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**Case Identifier:** cad092c8-737a-52d4-9812-60da6177f0f4
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-02-20
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 20.02.2024 R 2023 39
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2023-39_2024-02-20.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

R 23 39

5. Kammer 

Vorsitz Brun

RichterInnen Audétat und Pedretti

Aktuar Paganini

URTEIL

vom 20. Februar 2024

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____, 

vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Gian Luca Peng, 

Beschwerdeführerin

gegen

Gemeinde B._____, 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Fabrizio Visinoni, 

Beschwerdegegnerin

und

C._____ AG, 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Luca Tenchio, 

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Beigeladene

betreffend Lärmimissionen

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I. Sachverhalt:

1. Die Parzelle 127 in der Gemeinde B._____ befindet sich in der "Hotelzone 

Dorfkern" mit Empfindlichkeitsstufe (ES) III und ist in fünf Stockwerk-

einheiten aufgeteilt. 

A._____ ist Eigentümerin der Stockwerkeinheit D._____ mit einer 

Wertquote von 59/1000 und führt im 1. UG des Gebäudes eine Bar 

("E._____"). A._____ hat im Jahr 2000 Eigentum an der Stockwerkeinheit 

der Bar erworben und hat die Bar, wie vor dem Erwerb als Pächterin ab 

1993, zunächst selbst betrieben. In der Folge wurde die Bar bis zur 

Totalrenovierung des Hotels 2017-2018 vom derzeitigen 

Gemeindepräsidenten F._____ geführt. Nach der genannten 

Hotelrenovierung übernahm G._____ den Barbetrieb.

Die vier weiteren Stockwerkeinheiten gehören der C._____ AG 

(nachfolgend: C._____, deren Eigentümer und Verwaltungsratsmitglieder 

H._____ und I._____ sind). Die C._____ betreibt einen Laden im 1. UG 

und einen im EG sowie ein Hotel (mit dazugehörenden Räumen im 1. und 

2. UG sowie Zimmern im 1., 2. und 3. OG). Die fünfte Stockwerkeinheit 

gehört I._____ und betrifft das Sonderrecht an der 3.5-Zimmerwohnung im 

3. OG. Das (Hotel-)Gebäude entstand 1988; die Bar wurde 1990 errichtet 

(Ausbau des ehemaligen Kellers des Hotels) und 2004 vergrössert.

2. Nach Angaben der C._____ kämpfe das Hotel seit jeher mit 

Lärmbeschwerden aus dem Betrieb der E._____, wobei mit dem 

vorherigen Barbetreiber F._____ immer wieder Lösungen betreffend Lärm 

hätten gefunden werden können (freiwillige Einhaltung einer tolerierbaren 

Lautstärke). Da für die C._____ die Lärmbelästigung nach der 

Hotelrenovierung/Wechsel des Barbetriebs unerträglich geworden sei, 

ersuchte sie am 17. Januar 2019 den Gemeindevorstand der Gemeinde 

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B._____ darum, dem Betreiber der E._____ zu verbieten, nach 22:00 Uhr 

musikalische Unterhaltung anzubieten. 

3. Die Gemeinde eröffnete sodann ein formelles Verfahren wegen möglichen 

vorschriftswidrigen Zuständen/Lärmimmissionen durch Überschreiten der 

massgebenden Belastungsgrenzwerte gegen A._____ als Eigentümerin 

des Grundstücks D._____ und den damaligen Betreiber der E._____. 

A._____ wehrte sich gegen dieses Gesuch und verlangte dessen 

Abweisung. Eventualiter sei eine zeitlich gestaffelte Obergrenze für die 

Lautstärke der Musikanlage in dB(A) festzulegen. 

4. Nach Durchführung eines Augenscheins am 17. April 2019 einigten sich 

die Parteien darauf, sich einer von der Gemeinde in Auftrag gegebenen 

Lärmbegutachtung zu unterziehen und die Kosten hierfür je zur Hälfte zu 

tragen. Mit der Erstellung des Lärmgutachtens und Beantwortung der 

entsprechenden Fragen wurde die J._____ AG beauftragt. 

5. Die Lärmmessung der Gutachterin vom 9. Dezember 2019 ergab, dass 

die Richtwerte der Vollzugshilfe des Cercle Bruit (nachfolgend: CB-

Vollzugshilfe) ohne Massnahmen zu jeder Zeit überschritten würden. Sie 

empfahl folgendes weiteres Vorgehen:

- Schallentkoppelte Aufhängung/Montage der Lautsprecher an den Wänden (v.a. die 

Lautsprecher im Bereich der Bar und WC);

- Einstellen des gewünschten Schallpegels in den verschiedenen Räumen in der Bar 

(dieser kann jeweils von Raum zu Raum variieren);

- Einbau eines Schallpegelbegrenzers, der eine Übersteuerung des maximal zulässigen 

Innenraumpegels verhindert. 

6. In der Folge wurden verschiedene Massnahmen umgesetzt (Aufhängung 

der Boxen an Spezialaufhängungen ohne Betonkontakt, Einbau einer 

Schallschutzdecke, etc.). Vor der Abnahmemessung gab die Gemeinde 

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den Parteien noch Gelegenheit, sich zu den an die Experten im Rahmen 

der Abnahmemessung zu stellenden Fragen zu äussern und allenfalls 

Ergänzungsfragen zu unterbreiten. Davon machten die Parteien 

Gebrauch. Zudem vereinbarten die Parteien, die Verfahrenskosten hälftig 

zu teilen. 

7. Die erste Messung fand am 24. November 2021 statt. Dabei wurde nur die 

Musiklärmübertragung von der Bar zu den Hotelzimmern gemessen, um 

den maximal zulässigen Pegel zu bestimmen und die Anlage 

entsprechend einzustellen. Die zweite Messung wurde als verdeckte 

Messung in der Nacht vom 11. auf den 12. Dezember 2021 durchgeführt, 

wobei einerseits der Lärmpegel in der Diskothek und andererseits der 

Empfangspegel gemessen wurde. Die gewählte Variante zur Begrenzung 

des Musikpegels in der Bar stellte sich danach als unzureichend heraus 

[nach Angaben der C._____ habe der Barbesitzer den verschlossenen 

Schrank zur Einstellung des Schallpegels aufgemacht, nach Angaben von 

A._____ sei das ein Arbeitnehmer der C._____ gewesen], weshalb ein 

neues System (Sonos Connect) als Abspielsystem zur Sicherstellung der 

Einhaltung der Grenzwerte installiert wurde. Die Regelung der Anlage 

erfolgte durch einen abgeschlossenen Sicherungskasten. Am 7. März 

2022 wurde der maximal zulässige Innenraumpegel erneut eingestellt und 

daran anschliessend Messungen während des Betriebs der Bar 

vorgenommen. Bei den Messungen wurde der Schallpegel in der E._____ 

soweit reduziert, bis der maximal zulässige Pegel gemäss den gültigen 

Normen (Cercle Bruit und SIA 181:2006) eingehalten war. Der 

Innenraumpegel im Bereich des Tanzbereichs lag dann bei ca. 82 bis 84 

dB(A). Im Bericht vom 11. März 2022 kam der Experte zum Schluss, dass 

anhand der letzten Messserie die Grenzwerte gemäss Cercle Bruit im 

Zimmer 5 [= 105, Zimmer mit der höchsten Lärmbelastung] und die 

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Grenzwerte gemäss SIA 181:2006 in der Bar zu keinem Zeitpunkt 

überschritten wurden. 

8. Der Gemeindevorstand beabsichtigte daraufhin, das Verfahren 

abzuschliessen und der Eigentümerin der E._____ die Auflage 

aufzuerlegen, dass der Betrieb der Musikanlage nur unter Beibehaltung 

des Systems und Einstellungen gemäss Bericht vom 11. März 2022 

zulässig sei. Von einer Anordnung zur Kontrolle des Gästeverhaltens 

ausserhalb der E._____ wurde abgesehen, zumal nicht nur Gäste der 

E._____ im öffentlichen Raum Lärm verursachten und es somit 

unverhältnismässig wäre, nur vom Betreiber der E._____ eine 

Beaufsichtigung des Gästeverhaltens im Aussenbereich zu verlangen. 

9. A._____ erklärte sich mit dem vorgesehenen Abschluss des Verfahrens 

nicht einverstanden. Einige zentrale Fragen seien durch den Gutachter 

nicht abgeklärt und beantwortet worden. Namentlich die Frage der 

Lokalisierung der Geräuschübertragung von der Bar in die Hotelzimmer 

müsse noch beantwortet werden, allenfalls durch einen anderen 

fachkundigen Gutachter. Zudem sei für eine Bar eine Musiklautstärke von 

82-84 dB(A) sehr leise. Diese Werte entsprächen dem Verkehrslärm einer 

Hauptstrasse oder einem Streitgespräch zwischen zwei Personen; in 

Diskotheken werde Musik mit mehr als 90 dB(A) abgespielt. A._____ 

forderte die Einsetzung eines neutralen Experten.

10. Nachdem mit Gesuchen vom 2. und 5. Dezember 2022 die C._____ den 

Erlass von superprovisorischen Massnahmen beantragt hatte, verfügte 

der Gemeindevorstand am 6. Dezember 2022 in Gutheissung der 

Gesuche Massnahmen gegenüber dem Betreiber der E._____ zur 

Beaufsichtigung der Gäste und ein Verbot bzw. Bedingungen zum 

Abspielen von Musik. In der Folge wurde die Musikanlage auf maximal 84 

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dB eingestellt und der Schlüssel zum Schrank für die Regulierung der 

Gemeinde übergeben. Da der Betreiber G._____ in der Folge den 

Barbetrieb aufgab, wurde dieses Verfahren abgeschrieben. 

11. Mit Verfügung vom 13. April 2023 erliess die Gemeinde folgende 

Anordnung betreffend die E._____, Liegenschaft Nr. D._____:

"1. Der Betrieb einer Bar in der Liegenschaft Nr. K._____ [recte: D._____] ist unter dem 
Gesichtspunkt der Umweltschutzgesetzgebung (Lärmschutz) zulässig.

 2. Beim Abspielen von Musik darf der Innenraumpegel von 84 dB(A) nicht überschritten 
werden. Zur Sicherstellung der Einhaltung der Grenzwerte wird der Betrieb über ein 
Sonos Connect System oder ähnliches vorgeschrieben. Die Regelung der maximalen 
Lautstärke der Anlage erfolgt über einen abgeschlossenen Steuerungskasten. Der 
einzige Schlüssel zum Steuerungskasten wird bei der Gemeinde aufbewahrt.

 3. Es sei Vormerk zu nehmen, dass im Rahmen der Erteilung der 
Gastwirtschaftsbewilligung dem Betreiber Auflagen zur Vermeidung von Aussenlärm 
durch die Gäste gemacht werden.

 4. Diese Verfügung ist im Grundbuch der Gemeinde auf Liegenschaft K._____ [recte: 
D._____] anzumerken. Die Kosten des Grundbuchamtes gehen zulasten der 
Eigentümerin der Liegenschaft Nr. K._____ [recte: D._____], derzeit Frau A._____.

 5. [Kosten]
 6. [Rechtsmittelbelehrung]"

Die Verfahrenskosten von CHF 30'705.40 (Entscheidgebühr CHF 500.00, 

Gutachten CHF 24'348.25, juristische Beratung CHF 5'857.15) wurden 

den Parteien je zur Hälfte (CHF 15'352.70) auferlegt. Ausseramtliche 

Parteientschädigungen wurden keine zugesprochen. 

Begründend führte der Gemeindevorstand aus, aufgrund der Ergebnisse 

des Lärmgutachtens und der mit dem Betrieb der Bar gemachten 

Erfahrungen, sei der Betrieb der Bar weiterhin zulässig, sofern die vom 

Experten empfohlenen Massnahmen eingehalten werden. Weiter sei es 

nötig, dem jeweiligen Betreiber der Bar in der Gastwirtschaftsbewilligung 

Auflagen für den Betrieb der Musikanlage sowie für die Überwachung des 

Gästeverhaltens nach dem Verlassen der Bar ab 24:00 Uhr zu machen. 

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12. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 16. Mai 

2023 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit 

folgenden Anträgen:

"1. Hauptanträge
1. Ziff. 2-5 der Verfügung vom 13. April 2023 seien aufzuheben.
2. Eventualiter seien Ziff. 2-5 der Verfügung vom 13. April 2023 aufzuheben und die 

Angelegenheit sei der Gemeinde B._____ zur Neubeurteilung zurückzuweisen.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin und der 

Beigeladenen.

 2. Prozessuale Anträge
4. Der vorliegenden Beschwerde sei in Bezug auf Ziff. 2 der Verfügung vom 13. April 

2023 die aufschiebende Wirkung zuzuerkennen. Der Innenraumpegel sei beim 
Abspielen von Musik während des Betriebs der Bar nicht zu begrenzen und der 
Schlüssel zum Steuerungskasten sei der Eigentümerin der Liegenschaft Nr. K._____ 
[recte: D._____] auszuhändigen.

5. Es sei ein Gutachten eines Sachverständigen einzuholen, der eine Lärmmessung 
während laufendem Barbetrieb unabhängig vornimmt und die offen gebliebenen 
Fragen insbesondere zur Lokalisierung der Geräuschübertragung und 
Lärmbeurteilung wissenschaftlich beantwortet."

Die Beschwerdeführerin machte zusammenfassend geltend, die 

angefochtene Verfügung sei in Verletzung des rechtlichen Gehörs, in 

unvollständiger Ermittlung des entscheidrelevanten Sachverhalts, in 

Verletzung des Koordinations- und umweltrechtlichen 

Ganzheitlichkeitsprinzips, in Verletzung des Lärmschutzrechts sowie in 

Verletzung der Wirtschaftsfreiheit der Beschwerdeführerin erlassen 

worden. 

13. In der Stellungnahme vom 15. Juni 2023 beantragte die C._____ 

(nachfolgend: Beigeladene), die Beschwerde vom 16. Mai 2023 sei 

dahingehend gutzuheissen, dass Ziff. 4 des Dispositivs der angefochtenen 

Verfügung derart redaktionell zu korrigieren sei, dass die angefochtene 

Verfügung auf dem Grundstück Nr. 52324, mithin nicht auf dem 

Grundstück Nr. 52234, beide im Grundbuch B._____, anzumerken sei. Im 

Übrigen sei die Beschwerde abzuweisen. 

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14. Mit Schreiben vom 27. Juni 2023 verlangte die Gemeinde (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde unter Verweis auf 

ihre Verfügung und die Akten im kommunalen Verfahren. 

15. Am 10. Juli 2023 ersuchte die Beschwerdeführerin das Gericht darum, so 

schnell als möglich die beantragten vorsorglichen Massnahmen zu treffen.

16. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 19. Juli 2023 erteilte die Instruk-

tionsrichterin der Beschwerde die aufschiebende Wirkung betreffend 

Aufbewahrung des Schlüssels zum Steuerungskasten in Ziff. 2 der 

angefochtenen Verfügung. Darüber hinaus wurde das Gesuch um 

aufschiebende Wirkung abgewiesen. 

17. Im zweiten Schriftenwechsel hielten die Parteien an ihren Anträgen fest 

und vertieften ihren Standpunkt. 

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Für die Beurteilung des angefochtenen Entscheids vom 13. April 2023 ist 

das Verwaltungsgericht zuständig (vgl. Art. 49 Abs. 1 lit. a des Gesetzes 

über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.99]). Die 

Beschwerdelegitimation der Beschwerdeführerin ist gegeben. Die 

Beschwerde wurde frist- und formgerecht eingereicht (vgl. Art. 38 und 52 

Abs. 1 VRG), weshalb darauf einzutreten ist.

2. Vorab wird auf die von den Parteien erhobenen formellen Einwände 

eingegangen.  

2.1. Die Beigeladene rügt, die Beschwerdegegnerin habe aufgrund des 30-

jährigen Barbetriebs ohne Lärmbeanstandungen keine Pflicht gehabt, in 

dieser Angelegenheit zu ermitteln und ein Verfahren zu eröffnen. Diese 

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Rüge ist unbegründet. Eine Eröffnungspflicht ergibt sich zwar nicht 

unmittelbar aus der umweltrechtlichen Gesetzgebung und dem 

kommunalen Baugesetz (BG) (vgl. Art. 36 ff. der Lärmschutz-Verordnung 

[LSV; SR 814.41]; Art. 103 Abs. 2 BG, die eine Ermittlungspflicht bei 

Aussenlärmemissionen vorsehen), jedoch erfasst der Lärmschutz gemäss 

Rechtsprechung auch den Innenlärm (s. unten E. 4), weshalb die 

Eröffnung eines lärmschutzrechtlichen Verfahrens durch die 

Beschwerdegegnerin nicht zu beanstanden ist. Im Übrigen wurde die 

Eröffnungsverfügung zwar durch den Gemeindepräsidenten (F._____, 

den vorherigen Betreiber der Bar) mitunterzeichnet, doch dieser ist danach 

in den Ausstand getreten, weshalb beim vorinstanzlichen Verfahren keine 

formellen Mängel vorliegen.

2.2. Die Beschwerdeführerin wendet weiter ein, das Vorverfahren habe über 

vier Jahre gedauert und habe hohe Verfahrenskosten von über 

CHF 30'000.00 verursacht. Inwiefern das Beschleunigungsgebot konkret 

verletzt worden sei, wird damit aber nicht hinreichend dargelegt, weshalb 

auf diese Rüge nicht weiter eingegangen wird. 

2.3. Die Beschwerdeführerin bemängelt des Weiteren, die Stellungnahme der 

Beigeladenen zur Stellungnahme der Beschwerdeführerin vom 10. 

Februar 2023 sei ihr nicht zugestellt worden. Die Beigeladene bestreitet, 

eine solche Stellungnahme eingereicht zu haben. In den Akten liegt ein 

Schreiben der Beschwerdeführerin datiert vom 10. Februar 2023 vor (vgl. 

Bg-act. C18); eine Stellungnahme der Beigeladenen hierzu ist hingegen 

nicht aktenkundig. Diese Rüge ist demnach abzuweisen. 

2.4. Die Beschwerdeführerin stört sich unter dem Titel des Rechts auf 

Beweisabnahme daran, dass die herangezogenen Gutachter die 

entscheidenden Fragen nicht beantwortet hätten, weshalb die Musik der 

Bar besser wahrnehmbar sein sollte als vor der Renovierung 2017-2018 

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und wie sich der Lärm in die verschiedenen Hotelzimmer im 2. OG 

ausbreite. Diese Rüge fällt aufgrund der nachfolgenden, materiellen 

Erwägungen und des Ausgangs des Verfahrens dahin. 

2.5. Ferner bemängelt die Beschwerdeführerin, die Beschwerdegegnerin habe 

ihren Entscheid mangelhaft begründet. 

Es stimmt zwar, dass die Begründung der Beschwerdegegnerin in der 

angefochtenen Verfügung praktisch nur darin besteht, aufgrund der 

Ergebnisse des Lärmgutachtens und der mit dem Betrieb der Bar 

gemachten Erfahrungen den Betrieb der Bar zuzulassen, sofern die vom 

Experten empfohlenen Massnahmen eingehalten werden. Daraus lässt 

sich jedoch die Überlegung ableiten, auf welche sich der Entscheid der 

Beschwerdegegnerin stützt. Gemäss Rechtsprechung ist dies 

ausreichend. Die Begründungspflicht bedeutet nämlich nicht, dass sich die 

Vorinstanz ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem 

rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf 

die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (vgl. 

BGE 141 IV 249 E. 1.3.1). Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs im 

Sinne einer mangelhaften Begründung ist somit nicht auszumachen und 

diese Frage wird aufgrund des Ausgangs des Verfahrens ohnehin hinfällig. 

2.6. Die Beschwerdeführerin beantragt die Einholung eines 

Sachverständigengutachtens, z.B. durch L._____ AG, Akustik und 

Bauphysik, M._____, das während der Betriebsöffnungszeiten ohne 

Innenpegelbegrenzung (unter Einschluss einer Messung des 

Grundgeräusches) zu erstellen sei und die Lärmausbreitung zu 

lokalisieren habe. Dieser Antrag wird unten im Rahmen der materiellen 

Erwägungen behandelt. Weitere Beweisofferten (Partei-, Zeugen- und 

Beweisaussage, Augenschein) sind – soweit überhaupt zulässig gemäss 

VRG – in antizipierter Beweiswürdigung keine abzunehmen, da hiervon 

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keine wesentlichen, zusätzlichen Erkenntnisse für die Fallbeurteilung zu 

erwarten sind (vgl. BGE 141 I 60 E. 3.3).

3. Die Beschwerdeführerin rügt eine Verletzung des Koordinations- bzw. 

Ganzheitlichkeitsprinzips.

3.1. Laut der Beschwerdeführerin habe die Beschwerdegegnerin den 

Innenlärm und den Aussenlärm isoliert betrachtet, was gegen die 

Koordinationspflicht gemäss Art. 25a des Bundesgesetzes über die 

Raumplanung (Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700) bzw. Art. 88 des 

Raumplanungsgesetzes für den Kanton Graubünden (KRG; BR 801.100) 

bzw. gegen das umweltrechtliche Ganzheitlichkeitsprinzip gemäss Art. 8 

des Bundesgesetzes über den Umweltschutz (Umweltschutzgesetz, USG; 

SR 814.01) verstosse. Die beabsichtigten Auflagen zur Vermeidung von 

Aussenlärm (Vormerk in Ziff. 3 des Dispositivs) entbehrten sodann 

lärmschutzrechtlichen Grundlagen, seien nicht erforderlich, 

unverhältnismässig und willkürlich, habe doch der Gemeindevorstand 

selbst in der Verfügung vom 14. Juli 2022 festgehalten, dass es nicht 

verhältnismässig wäre, alleine vom Betreiber der E._____ zu verlangen, 

das Gästeverhalten im Aussenbereich während der Nachtstunden zu 

beaufsichtigen. Keine einzige Bar oder kein Restaurant in der Gemeinde 

sei von einer solchen Auflage betroffen. Für die allgemeine Ruhe und 

Ordnung sei die Beschwerdegegnerin selbst verantwortlich.  

3.2. Dieser Argumentation ist entgegenzuhalten, dass gemäss Art. 8 USG 

Einwirkungen sowohl einzeln als auch gesamthaft und nach ihrem 

Zusammenwirken beurteilt werden. Der Beigeladenen und der 

Beschwerdegegnerin kann darin zugestimmt werden, dass hier der 

Innenlärm (Musik der Bar) und der Aussenlärm (Gäste der Bar) getrennt 

zu beurteilen sind, zumal auch die entsprechenden 

Einschränkungsmassnahmen unterschiedlich sind (Begrenzung des 

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Lärmpegels bzw. Einsatz von Aufsichtsdienst). Die Frage der 

Erforderlichkeit des Vormerks in Ziff. 3 des Dispositivs wird nachfolgend in 

E. 6.3 behandelt.   

4. Die Beschwerdeführerin macht sodann eine Verletzung der 

lärmschutzrechtlichen Bestimmungen geltend. 

4.1.1. Im Immissionsschutzrecht ist der Grundsatz der Bekämpfung an der 

Quelle von zentraler Bedeutung, was in Art. 11 Abs. 1 USG denn auch 

zum Ausdruck gebracht wird. Allerdings weicht das USG im 

Zusammenhang mit der Lärmbekämpfung erheblich davon ab, 

insbesondere mit Bezug auf Strassen, Flughäfen, Eisenbahnanlagen und 

andere öffentliche oder konzessionierte ortsfeste Anlagen (Art. 20 Abs. 1 

und Art. 25 Abs. 3) (GRIFFEL/RAUSCH, Kommentar zum 

Umweltschutzgesetz, 2011, Art. 11 N 4). Gemäss Art. 11 USG wird 

namentlich Lärm durch Massnahmen bei der Quelle begrenzt 

(Emissionsbegrenzungen) (Abs. 1). Unabhängig von der bestehenden 

Umweltbelastung sind Emissionen im Rahmen der Vorsorge so weit zu 

begrenzen, als dies technisch und betrieblich möglich und wirtschaftlich 

tragbar ist (Abs. 2). Die Emissionsbegrenzungen werden verschärft, wenn 

feststeht oder zu erwarten ist, dass die Einwirkungen unter 

Berücksichtigung der bestehenden Umweltbelastung schädlich oder lästig 

werden (Abs. 3). Emissionen werden laut Art. 12 Abs. 1 USG 

eingeschränkt durch den Erlass von: Emissionsgrenzwerten (lit. a); Bau- 

und Ausrüstungsvorschriften (lit. b); Verkehrs- oder Betriebsvorschriften 

(lit. c); Vorschriften über die Wärmeisolation von Gebäuden (lit. d); 

Vorschriften über Brenn- und Treibstoffe (lit. e). Begrenzungen werden 

durch Verordnungen oder, soweit diese nichts vorsehen, durch unmittelbar 

auf dieses Gesetz abgestützte Verfügungen vorgeschrieben (Abs. 2). 

Ortsfeste Anlagen dürfen nach Art. 25 USG nur errichtet werden, wenn die 

durch diese Anlagen allein erzeugten Lärmimmissionen die 

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Planungswerte in der Umgebung nicht überschreiten; die 

Bewilligungsbehörde kann eine Lärmprognose verlangen (Abs. 1). Besteht 

ein überwiegendes öffentliches, namentlich auch raumplanerisches 

Interesse an der Anlage und würde die Einhaltung der Planungswerte zu 

einer unverhältnismässigen Belastung für das Projekt führen, so können 

Erleichterungen gewährt werden. Dabei dürfen jedoch unter Vorbehalt von 

Abs. 3 die Immissionsgrenzwerte nicht überschritten werden (Abs. 2). 

Können bei der Errichtung von Strassen, Flughäfen, Eisenbahnanlagen 

oder anderen öffentlichen oder konzessionierten ortsfesten Anlagen durch 

Massnahmen bei der Quelle die Immissionsgrenzwerte nicht eingehalten 

werden, müssen auf Kosten des Eigentümers der Anlage die vom Lärm 

betroffenen Gebäude durch Schallschutzfenster oder ähnliche bauliche 

Massnahmen geschützt werden (Abs. 3). Weiter schreibt Art. 103 des 

kommunalen Baugesetzes (BG) vor, dass Bauten und Anlagen, von denen 

Einwirkungen wie Lärm, Luftverunreinigungen, Erschütterungen, Licht, 

Strahlen oder Verunreinigungen des Bodens ausgehen, den geltenden 

eidgenössischen und kantonalen Vorschriften zur Begrenzung der 

Umweltbelastung zu genügen haben. Die Einwirkungen sind 

gesamtheitlich und unter Einbezug der zu erwartenden Entwicklung zu 

beurteilen (Abs. 1). Bauten und Anlagen, von denen Lärmemissionen 

ausgehen, haben die Vorschriften über Emissionsbegrenzungen der LSV 

einzuhalten. Die Lärmimmissionen dürfen die in den betroffenen Gebieten 

geltenden Lärmbelastungsgrenzwerte nicht überschreiten. 

4.1.2. Das Bundesgericht hat in einem Fall betreffend Innenlärm offengelassen, 

ob die Emissionen von Innenlärm in jedem Fall durch direkte oder analoge 

Anwendung von Art. 11 ff. USG begrenzt werden können. Belegt jedoch 

eine öffentliche Einrichtung ein Stockwerk eines Gebäudes, das 

ansonsten Wohnzwecken dient, so können gemäss Bundesgericht zum 

Schutz der im Gebäude wohnenden Nachbarn grundsätzlich 

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Betriebsbeschränkungen – Beschränkung der Öffnungszeiten, 

Vorschriften über die Lautstärke der abgespielten Musik – angeordnet 

werden, wobei die gleichen Regeln wie bei Aussenlärmemissionen gelten, 

jedoch die Besonderheiten der Ausbreitungsart zu berücksichtigen sind. 

Um die Lärmemissionen von öffentlichen Einrichtungen gemäss Art. 11 ff. 

USG zu begrenzen, können die vorgeschriebenen Massnahmen die 

Öffnungszeiten betreffen (Betriebsvorschriften im Sinne von Art. 12 Abs. 

1 Bst. c USG). Strengere Öffnungszeiten als die, die sich aus der 

einfachen Anwendung der allgemeinen Regeln der Gewerbepolizei 

ergeben, können somit auf der Grundlage des Bundesrechts über den 

Umweltschutz festgelegt werden, wenn die konkrete Situation eine solche 

Einschränkung rechtfertigt. Auf dieser Grundlage können auch andere 

Betriebsmodalitäten vorgeschrieben werden, z. B. die Lautstärke oder die 

Zeiten für die Musikwiedergabe, das Schliessen von Fenstern usw. (vgl. 

Urteil des Bundesgerichts 1A.233/2002 & 1P.587/2002 vom 23. Januar 

2004 E. 2.2).

4.1.3. Unbestritten ist, dass in der vorliegenden "Hotelzone Dorfkern" die 

Empfindlichkeitsstufe (ES) III gilt, wonach mässig störende Betriebe 

lärmschutzrechtlich und zonenrechtlich zulässig sind (vgl. Art. 106 BG und 

Art. 43 Abs. 1 lit. c LSV). Unumstritten ist auch, dass die E._____ als neue 

Anlage im Sinne von Art. 7 LSV zu qualifizieren ist. Nach dessen Abs. 1 

müssen die Lärmemissionen einer neuen ortsfesten Anlage nach den 

Anordnungen der Vollzugsbehörde so weit begrenzt werden als dies 

technisch und betrieblich möglich sowie wirtschaftlich tragbar ist (lit. a) 

und, dass die von der Anlage allein erzeugten Lärmimmissionen die 

Planungswerte nicht überschreiten (lit. b). Die von der Anlage 

verursachten Lärmimmissionen müssen somit sowohl die Planungswerte 

der jeweils massgebenden Empfindlichkeitsstufen einhalten als auch der 

Vorsorge (Art. 11 Abs. 2 USG) genügen. Fehlen Belastungsgrenzwerte, 

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so beurteilt die Vollzugsbehörde die Lärmimmissionen nach Art. 15 USG, 

unter Berücksichtigung der Art. 19 und 23 USG (Art. 40 Abs. 3 LSV), wobei 

bei der vorliegenden Neuanlage die Planungswerte gemäss Art. 25 USG 

massgeblich sind (BGE 137 II 30 E. 3.3). 

4.1.4. In seiner Rechtsprechung zum Problem der schädlichen Einwirkungen, die 

von öffentlichen Einrichtungen ausgehen, hat das Bundesgericht unter 

dem Blickwinkel von Art. 25 Abs. 1 USG festgehalten, dass der durch die 

Kundschaft eines Betriebs verursachte Lärm während der Nacht 

grundsätzlich höchstens geringfügige Störung verursachen dürfe (BGE 

130 II 32 E. 2.2 m.H.). Im Rahmen dieser Einzelfallbeurteilung sind der 

Charakter des Lärms, Zeitpunkt und Häufigkeit seines Auftretens sowie 

die Lärmempfindlichkeit bzw. Lärmvorbelastung zu berücksichtigen. Unter 

Umständen können fachlich genügend abgestützte private Richtlinien wie 

namentlich die von der Vereinigung kantonaler Lärmschutzfachleute 

("Cercle Bruit") herausgegebene Vollzugshilfe zur Ermittlung und 

Beurteilung der Lärmbelastung im Zusammenhang mit dem Betrieb 

öffentlicher Lokale eine Entscheidungshilfe bieten (BGE 137 II 30 E. 3.4; 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden [VGU] U 14 70 

vom 6. November 2015 E. 5a).

4.2. Vorab wird auf die Rügen der Beschwerdeführerin eingegangen, wonach 

das Lärmgutachten vom 11. März 2022 gravierende formelle wie 

materielle Mängel enthalte. 

4.2.1. Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Gutachterin stehe in einer 

engen geschäftlichen und freundschaftlichen Beziehung zur Beigeladenen 

bzw. den wirtschaftlichen Eigentümern der Beigeladenen, so dass ein 

Gefälligkeitsgutachten nur schon vor diesem Hintergrund nicht 

ausgeschlossen werden könne. Ausserdem zeigten sich die Lärmexperten 

der Gutachterin aus nicht ersichtlichen Gründen anlässlich der 

- 17 -

Lärmmessungen ausserordentlich nervös. Die Unabhängigkeit des 

Experten sei aus diesen Gründen nicht gewährleistet.

Diese Einwände der Beschwerdeführerin gegen die Unabhängigkeit der 

Gutachter der J._____ AG sind nicht hinreichend substantiiert. Bereits mit 

Brief vom 23. Januar 2023 hatte der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin die Einsetzung eines neuen Gutachters beantragt, 

weil die Beschwerdeführerin inzwischen erfahren habe, dass der Direktor 

der Beigeladenen wirtschaftlich mit der J._____ AG verbunden und mit 

deren Direktion befreundet sei. Diese Einwendung der Befangenheit 

(Freundschaftsverhältnis) ist aber nicht belegt.

4.2.2. Die Beschwerdeführerin weist darauf hin, dass die CB-Vollzugshilfe keine 

rechtsverbindliche Planungs- und Immissionsgrenzwerte vorschreibe. Die 

CB-Vollzugshilfe unterscheide laut der Beschwerdeführerin zwischen 

abgestrahltem Körperschall und Luftschall und setze für den abgestrahlten 

Körperschall tiefere, also deutlich strengere, Richtwerte fest. Auffallend 

sei, dass auch diese Unterscheidung der Vollzugshilfe ein 

lärmschutzrechtliches Unikum sei; sie komme namentlich in den 

Anhängen der Lärmschutzverordnung, wo für gewisse Lärmarten 

Belastungsgrenzwerte definiert seien, nicht vor. So seien denn auch in 

physikalischer Hinsicht die unterschiedlichen Richtwerte schwer 

nachzuvollziehen. Klar sei aber – leider nicht für den Gutachter und die 

Vollzugsbehörde –, dass bei der Ausbreitung, also der Emission von 

Körperschall andere Massnahmen getroffen werden müssen als bei der 

Ausbreitung von Luftschall. Die LSV und folglich auch die Vollzugshilfe 

beurteilten aber den Schall am Immissionspunkt und legten entsprechend 

auch Immissionsgrenzwerte resp. -richtwerte fest. Schutzobjekt der 

Lärmschutzgesetzgebung sei der von Lärm gestörte Mensch (Art. 1 Abs. 

1 USG). Und dieser könne nun mal Schall hauptsächlich durch die Ohren 

wahrnehmen, somit sei der Schall, der beim Menschen ankomme, primär 

- 18 -

Luftschall (was wohl auch mit der Bezeichnung „abgestrahlter 

Körperschall" impliziert werden solle). Strengere Richtwerte für den 

abgestrahlten Körperschall liessen sich demnach lärmrechtlich gar nicht 

rechtfertigen und seien den Richtwerten für den Luftschall anzugleichen. 

Alleine mit einer Anwendung von angeglichenen Richtwerten verschwinde 

das lärmrechtliche Problem ganz plötzlich.

Gemäss der Beschwerdeführerin habe sich die Gutachterin – erst noch 

ohne Einbettung der Lärmmessungen und der Lärmbeurteilung in den 

rechtlichen Kontext – trotz fehlender Zuständigkeit wiederholt rechtliche 

Beurteilungen erlaubt. Sie sei bei der Lärmmessung vom 9. Dezember 

2019 (Ziff. 3.4) von deutlich und offensichtlich überschrittenen 

messgesetzlichen Grenzwerten ausgegangen. Bezugspunkte seien aber 

– wie erwähnt – ausschliesslich unverbindliche Richtwerte der Cercle Bruit 

gewesen. Anlässlich der ersten Lärmmessung hätten die 

Planungsrichtwerte für abgestrahlten Körperschall für eine Neuanlage bei 

maximaler Musiklautstärke – unter Laborbedingungen mit rechnerischen 

Korrekturfaktoren – am Tag eingehalten werden und am Abend praktisch 

eingehalten werden können. In der Nacht seien die Richtwerte – in einer 

maximal zugunsten der Beschwerdeführerin ausfallenden 

Lärmbeurteilung und bei Zugrundelegen der tiefstdenkbaren 

Planungswerte – um bloss 7 dB (A) überschritten worden. Zu 

berücksichtigen sei dabei, dass ein Pegelzuschlag für die 

Nebengeräusche, ein maximaler Hörbarkeitskorrekturfaktor von +6 dB(A) 

und ein maximaler Korrekturfaktor für tieffrequente Geräusche von +3 

dB(A) hinzugerechnet worden seien. Ein Abzug sei trotz zahlreicher 

Faktoren (z.B. besondere Verhältnisse, Geschichte, Tradition, Bedeutung 

für den Tourismus und die Belebung des Ortskerns, klare Einhaltung der 

Luftschallrichtwerte, blosse Richtwerte, etc.) demgegenüber nicht 

vorgenommen worden. Eine Messung des Grundgeräusches sei 

- 19 -

unterlassen worden. Eine Messung während eines durchschnittlichen 

Betriebsabends sei ebenfalls nicht vorgenommen worden. Auffallend sei 

auch, dass nur gerade das Zimmer 105 einen überschrittenen 

Körperschallrichtwert für Neuanlagen aufgewiesen habe. Man würde hier 

also nicht über gemessene, sondern über subjektiv in erheblichem 

Ausmass einseitig zulasten der Beschwerdeführerin korrigierte Messwerte 

reden. Das sei im vorliegenden Fall besonders stossend und 

bundesgerichtlich längst auch untersagt, wenn die Messungen nicht am 

Abend/Nacht während eines durchschnittlichen Betriebstages 

durchgeführt würden und sich die Vollzugsbehörde somit nicht einmal 

selber ein Bild (bzw. eine akustische Hörprobe) davon habe machen 

können, ob Musik, Ton, Rhythmus oder Stimmen deutlich hörbar seien 

und sich beispielsweise eine rechnerische Korrektur um 6 dB(A) nach 

oben wirklich rechtfertige. Der Lärm, welcher durch ein Musiklokal 

verursacht werde, lasse sich morgens, wenn die Gäste fehlten, 

offensichtlich nicht beurteilen, erst recht nicht ohne geeignete Messgeräte. 

Die neuen Messungen würden darum nachts bei durchschnittlichem 

Betrieb durchzuführen sein. 

Ausserdem beruft sich die Beschwerdeführerin auf die Ausnahme in Ziff. 4 

CB-Vollzugshilfe, die wie folgt lautet: 

"Bei besonderen Verhältnissen kann der Experte oder die Vollzugsbehörde von den 

Hörbarkeitswerten oder -kriterien abweichen oder sogar eine andere als die 

vorgeschlagene Beurteilungsmethode anwenden. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn 

das Quartier über eine besonders tiefe oder hohe Lärmvorbelastung verfügt, wenn das 

Quartier besondere Eigenschaften aufweist (Bsp. Wohnviertel, hohe Dichte von 

Gaststätten und Musiklokalen) oder wenn das Lokal von einer Sondersituation profitiert 

(Tradition, Geschichte, Tourismus, Erholungsgebiet usw.)." 

In diesem Fall seien diese besonderen Verhältnisse gemäss der 

Beschwerdeführerin gegeben und hätten in die Lärmbeurteilung 

einfliessen müssen. Die E._____ befinde sich in der Kernzone mit ES III 

- 20 -

an einer viel befahrenen Strasse und in einem belebten Quartier mit 

weiteren anderen Gastwirtschaftsstätten. Sie existiere bereits seit 

Jahrzenten ohne lärmrechtliche Beanstandungen und nehme eine hohe 

Bedeutung für das touristische Unterhaltsangebot der Gemeinde ein. 

Aufgrund der besonderen Verhältnisse und der touristischen und 

traditionellen Bedeutung der E._____ für ein Unterhaltungsangebot in der 

Gemeinde seien die Voraussetzungen gegeben, von den 

Hörbarkeitswerten abzuweichen. Folge davon sei bereits eine diametral 

andere Lärmbeurteilung.

Zu diesen Rügen ist festzustellen, dass obschon die Beschwerdeführerin 

betont, die CB-Vollzugshilfe stelle keine gesetzliche Grundlage dar, 

grundsätzlich nicht zu beanstanden ist, wenn die Gutachter gestützt auf 

die CB-Vollzugshilfe auf den in der Nacht (von 22:00 bis 07:00 Uhr) 

einzuhaltenden Planungsrichtwert von 30 dB(A) abgestellt haben. Die CB-

Vollzugshilfe kann nämlich gemäss Rechtsprechung zur 

Entscheidungshilfe herangezogen werden. Die Gutachter haben während 

der Messungen festgestellt, dass der abgestrahlte Körperschall im 

Hotelzimmer [Nr. 105] deutlich wahrnehmbarer als der Luftschall sei. Die 

Richtwerte für den Luftschall liegen jeweils 10 dB über den Richtwerten 

des abgestrahlten Körperschalls. Aufgrund der Technizität der Materie 

liegt es aber nicht am Gericht, die strengeren Richtwerte für den 

abgestrahlten Körperschall in Frage zu stellen und diese den Richtwerten 

für den Luftschall anzugleichen, wie die Beschwerdeführerin verlangt. Die 

Beschwerdeführerin vermag zudem nicht aufzuzeigen, inwiefern die von 

den Gutachtern angewandten Korrekturfaktoren unhaltbar oder 

unfachgemäss sein sollten. Auch kann der Beschwerdeführerin nicht 

gefolgt werden, insofern sie geltend macht, eine Messung hätte an einem 

"durchschnittlichen Betriebsabend" vorgenommen werden müssen. 

Haben doch die Messungen im Dezember 2021 und März 2022 verdeckt 

- 21 -

bzw. während des Betriebs stattgefunden, wobei in der Bar 10 bis 15 

Gäste zugegen waren (vgl. Lärmbeurteilung vom 11. März 2022, Ziff. 2.1). 

An der Glaubwürdigkeit des Gutachtens ist in dieser Hinsicht somit nicht 

zu zweifeln. Es liegt ausserdem im Ermessen der Gutachter bzw. der 

Beschwerdegegnerin, nicht von den Richtwerten gemäss CB-Vollzugshilfe 

abweichen zu wollen. Entgegen der Meinung der Beschwerdeführerin ist 

eher davon auszugehen, dass hier keine besonderen Verhältnisse 

vorliegen, aufgrund derer gemäss CB-Vollzugshilfe der Experte von den 

Hörbarkeitswerten oder -kriterien abweichen oder sogar eine andere als 

die vorgeschlagene Beurteilungsmethode anwenden kann. Es handelt 

sich nämlich nicht um ein Ausgangsquartier mit hoher Lärmvorbelastung. 

Und selbst wenn zu berücksichtigen ist, dass die E._____ seit mehr als 30 

Jahren existiert, rechtfertigt dies noch nicht, ihr eine hohe Bedeutung für 

das touristische Unterhaltungsangebot der Gemeinde zuzusprechen. 

Diese Frage muss aber aufgrund der anzuordnenden Rückweisung der 

Sache an die Beschwerdegegnerin (dazu s. nachfolgende Erwägungen) 

nicht abschliessend beantwortet werden. Es bleibt der 

Beschwerdegegnerin bei der neuen Beurteilung überlassen, zu 

entscheiden, ob hier von den Hörbarkeitswerten abgewichen werden soll. 

5. Die Beschwerdeführerin rügt sodann, es fehlten Abklärungen zur 

Lokalisierung der Geräuschübertragung und der Lärmausbreitung. Für die 

Beschwerdeführerin spielt vorliegend die Frage der Lärmausbreitung eine 

entscheidende Rolle. Diese sei zu Unrecht praktisch ignoriert worden, 

indem der Fokus einzig auf die Lärmerzeugung gelegt worden sei.

5.1.1. Die Beschwerdeführerin führt aus, dass keine relevanten 

Aussenlärmimmissionen (externe Schallquellen) und auch keine 

relevanten Luftschall-immissionen (interne Schallquellen) zu verzeichnen 

seien. Der abgestrahlte Körperschall sei bei einer solchen Ausgangslange 

völlig unproblematisch, werde doch die Bar im ersten UG in 

- 22 -

bunkerähnlichen Räumlichkeiten betrieben. Statt diesen deutlichen und 

hohen Unterschieden zwischen dem Luft- und abgestrahlten Körperschall 

auf den Grund zu gehen und die Geräuschübertragung und die 

Lärmausbreitung zu lokalisieren, habe der Lärmschutzexperte einfach 

Begrenzungen der Musik empfohlen.

Lärmschutzrechtliche Immissionsgrenzwerte dienten der Beurteilung von 

Aussenlärm. Innenlärm verursache keine Immissionen im Sinne von Art. 7 

Abs. 2 USG und werde nur beschränkt von der Lärmschutzverordnung 

überhaupt erfasst. Innenlärm sei nicht bei der Lärmerzeugung (d.h. bei der 

Musik), sondern in erster Linie bei der Lärmausbreitung anzugehen. Dies 

müsse im vorliegenden Fall umso mehr gelten, als die angeblichen 

Lärmprobleme ausgerechnet nach der umfassenden Sanierung der 

Hotelliegenschaft aufgetreten seien. Zu prüfen sei das Isolationsmaterial 

der Fassade, die nicht ausreichend schalldämmenden Betonböden der 

Hotelliegenschaft, der Blitzableiter unter der Fassade, hohle Löcher, der 

Kamin, die Leitungen, etc. Die Beschwerdeführerin vermute das Leck in 

einem nicht fachkundig erstellten Blitzableiter und in nicht fachkundig 

erstellten elektrischen Leitungen. Art. 21 Abs. 1 USG verlange sodann 

ausdrücklich einen angemessenen baulichen Schutz gegen Innenlärm. 

Als Massstab für einen angemessenen baulichen Schutz gelte in 

sinngemässer Anwendung von Art. 15 USG, dass die verbleibende 

Lärmbelastung die Bewohner bzw. Benützer des Gebäudes in ihrem 

Wohlbefinden nicht erheblich stören dürfe. Das Verfahren sei also nicht 

bloss gegen die Beschwerdeführerin zu führen, sondern vor allen Dingen 

auch gegen die Beigeladene auszuweiten.

Laut der Beschwerdeführerin habe sich die Gutachterin in beiden 

Lärmbeurteilungen vom Ergebnis leiten lassen. Sie habe eine 

Beschränkung der Musiklautstärke als Lärmschutzmassnahme 

vorweggenommen und von dort mit verschiedenen Annahmen rückwärts 

- 23 -

gerechnet. Es handle sich dabei um keine seriöse und 

unvoreingenommene Lärmbeurteilung. Die Lärmschutzmassnahme sei im 

vorliegenden Fall schlicht die falsche und darüber hinaus wirtschaftlich 

nicht tragbar. Entscheidend sei die offen gebliebene Frage der 

Lärmausbreitung. Der verfügte Innenraumpegel von 84 dB(A) führe nun 

sogar zum stossenden Ergebnis, dass die Planungsrichtwerte für 

abgestrahlten Körperschall für eine Neuanlage während des Barbetriebs 

am Abend sogar deutlich unterschritten werden müssten (der Abend 

dauere für den Durchschnittsschweizer nach aktuellsten Studien des 

Bundes inzwischen bis 23:00 Uhr). Die maximale Lautstärke der Anlage 

führe aufgrund des abgeschlossenen Steuerungskastens auch technisch 

dazu, dass die Beschwerdeführerin in den hinteren Räumlichkeiten sogar 

nurmehr einen Innenraumpegel von 77 dB(A) erzielen könne und auch in 

dieser Hinsicht die Planungsrichtwerte für abgestrahlten Körperschall für 

eine Neuanlage aus technischen Gründen unterschreiten müsse. Die 

einzelnen Räumlichkeiten seien sodann in Bezug auf die Musiklautstärke 

nicht manuell und unabhängig voneinander steuerbar – was betrieblich 

eine gewaltige Einschränkung bilde.

Die Beschwerdeführerin bestreitet die aus ihrer Sicht unzutreffenden 

Vermutungen in Ziff. 6.3.4 des Gutachtens vom 11. März 2022, wonach 

mit grosser Wahrscheinlichkeit schon vor der Sanierung der 

Hotelliegenschaft die Grenzwerte überschritten worden seien. Die 

Grenzwerte seien vor und nach dem Umbau der Hotelliegenschaft nicht 

überschritten worden und bei der Eigentümerin der E._____ seien nie 

Beschwerden über einen zu lauten oder störenden Betrieb eingegangen. 

Der Gutachter treffe unter Ziff. 6.3.5 des Gutachtens vom 11. März 2022 

weiter eine unzutreffende Annahme, indem er von einer flächigen 

Abstrahlung der Bauteile (Körperschall) und einer anteiligen 

Luftschallübertragung durch die Decken ausgehe. Eine genaue 

- 24 -

Lokalisierung der Geräuschübertragung sei gemäss den Gutachtern nur 

mit hohem technischem Aufwand und aufwendigen Messverfahren 

möglich. Die Beschwerdeführerin könne sich mit Blick auf den 

gravierenden Eingriff in ihre Wirtschaftsfreiheit nicht damit einverstanden 

erklären, dass der Gutachter einfach von Annahmen ausgehe. Es sei 

möglich und erforderlich, die Geräuschübertragung genau zu lokalisieren. 

Nachdem der Gutachter die möglichen Übertragungswege (Kamin, 

elektrische Leitungen, Blitzableiter in der Fassade, Decken, Wände, 

Öffnungen) nicht überprüft und somit als möglichen 

Schallübertragungsweg weder ausgeschlossen noch in Betracht gezogen 

habe, verlange die Beschwerdeführerin die entsprechende Ergänzung der 

Messungen und des Gutachtens. Die Kosten und der Aufwand für diese 

Messungen und Nachforschungen seien in Kauf zu nehmen. Die 

Beantwortung der Frage, ob lokalisiert werden könne, woher die 

Geräuschübertragung und insbesondere allfällige störende 

Musikgeräusche stammen, d.h. welchen Weg diese Geräusche nehmen, 

sei entscheidend für die Umsetzung von gezielten Massnahmen zur 

Reduktion der Lärmbelastung im betreffenden Hotelzimmer der 

Beigeladenen. Einen spezifischen Vorschlag für einen ausserkantonalen 

und unabhängigen Gutachter habe die Beschwerdeführerin gemacht (s. 

oben E. 2.6). Dieser wäre bereit und in der Lage, mit einem Fachwissen 

und seinen Ressourcen die Ursachen zu finden. Berührungspunkte zur 

Beschwerdeführerin und – so sei davon auszugehen – zu den 

Beschwerdegegnern bestünden keine.

Laut der Beschwerdeführerin sei zudem im Rahmen der 

Interessenabwägung völlig verpasst worden, einen angemessenen 

Kompromiss zwischen dem privaten Ruhebedürfnis der Hotelgäste und 

dem öffentlichen Interesse an einer belebten Kernzone sowie den 

wirtschaftlichen Interessen der Beschwerdeführerin an einer gut 

- 25 -

besuchten Bar herzustellen. Die von der Beschwerdeführerin abgespielte 

Musik gehöre zum Betrieb der E._____ dazu und sei über Jahre hinweg 

von den Gästen, den Nachbarn und selbst von der Beigeladenen 

unbeanstandet geblieben. Die Lautstärke der Musik lasse sich nicht 

plötzlich als übermässige Lärmbelastung qualifizieren. Dies gelte umso 

mehr, als es der Beschwerdeführerin gemäss den bestehenden 

gesetzlichen Grundlagen des kommunalen Gastwirtschaftsgesetzes (Art. 

8) und der Tatsache, dass in der Kernzone auch mässig störende Betriebe 

zulässig seien, grundsätzlich erlaubt wäre, nach eigenem Ermessen rund 

um die Uhr einen solchen mässig störenden Betrieb zu betreiben. Die 

E._____ sei infolge ihrer Öffnungszeit ab 21:00 Uhr darauf angewiesen, 

ihren Gästen auch nach 22:00 Uhr lautere Musik anbieten zu können.

Für eine Bar mit einer Tanzfläche sei ein Innenraumpegel von 84 dB(A) 

sehr leise und die lauteren und umsatzstarken Partys an einzelnen 

Spitzentagen (z.B. Silvester, Curlingturnier, etc.) könnten erst recht nicht 

mehr veranstaltet werden. Der Wert entspreche in etwa einem 

Streitgespräch zwischen zwei Personen. In Diskotheken werde 

üblicherweise Musik mit mehr als 95 dB(A) abgespielt, was der Lautstärke 

einer durchschnittlichen Bar mit Tanzbetrieb entspreche, ohne dass sich 

die Gäste oder die Beigeladene über Lärmimmissionen beschweren 

müssten. Solche geringfügigen Lärmstörungen seien hinzunehmen, 

rechtlich nicht verboten und tatsächlich in unserem Alltag nicht zu 

vermeiden. Eine stille Bar verliere laufend Gäste und damit zugleich auch 

Umsatz. Die wirtschaftliche Tragbarkeit der Lärmschutzmassnahme habe 

die Vollzugsbehörde gar nicht erst geprüft. Dass es sich dabei nicht bloss 

um Befürchtungen handle, zeige die Testphase. Die leise Musik werde von 

den Gästen nicht goutiert. Jede Einschränkung des Betriebs der 

Beschwerdeführerin stelle einen Eingriff in die Wirtschaftsfreiheit dar, 

führe zu einer Ungleichbehandlung der Gewerbegenossen und Verletzung 

- 26 -

der staatlichen Wettbewerbsneutralität (Art. 27 i.V.m. Art. 94 f. BV). Die 

Beschränkung des Musikpegels benachteilige die Beschwerdeführerin 

ungerechtfertigt gegenüber anderen Lokalen, verzerre den Wettbewerb 

und verstosse somit gegen den Grundsatz der Gleichbehandlung der 

Gewerbegenossen. Zudem stelle die Beschränkung auch nicht das 

mildeste mögliche Mittel zur Erreichung der gewünschten geringeren 

Lärmbelastung dar, und sei daher unverhältnismässig. Die 

Voraussetzungen für einen Eingriff in die Wirtschaftsfreiheit seien folglich 

nicht erfüllt. 

Die Beschwerdeführerin habe in den vergangenen Jahren zahlreiche und 

teure vorsorgliche Lärmreduktionsmassnahmen (z.B. 

körperschallentkoppelte Spezial-Aufhängungen mit schalldämmenden 

Matten, Entfernung von Boxen, Ausstopfen von Restholräumen im WC-

Bereich der Bar, Isolation der Decke mit Steinwolle, Termine mit Gipsern, 

etc.) vorgenommen. Weitergehende Einschränkungen betrieblicher Art – 

insbesondere die verfügte Musikpegelbegrenzung – seien ihr 

wirtschaftlich nicht zumutbar. In den Barräumlichkeiten seien weitere 

Massnahmen (z.B. eine Vorsatzschale in der Bar, wie von den Gutachtern 

als Massnahme zur Reduktion des Lärmeintrags zu den Zimmern 

vorgeschlagen, vgl. Lärmbeurteilung vom 11. März 2022, Ziff. 6.1) 

ausgeschlossen. Die Räume im UG seien laut der Beschwerdeführerin zu 

klein für eine Vorsatzschale und die abgehängte Decke habe wegen der 

baulichen Gegebenheiten nur im Anbau und im Korridor verbaut werden 

können.

Selbst wenn die Planungswerte überschritten wären - was mit aller 

Vehemenz bestritten werde - hätte die Vollzugsbehörde 

lärmschutzrechtlich nach Art. 7 Abs. 2 LSV Erleichterungen prüfen 

müssen, führe doch die verfügte Massnahme zu einer 

- 27 -

unverhältnismässigen Belastung für die E._____ und bestehe ein 

überwiegendes öffentliches Interesse an der Anlage. Auch das habe die 

Vollzugsbehörde unterlassen. Die Beschwerdeführerin betont, dass die 

strittige Bar in der Kernzone ein beliebtes Werbe- und Tourismussujet sei 

und verschiedene Betriebskonzepte anbiete. Die lärmschutzrechtliche 

Interessenabwägung werde zwingend zugunsten der Beschwerdeführerin 

ausfallen müssen.

5.1.2. Die Beigeladene ist dagegen im Wesentlichen der Ansicht, gemäss Art. 11 

Abs. 1 USG müsse Lärm durch Massnahmen bei der Quelle begrenzt 

werden (Emissionsbegrenzungen); nur in ganz bestimmten, eng gefassten 

Fällen, namentlich dort, wo eine Emissionsbegrenzung schlicht nicht 

möglich sei (z.B. bei viel befahrenen Hauptstrassen), habe dies bei den 

lärmbelasteten Räumen zu erfolgen. Die Beschwerdeführerin sei als 

Stockwerkeigentümerin der Bar nach dem von ihr zitierten Art. 21 Abs. 1 

USG für den Schutz gegen Innenlärm verantwortlich. Der bauliche Schutz 

reiche aber offensichtlich nicht aus oder sei aufgrund der Architektur nicht 

möglich, um bei der gewünschten Musiklautstärke die LSV einzuhalten. 

Daher müsse der Lautstärkenmaximalpegel notwendigerweise gedrosselt 

werden. 

Die Beigeladene bestreitet ausserdem, dass die Bar, wie von der 

Beschwerdeführerin behauptet, nur mit lauter Musik Ertrag abwerfen 

könne. Die Beigeladene weist unter Verweis auf eine Studie darauf hin, 

dass sich die Absenkung des Schallpegels auf gehörverträgliche Werte im 

Mittel nicht nachteilig auf die Akzeptanz einer Diskothek auswirke (vgl. 

Babisch/Bohn, Studie zur Akzeptanz von Schallpegelbegrenzungen in 

Diskotheken, S. 70 f., 76 f., in: Schallpegel in Diskotheken und bei 

Musikveranstaltungen, Deutsches Bundesumweltamt [Hrsg.], Berlin 

2000). Die Beigeladene verweist auch auf die Rechtsprechung des 

- 28 -

Verwaltungsgerichts, wonach 84 dB(A) eine erhebliche Lautstärke für 

Musik in einer Diskothek sei und deshalb davon auszugehen sei, dass das 

Publikum das Lokal auch bei dieser Lautstärke weiterhin besuchen werde 

(vgl. PVG 2000 Nr. 53 E. 2c). A minore maius gelte dies nach der 

Beschwerdeführerin umso mehr für 84 dB(A) in einem Barbetrieb. Die 

Beigeladene unterstreicht ausserdem, dass die Baubewilligungen für die 

E._____ eine Nutzung als Bar (und nicht als Disco/Disco-Bar/Tanzclub 

o.Ä.) vorsehen. Demnach sei das Bedürfnis der Musiklautstärke tiefer als 

bei einer Disco o.Ä. anzusiedeln.

Die Beigeladene weist schliesslich auf die Benutzungsordnung im 

Reglement der STWEG vom 28. Juli 1999 hin, das anlässlich der 

Begründung des Stockwerkeigentums erlassen wurde. Sie schreibe vor, 

dass der Stockwerkeigentümer beim Gebrauch der ihm ausschliesslich 

zustehenden Räume verpflichtet sei, sich so zu verhalten, dass die 

anderen Hausbewohner durch ihn in der Benutzung ihrer Stockwerkeinheit 

nicht gestört werden.

5.2.1. Wer ein Gebäude erstellen will, das dem längeren Aufenthalt von 

Personen dienen soll, muss gemäss Art. 21 Abs. 1 USG (Schallschutz bei 

neuen Gebäuden) einen angemessenen baulichen Schutz nicht nur gegen 

Aussen-, sondern auch gegen Innenlärm vorsehen. Art. 21 USG gilt auch 

für das vorliegende Hotelgebäude (als Gebäude, für das nach dem 

Inkrafttreten des Gesetzes am 1. Januar 1985 eine Baugenehmigung 

erteilt wurde; vgl. Urteil des Bundesgerichts 1A.233/2002 & 1P.587/2002 

vom 23. Januar 2004 E. 2.4.3). D.h. für den vorliegenden Fall, dass nicht 

nur die Eigentümerin der Bar, sondern auch die Eigentümer der weiteren 

Stockwerkeinheiten (und damit auch die STWEG) den Anforderungen von 

Art. 21 USG zu genügen haben.  

- 29 -

5.2.2. Laut Art. 32 Abs. 1 LSV sorgt der Bauherr eines neuen Gebäudes dafür, 

dass der Schallschutz bei Aussenbauteilen und Trennbauteilen 

lärmempfindlicher Räume sowie bei Treppen und haustechnischen 

Anlagen den anerkannten Regeln der Baukunde entspricht. Als solche 

gelten beim Lärm der zivilen Flugplätze mit Verkehr von Grossflugzeugen 

insbesondere die erhöhten Anforderungen und beim Lärm der übrigen 

ortsfesten Anlagen insbesondere die Mindestanforderungen nach der SIA-

Norm 181 des Schweizerischen Ingenieur- und Architekten-Vereins (Abs. 

1). Sind zwar die Immissionsgrenzwerte überschritten, jedoch die 

Voraussetzungen nach Art. 31 Abs. 2 LSV für die Erteilung der 

Baubewilligung erfüllt, so verschärft die Vollzugsbehörde die 

Anforderungen an die Schalldämmung der Aussenbauteile angemessen 

(Art. 32 Abs. 2 LSV). 

5.2.3. Im öffentlichen Recht verlangt das USG in bestimmten Fällen somit die 

Schalldämmung von Gebäuden, die dem Lärm von ortsfesten Anlagen 

ausgesetzt sind (vgl. Art. 20, 21, 25 Abs. 3 USG). Es handelt sich dann 

nicht mehr um Lärmschutzmassnahmen an der Quelle, beim Verlassen 

der Anlage (vgl. Art. 11 Abs. 1 USG), sondern um Massnahmen am Ort 

der Immissionen (passive Lärmschutzmassnahmen; vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 1A.233/2002 & 1P.587/2002 vom 23. Januar 2004 E. 

2.4.2). Als passive Schallschutzmassnahmen fallen auch – soweit sich 

dies im Lichte des Verhältnismässigkeitsprinzips rechtfertigen lässt – 

Schallisolierungen von Dächern und Mauern in Betracht (BGE 126 II 522 

E. 48c). 

5.2.4. Die Verbesserung von passiven Lärmschutzmassnahmen nach dem Bau 

wird nicht durch die Normen zur Begrenzung der Lärmemissionen an der 

Quelle geregelt. Das Bundesrecht hindert die zuständige Behörde jedoch 

nicht daran, nach der rechtskräftigen Baubewilligung Massnahmen zur 

Schalldämmung eines bestehenden Gebäudes zu ergreifen, damit die 

- 30 -

Anforderungen von Art. 21 USG und Art. 32 Abs. 1 LSV erfüllt werden; es 

können also Arbeiten zur Anpassung an die Vorschriften ("travaux de mise 

en conformité") angeordnet werden. Gegenstand eines solchen 

Verfahrens ist nicht ein teilweiser Widerruf der Baubewilligung, da die 

Anforderungen an die Isolation grundsätzlich bereits zum Zeitpunkt des 

Baus galten. Die Sicherheit der Rechtsbeziehungen steht daher nicht in 

Frage. Eine formell jederzeit zulässige Anordnung zur Herstellung der 

Konformität kann sich in der Praxis jedoch als kostspielig oder schwer 

durchführbar erweisen. Die Behörde hat daher den Grundsatz der 

Verhältnismässigkeit zu beachten; das Interesse des Grundeigentümers, 

der neue Arbeiten an seinem Gebäude vornehmen müsste, ist gegen das 

Interesse, die Bewohner des Gebäudes vor Lärm zu schützen, abzuwägen 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 1A.233/2002 & 1P.587/2002 vom 23. 

Januar 2004 E. 2.5.1). 

5.2.5. Betrifft die Anfechtung den Innenlärm, der von einer öffentlichen 

Einrichtung ausgeht, die in einem Wohngebäude betrieben wird, so 

rechtfertigen die Besonderheiten dieser Art von Belästigung – wegen der 

Ausbreitung oder Übertragung von Luft- und Körperschall in den Bauteilen 

–, dass von vornherein und koordiniert geprüft wird, ob die passiven 

Lärmschutzmassnahmen im Inneren des Gebäudes den Anforderungen 

von Art. 21 USG entsprechen, und ob gegebenenfalls eine 

Emissionsbegrenzung auf der Grundlage von Art. 11 USG angeordnet 

werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1A.233/2002 & 1P.587/2002 

vom 23. Januar 2004 E. 2.5.2).

5.3. Nach Auffassung des Gerichts ist diese Rechtsprechung auf den 

vorliegenden Fall anwendbar. Im obigen Bundesgerichtsurteil 

geschilderten Fall handelte es sich um eine öffentliche Einrichtung, und 

zwar um ein Hotel, das in einem Gebäude betrieben wurde, in dem sich 

ansonsten Wohnungen befanden, deren Eigentümer sich über den Lärm 

- 31 -

im Hotelsaal beschwerten. Die Ausgangslage ist somit mit dem 

vorliegenden Fall (Bar und Hotel im selben Gebäude) vergleichbar. 

Nachfolgend ist somit zu prüfen, ob das strittige Gutachten im Sinne der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung eine "detaillierte akustische 

Untersuchung" enthält bzw. ob die passiven Lärmschutzmassnahmen im 

Inneren des Gebäudes die Anforderungen von Art. 21 USG erfüllen, und 

ob gegebenenfalls eine Emissionsbegrenzung auf der Grundlage von Art. 

11 USG angeordnet werden durfte.

5.3.1. Unbestritten ist, dass die Lärmklagen von Hotelgästen nach der 

Renovation des Hotels 2017-2018 aufgetaucht sind. Berechtigt erscheint 

demnach prima vista der Einwand der Beschwerdeführerin, dass allenfalls 

nach der Renovierung die Schallisolation geringer bzw. die 

Lärmübertragung grösser geworden ist. Die Beschwerdeführerin trägt 

unter Beilegung verschiedener Bilder (Bf-act. 5-6) vor, dass im hinteren 

Bereich der Barräumlichkeiten am 28. Mai 2018 u.a. Wasser- und 

Heizungsleitungen umgehängt worden seien. Beim Herabnehmen der 

heruntergehängten Decke für die Isolation der Decke des Barlokals mit 

Steinwolle habe im gleichen Bereich am 9. April 2020 zudem festgestellt 

werden müssen, dass verschiedene Leitungen gekappt gewesen seien 

und ein Stück aus der Betonmauer zwecks Einzug neuer Rohre 

herausgeschnitten worden sei, ohne dass die neu eingezogenen 

Leitungen abgedichtet worden seien. Darüber hinaus seien neue 

Elektroleitungen eingezogen worden. Die Funktion und der Verlauf seien 

ungeklärt. Zudem fänden sich zahlreiche elektrische Leerrohre über der 

abgehängten Decke. Ein Leck in diesem hinteren Bereich der Bar würde 

zumindest erklären können, weshalb die Musik von den hinteren 

Barräumlichkeiten plötzlich einfach bis zur Fassade gelangen solle. Die 

Beschwerdeführerin hat zudem erklärt, dass bereits früher Schallpegel 

von 95 dB(A) abgespielt worden seien. 

- 32 -

5.3.2. Anlässlich der genannten, 2017-2018 erfolgten Totalsanierung des Hotels 

wurde das Haus nach den Angaben der Beigeladenen u.a. komplett neu 

isoliert und alle Decken wurden betoniert. Die Beigeladene ist der 

Meinung, eine genaue Lokalisierung der Geräuschübertragung sei hier 

nicht nötig. Sie stützt sich auf die Schlussfolgerungen der Gutachter und 

streitet, unter vorsorglicher Offerte der Befragung verschiedener 

Beteiligten als Gegenbeweis, ab, dass die baulichen 

Renovierungsmassnahmen zu einer besseren Lärmübertragung geführt 

hätten. Die betreffenden Beteiligten (Architekten, Generalunternehmer) 

könnten bestätigen, dass keine Lärmdämmungen entfernt worden seien, 

das Haus komplett neu isoliert worden sei, alle Decken betoniert worden 

seien, der Kamin nicht verändert worden sei und alle Leitungen der Bar zu 

den oberen Stockwerken entfernt worden seien. Auch könne nicht 

festgestellt werden, wie viele Prozente der Körperschallübertragung auf 

die Fassadenkonstruktion einerseits sowie auf andere, durch die 

Beigeladene abgeänderten Bauteile erfolge und wie der Körperschall ohne 

die genannten Abänderungen sich übertragen würde. Zudem habe die 

Beschwerdeführerin selbst bauliche Massnahmen vorgenommen, ebenso 

der neue Pächter im Sommer 2023. Vor diesem Hintergrund könne nicht 

mehr eruiert werden, wer genau welche baulichen 

Massnahmen wo habe verrichten lassen, so dass ein neues Gutachten 

keinen Erkenntnisgewinn bringen werde. Dass vor der Renovierung keine 

Rechtsstreitigkeiten entstanden seien, sei gemäss der Beigeladenen allein 

darauf zurückzuführen, dass die Zimmer im 1. OG bis zur Renovation 

zuerst durch die selige Mutter des Verwaltungsratspräsidenten der 

Beigeladenen bewohnt und nach ihrem Tod, ab 2006, vom Personal 

benutzt worden seien. Vor der Renovation hätten Hotelgäste das 2. OG 

bewohnt. Dies mit Ausnahme eines lärmempfindlichen Zimmers, das als 

Abstellkammer benutzt worden sei. Lärmbeschwerden habe es laut der 

Beigeladenen vor der Renovierung seitens des Personals im 2. OG zwar 

- 33 -

gegeben, doch habe eine Verständigungslösung mit dem früheren 

Barbetreiber (F._____) immer wieder getroffen werden können.

5.3.3. Auf die Frage, ob die Schallschutznormen gemäss SIA nach dem 

Hotelumbau eingehalten seien, haben die Gutachter geantwortet, dass die 

Anforderungen gemäss SIA 181:2006 sowie Cercle Bruit sich jeweils in 

Abhängigkeit von der Höhe des abgespielten Innenraumpegels ergäben 

(d.h. geringer Musikpegel = geringere Anforderungen). Daher könne diese 

Frage nicht eindeutig beantwortet werden, da man in der Vergangenheit 

keinen definierten Innenraumpegel betrieblich vorgeschrieben gehabt 

habe. Gemäss Aussage der Eigentümerin der Bar seien früher 

Schallpegel von über 95 dB abgespielt worden. Damit seien mit grosser 

Wahrscheinlichkeit schon vor der Sanierung die Grenzwerte überschritten 

worden, da an der Grundstruktur (durchlaufende Aussenwände) nichts 

verändert worden sei (Lärmbeurteilung vom 11. März 2022, Ziff. 3.4). 

Zudem hätten gemäss den Gutachtern die Musikimmissionen in den 

Zimmern nicht eindeutig einer lokalen Stelle zugeordnet werden können. 

Aus diesem Grund sei von einer flächigen Abstrahlung der Bauteile 

(Körperschall) und einer anteiligen Luftschallübertragung durch die 

Decken auszugehen. Eine genaue Lokalisierung der 

Geräuschübertragung sei nur mit hohem technischem Aufwand und 

aufwendigem Messverfahren möglich. Bei einfacheren Methoden und aus 

Erfahrung könne davon ausgegangen werden, dass die Hauptübertragung 

über die Fassadenkonstruktion geschehe und an dieser Grundstruktur 

(durchlaufende Aussenwände) nichts verändert worden sei. Die Wände 

liefen von der Bar bis ins Dachgeschoss durch und hätten keine Trennung. 

Der Schall könne sich dadurch in dem gesamten Gebäude ausbreiten (vgl. 

Lärmbeurteilung vom 11. März 2022, Ziff. 3.5 [Bg-act. D2]). 

5.3.4. Nach Auffassung des Gerichts hat die Beschwerdeführerin in diesem 

Einzelfall glaubhaft gemacht, dass womöglich die baulichen 

- 34 -

Renovationsmassnahmen bzw. ein Leck zu einer besseren 

Lärmübertragung nach oben geführt haben könnten. Die vorliegende 

Lärmuntersuchung beschränkt sich auf die Vornahme von 

Lärmmessungen. Vor dem Hintergrund, dass die Gutachter lediglich 

gestützt auf einfache Methoden und Erfahrung sowie auf Annahmen zum 

Schluss gekommen sind, dass die Hauptübertragung des Musiklärms der 

Bar über die Fassadenkonstruktion/Grundstruktur geschieht, stellt sich 

das Gutachten namentlich im Hinblick auf eine Überprüfung der 

Gebäudeisolation (samt der Isolation von Rohren und Leitungen) als 

unvollständig heraus. Es fehlt eine detaillierte akustische Untersuchung im 

Sinne der Rechtsprechung. Die Anordnung einer bauphysikalischen 

Expertise erscheint demnach angezeigt. Damit steht zu diesem Zeitpunkt 

noch nicht fest, ob die von der Beschwerdegegnerin angeordnete 

Massnahme (Einhaltung eines maximalen Lärmpegels von 84 dB(A) in der 

Bar) das geeignetste, mildeste und verhältnismässigste Mittel ist.  

6.1. Nach dem Gesagten ist die Angelegenheit in Gutheissung der 

Beschwerde an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie eine 

vollständige bauphysikalische Untersuchung veranlasst. Diese hat im 

Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung darüber Aufschluss zu 

geben, ob die passiven Lärmschutzmassnahmen im Inneren des 

Gebäudes die Anforderungen von Art. 21 USG und Art. 32 LSV einhalten, 

und aufzuzeigen, welche konkreten Möglichkeiten eventuell bestehen, die 

Bauelemente des Gebäudes diesbezüglich zu verbessern. Sind die 

Anforderungen von Art. 21 USG und Art. 32 LSV nicht eingehalten, hat die 

Beschwerdegegnerin unter Beachtung des Grundsatzes der 

Verhältnismässigkeit das Interesse des Grundeigentümers, der neue 

Arbeiten an seinem Gebäude vornehmen müsste, gegen das Interesse, 

die Bewohner des Gebäudes vor Lärm zu schützen, abzuwägen und 

entsprechend zu entscheiden, ob Massnahmen am Gebäude zu treffen 

- 35 -

sind oder nicht. Sind hingegen die Anforderungen von Art. 21 USG und 

Art. 32 LSV eingehalten oder sind diese nicht eingehalten, aber die 

Interessenabwägung fällt zu Ungunsten der Vornahme weiterer Arbeiten 

am Gebäude aus, so ist zu prüfen, ob eine Emissionsbegrenzung auf der 

Grundlage von Art. 11 USG angeordnet werden kann. 

6.2. Bei diesem Ergebnis erübrigt es sich, auf die weiteren Rügen in der 

Beschwerde einzugehen, zumal die Beschwerdegegnerin nach Vornahme 

der weiteren Abklärungen in dieser Angelegenheit neu zu verfügen hat. 

Insbesondere sind die Vorwürfe der Beschwerdeführerin nicht mehr zu 

behandeln, wonach die Beschwerdegegnerin eine 

Ermessensunterschreitung begangen habe, weil sie sich für ihre 

Begründung einfach auf die Beurteilung der Lärmgutachter gestützt habe, 

ohne sich selber mit den Lärmmessungen und -beurteilungen sowie den 

rechtlichen Grundlagen und den Vorbringen der Beschwerdeführerin 

auseinandergesetzt zu haben, und ohne eine Interessenabwägung 

vorgenommen zu haben. An dieser Stelle erübrigt sich damit auch die 

Klärung der Frage, ob eine unverhältnismässige Belastung für die Anlage 

vorliegt, die zu einer Gewährung von Erleichterungen führen soll.

6.3. Vor dem Hintergrund, dass Aussenlärm und Innenlärm getrennt beurteilt 

werden, besteht kein schutzwürdiges Interesse an der Aufrechthaltung 

des (blossen) Vormerks in Ziff. 3 des Dispositivs der angefochtenen 

Verfügung. Auch die Frage der Kostenverteilung (Ziff. 5 des Dispositivs 

der angefochtenen Verfügung) kann bis zu neuem Entscheid bei der 

fortzuführenden, vorinstanzlichen Prozedur verbleiben. Hingegen wurde 

Ziff. 1 des Dispositivs nicht mitangefochten, weshalb diese nach der 

vorzunehmenden Berichtigung, dass es sich um die Liegenschaft Nr. 

D._____ (und nicht wie verfügt Nr. K._____) handelt, bestehen bleibt. Im 

Übrigen wird die beantragte Berichtigung von Ziff. 4 des Dispositivs der 

- 36 -

angefochtenen Verfügung hinfällig. Die angefochtene Verfügung ist 

demnach hinsichtlich Ziff. 2 bis 5 aufzuheben. 

7. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens gehen die Gerichtskosten, 

bestehend aus einer auf CHF 3'000.00 festgelegten Staatsgebühr und den 

Kanzleiauslagen, je zur Hälfte zulasten der unterliegenden 

Beschwerdegegnerin und Beigeladenen (vgl. Art. 73 Abs. 1 und 2 VRG). 

Die Beschwerdegegnerin und die Beigeladene haben die 

Beschwerdeführerin zudem aussergerichtlich zu entschädigen (Art. 78 

Abs. 1 VRG). Der vom Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin geltend 

gemachte Aufwand beträgt CHF 11'492.02 (38 h x CHF 270/h = CHF 

10'260.00 zzgl. 4 % Spesen = CHF 410.40; zzgl. MWSt von 7.7 % = CHF 

821.62). Eine Honorarvereinbarung liegt vor. Der pauschale 

Spesenansatz von 4 % wird praxisgemäss auf 3 % gekürzt, was eine 

Parteientschädigung von total CHF 11'381.50 ergibt.

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Ziff. 2 bis 5 des Dispositivs der 

angefochtenen Verfügung der Gemeinde B._____ vom 13. April 2023 

werden aufgehoben. 

2. Die Sache wird an die Gemeinde B._____ zu weiteren Abklärungen und 

anschliessend neuem Entscheid im Sinne der Erwägungen 

zurückgewiesen.

3. Ziff. 1 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung der Gemeinde 

B._____ vom 13. April 2023 lautet nach Berichtigung neu wie folgt: 

Der Betrieb einer Bar in der Liegenschaft Nr. D._____ ist unter dem 

Gesichtspunkt der Umweltschutzgesetzgebung (Lärmschutz) zulässig.

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4. Die Gerichtskosten, bestehend aus

- einer Staatsgebühr von CHF 3'000.00

- und den Kanzleiauslagen von CHF 732.00

zusammen CHF 3'732.00

gehen je zur Hälfte zulasten der Gemeinde B._____ und der C._____ AG. 

5. Die Gemeinde B._____ und die C._____ AG haben A._____ 

aussergerichtlich mit insgesamt CHF 11'381.50 (inkl. MWST) zu 

entschädigen. 

6. [Rechtsmittelbelehrung]

7. [Mitteilungen]