# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 76351f47-ef36-557e-af35-4b317d344020
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-08-24
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 24.08.2010 IV 2009/32
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2009-32_2010-08-24.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2009/32

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 13.07.2020

Entscheiddatum: 24.08.2010

Entscheid Versicherungsgericht, 24.08.2010
Art. 4 Abs. 1 und 28 Abs. 2 IVG; Art. 3 und 16 ATSG. Bedeutung der 
neurologisch-psychiatrischen Begutachtung bei Patienten mit Schmerzen 
ohne organischen Substrakt: Das Gericht hat entschieden, den 
neurologisch-psychiatrischen Auffassungen im IV-Verfahren gegenüber 
einer neurologischen Einschätzung im SUVA-Verfahren hinsichtlich 
Arbeitsunfähigkeit den Vorzug zu geben. Einbezug aller Teilgutachten in die 
Gesamtbeurteilung: Obwohl eine der Teilgutachten nicht einbezogen worden 
ist, hat das Gericht von der Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zu 
einer ergänzenden medizinischen Gesamtbeurteilung abgesehen. Denn die 
relevante Schmerzensproblematik war von einem der an die 
Gesamtbeurteilung beteiligten Gutachter ausreichend berücksichtigt worden 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 24. 
August 2010, IV 2009/32).Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 
8C_768/2010.

Entscheid Versicherungsgericht, 24.08.2010

Abteilungspräsidentin Karin Huber-Studerus, Versicherungsrichterinnen Miriam 

Lendfers und Lisbeth Mattle Frei; a.o. Gerichtsschreiber Jorge Lopez

Entscheid vom 24. August 2010

in Sachen

C.___,

Beschwerdeführer,

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vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Rainer Braun, Oberdorfstrasse 6, Postfach, 

8887 Mels,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

Sachverhalt:

A.       

A.a   Der 1947 geborene C.___ meldete sich am 13. Dezember 2004 zum 

Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung an und beantragte die Zusprache einer 

Rente (IV-act. 2). Im Fragebogen vom 22. Dezember 2004 gab sein letzter Arbeitgeber, 

der Verein A.___, an, der Versicherte sei vom 24. Januar 2001 bis zum 31. Dezember 

2003 in einer befristeten Anstellung als Hilfsarbeiter tätig gewesen (IV-act. 6). Gemäss 

SUVA-Akten war der Versicherte am 20. September 2002 verunfallt. Er sei 

ausgerutscht und mit dem Kopf auf dem Betonboden aufgeschlagen. Seitdem hätten 

unter anderem Kopfschmerzen bestanden (IV-act. 63/18). Nach dem Unfall war er ab 

dem 1. Oktober 2002 als voll arbeitsfähig erachtet worden. Die Behandlung der 

Sturzfolgen war am 14. Oktober 2002 beendet worden. In einer Rückfallmeldung 

gegenüber der SUVA hatte Dr. med. B.___, Facharzt für Allgemeinmedizin FMH, am 16. 

Januar 2004 bei der Diagnose eines Status nach schwerer Schädelkontusion mit 

Verdacht auf ein kleines Subduralhämatom eine volle Arbeitsunfähigkeit seit dem 15. 

Dezember 2003 attestiert (act. G 4.2).

A.b   In einem Arztbericht zuhanden der IV-Stelle vom 6. Januar 2005 stellte der 

Hausarzt Dr. med. B.___ die Diagnosen chronische posttraumatische Kopfschmerzen 

bei Status nach schwerer Schädelkontusion mit kleinem Subduralhämatom, 

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chronisches lumbospondylogenes Syndrom bei Spondylose ganze LWS und untere 

BWS mit Spangenbildung BWK 11/12, Arthrose rechtes Sprunggelenk bei Status nach 

Distorsion vor vielen Jahren und chronische Bronchitis. Der Versicherte sei seit dem 15. 

Dezember 2003 und bis auf weiteres im bisherigen Beruf arbeitsunfähig. Da er sich 

nicht mehr auf eine Arbeit konzentrieren könne und bei minimsten körperlichen und 

geistigen Belastungen mehr Kopfschmerzen bekomme, seien ihm keine anderen 

Tätigkeiten mehr zumutbar (IV-act. 13/1-4).

A.c   Gestützt auf die Abklärungen in erwerblicher und medizinischer Hinsicht verfügte 

die SUVA am 5. Oktober 2006 bei einer Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit von 

33% die Ausrichtung einer Invalidenrente. Aus medizinischer Sicht könne der 

Versicherte trotz der verbleibenden Unfallrestfolgen noch jede körperlich leichte 

Tätigkeit ohne Arbeiten auf hohen Gerüsten und in lärmiger Umgebung ganztags 

ausführen. Aufgrund der Kopfschmerzen sei bei einer entsprechenden geeigneten 

Beschäftigung von einer Minderleistung von rund 25% auszugehen (IV-act. 63/35-38).

A.d   Im Verlaufsbericht vom 25. Mai 2007 meldete der Hausarzt Dr. med. B.___ der IV-

Stelle eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes und ergänzte die Diagnosen. 

Der Versicherte sei zu 50% infolge des Unfalles und zu 50% wegen seiner Krankheiten 

(Schlafapnoe, chronische Bronchitis, Arthrosen) arbeitsunfähig (IV-act. 25/1).

B.       

Auf Empfehlung des Regionalen Ärztlichen Dienstes(RAD) vom 5. Juli 2007 (IV-act. 

28/2) ordnete die IV-Stelle am 16. November 2007 eine interdisziplinäre Begutachtung 

durch das Medizinische Gutachtenzentrum St. Gallen (MGSG) an (IV-act. 35).

B.a   In Erledigung des Auftrags der IV-Stelle führte Dr. med. D.___, Spezialarzt 

Orthopädie FMH, am 29. Februar 2008 eine orthopädische Begutachtung durch. Aus 

orthopädischer Sicht könnten dem Versicherten körperlich schwere Arbeiten in kalter 

und feuchter Umgebung, die vorwiegend stehend ausgeübt werden müssten und die 

mit häufigem Treppen Steigen, Laufen auf unebenem Boden, Heben und Tragen von 

Lasten über 10 kg sowie häufiger Einnahme kniender Positionen verbunden seien, nicht 

mehr vollumfänglich zugemutet werden. Die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit 

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als Hilfsarbeiter, der Stacheldrähte abschneiden müsse, betrage bei voller 

Stundenpräsenz ca. 35%. Zumutbar sei eine Arbeitsleistung zu ca. 85% bei voller 

Stundenpräsenz in körperlich leichten Tätigkeiten in temperierten Räumen, die 

abwechslungsweise sitzend und stehend ausgeübt werden könnten, ohne dass dabei 

regelmässig kniende Positionen eingenommen und auf unebenem Boden sowie 

Treppen gelaufen werden müsste und die nicht mit regelmässigem Heben und Tragen 

von Lasten über 5 bis 10 kg verbunden seien (IV-act. 42/9 u. 10).

B.b    Eine internistische Begutachtung erfolgte am 3. Mai 2008. Dr. med. E.___, 

Facharzt Innere Medizin, stellt im entsprechenden Teilgutachten fest, der Versicherte 

sei durch eine erhebliche Anstrengungsdyspnoe und eine ausgeprägte morgendliche 

Müdigkeit in seiner Arbeitsfähigkeit in erheblichem Ausmass eingeschränkt. Die 

Anstrengungsdyspnoe setze sich aus einer mittelschweren COPD Stadium II bei 

anhaltendem Nikotinabusus, einer leichten biventrikulären Herzinsuffizienz im Rahmen 

einer hypertensiven Herzkrankheit und einem ausgeprägten Übergewicht mit einem 

Body-Mass-Index von 41 zusammen. Die morgendliche Müdigkeit könne mindestens 

teilweise durch das schwere obstruktive Schlafapnoe-Syndrom erklärt werden. Der 

Versicherte sei bei körperlicher Schwerarbeit durch seine Anstrengungsdyspnoe und 

seine Leibesfülle ausgeprägt beeinträchtigt. Er könne keine schweren Lasten tragen 

und sich nur mit Mühe bücken. Während der Morgenstunden könne er wegen der 

Gefahr von Narkolepsien ("Sekundenschlaf") nicht an exponierten Stellen eingesetzt 

werden. Der Versicherte sei seit 1. März 2005 im bisherigen Beruf nur noch zu 75% 

arbeitsfähig (25% arbeitsunfähig) bei voller Stundenpräsenz gewesen. Ihm seien 

überwiegend sitzende, teils im Stehen auszuübende Tätigkeiten zumutbar. Der 

Arbeitsbeginn sei frühestens ab 10 Uhr festzulegen. In einer leidensangepassten 

Tätigkeit könne der Versicherte eine Arbeitsleistung von 75% bei voller 

Stundenpräsenz erbringen bzw. es könne aus internistischer Sicht von einer 

Arbeitsunfähigkeit von 25% ausgegangen werden (IV-act. 43/9-11).

B.c   Eine psychiatrische Begutachtung fand am 15. Mai 2008 statt. Dr. med. F.___, 

Facharzt für Psychiatrie und Neurologie, stellte keine krankheitsrelevante 

Beeinträchtigung der psychischen Belastbarkeit bzw. keine psychiatrischen Diagnosen 

mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest. Er führte aus, Faktoren, die den 

Gesundheitszustand beeinflussten und zur Inanspruchnahme von Gesundheitsdiensten 

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führten, seien die Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung und bei der 

Lebensführung (ICD-10: Z 73 und Z 72) sowie Probleme in Verbindung mit der sozialen 

Umgebung (ICD-10: Z 60). Insbesondere die ungesunde Lebensführung wäre mit einer 

zumutbaren Willensanstrengung überwindbar. Weitere Diagnosen ohne Auswirkung auf 

die Arbeitsfähigkeit seien eine chronische Schmerzstörung, welche primär 

orthopädisch-rheumatologisch zu beurteilen sei, und ein chronischer Kopfschmerz von 

anzunehmender multifaktorieller Genese (ICD-10: G 44.2, G 44.3, G. 44.4) (IV-act. 

44/6-9).

B.d    Von einer orthopädisch-psychiatrisch-internistischen Gesamtbeurteilung, die auf 

der Grundlage eines Konsiliums der Teilgutachter am 9. Juni 2008 erfolgt sei, 

berichtete Dr. med. D.___ in seinem orthopädischen Gutachten. Anlässlich des 

Konsiliums (D.___/E.___/F.___) sei die Arbeitsfähigkeit in bisheriger Tätigkeit 

gesamthaft bei voller Stundenpräsenz auf 35% (Arbeitsunfähigkeit 65%) ab 2005 

festgelegt worden, da körperliche Schwerarbeit in kalter und feuchter Umgebung, die 

stehend und gehend ausgeübt werden müsse und mit häufigem Heben und Tragen von 

Lasten über 10 kg sowie knienden Positionen verbunden sei, nicht mehr voll zugemutet 

werden könne. In adaptierten Tätigkeiten bestehe gesamthaft bei voller 

Stundenpräsenz eine Arbeitsfähigkeit von 75% (Arbeitsunfähigkeit 25%). Es sollte sich 

dabei um körperlich leichte Tätigkeiten handeln, die überwiegend sitzend, teils auch 

stehend ausgeübt werden könnten und bei denen keine Treppen gelaufen und keine 

Lasten über 5 bis 10 kg gehoben oder getragen werden müssten. Der Arbeitseinsatz 

solle frühestens ab 11 Uhr beginnen (IV-act. 42/11).

B.e   Nach einer neurologischen und psychiatrischen Begutachtung vom 22. Juli 2008 

stellte Dr. med. G.___, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, die Diagnose eines 

Spannungskopfschmerzes. Er äusserte - aufgrund der mehrfachen Inkonsistenzen, der 

Neigung zum Ausweichen und Vorbeiantworten sowie der Neigung zum 

unvollständigen Antworten - erhebliche Zweifel an der Plausibilität der vorgetragenen 

Beschwerden. Diesbezüglich seien allerdings die primären kognitiven und sprachlichen 

Möglichkeiten des Versicherten relativierend einzubeziehen. Unter Abzug von 

gutachterlich als Verdeutlichungsbemühungen gewerteten Anteilen ergebe sich aus 

rein neurologischer und psychiatrischer Sicht sowohl in der angestammten wie auch in 

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einer angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 90%, die in diesem Ausmass auf 

den Jahresanfang 2005 festgelegt werden könne (IV-act. 45/11).

C.       

C.a   Mittels Vorbescheids vom 18. September 2008 teilte die IV-Stelle dem 

Versicherten die vorgesehene Abweisung des Rentenbegehrens mit. Im Rahmen der 

Bemessung des Invaliditätsgrads ergebe sich, dass ein Valideneinkommen von Fr. 

60'263.-- einem Invalideneinkommen von Fr. 41'581.-- gegenüber stehe, woraus sich 

eine Erwerbseinbusse von Fr. 18'682.-- errechne, was einem rentenausschliessenden 

Invaliditätsgrad von 31% entspreche (IV-act. 51). Zu diesem Vorbescheid liess der 

Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Rainer Braun, am 15. Oktober 2008 

Einwände vorbringen (IV-act. 56). In einer Stellungnahme vom 30. Oktober 2008 hielt 

der RAD zu den Einwänden unter anderem fest, aus dem neurologischen und 

psychiatrischen Fachgutachten gehe nur eine geringe Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit hervor, die zu keiner zusätzlichen Einschränkung der interdisziplinär 

festgelegten Arbeitsfähigkeit von 75% führe (IV-act. 57).

C.b   Am 9. Januar 2009 verfügte die IV-Stelle im Sinn des Vorbescheids. Zu den 

Einwänden im Vorbescheidverfahren führte die IV-Stelle an, der Rechtsvertreter des 

Versicherten habe keine neuen Gesundheitsschäden vorgebracht und nicht aufgezeigt, 

inwiefern der neurologische und psychiatrische Gutachter voreingenommen gewesen 

sei. Die Arbeitsfähigkeit von 75% lasse sich gestützt auf die medizinisch beschriebenen 

Ausfälle und auf die geschilderten Bedingungen für die angepassten Tätigkeiten 

nachvollziehbar begründen und könne bei voller Stundenpräsenz ab 10 Uhr morgens 

umgesetzt werden. Die anderslautende Angabe des Arbeitsbeginnes (11 Uhr morgens) 

scheine ein Verschrieb zu sein. Aus den neurologischen und psychiatrischen 

Fachgutachten gehe eine nur geringe Arbeitsunfähigkeit hervor, welche in der 

interdisziplinären Gesamtbeurteilung zu keiner erhöhten Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit führe. Ein "Leidensabzug" könne bei Parallelisierung der 

Vergleichseinkommen nicht gewährt werden (IV-act. 60).

D.       

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D.a   Gegen diese leistungsverweigernde Verfügung richtet sich die Beschwerde vom 

29. Januar 2009. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers beantragt darin - unter 

Kosten- und Entschädigungsfolgen - deren Aufhebung und die Zusprache mindestens 

einer halben Invalidenrente. Er führt im Wesentlichen aus, die Beschwerdegegnerin 

stütze sich auf ein unvollständiges MGSG-Gutachten vom 29. Februar 2008 bzw. 5. 

Juni 2008. Dieses Gutachten beschränke sich auf den orthopädisch-psychiatrisch-

internistischen Bereich, ohne das neurologische und psychiatrische Teilgutachten von 

Dr. G.___ vom 22. Juli 2008 einbezogen zu haben, und begründe die Einschränkung in 

der Arbeitsfähigkeit ausschliesslich internistisch. Das Teilgutachten von Dr. G.___ habe 

sich zwar auf Spannungskopfschmerzen bezogen, aber eine entsprechende 

Einschränkung von lediglich 10% beziffert, was auf die persönliche 

Voreingenommenheit des Gutachters gegenüber dem Versicherten zurückzuführen sei. 

Es sei vielmehr auf die medizinischen Abklärungen im Zusammenhang mit dem Unfall 

vom 20. September 2002 abzustellen, gestützt auf welche die SUVA ausschliesslich 

aufgrund der unfallbedingten Kopfschmerzen einen Invaliditätsgrad von 33% ermittelt 

habe. Da eine Einschränkung von 25% in einer adaptierten Tätigkeit aus orthopädisch-

internistischer Sicht festgestellt worden und aufgrund der Kopfschmerzen von einer 

Minderleistung um 25% auszugehen sei, resultiere damit bereits ein Invaliditätsgrad 

von mindestens 50%. Andererseits sei die medizinisch attestierte Arbeitsfähigkeit von 

75% bei voller Stundenpräsenz nicht verwertbar, weil der Arbeitsbeginn frühestens ab 

11 Uhr stattfinden solle, womit wohl nur noch eine Halbtagsbeschäftigung in Frage 

komme. Dies müsse ebenfalls zu einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% führen. 

Entgegen der angefochtenen Verfügung handle es sich beim Arbeitsbeginn keineswegs 

um einen Verschrieb. Vielmehr ergebe sich ein frühestmöglicher Arbeitsbeginn von 11 

Uhr aus der gemeinsamen Beurteilung. Diese gehe dem internistischen Teilgutachten 

ohne Zweifel vor. Zudem gewähre die Beschwerdegegnerin lediglich einen 

Teilzeitabzug von 8%. Ein zusätzlicher "Leidensabzug" sei gestützt auf die 

Umschreibung der angepassten Tätigkeit deshalb berechtigt, weil die entsprechenden 

medizinischen Vorgaben nicht invaliditätsfremd seien. Es sei schliesslich nicht richtig, 

dass bei einer Parallelisierung der Vergleichseinkommen kein "Leidensabzug" gewährt 

werden könne (act. G 1).

D.b    Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 9. März 2009 

die Beschwerdeabweisung. Sie bringt gestützt auf die Stellungnahme des RAD vor, 

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dass die Arbeitsfähigkeitsschätzung von 75% in der Gesamtbeurteilung nicht 

angepasst werden müsse, weil das Teilgutachten von Dr. G.___ eine tiefe 

Arbeitsunfähigkeit von lediglich 10% attestiere. Es gebe keine Anhaltspunkte, die auf 

Voreingenommenheit von Dr. G.___ hinweisen würden, weil ein Gutachter seine 

Eindrücke während der Exploration im Gutachten wiedergeben und sich dazu äussern 

müsse, ob allenfalls eine Aggravation oder gar eine Simulation vorliege. Für die geltend 

gemachten Kopfschmerzen finde sich in den UV-Akten kein somatisches Korrelat. Das 

MGSG habe aufgrund der umfangreichen neurologischen Vorakten auf die 

Durchführung einer erneuten neurologischen Begutachtung verzichten können. Es sei 

davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer um 10 Uhr mit der Arbeit beginnen 

könne. Nur Dr. E.___ als Gutachter habe diese Einschränkung festgelegt, so dass die 

anderslautende Zeitangabe in der Gesamtbeurteilung als Schreibfehler zu sehen sei. 

Beim Einkommensvergleich sei ein sogenannter Leidensabzug von 10% vorzunehmen, 

weil der Beschwerdeführer nur noch leichte Hilfstätigkeiten ausführen könne. Da sich 

dem Hauptgutachten nicht entnehmen lasse, dass der Beschwerdeführer lediglich in 

Teilzeit arbeiten könne, habe er keinen Anspruch auf einen Teilzeitabzug. Aus dem 

Einkommensvergleich ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 32,5% (act. G 4).

D.c   Replicando hält der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers am 17. März 2009 an 

seinen Anträgen und Ausführungen fest. Er macht geltend, dass eine zusätzliche 

Diagnose und eine entsprechende Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit die 

Gesamtbeurteilung ändern müsse. Die Gutachter hätten sich andererseits nicht mit den 

massgebenden medizinischen Beurteilungen im SUVA-Verfahren auseinandergesetzt. 

Beim Arbeitsbeginn um 11 Uhr handle es sich offensichtlich nicht um einen 

Schreibfehler. Da der Beschwerdeführer keine Arbeitsleistung mit voller Präsenzzeit 

erbringen könne, sei ein Teilzeitabzug berechtigt (act. G 6).

D.d   Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet (act. G 8).

E.        

Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der weiteren 

Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

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Erwägungen:

1.        

Das vorliegende Beschwerdeverfahren befasst sich mit dem Anspruch des 

Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente. Umstritten sind dabei die ärztlichen 

Stellungnahmen zur Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit und die 

Invaliditätsbemessung.

2.        

Angefochten ist eine Verfügung vom 9. Januar 2009. Am 1. Januar 2008 sind die im 

Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung über die Invalidenversicherung 

(IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. Der zu beurteilende 

Sachverhalt entwickelte sich allerdings teilweise vor der 5. IV-Revision. Da sich der 

Begriff der Invalidität und die Methoden für ihre Bemessung mit dieser Revision nicht 

geändert haben, werden in diesem Zusammenhang die seit 1. Januar 2008 gültigen 

Bestimmungen des ATSG und IVG in diesem Urteil wiedergegeben.

3.        

Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn 

die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn 

sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, 

so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40% auf eine Viertelsrente. Eine Invalidität von weniger als 40% wird von 

der Invalidenversicherung rentenmässig nicht entschädigt. Unter Invalidität versteht Art. 

8 Abs. 1 ATSG die ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Der Invaliditätsgrad einer 

Person, die einer Erwerbstätigkeit nachgeht und danach erkrankt, wird daher nach Art. 

16 ATSG durch einen Vergleich möglicher Einkommen mit oder ohne 

Gesundheitsbeeinträchtigungen ermittelt. Für die Ermittlung des Einkommens mit 

Gesundheitsbeeinträchtigungen sind zunächst die medizinischen Grundlagen von 

Bedeutung. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 

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beschreiben und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher 

Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind in 

der Folge wesentlich für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der 

versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4; ZAK 1982 

S. 34; Rz 3047 f. des vom Bundesamt für Sozialversicherung erlassenen 

Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung = KSIH).

Deshalb stellt sich vorliegend primär die Frage, ob die Beschwerdegegnerin - gestützt 

auf das interdisziplinäre Gutachten des Medizinischen Gutachtenzentrums St. Gallen - 

von einer Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer leidensadaptierten Tätigkeit 

von 75% im massgeblichen Zeitraum ausgehen durfte.

3.1    Das interdisziplinäre Gutachten des MGSG besteht aus einer orthopädischen (Dr. 

med. D.___), einer internistischen (Dr. med. E.___) und einer psychiatrischen 

Begutachtung mit klinischer psychiatrisch-neurologischer Untersuchung (Dr. med. 

F.___), die je von einem Facharzt durchgeführt worden ist. Jedes Teilgutachten hat sich 

ausführlich mit den streitigen Belangen aus der Sicht der entsprechenden Fachrichtung 

befasst, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und die Erkenntnisse der Vorakten 

einbezogen. Unter anderem hat sich das psychiatrische Teilgutachten auf die gesamte 

frühere medizinische Erhebung der somatischen Befunde (vgl. Urteile des 

Bundesgerichtes I 87/04 vom 13. Juli 2004 E. 3 sowie I 85/04 vom 27. August 2004 E. 

2.3) und auf eine eigene klinische psychiatrisch-neurologische Untersuchung gestützt. 

Alle Experten haben differenziert den Gesundheitszustand dargestellt und 

nachvollziehbar ihre Stellungnahmen zur Arbeitsfähigkeit begründet. Damit sind die 

formellen rechtsprechungsmässigen Anforderungen an die Beweistauglichkeit des 

Gutachtens (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a; BGE 122 V 160 E. 1c) grundsätzlich erfüllt.

3.2    Zwar hat die abschliessende Gesamtbeurteilung, die eine ganztägig verwertbare 

Arbeitsfähigkeit von 75% attestiert hat, auf einem Konsilium der Teilgutachter vom 

9. Juni 2008 beruht. Dabei sind die Ergebnisse aus den orthopädisch-psychiatrisch-

internistischen Fachrichtungen aufeinander abgestimmt worden, was den Beweiswert 

des Gutachtens bestärkt. Allerdings haben dabei die späteren Feststellungen und die 

Einschätzung von Dr. med. G.___, der aufgrund der neurologisch-psychiatrischen 

Teilbegutachtung vom 22. Juli 2008 zu einer Arbeitsfähigkeit von 90% gekommen ist, 

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nicht diskutiert werden können. Bei Zusammentreffen verschiedener 

Gesundheitsbeeinträchtigungen überschneiden sich deren erwerbliche Auswirkungen 

in der Regel, weshalb der Grad der Arbeitsunfähigkeit diesfalls auf Grund einer 

sämtliche Behinderungen umfassenden ärztlichen Gesamtbeurteilung zu bestimmen ist 

(Urteile des Bundesgerichtes I 87/04 vom 13. Juli 2004 E. 3 sowie I 85/04 vom 27. 

August 2004 E. 2.3). Soweit der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers einwendet, 

dass die aus den Spannungskopfschmerzen abzuleitende Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit in die Gesamtbeurteilung einzubeziehen ist, hat er Recht. Diese 

Feststellung kann jedoch nicht zu der von ihm gewünschten automatischen Addition 

von Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit führen. Es geht dabei um die Beurteilung 

einer Kombination von Gesundheitsbeeinträchtigungen. Die Gutachter hätten also in 

ihrer Konsenskonferenz auch die im Zusammenhang mit den Kopfschmerzen, gemäss 

Dr. med. G.___ "aus rein neurologischer und psychiatrischer Sicht" begründete 

Arbeitsunfähigkeit von 10% (IV-act. 45/12) einbeziehen müssen. Dass dies nicht 

geschehen ist, zeugt zwar von organisatorischen Mängeln beim MGSG. Das bedeutet 

aber nicht, dass die Schmerzproblematik im Rahmen des interdisziplinären Gutachtens 

unberücksichtigt geblieben sei. Dr. med. F.___ hat sich ausdrücklich dazu geäussert 

und ihr jede relevante Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit abgesprochen. Er hat 

ausgeführt, die angegebenen fast täglich vorhandenen Kopfschmerzen seien unter 

Berücksichtigung der neurologischen Vorbefunde auf mehrere Verursacher, unter 

anderem von psychosozialer Natur ("multifaktorieller Genese") zurückzuführen, 

bildgebend habe sich zuletzt im September 2004 mittels Schädel-MRT 

(Kernspintomographie) und auch mittels EEG kein erklärendes organisches Substrakt 

im Bereich des Gehirnes gefunden. Die Kopfschmerzen bestünden vermutlich seit dem 

Trauma im September 2002, die psychosoziale Problematik dürfte wohl schon vorher 

begonnen, aber sich nach diesem Trauma erheblich verstärkt haben (IV-act. 44/7).

3.3    Es stellt sich nun die Frage, ob die Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit durch Dr. 

med. G.___, die sich auf den chronischen Kopfschmerz bezieht, "unter 

medizintheoretischer Ausblendung der im internistischen und im orthopädischen 

Teilgutachten dargestellten körperlichen Beeinträchtigungen" eine Rückweisung der 

Streitsache an die Beschwerdegegnerin zu einer ergänzenden medizinischen 

Gesamtbeurteilung der Arbeitsunfähigkeit rechtfertigt. Dieser Ansicht ist der 

Rechtsvertreter des Beschwerdeführers. Er beanstandet zudem, dass die von Dr. med. 

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G.___ attestierte tiefe Arbeitsunfähigkeit von 10% auf seine Voreingenommenheit 

zurückführen sei. Er plädiert deshalb dafür, dass die Beschwerdegegnerin im 

Zusammenhang mit den Spannungskopfschmerzen auf die Arbeitsunfähigkeit von 25% 

abstellen solle, die dem Entscheid der SUVA vom 5. Oktober 2006 zu Grunde liege (vgl. 

IV-act. 63/35-38). Inwiefern das Teilgutachten die angebliche Voreingenommenheit 

dokumentiert, zeigt er nicht auf. Möglicherweise meint er damit die Beschreibung eines 

aggravatorischen Verhaltens des Beschwerdeführers während der Exploration und die 

sich daraus ergebenden Zweifel an der Plausibilität der vorgetragenen Beschwerden. 

Dem ist entgegenzuhalten, dass sich der Gutachter beim Fehlen organischer Befunde 

nicht darauf beschränken darf, die behaupteten Beschwerden wiederzugeben, sondern 

dass er solche Angaben einer Plausibilitätsprüfung unterziehen muss. Da regelmässig 

dem gesamten anlässlich einer ärztlichen Begutachtung gezeigten Verhalten 

Aussagekraft zukommt, ist die Verhaltensweise des Exploranden zu beschreiben und 

eine begründete Würdigung vorzunehmen (Urteil des Bundesgerichtes 9C_566/2008 

vom 6. Oktober 2008 E. 4.1). Die vorgebrachte Rüge der Voreingenommenheit hält 

einer eingehenden Prüfung nicht stand.

3.4    Des Weiteren ist zu prüfen, ob die anderen ärztlichen Berichte im UV-Verfahren 

die Überzeugungskraft der Einschätzung einer geringen Arbeitsfähigkeit durch Dr. med. 

G.___ im neurologisch-psychiatrischen Teilgutachten vom 22. Juli 2008 (IV-act. 45) und 

die Absprache jeder Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit durch Dr. med. F.___ im 

psychiatrischen Gutachten (vom 20. Mai 2008) mit klinischer psychiatrisch-

neurologischer Untersuchung (IV-act. 44) zu erschüttern vermögen.

3.4.1           Die Beschwerdegegnerin nimmt den Standpunkt ein, aus den Berichten der 

Ärzte Dr. H.___ und Dr. I.___ ergäben sich keine neurologischen Schädigungen. Für die 

geltend gemachten Kopfschmerzen finde sich kein somatisches Korrelat. Die 

Stellungnahme des Dr. I.___ zur Arbeitsfähigkeit basiere auf psychiatrischen Gründen, 

für deren Feststellung ihm die erforderliche fachärztliche Qualifikation fehle (act G 4). 

Dem entgegnet der Rechtvertreter des Beschwerdeführers, die Angaben von Dr. I.___ 

seien im UV-Verfahren nicht massgebend gewesen. Vielmehr hätten die neurologische 

Beurteilung von Dr. H.___ und die psychiatrische Beurteilung von Dr. J.___ für den 

Entscheid der SUVA den Ausschlag gegeben (act. G 6).

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3.4.2           Es steht fest, dass Dr. med. H.___, Fachärztin FMH für Neurologie, - 

anlässlich einer neurologischen Untersuchung vom 6. Mai 2004 - bezüglich nicht 

verifizierbarer Befunde die Diagnose posttraumatischer chronischer 

Spannungskopfschmerzen gestellt hat (act. G 4.2). Eine MRI-Untersuchung des 

Schädels hat am 7. September 2004 eine Befundnormalisierung ergeben, so dass die 

Traumafolgen nicht mehr zu erkennen gewesen sind (IV-act. 13/8). Deshalb ist Dr. med. 

I.___, Spezialarzt für Neurologie FMH, von einer funktionellen Überlagerung bezüglich 

Sensibilitätsstörungen ausgegangen (act. G 4.2). In einer neurologischen Beurteilung 

vom 30. Januar 2006 hat Dr. med. H.___ ausgeführt, dem Versicherten sei die 

Ausübung einer angepassten Erwerbstätigkeit grundsätzlich ganztags mit voller 

Leistungsfähigkeit zuzumuten. Aber praktisch hat sie aufgrund der Kopfschmerzen und 

der funktionellen Überlagerung eine Arbeitsfähigkeit von 75% geschätzt. Zur 

Abgrenzung der bis anhin als funktionell beurteilten Beschwerden sei eine 

psychiatrische Exploration indiziert (IV-act. 63/20). Dr. med. J.___, Facharzt für 

Psychiatrie und Psychotherapie FMH, hat am 4. Mai 2006 die Diagnosen chronische 

posttraumatische Kopfschmerzen (ICD-10: G 44.3) und Probleme bei der 

Lebensführung (ICD-10: Z72.8) angeführt, ohne die Arbeitsfähigkeit zu schätzen (IV-act. 

63/31).

3.4.3           In Bezug auf die Gesundheitsschäden stimmen die Feststellungen der 

MGSG-Gutachter im Wesentlichen mit denjenigen der Dr. med. J.___ im UV-Verfahren 

überein. Dr. med. F.___ hat sowohl keine psychiatrischen Diagnosen mit Auswirkung 

auf die Arbeitsfähigkeit gestellt, als auch auf eine problematische Lebensführung des 

Beschwerdeführers und auf die Kopfschmerzproblematik mit psychosozialem 

Hintergrund hingewiesen (IV-act. 44/7). Dr. med. G.___ hat Spannungskopfschmerzen 

(ICD-10: G 44.2) diagnostiziert (IV-act. 45/11). Die ärztlichen Auffassungen gehen 

allerdings in Bezug auf den invalidisierenden Charakter der Kopfschmerzen 

auseinander. Während Dr. med. G.___ von einer Arbeitsunfähigkeit von 10% 

ausgegangen ist und Dr. med. F.___ jede Auswirkung darauf verneint, hat Dr. med. 

H.___ eine Einschränkung von 25% angenommen. Unbestritten ist die Tatsache 

geblieben, dass die vorgebrachten Kopfschmerzen nicht auf einem organischen 

Substrat beruhen.

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3.4.4           Eine Invalidisierung kann die Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder 

Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erfasst wird mit dem Begriff Krankheit jede 

Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit, die nicht 

Folge eines Unfalles ist und die medizinische Untersuchung und Behandlung erfordert 

oder eine Arbeitsunfähigkeit zur Folge hat (Art. 3 Abs. 1 ATSG). Die 

Schmerzproblematik als Gesundheitsbeeinträchtigung ist einzuordnen. Schmerz ist 

nach dem fachmedizinischen Konsens eine unangenehme Sinnes- und 

Gefühlserfahrung, die von aktueller oder potentieller Gewebeschädigung begleitet ist 

oder in Begriffen einer solchen Schädigung beschrieben wird. Was das Leiden am 

Schmerz ausmacht, ist nicht die Sinneserfahrung, sondern das unangenehme Gefühl. 

Es handelt sich um ein subjektives Gefühl, letztlich ein psychisches, unmessbares 

Phänomen. Der Betroffene erlebt allerdings Schmerz nicht als psychisches Phänomen, 

sondern immer als Ausdruck einer Gewebeschädigung. Nach diesem vermuteten 

Gewebeschaden als Ursache wird bei chronischen Schmerzen zunächst 

körpermedizinisch gesucht. Falls der Schmerz durch die entsprechende 

Körperschädigung adäquat erklärt werden kann, wird der Arzt der jeweiligen 

Fachdisziplin die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aufgrund der feststellbaren 

Funktionseinschränkungen vornehmen und dabei die Schmerzen mit berücksichtigen. 

Stellt sich heraus, dass die Schmerzen nicht durch einen Gewebeschaden bedingt 

sind, sondern sogenannt "funktionell", und dass Inkonsistenzen bei der körperlichen 

Untersuchung sowie ein demonstratives Verhalten festzustellen sind, obliegt dem 

Psychiater die Beurteilung, inwieweit dieses Verhalten durch eine psychische Störung 

von Krankheitswert bedingt ist oder nicht (Chirstfried-Ulrich Mayer, Schmerz und 

Arbeitsunfähigkeit, in: Schaffhauser/Schlauri (Hrsg.), Sozialversicherungsrechtstagung 

2002, St. Gallen 2002, S. 88f., 92 und 101). Da keine organische Befunde für die 

Kopfschmerzen vorliegend erhoben worden sind, kommt der Beurteilung des Dr. med. 

G.___ und derjenigen des Dr. med. F.___ aus bidisziplinärer Sicht eine massgebende 

Bedeutung zu.

3.4.5           Die verschiedenen Arbeitsfähigkeitsschätzungen lassen sich in einer freien 

Beweiswürdigung wie folgt erklären. Die Neurologin Dr. med. H.___ ist eigentlich von 

einer medizinisch-theoretischen vollständigen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen, hat 

aber eine gewisse praktische Einschränkung wegen der geklagten Kopfschmerzen und 

der funktionellen Überlagerung anerkannt und auf die Notwendigkeit einer 

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psychiatrischen Exploration hingewiesen (IV-act. 63/20). Der Psychiater Dr. med. J.___ 

hat erklärt, inwiefern äussere und motivationale Umstände die Überzeugung des 

Beschwerdeführers, eingeschränkt zu sein, bestimmen. Von der Tatsache ausgehend, 

dass die Aufrechterhaltung der geklagten Beschwerden auch dadurch begünstigt 

werde, dass der Beschwerdeführer eine für ihn problematische Lebenssituation 

artikuliere und über die Gesundheits- und Versicherungssystem um Unterstützung 

ersucht, dürfte eine psychiatrisch-therapeutische Behandlung, welche die 

Beschwerdelinderung zum Ziel hätte, grundsätzlich schwierig sein (IV-act. 63/31). 

Damit werden invaliditätsfremde Faktoren angesprochen, die in der Einschätzung des 

Psychiaters und Neurologen Dr. med. F.___ dazu geführt haben, die Auswirkung des 

Kopfschmerzes auf die Arbeitsunfähigkeit zu verneinen (IV-act. 44/7). Seinerseits hat 

Dr. med. G.___ - ebenfalls Psychiater und Neurologe - unter Feststellung einer 

Aggravation Zweifel an der Plausibilität der vorgetragenen Kopfschmerzen gehegt und 

daraus eine geringfügige Arbeitsunfähigkeit als Schluss gezogen (IV-act. 45/11f.). Den 

Auffassungen von Dr. med. F.___ und Dr. med. G.___ sind somit gegenüber derjenigen 

von Dr. med. H.___ der Vorzug zu geben. Da die chronischen Kopfschmerzen durch Dr. 

med. F.___, der am Konsilium teilgenommen hat, berücksichtigt worden sind und eine 

Addition der Arbeitsunfähigkeitsschätzung durch Dr. med. G.___ unzulässig wäre, ist 

auf die Gesamtbeurteilung einer Arbeitsunfähigkeit von 25% durch das MGSG 

abzustellen. Dabei ist die von sozialpsychischen Faktoren geprägte 

Schmerzensproblematik mit eingeschlossen.

3.5    Im Weiteren rügt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, eine 

Arbeitsfähigkeit von 75% sei ganztags nicht verwertbar, wenn der Arbeitseinsatz 

medizinisch gesehen um 11 Uhr beginnen müsse (act. G 1 und G 6). Die internistischen 

und orthopädischen ärztlichen Vorgaben in den Teilgutachten sind von einer 

zumutbaren Arbeit ganztags mit verminderter Arbeitsleitung (75% bzw. 85%) 

ausgegangen. Nur das internistische Teilgutachten hat aufgrund der Gefahr von 

Narkolepsien während der Morgenstunden einen Arbeitsbeginn um 10 Uhr festgelegt. 

Weshalb es in der Gesamtbeurteilung zu einem Arbeitsbeginn um 11 Uhr gekommen 

ist, begründet der federführende Gutachter nicht. Daher handelt es sich überwiegend 

wahrscheinlich um einen Schreibfehler. Selbst wenn es sich nicht um einen 

Schreibfehler handeln sollte, käme der Einsatz des Beschwerdeführers an 

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Arbeitsplätzen in Betracht, an denen sich die Arbeitszeit in den Abend hinein erstreckt, 

womit die zumutbare Arbeitsleistung von 75% ganztags verwertbar wäre.

3.6    Als Zwischenergebnis ist festzuhalten, dass eine höhere Arbeitsunfähigkeit als 

25% auf dem Hintergrund der gesamten Aktenlage (SUVA/IV) nicht ausgewiesen ist 

und dass die Restarbeitsfähigkeit von 75% ganztags verwertbar ist. Von einer 

Rückweisung der Streitsache zu weiterer Abklärung ist abzusehen.

4.        

Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der eingeschränkten Arbeitsfähigkeit. 

Auf der Basis einer ganztägig verwertbaren Arbeitsfähigkeit von 75% in einer 

angepassten Tätigkeit ist des Weiteren der Einkommensvergleich nach Art. 16 ATSG 

im Hinblick auf die Bemessung des Invaliditätsgrads durchzuführen. Bei dieser 

Methode berechnet die Verwaltung in der Regel zuerst das sogenannte 

Valideneinkommen. Erfasst wird damit das Erwerbseinkommen, das ohne den 

Gesundheitsschaden erzielt werden könnte. Davon zieht sie das Invalideneinkommen 

ab. Darunter ist das Erwerbseinkommen zu verstehen, das nach Eintritt des 

Gesundheitsschadens und nach Durchführung von Eingliederungsmassnahmen auf 

zumutbare Weise erreicht werden könnte. Aus der Differenz zwischen dem 

Valideneinkommen und dem Invalideneinkommen resultiert eine Einkommenseinbusse. 

Dieser Fehlbetrag wird in Prozenten ausgedrückt, welche dem Invaliditätsgrad 

entsprechen.

4.1    Ausgangspunkt für die Festsetzung des Valideneinkommens bildet in der Regel 

der letzte vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielte Lohn, weil die bisherige 

Tätigkeit im Gesundheitsfall erfahrungsgemäss fortgesetzt worden wäre (BGE 135 V 59 

E. 3.1; BGE 134 V 325 E. 4.1). Angesichts der Tatsache, dass der Beschwerdeführer im 

Jahr 2003 tatsächlich einen branchenunterdurchschnittlichen Lohn erzielt hat (IV-act. 

6), erscheint es als sinnvoll, eine sogenannte Parallelisierung der Vergleichseinkommen 

durch Abstellen auf die statistischen Werte gemäss den vom Bundesamt für Statistik 

periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) 2004 vorzunehmen. Es 

bestehen nämlich keine Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer sich aus 

freien Stücken mit einem bescheidenen Einkommensniveau hätte begnügen wollen. Bei 

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der LSE wird ein sogenannter Zentralwert (Median) mit standardisierten Bruttolöhnen 

(Tabellengruppe A) angegeben. Der mittlere Lohn für Männer, die 2004 einfache und 

repetitive Tätigkeiten ausführten, belief sich gestützt auf eine 40-stündige 

Wochenarbeitszeit auf monatlich Fr. 4'588.--, 13. Monatslohn eingeschlossen (LSE 

2004, Tabelle A1, Kategorie Total, Anforderungsniveau 4). Der Tabellengruppe A liegt 

allerdings eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu Grunde, welche tiefer ist als die 

im Jahr 2004 durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,6 Stunden. 

Aufgerechnet auf eine 41,6-stündige Wochenarbeitszeit ergibt sich ein statistisches 

Jahreseinkommen von Fr. 57'258.-- (Fr. 4'588.--: 40 x 41.6 x 12) im Gesundheitsfall.

4.2    Von einem statistischen Jahreseinkommen von Fr. 57'258.--ausgehend ergibt 

sich aufgrund einer verminderten Arbeitsleistung von 75% ein Invalideneinkommen von 

Fr. 42'943.-- (Fr. 57'258 x 0.75). Zu beachten ist, dass die statistischen Tabellenlöhne 

auf der Grundlage von Daten gesunder und damit in jeder Hinsicht voll einsetzbarer 

Arbeitnehmer erhoben werden. Der Beschwerdeführer hätte allerdings gegenüber 

einem gesunden Konkurrenten ein höheres Krankheitsrisiko und wäre für 

Überstundentätigkeit wohl nur erschwert verfügbar. Dies würde aus einer rein 

wirtschaftlichen Sicht seinen Wert als Arbeitskraft vermindern, was sich in einem 

tieferen Lohn niederschlagen würde. Dazu kommt, dass die verbliebene 

Arbeitsfähigkeit ganztägig verwertbar ist. Dies bedeutet, dass der Beschwerdeführer 

seine 75%ige Leistung in einer ganztägigen Anstellung erbringen würde, womit sein 

Arbeitsplatz nicht voll ausgelastet wäre (vgl. Bundesgerichtsurteil T. vom 8. Januar 

2008, 9C_603/07), bzw. sein Arbeitgeber bei unveränderten Produktionskosten eine 

reduzierte Arbeitsleistung entgegennehmen würde. Deshalb kann der 

Beschwerdeführer seine Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit 

unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Diese Benachteiligung ist mit 

einem zusätzlichen Abzug von 10% auszugleichen. Dessen Berücksichtigung wird 

durch die Tatsache nicht ausgeschlossen, dass eine Parallelisierung der 

Vergleichseinkommen vorgenommen worden ist. Die Parallelisierung bezweckt die 

Ausgleichung einer invaliditätsfremden Benachteiligung. Der zusätzliche Abzug betrifft 

die aus der Invalidität erwachsenen Nachteile, die nicht bereits in der 

Arbeitsfähigkeitsschätzung berücksichtigt sind. Das zumutbare Invalideneinkommen 

beläuft sich nach diesem Abzug auf Fr. 38'649.-- (Fr. 42'943.-- x 0.9).

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4.3   Bei einem Valideneinkommen von Fr. 57'258.-- und einem Invalideneinkommen 

Fr. 38'649.-- ergibt sich eine Einkommenseinbusse von Fr. 18'609.--, was einem 

rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 32.5% entspricht.

5.        

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Das 

Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

als angemessen. Als unterliegende Partei hat der Beschwerdeführer die Gerichtskosten 

zu bezahlen (vgl. Art. 95 Abs. 1 VRP). Mit dem von ihm geleisteten Kostenvorschuss in 

diesem Verfahren in gleicher Höhe ist die geschuldete Gerichtsgebühr getilgt.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.       Der Beschwerdeführer hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen; diese 

sind durch den geleisteten Vorschuss in gleicher Höhe gedeckt.

bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 24.08.2010
	Art. 4 Abs. 1 und 28 Abs. 2 IVG; Art. 3 und 16 ATSG. Bedeutung der neurologisch-psychiatrischen Begutachtung bei Patienten mit Schmerzen ohne organischen Substrakt: Das Gericht hat entschieden, den neurologisch-psychiatrischen Auffassungen im IV-Verfahren gegenüber einer neurologischen Einschätzung im SUVA-Verfahren hinsichtlich Arbeitsunfähigkeit den Vorzug zu geben. Einbezug aller Teilgutachten in die Gesamtbeurteilung: Obwohl eine der Teilgutachten nicht einbezogen worden ist, hat das Gericht von der Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zu einer ergänzenden medizinischen Gesamtbeurteilung abgesehen. Denn die relevante Schmerzensproblematik war von einem der an die Gesamtbeurteilung beteiligten Gutachter ausreichend berücksichtigt worden (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 24. August 2010, IV 2009/32).Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 8C_768/2010.

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