# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a9e86398-34b5-547c-8133-6964ec3b6d4a
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-11-02
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Zivilkammer 02.11.2010 ZK2 2009 59
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_007_ZK2-2009-59_2010-11-02.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 02. November 2010 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK2 09 59 15. April 2011

Urteil 
II. Zivilkammer

Vorsitz Hubert
RichterIn Bochsler und Michael Dürst
Aktuarin Mosca

In der zivilrechtlichen Berufung

der A., Beklagte und Berufungsklägerin, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. 
Thomas Schütt, Truoch Serlas 3, 7500 St. Moritz, 

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtes Maloja vom 9. Juni 2009, mitgeteilt am 17. August 
2009, in Sachen der Y . ,  Klägerin und Berufungsbeklagte, vertreten durch 
Rechtsanwalt lic. iur. Andrea Wieser, Chesa Wieser, 7524 Zuoz, gegen die Be-
klagte und Berufungsklägerin,

betreffend Forderung,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. A. und B. lebten zusammen als Ehepaar auf Schloss C.. Die Ehe wurde mit 
Urteil des Bezirksgerichtspräsidiums Hinterrhein vom 21. September 2007 ge-
schieden. In der Ehescheidungskonvention vom 15. Juni 2007 vereinbarten die 
Parteien, dass die Ehefrau das Recht erhalte, nach rechtskräftiger Scheidung in 
der Dépendance zu wohnen und dort sowie im kleinen Stall Mobiliar/Inventar ein-
zulagern. Ausserdem verpflichtete sich der Ehemann, die Zügelkosten seiner Ehe-
frau von Schloss C. an ihren neuen Wohnsitz in der Schweiz mit der Firma F., H., 
zu übernehmen (bB 2). In der Folge erhielt die Y., welche in ihrer Eigenschaft als 
Bauunternehmerin mehrfach Bauarbeiten auf Schloss C. ausgeführt hatte, den 
Auftrag, den Hausrat von A. ins D. zu zügeln. Eine erste Fuhre wurde am 29. Ok-
tober 2007 befördert. Die zweite Fuhre folgte am 5. November 2007. Mit Rech-
nungen datiert vom 20. Januar 2008 stellte die Y. A. für diesen Umzug ins D. ei-
nen Betrag von insgesamt Fr. 43'658.55 in Rechnung. A. weigerte sich diese 
Rechnungen zu begleichen, zumal sie den fraglichen Auftrag nicht erteilt habe.

B. Als A. auch nach einer Mahnung sich weigerte, die Fr. 43'658.55 zu bezah-
len, leitete die Y. beim Betreibungsamt Oberengadin. die Betreibung ein. Darauf 
erhob A. am 5. August 2008 gegen den Zahlungsbefehl Betreibungs-Nr. 2085046 
vom 21. Juli 2008 Rechtvorschlag.

C. Die Y. meldete die vorliegende Streitsache am 26. September 2008 beim 
Kreisamt Oberengadin zur Vermittlung an. Da sich die Parteien an der Sühnever-
handlung vom 24. Oktober 2008 nicht einigen konnten, wurde am 14. November 
2008 der Leitschein mit folgenden Rechtsbegehren ausgestellt:

„1. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger zu bezahlen:
Fr. 43'658.55 nebst 5 % Verzugszins seit 21.02.2008
Fr. 100.-- Mahnspesen

2. Der Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr. 2085046 des Betreibungs-
amtes Oberengadin sei zu beseitigen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagten.“

A. liess die kostenfällige Abweisung der Klage beantragen.

D. Mit Prozesseingabe vom 4. Dezember 2008 prosequierte die Y. den Leite-
schein mit unveränderten Rechtsbegehen an das Bezirksgericht Maloja. A. liess in 
der Prozessantwort vom 12. Januar 2009 die kostenfällige Abweisung der Klage 
beantragen. Zudem beantragte sie, B. sei der Streit zu verkünden.

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E. Der Bezirksgerichtspräsident Maloja teilte B. mit Schreiben vom 13. Januar 
2009 mit, A. habe ihm in der vorliegenden Angelegenheit den Streit verkündet. In 
der Folge beteiligte sich B. nicht am Verfahren. Aus diesem Grund ist er nicht als 
Streitberufener im Rubrum des Kantonsgerichtsurteils aufzuführen. Da B. im vor-
instanzlichen Urteil jedoch als Streitberufener aufgeführt wurde und ihm das Urteil 
vom Bezirksgericht zugestellt wurde, wird ihm auch das Rechtsmittelurteil zur 
Kenntnis zugestellt.

F. Anlässlich der Hauptverhandlung vor Bezirksgericht Maloja vom 9. Juni 
2009 reduzierte die Y. ihre Forderung um Fr. 446.85 auf Fr. 43'211.70. 

G. Mit Urteil vom 9. Juni 2009, mitgeteilt am 17. August 2009, erkannte das 
Bezirksgericht Maloja:

„1. Die Klage wird teilweise gutgeheissen und die Beklagte verpflichtet, 
der Klägerin den Betrag von Fr. 26'783.65 zuzüglich Zins zu 5 % seit 
10. Juni 2008 zu bezahlen.

2. Der Klägerin wird in der Betreibung Nr. 2085046 des Betreibungsamtes 
Oberengadin für den Betrag von Fr. 26'783.65 zuzüglich Zins zu 5 % 
seit 10. Juni 2008 definitive Rechtsöffnung erteilt.

3. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus einer Gerichtsgebühr von 
Fr. 8'000.-- einem Streitwertzuschlag von Fr. 2'000.-- und Schreibge-
bühren von Fr. 500.-- sowie die vermittleramtlichen Kosten von Fr. 
3000.-- werden zu 2/5 der Klägerin und zu 3/5 der Beklagten auferlegt.

4. Die Beklagte wird verpflichtet, die Klägerin ausseramtlich mit Fr. 
1'461.20 (1/5 von Fr. 7'306.05) zu entschädigen.

5. (Rechtsmittelbelehrung)

6. (Mitteilung)“

H. Dagegen liess A. am 3. September 2009 Berufung an das Kantonsgericht 
von Graubünden erheben mit folgenden Rechtsbegehren:

„1. Ziff. 1-4 des Urteilsdispositivs vom 9. Juni 2009 seien aufzuheben.

2. Die Klage der Berufungsbeklagten sei vollumfänglich abzuweisen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge für das Verfahren vor dem 
Vermittleramt Oberengadin, dem Bezirksgericht Maloja und dem Kan-
tonsgericht von Graubünden.“

Auf entsprechende Verfügung des Vorsitzenden der II. Zivilkammer des Kantons-
gerichts von Graubünden (Art. 224 Abs. 2 ZPO) liess A. am 9. November 2009 
dem Gericht eine schriftliche Begründung der Anträge zukommen. Die Y. liess 
sich am 11. Januar 2010 dazu vernehmen. Sie liess die kostenfällige Abweisung 
der Berufung beantragen. Die Vorinstanz reichte keine Stellungnahme ein.

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Auf die Erwägungen im angefochtenen Urteil sowie auf die Ausführungen der 
Rechtsvertreter der Parteien in den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in 
den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1.a) Gegen Urteile der Bezirksgerichte über vermögensrechtliche Streitigkeiten 
im Betrag von über Fr. 8'000.-- kann Berufung an das Kantonsgericht ergriffen 
werden (Art. 218 Abs. 1 ZPO in Verbindung mit Art. 19 ZPO). Das angefochtene 
Urteil des Bezirksgerichts Hinterrhein betrifft einen vermögensrechtlichen Streit 
über einen Betrag von mehr als Fr. 8'000.--, so dass der Berufungsstreitwert er-
reicht und die Zuständigkeit des Kantonsgerichts von Graubünden zur Beurteilung 
der vorliegenden Streitsache als Berufungsinstanz gegeben ist.

b) Eine Berufung ist innert der peremptorischen Frist von 20 Tagen seit der 
schriftlichen Mitteilung des Urteils zu erklären und hat die formulierten Anträge auf 
Abänderung des erstinstanzlichen Urteils und der Beiurteile sowie neue Einreden, 
soweit solche noch zulässig sind, zu enthalten (Art. 219 Abs. 1 ZPO). A. reichte 
ihre Berufung gegen das Urteil des Bezirksgerichts Maloja vom 9. Juni 2009, mit-
geteilt am 17. August 2009, am 3. September 2009 und damit fristgerecht ein. 
Überdies entspricht die Berufung den Formerfordernissen, so dass darauf einge-
treten werden kann.

2. A. liess mit der schriftlichen Berufungsbegründung vor der II. Zivilkammer 
des Kantonsgerichts mehrere Beweisanträge stellen. Es handelt sich um Beweise, 
welche bereits vor Vorinstanz angemeldet, aber nicht abgenommen worden sind. 
So liess sie die Einvernahme des Polizisten G. als Zeugen beantragen. Sodann 
beantragte sie die Edition des Mietvertrages betreffend die Wohnung von F. sowie 
die Edition der Akten des Strafuntersuchungsverfahrens Proc.VV.2008.496/MF. 
Schliesslich liess sie beantragen, sie sei zur Beweisaussage anzuhalten, falls das 
Kantonsgericht ansonsten die Berufung abweise. Diese Beweisanträge sind ver-
spätet, weshalb nicht darauf eingetreten werden kann. Die Erhebung von vor ers-
ter Instanz fristgemäss angemeldeten, aber nicht abgenommenen Beweismitteln 
ist unter Verwirkungsfolge in der Berufungserklärung und nicht erst – wie vorlie-
gend – in der schriftlichen Berufungsbegründung zu verlangen (PKG 1991 Nr. 12 
S. 56).

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3. Im vorliegenden Verfahren ist im Wesentlichen streitig, ob A. für die durch 
die Firma Y. in Rechnung gestellten Kosten für den Transport ihres Hausrates von 
E. ins D. aufzukommen hat oder nicht. Falls diese Frage bejaht wird, ist in einem 
zweiten Schritt über die Höhe der Forderung zu entscheiden. Die Vorinstanz hat 
die Klage im Umfang von Fr. 26'783.65 zuzüglich Zins zu 5 % seit 10. Juni 2008 
gutgeheissen. A. hat dagegen Berufung an die II. Zivilkammer des Kantonsge-
richts erhoben. Sie stellt sich auf den Standpunkt, dass B. der Klägerin den Auf-
trag erteilt habe, ihren Hausrat ins D. zu transportieren, weshalb ersterer die ent-
sprechende Rechnung zu begleichen habe.

a) Auf die Transporte von Umzugsgut im Lokal- und Überlandverkehr sind die 
Regeln des Frachtvertrages im Sinne von Art. 440 ff. OR anzuwenden, sofern sie 
keiner Spezialgesetzgebung unterstehen. Unter dem Frachtvertragsrecht des Ob-
ligationenrechts ist, mangels anderer Abrede, immer ein Entgelt geschuldet (vgl. 
BGE 109 II 233). Durch den Frachtvertrag verpflichtet sich der Frachtführer zum 
Transport von Sachen und der Absender zur Zahlung des Frachtlohnes (Art. 440 
Abs. 1 OR). Gemäss Art. 440 Abs. 2 OR kommen für den Frachtvertrag die Vor-
schriften über den Auftrag zur Anwendung, soweit nicht die Bestimmungen dieses 
Titels etwas anderes enthalten.

Die Entstehung des Frachtvertrages nach OR ist nicht an eine besondere Form 
gebunden; es ist somit auch ein mündlicher Vertragsschluss zulässig. Ein Vertrag 
kann sodann stillschweigend zustande kommen, wobei dies in der Praxis eher 
selten der Fall ist. Die wesentlichen Elemente eines Frachtvertrages bilden die 
Angaben über den Empfänger, über den Ort der Ablieferung und über die Sache 
(vgl. Ernst Staehelin, Basler Kommentar, Obligationenrecht I, Art. 1 – 529 OR, 4. 
Aufl., Basel 2007, N 1 ff. zu Art. 440 OR).

b) Damit ein Vertrag im Sinne von Art. 1 OR zustande kommt, müssen sich die 
Parteien über alle wesentlichen Punkte einigen (Art. 2 Abs. 1 OR). Der tatsächli-
che Konsens erfüllt das Erfordernis übereinstimmender Willenserklärungen (Art. 1 
Abs. 1 OR). Soweit eine Partei den wirklichen Willen der anderen nicht erkannt 
hat, kommt das Vertrauensprinzip zum Zug, wonach die Erklärung der anderen 
Partei so auszulegen ist, wie der Empfänger sie nach Treu und Glauben verstehen 
durfte und musste. Durch diese Auslegung wird der objektive Sinn des Er-
klärungsverhaltens ermittelt (Gauch/Schluep/Schmid/Rey, Schweizerisches Obli-
gationenrecht Allgemeiner Teil, Band I, 8. Aufl., Zürich 2003, N 313 ff.).

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c) Vorliegend steht fest, dass kein schriftlicher Frachtvertrag zwischen der 
Klägerin und der Beklagten bezüglich des Transports des Haurats von E. ins D. 
abgeschlossen worden ist. Die Firma Y. behauptet aber, es sei ein mündlicher 
Vertrag mit A. zustande gekommen. Die Beklagte könne nicht die Leistungen der 
Klägerin in Anspruch nehmen und die Bezahlung mit dem Hinweis auf eine Ver-
einbarung mit einem Dritten verweigern. A. hingegen macht geltend, ihr Ex-
Ehemann, B., habe den Zügelauftrag erteilt und müsse auch für die entstandenen 
Kosten aufkommen. Dabei stützt sie sich auf die Scheidungskonvention vom 15. 
Juni 2007, worin sich B. verpflichtet habe, ihre Zügelkosten vom Schloss C. an 
ihren neuen Wohnsitz in der Schweiz mit der Firma F. zu übernehmen. Sowohl F. 
als auch B. hätten von Anfang an gewusst, dass der Hausrat ins D. zu transportie-
ren gewesen sei. Sie habe das Transportgut und den genauen Bestimmungsort 
mitteilen müssen. Die Vorinstanz sei fälschlicherweise davon ausgegangen, mit 
der Angabe des Transportgutes und des Bestimmungsortes  seien die essentialia 
negotii definiert gewesen und habe dabei die Umstände ausser Acht gelassen, die 
auf einen Vertrag zu Gunsten einer Dritten schliessen lassen. 

d) Die Vorinstanz stützt sich im Wesentlichen auf die Ausführungen der Kläge-
rin, wonach die Beklagte ihr am 25. oder 26. Oktober 2007 telefonisch mitgeteilt 
habe, dass sie ins D. zügeln werde. Sodann habe die Beklagte der Klägerin nach 
dem Transport der ersten Fuhre mitgeteilt, dass am 1. November 2007 eine weite-
re Ladung zum Abtransport bereit stehen würde. Die Beklagte habe der Klägerin 
mehrmals mitgeteilt, an welchem Datum welches Material an welche Adresse zu 
transportieren gewesen sei. Diese Mitteilungen hätten die wesentlichen Bestand-
teile des Frachtvertrages enthalten, weshalb die Klägerin von einer entsprechen-
den Auftragserteilung durch die Beklagte habe ausgehen können. Eine solche 
Schlussfolgerung greift indessen zu kurz, gilt es doch zu beachten, dass - falls wie 
von der Beklagten geltend gemacht, ein Vertrag zu Gunsten einer Dritten vorliegt - 
die konkreten Anweisungen ebenfalls von der Begünstigten kommen, da sie ja 
bestimmt, wann und wie gezügelt werden soll, und da sie es ist, die über die zu 
transportierenden Gegenstände verfügt.

e) Gegen eine Auftragserteilung durch die Beklagte spricht der Umstand, dass 
auf den Rapporten der Klägerin unter der Rubrik Baustelle „C. AG“ eingetragen ist 
und nicht etwa „A.“ (vgl. kB 3). Sodann sind in den Rechnungen und Rapporten 
diverse Verrichtungen enthalten, welche die Beklagte offensichtlich nichts ange-
hen und welche von der Vorinstanz auch nicht anerkannt wurden. So beziehen 
sich die Tagesrapporte vom 6. November 2007 („Mit Sanitär und Elektriker alles 
betriebsbereit machen in der Dépendance“), vom 7. November 2007 („Schutt ent-

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sorgen“), vom 9. November 2007 („Holz einräumen für Cheminée“) und vom 21. 
November 2007 („z. Teil Transport in Werkhof“) auf Arbeiten, die keinen Bezug 
zum Umzugsauftrag aufweisen. Es handelt sich dabei offensichtlich um Aufwen-
dungen für die C. AG, welche von der Familie von B. beherrscht wird. Die Klägerin 
hat die Streichung dieser Positionen durch die Vorinstanz in der Berufungsantwort 
vom 11. Januar 2010 (S. 5 lit. g) zwar gerügt, jedoch ohne näher darzulegen, 
weshalb diese Positionen die Beklagte betreffen sollen oder ihrerseits Berufung 
oder Anschlussberufung zu erheben. Im Weiteren wurde in den Rapporten unter 
einzelnen Verrichtungen eigens aufgeführt „Zügelarbeiten für A.“ oder Ähnliches. 
Dies wäre nicht notwendig und doch eher ungewöhnlich, wenn die Beklagte die 
Auftraggeberin gewesen wäre und sämtliche Positionen sie betroffen hätten. 
Ebenso gegen eine Auftragserteilung durch die Beklagte spricht kB 5, in welcher 
die Y. schreibt: „Beiliegend senden wir Ihnen im Auftrag der C. AG die Rechnun-
gen für sämtliche Verlade- und Transportaufwendungen, …“. Es stellt sich in die-
sem Zusammenhang die Frage, weshalb die Rechnungen im Auftrag der C. AG 
gesendet werden, wenn – nach Ansicht der Klägerin - die Beklagte die Auftragge-
berin gewesen sein soll. Das gleiche gilt für den vereinbarten Rabatt. Hierzu hält 
die Y. auf den Rechnungen fest: “./. 8% Spezialrabatt gemäss Abmachung mit 
Herr B.“. Wäre die Beklagte Auftraggeberin, wäre nicht einzusehen, weshalb die 
Preisverhandlungen mit B. hätten geführt werden sollen, zumal kein Vertretungs-
verhältnis behauptet oder nachgewiesen wurde. Auch der Umstand, dass ein 
Spezialrabatt gewährt worden ist, spricht nicht dafür, dass die Beklagte Vertrags-
partnerin der Klägerin war, zumal zwischen ihnen keine besonderen Beziehungen 
bestanden, die einen Spezialrabatt erklärt hätten, demgegenüber aber die Kläge-
rin und B. intensive Geschäftsbeziehungen pflegten. Kommt hinzu, dass die Vor-
geschichte – wie noch zu zeigen sein wird – ebenfalls gegen eine Auftragsertei-
lung durch die Beklagte spricht.

f) Entgegen den Ausführungen der Klägerin kann nicht gesagt werden, die 
Ausführungen der Beklagten in Zusammenhang mit der Ehescheidungskonvention 
seien belanglos. Zwar trifft es zu, dass diese Ausführungen hauptsächlich das 
Verhältnis zwischen der Beklagten und ihrem Ex-Ehemann betreffen und nicht die 
Prozessparteien. Jedoch gilt es zu beachten, dass die gesamten Umstände eine 
Rolle spielen für die Beantwortung der im vorliegenden Verfahren interessieren-
den Frage, ob ein mündlicher Frachtvertrag zwischen den Prozessparteien oder 
zwischen B. und der Berufungsbeklagten (als Vertrag zu Gunsten einer Dritten) 
zustande gekommen ist. In Ziff. 6 der genehmigten Ehescheidungskonvention 
vom 15. Juni 2007 vereinbarten B. und A. folgendes: “Die Ehefrau erhält das 

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Recht nach rechtskräftiger Scheidung in der Dependance zu wohnen, und dort 
sowie im kleinen Stall Mobiliar/Inventar einzulagern. Der Mietzins beträgt monat-
lich Fr. 250.-- zuzüglich Nebenkosten. Der Ehemann verpflichtet sich, die Zügel-
kosten seiner Ehefrau von Schloss C. an ihren neuen Wohnsitz in der Schweiz mit 
der Firma F., H., zu übernehmen.“ Damit wird deutlich, dass B. sich verpflichtet 
hat, die Zügelkosten der Beklagten zu übernehmen, und zwar die Kosten für den 
Umzug „von Schloss C. an ihren neuen Wohnsitz in der Schweiz“. Dem Wort-
laut entsprechend handelt es sich – entgegen der Auffassung der Klägerin - nicht 
um die Kosten für den Umzug vom Schloss in die Dépendance des Schosses C., 
sondern um die Kosten für den Umzug an ihren neuen Wohnort, mithin ins D., an-
sonsten der Zusatz „an ihren neuen Wohnsitz in der Schweiz“ keinen Sinn ma-
chen würde. Auch aus Sinn und Zweck der fraglichen Vereinbarung ergibt sich 
nichts anderes. Denn der Aufenthalt beziehungsweise die Lagerung von Mobiliar 
in der Dépendance war augenscheinlich nur als temporäre Zwischenlösung ge-
dacht. Es ist kaum anzunehmen, dass ein Paar nach der Scheidung auf die Dauer 
praktisch keine räumliche Trennung vollzieht. Nachdem mit Hilfe der Vermittlung 
der Klägerin ein Lagerraum in L. gefunden werden konnte, wurde am 29. Oktober 
2007 eine erste Fuhre transportiert. Es ist naheliegend, dass B. der Klägerin - mit 
welcher er regelmässig zusammenarbeitet - den Auftrag erteilt hat, das Zügelgut 
ins D. zu transportieren. Wie bereits ausgeführt, sprechen die Eintragungen in den 
Rapporten der Klägerin, wo unter der Rubrik Baustelle die „C. AG“ figuriert, klar 
dafür. Ebenfalls für eine Auftragserteilung durch B. beziehungsweise die C. AG 
spricht der Umstand, dass die Rechnungen für die Verlade- und Transportaufwen-
dungen an A. im „Auftrag der C. AG“ gesendet wurden und schliesslich gewährte 
die Klägerin auch einen Spezialrabatt „gemäss Abmachung mit Herr B.“. All dies 
spricht dafür, dass der Frachtvertrag zwischen der Klägerin und B. zustande ge-
kommen ist. Es ist ein Vertrag zugunsten von A., welche selbstverständlich die 
nötigen Anweisungen rein organisatorischer Natur zu erteilen hatte. Der Beklagten 
oblag die Mitwirkungspflicht, die genaue Bestimmungsadresse sowie das Trans-
portgut anzugeben.

g) Nicht gegen eine Auftragserteilung durch B. ist die Tatsache zu werten, 
dass der Zügelwagen am 1. November 2007 A. nicht zur Verfügung stand, weil B. 
die Zügelmänner und den Lastwagen für sich selber beanspruchte. Die Vorinstanz 
zog daraus den Schluss, B. hätte den Lastwagen am besagten Tag nicht für sich 
gebucht, wenn er selber bereits einen anderen Auftrag erteilt hätte. Dieser Argu-
mentation kann nicht gefolgt werden, zumal es durchaus möglich ist, dass ein 
zweiter Auftrag aus irgendwelchen Gründen vom Auftraggeber als dringlicher ein-

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gestuft wird. Kommt hinzu, dass – wäre A. tatsächlich die Auftraggeberin gewesen 
– es nicht zu erwarten gewesen wäre, dass die Klägerin plötzlich dem Auftrag von 
B. den Vorzug gegeben und der Beklagten nicht zur Verfügung gestanden hätte. 
Sodann kann die Klägerin auch aus dem Umstand, dass die Beklagte in ihrer 
Strafanzeige gegen ihren Ex-Ehemann und seinen Eltern vom 5. Februar 2008 
folgendes ausgeführt hat, nichts zu ihren Gunsten ableiten: “Auf den 2. November 
2007 hatte sie (gemeint: die Beklagte) den Zügellastwagen bestellt“. Diese Formu-
lierung schliesst einen Frachtvertrag zwischen B. und der Klägerin zugunsten der 
Beklagten nicht aus. Die Klägerin musste, wie bereits ausgeführt, mitteilen, wann 
sie eine weitere Fuhre zum Transport bereit hatte. Schliesslich vermag auch die 
Zeugenaussage von M. an diesem Ergebnis nichts zu ändern. Zwar sagte M. am 
21. April 2009 als Zeuge aus, die Beklagte habe dem Kläger den Zügelauftrag er-
teilt. Es gilt jedoch zu berücksichtigen, dass M. der Vater von B. und Verwaltungs-
ratspräsident der C. AG ist und dementsprechend am Verfahrensausgang interes-
siert ist. Seine Aussage ist deshalb mit Zurückhaltung zu würdigen. Kommt hinzu, 
dass seine Aussage auch inhaltlich unglaubwürdig erscheint. Auf Ergänzungsfra-
ge von Rechtanwalt Schütt, woher er denn wisse, dass die Beklagte den besagten 
Auftrag erteilt habe, antwortete M., er habe dies bei einem kurzen Besuch (10 Mi-
nuten) auf C. feststellen können. Auf die weitere Frage, wie er dies habe feststel-
len können, konnte er keine Antwort geben.

 h) Nach dem Gesagten steht fest, dass das Zustandekommen eines Fracht-
vertrags zwischen der Klägerin und der Beklagten nicht rechtsgenüglich nachge-
wiesen wurde. Somit erübrigt es sich, Ausführungen über die Höhe der Forderung 
zu machen. Die Berufung ist somit gutzuheissen, das vorinstanzliche Urteil aufzu-
heben und die Klage abzuweisen.

4. Muss die von der Y. vor Bezirksgericht Maloja erhobene Klage abgewiesen 
werden, hat die Berufungsinstanz vorliegend auch über die von der Vorinstanz in 
Ziffer 3 des Urteilsdispositivs verfügte Kostenverteilung neu zu befinden.

a) Nach Art. 122 Abs. 1 ZPO wird der in einem zivilrechtlichen Verfahren un-
terliegende Teil in der Regel zur Übernahme sämtlicher Kosten des Verfahrens 
verpflichtet. Hat keine Partei vollständig obsiegt, können die Kosten verhältnis-
mässig verteilt werden. Von diesen Regeln kann insbesondere dann abgewichen 
werden, wenn die unterliegende Partei sich in guten Treuen zur Prozessführung 
veranlasst sah oder der genaue Umfang des Anspruchs für den Kläger aus objek-
tiven Gründen nicht überblickbar war. Die unterliegende Partei wird nach Art. 122 
Abs. 2 ZPO zudem in der Regel verpflichtet, der obsiegenden Partei alle ihr durch 

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den Rechtsstreit verursachten, notwendigen Kosten zu ersetzen. Fällt das Urteil 
nicht ausschliesslich zu Gunsten einer Partei aus, können die aussergerichtlichen 
Kosten nach den gleichen Grundsätzen wie die gerichtlichen verteilt werden.

b) Da die Y. mit ihrer Klage unterliegt, sind die vermittleramtlichen Kosten von 
Fr. 300.-- sowie die Kosten des Bezirksgerichts Maloja von Fr. 10'500.-- von ihr zu 
tragen. Überdies hat die Genannte A. für das vorinstanzliche Verfahren angemes-
sen ausseramtlich zu entschädigen. Der Rechtsvertreter der Y., Rechtsanwalt 
Schütt, reichte im vorinstanzlichen Verfahren eine Honorarnote in der Höhe von 
insgesamt Fr. 15'321.05 ein. Diese setzt sich zusammen aus einem Zeithonorar 
von Fr. 11'700.-- (48h 45’ à Fr. 240.--), einem Interessenwertzuschlag von Fr. 
2’187.90, Auslagen von Fr. 351.-- (3%) sowie der Mehrwertsteuer von Fr. 1'082.15 
(7.6%). Dies erscheint aufgrund der sich stellenden Sach- und Rechtsfragen und 
der Bedeutung der Sache als übersetzt. Der Rechtsvertreter der Klägerin, Rechts-
anwalt Wieser, stellte zum Vergleich dazu ein Honorar nach Zeitaufwand von Fr. 
6'615.--, Barauslagen von Fr. 175.-- und Mehrwertsteuern von Fr. 516.05, insge-
samt somit Fr. 7'306.05 in Rechnung. Es gilt zu beachten, dass der geltend ge-
machte Aufwand, welcher in Zusammenhang mit der Prüfung der Rechtslage be-
treffend Versicherungsabdeckung (assista tcs) entstanden ist, nicht im Rahmen 
der ausseramtlichen Entschädigung weiter verrechnet werden darf. Die Klägerin 
ist von der Problematik der Versicherungsabdeckung nicht betroffen, weshalb ihr 
dieser Aufwand auch nicht in Rechnung gestellt werden darf. Sodann ist das Tele-
fongespräch des Rechtsvertreters der Beklagten mit dem Untersuchungsrichter 
betreffend Beweismittel für das Zivilverfahren aus dem Strafverfahren überflüssig, 
zumal diese Beweismittel zur Edition hätten verlangt werden können. Für das Ver-
fassen der Prozessantwort hat Rechtsanwalt Schütt rund 18 Stunden verbucht. 
Dazu gilt es zu bemerken, dass der Aufwand für die Verrechnungseinrede obsolet 
war, da die Beklagte die Schadenshöhe nicht bezifferte und die Einrede damit 
aussichtslos war. In Anbetracht der nicht allzu anspruchsvollen Sachlage erscheint 
ein Zeitaufwand von 12 Stunden für das Verfassen der Prozessantwort als ange-
messen. Überdies erscheint auch der gemäss Honorarnote geleistete Aufwand in 
Zusammenhang mit der Vorbereitung der Hauptverhandlung übertrieben, da sich 
nicht sehr komplexe Rechtsfragen stellten. Der hierfür geltend gemachte Zeitauf-
wand von 6 Stunden ist daher auf 4 Stunden zu reduzieren. Insgesamt erscheint 
eine Kürzung des Zeitaufwands um 10 Stunden als angemessen. Der mit der Kos-
tennote geltend gemachte Zeitaufwand von Fr. 11'700.-- ist daher auf Fr. 9'300.-- 
zu reduzieren. Addiert man den Interessenwertzuschlag von Fr. 2'187.90 und Aus-
lagen (Porti, Telefon, Kopien) von Fr. 279.-- (3%), so ergibt dies ein Subtotal von 

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Fr. 11'766.90. Werden Mehrwertsteuern im Umfang von Fr. 894.30 (7.6%) hinzu-
gezählt, ergibt dies ein Total von Fr. 12'661.20. Demnach hat die Y. A. für das vor-
instanzliche Verfahren eine ausseramtliche Entschädigung von Fr. 12'661.20 (in-
klusive Interessenwertzuschlag und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

5. Die in Erwägung 4 hinsichtlich der Kostenverteilung dargelegten Grundsät-
ze gelten nicht nur für das erstinstanzliche Verfahren, sondern gestützt auf Art. 
223 ZPO in Verbindung mit Art. 122 ZPO auch für das Berufungsverfahren.

Infolge Gutheissung der Berufung von A. werden die Kosten des Berufungsverfah-
rens von Fr. 7'000.-- zuzüglich Schreibgebühren der Berufungsbeklagten Y. aufer-
legt. Diese hat die Berufungsklägerin für das Berufungsverfahren zudem ausser-
amtlich zu entschädigen. Rechtsanwalt Schütt macht für das zweitinstanzliche 
Verfahren einen Aufwand von 12 Stunden und 35 Minuten geltend, was angemes-
sen erscheint. Damit ergibt sich ein Honorar von Fr. 3'020.-- (12.35 x Fr. 240.--). In 
Berücksichtigung von Spesen (3 % von Fr. 3'020.-- = Fr. 90.63) und Mehrwert-
steuer (7.6 % von Fr. 3'110.63 = Fr. 236.40) wird die ausseramtliche Entschädi-
gung, welche die Y. an A. zu leisten hat, auf gerundet Fr. 3'347.-- festgesetzt.

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III. Demnach wird erkannt

1. Die Berufung wird gutgeheissen und das vorinstanzliche Urteil aufgehoben.

2. Die Klage wird abgewiesen.

3. Die vermittleramtlichen Kosten von Fr. 300.-- sowie die Kosten des Be-
zirksgerichts Maloja von Fr. 10'500.-- gehen zu Lasten der Klägerin und Be-
rufungsbeklagten, die ausserdem die Beklagte und Berufungsklägerin für  
das vorinstanzliche Verfahren mit Fr. 12'661.20 aussergerichtlich zu ent-
schädigen hat.

4. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 7000.-- zuzüglich Schreibge-
bühren von Fr. 224.-- , total somit Fr. 7'224.-- , gehen zu Lasten der Kläge-
rin und Berufungsbeklagten, die ausserdem die Beklagte und Berufungs-
klägerin für das Berufungsverfahren mit Fr. 3'347.-- (inkl. 3 % Barauslagen 
und 7,6% MwSt.) aussergerichtlich zu entschädigen hat.

5. Gegen diese, einen Streitwert von weniger als 30'000 Franken betreffende 
Entscheidung kann gemäss Art. 72, Art. 74 Abs. 2 lit. a des Bundesge-
richtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Zivilsachen an das Schweizerische 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt werden, wenn sich eine Rechts-
frage von grundsätzlicher Bedeutung stellt. Andernfalls ist die subsidiäre 
Verfassungsbeschwerde gemäss Art. 113 ff. BGG gegeben. In beiden Fäl-
len ist das Rechtsmittel dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen seit 
Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss 
Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, 
die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das Verfah-
ren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff., 90 ff. und 113 ff. BGG.

6. Mitteilung an: