# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 53e9bcdc-e7a3-53bb-9174-1ee09ef70777
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2003-08-19
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 19.08.2003 ZB 2003 21
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_ZB-2003-21_2003-08-19.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
  Tribunale cantonale dei Grigioni
  Dretgira chantunala dal Grischun

Ref.: Chur, 19. August 2003 Schriftlich mitgeteilt am: 
ZB 03 21 (nicht mündlich eröffnet)

Urteil
Kantonsgerichtsausschuss

Präsident Brunner, Kantonsrichter Lazzarini und Sutter-Ambühl, Aktuar ad hoc L. 
Duff.

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In der zivilrechtlichen Beschwerde

des A., Kläger und Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Victor 
Benovici, Goldgasse 11, 7002 Chur,

gegen

das Urteil des Kreispräsidiums Lumnezia/Lugnez vom 27. Mai 2003, mitgeteilt am 
30. Mai 2003, in Sachen des Klägers und Beschwerdeführers gegen C., Beklagter 
und Beschwerdegegner, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Leonhard J. Toenz, 
Seestrasse 39, Postfach, 8700 Küsnacht-Zürich,

betreffend Wiederherstellung,

hat sich ergeben:

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A. A. ist Eigentümer der Liegenschaft Nr. E., Plan 7 und 8 (Teil einer 
Werkstatt mit Gebäudegrundfläche und Wiese “B.”) des Grundbuches der Ge-
meinde X.. C. bewirtschaftet verschiedene,  oberhalb dieser Parzelle an der D. ge-
legene landwirtschaftliche Grundstücke. Der Zugang erfolgt dabei teilweise über die 
Wiese des Beschwerdeführers.

B. Zwecks Sicherung der Zufahrt mit landwirtschaftlichen Traktoren im 
steilen Gelände verlegte C. am oberen Ende der Parzelle des Beschwerdeführers 
diverse Steine; dies ohne letzteren davon in Kenntnis zu setzen. In der Folge for-
derte A. den Beschwerdegegner zur Entfernung der Steine beziehungsweise zur 
Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes auf. 

C. Als sich C. innert Frist nicht vernehmen liess und keine Anstalten 
zeigte, der Aufforderung nachzukommen, gelangte A. zunächst an den Kreispräsi-
denten Lugnez mit dem Begehren auf Erlass eines Amtsbefehls. Diesem Vorgehen 
war indes kein Erfolg beschieden. Schliesslich wurde am 24. Juni 2002 eine Klage 
beim Kreispräsidium Lugnez instanziert mit dem Begehren, der Beschwerdegegner 
sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu verpflichten, die von ihm auf Parzelle 
Nr. E. in X. eingebrachten Steine zu entfernen und den Wege ins bisherige Wiesland 
zurückzuversetzen. Nach diversen Fristerstreckungen reichte C. am 23. September 
2002 die Prozessantwort ein mit dem Antrag auf kostenfällige Abweisung der Klage. 
Der Beschwerdeführer verzichtete in der Folge auf die Einreichung einer Replik.

D. Am 13. März 2003 wurde in Y. vor dem Kreispräsidum Lugnez die 
Hauptverhandlung durchgeführt. Anwesend waren nebst dem Rechtsvertreter des 
Klägers und Beschwerdeführers dessen Sohn, R., sowie der Beklagte und Be-
schwerdegegner, C.. Dessen Rechtsvertreter hatte sich entschuldigen lassen. Im 
Anschluss an die Parteivorträge wurden verschiedene Lösungsvorschläge disku-
tiert. Nachdem am Rechtstag keine einvernehmliche Lösung gefunden werden 
konnte, bat der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers den Kreispräsidenten, mit 
der Urteilsfällung im Hinblick auf eine allfällige aussergerichtliche Einigung noch zu-
zuwarten. In der Folge vermochten sich die Parteien jedoch nicht zu einigen. Mit 
Urteil vom 27. Mai 2003, mitgeteilt am 30. Mai 2003, wies der Kreispräsident die 
Klage ab.

E. Gegen dieses Urteil erhob A. mit Eingabe vom 17. Juni 2003 Be-
schwerde an den Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden mit folgenden 
Rechtsbegehren:

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"1. Das Urteil sei vollumfänglich aufzuheben.

 2. Der Beklagte sei zu verpflichten, die von ihm auf Parzelle Nr. E. in 
X. eingebrachten Steine zu entfernen und den Weg ins bisherige 
Wiesland zurückzuversetzen.

3. Unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge für alle Instanzen 
zulasten des Beklagten.”

Zur Begründung wurde insbesondere aufgeführt, auf der Parzelle des Be-
schwerdeführers sei zugunsten des Beschwerdegegners kein Recht eingetragen; 
dieser habe ohne jegliche Anfrage ein Durchgangsrecht ausgebaut. Entsprechend 
sei er aufgefordert worden, die eingelegten grossen Steine wieder zu entfernen. Der 
Beschwerdeführer sei befugt, sich gegen die ungerechtfertigte Einwirkung mit der 
Eigentumsfreiheitsklage zu schützen. Insbesondere führe ein aussergrundbuchlich 
entstandenes Recht, die fragliche Parzelle zu überfahren, nicht zur Berechtigung 
der Vornahme erheblicher Eingriffe in das Eigentum des Beschwerdeführers; dieser 
habe vielmehr aufgrund von Art. 737 Abs. 2 ZGB sein Recht in möglichst schonen-
der Weise auszuüben. Der Berechtigte habe weder behauptet noch bewiesen, zur 
Ausübung seiner Dienstbarkeit Steine verlegen zu müssen. Schliesslich gebe es in 
der Schweiz keine eigenmächtige Berechtigung für die Ausweitung eines Notwe-
ges, weshalb das vorinstanzliche Urteil wegen eindeutiger Gesetzesverletzung auf-
zuheben sei. 

F. In seiner Beschwerdeantwort vom 9. Juli 2003 beantragte C. die kos-
tenfällige Abweisung der Beschwerde unter gleichzeitiger Zusprechung einer ange-
messenen ausseramtlichen Entschädigung an den Beschwerdegegner. Im Wesent-
lichen wurde geltend gemacht, der einzige Zweck der Verlegung der Steine habe 
darin bestanden, die Wiese an jener Stelle genug stabil zu machen, um sie mit land-
wirtschaftlichen Maschinen befahren zu können. Im Übrigen berufe sich das ange-
fochtene Urteil nicht auf Art. 737 ZGB; die verlangte schonende Rechtsausübung 
habe die Vorinstanz im positiven Sinne zugunsten des Beschwerdegegners bejaht. 
Unzutreffend sei auch, dass der Kreispräsident mit den Parteien - ohne Wissen des 
Rechtsvertreters des Beschwerdeführers - einen Augenschein durchgeführt habe.

Der Kreispräsident Lugnez verzichtete in seinem Schreiben vom 24. Juni 
2003 auf die Einreichung einer Vernehmlassung. 

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften sowie im angefochte-
nen Urteil, wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegan-
gen.

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Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung :

1. Gegen nicht berufungsfähige Urteile sowie prozesserledigende Ent-
scheide der Einzelrichter, des Bezirksgerichtsausschusses und des Bezirksgerich-
tes sowie gegen weitere, in Art. 232 Ziff. 1 bis 8 ZPO aufgezählte Entscheide steht 
dem Betroffenen der Beschwerdeweg an den Kantonsgerichtsausschuss offen. 
Vorliegend steht fest, dass der Kreispräsident das Urteil als Einzelrichter fällte, da 
beide Parteien übereinstimmend von einem Streitwert unter Fr. 1'000.-- ausgingen 
(Art. 16 ZPO). Das Rechtsmittel ist innert zwanzig Tagen seit Zugang des anzufech-
tenden Erkenntnisses beim Kantonsgerichtspräsidium einzureichen, wobei in der 
Beschwerdeschrift mit kurzer Begründung anzugeben ist, welche Punkte beanstan-
det und welche Änderungen verlangt werden (Art. 233 Abs. 1 und 2 ZPO). Mit der 
Eingabe vom 17. Juni 2003 ist die 20-tägige Beschwerdefrist eingehalten. Auf die 
im Übrigen formgerecht, das heisst einen Antrag und eine Begründung enthaltende 
und bei der zuständigen Instanz eingelegte Beschwerde ist folglich einzutreten.

2. Im zivilrechtlichen Beschwerdeverfahren ist die Kognition des Kan-
tonsgerichtsausschusses auf Rechtsverletzungen und willkürliche Tatsachenfest-
stellungen beschränkt (Art. 235 Abs. 1 und 2 ZPO). Gleiches gilt grundsätzlich auch 
dort, wo dem Richter ein Ermessensspielraum eingeräumt wird; eine Rechtsverlet-
zung liegt in solchen Fällen nur dann vor, wenn sich der Gebrauch des Ermessens 
als rechtsmissbräuchlich erweist oder wenn es überschritten wird, das heisst, wenn 
sich ein Ermessensentscheid auf keine sachlich vertretbaren Gründe abstützen 
lässt oder er dem Gerechtigkeitsempfinden in stossender Weise zuwiderläuft (PKG 
1987 Nr. 17 E. 1). Die Beschwerde ist somit unter diesem beschränkten Gesichts-
winkel zu überprüfen.

3. Der Beschwerdeführer macht zunächst geltend, der Beschwerdegeg-
ner verfüge über kein im Grundbuch eingetragenes Durchfahrtsrecht über seine Pa-
rzelle. Gleichwohl beruft er sich in seiner Beschwerdeschrift auf Art. 737 Abs. 2 
ZGB, welcher vom Berechtigten eine möglichst schonende Ausübung seines 
Rechts verlangt. Die Anwendbarkeit dieser Bestimmung setzt jedoch gerade das 
Bestehen einer im Grundbuch eingetragenen Dienstbarkeit voraus, sei es aufgrund 
eines schriftlichen Dienstbarkeitsvertrages im Sinne von Art. 732 ZGB (diesfalls 
wirkt der Eintrag konstitutiv, das heisst das Recht entsteht gemäss Art. 731 ZGB 
erst im Zeitpunkt der Eintragung) oder auf der Grundlage einer gesetzlichen Bestim-
mung, welche dem Berechtigten bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen das 
Recht auf Einräumung einer Servitut verleiht. Letzteres trifft etwa auf das Überbau-

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recht gemäss Art. 674 ZGB oder das Notwegrecht im Sinne von Art. 694 ZGB zu 
(Meier-Hayoz, Arthur: Berner Kommentar zum ZGB, Bern 1975, N 8 ff. zu Art. 694 
sowie Liver, Peter: Schweizerisches Privatrecht, Band V/1., Basel und Stuttgart 
1977, S. 266 ff.).  Der Beschwerdegegner beruft sich hingegen weder auf das eine 
noch das andere, weshalb für die Anwendung von Art. 737 Abs. 2 ZGB von vorne-
herein kein Raum verbleibt. Sodann wird von letzterem auch nicht geltend gemacht, 
es sei eine  altrechtliche Dienstbarkeit vorhanden oder das Recht auf Durchfahrt 
bestehe seit unvordenklicher Zeit im Sinne einer nachgewiesenen Rechtsausübung 
von mindestens 80 Jahren (PKG 1992 Nr. 9). Festzuhalten ist in diesem Zusam-
menhang jedoch, dass in Art. 737 ZGB der in Art. 2 Abs. 1 ZGB statuierte Rechts-
grundsatz des Handelns nach Treu und Glauben seinen Ausdruck findet. Diese Be-
stimmung bringt ein allgemeines, im Privatrecht wie im öffentlichen Recht geltendes 
Rechtsprinzip zum Ausdruck. Soweit es also im vorliegenden Fall - wie nachfolgend 
noch darzulegen sein wird - um aussergrundbuchlich entstandene Rechte geht, hat 
der Berechtigte auch bei Fehlen ausdrücklicher gesetzlicher Anordnung stets auf 
deren schonende Ausübung zu achten und jedes Übermass zu vermeiden (Honsell, 
Heinrich: Basler Kommentar zum ZGB, Zivilgesetzbuch I, Art. 1-456 ZGB, 2. Auf-
lage, Basel 2002, N 3 ff. zu Art. 2 sowie Petitpierre, Etienne: Basler Kommentar zum 
ZGB, Zivilgesetzbuch II, Art. 457-977 ZGB, Basel 2003, N 1 f. zu Art. 737).

4. Der Beschwerdeführer verweist sodann auf den Umstand, dass es in 
der Schweiz keine eigenmächtige Berechtigung für die Ausweitung eines Notweges 
gebe (S. 3 Ziff. 3 der Beschwerdeschrift). Damit setzt er sich in einen gewissen 
Widerspruch zu seinen eigenen Ausführungen, gesteht er dem Beschwerdegegner 
doch offenbar ein aussergrundbuchlich entstandenes Fahrrecht zu, welches dieser 
seit Jahrzehnten ohne irgendwelche Probleme habe ausüben können (S. 3 Ziff. 2). 
Gleichwohl  führt er im Anschluss daran aus, der Berechtigte habe weder behauptet 
noch bewiesen, er habe zur Erhaltung oder Ausübung seiner Dienstbarkeit - nach 
dem unter Ziff. 2 hievor Ausgeführten besteht eine privatrechtliche Servitut eben 
gerade nicht - Steine an der besagten Stelle verlegen müssen. Vor diesem Hinter-
grund erscheint es als angebracht, einige grundsätzliche Überlegungen zur Rechts-
natur und zur grundbuchlichen Behandlung des Notwegrechts anzustellen. Gemäss 
Art. 694 Abs. 1 ZGB kann ein Grundeigentümer, der keinen genügenden Weg von 
seinem Grundstück auf die öffentliche Strasse hat, beanspruchen, dass ihm der 
Nachbar gegen volle Entschädigung einen Notweg einräume. Die Gewährung eines 
Notwegrechts wird von strengen Voraussetzungen abhängig gemacht und kann nur 
in einer eigentlichen Notlage beansprucht werden (BGE 105 II 180).  Eine solche 
liegt dann vor, wenn einem Grundeigentümer die zur bestimmungsgemässen Be-

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nutzung seines Grundstücks erforderliche Verbindung zur öffentlichen Strasse 
überhaupt fehlt oder der vorhandene Weg sich als ungenügend erweist, was sich 
aufgrund der konkreten Umstände beurteilt (BGE 117 II 35 ff.). Sind diese Voraus-
setzungen gegeben, entsteht das Notwegrecht entweder dadurch, dass der betrof-
fene Eigentümer beziehungsweise Grundstücksnachbar die entsprechende Grund-
buchanmeldung abgibt und im Anschluss an diese Anmeldung der diesfalls konsti-
tutiv wirkende Grundbucheintrag erfolgt oder aber durch Erhebung einer Gestal-
tungsklage durch den Ansprecher und anschliessender gerichtlicher Zusprechung 
des Wegrechts; diesfalls kommt der Eintragung nur deklaratorische Bedeutung zu 
(Rey, Heinz: Basler Kommentar, a.a.O., N 21 ff. zu Art. 694 ZGB). Der Beschwer-
degegner beruft sich weder auf ein bestehendes Notwegrecht noch macht er im 
vorliegenden Verfahren geltend, die Voraussetzungen für die Einräumung dieser 
Grunddienstbarkeit seien erfüllt.

5. Wie nachfolgend gleich dargetan wird, sind auch die Bestimmungen 
des EG zum ZGB im vorliegenden Fall nicht einschlägig.

a) Aufgrund des echten, zuteilenden Vorbehalts in Art. 695 ZGB ist es den 
Kantonen gestattet, über die Befugnis des Grundeigentümers, zum Zwecke der Be-
wirtschaftung oder Vornahme von Ausbesserungen und Bauten das nachbarliche 
Grundstück zu betreten, sowie über das Streck- oder Tretrecht, den Tränkweg, Win-
terweg, Brachweg, Holzlass, Reistweg und dergleichen nähere Vorschriften aufzu-
stellen. Sie können im Rahmen des Vorbehalts somit nur Bestimmungen erlassen 
über die vorübergehende Nutzung des Grundstückes durch den Nachbarn im wirt-
schaftlichen Interesse, wobei insbesondere land- und forstwirtschaftliche Interessen 
gemeint sind (PKG 1988 Nr. 22, mit Verweis auf Meier Hayoz, a.a.O. N 1 und 9 ff. 
zu Art. 695 ZGB sowie Liver, a.a.O., S. 275 ff.). Der Beschwerdeführer führte dazu 
im vorinstanzlichen Verfahren aus, das in Art. 104 EG zum ZGB umschriebene Tret- 
und Streckrecht sei Ausdruck des Ortsgebrauchs einer von der Berglandwirtschaft 
geprägten Gegend; diese eher für den Ackerbau gemachte Bestimmung bedeute 
auch eine Einschränkung der Eigentumsrechte zugunsten der Bewirtschaftbarkeit 
der Nachbargrundstücke (S. 3 Ziff. 5 der Klageantwort vom 24. September 2002). 
Daraus lassen sich jedoch im vorliegenden Fall keine Durchfahrtsrechte ableiten, 
räumt doch diese Bestimmung einzig die Befugnis ein, für die Wendung des Pfluges 
die Nachbargrundstücke auf beiden Stirnseiten zu betreten und zu befahren (Pflug-
wenderecht). Zum Ziehen der ersten und letzten Furche dürfen diese auch auf den 
Längsseiten begangen beziehungsweise befahren werden (Liver, a.a.O., S 276 f.). 

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Die Anlage eines Feldweges im Sinne von Art. 106 EG zum ZGB setzt sodann einen 
Beschluss der beteiligten Grundeigentümer mit Mehrheit der Personen und nach 
der am Unternehmen beteiligten Bodenfläche voraus. Die Frage, ob dieser aus-
drücklich oder allenfalls konkludent gefasst werden kann, lässt das Gesetz offen. 
Dies ist indes ohne weitreichende Bedeutung, da der Bestand eines solchen Feld-
weges vom Beschwerdegegner nicht behauptet wird. Für den Kantonsgerichtsaus-
schuss besteht somit kein Anlass, diesbezüglich weitere Überlegungen anzustellen.

b) Den Ausführungen des Beschwerdeführers in seiner Beschwerdeschrift ist 
zu entnehmen, dass er die Berechtigung des Beschwerdegegners zum Befahren 
der fraglichen Parzelle nicht grundsätzlich in Frage stellt; er macht jedoch geltend, 
ein aussergrundbuchamtlich zugestandenes Recht solchen Inhalts stelle keine Be-
fugnis zu erheblichen Eingriffen in sein Eigentum dar. Es sei an dieser Stelle auf die 
Bestimmungen der Weid- und Flurordnung der Gemeinde X. verwiesen, auf welche 
sich die Vorinstanz in ihrem Entscheid im Wesentlichen gestützt hat. In Art. 20 wird 
festgehalten, dass für die Feldbestellung und zur Erntezeit die bestehenden Feld-
wege zu benützen sind. Fehlen solche, ist die Passage durch fremde Grundstücke 
zu dulden. Diese hat möglichst schonend zu erfolgen; für allfälligen Schaden haftet 
der Verursacher. Dieser Erlass ist ohne Zweifel öffentlich-rechtlicher Natur (vgl. 
PKG 1988 Nr. 22); insbesondere enthält Art. 20 eine unmittelbare öffentlich-rechtli-
che Eigentumsbeschränkung, welche den Grundeigentümer gemäss Art. 680 Abs. 
1 ZGB in seiner Nutzungsbefugnis einschränkt, ohne dass hierfür ein Grundbuch-
eintrag notwendig wäre. Im Gegenteil sind öffentlich-rechtliche Eigentumsbeschrän-
kungen grundsätzlich nicht eintragungsfähig; nur in gewissen Fällen besteht aus 
Gründen der Rechtssicherheit ein Bedürfnis, die Beschränkungen durch Einschrei-
bung in das Grundbuch allgemein kenntlich zu machen. Dies insbesondere dann, 
wenn sich diese nur bei einzelnen Grundstücken auswirken (Meier-Hayoz, a.a.O., 
N 73 ff. zu Art. 680 ZGB; Rey, Basler Kommentar, a.a.O., N 15 ff. zu Art. 680 ZGB). 
Dies geschieht auf dem Wege der Anmerkung, welche allerdings nur deklaratori-
sche Bedeutung hat, setzt doch das öffentliche Interesse voraus, dass auch die 
publikationsbedürftigen öffentlich-rechtlichen Eigentumsbeschränkungen in ihrem 
Bestande und in ihren Wirkungen unabhängig von der Kundbarmachung sind 
(Meier-Hayoz, a.a.O., N 76). Besteht demnach ein Durchfahrtsrecht auf öffentlich-
rechtlicher Grundlage, welches in seinen Wirkungen von einem Grundbucheintrag 
unabhängig ist, muss die Frage nach dem Inhalt und dem Umfang der Berechtigung 
vom öffentlichen Recht, das heisst von den zuständigen kommunalen und kantona-
len Instanzen - beantwortet werden. Immerhin muss es  dem Kantonsgerichtsaus-
schuss aber gestattet sein, diesbezüglich einige grundsätzliche Überlegungen an-

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zustellen. Aus den bei den Akten liegenden Fotoaufnahmen lässt sich erkennen, 
dass ein Feldweg mit einem - wenn auch bescheidenen - Trassee vorhanden ist. 
Zudem kann nicht ernsthaft bestritten werden, dass dem Beschwerdeführer zum 
Zwecke der Bewirtschaftung seiner Grundstücke (insbesondere zur Heuernte) die 
Zufahrt mit landwirtschaftlichen Maschinen ermöglicht beziehungsweise erhalten 
werden soll, was gegebenenfalls gewisse Unterhaltsmassnahmen als notwendig er-
scheinen lässt. In diesem Zusammenhang dürfen auch Aspekte der Sicherheit nicht 
ausser Acht gelassen werden. Eigenen Angaben zufolge bezweckte der Beschwer-
degegner mit seinem Vorgehen, den Zugang zum oberen Teil der grösstenteils von 
ihm bewirtschafteten D. zu verbessern. Gerade am oberen Ende der Wiese des 
Beschwerdeführers bestehe eine kritische Stelle für den Zugang zu oberen Teil der 
Halde; es sei darum gegangen, durch das Verlegen der Steine das Gelände an 
dieser Stelle zu festigen und sicherer zu machen (S. 2 Ziff. 2.1 der Beschwerde-
schrift sowie S. 3 Ziff. 3 der Klageantwort). Die getroffenen Massnahmen dienten 
mit anderen Worten allein der Erhaltung der Befahrbarkeit mit landwirtschaftlichem 
Gerät. Dass das Gelände im fraglichen Bereich als steil zu bezeichnen ist, geht zum 
einen aus den Fotoaufnahmen hervor, zum anderen stellt der Beschwerdeführer 
dies auch nicht in Abrede. Bei näherer Betrachtung lässt sich auch ohne weiteres 
erkennen, dass die Wiese im Bereich der verlegten Steine - durch das Befahren mit 
schweren landwirtschaftlichen Maschinen liess sich dies letztlich nicht vermeiden - 
bereits in Mitleidenschaft gezogen worden war und demzufolge die Zufahrt für den 
Beschwerdeführer vor allem bei feuchtem und entsprechend aufgeweichtem Ter-
rain immer schwieriger und unsicherer werden würde. Damit ist selbstverständlich 
nicht gesagt, es wären seitens des Beschwerdeführers jedwelche Eingriffe in sein 
Eigentum zu dulden; im Gegenteil hat der Berechtigte stets auf schonende Ausü-
bung seines Durchfahrtsrechts zu achten und jedes Übermass zu vermeiden. Die 
Frage, ob die getroffenen Massnahmen die Grenze des rechtlich Erlaubten über-
schreiten, ist jedoch - wie bereits erwähnt - im öffentlich-rechtlichen Verfahren zu 
entscheiden.

6.  Der Beschwerdeführer erhebt sodann die Eigentumsfreiheitsklage 
gemäss Art. 641 Abs. 2 ZGB. Mit dieser kann der Eigentümer ungerechtfertigte Ein-
griffe in sein Eigentum abwehren. Als grundsätzlich ungerechtfertigt hat jede unmit-
telbare oder körperliche Einwirkung, das heisst ein direkter Eingriff in die Substanz 
eines Grundstückes, zu gelten - nebst der unzulässigen Ablagerung von Materi-
alien, dem Eindringen von Vieh auf eine Weide oder der Errichtung einer Böschung  
ist auch das vorliegend zur Diskussion stehende Verlegen von Steinen als unmittel-
bare Einwirkung zu qualifizieren (Wiegang, Wolfgang: Basler Kommentar, a.a.O., N 

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58 ff. zu Art. 641 ZGB; Meier-Hayoz, a.a.O., N 89 ff. zu Art. 641 ZGB). Eine eigent-
liche Schädigung des betroffenen Grundstücks oder ein schuldhaftes Verhalten des 
Beklagten ist hingegen nicht erforderlich. Wer ein Recht zur Einwirkung behauptet, 
mag dies auf Gesetz oder rechtsgeschäftlicher Vereinbarung beruhen, muss des-
sen Voraussetzungen nach den Regeln von Art. 8 ZGB und Art. 118 ZPO beweisen 
(Wiegand, Basler Kommentar, a.a.O., N 64 zu Art. 641 ZGB). Insoweit die Weide- 
und Flurordnung der Gemeinde X. als Berechtigungsgrundlage herangezogen wird, 
hat der Kantonsgerichtsausschuss vorfrageweise zu prüfen, ob aufgrund dieses öf-
fentlich-rechtlichen Erlasses ein Eingriffsrecht besteht. Dies ist zu bejahen, wobei 
zur Begründung im Wesentlichen auf die Erwägungen in Ziff. 5 lit. b hievor verwie-
sen werden kann. Soweit - wie vorliegend - Feldwege vorhanden sind, müssen 
diese unterhalten werden. Dieser Unterhalt ist je nach den Umständen - zu berück-
sichtigen sind insbesondere Geländetopographie, Art der verwendeten Fahrzeuge 
sowie etwa die Häufigkeit, mit welcher ein solcher Weg befahren wird - mit mehr 
oder weniger weit gehenden Eingriffen ins Grundeigentum des Belasteten verbun-
den. Ein Recht zur Einwirkung ist somit vorhanden. Darüber hinaus beschränkten 
sich die Massnahmen - wie bereits erwähnt - auf die Erhaltung der Befahrbarkeit. 
Erweist sich der Eingriff demnach als gerechtfertigt, ist die Eigentumsfreiheitsklage 
abzuweisen.  

3. Der Beschwerdeführer wird zufolge seines Unterliegens kosten- und 
entschädigungspflichtig (Art. 122 Abs. 1 ZPO sowie Art. 122 Abs. 2 ZPO). Der  
Rechtsvertreter des Beschwerdegegners hat keine Honorarnote eingereicht, wes-
halb die ausseramtliche Entschädigung nach freiem richterlichen Ermessen festzu-
setzen ist. Angesichts des Prozessaufwands erscheint es als angemessen, diese 
auf Fr. 300.-- festzulegen.

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Demnach erkennt der Kantonsgerichtsausschuss :

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 1'200.-- sowie die Schreibge-
bühr von Fr. 165.--, total somit Fr. 1'365.--, gehen zu Lasten des Beschwer-
deführers, welcher den Beschwerdegegner aussergerichtlich mit Fr. 300.-- 
zu entschädigen hat.

3. Mitteilung an:

__________

Für den Kantonsgerichtsausschuss  von Graubünden
Der Präsident Der Aktuar ad hoc