# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b252d5f7-b5c9-54f9-8477-355a01fec774
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-11-26
**Language:** de
**Title:** Rentenaufhebung nach Einholung eine medizinischen Gutachtens
**Docket/Reference:** IV.2014.00735
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2014.00735.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2014.00735
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Philipp
Sozialversicherungsrichter Vogel
Gerichtsschreiber Hübscher
Urteil
vom
26. November 2014
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1958, arbeitete seit 2. Januar 1999 als
Servicefachange
stellter
und Hilfskoch in einem Restaurant (Urk. 9/15/1). Am 20. November 2001 erlitt er bei einen Autounfall eine Rippenserienfraktur (Urk. 9/9/45-47, Urk. 9/26/22). Nach dem Unfall war der Versicherte bei seinem bisherigen Arbeit
geber in einem 50%-Pensum als Servicefachangestellter tätig (Urk. 9/59/3). Mit Verfü
gung vom 1. Juni 2005 sprach ihm die
Sozialver
siche
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, gestützt auf das vom
Unfall
ver
si
cherer
(National Ver
sicherung) eingeholte Gutachten der MEDAS
Y.___
vom 27. August 2004 (Urk. 9/26/2-29) mit Wirkung ab dem 1. No
vem
ber 2002 eine halbe Invaliden
rente zu (Urk. 9/45-46). Im Rahmen einer amtlichen Revi
sion teilte die IV-Stelle dem Versicherten am 24. August 2007 mit, dass bei der Überprüfung des Invaliditätsgrades keine Änderung festgestellt worden sei, die sich auf die Rente auswirke, weshalb weiterhin Anspruch auf die bisherige Invalidenrente (Invaliditätsgrad: 50 %) bestehe (Urk. 9/61).
1.2
Am 1. August 2011 veranlasste die IV-Stelle von Amtes wegen eine weitere Rentenrevision (Urk. 9/74/1). Sie tätigte Abklärungen in beruflicher und er
werblicher (Urk. 9/68, Urk. 9/71) sowie medizinischer (Urk. 9/69) Hinsicht und prüfte den Sachverhalt im Hinblick auf die am 1. Januar 2012 in Kraft getretene Schlussbestimmung
lit
. a der Änderung des Bundes
gesetzes über die In
vali
den
versicherung (IVG) vom 1
8.
März 2011 und verfügte am 28. August 2012 die Aufhebung der Invalidenrente auf den ersten Tag des zweiten auf die Zustellung des Entscheids folgenden Monats (Urk. 9/86). Die vom Versicherten dagegen am 21. September 2012 erhobene Beschwerde (Urk. 9/87/4-10) wurde vom hiesigen Gericht mit Urteil vom 18. Dezember 2012 (Prozess Nr. IV.2012.01017) in dem Sinne gutgeheis
sen, dass die angefochtene Ver
fügung vom 28. August 2012 aufgehoben und die Sache an die IV-Stelle zurückgewiesen wurde, damit diese unter lückenloser Weiterausrichtung der bisherigen Rente die erforderliche fachärztliche Untersu
chung und Beurteilung der aktuell bestehenden soma
ti
schen und psychischen Beschwerden des Versicherten sowie deren Aus
wirkun
gen auf seine Arbeitsfä
higkeit veranlasse und hernach über seinen Rentenan
spruch neu verfüge (Urk. 9/91/12).
Am 13. April 2013 teilte die IV-Stelle
X.___
mit, dass sie die Kosten für eine
bidisziplinäre
medizinische Untersuchung (Rheumatologie und Psychiatrie) übernehme (Urk. 9/98). Der Versicherte nahm am 19. April 2013 dazu Stellung (Urk. 9/100). Die IV-Stelle teilte
X.___
am 15. Mai 2013 mit, dass sie an einer
bidisziplinären
Begutach
tung festhalte, welche sie bei Dr. med.
Z.___
, Rheu
matologie und Innere Medizin FMH, und Prof. Dr. med.
A.___
, Neurologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie (D), veran
lassen werde (Urk. 9/101). Der Versicherte verlangte am 21. Mai 2013 den Erlass einer anfechtbaren Verfügung (Urk. 9/104). Am 2
2. Mai 2013 verfügte die IV
Stelle mit Wirkung ab 1. Oktober 2012 die Wiederausrichtung der halben In
va
lidenrente (Urk. 9/103/2
-3
). Mit Zwischenverfügung vom 29. Mai 2013 hielt die IV-Stelle an der Abklärung d
urch Dr.
Z.___
und Prof. Dr.
A.___
fest (Urk. 9/105). Gegen diese Zwischenverfügung erhob
X.___
am 28. Juni 2013 beim hiesigen Gericht Beschwerde und beantragte, die IV-Stelle sei zu verpflichten, eine polydisziplinäre Begutachtung nach dem Zu
falls
prinzip durchzuführen (Urk. 9/108/3-7
). Das hiesige Gericht
wies diese Beschwerde mit Urteil vom 21. No
vember 2013 (Prozess Nr. IV.2013
.00610) ab (Urk. 9/1
11
).
1.3
Dr.
Z.___
und Prof.
Dr.
A.___
erstatteten ihr Gutachten am
8. März/5. April 2014
(Urk. 9/118-122). Die IV-Stelle kündigte
X.___
unter Hinweis darauf, dass sich sein Gesundheitszustand gemäss ihren Ab
klä
rungen verbessert habe und ihm die bisherige Tätigkeit wieder zu 100 % zu
mut
bar sei, mit Vorbescheid vom 3
0.
April 2014 die Aufhebung der In
validen
rente auf Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats an (Urk. 9/125). Dagegen erhob der Versicherte am
5.
Mai 2014 vorsorglich Einwand und er
suchte um Akteneinsicht (Urk. 9/129), woraufhin ihm die IV-Stelle mit Schrei
ben vom
7.
Mai 2014 die IV-Akten zustellte (Urk. 9/130). In der Folge ging bei der IV-Stelle keine
Einwandbegründung
ein. Mit
Verfügung
vom
12. Juni 2014
hob die IV-Stelle die bisherige halbe Invalidenrente wie vorbeschieden auf Ende des der Zustellung folgenden Monats auf (Urk.
2
).
2.
Dagegen führte
X.___
am 7. Juli 2014 Beschwerde und beantragte, in Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 12. Juni 2014 sei ihm die bishe
rige Rente weiterhin auszurichten (Urk. 1). Innert mit Verfügung vom 10
. Juli 2014 (Urk. 3) angesetzte
r
Nachfrist reichte der Beschwerdeführer eine eigen
hän
dig unterzeichnete Beschwerdeschrift ein (Urk. 5).
Mit Beschwerdeantwort vom 5. September 2014 beantragte die
Beschwerdegeg
nerin
Abweisung der Beschwerde (Urk. 8, unter Beilage der IV-Akten [Urk.
9/
1-134]), was dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 8. September 2014 (Urk. 10) zur Kenntnis gebracht wurde.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer auch über den 3
1.
Juli 2014 hinaus Anspruch auf die bisherige halbe Invalidenrente hat.
1.2
In der angefochtenen Verfügung vom 12. Juni 2014 führte die
Beschwerd
egeg
nerin
im Wesentlichen aus,
ihre medizinischen Abklärungen
hätten
ergeben, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit spätestens 2
4.
März 2014 verbessert habe und ihm die bisherige Tätigkeit wieder zu 100 % zumutbar sei. Beim Einkommensvergleich resultiere ein Invaliditätsgrad von 0 %
, weshalb kein Rentenanspruch mehr bestehe
(Urk. 2 S. 2).
1.3
Der Beschwerdeführer bringt im Wesentlichen vor, dass sich sein Gesundheits
zustand nicht verändert habe. Er leide immer noch an der Problematik, die durch den Verkehrsunfall vom 2
0.
November 2001 verursacht worden sei. Zu dieser Rippen- und „Halbseitenproblematik“ seien noch psychische Probleme hinzugekommen. Eine
Pensumserhöhung
sei ihm bis auf weiteres nicht möglich (Urk. 1).
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundes
gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körper
lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Drei
vier
tels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2
des Bundesgesetzes
über die Invalidenversicherung
[
IVG
]
)
.
2.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbe
zügers
erheblich,
so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG).
2.4
Nach
lit
. a
Abs.
1 der am
1.
Januar 2012 in Kraft getretenen
Schluss
bestimmun
gen
der Änderung vom 1
8.
März 2011 des IVG (
6.
IV-Revision, erstes
Mass
nahmepaket
; kurz:
lit
. a
Abs.
1
SchlB
IVG
6.
IV-Revision
) werden Renten, die bei
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage gesprochen wurden, innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten dieser Änderung überprüft. Sind die Voraussetzungen nach Artikel 7 ATSG nicht erfüllt, so wird die Rente herabgesetzt oder aufgeho
ben, auch wenn die Voraussetzungen von Artikel 17 Absatz 1 ATSG nicht erfüllt sind. Diese Bestimmung ist verfassungs- und EMRK-k
onform (BGE 139 V 547 E. E. 3).
2.
5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen fest
zustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These ab
stellt (ZAK 1986 S.
188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
–
was vor allem bei ps
ychischen Fehlentwicklungen nö
tig ist
–
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134
V 231 E. 5.1; 125 V 351 E.
3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialver
sicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gut
achten, 3. Aufl. 1994, S. 24 f.).
3.
Mit Urteil IV.2012.01017 vom 18. Dezember 2012 erwog das hiesige Gericht ge
stützt auf das Gutachten der MEDAS
Y.___
vom 27. August 2004, dass das Beschwerdebild bei der
Rentenzusprache
mit Verfügung vom
1.
Juni 2005 (
Urk.
9/45-46)
unter
lit
. a
Abs.
1
SchlB
IVG
6.
IV-Revision
falle (Urk. 9/108/20).
Zu ergänzen ist, dass dem
1958 geborene
n
Beschwerdeführer mit Wirkung ab dem 1. November 200
2 eine halbe Invalidenrente aus
gerichtet
wurde
(Urk. 9/45-46). Im Zeitpunkt des In
krafttretens
von
lit
. a
Abs.
1
SchlB
IVG 6.
IV-Revision
am 1. Januar 2012 hatte er mithin das 55. Altersjahr
noch nicht vollendet.
Ferner lag im Zeitpunkt der Einleitung der Überprüfung
der Rente gemäss
lit
. a
Abs. 1
SchlB
IVG 6
.
IV-Revision
–
gestützt auf das
Feststellungs
blatt
für den Beschluss der Beschwerdegegnerin
ist
davon aus
zugehen, dass dies
spätestens
mit der Anfrage beim Regionalen Ärzt
lichen Dienst (RAD)
vom
1
1.
April 2012 erfolgte
(
Urk.
9/74/2-3) – noch kein mehr als 15
Jahre dauernder Rentenbezug vor, weshalb
l
it
. a
Abs. 4
SchlB
IVG 6.
IV-Revision
einer Über
prüfung des Rentenanspruch des Beschwerdeführers gestützt auf
lit
. a
Abs. 1
SchlB
IVG 6.
IV-Revision
somit
grundsätzlich
nicht
entgegensteht
.
Im erwähnten Urteil erwog das hiesige Gericht weiter, dass es
aus heutige
r
Sicht zu beurteilen
sei
, ob die Voraussetzungen für einen Rentenbezug nach Art. 28 f. IVG
i.V.m
. Art. 7, 8 und 16 ATSG im Zeitpunkt der Überprüfung erfüllt seien oder nicht. Die von der Beschwerdegegnerin im Rahmen des im August 2011 eingeleiteten Revisionsverfahrens eingeholten Berichte würden eine zuverlässige Beurteilung der aktuell bestehenden somatischen und psychischen Beschwerden sowie deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht zulassen. Vielmehr erscheine hierfür je eine fachärztliche Untersuchung und Be
urtei
lung erforderlich (Urk. 9/108/21).
Die Sache wurde
für diese
Abklärun
gen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, welche hierfür bei Dr.
Z.___
und Prof. Dr.
A.___
das internistisch-rheumatolo
gisch
/psychiatrische Gut
achten vom
8. März/5. April 2014
(Urk. 9/118-122) in Auftrag gegeben hat.
Gestützt auf dieses Gutachten
hat die
Beschwerdegegnerin m
it der angefoch
tenen Verfügung vom 1
2.
Juni 2014 (
Urk.
2) die halbe Invalidenrente
des Be
schwerdeführers
auf Ende des der Zustellung folgenden Monats auf
gehoben
.
4.
4
.1
Im Gutachten der MEDAS
Y.___
vom 27. August 2004 wurden im Rah
men der zusammenfassenden Beurteilung folgende Diagnosen mit wesentli
cher Einschränkung der zumutbaren Arb
eitsfähigkeit gestellt: (1)
Myo
fasciales
Schmerzsyndrom des linken oberen Quadranten mit/bei Status nach
Rippenseri
enfraktur
links VII bis XI vom 20. November 2001 anlässlich eines Autoun
falles und wahrscheinlich unvollständigem
Durchbau
der Rippenfraktur XI dorsal links (CT-Befund), (2)
Fehlform
/Fehlstatik der Wirbelsäule mit/bei ver
stärkter Brustkyphose, leichter linkskonvexer Skoliose der Brustwirbelsäule so
wie Zustand nach thorakalem Morbus Scheuermann, (3) nach Autounfall mit
Rip
penserienfraktur
sekundäre, leichte depressive Störung, teilweise remittiert, ohne somatische Symptome sowie (4) psychologische Faktoren oder
Ver
halten
seinflüsse
bei anderorts klassifizierten Erkrankungen (Urk.
9
/26/15).
Die MEDAS-Gutachter kamen zum Schluss, dass aus rheumatologischer Sicht die me
chanische Belastbarkeit generell vermindert bleibe, vor allem bezüglich Heben und Tragen von Lasten mit dem linken Arm. Aus psychiatrischer Sicht und aufgrund der Depression und der Schmerzen seien Antrieb, Ausdauer, Kon
zentrationsfähigkeit und Selbstvertrauen eingeschränkt. Es bleibe eine leichte zeitliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um etwa 10 %, infolge von ver
mehrten Pausen und einer diskret verkürzten Präsenzzeit. Auch die Leistungsfä
higkeit sei etwa im Ausmass von 10 bis 20 % eingeschränkt, vor allem durch Verlangsamung und die beeinträchtigte Merkfähigkeit (Urk.
9
/26/17-18). Aus rheumatologischer Sicht bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50 % in der ange
stammten Tätigkeit als Kellner. Eine alternative Tätigkeit mit einer wesentlich höheren Tätigkeit sähen sie nicht. Die Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht sei in diesen 50 % inbegriffen (Urk.
9
/26/18).
4
.2
4
.2.1
Dr.
Z.___
und Prof. Dr.
A.___
stellten im internistisch-rheumatolo
g
isch
/psychiatrische
n
Gutachten vom
8. März/5. April 2014
(Urk. 9/118-122) als
rheumatologische Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
eine
verminderte Belastbarkeit und Beschwerden der linken
Thoraxwand
bei Status nach Unfall am 20. November 2001 mit Rippenserienfrakturen links (Urk. 9/118/62, Urk. 9/121)
jedoch keine p
sychiatrische Diagnose
(Urk. 9/121
,
Urk.
9/122/18
).
4.2.2
Der rheumatologischen Beurteilung von Dr.
Z.___
ist zu entnehmen, dass bei der Untersuchung Diskrepanzen aufgefallen seien. Wie bereits in der
Klinik B.___
im November 2002 beobachtet, stöhne der Beschwerde
füh
rer auch bei dieser Untersuchung
z
eitweise wegen Schmerzen. Dabei ver
schwinde das
Schmerzstöhnen rasch und vollständig bei Ablenkung. Auch der inter
mit
tierend hinkende Gang normalisiere sich unter Ablenkung. Die Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule (LWS) könne wegen kraftvoller Gegenspannung nicht geprüft werden. Die Brustwirbelsäule (BWS) sei normal beweglich. Es sei eine BWS-Hyperkyphose vorhanden, die
redressierbar
sei. Bei der direkten Prüfung der Beweglichkeit der Halswirbelsäule (HWS) zeige
der Beschwerdeführer
eine deutliche Ein
schränkung. Unter Ablenkung normalisiere sich die HWS-Beweg
lichkeit.
Radi
kuläre
Zeichen seien nicht vorhanden.
Alle grossen peripheren Gelenke seien normal beweglich.
Die Befunde an den Armen zeigten, dass der Beschwerde
führer den linken Arm seit langem mehr einsetze als den rechten Arm. Eine lang andauernde Schonung des linken Arms, wie im Gutachten der MEDAS
Y.___
vom 2
7.
August 2004 (Urk. 9/26/2-29) beschrieben, sei schon lange nicht mehr vorhanden (Urk. 9/118/63). Trotz des Übergewichts zeige sich eine er
freulich grosse Muskelmasse, welche den Normwert weit über
treffe. Eine lang andauernde körperliche Schonung könne daraus nicht ab
gelei
tet werden. Die MRI-Untersuchung der LWS mit unterer BWS und beiden ISGs vom März 2014 zeige altersentsprechende Befunde ohne posttraumatische Ver
änderungen sowie eine gut ausgebildete Rückenmuskulatur. Die Ganzkörper-Szintigraphie vom März 2014 zeige in der gesamten Wirbelsäule und beiden
Iliosakralge
lenken
(ISG) keine vermehrte Aktivität. In Kenntnis der klinischen und
bild
gebenden
Befunde seien keine Diagnosen im Bereich der Wirbelsäule zu stellen (Urk. 9/118/63). Die Szintigraphie ergebe ebenfalls
alters
entsprechende
Befunde im Bereich beider Schultern, beider Ellbogen, beider Hände sowie der Hüft-, Knie- und Sprunggelenke beidseits und aller Zehen. Die CT-Untersu
chung des Thorax vom März 2014 zeige vollständig konsolidierte
Rippenfrak
turen
mit leichter Knickbildung der frakturierten Rippen
, die Szintigraphie
noch ein
en
mögliche
n leichten
Reizzustand ohne Hyperämie. Dies sei keinesfalls gra
vierend.
Im August 2004 sei d
ie Diagnose eines wahrscheinlich unvollständigen Durchbau
s
der elften Rippe dorsal
gestellt
worden
.
Dies
e
sei
unterdessen geheilt (Urk. 9/118/63).
4.2.3
Der psychiatrische Gutachter Prof. Dr.
A.___
wies darauf hin, dass bei der Begutachtung die Klagen über somatische Beschwerden im Vordergrund
ge
standen hätten
. Der Beschwerdeführer gebe chronische Schmerzen an, die im Verlauf keine Symptomausweitung in der Lokalisation und in der Intensität erfahren hätten. Die Schmerzstärke werde klar in Abhängigkeit von körperlicher Belastung geschildert. Psychosoziale und emotionale Faktoren würden zu keiner Modulation der subjektiven Schmerzwahrnehmung führen. Schmerzbedingte Schlafstörungen würden nicht beklagt. Die Schmerzmedikation führe zu einer adäquaten Linderung der Beschwerden. Im Psychopathologischen fänden sich
beim Beschwerdeführer minime subklinische affektive Symptome, die einer leichten reaktiven Verstimmung im Rahmen der chronischen Schmerzen zu
or
d
enbar seien (Urk. 9/122/17). Es könne
keine
p
sychiatrische Diagnose gestellt werden;
insbesondere liege keine klinisch relevante
Schmerzverarbeitungsstö
rung
vor. Die vorliegenden Symptome würden nicht für die Diagnose einer Störung gemäss ICD-10: F54 (psychologische Faktoren oder
Verhaltensauffäl
ligkeiten
bei ande
renorts klassifizierten Erkrankungen) ausreichen,
seien aber
bei der Begut
achtung in der MEDAS
Y.___
möglicherweise
noch ausgeprägter gewesen, um die Diagnose zu rechtfertigen. Der Beschwerdeführer sei im psychischen Sinne im Rahmen der bestehenden chronischen
Schmerz
symp
to
matik
(ICD-10: R52) nicht nachhaltig gestört. Schon gar nicht im Sinne eines
syndromalen
Leidens. Sein Umgang mit den Schmerzen sei weitgehend adaptiert und situationsadäquat (Urk. 9/122/18).
4.2.4
Zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers hielten die Gutachter
zusammenfas
send
fest, dass aus psychiatrischer Sicht keine Arbeitsunfähigkeit bestehe. Aus rheumatolo
gischer und
bidisziplinärer
Sicht könne der Beschwerdeführer die angestammte Tätig
keit als Serviceangestellter im Restaurant oder eine andere angepasste Tätigkeit (leichte, wechselbelastende Tätigkeit mit Hantieren von Lasten bis zu 15 kg, Urk. 9/118/66) bezogen auf ein 100 % Pensum zu 100 % ausüben. Aus den vorhandenen Unterlagen gehe nicht eindeutig hervor, wann sich sein Gesund
heitszustand gebessert habe. Daher gelte die attestierte Arbeitsfähigkeit zu 100 % in der angestammten oder in einer angepassten Tätigkeit spätestens seit der rheu
matologischen Untersuchung
vom
24. März 2014 (Urk. 9/121).
5
.
Dr.
Z.___
und Prof. Dr.
A.___
erstellten ihr
internistisch-rheumatolo
gisch
/psychiatrische
s
Gutachten gestützt
auf
die von der Beschwerdegegnerin zur Verfügung gestellten Akten (vgl. Urk. 9/118/5-49, Urk. 9/122/4) und nah
men zu früheren ärztlichen Einschätzungen Stellung (
insbes. Urk. 9/118/67, Urk. 9/122
/17-18).
Prof. Dr.
A.___
untersuchte den Beschwerdeführer am 7. März 2014 (Urk. 8/122/1).
Am
2
4.
März 2014
fand die Untersuchung bei
Dr.
Z.___
st
att
. Sie veranlasste überdies
eine
Zweiphasen-Skelettszinti
gra
phie
,
ein
CT des Thorax und MRI
der
LWS (mit unterer BWS und ISG) im
C.___
vom 2
8.
März 2014 (Urk. 8/118/70-
72). Die Gutachter berücksichtigten die geklagten Beschwerden wie auch das Verhalten des Beschwerdeführers (vgl. insbes. Urk. 9/118/54-55, Urk. 9/122/4-5, Urk. 9/122/10-12). Das Gutachten vom
8. März/5. April 2014
(Urk. 9/118-122) erweist sich
damit
für Beantwortung der ge
stellten Fragen – Ab
klärung von
somatischen und psychischen Beschwerden
des Be
schwerdeführers sowie deren Auswirkungen auf seine Arbeitsfähigkeit (E.
3
vorstehend) – als umfassend. Da
s internistisch-rheumatologisch
/psychiatrische Gutachten von Dr.
Z.___
und Prof. Dr.
A.___
vom
8. März/5. April 2014
(Urk. 9/118-122)
vermag hinsichtlich der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerde
führers zu überzeugen
.
Eine psychi
atrisch
ausgewiesene
Komorbidität
von erheb
licher Schwere, Intensität, Aus
prägung und Dauer
, welche für die Unzu
mut
barkeit einer willentlichen Ü
berwindung
der vom Beschwerdeführer geklagten, vom psychiatrischen Gutachter in psychischer Hinsicht jedoch als nicht erheblich eingestuften Schmerzsymptomatik (E. 4.2.3) spräche, wurde vom Gutachter ebenso explizit verneint, wie das Vorliegen einer relevanten
Schmerzverarbei
tungsstörung
(E. 4.2.3).
Aktuelle Arztberichte, denen objektiv fest
stellbare Gesichtspunkte zu ent
nehmen wären, welche im Rahmen der Begutachtung unerkannt geblieben sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_215/2012 vom 1
1.
Juli 2012 E. 7.4 mit weiteren Hinweisen), liegen keine vor. Die
Vorbringen
des Beschwerdeführers, wonach er sein aktuelles Arbeitspensum nur mit Mühe durchstehen könne und zu seinen Rippenbeschwerden noch psychische Pro
b
leme hinzugekommen seien (Urk. 1), vermögen kein
e Zweifel am internistisch-rheu
matologisch
/psychia
trische
n
Gutachten vom Dr.
Z.___
und Prof.
Dr.
A.___
zu begründen. Diese Beschwerden sind von
den
Gutachtern bereits
berücksichtigt worden.
Der psychiatrische Gutachter Prof.
Dr.
A.___
stellte keine Diagnosen mit Aus
wirkungen auf die Arbeits
fähigkeit.
Sodann fehlt es
–
wie im Jahr 2004 noch erhoben (E. 4.1)
–
an der Diagnose eines
myofascialen
Schmerzsyndroms. Dr.
Z.___
wies darauf hin, dass die Fraktur an der elften Rippe
–
anlässlich der Begutachtung durch die MEDAS
Y.___
als wahrscheinlich nicht vollständig durchgebaut
bezeichnet
–
in
zwischen verheilt sei und keine Pseudoarthrose zeige. Dass sich der Gesund
heitszustand des Beschwerdeführers seit der Begutachtung durch
Dr.
D.___
deutlich gebessert habe, ergebe sich auch aus dem Umstand, dass sich die Umfangmasse am linken
–
dominanten
–
Arm mittlerweile grösser als am rech
ten Arm seien. Offensichtlich setze der Beschwerdeführer seinen linken Arm seit längerer Zeit mehr ein als den rechten (
Urk.
9/118/67).
Mit den Gutach
tern
Dr.
Z.___
und Prof.
Dr.
A.___
ist
somit
davon auszuge
hen, dass der Beschwerdeführer spätestens im Zeitpunkt der Untersu
chung bei Dr.
Z.___
(24. März 2014) in seiner bis
herigen Tätigkeit als Serviceangestellter
wieder
zu 100 % arbeitsfähig war.
6
.
Der Einkommensvergleich der Beschwerdegegnerin ist nicht zu beanstanden
.
Bei diesem
Einkommens
vergleich
resultiert keine Erwerbseinbusse beziehungs
weise
ein
Invaliditätsgrad
von 0
%
(vgl. Urk. 2 S. 2), womit kein Anspruch auf eine Invalidenrente mehr besteht (E. 2.2)
.
7
.
7
.1
Der Beschwerdeführer kritisiert, dass seine Rente „übergangslos“ aufgeho
ben worden sei. Eine Erhöhung des Arbeitspensums sei ihm bis auf weiteres nicht möglich (Urk. 1 S. 1). Die Beschwerdegegnerin stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt, dass der Beschwerdeführer weiterhin teilerwerbstätig und somit im Erwerbsleben integriert gewesen sei. Im Sinne der Selbsteingliederung sollte es ihm möglich sein, sein Erwerbspensum über seine subjektive
Be
lastungslimite
hinaus, auf den Umfang auszudehnen, der objektiv als zumutbar beurteilt wor
den sei (Urk. 8 S. 2).
7.2
Die Beschwerdegegnerin führte mit dem Beschwerdeführer am 25. Juni 2012 ein Informationsgespräch durch, bei welchem ihm die Gesetzesänderung mit Schlussbestimmung des IVG vom 18. März 2011 erläutert und er auch auf all
fällige Eingliederungsmassnahmen hingewiesen wurde (Urk. 9/74/4). Innert angesetzter Frist beantragte der Beschwerdeführer keine
Wiedereingliederungs
massnahmen
. Mit
Einwand
begründung
vom 3. August 2012 (Urk. 9/84) gegen den Vorbescheid vom 25. Juni 2012 (Urk. 9/76) wies sein damaliger Rechts
ver
treter darauf hin, dass der Beschwerdeführer seit Jahren arbeite und einge
glie
dert sei (Urk. 9/84/2). Die Durchführung von Eingliederungs
mass
nahmen ist von der Beschwerdegegnerin auch nach den ergänzenden Abklärun
gen durch das inter
nistisch-rheu
matologisch
/psychiatrische Gutachten von Dr.
Z.___
und Prof.
Dr.
A.___
vom
8. März/5. April 2014
(Urk. 9/118-122) geprüft und ver
neint worden (Feststellungsblatt für den Beschlus
s vom 30. April, Urk. 9/124/4).
Gemäss Dr.
Z.___
und Prof. Dr.
A.___
sind keine Massnahmen zur be
ruf
lichen Eingliederung erforderlich (Urk. 9/118/66, Urk. 9/122/19). Der Beschwer
deführer
war nach dem
Unfall vom 20. November 2001
beim bisherigen Arbeit
geber
in einem 50%-Pensum als Serviceangestellter tätig (Urk. 9/59/3, Urk. 9/71/2-3). Er ist mithin nie ganz aus dem Erwerbsleben ausgeschieden. Gemäss seinen eigenen Angaben bedient der Beschwerdeführer die Gäste im Res
taurant, so lange es nötig sei (Urk. 9/122/12), was für die Möglichkeit der
Auf
stockung
des bisherigen Pensums spricht. Nach dem
Gesagten
be
stehen somit keine Anhaltspunkte dafür, wonach die Erwerbsfähigkeit mit Hilfe von Mass
nahmen zur Wiedereingliederung voraussichtlich verbessert werden könnte (Urteil des Bundesgerichts 8C_667/2013 vom 6. März 2014 E. 3.3.2).
Aus den
selben Gründen sind auch aufgrund des bereits vollendeten 5
5.
Altersjahr
des Beschwerdeführers keine beruflichen Massnahmen angezeigt.
Es ist vielmehr
mit der Beschwerdegegnerin davon auszugehen, dass der Beschwerde
führer durch Selbsteingliederung in der Lage ist, seine Arbeits
fähigkeit zu verwerten.
8
.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.
9
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Ausgangsgemäss sind die Gerichtskosten in der Höhe von
Fr.
600.--
dem unterliegenden Beschwerde
führer
aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
dem
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X.___
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
HurstHübscher