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**Case Identifier:** 22116942-9294-5bfc-9824-47e03618729f
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-12-16
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 16.12.2021 UV 2021/11
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_UV-2021-11_2021-12-16.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2021/11

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 01.06.2022

Entscheiddatum: 16.12.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 16.12.2021
Art. 18 f. und 24 UVG: Vorliegen des medizinischen Endzustandes bejaht. 
Gestützt auf die gesamte Aktenlage ist von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit 
in leidensangepassten Tätigkeiten auszugehen. Einkommensvergleich. 
Rentenanspruch verneint. Die durch die Beschwerdegegnerin 
zugesprochene Integritätsentschädigung basierend auf einem 
Integritätsschaden von 10 % ist nicht zu beanstanden. Abweisung der 
Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 
vom 16. Dezember 2021, UV 2021/11).

Entscheid vom 16. Dezember 2021

Besetzung

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichter 

Joachim Huber und Versicherungsrichterin Miriam Lendfers; Gerichtsschreiberin 

Sabrina Bleile

Geschäftsnr.

UV 2021/11

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Eugen Koller, LL.M., Anwaltskanzlei St. Jakob, 

St. Jakob Strasse 37, 9000 St. Gallen,

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gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

vertreten durch Rechtsanwältin MLaw Nadine Linda Suter, Lischer Zemp & Partner, 

Schwanenplatz 4, 6004 Luzern,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) war bei der B.___ AG in einem Pensum von 100 

% als (…) angestellt und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt 

(Suva) unfallversichert, als er am 3. April 2018 einen Berufsunfall erlitt (vgl. Suva-act. 2 

f.), bei dem er sich an der linken Schulter eine undislozierte mehrfragmentäre 

Tuberculum majus-Fraktur zuzog, die zunächst konservativ und mittels Infiltrationen 

behandelt wurde (vgl. Suva-act. 8, 12 und 15 f.; zu einer durchgeführten MRT-

Untersuchung vom 23. April 2018 vgl. Suva-act. 22). Die Suva kam für die 

Heilungskosten auf und entrichtete Taggeldleistungen (Suva-act. 4 und 6 f.). Am 24. 

Mai 2018 berichtete Dr. med. C.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, Facharzt für Chirurgie FMH, Klinik 

D.___, von einem posttraumatischen subacromialen Impingement und einem 

schleppenden Heilungsverlauf. Die Schmerzverarbeitung scheine beim Versicherten 

gestört zu sein, weshalb Dr. med. E.___, Fachärztin für Neurochirurgie, SGSS 

Schmerzspezialistin, hinzuzuziehen sei (Suva-act. 19; vgl. ferner Suva-act. 35).

A.a. 

Ab dem ___ Juni 2018 startete der Versicherte bei seiner Arbeitgeberin einen 

Arbeitsversuch mit einem Pensum von 50 %, wobei sich die Schmerzsituation 

A.b. 

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verschlechterte (vgl. Suva-act. 24, 27, 29 ff., 34 f. und 41 ff.). Eine MRT-

Verlaufsuntersuchung vom 28. August 2018 zeigte gemäss Dr. C.___ keine wesentlich 

neue Pathologie. Er erachtete die Situation allerdings als vereinbar mit einer adhäsiven 

Kapsulitis und einer Tendinopathie der Supraspinatus- und Infraspinatussehne (Suva-

act. 49 und 52). Vom ___ bis 21. November 2018 verrichtete der Versicherte die Arbeit 

wieder in einem Pensum von 100 %, wurde jedoch nur in der Nachtschicht eingesetzt, 

weil dann die (…) weniger umgestellt werden mussten (vgl. Suva-act. 64 und 67). Ab 

dem 22. November 2018 wurde der Versicherte von Dr. E.___ aufgrund von 

Schmerzexazerbationen bei der Arbeit und zur Ermöglichung einer intensiven Therapie 

für drei Wochen nochmals zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben (vgl. Suva-act. 71, 64 

und 67). Ab dem 6. Januar 2019 attestierte Dr. E.___ dem Versicherten wiederum eine 

100%ige Arbeitsfähigkeit bei Einsatz in der Nachtschicht (Suva-act. 70 f.). Am 31. 

Januar 2019 berichtete Dr. E.___, dass es aufgrund der Arbeitseinsätze bei Belastung 

der linken Schulter immer wieder zu Rückschritten mit Schmerzexazerbation und 

Bewegungseinschränkung gekommen sei. Daher sei eine stationäre Rehabilitation mit 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit indiziert (Suva-act. 78). Kreisarzt Dr. med. F.___, 

Facharzt für Chirurgie, spez. Unfallchirurgie, teilte am 6. Februar 2019 die 

Schlussfolgerung von Dr. E.___ und empfahl eine Rehabilitation in der Rehaklinik G.___ 

(Suva-act. 79).

Vom 13. März bis 3. April 2019 hielt sich der Versicherte stationär in der Rehaklinik 

G.___ auf (Suva-act. 93 und 99). Im Austrittsbericht wurde festgehalten, dass die 

Durchführung einer erneuten MRT-Untersuchung hinsichtlich Kapsulitis-Zeichen und 

Verlauf des bone bruise in einem offenen Gerät empfohlen werde. Im Rahmen der 

stationären Rehabilitation habe keine namhafte Verbesserung der Beschwerden erzielt 

werden können. Weitere physiotherapeutische Massnahmen seien nicht vorgesehen. 

Eine psychotherapeutische Behandlung sei empfohlen. Es sei eine erhebliche 

Symptomausweitung beobachtet worden. Diese sei teilweise auf die psychiatrische 

Diagnose (akzentuierte Persönlichkeitszüge; vgl. Suva-act. 99-1) zurückzuführen. Es 

liege allerdings keine psychische Störung vor, welche eine arbeitsrelevante 

Leistungsminderung begründen könnte. Die Resultate der physischen Leistungstests 

seien für die Beurteilung der zumutbaren körperlichen Belastbarkeit nur teilweise 

verwertbar. Das Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkungen lasse sich 

A.c. 

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mit den objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung nur 

ungenügend erklären. Die Beurteilung der Zumutbarkeit stütze sich wesentlich auf 

medizinisch-theoretische Überlegungen. Ab dem 4. April 2019 bestehe in der 

bisherigen Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Die Ausübung einer angepassten 

Tätigkeit (leichte bis mittelschwere Arbeit, aktuell ohne längerdauernde Tätigkeiten über 

Schulterhöhe, ohne Ersteigen von Leitern oder Gerüsten und ohne Schläge und 

Vibrationsbelastung) sei ganztags zumutbar. Sollten sich bei der ausstehenden MRT-

Untersuchung keine klaren Kapsulitiszeichen mehr bzw. keine anderen neuen 

Pathologien zeigen, seien aus unfallversicherungsrechtlicher Sicht alle Tätigkeiten 

zumutbar (Suva-act. 99-2 f.).

Eine MRT-Untersuchung vom 30. April 2019 zeigte eine undislozierte Tuberculum 

majus-Fraktur mit nur noch minimalem Knochenmarksödem im Frakturbereich, gute 

Stellungsverhältnisse, eine mässiggradige Entzündungsreaktion im Ursprungsbereich 

der langen Bizepssehne und im subacromialen Verlauf der Supraspinatussehne sowie 

eine mässiggradige entzündlich aktivierte AC-Gelenksarthrose (Suva-act. 104). Am 3. 

Mai 2019 ging bei der Suva ein Gesuch der Klinik H.___, um Kostengutsprache für eine 

arthroskopische subakromiale Dekompression (ASAD) und eventuelle Verschraubung 

des Tuberculum majus mit vom 31. Mai bis 2. Juni 2019 geplantem Klinikaufenthalt ein 

(Suva-act. 111). In einem Bericht vom 13. Mai 2019 über eine Vorstellung des 

Versicherten vom 2. Mai 2019 erklärte Dr. med. I.___, Orthopädie J.___, dass bei einer 

erheblichen persistierenden schmerzhaften Funktionseinschränkung in der Schulter 

links jetzt doch aktiv im Sinne einer Arthroskopie vorgegangen werden sollte (Suva-act. 

114). In einer gleichentags erstellten kreisärztlichen Aktenbeurteilung kam Dr. F.___ 

zum Schluss, dass die MRT-Untersuchung vom 30. April 2019 keine unfallkausale 

Indikation für die von Dr. I.___ geplante Operation ergebe. Die Operation ziele einzig auf 

erkrankungsbedingte Vorschäden ab. Für die Operation sei keine Kostengutsprache zu 

erteilen (Suva-act. 115).

A.d. 

Mit Verfügung vom 22. Mai 2019 stellte die Suva ihre Versicherungsleistungen per 

30. Mai 2019 ein, da der Zustand, wie er sich auch ohne Unfall eingestellt hätte, 

spätestens am 30. Mai 2019 erreicht gewesen sei. Die geplante Schulteroperation sei 

einzig auf erkrankungsbedingte Vorschäden zurückzuführen, sodass deren Kosten 

nicht von der Suva übernommen werden könnten (Suva-act. 118 ff.).

A.e. 

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Gegen diese Verfügung liess der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. 

E. Koller, St. Gallen, am 14. Juni 2019 Einsprache erheben (Suva-act. 128-1 ff.). Dieser 

legte er den Operationsbericht vom 31. Mai 2019 (Suva-act. 128-7) sowie einen Bericht 

von Dr. I.___ vom 13. Juni 2019 bei, wonach die Operation in einem direkten 

Zusammenhang zum Ereignis vom April 2018 stehe. Seit dem Unfall bestehe ein 

erheblicher Schmerzzustand im linken Schulterbereich, der trotz konservativer 

Behandlung mit stationärem Aufenthalt persistiert hätte. Radiologisch habe sich 

gezeigt, dass die Fraktur zwar konsolidiert gewesen sei, jedoch seien gleichzeitig eine 

deutliche Spornbildung und ein konsekutives subacromiales Impingement ersichtlich 

gewesen. Deswegen seien am 31. Mai 2019 die Arthroskopie, Defilee-Erweiterung, 

Adhäsions-Lösung sowie Entfernung der Spornbildung im Tuberculum majus 

durchgeführt worden (Suva-act. 128-9 f.).

A.f. 

In einer Stellungnahme vom 26. Juni 2019 erklärte Dr. F.___, dass die Verfügung 

vom 22. Mai 2019 grundsätzlich nicht seiner ärztlichen Beurteilung entspreche. Er 

verlangte die Vorlage der intraoperativen Videoprints (Suva-act. 132; vgl. ferner Suva-

act. 133 ff.).

A.g. 

Mit Schreiben vom 8. Juli 2019 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass sie auf 

die Verfügung vom 22. Mai 2019 zurückkomme und die Einsprache gutheisse. Sie 

erbringe die gesetzlichen Versicherungsleistungen weiterhin (Suva-act. 139 ff.).

A.h. 

In einem Verlaufsbericht vom 18. November 2019 hielt Dr. I.___ fest, dass der 

Versicherte in Ruhe bzw. wenn er unterhalb der 90 Grad Abduktion und Flexion bleibe, 

keine Beschwerden mehr habe und auch keine Schmerzmittel mehr benötige. 

Schmerzen bestünden auf der Höhe der Horizontalen und weiter oben. Klinisch zeige 

sich passiv eine freie Beweglichkeit, aktiv bestehe schmerzbedingt noch eine 

Einschränkung, vermutlich auch entzündungsbedingt. Es sollte weiterhin 

Physiotherapie gemacht werden. Die nächste Kontrolle sei auf Mitte Dezember 2019 

geplant. Der Versicherte dürfe in absehbarer Zeit am angestammten Arbeitsplatz die 

Arbeit wieder aufnehmen, wenn er das Gefühl habe, dass dies gehe (Suva-act. 173; zu 

vorangehenden Sprechstundenberichten vgl. Suva-act. 156 f. und 164). In einem 

Telefonat vom 19. Dezember 2019 teilte der Versicherte der Suva mit, dass er an 

diesem Tag in der Kontrolle bei Dr. I.___ gewesen sei. Dieser habe ihm mitgeteilt, dass 

A.i. 

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er ab dem 1. Februar 2020 wieder in seine angestammte Tätigkeit zurückkehren könne 

(Suva-act. 179; vgl. dazu ferner Suva-act. 181). In einer Aktenbeurteilung vom 9. Januar 

2020 teilte Dr. F.___ die Ansicht, dass ab dem 1. Februar 2020 in der angestammten 

Tätigkeit eine ganztägige Arbeitsfähigkeit bestehen sollte. Für die Beurteilung der 

Integritätsentschädigung brauche es noch eine Röntgenkontrolle mit der Frage nach 

Arthrosen (Suva-act. 182). Am 30. Januar 2020 berichtete Dr. I.___ über einen 

stagnierenden Verlauf und empfahl Mesotherapie sowie Eigenbluttherapie (Suva-act. 

186). Dr. F.___ beurteilte das Vorgehen von Dr. I.___ am 31. Januar 2020 als 

ungewöhnlich. Er erachtete eine MRT-Kontrolluntersuchung als angezeigt (Suva-act. 

187). In der Folge liess Dr. I.___ eine solche in die Wege leiten und schrieb den 

Versicherten bis dahin weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig (Suva-act. 193). Im Bericht 

vom 21. Februar 2020 über die Sprechstunde vom 17. Februar 2020 erklärte Dr. I.___, 

dass die MRT-Untersuchung vom 14. Februar 2020 (vgl. Suva-act. 197) lediglich eine 

intrinsische Veränderung im ventralen Ansatz der Supraspinatussehne ohne eigentliche 

Rissbildung, eine leichte Auffaserung und eine subacromiale Narbenbildung gezeigt 

habe. Die Abduktion sei bis zur Horizontalen möglich, dann quasi nicht mehr. Passiv 

bestehe aber eine freie Beweglichkeit. Es sollte wohl weiter therapiert werden, 

zunächst mit Osteopathie und anschliessend mit Feldenkrais-Therapie. Weiterhin 

bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 196).

In einer Aktenbeurteilung vom 12. März 2020 hielt Dr. F.___ fest, dass die MRT-

Untersuchung keine Befunde gezeigt habe, welche die subjektiven Beschwerden 

erklären könnten. Es liege mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ein dauerhaft stabiler 

Zustand im Bereich der linken Schulter vor, der nachweislich nicht gebessert werden 

könne. Eine weitere Behandlung sei medizinisch nicht indiziert oder 

erfolgsversprechend. Aus unfallversicherungsrechtlicher Sicht sei auf dem allgemeinen 

Arbeitsmarkt eine zeitlich unlimitierte Arbeitsfähigkeit für angepasste Tätigkeiten 

(leichte Tätigkeiten, die ein Anheben des linken Armes nur bis zur Horizontalen 

erforderten, und die keine Schläge, Vibrationen und repetitiven Drehbewegungen 

beinhalteten) gegeben. Eine kreisärztliche Untersuchung sei nicht erforderlich, weil 

dadurch weder andere subjektive Beschwerden noch andere klinische Befunde als die 

durch Dr. I.___ dokumentierten zu erwarten seien (Suva-act. 199). Mit gleichentags 

verfasstem Schreiben stellte die Suva ihre vorübergehenden Versicherungsleistungen 

A.j. 

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(Heilbehandlung und Taggeld) per 30. Juni 2020 ein. Gemäss kreisärztlicher 

Beurteilung seien therapeutische Massnahmen nicht mehr indiziert, da sie wenig 

erfolgversprechend seien. Alternative Therapien wie Osteopathie oder Feldenkrais 

seien nicht im Leistungskatalog der Suva enthalten. Auch bestehe ab dem 13. März 

2020 in einer angepassten Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Zur Wahrung der 

rechtlich vorgegebenen dreimonatigen Übergangsfrist würden die Taggeldleistungen 

noch bis zum 30. Juni 2020 erbracht (Suva-act. 200).

In seinem Verlaufsbericht vom 26. März 2020 hielt Dr. I.___ fest, dass die Suva den 

Fall per Ende Juni 2020 terminiert habe. Seines Erachtens wäre es sinnvoller, die 

Terminierung noch bis zum Herbst 2020 hinauszuzögern, damit der Versicherte nach 

der Corona-Problematik nochmals mit Osteopathie und Feldenkrais therapiert werden 

könne. Die Einschätzung der Suva, wonach theoretisch in einer adaptierten Tätigkeit 

eine volle Arbeitsfähigkeit bestehe, erachte er als illusorisch (Suva-act. 204). Am 5. Juni 

2020 berichtete Dr. I.___ über eine unveränderte schmerzhafte Einschränkung der 

Beweglichkeit, eine deutliche muskuläre Dysbalance sowie Verspannungen im 

Schultergürtelbereich links. Er empfahl Physiotherapie, hielt jedoch gleichzeitig fest, 

dass die schmerzhafte Funktionsstörung dadurch wahrscheinlich nur leicht positiv 

beeinflusst werden könne. Manuell, wie der Versicherte vorher gearbeitet habe, sei er 

nicht mehr arbeitsfähig (Suva-act. 214).

A.k. 

Mit Mitteilung vom 8. Juni 2020 wies die IV-Stelle das Begehren um berufliche 

Massnahmen ab, da der Versicherte in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 100 % 

arbeitsfähig sei (Suva-act. 219).

A.l. 

In einer weiteren Aktenbeurteilung vom 11. Juni 2020 hielt Dr. F.___ fest, dass 

sich im Hinblick auf seine Beurteilung vom 12. März 2020 grundsätzlich keine 

Veränderung ergeben habe. Die von Dr. I.___ vorgeschlagenen alternativen 

Massnahmen seien nicht zu vergüten, da kein Wirkungsnachweis bei einer 

Schulterproblematik bestehe. Physiotherapie könne abschliessend nochmals 

übernommen werden. Dr. I.___ habe eine Arbeitsunfähigkeit einzig für die angestammte 

Tätigkeit attestiert, sodass die Zumutbarkeitsbeurteilung vom 12. März 2020 für den 

allgemeinen Arbeitsmarkt weiterhin gültig sei (Suva-act. 215). Am 12. Juni 2020 

bestätigte Dr. F.___ erneut seine Einschätzung vom 12. März 2020 (Suva-act. 221). In 

A.m. 

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einer Aktenbeurteilung vom 16. Juni 2020 schätzte Dr. F.___ den Integritätsschaden an 

der linken Schulter auf 10 % (Suva-act. 224).

Mit Verfügung vom 24. Juli 2020 sprach die Suva dem Versicherten eine 

Integritätsentschädigung für eine Integritätseinbusse von 10 % zu und verneinte den 

Anspruch auf eine Invalidenrente bei einer unfallbedingten Erwerbseinbusse von 1.14 

%. Allfällige psychogene Störungen stünden nicht in einem adäquaten 

Kausalzusammenhang zum Unfall (Suva-act. 238).

A.n. 

In einem Verlaufsbericht vom 25. August 2020 hielt Dr. I.___ fest, dass er die 

bereits früher mit positiven Resultaten durchgeführten alternativen Therapien (z.B. 

Akupunktur oder Feldenkrais) ausprobieren würde. Ansonsten sei seines Erachtens 

sicherlich eine Umschulung empfehlenswert, da der Versicherte manuell in seiner 

angestammten Tätigkeit kaum mehr tätig sein könne. Aufgrund der schmerzhaften 

Funktionsstörung sei die von der Suva zugesprochene Integritätsentschädigung zu tief 

ausgefallen (Suva-act. 249; vgl. dazu auch den Verlaufsbericht vom 10. Juli 2020; 

Suva-act. 234).

A.o. 

Gegen die Verfügung der Suva vom 24. Juli 2020 erhob der weiterhin durch 

Rechtsanwalt Koller vertretene Versicherte am 14. September 2020 Einsprache (Suva-

act. 252).

A.p. 

Am 6. Oktober 2020 berichtete Dr. I.___ von einer stationären Symptomatik mit 

wenig Schmerzen in Ruhe und einer Schmerzzunahme unter Belastung. Er empfahl, 

das Ganze vorerst so zu belassen und einen Versuch mit einer medikamentösen 

Therapie in abnehmender Dosierung durchzuführen. Er attestierte ab dem 31. August 

2020 eine Arbeitsfähigkeit von 20 % in adaptierten Tätigkeiten (Suva-act. 257). In 

einem Verlaufsbericht vom 10. November 2020 empfahl er die Durchführung einer 

Kontroll-MRT-Untersuchung zum Ausschluss einer strukturellen Veränderung (Suva-

act. 258). Nachdem die am 23. November 2020 durchgeführte MRT-Untersuchung (vgl. 

Suva-act. 263) zu keinen neuen Erkenntnissen geführt hatte, hielt Dr. I.___ im 

gleichentags erstellten Sprechstundenbericht fest, dass die Symptomatik für ihn unklar 

sei. Zum Ausschluss einer neurologischen Schädigung wolle er gerne noch eine 

A.q. 

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Erwägungen

1.

Vorliegend strittig und zu prüfen sind der Zeitpunkt der Einstellung der 

vorübergehenden Versicherungsleistungen (Heilbehandlung und Taggeld) sowie bei 

neurologische Beurteilung einholen. Er attestierte dem Versicherten weiterhin eine 

80%ige Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 259).

Mit Einspracheentscheid vom 4. Januar 2021 wies die Suva die Einsprache des 

Versicherten ab (Suva-act. 264).

A.r. 

Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der weiterhin durch Rechtsanwalt Koller 

vertretene Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 4. Februar 2021 

Beschwerde (act. G 1). Er beantragte, der Einspracheentscheid der Suva vom 4. Januar 

2021 sei aufzuheben und es seien weiterhin die gesetzlichen Versicherungsleistungen, 

insbesondere die Taggelder, zu erbringen. Eventualiter sei eine Rente gestützt auf 

einen Invaliditätsgrad von mindestens 60 % und eine Integritätsentschädigung in der 

Höhe von mindestens 30 % auszurichten; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge 

(act. G 1 S. 2). Weiter beantragte der Beschwerdeführer die Gewährung der 

unentgeltlichen Rechtsverbeiständung für das Verfahren vor Versicherungsgericht (act. 

G 1 S. 3 und 1.2).

A.s. 

In ihrer Beschwerdeantwort vom 22. April 2021 beantragte die Suva, vertreten 

durch Rechtsanwältin MLaw N. Suter, Luzern, die Abweisung der Beschwerde und die 

Bestätigung des Einspracheentscheides (act. G 6 S. 2).

A.t. 

Am 26. April 2021 entsprach die verfahrensleitende Richterin dem Gesuch um 

Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung für das Verfahren vor 

Versicherungsgericht (act. G 7).

A.u. 

In seiner Replik vom 23. August 2021 hielt der Beschwerdeführer an den in der 

Beschwerde gestellten Anträgen fest (act. G 13).

A.v. 

In ihrer Duplik vom 6. Oktober 2021 hielt die Beschwerdegegnerin am in der 

Beschwerdeantwort gestellten Rechtsbegehren fest (act. G 15).

A.w. 

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Annahme des medizinischen Endzustandes die Ansprüche auf Rente und 

Integritätsentschädigung (vgl. act. G 1).

2.

Ist die versicherte Person infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 

des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; 

SR 830.1]), so hat sie Anspruch auf ein Taggeld (Art. 16 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]). Sie hat zudem Anspruch auf die 

zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Art. 10 UVG). Ist die versicherte Person 

infolge des Unfalls mindestens zu 10 % invalid, so hat sie Anspruch auf eine 

Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den Unfall 

eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen 

Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 

Abs. 1 UVG). Die vorübergehenden Leistungen (Heilbehandlung, Taggeld) sind 

einzustellen und der Anspruch auf eine Invalidenrente zu prüfen, wenn allfällige 

Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind und von 

der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des 

Gesundheitszustands der versicherten Person mehr erwartet werden kann (Art. 19 Abs. 

1 UVG). Die Integritätsentschädigung wird mit der Invalidenrente festgesetzt oder, falls 

kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt 

(Art. 24 Abs. 2 UVG). Das Erreichen des medizinischen Endzustands bildet demgemäss 

in Nachachtung des Eingliederungsgrundsatzes die Voraussetzung für die Prüfung der 

Rentenfrage und der Integritätsentschädigung (Entscheide des Versicherungsgerichts 

des Kantons St. Gallen vom 21. Oktober 2019, UV 2017/95, E. 2.1, und vom 19. April 

2021, UV 2020/3, E. 2.1; vgl. Philipp Geertsen, N 11 ff. zu Art. 19, in: Marc Hürzeler/Ueli 

Kieser (Hrsg.), Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar zum 

schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2018 [nachfolgend zitiert: KOSS UVG]).

3.  

Zunächst zu prüfen ist demnach, ob der medizinische Endzustand i.S.v. Art. 19 

Abs. 1 UVG per 30. Juni 2020 erreicht gewesen ist und die Beschwerdegegnerin ihre 

vorübergehenden Versicherungsleistungen (Heilbehandlung und Taggeld) somit zu 

Recht auf diesen Zeitpunkt hin eingestellt hat.

3.1. 

Die Beschwerdegegnerin hat sich für die Leistungseinstellung in erster Linie auf die 

Beurteilung von Dr. F.___ vom 12. März 2020 gestützt (vgl. Suva-act. 238 und 264), 

3.2. 

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wonach mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ein stabiler Zustand betreffend die linke 

Schulter vorliege, der nachweislich nicht gebessert werden könne (Suva-act. 199).

Der Beschwerdeführer ist der Ansicht, dass auf die Beurteilung von Dr. F.___ 

schon aus formalen Gesichtspunkten nicht abgestellt werden könne, da es sich dabei 

lediglich um eine Aktenbeurteilung handle. Dr. F.___ habe ihn nie persönlich untersucht 

und er habe es auch unterlassen, sich mit der medizinischen Beurteilung von Dr. I.___ 

auseinanderzusetzen (vgl. act. G 1 S. 4 f.).

3.3. 

Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht 

für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch 

die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der 

Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit 

Hinweis). Auch reinen Aktengutachten kann voller Beweiswert zukommen, sofern der 

medizinischen Person, welche das Aktengutachten verfasst hat, genügend ärztliche 

Unterlagen zur Verfügung gestanden haben, die auf persönlichen Untersuchungen der 

versicherten Person beruhen, sodass sie es dem Experten oder der Expertin erlauben, 

sich ein für die zu beurteilenden Belange gesamthaft lückenloses Bild zu verschaffen 

(Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 31. August 2006, U 198/06, E. 

3.3 mit Hinweisen). Sodann ist zu beachten, dass für das gesamte Verwaltungs- und 

Verwaltungsgerichtsverfahren der Grundsatz der freien Beweiswürdigung gilt. Danach 

haben die urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

Beweisregeln sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel 

unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu 

entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des 

streitigen Rechtsanspruchs gestatten (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweis; Art. 61 lit. c 

ATSG).

3.4. 

Eine persönliche kreisärztliche Untersuchung hat Dr. F.___ in seiner 

Aktenbeurteilung vom 12. März 2020 als nicht erforderlich erachtet, weil dabei weder 

andere subjektive Beschwerden noch andere klinische Befunde als die von Dr. I.___ 

fachärztlich dokumentierten zu erwarten seien (vgl. Suva-act. 199). Er ist mithin davon 

ausgegangen, dass ihm die Aktenlage eine schlüssige Beurteilung hinsichtlich des 

medizinischen Endzustandes ermöglicht. Dies ist nachvollziehbar, nachdem Dr. F.___ 

sowohl ein Austrittsbericht der Rehaklinik G.___, der auf eingehenden Untersuchungen 

des Beschwerdeführers beruht (Suva-act. 99), als auch Berichte zu bildgebenden 

Untersuchungen (vgl. z.B. Suva-act. 104), intraoperative Videoprints (vgl. Suva-act. 133 

3.5. 

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ff.) sowie zahlreiche Berichte des behandelnden Arztes Dr. I.___ vorgelegen haben. 

Angesichts der gut dokumentierten Aktenlage ist es nicht zu beanstanden, dass die 

Beschwerdegegnerin auf eine persönliche kreisärztliche Untersuchung verzichtet hat. 

Trotz fehlender persönlicher Untersuchung kann der kreisärztlichen Beurteilung vom 

12. März 2020 somit Beweiswert zukommen. Die Annahme, dass der medizinische 

Endzustand per 30. Juni 2020 erreicht gewesen ist, lässt sich aber ohnehin nicht nur 

aus der kreisärztlichen Aktenbeurteilung vom 12. März 2020, sondern auch aus der 

übrigen medizinischen Aktenlage ableiten, wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen 

(vgl. E. 3.6 ff.). Die kreisärztliche Aktenbeurteilung vom 12. März 2020 ist somit 

keineswegs die alleine massgebende Entscheidungsgrundlage. Vielmehr beinhaltet sie 

eine gestützt auf die gesamte Aktenlage, namentlich auch unter Berücksichtigung der 

Berichte von Dr. I.___, nachvollziehbare Schlussfolgerung bezüglich des medizinischen 

Endzustandes.

 Als letzte grössere Behandlungsmassnahme ist die von Dr. I.___ empfohlene (vgl. 

Suva-act. 128-9 f.) Operation vom 31. Mai 2019 (vgl. Suva-act. 128-7 f.) aktenkundig. 

Zu berücksichtigen ist dabei, dass Dr. I.___ in seinem Bericht vom 13. Juni 2019 

bestätigt hat, dass sich radiologisch eine konsolidierte Fraktur gezeigt habe. Er ist aber 

davon ausgegangen, dass auf der Bildgebung eine deutliche Spornbildung und ein 

subacromiales Impingement zu sehen gewesen seien, die er als mögliche Ursachen für 

die persistierenden Schulterbeschwerden eingestuft hat und die er operativ hat 

behandeln wollen (vgl. Suva-act. 128-9 f.). Mit der Operation sollten die von Dr. I.___ 

als unfallkausal eingestuften Restfolgen also behoben worden sein, sodass eine 

Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin grundsätzlich lediglich noch bis zum 

Abheilen der Operationsfolgen auszumachen ist. Nach der Operation scheint sich 

zunächst auch eine Besserung der Beschwerden eingestellt zu haben. In einem Bericht 

vom 18. November 2019 hat Dr. I.___ darauf hingewiesen, dass der Beschwerdeführer 

die Arbeit am angestammten Arbeitsplatz in absehbarer Zeit wieder aufnehmen könne, 

sofern er das Gefühl habe, dass dies gehe (Suva-act. 173). Daraus ist zu schliessen, 

dass Dr. I.___ grundsätzlich im November 2019 keine medizinischen Gründe, die gegen 

eine Arbeitsaufnahme sprechen, mehr hat ausmachen können, sondern die attestierte 

Arbeitsunfähigkeit in erster Linie vom Empfinden des Beschwerdeführers abhängig 

gemacht hat. Am 19. Dezember 2019 hat der Beschwerdeführer gegenüber der 

Beschwerdegegnerin dann selber angegeben, dass er gemäss Dr. I.___ ab dem 1. 

Februar 2020 wieder in seine angestammte Tätigkeit zurückkehren könne (Suva-act. 

179). Ab Januar 2020 hat Dr. I.___ dann allerdings von einem stagnierenden Verlauf 

berichtet und dem Beschwerdeführer weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit 

attestiert, ohne dass er aber neue objektive Befunde beschrieben hätte (vgl. Suva-act. 

3.6. 

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186, 193 und 196; vgl. auch MRT-Untersuchung vom 14. Februar 2020; Suva-act. 197). 

Demzufolge hat Dr. I.___ zur Behandlung im Wesentlichen auf alternative Therapien wie 

Mesotherapie, Eigenbluttherapie, Osteopathie und Feldenkrais-Therapie verwiesen, 

ohne dabei anzugeben, mit welcher namhaften Verbesserung des 

Gesundheitszustandes dadurch gerechnet werden könnte (Suva-act. 186 und 196). 

Dabei ist auch zu beachten, dass blosse ärztliche Verlaufskontrollen, 

manualtherapeutische Behandlungen, die Einnahme von Medikamenten und 

vergleichbare Vorkehren dem Erfordernis einer mit einer gewissen Planmässigkeit auf 

eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes gerichteten ärztlichen 

Behandlung rechtsprechungsgemäss grundsätzlich nicht entsprechen (Urteile des 

Bundesgerichts vom 5. Oktober 2007, U 395/06, E. 5.3, vom 22. September 2016, 

8C_306/2016, E. 5.3, und vom 7. Dezember 2015, 8C_37/2015, E. 4.2; KOSS UVG-

Geertsen, N 7 zu Art. 19). In seiner Aktenbeurteilung vom 12. März 2020 hat Dr. F.___ 

daher nachvollziehbar festgehalten, dass eine MRT-Untersuchung vom 14. Februar 

2020 keine Befunde gezeigt habe, welche die subjektiven Beschwerden erklären 

könnten. Es liege mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ein dauerhaft stabiler Zustand 

im Bereich der linken Schulter vor, der nachweislich nicht gebessert werden könne 

(Suva-act. 199). Dr. I.___ hat der Annahme eines medizinischen Endzustandes in 

seinem Verlaufsbericht vom 26. März 2020 nicht explizit widersprochen. Er hat lediglich 

empfohlen, die Terminierung noch etwas hinauszuzögern, um dem Beschwerdeführer 

nach der Entschärfung der Corona-Situation nochmals die Möglichkeit zu geben, mit 

Osteopathie und Feldenkrais therapiert zu werden (vgl. Suva-act. 204). Auch im Bericht 

vom 5. Juni 2020 hat Dr. I.___ keine strukturellen Schädigungen genannt, sondern über 

Verspannungszustände berichtet und Physiotherapie empfohlen, ohne dadurch jedoch 

eine wesentliche Beeinflussung der schmerzhaften Funktionseinschränkung zu 

erwarten (vgl. Suva-act. 214). Folglich ist es gut nachvollziehbar, dass Dr. F.___ in einer 

weiteren Aktenbeurteilung vom 11. Juni 2020 an seiner Einschätzung vom 12. März 

2020 festgehalten hat, zumal er mit Ausnahme der Physiotherapie, für die nochmals 

Kostengutsprache für eine Serie erteilt worden ist (vgl. Suva-act. 220), am 

Wirkungsnachweis der von Dr. I.___ vorgeschlagenen alternativen Massnahmen 

gezweifelt hat (vgl. Suva-act. 215). Dass die Beschwerdegegnerin per 30. Juni 2020 

von einem medizinischen Endzustand ausgegangen ist, ist nach dem Gesagten nicht 

zu beanstanden.

Etwas anderes ergibt sich entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers auch 

aus den nach der Einstellungsverfügung erstellten Berichten von Dr. I.___ nicht. Am 6. 

Oktober 2020 hat er wiederum von einer stationären Symptomatik berichtet und 

empfohlen, das Ganze vorerst einmal so zu belassen und medikamentös zu 

3.7. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/21

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therapieren (Suva-act. 257). Die stationäre Symptomatik sowie die mangelnden 

Therapieoptionen unterstreichen das Erreichen des Endzustandes. Auch eine Kontroll-

MRT-Untersuchung vom 23. November 2020 hat zu keinen neuen Erkenntnissen 

geführt (Suva-act. 259 und 263). Im Sprechstundenbericht zur gleichentags 

durchgeführten Untersuchung hat Dr. I.___ aufgrund der für ihn unklaren Symptomatik 

neu eine neurologische Untersuchung zum Ausschluss einer neurologischen 

Schädigung angedacht (vgl. Suva-act. 259). In dem im Beschwerdeverfahren 

eingereichten Verlaufsbericht von Dr. I.___ vom 12. Januar 2021 hiess es dann, dass 

für die darauf folgende Woche ein Termin bei einer Neurologin vereinbart worden sei, 

der nun abgewartet werde (act. G 1.4). Gemäss den Ausführungen des 

Beschwerdeführers in der Replik vom 23. August 2021 hat eine solche Untersuchung 

dann allerdings nie stattgefunden, angeblich aufgrund fehlender Bezahlung durch die 

Krankenversicherung infolge von Prämienrückständen (vgl. act. G 13 S. 4). Aus der 

fehlenden neurologischen Untersuchung kann jedoch nicht abgeleitet werden, der 

medizinische Endzustand sei noch nicht erreicht (vgl. act. G 1 und 13). Die Empfehlung 

zur neurologischen Abklärung scheint ohne konkrete Anhaltspunkte für das Vorliegen 

einer neurologischen Gesundheitsschädigung ausgesprochen worden zu sein. 

Zumindest hat Dr. I.___ in den klinischen Untersuchungen, soweit aus den 

Sprechstundenberichten ersichtlich, keine Hinweise auf eine neurologische 

Schädigung festgestellt. Ansonsten wäre wohl bereits früher eine solche Empfehlung 

ausgesprochen worden. Vielmehr scheint Dr. I.___ eine neurologische Untersuchung 

aufgrund der für ihn nicht erklärbaren Beschwerdepersistenz und mangels anderer 

Therapieoptionen ins Auge gefasst zu haben (vgl. act. G 1.4). Im Übrigen hat Dr. F.___ 

eine weitere neurologische Abklärung nicht als notwendig eingestuft. Auch liegen keine 

aktuellen Berichte von Dr. I.___ oder anderen Arztpersonen vor, die zum Ausdruck 

bringen, dass eine solche Abklärung noch durchzuführen wäre bzw. dass von einer 

solchen namhafte Erkenntnisse hinsichtlich des Zustandes der linken Schulter zu 

erwarten wären. Aus dem Umstand, dass Dr. I.___ in seinem Bericht vom 12. Januar 

2021 kurzfristig oder längerfristig eine intensive Rehabilitation als sinnvoll erachtet hat 

(vgl. act. G 1.4), kann der Beschwerdeführer ebenfalls nichts zu seinen Gunsten 

ableiten. Weder hat Dr. I.___ die Indikation für einen solchen Rehabilitationsaufenthalt 

noch den zu erwartenden Nutzen konkretisiert. Dass eine namhafte Verbesserung des 

Zustandes an der linken Schulter zu erwarten ist, ist somit nicht ausgewiesen.

Zusammenfassend ist gestützt auf die Aktenlage mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der medizinische Endzustand hinsichtlich 

der linken Schulter spätestens per Ende Juni 2020 erreicht gewesen ist, sodass die 

Beschwerdegegnerin die vorübergehenden Leistungen zu Recht auf diesen Zeitpunkt 

3.8. 

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4.  

hin eingestellt hat. Der Einwand des Beschwerdeführers, wonach die vorübergehenden 

Versicherungsleistungen auch deshalb nicht hätten eingestellt werden dürfen, weil die 

Eingliederungsmassnahmen der IV noch nicht abgeschlossen gewesen seien (vgl. act. 

G 13 S. 5), zielt ebenfalls ins Leere. Selbst wenn die Eingliederungsmassnahmen noch 

nicht abgeschlossen gewesen wären, würde dies nichts am Zeitpunkt der Einstellung 

der vorübergehenden Versicherungsleistungen ändern. Vielmehr wäre diesfalls eine 

Übergangsrente nach Art. 30 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 

832.202) zu prüfen gewesen (vgl. KOSS UVG-Geertsen, N 16 und 18 zu Art. 19 mit 

Hinweisen). Wie die nachfolgende Rentenprüfung zeigen wird (vgl. E. 4), besteht 

vorliegend bereits ohne Eingliederung kein Anspruch auf eine Invalidenrente und somit 

auch kein Anspruch auf eine Übergangsrente.

Unbestrittenermassen besteht eine Unfallrestfolge im Sinne eines postoperativen 

Zustandes an der linken Schulter. Zu prüfen gilt es somit, ob die Beschwerdegegnerin 

einen Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente zu Recht verneint hat.

4.1. 

Zur Beurteilung des Rentenanspruchs gilt es zunächst festzustellen, ob die 

medizinische Arbeitsfähigkeit gestützt auf die vorliegende Aktenlage mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit feststeht.

4.2. 

Wie bereits ausgeführt, hat Dr. I.___ in einem Verlaufsbericht vom 18. November 

2019 festgehalten, dass der Beschwerdeführer die Arbeit am angestammten 

Arbeitsplatz in absehbarer Zeit wieder aufnehmen könne, wenn er das Gefühl habe, 

dass dies gehe (Suva-act. 173). In einem Telefonat vom 19. Dezember 2019 hat der 

Beschwerdeführer gegenüber der Beschwerdegegnerin berichtet, dass er gemäss Dr. 

I.___ ab dem 1. Februar 2020 wieder in seine angestammte Tätigkeit zurückkehren 

könne (Suva-act. 179). Weshalb Dr. I.___ den Beschwerdeführer gleichwohl weiterhin 

zu 100 % und in den neueren Berichten noch immer zu 80 % arbeitsunfähig 

geschrieben hat (vgl. z.B. Suva-act. 257 und 259; vgl. act. G 1.5), wird von ihm nicht 

nachvollziehbar begründet. Neue objektivierbare Befunde, welche diese gegenüber 

November 2019 unterschiedliche Einschätzung erklären könnten, sind nicht ersichtlich. 

Demnach ist anzunehmen, dass die Attestierung der Arbeitsunfähigkeit in erster Linie in 

Abhängigkeit von den Beschwerdeäusserungen des Beschwerdeführers erfolgt ist. 

Gerade vor diesem Hintergrund erscheinen die Beurteilungen von Dr. F.___ vom 12. 

März 2020 (Suva-act. 199), 11. Juni 2020 (Suva-act. 215) sowie 12. Juni 2020 (Suva-

act. 221), wonach in optimal angepassten Tätigkeiten (leichte Tätigkeiten, die mit dem 

linken Arm nur bis zur Horizontalen auszuführen sind und keine Schläge, Vibrationen 

4.3. 

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5.  

und repetitiven Drehbewegungen beinhalten) eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestehe, 

als schlüssig. Gründe, weshalb dem Beschwerdeführer, der im Rahmen der 

Verlaufsuntersuchungen im Wesentlichen über schmerzbedingte 

Bewegungseinschränkungen des linken Armes geklagt hatte (vgl. dazu act. G 1.5), eine 

adaptierte Tätigkeit, wie sie von Dr. F.___ beschrieben worden ist, nicht zumutbar sein 

sollte, erschliessen sich dem Gericht aufgrund der medizinischen Aktenlage jedenfalls 

nicht. Zudem ist auch die IV-Stelle von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in 

leidensangepassten Tätigkeiten ausgegangen (vgl. Suva-act. 250). Im Übrigen war dem 

Beschwerdeführer bereits im Austrittsbericht der Rehaklinik G.___ vom 8. April 2019 

und damit vor der Operation vom 31. Mai 2019 (vgl. Suva-act. 128-7 f.) eine 100%ige 

Arbeitsfähigkeit in leidensangepassten Tätigkeiten attestiert worden (Suva-act. 99).

Zusammenfassend ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass 

im Zeitpunkt der Leistungseinstellung (30. Juni 2020), in optimal leidensangepassten 

Tätigkeiten eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestanden hat. Weitere Abklärungen sind 

diesbezüglich nicht angezeigt.

4.4. 

Ausgehend von der ermittelten 100%igen Arbeitsfähigkeit in leidensangepassten 

Tätigkeiten gilt es den Invaliditätsgrad festzulegen. Gemäss Art. 16 ATSG wird für die 

Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte 

Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen 

Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare 

Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in 

Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht 

invalid geworden wäre (Valideneinkommen).

5.1. 

Für das Valideneinkommen ist massgebend, was die versicherte Person aufgrund 

ihrer beruflichen Fähigkeiten und ihrer persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit im massgebenden Zeitpunkt des allfälligen 

Rentenbeginns verdient hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Dabei ist in der 

Regel vom zuletzt – d.h. grundsätzlich vor dem Beginn der unfallbedingten ganzen oder 

teilweisen Arbeitsunfähigkeit – erzielten Verdienst auszugehen (BGE 139 V 30 E. 3.3.2, 

je mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 18. März 2015, 8C_590/2014, E. 5.1).

5.2. 

Die durch die Beschwerdegegnerin vorgenommene Festlegung des jährlichen 

Valideneinkommens auf Fr. 69'134.-- (vgl. Suva-act. 238 und 264), welche sich auf die 

Angaben der früheren Arbeitgeberin bezüglich des hypothetischen Jahreslohnes des 

Beschwerdeführers im Jahr 2020 stützt (vgl. Suva-act. 223 und 225), ist grundsätzlich 

5.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 17/21

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nicht zu beanstanden. Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, für das 

Valideneinkommen sei auf einen Tabellenlohn abzustellen, weil er noch 

Weiterbildungen gemacht habe und als Gesunder als Gruppenleiter ein höheres 

Einkommen hätte erzielen können (act. G 13 S. 6), kann ihm nicht gefolgt werden. Nach 

Aktenlage bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer als 

Gesunder im Jahr 2020 ein Fr. 69'134.-- übersteigendes Einkommen erzielt hätte. Er 

hat für seine Behauptungen denn auch keine Belege eingereicht, sondern nur darauf 

verwiesen, dass über die beruflichen Perspektiven bei der ehemaligen Arbeitgeberin 

Auskünfte eingeholt werden könnten (vgl. act. G 13 S. 6). Dabei verkennt der 

Beschwerdeführer, dass die Beschwerdegegnerin sich bereits bei seiner ehemaligen 

Arbeitgeberin über die Gehaltsentwicklung bis zum Jahr 2020 informiert und die vom 

Unternehmen aufgezeigten Gehaltsentwicklungen berücksichtigt hat (vgl. Suva-act. 

223, 225 und 238). Demnach kann auf den von der Beschwerdegegnerin ermittelten 

Validenlohn von Fr. 69'134.-- abgestellt werden.

Mit der von der Beschwerdegegnerin vorgenommenen Berechnung des 

Invalideneinkommens ist der Beschwerdeführer ebenfalls nicht einverstanden. Er 

macht geltend, dass die Beschwerdegegnerin für das Invalideneinkommen zu Unrecht 

auf den Medianlohn der im Kompetenzniveau 2 beschäftigten Männer gemäss der 

Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2018 des Bundesamtes für Statistik 

(angepasst an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41. 7 Stunden sowie an 

die Nominallohnentwicklung bis zum Jahr 2020) abgestellt habe. Richtigerweise sei er 

ins Kompetenzniveau 1 einzustufen (vgl. act. G 13 S. 6). Die Beschwerdegegnerin hat 

die Einstufung des Beschwerdeführers ins Kompetenzniveau 2 mit seiner Ausbildung 

sowie seinem beruflichen Werdegang (abgeschlossene Berufslehre als K.___ in L.___ 

und Tätigkeit als M.___ vor dem Unfall) begründet (vgl. Suva-act. 266-25). Da der 

Beschwerdeführer in seinem angestammten Beruf nicht mehr tätig sein kann und 

entsprechend dem von Dr. F.___ definierten Zumutbarkeitsprofil auch eine M.___-

Tätigkeit nicht als optimal leidensangepasst erscheint, ist für das Invalideneinkommen 

mangels erfolgter Umschulung auf das Kompetenzniveau 1 abzustellen. Angepasst an 

die Nominallohnentwicklung bis zum Jahr 2020 sowie unter Berücksichtigung der 

betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41. 7 Stunden (vgl. Bundesamt für 

Statistik, Tabelle T03.02.03.01.04.01) resultiert somit ein Invalideneinkommen von Fr. 

68'906.-- (12 x Fr. 5'417.-- = Fr. 65'004.-- / 40 x 41.7 = Fr. 67'766.70 / 2260 x 2298 

[vgl. Bundesamt für Statistik, Tabelle T 39, Entwicklung der Nominallöhne, der 

Konsumentenpreise und der Reallöhne] = gerundet Fr. 68'906.--).

5.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 18/21

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6.  

Den von der Beschwerdegegnerin gewährten Tabellenlohnabzug von 5 % (vgl. 

Suva-act. 266-25) erachtet der Beschwerdeführer als zu tief. Seinen linken Arm könne 

er nur mit Schmerzen bis zur Horizontalen bewegen. Ausserdem leide er aus früheren 

Unfällen an Einschränkungen des rechten Armes (act. G 13 S. 7). Ob und in welchem 

Umfang ein Abzug vom Tabellenlohn zu gewähren ist, hängt nach der Rechtsprechung 

von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab 

(etwa leidensbedingte Einschränkung, Alter und Beschäftigungsgrad), die nach 

pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind, wobei der maximal zulässige 

Abzug auf 25 % festzusetzen ist. Eine schematische Vornahme des 

Tabellenlohnabzugs ist unzulässig (BGE 126 V 79 E. 5b und Regeste; BGE 129 V 481 

E. 4.2.3 mit Hinweisen). Bei der Überprüfung des Tabellenlohnabzugs, der eine 

Schätzung darstellt, darf das Gericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die 

Stelle desjenigen der Verwaltung setzen (BGE 126 V 81 E. 6). Triftige Gründe, die ein 

Abweichen von dem seitens der Beschwerdegegnerin auf 5 % festgesetzten 

Tabellenlohnabzug erfordern würden, sind nicht ersichtlich. Den Einschränkungen des 

linken Armes wird grundsätzlich bereits mit dem von Dr. F.___ definierten 

Zumutbarkeitsprofil Rechnung getragen. Dass der Beschwerdeführer auch am rechten 

Arm unter andauernden wesentlichen Einschränkungen leidet, geht aus der Aktenlage 

nicht hervor.

5.5. 

Unter Berücksichtigung eines Tabellenlohnabzugs von 5 % resultiert ein 

Invalideneinkommen von Fr. 65'461.-- (Fr. 68'906.-- minus gerundet Fr. 3'445.--).

5.6. 

Stellt man das Valideneinkommen von Fr. 69'134.-- dem Invalideneinkommen von 

Fr. 65'461.-- gegenüber, resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 3'673.-- und ein 

rentenausschliessender Invaliditätsgrad von gerundet 5 % (Fr. 3'673.-- x 100 / Fr. 

69'134.--). Folglich hat die Beschwerdegegnerin einen Anspruch auf eine Invalidenrente 

zu Recht verneint.

5.7. 

Zu prüfen bleibt die Höhe der von der Beschwerdegegnerin zugesprochenen 

Integritätsentschädigung.

6.1. 

Gemäss Art. 24 Abs. 1 UVG besteht ein Anspruch auf eine 

Integritätsentschädigung, wenn die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde 

und erhebliche Schädigung ihrer körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität 

erleidet. Als dauernd gilt ein Integritätsschaden, wenn er voraussichtlich während des 

ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang bestehen bleibt, und als erheblich, 

wenn die körperliche, geistige oder psychische Integrität unabhängig von der 

6.2. 

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Erwerbsfähigkeit augenfällig oder stark beeinträchtigt wird (Art. 36 Abs. 1 UVV). 

Gemäss Art. 25 UVG wird die Integritätsentschädigung in Form einer Kapitalleistung 

ausgerichtet, wobei sie entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft 

wird. Anhang 3 zur UVV enthält eine Skala für Integritätsentschädigungen. Die 

Entschädigung für spezielle, nicht in der Skala aufgeführte Integritätsschäden wird 

nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (vgl. Anhang 3 Ziff. 1 zur UVV). 

In Weiterentwicklung der Skala des Anhang 3 zur UVV hat die medizinische Abteilung 

der Suva weitere Bemessungsgrundlagen in Form von Tabellen erarbeitet, welche als 

Richtwerte dienen können (vgl. BGE 116 V 157 E. 3a). Die Bemessung der 

Integritätsentschädigung beruht auf einer medizinisch-theoretischen Einschätzung der 

Beeinträchtigung der Integrität, wobei subjektive Faktoren unberücksichtigt zu lassen 

sind (BGE 113 V 221 f. E. 4).

Dr. F.___ hat den Integritätsschaden in seiner Beurteilung vom 16. Juni 2020 auf 10 

% geschätzt. Er hat schlüssig aufgezeigt, dass beim Beschwerdeführer eine 

schmerzhafte Funktionsstörung der linken Schulter mit einer aktiv erreichbaren 100 

Grad-Abduktion bei passiv freier Beweglichkeit bestehe, welche durch die subjektiven 

Beschwerden nach der unfallkausalen Tuberculum majus-Fraktur verursacht werde. 

Gemäss Suva-Tabelle 1 (Integritätsschaden bei Funktionsstörungen an den oberen 

Extremitäten) bemesse sich eine Bewegungseinschränkung bis 30 Grad über der 

Horizontalen beweglich mit 10 % und eine mässige Form der Periarthrosis 

humeroscapularis mit 10 %. Der unfallkausale klinische Befund mit passiv freier 

Beweglichkeit und beschwerdebedingter Einschränkung der aktiven Beweglichkeit, 

wobei die linke Schulter über die Horizontale hinaus beweglich sei, entspreche somit 

einem Integritätsschaden von 10 % (Suva-act. 224). Soweit der Beschwerdeführer mit 

Verweis auf den Bericht von Dr. I.___ vom 12. Januar 2021 geltend macht, eine 

Abduktion sei aktiv und passiv nur knapp bis zur Horizontalen möglich, weshalb 

gemäss Suva-Tabelle 1 von einem Integritätsschaden von 15 % auszugehen sei (vgl. 

act. G 1 S. 9), kann ihm nicht gefolgt werden. Zwar hat Dr. I.___ im Bericht vom 12. 

Januar 2021 tatsächlich festgehalten, dass die Abduktion und Flexion schmerzbedingt 

knapp bis zur Horizontalen möglich seien (act. G 1.4). Noch im November 2020 hatte 

Dr. I.___ jedoch festgehalten, dass eine aktive Abduktion bis zur Horizontalen möglich 

sei und es dann zu zunehmenden Schmerzen komme (vgl. act. G 1. 5 S. 2). Gleiches 

hatte Dr. I.___ auch anlässlich der Verlaufskonsultation vom 1. Oktober 2020 

beschrieben (vgl. act. G 1.5 S. 3). Im Rahmen der Sprechstunde vom 24. August 2020 

war sogar eine Abduktion bis knapp 100 Grad möglich gewesen (vgl. act. G 1.5 S. 3 f.). 

Die passive Beweglichkeit ist von Dr. I.___ mehrfach als frei bzw. recht gut bezeichnet 

worden (vgl. act. G 1.5 S. 4 ff.). Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht vorbringt (vgl. 

6.3. 

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7.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

act. G 6 S. 9 f.), beruht die Funktionseinschränkung gemäss Aktenlage somit in erster 

Linie auf den subjektiven Angaben des Beschwerdeführers und nicht auf objektiven 

Befunden. Auch für Dr. I.___ ist die Symptomatik unklar und er hat die 

Schmerzangaben des Beschwerdeführers teilweise als diffus bezeichnet (vgl. act. G 

1.5). Vor diesem Hintergrund erscheint die Einschätzung von Dr. F.___ stimmig. Ein 10 

% übersteigender Integritätsschaden ist nicht ausgewiesen. Folglich hat die 

Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer zu Recht eine Integritätsentschädigung 

basierend auf einem Integritätsschaden von 10 % zugesprochen.

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gegen den angefochtenen 

Einspracheentscheid abzuweisen.

7.1. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. f  ATSG).7.2. bis

Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer keinen 

Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG), jedoch ist sein 

Rechtsvertreter zufolge der gewährten unentgeltlichen Rechtsvebeiständung (vgl. act. 

G 7) vom Staat angemessen zu entschädigen. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 

61 lit. g ATSG). Mit Blick auf vergleichbare Fälle erscheint vorliegend eine pauschale 

Parteientschädigung von Fr. 4'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) 

als angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des 

Anwaltsgesetzes [AnwG; sGS 963.70]). Somit hat der Staat den Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers pauschal mit Fr. 3'200.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

7.3. 

Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt worden ist, ist zur 

Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).

7.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 21/21

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St.Galler Gerichte

3. Der Staat entschädigt den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers zufolge 

unentgeltlicher Rechtsverbeiständung mit Fr. 3'200.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer)

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	Entscheid Versicherungsgericht, 16.12.2021
	Art. 18 f. und 24 UVG: Vorliegen des medizinischen Endzustandes bejaht. Gestützt auf die gesamte Aktenlage ist von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in leidensangepassten Tätigkeiten auszugehen. Einkommensvergleich. Rentenanspruch verneint. Die durch die Beschwerdegegnerin zugesprochene Integritätsentschädigung basierend auf einem Integritätsschaden von 10 % ist nicht zu beanstanden. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 16. Dezember 2021, UV 2021/11).

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		2024-05-26T22:12:21+0200
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