# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d6d12a5c-c238-5f5f-bc17-0fa5cd9ecaa7
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-10-04
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 04.10.2011 UV 2010/78
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2010-78_2011-10-04.pdf

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2010/78

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 01.04.2020

Entscheiddatum: 04.10.2011

Entscheid Versicherungsgericht, 04.10.2011
Art. 6 UVG: Weitere Leistungspflicht nach kranio-zervikalem 
Beschleunigungstrauma aufgrund seitlicher Frontalkollision nach gut 1½ 
Jahren zu Recht abgelehnt (Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons 
St. Gallen vom 4. Oktober 2011, UV 2010/78).

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider 

und Karin Huber-Studerus; Gerichtsschreiberin Vera Holenstein Werz

Entscheid vom 4. Oktober 2011

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Regula Schmid, Engelgasse 2, 9004 St. Gallen,

gegen

CSS Versicherung AG, Recht & Compliance, Tribschenstrasse 21, Postfach 2568, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Versicherungsleistungen

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Sachverhalt:

A.        

A.a   A.___ war als Pflegefachfrau mit einem Teilpensum von 50% bei der Klinik G.___ 

angestellt und dadurch bei der CSS Versicherung AG (CSS) obligatorisch gegen Unfälle 

versichert (UV-act. 1, 6; Schadenregulierung durch die Schweizerische 

Unfallversicherungsanstalt [Suva]). Am 8. Dezember 2008 lenkte sie den 

Personenwagen ihres Ehemanns, als das vor ihr fahrende Fahrzeug ausscherte und 

wendete. Die Versicherte konnte ihr Fahrzeug nicht rechtzeitig anhalten und stiess 

vorne rechts in die linke vordere Seite (v.a. Fahrertüre) des manövrierenden 

Personenwagens (UV-act. 6, 17, 42, 58). Der Notfallarzt, den die Versicherte noch am 

gleichen Abend aufsuchte, erhob Kopf-, Nacken- und linksbetonte Schulterschmerzen 

sowie Schwindel und diagnostizierte ein kranio-zervikales Beschleunigungstrauma 

Grad II der Quebec Task Force (QTF)-Klassifikation (auch Schleudertrauma genannt). 

Er schrieb sie 100% arbeitsunfähig (UV-act. 2, 15). Am Tag darauf klagte die 

Versicherte zudem über Übelkeit und begab sich zu ihrem Hausarzt, Dr. med. B.___, 

Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, in Behandlung (UV-act. 3, 6). Er schloss eine 

Fraktur aufgrund der Röntgenbilder aus (indirekt berichtet in UV-act. 15). Die 

Beschwerden zeigten sich in der Folge auf der rechten Körperseite (vgl. UV-act. 6). Die 

CSS erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Heilungskosten und Taggelder).

A.b   Ein Magnetresonanztomogramm (MRI) des Schädels und der Halswirbelsäule 

(HWS) am 14. Januar 2009 zeigte diverse Befunde (UV-act. 9). Anlässlich eines 

ambulanten Assessments an der Rehaklinik Bellikon vom 1. April 2009 wurden diese 

MRI-Befunde als nicht posttraumatisch interpretiert (UV-act. 15). Neben der 

Primärdiagnose einer HWS-Distorsion QTF II wurden von den dortigen Ärztinnen und 

Ärzten ein zervikales Syndrom und Spannungskopfschmerzen erhoben und der 

Versicherten eine Intensivierung der Therapie mit Wiederaufnahme des Fitnesstrainings 

empfohlen. Die Arbeitsfähigkeit hatte sie ab 1. Februar 2009 auf 50% (ihres 50%-

Pensums) steigern können. Berufsbegleitend absolvierte die Versicherte (verheiratet 

und Mutter eines 6-jährigen Knaben) ein vom Arbeitgeber mitfinanziertes Bachelor-

Studium "Management Gesundheitswesen" an der Fachhochschule C.___, das sie - 

mit geringen unfallbedingten Einschränkungen - weiterführte (UV-act. 6, 15, 32; act. 

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G 1.2 [Fort- und Weiterbildungsvereinbarung / Treuezeitverpflichtung mit der 

Arbeitgeberin vom 30. Juli 2007]). Die Untersuchung vom 12. Juni 2006 durch Dr. med. 

D.___, Facharzt für Neurologie, ergab einen altersentsprechend regelrechten klinisch-

neurologischen Befund ohne Hinweise für fokal neurologische Defizite und keinen 

Hinweis für eine zentrale oder peripher neurogene Schädigung (UV-act. 24). Der 

Versuch, die Arbeitsfähigkeit in der Abteilung für demenzkranke Patienten auf 100% zu 

steigern, scheiterte am 24. August 2009. Eine andere, körperlich leichtere Tätigkeit 

konnte ihr vom Arbeitgeber nicht zur Verfügung gestellt werden (UV-act. 43, 52).

A.c   Aufgrund dieser Erfahrung und auf Drängen der Unfallversicherung meldete sich 

die Versicherte bei der Invalidenversicherung (IV) an (UV-act. 43 f., 49 f.). Als 

Frühinterventionsmassnahme wurde durch die IV ein Coaching vom 25. Juni bis 

23. Dezember 2010 zugesprochen (UV-act. 76), nachdem eine Steigerung der 

Arbeitsfähigkeit am angestammten Arbeitsplatz oder durch betriebsinterne 

Umplatzierung der Versicherten nicht möglich war (vgl. UV-act. 59, 62 f., 67).

A.d   Die zwischenzeitlich durchgeführte biomechanische Kurzbeurteilung vom 

23. November 2009 kam zum Schluss, dass die anschliessend an die schräg-frontale 

Kollision vom 8. Dezember 2008 festgestellten, von der HWS ausgehenden 

Beschwerden und Befunde durch die Kollisionseinwirkung im Normalfall eher nicht 

erklärbar seien (UV-act. 58). Am 7. Mai 2010 wurde die Versicherte von Suva-Kreisarzt 

Dr. med. E.___, Facharzt FMH für Chirurgie, speziell Allgemein- und Unfallchirurgie, 

untersucht. Er kam zum Schluss, dass weder klinisch noch im MRI der HWS und des 

Schädels gesicherte oder wahrscheinliche strukturelle Unfallfolgen vorhanden seien, 

welche zu Lasten des Unfalls aus chirurgisch-traumatologischer Sicht zu therapieren 

wären. Nach dieser Zeit lasse sich auch keine Arbeitsunfähigkeit mehr begründen (UV-

act. 70). Aufgrund dieser Untersuchungsergebnisse verneinte die CSS mit Verfügung 

vom 6. Juli 2010 die Adäquanz zum Unfall vom 8. Dezember 2008 und stellte die 

Leistungen per 30. Juni 2010 ein (UV-act. 81).

B.     

Die dagegen erhobene Einsprache der Versicherten (UV-act. 82) wies der 

Unfallversicherer mit Entscheid vom 24. August 2010 ab (UV-act. 88). Die 

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Krankenversicherung sana24 AG zog ihre vorsorgliche Einsprache vom 12. Juli 2010 

am 2. August wieder zurück und bestätigte, die gesetzlichen Leistungen aus der 

obligatorischen Grundversicherung ab 1. Juli 2010 auszurichten (UV-act. 84, 86 f.).

C.        

C.a   Gegen den Einspracheentscheid vom 24. August 2010 richtet sich die 

Beschwerde der Versicherten vom 23. September 2010. Vertreten durch 

Rechtsanwältin Regula Schmid, lic. iur. LL.M., St. Gallen, stellt sie Anträge auf dessen 

Aufhebung, auf Ausrichtung von UVG-Leistungen bis Ende Januar 2011 und auf 

Rückweisung an die Beschwerdegegnerin zur Vornahme der nötigen medizinischen 

Abklärungen. Zur Begründung wird angeführt, der medizinische Endzustand sei noch 

nicht erreicht und die Adäquanzprüfung daher zu früh erfolgt. Die biomechanische 

Kurzbeurteilung sei unbrauchbar, da sie die Drehung des Kopfs beim Zusammenstoss 

nicht berücksichtige. Die Unfallfolgen seien medizinisch ungenügend dokumentiert. 

Insbesondere gehe Dr. D.___ nicht auf die MRI-Befunde und deren Ursachen ein. Eine 

allfällige richtungsweisende Verschlechterung des Vorzustands sei nicht geprüft 

worden, wozu weitere Abklärungen, insbesondere ein rheumatologisches oder 

orthopädisches Gutachten, notwendig seien. Die teilweise Unfähigkeit, die körperlich 

sehr anstrengende Arbeit mit Demenzkranken auszuführen, sei unfallbedingt und 

dauere nur sieben Monate über die Leistungseinstellung hinaus bis zum Bachelor-

Abschluss. Anschliessend könne sie eine andere Tätigkeit bei voller Arbeitsfähigkeit 

ausüben. Aus Kostengründen könnten daher (in Koordination mit der IV) die 

Taggeldleistungen für die beschränkte Zeit von sieben Monaten (bis 31. Januar 2011) 

erbracht, statt zusätzliche kostspielige medizinische Abklärungen durchgeführt werden.

C.b   Mit Beschwerdeantwort vom 28. Oktober 2010 beantragt die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdeführerin. Zur Begründung führt sie in 

Ergänzung zum angefochtenen Einspracheentscheid an, die unfallbedingte Unfähigkeit 

der Beschwerdeführerin, die bisherige Tätigkeit weiter ausüben zu können, werde 

bestritten. Medizinisch seien die Unfallfolgen umfassend dokumentiert und die 

biomechanische Kurzbeurteilung berücksichtige die Kopfhaltung der Beschwerde­

führerin sehr wohl. Den subjektiv empfundenen Schmerzen stünden keine 

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objektivierbaren somatischen Befunde gegenüber, die auf das Unfallereignis 

zurückgeführt werden könnten. An der Adäquanzprüfung und der Ablehnung einer 

weiteren Leistungspflicht werde vollumfänglich festgehalten. Die Unfallversicherung 

könne nicht einstehen für unfallfremde Sachverhalte. Zur Leistungskoordination mit der 

IV bestehe keine Veranlassung.

C.c   Mit Replik vom 16. November 2010 lässt die Beschwerdeführerin ihren 

Standpunkt weiter betonen. Daraufhin verzichtet die Beschwerdegegnerin mit 

Schreiben vom 25. November 2010 auf die Einreichung einer Duplik.

C.d   Auf die weiteren Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften, sowie den 

Inhalt der übrigen Akten wird, soweit für den Entscheid erforderlich, in den 

nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

1.         

1.1    Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht die weitere 

Kausalität der Unfallfolgen per Ende Juni 2010 geprüft und auf diesen Zeitpunkt hin die 

Leistungen eingestellt hat.

1.2    Die Beschwerdegegnerin hat im angefochtenen Einspracheentscheid die 

Bestimmungen über die Leistungspflicht des Unfallversicherers nach Art. 6 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20), über die 

Voraussetzung des Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis und dem 

Gesundheitsschaden sowie die spezielle Kausalitätsrechtsprechung zu den 

Schleudertraumata zutreffend dargelegt (Verweis auf BGE 134 V 109, der die bisherige 

Rechtsprechung gemäss BGE 117 V 359 präzisiert; E. 2.2 ff. des Einspracheentscheids 

vom 24. August 2010). Gleiches gilt in Bezug auf den Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit (E. 2.1). Darauf kann verwiesen werden.

1.3    Hinsichtlich des Beweiswerts eines ärztlichen Berichts ist zu ergänzen, dass nach 

der höchstrichterlichen Rechtsprechung entscheidend ist, ob der Bericht für die 

streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 

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geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in 

der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 

der medizinischen Fachperson begründet und nachvollziehbar sind. Ausschlaggebend 

für den Beweiswert ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die 

Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht 

oder Gutachten, sondern dessen Inhalt (BGE 134 V 232 E. 5.1 und BGE 125 V 352 

E. 3a mit Hinweis). Auch den Berichten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kann 

rechtsprechungsgemäss Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig 

erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine 

Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 135 V 467 ff. E. 4 und BGE 125 

V 353f. E. 3b/ee, je mit Hinweisen). Art. 8 der Schweizerischen Bundesverfassung (BV; 

SR 101) und Art. 6 Ziff. 1 der Europäischen Konvention zum Schutze der 

Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) geben keinen formellen 

Anspruch auf versicherungsexterne Begutachtung wenn Leistungsansprüche streitig 

sind. Erachtet das Sozialversicherungsgericht die rechtserheblichen tatsächlichen 

Entscheidgrundlagen bei pflichtgemässer Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den 

Prozess ohne Weiterungen - insbesondere ohne Anordnung eines Gerichtsgutachtens - 

abschliessen (vgl. BGE 135 V 469 E. 4.3.2 mit Hinweisen).

1.4    Zum Zeitpunkt der Adäquanzprüfung hat das Bundesgericht im Entscheid 134 V 

109 Stellung genommen und diesen mit dem Zeitpunkt gleichgesetzt, an dem der 

Unfallversicherer einen Fall abzuschliessen habe (E. 3.2 und ganze E. 4 S. 113ff.). Nach 

dieser Rechtsprechung ist der Zeitpunkt für die Adäquanzprüfung dann erreicht, wenn 

von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Verbesserung des 

Gesundheitszustands der versicherten Person mehr erwartet werden kann (analoge 

Anwendung von Art. 19 Abs. 1 UVG). Eine namhafte Verbesserung des 

Gesundheitszustands bemisst sich praxisgemäss aufgrund der zu erwartenden 

Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit diese unfallbedingt 

beeinträchtigt ist (vgl. BGE 134 V 115 E. 4.3 und Urteil des Bundesgerichts vom 

8. Januar 2010, 8C_744/2009, E. 8.1).

2.      

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2.1    Laut Dokumentationsbogen für die Erstkonsultation nach kranio-zervikalem 

Beschleunigungstrauma erhob Dr. med. F.___, Facharzt FMH für Innere Medizin, als 

Notfallarzt, bei der Versicherten (vorläufig) die Diagnose eines kranio-zervikalen 

Beschleunigungstraumas bzw. einer HWS-Distorsion QTF II (UV-act. 2). Ihr Hausarzt, 

Dr. B.___, schloss sich dieser Diagnose an (UV-act. 3). Die Ärztinnen und Ärzte an der 

Rehaklinik Bellikon übernahmen anlässlich des ambulanten Assessments vom 1. April 

2009 die Primärdiagnose und ergänzten diese durch "zervikales Syndrom" und 

"Spannungskopfschmerz" (UV-act. 15). Von einer schleudertraumaähnlichen 

Verletzung (bzw. einem kranio-zervikalen Beschleunigungstrauma oder einer HWS-

Distorsion), entstanden durch die seitliche Frontalkollision am 8. Dezember 2008, ist 

somit auszugehen.

2.2    Am Unfalltag klagte die Beschwerdeführerin schon unmittelbar nach der Kollision 

über Nackenschmerzen. Kopfschmerzen und Schwindel traten innerhalb der ersten 

halben Stunde auf (UV-act. 2). Am Tag darauf kam Übelkeit dazu, im weiteren Verlauf 

Erbrechen (UV-act. 3, 6). Damit sind mehrere Elemente des sogenannt typischen 

Beschwerdebildes nach Verletzungen der HWS (vgl. BGE 117 V 360 E. 4b) gegeben 

und diese tatbeständliche Voraussetzung für die Adäquanzprüfung nach der 

sogenannten Schleudertrauma-Praxis grundsätzlich erfüllt.

2.3      

2.3.1           Bei der abschliessenden Untersuchung vom 7. Mai 2010 durch Kreisarzt 

Dr. E.___ (UV-act. 70) äusserte die Versicherte subjektiv Spannungen im rechten Arm 

beim Arbeiten, mit ausstrahlenden Sensationen in den kleinen Finger, sowie 

rechtsseitige Beschwerden im Nacken und Schultergürtel mit haubenförmig 

auftretenden Kopfschmerzen. Objektiv liessen sich weder eine isolierte Myogelose 

noch Triggerpunkte feststellen. Die abgeflachte Brustwirbelsäulenkyphose im Stehen 

interpretierte der Kreisarzt zusammen mit dem Röntgenbild, das unauffällig war, aber 

eine S-förmige langgezogene Morphologie aufwies, als haltungsbedingte 

Beschwerden. Er verneinte klinisch oder im MRI der HWS und des Schädels gesicherte 

oder wahrscheinliche strukturelle Unfallfolgen, die zu Lasten des Unfalls aus chirur­

gisch-traumatologischer Sicht zu therapieren wären. Gestützt auf sämtliche 

medizinischen Vorakten und in Übereinstimmung mit denselben, verneinte Dr. E.___ im 

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Bericht über die kreisärztliche Abschlussuntersuchung vom 7. Mai 2010 eine weitere 

natürliche Kausalität der Gesundheitsbeeinträchtigungen, die die Beschwerdeführerin 

zu jenem Zeitpunkt noch klagte. Er führte aus, aufgrund des Unfallmechanismus mit 

(seitlich) frontalem Aufprall in gefasstem und bremsendem Zustand seien 

osteoligamentäre Läsionen nicht wahrscheinlich und die Beschwerden damals am 

ehesten durch eine Muskelzerrung erklärbar, die im üblichen zeitlichen Heilverlauf 

folgenlos abheilen würde. Eine Arbeitsunfähigkeit, die weiterhin auf den Unfall vom 

8. Dezember 2008 zurückzuführen wäre, verneinte er mit der gleichen Begründung.

2.3.2           Der Bericht von Dr. E.___ vom 7. Mai 2010 (UV-act. 70) erfüllt die in 

Erwägung 1.3 dargestellten Voraussetzungen an beweiskräftige ärztliche Berichte: Er 

ist für die streitigen Belange umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen der 

Beschwerdeführerin, berücksichtigt auch die von ihr geklagten 

Gesundheitsbeeinträchtigungen, wurde in Kenntnis der Vorakten und der Anamnese 

abgegeben und leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in 

der Beurteilung der medizinischen Situation ein. Die Schlussfolgerungen des 

Kreisarztes sind zudem begründet und nachvollziehbar.

2.3.3           Die Kritik der Beschwerdeführerin am Bericht von Dr. E.___ und am Umfang 

der medizinischen Abklärungen allgemein stösst ins Leere. Aufgrund des umfassenden 

Assessments an der Rehaklinik Bellikon vom 1. April 2009 (UV-act. 15) und der 

neurologischen Untersuchung bei Dr. D.___ am 12. Juni 2009 ergab sich kein weiterer 

Abklärungsbedarf und die Empfehlungen der Ärztinnen und Ärzte lauteten auf 

Wiederaufnahme bzw. Intensivierung des Fitnesstrainings im Sinn von MTT sowie auf 

Reduktion des Analgetikakonsums. Es fanden sich insbesondere keine Hinweise auf 

eine (richtungsgebende) Verschlechterung des v.a. durch das MRI vom 14. Januar 

2009 dokumentierten Vorzustands (Details siehe nachfolgende E. 2.4). Es ist somit 

nicht anzunehmen, dass weitere medizinische Abklärungen für die Beurteilung des 

vorliegend relevanten Sachverhalts neue Erkenntnisse bringen, weshalb darauf 

verzichtet werden kann (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 131 I 157 E. 3 und 

Urteil des Bundesgerichts vom 9. März 2010, 8C_956/2009, E. 4.2 am Ende, je mit 

Hinweisen).

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2.4    Auf den Röntgenbildern vom 9. Dezember 2008 sind keine Frakturen nachweisbar 

(vgl. UV-act. 15). Die MRI von Schädel und HWS am 14. Januar 2009 ergaben diverse 

Befunde (UV-act. 9): Am Schädel wurde ein solitärer, 0,5 cm grosser isomorpher 

Glioseherd im frontalen Marklager rechts ohne weiteren Krankheitsherd nachgewiesen. 

Ansonsten war der kranio-zerebrale Befund normal. An der HWS wurden eine deutliche 

mehrsegmentäre Streckfehlhaltung C3-C6 im Liegen ohne kernspintomografisch 

fassbare weitere Ursache, eine minimale mehrsegmentäre Chondrose im gleichen 

Bereich sowie ein winziges Wirbelkörperhämangiom kaudal an der Vorderkante von 

Halswirbelkörper 2 festgestellt. Ansonsten waren die zervikalen disko-ligamentären 

Strukturen, das Ligamentum transversum apicis sowie die Ligamenta alaria (C0-Th5) 

intakt. Die Weite des ossären zervikalen Spinalkanals sowie der Foramina 

intervertebralia lagen allseits im Normbereich. Das abgebildete zervikale und 

hochthorakale Myelon zeigte eine normale Signalgebung und Trophik; die 

paravertebralen Weichteilstrukturen waren normal. Als Nebenbefund wurde eine leichte 

bis mässige zervikale Lymphadenopathie erhoben. Die vorstehend geschilderten, 

anlässlich des MRI vom 14. Januar 2009 erhobenen Befunde wurden von allen 

beurteilenden Ärztinnen und Ärzte als unfallfremd taxiert. Zunächst wurde im Bericht 

vom 6. April 2009 über das ambulante Assessment an der Rehaklinik Bellikon 

festgehalten, das MRI von Schädel und HWS vom 14. Januar 2009 weise keine 

posttraumatischen Läsionen aus (UV-act. 15). Auch Dr. D.___ hielt in seinem Bericht 

vom 12. Juni 2009 fest, im MRI vom 14. Januar 2009 habe sich kranio-zerebral ein 

regelrechter Befund und auch zervikal kein Hinweis für traumatisch bedingte 

Schädigungen gefunden (UV-act. 29). Am 29. Juni 2009 beantwortete Kreisarzt 

Dr. E.___ die ausdrückliche Frage, ob strukturelle Läsionen vorliegen würden, die mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 8. Dezember 2008 

zurückzuführen seien, negativ (UV-act. 31). Für die weitere Kausalitätsbeurteilung der 

über den Zeitpunkt der Leistungseinstellung hinaus andauernden 

Gesundheitsbeeinträchtigungen der Beschwerdeführerin kann mit den erwähnten 

ärztlichen Einschätzungen davon ausgegangen werden, dass die im MRI vom 

14. Januar 2009 erhobenen Befunde nicht auf den Unfall vom 8. Dezember 2008 

zurückzuführen sind. Es liegen also keine organischen Befunde im Sinn nachweisbarer 

unfallkausaler struktureller Veränderungen vor (vgl. BGE 134 V 122 E. 9 Ingress; SVR 

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=8C_124%2F2008&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F134-V-109%3Ade&number_of_ranks=0#page109

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2007 UV Nr. 25 [U 479/05] S. 81 E. 5.4 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 

17. Oktober 2008, 8C_124/2008, E 6.1)

2.5    Die Beschwerdeführerin lässt geltend machen, zum Zeitpunkt der 

Leistungseinstellung per Ende Juni 2010 sei der medizinische Endzustand noch nicht 

erreicht gewesen, weshalb die Adäquanzprüfung verfrüht erfolgt sei. Bei der 

kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom 7. Mai 2010 (UV-act. 70) führte sie aus, 

eine eigentliche Besserung sei nicht aufgetreten. Osteopathie mache sie nicht mehr. 

Seit zwei Monaten gehe sie in die Akupunktur, wodurch die Schmerzen jeweils für zwei 

Tage verstärkt würden. Sie könne besser schlafen, aber eine eigentliche Besserung 

bringe dies auch nicht. Neben Fitness, die sie momentan noch selbständig mache, 

habe sie auch medizinische Trainingstherapie (MTT) ausprobiert. Bereits aufgrund der 

Schilderung der Beschwerdeführerin erhellt, dass dieser zum Zeitpunkt der 

Abschlussuntersuchung keine medizinischen Therapien bekannt waren, geschweige 

denn angewandt wurden, die zu einer namhaften Besserung ihres 

Gesundheitszustands beitragen konnten. Dr. E.___ stellte bei dieser Untersuchung 

auch fest, dass allein aufgrund der Unfallfolgen eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

nicht mehr ausgewiesen sei. Bei der Beschwerdeführerin fehlt es folglich im 

Einstellungszeitpunkt an einer unfallbedingten Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit 

und damit an der Möglichkeit zu deren Steigerung. Die Wahl des Zeitpunkts für die 

Adäquanzprüfung erweist sich damit als rechtsprechungskonform und ist nicht zu 

beanstanden.

2.6    Wird entgegen der Beurteilung von Dr. E.___ im Bericht vom 7. Mai 2010 (UV-act. 

70) von einem Andauern des natürlichen Kausalzusammenhangs ausgegangen, ist die 

Adäquanzprüfung vorzunehmen. Vorliegend kommt die sogenannte Schleudertrauma-

Praxis zur Anwendung, für welche - wie dargelegt - die tatbeständlichen 

Voraussetzungen gegeben sind, nämlich Diagnose, typisches Beschwerdebild und 

Fehlen nachweisbarer unfallkausaler struktureller Veränderungen. Weiter fehlen in den 

Akten Hinweise auf eine (vorherrschende) psychische Komponente. Die 

Adäquanzprüfung per Ende Juni 2010 ist rechtsprechungskonform (vgl. vorstehende 

E. 2.5).

3.         

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3.1    Die Beurteilung des Unfalls vom 8. Dezember 2008 als mittelschwer an der 

Grenze zu den leichten Ereignissen wird von der Beschwerdeführerin zu Recht nicht in 

Frage gestellt. Sie erweist sich aufgrund der Gerichtspraxis als zutreffend (vgl. SVR 

2010 UV Nr. 25 [8C_897/2009] S. 100 E. 4.1; Urteile des Bundesgerichts vom 6. Juni 

2011, 8C_1028/2010, E. 6.1, vom 15. Februar 2011, 8C_617/2010, E. 3.2.2 und vom 

22. Juli 2010, 8C_327/2010, E. 5.2.1). Damit die Adäquanz der weiterhin geklagten 

Gesundheitsbeeinträchtigungen bejaht werden kann, müssten eines der in BGE 134 V 

130 E. 10.3 aufgezählten Adäquanzkriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt 

sein oder vier Kriterien bejaht werden können (vgl. SVR 2010 UV Nr. 25 S. 100 E. 4.5 

mit Hinweisen; vgl. auch E. 2.4 des angefochtenen Einspracheentscheids).

3.2    Die Beschwerdegegnerin hat in Erwägung 2.5 des angefochtenen 

Einspracheentscheids die sieben Adäquanzkriterien geprüft und alle einzeln verneint. 

Die Akten ergeben keine Hinweise, wonach aufgrund der seit BGE 134 V 109 (vom 

19. Februar 2008) zur Adäquanzbeurteilung nach Schleudertraumata ergangenen 

Gerichtsentscheide anders zu entscheiden wäre (vgl. auch Markus Fuchs / Markus 

Hüsler, Überblick über die Leistungspraxis - ein Erfahrungsbericht, VII. Kapitel 

Auswirkungen des HWS-Schleudertrauma-Grundsatzurteils BGE 134 V 109 in René 

Schaffhauser / Ueli  Kieser [Hrsg.], Unfall und Unfallversicherung, Entwicklungen - 

Würdigungen - Aussichten, St. Gallen 2009, S. 148 ff.). Die Beschwerdeführerin rügt die 

Adäquanzprüfung inhaltlich nicht, sondern stellt sich auf den vorstehend (E. 2.5) 

widerlegten Standpunkt, diese sei zu früh erfolgt.

4.      

4.1    Mit der biomechanischen Kurzbeurteilung (Triage) vom 23. November 2009 wurde 

für das von der Beschwerdeführerin gelenkte Fahrzeug eine Geschwindigkeitsänderung 

(delta-v) ermittelt, die unterhalb oder knapp innerhalb eines Bereichs von 20 - 30 km/h 

gelegen haben dürfte (UV-act. 58), somit demjenigen Wert der praxisgemäss für 

Frontalkollisionen noch im Harmlosigkeitsbereich für HWS-Beschwerden liegt (vgl. 

Urteile des Bundesgerichts vom 22. Juli 2010, 8C_327/2010, E. 5.2.1, und vom 

4. Januar 2010, 8C_786/2009, E. 4.6.1). Die beurteilenden Fachleute kamen zum 

Schluss, dass die von der HWS ausgehenden Beschwerden und Befunde durch die 

Kollisionseinwirkung im Normalfall eher nicht erklärbar seien. Die geltend gemachte, 

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leicht abgedrehte Kopfposition der Beschwerdeführerin war für die Fachleute 

quantitativ nicht genügend eingrenzbar, um sie in die Überlegungen einzubeziehen. Der 

Umstand der leichten Kopfdrehung wurde also entgegen den Ausführungen in der 

Beschwerde berücksichtigt, konnte aber nicht beurteilt werden. Die biomechanische 

Kurzbeurteilung ist dadurch keineswegs "völlig unbrauchbar". Im Rahmen der 

Abklärungen und der Kausalitätsprüfung gab ihr die Beschwerdegegnerin auch 

lediglich den ihr nach der Rechtsprechung zukommenden Stellenwert als Anhaltspunkt 

für die Beurteilung der Unfallschwere (vgl. SVR 2009 UV Nr. 13 [8C_590/2007] S. 52 

E. 6.1 mit Hinweisen).

4.2    Die Beschwerdeführerin macht geltend, eine Leistungspflicht (für Taggelder) 

würde die Beschwerdegegnerin längstens während sieben weiteren Monaten (Juli 2010 

bis Ende Januar 2011) betreffen, da sie mit dem Bachelor-Abschluss "Management 

Gesundheitswesen" ideal umgeschult sein würde und dann keine Arbeitsunfähigkeit 

mehr ausgewiesen wäre. Bis dahin müsse sie die körperlich belastende Arbeit als 

Pflegerin schwer demenzkranker Patienten ausüben und könne den Arbeitsplatz auch 

klinikintern nicht wechseln. Dem hält die Beschwerdegegnerin entgegen, die 

Beschwerdeführerin leide nicht mehr an unfallbedingten Beschwerden und könne ihre 

bisherige Tätigkeit aus unfallversicherungsrechtlicher Sicht wieder vollumfänglich 

ausüben. Die andauernde Einschränkung der Arbeitsfähigkeit beruhe auf unfallfremden 

Ursachen, die im Gegensatz zur IV von der Unfallversicherung nicht zu berücksichtigen 

seien. Diese Argumentation ist zutreffend. Ihr ist nichts beizufügen.

5.      

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten 

sind gemäss Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) keine zu erheben.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen.

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2.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 04.10.2011
	Art. 6 UVG: Weitere Leistungspflicht nach kranio-zervikalem Beschleunigungstrauma aufgrund seitlicher Frontalkollision nach gut 1½ Jahren zu Recht abgelehnt (Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 4. Oktober 2011, UV 2010/78).

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