# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** acb9b4df-2833-582d-a85a-f4a2b882476a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-03-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.03.2010 C-2058/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-2058-2008_2010-03-03.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-2058/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 .  M ä r z  2 0 1 0

Richterin Franziska Schneider (Vorsitz), 
Richterin Madeleine Hirsig, Richter Michael Peterli, 
Gerichtsschreiberin Susanne Genner.

S._______, 
vertreten durch Advokat lic. iur. Philippe Häner, 
Beschwerdeführerin,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
Vorinstanz.

Unentgeltliche Prozessführung, Verfügung vom 18. Fe-
bruar 2008.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-2058/2008

Sachverhalt:

A.
Die  am  (...)  1955  geborene  Beschwerdeführerin  deutscher  Natio-
nalität, wohnhaft als Grenzgängerin in W._______ DE, beantragte mit 
Gesuch vom 11. April 2005 (Dokument 2.1), eingegangen bei der IV-
Stelle  der  Sozialversicherungsanstalt  des  Kantons  Aargau  (nach-
folgend: IV-Stelle Aargau) am 18. April 2005, berufliche Massnahmen 
in Form von Berufsberatung und Umschulung auf eine neue Tätigkeit.

B.
Mit Verfügung vom 20. März 2006 (Dokument 16 S. 3-4) wies die IV-
Stelle für Versicherte im Ausland (nachstehend: Vorinstanz) den Antrag 
auf  eine  Kostengutsprache  für  berufliche  Massnahmen  ab.  Der  An-
spruch auf Eingliederungsmassnahmen für Grenzgänger bestehe nur, 
solange  diese  keine  anderweitige  Erwerbstätigkeit  ausserhalb  der 
Schweiz aufnähmen, wobei der Bezug von Arbeitslosengeldern einer 
Erwerbstätigkeit gleichgestellt  werde. Da die Beschwerdeführerin seit 
dem 1. Juli  2005 Arbeitslosenentschädigung in Deutschland beziehe, 
habe sie keinen Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen.

C.
Die Verfügung vom 20. März 2006 liess die Beschwerdeführerin, ver-
treten durch Rechtsanwalt Domenico Giglio (vgl. Vollmacht vom 2. Mai 
2006, Dokument 18 S. 2), mit Einsprache vom 1. Mai 2006 (Dokument 
16) anfechten. Nach durchgeführtem Rechtsmittelverfahren betreffend 
die Frage, ob die Frist zur Nachreichung einer Einsprachebegründung 
zu Recht nicht erstreckt worden war bzw. ob die Vorinstanz zu Recht 
ohne  Behandlung  des  Fristerstreckungsgesuchs  vom  29.  Mai  2006 
(Dokument 19) auf die Einsprache nicht eingetreten war, liess die Be-
schwerdeführerin,  nunmehr  vertreten  durch  Advokat  Philippe  Häner, 
mit  Einsprachebegründung vom 28. September 2007 (Dokument  34) 
beantragen, die Verfügung vom 20. März 2006 sei aufzuheben und es 
seien ihr berufliche Massnahmen zu gewähren. Zudem sei ihr die un-
geteilte, unentgeltliche Rechtspflege mit dem Unterzeichneten als Ver-
treter zu gewähren. 

D.
Mit Verfügung vom 18. Februar 2008 (Dokument 46 S. 3-5) wies die 
Vorinstanz  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechts-

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pflege  wegen  mangelnden  Nachweises  der  Bedürftigkeit  der  Be-
schwerdeführerin ab. 

E.
Mit  Einspracheentscheid vom 22. Februar  2008 (Dokument 47)  wies 
die Vorinstanz die Einsprache auch betreffend Hauptbegehren (Über-
nahme der  Kosten für  eine  Umschulung)  ab und bestätigte  die  Ver-
fügung vom 20. März 2006. Der Einspracheentscheid vom 22. Februar 
2008 erwuchs unangefochten in Rechtskraft.

F.
Gegen  die  Verfügung  vom 18.  Februar  2008  liess  die  Beschwerde-
führerin,  weiterhin  vertreten  durch  Advokat  Philippe  Häner,  am 
28. März  2008  Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht  erheben 
mit den Anträgen, die Verfügung vom 18. Februar 2008 sei aufzuheben 
und  die  Vorinstanz  sei  anzuweisen,  den  Sachverhalt  nochmals  zu 
prüfen. In Bezug auf das Beschwerdeverfahren liess die Beschwerde-
führerin ebenfalls den Antrag auf Gewährung der ungeteilten, unent-
geltlichen Rechtspflege mit dem Unterzeichneten als Vertreter stellen. 

G.
Mit Vernehmlassung vom 28. April 2008 beantragte die Vorinstanz die 
Abweisung der Beschwerde. 

Der  Schriftenwechsel  wurde  mit  Verfügung  vom  7.  Mai  2008  ge-
schlossen.

H.
Mit Verfügung vom 29. Juli 2008 wurde die Beschwerdeführerin aufge-
fordert,  das Formular  "Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege"  aus-
gefüllt  und mit  den nötigen Beweismitteln  versehen bis  zum 1. Sep-
tember 2008 einzureichen.

I.
Mit Eingabe vom 29. August 2008 reichte die Beschwerdeführerin das 
ausgefüllte  Gesuchsformular  ein. Als  Belege für  ihre  Einkünfte  legte 
sie einen Arbeitsvertrag vom 16. Juni 2008 und eine Lohnbescheinig-
ung für den Monat August 2008, als Belege für ihre Ausgaben einen 
Mietvertrag  vom  9.  Februar  2000,  zwei  Versicherungspolicen  und 
einen Vertrag vom 17. Februar 2004 mit einem Fitnessstudio bei. Zu-
dem reichte sie ihre Bankkontoauszüge zwischen dem 14. Juni 2008 
und dem 25. August 2008 sowie den negativen Bescheid vom 28. April 

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2006  der  DAS  Rechtsschutz-Versicherungs-AG  betreffend 
Kostengutsprachen  ausserhalb  der  Bundesrepublik  Deutschland  zu 
den Akten.

J.
Gegen die mit Verfügungen vom 7. Mai 2008 bzw. vom 8. Februar 2010 
bekannt gegebene Zusammensetzung des Spruchkörpers sind keine 
Ausstandsbegehren eingegangen. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 
Vorbehalt  der  in  Art.  32  VGG genannten  Ausnahmen  Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezem-
ber 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche 
von  Vorinstanzen  gemäss  Art.  33  VGG  erlassen  wurden.  Nach  der 
Lehre und Rechtsprechung sind Verfügungen betreffend die unentgelt-
liche Verbeiständung als prozess- und verfahrensleitende Verfügungen 
zu  qualifizieren  (vgl.  UELI KIESER,  ATSG-Kommentar,  2.  Aufl.,  Zürich 
Basel Genf 2009, Art. 37 Rz. 28; BGE 131 V 153 E. 1). Beim ange-
fochtenen  Entscheid  handelt  es  sich  somit  um  eine  Zwischenverfü-
gung,  welche  unter  den Voraussetzungen  von Art.  46  Abs. 1  Bst. a 
VwVG angefochten werden kann. Da die Verweigerung der unentgelt-
lichen  Prozessführung  einen  nicht  wiedergutzumachenden  Nachteil 
bewirken kann, stellt  die Verfügung vom 18. Februar 2008 ein taugli-
ches  Anfechtungsobjekt  dar,  gegen  das  die  Beschwerde  gemäss 
Art. 46 Abs. 1 Bst. a VwVG zulässig ist. Die IV-Stelle für Versicherte im 
Ausland  ist  eine  Vorinstanz  im Sinn  von  Art.  33  Bst. d  VGG. Deren 
Verfügungen sind gemäss Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes 
vom 19. Juni  1959 über  die Invalidenversicherung (IVG, SR 831.20) 
direkt beim Bundesverwaltungsgericht anfechtbar. Dieses ist somit für 
die Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig.

1.2 Hinsichtlich der Legitimation ist vorab festzuhalten, dass nach der 
Lehre  bei  Auseinandersetzungen  um  die  unentgeltliche  Vertretung 
dem Rechtsvertreter bezüglich der Höhe des Honorars Parteistellung 
zukommt, nicht jedoch der vertretenen Partei. In Beschwerdeverfahren 
gegen  die  Verweigerung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  kommt 

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der vertretenen Partei lediglich Parteistellung zu, sofern mit der ange-
fochtenen Verfügung die unentgeltliche Prozessführung grundsätzlich 
verweigert wurde (vgl. zum Ganzen  UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 2. 
Aufl., Zürich Basel Genf 2009, Art. 59 Rz. 8), was vorliegend der Fall 
ist. Die Beschwerdeführerin, welche am Verfahren vor der Vorinstanz 
teilgenommen hat,  ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders 
berührt und hat an deren Aufhebung oder Änderung ein schutzwürdi-
ges Interesse im Sinn von Art. 59 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 
2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, 
SR 830.1). Sie ist daher zur Beschwerdeführung legitimiert.

1.3 Die  angefochtene  Verfügung  trägt  das  Datum  vom  18.  Februar 
2008  und  wurde  dem Rechtsvertreter  der  Beschwerdeführerin  nach 
dessen Angaben am 27. Februar 2008 zugestellt. Die Vorinstanz hat 
ihre Verfügung ohne Empfangsbestätigung versandt, so dass der Zeit-
punkt der Eröffnung nicht mehr eruierbar ist. Da der Zustellungsbeweis 
der Verwaltung obliegt,  ist  hinsichtlich des Zustellungszeitpunkts  von 
den Angaben der beschwerdeführenden Partei auszugehen (vgl. Urteil 
des  Eidgenössischen  Versicherungsgerichts  [EVGer]  I  218/04  vom 
31. August 2004 E. 5.1;  UELI KIESER,  Das Verwaltungsverfahren in der 
Sozialversicherung, Zürich 1999, S. 166 RZ. 364  mit  Hinweisen). Die 
am 28. März 2008 der Schweizerischen Post übergebene Beschwerde 
gilt somit als fristgemäss eingereicht im Sinn von Art. 60 Abs. 1 ATSG. 
Auch die Formerfordernisse gemäss Art. 52 Abs. 1 VwVG sind erfüllt, 
so dass auf die Beschwerde einzutreten ist.

2.
2.1 Mit  der  Beschwerde an das  Bundesverwaltungsgericht  kann ge-
rügt  werden,  die angefochtene Verfügung verletze Bundesrecht  (ein-
schliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens), beruhe 
auf einer unrichtigen oder unvollständigen Feststellung des rechtser-
heblichen Sachverhalts oder sei unangemessen (Art. 49 VwVG).

2.2 Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  gemäss  dem  Grundsatz  der 
Rechtsanwendung  von  Amtes  wegen  nicht  an  die  Begründung  der 
Begehren der Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Es kann die 
Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen 
gutheissen oder den angefochtenen Entscheid im Ergebnis mit  einer 
Begründung  bestätigen,  die  von  jener  der  Vorinstanz  abweicht  (vgl. 
FRITZ GYGI,  Bundesverwaltungsrechtspflege,  2.  Aufl.,  Bern  1983, 
S. 212).

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3.
Streitig  und  zu  prüfen  ist,  ob  die  Vorinstanz  das  Gesuch  der  Be-
schwerdeführerin  um  unentgeltliche  Rechtspflege  zu  Recht  ab-
gewiesen hat.

4.
Der  angefochtene  Entscheid  datiert  vom  18.  Februar  2008.  Somit 
kommt das ATSG in der ab dem 1. Januar 2008 gültigen Fassung vom 
6. Oktober  2006 (5. IV-Revision,  AS 2007 5129)  zur  Anwendung. In 
Bezug auf Verfahrensbereiche, die im ATSG oder in den Einzelgeset-
zen nicht abschliessend geregelt sind, gilt  das VwVG (Art. 55 Abs. 1 
ATSG).

5.
Die Beschwerdeführerin rügt, die Vorinstanz habe ihre Bedürftigkeit zu 
Unrecht  verneint.  Sie  habe  im  Rahmen  des  Einspracheverfahrens 
fristgemäss  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  er-
sucht. In der Folge habe sie von der Vorinstanz einen Fragebogen er-
halten, den sie vollständig ausgefüllt und inklusive Beilagenverzeichnis 
fristgemäss an die Vorinstanz retourniert habe. Eine Kopie davon habe 
sie dem Rechtsvertreter  zukommen lassen. Dieser sei  davon ausge-
gangen, dass die Beschwerdeführerin die im Beilagenverzeichnis auf-
geführten Unterlagen ebenfalls direkt der Vorinstanz zugestellt  habe. 
Die Beschwerdeführerin  habe jedoch vergessen,  die Unterlagen mit-
zuschicken.  Ohne  darauf  hinzuweisen  und  ohne  Ansetzung  einer 
kurzen Nachfrist zur Einreichung der Unterlagen habe die Vorinstanz 
das  Gesuch  um  unentgeltliche  Prozessführung  mit  der  Begründung 
abgewiesen, die materielle Bedürftigkeit liege nicht vor. Dieses Vorge-
hen stelle eine Verletzung des Verbots des überspitzten Formalismus 
dar. Dies sei umso stossender, als die Bedürftigkeit offensichtlich ge-
geben sei. Durch Nachreichung der entsprechenden Unterlagen hätte 
die Prozessarmut ohne Weiteres belegt werden können.

5.1 Zunächst  ist  festzuhalten,  dass sich die Beschwerdeführerin  seit 
dem 2.  Mai  2006  von  der  Advokatur  &  Rechtsberatung  TRIAS ver-
treten  liess  (vgl.  Vollmacht  vom  2.  Mai  2006,  Dokument  18  S.  2). 
Gemäss  Art.  37  Abs.  3  ATSG macht  der  Versicherungsträger  seine 
Mitteilungen an die Vertretung der Partei, solange diese die Vollmacht 
nicht widerruft. Im Zuge der Behandlung des Gesuchs um unentgelt-
liche  Verbeiständung  vom  28.  September  2007  sandte  die  IV-Stelle 
Aargau als  instruierende Behörde ein am 14. Januar  2008 datiertes 

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Schreiben (Dokument 37 S. 1) an Rechtsanwalt Domenico Giglio mit 
folgendem Inhalt: 

"Guten Tag Herr Giglio
(...) 
Zur Beurteilung Ihres Gesuchs benötigen wir noch Angaben über die Fami-
lien-, Vermögens- und Einkommensverhältnisse, mit denen die Mittellosigkeit 
Ihres Klienten/Ihrer Klientin belegt werden kann.
Wir bitten Sie, uns den beiliegenden Fragebogen innert  grundsätzlich nicht 
erstreckbarer Frist von 30 Tagen zuzustellen, ansonsten aufgrund der Akten 
entschieden wird."

Somit steht fest, dass das Schreiben der IV-Stelle Aargau vom 14. Ja-
nuar  2008  nicht  der  Beschwerdeführerin  direkt,  sondern  ihrem 
Rechtsvertreter  zugegangen  ist.  Die  Beschwerdeführerin  füllte  den 
Fragebogen am 8. Februar 2008 aus (vgl. Dokument  38 S. 1-7),  er-
gänzte ihn mit  einer Zusammenstellung der geltend gemachten Aus-
gabeposten (Dokument 38 S. 8) und sandte ihn ohne Belege an die IV-
Stelle Aargau, wo er am 11. Februar 2008 einging. Die Tatsache, dass 
der Rechtsvertreter über dieses Vorgehen nicht informiert war, betrifft 
das Innenverhältnis zwischen ihm und der Beschwerdeführerin und ist 
der Vorinstanz nicht zuzurechnen. Das Versäumnis kann daher keinen 
Anspruch auf eine von Amtes wegen anzusetzende Nachfrist begrün-
den. Der Hinweis, dass die gemachten Angaben zu belegen sind, ist 
auf  Seite  2  des  Gesuchsformulars  gut  sichtbar  angebracht.  Die  IV-
Stelle Aargau hatte im Schreiben vom 14. Januar 2008 zudem darauf 
hingewiesen,  bei  Nichteinreichen  des  Fragebogens  werde  aufgrund 
der  Aktenlage  entschieden.  Der  Rechtsvertreter  verfügte  somit  in 
diesem Verfahren über alle notwendigen Informationen. Daran ändert 
auch der Umstand nichts, dass die IV-Stelle Aargau in ihrem Schrei-
ben  vom  14. Januar  2008  erwähnte,  die  Frist  zur  Einreichung  des 
Fragebogens sei "grundsätzlich nicht erstreckbar". Der rechtskundige 
Vertreter der Beschwerdeführerin hätte ohne Weiteres erkennen kön-
nen, dass eine behördliche Frist gemäss Art. 40 Abs. 3 ATSG aus zu-
reichenden Gründen erstreckt werden kann. Nach Ablauf der gesetz-
ten  Frist  durfte  die  Vorinstanz  jedoch  aufgrund  der  ihr  vorliegenden 
Akten über den Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege befinden. 

Die  Beschwerdeführerin  sieht  in  der  Tatsache,  dass  die  Vorinstanz 
über  das  Gesuch  um  unentgeltliche  Rechtspflege  ohne  Nachfrist-
ansetzung  entschieden  hat,  eine  Verletzung  des  Verbots  des  über-
spitzten Formalismus. Nach der Rechtsprechung des Schweizerischen 
Bundesgerichts stellt  überspitzter Formalismus eine besondere Form 
der Rechtsverweigerung dar. Eine solche liegt vor, wenn für ein Ver-

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fahren  rigorose  Formvorschriften  aufgestellt  werden,  ohne  dass  die 
Strenge sachlich gerechtfertigt wäre, wenn die Behörde formelle Vor-
schriften mit übertriebener Schärfe handhabt oder an Rechtsschriften 
überspannte Anforderungen stellt  und dem Bürger den Rechtsweg in 
unzulässiger Weise versperrt  (BGE 120 V 413 E. 4b mit Hinweisen). 
Als überspitzter Formalismus gilt jedoch nicht jede prozessuale Form-
strenge,  sondern  nur  jene,  die  durch  kein  schutzwürdiges  Interesse 
mehr gerechtfertigt ist und zum blossen Selbstzweck wird (BGE 134 II 
244  E.  2.4.2).  Im  vorliegenden  Fall  kann  von  einer  übertriebenen 
Formstrenge nicht  gesprochen werden. Insbesondere  liegt  keine un-
zulässige  Versperrung  des  Rechtswegs  vor,  denn  die  Beschwerde-
führerin hatte wie dargelegt die Möglichkeit, eine Fristverlängerung zu 
beantragen.  Darin,  dass  die  IV-Stelle  Aargau  als  instruierende  Be-
hörde nicht von sich aus eine Nachfrist angesetzt hat, kann nach der 
zitierten  Rechtsprechung  kein  überspitzter  Formalismus  erblickt 
werden. Die  Vorinstanz  hat  somit  zu  Recht  auf  die  ihr  vorliegenden 
Akten abgestellt,  als sie das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
abwies.

5.2 Zu prüfen bleibt, ob die Vorinstanz aufgrund der eingereichten Ak-
ten die Prozessarmut der Beschwerdeführerin zu Recht verneint hat.

5.2.1 Die Vorinstanz erwog in ihrer Verfügung vom 18. Februar 2008 
(Dokument 46 S. 3-5) Folgendes: Gemäss Kreisschreiben des Ober-
gerichts  des  Kantons  Aargau  betreffend  die  Richtlinien  für  die  Be-
rechnung  des  betreibungsrechtlichen  Existenzminimums  vom  3.  Ja-
nuar 2001 (Richtlinien für die Berechnung des betreibungsrechtlichen 
Existenzminimums  [Notbedarf]  nach  Art.  93  SchkG  [Fassung  vom 
3. Januar 2001], nachfolgend: Kreisschreiben) betrage der monatliche 
Grundbedarf für einen alleinstehenden Schuldner kaufkraftbereinigt für 
Deutschland CHF 1'100.00. Darin seien die Kosten für Nahrung, Klei-
dung und Wäsche einschliesslich deren Instandhaltung,  Körper-  und 
Gesundheitspflege,  Unterhalt  der  Wohnungseinrichtung,  Kulturelles 
sowie Auslagen für Beleuchtung, Kochstrom und/oder Gas enthalten. 
Der Grundbetrag werde praxisgemäss um 25% erweitert und betrage 
demnach CHF 1'131.65. Den geltend gemachten Mietzins von monat-
lich EUR 394.30 berücksichtigte die Vorinstanz zum Kurs von 1.6375 
mit CHF 645.65, obwohl der entsprechende Beleg fehlte. Dem so er-
mittelten erweiterten Existenzbedarf von CHF 1'777.30 stellte sie das 
Nettoeinkommen  der  Beschwerdeführerin  gegenüber,  welches 
CHF 2'059.80 betrug (monatliches Arbeitslosengeld von EUR 1'257.90 

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[vgl. Dokument 45 S. 7]). Die übrigen geltend gemachten Auslagen be-
rücksichtigte die Vorinstanz nicht mit der Begründung, sie seien nicht 
belegt. Insbesondere werde nicht dargetan, dass es sich beim Auto um 
ein Kompetenzgut handle, weshalb die dafür anfallenden Kosten nicht 
berücksichtigt  werden könnten. Zusammenfassend ergebe sich somit 
ein monatlicher Überschuss von CHF 282.50. Dieser erlaube der Be-
schwerdeführerin, die in diesem Verfahren anfallenden Anwaltskosten 
jedenfalls binnen Jahresfrist zu begleichen. Die Bedürftigkeit der Ge-
suchstellerin  sei  daher  zu  verneinen  und  die  weiteren  Voraus-
setzungen müssten nicht geprüft werden. 

5.2.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Kosten für das Auto 
hätten  auch  bei  Verneinung  der  Kompetenzqualität  gemäss  Ziff.  3. 
Bst. d  (recte: Ziff. II.  3. Bst. d)  Kreisschreiben als  Auslagen entspre-
chend den Kosten für die Benützung des öffentlichen Verkehrs ange-
rechnet  werden müssen. Diese beliefen sich für  den Nahverkehr auf 
mindestens EUR 43.00 monatlich.

Dieser  Auffassung  ist  nicht  beizupflichten.  Ziff.  II.  4.  Kreisschreiben 
trägt die Überschrift "Unumgängliche Berufsauslagen"; Ziff. II. 4. Bst. d 
Kreisschreiben regelt die "Fahrten zum Arbeitsplatz". Die Berücksich-
tigung von Auslagen für den Verkehr im Rahmen von Ziff. II. 4. Bst. d 
Kreisschreiben  setzt  somit  voraus,  dass  die  betreffende  Person  ar-
beitstätig ist. Die Beschwerdeführerin war jedoch im Zeitpunkt der Ge-
suchseinreichung arbeitslos, wie sie im Fragebogen selbst angibt (vgl. 
Dokument 38 S. 1). Allfällige Auslagen für  die Benützung eines Ver-
kehrsmittels sind daher bereits im Grundbetrag berücksichtigt. 

5.2.3 Schliesslich beanstandet die Beschwerdeführerin, die monatlich 
aufgewendeten EUR 66.55 für die freiwillige Rentenfondsversicherung 
"Deutscher  Herold"  seien  zu  Unrecht  nicht  angerechnet  worden. Da 
auch dieser Betrag nicht belegt wurde, kann im vorliegenden Zusam-
menhang offen bleiben, ob diese Aufwendung unter die begründeten 
Fälle gemäss Ziff. II. 3. Kreisschreiben zu subsumieren gewesen wäre 
(vgl. aber E. 6.2). Da die Vorinstanz wie in E. 5.1 dargelegt nicht ver-
pflichtet war, eine Frist zur Nachreichung der fehlenden Belege anzu-
setzen,  durfte  sie  den  behaupteten  Betrag  für  die  private  Altersvor-
sorge der Beschwerdeführerin unberücksichtigt lassen.

5.2.4 Auch  die  Schlussfolgerung  der  Vorinstanz,  wonach  ein  Über-
schuss von monatlich CHF 282.50 ausreichend ist,  um die Anwalts-
kosten in einem Einspracheverfahren binnen Jahresfrist zu begleichen, 

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ist  nicht  zu  beanstanden. Die  Prozessarmut  der  Beschwerdeführerin 
wurde demnach zu Recht verneint.

5.3 Aus dem Gesagten ergibt sich, dass der Entscheid der Vorinstanz 
korrekt ist. Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und ist 
daher abzuweisen. 

6.
Zu befinden bleibt  über  das Gesuch um Gewährung der unentgeltli-
chen Rechtspflege im vorliegenden Beschwerdeverfahren.

6.1 Gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG befreit die Beschwerdeinstanz eine 
Partei, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, auf Antrag von 
der Bezahlung der Verfahrenskosten,  sofern ihr  Begehren nicht  aus-
sichtslos erscheint. Wenn es zur Wahrung ihrer Rechte notwendig ist, 
bestellt die Beschwerdeinstanz der Partei einen Anwalt (Art. 65 Abs. 2 
VwVG).

Im  vorliegenden  Fall  ist  das  (nunmehr  abgewiesene)  Begehren  der 
Beschwerdeführerin  von vornherein als  aussichtslos zu qualifizieren, 
da der rechtzeitige Nachweis der Bedürftigkeit offensichtlich nicht er-
bracht  war. Im Übrigen ist  auch die Bedürftigkeit  nicht  ausgewiesen, 
wie nachfolgend zu zeigen ist. Nach der Rechtsprechung ist eine an-
waltliche Mitwirkung angezeigt,  wenn schwierige  rechtliche oder  tat-
sächliche Fragen dies notwendig erscheinen lassen und eine Verbeis-
tändung  durch  Verbandsvertreter,  Fürsorger  oder  andere  Fach-  und 
Vertrauensleute sozialer Institutionen nicht in Betracht fällt (BGE 125 V 
32 E. 2, bestätigt in BGE 132 V 200 E. 4.1). Die Notwendigkeit einer 
anwaltlichen Vertretung ist vorliegend zu bejahen. Da Streitigkeiten im 
Zusammenhang  mit  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  grundsätzlich 
nicht der Kostenpflicht unterliegen (vgl. SVR 2002 ALV Nr. 3 S. 7 E. 5; 
BGE 132 V 200 nicht  publizierte  E. 6),  erschöpfen sich die Aufwen-
dungen für das vorliegende Beschwerdeverfahren im Anwaltshonorar 
für  einen  eher  unterdurchschnittlichen Fall,  dessen Streitgegenstand 
lediglich  die  Gewährung der  unentgeltlichen Prozessführung im Ein-
spracheverfahren betrifft. Das Honorar ist  pauschal mit  CHF 1500.00 
zu veranschlagen. Somit ist  zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin in 
der Lage ist, innert Jahresfrist CHF 1500.00 zu bezahlen.

6.2 Gemäss Eingabe vom 29. August 2008 ist die Beschwerdeführerin 
mittlerweile wieder erwerbstätig. Sie verdient pro Monat EUR 1'447.73 
netto,  wobei  Steuern  und Krankenversicherungsbeiträge bereits  vom 

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Lohn abgezogen sind. Dieser Betrag entspricht CHF 2'171.595 (Wech-
selkurs am 18. Februar 2010: 1.50). 

Auf  der  Ausgabenseite  werden  monatlich  EUR 394.30  für  die  Woh-
nungsmiete, EUR 66.55 für die private Altersvorsorge, CHF 499.20 für 
den Arbeitsweg und EUR 67.00 für die Autoversicherung geltend ge-
macht.  Da  die  Beschwerdeführerin  nicht  nachweist,  dass  die  Be-
nutzung eines  Personenwagens für  den Arbeitsweg unabdingbar  ist, 
muss  die  Kompetenzqualität  des  Privatfahrzeugs  verneint  werden. 
Anzurechnen  sind  daher  gemäss  der  Eventualbegründung  der  Be-
schwerdeführerin  die  entsprechenden Ausgaben für  den öffentlichen 
Verkehr  im  Betrag  von  EUR  43.00  monatlich.  Ebenfalls  nicht  an-
rechenbar  sind  die  geltend  gemachten  EUR  66.55  für  die  private 
Altersvorsorge,  da  es  sich  hierbei  um  freiwilliges  Sparen  handelt. 
Somit sind CHF 655.95 (CHF 591.45 [Wohnungsmiete] + CHF 64.50 
[Arbeitsweg]) anrechenbar (Kurs am 18. Februar 2010: 1.50).

Der Grundbetrag für eine alleinstehende Person mit  Wohnsitz in der 
Schweiz beträgt gemäss den von der Schweizerischen Konferenz für 
Sozialhilfe (SKOS) herausgegebenen "Richtlinien über die Ausgestal-
tung  und  Bemessung  der  Sozialhilfe",  Ausgabe  2004,  Stand  2008 
(einsehbar  unter  http://www.skos.ch/de/?page=richtlinien/konsultie      -  
ren/  ) CHF 960.00 pro Monat (vgl. S. B.2-4 Richtlinien). Dieser Wert ist 
im Rahmen der Beurteilung der Prozessarmut praxisgemäss um 20% 
zu  erhöhen,  woraus  der  Grundbetrag  von  CHF  1152.00  resultiert. 
Gemäss dem von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit 
und Entwicklung (OECD) angegebenen Preisindex (Basis: Schweiz = 
100)  kann  der  Existenzbedarf  in  Deutschland  mit  76%  der  für  die 
Schweiz  zu  veranschlagenden  Summe  gedeckt  werden  (vgl. 
http://www.swissemigration.ch/laender/lebenskosten/preisindices/in      -  
dex      .html?lang=de      ). Demnach entsprechen 76% von CHF 1152.00 der 
Kaufkraft dieser Summe in Deutschland (zur kaufkraftbereinigten Be-
rechnung des Grundbetrags bei Wohnsitz der gesuchstellenden Partei 
im  Ausland  vgl.  Urteil  des  Bundesgerichts  5A_423/2007  vom 5. De-
zember 2007). Somit ergibt sich im vorliegenden Fall der Grundbetrag 
von  CHF  875.52,  welcher  zu  den  anrechenbaren  Ausgaben  von 
CHF 655.95  zu  addieren  ist.  Die  Gesamtausgaben  betragen  somit 
CHF 1'531.47.  Aus  der  Gegenüberstellung  zum  Einkommen  von 
CHF 2'171.595  ergibt  sich  ein  monatlicher  Überschuss  von 
CHF 640.125, gerundet CHF 640.10. Dieser Betrag reicht aus, um die 
Anwaltskosten  des  vorliegenden  Beschwerdeverfahrens  innert 

Seite 11

http://www.skos.ch/de/?page=richtlinien/konsultieren/
http://www.skos.ch/de/?page=richtlinien/konsultieren/
http://www.swissemigration.ch/laender/lebenskosten/preisindices/index.html?lang=de
http://www.swissemigration.ch/laender/lebenskosten/preisindices/index.html?lang=de
http://www.swissemigration.ch/laender/lebenskosten/preisindices/index.html?lang=de

C-2058/2008

Jahresfrist zu begleichen. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
ist daher abzuweisen. 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen. 

3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ...; Einschreiben)
- das Bundesamt für Sozialversicherungen

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Franziska Schneider Susanne Genner

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C-2058/2008

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern,  Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. 
und 100 des Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005 [BGG, SR 
173.110]). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit 
Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten. Der  an-
gefochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  die  be-
schwerdeführende  Partei  in  Händen  hat,  beizulegen  (vgl.  Art.  42 
BGG).

Versand: 

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