# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f315962f-70e3-5a6d-be93-28604b2b80cb
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-11-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.11.2010 D-7281/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7281-2010_2010-11-11.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-7281/2010/cvv
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 1 .  N o v e m b e r  2 0 1 0

Einzelrichter Hans Schürch, 
mit Zustimmung von Richter Markus König;
Gerichtsschreiberin Anna Dürmüller Leibundgut.

1. A.__________, geboren (...), und
2. B.__________, geboren (...),
Türkei,
beide vertreten durch Peter Frei, Rechtsanwalt, 
Beschwerdeführerinnen,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Vollzug der Wegweisung; Verfügung des BFM vom 
17. September 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-7281/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  die  Beschwerdeführerin  1,  eine  türkische  Staatsangehörige 
kurdischer Ethnie mit letztem Wohnsitz in C.___________, am 23. Juni 
1999 ein erstes Asylgesuch in der Schweiz stellte (damals noch unter 
der Identität D.__________, geb. (...)),

dass  das  Bundesamt  dieses  Asylgesuch  mit  Verfügung  vom 
20. Februar 2002 ablehnte und die Wegweisung aus der Schweiz so-
wie den Vollzug anordnete,

dass  die  damals  zuständige  Schweizerische  Asylrekurskommission 
(ARK) die dagegen erhobene Beschwerde vom 25. März 2002 mit Be-
schluss  vom 18.  Juli  2002  wegen  unbekannten  Aufenthalts  der  Be-
schwerdeführerin 1 als gegenstandslos geworden abschrieb,

dass die Beschwerdeführerin 1 den Akten zufolge am 5. Januar 2004 
den Schweizer Bürger I. M. heiratete, nachdem sie sich zuvor eigenen 
Angaben zufolge vorübergehend ein Jahr in Deutschland aufgehalten 
hatte,

dass ihr daraufhin eine Aufenthaltsbewilligung erteilt und diese in der 
Folge mehrmals verlängert wurde,

dass am 11. März 2005 die beiden Kinder der Beschwerdeführerin 1 
(die Beschwerdeführerin 2 sowie deren inzwischen volljähriger Bruder 
E.__________, geb. (...)) von der Türkei herkommend in die Schweiz 
einreisten und in der Folge zwecks Verbleibs bei ihrer Mutter ebenfalls 
Aufenthaltsbewilligungen erhielten,

dass  das  Migrationsamt  des  Kantons  Zürich  gestützt  auf  entspre-
chende Abklärungen zur Erkenntnis gelangte, die von der Beschwer-
deführerin geschlossenen Ehe mit  I. M. diene ehefremden Zwecken, 
weshalb es mit Verfügung vom 23. Juni 2009 die von den Beschwerde-
führerinnen  beantragte,  weitere  Verlängerung  der  Aufenthaltsbe-
willigungen verweigerte,

dass das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich den gegen diese Ver-
fügung gerichteten Rekurs mit Entscheid vom 10. März 2010 abwies,

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dass  die  Beschwerdeführerinnen  mit  Eingabe  ihres  Rechtsvertreters 
vom 26. Mai 2010 an das BFM beantragen liessen, es sei die Unzu-
mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und das Migrations-
amt des Kantons Zürich sei anzuweisen, von Vollzugshandlungen ab-
zusehen,

dass  das  BFM dem Rechtsvertreter  der  Beschwerdeführerinnen  mit 
Schreiben vom 8. Juni 2010 mitteilte, die vorläufige Aufnahme könne 
gemäss Art. 83 Abs. 6 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 
über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) nur von den 
kantonalen Behörden beantragt werden,

dass der Rechtsvertreter mit Eingabe an das BFM vom 11. Juni 2010 
erklärte, es handle sich bei seiner Eingabe vom 26. Mai 2010 um ein 
"asylrechtliches Wiedererwägungsgesuch",

dass das BFM mit Schreiben vom 22. Juni 2010 erklärte, es bestehe 
aufgrund der Aktenlage kein Raum für die Eröffnung eines "asylrecht-
lichen Wiedererwägungsverfahrens",

dass  die  Beschwerdeführerinnen  daraufhin  am  15.  Juli  2010  im 
Empfangs- und Verfahrenszentrum Kreuzlingen (erneut) um Asyl in der 
Schweiz  nachsuchten  und  dort  gleichentags  summarisch  befragt 
wurden,

dass das BFM die Beschwerdeführerinnen am 29. Juli 2010 ausführ-
lich zu ihren Asylgründen anhörte und sie in der Folge für die Dauer 
des Verfahrens dem Kanton Zürich zuwies,

dass die Beschwerdeführerin 1 zur Begründung ihres zweiten Asylge-
suchs im Wesentlichen vorbrachte,  sie  habe sich  im Jahr  2003  von 
ihrem  ersten  (türkischen)  Ehemann,  welcher  gleichzeitig  ihr  Cousin 
sei, scheiden lassen,

dass  die  Familie  ihres  Ex-Ehemannes  seitdem  mit  ihrer  eigenen 
Familie verfeindet sei  und sie (die Beschwerdeführerin) aufgrund der 
Scheidung auch mit ihrer eigenen Familie Probleme habe, da sie die 
Ehre der Familie verletzt habe,

dass sie von ihren Geschwistern telefonisch beschimpft worden sei,

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dass sie im Jahr 2004 einen Monat lang in der Türkei gewesen sei, um 
ihre beiden Kinder in die Schweiz zu holen, und es damals zu einer 
Auseinandersetzung zwischen ihr und den Verwandten gekommen sei,

dass sie vor einigen Monaten von ihrer Schwägerin telefonisch bedroht 
worden sei,

dass sie ausserdem ein Schreiben von ihren Familienangehörigen er-
halten habe, worin ihr für den Fall der Rückkehr in die Türkei Probleme 
in Aussicht gestellt worden seien (vgl. Beweismittel),

dass  sie  befürchte,  bei  einer  Rückkehr  in  die  Türkei  umgebracht  zu 
werden,

dass  ihr  Bruder  nämlich  ihrem  Sohn  telefonisch  gesagt  habe,  man 
werde sie umbringen, falls sie zurückkomme,

dass die Polizei sie nicht schützen könnte,

dass sie erst jetzt ein (zweites) Asylgesuch eingereicht habe, weil sie 
bisher  aufgrund  ihrer  Heirat  mit  I.  M.  ein  Aufenthaltsrecht  in  der 
Schweiz gehabt habe,

dass die Behörden ihr nun die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung 
verweigert  hätten,  worauf  ihr  Anwalt  ihr  geraten  habe,  ein  zweites 
Asylgesuch zu stellen,

dass  ihr  volljähriger  Sohn  E.__________  nach  wie  vor  über  eine 
Aufenthaltsbewilligung  B  verfüge,  weshalb  dieser  kein  Asylgesuch 
gestellt habe,

dass sie Medikamente zur Beruhigung der Nerven einnehmen müsse 
und in psychiatrischer Behandlung stehe,

dass die Beschwerdeführerin 2 ihrerseits vorbrachte, sie habe vor ihrer 
Einreise in die Schweiz bei ihren Verwandten in der Türkei gelebt,

dass sie letztmals im Jahr 2008 mit  ihrem Bruder zusammen in der 
Türkei in den Ferien gewesen sei,

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dass sie ein Asylgesuch stelle, weil man ihr aus ihr unbekannten Grün-
den die Aufenthaltsbewilligung weggenommen habe, sie aber weiterhin 
in der Schweiz bleiben wolle,

dass ihre Mutter Probleme mit den Verwandten in der Türkei habe, sie 
jedoch nichts Genaueres darüber wisse,

dass  sie  selber  mit  den  türkischen  Verwandten  keinerlei  Probleme 
habe,

dass sie jedoch bei einer Rückkehr in die Türkei den gesamten Schul -
stoff wiederholen müsste,

dass für den weiteren Inhalt der Aussagen auf die Protokolle bei den 
Akten zu verweisen ist,

dass die Beschwerdeführerinnen ihre Reisepässe und Identitätskarten, 
eine Meldebestätigung, einen Eheschein in Kopie, ein Brief der Familie 
der  Beschwerdeführerin  (inkl.  Übersetzung),  eine  ärztliche  Beschei-
nigung von Z. D. vom 30. April  2010 sowie  mehrere  Unterlagen be-
treffend  die  Integrationsbemühungen  in  der  Schweiz  zu  den  Akten 
reichten,

dass das BFM die Asylgesuche der Beschwerdeführerinnen mit  Ver-
fügung vom 17. September 2010 – eröffnet am 20. September 2010 – 
abwies und die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an-
ordnete,

dass die Vorinstanz zur Begründung ihres Entscheids im Wesentlichen 
ausführte,  die  von  der  Beschwerdeführerin  1  gemachten  Aussagen 
betreffend die Verfolgung durch Verwandte im Heimatland seien auf-
grund widersprüchlicher und unsubstanziierter Vorbringen unglaubhaft,

dass  auch  bezüglich  des  als  Beweismittel  eingereichten  Briefs  der 
Familienmitglieder Unstimmigkeiten bestünden,

dass die Unglaubhaftigkeit  der Verfolgungsvorbringen durch die Aus-
sagen der Beschwerdeführerin 2 gemachten Angaben bestätigt werde, 
da diese nichts über konkrete Streitigkeiten zwischen ihrer Mutter und 
den Verwandten zu berichten gewusst habe,

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dass  die  Beschwerdeführerinnen  daher  die  Flüchtlingseigenschaft 
nicht erfüllten und die Asylgesuche abzulehnen seien,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  durchführbar  sei,  zumal  die  Be-
schwerdeführerinnen im Heimatland über ein intaktes Beziehungsnetz 
verfügten,

dass die psychischen Probleme der Beschwerdeführerin 1 im Heimat-
land behandelt werden könnten und eine allfällige Reiseunfähigkeit im 
Vollzugszeitpunkt zu prüfen wäre,

dass die Beschwerdeführerin 2 den Hauptteil ihres Lebens im Heimat -
land  verbracht  habe,  fliessend  Türkisch  spreche  und  nach  wie  vor 
Kontakt habe zu ihren Verwandten in der Türkei,

dass  eine  Wiederintegration  in  der  Türkei  daher  nicht  zu  einer  dem 
Kindeswohl zuwiderlaufenden, übermässigen Belastung führen dürfte,

dass  für  den  weiteren  Inhalt  der  vorinstanzlichen  Verfügung  auf  die 
Akten zu verweisen ist,

dass  die  Beschwerdeführerinnen  diese  Verfügung  mit  einer  auf  den 
Wegweisungsvollzugspunkt beschränkten Beschwerde vom 8. Oktober 
2010 beim Bundesverwaltungsgericht anfechten und dabei beantragen 
liessen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, es sei die Unzu-
mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und die vorläufige 
Aufnahme anzuordnen,

dass  der  Beschwerde  eine  Kopie  der  Verpackung  des  von  der  Be-
schwerdeführerin  benötigten  Medikaments  (Cipralex),  ein  Bestäti-
gungsschreiben  von  E.__________  sowie  eine  Adressetikette 
beilagen,

dass auf den Inhalt der Beschwerde, soweit entscheidrelevant, in den 
nachfolgenden Erwägungen eingegangen wird,

dass der  Instruktionsrichter  die Beschwerdeführerin 1 mit  Zwischen-
verfügung vom 13. Oktober  2010 aufforderte,  innert  Frist  den in  der 
Beschwerde in Aussicht gestellten, aktuellen ärztlichen Bericht einzu-
reichen,

dass ausserdem ein Kostenvorschuss von Fr. 600.-- erhoben wurde,

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dass der verlangte Kostenvorschuss am 20. Oktober 2010 einbezahlt 
wurde,

dass mit  Eingabe vom 26. Oktober 2010 ein Kurzverlaufsbericht  von 
Z. D. gleichen Datums sowie eine Erklärung über die Entbindung von 
der Schweigepflicht zu den Akten gereicht wurde,

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht  im Bereich  des  Asylrechts  end-
gültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  des  Bundes-
gesetzes  vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
[VwVG, SR 172.021]) des BFM entscheidet (Art. 105 des Asylgesetzes 
vom  26. Juni 1998  [AsylG,  SR 142.31]  i.V.m.  Art. 31-33  des  Ver-
waltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32]; 
Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni 2005 
[BGG, SR 173.110]),

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG 
richtet,  soweit  das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und 
Art. 6 AsylG),

dass  die  Beschwerdeführerinnen  durch  die  angefochtene  Verfügung 
besonders berührt  sind,  ein schutzwürdiges Interesse an deren Auf-
hebung beziehungsweise Änderung haben und daher zur Einreichung 
der  Beschwerde  legitimiert  sind  (Art. 6  AsylG  i.V.m.  Art. 48  Abs. 1 
VwVG),

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art.  111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt,  um  eine 

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solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass  sich  die  Beschwerde  lediglich  gegen  den  von  der  Vorinstanz 
angeordneten  Wegweisungsvollzug  richtet  (vgl.  dazu  bereits  die 
Zwischenverfügung vom 13. Oktober 2010),

dass Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens somit  nur 
noch die Frage ist, ob die angeordnete Wegweisung vollzogen werden 
kann oder ob allenfalls anstelle des Vollzugs eine vorläufige Aufnahme 
anzuordnen ist,

dass  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetz-
lichen Bestimmungen über  die  vorläufige  Aufnahme von Ausländern 
regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumut-
bar oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG),

dass in Bezug auf die der Geltendmachung von Wegweisungshinder-
nissen gemäss ständiger  Praxis  des Bundesverwaltungsgerichts  und 
der  vormals  zuständigen  Schweizerischen  Asylrekurskommission 
(ARK) der gleiche Beweisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft 
gilt, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich 
ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu  machen  (vgl.  WALTER 
STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser,  Ausländerrecht, 
2. Auflage, Basel 2009, Rz. 11.148),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn  völker-
rechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Auslän-
derin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Dritt -
staat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]),

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dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist,  da  es  den Beschwerdeführerinnen nicht  gelungen ist,  eine asyl-
rechtlich  erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu 
machen,  weshalb  das  in  Art. 5  AsylG verankerte  Prinzip  des  flücht-
lingsrechtlichen  Non-Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren  keine 
Anwendung findet,

dass  überdies  keine  Anhaltspunkte  für  eine  menschenrechtswidrige 
Behandlung  im  Sinne  von  Art.  3  der  Konvention  vom  4. November 
1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, 
SR 0.101) ersichtlich sind, die ihnen in der Türkei droht,

dass  sich  die  Beschwerdeführerinnen  unter  Hinweis  auf  den  in  der 
Schweiz  anwesenheitsberechtigten  Sohn  respektive  Bruder 
(E.__________)  auf  Art.  8  EMRK  (Schutz  des  Familienlebens) 
berufen,

dass das Bundesgericht bei Ausländern, die nahe Verwandte mit ge-
festigtem Anwesenheitsrecht in der Schweiz haben, unter bestimmten 
Voraussetzungen einen aus Art. 8  EMRK abgeleiteten Anspruch auf 
Anwesenheit anerkennt,

dass indessen E.__________ lediglich eine B-Bewilligung besitzt und 
mithin  nicht  über  ein  gefestigtes  Anwesenheitsrecht  im  Sinne  der 
bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  zu  Art.  8  EMRK  verfügt  (vgl. 
BGE 119 Ib 91 ff.), weshalb die Beschwerdeführerinnen daraus keinen 
Anspruch  auf  Erteilung  einer  Anwesenheitsbewilligung  ableiten 
können,

dass die Beschwerdeführerinnen im Übrigen auch aus Art. 44 Abs. 1 in 
fine  AsylG (Grundsatz der  Einheit  der  Familie)  kein Aufenthaltsrecht 
für sich ableiten können, da der volljährige Sohn respektive Bruder in  
der  Schweiz  über  eine  fremdenpolizeiliche  Aufenthaltsbewilligung 
verfügt und nicht über eine asylrechtliche vorläufige Aufnahme,

dass schliesslich E.__________ zur Wahrung der Familieneinheit auch 
ohne weiteres zusammen mit den Beschwerdeführerinnen in die Tür-
kei zurückkehren könnte, zumal seine Aufenthaltsberechtigung in der 
Schweiz, wie erwähnt, ausschliesslich fremdenpolizeilicher Natur ist,

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dass  demnach  die  weitere  Anwesenheit  des  Sohnes  respektive 
Bruders  der  Beschwerdeführerinnen  in  der  Schweiz  den  Wegwei-
sungsvollzug nicht als unzulässig erscheinen lässt,

dass  sich  der  Vollzug  für  Ausländerinnen  und  Ausländer  als 
unzumutbar  erweist,  wenn  sie  im  Heimat-  oder  Herkunftsstaat  auf 
Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und 
medizinischer Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass in der Türkei keine Situation allgemeiner Gewalt  herrscht,  wes-
halb der Wegweisungsvollzug dorthin als generell zumutbar zu erach-
ten ist,

dass  bereits  vom  BFM  rechtskräftig  festgestellt  wurde,  es  bestehe 
keine asylrelevante Verfolgung seitens der türkischen Verwandten der 
Beschwerdeführerinnen,

dass das BFM in seiner Verfügung vom 17. September 2010 zu Recht 
erwogen hat, es bestünden in Bezug auf die angeblichen Probleme mit  
den Verwandten in der Türkei zahlreiche Ungereimtheiten und die Vor-
bringen seien zudem unsubstanziiert,

dass die Schlussfolgerung des BFM, wonach die  Vorbringen als  un-
glaubhaft zu erachten seien, zutreffend ist,

dass die  in  den eingereichten Arztberichten vom 30. April  2010 und 
26. Oktober 2010 nicht näher spezifizierten psychischen Probleme der 
Beschwerdeführerin entgegen dem Einwand in der Beschwerde nicht 
geeignet sind, das unsubstanziierte und widersprüchliche Aussagever-
halten der Beschwerdeführerin 1 in überzeugender Weise zu erklären,

dass im Übrigen mit Blick auf die vom kantonalen Verwaltungsgericht 
zweitinstanzlich  festgestellte  Scheinehe,  welche  die  Beschwerdefüh-
rerin 1 in der Schweiz eingegangen ist, ohnehin Zweifel an der Glaub-
würdigkeit der Beschwerdeführerin 1 angebracht sind,

dass den Aussagen der Beschwerdeführerinnen im Weiteren zu ent-
nehmen ist,  sie  hätten die  vorliegend zu beurteilenden Asylgesuche 
nur  gestellt,  um  nach  dem  Verlust  ihrer  Aufenthaltsbewilligungen 
weiterhin in der Schweiz verbleiben zu können,

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dass bei  dieser Sachlage davon auszugehen ist,  es handle sich so-
wohl beim Brief der Verwandten vom 20. März 2010 als auch beim Be-
stätigungsschreiben von E.__________ um Gefälligkeitsschreiben im 
Rahmen  des  vorliegenden,  aus  sachfremden  Gründen  eingeleiteten 
Asylverfahrens,

dass im Übrigen  davon auszugehen  ist,  allenfalls  bestehende Prob-
leme mit den Verwandten könnten nach der Rückkehr ins Heimatland 
im direkten Gespräch aus dem Weg geräumt werden,

dass  sich  die  Beschwerdeführerin  1  bei  Bedarf  um  Unterstützung 
durch die Behörden ihres Heimatlandes bemühen könnte,

dass nach dem Gesagten insgesamt keine konkreten und glaubhaften 
Hinweise  vorliegen,  wonach  die  Beschwerdeführerinnen  bei  einer 
Rückkehr in die Türkei seitens ihrer Verwandten einer ernsthaften Ge-
fährdung ausgesetzt wären,

dass entgegen  dem Vorbringen  in  der  Beschwerde auch keine  kon-
kreten Hinweise darauf  bestehen,  die  Beschwerdeführerinnen  wären 
im Heimatland infolge ihrer kurdischen Ethnie relevanten Diskriminie-
rungen ausgesetzt,

dass  die  Beschwerdeführerin  1  in  der  Schweiz  als  Küchenhilfe  ge-
arbeitet hat und es ihr grundsätzlich zuzumuten ist, bei einer Rückkehr 
in  die  Türkei  ebenfalls  einer  Erwerbstätigkeit  nachzugehen,  um  so 
ihren Lebensunterhalt sowie denjenigen ihrer Tochter zu bestreiten,

dass  die  Beschwerdeführerinnen  in  der  Türkei  über  zahlreiche  Ver-
wandte verfügen, welche sie bei Bedarf unterstützen könnten,

dass die Beschwerdeführerin 1 dort zudem Freundinnen und Bekannte 
hat,  welche sie in der ersten Zeit  nach einer Rückkehr ebenfalls um 
Hilfe bitten könnte, zumal sie den Akten zufolge schon früher einmal  
von diesen beherbergt worden ist (vgl. C22 S. 3),

dass  die  eingereichten  Arztberichte  vom  30.  April  2010  und 
26. Oktober 2010 betreffend die Beschwerdeführerin 1 nicht sehr aus-
sagekräftig sind und darin insbesondere keine konkrete Diagnose ge-
stellt wird,

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dass aufgrund dieser rudimentären Arztberichte jedenfalls nicht davon 
auszugehen  ist,  die  Beschwerdeführerin  1  leide  an  gravierenden 
gesundheitlichen Problemen,

dass  ihre  gegenwärtige  Behandlung  mit  Cipralex  (Antidepressivum) 
bei Bedarf ohne weiteres auch in der Türkei fortgeführt werden kann,

dass der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin einem Vollzug 
der Wegweisung somit nicht entgegensteht,

dass auch das vorliegend zu berücksichtigende Kindeswohl den Weg-
weisungsvollzug nicht als unzumutbar erscheinen lässt,

dass die Beschwerdeführerin 2 zwar inzwischen fünf relativ prägende 
Jahre  in  der  Schweiz  verbracht  hat  und  bei  einer  Rückkehr  in  die 
Türkei aus ihrem nun gewohnten Umfeld herausgerissen würde,

dass eine Reintegration in der Türkei für die Beschwerdeführerin 2 bei 
dieser Sachlage nicht einfach sein wird,

dass ihr die Rückkehr in die Türkei aber dennoch zugemutet werden 
kann,  da  sie  mit  ihrer  Mutter  ins  Heimatland  zurückkehren  kann, 
immerhin bis zum elften Lebensjahr dort  aufgewachsen ist und letzt-
mals  im  Jahr  2008  für  einen  Ferienaufenthalt  dort  war,  fliessend 
Türkisch spricht, mit der dortigen Kultur und Lebensweise vertraut ist 
und nach wie vor Kontakt zu einigen Verwandten in der Türkei pflegt 
(vgl. C23 S. 3 und 4),

dass  sie  die  Beziehungen  zu  ihrem  Bruder  sowie  zu  ihren  in  der 
Schweiz gewonnenen Freunden und weiteren Bezugspersonen auch 
von  der  Türkei  aus  sowie  beispielsweise  mittels  Ferienreisen  weiter 
pflegen kann,

dass mit Blick auf die vorstehenden Erwägungen insgesamt nicht da-
von auszugehen ist, die Beschwerdeführerinnen würden im Falle ihrer 
Rückkehr in die Türkei in eine Existenz bedrohende Situation geraten, 
weshalb der Vollzug der Wegweisung als zumutbar zu erachten ist,

dass der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführerinnen in den 
Heimatstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse be-
stehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es den Beschwerdeführerinnen ob-

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liegt,  bei  der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (Art. 8 
Abs. 4 AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass es den Beschwerdeführerinnen demnach nicht gelungen ist dar-
zutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt  
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist,

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens dessen Kosten von Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  den  Beschwerdeführerinnen  aufzuerlegen  (Art. 63 
Abs. 1 VwVG) und mit dem am 20. Oktober 2010 geleisteten Kosten-
vorschuss zu verrechnen sind.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  den  Beschwerdefüh-
rerinnen auferlegt und mit dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvor-
schuss verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerinnen (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N (...)  (per 

Kurier; in Kopie)
- (zuständige kantonale Behörde) (in Kopie)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Hans Schürch Anna Dürmüller Leibundgut

Versand:

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