# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cddc083c-2942-594b-89d3-4be3c6dde660
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-05-26
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 26.05.2017 UV 2014/88
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2014-88_2017-05-26.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2014/88

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 23.08.2019

Entscheiddatum: 26.05.2017

Entscheid Versicherungsgericht, 26.05.2017
Art. 6 und 25 UVG. Kausalität zwischen den Schulterbeschwerden und dem 
Unfall verneint. Kein Anspruch auf die Ausrichtung weiterer Leistungen. 
Zweifellose Unrichtigkeit des fraglichen de-facto-Entscheides gegeben. 
Rückforderung nicht zu beanstanden (Entscheid des Versicherungsgerichts 
des Kantons St. Gallen vom 26. Mai 2017,UV 2014/88).

Entscheid vom 26. Mai 2017

 

Besetzung                                                                      

Präsident Joachim Huber, Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider und 

Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiber Daniel Furrer           

Geschäftsnr.                                                                                                                  

UV 2014/88             

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso Glavas, Advokatur Glavas AG, Haus zur 

alten Dorfbank, 9313 Muolen,

gegen

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Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand                                                                   

Versicherungsleistungen (Einstellung / Rückforderung)

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ erlitt am 15. Juni 2012 einen Autounfall als Beifahrer, wobei er sich eine 

Schädelkontusion rechts sowie eine Schulter- und Trochantermajor-Kontusion rechts 

zuzog. Er wurde gleichentags in der Notfallpraxis des Spitals B.___ untersucht (UV-act. 

21, 27, 41). Im Zeitpunkt des Unfallereignisses war er als Gipser bei der Einzelfirma 

C.___ angestellt (vgl. Arbeitsvertrag vom 1. Juni 2012, UV-act. 4;  Schreiben vom 19. 

Juli 2012 betr. Auflösung der Arbeitsverträge – Konkurs D.___, UV-act. 2) und bei der 

Suva obligatorisch gegen Unfallfolgen versichert (Schadenmeldung vom 27. Juli 2012, 

UV-act. 3).

A.b  Am 3. Juli 2012 wurde eine Kernspintomograpie der rechten Schulter 

durchgeführt, wobei unter anderem eine ca. 2 cm lange vorwiegend interstitielle 

Partialruptur der Supraspinatussehne und eine leichtgradige Bursitis subdeltoidea 

festgestellt wurden (vgl. Bericht der Radiologie E.___ vom 3. Juli 2012, UV-act. 17-2). 

Dem Versicherten wurde von seinem Hausarzt, Dr. med. F.___, Allgemeinarzt und FMH 

Chirurgie, wiederholt eine Arbeitsunfähigkeit von 100% bis 5. März 2013 und von 50% 

bis 15. Mai 2013 attestiert (UV-act. 1-2, 1-4, 5-1, 24, 28-7, 42, 43, 47, 52, 63-2, 69, 73, 

90-2). In der Folge erbrachte die Suva Versicherungsleistungen (Heilbehandlung und 

Taggeldzahlungen, UV-act. 30).

A.c  Nach diversen Abklärungen teilte die Suva dem Versicherten mit Schreiben vom 

25. März 2013 mit, dass die Ausrichtung von Versicherungsleistungen mit sofortiger 

Wirkung unterbrochen werde. Aufgrund der namhaften Umsätze, die der Versicherte 

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mit der G.___ GmbH erzielt habe, werde rückwirkend von einer vollen Arbeitsfähigkeit 

ab Unfalltag ausgegangen. Die Suva forderte weitere Unterlagen ein (UV-act. 67).

A.d  Kreisarzt Dr. med. H.___, Facharzt für Chirurgie, gab am 29. Mai 2013 an, das MRI 

zeige ausschliesslich degenerative Veränderungen ohne Anhalt für eine traumatische 

Schädigung. Die Beschwerden würden sich durch die degenerativen und 

entzündlichen Veränderungen erklären. Es habe sich um eine Prellung gehandelt, und 

diese könne spätestens drei Monate nach dem Unfall als abgeheilt angesehen werden. 

Die Erstuntersuchung am Unfalltag habe einen weitgehend unauffälligen 

Schulterbefund ergeben. Eine kreisärztliche Untersuchung sei nicht angezeigt (UV-act. 

92).

A.e  Am 25. April 2013 wurde die I.___ GmbH, mit der Durchführung einer Buchprüfung 

der G.___ GmbH und dem C.___ beauftragt (UV-act. 111), welche ihre Ergebnisse im 

Erkenntnisbericht vom 10. Dezember 2013 festhielt (UV-act. 120).

A.f  Mit Schadenmeldung vom 18. Juni 2013 meldete der Versicherte einen Rückfall 

(UV-act. 101). Dr. F.___ attestierte dem Versicherten vom 16. Mai 2013 bis 31. Juli 2013 

eine Arbeitsunfähigkeit von 100% (UV-act. 102, 104). Am 9. Dezember 2013 machte 

der Versicherte erneut einen Rückfall geltend, er sei auf den Arm gefallen (UV-act. 118).

A.g  Kreisarzt Prof. Dr. med. J.___, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie FMH, 

führte in der ärztlichen Beurteilung vom 14. Januar 2014 aus, im vorliegenden 

Schadenfall lasse sich nach Kenntnis der medizinischen Unterlagen feststellen, dass 

eine Prellung im Bereich des Schädels, im Bereich des rechten Ohrs, eine Prellung im 

Bereich des rechten Schultergelenks und der rechten Hüfte als Folge eines Unfalles 

vom 15. Juni 2012 diagnostiziert worden seien. Ein MRI des rechten Schultergelenks 

vom 3. Juli 2012 dokumentiere ausschliesslich degenerative Veränderungen. 

Unterstelle man eine rechtsseitige Schädelprellung und eine rechtsseitige Schulter- und 

Hüftprellung ohne strukturelle traumatische Läsionen, so lasse sich eine 

Arbeitsunfähigkeit von maximal einer Woche rechtfertigen (UV-act. 134).

A.h  Mit Verfügung vom 23. Januar 2014 hielt die Suva fest, dass gestützt auf die 

kreisärztliche Beurteilung ab dem 25. Juni 2012 kein Taggeld mehr geschuldet sei und 

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dass über die Erstbehandlung hinaus keine weiteren Heilkosten von der Suva zu 

bezahlen seien. Der Fall werde rückwirkend mit dem 25. Juni 2012 abgeschlossen. Die 

für die Zeit vom 25. Juni 2013 (recte: 2012) bis 31. Januar 2013 zu Unrecht bezahlten 

Taggelder von Fr. 36‘213.95 und die vergüteten Heilkosten von Fr. 7‘620.65, total Fr. 

43‘834.60, würden zurückgefordert (UV-act. 136).

A.i   Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte am 18. Februar 2014 Einsprache. 

Bei der mit MRI vom 3. Juli 2012 festgestellten Partialruptur der Supraspinatussehne 

handle es sich entgegen der kreisärztlichen Beurteilung nicht um eine degenerative 

Veränderung des rechten Schultergelenks. Die Ruptur sei auf das Unfallereignis 

zurückzuführen (UV-act. 145).

A.j   Mit Einspracheentscheid vom 3. Oktober 2014 wurde die Einsprache abgewiesen. 

Die im Recht liegenden medizinischen Berichte würden allesamt keine 

Arbeitsunfähigkeit ausweisen. Die ärztlichen Zeugnisse von Dr. F.___, welche als 

einzige fortwährend eine volle Arbeitsunfähigkeit attestierten, vermöchten keine 

Arbeitsunfähigkeit überwiegend wahrscheinlich zu machen, würden sie doch einer 

Anamnese, Diagnosestellung und damit einer auch nur ansatzweise einleuchtenden 

und nachvollziehbaren medizinischen Begründung entbehren. Zudem würden die 

attestierten Arbeitsunfähigkeiten den drei einlässlicheren Berichten von Dr. F.___ 

widersprechen, da in diesen gerade keine Arbeitsunfähigkeit vermerkt sei. Unmittelbar 

nach dem Unfallereignis seien nur Kontusionsmarken ohne Verfärbung festzustellen 

gewesen, womit sich der Versicherte lediglich simple Prellungen zugezogen habe, die 

keine langanhaltenden Arbeitsunfähigkeiten nachvollziehbar erscheinen liessen. Hieran 

würden auch die bildgebenden Abklärungen nichts ändern, hätten doch nur Befunde 

erhoben werden können, die aufgrund ihrer Lage, der Ausdehnung und des 

Fortschreitens keinen Zusammenhang mit dem Unfallereignis aufwiesen, sondern 

krankhafter/degenerativer Genese seien, wobei auch das Alter sowie die körperlich 

anspruchsvolleren Arbeiten eine Erklärung für die Abnutzung bieten würden. Dass der 

Versicherte – wenn überhaupt – nur eine sehr kurze Arbeitsunfähigkeit erlitten habe, 

zeige sich auch anhand der erhobenen wirtschaftlichen Verhältnisse (UV-act. 155).

B.   

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B.a  Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 

4. November 2014. Der Beschwerdeführer beantragt unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen die Aufhebung des Einspracheentscheids vom 3. Oktober 2014. 

Es sei festzustellen, dass die Leistungen der Beschwerdegegnerin vom 25. Juni 2012 

bis 31. Januar 2013 zu Recht erfolgt seien; auf die Rückforderung der Suva gemäss 

Verfügung vom 23. Januar 2014 sei zu verzichten. Die nach der Kernspintomographie 

diagnostizierte Schleimbeutelentzündung sowie die Partialruptur der 

Supraspinatussehne stünden in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Unfall, da 

Rupturen oftmals Folgen äusserer Traumata seien. Prof. Dr. J.___ sei mit keinem Wort 

auf die Sehnenpartialruptur eingegangen, weshalb sein Bericht nicht nachzuvollziehen 

sei. Es sei ein medizinisches Gutachten zur Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit im 

Zeitraum vom 25. Juni 2012 bis 31. Januar 2013 einzuholen. Der Beschwerdeführer 

habe bei der G.___ GmbH als Geschäftsführer gearbeitet. Die Aufträge seien aber 

überwiegend an ein Subunternehmen delegiert worden. Der Beschwerdeführer sei 

lediglich Ansprechperson bzw. Vertragspartner gewesen. Von einer vollen 

Arbeitsfähigkeit könne deshalb keine Rede sein. Diese Tätigkeit mache lediglich wenige 

Stunden pro Woche aus. Zudem habe sich der Beschwerdeführer neben den Suva-

Taggeldern keinen zusätzlichen Lohn ausbezahlt (act. G 1).

B.b  Mit Beschwerdeantwort vom 15. Dezember 2014 beantragt die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Das MRI vom 3. Juli 2012 und 

die Arbeitsunfähigkeitsatteste von Dr. F.___ seien beweismässig allein schon deshalb 

ohne Belang, weil weder eine Auseinandersetzung mit der Frage der Unfallkausalität 

des Schulterschadens erfolgt sei, noch Bestand und Höhe der Arbeitsunfähigkeit 

thematisiert bzw. begründet worden seien. Der Beschwerdeführer sei nach dem Unfall 

nicht mehr als Gipser, sondern zu 100% als Geschäftsführer seiner eigenen Firma tätig 

gewesen. Diese Tätigkeit habe keinerlei schulterbelastende Arbeiten umfasst und habe 

ihm erlaubt, von Juni 2012 bis Ende Januar 2013 ein Erwerbseinkommen im 

sechsstelligen Bereich zu erzielen (act. G 3).

Erwägungen

1.   

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1.1  Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist die 

Leistungseinstellung der Beschwerdegegnerin per 25. Juni 2012 und die 

Rückforderung von zu Unrecht bezahlten Taggeldern und Heilkosten von Fr. 43‘834.60.

1.2  Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 

832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen, 

Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes 

bestimmt. Als Unfall gilt nach Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die plötzliche, nicht beabsichtigte 

schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den 

menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 

psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die 

versicherte Person nach einem Unfall Anspruch auf die zweckmässige Behandlung 

ihrer Unfallfolgen. Ist sie zufolge Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG), 

so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu

1.3  Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt zunächst voraus, dass zwischen 

dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein 

natürlicher Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V 177 E. 3). Ursache im Sinn des 

natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der 

eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht 

zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser 

Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht 

erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher 

Störungen ist. Es genügt, wenn das schädigende Ereignis zusammen mit anderen 

Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 

beeinträchtigt hat, der Unfall mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne 

dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 119 V 337 E. 1; BGE 

127 V 177 E. 3). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 

Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die 

Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden 

Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines 

Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 119 

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V 335 E. 1; BGE 129 V 177 E. 3.1 je mit Hinweisen). Für die Feststellung natürlicher 

Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist die Verwaltung bzw. das Gericht in 

der Regel auf Angaben ärztlicher Experten angewiesen (BGE 112 V 30 E. 1a).

1.4  Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass 

zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater 

Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als 

adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 

Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von 

der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges somit durch das 

Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 125 V 461 E. 5a; BGE 127 V 181 E. 

3.2 je mit Hinweisen; BGE 129 V 177 E. 3.2 je mit Hinweisen). Ob bei Vorliegen eines 

natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem versicherten Ereignis und der 

eingetretenen gesundheitlichen Schädigung auch der kumulativ erforderliche adäquate 

oder rechtserhebliche Kausalzusammenhang besteht, ist eine Rechtsfrage, deren 

Beantwortung der Verwaltung und im Beschwerdefall dem Gericht und nicht dem Arzt 

obliegt (BGE 125 V 461 E. 5a). Bei physischen Unfallfolgen spielt die Adäquanz als 

rechtliche Eingrenzung der aus dem natürlichen Kausalzusammenhang sich 

ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle (BGE 117 V 365 mit 

Hinweisen; SVR 2000 Nr. 14 S. 45).

1.5  Die Leistungspflicht des Unfallversicherers entfällt, sobald der Unfall nicht mehr die 

natürliche oder adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt. Der 

Unfallversicherer hat somit in jenem Zeitpunkt seine Leistungen einzustellen, in 

welchem der Unfall keine ursächliche Rolle mehr spielt. Dabei hat der Unfallversicherer 

nicht den Beweis für unfallfremde Ursachen zu erbringen. Welche Gründe (etwa 

Krankheit, degenerative Veränderungen, Geburtsgebrechen) für ein nach wie vor 

geklagtes Leiden verantwortlich zu machen sind, ist an sich unerheblich und ohne 

weitere Relevanz. Allein entscheidend ist die Frage, ob die unfallbedingten Ursachen 

eines Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, d.h. dahingefallen 

sind. Ebenso wenig muss der Unfallversicherer den negativen Beweis erbringen, dass 

kein Gesundheitsschaden mehr vorliegt oder dass die versicherte Person nun bei voller 

Gesundheit ist (Urteil des Bundesgerichts vom 17. Juni 2008, 8C_17/2007, E. 2.2 mit 

Hinweisen).

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1.6  Der im Sozialversicherungsprozess herrschende Untersuchungsgrundsatz (BGE 

125 V 195 E. 2, BGE 122 V 158 E. 1a je mit Hinweisen) schliesst die Beweislast im 

Sinne der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess 

tragen mithin die Parteien die Beweislast nur insofern, als im Fall der Beweislosigkeit 

der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen 

Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Bei der hinsichtlich Vorliegens eines 

leistungsbegründenden natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen einem 

Beschwerdebild und dem Unfall handelt es sich um eine anspruchsbegründende 

Tatsache. Die diesbezüglichen Konsequenzen bei Beweislosigkeit trägt damit die 

versicherte Person. Bei der anspruchsaufhebenden Tatfrage des Dahinfallens jeder 

kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens liegt 

die Beweislast hingegen beim Unfallversicherer. Diese Beweisregel greift jedoch erst 

Platz, wenn im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes kein wahrscheinlicher 

Sachverhalt ermittelt werden kann. Die blosse Möglichkeit genügt nicht (RKUV 1994 

Nr. U 206 S. 328 E. 3b, 119 Nr. U 86 S. 50; A. RUMO-JUNGO/A. P. HOLZER, 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz 

über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich 2012, S. 4 f.).

2.   

2.1  Zunächst ist zu klären, ob die über den 25. Juni 2012 hinaus geltend gemachten 

Beschwerden in der rechten Schulter natürlich kausal auf den Unfall vom 15. Juni 2012 

zurückzuführen sind und damit für die Frage nach den gesetzlich geschuldeten 

Leistungen zu berücksichtigen sind.

2.2  Die Beschwerdegegnerin stützt sich auf die ärztliche Beurteilung von Kreisarzt 

Prof. Dr. J.___. Dieser gibt wieder, dass die Notfallpraxis B.___ nach körperlicher 

Untersuchung am 15. Juni 2012 eine druckdolente Beule ohne Verfärbung über dem 

rechten Ohr, eine Prellmarke/Schwellung an der rechten Schulter über dem M. 

deltoideus ohne Verfärbung und ohne druckschmerzhaftes SC- und AC-Gelenk 

festgestellt habe. Ein MRI der rechten Schulter vom 3. Juli 2012 habe sodann eine 

interstitielle Partialruptur der Supraspinatussehne sowie eine leichtgradige Bursitis 

subdeltoidea, einen eingeengten Subakromialraum sowie eine diskrete bone bruise-

Zone im lateralen Abschnitt der Klavikula, bei sonst unauffälligem Kernspintomogramm 

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dokumentiert. Im vorliegenden Schadenfall lasse sich nach Kenntnis der medizinischen 

Unterlagen feststellen, dass eine Prellung im Bereich des Schädels, im Bereich des 

rechten Ohrs, eine Prellung im Bereich des rechten Schultergelenks und der rechten 

Hüfte als Folge eines Unfalles vom 15. Juni 2012 diagnostiziert worden seien. Das MRI 

des rechten Schultergelenks vom 3. Juli 2012 dokumentiere ausschliesslich 

degenerative Veränderungen des rechten Schultergelenks. Unterstelle man im 

vorliegenden Fall eine rechtsseitige Schädelprellung und eine rechtsseitige Schulter- 

und Hüftprellung ohne strukturelle traumatische Läsionen, so lasse sich eine 

Arbeitsunfähigkeit von maximal einer Woche rechtfertigen. Ob eine Arbeitsunfähigkeit 

grundsätzlich gerechtfertigt gewesen sei, könne nach der Aktenlage nicht fundiert 

beurteilt werden, sie sei aufgrund des erhobenen klinischen Befundes nicht 

nachvollziehbar. Auch sei nach Kenntnis der medizinischen Unterlagen eine 

Behandlungsbedürftigkeit anhand der medizinischen Berichte nicht fundiert zu 

beurteilen. Zumindest generiere der klinische Befund der Notfallpraxis B.___ die 

Notwendigkeit einer therapeutischen Behandlung mit Eis bzw. Analgetika im Ansatz 

(UV-act. 134).

2.3  Der Beschwerdeführer hält dem entgegen, dass die anlässlich der 

Kernspintomographie diagnostizierte Schleimbeutelentzündung (Bursitis) sowie die ca. 

2 cm lange Partialruptur der Supraspinatussehne in unmittelbarem Zusammenhang mit 

dem Unfall vom 15. Juni 2012 stünden. Rupturen seien oftmals Folgen äusserer 

Traumata, wie beispielsweise eines Verkehrsunfalls (act. G 1, S. 4).

2.4  Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers, der Kreisarzt habe von 

Rupturen bzw. von einer Schleimbeutelentzündung nichts wissen wollen, sei mit 

keinem Wort auf die Sehnenpartialruptur eingegangen und habe lediglich und 

ausschliesslich degenerative Veränderungen des rechten Schultergelenks festgestellt 

(vgl. act. G 1, S. 5), hat Prof. Dr. J.___ die Diagnosen anlässlich der MRI-Untersuchung 

vom 3. Juli 2012 nicht in Frage gestellt. Er kam lediglich zum Schluss, dass diese 

Diagnosen nicht auf den Unfall vom 15. Juni 2012 zurückzuführen, sondern 

degenerativer Natur seien. Dies deckt sich auch mit der Einschätzung von Dr. H.___ 

vom 29. Mai 2013. Dieser kam ebenfalls zum Schluss, dass das MRI ausschliesslich 

degenerative Veränderungen ohne Anhalt für eine traumatische Schädigung zeige (UV-

act. 92).

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2.5  Die Einschätzung von Prof. Dr. J.___ und von Dr. H.___ erscheint nachvollziehbar, 

da weder aus dem Bericht des Spitals B.___ Anzeichen für die später diagnostizierte 

Partialruptur der Supraspinatussehne und für die Bursitis hervorgehen. Aus dem 

Bericht der Radiologie E.___ ergeben sich ebenfalls keine Hinweise, dass eine 

Kausalität zwischen dem Unfall vom 15. Juni 2012 und den gestellten Diagnosen 

bestehe. Auch aus der medizinischen Literatur geht hervor, dass eine 

Rotatorenmanschettenruptur insbesondere bei Männern und häufiger an deren 

dominantem Arm vorkomme, wobei die Ätiologie vor allem auf degenerative 

Veränderungen, gelegentlich auf Traumata zurückzuführen sei (vgl. PSCHYREMBEL, 

Klinisches Wörterbuch, 266. Aufl. Berlin 2014, S. 1870). Auch wenn vorliegend eine 

Kausalität zwischen dem Unfall und den Schulterbeschwerden nicht ausgeschlossen 

werden kann, ist eine solche nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bewiesen. 

Von der Einholung eines medizinischen Gutachtens sind über vier Jahre nach dem 

Unfall keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb der Antrag des 

Beschwerdeführers auf Einholung eines Gutachtens abzuweisen ist (antizipierte 

Beweiswürdigung; vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 2. April 2015, 8C_924/2014, E. 

4.3).

2.6  Zusammenfassend ist die Kausalität zwischen den Schulterbeschwerden und dem 

Unfall vom 15. Juni 2012 nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bewiesen. Damit 

aber lagen die Voraussetzungen für die Ausrichtung von weiteren Leistungen der 

Beschwerdegegnerin nicht vor.

3.   

3.1  Gemäss Art. 25 Abs. 1 ATSG sind unrechtmässig bezogene Leistungen 

zurückzuerstatten. Zu Unrecht bezogene Leistungen können unabhängig davon, ob sie 

förmlich oder faktisch verfügt worden sind, nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. einer 

entsprechenden Zeitspanne nur zurückgefordert werden, wenn entweder die für die 

prozessuale Revision (wegen vorbestandener neuer Tatsachen oder Beweismittel) oder 

die für die Wiedererwägung (wegen zweifelloser Unrichtigkeit der Leistungserbringung 

und erheblicher Bedeutung der Berichtigung) bestehenden Voraussetzungen erfüllt 

sind (Art. 53 Abs. 1 und 2 ATSG; Urteil des Bundesgerichts vom 14. Januar 2009, 

8C_512/2008, E. 4.1).

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3.2  Der Rückforderungsanspruch erlischt mit dem Ablauf eines Jahres nachdem die 

Versicherungseinrichtung davon Kenntnis erhalten hat, spätestens aber mit dem Ablauf 

von fünf Jahren nach der Entrichtung der einzelnen Leistung. Wird der 

Rückerstattungsanspruch aus einer strafbaren Handlung hergeleitet, für die das 

Strafrecht eine längere Verjährungsfrist vorsieht, so ist diese Frist massgebend (Art. 25 

Abs. 2 ATSG).

3.3  Das Erfordernis der zweifellosen Unrichtigkeit ist in der Regel erfüllt, wenn die 

gesetzeswidrige Leistungszusprechung aufgrund falscher oder unzutreffender 

Rechtsregeln erlassen wurde oder wenn massgebliche Bestimmungen nicht oder 

unrichtig angewandt wurden (BGE 103 V 128 E. 2a; ARV 1996/97 Nr. 28 S. 158). 

Anders verhält es sich, wenn der Wiedererwägungsgrund im Bereich materieller 

Anspruchsvoraussetzungen liegt, deren Beurteilung in Bezug auf gewisse Schritte und 

Elemente (z.B. Invaliditätsbemessung, Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit, 

Beweiswürdigungen, Zumutbarkeitsfragen) notwendigerweise Ermessenszüge 

aufweist. Erscheint die Beurteilung solcher Anspruchsvoraussetzungen (einschliesslich 

ihrer Teilaspekte wie etwa die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit) vor dem Hintergrund 

der Sach- und Rechtslage, wie sie sich im Zeitpunkt der rechtskräftigen 

Leistungszusprechung darbot, als vertretbar, scheidet die Annahme zweifelloser 

Unrichtigkeit aus (Urteil des Bundesgerichts vom 18. Oktober 2007, 9C_575/2007 E. 

2.2 mit Hinweisen). Zweifellos ist die Unrichtigkeit, wenn kein vernünftiger Zweifel daran 

möglich ist, dass die Verfügung unrichtig war. Es ist nur ein einziger Schluss – 

derjenige auf die Unrichtigkeit der Verfügung – möglich (BGE 125 V 383 E. 6a; Urteil 

des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche 

Abteilung des Bundesgerichts] vom 10. Mai 2006 U 378/05 E. 5.2 f., publ. in: SVR 2006 

UV Nr. 17 S. 62 f. und Urteil des EVG vom 24. Januar 2005 C 29/04 E. 3.1.1, publ. in: 

SVR 2005 AIV Nr. 8 S. 27, ferner etwa Urteil des Bundesgerichts vom 18. Oktober 2007 

9C_575/2007 E. 2.2 mit Hinweisen).

3.4  Vorliegend stellt sich die Frage, ob die Erbringung von Versicherungsleistungen ab 

25. Juni 2012 zweifellos unrichtig war. Ausser Frage steht dagegen, dass ihre 

Berichtigung im Falle zweifelloser Unrichtigkeit als erheblich einzustufen wäre.

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3.5  Der Beschwerdeführer erlitt am 15. Juni 2012 einen Unfall. Die Erstbehandlung 

fand in der Notfallpraxis des Spitals B.___ statt, wobei eine Autoseitkollision mit 

Schädelkontusion rechts, Schulter- und Trochantermajor-Kontusion rechts 

diagnostiziert wurde. Es wurde eine Befundaufnahme und Beratung durchgeführt und 

keine Arbeitsunfähigkeit dokumentiert (UV-act. 21). Die Partialruptur der 

Supraspinatussehne sowie die leichtgradige Bursitis wurden im Bericht der Radiologie 

E.___ vom 3. Juli 2012 bzw. im ärztlichen Zwischenbericht von Dr. F.___ vom 13. 

August 2012 diagnostiziert. In keinem dieser Berichte wurde eine Arbeitsunfähigkeit 

attestiert (vgl. UV-act. 17). Dr. F.___ stellte jedoch mehrere ärztliche Zeugnisse mit 

einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit ab 15. Juni 2012 aus. Ob die nachträglich 

festgestellten Diagnosen und die allenfalls damit einhergehenden, jedoch nicht näher 

ausgeführten Beschwerden einen Zusammenhang mit dem Unfall vom 15. Juni 2012 

haben, wurde weder von den Ärzten beschrieben noch von der Beschwerdegegnerin 

weiter geprüft. Somit wurde die massgebende Voraussetzung, dass die 

Leistungspflicht des Unfallversicherers einen natürlichen Kausalzusammenhang 

zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden voraussetzt (vgl. E. 1.3), 

nicht angewandt. Dass dieser Kausalzusammenhang vorliegend nicht mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit gegeben war, wurde vorgängig bereits ausgeführt 

(vgl. E. 2). Somit ist vorliegend eine zweifellose Unrichtigkeit des fraglichen de-facto-

Entscheids gegeben, womit die Rückforderung der zu Unrecht bezogenen 

Versicherungsleistungen nicht zu beanstanden ist.

4.   

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu 

erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen 

Anspruch auf eine Parteientschädigung.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.   

Die Beschwerde wird abgewiesen.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/13

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2.   

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 26.05.2017
	Art. 6 und 25 UVG. Kausalität zwischen den Schulterbeschwerden und dem Unfall verneint. Kein Anspruch auf die Ausrichtung weiterer Leistungen. Zweifellose Unrichtigkeit des fraglichen de-facto-Entscheides gegeben. Rückforderung nicht zu beanstanden (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 26. Mai 2017,UV 2014/88).

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		2025-07-19T07:18:20+0200
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