# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b1e0bb55-7923-5159-a0b8-3bdc4c66ddf5
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-07
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 07.04.2022 BK 2021 450
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2021-450_2022-04-07.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Beschluss
BK 21 450 + 451

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 7. April 2022

Besetzung Oberrichter J. Bähler (Präsident), Oberrichter Schmid,
Oberrichter Gerber
Gerichtsschreiber Rudin

Verfahrensbeteiligte A.________
v.d. Rechtsanwältin Dr. iur. B.________

Beschuldigter/Straf- und Zivilkläger/Beschwerdeführer 1

C.________
v.d. Rechtsanwalt Dr. iur. D.________

Beschuldigter/Straf- und Zivilkläger/Beschwerdeführer 2

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Gegenstand Einstellung

Strafverfahren wegen falscher Anschuldigung, Irreführung der 
Rechtspflege, Ehrverletzung (B1)

Strafverfahren wegen falscher Anschuldigung und Verleumdung 
(B2)

Beschwerden gegen die Verfügung der Regionalen Staatsanwalt-
schaft Bern-Mittelland vom 19. August 2021 (BM 18 5155 etc.)

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Erwägungen:

1. Mit Verfügung vom 19. August 2021 stellte die Regionale Staatsanwaltschaft Bern-
Mittelland (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) die Verfahren gegen A.________ 
(nachfolgend: Beschwerdeführer 1) wegen falscher Anschuldigung und Irreführung 
der Rechtspflege (BM 20 24266) sowie wegen Ehrverletzung (BM 21 18305) ein 
(Ziff. 1). Gleichzeitig stellte sie das Verfahren gegen C.________ (nachfolgend: 
Beschwerdeführer 2) wegen falscher Anschuldigung und Verleumdung (BM 18 
5155) ein (Ziff. 2). Die gegenseitigen Zivilklagen wurden auf den Zivilweg verwie-
sen (Ziff. 3) und die Verfahrenskosten dem Kanton Bern auferlegt (Ziff. 4). Den Be-
schwerdführern 1+2 wurde für ihre Aufwendungen im Verfahren jeweils pauschal 
CHF 500.00 ausgerichtet (Ziff. 5). Mit Schreiben vom 11. Oktober 2021 erhob der 
Beschwerdeführer 1, vertreten durch Rechtsanwältin B.________, Beschwerde 
(nachfolgend: Beschwerde 1) bei der Beschwerdekammer in Strafsachen des 
Obergerichts des Kantons Bern (nachfolgend: Beschwerdekammer) mit den Anträ-
gen, Ziff. 2 der angefochtenen Verfügung sei aufzuheben und die Staatsanwalt-
schaft anzuweisen, das Strafverfahren gegen den Beschwerdeführer 2 weiterzu-
führen. Eventualiter sei die Staatsanwaltschaft anzuweisen, das Verfahren bis zum 
rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens PEN 20 432 (vor dem Regionalgericht 
Bern-Mittelland) zu sistieren; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Mit Schrei-
ben vom 11. Oktober 2021 erhob ausserdem der Beschwerdeführer 2, vertreten 
durch Rechtsanwalt D.________, Beschwerde (nachfolgend: Beschwerde 2) bei 
der Beschwerdekammer mit dem Antrag, Ziff. 1 sowie – soweit das Strafverfahren 
gegen den Beschwerdeführer 1 betreffend – Ziff. 3-5 der angefochtenen Verfügung 
seien aufzuheben und die Staatsanwaltschaft sei anzuweisen, das Strafverfahren 
fortzusetzen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Die Generalstaatsanwalt-
schaft beantragte am 22. Oktober 2021 die kostenfällige Abweisung beider Be-
schwerden. Mit Beschwerdeantwort vom 22. November 2021 beantragte der Be-
schwerdeführer 1 die kostenfällige Abweisung der Beschwerde 2. Am 24. Novem-
ber 2021 gab der Präsident i.V. der 1. Strafkammer des Obergerichts des Kantons 
Bern zur Kenntnis, dass die Beschwerdeführer 1+2 sowie die Generalstaatsanwalt-
schaft im Strafverfahren gegen den Beschwerdeführer 1 Berufung eingelegt hätten 
und keine Nichteintretensgründe geltend gemacht wurden. Mit Beschwerdeantwort 
vom 9. Dezember 2021 beantragte der Beschwerdeführer 2 die kostenfällige Ab-
weisung der Beschwerde 1.

2. Gegen Verfügungen der Staatsanwaltschaft kann bei der Beschwerdekammer in 
Strafsachen innert zehn Tagen schriftlich und begründet Beschwerde geführt wer-
den (Art. 393 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 396 Abs. 1 der Strafprozessordnung [StPO; 
SR 312.0], Art. 35 des Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden und 
der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1] i.V.m. Art. 29 Abs. 2 des Organisati-
onsreglements des Obergerichts [OrR OG; BSG 162.11]). Beide Beschwerdeführer 
sind durch die angefochtene Verfügung unmittelbar in ihren rechtlich geschützten 
Interessen betroffen und somit zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 382 Abs. 1 
StPO). Auf beide form- und fristgerechten Beschwerden ist einzutreten.

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3. Die äusseren Umstände der vorliegenden Auseinandersetzung aus Sicht des Be-
schwerdeführers 1 ergeben sich aus dessen Anzeige vom 31. Januar 2018 gegen 
den Beschwerdeführer 2:

Im Juli 2016 haben sich der Anzeiger und der Beschuldigte über den Kauf von mehreren Kunstwerken 
geeinigt, unter anderem weil der Beschuldigte einen finanziellen Engpass hatte. So haben der Anzei-
ger und die E.________ (Gesellschaft) deren einziger Gesellschafter und Geschäftsführer der Be-
schuldigte ist (B 2), am 22./26. Juli 2016 einen schriftlichen Kaufvertrag abgeschlossen, der den Kauf 
von vier Kunstwerken vom Beschuldigten für CHF 10'000.00 beinhaltete. […] Da sich herausstellte, 
dass die ursprünglich vereinbarten 4 Kunstobjekte nicht den gewünschten Wert hatten, kamen die 
Parteien überein, dass der Vertrag entsprechend anzupassen ist (vgl. B 3). Sie einigten sich schliess-
lich, dass die drei folgenden Kunstwerke den Gegenstand des Kaufvertrags bilden sollen (B 4):

- Objekt 1: H.________ XVIIe, I.________ (Name Kunstobjekt) [in der Korrespondenz der zwischen 
dem Anzeiger und dem Beschuldigten teilweise auch als „F.________" bezeichnet], inkl. des Ori-
ginalrahmens oder eines gleichwertigen Ersatzes;

- Objekt 2: Zeichnung von G.________;

- Objekt 3: J.________ XXe siècle, K.________ (Name Kunstobjekt).

Der Beschuldigte wollte den schriftlichen Vertrag mit dem Anzeiger um die neu aufgenommenen Ge-
genstände anpassen und nahm ihn deshalb mit. Der Anzeiger ist folglich nicht im Besitz eines Exem-
plars dieses Vertrags oder einer Kopie davon. Trotz mehrmaliger Aufforderung, hat der Beschuldigte 
bis heute eine Herausgabe des angepassten Vertrages verweigert. […] Dem Anzeiger liegt zurzeit nur 
der erste nicht gegenseitig unterzeichnete Entwurf des damaligen Vertrages vor, der noch die ur-
sprünglichen 4 Kunstobjekte enthielt. Jedoch fehlt der Anhang, den es nach Erinnerung des Anzei-
gers zusätzlich hatte (vgl. B 3). […] Der Anzeiger überwies in der Folge den vereinbarten Kaufpreis in 
zwei Zahlungen von je CHF 5'000.00 am 5. August 2016 und 5. September 2016 an den Beschuldig-
ten (B 5). Dies zeigt, dass beide Parteien von einem rechtmässig abgeschlossenen Kaufvertrag aus-
gingen. […] Nachdem der Beschuldigte am 30. August 2016 die Gemälde „I.________(Name Kunst-
objekt)" (Objekt 1) und „K.________(Name Kunstobjekt)" (Objekt 3) von seinem Zweitwohnsitz in 
Frankreich in die Schweiz importierte (B 6), übergab er das erstgenannte Gemälde einige Tage später 
dem Anzeiger. Mit der Übergabe erlangte der Anzeiger entsprechend rechtmässigen Besitz und wur-
de Eigentümer dieses Kaufgegenstandes (vgl. Art. 714 Abs. 1 ZGB). Das Gemälde 
„K.________(Name Kunstobjekt)" und die Zeichnung von G.________ wurden schliesslich im Februar 
2017 an den Anzeiger übergeben. […]

Der Anzeiger und der Beschuldigte pflegten auch nach Vollzug des Kaufvertrags weiterhin ein freund-
schaftliches Verhältnis. Aufgrund seiner Expertise in diesem Gebiet, unterstützte der Beschuldigte 
den Anzeiger auf dessen Bitte beim Vorhaben, die Echtheit und den - auch zum heutigen Zeitpunkt 
noch ungewissen - tatsächlichen Wert des Gemäldes „I.________(Name Kunstobjekt)" (Objekt 1) 
feststellen zu lassen (B 4). Zu diesem Zweck unternahmen sie bspw. zwei Reisen ans Fraunhofer In-
stitut in Fürth um eine tomographische Expertise anfertigen zu lassen und beauftragten mehrere Ex-
perten mit der Begutachtung (und teilweise auch der Restauration) des Gemäldes. Für alle Beteiligten 
war dabei aber jederzeit klar, dass das Gemälde im Eigentum des Anzeigers steht.

In Anbetracht des hiervor Erwähnten, erstaunt, dass der Anzeiger am 19. Oktober 2017 vom mittler-
weile anwaltlich vertretenen Beschuldigten ein Schreiben erhielt, in welchem er aufgefordert wurde, 
die ihm vom Beschuldigten „anvertrauten" Kunstobjekte und diverse Kunstobjekte des Beschuldigten 

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betreffende Dokumente zurückzuerstatten (B 7). Die verlangte Rückforderung umfasste u.a. auch je-
ne Kunstwerke, welche der Anzeiger vom Beschuldigten mittels Kaufvertrag im Juli 2016 erwarb (vgl. 
oben N 11 ff.). […]

Der Anzeiger schliesslich sah sich nicht veranlasst dieser Aufforderung, für die sich in seinem Eigen-
tum befindlichen Bilder, Folge zu leisten und teilte dies mit Stellungahme vom 30. Oktober 2017 dem 
Beschuldigten auch mit (B 10). Möglicherweise noch vor Erhalt der angekündigten Stellungnahme (B 
9), reichte der Beschuldigte bei der Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Region Bern-Mittelland 
wegen Diebstahls, evtl. Veruntreuung eine Strafanzeige ein (Verfahren BM 17 47335 / BMI).

4. Die Staatsanwaltschaft erhob in der Folge Anklage gegen den Beschwerdeführer 1 
beim Regionalgericht Bern-Mittelland, Einzelgericht, wegen – soweit vorliegend er-
heblich – Diebstahls, evtl. Veruntreuung etc. (PEN 20 432). Mit Urteil vom 26. Fe-
bruar 2021 sprach das Regionalgericht den Beschwerdeführer 1 vom Vorwurf des 
Diebstahls, evtl. der Veruntreuung, evtl. der unrechtmässigen Aneignung (Würdi-
gungsvorbehalt des Gerichts) frei. Das Verfahren ist zurzeit bei der 1. Strafkammer 
des Obergerichts des Kantons Bern hängig, da die Beschwerdeführer 1+2 sowie 
die Staatsanwaltschaft Berufung erklärt haben.

5. Die Beschwerdeführer bezichtigen sich gegenseitig im Wesentlichen der Verleum-
dung sowie der falschen Anschuldigungen durch unwahre Strafanzeigen und weh-
ren sich deshalb gegen die jeweilige Einstellungsverfügung. 

5.1 Gemäss Art. 319 Abs. 1 StPO verfügt die Staatsanwaltschaft namentlich die Ein-
stellung des Verfahrens, wenn kein Tatverdacht erhärtet ist, der eine Anklage 
rechtfertigt (Bst. a). Der Entscheid über die Einstellung eines Verfahrens hat sich 
nach dem Grundsatz «in dubio pro duriore» zu richten. Dieser ergibt sich aus dem 
Legalitätsprinzip und verlangt, dass das Verfahren im Zweifel seinen Fortgang 
nimmt. Als praktischer Richtwert kann gelten, dass – sofern die Erledigung mit ei-
nem Strafbefehl nicht in Frage kommt – Anklage erhoben werden muss, wenn eine 
Verurteilung wahrscheinlicher erscheint als ein Freispruch. Ist ein Freispruch ge-
nauso wahrscheinlich wie eine Verurteilung, drängt sich in der Regel, insbesondere 
bei schweren Delikten, eine Anklageerhebung auf (BGE 143 IV 241 E. 2.2.1 und 
138 IV 86 E. 4.1.1). Dies bedeutet mit anderen Worten nichts Anderes, als dass 
einzustellen ist, wenn ein Freispruch wahrscheinlicher ist als ein Schuldspruch. Bei 
der Prüfung der Frage, ob nach der Aktenlage ein Freispruch zu erwarten ist, darf 
und muss die Staatsanwaltschaft die Beweise würdigen (vgl. statt vieler: Beschluss 
des Obergerichts des Kantons Bern BK 17 49 vom 25. April 2017 E. 7.1 mit Hin-
weis). Der Staatsanwaltschaft steht in diesem Zusammenhang ein Ermessensspiel-
raum zu (BGE 138 IV 186 E. 4.1). Wie das Bundesgericht wiederholt festgehalten 
hat, steht das Strafverfahren nicht als blosses Vehikel zur Durchsetzung allfälliger 
zivilrechtlicher Ansprüche zur Verfügung. Es ist namentlich nicht die Aufgabe der 
Strafbehörden, dem Beschwerdeführer im Hinblick auf einen möglichen Zivilpro-
zess gegen den Beschwerdegegner die Mühen und das Kostenrisiko der Samm-
lung von Beweisen zu ersparen (Urteile des Bundesgerichts 6B_553/2019 vom 6. 
November 2019 E. 4.2; 6B_110/2019 vom 3. Mai 2019 E. 5; 6B_260/2019 vom 2. 
Mai 2019 E. 1.2; 6B_1092/2018 vom 5. Februar 2019 E. 2.2; m.w.H.).

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5.2 Wegen Verleumdung nach Art. 174 Ziff. 1 StGB wird bestraft, wer jemanden wider 
besseres Wissen bei einem andern eines unehrenhaften Verhaltens oder anderer 
Tatsachen, die geeignet sind, seinen Ruf zu schädigen, beschuldigt oder verdäch-
tigt. Gemäss Art. 303 Ziff. 1 Abs. 1 StGB erfüllt den Tatbestand der falschen An-
schuldigung, wer einen Nichtschuldigen wider besseres Wissen bei der Behörde 
eines Verbrechens oder eines Vergehens beschuldigt, in der Absicht, eine Strafver-
folgung gegen ihn herbeizuführen. Gemäss Abs. 2 derselben Bestimmung macht 
sich strafbar, wer in derselben Absicht in anderer Weise arglistige Veranstaltungen 
trifft.

6. Anzeige vom 31. Januar 2018 gegen den Beschwerdeführer 2 wegen falscher An-
schuldigung und Verleumdung (BM 18 5155).

6.1 Aus der angefochtenen Verfügung ergibt sich folgender Vorwurf:

Die Anzeige richtet sich gegen die ursprüngliche Anzeige von Herrn C.________ gegen Herrn 
A.________ wegen der angeblichen Entwendung/Zurückbehaltung dreier Bilder (eigentliche Grun-
danzeige). Indem Herr C.________ diese Strafanzeige gegen Herrn A.________ einreichte, habe er 
sich der falschen Anschuldigung und der Verleumdung schuldig gemacht.

6.2 Begründung Einstellung

Die Staatsanwaltschaft führt zur Begründung der Einstellung des Verfahrens BM 18 
5155 aus, das bisherige Verfahren habe durch zahllose Eingaben, Behauptungen 
und Beweismassnahmen gezeigt, dass beide Parteien unverrückbar an ihren 
Standpunkten festhielten. Der Beschwerdeführer 2 bleibe dabei, dass ihm das Bild 
«F.________» vom Beschwerdeführer 1 entwendet worden sei und auch die ande-
ren Bilder sowie Gegenstände zu Unrecht vorbehalten würden. Der Beschwerde-
führer 1 berufe sich demgegenüber jeweils auf diverse Rechtstitel, die ihn berech-
tigt haben sollen, sämtliche strittigen Gegenstände zu Eigentum übertragen be-
kommen zu haben. Es habe sich gezeigt, dass die Hauptverhandlung vor dem Re-
gionalgericht Bern-Mittelland vom 27. Januar 2021 bzw. 2. Februar 2021 kein ein-
deutiges Beweisergebnis zu erbringen vermocht habe. Vielmehr sei trotz erhobener 
Anklage, was doch eine gewisse Wahrscheinlichkeit eines Schuldspruches impli-
ziere, praktisch vollumfänglich freigesprochen worden. Mithin könne nicht geklärt 
werden, wer nun aus welchen Gründen Besitz und Eigentum an den Bildern etc. 
haben solle, geschweige denn, ob sich jemand strafbar gemacht habe. Es sei zwar 
korrekt, dass das Verfahren infolge Berufungserklärung noch nicht rechtskräftig sei. 
Dies ändere aber nichts an der Tatsache, dass auch weitere Instanzen, vor dem 
Hintergrund des bisher erbitterten und unnachgiebigen Verhaltens der Parteien, 
keinen Beweis würden liefern können. Vielmehr dürfte die einzig denkbare Variante 
ein Urteil gestützt auf Indizien sein. Genau ein solcher Indizienbeweis reiche (vor-
liegend) aber eben nicht aus um zu beweisen, dass der Beschwerdeführer 2 durch 
seine Strafanzeige Ende Oktober 2017 wider besseres Wissen gehandelt und den 
Beschwerdeführer 1 damit zu Unrecht beschuldigt und einer Strafverfolgung aus-
gesetzt habe. Diesbezüglich würden nämlich weiterhin so viele Zweifel bestehen, 
dass es niemals für einen Schuldspruch wegen falscher Anschuldigung und Ver-
leumdung reichen würde.

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6.3 Begründung Beschwerde

Der Beschwerdeführer 1 macht dagegen geltend, bei der Frage, ob der Beschwer-
deführer 2 die Anzeige wider besseres Wissen erhoben habe, handle es sich um 
eine innere Tatsache, welche bei fehlendem Geständnis naturgemäss nur mittels 
Indizien bewiesen werden könne. Soweit die Staatsanwaltschaft vorbringe, dass 
auch die folgenden Instanzen kein Urteil mit einem harten Beweis liefern könnten, 
sei dies unbeachtlich, wenn aufgrund von Indizien davon auszugehen sei, dass der 
Beschwerdeführer 2 sich der Unwahrheit der erhobenen Vorwürfe bewusst gewe-
sen sei. Der Beschwerdeführer 2 habe vom Kaufvertrag über die entsprechenden 
Bilder gewusst. Indem der Beschwerdeführer 2 in Kenntnis über den bestehenden 
Kaufvertrag Anzeige gegen den Beschwerdeführer 1 erhoben habe, habe er auch 
gewusst, dass er damit Unwahrheiten verbreite und diesen einer Straftat bezichti-
ge, welche er nicht begangen habe. 

6.4 Würdigung durch die Kammer

Die Begründung der Staatsanwaltschaft ist zutreffend. Vorliegend ist unbestritten, 
dass der Beschwerdeführer 1 Bilder des Beschwerdeführers 2 zurückgehalten und 
sich dabei auf einen Kaufvertrag bzw. einen anderen Rechtstitel berufen hatte. Ei-
nen solchen Vertrag bzw. Rechtstitel konnte er – wie sich auch aus der zitierten 
Anzeige implizit ergibt – bisher nicht nachweisen, weshalb die Staatsanwaltschaft 
Anklage wegen Diebstahls, evtl. Veruntreuung gegen ihn erhoben hat. Demge-
genüber konnte im Strafverfahren gegen ihn nach Ansicht des Regionalgerichts 
nicht nachgewiesen werden, dass er nicht an den Bildern berechtigt war bzw. dass 
diese für ihn eine fremde Sache darstellten. Im Verfahren gegen den Beschwerde-
führer 2 wegen falscher Anschuldigung und Verleumdung hätte demgegenüber das 
Sachgericht bei diesem Beweisstand nach dem Grundsatz «in dubio pro reo» zu-
gunsten des beschuldigten Beschwerdeführers 2 davon auszugehen, dass kein 
Rechtstitel existiert, welcher den Beschwerdeführer 1 an den Bildern berechtigt hat. 
Dieses Beweisergebnis in tatsächlicher Hinsicht würde wiederum ein starkes Indiz 
dafür bilden, dass der Beschwerdeführer gute Gründe für seine Strafanzeige hatte 
bzw. dass er nicht wissentlich und willentlich jemanden zu Unrecht beschuldigt hat. 
Andere hinreichende Indizien, welche für das Gegenteil sprechen, konnte der Be-
schwerdeführer 1 auch im vorliegenden Verfahren nicht darlegen, zumal er sich 
schwergewichtig auf den Standpunkt stellt, ein Gemälde für CHF 10'000.00 erwor-
ben zu haben, welches eigentlich ein Vielfaches davon wert sein könnte. Insofern 
müsste das Sachgericht bei einer Anklage aller Erwartung nach zugunsten des Be-
schwerdeführers 2 zum Schluss kommen, dass er den Beschwerdeführer 1 nicht 
wider besseren Wissens beschuldigt hat. Entgegen der Ansicht des Beschwerde-
führers 1 liegt auch keine «Aussage-gegen-Aussage-Situation» im Sinne der bun-
desgerichtlichen Rechtsprechung vor, da eine Vielzahl von objektiven Beweismit-
teln zur Verfügung steht, welche den Beschwerdeführer 2 allerdings nicht zu über-
führen vermögen. Die Staatsanwaltschaft hat somit zu Recht ausgeführt, dass der 
Beschwerdeführer 2 betreffend diese Anzeige mangels hinreichender Beweise vom 
Sachgericht aller Wahrscheinlichkeit nach nicht zu verurteilen sein wird, weshalb 
sie das Verfahren einstellen durfte. 

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7. Anzeige vom 20. November 2019 gegen den Beschwerdeführer 1 wegen falscher 
Anschuldigung und Irreführung der Rechtspflege (BM 20 24266; erster Teil)

7.1 Aus der angefochtenen Verfügung ergibt sich folgender Vorwurf:

Diese private Anzeige richtet sich erstens gegen die Anzeige von A.________ gegen C.________ 
vom 31. Juli 2019 wegen div. Vermögensdelikten (angeblicher Verkauf einer Statue «L.________» 
von Herrn C.________ an Herrn A.________ und Zurückbehalt der Statue durch Herrn C.________ 
nach Leistung des Kaufpreises durch Herrn A.________). Da dies nicht der Wahrheit entspreche, 
sieht der Anzeiger C.________ die Tatbestände der falschen Anschuldigung und der Irreführung der 
Rechtspflege erfüllt. 

7.2 Begründung Einstellung

Die Staatsanwaltschaft führt aus, es werde sich (auch hier) nicht beweisen lassen, 
dass der Beschwerdeführer 1 seinen Standpunkt im ganzen Verfahren wider bes-
seres Wissen vertreten habe. Damit würden die geltend gemachten Tatbestände 
ausser Betracht fallen. Im Zweifel sei stets davon auszugehen, dass auch der Be-
schwerdeführer 1 seine Anliegen nicht absichtlich falsch geltend gemacht habe, 
womit ein Handeln wider besseres Wissen im Zweifel genau gleich ausscheide.

7.3 Begründung Beschwerde

Der Beschwerdeführer 2 macht hierzu geltend, er bestreite das Eigentum des Be-
schwerdeführers 1 betreffend die Statue «L.________» nicht, mache aber ein Re-
stitutionsrecht geltend, weshalb der Beschwerdeführer 1 ihn zu Unrecht angezeigt 
habe:

Das Gleiche gilt für den vom gleichen Verfahren (BM 20 24266) erfassten Vorwurf, A.________ habe 
sich der falschen Anschuldigung und der Irreführung der Rechtspflege schuldig gemacht, indem er in 
seiner Anzeige behauptete, der Beschwerdeführer behalte die Statue "L.________" trotz Leistung des 
Kaufpreises zurück. Der Beschwerdeführer bestreitet keineswegs, die fragliche Statue verkauft und 
den Kaufpreis dafür erhalten zu haben. So übergab er denn auch am 9. April 2017 wunschgemäss 
seinen Wohnungsschlüssel an A.________, damit dieser die Statue in Abwesenheit des Beschwerde-
führers in dessen Q.________ (Domizil) hätte behändigen können und sollen. Tatsächlich betrat 
A.________ am 11. April 2017 denn auch das Domizil des Beschwerdeführers. Anstatt vereinba-
rungsgemäss die Statue mitzunehmen, behändigte er dort aber diverse Unterlagen und Gegenstände 
des Beschwerdeführers. A.________ verzichtete mithin aus eigenen Stücken darauf, die Statue mit-
zunehmen, sondern nutzte die vereinbarte Abholung zur Entwendung von Unterlagen und Ge-
genständen des Beschwerdeführers. Folglich steht dem Beschwerdeführer ein Retentionsrecht an der 
Statue zu. Diese Umstände waren A.________ im Zeitpunkt seiner Anzeigeerstattung bekannt. Es 
muss daher angenommen werden, dass die Anzeige A.________ auch diesbezüglich wider besseres 
Wissens erfolgte, weshalb wiederum kein Fall klarer Straflosigkeit gegeben ist.

7.4 Würdigung durch die Kammer

Die Beschwerde 2 überzeugt in diesem Punkt nicht. So erscheint bereits anhand 
der Ausführungen des Beschwerdeführers 2 nicht ohne Weiteres klar, ob an der 
Statue «L.________» tatsächlich ein Retentionsrecht bestand und worauf sich die-
ses stützt. Mit der Staatsanwaltschaft muss deshalb davon ausgegangen werden, 
dass dem Beschwerdeführer 1 nicht nachgewiesen werden kann, dass er das 

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tatsächliche Bestehen dieses Retentionsrechts kannte und somit den Beschwerde-
führer 2 wissentlich und willentlich zu Unrecht beschuldigte, zumal auch der Be-
schwerdeführer 2 ihm nicht vorwirft, unrichtige Angaben gemacht zu haben. Es 
kann dem Beschwerdeführer 1 in strafrechtlicher Hinsicht nicht angelastet werden, 
dass er die Unklarheit über das Bestehen des Retentionsrechts in rechtlicher Hin-
sicht zu seinen Gunsten interpretierte bzw. diese Frage in einem (Straf-)Verfahren 
klären lassen wollte. Die Einstellung erfolgte folglich auch in diesem Punkt zu 
Recht.

8. Anzeige vom 20. November 2019 gegen den Beschwerdeführer 1 wegen falscher 
Anschuldigung und Irreführung der Rechtspflege (BM 20 24266; zweiter Teil).

8.1 Aus der angefochtenen Verfügung ergibt sich folgender Vorwurf:

Zweitens geht es in der gleichen Anzeige vom 20. November 2019 auch um die in Ziff. 2.1 oben ge-
nannte Anzeige von Herrn A.________ gegen Herrn C.________ wegen falscher Anschuldigung und 
Verleumdung. Dies wird so begründet, dass die Anzeige von Herrn A.________ gegen Herrn 
C.________ vom 31. Januar 2018 [welche oben zitiert wurde] wegen falscher Anschuldigung 
und Verleumdung (vgl. Ziff. 2.1 oben) wiederum eine falsche Anschuldigung und eine Irreführung der 
Rechtspflege sei, da er (C.________) mit seinen Behauptungen Recht habe und Herr A.________ 
eben lüge.

8.2 Begründung Einstellung

Die Staatsanwaltschaft führt in diesem Punkt aus, es werde sich nicht beweisen 
lassen, dass der Beschwerdeführer 1 seinen Standpunkt im ganzen Verfahren wi-
der besseres Wissen vertreten habe. Damit würden die geltend gemachten Tat-
bestände ausser Betracht fallen. Im Zweifel sei stets davon auszugehen, dass auch 
der Beschwerdeführer 1 seine Anliegen nicht absichtlich falsch geltend gemacht 
habe, womit ein Handeln wider besseres Wissen im Zweifel genau gleich aus-
scheide.

8.3 Begründung Beschwerde

Der Beschwerdeführer 2 macht hierzu geltend, es gäbe entgegen der staatsan-
waltschaftlichen Auffassung hinreichende Indizien, welche darauf hindeuteten, 
dass der Beschwerdeführer 1 die ihm vorgeworfenen Taten tatsächlich begangen 
habe: 

Selbst A.________ schrieb dem Beschwerdeführer lange vor der Anzeigeerstattung, nämlich am 
30. Mai 2017 (pag. 697, ferner pag. 690 im Verfahren BM 17 47335): "Ecoute je te ramène ton ta-
bleau et fais comme tu veux" – und das lange nachdem es angeblich im Juli 2016 zu einem Kaufver-
trag zwischen ihm und dem Beschwerdeführer über das Gemälde "F.________" gekommen sein soll. 
Als weiteres objektives Beweismittel ist auch das Schreiben des Schweizerischen Instituts für Kunst-
wissenschaften SIK vom 9. November 2017 an die Staatsanwaltschaft zu erwähnen, wonach "[d]ie 
Konstellation C.________ als Eigentümer und A.________ als Auftraggeber ... bis zur endgültigen 
Rückgabe des Gemäldes am 09.06.2017 nicht in Frage gestellt [wurde]. Erst beim Abholtermin be-
drängte Herr A.________ unsere Frau M.________ am Empfang sowie Herrn N.________, eine Um-
schreibung vorzunehmen und ihn als Eigentümer einzutragen. Den Eigentumsnachweis konnte er da-
bei nicht erbringen. Dem Ansinnen kamen wir also nicht nach. Um die Person und das Gemälde aus 

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dem Haus zu bekommen, hat Herr N.________ die gewünschte Veränderung optisch nachvollziehbar 
durch Streichung von Hand vorgenommen. 

8.4 Würdigung durch die Kammer

Es geht vorliegend im Wesentlichen erneut um die Frage, ob der Beschwerdefüh-
rer 1 einen Rechtstitel für das Gemälde «F.________» hatte und ob er dieses 
zurückbehalten durfte. Die Begründung des Beschwerdeführers 2, weshalb der Be-
schwerdeführer 1 gewusst haben soll, dass er keinen Anspruch auf das Gemälde 
hatte bzw. bewusst ein Vermögensdelikt beging und somit auch wider besseres 
Wissen den Beschwerdeführer 1 angezeigt habe könnte, erscheint mit Blick auf die 
genannten Beweismittel grundsätzlich plausibel. Entsprechend ist die Staatsan-
waltschaft betreffend diesen Sachverhaltskomplex in Anwendung des Grundsatzes 
«in dubio pro duriore» zum Schluss gelangt, dass der vom Beschwerdeführer 1 gel-
tend gemachte schriftliche Kaufvertrag vom 22./26. Juli 2016 nie abgeschlossen 
wurde und der Beschwerdeführer 1 am strittigen Bild nicht berechtigt war, und hat 
Anklage erhoben. Das erstinstanzliche Sachgericht ist der Staatsanwaltschaft in 
diesem Punkt nicht gefolgt, der betreffende Freispruch ist allerdings noch nicht 
rechtskräftig. Würde das Berufungsgericht dereinst zum Schluss kommen, dass der 
Beschwerdeführer 1 nachweislich keine Berechtigung am Bild hatte und vorsätzlich 
einen Diebstahl bzw. eine Veruntreuung zum Nachteil des Beschwerdeführers 2 
begangen hat, wie von der Staatsanwaltschaft angeklagt, so stünde dieses Urteil 
voraussichtlich in einem unauflösbaren Widerspruch zur vorliegenden Einstellungs-
verfügung, wonach dem Beschwerdeführer 1 nicht nachgewiesen werden kann, 
dass er den Beschwerdeführer 2 wissentlich und willentlich der Falschbeschuldi-
gung beschuldigte. Das Verhalten der Staatsanwaltschaft erscheint diesbezüglich 
mithin widersprüchlich und es kann ihr insofern nicht gefolgt werden. Die Be-
schwerde 2 erweist sich folglich in diesem Punkt als begründet. Das Verfahren 
BM 20 24266 (basierend auf der Anzeige vom 20. November 2019) betreffend den 
Vorwurf der falschen Anschuldigung und Verleumdung durch die Anzeige vom 
31. Januar 2018 wird an die Staatsanwaltschaft zurückgewiesen und diese wird 
angewiesen, das Verfahren zu sistieren, bis im Verfahren SK 21 465 rechtskräftig 
entschieden wurde.

9. Anzeige vom 27. April 2021 gegen den Beschwerdeführer 1 wegen Ehrverletzung 
(BM 21 18305)

9.1 Aus der angefochtenen Verfügung ergibt sich folgender Vorwurf:

Anzeige von Herrn C.________ und O.________ (Sohn von C.________) gegen Herrn A.________ 
vom 27. April 2021 wegen Ehrverletzungen, begangen angeblich anlässlich der Hauptverhandlung 
vor dem Regionalgericht Bern-Mittelland vom 27. Januar 2021 und am 2. Februar 2021 (BM 21 
18305). Die Verhandlung betraf diverse Anklagepunkte gegen Herrn A.________. So Diebstahl, evtl. 
Veruntreuung betreffend des Bildes «F.________»; weitere Vermögensdelikte betreffend weiterer 
Herrn C.________ gehörender Gegenstände sowie Beschimpfung und Drohung z.N. von Herrn 
C.________. Ausser im Anklagepunkt der Beschimpfung ergingen ausschliesslich Freisprüche. Ge-
gen das Urteil des Regionalgerichts vom 26. Februar 2021 wurde Berufung angemeldet.

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9.2 Begründung Einstellung

Die Staatsanwaltschaft kam zum Schluss, auch nach eingehender Lektüre des Pro-
tokolls sowie Konsultation des Audioprotokolls habe keinerlei Äusserung gefunden 
werden können, welche als ehrverletzend im Sinne von Art. 173 ff. StGB zu qualifi-
zieren sei. Es sei eher so, dass die Parteien aufgrund ihres mehrjährigen Streits ei-
ne gewisse Übersensibilität entwickelt hätten. 

9.3 Begründung Beschwerde

Der Beschwerdeführ 2 führt dagegen mehrere (übersetzte) Aussagen des Be-
schwerdeführers 1 ins Feld, welche seiner Ansicht nach ehrverletzend seien:

- «Die tödliche Waffe, die er benutzen will, ist Einschüchterung […]»

- «[…] trotz der vielen Einschüchterungen durch Messages, Drohungen [...], Computerviren, die ich 
erhalten habe»

- «Ich vergesse die Privatdetektive nicht, die mich beschatten.»

- «Sie können sich vorstellen, dass Sie beschattet werden»

- «Ich werde nicht vergessen, dass er die ganze Zeit versucht hat, mein Ansehen bei meinen Be-
kannten zu beschmutzen. […] Ich kann die vielen Beschwerden sehen. Warum? Es ist nur um 
mich einzuschüchtern, mich zu missbrauchen, mich psychisch, vor allem finanziell, zu erschöp-
fen. Ich lasse Sie sich also den Stress und die Erschöpfung meiner Gesundheit vorstellen»

- «Wenn ich das Haus verlasse. Vielleicht erschiesst mich jemand. Das kann meine Anwältin be-
zeugen. Am 3. November 2020, als wir in der Schlichtungsverhandlung waren, sieht sie die Dro-
hungen»

Er macht geltend, der Beschwerdeführer 1 habe ihn dadurch der Drohung, der 
(zumindest versuchten) Ehrverletzung und des (versuchten) unbefugten Eindrin-
gens in ein Datenverarbeitungssystem bzw. der Datenbeschädigung (Computervi-
ren) beschuldigt und damit in seiner Ehre verletzt.

9.4 Würdigung durch die Kammer

Dem Beschwerdeführer 2 kann auch in diesem Punkt nicht gefolgt werden. Der 
Beschwerdeführer 1 schilderte in den wiedergegebenen Passagen jeweils schwer-
gewichtig subjektive Eindrücke, ohne dem Beschwerdeführer 2 dabei ernsthaft ein 
kriminelles Verhalten oder ein unehrenhaftes Verhalten vorzuwerfen. Die zitierten 
Vorwürfe des Beschwerdeführers 1 sind zu vage, um als ehrverletzend zu erschei-
nen. Entsprechend haben sie auch keinen Eingang in die Berichterstattung der an 
der Hauptverhandlung vertretenen Zeitung gefunden (vgl. die beiden Artikel: 
«R.________ (Zeitungsartikel 1)» und «S.________ (Zeitungsartikel 2)» der Berner 
Zeitung). Die Aussagen des Beschwerdeführers 1 sind ausserdem im Gesamtkon-
text zu sehen und es ist zu berücksichtigen, dass im Rahmen eines Strafverfahrens 
insbesondere für die beschuldigte Person die Messlatte für persönlichkeitsverlet-
zende Äusserungen höher anzusetzen ist (Urteil des Bundesgerichts 6B_118/2015 
vom 16. Juli 2015 E. 3.4.2). Die Staatsanwaltschaft hat somit auch in diesem Punkt 
das Verfahren zu Recht eingestellt. 

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10. Nach dem Gesagten ist die Beschwerde 2 teilweise gutzuheissen; das Verfahren 
BM 20 24266 (basierend auf der Anzeige vom 20. November 2019) betreffend den 
Vorwurf der falschen Anschuldigung und Verleumdung durch die Anzeige vom 
31. Januar 2018 wird an die Staatsanwaltschaft zurückgewiesen. Diese hat das 
Verfahren BM 20 24266 bis zum rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens SK 21 
465 zu sistieren. Soweit weitergehend wird die Beschwerde 2 abgewiesen. Die Be-
schwerde 1 wird abgewiesen.

11. Kostenfolge

Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens, bestimmt auf CHF 2'000.00 pro Beschwer-
de, tragen die Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens 
(Art. 428 Abs. 1 StPO). Aufgrund des teilweisen Obsiegens des Beschwerdeführers 
2 (Aufhebung der Einstellungsverfügung und Zurückweisung an die Staatsanwalt-
schaft; Kassation) werden die betreffenden Verfahrenskosten im Zusammenhang 
mit seiner Beschwerde im Umfang von ¼ vom Kanton Bern getragen (Art. 428 
Abs. 4 StPO), weshalb der Beschwerdeführer 2 CHF 1'500.00 zu bezahlen hat. Der 
Beschwerdeführer 1 hat demgegenüber aufgrund seines Unterliegens die gesam-
ten Verfahrenskosten in der Höhe von CHF 2'000.00 zu tragen. 

12. Entschädigungsfolge

12.1 In Übereinstimmung mit der Kostenregelung hat die beschwerdeführende Privat-
klägerschaft keinen Anspruch auf eine Entschädigung, wenn sie unterliegt. 

12.2 Die Entschädigung der beschuldigten Person, welche gegen die Privatklägerschaft, 
die eine Einstellung mit Beschwerde anficht, obsiegt, richtet sich nach Art. 436 
Abs. 1 StPO i.V.m Art. 432 Abs. 2 StPO; bei Offizialdelikten trägt der Kanton die 
Entschädigung für die angemessenen Aufwendungen der beschuldigten Person im 
Rechtsmittelverfahren, wenn die Privatklägerschaft erfolglos Beschwerde gegen 
eine Einstellungsverfügung einlegt (BGE 147 IV 47 E. 4.2.5 f.; 141 IV 476 E. 1). In 
casu standen mit dem Vorwurf der falschen Anschuldigung jeweils Offizialdelikte im 
Vordergrund, neben demjenigen der Verleumdung (Antragsdelikt). Die Bemessung 
der Entschädigung liegt im Ermessen der Beschwerdekammer. Gemäss Art. 41 
Abs. 2 des Kantonalen Anwaltsgesetzes (KAG; BSG 168.11) besteht die Tariford-
nung für Strafrechtssachen aus Rahmentarifen. Mit Blick auf Art. 17 Abs. 1 Bst. f 
i.V.m. Bst. e und b (PKV; BSG 168.811) reicht der vorliegende Tarifrahmen bis zu 
CHF 12'500.00. Innerhalb des Rahmentarifs bemisst sich der Parteikostenersatz 
nach dem in der Sache gebotenen Zeitaufwand und der Bedeutung der Streitsache 
und der Schwierigkeit des Prozesses (Art. 41 Abs. 3 KAG).

12.3 Nach dem Gesagten haben die Beschwerdeführer 1 und 2 in ihrer Rolle als Be-
schwerdeführer keinen Anspruch auf Entschädigung, soweit sie unterliegen. Dar-
aus ergibt sich, dass lediglich der Beschwerdeführer 2 Anspruch auf eine Entschä-
digung im Umfang von ¼ seiner Aufwendungen geltend machen kann, während 
der Beschwerdeführer 1 keinen Anspruch auf Entschädigung seiner Aufwendungen 
im eigenen Beschwerdeverfahren hat.

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12.4 Für ihre Aufwendungen als beschuldigte Person ist den Beschwerdeführern dem-
gegenüber im jeweiligen Verfahren (mit Offizialdelikten im Vordergrund) eine Ent-
schädigung durch den Kanton Bern zuzusprechen. 

12.5 Der Beschwerdeführer 2 wurde zur Einreichung seiner Honorarnote für die Verfah-
ren BK 21 450 + 451 aufgefordert und seine Rechtsvertretung ist dem nachge-
kommen. Er macht für beide Beschwerdeverfahren einen Aufwand von insgesamt 
CHF 4'646.50 geltend, ohne dass dieser auf die beiden Verfahren aufgeschlüsselt 
würde. Er begründet diese Höhe mit dem überdurchschnittlichen Aufwand für zwei 
Beschwerdeverfahren, der durchschnittlich-überdurchschnittlichen Bedeutung des 
Strafverfahrens für ihn und der durchschnittlichen Schwierigkeit. Dem ist zu ent-
gegnen, dass vorliegend nicht die mit Blick auf die Deliktssumme bedeutsamen 
Vorwürfe gegenüber dem Beschwerdeführer 1 wegen Diebstahls, evtl. Veruntreu-
ung im Zentrum standen, sondern lediglich Vorwürfe wegen diesbezüglich falscher 
Anschuldigung und Verleumdung sowie entsprechende Gegenanzeigen, welche 
weder anhand der abstrakt angedrohten Strafe noch konkret im vorliegenden Fall 
eine besondere Bedeutung zeitigen. Die Bedeutung beider Beschwerdeverfahren 
muss vor diesem Hintergrund als gering bezeichnet werden; gleiches gilt für ihre 
Komplexität, welche vorliegend höchstens aufgrund der grossen Anzahl an Anzei-
gen und Gegenanzeigen leicht erhöht ist. Das Ausgeführte wird durch den Um-
stand illustriert, dass die Beschwerde 1 von «juristischen Mitarbeitern» verfasst 
wurde (Aufwand: 6 Stunden) und die mandatierte Rechtsvertretung für deren Fina-
lisierung lediglich ¾ Stunden aufwendete, was gegen eine grosse Komplexität der 
betreffenden Verfahren spricht. Nach dem Gesagten rechtfertigt sich für den Be-
schwerdeführer 2 ein Aufwand von CHF 1'500.00 für seine Beschwerde sowie 
CHF 1'000.00 für das Verfahren als beschuldigte Person, wovon dem Beschwerde-
führer 2 das Verfahren als Beschwerdeführer zu ¼ und das als beschuldigte Per-
son vollständig zu entschädigen ist, ausmachend CHF 1'375.00 (CHF 375.00 + 
CHF 1'000.00). Die Entschädigung wird mit den vom Beschwerdeführer zu tragen-
den Verfahrenskosten in der Höhe von CHF 1'500.00 verrechnet (Art. 442 Abs. 4 
StPO), weshalb der Beschwerdeführer noch Verfahrenskosten von CHF 125.00 zu 
bezahlen hat.

12.6 Der Beschwerdeführer 1 wurde zur Einreichung seiner Honorarnote für die Verfah-
ren BK 21 450 + 451 aufgefordert und seine Rechtsvertretung ist dem nachge-
kommen, hat gemäss dem detaillierten Leistungsauszug allerdings lediglich Leis-
tungen im Zusammenhang der eigenen Beschwerde (BK 21 450) in Rechnung ge-
stellt (insgesamt CHF 1'783.95), welche nicht durch den Kanton zu entschädigen 
sind. Für die (entschädigungswürdige) Beschwerdeantwort vom 22. Oktober 2021 
als beschuldigte Person wurde demgegenüber kein Aufwand geltend gemacht. 
Entsprechend setzt die Beschwerdekammer den entsprechenden zu entschädi-
genden Aufwand mit Blick auf das bereits Ausgeführte zu Bedeutung sowie Kom-
plexität des Beschwerdeverfahrens auf CHF 1’000.00 fest. Die Entschädigung wird 
mit den vom Beschwerdeführer 1 zu tragenden Verfahrenskosten in der Höhe von 
CHF 2'000.00 verrechnet (Art. 442 Abs. 4 StPO), weshalb er noch CHF 1'000.00 zu 
bezahlen hat. 

13

Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Die Beschwerde 1 wird abgewiesen.

2. Die Beschwerde 2 wird teilweise gutgeheissen. Die Einstellung des Verfahren im Zu-
sammenhang mit der Anzeige vom 20. November 2019 wegen falscher Anschuldi-
gung und Irreführung der Rechtspflege (BM 20 24266) betreffend die Anzeige vom 
31. Januar 2018 wird aufgehoben und das Verfahren wird an die Staatsanwaltschaft 
zurückgewiesen. Die Staatsanwaltschaft wird angewiesen, die Rechtskraft des Ver-
fahrens SK 21 465 abzuwarten. Soweit weitergehend wird die Beschwerde abgewie-
sen. 

3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 4'000.00, werden im Um-
fang von CHF 2'000.00 dem Beschwerdeführer 1 sowie im Umfang von CHF 1'500.00 
dem Beschwerdeführer 2 auferlegt. Die übrigen Verfahrenskosten in der Höhe von 
CHF 500.00 trägt der Kanton Bern.

4. Dem Beschwerdeführer 1 wird für seine Aufwendungen in der Rolle des Beschuldig-
ten im Beschwerdeverfahren eine Entschädigung durch den Kanton Bern in der Höhe 
von CHF 1’000.00 (inkl. Auslagen und MWST) zugesprochen. Die Entschädigung wird 
mit den zu tragenden Verfahrenskosten in der Höhe von CHF 2'000.00 verrechnet, 
weshalb der Beschwerdeführer 1 noch Verfahrenskosten in der Höhe von 
CHF 1'000.00 zu bezahlen hat. 

5. Dem Beschwerdeführer 2 wird für seine Aufwendungen in der Rolle des Beschuldig-
ten sowie als teilweise obsiegender Beschwerdeführer im Beschwerdeverfahren eine 
Entschädigung durch den Kanton Bern in der Höhe von 1'375.00 (inkl. Auslagen und 
MWST) zugesprochen. Die Entschädigung wird mit den zu tragenden Verfahrenskos-
ten in der Höhe von CHF 1'500.00 verrechnet (Art. 442 Abs. 4 StPO), weshalb der 
Beschwerdeführer 2 noch Verfahrenskosten in der Höhe von CHF 125.00 zu bezahlen 
hat.

6. Zu eröffnen:
- dem Beschuldigten/Straf- und Zivilkläger/Beschwerdeführer 1, v.d. Rechtsanwältin 

Dr. B.________ (per Einschreiben)
- dem Beschuldigten/Straf- und Zivilkläger/Beschwerdeführer 2, v.d. Rechtsanwalt 

Dr. D.________ (per Einschreiben)
- der Generalstaatsanwaltschaft (per Kurier)

Mitzuteilen:
- der Regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland, Staatsanwalt P.________

(mit den Akten – per Kurier)
- 1. Strafkammer (1. SK 21 465; per Kurier)

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Bern, 7. April 2022 Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen

Der Präsident:

Oberrichter J. Bähler

Der Gerichtsschreiber:

Rudin

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden durch die Beschwerdekammer in Strafsachen in Rechnung 
gestellt.

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgerichtsgeset-
zes (BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entspre-
chen.