# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2b29a13c-8744-5a85-8b81-5fbaa033b909
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-10-09
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 09.10.2015 ZK1 2015 88
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2015-88_2015-10-09.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 09. Oktober 2015 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK1 15 88 09. Oktober 2015

Entscheid
I. Zivilkammer

Präsident Brunner

In der Kindes- und Erwachsenenschutzbeschwerde

des X._____, Beschwerdeführer, 

gegen

den Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Nordbünden vom 22. 
Juni 2015, in Sachen Y._____, Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsan-
walt Max Heberlein, Boglerenstrasse 41, 8700 Küsnacht ZH und A._____, gebo-
ren am _____2013, Beschwerdegegner, gegen den Beschwerdeführer,

betreffend vorsorglicher Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts 
und behördliche Unterbringung,

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wird nach Einsichtnahme die Beschwerde vom 03. Juli 2015, in die von der KESB 
Nordbünden zugestellten Verfahrensakten, in die Stellungnahmen von Y._____ 
vom 27. August 2015 und 22. September 2015, in die Stellungnahme von X._____ 
vom 01. Oktober 2015 sowie nach Feststellung und in Erwägung, 

– dass die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Nordbünden mit 
Entscheid vom 22. Juni 2015 Y._____ und X._____ das Aufenthaltsbestim-
mungsrecht über den gemeinsamen Sohn A._____ vorsorglich entzogen und 
das Kind vorsorglich und per sofort bei B._____, der Grossmutter mütterli-
cherseits, in O.2_____ behördlich unterbrachte,

– dass X._____ dagegen am 03. Juli 2015 Beschwerde beim Kantonsgericht 
von Graubünden einreichte und zum Ausdruck brachte, dass er mit dem Ent-
zug des Aufenthaltsbestimmungsrechts bezüglich des Kindes A._____ nicht 
einverstanden sei und die Unterbringung bei B._____ nicht als geeignet anse-
he,

– dass die KESB Nordbünden am 23. Juli 2015 auf eine Stellungnahme verzich-
tete,

– dass Y._____ am 27. August 2015 beantragte, das Beschwerdeverfahren sei 
zu sistieren, bis der von der KESB Nordbünden in Auftrag gegebene Bericht 
der Institution "C._____" über die ersten vier Wochen Sozialtherapie von 
Y._____ vorliege,

– dass der Bericht von D._____ vom Verein für umfassende Suchttherapie 
"C._____" am 10. September 2015 erstattet wurde, zu welchem X._____ und 
Y._____ Stellung nehmen konnten,

– dass gegen den Entscheid der KESB Nordbünden vom 22. Juni 2015 betref-
fend vorsorgliche Massnahmen gestützt auf Art. 314 Abs. 1 in Verbindung mit 
Art. 445 Abs. 2 ZGB und Art. 60 Abs. 1 EGzZGB innert 10 Tagen beim Kan-
tonsgericht von Graubünden Beschwerde geführt werden kann,

– dass die Beschwerde rechtzeitig eingereicht wurde und X._____ gemäss Art. 
450 Abs. 2 Ziff. 1 ZGB zur Beschwerde berechtigt ist, 

– dass X._____ in seiner Beschwerde lediglich gewisse Feststellungen und Er-
wägungen des KESB-Entscheids beanstandet,

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– dass eine Beschwerde sich aber gegen das Dispositiv des angefochtenen 
Entscheids zu richten hat,

– dass im Beschwerdeverfahren betreffend KESB-Entscheide gerade bei Laien 
keine allzu hohen Anforderungen an die Form der Beschwerde gestellt werden 
dürfen,

– dass der Beschwerde zu entnehmen ist, dass sich X._____ gegen den vor-
sorglichen Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts und die vorsorgliche 
Unterbringung von A._____ bei B._____ wehrt,

– dass die KESB Nordbünden beiden Eltern das Aufenthaltsbestimmungsrecht 
über das unter gemeinsamer elterlicher Sorge stehende Kind A._____ gestützt 
auf Art. 310 Abs. 1 ZGB vorsorglich entzogen hat,

– dass die KESB diesen Entscheid damit begründet, dass gemäss den Ab-
klärungen und Informationen der involvierten Fachpersonen weder die Mutter 
noch der Vater derzeit in der Lage seien, A._____ eine stabile und verlässli-
che Betreuungssituation zu bieten; vielmehr müsse davon ausgegangen wer-
den, dass die Lebenssituationen beider Eltern immer noch instabil seien, bei-
de Suchtprobleme hätten und insbesondere der Vater zusätzlich an den Fol-
gen seines Unfalls mit dem Schädelhirntrauma leide,

– dass sich X._____ entgegen seinen Ausführungen in der Beschwerde am 22. 
Juni 2015 unterschriftlich mit dem vorsorglichen Entzug des Aufenthaltsbe-
stimmungsrechts über A._____ einverstanden erklärt hat (act. 83), 

– dass der X._____ behandelnde Facharzt für Psychiatrie/Psychotherapie 
(E._____) noch am 22. Januar 2015 gegenüber der Beiständin F._____ fest-
hielt, dass X._____ aufgrund der aktuell stark belastenden Situation zuhause 
und auch am Arbeitsplatz wieder in eine Krise geraten sei, deren Folgen bis-
lang nicht absehbar seien,

– dass die Beurteilung der KESB Nordbünden, dass die Lebenssituation von 
X._____ noch instabil sei, nicht zu beanstanden ist, selbst wenn zwischenzeit-
lich eine gewisse Besserung der Situation eingetreten sein sollte,

– dass der vorsorgliche Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts über 
A._____ somit gerechtfertigt ist,

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– dass aus den Akten der KESB hervorgeht, dass sie die Wohnsituationen bei 
den Grosseltern mütterlicherseits und väterlicherseits einlässlich geprüft hat, 

– dass sie zu Recht die Wohnsituation bei den Grosseltern mütterlicherseits als 
für das Kindeswohl vorteilhafter eingeschätzt hat (vgl. act. 84),

– dass allerdings auch die Unterbringung von A._____ bei den Grosseltern müt-
terlicherseits keine dauerhafte Lösung sein kann,

– dass in der Zwischenzeit Y._____ in die Sozialtherapie C._____ in O.1_____ 
eingetreten ist,

– dass der rund einen Monat nach Eintritt von der Fallverantwortlichen G._____ 
erstattete Bericht positiv lautet und die Umplazierung von A._____ zu seiner 
Mutter in den C._____ empfohlen wird,

– dass sowohl Y._____ als auch X._____ dazu Stellung nehmen konnten, wobei 
der Beschwerdeführer ausführte, er habe sich in keiner Weise für die Zusam-
menführung von Mutter und Kind ausgesprochen,

– dass aufgrund der veränderten Situation nunmehr zu prüfen ist, ob A._____ 
bei der Mutter in der Institution C._____ untergebracht werden soll,

– dass dies aber nicht Beschwerdethema ist und es in erster Linie der KESB als 
Fachbehörde obliegt, dazu die notwendigen Abklärungen zu tätigen und darü-
ber einen Entscheid zu fällen, 

– dass die KESB somit anzuweisen ist, über den künftigen Aufenthalt von 
A._____ so rasch als möglich einen neuen Entscheid zu fällen,

– dass bei diesem Ausgang die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu Lasten 
von X._____ gehen (Art. 60 Abs. 2 EGzZGB in Verbindung mit Art. 106 Abs. 1 
ZPO),

– dass Y._____ kein Begehren um Ausrichtung einer aussergerichtlichen Ent-
schädigung gestellt hat,

– dass dieser Entscheid in Anwendung von Art. 18 Abs. 3 GOG in einzelrichter-
licher Kompetenz ergeht,

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entschieden:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die KESB Nordbünden wird angewiesen, so rasch als möglich einen neuen 
Entscheid über den künftigen Aufenthalt von A._____ zu fällen.

3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 1'500.00 gehen zu Lasten 
des Beschwerdeführers.

4. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 BGG Beschwerde in Zivil-
sachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt 
werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen 
seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 
ff. BGG.

5. Mitteilung an: