# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d54ceb97-7199-5d83-88f8-d04e56783b8e
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 1994-01-04
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Kantonsgericht Sammlung ARGVP 04.01.1994 Verwaltung ARGVP 1993 1243
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_KG_005_Verwaltung-ARGVP-199_1994-01-04.pdf

## Full Text

A. Entscheide des Reqierunqsrates 1243

2. Zivilrecht, Ziviiprozessrecht

1243

Beistandschaft. Freihandverkauf eines Grundstücks (Art. 404 ZGB, 
SR 210).

Gemäss Art. 404 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB; 
SR 210) darf eine Veräusserung von Mündelgrundstücken nur erfol­
gen, wenn es die Interessen des Bevormundeten erfordern. Der Frei­
handverkauf bildet dabei die Ausnahme und bedarf der Genehmigung 
durch die Aufsichtsbehörde (Art. 404 Abs. 3 ZGB). Für die Erteilung 
der Genehmigung Ist der Regierungsrat zuständig (Art. 55 Abs. 2 und 
Art. 63 Abs. 3 des Gesetzes über die Einführung des Schweizerischen 
Zivilgesetzbuches; bGS 211.1).

Art. 404 ZGB ist nach der bisherigen Praxis des Regierungsrates 
nicht nur bei Vormundschaften, sondern gleichermassen und uneinge­
schränkt auch bei Belstandschaften angewandt worden (vgl. RRB 
438/82 sowie 20/88). Indessen schränkt die Beistandschaft die Hand­
lungsfähigkeit des Verbeiständeten nicht ein und hat nicht zwingend 
die Mitwirkung der vormundschaftlichen Behörden zur Folge. Deren 
Mitwirkung ist nach der Lehre nur dann notwendig, wenn der Verbei- 
ständete selber nicht fähig ist, der Veräusserung seines Grundstücks 
im Sinne von Art. 419 Abs. 2 ZGB zuzustimmen oder diese selber zu 
tätigen (vgl. A. Egger, Die Vormundschaft, Kommentar zu den Art. 360- 
456 ZGB, Zürich 1948, Art. 419, N. 7 und 9; Nachtrag vom 2. Mai 1983 
zum Kreisschreiben des Justlzdepartementes des Kantons St. Gallen 
vom 22. Oktober 1974 betreffend die Veräusserung von Grundstücken, 
an denen Bevormundete, Verbeiständete oder Verheiratete eigen- 
tumsmässlg beteiligt sind). Die bisherige Praxis ist in diesem Sinne zu 
präzisieren (vgl. BGE vom 14.5.1975 E. 1 a.E. i.S. H.R. gegen RR AR).

RRB 4.1.1994

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