# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8c518183-1ea6-5db2-a7de-2625149a4d0f
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-06-12
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 12.06.2014 KSCHG 2010/2, KSCHG 2011/1
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_KSCHG-2010-2--KSCHG-_2014-06-12.pdf

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: KSCHG 2010/2, KSCHG 2011/1

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: Schiedsgericht - Prozesse Versicherer / Leistungserbringer

Publikationsdatum: 12.06.2014

Entscheiddatum: 12.06.2014

Entscheid Versicherungsgericht, 12.06.2014
Art. 56 Abs. 1 und 2 KVG. Honorarrückerstattung wegen Überarztung. Die 
gewählte Referenzgruppe Gynäkologie und Geburtshilfe gewährleistet eine 
hinreichende Vergleichbarkeit mit dem Beklagten. Praxisbesonderheiten, die 
eine Erweiterung des Toleranzbereichs über 130 rechtfertigen, sind nicht 
ausgewiesen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 
vom 12. Juni 2014, KSCHG 2010/2 und 2011/1).

Präsident Joachim Huber, Schiedsrichterin lic. iur. Traudi Reimann-Forstner, 

Schiedsrichter Dr. iur. Josef Hoppler, Dr. med. Jakob Rizzi und Dr. med. Urs Schmied; 

Gerichtsschreiber Philipp Geertsen

Entscheid vom 12. Juni 2014

In Sachen

1.      CSS Kranken-Versicherung AG, Postfach 2568, 6002 Luzern,

2.      Aquilana Versicherungen, Bruggerstrasse 46, 5401 Baden,

3.      Bezirkskrankenkasse Einsiedeln, Hauptstrasse 61, 8840 Einsiedeln,

4.      PROVITA Gesundheitsversicherung AG, Postfach,

8401 Winterthur,

5.      CONCORDIA Schweiz. Kranken- und Unfallversicherung, Bundesplatz 15, 

6002 Luzern,

6.      Atupri Krankenkasse, Zieglerstrasse 29, 3000 Bern 65,

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7.      Avenir Assurances, Groupe mutuel, Rue du Nord 5,

1920 Martigny,

8.      KPT Krankenkasse AG, Tellstrasse 18, 3000 Bern 22,

9.      Easy Sana Krankenversicherung AG, Groupe Mutuel,

Rue du Nord 5, 1920 Martigny,

10.    ÖKK Kranken- und Unfallversicherungen AG, Bahnhofstrasse, 7320 

Landquart,

11.    Vivao Sympany AG, Spiegelgasse 12, 4001 Basel,

12.    Kolping Krankenasse AG, Postfach 198, 8601 Dübendorf,

13.    Genossenschaft Glarner Krankenversicherung, Säge, 8767 Elm,

14.    KluG Krankenversicherung, Gubelstrasse 22, 6300 Zug,

15.    Progrès Versicherungen AG, Helsana-Gruppe, Postfach, 8081 Zürich,

16.    Wincare Versicherungen, Postfach 299, 8401 Winterthur,

17.    Philos Caisse maladie-accident, Rue des Cèdres 5, 1920 Martigny,

18.    SWICA Krankenversicherung, Römerstrasse 38, 8401 Winterthur,

19.    GALENOS Kranken- und Unfallversicherung, Postfach,

8021 Zürich,

20.    Mutuel Assurances, Groupe Mutuel, Rue du Nord 5,

1920 Martigny,

21.    Sanitas Krankenversicherung, Jägerstrasse 3, Postfaach 2010,

8021 Zürich,

22.    INTRAS, 10 rue Blavignac, 1227 Carouge,

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23.    Visana, Postfach 253, 3000 Bern 15,

24.    Agrisano, Laurstrasse 10, 5201 Brugg,

25.    Helsana Versicherungen AG, Postfach, 8081 Zürich,

26.    avanex Versicherungen AG, Helsana-Gruppe, Postfach 8081 Zürich,

27.    sansan Versicherungen AG, Helsana-Gruppe, Postfach, 8081 Zürich,

28.    Arcosana AG, Tribschenstrasse 21, 6002 Luzern,

29.    Summiswalder Kranken- und Unfallkasse, Spitalstrasse 47, 3454 Summiswald,

30.    sana24 ag, Thunstrasse 162, 3074 Muri bei Bern,

Klägerinnen,

vertreten durch santésuisse, Alfred-Escher-Strasse 82, Postfach 2018, 8021 Zürich 1,

diese vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Kurt Gemperli, advokatur am brühl, 

Scheffelstrasse 2, 9000 St. Gallen,

gegen

A.___,

Beklagter,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Marc Tomaschett, St. Martinsplatz 8, Postfach 

683, 7002 Chur,

betreffend

Honorarrückerstattung pro 2008 und 2009

Sachverhalt:

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A.    

A.a  A.___, Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe, betreibt seit ____ (vgl. act. G 1.4, 

S. 2, im Verfahren KSCHG 2010/2; sofern nicht anders angegeben, beziehen sich die 

Aktenreferenzen im Nachfolgenden auf das Verfahren KSCHG 2010/2) eine Arztpraxis 

in B.___ (vgl. zum Ganzen FMH-ÄrzteIndex, eingesehen am 19. März 2014).

A.b  Unter Bezugnahme auf die Rechnungsstellerstatistik 2004 wies die santésuisse 

St.Gallen-Thurgau-Glarus (nachfolgend: santésuisse) A.___ im Schreiben vom 

6. Januar 2006 darauf hin, dass die Behandlungskosten seiner Arztpraxis verglichen 

mit der Facharztgruppe Gynäkologie und Geburtshilfe überhöht ("doppelt so hoch") 

seien. Da die Praxis erst im Jahr ____ eröffnet worden war, war die santésuisse bereit, 

die Prüfung der Wirtschaftlichkeit für das Jahr 2004 ohne weitere Massnahmen 

abzuschliessen (act. G 1.4). Betreffend das Jahr 2005 wies die 

Rechnungsstellerstatistik für die Praxis von A.___ im Vergleich zu den 

Durchschnittswerten wiederum erhöhte Werte aus. Da A.___ allerdings erst aufgrund 

des Briefes vom 18. Januar 2006 die Möglichkeit gehabt habe, seine Praxisführung zu 

korrigieren, schloss die santésuisse die Überprüfung für das Jahr 2005 ohne weitere 

Massnahmen ab (Schreiben der santésuisse vom 8. Januar 2007, act. G 1.5).

A.c  Mit Schreiben vom 16. November 2007 teilte die santésuisse A.___ mit, die 

Behandlungskosten seiner Praxis seien im Vergleich zu den durchschnittlichen Werten 

der Facharztgruppe Gynäkologie und Geburtshilfe einmal mehr überhöht. Aufgrund der 

erneut überhöhten Werte stehe eine Rückforderung im Raum (act. G 1.6). Hierzu nahm 

A.___ am 2. Januar 2008 Stellung. Er vertrat den Standpunkt, dass er seine Patienten in 

den Fachbereichen Frauenheilkunde, traditionelle Akupunktur und klassische 

Homöopathie behandle. Deshalb handle es sich bei seiner Arztpraxis nicht um eine 

durchschnittliche gynäkologische Praxis. Die genannten drei Fachbereiche führten zu 

höheren Arztkosten, würden jedoch gleichzeitig die Krankenkassen bei 

schulmedizinischer und apparativer Diagnostik, bei allen Arzneimittel, stationären 

Behandlungen und Operationen entlasten (act. G 1.7). Die santésuisse antwortete 

A.___ am 6. März 2008, dass seine Stellungnahme die erhöhten Indexwerte nicht zu 

erklären vermöge. Sie forderte ihn auf, weitere Auskünfte im Zusammenhang mit den 

Behandlungskosten zu erteilen (act. G 1.8). Im Schreiben vom 25. April 2008 gab A.___ 

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weitere Informationen zu seiner Praxis (act. G 1.10). Am 26. Juni 2008 fand ein 

Gespräch zwischen der santésuisse und A.___ statt, in dessen Folge die santésuisse 

die Überprüfung für das Statistikjahr 2006 ohne Massnahmen abschloss. Sie wies 

A.___ darauf hin, dass bei einer weiteren Erhöhung der totalen Kosten je erkrankter 

Person eine Rückforderung in Betracht gezogen werden müsste (Schreiben der 

santésuisse vom 8. Juli 2008, act. G 1.11).

A.d  Am 12. September 2008 teilte die santésuisse A.___ mit, dass die Statistik 2007 

einen weiteren markanten Anstieg der Durchschnittskosten pro Patient ausweise. Dies 

lasse sich nicht mehr nur mit der Tätigkeit als Grundversorger erklären, weil die 

Patientenzahl rückläufig und die Anzahl der erbrachten Grundleistungen steigend sei. 

Durchschnittskosten, die über die des Jahres 2006 hinausgehen würden, seien nicht 

akzeptabel. Es werde für das Statistikjahr 2008 eine Senkung der Durchschnittskosten 

erwartet. Sollte dieses Ziel verfehlt werden, müsse eine Prüfung durch die paritätische 

Vertrauenskommission (PVK) in die Wege geleitet werden (act. G 1.13). Im Schreiben 

vom 9. Oktober 2009 berichtete die santésuisse A.___, dass dessen totale 

Durchschnittskosten pro erkrankte Person deutlich über dem Durchschnitt der 

Vergleichspraxen seiner Arztgruppe lägen und gegenüber 2007 erneut angestiegen 

seien. Sie erwäge eine Eingabe bei der PVK, worin sie eine 

Gesamtkostenüberschreitung von Fr. 127'276.35 geltend machen würde (act. G 16.16 

im Verfahren KSCHG 2011/1). Dem entgegnete A.___ am 15. Dezember 2009, der 

Schwerpunkt seiner Praxis bilde die Akupunktur. Sein Jahresumsatz sei halb so gross 

wie der eines operierenden Gynäkologen (act. G 16.17 im Verfahren KSCHG 2011/1). In 

der Folge fand ein weiterer Schriftenwechsel statt (vgl. G 16.18 ff. im Verfahren KSCHG 

2011/1)

B.    

B.a  Mit Klage vom 14. Juli 2010 beantragt Rechtsanwalt lic. iur. Kurt Gemperli in 

Vertretung von santésuisse, diese wiederum in Vertretung von 31 Krankenversicherern, 

A.___ sei zu verpflichten, von den von ihm gemäss Rechnungsstellerstatistik 

(santésuisse-Datenpool) im Jahr 2008 verursachten Kosten (direkte Arzt- und 

Medikamentenkosten sowie veranlasste Kosten) einen gerichtlich zu bestimmenden 

Betrag nebst Zins zu 5% seit Klageeinleitung zurückzuerstatten, unter Kosten- und 

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Entschädigungsfolge. Das Verfahren sei bis zum Abschluss des soeben eingeleiteten 

Schlichtungsverfahrens vor der PVK zu sistieren. Die Klägerinnen stellen sich im 

Wesentlichen auf den Standpunkt, der Beklagte habe im Jahr 2008 mehr als doppelt so 

hohe Durchschnittskosten verursacht als die Referenzgruppe (act. G 1). Der damalige 

Präsident des Schiedsgerichts entsprach am 15. Juli 2010 dem Sistierungsgesuch der 

Klägerinnen (act. G 2).

B.b  Mit Klage vom 15. Juli 2011 beantragt Rechtsanwalt Kurt Gemperli in Vertretung 

von santésuisse, diese wiederum in Vertretung von 32 Krankenversicherern, A.___ sei 

zu verpflichten, von den von ihm gemäss Rechnungsstellerstatistik im Jahr 2009 

verursachten Kosten einen gerichtlich zu bestimmenden Betrag nebst Zins zu 5% seit 

Klageeinleitung zurückzuerstatten, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Das 

Verfahren sei bis zum Abschluss des Schlichtungsverfahrens vor der PVK zu sistieren. 

Die Klägerinnen bringen vor, die Standpunkte zum Behandlungsjahr 2009 seien 

dieselben wie jene zum Behandlungsjahr 2008, weshalb zur Begründung der Klage auf 

die Klageschrift vom 14. Juli 2010 verwiesen werde (act. G 1 im Verfahren KSCHG 

2011/1).

B.c  Am 29. Juli 2011 teilen die Klägerinnen mit, dass das Schlichtungsverfahren 

betreffend die Honorarrückerstattung der Jahre 2008 und 2009 ohne Einigung 

abgeschlossen worden sei (act. G 5; vgl. auch Schreiben der PVK vom 28. Juli 2011 

act. G 5.1; zum Vergleichsvorschlag der PVK vom 14. Juli 2011 vgl. act. G 16.27 im 

Verfahren KSCHG 2011/1). Der damalige Präsident des Schiedsgerichts hob daraufhin 

am 4. August 2011 die Sistierung des Verfahrens KSCHG 2010/2 auf (act. G 6).

B.d  Der Beklagte, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Marc Tomaschett, stellt in der 

Klageantwort vom 24. Oktober 2011 den Antrag, die Klagen seien, sofern überhaupt 

darauf eingetreten werden könne, vollumfänglich abzuweisen, unter Kosten und 

Entschädigungsfolge zuzüglich 8% MWST unter solidarischer Haftung zu Lasten der 

Klägerinnen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht bringt der Beklagte vor, rein formell sei 

noch die PVK für den vorliegend zu beurteilenden Fall verantwortlich, da diese bislang 

lediglich einen Schlichtungsvorschlag gemacht, jedoch keinen Entscheid gefällt habe. 

Gegen die geltend gemachte Rückforderung führt der Beklagte aus, es könne nicht auf 

den von den Klägerinnen durchgeführten statistischen Vergleich abgestellt werden, da 

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es vorliegend an hinreichend ähnlich zusammengesetztem Vergleichsmaterial mangle. 

Er (der Beklagte) biete nicht nur entsprechend seinem Facharzttitel Gynäkologie und 

Geburtshilfe, sondern auch Dienstleistungen im Bereich Akupunktur und Homöopathie 

an. Es sei davon auszugehen, dass die Ärzte und Ärztinnen der Vergleichsgruppe keine 

Akupunkturleistungen erbringen. Ferner behandle er in seiner Praxis auch Männer und 

Kinder, was auf eine Grundversorgertätigkeit hinweise. Zudem sei der Umstand, dass 

er keine belegärztliche Tätigkeit am Spital ausübe als kompensatorische Einsparung 

bzw. als kostenwirksame Praxisbesonderheit zu berücksichtigen. Sowohl die von ihm 

als auch von den Apotheken bezogenen Medikamente lägen weit unter dem 

Durchschnitt. Auch diesem Gesichtspunkt sei Rechnung zu tragen. Bei einer allfälligen 

Bestimmung der Rückforderung sei zu beachten, dass vom Index Totale Kosten von 

189 (Durchschnittskosten des Jahres 2006) ausgegangen werden müsse (act. G 10).

B.e  Die Klägerinnen halten in der Replik vom 16. März 2012 unverändert an ihrer Klage 

fest. Zum Verfahren vor der PVK führen sie aus, dass nach der Ablehnung des 

Vergleichsvorschlags ein Entscheid durch die PVK hätte gefällt werden müssen, was 

aber aufgrund eines Missverständnisses unterblieben sei. Dem Beklagten sei darin 

zuzustimmen, dass dies keine weiteren Folgen habe. Die Homöopathie habe gar nicht 

zu Lasten der Grundversicherung abgerechnet werden dürfen und sei in der 

Rechnungsstellerstatistik schon deshalb nicht enthalten. Der Beklagte habe ferner nicht 

nachgewiesen, dass die Akupunktur eine Praxisbesonderheit darstelle. Der 

Männeranteil unter den Patienten des Beklagten sei verschwindend klein. 

Praxisbesonderheiten seien somit nicht nachgewiesen. Behauptete kompensatorische 

Kosteneinsparungen seien nicht dargetan. Schliesslich sei es nicht zutreffend, für den 

Kostenvergleich auf die Kosten des Beklagten im Jahr 2006 abzustellen (act. G 16 im 

Verfahren KSCHG 2011/1).

B.f   In der Duplik vom 21. Mai 2012 hält der Beklagte an den gestellten Anträgen fest. 

Es sei von ihm nie behauptet worden, die fehlende Entscheidung der PVK bliebe ohne 

Folgen. Auch aus den replikweise eingereichten Daten-CD's SASIS AG sei der Schluss 

zu ziehen, er stelle eine Ausnahme in der Vergleichsgruppe dar. Zudem beantrage er 

von der santésuisse die Herausgabe der Überweisungszahlen und der Folgekosten 

sämtlicher Ärzte der Vergleichsgruppe an Spitäler oder Spezialisten in den Jahren 2008 

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und 2009. Im Übrigen lautet die Begründung im Wesentlichen ähnlich wie diejenige der 

Klageantwort vom 24. Oktober 2011 (act. G 24).

B.g  In der unaufgefordert eingereichten Eingabe vom 4. Juni 2012 bringen die Kläger­

innen vor, in der Duplik werde sehr schön dargelegt, dass der Beklagte im Vergleich 

zur Referenzgruppe weniger erkrankte Personen mit deutlich mehr Grund- und 

Laborleistungen behandelt habe. Dies sei ein typisches Bild bei Überarztung. Ferner sei 

weder dargelegt noch ersichtlich, dass bei Ärztinnen und Ärzten, die im Spital 

operieren, geringere Fallkosten entstünden. Schliesslich seien die unbelegten 

Behauptungen des Beklagten über angeblich vermiedene Spitaleintritte weiterhin 

bestritten (act. G 26).

B.h  Der damalige Präsident des Schiedsgerichts stellte den Parteien mit Schreiben 

vom 8. August 2012 in Aussicht, die Klageverfahren bis zur Erledigung des Verfahrens 

vor PVK zu sistieren, da lediglich die erste Phase vor der PVK (Vermittlungsverfahren), 

nicht jedoch die grundsätzlich zwingende zweite Phase (vertraglich vereinbarte 

Entscheidungsinstanz) durchgeführt und darauf nicht einvernehmlich verzichtet worden 

sei (act. G 28). Hierzu nahmen die Parteien am 14. August 2012 (act. G 30) und am 

5. September 2012 (act. G 32) Stellung. Am 12. September 2012 sistierte der damalige 

Präsident des Schiedsgerichts die beiden Klageverfahren (act. G 33).

B.i   Am 25. April 2013 entschied die PVK, der Beklagte habe den Klägerinnen 

Fr. 215'295.-- zu bezahlen. Diese werden aufgefordert, dem Schiedsgericht innerhalb 

von 30 Tagen ab Empfang vom Ausgang dieses Verfahrens Bericht zu geben. Der 

Beklagte habe die Verfahrenskosten von Fr. 15'000.-- zu bezahlen. Bei ihrem Entscheid 

stützte sich die PVK ausschliesslich auf die Rechnungsstellerstatistik. Gemäss den von 

den Klägerinnen vorgelegten Zahlen beliefen sich die Durchschnittskosten des 

Beklagten pro erkrankte Person im Jahr 2008 auf Fr. 777.66 und im Jahr 2009 auf 

Fr. 797.06. Für beide Rechnungsjahre führe dies zu einem Index von jeweils 195 

Punkten. Diese Zahlen seien vom Beklagten nicht substantiiert bestritten, weshalb 

darauf abgestellt werden könne. Sie ergäben sich aus dem Vergleich von insgesamt 

66 Leistungserbringern der Fachrichtung Gynäkologie und Geburtshilfe im Kanton 

St. Gallen. Die Kompatibilität der Vergleichsgruppe bejahte die PVK. Beweise für 

Kosteneinsparungen aufgrund der Behandlung des Beklagten fehlten. Die PVK 

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verneinte das Bestehen der vom Beklagten geltend gemachten Praxisbesonderheiten 

(Homöopathie, chinesische Medizin, Akupunktur und Behandlung vieler Männer und 

Kinder). Im Gegenteil stellten die Klägerinnen fest, dass das Durchschnittsalter der vom 

Beklagten behandelten Personen in den beiden massgebenden Jahren um rund zwei 

Jahre unter demjenigen der Referenzgruppe liege. Schliesslich sei der Umstand zu 

berücksichtigen, dass die vom Beklagten behandelte Anzahl von Erkrankten im 

Zeitraum von 2005 bis 2009 jährlich um durchschnittlich 10% geschrumpft sei, 

während die Anzahl der erteilten Konsultationen zumindest in den Jahren 2006 bis 

2009 mit rund 10% nur unwesentlich zurückgegangen sei. Entgegen der Auffassung 

des Beklagten könne nicht entsprechend der Zahlen für das Jahr 2006 der Indexstand 

von 185 als Basis genommen werden, womit sich eine wesentlich kleinere Differenz zu 

den Indexwerten der Jahre 2008 und 2009 ergäbe. Denn die Klägerinnen hätten im 

vorliegenden Verfahren keinen höheren Referenzindex als Ausgangswert zugestanden. 

Richtig sei wohl, dass sie dem Beklagten mit Schreiben vom 8. Juli 2008 mittgeteilt 

hätten, die Überprüfung für das Statistikjahr 2006 werde nunmehr abgeschlossen. 

Damit war indessen keine Zugabe verbunden, dass für den Beklagten zukünftig ein 

höherer Basisindex als derjenige für die Vergleichsgruppe gelten solle, umso weniger 

als die santésuisse dem Arzt explizit mitgeteilt habe, sie werde "auch in Zukunft die 

Entwicklung Ihrer Kosten mit Aufmerksamkeit verfolgen". Es sei daher auch im 

vorliegenden Fall vom Referenzindex zuzüglich den von der PVK praxisgemäss 

gewährten 30 Punkten, mithin also von 130 Punkten auszugehen. Die vom Beklagten 

verursachten direkten Kosten von Fr. 329'609.-- (2008) bzw. Fr. 316'272.-- (2009) seien 

von 195 Punkten auf den Referenzindex von 130 Punkten zurückzuführen. Dies ergebe 

Fr. 219'739.-- (2008) bzw. Fr. 210'847.-- (2009). Es verbleibe eine Differenz von 

Fr. 109'870.-- (2008) bzw. Fr. 105'425.-- (2009), mithin ein Gesamtbetrag von 

Fr. 215'295.--, den der Beklagte den Klägerinnen zurückzuerstatten habe. Ein 

Anspruch auf Verzugszinsen bestehe nicht. Nachdem die Klägerinnen das Kantonale 

Schiedsgericht bereits angerufen hätten, erübrige es sich, ihnen hiezu nochmals Frist 

zu setzen. Stattdessen würden sie aufgefordert, das Kantonale Schiedsgericht 

innerhalb der gleichen Zeitspanne über den Ausgang des Entscheidverfahrens vor der 

PVK zu informieren (act. G 34.1). Am 7. Mai 2013 gaben die Klägerinnen dem 

damaligen Präsidenten des Schiedsgerichts Kenntnis vom Entscheid der PVK (act. 

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G 34; vgl. auch den entsprechenden Hinweis des Beklagten vom 4. Juni 2013, act. 

G 35).

B.j   Am 30. Dezember 2013 hob der neue Präsident des Schiedsgerichts die Sistierung 

der Klageverfahren KSCHG 2010/2 und KSCHG 2011/1 auf (act. G 38).

B.k  Der Präsident des Schiedsgerichts teilte den Parteien am 13. Juni 2014 das vom 

Schiedsgericht an der Sitzung vom 12. Juni 2014 beschlossene Entscheiddispositiv mit 

und ersuchte den Rechtsvertreter der Klägerinnen, die im Zeitpunkt des Entscheids 

bestehenden, von ihm vertretenen Mitglieder der Klägerschaft zu benennen (act. G 39). 

Hierzu nahm der Rechtsvertreter am 17. Juli 2014 Stellung (act. G 41).

Erwägungen:

1.

Da den Streitigkeiten KSCHG 2010/2 und KSCHG 2011/1 derselbe Sachverhalt 

zugrunde liegt und sich die gleichen Rechtsfragen stellen, rechtfertigt es sich, die 

beiden Verfahren zu vereinigen und in einem einzigen Urteil zu erledigen (vgl. etwa BGE 

128 V 124 E. 1). Nicht gegen eine Verfahrensvereinigung spricht, dass die Klägerinnen 

in den beiden Verfahren nicht vollständig identisch sind, zumal sie alle sowohl in 

KSCHG 2010/2 als auch KSCHG 2011/1 von santésuisse vertreten werden und kein 

Geheimhaltungsinteresse geltend machen, das solcher Vorkehr entgegenstünde. Im 

Dispositiv ist aber bezüglich der eingeklagten Rückerstattungsjahre (2008 und 2009) 

aufgrund der nicht identischen Zusammensetzung der Klägerinnen zu unterscheiden 

(vgl. Urteil des Schiedsgerichts KVG vom 4. Juni 2009, KSCHG 2005/2 und 2006/2, 

E. 1 mit Hinweisen).

2.

Art. 89 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG; SR 832.10) 

bestimmt, dass ein Schiedsgericht Streitigkeiten zwischen Versicherern und 

Leistungserbringern entscheidet. Der Kanton bezeichnet ein Schiedsgericht. Es setzt 

sich zusammen aus einer neutralen Person, die den Vorsitz innehat, und aus je einer 

Vertretung der Versicherer und der betroffenen Leistungserbringer in gleicher Zahl. Die 

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Kantone können die Aufgaben des Schiedsgerichts dem kantonalen 

Versicherungsgericht übertragen; dieses wird durch je einen Vertreter oder eine 

Vertreterin der Beteiligten ergänzt (Art. 89 Abs. 4 KVG). Art. 65 Abs. 1 lit. a des 

kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRP; sGS 951.1) überträgt die 

Beurteilung von Streitigkeiten nach Art. 89 KVG dem Versicherungsgericht. Gemäss 

Art. 89 Abs. 5 KVG regelt der Kanton das Verfahren; dieses muss einfach und rasch 

sein. Das Schiedsgericht stellt unter Mitwirkung der Parteien die für den Entscheid 

erheblichen Tatsachen fest; es erhebt die notwendigen Beweise und ist in der 

Beweiswürdigung frei.

3.

In formeller Hinsicht rechtfertigen sich vorab Bemerkungen zur rechtlichen Natur des 

"Entscheids" der PVK vom 25. April 2013.

3.1  Die vertragliche Vereinbarung eines Schlichtungsverfahrens ist bei Streitigkeiten 

nach Art. 89 KVG zulässig und deren Durchführung - sofern kein gültiger Verzicht 

vorliegt - Eintretensvoraussetzung für das Schiedsgericht (vgl. Urteil des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche 

Abteilungen des Bundesgerichts] vom 30. April 2004, K 143/03, E. 8.5 f. mit Hinweis 

auf BGE 119 V 309).

3.2  Mit Regierungsbeschluss vom 19. Dezember 2006 (Art. 1; sGS 331.501) wurde der 

zwischen den Ärztegesellschaften der Kantone St. Gallen, Thurgau, Appenzell AI/AR, 

Schaffhausen sowie Glarus und santésuisse - Die Schweizer Krankenversicherer 

abgeschlossene regionale Anschlussvertrag zum nationalen Rahmenvertrag TARMED 

vom 4. Dezember 2006 genehmigt. Gemäss Art. 18 Abs. 5 des Anschlussvertrags sind 

die Parteien verpflichtet, sich dem Verfahren vor der überkantonalen paritätischen 

Vertrauenskommission (PVK) zu unterziehen. Das Verfahren vor der PVK ist zweiphasig. 

In einem ersten Schritt ist die PVK als Vermittlungsinstanz tätig. Kann die PVK bei 

Streitigkeiten wie der vorliegenden keine Einigung der Parteien herbeiführen, amtet sie 

in einer zweiten Phase als vertraglich vereinbarte Entscheidungsinstanz (Art. 18 Abs. 6 

des Anschlussvertrags). Die klagende und die beklagte Partei können bei einem 

Streitgegenstand, der in die Kompetenz des kantonalen Schiedsgerichts nach Art. 89 

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KVG fällt, gemäss den Bestimmungen im Anhang E (Reglement über die PVK für AI, 

AR, GL, SG, SH und TG) einvernehmlich auf das Verfahren vor der PVK verzichten 

(Art. 18 Abs. 5 zweiter Satz des Anschlussvertrags). Vorausgesetzt ist ein schriftlicher 

Verzicht beider Parteien (Ziff. 18 des Reglements).

3.3  Die Einführung des Entscheidverfahrens vor der PVK hat nicht dazu geführt, dass 

die PVK anstelle des Versicherungsgerichts als Schiedsgericht im Sinn von Art. 89 KVG 

und nicht mehr als Schlichtungsinstanz zu betrachten wäre, auch wenn es die 

entsprechenden personellen Anforderungen von Art. 89 Abs. 4 KVG erfüllt, sieht doch 

Art. 65 Abs. 1 lit. a VRP die Zuständigkeit des Versicherungsgerichts für die Beurteilung 

von Streitigkeiten nach Art. 89 KVG vor.

3.4  Des Weiteren gilt es zu beachten, dass die Ausgestaltung des 

Schlichtungsverfahrens nicht zu einer Umkehr der Parteirollen führen darf (Gebhard 

Eugster, Bundesgesetz über die Krankenversicherung [KVG], in Erwin Murer/Hans-

Ulrich Stauffer [Hrsg.]: Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

Sozialversicherungsrecht, Zürich 2010, Rz 19 zu Art. 89 mit Hinweis auf BGE 132 V 18 

E. 2.3).

3.5  Im Licht dieser Ausführungen ist davon auszugehen, dass es sich beim 

"Entscheid" der PVK vom 25. April 2013 um einen begründeten Schlichtungsvorschlag 

und nicht um einen rechtsmittelfähigen Entscheid handelt, der unter Umständen zur 

Umkehr der Parteirollen führt. Der Schlichtungsvorschlag wird für die Parteien nur dann 

verbindlich, wenn sie diesen nicht ablehnen. Lehnt eine Partei den 

Schlichtungsvorschlag ab, fällt er dahin. Innerhalb welcher Frist die Ablehnung zu 

erklären ist, regelt der Anschlussvertrag in Art. 18 Abs. 7 nur für die klagende Partei, 

welche Rolle bei Rückforderungsstreitigkeiten nach Art. 56 Abs. 2 KVG lediglich einem 

oder mehreren Versicherern zufallen kann. Weder aus dem Anschlussvertrag ergibt 

sich noch ist naheliegend, dass unterschiedlich lange Fristen dem Willen der 

Vertragsparteien entsprochen hätten, zumal eine Ungleichbehandlung mit dem Wesen 

eines (paritätisch ausgestalteten) Schlichtungsverfahrens nicht zu vereinbaren wäre. 

Daraus folgt, dass auch die beklagte Partei innert 30-tägiger Frist ausdrücklich ihr 

Nichteinverständnis zum Schlichtungsvorschlag gegenüber dem Präsidenten der PVK 

zum Ausdruck bringen muss, andernfalls wird der Schlichtungsvorschlag - sofern er 

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nicht bereits wegen fristgerecht mitgeteilter Ablehnung durch den Kläger dahinfällt - für 

die Parteien verbindlich.

3.6  Vorliegend haben die Klägerinnen soweit ersichtlich die 30-tägige Frist gemäss 

Art. 18 Abs. 7 des Anschlussvertrags unbenützt verstreichen lassen. Der Beklagte hat 

im Schreiben vom 4. Juni 2013 mitgeteilt, er sei mit dem Schlichtungsvorschlag vom 

25. April 2013 nicht einverstanden (act. G 35). Diese gegenüber dem Schiedsgericht 

erklärte Ablehnung erfolgte nicht innert der 30-tägigen Frist. Ob eine fristgerechte 

Ablehnungserklärung beim Präsidenten der PVK eingegangen ist, geht aus den Akten 

nicht vor. Dies spielt vorliegend indessen keine Rolle. Denn selbst wenn davon 

ausgegangen würde, der Beklagte hätte nicht fristgerecht im Sinn von Art. 18 Abs. 7 

des Anschlussvertrags gehandelt, ist zu seinen Gunsten zu berücksichtigen, dass er im 

Schlichtungsvorschlag vom 25. April 2013 nicht auf die zu beachtende Frist 

aufmerksam gemacht wurde und darin sogar ausgeführt wurde, es erübrige sich mit 

Blick auf die bereits beim Schiedsgericht anhängig gemachten Klagen, den 

Klägerinnen "nochmals Frist" im Sinn von Art. 18 Abs. 7 Satz 2 des Anschlussvertrags 

zu setzen (act. G 34.1, Rz 9). In Ziffer 2 des Dispositivs des Schlichtungsvorschlags 

wurden einzig die Klägerinnen aufgefordert, dem Schiedsgericht innerhalb von 

30 Tagen ab Empfang vom Ausgang des Schlichtungsentscheidverfahrens Bericht zu 

geben (act. G 34.1, S. 10). Dabei hat die PVK einerseits übersehen, dass die anhängig 

gemachten Klagen für sich allein keinen Einfluss auf die allfällige Verbindlichkeit des 

gefällten Schlichtungsvorschlags vom 25. April 2013 haben. Würden die Parteien 

nämlich diesen akzeptieren, führte dies zu dessen Verbindlichkeit und zu einem 

Klagerückzug bzw. zu einem Nichteintreten mangels Rechtsschutzinteresses. 

Andererseits hat sie unberücksichtigt gelassen, dass die Frage nach dem Eintritt der 

Verbindlichkeit auch vom Willen der beklagten Partei abhängig ist. Sie hätte deshalb 

nicht bloss der klagenden, sondern auch der beklagten Partei Frist für eine allfällige 

Ablehnungserklärung unter Hinweis auf die Folgen bei nicht fristgerechtem Verhalten 

einräumen müssen. Indessen hat sie es gänzlich unterlassen, die Parteien auf die zu 

beachtenden Fristen aufmerksam zu machen. Aufgrund der aus Sicht der Beklagten 

unklaren Regelung von Art. 18 Abs. 7 des Anschlussvertrages und den im 

Schlichtungsvorschlag unterbliebenen Hinweisen hinsichtlich des möglichen Eintritts 

der Verbindlichkeit des Schlichtungsvorschlags gereicht es dem Beklagten vorliegend 

in analoger Anwendung der Rechtsprechung zu falscher Rechtsmittelbelehrung (BGE 

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117 Ia 298 f. E. 2, 423 f. E. 2c) nicht zum Nachteil, wenn er beim Präsidenten der PVK 

nicht innert 30-tägiger Frist die Ablehnung des Schlichtungsvorschlags erklärt hat. Der 

Schlichtungsvorschlag vom 25. April 2013 entfaltet deshalb aufgrund der vom 

Beklagten im Schreiben vom 4. Juni 2013 erklärten Ablehnung (act. G 35) keine 

Verbindlichkeit für die Parteien und steht damit einer materiellen Beurteilung der Klagen 

nicht entgegen.

4.

Nach konstanter Rechtsprechung ist bei Wirtschaftlichkeitsverfahren nach Art. 56 KVG 

eine Kollektivklage aller Versicherer, vertreten durch den Krankenkassenverband, 

zulässig und eine Spezifikation der auf den einzelnen Versicherer entfallenden Beiträge 

nicht erforderlich (Urteil des Schiedsgerichts des Kantons St. Gallen vom 4. Juni 2009, 

KSCHG 2005/2 und 2006/2, E. 2.3 mit Hinweis auf Urteil des EVG vom 9. Oktober 

2006, K 6/06, E. 3.3, und BGE 127 V 281 E. 5d). Abgesehen davon ist eine 

ausdrückliche Prozessvertretungsvollmacht in Art. 17 der Statuten (in der seit 

26. August 2009 gültigen Fassung; act. G 1.2) bzw. Art. 16 der Statuten (in der seit 

24. Juni 2011 gültigen Fassung; <http://www.santesuisse.ch/datasheets/files/

201108081033450.pdf>, eingesehen am 12. März 2014) der santésuisse enthalten, 

weshalb keine einzelne Ermächtigung zur Prozessführung im Namen der jeweils 

beteiligten Kassen erforderlich ist (Urteil des Schiedsgerichts des Kantons St. Gallen 

vom 4. Juni 2009, KSCHG 2005/2 und 2006/2, E. 2.3 am Schluss).

4.1  In beiden Klagen hat der klägerische Rechtsvertreter in den Klagerubra alle 

beteiligten Versicherer namentlich erwähnt. Die von ihm seit der Klageanhebung 

mitgeteilten fusionsbedingten Änderungen (act. G 20) sind darin bereits berücksichtigt. 

Am 17. Juli 2014 hat er auf weitere fusionsbedingte Änderungen und eine 

Umfirmierung hingewiesen (die Krankenkasse Elm heisst inzwischen Genossenschaft 

Glarner Krankenversicherung; Übernahme der Caisse Maladie de la Fonction Publique 

durch die Philos Caisse maladie-accident, Martigny; Übernahme der Carena Schweiz 

durch die SWICA; act. G 41).

4.2  Wincare Versicherungen AG und Sanitas Krankenversicherung sind per Ende 2011 

aus dem Dachverband santésuisse ausgetreten. Am 17. Juli 2014 teilt der 

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Rechtsvertreter der Klägerinnen mit, die Arcosana AG, avanex Versicherungen AG, 

CSS-Kranken-Versicherung AG, Helsana Versicherungen AG, INTRAS Kranken-

Versicherung AG, KPT/CPT, Progrès Versicherungen AG und sansan Versicherungen 

AG seien inzwischen ebenfalls aus dem Dachverband santésuisse ausgetreten. Mit 

schriftlicher Vollmacht haben die genannten Versicherungen santésuisse indessen 

beauftragt, die Vertretung in den hier zu beurteilenden Klageverfahren weiterzuführen 

(act. G 20 und G 41).

4.3  Mit Schreiben vom 17. Juli 2014 reicht der klägerische Rechtsvertreter zusätzlich 

Vollmachten der indivo Versicherungen AG und Sanagate AG ein. Diese 

Versicherungen waren indessen bis zum Entscheid vom 12. Juni 2014 nicht an den 

Klageverfahren beteiligt und sind weder in der Liste des santésuisse-Datenpools 

bezüglich der von der Überarztung betroffenen Versicherer (act. G 1.1a und G 1.1 im 

Verfahren KSCHG 2011/1) noch dem am 17. Juli 2014 eingereichten, vom klägerischen 

Rechtsvertreter überarbeiteten Rubrum (act. G 41.1) aufgeführt, weshalb sich 

Weiterungen erübrigen.

5.

5.1  Nach Art. 56 Abs. 1 KVG haben sich Leistungserbringer (vgl. Art. 35 Abs. 2 KVG) in 

der Behandlung, in der Verordnung und Abgabe von Arzneimitteln sowie in der 

Anordnung und Durchführung von wissenschaftlich anerkannten Heilanwendungen und 

Analysen auf das im Interesse der versicherten Person liegenden und für den 

Behandlungszweck erforderliche Mass zu beschränken (vgl. auch Art. 32 KVG; SVR 

2002 KV Nr. 10 S. 37). Für Leistungen, die über dieses Mass hinausgehen, kann die 

Vergütung verweigert werden. Eine nach diesem Gesetz dem Leistungserbringer zu 

Unrecht bezahlte Vergütung kann zurückgefordert werden (Art. 56 Abs. 2 KVG).

5.2  Bei der im zu beurteilenden Fall für die Überprüfung der Wirtschaftlichkeit der 

ärztlichen Tätigkeit nach Art. 56 KVG angewendeten Methode des 

Durchschnittskostenvergleichs (vgl. dazu Urteil des EVG vom 9. Oktober 2006, K 6/06, 

E. 4.1, nicht publ. in: BGE 133 V 37, aber in: SVR 2007 KV Nr. 5 S. 19; BGE 119 V 

454 f. E. 4d) ist rechtsprechungsgemäss keine Kontrolle aller Positionen sämtlicher 

Rechnungen durchzuführen, sondern kann sich die Prüfung vielmehr darauf 

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beschränken, die durchschnittlichen Behandlungskosten des betreffenden Arztes oder 

der betreffenden Ärztin mit denjenigen anderer Ärzte unter ähnlichen Bedingungen zu 

vergleichen, wobei die kürzlich formulierten Kriterien bezüglich Transparenz beachtet 

werden müssen (BGE 136 V 415). Voraussetzung für die Anwendbarkeit dieser 

Methode ist, dass sich das Vergleichsmaterial hinreichend ähnlich zusammensetzt und 

sich der Vergleich über einen genügend langen Zeitraum erstreckt, wodurch bloss 

zufällige Unterschiede mehr oder weniger ausgeglichen werden. Eine Überarztung liegt 

vor, wenn eine ins Gewicht fallende Zahl von Rechnungen desselben Arztes oder 

derselben Ärztin an eine Krankenkasse im Vergleich zur Zahl von Rechnungen von 

Ärzten in geographisch gleichem Tätigkeitsbereich und mit etwa gleichem Krankengut 

im Durchschnitt betraglich erheblich höher ist, ohne dass den Durchschnitt 

beeinflussende Besonderheiten geltend gemacht werden können. Falls die 

Wirtschaftlichkeit in Anwendung der statistischen Methode beurteilt wird, darf eine 

Unwirtschaftlichkeit nicht schon bei Überschreitung des statistischen Mittelwertes 

(100 Indexpunkte) vermutet werden. Vielmehr ist den Ärzten und Ärztinnen einerseits 

ein Toleranzbereich und zudem allenfalls ein Zuschlag zu diesem Toleranzwert (zu dem 

den Toleranzbereich begrenzenden Indexwert) zuzugestehen, um spezifischen 

Praxisbesonderheiten Rechnung zu tragen. Nach der Rechtsprechung liegt der 

Toleranzbereich zwischen 120 und 130 Indexpunkten (zum Ganzen: BGE 137 V 45 

E. 2.2 mit Hinweisen). Infolge der in BGE 137 V 43 beschlossenen Praxisänderung

unterliegen nur (noch) die direkten Kosten des Arztes (einschliesslich der von ihm 

abgegebenen Medikamente) der Rückerstattungspflicht nach Art. 56 Abs. 2 KVG (BGE 

137 V 49 E. 2.5.5).

5.3  Der Ausschluss der veranlassten Kosten von der Rückerstattung ändert nichts 

daran, dass die Frage, ob das Wirtschaftlichkeitserfordernis erfüllt ist, aufgrund einer 

Gesamtbetrachtung gemäss der mit BGE 133 V 37 begründeten Rechtsprechung zu 

beantworten ist. Denn im Sinn des Wirtschaftlichkeitsgebots handelt auch derjenige 

Arzt, der zwar überdurchschnittliche oder möglicherweise sogar unterdurchschnittliche 

gesamthafte (direkte und veranlasste) Kosten verursacht, weil er viele Behandlungen 

selbst durchführt, die andere Ärzte an Dritte auslagern würden. Aus diesem Grund ist 

der hohe Anteil an selbst erbrachten statt ausgelagerten Leistungen zumindest im Sinn 

einer Praxisbesonderheit zu berücksichtigen (BGE 137 V 49 E. 2.5.6 mit Hinweisen).

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5.4  Aufgrund der ärztlicherseits geäusserten Kritik an der vom Bundesgerichts 

angewandten Methode des Durchschnittskostenvergleichs (vgl. vorstehende E. 5.2) 

wurde im Rahmen von drei parlamentarischen Initiativen (07.483 Bea Heim, 07.484 

Thérèse Meyer, 07.485 Cassis) eine Optimierung des Verfahrens zur Überprüfung der 

Wirtschaftlichkeit der Leistungen gefordert (BBl 2011 2521). Kritisiert wurde vor allem, 

dass das Wirtschaftlichkeitsverfahren von santésuisse kein eigentliches 

Wirtschaftlichkeitsverfahren, sondern lediglich ein 

Durchschnittskostenvergleichsverfahren ist (BBl 2011 2523). Der Gesetzgeber nahm 

diese Kritik auf und erliess Art. 56 Abs. 6 KVG (in Kraft seit 1. Januar 2013). Dieser 

verpflichtet die Leistungserbringer und die Versicherer, vertraglich eine Kontrolle der 

Wirtschaftlichkeit festzulegen. Falls sich die Leistungserbringer gemäss Art. 35 Abs. 2 

lit. a KVG und die Versicherer innerhalb von 12 Monaten nach der Gesetzesänderung 

nicht auf eine Methode zur Wirtschaftlichkeitskontrolle einigen können, wird diese vom 

Bundesrat bestimmt (Übergangsbestimmung zur Änderung vom 23. Dezember 2011). 

Die betroffenen Anspruchsgruppen einigten sich am 27. November 2013 darauf, dass 

als statistische Methode zur Kontrolle der Wirtschaftlichkeit die Varianzanalyse 

festgelegt wird (Schweizerische Ärztezeitung 2014, S. 99). In materiellrechtlicher 

Hinsicht gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene 

Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der 

zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 

467 E. 1 und 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Vorliegend betreffen die eingeklagten 

Forderungen die Jahre 2008 und 2009, weshalb der am 1. Januar 2013 in Kraft 

getretene Art. 56 Abs. 6 KVG (einschliesslich der Übergangsbestimmung dieser 

Gesetzesänderung) und die gestützt darauf vereinbarte neue Methode keine 

Anwendung finden. Ohnehin erscheint fraglich, ob einerseits aus technischer Sicht die 

neue Methode überhaupt auf zurückliegende Zeiträume angewendet werden kann und 

ob andererseits selbst bei möglicher rückwirkender Anwendung auf die von den Klagen 

betroffenen Jahre 2008 und 2009 ein für den Beklagten günstigeres Ergebnis 

resultieren würde.

6.

Der Beklagte hält den von den Klägerinnen geltend gemachten Forderungen 

verschiedene Einwände entgegen. Diese legten der Berechnung der Rückforderung die 

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Ergebnisse der Rechnungsstellerstatistik zugrunde, weshalb vorliegend kein Anlass 

besteht, auf die ANOVA-Index-Werte abzustellen, zumal sie deutlich über denjenigen 

der Rechnungsstellerstatistik liegen, worauf bereits die PVK zutreffend hinwies (act. 

G 34.1, Rz 7.2).

6.1  Zunächst rügt der Beklagte die Zusammensetzung der Referenzgruppe 

Gynäkologie und Geburtshilfe bzw. deren Vergleichbarkeit (act. G 10, Rz 2b).

6.1.1      Voraussetzung für die von den Klägerinnen ihrer Rückforderung zugrunde 

gelegte Methode des Durchschnittskostenvergleichs ist, dass sich das 

Vergleichsmaterial hinreichend ähnlich zusammensetzt (BGE 137 V 45 E. 2.2). Eine 

Vergleichsgruppe kann inadäquat sein, wenn der geprüfte Arzt zwar die gleiche Art 

medizinischer Behandlungen vornimmt wie die Ärzte der Vergleichsgruppe, sich aber 

bezüglich bestimmter kostenintensiver Patientenkategorien oder bestimmter 

Behandlungen im Quantitativ bzw. Häufigkeitsprofil vom Durchschnitt der 

Vergleichsärzte so beträchtlich unterscheidet, dass in einer statistischen 

Wirtschaftlichkeitsprüfung nicht mehr annähernd Gleiches mit annähernd Gleichem 

verglichen wird. Vergleichbarkeit ist generell nicht gegeben, wenn ein Arzt aufgrund 

eines entsprechenden Patientenkollektivs in grossem Umfang fachspezifische 

Leistungspositionen abrechnet, welche die Vergleichsgruppe nicht oder nur selten 

abrechnet (Gebhard Eugster, KVG: Statistische Wirtschaftlichkeitsprüfung im Wandel, 

in: Jusletter vom 25. Juni 2012, Rz 7 und FN 4).

6.1.2      Der Beklagte weist darauf hin, dass er auch Kinder und Männer behandle, 

weshalb die Einteilung in die Vergleichsgruppe Gynäkologie und Geburtshilfe falsch sei 

(act. G 10, Rz 2c), zumal bei seiner Behandlung die Akupunktur im Vordergrund stehe 

(act. G 24, Rz 2, S. 8). Aus den jeweils in Ziffer 5 der Rechnungsstellerstatistik 2008 

und 2009 enthaltenen Diagrammen "Verteilung der Erkrankten" ergibt sich, dass der 

Beklagte lediglich einen vernachlässigbaren kleinen Anteil an männlichen Erkrankten 

behandelt hat. Hinsichtlich der Altersstruktur lässt sich entnehmen, dass sich der 

Grossteil der Erkrankten in der Bandbreite der 19- bis 60-jährigen befindet (act. G 1.14, 

S. 3, und act. G 1.4, S. 3, im Verfahren KSCHG 2011/1; vgl. auch die entsprechenden 

von der C.___ AG ermittelten Ergebnisse in act. G 16.25, S. 3, im Verfahren KSCHG 

2011/1). Es besteht angesichts dieser Verhältnisse kein Anlass, hinsichtlich des 

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Patientenguts eine hinreichend ähnliche Zusammensetzung zu verneinen, zumal das 

Durchschnittsalter der in der Praxis des Beklagten Behandelten (2008: 40.0; 2009: 

39.2) lediglich geringfügig vom Durchschnittsalter der Gruppe abweicht (2008: 41.97; 

2009: 41.80; zum Ganzen act. G 1.4, S. 1 und S. 2). Ferner ist weder dargetan noch 

naheliegend, dass die Behandlung männlicher Patienten sowie von Patienten im 

Kindesalter verglichen mit erwachsenen Patientinnen zu höheren Durchschnittskosten 

führt. Ergänzend kann auf die Ausführungen der PVK verwiesen werden, wonach sich 

deshalb die Einordnung in die Vergleichsgruppe Gynäkologie und Geburtshilfe nicht 

zum Nachteil des Beklagten auswirkt (act. G 34.1, Rz 7.7). Was die 

Akupunkturbehandlung anbelangt, so ist zu bemerken, dass die ärztliche 

Therapiefreiheit die Akupunktur umfasst, die auch zu Lasten der obligatorischen 

Krankenpflegeversicherung abgerechnet werden kann, soweit die Voraussetzungen 

nach Ziff. 10 Anhang 1 der Verordnung über die Leistungen in der obligatorischen 

Krankenpflegeversicherung (KLV; SR 832.112.31) erfüllt sind. Eine 

Akupunkturbehandlung befreit aber nicht von der Einhaltung der für alle 

Behandlungsarten gleichermassen geltenden Bestimmungen über die 

Wirtschaftlichkeit. Insbesondere besteht kein Anlass, die Akupunktur gegenüber den 

schulmedizinischen Behandlungen privilegierter zu behandeln und dadurch generierte 

Mehrkosten ohne weiteres anzuerkennen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 

10. Dezember 2009, 9C_457/2009, E. 8.2), zumal der Beklagte deren 

kompensatorischen Effekt nicht substantiiert. Zumindest vermag die 

Akupunkturbehandlung für sich allein nicht zum Schluss zu führen, die Gruppe der 

Gynäkologie und Geburtshilfe sei für einen hinreichenden Vergleich mit dem Beklagten 

nicht geeignet. In diesem Kontext kann schliesslich auf die schlüssigen Erwägungen 

der PVK verwiesen werden, wonach der Beklagte lediglich vage Angaben hinsichtlich 

des Umfangs der Akupunkturbehandlungen gemacht habe, die mit früheren Angaben 

teilweise kontrastiert (act. G 34.1, Rz 7.6).

6.1.3      Der Beklagte wendet weiter ein, dass sich die Anzahl der Erkrankten und die 

vom Arzt sowie von den Apotheken abgegebenen Medikamente im Fall seiner Praxis 

weit unter dem Durchschnitt der Vergleichsgruppe bewegen würden. Auch seine 

vergleichsweise erhöhten Werte im Laborbereich würden auf eine nicht mit anderen 

Gynäkologen vergleichbare Praxistätigkeit hinweisen (act. G 24, Rz 1, S. 6). Es ist nicht 

nachvollziehbar, inwiefern diese Umstände geeignet sind, die hinreichende 

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Vergleichbarkeit der herangezogenen Referenzgruppe der Gynäkologie und 

Geburtshilfe in Frage zu stellen. Die Anzahl der Erkrankten als quantitative Grösse sagt 

nichts über die Qualität der angebotenen medizinischen Leistungen aus. Damit geht 

einher, dass der Beklagte grösstenteils weibliche Personen behandelt hat (vgl. 

vorstehende E. 6.1.2). Der Entscheid eines Arztes, ob er selbst die Medikamente 

abgibt, was eine entsprechende Vorratshaltung bedingt, oder über Laborinstrumente 

verfügt, um die entsprechenden Leistungen selbst erbringen zu können bzw. nicht 

durch Dritte erbringen lassen zu müssen, sind primär betriebwirtschaftlicher Natur. 

Demnach vermag eine vom Durchschnitt der Gruppe Gynäkologie und Geburtshilfe 

abweichende Praxisorganisation keine Inadäquanz der herangezogenen 

Referenzgruppe zu begründen. Allenfalls können diese Umstände als 

Praxisbesonderheit Berücksichtigung finden (BGE 137 V 49 E. 2.5.6 mit Hinweisen). 

Gleiches gilt hinsichtlich der Argumentation des Beklagten, wonach mindestens 15 

Ärzte der Vergleichsgruppe bei einem Spital angestellt seien und der grösste Teil als 

Belegärzte ebenfalls in einem Spital tätig sei (act. G 24, Rz 1, S. 7), zumal darin keine 

Rechtfertigung für die vom Beklagten erheblich erhöhten Kosten pro Erkrankten 

erkennbar ist.

6.1.4      Nach dem Gesagten besteht kein Anlass, die von den Klägerinnen 

herangezogene Referenzgruppe Gynäkologie und Geburtshilfe als nicht hinreichend 

vergleichbar zu erachten, zumal auch die eastcare AG, auf welche sich der Beklagte 

offenbar im Schlichtungsverfahren selber berufen hat (vgl. act. G 16, S. 5, im Verfahren 

KSCHG 2011/1), von einer guten Vergleichbarkeit mit dem Referenzkollektiv sprach 

(act. G 16.25, S. 1, im Verfahren KSCHG 2011/1). Dabei ist nochmals zu bemerken, 

dass sich die Einreihung in die Referenzgruppe Allgemeine Medizin und Pädiatrie, bei 

der die Tarife gerichtsnotorisch nicht höher liegen, ohnehin nicht zu Gunsten des 

Beklagten auswirkte (vgl. vorstehende E. 6.1.2). Vor diesem Hintergrund ist damit für 

die Frage der Überarztung auf die in der Rechnungsstellerstatistik der Jahre 2008 und 

2009 ausgewiesenen Indexpunkte von 199 für das Jahr 2008 und 204 für das Jahr 

2009 abzustellen ("Total direkte Kosten: Index Kosten Erkrankte"; act. G 1.14, S. 1, und 

G 1.4, S. 1, im Verfahren KSCHG 2011/1). Die Berechnung dieses Werts blieb vom 

Beklagten unbestritten. Von weiteren Abklärungen sind keine neuen Erkenntnisse zu 

erwarten, weshalb davon abzusehen ist (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 122 V 

157 E. 1d).

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6.2  Gegen die Höhe der eingeklagten Forderungen führt der Beklagte nicht 

berücksichtigte kostenwirksame Praxisbesonderheiten ins Feld (act. G 10, Rz 3a ff.).

6.2.1      Als Praxisbesonderheiten hat das Bundesgericht verschiedene Argumente 

anerkannt. Diese sind vom betroffenen Arzt zu beweisen und umfassen etwa: 

Überdurchschnittlich viele psychosomatische und psychiatrische Krankheitsbilder, 

chronisch kranke Langzeitpatienten, drogensüchtige Patienten im Methadonprogramm, 

überdurchschnittliche Zahl von Hausbesuchen und ein sehr grosses Einzugsgebiet 

sowie ein höheres Durchschnittsalter der Vergleichsgruppe (Eugster, a.a.O., Rz 2, 

insbesondere FN 2 mit Hinweisen).

6.2.2      Der Beklagte macht geltend, er übe keine belegärztliche Tätigkeit am Spital 

aus. Dies führe dazu, dass seine Tätigkeit mit den Spezialitäten Akupunktur und 

Homöopathie sehr stark von derjenigen des Referenzkollektivs der Gynäkologen 

abweiche, die als Belegärzte tätig seien. Seine Behandlungsmethode ziele darauf ab, 

nicht zwingende Eingriffe zu vermeiden. Die Kosten, die zwar durch längere und 

häufigere Konsultationen bei ihm anfielen, seien aber weit tiefer als jene, die durch 

einen Eingriff und Aufenthalt im Spital verursacht würden (act. G 10, Rz 3a; zum 

geltend gemachten kompensatorischen Effekt durch nicht notwendig werdende 

Eingriffe und Spitalaufenthalte aufgrund höherer Anzahl an Grundleistungen pro 

erkrankter Person siehe act. G 10, Rz 3c, und G 24, Rz 2 f., S. 8 f.). Zunächst ist zu 

bemerken, dass das Argument der Homöopathie ins Leere zielt, da diese 

Heilbehandlung in den betroffenen Jahren 2008 und 2009 nicht unter den 

Leistungskatalog fiel (siehe Anhang 1 Ziff. 10 KLV) und daher entsprechende Kosten 

nicht in der Rechnungsstellerstatistik enthalten sind. Wie bereits die PVK einlässlich 

und unter Hinweis auf die Stellungnahme der eastcare AG ausführte (act. G 34.1, 

Rz 7.4 und Rz 7.6), worauf verwiesen werden kann, ist der vom Beklagten geltend 

gemachte kompensatorische Effekt nicht dargetan. Immerhin kann die - umfangmässig 

nicht ausgewiesene - Akupunkturleistung im Rahmen der ärztlichen Therapiefreiheit bei 

der Bemessung des Toleranzbereichs berücksichtigt werden, wobei zu betonen ist, 

dass auch bei dieser Leistung das Wirtschaftlichkeitsgebot gilt.

6.2.3      Ausgewiesen sind hingegen vergleichsweise tiefe veranlasste Kosten bei 

Apotheken und Laboratorien (act. G 1.14, S. 2, und G 1.4, S. 2, im Verfahren KSCHG 

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2011/1), was im Sinne einer Praxisbesonderheit berücksichtigt werden kann (BGE 137 

V 49 E. 2.5.6). Allerdings sind damit einhergehende kompensatorische Effekte 

vorliegend nicht nachgewiesen.

6.2.4      Aus der Sicht des Beklagten sei ferner zu beachten, dass umzugsbedingt 

jeder fünfte Patient ein Neupatient sei (Schreiben vom 29. Juni 2010, act. G 16.21a im 

Verfahren KSCHG 2011/1). Vorweg ist auf die Rechtsprechung hinzuweisen, wonach 

im Umstand einer kurzen Praxistätigkeit für sich allein genommen grundsätzlich keine 

Rechtfertigung für die Ausweitung des Toleranzbereichs erblickt wird (Urteil des 

Bundesgerichts vom 17. Dezember 2012, 9C_576/2012, E. 3.2 mit Hinweisen). Der 

Beklagte betreibt seit ____ eine Praxis in B.___ (act. G 1.4). Betreffend die Jahre 2008 

und 2009 kann damit nicht mehr vom Bestehen einer Gründungsphase ausgegangen 

werden. Daran ändert der innerhalb von B.___ erfolgte Wechsel der 

Praxisräumlichkeiten nichts. Aus dem geltend gemachten, nicht näher belegten 

Umstand, dass in den fraglichen Jahren jede fünfte Person ein Neupatient gewesen sei, 

ist auf keine relevante Praxisbesonderheit zu schliessen, da die Heilbehandlungen zum 

Grossteil (80%) an einem bereits bestehenden Patientenkreis vorgenommen wurden. 

Hinzu kommt, dass der Umzug innerhalb von B.___, also einem räumlich 

überblickbaren Umfeld, stattfand und damit nicht mit einer Gründungsphase verglichen 

werden kann. Im Übrigen dürften gerade bei der Gruppe Gynäkologie und Geburtshilfe 

etwa angesichts von Erstschwangerschaften eine ähnliche Anzahl Neupatientinnen als 

normal gelten.

6.2.5      Der Beklagte weist ferner auf einen erhöhten Ausländeranteil hin, der mehr als 

50% betrage (Schreiben vom 29. Juni 2010, act. G 16.21a im Verfahren KSCHG 

2011/1). Auch bei diesem Gesichtspunkt belässt es der Beklagte bei einer nicht 

substantiierten und damit nicht überprüfbaren Behauptung.

6.2.6      Zudem würden vor allem chronisch erkrankte und ältere Patienten in der 

Praxis des Beklagten vorstellig (Schreiben vom 29. Juni 2010, act. G 16.21a im 

Verfahren KSCHG 2011/1). Dass der Beklagte "vor allem" chronisch Kranke behandelt, 

ist nicht dargetan und steht im Widerspruch zu seinem Vorbringen, dass er in den 

Jahren 2008 und 2009 in einer Art Gründungsphase mit vielen Neupatienten gestanden 

sei. Der Einwand, es würden vor allem auch ältere Patienten vorstellig, erweist sich als 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 23/27

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tatsachenwidrige Schutzbehauptung, da das Durchschnittsalter der in der Praxis des 

Beklagten Behandelten (2008: 40.0; 2009: 39.2) das Durchschnittsalter der 

Referenzgruppe sogar leicht unterschreitet (2008: 41.97; 2009: 41.80; zum Ganzen act. 

G 1.4, S. 1 und S. 2; vgl. vorstehende E. 6.1.2). Schliesslich setzt er sich auch hier in 

Widerspruch zu dem von ihm vertretenen Standpunkt, dass er in Abweichung zur 

Referenzgruppe auch Kinder behandle (vgl. vorstehende E. 6.1.2). Insgesamt bestehen 

keine überprüfbaren Anhaltspunkte für ein spezielles Patientengut, das einen 

vergleichsweise erhöhten Therapiebedarf aufweist. Selbst wenn eine zu 

berücksichtigende Praxisbesonderheit als ausgewiesen erschiene, dürfte sie mit dem 

gewährten Toleranzbereich (vgl. nachstehende E. 6.2.8) abgegolten sein, und 

rechtfertigte keinen weiteren Zuschlag.

6.2.7      Im Übrigen kann auf die Feststellung der eastcare AG, es habe keine Erklärung 

für Praxisbesonderheiten gefunden werden können (act. G 16.24 im Verfahren KSCHG 

2011/1), sowie auf die zutreffenden Ausführungen der PVK verwiesen werden, 

namentlich bezüglich der Behandlungsmethoden Homöopathie und chinesische 

Medizin (act. G 34.1, Rz 7.4 ff.). Von weiteren Abklärungen sind keine neuen 

Erkenntnisse zu erwarten, weshalb davon abgesehen werden kann (antizipierte 

Beweiswürdigung; vgl. BGE 122 V 157 E. 1d).

6.3  Mit dem anerkannten Indexwert von 120 bis 130 liegt die Toleranzgrenze 20 bis 

30 Indexpunkte über den durchschnittlichen Fallkosten der Vergleichsgruppe, deren 

Indexwert mit 100 Punkten bewertet wird. Dabei ist zu beachten, dass im Indexwert 

100 nicht nur einfache Fälle erfasst sind, sondern der Durchschnittswert ein Mittel aus 

dem ganzen Spektrum der anfallenden Behandlungen darstellt und entsprechend auch 

eine ganze Anzahl schwerer und aufwendiger Behandlungen enthält, die nicht nur in 

der Praxis des Beklagten, sondern in jeder Allgemeinpraxis vorkommen (Urteil des 

Schiedsgerichts vom 4. Juni 2009, KSCHG 2005/2 und KSCHG 2006/2, E. 9.8).

6.3.1      Vorliegend erscheint es insgesamt mit Blick auf die angebotene - wenn auch 

umfangmässig nicht bestimmbare - Akupunktur bzw. die ärztliche Therapiefreiheit und 

die vergleichsweise niedrigen veranlassten Kosten (act. G 1.14, S. 2, und G 1.4, S. 2, 

im Verfahren KSCHG 2011/1) gerechtfertigt, den Toleranzbereich voll auszuschöpfen 

und auf 130 Indexpunkte festzusetzen. Es besteht vorliegend keine Rechtfertigung, den 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 24/27

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Indexwert über den Toleranzbereich hinaus zu erweitern, zumal die vom Beklagten 

behandelten Erkrankten ein vergleichsweise - wenn auch nur geringfügig - jüngeres 

Durchschnittsalter aufweisen.

6.3.2      Hinsichtlich des zu beachtenden Referenzwerts verweist der Beklagte auf das 

Schreiben der santésuisse vom 12. September 2008, worin festgehalten wird (act. 

G 1.13): "Ausgehend von der von Ihnen genannten Patientenverteilung erscheinen uns 

Durchschnittskosten, die über die des Jahres 2006 hinausgehen, nicht akzeptabel." 

Somit müsse von den Zahlen des Jahres 2006 mit einem Referenzindex von 189 

ausgegangen werden (act. G 10, Rz 4, S. 11). Weder aus dem genannten Schreiben 

noch aus den weiteren Unterlagen ergibt sich hinsichtlich des Referenzwerts ein 

schützenswertes Vertrauen zugunsten des Beklagten. Insbesondere wurde ihm darin 

kein Referenzwert zugesichert. Die santésuisse verband mit der genannten 

Formulierung ausschliesslich die Einleitung einer Prüfung durch die paritätische 

Vertrauenskommission, falls dieses Ziel verfehlt würde. Zum Umfang einer möglichen 

Rückforderung äusserte sie sich nicht und stellte keinen - auch nicht implizit - 

vertrauensbegründenden Konnex zu den Zahlen des Jahres 2006 her. Eine konkrete 

Berechnung der Rückforderung mit Referenzwert nahm die santésuisse erstmals im 

Schreiben vom 9. Oktober 2009 vor (act. G 16.16 im Verfahren KSCHG 2011/1). Diese 

Sichtweise wird dadurch bestätigt, dass der Beklagte in der schriftlichen Antwort vom 

15. Dezember 2009 (act. G 1.17 im Verfahren KSCHG 2011/1; vgl. auch Schreiben vom 

15. Mai 2010, act. G 1.19, und vom 29. Juni 2010, act. G 1.21a, je im Verfahren 

KSCHG 2011/1) nicht geltend machte, es sei ihm ein höherer Referenzwert zugesichert 

worden, sondern sich erst im Rahmen der Klageantwort auf diesen Standpunkt stellt. 

Im Übrigen erscheint es nicht angemessen, eine Vertrauensgrundlage allein aus dem 

Umstand herzuleiten, dass die santésuisse zunächst offenbar nicht mit voller Härte 

gegen einen Arzt vorzugehen pflegt.

6.3.3      Die vom Beklagten bei einem Punktewert von 199 für das Jahr 2008 und von 

204 für das Jahr 2009 verursachten direkten Kosten für das Jahr 2008 von 

Fr. 329'609.-- (act. G 1.14) bzw. für das Jahr 2009 von Fr. 316'272.-- (act. G 1.4 im 

Verfahren KSCHG 2011/1) sind an den gewährten Referenzindex von 130 anzupassen, 

woraus sich betragliche Referenzwerte für das Jahr 2008 von Fr. 215'322.-- 

([Fr. 329'609.-- / 199] x 130) und für das Jahr 2009 von Fr. 201'546.-- 

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([Fr. 316'272.-- / 204] x 130) ergeben. Auf dieser Grundlage resultiert für die 

Klägerinnen gegenüber dem Beklagten eine Forderung für das Jahr 2008 von 

Fr. 114'287.-- (Fr. 329'609.-- - Fr. 215'322.--) und für das Jahr 2009 von Fr. 114'726.-- 

(Fr. 316'272.-- - Fr. 201'546.--), bzw. eine Gesamtforderung von Fr. 229'013.--. Wie 

bereits die PVK zu Recht ausführte, trifft den Beklagten keine Verzugszinspflicht (act. 

G 34.1, Rz 8.1; siehe auch Urteil des Schiedsgerichts KVG vom 4. Juni 2009, KSCHG 

2005/2 und 2006/2, E. 10).

7.

Der Beklagte anerkennt ausdrücklich, dass die Frist für die Rückforderung gewahrt ist 

(act. G 10, Rz 7). Diese Auffassung ist angesichts dessen, dass die 

Rechnungsstellerstatistik am 20. Juli 2009 (act. G 1.14) für das Jahr 2008 bzw. am 

16. Juli 2010 (act. G 1.4 im Verfahren KSCHG 2011/1) für das Jahr 2009 erstellt und die 

Klagen betreffend das Jahr 2008 am 14. Juli 2010 (act. G 1) bzw. das Jahr 2009 am 

15. Juli 2011 (act. G 1 im Verfahren KSCHG 2011/1) eingereicht wurden, nicht zu 

beanstanden (zu den massgebenden rechtlichen Grundlagen siehe Urteil des 

Bundesgerichts vom 12. Dezember 2008, 9C_773/2008, E. 7).

8.

8.1  Nach dem Gesagten sind die Klagen KSCHG 2010/2 und 2011/1 gutzuheissen. 

Der Beklagte hat den Klägerinnen infolge Überarztung für das Jahr 2008 den Betrag 

von Fr. 114'287.-- und für das Jahr 2009 von Fr. 114'726.-- zurückzubezahlen. Der 

klägerische Antrag auf Entrichtung von Verzugszinsen ist für beide Verfahren 

abzuweisen.

8.2  Art. 89 Abs. 5 KVG schreibt für das Verfahren vor Schiedsgericht keine 

Kostenlosigkeit vor, womit für die Kostenfrage ausschliesslich kantonales Recht 

massgeblich ist. Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die 

Verfahrenskosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen werden. 

Art. 7 Abs. 1 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung (sGS 941.12) sieht für 

Endentscheide des Versicherungsgerichts einen Gebührenrahmen von Fr. 500.-- bis 

Fr. 15'000.-- vor. Für die vorliegenden Klageverfahren erscheint mit Rücksicht auf den 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 26/27

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vom Gericht zu erbringenden Aufwand und die Bedeutung der Streitsache die 

Festlegung einer Gerichtsgebühr von Fr. 5'000.-- als gerechtfertigt. In den vorliegenden 

Verfahren ist trotz der Abweisung des Antrags auf Verzugszinsen von einem 

überwiegenden Obsiegen der Klärgerinnen auszugehen. Die Gerichtsgebühr ist daher 

vollumfänglich dem Beklagten aufzuerlegen. Die von den Klägerinnen in den beiden 

Verfahren KSCHG 2010/2 und KSCHG 2011/1 geleisteten Kostenvorschüsse (vgl. act. 

G 6 und G 2 im Verfahren KSCHG 2011/1) von je Fr. 2'000.-- sind ihnen 

zurückzuerstatten.

8.3  Nacht Art. 98 Abs. 1 und Art. 98  VRP ist der Anspruch auf ausseramtliche 

Kosten nach dem Ausmass des Obsiegens und Unterliegens festzusetzen. In der 

Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 

Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Die 

Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht 

auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des 

Prozesses bemessen. Für die vorliegend zu beurteilenden Klagen erscheint eine 

pauschale Parteientschädigung zugunsten der Klägerinnen von insgesamt Fr. 5'000.-- 

(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen. Ausgangsgemäss hat der 

Beklagte keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.

Demgemäss hat das Schiedsgericht

entschieden:

1.    In Gutheissung der Klage KSCHG 2010/2 vom 14. Juli 2010 wird der Beklagte 

verpflichtet, den Klägerinnen für das Jahr 2008 den Betrag von Fr. 114'287.-- 

zurückzuerstatten. Im Übrigen wird die Klage abgewiesen.

2.    In Gutheissung der Klage KSCHG 2011/1 vom 15. Juli 2011 wird der Beklagte 

verpflichtet, den Klägerinnen für das Jahr 2009 den Betrag von Fr. 114'726.-- 

zurückzuerstatten. Im Übrigen wird die Klage abgewiesen.

3.    Der Beklagte hat die Gerichtsgebühr von Fr. 5'000.-- zu bezahlen. Die von den

Klägerinnen in den beiden Verfahren KSCHG 2010/2 und KSCHG 2011/1 geleisteten 

bis

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Kostenvorschüsse (vgl. act. G 6 und G 2 im Verfahren KSCHG 2011/1) von je 

Fr. 2'000.-- werden ihnen zurückerstattet.

4.      Der Beklagte hat den Klägerinnen eine Parteientschädigung von Fr. 5'000.-- 

(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 12.06.2014
	Art. 56 Abs. 1 und 2 KVG. Honorarrückerstattung wegen Überarztung. Die gewählte Referenzgruppe Gynäkologie und Geburtshilfe gewährleistet eine hinreichende Vergleichbarkeit mit dem Beklagten. Praxisbesonderheiten, die eine Erweiterung des Toleranzbereichs über 130 rechtfertigen, sind nicht ausgewiesen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 12. Juni 2014, KSCHG 2010/2 und 2011/1).

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		2025-07-19T09:50:11+0200
	"9001 St.Gallen"
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