# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 15917661-966c-5078-8d54-29be39be37df
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-07-07
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 07.07.2020 R 2019 34
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2019-34_2020-07-07.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

R 19 34

5. Kammer 

Vorsitz Meisser
Richter Audétat, Racioppi 
Aktuar Gross

URTEIL
vom 7. Juli 2020

in der Streitsache

A._____ und B._____,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Placi Berther,

Beschwerdeführer
gegen

Departement für Volkswirtschaft und Soziales Graubünden,

Beschwerdegegner

und

Meliorationskommission C._____,
Beschwerdegegnerin 1

und

Schätzungskommission der Gesamtmelioration C._____,

Beschwerdegegnerin 2

betreffend Auflageprojekt (Änderung D._____-weg)

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1. A._____ und B._____ sind Eigentümer von Parzellen 6727 und 6728 in 

X._____, Val C._____. Die Grundstücke werden seit ca. 20 Jahren durch 

ihre 35 bis 40 Schafe und sechs Esel abgeweidet oder gemäht.

2. Die Gesamtmelioration C._____ wurde am 28. Oktober 2002 von der Ge-

meindeversammlung C._____ beschlossen. Die Gemeinde ist Trägerin der 

Gesamtmelioration, welche durch die Meliorationskommission durchgeführt 

wurde.

3. Das Projekt Gesamtmelioration C._____ wurde vom 11. Mai bis 11. Juni 

2007 öffentlich aufgelegt. Der Grundeigentümer E._____ erhob dort Einspra-

che gegen die Linienführung des D._____-wegs Nr. 54. Aufgrund dieser Ein-

sprache nahm die Meliorationskommission eine Projektänderung vor, die 

vom 9. November bis 10. Dezember 2007 zur Einsichtnahme aufgelegt 

wurde. Gegen die neue Linienführung des D._____-wegs Nr. 54 gingen 

keine Einsprachen ein. Das (abgeänderte) Auflageprojekt wurde sodann mit 

Departementsverfügung vom 11. August 2008 genehmigt.

4. Am 15. März 2016 ging bei der Meliorationskommission eine Anfrage von 

A._____ und B._____ betreffend Linienführung des Weges Nr. 54 ein. Am 

16. Juli 2016 antwortete die Meliorationskommission mittels (formlosen) 

Schreibens A._____, dass die Kommission die Erschliessungssituation an-

lässlich der Begehung vom 18. Mai 2016 erneut beurteilt habe. Sie sei dabei 

zum Schluss gekommen, dass an der Linienführung des Weges Nr. 54 

gemäss genehmigten Auflageprojekts keine Änderungen vorgenommen 

würden.

5. Vom 1. November bis 12. Dezember 2016 wurde eine Änderung des Aufla-

geprojekts Gesamtmelioration C._____ öffentlich aufgelegt. Dagegen erho-

ben A._____ und B._____ am 9. Dezember 2016 Einsprache an die Schät-

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zungskommission der Gesamtmelioration C._____, mit dem Vorschlag einer 

neuen Linienführung des D._____-wegs Nr. 54.

6. Mit Stellungnahme vom 15. März 2017 beantragte die Meliorationskommis-

sion auf die Einsprache sei nicht einzutreten, weil der D._____-weg Nr. 54 

Bestandteil des rechtskräftigen Auflageprojekts (von 2007) sei. Zudem sei 

eine alternative Wegführung aufgrund der topographischen Verhältnisse nur 

mit nicht vertretbarem Kostenaufwand realisierbar.

7. Mit Verfügung vom 2. April 2019 entschied das Departement für Volkswirt-

schaft und Soziales (DVS) auf die Einsprache von A._____ und B._____ vom 

9. Dezember 2016 nicht einzutreten.

Mit erfolgter Änderungsauflage vom 11. November bis 12. Dezember 2016 

sei die Linienführung von Weg Nr. 54 nicht geändert worden. Folglich hätten 

A._____ und B._____ gegen die 2007 aufgelegten Auflagepläne Einsprache 

erheben müssen. Die Einsprache vom 9. Dezember 2016 sei daher verspätet 

und darauf nicht einzutreten.

Im Übrigen wäre die Umsetzung der Vorschläge der Einsprechenden mit ho-

hem Aufwand verbunden und brächte nur geringen landwirtschaftlichen Nut-

zen, weshalb die Einsprache auch inhaltlich nicht gerechtfertigt wäre.

8. Dagegen erhoben A._____ und B._____ (nachfolgend Beschwerdeführer) 

am 16. Mai 2019 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden mit den Anträgen, der Departementsentscheid vom 2. April 

2019 sei aufzuheben und zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen der 

Beschwerdeführer an die Vorinstanz zurückzuweisen. Eventualiter sei die 

Erschliessung der Parzellen der Beschwerdeführer und Nachbarn über das 

Gemeindegebiet festzulegen, unter Verzicht der Begründung einer landwirt-

schaftlichen Dienstbarkeit zur internen Erschliessung der Parzellen wie im 

Auflageprojekt festgelegt. Subeventualiter sei zumindest die Linienführung 

der festgelegten landwirtschaftlichen Dienstbarkeit auf den Parzellen der Be-

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schwerdeführer und Nachbarn möglichst nahe an den Rand der Grunds-

tücksflächen zu versetzen. Es gebe keine Begründung, wieso das Departe-

ment nicht auf ihre Einsprache hätte eintreten dürfen. Weiter wurden ausge-

dehnte Erwägungen vorgebracht, weswegen die Linienführung abzuändern 

wäre.

9. Mit Stellungnahme vom 5. Juni 2019 beantragte das DVS (nachfolgend Be-

schwerdegegner) die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten 

werden könne. Eventualiter sei das Verfahren an den Beschwerdegegner zur 

neuerlichen Beurteilung zurückzuweisen.

Weil sich die Einsprache der Beschwerdeführer auch gegen das Auflagepro-

jekt (Änderung D._____-weg) gerichtet habe, habe die Schätzungskommis-

sion die Einsprache auch dem Beschwerdegegner zugestellt.

Im angefochtenen Entscheid vom 2. April 2019 sei nur über die Einsprache 

bezüglich Änderung Auflageprojekt entschieden worden, nicht jedoch über 

den Teil, der in die Zuständigkeit der Schätzungskommission falle. Diese 

habe aber noch nicht entschieden, weshalb gegenwärtig gar kein anfechtba-

rer erstinstanzlicher Entscheid betreffend Neuzuteilung etc. vorliege. Der Be-

schwerdegegner sei daher auf die geltend gemachte Änderung hinsichtlich 

Neuzuteilung (dazu gehöre auch die Eintragung oder Verschiebung von 

Wegrechten) nicht eingetreten, was insbesondere die Rechtsbegehren Ziff. 

2.a) und Ziff. 2.b) betreffe, aber auch das Rechtsbegehren Ziff. 1., soweit in 

der Begründung der Beschwerde Bezug auf die Dienstbarkeiten genommen 

werde.

Die Beschwerdeführer seien der Ansicht, ihr Rechtsbegehren tangiere die 

öffentliche Auflage von 2007 nicht. Gleichzeitig schlügen sie eine Verlegung 

des Wegs Nr. 54 zumindest als Variante vor, was nicht verständlich sei. Die 

Beschwerdeführer unterschieden nicht ausreichend zwischen den baulichen 

Massnahmen zur Erschliessung (zuständige Einspracheinstanz: DVS) sowie 

den Wegrechten zur Erschliessung ohne bauliche Massnahmen (zuständige 

Einspracheinstanz: Schätzungskommission).

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Die Wegrechte ab dem D._____-weg Nr. 54 zu den einzelnen Grundstücken 

in X._____ blieben ohne bauliche Massnahmen. Dazu sei im Zuge des Ein-

spracheverfahrens von den Beschwerdeführern kein Antrag gestellt worden. 

Darauf könnte infolge Verspätung ohnehin nicht eingetreten werden. Das Be-

gehren der Beschwerdeführer bedeute ein Gesuch um Widerruf (nach Art. 

25 Abs. 1 lit. a VRG) des (seit 2008) rechtskräftig festgelegten Verlaufs des 

Wegs Nr. 54. Hier liege aber kein Widerrufsgrund vor, da keine Änderung 

der damaligen Sach- und Rechtslage erfolgt sei. Die Neuzuteilung habe 

kaum Veränderungen gebracht, nur die Parzellengrenzen seien minim ange-

passt worden. Die Situation habe sich für die Beschwerdeführer durch die 

Neuzuteilung weder in rechtlicher noch tatsächlicher Weise massgeblich 

geändert. Sie hätten schon bei der ursprünglichen Auflage wissen müssen, 

dass ihre Grundstücke nicht direkt durch einen Weg erschlossen würden. 

Gründe, mit denen sie heute eine Verschiebung des Wegs Nr. 54 beantrag-

ten, hätten sie schon damals (2007) geltend machen können. Somit sei auch 

unter dem Blickwinkel des Widerrufs kein Eintreten möglich. Dies gelte umso 

mehr, als damals die Linienführung umstritten gewesen sei.

Zur Begründung des Eventualantrags brachte der Beschwerdegegner vor, 

dass er im vorliegenden Verfahren einen Nichteintretensentscheid gefällt 

und sich noch nicht im Detail mit den Vorschlägen der Beschwerdeführer 

auseinandergesetzt habe. Deswegen seien seine Ausführungen materiell im 

angefochtenen Entscheid summarisch ausgefallen und der Eventualantrag 

auf Rückweisung zum Variantenvergleich gestellt worden. 

10. Mit Vernehmlassung vom 4. Juni 2019 beantragte die Meliorationskommis-

sion (nachfolgend Beschwerdegegnerin 1) kostenfällige Abweisung der Be-

schwerde, soweit darauf eingetreten werden könne. Die Begründung dazu 

lautete im Wesentlichen gleich wie diejenige des Beschwerdegegners.

11. Mit Stellungnahme vom 6. Juni 2019 teilte die Schätzungskommission (nach-

folgend Beschwerdegegnerin 2) dem Gericht mit, dass das Begehren betref-

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fend Durchgangsrechte die Neuzuteilung betreffe und diese sei von ihr noch 

nicht beurteilt worden. Die Beschwerdegegnerin 2 sei diesbezüglich erste 

Rechtsmittelinstanz. In dieser Angelegenheit liege somit derzeit noch kein 

anfechtbarer erstinstanzlicher Entscheid von ihr vor.

12. Mit Replik vom 24. Juni 2019 hielten die Beschwerdeführer unverändert an 

ihren Rechtsbegehren in der Beschwerde fest und vertieften nochmals ihre 

Argumente gegen den angefochtenen Nichteintretensentscheid vom 2. April 

2019 des Beschwerdegegners. 

13. Mit Duplik vom 5. Juli 2019 hielt der Beschwerdegegner unverändert am an-

gefochtenen Entscheid und den Anträgen in seiner Stellungnahme fest. 

14. Mit Duplik vom 26. Juli 2019 hielt die Beschwerdegegnerin 1 unverändert an 

ihren Anträgen in der Vernehmlassung vom 4. Juni 2019 fest. 

15. Die Beschwerdegegnerin 2 beteiligte sich nicht weiter am Verfahren.

16. Am 23. August 2019 reichten die Beschwerdeführer (freiwillig) eine Triplik 

ein. Ihre Rechtsbegehren blieben darin unverändert.

17. Am 20. November 2019 reichten die Beschwerdeführer beim Gericht noch 

verschiedene Unterlagen (als Beweismittel) zur Kenntnisnahme nach.

18. Am 22. November 2019 verzichtete der Beschwerdegegner sowie am 26. 

November 2019 die Beschwerdegegnerin 1 auf eine Stellungnahme dazu.

Auf die weiteren Vorbringen und Argumente der Parteien wird, soweit erfor-

derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

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Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Nach Art. 49 Abs. 1 lit. c des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 

(VRG; BR 370.100) beurteilt das Verwaltungsgericht des Kantons Graubün-

den Beschwerden gegen Entscheide der kantonalen Departemente, soweit 

diese nicht nach kantonalem oder eidgenössischem Recht endgültig sind 

oder bei einer anderen Instanz angefochten werden können. Der vorliegend 

angefochtene kantonale Departementsentscheid vom 2. April 2019, mit dem 

der Beschwerdegegner auf die Einsprache der Beschwerdeführer vom 9. 

Dezember 2016 nicht eintrat, ist weder endgültig noch kann er bei einer an-

deren Instanz angefochten werden. Folglich stellt er ein taugliches Anfech-

tungsobjekt für ein Verfahren vor dem Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden dar. Als Adressaten des angefochtenen Entscheids sind die Be-

schwerdeführer berührt und weisen ein schutzwürdiges Interesse an dessen 

Aufhebung oder Änderung auf, weshalb sie zur Beschwerdeerhebung legiti-

miert sind (Art. 50 Abs. 1 VRG). Auf die zudem frist- und formgerecht einge-

reichte Beschwerde ist deshalb einzutreten.

2.1. In materieller Hinsicht strittig und zu prüfen ist, ob der Nichteintretensent-

scheid des Beschwerdegegners vom 2. April 2019 korrekt erfolgte, oder ob 

dieser verpflichtet gewesen wäre, auf das Begehren der Beschwerdeführer 

betreffend Auflageprojekt (Änderung des Weges Nr. 54) einzutreten und so-

mit über eine neue Linienführung des D._____-weges Nr. 54 samt (Fein-) 

Erschliessung ihrer Parzellen 6727 und 6728 zu befinden. Es geht hier folg-

lich um die Rechtmässigkeit des angefochtenen Entscheids.

2.2.1. Einleitend ist allgemein zur Organisation, zur Zuständigkeit sowie zu den 

Verfahrensabläufen gemäss Meliorationsgesetz des Kantons Graubünden 

(MelG; BR 915.10) festzuhalten: Nach Art. 7 Abs. 1 MelG ist Träger der Me-

lioration bei gemeinschaftlichen Unternehmen die aus den beteiligten Grun-

deigentümern bestehende Genossenschaft. Die Genossenschaft stellt eine 

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öffentlich-rechtliche Körperschaft mit eigener Rechtspersönlichkeit dar. Die 

Trägerschaft kann in den in Art. 17 MelG erwähnten Fällen auch die Ge-

meinde und der Kanton sein (Art. 7 Abs. 2 MelG). Laut Art. 10 MelG sind die 

Organe einer Genossenschaft, die Genossenschaftsversammlung, der Ge-

nossenschaftsvorstand, die Schätzungskommission und die Rechnungsrevi-

soren. Gemäss Art. 12 Abs. 2 MelG sollen Güterzusammenlegungen ausser 

der Arrondierung der Grundstücke und den Weganlagen auch weitere Ver-

besserungen von gemeinschaftlichem Interesse umfassen, die notwendig 

sind, um die Ertragsfähigkeit des Bodens zu erhalten oder zu erhöhen oder 

seine Bewirtschaftung zu erleichtern, oder die zur rationellen Einteilung des 

neuen Bestandes beitragen (Gesamtmelioration). Nach Art. 13 Abs. 3 MelG 

darf von der Auflage der Neuzuteilung bis zu deren Rechtskraft die Nut-

zungsordnung (laut Raumplanung) nicht geändert werden. Gemäss Art. 23 

Abs. 4 MelG wird die Bewertung der Grundstücke durch die Schätzungskom-

mission vorgenommen. Nach Ablauf der Einsprachefrist wird die Bewertung 

für die Beteiligten grundsätzlich verbindlich und kann bei der Neuzuteilung 

nicht mehr angefochten werden (Art. 24 MelG). Ist die Gemeinde Trägerin 

des Unternehmens, ist das Enteignungs- und Schätzungsverfahren gemäss 

Enteignungsgesetz durchzuführen (Art. 27 Abs. 4 MelG). Die Neuzuteilung 

ist durch den Genossenschaftsvorstand zu beschliessen (Art. 28 Abs. 2 

MelG). Bei der Bereinigung der beschränkten dinglichen Rechte ist im Rah-

men der Neuzuteilung unter Beizug eines Grundbuchfachmannes zu prüfen, 

ob diese weiterbestehen und dementsprechend auf die neuen Grundstücke 

zu verlegen sind (Art. 32 Abs.1 Satz 1 MelG). Der Unterhalt soll nach Ab-

schluss der Meilorationswerke in der Regel von der Gemeinde vorgenom-

men werden. Dienen die Weganlagen dem allgemeinen Verkehr, ist die Ge-

meinde zur Übernahme der Anlagen und deren Unterhalt verpflichtet. Die 

Abtretung an die Gemeinde erfolgt entschädigungslos (Art. 34 Abs. 3 MelG). 

2.2.2. Zum Rechtsschutz wird in Art. 37 MelG stipuliert: Rechtsmittelinstanzen sind 

die Schätzungskommission und das kantonale Verwaltungsgericht. Laut Art. 

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38 Abs. 1 lit. c MelG gilt: Verfügungen und sowie dazugehörige Planunterla-

gen und Verzeichnisse sind während einer Frist von 30 Tagen öffentlich auf-

zulegen, insbesondere das Auflageprojekt. Weiter wird in Art. 39 Abs. 1 Satz 

1 und 2 MelG bestimmt: Gegen sämtliche Verfügungen können die Betroffe-

nen während der Auflagefrist bzw. innert 30 Tagen seit Zustellung der Ver-

fügung bei der Schätzungskommission eine mit einem Antrag und einer 

schriftlichen Begründung versehene Einsprache erheben. Die Einsprache ist 

unverzüglich der erlassen(d)en Behörde zur Vernehmlassung zuzustellen. 

Kommt keine Einigung zustande, erlässt die Schätzungskommission einen 

schriftlich begründete (Einsprache-) Entscheid, der den Parteien innert 30 

Tagen nach der mündlichen Verhandlung zu eröffnen ist (Art. 40 Abs.1 

MelG). Gemäss Art. 43 MelG können sowohl die betroffenen Grundeigentü-

mer wie auch die Träger des Unternehmens gegen die Entscheide der Schät-

zungskommission innert 30 Tagen seit Zustellung beim Verwaltungsgericht 

Beschwerde erheben. Einsprachen gegen das Auflageprojekt richten sich 

(indes) nach Art. 44bis ff. 

2.2.3. Zur Projektgenehmigung wird in Art. 44bis MelG speziell vorgeschrieben: Ge-

gen das Auflageprojekt kann innert der Auflagefrist schriftlich beim zuständi-

gen Departement Einsprache erhoben werden. Zur Einsprache ist berechtigt, 

wer vom Auflageprojekt berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an des-

sen Aufhebung oder Änderung geltend machen kann (Art. 44ter Abs. 1 lit. a 

MelG). Art. 44quater Abs. 1 MelG vervollständigt: Das zuständige Departement 

entscheidet über die Projekteinsprachen und genehmigt das Auflageprojekt. 

Es berücksichtigt dabei nebst dem Meliorationszweck alle massgebenden 

Anliegen, insbesondere die Interessen der Raumplanung, des Natur- und 

Heimatschutzes und des Umweltschutzes. Laut Art. 44quater Abs. 2 wird die 

Projektgenehmigung im Kantonsamtsblatt und auf ortsübliche Weise publi-

ziert. 

Aufgrund dieser gesetzlichen Vorgaben (insbesondere E.2.2.2.-2.2.3.) ist 

hier ebenfalls der angefochtene Nichteintretensentscheid zu beurteilen.

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2.2.4. Im konkreten Fall verhält es sich in tatsächlicher Hinsicht so, dass seit dem 

Projekt der Gesamtmelioration von 2007 die Linienführung des Weges Nr. 

54 nicht mehr geändert worden ist (vgl. Akten des Beschwerdegegners [Bg-

act.], Plan Nr. 833-1.6.4 vom 5. November 2007 [Geändertes Auflageprojekt; 

Projektplan Wegebau – siehe "rot gepunktete Linie"] mit Plan Nr. 833-BG.1 

vom 2. November 2016 [Situationsplan 1: 5000] - siehe "grün markierte Weg-

strecke mit Länge 750 m"). Die letzte Projektänderung erging somit 2007 auf 

Begehren des benachbarten Grundeigentümers (F._____) und endete im 

(zweiten und geänderten) Auflageprojekt vom November 2007. Weil die da-

mals vorgenommene letzte Änderung im "streitigen" Verfahren zustande ge-

kommen ist – sich die Behörden also damals mit der Linienführung des 

D._____-wegs Nr. 54 aufgrund einer Einsprache näher befassten – ist davon 

auszugehen, dass die Wegführung damals eingehend geprüft wurde. Die 

aufgelegte Projektänderung von 2016, gegen welche die Beschwerdeführer 

am 9. Dezember 2016 Einsprache (an die Beschwerdegegnerin 2) erhoben 

hatten, betraf nun aber gerade nicht die Streckenführung des D._____-wegs 

Nr. 54 (siehe Plan Nr. 833-BG.1 vom 2. November 2016), sondern bezog 

sich einzig auf die (Fein-) Erschliessung der Parzellen 6727 und 6728 der 

Beschwerdeführer (vgl. Bg-act. 1.1 mit Plan aus der Vogelperspektive – zum 

einen mit "gelb gestricheltem Fussweg" als denkbare Feinerschliessungsva-

riante und zum anderen mit Abänderungsvorschlag der Beschwerdeführer 

mittels "blau durchgehend eingezeichneter Fusswege" über das übrige Ge-

meindegebiet). Der gleichzeitig aufgelegte Plan Nr. 833-AG.1 betreffend 

"Noch zu bauende Güterstrassen, Zufahrten und Wanderwege" vom 2. No-

vember 2016 ("rot markierte Wegstücke"; oft/meist als Verlängerung der grün 

markierten D._____-wege; so auch in Plan Nr. ___-BG.1 rot markiert), hat 

bloss informativen Charakter und beinhaltet insbesondere keine neue Linien-

/Streckenführung des hier allein interessierenden D._____-wegs Nr. 54 

(grüne Markierung mit 'Zusatz/Verlängerung rot' markiert). 

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2.2.5. Aufgrund der bereits rechtskräftig erstellten Pläne (2007/2008) sowie der 

(objektiv bloss geringfügigen) Änderung des Auflageprojekts (2016/2017), 

welche die Linienführung des D._____-wegs Nr. 54 von 2007 nicht tangierte, 

ist dem Beschwerdegegner daher Recht zu geben, dass die Beschwerde-

führer schon dannzumal gegen die 2007 aufgelegten Auflagepläne hätten 

Einsprache erheben müssen, was sie aber nachweislich nicht getan haben, 

weshalb ihre Einsprache vom 9. Dezember 2016 nun verspätet ist. Der Be-

schwerdegegner ist deshalb nicht darauf eingetreten, was mangels fristge-

rechter Anfechtung des fallrelevanten Beschwerdeobjekts (Auflagepläne 

2007/2008) korrekt ist und vor dem streitberufenen Verwaltungsgericht des-

halb zur Abweisung der Beschwerde vom 16. Mai 2019 führt.

2.2.6. Der Vollständigkeit halber sei lediglich erwähnt, dass auch keine Gründe für 

einen Widerruf erkennbar sind. Laut Art. 25 Abs. 1 VRG kann eine Verwal-

tungsbehörde einen rechtskräftigen Entscheid von Amtes wegen oder auf 

Gesuch hin ändern oder aufheben, wenn sich die Sach- oder Rechtslage 

gegenüber der ursprünglichen Entscheidungsgrundlage geändert hat (lit. a) 

und nicht überwiegende öffentliche oder private Interessen dem Widerruf 

entgegenstehen (lit. b). Im konkreten Fall hat sich weder die ursprüngliche 

Entscheidungsgrundlage seit dem rechtskräftigen Auflageprojekt 2007/2008 

geändert noch vermögen die privaten Interessen der Beschwerdeführer an 

einer (gemäss ihnen besseren) Erschliessung ihrer Parzellen 6727 und 6728 

das überwiegende öffentliche Interesse an der Beibehaltung der bisherigen 

Linienführung des D._____-weges Nr. 54 zu überwiegen. Das Nichteintreten 

des Beschwerdegegners im angefochtenen Entscheid vom 2. April 2019 war 

somit auch unter diesem Aspekt rechtens, weshalb hier an der Abweisung 

der Beschwerde kein Weg vorbeiführt. 

3.1. Bei diesem Ausgang des Beschwerdeverfahrens sind die Gerichtskosten ge-

stützt auf Art. 73 Abs. 1 VRG den Beschwerdeführern – unter sich solidarisch 

haftend – aufzuerlegen. Das Gericht erachtet dabei ermessensweise eine 

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Staatsgebühr von Fr. 1'500.-- (zzgl. Kanzleigebühren) als angemessen und 

gerechtfertigt.

3.2. Aussergerichtlich steht dem Beschwerdegegner gestützt auf Art. 78 Abs. 2 

VRG (gleich wie auch den Beschwerdegegnerinnen) keine Parteientschädi-

gung zu, da er (und sie) lediglich in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegt 

haben.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 1'500.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 344.--

zusammen Fr. 1'844.--

gehen unter solidarischer Haftung zulasten von A._____ und B._____ und 

sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheids an die Finanzverwal-

tung des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]