# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cf4ed2d2-30c4-56ad-8001-7d8d5d5dca83
**Source:** Solothurn (SO)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 1994-06-23
**Language:** de
**Title:** Solothurn Obergericht Jugendgerichtskammer 23.06.1994 ZZ.1994.36 (Erw. 3)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SO_Omni/SO_OG_003_ZZ-1994-36_1994-06-23.html

## Full Text

SOG 1994 Nr. 36

 

 

§ 30 PBG - Zonenkonformität. Eine Krananlage
gehört in der Regel nicht in die Wohnzone (Erw. 3).

 

 

            Die X. AG betreibt auf ihrem mitten in einer
2-geschossigen Wohnzone gelegenen Grundstück GB Nr. 2294 seit Mitte der
vierziger Jahre einen Werkhof. 1979 erstellte sie einen Baukran, der 1986 an
einem andern Standort durch einen 22 m hohen Kran mit einer Ausladung von 36 m
ersetzt wurde. Die Baukommission erteilte dafür nachträglich eine befristete
Bewilligung, die vom Bau-Departement auf Beschwerde von Nachbarn aufgehoben
wurde. Das Verwaltungsgericht wies die Beschwerde der X. AG ab. Aus den
Erwägungen:

 

            § 30 PBG lässt nur nichtstörende Gewerbebetriebe
zu, welche der Bauweise der Zone angepasst sind. Krananlagen zu Werkhöfen sind
in der Regel in der Wohnzone nicht zonenkonform. Dies bestätigt sich im
vorliegenden Fall. Wie der Augenschein zeigte, gehen vom Betrieb des Krans
Störwirkungen aus, die mit dem ruhigen und gesunden Wohnen im Quartier nicht
verträglich sind (Geräusche des Seilaufzuges, Ein- und Ausschalten der Schütze
beim Verstellen des Auslegers und der Laufkatze). Die Anlage muss in
Randstunden bei Arbeitsbeginn der Mitarbeiter und auch über die Mittagszeit in
Betrieb gesetzt werden. Der Kran ist zudem der Bauweise der Wohnzone, die nur
2-geschossige Wohnhäuser zulässt, nicht angepasst. Er ragt weit über die
umliegenden Wohnhäuser und als Silhouette in die Landschaft. Das
Erscheinungsbild des Kranes (Höhe und Ausladung) verletzt auch das allgemeine
Gestaltungsgebot von § 145 Planungs- und Baugesetz (PBG; BGS 711.1). Das
Bauvorhaben ist deshalb nicht zonenkonform.

 

Verwaltungsgericht, Urteil vom 23. Juni 1994