# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ac9cffe5-825a-53f0-a08b-9fd56a54a1d5
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-05-07
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 07.05.2021 SB190319
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB190319_2021-05-07.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer   
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB190319-O/U/ad 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, Oberrichterin lic. iur. Bertschi 

und Ersatzoberrichter lic. iur. Vesely sowie Gerichtsschreiberin 

lic. iur. Kümin Grell 

 

Urteil vom 7. Mai 2021 

 

in Sachen 

 

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich,  
vertreten durch Staatsanwältin lic. iur. Kasper,  

Anklägerin und Erstberufungsklägerin 

 

sowie 

 

A._____,   
Privatkläger 

 

gegen 

 

B._____,  
Beschuldigter und Zweitberufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,  

 

betreffend versuchte vorsätzliche Tötung etc. 
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Uster, Strafgericht, vom 
18. April 2019 (DG180025) 
  

- 2 - 

 
Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 

19. November 2018 (Urk. D1/32) ist diesem Urteil beigeheftet. 

 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 134 S. 64 ff.): 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte, B._____, ist schuldig  

­ der versuchten vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in 

Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB; 

­ des mehrfachen Fahrens in fahrunfähigem Zustand im Sinne von 

Art. 91 Abs. 2 lit. a SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 2 SVG und 

Art. 2 Abs. 1 VRV; 

­ der Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit 

im Sinne von Art. 91a Abs. 1 SVG; 

­ des pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall im Sinne von Art. 92 Abs. 1 

SVG in Verbindung mit Art. 51 Abs. 3 SVG 

­ des mehrfachen Entwendens eines Fahrzeugs zum Gebrauch im Sinne 

von Art. 94 Abs. 1 lit. a SVG; 

­ des mehrfachen Fahrens ohne Berechtigung im Sinne von Art. 95 

Abs. 1 lit. a SVG. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 3 Jahren und 6 Monaten Freiheitsstrafe 

(wovon bis und mit heute 502 Tage durch Haft erstanden sind) sowie einer 

Busse von Fr. 500.–.  

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht aufgeschoben. Die Busse ist zu 

bezahlen. 

- 3 - 

4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle 

eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen.  

5. Es wird eine ambulante, vollzugsbegleitende Behandlung des Beschuldigten 

im Sinne von Art. 63 StGB (Behandlung psychischer Störungen und 

Suchtbehandlung) angeordnet. 

6. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 

16. November 2018 beschlagnahmte Ausbeinmesser, Klingenlänge 16 cm 

(A011'009'704) wird eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung  

überlassen.  

7. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 

16. November 2018 beschlagnahmten Kleider (1 Jacke, 1 Pullover, 1 

Boxershorts, 1 Paar Socken, 1 Jeans, 1 Hosengürtel, 1 Paar Schuhe 

[A011'009'760]) werden dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft auf 

erstes Verlangen herausgeben.  

Sollte innerhalb von 60 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft dieses 

Entscheids die Herausgabe nicht verlangt werden, so bleiben die Kleider 

dem Forensischen Institut Zürich zur gutscheinenden Verwendung 

überlassen. 

8. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 

16. November 2018 beschlagnahmten Kleider (1 Paar Jeans mit Gurt, 

1 Paar Schuhe, 1 Jacke, 1 Hemd [A011'009'759]) werden dem Privatkläger 

nach Eintritt der Rechtskraft auf erstes Verlangen herausgeben.  

Sollte innerhalb von 60 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft dieses 

Entscheids die Herausgabe nicht verlangt werden, so bleiben die Kleider 

dem Forensischen Institut Zürich zur gutscheinenden Verwendung 

überlassen. 

9. Folgende mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 

16. November 2018 beschlagnahmten Gegenstände 

- 4 - 

­ Kochmesser, Klingenlänge 20 cm (A011'009'715) 

­ Haushaltartikel (A011'009'748) 

werden C._____ zuhanden des K._____ [Kulturverein] nach Eintritt der 

Rechtskraft auf erstes Verlangen herausgeben.  

Sollte innerhalb von 60 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft dieses 

Entscheids die Herausgabe nicht verlangt werden, so bleiben die 

Gegenstände dem Forensischen Institut Zürich zur gutscheinenden 

Verwendung überlassen. 

10. Der Privatkläger wird mit seiner Zivilklage auf den Weg des Zivilprozesses 

verwiesen. 

11. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'000.–.  

12. Die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 22'795.34 Auslagen Gutachten 
Fr. 50.– Kosten Zeugenentschädigung 

13. Die Entscheidgebühr und die weiteren Kosten werden dem Beschuldigten 

auferlegt. 

14. Es wird vorgemerkt, dass Rechtsanwältin lic. iur. Z._____ für ihre 

Bemühungen als amtliche Verteidigerin des Beschuldigten mit insgesamt 

Fr. 10'595.60 (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) entschädigt 

wurde.  

15. (Mitteilungen.) 

16. (Rechtsmittel.) 

 

Berufungsanträge 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 113 S. 1 f.) 

- 5 - 

1. Das Urteil des Bezirksgerichts Uster vom 18. April 2019 (DG180025-I) sei 

betreffend die Ziffern 1 (bzgl. der versuchten vorsätzlichen Tötung), 2 (bzgl. 

der Freiheitsstrafe), 3 (bzgl. Vollzug der Freiheitsstrafe) und 5 (bzgl. der 

vollzugsbegleitenden Behandlung) aufzuheben. Die Berufung gegen Ziffer 4 

wird zurückgezogen.  

2. B._____ sei der qualifizierten einfachen Körperverletzung i.S.v. Art. 122 Abs. 

1 StGB schuldig zu sprechen. 

 Eventualiter sei er der versuchten schweren Körperverletzung i.S.v. Art. 122 

Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen. 

3. B._____ sei, im Falle einer Verurteilung wegen qualifizierter einfacher 

Körperverletzung, unter Anrechnung der erstandenen Haft mit einer 

Freiheitsstrafe von maximal 14 Monaten zu bestrafen. 

 Eventualiter, im Falle einer Verurteilung wegen versuchter schwerer 

Körperverletzung, sei er, ebenfalls unter Anrechnung der erstandenen Haft, 

mit einer Freiheitsstrafe von maximal 24 Monaten zu bestrafen. 

4. Die Freiheitsstrafe sei im Hauptantrag und Eventualantrag bedingt 

auszufällen. 

5. Soweit eine unbedingte bzw. teilbedingte Strafe ausgefällt wird, sei diese 

zugunsten einer anzuordnenden ambulanten Massnahme aufzuschieben. 

Dabei sei B._____ die Weisung zu erteilen, weder Alkohol noch Drogen zu 

konsumieren und sich einer regelmässigen Urinkontrolle zu unterziehen. 

Weiter sei eine Bewährungshilfe anzuordnen.  

6. Die Verfahrenskosten seien dem Beschuldigten aufzuerlegen, jedoch 

definitiv zu erlassen. 

b) Der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich: 

(Urk. 112 S. 1) 

- 6 - 

1. Schuldigsprechung im Sinne der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des 

Kantons Zürich vom 19. November 2018 (und damit Bestätigung des vorin-

stanzlichen Urteilsdispositivs Ziff. 1 gemäss Urteil des Bezirksgerichts Uster 

vom 18. April 2019) 

2. Bestrafung mit einer Freiheitsstrafe von 6 ¼ Jahren unter Anrechnung der 

bereits erstandenen Haft (und Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils in 

Bezug auf die ausgefällte Busse von Fr. 500.–) 

3. Die übrigen Punkte des erstinstanzlichen Urteils seinen zu bestätigen.  

_________________________________ 

 

Erwägungen: 

I. Prozessuales 

1. Verfahrensgang 

Am 3. Dezember 2017, kam es um ca. 02.00 Uhr im Wohn- und Geschäftshaus 

an der … [Adresse] anlässlich eines Festes zu einer tätlichen 

Auseinandersetzung zwischen dem Beschuldigten und seinem Halbbruder 

D._____. Der Privatkläger A._____ griff in diese Auseinandersetzung ein und erlitt 

in der Folge eine Stichverletzung am Hals. 

Am 19. November 2018 erhob die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich beim 

Bezirksgericht Uster Anklage gegen den Beschuldigten wegen versuchter 

vorsätzlicher Tötung i.S.v. Art. 111 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB sowie wegen 

Strassenverkehrsdelikten (Urk. D1/32). Mit Urteil vom 18. April 2019 wurde der 

Beschuldigte anklagegemäss schuldig gesprochen und mit einer Freiheitsstrafe 

von 3 Jahren und 6 Monaten bestraft, wovon 502 Tage durch Haft erstanden 

waren (Urk. 77). Dagegen meldeten die Staatsanwaltschaft mit Eingabe vom 25. 

- 7 - 

April 2019 und der Beschuldigte mit Eingabe vom 29. April 2019 fristgerecht 

Berufung an (Urk. 71+73). 

Am 25. bzw. 27. Juni 2019 wurden die Berufungserklärungen innert der 20-

tägigen Frist von Art. 399 Abs. 3 StPO erstattet (Urk. 78+80; vgl. Urk. 76).  

Anschlussberufung wurde innert gesetzter Frist nicht erhoben (vgl. Urk. 91, 

Urk. 93). 

Mit Schreiben vom 27. Juni 2019 beantragte der Beschuldigte sodann die 

Bewilligung des vorzeitigen Antritts der von der Vorinstanz ausgesprochenen 

ambulanten Massnahme. Diesem Antrag wurde mit Präsidialverfügung vom 16. 

Juli 2019 stattgegeben. Der Psychiatrisch-Psychologische Dienst des Amtes für 

Justizvollzug wurde mit dem Vollzug des vorzeitigen ambulanten 

Massnahmeantritts beauftragt (Urk. 88). 

Die Berufungsverhandlung wurde zunächst auf den 5. Juni 2020 angesetzt 

(Urk. 97). Nachdem der Wahlverteidiger, Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____, mit 

Eingabe vom 3. Juni 2020 über die Mandatsniederlegung aufgrund Zerrüttung des 

Vertrauensverhältnisses orientierte (Urk. 98+102), wurde die Ladung mit 

Präsidialverfügung vom 3. Juni 2020 abgenommen (Urk. 99). Gleichzeitig wurde 

dem Beschuldigten zur Sicherstellung der notwendigen Verteidigung Frist 

angesetzt, um dem Gericht einen Verteidiger zu bezeichnen (ebd.). Auf 

entsprechenden Antrag seitens des Beschuldigten wurde mit Präsidialverfügung 

vom 18. Juni 2020 Rechtsanwalt lic. iur. X._____ als amtlicher Verteidiger bestellt 

(Urk. 103-105).  

Am 14. Oktober 2020 wurde zur Berufungsverhandlung auf den heutigen Tag 

vorgeladen (Urk. 107). Zur Berufungsverhandlung erschienen der Beschuldigte in 

Begleitung seines amtlichen Verteidigers sowie Staatsanwältin lic. iur. Kasper 

(Prot. II S. 8). Das vorliegende Urteil erging im Anschluss an die 

Berufungsverhandlung (Prot. II S. 25 ff.).  

- 8 - 

2. Umfang der Berufung 

Mit der Berufung wird der Schuldspruch der Vorinstanz betreffend versuchte 

vorsätzliche Tötung (Disp. Ziff. 1 al. 1) angefochten und die damit 

zusammenhängenden Folgen, namentlich die Sanktion und deren Vollzug (Disp. 

Ziff. 2 bis 4) sowie die Anordnung einer ambulanten vollzugsbegleitenden 

Behandlung im Sinne von Art. 63 StGB (Disp. Ziff. 5, vgl. Urk. 90 S. 2). 

Unangefochten und damit in Rechtskraft erwachsen ist das vorinstanzliche Urteil 

somit hinsichtlich der Delikte gegen das Strassenverkehrsgesetz (Disp. Ziff. 1 

al. 2-6), der Entscheidungen über beschlagnahmte Gegenstände (Disp. Ziff. 6-9), 

der Verweisung des Privatklägers auf den Zivilweg (Disp. Ziff. 10), des 

Kostendispositivs (Disp. Ziff. 11-13) und der Entschädigung der amtlichen 

Verteidigung (Disp. Ziff. 14), was vorab mittels Beschluss festzustellen ist. 

II.Schuldpunkt 

1. Allgemeine Beweisregeln 

Vorab ist auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz zu den allgemeinen 

Beweiswürdigungsregeln zu verweisen (vgl. Urk. 77 S. 5 ff.). Erneut ist 

festzuhalten, dass das Gericht die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten 

Verfahren gewonnenen Überzeugung würdigt (Art. 10 Abs. 2 StPO). Bestehen 

unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzungen der 

angeklagten Tat, so geht das Gericht von der für die beschuldigte Person 

günstigeren Sachlage aus (Art. 10 Abs. 3 StPO).  

Gemäss dem in Art. 8 und 32 Abs. 1 BV sowie Art. 6 Ziff. 2 EMRK verankerten 

Grundsatz «in dubio pro reo» (im Zweifel für den Beschuldigten) ist bis zum 

gesetzlichen Nachweis seiner Schuld zu vermuten, dass der wegen einer 

strafbaren Handlung Beschuldigte unschuldig ist (BGE 127 I 40, 120 Ia 31 E. 2b; 

Urteil des Bundesgerichtes 6S.363/2006 vom 28. Dezember 2006 E. 4; Pra 2002 

Nr. 2 S. 4 f. und Nr. 180 S. 957 f.). 

- 9 - 

Als Beweislastregel bedeutet dieser Grundsatz einerseits, dass es Sache der 

Anklagebehörde ist, die Schuld des Beschuldigten zu beweisen, und nicht dieser 

seine Unschuld nachweisen muss. Ein Beschuldigter darf nie mit der Begründung 

verurteilt werden, er habe seine Unschuld nicht nachgewiesen (BGE 127 I 38 

E. 2a mit Hinweis). 

Wenn allerdings ein Beschuldigter eine ihn entlastende Behauptung aufstellt, 

ohne dass er diese wenigstens in einem Mindestmass glaubhaft machen kann, 

findet der Grundsatz in «dubio pro reo» keine Anwendung. Es tritt nämlich 

insoweit eine Beweislastumkehr ein, als nicht jede aus der Luft gegriffene 

Schutzbehauptung von der Anklagebehörde durch hieb- und stichfesten Beweis 

widerlegt werden muss. Ein solcher Beweis ist nur dann zu verlangen, wenn 

gewisse Anhaltspunkte wie konkrete Indizien oder eine natürliche Vermutung für 

die Richtigkeit der Behauptung sprechen bzw. diese zumindest als zweifelhaft 

erscheinen lassen, oder wenn der Beschuldigte sie sonst wie glaubhaft macht 

(vgl. OGer ZH, SB160176-O/U vom 20. September 2016 E. III/3.3; Stefan 

Trechsel, SJZ 77 [1981] S. 320). Andernfalls könnte jede Anklage mit einer 

abstrusen Schutzbehauptung zu Fall gebracht werden. 

2. Sachverhalt 

Die Vorinstanz hat die Aussagen des Beschuldigten, des Privatklägers und der 

Zeugen in der Untersuchung und im erstinstanzlichen Verfahren ausführlich 

wiedergegeben. Sie beurteilte die Glaubwürdigkeit der einvernommenen 

Personen und die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen schlüssig und zutreffend, 

weshalb, um Wiederholungen zu vermeiden, auf diese verwiesen werden kann 

(Urk. 77 S. 7 ff., 15 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Die nachfolgenden Erwägungen 

verstehen sich als Hervorhebungen und Präzisierungen. 

2.1. Objektiver Sachverhalt 

Zunächst ist festzuhalten, dass sich der Beschuldigte nach eigenen Angaben mit 

seinem Halbbruder D._____ und danach mit dem Privatkläger in der Küche stritt. 

Letzterer drückte ihn zu Boden und würgte ihn (Urk. 11/5 F/A 36), was der Zeuge 

- 10 - 

E._____ glaubhaft bestätigte (Urk. 13/19 F/A 18: "Er hat ihn mit beiden Händen 

am Hals gehalten."). Der Beschuldigte macht für den weiteren Ablauf eine 

Erinnerungslücke geltend (vgl. Urk. 11/5 F/A 40; Prot. I S. 12, Prot. II S. 18 ff.). 

Aufgrund der Aussagen des Zeugen D._____ lässt sich jedoch weiter erstellen, 

dass der Privatkläger die Küche verliess und der Beschuldigte daraufhin ein 

Messer mit einer Klingenlänge von 16 cm behändigte und dabei sagte, er werde 

ihn jetzt umbringen (Urk. 13/1 S. 2 und Urk. 13/8 F/A 48 und 57). Entgegen der 

Ansicht der Verteidigung (Urk. 66 S. 7) lag in jenem Zeitpunkt keine 

Notwehrsituation mehr vor. Die Auseinandersetzung war beendet und der 

Privatkläger hatte die Küche verlassen. Dem Beschuldigten drohte keine Gefahr 

durch den Privatkläger. 

Vielmehr war es der Beschuldigte, welcher die Konfrontation erneut suchte. So 

bestätigten die Zeugen, wie der Beschuldigte die Treppe hinunter auf den 

Privatkläger zulief. Dabei beleidigte er den Privatkläger und hielt ein Messer in der 

Hand (so übereinstimmend und glaubhaft F._____ in Urk. 13/4 F/A 20, Urk. 13/5 

F/A 57 ff. und der Privatkläger Urk. 12/2 F/A 72). In der Folge sprang er den 

Privatkläger an und machte Stichbewegungen, welche der Privatkläger abwehrte 

(so der Privatkläger Urk. 12/2 F/A 72 ff.: "Als er auf mich zukam, als wir noch 

standen, hat er sofort Stichbewegungen gegen mich gemacht."). Im Rahmen 

dieses Geschehens fielen sie beide zu Boden, wobei der Beschuldigte das 

Messer zunächst verlor. Es lag gemäss den glaubhaften Aussagen von F._____ 

hinter dem Kopf des Privatklägers, worauf es der Beschuldigte erneut ergriff und 

damit erneut eine Stichbewegung in Richtung Hals des Privatklägers machte 

(Urk. 13/5 F/A 57 ff., 71). Die Vorinstanz kam in Würdigung der Beweislage zu 

Recht zum Schluss, dass der Beschuldigte am Boden eine Stichbewegung 

gemacht hatte. Mehr als eine Stichbewegung lässt sich nicht erstellen. 

Aufgrund der bei den Akten liegenden Fotos und ärztlichen Berichte ist ohne 

Weiteres erstellt, dass der Privatkläger eine Stichverletzung im Halsbereich erlitt 

(vgl. Fotos Urk. 14/1 S. 34 ff. und Gutachten Urk. 16/7). Im ärztlichen Befund des 

Universitätsspitals vom 7. Dezember 2017 wird die Verletzung des Privatklägers 

als eine ca. 2 cm lange, scharf berandete Wunde an der linken Halsseite mit einer 

- 11 - 

Eindringungstiefe von ca. 5-10 mm beschreiben, wobei eine Stichrichtung nicht 

ausgemacht werden könne (Urk. 16/5). Es liegt auf der Hand, dass der 

Beschuldigte dem Privatkläger diese Verletzung mit dem Messer zufügte. Ob es 

sich dabei um eine Stich- oder eine Schnittverletzung handelte, ist entgegen der 

Ansicht der Verteidigung (vgl. Urk. 113 S. 4 f.) irrelevant, kann doch ein Schnitt 

auch entstehen, wenn bei einem Stich nicht gerade getroffen wird. Die 

Mutmassung der Verteidigung, die Verletzung sei eher zufällig oder aus 

Unachtsamkeit entstanden (Urk. 113 S. 3 ff.), erscheint unplausibel und findet in 

den Akten keine Stütze. Diese Tatvariante wird von keinem Zeugen und auch 

vom Beschuldigten selbst nicht behauptet.  

Zusammenfassend ist mit der Vorinstanz erstellt, dass der Beschuldigte dem 

Privatkläger in einer tätlichen Auseinandersetzung in der Küche unterlag und von 

diesem gewürgt wurde. Nachdem der Privatkläger die Küche verlassen hatte, 

nahm der Beschuldigte das Messer aus der Schublade und sagte in Anwesenheit 

des Zeugen D._____, er werde ihn (gemeint: den Privatkläger) jetzt umbringen. Er 

folgte dem Privatkläger, beschimpfte ihn und stürzte sich auf ihn, worauf beide zu 

Boden fielen und dem Beschuldigten das Messer aus der Hand fiel. Er behändigte 

es jedoch gleich wieder und stach einmal in den Halsbereich des Privatklägers. 

Mithin lag weder eine Notwehrsituation vor noch erfolgten die Verletzungen des 

Privatklägers zufällig bzw. unwillkürlich im Rahmen eines Gerangels.  

2.2. Subjektiver Sachverhalt 

Was ein Täter wusste, wollte oder in Kauf nahm, betrifft sog. innere Tatsachen 

und ist damit zwar eine Tatfrage. Da sich diese inneren Tatsachen bei 

ungeständigen Tätern regelmässig nur gestützt auf äusserlich feststellbare 

Indizien und Erfahrungsregeln ermitteln lassen, die Rückschlüsse von den 

äusseren Umständen auf die innere Einstellung des Täters erlauben (Urteil des 

Bundesgerichtes 6S.133/2007 vom 11. August 2008 E. 2.4), und die Beurteilung, 

ob im Lichte dieser äusseren Umstände der Schluss auf Vorsatz bzw. 

Eventualvorsatz begründet ist, eine Rechtsfrage darstellt, ist das Bestehen eines 

Vorsatzes bzw. Eventualvorsatzes nachfolgend im Rahmen der rechtlichen 

- 12 - 

Würdigung zu beurteilen (vgl. BGE 133 IV 1 E. 4.1; BGE 130 IV 58 E. 8.5; BGE 

125 IV 242 E. 3c, je m.H.) 

III. Rechtliche Würdigung 

Die Vorinstanz hat die rechtlichen Grundlagen zur Tötung i.S.v. Art. 111 StGB 

sowie die theoretischen Grundlagen zum Vorsatz sowie zum Versuch unter 

Hinweis auf Lehre und Rechtsprechung sorgfältig erörtert und grundsätzlich 

zutreffend gewürdigt (Urk. 77 S. 19 ff.). Auf diese Erwägungen kann zwecks der 

Vermeidung von Wiederholungen verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). Die 

nachfolgenden Erwägungen verstehen sich als Hervorhebungen und 

Präzisierungen: 

Vorab ist festzuhalten, dass der Beschuldigte zwar vom Privatkläger gewürgt 

worden war, diese Auseinandersetzung jedoch spätestens vorbei war, als der 

Privatkläger die Küche verliess. Offenkundig unzufrieden mit dem Ausgang dieser 

Auseinandersetzung und verärgert über die Schmach holte der Beschuldigte ein 

Messer aus der Schublade und sagte dabei, dass er den Privatkläger umbringen 

werde. Wenn er daraufhin dem Privatkläger mit dem Messer folgte, sich auf ihn 

stürzte und ihn dabei in den Hals stach, ist ohne Weiteres davon auszugehen, 

dass er die zuvor explizit geäusserte Absicht in die Tat umsetzen wollte.  

Daran ändert nichts, dass der Privatkläger letztlich lediglich eine geringe 

Verletzung am Hals davontrug, erfolgte die Verletzung beim abwehrenden 

Privatkläger und im dynamischen Geschehen. Mit der Behauptung der 

Verteidigung, es habe sich um blosse Drohgebärden gehandelt (Urk. 113 S. 5), 

verkennt sie, dass sich der Beschuldigte auf den Privatkläger gestürzt hatte und 

dieser durch das Messer verletzt wurde. Von einem Beeindrucken bzw. 

Imponieren kann keine Rede sein, wenn die Gegenseite gar keine Gelegenheit 

erhält, sich vom gezeigten Gegenstand beeindrucken zu lassen. Im Gegenteil 

suchte der Beschuldigte die erneute Auseinandersetzung unter Zuhilfenahme des 

Messers und in der vorgängig explizit geäusserten Tötungsabsicht. Schliesslich 

erscheint es auch widersinnig, sich für eine weitere Auseinandersetzung ein 

- 13 - 

Messer zu beschaffen und ein weiteres Gerangel mit dem Messer in der Hand zu 

suchen, wenn dieses nicht eingesetzt werden soll. 

Aufgrund der gesamten Situation ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte 

sich gedemütigt fühlte, als er vom Privatkläger gewürgt wurde. Er wollte als 

Sieger aus der Auseinandersetzung hervorgehen und hatte erkannt, dass er dem 

Privatkläger körperlich unterlegen war. Um diese Unterlegenheit auszugleichen, 

behändigte er ein Messer. Auch wenn er kurz zuvor einen unmissverständlich 

direkten Tötungsvorsatz äusserte, ist zu seinen Gunsten davon auszugehen, dass 

es sich dabei nur um Imponiergehabe gegenüber dem anwesenden Halbbruder 

handelte und er den Privatkläger wohl primär kampfunfähig machen wollte. Ein 

direkter Tötungsvorsatz lässt sich unter den gegebenen Umständen nicht mit 

rechtsgenügender Sicherheit nachweisen. Gleichwohl ist offensichtlich, dass 

bereits ein einzelner Stich am Hals ohne Weiteres hätte zum Tode führen können, 

was auch dem Beschuldigten bewusst gewesen sein musste. Er nahm daher mit 

dem Einsatz des Messers den Tod des Privatklägers in Kauf. Daher ist mit der 

Vorinstanz von Eventualvorsatz auszugehen.  

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschuldigte mit seinem Verhalten 

den Tatbestand der versuchten, eventualvorsätzlichen Tötung i.S.v. Art. 111 StGB 

i.V.m. Art. 22 Abs. 22 StGB erfüllte. Dieser Tatbestand konsumiert gemäss 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung die vollendete einfache oder schwere 

Körperverletzung (BGE 137 IV 113 E. 1.4.2 und E. 1.5), worauf bereits die 

Vorinstanz zu Recht hinwies (Urk. 77 S. 23 ). Es liegen keine Rechtfertigungs- 

oder Schuldausschlussgründe vor. 

IV. Strafzumessung 

1. Anwendbares Recht 

Am 1. Januar 2018 sind die neuen Bestimmungen des allgemeinen Teils des 

Strafgesetzbuches (Änderungen des Sanktionenrechts) in Kraft getreten (AS 

2016 1249). Nach neuem Recht wird grundsätzlich nur beurteilt, wer nach dessen 

Inkrafttreten ein Delikt begangen hat (Art. 2 Abs. 1 StGB), ausser wenn das neue 

- 14 - 

Recht für den Täter das mildere ist (lex mitior; Art. 2 Abs. 2 StGB). Die Bewertung 

erfolgt nach der konkreten Methode, d.h. es wird geprüft, nach welchem der 

beiden Rechte der Täter für die gerade zu beurteilende Tat besser wegkommt 

(OFK/StGB-Donatsch, 20. Aufl. Zürich 2018, Art. 2 N 10).  

Die Neuregelung betrifft Geldstrafen (maximal nur noch 180 Tagessätze statt 360, 

Art. 34 Abs. 1 und 2 nStGB) und Freiheitsstrafen (Herabsetzung der 

Mindestdauer auf 3 Tage, Art. 40 Abs. 1 nStGB) im Bereich bis zu einem Jahr. 

Wie sich nachfolgend ergibt, ist der Beschuldigte mit einer mehrjährigen 

Freiheitsstrafe sowie mit einer Geldstrafe von über 180 Tagessätzen und Busse 

zu bestrafen. In diesem Bereich wäre eine Geldstrafe nach neuem Recht gar nicht 

mehr möglich und es müsste auf eine als einschneidender erachtete 

Freiheitsstrafe erkannt werden. Das neue Recht erweist sich daher nicht als 

milder, weshalb das alte, bis zum 31. Dezember 2017 geltende Sanktionenrecht 

anzuwenden ist.  

Die Vorinstanz bestrafte den Beschuldigten mit 3 Jahren und 6 Monaten 

Freiheitsstrafe. Die Staatsanwaltschaft verlangt mit ihrer Berufung die Ausfällung 

von 6 ¼ Jahren Freiheitsstrafe. Der Beschuldigte stellte keinen konkreten Antrag 

für den Fall einer Verurteilung wegen versuchter Tötung. 

2. Allgemeine Strafzumessungsgrundsätze und Strafrahmen 

Die allgemeinen Regeln und Kriterien der Strafzumessung sowie der 

massgebliche Strafrahmen wurden im vorinstanzlichen Urteil unter Hinweis auf 

Rechtsprechung und Lehre zutreffend und umfassend wiedergegeben (Urk. 77 

S. 25 ff.), worauf zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen verwiesen werden 

kann. 

Präzisierend ist festzuhalten, dass das Bundesgericht in BGE 144 IV 217 

festgehalten hat, dass eine Gesamtbetrachtung aller Taten oder die Bildung von 

Deliktsgruppen zur Strafartbestimmung im Ergebnis auf eine (selektive) Aufgabe 

der Gesamtstrafe nach dem Asperationsprinzip zugunsten der gesetzlich nicht 

vorgesehenen "Einheitsstrafe" hinauslaufe. Ein derartiges Vorgehen bedeute 

- 15 - 

gleichzeitig die Wiedereinführung der aufgegebenen Rechtsfiguren des 

fortgesetzten Delikts und der verjährungsrechtlichen Einheit, was das 

Bundesgericht explizit für unzulässig erklärt habe. Die Kriterien und 

Voraussetzungen für eine (ausnahmsweise) von der konkreten Methode 

abweichende Gesamtbetrachtung mehrerer Delikte und die Schaffung von 

Deliktsgruppen seien unklar. Auch sei im Rahmen der Gesamtstrafenbildung dem 

Verhältnis der einzelnen Taten untereinander, ihrem Zusammenhang, ihrer 

grösseren oder geringeren Selbstständigkeit sowie der Gleichheit oder 

Verschiedenheit der verletzten Rechtsgüter und Begehensweisen Rechnung zu 

tragen. Der Grundsatz, dass der Gesamtschuldbeitrag des einzelnen Delikts 

geringer zu veranschlagen sei, wenn die Delikte zeitlich, sachlich und situativ in 

einem engen Zusammenhang stehen (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 

6B_466/2013 vom 25. Juli 2013 E. 2.3.4), werde hingegen bei einer 

Gesamtbetrachtung zum Nachteil des Täters durch einen Strafartwechsel 

strafschärfend gewichtet, anstatt geringer veranschlagt zu werden. 

Das Gericht hat mithin in einem ersten Schritt die Einzelstrafen für die konkreten 

Delikte festzulegen und anschliessend zu prüfen, aus welchen Einzelstrafen 

Gesamtstrafen zu bilden sind. Hält das Gericht für einzelne Delikte im konkret zu 

beurteilenden Fall unter Beachtung des Verhältnismässigkeitsprinzips eine 

Geldstrafe nicht mehr für schuldangemessen und zweckmässig, ist es nicht daran 

gehindert, auf Einzelfreiheitsstrafen von weniger als sechs Monaten zu erkennen, 

wenn die daraus zu bildende Gesamtstrafe sechs Monate übersteigt. Es hat 

jedoch die Wahl der Sanktionsart zu begründen (BGE 144 IV 217 E. 4.3; Urteil 

6B_466/2013 vom 25. Juli 2013 E. 2.3.4). 

3. Einsatzstrafe: Versuchte Tötung 

Zur objektiven Tatschwere bei Tötungen ist gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung zu berücksichtigen, dass Art. 111 StGB das Leben eines 

Menschen schützt, mithin das höchste aller Rechtsgüter. Der mit der Tötung als 

solcher verbundene Unrechtsgehalt kann jedoch, anders als bei einer 

Körperverletzung, nicht abgestuft werden, sodass aus der Rechtsgutverletzung 

allein nichts für die Strafzumessung abzuleiten ist. Die objektive Tatschwere 

- 16 - 

bestimmt sich damit vielmehr anhand des Tathergangs und der Tatumstände. Die 

objektive Tatschwere ist nicht nur anhand des äusseren Tatablaufes und der 

unmittelbaren Vorbereitungshandlungen zu bewerten, da eine solche aus 

jeglichem Kontext gelöste Betrachtung mit der tatbeständlichen Struktur der 

Tötungsdelikte nicht vereinbar ist. Subjektive Merkmale wie Motive, Beweggründe 

und Absichten des Beschuldigten sind implizit auch beim Grundtatbestand (Art. 

111 StGB) massgeblich, wenn es um die Festlegung des (objektiven) 

Schweregrades geht. Dieser bestimmt sich anhand aller Tatkomponenten, die 

einem gesetzlichen Tatbestandsmerkmal zuzuordnen sind. Entsprechend sind 

subjektive Merkmale nach der Konzeption der Tötungstatbestände bei der 

Strafzumessung von Beginn weg zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichtes 

6B_1038/2017 vom 31. Juli 2018 E. 2.6.1). 

Vorliegend erfolgte die Tat im Rahmen eines spontanen Konflikts zwischen dem 

Beschuldigten und dem Privatkläger, welche sich vorgängig kannten. Der 

Privatkläger war dem Beschuldigten körperlich überlegen und hatte diesen in der 

Auseinandersetzung niedergerungen und gewürgt. Nicht bereit, die Schmach der 

Niederlage auf sich beruhen zu lassen, suchte der Beschuldigte die 

Auseinandersetzung erneut, wozu er noch am Ort der Auseinandersetzung ein 

Messer behändigte. Durch sein Verhalten liess der Beschuldigte die bereits 

beendete Auseinandersetzung bewusst und einzig aus verletztem Stolz 

eskalieren. Er war stark alkoholisiert, worauf im Rahmen der verminderten 

Schuldfähigkeit zurückzukommen sein wird. Er lief dem Privatkläger hinterher und 

setzte das Messer unvermittelt und bewusst gegen den Privatkläger ein, wobei er 

zunächst im Stehen mehrfach und hernach im Gerangel auf dem Boden einmal 

eine Stichbewegung machte. Damit nahm er in Kauf, den Beschuldigten zu töten. 

Der Privatkläger hatte dem seine körperliche Überlegenheit entgegenzusetzen. 

Wenn der Privatkläger im Rahmen dieser Auseinandersetzung lediglich eine 

kleine Verletzung am Hals erlitt, erscheint dies als glücklicher Zufall und ist der 

Angetrunkenheit des Beschuldigten mit einem Wert von 2.37 Gewichtspromillen 

und der Gegenwehr des nüchternen Privatklägers zuzuschreiben. Wie erwähnt 

liegt es auf der Hand, dass der Beschuldigte durch die Zuhilfenahme des Messers 

und die Stichbewegungen im Rahmen der von ihm gesuchten 

- 17 - 

Auseinandersetzungen eine Tötung des Privatklägers in Kauf nahm. Die letztlich 

erlittene Verletzung des Privatklägers erfüllt den objektiven Tatbestand der 

einfachen Körperverletzung i.S.v. Art. 123 StGB.  

Zu berücksichtigen ist weiter, dass es nicht das Handlungsziel des Beschuldigten 

war, den Privatkläger zu töten. Gleichwohl nahm er dies durch seinen 

Gewaltexzess und die dadurch verursachte Verletzung in Kauf. Er handelte mithin 

bloss eventualvorsätzlich, was verschuldensmindernd zu berücksichtigen ist. Bei 

der Zufügung der Verletzung handelte er dagegen direktvorsätzlich. 

Seine Beweggründe bleiben letztlich unverständlich, hielt er doch stets und auch 

im Berufungsverfahren (Prot. II S. 21) daran fest, sich an die Tat nicht erinnern zu 

können. Letztlich bleibt es dabei, dass er aus Ärger über eine Niederlage bei einer 

vorausgehenden tätlichen Auseinandersetzung und damit aus Rache handelte.  

Bei der subjektiven Tatschwere stellt sich die Frage, wie weit dem Täter die 

objektive Tatschwere persönlich zugerechnet werden darf. Dabei spielen je nach 

Tatbestand etwa die Willensrichtung, mit welcher der Täter gehandelt hat, seine 

Beweggründe und Motive eine Rolle (BGE 129 IV 6 E. 6.1). Da die einschlägigen 

Gesichtspunkte bereits in die Beurteilung der objektiven Tatschwere eingeflossen 

sind, ist auf die vorstehenden Erwägungen zu verweisen. Erneut ist festzuhalten, 

dass der Beschuldigte eventualvorsätzlich handelte, was sich zu seinen Gunsten 

auswirkt.  

Somit ist das Verschulden in Bezug auf die versuchte Tötung insgesamt als eher 

schwer einzustufen, was bei einer vollendeten Tötung eine hypothetische 

Einsatzstrafe von 14 Jahren Freiheitsstrafe rechtfertigen würde. 

Der Beschuldigte stand im Tatzeitpunkt unter starkem Alkoholeinfluss. Das 

psychiatrische Gutachten attestiert ihm eine dissoziale Persönlichkeitsstörung. 

Die schwere Alkoholintoxikation habe vor dem Hintergrund der dissozialen 

Persönlichkeitsstörung durch die potenzierte Impulsivität und Neigung zu 

aggressivem Verhalten die Fähigkeit des Beschuldigten reduziert, regelwidrige 

und aggressive Impulse zu kontrollieren. Aus forensisch-psychiatrischer Sicht 

- 18 - 

liege zum Tatzeitpunkt vom 3. Dezember 2017 eine schwere Verminderung der 

Schuldfähigkeit vor (vgl. Urk. 26/11 S. 71). Diese Ausführungen im Gutachten 

scheinen nachvollziehbar. Jedoch ist zu beachten, dass sich der Beschuldigte an 

die Umstände des besagten Abends - ausser an die Tat selbst - immerhin 

grundsätzlich zu erinnern vermochte (vgl. Prot. II S. 18 ff.). Es ist daher eine 

Reduktion um 66% der Einsatzstrafe angezeigt. Entgegen der Ansicht der 

Vorinstanz, welche von einer leicht geringeren Reduktion ausging, kann dem 

Beschuldigten die Trunkenheit nicht vorgeworfen werden. 

Da der tatbestandsmässige Erfolg nicht eintrat und der Privatkläger den 

vollendeten Tötungsversuch des Beschuldigten überlebte, ist die 

verschuldensunabhängige Tatkomponente der versuchten Tatbegehung zu 

gewichten. Das Mass der zulässigen Strafreduktion beim vollendeten Versuch 

hängt u.a. von der Nähe des tatbestandsmässigen Erfolges und den tatsächlichen 

Folgen der Tat ab. Mit den Stichbewegungen, von denen eine traf, hat der 

Beschuldigte alles getan, was er nach seiner Vorstellung zur Herbeiführung des 

tatbestandsmässigen Erfolges, den Tod eines Menschen, für notwendig hielt. 

Daran ändert der Umstand nichts, dass die Verletzung nicht tief war, lag dies 

doch wie erwähnt an der Gegenwehr des kräftigen Privatklägers und der 

Alkoholisierung des Beschuldigten. Es lag somit nicht am Beschuldigten, dass der 

Erfolg nicht eingetreten ist. Eine weitere Reduktion der Einsatzstrafe auf knappe 4 

Jahre Freiheitsstrafe trägt diesem Strafmilderungsgrund ausreichend Rechnung. 

Eine Unterschreitung des unteren Strafrahmens der vorsätzlichen Tötung ist 

vorliegend gerechtfertigt angesichts des Umstands, dass gleich zwei gewichtige 

Strafmilderungsgründe vorliegen, wobei alleine schon die attestierte schwere 

Verminderung der Schuldfähigkeit eine erhebliche Strafreduktion bedingt.  

Im Sinne eines Zwischenergebnisses erscheint eine Einsatzstrafe von knapp 4 

Jahren Freiheitsstrafe als angemessen.  

4. Einzelstrafen 

4.1. Anklageziffer 2.1: Entwendung zum Gebrauch 

- 19 - 

Der Beschuldigte war als Lagerist bei der Firma G._____ AG angestellt und 

arbeitete in der Nacht vom 1. auf den 2. Dezember 2017 im Nachtverlad. Er 

behändigte unberechtigterweise den auf dem Firmengelände in H._____ 

abgestellten Lastwagen und lenkte diesen auf dem Firmengelände. Die gefahrene 

Distanz war relativ gering und das Fahrzeug verblieb auf dem Firmengelände und 

damit im Einflussbereich der Eigentümerin. Die üblicherweise für den 

Fahrzeugbesitzer aufwändige Suche nach dem Fahrzeug entfiel vorliegend. 

Demgegenüber wirkt erschwerend, dass es sich beim entwendeten Fahrzeug um 

ein überdurchschnittlich schweres und auch schwer zu beherrschendes Fahrzeug 

handelte. Dies führte auch zu dem mit dem Fahrzeug verursachten Schaden am 

Fenster sowie den am Fahrzeug selbst verursachten Schäden. Die Schäden sind 

indessen vorliegend nicht weiter beachtlich, wäre die Beschädigung doch im 

Rahmen der vorliegend nicht angeklagten Sachbeschädigung zu beurteilen. Mit 

anderen Worten sind die Schäden vorliegend nicht weiter zu beachten, sind sie 

doch nicht das geschützte Rechtsgut bei der Entwendung zum Gebrauch. 

Unter diesen Umständen ist das objektive Tatverschulden als sehr leicht zu 

bezeichnen. 

In subjektiver Hinsicht ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte 

direktvorsätzlich handelte. Ein vernünftiges Motiv ist nicht erkennbar, weshalb er 

wohl leichtfertig handelte. Die subjektive Tatschwere vermag die objektive 

Tatschwere weder zu erhöhen noch zu vermindern. 

Mithin erscheint eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen Geldstrafe bzw. 3 Monaten 

Freiheitsstrafe dem Verschulden des Beschuldigten angemessen. 

4.2. Anklageziffer 2.1: Fahren ohne Berechtigung 

Dem Beschuldigten war der Führerausweis vor seiner Fahrt entzogen worden. 

Innerhalb des bis drei Jahre reichenden Strafrahmens ist das Tatverschulden als 

sehr leicht zu bezeichnen. 

- 20 - 

In subjektiver Hinsicht ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte 

direktvorsätzlich handelte. Die subjektive Tatschwere vermag die objektive 

Tatschwere auch hier weder zu erhöhen noch zu vermindern. 

Gesamthaft erscheint eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen Geldstrafe bzw. 2 

Monaten Freiheitsstrafe dem Verschulden des Beschuldigten angemessen. 

4.3. Anklageziffer 2.2: Fahren in fahrunfähigem Zustand 

Der Beschuldigte führte den Lastwagen eingestandenermassen mit einer 

Blutalkoholkonzentration von über 0.8 Gewichtspromillen. Der genaue Wert lässt 

sich den Akten nicht entnehmen (vgl. D2). Gleichwohl schuf der Beschuldigte 

durch die Trunkenheit bei der Fahrt ein erhebliches Risiko für sich und andere 

Personen, die sich auf dem Gelände hätten befinden können. Insofern 

manifestierte sich das mit der Angetrunkenheit im Strassenverkehr 

einhergehende Risiko nur teilweise, wenn der Beschuldigte einen Sachschaden 

verursachte. Zudem war die Fahrt auf dem Gelände relativ kurz. Das 

Tatverschulden ist unter Berücksichtigung der massgebenden Umstände als 

leicht zu bezeichnen. 

In subjektiver Hinsicht ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte 

direktvorsätzlich handelte. Ein vernünftiges Motiv ist nicht erkennbar, weshalb er 

wohl leichtfertig handelte. Die subjektive Tatschwere vermag die objektive 

Tatschwere auch hier weder zu erhöhen noch zu vermindern. 

Gesamthaft erscheint eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen Geldstrafe bzw. 3 

Monaten Freiheitsstrafe dem Verschulden des Beschuldigten angemessen. 

4.4. Anklageziffer 2.3: Pflichtwidriges Verhalten bei Unfall 

Dem Beschuldigten musste bewusst gewesen sein, dass er beim Lenken des 

Lastwagens einen Sachschaden verursacht hatte, wechselte er doch in der Folge 

das Fahrzeug. Entsprechend verhielt er sich pflichtwidrig, indem er den 

Geschädigten nicht sofort benachrichtigte. Hierfür ist gemäss Art. 92 SVG eine 

- 21 - 

Busse auszufällen, wobei eine solche in Höhe von Fr. 1'000.– dem Verschulden 

und den finanziellen Verhältnissen des Beschuldigten angemessen erscheint. 

In subjektiver Hinsicht ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte 

eventualvorsätzlich handelte. Er wollte wohl für den Unfall zivil- und strafrechtlich 

nicht gerade stehen, was jedoch dem Tatbestand immanent ist. Die subjektive 

Tatschwere vermag die objektive Tatschwere auch hier weder zu erhöhen noch 

zu vermindern. 

Gesamthaft erscheint eine Busse von Fr. 1'000.– angemessen. 

4.5. Anklageziffer 2.4: Vereitelung einer Blutprobe 

Die Vereitelung einer Blutprobe ist im vorliegenden Fall mit einer Verurteilung 

wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand gleichzustellen (bzw. wird konsumiert) 

(vgl. BGE 117 IV 297). Entsprechend ist keine weitere Strafe hierfür auszufällen. 

 

4.6. Anklageziffer 2.5: Entwendung zum Gebrauch 

Nach der Verursachung des Schadens liess der Beschuldigte den Lastwagen 

stehen und behändigte einen weiteren Lastwagen der Firma G._____ AG, 

welchen er von H._____ an seinen Wohnort in I._____ lenkte. Mit dieser ungefähr 

10 km weiten Fahrt vereitelte er den Zugriff der Berechtigten deutlich stärker als 

mit der ersten Fahrt. Demgegenüber ist zu berücksichtigen, dass sich der 

Beschuldigte am nächsten Tag beim Geschäftsführer der Firma meldete und 

keinen Schaden verursachte, was zu seinen Gunsten zu berücksichtigen ist. 

Gesamthaft ist das Verschulden als leicht einzustufen, was zu einer Einzelstrafe 

von 90 Tagessätzen Geldstrafe bzw. 3 Monaten Freiheitsstrafe führt. 

In subjektiver Hinsicht ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte 

direktvorsätzlich handelte. Er wollte offenkundig nach Hause kommen, was 

jedoch seine Tat keineswegs zu entschuldigen vermag. Die subjektive 

Tatschwere vermag die objektive Tatschwere auch hier weder zu erhöhen noch 

zu vermindern. 

- 22 - 

4.7. Anklageziffer 2.5: Fahren ohne Berechtigung 

Dem Beschuldigten war der Führerausweis auch bei dieser Fahrt immer noch 

entzogen. Innerhalb des bis drei Jahre reichenden Strafrahmens ist das 

Tatverschulden als sehr leicht zu bezeichnen. 

In subjektiver Hinsicht ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte 

direktvorsätzlich handelte. Die subjektive Tatschwere vermag die objektive 

Tatschwere auch hier weder zu erhöhen noch zu vermindern. 

Gesamthaft erscheint eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen Geldstrafe bzw. 2 

Monaten Freiheitsstrafe dem Verschulden des Beschuldigten angemessen. 

4.8. Anklageziffer 2.6: Fahren in fahrunfähigem Zustand 

Der Beschuldigte führte den Lastwagen eingestandenermassen mit einer 

Blutalkoholkonzentration von über 0.8 Gewichtspromillen über 10 km um 06.30 

Uhr morgens. Der genaue Wert lässt sich den Akten abermals nicht entnehmen 

(vgl. D2). Auch wenn er sich nicht auf einer Hauptverkehrsachse befand, sondern 

auf einer Landstrasse fuhr, schuf er durch die Trunkenheit bei der Fahrt ein 

erhebliches Risiko für sich und andere Personen, die sich auf der Strasse hätten 

befinden können, namentlich morgendliche Pendler. Das Tatverschulden ist unter 

Berücksichtigung der massgebenden Umstände als leicht zu bezeichnen. 

In subjektiver Hinsicht ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte 

direktvorsätzlich handelte. Die subjektive Tatschwere vermag die objektive 

Tatschwere auch hier weder zu erhöhen noch zu vermindern. 

Gesamthaft erscheint eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen Geldstrafe bzw. 3 

Monaten Freiheitsstrafe dem Verschulden des Beschuldigten angemessen. 

4.9. Zwischenwürdigung 

Das rechnerische Total der Einzelstrafen beträgt 480 Tagessätze Geldstrafe und 

Fr. 1'000.– Busse.  

- 23 - 

Gemäss Gutachten lag zum Tatzeitpunkt vom 2. Dezember 2017 eine mittlere 

Verminderung der Schuldfähigkeit vor (Urk. 26/11 S. 71), was zu einer Reduktion 

um 50% auf 240 Tagessätze bzw. 8 Monate Freiheitsstrafe sowie Busse von 

Fr. 500.– führt. 

Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Taten am gleichen Abend und im gleichen 

Zug verübt wurden. Unter Berücksichtigung dieser Umstände und in Anwendung 

des Asperationsprinzips ist die Gesamtstrafe aller Einzelstrafen auf 180 Tages-

sätze Geldstrafe / 6 Monate Freiheitsstrafe und Fr. 500.– Busse festzulegen.  

5. Täterkomponente 

5.1. Persönliche Verhältnisse 

In Bezug auf die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten kann auf die Akten 

und insbesondere das Gutachten verwiesen werden (Urk. 77 S. 32, Urk. 27/5, 

Urk. 26/11 S. 24 ff. und S. 29 ff.). Anlässlich der Berufungsverhandlung ergänzte 

er, er habe nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis Pfäffikon wieder bei 

seiner früheren Arbeitgeberin, der G._____ AG, einsteigen können. Die Firma sei 

im letzten Jahr an die J._____ AG verkauft worden, bei welcher er nach wie vor 

festangestellt und mittlerweile als stellvertretender Lagerchef im Nachverlad tätig 

sei. Pro Monat verdiene er brutto ca. Fr. 5'500.– und netto ca. Fr. 4'900.–. 

Vermögen habe er keines. Seine Schulden von vormals Fr. 30'000.– bis 

Fr. 40'000.– seien etwas weniger geworden und er sei diese weiter am Abzahlen. 

Zudem gab er an, teils bei seinen Eltern und teils bei seiner Freundin zu wohnen, 

mit welcher er ein Kind erwarte, das im Oktober zur Welt komme. Bezüglich 

seiner Zukunft befinde er sich auf gutem Weg ins Familienleben, er wolle seine 

Freundin heiraten und mit seiner Arbeit sei er zufrieden (Prot. II S. 13 ff.).  

Mit der Vorinstanz sind die persönlichen Verhältnisse strafzumessungsneutral zu 

werten. Sein Alkoholkonsum bzw. seine psychische Verfassung wurde bereits im 

Rahmen der verminderten Schuldfähigkeit berücksichtigt. 

5.2. Vorstrafen 

- 24 - 

Der Beschuldigte verfügt über folgende Vorstrafen (Urk. 111): 

Mit Urteil der 10. Abteilung des Bezirksgerichtes Zürich vom 12. April 2011 

wurde der Beschuldigte wegen Raubes, Vergehens gegen das 

Waffengesetz und mehrfacher Übertretung gegen das 

Betäubungsmittelgesetz mit einer Freiheitsstrafe von 14 Monaten bestraft. 

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wurde aufgeschoben, unter Ansetzung einer 

Probezeit von 4 Jahren, jedoch wurde der bedingte Vollzug der Geldstrafe 

gemäss Strafbefehl der Jugendanwaltschaft Winterthur vom 17. Dezember 

2009 widerrufen. 

Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons Schaffhausen vom 

16. Dezember 2013 wurde der Beschuldigte wegen mehrfacher Übertretung 

gegen das Betäubungsmittelgesetz, Entwendung zum Gebrauch und 

Fahrens ohne Führerausweis zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 

Fr. 30.– sowie mit einer Busse von Fr. 400.– bestraft. Ferner wurde die 

Probezeit des bedingten Vollzugs der Freiheitsstrafe des Urteils der 10. 

Abteilung des Bezirksgerichtes Zürich vom 12. April 2011 um ein Jahr 

verlängert. 

Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 8. April 2014 wurde 

der Beschuldigte wegen Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz 

sowie Sachbeschädigung zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 

Fr. 30.– sowie mit einer Busse von Fr. 500.– bestraft. Der Vollzug der 

Geldstrafe wurde aufgeschoben, unter Ansetzung einer Probezeit von 3 

Jahren. Ferner wurde er in Bezug auf den bedingt gewährten Vollzug der 

Freiheitsstrafe gemäss Urteil der 10. Abteilung des Bezirksgerichtes Zürich 

vom 12. April 2011 verwarnt.  

Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 31. März 2016 wurde 

der Beschuldigte wegen mehrfachen Diebstahls sowie geringfügigen 

Diebstahls mit einer Geldstrafe von 55 Tagessätzen zu Fr. 110.– bestraft. 

Abermals wurde er in Bezug auf den bedingt gewährten Vollzug der 

- 25 - 

Freiheitsstrafe gemäss Urteil der 10. Abteilung des Bezirksgerichtes Zürich 

vom 12. April 2011 verwarnt. 

Die Vorstrafen sind in Bezug auf die versuchte Tötung nicht einschlägig und 

daher diesbezüglich lediglich marginal zu berücksichtigen. In Bezug auf die 

Strassenverkehrsdelikte fallen sie jedoch merklich straferhöhend ins Gewicht. Zu 

berücksichtigen ist, dass der Beschuldigte mehrfach in der Vergangenheit 

straffällig wurde und ihn auch die bedingt ausgefällte Freiheitsstrafe von 14 

Monaten, die Verlängerung der Probezeit und die Verwarnungen nicht davon 

abhielten, erneut zu delinquieren. Die vermutlich damit in Zusammenhang 

stehende Persönlichkeitsstörung relativiert diese manifestierte Unbelehrbarkeit 

etwas, vermag sie jedoch nicht aufzuheben. So weist auch der Gutachter darauf 

hin, dass beim Beschuldigten die Steuerungs- und Einsichtsfähigkeit 

grundsätzlich gegeben sei (Urk. 26/11 S. 71).  

6. Nachtatverhalten 

Zu den Täterkomponenten gehört auch das Nachtatverhalten eines Täters. 

Darunter fällt das Verhalten nach der Tat sowie im Strafverfahren (wie zum 

Beispiel Reue, Einsicht und Strafempfindlichkeit; vgl. BSK StGB I, 3. A., Basel 

2013, N 174 zu Art. 47 StGB). Ein Geständnis, das kooperative Verhalten eines 

Täters bei der Aufklärung von Straftaten sowie die Einsicht und Reue wirken 

strafmindernd. Aus der Rechtsprechung des Bundesgerichts ergibt sich, dass nur 

ein ausgesprochen positives Nachtatverhalten zu einer erheblichen Strafreduktion 

führen kann. Zu einem solchen gehört ein umfassendes Geständnis von allem 

Anfang an und aus eigenem Antrieb, also nicht erst auf konkrete Vorwürfe hin 

oder nach dem Vorhalt entsprechender Beweise. Die Berücksichtigung von 

Geständnissen im Rahmen der Strafzumessung beruht hauptsächlich auf zwei 

Gründen. Zum einen kann das Geständnis (vorbehältlich seiner kritischen Prüfung 

im Rahmen der freien richterlichen Beweiswürdigung) zur Vereinfachung und 

Verkürzung des Verfahrens und zur Wahrheitsfindung beitragen. Zum andern 

kann das Opfer bzw. die geschädigte Partei durch die Schuldanerkenntnis des 

Täters bereits eine gewisse immaterielle Genugtuung erfahren. Ein Verzicht auf 

Strafminderung kann sich allenfalls aufdrängen, wenn das Geständnis die 

- 26 - 

Strafverfolgung nicht erleichtert hat, weil die Täterschaft ohnehin bereits überführt 

gewesen wäre. Bei umfangreichen und prozessentscheidenden Geständnissen 

kann die Strafreduktion nach der bundesgerichtlichen Praxis hingegen bis zu 

einem Drittel betragen (vgl. BGE 121 IV 202 E. 2d/cc). Schliesslich stellen auch 

Einsicht ins Unrecht der Tat und Reue Strafminderungsgründe dar. Nur wenn all 

diese Faktoren erfüllt sind, kann eine massgebliche Strafreduktion erfolgen. 

Fehlen einzelne Elemente, ist die Strafe entsprechend weniger stark zu 

reduzieren (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 6B_974/2009 vom 18. Februar 2010, 

E. 5.4.). 

Soweit die Vorinstanz dem Beschuldigten beim Vorwurf der versuchten Tötung 

ein Teilgeständnis zugutehielt, ist dies unzutreffend. Es ist daran zu erinnern, 

dass der Beschuldigte jegliche Verantwortung abstritt und im Kerngeschehen ein 

Blackout geltend macht. Ein Geständnis, welches die Strafuntersuchung in 

nennenswerter Weise vereinfacht hätte, kann ihm daher nicht zugutegehalten 

werden. Im Gegenteil war der gesamte Sachverhalt zu erstellen. Weiter ist 

entgegen der Ansicht der Verteidigung nicht von einer Einsicht beim 

Beschuldigten oder gar Reue auszugehen. Einsicht bedeutet, dass eigenes 

Fehlverhalten erkannt und bereut wird. Wird wie vorliegend das erstellte 

Fehlverhalten bestritten bzw. eine Erinnerungslücke geltend gemacht, besteht 

kein Raum für Einsicht.  

Mithin liegt beim Vorwurf der versuchten Tötung kein Geständnis vor, welches zu 

einer Strafreduktion führt. 

Demgegenüber war der Beschuldigte in Bezug auf die übrigen Delikte zunächst 

ungeständig bzw. verweigerte die Aussage. Erst im Laufe des Verfahrens rang er 

sich zu einem vollumfänglichen Geständnis durch. Gleichwohl erleichterte dies die 

Untersuchung erheblich und zeugt hier auch von Einsicht und Reue, weshalb eine 

Strafreduktion in mittlerem Umfang erfolgen kann. 

Weitere Straferhöhungs- oder -minderungsgründe sind nicht ersichtlich. 

- 27 - 

7. Strafart 

Während die versuchte vorsätzliche Tötung zwingend mit einer Freiheitsstrafe zu 

ahnden ist, stellt sich bezüglich der Strassenverkehrsdelikte die Frage nach der 

geeigneten Strafart.  

Das Gericht kann statt auf eine Geldstrafe auf eine Freiheitsstrafe erkennen, 

wenn eine solche geboten erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer 

Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 41 Abs. 1 lit. a StGB). Es hat die 

Wahl der Freiheitsstrafe näher zu begründen (Art. 41 Abs. 2 StGB). 

Bei der Wahl der Sanktionsart ist als wichtiges Kriterium die Zweckmässigkeit 

einer bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter und sein soziales 

Umfeld sowie ihre präventive Effizienz zu berücksichtigen. Die Freiheitsstrafe als 

eingriffsintensivste Sanktion ist nach der gesetzlichen Konzeption ultima ratio und 

kann nur verhängt werden, wenn keine andere, mildere Strafe in Betracht kommt 

(Urteil des Bundesgerichtes 6B_436/2018 vom 24. September 2018 E. 1.2. 

m.w.H.) 

Nach dem Prinzip der Verhältnismässigkeit soll bei alternativ zur Verfügung 

stehenden und hinsichtlich des Schuldausgleichs äquivalenten Sanktionen im 

Regelfall diejenige gewählt werden, die weniger stark in die persönliche Freiheit 

des Betroffenen eingreift. Hält das Gericht im Rahmen der Gesamtstrafenbildung 

für einzelne Delikte im konkret zu beurteilenden Fall unter Beachtung des 

Verhältnismässigkeitsprinzips eine Geldstrafe nicht mehr für schuldadäquat und 

zweckmässig, hindert Art. 41 Abs. 1 StGB es nicht daran, auf 

Einzelfreiheitsstrafen von weniger als sechs Monaten zu erkennen, wenn die 

daraus zu bildende Gesamtstrafe sechs Monate übersteigt. Das Gericht hat im 

Urteil die Wahl der Sanktionsart zu begründen (Urteil des Bundesgerichtes 

6B_436/2018 vom 24. September 2018 E. 1.2. m.w.H.).  

Der Beschuldigte wurde bereits mehrfach mit bedingten und unbedingten 

Geldstrafen sanktioniert. Gleichwohl wurde er immer wieder erneut straffällig, 

sodass sich die Frage stellt, ob eine nochmalige Geldstrafe zweckmässig ist. Es 

ist jedoch auch zu berücksichtigen, dass bis anhin die beim Beschuldigten 

- 28 - 

festgestellten psychischen Störungen und die Suchtproblematik nicht behandelt 

worden waren. Die im Oktober 2019 im Rahmen des vorzeitigen ambulanten 

Massnahmeantritts begonnene Therapie dürfte sich positiv auf die Deliktprognose 

des Beschuldigten auswirken, wofür auch der Therapiebericht des PPD vom 13. 

April 2021 spricht (vgl. Urk. 109 S. 8 ff.). Überdies ist zu beachten, dass der 

Beschuldigte im vorliegenden Verfahren bereits über 16 Monate in Haft verbracht 

hat. Unter diesen Umständen erscheint die Ausfällung einer Geldstrafe in Bezug 

auf die Strassenverkehrsdelikte angemessen. Neben der Freiheitsstrafe und der 

Busse ist somit eine Geldstrafe auszufällen.  

Unter Berücksichtigung der zuvor unter Ziff. IV./5.+6. erwähnten 

strafzumessungsrelevanten Faktoren in den Täterkomponenten erweist sich eine 

Freiheitsstrafe von 4 Jahren, eine Geldstrafe von 200 Tagessätzen und eine 

Busse in der Höhe von Fr. 500.– angemessen. Die aktuellen finanziellen 

Verhältnisse des Beschuldigten lassen eine Tagessatzhöhe von Fr. 40.– als 

angemessen erscheinen. 

Der Anrechnung von insgesamt 502 Tagen in Untersuchungs- und Sicherheitshaft 

an die Freiheitsstrafe steht nichts entgegen. 

8. Vollzug 
Angesichts der Höhe der Freiheitsstrafe fällt die Gewährung des bedingten oder 

teilbedingten Vollzugs zum Vornherein ausser Betracht.  

In Bezug auf die Geldstrafe ist festzuhalten, dass dem Beschuldigten im 

Gutachten vom 26. September 2018 keine positive Prognose gestellt wurde 

(Urk. 26/11 S. 72). Zwar hat sich der Beschuldigte inzwischen in Behandlung 

begeben, welche gemäss dem genannten, aktuellen Therapiebericht des PPD gut 

angelaufen ist (Urk. 109 S. 8 ff.). Wie aufgezeigt, liess sich der Beschuldigte 

jedoch von den in der Vergangenheit zu oft bedingt ausgesprochenen Geldstrafen 

nicht beeindrucken und delinquierte erneut, sodass eine nochmalige Gewährung 

des bedingten Strafvollzugs schlichtweg nicht mehr in Frage kommt. 

- 29 - 

9. Massnahme 

Der Beschuldigte ist gemäss Gutachten massnahmebedürftig, massnahmefähig 

und auch massnahmewillig. Aufgrund des hohen Risikos ist entsprechend der 

gutachterlichen Empfehlung eine ambulante Massnahme i.S.v. Art. 63 StGB 

auszusprechen. 

Die Verteidigung beantragt für den Fall einer unbedingten Strafe den Aufschub zu 

Gunsten einer ambulanten Massnahme. 

Das Gericht kann den Vollzug einer zugleich ausgesprochenen unbedingten 

Freiheitsstrafe, einer durch Widerruf vollziehbar erklärten Freiheitsstrafe sowie 

einer durch Rückversetzung vollziehbar gewordenen Reststrafe zu Gunsten einer 

ambulanten Behandlung aufschieben, um der Art der Behandlung Rechnung zu 

tragen. Es kann für die Dauer der Behandlung Bewährungshilfe anordnen und 

Weisungen erteilen (Art. 63 Abs. 2 StGB). 

Das Bundesgericht befasste sich schon wiederholt mit der Auslegung der Kann-

Vorschrift. Es kam dabei vor allem gestützt auf die Entstehungsgeschichte und 

den französischen Gesetzestext zum Schluss, dass der sofortige Strafvollzug in 

Verbindung mit der ambulanten Behandlung die Regel bilden müsse und dass der 

Strafvollzug nur aufgeschoben werden soll, wenn der sofortige Vollzug den Erfolg 

der ambulanten Behandlung in Frage stellen würde (BGE 100 IV 13 E. 1 und 202 

E. 2). Diese Rechtsprechung wurde in BGE 101 IV 271 E. 1 bestätigt unter 

Hinweis darauf, dass die ambulante Behandlung nach dem Willen des 

Gesetzgebers nicht dazu missbraucht werden dürfe, den Vollzug der Strafe zu 

umgehen oder ihn auf unbestimmte Zeit hinauszuschieben; der Aufschub müsse 

aus Gründen der Heilbehandlung hinreichend gerechtfertigt sein, was dann 

zutreffe, wenn sie vordringlich und mit dem Strafvollzug unvereinbar sei 

(ebenso BGE 101 IV 358). 

Gemäss Gutachten kann der Art der Behandlung auch bei gleichzeitigem oder 

vorherigem Strafvollzug Rechnung getragen werden (Urk. 26/11 S. 74). 

Inzwischen ist hinsichtlich der Situation des Beschuldigten jedoch zu 

berücksichtigen, dass er einer geregelten Arbeit nachgeht, nachweislich seine 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2020&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F100-IV-12%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page13
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2020&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F101-IV-270%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page271
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2020&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F101-IV-354%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page358

- 30 - 

Schulden abzahlt und in einer festen Beziehung lebt. Er nimmt seine 

Therapiestunden gemäss Bericht des PPD regelmässig wahr, wobei Fortschritte 

in der Legalprognose festgestellt wurden (Urk. 109 S. 8 ff. und S. 15). Wenn im 

besagten Bericht darauf hingewiesen wird, dass der Beschuldigte bei einem 

Strafvollzug aus dem dargelegten stabilisierenden Kontext herausgerissen und 

sich wieder in einem tendenziell dissozialen Umfeld bewegen würde, kann diesen 

Bedenken gefolgt werden. Zudem werden gemäss besagtem Bericht laufend 

Alltagssituationen besprochen und analysiert, was einer Resozialisierung dienlich 

sein dürfte.  

Mit einem Strafaufschub kann dem Umstand Rechnung getragen werden, dass 

sich der Beschuldigte (soweit bekannt) nunmehr seit seiner Haftentlassung vor 

zwei Jahren, in Freiheit befindlich, wohlverhält. Vor allem aber bleibt mit dem 

Strafaufschub der Bewährungsdruck aufrecht; bei einem Misserfolg könnte die 

aufgeschobene Freiheitsstrafe (bzw. eine Reststrafe) noch vollzogen werden 

(vgl. Art. 63b Abs. 4 und 5 StGB). Dies dürfte den Beschuldigten durchaus 

beeindrucken und von der präventiven Wirkung her am Effektivsten sein. 

In der vorliegenden Konstellation erscheint es insgesamt betrachtet nicht 

zielführend, die ambulante Therapie während des Strafvollzugs durchzuführen. 

Dem Beschuldigten muss es indes bewusst sein, dass es ganz entscheidend von 

ihm abhängt, ob er dank Kooperation und Absehen von neuerlichen Straftaten um 

einen Vollzug herumkommt oder nicht.  

Unter diesen Umständen ist die Freiheitsstrafe zu Gunsten der ambulanten 

Massnahme aufzuschieben. 

10. Weisung, Bewährungshilfe 

Gemäss Art. 63 Abs. 2 Satz 2 StGB kann das Gericht für die Dauer der 

Behandlung Bewährungshilfe anordnen und Weisungen erteilen. Den 

überzeugenden Empfehlungen des Therapieberichts des PPD (Urk. 109 S. 16) 

folgend ist daher dem Beschuldigten für die Dauer der Massnahme die Weisung 

zu erteilen, sich des Konsums von Alkohol und Betäubungsmitteln zu enthalten 

- 31 - 

und sich einer regelmässigen Kontrolle der Abstinenz im Rahmen der ambulanten 

Massnahme zu unterziehen. Für ebendiese Dauer ist eine Bewährungshilfe 

anzuordnen. 

V. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'000.– festzusetzen. 

Der Beschuldigte unterliegt mit seinen Berufungsanträgen vollumfänglich, 

weshalb ihm die Kosten des Berufungsverfahrens aufzuerlegen sind (vgl. Art. 428 

Abs. 1 StPO). 

Die amtliche Verteidigung macht für das Berufungsverfahren einen Aufwand von 

insgesamt Fr. 8'177.95 (inkl. Mehrwertsteuer) geltend (Urk. 110/1), welcher 

ausgewiesen ist und angemessen erscheint. Die amtliche Verteidigung ist 

deshalb mit Fr. 8'200.– aus der Gerichtskasse zu entschädigen. 

Die Kosten der amtlichen Verteidigung sind einstweilen vollumfänglich auf die 

Gerichtskasse zu nehmen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung dieser Kosten 

beim Beschuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4 und Art. 426 Abs. 4 StPO. 

 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Uster, Strafgericht, 

vom 18. April 2019 bezüglich der Dispositivziffern 1 al. 2-6 (SVG-Delikte),    

6-9 (Entscheidungen über beschlagnahmte Gegenstände), 10 (Verweisung 

des Privatklägers auf den Zivilweg), 11-13 (Kostendispositiv), und 14 

(Entschädigung der amtlichen Verteidigung) in Rechtskraft erwachsen ist. 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte B._____ ist ferner schuldig der versuchten vorsätzlichen 

Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB. 

- 32 - 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 4 Jahren Freiheitsstrafe, wovon 502 Tage 

durch Untersuchungs- und Sicherheitshaft erstanden sind, mit einer 

Geldstrafe von 200 Tagessätzen zu Fr. 40.– und mit Fr. 500.– Busse. 

3. Die Geldstrafe wird vollzogen.  

4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen.  

5. Es wird eine ambulante Behandlung des Beschuldigten im Sinne von Art. 63 

StGB (Behandlung psychischer Störungen und Suchtbehandlung) 

angeordnet.  

6. Dem Beschuldigten wird für die Dauer der Massnahme die Weisung erteilt, 

sich des Konsums von Alkohol und Betäubungsmitteln zu enthalten und sich 

einer regelmässigen Kontrolle der Abstinenz im Rahmen der ambulanten 

Massnahme zu unterziehen.  

7. Für die Dauer der Massnahme wird eine Bewährungshilfe angeordnet.  

8. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird zugunsten der Massnahme 

aufgeschoben.  

9. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 8'200.–  amtliche Verteidigung 

10. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme derjenigen der 

amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten 

der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen. Die 

Rückzahlungspflicht des Beschuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt 

vorbehalten. 

11. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben) 

- 33 - 

− die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (übergeben) 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste  
− den Privatkläger A._____  

 
(Eine begründete Urteilsausfertigung - und nur hinsichtlich ihrer 
eigenen Anträge (Art. 84 Abs. 4 StPO) - wird den Privatklägern nur 
zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs 
verlangen.) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

− die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung 

allfälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste 
− das Strassenverkehrsamt des Kantons Zürich, Abteilung 

Administrativmassnahmen, Richterliche Fahrverbote, 8090 Zürich 
− die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und 

Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der 
Vernichtungs- und Löschungsdaten 

− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A 

12. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen 

erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des 

Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des 

Bundesgerichtsgesetzes. 

- 34 - 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer 

 
 

Zürich, 7. Mai 2021 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter lic. iur. Spiess 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. Kümin Grell 
 

 

 

	Urteil vom 7. Mai 2021
	Anklage:
	Urteil der Vorinstanz: (Urk. 134 S. 64 ff.):
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte, B._____, ist schuldig
	­ der versuchten vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB;
	­ des mehrfachen Fahrens in fahrunfähigem Zustand im Sinne von Art. 91 Abs. 2 lit. a SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 2 SVG und Art. 2 Abs. 1 VRV;
	­ der Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit im Sinne von Art. 91a Abs. 1 SVG;
	­ des pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall im Sinne von Art. 92 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 51 Abs. 3 SVG
	­ des mehrfachen Entwendens eines Fahrzeugs zum Gebrauch im Sinne von Art. 94 Abs. 1 lit. a SVG;
	­ des mehrfachen Fahrens ohne Berechtigung im Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. a SVG.

	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 3 Jahren und 6 Monaten Freiheitsstrafe (wovon bis und mit heute 502 Tage durch Haft erstanden sind) sowie einer Busse von Fr. 500.–.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht aufgeschoben. Die Busse ist zu bezahlen.
	4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen.
	5. Es wird eine ambulante, vollzugsbegleitende Behandlung des Beschuldigten im Sinne von Art. 63 StGB (Behandlung psychischer Störungen und Suchtbehandlung) angeordnet.
	6. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 16. November 2018 beschlagnahmte Ausbeinmesser, Klingenlänge 16 cm (A011'009'704) wird eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung  überlassen.
	7. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 16. November 2018 beschlagnahmten Kleider (1 Jacke, 1 Pullover, 1 Boxershorts, 1 Paar Socken, 1 Jeans, 1 Hosengürtel, 1 Paar Schuhe [A011'009'760]) werden dem Beschuldigten nach Ein...
	Sollte innerhalb von 60 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids die Herausgabe nicht verlangt werden, so bleiben die Kleider dem Forensischen Institut Zürich zur gutscheinenden Verwendung überlassen.
	8. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 16. November 2018 beschlagnahmten Kleider (1 Paar Jeans mit Gurt, 1 Paar Schuhe, 1 Jacke, 1 Hemd [A011'009'759]) werden dem Privatkläger nach Eintritt der Rechtskraft auf erstes Ver...
	Sollte innerhalb von 60 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids die Herausgabe nicht verlangt werden, so bleiben die Kleider dem Forensischen Institut Zürich zur gutscheinenden Verwendung überlassen.
	9. Folgende mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 16. November 2018 beschlagnahmten Gegenstände
	­ Kochmesser, Klingenlänge 20 cm (A011'009'715)
	­ Haushaltartikel (A011'009'748)

	werden C._____ zuhanden des K._____ [Kulturverein] nach Eintritt der Rechtskraft auf erstes Verlangen herausgeben.
	Sollte innerhalb von 60 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids die Herausgabe nicht verlangt werden, so bleiben die Gegenstände dem Forensischen Institut Zürich zur gutscheinenden Verwendung überlassen.
	10. Der Privatkläger wird mit seiner Zivilklage auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
	11. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'000.–.
	12. Die weiteren Kosten betragen:
	13. Die Entscheidgebühr und die weiteren Kosten werden dem Beschuldigten auferlegt.
	14. Es wird vorgemerkt, dass Rechtsanwältin lic. iur. Z._____ für ihre Bemühungen als amtliche Verteidigerin des Beschuldigten mit insgesamt Fr. 10'595.60 (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) entschädigt wurde.
	15. (Mitteilungen.)
	16. (Rechtsmittel.)
	Berufungsanträge
	_________________________________
	Erwägungen:
	I.  Prozessuales

	1. Verfahrensgang
	2. Umfang der Berufung
	II. Schuldpunkt

	1. Allgemeine Beweisregeln
	2. Sachverhalt
	2.1. Objektiver Sachverhalt
	2.2. Subjektiver Sachverhalt
	III.  Rechtliche Würdigung
	Aufgrund der gesamten Situation ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte sich gedemütigt fühlte, als er vom Privatkläger gewürgt wurde. Er wollte als Sieger aus der Auseinandersetzung hervorgehen und hatte erkannt, dass er dem Privatkläger körperli...
	IV.  Strafzumessung

	1. Anwendbares Recht
	Wie sich nachfolgend ergibt, ist der Beschuldigte mit einer mehrjährigen Freiheitsstrafe sowie mit einer Geldstrafe von über 180 Tagessätzen und Busse zu bestrafen. In diesem Bereich wäre eine Geldstrafe nach neuem Recht gar nicht mehr möglich und es ...

	2. Allgemeine Strafzumessungsgrundsätze und Strafrahmen
	3. Einsatzstrafe: Versuchte Tötung
	4. Einzelstrafen
	4.1. Anklageziffer 2.1: Entwendung zum Gebrauch
	4.2. Anklageziffer 2.1: Fahren ohne Berechtigung
	4.3. Anklageziffer 2.2: Fahren in fahrunfähigem Zustand
	4.4. Anklageziffer 2.3: Pflichtwidriges Verhalten bei Unfall
	4.5. Anklageziffer 2.4: Vereitelung einer Blutprobe
	4.6. Anklageziffer 2.5: Entwendung zum Gebrauch
	4.7. Anklageziffer 2.5: Fahren ohne Berechtigung
	4.8. Anklageziffer 2.6: Fahren in fahrunfähigem Zustand
	4.9. Zwischenwürdigung

	5. Täterkomponente
	5.1. Persönliche Verhältnisse
	In Bezug auf die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten kann auf die Akten und insbesondere das Gutachten verwiesen werden (Urk. 77 S. 32, Urk. 27/5, Urk. 26/11 S. 24 ff. und S. 29 ff.). Anlässlich der Berufungsverhandlung ergänzte er, er habe na...
	Mit der Vorinstanz sind die persönlichen Verhältnisse strafzumessungsneutral zu werten. Sein Alkoholkonsum bzw. seine psychische Verfassung wurde bereits im Rahmen der verminderten Schuldfähigkeit berücksichtigt.
	5.2. Vorstrafen

	6. Nachtatverhalten
	Weitere Straferhöhungs- oder -minderungsgründe sind nicht ersichtlich.

	7. Strafart
	8. Vollzug
	9. Massnahme
	V. Kosten- und Entschädigungsfolgen
	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Uster, Strafgericht, vom 18. April 2019 bezüglich der Dispositivziffern 1 al. 2-6 (SVG-Delikte),    6-9 (Entscheidungen über beschlagnahmte Gegenstände), 10 (Verweisung des Privatklägers au...
	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte B._____ ist ferner schuldig der versuchten vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 4 Jahren Freiheitsstrafe, wovon 502 Tage durch Untersuchungs- und Sicherheitshaft erstanden sind, mit einer Geldstrafe von 200 Tagessätzen zu Fr. 40.– und mit Fr. 500.– Busse.
	3. Die Geldstrafe wird vollzogen.
	4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen.
	5. Es wird eine ambulante Behandlung des Beschuldigten im Sinne von Art. 63 StGB (Behandlung psychischer Störungen und Suchtbehandlung) angeordnet.
	6. Dem Beschuldigten wird für die Dauer der Massnahme die Weisung erteilt, sich des Konsums von Alkohol und Betäubungsmitteln zu enthalten und sich einer regelmässigen Kontrolle der Abstinenz im Rahmen der ambulanten Massnahme zu unterziehen.
	7. Für die Dauer der Massnahme wird eine Bewährungshilfe angeordnet.
	8. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird zugunsten der Massnahme aufgeschoben.
	9. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	10. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten gemä...
	11. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (übergeben)
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 den Privatkläger A._____   (Eine begründete Urteilsausfertigung - und nur hinsichtlich ihrer eigenen Anträge (Art. 84 Abs. 4 StPO) - wird den Privatklägern nur zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs verlangen.)
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich
	 die Vorinstanz
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 das Strassenverkehrsamt des Kantons Zürich, Abteilung Administrativmassnahmen, Richterliche Fahrverbote, 8090 Zürich
	 die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- und Löschungsdaten
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A

	12. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.