# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 857bad59-c7c5-500b-8b85-32d1f9719561
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-08-17
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 17.08.2021 SK 2020 450
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2020-450_2021-08-17.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 20 450

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 17. August 2021 

Besetzung Oberrichter Zuber (Präsident i.V.), Obergerichtsuppleantin Salz-
mann, Oberrichterin Grütter
Gerichtsschreiber Ruch

Verfahrensbeteiligte B.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt A.________

Beschuldigter/Berufungsführer 1

und  

C.________
amtlich verteidigt durch Fürsprecherin D.________
privat verteidigt durch Rechtsanwalt E.________

Beschuldigte/Berufungsführerin 2

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Berufungsführerin

und

F.________
vertreten durch Fürsprecher G.________

Straf- und Zivilkläger

Gegenstand versuchte schwere Körperverletzung, einfache Körperverletzung, 
einfache Körperverletzung mit gefährlichem Gegenstand etc. so-
wie Widerrufsverfahren (Beschuldigter 1)

2

versuchte schwere Körperverletzung, evtl. Gehilfenschaft dazu, 
einfache Körperverletzung mit gefährlichem Gegenstand, evtl. 
Gehilfenschaft dazu, Freiheitsberaubung, evtl. Gehilfenschaft da-
zu etc. (Beschuldigte 2) 

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-
Seeland (Kollegialgericht) vom 18. November 2019 (PEN 18 
246/247/248)

3

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Berner Jura-Seeland, Kollegialgericht in Dreierbesetzung 
(nachfolgend: Vorinstanz), fällte am 18. November 2019 folgendes Urteil (pag. 
512 ff.; Hervorhebungen im Original): 

A.

I.

Das Strafverfahren gegen B.________

wegen Sachentziehung und Sachbeschädigung, angeblich begangen am 13./14.05.2015 in 
X.________ z.N. F.________

wird mangels Strafantrag eingestellt, 

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausrichtung von Verfahrenskosten. 

II. 

B.________ wird freigesprochen: 

von der Anschuldigung der versuchten schweren Körperverletzung angeblich gemeinsam began-
gen mit C.________ am 13./14.05.2015 in X.________ z.N. F.________

unter Auferlegung der anteilsmässigen Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren 
von CHF 2‘862.50 und Auslagen (inkl. Kosten für die amtliche Verteidigung) von CHF 8‘371.65 insge-
samt bestimmt auf CHF 11‘234.15, an den Kanton Bern.

[Zusammensetzung der Gebühren und Auslagen]

Von der Rechtsanwalt A.________ für die amtliche Verteidigung von B.________ auszurichtenden 
Entschädigung von CHF 4'125.50 ist 1/4 des gemäss Verfügung der Staatsanwaltschaft Berner Jura-
Seeland vom 14.11.2017 bereits geleisteten Vorschusses, ausmachend CHF 1'500.00, in Abzug zu 
bringen. Rechtsanwalt A.________ wird somit eine Entschädigung von CHF 2'625.50 ausgerichtet.  

Für die unentgeltliche Rechtsvertretung von F.________ wird Fürsprecher G.________ eine an-
teilmässige Entschädigung von CHF 2'451.15 (inkl. Auslagen und Mwst.) ausgerichtet. 

III. 

B.________ wird schuldig erklärt:

1. der einfachen Körperverletzung, gemeinsam begangen mit C.________ am 13./14.05.2015 in 
X.________ z.N. F.________,

2. der einfachen Körperverletzung mit gefährlichem Gegenstand, begangen am 13./14.05.2015 
in X.________ z.N. F.________,

3. der Nötigung, mehrfach begangen am 13./14.05.2015 in X.________ z.N. F.________

4

4. der Freiheitsberaubung, begangen am 13./14.05.2015 in X.________ z.N. F.________

5. der versuchten Entführung, gemeinsam begangen mit C.________ am 13./14.05.2015 in 
X.________ z.N. F.________,

und in Anwendung der 
Art. 22 Abs. 1, 40, 47, 49 Abs. 1, 51, 123 Ziff. 1 und 2 Abs. 2, 181, 183 Ziff. 1 StGB
Art. 426 StPO 

verurteilt: 

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 42 Monaten. 

Die Polizeihaft von 1 Tag wird im Umfang von 1 Tag auf die Freiheitsstrafe angerechnet. 

2. Zu den auf den Schuldspruch entfallenden Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Ge-
bühren von CHF 8'587.50 und Auslagen (Kosten für die amtliche Verteidigung sowie Kosten uR 
der Privatklägerschaft) von CHF 25‘117.00, insgesamt bestimmt auf CHF 33‘704.50 (ohne Kosten 
für die amtliche Verteidigung und ohne uR der Privatklägerschaft auf CHF 13'972.85).

[Zusammensetzung der Gebühren und Auslagen] 

IV.

1. Der B.________ mit Urteil der Regionalen Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau vom 
16.06.2015 für eine Geldstrafe von 50 Tagessätzen à CHF 50.00 gewährte bedingte Vollzug wird 
nicht widerrufen.

2. Die Verfahrenskosten für das Widerrufsverfahren von CHF 300.00 werden B.________ aufer-
legt.

3. Auf die Ausrichtung einer Entschädigung wird verzichtet. 

V.

[amtliche Entschädigung]

VI.

B.________ wird in Anwendung von 47 und 49 OR sowie Art. 126 und 432 ff. StPO verurteilt:

1. Zur Bezahlung von CHF 5‘000.00 Genugtuung zuzüglich 5 % Zins seit dem 14.05.2015 an den 
Straf- und Zivilkläger F.________. Soweit weitergehend wird die Genugtuungsforderung abgewie-
sen.

2. Für die Beurteilung der Zivilklage werden keine Kosten ausgeschieden. 

B.

VII. 

C.________ wird freigesprochen:

1. von der Anschuldigung der versuchten schweren Körperverletzung/evtl. Gehilfenschaft dazu, 
angeblich gemeinsam begangen mit B.________ am 13./14.05.2015 in X.________ z.N. 
F.________

5

2. von der Anschuldigung der einfachen Körperverletzung mit gefährlichem Gegenstand/evtl. 
Gehilfenschaft dazu, angeblich gemeinsam begangen mit B.________, am 13./14.05.2015 in 
X.________ z.N. F.________

3. von der Anschuldigung der Freiheitsberaubung/evtl. Gehilfenschaft dazu, angeblich gemein-
sam begangen mit B.________ am 13./14.05.2015 ca. ab 23.00 Uhr bis ca. 03.30 Uhr, in 
X.________ z.N. F.________

unter Auferlegung der anteilsmässigen Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren 
von CHF 5'725.00 und Auslagen (inkl. Kosten für die amtliche Verteidigung) von CHF 9'072.40, ins-
gesamt bestimmt auf CHF 14'797.40, an den Kanton Bern.

[Zusammensetzung der Gebühren und Auslagen] 

Für die amtliche Verteidigung von C.________ wird Fürsprecherin D.________ eine anteilsmässige 
Entschädigung von CHF 8'487.55 (inkl. Auslagen und MwSt.) ausgerichtet.

VIII. 

C.________ wird schuldig erklärt:

1. der einfachen Körperverletzung, gemeinsam begangen mit B.________ am 13./14.05.2015 in 
X.________ z.N. F.________

2. der Gehilfenschaft zur Nötigung, begangen am 13./14.05.2015 in X.________ z.N. F.________

3. der versuchten Entführung, gemeinsam begangen mit B.________ am 13./14.05.2015 in 
X.________ z.N. F.________

und in Anwendung der 
Art. 22 Abs. 1, 25, 40, 43, 44, 47, 49 Abs. 1, 123 Ziff. 1, 181, 183 Ziff. 1 StGB
Art. 426 StPO 

verurteilt: 

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 32 Monaten. 

Davon sind 9 Monate zu vollziehen. Für eine Teilstrafe von 23 Monaten wird der Vollzug aufge-
schoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.

2. Zu den auf den Schuldspruch entfallenden Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Ge-
bühren von CHF 5'725.00 und Auslagen (inkl. Kosten für die amtliche Verteidigung) von 
CHF 9'072.45, insgesamt bestimmt auf CHF 14'797.45 (ohne Kosten für die amtliche Verteidigung 
auf CHF 6‘309.85).

[Zusammensetzung der Gebühren und Auslagen]

IX.

[amtliche Entschädigung] 

C.

Weiter wird verfügt: 

1. Die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils von B.________ (PCN-Nr. ________) 
durch das zuständige Bundesamt wird nach Ablauf der Frist erteilt (Art. 16 Abs. 4 DNA-ProfilG).

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2. Die Zustimmung zur Löschung der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten von 
B.________ (PCN-Nr. ________) durch die auftraggebende Behörde wird nach Ablauf der Frist 
erteilt (Art. 17 Abs. 4 i.V.m. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erken-
nungsdienstlicher Daten).

3. Von C.________ ist ein DNA-Profil zu erstellen (Art. 257 und 260 Abs. 2 StPO).

4. Das vorliegende Dispositiv ist im Amtsblatt des Kantons Bern zu veröffentlichen. 

[Eröffnungsformel] 

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldeten B.________ (nachfolgend: Beschuldiger 1), amtlich 
verteidigt durch Rechtsanwalt A.________, am 19. November 2019 (pag. 561), 
C.________ (nachfolgend: Beschuldigte 2), amtlich verteidigt durch Fürsprecherin 
D.________, am 20. November 2019 (pag. 564) sowie die Staatsanwaltschaft Ber-
ner Jura-Seeland am 22. November 2019 (pag. 567) fristgerecht die Berufung an. 
Mit Verfügung der Vorinstanz vom 25. November 2019 wurde festgestellt, dass 
Rechtsanwalt E.________ als privater Verteidiger der Beschuldigten 2 mandatiert 
wurde. Gleichzeitig wurde das amtliche Mandat von Fürsprecherin D.________ zur 
Verteidigung der Beschuldigten 2 per sofort sistiert. Die schriftliche Urteilsbegrün-
dung vom 14. Oktober 2020 (pag. 585 ff.) wurde den Parteien mit Verfügung vom 
gleichen Tag zugestellt (pag. 671). Am 3. November 2020 reichten der Beschuldig-
te 1 (pag. 694) und am 4. November 2020 sowohl die Generalstaatsanwaltschaft 
(pag. 699 ff.) als auch die Beschuldigte 2 (pag. 702 ff.) form- und fristgerecht die 
Berufungserklärung ein. 

Der Beschuldigte 1 beschränkte die Berufung auf die Schuldsprüche gemäss Ziff. 
III.2 (einfache Körperverletzung mit gefährlichem Gegenstand), III.4. (Freiheitsbe-
raubung) und III.5 (versuchte Entführung) des erstinstanzlichen Urteils, die Bemes-
sung der Strafe sowie den Kosten- und Entschädigungspunkt (pag. 694). Die Ge-
neralstaatsanwaltschaft ihrerseits beschränkte die Berufung betreffend den Be-
schuldigten 1 auf den Freispruch von der Anschuldigung der versuchten schweren 
Körperverletzung und damit verbunden den Schuldspruch wegen einfacher Körper-
verletzung, die Schuldsprüche wegen mehrfacher Nötigung (sowie die Mittäter-
schaft betreffend) und Freiheitsberaubung (sowie die Mittäterschaft betreffend) so-
wie das Strafmass; betreffend die Beschuldigte 2 beschränkte sie die Berufung auf 
die Freisprüche von der Anschuldigung der versuchten schweren Körperverletzung 
(und damit verbunden den Schuldspruch wegen einfacher Körperverletzung) sowie 
der Freiheitsberaubung, den Schuldspruch wegen Gehilfenschaft zur Nötigung so-
wie das Strafmass (pag. 700). Schliesslich beschränkte die Beschuldigte 2 die Be-
rufung auf Bst. B, Ziff. VIII., IX. und Bst. C des vorinstanzlichen Urteils. 

Sowohl die Generalstaatsanwaltschaft (Schreiben vom 13. November 2020, pag. 
738 f.) als auch der Beschuldigte 1 (Schreiben vom 30. November 2020, pag. 745) 
und die Beschuldigte 2 (Schreiben vom 27. November 2020, pag. 742) teilten auf 
entsprechende Verfügung hin mit, dass keine Gründe für ein Nichteintreten auf die 
Berufungen der anderen berufungsführenden Parteien erblickt werde. Der Straf- 
und Zivilkläger erklärte weder Anschlussberufung noch machte er Gründe für ein 

7

Nichteintreten auf die Berufungen der anderen Parteien geltend (Schreiben vom 
27. November 2020, pag. 740). 

Mit Beschluss vom 2. Dezember 2020 wurde der Antrag der Generalstaatsanwalt-
schaft, das in der Anklageschrift vom 22. März 2018 Ziff. B.1. und B.3. aufgeführte, 
in Absprache mit dem Beschuldigten 1 erfolgte Verbringen des Privatklägers nach 
X.________ sei auch unter dem Tatbestand der Freiheitsberaubung zu würdigen, 
gutgeheissen (pag. 747 ff.). 

Mit Verfügung vom 21. Juni 2021 wurde die dem Straf- und Zivilkläger gewährte 
unentgeltliche Rechtspflege widerrufen und Fürsprecher G.________ aus dem 
amtlichen Mandat entlassen (pag. 818 ff.). In der Folge stellte Fürsprecher 
G.________ für den Straf- und Zivilkläger – unter Mitteilung, dass auf eine Teil-
nahme an der Berufungsverhandlung verzichtet werde – mit Eingabe vom 1. Juli 
2021 schriftliche Anträge (pag. 823 f.). 

Die Berufungsverhandlung vor der 1. Strafkammer fand am 16./17. August 2021 
statt (pag. 853 ff.). 

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen 

Mit Beschluss vom 2. Dezember 2020 (pag. 747 ff.) wurden die Beweisanträge der 
Beschuldigten 2 gutgeheissen und der Entscheid der Kantonspolizei Bern vom 
24. Dezember 2019 (pag. 705 ff.) samt den entsprechenden ungeschwärzten Jour-
naleinträgen (pag. 768 ff.) sowie die Strafakten BM 12 18321 der Staatsanwalt-
schaft Bern-Mittelland zu den Akten erkannt. 

Von Amtes wegen wurden sodann aktualisierte Strafregisterauszüge (pag. 848 f. 
und 850) sowie aktualisierte Leumundsberichte (pag. 831 ff. und 838 ff.) über den 
Beschuldigen 1 und die Beschuldigte 2 eingeholt. Weiter wurden in der oberin-
stanzlichen Verhandlung der Beschuldigte 1 (pag. 863 ff.), die Beschuldigte 2 (pag. 
869 ff.) sowie – auf Antrag der Beschuldigten 2 – die Zeugin H.________ (pag. 860 
ff.) einvernommen. 

Schliesslich wurden in der oberinstanzlichen Hauptverhandlung die Beweisanträge 
des Beschuldigten 1 und der Beschuldigten 2 gutgeheissen und die von ihnen ein-
gereichten Unterlagen (Beschuldiger 1: Zwischenzeugnis der I.________ vom 30. 
Juni 2021 [pag. 931] sowie drei Lohnabrechnungen der I.________ für die Monate 
April bis Juni 2021 [pag. 932 ff.]; Beschuldigte 2: Eheschutzentscheid des Regio-
nalgerichts Berner Jura-Seeland vom 8. April 2015 [pag. 902 ff.], Vollstreckungsge-
such der Beschuldigten 2 vom 26. November 2015 [pag. 905 ff.], Entscheid betref-
fend das Vollstreckungsgesuch des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland vom 5. 
Januar 2016 [pag. 915 ff.] und Schlichtungsgesuch der Beschuldigten 2 vom 19. 
Juni 2020 [pag. 924 ff.]) zu den Akten erkannt (pag. 859). 

4. Anträge der Parteien

Rechtsanwalt A.________ stellte namens des Beschuldigten 1 anlässlich der obe-
rinstanzlichen Hauptverhandlung vom 16. August 2021 folgende Anträge (pag. 
935 f.):

8

I. 

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil in Rechtskraft erwachsen sei bezüglich des Vor-
wurfs der einfachen Körperverletzung gemäss Ziffer A.III.1. und der mehrfachen Nötigung gemäss      
Ziffer A.III.3 sowie bezüglich Zivilklage und Widerrufsverfahren. 

II. 

B.________ sei freizusprechen von den Anschuldigungen der 

- versuchten schweren Körperverletzung 
- der einfachen Körperverletzung mit gefährlichem Gegenstand 
- der Freiheitsberaubung
- der versuchten Entführung 

unter Ausscheidung des hälftigen auf ihn entfallenden Anteils der erstinstanzlichen Verfahrenskosten 
sowie Ausrichtung der angemessenen anteilsmässigen Entschädigung gemäss vor erster Instanz 
eingereichten Honorarnote. 

III. 

B.________ sei gestützt auf die rechtskräftigen Schuldsprüche zu verurteilen 

1. zu einer Freiheitsstrafe von maximal 18 Monaten, abzüglich 1 Tag Polizeihaft, bedingt erlassen 
bei einer Probezeit von 3 Jahren. 

2. zum hälftigen des auf den ihn entfallenden Anteils der erstinstanzlichen Verfahrenskosten. 

IV.

Die oberinstanzlichen Verfahrenskosten seien dem Kanton aufzuerlegen. 

V. 

B.________ sei für das oberinstanzliche Verfahren eine Entschädigung für die Verteidigungskosten 
auszurichten gemäss eingereichter Honorarnote. 

Rechtsanwalt E.________ stellte namens der Beschuldigten 2 anlässlich der obe-
rinstanzlichen Hauptverhandlung vom 16. August 2021 folgende Anträge (pag. 
944):

I.

Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland vom 18. November 
2019 hinsichtlich Lit. B., Ziff. VII.2 (Freispruch von der Anschuldigung der einfachen Körperverletzung 
mit gefährlichem Gegenstand) in Rechtskraft erwachsen ist. 

II. 

C.________ sei freizusprechen: 

1. vom Vorwurf der versuchten schweren Körperverletzung und einfachen Körperverletzung sowie 
Freiheitsberaubung, angeblich gemeinsam begangen mit B.________ am 13./14.05.2015 in 
X.________ z.N. F.________ (AKS Lit. B. Ziff. 1); 

2. vom Vorwurf der Gehilfenschaft zur Nötigung, angeblich begangen am 13./14.05.2015 in 
X.________ z.N. F.________ (AKS Lit. B. Ziff. 3); 

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3. vom Vorwurf der Freiheitsberaubung und versuchten Entführung, angeblich gemeinsam begangen 
mit B.________ am 13./14.05.2015 in X.________ z.N. F.________ (AKS Lit. B Ziff. 4); 

unter Auferlegung der erst- sowie oberinstanzlichen Verfahrenskosten an den Kanton Bern sowie un-
ter Ausrichtung einer Entschädigung für die Verteidigungskosten gemäss eingereichten Kostennoten. 

III. 

Im Weiteren sei zu verfügen: 

Die erforderlichen weiteren Verfügungen seien von Amtes wegen zu treffen. 

Die Generalstaatsanwaltschaft stellte in der Berufungsverhandlung vom                
16. August 2021 folgende Anträge (pag. 937 ff.):

A. B.________

I. 

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland (Kol-
legialgericht in Dreierbesetzung) vom 18. November 2019 in Rechtskraft erwachsen ist insofern als

1. das Strafverfahren wegen Sachentziehung und Sachbeschädigung, angeblich begangen am 
13./14. Mai 2015 in X.________ z.N. von F.________, ohne Ausrichtung einer Entschädigung und 
ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten eingestellt wurde; 

2. auf Widerruf des B.________ mit Urteil der Regionalen Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau 
vom 16. Juni 2015 für eine Geldstrafe von 50 Tagessätzen à CHF 50.00 gewährten bedingten 
Vollzugs ohne Ausrichtung einer Entschädigung und unter Auferlegung der Verfahrenskosten an 
B.________ verzichtet wurde. 

II. 

B.________ sei schuldig zu erklären: 

1. der versuchten schweren Körperverletzung, gemeinsam begangen mit C.________ am 13./14. 
Mai 2015 in X.________ z.N. von F.________; 

2. der versuchten Entführung, gemeinsam begangen mit C.________ am 13./14. Mai 2015 in 
X.________ z.N. von F.________;

3. der Freiheitsberaubung, gemeinsam begangen mit C.________ am 13./14. Mai 2015 in 
X.________ z.N. von F.________;

4. der einfachen Körperverletzung mit gefährlichem Gegenstand, begangen am 13./14. Mai 2015 in 
X.________ z.N. von F.________; und 

5. der mehrfachen Nötigung, gemeinsam begangen mit C.________ am 13./14. Mai 2015 in 
X.________ z.N. von F.________;

und er sei in Anwendung von Art. 22 Abs. 1, 40, 47, 49 Abs. 1, 51, 122, 123 Ziff. 2 Abs. 2, 181, 183 
Ziff. 1 StGB; 426 Abs. 1, 428 Abs. 1 und 3 StPO

zu verurteilen: 

1. zu einer Freiheitsstrafe von 45 Monaten, unter Anrechnung der ausgestandenen Polizeihaft von 
1 Tag; 

10

2. zur Bezahlung der anteilsmässigen erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. einer 
angemessenen Gebühr gemäss Art. 21 VKD). 

B. C.________ 

I. 

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland (Kol-
legialgericht in Dreierbesetzung) vom 18. November 2019 in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich 
des Freispruchs von der Anschuldigung der einfachen Körperverletzung mit gefährlichem Gegen-
stand/evtl. Gehilfenschaft dazu, angeblich gemeinsam begangen mit B.________ am 13./14. Mai 
2015 in X.________ z.N. von F.________. 

II. 

C.________ sei schuldig zu erklären:

1. der versuchten schweren Körperverletzung, gemeinsam begangen mit B.________ am 13./14. 
Mai 2015 in X.________ z.N. von F.________; 

2. der versuchten Entführung, gemeinsam begangen mit B.________ am 13./14. Mai 2015 in 
X.________ z.N. von F.________; 

3. der Freiheitsberaubung, gemeinsam begangen mit B.________ am 13./14. Mai 2015 in 
X.________ z.N. von F.________; und

4. der mehrfachen Nötigung, gemeinsam begangen mit B.________ am 13./14. Mai 2015 in 
X.________ z.N. von F.________; 

und sie sei in Anwendung von Art. 22 Abs. 1, 40, 47, 49 Abs. 1, 51, 122, 181, 183 Ziff. 1 StGB; 426 
Abs. 1, 428 Abs. 1 und 3 StPO

zu verurteilen: 

1. zu einer Freiheitsstrafe von 34 Monaten; davon seien 6 Monate zu vollziehen, für eine Teilstrafe 
von 28 Monaten sei der Vollzug aufzuschieben und die Probezeit auf 2 Jahre festzusetzen; 

2. zur Bezahlung der anteilsmässigen erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. einer 
angemessenen Gebühr gemäss Art. 21 VKD).

C. Verfügungen 

Im Weiteren sei zu verfügen: 

1. Die Honorare der amtlichen Verteidigung seien gerichtlich zu bestimmen. 

2. Es sei die vorzeitige Zustimmung zu erteilen zur Löschung des erstellten DNA-Profils von 
B.________ (PCN-Nr. ________) und der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Da-
ten nach Ablauf der gesetzlichen Frist (Art. 16 Abs. 1 Bst. e DNA-ProfilG und Art. 17 Abs. 1 Bst. e 
i.V.m. Art. 19 Abs. 1 der Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher 
Daten). 

3. Von C.________ sei ein DNA-Profil zu erstellen (Art. 257 und 260 Abs. 2 StPO). 

4. Das Urteil betreffend B.________ sei der zuständigen kantonalen Migrationsbehörde mitzuteilen 
(Art. 82 Abs. 1 VZAE). 

11

Fürsprecher G.________ stellte namens des Straf- und Zivilklägers mit Eingabe 
vom 1. Juli 2021 folgende Anträge (pag. 823): 

1. Es sei festzustellen, dass Ziff. VI des Urteils des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland vom 18. 
November 2019, mit welchem B.________, geb. ________, von Russland, verurteilt wurde, 
F.________ eine Genugtuung von Fr. 5'000.00 zuzüglich Zins seit dem 14.05.2015 zu bezahlen, 
mangels Berufung in Rechtskraft erwachsen ist. 

2. Im Strafpunkt sei das erstinstanzliche Urteil vollumfänglich zu bestätigen unter Auferlegung der 
B.________ betreffenden erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten. 

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochte-
nen Punkten (Art. 404 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; 
SR 312.0]). Zufolge der beschränkten Berufungen des Beschuldigten 1, der Be-
schuldigten 2 und der Generalstaatsanwaltschaft (siehe oben Ziff. 2) ist das vorin-
stanzliche Urteil insoweit in Rechtskraft erwachsen, als das Strafverfahren gegen 
den Beschuldigten 1 wegen Sachentziehung und Sachbeschädigung, angeblich 
begangen am 13./14.05.2015 in X.________ z.N. des Straf- und Zivilklägers einge-
stellt wurde, ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten und ohne Ausrichtung einer 
Entschädigung (Ziff. A.I. des Urteils). Bezüglich des Beschuldigten 1 rechtskräftig 
ist sodann der Schuldspruch wegen mehrfacher Nötigung, begangen am 
13./14. Mai 2015 in X.________ z.N. des Straf- und Zivilklägers (Ziff. A.III.3 des Ur-
teils). In Rechtskraft erwachsen sind auch der Nicht-Widerruf des dem Beschuldig-
ten 1 mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau vom 16. Juni 
2015 für eine Geldstrafe von 50 Tagessätzen gewährten bedingten Vollzugs (Ziff. 
A.IV. des Urteils) sowie der Zivilpunkt (Ziff. A.VI des Urteils). 

Im Weiteren ist das vorinstanzliche Urteil insoweit in Rechtskraft erwachsen, als die 
Beschuldigte 2 von der Anschuldigung der einfachen Körperverletzung mit gefährli-
chem Gegenstand/evtl. Gehilfenschaft dazu, angeblich gemeinsam begangen mit 
dem Beschuldigten 1, am 13./14. Mai 2015 in X.________ z.N. des Straf- und Zivil-
klägers, freigesprochen wurde (Ziff. B.VII.2.). 

Zu überprüfen sind somit bezüglich des Beschuldigten 1 1) der erstinstanzliche 
Freispruch von der Anschuldigung der versuchten schweren Körperverletzung (Ziff. 
A.II. des Urteils), 2) die erstinstanzlichen Schuldsprüche wegen a) einfacher Kör-
perverletzung (Ziff. A.III.1. des Urteils), b) einfacher Körperverletzung mit gefährli-
chem Gegenstand (Ziff. A.III.2. des Urteils), c) Freiheitsberaubung (Ziff. A.III.4. des 
Urteils) und d) versuchter Entführung (Ziff. A.III.5. des Urteils), 3) die Sanktion 
(Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von 42 Monaten) und 4) die Verurteilung zu 
den auf die Schuldsprüche entfallenden Verfahrenskosten.

Bezüglich der Beschuldigten 2 sind zu überprüfen 1) die erstinstanzlichen Frei-
sprüche von den Anschuldigungen a) der versuchten schweren Körperverlet-
zung/evtl. Gehilfenschaft dazu (Ziff. B.VII.1 des Urteils) und b) der Freiheitsberau-
bung/evtl. Gehilfenschaft dazu, 2) die erstinstanzlichen Schuldsprüche wegen a) 
einfacher Körperverletzung (Ziff. B.VIII.1 des Urteils), b) Gehilfenschaft zur Nöti-
gung (Ziff. B.VIII.2 des Urteils) und c) versuchter Entführung (Ziff. B.VIII.3), 3) die 

12

Sanktion (Verurteilung zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 32 Monaten), 4) 
die Verurteilung zu den auf die Schuldsprüche entfallenden Verfahrenskosten und 
schliesslich 5) die Verfügung gemäss Ziff. C.3 des Urteils. 

Praxisgemäss neu zu verfügen ist auch über das erstellte DNA-Profil, die biometri-
schen erkennungsdienstlichen Daten und die Eröffnungsmodalitäten. 

Die Kammer verfügt bei der Überprüfung der angefochtenen Punkte über volle Ko-
gnition (Art. 398 Abs. 2 StPO). Auf die Höhe der amtlichen Honorare für die Vertei-
digung der Beschuldigten 1 und 2 in erster Instanz ist nur zurückzukommen, sofern 
die Vorinstanz das ihr bei der Honorarfestsetzung zustehende Ermessen in unhalt-
barer Weise ausgeübt haben sollte (Urteile des Bundesgerichts 6B_349/2016 vom 
13. Dezember 2016 E. 2.4.2 und 6B_769/2016 vom 11. Januar 2017 E. 2.3). 

Aufgrund der Berufung der Staatsanwaltschaft darf das Urteil auch zum Nachteil 
der Beschuldigten 1 und 2 abgeändert werden; das Verschlechterungsverbot (Ver-
bot der «reformatio in peius») kommt nicht zum Tragen (Art. 391 Abs. 2 StPO e 
contrario).

6. Zum Anklageprinzip

In der oberinstanzlichen Verhandlung wurde den Parteien erläutert, dass der Tat-
vorwurf der versuchten schweren Körperverletzung gemäss Anklageschrift nach 
Ansicht der Kammer für die Parteien erkennbar auch Tritte gegen den Körper er-
fasse. Weiter seien hinsichtlich der Entführung/Freiheitsberaubung alle Teile der 
Anklageschrift nach Ansicht der Kammer zusammen zu lesen. Die Kammer beab-
sichtigte jedoch nicht, den angeklagten Sachverhalt zu erweitern; es sollten keine 
Elemente beurteilt werden, welche nicht in die Anklageschrift aufgenommen wor-
den seien. Vielmehr seien die Ziff. A.1. bzw. 4. sowie B.1. und 4 der Anklageschrift 
gesamtheitlich zu lesen (vgl. zum Ganzen pag. 856 - 858). 

Die Parteien teilten in der oberinstanzlichen Verhandlung mit, sie seien mit der 
Kammer einig, dass von der Anklageschrift auch Tritte gegen den Körper umfasst 
seien. Weiter erklärten sie sich damit einverstanden, dass die Ziff. A.1 bzw. 4 sowie 
B.1 und 4 der Anklageschrift gesamtheitlich beurteilt werden (pag. 858 f.). 

7. Strafantrag

Der Straf- und Zivilkläger hat am 16. Mai 2015 Strafantrag gestellt (pag. 17) und 
sich in der Folge als Straf- und Zivilkläger gegen die beiden Beschuldigten konstitu-
iert. Am 24. Juli 2015 hat der Straf- und Zivilkläger seine gegen die Beschuldigte 2 
erhobene Privatklage widerrufen (pag. 242 und 245). Den Strafantrag hat er jedoch 
nicht zurückgezogen, weshalb das Strafverfahren – auch hinsichtlich der Antrags-
delikte – fortzusetzen war/ist.  

13

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

8. Vorwürfe gemäss Anklageschrift 

8.1 Vorwürfe gegen den Beschuldigten 1 

In der Anklageschrift vom 22. März 2018 (pag. 343 ff.) werden dem Beschuldigten 
1 – soweit oberinstanzlich noch von Interesse – die folgenden Tatvorwürfe zur Last 
gelegt (pag. 344 f.): 

A. B.________

1. Versuchte schwere Körperverletzung und einfache Körperverletzung z.N. F.________

gemeinsam begangen mit C.________ am 13./14.05.2015 in X.________, ________ (Strasse), 
indem der Beschuldigte in Absprache und Planung mit C.________ den Privatkläger von Bern 
nach X.________ führen liess, und diesen zuerst im Schlafzimmer, später im Restaurant wieder-
holt schlug, ihm mehrere Faustschläge gegen den Oberkörper und das Gesicht sowie mehrere 
Fusstritte gegen den Kopf, insbesondere gegen die Schläfen und den Kiefer verabreichte, um dem 
Privatkläger eine lebensgefährliche oder andere schwere Körperverletzung zuzufügen bzw. zu-
mindest unter Inkaufnahme, diesen mit den verabreichten Schlägen und Tritten insbesondere ge-
gen den Kopf lebensgefährlich oder schwer zu verletzen, und dem Privatkläger mehrere Rippen-
brüche sowie Quetschungen, Prellungen, Schürfungen und Kratzer am ganzen Körper, im Gesicht 
und am Kopf zufügte.

2. Einfache Körperverletzung mit gefährlichem Gegenstand z.N. F.________ 

gemeinsam begangen mit C.________ am 13./14.05.2015 in X.________, ________ (Strasse), 
indem der Beschuldigte dem Privatkläger mit einem Messer Schnittverletzungen zufügte, dies 
namentlich an der linken Hand.

[…]

4. Freiheitsberaubung und Entführung 

gemeinsam begangen mit C.________ am 13./14.05.2015, ca. ab 23.00 Uhr bis ca. 3.30 Uhr, in 
X.________, ________ (Strasse), 

4.1. indem der Beschuldigte den Privatkläger in Anwesenheit und mit Unterstützung von 
C.________ durch Ausübung und Androhung von Gewalt während mehrerer Stunden gegen 
dessen Willen in den Räumlichkeiten festhielt, ihn während dieser Zeit wiederholt schlug, 
verletzte, zur Vornahme demütigender Handlungen und zur Beantwortung von Fragen zwang 
und mit „Messerspielen“ quälte, obwohl der Privatkläger mehrmals darum bat, gehen zu dür-
fen (Freiheitsberaubung, evtl. erschwerende Umstände durch grausame Behandlung);

4.2. indem der Beschuldigte den Privatkläger am Arm bzw. an der Schulter hielt und aus dem 
Haus zum Fahrzeug führte, um ihn gemeinsam mit C.________ als Fahrzeuglenkerin gegen 
seinen Willen an einen anderen Ort zu verbringen, was nicht gelang, weil sich der Privatklä-
ger vor dem Einsteigen in das Fahrzeug losreissen und flüchten konnte (versuchte Ent-
führung).

8.2 Vorwürfe gegen die Beschuldigte 2 

Der Beschuldigten 2 werden in der Anklageschrift vom 22. März 2018 (pag. 343 ff.) 
– soweit oberinstanzlich noch von Interesse – die folgenden Tatvorwürfe zur Last 
gelegt (pag. 345 f.): 

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B. C.________ 

1. Versuchte schwere Körperverletzung und einfache Körperverletzung z.N. F.________, evtl. 
Gehilfenschaft dazu

gemeinsam begangen mit B.________ am 13./14.05.2015 in X.________, ________ (Strasse), 
indem die Beschuldigte in Absprache und im Wissen, dass sich B.________ im Kofferraum des 
Autos befand und den Privatkläger wegen seiner Kontakte zu ihr zur Rechenschaft ziehen wollte, 
mit dem Privatkläger nach X.________ fuhr, sich dort mit diesem zwecks Austauschs von Zärt-
lichkeiten ins Schlafzimmer begab, so dass B.________ den nackten Privatkläger überraschen, 
ihn mit Fäusten schlagen und mit Füssen auch gegen den Kopf treten konnte, um diesem eine le-
bensgefährliche oder andere schwere Körperverletzung zuzufügen bzw. zumindest unter Inkauf-
nahme, dass dieser mit den verabreichten Schlägen und Tritten insbesondere gegen den Kopf le-
bensgefährlich oder schwer verletzt wird; der Privatkläger erlitt mehrere Rippenbrüche sowie 
Quetschungen, Prellungen, Schürfungen und Kratzer am ganzen Körper, im Gesicht und am Kopf.

[…]

3. Nötigung, evtl. Gehilfenschaft dazu

gemeinsam begangen mit B.________ am 13./14.05.2015 in X.________, ________ (Strasse), 
indem die Beschuldigte den Privatkläger in Absprache und Planung mit B.________ nach 
X.________ verbrachte und den Mitbeschuldigten durch das Servieren von Alkohol und Geträn-
ken, das Übersetzen von Fragen und Antworten, das Einsammeln und Entsorgen der blutigen 
Lappen unterstützte bei den Nötigungshandlungen zum Nachteil des Privatklägers, namentlich 
den demütigenden Handlungen wie Füsse küssen, bellen wie ein Hund, sowie der erzwungenen 
Aushändigung des Mobiltelefons, der Auskunftserteilung über die Beziehung bzw. die sexuellen 
Kontakte zu ihr und die Bekanntgabe der Zugangsdaten für den Facebook-Account, und zudem 
nichts unternahm, um dem Privatkläger in der von ihr geschaffenen Gefahrensituation zu helfen.

4. Freiheitsberaubung und versuchte Entführung, evtl. Gehilfenschaft dazu

begangen gemeinsam mit B.________ am 13./14.05.2015, ca. ab 23.00 Uhr bis ca. 3.30 Uhr, in 
X.________, ________ (Strasse), 

4.1. indem die Beschuldigte B.________ durch Servieren von Alkohol und Getränken, das Über-
setzen von Fragen und Antworten, das Einsammeln und Entsorgen der blutigen Lappen un-
terstützte, als dieser den Privatkläger durch Ausübung und Androhung von Gewalt während 
mehrerer Stunden gegen dessen Willen in den Räumlichkeiten festhielt, wiederholt schlug, 
verletzte, zur Vornahme demütigender Handlungen und zur Beantwortung von Fragen zwang 
und mit „Messerspielen“ quälte, obwohl der Privatkläger mehrmals darum bat, gehen zu dür-
fen, und indem die Beschuldigte zudem nichts unternahm, um den Privatkläger aus der von 
ihr geschaffenen Gefahrensituation zu befreien (Freiheitsberaubung, evtl. erschwerende 
Umstände durch grausame Behandlung);

4.2. indem sich die Beschuldigte mit B.________, welcher den Privatkläger an der Schulter fest-
hielt und zum Auto führte, zum Fahrzeug begab, die Kindersicherung einstellte und im Begriff 
war, auf dem Führersitz Platz zu nehmen, um den Privatkläger gegen dessen Willen an ei-
nen anderen Ort zu verbringen, was nicht gelang, weil sich der Privatkläger vor dem Einstei-
gen in das Fahrzeug losreissen und flüchten konnte (versuchte Entführung).

15

8.3 Präzisierungen betreffend Anklageschrift 

Anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung erfolgten gewisse Klarstellun-
gen bezüglich der Anklageschrift. Es wird diesbezüglich auf die Erwägungen oben 
unter Ziff. 6 sowie das Protokoll der oberinstanzlichen Hauptverhandlung vom 
16./17. August 2021 verwiesen (pag. 856 – 859). 

9. Bestrittener / unbestrittener Sachverhalt

Unstrittig und gestützt auf die Akten erstellt ist, dass sich die Parteien aus dem 
Durchgangszentrum J.________ kannten. Dieses wurde von der Beschuldigten 2 
geleitet, ihr Ehemann, der Beschuldigte 1, arbeitete dort als Nachtwächter und der 
Straf- und Zivilkläger hielt sich als Asylsuchender im fraglichen Zentrum auf. Zwi-
schen der Beschuldigten 2 sowie dem Straf- und Zivilkläger entwickelte sich Ende 
2014 eine Beziehung, wobei deren Art zunächst noch strittig war (gemäss dem 
Straf- und Zivilkläger handelte es sich um eine Liebschaft, in der es auch zu Ge-
schlechtsverkehr kam, währendem die Beschuldigte 2 anfangs nur von Flirten und 
Küssen berichtete); in der oberinstanzlichen Verhandlung gab die Beschuldigte 2 
schliesslich zu, dass zwischen ihr und dem Straf- und Zivilkläger damals eine Lie-
besbeziehung/Affäre begonnen hatte (pag. 869 Z. 20 - 22). Der Straf- und Zivilklä-
ger reiste ca. im April 2015 nach Italien zurück, wo auch seine Ehefrau lebte. Der 
Kontakt zwischen der Beschuldigten 2 und dem Straf- und Zivilkläger wurde über 
Facebook und per Telefon weiter gepflegt und es kam auch zu einem Treffen in 
Rom/Italien, wobei die Einzelheiten dieses Treffens bis zum Schluss unklar blieben 
(pag. 111 Z. 111 f.; pag. 128 Z: 379, pag. 66 Z. 68 ff., pag. 471 f. Z. 40 ff.; in der 
oberinstanzlichen Verhandlung wurde schliesslich geltend gemacht, dass es sich 
lediglich um einen Zwischenstopp auf dem Weg nach Russland gehandelt habe, 
pag. 883). 

Der Beschuldigte 1 erfuhr, dass seine Ehefrau eine Beziehung mit dem Straf- und 
Zivilkläger pflegte (pag. 75 Z. 505 ff.). In der Folge hat die Beschuldigte 2 den Straf- 
und Zivilkläger über Facebook kontaktiert und ihn um einen Anruf gebeten (pag. 75 
Z. 523). Als sich der Straf- und Zivilkläger in der Schweiz aufhielt, hat die Beschul-
digte 2 mit diesem ein Treffen vereinbart. Vor dem Treffen wurden die Kinder der 
Beschuldigten bzw. der Beschuldigen 2 zu Bekannten gebracht (pag. 38 Z. 205 f.). 
Wie sie es mit dem Beschuldigten 1 am Sonntag vor der Tatnacht (Mittwoch) be-
sprochen hatte (pag. 75 Z. 527 f., pag. 82 Z. 855 ff.), sollte das Treffen mit dem 
Straf- und Zivilkläger in der Wohnung bzw. im Restaurant in X.________ stattfin-
den. Abgesprochen war, dass das Treffen wie ein Rendezvous ablaufen soll, bei 
dem die Beschuldigte 2 mit dem Straf- und Zivilkläger ins Bett geht. Der Beschul-
digte 1 wollte den Straf- und Zivilkläger im Schlafzimmer überraschen (pag. 48 Z. 
240 ff. pag. 75 Z. 531 f., pag. 92 Z. 869 ff., pag. 95 Z. 208 ff.). 

Am Mittwoch, 13. Mai 2015, um 22:00 Uhr, holte die Beschuldigte 2 den Straf- und 
Zivilkläger wie vereinbart am Bahnhof Bern ab (pag. 110 Z. 84 ff.). Der Beschuldig-
ten 2, nicht aber dem Straf- und Zivilkläger, war bekannt, dass der Beschuldigte 1 
sich im Kofferraum des Fahrzeuges befand. Währendem der Straf- und Zivilkläger 
von einem Treffen im Rahmen seiner Beziehung mit der Beschuldigten 2 in deren 
Wohnung ausging, hatten die Beschuldigten 1 und 2 – wie ausgeführt – am Sonn-

16

tag zuvor besprochen, dass der Beschuldigte 1 den Straf- und Zivilkläger mit der 
Beschuldigten 2 im Bett überraschen wird. 

In X.________ tranken die Beschuldigte 2 und der Straf- und Zivilkläger etwas und 
schauten ca. 5 Minuten fern. Anschliessend gingen sie ins Schlafzimmer. Als beide 
nackt im Bett lagen, kam der Beschuldigte 1 dazu (pag. 110 Z. 90 ff., pag. 96 
Z. 262). 

Der Geschehensablauf im Schlafzimmer ist im Einzelnen im Beweisverfahren zu 
klären. Unstrittig und gestützt auf die Akten erstellt ist, dass der Beschuldigte 1 den 
Straf- und Zivilkläger im weiteren Verlauf schlug und trat, wobei Letzterer aufgrund 
dieser Schläge und Tritte die in der Anklageschrift umschriebenen Verletzungen 
davontrug (mehrere Rippenbrüche, Quetschungen, Prellungen, Schürfungen und 
Kratzer am ganzen Körper, im Gesicht und am Kopf). Strittig ist einzig die Ursache 
der Schnittverletzungen. Weiter wurde der Straf- und Zivilkläger vom Beschuldig-
ten 1 unbestrittenermassen zu verschiedenen Handlungen genötigt (Bellen, Füsse 
küssen, Blut aufwischen) und dabei gefilmt, wobei der entsprechende Schuld-
spruch wegen Nötigung bezüglich des Beschuldigten 1 in Rechtskraft erwachsen 
ist. Später gingen die Parteien nach unten in einen Raum des Restaurants. Dort 
stellte der Beschuldigte 1 dem Straf- und Zivilkläger Fragen zu seiner Beziehung 
mit der Beschuldigten 2. Nachdem der Straf- und Zivilkläger dem Beschuldigten 1 
den (falschen) Namen des Facebook-Kontos angegeben hatte, hat der Beschuldig-
te 1 dies geprüft. Der Straf- und Zivilkläger konnte sich unten auch wieder anzie-
hen. Um ca. 03:30 Uhr gingen die Parteien zum Fahrzeug der Beschuldigten 2, 
wobei der Beschuldigte 1 die Beschuldigte 2 aufforderte, die Kindersicherung zu 
aktivieren (pag. 55 Z. 533, pag. 78 Z. 677, pag. 127 Z. 306). Der Straf- und Zivilklä-
ger rannte davon, bevor er ins Fahrzeug stieg. Nachdem er sich zunächst versteckt 
hatte, machte er sich anschliessend bei einem Haus bemerkbar (pag. 112 Z. 195). 
Um 05:55 Uhr wurde von einem Anwohner die Polizei verständigt (pag. 11).

Die Beschuldigten suchten in der Folge um 06:41 Uhr eine damalige Freundin der 
Beschuldigten 2 an deren Domizil in Bern auf (pag. 139 Z. 34). Dort haben beide 
Beschuldigten geduscht. 

Umstritten ist der Ablauf nach dem Auftauchen des Beschuldigten 1 im Schlafzim-
mer, so insbesondere, wie der Beschuldigte 1 den Straf- und Zivilkläger genau trak-
tierte bzw. ob es zu Tritten und heftigen Faustschlägen gegen den Kopf des Straf- 
und Zivilklägers gekommen ist. Unklar ist sodann, ob der Beschuldigte dem Straf-
und Zivilkläger mit einem Messer Schnittverletzungen an der Hand zufügte oder ob 
sich der Straf- und Zivilkläger die Schnittverletzungen an der Hand selbst beige-
bracht hat. Weiter ist im Beweisverfahren zu klären, ob der Straf- und Zivilkläger 
gegen seinen Willen sowohl in X.________ festgehalten wurde wie auch an einen 
anderen Ort hätte verbracht werden sollen. 

In subjektiver Hinsicht ist bezüglich des Beschuldigten 1 zu klären, ob und wenn ja, 
welche Verletzungen dieser dem Straf- und Zivilkläger zufügen wollte bzw. welche 
möglichen Verletzungen er allenfalls in Kauf nahm. 

Zu klären ist zudem die Rolle bzw. Tatbeteiligung der Beschuldigten 2. Während 
diese unstrittig das Verbringen des Straf- und Zivilklägers nach X.________ und 

17

den weiteren Verlauf bis zum Auftauchen des Beschuldigten 1 im Schlafzimmer mit 
Letzterem abgesprochen hat, bringt sie vor, sie habe im Anschluss einzig mit einer 
Aussprache resp. mit lauten Schreien/Drohungen und maximal Schlägen im Sinne 
von Tätlichkeiten (Ohrfeigen; ev. Faustschläge) gerechnet (vgl. pag. 871 Z. 6 ff.). 
Es ist unstrittig, dass es zu keinen Gewalttätigkeiten gegenüber dem Straf- und Zi-
vilkläger durch die Beschuldigte 2 kam. Diese war vor Ort, hat zwischen dem Be-
schuldigten 1 und dem Straf- und Zivilkläger übersetzt, dem Beschuldigten 1 alko-
holische Getränke gebracht, Lappen geholt bzw. eingesammelt, die Kindersiche-
rung aktiviert und sie hätte bei der Wegfahrt von X.________ das Fahrzeug ge-
lenkt. Im Beweisverfahren zu prüfen sein wird, welche übrigen Handlungen sie vor-
nahm. Ebenso zu erstellen sein wird, was sie wusste, wollte oder in Kauf nahm. 

10. Beweismittel 

Die Vorinstanz brachte die verschiedenen objektiven Beweismittel korrekt ins Ver-
fahren ein und gab diese richtig zusammengefasst wieder (pag. (pag. 593 – 596, S. 
9 – 12 der Urteilsbegründung); darauf wird vollumfänglich verwiesen. 

Oberinstanzlich wurden Journaleinträge der Kantonspolizei Bern betreffend die 
beiden Beschuldigten sowie verschiedene Gefährdungsmeldungen zu den Akten 
erkannt (pag. 706 – 729, pag. 768 – 775). Verschiedene Journaleinträge betreffen 
Vorkehren im direkten Umfeld der vorliegend zu beurteilenden Vorwürfen. So lässt 
sich dem Journaleintrag vom 15. Mai 2019 (recte: 2015) entnehmen, dass sich eine 
Auskunftsperson bei der Polizei meldete, welche anonym bleiben wollte. Diese ha-
be der Polizei mitgeteilt, dass die beiden Beschuldigten letzte Nacht bei ihr er-
schienen seien und ihr gesagt hätten, was sie (die Auskunftsperson) gegenüber 
der Polizei aussagen müsse, sofern sie von den Behörden kontaktiert würde. Wür-
de sie der Aufforderung nicht nachkommen, würden sie sie umbringen lassen. 
Gemäss den Angaben der Auskunftsperson hat das Täterpaar den Straf- und Zivil-
kläger (F.________) nach Bern gelockt, damit die Beschuldigte 2 (C.________) ihn 
dort abholen und nach Lobsingen bringen konnte, wo ihr «LAP» (d.h. der Beschul-
digte 1) wartete, um diesen verprügeln und so seine «Ehre» retten zu können. Dies 
weil der Straf- und Zivilkläger mit der Beschuldigten 2 eine Affäre gehabt habe. Der 
Beschuldigte 1 (B.________) habe Blut auf den Schuhen gehabt (pag. 769; vgl. 
auch pag. 713). 

Weiter betreffen verschiedene Journaleinträge den Zeitraum vom 13. Dezember bis 
23. Dezember 2015. Aus diesen ist ersichtlich, dass die Beschuldigte 2 bei der Po-
lizei mehrfach Meldung erstattete, wonach der Beschuldigte 1 Drohungen ausstos-
se. Aufgrund des stark erregten Zustandes wurde der Beschuldigte 1 eine Nacht in 
Polizeigewahrsam genommen (pag. 771 f.). Verschiedene Einträge von anfangs 
2015 wurden bereits gelöscht (pag. 774); der anonymisierten Fassung lässt sich 
entnehmen, dass die Beschuldigte 2 am 26. Januar 2015, am 27. Februar 2015 
sowie 2. März 2015 bezüglich des Beschuldigten 1 Meldung erstattete. Gemäss 
den Meldungen fühlte sich die Beschuldigte 2 vom Beschuldigten 1 überwacht bzw. 
teils bedroht. Gegenüber ihr sei er noch nie gewalttätig geworden, aber nach Alko-
holkonsum könne er aggressiv werden (pag. 714 ff.). Soweit relevant ist auf Einzel-
heiten in den folgenden Erwägungen einzugehen. 

18

Ebenso hat die Vorinstanz die subjektiven Beweismittel vollständig aufgeführt und 
die Aussagen der einvernommenen Personen zusammengefasst (pag. 596 – 621, 
S. 12 – 37 der Urteilsbegründung). Auch darauf kann vollumfänglich verweisen 
werden. Oberinstanzlich wurden die beiden Beschuldigten erneut einvernommen, 
wobei sie ihre früheren Aussagen im Wesentlichen bestätigt haben. Speziell zu er-
wähnen gilt, dass die Beschuldigte 2 in der oberinstanzlichen Verhandlung – an-
ders als in den früheren Einvernahmen – zugab, damals eine intime Beziehung mit 
dem Straf- und Zivilkläger geführt zu haben (pag. 869 Z. 20 ff.; vgl. auch die Aus-
führungen der Verteidigung auf pag. 878). Weiter gab sie in der oberinstanzlichen 
Verhandlung an, sie sei damals davon ausgegangen, dass der Beschuldigte 1 im 
Schlafzimmer schreien werde. Weiter anerkannte sie auch, mit Schlägen gerechnet 
zu haben, führte sie doch aus: «Ich habe mir vorgestellt, das Schlimmste, was pas-
sieren könnte, ist, dass sie sich gegenseitig einmal eine Ohrfeige oder eine Faust 
geben und danach fertig ist» (pag. 871 Z. 7 ff.). Auf weitere Einzelheiten der obe-
rinstanzlichen Aussagen der beiden Beschuldigten ist – soweit nötig – im Rahmen 
der konkreten Beweiswürdigung einzugehen. Zudem wurde auf Antrag der Be-
schuldigten 2 H.________ als Zeugin einvernommen (pag. 860 ff.). Diese machte 
Angaben zur Beziehung zwischen den beiden Beschuldigten. Sie führte u.a. aus, 
dass die Beschuldigte 2 ihr nie gesagt habe, dass sie (die Beschuldigte 2) Angst 
vor dem Beschuldigten 1 habe. Sie (die Zeugin) habe einfach das Gefühl gehabt, 
dass die Beschuldigte 2 das mache, was der Beschuldigte 1 sage (pag. 861 Z. 34 f. 
und Z. 38 - 40). Ansonsten konnte die Zeugin zu den oberinstanzlich noch umstrit-
tenen Punkte nichts Sachdienliches beitragen. 

Weiter liegen der Kammer die vom Beschuldigten 1 (Zwischenzeugnis der 
I.________ vom 30. Juni 2021 sowie drei Lohnabrechnungen der I.________ für 
die Monate April bis Juni 2021) anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung 
eingereichten Unterlagen vor. Diese Dokumente belegen dessen Anstellung bei der 
I.________. 

In der oberinstanzlichen Verhandlung reichte schliesslich auch die Beschuldigte 2 
diverse Unterlagen zu den Akten (Eheschutzentscheid des Regionalgerichts Berner 
Jura-Seeland vom 8. April 2015, Vollstreckungsgesuch der Beschuldigten 2 vom 
26. November 2015, Entscheid betreffend das Vollstreckungsgesuch des Regio-
nalgerichts Berner Jura-Seeland vom 5. Januar 2016 und Schlichtungsgesuch der 
Beschuldigten 2 vom 19. Juni 2020). Zu diesen Beweismitteln kann im Wesentli-
chen festgehalten werden, dass das Regionalgerichts Berner Jura-Seeland den 
Ehegatten (dem Beschuldigte 1 und der Beschuldigte 2) mit Eheschutzentscheid 
vom 8. April 2015 (pag. 902 ff.) das Getrenntleben bewillige, unter Vormerknahme, 
dass der gemeinsame Haushalt der Parteien am 23. Januar 2015 aufgehoben wor-
den war. Der Beschuldigte 1 wurde – unter Androhung der Straffolgen nach Art. 
343 Abs. 1 Bst. a ZPO i.V.m. Art. 292 StGB im Widerhandlungsfall – angewiesen, 
die eheliche Liegenschaft in X.________ so schnell wie möglich zu verlassen. Wei-
ter wurde im Eheschutzentscheid u.a. festgestellt, dass der Beschuldigte nicht be-
rechtigt ist, mit dem Kind ins Ausland zu reisen (für den Widerhandlungsfall wurde 
wiederum die erwähnten Straffolgen angedroht). Mit Vollstreckungsentscheid vom       
5. Januar 2015 (recte: 5. Januar 2016; pag. 915 ff.) wurde das Gesuch der Be-
schuldigten 2 vom 26. November 2015 (pag. 905 ff.) gutgeheissen und der Be-

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schuldigte 1 – wiederum unter Androhung der Straffolgen nach Art. 343 Abs. 1 Bst. 
a ZPO i.V.m. Art. 292 StGB im Widerhandlungsfall – angewiesen, die eheliche Lie-
genschaft bis am 18. Januar 2016 zu verlassen. Aus dem eingereichten Schlich-
tungsgesuch vom 19. Juni 2020 (pag. 924 ff.) geht schliesslich hervor, dass die 
Beschuldigten 2 wegen eines Zeitungsartikels gegen den K.________ (Tageszei-
tung) vorging. 

11. Theoretische Grundlagen der Beweiswürdigung 

Bezüglich der theoretischen Grundlagen der Beweiswürdigung sowie der Aussa-
genanalyse kann auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wer-
den (pag. 622 – 624, S. 38 – 40 der Urteilsbegründung).

12. Beweiswürdigung der Vorinstanz 

Die Vorinstanz erachtete nach einer umfassenden Beweiswürdigung folgenden 
Sachverhalt als erstellt (pag. 639 f., S. 55 f. der Urteilsbegründung): 

Nach vorgängiger Absprache und im Wissen darum, dass sich B.________ im Kofferraum des Autos 
befindet und F.________ wegen seiner Kontakte zu ihr zur Rechenschaft ziehen will, hat C.________ 
F.________ am 13./14.05.2015 mit dem Auto von Bern nach X.________ zu sich nach Hause ge-
führt. Dort hat sie sich mit F.________ zwecks Austauschs von Zärtlichkeiten in das Schlafzimmer 
begeben und sich mit ihm nackt ins Bett gelegt. Daraufhin hat B.________ das Schlafzimmer betreten 
und F.________ zuerst im Schlafzimmer und später im Restaurant des Hauses wiederholt geschla-
gen und ihm mehrere Faustschläge gegen den Oberkörper und das Gesicht verabreicht. Ebenfalls hat 
B.________ F.________ gegen den Oberkörper getreten. Durch die verabreichten Tritte und Schläge 
erlitt F.________ mehrere Rippenbrüche sowie Quetschungen, Prellungen, Schürfungen und Kratzer 
am ganzen Körper, im Gesicht und am Kopf. Ausserdem hat B.________ F.________ mit einem im 
Restaurant behändigten Messer Schnittverletzungen zugefügt; dies namentlich an der linken Hand. 
Ebenfalls hat B.________ den eingeschüchterten und verletzten F.________ unter Verabreichung 
weiterer Schläge zur Vornahme verschiedener Handlungen und zur Auskunftserteilung gezwungen. 
Namentlich hat er F.________ mehrfach aufgefordert, mit diversen Lappen das Blut vom Boden auf-
zuwischen, wie ein Hund zu bellen und seine Füsse zu küssen, wobei B.________ die erzwungenen 
Handlungen teilweise filmte. Zudem hat er F.________ mehrfach aufgefordert, verschiedene Fragen 
über die Beziehung und die sexuellen Kontakte mit C.________ zu beantworten. Er verlangte ebenso 
die Aushändigung des Mobiltelefons von F.________ und die Bekanntgabe der Zugangsdaten für 
dessen Facebook-Account. Dabei hat C.________ B.________ geholfen, indem sie Alkohol und Ge-
tränke serviert, Fragen und Antworten übersetzt sowie die blutigen Lappen eingesammelt und ent-
sorgt, hat. Während des Vorfalls wurde F.________ ca. 4.5 Stunden (23.00 Uhr bis 03.30 Uhr) gegen 
seinen Willen in den Räumlichkeiten festgehalten, obwohl er mehrmals darum bat, gehen zu dürfen. 
Auch gab es für ihn keine Möglichkeit, die Räumlichkeiten selbständig zu verlassen. Zuletzt hat 
B.________ F.________ an der Schulter festgehalten und aus dem Haus zum Fahrzeug geführt, um 
ihn gegen seinen Willen an einen anderen Ort zu verbringen. Dies gelang jedoch nicht, weil sich 
F.________ vor dem Einsteigen in das Fahrzeug losreissen und flüchten konnte. Zuvor hatte 
C.________ sich zum Fahrzeug begeben und hinten, wo F.________ sitzen sollte, die Kindersiche-
rung eingestellt. Sie war zudem im Begriff, auf dem Führersitz des Autos Platz zu nehmen.

Zum gemeinsamen Tatentschluss von B.________ und C.________ haben dabei sowohl die körperli-
che Einwirkung auf F.________, als auch die Rückführung von F.________ nach Italien gehört. Dem-

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gegenüber kann nicht erstellt werden, dass auch die Vornahme demütigender Handlungen oder die 
Zufügung der Schnittwunde mit einem Messer vom gemeinsamen Tatplan der beiden Beschuldigten 
umfasst gewesen sind.

13. Vorbringen der Parteien 

13.1 Beschuldigter 1

In der oberinstanzlichen Verhandlung machte die Verteidigung namens des Be-
schuldigten 1 im Wesentlichen geltend, dass der Beschuldigte 1 das Opfer im 
Schlafzimmer zwar mit den Fäusten geschlagen habe. Er habe sich resp. die 
Schläge aber kontrollieren können. Er habe nicht im Affekt gehandelt und die Situa-
tion immer unter Kontrolle gehabt. Weiter habe der Beschuldigte 1 heute ausge-
führt, dass er Fusstritte gegen das Opfer nicht ausschliessen könne. Zu berück-
sichtigen sei, dass die Auseinandersetzung im Schlafzimmer auf einem Bett statt-
gefunden habe. Das Verletzungsbild zeige denn auch, dass die Gewalteinwirkung 
nicht dramatisch gewesen sei. Beispielsweise habe das Opfer keine Gehirnerschüt-
terung erlitten, was darauf hinweise, dass der Beschuldigte 1, ein ehemaliger Bo-
xer, nicht blindlings auf das Opfer eingeschlagen habe. Auch unten im Restaurant 
habe der Beschuldigte 1 nicht brutal auf das Opfer eingeschlagen. Der Beschuldig-
te 1 habe das Opfer über dessen Beziehung zur Beschuldigten 1 ausgefragt und so 
lange Schläge ausgeteilt, bis das Opfer die Wahrheit gesagt habe. 

Hinsichtlich der Geschichte mit dem Messer führte die Verteidigung des Beschul-
digten 1 sodann aus, die beiden Beschuldigten hätten übereinstimmend ausgesagt, 
dass das Opfer das Messer selber behändigt habe; das Opfer habe gedroht, sich 
mit dem Messer etwas anzutun. Diese Angaben seien sehr glaubhaft, zumal sie mit 
den Feststellungen im IRM-Bericht übereinstimmen würden. Gestützt auf die Aus-
sagen der Beschuldigten 2 sei jedoch davon auszugehen, dass der Beschuldigte 1 
mit dem Opfer Messerspiele gemacht habe, um das Opfer einzuschüchtern. Nach 
den glaubhaften Aussagen der Beschuldigten 1 seien dabei aber keine Verletzun-
gen entstanden. Vielmehr habe sich das Opfer in der Hektik selber mit dem Messer 
verletzt. Zu berücksichtigen sei dabei, dass das Opfer damals in eine völlig ver-
zweifelte Situation geraten sei. In dieser Verzweiflung habe er dann eben damit 
gedroht, sich selber etwas anzutun. Diese Erklärung erschiene plausibel, zumal 
das Opfer angesichts seines kulturellen Hintergrundes niemals zugegeben hätte, 
einen Selbstmordversuch angedroht zu haben. 

Zum Thema Freiheitsberaubung und Entführung hielt die Verteidigung des Be-
schuldigten 1 fest, das Opfer sei einverstanden gewesen, nach Lobsingen zu ge-
hen. In einer Konstellation wie der vorliegenden werde die Freiheitsberaubung von 
den Körperverletzungsdelikten konsumiert. Hinzu kämen die Nötigungen, in wel-
chen ebenfalls ein gewisses Aufhalten des Opfers inbegriffen sei. Es stelle sich 
höchstens die Frage, ob unten im Restaurant, als keine Schläge mehr erfolgt seien, 
eine Freiheitsberaubung vorgelegen habe. Unten sei jedoch mindestens eine Tür 
offen gewesen (Verweis auf pag. 83 Z. 926). Nachdem sich die Situation entspannt 
gehabt habe, habe das Opfer geäussert, dass es am liebsten nach Italien gehen 
würde. Deshalb habe der Beschuldigte 1 dann angeboten, das Opfer nach Italien 
zu bringen. Dass der Straf- und Zivilklägers dann geflüchtet sei, spreche nicht ge-

21

gen diese Version:  Die Vorinstanz habe völlig ausser Acht gelassen, dass es in 
solchen Situationen oft zu Kurzschlussreaktionen komme. Es deute im Übrigen 
auch nichts darauf hin, dass der Beschuldigte 1 das Opfer zum Auto geführt hätte. 
So habe die Beschuldigte 2 bereits gegenüber der Polizei ausgeführt, dass der Be-
schuldigte 1 auf der rechten Seite und das Opfer auf der linken Seite des Autos ge-
standen seien. Weiter sei auch nachvollziehbar, weshalb die Kindersicherung ein-
gestellt worden sei. Damit habe der Beschuldigte 1 vermeiden wollen, dass das 
Opfer im Sinne einer Kurzschlusshandlung plötzlich aus dem Auto springen könne. 

Das Gespräch am Schluss des Vorfalls habe in einer ruhigen Atmosphäre stattge-
funden. Im Rahmen dieses Gesprächs habe das Opfer gesagt, es wolle nach Itali-
en. Der Beschuldigte 1 habe deshalb davon ausgehen dürfen, dass das Opfer mit 
einem Verbringen nach Italien einverstanden gewesen sei. Schlussendlich sei der 
Beschuldigte 1 dem Opfer, als dieses geflüchtet sei, denn auch nicht gefolgt. Mithin 
sei es ihm egal gewesen, ob das Opfer nun nach Italien gehe oder nicht. Der Be-
schuldigte 1 habe ganz offensichtlich keinen Vorsatz gehabt, das Opfer gegen des-
sen Willen nach Italien zu verbringen. 

13.2 Beschuldigte 2

Die Verteidigung der Beschuldigten 2 führte in der oberinstanzlichen Verhandlung 
aus, die Vorinstanz haben den Sachverhalt – mit wenigen Ausnahmen – nachvoll-
ziehbar und korrekt hergeleitet. Entgegen der Vorinstanz seien die folgenden drei 
Sachverhaltselemente nicht nachgewiesen: 

1. Entschluss, den Straf- und Zivilkläger gegen seinen Willen nach Italien resp. 
gegen seinen Willen zum Auto zu bringen:  Es sei unbestritten, dass der Straf- 
und Zivilkläger verlangt habe, dass man ihn freilasse. Die Beschuldigte 2 habe 
zwar bemerkt, dass der Straf- und Zivilkläger zu diesem Zeitpunkt noch nicht 
nach Italien habe gehen wollen resp. nicht von den beiden Beschuldigten dort-
hin habe gefahren werden wollen. Sie sei aber davon ausgegangen, dass sie 
den Straf- und Zivilkläger schliesslich überzeugt hätten, dass es für ihn das 
Beste wäre, wenn sie ihn nach Italien zurückbringen würden. Deshalb sei sie 
zum Auto gegangen und habe dort auf die beiden Herren gewartet. Die Be-
schuldigte 2 habe davon ausgehen dürfen, dass der Straf- und Zivilkläger mit-
komme, da dieser sowieso nach Italien habe gehen wollen. Die Beschuldigte 2 
habe zu dieser Situation präzise und differenzierte Angaben gemacht. In die-
sem Punkt sei daher auf die glaubhaften Angaben der Beschuldigten 2 abzu-
stellen.  

2. Erkenntnis, wonach sich der Straf- und Zivilkläger selber keine Verletzungen 
zugefügt habe: Hierzu führte die Verteidigung der Beschuldigten 1 vorab aus, 
die Beschuldigte 2 habe nicht bestritten, dass der Beschuldigte 1 das Messer 
gegen den Straf- und Zivilkläger eingesetzt habe (Messerspiele). Beide Be-
schuldigten hätten aber klar ausgesagt, dass sich der Straf- und Zivilkläger 
selbst mit dem Messer verletzt habe resp. mit einer Selbsttötung gedroht habe. 
Die Verletzungen am Bauch würden gut zu den Drohungen hinsichtlich Selbst-
tötung und zu den Angaben der Beschuldigten 2 passen. Der Straf- und Zivil-
kläger habe sich in einem ausserordentlichen psychischen Zustand befunden, 

22

weshalb nicht verwunderlich sei, dass er sich gewisse Verletzungen nicht mehr 
habe erklären können. Es sei daher durchaus denkbar, dass sich der Straf- 
und Zivilkläger – allenfalls auch unabsichtlich in der Hektik – selbst verletzt ha-
be. Vieles spreche daher dafür, dass die Aussagen der Beschuldigten 2 zutref-
fen würden. 

3. Involvierung der Beschuldigten 2 in den Tatplan des Beschuldigten 1: Die Be-
schuldigte 2 habe davon ausgehen müssen, dass der Beschuldigte 1 den 
Straf- und Zivilkläger erschrecken, einschüchtern, verunsichern und blossstel-
len werde. Weiter habe sie wohl erwarten müssen, dass der Beschuldigte 1 
den Straf- und Zivilkläger bedrohen und ihn im Sinne einer Tätlichkeit schlagen 
werde. Entgegen der Vorinstanz sei der Beschuldigten 2 aber nicht klar gewe-
sen, dass der Beschuldigte 1 dem Straf- und Zivilkläger eine körperliche Abrei-
bung verpassen werde; mit einer derartigen Abreibung habe sie nicht rechnen 
müssen. 

Hinsichtlich der angeblichen gemeinsamen Planung führte die Verteidigung 
des Beschuldigten 2 aus, die beiden Beschuldigten hätten unbestrittenermas-
sen abgesprochen, dass die Beschuldigte 2 mit dem Straf- und Zivilkläger ins 
Bett liegen solle. Für alles, was danach geschehen sei, habe es aber keine 
gemeinsame Planung mehr gegeben. Vermutlich habe nicht einmal der Be-
schuldigte 1 genau gewusst, was er mit dem Straf- und Zivilkläger alles ma-
chen werde. Es gebe keine Indizien, welche dafür sprechen würden, dass die 
Beschuldigte 2 bei der Planung eine tragende Rolle eingenommen hätte. Sie 
habe zwar gewusst, dass der Beschuldigte 1 eine gewaltbereite und unbere-
chenbare Person sei. Deshalb sei sie davon ausgegangen, dass dieser mögli-
cherweise eine Tätlichkeit z.N. des Straf- und Zivilklägers begehen werde. Al-
les Weitere habe sie aber nicht in Kauf genommen und auch nicht in Betracht 
gezogen. Die Beschuldigte 2 habe auch keine natürliche Motivation gehabt, 
den Straf- und Zivilkläger «abzustrafen», zu demütigen oder ihm sonstwie zu 
schaden. 

Schliesslich treffe auch nicht zu, dass eine Freiheitsberaubung oder eine Rück-
führung des Straf- und Zivilklägers nach Italien geplant gewesen sei. Die Be-
schuldigte 2 sei vielmehr davon ausgegangen, dass der Straf- und Zivilkläger 
nach dem «Erwischen im Bett» und einer allfälligen Tätlichkeit wieder gehen 
könne. Eine umfangreichere Tatplanung könne nicht konstruiert und nachge-
wiesen werden. 

Hinsichtlich der Beweggründe führte die Verteidigung aus, dass die Beschuldigte 2 
nicht nur häusliche Gewalt erlebt habe, sondern auch Drohungen, Kontrolle und 
Überwachung. Der Beschuldigte 1 habe aus der Beschuldigten 2 eine gefügige 
Partnerin gemacht, welche sich nicht mehr habe wehren können. Angst und Ab-
hängigkeit seien die Ursache für das Mitwirken der Beschuldigten 2 gewesen. Es 
treffe zwar zu, dass die Beschuldigte 2 dem Beschuldigten 1 intellektuell klar über-
legen sei. Dennoch habe sie aus ihrer subjektiven Sicht am 13./14. Mai 2015 mit-
wirken müssen. Diese Zwangslage sei im Übrigen das einzige logische Motiv für ihr 
damaliges Handeln. Alle anderen Motive seien auszuschliessen, zumal die Be-

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schuldigte 2 ihren Ehemann habe loswerden wollen und hierfür alles unternommen 
habe. 

Abschliessend hielt die Verteidigung der Beschuldigten 2 fest, dass sich der 
rechtserhebliche Sachverhalt – mit den erwähnten Korrekturen – im Grossen und 
Ganzen so zugetragen habe, wie ihn die Vorinstanz als erwiesen erachtet habe. 
Die Beschuldigte 2 habe am Tatplan nicht mitgewirkt. Sie habe lediglich mitbe-
kommen, was der Beschuldigte 1 gemacht habe.   

13.3 Generalstaatsanwaltschaft 

Die Generalstaatsanwaltschaft hielt in der oberinstanzlichen Verhandlung – wie die 
beiden Verteidiger – fest, dass der Sachverhalt in weiten Teilen unbestritten sei. In 
der Folge ging sie auf die – nach Ansicht der Generalstaatsanwaltschaft – nach wie 
vor umstrittenen Punkte ein, und zwar im Einzelnen wie folgt: 

1. Zu den Fusstritten gegen den Kopf: Es sei unbestritten, dass der Beschuldig-
te 1 nicht nur mit den Fäusten, sondern auch mit Tritten auf den Straf- und Zi-
vilkläger eingewirkt habe. Gestützt auf das IRM-Gutachten, welches – entge-
gen der Vorinstanz – Fusstritte gegen den Kopf keineswegs ausschliesse, so-
wie die Aussagen der involvierten Personen, sei sodann als erstellt zu erach-
ten, dass der Beschuldigten 1 den Straf- und Zivilkläger mit den Füssen auch 
gegen den Kopf getreten habe. Hierfür sprächen insbesondere die sehr glaub-
haften Aussagen des Straf- und Zivilklägers. 

2. Zum Einsatz des Messers: Auch diesbezüglich habe der Straf- und Zivilkläger 
stringent und in sich stimmig, mithin glaubhaft ausgesagt. Dagegen würden 
sich die Aussagen der beiden Beschuldigten, wonach sich der Straf- und Zivil-
kläger mit dem Messer selber verletzt habe, als wenig glaubhaft erweisen. Das 
Vorbringen der Verteidigung, wonach das Opfer absichtlich falsche Angaben 
zum Messer gemacht habe, überzeuge nicht. Es bestünden keine Hinweise 
dafür, dass der Straf- und Zivilkläger dem Beschuldigten 1 grösstmöglichen 
Schaden habe zufügen wollen. Es sei nicht ersichtlich, weshalb nicht auch hier 
auf die grundsätzlich glaubhaften Aussagen des Straf- und Zivilkläger abzu-
stellen sei. Es sei deshalb als erstellt zu erachten, dass die Schnittverletzun-
gen des Straf- und Zivilkläger durch den Beschuldigten 1 zugefügt worden sei-
en. 

3. Zur Frage, ob der Privatkläger die Örtlichkeit hätte verlassen können: Der 
Straf- und Zivilkläger habe stimmig und konstant ausgeführt, dass er die Ört-
lichkeit nicht habe verlassen können. In Anbetracht der Situation, in welcher 
sich der Straf- und Zivilkläger damals befunden habe, erscheine es abwegig, 
dass er freiwillig dort geblieben sein soll. Es sei daher als erstellt zu erachten, 
dass der Straf- und Zivilkläger aufgrund der Gesamtumstände die Örtlichkeit 
nicht habe verlassen können, obwohl er mehrmals darum gebeten habe. 

4. Zum Verbringen an einen anderen Ort gegen den Willen des Straf- und Zivil-
klägers: Aus den Gesamtumständen ergebe sich ohne weiteres, dass der 
Straf- und Zivilkläger nicht mit den Beschuldigten nach Italien habe mitfahren 
wollen. Dies sei für die beiden Beschuldigten ohne weiteres erkennbar gewe-
sen. Die Beschuldigten hätten denn auch offensichtlich mit einem Fluchtver-

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such des Privatklägers gerechnet, was sie mit der Aktivierung der Kindersiche-
rung hätten verhindern wollen. Es sei als erstellt zu erachten, dass der Straf- 
und Zivilkläger nicht freiwillig zum Auto mitgegangen sei, was den Beschuldig-
ten ohne weiteres klar gewesen sei. 

5. Zur Rolle der Beschuldigten 2: Ohne das Zutun der Beschuldigten 2 wäre der 
Angriff auf den Straf- und Zivilkläger nicht möglich gewesen. Sie habe das 
Treffen mit dem Beschuldigten 1 vorbesprochen und das Opfer in die Woh-
nung gelockt. Weiter sei sie mit dem Straf- und Zivilkläger nackt ins Bett ge-
gangen, habe ihrem Ex-Ehemann – während dieser auf das Opfer eingeschla-
gen habe – zu trinken gebracht, habe für ihn übersetzt und ihn beim Beseitigen 
von Spuren unterstützt. Weiter habe die Beschuldigte 2 – wie die Vorinstanz 
zutreffend ausgeführt habe – klar davon ausgehen müssen, dass es bei die-
sem Treffen nicht um ein nettes Gespräch/ein paar Tätlichkeiten gehen werde. 
Es treffe wohl zu, dass sie gehofft habe, dass nicht mehr passiere. Dies 
schliesse aber nicht aus, dass sie es trotzdem in Kauf genommen habe. 

Weiter stelle sich die Frage, ob sich die Beschuldigte 2 ihrem Ex-Ehemann 
hätte widersetzen können. Unbestrittenermassen habe der Beschuldigte 1 die 
Beschuldigte 2 nicht unter Gewalt und Drohung gezwungen, etwas zu machen. 
Weiter ergebe sich aus den eingereichten Unterlagen keine nennenswerte Un-
terdrückung. Ganz im Gegenteil, denn sie habe sich ja auch sonst gegen den 
Beschuldigten 1 wehren und die Polizei verständigen können. Es sei nicht er-
sichtlich, mit was der Beschuldigte 1 den von der Verteidigung geltend ge-
machten Druck hätte aufbauen sollen. Die Behauptung der Beschuldigten 2, 
wonach sie unter Druck gestanden sei, da sie Angst vor dem Beschuldigten 1 
gehabt, sei nicht schlüssig. Denn der Beschuldigte 1 habe seine Ex-Ehefrau – 
gemäss deren Aussagen – noch nie geschlagen gehabt. Zudem hätte sie am 
fraglichen Abend direkt zur Polizei fahren und dort die Situation erklären kön-
nen, der Beschuldigte 1 habe sich ja im Kofferraum befunden. Ausserdem sei 
die Situation nicht überraschend gewesen, sondern im Voraus geplant worden. 
Mithin hätte sie Zeit gehabt, sich etwas zu überlegen. Auch ihr weiteres akten-
kundiges Verhalten passe nicht ins Bild einer unterdrückten Frau. Aussage-
kräftig seien des Weiteren die Aussagen der Auskunftsperson L.________, 
welche unmittelbar nach dem Vorfall – in Abwesenheit des Beschuldigten 1 – 
mit der Beschuldigten 2 gesprochen habe. Insgesamt sei ohne weiteres davon 
auszugehen, dass sich die Beschuldigte 2 den Wünschen des Beschuldigten 1 
jederzeit hätte widersetzen können. 

14. Würdigung durch die Kammer 

14.1 Zur Beschränkung/Beraubung der Fortbewegungsfreiheit des Straf- und Zi-
vilklägers 

14.1.1 Es ist unstrittig, dass die Beschuldigte 2 nach Absprache mit dem Beschuldigten 1 
mit dem Straf- und Zivilkläger ein Treffen vereinbarte. Letzterer ging von einem 
Treffen in trauter Zweisamkeit zwecks Beziehungspflege bzw. Austausch von Zärt-
lichkeiten aus. Für ein Treffen mit dem Beschuldigten 1 hätte sich der Straf- und Zi-
vilkläger nicht nach X.________ fahren lassen. Dies wussten die Beschuldigten, 

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weshalb sie die effektiven Absichten vor dem Straf- und Zivilkläger geheim hielten. 
So versteckte sich der Beschuldige 1 für die Fahrt von Bern nach X.________ im 
Kofferraum. Weiter zerstreute die Beschuldigte 2 wahrheitswidrig die vom Straf- 
und Zivilkläger geäusserte Bedenken bezüglich des Treffens in X.________ und 
gab an, sie sei getrennt und ihr Mann sei nicht zu Hause (pag. 73 Z. 431 ff.; pag. 
111 Z. 116 ff.). 

Der Straf- und Zivilkläger wurde anschliessend nach X.________ in die Wohnung 
verbracht, damit ihn dort der Beschuldigte 1 überraschen konnte. Auch wenn der 
Straf- und Zivilkläger zunächst freiwillig in der Liegenschaft verblieb, war dies einzig 
im Hinblick auf den vermeintlich gemeinsamen Abend mit der Beschuldigten 2. Es 
entsprach mindestens implizit dem Tatplan der Beschuldigten, dass der Straf- und 
Zivilkläger die Liegenschaft nicht verlassen wird, bevor der Beschuldigte 1 ins Ge-
schehen eingreifen wird.

14.1.2 Nach dem Auftauchen des Beschuldigten 1 im Schlafzimmer wurde der Straf- und 
Zivilkläger körperlich angegangen. Er wurde weiter zu Handlungen genötigt, zur 
Beziehung mit der Beschuldigten 2 befragt und es gab zudem anderweitige Hand-
lungen (Aufkleben von Pflaster, Wasser trinken, Prüfung von Facebook-Account 
etc.). Insgesamt befand sich der Beschuldigte über vier Stunden in der Liegen-
schaft in X.________. Gemäss den Aussagen des Straf- und Zivilklägers hat er 
mehrfach vorgebracht, dass er das Gebäude verlassen möchte (dies sowohl oben 
im Schlafzimmer als auch unten im Restaurant: pag. 111 Z. 128; pag. 112 Z. 174; 
pag. 126 Z. 258), was auf Grund des Vorgefallenen naheliegend ist. Auch die Be-
schuldigte 2 führte aus, der Straf- und Zivilkläger habe immer wieder geäussert, der 
Beschuldigte 1 solle ihn lassen, er wolle gehen (pag. 79 Z. 735). 

Es ist aufgrund der Aussagen des Straf- und Zivilklägers sowie der Umstände zwei-
felsfrei erstellt, dass der Straf- und Zivilkläger vom Beschuldigten 1 willentlich in der 
Liegenschaft festgehalten wurde. Soweit die Beschuldigten sinngemäss ausführen, 
der Straf- und Zivilkläger hätte die Liegenschaft verlassen können, sobald sie unten 
im Restaurant waren und soweit sie auf die angeblichen Schliessverhältnisse oder 
Fluchtgelegenheiten verweisen, handelt es sich um Schutzbehauptungen. Es mag 
durchaus sein, dass theoretisch eine Möglichkeit zur Flucht aus dem Restaurant 
bestand. Hierzu ist jedoch zu bemerken, dass der Straf- und Zivilkläger vorgängig 
mehrfach vom Beschuldigten 1 verprügelt und genötigt worden war. Der Straf- und 
Zivilkläger erlitt dabei die bereits erwähnten Verletzungen. Es ist daher mehr als 
nachvollziehbar, dass der Straf- und Zivilkläger verängstigt war, zumal er häufig auf 
dem Boden lag oder kauerte (so die Aussagen der Beschuldigten 2, pag. 78 ff.). 
Fluchtversuche bei unbekannten Schliessverhältnissen der Aussentüren waren für 
den verängstigten und verletzten Straf- und Zivilkläger nicht zumutbar, zumal er bei 
einem Misslingen mit weiteren Repressalien des Beschuldigten 1 rechnen musste. 
Nicht vorab verschlossene Türen, sondern die Ausübung und Androhung von Ge-
walt, hinderten den Straf- und Zivilkläger folglich, die Liegenschaft zu verlassen. 
Dem Beschuldigten 1 ging es darum, den Straf- und Zivilkläger zu demütigen und 
von ihm Informationen über die Beziehung mit der Beschuldigten 2 zu erlangen. 
Einen Fluchtversuch hätte er, soweit möglich, mit Gewalt zu verhindern versucht. 
Dass die Beschuldigten den Straf- und Zivilkläger nicht hätten gehen lassen, ergibt 

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sich zudem auch daraus, dass sie ihn anschliessend nach Italien verbringen woll-
ten (vgl. dazu sogleich). Ergänzend sei ausgeführt, dass der Beschuldigten 2 in der 
oberinstanzlichen Hauptverhandlung ihre eigene Aussage, wonach unten im Re-
staurant mindestens eine Tür offen gewesen sei, vorgehalten wurde. Hierzu wurde 
sie gefragt, was sie heute dazu sage bzw. ob mindestens eine Tür offen gewesen 
sei. Darauf antwortete sie: «Nicht die ganze Zeit. Aber einmal ging mein Ex-Mann 
auf die Toilette und wir mussten warten. Er ging auf eine Toilette, welche draussen 
war. Er musste also hinausgehen. Während dieser Zeit war die Tür offen» (pag. 
875 Z. 42 ff.). Angesichts der misslichen Situation, in welcher sich der Straf- und 
Zivilklägers damals befunden hatte, ist verständlich, dass dieser die kurze Zeit-
spanne nicht für einen Fluchtversuch nutzte, zumal er nicht wissen konnte, wann 
der Beschuldigten 1 von seinem Toilettengang zurückkommen wird.  

14.1.3 Gemäss den Aussagen des Straf- und Zivilklägers hat er den Beschuldigten 1 ge-
fragt, ob er nun gehen könne. Letzterer habe dies abgelehnt und ausgeführt, dass 
der Straf- und Zivilkläger sonst zur Polizei gehen würde. Er müsse warten und er 
werde ihn irgendwohin bringen (pag. 112 Z. 174 f. so auch: pag. 126 Z. 264). Die 
Beschuldigte 2 sei dann vorausgelaufen und der Beschuldigte 1 habe ihn am Arm 
geführt. Die Beschuldigte 2 habe sich ans Steuer gesetzt. Der Beschuldigte 1 habe 
die hintere Tür geöffnet, damit er sich ins Fahrzeug hätte setzten können. Sie seien 
beide neben dem Fahrzeug gestanden und der Beschuldigte 1 habe ihn am Arm 
gehalten. Als der Beschuldigte 1 sich gebückt habe, habe er sich losreissen und 
fliehen können. Auf Frage gab der Straf- und Zivilkläger anlässlich der parteiöffent-
lichen Einvernahme an, dass er nicht gewünscht habe, nach Italien gefahren zu 
werden. Er sei nicht einverstanden gewesen, irgendwo hin gefahren zu werden, 
sonst wäre er ja nicht geflüchtet. Das Ziel der Fahrt habe er nicht gekannt. Er sei 
nicht freiwillig zum Fahrzeug gegangen; der Beschuldigte 1 habe ihn an der Schul-
ter gehalten (pag. 126 f. Z. 270 ff.).

Die Beschuldigte 2 gab zu Protokoll, der Beschuldigte 1 habe den Straf- und Zivil-
kläger gefragt, was er nun machen wolle. Dieser habe nach Italien gewollt. Der Be-
schuldigte 1 habe diesem dann angeboten, ihn an die Grenze zu fahren. Dies habe 
der Straf- und Zivilkläger nicht gewollt. Auf dem Parkplatz, als sie die Fahrzeugtüre 
aufgemacht habe, sei der Straf- und Zivilkläger davongerannt (pag. 76 Z. 578 ff.). 
Auf Vorhalt der Aussagen des Straf- und Zivilklägers zu diesem Punkt gab die Be-
schuldigte 2 teils ausweichend Auskunft. Ihr Mann habe ihr gesagt, sie solle dem 
Straf- und Zivilkläger sagen, sie würden ihn nach Italien bringen. Am Fahrzeug ha-
be sie auf Verlangen des Beschuldigten 1 noch die Kindersicherung aktiviert. Auf 
Frage habe ihr Mann ihr am nächsten Tag gesagt, er habe damit vermeiden wollen, 
dass der Straf- und Zivilkläger während der Fahrt die Türe öffne und aus dem 
Fahrzeug stürze. Erst draussen sei ihr klar geworden, dass der Beschuldigte 1 hin-
ten beim Straf- und Zivilkläger hätte sitzen sollen (pag. 78 Z. 669 ff.). Bei der 
staatsanwaltschaftlichen Einvernahme bestätigte die Beschuldigte 2 im Wesentli-
chen ihre früheren Aussagen. Sie wisse nicht mehr, was der Straf- und Zivilkläger 
auf das Angebot, ihn nach Italien zu bringen, gesagt habe (pag. 100 f. Z. 414 ff.). 
Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung führte die Beschuldigte 2 aus, 
der Straf- und Zivilkläger habe nichts darüber gesagt, ob er einverstanden sei, an 
die italienische Grenze gefahren zu werden. Grundsätzlich habe er sich schon da-

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hingehend geäussert, dass er nach Italien zurück wolle, jedoch nicht in diesem 
Moment (pag. 467 Z. 26 ff.). In der oberinstanzlichen Hauptverhandlung führte die 
Beschuldigte 2 schliesslich aus, ihr Ex-Mann habe den Straf- und Zivilkläger ge-
fragt, was er als nächstes machen wolle, worauf der Straf- und Zivilkläger geant-
wortet habe, dass er zurück nach Italien gehen wolle. Sie wisse aber nicht, ob der 
Straf- und Zivilkläger sofort nach Italien habe zurück gehen wollen oder erst in ein 
paar Tagen; es sei nicht klar, wie der Straf- und Zivilkläger dies genau gemeint ha-
be. Er habe einfach den Wunsch geäussert, dass er schlussendlich nach Italien ge-
lange (pag. 872 Z. 34 ff.). Auf Frage des Verteidigers des Beschuldigten 1, ob sein 
Klient – wie vom Straf- und Zivilkläger behauptet – den Straf- und Zivilkläger quasi 
an der Schulter zum Auto geführt habe, gab die Beschuldigte 2 an, dass sie sich 
nicht erinnern könne, wie die beiden zum Auto gegangen seien. Weiter führte sie – 
in Übereinstimmung mit den Angaben des Straf- und Zivilklägers – aus, dass sie 
damals habe vorausgehen müssen und die beiden hinter ihr hergegangen seien 
(pag. 876 Z. 22 f.). 

Der Beschuldigte 1 führte anlässlich der ersten Einvernahme aus, der Straf- und 
Zivilkläger habe nach Italien gewollt (pag. 25 Z. 172). Auf spezifische Vorhalte ging 
er nicht ein (pag. 28). Anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme depo-
nierte er, der Straf- und Zivilkläger habe nach Italien gewollt und sei freiwillig zum 
Fahrzeug gegangen. Die Kindersicherung habe er zu seinem Schutz (zum Schutz 
des Straf- und Zivilklägers) aktivieren lassen. Er habe in diesem Moment auch et-
was Mitleid mit dem Straf- und Zivilkläger gehabt (pag. 55 f. Z. 526 ff.). Auch in der 
oberinstanzlichen Hauptverhandlung gab der Beschuldigte 1 zu Protokoll, dass der 
Straf- und Zivilkläger den Wunsch geäussert habe, nach Italien gebracht zu wer-
den; der Straf- und Zivilkläger habe zu ihm und der Beschuldigten 2 gesagt, dass 
er (der Straf- und Zivilkläger) genug von allem habe und nach Italien gehen wolle 
(pag. 865 Z. 13 ff.). 

14.1.4 Die Vorinstanz hat die Aussagen der Parteien umfassend und zutreffend gewürdigt, 
darauf kann verwiesen werden (pag. 634 f., S. 50 der Urteilsbegründung). Ergän-
zend ist einzig Folgendes festzuhalten: Es mag sein und ist naheliegend, dass der 
Straf- und Zivilkläger zu gegebener Zeit wieder an seinen Wohnsitz nach Italien 
gehen wollte. Nicht seinem Willen entsprach es jedoch, schwer verletzt und ver-
ängstigt von seinen Peinigern gefahren zu werden. Hätte er der Fahrt zugestimmt, 
wäre er nicht geflohen. Die Beschuldigte 2 hat denn zunächst auch bestätigt, dass 
der Straf- und Zivilkläger nicht habe gefahren werden wollen, jedenfalls nicht von 
den beiden Beschuldigten in diesem Moment (pag. 76 Z. 580; pag. 467 Z. 26 ff.). 
Später blieben ihre diesbezüglichen Aussagen vager. Sie brachte jedoch nie vor, 
der Straf- und Zivilkläger habe die Fahrt gewünscht. Vielmehr wich sie der entspre-
chenden Frage aus und gab vor, sich nicht mehr erinnern zu können bzw. es sei 
nicht klar gewesen, ob der Beschuldigte sofort oder erst nach ein paar Tagen habe 
nach Italien zurückgehen wollen. Sowohl die Aktivierung der Kindersicherung als 
auch das vorgesehene Sitzen des Beschuldigten 1 gemeinsam mit dem Straf- und 
Zivilkläger hinten im Auto zeigen, dass der Straf- und Zivilkläger gegen seinen Wil-
len an die italienische Grenze verbracht werden sollte. Dazu kam es nicht, weil der 
Straf- und Zivilkläger vor dem Einsteigen ins Fahrzeug die Flucht ergriff. 

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14.1.5 Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass der Straf- und Zivilkläger ab 
demjenigen Moment, als er ins Auto stieg, seiner Fortbewegungsfreiheit beraubt 
wurde. Ein Aussteigen aus dem Auto wäre dem Straf- und Zivilkläger nicht mehr 
möglich gewesen, da sich der Beschuldigte 1 – quasi als Wache – im Kofferraum 
des Autos versteckt hatte. In der Folge befand sich der Straf- und Zivilkläger bis zu 
seiner Flucht durchgängig in der Gewalt der beiden Beschuldigten. 

Ob sich die Beschuldigten über das weitere Vorgehen in der Liegenschaft in 
X.________ vorgängig verständigten, liess sich im Verfahren nicht erstellen. Aus 
den erwiesenen Vereinbarungen zwischen den Beschuldigten und den weiteren 
Umständen ergibt sich jedoch zweifelsfrei, dass der Straf- und Zivilkläger die Lie-
genschaft nicht wird verlassen können, sobald der Beschuldigte 1 auftaucht. Auch 
wenn Details des weiteren Ablaufs möglicherweise nicht abgesprochen waren, war 
im Tatplan beider Beschuldigter inhärent, dass der Straf- und Zivilkläger so lange in 
der Liegenschaft festgehalten werden wird, wie der Beschuldigte 1 dies will.  

14.2 Zur körperlichen Auseinandersetzung 

14.2.1 Bezüglich der körperlichen Auseinandersetzung des Beschuldigten 1 mit dem 
Straf- und Zivilkläger gab Letzterer an der polizeilichen Einvernahme vom 16. Mai 
2015 zu Protokoll, dass der Beschuldigte 1 ins Schlafzimmer kam, als er mit der 
Beschuldigten 2 nackt im Bett lag (pag. 111 Z. 102 ff.). Die Beschuldigte 2 sei zur 
Seite gegangen und der Beschuldigte 1 habe ihr eine Ohrfeige gegeben. Zu die-
sem Zeitpunkt sei er noch auf dem Bett gelegen. Der Beschuldigte 1 habe ihn dar-
aufhin überall geschlagen. Er könne nicht mehr sagen, wo genau. Der Beschuldigte 
1 habe mit den Fäusten geschlagen und mit den Füssen getreten. Nach ein paar 
Minuten sei ihm schwindlig geworden und er habe keine Kraft mehr gehabt. Er ha-
be den Beschuldigten 1 gebeten, ihn gehen zu lassen. Dieser habe jedoch weiter 
auf ihn eingeschlagen (pag. 111 Z. 124 ff.). Unten im Restaurant habe der Be-
schuldigte 1 erneut begonnen, ihn zusammenzuschlagen, dies wiederum mit den 
Fäusten und den Füssen. Der Beschuldigte 1 habe verschiedene Details über sei-
ne Beziehung mit der Beschuldigten 2 in Erfahrung bringen wollen. Er sei halb be-
wusstlos am Boden gelegen (pag. 111 Z. 141 ff.). Der Beschuldigte 1 sei in einen 
Nebenraum gegangen und mit einem Messer zurückgekommen. Das Messer sei 
etwa 40 cm lang gewesen und habe einen hellbraunen Griff gehabt (pag. 112 
Z. 151 ff.). Mit der Messerspitze habe er auf den kleinen Finger seiner rechten 
Hand gedrückt, mit der anderen Hand habe er ihn an den Haaren festgehalten. Der 
Beschuldigte 1 habe ihm gesagt, er würde ihm den kleinen Finger abschneiden. Er 
habe das Messer umgedreht und ihn mit dem Griff auf den Handrücken und den 
Kopf geschlagen. Gleichzeitig habe er wieder mit den Füssen gegen seinen Körper 
getreten. Als der Beschuldigte 1 gemerkt habe, dass es ihm gar nicht gut ging, ha-
be er die Beschuldigte 2 losgeschickt, um ein Glas Wasser zu holen (pag.112 
Z. 157 ff.). 

Nach Einzelheiten zu den Schlägen gefragt, führte der Straf- und Zivilkläger aus, 
dass der Beschuldigte 1 im Schlafzimmer aufs Bett gesprungen sei. Er sei von der 
Matratze auf den Boden gefallen. Der Beschuldigte 1 habe sich auf ihn geworfen 
und er sei in Rücklage unter ihm gewesen. Es habe dort nicht viel Platz gehabt. 
Hier habe der Beschuldigte 1 ihn mit beiden Fäusten geschlagen; gegen Oberkör-

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per und Gesicht. Gleichzeitig habe er das Bein auf seinem Bauch gehabt. Er habe 
ihn auch mit dem Fuss gegen die rechte und linke Schläfe getreten. Es seien meh-
rere Fusstritte gewesen (pag. 115 Z. 301 ff.). Dies einerseits mit der Sohle, aber 
auch Kicks mit der Fussspitze (p. 115 Z. 310 ff.). Einen Kick habe er gegen den 
Kiefer erhalten. Er habe das Gefühl gehabt, von diesem Schlag ohnmächtig ge-
worden zu sein. Er glaube, etwa drei Minuten weg gewesen zu sein. Daher denke 
er, der Kick sei recht kraftvoll gewesen. Er könne nicht schätzen, wie oft er getreten 
worden sei (pag. 115 Z. 315 ff.). Im Restaurant sei er erneut mit den Fäusten ge-
schlagen worden. Auch dort habe der Beschuldigte 1 mit den Füssen getreten. Mit 
den Füssen habe er gegen den Kopf getreten (pag. 115 Z. 332 ff.). Der Schnitt an 
der linken Hand stamme vom Messer. Die Kratzspuren am Oberkörper könnten 
auch vom Messer stammen. Er habe jedoch nicht bemerkt, wie sie genau entstan-
den seien (pag. 115 Z. 330 ff.).

14.2.2 Die Beschuldigte 2 führte in der polizeilichen Befragung vom 20. Mai 2015 aus, der 
Beschuldigte 1 habe nur die Hände über ihrem Kopf zusammengeschlagen. Der 
Straf- und Zivilkläger habe dabei gedacht, dass er sie schlage (pag. 75 Z. 540 f.). 
Weiter bestätigte sie, dass der Straf- und Zivilkläger geschlagen wurde (pag. 77 
Z. 602 ff.). Sie meinte, auch gesehen zu haben, wie ihr Mann dem Straf- und Zivil-
kläger in die Rippengegend getreten habe. Dieser sei so am Boden gelegen oder 
so hingekauert gewesen. Gegen den Kopf habe sie keine Tritte festgestellt (pag. 79 
Z. 708 ff.). Auf Vorhalt der Aussagen des Straf- und Zivilklägers bezüglich Faust-
schlägen gegen Oberkörper und Kopf sowie Fusstritte gegen die Schläfen sagte 
die Beschuldigte 2 aus, sie habe diverse Faustschläge und den Tritt gegen die 
Rippengegend gesehen. Aus Angst habe sie aber auch oft zu Boden geschaut 
(pag. 79 Z. 716 ff.). Der Tritt in die Rippen sei mit der Fussspitze erfolgt (pag. 79 
Z. 727). Sie könne sich nicht mehr an Fusstritte im Restaurant erinnern. Sie habe 
es so schlecht gesehen. Sie habe ein Blackout (pag. 79 Z. 739 ff.). Bestätigt hat die 
Beschuldigte 2, dass sowohl im Schlafzimmer als auch im Restaurant Blut aufge-
wischt worden sei. Weiter habe sie im Auftrag des Beschuldigten 1 Eis geholt, da-
mit der Straf- und Zivilkläger dies an die Wunde bei der Schläfe habe halten kön-
nen (pag. 77 Z. 642 ff.). Bezüglich des Vorfalls mit dem Messer führte sie aus, sie 
sei oben gewesen. Als sie nach unten gekommen sei, sei ihr Mann im Raum ge-
standen mit einem Stuhl in der Hand. Der Straf- und Zivilkläger sei in einer Ecke 
mit einem Messer in der Hand gestanden und habe sich geschnitten. Er habe ge-
sagt, er wolle sich umbringen. Ihr sei schwarz vor den Augen geworden und sie 
habe kurz das Bewusstsein verloren (pag. 67 Z. 123 ff.). Im Verlaufe der Einver-
nahme korrigierte die Beschuldigte 2 ihre Aussage und gab an, das Messer sei auf 
der Bar gelegen. Der Straf- und Zivilkläger habe das Messer genommen und ge-
sagt, er würde sich umbringen, wenn der Beschuldigte 1 ihn nicht gehen lassen 
sollte. Er sei an das andere Ende des Raums gerannt und habe sich in die Hände 
geschnitten. Es habe geblutet, aber nicht sehr stark. Der Straf- und Zivilkläger habe 
sich das Messer an den Bauch gehalten und seine Kleider verlangt. Die Situation 
habe sich anschliessend beruhigt (pag. 76 Z. 564 ff.). Später gab sie an, ihr Mann 
habe das Messer in der Küche geholt. Er habe es dem Straf- und Zivilkläger ge-
zeigt und auf die Bar-Theke gelegt. Ihr Mann habe am nächsten Tag gesagt, er ha-
be sehen wollen, ob der Straf- und Zivilkläger ihn angreife. Als sich der Beschuldig-

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te 1 kurz entfernt habe, habe der Straf- und Zivilkläger das Messer genommen und 
sich in die Hände geschnitten. Er habe dann das Messer gegen seinen Bauch ge-
halten und seine Kleider verlangt (pag. 77 Z. 625 ff.). Auf Vorhalt der Aussagen des 
Straf- und Zivilklägers bezüglich des Vorfalls mit dem Messer gab sie an, sie könne 
nicht bestätigen, was ihr Mann mit dem Messer gemacht habe. Der Beschuldigte 1 
habe sich über den Straf- und Zivilkläger gebeugt, der zusammengekauert am Bo-
den gewesen sei. Sie habe nur den Rücken ihres Mannes gesehen. Sie könne sich 
aber gut erinnern, wie der Straf- und Zivilkläger das Messer genommen und sich 
selbst an der rechten Innenhand verletzt habe (pag. 78 Z. 647 ff.). 

An der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 21. Juli 2017 gab die Beschul-
digte 2 zu Protokoll, die Schläge im Schlafzimmer seien nach ein paar Sekunden 
losgegangen (pag. 105 Z. 577 ff.). Ihr Mann habe den Straf- und Zivilkläger im Re-
staurant geschlagen, aber sie habe nicht genau gesehen, wie. Ihr Mann sei eher 
gestanden, der Straf- und Zivilkläger sei eher am Boden gewesen (pag. 97 Z. 306 
ff.). Wenn ihrem Mann eine Antwort des Straf- und Zivilklägers nicht gepasst habe, 
habe er ihn geschlagen (pag. 99 Z. 368 ff.). An Tritte konnte sich die Beschuldigte 
2 nicht mehr erinnern; ihre früheren Aussagen würden wohl stimmen (pag. 104 
Z. 571 ff.). 

Weiter gab die Beschuldigte 2 an, vor dem Durchgang zum Restaurant habe es ein 
Lavabo, wo sich die Messer befunden hätten. Ihr Mann habe ein Messer in der 
Nähe des Straf- und Zivilklägers hingelegt. Dieser habe dann das Messer genom-
men und gesagt, dass er sich etwas antun werde. Der Straf- und Zivilkläger habe 
sich dann anziehen wollen. Er habe sich dann mit dem Messer an der Hand ver-
letzt. Die Situation habe sich anschliessend beruhigt (pag. 97 f. Z. 308 ff.). Auf Vor-
halt der Aussagen des Straf- und Zivilklägers bezüglich des Messers gab sie an, 
sie wisse es nicht mehr. Ihr Mann habe, als der Straf- und Zivilkläger am Boden ge-
legen sei, noch ein Spiel gespielt, bei welchem er die Hand des Straf- und Zivilklä-
gers zu Boden drückt und mit dem Messer schnell zwischen die einzelnen Finger 
gestochen habe. Verletzt habe sich der Straf- und Zivilkläger mit dem Messer 
selbst (pag. 98 Z. 340 ff.). 

Anlässlich der Hauptverhandlung bestätigte die Beschuldigte 2 ihre bisherigen 
Aussagen. Der Beschuldigte 1 habe den Straf- und Zivilkläger sicher gegen den 
Oberkörper geschlagen, dies mit Füssen und Fäusten. Wie genau, wisse sie nicht. 
Unten sei mehr eine Gesprächssituation gewesen. Sie habe nichts Genaues gese-
hen (pag. 471 Z. 22 ff.). 

In der oberinstanzlichen Hauptverhandlung bestätigte die Beschuldigte 2 wieder-
um, dass der Beschuldigte 2 den Straf- und Zivilkläger im Schlafzimmer geschla-
gen habe. Details dazu, wohin der Straf- und Zivilkläger genau geschlagen wurde, 
konnte sie erneut nicht nennen, da sie es nicht deutlich gesehen habe und sie sich 
bereits nach kurzer Zeit auch nicht mehr habe erinnern können, weil sie wegen des 
Vorgefallenen sehr schockiert gewesen sei (pag. 871 Z. 24 ff.). Auf anschliessende 
Frage hin präzisierte sie, der Straf- und Zivilkläger sei ihrer Erinnerung nach überall 
geschlagen worden, einmal da und einmal da (pag. 871 Z. 33 f.); zur Verdeutli-
chung dieser Aussage zeigte die Beschuldigte 2 mit ihren Fingern zu verschiede-
nen Köperteilen, u.a. an ihren Kopf und ihren Oberkörper (pag. 871 Z. 36 f.). Auf 

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die Frage, ob der Straf- und Zivilkläger auch getreten worden sei, führte sie aus, 
die Tritte seien glaublich oben ihm Schlafzimmer passiert. Sie wisse aber nicht, 
wohin die Tritte gegangen seien (pag. 871 Z. 41 f.). Auf Frage zur Position des 
Straf- und Zivilklägers bei den Schlägen/Tritten gab sie an: «Das war unterschied-
lich. Mal sass das Opfer, mal lag es und mal stand es. Es ist alles vorgekommen» 
(pag. 872 Z. 1 ff.). Zum Messer meinte sie schliesslich, dass der Beschuldigte 1 
dieses in der Küche geholt und irgendwohin gelegt habe. Der Straf- und Zivilkläger 
habe das Messer später genommen und gesagt, dass er sich damit selber verlet-
zen werde. Dabei habe er irgendwie auf seinen Bauch gezeigt. Sie glaube, der 
Straf- und Zivilkläger habe dem Beschuldigten 1 deshalb damit gedroht, sich am 
Bauch zu verletzen, um ihm Angst zu machen. Er habe das aber nicht gemacht. Er 
habe sich dann aus Versehen selber in die Hand geschnitten (pag. 872 Z. 6 ff.). 

Der Beschuldigte 1 räumte anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 20. Mai 
2015 Faustschläge und Tritte gegen den Straf- und Zivilkläger ein (pag. 24 Z. 123 
ff.). Er habe ihn glaublich nur einmal getreten, wohin könne er nicht genau sagen 
(pag. 24 Z. 131 ff.). Anlässlich derselben Einvernahme sprach er später von zwei 
Tritten, wobei er sich nicht erinnern könne, wo er den Straf- und Zivilkläger im Ge-
rangel getroffen habe (pag. 28 Z. 341 ff.). Allerdings stellte er den Beginn der Aus-
einandersetzung abweichend von den Angaben der Beschuldigten 2 und vom 
Straf- und Zivilkläger dar. Die entsprechenden Ausführungen, insbesondere wo-
nach der (schmächtige sowie nackt im Bett überraschte) Straf- und Zivilkläger ihn 
angegriffen habe, sind lebensfremd und wurden vom Beschuldigten 1 in späteren 
Einvernahmen auch nicht mehr vorgebracht (so zutreffend die Vorinstanz pag. 629, 
S. 45 der Urteilsbegründung). Immerhin räumte der Beschuldigte 1 bereits bei der 
ersten Einvernahme ein, dass der Straf- und Zivilkläger im Kampf keine Möglichkei-
ten gehabt habe, zurückzuschlagen (pag. 30 Z. 416). Während er bei einer weite-
ren polizeilichen Einvernahme ausweichend zu Vorhalten Stellung nahm, räumte er 
bei der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme ein, dass er – wie mit der Beschul-
digten 2 vereinbart – den Straf- und Zivilkläger mit dieser im Bett überraschte und 
ihn dann schlug (pag. 48 ff.). Anlässlich der Hauptverhandlung nahm er zur Sache 
kaum mehr Stellung und machte teils abwegige Aussagen (vgl. die Erwägungen 
der Vorinstanz auf pag. 629 f., S. 45 f. der Urteilsbegründung). In der oberinstanzli-
chen Hauptverhandlung bestätigte er schliesslich, dass er dem Straf- und Zivilklä-
ger ins Gesicht und in den Bauch geschlagen habe (pag. 864 Z. 24 f. und Z. 29). 
Auf Vorhalt seiner Aussagen bei der Polizei, wonach der den Straf- und Zivilkläger 
auch getreten habe, führte er aus, wenn er diese Aussage bei der Polizei gemacht 
habe, dann habe er den Straf- und Zivilkläger wahrscheinlich getreten (pag. 864 
Z. 33 f.). An Einzelheiten zu den Tritten konnte oder wollte er sich jedoch nicht 
mehr erinnern (pag. 864 Z. 41). Hinsichtlich des Messereinsatzes führte er lapidar 
aus, dass sich der Straf- und Zivilkläger selber geschnitten habe (pag. 865 Z. 6).  

14.2.3 Die zusammenfassend aufgeführten Aussagen des Straf- und Zivilklägers bezüg-
lich der körperlichen Auseinandersetzung bilden Teil seiner gesamten Aussagen 
zum Vorfall. Die Vorinstanz hat diese eingehend gewürdigt und schlüssig darge-
legt, weshalb sie dessen Aussagen sowohl zum Rahmen- wie auch zum Kernge-
schehen als glaubhaft erachtet (pag. 596 – 607, S. 12 – 23 der Urteilsbegründung; 
pag. 624 f., S. 40 f. der Urteilsbegründung). Darauf kann vollumfänglich verwiesen 

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werden. Ebenso zutreffend ist die Analyse der Aussagen der Beschuldigten. Zu-
sammenfassend und ergänzend ist festzuhalten, dass der Straf- und Zivilkläger die 
Vorkommnisse im freien Bericht äussert detailliert, konstant und nachvollziehbar 
umschrieb. Er schilderte auch scheinbar unwichtige Details im Handlungsablauf 
(Umbauarbeiten in der Wohnung, pag. 110 Z. 96; Füttern der Schildkröte, pag. 124 
Z. 162) sowie seine Ängste und Gefühle, ohne diese ins Zentrum zu stellen 
(pag. 111 Z. 134, 146, pag. 116 Z. 375). Aggravationstendenzen sind nicht erkenn-
bar; vielmehr berichtete der Straf- und Zivilkläger beispielweise auch, dass er 
mehrfach mit einem Pflaster versorgt oder dass ihm ein Glas Wasser gebracht 
worden sei (pag. 112 Z. 162 ff.). Er gab auch offen zu, wenn er gewisse Handlun-
gen nicht einordnen konnte (pag. 113 Z. 211 ff.). Letztendlich enthalten die Aussa-
gen des Straf- und Zivilklägers zahlreiche Realkriterien. Bei den Beschuldigten hat 
das Vorgehen der Strafverfolgungsbehörden – die ersten Einvernahmen des Ehe-
paars fand nach Absprache erst nach einigen Tagen statt – nicht nur die Vernich-
tung von Beweismitteln (z.B. Videos und Anruflisten der Mobiltelefone) ermöglicht, 
sondern auch Absprachen zugelassen. Wie die Vorinstanz zutreffend festgehalten 
hat, kam es entsprechend denn auch vorgängig zu Absprachen zwischen den bei-
den Beschuldigten (pag. 626, S. 42 der Urteilsbegründung). Der Beschuldigte 1 
ging auf Vorhalte häufig nicht oder nur ausweichend ein. Die Beschuldigte 2 mach-
te umfangreiche Aussagen zum Rahmengeschehen; beim Kerngeschehen konnte 
oder wollte sie häufig jedoch keine konkreten Angaben machen. Zudem bagatelli-
sierte sie ihren eigenen Tatbeitrag. 

Für die Glaubhaftigkeit der Aussagen des Straf- und Zivilklägers spricht weiter, 
dass sie mit den übrigen Beweismitteln grundsätzlich im Einklang stehen, so insbe-
sondere mit den Aussagen der Beschuldigten 2 (pag. 75 ff.). Diese hat – nachdem 
sie ihre Erstaussagen korrigierte – die Aussagen des Straf- und Zivilklägers weit-
gehend bestätigt (pag. 77 ff.). Der Beschuldigte 1 hat im Grundsatz den äusseren 
Ablauf nicht bestritten, auch wenn er sich teils nicht detailliert bzw. im Einzelnen zu 
den Vorhalten äusserte. Auf die punktuellen Abweichungen der Aussagen der beim 
Vorfall Anwesenden ist – soweit relevant – in den folgenden Erwägungen einzuge-
hen.

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14.2.4 Gestützt auf die obigen Erwägungen liegen glaubhafte Aussagen des Straf- und 
Zivilklägers vor, dass dieser vom Beschuldigten 1 mit Fäusten geschlagen und 
auch mit den Füssen getreten wurde. Faustschläge des Beschuldigten 1 gegen das 
Gesicht und den Oberkörper des Straf- und Zivilklägers sind soweit ersichtlich im 
Grundsatz unstrittig. Soweit einen Tritt in den Oberkörper betreffend, sind die Aus-
sagen insoweit übereinstimmend, als sowohl die Beschuldigte 2 von einem Tritt 
gegen die Rippengegend berichtet, wie auch der Beschuldigte 1 deponierte, dass 
der Straf- und Zivilkläger nach einem Tritt die linke Körperseite hielt (pag. 24 
Z. 129 ff.). Das rechtsmedizinische Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin führt 
als objektives Beweismittel stimmig eine Rippenserienfraktur links von vier Rippen 
(5. – 8. Rippe) auf, welche im Inselspital unmittelbar nach dem Vorfall diagnostiziert 
wurde (pag. 163). Der Bruch mehrerer Rippen lässt darauf schliessen, dass der 
Tritt mit entsprechender Kraft erfolgt ist. 

14.2.5 Entgegen der Auffassung der Vorinstanz schliesst das Gutachten des Instituts für 
Rechtmedizin vom 5. Juni 2015 (pag. 162 ff.) Tritte gegen den Kopf des Straf- und 
Zivilklägers keineswegs aus: Dem vorgenannten Gutachten und den dort erwähn-
ten Berichten lässt sich unter anderem eine starke Druckschmerzhaftigkeit beider 
Kiefergelenke entnehmen. Ebenso lag im Bereich des rechten Jochbeinbogens ei-
ne leichte Schwellung und Druckschmerzhaftigkeit vor. Weiter lagen auch Hautun-
terblutungen im Schläfenbereich vor (pag. 163). Die entsprechenden Verletzungen 
sind teils auch bildlich dokumentiert (pag. 151 ff.). Am Schädel lagen keine akuten 
Traumafolgen vor und auch sonst gibt es keine objektiven Beweise dafür, dass die 
Verletzungen am Kopf von Tritten – und nicht von anderweitiger stumpfer Gewalt – 
stammen würden (pag. 163 ff.). Gemäss IRM-Gutachten lassen sich die Verletzun-
gen am Kopf des Straf- und Zivilklägers auch mit Faustschlägen erklären. Das 
Gutachten bestätigt Fusstritte gegen den Kopf des Straf- und Zivilklägers zwar 
nicht, schliesst solche aber auch nicht aus. Dazu ist auszuführen, dass es notorisch 
ist, dass stumpfe Gewalt gegen den Kiefer eine Benommenheit («K.O.») zur Folge 
haben kann, ohne dass zwingend bleibende Traumafolgen ersichtlich bleiben. 
Dass die Verletzungen vorliegend nicht schlimmer ausgefallen sind, schliesst hefti-
ge Fusstritte gegen den Kopf des Opfers keineswegs aus. Weiter sind geformte 
Verletzungen vorab dann zu erwarten, wenn Tritte mit der Sohle und nicht mit der 
Fussspitze erfolgen. Wie auch die Verletzung im Rippenbereich zeigt, müssen Trit-
te nicht zwingend spezifische Spuren hinterlassen. Auch der Umstand, dass die 
beiden Beschuldigten für den Straf- und Zivilkläger Eis für die Schläfe besorgten, 
lässt auf erhebliche stumpfe Gewalteinwirkung gegen die erwähnte Stelle (Schläfe) 
schliessen (pag. 77 Z. 643 ff.). Dass der Straf- und Zivilkläger die genaue Anzahl 
der Fusstritte nicht nennen konnte, spricht sodann keineswegs gegen die Glaub-
haftigkeit seiner Aussagen; vielmehr ist dieser Umstand als Realkennzeichen zu 
werten. Die Aussagen der beiden Beschuldigten schliessen Tritte gegen den Kopf 
sodann nicht aus, räumte der Beschuldigte 1 doch ein, dass er den Straf- und Zivil-
kläger im dynamischen Geschehen getreten habe, er aber nicht mehr wisse, wohin 
(pag. 24 Z. 129 ff.; pag. 28 f. Z. 345 ff.). Auch die Beschuldigte 2 sprach von Tritten 
gegen den Straf- und Zivilkläger, machte jedoch geltend, sie habe die körperlichen 
Auseinandersetzungen teils nicht beobachten können resp. nicht gesehen, wohin 
der Straf- und Zivilkläger genau getreten worden sei. Es ist nicht einzusehen, wes-

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halb der Straf- und Zivilkläger dem Beschuldigten 1 zu Unrecht entsprechende Trit-
te gegen den Kopf hätte anlasten sollen, zumal in seinen Aussagen keine Aggrava-
tionstendenzen ersichtlich sind (vgl. die obigen Erwägungen bzw. die Nachfolgen-
den bezüglich das Messer). Gestützt auf die obigen Erwägungen sind Tritte gegen 
den Kopf des Straf- und Zivilklägers, welche mindestens zu dessen kurzzeitigen 
Benommenheit führten, erstellt. 

14.2.6 Lebensnah und schlüssig sind ebenso die Aussagen des Straf- und Zivilklägers 
bezüglich der Verletzung mit dem Messer. Hätte der Straf- und Zivilkläger nicht 
selbst Erlebtes berichtet, wären anderweitige vermeintliche Bedrohungssituationen 
naheliegender als das geschilderte Vorgehen des Beschuldigten 1 bezüglich des 
Fingers. Weiter fällt auf, dass bei einer Falschbelastung bzw. Aggravation deutlich 
drastischere Bedrohungslagen mit einem Messer zu erwarten wären. Ohne den 
Vorfall mit dem Messer bagatellisieren zu wollen, wurde dieser vom Straf- und Zi-
vilkläger doch als eher kurze Sequenz der Tat dargestellt, wobei die Gefährdung 
durch das Messer überblickbar blieb. Er hat denn auch nicht alle Schnitte zwingend 
auf das Messer zurückführen können (pag. 115 Z. 330 ff.). Mithin deutet nichts dar-
auf hin, dass der Straf- und Zivilkläger hinsichtlich des Messers falsche Angaben 
gemacht hätte resp. er den Beschuldigten 1 zu Unrecht belasten wollte, zumal er 
hinsichtlich der Kratzer am Bauch – zu Gunsten des Beschuldigten 1 – etwa angab, 
dass er nicht wisse, woher diese Kratzer stammen würden. Die Ausführungen der 
Beschuldigten, wonach sich der Straf- und Zivilkläger selbst mit dem Messer ver-
letzt habe, sind demgegenüber teils widersprüchlich und lebensfremd. Die beiden 
Beschuldigten haben die Geschichte rund um das Messer nicht gleichbleibend und 
zudem unterschiedlich geschildert. Die Beschuldigte 2 erwähnte zudem, dass der 
Beschuldigte 1 mit dem am Boden liegenden Straf- und Zivilkläger ein Spiel ge-
spielt habe, bei welchem er die Hand des Straf- und Zivilklägers zu Boden gedrückt 
und mit dem Messer schnell zwischen die einzelnen Finger gestochen habe (pag. 
98 Z. 342 ff.). Auch angesichts dessen erscheint wenig schlüssig, dass die Schnitt-
verletzung am Finger des Straf- und Zivilklägers von diesem selbst stammen soll. 
Sodann gilt zu erwähnen, dass die Beschuldigte 2 wiederholt ausführte, dass de