# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 41c74a1f-e735-558a-9f38-404777439af9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-06-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.06.2010 D-3976/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3976-2010_2010-06-16.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-3976/2010/wif
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 6 .  J u n i  2 0 1 0

Einzelrichterin Nina Spälti Giannakitsas, 
mit Zustimmung von Richter François Badoud;
Gerichtsschreiber Lorenz Mauerhofer.

A._______, geboren ...,
B._______, geboren ...,
C._______, geboren ...,
D._______, geboren ...,
E._______, geboren ..., 
Serbien,
Beschwerdeführende,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 27. Mai 2010 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-3976/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass die Beschwerdeführenden – Staatsangehörige von Serbien, wel-
che der  ethnischen Minderheit  der  Roma angehören –  am 29. April  
2010 in der Schweiz um Asyl nachsuchten, 

dass sie vom BFM am 4. Mai 2010 kurz befragt und am 14. Mai 2010 
(der Beschwerdeführer) respektive am 19. Mai 2010 (die Beschwerde-
führerin) einlässlich zu ihren Gesuchsgründen angehört wurden, 

dass die Beschwerdeführenden dabei vorbrachten, sie hätten stets in 
X._______ gelebt (eine Ortschaft nahe der Kleinstadt Y._______, ...[in] 
der Provinz Vojvodina), wo sie an sich alles gehabt hätten – ein schö-
nes Haus, Möbel und auch eigene Tiere – und wo sie auch über einen 
gewissen Wohlstand verfügt hätten, da der Beschwerdeführer als selb-
ständiger Viehhändler tätig gewesen sei, 

dass sie jedoch alles verkauft  und aufgegeben hätten,  um aus ihrer 
Heimat auszureisen,  da sie – einzig weil  sie Roma seien – von den 
Serben malträtiert worden seien und sie schliesslich im Frühjahr 2010 
einen massiven Übergriff von serbischer Seite erlitten hätten, 

dass der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang vorbrachte, am 
15. März 2010 respektive am 15. April 2010 sei er von drei Männern 
beraubt  worden,  darunter  ein  Polizist,  wobei  die  Männer  ihm 
1000 Euro abgenommen und darüber hinaus noch weiteres Geld von 
ihm gefordert hätten, 

dass die drei Männer am folgenden Abend – nachdem er ihnen nicht 
wie gefordert noch weitere 2000 Euro übergeben habe – in ihr Haus 
eingedrungen seien,  worauf zwei der drei  Männer seine Ehefrau vor 
seinen Augen vergewaltigt hätten, 

dass auch die Beschwerdeführerin über den Raub von 1000 Euro, den 
Erlös aus dem Verkauf von Schweinen, und namentlich über die am 
16. des Monats erlittene Vergewaltigung berichtete, zu welcher es an-
lässlich eines Überfalls auf ihr Haus durch drei Männer gekommen sei, 

dass die Beschwerdeführenden übereinstimmend anfügten, einige Ta-
ge  nach  diesem Ereignis  seien  Polizisten  bei  ihnen  erschienen  und 
hätten gefragt,  ob ein Anlass zur Beschwerde bestehe, was der Be-
schwerdeführer als klare Drohung aufgefasst habe, 

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dass sich der Beschwerdeführer aufgrund der Ereignisse am 22. April  
2010 in ärztliche Behandlung habe begeben müssen, 

dass sie in der Folge all ihr Hab und Gut und auch ihr Haus verkauft  
hätten, um mit dem Erlös ihre Ausreise aus Serbien zu finanzieren, 

dass  die  Beschwerdeführenden  daneben  übereinstimmend  geltend 
machten, der Beschwerdeführer habe sich im Frühjahr 2009 auf dem 
Polizeiposten von Y._______ über die Behandlung seiner Kinder in der 
Schule beschweren wollen, worauf er dort von den Polizisten misshan-
delt respektive geohrfeigt und gedemütigt worden sei, 

dass sie in diesem Zusammenhang vorbrachten, gerade auch ihre Kin-
der hätten – alleine weil sie Roma seien – unter den Verhältnissen zu 
leiden gehabt, mithin ihr ältestes Kind in der Schule gequält und mas-
siv benachteiligt worden sei und ihrem mittleren Kind gar der Schulbe-
such faktisch verwehrt worden sei, 

dass der Beschwerdeführer als Beweismittel ein Arztzeugnis einreich-
te, ausgestellt am 22. April 2010 im Krankenhaus von Y._______, wo-
rin ihm seit einem Jahr andauernde Angstzustände und Depressionen 
bescheinigt sowie Medikamente und eine Therapie verschrieben wer-
den, 

dass das BFM mit Verfügung vom 27. Mai 2010 – eröffnet am gleichen 
Tag – in Anwendung von Art. 34 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 
1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch der Beschwerdeführen-
den nicht eintrat und deren Wegweisung aus der Schweiz sowie den 
Wegweisungsvollzug anordnete, 

dass es zur Begründung seines Entscheides im Wesentlichen ausführ-
te, gemäss Beschluss des Bundesrates vom 6. März 2009 handle es 
sich bei Serbien um einen verfolgungssicheren Staat und zufolge Un-
glaubhaftigkeit ihrer Vorbringen gelinge es den Beschwerdeführenden 
nicht, die Vermutung fehlender Verfolgung zu widerlegen, 

dass es in diesem Zusammenhang auf das Vorliegen einer Reihe von 
Widersprüchen und Ungereimtheiten in den Angaben und Ausführun-
gen der  Beschwerdeführenden verwies  und die  Vorbringen auch als 
nicht hinreichend substanziiert erklärte, womit die geltend gemachten 
Probleme und damit auch die Furcht vor zukünftigen Schwierigkeiten 
nicht glaubhaft gemacht seien, 

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dass es abschliessend den Wegweisungsvollzug nach Serbien als zu-
lässig, zumutbar und möglich erklärte, 

dass  die  Beschwerdeführenden  am 2. Juni  2010 gegen  diesen  Ent-
scheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde einreichten, 

dass sie in ihrer Eingabe zur Hauptsache die Aufhebung der angefoch-
tenen Verfügung, die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft  und die 
Gewährung  von Asyl  beantragten,  eventualiter  die  Gewährung  einer 
vorläufigen Aufnahme in der Schweiz, und ferner um Erlass der Ver-
fahrenskosten ersuchten, 

dass  sie  in  ihrer  Beschwerdebegründung  im Wesentlichen vorbrach-
ten, sie würden die Flüchtlingseigenschaft erfüllen, mithin sie faktisch 
aus ihrer Heimat vertrieben worden seien respektive heftigste Übergrif-
fe erlebt hätten und auch ihre Kinder die Schule nicht hätten besuchen 
dürfen, einzig weil sie Angehörige der Minderheit der Roma seien,

dass sie in diesem Zusammenhang auf  ihre Gesuchsvorbringen ver-
wiesen, sowie auf die in Serbien herrschenden Verhältnisse, unter wel-
chen die Roma zu leiden hätten, 

dass sie im Weiteren vorbrachten, sie hätten aufgrund der Ereignisse 
an  körperlichen  und  psychischen  Folgen  zu  leiden,  mithin  der  Be-
schwerdeführer regelmässig zum Arzt müsse und auch die Beschwer-
deführerin aufgrund der erlittenen Vergewaltigung dringend medizini-
scher Behandlung bedürfe, 

dass die vorinstanzlichen Akten – vorab in Kopie – am 3. Juni 2010 
beim Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

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und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen  Verfügungen  des  BFM  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  entscheidet 
(Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 und 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bun-
desgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass sich das Verfahren nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) richtet, so-
weit das VGG oder das AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 6 und 
105 AsylG sowie Art. 37 VGG), 

dass mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht die Verletzung 
von Bundesrecht,  die unrichtige oder unvollständige Feststellung des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass  die  Beschwerdeführenden  zur  Beschwerdeführung  legitimiert 
sind, weshalb – unter Vorbehalt der nachfolgenden Erwägungen – auf 
ihre  frist-  und  formgerechte  Eingabe  einzutreten  ist  (Art.  48  Abs.  1 
VwVG sowie Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass Prozessgegenstand des vorliegenden Verfahrens ein Nichteintre-
tensentscheid im Sinne von Art. 32 ff. AsylG ist, womit die Beurteilung 
grundsätzlich  auf  die  Überprüfung  der  Frage beschränkt  ist,  ob  das 
BFM zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, 

dass demzufolge  die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft  und die 
Gewährung von Asyl nicht Gegenstand des Verfahrens bildet, weshalb 
auf das diesbezügliche Rechtsbegehren nicht einzutreten ist (vgl. dazu 
Entscheidungen und Mittelungen der Schweizerischen Asylrekurskom-
mission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.),

dass demgegenüber die Beurteilungszuständigkeit des Bundesverwal-
tungsgerichts hinsichtlich der Frage der Wegweisung und deren Voll-
zug nicht beschränkt ist, da sich das BFM diesbezüglich auch materiell 
zur Sache zu äussern hatte, 

dass sich die vorliegende Beschwerde – wie nachfolgend aufgezeigt – 
als offensichtlich begründet erweist, weshalb darüber in einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-

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hungsweise einer zweiten Richterin zu entscheiden ist (Art. 111 Bst. e 
AsylG), 

dass auf einen Schriftenwechsel zu verzichten und der Entscheid nur 
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG),

dass gemäss Art. 34  Abs. 1 AsylG auf  Gesuche oder  Beschwerden 
von  Asylsuchenden  aus  verfolgungssicheren  Staaten  nach  Art.  6a 
Abs. 2  Bst.  a  AsylG  (sogenannte  "safe  countries")  nicht  eingetreten 
wird, ausser es gebe Hinweise auf Verfolgung, 

dass der Bundesrat mit Beschluss vom 6. März 2009 (in Kraft seit dem 
1. April 2009) Serbien zum "safe country" (im Sinne von Art. 6a Abs. 2 
Bst. a AsylG) erklärt  hat, in welchem nach seinen Feststellungen Si-
cherheit vor Verfolgung besteht, 

dass bei dieser Sachlage die Grundvoraussetzung für einen Nichtein-
tretensentscheid in Anwendung von Art. 34 Abs. 1 AsylG erfüllt ist, 

dass somit auf  das Gesuch der Beschwerdeführenden nicht einzutre-
ten ist, es sei denn, ihren Vorbringen wären Hinweise auf Verfolgung 
zu entnehmen, mithin die fehlende Verfolgung im Herkunftsland ledig-
lich vermutet wird und diese Vermutung widerlegt werden kann, 

dass bei  der Prüfung,  ob Hinweise auf  Verfolgung vorliegen,  erstens 
ein weiter Verfolgungsbegriff gilt, der alle erlittenen oder befürchteten 
Nachteile umfasst, die von Menschenhand zugefügt werden, und zwei-
tes nur einem tiefen Beweismass Genüge getan werden muss, wes-
halb auf ein Gesuch einzutreten ist, wenn Verfolgungshinweise geltend 
gemacht werden, die nicht bereits auf den ersten Blick als unglaubhaft 
erkennbar sind (vgl. dazu insbesondere EMARK 2004 Nr. 5 m.w.H.), 

dass sich die Beschwerdeführenden darauf berufen, aufgrund ihrer Zu-
gehörigkeit zur ethnischen Minderheit hätten sie und auch ihre Kinder 
zu  leiden  gehabt  und  schliesslich  seien  sie  selbst  das  Opfer  eines 
massiven Übergriffs geworden, mithin der Beschwerdeführer und die 
Beschwerdeführerin von drei Männern, darunter ein Polizist, überfallen 
worden seien, wobei zwei der drei Männer die Beschwerdeführerin vor 
den Augen des Beschwerdeführers vergewaltigt hätten, 

dass das BFM in seinen Erwägungen – auf welche anstelle einer Wie-
derholung zu verweisen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG) – auf das Vorlie-

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gen einer Reihe von Widersprüchen und Ungereimtheiten in den Sach-
verhaltsschilderungen verweist, die Schilderungen darüber hinaus als 
unsubstanziiert  erklärt  und von daher  schliesst,  die Gesuchsvorbrin-
gen seien nicht glaubhaft gemacht, 

dass  die  Beschwerdeführenden  in  ihrer  Eingabe  zwar  nicht  auf  die 
Feststellungen des BFM eingehen, sondern pauschal auf ihre bisheri-
gen  Gesuchsvorbringen  verweisen,  womit  sie  den  vorinstanzlichen 
Feststellungen betreffend die Mangelhaftigkeit  ihres Sachverhaltsvor-
trages nichts konkretes entgegensetzten, 

dass  indes  die  Anforderungen  an  einen  Nichteintretensentscheid  in 
Anwendung von Art. 34 Abs. 1 AsylG aufgrund der vorliegenden Ak-
tenlage als nicht erfüllt zu erkennen sind, 

dass zwar die Beschwerdeführenden – wie vom BFM grundsätzlich zu 
Recht erkannt – nicht zu einem in allen wesentlichen Punkten durch-
gängigen und übereinstimmenden Sachverhaltsvortrag in der Lage wa-
ren,  womit  Zweifel  an  der  Glaubhaftigkeit  der  Gesuchsvorbringen  in 
verschiedenen Punkten durchaus ihre Berechtigung finden, 

dass insofern die Beschwerdeführenden namentlich nicht in der Lage 
waren, das zentrale Vorbringen respektive das angeblich ausreiserele-
vante Ereignis – der geltend gemachte Überfall unter Beteiligung eines 
Polizisten und die geltend gemachte Vergewaltigung der Beschwerde-
führerin – in zeitlicher Hinsicht zweifelsfrei  zu fixieren, mithin sie die 
geltend gemachte Vergewaltigung zwar übereinstimmend auf den 16. 
eines Monats datierten, bei der Monatsangabe aber in nicht erklärba-
rer Weise schwankten (der Beschwerdeführer) oder auch auf Nachfra-
ge hin gar nicht zu einer Monatsangabe in der Lage waren (die Be-
schwerdeführerin), dabei aber auf dem exakten Tag – der 16. – beharr-
ten (vgl. dazu act. A2 Ziff. 15 [S. 5 unten] und act. A9 Ziff. 46 ff.), 

dass auf der anderen Seite jedoch festzustellen ist,  dass die Detail -
schilderungen der Beschwerdeführenden zur geltend gemachten Ver-
gewaltigung durch drei  Männer,  worunter  ein Polizist,  eine durchaus 
erhebliche Dichte aufweisen und namentlich auch eine schwere per-
sönliche Betroffenheit  erkennen lassen,  womit  sich  ein tatsächliches 
Erleben keineswegs ohne weiteres ausschliessen lässt, 

dass in diesem Zusammenhang anzumerken ist, dass die Vorbringen 
der Beschwerdeführenden zwar in verschiedenen Punkten – wie vom 

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BFM zu Recht erkannt – Ungereimtheiten aufweisen,  die Vorbringen 
jedoch andererseits auch durchaus stimmige und insgesamt schlüssi -
ge Elemente aufweisen, 

dass die Beschwerdeführenden etwa durchaus plausibel über die Pro-
bleme ihrer Kinder in der Schule und den in diesem Zusammenhang 
weitgehend  hilflosen  Versuchen  der  Beschwerdeführenden  berichten 
konnten (bspw. über ihre Überlegungen, für die Kinder einen Privatleh-
rer zu engagieren, da der 13-jährige Sohn erst  in der dritten Klasse 
eingeschult  und  der  8-jährige  Sohn  ganz  vom  Schulbesuch  ausge-
schlossen worden sei), wie auch über den gescheiterten Versuch des 
Beschwerdeführers, im Frühjahr 2009 wegen der Probleme seiner Kin-
der bei der Polizei vorstellig zu werden, 

dass im Weiteren aufgrund der Akten als durchaus nachvollziehbar er -
scheint, dass die Beschwerdeführenden – welche aus einer ländlichen 
und von starker Bevölkerungsabwanderung geprägten Gebiet unmittel-
bar an der ungarischen Grenze stammen – gerade in sozialer Hinsicht 
die  Aufmerksamkeit  der  serbischen  Umgebung  auf  sich  lenkten  re-
spektive ein gewisser Neid entstand, da sie es dank der Tätigkeit des 
Beschwerdeführers als Viehhändler zu einem gewissen Wohlstand ge-
bracht  hatten,  mithin  etwa die  Beschwerdeführerin  nach  ihrer  Heirat 
nicht mehr arbeiten musste, da ihr Mann reich gewesen sei, 

dass schliesslich insbesondere zur geltend gemachten Vergewaltigung 
in den beiden Sachverhaltsvorträgen Übereinstimmungen auch zu De-
tailfragen auffallen, deren Beurteilung eine eingehende Abwägung der 
Glaubhaftigkeit bedingen,

dass zusammenfassend festzustellen ist,  dass die Sachverhaltsschil -
derungen der  Beschwerdeführenden zwar durchaus gewisse Mängel 
und  Ungereimtheiten  aufweisen,  ihre  Vorbringen  insgesamt  jedoch 
nicht als offenkundig unglaubhaft bezeichnet werden können, 

dass  ein  Nichteintretensentscheid  in  Anwendung von Art.  34  Abs. 1 
AsylG nur klaren Fällen vorbehalten ist, in welchen sich – wie vorste-
hend erwähnt – die Unglaubhaftigkeit der Gesuchsvorbringen bereits 
auf den ersten Blick ergibt, 

dass diese Voraussetzungen im Falle der Beschwerdeführenden nicht 
erfüllt  ist,  mithin  aufgrund der  Akten  –  unter  Berücksichtigung eines 
weiten Verfolgungsbegriffes und eines tiefen Beweismasses – das Vor-

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liegen einer Verfolgungssituation nicht mit  Sicherheit  ausgeschlossen 
werden kann, sondern es diesbezüglich einer vertieften Prüfung und 
namentlich auch weiterer Abklärungen bedarf, 

dass nach vorstehenden Erwägungen der Nichteintretensentscheid in 
Anwendung von Art. 34 Abs. 1 AsylG aufzuheben ist, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Kosten aufzuerlegen 
sind (Art. 63 Abs. 1 - 3 VwVG), 

dass aufgrund der Akten kein Anlass zur Annahme besteht,  den Be-
schwerdeführenden  seien  durch  die  Beschwerdeführung  relevante 
Kosten erwachsen, weshalb keine Parteientschädigung zuzusprechen 
ist (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG und Art. 7 Abs. 4 des Reglements vom 
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2])

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird – soweit darauf einzutreten ist – gutgeheissen.

2.
Die Verfügung des BFM vom 27. Mai 2010 wird aufgehoben und die 
Sache – im Sinne der Erwägungen – zu neuer Entscheidung an die 
Vorinstanz zurückgewiesen. 

3.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

4.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

5.
Dieses Urteil geht an: 

- die  Beschwerdeführenden  durch  Vermittlung  des  Empfangs-  und 
Verfahrenszentrums ... (Einschreiben)

- das BFM, Empfangs- und Verfahrenszentrum ... (per Telefax zu den 
Akten Ref.-Nr. N _______, mit der Bitte um Eröffnung des Urteils an 
die  Beschwerdeführenden  und  um  Zustellung  der  beiliegenden 
Empfangsbestätigung an das Bundesverwaltungsgericht)

- ...

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber:

Nina Spälti Giannakitsas Lorenz Mauerhofer

Versand: 

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