# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 06f737ae-6374-57ae-9b8c-f88cab38526b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-04-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.04.2025 E-987/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-987-2024_2025-04-11.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-987/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  11 .  A p r i l  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richter Mathias Lanz (Vorsitz), 

Richterin Daniela Brüschweiler,  

Richter Grégory Sauder,    

Gerichtsschreiberin Ulrike Raemy. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Burundi,   

vertreten durch lic. iur. Sibylle Alberti, EKS RBS AG - 

Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende Aargau,  

Beschwerdeführerin,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 12. Januar 2024 / N (…). 

 

 

 

E-987/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Die Beschwerdeführerin suchte am 7. September 2022 in der Schweiz 

um Asyl nach. Sie wurde dem Bundesasylzentrum (BAZ) der Region 

B._______ zugewiesen. Am 19. September 2022 wurden ihre Personalien 

aufgenommen (Protokoll der Personalienaufnahme in den SEM-Akten (…) 

[nachfolgend: A] 10).  

A.b Das SEM beendete am 12. Januar 2023 das Dublin-Verfahren und 

führte das nationale Asylverfahren durch. 

B.  

B.a  Am 25. April 2023 fand die Anhörung der Beschwerdeführerin zur ih-

ren Asylgründen statt und am 12. Dezember 2023 wurde sie nach zwi-

schenzeitlicher Zuteilung in das erweiterte Verfahren ergänzend angehört 

(Protokolle in den SEM-Akten A25 und A43).  

B.b Zur Begründung ihres Asylgesuches machte die Beschwerdeführerin 

im Wesentlichen geltend, dass sie in Burundi, wie schon ihre Eltern, ver-

folgt werde. 

B.b.a Bei der Anhörung führte sie diesbezüglich aus, ihr Vater befände sich 

seit (…) in Haft. Er sei Mitglied der CNL-Partei (Congrès National pour la 

Liberté) und bis zu seiner Verhaftung Geschäftsmann gewesen. Er habe 

drei Geschäfte besessen und mit (…) sowie (…) gehandelt. Aufgrund sei-

ner Geschäftsaktivitäten habe er Kontakt zu bekannten Persönlichkeiten 

gepflegt. Diese hätten ihm vorgeworfen, unrechtmässig Gelder anzuneh-

men. Bereits vor seiner Verhaftung sei er terrorisiert worden. So hätten be-

kannte Persönlichkeiten nicht für die Ware bezahlen wollen, weil er Tutsi 

und Mitglied der CNL sowie reich gewesen sei. Zudem seien auch die 

lmbonerakure häufig vorbeigekommen. Der Familienbesitz sei nach seiner 

Verhaftung beschlagnahmt worden, ihrer Familie sei nur ein (…) geblieben. 

lhre Mutter sei (…) verstorben. Sie sei drei Tage lang verschwunden gewe-

sen und zwei Tage nach ihrer Rückkehr verstorben. Sie, die Beschwerde-

führerin, sei damals im Internat gewesen, als ihre Mutter ihr telefonisch 

mitgeteilt habe, dass sie mitgenommen worden sei und nicht wisse, wann 

sie zurückkommen werde. Sie habe sie auch gebeten, auf ihre Geschwis-

ter zu achten. Ihre Mutter sei vermutlich wegen ihres Vaters mitgenommen 

worden. Nach ihrem Tod habe sie, als Älteste der Geschwister versucht, 

das Familiengeschäft weiterzuführen. Damals seien die lmbonerakure zwei 

Mal wöchentlich bei ihr zu Hause und im (…) vorbeigekommen. Sie hätten 

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gedroht, ihr dasselbe anzutun wie ihrer Mutter, sollte sie ihnen kein Geld 

geben. Sie hätten ausserdem verlangt, dass sie ihnen die ([…]-)Verträge 

ihres Vaters herausgebe, hätten mutwillig Sachen zerstört oder mitgenom-

men und ihre Geschwister geschlagen. Als sie einmal ihren Vater im Ge-

fängnis besucht habe, habe er ihr geraten, das Land zu verlassen. Dies, 

damit ihr nicht dasselbe wie ihrer Mutter widerfahre. Ihre Mutter habe sie 

und ihren Vater am gleichen Tag telefonisch kontaktiert. Ihm habe sie am 

Telefon erzählt, dass sie beim Geheimdienst gewesen und dort gefoltert 

und vergewaltigt worden sei (A25 F107 ff.). Am (…), als sie mit ihrem 

Cousin und ihrem Angestellten in ihrem Geschäft gewesen sei, hätten die 

lmbonerakure sie in ihrem (…) mit einer Pistole bedroht, alles mitgenom-

men, sogar die gesamten Tageseinnahmen, und ihr gesagt, sie müsse in-

nerhalb von zwei Tagen das Land verlassen, sie würden sie hier nicht mehr 

sehen wollen. Sie vermute, dass der (…)minister die lmbonerakure wegen 

des Konflikts mit ihrem Vater geschickt habe. Nach dem Überfall habe sie 

ihren Vater kontaktiert. Daraufhin habe er vom Gefängnis aus ihre Aus-

reise, die nicht einfach gewesen sei, organisiert. Er habe einen Polizisten, 

der im Gefängnis gearbeitet habe, dafür gewinnen können, ihr zu helfen. 

Dieser Polizist habe eine andere Person, die am Flughafen arbeite, gebe-

ten, ihr zu helfen. In der Folge habe sie am (…) legal und mit einem echten 

Reisepass über den Flughafen aus Burundi ausreisen können. Den Reise-

pass habe sie später auf der Flucht verloren. Nach ihrer Ausreise seien 

zwei ihrer Geschwister geflohen, drei würden mit ihrer Tante in C._______ 

leben. 

B.b.b Anlässlich der ergänzenden Anhörung erklärte die Beschwerdefüh-

rerin, sie befürchte, die Imbonerakure könnten sie verschwinden lassen, so 

wie sie es mit ihrer Mutter gemacht hätten. Dies, weil sie die älteste Tochter 

der Familie sei und sie die Finanzen der Familie geregelt habe. Sie sei in 

der Schule gewesen, als sie über Dritte erfahren habe, dass die Imboner-

akure ihre Mutter mitgenommen hätten. Den Grund für die Mitnahme kenne 

sie nicht. Ihr Vater verfüge jedoch über gute Verbindungen und habe so in 

Erfahrung gebracht, dass seine Ehefrau geschlagen und vergewaltigt wor-

den sei; daraufhin habe er sie gebeten, auf ihre jüngeren Geschwister auf-

zupassen; auch sollten sie und ihre Geschwister so schnell wie möglich 

fliehen (A43 F71). Vielleicht habe aber auch ihre Mutter ihren Vater infor-

miert. Da sie zu diesem Zeitpunkt in der Schule gewesen sei, wisse sie es 

nicht. Ihre Mutter sei am (…) gestorben. Ihr Vater sei aufgrund seiner Mit-

gliedschaft bei der CNL sowie seiner Ethnie in Haft gewesen. Seine Prob-

leme hätten begonnen, weil er bekannten Persönlichkeiten mit einer Klage 

gedroht habe, nachdem sie sich geweigert hätten, Warenlieferungen zu 

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bezahlen. Die Imbonerakure seien ungefähr zweieinhalb, drei Jahre lang 

ein- bis zweimal pro Woche zur ihr nach Hause gekommen. Besonders 

einschneidend sei jedoch das Ereignis vom (…) gewesen. Sie sei mit ihrem 

Cousin im (…) gewesen, als zwei Imbonerakure sie dort aufgesucht und 

sie einer der beiden unter vorgehaltener Pistole aufgefordert habe, (ihm) 

die Einkünfte sowie die ([…]-)Verträge ihres Vaters auszuhändigen. Sie 

habe ihn unter Tränen gebeten, sie zu verschonen, und ihm erklärt, dass 

sie nicht wüsste, wo die Verträge seien. Er habe ihr daraufhin gesagt, man 

wolle sie hier nicht mehr sehen. Zuletzt hätten sie ihr gedroht, sie umzu-

bringen, falls sie sie wiedersehen sollten. Bei ihrer Ausreise sei ihr ein Po-

lizist behilflich gewesen, der im Gefängnis ihres Vaters gearbeitet habe. 

Den Polizisten habe sie persönlich bezahlt. Sie habe zuvor lediglich aus 

Angst ausgesagt, dass ihr Vater ihn bezahlt habe. Er habe alles für sie 

organisiert und sie bis zum Flughafen begleitet. Sie habe persönlich nie 

sexuelle Übergriffe durch die Imbonerakure erlebt; sie sei nur eingeschüch-

tert und geschlagen worden (A43 F77). 

C.  

Mit am 16. Januar 2024 eröffneter Verfügung vom 12. Januar 2024 stellte 

das SEM fest, dass die Beschwerdeführerin die Flüchtlingseigenschaft 

nicht erfülle, lehnte deren Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus 

der Schweiz und dem Schengen-Raum sowie den Vollzug an. 

D.  

Gegen diese Verfügung erhob die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 

15. Februar 2024 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Sie bean-

tragt, die vorinstanzliche Verfügung sei aufzuheben und die Vorinstanz an-

zuweisen, ihre Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihr Asyl zu gewäh-

ren. Eventualiter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die vor-

läufige Aufnahme der Beschwerdeführerin wegen Unzulässigkeit bezie-

hungsweise Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs anzuordnen. Sub-

eventualiter sei die vorinstanzliche Verfügung aufzuheben und die Sache 

zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersucht sie um Gewährung der unentgelt-

lichen Prozessführung inklusive Verzicht auf die Erhebung eines Kosten-

vorschusses sowie die Einsetzung der unterzeichnenden Rechtsvertreterin 

als amtliche Rechtsbeiständin. 

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Seite 5 

Der Eingabe lagen neben dem Originalzustellkuvert, einer Fürsorgebestä-

tigung vom 15. Februar 2024, einer Vollmacht vom 16. Mai 2023 sowie der 

angefochtenen Verfügung folgende Unterlagen in Kopie bei: 

- zwei Länderanalysen sowie ein Factsheet der Schweizerischen Flüchtlingshilfe 

(SFH) zu Burundi,  

- Fotos,  

- die Sterbeurkunde der Mutter, die am (…) verstorben ist, 

- ein Arztbericht vom 14. Februar 2024, wonach bei der Beschwerdeführerin eine 

komplexe posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) sowie eine mittel- bis 

schwergradige rezidivierende depressive Störung vorliegen könnte und sie akut 

suizidal dekompensiert sei. 

 

E.  

Mit Zwischenverfügung vom 21. Februar 2024 hiess die damalige Instruk-

tionsrichterin die Anträge auf Gewährung der unentgeltlichen Prozessfüh-

rung und auf Beiordnung einer amtlichen Rechtsvertretung – vorbehältlich 

einer nachträglichen Veränderung der finanziellen Verhältnisse der Be-

schwerdeführerin – gut und sie bestellte die Rechtsvertreterin als amtliche 

Rechtsbeiständin. Das SEM lud sie ein, sich zur Beschwerde vernehmen 

zu lassen.  

F.  

Am 26. Februar 2024 nannte die Rechtsvertretung den Link für ein im Feb-

ruar 2024 von FOCODE (Forum pour la Conscience et la Développement) 

produziertes Video, welches die aktuelle Lage, die Nichteinhaltung der 

Menschenrechte und die fehlende Rechtsstaatlichkeit in Burundi aufzeige. 

G.  

In ihrer Vernehmlassung vom 26. Februar 2024 hielt die Vorinstanz mit er-

gänzenden Ausführungen an ihren Erwägungen in der angefochtenen Ver-

fügung fest. 

H.  

Am 11. März 2024 replizierte die Beschwerdeführerin. Der Eingabe lag eine 

aktuelle Kostennote bei. 

I.  

Aus organisatorischen Gründen wurde im Januar 2025 für die bisherige 

Instruktionsrichterin der rubrizierte vorsitzende Richter im Spruchkörper 

aufgenommen. 

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Seite 6 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend 

– endgültig (vgl. Art. 105 AsylG [SR 142.31] i.V.m. Art. 31–33 VGG und 

Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden und die 

Beschwerdeführerin ist zur Einreichung der Beschwerde legitimiert 

(Art. 105 und Art. 108 Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 

VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

1.3 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 In der Beschwerde werden formelle Rügen erhoben. Sie sind vorab zu 

beurteilen, da sie gegebenenfalls geeignet sind, eine Kassation der vo-

rinstanzlichen Verfügung zu bewirken. 

3.2  

3.2.1 Die Beschwerdeführerin moniert zum einen, dass das SEM ihre Asyl-

gründe nicht rechtsgenüglich geprüft und damit den Untersuchungsgrund-

satz (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG) verletzt habe. Das SEM habe nie 

ihren psychischen Zustand abgeklärt und diesen gänzlich ausser Acht ge-

lassen. Dies, obwohl sie bei beiden Anhörungen angegeben habe, dass 

sie sich in ärztlicher Behandlung befinde, weil sie unter Kopfschmerzen 

leide, sich Gedanken über ihre Familie mache und nicht schlafen könne. 

Zudem bestehe bei ihr laut dem eingereichten ärztlichen Bericht vom 

14. Februar 2024 der Verdacht auf eine PTBS, die sich unbestrittenermas-

sen auf die Aussagequalität auswirke. Das SEM habe weder ihr erhöhtes 

Risikoprofil als alleinstehende Frau und Rückkehrerin in der angefochte-

nen Verfügung erwähnt noch vertieft abgeklärt, was eine Rückkehr nach 

Burundi in individueller Hinsicht für sie bedeute. Ebenso wenig habe es 

Abklärungen zu den Imbonerakure beziehungsweise deren Gewalt-

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Seite 7 

potential und Willkür getroffen. Ferner habe es nicht abgeklärt, ob ihre psy-

chischen Probleme in Burundi behandelt werden könnten. 

3.2.2 Des Weiteren rügt die Beschwerdeführerin eine Verletzung ihres An-

spruches auf rechtliches Gehör (Art. 29 f. VwVG und Art. 29 Abs. 2 BV), 

weil sie bei der ergänzenden Anhörung nicht die Möglichkeit erhalten habe, 

sich zu den ihr vorgehaltenen Widersprüchen zu äussern. 

3.3 Aus dem Grundsatz des rechtlichen Gehörs kann kein Anspruch abge-

leitet werden, auf die erkennbaren Widersprüche ausdrücklich hingewie-

sen zu werden und dazu Stellung nehmen zu können. Vielmehr sind die 

Anhörungen einer asylsuchenden Person selber Teil der Gewährung des 

rechtlichen Gehörs (vgl. statt vieler Urteil des BVGer E-4649/2021 vom 

15. November 2021 E. 7.1). Die Konfrontation mit Widersprüchen in den 

eigenen Aussagen ergibt sich zwar aus dem Grundsatz der Pflicht zur voll-

ständigen und richtigen Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts, 

stellt jedoch keinen eigentlichen verfahrensrechtlichen Anspruch im Sinne 

des rechtlichen Gehörs dar (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der 

Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1994/13 E. 3). Gleich-

wohl geht aus dem Protokoll der ergänzenden Anhörung hervor, dass die 

Beschwerdeführerin beispielsweise auf ihre widersprüchliche Darstellung 

der Bezahlung des Polizisten hingewiesen wurde (A43 F99 f.) und sie auf 

Vorhalt hin die Gelegenheit hatte, auf den (…)minister sowie die ihr von 

den Imbonerakure gewährte zweitägige Ausreisefrist zu sprechen zu kom-

men (ebd. F82 und F88). Ihr Vorbringen in der Replik, wonach das SEM 

keine Widersprüche in ihren Aussagen festgestellt oder diese nicht als 

zentral für ihre Asylvorbringen erachtet habe, da sie nicht mit allfälligen Wi-

dersprüchen konfrontiert worden sei, erweist sich somit als haltlos. Die Be-

schwerdeführerin hatte vielmehr Gelegenheit, sich bezüglich der Wider-

sprüchlichkeiten zu äussern. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs liegt 

nicht vor.  

3.4 Bezüglich ihrer gesundheitlichen Situation hat die Beschwerdeführerin 

zu Beginn der Anhörung explizit erklärt, «gesundheitlich habe ich momen-

tan nicht so Probleme». Nur manchmal könne sie nicht schlafen und habe 

Kopfschmerzen (A25 F7). Deshalb habe sie auch einen Arzt aufgesucht; 

sie habe Medikamente erhalten und ihr Befinden sei seither besser gewor-

den (ebd. F8-10). Am gleichen Ort sprach sie psychische Probleme an, 

indem sie angab, sich Gedanken über ihre Familie zu machen; sie sei je-

doch nicht bei einem Psychologen oder Psychiater in Behandlung (ebd. 

F11 f.). Auch bei der ergänzenden Anhörung erklärte sie eingangs, es gehe 

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Seite 8 

ihr heute gut. Da sie sehr viel nachdenke, habe sie oft Kopfschmerzen. 

Dann nehme sie Medikamente ein. Auch gestern Nacht habe sie ein Medi-

kament zum Einschlafen und gegen Kopfschmerzen genommen. Aber es 

gehe gut (A43 F7 ff.). Aus den Akten geht nicht hervor, dass sie wegen 

ernsterer gesundheitlicher Probleme mit MedicHelp Kontakt aufgenommen 

hätte, oder aber, dass sie gravierendere Beschwerden geltend gemacht 

hätte. Das SEM ist entsprechend zu Recht davon ausgegangen, dass der 

rechtserhebliche medizinische Sachverhalt entscheidreif ist. Folglich durfte 

es von weiteren Abklärungen absehen. Was die erstmals in der Be-

schwerde geltend gemachten psychischen Probleme betrifft, waren diese 

im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung noch nicht bekannt. Hingegen 

hat sich das SEM diesbezüglich in der Vernehmlassung geäussert und 

auch auf allfällige Behandlungsmöglichkeiten in Burundi hingewiesen. Hin-

weise auf psychische Probleme, die im Sinne eines völker- oder landes-

rechtlichen Hindernisses einer Wegweisung nach Burundi entgegenstehen 

könnten, liegen keine vor (vgl. unten E. 8.3.3). Auf weitere Untersuchungs-

massnahmen kann daher verzichtet werden (vgl. BGE 144 V 361 E. 6.5 

m.H.).  

3.5 Das SEM hat ferner die individuelle Situation der Beschwerdeführerin 

geprüft und gestützt auf ihre Vorbringen sowie die eingereichten Beweis-

mittel hinreichend nachvollziehbar aufgezeigt, von welchen Überlegungen 

es sich leiten liess (vgl. angefochtene Verfügung, Abschnitt III Ziff. 2 [S. 6 

unten sowie S. 7 oben]). Insbesondere hat es sich in der angefochtenen 

Verfügung mit der sozialen und wirtschaftlichen Reintegration der Be-

schwerdeführerin in Burundi auseinandergesetzt und dargelegt, weshalb 

sie nach ihrer Rückkehr nicht in eine existenzielle Notlage geraten wird. 

Wie nachfolgend zu zeigen sein wird, sind weitere Abklärungen zur indivi-

duellen Risikosituation der Beschwerdeführerin als alleinstehende Frau so-

wie zu den Imbonerakure und deren Gewaltpotenzial nicht erforderlich (vgl. 

unten E.8.2.2 sowie E. 8.3.2). Somit ist der rechtserhebliche Sachverhalt 

vorliegend hinreichend und richtig erstellt und eine Verletzung der Begrün-

dungspflicht ist nicht auszumachen. Dementsprechend erweisen sich die 

formellen Rügen als unbegründet. Eine Rückweisung des Verfahrens 

kommt demzufolge nicht in Betracht. Der entsprechende Subeventualan-

trag ist abzuweisen. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, 

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Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder we-

gen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 

sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu wer-

den (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die 

Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, 

die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken; den 

frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 

AsylG). 

4.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaub-

haftmachen der Vorbringen gemäss Art. 7 AsylG in verschiedenen Ent-

scheiden dargelegt und präzisiert. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. 

BVGE 2015/3 E. 6.5.1 m.w.H.). 

5.  

5.1 Die Vorinstanz begründete die ablehnende Asylverfügung mit der Un-

glaubhaftigkeit der geltend gemachten Vorbringen. 

Die Vorbringen der Beschwerdeführerin würden zahlreichen Unstimmigkei-

ten enthalten und sie habe sich in wesentlichen Punkten ihrer Vorbringen 

widersprochen. Vor allem habe sie nicht nur die Gründe für die Inhaftierung 

ihres Vaters unplausibel und widersprüchlich geschildert, sondern vielmehr 

auch die Umstände im Zusammenhang mit dem Tod ihrer Mutter. Dieser 

stelle jedoch ein einschneidendes Erlebnis dar, weshalb diesbezüglich ein-

heitlichere Angaben zu erwarten gewesen wären – insbesondere auch hin-

sichtlich des letzten gemeinsamen Telefonats oder der Täterschaft. Was 

die Verhaftung ihres Vaters betreffe, habe sie erstmals bei der ergänzen-

den Anhörung erklärt, dass seine Probleme erst mit seiner Klageandro-

hung gegenüber säumigen Kunden angefangen hätten. Auch seine Inhaf-

tierung ginge auf die Klageandrohung zurück. Gleichenorts habe sie den 

(…)minister erst auf entsprechende Nachfrage hin erwähnt, jedoch nicht 

mehr davon gesprochen, dass am (…) noch ein Angestellter in ihrem (…) 

gewesen sei, als sie von den Imbonerakure mit einer Pistole bedroht wor-

den sei. Ebenfalls erst auf Nachfrage hin sei sie auf die bei der Anhörung 

explizit erwähnte zweitägige Ausreisefrist zu sprechen gekommen, die ihr 

die Imbonerakure gewährt hätten. Ferner habe sie die geforderte Heraus-

gabe der Verträge ihres Vaters (bezüglich der säumigen Schuldner) mit 

dem Vorfall vom (…) verknüpft, währenddem sie bei der Anhörung darge-

legt habe, die Imbonerakure hätten sie bei ihren Besuchen aufgefordert, 

diese Verträge herauszugeben. 

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Seite 10 

5.2 Demgegenüber werden in der Beschwerde die vom SEM dargelegten 

Unstimmigkeiten und Widersprüche bestritten. Das SEM stütze sich aus-

schliesslich auf (teilweise konstruierte) Widersprüche und Ungereimthei-

ten, welche keine zentralen Asylvorbringen betreffen und folglich nicht als 

Begründung für die Verneinung der Glaubhaftigkeit ausreichen würden. 

Vielmehr sei bei genauerer Betrachtung festzustellen, dass die Aussagen 

der Beschwerdeführerin bei den Anhörungen falsch wiedergegeben wor-

den seien und nur deshalb Widersprüche hätten konstruiert werden kön-

nen. Angebliche Ungereimtheiten seien ferner auf mangelnde Kenntnisse 

des SEM über die Situation und die Verhältnisse im Herkunftsland zurück-

zuführen. Die Beschwerdeführerin habe jedoch ihre Fluchtgründe substan-

tiiert geschildert und ihre Angaben seien detailliert, präzise und korrekt aus-

gefallen. Ihre Ausführungen enthielten Realkennzeichen wie etwa Gefühle, 

Gedanken und Nebensächliches. Zu berücksichtigen sei ferner die in Bu-

rundi übliche Kultur des Schweigens, dies gehe auch aus einer der beige-

legten Länderanalyse der SFH hervor (vgl. Beschwerdebeilage 5). Die Be-

schwerdeführerin hebt insbesondere hervor, dass sie sich bezüglich der 

Verschleppung ihrer Mutter nicht widersprochen habe. Sie habe bei der 

Anhörung erklärt, dass ihre Mutter beim Geheimdienst gewesen sei, wo sie 

gefoltert und vergewaltigt worden sei. Bei der ergänzenden Anhörung habe 

sie dargelegt, dass die Imbonerakure ihre Mutter mitgenommen und zum 

Geheimdienst gebracht hätten, wo sie drei Tage gewesen und gefoltert so-

wie vergewaltigt worden sei. Sie habe hingegen nie gesagt, dass der Ge-

heimdienst ihre Mutter mitgenommen habe, vielmehr habe das SEM ihre 

Antwort falsch wiedergegeben (A25 F108). Bei den aufgezeigten Unstim-

migkeiten handle es sich somit um angebliche Widersprüche, die sie zu-

dem habe auflösen können und die nur marginale Vorbringen betroffen hät-

ten. 

5.3 Dazu hält das SEM in seiner Vernehmlassung fest, die Beschwerde-

führerin habe bei der ergänzenden Anhörung explizit erklärt, sie habe 

Angst davor, von den Imbonerakure umgebracht zu werden, so wie sie ihre 

Mutter umgebracht hätten (A43 F22 ff.). Somit sei nochmals festzuhalten, 

dass es bei der ersten Anhörung der Geheimdienst gewesen sei, der ihre 

Mutter getötet habe, und in der zweiten Anhörung die Imbonerakure. Letz-

tere seien jedoch nicht mit dem Geheimdienst gleichzusetzen. Entgegen 

den Vorbringen in der Beschwerde könnten auch die weiteren, vom SEM 

aufgezeigten Widersprüche weder aufgelöst werden noch würden diese 

marginale Vorbringen betreffen. Vielmehr handle es sich bei der Befürch-

tung der Beschwerdeführerin, ihr könnte bei einer Rückkehr nach Burundi 

das gleiche Schicksal drohen wie ihrer Mutter beziehungsweise auch sie 

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Seite 11 

könnte von den Imbonerakure getötet werden, um ein zentrales Vorbrin-

gen. Im Übrigen könnten die geltend gemachten psychischen Erkrankun-

gen der Beschwerdeführerin in Burundi behandelt werden.  

5.4 In der Replik hält die Beschwerdeführerin erneut an der Glaubhaftigkeit 

ihrer Vorbringen fest. Sie habe in der Beschwerde die angeblichen Wider-

sprüche, welche auf falschen und ungenau wiedergegebenen Aussagen 

des SEM beruht hätten, auflösen können, währenddem das SEM in der 

Vernehmlassung an einem einzigen Widerspruch festhalte und erneut ihre 

Aussagen und die zitierten Protokollstellen falsch wiedergebe. 

6.  

6.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Prüfung der Akten zum 

Schluss, dass das SEM die geltend gemachten Asylvorbringen der Be-

schwerdeführerin mit zutreffender Begründung zu Recht als nicht glaubhaft 

erachtet. Auf die diesbezüglichen Ausführungen in der angefochtenen Ver-

fügung (vgl. ebd., Abschnitt II) kann mit den nachfolgenden Ergänzungen 

verwiesen werden. Die Ausführungen auf Beschwerdeebene führen insge-

samt zu keiner anderen Betrachtungsweise. Auf die Entgegnungen in der 

Beschwerde und die neu eingereichten Beweismittel ist im Folgenden nä-

her einzugehen: 

6.2 Die Beschwerdeführerin vermag ihre widersprüchlichen Ausführungen 

zur geltend gemachten Flüchtlingseigenschaft insbesondere nicht mit kul-

turellen Gepflogenheiten oder mangelnden Kenntnissen des SEM über die 

Situation und die Verhältnisse in Burundi zu erklären. Vielmehr darf von ihr 

erwartet werden, dass sie zu zentralen Ereignissen, die sie veranlassen, 

fernab der Heimat um Schutz zu suchen, ausführliche, einheitliche und in 

sich schlüssige Angaben machen kann (Art. 7 AsylG; vgl. BVGE 2013/11 

E. 5.1). Ebenso kann von ihr erwartet werden, diese widerspruchsfrei dar-

zulegen. Dies ist ihr, entgegen ihren anderslautenden Behauptungen, nicht 

gelungen. Ausserdem ist weder ersichtlich noch wird von der Beschwerde-

führerin aufgezeigt, inwiefern der bei ihr diagnostizierte Verdacht auf eine 

komplexe PTBS sowie die rezidivierende depressive Störung beziehungs-

weise ein Selbstschutz- und Verdrängungsmechanismus ihre widersprüch-

lichen Angaben erklären sollen (vgl. auch Urteil des BVGer D-4328/2024 

vom 19. Dezember 2024 E. 7.1). 

Auch der Vorwurf, wonach die Vorinstanz Widersprüche gesucht und Aus-

sagen der Beschwerdeführerin falsch wiedergegeben habe, währenddem 

sie sich nicht widersprochen habe, erweist sich als haltlos. Mit Blick auf die 

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Seite 12 

ihr bei der Anhörung gestellte Frage, woher ihr Vater gewusst habe, dass 

ihre Mutter beim Geheimdienst gewesen sei (A25 F109), sowie der anläss-

lich der ergänzenden Anhörung erhobenen Frage, wie ihr Vater erfahren 

habe, dass ihre Mutter vergewaltigt und misshandelt worden sei (A43 F71), 

ist ihre widersprüchliche Darstellung nicht zu rechtfertigen (vgl. oben 

Bst. B.b).  

Unbehelflich ist des Weiteren ihr Einwand, wonach aus ihren Angaben bei 

der Anhörung nicht hervorgehe, wann sie zum letzten Mal mit ihrer Mutter 

telefoniert habe (A25 F84 und F110), sowie ihre Erklärung, wonach es 

wahrscheinlicher sei, dass sie nach ihrer Freilassung telefoniert habe und 

der Zeitpunkt nebensächlich sei. Das Telefonat hatte für sie weitreichende 

Konsequenzen, musste sie sich doch im Anschluss um ihre Geschwister 

sowie das Familiengeschäft kümmern und die Schule abbrechen. Folglich 

wäre eine widerspruchsfreie Angabe des Zeitpunkts des Telefonats zu er-

warten gewesen. Tritt hinzu, dass es auch mit Blick auf die in Burundi übli-

chen kulturellen Gepflogenheiten, namentlich der Kultur des Schweigens, 

nicht plausibel erscheint, dass die Mutter ihr nicht gesagt habe, von wo aus 

sie anrufe.  

Das SEM hat ausserdem nicht offengelassen, weshalb die Gründe für die 

Inhaftierung des Vaters nicht plausibel sind, sondern explizit festgehalten, 

dass die Beschwerdeführerin erstmals bei der ergänzenden Anhörung die 

Klageandrohung ihres Vaters gegenüber seinen Schuldnern erwähnt und 

als Auslöser für die Probleme ihres Vaters qualifiziert habe. Es hat sich 

zudem ausführlich mit den diesbezüglichen Angaben der Beschwerdefüh-

rerin auseinandergesetzt und die Widersprüche in ihren Schilderungen auf-

gezeigt (ebd. S.4). Ihr Einwand, wonach sie die Gründe für die Verhaftung 

ihres Vaters übereinstimmend geschildert habe, sowie ihre Behauptung, 

wonach die erwähnte Klageandrohung lediglich eine Präzisierung bezie-

hungsweise Ergänzung darstelle und nicht als wesentliches Asylvorbringen 

gewertet werden könne, überzeugen nicht. Dies gilt auch für ihren Ein-

wand, wonach ihr die Schläge, die ihre Geschwister erlitten hätten, mehr 

zugesetzt hätten, als diejenigen, die sie selbst erlitten habe. Weshalb sie 

letztere erst bei der ergänzenden Anhörung erwähnt hat, leuchtet nicht ein.  

Des Weiteren geht aus dem Protokoll der Anhörung klar hervor, dass die 

befragende Person die Beschwerdeführerin genau dreimal unterbrochen 

hat, da sie nicht auf die ihr gestellten Fragen geantwortet hat (etwa A43 

F54, F72 oder F88). Hingegen lässt sich aus dem Protokoll nicht erkennen, 

E-987/2024 

Seite 13 

dass sie deshalb den (…)minister erst auf Nachfrage hin hat erwähnen 

können.  

Nichts zu bewirken vermag ferner ihr Beschwerdevorbringen, wonach es 

wichtig sei, dass sie die zweitägige Ausreisefrist in einem anderen Zusam-

menhang und ohne darauf angesprochen worden zu sein, erwähnt habe. 

Aus ihren protokollierten Angaben bei der ergänzenden Anhörung geht 

vielmehr klar hervor, dass sie erst auf die Frage, ob in den zwei Wochen 

zwischen dem Ereignis vom 28. Juli 2022 und ihrer Ausreise noch etwas 

passiert sei, die zweitägige Ausreisefrist erwähnt hat (A43 F88). Zuvor er-

wähnte sie lediglich, dass die Imbonerakure ihr gesagt hätten, sie wollten 

sie hier nicht mehr sehen respektive dass sie ihr gedroht hätten, sie umzu-

bringen, sollten sie sie hier wieder sehen (ebd. F31 und F43).  

Darüber hinaus vermag auch die abschliessend geäusserte Befürchtung 

der Beschwerdeführerin zu keiner anderen Betrachtungsweise führen, wo-

nach alleine schon der Verdacht, regierungskritisch zu sein, für eine Ver-

folgung durch die Imbonerakure ausreiche. Wäre dieser Verdacht nur an-

nähernd begründet, ist nicht nachvollziehbar, weshalb sie Burundi legal 

und mit authentischen Reisepapieren über den Flughafen hätte verlassen 

können.  

6.3 Somit gelingt es der Beschwerdeführerin nicht, eine asylrechtlich er-

hebliche Gefährdung glaubhaft darzutun. Eine flüchtlingsrechtlich rele-

vante Verfolgung in Burundi und mithin eine objektiv begründete Furcht der 

Beschwerdeführerin vor den Imbonerakure ist vorliegend nicht auszu-

machen. Zu Recht hat das SEM die Flüchtlingseigenschaft der Beschwer-

deführerin verneint und ihr Asylgesuch abgelehnt. 

7.  

7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

7.2 Die Beschwerdeführerin verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

 

E-987/2024 

Seite 14 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

8.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

8.2.1 Da die Beschwerdeführerin die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, ist 

– wie von der Vorinstanz zutreffend festgehalten – das flüchtlingsrechtliche 

Rückschiebungsverbot von Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 

1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und Art. 5 

AsylG nicht anwendbar. Die Zulässigkeit des Vollzugs der Wegweisung be-

urteilt sich vielmehr nach den allgemeinen verfassungs- und völkerrechtli-

chen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 BV; Art. 3 des Übereinkommens vom 

10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche 

oder erniedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105]; Art. 3 EMRK). 

8.2.2 Sodann ergeben sich aus den Akten keine Anhaltspunkte dafür, dass 

die Beschwerdeführerin für den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat 

dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 

FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis 

des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener 

des UN-Anti-Folterausschusses müsste die Beschwerdeführerin eine kon-

krete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihr im 

Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen 

würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse 

Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Dies gelingt ihr vor dem Hinter-

grund der vorstehenden Erwägungen nicht, was ebenso für ihre gesund-

heitliche Situation gilt. Die in der Beschwerde geäusserte, rein hypotheti-

sche Befürchtung, als alleinstehende Rückkehrerin schikaniert und miss-

handelt zu werden, stellt kein «real risk» im oben beschriebenen Sinn dar. 

E-987/2024 

Seite 15 

Die allgemeine Menschenrechtssituation in Burundi muss zwar als proble-

matisch bezeichnet werden, lässt aber den Wegweisungsvollzug im heuti-

gen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen (vgl. Urteil des BVGer  

D-6696/2024 vom 2. Dezember 2024 E. 7.2.2 m.w.H.). Bei Rückkehrenden 

ohne politisches Profil – was auf die Beschwerdeführerin zutrifft – bestehen 

keine hinreichenden Indizien, dass sie bei einer Rückkehr in ihr Heimatland 

der konkreten Gefahr von Misshandlungen durch die Imbonerakure ausge-

setzt sein könnte (vgl. Urteile des BVGer D-3865/2024 vom 14. November 

2024 E. 7.7.1; E-6074/2024 vom 1. November 2024 E. 6.2.3).  

8.2.3 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 

Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

8.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

8.3.1 In Burundi herrscht zurzeit weder Krieg oder Bürgerkrieg noch eine 

Situation allgemeiner Gewalt. Das Bundesverwaltungsgericht geht denn in 

seiner Praxis auch nicht von einer generellen Unzumutbarkeit des Weg-

weisungsvollzugs nach Burundi aus, auch wenn die allgemeine Lage in 

einigen Provinzen insbesondere in sicherheitspolitischer und wirtschaftli-

cher Hinsicht heikel ist (vgl. statt vieler: Urteile des BVGer E-6339/2024 

vom 12. Dezember 2024 E. 8.4.2; E-3219/2024 vom 29. November 2024 

E. 8.2; D-3735/2024 vom 21. Juni 2024 E. 9.3.1, m.w.H.). An dieser Ein-

schätzung vermögen die Ausführungen in der Eingabe vom 26. Februar 

2024 sowie der dort zitierte Link nichts zu ändern.  

8.3.2 Ferner liegen auch in individueller Hinsicht keine Wegweisungshin-

dernisse vor, wobei diesbezüglich auf die Erwägungen des SEM verwiesen 

werden kann. Hervorzuheben ist lediglich, dass die Beschwerdeführerin 

nach dem Tod ihrer Mutter deren Geschäftsaktivitäten übernommen und 

somit Erfahrung als Besitzerin eines (…)s gesammelt hat (A43 F46 und 

54). Ausserdem hat sich ihre Tante ihrer jüngeren Geschwister angenom-

men, die gemeinsam mit ihr in C._______ leben (A25 F10-F14). Laut ihren 

Angaben in der Beschwerde will sie zwar mit ihrer Tante nicht mehr in Kon-

takt stehen, mit Blick auf ihren kulturellen Hintergrund dürften sich jedoch 

gewisse Zweifel an dieser Aussage ergeben. Doch abgesehen davon 

E-987/2024 

Seite 16 

pflegte sie offensichtlich bis zu ihrer Ausreise einen regen Austausch mit 

ihrem Cousin, der ihr, neben einem Angestellten, auch im (…) zur Hand 

gegangen ist. Nicht zuletzt mit Blick auf ihre Arbeitserfahrung sollte ihr folg-

lich die wirtschaftliche und soziale Reintegration in Burundi auch als allein-

stehende Frau innert nützlicher Frist gelingen (vgl. Urteile des BVGer E-

3169/2024 vom 26. März 2025 E. 6.6.7; D-39/2025 vom 12. Februar 2025 

E. 7.3.3). 

8.3.3 Schliesslich sprechen auch keine medizinischen Gründe gegen die 

Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs. Was die erstmals auf Beschwer-

deebene geltend gemachten psychischen Erkrankungen betrifft, ist darauf 

hinzuweisen, dass in Burundi eine psychiatrisch-psychologische Behand-

lung möglich ist (vgl. Urteile D-4328/2024 E. 9.3.2; E-3219/2024 E. 8.3.3). 

In D._______, wo die Beschwerdeführerin mit ihrer Familie in den Stadttei-

len E._______ und F._______ gelebt hat, befinden sich beispielsweise das 

öffentliche G._______ oder das private H._______. Entsprechend ist nicht 

auf das Vorliegen einer medizinischen Notlage zu schliessen und eine hin-

reichende medizinische und psychiatrische Versorgung ist in Burundi ge-

währleistet (vgl. Urteil des BVGer E-4051/2024 vom 17. Oktober 2024 E. 

8.3.3). Die Beschwerdeführerin ist ferner auf die Möglichkeit hinzuweisen, 

beim SEM einen Antrag auf Gewährung medizinischer Rückkehrhilfe stel-

len zu können (Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG). Im Zeitpunkt der Überstellung 

wird zudem ihre Reisefähigkeit überprüft werden. Soweit sich die Be-

schwerdeführerin in der Beschwerdeschrift suizidal geäussert hat, ist da-

rauf hinzuweisen, dass vom Vollzug der Wegweisung gemäss konstanter 

Rechtsprechung nicht Abstand zu nehmen ist, solange Massnahmen zur 

Verhütung der Umsetzung einer Suiziddrohung getroffen werden können 

(vgl. hierzu bspw. Urteil des BVGer E-6005/2024 vom 25. Oktober 2024 E. 

10.2.7; Urteil des BGer 2C_856/2015 vom 10. Oktober 2015 E. 3.2.1). All-

fälligen suizidalen Tendenzen wäre daher mit entsprechenden Massnah-

men bei der Vollzugsorganisation Rechnung zu tragen. Somit stellt ihre 

psychische Verfassung kein medizinisch bedingtes Vollzugshindernis dar. 

8.3.4 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

als zumutbar. 

8.4 Schliesslich obliegt es der Beschwerdeführerin, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; vgl. BVGE 2008/34 

E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeich-

nen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

E-987/2024 

Seite 17 

8.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

10.  

10.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich 

der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 

VwVG; Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 

und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). Da der Antrag auf Gewährung der unentgeltlichen Pro-

zessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG mit Zwischenverfügung vom 

21. Februar 2024 gutgeheissen wurde und sich aus den Akten keine Ver-

änderung der finanziellen Verhältnisse ergibt, sind keine Verfahrenskosten 

zu erheben. 

10.2 Mit Zwischenverfügung vom 21. Februar 2024 wurde auch der Antrag 

auf Beiordnung einer amtlichen Rechtsvertretung gestützt auf Art. 102m 

Abs. 1 AsylG gutgeheissen und die Rechtsvertreterin als amtliche Rechts-

beiständin bestellt. Letztere machte in ihrer Kostennote einen zeitlichen 

Vertretungsaufwand von insgesamt 25.5 Stunden sowie Auslagen von 

Fr. 89.– geltend. Zwar erscheint die 26 Seiten umfassende Beschwerde 

relativ zeitaufwändig, gleichwohl dürfte der diesbezüglich geltend ge-

machte Aufwand von insgesamt 19 Stunden (inkl. Aktenstudium) zu hoch 

sein. Folglich ist der gesamte Vertretungsaufwand auf insgesamt 20 Stun-

den zu reduzieren. Der in der Honorarnote geltend gemachte Stundenan-

satz von Fr. 250.– ist auf den praxisüblichen Betrag von Fr. 150.–, der auch 

in der Zwischenverfügung vom 21. Februar 2024 kommuniziert und in der 

Replik von der Rechtsvertreterin im Falle des Unterliegens beantragt 

wurde, zu reduzieren. Entsprechend ist das Honorar der amtlich bestellten 

Rechtsbeiständin auf insgesamt Fr. 3’089.– (inkl. Auslagen) festzusetzen. 

Dieser Betrag ist durch die Gerichtskasse zu vergüten. 

  

E-987/2024 

Seite 18 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Der amtlichen Rechtsbeiständin, lic. iur. Sibylle Alberti, wird zulasten der 

Gerichtskasse ein Honorar von Fr. 3’089.– zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Mathias Lanz Ulrike Raemy 

 

 

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