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**Case Identifier:** bad38d0f-e863-594c-8600-d5c3de894cc5
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-06-04
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 04.06.2018 IV 2016/151
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2016-151_2018-06-04.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2016/151

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 20.09.2019

Entscheiddatum: 04.06.2018

Entscheid Versicherungsgericht, 04.06.2018
Art. 8 ATSG. Art. 28 IVG: Würdigung eines RAD-Abklärungsberichtes nach 
Rückweisung zu weiteren Abklärungen. Einkommensvergleich. Abweisung 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 4. Juni 
2018, IV 2016/151).

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-

Studerus; Gerichtsschreiberin Annina Janett

Geschäftsnr.  

IV 2016/151

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Peter Sutter,

Haus Eden, Paradiesweg 2, Postfach, 9410 Heiden,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

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Gegenstand 

Rente

Sachverhalt

A. 

A.a  A.___ meldete sich im Januar 2012 bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen zum 

Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Er war bis im März 2009 

als Maschinenführer bei der B.___ GmbH tätig gewesen, hatte anschliessend einige 

temporäre Arbeitseinsätze verrichtet und danach bis zu seiner Aussteuerung per 

Anfang 2011 Leistungen der Arbeitslosenversicherung bezogen (vgl. IV-act. 4, 12).

A.b  Die IV-Stelle tätigte diverse Abklärungen und veranlasste insbesondere eine 

Untersuchung des Versicherten durch den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD, vgl. IV-

act. 42). Im entsprechenden Bericht vom 24. Oktober 2013 kamen Dr. med. C.___, 

Facharzt für Innere Medizin, und Dr. med. D.___, Facharzt für Rheumatologie und 

Physikalische Medizin und Rehabilitation, zum Schluss, dass das Rentenbegehren 

nicht in erster Linie aus medizinischen Gründen, sondern insbesondere angesichts der 

andauernden Arbeitslosigkeit bzw. aus wirtschaftlicher Not eingereicht worden sei. Die 

lumbalen Schmerzen des Versicherten rührten von einer erheblichen Dekonditionierung 

her und rechtfertigten keine Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit. Eine 

Untersuchung durch einen Wirbelsäulenchirurgen sei nicht angezeigt, da keine 

klinischen oder radiologischen Hinweise auf eine zu operierende Pathologie der LWS 

bestünden (IV-act. 45).

A.c  Am 16. Januar 2014 berichtete Dr. med. E.___, Facharzt für Psychiatrie und 

Psychotherapie, der Versicherte befinde sich seit dem 11. Oktober 2013 in einer 

integrierten psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung. Vor dem Hintergrund 

multipler somatischer Beschwerden habe er eine depressive Symptomatik entwickelt. 

Ferner habe infolge eines langandauernden Schlafmittelkonsums eine iatrogene low-

dose-Benzodiazepin-Abhängigkeit bestanden. Aufgrund der diagnostizierten 

mittelgradig depressiven Episode seien Konsultationen in einem zwei- bis 

viermonatigen Rhythmus vereinbart worden. Zur Behandlung der Depression sei 

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Escitalopram 10mg pro Tag verordnet worden. Die gestellte Diagnose gelte nach wie 

vor und zeichne sich derzeit durch Ein- und Durchschlafstörungen, Antriebs- und 

Energielosigkeit, Freudlosigkeit, Hoffnungslosigkeit und Insuffizienzgefühle aus. Die 

Arbeitsfähigkeit des Versicherten betrage aus psychiatrischer Sicht schätzungsweise 

30% bis 50% (IV-act. 53).

A.d  Mit Verfügung vom 28. Januar 2014 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren des 

Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 0% ab (IV-act. 54).

A.e  Die dagegen erhobene Beschwerde hiess das Versicherungsgericht mit Entscheid 

vom 11. März 2015 teilweise gut. Es wies die Sache unter Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung zur erneuten Abklärung und zur anschliessenden neuen 

Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurück. Das Gericht hielt fest, dass eine auf die 

LWS-Beschwerden zurückzuführende Arbeitsunfähigkeit des Versicherten in einer 

adaptierten Tätigkeit nicht überwiegend wahrscheinlich nachgewiesen sei und von 

neuerlichen Abklärungen diesbezüglich keine anderweitigen Ergebnisse zu erwarten 

seien. Hingegen seien die Auswirkungen der geklagten linksseitigen Sprunggelenk-, 

Knie- und Beinbeschwerden und die Auswirkungen der diagnostizierten mittelschweren 

Depression auf die Arbeitsfähigkeit nicht rechtsgenüglich abgeklärt (IV 2014/116, IV-

act. 69).

B. 

B.a  Im Nachgang zum Entscheid des Versicherungsgerichtes holte die IV-Stelle 

verschiedene Arztberichte ein (vgl. IV-act. 71 ff., 81 ff., 86). Ab Mai 2015 bezog der 

Versicherte eine Altersrente der AHV (vgl. IV-act.73-2, 91-3).

B.b  Dr. E.___ berichtete der IV-Stelle am 10. Juni 2015, dass der Versicherte vom 17. 

Oktober 2013 bis 30. April 2014 neun Mal in Behandlung gewesen sei. Während der 

kurzen Behandlungszeit habe er gleichbleibend depressiv gewirkt mit der bereits 

beschriebenen Antriebs- und Energielosigkeit, Freudlosigkeit, Hoffnungslosigkeit und 

Insuffizienzgefühlen. Für eine suffiziente Behandlung der Depression hätte es sicher 

eine Intensivierung der Behandlung gebraucht. Während der Behandlungszeit habe es 

keinen Grund gegeben, an der Medikamenten-Compliance zu zweifeln. Zum Zeitpunkt 

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der letzten Konsultation habe der Versicherte über ausgeprägte Ein- und 

Durchschlafstörungen geklagt. Über den weiteren Verlauf der Depression bzw. der 

Schlafstörung konnte Dr. E.___ keine Auskunft geben (IV-act. 74).

B.c  Dr. med. F.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, hielt im Bericht vom 

1. September 2015 die Diagnose mittelgradige bis schwere depressive Episode, 

wahrscheinlich im Rahmen einer rezidivierenden depressiven Störung (ICD-10 

F33.11/2), fest. Beim Gespräch am 20. August 2015 sei der Versicherte im formalen 

Denken verlangsamt und stark auf die fehlende Zukunftsperspektive eingeengt 

gewesen. Inhaltlich hätten sich keine Hinweise auf Wahnideen, Halluzinationen oder 

Ich-störungen ergeben. Im Affekt habe der Versicherte deprimiert und innerlich unruhig 

gewirkt. Die affektive Schwingungsfähigkeit sei reduziert und der affektive Rapport sei 

gut herstellbar gewesen. Im Antrieb sei der Versicherte vermindert und motorisch 

wenig lebhaft gewesen. Passive Todeswünsche seien ihm bekannt, allerdings hätten 

sich keine Hinweise auf eine akute Selbst- oder Fremdgefährdung ergeben (IV-act. 84).

B.d  Am 22. September 2015 wurde der Versicherte durch den RAD rheumatologisch 

und psychiatrisch abgeklärt (vgl. IV-act. 79 f., 92). Im Bericht vom 13. November 2015 

hielten Dres. C.___ und D.___ in internistischer und rheumatologischer Hinsicht fest, 

dass beim Versicherten ein chronisches Lumbovertebralsyndrom mit einer nicht 

dermatom-bezogenen Hypästhesie im Bereich des linken Unterschenkels sowie ein 

Status nach Osteosynthese einer distalen Fibulafraktur rechts mit einer 

Metallentfernung im Juli 2015 bestehe. Der Versicherte habe auf explizites Befragen hin 

über Schmerzen im linken Fuss geklagt, diese aber nicht genau lokalisieren können. 

Sie träten nur bei Belastung, nicht aber in Ruhe auf. Das linke obere Sprunggelenk 

habe in der Bildgebung normale Befunde erkennen lassen. Das Gelenk sei praktisch 

frei beweglich gewesen und funktionelle Einbussen hätten sich auch keine gezeigt. Als 

Residuum der operierten distalen Fibulafraktur rechts sei eine leichte Einschränkung 

der OSG-Beweglichkeit festzustellen gewesen. Eine Verminderung der Arbeitsfähigkeit 

in einem adaptierten Bereich ergebe sich daraus jedoch nicht. Auch der radiologische 

Befund beider Kniegelenke vermöge die aus der Sicht des RAD unspezifischen 

Beinbeschwerden, die nach der klaren Aussage des Versicherten eher abklängen, nicht 

zu erklären. Radiologisch hätten mässige medial betonte Gonarthrosen bei klinisch 

ausgewiesenen Genua vara beidseits imponiert. Klinisch habe sich eine 

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vollumfängliche und schmerzfreie Beweglichkeit beider Kniegelenke gefunden. Weder 

hätten Ergüsse noch irgendeine Instabilität nachgewiesen werden können. Die 

Arbeitsfähigkeit in einem adaptierten Bereich sei auch hier nicht betroffen. Das 

Ameisenlaufen, welches der Versicherte erst in der Systemanamnese erwähnt habe, 

trete nur sporadisch auf und behindere ihn in keiner Weise. Dieses Phänomen, das sich 

angesichts eines völlig unauffälligen Neurostatus sowie bei nicht dermatombezogener 

Hyposensibilität nicht zuordnen lasse, müsse für die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit 

als irrelevant bezeichnet werden (IV-act. 88- 1 ff.).

B.e  Dr. med. G.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, nannte im 

psychiatrischen Abklärungsbericht die Diagnose einer depressiven Störung, 

gegenwärtig leichtgradig (ICD-10 F32.0). Anlässlich der psychiatrischen Abklärung 

habe der Versicherte über Müdigkeit und Schlaflosigkeit geklagt. Gleich zu Beginn und 

spontan habe er sich über ein ihn heute noch belastendes Ereignis, eine Schiesserei an 

Silvester 1990 in H.___, geäussert. An dieses Ereignis werde er seitdem im Schlaf 

erinnert. Nähere Ausführungen, etwa zu Traumbildern und konkreten Trauminhalten, 

habe er nicht machen können. Zur Kindheits- und Jugendanamnese seien keine 

traumatisierenden Ereignisse erwähnt worden. Der Versicherte habe zudem erklärt, 

dass vor der psychiatrischen Konsultation im Oktober 2013 keine anderweitigen 

psychiatrisch-psychologischen Behandlungen stattgefunden hätten. Die geäusserten 

Schlafschwierigkeiten, die gezeigte Deprimiertheit und die Enttäuschung über die 

Lebensleistung seien im Kontext eines gestörten Selbstwertgefühls und 

Selbstwerterlebens zu sehen. Darüber hinaus habe sich keine weitergehende 

psychiatrische relevante Symptomatik ergeben. Der verminderte Antrieb, die 

Beeinträchtigung des Selbstwertvertrauens und des Selbstwerterlebens sowie die 

Schlafstörungen sprächen für eine noch als leicht einzuordnende depressive Episode. 

Anamnestisch liessen sich keine wiederholten depressiven Episoden im Sinne einer 

rezidivieren depressiven Störung eruieren. Eine Störung der Konzentration und der 

Aufmerksamkeit habe im gesamten Gesprächsverlauf nicht objektiviert werden können. 

Allerdings seien die Angaben zum Arbeitsverlauf bzw. zu den Arbeitsplatzwechseln in 

der Schweiz im Vergleich zu den Daten aus dem individuellen Konto spärlich und wohl 

auch nicht zutreffend gewesen. Symptomhinweise auf eine Traumatisierungsstörung 

seien nicht zu eruieren gewesen. Anders als bei Dr. F.___ habe der Versicherte bei der 

aktuellen Abklärung nicht von einem neun Jahre dauernden Asylverfahren und von 

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durchgehenden Alpträumen seit dieser Zeit berichtet. Die Therapie in I.___ habe auch 

nicht zwei Jahre, sondern knapp sieben Monate gedauert. Bemerkenswert sei zudem, 

dass der Versicherte nachträglich für den Abbruch der Behandlung geltend mache, in 

I.___ hätten keine echten Gespräche stattgefunden und er habe sich von Dr. E.___ 

sprachlich nicht verstanden gefühlt. Aus psychiatrischer Sicht sei eine depressive 

Symptomatik vorhanden. Diesbezüglich bestünden keine Diskrepanzen zu Dr. E.___ 

und Dr. F.___. Vom Verlauf her sei die depressive Gestimmtheit im Kontext zur 

Lebenserfolgsbilanz mit Zügen von Verbitterung verständlich. Hieraus, wie von Dr. 

E.___ im Jahr 2014 geschehen, eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit abzuleiten, sei nach 

fachlichen Kriterien nicht gerechtfertigt. Die Behandlung mit 10mg Escitalopram belege 

den Schweregrad einer mittelgradigen Depression ebenso wenig wie die 

niederfrequenten Behandlungstermine und der psychiatrische Befund. Andererseits 

könne die Depression im Oktober 2015 (richtig wohl: 2013) durchaus ausgeprägter 

gewesen sein als im weiteren Verlauf. Auch die von Dr. F.___ beschriebene Befundlage 

entspreche klinisch nicht einer mittelschweren bis schweren Depression, zumal sich 

vom 20. August bis zur Abklärung am 22. September 2015 unter einer antidepressiven 

medikamentösen Minimaldosis eine mehr oder weniger spontane Besserung eingestellt 

haben müsste. Insgesamt liege eine depressive Störung vor, die im Ausprägungsgrad 

und Gesamtverlauf seit Oktober 2013 allenfalls einmal als punktuell mittelgradig, 

insgesamt jedoch bis jetzt als konstant leichter Art einzuschätzen sei. Die leichte 

depressive Störung mit allenfalls punktuell mittelgradiger Akzentuierung wirke sich auf 

die Leistungsfähigkeit im Ausmass von maximal 20% aus. Dies betreffe die psychische 

Belastbarkeit, das Umstellungsvermögen und längere Spannen der 

Aufmerksamkeitsbelastung. Ein demonstrativ-aggravierendes Verhalten könne darin 

gesehen werden, dass die anfänglich etwas schwerfällig anmutende Gehweise und die 

dysphorisch-mürrisch wirkende Mimik zu Gesprächsbeginn nach der Untersuchung 

völlig verschwunden gewesen seien (IV-act. 88-6 ff.).

B.f  In der interdisziplinären Stellungnahme hielten die Ärzte zusammenfassend fest, 

dass aufgrund der leichten depressiven Störung nach ICD-10 F32.0 eine allenfalls 

maximal 20%ige Minderung des Leistungsvermögens bei einem zeitlich vollen 

Arbeitspensum von 100% resultiere. Einer Arbeitseingliederung auf dem ersten 

Arbeitsmarkt stünden aus psychiatrischer Sicht in den zuletzt ausgeübten Tätigkeiten 

keine Hinderungsgründe entgegen. Psychiatrischerseits könne nicht ausgeschlossen 

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werden, dass zu Beginn der Behandlung bei Dr. E.___ eine depressive Störung 

vorgelegen habe, seitens der mitgeteilten Befunde jedoch keinesfalls in einem 

Schwereausmass, welches eine Arbeitsunfähigkeit von 50% bis 70% begründet hätte. 

Die von Dr. F.___ in dessen Bericht vom 1. September 2015 diagnostizierte 

mittelgradige bis schwere Depression könne vom bisherigen Gesamtverlauf her 

ebenfalls nicht bestätigt werden. Aus somatischer Sicht verfüge der Versicherte in einer 

leichten bis mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeit ohne monotone 

Zwangshaltungen über eine volle Arbeitsfähigkeit (volle Leistungsfähigkeit bei 

ganztägiger Präsenz). Aus interdisziplinärer Sicht sei dem Versicherten in einer 

entsprechend angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 80% zuzumuten. Die 

Reduktion um 20% ergebe sich aus einer psychiatrisch bedingten Minderung des 

Leistungsvermögens (IV-act. 88-17).

B.g  Gestützt darauf stellte die IV-Stelle dem Versicherten im Vorbescheid vom 26. 

November 2015 die Abweisung des Leistungsbegehrens bei einem Invaliditätsgrad von 

20% in Aussicht (IV-act. 93).

B.h  Dagegen erhob der Versicherte am 5. Januar 2016 Einwand und reichte einen 

Bericht von Dr. F.___ vom 16. Dezember 2015 ein. Darin hatte dieser im Wesentlichen 

ausgeführt, dass er weiterhin an der gestellten Diagnose festhalte und dass der 

dokumentierte Psychostatus vom 20. August 2015 diese Diagnose rechtfertige. Die von 

Dr. G.___ erhobenen psychopathologischen Befunde würden nicht in Frage gestellt. 

Der Versicherte habe die Behandlung aufgenommen und unter etablierten 

therapeutischen Massnahmen habe sich die depressive Symptomatik gebessert. Eine 

depressive Störung habe einen phasenförmigen Verlauf mit fluktuierendem Ausmass 

der depressiven Symptome. Dass in diagnostischer Hinsicht eine depressive Störung 

vorliege, sei auch vom RAD nicht angezweifelt worden (IV-act. 94).

B.i Am 11. April 2016 verfügte die IV-Stelle gemäss Vorbescheid. Zu den Einwänden 

führte sie an, dass der Versicherte ab Mai 2015 eine AHV-Rente beziehe und 

demzufolge im August 2015 bereits AHV-Rentner gewesen sei. Dr. F.___ äussere sich 

zum Gesundheitszustand ab dem 20. August 2015; dessen Äusserungen seien deshalb 

nicht mehr relevant (IV-act. 95).

C.

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C.a Dagegen erhob der Versicherte am 10. Mai 2016 Beschwerde. Er beantragte die 

Aufhebung der Verfügung vom 11. April 2016 und die Zusprache einer Invalidenrente. 

Eventualiter sei die Angelegenheit zur Vornahme weiterer Abklärungen an die 

Vorinstanz zurückzuweisen. Er machte im Wesentlichen geltend, dass die Begründung 

der Verfügung, laut der nicht auf die Beurteilung von Dr. F.___ abgestellt werden könne, 

da diese erst im August 2015 erfolgt sei, völlig haltlos sei. Die RAD-Untersuchung sei 

im September 2015 erfolgt; nach der Argumentation der Beschwerdegegnerin könnte 

auf diese also noch viel weniger abgestellt werden. Darüber hinaus ergebe sich aus 

allen psychiatrischen Berichten, dass die psychische Einschränkung eine lange 

Geschichte habe und sich nicht erst nach dem Pensionsalter entwickelt habe (act. G 1).

C.b Mit Beschwerdeantwort vom 17. Juni 2016 beantragte die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde. Sie führte an, dass der Beschwerdeführer durch den 

RAD umfassend rheumatologisch und psychiatrisch untersucht worden sei. Aufgrund 

der relativ unproblematischen Befundlage habe der RAD dem Beschwerdeführer zu 

Recht lediglich eine Arbeitsunfähigkeit von 20% attestiert. Es sei ohne Abstriche auf 

das RAD-Gutachten abzustellen, weitere medizinische Abklärungen seien nicht 

angezeigt (act. G 4).

C.c In der Replik vom 18. August 2016 hielt der Beschwerdeführer an seinen 

Rechtsbegehren fest und führte im Wesentlichen das bereits in der Beschwerde 

Vorgebrachte an. Ergänzend machte er geltend, dass dem RAD-Bericht die gleiche 

psychiatrische Diagnose zugrunde liege und diese sich lediglich in der Intensität der 

psychiatrischen Einschränkung von der Einschätzung von Dr. F.___ unterscheide (act. 

G 6).

C.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (vgl. act. G 8).

Erwägungen

1. 

1.1  Streitig und vorliegend zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf 

Leistungen der Invalidenversicherung bis zum (vorgezogenen) Bezug der AHV-

Altersrente und somit bis am 30. April 2015 (vgl. IV-act. 73-2, 91-3).

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1.2  Einen Rentenanspruch haben Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die 

Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können, 

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% 

arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid 

sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 

psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und 

Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf 

dem in Betracht kommenden ausgeglichen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Gemäss 

Art. 28a Abs. 1 des IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich durch einen 

Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares 

Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, 

wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).

1.3  Um das Invalideneinkommen zu bestimmen und damit den Invaliditätsgrad 

bemessen zu können, muss die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer 

adaptierten Tätigkeit im Verfügungszeitpunkt feststehen.

2. 

2.1  Zur Beantwortung der Frage nach der Arbeitsfähigkeit hat die 

Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer durch den RAD rheumatologisch und 

psychiatrisch abklären lassen (IV-act. 88). Vorab ist festzuhalten, dass entgegen der 

Ansicht des Beschwerdeführers (vgl. act. G 6 S. 2) auch den Berichten und Gutachten 

versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen Beweiswert zukommt, sofern sie als 

schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind 

und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der 

befragte Experte in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt 

nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf 

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vielmehr besonderer Umstände, die das Misstrauen in die Unparteilichkeit der 

Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Zwar ist im Hinblick auf die 

erhebliche Bedeutung, die den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, an 

die Unparteilichkeit der medizinischen Fachpersonen ein strenger Massstab anzulegen, 

doch sind ergänzende Abklärungen mittels unabhängiger Begutachtung nur dann 

vorzunehmen, wenn Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 

versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen bestehen (vgl. (BGE 125 V 354 E. 3b/

cc, BGE 135 V 470 E. 4.4).

2.2  Die vom RAD in rheumatologischer und internistischer Hinsicht attestierte 100%ige 

Arbeitsfähigkeit in einer leichten bis mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeit 

ohne monotone Zwangshaltungen ist mit Blick auf die erhobenen unauffälligen 

Befunde, die klinisch schmerzfreie Beweglichkeit beider Kniegelenke und die lediglich 

leichte Einschränkung der OSG-Beweglichkeit nachvollziehbar. Der Beschwerdeführer 

beanstandet denn auch einzig den psychiatrischen Teil der RAD-Abklärung. Dabei hält 

er der Einschätzung von RAD-Arzt Dr. G.___ insbesondere die Beurteilungen seiner 

behandelnden Psychiater Dr. E.___ und Dr. F.___ entgegen (vgl. act. G 1 S. 3 f.).

2.3 

2.3.1  Wie der rheumatologische Abklärungsbericht beinhaltet auch der psychiatrische 

RAD-Abklärungsbericht eine umfassende Darstellung der vorhandenen Akten und eine 

ausführliche Anamnese. Dr. G.___ hat sich eingehend mit den vom Beschwerdeführer 

geklagten Beschwerden auseinandergesetzt und diese bei seiner Beurteilung 

berücksichtigt. Er hat überzeugend dargelegt, dass die vom Beschwerdeführer 

geäusserten Schlafschwierigkeiten, die gezeigte Deprimiertheit und die Enttäuschung 

über die Lebensleistung im Kontext zu einem gestörten Selbstwertgefühl und 

Selbstwerterleben zu sehen seien und dass der verminderte Antrieb, die 

Beeinträchtigung des Selbstwertvertrauens und des Selbstwerterlebens sowie die 

Schlafstörungen lediglich für eine als leicht einzuordnende depressive Episode 

sprächen, so dass keine weitergehende psychiatrische relevante Symptomatik vorliege. 

Er hat seine Diagnose in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge schlüssig 

begründet und nachvollziehbar dargelegt, dass die beim Beschwerdeführer 

bestehende leichte depressive Symptomatik eine maximal 20%ige Einschränkung 

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seiner Leistungsfähigkeit bewirke. Aus den Akten ergeben sich auch keine Hinweise 

darauf, dass die Beurteilung durch sachfremde, d.h. durch nicht medizinische Aspekte 

beeinflusst worden wäre, oder dass objektiv wesentliche Tatsachen nicht 

berücksichtigt worden wären.

2.3.2  Die einleuchtenden Schlussfolgerungen des Rad-Arztes sind entgegen der 

Ansicht des Beschwerdeführers durch die Beurteilungen von Dr. F.___ und Dr. E.___ 

nicht in Frage zu stellen. Dr. G.___ hat sich mit den Einschätzungen der behandelnden 

Psychiater auseinandergesetzt und hat seine davon abweichende Auffassung – 

insbesondere auch hinsichtlich der Schwere der depressiven Störung und der 

Einschränkung der Leistungsfähigkeit – schlüssig begründet. Dabei gilt es zu beachten, 

dass die behandelnden und die begutachtenden psychiatrischen Fachärzte aufgrund 

der unterschiedlichen Natur von Behandlungs- und Begutachtungsauftrag nicht selten 

zu abweichenden Beurteilungen der psychischen Beeinträchtigungen und der sich 

daraus ergebenden Einschränkung der Arbeitsfähigkeit gelangen. Hinsichtlich der 

Beurteilung von Dr. F.___ ist darüber hinaus festzuhalten, dass dieser die von Dr. G.___ 

erhobenen psychopathologischen Befunde nicht grundsätzlich in Frage gestellt, 

sondern vielmehr auf den phasenförmigen Verlauf einer depressiven Störung mit einem 

fluktuierenden Ausmass der depressiven Symptome hingewiesen hat. Wie Dr. G.___ 

diesbezüglich allerdings festgehalten hat, sind dem dokumentierten Aktenverlauf keine 

konsequenten Therapiebemühungen des Beschwerdeführers zu entnehmen, obwohl 

solche bei einer mittel- oder gar schwergradigen Depression ohne Weiteres zu 

erwarten gewesen wären. So hat sich der Beschwerdeführer erstmals im Oktober 2013 

bei Dr. E.___ in psychiatrische Behandlung begeben, diese nach einer relativ kurzen 

Behandlungsdauer (neun Sitzungen bis April 2014) trotz der von Dr. E.___ 

beschriebenen gleichbleibenden Depression abgebrochen und erst nach einem 

längeren Unterbruch im August 2015 erneut eine Therapie bei Dr. F.___ begonnen. Die 

RAD-ärztliche Schlussfolgerung, dass konstant eine leichte depressive Störung, 

allenfalls mit einer einmaligen punktuell mittelgradigen Ausprägung im Oktober 2013, 

vorgelegen habe, überzeugt somit insbesondere auch mit Blick auf den aktenmässigen 

Verlauf.

2.4  Zusammenfassend ist gestützt auf den schlüssigen RAD-Abklärungsbericht mit 

dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass 

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der Beschwerdeführer seit dem potentiellen Rentenbeginn und bis zu seiner 

Pensionierung am 1. Mai 2015 in der bisherigen sowie jeder anderen, 

leidensangepassten Tätigkeit zu 80% arbeitsfähig gewesen ist. Nachdem der 

Sachverhalt als umfassend abgeklärt zu erachten und von weiteren medizinischen 

Abklärungen keine verlässlichere Arbeitsfähigkeitsschätzung zu erwarten ist, ist dem 

Eventualantrag des Beschwerdeführers, die Angelegenheit sei zur Vornahme weiterer 

Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, nicht stattzugeben 

(antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 122 V 157, E. 1d).

3. 

Die Beschwerdegegnerin hat bei der Invaliditätsbemessung das im Jahr 2008 erzielte 

Jahreseinkommen von Fr. 77‘214.00 herangezogen (vgl. auch die ursprüngliche 

Verfügung vom 28. Januar 2014, IV-act. 54) und ist von einem an die 

Nominallohnentwicklung angepassten Valideneinkommen von Fr. 80‘444.-- 

ausgegangen. Dies ist nicht zu beanstanden und ist vom Beschwerdeführer auch nicht 

bestritten worden. Nachdem ihm die ursprüngliche Hilfsarbeit als Maschinenführer 

sowie jede andere körperlich leichte bis mittelschwere Hilfsarbeit weiterhin zumutbar 

ist, ist auch zur Ermittlung des (hypothetischen) Invalideneinkommens ein Jahreslohn 

von Fr. 80‘444.--heranzuziehen. Angepasst an eine Restarbeitsfähigkeit von 80% ergibt 

sich – wie von der Beschwerdegegnerin verfügt – ein Invalideneinkommen von Fr. 

64‘355.-- (Fr. 80‘444.-- x 0.8). Da ein potentieller, betriebswirtschaftlich-ökonomisch 

denkender Arbeitgeber aufgrund der eingeschränkten psychischen Belastbarkeit des 

Beschwerdeführers mit vermehrten krankheitsbedingten Absenzen rechnen und zudem 

der mangelnden Flexibilität und reduzierten Aufmerksamkeitsleistung Rechnung tragen 

müsste, hätte die verbliebene Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers für einen 

Arbeitgeber nicht mehr denselben betriebswirtschaftlichen Wert wie die Arbeitsleistung 

eines gesunden, durchschnittlich leistungsfähigen Arbeitnehmer im 80%-Pensum. Da 

er dem Beschwerdeführer aus diesen Gründen nur einen deutlich unter dem 

Zentralwert liegenden Lohn zahlen würde, ist entgegen der von der 

Beschwerdegegnerin vorgenommenen Invaliditätsbemessung beim 

Invalideneinkommen praxisgemäss ein Tabellenlohnabzug von 15% zu 

berücksichtigen. Daraus ergibt sich ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von 

32% (= Fr. 80‘444.-- - Fr. 64‘355.-- x 0.85 / Fr. 80‘444.--). Damit hat der 

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Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Invalidenrente und die 

Beschwerdegegnerin hat das Rentengesuch im Ergebnis zu Recht abgewiesen.

4. 

4.1  Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.

4.2  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1’000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Dem unterliegenden Beschwerdeführer sind 

die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen. Der geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihm daran anzurechnen. Bei diesem 

Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 

Der Beschwerdeführer hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der 

geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe wird ihm daran angerechnet.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 04.06.2018
	Art. 8 ATSG. Art. 28 IVG: Würdigung eines RAD-Abklärungsberichtes nach Rückweisung zu weiteren Abklärungen. Einkommensvergleich. Abweisung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 4. Juni 2018, IV 2016/151).

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		2025-07-19T06:09:27+0200
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