# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0eb9359d-8e19-54a3-8ee4-a612233805fb
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-10-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.10.2009 D-7591/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7591-2007_2009-10-20.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-7591/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 0 .  O k t o b e r  2 0 0 9

Richter Robert Galliker (Vorsitz), 
Richter Thomas Wespi, Richter Fulvio Haefeli;
Gerichtsschreiber Matthias Jaggi.

A._______, geboren (...),
Äthiopien,
vertreten durch lic. iur. Matthias Münger, 
Berner Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende, 
(...),
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 11. Oktober 2007 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-7591/2007

Sachverhalt:

A.
Die  Mutter  der  Beschwerdeführerin  (B._______,  N  [...]),  die  am  1. 
Dezember 2006 in der Schweiz als Flüchtling anerkannt worden war, 
stellte  am  25.  Januar  2007  in  der  Schweiz  ein  Gesuch  um  Famili-
enzusammenführung mit  der Beschwerdeführerin. Mit  Verfügung des 
BFM vom 8. August 2007 wurde der Beschwerdeführerin die Einreise 
in die Schweiz zwecks Familienvereinigung bewilligt, woraufhin die Be-
schwerdeführerin am 4. September 2007 in die Schweiz einreiste und 
am 10. September 2007 im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) 
C._______ ein Asylgesuch stellte. Dazu wurde sie vom BFM am 13. 
September 2007 im EVZ C._______ befragt und am 3. Oktober 2007 
in D._______ angehört. 

B.
Anlässlich der Befragung und der Anhörung machte die Beschwerde-
führerin im Wesentlichen geltend, sie sei äthiopische Staatsangehöri-
ge und am (...) geboren worden. Als sie sieben Jahre alt gewesen sei, 
sei ihre Mutter - wie alle Eritreer damals - nach Eritrea ausgewiesen 
worden.  Sie  habe  anschliessend  bei  einer  Freundin  der  Mutter 
beziehungsweise bei ihrem Vater und dessen neuen Frau gelebt. Weil 
sie  wegen  der  eritreischen  Herkunft  ihrer  Mutter  in  der  Schule 
diskriminiert  und  in  ihrem Wohnquartier  von  den  Leuten  beschimpft 
worden  sei,  habe  sie  auf  Veranlassung  ihrer  in  Dubai  wohnenden 
Schwester  beschlossen, Äthiopien zu verlassen. Da sie damals min-
derjährig gewesen sei, hätte sie eigentlich die Reise nach Dubai nicht 
antreten können. Durch Bestechung habe sie sich jedoch einen Reise-
pass  mit  dem  Geburtsdatum  (...)  ausstellen  lassen  können.  Im 
Sommer  2006  habe  sie  schliesslich  nach  Dubai  zu  ihrer  Schwester 
und ihrem Schwager reisen können, um als Hausmädchen zu arbeiten. 
Dort sei sie jedoch von ihrem Schwager immer wieder sexuell belästigt 
worden, weshalb sie sich ihrer Mutter anvertraut habe, die in der Folge 
ein Gesuch um Familienzusammenführung gestellt habe.

Anlässlich der Einreichung ihres Asylgesuches reichte die Beschwer-
deführerin  einen auf  ihren Namen ausgestellten äthiopischen Reise-
pass sowie ein Flugticket den Asylbehörden ein.

C.
Die Vorinstanz stellt mit Verfügung vom 11. Oktober 2007 - eröffnet am 

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folgenden Tag - fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlingsei-
genschaft  nicht,  und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig  ordnete 
das  BFM die  Wegweisung der  Beschwerdeführerin  aus der  Schweiz 
an, wobei es den Vollzug wegen Unzumutbarkeit zu Gunsten einer vor-
läufigen Aufnahme aufschob.

Das BFM lehnte das Asylgesuch im Wesentlichen mit der Begründung 
ab,  dass  es  sich  bei  den von der  Beschwerdeführerin  geschilderten 
Vorbringen, wonach sie in Äthiopien wegen ihrer eritreischen Abstam-
mung in der Schule diskriminiert beziehungsweise von den Leuten im 
Quartier  als  Eritreerin  beschimpft  worden  sei,  um keine  ernsthaften 
Nachteile  im  Sinne  des  Asylgesetzes  handle,  die  einen  Verbleib  im 
Heimatland verunmöglicht oder in unzumutbarer Weise erschwert hät-
ten. Bezüglich der von der Beschwerdeführerin geltend gemachten se-
xuellen Belästigung von Seiten des Schwagers sei zu bemerken, dass 
eine asylrelevante Gefährdung im Land des letzten Aufenthaltes nur 
bei staatenlosen Gesuchstellern zu prüfen sei. Die Beschwerdeführe-
rin sei jedoch nicht staatenlos, sondern äthiopische Staatangehörige. 
Zudem würden keine Hinweise auf eine asylrechtlich relevante Verfol-
gung in Äthiopien bestehen, weshalb es der Beschwerdeführerin mög-
lich  gewesen  wäre,  sich  den  Belästigungen  ihres  Schwagers  durch 
eine Rückkehr in ihren Heimatstaat zu entziehen, weswegen auch die-
ses Vorbringen keine Asylrelevanz zu entfalten vermöge. Zur behaup-
teten Minderjährigkeit  der Beschwerdeführerin sei  festzustellen, dass 
ihre Erklärung,  wonach sie sich ihren Reisepass mit  einem um zwei 
Jahre älteren Geburtsdatum habe ausstellen lassen, da sie ansonsten 
im Sommer 2006 als Minderjährige ihre Reise nach Dubai nicht hätte 
antreten können, nicht zu überzeugen vermöge, da sie zum Zeitpunkt 
ihrer Ausreise nach Dubai Mitte 2006 gemäss dem Geburtsdatum in 
ihrem Pass immer noch minderjährig gewesen sei. Infolgedessen hätte 
die  auf  den  (...)  lautende  Änderung  ihres  Alters  kaum  einen  Sinn 
gemacht.  Im  Weiteren  habe  die  Mutter  der  Beschwerdeführerin 
anlässlich ihrer Erstbefragung vom 4. Juli  2003 angegeben, dass die 
Beschwerdeführerin vierzehn Jahre alt sei, weshalb davon ausgegan-
gen werden müsse, dass die Beschwerdeführerin heute 18 Jahre alt 
sei. Schliesslich sei darauf hinzuweisen, dass der von der Beschwer-
deführerin eingereichte Reisepass prima facie keine Fälschungsmerk-
male aufweise, weshalb auch deshalb von der Richtigkeit des dort auf-
geführten Alters beziehungsweise von der Volljährigkeit der Beschwer-
deführerin auszugehen sei. Angesichts dieser Erwägungen stehe so-
mit fest, dass die Beschwerdeführerin am (...) geboren worden und bei 

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ihrer am 4. September 2007 erfolgten Einreise in die Schweiz volljährig 
gewesen  sei.  Gemäss  Rechtsprechung  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission  (ARK)  sei  für  den  Einbezug  minderjähriger 
Kinder  in  die  Flüchtlingseigenschaft  ihr  Alter  im  Zeitpunkt  ihrer 
Einreise in die Schweiz massgeblich. Da die volljährige Beschwerde-
führerin die Voraussetzungen gemäss Art. 52 Abs. 1 des Asylgesetzes 
vom 26. Juni 1998 (AsylG,  SR 142.31)  somit  nicht  erfülle,  könne sie 
nicht  in  die  Flüchtlingseigenschaft  ihrer  Mutter  einbezogen  werden. 
Die Vorbringen der Beschwerdeführerin hielten daher den Anforderun-
gen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht stand. Für 
die weitere Begründung wird auf die Verfügung der Vorinstanz verwie-
sen. 

D.
Mit Beschwerde vom 10. November 2007 (Poststempel) an das Bun-
desverwaltungsgerichts liess die Beschwerdeführerin beantragen, sie 
sei gemäss Art. 51 Abs. 1 AsylG als Flüchtling anzuerkennen und es 
sei ihr in der Schweiz Asyl zu gewähren. Eventualiter sei sie gemäss 
Art. 51 Abs. 2 AsylG als Flüchtling anzuerkennen und es sei ihr in der 
Schweiz Asyl zu gewähren. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde um 
Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  sowie  um Verzicht  auf 
die Erhebung eines Kostenvorschusses ersucht.

Zur Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, es sei unbestrit-
ten, dass die Beschwerdeführerin zum Zeitpunkt der Einreichung des 
Gesuchs um Familienvereinigung am 25. Januar 2007 erst 17 Jahre alt 
und damit noch minderjährig gewesen sei. Es treffe zwar zu, dass ge-
mäss Rechtsprechung der ARK für den Einbezug minderjähriger Kin-
der in die Flüchtlingseigenschaft ihr Alter im Zeitpunkt der Einreise in 
die Schweiz massgeblich sei. Wolle man jedoch der ratio legis von Art. 
51  Abs.  1  AsylG  gerecht  werden,  müsse  diese  Rechtsprechung  im 
Punkt massgeblicher Zeitpunkt für den Einbezug Minderjähriger geän-
dert  werden. Wenn verlangt  werde, dass das Kind der als Flüchtling 
anerkannten Person zum Zeitpunkt der Einreise noch nicht achtzehn 
jährig sei,  so werde auf  diesem Weg eine Voraussetzung eingeführt, 
die vom Gesetz nicht so vorgesehen sei. Es sei klar, dass die Behör-
den die Glaubhaftigkeit betreffend Identität und Verwandschaftsverhält-
nis  abklären  müssten.  Die  Dauer  dieser  Abklärungen  dürften  aber 
nicht  dazu  führen,  dass  die  anspruchsberechtigten  Personen  ihre 
Rechte verlieren. Genau dies sei jedoch im vorliegenden Fall gesche-
hen. Daher müsse für den Einbezug Minderjähriger der Zeitpunkt der 

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Gesuchseinreichung massgeblich sein. Es könne nicht  im Sinne von 
Art. 51  Abs. 1  AsylG sein,  dass  minderjährige  Flüchtlingskinder,  die 
sich noch im Ausland befinden würden, schlechter gestellt  seien, als 
jene, die zusammen mit ihren Eltern in die Schweiz eingereist seien. 
Falls  das  Gericht  an  seiner  bisherigen  Praxis  festhalte,  so  sei  zu 
prüfen,  ob vorliegend besondere Gründe für  die Familienvereinigung 
gemäss Art. 51 Abs. 2 AsylG gegeben seien. Für die weitere Begrün-
dung wird auf die Beschwerdeschrift verwiesen. 

E.
Mit Zwischenverfügung vom 28. November 2007 teilte der Instruktions-
richter  des  Bundesverwaltungsgerichts  der  Beschwerdeführerin  mit, 
über das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im 
Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021)  werde  im 
Endentscheid befunden. Gleichzeitig verzichtete er  auf die Erhebung 
eines Kostenvorschusses und lud die Vorinstanz zur Einreichung einer 
Vernehmlassung bis zum 11. Dezember 2007 ein. 

F.
Mit  Eingabe  vom  28.  November  2007  (Poststempel)  liess  die  Be-
schwerdeführerin  durch  ihren  Rechtsvertreter  eine  Fürsorgebestäti-
gung, datiert vom 22. November 2007, zu den Akten reichen. 

G.
Mit Vernehmlassung vom 10. Dezember 2007 hielt  die Vorinstanz an 
ihrem Standpunkt fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. 

H.
Mit Zwischenverfügung vom 13. Dezember 2007 gab der Instruktions-
richter des Bundesverwaltungsgerichts der Beschwerdeführerin Gele-
genheit, bis zum 28. Dezember 2007 zu replizieren. 

I.
Mit Eingabe vom 27. Dezember 2007 nahm die Beschwerdeführerin - 
handelnd  durch  ihren  Rechtsvertreter  -  zur  Vernehmlassung  der 
Vorinstanz Stellung.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt  Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5  VwVG. Das BFM 
gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorins-
tanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende 
Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesver-
waltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegen-
den  Beschwerde  und  entscheidet  in  diesem  Bereich  endgültig 
(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Die  Be-
schwerdeführerin ist durch die angefochtene Verfügung besonders be-
rührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung bezie-
hungsweise Änderung. Die  Beschwerdeführerin  ist  daher  zur  Einrei-
chung der Beschwerde legitimiert  (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1, 
Art. 50 und Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.  
In der Beschwerde vom 10. November 2007 wird einzig das Begehren 
gestellt,  die  Beschwerdeführerin  sei  gemäss  Art.  51  Abs.  1  AsylG, 
eventualiter gemäss Art. 51 Abs. 2 AsylG als Flüchtling anzuerkennen 
und ihr in der Schweiz Asyl zu gewähren. Das Bundesverwaltungsger-
icht ist einerseits zur Rechtsanwendung von Amtes wegen verpflichtet. 
Andererseits besagt das Rügeprinzip, dass die Rechtsmittelinstanz nur 
die von den Parteien geltend gemachten Rechtsverletzungen und tat-
sächlichen Einwände prüfen muss oder darf (vgl. ULRICH HÄFELIN/GEORG 
MÜLLER/FELIX UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht,  5.  Aufl.,  Zürich 
2006, Rz. 1632). Demnach ist die Rechtspflegeinstanz nicht gehalten, 
von sich aus  nach allen  erdenklichen Rechtsfehlern  zu  suchen. Aus 
diesem Grund ist vorliegend nicht zu überprüfen, ob die Vorinstanz in 
der  angefochtenen Verfügung zu Recht  zum Schluss  gekommen ist, 
dass  die  Vorbringen  der  Beschwerdeführerin  den  Anforderungen  an 
die Flüchtlingseigenschaft  gemäss Art. 3 AsylG nicht standhalten. Im 

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Folgenden ist daher einzig Prüfungsgegenstand, ob die Beschwerde-
führerin  gestützt  auf  Art.  51  AsylG  als  Flüchtling  hätte  anerkannt 
werden und ihr hätte Asyl gewährt werden müssen.

4.  
4.1
4.1.1 Gemäss Art. 51 Abs. 1 AsylG werden Ehegatten, eingetragene 
Partnerinnen  oder  Partner  von  Flüchtlingen  und  ihre  minderjährigen 
Kinder als Flüchtlinge anerkannt und erhalten Asyl, wenn keine beson-
deren Umstände dagegen sprechen. Da die Mutter der Beschwerde-
führerein  am 1. Dezember  2006 in  der  Schweiz als  Flüchtling  aner-
kannt  und  ihr  Asyl  gewährt  wurde,  hat  die  Beschwerdeführerin  An-
spruch darauf, auch als Flüchtling anerkannt zu werden und Asyl zu 
erhalten, falls sie im massgeblichen Zeitpunkt gemäss Art. 51 Abs. 1 
AsylG minderjährig war. 

4.1.2 Die Vorinstanz  führte  in  der  angefochtenen Verfügung aus,  es 
stehe fest, dass die Beschwerdeführerin am (...) geboren worden und 
somit  bei  ihrer  am  4.  September  2007  erfolgten  Einreise  in  die 
Schweiz volljährig gewesen sei. Gemäss Rechtsprechung der ARK sei 
für den Einbezug minderjähriger Kinder in die Flüchtlingseigenschaft 
ihr Alter im Zeitpunkt ihrer Einreise in die Schweiz massgeblich. Da die 
volljährige  Beschwerdeführerin  die  Voraussetzungen  gemäss  Art.  52 
Abs.  1  AsylG  somit  nicht  erfülle,  könne  sie  nicht  in  die  Flücht-
lingseigenschaft  ihrer Mutter  einbezogen werden. In der Beschwerde 
wurde demgegenüber vorgebracht, dass unbestritten sei, dass die Be-
schwerdeführerin zum Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs um Fa-
milienvereinigung  am  25.  Januar  2007  erst  17  Jahre  alt  und  damit 
noch minderjährig gewesen sei. Es treffe zwar zu, dass gemäss Recht-
sprechung  der  ARK  für  den  Einbezug  minderjähriger  Kinder  in  die 
Flüchtlingseigenschaft  ihr  Alter  im  Zeitpunkt  der  Einreise  in  die 
Schweiz massgeblich sei. Wolle man jedoch der ratio legis von Art. 51 
Abs. 1 AsylG gerecht werden, müsse diese Rechtsprechung im Punkt 
massgeblicher  Zeitpunkt  für  den  Einbezug  Minderjähriger  geändert 
werden.

4.1.3 Vorab ist festzustellen, dass die vorinstanzliche Erwägung, wo-
nach die Beschwerdeführerin am (...) geboren und zum Zeitpunkt ihrer 
Einreise  in  die  Schweiz  volljährig  gewesen  sei,  in  der 
Rechtsmittelschrift nicht bestritten wird, weshalb im Folgenden davon 
ausgegangen wird, dass die Beschwerdeführerin am (...) geboren und 

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zum Zeitpunkt  ihrer  Einreise  in  die  Schweiz  volljährig  war. Gemäss 
nach  wie  vor  geltender  Rechtsprechung  ist  für  den  Einbezug  von 
Kindern  in  die  Flüchtlingseigenschaft  ihrer  Eltern  (Art.  51  Abs.  1 
AsylG) das Alter im Zeitpunkt der Einreise in die Schweiz massgeblich 
(vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylre-
kurskommission  [EMARK]  1996  Nr.  18  E.  14e  S.  190).  Es  besteht 
vorliegend  kein  Anlass,  von  dieser  konstanten  Rechtsprechung 
abzuweichen,  weshalb  darauf  verzichtet  werden  kann,  auf  die 
diesbezüglichen  Vorbringen  in  der  Beschwerde  im  Einzelnen 
einzugehen. Da die Beschwerdeführerin  am (...)  geboren wurde und 
somit  zum Zeitpunkt  ihrer  Einreise in  die  Schweiz am 4. September 
2007 nicht mehr minderjährig war, fehlt es an einer Voraussetzung, um 
in die Flüchtlingseigenschaft ihrer Mutter einbezogen zu werden. 

4.2
4.2.1 Im Weiteren ist zu prüfen, ob die Voraussetzungen für die Ge-
währung von Familienasyl im Sinne von Art. 51 Abs. 2 AsylG zuguns-
ten der Beschwerdeführerin erfüllt sind.

4.2.2 Gemäss Art. 51 Abs. 2 AsylG können andere nahe Angehörige 
von in der Schweiz lebenden Flüchtlingen in das Familienasyl einge-
schlossen  werden,  wenn  besondere  Gründe  für  die  Familienvereini-
gung sprechen. Andere nahe Angehörige sind insbesondere dann zu 
berücksichtigen,  wenn  sie  behindert  sind  oder  aus  einem  anderen 
Grund auf die Hilfe einer Person, die in der Schweiz lebt, angewiesen 
sind (Art. 38 der Asylverordnung 1 über Verfahrensfragen vom 11. Au-
gust 1999 [AsylV 1, SR 142.311]). In allgemeiner Hinsicht wird bei der 
Gewährung von Familienasyl im Sinne von Art. 51 Abs. 2 AsylG vor-
ausgesetzt, dass die betreffende Person mit dem in der Schweiz aner-
kannten  Flüchtling  im  Moment  der  Flucht  in  einem  gemeinsamen 
Haushalt gelebt hat, eine Wiederherstellung dieser Gemeinschaft un-
entbehrlich  ist  und  in  der  Schweiz  auch  tatsächlich  angestrebt  wird 
(vgl.  die  zutreffenden  und  nach  wie  vor  gültigen  Ausführungen  in 
EMARK 2000 Nr. 11,  EMARK 2001  Nr. 24  E. 3  S. 191). Besondere 
Gründe, welche für die Familienvereinigung im Sinne von Art. 51 Abs. 
2 AsylG sprechen, liegen nach der Praxis dann vor, wenn die einzube-
ziehenden  nahen  Angehörigen  einer  besonderen  Unterstützung  im 
Sinne einer  persönlichen Fürsorge -  nicht  lediglich einer  finanziellen 
Unterstützung  -  bedürfen,  welche  nur  die  in  der  Schweiz  lebenden, 
asylberechtigten Familienangehörigen zu erbringen in  der  Lage sind 
(vgl.  dazu  EMARK  2001  Nr. 24  E.  3,  EMARK  2000  Nr. 27  E.  5  f., 

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EMARK 2000 Nr. 21 E. 6.c). Besondere Gründe können - in atypischen 
Einzelfällen - auch dann vorliegen, wenn die in der Schweiz lebenden, 
asylberechtigten  Familienangehörigen  selbst  einer  solchen  persönli-
chen  Fürsorge  durch  die  einzubeziehende  Person  bedürfen  (vgl. 
EMARK 2000 Nr. 4 S. 42).

4.2.3 Da die Mutter der Beschwerdeführerin am 1. Dezember 2006 in 
der Schweiz als Flüchtling anerkannt und ihr Asyl gewährt wurde, ist 
die  Grundvoraussetzung  für  die  Anwendbarkeit  von  Art.  52  Abs.  2 
AsylG erfüllt. Nach Durchsicht der Akten stellt das Bundesverwaltungs-
gericht jedoch fest, dass im vorliegenden Fall keine besonderen Grün-
de vorliegen, die für die Familienvereinigung im Sinne von Art. 51 Abs. 
2 AsylG sprechen. Auch in der Beschwerde wird nichts vorgebracht, 
was an dieser Einschätzung etwas ändern könnte. Insbesondere wird 
nicht geltend gemacht, die Beschwerdeführerin benötige der persönli-
chen Fürsorge ihrer in der Schweiz lebenden Mutter beziehungsweise 
die Mutter sei  auf eine persönliche Fürsorge durch die Beschwerde-
führerin  angewiesen.  Lediglich  gestützt  auf  das  Bedürfnis  der  Be-
schwerdeführerin, mit ihrer Mutter zusammenzuleben, kann ihr die ab-
geleitete Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 51 Abs. 2 AsylG nicht zu-
erkannt werden.

4.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Voraussetzungen für 
die  Gewährung  von  Familienasyl  gemäss  Art.  51  AsylG  vorliegend 
nicht erfüllt sind. 

5.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

6.
6.1 Die Beschwerdeführerin beantragt die unentgeltliche Rechtspflege 
nach Art. 65 Abs. 1 VwVG. Gemäss dieser Bestimmung wird von der 
Erhebung von Verfahrenskosten abgesehen, wenn die Beschwerdefüh-
rerin  nicht  über  die  erforderlichen  Mittel  verfügt  und  ihre  Begehren 
nicht als aussichtslos erscheinen. 

6.2 Aufgrund  der  vorstehenden  Erwägungen  erweist  sich  die  Be-
schwerde als aussichtslos. Mangels Erfüllen der kumulativen Voraus-

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setzungen von Art. 65 VwVG (bedürftig/nicht aussichtslos) ist das Ge-
such um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege abzuweisen. 

6.3 Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  der  Be-
schwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) und auf 
insgesamt  Fr.  600.--  festzusetzen  (Art.  1-3  des  Reglements  vom 
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird ab-
gewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Rechtsvertreter  der  Beschwerdeführerin  (Einschreiben; Beila-
ge: Einzahlungsschein)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N (...)  (per 
Kurier; in Kopie)

- (...)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Robert Galliker Matthias Jaggi

Versand: 

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