# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** eecec31f-d235-50f1-a925-3c46741982cc
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** GG240199-L2
**Docket/Reference:** GG240199-L2
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/GG240199-L2.pdf

## Full Text

Bezirksgericht Zürich
10. Abteilung - Einzelgericht  

Geschäfts-Nr.: GG240199-L / U

Mitwirkend: Bezirksrichter lic. iur. R. Harris

Gerichtsschreibern MLaw T. Baldissera

Urteil vom 17. Januar 2025
(begründete Ausfertigung)

in Sachen

Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis, 

Anklägerin

gegen

A._____, 

Beschuldigter

verteidigt durch Rechtsanwalt MLaw X._____, 

betreffend Nötigung etc.

Privatklägerin

B._____, 

unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwältin MLaw Y._____, 

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Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis vom 11. September 
2024 (act. 20) ist diesem Urteil beigeheftet.

An der Hauptverhandlung anwesende Parteien:
(Prot. S. 6)

Der Beschuldigte in Begleitung des erbetenen Verteidigers Rechtsanwalt MLaw 
X._____ sowie die unentgeltliche Rechtsbeiständin MLaw Y._____ für die Privat-
klägerin.

Anträge der Anklagebehörde:
(act. 20 S. 5)

" ♦ Schuldigsprechung von A._____ im Sinne der Anklageschrift

♦

Bestrafung mit einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu CHF 80.00 (entspre-
chend CHF 14'400.00) sowie einer Busse von CHF 1'500.00, unter Anrech-
nung der erstandenen Haft 

♦ Gewährung des bedingten Vollzugs der Geldstrafe unter Ansetzung einer 

Probezeit von 2 Jahren 

♦

♦

♦

♦

Festsetzung einer Ersatzfreiheitsstrafe von 15 Tagen bei schuldhafter Nicht-
bezahlung der Busse

Anordnung einer Weisung zur Absolvierung des Lernprogramms Partner-
schaft ohne Gewalt (PoG) (Häusliche Gewalt) und zur Teilnahme an den 
Nachkontroll-Gesprächen beim Amt für Justizvollzug und Wiedereingliede-
rung des Kantons Zürich, Bewährung- und Vollzugsdienste, Lernprogramme, 
8090 Zürich, im Sinne von Art. 94 StGB

Entscheid über die Zivilansprüche der Privatklägerschaft

Kostenauflage (Kosten, inkl. Gebühr für das Vorverfahren von CHF 1'500.00)"

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Anträge der Privatklägerin:
(act. 31 S. 2)

" 1. Der Beschuldigte sei anklagegemäss schuldig zu sprechen und angemessen 

zu bestrafen.

2. Es sei dem Beschuldigten für die Dauer von fünf Jahren zu verbieten, mit der 
Geschädigten direkt oder indirekt in irgendeiner Form persönlich Kontakt auf-
zunehmen oder durch Drittpersonen Kontakt aufnehmen zu lassen (elektro-
nisch, brieflich oder physisch).

3. Der Beschuldigte sei zu verpflichten, der Privatklägerin eine Genugtuung in 

der Höhe von CHF 3'000 sowie Schadenersatz in der Höhe von 
CHF 10'200.00 je zzgl. 5% Zins ab dem 7. Juli 2023 zu bezahlen.

Eventualiter sei festzustellen, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklä-
gerin dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist du es sei vorzumerken, 
dass die spätere Geltendmachung einer Schadenersatzforderung vorbehalten 
bleibt.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 8.1% MwSt.) zulasten des Be-
schuldigten, wobei die Kosten der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung vor-
erst vom Staat zu übernehmen seien. "

Anträge der Verteidigung:
(act. 33 S. 1.)

" 1. Der Beschuldigte sei von Schuld und Strafe vollumfänglich freizusprechen.

2. Von der Anordnung einer Weisung sei abzusehen.

3. Die Zivilforderungen der Privatklägerin seien abzuweisen.

4. Es sei dem Beschuldigten eine Genugtuung von Fr. 600.-- zzgl. Zins zu 5 % 

seit dem 8. Juli 2023 zuzusprechen.

5. Es sei dem Beschuldigten Schadenersatz in Höhe von Fr. 197.35 zzgl. Zins 

zu 5 % seit dem 8. Juli 2023 zuzusprechen.

6. Unter  Kosten-  und  Entschädigungsfolge  (zzgl.  MwSt.)  zulasten  der  Staats-

kasse."

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Erwägungen:

I. Prozessgeschichte / Prozessuales

1.

Prozessgeschichte

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis (nachfolgend: Staatsan-

waltschaft) vom 11. September 2024 ging am 12. September 2024 beim hiesigen 

Bezirksgericht ein (act. 20). Mit Vorladungsverfügung vom 8. Oktober 2024 wurde 

die Hauptverhandlung auf den 17. Januar 2025 angesetzt und den Parteien Frist 

zur Stellung von Beweisanträgen resp. der Privatklägerin zur Bezifferung sowie Be-

gründung  der  Zivilansprüche  angesetzt  (act. 21/1).  Die  Hauptverhandlung  wurde 

am 17. Januar 2025 hierorts durchgeführt (Prot. S. 6 ff.). Nach ordnungsgemässer 

Durchführung der Hauptverhandlung sowie erfolgter Beratung wurde das Urteil den 

anwesenden Parteien gleichentags eröffnet und mündlich begründet (Prot. S. 6 ff.) 

und  hernach  dem  Beschuldigten,  dem  amtlichen  Verteidiger,  der  unentgeltlichen 

Rechtsbeiständin für sich sowie zuhanden der Privatklägerin und der Staatsanwalt-

schaft  schriftlich  im  Dispositiv  ausgehändigt  bzw.  zugestellt  (Prot.  S. 18;  act. 36; 

act. 37).

2.

Konstituierung Privatklägerschaft

Als Privatklägerschaft gilt die geschädigte Person, die ausdrücklich erklärt, sich am 

Strafverfahren als Straf- oder Zivilklägerin zu beteiligen, wobei der Strafantrag die-

ser Erklärung gleichgestellt ist (Art. 118 Abs. 1 und 2 StPO). B._____ (nachfolgend: 

Privatklägerin) konstituierte sich mit Formular "Geltendmachung von Rechten als 

Privatklägerschaft" rechtsgültig als Privatklägerin (act. 10/8).

3.

Strafantrag

Bei den zu beurteilenden Tatbeständen der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB, 

der  einfachen  Körperverletzung  zulasten  des  Ehegattens  im  Sinne  von  Art. 123 

Ziff. 1 in Verbindung mit Ziff. 2 Abs. 4 StGB sowie der Tätlichkeit zulasten des Ehe-

gattens im Sinne von Art. 126 Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 2 lit. b StGB handelt 

es sich um Offizialdelikte, welches von Amtes wegen verfolgt werden.

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4.

Anklageprinzip

4.1. Nach dem Anklagegrundsatz (Art. 9 Abs. 1 StPO) bestimmt die Anklageschrift 

den Gegenstand des Gerichtsverfahrens. Es können nur Sachverhalte Gegenstand 

des gerichtlichen Verfahrens sein, die dem Beschuldigten in der Anklageschrift vor-

geworfen werden (statt vieler: BGer 6B_966/2009 vom 25. März 2010; E. 3.2). Die 

Anklageschrift  bzw.  deren  Inhalt  bestimmen  also  den  Prozessgegenstand  (sog. 

Umgrenzungsfunktion). Die Anklage muss die der beschuldigten Person zur Last 

gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so präzise umschreiben, dass die Vorwürfe 

im  objektiven  und  subjektiven  Bereich  genügend  konkretisiert sind  (statt  vieler: 

BGer 6B_254/2013 vom 1. Juli 2012, E. 1.2).

4.2. Die  Nötigungshandlung  ist  im  Gesetz  durch  Gewalt,  Androhung  ernstlicher 

Nachteile  oder  durch  andere  Beschränkung  der  Handlungsfreiheit  umschrieben 

(Art. 181 StGB). Dabei ist bei der nötigenden Handlung eine gewisse Intensität ge-

fordert, da diese ja dazu geeignet sein muss, die Willensfreiheit des Opfers tatsäch-

lich zu beeinträchtigen (BGE IV 437 E. 3.2.2).

4.3.

In der Anklageschrift ist die Nötigung, wie folgt, umschrieben: "Durch das ge-

nannte  Vorgehen  bzw.  das  Behändigen  des  Mobiltelefons  hinderte  der  Beschul-

digte die Geschädigte am umgehenden Verlassen der Wohnung bzw. an der Alar-

mierung der Polizei, womit der Beschuldigte mindestens rechnen musste und was 

er zumindest billigend in Kauf nahm." (act. 20 S. 3). Weiter vorne heisst es diesbe-

züglich: "Als die Geschädigte die Polizei alarmieren wollte, behändigte der Beschul-

digte gegen deren Willen das Mobiltelefon der Geschädigten und schlug ihr damit 

gegen den Kopf, so dass die Geschädigte eine Beule erlitt." (act. 20 S. 2 f.). Dabei 

wird dem Beschuldigten pauschal vorgeworfen, er habe durch die Wegnahme des 

Mobiltelefons die Privatklägerin am Verlassen der Wohnung resp. Alarmierung der 

Polizei gehindert. Inwieweit nun die Wegnahme des Mobiltelefons die Privatkläge-

rin am Verlassen der ehemals gemeinsamen Wohnung resp. Alarmierung der Po-

lizei gehindert haben soll und somit die von Art. 181 StGB geforderte Intensität der 

nötigenden Handlung erreicht haben soll, ist im Antrag der Staatsanwaltschaft nicht 

genügend umschrieben. Folglich ist keine konkrete Nötigungshandlung, welche zu 

einer  unzulässigen  Freiheitsbeschränkung  der  Privatklägerin  geführt  haben  soll, 

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resp.  der  Kausalzusammenhang  zwischen  Nötigungsmittel  und  Nötigungserfolg 

umschrieben. Wenn im Anklagesachverhalt keine strafbare Handlung umschrieben 

wird, genügt er dem Anklageprinzip nicht, sodass – selbst wenn sich die angeklagte 

Tatversion erstellen liesse – keine Verurteilung wegen Nötigung erfolgen könnte.

1.

Allgemeines zur Sachverhaltserstellung

II. Sachverhalt

1.1. Bei der Beantwortung der Frage, ob sich der dem Beschuldigten in der An-

klageschrift vorgeworfene Sachverhalt verwirklicht hat, ist das Gericht keinen Be-

weisregeln verpflichtet. Vielmehr gilt der Grundsatz der freien richterlichen Beweis-

würdigung (Art. 10 Abs. 2 StPO), wonach das Gericht sein Urteil nach seiner freien, 

aus den vorhandenen Beweismitteln geschöpften Überzeugung fällt. Hat sich die 

Beweisführung,  wie  vorliegend,  auf  Aussagen  von  Beteiligten  zu  stützen,  ist  an-

hand sämtlicher Umstände zu prüfen, welche Darstellung überzeugend ist. Beste-

hen  nach  abgeschlossener  Beweiswürdigung  erhebliche  oder  unüberwindbare 

Zweifel, so sind diese zu Gunsten des Beschuldigten zu werten (TOPHINKE, in: NIG-

GLI/HEER/WIPRÄCHTIGER,  Schweizerische  Strafprozessordnung  /  Jugendstrafpro-

zessordnung, Basler Kommentar, 3. Auflage, Basel 2023, Art. 10 N 76). Bloss abs-

trakte oder theoretische Zweifel dürfen dabei nicht massgebend sein, weil solche 

immer  möglich  sind  (BGer  6B_297/2007  vom  4. September  2007  E.  3.4;  BGer 

1P.587/2003 vom 29. Januar 2004 E. 7.2).

1.2. Stützt sich die Beweisführung auf Aussagen von Beteiligten, sind diese frei 

zu würdigen. Es ist anhand sämtlicher Umstände, die sich aus den Akten und der 

Hauptverhandlung ergeben, zu untersuchen, ob die Sachdarstellung überzeugend 

ist, wobei insbesondere zwischen der Glaubwürdigkeit einer Person und der Glaub-

haftigkeit ihrer Aussagen zu unterscheiden ist. Die allgemeine Glaubwürdigkeit ei-

ner Person ergibt sich nebst ihrer prozessualen Stellung auch aus ihrem wirtschaft-

lichen Interesse am Ausgang des Verfahrens sowie vor allem aus ihren persönli-

chen Beziehungen und Bindungen zu den übrigen Prozessbeteiligten. Bei der Wür-

digung von Aussagen ist allerdings nicht in erster Linie die prozessuale Stellung 

der aussagenden Person massgebend. Ihr Interesse am Ausgang des Verfahrens 

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oder die persönliche Bindung zu anderen Prozessbeteiligten ist für sich alleine noch 

kein Grund, ihrer Aussage zu misstrauen. Erst das Hinzutreten weiterer, in dieselbe 

Richtung weisender Indizien kann begründeten Anlass geben, Aussagen als unzu-

verlässig zu verwerfen. Zur Beurteilung der Glaubhaftigkeit der Aussagen ist daher 

zu  prüfen,  ob  diese  in  den  wesentlichen  Punkten  Widersprüche  enthalten,  sie  in 

ihrem Kerngehalt stimmig und im sich aus ihnen ergebenden Ablauf logisch und 

schlüssig sind sowie ob sie – soweit das objektiv möglich ist – anhand erstellter 

Sachverhalte korrekt verifizierbar sind (ROLF BENDER, Die häufigsten Fehler bei der 

Beurteilung von Zeugenaussagen, SJZ 81, 1985, S. 53 ff.; BENDER/NACK/TREUER, 

Tatsachenfeststellung vor Gericht, 5. Auflage, München 2021).

1.3. Eine strafrechtliche Verurteilung kann nur erfolgen, wenn die Schuld der be-

schuldigten Person mit hinreichender Sicherheit erwiesen ist. Bestehen nach ab-

geschlossener Beweiswürdigung erhebliche oder unüberwindbare Zweifel, so sind 

diese zu Gunsten des Beschuldigten zu werten ("in dubio pro reo") und es ist von 

jener Sachlage auszugehen, welche für die beschuldigte Person günstiger ist, so-

dass  diese  unter  Umständen  freizusprechen  ist  (BSK  StPO-TOPHINKE,  Art. 10 

N 76).

2.

Anklagevorwurf

2.1. Die  Staatsanwaltschaft  Limmattal/Albis  wirft  dem  Beschuldigten  vor,  am 

7. Juli 2023, ca. ab 17:00 Uhr, die Privatklägerin im Rahmen einer verbalen Aus-

einandersetzung  in  der  damals  gemeinsam  bewohnten  Wohnung  am  C._____ 

[Strasse] 1 in … Zürich zunächst an den Haaren gezogen und ihr Fusstritte verpasst 

zu  haben.  Weiter  habe  der  Beschuldigte  die  Privatklägerin  von  hinten  an  ihren 

Schultern gepackt, sie zu sich umgedreht und ihr für einen kurzen Moment mit bei-

den  Händen  an  ihren  Hals  gefasst  resp.  sie  gewürgt,  bis  die  Privatklägerin  ge-

schrien habe. Als die Privatklägerin die Polizei habe alarmieren wollen, habe der 

Beschuldigte  gegen  den  Willen  der  Privatklägerin  deren  Mobiltelefon  behändigt. 

Danach habe er der Privatklägerin damit an den Kopf geschlagen, so dass die Pri-

vatklägerin  eine  Beule  erlitten  habe.  Bei  diesen  gewaltsamen  gegen  den  Körper 

der Privatklägerin gerichteten Handlungen des Beschuldigten habe dieser mindes-

tens damit rechnen müssen, dass die genannten Faustschläge bzw. das Festhalten 

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und die Tritte zu den genannten Hämatomen hätten führen können, welche er min-

destens billigend in Kauf genommen habe. Im Übrigen habe der Beschuldigte die 

Privatklägerin in einer Art und Weise körperlich beeinträchtigt, die über das allge-

mein übliche und gesellschaftlich geduldete Mass hinausgehe, was der Beschul-

digte auch beabsichtigt habe. Durch das genannte Vorgehen bzw. das Behändigen 

des Mobiltelfons habe der Beschuldigte die Privatklägerin am umgehenden Verlas-

sen  der  Wohnung  bzw.  an  der  Alarmierung  der  Polizei  gehindert,  womit  der  Be-

schuldigte  mindestens  habe  rechnen  müssen  und  was  er  zumindest  billigend  in 

Kauf genommen habe (act. 20 S. 2 f.).

2.2. Weiter habe der Beschuldigte die Privatklägerin zu einem nicht näher bekann-

ten Zeitpunkt, ca. im Juni 2023, auf einem Parkplatz vor der genannten Wohnung 

am C._____ [Strasse] 1 in … Zürich an den Haaren gepackt, ihr eine Ohrfeige ver-

setzt und sie aus dem Auto gezogen, wobei die Privatklägerin gestürzt sei. Dabei 

habe sich die Privatklägerin blaue Flecken am Oberschenkel und Griffabdrücke am 

Oberarm zugezogen (act. 20 S. 3).

2.3. Schliesslich habe der Beschuldigte der Privatklägerin seit deren Einreise in 

die Schweiz im Januar 2023 mehrfach zu jeweils nicht genau bekannten Zeitpunk-

ten – im Januar 2023 mindestens dreimal wöchentlich – an nicht bekannten Orten, 

mitunter am gemeinsamen Wohnort, Ohrfeigen gegeben und diese getreten. Dabei 

habe er die Privatklägerin ca. Anfang Juni 2023 zuletzt gegen das Gesäss getreten 

(act. 20 S. 3).

3.

Standpunkt der Beschuldigten

Der  Beschuldigte  gesteht  hinsichtlich  des  Vorfalls  vom  7. Juli  2023  ein,  dass  es 

zwischen ihm und der Privatklägerin zur Auseinandersetzung gekommen sei. Indes 

habe er ihr das Mobiltelefon weder weggenommen noch ihr mit diesem gegen den 

Kopf geschlagen. Er habe sie auch nicht anderweitig körperlich angefasst. Er sei 

es sodann gewesen, der zuerst die Polizei verständigt habe. Hinsichtlich des vor-

geworfenen Vorfalls im Juni 2023 auf einem Parkplatz vor der ehemals gemeinsa-

men Wohnung sowie der regelmässigen Tätlichkeiten seit Einreise in die Schweiz 

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wies der Beschuldigte die gegen ihn erhobenen Vorwürfe von sich (vgl. act. 4, act. 5 

und act. 33).

4.

Beweismittel

Die Staatsanwaltschaft gründet den Anklagevorwurf in erster Linie auf die Aussa-

gen  der  Privatklägerin  (act. 7  und  8).  Weiter  liegen  den  staatsanwaltschaftlichen 

Akten  die  Einvernahmen  des  Beschuldigten  (act 4  bis  6)  sowie  ein  Bericht  der 

Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration sowie zwei Berichte von Frauenhäu-

sern (act. 10/16-18) und der Polizeirapport samt Nachtrag und Fotodokumentatio-

nen je vom 8. Juli 2023 (act. 1,3 und 2/3-4) bei. Gegen die Verwertbarkeit dieser 

Beweismittel ergibt sich nichts Entsprechendes aus den Akten. Insbesondere er-

hielt der Beschuldigte im Rahmen der parteiöffentlichen Einvernahme der Privat-

klägerin  vom  15. Februar  2024  die  Möglichkeit,  deren  Aussagen  mitzuverfolgen 

und dieser Ergänzungsfragen zu stellen (act. 8). Auf die Beweismittel wird nachfol-

gend nur eingegangen, insofern sie zur Sachverhaltserstellung dienen.

5. Glaubwürdigkeit der Parteien

5.1. Zur Glaubwürdigkeit des Beschuldigten ist festzuhalten, dass er als beschul-

digte Person einvernommen wurde und somit nicht unter der Strafandrohung von 

Art. 307 StGB zu wahrheitsgemässen Aussagen verpflichtet war. Er hat als direkt 

vom Ausgang des vorliegenden Strafverfahrens Betroffener ein – durchaus legiti-

mes – Interesse daran, sich selbst nicht zu belasten bzw. die Geschehnisse in ei-

nem für ihn günstigen Licht darzustellen. Konkrete Anhaltspunkte, die seine Glaub-

würdigkeit massgeblich erschüttern würden, sind vorliegend nicht ersichtlich.

5.2. Zur Glaubwürdigkeit der Privatklägerin ist festzuhalten, dass sie als Geschä-

digte ganz unmittelbar vom Ausgang des vorliegenden Verfahrens betroffen ist. Bei 

dem Beschuldigten und der Privatklägerin handelt es sich um ein nunmehr getrennt 

lebendes  Ehepaar.  Dennoch  sind  vorliegend  keine  konkreten  Hinweise  auf  eine 

grundsätzlich  getrübte  oder  gar  fehlende  Glaubwürdigkeit  der  Privatklägerin  er-

sichtlich. Ausserdem sagte sie bei der Staatsanwaltschaft unter der strengen Straf-

androhung der Art. 303 bis 305 StGB aus. Da sie gegenüber dem Beschuldigten 

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eine Zivilklage geltend machen lässt (act. 24), offenbart sie am vorliegenden Straf-

verfahren zudem finanzielle Interessen. Diese Umstände sind bei der Würdigung 

ihrer Aussagen zu berücksichtigen.

5.3. Wichtiger als die prozessuale Stellung der Aussagenden erweist sich ohnehin 

die Glaubhaftigkeit deren Aussagen, was folgend zu beleuchten ist.

6.

Aussagen des Beschuldigten

6.1. Vorfall 7. Juli 2023

6.1.1.Bei der polizeilichen Einvernahme vom 8. Juli 2023 gab der Beschuldigte an, 

dass er am Vorabend nach Hause gekommen sei. Seine Frau sei nicht Zuhause 

gewesen. Er habe sie angerufen und gefragt, wo sie sei. Sie habe gesagt, dass sie 

dies nicht wisse. Sie sei essen gegangen. Er habe entgegnet, dass er seit 05:00 

Uhr morgens nichts gegessen hätte und nun auch Hunger habe. Daraufhin habe 

sie gesagt, dass ihr dies "scheissegal" sei; er könne essen, was er wolle. Um 17:00 

Uhr  sei  sie  nach  Hause  gekommen.  Sie  sei  direkt  ins  Schlafzimmer  gegangen, 

ohne ihn zu begrüssen. Nach dem Essen sei er ebenfalls ins Zimmer und habe sich 

erkundigt, wo sie gewesen sei. Sie habe ihm gesagt, dass ihn das nichts angehe, 

und sie mit anderen Männern "herumficke". Ob dies wirklich der Wahrheit entspre-

che, wisse er nicht. Er habe ihr gesagt, dass sie eine billige Frau sei. Sie hätten 

gesprochen. In der Folge habe sie ihm ein Kissen angeworfen und ihn bespuckt. 

Sie sei auf ihn zugekommen; er habe sie an den Schultern festgehalten. Sie habe 

ihn mit dem Handy schlagen wollen, woraufhin er sich zu Wehr gesetzt habe. Dar-

aufhin habe sie sich gegen den Kopf mit dem Handy geschlagen. Deshalb habe er 

die Polizei angerufen. Der Polizist habe ihm gesagt, er solle auf einem Posten eine 

Anzeige machen, weshalb er seine Schlüssel habe holen wollen. Die Privatklägerin 

habe jedoch von ihm gefordert, ihr Handy zu suchen. Als er das Telefon unter dem 

Bett habe hervorholen wollen, habe sie sich an den Hals gegriffen, zugedrückt und 

begonnen "Help, Help" zu schreien. Mit dem kaputten Besenstil habe er das Handy 

hervorholen können. Als sie sich schreiend an den Hals gegriffen habe, sei er zu-

dem zu ihr hin, habe gemeint, das sei das letzte Mal und dass er sie bei der Polizei 

anzeigen werde. Er sei aus dem Zimmer und habe gemerkt, dass er seine Schlüs-

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sel vergessen habe. In der Zwischenzeit habe sie die Türe abgeschlossen. Er habe 

gehört, wie sie am Telefon gesagt habe, "hören sie, ich muss die Türe öffnen, sonst 

bringt er mich um oder wird mich schlagen". Um seine Schlüssel zu bekommen, sei 

er über den Balkon über das geöffnete Fenster eingestiegen. Er habe erneut ge-

sagt, er hole die Schlüssel und gehe sodann zur Polizei. Sie habe ihm entgegnet, 

dass er dies nicht mehr müsse, da diese bereits komme. Dann sei die Polizei ge-

kommen (act. 4 F/A 5, 28, 42). Es stimme, dass er ihr gesagt habe – indes an einem 

anderen Tag – dass er sie nicht mehr in die Wohnung lasse, wenn es spät werden 

würde. Dies, weil er Familienzeit verbringen wollte (act. 4 F/A 6). Er habe ihr einmal 

den  Pass  versteckt.  Er  habe  ihr  auch  gesagt,  dass  sie  gehen  könne,  sobald  sie 

geschieden seien (act. 4 F/A 7). Er trinke ab und zu zwei bis drei Bierchen. Zu viel 

trinken dürfe er aber nicht wegen der Arbeit beim Flughafen (act. 4 F/A 35 ff.).

6.1.2.In seiner Hafteinvernahme vom 9. Juli 2023 wiederholte der Beschuldigte den 

Ablauf der Geschehnisse: Die Privatklägerin habe ihn mit dem Handy schlagen wol-

len und habe sodann sich geschlagen. Er habe das Handy unter dem Bett für sie 

hervorholen müssen. Als er am Boden gewesen sei, habe sie sich am Hals gepackt 

und  "help  help"  gerufen  (act. 5  F/A 6).  Es  stimme,  dass  er  sie  an  den  Schultern 

gepackt habe. Dabei sei sein Gesicht nahe an ihrem gewesen. Er habe ihr gesagt, 

dass er ihr genug Chancen gegeben habe. Daraufhin habe er die Polizei gerufen. 

Als er seine Schlüssel aus dem Zimmer habe holen wollen, war dieses abgeschlos-

sen und die Privatklägerin habe die Polizei angerufen. Er habe gemeint, er gehe 

nun  zur  Polizei,  woraufhin  sie  entgegnet  habe,  dass  diese  nun  komme    (act. 5 

F/A 9). Zu Drohungen seinerseits sei es nicht gekommen. Sie habe immer von Zu-

hause  weg  wollen.  Er  habe  ihr  dann  jeweils  gesagt,  dass  sie  dies  nur  nach  der 

Scheidung könne; die Behörden würden prüfen, ob sie sodann in der Schweiz blei-

ben könne (act. 5 F/A 20). Er trinke gelegentlich Bier (act. 5 F/A 24).

6.1.3. In der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 28. Juni 2024 sowie in der 

der heutigen Hauptverhandlung verwies der Beschuldigte auf seine zuvor getätig-

ten Aussagen (act. 6 F/A 4 ff.; Prot. S. 10).

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6.2. Vorfall Juni 2023 auf einem Parkplatz

Mit dem Vorwurf hinsichtlich des Vorfalls im Juni 2023 auf einem Parkplatz vor der 

damals gemeinsam bewohnten Wohnung wurde der Beschuldigte erst anlässlich 

des  Schlussvorhalts  in  der  staatsanwaltschaftlichen  Einvernahme  vom  28. Juni 

2024  konfrontiert,  wobei  er  diesbezüglich  keine  Aussagen  machte  (vgl.  act. 6 

F/A 4 ff.).  Auch  anlässlich  der  heutigen  Hauptverhandlung  äusserte  er  sich  nicht 

zum Anklagevorwurf (Prot. S.11).

6.3. Regelmässige Tätlichkeiten seit Einreise in die Schweiz

6.3.1. Bei der polizeilichen Einvernahme vom 8. Juli 2023 wies der Beschuldigte 

den Vorwurf, die Privatklägerin vom ersten Tag seit ihrer Einreise in die Schweiz 

regelmässig geschlagen zu haben, von sich. Auf Nachfrage, jemals in den Hintern 

der Privatklägerin gekickt zu haben, verneinte er dies. Es könne jedoch sein, dass 

er ihr sexuell orientiert mit der Hand einen Klaps auf den Hintern gegeben habe. 

Auch beim Gehen habe er auch schon so spasseshalber resp. spielend seine Ferse 

an ihren Po geschlagen (act. 4 F/A 20 ff.).

6.3.2. In der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 28. Juni 2024 und der heu-

tigen Hauptverhandlung verwies der Beschuldigte auf seine zuvor getätigten Aus-

sagen (act. 6 F/A 4 ff.; Prot. S. 11).

7.

Aussagen der Privatklägerin

7.1. Vorfall 7. Juli 2023

7.1.1.Anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 7. Juli 2023 führte die Privat-

klägerin aus, dass sie ihren Mann gebeten habe, Essen nach der Arbeit mitzubrin-

gen. Er habe ihr nichts mitbringen wollen, weshalb sie auswärts gegangen sei. Als 

sie unterwegs gewesen sei, habe der Beschuldigte sie angerufen und ihr unterstellt, 

mit einem anderen Mann unterwegs gewesen zu sein. Er habe ihr sodann gesagt, 

er werde die Wohnungstüre nicht für sie öffnen, falls es spät werden würde. Es sei 

zu  Streit  Zuhause  gekommen,  da  der  Beschuldigte  ihr  vorgeworfen  habe,  müde 

wegen  eines  anderen  Mannes  zu  sein.  Während  des  Streits  habe  er  ihr  gesagt, 

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dass er nicht mehr wolle und sich scheiden lassen möchte. Sie sei damit einver-

standen gewesen. Daraufhin habe er sie aufgefordert, die Wohnung zu verlassen. 

Sie habe ihm gesagt, dass sie nirgends hin könne und kein Geld habe. Sie müsse 

ein paar Wochen bleiben. Als sie am Kleiderschrank gestanden sei, sei er von hin-

ten  gekommen,  habe  sie  an  den  Schultern  gepackt  und  sie  zu  sich  umgedreht. 

Danach habe er mit beiden Händen ihren Hals gepackt und "bisschen" zugedrückt. 

Sie habe Mühe gehabt, zu atmen – sie habe aber immer atmen können. Der Be-

schuldigte habe nicht lange zugedrückt. Als sie gesagt habe, sie wolle die Polizei 

anrufen, habe er ihr das Handy aus der Hand genommen und sie damit gegen die 

linke Schläfe geschlagen. Daraufhin habe er das Handy unter das Bett geworfen. 

Sie habe mit dem Besen versucht, das Handy unter dem Bett hervorzuholen. Er 

habe ihr den Besen weggenommen. Als er das Zimmer verlassen habe, habe sie 

dieses verschlossen und die Polizei angerufen (act. 7 F/A 15 ff.). Der Beschuldigte 

sei folgend durch das Fenster in das Zimmer eingedrungen, um seine Schlüssel zu 

holen, um vor der Polizei zu flüchten (act. 7 F/A 38). Zuvor habe sie die Wohnung 

nicht  verlassen  können,  da  der  Beschuldigte  die  Zimmertüre  mit  seinem  Körper 

blockiert habe (act. 7 F/A 39). Bei dem Vorfall sei der Beschuldigte betrunken ge-

wesen. Er habe Bier konsumiert (act. 7 F/A 21 f.). Wenn sie jeweils gestritten hät-

ten, habe er ihr gedroht, der Polizei zu sagen, dass sie ihn nur geheiratet hätte, um 

in der Schweiz zu sein (act. 7 F/A 41).

7.1.2.

In der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 15. Februar 2024 schil-

derte die Privatklägerin einige Situation mehr, in welchen der Beschuldigte gewalt-

tätig  und  kontrollierend  aufgetreten  sein  soll.  Seine  Hunde  liebe  er  mehr  als  sie 

(act. 8 F/A 12, 30 f.). Es könne sodann sein, dass der Beschuldigte Kratzwunden 

von ihren Nägeln habe. Am 7. Juli 2023 habe sie dem Beschuldigten gesagt, dass 

er Essen holen solle. Sie sei auswärts essen gegangen. Als sie zurückgekommen 

sei, habe der Beschuldigte sie nicht in die Wohnung gelassen. Er habe ihr vorge-

worfen, mit einem Fremden Sex gehabt zu haben. Als sie auf das Bett gelegen sei, 

habe  er  ihr  vorgeworfen,  müde  zu  sein  wegen  einem  anderen  Mann.  Sie  hätten 

stark miteinander gestritten. Der Beschuldigte habe ihr gesagt, dass sie das Haus 

nicht verlassen dürfe; erst nach der Scheidung. Er sei alkoholisiert gewesen. Sie 

habe gehen wollen. Daher habe er sie an den Haaren gezogen und ihr Fusstritte 

- 14 -

gegeben.  Damit  habe  er  sie  am  Verlassen  des  Hauses  gehindert.  Sie  habe  laut 

geschrien, dass sie mit "Tötung konfrontiert sei". Die Situation habe sich zunächst 

beruhigt, bevor sie sich wieder zugespitzt habe. Der Beschuldigte habe ihr gesagt, 

dass er die Scheidung wolle – dann könne sie gehen. Sie habe ihm gesagt, dass –

wenn er sie nicht gehen lasse – sie die Polizei rufe. Daraufhin habe er ihr das Te-

lefon weggenommen und an den Kopf geschlagen. Sodann habe er sie gewürgt. 

Der Beschuldigte habe sie geschlagen. Als er abgelassen habe, habe sie Polizei 

angerufen. Als er das Gespräch mitbekommen habe, habe er laut geschrien, dass 

er die Schlüssel für die Arbeit brauche. Der Beschuldigte sei über den Balkon in 

das Zimmer eingedrungen. Sodann sei die Polizei gekommen (act. 8 F/A 17, 29). 

Wegen dem Vorfall vom 7. Juli 2023 sei sie zum Arzt gegangen (act. 8 F/A 19 ff.).

7.2. Vorfall Juni 2023 auf einem Parkplatz

7.2.1. Durch ihre Rechtsvertretung liess die Privatklägerin mit Eingabe vom 14. No-

vember 2023 geltend machen, dass es im Auto zu einer mündlichen Auseinander-

setzung gekommen sei. Auf dem Parkplatz vor der gemeinsamen Wohnung habe 

die Privatklägerin sodann einen Moment alleine im Fahrzeug gewollt, um sich vom 

Streit zu erholen und die Tränen zu trocknen. Da der Beschuldigte nicht habe war-

ten wollen, sei er auf ihre Autoseite gekommen, habe die Türe sowie den Sicher-

heitsgurt geöffnet. Der Beschuldigte habe der Privatklägerin eine Ohrfeige gegeben 

und diese an den Armen aus dem Auto gerissen. Die Privatklägerin habe sich auf 

den Boden fallen lassen. Der Beschuldigte habe die Privatklägerin am Handgelenk 

in Richtung Hauseingangstür gezogen, sodass die Privatklägerin in einer fast lie-

genden Position gewesen sei. Als dann unbekannte Personen in die Nähe gekom-

men seien, habe der Beschuldigte von der Privatklägerin losgelassen. Die Privat-

klägerin sei weggerannt, der Beschuldigte hinterher. Als er sie eingeholt habe, habe 

er sie gepackt und ihr mehrere Ohrfeigen geben (act. 10/2 S. 8).

7.2.2. In ihrer parteiöffentlichen Einvernahme vom 15. Februar 2024 berichtete die 

Privatklägerin, dass der Beschuldigte an einem Tag, als sie mit dem Auto unter-

wegs gewesen seien, sie an ihren Haaren gezogen sowie geschlagen habe. Als sie 

lange im Auto gesessen sei, sei der Beschuldigte von der anderen Seite gekommen 

und habe an ihr gezogen. Deshalb sei sie zu Boden gestürzt. Als sie auf dem Boden 

- 15 -

gesessen  sei,  habe  er  an  ihr  gezogen.  Sie  sei  kraftlos  gewesen.  Es  seien  Ver-

wandte gekommen. Sie habe gar keine Kraft gehabt – er habe sie festgehalten und 

entlang der Treppe gezogen. Danach habe er ihr eine Ohrfeige verpasst und ihr 

gesagt, dass er Schande über sie erbringen werde (act. 8 F/A 17). Auf Nachfrage 

hin, wann sich der Vorfall ereignet habe, führte die Privatklägerin aus, dass sie sich 

nicht  genau  erinnern  könne.  Der  Vorfall  sei  im  Juni  des  letzten  Jahres  vor  dem 

Haus des Beschuldigten passiert (act. 8 F/A 18). Sie habe dabei blaue Flecken am 

Oberschenkel sowie Fingerabdrücke am Oberarm erlitten (act. 8 F/A 19).

7.3. Regelmässige Tätlichkeiten seit Einreise in die Schweiz

7.3.1. Anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 7. Juli 2023 führte die Privat-

klägerin aus, dass der Beschuldigte seit dem ersten Tag in der Schweiz sie bereits 

geschlagen habe. Der Beschuldigte würde schnell wütend und aggressiv werden. 

Sie traue sich nicht, ihn etwas zu fragen. Vor circa einem Monat habe der Beschul-

digte sie mit seinem Fuss gegen das Gesäss gekickt. Das habe dieser "schon zwei 

oder drei Mal gemacht". Weitere Vorfälle habe es auf einem Kreuzfahrtschiff zwi-

schen Italien und Griechenland gegeben. Auf Nachfrage, ob es weitere solche Er-

eignisse gegeben habe, verneinte die Privatklägerin dies (act. 7 F/A 26 ff.).

7.3.2. Durch  ihre  Rechtsvertretung  liess  die  Privatklägerin  mit  Eingabe  vom 

14. November  2023  geltend  machen,  dass  es  aufgrund  belangloser  Sachen  zur 

verbaler und physischer Gewalt seitens des Beschuldigten gekommen sei. So habe 

er die Privatklägerin oft an den Haaren gerissen, ihr Ohrfeigen gegeben, sie auf 

den Boden oder auf das Bett gestossen oder sie mit den Füssen gekickt. In der 

Anfangsphase  sei  es  mehrmals  die  Woche  zu  solchen  Ausschreitungen  gekom-

men. Bereits am Ankunftstag in der Schweiz habe er die Privatklägerin an den Haa-

ren gepackt und sie zu Boden gestossen (act. 10/2 S. 5 f.).

7.3.3.

In  ihrer  parteiöffentlichen  Einvernahme  vom  15. Februar  2024  führte  die 

Privatklägerin  aus,  dass  sich  die  Probleme  zwischen  ihr  und  dem  Beschuldigten 

zugespitzt hätten. Der Beschuldigte habe ihr kein Vertrauen geschenkt und sei auf 

sie losgegangen. Er habe Schläge erteilt (act. 8 F/A 17). Auf genaue Nachfrage, 

wie oft es zu Tätlichkeiten gekommen sei, meinte die Privatklägerin, dass der Be-

- 16 -

schuldigte ihr seit seiner Einreise etwa dreimal die Woche eine Ohrfeige verpasst 

habe;  manchmal  sei  es  auch  viermal  in  der  Woche  gewesen.  Danach  habe  die 

Erteilung von Schlägen abgenommen. Im April habe sich die Situation wieder zu-

gespitzt (act. 8 F/A 24). Wenn er sie geschlagen habe, hätte sie Mühe gehabt, ein-

zuschlafen (act. 8 F/A 28). Bei den Auseinandersetzungen habe er meistens Bier 

konsumiert (act. 8 F/A 28).

8.

Beweiswürdigung

8.1. Vorfall 7. Juli 2023

8.1.1.Der  Beschuldigte  gab  zusammengefasst  sowie  übereinstimmend  in  seinen 

Einvernahmen  konstant  wieder,  dass  zwischen  ihm  und  der  Privatklägerin  am 

7. Juli zu einer zunächst verbalen Auseinandersetzung gekommen sei. Die Privat-

klägerin  habe  ihn  sodann  mit  dem  Handy  schlagen  wollen,  woraufhin  er  sich  zu 

Wehr gesetzt habe. Daraufhin habe sie sich gegen den Kopf mit dem Handy ge-

schlagen. Deshalb habe er die Polizei angerufen. Der Polizist habe ihm gesagt, er 

solle  auf  einem  Posten  eine  Anzeige  machen,  weshalb  er  seine  Schlüssel  habe 

holen wollen. Die Privatklägerin habe indessen von ihm gefordert, dass er ihr Handy 

suche. Als er das Telefon unter dem Bett habe hervorholen wollen, habe sie sich 

an den Hals gegriffen, zugedrückt und begonnen "Help, Help" zu schreien. Danach 

habe sie sich im Zimmer eingeschlossen. Als er erneut ins Zimmer gekommen sei, 

habe er der Privatklägerin gesagt, er gehe nun zur Polizei. Diese habe ihm entgeg-

net, dass er dies nicht mehr müsse, da diese bereits komme (vgl. act. 5 und act. 4).

8.1.2.Hingegen  erzählte  die  Privatklägerin  das  Kerngeschehen  des  angeblichen 

Vorfalls am 7. Juli 2023 nicht konstant und widerspruchsfrei. Anlässlich der polizei-

lichen  Einvernahme  vom  7. Juli  2023  führte  die  Privatklägerin  aus,  dass  der  Be-

schuldigte gesagt habe, dass er sie nicht hereinlassen würde, sofern es spät wer-

den würde. Deshalb habe sie sich beeilt (act. 7 F/A 15). Dass sie tatsächlich nicht 

hereingelassen worden wäre, erwähnte sie mit keinem Wort. Indes führte die Pri-

vatklägerin in ihrer Einvernahme vom 15. Februar 2024 an, dass der Beschuldigte 

sie tatsächlich nicht in die Wohnung gelassen habe, als sie nach Hause gekommen 

sei (act. 8 F/A 17). Somit liegen zwei verschiedene Versionen vor: einmal habe der 

- 17 -

Beschuldigte ihr nur angedroht, sie nicht in die Wohnung zu lassen, ein anderes 

Mal habe er sie tatsächlich nicht in die Wohnung gelassen.

Bei  der  Polizei  schilderte  die  Privatklägerin  sodann,  dass  es  zum  verbalen 

Streit gekommen sei, als sie Zuhause gewesen sei, wobei der Beschuldigte ihr mit-

geteilt habe, dass er nicht mehr wolle  und sich scheiden lassen möchte. Sie sei 

damit einverstanden gewesen. Daraufhin habe er sie aufgefordert, die Wohnung 

zu  verlassen.  Sie  habe  ihm  gesagt,  dass  sie  nirgends  hin  könne  und  kein  Geld 

habe. Sie müsse ein paar Wochen bleiben. Danach sei es zur tätlichen Auseinan-

dersetzung  gekommen  (act. 7  F/A 15 ff.).  Bei  der  Staatsanwaltschaft  erklärte  die 

Privatklägerin jedoch, dass der Beschuldigte ihr gesagt habe, dass sie das Haus 

nicht verlassen dürfe; dies dürfe sie erst nach der Scheidung. Es sei sodann zur 

tätlichen  Auseinandersetzung  gekommen,  da  der  Beschuldigte  habe  verhindern 

wollen, dass die Privatklägerin das Haus verlasse (act. 8 F/A 17 ff.). Damit wider-

spricht sich die Privatklägerin selbst, und es kann als nicht erstellt erachtet werden, 

dass der Beschuldigte die Privatklägerin am Verlassen der Wohnung habe hindern 

wollen. Gemäss erster Version der Privatklägerin forderte der Beschuldigte sie ja 

genau auf, die Wohnung zu verlassen.

Es kann weiter nicht erstellt werden, dass der Beschuldigte die Privatklägerin 

am Avisieren der Polizei haben hindern wolle. So gab der Beschuldigte an, dass er 

selbst  die  Polizei  angerufen  und  nach  dem  Telefonat  zu  einer  Polizeistation  zur 

Anzeigeerstattung gewollt habe (act. 4 F/A 5; act. 5 F/A 9). Die Aussage des Be-

schuldigten kann dahingehend überprüft werden, dass bei der Polizei tatsächlich 

ein solcher Anruf vor dem Anruf der Privatklägerin einging. Dabei habe die anru-

fende Person, bei welcher es sich mutmasslich um den Beschuldigten handelt, an-

gegeben, dass er Eheprobleme habe, weshalb man ich auf den Anzeigeweg ver-

wiesen habe (act. 3 S. 4). Es ist damit schlichtweg nicht nachvollziehbar, weshalb 

der Beschuldigte unter diesen Umständen die Privatklägerin am Alarmieren der Po-

lizei hätte hindern sollen, war er es doch, welcher die Polizei sogar zuerst avisierte.

Weiter ist der von der Privatklägerin geschilderte Handlungsstrang nicht ein-

heitlich. Bei der Polizei führte die Privatklägerin noch aus, dass der Beschuldigte 

sie zuerst gewürgt, danach ihr das Mobiltelefon aus der Hand genommen und dar-

- 18 -

aufhin sie damit geschlagen habe (act. 7 F/A 15). Bei der Staatsanwaltschaft schil-

derte die Privatklägerin den Ablauf wie folgt: Der Beschuldigte habe ihr zunächst 

das Mobiltelefon aus der Hand genommen, sie damit geschlagen und sie erst da-

nach gewürgt (act. 8 F/A 17).

Mit den Aussagen der Privatklägerin ist überdies das Schadensbild nicht ver-

einbar.  So  gab  die  Privatklägerin  an,  dass  sie  mit  dem  Mobiltelefon  an  die  linke 

Schläfenseite  geschlagen  worden  sei  (act. 4  F/A 15).  Bei  der  Staatsanwaltschaft 

präzisierte die Privatklägerin ihre Aussage dahingehend, dass sie eine Beule vom 

Schlag durch das Mobiltelefon davon getragen habe; die Polizei habe dies auch 

festgestellt (act. 5 F/A 17). Durch ihre Rechtsvertreterin liess sie sodann anlässlich 

der Hauptverhandlung vom 17. Januar 2025 vorbringen, dass die durch den Schlag 

mit dem Mobiltelefon erlittene Verletzung fotografisch durch die Polizei festgehalten 

worden  sei  (Prot.  S. 14 f.).  Von  der  Polizei  wurde  indes  nur  eine  Kopfverletzung 

fotografisch festgehalten (act. 2/4/2 Foto 14). Dabei ist unweigerlich zu erkennen, 

dass  die  dokumentierte  Verletzung  im  oberen  Bereich  des  Kopfes  und  eindeutig 

nicht im Schläfenbereich liegt. Es kann folglich nicht erstellt werden, dass die do-

kumentierte Verletzung durch einen Schlag mit dem Mobiltelefon entstanden ist.

8.1.3.In den Aussagen der Privatklägerin lässt sich ausserdem ein aggravierendes 

Verhalten erkennen. Bei der Polizei gab die Privatklägerin noch an, der Beschul-

digte  habe  sie  mit  beiden  Händen  am  Hals  gepackt  und  "bisschen"  zugedrückt, 

wobei sie Mühe gehabt habe, zu atmen. Sie habe aber immer atmen können; er 

habe  nicht  lange  zugedrückt:  Verletzungen  habe  sie  dadurch  nicht  erlitten.  Auf 

Nachfrage hin, ob sie Schluckbeschwerden hätte, sagte die Privatklägerin, dass sie 

keine mehr habe (act. 7 F/A 15 ff.) – wohlgemerkt hatte die Privatklägerin am sel-

ben Tag des angeblichen Vorfalls bereits keine Beschwerden mehr resp. keine sol-

chen, welche sie gegenüber der Polizei nennenswert empfand. Bei der Staatsan-

waltschaft gab sie jedoch an, nach dem Vorfall Mühe gehabt zu haben, ihren Hals 

zu bewegen (act. 8 F/A 20). Weshalb dem auf einmal so gewesen sein soll, ist un-

erklärlich und widerspricht zudem der ersten Aussage hinsichtlich Schmerzen auf-

grund des Würgens. Weiter erwähnte die Privatklägerin erst bei der Staatsanwalt-

schaft, dass der Beschuldigte sie angeblich auch an den Haaren gezogen und ihr 

- 19 -

Fusstritte erteilt habe (act. 8 F/A 17). Bei der Polizei erwähnte sie dies mit keinem 

Wort. Es erscheint, als ob die Privatklägerin den von ihr geschilderten Vorfall bei 

der Staatsanwaltschaft drastischer als bei der Polizei habe schildern wollen.

8.1.4. Zusammengefasst  kann  festgehalten  werden,  dass  der  Beschuldigte  den 

Vorfall vom 7. Juli 2023 einheitlich stringent schilderte und die Aussagen der Pri-

vatklägerin  widersprüchlich  sind  sowie  aggravierende  Tendenzen  aufweisen.  Es 

liegen sodann keine weiteren Beweismittel vor, die den Vorwurf der Privatklägerin 

stützen würden. Der Vorfall vom 7. Juli 2023 kann folglich nicht gemäss Anklage-

sachverhalt erstellt werden.

8.2. Vorfall Juni 2023 auf einem Parkplatz

8.2.1. Es ist der Verteidigung des Beschuldigten zuzustimmen, dass es zunächst 

auffällig ist, dass die Privatklägerin den Vorfall Juni 2023 auf einem Parkplatz bei 

ihrer polizeilichen Einvernahme vom 7. Juni 2023 nicht erwähnte, obwohl sie expli-

zit gefragt wurde, ob es zu weiteren Vorfällen gekommen sei (act. 7 F/A 32), und 

erstmals mit Eingabe der Rechtsvertretung vom 14. November 2023 vorgebracht 

wurde (act. 33 S. 4 f.).

8.2.2. Auch die Schilderung der Privatklägerin bezüglich des Vorfalls im Juni 2023 

auf einem Parkplatz vor der ehemals gemeinsamen Wohnung ist widersprüchlich. 

Durch ihre Rechtsvertretung liess sie geltend machen, dass der Beschuldigte sie 

aus dem Auto gezogen habe, weshalb sie sich auf den Boden fallen lassen habe 

(act. 10/2 S. 8). Selbst führte sie in der parteiöffentlichen Einvernahme vom 15. Fe-

bruar 2024 aus, dass sie zu Boden gestürzt sei, als der Beschuldigte an ihr gerissen 

habe (act. 8 F/A 17). Weiter brachte die Rechtsvertreterin vor, dass der Beschul-

digte von der Privatklägerin losgelassen habe, als sich unbekannte Personen ge-

nähert hätten (act. 10/2 S. 8). Die Privatklägerin sagte indes bei der Staatsanwalt-

schaft, dass es Verwandte gewesen seien, die gekommen seien (act. 8 F/A 17). Es 

erscheint äusserst merkwürdig, dass die Privatklägerin zunächst vorbringen lässt, 

dass es sich um unbekannte Personen gehandelt habe, und sodann selbst angibt, 

dass es sich um Verwandte gehandelt habe. Dabei liegt es doch nahe, dass die 

- 20 -

einem bekannten Personen, welche einen derartigen Vorfall hätten mitbekommen 

können, von Anfang benannt werden.

8.2.3. Die Aussagen der Privatklägerin betreffend den Vorfall vom Juni 2023 auf 

einem Parkplatz können schlichtweg nicht als glaubhaft eingestuft werden. Es lie-

gen  sodann  keine  weiteren  Beweismittel  vor,  die  den  Vorwurf  der  Privatklägerin 

stützen  würden.  Der  Beschuldigte  selbst  machte  diesbezüglich  keine  Aussagen. 

Der Anklagesachverhalt lässt sich demnach nicht erstellen.

8.3. Regelmässige Tätlichkeiten seit Einreise in die Schweiz

8.3.1. Der Beschuldigte wies anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 8. Juli 

2023  den  Vorwurf,  die  Privatklägerin  vom  ersten  Tag  seit  ihrer  Einreise  in  die 

Schweiz regelmässig geschlagen resp. getreten zu haben von sich. Er habe auch 

nicht in deren Hintern gekickt, obwohl es sein könne, dass er ihr sexuell orientiert 

mit der Hand einen Klaps auf den Hintern gegeben habe. Auch beim Gehen habe 

er auch schon spasseshalber resp. spielend seine Ferse an ihren Po geschlagen 

(act. 4 F/A 20 ff.).

8.3.2. Auch bei vorliegendem Vorwurf ist ein aggravierendes Aussageverhalten der 

Privatklägerin erkennbar. Bei der Polizei sagte sie aus, dass der Beschuldigte sie 

seit dem ersten Tag in der Schweiz geschlagen habe: Mit dem Fuss habe er sie 

zwei oder drei Mal gekickt. Bei einer Kreuzfahrt habe er sie sodann getreten und 

Ohrfeigen erteilt. Weitere Vorfälle verneinte sie indes (act. 7 F/A 26 ff.). Erst einige 

Monate später, sprich mit Eingabe vom 14. November 2023, liess die Privatklägerin 

geltend machen, dass der Beschuldigte die Privatklägerin oft an den Haaren geris-

sen, ihr Ohrfeigen gegeben, sie auf den Boden oder auf das Bett gestossen oder 

sie mit den Füssen gekickt habe. In der Anfangsphase sei es mehrmals die Woche 

zu  solchen  Ausschreitungen  gekommen.  Bereits  am  Ankunftstag  in  der  Schweiz 

habe  er  die  Privatklägerin  an  den  Haaren  gepackt  und  sie  zu  Boden  gestossen 

(act. 10/2 S. 5 f.). Anders stellte die Privatklägerin die mehrfachen Tätlichkeiten so-

dann in ihrer parteiöffentlichen Einvernahme vom 15. Februar 2024 dar. Es sei seit 

ihrer Einreise etwa dreimal die Woche zu Ohrfeigen gekommen; manchmal sei es 

auch viermal in der Woche gewesen. Danach habe die Erteilung von Schlägen ab-

- 21 -

genommen. Im April habe sich die Situation wieder zugespitzt (act. 8 F/A 24). Es 

fällt auf, dass die Privatklägerin bei der Polizei nur von zwei bis drei Kicke gegen 

ihr Hinterteil sprach. Zudem erwähnte sie in derselben Einvernahme Ohrfeigen auf 

der  gemeinsamen  Kreuzfahrt.  Dass  Ohrfeigen  mehrfach  aufgetreten  seien,  liess 

die Privatklägerin alsdann erst gute vier Monate später durch ihre Rechtsvertreterin 

geltend machen. Dabei erwähnte diese ebenfalls erstmals, dass der Beschuldigte 

die Privatklägerin regelmässig an den Haaren gerissen haben soll. Bei der partei-

öffentlichen  Einvernahme  war  sodann  von  Haarreissen  keine  Rede  mehr.  Indes 

von drei bis vier Ohrfeigen in der Woche in der Anfangsphase, in welcher sich die 

Parteien frisch in der Schweiz befunden hätten. Wie der Beschuldigte die Privatklä-

gerin nun tätlich angegangen haben soll und vor allem wie oft, ist aus deren Aus-

sagen resp. den Vorbringen ihrer Rechtsvertreterin nicht ersichtlich, werden die an-

geblichen Tätlichkeiten und deren Häufigkeit unterschiedlich und in keiner Weise 

einheitlich wiedergegeben.

8.3.3. Die Aussagen der Privatklägerin betreffend den regelmässigen Tätlichkeiten 

seit Einreise in die Schweiz sind insgesamt widersprüchlich und lassen erneut auf 

ein sprunghaftes und aggravierendes Aussageverhalten schliessen. Es liegen aus-

serdem  keine  weiteren  Beweismittel  vor,  welche  den  diesbezüglichen  Anklage-

sachverhalt stützen würden. Der Beschuldigte selbst wies die diesbezüglich gegen 

ihn erhobenen Vorwürfe von sich. Anderweitige Beweismittel, welche den Anklage-

sachverhalt erstellen liessen, liegen keine vor.

9.

Fazit

Als belastende Beweismittel für die Erstellung der angeklagten Tatvorwürfe liegen 

einzig die Aussagen der Privatklägerin vor. Sonstige aussagekräftige Beweismittel 

(insbesondere Sachbeweismittel) liegen nicht vor. Angesichts dass die Privatkläge-

rin  ein  aggravierendes  und  widersprüchliches  Aussageverhalten  in  allen  zur  An-

klage gebrachten Sachverhaltsvorwürfen an den Tag legt, ist der Beschuldigte in 

dubio pro reo vom Vorwurf der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB, der einfachen 

Körperverletzung zulasten des Ehegattens im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 in Verbin-

dung mit Ziff. 2 Abs. 4 StGB sowie der Tätlichkeit zulasten des Ehegattens im Sinne 

- 22 -

von Art. 126 Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 2 lit. b StGB nicht schuldig und demge-

mäss freizusprechen.

III. Zivilansprüche

1)

Nach Art. 126 Abs. 1 StPO entscheidet das Gericht über eine anhängig ge-

machte  Zivilklage,  wenn  es  auf  einen  Schuld-  oder  Freispruch  erkennt  und  der 

Sachverhalt spruchreif ist. Die Zivilklage wird demgegenüber auf den Zivilweg ver-

wiesen, wenn das Strafverfahren eingestellt oder im Strafbefehlsverfahren erledigt 

wird,  die  Privatklägerschaft  ihre  Klage  nicht  hinreichend  begründet  oder  beziffert 

hat, die Privatklägerschaft die Sicherheit für die Ansprüche des Beschuldigten nicht 

leistet, der Beschuldigte freigesprochen wird, der Sachverhalt aber nicht spruchreif 

ist  oder  die  vollständige  Beurteilung  des  Zivilanspruchs  unverhältnismässig  auf-

wändig wäre (Art. 126 Abs. 2 lit. a-d StPO sowie Art. 126 Abs. 3 StPO). 

2.

Die Privatklägerin liess eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 3'000.– sowie 

Schadenersatz in der Höhe von Fr. 10'200.– nebst Zins zu 5% seit dem 7. Juli 2023 

geltend machen (act. 31). Der Sachverhalt im vorliegenden Verfahren erwies sich 

als spruchreif. Da der Beschuldigte anlässlich der heutigen Hauptverhandlung voll-

umfänglich freizusprechen ist, sind die Zivilforderungen der Privatklägerin abzuwei-

sen.

IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1.

Entschädigungsansprüche des Beschuldigten

1.1. Wird der Beschuldigte ganz oder teilweise freigesprochen oder wird das Ver-

fahren gegen ihn eingestellt, so hat er Anspruch auf Entschädigung seiner Aufwen-

dungen für die angemessene Ausübung seiner Verfahrensrechte (Art. 429 Abs. 1 

lit. a StPO). Dazu gehören die Kosten für die Vertretung durch eine Wahlverteidi-

gung, die zu vergüten sind, wenn der Beizug eines Anwalts angesichts der beweis-

mässigen oder rechtlichen Komplexität des Falls geboten war (SCHMID/JOSITSCH, 

Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar, Art. 429 N 7). Die Höhe 

der Entschädigung richtet sich nach den kantonalen Anwaltstarifen und nach dem 

- 23 -

Zeitaufwand, den der Verteidiger des Beschuldigten aufgewendet hat. Die Bemü-

hungen des Anwalts müssen im Umfang den Verhältnissen entsprechen, d.h. sach-

bezogen und angemessen sein. Die Verteidigungskosten müssen mithin in einem 

vernünftigen  Verhältnis  zur  Komplexität  bzw.  Schwierigkeit  des  Falles  und  zur 

Wichtigkeit der Sache stehen (BSK StPO-WEHRENBERG/FRANK, Art. 429 N 15). 

1.2. Dem Beschuldigten sind durch den Beizug eines Verteidigers für das Straf-

verfahren Kosten entstanden. Der vorliegende Fall ist zwar in rechtlicher und sach-

verhaltlicher Hinsicht nicht besonders komplex. Anderseits drohte dem Beschuldig-

ten eine bedingte Geldstrafe im fünfstelligen Bereich sowie ein Strafregistereintrag. 

Zudem war auch die Privatklägerin anwaltlich vertreten und machte Zivilansprüche 

geltend, weshalb der Beizug eines Anwalts für den Beschuldigten, welcher juristi-

scher  Laie  ist,  (auch)  insofern  gerechtfertigt  war.  Aufgrund  des  vollumfänglichen 

Freispruchs ist ihm daher eine volle Prozessentschädigung für die Kosten seiner 

Verteidigung zuzusprechen.

1.3. Die Prozessentschädigung – für das Untersuchungsverfahren und das Haupt-

verfahren – ist unter Hinweis auf die kantonale Anwaltsgebührenverordnung (§ 2 

Abs. 1  lit.  b.,  c.  und  d,  §  3,  §  16,  §  17  Abs.  1  lit.  a  und  Abs.  2  lit.  a  AnwGebV) 

festzulegen.  Unter  Berücksichtigung  der  geltend  gemachten  Aufwendungen  von 

Rechtsanwalt MLaw X._____ (act. 33; act. 35) sowie des konkreten Umfangs der 

heutigen Hauptverhandlung erscheint eine Prozessentschädigung im Umfang von 

Fr. 9'049.20 (inkl. Barauslagen und 7.7% bzw. 8.1% MwSt.) aus der Gerichtskasse 

als angemessen.

1.4. Der Beschuldigte beantragt zudem, es sei ihm für die zu Unrecht erstandene 

Haft eine Genugtuung von Fr. 600.– zuzüglich 5 % Zins seit 8. Juli 2023 zuzuspre-

chen  (act. 33).  Überdies  sei  dem  Beschuldigten  Schadenersatz  in  der  Höhe  von 

Fr. 197.35 zzgl. Zins zu 5 % Zins seit 8. Juli 2023 infolge Kürzung des Lohnes we-

gen Haft zuzusprechen (act. 33 S. 1 und 9; act. 34)

1.5. Wird die beschuldigte Person ganz oder teilweise freigesprochen oder wird 

das Verfahren gegen sie eingestellt, so hat sie Anspruch auf Genugtuung für be-

sonders schwere Verletzungen ihrer persönlichen Verhältnisse, insbesondere bei 

- 24 -

Freiheitsentzug (Art. 429 Abs. 1 lit. c StPO). Ein Anspruch auf Genugtuung besteht 

regelmässig,  wenn  gegenüber  der  beschuldigten  Person  Untersuchungs-

oder Sicherheitshaft angeordnet wurde (BGE 143 IV 339 E. 3.1). Gemäss Art. 429 

Abs. 1 lit. b StPO hat die beschuldigte Person sodann Anspruch auf Entschädigung 

der wirtschaftlichen Einbussen, die ihr aus ihrer notwendigen Beteiligung am Straf-

verfahren entstanden sind.

1.6. Der  Beschuldigte  befand  sich  während  insgesamt  zwei  Tagen  in  Untersu-

chungshaft (act. 12/1; act. 12/6). In Anbetracht der höchstrichterlichen Rechtspre-

chung (BGE 146 IV 231 E. 2.3.2 mit Hinweisen) erscheint ein Betrag von Fr. 200.– 

pro Tag als Entschädigung als angemessen. Entsprechend ist dem Beschuldigten 

eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 400.– zuzusprechen. Dazu kommt der Scha-

denszins von 5 % ab 8. Juli 2023 (Datum des mittleren Verfalls). Des Weiteren erlitt 

der Beschuldigte aufgrund der Haft eine wirtschaftliche Einbusse in der Höhe von 

Fr. 197.35 (vgl. act. 34). Folglich ist ihm Schadenersatz in der Höhe von Fr. 197.35, 

zuzüglich 5 % Zins ab 8. Juli 2023, aus der Gerichtskasse zuzusprechen.

2.

Verfahrenskosten

2.1. Der  Beschuldigte  ist  vollumfänglich  freizusprechen.  Nachdem  er  die  Einlei-

tung  des  Verfahrens  weder  rechtswidrig  und  schuldhaft  bewirkt  noch  dessen 

Durchführung erschwert hat, sind die Kosten des Vorverfahrens und des vorliegen-

den  Verfahrens,  einschliesslich  derjenigen  der  unentgeltlichen  Rechtsbeiständin 

der Privatklägerin, auf die Gerichtskasse zu nehmen. 

2.2. Unter Berücksichtigung der geltend gemachten Aufwendungen von Rechts-

anwältin MLaw Y._____ (act. 32; Prot. S. 12) sowie der heutigen Hauptverhandlung 

erscheint deren Entschädigung als unentgeltliche Rechtsbeiständin im Umfang von 

Fr. 9'380.60 (inkl. Barauslagen und 7.7% bzw. 8.1% MwSt.) (inkl. Barauslagen und 

MwSt.) als angemessen.

Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist nicht schuldig und wird freigesprochen.

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2.

3.

Die Zivilklage der Privatklägerschaft wird abgewiesen.

Die Entscheidgebühr fällt ausser Ansatz; die übrigen Kosten werden auf die 

Gerichtskasse genommen.

4.

Der erbetenen Verteidigung wird für die anwaltliche Verteidigung des Be-

schuldigten eine Prozessentschädigung von Fr. 9'049.20 (inkl. Barauslagen 

und 7.7% bzw. 8.1% MwSt.) aus der Gerichtskasse zugesprochen. Die Ver-

teidigung hat darüber mit dem Beschuldigten abzurechnen.

5.

Rechtsanwältin MLaw Y._____ wird für ihre Aufwendungen als unentgeltli-

che Rechtsbeiständin der Privatklägerin mit Fr. 9'380.60 (inkl. Barauslagen 

und 7.7% bzw. 8.1% MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt.

6.

Dem Beschuldigten werden Fr. 400.–, zuzüglich 5 % Zins ab 8. Juli 2023, 

als Genugtuung aus der Gerichtskasse zugesprochen.

7.

Dem Beschuldigten werden Fr. 197.35, zuzüglich 5 % Zins ab 8. Juli 2023, 

als Schadenersatz aus der Gerichtskasse zugesprochen.

8. Mündliche Eröffnung, Begründung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an

- den Beschuldigten (übergeben),

- die erbetene Verteidigung (übergeben),

- die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis (gegen Empfangsschein),

- die unentgeltliche Rechtsbeiständin der Privatklägerin im Doppel für sich 

und zuhanden der Privatklägerin (übergeben) 

und hernach als begründetes Urteil an

 die erbetene Verteidigung im Doppel für sich und den Beschuldigten,

 die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis,

 die unentgeltliche Rechtsbeiständin der Privatklägerin im Doppel für sich 

und zuhanden der Privatklägerin,

sowie nach Eintritt der Rechtskraft an

 die Kantonspolizei Zürich, KDM-ZD-DP, mit separatem Schreiben

gemäss § 54a PolG,

 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA zur Entfernung der Daten

gemäss Art. 32 Abs. 1 StReG nebst Formular "Löschung des DNA-Profils 
und ED-Materials".

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9. Gegen dieses Urteil kann innert 10 Tagen von der Eröffnung an beim Be-

zirksgericht Zürich, 10. Abteilung, Wengistr. 28, Postfach, 8036 Zürich, 

mündlich oder schriftlich Berufung angemeldet werden.

Ein vollständig begründetes Urteil wird nur zugestellt, wenn dies ein Verfah-

rensbeteiligter binnen 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils verlangt oder 

wenn ein Rechtsmittel gegen den Entscheid eingelegt worden ist.

Mit der Berufung kann das Urteil in allen Punkten umfassend angefochten 

werden. Mit der Berufung können gerügt werden:

Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung des Ermessens, 

Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung, die unvollständige und unrich-

tige Feststellung des Sachverhaltes oder Unangemessenheit.

Die Berufung erhebende Partei hat binnen 20 Tagen nach Zustellung des 

begründeten Entscheids dem Obergericht des Kantons Zürich, Strafkammer, 

Postfach, 8021 Zürich, eine schriftliche Berufungserklärung einzureichen. 

Sie hat darin anzugeben, ob sie das Urteil vollumfänglich oder nur in Teilen 

anficht, welche Abänderungen des erstinstanzlichen Urteils sie verlangt. 

Werden nur Teile des Urteils angefochten, ist verbindlich anzugeben, auf 

welche sich die Berufung beschränkt.

Bei offensichtlich verspäteten Berufungsanmeldungen oder Berufungserklä-

rungen wird auf die Berufung ohne Weiterungen nicht eingetreten.

Zürich, 17. Januar 2025

BEZIRKSGERICHT ZÜRICH
10. Abteilung - Einzelgericht

Der Bezirksrichter:

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. R. Harris

MLaw T. Baldissera