# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f594492b-c61a-5d24-813e-eebf4f9920ee
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-11-08
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Zivilkammern 08.11.2017 KES 2017 512
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_001_KES-2017-512_2017-11-08.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Kindes- und Erwachsenen-
schutzgericht

Cour suprême
du canton de Berne

Tribunal de la protection
de l'enfant et de l'adulte

Entscheid
KES 17 512

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 06
Fax +41 31 634 50 53
Obergericht-Zivil.Bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 8. November 2017

Besetzung Oberrichterin Grütter (Referentin), Oberrichter Hurni und Oberrich-
terin Apolloni Meier
Gerichtsschreiberin Weingart

Verfahrensbeteiligte A.________

Beschwerdeführer 1

B.________

Beschwerdeführer 2

C.________

Beschwerdeführer 3

D.________

Betroffener

gegen

Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Mittelland 
Süd, Tägermattstrasse 1, Postfach 1224, 3110 Münsingen

Vorinstanz

Gegenstand Ablehnung des Antrages auf Ernennung von B.________ zum 
Privatbeistand / Ernennung von E.________, Sozialdienst Mün-
singen, zur neuen Berufsbeiständin/Anpassung der Massnahme

Beschwerde gegen den Entscheid der Kindes- und Erwachsenen-
schutzbehörde (KESB) Mittelland Süd vom 6. Juli 2017 bzw. das 
Rektifikat vom 14. Juli 2017 (11054146/2012-4697)

2

Regeste:

Liegen innerfamiliäre Konflikte vor, ist es nicht angezeigt, ein Familienmitglied als private 
Beistandsperson einzusetzen (E. 36).

Erwägungen:

I.

1. D.________ (nachfolgend Betroffener), stand aufgrund einer geistigen Behinde-
rung (Trisomie 21) unter erstreckter elterlicher Sorge. Am 18. September 2006 
wurde er von der Vormundschaftsbehörde Thun unter Vormundschaft gestellt. Die 
Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Mittelland Süd änderte die Mass-
nahme am 26. Mai 2016 in eine Vertretungsbeistandschaft mit Einkommens- und 
Vermögensverwaltung gemäss Art. 394 Abs. 1 i.V.m. Art. 395 des Schweizerischen 
Zivilgesetzbuches (ZGB; SR 210). Seit 2006 amtete seine Schwester G.________ 
als Vormundin, später als Beiständin. 

2. Der Betroffene pflegt zu seiner Herkunftsfamilie, d.h. zu seiner Mutter, den drei 
Brüdern und seiner Schwester, ein enges Verhältnis. Ab 2006 wohnte er bei sei-
nem Bruder B.________, anschliessend ab 2008 bei Bruder C.________ mit Ta-
gesstruktur in der Wohn- und Beschäftigungsgruppe (WBG) Wichtrach der Stiftung 
Aarhus. Seit 2014 lebt er in der WBG Aarhus und besucht am Wochenende ab-
wechslungsweise seine Geschwister und die Mutter.

3. Am 30. Dezember 2016 meldete die Beiständin G.________ der Kindes- und Er-
wachsenenschutzbehörde KESB Mittelland Süd persönliche Differenzen mit ihrem 
Bruder B.________ und ihrer Mutter. B.________ habe ein Hausverbot gegenüber 
der Beiständin erlassen, welches später noch um ein Kontaktverbot erweitert wor-
den sei. Unter diesen Umständen könne sie ihrer Verantwortung als Beiständin 
nicht mehr ausreichend nachkommen, weshalb keine weiteren Besuche bei 
B.________ sowie der Mutter des Betroffenen, welche bei B.________ wohne, 
stattfinden könnten.

4. Die KESB eröffnete am 12. Januar 2017 ein Erwachsenenschutzverfahren und 
regelte vorsorglich den Kontakt zwischen dem Betroffenen und seinem Bruder 
B.________ und seiner Mutter. Weiter beauftragte die KESB den Sozialdienst 
Münsingen mit Sachverhaltsabklärungen. 

5. Am 20. Januar 2017 beantragten die Mutter des Betroffenen sowie die drei Brüder 
(A.________, B.________ und C.________) bei der KESB, es sei ein Mandatsträ-
gerwechsel vorzunehmen und als Beistand neu B.________ einzusetzen. 

6. Mit Schreiben vom 14. Juni 2017 lud die KESB die Familienangehörigen des Be-
troffenen zum Gespräch ein, wo ihnen Gelegenheit geboten werde, sich zur vorlie-
genden Situation sowie zur Frage der geeigneten Beistandsperson für D.________ 
zu äussern (vgl. Vorakten Band 3, Faszikel 8).

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7. Auf die auf den 28. Juni 2017 anberaumte Anhörung verzichteten die Brüder und 
die Mutter des Betroffenen. Die Schwester erklärte sich im Rahmen ihrer Anhörung 
mit der Niederlegung ihres Amtes als Beiständin einverstanden (vgl. Vorakten 
Band 3, Faszikel 8).

8. Mit Entscheid vom 6. Juli 2017 entliess die KESB die bisherige Beiständin per 
30. September 2017 aus dem Amt (Ziff. 1) und ernannte als neue Beiständin ab 
1. Oktober 2017 E.________ (Ziff. 3). Die bestehende Beistandschaft wurde um 
den Aufgabenbereich erweitert, auch das soziale Wohl des Betroffenen zu fördern 
und ihn bei allen dafür erforderlichen Vorkehrungen soweit nötig zu vertreten. Die 
Beistandsperson habe insbesondere das Besuchsrecht der Familienangehörigen 
zu regeln und die alltäglichen Betreuungshandlungen mit den Familienangehörigen 
zu koordinieren (Haare schneiden, Kleider einkaufen, Geburtstagsfest organisieren 
etc.) sowie bei Bedarf, d.h. bei Uneinigkeit der Familienangehörigen, darüber ab-
schliessend zu entscheiden (Ziff. 5).

9. Am 14. Juli 2017 berichtigte die KESB diesen Entscheid, wobei sie lediglich den 
Sachverhalt unter Ziff. 13 richtigstellte («B.________» anstelle von «D.________»). 
Das Dispositiv blieb unverändert. 

10. Gegen diesen Entscheid bzw. das Rektifikat erhoben die drei Brüder des Betroffe-
nen, A.________ (nachfolgend Beschwerdeführer 1) mit undatierter Eingabe 
(Postaufgabe am 14. August 2017; pag. 1 ff.), B.________ (nachfolgend Be-
schwerdeführer 2) mit Eingabe vom 8. August 2017 (Postaufgabe am 14. August 
2017; pag. 9 ff.) bzw. ergänzender Eingabe vom 14. August 2017 (Postaufgabe am 
16. August 2017; pag. 41) und C.________ (nachfolgend Beschwerdeführer 3) mit 
Eingabe vom 14. August 2017 (Postaufgabe am 15. August 2017; pag. 43 ff.) Be-
schwerde bei der Zivilabteilung des Obergerichts des Kantons Bern, Kindes- und 
Erwachsenenschutzgericht (KESGer). Alle drei Beschwerdeführer wenden sich im 
Wesentlichen gegen die Ernennung einer Berufsbeiständin, ersuchen um Aufhe-
bung des Entscheides der KESB vom 6. bzw. 14. Juli 2017 und um Einsetzung von 
B.________ als neuen Mandatsträger.

11. Mit Verfügung vom 18. August 2017 bestätigte der Instruktionsrichter i.V. den Ein-
gang der Beschwerden und stellte diese der KESB unter Ansetzung einer Frist zur 
Vernehmlassung zu. Die drei Verfahren wurden vereinigt und unter der Dossier-
nummer KES 17 512 weitergeführt (pag. 5 ff.).

12. In ihrer Vernehmlassung vom 20. September 2017 schloss die KESB auf Abwei-
sung der Beschwerde (pag. 53 ff.). 

13. Mit Verfügung vom 22. September 2017 wurde die Vernehmlassung zwecks Wah-
rung des rechtlichen Gehörs an die Beschwerdeführer weitergeleitet.

14. Am 18. Oktober 2017 (Postaufgabe 20. Oktober 2017) nahm der Beschwerdefüh-
rer 2 ausführlich Stellung zur Vernehmlassung der KESB (pag. 67 ff.).

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II.

15. Für die Beschwerde gegen den Kammerentscheid der KESB vom 8. September 
2016 ist das KESGer zuständig (Art. 450 Abs. 1 ZGB i.V.m. Art 65 des Gesetzes 
über den Kindes- und Erwachsenenschutz [KESG; BSG 213.316] und Art. 28 Abs. 
4 des Organisationsreglements des Obergerichts [OrR OG; BSG 162.11]). Das 
Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz richtet sich nach den Bestim-
mungen gemäss Art. 450 ff. ZGB. Subsidiär gelangt kantonales Verfahrensrecht, 
konkret Art. 65 ff. KESG, zur Anwendung (vgl. Art. 450f ZGB i.V.m. Art. 1 Abs. 1 
Bst. d KESG). Dieses verweist seinerseits in Art. 72 KESG subsidiär auf die Be-
stimmungen des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 
155.21).

16. Die Beschwerdeführer sind als Adressaten des angefochtenen Entscheides zur 
Beschwerde befugt (Art. 450 Abs. 2 Ziff. 1 und 3 ZGB).

17. Das Rektifikat vom 14. Juli 2017 enthält eine neue Rechtsmittelbelehrung. Die Be-
richtigung eines Entscheides löst zwar grundsätzlich eine neue Rechtsmittelfrist 
aus, aber nur in Bezug auf den abgeänderten Dispositivpunkt. Vorliegend wurde 
das Dispositiv nicht verändert. Die Rechtsmittelfrist lief somit innert 30 Tagen nach 
Zustellung des Entscheides vom 6. Juli 2017 ab. Da es sich bei den Beschwerde-
führern um Laien handelt, darf ihnen aus der falschen Rechtsmittelbelehrung aller-
dings kein Nachteil erwachsen (Urteil des Bundesgerichts [BGer] 1P.674/2000 vom 
6. März 2001 E. 5.b m.w.H.). Somit läuft die Rechtsmittelfrist vorliegend ab Zustel-
lung des Rektifikats vom 14. Juli 2017, welche aufgrund des Wochenendes frühes-
tes am 17. Juli 2017 erfolgen konnte. Die Beschwerden, welche am 14. bzw. 
15. August 2017 der Post übergeben wurden, erfolgten damit rechtzeitig innerhalb 
der 30-tägigen Frist.

18. Angefochten ist nur die Einsetzung der neuen Beiständin, nicht die Entlassung der 
bisherigen. Da eine Beistandschaft ohne Beistandsperson nicht geführt werden 
kann, bleibt die bisherige Beiständin bis zur rechtskräftigen Einsetzung eines neu-
en Mandatsträgers im Amt.

19. Die Anpassung der Massnahme (Ziff. 5) wurde einzig vom Beschwerdeführer 1 
angefochten. Damit auf eine Beschwerde eingetreten werden kann, muss diese ei-
nen Antrag und eine Begründung, die sich mit dem angefochtenen Entscheid aus-
einander setzt, enthalten. Der Beschwerdeführer teilt lediglich mit, er reiche gegen 
«die Anpassung des Massstabs von Frau E.________» Beschwerde ein. Er führt 
jedoch nicht aus, inwiefern er mit der Anpassung der Massnahmen nicht einver-
standen ist, womit die Rüge nicht rechtsgenügend begründet wurde. Das Gericht 
tritt deshalb auf diesen Antrag nicht ein.

20. In Bezug auf die Beschwerden betreffend die Einsetzung einer neuen Beistands-
person geben die weiteren Sachurteilsvoraussetzungen zu keinen Bemerkungen 
Anlass. Auf die diesbezüglich erhobenen Beschwerden ist einzutreten.

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21. Da sich keine besonderen fachspezifischen Fragen stellen, erfolgt die Beurteilung 
der vorliegenden Beschwerde durch drei hauptamtliche Richterinnen und Richter 
(Art. 45 Abs. 3 Bst. b des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der 
Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]).

III.

22. In sachverhaltlicher Hinsicht ist unbestritten, dass der Betroffene ein enges Ver-
hältnis zu seinen Geschwistern und zu seiner Mutter pflegt. Sämtliche Familienan-
gehörigen engagieren sich in hohem Mass für den Betroffenen und es liegt bei kei-
nem Familienmitglied eine akute Gefährdung des Betroffenen vor. Er ist in der 
WBG Aarhus Wichtrach gut aufgehoben und fühlt sich dort wohl. Weiter ist unbe-
stritten, dass innerfamiliäre Beziehungsprobleme zwischen der bisherigen Beistän-
din und dem Beschwerdeführer 2 seit vielen Jahren bestehen und dass eine Aus-
einandersetzung zwischen den Geschwistern in Bezug auf das Besuchs- bzw. Fe-
rienrecht des Betroffenen eskalierte. Dies führte dazu, dass keine Besuchsregelung 
getroffen werden konnte, welche zu gleichen Teilen von allen Familienmitgliedern 
akzeptiert werden konnte und die KESB ein Erwachsenenschutzverfahren einleiten 
und einen Abklärungsbericht in Auftrag geben musste. 

23. Der Abklärungsbericht des Sozialdienstes Münsingen, bei der KESB eingegangen 
am 18. Mai 2017, hält als Empfehlung fest, die bestehende und aktuell von 
G.________ geführte Beistandschaft sei an einen professionellen Mandatsträger 
zu übertragen. Die innerfamiliären Machtstrukturen könnten dadurch weitgehend 
ausgeglichen werden. Aufgrund der verschiedenen Einschätzungen sei es im Be-
reich des Besuchsrechts förderlich, zu allen involvierten Parteien eine identische 
Distanz zu schaffen. Von der Empfehlung eines privaten Mandatsträgers werde 
abgesehen, die Strukturen seien hierfür zu komplex. Die Übertragung des Manda-
tes an B.________, welche insbesondere im Schreiben vom 20. Januar 2017 der 
Familie an die KESB Mittelland Süd gefordert worden sei, werde als ungeeignet 
beurteilt. Diese Massnahme würde der Problemstellung nicht genügen. Zwar würde 
dies zu einer Veränderung der Machtstrukturen führen, nicht aber zu einer Auflö-
sung der Differenzen. In den Einzelgesprächen hätten alle Geschwister wie auch 
die Mutter mitgeteilt, dass der Einsatz eines professionellen Mandatsträgers durch-
aus klärend wirken könne und begrüsst werde. Hierbei sei ein erster gemeinsamer 
Nenner gefunden worden, auf welchem nun aufgebaut werden solle. Die Möglich-
keit, dass B.________ die Betreuung seines Bruders zukünftig wieder übernehmen 
könne, solle kontinuierlich geprüft und nach Möglichkeiten gefördert werden. Hierzu 
müssten die aktuellen Lebensumstände von B.________ langfristig in verschiede-
nen Bereichen verbessert werden. Er scheine auf dem richtigen Weg zu sein, ins-
besondere bei der Wohnsituation sowie bei der Tagesstruktur bestehe weiterhin 
Entwicklungsbedarf. Die vorliegende Erwerbslosigkeit von B.________ führe dazu, 
dass sich sein Leben zu grossen Teilen um D.________ drehe, was wiederum zu 
einem beidseitigen Abhängigkeitsverhältnis führe. Diese Themen gelte es bei einer 
Veränderung im Betreuungsbereich zu beachten und zu thematisieren (Vorakten 
Band 3, Faszikel 8). 

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24. Die KESB setzte entgegen dem Antrag der Brüder und der Mutter des Betroffenen 
dessen Bruder B.________ nicht als Beistand ein, weil dies zu keiner Entlastung 
der momentanen Situation, in welcher ein Familienkonflikt vorliege, führen würde. 
Dies liege nicht im Interesse des Betroffenen. Die KESB stützt sich vorwiegend auf 
den Abklärungsbericht ab. Aufgrund der vorliegenden Situation erachte es die 
KESB als zwingend, dass betreffend D.________ eine Berufsbeistandsperson für 
sämtliche Bereiche eingesetzt werde. Die Beziehung zwischen der bisherigen Bei-
ständin und B.________ sei so stark belastet, dass eine distanzierte und sachliche 
Kommunikation nicht mehr möglich erscheine. Es könne nicht ausgeschlossen 
werden, dass dieser Konflikt negative Auswirkungen auf das Befinden von 
D.________ habe. Auch könne die vorliegende Konfliktsituation nicht innerhalb der 
Familie gelöst werden. Die vorhandenen Machtstrukturen sowie das familiäre Be-
ziehungsnetz würden sich als zu komplex erweisen, weshalb von der Einsetzung 
einer Privatbeistandsperson abgesehen werden müsse. Eine Normalisierung und 
somit das Wohl von D.________ könne einzig mittels der Einsetzung einer Berufs-
beistandsperson sichergestellt werden (vgl. angefochtener Entscheid, E. 5).

25. Alle drei Beschwerdeführer wenden sich gegen die Ernennung einer Berufsbei-
ständin. Sie beantragen, B.________ als Mandatsträger einzusetzen. Gegen die 
Person von E.________ haben sie keine Einwände. 

26. Im Einzelnen bringen sie Folgendes vor:

26.1 Der Beschwerdeführer 1 führt aus, er habe sich nie für einen Berufsbeistand aus-
gesprochen sondern für einen privaten Beistand. Weiter hält er sinngemäss fest, 
die «komplexe» Situation bestehe schon seit fast 12 Jahren und habe die bisherige 
Beiständin nicht daran gehindert, das Amt wahrzunehmen, so dass keine Gründe 
ersichtlich seien, welche den Bruder B.________ daran hindern sollten. Er empfin-
de den Entscheid der KESB, dem Familienwillen nicht zu entsprechen, als domi-
nant und respektlos (pag. 1).

26.2 Der Beschwerdeführer 2 nimmt in seiner Beschwerde ausführlich Stellung. Er 
wünscht, selber als Beistand eingesetzt zu werden. Er habe sich ab 1992 um sei-
nen Bruder gekümmert, ab 2002 habe dieser bei ihm gewohnt. Die Betreuung von 
D.________ sei die erste wirklich erfüllende und sehr befriedigende Arbeit für ihn 
gewesen und er habe sich dazu entschlossen, die Verantwortung für D.________ 
bis zu dessen natürlichem Versterben zu übernehmen (pag. 37). Die Vormund-
schaftsbehörde habe es aber im Jahr 2006 abgelehnt, ihn als Vormund einzuset-
zen, was die nachfolgenden Probleme erst ausgelöst habe. Die stattdessen einge-
setzte Schwester habe sich nicht an die zuvor gegenseitig vereinbarten Bedingun-
gen gehalten. Sie habe für ihr eigenes Wohl gesorgt, nicht für dasjenige des Betrof-
fenen. Insbesondere rund um den Arbeitsvertrag zur Betreuung von D.________ 
habe sie nicht korrekt gehandelt. Schliesslich habe sie dem Betroffenen nicht mehr 
erlaubt, zu B.________ zurückzukehren, sondern habe ihn platziert. Dies habe ihn 
– den Beschwerdeführer 2 – persönlich und finanziell hart getroffen. Er sei seiner 
Verantwortung, Aufgabe, familiären Beziehung und seines Verdienstes beraubt 
worden, traumatisiert gewesen und schwer depressiv geworden, am Abgrund sei-
nes Lebens angelangt und habe weder Arbeit suchen noch einen Verdienst erzie-

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len können (pag. 13). Nach einer Familiensitzung im Jahr 2014 sei die Situation 
schwieriger geworden. So habe die Schwester und Beiständin seine Wünsche be-
züglich Ferienwochen und Feiertagen mit dem Betroffenen nicht berücksichtigt. Die 
beigezogene KESB habe vollkommen falsch reagiert (pag. 15). Er könne sich als 
wirklich fähiger Beistand für seinen Bruder D.________ ausweisen, da er ihn nicht 
nur sehr gut kenne und seinen Bedürfnissen gerecht werden könne, sondern ähn-
lich gelagerte Interessen habe, ihn in verschiedenen Belangen gut ergänze, und 
ihn immer zu seinen Gunsten vertreten werde, sogar wenn er deswegen kürzer tre-
ten müsse oder eine Behörde sein vertretbares Wohl nicht anerkenne (pag. 19). Er 
hätte seinen Bruder gern weiterhin selber gepflegt. Solange D.________ in der jet-
zigen Institution wohl sei und er dort weiterhin bleiben wolle und könne, unterstütze 
er ihn aber mit allen Kräften (pag. 21). Der Beschwerdeführer kritisiert sodann ein-
gehend das Handeln der Beiständin und der KESB während der letzten Jahre. So 
sei insbesondere der Abklärungsbericht zu Gunsten der Beiständin und den Ab-
sichten der KESB und zu Ungunsten seiner beantragten Beistandschaft angewen-
det worden (pag. 29).

27. Der Beschwerdeführer 3 erklärt sinngemäss, das Besuchsrecht des Betroffenen bei 
seinen Geschwistern könne einvernehmlich geregelt werden. Es bestehe keine Ge-
fährdung. Die Auseinandersetzung mit der Schwester sei kein Grund, nicht den 
Bruder B.________ als Beistand einzusetzen. Den Anhörungstermin habe er abge-
sagt, weil er (irrtümlich) davon ausgegangen sei, dass die Frage Proma/Prima 
schon entschieden und deshalb kein Thema mehr gewesen sei. Er befürchte, dass 
eine professionelle Beiständin zu wenig Zeit habe, um den Anliegen des Klienten 
unter Einbezug der Familie gerecht zu werden. Er wünsche, als Geschwister mit-
einbezogen zu werden in Mithilfe und Entscheidungen, welche den Betroffenen an-
belangen (pag. 43 ff.).

28. In ihrer Vernehmlassung vom 20. September 2017 äusserte die KESB ergänzend 
Zweifel an der Eignung des Beschwerdeführers 2. Er nehme innerhalb der Familie 
eine zentrale Rolle ein und sei in die bestehenden familieninternen Konflikte stark 
involviert. Dass sich diese durch seine Ernennung als Beistand auflösen würden, 
erscheine höchst unwahrscheinlich. Den Akten sei überdies zu entnehmen, dass in 
der Vergangenheit verschiedene Handlungen und Interventionen des Beschwerde-
führers 2 zu Problemen mit den Betreuungseinrichtungen von D.________ geführt 
hätten. Dabei verweist die KESB auf die Aktennotiz vom 22. Juni 2005 der Direkti-
on für Soziales, Frau H.________, wonach die frühere Betreuungseinrichtung den 
Betreuungsplatz für den Betroffenen aufgrund der schwierigen Zusammenarbeit mit 
dem Beschwerdeführer 2 gekündigt habe sowie auf Ziff. 4.3 des Abklärungsbe-
richts, Situationseinschätzung durch Mitarbeitende der WBG Aarhus, wo ebenfalls 
auf die Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit mit dem Beschwerdeführer 2 hin-
gewiesen werde.

29. In seiner Stellungnahme vom 18. Oktober 2017 wiederholt der Beschwerdeführer 2 
weitestgehend das bereits in der Beschwerde Ausgeführte und bemängelt im We-
sentlichen die Feststellung des Sachverhalts durch die Vorinstanz. Zusätzlich be-
anstandet er die Erstellung des Abschlussberichts durch den Sozialarbeiter 

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F.________. Dessen Ausbildung alleine reiche nicht aus, vielmehr seien ausrei-
chende Erfahrung und Reife vorausgesetzt. Der Bericht enthalte falsche Interpreta-
tionen und Auslegungen der gemachten Mitteilungen der Befragten und es würden 
falsche Schlüsse und Folgerungen gezogen, welche die Familie nicht akzeptieren 
könne (pag. 69). Er habe von allen Personen der Familie unter der verweigerten 
Einsetzung als Beistand am meisten gelitten, was nebst dem Wohl des Bruders 
und der Kernfamilie mitunter der Grund seiner Beanstandungen und Beschwerden 
sei. Er wünsche sich nach wie vor, dass durch den Entscheid des Obergerichts un-
ter anderem seine damit verbundenen Leiden und Depressionen seit dieser Ableh-
nung seiner Beistandschaft durch die Vormundschaftsbehörde vor 11 Jahren und 
der folgenden sehr beschwerlichen Beistandschaft der Schwester ein Ende neh-
men und er aufgrund dieser Rehabilitierung endlich wieder aufatmen, genesen und 
wieder wie zuvor arbeiten und sich am Leben erfreuen könne (pag. 70).

IV.

30. Die Beschwerdeführenden 2 und 3 machen in ihren Beschwerden sinngemäss gel-
tend, ihr Anspruch auf rechtliches Gehör sei verletzt worden, da die Vorinstanz die 
Angehörigen des Betroffenen nicht im erforderlichen Umfang angehört habe. Zwar 
sei eine Einladung zur Anhörung eingegangen, welcher jedoch keine Folge geleis-
tet wurde, da die Angelegenheit zu diesem Zeitpunkt bereits beschlossen gewesen 
sei.

30.1 Die KESB führt diesbezüglich aus, den Angehörigen sei gerade durch eine persön-
liche Anhörung die Möglichkeit belassen worden, ihre Sichtweise unmittelbar der 
Vorinstanz darzulegen und diese Schilderungen in die Meinungsbildung der KESB 
einfliessen zu lassen (Vernehmlassung, pag. 55).

30.2 Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 der Schweizerischen 
Bundesverfassung [BV; SR 101]) folgt das Recht eines jeden, sich vor Erlass eines 
in seine Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu äussern, und das 
Recht auf Abnahme der rechtzeitig und formrichtig angebotenen rechtserheblichen 
Beweismittel (Art. 21 Abs. 1 VRPG; vgl. auch BGE 5A_337/2014 vom 17. Novem-
ber 2014).

30.3 Die Beschwerdeführenden hätten an der Anhörung vom 28. Juni 2017 Gelegenheit 
gehabt, sich zur Sache zu äussern. Da sie nicht daran teilnahmen – aus welchen 
Gründen auch immer – haben sie ihre Möglichkeit zur Wahrnehmung des rechtli-
chen Gehörs verwirkt. Es wäre ihre Sache gewesen, sich so zu organisieren, dass 
ihre Anliegen an dem zwecks Gewährung des rechtlichen Gehörs angesetzten 
Termin eingebracht werden. Die KESB hat somit das rechtliche Gehör der Be-
schwerdeführenden nicht verletzt.

31. Weiter ist zu prüfen, ob die KESB bei ihrem Entscheid auf den Abklärungsbericht 
des Sozialdienstes Münsingen, verfasst durch Sozialarbeiter F.________, abstellen 
durfte.

31.1 Gemäss Art. 446 Abs. 2 ZGB zieht die KESB die erforderlichen Erkundigungen ein 
und erhebt die notwendigen Beweise. Sie kann eine geeignete Person oder Stelle 

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mit den Abklärungen beauftragen. Gemäss Art. 22 KESG arbeiten die KESB mit 
den Sozial- und Abklärungsdiensten sowie den Berufsbeistandschaften zusammen. 
Die kommunalen Dienste sind auf Anordnung der KESB verpflichtet, Sachverhalts-
abklärungen gemäss Art. 446 Abs. 2 ZGB vorzunehmen. Zwar ist letztlich die 
KESB für die Feststellung des Sachverhalts verantwortlich, doch würde die Delega-
tionsmöglichkeit keinen Sinn machen, wenn die KESB trotzdem einen wesentlichen 
Teil der Abklärungen selber durchführen müsste. Das Ergebnis der Sachverhalts-
abklärungen muss sodann nachvollziehbar und schlüssig begründet sein. Wesent-
lich ist auch, dass das Vorgehen offen gelegt wird. Die KESB muss die ihr zugetra-
genen Abklärungsergebnisse mit der gebotenen Verantwortung kritisch würdigen 
und hinterfragen (AUER/MARTI, in: Basler Kommentar zum schweizerischen Zivilge-
setzbuch, 5. Aufl. 2014, N. 30 zu Art. 446 ZGB). Aus dem Umstand, dass die KESB 
Abklärungsergebnisse für ihren Entscheid übernimmt, kann jedoch nicht geschlos-
sen werden, sie hätte diese nicht kritisch gewürdigt. Vielmehr dürften in den meis-
ten Fällen die Ergebnisse von Abklärungen durch Fachpersonen einer kritischen 
Würdigung standhalten. 

31.2 Der Abklärungsbericht von F.________ ist sorgfältig erarbeitet, systematisch auf-
gebaut und kommt im Gegensatz zur Ansicht der Beschwerdeführer zu Schlüssen, 
die ohne weiteres nachvollziehbar sind. Die differenzierten Ausführungen im Ab-
klärungsbericht ergeben das Bild von Familienangehörigen, die ihren Sohn bzw. 
Bruder hingebungsvoll betreuen und unterstützen. Die im Abklärungsbericht ge-
machte Feststellung, dass innerfamiliäre Konflikte bestehen und sich diese negativ 
auf das Wohl des Betroffenen auswirken und auch in Zukunft auswirken könnten, 
stützt sich nicht nur auf die Wahrnehmungen des abklärenden Sozialarbeiters 
selbst, sondern vielmehr auch auf die Situationseinschätzungen durch Drittperso-
nen. Die Ausführungen in den Beschwerdeschriften widerspiegeln diese Erkennt-
nisse in grossen Teilen, so dass der Abklärende zu Recht von komplexen Struktu-
ren ausgegangen ist. Die Ausführungen des Abklärenden sind sodann schlüssig 
und enthalten keinerlei Widersprüche. Schliesslich ist der Abklärende als Sozialar-
beiter durchaus in der Lage, einen Abklärungsbericht wie den vorliegenden zu ver-
fassen. Von einer mangelhaften Sachverhaltsabklärung kann vorliegend keine Re-
de sein. Die KESB hat sich bei der Beurteilung des Sachverhalts daher zu Recht 
auf den Abklärungsbericht des Sozialdienstes Münsingen gestützt.

32. Weiter ist zu prüfen, ob die KESB zu Recht eine neutrale und professionelle Man-
datsperson mit der Führung der Beistandschaft beauftragt hat.

33. Die Vertretungsbeistandschaft bezweckt, eine hilfsbedürftige Person bei der Erledi-
gung bestimmter Angelegenheiten, die sie selbst nicht oder nicht zweckmässig er-
ledigen kann, zu vertreten. Die Anordnung einer Erwachsenenschutzmassnahme 
setzt weder ein Verschulden von Familienangehörigen des Betroffenen voraus, 
noch ist sie eine Sanktion, sondern hat als einziges Ziel, trotz einer Gefährdungsla-
ge das Wohl der verbeiständeten Person zu bewahren oder wiederherzustellen. 
Mithin ordnen die Erwachsenenschutzbehörden solche Massnahmen nicht an, um 
den Familienangehörigen zu schaden, sondern um der verbeiständeten Person zu 
helfen. Es soll Hilfe geleistet und die Bereitschaft der Betroffenen zu freiwilliger Zu-

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sammenarbeit gefördert werden (vgl. analog zu den Kindesschutzmassnahmen 
BREITSCHMID, in: Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch, 5. Aufl. 2014, N. 4 ff. zu 
Art. 307 ZGB). Dass die Familienangehörigen dies manchmal subjektiv anders 
wahrnehmen, ändert daran nichts.

34. Nahestehende Personen sind grundsätzlich berechtigt, der Erwachsenenschutzbe-
hörde mögliche Beistandspersonen vorzuschlagen. Diese Vorschläge werden so-
weit tunlich berücksichtigt (Art. 401 Abs. 2 ZGB). Wünschen in Bezug auf die Bei-
standsperson kann jedoch nur dann entsprochen werden, wenn die vorgeschlage-
ne Person für die Beistandschaft geeignet und zu deren Übernahme bereit ist 
(Art. 401 Abs. 1 ZGB). In konfliktbeladenen Familiensituationen sind Beistandschaf-
ten grundsätzlich nicht einem Privatbeistand zu übertragen (REUSSER, in: Basler 
Kommentar Zivilgesetzbuch, 5. Aufl. 2014, N. 17 zu Art. 400 ZGB). 

35. Errichtet die Erwachsenenschutzbehörde eine Beistandschaft, so hat sie von Am-
tes wegen eine natürliche Person als Beiständin zu ernennen. Diese muss neben 
der zeitlichen Disponibilität und der persönlichen Auftragserfüllung für die vorgese-
henen Aufgaben eine persönliche und fachliche Eignung mitbringen (Art. 400 
Abs. 1 ZGB). Damit ist eine umfassende Eignung im Sinne von Sozial-, Selbst- und 
Fachkompetenz gemeint. Das Gesetz umschreibt nicht im Einzelnen, was unter 
«geeignet» zu verstehen ist. Folglich steht der Erwachsenenschutzbehörde bei der 
Konkretisierung ein grosser Ermessensspielraum zu. Dabei ist massgebend, was 
im Einzelfall den Interessen und dem Wohl der betroffenen Person dient (REUSSER, 
a.a.O., N. 10 f. zu Art. 400 ZGB). Die Erwachsenenschutzbehörde darf keine unge-
eignete Person mit dem Mandat beauftragen, selbst wenn diese von der betroffe-
nen Person bezeichnet (Art. 401 Abs. 1 und 3 ZGB) oder von Angehörigen oder 
anderen nahestehenden Personen (Art. 401 Abs. 2 ZGB) gewünscht wird (Bot-
schaft vom 28. Juni 2006 zur Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches 
[Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kindesrecht] BBl 2006 7050 f.). Die Er-
wachsenenschutzbehörde hat alles Zumutbare vorzukehren, um eine möglichst gut 
geeignete Person zu finden. Das gilt sowohl bei der ursprünglichen Ernennung ei-
nes Beistands als auch bei einem allfälligen Beistandswechsel (vgl. REUSSER, 
a.a.O., N 12 f. zu Art. 400 ZGB vgl. zum Ganzen auch HÄFELI, Private Mandatsträ-
ger (Prima) und Angehörige als Beistand, ZKE 2015 S. 198 ff.).

36. Aufgrund der zwischen der Schwester und dem Beschwerdeführer 2 andauernden 
innerfamiliären Konflikte ist die Familiensituation vorliegend komplex. Dies ergibt 
sich nicht nur aus dem Abklärungsbericht sondern insbesondere auch aus den 
Ausführungen des Beschwerdeführers 1, wonach sich der Konflikt bereits über fast 
12 Jahre hinzieht bzw. des Beschwerdeführers 2, wonach die Situation durch den 
Entscheid der Vormundschaftsbehörde im Jahr 2006 überhaupt erst ausgelöst 
worden sei. Den Geschwistern ist es nicht gelungen, während all dieser Jahre ihre 
innerfamiliären Konflikte zu bewältigen. Im Gegenteil hat sich die Problematik mit 
den Jahren sogar noch verstärkt, bis es soweit gekommen ist, dass der Beschwer-
deführer 2 gegenüber seiner Schwester ein Kontaktverbot erteilt hat. In einer sol-
chen innerfamiliären Situation ist es nicht angezeigt, eine private Mandatsperson 
einzusetzen. Die KESB folgte in diesem Punkt zurecht dem Abklärungsbericht, 

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welcher diesbezüglich festhält, dass die Umverteilung des Beistandsmandats auf 
den Beschwerdeführer 2 zwar zu einer Veränderung der Machtstrukturen innerhalb 
der Familie führen würde, nicht aber zu einer Auflösung der Differenzen. Im vorlie-
genden Fall, in welchem zwei Geschwister des Betroffenen miteinander zerstritten 
sind, macht es nur wenig Sinn, die Beistandschaft von einem Geschwister auf das 
andere umzuteilen. Damit werden bloss die Vorzeichen geändert, nicht aber das 
Problem zwischen den Geschwistern mit Auswirkungen auf das Wohl des Betroffe-
nen gelöst. Der dem Beschwerdeführer nahestehende Bruder B.________ ist nach 
dem Gesagten somit von Vornherein nicht geeignet, die Beistandschaft zu über-
nehmen.

37. Hinzu kommt, dass das Beistandsmandat bei einer geistig behinderten Person we-
gen der umfassenden Bedürftigkeit erhöhte Ansprüche an die Kompetenzen der 
Beistandsperson setzt. Diese sind bei einer beruflichen Beistandschaft Teil des An-
forderungsprofils und können vorausgesetzt werden. Es ist indessen zu bezweifeln, 
dass der Beschwerdeführer 2 derart umfassende Kompetenzen hierfür aufweist. 
Dies aus folgenden Gründen:

37.1 In den Akten findet sich kein Hinweis darauf, wovon der Beschwerdeführer 2 aktuell 
seinen Lebensunterhalt bestreitet. Dem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
vom 30. November 2016 (vgl. Vorakten Band 2) kann entnommen werden, dass 
der Beschwerdeführer 2 ohne Erwerb und Vermögen ist, hingegen rund 
CHF 18‘000.00 Schulden hat. Gemäss eigenen Aussagen in der Beschwerde 
konnte er, als sein Vater noch lebte, seinen Lebensunterhalt mit dessen Betreuung 
und Pflege bestreiten. Seit dem Versterben des Vaters sei es ihm nicht mehr mög-
lich, einen Verdienst zu erzielen (vgl. Beschwerde, pag. 13). Die finanzielle Lage 
des Beschwerdeführers 2 ist somit aktuell prekär und dem Begehren, die Betreu-
ung seines Bruders übernehmen zu dürfen, kommt auch ein wirtschaftlicher Aspekt 
zu. Die Differenzen rund um den Arbeitsvertrag zur Betreuung von D.________ 
und der Wegfall dieser Verdienstmöglichkeit bewegen ihn immer noch, wie aus 
seiner Beschwerde unschwer hervorgeht. Die Aussagen des Beschwerdeführers 2 
lassen unweigerlich die Gefahr der Versuchung aufscheinen, mittels der Betreuung 
des Bruders zu einem Einkommen zu gelangen. Die mit der Mandatsführung ver-
bundenen (finanziellen) Eigeninteressen könnten jedoch die objektive Sicht auf das 
Wohl des Betroffenen beeinträchtigen, was gegen die Eignung des Beschwerde-
führers 2 als Beistandsperson spricht.

37.2 Der Beschwerdeführer 2 stellt die Betreuung seines Bruders ins Zentrum seines 
Lebens (vgl. Abklärungsbericht Ziff. 3.3). Weil ihm diese Aufgabe im Leben Sinn 
gibt, hat er daran aber nicht nur ein finanzielles, sondern auch ein ideelles Eigenin-
teresse (vgl. Vorakten, bspw. Beschluss der Vormundschaftskommission Stadt 
Thun vom 14. Juli 2008; Abklärungsbericht Ziff. 4.3, Einschätzung Aarhus). So hält 
der Abklärungsbericht fest, die «[Betreuung von] D.________ sei für ihn sinnstif-
tend gewesen, Familie, Verdienstmöglichkeit und Aufgabe zugleich» (vgl. Ab-
klärungsbericht Ziff. 4.3). Auch der Beschwerdeführer 2 hält selber wiederholt fest, 
dass er durch das Vorgehen der Vormundschaftsbehörde seiner Verantwortung, 
Aufgabe, familiärer Beziehung und Verdienstes beraubt worden sei, was ihn trau-
matisierte und schwer depressiv gemacht habe (pag. 13, 19, 70).

12

Die Einsetzung eines Beistands hat stets zum Wohl der verbeiständeten Person zu 
geschehen. Das Interesse der betreuten Person bildet die oberste Richtschnur und 
geht allen anderen privaten und öffentlichen Interessen vor. Die Übertragung einer 
Beistandschaft kann folglich nicht dazu dienen, den Mandatsträger von einer 
Krankheit zu heilen und/oder ihm den Sinn des Lebens zurückzugeben, wie es sich 
der Beschwerdeführer 2 seinen Ausführungen zufolge ausdrücklich wünscht. 

Der Abklärungsbericht hält fest, aus der Sicht der WBG Aarhus bestehe die grosse 
Angst, dass B.________ seinen Bruder D.________ aus der WBG herausnehmen 
und zu sich nehmen würde, sobald die Beistandschaft an ihn übertragen werde, 
was das Wohl des Betroffenen beeinträchtigen könnte (vgl. Abklärungsbericht 
Ziff. 4.3, Einschätzung Aarhus). Auch wenn der Beschwerdeführer 2 seinerseits 
ausführt, er werde seinen Bruder D.________ in der Einrichtung der WBG Arhus 
lassen, solange er sich dort wohl fühle, so wird die Gefahr einer Umplatzierung 
durch die vom Beschwerdeführer 2 verfolgten Eigeninteressen zumindest verstärkt. 
Darüber hinaus gibt es Rückmeldungen von Institutionen, wonach die Zusammena-
rbeit mit B.________ schwierig sei (bis hin zur Kündigung des Betreuungsplatzes). 
Es steht zu befürchten, dass der Beschwerdeführer 2 als Beistand in Versuchung 
käme, die Verträge zu kündigen, wenn er mit der Institution in Streit gerät. Ein Ver-
lust des Platzes in der WBG Aarhus würde jedenfalls jetzt und vielleicht auch 
später nicht dem Wohl des Betroffenen entsprechen. Somit sprechen auch die mit 
der Mandatsführung verbundenen ideellen Eigeninteressen des Beschwerdefüh-
rers 2 gegen seine Eignung als Beistandsperson.

37.3 Der Beschwerdeführer 2 ist Behörden und Amtsträgern gegenüber grundsätzlich 
misstrauisch. Diesbezüglich führte der Beschwerdeführer 3 aus, es sei nicht aus 
der Luft gegriffen, dass sein Bruder B.________ Probleme mit Autoritäten habe 
(Abklärungsbericht Ziff. 4.3). Im Umgang mit der Vormundschaftsbehörde und der 
KESB verhielt sich der Beschwerdeführer 2 in der Vergangenheit sehr aufwändig 
(vgl. die vielen Aktennotizen in den KESB-Akten, etwa in Band 2 Faszikel 6, Band 3 
Faszikel 8, Band 4 Faszikel 8 etc.). Seine Eingaben und Telefonate sind häufig 
ausufernd, unstrukturiert, detailversessen, redundant und zum Teil schwer ver-
ständlich. Es gelingt dem Beschwerdeführer 2 nicht, das ihm wichtig Erscheinende 
klar, in angemessener Länge und deutlich darzulegen. Es ist festzustellen, dass 
der Beschwerdeführer 2 schwerlich in der Lage wäre, einen konzisen, informativen 
Beistandschaftsbericht zu verfassen. Dies ist ein Defizit, welches ihn bei der Amts-
ausübung behindern dürfte. Offenbar ist er z.T. auch unzuverlässig (vgl. Ab-
klärungsbericht, Ziff. 4.3, Rückmeldung Aarhus). Es ist zudem fraglich, ob der Be-
schwerdeführer 2 den mit dem Amt verbundenen Abrechnungspflichten gerecht 
werden könnte. Auch hier besteht die Gefahr von Mängeln und von Dissonanzen, 
weshalb dem Beschwerdeführer 2 die Eignung zur Ausübung des Beistandsman-
dats abzusprechen ist.

37.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die persönliche Verquickung des Be-
schwerdeführers 2 mit der konfliktiven Familiensituation einerseits, und seine per-
sönliche Ausgangslage (finanzielle und ideelle Eigeninteressen, Defizite in kommu-
nikativen Belangen, Neigung zu Konflikten mit Institutionen) andererseits, gegen 
seine Einsetzung als Beistand sprechen. Zur Zusammenarbeit mit der KESB – wel-

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che für einen Mandatsträger unabdingbar ist – wäre er mit an Sicherheit grenzen-
der Wahrscheinlichkeit nicht fähig. 

38. Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz eine neutrale 
und professionelle Mandatsperson mit der Führung der Beistandschaft beauftragt 
hat. Der Antrag der Beschwerdeführer, den Bruder des Betroffenen als dessen 
Beistand zu ernennen, ist somit abzuweisen.

39. Dass die Beistandschaft nicht einem Familienmitglied anvertraut wird, bedeutet 
nicht, dass die Familie nicht in die Verantwortung für den Betroffenen eingebunden 
bleibt. Anders als dies die Beschwerdeführer offensichtlich empfinden, wird ihnen 
als Geschwister des Betroffenen kein Vorwurf gemacht und soll mit der Einsetzung 
einer Berufsbeiständin nicht in ihre Privatsphäre eingegriffen werden. Ihre Verant-
wortung als Familienmitglieder bleibt vollumfänglich bestehen. Die Beiständin wird 
im Wissen darum, dass seine Familie für den Betroffenen die wichtigste und (viel-
leicht einzige) bleibende Ressource darstellt, der Familie soviel Verantwortung 
überlassen, wie nur möglich ist und sie in die Entscheidfindung miteinbeziehen. 
Wenn sich die Familienmitglieder allerdings nicht einigen, muss sie autoritativ im 
Interesse des Betroffenen entscheiden.

V.

40. Entsprechend dem Verfahrensausgang haben die Beschwerdeführer die Verfah-
renskosten, gerichtlich bestimmt auf CHF 900.00 (Art. 46 Abs. 2 i.V.m. Art. 51 des 
Verfahrenskostendekrets [VKD; BSG 161.12]), je zu einem Drittel, ausmachend 
CHF 300.00, zu tragen. Den Beschwerdeführern wird je eine separate Rechnung 
zugestellt werden. 

41. Es wird keine Parteientschädigung gesprochen (Art. 108 Abs. 3 VRPG für die Be-
schwerdeführerenden resp. Art. 104 Abs. 3 VRPG für die Vorinstanz).

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Das Gericht entscheidet:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2. Die Gerichtskosten, ausmachend CHF 900.00, werden zu je einem Drittel, ausma-
chend CHF 300.00, den Beschwerdeführern auferlegt. Sie erhalten je eine separate 
Rechnung zugestellt.

3. Es wird keine Parteientschädigung gesprochen.

4. Zu eröffnen:
- den Beschwerdeführern
- der Vorinstanz
- dem Betroffenen

Mitzuteilen:
- G.________
- E.________
- dem Kantonalen Jugendamt, Gerechtigkeitsgasse 81, 3011 Bern 

Bern, 8. November 2017
(Ausfertigung: 9. November 2017)

Im Namen des Kindes- und 
Erwachsenenschutzgerichts

Die Referentin:

Oberrichterin Grütter
i.V. Oberrichter Hurni

Die Gerichtsschreiberin:

Weingart

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Zivilsachen gemäss Art. 39 ff., 72 ff. und 90 ff. des Bundesgerichtsgesetzes 
(BGG; SR173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.

Hinweis: Dieser Entscheid ist rechtskräftig.