# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0009fb57-02be-5e73-a433-3807fe84d195
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-09-21
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 21.09.2015 460 15 166
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_460-15-166_2015-09-21.pdf

## Full Text

Seite 1   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom  

21. September 2015 (460 15 166) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Strafrecht 

 

 

mehrfacher teilweise versuchter Diebstahl 

 
 
Besetzung Präsident Enrico Rosa, Richter Peter Tobler (Ref.), Richter Markus 

Mattle; Gerichtsschreiberin Nicole Schneider 

 

Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Allgemeine  

Hauptabteilung, Grenzacherstrasse 8, Postfach, 4132 Muttenz,  

Anklagebehörde und Berufungsklägerin 

 

Privatklägerschaft 

  

gegen 

 

 

 A.____,  

vertreten durch Advokat Dr. Dieter Thommen, substituiert durch 

Advokat Andreas Fischer, Dornacherstrasse 192, Postfach, 

4018 Basel,  

Beschuldigter 

 

Gegenstand mehrfacher teilweise versuchter Diebstahl, etc. 

Berufung gegen das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft  

vom 12. Mai 2015 

 

 

 

 
 
 

 
 
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A. Mit Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 12. Mai 2015 wurde A.____ des mehr-

fachen versuchten Diebstahls, der mehrfachen Sachbeschädigung sowie des mehrfachen 

Hausfriedensbruchs schuldig erklärt und zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 

8 Monaten, bei einer Probezeit von 2 Jahren, verurteilt, dies unter Anrechnung der am 18. No-

vember 2014 sowie vom 6. Dezember 2014 bis 19. März 2015 in Polizeigewahrsam bzw. in 

Untersuchungs- und Sicherheitshaft verbrachten Zeit von insgesamt 105 Tagen (Ziffer 1 des 

Urteilsdispositivs). Vom Vorwurf des Diebstahls, der Sachbeschädigung sowie des Hausfrie-

densbruchs in Ziffer 2.1 der Anklageschrift sowie vom Vorwurf des gewerbsmässigen Dieb-

stahls in Ziffer 3 der Anklageschrift wurde der Beschuldigte freigesprochen (Ziffer 2 des Urteils-

dispositivs). Mit Bezug auf das beschlagnahmte Mobiltelefon beschloss das Strafgericht, dass 

dieses dem Beschuldigten zurückgegeben werde, sofern er es innert 30 Tagen ab Rechtskraft 

des vorliegenden Urteils abhole bzw. abholen lasse (Ziffer 3 des Urteilsdispositivs). A.____ 

wurde bei seiner Anerkennung behaftet, B.____ Fr. 500.-- zu schulden. Demzufolge sollte das 

Guthaben des Beschuldigten auf dem Gefängniskonto in Höhe von Fr. 210.80 mit seinem Ein-

verständnis nach Rechtskraft des vorliegenden Urteils zwecks teilweiser Tilgung der Forderung 

an B.____ überwiesen werden. Die von C.____ adhäsionsweise geltend gemachte Forderung 

von Fr. 200.-- wurde hingegen auf den Zivilweg verwiesen (Ziffer 4.a und 4.b des Urteilsdisposi-

tivs). Die Kosten der amtlichen Verteidigung in Höhe von insgesamt Fr. 7‘194.35 (inkl. Auslagen 

und MwSt.) wurden aus der Gerichtskasse entrichtet und die Verfahrenskosten im Verhältnis 

5/6 zu Lasten des Beschuldigten und 1/6 zu Lasten des Staates verteilt (Ziffer 5 und 6 des Ur-

teilsdispositivs). 

 

B. Gegen dieses Urteil reichte die Staatsanwaltschaft mit Eingabe vom 13. Mai 2015 Beru-

fung ein. Mit Berufungserklärung vom 15. Juli 2015 stellte die Staatsanwaltschaft folgende An-

träge:  

 

„1. Der Beschuldigte sei gemäss Anklage wegen gewerbsmässigen, ev. mehrfachen, teilweise ver-

suchten Diebstahls, mehrfacher Sachbeschädigung und mehrfachen Hausfriedensbruchs vollum-

fänglich schuldig zu sprechen und die Strafe sei angemessen zu erhöhen.  

 

 2. Der Staatsanwaltschaft sei aufgrund der anlässlich der Hauptverhandlung vom 12. Mai 2015 

gewonnen neuen Erkenntnissen (vgl. Berufungsbegründung vom 13. Mai 2015) die Gelegenheit 

zu geben, im Rahmen des Berufungsverfahrens die Anklage mit einem Eventualsachverhalt zu 

erweitern resp. zu ergänzen. Hierzu sei eine angemessene Frist zu gewähren.  

 
 
 

 
 
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 3. Eventualiter sei das Verfahren an das Strafgericht zurückzuweisen, um der Staatsanwaltschaft 

die Gelegenheit zu geben, die Anklage zu erweitern resp. zu ergänzen. 

 

 4. Die Tonbandaufnahme des erstinstanzlichen Verfahrens sei zu den Akten zu nehmen.“ 

 

C. Mit Eingabe vom 4. August 2015 liess der Beschuldigte durch seinen Vertreter mitteilen, 

dass er auf eine Anschlussberufung verzichte und auch keinen Antrag auf Nichteintreten stelle. 

Ebenfalls mit Eingabe von 4. August 2015 reichte er auch gleich seine Stellungnahme zur Beru-

fung der Staatsanwaltschaft ein. Er beantragte darin, die Berufung sei abzuweisen und das Ur-

teil des Strafgerichts vom 12. Mai 2015 vollumfänglich zu bestätigen. Für das Berufungsverfah-

ren sei ihm die amtliche Verteidigung zu bewilligen, alles unter o/e Kostenfolge.  

 

D. Die Staatsanwaltschaft nahm mit Schreiben vom 21. August 2015 Stellung zur Beru-

fungsantwort des Beschuldigten vom 4. August 2015.  

 

Die Ausführungen im angefochtenen Urteil sowie in den erwähnten Eingaben werden - soweit 

erforderlich - in den nachfolgenden Erwägungen dargelegt. 

 

E. Mit Verfügung vom 5. August 2015 nahm der zuständige Präsident des Kantonsgerichts, 

Abteilung Strafrecht, zum Antrag der Staatsanwaltschaft betreffend Erweiterung resp. Ergän-

zung der Anklage (Rechtsbegehren Ziffer 2 und 3) Stellung und wies unter anderem daraufhin, 

dass es im Ermessen des Berufungsgerichts stehe, der Staatsanwaltschaft zu Beginn der Beru-

fungsverhandlung erforderlichenfalls die Gelegenheit zu geben, den angeklagten Sachverhalt 

zu modifizieren. Mit Verfügung vom 26. August 2015 wurde dem Beschuldigten für das Beru-

fungsverfahren die amtliche Verteidigung bewilligt und der Schriftenwechsel in der Folge ge-

schlossen. 

 

F. Zur zweitinstanzlichen Hauptverhandlung erscheinen die zuständige Staatsanwältin und 

der Beschuldigte mit seinem Verteidiger. Zu Beginn der Verhandlung teilt die Staatsanwältin 

mit, dass sie an ihrem Antrag, die Anklageschrift zu ergänzen resp. zu erweitern, festhalte. Der 

Präsident des Kantonsgerichts, Abteilung Strafrecht, weist diesen Antrag einstweilen ab. Zur 

Begründung führt er aus, dass zunächst zu prüfen sei, ob sich eine alleinige Täterschaft des 

Beschuldigten nachweisen lasse. Erst wenn feststehe, dass der ursprünglich angeklagte Sach-

verhalt (nämlich alleinige Täterschaft) nicht erfüllt sei, werde das Gericht über eine allfällige Er-

 
 
 

 
 
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weiterung (im Sinne einer Begehung der Einbrüche in Mittäterschaft) resp. über eine Ergänzung 

der Anklageschrift entscheiden. Im weiteren Verlauf der Hauptverhandlung wird der Beschuldig-

te zu seiner Person sowie zur angeklagten Sache befragt. Nach Abschluss des Beweisverfah-

rens beantragt die Staatsanwältin in ihrem Parteivortrag, den Beschuldigten wegen gewerbs-

mässigen Diebstahls, eventualiter wegen mehrfachen versuchten Diebstahls, mehrfacher Sach-

beschädigung sowie mehrfachen Hausfriedensbruchs zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten 

zu verurteilen, wobei dem Beschuldigten der bedingte Vollzug nicht zu gewähren sei. Der Ver-

teidiger ergänzt seine schriftlichen Rechtsbegehren mit dem Antrag, es sei dem Beschuldigten 

für die 47 Tage Überhaft eine Entschädigungsforderung von Fr. 4‘700.-- auszurichten.  

 

 

Erwägungen 

 

I. Formelles 

1. Die Berufung ist gemäss Art. 398 Abs. 1 StPO zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher 

Gerichte, mit denen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist. Es können 

Rechtsverletzungen, die unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts sowie 

Unangemessenheit gerügt werden, wobei das Berufungsgericht das Urteil in allen angefochte-

nen Punkten umfassend überprüfen kann (Art. 398 Abs. 2 und Abs. 3 StPO). Die Berufung ist 

zunächst dem erstinstanzlichen Gericht innert 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich 

oder mündlich anzumelden. Danach muss beim Berufungsgericht innert 20 Tagen seit der Zu-

stellung des begründeten Urteils eine schriftliche Berufungserklärung eingereicht werden 

(Art. 399 Abs. 1 und Abs. 3 StPO). Gemäss Art. 381 Abs. 1 StPO ist die Staatsanwaltschaft 

dazu legitimiert, ein Rechtsmittel zu ergreifen, und zwar zugunsten oder zuungunsten der be-

schuldigten Person. 

 

2. Vorliegend wird das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 12. Mai 2015 ange-

fochten. Dieses Urteil stellt ein taugliches Anfechtungsobjekt dar. Die Staatsanwaltschaft hat mit 

ihrer Eingabe vom 13. Mai 2015 fristgerecht Berufung angemeldet. Das begründete Strafge-

richtsurteil wurde ihr am 1. Juli 2015 zugestellt. Die Berufungserklärung vom 15. Juli 2015, die 

am gleichen Tag bei der Post zum Versand aufgegeben wurde, ist innerhalb der 20-tägigen 

Frist und damit ebenfalls rechtzeitig erfolgt. Die Zuständigkeit der Dreierkammer des Kantons-

gerichts, Abteilung Strafrecht, als Berufungsgericht zur Beurteilung der vorliegenden Berufung 

 
 
 

 
 
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ergibt sich aus Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO sowie aus § 15 Abs. 1 lit. a EG StPO. Auf die Berufung 

der Staatsanwaltschaft kann somit eingetreten werden. 

 

II. Gegenstand des Berufungsverfahrens 

1. Gemäss Art. 404 Abs. 1 StPO überprüft das Berufungsgericht das erstinstanzliche Urteil 

nur in den angefochtenen Punkten. Es ist daher vorab darzulegen, was im zweitinstanzlichen 

Verfahren noch zur Diskussion steht.  

 

2. Die Staatsanwaltschaft beanstandet einerseits den Freispruch vom Einbruchdiebstahl 

zum Nachteil von C.____ und D.____ vom 23. Oktober 2014 in X.____ (Ziffer 2.1 der Anklage-

schrift vom 26. Februar 2015) und andererseits den Freispruch vom Vorwurf des gewerbsmäs-

sigen Diebstahls (Ziffer 3 der Anklageschrift). Dementsprechend beantragt die Staatsanwalt-

schaft eine angemessene Erhöhung der Freiheitsstrafe auf 18 Monate.  

 

III. Tatsächliches und Rechtliches 

1.1 Gemäss Anklageschrift vom 26. Februar 2015 werden dem Beschuldigten drei Ein-

bruchsdiebstähle zur Last gelegt: Ein versuchter Einbruchdiebstahl begangen in der Zeit vom  

1. - 19. Oktober 2014 in Y.____, zum Nachteil von B.____ (Fall 1), ein Einbruchdiebstahl be-

gangen am 23. Oktober 2014, zwischen circa 12.35 Uhr und 21.05 Uhr in X.____, V.___-weg 

28, zum Nachteil von C.____ und D.____ (Fall 2.1 gemäss Anklageschrift resp. Fall 2 gemäss 

Strafgerichtsurteil) sowie ein versuchter Einbruchdiebstahl begangen am 23. Oktober 2014, 

zwischen circa 15.30 Uhr und 21.40 Uhr in X.____, V.___-weg 39, zum Nachteil von E.____ 

und F.____ (Fall 2.2 gemäss Anklageschrift resp. Fall 3 gemäss Strafgerichtsurteil). 

 

1.2 Der Beschuldigte gestand die Fälle 1 und 3 in der Voruntersuchung mehrfach zu  

(act. 81 ff., 107 f., 299 ff., 325 ff., 353 ff.) und bestätigte dabei auch, dass er diese beiden Ein-

brüche alleine verübt habe. Den Einbruch im Fall 2 bestritt er hingegen. Anlässlich der erstin-

stanzlichen Hauptverhandlung erklärte der Beschuldigte sodann mit Bezug auf die Einbrüche in 

den Fällen 2 und 3, dass er am 23. Oktober 2014 in Z.____ bei einem Kollegen gewesen sei, 

um Einiges im Zusammenhang mit seinen Asyldokumenten zu erledigen. Dort habe er dann 

einen anderen Kollegen getroffen, den er auf dessen Bitte hin in die Schweiz gefahren habe. Er 

sei also von Z.____ nach P.____ und von dort auf der Autobahn weiter Richtung Q.____ gefah-

ren. Irgendwann habe der Kollege dann gesagt, er solle die Autobahn verlassen, weil er Einbrü-

 
 
 

 
 
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che begehen wolle. So seien sie nach X.____ gefahren und dann zu Fuss weiter bis zur Lie-

genschaft am V.___-weg 39 gelaufen, wo der Kollege dann den Einbruch begangen habe. Er 

selber habe nur durch das Fenster einen Blick ins Hausinnere geworfen. Dabei müsse er wohl 

seine DNA-Spur hinterlassen haben. Er sei zurück zum Fahrzeug gegangen, weil er mit dem 

Einbruch nicht einverstanden gewesen sei. Ob sein Kollege auch für den zweiten Einbruch in 

X.____ verantwortlich sei, wisse er nicht (vgl. dazu act. 843 ff. und Strafgerichtsurteil S. 8 f.).  

 

1.3 Die Vorinstanz wies im angefochtenen Urteil zunächst darauf hin, dass die Aussagen 

des Beschuldigten widersprüchlich und Zugeständnisse erst nach Vorhaltung konkreter Bewei-

se erfolgt seien. So habe er die beiden Fälle 1 und 3 erst zugegeben, als ihm die an den betref-

fenden Tatorten aufgefundenen DNA-Beweise vorgelegt worden seien. Der Beschuldigte habe 

dann erklärt, dass er die beiden Einbrüche alleine während der Durchreise von Frankreich nach 

Italien bzw. von Italien nach Frankreich begangen habe. Die Auswertung der Daten seines Mo-

biltelefons habe demgegenüber ergeben, dass der Beschuldigte nur zwecks Begehung dieser 

Einbrüche über P.____ in die Schweiz gekommen und danach wieder in Richtung P.____ zu-

rückgefahren sei. Nach Vorlage der Daten betreffend die Rück-ID des Mobiltelefons habe der 

Beschuldigte dann geltend gemacht, dass er das Mobiltelefon erst am 17. November 2014, also 

erst nach den vorliegenden Taten, von einem Kollegen als Geburtstaggeschenk erhalten habe. 

Das taktische Aussageverhalten des Beschuldigten ziehe sich wie ein roter Faden durch das 

ganze Verfahren. Je mehr er mit den Beweisen und weiteren Feststellungen konfrontiert wor-

den sei, umso mehr habe er zugestanden, jedoch immer nur im Umfang der ihm bekannten 

Beweise. Er habe seine Aussagen ständig an die neuen Erkenntnisse und die aktualisierte Be-

weislage angepasst, wobei er immer wieder, zuletzt an der Hauptverhandlung, nachdrücklich 

beteuert habe, dass er nun die Wahrheit sage. Dies zeige, dass der Beschuldigte seine eigenen 

Aussagen aufgrund der Widersprüche, Erklärungsschwierigkeiten und der nachträglichen Kor-

rekturen offensichtlich selber als nicht mehr glaubhaft erachtet habe (Strafgerichtsurteil S. 10 f.). 

 

1.4 Zur neuen in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung geschilderten Version des Be-

schuldigten betreffend die Fälle 2 und 3 hielt die Vorinstanz sodann fest, dass es sich dabei 

unter Berücksichtigung der Gesamtumstände nur um eine Schutzbehauptung handeln könne. 

Diese Angaben des Beschuldigten seien unglaubhaft. Es gebe keinen objektivierbaren Hinweis 

dafür, dass er die Einbrüche mit einer anderen Person begangen habe. Aufgrund der an den 

Tatorten in den Fällen 1 und 3 gesicherten DNA-Spuren des Beschuldigten sowie der Rück-ID 

 
 
 

 
 
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des Mobiltelefons kam die Vorinstanz daher zum Schluss, dass der Beschuldigte ausschliess-

lich zwecks Begehung von Einbruchdiebstählen in die Schweiz gekommen sei und dass er die-

se beiden Einbrüche alleine begangen habe (Strafgerichtsurteil S. 11). 

 

1.5 Das Kantonsgericht, Abteilung Strafrecht, schliesst sich dieser erstinstanzlichen Beurtei-

lung, die im Berufungsverfahren, namentlich in der Stellungnahme der Verteidigung vom 4. Au-

gust 2015, auch gar nicht beanstandet wird, vollumfänglich an. Der Beschuldigte sagte selber in 

der Voruntersuchung mehrfach aus, dass er die beiden zugestandenen Einbrüche in den Fällen 

1 und 3 alleine verübt habe. Seine anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung erfolgten 

neuen Ausführungen zu den Einbrüchen in den Fällen 2 und 3 erweisen sich in Anbetracht sei-

nes gesamten bisherigen taktischen Aussageverhaltens und der Tatsache, dass im Fall 3 auch 

DNA-Spuren des Beschuldigten an der Aussentüre sichergestellt wurden, als nicht glaubhaft 

und schliesslich gibt es auch keine Indizien für die Beteiligung anderer Personen. Aus all diesen 

Gründen geht das Kantonsgericht ebenfalls von der alleinigen Täterschaft des Beschuldigten in 

diesen beiden Fällen aus. Eine Ergänzung bzw. Erweiterung der Anklage erweist sich daher 

nicht als erforderlich. Der Antrag der Staatsanwaltschaft betreffend Ergänzung bzw. Erweite-

rung der Anklage ist definitiv abzuweisen. 

 

2.1 Mit Bezug auf den Einbruchdiebstahl zum Nachteil von C.____ und D.____ vom 23. Ok-

tober 2014 in X.____ (Ziffer 2.1 der Anklageschrift resp. Fall 2 gemäss Strafgerichtsurteil) beur-

teilte die Vorinstanz die Beweislage resp. die belastenden Indizien als zu wenig stichhaltig, um 

auf die Täterschaft des Beschuldigten zu schliessen und sprach ihn „in dubio pro reo“ von die-

sem Vorhalt frei (Strafgerichtsurteil S. 12). 

 

2.2. Die Staatsanwaltschaft beantragt nun, dass der Beschuldigte mit Bezug auf diesen Fall 

2 (Fall 2.1 der Anklageschrift) schuldig erklärt wird. Sie stellt sich dabei im Wesentlichen auf 

den Standpunkt, dass die Beweiswürdigung der Vorinstanz nicht haltbar sei. Es liege eine ge-

schlossene Indizienkette vor, die zu einer Verurteilung führen müsse.  

 

Das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, hat demnach zu prüfen, ob diese 

Rüge berechtigt ist.  

 

 
 
 

 
 
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2.3 Gemäss Art. 10 Abs. 2 StPO würdigt das Gericht die Beweise frei nach seiner aus dem 

gesamten Verfahren gewonnenen Überzeugung. Dieser sogenannte Grundsatz der freien rich-

terlichen Beweiswürdigung besagt, dass ein Urteil nicht in Anwendung von festen Beweisregeln 

zu fällen ist, sondern das Gericht aufgrund seiner persönlichen Überzeugung darüber entschei-

den soll, ob es eine Tatsache als bewiesen erachtet oder nicht (WOLFGANG WOHLERS, Zürcher 

Kommentar StPO, 2014, Art. 10 N 25). Der Grundsatz der freien Beweiswürdigung darf jedoch 

nicht dazu missbraucht werden, dass sich ein Gericht zur Begründung seines Urteils schlicht 

und einfach auf seine innere Überzeugung beruft. Die persönliche Überzeugung des Gerichts 

resp. der einzelnen Richterinnen und Richter muss zum einen auf einer gewissenhaften Prü-

fung aufbauen und zum anderen zumindest objektivier- und nachvollziehbar sein. Daraus folgt, 

dass objektiv begründete Zweifel, d.h. solche, die sich nach der objektiven Sachlage einem 

vernünftigen Menschen aufdrängen, auch dann ausschlaggebend sind, wenn die zuständige 

Richterin oder der zuständige Richter zwar keine Zweifel hat, diese aber im konkreten Fall ha-

ben sollte (WOLFGANG WOHLERS, a.a.O., Art. 10 N 31 ff.).  

 

2.4 Der in Art. 10 Abs. 3 StPO geregelte und vom Strafgericht im vorliegenden Fall ange-

wandte Grundsatz "in dubio pro reo" besagt sodann Folgendes: Bestehen unüberwindliche 

Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzungen der angeklagten Tat, geht das Ge-

richt von der für die beschuldigte Person günstigeren Sachlage aus. Der Grundsatz "in dubio 

pro reo" ist zugleich Beweislast- und Beweiswürdigungsregel. Als Beweislastregel bedeutet er, 

dass es Sache der Anklagebehörde ist, den Nachweis für die Schuld zu erbringen und nicht die 

beschuldigte Person ihre Unschuld zu beweisen hat. Als Beweiswürdigungsregel besagt der 

Grundsatz "in dubio pro reo", dass ein Gericht nicht von einem für die beschuldigte Person un-

günstigen Sachverhalt ausgehen darf, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob 

sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Der Grundsatz wird verletzt, wenn das Gericht die be-

schuldigte Person trotz erheblicher Zweifel schuldig spricht oder wenn es zwar nicht zweifelt 

und schuldig spricht, obwohl es aufgrund der konkreten Umstände vernünftigerweise erhebliche 

und nicht zu unterdrückende Zweifel hätte haben müssen. Erheblich sind dabei Zweifel immer 

dann, wenn sie sich nach der objektiven Sachlage aufdrängen und jedem vernünftigen Men-

schen stellen. Rein abstrakte und theoretische Zweifel sind hingegen nicht massgebend, weil 

derartige Unsicherheiten immer möglich sind und eine absolute Gewissheit nicht verlangt wer-

den kann. Für eine Verurteilung muss es deshalb genügen, wenn das Beweisergebnis über 

jeden vernünftigen Zweifel erhaben ist (NIKLAUS OBERHOLZER, Grundzüge des Strafprozess-

 
 
 

 
 
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rechts, 3. Aufl., 2012, N 688 ff.; vgl. auch WOLFGANG WOHLERS, a.a.O., Art. 10 N 11 ff. sowie 

ROBERT HAUSER/ERHARD SCHWERI/KARL HARTMANN, Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. 

Aufl., 2005, § 54 N 13). 

 

2.5 Als Beweis für die Täterschaft kommt nicht nur der unmittelbare Nachweis von Tatsa-

chen durch direkte Beweismittel in Betracht. Auch indirekte, mittelbare Beweise, also blosse 

Anzeichen resp. Indizien, können für die Beweisführung relevant sein (WOLFGANG WOHLERS, 

Zürcher Kommentar StPO, 2014, Art. 139 N 2). Beim sogenannten Indizienbeweis wird aus be-

stimmten Tatsachen, die nicht unmittelbar rechtserheblich, aber bewiesen sind (Indizien), auf 

die zu beweisende, unmittelbar rechtserhebliche Tatsache geschlossen. Eine Mehrzahl von 

Indizien, die für sich alleine nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf die Täterschaft oder 

die Tat hinweisen und einzeln betrachtet die Möglichkeit des Andersseins offen lassen, können 

einen Anfangsverdacht verstärken und in ihrer Gesamtheit ein Bild erzeugen, das bei objektiver 

Betrachtung keine Zweifel bestehen lässt, dass sich der Sachverhalt so verwirklicht hat (vgl. 

BGer 6B_328/2011 vom 16. September 2011 E. 2.3). Schliesslich ist hier auch darauf hinzu-

weisen, dass innere Tatsachen, wie namentlich die Motivation für ein Delikt, oft nicht direkt, 

sondern nur anhand der äusseren Umstände nachgewiesen werden können. Es ist daher zu-

lässig, von äusseren Umständen auf innere Tatsachen zu schliessen (vgl. BGE 125 IV 242 E. 

3c). 

 

2.6 Der Beschuldigte gab - wie zuvor bereits dargelegt - seine alleinige Täterschaft hinsicht-

lich der Fälle 1 und 3 in der Voruntersuchung zu, nachdem er mit dem an den Einbruchsorten 

aufgefundenen Spurenmaterial konfrontiert worden war. Der Beschuldigte gab dabei immer nur 

genau so viel zu, wie ihm unwiderlegbar nachgewiesen werden konnte. Sein Versuch, an der 

erstinstanzlichen Hauptverhandlung einen Kollegen für den Einbruch in Fall 3 verantwortlich zu 

machen, blieb erfolglos. Es steht somit fest, dass der Beschuldigte die Einbrüche in den Fällen 

1 und 3 begangen hat und dass er demzufolge bereits bei verschiedenen Gelegenheiten in 

fremde Liegenschaften eingebrochen ist. 

 

2.7 In den Fällen 1 und 3 handelte es sich beim Einbruchsobjekt um ein Einfamilienhaus. 

Der Beschuldigte verwendete beide Male ein Flachwerkzeug - laut Anklageschrift evtl. einen 

Schraubenzieher oder einen Spachtel (vgl. Strafgerichtsurteil S. 2). Gemäss seinen eigenen 

Angaben handelte es sich im Fall 1 um einen 20 cm langen Schraubenzieher, den er in seinem 

 
 
 

 
 
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Auto mitgeführt hatte (act. 85). Damit versuchte der Beschuldigte im Fall 1 zunächst die Veran-

datüre aufzuhebeln. Als ihm dies misslang, stach er mit dem Flachwerkzeug in den Dichtungs-

falz des Küchenfensters, brach so die Scheibe auf und gelangte auf diese Weise ins Hausinne-

re (act. 373). Im ersten Obergeschoss der Liegenschaft wurde später auf dem Bett des Eltern-

schlafzimmers ein Metallspachtel sichergestellt mit einer DNA-Spur, die dem Beschuldigten 

zugeordnet werden konnte (act. 387, 395). Im Fall 3 hebelte er die Küchen-Aussentüre auf und 

verschaffte sich so Zugang zum Einfamilienhaus (act. 471). Beim Einstiegsort wurde ebenfalls 

eine DNA-Spur gefunden, die dem Beschuldigten zugeordnet werden konnte (act. 491 ff.). Der 

Beschuldigte durchsuchte daraufhin die Räumlichkeiten beider Häuser nach Wertgegenständen 

und Geld. Im Fall 1 fand er einen Wandtresor, den er mit dem mitgeführten Flachwerkzeug auf-

brach. Da dieser leer war und der Beschuldigte auch sonst keine Wertsachen fand, verliess er 

die Liegenschaft ohne Deliktsgut durch die Kellertüre (act. 373). Im Fall 3 suchte der Beschul-

digte vergeblich nach einem Wandtresor, indem er mehrere Bilder abhängte und verliess 

schliesslich auch in diesem Fall das Haus ohne Deliktsgut (act. 471).  

 

2.8 Der Einbruchsdiebstahl im bestrittenen Fall 2 betraf ebenfalls ein Einfamilienhaus. Der 

Täter wuchtete in diesem Fall mit einem Flachwerkzeug die Terrassentüre auf, verschaffte sich 

so Zugang zur Liegenschaft und durchsuchte diese nach Wertgegenständen. Bei diesem Ein-

bruch fand der Täter Schmuck und Münzen im Gesamtwert von ca. Fr. 1‘300.-- (act. 425 ff.). Es 

steht damit fest, dass nicht nur das Einbruchsobjekt mit demjenigen in den Fällen 1 und 3 iden-

tisch ist. Auch der Modus operandi im Fall 2 stimmt mit dem Vorgehen in den beiden zugestan-

denen Fällen überein.  

 

2.9 Besonders zu beachten ist im vorliegenden Fall sodann, dass die Einbrüche in den Fäl-

len 2 und 3 am gleichen Tag, nämlich am 23. Oktober 2014, verübt wurden und dass sich die 

betroffenen Liegenschaften in der gleichen Strasse befanden. Die Auswertung der Daten auf 

dem Mobiltelefon, das beim Beschuldigten sichergestellt und einer Rückidentifikation unterzo-

gen wurde, ergab Folgendes: Das Mobiltelefon wurde im Tatzeitraum des ersten Einbruchs in 

Y.____ , zwischen dem 10. und 19. Oktober 2014 nur in der Schweiz, und zwar u.a. an den 

Antennenstandorten P.____, U.____, Y.____ und P.____ bzw. P.____, Y.____, Q.____ und 

P.____ verwendet. Am 23. Oktober 2014, d.h. am Tag der beiden Einbrüche in X.____, konnte 

das besagte Mobiltelefon um 18.38 Uhr an den Antennenstandorten R.____, S.____ und 

T.____, um 21.25 Uhr am Antennenstandort in X.____ und schliesslich zwischen 21.25 Uhr und 

 
 
 

 
 
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21.53 Uhr an den Antennenstandorten M.____, N.____, T.____, O.____ und P.____ lokalisiert 

werden. Wie bereits die Vorinstanz festgehalten hat, ist aufgrund dieser Ergebnisse erwiesen, 

dass der Beschuldigte an den Tatzeiten der in Frage stehenden Einbrüche nicht - wie er wie-

derholt behauptete - auf der Durchreise von Frankreich nach Italien oder umgekehrt von Italien 

nach Frankreich war, sondern sich in der Region von P.____ resp. an den jeweiligen Tatorten 

aufhielt (act. 261 f., 285 ff.). Der Beschuldigte fuhr also am 23. Oktober 2014 kurz nach 18:30 

Uhr von R.____ über T.____ nach X.____, wo sein Mobiltelefon um ca. 21:25 Uhr geortet wer-

den konnte, und von dort wieder zurück über N.____, T.____ und O.____ nach P.____. Ge-

mäss Routenplaner kann diese Strecke in ca. 2 Stunden mit dem Auto zurückgelegt werden. 

Der Beschuldigte benötigte jedoch etwa 3 ½ Stunden dafür. Da nicht davon auszugehen ist, 

dass er für den einzelnen, in der Voruntersuchung schliesslich zugestandenen Einbruch im Fall 

3 mehr als eine Stunde gebraucht hat, stellt sich die Frage, was er in den verbleibenden 1 ½ 

Stunden in X.____ gemacht hat. Die grösstenteils widersprüchlichen und unglaubwürdigen An-

gaben des Beschuldigten geben jedenfalls keine plausible Antwort auf diese Frage. Das am 

V.___-weg 39 in X.____ gelegene Einfamilienhaus im Fall 3, in das der Beschuldigte nachweis-

lich und zugestandenermassen eingebrochen ist, befindet sich, wie die Liegenschaft am V.___-

weg 28, am äussersten Rand eines grosszügigen Einfamilienhausquartiers, das auf der südöst-

lichen Seite durch eine grosse Wiese und einem dahinterliegendem Wald begrenzt wird. Ge-

mäss Routenplaner liegen die beiden Häuser 170 m resp. in Gehdistanz von 2 Minuten vonei-

nander entfernt. Diese örtliche Nähe ist zusammen mit dem Umstand, dass die beiden Einbrü-

che auch sehr zeitnah erfolgt sein müssen und dass es keine plausible Erklärung für die zuvor 

erwähnte verbleibende Reisezeit gibt, ein sehr starkes Indiz dafür, dass der Beschuldigte auch 

den Einbruch im Fall 2 begangen hat. Zu erwähnen ist weiter, dass an beiden Tatorten, also im 

Fall 2 und im Fall 3, Schuhsohlenspuren sichergestellt wurden (act. 447 und 483). Beim Ver-

gleich dieser Spuren mit den Schuhen, die der Beschuldigte bei seiner Festnahme getragen 

hatte, wurde zwar keine Übereinstimmung festgestellt (act. 271 ff.). Die Tatsache, dass bei den 

beiden in der gleichen Strasse gelegenen Einbruchsobjekten gleiche Schuhsohlenspuren ge-

funden wurden, erscheint trotzdem auffällig und ist ein weiteres Indiz dafür, dass ein und die-

selbe Täterschaft die Einbrüche in die beiden besagten Liegenschaften begangen hat. Schliess-

lich ist darauf hinzuweisen, dass der Beschuldigte in der Hauptverhandlung vor Strafgericht 

aussagte, sein Kollege, der angeblich für den Einbruch in X.____ verantwortlich sei (vgl. dazu 

Ziff. 1.2 zuvor), habe dort „Bijouteriesachen“ gestohlen (act. 849). Das Diebesgut stimmt also 

mit demjenigen im Fall 2 überein, was im Gesamtkontext durchaus als zusätzliches Indiz be-

 
 
 

 
 
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trachtet werden kann. Aufgrund der verschiedenen erwähnten Hinweise, vor allem der zeitli-

chen und örtlichen Nähe der Einbrüche in den Fällen 2 und 3, lässt sich die Täterschaft des 

Beschuldigten nicht mehr ernsthaft in Zweifel ziehen. Nach Ansicht des Kantonsgerichts, Abtei-

lung Strafrecht, ist angesichts der dargelegten Indizien deshalb davon auszugehen, dass der 

Beschuldigte auch den Einbruch im Fall 2 begangen hat. Die Berufung der Staatsanwaltschaft 

ist in diesem Punkt gutzuheissen. 

 

3.1 Die Staatsanwaltschaft beanstandet schliesslich mit ihrer Berufung, dass der Beschul-

digte erstinstanzlich vom Vorwurf des gewerbsmässigen Diebstahls freigesprochen wurde. Die 

Vorinstanz verneinte in ihrem Urteil die Gewerbsmässigkeit aufgrund der geringen Anzahl von 

nur zwei Diebstahlsfällen (Strafgerichtsurteil S. 13). 

 

3.2 Gewerbsmässiger Diebstahl gemäss Art. 139 Ziff. 2 StGB liegt vor, wenn der Täter in 

der Absicht ein Erwerbseinkommen zu erlangen, mehrfach Diebstähle begeht und wenn auf-

grund seiner Taten der Schluss gezogen werden muss, er sei zu einer Vielzahl von unter den 

fraglichen Tatbestand fallenden Handlungen bereit gewesen. Nach der Umschreibung des 

Bundesgerichts ist die Gewerbsmässigkeit dann zu bejahen, wenn der Täter die deliktische Tä-

tigkeit nach Art eines Berufes ausübt. Dies ergibt sich aus der Zeit und den Mitteln, die er für die 

deliktische Tätigkeit aufwendet, aus der Häufigkeit der Einzelakte innerhalb eines bestimmten 

Zeitraumes sowie aus den angestrebten und erzielten Einkünften (vgl. Grundsatzentscheid 

BGE 116 IV 319; vgl. auch BGE 119 IV 129 E. 3a und 123 IV 113 E. 2c). Wesentlich ist, dass 

der Täter sich darauf eingerichtet hat, durch sein deliktisches Handeln relativ regelmässige Ein-

nahmen zu erzielen, die einen namhaften Betrag an die Kosten seiner Lebensgestaltung dar-

stellen. Ob dies der Fall ist, muss aufgrund der gesamten Umstände entschieden werden. Dafür 

kommen Kriterien wie etwa Häufigkeit der während eines bestimmten Zeitraumes verübten Ta-

ten, Planmässigkeit, Aufbau einer Organisation und Vornahme von Investitionen in Frage (vgl. 

BGE 123 IV 113 E. 2c). Die Absicht des Täters ein Erwerbseinkommen zu erzielen genügt; 

nicht erforderlich ist, dass es tatsächlich gelingt, einen namhaften Gewinn zu erzielen. Die delik-

tische Tätigkeit muss jedoch nicht die einzige oder hauptsächliche Einnahmequelle des Täters 

bilden. Eine quasi "nebenberufliche" deliktische Tätigkeit kann genügen (MARCEL ALEXANDER 

NIGGLI/CHRISTOF RIEDO, Basler Kommentar zum StGB II, 2013, Art. 139 N 98 f. mit weiteren 

Hinweisen). Schliesslich muss der Täter zur Verübung einer Vielzahl von Delikten der fraglichen 

Art bereit sein. Dies ist unproblematisch, wenn der Täter in der Vergangenheit derart oft delin-

 
 
 

 
 
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quiert hat, dass er diese Bereitschaft bereits offenbart hat (MARCEL ALEXANDER NIGGLI/ 

CHRISTOF RIEDO, a.a.O., Art. 139 N 107 f.). Ist der Wille, deliktische Tätigkeiten zur Verdienst-

quelle zu machen, aus den Umständen erkennbar, so kann auch eine verhältnismässig kleine 

Zahl von Delikten für die Bejahung der Gewerbsmässigkeit genügen, wenn diese in zeitlicher 

Hinsicht miteinander zusammenhängen (STEFAN TRECHSEL/DEAN CRAMERI, Praxiskommentar 

StGB, 2. Aufl. 2013, Art. 146 N 34). Begeht der Täter vollendete und versuchte gleichartige De-

likte und handelt er dabei gewerbsmässig, geht der Versuch im vollendeten gewerbsmässigen 

Delikt auf (BGE 123 IV 113 E. 2d). 

 

3.3 Im vorliegenden Fall hat der Beschuldigte drei Einbrüche begangen. Bei dieser Anzahl 

handelt es sich noch nicht um eine Vielzahl von Delikten, die - wie zuvor dargelegt - für eine 

Bejahung der Gewerbsmässigkeit verlangt wird. Es ist sodann nicht nachgewiesen, dass der 

Beschuldigte mehr als zweimal in die Schweiz eingereist ist, um dort zu delinquieren. Er ist am 

18. November 2014 für einen Tag in Polizeigewahrsam genommen und in der Folge am 6. De-

zember 2014 verhaftet worden. Es gibt keine Hinwiese darauf, dass der Beschuldigte in der 

Zwischenzeit, also nach den drei Einbrüchen im Oktober 2014 bis zu seiner Verhaftung, weitere 

Einbrüche begangen hat. Aus diesem Grund kann nicht davon ausgegangen werden, dass der 

Beschuldigte zur Verübung einer Vielzahl von Einbrüchen bereit gewesen ist. Es trifft - wie die 

Staatsanwaltschaft ausführt - zwar zu, dass der Beschuldigte nicht über hinreichende finanzielle 

Mittel verfügte, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Gemäss seinen eigenen Angaben 

besass er nämlich kein Vermögen und unterstützte mit seinem bescheidenen Einkommen aus 

Sozialhilfe und illegaler Arbeit von ca. € 1‘200.-- pro Monat seine Familie in Albanien (act. 25 ff, 

33 ff., 39, 837 ff.). Zu beachten ist indessen, dass der Deliktsbetrag aus dem Einbruch im Fall 2 

lediglich ca. Fr. 1‘300.-- (act. 517 ff.) betrug. Bei diesem einmaligen Deliktserlös kann nicht da-

von die Rede sein, dass der Beschuldigte sich darauf eingerichtet hat, durch sein deliktisches 

Handeln relativ regelmässige Einnahmen zu erzielen, die einen namhaften Betrag an die Kos-

ten seiner Lebensgestaltung darstellen. Die Voraussetzungen für die Bejahung der Gewerbs-

mässigkeit sind daher nach Ansicht des Kantonsgerichts, Abteilung Strafrecht, im vorliegenden 

Fall nicht erfüllt. Die Berufung der Staatsanwaltschaft ist somit in diesem Punkt abzuweisen.  

 

IV. Strafzumessung 

1.1 Gemäss Art. 47 StGB misst das Gericht die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu. 

Es berücksichtigt dabei das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der 

 
 
 

 
 
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Strafe auf das Leben des Täters (Abs. 1). Das Verschulden wird nach der Schwere der Verlet-

zung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den 

Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter nach den in-

neren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu vermei-

den (Abs. 2).  

 

1.2 Im vorliegenden Fall hat der Beschuldigte drei Einbruchsdiebstähle begangen und sich 

damit des mehrfachen, teilweise versuchten Diebstahls, der mehrfachen Sachbeschädigung 

sowie des mehrfachen Hausfriedensbruchs schuldig gemacht. Der Strafrahmen für das 

schwerste Delikt, also für Diebstahl, umfasst gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB Freiheitsstrafe bis 5 

Jahre oder Geldstrafe. Die konkret auszusprechende Strafe ist wegen Deliktsmehrheit gemäss 

Art. 49 Abs. 1 StGB zu schärfen. Dabei ist indessen zu berücksichtigen, dass die Strafe bei 

Fehlen aussergewöhnlicher Umstände grundsätzlich innerhalb des zuvor genannten ordentli-

chen Strafrahmens auszufällen ist (BGE 136 IV 55 E. 5.8). 

 

2.1 Die Vorinstanz hat das Vorleben des Beschuldigten sowie seine persönlichen Verhält-

nisse ausführlich dargelegt. Es kann an dieser Stelle vollumfänglich darauf verwiesen werden 

(vgl. dazu Strafgerichtsurteil S. 13 f.). Die Vorinstanz ist in ihrem Urteil sodann davon ausge-

gangen, dass das Verschulden des Beschuldigten nicht zu bagatellisieren sei. Angesichts der 

geringen Anzahl der Einbrüche und der Merkmale der Tatausführung gebe es zwar nur wenig 

Hinweise auf eine professionelle Vorgehensweise. Es stehe jedoch fest, dass der Beschuldigte 

zweimal in einem kurzen Zeitabstand mit einem Fahrzeug gezielt von Frankreich in die Schweiz 

eingereist sei, um hier Einbruchdiebstähle zu begehen. Dies zeige die Erheblichkeit seiner kri-

minellen Energie. Der Umstand, dass es sich bei den Einbruchsobjekten um Wohnhäuser han-

delte, erscheine besonders verwerflich, da der Beschuldigte bei der Begehung der Einbrüche in 

die Privatsphäre der Bewohner dieser Häuser eingedrungen sei und dadurch nicht nur das all-

gemeine Sicherheitsgefühl dieser Personen auf gravierende Art und Weise verletzt, sondern 

auch im Falle einer allfälligen Begegnung mit diesen deren mögliche Traumatisierung bzw. see-

lische Belastung in Kauf genommen habe. Dass es nicht zu einer Begegnung mit einem Haus-

bewohner gekommen sei, könne nicht als Verdienst des Beschuldigten gewertet werden, son-

dern sei nur reiner Zufall. Als Tatmotiv habe der Beschuldigte einerseits finanzielle Interessen 

angegeben. Andererseits habe er behauptet, die Taten aus Dummheit begangen zu haben. 

Davon könne indessen in Anbetracht, dass er die Fahrten in die Schweiz gezielt zur Begehung 

 
 
 

 
 
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von Einbrüchen unternommen habe, keine Rede sein. Es sei offensichtlich, dass er als soge-

nannter Kriminaltourist in die Schweiz gekommen sei, weshalb auch einzig die finanziellen Inte-

ressen des Beschuldigten als Tatmotiv in Betracht kämen. Zu erwähnen sei ausserdem, dass 

der Beschuldigte vorliegend nicht aus Not gehandelt habe. Gemäss seinen Angaben habe er 

monatlich ein Einkommen zwischen € 700.-- und € 1‘200.-- erzielt und sich immer wieder ein 

Fahrzeug (Seat und Renault, u.a. act. 343) geleistet. Selbst bei seinen Anhaltungen habe er 

nicht unbeachtliche Geldbeträge auf sich gehabt (Anhaltung am 18.11.2014: u.a. € 195.--; An-

haltung am 06.12.2014: € 620.-- und Fr. 400.50; act. 59, 73). Der bei den Einbrüchen entstan-

dene Schaden betrage insgesamt ca. Fr. 6‘000.-- und sei in dieser Höhe als erheblich zu be-

trachten. Der Beschuldigte zeige mit seinen Angaben an der Hauptverhandlung eine Bagatelli-

sierungstendenz, indem er die Hauptverantwortung für seine Taten, auch wenn nur teilweise, 

auf eine andere Person abzuwälzen versuche. Unter Berücksichtigung seines Aussageverhal-

tens in der Voruntersuchung manifestiere dieser Umstand, dass der Beschuldigte in höchstem 

Masse uneinsichtig und unbelehrbar sei. Was seine Geständigkeit anbelange, stehe fest, dass 

er nur dort ein Geständnis abgelegt habe, wo gegen ihn ohnehin klare Beweise vorlagen. Daher 

könne sein Geständnis bei der Strafzumessung nicht zu seinen Gunsten berücksichtigt werden. 

Der Beschuldigte sei nicht vorbestraft und gelte somit als sogenannter Ersttäter, wobei dies 

gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung grundsätzlich neutral zu bewerten sei (BGE 136 

IV 1). Schliesslich sei im Zusammenhang mit den im Versuchsstadium gebliebenen Diebstählen 

festzuhalten, dass der Beschuldigte gemäss den polizeilichen Feststellungen in den eingebro-

chenen Häusern alles unternommen und die Räumlichkeiten nach Deliktsgut durchsucht habe. 

Da er dabei aber offenbar nur an Geld und Wertsachen interessiert gewesen sei, habe er die 

Häuser ohne Beute verlassen. Aufgrund dieser Feststellung werde die Strafe gemäss Art. 22 

Abs. 1 StGB nur in minimalem Umfang gemildert. In Anbetracht all dieser Gründe ging die Vo-

rinstanz schliesslich davon aus, dass eine Freiheitsstrafe von 8 Monaten dem Verschulden und 

den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten entspreche (Strafgerichtsurteil S. 14 ff.).  

 

2.2 Das Kantonsgericht, Abteilung Strafrecht, kann sich der vom Strafgericht gewählten 

Sanktionsart anschliessen. Für Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch wäre zwar auch die 

Verhängung einer Geldstrafe aufgrund der jeweiligen abstrakten Strafandrohung möglich, an-

gesichts der an den Tag gelegten kriminellen Energie des Beschuldigten und des engen zeitli-

chen und inhaltlichen Zusammenhangs der einzelnen Taten untereinander sowie der Berück-

sichtigung des Umstandes, wonach bei der Wahl der Sanktion auf die Zweckmässigkeit, die 

 
 
 

 
 
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Auswirkung auf den Beschuldigten sowie die präventive Effizienz zu achten ist, kommt im zu 

beurteilenden Fall nur die Ausfällung einer Freiheitsstrafe in Frage. Die erstinstanzlich ausge-

sprochene Freiheitsstrafe von 8 Monaten ist indessen aufgrund des dritten, vollendeten Ein-

bruchs im Fall 2 zu schärfen. Zu berücksichtigen ist dabei auch der nunmehr höhere Sachscha-

den von Fr. 9‘300.-- und ein Deliktsbetrag von ca. Fr. 1‘300.--. Die Vorinstanz hat sodann zwar 

alle relevanten Strafzumesssungsfaktoren erwähnt, nach Ansicht des Kantonsgerichts müssen 

diese jedoch zum Teil stärker zu Lasten des Beschuldigten gewichtet werden. So hat sich die 

Tatsache, dass der Beschuldigte in drei Fällen gegen Abend in private mehrstöckige Liegen-

schaften eingestiegen ist und damit die Konfrontation mit den Bewohnern in Kauf genommen 

hat, vermehrt zu seinen Lasten auszuwirken. Dasselbe gilt für den Umstand, dass er nur zur 

Begehung von Einbrüchen in die Schweiz eingereist ist und mithin als typischer Kriminaltourist 

anzusehen ist. Besonders zu berücksichtigen ist schliesslich, dass sich der Beschuldigte nicht 

in einer finanziellen Notlage befunden hat. Im Übrigen kann auf die zutreffenden Ausführungen 

der Vorinstanz, insbesondere zum taktischen Aussageverhalten des Beschuldigten und zu sei-

ner Bagatellisierungstendenz hingewiesen werden. Aufgrund der erwähnten tat- und täterspezi-

fischen Komponenten geht das Kantonsgericht von einem mittelschweren Verschulden im unte-

ren Bereich aus und erachtet daher eine Freiheitsstrafe von 15 Monaten als schuld- und tatan-

gemessen. In Anbetracht, dass der nicht vorbestrafte Beschuldigte als Ersttäter anzusehen ist 

und im heutigen Zeitpunkt keine konkreten Hinweise für eine schlechte Prognose vorliegen, ist 

diese Strafe bedingt auszusprechen, bei einer Probezeit von 2 Jahren. 

 

V. Kosten 

1. Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfah-

rens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Im vorliegenden Fall ist die Staatsan-

waltschaft mit ihrer Berufung teilweise durchgedrungen. Die Kosten des Berufungsverfahrens, 

bestehend aus einer Gerichtsgebühr für die Hauptverhandlung von Fr. 9‘000.--, der Gerichtsge-

bühren für die Haftverfahren von Fr. 1‘000.-- (Entscheid vom 17. Juli 2015 und vom 19. August 

2015) und Auslagen von Fr. 300.--, total Fr. 10‘300.--, sind daher je zur Hälfte zu Lasten des 

Beschuldigten und zu Lasten des Staates aufzuerlegen. 

 

2. Mit Verfügung vom 26. August 2015 ist dem Beschuldigten für das Berufungsverfahren 

die amtliche Verteidigung bewilligt worden. Sein Verteidiger macht für seine Bemühungen im 

zweitinstanzlichen Verfahren inklusive Hauptverhandlung einen Aufwand von 24 Stunden gel-

 
 
 

 
 
Seite 17   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

tend. Bei der Durchsicht der Zusammenstellung der einzelnen Bemühungen fällt auf, dass der 

Verteidiger für die Hauptverhandlung inklusive Nachbereitung insgesamt 5 Stunden in Rech-

nung stellt. Die Hauptverhandlung dauerte derweilen nur 2.5 Stunden plus 1 Stunde für den 

Weg, total also 3.5 Stunden. Auf der Rechnung des Verteidigers sind sodann zwei Besuche 

beim Beschuldigten aufgeführt von insgesamt fast 3.5 Stunden sowie je 1 Stunde für die Vorbe-

reitung dieser Besprechungen. Es ist nicht ersichtlich, weshalb zwei Besprechungen mit dem 

Beschuldigten stattfinden mussten. In Anbetracht, dass der Verteidiger den Beschuldigten be-

reits im erstinstanzlichen Verfahren vertreten und dafür ein Honorar von Fr. 7‘194.55 aus der 

Gerichtskasse erhalten hat, erscheint der nunmehr geltend gemachte Aufwand, insbesondere 

die zweimaligen Besuche beim Klienten, als zu gross. Der geltend gemachte Bemühungsauf-

wand ist daher insgesamt um 4 Stunden auf 20 Stunden zu reduzieren. Demzufolge ist dem 

Vertreter des Beschuldigten für das zweitinstanzliche Verfahren ein reduziertes Honorar von Fr. 

4‘000.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 355.85 und Mehrwertsteuer von Fr. 348.45, total Fr. 

4‘704.30, aus der Gerichtskasse zu bezahlen. 

 

 

Demnach wird erkannt: 

 
://: I. Das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 12. Mai 2015, 

das auszugsweise wie folgt lautet:  

 

„1. A.____ wird des mehrfachen versuchten Diebstahls, der 

mehrfachen Sachbeschädigung sowie des mehrfachen 

Hausfriedensbruchs schuldig erklärt und zu einer bedingt 

vollziehbaren Freiheitsstrafe von 8 Monaten, bei einer Pro-

bezeit von 2 Jahren, verurteilt, unter Anrechnung der am 18. 

November 2014 sowie vom 6. Dezember 2014 bis 19. März 

2015 in Polizeigewahrsam bzw. in Untersuchungs- und Si-

cherheitshaft verbrachten Zeit von insgesamt 105 Tagen, 

 

 in Anwendung von Art. 139 Ziff. 1 StGB (i.V.m. Art. 22. Abs. 

1 StGB), Art. 144 Abs. 1 StGB, Art. 186 StGB, Art. 42 Abs. 1 

StGB, Art. 44 Abs. 1 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB und Art. 51 

StGB. 

 
 
 

 
 
Seite 18   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 

 2. A.____ wird in Ziff. 2.1 der Anklageschrift vom Vorwurf des 

Diebstahls, der Sachbeschädigung sowie des Hausfriedens-

bruchs und in Ziff. 3 der Anklageschrift des gewerbsmässi-

gen Diebstahls freigesprochen. 

 

 3. Das beschlagnahmte Mobiltelefon wird dem Beschuldigten 

zurückgegeben, sofern er es innert 30 Tagen ab Rechtskraft 

des vorliegenden Urteils abholt bzw. abholen lässt. Im Unter-

lassungsfalle wird es vernichtet bzw. verwertet. 

 

 4.a. A.____ wird bei seiner Anerkennung behaftet, B.____ Fr. 

500.-- zu schulden. Das Guthaben des Beschuldigten auf 

dem Gefängniskonto in Höhe von Fr. 210.80 wird mit seinem 

Einverständnis nach Rechtskraft des vorliegenden Urteils 

zwecks teilweiser Tilgung der Forderung an B.____ überwie-

sen. 

 

 4.b. Die von C.____ adhäsionsweise geltend gemachte Forde-

rung von Fr. 200.-- wird auf den Zivilweg verwiesen. 

 

 5. Die Kosten der amtlichen Verteidigung in Höhe von insge-

samt Fr. 7‘194.55 (inkl. Auslagen und MwSt.) werden aus der 

Gerichtskasse entrichtet. 

 

 Der Beurteilte ist, sobald es seine wirtschaftlichen Verhält-

nisse erlauben, verpflichtet, dem Staat 5/6 der Kosten der 

amtlichen Verteidigung zurückzuzahlen und der amtlichen 

Verteidigung die Differenz zwischen der 5/6 der amtlichen 

Entschädigung und dem vollen Honorar zu erstatten (Art. 135 

Abs. 4 lit. a und lit. b StPO). 

 

 6. Die Verfahrenskosten betragen insgesamt Fr. 10‘073.--, 

bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens in Höhe von 

Fr. 5‘973.--, den Kosten des Zwangsmassnahmengerichts in 

Höhe von Fr. 1‘100.-- sowie der Gerichtsgebühr von 

 
 
 

 
 
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Fr. 3‘000.--. 

 

 Der Beschuldigte trägt 5/6 der Verfahrenskosten. 1/6 der 

Verfahrenskosten geht zu Lasten des Staates.“ 

 

wird in teilweiser Gutheissung der Berufung der Staatsanwalt-

schaft in den Ziffern 1 und 2 aufgehoben und Ziffer 1 wie folgt neu 

gefasst:  

 

„1. A.____ wird des mehrfachen, teilweise versuchten Dieb-

stahls, der mehrfachen Sachbeschädigung sowie des mehr-

fachen Hausfriedensbruchs schuldig erklärt und zu einer be-

dingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 15 Monaten, bei ei-

ner Probezeit von 2 Jahren, verurteilt, unter Anrechnung der 

am 18. November 2014 sowie vom 6. Dezember 2014 bis 19. 

März 2015 in Polizeigewahrsam bzw. in Untersuchungs- und 

Sicherheitshaft verbrachten Zeit von insgesamt 105 Tagen, 

 in Anwendung von Art. 139 Ziff. 1 StGB (teilweise i.V.m. Art. 

22. Abs. 1 StGB), Art. 144 Abs. 1 StGB, Art. 186 StGB, Art. 

42 Abs. 1 StGB, Art. 44 Abs. 1 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB 

und Art. 51 StGB.“ 

 

Im Übrigen wird das Urteil des Strafgerichts bestätigt.  

 

 II. Die Kosten des Berufungsverfahrens, bestehend aus einer Ge-

richtsgebühr für die Hauptverhandlung von Fr. 9‘000.--, der Ge-

richtsgebühren für die Haftverfahren von Fr. 1‘000.-- (Entscheid vom 

17. Juli 2015 und vom 19. August 2015) und Auslagen von Fr. 300.--, 

total Fr. 10‘300.--, gehen je zur Hälfte zu Lasten des Beschuldigten 

und zu Lasten des Staates.  

 

Zufolge Bewilligung der amtlichen Verteidigung wird dem Vertreter 

des Beschuldigten für seine Bemühungen im Berufungsverfahren 

ein reduziertes Honorar von Fr. 4‘000.-- zuzüglich Auslagen von  

 
 
 

 
 
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Fr. 355.85 und Mehrwertsteuer von Fr. 348.45, total Fr. 4‘704.30, 

aus der Gerichtskasse bezahlt.  

 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Kanton das zuvor erwähnte 

Honorar zurückzuzahlen und der Verteidigung die Differenz zwi-

schen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar zu 

erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben 

(Art. 135 Abs. 4 lit. a und b StPO).  

 

 III. Mitteilung des begründeten Urteils an: 

- die Parteien 

- B.____,  

- C.____ und D.____,  

- E.____ und F.____, 

- das Strafgericht Basel-Landschaft, Grenzacherstrasse 8,  

4132 Muttenz 

- die Sicherheitsdirektion Basel-Landschaft, Abteilung Strafvoll-

zug, Allee 9, 4410 Liestal  

- das Amt für Migration Basel-Landschaft, Parkstrasse 3, 4402 

Frenkendorf 

 

Mitteilung des Urteilsdispositivs nach  Rechtskraft an: 

- die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Koordinationsstelle 

Strafregister, Grenzacherstrasse 8, 4132 Muttenz 

- Gerichtsverwaltung Basel-Landschaft, Kosteneinzug, Bahn-

hofplatz 16, 4410 Liestal.  

 

Präsident 
 
 
Enrico Rosa 

Gerichtsschreiberin 
 
 
Nicole Schneider