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**Case Identifier:** a297d1f3-8f02-5d57-a90b-972c2f881f95
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-06-05
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 05.06.2024 SST.2023.132
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2023-132_2024-06-05.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 1. Kammer 

 

SST.2023.132 
(ST.2022.71; STA.2020.4001) 

 

 

Urteil vom 5. Juni 2024 
 

 

Besetzung  Oberrichter Six, Präsident 

Oberrichterin Vasvary 

Oberrichter Cotti 

Gerichtsschreiberin Albert 

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten, 

Kloster-Südflügel, Seetalstrasse 8, 5630 Muri AG  

 

 
    

Beschuldigter   A._____,  

geboren am tt.mm.1997, von Oberrohrdorf, 

[…] 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Christoph Waller,  

[…] 

 

  

 
 

Gegenstand  Mehrfacher betrügerischer Konkurs und Pfändungsbetrug usw. 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten erhob am 19. Januar 2022 

Anklage gegen den Beschuldigten wegen mehrfachen betrügerischen 

Konkurses und Pfändungsbetrugs, Misswirtschaft, Unterlassung der 

Buchführung, mehrfachen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen 

sowie Nichtabgabe von Fahrzeugausweis und Kontrollschildern trotz 

behördlicher Aufforderung. Sie beantragte, der Beschuldigte sei dafür – 

unter Widerruf des mit Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau vom 

24. Oktober 2019 für eine Freiheitsstrafe von 18 Monaten bedingt 

gewährten Strafvollzugs – mit einer unbedingt auszusprechenden 

Gesamtfreiheitsstrafe von 30 Monaten sowie einer Busse von Fr. 500.00 

zu bestrafen. Ausserdem seien zwei weitere jeweils mit Strafbefehl der 

Staatsanwaltschaft Zug vom 6. Juli 2018 bzw. vom 27. April 2020 bedingt 

ausgesprochene Geldstrafen zu vollziehen. 

 

1.2. 

Am 15. November 2022 fand vor dem Bezirksgericht Bremgarten die 

erstinstanzliche Hauptverhandlung mit Befragung des Beschuldigten statt. 

Gleichentags erkannte das Bezirksgericht Bremgarten auf folgendes Urteil:  

 
1. 
Der Beschuldigte wird freigesprochen von der Anklage  
- der Misswirtschaft gemäss Art. 165 Ziff. 1 StGB (Anklageziffer I.2.)  
 
2. 
Der Beschuldigte wird schuldig gesprochen  
- des mehrfachen betrügerischen Konkurses und Pfändungsbetrugs gemäss Art. 163 

Ziff. 1 StGB (Anklageziffer I.1.)  
- der Unterlassung der Buchführung gemäss Art. 166 StGB (Anklageziffer I.3.)  
- des mehrfachen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen gemäss Art. 292 StGB für 

den Zeitraum ab 15.11.2019 (Anklageziffer I.4.)  
- der Nichtabgabe von Ausweisen und Kontrollschildern gemäss Art. 97 Abs. 1 lit. b SVG 

(Anklageziffer I.5.)  
 
3. 
3.1. 
Der Beschuldigte wird gestützt auf Art. 40, 47 und 49 Abs. 1 StGB zu 12 Monaten 
Freiheitsstrafe verurteilt. 
 
3.2 
Die Haft von 1 Tag (03.11.2020, 06.45 Uhr – 03.11.2020, 12.00 Uhr) wird gestützt auf Art. 
51 StGB auf die Freiheitsstrafe angerechnet. 
 
4. 
4.1. 
Der Beschuldigte wird als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Muri-
Bremgarten vom 01.02.2022 gestützt auf Art. 34, 47 und 49 Abs. 1 und 2 StGB zu einer 
Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu je Fr. 80.00 verurteilt. Die Geldstrafe beläuft sich folglich 
auf Fr. 1'200.00. 

 - 3 - 

 

 

 
4.2 
Wird die Geldstrafe nicht bezahlt, so wird gestützt auf Art. 36 StGB eine 
Ersatzfreiheitsstrafe von 15 Tagen vollzogen. 
 
5. 
5.1. 
Der Beschuldigte wird gestützt auf Art. 106 StGB zu einer Busse von Fr. 500.00 verurteilt. 
 
5.2. 
Wird die Busse schuldhaft nicht bezahlt, so wird eine Ersatzfreiheitsstrafe von 6 Tagen 
vollzogen. 
 
6. 
Es wird davon Vormerk genommen, dass der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zug 
vom 27.04.2020 für 20 Tagessätze Geldstrafe zu einem Tagessatz von Fr. 30.00 gewährte 
bedingte Vollzug bereits mit rechtskräftigem Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Muri-
Bremgarten vom 01.02.2022 widerrufen wurde.  
 
7. 
Der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zug vom 06.07.2018 für 5 Tagessätze 
Geldstrafe zu einem Tagessatz von je Fr. 110.00 gewährte bedingte Vollzug wird gestützt 
auf Art. 46 Abs. 1 StGB widerrufen.  
 
Die widerrufene Geldstrafe bildet zusammen mit der neuen Strafe die Gesamtstrafe 
respektive Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten vom 
01.02.2022 gemäss Ziff. 4.1. 
 
8. 
Auf den Widerruf des mit Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau vom 24.10.2019 für 
eine Freiheitsstrafe von 18 Monaten gewährte bedingte Vollzug wird gestützt auf Art. 46 
Abs. 2 StGB verzichtet.  
 
Der Beschuldigte wird verwarnt und die Probezeit um 1.5 Jahre verlängert.  
 
9. 
Die Verfahrenskosten bestehen aus: 
Anklagegebühr Fr. 2'250.00 
Gerichtsgebühr Fr. 4'000.00 
Kosten für die amtliche Verteidigung Fr. 7'869.20 
andere Auslagen Fr. 36.00 
 
Total Fr. 14'455.20 
 
Dem Beschuldigten werden die Verfahrenskosten - ausgenommen die amtliche 
Verteidigung - vollumfänglich auferlegt, somit insgesamt Fr. 6'586.00. 
 
10. 
10.1. 
Dem Verteidiger des Beschuldigten wird eine Entschädigung von Fr. 7'869.20 (inkl. 
Auslagen und MwSt.) zu Lasten der Staatskasse zugesprochen. 
 
10.2. 
Der Beschuldigte ist verpflichtet, dem Kanton Aargau die Kosten für die amtliche 
Verteidigung zurückzuzahlen, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben 
(Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). 
 

 - 4 - 

 

 

11. 
Der Beschuldigte trägt seine Kosten selber.  
 

2. 

2.1. 

Gegen dieses ihm am 28. November 2022 im Dispositiv zugestellte Urteil 

meldete der Beschuldigte am 7. Dezember 2022 die Berufung an. Das 

begründete Urteil wurde ihm am 23. Mai 2023 zugestellt. 

 

2.2. 

Mit Berufungserklärung vom 12. Juni 2023 beantragte der Beschuldigte, er 

sei nebst dem Tatvorwurf der Misswirtschaft auch von den Tatvorwürfen 

des mehrfachen betrügerischen Konkurses und Pfändungsbetrugs, der 

Unterlassung der Buchführung sowie des mehrfachen Ungehorsams 

gegen amtliche Verfügungen freizusprechen und stattdessen einzig wegen 

Nichtabgabe von Ausweisen und Kontrollschildern zu einer bedingten 

Geldstrafe von 10 Tagessätzen à Fr. 30.00 zu verurteilen, wobei ihm die 

ausgestandene Untersuchungshaft von einem Tag anzurechnen sei. 

 

2.3. 

Am 5. Juli 2023 erklärte die Staatsanwaltschaft Anschlussberufung und 

beantragte, es sei der mit Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau vom 

24. Oktober 2019 gewährte bedingte Vollzug für eine Freiheitsstrafe von 18 

Monaten zu widerrufen.  

 

2.4. 

Der Beschuldigte reichte am 5. Juli 2023 vorgängig zur Berufungs-

verhandlung eine schriftliche Berufungsbegründung ein. 

 

2.5. 

Die Staatsanwaltschaft reichte am 26. Juli 2023 vorgängig zur Berufungs-

verhandlung eine schriftliche Anschlussberufungsbegründung ein. 

Gleichzeitig beantragte sie mit Berufungsantwort die Abweisung der 

Berufung des Beschuldigten.  

 

2.6. 

Mit Anschlussberufungsantwort vom 21. August 2023 beantragte der 

Beschuldigte die Abweisung der Anschlussberufung der Staatsanwalt-

schaft. 

 

2.7. 

Die Berufungsverhandlung mit Befragung des Beschuldigten fand am 

5. Juni 2024 statt. 

 

 

 - 5 - 

 

 

   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Die Berufung des Beschuldigten richtet sich gegen die vorinstanzlichen 

Schuldsprüche wegen mehrfachen Pfändungsbetrugs, Unterlassung der 

Buchführung, mehrfachen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen 

sowie die daraus resultierenden Straf- und Kostenfolgen. Die 

Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft richtet sich gegen den von der 

Vorinstanz vorgenommenen Verzicht auf den Widerruf des mit Urteil des 

Obergerichts des Kantons Aargau vom 24. Oktober 2019 für die 

Freiheitsstrafe von 18 Monaten bedingt ausgesprochenen Strafvollzugs. 

 

In den übrigen Punkten, insbesondere hinsichtlich des Freispruchs vom 

Vorwurf der Misswirtschaft, hinsichtlich des Schuldspruchs wegen 

Nichtabgabe von Ausweisen und Kontrollschildern sowie hinsichtlich der 

Höhe der Entschädigung der amtlichen Verteidigung wurde das 

vorinstanzliche Urteil nicht angefochten. Sie sind somit nicht zu überprüfen 

(Art. 404 Abs. 1 StPO). 

 

2. 

2.1. 

Die Vorinstanz hat es gestützt auf den in Ziffer I.1. der Anklageschrift zur 

Anklage erhobenen Sachverhalt als erstellt erachtet, dass der Beschuldigte 

im Zeitraum vom 13. Juni 2019 bis zum 31. Oktober 2020 gegenüber den 

Betreibungsämtern Q._____ und R._____ Erwerbseinkünfte aus seiner 

Tätigkeit für verschiedene Unternehmen – darunter die Einzelfirma 

B._____, die C._____ AG sowie die D._____ GmbH – vorsätzlich 

verschwiegen habe, obwohl gegen ihn mehrere provisorische 

Verlustscheine ausgestellt worden waren und sprach ihn gestützt darauf 

des mehrfachen Pfändungsbetrugs gemäss Art. 163 Ziff. 1 StGB schuldig 

(vgl. vorinstanzliches Urteil E. A.3.3).  

 

Der Beschuldigte bringt dagegen mit Berufung einerseits vor, die Anklage 

genüge hinsichtlich des fraglichen Tatvorwurfes dem in Art. 325 Abs. 1 

StPO verankerten Anklageprinzip nicht, zumal sie nicht umschreibe, 

inwiefern er im Deliktszeitraum über das Existenzminimum hinausgehende 

Einnahmen generiert habe. Andererseits sei das Verhalten des 

Beschuldigten nicht tatbestandsmässig, zumal nicht erstellt sei, dass er im 

Deliktszeitraum tatsächlich ein über das Existenzminimum hinaus-

gehendes Einkommen erwirtschaftet habe (vgl. Berufung Ziff. 3).  

 

2.2. 

Des Pfändungsbetrugs gemäss Art. 163 Ziff. 1 StGB macht sich der 

Schuldner strafbar, der zum Schaden der Gläubiger sein Vermögen zum 

Scheine vermindert, namentlich Vermögenswerte beiseite schafft oder 

verheimlicht, Schulden vortäuscht, vorgetäuschte Forderungen anerkennt 

 - 6 - 

 

 

oder deren Geltendmachung veranlasst, wenn über ihn der Konkurs 

eröffnet oder gegen ihn ein Verlustschein ausgestellt worden ist.  

 

Schuldner ist diejenige Person, gegen welche sich das Zwangs-

vollstreckungsverfahren richtet. Tatobjekt ist das Schuldnervermögen bzw. 

sämtliche Vermögenswerte des Schuldners, soweit sie Gegenstand der 

Zwangsvollstreckung bilden können (Urteil des Bundesgerichts 

6B_959/2017 vom 29. März 2018 E. 4.1). Vermögenswert in diesem Sinne 

ist auch zukünftiges pfändbares Vermögen im Sinne von Erwerbs-

einkommen, worunter jedes Entgelt für persönliche Arbeitsleistung zu 

verstehen ist, unabhängig von Bezeichnung und Form der Entrichtung 

(BGE 105 IV 319; Urteil des Bundesgerichts 6B_403/2009 vom 10. Juli 

2009 E. 1.6.2). Die Tatbestandsvariante des Verheimlichens von 

Vermögenswerten ist erfüllt, wenn der Schuldner durch Lügen oder 

Halbwahrheiten falsche Vorstellungen erweckt, so wenn er nur teilweise 

Angaben zu seiner Einkommens- und Vermögenssituation macht, sich im 

Übrigen aber ausschweigt, um so den Eindruck zu erwecken, vollständig 

Auskunft gegeben zu haben. Soweit er lediglich die Auskunft verweigert 

und sich überhaupt nicht auf das Verfahren einlässt, liegt demgegenüber 

noch kein Verheimlichen vor. Durch blosses Schweigen wird der 

Tatbestand somit nur erfüllt, wenn dem Verheimlichen betrügerischer 

Charakter zukommt. Die Auskunftspflicht des Schuldners ist umfassend 

und erfasst auch Vermögenswerte, die nach Ansicht des betriebenen 

Schuldners unpfändbar sind. Die Entscheidung, ob ein Vermögenswert der 

Zwangsvollstreckung unterliegt oder nicht, kommt dem Betreibungs- oder 

Konkursamt zu, nicht dem Schuldner (Urteile des Bundesgerichts 

6B_134/2017 vom 8. Januar 2016 E. 5.2 und 6B_1172/2013 vom 

18. November 2014 E. 4.4). 

 

Der Pfändungsbetrug ist ein Vorsatzdelikt, d.h. der Vorsatz muss sich 

sowohl auf die Tathandlung als auch auf den Erfolg (Gefährdung der 

Zugriffsrechte der Gläubiger) beziehen (BGE 102 IV 172 E. 3), wobei 

Eventualvorsatz genügt (Urteil des Bundesgerichts 6B_551/2015 vom 

24. Februar 2016 E. 4.3). 

 

2.3. 

In tatsächlicher Hinsicht ist erstellt, dass der Beschuldigte mehrfach 

fruchtlos gepfändet wurde und gegen ihn provisorische Verlustscheine 

ausgestellt wurden (Pfändung des Betreibungsamts R._____ vom 13. Juni 

2019, Pfändungen durch das Betreibungsamt Q._____ vom 30. April 2020, 

15. Juni 2020, 26. Juni 2020, 3. August 2020, 14. August 2020, 22. 

September 2020 sowie vom 3. November 2020; vgl. act. 253 ff.). Dabei gab 

er gegenüber den Betreibungsämtern jeweils zu Protokoll, über kein 

pfändbares Vermögen zu verfügen. Hinsichtlich seiner Einkommens-

verhältnisse führte er aus, bei der B._____ bzw. der D._____ GmbH 

angestellt zu sein, jedoch nur über ein unregelmässiges Einkommen im 

 - 7 - 

 

 

Stundenlohn bzw. gar keines zu verfügen (act. 253; 279; 286, 290). Die 

beiden Betreibungsämter errechneten in der Folge je ein Existenzminimum 

von Fr. 1'100.00 (act. 267) bzw. Fr. 1'847.00 (act. 270), und der 

Beschuldigte wurde verpflichtet, die das Existenzminimum übersteigenden 

Beträge dem jeweiligen Betreibungsamt abzuliefern bzw. dieses über 

allfällige Änderungen seiner finanziellen Verhältnisse in Kenntnis zu 

setzen. 

 

Umstritten ist, ob der Beschuldigte im angeklagten Zeitraum entgegen 

seinen Angaben gegenüber den Betreibungsämtern Einnahmen generiert 

und diese ganz oder teilweise verheimlicht hat. 

 

2.4. 

Der Beschuldigte führt selbst aus, im deliktsrelevanten Zeitraum auf seinem 

Jugendprivatkonto bei der E._____ Zahlungseingänge in Höhe von 

gesamthaft Fr. 6'688.65 verbucht zu haben (vgl. Berufung Ziff. 3c). Dabei 

handelt es sich um Lohnzahlungen der C._____ AG für die Monate August 

bis November 2019, in welchen der Beschuldigte als Lehrling zum 

Heizungsmonteur angestellt war (act. 1404; act. 990). Dass er diese 

Einnahmen den Betreibungsämtern gemeldet hätte, obwohl er bereits am 

13. Juni 2019 dazu aufgefordert worden war, jede Änderung seiner 

Einkommensverhältnisse zu melden, ist weder ersichtlich, noch wird 

solches vom Beschuldigten geltend gemacht. 

 

Abgesehen davon bestreitet der Beschuldigte, für seine Tätigkeit bei der 

B._____ sowie der am 28. Juli 2020 von ihm übernommenen D._____ 

GmbH Lohnzahlungen erhalten zu haben. Er habe sich lediglich für seine 

Aufwendungen bzw. Spesen im Umfang weniger hundert Franken bezahlt 

gemacht (vgl. Berufung Ziff. 3c S. 18). Mit der Vorinstanz bestehen für das 

Obergericht bei vernünftiger Betrachtungsweise jedoch keinerlei Zweifel 

daran, dass es sich bei diesem Einwand um eine unbeachtliche 

Schutzbehauptung handelt: 

 

Der Beschuldigte führte gegenüber dem Betreibungsamt R._____ sowie an 

der vorinstanzlichen Hauptverhandlung aus, seit dem 31. Oktober 2018 bis 

zu deren Löschung aus dem Handelsregister am 10. September 2020 bei 

der B._____ angestellt gewesen zu sein (act. 253 und 272; GA act. 1400). 

Aufgrund der edierten Kontoauszüge sowie gestützt auf die Aussagen des 

Beschuldigten als auch dessen Mutter F._____, der Inhaberin der B._____, 

ist sodann erstellt, dass im Zeitraum von November 2018 bis September 

2020 auf deren Privatkonten bei der G._____ sowie ab dem 3. Dezember 

2019 auf jenem bei der H._____ AG Kundenzahlungen für erbrachte 

Dienstleistungen der B._____ in Höhe von gesamthaft rund Fr. 150'000.00 

eingegangen sind (vgl. act. 491 ff. und 584 ff. sowie act. 154 Ziff. 29 ff., 

act. 188 Ziff. 26 ff., act. 232 Ziff. 34 ff., act. 178 Ziff. 71 ff. und act. 219 

Ziff. 55 ff., insbesondere Ziff. 74). Sowohl der Beschuldigte als auch 

 - 8 - 

 

 

dessen Mutter führten anlässlich ihrer Einvernahmen aus, von den 

Einnahmen auf diesem Konto gelebt und damit die Kosten für Miete und 

Lebensmittel gedeckt zu haben (act. 1403; 193 Ziff. 78). Damit ist erstellt, 

dass der Beschuldigte im deliktsrelevanten Zeitraum für seine Arbeits-

tätigkeit bei der B._____ eine Gegenleistung erhalten hat. Dass dieses 

Einkommen weder formell als Lohn ausbezahlt noch buchhalterisch erfasst 

worden ist, sondern er es vielmehr in bar oder in Form von Naturalien 

bezogen hat, vermag an dieser Tatsache nichts zu ändern, sondern ist 

vielmehr als Indiz dafür zu werten, dass der Beschuldigte die fraglichen 

Einkünfte bewusst den Betreibungsämtern zu verheimlichen versucht hat 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_403/2009 vom 10. Juli 2009 E. 1.6.4). 

Eine entsprechende Meldung ist jedenfalls unbestrittenermassen nicht 

erfolgt.  

 

Gleiches hat sodann für die Tätigkeit des Beschuldigten für die D._____ 

GmbH zu gelten. Auch diesbezüglich ist unbestritten bzw. aufgrund der 

edierten Kontoauszüge bei der I._____ sowie der anlässlich der 

Hausdurchsuchung vom 3. November 2020 gefundenen Kaufverträge 

erstellt, dass der Beschuldigte aus verschiedenen Tätigkeiten für die 

D._____ GmbH, namentlich dem Kauf, der Instandsetzung sowie dem 

Wiederverkauf von Autos sowie Heizungsarbeiten Einnahmen generiert hat 

(vgl. act. 1016 ff.). Zum Verwendungszweck dieses Geldes führte der 

Beschuldigte anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung aus, er 

habe es sich als Lohn ausbezahlt (act. 1407). Ebenfalls ist unbestritten 

bzw. wird nicht geltend gemacht, dass der Beschuldigte diese Einkünfte 

dem Betreibungsamt gemeldet hätte.  

 

Zusammenfassend ist zweifelsfrei erstellt, dass der Beschuldigte im 

Zeitraum vom 13. Juni 2019 bis zum 31. Oktober 2020 aus seiner Tätigkeit 

für verschiedene Unternehmen Einkommen generiert und ausbezahlt 

erhalten hat, ohne diese den Betreibungsämtern R._____ oder Q._____ zu 

melden. Vielmehr hat er die fraglichen Einkünfte verheimlicht, indem er den 

Betreibungsbeamten anlässlich der Pfändungsvollzüge mehrfach zu 

Protokoll gab, über kein pfändbares Vermögen bzw. Einkommen zu 

verfügen (vgl. oben).  

 

2.5. 

Gestützt auf das vorstehende ist im Sinne der Anklage erstellt, dass der 

Beschuldigte im Zeitraum vom 13. Juni 2019 bis zum 31. Oktober 2020 

Einkommen aus unterschiedlichen Arbeitstätigkeiten generiert, dieses 

jedoch trotz bestehender Auskunftspflicht im Zwangsvollstreckungs-

verfahren den Betreibungsämtern nicht gemeldet hat. Vielmehr führte er 

anlässlich der fraglichen Pfändungsvollzüge mehrfach wahrheitswidrig aus, 

über kein Einkommen oder nur ein unregelmässiges zu verfügen (vgl. act. 

253 ff.). Durch die unterlassene bzw. unvollständige Deklaration seiner 

Einnahmen bzw. seine wahrheitswidrigen Aussagen diesbezüglich hat er 

 - 9 - 

 

 

den (falschen) Eindruck erweckt, vollständig Aufschluss über seine 

Einkommens- und Vermögenssituation erteilt zu haben, was angesichts der 

erwirtschafteten Beträge nicht zutrifft. Vielmehr hat er über den Tatzeitraum 

durch die bezogenen Gelder einen wesentlichen Teil seiner Lebens-

haltungskosten gedeckt. Er stand ihm damit wesentlich mehr Einkommen 

zur Verfügung, als er dies anlässlich der fraglichen Pfändungsvollzüge 

ausgewiesen hat.  

 

Abwegig ist der Einwand des Beschuldigten, er habe die erwirtschafteten 

Beträge nicht melden müssen, weil diese das von den Betreibungsämtern 

errechnete Existenzminimum nicht erreicht hätten. Im Pfändungsverfahren 

ist der Schuldner gemäss Art. 91 Abs. 1 Ziff. 2 SchKG verpflichtet, seine 

Vermögensgegenstände, einschliesslich derjenigen, welche sich nicht in 

seinem Gewahrsam befinden, sowie seine Forderungen und Rechte 

gegenüber Dritten anzugeben, soweit dies zu einer genügenden Pfändung 

nötig ist (Urteil des Bundesgerichts 6B_1172/2013 vom 18. November 

2014 E. 4.4). Die Auskunftspflicht des Schuldners ist nach der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung eine umfassende (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 6B_44/2021 vom 16. Juli 2021 E. 2.1). Darüber hinaus hat 

das Bundesgericht ausgeführt, dass auch aus dem Existenzminimum 

angespartes Geld taugliches Tatobjekt von Art. 163 StGB sein kann (vgl. 

Urteil des Bundesgerichts 6B_851/2010 vom 11. Januar 2011 E. 2.3.2). 

Aus diesen Gründen ist es für die Strafbarkeit wegen Pfändungsbetrugs 

letztlich irrelevant, ob oder in welchem Umfang die fraglichen Einkünfte 

über das Existenzminimum hinausgegangen sind oder nicht. Aus diesem 

Grund kann im Umstand, dass in der Anklageschrift die über das 

Existenzminimum des Beschuldigten hinausgehenden Einkünfte nicht 

beziffert sind, auch keine Verletzung des Anklagegrundsatzes im Sinne von 

Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO erblickt werden. Vielmehr sind die dem 

Beschuldigten zum Vorwurf gemachten, verheimlichten Einkünfte mit deren 

Entstehungsgrund sowohl in zeitlicher als auch in sachlicher Hinsicht 

hinreichend bestimmt, so dass dem Beschuldigten jederzeit eine wirksame 

Verteidigung möglich war. 

 

Der Beschuldigte hat durch die Angabe falscher bzw. unvollständiger 

Erklärungen gegenüber den Betreibungsämtern die Ausfertigung der 

Verlustscheine verursacht. Sofern er gegenüber den Betreibungsbeamten 

offengelegt hätte, dass ihm effektiv ein Einkommen zur Verfügung steht, 

wäre die pfändbare Quote bei den jeweiligen Berechnungen deutlich höher 

ausgefallen und seine Gläubiger wären in höherem Masse sowie früher 

befriedigt worden. Es wäre – wenn überhaupt – nur in geringerem Masse 

zu Verlustscheinen gekommen. Durch die Verzögerung der Zwangs-

vollstreckung bestand die Gefahr, dass Gläubiger zu Verlust kommen 

könnten. Dies insbesondere aufgrund der desolaten finanziellen Situation 

des Beschuldigten. Weiter wurde die Zwangsvollstreckung erschwert und 

war für die Gläubiger mit erhöhtem Aufwand verbunden. Der Beschuldigte 

 - 10 - 

 

 

hat den objektiven Tatbestand des Pfändungsbetrugs somit mehrfach 

erfüllt.  

 

2.6. 

Der Beschuldigte war sich sodann bewusst, dass er seine Einnahmen den 

Betreibungsbeamten gegenüber hätte mitteilen müssen, zumal er auf seine 

diesbezügliche Auskunftspflicht anlässlich des ersten Pfändungsvollzugs 

am 13. Juni 2019 ausdrücklich hingewiesen wurde und dies unterschriftlich 

bestätigt hat (vgl. act. 256 f.). Ausserdem räumte der Beschuldigte 

anlässlich seiner Befragung vom 3. November 2020 ein, seine Einkünfte 

nicht gemeldet zu haben, zumal sie sonst kein Dach über dem Kopf mehr 

gehabt hätten, wenn sie alles abgegeben hätten (act. 163). Damit ist 

erstellt, dass der Beschuldigte seine Einkünfte wissentlich und willentlich 

verschwiegen hat und damit zumindest eventualvorsätzlich in Kauf 

genommen hat, dass seinen Gläubigern im Zwangsvollstreckungs-

verfahren dadurch ein Schaden entstehen würde. Entsprechend ist der 

Tatbestand des Pfändungsbetrugs gemäss Art. 163 StGB auch in 

subjektiver Hinsicht erfüllt. 

 

2.7. 

Zusammenfassend hat sich der Beschuldigte des mehrfachen 

Pfändungsbetrugs gemäss Art. 163 Ziff. 1 StGB schuldig gemacht. Seine 

Berufung erweist sich in diesem Punkt als unbegründet. 

 

3.  

3.1.  

Die Vorinstanz erachtete es sodann gestützt auf den in Anklageziffer I.3. 

umschriebenen Sachverhalt als erstellt, dass der Beschuldigte innerhalb 

des Einzelunternehmens seiner Mutter, der B._____, eine inhaberähnliche 

Funktion bekleidet bzw. er über selbständige Entscheidungsbefugnisse im 

Sinne von Art. 29 lit. c StGB verfügt habe. Da er entsprechend für die 

gesetzlich vorgeschriebene Buchführung verantwortlich gewesen sei, eine 

solche jedoch zu keiner Zeit erstellt worden und zudem am 17. Juni 2019 

der Konkurs über die B._____ eröffnet worden sei, habe er sich der 

unterlassenen Buchführung gemäss Art. 166 StGB i.V.m. Art. 29 lit. c StGB 

schuldig gemacht (vgl. vorinstanzliches Urteil E. II.B.3 ff.).  

 

Der Beschuldigte bestreitet nicht, dass über die Geschäfte der B._____ 

nicht Buch geführt worden ist, obschon gesetzlich eine Pflicht dazu 

bestanden hätte. Er bestreitet im Berufungsverfahren jedoch, eine 

inhaberähnliche Funktion innerhalb des Einzelunternehmens bekleidet 

bzw. über selbständige Entscheidungsbefugnisse verfügt zu haben und 

deshalb für die Einhaltung der Buchführungspflichten verantwortlich 

gewesen zu sein (vgl. Berufung Ziff. 4).  

 

 - 11 - 

 

 

3.2. 

Der Schuldner, der die ihm gesetzlich obliegende Pflicht zur ordnungs-

gemässen Führung und Aufbewahrung von Geschäftsbüchern oder zur 

Aufstellung einer Bilanz verletzt, so dass sein Vermögensstand nicht oder 

nicht vollständig ersichtlich ist, macht sich der Unterlassung der 

Buchführung gemäss Art. 166 StGB strafbar, wenn über ihn der Konkurs 

eröffnet oder in einer gemäss Art. 43 SchKG erfolgten Pfändung gegen ihn 

ein Verlustschein ausgestellt worden ist. Die Eröffnung des Konkurses 

bildet objektive Strafbarkeitsbedingung (Urteil des Bundesgerichts 

6B_1340/2017 vom 24. September 2018 E. 1.2). Die möglichen Tatobjekte 

ergeben sich aus Art. 957 ff. OR und umfassen die kaufmännische 

Buchführung und Rechnungslegung samt Bestandteilen. Die Buch-

führungspflicht wird verletzt, wenn die Buchführung ganz unterbleibt oder 

mangelhaft erfolgt und dadurch die Vermögenslage des Schuldners nur mit 

erheblichem Aufwand überblickt werden kann (Urteil des Bundesgerichts 

6B_893/2018 vom 2. April 2019 E. 1.1.1). Bei Art. 166 StGB handelt es sich 

um ein echtes Sonderdelikt, da nur der Schuldner als Täter infrage kommt. 

Verfügt ein Mitarbeiter einer Einzelfirma über selbständige 

Entscheidungsbefugnisse, so ist die der Einzelfirma obliegende Pflicht zur 

Buchführung ihm zuzurechnen (Art. 29 lit. c StGB). 

 

3.3. 

In tatsächlicher Hinsicht ist erstellt, dass der Beschuldigte Angestellter mit 

Einzelzeichnungsberechtigung der am 26. Oktober 2018 ins Handels-

register eingetragenen Einzelunternehmung B._____ war, über welche am 

17. Juni 2019 der Konkurs eröffnet wurde (act. 253, 272 und 827; GA 

act. 1400). Darüber hinaus ist erstellt sowie unbestritten geblieben, dass 

über die Geschäftstätigkeit der besagten Gesellschaft nicht Buch geführt 

wurde (act. 1410).  

 

3.4. 

3.4.1. 

Mit der Vorinstanz ist auch für das Obergericht erstellt, dass der 

Beschuldigte als Mitarbeiter mit selbständigen Entscheidungsbefugnissen 

im Sinne von Art. 29 lit. c StGB gehandelt hat und ihm folglich die 

unterlassene Buchführung der B._____ zuzurechnen ist.  

 

Es ist zwar zutreffend, dass als Inhaberin der B._____ die Mutter des 

Beschuldigten im Handelsregister eingetragen ist (act. 827). 

Nichtsdestotrotz ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte bei der 

Geschäftsführung des Unternehmens in massgeblicher Weise beteiligt war 

und insbesondere in Bezug auf die Finanzen über selbständige 

Entscheidungsbefugnisse verfügte. Das ergibt sich bereits aus dem 

Umstand, dass der Beschuldigte von Anfang an über eine im 

Handelsregister eingetragene Einzelzeichnungsberechtigung verfügt hat 

und zudem für das Privatkonto seiner Mutter, auf welche die 

 - 12 - 

 

 

Kundenzahlungen eingingen (vgl. oben), über eine Vollmacht als auch eine 

Bankkarte verfügte. Damit war er nicht nur gegen aussen vertretungs-

befugt, sondern hatte auch jederzeit Zugriff auf die finanziellen Ressourcen 

der Einzelfirma. Von diesen Befugnissen hat er sodann auch tatsächlich 

Gebrauch gemacht, zumal er anlässlich der vorinstanzlichen Haupt-

verhandlung ausführte, dass er vom fraglichen Konto jeweils die Löhne 

auslösen musste (act. 1403). Schliesslich gab der Beschuldigte anlässlich 

des Pfändungsvollzugs vom 13. Juni 2019 selbst zu Protokoll, bei der 

B._____ für die Lohnbuchhaltung verantwortlich zu sein (act. 253). Die dem 

Beschuldigten zukommenden Befugnisse sowie die Tatsache, dass er sich 

selbst gegen aussen als für die Lohnbuchhaltung zuständig erklärte, sind 

als eindeutige Indizien dafür zu werten, dass ihm zumindest im Bereich der 

finanziellen Leitung des Unternehmens selbständige 

Entscheidungsbefugnisse im Sinne von Art. 29 lit. c StGB zukamen und er 

somit auch mitverantwortlich für die ordnungsgemässe Buchführung der 

B._____ war.  

 

Dies entspricht denn auch der starken personellen Verflechtung zwischen 

dem Beschuldigten, seinen Eltern und den zwei weiteren Unternehmen, bei 

welchen der Beschuldigte als Geschäftsführer tätig war (vgl. act. 1399 f.). 

Sowohl die zuvor vom Beschuldigten gegründete J._____ GmbH als auch 

die danach von ihm übernommene D._____ GmbH waren im Bereich der 

Heizungstechnik tätig. Sodann führte der Beschuldigte anlässlich der 

vorinstanzlichen Hauptverhandlung aus, dass vereinzelt Aufträge der einen 

Firma von der anderen übernommen worden seien, wenn die ursprüngliche 

Auftragnehmerin Konkurs gegangen sei (act. 1406). Da die B._____ ins 

Handelsregister eingetragen wurde, nachdem die vom Beschuldigten 

gegründete J._____ GmbH Konkurs gegangen war, erscheint naheliegend, 

dass die ursprünglichen Strukturen auch in der B._____ weitergeführt 

wurden, obwohl formell seine Mutter als Inhaberin eingetragen war.  

 

3.4.2. 

Die B._____ unterstand als Einzelunternehmung den gesetzlichen 

Buchführungspflichten (vgl. Art. 957 Abs. 2 Ziff. 1 OR). Diesen Pflichten ist 

weder die Mutter des Beschuldigten noch der Beschuldigte selbst 

nachgekommen. Die Buchführung wurde auch nicht an einen Dritten 

delegiert oder war der Beschuldigte anderweitig um deren Erfüllung besorgt 

(act. 1410 und 1146), mit der Konsequenz, dass die Vermögenslage der 

B._____ bzw. deren Einnahmen und Ausgaben nicht überblickt werden 

konnten. Nachdem über die B._____ am tt.mm.2019 der Konkurs eröffnet 

wurde (act. 827), ist auch die objektive Strafbarkeitsbedingung und damit 

der objektive Tatbestand von Art. 166 Ziff. 1 StGB erfüllt.  

 

3.5. 

In subjektiver Hinsicht ist der Beschuldigte untätig geblieben, obwohl er 

wusste bzw. zumindest in Kauf genommen hat, dass eine gesetzliche 

 - 13 - 

 

 

Pflicht zur Buchführung bestanden hat und diese weder durch seine Mutter, 

der Inhaberin der Firma, noch Dritte wahrgenommen wurde. Er nahm somit 

auch in Kauf, die finanzielle Lage des Unternehmens nicht überblicken zu 

können, weshalb der Tatbestand der unterlassenen Buchführung auch in 

subjektiver Hinsicht erfüllt ist. 

 

3.6. 

Zusammengefasst erweist sich die Berufung des Beschuldigten in diesem 

Punkt als unbegründet und er ist wegen Unterlassung der Buchführung 

gemäss Art. 166 Ziff. 1 StGB i.V.m. Art. 29 lit. c StGB schuldig zu sprechen.  

 

4. 

4.1. 

Die Vorinstanz hat es sodann gestützt auf Anklageziffer I.4. als erstellt 

erachtet, dass der Beschuldigte es mehrfach unterlassen habe, das 

Betreibungsamt über seine veränderten finanziellen Verhältnisse in 

Kenntnis zu setzen, obwohl er in den jeweiligen Pfändungsurkunden unter 

Strafandrohung dazu verpflichtet worden war und sprach ihn dafür des 

mehrfachen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen gemäss Art. 292 

StGB schuldig (vgl. vorinstanzliches Urteil E. C.3). 

 

Der Beschuldigte beantragt mit Berufung einen Freispruch mit der 

Begründung, es sei – wie bereits beim Vorwurf des mehrfachen 

Pfändungsbetrugs – nicht erwiesen, dass er Einkünfte generiert habe, 

welche über das errechnete Existenzminimum hinausgegangen seien. 

Entsprechend könne ihm auch kein Vorwurf gemacht werden, er habe 

Verhaltensanweisungen des Betreibungsamtes missachtet (vgl. Berufung 

Ziff. 5).  

 

4.2. 

In tatsächlicher Hinsicht kann im Wesentlichen auf die Ausführungen im 

Zusammenhang mit dem Schuldspruch wegen Pfändungsbetrugs 

verwiesen werden (vgl. Ziff. 2 hiervor). Entgegen den Vorbringen des 

Beschuldigten im Berufungsverfahren ist erstellt, dass der Beschuldigte im 

angeklagten Zeitraum aus seiner Erwerbstätigkeit für verschiedene 

Unternehmen Einkommen generiert hat, ohne das Betreibungsamt 

Q._____ darüber in Kenntnis zu setzen (vgl. Ziff. 2.4 hiervor). Da darüber 

hinaus gestützt auf die jeweiligen Pfändungsurkunden erstellt ist, dass der 

Beschuldigte anlässlich des Pfändungsvollzugs jeweils unter Straf-

androhung nach Art. 292 StGB auf seine Pflicht aufmerksam gemacht 

wurde, dem Betreibungsamt jegliche Änderung seiner finanziellen 

Verhältnisse zu melden (vgl. act. 261 ff.), hat der Beschuldigte letztlich eine 

amtliche Verfügung missachtet und damit den objektiven Tatbestand von 

Art. 292 StGB erfüllt. Der Beschuldigten hat unterschriftlich bestätigt, 

sowohl seine Meldepflicht in Bezug auf Änderungen in seinen finanziellen 

Verhältnissen als auch den Hinweis auf die Straffolgen zur Kenntnis 

 - 14 - 

 

 

genommen zu haben (act. 258; 273; 288). Indem er die entsprechende 

Meldung dennoch unterlassen hat, hat er mehrfach wissentlich und 

willentlich eine amtliche Verfügung missachtet und somit auch den 

subjektiven Tatbestand von Art. 292 StGB erfüllt. 

 

4.3. 

Zusammengefasst erweist sich die Berufung des Beschuldigten auch in 

diesem Punkt als unbegründet und er ist wegen Ungehorsams gegen 

amtliche Verfügungen gemäss Art. 292 StGB schuldig zu sprechen. 

 

5. 

5.1. 

Der Beschuldigte hat sich des mehrfachen Pfändungsbetrugs gemäss 

Art. 163 Ziff. 1 StGB, der Unterlassung der Buchführung gemäss Art. 166 

StGB, des mehrfachen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen 

gemäss Art. 292 StGB sowie – was im Berufungsverfahren unangefochten 

geblieben ist – der Nichtabgabe von Ausweisen und Kontrollschildern 

gemäss Art. 97 Abs. 1 lit. b SVG schuldig gemacht und ist dafür 

angemessen zu bestrafen. 

 

5.2. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten zu einer unbedingten Freiheitsstrafe 

von 12 Monaten, einer Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 

Muri-Bremgarten vom 1. Februar 2022 von 15 Tagessätzen Geldstrafe à 

80.00 sowie einer Busse von Fr. 500.00 verurteilt (vgl. vorinstanzliches 

Urteil E. III.). 

 

Der Beschuldigte hat sich im Berufungsverfahren zur Strafzumessung 

einzig als Konsequenz der beantragten Freisprüche geäussert. Die 

Staatsanwaltschaft beantragt mit Anschlussberufung den Widerruf des mit 

Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau vom 24. Oktober 2019 für die 

Freiheitsstrafe von 18 Monaten gewährten bedingten Strafvollzugs 

(Anschlussberufungserklärung vom 5. Juli 2023). 

 

5.3. 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB wiederholt dargelegt (BGE 147 IV 241; BGE 144 IV 313; BGE 144 IV 

217; BGE 141 IV 61 E. 6.1.1; BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff.; je mit Hinweisen). 

Darauf kann verwiesen werden.  

 

5.4. 

Der Tatbestand des Pfändungsbetrugs gemäss Art. 163 Ziff. 1 StGB ist mit 

Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bewehrt, jener der 

Unterlassung der Buchführung gemäss Art. 166 StGB sowie der 

Nichtabgabe von Ausweisen und Kontrollschildern gemäss Art. 97 Abs. 1 

lit. b SVG jeweils mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe. Für 

 - 15 - 

 

 

den Tatbestand des Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen ist 

ausschliesslich Busse als Sanktion vorgesehen.  

 

Bei der Wahl der Sanktionsart sind neben dem Verschulden unter 

Beachtung des Prinzips der Verhältnismässigkeit als wichtige Kriterien die 

Zweckmässigkeit und Angemessenheit einer bestimmten Sanktion, ihre 

Auswirkungen auf den Täter und sein soziales Umfeld sowie ihre 

Wirksamkeit unter dem Gesichtswinkel der Prävention zu berücksichtigen 

(BGE 147 IV 241 E. 3; BGE 134 IV 97 E. 4.2; BGE 134 IV 82 E. 4.1). 

 

Der Beschuldigte weist mehrere, zum Teil einschlägige Vorstrafen sowie 

nach Begehung der vorliegenden Straftaten erfolgte Verurteilungen auf. So 

wurde er mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug vom 

6. Juli 2018 wegen Nichtabgabe von Ausweisen und Kontrollschildern zu 

einer bedingten Geldstrafe von 5 Tagessätzen à Fr. 110.00 sowie einer 

Busse von F. 150.00, mit Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau vom 

24. Oktober 2019 wegen qualifiziert grober Verletzung der Verkehrsregeln 

gemäss Art. 90 Abs. 3 SVG zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 

18 Monaten sowie einer Busse von Fr. 2'000.00, mit Strafbefehl der 

Staatsanwaltschaft Zug vom 27. April 2020 wegen Ungehorsams des 

Schuldners im Betreibungsverfahren gemäss Art. 323 StGB sowie 

Unterlassung der Buchführung gemäss Art. 166 StGB zu einer bedingten 

Geldstrafe von 20 Tagessätzen à Fr. 30.00 und einer Busse von Fr. 200.00 

verurteilt. Der bedingte Strafvollzug letzterer Strafe wurde schliesslich mit 

Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten vom 22. Februar 2022 

wegen Nichtabgabe von Ausweisen oder Kontrollschildern widerrufen und 

der Beschuldigte zu einer Gesamtstrafe von 30 Tagessätzen à Fr. 90.00 

verurteilt (vgl. eingeholter Strafregisterauszug). Diese Verurteilungen als 

auch die im vorliegenden Verfahren neu zu beurteilenden Straftaten zeigen 

eindrücklich, dass der Beschuldigte über Jahre hinweg immer wieder 

straffällig wurde und sich auch durch die Ausfällung spürbarer Bussen und 

Geldstrafen sowie einer bedingten Freiheitsstrafe von 18 Monaten nicht hat 

beeindrucken lassen. Besonders negativ fällt dabei ins Gewicht, dass der 

Beschuldigte weiterhin delinquierte, selbst nachdem er mit Urteil des 

Obergerichts zu einer bedingten Freiheitsstrafe verurteilt worden ist. Sein 

Verhalten lässt auf eine eigentliche Gleichgültigkeit gegenüber dem 

hiesigen Straf- und Vollzugssystem und eine Unbelehrbarkeit schliessen. 

Unter diesen Umständen ist von einer eigentlichen Unzweckmässigkeit 

einer weiteren Geldstrafe auszugehen (vgl. Art. 41 Abs. 1 lit. a StGB), 

weshalb grundsätzlich für sämtliche alternativ mit Geld- oder Freiheitsstrafe 

bewehrten Delikte eine Freiheitsstrafe auszufällen ist. Ausgenommen 

davon ist lediglich die für die Nichtabgabe von Ausweisen und 

Kontrollschildern gemäss Art. 97 Abs. 1 lit. b SVG vorinstanzlich 

ausgesprochene Geldstrafe, da diese im Berufungsverfahren unange-

fochten geblieben ist und damit aufgrund des Verschlechterungsverbots 

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 - 16 - 

 

 

(vgl. Art. 391 Abs. 2 StPO; BGE 148 IV 89 E. 4.3) nicht zulasten des 

Beschuldigten abgeändert werden kann.  

 

5.5.  

Die Einsatzstrafe ist für die qua Strafrahmen und konkret schwerste 

Straftat, d.h. den Pfändungsbetrug gemäss Art. 163 Ziff. 1 StGB vom 

19. August 2020, festzulegen. 

 

Der Tatbestand des Pfändungsbetrugs schützt in erster Linie die 

Zugriffsrechte der Gläubiger auf das dem Zwangsvollstreckungsverfahren 

unterliegende Vermögen des Schuldners, in zweiter Linie den Schutz des 

Zwangsvollstreckungsverfahrens als Teil der Rechtspflege (BGE 106 IV 31 

E. 4b; 134 III 52 E. 1.3.1). 

 

Der Beschuldigte hat im Rahmen des Pfändungsbetrug vom 19. August 

2020 gegenüber dem Betreibungsamt Q._____ angegeben, über kein 

pfändbares Vermögen, keine Arbeitsstelle und keinerlei Erwerbs-

einkommen zu verfügen (UA act. 283). Tatsächlich generierte zu diesem 

Zeitpunkt nicht nur die B._____ weiterhin Umsätze, sondern hatte der 

Beschuldigte kurz zuvor die D._____ GmbH übernommen und bereits erste 

Umsätze generiert (UA act. 302 und 314 ff.). Zudem gab der Beschuldigte 

an, die Übernahme – also den Mantel, den er für Fr. 3'500.00 erworben 

habe – aus dem Erlös wieder instandgesetzter Autos finanziert zu haben 

(UA act. 173). Damit hat der Beschuldigte dem Betreibungsamt nicht nur 

das Geld, das er für den Mantelerwerb auf der Seite hatte, verheimlicht, 

sondern auch das Einkommen, das er aus seiner Tätigkeit für die beiden 

Unternehmen generierte. Mithin hat er den falschen Eindruck erweckt, 

umfassend über seine finanziellen Verhältnisse Auskunft erteilt zu haben. 

Aufgrund seiner wahrheitswidrigen Angaben, weder über Einkommen noch 

Vermögen zu verfügen, waren die entsprechenden Gelder dem Zugriff 

seiner Gläubiger entzogen und deren Forderungen dadurch gefährdet. Das 

Verhalten des Beschuldigten ist vor diesem Hintergrund nicht zu 

bagatellisieren, sind dadurch doch zahlreiche Verlustscheine entstanden.  

 

Die Art und Weise bzw. Verwerflichkeit der Tatbegehung ist nicht 

wesentlich über die blosse Erfüllung des Tatbestands hinausgegangen, 

was sich neutral auswirkt. Der Beschuldigte verfügte indessen über ein 

hohes Mass an Entscheidungsfreiheit, befand er sich doch – trotz knapper 

finanzieller Verhältnisse – nicht in einer eigentlichen finanziellen Notlage. 

Je leichter es aber für ihn gewesen wäre, seine Einkommens- und 

Vermögensverhältnisse vollständig offenzulegen, desto schwerer wiegt die 

Entscheidung dagegen und damit einhergehend sein Verschulden (BGE 

117 IV 112 E. 1; Urteil des Bundesgerichts 6B_91/2022 vom 18. Januar 

2023 E. 3.4.3).  

 

 - 17 - 

 

 

Insgesamt ist gestützt auf das Vorstehende sowie in Relation zum 

anwendbaren Strafrahmen von bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe und den 

davon erfassten Delikten gerade noch von einem leichten Verschulden und 

einer dafür angemessenen Einzel- bzw. Einsatzstrafe von 9 Monaten 

auszugehen. 

 

5.6. 

Diese Einsatzstrafe ist für die weiteren Pfändungsbetrüge – für welche 

aufgrund vergleichbarer betroffener Vermögenswerte und Einkommen 

sowie jeweils identischen Tatvorgehen von Einzelstrafe zwischen 6 und 

9 Monaten auszugehen ist – sowie das Unterlassen der Buchführung 

angemessen zu erhöhen. Im Rahmen der Asperation wäre die 

Einsatzstrafe trotz des engen zeitlichen und sachlichen Zusammenhangs 

zwischen den Pfändungsbetrügen um mindestens 6 Monate zu erhöhen. 

Da die Staatsanwaltschaft die vorinstanzlich ausgefällte Freiheitsstrafe von 

12 Monaten mit Anschlussberufung jedoch nicht beanstandet hat, weshalb 

diesbezüglich das Verschlechterungsverbot gilt (Art. 391 Abs. 2 StPO; BGE 

148 IV 89 E. 4.3), ist eine über 12 Monate hinausgehende Erhöhung der 

Freiheitsstrafe ausgeschlossen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

6B_91/2022 vom 18. Januar 2023 E. 3.4.3, demzufolge nicht zu 

beanstanden ist, dass die weiteren Delikte nicht mehr im Einzelnen 

asperiert werden, wenn eine Strafe aufgrund des Verschlechterungs-

verbots nicht zu Lasten der beschuldigten Person abgeändert werden darf). 

 

5.7. 

Hinsichtlich der Täterkomponenten ist straferhöhend zu berücksichtigen, 

dass der Beschuldigte teilweise sowie einschlägig vorbestraft ist (vgl. oben; 

BGE 136 IV 1 E. 2.6). Es ist jedoch zu beachten, dass aus dem 

täterbezogenen Strafzumessungskriterium der Vorstrafen nicht indirekt ein 

tatbezogenes Kriterium gemacht werden darf. Mithin dürfen die Vorstrafen 

nicht wie eigenständige Delikte gewürdigt werden (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 6B_510/2015 vom 25. August 2015 E. 1.4).  

 

Der Beschuldigte ist hinsichtlich des Pfändungsbetrugs sowie der 

unterlassenen Buchführung zwar hinsichtlich bestimmter Tatsachen 

geständig, jedoch beantragt er einen vollumfänglichen Freispruch, weshalb 

er diesbezüglich auch nicht nachhaltig einsichtig und aufrichtig reuig sein 

kann bzw. seine Reue nicht über eine blosse Tatfolgenreue hinausgeht. 

Eine Strafminderung ist unter diesem Titel somit ausgeschlossen. 

 

Die übrigen, persönlichen und familiären Verhältnisse bieten zu keinen 

besonderen Bemerkungen Anlass. Insbesondere ist nicht von einer 

besonderen Strafempfindlichkeit des Beschuldigten auszugehen, welche 

ohnehin nur bei aussergewöhnlichen Umständen anzunehmen wäre (vgl. 

statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 6B_1053/2018 vom 26. Februar 2019 

E. 3.4).  

 - 18 - 

 

 

 

In der Gesamtabwägung der vorstehenden Faktoren fallen die negativ zu 

wertenden Täterkomponenten deutlicher ins Gewicht, zumal der 

Beschuldigte aus seinen Vorstrafen offensichtlich nicht die notwendigen 

Lehren gezogen hat. Unter diesen Umständen wäre die Täterkomponente 

straferhöhend zu berücksichtigen. Aufgrund des Verschlechterungsverbots 

(siehe oben) hat es jedoch mit der von der Vorinstanz ausgesprochenen 

Freiheitsstrafe von 12 Monaten sein Bewenden. 

 

5.8. 

5.8.1. 

Die Vorinstanz hat die von ihr ausgesprochene Freiheitsstrafe von 

12 Monaten unbedingt ausgesprochen. Vom Widerruf des mit Urteil des 

Obergerichts vom 24. Oktober 2019 für die Freiheitsstrafe von 18 Monaten 

gewährten bedingten Strafvollzugs hat sie abgesehen. 

 

5.8.2. 

Das Gericht schiebt den Vollzug einer Freiheitsstrafe von mindestens 

sechs Monaten und höchstens zwei Jahren in der Regel auf, wenn eine 

unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der 

Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 

StGB). Wurde der Täter innerhalb der letzten fünf Jahre vor der Tat zu einer 

bedingten oder unbedingten Freiheitsstrafe von mehr als sechs Monaten 

verurteilt, so ist der Aufschub nur zulässig, wenn besonders günstige 

Umstände vorliegen (Art. 42 Abs. 2 StGB). 

 

Das Gericht kann den Vollzug einer Freiheitsstrafe von mindestens einem 

Jahr und höchstens drei Jahren nur teilweise aufschieben, wenn dies 

notwendig ist, um dem Verschulden des Täters genügend Rechnung zu 

tragen (Art. 43 Abs. 1 StGB). Bei einer Schlechtprognose ist auch ein bloss 

teilweiser Aufschub der Strafe ausgeschlossen (BGE 134 IV 1 E. 5.3.1).  

 

Begeht der Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder 

Vergehen und ist deshalb zu erwarten, dass er weitere Straftaten verüben 

wird, so widerruft das Gericht die bedingte Strafe oder den bedingten Teil 

der Strafe. Sind die widerrufene und die neue Strafe gleicher Art, so bildet 

es in sinngemässer Anwendung von Artikel 49 eine Gesamtstrafe (Art. 46 

Abs. 1 StGB). 

 

Das Nebeneinander von zwei Sanktionen (neue Strafe und 

Widerrufsstrafe) erfordert sodann eine Beurteilung in Varianten: Möglich ist, 

dass der Vollzug der neuen Strafe erwarten lässt, der Verurteilte werde 

dadurch von weiterer Straffälligkeit abgehalten, weshalb es nicht notwendig 

erscheine, den bedingten Vollzug der früheren Strafe zu widerrufen. 

Umgekehrt kann der nachträgliche Vollzug der früheren Strafe dazu führen, 

dass eine Schlechtprognose für die neue Strafe im Sinne von Art. 42 Abs. 1 

 - 19 - 

 

 

StGB verneint und diese folglich bedingt ausgesprochen wird (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_808/2018 vom 6. Mai 2019 E. 2.3). 

 

5.8.3. 

Dem Beschuldigten wurde mit Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau 

vom 24. Oktober 2019 der bedingte Vollzug für eine Freiheitsstrafe von 

18 Monaten unter Ansetzung einer Probezeit von drei Jahren gewährt. Der 

Beschuldigte hat die vorliegend zu beurteilenden Delikte zwischen dem 

26. Oktober 2018 und dem 13. Oktober 2021 und somit auch während 

laufender Probezeit begangen. Wie bereits im Kontext zur Wahl der 

Sanktionsart ausgeführt (vgl. oben), ist dem Beschuldigten hinsichtlich der 

neuen Taten eine eigentliche Schlechtprognose zu stellen. Schon gar nicht 

kann von besonders günstigen Umständen im Sinne von Art. 42 Abs. 2 

StGB die Rede sein, weshalb die Strafe – auch unter Berücksichtigung des 

Vollzugs der Widerrufsstrafe (siehe dazu sogleich) – unbedingt 

auszusprechen ist. 

 

Entgegen der Vorinstanz kann vom Widerruf des bedingten Vollzugs der 

Vorstrafe trotz des unbedingten Vollzugs der neuen Strafe nicht abgesehen 

werden. Dem Strafregisterauszug des Beschuldigten sind mittlerweile – 

das vorliegende Verfahren ausgenommen – vier Verurteilungen zu 

entnehmen für Delikte, welche er im Zeitraum vom Juni 2016 bis Dezember 

2021 begangen hat. Innerhalb dieses Zeitraums gab es kaum ein Jahr, in 

welchem der Beschuldigte sich nichts hat zu Schulden kommen lassen. 

Weder Bussen, unbedingt ausgesprochene Geldstrafen noch eine 

bedingte Freiheitsstrafe vermochten den Beschuldigten offenbar nachhaltig 

zu beeindrucken und ihn von weiterer Delinquenz abzuhalten. Es 

bestanden denn auch bereits im Zeitpunkt der Ausfällung der Widerrufs-

strafe erhebliche Zweifel an der Legalbewährung des Beschuldigten, 

welchen mit einer verlängerten Probezeit Rechnung getragen wurde. Diese 

Zweifel haben sich in dem Sinne bewahrheitet, als dass der Beschuldigte 

selbst nach seiner Verurteilung zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 

18 Monaten weitere Pfändungsbetrugshandlungen vorgenommen hat. Der 

Beschuldigte hat aus seinen Verurteilungen folglich keinerlei Lehren 

gezogen und zeigt sich auch hinsichtlich der neu zu beurteilenden Delikte 

weiterhin uneinsichtig. Auch eine grundlegende positive Persönlichkeits-

entwicklung oder nennenswerte positive Veränderungen seiner Lebens-

umstände sind nicht zu erkennen, zumal der Beschuldigte aktuell keiner 

geregelten Arbeit nachgeht und sich seine finanzielle Situation weiterhin als 

prekär erweist. 

 

Gesamthaft betrachtet zeigt sich im Beschuldigten das Bild eines Täters, 

welcher über Jahre hinweg und scheinbar unbekümmert um sämtliche 

Strafverfahren weiter delinquiert hat. Die Schlag auf Schlag folgenden 

Strafverfahren lassen trotz zunehmend härteren Strafen auf ein progredient 

verlaufendes Muster der Einsichtslosigkeit und der Gleichgültigkeit 

 - 20 - 

 

 

hinsichtlich des hiesigen Strafrechtssystems schliessen. Es ist vor diesem 

Hintergrund höchst zweifelhaft, dass selbst der Vollzug der Widerrufsstrafe 

den Beschuldigten nachhaltig zur Einsicht bringen wird. Ihm ist auch unter 

Berücksichtigung der Wechselwirkung zwischen der neu auszufällenden 

Strafe und der Widerrufsstrafe eine eigentliche Schlechtprognose zu 

stellen. 

 

Nach dem Gesamt ist die neu ausgefällte Strafe zu vollziehen und der mit 

Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau vom 24. Oktober 2019 

gewährte bedingte Vollzug für eine Freiheitsstrafe von 18 Monaten zu 

widerrufen. Ein teilbedingter Vollzug für die neue Strafe kommt vorliegend 

auch unter Berücksichtigung des Widerrufs der früheren Strafe nicht in 

Frage. Umgekehrt vermag der Vollzug der neuen Strafe nicht zum Wegfall 

der Schlechtprognose zu führen.  

 

5.8.4. 

Gestützt auf das Vorstehende ist in Anwendung von Art. 46 Abs. 1 StGB 

aus der Widerrufsstrafe sowie der neu ausgefällten Strafe eine 

Gesamtstrafe zu bilden. Dabei ist einerseits zu berücksichtigen, dass 

zwischen der Straftat, welche der Widerrufsstrafe zugrunde liegt, und den 

neu verübten Straftaten keinerlei sachlicher Zusammenhang besteht. 

Darüber hinaus bildet die neu ausgefällte Freiheitsstrafe ihrerseits eine 

Gesamtstrafe, was sich in einer gemässigten Berücksichtigung der bereits 

im Rahmen der Gesamtstrafenbildung erfolgten Asperation niederschlägt 

(vgl. BGE 142 IV 265 E. 2.4.4; BGE 145 IV 146 mit Hinweisen). 

Angemessen erscheint vorliegend eine Erhöhung der Einsatzstrafe für die 

neuen Straftaten von 12 Monaten im Umfang von 16 Monaten für die 

Widerrufsstrafe von 18 Monaten auf eine Gesamtstrafe von 28 Monaten. 

 

5.9. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten sodann wegen Nichtabgabe von 

Ausweisen und Kontrollschildern gemäss Art. 97 Abs. 1 lit. b SVG – als 

Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten vom 

1. Februar 2022 sowie zusammen mit der Widerrufsstrafe von 

5 Tagessätzen Geldstrafe gemäss Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zug 

vom 6. Juli 2018 – zu einer unbedingten Geldstrafe von 15 Tagessätzen à 

Fr. 80.00 verurteilt (vgl. vorinstanzliches Urteil E. III.4). Der Beschuldigte 

beantragt im Berufungsverfahren eine Geldstrafe von 10 Tagessätzen. 

 

Die vorinstanzlich als Gesamtstrafe ausgefällte Zusatzstrafe zum 

Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten vom 1. Februar 2022 

kann unter keinem Titel herabgesetzt werden. Aufgrund der Schwere des 

Verschuldens des einschlägig vorbestraften Beschuldigten wäre bereits für 

die neue Straftat eine Einzelstrafe von mindestens 30 Tagessätzen 

auszusprechen. Da der Beschuldigte innerhalb der mit Strafbefehl der 

Staatsanwaltschaft Zug vom 6. Juli 2018 angesetzten sowie mit Strafbefehl 

 - 21 - 

 

 

der Staatsanwaltschaft Zug vom 27. April 2020 um ein Jahr verlängerten 

Probezeit erneut einschlägig delinquiert hat und ihm eine eigentliche 

Schlechtprognose zu stellen ist (vgl. oben), ist der bedingte Strafvollzug 

dieser Vorstrafe zu widerrufen und die Widerrufsstrafe von 5 Tagessätzen 

Geldstrafe im Rahmen der Gesamtstrafenbildung gemäss Art. 46 Abs. 1 

StGB mit mindestens 3 Tagessätzen zu berücksichtigen. Da der 

Beschuldigte mit Strafbefehl vom 1. Februar 2022 zu einer Geldstrafe 

verurteilt wurde, nachdem er die vorliegend zu beurteilende Tat begangen 

hat, bleibt sodann eine Zusatzstrafe auszufällen, wobei die rechtskräftige 

Grundstrafe von 30 Tagessätzen gedanklich um 30 Tagessätze auf 

60 Tagessätze zu erhöhen wäre. Abzüglich der rechtskräftigen Grundstrafe 

würde daraus letztlich eine Zusatzstrafe von 30 Tagessätzen resultieren. 

Da das Obergericht jedoch aufgrund des Verschlechterungsverbots 

(Art. 391 Abs. 2 StPO) nicht über die vorinstanzlich ausgefällte Geldstrafe 

hinausgehen kann, muss es an dieser Stelle mit 15 Tagessätzen 

Geldstrafe sein Bewenden haben. Gleiches hat hinsichtlich des 

vorinstanzlich auf Fr. 80.00 festgesetzten Tagessatzhöhe zu gelten, zumal 

diese vom Beschuldigten im Berufungsverfahren nicht beanstandet worden 

ist. Die Geldstrafe ist somit auf insgesamt Fr. 1'200.00 festzusetzen. 

 

5.10. 

In der Berufung des Beschuldigten finden sich keine Ausführungen zur 

vorinstanzlich auf Fr. 500.00 festgesetzten Busse wegen Ungehorsams 

gegen amtliche Verfügungen gemäss Art. 292 StGB, weshalb es damit sein 

Bewenden hat bzw. auf die unbestritten gebliebenen Erwägungen der 

Vorinstanz verwiesen werden kann (vgl. vorinstanzliches Urteil E. III.6). 

 

5.11. 

Im Ergebnis ist der Beschuldigte – zusammen mit der Widerrufsstrafe von 

18 Monaten Freiheitsstrafe gemäss Urteil des Obergerichts des Kantons 

Aargau vom 24. Oktober 2019 – zu einer unbedingten Gesamtfreiheits-

strafe von 28 Monaten sowie zu einer – zusammen mit der Widerrufsstrafe 

von 5 Tagessätzen Geldstrafe gemäss Strafbefehl der Staatanwaltschaft 

Zug vom 6. Juli 2018 Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 

Muri-Bremgarten vom 1. Februar 2022 – unbedingten Geldstrafe von 

15 Tagessätzen à Fr. 80.00, d.h. Fr. 1'200.00, sowie einer Busse von 

Fr. 500.00, ersatzweise 6 Tage Freiheitsstrafe, zu verurteilen. Die 

ausgestandene Untersuchungshaft von einem Tag (3. November 2020) ist 

auf die Freiheitsstrafe anzurechnen.  

  

 - 22 - 

 

 

 

6. 

6.1. 

Die Parteien tragen die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). 

 

Der Beschuldigte unterliegt mit seinen Anträgen im Berufungsverfahren 

vollumfänglich, während die Staatsanwaltschaft mit ihren Anträgen obsiegt. 

Entsprechend sind die obergerichtlichen Verfahrenskosten von 

Fr. 5'000.00 (§ 18 VKD) vollumfänglich dem Beschuldigten aufzuerlegen.  

 

6.2. 

Der amtliche Verteidiger des Beschuldigten ist für das Berufungsverfahren 

gestützt auf die von ihm eingereichte Kostennote, jedoch angepasst an den 

seit dem 1. Januar 2024 geltenden Stundenansatz von Fr. 220.00 (§ 9 Abs. 

3bis AnwT), mit Fr. 5'840.00 aus der Staatskasse zu entschädigen (Art. 135 

Abs. 1 StPO i.V.m. § 9 AnwT und § 13 AnwT).  

 

Diese Entschädigung ist vom Beschuldigten zurückzufordern, sobald es 

seine finanziellen Verhältnisse zulassen (Art. 135 Abs. 4 StPO).  

 

6.3. 

Fällt die Rechtsmittelinstanz einen neuen Entscheid, so befindet sie darin 

auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 

Abs. 3 StPO). Nach Art. 426 Abs. 1 Satz 1 StPO trägt die beschuldigte 

Person die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird. Wird sie nur 

teilweise schuldig gesprochen, so sind ihr die Verfahrenskosten 

grundsätzlich nur anteilsmässig aufzuerlegen. Sie kann in diesem Fall aber 

auch vollumfänglich kostenpflichtig werden, wenn die ihr zur Last gelegten 

Handlungen in einem engen und sachlichen Zusammenhang stehen und 

alle Untersuchungshandlungen hinsichtlich jedes Anklagepunkts 

notwendig waren. Bei einem einheitlichen Sachverhaltskomplex ist vom 

Grundsatz der vollständigen Kostenauflage nur abzuweichen, wenn die 

Strafuntersuchung im freizusprechenden Punkt zu Mehrkosten geführt hat 

(Urteil des Bundesgerichts 6B_1145/2022 vom 13. Oktober 2023 E. 3.2.2 

mit Hinweisen).  

 

Der Beschuldigte wurde vorinstanzlich vom Vorwurf der Misswirtschaft 

gemäss Anklageziffer I.2 freigesprochen. Sämtliche hierfür getätigten 

Untersuchungshandlungen standen indessen in unmittelbarem 

Zusammenhang mit den vorinstanzlich erfolgten und im Berufungs-

verfahren bestätigten Schuldsprüchen wegen Pfändungsbetrugs sowie 

Unterlassung der Buchführung und waren somit trotz des Freispruchs 

notwendig, weshalb es sich rechtfertigt, dem Beschuldigten die 

vorinstanzlichen Verfahrenskosten vollumfänglich aufzuerlegen.  

 

 - 23 - 

 

 

6.4. 

Die Höhe der dem amtlichen Verteidiger für das vorinstanzliche Verfahren 

ausgesprochenen Entschädigung wurde mit Berufung nicht angefochten, 

weshalb darauf nicht zurückzukommen ist (Urteil des Bundesgerichts 

6B_1299/2018 vom 28. Januar 2019 E. 2.4). Diese Entschädigung ist vom 

Beschuldigten zurückzufordern, sobald es seine wirtschaftlichen 

Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).  

 

7. 

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, so fällt es 

ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 StPO, 

Art. 81 StPO). 

 

 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. [in Rechtskraft erwachsen] 

Der Beschuldigte wird vom Vorwurf der Misswirtschaft (Anklageziffer I.2.) 

freigesprochen. 

 

2. 

Der Beschuldigte ist schuldig:  

- des mehrfachen betrügerischen Pfändungsbetrugs gemäss Art. 163 

Ziff. 1 StGB (Anklageziffer I.1); 

- der Unterlassung der Buchführung gemäss Art. 166 StGB (Anklageziffer 

I.3); 

- des mehrfachen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen gemäss 

Art. 292 StGB für den Zeitraum ab 15. November 2019 (Anklageziffer 

I.4); 

- der Nichtabgabe von Ausweisen und Kontrollschildern gemäss Art. 97 

Abs. 1 lit. b SVG (Anklageziffer I.5) [in Rechtskraft erwachsen]. 

 

3. 

3.1. 

Der Beschuldigte wird hierfür gemäss den in Ziff. 2 genannten 

Gesetzesbestimmungen sowie in Anwendung von Art. 47 StGB, Art. 49 

Abs. 1 und 2 StGB, Art. 46 Abs. 1 StGB, Art. 40 StGB, Art. 34 StGB und 

Art. 106 StGB 

 

zu einer unbedingten Gesamtfreiheitsstrafe von 28 Monaten (inkl. 

Widerrufsstrafe gemäss Ziff. 3.2) 

 

sowie als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Muri-

Bremgarten vom 1. Februar 2022 zu einer unbedingten Gesamtgeldstrafe 

von 15 Tagessätzen (inkl. Widerrufsstrafe gemäss Ziff. 3.3) à Fr. 80.00, 

d.h. Fr. 1'200.00, 

 - 24 - 

 

 

 

sowie zu einer Busse von Fr. 500.00, ersatzweise 6 Tage Freiheitsstrafe, 

 

verurteilt. 

 

3.2. 

Der mit Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau vom 24. Oktober 2019 

für die Freiheitsstrafe von 18 Monaten gewährte bedingte Strafvollzug wird 

widerrufen. Die Freiheitsstrafe ist Bestandteil der in Ziff. 3.1 ausge-

sprochenen Gesamtfreiheitsstrafe. 

 

3.3. 

Der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zug vom 6. Juli 2018 für die 

Geldstrafe von 5 Tagessätzen gewährte bedingte Strafvollzug wird 

widerrufen. Die Geldstrafe ist Bestandteil der in Ziff. 3.1 ausgesprochenen 

Gesamtgeldstrafe. 

 

3.4. 

Die ausgestandene Untersuchungshaft von 1 Tag (3. November 2020) wird 

auf die Freiheitsstrafe angerechnet.  

 

4. 

4.1. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten von Fr. 5'000.00 werden dem 

Beschuldigten auferlegt.  

 

4.2. 

Die Obergerichtskasse wird angewiesen, dem amtlichen Verteidiger des 

Beschuldigten für das Berufungsverfahren eine Entschädigung von 

Fr. 5'840.00 auszurichten.  

 

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten zurückgefordert, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben.  

 

5. 

5.1. 

Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 6'586.00 (inkl. Anklage-

gebühr von Fr. 2'250.00) werden dem Beschuldigten auferlegt.  

 

5.2. 

Die erstinstanzliche Gerichtskasse wird – soweit noch keine Auszahlung 

erfolgt ist – angewiesen, dem amtlichen Verteidiger des Beschuldigten für 

das erstinstanzliche Verfahren eine Entschädigung von Fr. 7'869.20 

auszurichten.  

 

 - 25 - 

 

 

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten zurückgefordert, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben.  

 

 

 Zustellung an:  

[…] 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der 

vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das 

Schweizerische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 

Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die 

Beschwerdelegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

Aarau, 5. Juni 2024 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 1. Kammer 

Der Präsident:    Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Six     Albert