und während der Auseinandersetzung immer wieder auf ihn ein-
geschlagen habe, habe krauses Haar und sei ca. 165 cm gross. Er sei klar der Ag-
gressor gewesen. Der mit dem Bart sei oft in der G.________(Bar). Die Leute wür-
den ihn I.________ oder so nennen. Dieser habe ihm gesagt, dass er sich beruhi-
gen solle, habe dann aber als zweiter nach dem Kleinen mehrmals auf ihn einge-
schlagen. Zudem sei er es gewesen, welcher ihm gesagt habe, dass er das Geld 
geben solle. Dann sei auch noch einer mit einer weissen Jacke gewesen. Dieser 
habe sicher auch mitgemacht. Er könne aber nicht mehr sagen, wie und wie oft. Er 
glaube, dass er es gewesen sei, welcher die anderen am Schluss zurückgehalten 
habe. Geschlagen hätten sicher noch mehr als die drei oben genannten Täter. 

Der Beschwerdeführer berief sich anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 
22. Januar 2023 auf sein Aussageverweigerungsrecht. Anlässlich der Hafteröff-
nung vom 23. Januar 2023 gab er zu Protokoll, er habe von diesem Abend ein 
Blackout. Er habe viel getrunken und erinnere sich an fast nichts mehr. Er habe ei-
ne Auseinandersetzung gesehen und versucht, die Sache zu beruhigen. Er habe 
zum Opfer gesagt, dass der andere ausser Kontrolle sei und dass er gehen solle. 
Der Begleiter des Opfers habe sich für sein Verständnis bedankt und ihm gesagt, 
dass er ein geiler Siech sei. Er habe eine Person nach hinten gezogen, damit diese 
nicht weitermache. Den Namen dieser Person möchte er nicht nennen. Er möchte 
ihr nicht schaden. Auf Vorhalt, dass er diese Person schütze, sagte der Beschwer-
deführer aus, dass er denke, dass es der Job der Polizisten sei, alles so gut wie 
möglich herauszufinden. Er hoffe, dass die Wahrheit ans Licht komme. Der Be-
schwerdeführer bestritt jede weitere Beteiligung und hielt auf Frage seines amtli-
chen Verteidigers fest, er habe an diesem Abend niemanden geschlagen oder ge-
treten. Er fühle sich nicht als Beschuldigter wegen dieses Abends. 

Der Mitbeschuldigte J.________ bestritt anlässlich seiner Einvernahmen vom 
22. und 23. Januar 2023 eine Beteiligung an der vorliegend umstrittenen Ausein-

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andersetzung. Er gab an, er habe nichts getan und nichts mitbekommen. Dass der 
Beschwerdeführer bei einer Auseinandersetzung interveniert habe, habe er nicht 
gemerkt. Er sei mit dem Beschwerdeführer, dessen Bruder und noch weiteren Kol-
legen in der G.________(Bar) gewesen. 

Der Mitbeschuldigte I.________ gestand anlässlich der delegierten Einvernahme 
vom 23. Januar 2023 auf Vorhalt ein, das Opfer einmal ins Gesicht geschlagen zu 
haben. Er habe dem Opfer klarmachen wollen, dass er und sein Kollege gehen 
sollten, da er schon zu diesem Zeitpunkt befürchtet habe, dass es eskalieren könn-
te. Eine weitere Beteiligung stritt I.________ ab. Anlässlich der Fotovorweisung er-
kannte er den Beschwerdeführer als diejenige Person mit der weissen Jacke und 
gab an, dass es, soweit er es in Erinnerung habe, der Beschwerdeführer gewesen 
sei, welcher auf das Opfer eingetreten habe, als dieses am Boden gelegen sei. 
Derjenige mit der weissen Jacke, den dunklen Haaren und der Zahnspange sei 
derjenige gewesen, welcher am meisten herumgestresst habe. Dieser habe wohl 
am schlimmsten ins Gesichts des Opfers getreten. Es seien sicher zwei, allenfalls 
drei Personen gewesen, welche auf das Opfer eingetreten hätten.

Der Kollege des Opfers D.________ bestätige anlässlich der delegierten Einver-
nahme vom 30. Januar 2023 die Aussagen des Opfers weitestgehend. Er sagte 
aus, neben I.________ und dem Kleinen seien auch noch andere Personen ge-
genüber dem Opfer gewalttätig gewesen. Aufgrund seines Blickwinkels könne er 
nicht sagen, wie viele der anderen Personen sich beteiligt hätten. Er schätze, es 
seien so ca. 7-10 Personen gewesen, davon hätten etwa sechs auch mitgemacht. 
Am Schluss sei ein grösserer mit einer weissen Jacke gekommen, welcher dann 
gesagt habe «Höret uf, er het gnue gha». Auf Frage, ob jemand aus der Gruppe 
der Anführer gewesen sei, hielt D.________ fest, er könne nicht sagen, ob jemand 
der Chef in dieser Gruppe gewesen sei. Aber jemand, also der mit der weissen Ja-
cke, habe gesagt, dass sie aufhören sollten; da hätten sie dann auch aufgehört. 

4.3 Das Zwangsmassnahmengericht bejahte den dringenden Tatverdacht wegen ver-
suchter schwerer Körperverletzung, Angriffs und versuchten Raubes mit folgender 
Begründung: Vorliegend stehe fest, dass der Beschwerdeführer vor Ort gewesen 
sei. Für den dringenden Tatverdacht besonders relevant seien die zeitnahen Aus-
führungen des Opfers, welches erklärt habe, dass eine Person ihm zunächst ge-
sagt habe, er solle sich beruhigen und nichts mehr tun, worauf er sich entspannt 
habe. Dann habe ihm jedoch diese Person mit der Faust ins Gesicht geschlagen. 
Diese Aussagen des Verletzten seien aufgrund der beschriebenen Gefühlslage 
bzw. dem Erstaunen und der Überraschung hinsichtlich der Schläge glaubhaft. Die 
Beschreibung passe zu den Aussagen des Beschwerdeführers betreffend sein 
Eingreifen im Sinne eines Wegschickens. Nachdem sich der dringende Tatverdacht 
bereits aus dem Vorstehenden ergebe, müsse nicht eingehender geprüft werden, 
ob der Bericht von Dr. med. K.________ vom 22. Januar 2023 tendenziös sei. 
Auch müsse nicht weiter auf die Argumentation der Staatsanwaltschaft betreffend 
die Aussageverweigerung eingegangen werden. Im jetzigen Ermittlungsstadium er-
scheine es schwierig, die genaue Rolle des Beschwerdeführers zu bestimmen. Es 
bestehe jedoch der starke Verdacht, dass der Beschwerdeführer aktiv am Angriff 
zum Nachteil von H.________ beteiligt gewesen sei. 

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4.4 Der Beschwerdeführer bringt dagegen vor, es bestünden keine konkreten Ver-
dachtsmomente, welche aufzeigen könnten, dass das inkriminierte Verhalten mit 
erheblicher Wahrscheinlichkeit die fraglichen Tatbestandsmerkmale erfüllen könn-
te. Er sei lediglich vor Ort gewesen, habe jedoch nur schlichtend und deeskalierend 
eingegriffen. Die Ausführungen des Zwangsmassnahmengerichts, dass er bei der 
Auseinandersetzung als Aggressor agiert habe, träfen nicht zu. Das Zwangsmass-
nahmengericht habe verschiedene Sachverhaltsteile verwechselt und seinem Ent-
scheid so einen aktenwidrigen Sachverhalt zugrunde gelegt. Belastet werde er ein-
zig durch die Aussagen des Mitbeschuldigten I.________. Angesichts der Aussa-
gen des Verletzten und dessen Begleiter, dass I.________ den Verletzten mehr-
fach geschlagen und zudem auch Geld von ihm verlangt habe, seien die bagatelli-
sierenden und unzutreffenden Aussagen von I.________ insgesamt nicht glaub-
haft. Insofern dürfe der Aussage von I.________, dass der mit der weissen Jacke 
auf das Opfer eingetreten habe, kein Gewicht beigemessen werden. Diese Aussa-
ge werde denn auch nicht durch andere Beweismittel gestützt. Das Opfer und des-
sen Begleiter hätten die Angelegenheit demgemäss beschrieben, dass I.________ 
und ein Kleinerer mit krausem Haar die primären Aggressoren gewesen seien. An-
dere hätten sich zwar vielleicht bei Fusstritten beteiligt, aber beide hätten nieman-
den konkret, auch den Beschwerdeführer nicht, bezeichnen können oder wollen. 
Dr. med. K.________ erscheine voreingenommen. Die Hautrötungen an der rech-
ten Handkante seien erst nach dem Vorfall entstanden und hätten mit diesem 
nichts zu tun. Den Beschwerdeführer treffe keine Aussagepflicht und es sei ein völ-
lig natürliches und altersentsprechendes Verhalten, dass er den Namen des Ag-
gressors nicht nennen und damit nicht «petzen» wolle. Er hoffe selber auch, dass 
die Wahrheit ans Licht komme. Er möchte aber nicht der «Verräter» sein und Na-
men nennen. Dies könne und dürfe ihm nicht zur Last gelegt werden. 

4.5 Bei der Überprüfung des dringenden Tatverdachts ist keine erschöpfende Abwä-
gung sämtlicher belastender und entlastender Beweise vorzunehmen. Zu prüfen ist 
vielmehr, ob genügend konkrete Anhaltspunkte für eine Straftat und eine Beteili-
gung der betroffenen Person daran vorliegen, die Untersuchungsbehörde somit 
das Bestehen eines dringenden Tatverdachts mit vertretbaren Gründen bejahen 
durfte. Im Haftprüfungsverfahren genügt der Nachweis von konkreten Verdachts-
momenten, wonach das inkriminierte Verhalten mit erheblicher Wahrscheinlichkeit 
die fraglichen Tatbestandsmerkmale erfüllen könnte. Das Beschleunigungsgebot in 
Haftsachen lässt keinen Raum für ausgedehnte Beweismassnahmen. Zur Frage 
des dringenden Tatverdachts hat das Haftgericht weder ein eigentliches Beweis-
verfahren durchzuführen, noch dem erkennenden Strafgericht vorzugreifen (vgl. 
zum Ganzen: BGE 143 IV 330 E. 2, 137 IV 122 E. 3.2, je mit Hinweisen). Betref-
fend die Aussagen der Beteiligten hat das Haftgericht im Haftprüfungsverfahren 
ebenfalls keine einlässliche Würdigung vorzunehmen. Dies wird vielmehr Sache 
des urteilenden Gerichts sein (BGE 137 IV 122 E. 3.3). Zu Beginn der Strafunter-
suchung sind die Anforderungen an den dringenden Tatverdacht noch geringer. Im 
Laufe des Verfahrens ist in der Regel ein immer strengerer Massstab an die Erheb-
lichkeit und Konkretheit des Tatverdachts zu stellen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
1B_91/2022 vom 18. März 2022 E. 1.1 mit Verweis auf BGE 143 IV 316 E. 3.2).

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4.6 Der dringende Tatverdacht gegen den Beschwerdeführer wegen versuchter schwe-
rer Körperverletzung, Angriffs und versuchten Raubes ist zu bejahen. Dieser ist im 
vorliegend frühen Verfahrensstadium angesichts der Aussagen des Opfers sowie 
des Mitbeschuldigten I.________ gegeben. Der Beschwerdeführer hat eingestan-
den, mit dem Mitbeschuldigten J.________ sowie weiteren Personen, deren Na-
men er nicht nennen wollte, in der G.________(Bar) resp. im Freien Wodka getrun-
ken zu haben. Auch gab er anlässlich der Hafteröffnung vom 23. Januar 2023 an, 
eine Auseinandersetzung mitbekommen zu haben. Er will in diese indes nur 
schlichtend und deeskalierend eingegriffen haben. Dies erscheint bei der derzeiti-
gen Beweislage als wenig glaubhaft. Es mag zutreffen, dass zurzeit davon auszu-
gehen ist, dass es sich bei der Person, welche dem Opfer gesagt haben soll, dass 
es sich beruhigen und nichts mehr tun solle, um ihm alsdann unvermittelt mehrere 
Faustschläge zu verpassen, entgegen den Ausführungen des Zwangsmassnah-
mengerichts wohl um den Mitbeschuldigten I.________ handelt, zumal dieser 
selbst eingestanden hat, Besagtes dem Opfer gesagt und ihm – wenn auch nicht 
mehrere – einen Faustschlag verpasst zu haben. Indes hat das Opfer klarerweise 
mindestens drei Personen beschrieben, welche ihn tätlich angegriffen haben sollen 
(vgl. insoweit auch die Aussagen von D.________ an der delegierten Einvernahme 
vom 30. Januar 2023 Z. 140 ff., wonach sich neben dem Kleinen und I.________ 
auch noch andere Personen gewalttätig gegenüber dem Opfer verhalten hätten). 
Nebst einer kleinen Person mit Locken sowie einer Person mit Bart, welcher oft in 
der G.________(Bar) und als I.________ bekannt sei, beschrieb es ausdrücklich 
eine grosse Person mit einer weissen Jacke. Diese soll gemäss dem Opfer auch 
mitgemacht haben, wobei es nicht mehr genau sagen konnte, wie und wie oft, was 
angesichts des dynamischen Geschehens der tätlichen Auseinandersetzung indes 
durchaus nachvollziehbar erscheint. Jedenfalls gab es ausdrücklich an, dass min-
destens die drei beschriebenen Personen (kleine Person mit Locken; Person mit 
Bart; Person mit weisser Jacke; vgl. S. 2 des Protokolls der polizeilichen Einver-
nahme vom 22. Januar 2023) ihn tätlich angegangen hätten. Dass es sich bei der 
Person mit der weissen Jacke um den Beschwerdeführer handelt, scheint unbe-
stritten (vgl. S. 5 der Beschwerde). Der Beschwerdeführer wurde demnach vom 
Opfer klar als – betreffend die genaue Rolle noch zu konkretisierender – Aggressor 
beschrieben. Dem Beschwerdeführer kann folglich nicht gefolgt werden, wenn er 
ausführt, er sei von niemandem konkret bezeichnet worden. Das Opfer bestätigte 
denn auch an der Fotovorweisung, dass der Beschwerdeführer zu 70 % dabei ge-
wesen sei (vgl. Z. 67 f. des Protokolls der delegierten Einvernahme vom 22. Januar 
2023). Es trifft zu, dass das Opfer wie auch dessen Kollege D.________ zu Proto-
koll gegeben haben, dass derjenige mit der weissen Jacke am Schluss gesagt ha-
be, dass sie aufhören sollten, resp. die Gruppe zurückgehalten habe. Dies schliesst 
indes anders als es der Beschwerdeführer meint nicht aus, dass er vorgängig die-
ser Äusserung tätlich gegenüber dem Opfer gewesen ist, zumal denn auch 
D.________ den Beschwerdeführer als Anführer wahrgenommen haben will. Auch 
der Mitbeschuldigte I.________ bezichtigte den Beschwerdeführer anlässlich sei-
ner Einvernahme vom 22. Januar 2023 als denjenigen, welcher auf das Opfer ein-
getreten haben soll. Der von ihm genannte Haupttäter soll eine weisse Jacke und 
eine Zahnspange getragen haben. Dieses Signalement passt unbestrittenermas-

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sen auf den Beschwerdeführer. I.________ hat den Beschwerdeführer anlässlich 
der Fotovorweisung klar als diejenige Person identifiziert, welche die weisse Jacke 
getragen habe. Es mag zutreffen, dass die Aussagen des Mitbeschuldigten bei ei-
ner vorläufigen Prüfung nicht als durchwegs überzeugend erscheinen. Indes hat er 
immerhin eingestanden, das Opfer geschlagen zu haben und es ist nicht auszuma-
chen, weshalb er den Beschuldigten ungerechtfertigterweise belasten sollte. In die-
sem Punkt kann auf die Aussagen von I.________ demnach zumindest im jetzigen 
Verfahrensstadium abgestellt werden. Der Mitbeschuldigte J.________ will nicht 
bemerkt haben, dass der Beschwerdeführer bei der Auseinandersetzung interve-
niert hat. Insoweit vermag der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten abzulei-
ten. Hinsichtlich seines Aussageverhaltens fällt denn auch auf, dass seine Aussa-
gen insgesamt sehr knapp ausfielen. Der Beschwerdeführer beschränkte sich im 
Wesentlichen darauf anzugeben, dass er sich aufgrund seines Alkoholkonsums an 
fast nichts mehr erinnern könne. Zu seinen Gunsten will er dann aber doch noch 
wissen, dass er bloss schlichtend eingegriffen habe, was angesichts seiner ander-
weitigen Aussagen, wonach er sich an fast nichts mehr erinnere, erstaunt. Auch 
der Umstand, dass der Beschwerdeführer den Namen der Person, welche ausser 
Kontrolle geraten sei und welche er zurückgezogen habe, nicht nennen wollte, mu-
tet seltsam an. Es trifft zu, dass den Beschwerdeführer keine Aussagepflicht trifft. 
Dies bedeutet allerdings nicht, dass das Aussageverhalten als solches bei der Prü-
fung des Vorliegens eines dringenden Tatverdachts nicht berücksichtigt werden 
dürfte. Grundsätzlich ist im Sinne einer «natürlichen» Verhaltensweise davon aus-
zugehen, dass eine beschuldigte Person die sie entlastenden Beweise – wenn es 
denn solche gibt – von sich aus nennt. Dass der Beschwerdeführer aus angebli-
chen «Loyalitätsgründen» schweigt und es vorzieht, in Untersuchungshaft zu ver-
bleiben, um kein «Petzer» zu sein, erscheint schwer nachvollziehbar. Der Schluss 
liegt nahe, dass der Beschwerdeführer in der tätlichen Auseinandersetzung und 
dem versuchten Raub doch eine aktivere Rolle eingenommen hat, als er vorbringt 
und deshalb eine Einvernahme der betreffenden angeblich ausser Kontrolle gera-
tenen Person mit mutmasslichen Aussagen zu seinen Ungunsten zu verhindern 
versucht. Die Aussage des Beschwerdeführers anlässlich der Hafteröffnung vom 
23. Januar 2023, wonach er sich wegen dieses Abends nicht als Beschuldigter 
«fühle» (Z. 228 des Protokolls) ist wenig nachvollziehbar, geht es doch nicht dar-
um, als was sich der Beschwerdeführer fühlt, sondern was er effektiv getan hat. 
Soweit der Beschwerdeführer Dr. med. K.________, welcher bei ihm gemäss Un-
tersuchungsbericht vom 22. Januar 2023 oberflächliche Kratzspuren an der rechten 
Schläfe sowie eine starke Rötung der rechten Handkante festgestellt hat, als vor-
eingenommen bezeichnet, überzeugt dies nicht. Es ist offensichtlich, dass der Arzt 
die im Bericht erwähnten «Umstände» so beschrieben hat, wie sie ihm seitens der 
Strafverfolgungsbehörden zugetragen worden sind. In seiner Beurteilung hat er 
festgehalten, dass es sein könnte, dass die Hautrötung an der rechten Handkante 
vom Zuschlagen mit der ausgestreckten Hand stamme und der Beschwerdeführer 
dem Opfer möglicherweise einen Handkantenschlag verpasst habe (Hervorhebung 
beigefügt). Mithin hat er den Sachverhalt gerade nicht als klar und erwiesen darge-
stellt. Ob die Handverletzung tatsächlich dadurch entstanden ist, dass der Be-
schwerdeführer aufgrund der Verhaftung wütend mehrere Male gegen die Wand in 

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der Zelle geschlagen hat, wie er es vor dem Zwangsmassnahmengericht geltend 
gemacht wird, darf im Beschwerdeverfahren offen bleiben. 

Zusammengefasst liegen im derzeit frühen Verfahrensstadium mit den vorliegen-
den Einvernahmeprotokollen hinreichend konkrete Anhaltspunkte für eine im Rah-
men des weiteren Strafverfahrens näher zu bestimmenden Beteiligung des Be-
schwerdeführers an der versuchten schweren Körperverletzung, dem Angriff sowie 
dem versuchten Raub vor. Es wird an der Staatsanwaltschaft sein, im Falle eines 
Haftverlängerungsantrags zusätzliche, den Tatverdacht erhärtende Anhaltspunkte 
darzutun.

5.

5.1 Neben dem dringenden Tatverdacht setzt die Untersuchungshaft einen besonderen 
Haftgrund im Sinne von Art. 221 Abs. 1 Bst. a-c StPO voraus. Das Zwangsmass-
nahmengericht stützt sich auf den Haftgrund der Kollusionsgefahr. Kollusionsge-
fahr liegt vor, wenn ernsthaft zu befürchten ist, dass der Beschuldigte Personen 
beeinflusst oder auf Beweismittel einwirkt, um so die Wahrheitsfindung zu beein-
trächtigen (Art. 221 Abs. 1 Bst. b StPO). Die strafprozessuale Haft wegen Kollusi-
onsgefahr soll verhindern, dass die beschuldigte Person die Freiheit dazu miss-
brauchen würde, die wahrheitsgetreue Abklärung des Sachverhalts zu gefährden 
oder zu vereiteln. Die theoretische Möglichkeit, dass die beschuldigte Person kollu-
dieren könnte, genügt indessen nicht, um Haft unter diesem Titel zu rechtfertigen. 
Konkrete Anhaltspunkte für Kollusionsgefahr können sich nach der Rechtspre-
chung des Bundesgerichts insbesondere aus dem bisherigen Verhalten der be-
schuldigten Person im Strafprozess ergeben (Aussageverhalten, Kooperationsbe-
reitschaft, Neigung zu Kollusion etc.), ferner aus ihren persönlichen Merkmalen 
(Leumund, allfällige Vorstrafen etc.), aus ihrer Stellung und ihren Tatbeiträgen im 
Rahmen des untersuchten Sachverhalts sowie aus den persönlichen Beziehungen 
zwischen ihr und den sie belastenden Personen (BGE 137 IV 122 E. 4.2; Urteile 
des Bundesgerichts 1B_560/2019 vom 5. Dezember 2019 E. 2.1 und 1B_380/2019 
vom 21. August 2019 E. 3.2). Bei der Frage, ob im konkreten Fall eine massgebli-
che Beeinträchtigung des Strafverfahrens wegen Verdunkelung droht, ist auch die 
Art und Bedeutung der von Beeinflussung bedrohten Aussagen bzw. Beweismittel, 
die Schwere der untersuchten Straftaten und der Stand des Verfahrens zu berück-
sichtigen (BGE 132 I 21 E. 3.2.1 mit Hinweisen). Je weiter das Strafverfahren 
vorangeschritten ist und je präziser der Sachverhalt bereits abgeklärt werden konn-
te, desto höhere Anforderungen sind an den Nachweis der Verdunkelungsgefahr 
zu stellen (BGE 137 IV 122 E. 4.2).

5.2 Das Zwangsmassnahmengericht begründete die Kollusionsgefahr wie folgt: 
Die Staatsanwaltschaft führt betreffend Kollusionsgefahr im Wesentlichen aus, dass insbesondere zu 
Beginn der Ermittlung verhindert werden müsse, dass der Beschuldigte diese beeinträchtige, insbe-
sondere durch den Kontakt mit anderen beteiligten Personen. Die Gefahr der Kollusion sei vorliegend 
sehr groß, insbesondere hinsichtlich J.________, I.________ und L.________. Der Sachverhalt müs-
se noch weiter abgeklärt werden. Es sei geplant, das Opfer erneut von der Polizei befragen zu lassen 
und ihm Fotos zu zeigen. Anschliessend würden alle Verfahrensbeteiligten erneut befragt. 

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Bei einer Freilassung bestünde die konkrete Gefahr, dass sich der Beschuldigte mit anderen Perso-
nen absprechen könnte, um sie zu für ihn möglichst günstigen Aussagen zu veranlassen. Unter 
Berücksichtigung dieser Umstände ist daher der besondere Haftgrund der Kollusionsgefahr vorlie-
gend ohne weiteres zu bejahen.

5.3 Der Beschwerdeführer stellt die Kollusionsgefahr nicht in Abrede. Mit dem 
Zwangsmassnahmengericht ist im vorliegend frühen Verfahrensstadium bei noch 
nicht umfassend abgeklärtem Sachverhalt eine konkrete Kollusionsgefahr zu beja-
hen. Der Beschwerdeführer wird der versuchten schweren Körperverletzung, des 
Angriffs und des versuchten Raubes dringend verdächtigt. An den inkriminierten 
Straftaten soll eine Gruppe von 7-10 Personen beteiligt sein, wobei die konkrete 
Rollenverteilung am Anfang der Strafuntersuchung noch nicht abschliessend eru-
iert werden konnte. Bei den Beschuldigten handelt es sich offenbar teilweise um 
Bekannte/Freunde und damit um Personen mit persönlichen Beziehungen zuein-
ander. Gleichermassen wie der Beschwerdeführer zeigen auch die Mitbeschuldig-
ten J.________ und I.________ bislang ein äusserst zurückhaltendes Aussagever-
halten. Der Beschwerdeführer will sich an das meiste nicht mehr erinnern und ins-
besondere den Namen der Person, welche ausser Kontrolle geraten das Opfer an-
gegriffen haben soll, nicht nennen. Soweit ersichtlich stützt sich der dringende Tat-
verdacht derzeit einzig auf die Aussagen der involvierten Personen. Diesen kommt 
im Strafverfahren demnach besonderes Gewicht zu und es muss sichergestellt 
werden, dass die noch anstehenden parteiöffentlichen Einvernahmen des Opfers, 
der Beschuldigten und allenfalls noch weiterer Auskunftspersonen/Zeugen ohne 
Beeinflussung erfolgt. Es bestehen konkrete Verdunkelungsmöglichkeiten mit den 
Mitbeschuldigten. Zudem ist zu befürchten, dass der Beschwerdeführer das Opfer 
und/oder dessen Kollege hinsichtlich deren Aussagen beeinflussen könnte. Auch 
eine subjektive Bereitschaft des Beschwerdeführers zu Verdunkelungshandlungen 
ist zu bejahen. Der Beschwerdeführer bestreitet eine Beteiligung an den ihm vor-
geworfenen Delikten. Angesichts des zum dringenden Tatverdacht Ausgeführten 
müssen seine Aussagen derzeit als wenig glaubhaft bezeichnet werden und es darf 
angesichts der drohenden Sanktionen, insbesondere der obligatorischen Landes-
verweisung, von einem grossen Interesse des Beschwerdeführers ausgegangen 
werden, mutmassliche beteiligte Personen, das Opfer oder Auskunftsperso-
nen/Zeugen zu seinen Gunsten zu beeinflussen. Der Beschwerdeführer zeigte sich 
anlässlich des vorliegenden Strafverfahrens bislang denn auch wenig kooperativ 
und will insbesondere den Namen des angeblichen Hauptaggressors aus Loya-
litätsgründen nicht nennen. Auch dies deutet auf eine gewisse Kollusionsneigung 
hin. 

6.

6.1 Nach Art. 212 Abs. 2 Bst. c StPO sind freiheitsentziehende Zwangsmassnahmen 
aufzuheben, sobald Ersatzmassnahmen nach Art. 237 StPO zum gleichen Ziel 
führen. Darüber hinaus hat eine in Haft gehaltene Person gemäss Art. 5 Ziff. 3 der 
Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; 
SR 0.101) Anspruch darauf, innerhalb einer angemessenen Frist abgeurteilt oder 
während des Verfahrens aus der Haft entlassen zu werden. Dass eine an sich 
rechtmässige Haft nicht übermässig lange dauern darf, ergibt sich aus dem Verfas-

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sungsrecht der persönlichen Freiheit. Eine übermässige Haft liegt dann vor, wenn 
die Haft die mutmassliche Dauer der zu erwartenden Strafe übersteigt (sog. Über-
haft; BGE 139 IV 270 E. 3.1). 

6.2 Der Beschwerdeführer wurde am 22. Januar 2023 festgenommen. Die Untersu-
chungshaft wurde für sechs Wochen angeordnet. Mit Blick auf die gegenüber dem 
Beschwerdeführer erhobenen Vorwürfe der versuchten schweren Körperverletzung 
(Art. 122 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 des Schweizerischen Strafgesetzbuches [StGB; 
SR 311.0]; Freiheitsstrafe bis zu 10 Jahren [Versuch = fakultative Strafmilderung]), 
des Angriffs (Art. 134 StGB; Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren) und des versuchten 
Raubes (Art. 140 Ziff. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB; Freiheitsstrafe bis zu zehn Jah-
ren) sowie der einschlägigen Vorstrafen (vgl. den Strafregisterauszug vom 30. Ja-
nuar 2023) droht noch keine Überhaft. Die Haftdauer von sechs Wochen erscheint 
zudem angesichts der noch geplanten Ermittlungshandlungen (vgl. S. 3 des 
Haftantrags vom 23. Januar 2023 [weitere Einvernahmen der Verfahrensbeteiligten 
[Opfer, Auskunftspersonen, Beschwerdeführer, Mitbeschuldigte]) als verhältnis-
mässig. 

6.3 Ersatzmassnahmen, mit welchen der Kollusionsgefahr wirksam begegnet werden 
könnte, sind nicht ersichtlich. Auch der Beschwerdeführer selbst hat vor der 
Rechtsmittelinstanz zu Recht keine Ersatzmassnahmen beantragt. Eine Kontakt-
sperre oder ein Kontakt- und Rayonverbot könnten eine tatsächliche persönliche 
Begegnung nicht verhindern. Gerade bei einer erfolgreichen Beeinflussung von 
Zeugen oder Auskunftspersonen kann nicht damit gerechnet werden, dass die be-
einflusste Person die Strafverfolgungsbehörde über die Kontaktaufnahme in 
Kenntnis setzt. 

6.4 Die angeordnete Untersuchungshaft erweist sich demnach auch aus Verhältnis-
mässigkeitsaspekten als rechtens. 

7. Nach dem Gesagten ist es nicht zu beanstanden, dass das Zwangsmassnahmen-
gericht Untersuchungshaft für die Dauer von sechs Wochen, d.h. bis am 4. März 
2023, angeordnet hat. Die hiergegen erhobene Beschwerde ist unbegründet und 
daher abzuweisen. 

8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens, 
bestimmt auf CHF 1'500.00, dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen 
(Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Entschädigung des amtlichen Verteidigers für seine 
Aufwendungen im Beschwerdeverfahren ist durch die Staatsanwaltschaft oder das 
urteilende Gericht im Endentscheid festzusetzen (Art. 135 Abs. 2 StPO). 

13

Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Von der Eingabe des Regionalen Zwangsmassnahmengerichts Berner Jura-Seeland 
vom 13. Februar 2023 wird Kenntnis genommen und gegeben.

2. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 1'500.00, werden dem Be-
schwerdeführer auferlegt. 

4. Die amtliche Entschädigung für das Beschwerdeverfahren wird am Ende des Verfah-
rens durch die Staatsanwaltschaft oder das urteilende Gericht festgesetzt. 

5. Zu eröffnen:
- dem Beschuldigten/Beschwerdeführer, a.v.d. Rechtsanwalt B.________ (per Ein-

schreiben)
- dem Regionalen Zwangsmassnahmengericht Berner Jura-Seeland, Gerichtspräsi-

dentin M.________ (mit den Akten – per Einschreiben)
- Staatsanwalt C.________, Regionale Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland (per 

Einschreiben)

Mitzuteilen:
- der Generalstaatsanwaltschaft (per Kurier)

Bern, 16. Februar 2023 Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen

Der Präsident:

Oberrichter Bähler

Die Gerichtsschreiberin:

Lauber
i.V. Gerichtsschreiberin Lienhard

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden durch die Beschwerdekammer in Strafsachen in Rechnung 
gestellt.

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgerichtsgeset-
zes (BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entspre-
chen.