# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 87acad66-cda1-5643-ad2d-fa3e66b94d61
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-03-18
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 18.03.2021 I/1-2020/212
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_I-1-2020-212_2021-03-18.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: I/1-2020/212

Stelle: Verwaltungsrekurskommission

Rubrik: Abgaben und öffentliche Dienstpflichten

Publikationsdatum: 25.03.2021

Entscheiddatum: 18.03.2021

Entscheid Verwaltungsrekurskommission, 18.03.2021
Art. 48 Abs. 1 lit. a Ziff. 2 StG (sGS 811.1). Die Veranlagungsbehörde liess den 
Kinderabzug für die Tochter der Rekurrentin für die Steuerperiode 2017 zu 
Recht nicht zu. Die Tochter wurde nach dem erfolgreichen Abschluss des 
Bachelorstudiums im Januar 2017 an der Universität exmatrikuliert. Nach 
einem halbjährigen Praktikum begab sie sich ab der zweiten Jahreshälfte 
auf Reisen. Das Masterstudium nahm sie erst 2020 auf. Mangels eines 
spezifisch auf die Ausbildung gerichteten und eine längere Dauer nicht 
überschreitenden Unterbruchs des Studiums befand sie sich am Stichtag 
nicht in der Ausbildung, was letztlich zur Nichtgewährung des Kinderabzugs 
führt (Verwaltungsrekurskommission, Abteilung I/1, 18. März 2021, I/
1-2020/212).

Präsident Urs Gmünder, Richter Markus Frei und Richterin Barbara Steinbacher, a.o. 

Gerichtsschreiberin Nadia Fiechter

A, Rekurrentin und Beschwerdeführerin,

vertreten durch Z,

gegen

Kantonales Steueramt, Davidstrasse 41, 9001 St. Gallen, Vorinstanz,

betreffend

Kantons- und Gemeindesteuern (Einkommen und Vermögen 2017) sowie direkte 

Bundessteuer (Einkommen 2017)

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Sachverhalt:

A.- In der Steuerperiode 2017 wohnte die verheiratete A zusammen mit ihrem Sohn S 

(geb. 13. Mai 2002) in Gams. Der Ehemann, B, hat einen anderen Wohnsitz. T (geb. 

21. Februar 1995), die gemeinsame Tochter von A und B, wohnte in Schaan 

(Fürstentum Liechtenstein). Sie hat ihr Bachelorstudium in Psychologie an der 

Universität Bern erfolgreich abgeschlossen und wurde deshalb per 31. Januar 2017 

exmatrikuliert. Sie absolvierte bis am 30. Juni 2017 ein Praktikum bei der Kaiser Partner 

Trust Services Anstalt in Vaduz und ging anschliessend für den Rest des Jahres in 

Ostasien auf Reisen. In der Folge absolvierte sie im Jahr 2018 ein weiteres Praktikum 

und trat nachher eine Reise nach Australien an. Im Frühlingssemester 2020 nahm sie 

das Masterstudium in Psychologie an der Universität Bern auf.

B.- In der Steuererklärung für das Jahr 2017 machte A den Kinderabzug für ihren Sohn, 

der die Oberstufe besuchte, geltend. Sie deklarierte ein steuerbares Einkommen von 

Fr. 33'700.– und ein steuerbares Vermögen von Fr. 0.–. Die Veranlagungsbehörde ging 

davon aus, dass auch die Einkünfte aus unselbständigem und selbständigem Erwerb 

des Ehemannes sowie dessen Vermögen zu berücksichtigen seien, und kam auf ein 

steuerbares Einkommen von Fr. 99'400.– sowie ein steuerbares Vermögen von Fr. 0.–. 

Gegen diese Veranlagung erhob der Vertreter von A in verschiedenen Punkten 

Einsprache und machte insbesondere geltend, dass A tatsächlich für den Unterhalt von 

zwei Kindern (in Schule und Ausbildung) sorge, sodass der Kinderabzug das doppelte, 

nämlich Fr. 20'400.– betragen müsse. Auf Nachfrage ergänzte der Vertreter, dass T 

nach dem Bachelorstudium zwecks Sprach- und Studienreise eine Pause habe 

machen wollen und die nötigen Ausgaben für ihren Lebensunterhalt vom Vater 

getragen worden seien. Die Veranlagungsbehörde hiess die Einsprache teilweise gut, 

verweigerte jedoch den Kinderabzug für T, weil diese sich am 31. Dezember 2017 

(Stichtag) nicht mehr in der Ausbildung befunden habe. Als neue Steuerfaktoren setzte 

es ein steuerbares Einkommen von Fr. 29'900.–, ein satzbestimmendes Einkommen 

von Fr. 67'200.– und ein steuerbares Vermögen von Fr. 0.– für die Kantons- und 

Gemeindesteuern 2017 sowie ein steuerbares Einkommen von Fr. 29'200.– und ein 

satzbestimmendes Einkommen von Fr. 63'100.– für die direkte Bundessteuer 2017 

fest.

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C.- Gegen die Einspracheentscheide erhob der Vertreter von A mit Eingabe vom 

23. Oktober 2020 Rekurs und Beschwerde bei der Verwaltungsrekurskommission des 

Kantons St. Gallen (VRK) und beantragte, den Kinderabzug für T zu gewähren. Mit 

Eingabe vom 5. November 2020 zog er die Beschwerde gegen den 

Einspracheentscheid hinsichtlich der direkten Bundessteuer 2017 zurück. Die 

Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 8. Dezember 2020 die Abweisung 

des Rekurses. Der Vertreter der Rekurrentin nahm dazu am 14. Januar 2021 nochmals 

Stellung.

Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten wird, soweit erforderlich, in den 

Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die VRK ist zum 

Sachentscheid zuständig. Die Befugnis der Rekurrentin zur Ergreifung des 

Rechtsmittels ist gegeben. Der Rekurs vom 23. Oktober 2020 ist rechtzeitig eingereicht 

worden und erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen 

(Art. 194 Abs. 1 des Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt: StG; Art. 48 des Gesetzes 

über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist 

einzutreten. Mit Eingabe vom 23. Oktober 2020 wurden beide Einspracheentscheide 

vom 22. September 2020 angefochten, weshalb ein Rekurs sowie eine Beschwerde ins 

Geschäftsverzeichnis eingeschrieben wurden. Die Beschwerde wurde mit Eingabe vom 

5. November 2020 zurückgezogen, weshalb sie ohne Kostenfolgen als erledigt 

abzuschreiben ist.

2.- Nach Art. 48 Abs. 1 lit. a Ziff. 2 StG werden für die Steuerberechnung vom 

Reineinkommen für jedes unter der elterlichen Sorge oder Obhut des Steuerpflichtigen 

stehende oder volljährige Kind, das in der schulischen oder beruflichen Ausbildung 

steht, Fr. 10'200.– abgezogen, wenn der Steuerpflichtige für den Unterhalt zur 

Hauptsache aufkommt und keinen Abzug nach Art. 45 Abs. 1 lit. c StG beansprucht. 

Zusätzlich zum Kinderabzug gemäss Art. 48 Abs. 1 lit. a Ziff. 2 StG können für 

Ausbildungskosten für jedes unter der elterlichen Sorge oder Obhut der 

Steuerpflichtigen stehende oder volljährige Kind, das in der schulischen oder 

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beruflichen Ausbildung steht, höchstens weitere Fr. 13'000.– abgezogen werden. Von 

diesem zusätzlichen Betrag ist ein Selbstbehalt von Fr. 3'000.– abzuziehen (vgl. Art. 48 

Abs. 1 lit. a Ziff. 3 StG). Ferner erhöhen sich die von den Einkünften abziehbaren 

Beträge für Versicherungsprämien um Fr. 600.– für jedes Kind, für das der 

Steuerpflichtige einen Kinderabzug gemäss Art. 48 Abs. 1 lit. a Ziff. 2 StG geltend 

machen kann (Art. 45 Abs. 1 lit. g StG).

3.- Umstritten ist, ob die Vorinstanz den Kinderabzug für die Tochter zu Recht 

verweigert hat.

a) Die Rekurrentin macht im Wesentlichen geltend, die Ausbildung ihrer Tochter sei am 

Stichtag des 31. Dezember 2017 keineswegs fertig, sondern allenfalls hinsichtlich der 

universitären Präsenz unterbrochen gewesen (act. 2). Entgegen der Auffassung der 

Vorinstanz könne der vom Gesetz vorgeschriebene Begriff "Ausbildung" nicht auf den 

Begriff "Studium" reduziert und daraus abgeleitet werden, dass die Ausbildung 

unterbrochen gewesen sei. Letztere sei bis heute aufrecht. Die Praktika und 

Sprachaufenthalte gehörten als Praxiserfahrungen ebenfalls zur schulischen und 

beruflichen Ausbildung. Es sei dabei spezifisch die Ausbildung der Tochter selbst zu 

betrachten. Da sie Psychologie studiere, habe sie es im zukünftigen Berufsleben mit 

Menschen und deren Lebenssituationen zu tun. Solche Lebenssituationen habe sie 

durch ihre Auslandreisen erfahren, indem sie "Land und Leute" kennengelernt und die 

Sprache (Kommunikation) verbessert habe (act. 13/1).

b) Die Vorinstanz hält dem entgegen, das Ziel des Studiums sei der Abschluss als 

Bachelor of Science in Psychologie gewesen, welches die Tochter gemäss 

Exmatrikulationsbestätigung per 31. Januar 2017 erreicht habe. Das Masterstudium 

habe sie im Frühjahr 2020 aufgenommen; somit habe sie sich am Stichtag des 

31. Dezember 2017 nicht in Ausbildung befunden (act. 8).

4.- a) Mit den Sozialabzügen gemäss Art. 48 StG trägt das Steuergesetz, ähnlich wie 

mit den allgemeinen Abzügen, den besonderen wirtschaftlichen Belastungen der 

Steuerpflichtigen schematisch Rechnung. Anders als die allgemeinen Abzüge lassen 

die Sozialabzüge jedoch nicht den Abzug angefallener Aufwendungen zu; vielmehr 

kann bei Vorliegen einer bestimmten persönlichen Situation ein gesetzlich festgelegter 

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Betrag des Einkommens steuerfrei gelassen werden (Zigerlig/Oertli/Hofmann, Das 

st. gallische Steuerrecht, 7. Aufl. 2014, II. Teil N 663 ff.). Die Sozialabzüge bewirken 

eine zusätzliche Abstufung der Steuerbelastung und stellen damit ein Element der 

Tarifgestaltung bzw. Tarifvariationen oder Tarifverfeinerungen dar, wirken als solche 

grobschlächtig und tragen den konkret verausgabten Mitteln bloss typisiert Rechnung 

(Reich/von Ah/Brawand, in: Zweifel/Beusch [Hrsg.], 3. Aufl. 2017, Art. 9 StHG N 67). 

Gerade im Bereich der Sozialabzüge kann nicht von einer starken Schematisierung 

abgesehen werden (P. Locher, Praktikabilität im Steuerrecht [unter besonderer 

Berücksichtigung des materiellen Rechts der direkten Steuern], in: Festschrift Höhn, 

Bern/Stuttgart/Wien 1995, S. 189 ff., insbesondere S. 209 ff.).

Der Kinderabzug stellt einen Sozialabzug dar und untersteht, da er beim Vorliegen 

bestimmter Verhältnisse gewährt wird, dem Stichtagsprinzip (vgl. Art. 48 Abs. 2 StG, 

wonach die Sozialabzüge nach den Verhältnissen am Ende der Steuerperiode oder der 

Steuerpflicht festgelegt werden). Der Wegfall dieser Voraussetzungen während der 

Steuerperiode hat zur Folge, dass der Abzug nicht gewährt wird. Das Stichtagsprinzip 

ist eine typische Massnahme einer gesetzlichen Vereinfachung im Rahmen des 

Steuervollzugs, indem Veränderungen der persönlichen Verhältnisse nicht laufend, 

sondern nur einmal – namentlich am Ende der Steuerperiode – berücksichtigt werden. 

Bei dieser Gesamtbetrachtung wird eine steuerliche Bevorzugung oder 

Benachteiligung eines Steuerpflichtigen im Einzelfall in Kauf genommen. Eine daraus 

resultierende, sich nicht an der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit orientierende 

Besteuerung ist hinzunehmen, wenn diese Regelung nicht in genereller Weise zu 

Ungerechtigkeiten führt. Das Stichtagsprinzip führt durch seine schematische 

Erfassung der persönlichen Verhältnisse zu einem bestimmten Zeitpunkt gerade nicht 

zu einer generellen Benachteiligung, da sich dieses zum Vorteil des Steuerpflichtigen 

auswirken kann, wenn sich die Veränderungen in seinen persönlichen Verhältnissen 

erst gegen Ende der Steuerperiode, bis am massgeblichen Stichtag ergeben, aber 

auch zu dessen Nachteil, wenn die Voraussetzungen des Sozialabzugs während der 

Steuerperiode lange bestehen und kurz vor dem Stichtag entfallen (vgl. dazu 

Entscheide der VRK [VRKE] I/1 2004/173 vom 25. Mai 2005 E. 3d, I/1 2012/87 vom 

25. September 2012 E. 2a und I/1 2012/185 vom 26. Februar 2013 E. 2b, im Internet 

abrufbar unter: www.sg.ch/gerichte und dort unter Rechtsprechung).

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Für volljährige Kinder wird ein Kinderabzug nur gewährt, wenn sich das Kind am 

Stichtag noch in der beruflichen (oder schulischen) Ausbildung befindet. Als berufliche 

Ausbildung gelten alle Ausbildungslehrgänge, welche zur Erlernung eines Berufs 

dienen, wie Berufsschule, Fachhochschule, Universität, usw. (Zigerlig/Oertli/Hofmann, 

a.a.O., II. Teil N 670). Ein Kind steht auch dann noch in der beruflichen Ausbildung, 

wenn es den eigentlichen Ausbildungsgang vorübergehend unterbrochen hat. Der 

Unterbruch darf jedoch nicht grösseren Umfangs sein und sollte aus objektiven 

Gründen erfolgen. Das heisst, der Unterbruch muss auf die Ausbildung ausgerichtet 

sein und zweckgerichtet benützt werden, namentlich um Militär- (nicht aber als 

Durchdiener [GVP 2013 Nr. 24 E. 4c]), Zivil- oder Zivilschutzdienstpflicht zu erfüllen, 

eine mindestens halbtägige Schule zu besuchen, welche als Ergänzung oder 

Vorbereitung zum gewählten Ausbildungsgang in Verbindung steht (z.B. Sprachschule), 

oder um sich zielgerichtet und konsequent auf eine Prüfung vorzubereiten. Soweit der 

Unterbruch der Ausbildung für Tätigkeiten genutzt wird, welche nicht Voraussetzung 

oder notwendige Ergänzung der eigentlichen Ausbildung darstellen, wie beispielsweise 

der Besuch eines Praktikums, weil dieses die Chancen auf dem Arbeitsmarkt nach der 

eigentlichen Ausbildung erhöht, ist davon auszugehen, dass das Kind sich während 

dieses Unterbruchs nicht in Ausbildung befindet. Fällt ein solcher Unterbruch auf einen 

Stichtag, so ist der Kinderabzug nicht zuzulassen (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, 

Handkommentar zum DBG, 3. Aufl. 2016, Art. 35 N 43; Baumgartner/Eichenberger, in: 

Zweifel/Beusch [Hrsg.], 3. Aufl. 2017, Art. 35 DBG N 9; SGE 2013 Nr. 8 und 2012 Nr. 2; 

StB 48 Nr. 1).

b) Aufgrund der Angaben der Rekurrentin steht fest, dass ihre Tochter das 

Bachelorstudium im Januar 2017 abgeschlossen und das Masterstudium im Frühjahr 

2020 aufgenommen hat. Nach dem Stichtagsprinzip war das Studium am 

31. Dezember 2017 unterbrochen. Nach einem ersten Praktikum vom 1. Februar bis 

30. Juni 2017 (vgl. Arbeitsvertrag vom 27. Januar 2017, act. 9/1.6) befand sie sich in 

Ostasien auf Reisen. Der Vertreter der Rekurrentin begründet den Unterbruch mit 

Sprach- und Studienreisen. Der Besuch einer allfälligen Sprachschule, 

Vorbereitungskurse oder dergleichen im Rahmen der Ostasienreise sind jedoch nicht 

belegt. Allein der Hinweis auf zu gewinnende Erfahrungen, die auf einer Reise im Alltag 

integriert sind (act. 13/1), genügt für den Nachweis eines zielgerichteten Unterbruchs 

des Studiums nicht.

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Weiter bringt der Rechtsvertreter der Rekurrentin vor, Praktika in der Arbeitswelt 

während den Zwischenjahren gehörten auch zur Ausbildung und würden 

beispielsweise für das Masterstudium vorausgesetzt (act. 2 S. 4). Worauf er sich dabei 

stützt, geht aus seinen Ausführungen nicht hervor. Aus den einschlägigen Erlassen 

ergibt sich dies jedenfalls nicht. Vielmehr setzt die Zulassung zum Masterstudium 

Mono in Psychologie, welches die Tochter ab Frühjahrssemester 2020 in Angriff 

genommen hat (act. 3/2), einen Bachelor im Major voraus (Art. 26 Abs. 2 des 

Reglements über das Studium und die Leistungskontrollen an der Philosophisch-

humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität vom 1. September 2005, im Internet 

abrufbar unter: phil_hum_rsl_2005_final_ger.pdf [unibe.ch], vgl. auch Art. 29 Abs. 3 des 

bernischen Gesetzes über die Universität [BSG 436.11], Art. 10 der bernischen 

Verordnung über die Universität [BSG 436.111.1] und Art. 71 Abs. 2 des Statuts der 

Universität Bern vom 7. Juni 2011, im Internet abrufbar unter: www.unibe.ch). Auch 

wenn praktische Erfahrungen vor dem Beginn des Masterstudiums durchaus nützlich 

sein können, werden solche für die Aufnahme des Masterstudiums aber nicht verlangt. 

Das Praktikum ist im Studienprogramm integriert, und zwar ist während des 

Masterstudiums eine berufspraktische Tätigkeit im Umfang von mindestens 300 

Stunden unter Supervision von Psychologinnen bzw. Psychologen mit 

Universitätsabschluss erforderlich (Art. 29 Abs. 1 lit. b und Art. 31 des Studienplans der 

Universität Bern für das Bachelor- und Masterstudium in Psychologie vom 

17. Dezember 2018, im Internet abrufbar unter: 

phil_hum_sp_ba_ma_psychologie_final_ger.pdf [unibe.ch]). Die von der Tochter 

absolvierten Praktika waren demnach keine Voraussetzungen, um mit dem 

Masterstudium in Psychologie beginnen zu können.

Ob die beiden Praktika und die Reisen im Hinblick auf bessere Chancen auf dem 

Arbeitsmarkt unternommen wurden, kann offengelassen werden; denn dieser Zweck 

stellt im Hinblick auf die Frage der Gewährung des Kinderabzugs eine unzulässige 

Unterbrechung der Ausbildung dar (Baumgartner/Eichenberger, a.a.O., Art. 35 DBG 

N 9). Daran ändert selbst dann nichts, wenn davon ausgegangen wird, dass das 

Psychologiestudium (erst) mit dem Master abgeschlossen wird. Schliesslich stellt ein 

Unterbruch zwischen dem Abschluss des Bachelor- und dem Beginn des 

Masterstudiums von rund drei Jahren keinen vorübergehenden mehr dar. Es ist nicht 

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ersichtlich und wird auch nicht geltend gemacht, dass der Tochter eine frühere 

Aufnahme des Masterstudiums nicht möglich gewesen wäre.

Unter diesen Umständen hat die Vorinstanz den Kinderabzug für die Tochter bei den 

Kantons- und Gemeindesteuern in der Steuerperiode 2017 zu Recht nicht gewährt. 

Namentlich befand sich die Tochter am Stichtag (31. Dezember 2017) nicht in der 

Ausbildung.

5.- Zusammenfassend ergibt es sich, dass die Voraussetzungen für den Kinderabzug 

für die Tochter bereits deshalb nicht erfüllt sind, weil diese sich am Stichtag nicht in 

einer Erstausbildung befunden hat. Die übrigen Voraussetzungen müssen folglich nicht 

mehr geprüft werden. Es stellt sich deshalb etwa auch die Frage nicht, ob es sich bei 

der Rekurrentin um denjenigen Elternteil handelt, der zur Hauptsache für den Unterhalt 

der Tochter aufgekommen ist und gemäss Art. 48 Abs. 1 lit. a Ziff. 2 StG Anspruch auf 

den Kinderabzug hätte. Der Rekurs ist abzuweisen.

6.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des 

Rekursverfahrens der Rekurrentin aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine 

Entscheidgebühr von Fr. 600.– erscheint angemessen (Art. 7 Ziff. 122 der 

Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist 

damit zu verrechnen.

Entscheid:

1.  Die Beschwerde wird als erledigt abgeschrieben.

2.  Der Rekurs wird abgewiesen.

3.  Die Rekurrentin hat die amtlichen Kosten des Rekursverfahren von

     Fr. 600.– (Entscheidgebühr) zu bezahlen, unter Verrechnung des Kostenvorschusses

     in gleicher Höhe.

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		2024-05-26T23:06:32+0200
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