# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 500c5dd1-0da4-505c-aa5a-60d7c5c69aed
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-05-01
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 01.05.2017 110 2017 11
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2017-11_2017-05-01.pdf

## Full Text

ENTSCHEID
DER

BAU-, VERKEHRS- UND ENERGIEDIREKTION 

Das Verwaltungsgericht hat eine gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde 

abgewiesen (VGE 2017/11 vom 25.4.2018). Das Bundesgericht hat die Beschwerde gegen 

das Urteil des Verwaltungsgerichts abgewiesen (BGE 1C_258/2018 vom 11.12.2018).

RA Nr. 110/2017/11 Bern, 1. Mai 2017

in der Beschwerdesache zwischen

Herrn A.________
Beschwerdeführer 1

Frau B.________
Beschwerdeführerin 2

Herrn C.________
Beschwerdeführer 3

alle vertreten durch Frau Rechtsanwältin D.________

und

Regierungsstatthalteramt Frutigen-Niedersimmental, Amthaus, Postfach 61, 
3714 Frutigen

Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR), Nydeggasse 11/13, 3011 Bern

Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Kandergrund, Gemeindeverwaltung, 
Innerkandergrund 89C, 3716 Kandergrund

betreffend die Verfügung des Regierungsstatthalteramtes Frutigen-Niedersimmental vom 
30. Dezember 2016 (bbew 111/2016; Neubau Gebäude mit Betriebsleiterwohnung und 
landwirtschaftlich genutzten Räumen)

I. Sachverhalt

RA Nr. 110/2017/11 2

1. Die Beschwerdeführenden 1 und 2 betreiben in Kandergrund einen 

landwirtschaftlichen Betrieb. Sie bewohnen das dem Betrieb zugehörige Bauernhaus 

(F.________). Am 22. Juli 2016 reichten sie gemeinsam mit dem Beschwerdeführer 3 bei 

der Gemeinde Kandergrund ein Baugesuch ein für den Neubau eines Gebäudes mit 

Betriebsleiterwohnung und landwirtschaftlich genutzten Räumen auf der benachbarten 

Parzelle Kandergrund Grundbuchblatt Nr. G.________. Die Parzelle liegt in der 

Landwirtschaftszone. Das Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) erachtete das 

Bauvorhaben als nicht zonenkonform und verweigerte die Zustimmung.

Mit Gesamtbauentscheid vom 30. Dezember 2016 erteilte das Regierungsstatthalteramt 

Frutigen-Niedersimmental dem Vorhaben den Bauabschlag.

2. Dagegen reichten die Beschwerdeführenden am 23. Januar 2017 Beschwerde bei 

der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Sie beantragen die 

Aufhebung des Gesamtbauentscheides vom 30. Dezember 2016 und die Erteilung der 

Baubewilligung, eventuell unter Auflage eines Zweckentfremdungsverbotes oder unter der 

Auflage, dass das auf der Bauparzelle befindliche Weidhaus, das die 

Beschwerdeführenden als Ferienhaus vermieten, abgebrochen wird. Zur Begründung 

führen sie an, dass die Beschwerdeführenden 1 und 2 als bisheriges Betriebsleiterpaar per 

1. Januar 2017 mit ihrem Sohn, dem Beschwerdeführer 3, eine Generationengemeinschaft 

gegründet hätten, um den landwirtschaftlichen Betrieb gemeinsam zu führen. 

Entsprechend würden zusätzlich zum Wohnhaus der Beschwerdeführenden 1 und 2 

Wohnräumlichkeiten für den Beschwerdeführer 3 und dessen Familie benötigt.

3. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, holte die 

Vorakten ein und führte den Schriftenwechsel durch. Das Regierungsstatthalteramt 

Frutigen-Niedersimmental verwies mit Eingabe vom 3. Februar 2017 auf die abschlägige 

Verfügung des AGR. Diese bzw. die darin festgehaltene Zonenwidrigkeit stelle das einzige 

Hindernis zur Erteilung einer Baubewilligung dar. Das AGR hielt mit Stellungnahme vom 

9. Februar 2017 an seiner Auffassung fest, wonach das Bauvorhaben in der 

1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und 
Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191)

RA Nr. 110/2017/11 3

Landwirtschaftszone nicht zonenkonform ist. Die Gemeinde Kandergrund erklärte mit 

Schreiben vom 10. Februar 2017, dass die gemeinderechtlichen Bauvorschriften 

eingehalten seien, und befürwortete die Erteilung der Baubewilligung. Auf die 

Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Sachurteilsvoraussetzungen

Angefochten ist ein Gesamtentscheid nach Art. 9 KoG2. Laut Art. 11 Abs. 1 KoG kann er – 

unabhängig von den geltend gemachten Einwänden – nur mit dem Rechtsmittel 

angefochten werden, das für das Leitverfahren massgeblich ist. Das Leitverfahren ist im 

vorliegenden Fall das Baubewilligungsverfahren (Art. 5 Abs. 1 KoG). Bauentscheide 

können nach Art. 40 Abs. 1 BauG3 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Baubeschwerde bei 

der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit zur Beurteilung der Beschwerde gegen 

den Gesamtentscheid zuständig. Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchstellerinnen 

und Baugesuchsteller, die Einsprecherinnen und Einsprecher und die zuständige 

Gemeindebehörde (Art. 10 KoG i.V.m. Art. 40 Abs. 2 BauG). Die Beschwerdeführenden, 

deren Baugesuch abgewiesen wurde, sind durch den vorinstanzlichen Gesamtentscheid 

beschwert und daher zur Beschwerdeführung legitimiert. Auf die form- und fristgerecht 

eingereichte Beschwerde ist einzutreten.

2. Zonenkonformes Wohnen in der Landwirtschaftszone, Grundsätze

a) Die Beschwerdeführenden vertreten die Ansicht, dass die Voraussetzungen für die 

zonenkonforme Erstellung einer zweiten Betriebsleiterwohnung erfüllt seien. Die 

Bewirtschaftung des landwirtschaftlichen Betriebes erfordere 1,598 Standardarbeitskräfte 

(SAK), also mehr als das Doppelte der gesetzlichen Minimalgrösse für einen 

landwirtschaftlichen Betrieb im Berg- und Hügelgebiet. Damit seien die Voraussetzungen 

erfüllt, unter denen der Betrieb von zwei gleichberechtigten Betriebsleitern partnerschaftlich 

geführt werden könne und jeder der beiden Betriebsleiter Anspruch auf eine 

Betriebsleiterwohnung habe.

2 Koordinationsgesetz vom 21. März 1994 (KoG; BSG 724.1)
3 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721)

RA Nr. 110/2017/11 4

b) Die Vorinstanz erachtete das Bauvorhaben gestützt auf die Verfügung des AGR vom 

23. November 2016 als nicht zonenkonform. Gemäss den Erwägungen der Verfügung des 

AGR ist im bestehenden Bauernhaus eine Betriebsleiterwohnung des bisherigen 

Betriebsleiterpaars (Beschwerdeführende 1 und 2) vorhanden. Nötig und damit 

zonenkonform sei nebst dieser allenfalls eine Elternteilwohnung (Altenteil) mit höchstens 

100 m2 Bruttogeschossfläche (BGF). Das Bauvorhaben sehe eine Wohnung mit 141 m2 

BFG vor, mit zusätzlichen Raumreserven im Untergeschoss von 45.48 m2. Sie übersteige 

damit das Mass einer zonenkonformen Elternteilwohnung. Eine zweite 

Betriebsleiterwohnung dürfe nicht gebaut werden. Die dafür nötige Betriebsgrösse werde 

nicht erreicht. In seiner Stellungnahme vom 9. Februar 2017 ergänzt das AGR, in der 

familiären Konstellation, dass Eltern und nachfolgende Generation einen 

landwirtschaftlichen Betrieb gemeinsam führten, bestehe die Möglichkeit einer 

gleichberechtigten partnerschaftlichen Betriebsführung nicht. Vielmehr seien die 

Bestimmungen über den Generationenwechsel bei der Betriebsleitung heranzuziehen. 

Die Vorinstanz erwog zudem gestützt auf die Verfügung des AGR vom 23. November 

2016, dass die Beschwerdeführenden mit dem auf der Bauparzelle befindlichen Weidhaus 

(H.________), das sie als Ferienwohnung vermieten, über Wohnraumreserven verfügten, 

die zu einer Elternteilwohnung erweitert werden könnten.

c) Gemäss Art. 16a Abs. 1 RPG sind in der Landwirtschaftszone nur Bauten und 

Anlagen zonenkonform, die zur landwirtschaftlichen Bewirtschaftung oder für den 

produzierenden Gartenbau nötig sind. Bauten für den Wohnbedarf sind dann 

zonenkonform, wenn der Wohnraum für den Betrieb des entsprechenden 

landwirtschaftlichen Gewerbes unentbehrlich ist, einschliesslich des Wohnbedarfs der 

abtretenden Generation (Art. 34 Abs. 3 RPV). Neben der Notwendigkeit der Baute oder 

Anlage für die in Frage stehende Bewirtschaftung darf gemäss Art. 34 Abs. 4 RPV die 

Bewilligung weiter nur erteilt werden, wenn der Baute oder Anlage am vorgesehenen 

Standort keine überwiegenden Interessen entgegenstehen und der Betrieb voraussichtlich 

längerfristig bestehen kann. Im Folgenden wird geprüft, ob diese Voraussetzungen beim 

streitigen Bauvorhaben erfüllt sind.

3. Landwirtschaftliches Gewerbe

RA Nr. 110/2017/11 5

a) Als landwirtschaftliches Gewerbe gilt eine Gesamtheit von landwirtschaftlichen 

Grundstücken, Bauten und Anlagen, die als Grundlage der landwirtschaftlichen Produktion 

dient und zu deren Bewirtschaftung mindestens eine Standardarbeitskraft nötig ist.4 Die 

Kantone können landwirtschaftliche Betriebe, welche zur Bewirtschaftung weniger als eine 

Standardarbeitskraft erfordern, den Bestimmungen über die landwirtschaftlichen Gewerbe 

unterstellen, sofern eine Betriebsgrösse von 0,6 SAK nicht unterschritten wird.5 Damit kann 

insbesondere den örtlichen Verhältnissen Rechnung getragen werden.6 Im Kanton Bern 

sind landwirtschaftliche Betriebe im Berg- und Hügelgebiet den Bestimmungen über die 

landwirtschaftlichen Gewerbe unterstellt, wenn für ihre Bewirtschaftung mindestens 0,75 

SAK nötig sind.7 Massgebend für die Zuteilung zum Hügel- und Berggebiet ist, wo sich der 

Hauptteil der landwirtschaftlich genutzten Fläche des Betriebes befindet.8 

b) Gemäss dem landwirtschaftlichen Produktionskataster9 befindet sich der Talbetrieb 

mit dem Bauernhof der Beschwerdeführenden 1 und 2 und der Bauparzelle in der 

Bergzone III und somit im Berg- und Hügelgebiet.10 Der Betrieb verfügt zudem über eine 

Alp, auf der Tiere gesömmert werden.11 Mit einer Betriebsgrösse von 1,598 SAK untersteht 

der Betrieb den Bestimmungen über die landwirtschaftlichen Gewerbe. Die Erstellung von 

Wohnraum ist demnach zonenkonform, soweit dieser für den landwirtschaftlichen Betrieb 

unentbehrlich ist, keine überwiegenden Interessen entgegenstehen und der Betrieb 

voraussichtlich längerfristig bestehen kann.

4. Unentbehrlichkeit

a) Unentbehrlich bedeutet, dass für den Wohnraum ein objektiver, unmittelbarer Bedarf 

besteht und der Betrieb ohne den zusätzlichen Wohnraum nicht aufrechterhalten werden 

4 Art. 7 Abs. 1 Bundesgesetz vom 4. Oktober 1991 über das bäuerliche Bodenrecht (BGBB; SR 211.412.11)
5 Art. 5 Bst. a BGBB
6 Art. 7 Abs. 4 BGBB
7 Art. 1 Abs. 1 Gesetz über das bäuerliche Boden- und Pachtrecht vom 21.06.1995 (BPG; BSG 215.124.1)
8 Art. 1 Abs. 2 BPG
9 Vgl. www.be.ch/geoportal, Einteilung der landwirtschaftlich genutzten Flächen
10 Art. 1 Abs. 5 Verordnung über den landwirtschaftlichen Produktionskataster und die Ausscheidung von 
Zonen vom 7. Dezember 1988 (Landwirtschaftliche Zonen-Verordnung; SR 912.1)
11 Vgl. Stellungnahme des AGR vom 9. Februar 2017 mit Beilage

http://www.be.ch/geoportal

RA Nr. 110/2017/11 6

kann. Das Recht, ausserhalb der Bauzone zu wohnen, bleibt einem relativ engen 

Personenkreis vorbehalten. Dazu zählen nur Leute, die als Betriebsinhaber oder Hilfskräfte 

unmittelbar in der Landwirtschaft tätig sind, sowie die Familienangehörigen und die 

abtretende Generation, welche ein Leben lang in der Landwirtschaft tätig waren. Es wird 

verlangt, dass die den Wohnraum benötigende Person dauernd auf dem Betrieb anwesend 

sein muss, um die notwendigen Überwachungsaufgaben wahrnehmen zu können. 

Wohnraum ausserhalb der Bauzone ist nur zulässig, wenn die Bewirtschaftung aus 

objektiven Gründen nicht von der Bauzone aus möglich ist. Diese Beurteilung hängt 

insbesondere von Art und Umfang der betriebsnotwendigen Überwachungsaufgaben, von 

der Distanz zur nächsten Wohnzone sowie von der Frage ab, ob das Gewerbe 

hauptberuflich ausgeübt wird. In jedem einzelnen Fall ist nach objektiven Kriterien aufgrund 

einer gesamthaften Betrachtungsweise zu beurteilen, ob eine betriebliche Notwendigkeit 

besteht, ausserhalb der Bauzone Wohnsitz zu nehmen. Subjektive Vorstellungen und 

Wünsche oder die persönliche Zweckmässigkeit und Bequemlichkeit sind unbeachtlich.

Nachgewiesener Wohnbedarf ist in erster Linie innerhalb der vorhandenen Bausubstanz zu 

befriedigen. Es dürfen somit keine Raumreserven in bestehenden Bauten vorhanden sein. 

Ein neuer Bedarf kann nicht dadurch gerechtfertigt werden, dass bestehende Wohnungen 

an Nichtlandwirte vermietet oder im Wohnrecht abgegeben werden. Bestehender 

Wohnraum, der zur ordnungsgemässen Bewirtschaftung erforderlich ist, muss der 

Landwirtschaft vorbehalten bleiben. Des Weiteren muss das Bedürfnis aktuell sein. Soll 

zusätzlicher Wohnraum für den Generationenwechsel geschaffen werden, so muss dieser 

absehbar sein.12

b) Wenn Wohnraum für einen zweiten Betriebsleiter geschaffen werden soll, so wird 

nach dem Gesagten verlangt, dass der Betrieb die dauernde Präsenz nicht nur eines, 

sondern zweier Betriebsleiter erfordert. Entsprechend verlangt das Merkblatt des AGR "L2 

Landwirtschaftliches Wohnen" für den Fall, dass zusätzlicher Wohnraum für einen von zwei 

gleichberechtigten und gleichverantwortlichen Betriebsleitern geschaffen werden soll, dass 

der Betrieb die Mindest-Standardarbeitskraft mindestens doppelt erfüllt. Die 

Beschwerdeführenden weisen darauf hin, dass vorliegend die Mindestbetriebsgrösse bei 

0,75 SAK liegt, da ihr Betrieb im Berg- und Hügelgebiet liegt, und dass ihr Betrieb mit einer 

12 VGE 100.2010.490 vom 11. Juli 2011, E. 2.1; BGE 1A.184/2006 vom 15. Februar 2007, E. 3; BGE 121 II 
307, E. 3; Bundesamt für Raumentwicklung (ARE), Neues Raumplanungsrecht. Erläuterungen zur 
Raumplanungsverordnung und Empfehlungen für den Vollzug, 2001, Ziff. 2.3.1; AGR, Merkblatt L2 
Landwirtschaftliches Wohnen

RA Nr. 110/2017/11 7

Grösse von 1,598 SAK das Zweifache dieser Mindestgrösse überschreitet. Damit ist aber 

der Nachweis der Unentbehrlichkeit noch nicht erbracht, denn dafür ist nicht allein die 

Betriebsgrösse entscheidend, sondern auch Art und Umfang der betriebsnotwendigen 

Überwachungsaufgaben, die Distanz zur nächsten Wohnzone sowie die Frage, ob das 

Gewerbe hauptberuflich ausgeübt wird. Die Unentbehrlichkeit des nachgesuchten 

Wohnraums wird im Einzelfall auf Grundlage einer Gesamtbetrachtung beurteilt. In diese 

ist vorliegend auch der Umstand einzubeziehen, dass es sich bei den Betriebsleitern um 

Eltern- und Nachfolgegeneration handelt.

c) Die Konstellation, dass Elterngeneration und Nachfolgegeneration Wohnraum beim 

landwirtschaftlichen Betrieb beanspruchen, wurde gesetzlich explizit geregelt. Nach Art. 34 

Abs. 3 RPV gilt der Verbleib der Elterngeneration auf dem Hof grundsätzlich als 

zonenkonform, wenn die Nachfolgegeneration im Betrieb tätig wird und dessen Leitung 

übernimmt. Die Zonenkonformität erstreckt sich nicht auf zusätzlichen Wohnraum für 

weitere Verwandte wie vorliegend die Eltern der Beschwerdeführenden 1 und 2, die bislang 

nicht in deren Betrieb tätig und auf dem Bauernhof wohnhaft waren und daher nicht als 

abtretende Generation im Sinne von Art. 34 Abs. 3 RPV zu betrachten sind. Daher ist 

hinsichtlich der Bewilligungsfähigkeit des Bauprojekts nicht erheblich, dass die 

Beschwerdeführenden beabsichtigen, die Eltern der Beschwerdeführenden 1 und 2 bei 

sich aufzunehmen.

Auch wenn sich die bisherigen Betriebsleiter zurückziehen und die Nachfolgegeneration 

die Betriebsleitung übernimmt, muss die Unentbehrlichkeit des neu zu schaffenden 

Wohnraums im Einzelfall bejaht werden können, denn die allgemeinen Voraussetzungen 

der Zonenkonformität für Wohnbauten müssen auch dann erfüllt sein.13 Nebst dem 

sozialen Aspekt, dass die Eltern ein Leben lang in der Landwirtschaft gearbeitet und in der 

Landwirtschaftszone gewohnt haben, ergibt sich die Unentbehrlichkeit in der Regel daraus, 

dass die Eltern in abnehmendem Umfang im Betrieb tätig bleiben und die 

Betriebsübergabe in einer längeren oder kürzeren Übergangsphase erfolgt. 

Grundsätzlich muss der Generationenwechsel absehbar sein, damit die Schaffung neuen 

Wohnraums als zonenkonform gilt. Im vorliegenden Fall hat das AGR gestützt auf den 

Fachbericht des Amtes für Landwirtschaft und Natur (LANAT) erwogen, dass eine 

13 Bundesamt für Raumentwicklung (ARE), neues Raumplanungsrecht. Erläuterungen zur 
Raumplanungsverordnung und Empfehlungen für den Vollzug, 2001, Ziff. 2.3.1

RA Nr. 110/2017/11 8

Elternteilwohnung (Altenteil) in der vorliegenden Konstellation wohl zonenkonform wäre, 

obwohl der bisherige Betriebsleiter Jahrgang 1961 hat und sich noch längere Zeit nicht aus 

dem Betrieb zurückziehen wird. Das LANAT erblickte besondere Umstände in der 

abgeschlossenen landwirtschaftlichen Ausbildung des Sohnes, der Vereinbarung einer 

Generationengemeinschaft zwischen Eltern und Sohn sowie im Sömmerungsbetrieb. Die 

Betriebsgrösse (rund das Doppelte der Mindestgrösse eines landwirtschaftlichen 

Gewerbes im Berg- und Hügelgebiet, in dem der Betrieb angesiedelt ist), die Betriebsart 

(Milchwirtschaft mit Sömmerungsbetrieb) und die Vereinbarung einer 

Generationengemeinschaft mit dem landwirtschaftlich ausgebildeten Sohn lassen darauf 

schliessen, dass die Übergangsphase des Generationenwechsels früh begonnen und 

zunächst so ausgestaltet werden soll, dass Eltern- wie auch Nachfolgegeneration in 

erheblichem Umfang im Betrieb aktiv sein werden. Gleichzeitig ist, da es sich um eine 

Eltern- und eine Nachfolgegeneration handelt, der künftige allmähliche Rückzug der 

Elterngeneration aus der Betriebsleitung absehbar. Ein aktuelles Bedürfnis nach 

zusätzlichem Wohnraum im Umfang einer Elternteilwohnung könnte bei dieser 

Konstellation wohl nachgewiesen werden; letztlich kann diese Frage hier offen bleiben.

d) Die Beschwerdeführenden 1 und 2 bewohnen im bestehenden Bauernhaus eine 

Wohnung mit 147,2 m2 BGF. Gemäss dem Merkblatt des AGR "L2 Landwirtschaftliches 

Wohnen" gilt als Richtwert für den Wohnraumbedarf der abtretenden Generation eine 

Bruttogeschossfläche von 100 m2. Sofern mit dem Eintritt des Beschwerdeführers 3 in den 

elterlichen Betrieb die Schaffung zusätzlichen Wohnraums im Umfang einer 

Elternteilwohnung als zonenkonform zu betrachten wäre, dürfte also zusätzlich zur 

bestehenden Betriebsleiterwohnung Wohnraum im Umfang von 100 m2 geschaffen 

werden, soweit keine entsprechenden Wohnraumreserven bestehen. Das streitige 

Neubauprojekt sieht eine Wohnung mit einer Bruttogeschossfläche von 141 m2 vor, mit 

zusätzlichen Raumreserven im Untergeschoss von 45,84 m2. Damit überschreitet es das 

für eine Elternteilwohnung zulässige Mass.

Die Beschwerdeführenden sind der Ansicht, dass vorliegend aufgrund der Betriebsgrösse 

und der Tatsache, dass die Beschwerdeführenden 1 und 2 über einen Zeitraum von rund 

10 Jahren noch wie bis anhin im Betrieb tätig sein werden, mit dem Eintritt des 

Beschwerdeführers 3 in den Betrieb Anspruch auf eine zweite Betriebsleiterwohnung 

entstehe. Für Betriebsleiterwohnungen (inkl. Büro) gilt nach dem Merkblatt des AGR ein 

Richtwert von 180 m2 BGF. Dies steht jedoch unter dem Vorbehalt, dass abtretende 

RA Nr. 110/2017/11 9

Generation und junger Betriebsleiter nicht Anspruch auf zwei Betriebsleiterwohnungen 

haben. Auch wenn vorliegend der Betrieb während einer rund 10-jährigen, also relativ 

langen Übergangsphase von Eltern und Sohn gleichberechtigt geführt werden soll, handelt 

es sich doch um die Ablösung einer Betriebsleitergeneration durch die nächste. Anders als 

in dem Fall, dass zwei gleichberechtigte Betriebsleiter der selben Generation angehören, 

ist hier der künftige allmähliche Rückzug der Elterngeneration aus der Betriebsleitung 

absehbar. Den Erwägungen des AGR und des LANAT, wonach der abtretenden 

Generation ein geringerer Wohnraumbedarf zuzurechnen ist als der Betriebsleiterfamilie, 

auch wenn die Elterngeneration vorläufig aktiv bleibt und sich erst in rund 10 Jahren vom 

Betrieb zurückzieht, ist beizupflichten. Andernfalls würde Wohnraum bewilligt, der in 

absehbarer Zukunft das zonenkonforme Mass übersteigt. Es könnte daher vorliegend 

zusätzlich zum vorhandenen Wohnraum im Bauernhaus maximal ein Bedarf nach 

Wohnraum im Umfang einer Elternteilwohnung mit einer Bruttogeschossfläche von 100 m2 

geltend gemacht werden. Da das Bauvorhaben diesen Richtwert deutlich überschreitet, 

kann es nicht bewilligt werden.

e) Die Vorinstanz erwog zudem gestützt auf die Verfügung des AGR, dass das auf der 

Bauparzelle vorhandene Weidhaus (H.________) für nichtlandwirtschaftliche Zwecke 

fremdvermietet wird. Nach der Praxis dürfe in der Landwirtschaftszone kein neuer 

Wohnraum geschaffen werden, wenn noch Wohnraumreserven bestehen, die nicht 

landwirtschaftlich genutzt werden. Die Beschwerdeführenden bringen dagegen vor, die 

Forderung, dass das Weidhaus für den Neubau abgerissen werden müsse, verstosse 

gegen die Eigentumsgarantie, da es von der Besitzstandsgarantie nach Art. 24c Abs. 3 

RPG erfasst werde; zudem sei das Weidhaus denkmalpflegerisch als erhaltenswert 

eingestuft. Als mildere Massnahme gegenüber dem Bauabschlag sei das Bauvorhaben 

dennoch eventuell unter der Auflage, dass das Weidhaus abgerissen werden müsse, zu 

bewilligen.

Der angefochtene Entscheid enthält keine Forderung oder Auflage, dass das Weidhaus 

abgebrochen werden muss. Eine solche Forderung oder Auflage kann folglich nicht 

Streitgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bilden. Der Abbruch des 

Weidhauses würde auch den Rahmen einer mit der Baubewilligung zu verknüpfenden 

Auflage bei weitem sprengen. Ein solches Vorhaben wäre baubewilligungspflichtig und 

müsste – auf entsprechendes Gesuch hin – im Baubewilligungsverfahren geprüft werden. 

Die Beschwerdeführenden haben in ihrem Baugesuch nicht um Bewilligung des Abbruchs 

RA Nr. 110/2017/11 10

des Weidhauses ersucht. Dieser bildete daher weder Gegenstand des vorinstanzlichen 

Baubewilligungsverfahrens noch des vorliegenden Beschwerdeverfahrens.

f) Das Weidhaus ist insoweit bedeutsam, als es Wohnraumreserven beinhaltet, die 

aktuell nicht für landwirtschaftliche Zwecke genutzt werden. Soweit noch 

Wohnraumreserven bestehen, ist die Erstellung neuen Wohnraums nicht unentbehrlich. 

Erst wenn sämtliche vorhandenen Wohnraumreserven für landwirtschaftliche Zwecke 

ausgenützt sind und der betriebsnotwendige Wohnbedarf damit nicht abgedeckt wird, ist 

die Schaffung neuen Wohnraums zonenkonform.

Gemäss den Angaben der Beschwerdeführenden wird das Weidhaus seit mindestens 45 

Jahren fremdvermietet. Die Beschwerdeführenden machen geltend, aufgrund des 

Besitzstandes dürfe es weiterhin dafür genutzt werden. Der Besitzstand schützt die Baute 

in ihrem Bestand und deren Nutzung zu Wohnzwecken, soweit die Identität der Baute 

gewahrt bleibt. Der Besitzstand vermittelt aber keinen Anspruch darauf, dass die 

Eigentümer mit dem Weidhaus einen Ertrag aus zonenfremder Nutzung erzielen können. 

Bevor neuer Wohnraum für ausgewiesenen Bedarf erstellt werden kann, ist vorhandener, 

nicht landwirtschaftlich genutzter Wohnraum heranzuziehen. Das Weidhaus ist daher als 

Wohnraumreserve zu berücksichtigen.

Die Beschwerdeführenden haben nicht nachgewiesen, dass der betriebsnotwendige 

Wohnraumbedarf damit nicht abgedeckt werden kann. Gemäss dem 

Grundstücksinformationssystem Grudis hat des Weidhaus eine Grundfläche von 66 m2; es 

verfügt gemäss Beschreibung im Bauinventar über zwei Geschosse. Die 

Beschwerdeführenden führen zwar an, das Weidhaus verfüge über einen äusserst 

einfachen Ausbaustandard (z.B. keine Toilette im Haus) und es bestehe keine 

Hauszufahrt. Raumplanungsrechtlich ist eine Änderung und massvolle Erweiterung 

altrechtlicher Bauten und Anlagen erlaubt.14 Entsprechende Massnahmen und die 

denkmalschützerischen Schranken müssten in einem Baubewilligungsverfahren geprüft 

und beurteilt werden. Es ist jedenfalls nicht nachgewiesen, dass der zonenkonforme 

Wohnbedarf (welcher nach dem Gesagten maximal 100 m2 BGF betragen könnte) mit dem 

Weidhaus und den zulässigen Änderungen und Erweiterungen nicht abgedeckt werden 

kann. Demnach ist davon auszugehen, dass Wohnraumreserven vorhanden sind und der 

mit dem Bauvorhaben zu schaffende Wohnraum nicht unentbehrlich ist. Das Bauvorhaben 

14 Art. 42c RPG, Art. 41 und 42 RPV; vgl. auch Merkblatt des AGR "Zonenkonformität und Ausnahmen", 
November 2012

RA Nr. 110/2017/11 11

ist auch aus diesem Grund zonenwidrig. Ausnahmegründe werden nicht geltend gemacht. 

Das Bauvorhaben kann nicht bewilligt werden.

5. Ergebnis und Kosten

a) Nach dem Gesagten hat die Vorinstanz den Bauabschlag zu Recht erteilt. Die 

dagegen gerichteten Rügen haben sich als unbegründet erwiesen. Da das Bauvorhaben 

das Mass des zonenkonformen Wohnraums überschreitet und ausserdem noch 

Wohnraumreserven bestehen, die nicht landwirtschaftlich genutzt werden, vermag die 

eventuell beantragte Auflage eines Zweckentfremdungsverbotes an diesem Ergebnis 

nichts zu ändern. Da der bewilligungspflichtige Abbruch des Weidhauses nicht Gegenstand 

des Verfahrens ist, kann er nicht, wie subeventuell beantragt, im Sinne einer Auflage 

angeordnet werden.

b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegen die Beschwerdeführenden. Sie 

haben die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden bestimmt auf 

eine Pauschalgebühr von Fr. 1'600.– (Art. 103 Abs. 2 VRPG in Verbindung mit Art. 19 

Abs. 1 GebV15). Parteikosten werden keine gesprochen (Art. 104 Abs. 1 und 3 VRPG).

III. Entscheid

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Der Gesamtbauentscheid des 

Regierungsstatthalteramtes Frutigen-Niedersimmental vom 30. Dezember 2016 wird 

bestätigt.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'600.– werden den Beschwerdeführenden zur 

Bezahlung auferlegt. Die Beschwerdeführenden haften solidarisch für den gesamten 

Betrag. Eine separate Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid in 

Rechtskraft erwachsen ist.

15 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 
BSG 154.21)

RA Nr. 110/2017/11 12

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

RA Nr. 110/2017/11 13

IV. Eröffnung

- Frau Rechtsanwältin D.________, eingeschrieben

- Regierungsstatthalteramt Frutigen-Niedersimmental, A-Post

- Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) (AGR-Geschäftsnummer 

381 14 3146), A-Post

- Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Kandergrund, Gemeindeverwaltung, 

eingeschrieben

BAU-, VERKEHRS- UND 

ENERGIEDIREKTION

Die Direktorin

Barbara Egger-Jenzer

Regierungsrätin