# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** eebbd46d-5041-5c97-b701-64ae8454da4d
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-01-06
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 06.01.2022 725 21 59 / 04
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-21-59---04_2022-01-06.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 6. Januar 2022 (725 21 59 / 04) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Prüfung des Tatbestandsmerkmals des ungewöhnlichen äusseren Faktors im Zusam-

menhang einer reflexartigen Reaktion einer Pflegefachkraft zur Verhinderung eines Stur-

zes eines Bewohners 

 
 
 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Daniel Noll, Kantons-

richter Beat Hersberger, Gerichtsschreiberin i.V. Céline Christen 
 
 

Parteien CONCORDIA Schweizerische Kranken- und Unfallversiche-
rung AG, Rechtsdienst, Bundesplatz 15, 6002 Luzern, Beschwerde-
führerin 

  
 
gegen 
 
 

 SOLIDA Versicherungen AG, Saumackerstrasse 35, Postfach, 
8048 Zürich, Beschwerdegegnerin, vertreten durch Martin Bürkle, 
Rechtsanwalt LL.M., Thouvenin Rechtsanwälte KLG, Klausstras-
se 33, 8024 Zürich 
 
 

Beigeladener A.____, vertreten durch Raffaella Biaggi, Advokatin, Advokatur Biag-
gi, St. Jakobs-Strasse 11, Postfach 2102, 4002 Basel 
 

  
 
 

Betreff Leistungen 
 

 

 
 
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A.1 Der 1988 geborene A.____ arbeitet seit Februar 2018 als Pflegefachmann mit einem 
80% Pensum im Pflegewohnheim B.____ in X.____ und ist bei der SOLIDA Versicherungen AG 
(SOLIDA) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheiten ver-
sichert. Mit Schadenmeldung vom 7. Juni 2019 teilte die Arbeitgeberin von A.____ der SOLIDA 
mit, dass A.____ am 2. Juni 2019 (recte am 28. Mai 2019), einen Bewohner, welcher ins Leere 
gegriffen habe, gestützt und dabei eine unkontrollierte Bewegung gemacht habe. Auf Aufforde-
rung der SOLIDA hat A.____ zum Hergang des Ereignisses in einem entsprechenden Fragebo-
gen am 13. Juni 2019 präzisierend ausgeführt, dass er als Supervisor einen Bewohner im Pfle-
geheim beim Laufen am Rollator beurteilt habe und dabei neben ihm hergelaufen sei. Plötzlich 
habe der Bewohner den Rollator mit der rechten Hand losgelassen und ins Leere nach links 
gegriffen. Aufgrund dessen habe der Bewohner seine Grundhaltung und sein Gleichgewicht 
verloren, was fast zum Sturz geführt habe. Durch eine reflexartige Reaktion habe A.____ das 
gesamte Gewicht des Bewohners stemmen und ihn vor den Sturzfolgen bewahren können.  
 
A.2 Gestützt auf diese Ausführungen lehnte die SOLIDA ihre Leistungspflicht mit formlo-
sem Schreiben vom 7. November 2019 mit der Begründung ab, dass weder ein Unfall noch 
eine Körperschädigung vorliege.  
 
A.3 Dagegen liess A.____ mit Email vom 28. November 2019 einwenden, dass das Kriteri-
um des ungewöhnlichen äusseren Faktors beim fraglichen Ereignis und somit auch der Unfall-
begriff erfüllt sei und der Anspruch auf Versicherungsleistungen bestehe. 
 
A.4 Mit Verfügung vom 11. Dezember 2019 lehnte die SOLIDA jedoch einen Leistungsan-
spruch ab. Gegen diese Verfügung erhoben sowohl A.____, vertreten durch die Protekta 
Rechtschutzversicherung, als auch sein obligatorischer Krankenversicherer, die CONCORDIA 
Schweizerische Kranken- und Unfallversicherung AG (CONCORDIA), am 6. Januar 2020 bzw. 
am 17. Februar 2020 Einsprache. Mit Einspracheentscheid vom 26. Januar 2021 hielt die 
SOLIDA an ihrem ablehnenden Entscheid fest und brachte im Wesentlichen vor, dass bei der 
Beurteilung von Überanstrengungen im Pflegebereich der für den Unfallbegriff massgebliche 
ungewöhnliche äussere Faktor praxisgemäss nur dann zu bejahen sei, wenn das aufgefangene 
Gewicht der fallenden Person deutlich höher sei als das Körpergewicht der auffangenden Pfle-
geperson. Ferner sei eine reflexartige Auffangbewegung nicht ungewöhnlich, solange keine 
eigene unkoordinierte Bewegung damit verbunden sei. Eine solche unkoordinierte Bewegung 
werde aber im vorliegenden Fall nicht geltend gemacht. 
 
B. Hiergegen erhob die CONCORDIA am 11. Februar 2021 Beschwerde am Kantonsge-
richt Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte 
sie, dass der Einspracheentscheid vom 26. Januar 2021 aufzuheben und die Beschwerdegeg-
nerin zu verpflichten sei, für das Unfallereignis vom 28. Mai 2019 die gesetzlichen Leistungen 
nach UVG zu erbringen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerde-
gegnerin. Zur Begründung wurde vorgebracht, dass die von der SOLIDA zitierten Präjudizien 
nicht mit dem vorliegenden Fall vergleichbar seien, weil in den zitierten Beispielen im Zeitpunkt 
des Auffangens bereits Körperkontakt zwischen Pflegeperson und Patient bestanden habe. Nur 

 

 
 
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in diesem Fall spiele das Verhältnis zwischen den Körpergewichten der Beteiligten eine Rolle. 
Im vorliegenden Fall bestehe der äussere Faktor darin, dass mangels vorbestehenden Körper-
kontaktes der Körper des Bewohners von aussen plötzlich auf den Körper von A.____ aufge-
troffen sei. Auch das Bundesgericht habe bereits in mehreren Fällen bestätigt, dass der Unfall-
bergriff beim effektiven Auffangen eines Patienten durch eine Pflegefachkraft erfüllt sei. Im vor-
liegenden Fall habe es keinen vorbestehenden Körperkontakt zwischen Bewohner und Pfle-
gendem und auch keine Anhaltspunkte dafür gegeben, dass ein Sturz hätte erwartet werden 
müssen, so dass der Körper des Bewohners als ungewöhnlicher Faktor auf den Pflegenden 
eingewirkt habe und der Unfallbegriff somit erfüllt sei. 
 
C. Die Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt Martin Bürkle, beantragte in 
ihrer Vernehmlassung vom 30. April 2021 die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen. 
 
D. Mit Verfügung vom 4. Mai 2021 wurde A.____ zum Verfahren beigeladen. Gleichzeitig 
erhielt er Gelegenheit sich zur Sache zu äussern, wovon er am 14. Juni 2021 Gebrauch mach-
te. 
 
E. Mit weiterer Eingabe vom 24. Juni 2021 beantragte A.____, vertreten durch die Advoka-
tin Raffaella Biaggi, die Gutheissung der Beschwerde, unter o/e-Kostenfolge. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1.1 Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss 
Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung 
(UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einsprache-
entscheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Be-
schwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjeni-
gen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz 
hat. Vorliegend befindet sich der Wohnsitz des beigeladenen Versicherten in Z.____, weshalb 
die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut 
§ 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) 
vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige ge-
richtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Versicherungs-
träger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Be-
schwerde zuständig. 
 
1.2 Zur Beschwerde berechtigt ist gemäss Art. 59 ATSG nebst der versicherten Person 
auch, wer durch die angefochtene Verfügung oder den Einspracheentscheid berührt ist und ein 
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat. Die CONCORDIA erfüllt 
diese Voraussetzungen, denn der angefochtene Einspracheentscheid tangiert ihre Leistungs-
pflicht als Krankenpflegeversicherung des Versicherten. Auf die –  im Übrigen frist- und formge-
recht erhobene –  Beschwerde der CONCODIA vom 11. Februar 2021 ist demnach einzutreten. 

 

 
 
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2.1 Streitig und im Folgenden zu prüfen ist, ob das Ereignis vom 28. Mai 2019 als Unfall im 
Rechtssinne zu qualifizieren ist. 
 
2.2 Als Unfall gilt gemäss Art. 4 ATSG die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Ein-
wirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beein-
trächtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. 
 
2.3 Das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors kann nach Lehre und Rechtspre-
chung auch in einer unkoordinierten Bewegung bestehen (BGE 130 V 117 E. 2 mit Hinweis auf 
Kranken- und Unfallversicherung Rechtsprechung und Verwaltungspraxis (RKUV) 2000 Nr. 
U 368 S. 100). Bei Körperbewegungen gilt dabei der Grundsatz, dass das Erfordernis der 
äusseren Einwirkung lediglich dann erfüllt ist, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand 
den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam "programmwidrig" beeinflusst hat. Bei 
einer solchen unkoordinierten Bewegung ist der ungewöhnliche äussere Faktor zu bejahen; 
denn der äussere Faktor − Veränderung zwischen Körper und Aussenwelt − ist wegen der er-
wähnten Programmwidrigkeit zugleich ein ungewöhnlicher Faktor (BGE 130 V 117 E. 2 mit 
Hinweisen). Weiter hat sich das Bundesgericht in BGE 134 V 72 einlässlich zum Begriffsmerk-
mal der Ungewöhnlichkeit geäussert. Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er − nach ei-
nem objektiven Massstab − nicht mehr im Rahmen dessen liegt, was für den jeweiligen Le-
bensbereich alltäglich und üblich ist. Der äussere Faktor ist zentrales Begriffscharakteristikum 
eines jeden Unfallereignisses; er ist Gegenstück zur − den Krankheitsbegriff konstituierenden − 
inneren Ursache. Die Bezeichnung der massgebenden Genese wird aber erst durch die weiter 
erforderliche Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors ermöglicht. Die meisten Krankheiten be-
ruhen auf einer Wechselwirkung von inneren und äusseren Faktoren; oft ist die letztlich patho-
gene innere Ursache ihrerseits ohne Umwelteinflüsse nicht denkbar. Das Begriffsmerkmal der 
Ungewöhnlichkeit wurde entwickelt, um die "tausendfältigen kleinen und kleinsten Insulte des 
täglichen Lebens, die als solche gänzlich unkontrollierbar sind und deshalb nur beim Hinzutre-
ten von etwas Besonderem Berücksichtigung finden sollen", aus dem Unfallbegriff auszuschei-
den (BGE 134 V 72 E. 4.1.1, mit Hinweis auf ALFRED BÜHLER, Der Unfallbegriff, in: Alfred Koller 
[Hrsg.], Haftpflicht- und Versicherungsrechtstagung 1995, S. 234). Das Merkmal des Unge-
wöhnlichen macht den alltäglichen Vorgang zum einmaligen Vorfall. Einwirkungen, die aus all-
täglichen Vorgängen resultieren, taugen in aller Regel nicht als Ursache einer Gesundheits-
schädigung. Liegt der Grund somit allein im Innern des Körpers, ist Krankheit gegeben. Daran 
ändert die blosse Auslösung des Gesundheitsschadens durch einen äusseren Faktor nichts; 
Unfall setzt vielmehr begrifflich voraus, dass das exogene Element so ungewöhnlich ist, dass 
eine endogene Verursachung ausser Betracht fällt (BGE 134 V 72 E. 4.1.1). Nach der Recht-
sprechung bezieht sich das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des 
äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selbst. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhn-
lichkeit ist, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich 
gezogen hat. Ausschlaggebend ist, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelt-
einwirkungen auf den menschlichen Körper abhebt (BGE 134 V 72 E. 4.3.1). Bei Schädigun-
gen, die sich auf das Körperinnere beschränken, unterliegt der Nachweis eines Unfalls strengen 
Anforderungen, weil die unmittelbare Ursache der Schädigung unter besonders sinnfälligen 
Umständen gesetzt werden muss; denn ein Unfallereignis manifestiert sich in der Regel in einer 

 

 
 
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äusserlich wahrnehmbaren Schädigung, während bei deren Fehlen eine erhöhte Wahrschein-
lichkeit rein krankheitsbedingter Ursachen besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 9. Juli 2010, 
8C_189/2010, E. 3.2 mit Hinweis auf BGE 99 V 136 E. 1). 
 
3.1 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungsverfahren und der Sozialversicherungs-
prozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Versicherungsträger und 
Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen, aus eigener Initiative und ohne Bindung an die 
Vorbringen oder Beweisanträge der Parteien für die richtige und vollständige Abklärung des 
rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneinge-
schränkt, er wird ergänzt durch die Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 
122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen). Zu beachten ist jedoch, dass der Untersuchungsgrundsatz 
die Beweislast im Sinne der Beweisführungslast begriffsnotwendig ausschliesst, da es Sache 
der verfügenden Verwaltungsstelle bzw. des Sozialversicherungsgerichts ist, für die Zusam-
mentragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin 
die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Ent-
scheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt 
Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmög-
lich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung ei-
nen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit 
zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen). 
 
3.2 Die Verwaltung als verfügende Instanz und − im Beschwerdefall − das Gericht dürfen 
eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. 
Im Sozialversicherungsrecht gilt, soweit das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, der 
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b). Im Streitfall obliegt 
es dem Gericht zu beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt sind. 
Der Untersuchungsmaxime entsprechend hat es von Amtes wegen die notwendigen Beweise 
zu erheben und kann zu diesem Zwecke auch die Parteien heranziehen. Wird auf Grund dieser 
Massnahmen das Vorliegen eines Unfallereignisses nicht wenigstens mit Wahrscheinlichkeit 
erstellt − die blosse Möglichkeit genügt nicht −, so hat dieses als unbewiesen zu gelten, was 
sich zu Lasten der den Anspruch erhebenden Person auswirkt (BGE 116 V 136 E. 4b mit Hin-
weis; Urteile des Bundesgerichts vom 31. Januar 2011, 8C_709/2010, E. 2.2 und vom 
20. Februar 2007, U 346/05, E. 2.2, je mit weiteren Hinweisen). 
 
4.1 Der rechtserhebliche Sachverhalt stellt sich aufgrund der unbestritten gebliebenen An-
gaben des Versicherten im Verwaltungsverfahren wie folgt dar: Der Versicherte beobachtete als 
Supervisor einen Bewohner beim Laufen am Rollator. Dieser lies plötzlich mit der rechten Hand 
den Rollator los und griff ins Leere nach links. Dabei verlor der Bewohner seine Grundhaltung 
und das Gleichgewicht. Durch eine reflexartige Reaktion konnte der Versicherte das Gewicht 
stemmen und den Bewohner vor Sturzfolgen bewahren. In seinem Bericht vom 30. September 
2019 diagnostizierte der Hausarzt Dr.  med. C.____, Allgemeine Innere Medizin FMH, ein He-
betrauma mit konsekutivem thorakolumbalem Schmerzsyndrom.  
 

 

 
 
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4.2.1 Strittig und zu prüfen ist, ob das Tatbestandsmerkmal des ungewöhnlichen äusseren 
Faktors gegeben ist. 
 
4.2.2 Die Beschwerdegegnerin verneint das Vorliegen eines ungewöhnlichen äusseren Fak-
tors. Zur Begründung wird vorgebracht, dass der Beigeladene als ausgebildeter Pflegefach-
mann mit dem Alltag in einem Pflegeheim bestens vertraut und täglich konfrontiert sei. Auch 
wenn er in der konkreten Situation lediglich eine Beobachterfunktion innehabe, seien mögliche 
Stürze von Patienten alltägliche und übliche Situationen (Urteil des Bundesgerichts 
8C_827_827 vom 22. September 2008, E. 4.2). Allein gestützt auf diesen Umstand könne aller-
dings die Ungewöhnlichkeit des Gefahreneintritts noch nicht verneint werden. Der äussere Fak-
tor sei vielmehr dann ungewöhnlich, wenn er nicht mehr im Rahmen dessen liege, was für den 
jeweiligen Lebensbereich alltäglich oder üblich sei (BGE 134 V 72 E. 4.1). Die Rechtsprechung 
habe bei der Beurteilung von Überanstrengungen im Pflegebereich einen ungewöhnlichen 
äusseren Faktor etwa bejaht im Falle einer Gemeindekrankenschwester, die einen schwerge-
wichtigen Patienten beim Transfer vom Bett in den Rollstuhl vor dem unvermuteten Sturz be-
wahrte, indem sie ihn in Sekundenschnelle mit übermässigen Kraftaufwand in den bereitste-
henden Rollstuhl zu setzen vermochte, oder bei einer 35-jährigen, 57 kg schweren Physiothe-
rapiepraktikantin mit Rotkreuzausbildung, welche einen 84 kg schweren Patienten, der das 
Gleichgewicht verloren hatte, auffing (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 
166/04 vom 18. April 2005, E. 4.2.5). Verneint worden sei demgegenüber ein Unfall bei einer 
39-jährigen, 62 kg schweren Krankenschwester, welche unversehens das Gewicht einer 66 kg 
schweren Patientin auffangen musste (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 
421/01 vom 15. Januar 2003). Unter Angabe weiterer Beispiele der Rechtsprechung stellt die 
Beschwerdegegnerin zusammenfassend fest, dass Unfälle stets verneint wurden, wenn eine 
Pflegefachkraft etwa 107 % ihres Körpergewichts trug. Bejaht worden sei der Unfallbegriff im 
Zusammenhang mit einem Ereignis, bei dem die Pflegerin 147 % des eigenen Körpergewichts 
stemmen musste. Vorliegend wog der Patient etwa 90 kg, was einem Verhältnis vom 117 % 
zum Körpergewicht des Beigeladenen entspreche. Im Sinne der Rechtsprechung und mit Blick 
darauf, dass der Versicherte mit damals 31 Jahren auch etwa 15 cm grösser war als der Pati-
ent, sei die Konstitution nicht ungewöhnlich unvorteilhaft gewesen und es sei somit die Unge-
wöhnlichkeit zu verneinen. Auch der Umstand, dass das gesamte Gewicht eines Patienten auf-
gefangen werden musste, reiche nicht für die Bejahung des Unfallbegriffs. Auch gemäss der 
höchstrichterlichen Rechtsprechung komme es auf die gesamten Umstände des Einzelfalles an 
(BGE 134 V 72 E. 41; BGE 116 V 139 E. 3b). Zudem gehöre - objektiv betrachtet - eine Auf-
fangbewegung bei einem drohenden Sturz grundsätzlich zur gewöhnlichen Bandbreite der Be-
wegungsmuster des Pflegeberufes. Dementsprechend sei der Unfalltatbestand nicht erfüllt, da 
es am Tatbestandselement der Ungewöhnlichkeit fehle. 
 
4.2.3 Zu den Vorgängen in Heimen und Spitälern, bei denen Pflegende behinderte oder be-
tagte Patientinnen und Patienten oder Bewohnerinnen und Bewohner vor einem Sturz bewahrt 
haben, gibt es einige höchstrichterliche Präjudizien. Tendenzielles Abgrenzungskriterium ist 
dabei die Frage, ob ein effektives Auffangen vorliegt oder ob nur ein plötzlich erhöhter Kraftauf-
wand im Umgang mit einer Patientin bzw. einem Patienten erfolgt. Während beim effektiven 
Auffangen der Unfallbegriff zu bejahen ist, ist beim nur plötzlich erhöhten Kraftaufwand der Un-

 

 
 
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fallbegriff in der Regel nicht erfüllt. In diesem Sinne hat das Bundesgericht im Entscheid vom 
22. September 2008 (8C_827/2007) ausgeführt, dass die Situation, bei der im Zeitpunkt des 
Einsackens des Patienten bereits ein Körperkontakt zwischen dem Patienten und der Pflege-
person bestanden habe, nicht gleichgesetzt werden könne mit der Situation, bei der Patient und 
Pflegeperson selbständig unterwegs seien und der Körperkontakt zwischen ihnen erst im Mo-
ment des Auffangens durch die Pflegeperson zustande komme. Das Auftreffen des Körpers des 
Patienten auf den Körper der Pflegeperson stelle bereits eine Einwirkung eines äusseren Fak-
tors auf den Körper der versicherten Person dar. Was die Frage der Ungewöhnlichkeit angehe, 
so könne einzig aufgrund der Tatsache, dass die versicherte Person mit dem Eintritt der Gefahr 
habe rechnen müssen, noch nicht die Ungewöhnlichkeit verneint werden. Andernfalls müsste 
bei Verkehrsunfällen die Ungewöhnlichkeit regelmässig verneint werden, da Verkehrsteilneh-
mer immer mit dem Eintritt verschiedenster Gefahren rechnen müssten. Der äussere Faktor sei 
vielmehr dann ungewöhnlich, wenn er nach einem objektiven Massstab nicht mehr im Rahmen 
dessen liege, was für den jeweiligen Lebensbereich alltäglich und üblich sei. Im erwähnten Ent-
scheid vom 22. September 2008 hat das Bundesgericht festgestellt, dass die Pflegeperson seit 
rund einem halben Jahr die Patientin betreut habe, ohne je beobachtet zu haben, dass sich die 
Patientin plötzlich fallen gelassen habe. Gegen eine Alltäglichkeit spreche auch, dass die Pfle-
geperson der Patientin zugetraut habe, den Weg zwischen der Toilette und dem Rollstuhl selb-
ständig zurückzulegen. Damit habe das Ereignis den Rahmen des Alltäglichen und Üblichen 
gesprengt, so dass das Auffangen der Patientin als Unfall zu qualifizieren sei. Bei dieser Sach-
lage brauche nicht mehr geprüft zu werden, ob die Pflegeperson auf einen äusseren Faktor 
mittels einer unkoordinierten Bewegung, welche allenfalls ihrerseits als ungewöhnlicher Faktor 
zu bewerten wäre, reagiert habe. 
 
4.2.4 Der vorliegende Fall ist durchaus mit dem hiervor in E. 4.2.3 erörterten bundesgericht-
lichen Sachverhalt vergleichbar. So lag im vorliegenden Fall unbestrittenermassen kein vorbe-
stehender Körperkontakt vor. Der Pflegefachmann hat den Bewohner weder geführt noch ge-
stützt, sondern ist lediglich neben ihm hergelaufen. Nachdem der Bewohner unvermittelt ins 
Leere gegriffen und sein Gleichgewicht verloren hat, ist das Auftreffen des Bewohners auf den 
Pflegefachmann bei der Auffangbewegung als Einwirkung eines äusseren Faktors auf dessen 
Körper zu qualifizieren. Das unvermittelte Umfallen betagter Bewohnerinnen und Bewohner 
oder Patientinnen und Patienten in einem Pflegeheim kann gemäss bundesgerichtlicher Recht-
sprechung nicht generell als alltäglich und üblich bezeichnet werden, wie das von der Be-
schwerdegegnerin geltend gemacht wurde. Vielmehr ist zu prüfen, ob in der konkreten Situation 
mit einem Sturz des Bewohners als alltäglich und üblich zu rechnen war und die Pflegefachkraft 
von dieser Gefahr wusste oder wissen musste. Aus den Akten sind keine Hinweise ersichtlich, 
dass der Patient schon einmal gestürzt war und der Pflegefachmann davon Kenntnis hatte. 
Auch der Umstand, dass er neben dem Patienten hergelaufen ist, indiziert nicht, dass er mit 
einem Sturz des Bewohners im Sinne eines alltäglichen und üblichen Vorganges rechnen 
musste. Im Gegenteil spricht die Tatsache, dass der Pflegende den Patienten alleine am Rolla-
tor laufen liess, dafür, dass er ihm dies auch zutraute. Wie beim erwähnten Vergleichsfall ist 
das unvermittelte Fallen und Auftreffen des Patienten auf den Pflegefachmann bei der Auffang-
bewegung als ungewöhnliche Einwirkung eines äusseren Faktors auf ihn zu qualifizieren. 
 

 

 
 
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4.2.5 Nachdem die Ungewöhnlichkeit zu bejahen ist, braucht im vorliegenden Fall nicht ge-
prüft zu werden, ob der Pflegefachmann auf den äusseren Faktor mittels einer unkoordinierten 
Bewegung, welche allenfalls ihrerseits als ungewöhnlicher Faktor zu bewerten wäre, reagiert 
hat. 
 

5. Zusammenfassend ergibt sich, dass sowohl das Tatbestandsmerkmal des äusseren 
Faktors wie auch dasjenige der Ungewöhnlichkeit gegeben ist und das Ereignis vom 
28. Mai 2019 somit als Unfall im Rechtssinne zu qualifizieren ist. Demzufolge ist die Beschwer-
de in dem Sinne gutzuheissen, als der angefochtene Einspracheentscheid vom 26. Januar 
2021 aufzuheben ist und die Beschwerdegegnerin verpflichtet wird, dem Beigeladenen die ge-
setzlichen Leistungen für den Unfall vom 28. Mai 2019 zu erbringen. 
 
6.1 Gemäss § 20 Abs. 2 VPO ist das Verfahren in Sozialversicherungssachen vorbehält-
lich des hier nicht interessierenden Abs. 2bis für die Parteien kostenlos. Es sind deshalb für das 
vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. 
 
6.2 Nach dem Wortlaut von Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende 
Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Rechtsprechungsgemäss steht darüber hinaus 
aber auch der anwaltlich vertretenen beigeladenen Person, die mit ihrem Antrag durchdringt, 
eine Parteienschädigung zu (CHRISTIAN ZÜND, Kommentar zum Gesetz über das Sozialversi-
cherungsgericht des Kantons Zürich, Zürich 1999, S. 239, mit Hinweisen auf BGE 109 V 62 E. 4 
und auf verschiedene unveröffentlichte Urteile des damaligen EVG). Diese Parteienschädigung 
ist grundsätzlich vom unterliegenden Versicherungsträger zu übernehmen (UELI KIESER, ATSG-
Kommentar, 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2009, Art. 61 Rz 115). Dem Prozessausgang ent-
sprechend ist dem Beigeladenen deshalb eine Parteientschädigung zu Lasten der SOLIDA zu-
zusprechen. Die Rechtsvertreterin des Beigeladenen hat in ihrer Honorarnote vom 30. Juni 
2021 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 3,55 Stunden à Fr. 250.-- geltend 
gemacht. Dieser Aufwand erweist sich als angemessen. Dem Beigeladenen ist deshalb eine 
Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1'070.70 (3,55 Stunden à Fr. 250.-- + Auslagen von 
Fr. 15.-- zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der SOLIDA zuzusprechen. 
 
  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einsprache-
entscheid vom 26. Januar 2021 aufgehoben und die Beschwerdegeg-
nerin verpflichtet, dem Beigeladenen die gesetzlichen Leistungen für 
den Unfall vom 28. Mai 2019 zu erbringen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beigeladenen eine Parteientschädi-
gung in der Höhe von Fr. 1'070.70 (inkl. Auslagen und 7,7% Mehrwert-
steuer) zu bezahlen. Im Übrigen werden die ausserordentlichen Kosten 
wettgeschlagen. 

 
 
 
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