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**Case Identifier:** 607941e4-2623-5ac4-8c61-dd4c38ff54a4
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-03-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.03.2014 E-152/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-152-2014_2014-03-12.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-152/2014 
E-153/2014 
E-154/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  1 2 .  M ä r z  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richter Markus König (Vorsitz), 

Richter William Waeber, Richterin Gabriela Freihofer,    

Gerichtsschreiber Nicholas Swain. 

   Parteien 
 

1. A._______, 

Beschwerdeführer 1 (E-152/2014), 

2. B._______,  

Beschwerdeführerin 2 (E-153/2014), und 

3. C._______,  

Beschwerdeführerin 3, (E-154/2014), 

alle Eritrea und wohnhaft im Südsudan / Sudan, 

alle vertreten durch Klausfranz Rüst-Hehli, lic. oec. HSG,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Rechtsverzögerung / Rechtsverweigerung  

(Asylverfahren aus dem Ausland und Einreisebewilligung);  

N (…), N (…) und N (…). 

 

 

E-152/2014 
E-153/2014 
E-154/2014 

 
 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Mit Schreiben ihres Rechtsvertreters an das BFM vom 3. Juli 2011 stell-

ten die drei Beschwerdeführenden Asylgesuche aus dem Ausland. Diese 

begründeten sie mit einer Verfolgungssituation im Heimatstaat Eritrea, 

der sie sich durch Flucht nach Südsudan hätten entziehen müssen, wo 

sie unter prekären Umständen leben würden. 

Das BFM bestätigte mit Schreiben vom 19. September 2011 – unter Be-

zugnahme auf eine E-Mail des Rechtsvertreters vom 15. September 2011 

(recte: 14. September 2011) – den Eingang der Asylgesuche, gab die Ver-

fahrensnummern bekannt und führte aus, es sei "aufgrund der hohen 

Pendenzenlast im Bereich der Auslandgesuche […] von einer längeren 

Verfahrensdauer auszugehen." 

B.  

Mit Verfügungen vom 8. Februar 2012 gab das BFM bekannt, die zustän-

dige Schweizer Botschaft sei aus Kapazitätsgründen nicht in der Lage, 

Befragungen zu den Asylgründen durchzuführen. Das BFM forderte die 

Beschwerdeführenden unter anderem auf, die Begründung der Asylgesu-

che anhand eines Fragebogens zu präzisieren. 

C.  

Mit Eingaben an das BFM vom 6. März 2012, 26. April 2012 und 15. Mai 

2012 liessen die Beschwerdeführenden die einverlangten Ergänzungen 

und Präzisierungen ihrer Asylbegründung (sowie mehrere Beweismittel 

zum Beleg ihrer Identität) ins Recht legen. 

D.  

Mit Schreiben an das BFM vom 18. September 2012 ersuchte der 

Rechtsvertreter unter Hinweis auf die bisherige Verfahrensdauer von 

mehr als einem Jahr und die schwierigen Lebensverhältnisse in Süd-

sudan um einen baldigen Entscheid über die drei Auslandgesuche. 

E.  

Mit einer E-Mail an das BFM vom 25. Januar 2013 ersuchte der Rechts-

vertreter unter Hinweis auf die bisherige Verfahrensdauer von mehr als 

18 Monaten erneut um einem baldigen Entscheid über die drei Ausland-

gesuche. 

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E-153/2014 
E-154/2014 

 
 

Seite 3 

Das BFM beschränkte sich in seinem Antwortschreiben vom 29. Januar 

2013 auf die Feststellung, derartige Mitteilungen per E-Mail könnten aus 

Gründen des Personen- und Datenschutzes nicht beantwortet werden. 

F.  

Mit Schreiben an das BFM vom 7. April 2013 teilte der Rechtsvertreter 

mit, die Beschwerdeführerin 2 habe sich aus Sicherheitsgründen in den 

Sudan begeben, während die Beschwerdeführenden 1 und 3 in Süd-

sudan verblieben seien. Unter Hinweis auf die bisherige Verfahrensdauer 

von rund 21 Monaten wurde erneut um Asylgewährung respektive um 

Bewilligung der Einreise zwecks Durchführung des Asylverfahrens er-

sucht. 

G.  

Mit Verfügungen vom 12. Dezember 2013 setzte das BFM den Be-

schwerdeführerinnen – unter Hinweis auf ihre nun teilweise nicht mehr 

aktenkundige Wohnadresse – Frist bis zum 30. Januar 2014, um ihr 

Rechtsschutzinteresse schriftlich zu manifestieren.  

Mit Eingabe vom 19. Dezember 2013 liessen die Beschwerdeführenden 

ihre Stellungnahme einreichen und ausführen, die Adresse der in Süd-

sudan verbliebenen Beschwerdeführenden 1 und 3 habe sich nicht ver-

ändert. 

H.  

Mit Eingabe vom 11. Januar 2013 (recte: 2014) liessen die Beschwerde-

führenden beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde wegen Rechts-

verweigerung einlegen. Sie beantragten die Feststellung, dass das Aus-

land-Asylverfahren vor dem BFM unangemessen lange gedauert habe, 

und das Ansetzen einer kurzen Frist innert welcher die Vorinstanz über ih-

re Asyl- respektive Einreiseanträge zu befinden habe. In prozessualer 

Hinsicht wurde um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ge-

mäss Art. 65 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. De-

zember 1968 (VwVG, SR 172.021) und um Befreiung von der Kostenvor-

schusspflicht nachgesucht. 

I.  

Mit Zwischenverfügung vom 22. Januar 2014 vereinigte der Instruktions-

richter die drei Beschwerdeverfahren, hiess die Gesuche um Gewährung 

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Seite 4 

der unentgeltlichen Rechtspflege und um Verzicht auf die Erhebung eines 

Kostenvorschusses gut und lud die Vorinstanz ein, sich zur Beschwerde 

vernehmen zu lassen. 

J.  

In ihrer Vernehmlassung vom 6. Februar 2014 schloss das BFM auf Ab-

weisung der Rechtsverweigerungs- respektive Rechtsverzögerungs-

beschwerden. 

K.  

In ihrer Replik vom 6. März 2014 liessen die Beschwerdeführenden innert 

der vom Instruktionsrichter erstreckten Frist an ihren Anträgen festhalten. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 

gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Gemäss Art. 46a VwVG kann 

auch gegen das unrechtmässige Verzögern einer anfechtbaren Verfü-

gung Beschwerde erhoben werden. Mit dem Ausdruck "anfechtbare Ver-

fügung" wird klargestellt, dass eine Rechtsverzögerungsbeschwerde nicht 

zulässig ist, wenn die verzögerte Verfügung selbst nicht anfechtbar wäre 

(vgl. Botschaft zur Totalrevision der Bundesrechtspflege vom 28. Februar 

2001, BBl 2001 4408). 

1.2 Die Rechtsverzögerungsbeschwerde im Sinn von Art. 46a VwVG 

(eingefügt durch Ziff. 10 des Anhangs des VGG, in Kraft sei 1. Januar 

2007) richtet sich an diejenige Beschwerdeinstanz, welche für die Be-

handlung einer Beschwerde gegen eine ordnungsgemäss ergangene 

Verfügung zuständig wäre. Diese Zuständigkeitsregelung löste – aus 

Gründen der Kongruenz mit derjenigen des Bundesgerichtsgesetzes vom 

17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) – die vorherige Bestimmung von alt 

Art. 70 VwVG ab, gemäss welcher für die Behandlung von Rechtsverwei-

gerungs- und Rechtsverzögerungsbeschwerden noch die jeweilige Auf-

sichtsbehörde zuständig war (vgl. zum Ganzen BBl 2001 4408). 

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Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine 

Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betref-

fende Ausnahme in Sinn von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesver-

waltungsgericht ist somit zuständig für die Beurteilung der vorliegenden 

Beschwerde und entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 des 

Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 

BGG). 

1.3 Rechtsverzögerungsbeschwerden sind akzessorisch zum Hauptver-

fahren, weshalb sich die Beschwerdebefugnis nach der diesbezüglichen 

Legitimation richtet. Demnach ist zur Beschwerde berechtigt, wer am Ver-

fahren vor der Vorinstanz teilgenommen (oder keine Möglichkeit zur Teil-

nahme erhalten) hat, durch eine ordnungsgemäss ergangene Verfügung 

besonders berührt wäre und ein schutzwürdiges Interesse an deren Auf-

hebung oder Änderung hätte, mithin im Hauptverfahren Parteistellung 

beanspruchen könnte (Art. 6 in Verbindung mit Art. 48 Abs. 1 VwVG; vgl. 

ALFRED KÖLZ / ISABELLE HÄNER / MARTIN BERTSCHI, Verwaltungsverfahren 

und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl., Zürich 2013, S. 127 f. 

und 445). Sodann wird vorausgesetzt, dass ein Anspruch auf Erlass einer 

Verfügung besteht – und die Behörde folglich nach den massgebenden 

Bestimmungen verpflichtet ist, in Verfügungsform zu handeln –, der oder 

die Rechtssuchende ein Begehren auf Erlass einer Verfügung gestellt hat 

und die anbegehrte Verfügung nicht bereits erlassen wurde (vgl. BVGE 

2008/15 E. 3.2, mit weiteren Hinweisen). 

1.4  

1.4.1 Gegen das unrechtmässige Verzögern einer Verfügung kann grund-

sätzlich jederzeit Beschwerde geführt werden (Art. 50 Abs. 2 VwVG). 

Dennoch steht der Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung nicht völlig im Be-

lieben des Beschwerdeführenden. Dieser muss auch darlegen, dass er 

zur Zeit der Beschwerdeeinreichung immer noch ein schutzwürdiges 

(mithin aktuelles und praktisches) Interesse an der Vornahme der verzö-

gerten Amtshandlung hat (vgl. URSINA BEERLI-BONORAND, Die ausseror-

dentlichen Rechtsmittel in der Verwaltungsrechtspflege des Bundes und 

der Kantone, Zürich 1985, S. 221 f.).  

1.4.2 Ein Asylgesuch konnte gemäss alt Art. 19 AsylG im Ausland bei ei-

ner schweizerischen Vertretung gestellt werden (vgl. alt Art. 20 Abs. 1 

AsylG). In Ziff. I des Bundesgesetzes vom 28. September 2012 (Dringli-

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E-154/2014 

 
 

Seite 6 

che Änderung des Bundesgesetzes, mit Wirkung vom 29. September 

2012 bis zum 28. September 2015, AS 2012 5359) wurde unter die Be-

stimmungen des Asylgesetzes betreffend Asylgesuche aus dem Ausland 

und Einreisebewilligung aufgehoben. Gemäss Übergangsbestimmung zur 

Änderung des Asylgesetzes (vgl. Ziff. III des Bundesgesetzes vom 28. 

September 2012) gilt jedoch die alte Fassung des Asylgesetzes weiterhin 

für diejenigen Auslandgesuche, die vor dem Inkrafttreten der dringlichen 

Änderungen gestellt worden sind. Diese übergangsrechtliche Konstellati-

on ist vorliegend gegeben. 

1.4.3 Das schutzwürdige Interesse der Beschwerdeführenden an der 

Vornahme der allenfalls verzögerten Amtshandlung manifestiert unter 

diesen Umständen bereits in den verschiedenen bei den Akten liegenden 

Eingaben, mit welchen sie – unter Hinweis auf die schwierigen Lebens-

bedingungen an ihren (mittlerweile unterschiedlichen) Aufenthaltsorten – 

wiederholt um die baldige Behandlung ihrer Asylgesuche ersucht hatten. 

1.5 Auf die Rechtsverweigerungs- respektive Rechtsverzögerungs-

beschwerden ist einzutreten. 

2.  

Die Prüfungsbefugnis des Bundesverwaltungsgerichts beschränkt sich 

auf die Frage, ob das Gebot des Rechtsschutzes in angemessener Zeit 

im konkreten Fall verletzt worden ist oder nicht. Im Falle einer Gutheis-

sung der Beschwerde weist es die Sache mit verbindlichen Weisungen an 

die Vorinstanz zurück (vgl. Art. 61 Abs. 1 VwVG; so noch ausdrücklich alt 

Art. 70 Abs. 2 VwVG). Hingegen hat sich das Gericht einer Stellungnah-

me dazu, wie ein unrechtmässig verzögerter Entscheid inhaltlich hätte 

ausfallen sollen, zu enthalten, da es – Spezialkonstellationen vorbehal 

ten – nicht anstelle der untätig gebliebenen Behörde entscheiden darf, 

ansonsten der Instanzenzug verkürzt und allenfalls weitere Rechte der 

am Verfahren Beteiligten verletzt würden (vgl. BVGE 2008/15 E. 3.1.2 

S. 193, mit weiteren Hinweisen). 

3.  

Eine Rechtsverweigerung – in dem Sinn, dass die zuständige Behörde 

sich weigern würde, ein rechtsgültig gestelltes Begehren überhaupt zu 

behandeln – liegt angesichts der bereits an die Hand genommenen In-

struktion der Ausland-Asylverfahren offensichtlich nicht vor. In seiner Ver-

http://links.weblaw.ch/AS-2012/5359

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nehmlassung anerkennt das BFM denn auch, dass es aus Kapazitäts-

gründen bisher nicht in der Lage war, die Auslandverfahren innert gebo-

tener Frist abzuschliessen. Es bleibt demnach zu prüfen, ob eine unzu-

lässige Rechtverzögerung vorliegt. 

4.  

4.1 Das Verbot der Rechtsverzögerung ergibt sich aus Art. 29 Abs. 1 der 

Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 

1999 (BV, SR 101). Gemäss dieser Bestimmung hat jede Person unter 

anderem Anspruch auf eine Beurteilung ihrer Sache innert angemessener 

Frist. Diese Verfassungsgarantie gilt für alle Sachbereiche und alle Akte 

der Rechtsanwendung (vgl. BGE 130 I 173 f., mit weiteren Hinweisen). 

4.2 Von einer Rechtsverzögerung im Sinn des Gesetzes ist nach Lehre 

und Praxis auszugehen, wenn die Behörde sich zwar bereit zeigt, den 

Entscheid zu treffen, dies aber nicht innert der Frist tut, die nach der Na-

tur der Sache objektiv noch als angemessen erscheint. Die Angemessen-

heit der Dauer eines Verfahrens ist im Einzelfall unter Berücksichtigung 

der gesamten Umstände zu beurteilen. In Betracht zu ziehen sind dabei 

namentlich die Komplexität der Sache, das Verhalten der betroffenen Be-

teiligten und der Behörden, die Bedeutung des Verfahrens für die betrof-

fene Partei sowie einzelfallspezifische Entscheidungsabläufe (vgl. zum 

Ganzen BGE 130 I 312 E. 5.1 und 5.2 mit weiteren Hinweisen auf Lehre 

und Praxis). Spezialgesetzliche Behandlungsfristen, wie beispielsweise 

für das erstinstanzliche Asylverfahren (vgl. Art. 37 AsylG), sind bei einer 

Beurteilung der Angemessenheit der Verfahrensdauer natürlich ebenfalls 

zu berücksichtigen.  

5.  

5.1 Die Beschwerdeführenden lassen in ihrem Rechtsmittel ausführen, ih-

re Asylverfahren seien spätestens im Mai 2012 spruchreif geworden und 

würden seither ruhen, wobei die im AsylG genannte Behandlungsfrist be-

reits um ein Vielfaches überschritten sei. Sie hätten gegenüber dem BFM 

immer wieder auf ihre schwierige Situation hingewiesen und erfolglos um 

einen baldigen Entscheid ersucht. Das Gericht werde darum ersucht, der 

säumigen Vorinstanz eine kurze Frist zur Entscheidfällung und  

-ausfertigung zu setzen. 

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5.2 Das BFM macht in seiner Vernehmlassung geltend, es treffe zu, dass 

der Rechtsvertreter der Beschwerdeführenden wiederholt um einen bal-

digen Entscheid gebeten habe. Ende September 2012, als die eidgenös-

sischen Räte die Auslandgesuche im Dringlichkeitsrecht abgeschafft hät-

ten, seien jedoch bei BFM noch rund 16'000 Auslandgesuche hängig ge-

wesen. Es sei müssig, heute über die historischen Gründe der Entste-

hung dieses Pendenzenstands zu diskutieren. Das BFM habe die nötigen 

organisatorischen Schritte eingeleitet um – parallel zum Abbau der aufge-

laufenen Anhörungs- und Entscheidpendenzen im Inlandverfahren – alle 

diese pendenten Gesuche so rasch als möglich abzubauen. Mit Hilfe ei-

ner ins Leben gerufenen "Task Force Auslandgesuche" hätten die Pen-

denzen bis Ende 2013 denn auch auf rund 8000 Gesuche reduziert wer-

den können.  

Es sei unbestritten, dass aus der Sicht des Einzelfalles eine Verfahrens-

dauer von mehreren Jahren unbefriedigend sei. Bei der geschilderten 

Sachlage erscheine es jedoch nicht als sachgerecht, wenn das Bundes-

verwaltungsgericht dem BFM in Einzelfällen auf Beschwerde hin Erledi-

gungsfristen ansetzen würde: Das BFM sei bemüht, beim Abbau der  

Auslandpendenzen nach sinnvollen Prioritäten vorzugehen. So würden 

Gesuche unabhängig vom Datum ihrer Einreichung prioritär behandelt, 

bei denen nach summarischer Prüfung der Akten eine akute Gefährdung 

aus einem Grund nach Art. 3 AsylG als möglich erscheine. Bei allen an-

dern Gesuchen würden – nicht zuletzt aus Gerechtigkeitsüberlegungen – 

die ältesten Gesuche zuerst, und die jüngsten Gesuche zuletzt behandelt. 

Es wäre stossend, wenn Rechtsvertreter in Einzelfällen mit dem Andro-

hen und Einreichen von Rechtsverzögerungsbeschwerden eine Vorzugs-

behandlung ihrer Mandanten gegenüber anderen Asylsuchenden erzwin-

gen könnten, die bereits länger auf ihren Entscheid warten müssten. Das 

BEM sei daher auch nicht bereit, im Einzelfall auf Grund solcher Druck-

versuche von der erwähnten Prioritätenregelung abzuweichen. 

Im vorliegenden Fall sei keine akute und asylrechtlich relevante Gefähr-

dung der Beschwerdeführenden ersichtlich, weshalb die Rechtsverzöge-

rungsbeschwerde abzuweisen sei. 

5.3 Die Beschwerdeführenden brachten in ihrer Replik vor, das BFM habe 

ihre Rüge, die Dauer ihrer Asylverfahren sei verfassungswidrig, nicht 

bestritten, und habe weder rechtlich relevante Vorbringen zu deren 

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Rechtfertigung noch substanziierte Angaben zu ergriffenen Massnahmen 

zum Abbau der in der Vernehmlassung erwähnten grossen Pendenzen-

last vorgebracht. 

6.  

Das Bundesverwaltungsgericht stellt nach Durchsicht der Akten Folgen-

des fest: 

6.1 Dass die Beschwerdeführenden eine wesentliche Mitverantwortung 

für die Verfahrensdauer treffen würde, macht das BFM zu Recht nicht gel-

tend: Vielmehr sind sie ihrer von Gesetzes wegen obliegenden Mitwir-

kungspflicht bei der Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts of-

fensichtlich nachgekommen (vgl. Art. 8 AsylG). 

6.2 Die in den vorliegenden Verfahren zu prüfenden Rechtsfragen sind 

zweifellos nicht besonders komplex.  

6.3 An dieser Stelle ist daran zu erinnern, dass gemäss den vom Gesetz-

geber zum Zeitpunkt der Einreichung der vorliegenden Asylgesuche für 

das erstinstanzliche Asylverfahren festgelegten Behandlungsfristen in der 

Regel innerhalb von 20 Arbeitstagen nach der Gesuchstellung materiell 

über Asylgesuche zu entscheiden war, während Nichteintretensentschei-

de grundsätzlich innerhalb von zehn Arbeitstagen nach der Gesuchstel-

lung zu treffen waren (alt Art. 37 Abs. 1 und 2 AsylG). Wenn zur Feststel-

lung des Sachverhalts weitere Abklärungen nach alt Art. 41 AsylG erfor-

derlich waren, war über das Asylgesuch in der Regel innerhalb dreier 

Monate nach der Gesuchstellung zu entscheiden (alt Art. 37 Abs. 3 

AsylG). 

Diese bereits knappen Fristen sind vom Gesetzgeber mit der am 1. Feb-

ruar 2014 in Kraft getretenen Asylgesetzrevision – zweifellos in Kenntnis 

der aktuellen Pendenzensituation des BFM – nochmals erheblich gekürzt 

worden: Neu sind Nichteintretensentscheide in der Regel innerhalb von 

fünf Arbeitstagen nach Gesuchstellung (respektive Zustimmung des rück-

übernehmenden Staates im Dublin-Verfahren) zu treffen, während die 

Entscheide in allen übrigen Verfahren in der Regel innerhalb von zehn 

Arbeitstagen nach der Gesuchstellung zu treffen sind (Art. 37 Abs. 1 

und 2 AsylG).  

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Seite 10 

6.4 Das Ausland-Asylverfahren gemäss alt Art. 20 AsylG weist zwar ge-

wisse Besonderheiten auf, welche die Beachtung dieser Behandlungsfris-

ten erschweren, namentlich die teilweise lange Dauer der postalischen 

Übermittlung von Korrespondenz und Akten. Andererseits bezweckt das 

Asylverfahren den Schutz höchster Rechtsgüter wie Leib, Leben und per-

sönlicher Freiheit (vgl. etwa Art. 3 Abs. 2 AsylG) und die Asylsuchenden 

halten sich im Auslandverfahren häufig im behaupteten Verfolgerstaat 

auf, weshalb in diesen Fällen eine besonders beförderliche Behandlung 

der Gesuche sachlich geboten ist.  

6.5 Vorliegend waren die Beschwerdeführenden bereits in einen Drittstaat 

weitergereist. Bei dieser Konstellation ist nach Lehre und Praxis im Sinn 

einer widerlegbaren Vermutung davon auszugehen, dass die Asylsu-

chenden dort Schutz vor Verfolgung gefunden haben (vgl. BVGE 2011/10 

E. 5.1 mit weiteren Hinweisen). Allerdings haben sie wiederholt auf die 

schwierigen Lebensbedingungen (in Südsudan) hingewiesen. 

6.6  

6.6.1 Dem Bundesverwaltungsgericht ist die hohe Belastung des BFM 

bekannt. Dass angesichts dieser Pendenzenzahl momentan nicht jedes 

einzelne Asylverfahren innerhalb der Behandlungsfristen von Art. 37 

AsylG abgeschlossen werden kann, ist nachvollziehbar. Das Bundesamt 

hat zudem in der Tat bereits konkrete Massnahmen ergriffen, um den Ab-

bau der hängigen Verfahren zu beschleunigen. Die in der Vernehmlas-

sung dargelegten Überlegungen zur Priorisierung der Verfahren sind 

ebenfalls durchaus nachvollziehbar. 

6.6.2 Die Asylverfahren der Beschwerdeführenden sind jedoch seit An-

fang Juli 2011 hängig. Die faktische Verfahrensdauer von rund 2 ¾ Jah-

ren steht in keinerlei Verhältnis mehr zu der seit 1. Februar 2014 gelten-

den Vorgabe des Gesetzgebers (zehn Arbeitstage).  

6.6.3 Nachdem die Regelung von Art. 46a VwVG im Asylverfahren nicht 

spezialgesetzlich eingeschränkt worden ist und der Gesetzgeber – zwei-

fellos in Kenntnis der aktuellen Pendenzensituation des BFM – die maxi-

male Behandlungsdauer in der letzten Gesetzesrevision nochmals erheb-

lich verkürzt hat, verbleibt dem Bundesverwaltungsgericht vorliegend nur 

die Feststellung einer unzulässigen Rechtsverzögerung. 

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Seite 11 

6.6.4 Immerhin ist dem BFM insofern zuzustimmen, als von der Anset-

zung einer konkreten Erledigungsfrist durch das Gericht (auch in den vor-

ligenden Verfahren) Abstand zu nehmen ist; der diesbezügliche Antrag 

der Beschwerdeführenden wird abgewiesen. 

6.7 Die Rechtsverzögerungsbeschwerden sind nach dem Gesagten gut-

zuheissen. Die Akten sind dem BFM mit der Anweisung zuzustellen, die 

Verfahren nun beförderlich abzuschliessen.  

7.  

7.1 Bei diesem Ausgang der Verfahren sind keine Verfahrenskosten zu 

erheben (Art. 63 Abs.1 VwVG). Im Übrigen waren die Gesuche um un-

entgeltliche Prozessführung im Sinn von Art. 65 Abs. 1 VwVG mit Verfü-

gung vom 22. Januar 2014 gutgeheissen worden. 

Den Beschwerdeführenden ist aufgrund ihres Obsiegens im Beschwer-

deverfahren in Anwendung von Art. 64 Abs. 1 VwVG eine Parteientschä-

digung für die ihnen erwachsenen Vertretungskosten zuzusprechen (vgl. 

Art. 7 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 

173.320.2]). Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführenden macht in der 

Replik vom 6. März 2014 für alle drei Verfahren einen Aufwand von ins-

gesamt Fr. 740.– (Arbeitsaufwand von vier Stunden bei einem Stunden-

ansatz von Fr. 180.– sowie Spesen von Fr. 20.–) geltend. Dies erscheint 

als angemessen. Die vom BFM auszurichtende Parteientschädigung ist 

demnach auf Fr. 740.– (inkl. sämtliche Auslagen) festzusetzen.  

 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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E-154/2014 

 
 

Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Rechtsverzögerungsbeschwerden werden gutgeheissen. 

2.  

Das BFM wird angewiesen, die Verfahren im Sinn der Erwägungen be-

förderlich abzuschliessen. 

3.  

Es werden keine Kosten auferlegt. 

4.  

Das BFM wird angewiesen, den Beschwerdeführenden für die drei verei-

nigten Verfahren eine Parteientschädigung von insgesamt Fr. 740.– aus-

zurichten. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer und BFM.  

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Markus König Nicholas Swain 

 

 

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