# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f6bc132f-28ab-50d2-87a9-3c8a2ba16d09
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-07
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 07.12.2023 SB230408
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB230408_2023-12-07.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB230408-O/U/jv

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Ch. Prinz, Präsident, Ersatzoberrichterin 

lic. iur. S. Nabholz und Ersatzoberrichter lic. iur. R. Amsler sowie 

die Gerichtsschreiberin MLaw A. Jacomet

Urteil vom 7. Dezember 2023

in Sachen

A._____,
Beschuldigter und Berufungskläger

verteidigt durch Rechtsanwältin MLaw X._____ 

gegen

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, 
vertreten durch Leitenden Staatsanwalt lic. iur. D. Kloiber,

Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend Sachbeschädigung etc. und Widerruf 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 
10. Abteilung - Einzelgericht, vom 12. April 2023 (GG230039)

-   2   -

Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 23. Februar 2023 

(Urk. 13) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 26 S. 26 ff.)

"Es wird erkannt:

1. Der Beschuldigte ist schuldig der Sachbeschädigung aus Anlass einer öffentlichen Zu-

sammenrottung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 2 StGB (Dossier 1, 

hinsichtlich des Anbringens von Plakaten).

2. Vom Vorwurf der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB (Dossier 2) und der 

Sachbeschädigung aus Anlass einer öffentlichen Zusammenrottung im Sinne von Art. 144 

Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 2 StGB (Dossier 1, hinsichtlich Sprühen und Anbringen von 

Stickern) wird der Beschuldigte freigesprochen.

3. Der bedingte Vollzug bezüglich der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl 

vom  24. März 2021 (Unt. Nr. G-6/2020/22695) ausgefällten Strafe von 120 Tagessätzen zu 

je CHF 30.00 wird widerrufen.

4. Der Beschuldigte wird unter Einbezug der widerrufenen Strafe bestraft mit einer Geldstrafe 

von 140 Tagessätzen zu CHF 30.– als Gesamtstrafe.

5. Der Vollzug der Geldstrafe wird nicht aufgeschoben.

6. Die folgenden gemäss Sicherstellungsliste der Stadtpolizei Zürich vom 10. Juni 2022 sicher-

gestellten Spuren und deren Träger werden nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils ver-

nichtet:

 Mikrospuren (A016'122'568);

 Falldossier (A016'128'840);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'240);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'251);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'262);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'273);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'295);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'319);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'331);

-   3   -

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'342);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'353);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'364);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'375);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'397);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'411);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'422);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'433);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'444);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'466);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'477);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'488);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'502);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'535);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'557);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'568);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'579);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'580);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'604);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'615);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'626);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'637);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'648);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'659);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'660);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'671);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'682);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'693);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'706);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'717);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'728);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'739);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'740);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'751);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'762);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'773);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'784);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'795);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'808);

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 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'900);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'922);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'955);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'966);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'988);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'999);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'185'016);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'185'038);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'185'049);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'185'050);

 DNA-Spur Wattetupfer (Asservat-Nr. A016'186'382);

 DNA-Spur Wattetupfer (Asservat-Nr. A016'186'393);

 DNA-Spur Wattetupfer (Asservat-Nr. A016'186'484);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'215'795);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'215'831);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'215'886).

7. Die Privatklägerin 1 und die Privatklägerin 2 werden mit ihren Schadenersatzbegehren auf 

den Weg des Zivilprozesses verwiesen.

8. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:

CHF 1'200.– ; die weiteren Kosten betragen:

CHF 1'300.–   Gebühr für das Vorverfahren,

CHF 3'570.–   Auslagen Vorverfahren (Gutachten).

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.

9. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten 

zu 1/2 auferlegt und zu 1/2 auf die Gerichtskasse genommen.

10./11. (Mitteilungen / Rechtsmittel)"

Berufungsanträge:
(Prot. II S. 4)

a) Der Verteidigung des Beschuldigten:

(Urk. 40 S. 1)

"1. A._____ sei der geringfügigen Sachbeschädigung schuldig zu sprechen.

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2. Dispositiv-Ziff. 3-5 des angefochtenen Urteils seien aufzuheben.

3. A._____ sei mit einer angemessenen Busse zu bestrafen.

4. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen.

5. A._____ seien seine Verteidigungskosten im Berufungsverfahren in der Höhe 

der heute eingereichten Honorarnote aus der Staatskasse zu ersetzen."

b) Der Staatsanwaltschaft:

(Urk. 32 schriftlich)

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

Erwägungen:

I. Verfahrensgang

1. Am 21. April 2023 (Postaufgabe) meldete der Beschuldigte A._____ fristge-

recht Berufung gegen das eingangs wiedergegebene Urteil des Bezirksgerichts Zü-

rich, 10. Abteilung – Einzelgericht (nachfolgend: Vorinstanz) vom 12. April 2023 an 

(Urk. 22), welches ihm gleichentags mündlich und schriftlich im Dispositiv eröffnet 

worden war (vgl. Prot. I S. 11 ff. sowie Urk. 20). Nach Zustellung des begründeten 

Urteils (Urk. 23 = Urk. 26) am 25. Juli 2023 (Urk. 25/2) liess der Beschuldigte dem 

Obergericht am 14. August 2023 (Poststempel) fristgerecht seine 

Berufungserklärung einreichen (Urk. 28).

2. Mit Präsidialverfügung vom 15. August 2023 wurde der Staatsanwaltschaft 

sowie der Privatklägerschaft in Anwendung von Art. 400 Abs. 2 und 3 StPO sowie 

Art. 401 StPO eine Kopie der Berufungserklärung des Beschuldigten zugestellt und 

Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu erheben oder ein Nichteintreten auf die 

Berufung zu beantragen. Zugleich wurde der Beschuldigte aufgefordert, dem 

Gericht aktuelle Unterlagen zu seinen finanziellen Verhältnissen einzureichen 

(Urk. 30). Die Staatsanwaltschaft verzichtete mit Eingabe vom 18. August 2023 auf 

Anschlussberufung und beantragte die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

-   6   -

(Urk. 32). Die Privatklägerin B._____ AG verzichtete mit Eingabe vom 4. Septem-

ber 2023 ebenfalls auf Anschlussberufung (Urk. 33).

3. Am 19. September 2023 wurden die Parteien zur heutigen Berufungsver-

handlung vorgeladen, wobei der Staatsanwaltschaft das Erscheinen freigestellt 

wurde (Urk. 34).

4. Zur heutigen Berufungsverhandlung erschien der Beschuldigte A._____ in 

Begleitung seiner erbetenen Verteidigerin Rechtsanwältin MLaw X._____. Es wa-

ren keine Vorfragen und keine Beweisanträge zu entscheiden. In der Sache selbst 

stellten die Parteien die eingangs wiedergegebenen Anträge (Prot. II S. 4). Das 

Verfahren ist spruchreif.

II. Prozessuales

1. Umfang der Berufung

1.1 Die (modifizierte) Berufungserklärung des Beschuldigten richtet sich gegen 

den vorinstanzlichen Schuldspruch wegen qualifizierter Sachbeschädigung (Disp.-

Ziff. 1), den Widerruf der Vorstrafe (Disp.-Ziff. 3) sowie die Strafzumessung (Disp.-

Ziff. 4 und 5). Der Beschuldigte verlangt im Berufungsverfahren einen Schuld-

spruch wegen geringfügiger Sachbeschädigung sowie die Ausfällung einer ange-

messenen Busse, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Staats-

kasse (Urk. 36 S. 2).

1.2 Nicht angefochten und in Rechtskraft erwachsen sind somit die Dispositiv-

Ziffer 2 (Freisprüche), Ziffer 6 (Vernichtung der Spurensicherungen), Ziffer 7 (Ver-

weisung von Zivilansprüchen auf den Zivilweg) sowie die Ziffern 8 und 9 (Kosten-

dispositiv) des vorinstanzlichen Urteils, was vorab festzustellen ist (vgl. auch Prot. II 

S. 5).

1.3 Nachdem der Beschuldigte als einziger Berufung führt, steht die Überprüfung 

des angefochtenen Urteils zudem unter dem Vorbehalt des Verschlechterungs-

verbots (Art. 391 Abs. 2 StPO).

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2. Formelles

2.1 Soweit nachfolgend auf Erwägungen der Vorinstanz im angefochtenen Ent-

scheid verwiesen wird, erfolgt dies in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO (vgl. 

dazu etwa BGer. 6B_570/2019 vom 23. September 2019, E. 4.2, m.w.H., sowie 

Nydegger, Der Verweis auf die Entscheidbegründung der Vorinstanz gemäss 

Art. 82 Abs. 4 StPO, recht 2021, S. 15 ff.), auch ohne dass dies jeweils explizit 

Erwähnung findet.

2.2 Im Übrigen ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass sich die urteilende 

Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und jedes 

einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss (BGE 141 IV 249, E. 1.3.1, mit 

Hinweisen). Die Berufungsinstanz kann sich somit in der Begründung auf die für 

ihren Entscheid wesentlichen Punkte beschränken.

III. Schuldpunkt

1. Im Berufungsverfahren verbleibt lediglich ein Anklagevorwurf gegen den Be-

schuldigten zu beurteilen, deretwegen die Vorinstanz den Beschuldigten schuldig 

gesprochen hat. Konkret betrifft dies das Anbringen eines Plakats mit Klebstoff 

an  einem heruntergelassenen Rollladen der B._____-Filiale an der C._____-

strasse … in Zürich am 1. Mai 2022 um ca. 11.30 Uhr. Dem Beschuldigten wird 

zudem vorgeworfen, diese Sachbeschädigung im Schutze des 1. Mai-Demonstra-

tionsumzuges und damit aus Anlass einer öffentlichen Zusammenrottung im Sinne 

von Art. 144 Abs. 2 StGB begangen zu haben (vgl. Urk. 26 S. 9 ff.).

2. Der Beschuldigte hatte während der Untersuchung und des erstinstanzlichen 

Verfahrens jegliche Aussagen zu den Vorwürfen verweigert. Anlässlich der Beru-

fungsverhandlung räumte der Beschuldigte nun erstmals ein, den Sachverhalt im 

Zusammenhang mit dem Aufhängen des Plakats anzuerkennen (Urk. 39 S. 3). Die-

ses Geständnis des Beschuldigten deckt sich ohne Weiteres mit den vorhandenen 

Beweismitteln, namentlich den sichergestellten Fingerabdrücken am Plakat (vgl. 

Urk. D1/5/1 S. 16-18). Es ist damit – auch unter Hinweis auf die zutreffenden 

Erwägungen der Vorinstanz in Urk. 26 S. 10 f. – grundsätzlich erstellt, dass der 

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Beschuldigte das fragliche Plakat mit Klebstoff am heruntergelassenen Rollladen 

der Privatklägerin angebracht und dadurch vorsätzlich einen Sachschaden ver-

ursacht hat, welcher nicht nur in der Verunreinigung des Rollladens, sondern auch 

in der Beeinträchtigung der Ansehnlichkeit des Geschäftsgebäudes durch un-

erwünschte politische Parolen ("Smash Turkish Fascism!") bestand (vgl. die Foto-

grafien unter Urk. D1/4/1 S. 1 unten und S. 3 oben sowie Urk. D1/8/8 S. 4).

3. Die Verteidigung macht geltend, es sei weder nachgewiesen, dass durch das 

Anbringen des Plakats ein Sachschaden von mehr als Fr. 300.– entstanden sei, 

noch dass der Beschuldigte aus Anlass einer öffentlichen Zusammenrottung ge-

handelt habe. Vielmehr sei lediglich eine geringe Sachbeschädigung entstanden 

und habe sich der Vorsatz des Beschuldigten auch nur auf einen geringfügigen 

Schaden gerichtet. Der Beschuldigte sei deshalb lediglich einer geringfügigen 

Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 172ter 

Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen (Urk. 40 S. 2 ff.).

4. Was den entstandenen Sachschaden betrifft, so ging die Vorinstanz davon 

aus, dass dem Beschuldigten rund ein Viertel des gesamten entstandenen Reini-

gungsaufwandes für alle vier von Verunstaltungen betroffenen Rollläden der Privat-

klägerin von insgesamt Fr. 4'311.– zuzurechnen sei, weshalb von einem Schaden 

von über Fr. 300.– auszugehen sei (Urk. 26 S. 12). In den Akten liegt, wie die 

Verteidigung zu Recht vorbrachte, lediglich eine von der Privatklägerin 1 (B._____) 

erstellte Zusammenstellung der Kosten für die Reinigung vor, nicht jedoch eine 

solche von der von ihr engagierten Reinigungsfirma (Urk. D1/8/8). Die Vorinstanz 

hinterfragte diese Kostenzusammenstellung der Privatklägerin 1 nicht und ging 

vielmehr von deren Richtigkeit aus bzw. teilte die Kosten anschliessend durch vier. 

Dieser Berechnung der Vorinstanz kann so nicht gefolgt werden, denn das (fach-

gerechte) Entfernen von Sprayereien oder festklebenden Stickern verursacht of-

fensichtlich einen viel höheren Aufwand als das Entfernen des vom Beschuldigten 

einzig zu verantwortenden Papierplakats. Aus der polizeilichen Fotodokumentation 

ist denn auch – wie die Verteidigung zu Recht vorbrachte (Urk. 40 S. 2) – ersicht-

lich, dass das fragliche Plakat offenbar problemlos (ohne Papierrückstände zu hin-

terlassen) heruntergerissen werden konnte, allenfalls beim Eintreffen der Polizei 

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sogar teilweise bereits von selbst heruntergefallen war (vgl. Urk. D1/4/1 S. 3). 

Wenn der Beschuldigte davon ausging, dass die Entfernung des von ihm selber 

aufgehängten Plakats sowie allfälliger Klebstoffrückstände – wobei mangels ge-

genteiliger Hinweise von wasserlöslichem Kleister (Urk. 40 S. 5) auszugehen ist – 

auf dem Rollladen nur einen geringfügigen Aufwand (< Fr. 300.–) verursachen 

würde, so ist dies nicht von der Hand zu weisen bzw. zu widerlegen. Gegenteilige 

Anhaltspunkte bestehen nicht. In dubio pro reo ist somit davon auszugehen, dass 

sich die Tat des Beschuldigten lediglich auf einen geringfügigen Schaden im Sinne 

von Art. 172ter Abs. 1 StGB richtete. Der hierfür erforderliche Strafantrag der 

Privatklägerin liegt vor (vgl. Urk. 26 S. 5 f.).

5. Die Vorinstanz erachtete es gestützt auf den Polizeirapport weiter als erstellt, 

dass sich der Beschuldigte unter den Demonstranten aufgehalten haben müsse, 

welche Sachbeschädigungen verübt hätten, der Beschuldigte mithin aus Anlass 

einer öffentlichen Zusammenrottung gehandelt habe (Urk. 26 S. 12 und S. 16).

Auch dieser Ansicht der Vorinstanz kann nicht gefolgt werden. Dass der Beschul-

digte die Sachbeschädigung aus dem Demonstrationszug heraus begangen habe, 

zu welchem Vorwurf der Beschuldigte die Aussagen auch zuletzt anlässlich der 

Berufungsverhandlung verweigerte (Urk. 39 S. 2 f.), erweist sich angesichts der 

vorliegenden Beweislage als blosse, wenn auch nicht abwegige Spekulation. Im 

von der Vorinstanz herangezogenen Polizeirapport finden sich dazu keine Fest-

stellungen von Polizeibeamten, sondern blosse Angaben vom Hörensagen eines 

"Senior Security Consultant" der Privatklägerin. Dieser gab an, "vom uns beauftrag-

ten privaten Sicherheitsdienst" über Sachbeschädigungen an der Liegenschaft 

"informiert" worden zu sein. Diese müssten "aus dem Schutz des Umzugs erfolgt 

sein" (Urk. D1/1/1 S. 2 f.). Von wem die entsprechenden Erkenntnisse bzw. Wahr-

nehmungen letztlich stammen, bleibt offen. Ebenso, welche konkreten Fest-

stellungen – die überdies belegen würden, dass die fragliche Sachbeschädigung 

im Schutze des Umzugs begangen wurde – von den unbekannten potentiellen 

Zeugen überhaupt gemacht wurden. Mangels Beweisen kann daher mit der Vertei-

digung (vgl. Urk. 40 S. 3 f.) nicht davon ausgegangen werden, der Beschuldigte 

-   10   -

habe aus Anlass einer öffentlichen Zusammenrottung im Sinne von Art. 144 Abs. 2 

StGB gehandelt.

6. Der Beschuldigte ist somit der geringfügigen Sachbeschädigung im Sinne von 

Art. 144 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB schuldig zu 

sprechen.

IV. Strafzumessung

1. Wer sich eines geringfügigen Vermögensdelikts schuldig macht, wird gemäss 

Art. 172ter Abs. 1 StGB mit Busse bestraft. Die Busse beträgt höchstens 

Fr. 10'000.– (Art. 106 Abs. 1 StGB). Sie bemisst sich nach den Verhältnissen des 

Täters so, dass dieser die Strafe erleidet, die seinem Verschulden angemessen ist 

(Art. 106 Abs. 3 StGB). Für den Fall der schuldhaften Nichtbezahlung der Busse ist 

zudem eine Ersatzfreiheitsstrafe von bis zu drei Monaten festzusetzen (Art. 106 

Abs. 2 StGB).

2. Der Beschuldigte klebte ein Plakat mit politischen Parolen an die Fassade 

einer Filiale der Privatklägerin, wodurch er diese verunstaltete und verunreinigte. 

Das Verschulden wiegt vergleichsweise eher leicht.

3. Zu den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten ist bis jetzt gar nichts 

bekannt, ausser dass er in der Stadt Zürich in einem Reiheneinfamilienhaus wohnt 

(vgl. Urk. D1/9/3 S. 2), was eher auf gehobene finanzielle Verhältnisse hindeutet, 

es könnte sich aber auch nur um eine Genossenschaftssiedlung handeln. Im Jahr 

2020 versteuerte der Beschuldigte lediglich Fr. 5'800 Einkommen sowie Fr. 41'000 

Vermögen (Urk. D1/10/3). Auch an der Berufungsverhandlung verweigerte der 

Beschuldigte weiterhin jegliche Aussagen zu seinen persönlichen Verhältnissen 

(Urk. 39 S. 1), weshalb sich keine Erkenntnisse aus seiner Befragung ergaben. 

4. Der Beschuldigte ist einschlägig vorbestraft, wobei er in der Vergangenheit 

mit einer bedingten Geldstrafe und einer Busse bestraft wurde (Urk. 27). Dies wirkt 

sich straferhöhend aus. Sein anlässlich der Berufungsverhandlung gemachtes, nur 

rudimentäres Geständnis (vgl. vorstehend Ziff. III.2), kann nicht strafmindernd be-

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rücksichtigt werden. Der Beschuldigte zeigte weder Reue noch Einsicht in sein 

Handeln.

5. In Anbetracht seines Verschuldens sowie der persönlichen Verhältnisse ist 

der Beschuldigte mit einer Busse von Fr. 500.– zu bestrafen. Die Ersatzfreiheits-

strafe ist in Anwendung des praxisgemässen Umwandlungssatzes von Fr. 100.– 

pro Tag auf 5 Tage festzusetzen.

6. Ein Widerruf der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 

24. März 2021 bedingt ausgefällten Geldstrafe kommt mangels Vorliegens eines 

Verbrechens oder Vergehens im Sinne von Art. 46 Abs. 1 StGB schliesslich nicht 

in Frage. 

V. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden nach Obsiegen und Unterliegen 

verteilt (Art. 428 Abs. 1 StPO).

Gemessen an seinen ursprünglichen Berufungsanträgen (Urk. 28), mit welchen der 

Beschuldigte einen vollumfänglichen Freispruch verlangte, obsiegt der Beschul-

digte mit seiner Berufung nur teilweise. Er erreicht eine mildere rechtliche Qualifi-

kation und damit einhergehend eine mildere Bestrafung. Es rechtfertigt sich, ihm 

die Kosten des Berufungsverfahrens zur Hälfte aufzuerlegen und im Übrigen auf 

die Gerichtskasse zu nehmen.

2. Der Beschuldigte verlangt gemäss Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO eine Entschädi-

gung für die Kosten seiner Rechtsvertretung im Berufungsverfahren von insgesamt 

Fr. 3'700.– (inkl. Auslagen und MwSt.; vgl. Urk. 41). Unter Berücksichtigung seines 

lediglich teilweisen Obsiegens ist ihm eine reduzierte Prozessentschädigung von 

Fr. 1'900.– (inkl. Auslagen und MwSt.) zuzusprechen. Das Verrechnungsrecht des 

Staates bleibt gemäss Art. 442 Abs. 4 StPO vorbehalten.

-   12   -

Es wird beschlossen:

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung 

– Einzelgericht, vom 12. April 2023 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:

"Es wird erkannt:

1. (…)

2. Vom Vorwurf der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB (Dossier 2) 

und der Sachbeschädigung aus Anlass einer öffentlichen Zusammenrottung im Sinne 

von Art. 144 Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 2 StGB (Dossier 1, hinsichtlich Sprühen und 

Anbringen von Stickern) wird der Beschuldigte freigesprochen.

3.-5. (…)

6. Die folgenden gemäss Sicherstellungsliste der Stadtpolizei Zürich vom 10. Juni 2022 

sichergestellten Spuren und deren Träger werden nach Eintritt der Rechtskraft dieses 

Urteils vernichtet:

 Mikrospuren (A016'122'568);

 Falldossier (A016'128'840);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'240);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'251);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'262);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'273);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'295);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'319);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'331);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'342);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'353);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'364);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'375);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'397);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'411);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'422);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'433);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'444);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'466);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'477);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'488);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'502);

-   13   -

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'535);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'557);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'568);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'579);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'580);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'604);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'615);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'626);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'637);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'648);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'659);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'660);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'671);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'682);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'693);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'706);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'717);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'728);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'739);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'740);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'751);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'762);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'773);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'784);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'795);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'808);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'900);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'922);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'955);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'966);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'988);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'184'999);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'185'016);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'185'038);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'185'049);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'185'050);

 DNA-Spur Wattetupfer (Asservat-Nr. A016'186'382);

 DNA-Spur Wattetupfer (Asservat-Nr. A016'186'393);

 DNA-Spur Wattetupfer (Asservat-Nr. A016'186'484);

-   14   -

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'215'795);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'215'831);

 Daktyloskopische-Spur (Asservat-Nr. A016'215'886).

7. Die Privatklägerin 1 und die Privatklägerin 2 werden mit ihren Schadenersatzbegehren 

auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.

8. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:

CHF 1'200.– ; die weiteren Kosten betragen:

CHF 1'300.–   Gebühr für das Vorverfahren,

CHF 3'570.–   Auslagen Vorverfahren (Gutachten).

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.

9. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschul-

digten zu 1/2 auferlegt und zu 1/2 auf die Gerichtskasse genommen.

10. (Mitteilungen)

11. (Rechtsmittel)."

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.

Es wird erkannt:

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der geringfügigen Sachbeschädigung 

im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB.

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Busse von Fr. 500.–.

3. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen.

4. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'600.–. 

5. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden zur Hälfte dem Beschuldigten 

auferlegt und im Übrigen auf die Gerichtskasse genommen.

-   15   -

6. Dem Beschuldigten wird eine reduzierte Prozessentschädigung von 

Fr. 1'900.– für die Kosten seiner erbetenen Verteidigung im Berufungs-

verfahren zugesprochen. 

Das Verrechnungsrecht des Staates bleibt vorbehalten.

7. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an

 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten 
(übergeben)

 die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl (versandt)
 die Privatklägerin B._____ AG, z.Hd. D._____, (versandt) 

(Eine begründete Urteilsausfertigung gemäss Art. 84 Abs. 4 StPO wird 
der Privatklägerin nur zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach 
Erhalt des Dispositivs verlangt.) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an

 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
 die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälliger 

Rechtsmittel an

 die Vorinstanz
 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA zur Entfernung der Daten gemäss 

Art. 32 Abs. 1 StReG mittels Kopie von Urk. 38. 

8. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 Lau-

sanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen 

Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.

-   16   -

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 7. Dezember 2023

Der Präsident:

lic. iur. Ch. Prinz

Die Gerichtsschreiberin:

MLaw A. Jacomet