# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8e60b936-ac4a-5e09-b809-b726ca0256cc
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-09
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Strafkammer 09.03.2022 502 2021 216
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_005_502-2021-216_2022-03-09.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 630, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00
tribunalcantonal@fr.ch
www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

502 2021 216

Urteil vom 9. März 2022

Strafkammer

Besetzung Präsident: Laurent Schneuwly
Richter: Jérôme Delabays, Sandra Wohlhauser
Gerichtsschreiberin-
Berichterstatterin: Cornelia Thalmann El Bachary 

Parteien A.________, Privatkläger und Beschwerdeführer, vertreten durch 
Rechtsanwalt Daniel Zbinden

gegen

STAATSANWALTSCHAFT, Beschwerdegegnerin,

und

B.________, Beschwerdegegner, vertreten durch Rechtsanwalt 
Cristian Torrado

Gegenstand Nichtanhandnahme (Art. 310 StPO)

Beschwerde vom 4. Oktober 2021 gegen die Verfügung der Staatsan-
waltschaft vom 23. September 2021

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Sachverhalt

A. Am 27. April 2021 kam es zwischen A.________, geb. 1964, und C.________, geb. 1948, 
bzw. B.________, geb. 1998, zu einer Auseinandersetzung bei einem Parkplatz in D.________. 

Gemäss dem Rapport der Kantonspolizei Freiburg vom 4. Juli 2021 ergaben deren Erhebungen, 
dass das Fahrzeug von C.________ nicht korrekt parkiert und dies der Auslöser für die erste Ausein-
andersetzung gewesen sei. C.________ sei von A.________ angesprochen worden, weil er falsch 
parkiert habe. A.________ solle anschliessend das Fahrzeug von C.________ mittels Fusstritt 
beschädigt haben. Dem Anzeigerapport liegt ein Fotodossier bei, welches eine Delle am Fahrzeug 
von C.________ zeigt (act. 2’033). In der Folge sei eine verbale und physische Auseinandersetzung 
zwischen den beiden Männern entstanden. B.________ habe sich in der Nähe aufgehalten und die 
Auseinandersetzung bemerkt. Um den Streit zu schlichten, habe er sich vor Ort begeben. Da 
A.________ die Örtlichkeit daraufhin habe verlassen wollen, habe B.________ ihn zurückgehalten, 
um ihn der bereits alarmierten Polizei übergeben zu können. Es sei deshalb eine zweite Auseinan-
dersetzung zwischen B.________ und A.________ entstanden. Alle drei Beteiligten verletzten sich 
anlässlich dieser Ereignisse (act. 2'000 ff.). 

Am 4. Mai 2021 wurde C.________ als beschuldigte Person polizeilich einvernommen (act. 2'005 
ff.). Er stellte zudem Strafantrag gegen unbekannte Täterschaft wegen Sachbeschädigung an 
seinem Fahrzeug sowie Tätlichkeiten und konstituierte sich als Privatkläger im Zivilpunkt (act. 2'011 
f.). Am 3. Juni 2021 stellte C.________ erneut Strafantrag wegen einfacher Körperverletzung gegen 
unbekannte Täterschaft und erklärte sich ebenfalls als Privatkläger im Zivilpunkt (act. 2'013 f.). 
Gemäss dem Anzeigerapport vom 20. Mai 2021 konnte ermittelt werden, dass es sich beim Unbe-
kannten um A.________ handelte (act. 2'035). 

B.________ wurde am 8. Mai 2021 als beschuldigte Person polizeilich einvernommen (act. 2'015 
ff.). Anlässlich seiner Einvernahme stellte er Strafantrag gegen unbekannte Täterschaft wegen 
Tätlichkeiten und konstituierte sich als Privatkläger im Zivilpunkt (act. 2'021 f.). Gemäss dem Anzei-
gerapport vom 20. Mai 2021 handelt es sich bei dem Unbekannten um A.________ (act. 2'035). 

Am 8. Mai 2021 wurde auch A.________ als beschuldigte Person polizeilich einvernommen (act. 
2'023 ff.). Er stellte Strafantrag gegen unbekannte Täterschaft wegen einfacher Körperverlet-
zung/Tätlichkeiten und konstituierte sich als Privatkläger im Zivilpunkt (act. 2'030 f.). Gemäss dem 
Anzeigerapport vom 20. Mai 2021 handelte es sich bei den unbekannten Personen um C.________ 
und B.________ (act. 2'035).

B. Mit Strafbefehl vom 23. September 2021 verurteilte die Staatsanwaltschaft C.________ wegen 
Verletzung der Verkehrsregeln (Nichtbeachten der Markierungen) und Tätlichkeiten (Faustschlag 
ins Gesicht von A.________) zu einer Busse von CHF 400.- (act. 10'000 ff.). 

Mit Strafbefehl vom 23. September 2021 verurteilte die Staatsanwaltschaft A.________ wegen 
Sachbeschädigung, einfacher Körperverletzung und Tätlichkeiten zu einer bedingten Geldstrafe von 
95 Tagessätzen à CHF 120.-, zu einer Busse von CHF 300.- sowie zu einer Verbindungsbusse von 
CHF 2'280.- (act. 10'007 ff.). Dagegen erhob A.________ am 27. September 2021 Einsprache. 

Mit Nichtanhandnahmeverfügung vom 23. September 2021 wurde hingegen auf die Eröffnung einer 
Untersuchung gegen B.________ verzichtet, Kosten zu Lasten des Staates (act. 10'003 ff.). 

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C. Mit Eingabe vom 4. Oktober 2021 erhob A.________ gegen die Nichtanhandnahme vom 
23. September 2021 Beschwerde. Er beantragt, die Verfügung sei aufzuheben und B.________ sei 
wegen einfacher Körperverletzung gemäss Art. 123 Abs. 1 StGB zum Nachteil von A.________ dem 
zuständigen Strafrichter zu überwiesen. Subsidiär sei die Angelegenheiten an die Staatsanwalt-
schaft zur neuen Entscheidung im Sinne der Erwägungen zurückzuweisen. Alles unter Kosten- und 
Entschädigungsfolge. Am 13. Oktober 2021 reichte er zwei Arztberichte nach. 

Die Staatsanwaltschaft hielt mit Schreiben vom 7. Oktober 2021 fest, dass bezüglich der gegen den 
Strafbefehl vom 23. September 2021 erhobenen Einsprache mit der Zustellung des Strafdossiers 
an den zuständigen Polizeirichter zugewartet werde, bis von der Strafkammer über die Beschwerde 
entschieden wurde. Mit Schreiben vom 28. Oktober 2021 schloss sie auf Abweisung der Beschwer-
de. 

Am 7. Februar 2022 reichte B.________ seine Stellungnahme zur Beschwerde ein und schloss unter 
Kosten- und Entschädigungsfolge auf deren vollumfängliche Abweisung.

D. Am 18. November 2021 wurde den Parteien mitgeteilt, dass die Strafkammer zur Vermeidung 
von sich widersprechenden Urteilen und um dem Entscheid der Staatsanwaltschaft bzw. gegebe-
nenfalls des erstinstanzlichen Gerichts nicht vorzugreifen, beabsichtige, das Beschwerdeverfahren 
bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen Entscheids der Staatsanwaltschaft bzw. des erstinstanzli-
chen Gerichts betreffend den Strafbefehl vom 23. September 2021 zu sistieren. Sie gab den Parteien 
sodann Gelegenheit, dazu Stellung zu nehmen. 

Mit Eingabe vom 25. November 2021 erklärte A.________, dass er sich dem Ansinnen der Strafkam-
mer, das hängige Beschwerdeverfahren zu sistieren, widersetze. Am 20. Januar 2022 teilte 
B.________ mit, dass er sich den Ausführungen der Strafkammer anschliesse. 

Mit Schreiben vom 27. Januar 2022 wurde den Parteien mitgeteilt, dass vorerst auf eine Sistierung 
des Beschwerdeverfahrens verzichtet werde.

Erwägungen

1.

1.1. Gegen Nichtanhandnahmeverfügungen kann innert 10 Tagen bei der Strafkammer 
Beschwerde geführt werden (Art. 310 Abs. 2 i.V.m. 322 Abs. 2 StPO; Art. 64 Bst. c des Justizgeset-
zes vom 31. Mai 2010 [JG; SGF 130.1]).

Den Akten kann nicht entnommen werden, wann die angefochtene Verfügung dem Beschwerdefüh-
rer zugestellt wurde. Die am 4. Oktober 2021 der Post übergebene Beschwerdeschrift gilt somit als 
rechtzeitig eingereicht. 

1.2. Ein Rechtsmittel nach der StPO kann jede Partei ergreifen, die ein rechtlich geschütztes Inte-
resse an der Aufhebung oder Änderung eines Entscheids hat (Art. 382 Abs. 1 StPO). Partei ist auch 
die Privatklägerschaft (Art. 104 Abs. 1 Bst. b StPO). 

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Der Beschwerdeführer macht einfache Körperverletzung geltend und hat ausdrücklich erklärt, sich 
am Strafverfahren als Zivilkläger zu beteiligen (Art. 118 Abs. 1 und 2 StPO). Er ist somit zur 
Beschwerde legitimiert.

1.3. Die Beschwerde ist zu begründen (Art. 396 Abs. 1 StPO), was vorliegend der Fall ist. Auf die 
frist- und formgerechte Beschwerde ist somit einzutreten. 

1.4. Mit der Beschwerde können Rechtsverletzungen, die unvollständige oder unrichtige Sach-
verhaltsfeststellung und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 393 Abs. 2 StPO). 

1.5. Noven sind im Beschwerdeverfahren zulässig (BGE 141 IV 396 E. 4.4). 

1.6. Die Strafkammer entscheidet ohne Verhandlung (Art. 397 Abs. 1 StPO). Sie verfügt grund-
sätzlich über volle Kognition (Art. 391 Abs. 1 StPO).

2.

2.1. Die Staatsanwaltschaft führt in der angefochtenen Verfügung aus, dass der Beschwerdegeg-
ner Zeuge der Auseinandersetzung zwischen C.________ und dem Beschwerdeführer gewesen sei 
und versucht habe, die beiden Männer zu beruhigen und zurückzuhalten, bis die Polizei eintraf. 
Dabei sei der Beschwerdegegner vom Beschwerdeführer gegen eine Wand gestossen und am Hals 
gehalten worden. Um sich zu befreien, habe der Beschwerdegegner den Beschwerdeführer zu 
Boden gebracht und festgehalten. Der Beschwerdeführer habe dabei eine Schwellung und ein 
Hämatom über dem Jochbein, Abschürfungen am Ellenbogen und einen leichten Schädelbruch erlit-
ten. Der Beschwerdeführer habe mehrere Faustschläge ausgeteilt, wobei es sich um ein Vergehen 
(einfache Körperverletzung) handle. Bei diesem Vergehen habe der Beschwerdegegner den 
Beschwerdeführer auf frischer Tat ertappt. Um ihn der Polizei zu übergeben, habe er keine andere 
Wahl gehabt, als ihn persönlich zu verfolgen und anzuhalten, denn der Beschwerdeführer war zu 
Fuss unterwegs. Da er nicht am Tatort bleiben wollte und sich dem Beschwerdegegner gegenüber 
äusserst aggressiv zeigte, habe letzterer nicht unverhältnismässig gehandelt, als er ihn mit Gewalt 
festgehalten habe (Art. 218 StPO). Er habe sich somit im Sinne von Art. 14 StGB rechtmässig verhal-
ten.

2.2. Nebst der Verletzung des Grundsatzes «in dubio pro duriore» rügt der Beschwerdeführer, 
dass der Sachverhalt unrichtig festgestellt worden sei. Er bestreitet, C.________ in den Schwitzkas-
ten genommen und ihn mehrmals mit der Faust ins Gesicht geschlagen zu haben. Dies sei gar nicht 
möglich gewesen, da er in einer Hand eine volle Einkaufstasche trug und als Rechtshänder einen 
Finger der anderen Hand nur einige Wochen zuvor gebrochen hatte und der Heilungsprozess noch 
nicht abgeschlossen war, wie dies zwei Berichte des Spitals F.________ belegen sollen. 
C.________ habe zudem nicht behauptet, in den Schwitzkasten genommen worden zu sein. Über-
dies gehe aus dem Strafdossier nicht hervor, dass C.________ aufgrund des besagten Vorfalles 
zwei Zähne hätte ersetzen lassen müssen. Somit könne aus den Akten nicht geschlossen werden, 
dass C.________ in objektiver Hinsicht eine einfache Körperverletzung im Sinne von Art. 123 StGB 
erlitten habe. Seine Verletzungen würden eher auf eine Tätlichkeit hindeuten. Bei Tätlichkeiten als 
Übertretungen könne sodann Art. 218 Abs. 1 Bst. a StPO nicht angewendet werden. Somit habe die 
Staatsanwaltschaft Art. 218 StPO zu Unrecht angewandt. Auch sei die vom Beschwerdegegner 
angewandte Gewalt gegenüber dem Beschwerdeführer, um ihn daran zu hindern, wegzulaufen 
respektive vor C.________ zu fliehen, nicht verhältnismässig im Sinne von Art. 218 StPO gewesen, 
womit die Staatsanwaltschaft selbst bei Vorliegen eines Vergehens unzutreffenderweise einen 

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Rechtfertigungsgrund gemäss Art. 14 StGB angenommen und Art. 218 i.V.m. Art. 200 StPO verletzt 
habe. 

2.3. Der Beschwerdegegner bringt in seiner Stellungnahme vom 7. Februar 2022 im Wesentli-
chen vor, dass die Ausführungen der Beteiligten mehrheitlich diametral auseinandergehen würden. 
Seine Aussagen und jene von C.________ seien jedoch bis auf wenige, irrelevante Details 
deckungsgleich. Die Aussagen des Beschwerdeführers seien ihrerseits voller Widersprüche. Zwei-
felsohne würden seitens des Beschwerdeführers mehrere (mindestens versuchte) (eventual-)vor-
sätzliche, einfache Körperverletzungen sowie mindestens eine Sachbeschädigung vorliegen. 
Zudem werde verkannt, dass er auch in rechtfertigender Notwehr gehandelt habe (Art. 15 StGB). In 
rechtlicher Hinsicht sei erstellt, dass seine Handlungen nicht strafbar sind und er somit auch nicht 
bestraft werden kann. Für das durch den Beschwerdeführer angeführte Prinzip «in dubio pro durio» 
verbleibe keinen Raum.

3.

3.1. Gemäss Art. 310 Abs. 1 StPO verfügt die Staatsanwaltschaft die Nichtanhandnahme, sobald 
aufgrund der Strafanzeige oder des Polizeirapports feststeht, dass die fraglichen Straftatbestände 
oder Prozessvoraussetzungen eindeutig nicht erfüllt sind (Bst. a), Verfahrenshindernisse bestehen 
(Bst. b) oder aus den in Art. 8 StPO genannten Gründen auf eine Strafverfolgung zu verzichten ist 
(Bst. c); im Übrigen richtet sich das Verfahren gemäss Art. 310 Abs. 2 StPO nach den Bestimmungen 
über die Verfahrenseinstellung. Nach Art. 319 Abs. 1 Bst. c StPO verfügt die Staatsanwaltschaft die 
vollständige oder teilweise Einstellung des Verfahrens, wenn Rechtfertigungsgründe einen Straftat-
bestand unanwendbar machen. In Art. 310 StPO werden die Rechtfertigungsgründe nicht ausdrück-
lich genannt. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung darf eine Nichtanhandnahme gemäss 
Art. 310 Abs. 1 Bst. a StPO jedoch auch erfolgen, wenn zwar ein Straftatbestand erfüllt ist, aber 
offenkundig ein Rechtfertigungsgrund besteht (vgl. Urteil BGer 1B_265/2020 vom 31. August 2020 
E. 2.3 mit Hinweis). 

3.2. Wer handelt, wie es das Gesetz gebietet oder erlaubt, verhält sich rechtmässig, auch wenn 
die Tat nach diesem oder einem anderen Gesetz mit Strafe bedroht ist (Art. 14 StGB). 

Kann polizeiliche Hilfe nicht rechtzeitig erlangt werden, so sind Private berechtigt, eine Person 
vorläufig festzunehmen, wenn sie diese bei einem Verbrechen oder Vergehen auf frischer Tat 
ertappt oder unmittelbar nach der Begehung einer solchen Tat angetroffen haben. Bei der Festnah-
me dürfen Privatpersonen nur nach Massgabe von Art. 200 StPO – zur Durchsetzung von Zwangs-
massnahmen darf als äusserstes Mittel Gewalt angewendet werden; diese muss verhältnismässig 
sein – Gewalt anwenden (Art. 218 Abs. 1 Bst. a und Abs. 2 StPO). 

Art. 218 StPO bildet einen ausserstrafgesetzlichen Rechtfertigungsgrund der gesetzlich erlaubten 
Handlung im Sinne von Art. 14 StGB, welcher das mit der Festnahme verbundene tatbestandsmäs-
sige Verhalten der Privaten rechtfertigt, sofern es den gesetzlichen Anforderungen, namentlich den 
Grundsätzen der Subsidiarität und der Proportionalität, entspricht. Wer in Missachtung der gesetzli-
chen Voraussetzungen als Privatperson eine Festnahme vornimmt, erfüllt objektiv den Tatbestand 
der Amtsanmassung und der Freiheitsberaubung (vgl. Urteil BGer 6B_358/2020 vom 7. Juli 2021 
E. 4.1). 

3.3. Es ist zu prüfen, ob die Staatsanwaltschaft das Vorliegen eines Rechtfertigungsgrunds im 
Sinne von Art. 14 StGB bzw. die Erfüllung der Voraussetzungen von Art. 218 StPO vorliegend 
zurecht als offenkundig erfüllt annahm. An dieser Stelle ist festzuhalten, dass der Beschwerdegeg-

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ner die angebliche Sachbeschädigung des Beschwerdeführers am Fahrzeug von C.________ 
gemäss eigenen Aussagen nicht gesehen hat, womit diese so oder anders nicht als Anlasstat im 
Sinne von Art. 218 Abs. 1 Bst. a StPO zu gelten vermag. 

3.4. Den Akten kann das Folgende entnommen werden: 

C.________ erklärte anlässlich seiner polizeilichen Einvernahme vom 4. Mai 2021, dass der 
Beschwerdeführer sein Fahrzeug getreten habe, weil er nicht in einem Parkfeld stationiert war und 
er ihm gesagt hat, dass ihn dies nichts angeht. Er (C.________) sei dem Beschwerdeführer sodann 
hinterher, habe sich vor ihn gestellt und ihm gesagt, er rufe die Polizei. Da habe der Beschwerde-
führer ihm zwei Schläge verpasst. Anschliessend habe dieser versucht, zu flüchten und er habe 
versucht, ihn aufzuhalten, worauf ihm der Beschwerdeführer einen Fusstritt gegen sein linkes 
Schienbein und mehrere Faustschläge gegen sein Gesicht verpasst habe. Anlässlich dieses Angriffs 
sei seine Brille zu Boden gefallen (act. 2'006 Z. 5 ff.). Weiter sagte C.________ aus, dass es sein 
könne, dass er den Beschwerdeführer als «Arschloch» beschimpft habe, nachdem er von ihm 
«gehauen» worden sei (act. 2'007 Z. 32 f.). Um sich selbst zu schützen, habe er einen Besenstil aus 
einem Regal des E.________ genommen. Er habe einen jungen Herrn, welcher das Ganze gesehen 
hatte, um Hilfe gebeten. Dieser habe sich vor den Beschwerdeführer gestellt und ihn gebeten, 
stehen zu bleiben und auf die Polizei zu warten. Plötzlich habe der Beschwerdeführer den jungen 
Mann angegriffen, ihm mehrere Faustschläge verpasst und erneut versucht zu flüchten. Um eine 
Flucht des Beschwerdeführers zu verhindern, habe der junge Mann ihn festgehalten und zu Boden 
gedrückt. Bei diesem Manöver seien beide gestolpert und gegen die Wand des Gebäudes gefallen. 
Der junge Mann habe keine Schläge ausgeteilt. Der Beschwerdeführer sei sodann an der Wand 
sitzengeblieben bis die Polizei kam (act. 2'006 Z. 15 ff.). 

Der Beschwerdeführer hingegen schilderte, dass C.________ ihn beschimpft habe, nachdem er ihm 
gesagt hatte «Geht’s noch?! Und übrigens das ist kein Parkplatz». Er (der Beschwerdeführer) habe 
sich sodann umgedreht und müsse mit seinem Fuss unabsichtlich das Auto berührt haben. Danach 
sei C.________ schreiend auf ihn zugekommen. Er selber wollte zu seinem Auto gehen und seine 
Einkaufstasche abstellen, doch C.________ habe sich ihm in den Weg gestellt, worauf sie einige 
Minuten hin und her gegangen seien und dieser versucht habe, ihn zu treten und zu schlagen. Man 
habe nicht mit C.________ reden können, denn, wenn er (der Beschwerdeführer) jeweils stehen 
geblieben sei, sei C.________ jedes Mal aggressiv auf ihn losgegangen. Sie seien dann vom Park-
platz in Richtung E.________ gegangen. Dort habe C.________ ihm einen Faustschlag ins Gesicht 
verpasst, was jedoch auch ein Glückstreffer gewesen sein könnte, denn er habe einfach wild um 
sich gehauen. Daraufhin habe er (der Beschwerdeführer) C.________ mehrfach seitlich mit dem 
Fuss ins Gesäss getreten. Bis zu diesem Zeitpunkt habe er (der Beschwerdeführer) immer noch 
seine Einkaufstasche in der Hand gehabt. C.________ habe sich dann aus dem Gartenverkauf des 
E.________ einen Rechen gegriffen und habe ihn (den Beschwerdeführer) damit verfolgt (act. 2'024 
Z. 4 ff.). Der Beschwerdeführer gab zudem auf Frage hin an, C.________ nicht mit den Fäusten 
geschlagen zu haben. Er habe ihn nur getreten, um Abstand zu gewinnen. Er gab zudem zu, dass 
er C.________ in den Hintern getreten habe, nachdem dieser ihm ins Gesicht geschlagen hatte. Es 
habe sich dabei um leichte Tritte gehandelt, die zu keiner Verletzung geführt hätten (act. 2'025 Z. 50 
ff.). Plötzlich sei der junge Herr von rechts her mit dem Rechen bewaffnet gekommen und habe ihm 
gesagt, er solle stehenbleiben. Er habe dem Beschwerdegegner gesagt, dass ihn die Sache nichts 
angehe und er sich raushalten solle. Daraufhin sei er vom Beschwerdegegner irgendwie gegen die 
Hauswand geschleudert worden. Er könne sich nicht mehr erinnern, wie er dies gemacht habe. Das 
Nächste woran er sich erinnere, sei, dass er auf dem Bauch gelegen und eine Platzwunde am Kopf 
gehabt habe. Der Beschwerdegegner sei sodann mit dem ganzen Gewicht auf seinem Rücken 

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gekniet und habe seinen Kopf nach hinten gerissen. Der Beschwerdegegner habe ihn mit dem linken 
Arm so stark gewürgt, dass er keine Luft mehr bekommen habe und dachte, dass er sterben würde. 
Aufgrund der anwesenden Passanten habe der Beschwerdegegner dann von ihm abgelassen (act. 
2'024 f. Z. 22 ff.).

Der Beschwerdegegner gab seinerseits betreffend die Auseinandersetzung zwischen dem 
Beschwerdeführer und C.________ an, dass er auf dem Balkon seiner Wohnung gewesen sei und 
Schreie gehört habe. Er habe zu diesem Zeitpunkt nicht gesehen, was passiert sei. Erst später habe 
er die beiden Streitenden im Blickfeld gehabt. Der Beschwerdeführer habe C.________ in den 
Schwitzkasten genommen und ihm mehrere Faustschläge verpasst. Dabei sei die Brille von 
C.________ zu Boden gefallen. Letzterer habe um Hilfe geschrien. Der Beschwerdeführer sei 
daraufhin davongelaufen und C.________ habe einen metallischen Laubrechen genommen und sei 
dem Beschwerdeführer hinterher, seiner Meinung nach, um ihm «von hinten eine zu hauen» (act. 
2'016 Z. 4 ff). In diesem Moment habe er gedacht, er müsse eingreifen, um Schlimmeres zu verhin-
dern. Er habe C.________ gebeten, ihm den Rechen auszuhändigen, was dieser auch freiwillig 
getan habe. Es sei ihm somit gelungen, C.________ davon abzuhalten, den Beschwerdeführer mit 
dem Rechen zu schlagen. Mit dem Rechen in der Hand sei er (der Beschwerdegegner) dem 
Beschwerdeführer hinterher. Als er ihn erreicht habe, sei er vor ihn gestanden und habe ihm erklärt, 
dass er sich beruhigen solle und dass die Polizei bald da sein und die Sache regeln werde. Er habe 
den Rechen zwar in der Hand gehalten, jedoch keine bedrohende Position eingenommen. Er habe 
ihn in der Hand gehalten, damit keiner der anderen Protagonisten ihn in die Hände bekam. Er habe 
dem Beschwerdeführer gesagt «Die Polizei wurde bereits informiert und wird sich auf Platz begeben. 
Ich habe das Geschehen mitangesehen und werde der Polizei Auskunft geben über ihr Aussehen, 
wenn Sie jetzt davonrennen». Der Beschwerdeführer habe verneinend geschrien, dass er gehen 
wolle. Er habe dem Beschwerdeführer daraufhin seine Hand auf die Brust gelegt und habe ihm 
sagen wollen, dass er der Polizei sein Aussehen beschreiben werde «und seine Flucht Richtung». 
Doch bevor er (der Beschwerdegegner) seinen Satz aussprechen konnte, habe der Beschwerde-
führer ihn am Hals gepackt, gewürgt und mit dem Rücken gegen ein Garagentor gedrückt. Er habe 
daraufhin die Knie des Beschwerdeführers gepackt, so dass dieser das Gleichgewicht verlor. Beide 
seien in der Folge zu Boden gefallen, wobei sich der Beschwerdeführer am Kopf verletzt habe. Es 
sei nie seine Absicht gewesen, den Beschwerdeführer zu verletzen. Er habe sich nur verteidigen 
wollen. Als der Beschwerdeführer aufstehen wollte, habe er sich auf ihn gesetzt, um ihn zu beruhigen 
und da er eine Verletzung am Kopf hatte. Dies habe er nur getan, um zu verhindern, dass sich der 
Beschwerdeführer selbst oder andere erneut verletzen würde. Als dieser sich nach kurzer Zeit 
wieder einigermassen beruhigt hatte, seien beide aufgestanden (act. 2'016 f. Z. 11 ff.). 

Gemäss Anzeigerapport der Kantonspolizei Freiburg haben sich alle drei Beteiligten aufgrund der 
Auseinandersetzungen verletzt (act. 2'003). C.________ habe nach der Auseinandersetzung von 
Zahnschmerzen berichtet. Der Beschwerdegegner habe eine kleine Wunde am Ohr aufgewiesen 
und der Beschwerdeführer eine Kieferfraktur und eine Platzwunde am Hinterkopf (act. 2'035). 

Der Beschwerdeführer begab sich nach der Auseinandersetzung zwecks einer ambulanten Notfall-
konsultation selbständig ins Spital F.________. Gemäss Bericht vom 28. April 2021 gab er anlässlich 
der medizinischen Untersuchung an, C.________ habe nach einem verbalen Konflikt versucht, ihn 
zu attackieren. Daraufhin habe sich ein jüngerer Mann in den Konflikt eingemischt und ihm diverse 
Verletzungen zugefügt (act. 2'049). Der Bericht hält als medizinische Befunde eine Schwellung und 
ein Hämatom über dem Jochbein links, eine Riss-Quetsch-Wunde (RQW) von ca. 0.5 cm Grösse in 
der Mitte des Occiputs, Abschürfungen am Ellenbogen rechts, ein Hämatom von ca. 0.5 cm Durch-
messer im Lippenrot der Unterlippe links, eine prätibiale Schwellung des Unterschenkels rechts 

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sowie Druckdolenz über den Rippen medioaxillär links auf der Höhe der 4.-6. Rippe fest. Im CT liess 
sich eine gering dislozierte Fraktur des Sinus maxillaris feststellen (act. 2'050). Als Behandlung 
wurden für 5 Tage Co-Amoxicillin (3x1g) und Dafalgan verschrieben sowie Schneutzverbot für 
4 Wochen verordnet und der Beschwerdeführer für eine Woche arbeitsunfähig erklärt (act. 2'050). 

Am 3. Juni 2021 reichte C.________ einen Befund vom 7. Mai 2021 von Zahnschäden der 
G.________ Zahnklinik in Bern ein, woraus hervorgeht, dass zwei Zähne (Nr. 11 und 21) gelockert 
(subluxiert) sind und angeschlagen (kontusioniert) wurden (act. 2'044). Als Zwischenbehandlung 
wurde die Beobachtung der Zähne während mindestens zwei Jahren vorgeschlagen (act. 2'045). 

3.5. Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass sich die Aussagen der Beteiligten teilwei-
se diametral gegenüberstehen. Zeugen, welche die Situation beobachtet haben könnten, wurden 
keine befragt. Die Verletzungen der Beteiligten sind nur teilweise dokumentiert und deren Entste-
hung zurzeit nicht eindeutig erklär- und nachvollziehbar. Die Auseinandersetzungen führten insbe-
sondere beim Beschwerdeführer zu nicht ganz unerheblichen Verletzungen. Der Beschwerdegegner 
gab sodann anlässlich seiner Einvernahme tatbestandsmässiges Handeln gegenüber dem 
Beschwerdeführer zu. Hingegen erklärte er sein Verhalten nicht damit, dass er den Beschwerdefüh-
rer vorläufig festnehmen wollte, um ihn der Polizei zu übergeben, sondern damit, dass er etwas 
Schlimmeres verhindern wollte (als er eingeschritten ist und C.________ den Rechen abgenommen 
hat), den Beschwerdeführer beruhigen und ihm erklären wollte, dass er das Eintreffen der Polizei 
abwarten solle (als er sich vor ihn gestellt, mit dem Rechen in der Hand, und ihm die Hand auf die 
Brust gelegt hat), er sich nur verteidigen wollte (als ihn der Beschwerdeführer am Hals gepackt und 
gewürgt haben soll) und verhindern wollte, dass sich der Beschwerdeführer selbst oder andere 
erneut verletzt (als er sich gemäss seinen eigenen Aussagen auf ihn gesetzt hat). Unter diesen 
Umständen kann der Staatsanwaltschaft nicht gefolgt werden, wenn sie in casu den Rechtferti-
gungsgrund von Art. 218 StPO annimmt bzw. ihn sogar als offenkundig erachtet. Demnach durfte 
keine Nichtanhandnahmeverfügung erlassen werden. Die Verfügung vom 23. September 2021 ist 
daher aufzuheben und die Angelegenheit zur neuen Entscheidung an die Staatsanwaltschaft 
zurückzuweisen. Diese wird u.a. das vom Beschwerdegegner vorgebrachte Argument der Notwehr 
zu prüfen haben. 

Aufgrund dieses Ausgangs wird die von der Strafkammer in Betracht gezogene Sistierung des 
Beschwerdeverfahrens gegenstandslos. 

4.

4.1. Nach Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach 
Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Vorliegend wird die Beschwerde gutgeheissen. Die 
Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 600.- (Gerichtsgebühr: CHF 500.-; Auslagen: 
CHF 100.-) werden demnach dem Staat Freiburg auferlegt. Die vom Beschwerdeführer geleistete 
Sicherheit im Umfang von CHF 600.- ist diesem nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils 
zurückzuerstatten.

4.2. Hebt die Rechtsmittelinstanz einen Entscheid nach Art. 409 StPO auf, so haben die Parteien 
Anspruch auf eine angemessene Entschädigung für ihre Aufwendungen im Rechtsmittelverfahren 
und im aufgehobenen Teil des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 436 Abs. 3 StPO). Gemäss 
bundesgerichtlicher Rechtsprechung findet diese Bestimmung auch im Beschwerdeverfahren 
Anwendung, wenn die Beschwerdeinstanz den Entscheid gestützt auf Art. 397 Abs. 2 StPO an die 
Staatsanwaltschaft zurückweist (vgl. Urteil BGer 6B_1004/2015 vom 5. April 2016 E. 1.3). Diese 

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Lösung muss auch angewendet werden, wenn eine Einstellungs- oder Nichtanhandnahmeverfü-
gung aufgehoben und zurückgewiesen wird. 

Für die Kenntnisnahme der Verfügung vom 23. September 2021, das Studium der Akten, eine 
Besprechung mit der Klientschaft, das Verfassen der Beschwerde und der Stellungnahme, die 
Kenntnisnahme der Stellungnahmen und des Urteils sowie dessen Mitteilung und Erklärung an die 
Klientschaft kann die angemessene Entschädigung des Beschwerdeführers auf CHF 2'261.70 fest-
gesetzt werden (Honorar: CHF 2'000.- zzgl. Auslagen [5%] und MwSt. [7.7%]).

Die Kammer erkennt:

I. Die Beschwerde wird gutgeheissen.

Die Nichtanhandnahmeverfügung vom 23. September 2021 wird aufgehoben und die Angele-
genheit zur neuen Entscheidung an die Staatsanwaltschaft zurückgewiesen 

II. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 600.- (Gerichtsgebühr: CHF 500.-; Auslagen: 
CHF 100.-) werden dem Staat Freiburg auferlegt. Die von A.________ geleistete Sicherheit 
im Umfang von CHF 600.- wird diesem nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils 
zurückerstattet.

III. A.________ wird eine Parteientschädigung in der Höhe von CHF 2'261.70, inkl. MwSt. von 
CHF 161.70, zugesprochen, welche dem Staat Freiburg auferlegt wird.

IV. Zustellung.

Dieses Urteil kann innert 30 Tagen nach seiner Eröffnung mit Beschwerde in Strafsachen beim 
Bundesgericht angefochten werden. Das Beschwerderecht und die übrigen Zulässigkeitsvorausset-
zungen sind in den Art. 78–81 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 
2005 (BGG) geregelt. Die begründete Beschwerdeschrift ist beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 
14, einzureichen.

Freiburg, 9. März 2022/cgo

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin-Berichterstatterin: