# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 96cc1c9b-ed00-5fdf-8cff-ec3be962c22e
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-07-12
**Language:** de
**Title:** Schwyz Verwaltungsgericht 1. Kammer 12.07.2023 I 2023 26
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_003_I-2023-26_2023-07-12.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer I

I 2023 7+26

Entscheid vom 12. Juli 2023 

Besetzung Dr.iur. Vital Zehnder, Vizepräsident
Dr.med. Urs Gössi, Richter
Dr.med. Pierre Lichtenhahn, Richter
MLaw Joëlle Sigrist, Gerichtsschreiberin

Parteien A.________,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr.iur. B.________

gegen

E.________ AG,
Vorinstanz,

Gegenstand Unfallversicherung (Zwischenverfügung betreffend medizinische 
Begutachtung)

2

Sachverhalt:

A.1 A.________ (Jg. 1971) war seit dem 1. April 2008 Mitarbeiterin der 
C.________ und dadurch bei der E.________ AG (nachfolgend: E.________) 
obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als sie am 24. September 
2017 als Beifahrerin in einem Personenwagen einen Unfall erlitt. Das Fahrzeug 
hielt hinter einer stehenden Kolonne auf der Überholspur der Autobahn, als ein 
Auto mit einer Geschwindigkeit von 125 km/h ungebremst in den Wagen der 
Versicherten fuhr. Dabei zog sich A.________ eine Distorsion der Halswirbelsäu-
le (HWS) zu. Die E.________ erbrachte Leistungen in Form von Taggeld und 
Heilbehandlung. Mit Verfügung vom 8. März 2018 stellte die E.________ ihre 
Leistungen per Ende des Monats ein, da der adäquate Kausalzusammenhang 
zwischen den weiterhin bestehenden Beschwerden und dem Unfall zu verneinen 
sei, selbst wenn ein natürlicher Kausalzusammenhang noch weiterhin bestehen 
würde. Mit Einspracheentscheid vom 22. August 2018 hielt sie an der Leistungs-
einstellung fest. Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Sozialversiche-
rungsgericht des Kantons Zürich mit Entscheid vom 2. Juni 2020 
(UV.2018.00238) ab. 

A.2 Eine von A.________ dagegen erhobene Beschwerde hiess das Bundes-
gericht mit Urteil 8C_548/2020 vom 18. Dezember 2020 teilweise gut und wies 
die Sache zu neuer Verfügung an die E.________ zurück, wozu eine fachärztli-
che Begutachtung durchzuführen war. 

B. In der Folge schloss sich die E.________ auf Vorschlag von A.________ 
(Vi-act. 396) dem von der SVA Zürich bei der BEGAZ in Auftrag gegebenen po-
lydisziplinären (internistisch, rheumatologisch, neurologisch und psychiatrisch) 
Gutachten an und stellte am 22. Januar 2021 Ergänzungsfragen (Vi-act. 399). 
Das BEGAZ-Gutachten wurde am 8. März 2021 eingereicht. 

Am 21. Mai 2021 formulierte der Rechtsvertreter von A.________ zum Gutachten 
die Ergänzungsfrage, ob zwischen dem Tako-Tsubo-Syndrom und dem Unfall 
und den daraus entstehenden Belastungen ein teilweiser Zusammenhang über-
wiegend wahrscheinlich sei oder nicht (Vi-act. 731). Diese Ergänzungsfrage un-
terbreitete die E.________ am 16. Juni 2021 der BEGAZ (Vi-act. 737). Am 29. 
Juni 2021 teilte die BEGAZ betreffend Ergänzungsfrage mit, es sei unabdingbar, 
dass ein Kardiologe hierzu Stellung nehme (Vi-act. 739). Nach Zustimmung von 
A.________ wurde die BEGAZ mit der Ergänzung des Gutachtens durch Dr.med. 
F.________ (FMH Kardiologie) beauftragt (Vi-act. 741 - 743). Auf Ersuchen der 
BEGAZ präzisierte der Rechtsvertreter von A.________ am 27. August 2021 die 
Ergänzungsfrage (Vi-act. 759). Am 13. September 2021 reichte BEGAZ die Stel-

3

lungnahme von Dr.med. F.________ ein, demgemäss ein Zusammenhang des 
Tako-Tsubo-Syndroms mit den Stressfaktoren (teilweise des Unfalles aber auch 
der anderen nicht unfallbedingten Stressfaktoren) als sehr wahrscheinlich anzu-
sehen sei (Vi-act. 767). In der Folge forderte A.________ am 9. November 2021 
eine Leistungsabrechnung der Taggelder 'bis heute' sowie die Einsetzung eines 
Casemanagers (Vi-act. 771). Am 17. Februar 2022 ersuchte sie die E.________ 
erneut, in der Sache die angekündigte Verfügung zu erlassen (Vi-act. 780), wor-
auf E.________ eine Verfügung oder eine Information über das weitere Vorge-
hen bis Ende April 2022 in Aussicht stellte (Vi-act. 788). 

C. Ebenfalls schon am 16. Juni 2021 gelangte die E.________ an die IB-Bern 
GmbH mit dem Ersuchen, das BEGAZ-Gutachten auf seine Schlüssigkeit zu prü-
fen und auszuführen, zu welchem Zeitpunkt gemäss den Erhebungen der Gut-
achter von einer weiteren ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des 
Gesundheitszustandes mehr zu erwarten war oder ist (Vi-act. 735). Am 10. Au-
gust 2021 reichte die IB-Bern der E.________ ihre Aktenbeurteilung zum BE-
GAZ-Gutachten ein, wobei sie zum Schluss gelangte, der status quo sine vel an-
te sei spätestens 9 Monate nach dem Unfall vom 24. September 2017 eingetre-
ten; diesbezüglich widerspreche der neurologische Teilgutachter der BEGAZ sei-
nen eigenen Ausführungen (Vi-act. 751). 

Am 12. April 2022 teilte E.________ A.________ mit, der Sachverhalt sei mit 
dem BEGAZ-Gutachten und der kardiologischen Ergänzung nicht schlüssig ge-
klärt. Das Gutachten sei mitunter widersprüchlich, was das Aktengutachten der 
IB-Bern bestätige, und die kardiologische Ergänzung sei zu wenig begründet. 
E.________ erachtete eine neuerliche Begutachtung als erforderlich und sie 
schlug A.________ zwei mögliche Gutachterstellen vor (Vi-act. 817).

D. Am 13. Mai 2022 nimmt A.________ gegenüber E.________ Stellung zum 
Vorschlag einer weiteren Begutachtung (Vi-act. 854) und unterbreitet ihrerseits 
zwei Vorschläge, nämlich erstens weitere Taggeldzahlung und gemeinsame Be-
ratung der Ergänzung des BEGAZ-Gutachtens oder zweitens umfassende Neu-
begutachtung ohne Taggeldzahlung, aber Erlass einer entsprechend anfechtba-
ren Verfügung, um das Vorgehen gerichtlich überprüfen zu lassen. In der Folge 
holte die E.________ weitere medizinische Berichte in Zusammenhang mit der 
Behandlung von A.________, insbesondere auch bezüglich der kardiologischen 
Problematik ein (Vi-act. 863 ff.). Mit Schreiben vom 4. Oktober 2022 forderte 
A.________ E.________ 'ein letztes Mal' auf, die geschuldeten UV-Taggelder zu 
zahlen (Vi-act. 987). 

4

E. Mit Schreiben vom 13. Oktober 2022 nahm E.________ Bezug zu den Vor-
schlägen vom 13. Mai 2022 (Vi-act. 997). Sie bekräftigte, gestützt auf die Akten 
bestünden erhebliche Zweifel, dass A.________ Anspruch auf Versicherungsleis-
tungen der E.________ habe. Das BEGAZ-Gutachten sei gemäss Beurteilung 
der IB-Bern vom 10. August 2021 nicht schlüssig und teils in sich widersprüch-
lich, weshalb eine neue Begutachtung beabsichtigt sei. Der Sachverhalt sei nicht 
rechtsgenüglich geklärt; namentlich zur Frage nach dem Erreichen des medizini-
schen Endzustandes liefere das BEGAZ-Gutachten keine schlüssige Antwort. 
Die Anordnung eines Gutachtens könne indes gemäss Rechtsprechung nicht 
verfügt werden. Und weil die Sache auch noch nicht entscheidreif sei, könne die 
E.________ daher weder eine materielle Verfügung noch die Anordnung eines 
Gutachtens verfügen. E.________ werde als nächstes eine mögliche Gutachter-
stelle suchen und vorschlagen.

F. Am 21. Oktober 2022 erhob A.________ 'Einsprache' gegen die von der 
E.________ vorgesehene Fallerledigung bzw. Nichterledigung und sie beantrag-
te, es seien ab dem 1. April 2018 die Taggelder weiter zu 100% auszurichten. 
Das Bundesgericht habe am 18. Dezember 2020 entschieden, dass E.________ 
ein Gutachten einholen müsse. Das BEGAZ-Gutachten liege vor; nur weil dieses 
E.________ nicht überzeuge, wolle sie nun ein neues Gutachten. Dies aber wi-
derspreche der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (Vi-act. 1009).

G. Am 10. November 2022 unterbreitet E.________ die Anfrage zur Begutach-
tung von A.________ der Begutachtungsstelle ABI (Vi-act. 1021) sowie der 
PMEDA (Vi-act. 1022). Nach deren Rückmeldungen (Vi-act. 1027 und 1044) 
wurden die Vorschläge am 16. Dezember 2022 A.________ unterbreitet mit der 
Möglichkeit, Stellung zu nehmen (Vi-act. 1058; 1064). 

H. Am 16. Januar 2023 kündigte A.________ der E.________ die Einreichung 
einer Rechtsverweigerungsbeschwerde an (Vi-act. 1084). Wenn E.________ ein 
Gutachten einzuholen beabsichtige, müsse sie hierzu eine anfechtbare Verfü-
gung erlassen. Hierauf unterbreitete E.________ A.________ am 27. Januar 
2023 einen Einigungsversuch (Vi-act. 1086). Den Erlass einer Verfügung ver-
wehre man nicht im Grundsatz; aber die Anordnung eines Gutachtens könne 
nicht verfügt werden; indem man ihr am 16. Dezember 2022 das rechtliche 
Gehör gewährt habe, sei der Weg für den Erlass einer Zwischenverfügung eröff-
net worden. Da sie sich innert Frist nicht zu den Gutachtern geäussert habe, 
könnte E.________ den Auftrag nun erteilen. Dennoch werde ihr mit der GUTSO 
Zofingen nun eine dritte Gutachterstelle vorgeschlagen. Zwischenzeitlich sei eine 
weitere kardiologische Beurteilung eingegangen (Vi-act. 1083), dergemäss das 

5

Tako-Tsubo-Syndrom nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit durch die aus 
dem Unfall entstandenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen verursacht wor-
den sei. A.________ wurde eine Frist von 10 Tagen gesetzt, um zu den vorge-
schlagenen Gutachterstellen bzw. Gutachtern Stellung zu nehmen.

I.1 Am 27. Januar 2023 reicht A.________ beim Verwaltungsgericht des Kan-
tons Schwyz Rechtsverweigerungsbeschwerde ein mit den Anträgen (Verfahren I 
2023 7):

1. Es sei die Beschwerdegegnerin anzuweisen, eine Rentenverfügung zu erlassen 
bezüglich der gesundheitlichen Folgen des Unfalls vom 24. September 2017. 
Allenfalls sei der Beschwerdeführerin bis auf weiteres eine ganze Rente zuzu-
sprechen.

2. (eventualiter:) Die Beschwerdegegnerin sei anzuhalten, der BEGAZ Ergän-
zungsfragen zu den unklaren medizinischen Sachverhalten zu stellen.

3. (subeventualiter:) Es sei die Begutachtung bei der Estimed in Zug mittels Ver-
fügung anzuordnen.

Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegnerin.

Am 30. Januar 2023 ergänzte A.________ die Rechtsverweigerungsbeschwerde, 
indem sie auf das Schreiben der E.________ vom 27. Januar 2023 und insbe-
sondere auf die darin wiedergegebene Beurteilung bezüglich Tako-Tsubo-
Syndrom Bezug nahm (Vi-act. 1128). 

I.2 Am 1. März 2023 reichte E.________ die Vernehmlassung zur Rechtsver-
weigerungsbeschwerde ein und beantragte:

1. Die Beschwerde vom 27. Januar 2023 sei als gegenstandslos abzuschreiben, 
soweit überhaupt darauf einzutreten ist.

2. Eventualiter sei die Beschwerde vom 27. Januar 2023 abzuweisen, soweit dar-
auf einzutreten ist.

Aus der Vernehmlassung erhellt, dass E.________ am 17. Februar 2023 eine 
Zwischenverfügung erlassen hatte, mit welcher A.________ angewiesen wurde, 
sich der Begutachtung durch die GUTSO, Gutachterstelle Zofingen zu unterzie-
hen. Entsprechend sei das Beschwerdeverfahren gegenstandslos geworden.

I.3 Am 9. März 2023 nahm A.________ Stellung zur Vernehmlassung. Sie 
bestätigte, dass das Rechtsverweigerungsbeschwerdeverfahren wohl gegen-
standslos geworden sei und kündigte gleichzeitig eine Beschwerde gegen die 
Zwischenverfügung an.

J. Mit Zwischenverfügung vom 17. Februar 2023 verfügte E.________ (Vi-act. 
1131):

6

1. Frau A.________ hat sich der Begutachtung durch die GUTSO, Gutachterstelle 
Zofingen, durch die Gutachter Dr.med. I.________ (FMH Orthopädie), Dr.med. 
J.________ (FMH Neurologie), Prof. Dr.med. K.________ (FMH Neurologie 
und Psychotherapie) und Prof. Dr.med. L.________ (FMH Kardiologie und All-
gemeine Innere Medizin) zu unterziehen.

(2. Zustellung

Rechtsmittelbelehrung)

K. Am 21. März 2023 lässt A.________ beim Verwaltungsgericht des Kantons 
Schwyz Beschwerde gegen die Zwischenverfügung einreichen mit den Anträgen 
(Verfahren I 2023 26):

1. Die Zwischenverfügung vom 17. Februar 2023 sei aufzuheben und die Be-
schwerdegegnerin sei anzuhalten, aufgrund der Aktenlage in Form einer be-
schwerdefähigen Rentenverfügung materiell über die Sache zu entscheiden.

2. (eventualiter:) Das Gericht habe die Beschwerdegegnerin anzuweisen, das 
Taggeld und die medizinische Heilbehandlung ab Einstellung der Leistungen 
weiter auszurichten bis zum Abschluss der Heilbehandlung.

3. (subeventualiter:) Die Beschwerdegegnerin sei anzuhalten, der BEGAZ Ergän-
zungsfragen zu den aus ihrer Sicht unklaren medizinischen Sachverhalten zu 
stellen. Sie habe die Ergänzungsfragen der Beschwerdeführerin ebenfalls zuzu-
lassen.

4. (subsubeventualiter:) Es sei die Begutachtung bei der Estimed in Zug mittels 
Verfügung anzuordnen.

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin.

L. Mit Vernehmlassung vom 26. April 2023 beantragt die E.________:

1. Die Beschwerde vom 21. März 2023 sei abzuweisen, soweit überhaupt darauf 
einzutreten ist.

- unter Kosten- und Entschädigungsfolge - 

M. Am 24. Mai 2023 ersucht das Gericht die Vorinstanz um Zustellung fehlen-
der Akten. Nachdem die Vorinstanz dem Gericht die fehlenden Vi-act. 493 - 592 
am 1. Juni 2023 zugestellt hat, ersucht die Beschwerdeführerin mit Schreiben 
vom 5. Juni 2023 um deren Zustellung.

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.1 Im Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege (VRP; SRSZ 234.110) vom 6. 
Juni 1974 wird die Verfahrensvereinigung nicht ausdrücklich erwähnt. Nach kon-
stanter Rechtsprechung können Beschwerden vereinigt werden, wenn das Ge-
richt für zwei oder mehrere Verfahren in der gleichen Verfahrensart zuständig ist 
und sich die verschiedenen Beschwerden im Wesentlichen auf die gleichen Tat-
sachen (Sachverhalt) und die gleichen Rechtsgründe (Rechtsfragen) stützen 

7

(vgl. VGE III 2018 150 vom 12.2.2019 E. 1.2.1; VGE III 2018 95 vom 12.2.2019 
E. 1.1; VGE III 2017 219 vom 23.2.2018 E. 1; EGV-SZ 2004 B.1.7; vgl. auch Ur-
teil BGer 2C_356/2021 vom 29.11.2021 E. 3). 

1.2 Vorliegend ist strittig, ob die Vorinstanz gegenüber der Beschwerdeführerin 
eine weitere Begutachtung anordnen kann oder nicht. Nachdem die Vorinstanz 
hierüber vorerst keine anfechtbare Anordnung traf, erhob die Beschwerdeführerin 
Rechtsverweigerungsbeschwerde (Verfahren I 2023 7). Noch während dieses 
hängigen Verfahrens entschied die Vorinstanz mit Zwischenverfügung vom 
17. Februar 2023 über die strittige Frage und ordnete die Begutachtung an, wo-
gegen die Beschwerdeführerin Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhob (Verfah-
ren I 2023 26). Beide Streitigkeiten basieren auf dem nämlichen Sachverhalt und 
mit der Rechtsverweigerungsbeschwerde wurde letztlich nur beantragt, dass die 
Vorinstanz mittels anfechtbarer Verfügung über die Streitigkeit zu entscheiden 
habe. Mithin rechtfertigt es sich, die beiden Verfahren zu vereinigen.

2.1 Eine Rechtsverweigerung liegt vor, wenn es eine Behörde ausdrücklich ab-
lehnt, eine Entscheidung zu treffen, obwohl sie dazu verpflichtet ist (BGE 124 V 
130 E. 4 mit Hinweisen). Um eine - ebenfalls gegen Art. 29 Abs. 1 BV verstos-
sende - Rechtsverzögerung handelt es sich dagegen, wenn sich die zuständige 
Behörde zwar bereit zeigt, einen Entscheid zu treffen, diesen aber nicht binnen 
der Frist fällt, die nach der Natur der Sache und nach der Gesamtheit der übrigen 
Umstände als angemessen erscheint; entscheidend ist, dass die Behörde nicht 
fristgerecht handelt (BGE 107 Ib 160 E. 3b; Urteil BGer 4A 321/2018 vom 
25.7.2018 mit Hinweisen).

Vorliegend erhob die Beschwerdeführerin eine Rechtsverweigerungsbeschwerde 
(vgl. Ingress Bst. I). 

2.2 Die Beschwerdeführerin muss ein aktuelles und praktisches Interesse an 
der Behandlung der Rechtsverweigerungsbeschwerde (wie auch der Rechtsver-
zögerungsbeschwerde) haben (§ 37 Abs. 1 lit. c Verwaltungsrechtspflegegesetz 
[VRP; SRSZ 234.110] vom 6.6.1974). Unter dem "schutzwürdigen Interesse" ist 
ein persönliches rechtliches oder tatsächliches und aktuelles Interesse zu ver-
stehen, welches eine konkrete Rechtslage betrifft. Dieses aktuelle Interesse 
muss nicht nur bei Beschwerdeeinreichung bestehen. Verliert die Beschwerde 
führende Person das Interesse im Verlaufe des Verfahrens, so fällt die Be-
schwerdelegitimation weg und damit die Voraussetzung, einen Sachentscheid zu 
fällen (vgl. VGE III 2021 92 vom 26.8.2021 E. 2.2.1 m.w.H.; Bertschi, Kommentar 
VRG, § 21 N 24; vgl. Hensler, Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde im Kanton 
Schwyz, S. 21 und 42). Nach der Rechtsprechung fehlt es an einem aktuellen 

8

Rechtsschutzinteresse, wenn seit Erhebung der Beschwerde die angeblich ver-
weigerte bzw. verzögerte Verfügung ergangen ist (BGE 125 V 373 E. 1).

2.3 Mit der Rechtsverweigerungsbeschwerde vom 27. Januar 2023 warf die 
Beschwerdeführerin der Vorinstanz vor, über die Frage der Begutachtung zu Un-
recht nicht mittels anfechtbarer Verfügung zu entscheiden. Mit Zwischenverfü-
gung vom 17. Februar 2023 hat die Vorinstanz die geforderte Anordnung getrof-
fen, nämlich die Beschwerdeführerin verpflichtet, sich der Begutachtung durch 
die GUTSO zu unterziehen. Damit aber besteht an der Behandlung und am Ent-
scheid über die Rechtsverweigerungsbeschwerde kein schutzwürdiges Interesse 
mehr. Dieses ist während des Verfahrens dahingefallen, weshalb das Verfahren 
als gegenstandslos geworden abzuschreiben ist (§ 37 Abs 1 lit. c VRP i.V.m. 
§ 28 lit. d VRP). Mit Vernehmlassung vom 1. März 2023 beantragt die Vorinstanz 
denn auch die Abschreibung und auch die Beschwerdeführerin geht in ihrer Stel-
lungnahme vom 9. März 2023 von der Gegenstandslosigkeit aus.

3. Strittig und nachfolgend zu prüfen ist, ob die Vorinstanz die Beschwerde-
führerin mit Zwischenverfügung vom 17. Februar 2023 zu Recht anhielt, sich 
durch die GUTSO Zofingen begutachten zu lassen.

3.1 Die Beschwerdeführerin erlitt am 24. September 2017 als Beifahrerin in ei-
nem Personenwagen einen Unfall und zog sich dabei eine Distorsion der Hals-
wirbelsäule (HWS) zu. Die Vorinstanz anerkannte ihre Leistungspflicht, stellte die 
Versicherungsleistungen jedoch mit Verfügung vom 8. März 2018 per Ende Mo-
nat ein (vgl. Ingress Bst. A.1). Den Fallabschluss und die Leistungseinstellung 
hat die Beschwerdeführerin bis vor Bundesgericht angefochten. Dieses hiess die 
Beschwerde mit Urteil 8C_548/2020 vom 18. Dezember 2020 teilweise gut und 
verpflichtete die Vorinstanz, ein polydisziplinäres Gutachten einzuholen. Das 
Bundesgericht hielt mit Verweis auf seine Rechtsprechung fest, bei komplexen 
Fällen mit andauernden Beschwerden nach einer HWS-Distorsion sei eine inter-
disziplinäre Abklärung und Beurteilung durch Fachärzte vorzunehmen. Die Vor-
instanz habe vor Verfügungserlass überhaupt keine Abklärungen getroffen. Erst 
auf Einsprache hin habe sie die Akten ihrem beratenden Arzt vorgelegt, der auf-
grund "allgemeiner medizinischer Erfahrung" postuliert habe, der Status quo sine 
sei überwiegend wahrscheinlich nach drei, mindestens aber nach 6 Monaten er-
reicht worden. Die Beweistauglichkeit solcher "medizinischer Erfahrung" in 
Schleudertraumafällen sei jedoch zumindest fraglich. Keiner der im Zeitpunkt der 
Leistungseinstellung vorliegenden medizinischen Berichte spreche sich darüber 
aus, ob von einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte 
Besserung des unfallbedingt beeinträchtigten Gesundheitszustandes erwartet 

9

werden konnte, ob die Beschwerdeführerin nur noch an psychischen Beeinträch-
tigungen litt oder ob noch körperliche Beschwerden oder solche, die dem typi-
schen Beschwerdebild nach einer HWS-Distorsion entsprechen, vorlagen. Die 
vorhandenen medizinischen Akten würden keinen Entscheid über einen mögli-
chen Fallabschluss zulassen. Eine fachärztliche Beurteilung wäre gemäss Bun-
desgericht indes notwendig gewesen. Unter Berücksichtigung der massiven Auf-
fahrkollision sowie der eindrücklichen Anamnese der Beschwerdeführerin wäre 
es umso wichtiger gewesen, den medizinischen Sachverhalt durch mit diesen 
Verletzungen besonders vertraute Spezialärzte spezifisch abklären zu lassen. 
Gemäss Bundesgericht war ein polydisziplinäres Gutachten notwendig, das auch 
aufzuzeigen habe, zu welchem Zeitpunkt von einer weiteren ärztlichen Behand-
lung keine Besserung des Gesundheitszustandes mehr zu erwarten war oder ist. 
Erst wenn dieser feststehe, könne allenfalls die Adäquanzprüfung vorgenommen 
werden (Urteil BGer 8C_548/2020 vom 18.12.2020 E. 4.2 f.).

3.2 Am 12. Januar 2021 informierte die Beschwerdeführerin die Vorinstanz, die 
SVA Zürich lasse (im Rahmen des IV-Verfahrens) bereits ein interdisziplinäres 
Gutachten erstellen und habe mit der Begutachtung die BEGAZ beauftragt (Vi-
act. 396). Am 22. Februar 2021 ersuchte die Vorinstanz die SVA Zürich, auch ih-
ren Katalog mit Zusatzfragen der BEGAZ vorzulegen (Vi-act. 399), worüber die 
Beschwerdeführerin gleichentags informiert wurde (Vi-act. 400). Am 27. Januar 
2021 unterbreitete die SVA Zürich die UV-Zusatzfragen der BEGAZ mit der Bitte, 
auch diese zu beantworten (Vi-act. 402). 

3.3 Das polydisziplinäre Gutachten der BEGAZ wurde am 8. März 2021 erstat-
tet durch Dr.med. M.________ (FMH Rheumatologie und Innere Medizin; zertifi-
zierte medizinische Gutachterin SIM), Dr.med. N.________ (FMH für Psychiatrie 
und Psychotherapie; zertifizierter medizinischer Gutachter SIM) und Dr.med. 
D.________ (FMH für Neurologie; zertifizierter medizinischer Gutachter SIM) 
(Gutachten = Vi-act. 571 ff.).

3.3.1 Am 10. Februar 2021 wurde die Beschwerdeführerin durch Dr.med. 
M.________ internmedizinisch untersucht (Gutachten S. 19). Sie notierte als all-
gemeininternistische Diagnosen (Gutachten S. 36 f.):

mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit

1. Tiefnormale linksventrikuläre Auswurffraktion (50-55 %, TEE vom 26.02.2020) 
mit/bei
- Status nach Spontandissektion Typ ll mit 70 %iger Stenosierung des 1. Poste-

rolateralastes I (RCX) mit sekundärer schwerer Tako-Tsubo-Kardiomyopathie 
Oktober 2019

- kardiogenem Schock mit LVEDP von 45 mmHg am 24.10.2019

10

- Status nach lntubation bei respiratorischer Erschöpfung sowie Einlage einer 
IABP (intraarterielle Ballonpumpe) von femoral rechts

- koronarangiographisch am 24.10.2019 70 %ige langstreckige Stenose des 
PLA1-Abgangs bei Wandhämatom (Spontandissektion Typ l), übrige Korona-
rien ohne relevante Stenosierung 

- linksventrikuläre Auswurffraktion initial 20% bei midventrikulärer und apikaler 
Akinesie

ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit

2. Arterielle Hypertonie mit hypertensiver Kardiopathie 
- aktuell gut kontrollierte Blutdruckwerte

3. Status nach Nausea und rezidivierendem Erbrechen unklarer Ätiologie 2019 mit 
konsekutiver Hypokaliämie, DD: psychosomatisch

4. Status nach Soor-Ösophagitis November 2019 
- behandelt mit einmaliger Gabe von Difluxan 400 mg i.v. am 12.11.2019

Im Rahmen ihrer Beurteilung hielt Dr.med. M.________ fest, wesentliche kardiale 
Beschwerden bestünden im Alltag nicht, in emotional schwierigen Situationen 
komme es zu Palpitationen und zum Teil zur thorakalen Enge, welche aber 
wahrscheinlich eher funktionell sein dürften. Dies entspreche auch der Beurtei-
lung der Kardiologen im Stadtspital Triemli. Die arterielle Hypertonie sei zwi-
schenzeitlich gut kontrolliert, seitdem bestehe auch keine Schwindelsymptomatik 
mehr. Bei tiefnormaler linksventrikulärer Auswurffraktion sei die Beschwerdefüh-
rerin nur bedingt belastbar, körperlich schwere und durchgehend mittelschwere 
Tätigkeiten könnten ihr nicht mehr zugemutet werden. Wenn sie in der Vergan-
genheit ihre Grenzen nicht wahrgenommen und regelmässig überschritten habe, 
so sei wichtig, dass sie lerne, sich innerhalb ihrer Belastungsgrenzen zu bewe-
gen. Die Gesamtsituation mit für sie nicht gewohnter verminderter Belastbarkeit 
und eingeschränkter beruflicher Perspektive sei belastend für sie. 

Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit entspreche einer leichten körperlichen Tätigkeit, 
vorwiegend sitzend und könne ihr aus internmedizinischer Sicht vollumfänglich 
zugemutet werden, spätestens ab Ende Februar 2020 (kardiologische Nachkon-
trolle). Sie sei in jeder leichten, wechselbelastenden Tätigkeit ab Februar 2020 
aus internmedizinischer Sicht voll arbeitsfähig; vom 24. Oktober 2019 an habe 
bis Ende Februar 2020 jedoch eine volle Arbeitsfähigkeit [recte wohl volle Ar-
beitsunfähigkeit] für sämtliche Tätigkeiten bestanden. Massnahmen, die eine di-
rekte Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aus internmedizinischer Sicht haben 
würden, könnten nicht genannt werden. Wichtig sei in Zukunft eine gute Kontrolle 
des Blutdrucks und aller andern cardiovasculären Risikofaktoren, zudem wäre 
ein Ausdauertraining wünschenswert.

11

3.3.2 Auch das rheumatologische Teilgutachten erstattete Dr.med. M.________ 
(Gutachten S. 40 ff.), wobei sie zu folgenden rheumatologischen Diagnosen ge-
langte:

mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit

1. Chronisches zervikothorakales Schmerzsyndrom mit zervikozephaler und zervi-
kobrachialer Symptomatik mit/bei
- dezentriertem Dens, Blockwirbel HWK2/3 (Fusion Wirbelkörper und Facetten-

gelenke) sowie partieller Blockwirbel HWK6/7 (Fusion Wirbelkörper und Fa-
cettengelenke links), Bogenschlussstörung HWK6, Osteochondrose HWK5/6 
mit erosiver Komponente und Spondylophyten, konventionell radiologisch zu-
dem leichte Listhesis, geringe Osteophyten HWK4/5 bei normale weitem ln-
terbertebralraum

- Status nach Reitunfall mit möglicher Stauchung/Kontusion der Halswirbelsäu-
le 1987 mit gemäss Angaben der Versicherten über eine längere Zeit persis-
tierendem Tinnitus und Lähmungen der rechten oberen und unteren Extre-
mität, schlussendlich restitutio ad integrum

- wahrscheinlichem HWS-Dezelerationstrauma April 1994 (Anschlagen Nase 
an Bett im Camper) mit in der Folge über Jahre persistierenden Nacken-
schmerzen, Tinnitus, rascher Ermüdbarkeit, schlussendlich restitutio ad inte-
grum

- HWS-Distorsionstrauma infolge Heckauffahrkollision als Fahrerin 2010 (keine 
Akten) mit gemäss Angaben der Versicherten über längere Zeit vorhandene 
Nackenschmerzen, unkontrollierbarem generalisiertem Zittern, schlussendlich 
restitutio ad integrum

- erneutem HWS-Distorsionstrauma durch Heckauffahrkollision (als Beifahrerin) 
am 24.09.2017 mit bis heute persistierender Symptomatik

ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit

1. Tendenz zur Hyperlaxizität
2. Anamnestisch Status nach Supinationstrauma rechts und in der Folge operati-

vem Eingriff am Malleolus, seitdem beschwerdefrei

In der Beurteilung hielt Dr.med. M.________ fest, bei der Beschwerdeführerin lä-
gen angeboren ein kompletter und ein partieller Blockwirbel vor sowie eine Bo-
genschlussanomalie. Infolge zwischenzeitlich multiplen traumatischen Belastun-
gen der HWS sei es mehrfach zu relevanten Beschwerden und Einschränkungen 
gekommen, welche immer erst im Verlauf mehrerer Jahre wieder gebessert hät-
ten. Seit dem letzten HWS-Dezelerationstrauma (24.9.2017) würden bis heute 
Dauerschmerzen im Nacken mit Ausstrahlung in den vorderen Halsbereich, bei-
de Schultern und Arme sowie in das Hinterhaupt verbunden mit Tinnitus sowie 
stark reduzierter genereller Belastbarkeit persistieren. 

Die Halswirbelsäule der Beschwerdeführerin sei eigentlich seit Geburt minderbe-
lastbar, körperlich schwere und durchgehend mittelschwere Arbeiten seien ihr 
nicht zumutbar; sie sollte zudem keine Arbeiten ausführen verbunden mit 
Zwangshaltungen, insbesondere vornüber gebeugten Haltungen des Oberkör-

12

pers und repetitiven Rotationsbelastungen des Oberkörpers sowie dauernden 
oder wiederholten Arbeiten mit den Armen in und über der Horizontalen. 

Unter 'Konsistenzprüfung' hält Dr.med. M.________ fest, die Beschwerden wür-
den sich durch alle Bereiche ziehen und seien kaum beeinflussbar. Das gesamte 
Beschwerdeausmass könne aber rein aufgrund der objektiven Befunde rheuma-
tologisch nicht erklärt werden. Die Blockwirbelbildungen führten zu Einschrän-
kungen, Hauptbefund sei aber momentan die ausgeprägte Tonuserhöhung der 
gesamten paravertebralen Muskulatur im Bereich des Achsenskeletts aber auch 
ventral im Bereich der Sternocleidomastoidei. Zu beachten sei eine gewisse Dis-
krepanz zwischen den spontanen Bewegungen und denen in der klinischen Un-
tersuchung. Auffallend sei auch das Auftreten von feinschlägigem Zittern bei der 
Untersuchung vor allem der Halswirbelsäule, welches dann bei Ablenkung und 
Fortsetzen der Untersuchung wieder verschwinde. Es müsse somit eine ganz re-
levante nicht-organische Komponente angenommen werden.

Die bisherige Tätigkeit sei vorwiegend sitzend, verbunden mit viel Computerar-
beit und langen Zwangshaltungen und monotonen Haltungen, was ungünstig sei 
und Grund erhöhten Pausenbedarfs. Aus rheumatologischer Sicht sei ihr dies 
noch zu maximal 70% zumutbar, wobei sie jeden Tag arbeiten sollte mit verstreu-
ten Pausen, um die Muskulatur, den Nacken und Schultergürtel immer wieder 
entlasten zu können. Aufgrund der anatomischen Prädisposition sowie ange-
sichts der bisherigen bereits langwierigen Verläufe nach jeweils ungünstigen aku-
ten Belastungen der Halswirbelsäule sei es nachvollziehbar, dass nach der letz-
ten HWS-Distorsion trotz in den bisherigen Untersuchungen nicht nachweisbaren 
Verletzungen durch den Auffahrunfall mit einer mehrmonatigen vollständigen Ar-
beitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten habe gerechnet werden müssen. Da-
nach wäre es aus rheumatologischer Sicht möglich gewesen, eine angepasste 
Tätigkeit wieder schrittweise (beginnend mit 2 Stunden täglich mit dann langsa-
mer Steigerung) aufzunehmen. Entsprechend den Aussagen der behandelnden 
Ärzte im April 2018 hätte gemäss Dr.med. M.________ ein langsamer Ausbau 
der Arbeitsfähigkeit beginnend mit 2x2 Stunden unter Berücksichtigung der quali-
tativen Einschränkungen wieder möglich sein sollen. Dass sie entgegen dem und 
trotz angepasster Tätigkeit nicht habe steigern können, könne rheumatologisch 
nicht erklärt werden. Rheumatologisch angepasst sei eine leichte, strikt wechsel-
belastende Tätigkeit mit Ausschluss aller Arbeiten verbunden mit Zwangshaltun-
gen, insbesondere solchen des Oberkörpers, repetitiven Rotationsbelastungen 
des Oberkörpers, wiederholten oder dauernden Arbeiten mit den Armen in und 
über der Horizontalen. Entsprechende Tätigkeiten könne die Versicherte rein 
theoretisch aus rheumatologischer Sicht aktuell vollschichtig ausüben. Mass-
nahmen, die zu einer durchgreifenden Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aus 

13

rheumatologischer Sicht führen würden, könnten nicht genannt werden, da die 
Arbeitsfähigkeit unter anderem auch aufgrund der anatomischen Normvariante 
eingeschränkt sei und bleibe.

3.3.3 Am 16. Februar 2021 wurde die Beschwerdeführerin durch Dr.med. 
N.________ psychiatrisch untersucht. Dr.med. N.________ erhebt als Diagno-
sen:

Mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:

1. Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig weitgehend remittiert (lCD-10 
F33.4)

2. Leistungsorientierte, pflichtbewusste, selbstunsichere Persönlichkeitszüge 
(ICD-10 Z73.0)

3. Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (lCD-10 F45.4) nach mehreren Un-
fällen

Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:

4. Sonstige negative Kindheitserlebnisse (Z61.8) mit Status nach Gewalterfahrung 
und emotionaler Deprivation in der Kindheit

Unter dem Titel Inkonsistenzen führte er aus, die Beschwerdeführerin habe zwei 
Stunden Untersuchung durchgehalten nach selbständiger Anreise mit dem Auto 
nach Basel, wobei ihre Vigilanz und Konzentrationsfähigkeit doch sehr gut seien, 
was zumindest auf eine mögliche lnkonsistenz hindeute. Diese sei allerdings vor 
ihrer Persönlichkeitsstruktur zu werten (so zeige sie deutliche leistungsorientierte, 
pflichtbewusste, anankastische Persönlichkeitszüge; Befunderhebung S. 90). Es 
müsse psychiatrisch klar berücksichtigt werden, dass die Versicherte nicht jam-
mere, nicht aggraviere und auch nicht eine Verdeutlichungstendenz ihrer Sym-
ptome zeige. Der enorme Leistungsdruck der Beschwerdeführerin an sich selbst, 
die innere Pflicht quasi funktionieren zu müssen, weswegen der sichtbare Lei-
densdruck nicht so offensichtlich werde, sei zu berücksichtigen. Dr.med. 
N.________ vermutet, dass sie in doch komplexerer und gewalttätig erlebter 
Kindheit gelernt habe, sich zusammenzunehmen und sich ja nichts anmerken zu 
lassen. 

Dr.med. N.________ betont die schwierige Kindheit, die angeborenen körperli-
chen Beeinträchtigungen, die doch auch vielen erlebten Unfälle, wobei sich die 
Beschwerdeführerin immer wieder übermässig verausgabt und beansprucht ha-
be. Sie stehe nach dem erneuten Trauma 2017, vor allem nach dem Herzstill-
stand 2019 vor einem erneuten grossen Berg, den sie bewältigen müsse, im 
gleichzeitigen Wissen, dass sie sich nicht mehr überfordern, nicht mehr unter 
Druck setzen dürfe, weil sie erneut mit diversesten Symptomen reagieren werde. 
Dr.med. N.________ empfahl daher, dass sie aktuell nur Teilzeit wieder ins Be-

14

rufsleben einsteige mit erneuten beruflichen Massnahmen. Sie brauche Scho-
nung, ein empathisches schonungsvolles Vorgehen. In der bestehenden Tätig-
keit in der Bezirksverwaltung, einem Multitaskingumfeld, beurteilte er die Be-
schwerdeführerin als nicht mehr arbeitsfähig. In einer angepassten Tätigkeit sei 
sie noch 4 Stunden täglich ohne Verminderung des Rendements einsetzbar, wo-
bei sie nicht in Hektik arbeiten sollte und keine Führungsfunktion einnehmen und 
keine Schichtarbeit leisten sollte. Medizinische Massnahmen, welche das qualifi-
zierte Schmerzerleben aufzuheben vermöchten, könnten nicht genannt werden. 
Es handle sich um eine komplexe Schmerzfehlentwicklung, die auf einige Unfälle 
zurückgehe; die diversen Unfälle, welche sie erlitten habe, hätten schon früher zu 
ganz ähnlichen Symptomkomplexen und Beschwerden geführt, die quasi durch 
das Trauma von 2017 reaktiviert worden seien.

3.3.4 Die neurologische Untersuchung durch Dr.med. D.________ erfolgte am 
17. Februar 2021 (Gutachten S. 100 ff.). Diagnosen ohne Einfluss auf die Ar-
beitsfähigkeit nennt er keine; als neurologische Diagnosen mit Einfluss auf die 
Arbeitsfähigkeit listet Dr.med. D.________ auf:

Chronisches Schmerzsyndrom mit somatischen und psychischen Faktoren
- Chronisches zervikogenes Schmerzsyndrom mit

o tendomyotischem Cervicalsyndrom
• zervikothorakaler und zervikozephaler Ausdehnung und armbetonten 

Schmerzen aller Gliedmassen
o bei:

- kongenitaler HWS-Pathologie mit Blockwirbelbildung HWK2/3 und HWK6/7
- St.n. Reitunfall im Teenageralter mit mutmasslichem Stauchungs-/Abknick-

Trauma der HWS
- St.n. Unfall 04/1997 mit Kopfprellung und indirektem HWS-Trauma
- Anamnestisch St.n. HWS-Distorsion bei Heckauffahrkollision, wahrschein-

lich 2010
- St.n. HWS-Distorsion bei Heckauffahrkollision vom 24.09.2017 

- ohne zerebrale Verletzungsbeteiligung im Sinne einer Commotio cere-
bri/MTBI

- Klinisch-neurologisch kein Nachweis eines zervikoradikulären Reiz- und Aus-
fallsyndroms, kein Nachweis einer Rückenmarks-Funktionsstörung

Gemäss Dr.med. D.________ stehen im Vordergrund zervikogene Beschwerden 
und Funktionseinschränkungen, die im Zusammenhang mit einem am 24. Sep-
tember 2017 erlittenen Verkehrsunfall mit HWS-Distorsion geltend gemacht wür-
den. Aufgrund der anamnestischen Schilderung und der Aktenlage handle es 
sich bei diesem Unfall um ein kraniozervikales Beschleunigungstrauma ohne 
Kopfanprall, also ohne Abknickverletzung der HWS und auch ohne Hinweise für 
eine zerebrale Verletzungsbeteiligung (keine Erinnerungslücke, kein Bewusst-

15

seinsverlust). Chronologisch seien unmittelbar mit dem Unfall einsetzende Na-
cken- und Kopfschmerzen dokumentiert. Den Berichten der erstbehandelnden 
Ärzte sei keine Graduierung nach Quebec Task Force zu entnehmen; Dr.med. 
D.________ geht aufgrund der Untersuchungsberichte von einem kraniozervika-
len Beschleunigungstrauma QTF I (Nackenbeschwerden, Nackensteifigkeit) oder 
II (Nackenbeschwerden, Muskelverspannung, Bewegungseinschränkung) aus; 
für ein höhergradiges fehlten jegliche Hinweise, namentlich auch an neurologi-
schen Untersuchungen. 

Gemäss Dr.med. D.________ liegt bei der Beschwerdeführerin ein chronisches 
zervikogenes Schmerzsyndrom, anhaltend seit dem Verkehrsunfall vom 24. Sep-
tember 2017 vor. Es bestehe ein Vorzustand mit kongenitaler Malformation im 
Bereich der Halswirbelsäule sowie wiederholten Traumatisierungen der Halswir-
belsäule. Von den vorgängigen Verletzungen habe sich die Beschwerdeführerin 
in unterschiedlichen Zeiträumen jedoch stets wieder erholt und wieder volle Ar-
beitsfähigkeit erlangt. Aktuell persistiere eine eingeschränkte Beweglichkeit und 
Belastbarkeit des Achsenskeletts. Radiologisch seien moderate degenerative 
HWS-Veränderungen dokumentiert. Klinisch-neurologisch lasse sich weder ein 
zervikoradikuläres Reiz- und Ausfallssyndrom, noch eine medulläre Funktions-
störung nachweisen. Gegenwärtig bestehe jedoch ein tendomyotisches Syndrom 
der Nacken- und Schultergürtel-Muskulatur.

Hinsichtlich der Auswirkungen der erhobenen Befunde und Diagnosen besteht 
gemäss Dr.med. D.________ eine reduzierte Belastbarkeit des Achsenskeletts. 
Mutmasslich habe schon von Geburt an eine verminderte Belastbarkeit der 
Halswirbelsäule bestanden, indem sie vermutlich für körperlich schwere und häu-
fig mittelschwere Arbeiten nie geeignet gewesen sei. Im Gefolge des letzten Un-
falls sei es zu einer weiteren Belastbarkeitsreduktion der Halswirbelsäule ge-
kommen. Körperlich schwere und mittelschwere Tätigkeiten seien nicht zumut-
bar. Ungeeignet seien ferner Verrichtungen in vorwiegend einseitiger Körperhal-
tung, insbesondere auch Verrichtungen mit repetitiven Drehbewegungen des 
Oberkörpers und des Kopfs sowie repetitiven Überkopfstellungen der Arme.

Das Verhalten der Beschwerdeführerin beurteilte Dr.med. D.________ als 
adäquat; keine Hinweise auf Selbstlimitierung, Verdeutlichung oder gar Aggrava-
tion. Eine Diskrepanz sieht er zwischen der geltend gemachten hohen Schmer-
zintensität und den daraus resultierenden weitreichenden Funktionseinschrän-
kungen einerseits und dem Habitus und spontanen Bewegungsverhalten ander-
seits, welche dieses massive Schmerzerleben und die Bewegungseinschränkun-
gen nicht zwangslos nachvollziehen liessen. Aus neurologischer Sicht sei dies 
jedoch nicht einer Selbstlimitierung, Verdeutlichung oder Aggravation geschuldet, 

16

sondern mit einer erschwerten Schmerzverarbeitung zu erklären. Es handle sich 
um eine Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren.

Die Frage nach der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit beantwortete 
Dr.med. D.________ derart, dass aus rein somatisch-neurologischer Sicht die 
zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Kanzleimitarbeiterin angesichts der vorwiegend 
einseitigen Körperhaltung und den selten auch mit der Tätigkeit einhergehenden 
ungeeigneten Hebe- und Tragebelastungen nicht optimal sei. Unter Berücksichti-
gung der beschriebenen Funktionseinschränkungen sei in dieser Tätigkeit mit 
neurologischen Faktoren eine Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
von 30% zu attestieren. Arbiträr könne im Anschluss an den Unfall vom 24. Sep-
tember 2017 eine vorübergehende 100% AUF während sechs bis maximal neun 
Monaten attestiert werden. Ab April 2018 sei die schrittweise Wiederaufnahme 
neurologisch zumutbar gewesen. Ab Juli 2018 sei neurologisch in der ange-
stammten Tätigkeit eine Einschränkung der Arbeits-/Leistungsfähigkeit von 30% 
anzunehmen.

Eine angepasste Tätigkeit sollte gemäss Dr.med. D.________ körperlich wech-
selbelastend ausgeübt werden können; Tätigkeiten mit vorwiegend einseitiger 
Körperhaltung seien ebenso zu vermeiden wie auch häufige unphysiologische 
Körperhaltungen, beispielsweise mit repetitiver Überkopfstellung der Arme, repe-
titiven Drehbewegungen des Rumpfs und häufig vorgeneigter Haltung des 
Oberkörpers. In einer diesen Kriterien angepassten Tätigkeit bestehe aus neuro-
logischer Sicht eine vollschichtige Arbeitsfähigkeit. Schmerzbedingt sei ein er-
höhter Pausenbedarf einzuräumen, mit resultierender Einschränkung der Leis-
tungsfähigkeit von 10%. Zum retrospektiven zeitlichen Verlauf dieser Einschät-
zung würden die gleichen Überlegungen wie für die angestammte Tätigkeit gel-
ten.

Was die weiteren medizinischen Massnahmen anbelangt, so hielt Dr.med. 
D.________ die Weiterführung der physiotherapeutischen Behandlung als emp-
fehlenswert. Problematisch sei der tägliche hohe Schmerzmittelgebrauch von 
5x500mg Novalgin, der zu Gunsten einer zentral schmerzdistanzierenden Medi-
kation reduziert werden solle. Ob sich im Verlauf eine erfolgreiche Wiedereinglie-
derung realisieren lasse, sei ungewiss; unter somatisch-neurologischen Ge-
sichtspunkten sei es möglich; die Prognose hänge massgeblich auch von der 
psychiatrischen Beurteilung, beziehungsweise vom psychiatrischen Verlauf ab. 

3.3.5 Schliesslich beurteilten die drei Gutachter die UV-Zusatzfragen der Vor-
instanz (Gutachten S. 135 ff.), wobei keine Konsensbeurteilung formuliert wurde, 
sondern je Antworten aus allgemeinmedizinischer, rheumatologischer, neurologi-
scher und psychiatrischer Sicht gegeben wurden. 

17

Zu sämtlichen Fragen wurde aus allgemeinmedizinischer Sicht festgehalten, die 
internmedizinische Problematik habe nichts mit dem Unfall vom 24. September 
2017 zu tun, so dass die Frage(n) nicht beantwortet würde(n). Damit wurde - zu-
mindest implizit - auch eine mindestens Teilursache für die kardiologische Pro-
blematik mit Tako-Tsubo-Syndrom verneint.

Im Übrigen, d.h. aus rheumatologischer, neurologischer und psychiatrischer Sicht 
wurde - je bezogen auf das Fachgebiet - zusammenfassend festgehalten, das 
Unfallereignis vom 24. September 2017 habe mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen geführt. Es lägen verschiedene 
relevante Vorzustände vor, wobei das Ereignis zu einer vorübergehenden Ver-
schlechterung geführt habe. Auch wird bestätigt, dass die heute noch bestehen-
den Beschwerden zumindest teilweise noch auf das Ereignis zurückzuführen 
seien. Bislang habe ein status quo sine vel ante noch nicht erreicht werden kön-
nen. Es sei möglich, dass eine weitere Verbesserung mit Erreichen eines Status 
quo ante bzw. quo sine erreicht werden könne; ein Wahrscheinlichkeitsgrad oder 
ein Zeitpunkt könne jedoch nicht zuverlässig angegeben werden. Bezüglich Ge-
nese der Beschwerden gehen sowohl die Rheumatologin, als auch der Neurolo-
ge und der Psychiater von einer Schmerzstörung mit psychischen und somati-
schen Faktoren aus; die somatische Komponente spiele eine wesentliche, jedoch 
nicht ausschliessliche Rolle (Rheumatologie), aus neurologischer Sicht sei eine 
prozentuale Abgrenzung nicht möglich, und der Psychiater hält fest, unterdessen 
stehe die psychische Fehlverarbeitung deutlich im Vordergrund, obwohl soma-
tisch Grundbeeinträchtigungen vorlägen, die bereits als Geburtsgebrechen aner-
kannt worden seien.

Bezüglich Fortsetzung der ärztlichen Behandlung und namhafter Besserung der 
unfallbedingten gesundheitlichen Beeinträchtigungen gehen die Gutachter (ohne 
Allgemeinmedizin) davon aus, dass von gezielten Therapien noch eine Verbes-
serung erwartet werden dürfe, ohne dass namhafte Besserungen versprochen 
werden könnten. Eine abschliessende Beurteilung sei aus neurologischer Sicht 
nicht möglich, der Heilverlauf sei zu beobachten, eine Reevaluation nach zwei 
bis drei Jahren empfehlenswert. Aus rheumatologischer Sicht bestehe unter 
Berücksichtigung der rheumatologischen Befunde theoretisch bereits eine volle 
Arbeitsfähigkeit. Aus psychiatrischer Sicht könnte mit psychotherapeutischen 
Massnahmen die Arbeitsfähigkeit unfallbedingt wieder angehoben werden. 

Die Frage nach dem Zeitpunkt des Erreichens des Endzustandes wird internis-
tisch nicht beantwortet, aus rheumatologischer Sicht lässt sie sich aktuell nicht 
abschliessend beantworten, aus neurologischer Sicht lasse sich die Frage zwei 
bis spätestens drei Jahre nach der Begutachtung beurteilen und aus psychiatri-

18

scher Sicht dürfte der Endzustand mit überwiegender Wahrscheinlichkeit inner-
halb eines Jahres eingetreten sein. 

3.4.1 Am 21. Mai 2021 unterbreitete die Beschwerdeführerin der Vorinstanz Er-
gänzungsfragen zum Gutachten. Es sei offensichtlich, dass der Unfall überwie-
gend wahrscheinlich zumindest teilursächlich sei für die Herzbeschwerden. Der 
BEGAZ sei daher die Frage zu unterbreiten "Ist ein teilweiser Zusammenhang 
zwischen dem Tako-Tsubo-Syndrom (also den durch Stress ausgelösten Herz-
beschwerden) und dem Unfall und den daraus entstehenden Belastungen aus Ih-
rer Sicht überwiegend wahrscheinlich oder nicht?" (Vi-act. 731). Die Ergänzungs-
frage unterbreitete die Vorinstanz der BEGAZ am 16. Juni 2021 (Vi-act. 737). Da 
Dr.med. M.________ die Ergänzungsfrage nicht rechtsgenüglich beantworten 
könne, wurde nach Rücksprache mit den Parteien Dr.med. F.________ (FMH 
Kardiologie) beigezogen (Vi-act. 739, 745). Auf Rückfrage der BEGAZ hin präzi-
sierte die Beschwerdeführerin ihre Ergänzungsfrage am 27. August 2021 (Vi-act. 
750, 759). 

3.4.2 Am 13. September 2021 nahm Dr.med. F.________ für die BEGAZ Stel-
lung zur Ergänzungsfrage (Vi-act. 767). Es bestehe bei der Beschwerdeführerin 
ein Zustand nach Tako-Tsubo Kardiomyopathie und ein Zustand nach erhebli-
cher Stresssituation teilweise mit gesundheitlichen unfallbedingten Problemen 
aber auch Verlust des Arbeitsplatzes, wiederholten gesundheitlichen Rückschlä-
gen, Verlust der Wohnsituation und Probleme in der Beziehung. Es sei allgemein 
bekannt, dass insbesondere Frauen im mittleren bis höheren Alter unter erhebli-
chen Stresssituationen zu einer Tako-Tsubo Kardiomyopathie neigen könnten, 
wobei der Auslöser der Stresssituation mehr dem subjektiven Empfinden als den 
objektiven Bedingungen entspreche, allerdings ein zeitlicher Zusammenhang be-
stehen müsse. Insofern entscheide vor allem die Schwere des subjektiven Erle-
bens, ob ein Zusammenhang resp. ein Auslöser vermutet werden könne. Da bei 
der Beschwerdeführerin doch mehrere solche Faktoren zu einer sehr starken 
subjektiven Stresssituation geführt hätten, müsse ein Zusammenhang mit den 
Stressfaktoren (teilweise Unfall, aber auch unfallfremde Stressfaktoren) als sehr 
wahrscheinlich angesehen werden.

3.5.1 Am 16. Juni 2021 unterbreitete die Vorinstanz das BEGAZ-Gutachten (oh-
ne damals noch nicht vorliegende Stellungnahme Dr.med. F.________) der IB-
Bern GmbH mit der Bitte, das Gutachten auf seine Schlüssigkeit hin zu prüfen 
und auszuführen, zu welchem Zeitpunkt gemäss den Erhebungen der Gutachter 
von einer weiteren ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Ge-
sundheitszustandes mehr zu erwarten sei oder gewesen sei (Vi-act. 735). 

19

3.5.2 Mit Aktenbeurteilung vom 10. August 2021 gelangten Dr.phil. G.________ 
(Fachpsychologe für Neuropsychologie FSP) und Dr.med. H.________ (Facharzt 
für Psychiatrie und Neurologie) zum Schluss, aufgrund der medizinischen Akten 
erscheine es im Rahmen vorliegender Konstellation mit pathologischem Vorzu-
stand der HWS plausibel, dass der Unfall vom 24. September 2017 zu einer vor-
übergehenden Verschlechterung des Vorzustandes geführt habe, wobei - wie 
auch Dr.med. D.________ in seinem Teilgutachten ausgeführt habe - eine vor-
übergehende unfallbedingte Verschlechterung von sechs bis maximal neun Mo-
naten postuliert werden könne. Zur Begründung einer darüberhinausgehenden 
Verschlechterung lägen keine objektiven Befunde vor; alle länger anhaltenden 
Beschwerden seien überwiegend wahrscheinlich unfallfremd und auf den Vorzu-
stand zurückzuführen. Der medizinische Endzustand sei somit spätestens 9 Mo-
nate nach dem Unfall vom 24. September 2017 erreicht; eine unfallbedingte Ar-
beitsunfähigkeit könne ab dann nicht mehr begründet werden und entsprechend 
seien aus Sicht der Unfallfolgen keine weiteren medizinischen Behandlungen in-
diziert.

Die Beurteilung von Dr.med. D.________, wonach der status quo sine vel ante 
aus neurologischer Sicht im Untersuchungszeitpunkt nicht erreicht sei, wider-
spreche seinen eigenen Ausführungen. Er halte fest, der Unfall habe zu keinen 
neurologischen Funktionsstörungen geführt und radiologisch hätte keine Ver-
schlechterung der Vorbefunde im HWS-Bereich festgestellt werden können. Mit-
hin lägen überwiegend wahrscheinlich keine objektivierbaren organisch-
strukturellen gesundheitlichen Beeinträchtigungen vor, die auf den Unfall vom 24. 
September 2017 bezogen werden könnten, so dass der status quo sine vel ante 
spätestens 9 Monate nach dem Unfall als eingetreten betrachtet werden müsse. 

Aus psychiatrischer Sicht sei es möglich, dass der Unfall das Schmerzerleben 
der Beschwerdeführerin unter Berücksichtigung der früheren Erfahrungen vor-
übergehend reaktiviert habe. Der Herzstillstand 2019 habe jedoch Rehabilitati-
ons- und Eingliederungsbemühungen massgeblich negativ beeinflusst und damit 
etwaige psychische Folgen des Ereignisses vom 24. September 2017 überlagert. 
Aus psychiatrischer Sicht sei ein Endzustand nach dem Unfallereignis mit über-
wiegender Wahrscheinlichkeit innerhalb von 9 Monaten nach dem Ereignis ein-
getreten. 

3.6.1 Am 17. Februar 2022 erinnerte die Beschwerdeführerin die Vorinstanz, sie 
warte seit bald fünf Monaten auf eine neue Verfügung. Ohne Verfügung bis am 
21. März 2022 werde man Rechtsverzögerungsbeschwerde einreichen (Vi-act. 
780). Am 11. März 2022 informierte die Vorinstanz über einen Wechsel in der 

20

Fallbetreuung und kündigte eine Verfügung oder einen Vorgehensvorschlag bis 
Ende April 2022 an (Vi-act. 788).

3.6.2 Nachdem die Beschwerdeführerin am 30. März 2022 eine Verfügung bis 
15. April 2022 forderte, gewährte ihr die Vorinstanz am 12. April 2022 das rechtli-
che Gehör zum weiteren Vorgehen (Vi-act. 816, 817). Sie sei der Ansicht, dass 
der Sachverhalt gestützt auf das BEGAZ-Gutachten und die kardiologische Er-
gänzung nicht schlüssig geklärt sei. Diese Einschätzung werde durch die Stel-
lungnahme der IB-Bern vom 10. August 2021 bestätigt (welche man ihr bei die-
ser Gelegenheit zustellte). Die kardiologische Aktenbeurteilung von Dr.med. 
F.________ sei zu wenig begründet, namentlich um seine Einschätzung der 
Kausalität als sehr wahrscheinlich im Sinne einer überwiegenden Wahrschein-
lichkeit zu werten. Es sei daher eine erneute Begutachtung erforderlich, wobei ihr 
zu zwei vorgeschlagenen Gutachterstellen (Schulthess Klinik, GUTSO Zofingen) 
das rechtliche Gehör gewährt werde.

3.6.3 Mit Stellungnahme vom 13. Mai 2022 zeigte die Beschwerdeführerin für 
das ihres Erachtens unhaltbare Vorgehen der Vorinstanz kein Verständnis (Vi-act 
854). Zudem kritisierte sie die Stellungnahme der IB-Bern als fehlerhaft und 
gleichzeitig äusserte auch sie Kritik am BEGAZ-Gutachten, welches namentlich 
in der neurologischen Beurteilung mangelhaft sei. Diese enthalte nicht nachvoll-
ziehbare Aussagen, erwähne Befunde, die nicht weiter diskutiert würden und die 
Fehlanalyse/-beurteilung der Hauptproblematik führe konsekutiv zu einer Fehl-
einschätzung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit. Entsprechend unterbreitete sie 
der Vorinstanz zwei Vorgehensvorschläge: 1. Weiterleistung der Taggeldzahlun-
gen und Diskussion einer Ergänzung des BEGAZ-Gutachtens durch eine neuro-
logische und wirbelsäulenchirurgische Ergänzungsbegutachtung bei der Schul-
thess Klinik oder 2. beharren auf einer umfassenden Neubegutachtung mit 
Nichtbezahlung des Taggeldes mittels anfechtbarer Verfügung, welche die Be-
schwerdeführerin dann gerichtlich prüfen lassen werde.

3.7 In der Folge holte die E.________ weitere Arztberichte, namentlich im Zu-
sammenhang mit der kardiologischen Problematik vom Oktober 2019, ein (Vi-act. 
861 ff.; Berichte Stadtspital Triemli, Hospitalisation vom 24.10.2019 bis 
13.11.2019, Vi-act. 863 ff., 880 ff., 898 ff., 971 ff., 980 ff.; Reha Seewis, stationä-
re Rehabilitation vom 13.11.2019 bis 20.11.2019 und 6.12.2019 bis 30.1.2020, 
Vi-act. 874 ff., 908 ff.; Spital Schiers, Hospitalisation 20.11.2019 bis 21.11.2019, 
Vi-act. 892 ff.; functiomed GmbH, Krankengeschichte ambulante Behandlung ab 
30.11.2017; Vi-act. 928 ff.).

21

3.8 Am 4. Oktober 2022 forderte die Beschwerdeführerin von der Vorinstanz 
die Wiederaufnahme der Taggeldleistungen innert 10 Tagen, andernfalls man 
den Anspruch gerichtlich einfordern werde (Vi-act. 987).

Mit Schreiben vom 13. Oktober 2022 nahm die Vorinstanz Stellung zu den Vor-
schlägen der Beschwerdeführerin vom 13. Mai 2022 (vgl. oben E. 3.6.3). Ge-
stützt auf die Akten bestünden erhebliche Zweifel, ob die Beschwerdeführerin 
Anspruch auf Versicherungsleistungen der Unfallversicherung habe. Das BE-
GAZ-Gutachten sei nicht schlüssig und teilweise widersprüchlich. Der Sachver-
halt sei nicht rechtsgenüglich abgeklärt; auf das Gutachten könne nicht abgestellt 
werden. Die vom Bundesgericht geforderte Entscheidgrundlage eines polydiszi-
plinären Gutachtens liege gerade nicht vor. Es dränge sich eine Neubegutach-
tung auf. Da erhebliche Zweifel an der Leistungspflicht bestünden, könnten auch 
die geforderten Taggelder nicht geleistet werden, welche später allenfalls 
zurückgefordert werden müssten. Aktuell könne keine Verfügung erlassen und 
auch kein Taggeld gezahlt werden. Damit der Fall überhaupt rechtsgenüglich be-
urteilt werden könne, benötige die Vorinstanz eine Grundlage in Form eines 
schlüssigen und verwertbaren Gutachtens. Man sei auf der Suche nach einer 
geeigneten Gutachterstelle, was sich aufgrund der Komplexität des Falles als 
nicht einfach erweise (Vi-act. 997). 

3.9 Am 13. Oktober 2022 ersuchte die Vorinstanz die Cardio Bern um eine 
fachärztliche Stellungnahme zur Kausalität sowie Ausführungen zur Schlüssigkeit 
der ärztlichen Stellungnahmen hinsichtlich Zusammenhang zwischen dem Tako-
Tsubo-Syndrom und den aus dem Unfall entstandenen gesundheitlichen Beein-
trächtigungen sowie der Stellungnahme BEGAZ vom 13. September 2021 (Vi-
act. 1000). 

Am 13. Januar 2023 nahmen Dr.med. R.________ (FMH Kardiologie) und 
Dr.med. S.________ (FMH Kardiologie) Stellung. Ein Tako-Tsubo-Syndrom kön-
ne nach psychischen als auch physischen Triggern auftreten; entscheidend sei 
ein unmittelbarer zeitlicher Zusammenhang. Vorliegend sei das Tako-Tsubo-
Syndrom wahrscheinlich durch die anlässlich der Hospitalisation vom 24. Oktober 
2019 bis 13. November 2019 festgestellten, möglicherweise zusammenhängen-
den akuten Diagnosen provoziert. Ein Zusammenhang mit den aus dem Unfall 
entstandenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen sei unwahrscheinlich, da kein 
unmittelbarer zeitlicher Zusammenhang erkennbar sei. Die Stellungnahme BE-
GAZ vom 13. September 2021 sei nicht widerspruchfrei und nicht schlüssig (Vi-
act. 1083).

22

3.10 Gegen die von der Vorinstanz vorgesehene "Nichterledigung des Falles" 
erhob die Beschwerdeführerin am 21. Oktober 2022 Einsprache [sic] (Vi-act. 
1009). 

Am 16. Dezember 2022 unterbreitete die Vorinstanz der Beschwerdeführerin den 
Vorschlag der ABI GmbH, Basel (Innere Medizin, Orthopädie, Neurologie, Psych-
iatrie, Kardiologie), sowie der PMEDA, Zürich (ohne Innere Medizin), als mögli-
che Gutachterstellen sowie den Entwurf eines Fragenkatalogs. Es wurde ihr eine 
10tägige Frist zur Stellungnahme eingeräumt (Vi-act. 1059, 1064).

Mit Schreiben vom 16. Januar 2023 betonte die Beschwerdeführerin, Anspruch 
auf eine anfechtbare Verfügung zu haben, namentlich, wenn eine Zweitbegutach-
tung veranlasst werde. Sobald die vollständigen Akten vorlägen, werde man eine 
Rechtsverweigerungsbeschwerde einreichen (Vi-act. 1085).

Am 27. Januar 2023 unterbreitete die Vorinstanz der Beschwerdeführerin einen 
Einigungsversuch. Neben den zwei bereits genannten Gutachterstellen könne sie 
zusätzlich auch die GUTSO vorschlagen (Orthopädie, Neurologie, Psychiatrie 
und Kardiologie). Zwischenzeitlich habe sie sodann eine kardiologische Beurtei-
lung erhalten, welche man der Beschwerdeführerin ebenfalls zur Verfügung stelle 
(vgl. oben E. 3.9). Dergemäss sei das Tako-Tsubo-Syndrom nicht überwiegend 
wahrscheinlich durch die aus dem Unfall entstandenen gesundheitlichen Beein-
trächtigungen verursacht. Erneut wurde ihr eine 10tägige Frist zur Stellungnahme 
eingeräumt (Vi-act. 1086).

Am 30. Januar 2023 teilte die Beschwerdeführerin der Vorinstanz mit, Rechts-
verzögerungsbeschwerde eingereicht zu haben (Vi-act. 1110; vgl. hierzu oben 
E. 2). 

4.1 Mit der Zwischenverfügung vom 17. Februar 2023 begründet die Vor-
instanz ihr Vorgehen (Vi-act 1131). Sie verweist dabei auf die ihr obliegende Un-
tersuchungspflicht (Art. 43 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] vom 6.10.2000), welche so lange 
dauere, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen 
Tatsachen hinreichende Klarheit bestehe. 

Die BEGAZ-Gutachter würden sich in keiner Weise mit bereits vorliegenden Be-
urteilungen auseinandersetzen; es fehle jegliche Würdigung anderslautender 
ärztlicher Beurteilungen. Auch fehle eine nachvollziehbare Begründung, weshalb 
fast dreieinhalb Jahre nach dem Unfall trotz fehlender neurologischer Funktions-
störungen durch das Unfallereignis vom 24. September 2017 und trotz fehlender 
radiologisch ausgewiesener Verschlechterung der Vorbefunde im Bereich der 
HWS ein status quo sine vel ante noch nicht eingetreten sein solle. Zudem fehle 

23

eine schlüssige und nachvollziehbare Begründung, weshalb fast dreieinhalb Jah-
re nach dem Unfall aus neurologischer Sicht auch der Endzustand noch nicht er-
reicht sein solle und es noch zwei bis drei Jahre dauern solle bis dieser erreicht 
werde, obwohl neurologisch lediglich noch von einer Arbeitsunfähigkeit von 10% 
ausgegangen werde und dies bereits neun Monate nach dem Unfallereignis. Und 
schliesslich bestünden unterschiedliche Aktenbeurteilungen zur Frage der Kau-
salität der kardiologischen Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin. Es sei 
daher eine Neubegutachtung notwendig.

4.2 Ihr Vorgehen begründete die Vorinstanz zudem in der Vernehmlassung zur 
Rechtsverweigerungsbeschwerde (Vernehmlassung vom 1.3.2023 Rz. 13 ff., 
Verfahren I 2023 7). Rechtsprechungsgemäss dürfe bei Vorliegen eines Gutach-
tens nur dann ein Zweitgutachten eingeholt werden, wenn schwerwiegende 
Mängel vorlägen; andernfalls seien der Gutachterstelle Ergänzungsfragen zu un-
terbreiten. Die Beschwerdeführerin selbst anerkenne, dass das BEGAZ-Gutach-
ten beileibe nicht perfekt, sondern mängelbehaftet sei. Dennoch sei es gemäss 
ihr zu berücksichtigen, was in sich ein Widerspruch sei. Demgegenüber zeigt sich 
die Vorinstanz überzeugt, dass das BEGAZ-Gutachten derart mangelhaft ist, 
dass eine Heilung durch Ergänzungsfragen ausgeschlossen sei. Die Vorinstanz 
vertritt die Ansicht, Dr.med. D.________ widerspreche sich hinsichtlich Arbeits-
fähigkeit und Erreichen des status quo sine vel ante, Dr.med. M.________ defi-
niere sich widersprechende Arbeitsfähigkeiten und Dr.med. N.________ gehe als 
einziger auf das Ereignis des Herzstillstandes ein, das er zum einen als bedeu-
tend für die bestehenden Beeinträchtigungen bezeichnet, anderseits eine Unfall-
kausalität kategorisch ausschliesse; die Frage sei indes durch einen Herzspezia-
listen zu beantworten. In all den zentralen Fragen wie Kausalität, Arbeitsfähigkeit 
und Endzustand sei das BEGAZ-Gutachten derart widersprüchlich, dass eine 
Heilung durch Ergänzungsfragen ausgeschlossen und eine Neubegutachtung 
notwendig sei.

4.3 Demgegenüber bestreitet die Beschwerdeführerin die Notwendigkeit und 
Rechtmässigkeit einer Neubegutachtung. Das BEGAZ-Gutachten sei zwar nicht 
makellos. Mittels Ergänzungsfragen könne jedoch Klarheit geschaffen werden. 
Soweit die Vorinstanz (in der Vernehmlassung zur Rechtsverweigerungsbe-
schwerde) im BEGAZ-Gutachten Widersprüche und nicht nachvollziehbare, un-
schlüssige Begründungen ausmache, so basiere dies auf Fehlinterpretationen. 
Dr.med. D.________ begründe allseits schlüssig und halte namentlich fest, so-
weit Beschwerden neurologisch nicht objektivbar seien, würden die Beeinträchti-
gungen massgeblich vom psychischen Heilverlauf, von der psychischen Verfas-
sung abhängen; er verweise mehrfach auf diesen Zusammenhang, weshalb sei-

24

ne Ausführungen schliesslich nachvollziehbar und schlüssig seien. Was das 
Gutachten von Dr.med. M.________ anbelange, so habe diese zwei Teilgutach-
ten verfasst, nämlich ein internmedizinisches und ein rheumatologisches und sie 
sei je zu eigenständiger Beurteilung gelangt; Widersprüche lägen keine vor. Zu-
dem erwähne auch sie die Massgeblichkeit von somatischen und psychischen 
Faktoren für den Heilverlauf. Auch das Teilgutachten von Dr.med. N.________ 
basiere auf ausführlicher Anamnese und Auseinandersetzung der Vorakten; er 
greife auch Inkonsistenzen auf und rechtfertige diese nachvollziehbar. Er setze 
sich schlüssig mit den Vorzuständen und den Unfallfolgen auseinander und ge-
lange nachvollziehbar zum Schluss, ein status quo ante könne ebenso wenig an-
genommen werden wie ein status quo sine. Die entsprechenden Vorwürfe der 
Vorinstanz seien falsch. Beweiswertig sei auch die Beurteilung von Dr.med. 
F.________ (kardiologische Ergänzung BEGAZ-Gutachten). Er gehe auf mögli-
che Auslöser des Tako-Tsubo-Syndroms ein, verweise auf die Stresssituation der 
Beschwerdeführerin, die auch unfallbedingt sei und schliesse daraus nachvoll-
ziehbar, dass der Unfall mit hoher Wahrscheinlichkeit als Teilursache des kardia-
len Schocks zu betrachten sei. Insgesamt vermöge die Aktenbeurteilung der IB-
Bern keine ernsthaften Zweifel an der BEGAZ-Begutachtung zu erwecken. IB-
Bern fasse die Erkenntnisse des BEGAZ-Gutachtens unvollständig zusammen. 
Auch gehe IB-Bern nicht auf die im gesamten Gutachten wiederholt geäusserte 
Feststellung ein, die teilweise nicht mehr objektivierbare Schmerzakzentuierung 
würde entscheidend von der psychischen Verfassung abhängen. Die Beurteilung 
sei unvollständig. 

Insgesamt rechtfertige es sich nicht, das BEGAZ-Gutachten als beweisuntauglich 
zu qualifizieren und ein zweites Gutachten als second opinion einzuholen. 
Gemäss Rechtsprechung beinhalte Art. 43 ATSG nicht das Recht des Versiche-
rers, eine second opinion zum bereits in einem Gutachten festgestellten Sach-
verhalt einzuholen, wenn ihm dieser nicht passe. Bei tatsächlich begründeter Kri-
tik am Gutachten, sei diese mittels Ergänzungsfragen zu klären. 

5.1 Mit Urteil BGer 8C_548/2020 vom 18. Dezember 2020 wurde die Vor-
instanz angehalten, ein polydisziplinäres Gutachten einzuholen. Sie hat sich in 
der Folge einer durch die SVA Zürich im Rahmen des IV-Verfahrens in Auftrag 
gegebenen Begutachtung angeschlossen und der Gutachterstelle BEGAZ eigene 
Zusatzfragen unterbreitet, welche diese am 8. März 2021 beantwortete. Am 
13. September 2021 wurden Ergänzungsfragen betreffend Tako-Tsubo-Syndrom 
beantwortet. Mithin liegt unbestrittenermassen ein polydisziplinäres Gutachten 
vor. 

25

5.2 Die für die Beurteilung des Leistungsanspruchs von Amtes wegen durchzu-
führenden Abklärungen nach Art. 43 ATSG beinhalten nicht das Recht des Ver-
sicherungsträgers, eine second opinion zu dem bereits in einem Gutachten fest-
gestellten Sachverhalt einzuholen, wenn dieser nicht seinen Vorstellungen ent-
spricht (BGE 141 V 330 E. 5.2). Entscheidend für die Frage, ob weitere Ab-
klärungen angeordnet werden können und müssen, ist, inwieweit die bereits vor-
liegenden Gutachten die von der Rechtsprechung gestellten inhaltlichen und be-
weismässigen Anforderungen erfüllen (Urteile BGer 8C_604/2021 vom 25.1.2022 
E. 8; 9C_57/2019 vom 7.3.2019 E. 3.2; VGE I 2019 8 vom 19.6.2019 E. 1.6.2).

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Gutachtens ist entscheidend, ob dieses für 
die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht (was 
eine reine Aktenbegutachtung nicht ausschliesst; Urteil BGer 9C_309/2015 vom 
27.10.2015 E. 1), die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusam-
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob 
die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den 
Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch 
die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als 
Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; BGE 125 V 351 E. 3a; Urteil 
BGer 9C_184/2018 vom 24.4.2018 E. 2.2).

5.3 Vorliegend hat sich die Vorinstanz der durch die Invalidenversicherung in 
Auftrag gegebenen Begutachtung der Beschwerdeführerin mit eigenen Zusatz-
fragen angeschlossen. Dies ist nicht zu beanstanden, soweit die unfallspezifi-
schen Gesichtspunkte ebenfalls von medizinischen Experten beurteilt werden. Es 
kann dies in einem Gutachten oder in einem ergänzenden Bericht erfolgen, so-
fern die grundsätzlichen Anforderungen der Rechtsprechung an beweiskräftige 
Berichte erfüllt sind (vgl. Urteil BGer 8C_151/2019 vom 20.8.2019 E. 6.2.1).

In der konkreten Ausführung der vorliegenden Begutachtung allerdings kann 
nicht von der Hand gewiesen werden, dass gewisse Unklarheiten des BEGAZ-
Gutachtens aus der Tatsache rühren, dass der eigentliche Gutachtenauftrag von 
der Invalidenversicherung stammt und die Unfallversicherung Zusatzfragen stell-
te. Zwar nennt das Titelblatt des Gutachtens die Vorinstanz als Auftraggeberin 
(Vi-act. 571) und auch einleitend wird auf den Auftrag vom 22. Januar 2021 ver-
wiesen (Vi-act. 574 und 399, 402). In den Teilgutachten wird dann als Auftragge-
berin die SVA Zürich genannt (vgl. Vi-act. 589, 610, 636, 670). Unklar ist auch, 
ob auch die Vorinstanz die BEGAZ mit unfallspezifischen Akten bediente oder 
nicht, werden solche doch nicht genannt (oder als "evtl. UV-Akten"). Sodann rich-
tet sich der Aufbau des Gutachtens resp. der Teilgutachten nach der von der 

26

SVA Zürich vorgegebenen Gliederung (vgl. Vi-act. 381). Dies gilt insbesondere 
auch für die fallspezifische Fragenbeantwortung (Ziff. 8 je Teilgutachten) betref-
fend Arbeitsfähigkeit und medizinische Massnahmen und Therapien mit Auswir-
kungen auf die Arbeitsfähigkeit. Die Antworten unter Ziff. 8 der Teilgutachten 
vermitteln denn auch den Eindruck, dass die Fragen der Arbeitsfähigkeit der Be-
schwerdeführerin resp. der medizinischen Massnahmen ganzheitlich im Sinne 
des Auftraggebers IV-Stelle beantwortet werden, d.h. losgelöst der Frage, was 
krankheitsbedingt und was mit Blick auf das Ereignis vom 24. September 2017 
unfallbedingt ist. Mithin ist allein aus den Teilgutachten für den Unfallversicherer 
nicht nachvollziehbar, welche Schlüsse der Unfallversicherer aus den Beurteilun-
gen der Teilgutachten unter Ziff. 8 (hinsichtlich Arbeitsfähigkeit und medizinische 
Massnahmen) ziehen kann. Kommt hinzu, dass die Vorinstanz keine Zusatzfrage 
formulierte, welchen Einfluss ausschliesslich die Unfallfolgen für die Arbeitsfähig-
keit haben. Aus dieser Unklarheit resultieren bisweilen die angesprochenen Un-
bestimmtheiten und Widersprüche. 

5.4 Auffallend ist sodann, dass gemäss Auftrag der SVA Zürich eine interdiszi-
plinäre Gesamtbeurteilung, eine Konsensbeurteilung erwartet wurde (vgl. Vi-act. 
385). Eine solche liegt nicht vor. Vielmehr folgt nach den vier Teilgutachten direkt 
die Beantwortung der Zusatzfragen der Vorinstanz (Gutachten S. 135 ff.; Vi-act. 
705 ff.). Zudem werden auch diese Fragen wiederum durch jeden Gutachter ei-
genständig beantwortet; eine Gesamtbetrachtung fehlt (die Allgemeinmedizinerin 
beantwortet gar nicht). Daran ändert der das Gutachten abschliessende Satz, 
wonach die Einschätzung durch alle involvierten Gutachter gemeinsam erfolgt 
sei, nichts (vgl. Vi-act. 718). 

Es fehlt somit an einer interdisziplinären Gesamtbetrachtung und integrierten, 
konsensuellen Gesamteinschätzung und Beantwortung der relevanten Fragestel-
lung (vgl. Ebner et al., Leitlinien zur Konsensbeurteilung bei bi- und polydiszi-
plinären Begutachtungen in der Versicherungsmedizin, SZS 2021, S. 132 ff.; 
Weber, Hürden und Hilfen bei der richterlichen Würdigung von medizinischen 
Gutachten, JaSo 2020, S. 197 ff.). Zweck interdisziplinärer Gutachten ist es, alle 
relevanten gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu erfassen und die sich daraus 
je einzeln ergebenden Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit in ein Gesamter-
gebnis zu fassen (BGE 137 V 210 E. 1.2.4). Der abschliessenden, gesamthaften 
Beurteilung von Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit kommt damit dann 
grosses Gewicht zu, wenn sie auf der Grundlage einer Konsensdiskussion der an 
der Begutachtung mitwirkenden Fachärzte erfolgt. Eine solche zusammenfas-
sende Beurteilung auf der Grundlage einer Konsensdiskussion der einzelnen 
Gutachter oder unter Leitung eines fallführenden Arztes zur Zusammenführung 

27

und Darlegung der Ergebnisse aus den einzelnen Fachrichtungen ist gemäss 
Rechtsprechung ideal, aber nicht zwingend. Das Abstellen auf ein polydiszi-
plinäres Gutachten ist daher nicht bereits deshalb bundesrechtswidrig, weil keine 
abschliessende Konsensdiskussion stattgefunden hat. Die Frage, ob ein Gutach-
ten beweiskräftig ist oder nicht, beurteilt sich im konkreten Einzelfall danach, ob 
sich gestützt auf die Expertise die rechtsrelevanten Fragen beantworten lassen 
oder nicht (BGE 143 V 124 E. 2.2.4).

5.5 Für die Frage der Rechtmässigkeit einer Neubegutachtung ist damit ent-
scheidend, ob sich gestützt auf die Teilgutachten die rechtsrelevanten Fragen 
beantworten lassen oder nicht.

5.5.1 Die Internistin Dr.med. M.________ anerkennt allgemeininternistische Dia-
gnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (Vi-act. 606; oben E. 3.3.1), spricht 
diesen aber zum einen die Unfallkausalität ab (weshalb sie auch die Zusatzfra-
gen der Vorinstanz nicht beantwortete) und zum andern ist die Beschwerdeführe-
rin auch mit diesen Diagnosen in jeder leichten, wechselbelastenden Tätigkeit ab 
Ende Februar 2020 aus internmedizinischer Sicht voll arbeitsfähig, so auch in der 
angestammten Tätigkeit in der C.________. Auch bestehen aus allgemeinmedi-
zinischer Sicht keine medizinischen Massnahmen mit Auswirkungen auf die Ar-
beitsfähigkeit.

Ob das Tako-Tsubo-Syndrom nicht doch durch (auch) unfallbedingte Stressbe-
lastung (mit-)verursacht wurde, konnte Dr.med. M.________ nach eigener Aus-
kunft nicht rechtsgenüglich beantworten, weshalb die Ergänzungsfrage Dr.med. 
F.________ unterbreitet wurde. Dieser gelangte zum Schluss, ein Zusammen-
hang mit den (teilweise unfallbedingten) Stressfaktoren müsse als sehr wahr-
scheinlich angesehen werden (Vi-act. 768). Ohne die Beweiswertigkeit dieser 
Stellungnahme zu beurteilen, muss festgestellt werden, dass wenn sie zutrifft, die 
internistische Sicht in der Beantwortung der Zusatzfragen UV gänzlich und zu 
Unrecht unbeachtlich blieb. Dieser Mangel ist deshalb umso einschneidender, 
weil gemäss Dr.med. N.________ die Herzkomplikation vom Oktober 2019 auch 
für die psychische Verfassung der Beschwerdeführerin von Bedeutung war/ist. In 
Bezug auf die kardiologische Problematik besteht damit im BEGAZ-Gutachten 
eine wesentliche Lücke, welche selbst mit Ergänzungsfragen durch die Gutachte-
rin Dr.med. M.________ nicht geschlossen werden kann, da sie diese - nach ei-
gener Aussage - nicht rechtsgenüglich beantworten kann.

5.5.2 Auch im rheumatologischen Teilgutachten erfasst Dr.med. M.________ ei-
ne Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (chronisches zervikothorakales 
Schmerzsyndrom mit zervikozephaler und zervikobrachialer Symptomatik). Den 

28

weiteren Ausführungen sowie der Beantwortung der UV-Zusatzfragen ist zu ent-
nehmen, dass der Unfall 2017 zu einer vorübergehenden Verschlechterung eines 
relevanten Vorzustandes in Form von massivem muskulären Hartspann geführt 
habe, wobei die Symptomatik noch anhalte, die vorhandenen Beschwerden zu-
mindest teilweise noch auf den Unfall zurückzuführen seien. Die Beurteilung ei-
ner vorübergehenden Verschlechterung relativiert Dr.med. M.________ dann 
aber insofern, als aktuell noch nicht abschliessend beurteilt werden könne, ob - 
wie nach früheren Vorfällen - auch jetzt wieder ein status quo sine erreicht wer-
den könne. 

Aus rheumatologischer Sicht führen die Beschwerden (ohne Unterscheidung in 
krankheits- oder unfallbedingt) gemäss Dr.med. M.________ dazu, dass der Be-
schwerdeführerin die bisherige Tätigkeit auf der Bezirksverwaltung zu maximal 
70% zugemutet werden kann. In angepasster Tätigkeit (leichte, strikt wechselbe-
lastende Tätigkeit ohne Zwangshaltungen) bestehe aus rheumatologischer Sicht 
hingegen eine volle Arbeitsfähigkeit. Weiter hält sie fest, keine medizinischen 
Massnahmen nennen zu können, die zu einer durchgreifenden Verbesserung der 
Arbeitsfähigkeit aus rheumatologischer Sicht führen würden (Vi-act. 633 f.). Zu 
den UV-Zusatzfragen hält sie dann entgegen dem fest, theoretisch sei zu erwar-
ten, dass durch eine Verbesserung der muskulären Stabilisation und gleichzeiti-
ger Reduktion des Muskeltonus eine Verbesserung der Schmerzen erreicht wer-
den könne und auch Akupunktur und andere Massnahmen wirken könnten. Be-
zogen auf die Arbeitsfähigkeit betont sie gleichzeitig aber auch, einerseits sei die 
Erreichbarkeit einer wesentlichen Verbesserung schwierig abzuschätzen und an-
derseits sei die Beschwerdeführerin aus rheumatologischer Sicht ohnehin bereits 
jetzt arbeitsfähig. 

Aus Sicht der Unfallversicherung bleibt eine wesentliche Frage unbeantwortet. 
Dr.med. M.________ betont, die anatomischen Varianten spielten im Gesamtbild 
eine wesentliche Rolle. Insbesondere hält sie fest, die Arbeitsfähigkeit sei und 
bleibe unter anderem auch aufgrund der anatomischen Normvariante einge-
schränkt. Damit aber ist unklar, ob und in welchem Ausmass die unfallkausale 
vorübergehende Verschlechterung (aufgrund des massiven muskulären Hart-
spanns) Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hat. Unklar ist, ob gemäss Beurteilung 
der Gutachterin sich die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit ändert, wenn die vor-
übergehende Verschlechterung abgeheilt ist, der status quo sine erreicht ist. Da 
die Vorinstanz als Unfallversicherer nur für unfallkausale Gesundheitsschädigun-
gen und Einschränkung der Arbeitsfähigkeit leistungspflichtig ist, nicht jedoch für 
Einschränkungen aufgrund der anatomischen Normvariante, ist diese Frage ent-
scheidend. Einzig falls die Arbeitsfähigkeit zumindest teilweise wegen unfallkau-
salen Gesundheitsschädigungen eingeschränkt bleibt, wäre die Vorinstanz ge-

29

stützt auf Art. 36 Abs. 2 Satz 2 UVG voll leistungspflichtig, da die Beschwerde-
führerin vor dem Unfall trotz der anatomischen Normvariante nicht vermindert 
erwerbsfähig war. 

5.5.3 Der psychiatrische Gutachter Dr.med. N.________ verneint eine Arbeits-
fähigkeit an der bisherigen Stelle; in diesem Multitaskingumfeld vermöge die Be-
schwerdeführerin nicht zu prästieren. Er betont dabei, dass die Herzkomplikation 
2019, für welche er das Unfallereignis als nicht ursächlich bezeichnet, zusätzlich 
zu einer Verschlechterung der psychischen Gesundheit geführt habe. In ange-
passter Tätigkeit (ohne Hektik, ohne Führungsfunktion, ohne Schichtarbeit) attes-
tiert er ihr eine Arbeitsfähigkeit von 4h/Tag ohne vermindertes Rendement. Medi-
zinische Massnahmen könnten zu keiner namhaften Besserung führen. 

In Beantwortung der UV-Zusatzfragen hält Dr.med. N.________ fest, das 
Schmerzerleben an Kopf, Nacken, Muskulatur, die Schlafstörungen und der Tin-
nitus seien überwiegend wahrscheinlich Folgen des Unfalls 2017. Weiter erfragte 
die Vorinstanz, (2a) welchen Vorzustand das Ereignis verschlimmert/aktiviert ha-
be, (2b) ob der Vorzustand richtunggebend oder vorübergehend verschlim-
mert/aktiviert worden sei und (3) ob Vorzustände bestünden, welche durch den 
Unfall nicht verschlimmert/aktiviert wurden oder Beschwerden, die sich ereignis-
fremd entwickelt hätten. Hierzu hält Dr.med. N.________ fest, (zu 2a) ein Vorzu-
stand mit ähnlichem bis fast identischem und invalidisierendem Symptomkom-
plex habe schon von 1997 bis 2003 bestanden, wobei der Beschwerdeführerin 
eine rentenausschliessende Rückkehr ins Berufsleben gelungen sei; der Unfall 
2017 dürfte das Schmerzerleben/Schmerzcoping und die gemachten Erfahrun-
gen reaktiviert haben. Aber gleichzeitig hält er (zu 2b) fest, ein gesicherter, objek-
tiver Vorzustand (der verschlimmert/aktiviert worden sei) könne nicht ausgemacht 
werden. Hingegen führt er (zu 3) aus, dass (durch den Unfall nicht tangierte) 
Vorzustände angenommen werden müssen (mehrere Unfallereignisse; Persön-
lichkeitsstruktur). Und weiter auf diese Frage: Die heutigen Beeinträchtigungen 
seien noch teilweise auf den Unfall 2017 zurückzuführen, wobei der Herzstill-
stand 2019 nicht weggedacht werden könne; sie sei damals auf dem Weg zur 
beruflichen Rehabilitation gewesen, als die (s.E. nicht unfallkausale) Herzkompli-
kation eingetreten sei und die berufliche Wiedereingliederung zunichtegemacht 
habe. Auf die konkrete Frage, ob die heutigen Beeinträchtigungen noch auf den 
Unfall 2017 zurückzuführen seien oder nicht, gelangt Dr.med. N.________ zum 
Schluss, die chronischen Schmerzen, der Tinnitus und die Schlafstörungen seien 
teilweise noch auf den Unfall 2017 zurückzuführen und da sie in den letzten Jah-
ren beruflich voll funktioniert habe und die genannten Beschwerden nicht mehr 
gehabt habe, könne kein status quo ante und kein status quo sine angenommen 

30

werden. Die Nachvollziehbarkeit dieser Beurteilung wird nicht einfacher, wenn 
Dr.med. N.________ auf die Frage der Genese der Beschwerden festhält, es lä-
gen viele ereignisfremde Faktoren vor; das Ereignis 2017 sei möglicherweise ei-
ne Gelegenheitsursache gewesen, das unbewusste Mechanismen in Gang ge-
setzt habe; unfallbedingt von 2017 lägen aktuell wenig psychische Befunde und 
eindeutige Diagnosen vor. Die unfallbedingten psychischen Beschwerden beur-
teilt er dann aber gleichwohl als derart gravierend, dass er zum Schluss gelangt, 
mit psychotherapeutischen Massnahmen könne die Arbeitsfähigkeit unfallbedingt 
wieder angehoben werden (was seiner Beurteilung zuhanden der IV wider-
spricht). Mit all diesen Ausführungen kaum in Übereinstimmung zu bringen ist 
schliesslich die Beurteilung von Dr.med. N.________, der Endzustand dürfte mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit innerhalb eines Jahres eingetreten sein. 

5.5.4 Als neurologische Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit notierte 
Dr.med. D.________ ein chronisches Schmerzsyndrom mit somatischen und 
psychischen Faktoren (vgl. oben E. 3.3.4). Die bisherige Tätigkeit als Kanzleimit-
arbeiterin C.________ erachtete er als nicht optimal; in dieser sei der Beschwer-
deführerin eine 30% verminderte Arbeits- und Leistungsfähigkeit zu attestieren 
und zwar ab Juli 2018. In einer angepassten (körperlich wechselbelastenden) 
Tätigkeit bestehe volle Arbeitsfähigkeit, wobei ein erhöhter Pausenbedarf ein-
zuräumen sei mit im Ergebnis 10% reduzierter Leistungsfähigkeit; auch dies ab 
Juli 2018. Er empfahl die Weiterführung der Physiotherapie sowie eine Anpas-
sung der Schmerzmedikation; ob sich im Verlauf eine erfolgreiche Wiedereinglie-
derung realisieren lasse, sei ungewiss, aus somatisch-neurologischer Sicht mög-
lich. Es hänge stark von der psychiatrischen Beurteilung ab.

Weiter führte er in Beantwortung der IV fallspezifischen Fragen aus, der Unfall 
2017 habe zu einer wahrscheinlich vorübergehenden Zustandsverschlechterung 
geführt mit 100% AUF während sechs bis maximal neun Monaten posttrauma-
tisch. An Befunden könne mit spezifisch neurologischen Faktoren eine massge-
bliche Verschlechterung nicht begründet werden, jedoch bestehe seit dem Unfall 
2017 ein deutlicher Muskelhartspann. Zudem hätten die Unfälle Vorzustände be-
troffen, was zu zusätzlicher Beeinträchtigung der Erholungsressourcen und pro-
longiertem Heilverlauf führe. 

In Beantwortung der UV-Zusatzfragen führte Dr.med. D.________ dann aus, der 
Unfall habe überwiegend wahrscheinlich als Teilursache zu einem Rezidiv des 
zuvor während Jahren abgeklungenen zervikogenen Schmerzsyndroms geführt; 
pathologische Befunde seien die HWS-Bewegungseinschränkung sowie reaktive 
muskuläre Verspannungen; spezifisch neurologisch könnten ansonsten keine pa-
thologischen Befunde objektiviert werden. Es sei bei der Beschwerdeführerin von 

31

einem multifaktoriellen Vorzustand auszugehen. Unter Berücksichtigung der ob-
jektiven Befunde sei von einer wahrscheinlich vorübergehenden Verschlimme-
rung des Vorzustandes durch den Unfall 2017 auszugehen; eine richtungsge-
bende sei nicht zu begründen. Anderseits könne nicht von einer ereignisfremden 
Verschlechterung der Vorzustände ausgegangen werden; Dr.med. D.________ 
geht davon aus, ohne Unfall wäre die Beschwerdeführerin ohne Einschränkung 
auf die Arbeitsfähigkeit geblieben. Die aktuell bestehenden Beschwerden seien 
zumindest teilweise auf den Unfall 2017 zurückzuführen. Ein status quo sine vel 
ante sei aktuell nicht erreicht, wobei nicht beantwortet werden könne, wann dies 
der Fall sein werde; aufgrund der radiologischen und klinischen Befunde sei eine 
Besserung bis zum status quo sine vel ante möglich. Bezüglich Genese der Be-
schwerden äussert Dr.med. D.________, es sei von einer chronischen Schmerz-
störung mit somatischen und psychischen Faktoren auszugehen; spezifisch neu-
rologische Funktionsstörungen seien nicht objektivierbar; eine prozentuale Ab-
grenzung somatisch - psychisch sei nicht möglich. 

Zur Zusatzfrage möglicher medizinischer Massnahmen hält Dr.med. D.________ 
fest, die Weiterführung von Physiotherapie (und Psychotherapie) sei empfeh-
lenswert. Nach inzwischen rund 3½ Jahren sei normalerweise von einem Endzu-
stand auszugehen, aufgrund der Vorzustände sei indes mit prolongiertem Verlauf 
zu rechnen, eine abschliessende Beurteilung sei nicht möglich. Eine Besserung 
könne aber noch eintreten. Entsprechend hält er auch fest, ein Endzustand kön-
ne nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit definiert werden; bei vorliegender, 
ungewöhnlicher Konstellation (mehrfach vorgeschädigte HWS, neuerliches 
Trauma 2017) sollte ein Endzustand in zwei bis drei Jahren nach Begutachtung 
beurteilt werden können. 

5.6 Damit aber bestätigt sich die von beiden Parteien geäusserte Feststellung, 
dass die BEGAZ-Begutachtung keinesfalls mängelfrei ist. Dabei erachtet das Ge-
richt namentlich die Summe der Mängel als Hindernis, das BEGAZ-Gutachten 
über Ergänzungsfragen heilen zu können. Vielmehr ist der Vorinstanz bei-
zupflichten, dass es sich vorliegend rechtfertigt, eine Neubegutachtung anzuord-
nen. Entscheidend ist dabei, dass gestützt auf das BEGAZ-Gutachten nicht mit 
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit über den Zeitpunkt des 
Fallabschlusses sowie den Anspruch allfälliger Leistungen der Unfallversiche-
rung entschieden werden kann.

5.6.1 Auch ohne Konsensbeurteilung kann dem Gutachten Beweiswert zukom-
men, wenn die entscheidrelevanten Fragen durch die Teilgutachten einzeln 
nachvollziehbar und schlüssig beantwortet sind. Allein wegen des Fehlens einer 
integrierten Gesamtbeurteilung ist dem polydisziplinieren BEGAZ-Gutachten so-

32

mit der Beweiswert noch nicht abzusprechen (vgl. oben E. 5.4). Allerdings wäre 
es gerade in derart komplexen Fällen wie dem vorliegenden zu begrüssen, dass 
nicht nur einzelne Fachdisziplinen ihre Beurteilung isoliert abgeben, sondern eine 
Konsensbeurteilung vorliegt, welche eine Gesamtbetrachtung über alle beteilig-
ten Fachdisziplinen enthält. In diesem Sinne ist auch die Forderung aus dem Ur-
teil BGer 8C_548/2020 vom 18.12.2020 E. 4.3 zu verstehen, die noch offenen 
Fragen dieses komplexen Falles mit eindrücklicher Anamnese und massiver Auf-
fahrkollision mit HWS-Distorsionstrauma durch mit diesen Verletzungen beson-
ders vertraute Spezialärzte polydisziplinär klären zu lassen, namentlich ob von 
einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des 
unfallbedingt beeinträchtigten Gesundheitszustandes erwartet werden kann, ob 
die Beschwerdeführerin nur noch an psychischen Beeinträchtigungen leidet oder 
ob noch körperliche Beschwerden oder solche, die dem typischen Beschwerde-
bild nach einer HWS-Distorsion entsprechen vorhanden sind.

Allein schon aufgrund dieser Forderung nach interdisziplinärer Beurteilung der of-
fenen Fragen wäre in casu eine Konsensbeurteilung wünschenswert. Sodann 
heben die Somatiker in ihren Teilgutachten hervor, die limitierende Schmerzpro-
blematik habe somatische und psychische Faktoren, wobei eine prozentuale Ab-
grenzung nicht möglich sei (Neurologe) resp. die somatische Komponente eine 
wesentliche, aber nicht ausschliessliche Rolle spiele (Rheumatologin); gemäss 
Psychiater steht unterdessen die psychische Fehlverarbeitung deutlich im Vor-
dergrund obwohl somatische Grundbeeinträchtigungen vorlägen, die bereits als 
Geburtsgebrechen anerkannt worden seien und er hält gleichzeitig fest, es lägen 
unfallbedingt von 2017 aktuell wenig psychische Befunde und eindeutige Dia-
gnosen vor (Vi-act. 713 ff.). Auch diese Zusammenhänge liessen eine Konsens-
beurteilung erwünschen. Wenn man sodann berücksichtigt, dass gemäss Psych-
iater insbesondere auch die 2019 eingetretene Herzproblematik wesentlich für 
die psychische Verfassung ist (losgelöst, ob diese unfallkausal ist oder nicht), so 
verstärkt dies das Bedürfnis nach einer Konsensbeurteilung. Gerade weil die Be-
schwerden multifaktoriell sind (und zwar in Bezug auf Körper und Psyche wie 
auch in Bezug auf Krankheit und Unfall) und dies von den einzelnen Gutachtern 
auch so beschrieben wird, wäre es vorliegend angezeigt gewesen, eine integrier-
te Gesamtbetrachtung vorzunehmen. Vorliegend kann dieser Mangel durch die 
Beurteilungen in den Teilgutachten nicht aufgewogen werden.

5.6.2 Die allgemeinmedizinische Gutachterin Dr.med. M.________ hat die UV-
Zusatzfragen überhaupt nicht beantwortet, weil sie die Diagnose mit Einfluss auf 
die Arbeitsfähigkeit als nicht durch den Unfall mindestens teilverursacht beurteil-
te. Eine eigentliche internmedizinische Begutachtung der Beschwerdeführerin 

33

fand aber ausschliesslich durch sie statt. Dr.med. F.________, dem die Ergän-
zungsfrage unterbreitet wurde (oben E. 3.4), gelangte zur Beurteilung, ein Zu-
sammenhang zwischen dem Tako-Tsubo-Syndrom und den teilweise unfallbe-
dingten Stressfaktoren sei sehr wahrscheinlich. Dies allein stellt das internmedi-
zinische Teilgutachten inkl. Beantwortung der UV-Zusatzfragen massiv in Frage. 
Sollte seine Beurteilung zutreffend sein, so sind all die UV-relevanten Zusatzfra-
gen aus allgemeinmedizinischer Sicht zu Unrecht unbeantwortet. Da Dr.med. 
M.________ die gestellte Ergänzungsfrage gemäss eigener Aussage nicht 
rechtsgenüglich beantworten kann, ist es auch ausgeschlossen, ihr allfällige wei-
tere Ergänzungsfragen im Sinne der UV-Zusatzfragen zu stellen. Aus internme-
dizinischer Sicht mit Hauptgewicht Kardiologie müsste so oder so eine Neube-
gutachtung erfolgen. Dies also selbst dann, wenn wie von der Beschwerdeführe-
rin geltend gemacht wird, auf die Beurteilung von Dr.med. F.________ abgestellt 
werden könnte, nicht jedoch auf die Beurteilung der Cardio Bern. Denn auch 
Dr.med. F.________ hat die UV-relevanten Zusatzfragen nicht beantwortet. 

5.6.3 Die zweifelsfreie Beantwortung der Frage eines Zusammenhangs zwischen 
dem Unfall 2017 und dem Tako-Tsubo-Syndrom ist auch deshalb entscheidend, 
weil der Psychiater dem Vorfall vom Oktober 2019, als die Beschwerdeführerin 
einen kardialen Schock erlitt, auch massgebliche Bedeutung für die psychische 
Verfassung der Beschwerdeführerin beimisst. Er selber erachtet den Unfall für 
die Herzbeschwerden als nicht ursächlich und hielt dies explizit so fest. Auf die-
ser Überzeugung beruht seine gesamte Beurteilung. Wenn nun aber entgegen 
dieser Überzeugung ein Zusammenhang besteht - was erst nach der neuerlichen 
spezialärztlichen Beurteilung feststeht - so stellt dies die Beurteilung wesentlich 
in Frage. Auch dies lässt sich nicht mit Ergänzungsfragen klären, da die allge-
meinmedizinische / kardiologische Begutachtung ausstehend ist. 

Hinzu kommen weitere Unklarheiten des psychiatrischen Teilgutachtens. So führt 
Dr.med. N.________ im Teilgutachten (zuhanden SVA-Zürich) aus, medizinische 
Massnahmen könnten zu keiner namhaften Besserung führen; in der Antwort zur 
entsprechenden UV-Zusatzfrage äussert er demgegenüber, mit psychotherapeu-
tischen Massnahmen könne die Arbeitsfähigkeit unfallbedingt wieder angehoben 
werden. Es ist dies keine schlüssige Beurteilung, wenn nicht gar eine wider-
sprüchliche, da die unfallkausalen Beschwerden ein Teil der gesamten psychi-
schen Beschwerden sind. Für den Unfallversicherer ist jedoch für die Klärung 
des Zeitpunktes des Fallabschlusses, da auch die Adäquanzprüfung erfolgt, ent-
scheidend vom Zeitpunkt abhängig, in dem von der Fortsetzung der auf das 
Schleudertrauma-Beschwerdebild - dessen psychische und physische Kompo-
nenten nicht leicht zu differenzieren sind - gerichteten ärztlichen Behandlung kei-

34

ne namhafte Besserung mehr zu erwarten ist; entsprechend klar muss der End-
zustand durch den psychiatrischen Teilgutachter beurteilt werden. Dies ist nicht 
der Fall. Vollends unklar wird es durch seine Antwort, der Endzustand dürfte mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit innerhalb eines Jahres eingetreten sein (ohne 
zu sagen, innerhalb eines Jahres seit od. ab wann).

Nicht nachvollziehbar ist, wenn Dr.med. N.________ ausführt, der Unfall 2017 
dürfte das Schmerzerleben /Schmerzcoping und die früher gemachten Erfahrun-
gen reaktiviert haben, gleichzeitig aber auch festhält, dass ein gesicherter, objek-
tiver Vorzustand nicht ausgemacht werden könne, und schliesslich, es müssten 
durch den Unfall nicht tangierte Vorzustände angenommen werden. Damit bleibt 
unklar, ob nun ein relevanter Vorzustand bestand, der durch den Unfall ver-
schlimmert oder aktiviert wurde oder ob der aktuelle Zustand Ergebnis von durch 
den Unfall nicht tangierten Vorzuständen ist. Insofern ist auch die Aussage, die 
heutigen Beeinträchtigungen seien noch teilweise auf den Unfall 2017 zurückzu-
führen, nicht schlüssig. Klarer wird dies nicht mit der Antwort, unfallbedingt von 
2017 lägen aktuell wenig psychische Befunde und eindeutige Diagnosen vor. 
Weiterer Klärungsbedarf bedingt seine Beurteilung, der Unfall 2017 sei mögli-
cherweise eine Gelegenheitsursache gewesen, was unbewusste Mechanismen 
in Gang gesetzt habe. Denn wenn er eine Gelegenheitsursache im Sinne der 
Rechtsprechung meint, dann würde es an der Unfallkausalität fehlen; dem Unfall 
könnte nicht einmal eine Teilursächlichkeit zuerkannt werden (vgl. Urteile BGer 
8C_287/2020 vom 27.4.2021 E. 3.1; 8C_423/2012 vom 26.2.2013 E. 5.3). Er-
gänzungsfragen vermögen all diese Unklarheiten und Widersprüche im psychia-
trischen Teilgutachten nicht zu klären. 

5.6.4 Für den Unfallversicherer ist sowohl die Frage nach dem medizinischen 
Endzustand als auch jene nach dem status quo sine vel ante relevant. Nach der 
ersten Frage entscheidet sich, ob der Fall unter Prüfung des Rentenanspruches 
abgeschlossen werden kann, nach der zweiten Frage, ob überhaupt noch ein un-
fallbedingter Gesundheitsschaden vorliegt oder nicht (vgl. Urteil BGer 
8C_364/2015 vom 18.12.2015 E. 2.2). Vorliegend vermag das BEGAZ-
Gutachten beide Fragen nicht schlüssig zu beantworten.

Hinsichtlich medizinischer Endzustand (welcher den Fallabschluss ermöglicht) 
genügt rechtsprechungsgemäss einerseits die blosse Möglichkeit eines günsti-
gen Einflusses von Therapien auf den Gesundheitsverlauf nicht, um keinen End-
zustand anzunehmen (Urteile BGer 8C_682/2021 vom 13.4.2022 E. 5.1; 
8C_620/2019 vom 5.2.2020 E. 6.1.1), und anderseits ist eine ärztliche Behand-
lung gefordert; Massnahmen wie Badekuren, blosse Physiotherapie, eine Tinni-
tustherapie mit verhaltenstherapeutischem Ansatz oder Craniosakraltherapie 

35

eignen sich nicht, keinen Endzustand anzunehmen (Urteile BGer 8C_620/2019 
vom 5.2.2020 E. 6.1.1; 8C_537/2018 vom 22.1.2019; 8C_388/2019 vom 
20.12.2019 E. 3.2). Auf explizite Widersprüche zur Frage des Endzustandes 
wurde bereits hingewiesen (vgl. oben E. 5.5.2; 5.5.3; 5.6.3). Sodann erwähnt die 
Rheumatologin verschiedene Massnahmen, welche Besserung bringen könnten 
(Aufbautraining, Faszienrelease, Akupunktur und weitere Massnahmen), ob eine 
wesentliche Verbesserung eintreten werde, sei schwer abzuschätzen. Gemäss 
dem Psychologen könnten psychotherapeutische Massnahmen die Arbeitsfähig-
keit unfallbedingt wieder anheben und der Neurologe empfiehlt Physiotherapie 
und Psychotherapie, eine Besserung könne noch eintreten. Aufgrund dieser 
Antworten bleibt unklar, ob prognostisch betrachtet ärztliche Behandlungsmög-
lichkeiten im Sinne der Rechtsprechung bestehen, welche der Beschwerdeführe-
rin noch eine namhafte Besserung bringen. Zu ungenau sind die empfohlenen 
Massnahmen und zu wenig bestimmt die geäusserte Prognose. Einen rechts-
genüglichen Entscheid über den Fallabschluss vermag die Vorinstanz gestützt 
auf diese Antworten nicht zu fällen.

Zur Frage, ob eine richtungsgebende oder vorübergehende Verschlechterung 
vorliege, lässt sich bei Dr.med. N.________ keine schlüssige Antwort entneh-
men, weil kein gesicherter, objektiver Vorzustand ausgemacht werden könne. 
Die nämliche Frage beantworten Dr.med. M.________ und Dr.med. D.________ 
übereinstimmend mit vorübergehender Verschlechterung. Wenn beide aber 
gleichzeitig festhalten, der status quo sine vel ante sei noch nicht erreicht, es sei 
aber auch ungewiss, ob er nach diesem Unfall wieder erreicht werden könne, so 
bleibt letztlich trotzdem offen, ob der Unfall 2017 nicht doch eine richtungsge-
bende Verschlechterung verursacht hat, da der status quo sine vel ante gar nicht 
mehr erreicht werden kann (Urteil BGer 8C_212/2015 vom 10.7.2015 E. 2.2.1). 
Für die Frage der Leistungspflicht der Unfallversicherung ist dies aber entschei-
dend. Sie wird mit dem BEGAZ-Gutachten nicht schlüssig beantwortet. 

5.6.5 Schliesslich fehlt es dem BEGAZ-Gutachten auch an Schlüssigkeit betref-
fend Arbeitsfähigkeit. Da die Vorinstanz als Unfallversicherung nur für unfallkau-
sale Gesundheitsschädigungen und dadurch verursachte Einschränkung der Ar-
beitsfähigkeit leistungspflichtig ist, nicht jedoch für Einschränkungen aufgrund der 
anatomischen Normvariante oder allfällige, nicht durch den Unfall 2017 beein-
flusste Vorzustände, ist diese Frage der Ursache der definierten Arbeitsunfähig-
keit entscheidend. Einzig falls die Arbeitsfähigkeit zumindest teilweise wegen un-
fallkausalen Gesundheitsschädigungen eingeschränkt bleibt, wäre die Vorinstanz 
gestützt auf Art. 36 Abs. 2 Satz 2 UVG leistungspflichtig, da die Beschwerdefüh-
rerin vor dem Unfall trotz z.B. der anatomischen Normvariante nicht vermindert 

36

erwerbsfähig war. Gemäss Rheumatologin bleibt die Arbeitsfähigkeit allein schon 
aufgrund der anatomischen Normvariante eingeschränkt; ob Unfallfolgen darüber 
hinaus Einfluss haben, bleibt unklar. Indem nun aber aus dem BEGAZ-Gutachten 
nicht schlüssig resultiert, welchen Einfluss die durch den Unfall 2017 verursach-
ten Gesundheitsschädigungen auf die Arbeitsfähigkeit haben, kann die Vor-
instanz auch nicht rechtsgenüglich entscheiden, ob Unfallfolgen zumindest teilur-
sächlich sind für die erst nach dem Unfall 2017 eingetretene Arbeitsunfähigkeit. 
Zur Beantwortung dieser Frage muss zudem auch Klarheit bestehen, ob der sta-
tus quo sine vel ante schon eingetreten ist, falls nicht, ob er überhaupt noch ein-
treten wird. Wie bereits ausgeführt, ist das BEGAZ-Gutachten auch diesbezüg-
lich nicht schlüssig, wobei anzufügen ist, dass die Vorinstanz die Frage nach der 
unfallbedingten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auch gar nicht gestellt hat. 

5.7 Damit aber ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz feststellte, einer-
seits sei der Sachverhalt durch das BEGAZ-Gutachten nicht rechtsgenüglich be-
urteilt, es sei ihm der Beweiswert abzusprechen, und anderseits zur Überzeu-
gung gelangte, auch Ergänzungsfragen an die Gutachterstelle BEGAZ vermöch-
ten die relevanten Mängel nicht zu beseitigen. Sie hat daher zu Recht eine Neu-
begutachtung angeordnet. 

6. Die Beschwerdeführerin beantragt eventualiter die Anweisung an die Vor-
instanz, das Taggeld und die medizinische Heilbehandlung ab Einstellung der 
Leistungen weiter auszurichten bis zum Abschluss der Heilbehandlung. 

6.1 Die vorübergehenden Leistungen stellte die Vorinstanz per Ende März 
2018 ein (vgl. Ingress Bst. A.1). Aus den Akten ergibt sich nicht, dass die Be-
schwerdeführerin von der Vorinstanz die Wiederaufnahme dieser Leistungen ge-
fordert bzw. dass sie im Falle der Nichtausrichtung eine anfechtbare Verfügung 
verlangt hätte. Die Frage von Heilkosten- und Taggeldleistungen bildet denn 
auch nicht Gegenstand der angefochtenen Zwischenverfügung. Mithin fehlt es 
vorliegend an einem entsprechenden Anfechtungsgegenstand, weshalb auf die-
sen Eventualantrag nicht einzutreten ist. Selbst wenn auf den Antrag eingetreten 
würde, wäre er abzuweisen, wie nachfolgend aufzuzeigen ist.

6.2 Nach Gesetz und Rechtsprechung hat der Unfallversicherer den Fall unter 
Einstellung der vorübergehenden Leistungen Heilbehandlung und Taggeld sowie 
mit Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und auf eine Integritätsent-
schädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behand-
lung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten 
Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen 
der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (Art. 19 Abs. 1 UVG; Urteil BGer 

37

8C_388/2019 vom 20.12.2019 E. 3.2). Entscheidend ist der Zeitpunkt, da der 
medizinische Endzustand im erwähnten Sinne erreicht ist (Urteil BGer 
8C_366/2021 vom 10.11.2021 E. 6.6); nicht entscheidend ist, ob der status quo 
sine vel ante erreicht ist oder nicht (Urteil BGer 8C_364/2015 vom 18.12.2015 E. 
2.2). 

6.3 Nach dem zuvor Ausgeführten fehlt es dem BEGAZ-Gutachten aber na-
mentlich auch an Nachvollziehbarkeit und Schlüssigkeit hinsichtlich Erreichen 
des medizinischen Endzustandes. Zum einen bestehen widersprüchliche Beurtei-
lungen, ob medizinische Massnahmen überhaupt noch Besserung bringen kön-
nen. Soweit mögliche Massnahmen aufgeführt werden, bleibt zum andern unklar, 
ob es sich dabei um ärztliche Behandlungen im Sinne der Rechtsprechung han-
delt und ob die Besserung prognostisch namhaft und mehr als nur möglich ist. 
Gemäss dem Neurologen Dr.med. D.________ besteht der heutige Zustand 
(hinsichtlich Arbeitsfähigkeit) seit Juli 2018. Gemäss Rheumatologin Dr.med. 
M.________ konnte die Beschwerdeführerin eine angepasste Tätigkeit ab April 
2018 wieder stufenweise aufnehmen. Demgegenüber besteht aus allgemeinme-
dizinischer Sicht eine volle Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit seit Ende 
Februar 2020, wobei dies für die Vorinstanz nur dann von Relevanz ist, wenn der 
Unfall für das Tako-Tsubo-Syndrom mindestens teilursächlich wäre (was bislang 
ungeklärt ist). Der Beurteilung des Psychiaters lassen sich keine schlüssigen 
Aussagen bezüglich Endzustand entnehmen; einerseits weist er auf die Bedeu-
tung der Herzkomplikation 2019 hin und anderseits dürfte gemäss seiner Antwort 
der Endzustand mit überwiegender Wahrscheinlichkeit innerhalb eines Jahres 
eingetreten sein (ohne zu erwähnen seit/ab wann). Aufgrund dieser Unklarheit 
sowie doch einigen Indizien, wonach der Endzustand im Sinne der Rechtspre-
chung schon 2018 eingetreten ist (vorbehältlich unfallkausaler Herzkomplikatio-
nen), rechtfertigt sich das Vorgehen der Vorinstanz, an der Einstellung der vorü-
bergehenden Versicherungsleistungen festzuhalten. Es besteht keine Veranlas-
sung, dies zu ändern. 

7. Soweit die Beschwerdeführerin schliesslich subsubeventualiter die Ertei-
lung des Gutachtenauftrages an die Estimed in Zug beantragt, so bringt sie 
nichts vor, was gegen die drei durch die Vorinstanz vorgeschlagenen Gutachter-
stellen ABI GmbH, PMEDA (am 16.12.2022) und GUTSO (am 27.1.2023) spricht 
(vgl. oben E. 3.10). Namentlich in der Beschwerde vom 21. März 2023 trägt sie 
nichts vor, was gegen die Gutachterstelle GUTSO spricht, für welche sie mit der 
angefochtenen Zwischenverfügung vom 17. Februar 2023 aufgeboten wurde. Auf 
den Subsubeventualantrag ist daher nicht einzutreten.

38

8. Damit erweist sich die Beschwerde insgesamt als unbegründet, weshalb 
sie abzuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist.

9. Es werden keine Kosten erhoben; Anspruch auf eine Parteientschädigung 
besteht keiner (Art. 61 lit. g und fbis ATSG).

39

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:

1. Die Verfahren I 2023 7 und I 2023 26 werden vere