# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 37d620ea-7fd0-5638-b22e-4627c394c315
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-09-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.09.2010 E-6271/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6271-2010_2010-09-24.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-6271/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 4 .  S e p t e m b e r  2 0 1 0

Einzelrichter Kurt Gysi, 
mit Zustimmung von Richter Martin Zoller;
Gerichtsschreiberin Barbara Balmelli.

A._______,
Sri Lanka,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Einreisebewilligung und Asylgesuch aus dem Ausland; 
Verfügung des BFM vom 21. Juli 2010 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-6271/2010

Sachverhalt:

A.
Mit englischsprachiger Eingabe vom 3. Februar 2010 an die Schwei-

zerische Botschaft in Colombo suchte der Beschwerdeführer um Asyl 

in der Schweiz nach.

Zur  Begründung  führte  der  Beschwerdeführer  aus,  er  sei  politisch 
aktiv. Als B._______ der Ceylon Jewel Workers Union (CJWU) habe er 

anlässlich der Präsidentschaftswahlen aktiv General Sarath Fonseka 

unterstützt.  Zudem sei  er  als  Mitglied der Democratic Peoples Front 

Verantwortlicher seines Distriktes gewesen. Er sei des-halb in grosser 

Gefahr.

Als Beweismittel reichte der Beschwerdeführer - jeweils in Kopie - ein 
Bestätigungsschreiben der Democratic Peoples Front vom 12. Januar 
2010,  eine Bestätigung der USAID vom 23. Februar  2008 sowie ein 
Schreiben  des  National  Democratic  Institute  (NDI)  vom 11. Februar 
2008 zu den Akten.

B.
Mit  Schreiben  vom  9.  Februar  2010  forderte  die  Botschaft  den  Be-

schwerdeführer  -  sofern  er  am Gesuch  festhalte  -  auf,  noch  offene 

Fragen  zu  beantworten  und  allfällige  Beweismittel  einzureichen  be-

ziehungsweise zu bezeichnen. 

C.
Der  Beschwerdeführer  antwortete  innert  der  angesetzten  Frist  mit 

Schreiben vom 8.  März 2010  und führte aus,  er  engagiere sich seit 

1999  in  verschiedenen  sozialen  Bereichen.  Deshalb  sei  er  von  der 

Special Task Force (STF) im April 2000 so sehr bedroht worden, dass 

er vorübergehend im Versteckten habe leben müssen. Ab 2003 habe 

er  mit  der  Eastern  University  zusammengearbeitet,  um  eine  junge, 

demokratische Gesellschaft aufzubauen. Er habe mehrere Workshops 

in  C._______  und  D._______  abgehalten.  Deshalb  sei  er  von 

bewaffneten  Gruppierungen,  welche  vom  Staat  unterstützt  worden 

seien, gesucht worden. Auch sei er mit dem Tod bedroht, und es seien 

ihm alle  Dokumente abgenommen worden.  Er  habe verschiedentlich 

versucht,  sich  bei  der  Polizei  zu  beschweren,  indes  seien  seine 

Vorbringen nicht gehört worden. Deshalb habe er sich an das Office of  

Sri  Lanka Human Rights gewendet.  Am 14.  Mai  2005 sei er  der  Sri  

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Lanka  United  Tamil  Front  beigetreten.  In  Zusammenarbeit  mit  der 

Eastern  University  habe  er  am  13.  und  14.  Mai  2006 

Trainingworkshops geleitet. Am folgenden Tag sei er deshalb von der 

Tamil  Makkal  Viduthakai  Pulikal  (TMVP)  zu  Hause  gesucht  worden. 

Am 5. Januar 2008 sei er von der TMVP aufgefordert worden, in ihrem 

Büro zu erscheinen. Er sei der Aufforderung nicht nachgekommen und 

habe sich versteckt. In der Folge sei er von der TMVP mehrmals zu 

Hause gesucht worden. Er sei jeweils nur dem Tod entgangen, weil er 

sich zum massgeblichen Zeitpunkt nicht daheim aufgehalten habe. Im 

Jahre 2008 habe er im Zusammenhang mit den Wahlen verschiedene 

Trainings  geleitet.  Während  den  Präsidentschaftswahlen  habe  er 

General  Sarath  Foneseka  unterstützt.  Sodann  sei  er  für  die 

Democratic  Peoples  Front  als  Wahlkampforganisator  im  Einsatz 

gewesen. Aufgrund seiner Tätigkeiten habe er ab dem 28. Dezember 

2009  seiner  Arbeit  nicht  mehr  nachgehen  können.  Er  sei  deshalb 

entlassen worden. Er habe sich erneut versteckt und mehrmals seinen 

Aufenthaltsort gewechselt.  

Als Beweismittel reichte der Beschwerdeführer  - jeweils in Kopie - eine 

Bestätigung der Eastern University vom 4. Mai 2006, drei Vorlandun-

gen der  TMVP vom 15.  Mai  2006,  3.  Januar  2008 und 10.  Februar 

2008,  ein  Schreiben  des  NDI  vom  21.  November  2007,  ein  Rund-

schreiben  der  CJWU  vom  28.  Dezember  2009,  ein  Beschwerde-

schreiben an das Ministry  of  Defence vom 17.  April  2000,  eine Be-

schwerde gegen die STF vom Juni  2000,  ein Schreiben der  Human 

Rights Commission for Sri Lanka vom 24. April 2007, eine Anmeldung 

beim All Ceylon Tamil Pront vom 14. Mai 2005, ein Dankesschreiben, 

ein  Schreiben  des  Disaster  Management  Centre  (DMC)  betreffend 

Pflichtvernachlässigung  vom  1.  Februar  2010,  ein  Entlassungs-

schreiben des DMC vom 19. Februar 2010, ein Bestätigungsschreiben 

des  Friedensrichters  vom  3.  März  2010  und  ein  Schreiben  der 

Annamalai Hindu Arts Society vom 6. März 2010 zu den Akten.

D.
Die Schweizerische Botschaft hörte den Beschwerdeführer am 31. Mai 

2010  zu  den  Asylgründen  an.  Im  Wesentlichen  machte  der  Be-

schwerdeführer  dabei  geltend,  er  stamme  aus  E._______.  In  den 

90iger  Jahren  seien  viele  Menschen  aus  E._______  vertrieben 

worden.  Zusammen  mit  seiner  Mutter  habe  er  sich  deshalb  nach 

Colombo  begeben.  Bis  1996  habe  er  dort  gelebt  und  die  Schulen 

besucht, dann sei er nach E._______ zurückgekehrt und habe dort bis 

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ins Jahre 2006 als Goldschmied gearbeitet. Im November 2006 sei er 

zum  Disaster  Management  District  Assistant  Cordinator  ernannt 

worden.  Im folgenden Jahr sei er zudem zum B._______ der CJWU 

gewählt  worden.  Zusammen  mit  der  Union  habe  er  anlässlich  der 

Präsidentschaftswahlen  Sarath  Fonseka   unterstützt.  Als 

Districtorganisator  der  Democratic  Peoples  Front  habe  er  sodann 

verschiedene Workshops abgehalten. Dabei habe er festgestellt, dass 

die Leute auf ihn hören würden. Aus diesem Grund sei F._______ von 

der TMVP persönlich bei ihm zu Hause aufgetaucht und habe ihm mit  

dem Tod gedroht sowie seine Schwester bedroht. In der Folge sei er 

oft telefonisch bedroht worden. Seit Januar 2010 lebe er deshalb bei 

einem Freund im Versteckten in D._______ und organisiere von dort 

aus  weiter  die  Wahlhilfe.  Bisher  habe  ihn  die  TMVP  an  seinem 

Aufenthaltsort nicht ausfindig machen können. Am 3. April 2010 habe 

F._______  die  Bibliothek  der  CJWU  aufgesucht,  Bücher  in  Brand 

gesetzt und seine Übergabe gefordert. 

E.
Mit Schreiben vom 25. Mai 2010 (Eingangsstempel Botschaft: 4. Juni 

2010) wandte sich der Beschwerdeführer an die Schweizer Botschaft.

F.
Am  1.  Juni  2010  überwies  die  Botschaft  das  Dossier  des  Be-

schwerdeführers  dem  BFM  zur  weiteren  Bearbeitung  und  zum  Ent-

scheid.

G.

Mit  Verfügung  vom  21.  Juni  2010  verweigerte  das  BFM  dem  Be-

schwerdeführer die Einreise in die Schweiz und lehnte das Asylgesuch 

ab.  Mit  Schreiben vom 4.  August  2010 leitete die Botschaft  die Ver -

fügung an den Beschwerdeführer weiter.

H.
Mit  an die Botschaft  in  Colombo gerichteter  englischsprachiger  Fax-

eingabe  vom  26.  August  2010  zu  Handen  des  Bundesverwaltungs-

gerichts  beantragt  der  Beschwerdeführer  sinngemäss die Aufhebung 

der  vorinstanzlichen  Verfügung.  Die  Beschwerde  ging  am 

3. September 2010 beim Bundesverwaltungsgericht ein.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungs-
gericht  Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Bundes-
gesetzes  vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 
VGG und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts. 
Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG 
liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist  daher zuständig für 
die  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf 
dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom 
26. Juni 1998  [AsylG,  SR 142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundes-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 

1.2 Die  Beschwerde  ist  einerseits  nicht  in  einer  Amtssprache  des 
Bundes (vgl. Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 33a VwVG und Art. 70 Abs. 1 

der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom 

18. April 1999 [BV, SR 101]) abgefasst, andererseits enthält sie keine 

Orginalunterschrift  des  Beschwerdeführers.  Auf  die  Ansetzung  einer 

Frist  zur  Beschwerdeverbesserung im Sinne von Art.  52 VwVG kann 

vorliegend aus prozessökonomischen Gründen verzichtet werden. Die 

Urheberschaft  der  Eingabe ergibt  sich aus der  angeführten Adresse 

sowie insbesondere der Referenznummer des Verfahrens,  welche in 

der  Eingabe  wiedergegeben  wird.  Sodann  sind  nach  erfolgter  amt-

licher  Übersetzung die Rechtsmittelanträge bekannt  und hinreichend 

begründet.  Der  vorliegende  Entscheid  ergeht  in  deutscher  Sprache 

(vgl. Art. 33a Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 37 VGG).

1.3 Der Beschwerdeführer hat  am Verfahren vor  der  Vorinstanz teil-
genommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt, 

hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungs-

weise Änderung und ist daher zur Einreichung der Beschwerde legiti -

miert.  Auf  die  frist-  und  abgesehen  von  den  unter  E.1.2  erwähnten 

Mängeln  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  ist  somit  einzutreten 

(Art. 108 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 

und Art. 52 VwVG).

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2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
3.1 Über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden  wird  in  einzel-
richterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters be-
ziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art.  111  Bst. e 
AsylG). Wie  nachstehend aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um 
eine  solche,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).

3.2 Gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  wurde  vorliegend  auf  die 
Durchführung des Schriftenwechsels verzichtet.

4.  
4.1 Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person an-
erkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zu-
letzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit 
zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen 
Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken (Art. 3 AsylG).

4.2 Das BFM kann  ein  im Ausland gestelltes  Asylgesuch  ablehnen, 
wenn die asylsuchenden Personen keine Verfolgung glaubhaft machen 
können  oder  ihnen  die  Aufnahme  in  einem  Drittstaat  zugemutet 
werden kann. Vorbringen sind glaubhaft  gemacht,  wenn die Behörde 
ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben 
hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vorbringen,  die  in  wesentlichen 
Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich  sind,  den 
Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich  auf  gefälschte  oder 
verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (vgl.  Art.  3,  Art.  7  und 
Art. 52 Abs. 2 AsylG).

4.3 Gemäss  Art.  20  Abs.  2  AsylG  bewilligt  das  Bundesamt 
Asylsuchenden die Einreise  zur  Abklärung des Sachverhaltes,  wenn 
ihnen  nicht  zugemutet  werden kann,  im Wohnsitz-  oder  Aufenthalts-

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staat zu bleiben oder in ein anderes Land auszureisen. Gestützt auf 
Art.  20  Abs.  3  AsylG  kann  das  Eidgenössische  Justiz-  und 
Polizeidepartement (EJPD) schweizerische Vertretungen ermächtigen, 
Asylsuchenden die Einreise zu bewilligen, die glaubhaft machen, dass 
eine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben oder für die Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG bestehe.

4.4 Bei  diesem  Entscheid  gelten  für  die  Erteilung  einer 
Einreisebewilligung restriktive Voraussetzungen, wobei den Behörden 
ein  weiter  Ermessensspielraum  zukommt.  Neben  der  erforderlichen 
Gefährdung  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG  sind  namentlich  die 
Beziehungsnähe zur  Schweiz,  die  Möglichkeit  der  Schutzgewährung 
durch einen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu anderen Staaten, 
die  praktische  Möglichkeit  und  objektive  Zumutbarkeit  zur  ander-
weitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Eingliederungs- und 
Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen (vgl. Entscheidungen 
und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission 
[EMARK] 1997 Nr. 15 E. 2.e.- g. S. 131 ff.; die dort akzentuierte Praxis 
hat nach bloss redaktionellen Änderungen bei der letzten Totalrevision 
des Asylgesetzes nach wie vor Gültigkeit).

5.  
5.1 In  der  angefochtenen  Verfügung  wird  ausgeführt,  bei  den  vom 

Beschwerdeführer  durch die STF im Jahre 2000 und den durch der 

Regierung  nahestehende  Gruppierungen  im  Jahre  2004  erlittenen 

Beeinträchtigungen handle es sich um keine Verfolgung, welche heute 

noch  andaure.  Der  Beschwerdeführer  sei  diesbezüglich  daher  nicht 

auf den Schutz der Schweiz angewiesen. 

Zur geltend gemachten Unterstützung der CJWU für Sarath Fonseka 

während  den  Präsidentschaftswahlen  im  Januar  2010  und  der  Ver-

folgung durch F._______ sowie die TMVP führt  das BFM weiter aus,  

bei  F._______  handle  es  sich  um  einen  Lokalkommandanten,  der 

relativ  unabhängig  in  C._______  seine  Macht  ausübe.  Es  sei  indes 

nicht  davon  auszugehen,  dass  der  Beschwerdeführer  in  einem 

anderen Landesteil durch diesen Kommandanten gefährdet sei, zumal 

die militanten Gruppierungen in ganz Sri Lanka an Einfluss verlieren 

würden.  Die  TMVP  habe  sich  zwischenzeitlich  als  politische  Partei 

etabliert  und agiere nicht mehr als militante Gruppierung. Zudem sei 

darauf  hinzuweisen,  dass  der  Beschwerdeführer  keine  Probleme 

hatte, von D._______ nach Colombo an die Befragung zu reisen. Auch 

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sei  er  nie durch die srilankischen Behörden behelligt  worden,  mithin 

sei eine landesweite Verfolgung ausgeschlossen.  Ferner verfüge der 

Beschwerdeführer in Colombo über ein Beziehungsnetz und stamme 

aus einer wohlhabenden Familie, was die Wohnsitznahme in Colombo 

vereinfachen dürfte. Den geltend gemachten lokalen beziehungsweise 

regionalen Benachteiligungen könne sich der Beschwerdeführer daher 

durch  einen  Wegzug  in  einen  anderen  Teil  seines  Heimatlandes 

entziehen.

Sodann  würden  erhebliche  Zweifel  an  der  geltend  gemachten  Ver-

folgung aufgrund der Unterstützung von Sarath Fonseka bestehen. Im 

Bestätigungsschreiben des Friedensrichters vom 3. März 2010 werde 

entgegen den Aussagen des Beschwerdeführers festgehalten, dass er 

von  illegalen  bewaffneten  Gruppierungen  verfolgt  werde.  Bei  der 

TMVP handle  es  sich  indes um eine legale  Partei.  Weiter  habe der 

Beschwerdeführer  die  Parlamentswahlen  auf  Januar  2010  datiert, 

obwohl  diese  erst  im  April  2010  stattgefunden  hätten.  Schliesslich 

könne aufgrund der  vom Beschwerdeführer  geltend gemachten viel-

fältigen  Tätigkeiten  nicht  davon  ausgegangen  werden,  dass  er  sich 

dauernd versteckt gehalten habe. Vor diesem Hintergrund wäre es für 

die  TMVP kein  Problem gewesen,  den Beschwerdeführer  zu  finden, 

wenn  sie  tatsächlich  an  seiner  Person  interessiert  gewesen  wäre. 

Auch sei das geltend gemachte Interesse von F._______ an ihm nicht 

nachvollziehbar.  Anlässlich der Präsidentschaftswahlen habe er zwar 

den Oppositionskandidaten unterstützt. Schliesslich handle es sich bei 

der  Gewerkschaft  um eine eher  kleine Organisation,  deren anderen 

Mitgliedern  nichts  passiert  sei.  Hätte  F._______  tatsächlich  ein 

Interesse an den Aktivitäten des CJWU gehabt, sei anzunehmen, dass 

er  auch  andere  Mitglieder  behelligt  hätte,  nachdem  er  den  Be-

schwerdeführer nicht gefunden habe. 

5.2 In der Rechtsmitteleingabe führt der Beschwerdeführer aus, er sei 

in ernsthafter Gefahr und müsse daher im Versteckten leben.

5.3 Der Beschwerdeführer macht geltend, er werde nach wie vor von 
F._______ und  der  TMVP bedroht. Wie  bereits  das  BFM in  der  an-
gefochtenen Verfügung festgestellt hat, handelt es sich bei F._______ 
um  einen  ehemaligen  Lokalkommandanten,  der  bis  ins  Jahr  2009 
insbesondere  in  der  Gegend  von  C._______  seine  Macht  ausübte. 
Was sodann  die  TMVP anbelangt,  ist  festzustellen,  dass  sich  diese 
Organisation heute als  politische Partei  etabliert  hat  und nicht  mehr 

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als militante Gruppe agiert. Vor diesem Hintergrund ist mit dem BFM 
zu schliessen, dass die geäusserten Befürchtungen des Beschwerde-
führers  vor  weiteren  Belästigungen  durch  F._______  wie  durch  die 
TMVP wenig wahrscheinlich sind. Dieser Schluss trifft umso mehr zu, 
als der Beschwerdeführer in seinen letzten Eingaben keine aktuellen 
Behelligungen seitens von F._______ sowie der TMVP mehr anführte. 
Vielmehr  nannte  er  in  der  Eingabe  von  15.  Juli  2010  neu  zwei 
Personen, welche offenbar einer regionalen bewaffneten Gruppierung 
angehören  würden.  Indes  unterlässt  es  der  Beschwerdeführer 
gänzlich,  diese  angeblichen  Bedrohungen  auch  nur  ansatzweise  zu 
konkretisieren, weshalb darauf nicht weiter einzugehen ist. 

Weiter ist generell festzustellen, dass die allgemeine Situation für die 
Tamilen insbesondere im Norden und Osten Sri Lankas während des 
langjährigen Bürgerkriegs sehr schwierig war. Namentlich gab es eine 
Vielzahl von Gewaltereignissen, Entführungen und „Killings“. Insoweit 
ist  es  durchaus  denkbar,  dass  der  Beschwerdeführer  in  der  Ver-
gangenheit  von  Unbekannten  belästigt  und  auch  bedroht  wurde. 
Allerdings  kommt  solchen  Belästigungen  bereits  aufgrund  ihrer 
mangelnden Intensität kein Verfolgungscharakter im Sinne von Art. 3 
AsylG zu. Hinzu kommt,  dass sich die allgemeine Sicherheitslage in 
Sri  Lanka  in  jüngster  Zeit  sukzessive  verbessert  hat.  Namentlich 
können  sich  die  Tamilen  im  Land  freier  bewegen,  wurden  wichtige 
Verbindungswege wieder dem Verkehr übergeben und das restriktive 
Passsystem  für  Aus-  und  Einreisen  nach  Jaffna  abgeschafft.  Vor 
diesem Hintergrund  und  insbesondere  der  Tatsache,  dass  dem Be-
schwerdeführer  seit  längerer  Zeit  trotz  angeblich  immer  wieder-
kehrender (Todes)drohungen nichts Nachteiliges im Sinne von Art. 3 
AsylG  widerfahren  ist,  ist  davon  auszugehen,  dass  er  in  seiner 
Heimatregion  keine  asylrelevanten  Verfolgungsmassnahmen  zu  be-
fürchten hat. Überdies genügt die Angst vor einer allfällig künftig mög-
lichen Bedrohung allein nicht, um auf das Vorliegen einer begründeten 
Furcht vor künftiger Verfolgung zu schliessen.

Schliesslich  vermag  der  Beschwerdeführer  mit  den  weiteren  Aus-
führungen  in  der  Rechtsmitteleingabe  nicht  substanziiert  darzutun, 
inwiefern das BFM zu Unrecht geschlossen habe, er sei nicht schutz-
bedürftig im Sinne des Asylgesetzes, und es sei ihm deshalb die Ein -
reise  zu  bewilligen.  Um  Wiederholungen  zu  vermeiden,  kann  voll-
umfänglich  auf  die  zutreffenden  Erwägungen  in  der  angefochtenen 
Verfügung verwiesen werden.

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5.4 Dem Beschwerdeführer ist es somit nicht gelungen, eine aktuelle 
und unmittelbare Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG beziehungs-
weise konkrete  Hinweise auf  eine künftige,  asylrelevante  Verfolgung 
und eine damit  einhergehende,  begründete  Verfolgungsfurcht  darzu-
tun.  Ein  weiterer  Verbleib  im  Heimatland  ist  ihm deshalb  zumutbar. 
Das BFM hat demnach dem Beschwerdeführer zu Recht die Einreise 
in die Schweiz nicht bewilligt und sein Asylgesuch abgelehnt.

6.  
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art.  106 AsylG). Die Be-
schwerde ist daher abzuweisen. 

7.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich 
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus ver-
waltungsökonomischen  Gründen  sowie  in  Anwendung  von  Art.  63 
Abs. 1  in  fine  VwVG und  Art.  2  und  6  Bst. b  des  Reglements  vom 
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) ist vorliegend jedoch auf 
die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und (...).

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Kurt Gysi Barbara Balmelli

Versand: 

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