# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** af2e0a54-af9e-5803-92da-d8d6e8aaffdd
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-10-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.10.2009 A-3296/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-3296-2008_2009-10-22.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-3296/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 2 .  O k t o b e r  2 0 0 9

Richter Pascal Mollard (Vorsitz), 
Richter Thomas Stadelmann, Richter Markus Metz, 
Gerichtsschreiber Jürg Steiger.

A._______GmbH,
Beschwerdeführerin,

gegen

Eidgenössische Zollverwaltung EZV, 
Zollkreisdirektion Schaffhausen,
Bahnhofstrasse 62, Postfach 1772, 8201 Schaffhausen,
handelnd durch die Oberzolldirektion (OZD),
Hauptabteilung Recht und Abgaben, Monbijoustrasse 40, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Zoll, Präferenzgewährung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-3296/2008

Sachverhalt:

A.
Die A._______GmbH (D) übermittelte am 17. Januar 2008 im e-dec-
Verfahren  der  Zollstelle  Ramsen  verschiedene  Einfuhrzollanmel-
dungen (EZA) zur definitiven Verzollung zum Präferenzzollansatz. Es 
handelte sich um eine aus Deutschland stammende und für die Firma 
(...)  bestimmte  Sendung.  Die  übermittelten  EZA  wurden  vom  EDV-
System e-dec gleichentags als „frei mit“ selektioniert. Anlässlich einer 
später  am  17.  Januar  2008  durchgeführten  Überprüfung  stellte  die 
Zollstelle  fest,  dass  die  Ursprungserklärung  in  der  Rechnung  nicht 
vollständig war.

B.
Auf Aufforderung der Zollstelle Ramsen legte die A._______GmbH am 
18. Januar  2008  eine  neue  Ursprungserklärung  vor.  Die  Zollstelle 
Ramsen  akzeptierte  diese  jedoch  nicht,  da  sie  auf  den  18. Januar 
2008 datiert war. Mit Schreiben vom 15. Februar 2008 beschwerte sich 
die A._______GmbH bei der Zollstelle Ramsen gegen eine Verzollung 
zum Normaltarif. Unter Vorlage einer Ursprungserklärung,  datiert  auf 
den 17. Januar 2008, ersuchte sie um Präferenzabfertigung.

C.
Am  19.  Februar  2008  erliess  die  Zollstelle  Ramsen  eine 
Veranlagungsverfügung  in  der  sie  insgesamt  Fr.  2'031.50  Zoll 
nachforderte,  da  sie  die  Präferenzabfertigung  verweigerte  und  die 
Waren  zum  Normaltarif  veranlagte.  Im  Weiteren  nahm  sie  das 
Schreiben  der  A._______GmbH  vom  15.  Februar  2008  als 
Beschwerde  entgegen  und  leitete  es  zuständigkeitshalber  der 
Zollkreisdirektion  Schaffhausen  weiter.  Diese  ersuchte  die 
A._______GmbH  am  10.  April  2008  um  Zustellung  der  zollamtlich 
gestempelten  Rechnung.  Am  11. April  2008  kam  sie  dieser 
Aufforderung nach.

D.
Am  23.  April  2008  erliess  die  Zollkreisdirektion  Schaffhausen  einen 
formellen Entscheid. Sie wies die Beschwerde ab und auferlegte der 
A._______GmbH  Verfahrenskosten  in  der  Höhe  von  Fr.  140.--.  Zur 
Begründung  führte  sie  im  Wesentlichen  aus,  dass  für  eine 
Präferenzbehandlung bei der Einfuhr ein entsprechender Antrag unter 
gleichzeitiger  Vorlage  des  Ursprungsnachweises  zu  stellen  sei.  Die 

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A._______GmbH  habe  die  Präferenzverzollung  für  Ursprungswaren 
aus  der  Europäischen  Union  (EU)  gestützt  auf  eine  formell 
ungenügende  Ursprungserklärung  in  der  Rechnung  beantragt.  Zum 
Zeitpunkt der Zollanmeldung hätten deshalb die Voraussetzungen für 
eine Präferenzbehandlung gefehlt. Eine provisorische Veranlagung sei 
ebenfalls  nicht  mehr  möglich  gewesen,  da  die  Ware  den  Zoll-
gewahrsam bereits verlassen hatte.

E.
Am  20.  Mai  2008  erhob  die  A._______GmbH  (Beschwerdeführerin) 
beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und beantragte die Rück-
vergütung der Zollabgaben in der Höhe von Fr. 2'031.50. Zur Begrün-
dung führte sie im Wesentlichen aus, dass die Ursprungserklärung auf 
der  Rechnung  aufgrund  von  Druckerproblemen  nicht  vollständig 
gewesen sei. Nach der Belegkontrolle durch das Zollamt Ramsen habe 
sie  unverzüglich  beim  Versender,  der  B._______GmbH  (D),  einen 
nochmaligen  Rechnungsausdruck  verlangt  und  diesen  dem  Zollamt 
vorgelegt.  Diese  Rechnung  habe  nun  zwar  die  vollständige 
Ursprungserklärung enthalten, jedoch mit Datum vom 18. Januar 2008 
(dies  im Gegensatz zur  Seite  1  der  Rechnung,  die  das  Datum vom 
17. Januar  2008 aufweise). Ihre Nachfrage bei  der  B._______GmbH 
habe ergeben, dass durch den nochmalingen Rechnungsausdruck am 
18.  Januar  2008  systembedingt  unter  der  Ursprungserklärung  auto-
matisch  das  Datum  des  Nachdrucks  eingetragen  worden  sei.  Tat-
sächlich  seien  jedoch  in  anderen  Abteilungen  der  B._______GmbH 
(Buchhaltung  und  Verkauf)  bereits  am  17.  Januar  2008  gedruckte 
Rechnungskopien  mit  vollständigem  Ursprungstext  und  korrektem 
Datum  (vom  17.  Januar  2008)  vorhanden  gewesen.  Ein  solches 
Exemplar  habe  sie  dem  Zollamt  Ramsen  am  15.  Februar  2008 
nachgereicht. Da sie mit ihrer Eingabe vom 15. Februar 2008 innert 30 
Tagen seit  dem Verlassen der Sendung aus dem Zollgewahrsam die 
Änderung  der  Zollveranlagung  beantragt  und  einen  gültigen 
Präferenznachweis  vorgelegt  habe,  sei  ihr  der  Drittlandszoll 
zurückzuerstatten.

Am  22.  August  2008  schloss  die  Oberzolldirektion  (OZD)  in  ihrer 
Vernehmlassung auf kostenfällige Abweisung der Beschwerde.

Auf die Eingaben der Parteien wird – soweit entscheidwesentlich – im 
Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Entscheide der Zollkreisdirektionen können gemäss Art. 31 i.V.m. 
Art. 33  Bst. d  des  Bundesgesetzes  vom  17. Juni  2005  über  das 
Bundesverwaltungsgericht  (Verwaltungsgerichtsgesetz,  VGG, 
SR 173.32)  beim Bundesverwaltungsgericht  angefochten  werden.  Im 
Verfahren  vor  dieser  Instanz  wird  die  Zollverwaltung  durch  die  OZD 
vertreten (Art. 116 Abs. 2 des Zollgesetzes vom 18. März 2005 [ZG, 
SR 631.0]).  Das  Verfahren  richtet  sich  nach  den  Vorschriften  des 
Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsver-
fahren (VwVG, SR 172.021), soweit das VGG nichts anderes bestimmt 
(Art. 37 VGG; Art. 2 Abs. 4 VwVG). Die Beschwerdeführerin ist  durch 
den  angefochtenen  Entscheid  berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges 
Interesse an dessen Aufhebung (Art. 48 VwVG).

1.2 Das  Bundesverwaltungsgericht  kann  den  angefochtenen  Ent-
scheid grundsätzlich in  vollem Umfang überprüfen. Die Beschwerde-
führerin  kann neben der  Verletzung von Bundesrecht  (Art. 49 Bst. a 
VwVG)  und  der  unrichtigen  oder  unvollständigen  Feststellung  des 
rechtserheblichen Sachverhaltes (Art. 49 Bst. b VwVG) auch die Rüge 
der  Unangemessenheit  erheben  (Art.  49  Bst.  c  VwVG;  vgl.  ANDRÉ 
MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem Bun-
desverwaltungsgericht, Basel 2008, Rz. 2.149).

2.
2.1 Nach  Art.  7  ZG  sind  Waren,  die  ins  Zollgebiet  oder  aus  dem 
Zollgebiet  verbracht  werden,  zollpflichtig  und  müssen  nach  diesem 
Gesetz  sowie  nach  dem  Zolltarifgesetz  veranlagt  werden.  Die 
Grundlage der Zollveranlagung ist  die Zollanmeldung (Art. 18 Abs. 1 
ZG).  Diese  nimmt  im  Schweizerischen  Zollwesen  eine  zentrale 
Stellung ein  (BARABARA SCHMID,  in  Martin  Kocher/Diego Clavadetscher 
[Hrsg.], Handkommentar Zollgesetz, Art. 18 N 1). Gemäss Art. 21 ZG 
hat derjenige, der Waren ins Zollgebiet verbringt, verbringen lässt oder 
sie danach übernimmt, sie unverzüglich und unverändert der nächst-
gelegenen  Zollstelle  zuzuführen.  Dieser  Artikel  legt  somit  den  Kreis 
der  sog.  zuführungspflichtigen  Personen  fest.  Es  sind  dies 
insbesondere  der  Warenführer,  die  mit  der  Zuführung  beauftragte 
Person,  der  Importeur,  der  Empfänger,  der  Versender  und  der 
Auftraggeber (vgl. Art. 75 der Zollverordnung vom 1. November 2006 
[ZV, SR 631.01]).  Die  Zuführungspflicht  besteht  unabhängig  von der 
privatrechtlichen oder wirtschaftlichen Berechtigung an der Ware. Sie 

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trifft in erster Linie denjenigen, der die Ware faktisch über die Grenze 
bringt,  d.h.  den  Warenführer  respektive  die  mit  der  Zuführung 
beauftragte Person (BARBARA HENZEN,  in Kocher/Clavadetscher, a.a.O., 
Art. 21 N 6). Anmeldepflichtig sind neben den in Art. 21 ZG genannten 
zuführungspflichtigen Personen insbesondere auch die Personen, die 
mit  der Zollanmeldung beauftragt sind (Art. 26 Bst. a und b ZG). Es 
handelt sich hier in erster Linie um Speditionen oder Zolldeklaranten, 
die  gewerbsmässig  Zollanmeldungen  ausstellen  (HENZEN,  a.a.O., 
Art. 26 N 2).

2.2 In  Übereinstimmung  mit  dem  das  Zollverfahren  beherrschende 
Prinzip  der  Selbstanmeldung  obliegt  der  anmeldepflichtigen  Person 
(Art.  26  ZG)  die  Verantwortung  für  die  rechtmässige  und  richtige 
Deklaration ihrer grenzüberschreitenden Warenbewegungen. Sie muss 
die  der  Zollstelle  zugeführten,  gestellten  und  summarisch  ange-
meldeten Waren innerhalb der von der Zollverwaltung bestimmten Frist 
zur  Veranlagung  anmelden  und  die  Begleitdokumente  einreichen 
(Art. 25  Abs. 1  ZG).  Damit  überbindet  das  Zollgesetz  der  anmelde-
pflichtigen Person die volle Verantwortung für die eingereichte Anmel-
dung und stellt  hohe Anforderungen an ihre Sorgfaltspflicht; nament-
lich wird von ihr  eine vollständige und richtige Deklaration der Ware 
verlangt  (Botschaft  vom  15. Dezember  2003  über  ein  neues 
Zollgesetz, BBl 2004 612; noch zum – mit  Art. 25 ZG nahezu identi-
schen – Art. 31 Abs. 1  des Zollgesetzes vom 1. Oktober 1925 [aZG, 
BS 6 465 und nachträgliche Änderungen] Urteil  des Bundesgerichts 
2A.566/2003 vom 9. Juni 2004 E. 2.4; Urteil  des Bundesverwaltungs-
gerichts  A-5798/2007 vom 6. Juli  2009 E. 2.2).  Art.  28  ZG hält  fest, 
dass  Zollanmeldungen  grundsätzlich  sowohl  elektronisch,  schriftlich 
und  mündlich  zulässig  sind.  Die  zuständige  Zollstelle  überprüft  die 
vom  Anmeldepflichtigen  abzugebende  Anmeldung  lediglich  auf  ihre 
formelle  Richtigkeit  und  Vollständigkeit  sowie  auf  das  Vorliegen  der 
Begleitpapiere  (Art. 32  Abs. 1  ZG;  Urteil  des  Bundesverwaltungs-
gerichts A-1791/2009 vom 28. September 2009 E. 2.2.1).

2.3 Mit der Annahme durch die Zollstelle wird die Zollanmeldung für 
die anmeldepflichtige Person verbindlich (Art. 33 Abs. 1 ZG) und ist 
grundsätzlich  unabänderlich  (PATRICK RAEDERSDORF,  in  Kocher/ 
Clavadetscher,  a.a.O.,  Art. 34  N  1;  vgl.  auch  Urteil  des  Bundes-
verwaltungsgerichts  A-1680/2006  vom  26.  November  2007  E. 2.4). 
Gemäss  Art.  16  der  Zollverordnung  der  Eidgenössischen  Zollver-
waltung  (EZV)  vom  4.  April  2007  (ZV-EZV,  SR  631.013)  gilt  die 

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elektronische  Zollanmeldung  als  angenommen,  wenn  sie  die 
summarische  Prüfung  des  EDV-Systems der  EZV erfolgreich  durch-
laufen hat. Nach der Annahme der elektronischen Zollanmeldung führt 
das  EDV-System  der  EZV  eine  Selektion  auf  der  Grundlage  einer 
Risikoanalyse durch (Art. 17 Abs. 1 ZV-EZV). Lautet  das Selektions-
ergebnis  «frei  mit»,  so  muss  die  anmeldepflichtige  Person  der 
Zollstelle  einen  Ausdruck  der  Zollanmeldung  und  die  erforderlichen 
Begleitdokumente vorlegen. Die Waren gelten als freigegeben (Art. 17 
Abs. 3 ZV-EZV) und dürfen demzufolge abtransportiert werden (Art. 40 
Abs. 2 ZG). Die Zollstelle führt in diesem Fall die formelle Überprüfung 
im Nachhinein durch (RAEDERSDORF,  a.a.O.,  Art. 33  N 13). Für  solche 
Waren,  die nicht  mehr im Gewahrsam der  Zollverwaltung stehen,  ist 
eine provisorische Veranlagung ausgeschlossen (Art. 93 Abs. 3 Bst. b 
ZV).

2.4 Während  des  Veranlagungsverfahrens  kann  die  Zollstelle  die 
einmal  angenommene  Zollanmeldung  samt  Begleitdokumenten 
jederzeit  überprüfen  und  zu  diesem  Zweck  weitere  Unterlagen 
verlangen  (Art.  35  ZG;  REMO ARPAGAUS,  Zollrecht,  in  Koller/Müller/ 
Tanquerel/Zimmerli [Hrsg.], Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, 
2. Aufl., Basel 2007, Rz 706). Hat die Zollstelle in der Zollanmeldung 
eine Unrichtigkeit oder einen Mangel festgestellt, so kann sie von der 
anmeldepflichtigen  Person  verlangen,  dass  die  Zollanmeldung 
berichtigt  oder  ergänzt  wird  (Art.  20  Abs.  1  ZV-EZV). Die  anmelde-
pflichtige  Person  muss  die  berichtigte  oder  ergänzte  Zollanmeldung 
spätestens  am  zehnten  Arbeitstag  nach  der  Zurückweisung  erneut 
vorlegen (Art. 20 Abs. 2 ZV-EZV). Reicht die anmeldepflichtige Person 
diese nicht fristgerecht ein, so kann die Zollstelle auf die Waren den 
höchsten  Zollansatz  und  die  höchsten  Bemessungsgrundlagen,  die 
nach ihrer Art anwendbar sind, anwenden (Art. 20 Abs. 3 ZV-EZV, vgl. 
RAEDERSDORF, a.a.O., Art. 35 N 8). Die Veranlagung und Erhebung der 
Zollabgaben erfolgt demnach aufgrund der angenommenen, allenfalls 
berichtigten  Zollanmeldung  bzw.  des  durchgeführten  Zollbefundes 
(ARPAGAUS, a.a.O., Rz 708).

2.5 Gemäss  Art. 34  Abs. 3  ZG  kann  die  anmeldepflichtige  Person 
innerhalb  von  30  Tagen  ab  dem  Zeitpunkt,  in  dem  die  Waren  den 
Gewahrsam der  Zollverwaltung verlassen haben,  um eine Änderung 
der  Veranlagung  nachsuchen;  gleichzeitig  muss  sie  eine  berichtigte 
Zollanmeldung einreichen. Die Zollstelle gibt dem Gesuch statt, wenn 
die  anmeldepflichtige  Person  nachweist,  dass  die  Waren  entweder 

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irrtümlich  zu  dem  in  der  Zollanmeldung  genannten  Zollverfahren 
angemeldet worden sind oder die Voraussetzungen für die beantragte 
neue  Veranlagung  schon  erfüllt  waren,  als  die  Zollanmeldung 
angenommen wurde,  und  die  Waren  seither  nicht  verändert  worden 
sind  (Art. 34  Abs. 4  ZG).  Die  Voraussetzungen  für  eine  neue 
Veranlagung  gelten  insbesondere  dann  als  gegeben,  wenn  zum 
Zeitpunkt  der  ursprünglichen  Zollanmeldung  die  materiellen  und  die 
formellen Voraussetzungen für die Gewährung einer Zollermässigung, 
einer  Zollbefreiung  oder  einer  Rückerstattung  erfüllt  waren  (Art. 89 
Bst. a  ZV;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1791/2009 
vom 28. September 2009 E. 3.3.1).

2.6 Das  Abkommen  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossen-
schaft  und  der  Europäischen  Wirtschaftsgemeinschaft  vom  22. Juli 
1972  (SR  0.632.401;  nachfolgend  „Freihandelsabkommen  zwischen 
der  Schweiz  und  der  EG“)  bezweckt  gemäss  Art.  2  und  3,  die 
Einfuhrzölle  für  zahlreiche  Ursprungserzeugnisse  der  Gemeinschaft 
und der Schweiz zu beseitigen. Gemäss Art. 11 des Abkommens legt 
das Protokoll  Nr. 3 über die Bestimmungen des Begriffs "Ursprungs-
erzeugnisse"  und  über  die  Methoden  der  Zusammenarbeit  der 
Verwaltungen vom 28. April 2004 (Protokoll Nr. 3, SR 0.632.401.3) die 
Ursprungsregeln  fest.  Art.  16  des  Protokolls  Nr.  3  hält  fest,  dass 
Ursprungserzeugnisse die Begünstigungen des Abkommens erhalten, 
sofern eine EUR.1 Warenverkehrsbescheinigung vorgelegt wird oder in 
besonderen Fällen vom Ausführer eine Erklärung mit dem in Anhang 
IV  des  Protokolls  Nr.  3  angegebenen  Wortlaut  auf  einer  Rechnung, 
einem  Lieferschein  oder  einem  anderen  Handelspapier  abgegeben 
wird (Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-1715/2006 vom 9. No-
vember 2007 E. 2.2.3, A-1694/2006 vom 7. Februar 2007 E. 2.2). In 
der  (hier  relevanten)  deutschen  Fassung  lautet  die  geforderte 
Erklärung:  „Der  Ausführer  (Ermächtigter  Ausführer;  Bewilligungs-
Nr. ...) der Waren, auf die sich dieses Handelspapier bezieht, erklärt, 
dass  diese  Waren,  soweit  nicht  anderes  angegeben,  präferenz-
begünstigte  ...  Ursprungswaren sind“  (vgl. Anhang IV des  Protokolls 
Nr. 3). Bei Vorlage eines solchen Nachweises haben die Zollbehörden 
des Einfuhrstaates die eingeführten Waren als Ursprungserzeugnisse 
anzuerkennen (Urteil des Bundesgerichts 2A.461/2003 vom 20. Januar 
2004  E. 2.2; BGE 114  Ib  168  E. 1c).  Fehlen  hingegen  die  rechtlich 
vorgesehenen Ursprungsnachweise im Zeitpunkt der Zollveranlagung 
gelangt  keine  Präferenzbehandlung  zur  Anwendung  und  die  Waren 
sind zum Normaltarif  zu verzollen (ARPAGAUS,  a.a.O.,  S. 319 FN 1982 

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mit  Verweis  auf  den  Entscheid  der  Eidgenössischen  Zollrekurs-
kommission [ZRK] vom 10. Mai 2005 [ZRK 2003-070] E. 5; vgl. ebenso 
Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-1883/2007 vom 4. September 
2007 E. 3.2;  SCHMID,  a.a.O.,  Art. 19  N 59). Im Übrigen steht  es  dem 
Bundesverwaltungsgericht  nicht  zu  staatsvertragliche  Vorschriften  in 
Frage zu stellen bzw. es ist an diese gebunden (vgl. BGE 125 III 209 
E. 5; Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1756/2006 vom 9. Juli 
2009 E. 3.3).

2.7 Die  Beweiswürdigung  endet  mit  dem  richterlichen  Entscheid 
darüber, ob eine rechtserhebliche Tatsache als erwiesen zu gelten hat 
oder  nicht.  Der  Beweis  ist  geleistet,  wenn  der  Richter  bzw.  die 
Richterin  gestützt  auf  die  freie  Beweiswürdigung  zur  Überzeugung 
gelangt  ist,  dass sich der rechtserhebliche Sachumstand verwirklicht 
hat.  Gelangt  der  Richter  bzw.  die  Richterin  aufgrund  der 
Beweiswürdigung  nicht  zur  Überzeugung,  die  feststellungsbedürftige 
Tatsache habe sich verwirklicht, so fragt es sich, ob zum Nachteil der 
Abgabebehörde  oder  des  Abgabepflichtigen  zu  entscheiden  ist,  wer 
also die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen hat. Nach der objektiven 
Beweislastregel  ist  bei  Beweislosigkeit  zu  Ungunsten  desjenigen  zu 
urteilen,  der  die  Beweislast  trägt  (FRITZ GYGI,  Bundesverwaltungs-
rechtspflege,  Bern  1983,  S. 279 f.;  MARTIN ZWEIFEL,  Die Sachverhalts-
ermittlung  im  Steuerveranlagungsverfahren,  Zürich  1989,  S. 109  f.). 
Die Abgabebehörde trägt die Beweislast für Tatsachen, welche die Ab-
gabepflicht als solche begründen oder die Abgabeforderung erhöhen, 
das heisst  für  die abgabebegründenden und -mehrenden Tatsachen. 
Demgegenüber  ist  der  Abgabepflichtige  für  die  abgabeaufhebenden 
und  -mindernden  Tatsachen  beweisbelastet,  das  heisst  für  solche 
Tatsachen,  welche  Abgabebefreiung  oder  Abgabebegünstigung 
bewirken (Urteil des Bundesgerichts vom 14. Juli 2005, veröffentlicht in 
Archiv für Schweizerisches Abgaberecht [ASA] 75 S. 495 ff. E. 5.4; Ur-
teile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-6547/2007  vom  19.  August 
2009 E. 2.7.1,  A-680/2007 vom 8. Juni 2009 E. 5, A-1410/2006 vom 
17. März 2008 E. 2.2, A-1373/2006 vom 16. November 2007 E. 2.1). 
Die Beweislast für die Richtigkeit des Ursprungsnachweises obliegt als 
abgabemindernde  Tatsache  somit  dem Abgabepflichtigen  (vgl.  Urteil 
des Bundesgerichts 2C_355/2007 vom 19. November 2007 E. 2.2).

3.
Im  vorliegenden  Fall  ist  folgender  Sachverhalt  unbestritten:  Die 
Beschwerdeführerin meldete die fraglichen Waren am 17. Januar 2008 

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zur  Präferenzabfertigung  an.  Die  Zollanmeldung  wurde  gleichentags 
vom EDV-System der EZV als „frei  mit“  selektioniert,  d.h. umgehend 
aus der Zollkontrolle entlassen (vgl. E. 2.3). Bei der anschliessenden 
formellen  Belegkontrolle  bemerkte  die  Zollstelle,  dass  die 
Ursprungserklärung  auf  der  Rechnung  Nr. 8100282  vom  17. Januar 
2008  nicht  vollständig  war.  Nach  Mitteilung  des  Mangels  legte  die 
Beschwerdeführerin  am  18. Januar  2008  der  Zollstelle  eine 
vollständige Ursprungserklärung vor, die aber auf den 18. Januar 2008 
datiert  war  (amtl.  Akten  Nr. 6).  Nach  der  Verweigerung  der 
Präferenzabfertigung bzw. der Veranlagung zum Normaltarif verlangte 
die  Beschwerdeführerin  schliesslich  mit  ihrer  Eingabe  vom 
15. Februar  2008  die  Rückerstattung  der  Zollnachforderung  unter 
Beilage der Rechnung Nr. 8100282 mit einer wiederum vollständigen 
Ursprungserlärung, dieses Mal aber auf den 17. Januar 2008 datiert 
(vgl.  amtl.  Akten  Nr. 8).  Zu  klären  ist  vorliegend,  ob  die  EZV  die 
Präferenzbehandlung zu Recht verweigert hat bzw. die am 18. Januar 
2008  (E.  3.1)  und  15. Februar  2008  (E.  3.2)  nachgereichten 
Ursprungserklärungen berücksichtigt werden können.

3.1 Bei  der  vorliegenden  Zollanmeldung  lag  unbestrittenermassen 
eine mangelhafte Ursprungserklärung vor, denn sie lautete wie folgt: 
„Der  Ausführer  (B._______GmbH,  Bewilligungsnummer  [...])  der 
Waren, auf die sich dieses Handelspapier bezieht, erklärt, dass diese 
Waren,  soweit  nicht  anders angegeben,  präferenzbegünstigte“  (amtl. 
Akten Nr. 10). Es fehlte somit das Ende der erforderlichen Erklärung 
für  eine  Präferenzabfertigung  gemäss  dem  Freihandelsabkommen 
zwischen der Schweiz und der EG (vgl. E. 2.6). Die EZV forderte die 
Beschwerdeführerin deshalb zu Recht gemäss Art. 20 Abs. 1 ZV-EZV 
auf, den Mangel zu berichtigen. Die von der Beschwerdeführerin am 
18.  Januar  2008  nachgereichte  Ursprungserklärung  bildete  jedoch 
ebenfalls keinen genügenden Ursprungsnachweis, da sie offensichtlich 
nachträglich,  d.h.  nach  der  angenommenen  Zollanmeldung  und 
Freigabe der Ware erstellt worden war, trägt sich doch das Datum vom 
18. Januar  2008. Für  eine  Präferenzbehandlung  muss  indessen  der 
rechtlich  vorgesehene  Ursprungsnachweis  bereits  im  Zeitpunkt  der 
Zollveranlagung vorliegen (E. 2.6).

3.2 Fraglich  ist  schliesslich  noch,  ob  die  am  15.  Februar  2008 
nachgereichte  Rechnung  als  genügender  Ursprungsnachweis  gelten 
kann  und  die  EZV  die  Präferenzabfertigung  gestützt  darauf  hätte 
gewähren müssen. Eine Änderung der Veranlagung nach der Freigabe 

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der  Ware  wäre  allenfalls  gemäss  Art.  34  Abs. 3  und  4  ZG möglich 
gewesen (E. 2.5). Da die Waren am 17. Januar 2008 den Gewahrsam 
der  Zollverwaltung verlassen hatten,  hat  die Beschwerdeführerin  mit 
ihrer Eingabe vom 15. Februar 2008 die 30-tägige Frist nach Art. 34 
Abs. 3 ZG eingehalten. Die Zollstelle hätte dem Gesuch um Änderung 
der  Veranlagung  stattgeben  müssen,  wenn  die  Voraussetzungen  für 
die  beantragte  neue  Veranlagung  schon  erfüllt  waren,  als  die 
Zollanmeldung  angenommen  wurde,  und  die  Waren  seither  nicht 
verändert  worden  sind  (Art.  34  Abs.  4  Bst.  b  ZG).  Massgebend  ist 
somit,  ob  die  nachgereichte  Ursprungserklärung  als  formelle 
Voraussetzung  für  die  Zollbefreiung  bereits  zum  Zeitpunkt  der 
ursprünglichen  Zollanmeldung,  d.h.  am  17. Januar  2008,  vorhanden 
gewesen war. Die Beschwerdeführerin macht dies geltend. Sie bringt 
vor, dass in anderen Abteilungen der B._______GmbH (Buchhaltung 
und Verkauf) bereits am 17. Januar 2008 gedruckte Rechnungskopien 
mit  vollständiger  Ursprungserklärung  und  Datum  vom  17.  Oktober 
2008 existiert hätten. Ein solches Exemplar habe sie mit der Eingabe 
vom  15.  Februar  2008  nachgereicht.  Als  Nachweis  reichte  die 
Beschwerdeführerin ein Schreiben der B._______GmbH vom 16. Mai 
2008  ein,  in  dem  diese  bestätigte,  dass  die  Rechnung  mit  der 
korrekten Ursprungserklärung bereits  am Tag des Versandes erstellt 
worden sei. Die EZV hält dagegen, dass die nachgereichte Rechnung 
im Gegensatz zur ursprünglichen sieben statt sechs Seiten aufweise. 
Im Weiteren passe die auf der nachgereichten Rechnung angebrachte 
Ursprungserklärung plötzlich schön in den Rahmen der Rechnung.
 
Das Bundesverwaltungsgericht erachtet es zumindest als fraglich, ob 
die  am  15.  Februar  2008  nachgereichte  Rechnung  bereits  am 
17. Januar  2008  existiert  hat.  Das  Bestätigungsschreiben  der 
B._______GmbH  vom  16.  Mai  2008  –  als  vom  Ausgang  des 
Verfahrens  selbst  Betroffene  –  kann  dafür  offensichtlich  keinen 
genügenden  Nachweis  erbringen.  Es  ist  deshalb  durchaus  möglich, 
dass  es  sich  um  einen  vordatierten  (korrigierten)  Nachdruck  der 
ursprünglichen Rechnung handelt. Das Bundesverwaltungsgericht  ist 
somit nicht  davon überzeugt,  dass die betreffende Rechnung bereits 
am  17.  Januar  2008  vorhanden  war.  Es  kommen  deshalb  die 
Beweislastregeln  zu  Anwendung  (vgl.  E.  2.7).  Da  die  Beschwerde-
führerin die objektive Beweislast für die Richtigkeit bzw. Echtheit  des 
Ursprungsnachweises als abgabemindernde Tatsache trägt, ist bei der 
vorliegenden Beweislosigkeit zu ihren Ungunsten zu entscheiden. Die 
EZV hat die Präferenzabfertigung somit zu Recht verweigert.

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4.
Dem Gesagten  zufolge  ist  die  Beschwerde abzuweisen. Bei  diesem 
Verfahrensausgang  sind  der  Beschwerdeführerin  als  unterliegende 
Partei  sämtliche  Kosten  für  das  Beschwerdeverfahren  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  aufzuerlegen  (vgl.  Art.  63  Abs.  1  VwVG). 
Die  Verfahrenskosten  werden  auf  Fr. 600.--  festgesetzt  (Art.  4  des 
Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschä-
digungen vor dem Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2]) 
und  der  Beschwerdeführerin  zur  Zahlung  auferlegt.  Eine  Parteient-
schädigung ist nicht zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 600.-- verrechnet.

3.
Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ...; Gerichtsurkunde)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Pascal Mollard Jürg Steiger

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Rechtsmittelbelehrung:
Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 
Die  Rechtsschrift  ist  in  einer  Amtssprache  abzufassen  und  hat  die 
Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die 
Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die 
Beweismittel  sind,  soweit  sie  die  beschwerdeführende  Partei  in 
Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

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