# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 856baa25-2fc7-5e9f-bffd-890af43c3f54
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-08-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.08.2009 C-6664/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-6664-2008_2009-08-21.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-6664/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 1 .  A u g u s t  2 0 0 9

Richterin Ruth Beutler (Vorsitz), Richter Bernard Vaudan, 
Richter Andreas Trommer, 
Gerichtsschreiberin Viviane Eggenberger.

K._______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Einreisebewilligung für T., S., I. und M. I._______,

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-6664/2008

Sachverhalt:

A.
Die 1980 geborene sri lankische Staatsangehörige T. I._______ (nach-
folgend: Gesuchstellerin 1) beantragte am 18. Juli 2008 für sich sowie 
für ihre drei minderjährigen (2000, 2003 und 2007 geborenen) Kinder 
S.,  I.  und M. I._______  (nachfolgend: Gesuchstellende 2–4)  bei  der 
Schweizer Botschaft in Colombo die Erteilung eines Einreisevisums für 
einen  einmonatigen  Besuchsaufenthalt  bei  K._______,  dem  in  der 
Schweiz wohnhaften Vater der Gesuchstellerin 1 (nachfolgend: Gast-
geber bzw. Beschwerdeführer). Nach formloser Verweigerung übermit-
telte die Vertretung das Gesuch der Vorinstanz zum Entscheid.

B.
Nachdem  der  Migrationsdienst  des  Kantons  Zürich  beim  Gastgeber 
weitere  Abklärungen  hinsichtlich  des  beabsichtigten  Besuchsaufent-
halts vorgenommen hatte, wies die Vorinstanz das Gesuch um Bewilli-
gung der Einreise mit Verfügung vom 22. September 2008 ab. Zur Be-
gründung führte  sie  im Wesentlichen aus,  dass  eine Einreisebewilli-
gung  insbesondere  dann  zu  verweigern  sei,  wenn  die  anstandslose 
und fristgerechte  Wiederausreise  der  gesuchstellenden  Person  nicht 
als gesichert angesehen werden könne, sei es als Folge der in ihrem 
Ursprungsland herrschenden politischen oder sozioökonomischen Ver-
hältnisse oder aufgrund ihrer persönlichen Situation. Die Gesuchstel-
lenden stammten aus einer Region, aus welcher der Zuwanderungs-
druck als Folge der dort herrschenden politischen, wirtschaftlichen und 
soziokulturellen Verhältnisse anhaltend hoch sei. 

C.
Gegen  diese  Verfügung  erhob  der  Gastgeber  am  16. Oktober  2008 
beim Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  mit  dem sinngemässen 
Antrag auf Aufhebung der Verfügung und auf Bewilligung der Einreise. 
Als Begründung bringt er im Wesentlichen vor, er habe bereits in sei-
nem Einladungsschreiben vom 17. Juni 2008 zuhanden der Schweizer 
Vertretung  in  Colombo  dargelegt,  dass  er  für  die  Rückreise  seiner 
Tochter  und  Enkelkinder  vor  Ablauf  des  Visums  sorgen  werde.  Der 
Ehemann der Gesuchstellerin 1 und Vater der Gesuchstellenden 2–4 
würde in Sri Lanka verbleiben und seine Angehörigen zurückerwarten 
und es sei auch nicht sein – des Beschwerdeführers – Ziel, sie vonei-
nander zu trennen. Vor einem Jahr habe er einen Herzinfarkt erlitten. 
Obwohl sein Gesundheitszustand derzeit stabil sei, erlaube er es ihm 

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nicht, sich in ein tropisches Klima und in ein in medizinischer Hinsicht 
schlecht  entwickeltes  Land  zu  begeben.  In  diesem  Zusammenhang 
reichte er ein ärztliches Zeugnis zu den Akten.

D.
In  ihrer  Vernehmlassung  vom 9. Januar  2009 spricht  sich  die  Vorin-
stanz unter Erläuterung der bereits erwähnten Gründe für die Abwei-
sung der Beschwerde aus. Die fristgerechte und anstandslose Wieder-
ausreise sei  aufgrund des ständig wachsenden Migrationsdruckes in 
Sri  Lanka sowie der persönlichen Verhältnisse der Gesuchstellenden 
nicht genügend gesichert. Die Lage in ihrem Herkunftsland habe sich 
in  den vergangenen Monaten aufgrund des neu aufgeflammten Bür-
gerkriegs drastisch verschlechtert. Obwohl  die Gesuchstellenden mit 
ihrem Ehemann bzw. Vater in Colombo – und damit nicht im primären 
Krisengebiet – lebten, stammten sie ursprünglich aus dem Norden des 
Landes. Die mit den örtlichen Verhältnissen vertraute Schweizer Ver-
tretung habe zudem die wirtschaftliche Situation,  namentlich  die Er-
werbstätigkeit des Ehemannes der Gesuchstellerin 1, und die Wohn-
verhältnisse der Familie in Frage gestellt. Mit dem Beschwerdeführer, 
dem Vater der  Gesuchstellerin  1,  lebe schliesslich  bereits  ein naher 
Verwandter in der Schweiz, weshalb das Risiko einer nicht fristgerech-
ten Wiederausreise als besonders hoch einzuschätzen sei. 

E.
Mit  Replik vom 13. Februar 2009 führt  der Beschwerdeführer ergän-
zend aus, die Familie lebe in Colombo und damit nicht in einem primä-
ren Krisengebiet. Er habe zudem keine Absicht, die Gesuchstellenden 
von ihrem Ehemann bzw. Vater zu trennen. Hinsichtlich der Wohnsitua-
tion gibt  er  unter  Einreichung entsprechender Beweismittel  (Kaufver-
trag)  an,  die  Familie  lebe  in  einer  Wohnung,  dessen  Eigentümer  er 
– der Beschwerdeführer – sei.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 
Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden ge-
gen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von 

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einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter 
fallen u.a. Verfügungen des BFM betreffend Verweigerung der Einrei-
sebewilligung, welche vom Bundesverwaltungsgericht endgültig beur-
teilt  werden  (Art.  83  Bst. c  Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Sofern  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts  anderes  bestimmt, 
richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  nach 
dem VwVG (Art. 37 VGG).

1.3 Der Beschwerdeführer  ist  gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur  Be-
schwerde berechtigt. Auf  die  frist-  und formgerechte Beschwerde ist 
einzutreten (Art. 50–52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde 
als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Rechts-  und  Sachlage  zum  Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Ur-
teils 2A.451/2002 vom 28. März 2003).

3.
Das  schweizerische  Ausländerrecht  kennt  weder  ein  allgemeines 
Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf 
Erteilung  eines  Visums.  Die  Schweiz  ist  daher  –  wie  alle  anderen 
Staaten auch – grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Aus-
ländern die Einreise zu gestatten. Vorbehältlich völkerrechtlicher Ver-
pflichtungen  handelt  es  sich  dabei  um  einen  autonomen  Entscheid 
(vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über Ausländerinnen und Ausländer 
vom 8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 133 I 185 E. 2.3 S. 189).

4.
Verfahren, die bei Inkrafttreten der Verordnung vom 22. Oktober 2008 
über  die  Einreise  und  die  Visumerteilung  (VEV,  SR  142.204)  am 

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12. Dezember 2008 (dem Datum auch des Inkrafttretens des Abkom-
mens vom 26. Oktober 2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenos-
senschaft,  der  Europäischen  Union  und  der  Europäischen  Gemein-
schaft über die Assoziierung dieses Staates bei der Umsetzung, An-
wendung  und  Entwicklung  des  Schengen-Besitzstands  [SAA,  SR 
0.360.268.1])  hängig sind,  werden gemäss Art. 57 VEV nach neuem 
Recht fortgeführt (und damit insbesondere nach dem übergeordneten 
Schengen-Recht).

5.
5.1 Zur  Einreise  in  den  Schengen-Raum  für  einen  Aufenthalt  von 
höchstens drei Monaten benötigen sogenannte Drittstaatsangehörige, 
d.h. Bürger  eines nicht  zu diesem Raum gehörigen Staates (vgl. zu 
den Schengen-Assoziierungsabkommen Anhang 1  Ziffer  1  des  Bun-
desgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer  [AuG,  SR  142.20]),  gültige  Reisedokumente,  die  zum 
Grenzübertritt  berechtigen,  und ein Visum, sofern dieses erforderlich 
ist (vgl. Art. 2 Abs. 1 VEV i.V.m. Art. 5 Abs. 1 Bst. a und b der Verord-
nung [EG] Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates 
vom  15. März  2006  über  einen  Gemeinschaftskodex  für  das  Über-
schreiten  der  Grenzen  durch  Personen  [nachfolgend:  Schengener 
Grenzkodex bzw. SGK, ABl. L 105 vom 13.04.2006, S. 1-32]; vgl. auch 
Art. 5 Abs. 1 Bst. a AuG). Im Weiteren müssen sie den Zweck und die 
Umstände ihres  beabsichtigten Aufenthalts  belegen und hierfür  über 
ausreichende finanzielle Mittel verfügen (Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK; vgl. 
auch Art. 5 Abs. 1 Bst. b AuG). Sie dürfen zudem nicht im Schengener 
Informationssystem  (SIS)  zur  Einreiseverweigerung  ausgeschrieben 
sein und keine Gefahr für die öffentliche Ordnung, die innere Sicher-
heit, die öffentliche Gesundheit oder die internationalen Beziehungen 
eines  Mitgliedstaats  darstellen  (Art. 5  Abs. 1  Bst. d  und e  SGK; vgl. 
auch Art. 5 Abs. 1 Bst. c AuG). 

5.2 Ist nur ein vorübergehender Aufenthalt vorgesehen, verlangt Art. 5 
Abs. 2 AuG, dass die Wiederausreise gesichert  ist. Damit wird keine 
zusätzliche,  lediglich  im  nationalen  Recht  verankerte  Einreisevo-
raussetzung aufgestellt. Vielmehr handelt  es sich dabei  um dieselbe 
Fragestellung wie bei der nach Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK erforderlichen 
Überprüfung des Aufenthaltszwecks. Die  Angabe des vorübergehen-
den Aufenthaltszwecks stellt  nämlich zugleich eine Absichtserklärung 
dar, nach Erfüllung dieses Zwecks wieder ausreisen zu wollen. So ver-
langt insbesondere die Gemeinsame Konsularische Instruktion an die 

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diplomatischen  Missionen  und  die  konsularischen  Vertretungen,  die 
von  Berufskonsularbeamten  geleitet  werden  (GKI,  ABl.  C  326  vom 
22.12.2005,  S. 1–149),  im  Zusammenhang  mit  dem  Entscheid  über 
den Visumsantrag eine Einschätzung des Migrationsrisikos (vgl. ABl. 
C 326,  S. 10).  Im  Zusammenhang  mit  der  Überprüfung  des  Aufent-
haltszwecks kann daher an die bisherige Praxis und Rechtsprechung 
bezüglich  des Merkmals  der  gesicherten Wiederausreise  angeknüpft 
werden  (vgl.  hierzu  auch  die  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts 
C-1509/2008 vom 13. Februar 2009 sowie C-3013/2008 vom 14. Fe-
bruar 2009 jeweils E. 5.2 und E. 5.3).

6.
In  Anhang I  zur  Verordnung  (EG)  Nr. 539/2001  des  Rates  vom 
15. März  2001  (ABl.  L 81  vom  21.03.2001,  S. 1–7)  sind  diejenigen 
Staaten  aufgelistet,  deren  Staatsangehörige  beim Überschreiten  der 
Aussengrenzen der Schengen-Mitgliedstaaten im Besitz eines Visums 
sein müssen. Sri Lanka ist in diesem Anhang aufgeführt, weshalb die 
Gesuchstellenden der Visumspflicht unterliegen.

7.
Das Bundesamt  verweigerte  den  Gesuchstellenden die  Visumsertei-
lung insbesondere mit  der Begründung, dass angesichts der im Ver-
gleich mit der Schweiz schlechteren Lebensbedingungen in Sri Lanka 
keine genügende Gewähr für ihre gesicherte Wiederausreise bestehen 
würde.

7.1 Geht es um die Prüfung des Kriteriums der gesicherten Wieder-
ausreise, so können bezüglich eines solchen künftigen Verhaltens kei-
ne gesicherten Feststellungen, sondern lediglich Prognosen getroffen 
werden. Anhaltspunkte für die Beurteilung der gesicherten Wiederaus-
reise können sich aus der allgemeinen Lage im Herkunftsland der Be-
sucherin oder des Besuchers ergeben. In diesem Rahmen ist bei Ein-
reisegesuchen von Personen aus Staaten beziehungsweise Regionen 
mit  politisch  oder  wirtschaftlich  vergleichsweise ungünstigen Verhält-
nissen zu berücksichtigen,  dass deren persönliche Interessenlage in 
solchen Fällen häufig nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich be-
fristeten Einreisebewilligung in Einklang steht.

7.2 Die Wirtschaft Sri Lankas ist 2007 real um 7,4% gewachsen. Das 
Pro-Kopf-Einkommen betrug 1'350 USD, das Bruttoinlandprodukt (BIP) 
27 Mrd. USD. Für  2008  wird  erneut  ein  hohes Wirtschaftswachstum 
von über 6% erwartet. Ein Problem für die weitere wirtschaftliche Ent-

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wicklung  ist  zunehmend die  Inflation,  die  2007  mit  einer  Jahresrate 
von deutlich über 15% nicht unter Kontrolle gebracht werden konnte. 
Die Arbeitslosigkeit  beträgt  seit  längerer Zeit  ungefähr  7%. Die wirt-
schaftliche Entwicklung Sri  Lankas weist  allerdings grosse regionale 
Unterschiede auf. Wirtschaftliches Zentrum ist die Region rund um Co-
lombo,  die  fast  die  Hälfte  der  gesamten  Wirtschaftsleistung  erbringt 
(Quelle:  Deutsches  Auswärtiges  Amt,  www.auswaertiges-amt.de, 

Länder,  Reisen  und  Sicherheit  >  Sri  Lanka  >  Wirtschaft,  Stand: 

November 2008, besucht am 12. August 2009).

Nach  einem  über  zwanzigjährigen  bewaffneten  Konflikt  legten  die 
LTTE am 17. Mai 2009 die Waffen nieder. Tags darauf erklärte die Re-
gierung den Krieg für beendet. Die dem Ende des Konflikts vorausge-
henden Kämpfe zwischen Armee und Aufständischen haben viele Op-
fer unter der Zivilbevölkerung gefordert. Mehrere hunderttausend Men-
schen wurden aus ihren Wohnorten vertrieben. Die Lage in den ehe-
maligen Konfliktzonen im Norden, Osten und im Yala Nationalpark ist 
weiterhin unübersichtlich; das politische Klima bleibt angespannt. Auch 
nach Beendigung des Bürgerkriegs kann eine Fortsetzung des Gueril-
la-Krieges durch einzelne LTTE-Gruppen mit unter Umständen landes-
weiten  Auswirkungen  nicht  ausgeschlossen  werden.  Mit  Anschlägen 
überall  auf der Insel muss nach wie vor gerechnet werden (Quellen: 
Deutsches Auswärtiges Amt, a.a.O, Länder, Reisen und Sicherheit  > 
Sri  Lanka  >  Reise-  und  Sicherheitshinweis/Teilreisewarnung,  Stand: 
Juni 2008, sowie Eidgenössisches Departement für auswärtige Ange-
legenheiten,  www.eda.admin.ch,  Reisehinweise  >  Reiseziele  >  Sri 
Lanka, Stand: Mai 2009, beide besucht am 12. August 2009).

Vor diesem Hintergrund besteht erfahrungsgemäss häufig der Wunsch 
zur Auswanderung, welcher sich vor allem bei jüngeren und ungebun-
denen Menschen manifestiert; aber auch sozial eingebundene Perso-
nen und solche reiferen Alters fassen diesen Schritt ins Auge. Ein be-
stehendes  minimales  soziales  Beziehungsnetz  im  Ausland  ist  dabei 
ein massgebliches Element,  welches den Auswanderungswillen noch 
akzentuieren kann. Im Falle der Schweiz führt dies angesichts der res-
triktiven  ausländerrechtlichen  Zulassungsregelung  nicht  selten  zur 
Umgehung  ausländerrechtlicher  Bestimmungen. Dabei  geht  es  nicht 
etwa allein um die Einreichung von Asylgesuchen nach erfolgter Ein-
reise, sondern es wird oftmals versucht, den Aufenthalt zu verlängern 
oder – beispielsweise durch Ausbildung oder Heirat – auf eine andere 
migrationsrechtliche Grundlage zu stellen.

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8.
Die geschilderten Umstände im Herkunftsland der Gesuchstellenden 
deuten zwar auf ein latentes Risiko einer nicht fristgerechten Wieder-
ausreise hin; sie entbinden die Vorinstanz bei der Analyse des Migrati-
onsrisikos jedoch nicht von einer einzelfallbezogenen Beurteilung. Na-
mentlich können berufliche, gesellschaftliche oder familiäre Verpflich-
tungen die Prognose für eine anstandslose Wiederausreise begünsti-
gen. Umgekehrt  muss bei  einer  gesuchstellenden Person,  die  keine 
der  erwähnten  Verpflichtungen  hat,  welche  sie  von  einer  möglichen 
Emigration  abhalten  könnten,  aufgrund  entsprechender  Erfahrungen 
das Risiko eines ausländerrechtlich nicht vorschriftsgemässen Verhal-
tens  nach  bewilligter  Einreise  zu  einem Besuchsaufenthalt  als  hoch 
eingeschätzt werden.

Die Gesuchstellerin 1 ist 29-jährig und verheiratet. Wie aus den auch 
für ihre drei Kinder – die Gesuchstellenden 2–4 – gestellten Visumsan-
trägen vom 18. Juli  2008 hervorgeht,  sollen diese sie in die Schweiz 
begleiten. Von der Familie der Gesuchstellerin 1 verbliebe somit nur ihr 
Ehemann in Sri  Lanka. Hinsichtlich allfälliger weiterer  familiärer  oder 
sonstiger sozialer Beziehungen in ihrem Herkunftsland geht aus den 
Akten  nichts  hervor. Es  ist  daher  davon  auszugehen,  dass  – würde 
dem Einreisegesuch der Gesuchstellenden entsprochen – seitens der 
Gesuchstellerin 1 in erster Linie Verpflichtungen gegenüber Personen 
bestünden,  welche  sich  ebenfalls  in  der  Schweiz  aufhalten  würden. 
Zwar ist davon auszugehen, dass der zurückbleibende Ehemann bzw. 
Vater  für  die  Gesuchstellenden  einen  gewissen  sozialen  Bezug  zur 
Herkunftsregion schafft. Die Erfahrung zeigt aber allgemein, dass zu-
rückbleibende Angehörige gerade in Situationen einer angespannten 
Sicherheitslage  oder  schwieriger  wirtschaftlicher  Verhältnisse  nicht 
verlässlich davon abhalten können, den Entscheid für eine Emigration 
zu fällen. Im Gegenteil, ein solcher kann dort namentlich von der Hoff-
nung getragen sein, die Angehörigen allenfalls später nachziehen zu 
können. Aufgrund der  Aktenlage kann jedenfalls  nicht  davon ausge-
gangen werden, dass familiäre oder sonstige persönliche Verpflichtun-
gen bestehen würden, welche die Gesuchstellende 1 nachhaltig davon 
abhalten  könnten,  eine  Emigration  mit  ihren  Kindern  in  die  Schweiz 
ernsthaft in Erwägung zu ziehen. Dass auch hinsichtlich des Eheman-
nes  eine  Einreise  in  die  Schweiz  zumindest  nicht  ausgeschlossen 
wird, ist daraus zu schliessen, dass der Beschwerdeführer replicando 
ausführt,  er  möchte  seine  Tochter  und  Enkelkinder  nicht  von  ihrem 
Ehemann bzw. Vater  trennen und hätte daher  auch nichts  dagegen, 

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wenn  der  ganzen  Familie  eine  Einreisebewilligung  erteilt  würde,  so 
dies möglich wäre.

In wirtschaftlicher Hinsicht ist die Gesuchstellerin 1 gemäss ihren An-
gaben im Visumsgesuch vom 18. Juli 2008 nicht berufstätig, womit ge-
meint sein dürfte, dass sie keiner Erwerbstätigkeit nachgeht, sondern 
sich mutmasslich als Hausfrau und Mutter  betätigt  (diese Auslegung 
bestätigen die Angaben des Beschwerdeführers im Antwortschreiben 
vom 1. September 2008 zuhanden der kantonalen Migrationsbehörde). 
Zwar befindet sich eine Arbeitsbescheinigung bei den Akten, gemäss 
welcher der Ehemann der Gesuchstellerin 1 seit 11 Jahren als Mana-
ger beim ausstellenden Unternehmen tätig sei. Dabei handelt es sich 
jedoch um eine undatierte Bestätigung, so dass daraus in Bezug auf 
die Fragen, wie aktuell sie ist bzw. ob das fragliche Anstellungsverhält-
nis  nach  wie  vor  besteht,  nichts  geschlossen  werden  kann.  Zudem 
sind diesbezüglich gewisse Diskrepanzen auszumachen, denn der Be-
schwerdeführer erwähnt in seinem Einladungsschreiben vom 17. Juni 
2008,  sein Schwiegersohn sei  als Verkäufer tätig. In diesem Zusam-
menhang erwähnenswert erscheint auch, dass der Ehemann der Ge-
suchstellerin  1  gemäss  der  eingereichten  Bescheinigung  monatlich 
umgerechnet  CHF 211.– verdient. Die mit  den lokalen Verhältnissen 
vertraute Schweizer Vertretung wies diesbezüglich darauf hin, dass es 
sich dabei um eine auch für örtliche Verhältnisse sehr niedrige Entlöh-
nung für eine Managertätigkeit handle. Die Auslagen während des ge-
planten Aufenthalts  in der Schweiz sollen denn auch ausschliesslich 
vom Beschwerdeführer getragen werden. Angesichts dessen kann je-
denfalls nicht davon ausgegangen werden, dass die Gesuchstellenden 
im Herkunftsland in günstigen und stabilen wirtschaftlichen Verhältnis-
sen leben,  welche für  eine günstige Prognose hinsichtlich ihrer  Wie-
derausreise  nach  einem allfälligen  Besuchsaufenthalt  sprechen wür-
den.

In Anbetracht  insbesondere des Fehlens besonderer  Verpflichtungen 
im Herkunftsland sowie des Umstands, dass die Gesuchstellenden mit 
dem Beschwerdeführer – ihrem Vater bzw. Grossvater –  bereits über 
eine wichtige Bezugsperson in der Schweiz verfügen würden, kann ih-
nen hinsichtlich der  gesicherten Wiederausreise  keine günstige Pro-
gnose gestellt werden.

In Bezug auf die seitens des Beschwerdeführers geltend gemachten 
Gesundheitsprobleme,  welche  es  ihm  verunmöglichen  sollen,  sich 

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selbst nach Sri Lanka zu begeben, ist schliesslich darauf hinzuweisen, 
dass in dem eingereichten Arztzeugnis vom 20. Oktober 2008 von ei-
nem "eingeschränkten Gesundheitszustand" und nicht von einer allfäl-
ligen Reiseunfähigkeit die Rede ist. Es ist  daher davon auszugehen, 
dass die gesundheitlichen Probleme, unter welchen der Beschwerde-
führer leidet (koronare Herzkrankheit, Diabetes mellitus Typ 2, Hyper-
tonie, rezidivierendes Lumbovertebralsyndrom), medikamentös behan-
delt werden (können) und die entsprechende Behandlung auch bei ei-
ner allfälligen Reise ins Herkunftsland der Gesuchstellenden weiterge-
führt bzw. sichergestellt werden könnte.

9.
Unter  den  geschilderten  Umständen  durfte  die  Vorinstanz  somit  zu 
Recht davon ausgehen, es bestehe nicht genügend Gewähr für eine 
gesicherte  Wiederausreise  nach  einem  Besuchsaufenthalt  der  Ge-
suchstellenden.

Dass  der  Beschwerdeführer  diese  zugesichert  hat,  ändert  daran 
nichts,  ist  doch  eine  solche  Garantie  weder  faktisch  noch  rechtlich 
durchsetzbar. Gastgeber können für gewisse finanzielle Risiken im Zu-
sammenhang mit  einem Besuchsaufenthalt  garantieren,  nicht  jedoch 
für ein bestimmtes Verhalten des Gastes (vgl. anstelle vieler: Urteil des 
Bundesverwaltungsgerichts  C-6950/2007  vom  7.  November  2008, 
E. 8).

10.
Aus diesen  Darlegungen  folgt,  dass  die  angefochtene  Verfügung  im 
Lichte von Art. 49 VwVG rechtmässig ist. Die Beschwerde ist daher ab-
zuweisen.

11.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die auf Fr. 600.– festzuset-
zenden  Verfahrenskosten  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen 
(Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst. b des Regle-
ments vom 21. Februar  2008 über die Kosten und Entschädigungen 
vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Sie werden mit dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvor-
schuss verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. [...] retour)
- das Migrationsamt des Kantons Zürich (ad Ref-Nr. [...])

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Ruth Beutler Viviane Eggenberger

Versand:

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