# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5a171844-30a7-59ed-8058-f410e83c037c
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-05
**Language:** de
**Title:** Zug Obergericht Beschwerdeabteilung 05.04.2024 BS 2024 11
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Obergericht/ZG_OG_003_BS-2024-11_2024-04-05.pdf

## Full Text

20240320_152841_ANOM.docx

I. Beschwerdeabteilung BS 2024 11

Oberrichter St. Scherer, Abteilungspräsident
Oberrichter M. Siegwart
Oberrichter A. Staub
Gerichtsschreiber C. Schwegler

Beschluss vom 5. April 2024 [rechtskräftig]

in Sachen

A.________,
vertreten durch Rechtsanwalt B.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, I. Abteilung, An der Aa 4, Postfach, 6301 Zug,
vertreten durch Staatsanwältin D.________,
Beschwerdegegnerin,

betreffend

Haftverlängerung

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Sachverhalt

1. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, I. Abteilung, führt eine Strafuntersuchung gegen 
A.________ (nachfolgend: Beschwerdeführer) wegen versuchten Mordes, eventualiter ver-
suchter Tötung (Verfahren 1A 2023 1603). Der Beschwerdeführer wurde am 1. September 
2023 um 04.17 Uhr festgenommen und mit Entscheid des Zwangsmassnahmengerichts des 
Kantons Zug vom 4. September 2023 einstweilen bis längstens 30. November 2023 in Unter-
suchungshaft versetzt (Verfahren SZ 2023 81). Mit Verfügung vom 1. Dezember 2023 ver-
längerte das Zwangsmassnahmengericht die Untersuchungshaft auf Antrag der Staatsan-
waltschaft vom 24. November 2023 einstweilen bis längstens 29. Februar 2024 (Verfahren 
SZ 2023 127).

2. Mit Eingabe vom 20. Dezember 2023 stellte der Beschwerdeführer bei der Staatsanwalt-
schaft ein Gesuch um Entlassung aus der Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft ent-
sprach diesem Gesuch nicht und beantragte dem Zwangsmassnahmengericht mit Eingabe 
vom 21. Dezember 2023 dessen Abweisung. Das Zwangsmassnahmengericht wies das Ent-
lassungsgesuch am 22. Dezember 2023 ab und verfügte, dass der Beschwerdeführer einst-
weilen längstens bis 29. Februar 2024 in Untersuchungshaft verbleibe (Verfahren SZ 2023 
136). Es erachtete den allgemeinen Haftgrund des dringenden Tatverdachts und die beson-
deren Haftgründe der Ausführungsgefahr und der Fluchtgefahr als gegeben. Eine vom Be-
schwerdeführer dagegen erhobene Beschwerde wies die I. Beschwerdeabteilung des Ober-
gerichts mit Beschluss vom 26. Januar 2024 ab (Verfahren BS 2024 1). 

3. Am 23. Februar 2024 beantragte die Staatsanwaltschaft die Verlängerung der Untersu-
chungshaft um drei Monate bis 31. Mai 2024. Das Zwangsmassnahmengericht ordnete glei-
chentags an, dass der Beschwerdeführer vorläufig, d.h. bis zum definitiven Entscheid über 
den Haftverlängerungsantrag der Staatsanwaltschaft, in Untersuchungshaft verbleibe. Mit 
Verfügung vom 1. März 2024 verlängerte das Zwangsmassnahmengericht in Gutheissung 
des Antrags der Staatsanwaltschaft die Untersuchungshaft bis längstens am 31. Mai 2024 
(Verfahren SZ 2024 16).

4. Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer am 15. März 2024 Beschwerde bei der 
I. Beschwerdeabteilung des Obergerichts mit folgenden Anträgen:

1. Die Verfügung des Zwangsmassnahmengerichts vom 1. März 2024 sei aufzuheben.

2. Der Beschwerdeführer sei sofort zu entlassen aus der Untersuchungshaft.

3. Die Entlassung habe eventualiter zu erfolgen unter Auflage der folgenden Ersatzmassnahmen:
a. Auferlegung einer Sicherheitsleistung von CHF 150'000.00;
b. Auferlegung einer Pass- und Schriftensperre;
c. Auflage, sich einer ärztlichen bzw. ambulanten therapeutischen Behandlung zu unterziehen.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates.

5. Das Zwangsmassnahmengericht verzichtete am 20. März 2024 auf eine Stellungnahme.

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6. Die Staatsanwaltschaft beantragte in der Vernehmlassung vom 22. März 2024 die kosten-
pflichtige Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen

1. Einzig die verhaftete Person kann Entscheide über die Anordnung, die Verlängerung und die 
Aufhebung der Untersuchungs- oder Sicherheitshaft bei der Beschwerdeinstanz anfechten 
(Art. 222 StPO).

2. Nach Art. 221 Abs. 1 StPO in der seit dem 1. Januar 2024 geltenden Fassung sind Untersu-
chungs- und Sicherheitshaft nur zulässig, wenn die beschuldigte Person eines Verbrechens 
oder Vergehens dringend verdächtigt ist und ernsthaft zu befürchten ist, dass sie sich durch 
Flucht dem Strafverfahren oder der zu erwartenden Sanktion entzieht (lit. a), Personen be-
einflusst oder auf Beweismittel einwirkt, um so die Wahrheitsfindung zu beeinträchtigen (lit. 
b), oder durch Verbrechen oder schwere Vergehen die Sicherheit anderer unmittelbar erheb-
lich gefährdet, nachdem sie bereits früher gleichartige Straftaten verübt hat (lit. c; "einfache 
Wiederholungsgefahr"). Sodann sind Untersuchungs- und Sicherheitshaft gemäss dem per 
1. Januar 2024 neu eingefügten Art. 221 Abs. 1bis StPO ausnahmsweise zulässig, wenn die 
beschuldigte Person dringend verdächtig ist, durch ein Verbrechen oder ein schweres Ver-
gehen die physische, psychische oder sexuelle Integrität einer Person schwer beeinträchtigt 
zu haben (lit. a), und die ernsthafte und unmittelbare Gefahr besteht, die beschuldigte Per-
son werde ein gleichartiges, schweres Verbrechen verüben (lit. b; "qualifizierte" Wiederho-
lungsgefahr). Das zuständige Gericht ordnet gemäss Art. 237 Abs. 1 StPO an Stelle der Un-
tersuchungs- oder Sicherheitshaft eine oder mehrere Massnahmen an, wenn sie den glei-
chen Zweck wie die Haft erfüllen. 

Wie das Zwangsmassnahmengericht im angefochtenen Entscheid zutreffend festhielt, findet 
auf das vorliegende Verfahren das oben wiedergegebene neue Recht Anwendung. Ebenso 
zutreffend wies es darauf hin, dass die qualifizierte Wiederholungsgefahr gemäss Art. 221 
Abs. 1bis StPO insofern einen separaten besonderen Haftgrund darstellt, als in dieser Be-
stimmung (anders als bei den besonderen Haftgründen nach Abs. 1 lit. a–c) der allgemeine 
Haftgrund des dringenden Tatverdachts spezialgesetzlich geregelt ist (Abs. 1bis lit. a; vgl. da-
zu auch Forster, Basler Kommentar, 3. A. 2023, Art. 221 StPO N 15c). 

3. Dem Beschwerdeführer wurde im Haftantrag der Staatsanwaltschaft vom 2. September 2023 
Folgendes vorgeworfen:

"Gemäss ersten Erkenntnissen kontaktierte der Beschuldigte den Geschädigten C.________ per E-
Mail und lockte ihn unter dem Vorwand, dass er ihm etwas zur ausserehelichen Beziehung seiner Ehe-
frau, E.________, erzählen könne, am Freitag, 1. September 2023, um 3.30 Uhr, zur Waldhütte 
F.________ in G.________. Im Weiteren wies er den Geschädigten ebenfalls per E-Mail an, sich auf 
den Brunnen zu setzen und dort auf ihn zu warten. Der Beschuldigte richtete für die Kontaktaufnahme 
mit dem Geschädigten eine anonyme E-Mailadresse ein, sodass C.________ nicht wusste, wer auf ihn 
bei der Waldhütte F.________ wartete. Vor Ort schlug der Beschuldigte von hinten mit einem Hammer 
oder einem Stein auf den Kopf des Geschädigten ein und behändigte sodann ein Küchenmesser mit 
einer Klingenlänge von 20 cm, welches er ebenfalls zur Begehung der Tat von Zuhause mitgenommen 

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hatte, und stach damit mehrfach auf C.________ ein. C.________ konnte den Angriff teilweise abweh-
ren, erlitt jedoch massive Stichverletzungen, und ist derzeit im Zuger Kantonsspital zur Behandlung.

Anlässlich der Anhaltung des Beschuldigten konnte ein Notizzettel beim Fahrzeug des Beschuldigten 
sichergestellt werden. Der Beschuldigte ist der Verfasser der Notizen. Er konnte anlässlich der Haus-
durchsuchung weder plausibel erklären, warum er diese Notizen verfasst hat noch weshalb ein Teil der 
Gegenstände, die von ihm aufgeführt wurden, von der Zuger Polizei beim F.________ sichergestellt 
werden konnten. Das Versteck der fehlenden Gegenstände wollte er ebenfalls nicht offenlegen."

3.1 Sowohl das Zwangsmassnahmengericht mit Verfügung vom 22. Dezember 2023 als auch die 
I. Beschwerdeabteilung des Obergerichts mit Beschluss vom 26. Januar 2024 bejahten den 
dringenden Tatverdacht des versuchten Mordes gemäss Art. 112 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB 
zum Nachteil von C.________. Das Zwangsmassnahmengericht führte dazu im Entscheid 
vom 22. Dezember 2023 (SZ 2023 136) mit Verweis auf denjenigen im Verfahren SZ 2023 
127 vom 1. Dezember 2023 u.a. Folgendes aus (E. 5.1):

"[…] Im Polizeirapport vom 1. September 2023 sowie in der Fotodokumentation sind die von 
C.________ erlittenen Verletzungen hinlänglich dokumentiert. Im Weiteren hat der Beschuldigte im 
Rahmen seiner Einvernahme vom 1. September 2023 eingeräumt, die ausgewiesenen Verletzungen 
am 1. September 2023, um 03.30 Uhr, bei der Waldhütte F.________ in G.________ mit einem Messer 
sowie mit einem Stein oder Hammer bei C.________ verursacht zu haben. Das Messer mit einer Klin-
genlänge von 20 cm, welches mutmasslich die Stichverletzungen verursachte, konnte denn auch im 
Fahrzeug des Beschuldigten sichergestellt werden."

3.2 In der vorliegend angefochtenen Verfügung hielt das Zwangsmassnahmengericht sodann 
fest, dass sich an dieser Verdachtslage bis dato nichts geändert habe. Die Tatsache, dass 
C.________ allenfalls am Kopf nur eine Platzwunde erlitten habe, vermöge entgegen den 
Vorbringen des Beschwerdeführers den Tatverdacht nicht zu relativeren. Denn einerseits sei 
vorstellbar, dass C.________ versucht habe, dem Schlag mit dem Hammer auszuweichen, 
weshalb der subjektive Tatbestand nicht relativiert werde. Anderseits lägen auch ohne die 
Kopfverletzung hinlängliche Anhaltspunkte für einen Tötungsvorsatz vor (E. 4.2). 

3.3 Nebst dem allgemeinen Haftgrund des dringenden Tatverdachts gemäss Art. 221 Abs. 1 
StPO erachtete das Zwangsmassnahmengericht auch den dringenden Verdacht eines rele-
vanten Delikts gemäss Art. 221 Abs. 1bis lit. a StPO (spezialgesetzlich geregelter allgemeiner 
Haftgrund) ohne Weiteres als gegeben, nachdem Beschwerdeführer mit seiner Tat, einem 
Verbrechen, die physische Integrität von C.________ schwer beeinträchtigt habe (E. 9.1).

3.4 Der Beschwerdeführer äussert sich im Beschwerdeverfahren zum allgemeinen Haftgrund 
des dringenden Tatverdachts nicht näher, weshalb auf die zutreffenden Erwägungen des 
Zwangsmassnahmengerichts verwiesen und festgestellt werden kann, dass diese Haft-
voraussetzung gegeben ist (Art. 82 Abs. 4 StPO). Es bleibt somit zu prüfen, ob auch die be-
sonderen Haftgründe der qualifizierten Wiederholungsgefahr und der Fluchtgefahr gegeben 
sind, was der Beschwerdeführer in Abrede stellt. 

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4. Der neue Haftgrund der qualifizierten Wiederholungsgefahr gemäss Art. 221 Abs. 1bis lit. b 
StPO erfordert nebst dem Verdacht, dass hochwertige Rechtsgüter schwer beeinträchtigt 
wurden, kumulativ eine Rückfallgefahr. Das Gesetz verlangt den Nachweis objektiver Gründe 
für die ernsthafte und unmittelbare Gefahr, dass die beschuldigte Person ein gleichartiges, 
schweres Verbrechen verüben könnte. Die Gleichartigkeit des drohenden neuen Verbre-
chens bezieht sich auf den Vergleich mit der Art des bereits untersuchten Verbrechens oder 
schweren Vergehens. Sodann wird eine ungünstige Prognose, nämlich "die ernsthafte und 
unmittelbare Gefahr", die beschuldigte Person werde ein schweres Verbrechen verüben, ver-
langt. Wie bei der einfachen Wiederholungsgefahr muss eine unmittelbare Gefahr bestehen. 
Mit dem neu eingefügten Begriff "unmittelbar" wollte der Gesetzgeber noch verdeutlichen, 
dass die von der beschuldigten Person ausgehende Bedrohung akut sein muss, die Verbre-
chen oder schweren Vergehen in naher Zukunft drohen müssen und deshalb die Haft mit 
grosser Dringlichkeit anzuordnen ist (Forster, Basler Kommentar, a.a.O., Art. 221 StPO N 14 
und 15d). 

4.2 Der Beschwerdeführer verneint eine ernsthafte und unmittelbare Gefahr, dass er ein schwe-
res Verbrechen verüben könnte. Dies gelte auch unter Berücksichtigung des Gutachtens, 
aus welchem man namentlich zum Kriterium der Unmittelbarkeit nichts erfahre. Der Be-
schwerdeführer beanstandet insbesondere die seiner Auffassung nach nicht überzeugenden 
Ausführungen im forensisch-psychiatrischen/psychologischen Gutachten vom 18. Dezember 
2023.

4.3 Gemäss dem forensisch-psychiatrischen/psychologischen Gutachten vom 18. Dezember 
2023 verübte der Beschwerdeführer die Anlasstat unter dem Einfluss einer mittelgradigen 
Persönlichkeitsstörung (ICD-11 6D10.1). Der Beschwerdeführer weise Anzeichen einer un-
reifen Persönlichkeit auf, die gemäss ICD-11 der Persönlichkeitsdomäne "Desinhibition" zu-
geordnet werden könnten. Die lebenspraktischen Auswirkungen einer "nur" als mittelgradig 
eingestuften Persönlichkeitsstörung in Kombination mit den beim Beschwerdeführer festge-
stellten Risikoeigenschaften "Unreife Persönlichkeit", "Isolierte Defizite in der Konfliktbewälti-
gung" und "Beziehungstat-Disposition" seien aus forensischer Sicht dennoch so schwerwie-
gend, dass sie mit anderen, unbestritten als schwerwiegend anerkannten seelischen Störun-
gen gleichgesetzt werden könnten (Vi act. 3/3/72 m.H. auf Vi act. 3/3/64 ff.).

Zwar kommen die Gutachter unter Berücksichtigung dieser Persönlichkeitsstörung zum 
Schluss, dass die Rückfallwahrscheinlichkeit des Beschwerdeführers nicht hoch ist. Gleich-
zeitig weisen sie darauf hin, dass die zu erwartenden Schäden bei einem Rückfall gross sind. 
Die Gutachter empfehlen denn auch Vorkehrungen, um das Rückfallrisiko zu senken, wobei 
die möglicherweise von einer Freiheitsstrafe allein zu erwartende deliktsprotektive Wirkung 
nicht ausreicht. Als geeignetes Mittel, um die Ausprägung der deliktrelevanten Persönlich-
keitseigenschaften zu reduzieren, wird eine ambulante, strafvollzugsbegleitende deliktorien-
tierte Therapie nach Art. 63 StGB empfohlen. In Verbindung mit dem in einer solchen Thera-
pie Erlernten stünden – so die Gutachter – dem Beschwerdeführer Verhaltensoptionen zur 
Verfügung, die er zum Zeitpunkt der Tat noch nicht hatte (Vi act. 3/3/65 und 3/3/68).

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4.4 Vorab ist festzuhalten, dass aufgrund des Beschleunigungsgebots im Haftverfahren wenig 
Raum für ausgedehnte Beweisabnahmen besteht, mit Vorbehalt der Abnahme eines liquiden 
Alibibeweises. Zur Schuldfrage hat der Haftrichter weder ein Beweisverfahren durchzuführen 
noch dem Sachrichter vorzugreifen (Forster, a.a.O., Art. 221 StPO N 3 m.H.). Entsprechen-
des gilt für die Würdigung von psychiatrischen Gutachten. Eine umfassende Würdigung ist 
dem Sachgericht vorbehalten (Urteil des Bundesgerichts 1B_487/2017 vom 1. Dezember 
2017 E. 3.8 m.H.).

4.5 Der Beschwerdeführer beanstandet u.a., dass die Gutachter für den Beschwerdeführer eine 
zu tiefe Basisrate gewählt und bei der Rückfallgefahr die Begriffe "leicht", "moderat" und 
"hoch" nicht hinreichend konkretisiert hätten. Sodann sei die Rechnung hinsichtlich des indi-
viduellen Risikoprofils unverständlich. Das Ergebnis der Anwendung der Basisrate sei sehr 
ungenau und deshalb unbrauchbar. Die Gutachter hätten es sodann unterlassen, zu präzisie-
ren, was in Bezug auf das individuelle Risikoprofil von "deutlich unter 20.4 %" genau gemeint 
sei und wie hoch die Rückfallgefahr konkret sein solle. Sodann seien die Gutachter nicht in 
der Lage gewesen, den VRAG-Test richtig anzuwenden. Sie hätten ohne Begründung sowie 
unzulässigerweise von der Durchführung des PCL-R-Tests abgesehen. Es sei davon auszu-
gehen, dass diese Unterlassung ihren Grund darin finde, dass die Gutachter dem Beschwer-
deführer für seine Tat volle Schuldfähigkeit bescheinigt hätten. Die angebliche Rückfallgefahr 
sei aufgrund des Ergebnisses des VRAG-Tests als leicht zu bezeichnen.

4.6 Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers sind die Ausführungen im forensisch-
psychiatrischen Gutachten hinreichend schlüssig und nachvollziehbar. Ob die Gutachter bei 
der für die Beurteilung der Rückfallgefahr vorgenommenen Tests und Abklärungen anders 
hätten vorgehen sollen, braucht hier nicht abschliessend beantwortet zu werden. Der Be-
schwerdeführer legt auch nicht dar, inwiefern allfällige Korrekturen im vierstufigen Konzept 
mit den Bereichen "Basisrate", "Individuelles Risikoprofil", "Hypothese zur Delinquenzgene-
se" und "Risikomanagement" (Vi act. 3/3/66 ff.) einen Einfluss auf die Beurteilung der Rück-
fallprognose des Beschwerdeführers haben könnten. Massgebend ist, dass der Beschwerde-
führer die Anlasstat unter dem Einfluss einer mittelgradigen Persönlichkeitsstörung (ICD-
11 6D10.1) verübte und gemäss Gutachten die lebenspraktischen Auswirkungen einer "nur" 
als mittelgradig eingestuften Persönlichkeitsstörung in Kombination mit den beim Beschwer-
deführer festgestellten Risikoeigenschaften "Unreife Persönlichkeit", "Isolierte Defizite in der 
Konfliktbewältigung" und "Beziehungstat-Disposition" aus forensischer Sicht dennoch so 
schwerwiegend sind, dass sie mit anderen, unbestritten als schwerwiegend anerkannten 
seelischen Störungen gleichgesetzt werden können, welche zur Risikosenkung therapiert 
werden müssen (Vi act. 3/3/72 m.H. auf Vi act. 3/3/64 ff.). In diesem Zusammenhang ist fest-
zuhalten, dass die Staatsanwaltschaft dem Beschwerdeführer auf ein entsprechendes Ge-
such vom 24. Januar 2024 hin mitgeteilt hat, dass der vorzeitige Antritt einer ambulanten Be-
handlung nach Art. 63 StGB möglich sei, sofern sie mit einem vorzeitigen Vollzug einer Frei-
heitsstrafe kombiniert werde. Der Beschwerdeführer hat sich in der Folge dazu entschieden, 
von einem Gesuch um Antritt des vorzeitigen Strafvollzuges abzusehen (Vi act. 9/36 ff.). Ein 
vorzeitiger Antritt einer ambulanten Behandlung ist somit derzeit nicht möglich. Wie bereits 
im Beschluss vom 26. Januar 2024 ausgeführt, spricht sodann für eine ernsthafte und unmit-
telbare Gefahr, der Beschwerdeführer werde ein schweres Verbrechen verüben, neben der 
diagnostizierten Persönlichkeitsstörung auch die Unberechenbarkeit des Beschwerdeführers, 
welcher bei drohenden schweren Gewaltverbrechen ebenfalls Rechnung zu tragen ist. Diese 

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zeigt sich insbesondere daran, dass die Tatplanung gemäss den Gutachtern naiv, schlecht 
durchdacht und inkonsistent war, während die auf dem sichergestellten Mobiltelefon des Be-
schwerdeführers gefundenen Suchbegriffe auf einen sehr konkreten, hinterhältigen Tötungs-
plan hinweisen. Auch aufgrund dieser Unberechenbarkeit, verbunden mit der diagnostizierten 
mittelgradigen Persönlichkeitsstörung und der Massnahmenbedürftigkeit des Beschwerde-
führers, ist die Ausführung eines Gewaltverbrechens ernsthaft und unmittelbar zu befürchten. 
Zu beachten ist schliesslich, dass nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung eine Inhaftie-
rung umso eher gerechtfertigt ist, je schwerer eine drohende Straftat ist, und an die Rückfall-
gefahr geringere Anforderungen zu stellen sind, wenn es um den Schutz von Leib und Leben 
geht (BGE 143 IV 9 E. 2.9). Der Beschwerdeführer vermag insgesamt mit seiner Kritik an der 
Vorgehensweise der Gutachter nichts abzuleiten, was den besonderen Tatverdacht der qua-
lifizierten Wiederholungsgefahr entkräftet. Eine abschliessende Würdigung der Ergebnisse 
des forensisch-psychiatrischen/psychologischen Gutachtens wird, wie erwähnt, das zustän-
dige Sachgericht vorzunehmen haben. Das Zwangsmassnahmengericht hat damit den be-
sonderen Haftgrund der qualifizierten Wiederholungsgefahr zu Recht bejaht.

5. Ob vorliegend auch der besondere Haftgrund der Fluchtgefahr gegeben ist, kann aufgrund 
der zu bejahenden qualifizierten Wiederholungsgefahr offengelassen werden. Daran ändert 
auch der Hinweis des Beschwerdeführers auf das Urteil des Bundesgerichts 1B_197/2023 
vom 4. Mai 2023 nichts. Das Bundesgericht führt in diesem Zusammenhang einzig aus, dass 
die kantonalen Instanzen aufgrund des Beschleunigungsgrundsatzes in Haftsachen sowie 
aus Gründen der Prozessökonomie gehalten sind, auch die übrigen Haftgründe zu prüfen, 
wenn ein (besonderer) Haftgrund diskutabel erscheint (E. 4.5). Dies ist vorliegend aufgrund 
der zu bejahenden qualifizierten Wiederholungsgefahr offenkundig nicht der Fall.

6. Der Beschwerdeführer beantragt eventualiter die Anordnung von Ersatzmassnahmen anstel-
le von Untersuchungshaft. Er beruft sich insbesondere auf die Sicherheitsleistung gemäss 
Art. 238 StPO, ausserdem die Auferlegung einer Pass- und Schriftensperre sowie die Aufla-
ge, sich einer ärztlichen bzw. ambulanten therapeutischen Behandlung zu unterziehen.

Gemäss Art. 238 Abs. 1 StPO kann das zuständige Gericht bei Fluchtgefahr die Leistung ei-
nes Geldbetrages vorsehen, der sicherstellen soll, dass die beschuldigte Person sich jeder-
zeit zu Verfahrenshandlungen oder zum Antritt einer freiheitsentziehenden Sanktion einstellt. 
Gemäss dem Wortlaut von Abs. 1 ist die Sicherheitsleistung ausschliesslich bei Fluchtgefahr 
möglich. Da jedoch das Gesetz keinen numerus clausus kennt, kann eine Kaution – Eignung 
im konkreten Fall vorausgesetzt – auch bei den übrigen Haftgründen grundsätzlich in Be-
tracht gezogen werden (Manfrin/Vogel, Basler Kommentar, 3. A. 2023, Art. 238 StPO N 2).

Es ist nicht ersichtlich und wird vom Beschwerdeführer auch nicht dargetan, inwiefern vorlie-
gend eine Sicherheitsleistung geeignet wäre, die zu bejahende qualifizierte Wiederholungs-
gefahr zu bannen. So begründete der Beschwerdeführer den Antrag auch damit, dass eine 
Sicherheitsleistung aus seiner Sicht geeignet sei, einer Fluchtgefahr zu begegnen. Der Be-
schwerdeführer zählt zusätzlich beispielhaft zwei weitere mögliche Ersatzmassnahmen 
(Pass- und Schriftensperre sowie die Auflage, sich einer ärztlichen bzw. ambulanten thera-
peutischen Behandlung zu unterziehen) auf. Es kann offengelassen werden, ob die Be-
schwerde in diesem Punkt überhaupt hinreichend begründet ist, da vorliegend nicht davon 
auszugehen ist, dass Ersatzmassnahmen, einzeln oder in Kombination, die qualifizierte Wie-

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derholungsgefahr bannen könnten. Dazu kommt, dass der Beschwerdeführer wie ausgeführt 
eine ambulante therapeutische Behandlung unter den aktuellen Gegebenheiten derzeit ab-
lehnt. Das Zwangsmassnahmengericht hat damit die Möglichkeit der Anordnung von Ersatz-
massnahmen zu Recht verworfen.

7. Nach dem Gesagten hat das Zwangsmassnahmengericht den Antrag der Staatsanwaltschaft 
auf Verlängerung der Untersuchungshaft zu Recht gutgeheissen. Die Beschwerde erweist 
sich somit als unbegründet und ist abzuweisen.

Beschluss

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten dieses Verfahrens betragen

CHF 800.00 Gebühren
CHF 25.00 Auslagen
CHF 825.00 Total

und werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3. Gegen diesen Entscheid ist die Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 78 ff. des Bundes-
gerichtsgesetzes (BGG) zulässig; die Beschwerdegründe richten sich nach Art. 95 ff. BGG. 
Die Beschwerde ist innert 30 Tagen seit Zustellung des Entscheids schriftlich, begründet und 
mit bestimmten Anträgen sowie unter Beilage des Entscheides und der Beweismittel 
(vgl. Art. 42 BGG) beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.

4. Mitteilung an:
- Parteien (an die Staatsanwaltschaft unter Rückgabe der eingereichten Akten)
- Zwangsmassnahmengericht (SZ 2024 16; unter Rückgabe der eingereichten Akten)
- Gerichtskasse (im Dispositiv)

Obergericht des Kantons Zug 
I. Beschwerdeabteilung

St. Scherer C. Schwegler
Abteilungspräsident Gerichtsschreiber

versandt am: