# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4b903a13-57cd-5570-bffc-e41949d6c72b
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-01-27
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 27.01.2014 100 2013 144
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2013-144_2014-01-27.pdf

## Full Text

100.2013.144U
MUT/SIL/RAP

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 27. Januar 2014

Verwaltungsrichter Müller
Gerichtsschreiber Sieber

A.________
vertreten durch Fürsprecher ...
Beschwerdeführer 

gegen

Kanton Bern
handelnd durch die Gesundheits- und Fürsorgedirektion, Rathausgasse 1, 3011 Bern
Beschwerdegegner 

betreffend Opferhilfe; Übernahme der Anwaltskosten des Strafverfahrens (Verfügung 
der Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern vom 26. März 2013; 2013-
11708)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.01.2014, Nr. 100.2013.144U, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Am 14. Februar 2009 wurde A.________, geboren am … 1972, Opfer eines tätlichen 
Übergriffs durch B.___. Mit Urteil vom 4. Februar 2010 sprach das Kreisgericht II ... 
Letzteren wegen versuchter schwerer Körperverletzung schuldig und verurteilte ihn zu 
einer Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren sowie zur Bezahlung einer Genugtuung 
über Fr. 3'500.-- und von Interventionskosten von Fr. 6'300.45 an A.________ als 
Privatkläger. 

Am 22. Februar 2013 stellte A.________ bei der Gesundheits- und Fürsorgedirektion 
des Kantons Bern (GEF) eine als «Gesuch um Entschädigung und Genugtuung 
gemäss OHG» bezeichnete Eingabe um Übernahme der Anwaltskosten sowie 
Genugtuung gemäss Strafurteil vom 4. Februar 2010. Die GEF nahm die Eingabe als 
Gesuch um Genugtuung und längerfristige Hilfe (Übernahme der Anwaltskosten) 
entgegen. Mit Verfügung vom 26. März 2013 wies sie das Gesuch um Übernahme der 
Anwaltskosten ab. Gleichzeitig schrieb sie «das Gesuch um Entschädigung» – also 
das Gesuch um Übernahme von Anwaltskosten unter dem Titel Entschädigung – als 
erledigt vom Geschäftsverzeichnis ab. Soweit die Genugtuung betreffend hat die GEF 
noch nicht über das Gesuch entschieden. 

B.

Gegen die Verfügung vom 26. März 2013 hat A.________ am 29. April 2013 
Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben. Er beantragt, die angefochtene Verfügung 
sei aufzuheben und es sei dem Gesuch um Übernahme der Anwaltskosten im 
Strafverfahren zu entsprechen. Gleichzeitig hat A.________ ein Gesuch um Erteilung 
des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung seines Rechtsvertreters 
als amtlicher Anwalt gestellt. 

Mit Beschwerdeantwort vom 27. Mai 2013 schliesst die GEF auf Abweisung der 
Beschwerde. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.01.2014, Nr. 100.2013.144U, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte kantonale 
Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 
über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) zuständig (vgl. auch Art. 15 
des Einführungsgesetzes vom 2. September 2009 zum Bundesgesetz über die Hilfe an 
Opfer von Straftaten [EG OHG; BSG 326.1]). Der Beschwerdeführer hat am 
vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung be-
sonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder 
Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). Auf die form- und fristgerecht eingereichte 
Beschwerde ist einzutreten. – Angefochten ist eine Teilverfügung (vgl. hierzu 
BVR 2010 S. 418 E. 1.2.2, 1.2.3 und 1.2.6). Diese ist im gleichen Verfahren wie eine 
Endverfügung anfechtbar (vgl. BVR 2002 S. 481 E. 2b; Merkli/Aeschlimann/Herzog, 
Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 49 N. 13).

1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung auf 
Rechtsverletzungen (Art. 80 VRPG). Ob es im Bereich der längerfristigen Hilfe gemäss 
Art. 13 ff. OHG auch eine Angemessenheitskontrolle durchführt (vgl. Art. 80 VRPG 
i.V.m. Art. 29 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 23. März 2007 über die Hilfe an Opfer 
von Straftaten [Opferhilfegesetz, OHG; SR 312.5]), ist unklar, kann aber, wie sich 
ergeben wird, hier offenbleiben. 

1.3 Beschwerden, deren Streitwert Fr. 20'000.-- nicht erreicht, behandeln die 
Mitglieder des Verwaltungsgerichts als Einzelrichterinnen oder Einzelrichter (Art. 57 
Abs. 1 des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden 
und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]). Strittig ist die Übernahme von 
Anwaltskosten in der Höhe von Fr. 6'300.45. Der Entscheid fällt damit in die 
einzelrichterliche Zuständigkeit. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.01.2014, Nr. 100.2013.144U, Seite 4

2.

Die Vorinstanz hat das unter dem Titel «Entschädigung» gestellte Gesuch um 
Übernahme der Anwaltskosten als Gesuch um längerfristige Hilfe entgegengenommen 
(angefochtene Verfügung, S. 3). Dies ist nicht zu beanstanden (vgl. BGE 131 II 121 
E. 2.4 [Pra 2005/94 Nr. 145]; Peter Gomm, in Gomm/Zehntner [Hrsg.], Kommentar 
zum Opferhilfegesetz, 3. Aufl. 2009, Art. 19 N. 23; vgl. auch BGE 133 II 361 E. 5.2 und 
5.3 [Pra 2008/97 N. 25]), denn die unrichtige Bezeichnung des geltend gemachten 
Anspruchs schadet nicht (vgl. Peter Gomm, a.a.O., Art. 19 N. 23; Eva Weishaupt, 
Finanzielle Ansprüche nach Opferhilfegesetz, in SJZ 2002 S.322 ff. und 349 ff., 323 
und 349 Anm. 1). Hat die GEF das Gesuch des Beschwerdeführers als ein solches um 
längerfristige Hilfe entgegengenommen, war es aber nicht zulässig, dieses gleichzeitig 
als Gesuch um Entschädigung abzuschreiben (vgl. die angefochtene Verfügung, 
Dispositiv-Ziffer 1). Der Beschwerdeführer hat nur ein Gesuch gestellt, das nicht gleich-
zeitig auf zwei verschiedene Arten erledigt werden kann. In der Sache hat die 
Vorinstanz das Gesuch des Beschwerdeführers indessen materiell behandelt, sodass 
diesem aus der gleichzeitigen Abschreibung kein Nachteil entstanden ist. 

3.

3.1 Umstritten ist die Übernahme der dem Beschwerdeführer im Strafverfahren 
gegen B.___ entstandenen Anwaltskosten durch den Kanton. – Jede Person, die durch 
eine Straftat in ihrer körperlichen, psychischen oder sexuellen Integrität unmittelbar 
beeinträchtigt worden ist (Opfer), hat Anspruch auf Unterstützung nach dem OHG 
(Art. 1 Abs. 1 OHG). Die Opferhilfe umfasst unter anderem die längerfristige Hilfe (vgl. 
Art. 2 Bst. d und Art. 13 Abs. 2 OHG). Diese beinhaltet die angemessene medizinische, 
psychologische, soziale, materielle und juristische Hilfe in der Schweiz, die als Folge 
der Straftat notwendig geworden ist (vgl. Art. 14 Abs. 1 Satz 1 OHG). Leistungen der 
Opferhilfe werden nur endgültig gewährt, wenn der Täter oder die Täterin oder eine 
andere verpflichtete Person oder Institution keine oder keine genügende Leistung 
erbringt (sog. Subsidiarität der Opferhilfe; Art. 4 Abs. 1 OHG). Wer Kostenbeiträge für 
die längerfristige Hilfe Dritter, eine Entschädigung oder eine Genugtuung beansprucht, 
muss glaubhaft machen, dass die Voraussetzungen nach Absatz 1 erfüllt sind, es sei 
denn, es sei ihm oder ihr angesichts der besonderen Umstände nicht zumutbar, sich 
um Leistungen Dritter zu bemühen (Art. 4 Abs. 2 OHG). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.01.2014, Nr. 100.2013.144U, Seite 5

3.2 Nach Ansicht der Vorinstanz besteht aufgrund der Subsidiarität der Opferhilfe 
kein Anspruch auf Übernahme der Anwaltskosten des Beschwerdeführers. Dieser 
habe es unterlassen, im Strafverfahren unentgeltliche Rechtspflege erhältlich zu 
machen, obgleich ihm dies nach dem damals geltenden Prozessgesetz möglich 
gewesen wäre (vgl. angefochtene Verfügung, S. 3 f.). Der Beschwerdeführer stellt sich 
demgegenüber auf den Standpunkt, der Subsidiaritätsgrundsatz greife vorliegend 
nicht, da er im Strafverfahren «effektiv und faktisch» das Recht zur unentgeltlichen 
Rechtspflege nicht erhalten habe. Ohnehin könne nur die zuständige Strafbehörde 
bzw. das zuständige Strafgericht über die unentgeltliche Rechtspflege im 
Strafverfahren entscheiden, nicht aber eine (nicht-richterliche) Verwaltungsbehörde 
(vgl. Beschwerde, S. 4 f.). – In sachverhaltlicher Hinsicht ist nicht bestritten, dass der 
Beschwerdeführer es unterlassen hat, im Strafverfahren um unentgeltliche 
Rechtspflege zu ersuchen. Daher haben die Strafbehörden über diese nicht 
entschieden (vgl. Beschwerde, S. 3). 

3.3 Der Beschwerdeführer ist unstreitig Opfer im Sinn von Art. 1 Abs. 1 OHG und 
hat daher grundsätzlich Anspruch auf Hilfe nach diesem Gesetz. Nach dem in Art. 4 
OHG festgeschriebenen Subsidiaritätsgrundsatz tritt die Opferhilfe indessen gegenüber 
Leistungen der Täterin oder des Täters oder von anderen Personen oder Institutionen 
zurück. Subsidiär ist sie insbesondere auch gegenüber der unentgeltlichen 
Rechtspflege (vgl. BGE 131 II 121 E. 2.3 [Pra 2005/94 Nr. 145]; 123 II 548 E. 2a; 
BVR 2011 S. 27 E. 6.3.1, 2008 S. 58 E. 2.1). Es besteht grundsätzlich kein Bedarf 
mehr für die Übernahme der Anwaltskosten durch die Opferhilfe, wenn dem Opfer 
nach dem kantonalen Verfahrensrecht ein Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege 
und Verbeiständung zusteht. Das Opfer ist verpflichtet, vorrangig ein Gesuch um 
unentgeltliche Rechtspflege zu stellen. Kommt es dieser Verpflichtung nicht nach, kann 
es sein Versäumnis nicht unter Rückgriff auf das Opferhilferecht kompensieren (vgl. 
BGer 1C_26/2008 vom 18.6.2008, in ZBl 2009 S. 280 E. 4 [hier hatte die zuständige 
Behörde dem Opfer vorgängig sogar subsidiäre Gutsprache für die Anwaltskosten 
erteilt]; SVGer ZH 27.11.2012 [OH.2012.00009], E. 4.2; vgl. auch Dominik Zehntner, in 
Gomm/Zehntner [Hrsg.], a.a.O., Art. 14 N. 27). – Entgegen der Ansicht des 
Beschwerdeführers kommt es damit nicht darauf an, ob «effektiv und faktisch kein 
anderer Leistungsträger die Kosten ersetzt». Vielmehr ist darauf abzustellen, ob 
(tatsächlich) ein Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege bestanden hat. Stellt sich 
heraus, dass dem so ist, der Beschwerdeführer es aber versäumt hat, den Anspruch 
geltend zu machen, ist die Abweisung des Gesuchs um Übernahme der Anwaltskosten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.01.2014, Nr. 100.2013.144U, Seite 6

nicht zu beanstanden. Dies überzeugt auch im Ergebnis, denn sonst wäre es möglich, 
durch Unterlassen der Geltendmachung von Ansprüchen gegenüber zahlungsfähigen 
Dritten die Subsidiarität der Opferhilfe zu umgehen (vgl. auch die angefochtene 
Verfügung, S. 3 f.). Ebenso wird der Subsidiaritätsgrundsatz im Übrigen im 
Anwendungsbereich des Gesetzes vom 11. Juni 2001 über die öffentliche Sozialhilfe 
(Sozialhilfegesetz, SHG; BSG 860.1) verstanden (vgl. BVR 2013 S. 463 E. 3.2, 2005 
S. 400 E. 5.1.1; vgl. auch BGE 131 I 166 E. 4.1, 130 I 71 E. 4.3). 

3.4 Die Opferhilfebehörden haben nach dem Gesagten in Fällen wie dem 
vorliegenden zu prüfen, ob das Opfer im Strafverfahren einen Anspruch auf 
unentgeltliche Rechtspflege gehabt und auf diesem Weg hätte Ersatz für die 
(gegebenenfalls zwar zugesprochenen, aber uneinbringlichen) Anwaltskosten erlangen 
können. Der Einwand des Beschwerdeführers, hierüber hätten die Straf- und nicht die 
Verwaltungsbehörden zu entscheiden, überzeugt demgegenüber nicht: Den 
Verwaltungs- und Verwaltungsjustizbehörden ist es unbenommen, soweit notwendig 
(Vor-)Fragen aus anderen Rechtsgebieten zu beantworten. Dies jedenfalls solange, als 
die an sich zuständige Behörde – wie hier – über die Frage nicht befunden hat (vgl. 
Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 5 N. 5; Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines 
Verwaltungsrecht, 6. Aufl. 2010, N. 58 ff.; für das Bauverfahren vgl. BVR 1990 S. 374 
E. 2b und c; VGE 2013/133 vom 3.10.2013, E. 4.1). 

3.5 Die Vorinstanz hat damit zu Recht geprüft, ob der Beschwerdeführer im 
Strafverfahren gegen B.___ Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege hatte. Sie hat 
dies bejaht, was nicht bestritten wird und auch nicht zu beanstanden ist: Gemäss 
Art. 53 Abs. 1 des damals anwendbaren Gesetzes vom 15. März 1995 über das 
Strafverfahren (StrV; BAG 95-65; in Kraft bis 31.12.2010) konnte einer Privatklägerin 
oder einem Privatkläger – als solcher was der Beschwerdeführer am Strafverfahren 
beteiligt (vgl. Akten GEF, pag. 39) – auf Gesuch hin das Recht zur unentgeltlichen Pro-
zessführung erteilt und ihr oder ihm eine im Kanton Bern zur Ausübung des 
Anwaltsberufs zugelassene Person beigeordnet werden, sofern die besonderen 
Umstände dies rechtfertigten und die Begehren nicht von vornherein aussichtslos 
waren. Ausserdem war erforderlich, dass die Privatklägerin oder der Privatkläger den 
Prozess nicht ohne Beschränkung des notwendigen Lebensunterhalts für sich und ihre 
oder seine Familie zu bestreiten vermochte (vgl. Art. 53 Abs. 2 StrV i.V.m. Art. 77 
Abs. 1 des Gesetzes über die Zivilprozessordnung vom 7. Juli 1918 ([ZPO; GS III 
S. 103; in Kraft bis 31.12.2010]). Der Beschwerdeführer war lange arbeitslos bzw. nicht 

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in der Lage, eine Arbeit zu finden, welche die Lebenshaltungskosten für seine Familie 
gedeckt hätte. Aufgrund der zu seinem Nachteil verübten Straftat war er zudem für 
längere Zeit arbeitsunfähig (vgl. Akten GEF, pag. 45). Spätestens seit April 2010 – 
zwei Monate nach Ausfällung des Strafurteils – musste er zudem mit wirtschaftlicher 
Hilfe unterstützt werden (vgl. Akten GEF, pag. 49). Die Voraussetzung der 
Prozessarmut war daher gegeben. Das Verfahren, das mit der Verurteilung von B.___ 
endete, kann weiter nicht als von vornherein aussichtlos beurteilt werden. Sodann 
stand eine schwere Straftat zur Beurteilung. Auch ist der Beschwerdeführer erst relativ 
spät in die Schweiz gekommen (vgl. Akten GEF, pag. 45), weshalb ein Strafverfahren 
für ihn mit besonderen Schwierigkeiten verbunden gewesen sein dürfte. Damit liegen 
auch besondere Umstände nach Art. 53 Abs. 1 StrV vor, welche die Gewährung der 
unentgeltlichen Prozessführung gerechtfertigt hätten (vgl. Thomas Maurer, Das 
bernische Straverfahren, 2. Aufl. 2003, S. 141). 

3.6 Der Beschwerdeführer hatte damit Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege 
und es wäre ihm möglich gewesen, sich seine Anwaltskosten im Strafverfahren gegen 
B.___ ersetzen zu lassen. Keine Rolle spielt dabei, dass B.___ zur Zahlung dieser 
Kosten verurteilt worden ist (vgl. Akten GEF, pag. 39). Da dieser unbestritten nicht zah-
lungsfähig ist, hätte der Beschwerdeführer seine Kosten jedenfalls dem Kanton 
gegenüber geltend machen können (vgl. Art. 53 Abs. 2 StrV i.V.m. Art. 82 Abs. 3 ZPO). 
Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz das Gesuch um Übernahme 
der Anwaltskosten durch die Opferhilfebehörden abgewiesen hat. – An diesem 
Ergebnis vermag auch der Einwand des Beschwerdeführers nichts zu ändern, die 
Opferhilfebehörden hätten ihm geraten, sich an einen Anwalt zu wenden (Beschwerde, 
S. 3). Wie die GEF zu Recht ausführt (Beschwerdeantwort, S. 2), hat dieser Rat den 
Beschwerdeführer bzw. dessen Anwalt nicht davon entbunden, sich im Strafverfahren 
um unentgeltliche Rechtspflege zu bemühen. Nicht nachvollziehbar ist schliesslich die 
Rüge des Beschwerdeführers, die Vorinstanz habe den Sachverhalt falsch festgestellt 
(Beschwerde, S. 5). Soweit ersichtlich geht er von denselben tatsächlichen Umständen 
wie die Vorinstanz aus. Auf S. 4 der Beschwerde führt er selbst denn auch aus, es sei 
einzig die «Rechtsfrage» der Subsidiarität der Opferhilfe strittig. Vom Ausgang des 
vorliegenden Verfahrens unberührt bleibt der Anspruch des Beschwerdeführers auf 
Ersatz der Anwaltskosten gegenüber B.___.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.01.2014, Nr. 100.2013.144U, Seite 8

4.

4.1 Die Beschwerde erweist sich nach dem Gesagten als unbegründet und ist 
abzuweisen. Verfahrenskosten sind keine zu erheben (vgl. Art. 30 Abs. 1 OHG). Der 
Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf Ersatz seiner Parteikosten (Art. 108 Abs. 1 
und 3 VRPG). Er hat indessen ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und 
Beiordnung seines Rechtsvertreters als amtlicher Anwalt gestellt. 

4.2 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von den 
Verfahrenskosten, wenn sie nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr 
Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 111 Abs. 1 VRPG; vgl. auch Art. 117 
der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 
[Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272]). Unter den gleichen Voraussetzungen kann einer 
Partei überdies eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet werden, wenn die 
tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtfertigen (Art. 111 Abs. 2 VRPG). – 
Diese Voraussetzungen sind vorliegend erfüllt: Der Beschwerdeführer wird von der 
Einwohnergemeinde C.___ mit wirtschaftlicher Hilfe unterstützt und ist prozessarm. 
Aufgrund der im vorliegenden Verfahren zu klärenden Rechtsfragen kann sein Gesuch 
sodann nicht von vornherein als geradezu aussichtslos bezeichnet werden. Zuletzt 
stammt der Beschwerdeführer nicht aus der Schweiz und ist auf anwaltliche Vertretung 
angewiesen (vgl. dazu E. 3.5 hiervor). Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist 
daher gutzuheissen und dem Beschwerdeführer ist Fürsprecher ... als amtlicher Anwalt 
beizuordnen. 

4.3 Der tarifmässige Parteikostenersatz ist im vorliegenden Fall entsprechend der 
Kostennote von Fürsprecher ... vom 16. Dezember 2013, welche mit Blick auf den in 
der Sache gebotenen Zeitaufwand, die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu keinen Bemerkungen Anlass gibt (vgl. Art. 41 Abs. 3 
des Kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 2006 [KAG; BSG 168.11]), auf 
Fr. 625.--, zuzüglich Fr. 35.80 Auslagen und Fr. 52.85 MWSt (8 % von Fr. 660.80), 
insgesamt Fr. 713.65, festzusetzen (vgl. Art. 42a Abs. 3 KAG). 

Die amtliche Entschädigung bestimmt sich nach Art. 112 Abs. 1 VRPG i.V.m. Art. 42 
KAG. Demnach bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwältinnen und Anwälten 
eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem gebotenen Zeitaufwand bemisst 
und höchstens dem Honorar gemäss der Tarifordnung für den Parteikostenersatz 
entspricht (Art. 42 Abs. 1 Satz 1 KAG). Der Stundenansatz beträgt Fr. 200.-- (Art. 42 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.01.2014, Nr. 100.2013.144U, Seite 9

Abs. 4 KAG i.V.m. Art. 1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Ent-
schädigung der amtlichen Anwältinnen und Anwälte [EAV; BSG 168.711]). Auslagen 
und Mehrwertsteuer werden zusätzlich entschädigt (Art. 42 Abs. 1 Satz 3 KAG). Bei 
einem massgeblichen Zeitaufwand von 2,5 Stunden ist die amtliche Entschädigung auf 
Fr. 500.-- (2,5 x Fr. 200.--), zuzüglich Fr. 35.80 Auslagen und Fr. 42.85 MWSt (8 % von 
Fr. 535.80), insgesamt Fr. 578.65, festzusetzen. Der Rechtsvertreter ist aus der 
Gerichtskasse zu entschädigen, wobei die Kosten für den unentgeltlichen Rechts-
beistand nicht zurückerstattet werden müssen (vgl. Art. 30 Abs. 3 OHG). 

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Das Gesuch um Erteilung der unentgeltlichen Rechtspflege wird gutgeheissen. 

3. Für das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht werden keine Verfahrenskosten 
erhoben. 

4. Für das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht wird dem Beschwerdeführer 
Fürsprecher ..., als amtlicher Anwalt beigeordnet. Der tarifmässige 
Parteikostenersatz wird in diesem Verfahren auf Fr. 713.65 (inkl. Auslagen und 
MWSt) festgesetzt. Davon wird Fürsprecher ... aus der Gerichtskasse eine auf 
Fr. 578.65 (inkl. Auslagen und MWSt) festgesetzte Entschädigung vergütet. 

5. Zu eröffnen:
- dem Beschwerdeführer
- dem Beschwerdegegner
- dem Bundesamt für Justiz

Der Einzelrichter Der Gerichtsschreiber

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.01.2014, Nr. 100.2013.144U, Seite 10

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 
gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 
Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.