# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 37f0b9a4-9083-55a1-8e48-25c4eb31bd2a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-11-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.11.2010 E-228/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-228-2008_2010-11-19.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-228/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 9 .  N o v e m b e r  2 0 1 0

Richterin Regula Schenker Senn (Vorsitz), 
Richter Walter Lang, Richter François Badoud, 
Gerichtsschreiberin Anna Poschung.

A._______,
B._______,
Serbien,
vertreten durch Alex Hediger, Advokat, 
(...),
Beschwerdeführende,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 
13. Dezember 2007 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-228/2008

Sachverhalt:

A. Gemäss  eigenen  Angaben  verliessen  die  Beschwerdeführenden 
ihren Heimatstaat  am 17. August  beziehungsweise  19. August  2007 
via Belgrad und reisten anschliessend durch ihnen unbekannte Länder 
im Autobus eines Schleppers. Am 20. August 2007 seien sie illegal in 
die  Schweiz  gelangt.  Infolge  einer  Polizeikontrolle  am Wohnort  ihrer 
Tochter vom 21. August 2007 in C._______ ersuchten sie an der an-
schliessenden Einvernahme durch die Polizei vom 22. August 2007 um 
Asyl nach. Am 29. August 2007 wurden die Beschwerdeführenden im 
Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) C._______ befragt und am 
21. November 2007 zu den Asylgründen durch das BFM angehört.

Der Beschwerdeführer machte im Wesentlichen Folgendes geltend, er 
sei  serbischer  Ethnie  und  in  D._______ (Gemeinde  Aleksandrovac, 
Zentralserbien) geboren, wo er bis am 13. oder 14. August 2007 ge-
wohnt habe. Von 2002 bis zur Ausreise sei er als (...) tätig gewesen. 
Seine Tochter habe am (...) "einen Moslem" aus E._______ (Bosnien 
und  Herzegowina)  geheiratet,  welcher  sich  Mitte  März  2005 
beziehungsweise zwischen Dezember 2004 und Ende März 2005 bei 
den Beschwerdeführenden aufgehalten habe. In  der Folge sei es zu 
Streit zwischen ihm (dem Schwiegersohn) und den Nachbarn der Be-
schwerdeführenden  gekommen.  Der  Beschwerdeführer  sei  von  den 
Nachbarn  als  Moslem  beschimpft  worden.  Der  Schwiegersohn  sei 
aufgrund  der  Streitigkeiten  mit  den  Nachbarn  nach  F._______ 
(Bosnien und Herzegowina) gegangen, worauf  ungefähr eine Woche 
später  die  Polizei  nach  ihm  gefragt  und  das  Haus  der  Be-
schwerdeführenden  durchsucht  habe.  Die  Polizei  habe  danach  fast 
jeden Monat nach ihm gefragt; der Beschwerdeführer habe zudem auf 
dem Polizeiposten über den Aufenthaltsort des Schwiegersohns Aus-
kunft  geben  müssen.  Die  Polizei  habe  gesagt,  der  Schwiegersohn 
habe  in  Bosnien  eine  grosse  Katastrophe  angerichtet  beziehungs-
weise er habe in Bosnien beobachtet, wie viele Leute von Seiten der 
Kroaten umgebracht worden seien. Seit  Mitte März beziehungsweise 
April  2005 seien die  Beschwerdeführenden fünf  oder  sechs Mal  be-
ziehungsweise  zwischen  2005  und  2007  fast  jeden  Monat  von  drei 
beziehungsweise vier Personen heimgesucht worden, die mit Messer 
und Pistolen bewaffnet gewesen seien, sie als Ausländer beschimpft 
und  gedroht  hätten,  sie  umzubringen.  Der  Beschwerdeführer  habe 
diese Vorfälle bei der Polizei in G._______ gemeldet. Am 13. oder 14. 
August  2007  abends  seien  drei  maskierte  Männer  in  das  Haus  der  

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Beschwerdeführenden  eingedrungen,  welche  den  Beschwerdeführer 
als Moslem betitelt, ihn gefesselt, auf die Rippen geschlagen und mit  
einer Pistole bedroht hätten. Seine Identitätskarte und sein Pass seien 
ihm von diesen Männern weggenommen worden. Er sei von einem der 
Männer unter Morddrohung aufgefordert worden, das Haus innerhalb 
einer  Woche  zu  verlassen.  Seine  Frau  sei  in  ein  anderes  Zimmer 
gebracht  und  von  allen  drei  Männern  vergewaltigt  worden. Er  habe 
diesen  Vorfall  der  Polizei  nicht  gemeldet,  weil  sie  hätten  flüchten 
wollen.

Die Beschwerdeführerin machte im Wesentlichen Folgendes geltend, 
sie sei serbischer Ethnie und ebenfalls in D._______ geboren, wo sie 
bis zur Ausreise gewohnt habe. Sie habe keinen Beruf erlernt und sei  
Hausfrau gewesen. Bis zur Heirat ihrer Tochter am (...) hätten sie und 
ihr Ehemann keine Probleme gehabt. Nach dieser Heirat seien sie von 
maskierten Leuten zu Hause aufgesucht  worden und von diesen als 
Moslems beschimpft, bedroht und malträtiert worden. Die Leute hätten 
nach dem Schwiegersohn gesucht, welcher sich kurz nach der Heirat, 
im Februar 2004, während zwei bis drei Wochen bei ihnen aufgehalten 
habe; sie vermute, dass dieser während des Krieges Probleme gehabt 
habe. Am 13. oder 14. August 2007 seien drei maskierte Personen zu 
ihnen nach Hause gekommen, welche ihren Mann gefesselt und sie in 
ein  anderes  Zimmer  gebracht  hätten.  Von  einem  Mann  sei  sie 
vergewaltigt  und  vom anderen  zum Oralverkehr  gezwungen  worden 
beziehungsweise sie sei von beiden vergewaltigt worden. Ihr Ehemann 
habe  den Vorfall  den  Behörden gemeldet,  welche  zwar  versprochen 
hätten, die Täter zu finden, aber nichts unternommen hätten. Seit dem 
Vorfall habe sie gesundheitliche Schwierigkeiten. Sie und ihr Ehemann 
hätten sich zur Ausreise in die Schweiz entschlossen, weil ihre beiden 
Kinder hier wohnhaft seien. 

Im Verlaufe des vorinstanzlichen Verfahrens gab der Beschwerdeführer 
seinen serbischen Führerausweis, eine Bestätigung vom 16. Juni 2005 
betreffend  den  Aufenthalt  des  Schwiegersohnes  in  D._______,  eine 
Ausgabe der Zeitschrift  "EuroBlic" vom 23. August 2005, Kopien von 
Taufscheinen des Sohnes und der Tochter sowie eine Bestätigung vom 
3.  Oktober  2006  betreffend  das  Verhältnis  Orthdoxe-Muslime  in  der 
Herkunftsregion  der  Beschwerdeführenden  zu  den  Akten.  Die 
serbische  Identitätskarte  und  der  serbische  Pass  der  Beschwerde-
führerin befinden sich ebenfalls bei den Akten.

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B.
Am  29.  November  2007  reichte  die  behandelnde  Ärztin  der  Be-
schwerdeführerin,  Dr.  med.  H._______,  allgemeine  Medizin  FMH, 
Bern, einen Bericht vom 28. November 2007 zu den Akten. 

C.
Mit  Verfügung  vom  13.  Dezember  2007  lehnte  das  BFM die  Asyl-
gesuche des Beschwerdeführenden ab und ordnete gleichzeitig deren 
Wegweisung aus der Schweiz und den Vollzug an. Die Vorinstanz be-
gründete ihre Verfügung damit, dass die Vorbringen der Beschwerde-
führenden  den  Anforderungen  von  Art.  7  des  Asylgesetzes  vom 
26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  an  die  Glaubhaftmachung  eines 
asylbegründenen Sachverhalts nicht genügten, weshalb sie die Flücht-
lingseigenschaft  nach  Art. 3  AsylG  nicht  erfüllten.  Der  Vollzug  der 
Wegweisung sei  zulässig,  zumutbar und möglich. Auf  die detaillierte 
Begründung wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

D.
Am 21. Dezember 2007 legte der behandelnde Arzt des Beschwerde-
führers, Dr. med. I._______, Innere Medizin FMH, Bern, einen Bericht 
vom 18. Dezember 2007 ins Recht.

E.
Mit  Schreiben  vom 24.  Dezember  2007  ersuchten  die  Beschwerde-
führenden  um Akteneinsicht,  welche  ihnen  am 10. Januar 2008  von 
der Vorinstanz gewährt wurde. 

F.
Mit  Beschwerdeeingabe  vom  12.  Januar  2008  beantragten  die  Be-
schwerdeführenden die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung, die 
Anerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  und  eventualiter  die  Ge-
währung  der  vorläufigen Aufnahme unter  Feststellung  der  Unzumut-
barkeit  des  Wegweisungsvollzuges.  In  prozessualer  Hinsicht  be-
antragten sie  Akteneinsicht,  eine Frist  für  die  Einreichung einer  Be-
schwerdeverbesserung sowie die unentgeltliche Rechtspflege inklusive 
Verzicht auf Erhebung eines Kostenvorschusses.

Mit  Schreiben  vom  19.  Januar  2008  reichten  die  Beschwerde-
führenden, nachdem ihnen nun die Akteneinsicht gewährt worden sei, 
eine ergänzende Beschwerdebegründung und ein ärztliches Zeugnis 
betreffend die Beschwerdeführerin vom 11. Januar 2008 ein.

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G.
Mit  Zwischenverfügung vom 23. Januar  2008 stellte  die Instruktions-
richterin  fest,  dass  die  Gesuche  um  Akteneinsicht  und  Gewährung 
einer Frist zur Einreichung einer Beschwerdeergänzung gegenstands-
los geworden seien, hiess das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
gemäss Art. 65 Abs. 1  des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  gut  und  ver-
zichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Die Beschwerde 
wurde der Vorinstanz zur Vernehmlassung überwiesen.

H.
Die Vorinstanz beantragte mit  Vernehmlassung vom 29. Januar 2008 
die Abweisung der Beschwerde.

Mit  Schreiben  vom 20.  Februar  2008  ersuchte  der  neu  mandatierte 
Vertreter  der  Beschwerdeführenden  um  Fristerstreckung  zur  Ein-
reichung einer Replik sowie um unentgeltliche Rechtsverbeiständung 
im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwvG.

Mit  Zwischenverfügung vom 26. Februar  2008 wurde eine einmalige 
Fristerstreckung  gewährt  und  das  Gesuch  um  unentgeltliche 
Rechtsverbeiständung abgewiesen.

In ihrer fristgerecht eingereichten Replik vom 3. März 2008 hielten die 
Beschwerdeführenden an ihren Anträgen fest  und stellten  einen Be-
richt  von  Dr.  med.  J._______,  Fachärztin  FMH  für  Psychiatrie  und 
Psychotherapie, Bern, betreffend die  Beschwerdeführerin in Aussicht, 
welcher am 13. März 2008 beim Bundesverwaltungsgericht einging.

I.
Mit Zwischenverfügung vom 24. August 2010 wurden die Beschwerde-
führenden aufgefordert, innert dreissig Tagen ab deren Erhalt aktuelle 
Arztzeugnisse sowie eine Entbindungserklärung der sie behandelnden 
Ärzte einzureichen.

Innert verlängerter Frist stellten die Beschwerdeführenden ein zweites 
Fristerstreckungsgesuch  ein,  welches  mit  Zwischenverfügung  vom 
20. Oktober 2010 unter Verweis auf Art. 32 Abs. 2 VwVG abgewiesen 
wurde.

Mit Eingabe vom 25. Oktober 2010 reichten die Beschwerdeführenden 
die  Entbindungserklärung  gegenüber  den  beiden  Ärztinnen  der  Be-

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schwerdeführerin  sowie  ein  weiteres  Schreiben  Dr. med. H._______ 
vom  24.  September  2010  und  einen  Kurzbericht  von  Dr.  med. 
J._______ vom 16. September 2010 zu den Akten. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungs-
gericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM 
gehört  zu  den  Behörden  nach  Art. 33  VGG und  ist  daher  eine  Vor-
instanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  be-
treffende  Ausnahme im  Sinne  von  Art.  32  VGG liegt  nicht  vor. Das 
Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der 
vorliegenden Beschwerde; es entscheidet  auf  dem Gebiet  des Asyls 
endgültig  (Art. 105  AsylG;  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichts-
gesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 6 AsylG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  frist-  und  formgerecht  eingereicht;  die  Be-
schwerdeführenden  haben  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teil -
genommen,  sind  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  be-
rührt,  haben  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  be-
ziehungsweise  Änderung  und  sind  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert  (Art. 108 und Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG 
und Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu-
treten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.  

3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person an-

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erkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zu-
letzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit 
zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen 
Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist  Rechnung 
zu tragen (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer um Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nach-
weisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft  ge-
macht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in 
sich  widersprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder 
massgeblich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt 
werden (Art. 7 AsylG).

4.  

4.1 Die Vorinstanz führte zur Begründung ihres Entscheides aus, die 
Vorbringen der Beschwerdeführenden würden den Anforderungen an 
die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht genügen, weshalb deren 
Asylrelevanz  nicht  geprüft  werden  müsse.  Ihre  Angaben  zu  den 
geltend  gemachten  Schwierigkeiten  wegen  ihres  Schwiegersohnes 
seien  widersprüchlich  und  realitätsfremd.  So  habe  sich  der  Be-
schwerdeführer  anlässlich  der  Befragung  und  der  Anhörung  unter-
schiedlich dazu geäussert, wie oft die Polizei nach dem Verschwinden 
des Schwiegersohnes bei ihnen zu Hause nach diesem gefragt hätte. 
Auch  bezüglich  der  Häufigkeit  der  Behelligungen  durch  Unbekannte 
zwischen Frühling 2005 und Sommer 2007 sowie zur Aufenthaltsdauer 
des  Schwiegersohnes  im  Hause  der  Beschwerdeführenden  habe  er 
widersprüchliche Aussagen gemacht. Weiter  hätten die  Beschwerde-
führenden den angeblichen  Vorfall  vom August  2007 unterschiedlich 
geschildert. So habe der Beschwerdeführer zu Protokoll gegeben, die 
Unbekannten hätten ihn auf  den Boden gelegt  und seine Hände auf 
den  Rücken  gefesselt,  während  die  Beschwerdeführerin  ausgeführt 
habe, ihr Ehemann sei an einen Stuhl gefesselt gewesen und sie habe 
ihn  später  von  dort  befreit.  Auf  Vorhalt  hätten  die  Beschwerde-
führenden  diesen  Widerspruch  nicht  plausibel  erklären  können. 

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Divergierend  seien  auch  die  Angaben  betreffend  den  Zeitpunkt  der 
Ausreise  aus  D._______ ausgefallen.  Zudem  argumentierte  die 
Vorinstanz,  es  sei  einerseits  nicht  einzusehen,  wieso  die 
Beschwerdeführenden  nicht  die  Polizei  um  Schutz  ersucht  hätten, 
wenn sie  seit  Frühling  2005 regelmässig  von Unbekannten belästigt 
worden  seien  und  andererseits  sei  unvorstellbar,  dass  diese 
Unbekannten die Beschwerdeführenden auf angeblich immer dieselbe 
Weise  während  über  eineinhalb  Jahren  regelmässig  bedroht  haben 
sollen.  Die  Vorbringen  würden  den  Anforderungen  an  die 
Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht genügen.

4.2 Die Beschwerdeführenden entgegnen auf  Beschwerdeebene be-
treffend  den  Vorwurf  der  Unglaubhaftigkeit  ihrer  Vorbringen,  die  von 
der  Vorinstanz  aufgeführten  Widersprüche  seien  auf  die  "aus-
gesprochen schlechte" Übersetzung zurückzuführen und bringen Bei-
spiele für die behauptete unrichtige Übersetzung vor. Weiter wird fest-
gehalten, der Beschwerdeführer habe die Übersetzerin mehrmals er-
mahnen müssen,  seine Aussagen korrekt  wiederzugeben,  worauf  er 
seinerseits  vom Befrager  laut  ermahnt  worden  sei,  was  jedoch  aus 
dem  Protokoll  der  Anhörung  nur  ungenügend  hervorgehe.  Die  Be-
anstandung  der  Übersetzung  und  die  Auseinandersetzung  mit  dem 
Befrager  könne  auch  von  der  Hilfswerkvertreterin  bestätigt  werden. 
Zudem  seien  Aussagen  des  Beschwerdeführers  aus  dem  Zu-
sammenhang  gerissen  beziehungsweise  unvollständig  wiedergeben 
worden. Weiter sei nicht verwunderlich, dass die Beschwerdeführerin 
nicht jedes Detail genau gleich wie der Beschwerdeführer geschildert 
habe,  zumal  sie  vergewaltigt  worden  sei.  Gerade  die  etwas  wider-
sprüchlichen  Aussagen  der  Beschwerdeführerin  würden  die  Glaub-
haftigkeit ihrer Vorbringen bestätigen. Auch habe der Befrager gegen-
über  der  Beschwerdeführerin  suggestive  Fragestellungen  verwendet. 
Im Weiteren sei eine Verwechslung der Daten bezüglich des Aufent-
haltszeitpunktes des Schwiegersohnes bei den Beschwerdeführenden 
auf  die  summarische  Protokollierung  der  Erstbefragung  zurückzu-
führen.  Betreffend  die  Rückkehrmöglichkeit  nach  Serbien  halten  die 
Beschwerdeführenden fest,  dass  sie  im Heimatort  zwar  über  Wohn-
raum, jedoch nicht über die Sicherheit  und Gewissheit,  dort  in Ruhe 
und Würde leben zu können, verfügen würden. Zudem hätten sie in-
zwischen vernommen, dass ihr Wohnhaus nach ihrem Wegzug erheb-
lich beschädigt worden sei.

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4.3 Mit Vernehmlassung vom 29. Januar 2008 hielt die Vorinstanz fest, 
die  Beschwerdeschrift  enthalte  keine  neuen  erheblichen  Tatsachen 
oder  Beweismittel,  welche  eine  Änderung  ihres  Standpunktes  recht-
fertigen könnten. In der angefochtenen Verfügung sei ausführlich und 
stichhaltig dargelegt worden, aus welchen Gründen die Vorbringen der 
Beschwerdeführenden den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit  ge-
mäss  Art.  7  AsylG  nicht  standhalten  würden.  Der  auf  Beschwerde-
ebene  erhobene  Einwand,  wonach  viele  Abweichungen  auf  Über-
setzungsmängel zurückzuführen seien, vermöge nicht zu überzeugen. 
Einerseits  handle  es  sich  bei  den  angeblich  durch  sprachliche 
Probleme  bedingten  Widersprüchen  um  sachliche  Diskrepanzen, 
welche  nicht  durch  eine  ungenaue  Übersetzung  des  Dolmetschers 
erklärbar  seien.  Andererseits  hätten  die  Beschwerdeführenden  die 
Übereinstimmung  der  Angaben  des  Protokolls  mit  ihren  Aussagen 
durch ihre Unterschriften bestätigt,  weshalb sie sich darauf behaften 
lassen müssten. Im Übrigen  habe auch  die  Hilfswerkvertretung,  wie 
aus  ihrem  Bericht  hervorgehe,  keinerlei  Einwände  angemeldet.  An 
dieser Einschätzung vermöge der auf Beschwerdeebene beigebrachte 
ärztliche Bericht (vom 11. Januar 2008) nichts zu ändern.

4.4 Mit  Replik  vom  3.  März  2008  entgegneten  die  Beschwerde-
führenden,  dass  die  Vorinstanz  in  ihrer  Vernehmlassung  auf  die 
detaillierte  Kritik  der  Beschwerdeführenden  an  der  äusserst  wider-
sprüchlichen Protokollierung nicht  eingehe, was zeige,  dass die Vor-
instanz  den  berechtigten  Einwendungen  der  Beschwerdeführenden 
nichts Konkretes entgegenzusetzen habe. Der eingereichte Arztbericht 
vom 11. Januar 2008 sei sehr wohl aussagekräftig und belege, dass 
die  Darstellung  der  Beschwerdeführenden  richtig  sei  und  dass  eine 
Rückweisung in das Herkunftsland nicht zumutbar wäre. Zudem wurde 
ein Arztzeugnis der Psychiaterin  der Beschwerdeführerin in Aussicht 
gestellt.

4.5 Mit  Eingabe  vom  13.  März  2008  reichten  die  Beschwerde-
führenden das in Aussicht gestellte Arztzeugnis, datiert  vom 3. März 
2008, zu den Akten und führten aus, aus diesem Bericht ergebe sich 
klar, dass die Beschwerdeführerin an einer (...) nach erlebtem Trauma 
leide  und  ihre  diesbezüglichen  Angaben  auch  für  die  behandelnde 
Ärztin  absolut  glaubhaft  erscheinen  würden.  Weiter  sei  für  die 
Behandlung der Beschwerdeführerin zentral, dass sie einen sicheren 
äusseren Rahmen erhalte, was bei einer erzwungenen Rückkehr in die 
Heimat nicht der Fall sei.

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5.  

5.1 Glaubhaft sind die Vorbringen eines Asylsuchenden grundsätzlich 
dann, wenn sie genügend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel 
sind.  Sie  dürfen  sich  nicht  in  vagen  Schilderungen  erschöpfen,  in 
wesentlichen  Punkten  nicht  widersprüchlich  sein  oder  der  inneren 
Logik entbehren und auch nicht den Tatsachen oder der allgemeinen 
Erfahrung  widersprechen. Darüber  hinaus muss die  gesuchstellende 
Person  persönlich  glaubwürdig  erscheinen,  was  insbesondere  dann 
nicht  der  Fall  ist,  wenn sie  ihre  Vorbringen auf  gefälschte  oder  ver-
fälschte Beweismittel abstützt, aber auch dann, wenn sie wichtige Tat-
sachen unterdrückt  oder  bewusst  falsch darstellt,  im Laufe des Ver-
fahrens  Vorbringen  auswechselt,  steigert  oder  unbegründet  nach-
schiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige Mit-
wirkung verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet  ferner  – im Gegen-
satz  zum  strikten  Beweis  –  ein  reduziertes  Beweismass  und  lässt 
durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen 
des Gesuchstellers. Entscheidend ist,  ob  im Rahmen einer  Gesamt-
würdigung  die  Gründe,  die  für  die  Richtigkeit  der  Sachverhaltsdar -
stellung des Asylsuchenden sprechen, überwiegen oder nicht. Dabei 
ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen (vgl. Art.  7 Abs. 2 und 
3  AsylG;  Entscheide  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asyl-
rekurskommission [EMARK] 2005 Nr. 21 E. 6.1 S. 190 f.).

5.2 In  Übereinstimmung  mit  der  Vorinstanz  gelangt  das  Bundesver-
waltungsgericht nach Prüfung der Akten zum Schluss, dass die Vor-
bringen der Beschwerdeführenden den Anforderungen an die Glaub-
haftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht zu genügen vermögen. 

5.3 Das BFM hat in der angefochtenen Verfügung die Widersprüche in 
den  Vorbringen  der  Beschwerdeführenden  anlässlich  der  Erst-
befragung und der einlässlichen Anhörung sowie zwischen den Aus-
sagen  der  Beschwerdeführenden  untereinander  überzeugend  dar-
gelegt,  wobei  zur  Vermeidung  von  Wiederholungen  auf  die  Er-
wägungen  in  der  angefochtenen  Verfügung  sowie  auf  obige  zu-
sammenfassende  Darstellung  derselben  verwiesen  werden  kann. 
Ergänzend ist  festzustellen,  dass sich auch bezüglich der  Aussagen 
über die angeblichen Verfolger Ungereimtheiten ergeben. So hat  der 
Beschwerdeführer  anlässlich  der  Einvernahme durch  die  Polizei  am 
22. August 2007 zu Protokoll gegeben, ein Asylgesuch einreichen zu 
wollen,  weil  er  Probleme mit  Muslimen gehabt habe (vgl. A7 S. 13), 

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während sowohl er als auch die Beschwerdeführerin an der Anhörung 
durch  das  BFM  zur  Begründung  ihrer  Asylgesuche  anführten,  von 
Unbekannten  als  Moslems beziehungsweise  als  "dreckige Moslems" 
beschimpft  worden zu sein (vgl. vorinstanzliche Akten A18 S. 5 und 
S. 9 sowie  S. 16). Auch zu weiteren Vorkommnissen haben sich  die 
Beschwerdeführenden  unterschiedlich  geäussert.  Der 
Beschwerdeführer erklärte anlässlich der Kurzbefragung, den geltend 
gemachten Vorfall vom 13./14. August 2007 der Polizei nicht gemeldet 
zu haben, weil sie hätten flüchten wollen (vgl. A1 S. 5), während die 
Beschwerdeführerin  zu Protokoll  gab,  die  angebliche Vergewaltigung 
den  Behörden  gemeldet  zu  haben  (vgl.  A2  S.  5).  Dem  auf 
Beschwerdeebene gemachten Einwand, wonach die Widersprüche auf 
sprachlichen Missverständnissen basierten und ein verbaler Disput mir 
dem Befrager nur unvollständig protokolliert  worden sei,  muss – wie 
auch  vom BFM in  seiner  Vernehmlassung  vom 29.  Januar  2008  zu 
Recht  festgestellt  –  entgegengehalten  werden,  dass  beide 
Beschwerdeführende zu  Protokoll  gegeben  haben,  den Dolmetscher 
"gut"  beziehungsweise  "ausgezeichnet"  zu  verstehen  und 
unterschriftlich bestätigt haben, dass die Protokolle vollständig seien 
und ihren Aussagen entsprechen würden, undl der Beschwerdeführer 
zudem zu Protokoll gegeben hat, über Deutschkenntnisse zu verfügen 
(vgl. A18 S. 3). Zudem hat die Vorinstanz zu Recht festgestellt,  dass 
dem  Bericht  der  Hilfswerkvertretung  über  die  Anhörung  keine 
Einwände zu entnehmen sind. 

5.4  Im Weiteren hat sich das BFM in seiner Argumentation nicht ein-
zig  auf  die  genannten  Widersprüchliche  in  den  Aussagen  der  Be-
schwerdeführenden gestützt,  sondern als zusätzliches Begründungs-
element für den ablehnenden Asylentscheid angeführt,  dass die Vor-
bringen  auch  als  realitätsfremd  zu  qualifizieren  seien.  Diese  Ein-
schätzung  wird  vom  Bundesverwaltungsgericht  geteilt.  In  der  Tat 
scheint es wenig plausibel, dass die Beschwerdeführenden über einen 
Zeitraum von zwei Jahren immer wieder von Unbekannten malträtiert 
und mit dem Tode bedroht worden sein sollen, ohne konkrete Mass-
nahmen zu ihrem Schutz zu treffen. Vielmehr ist  davon auszugehen, 
dass sich die Beschwerdeführenden zu einem früheren als von ihnen 
angegebenen  Zeitpunkt  zur  Ausreise  in  die  Schweiz  entschieden 
haben, womit auch das ausreiseauslösende Ereignis an sich in Frage 
gestellt werden muss. Diese Einschätzung wird einerseits dadurch er-
härtet, dass die Beschwerdeführenden ihr Asylgesuch erst anlässlich 
einer Einvernahme durch die Polizei gestellt  haben, nachdem sie am 

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Wohnort  ihrer  Tochter  in  der  Schweiz  im  Rahmen  einer  Personen-
kontrolle wegen illegalen Aufenthaltes verhaftet wurden. Andererseits 
haben  sich  die  Beschwerdeführenden,  wie  von  der  Vorinstanz  zu 
Recht  erwogen,  widersprüchlich  zum  Zeitpunkt  ihrer  Ausreise  ge-
äussert.  So  gaben  die  Beschwerdeführenden  anlässlich  der  Erst-
befragung  an,  am  17.  August  2007  den  Heimatstaat  verlassen  zu 
haben (vgl. A1 S. 7 und A2 S. 6),  während sie an der Anhörung zu 
Protokoll gaben, am 19. August 2007 ausgereist zu sein (vgl. A18 S. 5 
und 12). Zudem widersprechen die anamnetischen Angaben der Be-
schwerdeführerin im ärztlichen Zeugnis vom 3. März 2008, wo sie an-
gegeben hat, sie sei in der Schweiz zwei Tage in einer Unterkunft für  
Asylsuchende gewesen, bevor sie zur Tochter gegangen sei, den von 
den Beschwerdeführenden bei der Vorinstanz geschilderten Einreise-
umständen,  wonach  sie  mit  einem Bus  in  die  Schweiz  gelangt  und 
gleich von der Tochter abgeholt worden seien (vgl. A18 S. 5).

5.5 Als  Beweismittel  reichten  die  Beschwerdeführenden  auf  Be-
schwerdeebene  ärztliche  Berichte  ein,  in  welchen  bei  der  Be-
schwerdeführerin  das  Vorliegen  einer  (...)  diagnostiziert  wird,  womit 
entgegen der Auffassung der Vorinstanz belegt werde, dass die Dar-
stellung  der  Beschwerdeführerin  glaubhaft  sei  und  sie  unter  dem 
Trauma noch immer stark leide. Aufgrund der bestehenden Akten ist 
davon  auszugehen,  dass  die  Beschwerdeführerin  an  gewissen 
psychischen Problemen leidet. Hingegen vermag eine diagnostizierte 
(...)  für  sich  allein  besehen  die  behauptete  Vergewaltigung  nicht  zu 
belegen, zumal die Ärztinnen ihre Diagnosen ausschliesslich gestützt 
auf die Angaben der Beschwerdeführerin gestellt haben. Die Diagnose 
(...)  vermag  keine  zuverlässige  Auskunft  über  die  Ursache  der  zu-
grunde liegenden Traumatisierung zu geben, womit die ärztlichen Be-
richte die Unglaubhaftigkeit der Vorbringen der Beschwerdeführenden 
nicht zu widerlegen vermögen.

5.6  Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  es  den  Beschwerde-
führenden nicht gelungen ist, Gründe nach Art. 3 AsylG glaubhaft zu 
machen  oder  nachzuweisen.  Die  Vorinstanz  hat  ihre  Asylgesuche 
demnach zu Recht abgelehnt. Es erübrigt sich, auf die weiteren Aus-
führungen in den Eingaben der Beschwerdeführenden einzugehen, da 
sie an dieser Würdigung nichts zu ändern vermögen.

6.

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6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet  den  Vollzug  an;  es  berücksichtigt  dabei  den  Grundsatz  der 
Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

6.2 Die  Beschwerdeführenden  verfügen  weder  über  eine  ausländer-
rechtliche  Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Er-
teilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht an-
geordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21). 

7.

7.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme  von  Ausländern  (Art.  44  Abs.  2  AsylG;  Art.  83  Abs.  1  des 
Bundesgesetzes  vom  16.  Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]).

7.2 Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt 
gemäss ständiger  Praxis  des Bundesverwaltungsgerichts  und seiner 
Vorgängerorganisation,  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission 
(ARK), der gleiche Beweisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, 
das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, 
und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, 
Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, Ausländerrecht,  2. Auflage, 
Basel 2009, Rz. 11.148).

7.3

7.3.1 Der  Vollzug  ist  nicht  zulässig,  wenn  völkerrechtliche  Ver-
pflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des 
Ausländers  in  den  Heimat-,  Herkunfts-  oder  in  einen  Drittstaat  ent -
gegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner 
Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr 
Leben oder ihre Freiheit  aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG 
gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches 
Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art.  33 
Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der 
Flüchtlinge [FK,  SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3  der  Bundes-
verfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18.  April 
1999 (BV, SR 101),  Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

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1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  er-
niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis 
zu  Art.  3  der  Konvention  vom 4. November  1950  zum Schutze  der 
Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand 
der  Folter  oder  unmenschlicher  oder  erniedrigender  Strafe oder  Be-
handlung unterworfen werden.

7.3.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen.  Da  es  den  Be-
schwerdeführenden  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche 
Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  kann  das  in 
Art. 5  AsylG  verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Non-
Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden. 
Eine  Wegweisung  der  Beschwerdeführenden  nach  Serbien ist 
demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann er-
geben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführenden noch 
aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Aus-
schaffung nach Serbien dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer 
nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung 
ausgesetzt wären. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für 
Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 
müssten  sie  eine  konkrete  Gefahr  ("real  risk")  nachweisen  oder 
glaubhaft machen, dass ihnen im Fall einer Rückschiebung Folter oder 
unmenschliche  Behandlung  drohen  würde  (vgl.  EGMR,  [Grosse 
Kammer],  Saadi  gegen  Italien,  Urteil  vom  28. Februar  2008,  Be-
schwerde  Nr. 37201/06,  §§ 124-127,  mit  weiteren  Hinweisen).  Auch 
die  allgemeine  Menschenrechtssituation  in  Serbien  lässt  den  Weg-
weisungsvollzug  zum  heutigen  Zeitpunkt  klarerweise  nicht  als  un-
zulässig erscheinen.

7.3.3 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 
Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

7.4

7.4.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art.  83 
Abs. 7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme zu  gewähren  (vgl.  Botschaft 

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zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 
8. März 2002, BBl 2002 3818).

7.4.2 In Bezug auf die allgemeine Sicherheits- und Menschenrechts-
lage  ist  festzustellen,  dass  in  Serbien  keine  Kriegs-  oder  Bürger-
kriegssituation oder Situation allgemeiner Gewalt herrscht, die auf eine 
konkrete  Gefährdung  der  Beschwerdeführenden  im  Falle  einer 
dortigen  Niederlassung  schliessen  liesse,  womit  die  Rückkehr  der 
Beschwerdeführenden grundsätzlich zumutbar ist.

7.4.3 Zu  prüfen  bleibt  das  Vorliegen  von  individuellen  Gründen, 
welche  gegen  die  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  nach 
Serbien  sprechen  könnten.  Die  Beschwerdeführer  machen  auf  Be-
schwerdeebene  insbesondere  geltend,  dass  sich  der  Gesundheits-
zustand der  Beschwerdeführerin  bei  einem Vollzug der  Wegweisung 
nach  Serbien  massiv  verschlechtern  würde  und  die  ungewisse 
Situation  über  ihren  Verbleib  in  der  Schweiz  ein  zusätzlicher  Be-
lastungsfaktor  sei,  der  sich negativ  auf  den Genesungsprozess aus-
wirke. 

7.4.4 Die  Beschwerdeführenden  haben  im  Verlaufe  des  erstinstanz-
lichen  Verfahrens  sowie  auf  Beschwerdeebene  mehrere  ärztliche 
Zeugnisse  eingereicht,  welchen  zu  entnehmen  ist,  dass  die  Be-
schwerdeführenden  unter  physischen  und  psychischen  Problemen 
leiden.  Mit  Zwischenverfügung vom 24. August 2010 wurden sie auf-
gefordert,  aktuelle Arztzeugnisse beizubringen, worauf zwei ärztliche 
Berichte  betreffend  die  Beschwerdeführerin  eingereicht  wurden. 
Betreffend den Beschwerdeführer wurde nichts beigebracht,  weshalb 
davon auszugehen ist,  dass  dieser  aktuell  keiner  medizinischen Be-
treuung bedarf.

Im  von  Dr.  med.  J._______ am  16.  September  2010  verfassten 
Kurzbericht hält sie an ihrer Diagnose vom 3. März 2008 (...) fest und 
führt  aus,  dass  unter  ambulanter  psychiatrischer  Behandlung  und 
sicherem  äusserem  Rahmen  das  psychische  Zustandsbild  der 
Beschwerdeführerin  zeitweise  stabil,  gefolgt  von  Phasen  mit 
Verschlechterung  gewesen  sei  und  insgesamt  als  wechselhaft 
bezeichnet  werden  müsse.  Der  Bericht  stellt  weiter  fest,  bei  einer 
drohenden  Ausschaffung  nach  Serbien  würde  sich  der  psychische 
Zustand mit  grösster  Wahrscheinlichkeit  massiv verschlechtern. Dem 
von  Dr.  med.  H._______ am  24. September  2010  ausgestellten 
Zeugnis ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin nach wie vor 

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unter dem Erlebten leide,  was sich in  einer anhaltenden Depression 
äussere. Sie lebe zurückgezogen, sei abhängig von ihrer Familie und 
spreche nach wie vor kaum Deutsch. Wenn sie alleine sei, so versinke 
sie in Traurigkeit und weine tagelang. Trotz medikamentöser Therapie 
und  Psychotherapie  sei  keine  nachhaltige  Besserung  der 
Depressionen  eingetreten.  Physisch   würden  chronifizierte 
Beschwerden  bestehen  (...).  Die  Schmerzen  seien  nur  teilweise 
behandelbar. Die Aussicht, ins Herkunftsland abgeschoben zu werden, 
schwebe  als  anhaltende  Drohung  über  der  Beschwerdeführerin. 
Voraussetzung für eine Gesundung wäre das Gefühl, in Sicherheit und 
in der Geborgenheit der Familie leben zu können. 

7.4.5 Hinsichtlich  der  geltend  gemachten Situation  der  Beschwerde-
führerin  ist  vorab  darauf  hinzuweisen,  dass  bei  gesundheitlichen 
Problemen von Beschwerdeführenden nur dann auf   Unzumutbarkeit 
des Wegweisungsvollzugs geschlossen werden kann, wenn eine not-
wendige medizinische Behandlung im Heimatland nicht zur Verfügung 
steht  und  die  Rückkehr  zu  einer  raschen  und  lebensgefährdenden 
Beeinträchtigung  des  Gesundheitszustandes  der  betroffenen  Person 
führt. Dabei wird als wesentlich die medizinische Behandlung erachtet, 
welche zur Gewährleistung einer menschenwürdigen Existenz absolut 
notwendig ist. Unzumutbarkeit  liegt  jedenfalls  nicht  bereits  dann vor, 
wenn im Heimat- oder Herkunftsstaat nicht eine dem schweizerischen 
Standard entsprechende medizinische Behandlung möglich ist. Sobald 
die allgemeine und dringliche Behandlung im Heimat- oder Herkunfts-
staat  sichergestellt  ist,  ist  ein Vollzug der Wegweisung grundsätzlich 
als zumutbar zu beurteilen (vgl. EMARK 2003 Nr. 24 E. 5a und b).

7.4.6 Gemäss Erkenntnissen des Bundesverwaltungsgerichts hat sich 
die  psychiatrische  Versorgung  in  Serbien  in  den  letzten  Jahren  an 
westeuropäische  Standards  angenähert.  Grundsätzlich  können  in 
Serbien alle psychischen Probleme mit modernen Methoden behandelt 
werden; gängige Behandlungen werden praktisch flächendeckend an-
geboten. Antidepressiva und Neuroleptika sind verfügbar, wenn auch 
nicht in der in der Schweiz bekannten Vielfalt. Vor diesem Hintergrund 
ist  davon  auszugehen,  dass  die  medizinische  Grundversorgung  der 
Beschwerdeführerin  in  ihrer  Heimat  gewährleistet  ist.  Soweit  in  den 
ärztlichen  Zeugnissen  ausgeführt  wird,  dass  sich  ihr 
Gesundheitszustand  bei  einer  Rückführung  nach  Serbien 
verschlechtern  werde,  ist  festzuhalten,  dass  ein  unausweichlich 
bevorstehender  Wegweisungsvollzug  bei  den  damit  konfrontierten 

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Personen nicht  selten zu einer  nicht  unerheblichen psychischen Be-
lastung  führen  kann.  Dieser  Belastung  ist  jedoch  im  Rahmen  einer 
entsprechenden  Vorbereitung  der  Beschwerdeführerin  Rechnung  zu 
tragen. Ohne ihre psychischen Probleme und ihre schwierige Situation 
in  Abrede  zu  stellen,  ist  unter  Berücksichtigung  der  aktenkundigen 
Arztberichte  bei  einer  Rückführung  nicht  von  einer  konkreten 
Gefährdung in Form einer medizinischen Notlage im Sinne von Art. 83 
Abs. 4 AuG auszugehen. Im Übrigen ist es den Beschwerdeführenden 
freigestellt,  sich um medizinische Rückkehrhilfe zu bemühen, um die 
benötigte  medizinische  Behandlung  der  Beschwerdeführerin  in  der 
ersten  Zeit  nach  der  Rückkehr  mit  finanzieller  oder  materieller 
Unterstützung durch die Schweiz sicherstellen zu können.

7.4.7 Schliesslich  erscheint  der  Vollzug der  Wegweisung auch unter 
Abwägung  der  gesamten  persönlichen  Umstände  der  Beschwerde-
führenden  als  zumutbar. Der  Beschwerdeführer  ist  gemäss  eigenen 
Angaben bis zur Ausreise aus Serbien als (...) tätig gewesen und hat 
langjährige  Berufserfahrung.  Weiter  verfügen  die  Be-
schwerdeführenden  im  Heimatort  über  Wohneigentum.  Bei  dieser 
Sachlage  ist  es  ihnen  zuzumuten,  sich  in  Serbien  eine  neue 
Existenzgrundlage zu schaffen. 

7.4.8 Nach dem Gesagten erweist  sich  Vollzug der  Wegweisung als 
zumutbar.

7.5 Schliesslich  obliegt  es  den  Beschwerdeführenden,  sich  bei  der 
zuständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr not-
wendigen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), wes-
halb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist 
(Art. 83 Abs. 2 AuG).

8.
Insgesamt  ist  die  durch  die  Vorinstanz  verfügte  Wegweisung zu be-
stätigen. Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zu-
mutbar  und  möglich  erachtet.  Nach  dem  Gesagten  fällt  eine  An-
ordnung  der  vorläufigen  Aufnahme ausser  Betracht  (Art.  83  Abs. 1-
4 AuG).

9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 

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und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist.  Die  Beschwerde  ist 
abzuweisen.

10.
Aufgrund der mit Zwischenverfügung vom 23. Januar 2008 gewährten 
unentgeltlichen  Rechtspflege  ist  auf  die  Erhebung  von  Verfahrens-
kosten zu verzichten.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

3.
Dieses Urteil geht an den Rechtsvertreter der Beschwerdeführenden, 
das BFM und die kantonale Behörde.

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Regula Schenker Senn Anna Poschung

Versand: 

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