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**Case Identifier:** 8e1ebb0c-ba1e-5af2-b432-084f85c892e7
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-07-11
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 11.07.2017 200 2017 361
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-361_2017-07-11.pdf

## Full Text

200 17 361 IV
SCP/LUB/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 11. Juli 2017

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Matti, Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiber Lüthi

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 8. März 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2017, IV/17/361, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1967 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich Ende Dezember 2015 unter Hinweis auf eine Fibromyalgie 
(chronisch) bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leis-
tungsbezug an (Akten der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin], 
Antwortbeilage [AB] 1). In der Folge nahm die IVB erwerbliche und medizi-
nische Abklärungen vor, insbesondere veranlasste sie auf Empfehlung des 
Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; AB 33, S. 3 ff.) eine psychiatrisch-
rheumatologische Begutachtung bei der MEDAS C.________ (Gutachten 
vom 9. Januar 2017; AB 43.1, S. 2 ff.). Mit Vorbescheid vom 26. Januar 
2017 (AB 48) stellte sie der Versicherten die Abweisung des Leistungsbe-
gehrens mangels eines invalidisierenden Gesundheitsschadens in Aus-
sicht. Damit zeigte sich die Versicherte mit Einwand vom 24. Februar 2017 
nicht einverstanden und beantragte zugleich die Gewährung der unentgelt-
lichen Prozessführung für das Verwaltungsverfahren unter Beiordnung ih-
res Rechtsvertreters, Rechtsanwalt B.________, als amtlicher Rechtsbei-
stand (AB 52). Mit Verfügung vom 7. März 2017 wies die IVB das Gesuch 
um Gewährung der unentgeltlichen Verbeiständung im Verwaltungsverfah-
ren (AB 54) und mit Verfügung vom 8. März 2017 den Anspruch auf Leis-
tungen der Invalidenversicherung ab (AB 55).

B.

Mit Eingabe vom 7. April 2017 erhob die Versicherte, weiterhin vertreten 
durch Rechtsanwalt B.________, Beschwerde. Sie lässt die folgenden 
Rechtsbegehren stellen:

1. Der IV-Entscheid vom 8. März 2017 sei vollumfänglich aufzuheben.
2. Die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, ergänzende medizinische 

und psychologische/psychiatrische Abklärungen durch entsprechendes 
Fachpersonal vornehmen zu lassen und anschliessend sei über das 
Leistungsbegehren erneut zu befinden.

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3. Der Versicherungsnehmerin sei für das vorliegende Verfahren die un-
entgeltliche Rechtspflege zu gewähren und der Unterzeichnende sei als 
amtlicher Rechtsbeistand zu bezeichnen.

- unter Kosten- und Entschädigungsfolge -

In ihrer Beschwerdeantwort vom 26. April 2017 schliesst die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde.

Am 29. Mai 2017 liess die Beschwerdeführerin ergänzende Angaben zum 
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege einreichen.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

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1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 8. März 2017 (AB 55). 
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf Leis-
tungen der IV.

Nicht zu überprüfen ist die Verfügung vom 7. März 2017 (AB 54), mit wel-
cher die Beschwerdegegnerin das Gesuch um unentgeltliche Verbeistän-
dung im Verwaltungsverfahren abgelehnt hat, da diese von der Beschwer-
deführerin nicht angefochten worden ist.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-

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fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 141 V 
281 E. 2.1 S. 285). Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist noch 
nicht gesagt, dass dieser auch invalidisierender Charakter hat. Ob dies 
zutrifft, beurteilt sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Ein-
fluss, den der Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit 
hat. Entscheidend ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten 
Leidens nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb 
gilt eine objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berück-
sichtigung von Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 
106 E. 4.4 S. 110). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsscha-
dens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten 
Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei 
Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu ver-
werten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitge-
hend objektiv bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 
S. 353; SVR 2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1). Entscheidend ist, ob und inwiefern 
es der versicherten Person trotz ihres Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, 
die Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehen-
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, und ob dies für die Gesell-
schaft tragbar ist. Dies ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab 
zu prüfen (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 281; SVR 2016 IV Nr. 2 S. 5 E. 4.2).

2.2.1 Die Sachverständigen sollen die Diagnose einer anhaltenden soma-
toformen Schmerzstörung bzw. eines vergleichbaren psychosomatischen 
Leidens so begründen, dass die Rechtsanwender nachvollziehen können, 
ob die klassifikatorischen Vorgaben tatsächlich eingehalten sind (BGE 142 
V 106 E. 3.3 S. 108, 141 V 281 E. 2.1.1 S. 285). Eine invalidenversiche-
rungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeeinträchtigung liegt sodann nur 
vor, wenn die Diagnose auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschluss-
gründe nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine ver-
sicherte Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung 
auf Aggravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht.

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2.2.2 Mit BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht (BGer) die Vermutung, 
wonach eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung oder ein vergleich-
barer ätiologisch unklarer syndromaler Zustand mit zumutbarer Willensan-
strengung überwindbar ist, aufgegeben (E. 3.5). Unverändert ist jedoch 
auch in Zukunft dem klaren Willen des Gesetzgebers gemäss Art. 7 Abs. 2 
ATSG Rechnung zu tragen, wonach im Zuge einer objektivierten Betrach-
tungsweise von der grundsätzlichen „Validität“ der versicherten Person 
auszugehen ist (E. 3.7.2) und die materielle Beweislast für Invalidität bei ihr 
liegt (BGE 142 V 106 E. 4.4 S. 110).

Das bisherige Regel/Ausnahme-Modell wird durch einen strukturierten, 
normativen Prüfungsraster ersetzt. Anhand eines Kataloges von Indikato-
ren erfolgt eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter 
Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer-
seits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich 
erreichbaren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt 
neu im Regelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Stan-
dardindikatoren zu beachten (E. 4.1.3), welche sich in die Kategorien „funk-
tioneller Schweregrad“ (E. 4.3) und „Konsistenz“ einteilen lassen (E. 4.4). 
Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5). Die Anerkennung eines ren-
tenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen 
Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchs-
grundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und wi-
derspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachge-
wiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wie 
vor die materiell beweisbelastete versicherte Person zu tragen (E. 6).

2.3 Nach Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidität 
(Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmass-
nahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit 
oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustel-
len, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den 
Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). Eingliede-
rungsmassnahmen bestehen nach Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG unter anderem in 
Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbil-

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dung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe) im Sinne von Art. 15 ff. 
IVG. 

2.4 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 

3.

3.1 In medizinischer Hinsicht lassen sich den Akten im Wesentlichen 
die folgenden Angaben entnehmen:

3.1.1 Im Austrittsbericht des Spitals D.________, vom 16. Februar 2016 
(AB 19, S. 2 ff.) betreffend die teilstationäre Hospitalisation vom 28. Juli bis 
22. Dezember 2015, diagnostizierte Dr. med. E.________, Fachärztin für 
Allgemeine Innere Medizin, eine Fibromyalgie, eine chronische Schmerz-
störung mit somatischen und psychischen Anteilen, eine depressive 
Störung und einen latenten Vitamin-D-Mangel (S. 1). Die Patientin habe an 
drei Tagen pro Woche Therapien im Einzel- und Gruppensetting aus den 
Bereichen Physio-, Ergotherapie und Psychologie besucht; ebenso hätten 
regelmässig ärztliche Gespräche stattgefunden. Eine medikamentöse Be-
handlung sei niedrigstdosiert bei depressiver Symptomatik und 
Schlafstörung begonnen worden. Ebenso sei auf Wunsch eine pflanzliche 

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Schlafmedikation installiert worden. Die Patientin habe nach drei Monaten 
eine Pause gewünscht. Eine intensivere stationäre Behandlung habe sie 
sich bisher nicht vorstellen können (S. 2).

3.1.2 Dr. med. F.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothera-
pie, führte im Bericht vom 1. April 2016 (AB 23) als Diagnosen mit Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit eine Fibromyalgie (ICD-10 M78.7), ein chroni-
sches Schmerzsyndrom, eine depressive Störung mit somatischem Syn-
drom (ICD-10 F32.01) und eine Agoraphobie (ICD-10 F40.0) auf. Ohne 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte sie einen latenten Vit-
amin-D-Mangel. Die Patientin befinde sich seit dem 26. Januar 2016 in 
ihrer Behandlung (S. 1) und sei seither bis auf Weiteres 100 % arbeitsun-
fähig (S. 3).

3.1.3 Im bidisziplinären Gutachten der MEDAS C.________ vom 9. Janu-
ar 2017 (AB 43.1, S. 2 ff.) diagnostizierten die Dres. med. G.________, 
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und H.________, Facharzt für 
Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin, keine Diagnosen mit Aus-
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit hielten sie eine chronische Schmerzstörung mit somati-
schen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41; chronisches multilokulä-
re Schmerzsyndrom unklarer Spezifität [ICD-10 R52.9]; stark erschwerter 
Untersuchung bei massiv gesteigertem Schmerzverhalten, klinisch aber 
keine Hinweise für eine erklärende Pathologie am Bewegungsapparat) fest.

In der bidisziplinären Beurteilung führten die Gutachter aus, die Schmerzsi-
tuation sei in der rheumatologischen Untersuchung somatisch evaluiert 
worden. Dabei hätten keine gravierenden Befunde objektiv erhoben werden 
können. Es sei vor allem eine subjektive Schmerzbekundung zur Kenntnis 
zu nehmen mit massiv gesteigertem Schmerzverhalten. Aus somatisch-
rheumatologischer Sicht könne für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten 
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zuerkannt bzw. objektiviert wer-
den. Aus psychiatrischer Sicht seien die somatisch nicht erklärbaren sub-
jektiven Schmerzangaben, bei nicht ursächlich vorliegender psychosozialer 
Belastungssituation, formal einer chronischen Schmerzstörung mit soma-
tisch und psychischen Faktoren zuzuordnen. Eine Komorbidität liege aus 
psychischer Sicht nicht vor. Aufgrund der Schmerzstörung könne keine 

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Einschränkung der Arbeitsfähigkeit abgeleitet werden. Auch im Haushalt 
bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. In der Vergangenheit 
könne ebenfalls keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, dies entgegen 
den attestierten Arbeitsunfähigkeiten der behandelnden Ärzte, zugeordnet 
werden. Es könnten keine spezifischen medizinischen Massnahmen, ins-
besondere nicht solche mit Beeinflussung der Arbeitsfähigkeit vorgeschla-
gen werden. Bei der ausgeprägten subjektiven Krankheits- und Behinde-
rungsüberzeugung könnten auch keine beruflichen Massnahmen vorge-
schlagen werden (S. 17).

3.1.4 Am 21. März 2017 nannte die Psychiaterin Dr. med. F.________ als 
Diagnosen eine Fibromyalgie (ICD-10 F78.7), eine chronische Schmerz-
störung mit somatischen und psychischen Anteilen, eine depressive 
Störung mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.1) und eine Agoraphobie 
(ICD-10 F40.0). Seit Ende Juli 2015 arbeite die Patientin aufgrund andau-
ernder Schmerzen nicht mehr. Aktuell bis auf Weiteres sei ein Arbeitsver-
such seitens der Patientin nicht vorstellbar, sie fühle sich überfordert 
(AB 56, S. 16 f.; Beschwerdebeilage [BB] 4).

3.1.5 Dr. med. E.________ diagnostizierte im Bericht des Spitals 
D.________, vom 3. April 2017 (AB 56, S. 18 f.; BB 5), eine chronische 
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Anteilen, eine Fibro-
myalgie, eine anxiodepressive Störung, eine Dyslipidämie, einen Vitamin-
D-Mangel (substituiert), einen St. n. Vulvitis, Kolpitis (Februar 2005) und 
einen St. n. milden obstruktiven Miktionsbeschwerden ohne Anhalt für die 
HWI bei restharnfreier Blasenentleerung.

3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 

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dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 
E. 3b bb S. 353; SVR 2016 IV Nr. 2 S. 5 E. 4.1).

3.3 Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der hier angefochtenen 
Verfügung vom 8. März 2017 (AB 55) massgeblich auf das bidisziplinäre 
Gutachten der Dres. med. G.________ und H.________ vom 9. Januar 
2017 (AB 43.1, S. 2 ff.). Dieses Gutachten erfüllt die von der höchstrichter-
lichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines medizinischen Berichts 
gestellten Anforderungen (vgl. E. 3.2 hiervor), weshalb ihm volle Beweis-
kraft zukommt (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353). Die darin enthaltenen 
Feststellungen beruhen auf eigenen Abklärungen und sind in Kenntnis der 
wesentlichen Vorakten sowie unter Berücksichtigung der geklagten Be-
schwerden getroffen worden. Im Weiteren diskutieren die Gutachter sowohl 
invaliditätsfremde Faktoren wie auch Diskrepanzen mit anderen medizini-
schen Einschätzungen. Die Ausführungen in der Beurteilung der medizini-
schen Zusammenhänge sind einleuchtend und die gezogenen Schlussfol-
gerungen zum Gesundheitszustand werden nachvollziehbar, umfassend 
und einlässlich begründet. 

3.4 Übereinstimmend mit den von den behandelnden Ärzten gestellten 
Diagnosen ist von einer chronischen Schmerzstörung auszugehen (AB 19, 
S. 2; AB 23, S. 1 Ziff. 1.1; AB 43.1, S. 17, Ziff. 5.2; AB 56, S. 16 und 18). 
Das von der Beschwerdeführerin anlässlich der Untersuchung durch die 
behandelnden Ärzte und die Gutachter demonstrierte Schmerzverhalten 
lässt sich weder mit den klinischen noch den bildgebenden Befunden er-
klären. So führte der rheumatologische Gutachter insbesondere aus, dass 
die klinische Untersuchung – trotz einer stark erschwerten Untersuchung 
aufgrund der Verhaltensauffälligkeit der Beschwerdeführerin – insofern 
aussagekräftig sei, als sich keinerlei fassbare Hinweise für eine klare Pa-

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thologie im Bereich des Bewegungsapparates zeigten, weder für eine Ar-
thropathie noch für eine Wirbelsäulenerkrankung. Eine Atrophie am Arm 
finde sich nicht, ebenso wenig Zeichen einer Algodystrophie. Aufgrund der 
guten Kraftentwicklung bei Ausweich- und Abwehrbewegungen könne auch 
eine muskuläre Parese ausgeschlossen werden. Die normale glenohume-
rale Aussenrotation sei unvereinbar mit einer Frozen Shoulder, die supra-
skapuläre Muskulatur sei ohne palpatorischen Nachweis von höhergradi-
gen Myogelosen. Auch an der HWS und an der LWS fänden sich keine 
Hinweise für neurologische Komplikationen (AB 43.1, S. 15 Ziff. 4.4). Eine 
MRI-Untersuchung der HWS vom Juni 2016 (AB 56, S. 18, Ziff. 1) zeigte 
keine wesentlichen Veränderungen und das Labor im MEDAS C.________ 
vom 21. November 2016 ergab Werte im Normbereich (AB 43.1, S. 14, 
Ziff. 4.2.4). Soweit die Beschwerdeführerin beschwerdeweise geltend 
macht, es drängten sich u.a. deshalb weitere Abklärungen auf, weil ein 
dorsaler Anulusriss L4/L5 nachgewiesen worden sei, übersieht sie, dass 
der Gutachter Dr. med. H.________ keineswegs verkannt hat, dass bei der 
Beschwerdeführerin eine lumbale Schmerzsymptomatik besteht (AB 43.1, 
S. 16). Indessen führte dieser Befund an der LWS anlässlich der klinischen 
Untersuchung nicht zu neurologischen Komplikationen und die Beschwer-
deführerin war durchaus in der Lage, bei höchst unergonomischer Haltung 
des Oberkörpers ihren Rücken und die Beine beim Treppengehen stark zu 
belasten (AB 43.1, S. 14 oben und S. 15 unten). Die Beschwerdeführerin 
räumt denn auch selber ein, dass das von ihr demonstrierte Krankheitsbild 
nicht nachweisbar sei, weshalb sie sich nicht ernstgenommen fühle (Be-
schwerde S. 3). 

Sodann wird im psychiatrischen Teilgutachten mit nachvollziehbarer Be-
gründung dargelegt, dass weder ein depressives Stimmungsbild noch eine 
Angststörung vorliegt. Dr. med. G.________ weist darauf hin, dass die Ex-
plorandin während der Untersuchungssituation nicht depressiv gewesen 
sei, sie habe ein lebhaftes Verhalten, eine gute Konzentrationsfähigkeit 
gezeigt und die affektive Modulationsfähigkeit sei vorhanden gewesen 
(AB 43.1, S. 8, Ziff. 3.3). Sie leide nicht unter wesentlichen Schlafstörungen 
und habe am Morgen keine Mühe aufzustehen. Die Beziehung mit ihrem 
Mann sei nach wie vor sehr gut und sie pflege mit ihren Söhnen ebenfalls 
eine gute Beziehung. Zudem sei sie in der Lage, vor zwei ihrer Söhne die 

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Schmerzen zu verbergen (AB 43.1, S. 9, Ziff. 3.7). Der psychiatrische Gut-
achter konnte damit im Rahmen seiner Untersuchung keine typischen 
Symptome einer depressiven Störung feststellen (vgl. DIL-
LING/MOMBOUR/SCHMIDT [HRSG.], Internationale Klassifikation psychischer 
Störungen: ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 10. Aufl. 
2015, S. 169 ff.). Die massgebenden Kriterien einer Agoraphobie sind – 
trotz von der behandelnden Psychiaterin gestellten Diagnose (AB 23, S. 1; 
AB 56, S. 16) – ebenfalls nicht erfüllt (vgl. DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT 
[HRSG.], a.a.O., S. 192 f.). Der Gutachter hält diesbezüglich fest, dass die 
Explorandin weder an Angstzuständen noch an einer Klaustrophobie leide. 
Sie sei in der Lage alleine mit dem Bus zu ihrer Psychiaterin oder in die 
Stadt zu fahren. Ohne Schwierigkeiten sei sie auch in der Lage gewesen 
im Sommer 2016 in ihre Heimat zu fliegen. Es sei ihr auch möglich, alleine 
Spaziergänge zu unternehmen und sie könne sich somit ohne Weiteres in 
der Öffentlichkeit frei bewegen (AB 43.1, S. 8, Ziff. 3.3; AB 43.1, S. 9, 
Ziff. 3.7).

Schliesslich vermögen an der schlüssigen gutachterlichen Gesamtbeurtei-
lung auch die im Beschwerdeverfahren eingereichten Arztberichte nichts zu 
ändern. Diese benennen keine wichtigen Aspekte, die im Rahmen der Be-
gutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben wären. Ebenso wenig 
zeigen sie auf, inwiefern das bidisziplinäre Gutachten unvollständig oder 
widersprüchlich sein soll. Hinzu kommt, dass offensichtlich Dr. med. 
E.________ das Gutachten beim Verfassen ihrer Stellungnahme vom 
3. April 2017 gar nicht vorgelegen hat (AB 56, S. 18).

3.5 Die gutachterlich festgestellte chronische Schmerzstörung mit so-
matischen und psychischen Anteilen zeitigt aus medizinischer Sicht keinen 
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (AB 43.1, S. 8 Ziff. 3.4 und S. 16, Ziff. 5.2). 
Nachstehend bleibt zu prüfen, ob und in welchem Umfang diese Diagnose 
allenfalls anhand der rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit 
schliessen lassen (vgl. E. 2.2.2 hiervor). Eine solche Prüfung wäre im Übri-
gen auch bei Annahme des Vorliegens einer Fibromyalgie vorzunehmen 
(BGE 139 V 547 E. 2.2 S. 550, 137 V 64 E. 4.2 S. 68, 136 V 279 E. 3.2.1 S. 
282, 132 V 65 E. 4 S. 70).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2017, IV/17/361, Seite 13

Im Rahmen der Kategorie „funktioneller Schweregrad“ (BGE 141 V 281 
E. 4.3 S. 298) ist zunächst der Komplex „Gesundheitsschädigung“ zu prü-
fen (BGE 141 V 281 E. 4.3.1 S. 298): Hier ist festzuhalten, dass die Aus-
prägung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome (BGE 141 V 281 
E. 4.3.1.1 S. 298 f.) nicht übermässig ist. So gibt die Beschwerdeführerin 
an, ausser den Schmerzen keine weiteren gesundheitlichen Probleme zu 
haben (AB 43.1, S. 5, Ziff. 3.1.2). Zum Tagesablauf berichtete sie, sie gehe 
um 23.00 Uhr zu Bett und stehe jeden Morgen um 8.30 Uhr auf. Nach dem 
Aufstehen verrichte sie die Morgentoilette, trinke einen Kaffee und lege sich 
dann im Wohnzimmer auf das Sofa und sehe fern. Vormittags und nachmit-
tags mache sie regelmässig alleine oder mit ihrem Ehemann Spaziergän-
ge. Sie sei auch in der Lage alleine mit dem Bus ins Zentrum zu fahren, 
dort einen Spaziergang zu machen und den Läden nachzugehen. Gele-
gentlich begleite sie den Ehemann bei den Einkäufen. Sie mache noch … 
(…; AB 43.1 S. 6 f. Ziff. 3.1.2). Gestützt auf diese Darlegungen kann nicht 
von einem andauernden, schweren und quälenden Schmerz gesprochen 
werden, was jedoch diagnosespezifisch sein müsste (BGE 141 V 281 E. 
4.3.1.1 S. 298 i.V.m. E. 2.1.1 S. 286). Betreffend Behandlungserfolg oder -
resistenz (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299 f.) ist zu bemerken, dass die 
Beschwerdeführerin eine ambulante Psychotherapie besucht, jedoch keine 
antidepressive Therapie durchgeführt wird. Gegen die Schmerzen nehme 
sie einzig Dafalgan und zum Schlafen Valverde Dragees (AB 43.1, S. 8, 
Ziff. 3.3; AB 43.1, S. 5 Ziff. 3.1.2; AB 34.1, S. 11, Ziff. 3.10.3). Diese Tatsa-
chen sprechen nicht nur gegen das Vorliegen einer schweren und thera-
peutisch nicht mehr angehbaren psychischen Störung, sondern auch ge-
gen das Vorhandensein eines Leidensdrucks. Da keinerlei fassbaren Hin-
weise für eine klare Pathologie im Bereich des Bewegungsapparates be-
stehen (AB 43.1, S. 15, Ziff. 4.4), sind psychische oder somatische Komor-
biditäten, die der Beschwerdeführerin Ressourcen rauben würden, zu ver-
neinen (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3 S. 300 ff.). Auch konnten keine Persön-
lichkeitsstörungen festgestellt werden (AB 43.1, S. 10, Ziff. 3.10.1). An-
haltspunkte, dass in der Persönlichkeit der Beschwerdeführerin krank-
heitswertige Umstände vorliegen, welche ein Leistungsvermögen aus-
schlössen (BGE 141 V 281 E. 4.3.2 S. 302), sind demnach nicht ersichtlich. 
Der soziale Kontext (BGE 141 V 281 E. 4.3.3 S. 303) zeigt, dass die Be-
schwerdeführerin nach im 2005 erfolgter Scheidung seit 2014 wieder ver-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2017, IV/17/361, Seite 14

heiratet ist und zusammen mit dem Ehemann in einer 
3-Zimmerwohnung lebt. Die partnerschaftliche Beziehung wird als sehr gut 
bezeichnet. Im Weiteren pflegt sie soziale Kontakte zu den aus erster Ehe 
stammenden erwachsenen Söhnen und den Geschwistern (AB 43.1, 
S. 6 f., Ziff. 3.1.2). Der Lebenskontext hält der Beschwerdeführerin folglich 
genügend mobilisierbare Ressourcen bereit. Im Rahmen der Konsistenz-
prüfung (BGE 141 V 281 E. 4.4.1 S. 303 f.) ist schliesslich festzuhalten, 
dass keine gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen 
vergleichbaren Lebensbereichen zu erheben war. Während die Beschwer-
deführerin familiäre Probleme verneint, gute sowie regelmässige soziale 
Kontakte pflegt und im Sommer 2016 auch in der Lage war mit dem Flug-
zeug in … zu reisen und anschliessend ca. fünf Wochen in … verbrachte, 
geht sie keiner beruflichen Tätigkeit nach und verrichtet zu Hause keine 
Arbeiten (AB 43.1, S. 6 f., Ziff. 3.1.2). Dieses Verhalten lässt mit Blick auf 
die gesamten Umstände nicht auf einen krankheitsbedingten Rückzug und 
auf verminderte Ressourcen schliessen. Es hat sich vorliegend auch ge-
zeigt, dass die Beschwerdeführerin intensive Schmerzen angibt, jedoch 
diese nicht genauer lokalisieren kann (AB 43.1, S. 13, Ziff. 4.2.1). Gestützt 
auf die massgebenden Indikatoren ist folglich erstellt, dass der diagnosti-
zierten chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen 
Faktoren (ICD-10 F45.41) nicht invalidisierende Wirkung zukommt.

3.6 Nach dem Dargelegten erhellt, dass der Sachverhalt rechtsgenüg-
lich abgeklärt ist. Von weiteren medizinischen Erhebungen sind keine neu-
en Erkenntnisse zu erwarten, weshalb auf deren Durchführung – entgegen 
dem Antrag der Beschwerdeführerin (vgl. Beschwerde S. 2 , Ziff. 2) – in 
antizipierter Beweiswürdigung verzichtet werden kann (vgl. BGE 122 V 157 
E. 1d S. 162). Die Beschwerdegegnerin ist zu Recht davon ausgegangen, 
dass kein invalidisierender Gesundheitsschaden bzw. keine relevante 
Minderung der Arbeitsfähigkeit und somit keine Invalidität im Rechtssinne 
(vgl. E. 2.1 f. hiervor) vorliegt. Die Beschwerde ist abzuweisen.

4.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2017, IV/17/361, Seite 15

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG), unter Vorbehalt der zu prüfenden unentgeltlichen 
Rechtspflege. Das Verfahren bezüglich des Gesuchs um unentgeltliche 
Rechtspflege im Verwaltungsverfahren ist kostenlos.

4.2 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei 
von den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

Im vorliegenden Fall war das Verfahren nicht als von vornherein aussichts-
los zu bezeichnen. Die Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin ist aufgrund 
der dokumentierten finanziellen Verhältnisse ausgewiesen (BB 6 – 18). Der 
Gesetzgeber hat für das Beschwerdeverfahren weniger strenge Vorausset-
zungen aufgestellt, als sie für die unentgeltliche Vertretung im Verwal-
tungsverfahren gelten (vgl. UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl., 2015, 
Rz. 176 zu Art. 61). Eine anwaltliche Verbeiständung war deshalb geboten, 
so dass der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Rechtspflege zu ge-
währen ist unter Beiordnung von Rechtsanwalt B.________ als amtlicher 
Anwalt.

4.3 Dementsprechend ist der Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der 
Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozess-
ordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272) – von der Zahlungspflicht 
betreffend die Verfahrenskosten zu befreien.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2017, IV/17/361, Seite 16

4.4 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

4.5 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-
tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung der 
amtlichen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stun-
denansatz Fr. 200.--.

Mit Kostennote vom 8. Juni 2017 macht Rechtsanwalt B.________ eine 
Parteientschädigung von Fr. 3‘866.30 (Aufwand 15.17 Stunden à Fr. 230.--, 
zuzüglich Auslagen von Fr. 90.80.-- und MWSt. von Fr. 286.40 [8 % auf 
Fr. 3‘579.90]) geltend. In Anbetracht der nicht komplexen tatsächlichen und 
rechtlichen Verhältnisse liegt der geltend gemachte zeitliche Aufwand unter 
Berücksichtigung der Nachbesserung des Gesuchs um unentgeltliche 
Rechtspflege an der oberen Grenze des Gebotenen, zumal die Beschwer-
deführerin bereits im Verwaltungsverfahren von Rechtsanwalt B.________ 
vertreten wurde. Das amtliche Honorar beträgt somit Fr. 3‘034.-- (15.17 
Stunden à Fr. 200.--), zuzüglich Auslagen von Fr. 90.80 und MWSt. von 
Fr. 250.00 (8 % auf Fr. 3‘124.80), somit insgesamt Fr. 3‘374.80, und ist 
Rechtsanwalt B.________ aus der Gerichtskasse zu vergüten. Vorbehalten 
bleibt die Nachzahlungspflicht der Beschwerdeführerin nach Art. 123 ZPO 
i.V.m. Art. 113 VRPG.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2017, IV/17/361, Seite 17

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Der tarifmässige Parteikostenersatz des amtlichen Anwalts wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 3‘866.30 (inkl. Auslagen und MWSt.) festge-
setzt. Davon wird Rechtsanwalt B.________ nach Eintritt der Rechts-
kraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 3‘374.80 festge-
setzte Entschädigung (inkl. Auslagen und MWSt.) vergütet. Vorbehal-
ten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

6. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern (mit Honorarnote vom 8. Juni 2017)
- Bundesamt für Sozialversicherungen 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2017, IV/17/361, Seite 18

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.