# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 759ac33b-9de2-5cec-a7a7-7149c27e8b9e
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2000-10-26
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Weitere Kammern 26.10.2000 DG990758
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_999_DG990758_2000-10-26.pdf

## Full Text

{

Bezirksgericht Zirich

9. abteilung
", ::,
U t:_$

Prozess Nr. TJ /De990758

Mit.wirkende: Kurt Balmer, Vorsitzender, Daniela Bruhwiler
und Dorothe Scherrer sowie Marc Engler als juristischer
Sekretir

Urteil und Beschluss vom 26. Oktober 2000

in Sachen

Bezirksanwalt.sctraft I frir den Kant.on Zririch,  
      

AnklAgerin

sowie

1-.    
2. lTrlran n5ml-ich

3.
4.
5.

6.
7.
8.

9.
1-0.

a)    

b)    

,   
    

   
,

    
    

   
 

    
   

A._____

C.____

Hier Text eingeben

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F
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1-1.  
  

GeschAdigte

all-e vertreten d.urch RechtsanwAltin lic. iur. 
       
 

gegen

        
      

Angeklagt,er

vert,eidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. 
    

betreffend Bet,rug / Steuerbet'rug

M._____

X._____

N._____

Y._____

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3

Anklage:

Die Anklageschrift der BezirksanwalLschaft I fur
den Kanton Zurich vom 2'7 . Okt'ober L999 ist diesem
Urteil beigeheftet (HD 24).

An der Hauptverhandlung anwesende Parteien:
(Prot. S. 5)

BA lic.iur.  a1s Vertreter der Ankla-
9€,
der angeklagte   in Begleitung seines
Verteidigers
RA Dr.iur. ,
diverse GeschAdigte in Begleitung ihrer Vertre-
terin
RAin lic. iur.   .

Antrdge:

Anklaqebehorde (uo 43 s. 1 ff. )
rr1. Der Angeklagte sei schuldig zw sprechen

des gewerbsmAssigen Betruges im Sinne von
Art. 1-46 Abs. 1 stGB i.V. mit art - L46
Abs. 2 SIGB
des mehrfachen Steuerbetruges im Sinne von
S 192 des Gesetzes uber die Direkten Steu-
ern (aStG) .

Er sei zu bestrafen mit 2 I/2 Jahren Zuchthaus
und einer Busse von Fr. 20'000.--.

An diese Strafe seien 15 Tage Untersuchungs-
haft anzurechnen.

a) Das mit, Verfugung der Bezirksanwaltschaft
I fur den Kant,on Zurich vom 7 - Oktober
L997 mit Grundbu belegte Stockwerk-
eigent, an der   

 , Grundbuchblatt -
0, nAmlich 40 / 1-000 Miteigentum

an er Liegenschaft Kat.Nr. 0 mit Son-
derrecht an der 5 1"/2-Zimmerwohnung im Erd-
geschoss sowie 28/1'0oo Miteigentum am

ck Grundbuchblatt 3 Zilrich'
 (Einstel1halle im Garagen
und Grundbuchblatt Zurich-

,, 2t/1-Ooo Mit,eigentum am Grundstuck
Grund.buchblatt 3 (Einstellhalle im Gara-

ge oss) lautend auf den Angeklagten
  ist nach Eintritt der Rechts-
 dem Nachlass der 

r, vertreten durch schafts-

2

3

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._____-strasse 1, Zürich
._____

._____ ._____

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P.

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R.

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v n   , 
  herauszugeben.

b) Das mit Verfugung der Bezirksanwaltschaft
I fur den Kanton Zurich vom 29. Oktober
1-997 mit Grundbuchsperre b  Stockwerk-

nt.um in der Residenz r err, 
h/sz, Grundbuchblatt 8, 90/tooo Mit-

eigent,um an der Kat.Nr. mit Sonderrecht
an der 4 t/2-Zimmerwohnung 8.3.2 West im
3. obergeschoss, mit Kellerabteil 8.3.2 im
Kellergeschoss und Grundbuchbl-att ,
t/1,0 MiteigenLum am Grundbuchblatt, 
ist nach gintritt der Rechtskraft dem Nach-
lass der  r, vertreten
durch die Erbschaftsverwalterin 

      Zv-
rich, herauszugeben.

c) oie mit Verfugung der Bezirksanwaltschaft
I fur den Kanton Zurich vom 1-9. August
L999 beschlagnahmten Schuldbriefe uber Fr.
25Ot 000.-- und Fr. 400'000.-- betr. das
Stockwerkeigentum ,

4 Zurich, lagern Kasse  Be-
z ksanwaltschaften I-IV ur den Kanton
Ziirlch, Sachkaution Nr. , sind nach
Eintritt der Rechtskraft dem Nachlass der

r, urch die
n   

    herauszuge-
ben.

d) Die miL Verfugung der Bezirksanwalt,schaft
I fur den Kanton Zurich wom 14. Januar
L997 durch Kontosperre sichergestellten
VermogenswerLe:
- Zurcher Kantonalbank, Konto SFR

 ot. Nr.  ,
laut.end auf f sowie

- Bank fur Hande1 und Effekten, 8039 Zi-
h, Konto Nr. - lautend auf

f
sin t,iv zu beschlagnahmen, z:ur
Deckung des in der anklageschrift unter
Ziff . TI/D/5 errechneten Schadens von Fr.

052. 05 zu Gunsten des Nachlasses der
r, n durch die

haft r rj-n  
     zur

Deckung fA n Busse und zur
Deckung der Kosten des Verfahrens heranzu-
ziehen und in einem a11f511igen Uberrest
dem Angeklagten wieder herauszugeben.

5. Die KosLen sind dem Angeklagten aufzuerlegen.rr

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Geschddigte (Ho 44 S. 1)
rll-. Es sei der Angeklagte zu verpflichten, den Ge-

sch6digt.en CHF 5 ' 57L'043 .37, eventualiter CHF
1 I 3091 758. 70 zu bezahlen.

Es sei die mit einer Verfugungssperre belegte
W g  Angeklagten an der 

  Zurich, zo Gunsten GeschAdig-
zuziehen,

al-les unter Kosten- und EntschAdigungsfolgen zu
LasLen des Angeklagten, allenfalls der Staatskas-
se. rl

Verteidiqung (UO 45 S. 40 f. )

2

il1.

2.

Es sei der Angeklagte vom Vorwurf des gewerbs-
mdssigen Betruges im Sinne von Art. 1'46 Abs. l-
stGB in verbindung mit Art . 1,46 Abs. 2 stGB
freizusprechen.

Es sei der Angeklagte des mehrfachen Steuerbe-
truges im Sinne von S 192 des kant.onalzurcheri-
schen Gesetzes uber die direkten SLeuern
(ast.g) fur die Steuerjahre l99O und t99L schul-
dig zr) sprechen und im Ubrigen vom Vorwurf des
Steuerbetruges f reizusprechen.

Es sei der Angeklagte miL einer Busse von maxi-
mal CHF 10 t 000. - - zu bestrafen.

Es seien dem Angeklagt,en Verfahrenskosten von
nicht mehr als CHF 1'000.-- aufzuerlegen und
im Ubrigen die Verfahrenskosten auf die St,aats-
kasse zu nehmen.

Es sei dem Angeklagten eine angemessene Ent-
schAdigung fur seine Vert,eidigung wAhrend der
Untersuchung und des Strafverfahrens zuzuspre-
chen.

Es sei dem Angeklagten eine Genugtuung fur die
Belastungen wihrend des Strafverfahrens, insbe-
sondere der Untersuchungshaft, nach richterli-
chem Ermessen zuzusprechen.

Es seien s5mtliche Beschlagnahmungen aufzuhe-
ben.

Es seien a11f511ige Begehren auf Schadenersatz
abzuweisen, eventualiter sei nicht darauf ein-
zutreten oder auf den Zivilweg zu verweisen.'l

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Das Gericht, zieht in ErwS.grung:

Verfahrensgang

Am 26. November 1,992 ging die Strafanzeige des VertreLers
des Beistandes der GeschAdigten  bei
der Bezirksanwaltschaft Zurich ein (HD I/L). Mit Eingaben
vom l-5. Dezember tg92 (HO t/3/1,) , 7. Mai 1-993 (HO 1'/4/1'),
3. November L993 (Un l/6/L') und 25. oktober 1994 (HD
1,/7/t) wurde die Strafanzeige ergAnzt. Am 7. Dezember L992
wurde das polizeiliche Ermittlung:sverfahren eingeleitet
(UO 3/1,-2) . Mit Schreiben vom 1L. Februar L993 bestatigte
die Bezirksanwalt.schaft I fur den Kanton Zurich die Uber-
nahme des Verfahrens (Un 9a/Z), worauf dieses mit Verfu-
gung der Bezirksanwaltschaft vom L2. Februar 1-993 abgetre-
ten wurde (un ga/ q) .

Die Versuche, die Geschddigte  zu be-
fragen, scheiterten wegen ihres verwirrten geistigen Zu'
standes (uo tz/l/1"; HD 13/1-/4). Am  L994 ver-
sr,arb sie (HD 1,3/9/+/rc) .

Mit Schreiben vom L5. Nowember 1,994 beauftragt,e die Be-
zirksanwal-tschaft   mit der Erstellung eines
Gutachtens uber die geistige Gesundheit von 

r (itO n/a). Dieses Gutachten vom 25. April t995
ging am 27. April Lg95 bei der Bezirksanwaltschaft, ein (UO
12/4) . Aufgrund. weiterer Erkenntnisse wurde  

 am 27. Mdrz L997 mit der Erstellung eines ErgAnzungs-
gutachtens beauftragt (HD 12/]-0) . Dieses dat,iert vom 29.
April Lee7 (HD t2/r3) .

Am 20. August tggT erst,attete die Finanzdirektion des Kan-
tons Zurich Strafanzeige gegen den Angeklagten wegen St'eu-
erbetrugs (ooss. 1-3 /L) .

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tt.mm.

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Am 29. Oktober 1999 ging die Anklageschrift vom 27 .
ber 1999 hi-erorts ein und wurde in deren Ziffern II.
am 10. ,Januar 2OOO zugelassen (Up 27) .

Okto-
-rv

II.

Prozessuales

1. In d.ie ankl-ageschrif t schl-ich sich im Abschnitt
D.3 . d) , zweiter Satz (Hp 24 S . 13 ) eine f alsche ,Jahreszahl
ein. Richt,ig musste es heissen: rrMiL Protokoll vom 28. Sep-
tember t992, . . ., dem Angeklagt'en am 1. 'Juli 1991- als
Schenkung Fr. L,2S Mio. ... rr (vg1 . HD L3/2/23). Da es sich
hierbei um ein offensichtliches Versehen handelt, ist, dies
ohne Weiterungen zu berichtigen.

2. a) Die Verteidigung macht,e anlasslich der Hauptverhand-
lung eine Verletzvrrg des Anklageprinzips geltend, indem in
der Anklageschrift die einzelnen Vorwiirfe nicht oder
schwammig bzw. unprAzis umschrieben seien und die Voraus-
setzungen nach S l-52 Abs. l- Ziff . 2 SLPO nicht erfullen
wiirden. Zur Begrundung fuhrLe der Verteidiger aus, €s muss-
te prAzise in der Anklageschrift festgehalten werden, uber
welche Sachverhalt,e die GeschAdigte sich irrt,e und welche
Handlungen und Unt,erlassungen arglistiger Natur vom Ange-
klagten geeignet gewesen seien, diesen IrrLum zu bewirken
oder bestehen zu lassen. Im Einzelnen betreffe dies den
ankLagevorwurf, der Angeklagte hStte Aktivit$t'en enL-
wickelt, die systematisch darauf ausgerichtet g'ewesen sei-
€fl, sich letztlich das ga1;1ze vermogen von 

r anzueignen. Da diese einzelnen AktivitAten nicht
umschrieben seien, konne sich der Angeklagte dagegen nicht
verreidigen (sn as s. 3 ff. ) .

Dazu ist festzuhal-ten, dass d.er Verteidiger lediglich eine
verkurzte Version des anklagevorwurfs wiedergibt und den

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Rest des Satzes verschweigt, worin festgehalten ist: "Nach-
d.em es dem Angeklagten gelungen war, das vertrauen der

  zu erwerben und sich a1s BeraLer, vor
allem in finanzielten Angelegenheit,en, zu etablieren, enL-
wickel-te er in Ausnutzung ihrer VertrauensseLigkeit und
ihrer Willensschwbche ihr gegenuber /\ktivit5Len, die syste-
matisch darauf ausgerichtet waren, sich tetztlich das gan-
ze Vermogen der  anzueignen t' (HD

24 S. 9 f. ) . Im Zusammenhang betrachtet ergibt, sich, dass
damit sein gesamtes Verhalten gegenuber  

 in der fraglichen ZelL gemeint sein muss, insbesondere
auch seine im Einzelnen in der anktageschrift unter dem
Titel,rD. vermogensdispositionen / vermogensschadenrt aufge-
fuhrt,en Handlungen.

b) weiter brachte d.er Verteidiger vor, dem Angeklagten
werde vorgeworfen, sein Tun sei aus rein finanziell--
eigennutziger Motivation erfotgt, wobei auch hier dieses
Tun nicht umschrieben sei (HD 45 S. 5) . Hierbei kann auf
obige Ausfuhrungen verwiesen werden. Das Tun des Angeklag-
t,en ergibt sich auch hier aus den Sachverhaltsumschreibun-
gen im Zusammenhang mit den Vermogensdisposit,ionen.

c) Zusammenfassend machte der Vert,eidiger sinngemass
geltend, in der Anklageschrift sei nichts Konkretes darge-
tan, inwiefern   geirrt habe und es finde sich
kein satz, dem man entnehmen konnte, was sich  

 wirklich vorgesteLlt, habe (Prot'. S. 74 f.). Hierzu ist
festzuhalten, dass die Anklageschrift ausdruckLich dar-
legL, was der Angeklagte   vorgetauscht
haben soll, nAmlich rals ihr Vert,rauter und ihr guter
Freund fur ihr wohL zu sorgen. Er gab vor,  

r zu lieben, fur sie zu sorgen, sie nicht, im stich zu
lassen, mit ihr zusammenleben zu wollen und gar Heiratsab-
sichten zu haben. Wider besserem Wissen machte er ihr
weis, die Mit,glieder d.er Familie r seien ihr nicht
gutgesinnt, wollten sie bevormunden und seien, im Gegen-

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saLz zu ihm selbst, an ihrem Wohl gar nicht interessiert"
(UO 24 S. 1-O) . Wenn man berucksichtigt, dass das erwAhnte
anklagezitaL unLer dem fitel rrB. T5uschung / Irrtum" nach-
zulesen ist, kann die Anklage nicht anders verstanden wer-
den, aLs dass sich   genau uber diese
(von der Anklage behaupteten) TAuschungen irrte. Damit ist
auch genugend umschrieben, welches - gemAss Anklageschrift
- die Vorstellungen von   waren'

d) Dem PlAdoyer des Verteidigers l-Asst sich entnehmen,
dass er d,ie Anklageschrift, auch bezuglich der Umschreibung
der Arglist a1s ungenugend erachtet, da das Ausnutzen [der
auf geistiger Retardierung basierenden InferioritAtl der

  nicht nAher beschrieben sei und eben-
so verborgen bleibe, inwiefern und wie  

 maniputiert worden sein sol] (HD 45 S. 11) . Auch hier
ist die Anklageschrift aIs Gesamtheit zu betrachten' Zusam-
men mit den unter rtD. Vermogensdispositionen / Vermogens-
schaden'r geschiLderten VorgAngen ist die Vorgehensweise
d.es Angeklagt,en anklagegenugend umschrieben'

III.

BETRUG

A. Sachverhalt,

t Verhiltnis von   zum Angeklagten

l-.l- Der Angeklagte l-ernt,e   Anf ang der
8Oer-,Jahre bei seiner Tatigkeit als freier Agent fur die

 Versicherungsgesellschaft kennen. Dabei kam es im
September 1983 zum Abschluss einer Leibrentenversicherung
uber Fr. 2OOt O0O.-- (HD 22/L/2) . Nach den Worten des Ange-
klagten besuchte er   in der Folge im
Sinne der Kund.enpftege. Er habe gespurt, dass sie Freude

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an diesen Besuchen bekommen habe, weshalb er begann, sie
h5ufiger zu besuchen. So wurden diese geschd.ftl-ichen Kon-
takte mit d.er Ze:-l' personlicher und es habe sich eine Be-
ziehung, eine Zuneigung angebahnt (gp L8/3 s. 2; Prot. S'
1_l_ f. ) .

Uber d.ie Art d.ieser Beziehung SusserLe sich der Angeklagt,e
unterschiedtich. In der UnLersuchung erklArt'e e-T, 

  habe immer wieder gesagt, dass sie ihn heira-
ten wol-le und sie sei enttAuscht gewesen, dass er immer
nein gesagt habe (HD L8/6 S. 8; HD 1'9/20/4 s. 2) . rm
Schreiben vom 2. November L992 an   a1s Vertre-
ter des Beist.and.es   (HD 1,/2/22) hielt, der
Angekl-agte demgegenuber sinngemiss f est, sie h5t't'en sich
am 90. Geburtstag von  , im Anschl-uss
an die wunderbare Familienfeier, verlobt (Un L/2/22 S. 2
unten). AnlSsslich der Hauptverhandlung betonte €r, es sei
eine reine Mutter*Sohn-Beziehung gewesen (Prot. S. 4t) .
Aus diesen uneinheitlichen Aussagen geht hervor, dass der
AngeklagLe seine Beziehung zu   je nach
Situat,ion so schilderte, wie es ihm gerade passend er-
schien. Wenn er als ihr "Lebenspartner" auftreten woIlte,
sprach er von Heiratsabsichten und wenn er eine sel-bst'lose
Zuneigung zum Ausdruck bringen wollte, bezeichnete er eS
als eine'Mutter-Sohn-Beziehung" .

Beriicksichtigt man, dass sich   und 
 bis Anfang Mai 1990 mit trsierr ansprachen (vgl . HD

I3/S/4 und HD 1"3/5/3 S. 2), erscheint es auf jeden FaIl
wenig wahrscheinlich, dass sich   und 

r an deren 90. Geburtstag, d.h. bereits ein gut,es
,fahr vorher, ?ffi ],2. Februar IgBg, verlobt haben sollten.
Dazu kommt, dass weder   noch  
gegenuber Drittpersonen ihr verlobnis je erwahnten. Dass
der Angeklagte im obgenannLen Sehreiben dennoch ein angeb-
liches nEheversprechen gemdss Art. 90 ff- ZGBv erw5hnte,
welches offensichtlich nie stattgefunden hatte, kann nicht

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1_ l-

and.ers interpret.iert werden, als dass er den Verwandten
von  etwas vormachen wollte-

L.2 Der Versuch des Polizeibeamten ,  
 am 20. ,Januar Lgg3 im Altersheim uber ihr Verhalt-

nis zw   zu befragen (Up 1"3/t/l) ' scheitert'e eben-
so wie der Versuch des Bezirksanwalts am 7. September L993
(UO L3/l/4). Letzteres GesprSch wurde auf Band aufgenommen
und. in HD L3/L/4 wied,ergegeben. Daraus ist ersichtlich,
dass  sich zwaT bemuhte, den Fragen
des Bezirksanwalt,s zlJ folgen , dazv aber nicht' mehr in der
Lage war. Auch Fragen zu ihrer Person (2.8. wo sie fruher
gewohnt habe) konnte sie nichL stimmig beantworten. Sie
wusste weder   noch  , ihren Beirat'
und Neffen, einzuordnen. Auf die Frage' wer ihr Geld ein-
mal erben SoLle, meinte sie "meine Bruder und Schwesternrr
(HD 1'3/l/4 S. 4\, welche - mit Ausnahme ihres Bruders

 - zum damaligen ZeiLpunkt jedoch bereit,s verstorben
waren. Ruckschlusse auf die Art. der Beziehung zwischen

 und   lassen sich aus ihren
Ausserungen auf jeden FalI keine ziehen.

l-.3 Aufgrund der Aussagen von Verwandt'en ist davon auszuge-
hen, dass der Angeklagte al-s Begleiter von  

 an ihrem 90. Geburt,stag teilnahm, wo ihn die ver-
wand.ten (und auch das Hauswartehepaar von der 

) erstmals kennenlernten (HD t9/r-]-/1" S. L; HD
1_9/L1"/2 S. L; HD Ls/ts/L s. 2i HD ts/1,s/3 S. 4; HD Le/20/1"
s. 4; HD Ls/20/3 S. 5; HD Ls/2L/2 S. 2). Sowohl die Ver-
wandten als auch das Hauswartehepaar gingen damals davon
aus, dass es sich bei    um einen Anwalt oder
Vermogensverwal-t,er handelte (HD L9/LL/L S. 2; HD 19/1'1'/2
s. 3; HD rg/2L/L S. 5; HD Lg/2L/2 S. l- und 11). Auch ver-
schied.ene andere Betreuungspersonen von  

 gingen dawon aus, bei  handle es sich um ei-
nen Berater, der sich um die finanziellen Belange von

  kummere (HO t9/7/3 S. 7; HD 1'9/8/1- S.

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AC._____-strasse ...

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4; HD Ls/8/2 s. 4; HD ts/1"s/t s. 4; HD t9/1's/3 s. 7; HD
1,g/t9/1, S. 6; HD t9/tg/3 S.5).Er  ei-
ne Nichte von  , erwAhnte einmal, diese
habe   als einen Freund bezeichnet (Ho 1'9/2r/L s'
6) .

L.4  , welche von der spitex aus 
  ab Mitte Januar Lgg2 betreute, stellte fesL,

dass   volles VerLrauen in 
gehabt habe und. dieser eine wichtige Person im Leben von

  gewesen sei (HD l9/L3/1' s' 4; vgl'
auch HD 1,g/1'3/2 S. 9) . Al-Iseits wurde auch bestAtigt, dass
der Angeklagte   sowohl aLs sie noch an

d.er  in Zurich wohnte wie auch wd'hrend ihres
Aufent.haltes im Al-tersheim  hSufig besuchLe und
sich sehr um sie kummerte. Aus all diesen Aussagen von Ver-
wandten und Betreuungspersonen ist zu schtiessen, dass der

Angeklagte auf jed.en Fa]l eine enge Beziehung zu 
 pflegLe, wobei davon auszugehen ist, dass die-

ses enge Verhaltnis seit Ende der BQer-Jahre bestand, was

sich z.B. darin zeigte, dass der Angeklagte am 1-2. Februar
1989, anlSsslich der Feier des 90. GeburLstages von 

  zu deren rechten seite sass, welcher PlaLz

bei festlichen Anlassen sonst jeweils ihrem Bruder 
vorbehalt,en war (gn 1'9/L:-/L s. 2; HD L9/L1'/2 s' 3)'

schaft

Den Akten lasst sich nichts entnehmen, was auf ein gestor-

Les Verhaltnis zwischen den verwandten und  
 schliessen liesse. Im Gegenteil ergibt sich aus al-

Len Einvernahmen, d.ass d,ieses verhSltnis durchaus intakt

war und sich die Verwandten auch um  
kummerten, ab den gOer-Jahren sogar noch intensiver (z'B'

HD L9/2L/t S. 2). Dass   zu ihren Ver-

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AC._____-strasse
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wandten ein intaktes Verhd.ltnis hatte, ergibt sich auch
aus ihrem handschriftlichen TesLament vom 8. Februar L990,
in welchem sie mit Ausnahme einiger Legate ihre Nichten
und Neffen bedachte. In diesem TestamenL vermacht'e sie

 ihr "KindgemA1de" und sie setzte ihn als Willens-
voLlstrecker ein (HD 1"3 / 2 /t) .

Am guten VerhAl-tnis zwischen den Famitienmitgliedern -
 Andert auch nichts, wenn gewisse Schreiben von 

 et.was and.eres zum Ausdruck zu bringen schei-
nen, da diese schreiben allesamt in eine zeit falIen, in
welcher sie nicht fflhig war, ihre eigene Situat'ion oder
das Geschehen um sie herum und ZusammenhAnge zrt erkennen
(vgl. nachfolgend) , so dass sie auch den Inhalt dieser
Schreiben nicht erfassen konnte. Verschiedene Personen er-
kldrten in der Untersuchung, wie wichtig  

 ihre Familie war, und dass sie sich gerne mit Genealo-
gie beschAftigte (HD Lg/LL/2 s. 3; HD L9/21/2 s' 3), was

 grund.sdtzLich auch bestdtigte (HO 1'8/25 S. 8)'
Dass ein Familienzusammenhalt bestand, ergibt sich nur
schon d.araus, d.ass immer wieder Familienf este gef eiert wur-
den, an welchen auch   teilnahm und
zwar bis ins hohe Alter. fnsbesondere zrt ihrem Bruder 
hat,te   eine enge Beziehung (gO L9/2L/2
s. 4).

Der Angeklagte wilt als einziger eine Verschlechterung des
Verh5lt,nisses von   zlJ ihren VerwandLen
fest,gestellt haben, wobei er den Beginn dieser angeblichen
Auseinand.erset,zungen auf den Zeitpunkt ansetzte' als 

  - Anfang september L992 - das Testament von
  aus der Waisenlade geholt habe (HO

tB/25 S. 9) . Dabei gi1t, allerdings zu berucksichtigien,
dass es sich bei diesem TesLament um jenes vom 8. Februar
1-gg0 handelte, welches vom Inhalt her auf jeden Fall fur

die geset,zlichen Erben keinen Anlass zu irgendwelchen
Feindseligkeiten gegenuber   bot. Aus-

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von R._____
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serdem ergibt sich aus den Akten, dass der Vertreter des
Beistandes von  , Rechtsanwalt Prof.
Dr. , dr l-5. Juli :-992 bei der vormundschaftsbe-
horde Freienbach ein Gesuch um Einsichtnahme in das dort
d,eponierte Test.ament von   stellte (UO

t3/9/S/6), welches mit, Beschluss vom 20. August L992 abge-
Iehnt wurde (HD L3/9/s/l) und das Testament - gemAss Aus-
kunft der Vormundschaft.sbehorde - in d.er Folge von der Hin-
terlegerin personlich, n mlich von  ,
abgeholt wurde (HD t3/g/s/qO), und zwar Anfang September
1,992, in Begleitung ihres Bej-standes und Nef f en  

r (vgl . HD 1,9/1,2/2 S. 4) . Unt,er diesen Umstinden
muss davon ausgegangen werden, dass  
entweder damit. einverstanden war, d'ass das hint'erlegte (al-

Le) Testament. in die Hand.e ihres Neffen gelangte oder
was wahrscheinlicher ist (vgI. nachfolgende Ausfuhrungen
zur geistigen Gesundheit von  er) r dass

  nicht realisierte, was uberhaupt vor

sich ging. Bei beiden varianten hd.tte fur sie aber kein
Anlass bestand.en, ihren Verwandten gegenuber negative Ge-

fuhte zu hegen. rm ubrigen hj-elt der Angeklagte selber in

seinem Schreiben vom 1-8. September i-992 an den Recht'sver-

treter des Beistands fest, dass   an

ihrer Familie und namentlich auch an ihrem Bruder sehr han-

ge (HD L3 / 9 / 5 / g) . Berucksicht,igt man, dass sich die Ver-

wandten bis zu ihrem Tod. um   kummer-
ten, sie im Altersheim besucht,en und, auch zu Familienfe-
sten mitnahmen und berucksichtigt man ferner, dass weder

die verwandten selber noch das Pflegepersonal im 
etwas von einer verschlecht,erung der Beziehung feststel-I-
Len, mussen die and.ers lautend,en Aussagen des Angeklagten
a1s ErklArungsversuche dafur interpretiert werden, weshalb

es zu d.en hAsslichen Auseinandersetzungen zwischen ihm und

  gekommen war (vgl. HD L3/9/S/e ff.)-

Zusammenfassend lasst sich somit fest'sLel]en, dass die Be-

ziehung zwischen   und ihren Verwand-

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ten, d.ie zugleich auch ihre gesetzlj-chen Erben sind, bis
zuLeiuzL vollig intakt und gut war.

3. Gesundheitszustand von  

3.L Allgemeines

Aufgrund verschiedener Aussagen von Verwandt,en und BeLreu-

ungspersonen, insbesondere auch aufgrund der Aussagen des
Hausarztes Dr.  , ist dawon auszugehen, dass
der Gesundheitszustand von   bis zrL ih-
rem 90. GeburtsLag, d.h. bis 1-989, sowohl in korperlicher
wie auch in geistiger Hinsicht keine Auffalligkeiten auf-
wies.   lebte alleine in ihrer Wohnung
an der  6 in Zurich. Sie wurde zwaT ab
l-982 von der Spitex betreut, war in ihren t'Aglichen Ver-
richtungen vorerst aber d.urchaus noch selbst'Andig. Die
zweimal wochent,lich stattfindenden Hausbesuche der SpiLex
wurden ab Md.rz LggL auf eine dreimal wochentliche und ab
Mitte ,Januar I9g2 auf eine tdgliche Betreuung ausgedehnt'
(Up 1'3/7/3). Anfang I9g2 wurde - aufgrund verschiedener
Vorkommnisse, die an der Fahigkeit  '
weiter alleine in der eigenen wohnung zu leben, Zweifel
aufkorrunen liessen (dazu weiter hinten) - unter der Ver-
wandtschaft und auch mit   uber ihren allfAlligen
Ubertritt in ein Altersheim gesprochen.  

 war mit einem solchen Schrit't jedoch nicht einverstan-
den (HD Lg/2:-/2 S. 7; HD 1,9/19/3 S. 5; vgl . auch Schreiben
RA Dr.   vom 9.01-.L992 in ordner 30,
Doss. L4) .

3 .2 Ab L2. Yldtz L992

3.2.L Nach dem unf all von   am ]-2. Mdrz

1,992 j-n ihrer wohnung und d,em anschliessenden spitalaufent-
hal-t war der Eintritt in ein Alters- und Pflegeheim unum-

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g5nglich. rm Oberweisungsrapport des Spitals Neumunster
vom 18. Mai tgg2 wurde unter dem Titel "Psychischer zu-

standtr bei der zeiLlichen und' ortlichen Orientierung ein
ilneinfl angekreuzt und beim Verha]-ten "ruhig" Und "Ver-
wirrtrr (HD 1,3/6/5) . Die pflegend'e Krankenschwester im Spi-

t,al Neumunster,  , schilderLe den geistigen Zu-

stand von   ebenfalls als verwirrt, was

auch ein Laie gemerkt hatt,e (HD L9/2/L S. 4) . Etwas aus-

fuhrl-icher schild.erte sie in ihrem Bericht vom 5 ' Oktober

LggT die verwirrtheit von   (ltp

B/7/8).DerAngeklagteanerkanntezwar'dasssiesolche
Zust,Snd.e von Verwirrtheit gehabt habe (Hp L9/2/4 S' 3),

meinte aber, d.ass   zeitlich und ort'-

lich nicht orientiert gewesen sein sorl, sei die subjekti-

ve Meinung der Zeugin  (Hp L9/2/4 S. 2). Beruck-

sicht,igt man jedoch, dass der uberweisungsrapport' nicht

von   unterschrieben wurd.e, kann ihr Eindruck vom

psychischen Zustand. von   wS.hrend ihres

Spitalaufenthalt,es nicht einfach als subjektive Meinung

abgetan werden, wie dies der Angeklagte zu Lun versucht.

Dazukommt,dassauch ,dieEhefrauvonOtt
 r, erklarte, im Neumunster sei  

absoluLverwirrtundnichtmehrinderLagegewesen,
ein Gesprach zv fuhren (HD Lg/11"/2 S. 9) . Arrnticrr schilder-

te es auch   (gn Lg/2L/2 S. 8)' Gembss

seinem schreiben vom 23. MSrz 1992 an  r, den

Bruder von  r, kam der Angeklagte im Ub-

rigen selber zur uberzeug'ung, dass  
ilgegenwSrtig einen verwirrungszustand aufweist, der auch

nach dem anspruchsvollen juristischen Massstab - nach

menschlichen Kriterien ware es vielleicht schon fruher der

FalI gewesen - notgedrungen eine urteilsunfahigkeit nach

sich zLe]ntrr (HD 1,3/g/5/t) - Dass diese VerwirrungszustAnde

nur zej-tweise auf treten wiirden, erwahnte er dabei nicht '
Am 17. Juni 1rgg2 (zut Ze;-t d'es zweiten Krankenhausauf ent-

haltes von  ) verfassLe der Angeklagte

eine "Eidesstattliche Versicherung", worin 
er festhielt'

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dass  seit Anfang dieses ,Jahres unter
Erinnerungslucken und unter Verwirrungszust5nden gelitten
habe und der am L2. Mdrz 1-992 erlit.tene Unf all mit der an-
schliessend erfolgten Operation   in
dieser Beziehung noch weiter zuruckgeworfen habe. Nach sei-
ner personlichen EinschAtzurrg sei  zu
diesem Zeitpunkt jedenfalls nicht, mehr geschdft'sf5hig gewe-
sen, was auch ein GutachLen des behandelnden ArzLes Dr.

 voll bestAtige (Hl I8/9). Einen Tag spAter, affi 18.
Juni L9g2, verfasste der Angeklagt,e eine weitere t'Eides-

stattl-iche Versicherungrr, in welcher er den Vorgang am 20 '
Mai L992 bezuglich der Leistung einer Unterschrift durch

 schilderte und festhielt, dass diese
in Anbet,racht ihrer alters- und unfallbedingten Verwirrung
nicht in der l-,age gewesen sei, den ihr vorgelegten kompli-
zierten Vert,ragstext, z1J studieren (noss . t4) . Bei dieser
Sachlage konnen keine Zweifel bestehen, dass 

r zumindest wShrend. der Ze:-l. ihrer Spit'alaufent'hal-
Le nicht fAhig war, Situationen adAquat zu erfassen und
entsprechend zu handeln.

3 .2.2 Am 1-g. Mai 1,992 trat,   ins A1-
ters- und Pflegeheim  ein. Kurze Zei-iu spater, am 5'
Juni Lgg2, fiel   aus dem Rollstuhl,
was den zweit.en Spitalaufenthal-t im Neumunster (bis 23.
Juni tgg2) zur Folge hatte. Auch dieser neue Uberweisungs-
rapport enthielt die gleichen Feststellungen uber den psy-

chischen Zustand von   wie der vorheri-
ge (HD L3/6/6') . GemSss Heimverwalterehepaar und dem Pflege-
personal d,es  habe sich der geist'ige Zustand won

  wihrend ihres Aufenthalts im Alters-
heim nicht merklich verdndert (HD Lg/6/L s' 3; HD !9/6/2
s. 10; HD 1,e/L7/2 s. e; HD Le/L8/2 s. 10; HD Le/2s/2 s' 3
f .).

Dr. , welcher   seit 1988 haus-
lirztli-ch betreute, gab a1s Zeuge EID, er habe sie zum er-

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sten Mal am 26. 05 .L992 im  besuchL und in der Folge
ca. all-e ein bis zwei Monate (HD 19/9/2 S. 2) . Bereits an-
lAsslich einer Konsult,ation von  in
seiner Praxis am 15. Januar ]-992 habe er notiert tr. . . deut-
Iich werstdrktes amnestisches Psychoslmdrom mit, Konfabul-a-
tionenrr (HD 19/9/2 S. 7) . Aus den Aufzeichnungen und der
Erinnerung musse er schliessen, dass  
zu diesem Zeitpunkt weder ortl-ich noch zeitlich oder situ-
ativ und zur Person orientiert gewesen sei. Zu jenem ZeLt-
punkt sei mit  kein sachliches Ge-
sprAch mehr moglich gewesen und sie habe erhebliche Storun-
gen der Auffassungsfd.higkeit gezeigt. Der geist,ige Zustand
habe sich nicht gebessert, im Gegenteil-, nach der Entl-as-
sung aus dem Spital habe er bei   am
26. 'funi 1992 eine voLlige Amnesie uber die Unfallereignis-
se und die Ort,sverAnderungen (zwei Klinikaufent'halLe, Ver-
legung ins Al-tersheim) festgest,eltt, (Uo 19/9/2 S. 7) . Seit
seiner Begegnung mit  am L5. Januar
tg92 seien seiner EinschAtzung nach GesprAche uber komple-
xere Sachverhal-te nicht mehr moglich gewesen (UO L9/9/2 S.
8). Diese Einsch$.tzung deckt sich mit den Erfahrungen des
Personals im  (Hp Lg/6/2 s. 6; HD L9/1'7/2 s. 8; HD
1"9/LB/2 S. 6 f .; HD L9/25/2 S. 3 f .) . GemAss den weiteren
Ausfuhrungen von Dr.  habe er  
ab .Iuli 1-gg2 oft verwirrt anget.roffen. Es habe Verwirrungs-
zustdnde von einigen Stunden bis zu solchen von einigen
Tagen gegeben, dazwischen sei der Zustand von wach bis
leicht apathisch und ruhig gewesen (HD t9/9/2 S. 9). Zur
Veranschaulichung fuhrte Dr.  aus, er denke, ab 1991-
habe man im Laufe eines GesprAchs von l-0 bis 30 Minuten
erkannt, dass   dement gewesen sei,
L9g2 wohl nach wenigen Sitzen und L993 bis zul-et'zt wohl
schon beim Betreten d.es Zimmers und zwan: von einem Laien
aus betrachtet (Ho 19/9/2 s. L2 f.).

Dr.  diagnostizierte bei   eine
senile Demenz und zwar seit ,Januar t9g2 (HD 19 / 9 / 6 S . 4

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und 6). In seinem Arzt,lichen Zeugnis zuhanden der Vormund-
schaftsbehorde vom 6. Mai ]-992 hielL Dr.  fesL,

 sei spd.testens seiL Anfang L992 aus
seiner Sicht nicht mehr in der Lage, selbst,Andig und im
Bewusstsein der Konsequenzen in amtlichen und finanziellen
Angelegenheiten zu handeln (HD L3/9/5/2). Auf dieses Gut-
achten sLutzte sich der Angeklagte selber, als er seine

"Eidesstattliche Versicherungrr vom 1-7 . ,Juni ]-992 verfasste
(vgl . vorne, HD 1,8/g). Wenn er in seiner stellungnahme zrl
den Zeugenaussagen von Dr.  behaupt'ete, dessen Ein-
sch5tzung, dass ab 'Januar Lgg2 ein sachliches Gesprbch mit

  nicht mehr moglich gewesen sei, und
dass sie erhebliche Storungen der Auffassungsfahigkeit ge-
zeigt, habe, decke sich uberhaupt' nicht mit seinen Beobach-
tungen (ttO t9/g/5 S. 3) , widerspricht er sich damit sel-ber'

3 .2.3 Am g. Mai 1,gg2 wurd.en seitens der Verwandtschaf t von
  vormundschaftliche Schritt'e eingelei-

tet, (HD t3/g/5/3). Mit Beschluss der Vormundschaftsbehorde
Freienbach vom lr4. Mai Ig92 wurde   zu de-
ren Beistand ernannt (HD ]-3/g/5/4) - AnlAsslich einer Be-
sprechung im sekretariat der vormundschaftsbehorde Freien-
bach am 2. Juli Lgg2 legte der AngeklagLe ein von 

  unt,erzeichnetes Schreiben vom 11. .funi L992
vor, in welchem sie sich gegen die verbeistandung aus-
sprach und   legte ein vom ]-4. Juni L992
d,atiertes und von   unLerzeichnetes
Schreiben vor, in welchem sie die VerbeistAndung begrusste
und ihr volles vertrauen in ihren Beist'and kund t'at (uo

L3/9/S/S; HD L3/9/S/z anhang) Zu jener Zeit im,Juni 1-992,

aIs sie die beiden Schreiben unterzeichneLe, befand sich
  im spital. Dass sie ihre Meinung be-

zuglich der Verbeistandung innerhal-b von drei Tagen um 180

Grad. geflndert haben so]l, ist praktisch auszuschliessen'
Vielmehr zelgt sich hier, dass   nicht

mehr fahig war, Geschehensablaufe zu erfassen, d.h. kon-

kret den Inhalt dieser ihr vorgelegten schreiben zu werste-

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hen, was auch bedeutet, dass sie deren Widerspruchtichkeit
offensichtlich nicht wahrnehmen konnLe. Anderseits darf
aufgrund des UmsLands, dass   beide

Schreiben unterzeichnete, vermutet werden, dass sie d'en
personen, die ihr die schreiben vorlegt,en, ein gewisses
Vertrauen entgegen brachte. So hielt' der Angeklagt'e ca'
drei MonaLe speter in seinem Schreiben vom 25. September
Lg92 an die Vormundschaftsbehorde Freienbach denn auch
fest: il... Klar geht hervor, dass Frau   auf-
grund ihrer stark abgeschwAchten GesundheiL (Rollstuhl,

BettlSgrigkeit) keinesfal-ls mehr in der Lage ist, auf ir-
gend.welche Einf lusse von Herrn   und nat'ur-
lich auch anderer Familienmit'glieder entgegenzuwirken'
Frau   unterzeichnet heute einfach schlichtweg
a1les, was ihr unterbreitet wird infolge des ausserordent-
lich reduzierten Durchsetzungsvermogens. Dasselbe gilt
vice versa hinsichtlich meiner Person, diesbezuglich bin
ich ganz ehrlich. Ohne weit,eres konnte ich heute die ver-
nunft,igsten aber auch die unvernunftigsten Dinge gegen Ver-

wandt,e von Frau   schriftlich fixieren, sie wur-
de es mir bestimmt unterschreiben. AnL5sslich unserer Be-

sprechung in Ihrem Amte vom 2. ,JuIi 1-992 hat bekanntlich
Herr   dies mit seinem schreiben, welches
genau das Gegent.eil von dem meinigen beinhaltet haL, unter

Beweis gestellt. Dies ist ja gerade der Grund fur die Er-

richtung der Beistandschaft von Frau r . . . tr (Un

L3/9/5/L2). In seinem Schreiben vom 15. Dezember L992 ver-

wies der Angeklagte nochmals d.arauf, dass es sowohl 
 r als auch ihm (dem Angeklagten) bestens bekannt

war, dass   jeden ihr von ihnen vorge*
legt,en Brief unterzeichne (up 1"3/9/s/zg s' 3)'

3.2.4 Bei den Akt,en befindet sich ein arzt,liches zeugnis
won Dr. med..  vom 6. Juli 1-992, in welchem er fest-

hielt, dass er an jenem Tag von   zum

Besuch ins  bestellt worden sei. Bei dieser Gelegen-
heit habe sie ihm ihre Absicht bekannt gegeben, ein TesLa-

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ment zu verfassen und habe ihn zu diesem Zweck ersucht,
ihre Urt,eilsfahigkeit, zu prufen. Aufgrund eines Gesprd'chs-
tesLes habe er diesen Eind.ruck zweifelsfrei gewonnen und
attestiere daher diesen Sachverhalt (Doss. 2 4/3) ' (auf

d.ie beiden fruheren von Dr. l erstellten Arztlichen
Zeugnisse sei weiter hinten t3.3.51 noch eingegangen.) Ge-
gen Dr. l wurde in d.er Folge ein Strafverfahren we-
gen falschen Srzt1ichen Zeugnisses eroffnet,. Nachdem die-
ser vorerst auf der Korrektheit obgenannter Best5tigung
beharrte, anerkannte er schliesslich, dass aufgrund seiner
oberflAchlichen Untersuchung eine zweifelsfreie UrteilsfA-
higkeit gar nichE habe festgestellt werden konnen. Er er-

klarte sich gestandig und. schuldig des falschen Srztlichen
Zeugnisses im Sinne von Art. 31-8 Ziff . 1- Abs. 1- SI,GB
(Doss. 2 8/t4 S. 7) und wurde mit Strafbefehl wom L3. Mdtz
1-998 mit Fr. 7 I 500 . - - gebusst (Doss - 2) '

AnlAsstich d.er Konfrontationseinvernahme mit   be-
stAtigte Dr. - auch, dass - entgegen dem Wortl-aut
in seinem Zeugnis -  es gewesen sei, der den Auf-

trag zur Begutachtung von   erteilL ha-

be (un 2o/3 s. 5). weiter erklarte er auch, dass bei dem

GesprAch mit   eher er Fragen gestellt

habe (HD 2O/3 S. 7). Dies kommt auch in einer fruheren Aus-

sage von Dr.  zum Ausdruck, als er angab, bei der

Untersuchung habe eher er das Gesprach gefuhrt und sie hAt-

t,en nichts Substanzieltes gesprochen. Sie h5tten uber den

Rollstuhl gesprochen, wie man sich um sie  

) kummere und so weiter. Sie habe gesagt, dass Som-

mer sei, und dass sie im Rollstuhl sitzen musse. Er habe

daher den Eindruck gehabt, sie sei unglucklich. Als er sie

uber ihre Familie gefragt habe, habe sie nicht,s gesagt. Er

habe sie auch gefragt,, ob sie ein TesLament machen wolle

undkonne(undzwalr:weilP hmvorhergesagthabe'
dass es um ein Testament gehe) und da habe sie ja gesagt
(Doss. 2 B/tA S. 5) . And.ernorts erklArte Dr.  , Qt

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habe  mit seinem Zeugnis entgegen kom-
men wolIen (Doss. z a/u' s. 6) .

Die Ausfuhrungen von Dr. l, wie der in seinem Zeug-
nis erwAhnte rrGesprAchstestrr verlaufen isL, dass nAmlich
Iediglich uber nicht.s Substanzielles gesprochen worden
sei, und dass v.a. er Fragen gestelLt habe, decken sich
grundsatzlich mit den Aussagen der ubrigen Personen, we1-
che im  mit   zu t'un hatt'en und
erklSrten, ein richtiges Gesprdch sei mit ihr nicht mehr
moglich gewesen (vgl. vorne) -

Aus dem Gesagten ergibt sich, dass auf das drztliche Zeug-
nis vom 6. ,Juli L992 nicht, abgestellt, werden kann.

3.2.5 Ein weiteres d.rztliches Zeugnis, nAmlich jenes von
Frau Dr. med. , Spezialarztin FMH fur Psychiatrie
und Psychotherapie, vom 29. November 1-992 attestierLe 

  volle UrteiLsfahigkeit zum zeitpunkt der
erfolgten Untersuchung am 23. JuIi 1-992 (HD 22/10/L4) ' Be-

reits an diesem Datum bestAtigte Dr.  auf der Schen-
kungsurkunde von   deren UrLeilsfihig-
keit (HD 22/1'0/4 = HD t3/2/1'B) - Auch gegen Dr'  wurde

ein Strafverfahren eingeleitet. Aufgrund ihres Gest'Andnis-
ses wurde sie schliesslich mit strafbefehl vom 13. Mdrz
1998 wegen Ausstellung eines falschen drzt|ichen Zeugnis-
ses im Sinne von Art. 31-8 Ziff. 1Abs. l- SI,GB mit zwei Mo-

naten GefAngnis bestraft (Doss. 1-) .

An1Ass1ich einer Hausdurchsuchung wurden bei Dr'  ver-

schiedene schriftstucke sichergestel-lt, so u.a. auch ein

Srztliches Zeugnis, ebenfalls datiert, vom 29. November
lgg2, welches bei   eine fehl-ende ur-

teilsfAhigkeit zur Yornahme einer Lestamentarischen Verfu-

gung feststellte (UO 22/LO/12 und 1"3) . Ebenso fanden sich

handschriftliche Notizen - gemass Angaben von Frau Dr'
 von ihrem Ehemann verfassL (Doss. 1 4/LO S' 2) -t die

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eine UrteilsfAhigkeit von   verneinen
(uo 22/1"0/7).

Anl-Ssstich der KonfronLationseinvernahme mit'   er-
klArte Dr. , sie sei von   hinsicht'lich eines
Arz:-ze:ugnisses bezuglich   kontaktiert
word.en (Ho 2o/2 s. L). Dr. s machte auch Ausfuhrungen
d.azu, wie d.ie unt,ersuchung von   vor
sich gegangen sei, welche sie mit Hilfe ihres Ehemannes,
welcher ebenfalls Facharzt fur Psychiatrie ist, durchge-
fuhrt hatte (UO 2O/2 S. 3). Sie gab u.a. 4D, dass 

  keine langen Ausfuhrungen habe machen kon-
nen und sich immer gestikulierend geholfen habe, wo es ver-

bal nicht so gut gegangen sei (HD 2O/2 S. 5). Andernorts
raumte Dr.  ein, dass sie aus heutiger sicht die Frage

der urteilsfd.higkeit von   eher wernei-

nen wurde (Doss. 1 4/19 S. 9) .

Dass bei dieser sachlage nicht auf das die urteilsfahig-
keit, von   bejahende Zeugnis vom 29.

November tggz abgestellt, werden kann, liegt auf der Hand

3.2.6 Zusammenfassend lasst sich bezuglich des psychischen
Gesundheit,szustands fur d.ie ze:-: ab L2. M6'rz ]-992 (SpiLal-

aufenthalte, AufenLhal-t im Al-tersheim ) feststel-
len, dass   nicht mehr in der Lage war,

ihre eigene Situation, Sachverhalte und ZusammenhAnge rich-

tig zu erfassen, was bedeutet, d'ass sie auch die Folgen
ihres Tuns nicht mehr erkennen konnte. Zum gleichen
schluss kam auch Dr.  in seinem Ergd.nzungsgut-
achten vom 29. April Ig97 (Un L2/13 S. 40, siehe auch S'

42) . Wie unter 3.4.2 ausgefuhrt wird, kann auf anderslau-
tende schlussfolgerungen von Dr.   in Seinem Gut-

achten vom 3. November Lggg (Ho 37/L) nicht abgestellt wer-

den.

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3 .3 Vor M5.rz L992

3.3.1- Den Aussagen der Angehorigen von  
 und sonstiger Personen, welche mit ihr Kontakt hatten,

lAsst sich entnehmen, dass   ab Ende
der 8Oer-.Tahre, Anfang gOer-,Jahre immer vergessl-icher wur-
de und teilweise verwirrt war. Dies d.usserte sich z.B. dar-
in, dass  in ihrem Wohnhaus nach ihrer
Wohnung suchte, weil sie nicht mehr wusste, wo sich diese
befand (uo 1-9/19/3 s. 3 f .; HD 1'9/20/3 s. 4), oder dass
sie den Hauswart nach al-I den ,Iahren auf der SLrasse nicht
erkannte, sondern ihn fur ihren Uhrmacher hielt (uo
1-g/1-g/3 S. 4) . Als Beispiel fur die Vergesslichkeit von

 nannte   eine Einladung
zum Mit.Lagessen, die  kurz darauf wie-
d.er vergessen hatte (Un B/n/2 S. 7) . Des oftern besuchte

 r ihre verwandten in , wobei sie
anfAnglich selbstindig den Zug benutzt,e, bis sie nach ei-
nem solchen Besuch einmal den Heimweg nicht mehr fand (Hn
te/1"L/2 s. 2; HD te/21,/r s. 2; HD Le/2L/2 s. s) . rn der
Fo1ge wurd.e  von den Verwandten abge-
holt und zu Familienfesten gefahren, so auch an Weihnach-
ten tggl, wo sie abends um funf Uhr glaubte, €s sei Morgen
(Un Lg/L1,/2 S. 4) . Als   einmal- von ei-
ner Bekannten der Familie r von  nach Zurich
nach Hause gefahren wurde, sei es trotz Bemuhungen nicht
moglich gewesen, miL  ein GesprAch zlJ
fuhren,   habe nur rrso Sort oder t'jd. ja"
gesagt (Ho 1,9/24/2 S. 3 f . ) . Ein anderes Mal begab sich

 nach n, wo sie von Hotel zu Hotel
gegangen sei und. behauptet habe, sie sei von ihrer (Iiingst
werstorbenen) MuLter fur eine Badekur angemeldet worden
(un rc/1.1/2 s. 2; HD 1'e/2L/1 s. 2; HD Le/2t/2 s. 5) . 

 erw5hnte auch, dass   - es mus-
se im sommer L9g1, gewesen sein - ihr gesagt habe, sie wer-
de im Fruhjahr in eine Wohnung in Zurich umziehen, worauf
sie gedacht habe,  sei so verwirrt,

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dass sie Vergangenheit und Zukunft vermische (go 19/1'r/2
S. 4) . Auch die Nichte  konnte sich an Ausse-
rungen von  bezuglich einer Zweitwoh-
nung in Zurich erinnern und dass   da-
von gesprochen habe, bald zu zugeln (Ho L9/2L/! s. 5), wo-
bei sie  ) jedoch nicht in der Lage
gewesen Sei, die Adresse der neuen Wohnung zu nennen (HD
L9/2t/t s. '7; HD 1,9/21/2 s. B) .  , die be-
reit,s erwAhnte Bekannte der Familie r, war auch ein-
mal zugegen, a]s uber eine zweiLe Wohnung von 

r in Zurich gesprochen wurde und sie (
r) auf die Frage, was es mj-t der Zweitwohnung auf

sich habe, keine kl-are Antwort gegeben habe, weil sie dazu
vermutlich nicht in der Lage gewesen sei (UO 19/24/1, S. 3;
HD Le/24/2 S. 2) .

3.3.2 Aufgrund solcher - zuvor beschriebener - Vorf[Ile,
begannen sich d,ie Familienmitglieder zu sorgen, ob 

  noch f5hig sei, alleine in ihrer Wohnung
zu leben und. es wurde der Eint,ritt, in ein Alt,ersheim erwo-
gen. Da sich  - wie erwAhnt - gegen
einen solchen Schritt wehrte, wurde vorersL die Betreuung
durch die Spitex und die VerwandLen int.ensiviert (v91. vor-
n€), wobei auch das Hauswartehepaar vermehrt nach 

 r schaute (HD l9/Lg/3 s. 3; HD r9/20/L S- 2)'
Den Aussagen von   der L,eiterin der Haushilfe

 (spitex), ldsst sich entnehmen, dass 
  diese Unterstutzung benotigt,e (Un L9/7/t S-

3; HD tg/7/3 S. 5), was den Umkehrschluss zulSsst, dass
 spStestens ab Anfang 1'992 nicht mehr

f5hig war, alleine fur sich zu sorgen. Auch der Angeklagte
selber stellte in seiner bereits erwihnten "Eidesstattli-
chen Versicherungrr vom j.7. ,Juni L992 fest,, dass 

  seit Anfang dieses .Jahres unter Erinnerungs-
lucken leide und nicht mehr geschd.ftsfahig sei (HD L8/9) .

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25

3.3.3 Die Haushaltshilfe , welche 
r wihrend ca. l-0 Jahren jeweils an einem Tag in der

Woche wflhrend. ca. zwei Stunden betreut hatte, erklArte
ebenfalls,   sei sehr vergessl-ich und
betreuungsbed.urftig gewesen (HD A9/15/3 S, 4) .  

 erwahnte den Ausdruck "Arterienverkalkung't (HD
L9/L5/3 S. 4), womit sie wohl die Vergesslichkeit von 

  beschreiben wollte. Sie konnte in all den
,fahren auch eine Verschlechterung des Zustandes von 

 r festst,ell-en (HD L9/L5/3 S. 8) . 
r habe sie immer wieder das Gleiche gefragt;

das sei muhsam gewesen und in den let'zten zwet, drei Jah-
ren vor ihrem Eintrit,t ins Altersheim schlimm geworden (HD

Le/Ls/3 s. e).

 i, welche   von der Spi-
tex aus lediglich Anfang tgg2 wAhrend 4 Tagen pro Woche
betreute, erkl-flrte ebenfalls,   sei ver-
gesslich gewesen, je nach Zust,and mehr oder weniger. Es
sei darum gegangen, d.ass sie so lange wie moglich habe zu
Hause bleiben konnen (Hp t9/r3/3 S. 5) - Sie schilderte,

  habe, wenn sie (  i) zu ihr
r) gekommen sei und an die Tur ge-

klopft habe, sLets gefragL, wer sie sei und was sie hier
zLr tun hAtte. Darauf habe sie jeweils gesagt, sie sei die
Spitexhilfe (HD L9/1"3/3 S. 5) . Sie konnte sich auch daran
erinnern, d.ass sich  einmal verirrt
habe und sie ( ) sie dann gesucht und glaublich
eine Tramhaltestelle weiter gefunden habe (UO 1'9/1'3/3 S'
6) .

Eine weitere Haushaltshitfe,   ' be-
treute   wahrend ca. einem 'Jahr, bis

 r tAgtich bet.reut worden sei (HD t9/8/L
s. 1- f.). sie habe sie jeweils am Freitag zwel- stunden be-
treut, meist uber tvtittag (HD L9/8/2 S. 3). Frau a konn-
te den geistigen ZusLand von   nicht

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27

beschreiben und meinte, sie habe eigentlich keine Zeichen
von Vergesslichkeit festgestellt, weil sie damit nichts zu
tun gehabt habe (go lg/8/2 s. 5). wenn sie bei der polizej-'
lichen Befragung gesagt habe,   sei ein-
fach etwas vergesslich gewesen (HD L9/B/I S. 3), habe sie
das gedusserL, weil  einmal nicht' ge-
wusst habe, dass sie (  a) am Freitag gekommen
sei (UO 1,9/8/2 S. 6) . Weiter ergibt, sich aus den Aussagen
von Frau a, sie habe nicht, viel mit  

 gesprochen (HD L9/8/1 s. 3; HD t9/8/2 s. 3), so dass
eS nicht, erstaunt, wenn sie uber den geistigen ZusLand von

  keine Aussagen machen konnte. Frau
 sLel-lte jedoch fest,   habe of-

ters Flecken auf den Kleid.ern gehabt (gO L9/B/2 S. 5 und
7) und in d.er Wohnung habe ein Durcheinander geherrscht
(so 1,e/8/2 S. 6) .

3.3.4 Dr.  gab als Zeuge an, in den Jahren 1-988/89
habe ihn   ca. all-e zwei Monate in sei-
ner Praxis besucht. Meist habe sie eine Kurverordnung fur
ihre Kur in Bad Ftagaz gebraucht. Bis Dezember 1989 habe
ihn   jeweils alleine und selbstAndig
in seiner Praxis aufgesucht (Hp t9/9/2 S. 2).Nach der Kon-
sultation am 18. Dezember 1-989, als ihm nichLs aufgefallen
sei, habe ihn  erst wieder am 26 ' Mdrz
1-ggL auf gesuchL, auf veranl-assung und in Begleitung von
Frau i (ut 1,9/9/2 S. 2; HD L9/9/6 S. 3) . Eine Woche
spAter habe er wegen eines Rezeptes mit  

 t,elefoniert und da habe sie bereits nicht mehr ge-
wusst, dass sie ihn eine Woche vorher aufgesucht habe (Ul

L9/g/2 S. 2). Bis Dezember 1989 habe er  
 als eine alt,ersentsprechende, normal reagierende Frau

betrachtet; sie sei ortlich und zeitlich orienLierL gewe-
sen und habe die Fahigkeit gehabt, ihre stellung in der
menschlichen Gesellschaft richtig abzusch|tzen und habe
sich fur ihre Rechte einsetzen konnen. Bis im Dezember
l-g89 habe er keine wesentliche EinschrSnkung der urteilsfa-

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higkeit festgestellt (HD 1"9/9/2 S. 3 f .). In der Krankenge-
schichte habe er am 25. Md.rz L991- aufgeschrieben, eLwas
verlangsamt, ortlich und zeitl-ich orientierL, in den tagli-
chen Verrichtungen selbstdndig, ungepflegte Kleidung,
Flecken auf der Kleidung (Un W/9/6 S. 3 und 5). Ihre Ver-
gesslichkeit sei ihm erst eine Woche spAter, nach der Kon-
sultat,ion vom 26. Mdrz 1,ggl, aufgefallen, aIs sich 

  nicht. mehr daran erinnert habe (HD L9/9/2
s. 5) . Bei der nd.chsten Konsul-tation am 1-5. Januar L992
habe er notiert, Allgemeinzustand und Gewicht seien unver-
AnderL gegenuber 19gt, hingegen deutlich verst'Srktes alluie-
stisches Psychoslmdrom mit Konfabulation (HO 19/9/6 S. 3) .

In seinem drztJichen Zeugnis vom 6. Mai 1'992 zuhanden der
Vormund,schaftsbehorde hielt  fest, teilweise
schon seit Anfang 1-9gl und ausgepr5gt seit, Anfang 1'992 sei
bei   eine ausgepr5gte Vergesslichkeit
aufgefallen und. sie habe nur noch mit Hilfe von Verwand-
ten, Nachbarn und Bekannt,en ihren eigenen Haushalt auf -
recht erhalten konnen. SpAtestens seit Anf ang dieses 'Jah-
res (L9g2) sei sie aus seiner Sicht nicht mehr in der La-
g€, selbstAndig und im Bewusstsein der Konsequenzen in amt-
lichen und finanziellen Angelegenheiten zu handeln (Up

L3/e/s/z).

Des Weiteren liegt ein Schreiben von  vom 1-1'
Mai :-993 an    vor, in welchem u.a. festge-
halten ist, dass er (  )   nach
einem ld.ngeren Intervall Ende Mdrz 1"997 wieder untersuchL
habe. Sie sei damals ortlich und. zeitlich richtig orien-
tiert gewesen, jedoch so vergesslich geworden, dass sie
eine Woche spAter am Telefon nichts mehr vom stattgehabten
Arztbesuch gewusst habe. Im f olgenden ,Jahr habe diese Ver-
gesslichkeit., einhergehend, mit einer VernachlAssigung der
Wohnung und Korperpflege, nach Aussage der ihr nahestehen-
den Nichte Frau , weiterhin deutlich zugienommen,
doch habe sich die Patientin vehement gegen tirzi-l-iche und

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29

soziale Hilfsangebote gewehrt. Er habe  
r wieder am 15. ,Januar 1-992 gesehen, diesmal nicht mehr

ortlich und zeitlich orientiert, und Ged5chtnislucken mit
irgendwel-chen ad hoc-Einf5llen ausfullend. Korperlich sei
sie, wenn auch stArker behindert, noch selbst[ndig und geh-
f Ahig Stewesen (uo t9 /9 /zl .

3.3.5  bestatigt,e sowohl am 1-. lfuli 1-99L als
auch fur den 20. Dezember 1,99L die Urteitsf d.higkeit von

 (Doss. 2 4/I-2). Wie bereits erwihnt,
wurde er diesbezuglich wegen Abgabe eines falschen 6'rztLJ--
chen Zeugnisses verurteil-t. Auch bezuglich dieser beiden
Zeugnisse mussLe  eingestehen, dass diese
nicht korrekt waren, weshalb auf sie nicht abgestellt wer-
den kann.

3.4 Gutachten r,  

3.4.L Wie bereits vorne erwfl.hnt, wurde von der Bezirksan-
waltschaft ein Gutachten betreffend Urteil-sfAhigkeit von

 in Auftrag gegeben.  
hielt in seinem Gutachten vom 25. April 1'995 am Schluss
fest, dass sich eine Verbesserung gutachterlicher Aussage-
moglichkeiten durch die Befragung von Auskunftspersonen,
wie z.B. Familienangehorige, fruhere Nachbarn eLc. vorstel--
Ien liesse (uo l2/4 S. 2L). In der Folge fanden mehrere
Einvernahmen mit verschiedenen Bezugspersonen von 

 r, t,eilweise im Beisein von  ,
statt (Hn 19). Darauf pr$zisierte dieser seine fruheren
gutachterlichen Aussagen in einem ErgAnzungsgutachten, wel-
ches vom 29. April tggT datiert (Ho 1-2/l-3).

VorersL ist festzuhalten, dass es grundsAtzl-ich fraglich
isL, ob sich mit einem psychiatrischen Gutachten die Ur-
teilsfAhigkeit einer Person post mortem uberhaupt' mit genu-
gender sicherheit feststellen lasst. Entsprechend sind die-
se Gutachten mit vorslcht zu wurdigen und es ist ihnen

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7
30

nicht einfach blind zu folgen. Damit isL auch der - teil-
weise berechtigt,en - Krit,ik durch PD Dr. med. 
(ito 37/L S. 35 f .) Rechnung get,ragen.

In seinem ErgAnzungsgutacht,en kommt Dr. r zusam-
mengefasst zum Schluss, dass bei   be-
reit,s l-990 die kognitive LeistungsfAhigkeit, die Fahigkeit
zur kritischen Erfassung von Motivationen Dritter und zuT
Erfassung komplexer ZusammenhAnge beeintrAchtigt gewesen
seien. Damit sei auch die Fdhigkeit zu richtiger Urt'eils-
bildung hinsichtlich eigener Handlungen und deren Tragwei-
t,e beeint,rAchtigt gewesen. Fur das ,fahr L99L sei aII dies
als noch stArker beeintr5chtigt zu erkennen (ltO t2/I3 S.
39). Sinngemass schliesst Dr. r fur die zeLt im

 bei   aufgrund der Desorien-
tiertheit auch z:ur eigenen Person bzw. z:ur eigenen person-
lichen Sit,uation aus, dass d.ie FAhigkeit, die Folgen ihres
Verhaltens richtig zu erkennen und die eigenen Beweggrunde
kritisch zu gewichten, gegeben waren (HO L2/13 S. 40, vgI.
auch s. 42) .

Diese Schlussfolgerungien lassen sich aufgrund der Aussagen
der verschied.enen Bezugspersonen von  ,
insbesondere aufgrund der Schilderungen von Dr. 
(vgf. vorne) , auch vom Laien ziehen- Insbesondere geht
auch Dr. r fur die Ze:-t vor dem Unfall uledig-

lich" von einer Beeint,r5chtigung der kognitiven Leistungs-
fihigkeit   aus. Wie sich auch aus den
Aussagen der verschiedenen Bezugspergonen von 

r ergibt, nahm ihre Vergesslichkeit mit der Zeir.
immer mehr zu und sie war auch teilweise, aber nicht' im-
mer, verwirrt. Die ortliche und zeitliche Orientierung
muss auch recht. lange erhalten gewesen sein, da sie bis zu
ihrem Unfall ihre Wohnung h5ufig verliess und in der Regel
auch wieder fand. Von einer grundsitzlichen und absolut'en
Urteilsunfihigkeit   kann bis Anfang
Lgg2 nur schon deshalb nicht ausgegangen werden, weil sie

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:

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sonst
ware,

3l_

- trotz Spitexbetreuung - nicht in der Lage gewesen
alleine in ihrer Wohnung zu leben.

3.4.2 Die VerLeidigung beauftragte ihrerseits PD Dr. med.
 r, ein Gutachten uber die UrteilsfAhigkeit /te-

stierfAhigkeit von  zu erstel-len, weI-
ches vom 3. November Lggg datiert (HD 37/1,) und am 7. Juni
2oo0 hierorts einging (uo 36). Dieses Gutachten vermag
- nebst den zuvorgenannten grundsdtzlichen Bedenken - inso-
fern nicht zu iiberzeugen, aIs Dr. r von einigen objek-
tiv nicht belegbaren Annahmen ausging.

So ist z.B. zu erwihnen, dass Dr. r - wie er sel-ber
fest,hielt - bezuglich der Beziehung zwischen 

r und dem Angeklagten unkritisch von dessen eigenen
Angaben ausging (HD 37 /L S. 6) . Auch bezuglich dem VerhSlt-
nis zwischen  und ihren Verwandten
stutzt,e sich Dr. r offensichtlich einzig auf die Anga-
ben des Angektagten, wenn er schrieb, €S Sei nun aber be-
kannt, d.ass sie  r) gegenuber ihren Ver-
wandten gewisse Vorbehal-te bzw. negative Gefuhle hegte,
offensicht,lich aus Neid und Eifersucht, weiL diese eine
eigene Familie gegrundet hAtten; aus EnttAuschung daruber
habe sie die Wohngemeinschaft mit ihrem Bruder  verlas-
sen (Un 37/I S. 27) . Objektive Anhalt,spunkte, dass 

 r gegenuber ihren Verwandten negative Gefuhle
gehegt hAtte, lassen sich den Akten nicht entnehmen. Im
Gegenteil war immer wieder die Rede davon, wie nah sich

 und ihr Bruder  bis zu:--e|uzt stan-
d.en und gerade dieser Bruder sol-I gemAss Dr. r der An-
lass fur Neid und Eifersucht gegenuber den Verwandten gewe-
sen sein. Die hiufigen Besuche von   in
WaId. bei ihrem Brud.er und bei ihrem Neffen Beat liessen
sich auch nur schwer erkl-Aren, wenn nicht - entgegen der
Annahme von Dr. r - ein unget,rubtes Verhaltnis ge-
herrscht h5tte. Die Schreiben, welche Vorbehalte gegenuber
der verwandtschaft enthalLen, datieren aus der zeit, z!

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32

der  sich im  aufhielt. Sie wur-
d.en won ihr zwar unLerzeichnet, doch kann ausgeschlossen
werden, dass sie den Inhalt solcher Schreiben auch tatsich-
lich erfasste (vg}. vorne und auch nachfolgend) . Selbst
der Angeklagte anerkannte, dass   z'tJ
jener ZeLt al-l-es unterzeichnen wiirde, was er ihr vorlegt
(vg}. vorne). Dr. r zfumt das Pferd beim Schwanz auf,
wenn er sich zur Beurteilung der UrteilsfAhigkeit von

 bzw. ihres Verhdltnisses zu den Ver-
wandten auf Schriftstucke stutzt, die jene zu einer Zeit
unterzeichnete, fur welche er ihre Urt'eilsfAhigkeit zu be-
urteilen hat.

Offenbar stutzte sich Dr.  auch al-lein auf die Angaben
des Angek]agt,en, wenn er davon ausging, Dr. l sei
der Hausarzt von   giewesen (HO 37/L S'
21 bis 23) . Dabei ]-Asst er unbeachtet, dass Dr.  als
Zeuge angab, €r habe die hausArztliche Betreuung von 

  am 3. Februar L988 ubernommen und Sie bis
zu ihrem Tod betreuL (HD Lg/g/2 S. 2). Demgegenuber gab
Dr. l selber €tll,   sei lediglich
einmal aIs Patientin mit   zu ihm gekonrmen wegen
einer Art,hrose in den Knien und den Sprunggelenken und er
wtirde sich nicht als deren Hausarzt bezeichnen (Doss - 2
g/g S. 2). Zwar r5umte Dr. r ein, die Zeugnisse von Dr.

 und Dr.  seien angesichts der widerspruchli-
chen Aussagen im Rahmen des strafverfahrens gegen deren
Verfasser schwierig zu werten (Up 37/l S. 22). Er stutzte
sich bei der Beurt,eilung der urteilsfahigkeit von 

 r d.ann aber doch auf das rrkurze sLatement
des Hausarztes Dr. med'. l" (HD 37/1- s' 23) ' wie be-

reits ausgefuhrL, war Dr.  in seinem strafverfah-
ren gestandig, falsche SrztrIiche Zeugnisse ausgestellt zu

haben, was auch zu seiner Verurteilung fuhrte (v91. vor-
ne). Dies wurde von Dr. r aber offensichtlich nicht ge-

buhrend berucksichtigt -

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Weiter gab Dr.  in seinem Gutachten die Aussage von
Maya Eugster wieder, a1S sie auf den Vorhalt, was das be-
deute, wenn am 6. ,Ju1i ]-992 im Rapportbl-att des 
stehe, dass es der Patient,in heute wieder gut gehe, antwor-
tete: rrsie erbrach nicht, mehr. Man sah ihr ?D, dass es ihr
wieder besser gingrr (HD 37/L S. 1-7) . U.a. aus dieser Aussa-
ge schloss Dr.  auf den guten Geisteszustand von 

  zu jenem Zeitpunkt (Hn 37/1' S. 23) - Die
Aussage, dass es  am 6. Juli 1-992 wie-
der besser ging, weil sie nicht mehr erbrach (wie am Vor-
t"g) , bezog sich aber offensichtlich auf das Erbrechen und
hat, mit dem geistigen Zustand nicht zwingend auch etwas zu
tun. Auf jeden Fall- schilderten das Pflegepersonal im

 und auch das Verwalterehepaar einhellig, dass sich
am geistigen Zustand von   wdhrend ih-
res Aufenthaltes im  eigentlich nichts geAndert ha-
be (wgl. vorne) . Auch den A,usserungen von Dr.  1Asst
sich nicht entnehmen, d.ass sich die geistige Gesundheit
von  wAhrend der 'r a-Zeittt zwi-
schendurch gebessert, hfltt,e. Er st.ellt,e lediglich fest,
dass sie nicht st5ndig in VerwirrungszustAnden gelebt habe.

DaSs die - wie Dr. r eS nennt - sowohl fur den l-,aien
erkennbare a1s auch vom graphologischen Experten bestAtig-
te gute Hand.schrift, der Erblasserin im umstritt,enen Testa-
ment wom 6. Juli L992 fur ihren guten Geisteszustand spre-
chen soII (uo 37/t s. 23), scheint nicht zwingend zu sein,
da die Qualitat der Handschrift, zumindest' auch vom korper-
lichen Zustand abhdngt. Abgesehen davon ist - auch vom Lai-
en - in der Qualitat der Handschrift ein deutlicher Unter-
schied zwischen Februar 1990 (vgl. HD L3/2/L) und Juli
1,992 (wgl . HD L3/2/1,6) zrl erkennen und ob die Handschrift
am 6. Juli I9g2 al-s "gut" bezeichnet werden kann, ist ein
relativer Begriff , gerad.e wenn man sie mit der Schrift vom
Februar 1-990 vergleicht. Ausserdem erscheint es zumindest
problematisch, einzig aufgrund des Schriftbildes auf die
geistige Gesund.heit eines Menschen schliessen zu wollen.

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Selbst wenn der Psychiater Prof. Dr. med.  
 zur Ansicht kam, rrdass die Schreibende hochbetagt ist,

aber zwr Ze:-t der Niederschrift geistig voll gesund warrl
und. wenn der Graphologe   angenom-
men hat,, dass die Erbl-asserin 'rmiL an Sicherheit grenzen-
der Wahrscheinlichkeit im Vollbesit,z ihrer UrteilsfAhig-
keit gewesen isL" (HD 37/L S. 20), lAsst sich damit die
Feststellung der Bezugspersonen von  
nicht aus der Welt schaffen, dass wAhrend ihres Aufenthal-
tes im  mit ihr kein richt,iges GesprSch mehr ge-
fuhrt werden konnte (vgI. vorne) . Das bedeutet nichts ande-
res, als dass   zu dieser zeit, also
auch am 6. ,Juli L992, eben nicht mehr im Vollbesitz ihrer
geistigen Gesund.heit war und die von Dr. r zitierten
Experten, welche   nie gesehen haLten,
zu einem nicht der RealiLat entsprechenden Schluss gelang-
ten. Dennoch stutzL sich Dr, r auf diese Experten.

Vol1ig unkritisch hAlt, Dr. r in seinem Gutachten fest:

'rEs ist auch nichL bekannt, dass Dr.  die Erblas-
serin get5uscht, oder betrogen oder ihr gegenuber nur ein
vordergrundiges Spiel mit ausschliesslich berechnenden Ab-
sichten getrieben hAt,te" (Un 37/1' S. 28) . Zwar ist es rich-
tig, dass dies zum Zeitpunkt der Erstellung des Gutachtens

"nicht bekanntrf war, doch musste Dr. r wissen, dass ge-
nau dies Gegenstand. des vorliegenden Strafverfahrens ist
und somit zumindest, ein ent,sprechender Verdacht bestand'
Auch wenn Dr.  dem Wortlaut, nach nicht behauptet, 

f habe die Erblasserin weder getd.uscht noch betrogen
oder ihr gegenuber nur ein vordergrundiges Spiel mit' aus-
schliesslich berechnenden Absichten getrieben, so erweckt
er aber genau diesen Eindruck, was auf eine gewisse vorein-
genommenheit des Gutachters hindeutet'.

OamiL ist genugend dargeLan, weshaLb auf das Gutachten von
pD Dr. med.   nicht abgesteltt werden kann.

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3 . 5 Zusammenfassung und Schlussfolgerungen

Fur die Zeit nach ihrem unfalI am L2. Md,rz 1,gg2 bestehtaufgrund des von den verschiedenen personen geschilderten
GeisteszusLandes von   kein Zweifer dar_uber, dass sie nicht mehr fdhig war, ihre situation rear_i_stisch zu erkennen und die Folgen ihrer Handlungen erfas_sen zu konnen.

Fur die Zeit vor dem unfarl kann keine d.erart eindeutige
und absolut,e Feststelrung getroffen werden. rmmerhin erge_ben die Aussagen der verschiedenen Bezugspersonen, dass abEnde der goer-,fahre / anrang 9Oer-,Jahre die vergessr-ich_keit von   erschreckend zunahm und siezeitweise verwirrt war. Festster-r-en r_dsst sich auf jedenFaLl, dass an der uneingeschrdnkten urteirsfdhigkeit von

  in der zeit ab 1_990 zumindest Zweifel
bestehen und ihre kognit,iven Fahigkeiten grundsd.tzrich ein_geschrdnkt waren- wie es sich d.iesbezuglich im Zusanrmen_
hang mit den einzer-nen von ihr vorg.enommenen verfugungen
verhAl_t, isL im Folgend.en darzulegen.

4

4 ' 1- Abschluss Lebensversicherung  (porice-Nr.
  ) und Lebensver'icherung  (poli_

ce-Nr .  )

ALs der Angeklagte noch bei der  versicherungsgeser_r_
schaft arbeiteLe, schross er im Mdrz r_9gg mit 

 eine Lebensversicherung mit einer Einmaleinlage
von Fr' t tvtio. und einer LaufzeiL von r-o .fahren ab (Doss.g/t/t Anhang) - unter Berucksichtigung des steuerrichen
Aspektes kann zwar nicht zum vorneherein gesagt werd.en,
der Abschluss einer sor-chen Lebensversicherung mit einer
89-jdhrigen versicherungsnehmerin sei ein vollig sinnroses

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Geschift. Was dann jedoch kej-nen Sinn ergibt, ist der Ruck-
kauf der Versicherung zwe! Jahre spAter, bei einem Ruck-
kaufswert von nur Fr. L'OO5'350.15 (Doss. 9/1'/1 Anhang)
und. der Wiederanlage in einer neuen L,ebensversicherung bei

der  (der entsprechende Versicherungs-Antrag datiert
vom 25. April 1-990) , ebenfalls mit einer Einmal-einlage von

Fr. 1 Mio. und einer Laufzeit von L0 ,fahren (HO 22/5/5).
Darauf angesprochen, musste der Angeklagte zwar selber ein-

gesLehen, dass dies finanziell kein sehr sinnvoller Akt

gewesen sei. Er machte aber geltend, €T habe damals zrur

 Versicherungsgesellschaft gewechselt und 
 habe gesagt, wenn er bei d,er  sei, dann sol-

Ie er das bei der  machen (Prot. s. 1-4) . Als gutmei-

nender Berater und Vertrauter von   hAt-

Le er ihr von einem solchen Vorgehen aber dringend abrat'en

mussen. Dass  r gegen den Rat' ihres ver-

trauten, der auf diesem Gebiet Fachmann war, dennoch auf

dieses Geschdft bestanden hAtte, scheint angesicht's ihres

damals bereits reduzierLen Geisteszustandes wenig wahr-

scheinlich. Dabei ist zu berucksichtig€D, dass der Ange-

klagte fur jeden versicherungsabschluss eine Provision

uber 3 Prozent der Versicherungssumme erhielt (fip L8/6 S'

5). Konkret erhielt der Angeklagte fur den Abschluss des

Versicherungsvertrages bei der  Fr- 441723'15 an Pro-

vision und sonstigen Gutschrift,en (Doss - 9/f /2) und fur

denjenigen bei der  Fr. 33r855.05 (Doss. 9/2/2)' Da-

mit, waren diese Geschafte zumind.est' fur den Angeklagten

eintrAglich.

4 .2 $Iohnungskauf 

4.2.1 Im April 1990 kaufte   fur Fr'

700'000.-- eine EigenEumswohnung in h (HD 22/3/IB), wo-

fur sie einen Hypothekarkredit in Hohe won Fr. 500'000'--

in Anspruch nahm (uo 22/3/1L) und fur ca. Fr. 25O' 000'--

Wertschriften verkaufen liess (HD 22/3/8)' (Das war unge-

fdihr zt)r Zeit, a1s das Geld aus der Lebensversicherung der

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 frei geworden war und die l-,ebensversicherung bei
der  abgeschlossen wurde. ) Am 1-. Mai 1-990 meldet'e
sich   bei der Einwohnerkontrolle 

 an, mit Wohnsitz an der     
(Hp t5/5 S. 1-, siehe auch HD LB/3 S. 7) .

Bereits am 3l-. Januar 1,990 hatte   der
Z, Anlage und Immobilientreuhand, vertreten durch
f, eine Vollmacht zum Erwerb von Liegenschaften

ausgestellt, die jede Ermachtigung einer Generalvollmacht
einschloss (HD 22/3/f Beilage) - Am 1-. Ntdrz L990 stellte
sie fur die {I, vert,reten durch  , eine wei-
Lere Vollmacht aus bezuglich Erwerb und Verdusserung von
Liegenschaft.en sowie wertpapieren. Auch hier war jede Er-
mAcht,igung einer Generalvollmacht eingeschlossen (HD

22/3/8 Beilage).

Den Kaufvertrag unterzeichnet,e dann allerdings 
 selber (UO 22/3/tg), Lrotz den ausgestellten VoIl-

machten an den Angeklagten. Dazu fuhrte dieser aus, 
  habe immer gesagt, d.ie gesetzlichen Erben

bzw. die Familie hoffe, sie bekamen eines Tages ihr Geld.

Sie hAtten das dann zusammen beredet und er (der Angeklag-
te) habe darauf gesagt, vielleicht ware es 9ut, wenn sj-e

beim Notar dabei sei und ihren willen dokument'ieren wurde
(prot. s. 15 und t7) . Er habe fur  ,
nicht fur sich selber, befurchten mussen, dass dieser Kauf

allenfalls krit'isiert worden wAre (Prot' S' L7) ' Schliess-
lich meinte er - enLgegen seiner vorherigen Aussage t

  habe gewiinscht mitzukommen' Sie habe

sich in dieser Art geAussert und da habe er gesagt, sie

konne mitkommen (Prot. S. L7) . Dass dem nicht so war, €r-

gibt, sich aus dem schreiben des Angeklagten an die 
  vom 5. Februar 1990, in welchem er u'a'

festhielL: "Auch isL es mein Wunsch, dass Frau r an

der Eigentumsubertragung personlich teilnehmen kann, dies
obschon ich uber die erforderliche Generalvollmacht zuT

W._____

AW._____

R._____
AX._____ AY._____-strasse ... U._____

R._____

AZ._____
N._____

AZ._____ N._____

R._____

R._____

R._____

R._____

BA._____
R._____

38

Abwicklung dieses Gesch5ftes verfuge. Ich muss mich ja ge-
genuber allf5Lligen Erben bzw. gegenuber deren EinwAnden
vorkehren't (HD 22 /3 / t) .

Ein Anlass, weshalb sich der Angeklagte gegen a11fAllige
Kritik von Seiten der Familie r - z! welcher damals
auch aus seiner Sicht (noch) ein gutes VerhAltnis bestand
(Prot. S. L7) - hfltte absichern mussen, ist nicht ersicht,-
lich, wenn es tatsAchlich dem Wunsch von  

 entsprochen h5tte, diese Wohnung in  zu kaufen.
Ind.em der Angeklagte dennoch Vorkehrungen treffen woIlte,
um allfAl1igen EinwAnden der Erben entgegenzutreLen, mus-
sen gewisse Zweifel daran aufkommen, ob es  

 war, die die Wohnung kaufen wollte oder ob nicht
vielmehr der Angekfagte der eigentliche Initiant war.

4.2.2 Der Angeklagte erklarte zum wohnungskauf in ,
 habe vom  wegziehen wolIen, da

sie durch die zunehmende Drogenprost,itution immer ofters
bel5stigt worden sei. Auf einem ihrer gemeinsamen Ausfluge
mit dem Auto seien sie auch in den Kanton Schwyz gekommen,
wo sie diese Wohnung zum Verkauf ausgeschrieben gesehen
hAt,ten. Sie hAtten sich dann diese Wohnung angeschaut und

 habe sie sehr gut, gefallen. Darauf
habe sie ihn beauft,ragt, diese Wohnung zu kaufen (HD LB/6
s. B; Prot. s. 15 f . ) . In seiner schrif tlichen Darst,el-lung
uber seine Beziehung zu   schilderte der Ange-
klagte die Sit,uation im  mit der Strassenprostituti-
on und dem Drogenelend, welche fur die Bewohner des 

s eine Zumutung gewesen sei. NamentLich fur Frau 
 sei es beinahe unausstehlich gewesen. Sie habe je lEin-

ger dest,o mehr weg gewollt, von dieser Szene . L990 habe sie
ihn d.aher einmal beauftrsgL, irgend eine schone Eigentums-
wohnung am herrlichen Zurichsee fur sie zu erwerben. Bei
verschied.enen Ausfahrten hdtten sie dann in  in der
0berbauung  diese prS.chtige 4 t/2 Zimmer-Wohnung
finden konnen. Hier habe Frau r ihre letzten Jahre

von R._____

R._____

R._____

U._____

R._____ BB._____

R._____

R._____

BB._____
BB._____

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T._____

F
39

verbringen wo]len (HD L8/7/l S. 3 f.). In der ersten Ein-
vernahme beim Bezirksanwalt , am 29. Mai L995, schilderte
er zway auch, wie sie eines Tages mit dem Auto in h an
einer Uberbauung vorbeigefahren seien und  

 erklart habe, €s wurde ihr Freude machen, am see
dort zu wohnen, zumal sie auch in Zurich mehr oder weniger
am See gewohnt, habe und sie hAtt,en dann einige Wohnungen
angeschaut, wobei sie sich spontan entschlossen habe, die
oberste 4 I/2 Zimmer-Wohnung zu kaufen (Up 1,8/3 S. 5) .
Dass   wegen der desolat,en ZustAnde im

.quartier von dort hAtt,e wegziehen wollen, erwAhnt'e
der Angeklagte hier mit keinem Wort. Im Gegenteil fuhrte
er aus, die ldee (zum Wohnungskauf) sei sponLan von 

  gekommen und zwar beim Vorbeifahren. Vor-
her sei von so eLwas nie die Rede zwischen ihnen gewesen.
AIs Begrundung habe sie angegeben, sie sei jetzt' immer in
Miete gewesen und mochte sich auch einmal eine schone Woh*
nung l-eisten (HD 1,8/3 S. 7). Nochmals auf das Motiv fur
diesen Wohnungskauf angesprochen, erwAhnLe der Angeklagte
wiederum nichts vom Drogen- und Strassenprost'itutionspro-
blem im quartier, sondern er erkldrte, es sei die
wunderschone Seelage gewesen, die   da-
zu bewogen habe. Ausserdem sei es eine Uberbauung, in der
viele 5ltere Leute ihren Lebensabend verbringen wiirden (HD

1,8/3 s. 8) .

Inhaltlich wid.ersprechen sich die Aussagen des Angeklagten
insofern, al-s er einmal die wunderbare Seelage als Motiv
fur den Wohnungskauf angab und diesen als spontane Ent'-
scheidung von   darstellte und ein ande-
res Mal die schlimmen ZustAnde im -Quartier anfuhr-
t€, die   d.az:u bewogen hitten, sich
nach einer and.eren Wohnung umzusehen, wobei bei dieser Ver-
sion ein Wohnungskauf grund.sAtzlich geplant war' Diese Wi-
derspruchl-ichkeit ist ein Ind.iz dafur, dass eben nicht

  die Idee zu diesem Kauf hatte, son-
dern der Angeklagte.

U._____
R._____

R._____
BB._____

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BB._____-
R._____

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BB._____-

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R._____

r
I
j

l

- 40

4.2.3 Wie sich aus den Akten, insbesondere aus den Aussa-
gen der verschiedenen Bezugspersonen, die mit 

 in Kontakt standen, klar ergibt, haL 
 nie in h gewohnt. So wurde die Wohnung denn

auch am l.4. Mai 1-990 bereit,s vermieteL, wobei 
r ein Zimmer zur Verfugung st'ehen so1lte (HD

22/3/ZS). In der Untersuchung behauptete der Angeklagte,
 habe die Wohnung in h auch tatsAch-

l-ich bezogen (uo L8/3 s. 7, vgl . auch HD L8/10 S. 9 und
11) und er wollte nichts davon wissen, dass die Wohnung
vermieteL war (Un L8/3 S. 8).Auf die klare Frage anlSss-
lich der Hauptverhandlung, ob  nach

 gezogen sei, antwortete der Angeklagte ausweichend:
'rWir waren ofters dort,'r (Prot. S. 20) . Die Anschl-ussfrage,
ob man sagen konne, Sie habe nie dort gewohnt, beantworte-
te der Angeklagte wiederum ausweichend und sprach vom Wohn-
siLz, der sowohl faktisch wie auch psychologisch sei, um
dann einzurAumen: trEs geht, sicher eher in die Richtung,
wie Sie es formul-iertenrt (Prot. S. 20) . Auf weiteres Nach-
haken meinte der Angeklagte, uber derart Personliches von
Frau  mochte er hier nicht reden - Frau ,
d.as sei eine verstorbene Person (Prot. S. 20 f .). Weshalb
der faktische Wohnort einer verstorbenen Person eLwas ist,
woruber man vor Gericht, nicht sprechen sollte, ist nicht
ersichtlich. Es zejgt sich am Aussageverhalten des Ange-
klagten vielmehr, dass er dazu keine klare Auskunft geben
wollte, weil er offensicht,l-ich zu verheimlichen versuchte,
d.ass   gar nie in h gewohnt hatte.

Dass der Angeklagte - entgegen den tats6.chlichen VerhAIt'-
nissen - den Eindruck entstehen lassen wol-It'e, 

r habe zumindest teilweise in BAch gelebt, ist ein
weiteres Indiz dafur, dass die Idee zu diesem Wohnungskauf
nicht von  r, sondern vom Angeklagten
kam. GemAss seinen DarsteLlungen woltte  

 d.ie wohnung nicht als Geldanlage kaufen, sondern zvr
Eigennutzung, sei es weg:en der schlimmen Situation im 

R._____
R._____

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R._____

R._____ U._____

R._____
U._____

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BB._____-

- 41-

quartier oder sei es wegen der wunderschonen Seelage.
Wenn  dann aber nicht nach  zo9,
muss geschlossen werden, dass sie an einen Wohnungswechsel
offensichtlich uberhaupt nicht dachte und deshalb auch die
Idee zum Wohnungskauf nicht von ihr starnmte.

Dass die Initiative zum Kauf dieser Wohnung - entgegen sel--
nen Behauptungen - vom Angeklagten kam, ergibt sich auch
aus seinem bereits vorne erwd.hnten Schreiben vom 5. Febru-
ar 1990 an   von der   

 AG, in welchem er seinen Dank fur dessen werL-
vollen Bemdhungen bei der Auswahl und dem beabsichtigten
Kauf der Wohnung B 3.2 in der Residenz  aussprach
(HD 22/Z/t). Wenn jedoch - wie der Angeklagte behauptet

 die Wohnung auswAhlte, sei es spontan
oder weil sie eine Wohnung suchte, ist nichL ersichtlich,
welche Bemuhungen Herr  von der Verwaltung bei der
Auswahl der Wohnung unternahm. Diese vom Angeklagten in
seinem Schreiben erwAhnten Bemuhungen seit'ens der Verwal-
tung ergflben z.B. dann einen Sinn, wenn sich der Angeklag-
te zuvor bei der Immobilienfirma nach kAuflichen Objekten
erkund,igt, hAtte und. von der Verwaltung dann auf die Uber-
bauung  aufmerksam gemacht worden wAre.

4.2.4 Auch bezuglich des Mietvertrags fur die wohnung in
 nahm es der Angeklagte mit der Wahrheit nicht so ge-

nau. So wollt,e er anf5nglich von einem solchen nichts wis-
sen (gp 1,8/3 S. 8; HD L8/6 S. 10) . AnlSsslich der Hauptver-
handlung behauptete der Angeklagte - entgegen dem klaren
Wortlaut im Mietvertrag, wonach   1 ZIm-
mer voll zur Verfugung stehe , es seien 2 I/2 Zimmer gewe-
sen, die   dort' zur Yerfugung gestanden
hAtten, das sei mit dem Mieter so abgemacht giewesen (Prot '
S. 2:-) . Weiter behauptete der Angeklagte, €r habe den Miet-
vertrag nie gesehen (Prot. S. 2A) , obschon dieser von 

  unterzeichnet wurde (HO 22/3/29) und
nicht von der Firma  , wie es der Ange-

R._____ U._____

BC._____ BA._____

T._____

R._____

BC._____

T._____

U.____

R._____

R._____

R._____
BA._____

-42

klagte in der Untersuchung vorbrachte (HD L8/6 S. l-0). Der
Verwaltungsauftrag an die   wurde erst
nach Abschluss d.es Mietvertrag'es erteilt (gO 22/3/Ze) ' Da
nicht anzunehmen ist, dass   alleine
und, von sich aus diesen Mietvertrag unterzeichnete, son-
dern dass   zumindest dabei war und angesichts sei-
ner widerspruchl-ichen Aussagen, ist auch, was die vermie-
tung der wohnung anbelangt, nachgewiesen, dass der Ange-
klagLe wider besserem Wissen nicht die Wahrheit sagte' Of-
fensichtlich wollte er seine Rolle, die er im Zusammenhang
mit dieser wohnung in  spielte, verniedlichen. Das be-
deutet,, d.er Angeklagte hat,te mit dem wohnungskauf in 
mehr zu tun a1s er glauben machen will'

4.2.5 Bei den Akten liegt, ein handschriftlicher Brief von

  an den Gemeinderat  wom 26 '
Mdrz LggL, in welchem sie sich - mit Absender '

 hr' - fur die Gratulationswiinsche des GemeinderaLs
zu ihrem 92. "Wiegenfest" bedankLe. Ausserdem erwd'hnt

 r, sie fuhle sich an ihrem "wohnsitz'l
in  sehr wohl und. geniesse diese herrliche Landschaft
(HD 22/3/5t'). Aufgrund dieses Briefes kame niemand auf die

Id.ee, dass  r gar nicht in ihrer wohnung
in  lebte, sondern es wird d.amit d.er gegent'eilige Ein-

druck erweckt. Wie der Angeklagte selber erkld'rte, war

  ein absolut ehrlicher Mensch (HD

lB/1"2 S. 5) . Welches InLeresse   hAtte

haben konnen, den Gemeinderat  glauben zrl las-

sen, sie wohne t,atsachlich in Bach, ist schleierhaft und

es kommt, der Verdacht auf, dass der Angeklagte hinLer die-

sem Brief steckte, uR so die Wohnsit,znahme von 
 in  zu untermauern. Dieser verdacht versLarkt'

sich auch d.adurch, dass in diesem Brief ausdrucklich von
r,Wohnsitz'r die Rede ist; eine Formulierung die im genann-

ten Zusammenhang eher als unublich bezeichnet werden muss '

BA._____

R._____

N._____

U._____
U._____

R._____ AX._____
AY._____-strasse ...

(U._____)

R._____
U._____

R._____
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R._____

AX._____

R._____

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43

Der Angeklagte behaupteLe anlAsslich der Hauptverhandlung,
diesen Brief nicht zu kennen (Prot. s. 37) . Bereits in der
untersuchung hatte der Angeklagte angegeben, er konne sich
an dieses Schreiben nicht erinnern (HD 1'B/4 S. 3). Er konn-
te sich auch nicht daran erinnern, weshalb er eine Kopie
d.ieses Schreibens in seinen Akten aufbewahrt hatte und
meint,e, eS konne sein, dass Frau r ihm dieses
Schreiben gegeben und er es in den Akten abgelegt habe (UO

1"g/4 S. 4) . Er best,ritt, diesen Brief veranlasst zu haben
(prot. S. 37) . Diese Behauptungen des Angeklagten wirken
wenig uberzeugend, wenn man einerseits seine eigene Inter-
essenlage berucksichtigL und anderseits den geistigen Zu-
st,and von   Ende Mdrz 1-99L '

Auffallend ist, dass   am 25. Mdtz L99l
nicht nur diesen Brief an den Gemeinderat 
schrieb, sondern auch in einer Ergdnzung zum Testament vom
8. Februar 1-990 die Wohnung in  unbelastet dem Ange-
klagten vermachLe (UO 22/3/50) und die auf die Liegen-
schaft in  aufgenommene Hypothek zuruckbezahlt wurde
(HD 22/3/+Z-4g) . Damit, bestand fur den Angeklagten - unt'er
steuerlichen Gesichtspunkt,en - definitiv auch ein Int,eres-
Se daran, dass d,er Wohnsit,z von   in

h, im Kanlon schwyz, 1ag. Berucksichtigt man ferner,
dass   bereits am 2. Februar Geburts-
tag hatte und anzunehmen isL, dass die Gratulationen des

GemeinderaLes  zu dieser Zeit erfolgten, er-
scheint dieses Zusammentreffen umso auffallender und kann
nicht, mehr als reiner Z:ufaLI betrachtet werden. Wie vorne
erwAhnt,, suchte   am 26. MSrz 1-991, dil
gleichen Tag, als sie auch den erwAhnt,en Brief schrieb,
Dr. . auf und wusst,e eine woche spater nichts mehr

von diesem Besuch, was d.en Arzt veranlasste festzustellen,
sie sei sehr vergesslich gewesen (vg}. HD L9/9/2 S. 6),

was vom Angeklagten allerd.ings auch wieder bestritLen wur-

de (prot. s. 39) . Wenn die Geddchtnisleistung bei 
 r derart eingeschrankt war, wie dies von Dr'

R._____

R._____

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 geschild.ert wurde, isL auch davon auszugehen, dass
sie sich Ende Mdrz nicht mehr an die Geburt,sLagsgrat,ulati-
on des GemeinderaLs vom Februar erinnern konnte, so dass
nicht anzunehmen ist, sie habe den erwflhnt,en Brief von
sich aus geschrieben. Fest steht, die kognitiven FAhigkei-
ten von  waren im MArz L99L bereits
beeintrAchtigt, (vgl. vorne) und sie war eine Person - wie
der Angeklagt,e selber einrAumte , die andern Menschen ger-
ne einen Gefallen erwies (HD 1,8/L2 S. 5) . Somit erscheint
es nicht erstaunlich, wenn sie einen sol-chen Brief, wie er
vorliegt,, nach den Angaben ihres Vertrauten,  ,
verfasste.

Die Behaupt.ung des Angeklagten, €s sei ihm zum damaligen
Zeitpunkt nicht bekannL gewesen, dass der Kanton Schwyz
keine Erbschafts- und SchenkungssLeuern kannte und die
Wohnsitznahme von Frau  im Kanton Schwyz sei damit
in keinem Zusammenhang gestanden (HD t8/3 S. B), vermag
nicht zu uberzeugen, da fur den Wohnungskauf kein anderer
Grund. ersichtlich ist,. Zwat deponiert,e  

 ihre Schriften auf der Gemeinde h' nahm aber
faktisch nie in  Wohnsitz. Somit war also nicht die
herrliche Land.schaft der Grund fur den Wohnungskauf, eben-
so wenig wie die wohnung auch nicht al-s Anlageobjekt ge-
kauft wurde (vg]. vorne). Der einzj.ge einleuchtende Grund,
weshalb   diese Wohnung kaufte und ihre
Schriften in  deponierte, war offensichtlich der steu-
erliche Aspekt. Dies erkLArt denn auch die zrlvor erwAhnten
z.T. widerspruchlichen ErklSrungen des Angeklagten rund um
diesen Wohnungskauf.

4.2.6 Weitere Ungereimtheiten ergeben sich bezuglich der
Schriftendeponierung in h. Der Angeklagte be-
stritt,   dazu aufgefordert zu haben,
ihre Schriften in h zu deponieren. Auf die Frage, wieso
Frau  ihre Schriften in h hinterlegt habe, ant-
wortete er: rtDas hat sicher Frau  gemachtu (HD

AG._____

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t8/4 S. 3). Weshalb  von sich aus den
Aufwand einer Schriftenverlegung hAt,te auf sich nehmen und
die Schrift,en in  hdtte deponieren sollen' wenn sie
gar nicht die Absicht hatt,e dort zu wohnen, ist nicht er-
sichtlich. Abgesehen davon, ist auch nicht anzunehmen,
dass sie, ohne mit ihrem Vertrauten  daruber zu
reden, ihre Schrift,en im Kanton Schwyz deponiert hAtte.
Auch hier entsteht einmal mehr der Eindruck, der Angeklag-
te mochte seine Rot1e im Zusammenhang mit der 'rWohnsitznah-
meil von   in  verschleiern.

4.2.7 Schliesslich ist noch festzuhalten, dass der Ange-
klagte aus dem Kauf dieser Wohnung eine Vermit'tlerprovisi-
on in Hohe von Fr. L0'000.-- (mindestens Fr. '7t2O0.--) er-
hielt (HD rc/3 s. 7; Prot. S. 18; HD zz/z/1; HD 22/3/tg;
HD 22/3/20). GemAss den Aussagen des Angeklagten habe 

 r d.ies so gewol]t,. Diese Provision sei ge-
genuber dem VerkAufer geschuldet gewesen, dann sei eine
Ruckprovision erfotgt. Das sei mit dem VerkAufer so abge-
sprochen gewesen und auch mit Frau r. Er (der Ange-
klagte) habe diese Ruckprovision Frau  geben wol-
Len und sie habe gesagt,, €f konne sie behalten (Prot. s.
18) . Wel-chen Sinn eine sol-che Ruckprovision, die im Ver-
kaufspreis eingerechnet und somit vom Kd.ufer (hier von

 r) zIJ zahlen war, machen sollt'e, konnte
der Angeklagt,e auch nicht erklaren (Prot. s. 19). In der
Tat ist nicht ersichtlich, weshalb  
eine Provision von Fr. 20'000.-- an die   

 hAtte zahlen sol-len, wobei abgemacht gewesen wAre,
sie sollte davon wieder Fr. l-Or0OO.-- zuruck erhalten, die
sie dann aber dem Angeklagten geschenkt haben soll. wenn

  ihm, z.B. fur den abschLuss dieses
GeschifLes, et,was hAtte schenken wollen, ist nicht ersicht-
Iich, weshalb sie dann die KonsLruktion mit, der Prowision
an die    hatte machen solIen. Auch
hier ergeben sich Ungereimtheiten und profitiert hat ein-
mal mehr der Angeklagte.

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BA._____

R._____

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4.2.8 Unter Berucksichtigung a1I der genannten Aspekt'e ist
d,avon auszugehen, dass der Angeklagte den Wohnungskauf in

 initiiert hatte, wie auch die Schriftenverlegung nach
h. Der Wohnungskauf als solcher stellt'e grunds6't,z1ich

keine Vermogensverminderung dar. Jedoch verletzte der Ange-
klagt,e seine Vertreterpflichten durch die Ent'gegennahme
einer Provision, was aber nicht, Gegenstand der Anklage
ist.

4 . 3 Lebensversicherungspolicen 
(pol.Nrn .  und    )

4.3.L Wie vorne berej-ts erwihnt, schloss der Angeklagt.e
Ende April LggO eine Lebensversicherung mit' 

 ab. ALs versicherte Person wurde  ,
ein Neffe von ihr, aufgefuhrt,. Die Begunstigungsklausel
sah vor, dass die Versicherungsnehmerin  

r) und. bei deren Tod deren Erben gembss Testament begun-
stigt sein sollen (HD 22/5/5). Aufgrund der Mitteilung vom
11. Januar LggL von   (HD 22/5/1'2) wur-
de die Begunstigungsklausel insofern gedndert, als nun
beim Tod der Erst,begunstigt,en (der Versicherungsnehmerin

 )  begunstigt war und erst an
dritter stelle die gesetzlichen Erben der versicherungsneh-
merin (HD 22/5/7). Einen knappen Monat spflt'er, am 7' Febru-
ar L99L, verfasste   eine "Letztwillige
Verfuguflg", mit welcher sie bei ihrem Ableben  
als neuen Versicherungsnehmer einsel-zte, mit Ubergang aI-
ler Rechte und Pflicht,en aus dem VersicherungsverLrag (ltp

22/5/L4 Anhang) . Diese letztwilIige Verfugung liess 
  der  zukommen und erteilte der Versi-

cherungsgesellschaft zugleich die vollmacht,, nach ihrem
Tod.e entsprechend. dieser letztwilligen Verfugung vorzuge-
hen (sn 22 /s /1,4) .

4.3 .2 Am 1-7 . Juli LggL unterzeichnete  
einen weiteren Versicherungsantrag betreffend einer Lebens-

U._____
U._____

AW._____

14 15

R._____
F._____

(R._____

R._____

R._____)

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N._____

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R._____

r
47

versicherung mit einer Einmaleinlage von Fr. 1 Mio. und
einer l-,aufzeit von 10 Jahren. AIs versicherte Person war
der Angeklagte aufgefuhrt und als begunstigte Person die
Versicherungsnehmerin bzw. d.eren gesetzliche Erben (HD

22/7/L). Dieser zweite Antrag fur eine Lebensversicherung
mit hoher Einmaleinlage sowie die im .fanuar L99L erfolgte
Begunstigungs5nd.erung veranlassLen die , AbklArungen
bei  zu treffen und zwat sowohl bezug-
lich d.er zuvor erwAhnten AbAnderung der Begunstigungsklau-
se1 wie auch im Hinblick auf den neuen Versicherungsantrag
(uo 22/5/18) .

AtJ- 22. August L991- suchte der Generalagent 
  unangemeldet' auf. In seinem Bericht'

an die Direktion der  hielt' er u.a. fest', Frau 
 sei kaum mehr in der Lage, die volle Tragweite von ab-

geschl-ossenen VertrAgen zu erfassen. Sie sei sich zwar be'
wusst, dass sie bei ihnen eine Police besitze und der Ab-
schluss jenes Geschaftes scheine durchaus normal zustande
gekommen zv sein. Zur nachtraglich abge5nderten Begunsti-
gungsklausel- habe sie jedoch eine andere Auffassung' Nach
ihrer Aussage solle Herr  zwar tretwag bekommen" - Fr'
2oOt 000. --, Fr. 300 t oo0. -- oder Fr. 4Oo ' 0oo ' -- , jedoch

nicht alles. Ihre Neffen und Nichten seien auch zu beruck-
sichtigen. Damit, habe fur ihn festgesLanden, dass die jeL-

zlge Begunstigungsklausel nicht d.em willen der versiche-
rung'snehmerin entspreche und er habe eine neue Version un-

terzeichnen lassen. Frau r habe er empfohlen, bei
einem Notar ein Test,ament abzuf assen. Bezuglich des neu
gestellten VersicherungsanLrages konstatierte  ,

dass der Abschluss dieses Geschaftes fur die Versicherungs-
nehmerin keinen vernunftigen sinn ergebe und da sie selbst

dies kaum zu beurt,eilen vermoge, sollt,en sie auf diesen
Vertrag verzichten (go 22/5/L9).

Als Zeuge bestat,igte   d.ie in seinem Bericht ge-

machten Feststellungen (HD Lg/26/A; HD L9/26/2) ' Insbeson-

 AW._____

R._____

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BD._____

7

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dere fuhrte er aus,  sei bei seinem
Besuch vol-l bei Sinnen, aber ihre Antworten seien stereo-
typ gewesen. Immer wenn er sie etwas gefragt habe, habe
sie ihm gesagt, Dr.  mache das schon recht (Hp 1'9/26/L
S. 6 und 11) . Wej-ter gab   4D, er habe festst'el-
l-en konnen,  sei sich durchaus bewusst gewe-
sen, eine Versicherung abgeschlossen gehabt zu haben, dass
ihr aber nicht, mehr begreiflich gewesen sei, was es mit'
der Begunstigungsklausel auf sich habe. Auf die Frage, ob
ihr bewussL sei, dass  mit der abgeAnderten Begun-
stigungsklausel alLes erha1ten wurde, habe sie in etwa ge-
sagt, jaja, i solle auch etwas erhalten. Da er zwi-
schen "alfestt und rtauch etwas'r eine Differenz gesehen ha-
be, sei er miL seinen Fragen et,was in die Tiefe gegangen.
Dabei habe er festgestellL, dass diese Fragen zur Begunsti-
gungsklausel und deren Tragweit,e den geistigen Horizont
von Frau r uberstiegen hdtt,en (Ho t9/26/2 S. 2) .

Aktenkundig ist, dass  - wenn auch ungern - auf
einen schonen Umsatz verzichtete und die Ablehnung des neu-
en GeschAftes empfahl (Uo 22/5/1-9 S. 2) . Die DirekLion der

 ent,schied sich dennoch fur die Annahme des GeschAf-
tes (uo 22/5/23) . Ebenso wj-rd durch die Akten bestd.tigt,
d,ass   von   eine Ab5nderung
der Begunstigungsktausel unterzeichnen l-iess, mit' welcher
auch ihr Schreiben und ihre l-et.ztwilIige Verfugung vom 7 .
Februar Lggl- ersetzt wurden (Ho 22/5/20). Neu waren nun
wieder die Versicherungsnehmerin, also  

r, und. nach ihr die Erben l-aut, Testament begunstigt (HD
22/5/8).

Davon ausgehend, dass jeder versicherungisagent an Ge-
schiftsabschlussen interessiert ist und es sich bei einem
Versicherungsabschluss mit ej-ner Einmaleinlage von Fr- 1
Mio. um ein dusserst lukratives GeschAft handelte, muss
aus der Ablehnungsempfehlung von  geschlossen
werden, dass er bezuglich dieses GeschS.ftes grosste Beden-

R._____

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R._____

N._____

N._____

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R._____

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-49

ken hatte. Daraus kann nichts anderes geschlossen werden,
a1s dass er - wie er es auch als Zeuge zum Ausdruck brach-
te (uo ts/26/L s. 7; HD t9/26/2 s. 3) - den Sinn des Ge-
schSft,es nicht, sah und auch uberzeugt, war, dass 

  die Tragweite eines sol-chen GeschAftes
nicht erfassen konnte. Das Verhalten von ' im
Zusammenhang mit diesem - entgegen seinen Empfehlungen
d.ann doch zustande gekommenen - Versicherungsabschluss
macht ihn als Zeugen Susserst glaubwurdig.

4.3.3 Gemass Aussage deS Zeugen , habe er sich nach
dem Besuch bei   nochmals mit  
unterhal-ten und ihn auf die Begunstigungsklausel- angespro-
chen (uo 1,g/26/t S. 5) . Der Angeklagte wusste somit von
d.er entsprechenden Anderung, bzw. dass er nicht mehr Begun-
st.igt.er war und auch die letzt,willige Verfugung vom 7 - Fe-
bruar LggI, mit welcher   ihm die Versi-
cherungspolice vermacht hatte, damit ausser Kraft gesetzt
war.

Am 26. August lg91-, alSO nur vier Tage nach dem Besuch von

 , schrieb   eine weit'ere Er-
gSnzung zum TestamenL vom 8. Februar 1-990, worin sie einer-

seits ihren Wunsch zum Ausdruck brachLe, im Friedhof Flun-

tern beerdigt, zu werden und anderseits ihre Versicherungs-
police Nr.  bei der    vermachte
(HD L3/2/L3 = HD 22/5/24) . Gl-eichentags verfugEe sie fur

den FaI1 ihrer urteilsunfahigkeit, dass ihr "langjahriger
Freund.rf   ihre Interessen wahre und erteilte ihm

zu diesem Zwecke Generalvollmacht' (uo L3/2/tL = HD
22/s/26).

Berucksichtigt man, dass  als Generalagent der

 auf ein lukratives GeschAft verzjg.htete, weil er of-

fensichtlich nicht mit gut,em Gewissen hAtt'e dahinter ste-

hen konnen und berucksichtigt, man ferner seinen Eindruck,

d.ass     zwar "auch eLwasrt aber

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nicht "alles'r haLte zukommen lassen woIIen, was sie mit
der .ltnderung der Begunstigungsklausel auch bestd.tigt€,
kann der wenige Tage spdter in der neuen Testamentsergdn-
zung wiedergegebene Stimmungsumschwung auf den ersten
Blick nur erstaunen. Berucksichtigt man jedoch weiter,
dass sich  nach dem Besuch bei 

 mit   bezuglich der BegunstigungsAnderung
unt.erhalten hatte und berucksichtigt man ferner auch die
Aussage von ,  habe auf sei-
ne Fragen stereotlp immer wieder gesagt, Dt.  mache
das schon recht, kommL der Verdacht auf, der Angeklagte
habe  veranlasst, die zuvor genannLen
Schriftstucke zu verfassen. fnsbesondere aus der Aussage
von ,  habe stets stereotlp
geantwortet, Dr. f mache das schon richtig (HD L9/26/L
S. 6 und 11) , LAsst, sich der Schluss ziehen, dass sie dem
Angeklagten blind vertraute und sich auch entsprechend von
ihm beeinfl-ussen liess. Wenig plausibel erscheint die Tat-
sache, dass  am 26. August l-991 von
sich aus etwas verfugte, was sie wier Tage zlJvor ausser
Kraft gesetzt hatt,e, nAmlich dass die Versicherungspolice
nach ihrem Tod an  ubergehen soII. Wenn 

 feststellte, dass die Tragweite der Begunstigungs-
klausel den geistigen Horizont von  
uberstiegen hatte, muss auch davon ausgegangen werden,
dass sie die Bedeutung der von ihr am 25. August L991- ge-
schriebenen Verfugungen nicht erfasste. Demzufolge kann
sie auch diesen Text nicht aus eigener Initiative niederge-
schrieben haben. Der einzige, der ein Interesse daran hat'-
t€, war der Angeklagte, weshalb geschl-ossen werden muss,
dass er derjenige war, der  veranlass-
t€, diese Ergdnzung zum Testament vom 8. Februar :.99O zu
schreiben.

Auch was die Erteilung der Generalvol-lmacht an 
fur d.en FaI1 der eigenen Urteilsunfahigkeit angeht (HO
22/5/ze), isL davon auszugehen, dass  

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wohl kaum in der Lage gewesen wd.re, eine solche Verfugung
aus eigener Initiative zu verfassen. Abgesehen davon er-
scheint es grundsd.tzlich eher unublich, jemandem fur den
FaIl der eigenen UrteilsunfAhigkeit explizit eine General-
vol-l-macht auszusLetlen. Auch hier ist somit davon auszuge-
hen, dass der Angeklagte diese Vollmachtserteilung veran-
lasste.

4.3.4 Ein klares Indiz fur die eigennut,zigen Absicht,en des
Angeklagten muss bereit,s in der ersLen AbAnderung der Be-
gunstigungsklausel am 11-. ,Januar L99I zlJ seinen Gunsten
gesehen werd.en. Gemdss den Aussagen von  gebe
es ein ungeschriebenes Gesetz in der Versicherungsbranche,
dass ein Versicherungsagent nicht a1s Begunstigter auftre-
te (HD 1,9/25/L S. 5; vgl . auch HD 1'9/26/2 s. 3). Daran hat
sich der Angeklagte offensichtlich nicht gehalten. Selbst'
wenn diese Usanz dem Angeklagt,en nicht bekannt gewesen
sein solIte, erscheint es bereits nach altgemein gultigen
ethischen MassstAben zumindest fragwtirdig, sich selber a1s
Begunstigten einsetzen zu lassen. AnlAss1ich der Hauptver-
handlung bestritt der Angeklagte nicht, davon Kenntnis ge-
habt zu haben und schloss auch nicht aus, dass er dieses
Schreiben (Begunst,igungsabAnderung vom 1-1 .lTanuar 1-991 )
selber verfasst hatte. Zur Frage, wie es dazu gekommen
war, wusste d.er Angeklagt,e nicht viel zu Sagen. Er Ausser-
te led.iglich, d.ass   dies so gewiinscht
habe (prot. s. 31, f .). wenn   die ethischen Grund-
sAtze nicht h5tte verletzen und dennoch diesem Wunsch von

 h5t,te entsprechen woIIen, hitte es
sich aufgedrflngt, eine neutrale Drittperson, z.B. seinen
Vorgesetzten  , beizuziehen. Indem er dies unLer-
liess, setzte sich der Angeklagt,e zumindest dem Verdacht
aus, er habe   in ihrer Willensbildung
beeinflussE.

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4.3 .5 Was den Abschluss der neuen Lebensversicherung be-
trifft, bestanden verschiedene Ansichten uber deren Sinn.

 konnte einen sol-chen Versicherungsabschl-uss
offensichtlich nicht verantworten, wohingegen die Direkti-
on der  gewisse st.euerliche Vorteile in einer solchen
Anlage sah und d.eshalb die Annahme des Gesch5ftes be-
schLoss (HD 22/S/Zg) . In einem rrVertraulichen Bericht'r zum
Antrag vom 26. Juli LggL an die Direkt,ion der  hielt
der Angeklagt,e fest, Frau  habe bereits vor einem
ilahr eine Einmaleinlage bei der  platzi-ert. Die AnIa-
ge sei unbelehnt. und nun wol1e Frau  erneut ein
f reigeword.enes Vermogen im Betrag von Fr. 1- Mio. bei der

 platzieren (HO 22/7/6). Finanziert wurde die Einmal-
einlage von Fr. 1 Mio. jedoch nicht, durch freigewordene
Gel-der, sondern einerseits durch Belehnung der bereits be-
stehenden Versicherungspolice mit Fr. 5OO'000.-- (HD
22/3/28 bis 30; Doss. 5/4-5) sowie mit der Aufnahme einer
Hypothek auf die Liegenschaft in  in gleicher Hohe (gO

22/3/53 bis 55; Doss. 5/4-5), was eine ZinsbeLastung von
d.urchschnittlich'7,52 ergab. AnlAsslich der Hauptverhand-
lung fiel es auch dem Angeklagten schwer, darin einen wirt-
schaftlichen Sinn zw sehen (Prot. S' 46 f')' Dabei versuch-
te er zwar, die steuerlichen Vorteile hervorzuheben (Prot '
s. 47) , die allerdings die Zinsbelast,ungen kaum auszuglei-
chen vermochten. Er machte dazu geltend, €t habe +

  bestimmt, alle Konsequenzen gesagt (Prot. s.
48). Wenn dem tatsd.chlich so gewesen wflre und wenn +

  in der Lage gewesen ware, dieses Geschaft
zu erfassen, leuchtet nicht ein, weshalb sie ein GeschAft
abschliessen wiirde, welches ihr keinen VorteiL bringt' Der

Nutzen daraus lag einmal mehr einseitig auf Seiten des An-
geklagten, indem er wiederum eine Provision kassierte (HD

22/7/56) und sich die Police am 22. Dezember L99t schenken
liess (UO 22/5/32 = HD 22/7/23). Unter Berucksichtigung,
d.ass   diese VorgAnge aufgrund ihrer
beeintriichtigten geistigen Fahigkeiten in ihrer Tragweite
ebensowenig erfassen konnte, wie  dies im Au-

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gust LggL bezuglich der Auswirkungen der Begunstigungsklau-
sel fest,st,elLte, scheint auch hier wieder offensichtlich
zu sein, dass der Angeklagt,e sie zum Abschluss dieses Ge-
schAftes veranlasst hatt,e. Ausserdem ergibt sich aus dem
erwAhnten Schreiben des Angeklagten vom 26. ,Juli L99I (HD
22/7/6), dass er gegenuber der  falsche Angaben mach-
t€, indem er von freiwerdendem Vermogen schreibt' und zut
Bezahlung der Einmalprimie dann aber Gelder aufgenommen
werden mugsLen. Der Grund fur diese falsche Angabe muss
d.arin gesehen werden, dass er befurchLete, die Direktion
konnte bei Kenntnis der wahren Gegebenheiten das Gesch5ft
abl-ehnen und er die Provision nicht, einstreichen. Auf je-
den FatI erkannt.e auch er, dass der Abschluss einer Einmal-
einlagelebensversicherung, finanziert mit Fremdkapital,
keine gute Investit,ion sein konnte.

4.3.6 Wie zuvor kurz erwflhnt, verfugte  
 am 22. Dezember 1991, dass ihre beiden l-,ebensversiche-

rungspoticen bei d.er  'rmiL heutigem Datum schenkungs-
weise und unbelastet von Schulden ins Eigentum meines lang-
jAhrigen Freundes  ubergeh€D", wobei sie sich
verpflichLete, mit der AbLosung der Schuld die baldige Her-
ausgabe dieses Wertpapiers an den neuen Eigentumer zu ver-
anl-assen (HD 22/5/92 = HD 22/7/23). Auch hier ist nicht
anzunehmen, dass   diese (maschinenge-
schriebene) Verfugung aus eigenem Antrieb verfasste. So
schloss der Angeklagte anl-Ssslich der Hauptverhandlung
denn auch nicht aus, dass er diesen Text geschrieben hatte
(prot. s. 50) . Auch hier kann nicht angenoilrmen werden,
d.ass   am 22. Dezember 1991' den Inhalt
dieses Textes erfasst'e.

Daran Sndert auch nichts, dass Dr.  am 20. Dezem-
ber ]'gg:- die urteilsfdhigkeit von  
noch bestatigte (Doss. 2/4/Z) , da darauf nicht abgestellt
werden kann (siehe vorne 3.3.5). Auch bezuglich dieses
Arztlichen Zeugnisses mussLe Dr.  einr5umen, dass

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es nicht auf seine Fest,stellungen grundete. Aus den Aussa-
gen von   ergibt sich, dass  

 an Weihnachten LggL nicht mehr realisierte, was um sie
herum passierte (HD 1,9/L1-/2 S. 4) und es ist nicht anzuneh-
men, es verhielLe sich zwei bis drei Tage zuvor wesentlich
anders.

Am 5. September Lg92 hob   die Zusdiuze
zum Testament vom 8. Februar 1990 auf und widerrief die
Schenkung an  vom 22. Dezember LggL (Hl 22/7/33).
Dieser Widerruf erfolgte, nachdem sie auf Veranlassung ih-
res Beist,andes und Neffen d.as vom Angeklagten in der Wai-
senlade der Vormund.schaftsbehorde  hinterlegte
Testament vom B. Februar L990 abgeholt hatt'e. Dass 

  d.as erwdhnte Schreiben vom 5. September
l9g2 auf eigene Initiative verfassLe, ist angesichts ihrer
damaligen geistigen Verfassung (vgl. vorne) nicht' anzuneh-
men, sondern es ist davon auszugehen, ihr Beistand hatLe
sie dazu veranl-asst,. Wenn man berucksicht'igt, dass sie ca.
drei Wochen spAter ein Schriftstuck mit. gegenteiligem In-
halt unLerzeichnete (vg]. nachfolgend) , zetgt sich, dass
sie sich uber die Konsequenzen ihres Handelns offensicht-
lich nicht im K1aren war.

Mit dem I'Protokolltr vom 28. September 1-992 liess sich der
Angeklagte von   nAmlich u.a. die Schen-
kung dieser beiden Versicherungspolicen bestAtigen (HD

22/5/43 = HD 22/7/35). Dass   zu diesem
Zeitpunkt. den Inhatt, dieses Schreibens erfassen konnte,
ist aufgrund vorheriger Ausfuhrungen auszuschliessen' Dies
konnte auch dem Angeklagten - trotz seiner gegenteiliger
Behauptungen, die allerdings a1s reine Schutzbehauptungen
betrachtet werden mussen - nicht entgangen sein. Auf jeden

Fall- war er sich bewusst, dass   al-Ies
unterschrieb, was ihr von Verwandten oder ihm sel-