# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 094ef3dd-c312-57ce-9b56-ab4bd58409b0
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-12-13
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 13.12.2016 SK 2016 50
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2016-50_2016-12-13.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 16 50

Hochschulstrasse 17
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 635 48 15
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 13. Dezember 2016 

Besetzung Oberrichter Aebi (Präsident i.V.), Oberrichterin Bratschi, Oberrich-
ter Schmid
Gerichtsschreiberin Garo

Verfahrensbeteiligte A.________
verteidigt durch Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern

Berufungsführerin

Gegenstand Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Emmental-
Oberaargau (Einzelgericht) vom 04.03.2015 (PEN 2014 263)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Emmental-Oberaargau (Einzelgericht; nachfolgend Vorin-
stanz) erklärte den Beschuldigten/Berufungsführer A.________ (nachfolgend Be-
schuldigter) mit Urteil vom 04.03.2015 (pag. 74 f.) der einfachen Verkehrsregelver-
letzung, begangen am 12.04.2014 um 15.16 Uhr in Burgdorf, durch Überschreiten 
der signalisierten Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h um netto 22 km/h schuldig 
(pag. 74) und verurteilte ihn in Anwendung der Artikel 47, 106 StGB, 27 Abs. 1, 32, 
90 Abs. 1 SVG, 4a Abs. 5 VRV, 22a und 108 SSV zu einer Übertretungsbusse von 
CHF 900.00, wobei die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbezahlung auf 
neun Tage festgesetzt wurde, sowie zu den erstinstanzlichen Verfahrenskosten in 
der Höhe von CHF 1‘600.00 (pag. 75). 

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete die Staatsanwaltschaft mit Schreiben vom 11.03.2015 
form- und fristgerecht die Berufung an (pag. 78). Mit Eingabe vom 12.03.2015 
(pag. 80) meldete auch der Beschuldigte form- und fristgerecht die Berufung an. 

Die Berufungserklärung der Generalstaatsanwaltschaft ging, nachdem die schriftli-
che Urteilsbegründung den Parteien am 15.02.2016 zugestellt worden war 
(pag. 101 ff.), ebenfalls fristgerecht am 26.02.2016 beim Obergericht des Kantons 
Bern ein (pag. 104 f.); die Generalstaatsanwaltschaft hielt fest, die Berufung richte 
sich sowohl gegen den Schuldspruch, als auch gegen die Sanktion (pag. 105). Der 
Beschuldigte seinerseits erklärte am 03.03.2016 fristgerecht die Berufung 
(pag. 106), wobei er das erstinstanzliche Urteil vollumfänglich anfocht. 

3. Schriftliches Verfahren 

Die Verfahrensleitung teilte den Parteien mit Verfügung vom 04.03.2016 mit, dass 
die Durchführung des schriftlichen Verfahrens erwogen werde (pag. 109). Mit 
Schreiben vom 08.03.2016 gab die Generalstaatsanwaltschaft bekannt, sie sei mit 
der Durchführung des schriftlichen Verfahrens einverstanden (pag. 112). Der Be-
schuldigte teilte sein Einverständnis mit der Durchführung eines schriftlichen Ver-
fahrens mit Eingabe vom 10.03.2016 mit (pag. 113). Mit Verfügung vom 
14.03.2016 ordnete die Verfahrensleitung in Anwendung von Art. 406 StPO die 
Durchführung des schriftlichen Verfahrens an (pag. 115). 

Die schriftlichen Berufungsbegründungen des Beschuldigten und der General-
staatsanwaltschaft datieren vom 11.04.2016 (pag. 127 ff. bzw. pag. 148 ff.). Mit 
Eingabe vom 03.05.2016 reichte der Beschuldigte zudem eine Stellungnahme zur 
Begründung der Generalstaatsanwaltschaft zu den Akten (pag. 164 ff.). Die Gene-

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ralstaatsanwaltschaft verzichtete auf das Einreichen einer Stellungnahme zur Beru-
fungsbegründung des Beschuldigten (pag. 173).

4. Oberinstanzliche Beweisergänzungen 

Von Amtes wegen wurden im oberinstanzlichen Verfahren ein aktueller ADMAS-
Auszug (pag. 121 f.), Erhebungen über die wirtschaftlichen Verhältnisse 
(pag. 159 f.) sowie ein aktueller Strafregisterauszug (datierend vom 06.04.2016, 
pag. 123) eingeholt. Der Beschuldigte reichte mit seiner schriftlichen Berufungsbe-
gründung zudem eine Aufstellung über seine wirtschaftlichen Verhältnisse zu den 
Akten (pag. 126 und pag. 134 ff.).

5. Anträge der Parteien

Rechtsanwalt B.________ stellte namens und auftrags des Beschuldigten mit Be-
rufungserklärung vom 03.03.2016 die folgenden Anträge (pag. 106): 

«1. Der Beschuldigte sei schuldig zu erklären wegen einfacher Verkehrsregelverletzung begangen 
am 12. April 2014 in Burgdorf wegen Überschreitens der zulässigen Höchstgeschwindigkeit um 
2 km/h und in Anwendung von Art. 90/1 SVG und Ziffer 303.1 OBV zu verurteilen zu einer Ord-
nungsbusse von CHF 40.00.

2. die erstinstanzlichen Verfahrenskosten seien dem Kanton Bern aufzuerlegen. 

3. Dem Beschuldigten sei für das erstinstanzliche Verfahren eine Entschädigung von CHF 4‘200.00 
auszurichten.»

Diese Anträge stimmen wortwörtlich mit den ihm Rahmen der Berufungsbegrün-
dung gestellten überein (vgl. pag. 128). 

Die Generalstaatsanwaltschaft beantragte mit Berufungsbegründung vom 
11.04.2016 ihrerseits Folgendes (pag. 149): 

«A.________ sei 

1. schuldig zu sprechen der groben Verkehrsregelverletzung, begangen am 12. April 2014 in 
Burgdorf, durch Überschreiten der signalisierten Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h um netto 
22 km/h. 

2. zu verurteilen

2.1 zu einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu CHF 1‘200.00, ausmachend total 
CHF 24‘000.00. Der Vollzug der Geldstrafe sei unter Ansetzung einer Probezeit von zwei 
Jahren aufzuschieben. 

2.2 zu einer Verbindungsbusse von CHF 6‘000.00, bei schuldhaftem Nichtbezahlen ersatzwei-
se eine Freiheitsstrafe von einem Tag. 

2.3 der Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine Gebühr von 
CHF 500 der Staatsanwaltschaft gemäss Art. 21 VKD).»

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6. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das erstinstanzliche Urteil wurde sowohl durch die Generalstaatsanwaltschaft, als 
auch durch den Beschuldigten vollumfänglich angefochten (vgl. pag. 105 und 
pag. 106 bzw. I.2. Berufung hiervor). Damit ist das erstinstanzliche Urteil durch die 
Kammer vollumfänglich zu überprüfen. 

In Bezug auf die angefochtenen Punkte verfügt die Kammer über volle Kognition 
(Art. 398 Abs. 3 StPO). Aufgrund der eigenständigen Berufung der Generalstaats-
anwaltschaft kann das Urteil sowohl in Bezug auf den Schuldspruch, als auch be-
treffend die Sanktion zum Nachteil des Beschuldigten abgeändert werden (Art. 391 
Abs. 2 StPO).

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

7. Vorwurf gemäss Strafbefehl 

Dem Beschuldigten wird mit Strafbefehl vom 15.08.2014 vorgeworfen, er habe sich 
der groben Verkehrsregelverletzung schuldig gemacht, indem er am 12.04.2014 
um 15.16 Uhr in Burgdorf auf der Technikumstrasse Fahrtrichtung Lyssachstrasse 
die signalisierte Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h innerorts nach Abzug der vom 
ASTRA festgelegten Geräte- und Messunsicherheit um 22 km/h überschritten ha-
be, wodurch er eine ernstliche Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer geschaffen 
und auch in Kauf genommen habe (pag. 45).

8. Unbestrittener Sachverhalt 

Der Sachverhalt gemäss Strafbefehl ist vorliegend unbestritten. Der Beschuldigte 
stellt insbesondere nicht (mehr) in Abrede, am 12.04.2014 nachmittags in der 
Tempo-30-Zone auf der Technikumstrasse in Burgdorf mit einer Geschwindigkeit 
von netto 52 km/h gefahren zu sein (vgl. dazu die Aussagen des Beschuldigten in 
der erstinstanzlichen Hauptverhandlung: «Ich bestreite nicht, dass ich zur fraglichen Zeit auf 
der Technikumstrasse in Burgdorf unterwegs gewesen bin.» [pag. 66 Z. 15 f.], die Erwägun-
gen der Vorinstanz in der schriftlichen Urteilsbegründung [pag. 87 f.] sowie die Aus-
führungen des Verteidigers in der schriftlichen Berufungsbegründung [pag. 128]). 

9. Bestrittener Sachverhalt 

Im Vorverfahren hatte der Beschuldigte noch vorgebracht, es könne nicht ohne 
Zweifel ermittelt werden, wer im Zeitpunkt der Überschreitung der Höchstge-
schwindigkeit der Fahrzeuglenker gewesen sei. Ausserdem sei zur Messung der 
Geschwindigkeit eine Laser-Messanlage verwendet worden, die in den Weisungen 
nicht vorgesehen sei. Und schliesslich werde die fragliche Messanlage «regelmäs-
sig verunstaltet», so dass die Messung der Geschwindigkeit «nicht ohne Zweifel» 
der verlangten Präzision entsprechen könnte (vgl. die entsprechenden Ausführun-

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gen in der vorinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 84 f.). Wie bereits ausgeführt, 
bestritt der Beschuldigte in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung nicht mehr, 
zum fraglichen Zeitpunkt selber gefahren zu sein (vgl. pag. 66 Z. 15 f. bzw. II.7. 
Unbestrittener Sachverhalt hiervor). Die beiden anderen Einwendungen wies die 
Vorinstanz mit überzeugender Begründung von der Hand, es kann diesbezüglich 
vollumfänglich auf ihre entsprechenden Ausführungen verwiesen werden (vgl. 
pag. 88). 

Demgegenüber macht der Beschuldigte oberinstanzlich geltend, er habe die Signa-
lisation Tempo-30-Zone, welche nicht rechtmässig angebracht worden sei, bei der 
Einfahrt ins Quartier nicht erkannt und auch nicht erkennen können (vgl. die Aus-
führungen in der schriftlichen Berufungsbegründung, pag. 127 ff., sowie in der Stel-
lungnahme zur Berufungsbegründung der Generalstaatsanwaltschaft, pag. 164 ff.). 

Mit Blick auf die rechtliche Würdigung gilt es somit zum einen zu klären, ob die Si-
gnalisation Tempo-30-Zone an der Technikumstrasse rechtmässig aufgestellt wur-
de. Zum anderen ist beweismässig zu erörtern, ob sich der Beschuldigte innerorts 
(fälschlicherweise) im Bereich generell 50 wähnte (vgl. dazu seine Aussagen in der 
erstinstanzlichen Hauptverhandlung [pag. 66 Z. 35 f.]: «Mir war nicht bewusst gewesen, 
dass in der Technikumstrasse eine Zone mit Höchstgeschwindigkeit 30 km/h gilt.») und ob ihm 
dies zum Vorwurf gemacht werden kann, bzw. ob die Signalisation Tempo-30-Zone 
klar und ohne weiteres wahrnehmbar war. 

10. Beweiswürdigung

10.1 Allgemeine Grundlagen der Beweiswürdigung

Die Vorinstanz hat die allgemeinen Grundlagen der Beweiswürdigung korrekt wie-
dergegeben, es kann darauf verwiesen werden (vgl. pag. 87). 

10.2 Beweiswürdigung im vorliegenden Fall 

Die Vorinstanz gab in der schriftlichen Urteilsbegründung unter dem Titel 
II.1. Sachverhalt zunächst die Eingabe des Beschuldigten an die Staatsanwalt-
schaft vom 24.06.2014 (pag. 84 f.), die Eingabe von Rechtsanwalt B.________ 
vom 16.02.2015 an die Vorinstanz inkl. Situationsplan und Fotodokumentation 
(pag. 85 f.) sowie die Aussagen des Beschuldigten in der erstinstanzlichen Haupt-
verhandlung (pag. 86 f.) in zusammengefasster Form wieder. Die vorinstanzliche 
Zusammenfassung ist korrekt, es wird darauf verwiesen. 

Nach Art. 103 Abs. 1 SSV haben Verkehrssignale grundsätzlich am rechten Stras-
senrand zu stehen. In zwingenden Ausnahmefällen können sie ausschliesslich 
links angebracht werden. Sie verpflichten in jedem Fall nur, wenn ihre Bedeutung 
ohne weiteres klar ist und sie so aufgestellt sind, dass sie vom Fahrzeuglenker, 
welcher dem Verkehr die erforderliche und notwendige Aufmerksamkeit schenkt, 
leicht und rechtzeitig erkannt werden können (Abs. 2 von Art. 103 SSV; BGE 127 
IV 229 E. 2c; BGer 6B_808/2007 vom 15.04.2008, E. 2). 

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Der Vorinstanz ist beizupflichten, wenn sie festhielt, es liege ein Ausnahmefall 
gemäss Art. 103 Abs. 1 SSV vor, welcher es gestatte, das Tempo-30-Signal auf 
der linken Strassenseite anzubringen (vgl. pag. 89); das entlang der rechten Seite 
der Technikumstrasse verlaufende Trottoir ist verhältnismässig schmal und die Be-
gehbarkeit sowie insbesondere die Befahrbarkeit mit Rollstühlen und Kinderwagen 
würde durch das Anbringen eines Verkehrsschildes auf der rechten Strassenseite 
offensichtlich beeinträchtigt. Demgegenüber befindet sich linksseitig der Techni-
kumstrasse ein breiterer Fussgänger- und Fahrradweg, welcher abwechselnd 
durch Parkplätze und einen Grünstreifen von der Fahrbahn getrennt wird. Der 
Fussgänger- und Fahrradweg sowie die Parkplätze bzw. der Grünstreifen sind zu-
sammen fast doppelt so breit wie das rechts von der Strasse verlaufende Trottoir. 
Bei dieser Ausgangslage drängt sich ein Anbringen der Geschwindigkeitssignale 
auf der linken Strassenseite geradezu auf. Die Argumentation der Verteidigung, 
wonach das Signal auf der rechten Seite zwischen der Strasse und dem Trottoir 
oder alternativ an der Grenze des öffentlichen zum privaten Grund hätte ange-
bracht werden können und müssen (vgl. dazu pag. 130), geht hingegen fehl. Die 
beiden rechteckigen, übereinander angebrachten Signale, welche das Ende der 
Begegnungszone und den Beginn der Tempo-30-Zone ankündigen (bzw. auf der 
Rückseite den Beginn der Begegnungszone und das Ende der Tempo-30-Zone), 
sind in ein zweibeiniges, torförmiges Gestell eingefasst (vgl. dazu die von der Ver-
teidigung eingereichte Fotodokumentation auf pag. 61 f. sowie die Aufnahmen der 
google street view), welches für sich alleine schon ungefähr die Hälfte der Trottoir-
breite einnehmen würde. Auch aus diesem Grund lag somit ein zwingender Grund 
vor, das Signal auf der linken Strassenseite zu montieren. 

Weiter machte Rechtsanwalt B.________ in der Berufungsbegründung vom 
11.04.2016 geltend, das am linken Strassenrand aufgestellte Signal werde durch 
Hindernisse bzw. durch parkierte Autos verdeckt und verstosse somit gegen Abs. 2 
von Art. 103 SSV, wonach Signale so aufgestellt werden müssten, dass sie recht-
zeitig erkannt und nicht durch Hindernisse verdeckt würden. Der Beschuldigte habe 
zwar das obere Signal «Ende der Begegnungszone» gesehen, nicht aber das dar-
unter angebrachte Signal Beginn der Tempo-30-Zone (vgl. pag. 129). Dem ist ent-
gegen zu halten, dass die zur Diskussion stehende Signalisation – selbst wenn 
(wie auf den vom Verteidiger eingereichten Fotos [vgl. pag. 61 f.]) davor ein Liefer-
wagen parkiert ist – keinesfalls gänzlich verdeckt wird und bei langsamer Fahrt (er-
laubt ist bereits vor dem Beginn der Tempo-30-Zone lediglich eine Höchstge-
schwindigkeit von 20 km/h) immer noch gut erkennbar ist. Auf den erwähnten Fotos 
ist auch ersichtlich, dass die Signale eben gerade absichtlich auf einer gewissen 
Höhe angebracht wurden, damit sie auch durch grosse parkierte Fahrzeuge wie 
beispielsweise den abgelichteten Lieferwagen nicht verdeckt werden können. Hin-
zu kommt, dass das Ende der Begegnungszone sowie der Beginn der Tempo-30-
Zone auf der Technikumstrasse, im Gegensatz zum runden Gebotsschild «Höchst-
geschwindigkeit 50» (vgl. 2.30 des Anhangs 2 der SSV), korrekterweise mit dem 
rechteckigen Zonensignal signalisiert werden; auf dem Signal Tempo-30-Zone wird 
der Schriftzug «Zone» über dem Gebotsschild «Höchstgeschwindigkeit 30» auf 
weissem Grund dargestellt (vgl. 2.59.1 des Anhangs 2 der SSV). Wie auf den 
durch den Beschuldigten ins Recht gelegten Fotos erkennbar, ist trotz des parkier-

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ten Lieferwagens, welcher die Sicht auf das Signal aus der Distanz teilweise ein-
schränkt, immer noch eindeutig erkennbar, dass es sich um ein rechteckiges Zo-
nensignal und nicht um ein rundes Gebotsschild handelte. Bereits aus diesem 
Grund hätte dem Beschuldigten klar sein müssen, dass er mittags auf der Fahrt zu 
seinen Verwandten nach dem Passieren der Begegnungszone in eine Tempo-30-
Zone einfuhr und er durfte nicht davon ausgehen, dass fortan die Höchstgeschwin-
digkeit 50 km/h galt (vgl. dazu BGer 6B_808/2007, E. 2.3). 

Soweit der Beschuldigte vorbringt, er sei nicht verpflichtet gewesen, nach unzuläs-
sigerweise fernab von der Fahrbahn aufgestellten Signalen Ausschau zu halten 
(vgl. die Ausführungen der Verteidigung in der Berufungsbegründung, pag. 131 und 
pag. 132), kann er nicht gehört werden. Im vom Beschuldigten zitierten Entscheid 
BGer 6S.181/2005 vom 01.10.2005 war das Signal nicht innerhalb der ausserorts 
gemäss Art. 103 Abs. 4 SSV maximal zulässigen Entfernung von 3,5 m (Abstand 
zwischen dem Fahrbahnrand und der nächsten Signalkante) und damit nicht 
rechtsgültig aufgestellt worden. Innerorts beträgt die zulässige maximale Entfer-
nung des Signals vom Fahrbahnrand nach Art. 103 Abs. 4 SSV aber 0,3 bis 2 m. 
Auf den durch den Beschuldigten eingereichten Fotos (vgl. pag. 61 f.) ist ersicht-
lich, dass diese Vorschrift beim Aufstellen des Signals eingehalten wurde, die 
linksseitige Signalisation mithin leicht und rechtzeitig erkennbar ist. Es kann somit 
keine Rede davon sein, dass der Beschuldigte nach einem «fernab der Fahrbahn 
aufgestellten Signal» hätte «Ausschau halten müssen» (vgl. dazu BGer 
6B_261/2008 vom 19.08.2008, E. 1.4). 

Entscheidend ist weiter, dass das Ende der Tempo-20-Zone bzw. der Beginn der 
Tempo-30-Zone mit drei dicken, quer über die Strasse verlaufenden weissen Linien 
gekennzeichnet ist. Der Beschuldigte bestreitet nicht, diese Markierung gesehen zu 
haben (vgl. dazu die Ausführungen der Verteidigung in der schriftlichen Berufungs-
begründung, pag. 129: «Es ist deshalb im Zweifel für den Beschuldigten davon auszugehen, 
dass der Beschuldigte das Ende der Begegnungszone gesehen hat, nicht aber den Beginn der 30-er 
Zone. Das Ende der Begegnungszone wird überdies mit einem dicken weissen Strich über die Fahr-
bahn markiert.» und pag. 132: «Nach dem Beweisergebnis ist davon auszugehen, dass der Be-
schuldigte die Aufhebung der 20-er Zone realisiert hat, auch weil quer über die Fahrbahn ein dicker 
weisser Strich gezogen ist, nicht jedoch die Signalisation der 30-er Zone.» sowie in der Stellung-
nahme zur Berufungsbegründung der Generalstaatsanwaltschaft, pag. 167: «Der 
von der Generalstaatsanwaltschaft angeführte Streifen über die Fahrbahn markiert nicht den Beginn 
der 30-er Zone, sondern das Ende der 20-er Zone.»). Entgegen den Vorbringen der Vertei-
digung kennzeichnen diese weissen Linien jedoch nicht bloss das Ende der Tem-
po-20-Zone, sondern zugleich auch den Beginn der Tempo-30-Zone. Ausserdem 
durfte der Beschuldigte – selbst wenn er nun tatsächlich angenommen hätte, dass 
die dreifache Linie lediglich das Ende der Tempo-20-Zone kennzeichnen – wie be-
reits ausgeführt schon aufgrund der rechteckigen Signalisation, welche er zumin-
dest teilweise gesehen haben muss, nicht davon ausgehen, dass ab den weissen 
Linien wieder eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h gelten würde. 

Schliesslich sind in der Fahrbahnmitte für die Verkehrsteilnehmer gut sichtbare 
Tempo-30-Markierungen auf den Strassenbelag aufgemalt. Selbst für den äusserst 
unwahrscheinlichen Fall also, dass ein Automobilist die sich am linken Fahrbahn-

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rand befindliche Signalisation wegen eines davor parkierten Lieferwagens nicht se-
hen sollte und ausserdem die weissen Linien lediglich als Aufhebung der Tempo-
20-Zone interpretieren sollte – wie dies der Beschuldigte geltend macht –, müssten 
ihm mit Sicherheit die auf der Fahrbahn aufgemalten Tempo-30-Markierungen ins 
Auge fallen (vgl. dazu BGer 6B_808/2007 vom 15.04.2008, E. 2.3). Die Behaup-
tung der Verteidigung, wonach solche Bodenmarkierungen aus den amtlichen Ak-
ten nicht ersichtlich seien (pag. 167), ist schlicht falsch, erkennt man die Tempo-30-
Markierungen doch auch auf den von der Verteidigung selber zu den Akten ge-
reichten Fotodokumentation (vgl. pag. 61 - 63). 

Vor diesem Hintergrund kann dem Beschuldigten selbstredend auch nicht gefolgt 
werden, wenn er vorbringt, er habe davon ausgehen dürfen, dass die Geschwin-
digkeit auf 50 km/h beschränkt sei, weil der lange, gerade, ziemlich breite und ab-
schüssige Verlauf der Technikumstrasse viel eher für eine typische Innerorts-
Strasse, auf welcher die Höchstgeschwindigkeit 50 km/h gelte, spreche (vgl. dazu 
die Ausführungen der Verteidigung in der Berufungsbegründung, pag. 129 und 
pag. 132, sowie in der Stellungnahme zur Begründung der Generalstaatsanwalt-
schaft, pag. 165). Vielmehr ist dem Beschuldigten darüber hinaus entgegenzuhal-
ten, dass die sich in der näheren Umgebung befindlichen Gebäude und Anlagen 
(Oberstufenzentrum Gsteighof, Technikum Burgdorf, Gymnasium Burgdorf und ka-
tholisches kirchliches Zentrum) und die damit verbundene hohe Frequenz von 
Fussgängern sowie die vielen privaten Einfahrten und Hauseingänge, wenn schon 
gerade für eine Zone mit Verkehrsverlangsamung sprechen. 

Der Vollständigkeit halber hält die Kammer schliesslich fest, dass es auch unerheb-
lich ist, dass der Beschuldigte nach dem Besuch bei seinen Verwandten ungefähr 
drei Stunden später auf dem Rückweg an keinem Tempo-30-Signal mehr vorbei-
fuhr; ein Automobilist, welcher ein in einer Tempo-30-Zone liegendes Ziel anfährt, 
muss sich selbstverständlich auch auf der Rückfahrt rund drei Stunden später dar-
an erinnern können, dass er sich in einer Tempo-30-Zone befindet. Ausserdem ist 
beweismässig erstellt, dass es auf der Fahrbahn Tempo-30-Markierungen hat, wel-
che an die zulässige Höchstgeschwindigkeit erinnern und welche der Beschuldigte 
auch auf der Rückfahrt gesehen haben müsste. 

Als Fazit hält die Kammer somit fest, dass die Signalisation Tempo-30-Zone auf 
der Technikumstrasse in Burgdorf entgegen der Vorbringen der Verteidigung und 
auch entgegen den Ausführungen der Vorinstanz in der schriftlichen Urteilsbegrün-
dung (vgl. pag. 89 unten) gemäss den Vorschriften der Signalisationsverordnung 
aufgestellt wurde und überdies im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 
klar und ohne weiteres wahrnehmbar ist. 

III. Rechtliche Würdigung

11. Theoretische Ausführungen zu Art. 90 Abs. 2 SVG 

Den objektiven Tatbestand von Abs. 2 von Art. 90 SVG erfüllt, wer durch grobe 
Verletzung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer 

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hervorruft oder in Kauf nimmt. Der objektive Tatbestand besteht damit aus zwei 
kumulativ zu erfüllenden Merkmalen: Der groben Verkehrsregelverletzung und der 
durch diese hervorgerufenen ernstlichen Gefährdung. Das Bundesgericht versteht 
die ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer als erhöhte abstrakte Gefahr: Eine 
ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer im Sinne von Art. 90 Ziff. 2 SVG ist be-
reits bei einer erhöhten abstrakten Gefährdung gegeben. Die erhöhte abstrakte Ge-
fahr setzt die naheliegende Möglichkeit einer konkreten Gefährdung oder Verlet-
zung voraus (BSK SVG-FIOLKA, 40 und N 45 zu Art. 90 mit Verweis auf BGE 122 
IV 173, 177). Erhöhte abstrakte Gefährdungen zeichnen sich gegenüber einfachen 
abstrakten Gefährdungen dadurch aus, «dass die Handlungsweise des Täters typi-
scherweise besonders geeignet ist, Verletzungen der geschützten Rechtsgüter 
herbeizuführen bzw. dass diese Art von Handlungen erfahrungsgemäss besonders 
oft zu solchen Verletzungen führt». Die Gefahr im Einzelfall ist immer auch von den 
konkreten Umständen, also etwa von den Strassen-, Verkehrs- und Witterungsver-
hältnissen abhängig (BSK SVG-FIOLKA, N 46 und 51 zu Art. 90).

Subjektiv erfordert der Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG nach ständiger bundes-
gerichtlicher Rechtsprechung ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegendes re-
gelwidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden. Subjektiv muss der Täter 
somit sowohl die grobe Verkehrsregelverletzung als auch die Schaffung der Gefahr 
zumindest in Kauf nehmen, wobei Inkaufnehmen nicht Eventualvorsatz meint, son-
dern bloss Fahrlässigkeit, wobei diese Fahrlässigkeit allerdings zumindest grob 
sein muss (BSK SVG-FIOLKA, N 93 zu Art. 90). Eine solche ist zu bejahen, wenn 
der Täter sich der allgemeinen Gefährlichkeit seiner regelwidrigen Fahrweise be-
wusst ist. Dem Täter muss mithin ein schweres Verschulden vorgeworfen werden 
können. Grobe Fahrlässigkeit kann auch vorliegen, wenn der Täter die Gefährdung 
anderer Verkehrsteilnehmer pflichtwidrig gar nicht in Betracht gezogen, also unbe-
wusst fahrlässig gehandelt hat (BGE 130 IV 32 E. 5.1; BSK SVG-FIOLKA, N 93 zu 
Art. 90). In solchen Fällen ist grobe Fahrlässigkeit nach bundesgerichtlicher Recht-
sprechung allerdings nur zurückhaltend anzunehmen und nur zu bejahen, wenn 
das Nichtbedenken der Gefährdung anderer Verkehrsteilenehmer auf Rücksichts-
losigkeit beruht und daher besonders vorwerfbar ist (BGE 118 IV 285 E. 4; 131 IV 
133 E. 3.2; 130 IV 32 E. 5.1). 

Die Generalstaatsanwaltschaft machte in ihrer Berufungsbegründung sinngemäss 
geltend, dass selbst für den Fall, dass der subjektive Tatbestand vorliegend als 
nicht erfüllt zu betrachten wäre, der Beschuldigte trotzdem wegen grober Verkehrs-
regelverletzung schuldig zu erklären wäre, zumal bei einer Überschreibung der 
zulässigen Höchstgeschwindigkeit innerorts in einer Tempo-30-Zone um netto 
20 km/h oder mehr, gemäss den Richtlinien für die Strafzumessung des Verbands 
Bernischer Richter und Staatsanwälte (nachfolgend VBRS-Richtlinien) immer auf 
eine grobe Verkehrsregelverletzung zu erkennen sei (vgl. pag. 152). 

Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung sind die objektiven und grundsätzlich 
auch die subjektiven Voraussetzungen von Art. 90 Abs. 2 SVG ungeachtet der 
konkreten Umstände erfüllt, wenn die zulässige Höchstgeschwindigkeit innerorts 
um mehr als 25 km/h überschritten wird (BSK SVG-FIOLKA, N 68 zu Art. 90 mit 
Verweis auf BGE 123 II 37 und 106; 132 II 234 sowie BGer 6S.99/2004 vom 

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25.08.2004, E. 2.3). Wie die Generalstaatsanwaltschaft in ihrer Berufungsbegrün-
dung zutreffend ausführte, entspricht dies den VBRS-Richtlinien, welche für die 
Annahme einer groben Verkehrsregelverletzung in einer Tempo-50-Zone eine Ge-
schwindigkeitsüberschreitung von mindestens 25 km/h voraussetzen. Im Entscheid 
BGer 6B_1028/2008 vom 16.04.2009 hatte das Bundesgericht die Frage zu ent-
scheiden, ob der Schwellenwert von 25 km/h auch in einer Tempo-30-Zone gelte 
oder ob diesfalls bereits bei einer Überschreitung um 20 km/h von einer groben 
Verkehrsregelverletzung auszugehen sei. Dem zitierten Entscheid liegt der Sach-
verhalt zugrunde, dass ein Motorradfahrer innerorts eine Strasse in einer Tempo-
30-Zone mit einer Geschwindigkeit von 52 km/h befahren hatte und dafür erst- und 
oberinstanzlich der einfachen Verkehrsregelverletzung schuldig erklärt worden war. 
Die Generalstaatsanwaltschaft rügte vor Bundesgericht, dass dort, wo die Höchst-
geschwindigkeit auf 30 km/h reduziert sei, eine grobe Verkehrsregelverletzung be-
reits bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 20 km/h bejaht werden müsse 
(BGer 6B_1028/2008 vom 16.04.2009, E. 3.). Das Bundesgericht hielt jedoch in 
E. 3.4 weiter fest, dass der Schwellenwert von 25 km/h auch in Bezug auf Tempo-
30-Zonen gelte und nicht etwa auf 20 km/h herabgesenkt werde. Bei einer Ge-
schwindigkeitsüberschreitung von 20 bis 24 km/h in einer Tempo-30-Zone müsse 
vielmehr jeweils aufgrund der konkreten Umstände des Einzelfalles geprüft werden, 
ob eine grobe Verkehrsregelverletzung zu bejahen sei: «Compte tenu du caractère 
hétérogène des facteurs permettant de déroger à la limite générale de 50 km/h en application de l'art. 
108 al. 2 OSR (notamment l'amélioration de la fluidité du trafic et la réduction des atteintes à 
l'environnement), il n'est pas possible de justifier de manière générale, un abaissement du seuil du 
cas grave par l'existence d'un risque accru lié à l'excès de vitesse, de sorte qu'il n'y a pas de raison 
de déroger à la règle générale valable pour les excès de vitesse en localité au seul motif d'un tel 
abaissement de la limitation (cf. aussi supra consid. 3.2, deuxième paragraphe). L'existence d'un 
risque particulier (cf. art. 108 al. 2 let. a et b OSR) ne peut dès lors intervenir que dans l'examen des 
circonstances concrètes du cas permettant de justifier l'existence d'une violation grave même à moins 
de 25 km/h de dépassement.» (BGer 6B_1028/2008 vom 16.04.2009, E. 3.4). Nach den 
VBRS-Richtlinien handelt es sich bereits bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung 
von 20 bis 24 km/h in einer Tempo-30-Zone um eine grobe Verkehrsregelverlet-
zung (S. 22 der VBRS-Richtlinien). Wie die Vorinstanz korrekt ausführte, handelt es 
sich indessen bei den VBRS-Richtlinien lediglich um eine Richtschnur, welche nicht 
unbesehen auf den konkreten Einzelfall angewandt werden kann (vgl. pag. 91 und 
pag. 93). Vor dem Hintergrund der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind in 
Bezug auf die Frage, ob bei einer Überschreitung der signalisierten Höchstge-
schwindigkeit von 30 km/h um 22 km/h eine grobe Verkehrsregelverletzung zu be-
jahen ist, stets die konkreten Umstände des Einzelfalles zu prüfen. 

12. Subsumtion

Die Kammer geht mit der Generalstaatsanwaltschaft einig, dass der Beschuldigte, 
indem er die signalisierte Höchstgeschwindigkeit in der Tempo-30-Zone um netto 
22 km/h überschritt, eine wichtige Verkehrsvorschrift in objektiv schwerer Weise 
missachtete und mit seiner Fahrweise Fussgänger und andere Verkehrsteilnehmer 
zumindest abstrakt erheblich gefährdete (vgl. die Ausführungen der Generalstaats-

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anwaltschaft in der Berufungsbegründung, pag. 151); die nahe Möglichkeit einer 
konkreten Gefährdung der Sicherheit der übrigen Verkehrsteilnehmer und Fuss-
gänger ist im gesamten Gsteigquartier insbesondere aufgrund der hohen Frequenz 
von Fussgängern (Anwohner und Schüler/Studenten) zu bejahen, die Handlungs-
weise des Täters bzw. die zu schnelle Fahrweise ist mithin typischerweise beson-
ders geeignet, Verletzungen des geschützten Rechtsgutes (die Sicherheit der übri-
gen Verkehrsteilnehmer und Fussgänger) herbeizuführen. 

Wie unter II.9.2. Beweiswürdigung im vorliegenden Fall hiervor ausgeführt, war die 
Tempo-30-Zone durch das linksseitig der Strasse aufgestellte Signal, die drei weis-
sen Linien auf der Fahrbahn sowie die Tempo-30-Markierungen auf der Fahrbahn 
gleich mehrfach als solche gekennzeichnet. Dem Beschuldigten dürfte zudem be-
reits auf der Anfahrt zu seinen Verwandten nicht entgangen sein, dass die erwähn-
ten Zonenbegrenzungen und Signalisationen (Begegnungszonen und Tempo-30-
Zonen) das gesamte Gsteigquartier auszeichnen (auf dem durch die Verteidigung 
eingereichten Situationsplan grün eingezeichnet, vgl. pag. 60). Im Gsteigquartier 
befinden sich insbesondere das Oberstufenzentrum Gsteighof, das Technikum 
Burgdorf, das Gymnasium Burgdorf sowie das katholische kirchliche Zentrum – es 
handelt sich dabei wie bereits ausgeführt, um Anlagen, welche es mit sich bringen, 
dass die Quartierstrassen von vielen Fussgängern frequentiert werden. Die Gene-
ralstaatsanwaltschaft hat in ihrer Berufungsbegründung zu Recht ausgeführt, dass 
der Beschuldigte die zahlreichen verkehrsverlangsamenden Beschilderungen und 
Markierungen gesehen haben muss und mithin genau wusste, in welcher verkehrs-
technischen Situation er sich im Gsteigquartier befand (vgl. pag. 151 f.). Vor die-
sem Hintergrund durfte er nicht darauf vertrauen, dass die Höchstgeschwindigkeit 
auf dem fraglichen Strassenabschnitt – welcher nota bene auf eine Begegnungs-
zone mit Höchstgeschwindigkeit 20 km/h folgte – auf 50 km/h begrenzt war. Ein 
entsprechender Irrtum wäre denn auch bei pflichtgemässer Vorsicht ohne weiteres 
vermeidbar gewesen, wenn der Beschuldigte der Signalisation und den Bodenmar-
kierungen die notwendige Aufmerksamkeit geschenkt hätte. Indem er jedoch der 
mehrfachen Signalisation der Tempo-30-Zone nicht genügend Beachtung schenkte 
und die Geschwindigkeit nicht entsprechend reduzierte, war er pflichtwidrig unacht-
sam und handelte zumindest unbewusst fahrlässig. Überdies handelte er gegenü-
ber anderen Verkehrsteilnehmern und insbesondere gegenüber Fussgängern, mit 
welchen in diesem Quartier auch samstags jederzeit gerechnet werden muss, 
rücksichtslos. Die Geschwindigkeitsüberschreitung von 22 km/h in der Tempo-30-
Zone offenbart mithin ein bedenkenloses Verhalten gegenüber fremden Rechts-
gütern. Damit handelte der Beschuldigte in subjektiver Hinsicht grob fahrlässig. 

Der Beschuldigte ist somit der groben Verkehrsregelverletzung, begangen am 
12.04.2014 in Burgdorf durch Überschreiten der signalisierten Höchstgeschwindig-
keit von 30 km/h um netto 22 km/h schuldig zu erklären. 

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IV. Strafzumessung

13. Allgemeine Grundlagen der Strafzumessung

Die Vorinstanz hat die allgemeinen Grundlagen der Strafzumessung korrekt wie-
dergegeben, es kann darauf verwiesen werden (vgl. pag. 94).

14. Konkrete Strafzumessung

14.1 Strafrahmen

Eine grobe Verkehrsregelverletzung wird gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG mit Freiheits-
strafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, es handelt sich mithin um ein 
Vergehen.

14.2 Tatkomponenten

Der Beschuldigte überschritt die signalisierte Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h 
deutlich, um netto 22 km/h. Er gefährdete damit die Sicherheit anderer Verkehrs-
teilnehmer, namentlich von Fussgängern und Velofahrern, welche nicht damit 
rechnen, in einer Tempo-30-Zone auf ein mit 55 km/h fahrendes Auto zu treffen, 
zumindest abstrakt. Dafür, dass Verkehrsteilnehmer konkret gefährdet worden 
wären, gibt es vorliegend keine Hinweise. Es ist auf die diesbezüglich glaubhaften 
Angaben des Beschuldigten abzustellen, wonach es auf der Technikumstrasse am 
12.04.2014 um ca. 15.00 Uhr keinen Verkehr hatte, keine Fussgänger die Strasse 
überqueren wollten oder auf den beidseitig der Fahrbahn verlaufenden Trottoirs un-
terwegs waren, die Witterung trocken war und es auch hell war (vgl. dazu die Aus-
sagen des Beschuldigten in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung, pag. 67 
Z. 16 ff., sowie die Ausführungen der Verteidigung in der Stellungnahme zur Beru-
fungsbegründung der Generalstaatsanwaltschaft, pag. 165 f.). Insgesamt gefährde-
te der Beschuldigte das betroffene Rechtsgut in nicht mehr geringem Ausmass. Zur 
Art und Weise der Tatbegehung hält die Kammer fest, dass der Beschuldigte die 
Technikumstrasse ohne die geschuldete Aufmerksamkeit befuhr. Von einem ver-
werflichen Handeln kann in diesem Zusammenhang nicht gesprochen werden. Ins-
gesamt ist das objektive Tatverschulden angesichts des für eine grobe Verkehrsre-
gelverletzung geltenden Strafrahmens noch leicht. 

Der Beschuldigte handelte pflichtwidrig unvorsichtig, mithin grob fahrlässig. Seine 
Beweggründe sind unklar. Er wäre ohne weiteres in der Lage gewesen, langsamer 
zu fahren bzw. die signalisierte Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h einzuhalten. 
Das subjektive Tatverschulden ist ebenfalls als noch leicht einzustufen. 

14.3 Täterkomponenten

Das Vorleben des Beschuldigten ist unauffällig und neutral zu gewichten. Insbe-
sondere ist der Beschuldigte weder im Strafregister noch im Register über die Ad-
ministrativmassnahmen verzeichnet (vgl. pag. 123 und pag. 121 f.). Zu den persön-

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lichen Verhältnissen hielt die Vorinstanz richtig fest, dass der Beschuldigte, ein ge-
bürtiger C.________ (Ort), seit 25 Jahren in D.________ (Ort) lebt und dort als 
E.________ (Beruf) arbeitet. Dabei erzielt er ein monatliches Netto-Einkommen 
von rund CHF 48‘000.00 (vgl. dazu die mit der Berufungsbegründung eingereichte 
Aufstellung über seine wirtschaftlichen Verhältnisse, pag. 126 und pag. 134 ff., ins-
besondere pag. 135 und pag. 141). Das Verhalten des Beschuldigten nach der Tat 
und im Strafverfahren war und ist korrekt. Es gilt jedoch in Erinnerung zu rufen, 
dass der Beschuldigte zwar in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung eingestand, 
zum fraglichen Zeitpunkt auf der Technikumstrasse in Burgdorf mit einer Ge-
schwindigkeit von netto 52 km/h gefahren zu sein, zunächst jedoch sowohl diese 
Tatsache bestritten hatte, als auch geltend gemacht hatte, die Messeinrichtung ha-
be nicht den gesetzlichen Anforderungen entsprochen (vgl. dazu die Ausführungen 
der Generalstaatsanwaltschaft in ihrer Berufungsbegründung, pag. 153). Er sieht 
zudem nach wie vor das Unrecht seiner inkriminierten Fahrweise nicht ein. Unter 
diesen Umständen kann sein Aussageverhalten nicht positiv gewichtet werden. Die 
Strafempfindlichkeit des Beschuldigten ist normal. 

Insgesamt bleibt es nach Berücksichtigung der Täterkomponenten bei einem leich-
ten Verschulden 

14.4 Konkretes Strafmass

Die VBRS-Richtlinien sehen für eine Geschwindigkeitsüberschreitung von 20 bis 
24 km/h eine Strafe in der Höhe von 35 Strafeinheiten vor (S. 22. VBRS-
Richtlinien). Der vorliegend durch die Kammer zu beurteilende Fall weicht nicht 
vom den VBRS-Richtlinien zugrunde liegenden Normsachverhalt ab, weshalb mit 
Blick auf die zu wahrende Rechtsgleichheit nicht davon abzuweichen ist. Es ist mit-
hin von einer Strafe von 35 Strafeinheiten auszugehen. 

Das Verfassen der erstinstanzlichen Urteilsbegründung dauerte fast ein ganzes 
Jahr; die Berufungsanmeldungen des Beschuldigten und der Generalstaatsanwalt-
schaft gingen bei der Vorinstanz am 12. bzw. 13.03.2015 (pag. 78 ff.) ein, die 
schriftliche Urteilsbegründung datiert vom 04.02.2016 (pag. 82 ff.). Nach bundesge-
richtlicher Rechtsprechung ist die Dauer von rund einem Jahr für die Verfassung 
der Urteilsbegründung klar zu lange (BGer 6B_628/2015 vom 21.12.2015, E. 2.4.), 
das Beschleunigungsgebot mithin vorliegend verletzt. Es ist entsprechend eine Re-
duktion um 5 Strafeinheiten vorzunehmen, womit die Strafe noch 30 Strafeinheiten 
beträgt. 

Der Beschuldigte erzielt ein monatliches Nettoeinkommen von CHF 48'000.00. Da-
von ausgehend ergibt sich ein Tagessatz in der Höhe von CHF 1‘200.00 (vgl. dazu 
das Berechnungsblatt auf pag. 176). 

14.5 Bedingter Vollzug und Verbindungsbusse 

Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe in der Regel auf, wenn eine un-
bedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weite-
rer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB). Nach einer Ge-

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samtwürdigung aller massgeblichen Kriterien kommt die Kammer zum Schluss, 
dass dem Beschuldigten keine negative Prognose gestellt werden muss, der be-
dingte Strafvollzug mithin gewährt werden kann. 

Gemäss Art. 42 Abs. 4 StGB kann eine bedingte Geldstrafe mit einer unbedingten 
Geldstrafe oder einer Busse nach Art. 106 StGB verbunden werden. In Überein-
stimmung mit den Ausführungen der Generalstaatsanwaltschaft erachtet auch die 
Kammer praxisgemäss die Ausfällung einer Verbindungsbusse (im Umfang von 
1/5; vgl. BGE 135 IV 188, E. 3.4.4) für angemessen (vgl. dazu die Ausführungen 
der Generalstaatsanwaltschaft in der Berufungsbegründung, pag. 153), um einer-
seits der Schnittstellenproblematik gerecht zu werden, und auch um dem Beschul-
digten einen spürbaren Denkzettel zu verpassen (vgl. BSK StGB-
SCHNEIDER/GARRÉ, N 102 f. zu Art. 42). 

Der Beschuldigte ist somit zu einer Geldstrafe von 24 Tagessätzen zu je 
CHF 1‘200.00, ausmachend insgesamt CHF 28‘800.00 zu verurteilen, wobei der 
Vollzug aufzuschieben und die Probezeit auf 2 Jahre festzulegen ist. Weiter ist der 
Beschuldigte zu einer Verbindungsbusse in der Höhe von CHF 7‘200.00 zu verur-
teilen, wobei die Ersatzfreiheitsstrafe auf 6 Tage festzulegen ist.

V. Kosten

Gestützt auf Art. 426 Abs. 1 StPO sind dem Beschuldigten die erstinstanzlichen 
Verfahrenskosten in der Höhe von CHF 1‘600.00 vollumfänglich zur Bezahlung 
aufzuerlegen.

Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelver-
fahrens nach Massagabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Entsprechend sind 
auch die oberinstanzlichen Verfahrenskosten von CHF 800.00 zufolge seines Un-
terliegens ebenfalls vollumfänglich dem Beschuldigten aufzuerlegen. 

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VI. Dispositiv

Die 2. Strafkammer erkennt:

I.

A.________ wird schuldig erklärt: 

der groben Verkehrsregelverletzung, begangen am 12.04.2014 in Burgdorf durch Über-
schreiten der signalisierten Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h um netto 22 km/h

und in Anwendung der Artikel 

22a, 103, 108 Abs. 5 Bst. e SSV, 
4a Abs. 5 VRV, 
27 Abs. 1, 32, 90 Abs. 2 SVG
34, 42 Abs. 1 und 4, 47, 106 StGB
426 Abs. 1, 428 Abs. 1 StPO 

verurteilt: 

1. Zu einer Geldstrafe von 24 Tagessätzen zu CHF 1‘200.00, ausmachend insgesamt 
CHF 28‘800.00. 

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festge-
setzt. 

2. Zu einer Verbindungsbusse von CHF 7‘200.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei 
schuldhafter Nichtbezahlung wird auf 6 Tage festgesetzt. 

3. Zu den erstinstanzlichen Verfahrenskosten, insgesamt bestimmt auf 
CHF 1‘600.00. 

4. Zu den oberinstanzlichen Verfahrenskosten, insgesamt bestimmt auf 
CHF 800.00. 

Zu eröffnen: 
- dem Beschuldigten/Berufungsführer, v.d. Rechtsanwalt B.________ 
- der Generalstaatsanwaltschaft/Berufungsführerin

Mitzuteilen: 
- der Koordinationsstelle Strafregister (KOST; unverzüglich)
- der Vorinstanz

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Bern, 13. Dezember 2016 Im Namen der 2. Strafkammer

Der Präsident i.V.:

Oberrichter Aebi

Die Gerichtsschreiberin:

Garo

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim Bundesge-
richt, Av. du Tribunal fédéral 29, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 
90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; 
SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.