# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f1c00c27-fabb-5dca-b911-e1d3a656e6bd
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-10-27
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 27.10.2015 IV 2013/420
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2013-420_2015-10-27.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2013/420

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 02.06.2020

Entscheiddatum: 27.10.2015

Entscheid Versicherungsgericht, 27.10.2015
Art. 8 Abs. 1 ATSG, Art. 16 ATSG, Art. 28 Abs. 2 IVG Zusprechung einer 
ganzen Rente basierend auf dem polydisziplinären Gutachten der Medas 
Ostschweiz; 70 % AUF (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons 
St. Gallen vom 27. Oktober 2015, IV 2013/420).

Entscheid Versicherungsgericht, 27.10.2015

Entscheid vom 27. Oktober 2015

Besetzung

Vizepräsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichter Joachim Huber, 

Versicherungsrichterin Marie Löhrer; Gerichtsschreiberin Andrea Wepfer

Geschäftsnr.

IV 2013/420

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Simon Krauter, S-E-K Advokaten, 

Zürcherstrasse 310, 8500 Frauenfeld,

gegen

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IV-Stelle ds Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.       

A.a      A.___, Jahrgang 1965, wurde durch ihren Arbeitgeber B.___, am 29. September 

2011 bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen für die Früherfassung angemeldet 

(Eingang Anmeldung 3. Oktober 2011). Die Versicherte sei seit dem 10. Mai 2011 

arbeitsunfähig und erhalte Taggeldleistungen der Krankentaggeldversicherung. Die 

Arbeitsunfähigkeit betrage 100 % (IV-act. 1). Auf Empfehlung der IV-Stelle (IV-act. 3) 

meldete sich die Versicherte am 10. Oktober 2011 ordentlich bei der IV zum 

Leistungsbezug an. Sie führte im Anmeldeformular an, an einer Depression, 

Schlafstörungen und Konzentrationsstörungen zu leiden. Aus körperlicher Sicht sei sie 

durch Schmerzen an den Muskeln und Gelenken sowie Kopfschmerzen und 

Magenkrämpfen eingeschränkt (IV-act. 5). Mit der Anmeldung reichte sie einen Bericht 

des C.___, vom 21. Dezember 2004 über eine Röntgenaufnahme von 

Lendenwirbelsäule und Kreuzbein, einen Kurzaustrittsbericht des Kantonsspitals D.___, 

betreffend eine Cholezystektomie am 17. April 2010 sowie einen provisorischen 

Austrittsbericht der Klinik E.___ über einen Klinikaufenthalt vom 4. bis 24. August 2011 

ein (IV-act. 6, 7 und 8).

A.b     Am 20. Oktober 2011 fand zwischen RAD-Arzt Dr. med. F.___ und Dr. med. 

G.___, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, der behandelnden Psychiaterin der 

Versicherten, ein Gespräch statt. Dr. G.___ schätzte die Arbeitsunfähigkeit bis auf 

weiteres auf 100 % ein (IV-act. 17). Im Anschluss an das Gespräch liess sie der IV-

Stelle per Fax etliche ärztliche Berichte zukommen. Darunter befanden sich unter 

anderem ein Bericht von Dr. med. H.___, Fachärztin für Innere Medizin und 

Rheumatologie FMH, vom 4. November 2010 (Diagnosen insbesondere rezidivierendes 

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Zerviko- und Lumbovertebralsyndrom und leichtgradiges Karpaltunnelsyndrom; IV-

act. 18-20), der Austrittsbericht der Klinik E.___ über den Klinikaufenthalt vom 4. bis 24. 

August 2011 (Diagnosen insbesondere rezidivierende mittel- bis schwergradige 

depressive Episode mit somatischem Syndrom, anhaltende somatoforme 

Schmerzstörung, Anpassungsstörung mit depressiv-ängstlicher Reaktion; IV-act. 18-9) 

sowie ein Bericht des Gastroenterologen Dr. med. I.___, vom 19. September 2011 

(Diagnosen insbesondere unspezifische Abdominalbeschwerden und Status nach 

Oberbauchkrämpfen; IV-act. 18-5).

A.c      Im Arztbericht vom 21. Dezember 2011 nannte Dr. G.___ mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit die Diagnosen rezidivierende depressive Störung, betont ängstlich, 

gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F 33.11), auf 

dem Hintergrund eines generellen Schmerzsyndroms sowie ängstlich-abhängiger 

Persönlichkeitsstruktur (ICD-10: Z 73.1) und Panikstörung (ICD-10: F 41.0). Ohne 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestehe eine anhaltende somatoforme 

Schmerzstörung (ICD-10: F 45.4). Die Versicherte sei ab dem 10. Mai 2011 zu 100 % 

arbeitsunfähig gewesen. Zwischendurch sei sie vom 1. bis 30. Juni 2011 und vom 6. 

bis 14. Juli 2011 50 % arbeitsunfähig gewesen, danach wieder zu 100 % (vgl. auch IV-

act. 18-4). Im Januar 2012 sei eine stationäre psychiatrische Behandlung geplant (IV-

act. 25). Neu reichte die Psychiaterin unter anderem einen Bericht des Departements 

Innere Medizin, Rheumatologie/Rehabilitation des Kantonsspitals D.___ vom 6. Oktober 

2011 sowie einen Bericht des Departements Innere Medizin, Endokrinologie/

Diabetologie/Osteologie des Kantonsspitals D.___ vom 7. November 2011 ein (IV-act. 

26). In der Rheumatologie/Rehabilitation war die Möglichkeit des Vorliegens einer 

Polymyalgia rheumatica abgeklärt worden, der Verdacht hatte sich aber nicht erhärtet 

(IV-act. 26-10 ff.). Die Abteilung Endokrinologie/Diabetologie/Osteologie wies auf ein 

Nebenniereninzidentalom hin. In der Beurteilung wurde festgehalten, dass sich klinisch, 

anamnestisch und laborchemisch ein unauffälliger Befund gezeigt habe und sich keine 

endokrinologische Stoffwechselstörung habe finden lassen (IV-act. 26-6 ff.).

A.d     Mit Mitteilung vom 18. Januar 2012 wurde der Versicherten eröffnet, dass 

aufgrund ihres Gesundheitszustandes derzeit keine beruflichen 

Eingliederungsmassnahmen möglich seien (IV-act. 31).

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A.e      Am 23. Januar 2012 reichte der Arbeitgeber der Versicherten, B.___, den 

Fragebogen für Arbeitgebende ein. Dem Fragebogen wurden das 

Kündigungsschreiben vom 6. Januar 2012, mit welchem das Arbeitsverhältnis mit der 

Versicherten per 30. April 2012 aufgelöst worden war, und Lohnjournale der Jahre 2009 

bis 2011 beigelegt (IV-act. 33).

A.f       Im Auftrag der Krankentaggeldversicherung begutachtete das Zentrum J.___, 

die Versicherte. Die J.___ übertrug die neuropsychiatrische Beurteilung Dr. med. K.___, 

FMH Psychiatrie/Psychotherapie, und Dr. med. L.___, FMH Neurologie/

Verhaltensneurologie. Diese diagnostizierten in ihrem Bericht vom 17. Februar 2012 

eine mittelschwere depressive Störung mit Krankheitswert und konsekutiv-

störungsbedingt eingeschränktem berufsbezogenem Funktionspotenzial sowie eine 

komplexe, multifaktoriell bedingte Kopfschmerzsymptomatik. Für die Tätigkeit als 

Raumpflegerin bestehe eine Einschränkung des berufsbezogenen Funktionspotenzials 

von 50-60 % (act. G 4.2, Fremdakten Taggeldversicherung). Seitens der J.___ wurden 

am 10. April 2012 mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit insbesondere ein chronisches 

generalisiertes, lumbal sowie im Bereich beider unterer Extremitäten betontes 

Schmerzsyndrom, eine komplexe, multifaktoriell bedingte Kopfschmerzsymptomatik 

vom Spannungstyp und anhaltende mittelschwere depressive Episoden mit 

somatischem Syndrom genannt. Aus rein rheumatologischer Sicht sei die 

angestammte Tätigkeit als Reinigungsangestellte ganztags zumutbar bei einer 

Leistungsminderung von 25%. Aus interdisziplinärer Sicht bestehe eine 

Arbeitsunfähigkeit von 60% (act. G 4.2, Fremdakten Taggeldversicherung).

A.g     Am 18. Mai 2012 liess die M.___ der IV-Stelle den Austrittsbericht der 

Hospitalisation vom 29. Februar bis 8. Mai 2012 zukommen. Als Diagnose wurde eine 

rezidivierte depressive Störung, gegenwärtig mittelschwere Ausprägung mit 

somatischem Syndrom (ICD-10: F33.11) bei/mit anhaltender somatoformer 

Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) festgehalten. Die Versicherte sei zur Reevaluierung der 

Medikation und Behandlung des depressiven Syndroms eingetreten und habe in 

stabilerem Zustand in die angestammten Verhältnisse entlassen werden können (IV-

act. 40). Im IV-Arztbericht vom 30. Mai 2012 wurde seitens der M.___ insbesondere 

festgehalten, die bisherige Tätigkeit sei der Versicherten nicht mehr zumutbar. Eine 

behinderungsangepasste Tätigkeit sei nicht möglich (IV-act. 45-5).

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A.h     Im Juli 2012 erfolgten nochmalige Abklärungen betreffend berufliche 

Eingliederungsmöglichkeiten. Eine Eingliederungsverantwortliche der IV-Stelle führte 

mit der Versicherten am 25. Juli 2012 ein Gespräch und hielt fest, dass die Versicherte 

sehr auf die Schmerzen fixiert sei, sich auch in einer beruflichen Abklärung im 

geschützten Rahmen nicht arbeitsfähig sehe und berufliche Massnahmen deswegen 

nicht angezeigt und abzuschliessen seien (IV-act. 55). Am 16. August 2012 wurde der 

Versicherten mitgeteilt, dass ihr Leistungsbegehren um berufliche Massnahmen 

abgewiesen werde, da sie sich nicht in der Lage fühle, an Eingliederungsbemühungen 

mitzuwirken (IV-act. 59).

A.i       Dr. G.___ erstattete am 7. September 2012 erneut Bericht über die 

gesundheitliche Situation der Versicherten. Es liege eine zunehmende 

Verschlechterung der Gesamtsituation vor (diverse Ängste, Anspannungszustände, 

eine innere Unruhe, intensive Insuffizienzgefühle, eine chronisch depressive 

Stimmungslage und Schlafstörungen mit Alpträumen). Die bisherige Tätigkeit sei der 

Versicherten nicht zumutbar und aktuell seien ihr auch keine anderen Tätigkeiten 

möglich (IV-act. 62).

A.j       Im Auftrag der IV-Stelle begutachtete die Medas Ostschweiz die Versicherte im 

Februar und April 2013 polydisziplinär. Das Gutachten datiert vom 8. Mai 2013. Med. 

pract. N.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, stellte die 

psychiatrischen Diagnosen rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig 

mittelgradige bis schwere Episode mit somatischem Syndrom, ohne psychotische 

Syptome (ICD-10: F 33.11/2), Panikstörungen (ICD-10: F 41.0) und anhaltende 

somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F 45.4). Er ging davon aus, dass die 

Versicherte seit dem 10. Mai 2011 in der bisherigen wie in einer adaptierten Tätigkeit 

aus psychiatrischer Sicht zu mindestens 70 % in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei 

(IV-act. 74-33). Dr. med. O.___, Facharzt und Oberarzt mbF, Klinik für Neurologie am 

Kantonsspital D.___ sowie Dr. med. P.___, Assistenzärztin Klinik für Neurologie am 

Kantonsspital D.___, diagnostizierten ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit lediglich ein 

chronifiziertes muskuloskelettales Schmerzsyndrom (ICD-10: R 52.5). Die 

Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Raumpflegerin schätzte er auf 

100 % (IV-act. 74-39). Der Hauptgutachter Dr. med. Q.___, Facharzt für Rheumatologie 

und Innere Medizin FMH, führte als Diagnose ohne wesentliche Einschränkung der 

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Arbeitsfähigkeit ein Fibromyalgiesyndrom mit Tendenz zur Entwicklung eines 

generalisierten chronischen Schmerzsyndroms mit vielen vegetativen 

Begleitbeschwerden an (IV-act. 74-41 f.).

A.k      Der Rechtsdienst der IV-Stelle hielt in seiner Stellungnahme vom 3. Juni 2013 

fest, es liege keine vom Schmerzempfinden und der psychosozialen 

Belastungssituation abschichtbare eigenständige Depression vor. Ausserdem sei der 

geltend gemachte soziale Rückzug zu wenig ausgeprägt und die Versicherte noch nicht 

austherapiert. Insgesamt seien keine Faktoren vorhanden, die es der Versicherten bei 

der vorausgesetzten zumutbaren vollen Willensanstrengung verunmöglichten, eine 

Erwerbstätigkeit in einem vollen Arbeitspensum auszuüben. Damit sei die Versicherte 

aus psychiatrischer Sicht voll arbeitsfähig (IV-act. 76).

A.l       Mit Vorbescheid vom 4. Juni 2013 wurde der Versicherten in Aussicht gestellt, 

dass das Rentenbegehren abgewiesen werde (IV-act. 79). Sie liess, vertreten durch 

Rechtsanwalt lic. iur. S. Krauter, am 31. Juli 2013 Einwand erheben und die 

Ausrichtung einer ganzen IV-Rente mit Wirkung ab dem 1. Mai 2012, eventualiter die 

Tätigung weiterer Abklärungen, beantragen (IV-act. 86).

A.m    Die IV-Stelle verfügte am 2. August 2013 die Abweisung eines Rentenanspruchs. 

Die ergänzenden Abklärungen hätten ergeben, dass bei der Versicherten in rechtlicher 

Hinsicht kein Gesundheitsschaden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorhanden 

sei. Es bestehe lediglich eine Invaliditätsgrad von 3 % und damit keine genügende 

Einschränkung für die Gewährung einer Rente (IV-act. 87).

B.       

B.a      Mit Beschwerde vom 2. September 2013 beantragte der Rechtsvertreter der 

Versicherten für diese die Aufhebung der Verfügung vom 2. August 2013 und die 

Ausrichtung einer ganzen IV-Rente ab dem 1. Mai 2012. Eventualiter sei die 

Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an die IV-Stelle zurückzuweisen. Zur 

Begründung brachte er vor, das Gutachten der Medas Ostschweiz sei grundsätzlich 

voll beweistauglich. Ausnahmsweise seien die sogenannten "Foerster-Kriterien" von 

den Gutachtern als erfüllt angenommen worden und es sei von einer Arbeitsunfähigkeit 

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von 70 % auch in einer angepassten Tätigkeit ausgegangen worden. Die 

Beschwerdeführerin leide nicht nur unter psychischen Beschwerden, sondern auch 

unter chronischen somatischen Begleiterkrankungen. Sie lebe sozial äusserst 

zurückgezogen und ziehe sich auch innerhalb der Familie stark zurück. Teilweise 

verlasse sie ihr Zimmer bis zu drei Tage in Folge nicht. Bei der Beschwerdeführerin 

lägen letztlich keine befriedigenden Behandlungsergebnisse vor, obwohl sie seit 2008 

psychiatrisch behandelt werde (act. G 1). Als Beilage reichte er eine E-Mail der 

behandelnden Psychiaterin Dr. G.___ ein, in welcher diese ausführte, die Versicherte 

sei in keinem Punkt eine klassische Schmerzpatientin. Sie sei am therapeutischen 

Prozess sehr interessiert, motiviert und aktiv. Den Halt finde sie in der Familie und im 

Glauben. Sie kämpfe aktiv gegen diverse psychophysische Beschwerden (act. G 1.3).

B.b     Mit Beschwerdeantwort vom 29. Oktober 2013 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Dr. G.___ diagnostiziere die 

mittelgradig depressive Störung (auch) auf dem Hintergrund eines generalisierten 

Schmerzsyndroms. Demnach handle es sich bei der diagnostizierten depressiven 

Störung um eine reaktive Begleiterscheinung zur somatoformen Schmerzstörung. 

Damit liege kein von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbarer 

verselbständigter und pathologischer Gesundheitsschaden vor. Bei der 

Beschwerdeführerin sei zudem eine psychosoziale Problematik vorhanden, da ihr 

kranker Ehemann ihr im Haushalt und der Kinderbetreuung keine grosse Hilfe gewesen 

sei. "Foerster-Kriterien" im notwendigen Schweregrad seien entgegen dem Medas-

Gutachten ebenfalls nicht gegeben. Der geltend gemachte soziale Rückzug sei zu 

wenig ausgeprägt. Die Beschwerdeführerin sei bezüglich ihres Leidens auch noch nicht 

austherapiert (act. G 4).

B.c      Mit Replik vom 3. Dezember 2013 hielt die Beschwerdeführerin an ihren 

Anträgen fest. Ergänzend zur Beschwerde wurden ein ärztlicher Bericht von Dr. G.___ 

vom 24. November 2013 sowie der Austrittsbericht der M.___ vom 13. November 2013 

eingereicht. Gemäss Austrittsbericht seien primär eine rezidivierende depressive 

Störung, gegenwärtig mittelgradiger Ausprägung mit somatischem Syndrom, und nur 

sekundär eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung, eine Panikstörung sowie eine 

ängstlich-dependente Persönlichkeitsstruktur diagnostiziert worden. Die depressive 

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Störung stehe damit im Vordergrund und die "Foerster-Kriterien" seien erfüllt (act. G 6, 

G 6.4, G 6.5).

B.d     Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine weitere Stellungnahme.

B.e      Mit Schreiben vom 24. Juli 2015 wurde der Beschwerdegegnerin im Nachgang 

zur Praxisänderung des Bundesgerichts betreffend die Überwindbarkeitspraxis 

nochmals das rechtliche Gehör gewährt (act. G 11). Diese nahm die Möglichkeit am 28. 

Juli 2015 wahr, hielt jedoch an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest 

(act. G 12).

Erwägungen

1.        

1.1   Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin einen 

Rentenanspruch der Beschwerdeführerin abgelehnt. Streitig und vorliegend zu prüfen 

ist, ob dies rechtmässig ist.

1.2      Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, 

wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, 

wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

50% besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente.

1.3      Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze 

oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidität kann Folge von 

Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit 

ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen 

Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung 

verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in 

Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die 

Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen 

der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit 

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liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 

ATSG).

1.4      Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen 

Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche 

Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 

261 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und 

Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und das 

Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des 

Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).

2.        

2.1      In medizinischer Hinsicht hat die Beschwerdegegnerin bei der Medas 

Ostschweiz ein polydisziplinäres Gutachten eingeholt, das aus psychischen Gründen 

eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um mindestens 70% ab 10. Mai 2011 

attestiert. Dieses Gutachten hat der RAD als überzeugend beurteilt (IV-act. 75). Der 

Rechtsdienst der Beschwerdegegnerin ist dennoch zum Schluss gekommen, „aus 

psychiatrischer Sicht“ sei die Beschwerdeführerin voll

arbeitsfähig (IV-act. 76).

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2.2      Das Bundesgericht hat in BGE 141 V 281 seine sog. Überwindbarkeitspraxis 

aufgegeben. Damit hat die von den Parteien im vorliegenden Verfahren geführte 

Diskussion insbesondere darüber, ob die sog. Foerster-Kriterien erfüllt seien, 

weitgehend an Bedeutung verloren. Wie die nachfolgenden Ausführungen zeigen, 

handelt es sich bei den gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin 

jedoch ohnehin nicht um ein mit einer somatoformen Schmerzstörung vergleichbares 

psychosomatisches Leiden im Sinn der Rechtsprechung. Vielmehr besteht mit der 

depressiven Störung ein eigenständiges Krankheitsbild, das mit Blick auf seine 

Entstehung, den Schweregrad und die Ausprägung nicht als rein reaktives Geschehen 

zur somatoformen Schmerzstörung zu betrachten ist.

3.        

3.1      Im Rahmen des Medas-Gutachtens ist in Bezug auf die im Gesamtgutachten 

attestierte Arbeitsunfähigkeit die aus psychiatrischer Sicht festgestellte Einschränkung 

ausschlaggebend. Med. pract. N.___ stellte die Diagnosen rezidivierende depressive 

Störung, gegenwärtig mittelgradige bis schwere Episode mit somatischem Syndrom, 

ohne psychotische Symptome (ICD-10: F33.11/2), Panikstörungen (ICD-10: F41.0) 

sowie anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4). Die 

Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen wie in einer adaptierten Tätigkeit schätzte er auf 

mindestens 70 % ein. Bereits die Dres. K.___ und L.___ hielten in ihrer Evaluation des 

neuropsychiatrischen Funktionspotenzials fest, aus neuropsychiatrischer Sicht sei die 

Belastbarkeit der Beschwerdeführerin plausibel und nachvollziehbar eingeschränkt. Für 

die Tätigkeit als Raumpflegerin, bei der sie überwiegend körperliche Arbeiten unter 

Zeitdruck verrichten müsse, bestehe eine Einschränkung des berufsbezogenen 

Funktionspotentials von 50-60% (50-60%-ige Arbeitsunfähigkeit). Sie begründeten ihre 

Einschätzung primär mit der erhobenen mittelschweren depressiven Störung mit 

Krankheitswert. Die behandelnde Psychiaterin Dr. G.___ stellte durchgehend die 

gleiche Diagnose wie der psychiatrische Medas-Gutachter. Sie bezifferte die 

Arbeitsunfähigkeit – abgesehen von zwei kurzen Zeitintervallen zwischen dem 1. Juni 

und dem 14. Juli 2011 – mit 100 % (IV-act. 17, 25, 62). Die Klinik E.___ und die M.___ 

kamen gleichermassen zu übereinstimmenden Schlüssen. Sie äusserten sich zwar im 

Wesentlichen nur für die Dauer der Klinikaufenthalte zur Arbeitsfähigkeit, stimmten aber 

in ihren Diagnosen und der Befunderhebung im Wesentlichen mit dem psychiatrischen 

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Teilgutachten überein (IV-act. 26-14 ff., 40, act. G 6.5). RAD-Arzt Dr. F.___ kam in 

seiner Stellungnahme vom 27. Mai 2013 zum Schluss, dass das polydisziplinäre 

Gutachten vom 8. Mai 2013 überzeuge (IV-act. 75).

3.2      Damit stellten die involvierten behandelnden oder begutachtenden 

medizinischen Fachpersonen bei der Beschwerdeführerin dieselben oder zumindest 

ähnliche psychische Einschränkungen fest. Sie stimmten alle überein, dass bei ihr in 

der Hauptsache eine rezidivierende depressive Störung vorliege, und qualifizierten 

diese als mindestens mittelgradig ausgeprägt. Es handelt sich ausschliesslich um Ärzte 

mit spezifischen Fachkenntnissen, die ihre Diagnosen und die daraus abgeleiteten 

Einschätzungen auch begründeten. Der psychiatrische Medas-Teilgutachter beschrieb 

die Grundstimmung der Beschwerdeführerin als deutlich nach unten geschoben, die 

Schwingungsfähigkeit eingeschränkt. Auch Lebensfreude und Lebenslust seien stark 

eingeschränkt. Im Antrieb wirke sie eingeschränkt, psychomotorisch ohne jegliche 

Spannung und zum Teil wirke sie mechanisch gesteuert (IV-act. 74-29 f.). Auch die 

Dres. K.___ und L.___ schilderten sie als stimmungsmässig depressiv limitiert, freudlos 

und leidend. Sie sei in der affektiven Schwingungs- und Resonanzfähigkeit eingeengt, 

der Spontanantrieb vermindert und es liege eine psychomotorische Verlangsamung vor 

(act. G 4.2, Fremdakten). Von Seiten der Klinik E.___ wurde sie als affektarm, 

deprimiert, hoffnungslos, ängstlich, leicht gereizt, mittelschwer innerlich unruhig und 

leicht klagsam-jammrig beschrieben (IV-act. 18-11). Auch die M.___ nahm sie als 

affektarm/starr, deprimiert, hoffnungslos und ängstlich wahr. Ausserdem liege eine 

innere Unruhe vor und sei sie antriebsarm (IV-act. 40-1). Insgesamt sind die 

diagnoserelevanten Befunde nachvollziehbar beschrieben und zeigen eine deutliche 

Ausprägung. Relevante Anzeichen für Aggravation bestehen nicht. So klaffen etwa 

Anamnese, Beschwerdeschilderungen und gezeigtes Verhalten nicht auseinander. 

Keiner der Sachverständigen beschrieb das Verhalten als demonstrativ oder die Klagen 

der Beschwerdeführerin als unglaubwürdig.

3.3      Die Beschwerdeführerin befindet sich seit 2008 in psychiatrischer Therapie bei 

Dr. G.___ (IV-act. 25). Sie begab sich dreimal zur stationären Behandlung in 

psychiatrische Kliniken. Die erste fand vom 4. bis 24. August 2011 in der Klinik E.___ 

(IV-act. 18-9, 26-14), die zweite vom 29. Februar bis 8. Mai 2012 in der M.___ (IV-act. 

40) und die dritte vom 4. September bis 2. Oktober 2013 abermals in der M.___ statt 

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(act. G 6.5). Im Rahmen der Medas-Begutachtung wurde die Medikamenteneinnahme 

mittels Serumbestimmung überprüft (vgl. IV-act. 74-30 sowie 74-46 f.); offenbar 

ergaben sich daraus keine Auffälligkeiten bzw. keine Hinweise auf eine nicht 

regelrechte Medikamentencompliance. Bemühungen der Beschwerdeführerin, ihren 

Zustand durch medikamentöse, Gesprächs- und weitere Therapien (vgl. etwa die 

Hinweise auf kognitiv-verhaltenstherapeutische Einzeltherapie, Ergotherapie, 

Maltherapie, progressive Muskelrelaxation nach Jacobson etc. im Bericht der M.___ 

vom 24. Mai 2012, IV-act. 45-2) während Jahren positiv zu beeinflussen, sind 

aktenkundig. Auch die Behandlungsdichte lässt auf einen subjektiven Leidensdruck der 

Beschwerdeführerin schliessen. Ein nachhaltiger Behandlungserfolg blieb trotzdem 

aus, sodass von einer gewissen Behandlungsresistenz auszugehen ist.

3.4      Im Austrittsbericht der Klinik E.___ vom 16. September 2011 wurden ein sozialer 

Rückzug, Zukunftsängste und eine Grübelneigung erwähnt (IV-act. 18-9). Gegenüber 

der Eingliederungsverantwortlichen der Beschwerdegegnerin hielt die 

Beschwerdeführerin fest, dass sie sich isoliere und zu Hause bleibe (IV-act. 55). Der 

psychiatrische Medas-Teilgutachter hielt fest, die Beschwerdeführerin berichte, ihr sei 

jeder Kontakt eine Belastung, sie sei lieber alleine und studiere nach (IV-act. 74-27). 

Auch im Bericht der Dres. K.___ und L.___ ist zu lesen, dass die Beschwerdeführerin 

dauernd traurig sei, sich sozial völlig zurückgezogen habe und sie sogar Geräusche 

oder auch Gespräche ihrer Familie störten (act. G 4.2, Fremdakten). Die Schilderungen 

ihrer Beschwerden erwecken damit einen homogenen, konsistenten Eindruck.

3.5      Nennenswerte persönliche Ressourcen zum Umgang mit ihren Beschwerden 

und Einschränkungen sind bei der Beschwerdeführerin nach Lage der Akten nicht 

vorhanden. Sie hat zwar in ihrem Mutterland R.___ eine vierjährige Ausbildung zur 

kommerziellen Technikerin absolviert (IV-act. 15-4), diese schliesslich aber nicht 

verwertet, sondern zuhause in der elterlichen Landwirtschaft mitgeholfen bis zur Heirat 

(IV-act. 74-22). 1992 sei sie in die Schweiz gekommen und habe ab 1994 im 

Reinigungsdienst des B.___ gearbeitet, zuerst Teilzeit und anschliessend mehrere 

Jahre in einem Vollzeitpensum. Hinweise darauf, dass intellektuelle Ressourcen in 

einem Ausmass vorhanden sind, das zu einer positiven Beeinflussung der Problematik 

beitragen könnte, bestehen nicht. Sie wird vielmehr als schnell überfordert beschrieben 

(IV-act. 25-2).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/18

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3.6      Das Niveau der Aktivitäten der Beschwerdeführerin und ihre sozialen Kontakte 

werden durchgehend als sehr reduziert beschrieben. Im Medas-Gutachten wurde 

festgehalten, dass die Beschwerdeführerin gemäss ihren eigenen Angaben zurzeit mit 

niemandem Kontakt habe. Sie halte andere Personen nicht aus, sei am liebsten alleine 

und ziehe sich so viel wie möglich zurück. Sie habe keinen Besuch und mache nicht 

ab. Sie gehe nur am Abend ins Freie, wenn sie niemanden treffe und für sich sein 

könne. Früher sei sie ein Familienmensch gewesen, habe alles genossen und an vielem 

Freude gehabt. Heute sei ihr jeder Kontakt eine Belastung (IV-act. 74-27). Aufgrund der 

Todesfälle in der Familie sei sie in den drei oder vier Jahren vor der Begutachtung auch 

nicht mehr in ihrer Heimat gewesen. Es falle ihr schwer, an die Schwester 

beziehungsweise die Mutter erinnert zu werden, so dass sie sich lieber hier zurückziehe 

und für sich sei. Bereits die Dres. K.___ und L.___ schilderten, die Beschwerdeführerin 

gebe an, sie habe sich sozial völlig zurückgezogen und wolle nur allein sein. Es störten 

sie sogar Geräusche oder Gespräche ihrer Familie (act. G 4.2 Fremdakten). Im 

Austrittsbericht der Klinik E.___ vom 16. September 2011 findet sich die Angabe, die 

Beschwerdeführerin habe sich sozial stark zurückgezogen und habe bei der Arbeit die 

Pausen mit den Kolleginnen vernachlässigt. Sie wolle von niemandem besucht werden 

und sich auch mit keinen Bekannten treffen (IV-act. 18-10). Auch im Austrittsbericht 

über die zweite Hospitalisation in der M.___ werden ein sozialer Rückzug und keine 

soziale Umtriebigkeit festgestellt (act. G 6.5). Auch ihr Tagesverlauf gestaltet sich 

eintönig und zurückgezogen. Sie nehme nach dem Aufstehen ihre Medikamente ein, 

ziehe sich danach bei sehr starken Nacken- und Kopfschmerzen wieder ins 

Schlafzimmer zurück, koche manchmal etwas für das Mittagessen, kümmere sich am 

Nachmittag ein wenig um den Haushalt, gegen Abend gehe sie spazieren und um ca. 

22 Uhr gehe sie wieder ins Bett (IV-act. 74-23, 74-27, act. G 4.2 Fremdakten 

Beurteilung Dres. K.___ und L.___). Die Beschwerdeführerin erscheint also in Bezug auf 

praktisch alle Lebensbereiche weitgehend inaktiv geworden zu sein. Über ihr 

Aktivitätenniveau vor Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigungen enthalten die 

Akten zwar wenig Hinweise. Sie selbst gab an, früher ein Familienmensch gewesen zu 

sein. Offenbar bestand eine sehr gute Beziehung zur unterdessen verstorbenen 

Schwester (IV-act. 3-4). Die Akten enthalten auch einen Hinweis auf einen Rückzug von 

Arbeitskolleginnen kurz vor Beendigung des Arbeitsverhältnisses (IV-act. 18-10). 

Insgesamt ist in allen vergleichbaren Lebensbereichen von einer im Verhältnis zur Zeit 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/18

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vor Eintritt der gesundheitlichen Probleme deutlichen Verminderung des 

Aktivitätenniveaus auszugehen.

3.7      Dass der psychiatrische Medas-Gutachter zum Schluss kam, die 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin sei um mindestens 70% eingeschränkt, ist bei 

der bestehenden Aktenlage plausibel und nachvollziehbar. Die übrigen Medas-

Gutachter haben denn auch nichts vorgebracht, was die Einschätzung ihres 

psychiatrischen Kollegen in Frage stellen würde. Derartige Anhaltspunkte ergeben sich 

auch sonst nicht aus den medizinischen Akten.

4.        

4.1      Der Rechtsdienst der Beschwerdegegnerin stellt sich auf den Standpunkt, die 

Beschwerdeführerin sei „aus psychiatrischer Sicht“ voll arbeitsfähig. Die diagnostizierte 

depressive Störung sei eine reaktive Begleiterscheinung zur somatoformen 

Schmerzstörung. Es liege kein von depressiven Verstimmungszuständen klar 

unterscheidbarer verselbständigter und pathologischer Gesundheitsschaden vor (act. 

G 4). Diese Auffassung vermag nicht zu überzeugen. Den zum psychischen 

Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin vorhandenen Akten ist ohne jeden 

Zweifel zu entnehmen, dass nicht lediglich von „depressiven Verstimmungszuständen“ 

auszugehen ist, sondern eine manifeste depressive Erkrankung vorliegt. Unstrittig 

bestehen auch syndromale Schmerzzustände. Diese wurden im Medas-Gutachten 

erhoben, diagnostisch eingeordnet und bewertet. Ein Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 

wurde ihnen jedoch explizit nicht zugebilligt. Eindeutig im Vordergrund stehen die 

psychischen Einschränkungen. Nur diese reduzieren die Arbeitsfähigkeit in 

quantitativer und qualitativer Hinsicht.

4.2      Weiter betont die Beschwerdegegnerin, bei der Beschwerdeführerin sei eine 

psychosoziale Problematik vorhanden. Ihr kranker Ehemann sei ihr im Haushalt und der 

Kinderbetreuung keine grosse Hilfe gewesen. Eine zusätzliche Belastung sei der Tod 

ihrer Mutter 2008 und derjenige ihrer Schwester 2011 gewesen. Es liege keine von den 

psychosozialen Faktoren abschichtbare ausgeprägte psychische Störung vor. Auch 

diese Ansicht überzeugt nicht. Dass die depressive Erkrankung „lediglich“ durch 

ungünstige psychosoziale Umstände unterhalten wird, kann ohne weiteres 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/18

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ausgeschlossen werden. Die Kinder der Beschwerdeführerin waren im Zeitpunkt der 

Erstattung des Gutachtens 17 und 21 Jahre alt und damit nicht mehr intensiv 

betreuungsbedürftig (IV-act. 74-22). Die Beschwerdeführerin wird durch ihre Tochter 

und ihren Ehemann im Haushalt unterstützt (act. G 4.2 Fremdakten Beurteilung Dres. 

K.___ und L.___). Das Verhältnis zu ihrem Mann und ihren Kindern bezeichnete sie im 

Gespräch mit der Eingliederungsverantwortlichen der Beschwerdegegnerin als gut (IV-

act. 55-3). Die finanzielle Situation wurde verschiedentlich so beschrieben, dass sie 

zwar eng sei, dass es aber möglich sei, das Leben zu bestreiten und dass keine 

Schulden vorlägen (IV-act. 3-3, 40-2, 55-3, 74-22). Es geht nicht vordergründig um 

missliche oder schwierige Lebensumstände, welche die depressive Störung ausgelöst 

haben. Die Ausführungen der psychiatrischen Fachpersonen deuten vielmehr darauf 

hin, dass die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer psychischen Grundproblematik mit 

gewissen Gegebenheiten in ihrem sozialen Umfeld nicht zurechtkommt. So erscheint 

als nachvollziehbar, dass etwa die Todesfälle von Mutter und Schwester pathologisch 

fehlverarbeitet wurden. Dies als simplen „psychosozialen Belastungsfaktor“ 

abzustempeln und vom Krankheitswert auszunehmen, wird der Komplexität und 

Schwere der Erkrankung in keine Weise gerecht.

4.3      Vor dem Hintergrund dieser Ausführungen ist gestützt auf das Gutachten der 

Medas Ostschweiz von einer Arbeitsunfähigkeit von 70% auszugehen.

5.        

5.1      Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird 

gemäss Art. 16 ATSG durch einen Einkommensvergleich ermittelt. Dabei wird das 

Einkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der 

Durchführung der notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei 

ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in 

Beziehung gesetzt zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn 

sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).

5.2   Zur Bemessung des Valideneinkommens wird in der Praxis regelmässig das vor 

dem Eintritt der zur Invalidität führenden Arbeitsunfähigkeit erzielte Einkommen 

beigezogen (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl. Bern 2009, N 12 zu Art. 16, mit 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/18

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Hinweis). Massgebend ist, was die versicherte Person aufgrund ihrer beruflichen 

Fähigkeiten und persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit im massgebenden Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns 

(vorliegend im Jahr 2012) verdient hätte (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Dezember 

2014, 9C_487/2014, E. 3.1.1).

5.3   Vorliegend ist zu Recht unstrittig, dass der Invaliditätsgrad der 

Beschwerdeführerin anhand eines Einkommensvergleichs zu bemessen ist. Im Jahr 

2010, also vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, erzielte die Beschwerdeführerin gemäss 

IK-Auszug ein Einkommen von Fr. 56'911.-- (IV-act. 16). Angepasst an die 

Nominallohnentwicklung bis 2012, dem Jahr des Rentenbeginns, ergibt sich ein 

Valideneinkommen von Fr. 58'036.-- (Nominallohnindex Frauen 2010: 2'579, 2012: 

2'630).

5.4   Die Beschwerdeführerin, die zwar einen Abschluss als kommerzielle Technikerin 

von R.___ besitzt, die entsprechenden Kompetenzen im Rahmen ihrer Berufskarriere 

aber nie einsetzen konnte, arbeitete seit 1994 im Reinigungsdienst des B.___. 

Demzufolge ist bei der Berechnung ihres Invalideneinkommens auf die Tabellenlöhne 

der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE), Kompetenzniveau 1, Frauen, 

abzustellen. Im Jahr 2012 verdienten Frauen in diesem tiefsten Anforderungsniveau bei 

der durchschnittlichen betriebsüblichen Arbeitszeit von 41,7 Wochenstunden im 

Durchschnitt Fr. 51'441.-- (vgl. Anhang 2 der von der Informationsstelle AHV/IV 

herausgegebenen Textausgabe IVG, 2015). Ob und in welcher Höhe ein 

Tabellenlohnabzug vorzunehmen ist, kann offen bleiben. Denn selbst ohne 

Berücksichtigung eines solchen ergibt sich bei einem Invalideneinkommen von 

Fr. 15'432.-- (Fr. 51'441.-- x 0.3) ein Invaliditätsgrad von abgerndet 73%.

5.5   Die Beschwerdeführerin war durch ihre behandelnde Psychiaterin seit dem 10. 

Mai 2011 voll arbeitsunfähig geschrieben worden. Dieses Datum wurde von den 

Medas-Gutachtern übernommen, was nachvollziehbar ist. Das Wartejahr (Art. 28 Abs. 

1 IVG) begann also am 10. Mai 2011 zu laufen und lief am 9. Mai 2012 ab. Die 

Beschwerdeführerin, deren IV-Anmeldung im Oktober 2011 erfolgte, hat damit ab 

1. Mai 2012 (Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG) Anspruch auf eine ganze Invalidenrente.

6.        

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/18

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6.1   Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 2. August 2013 in Gut­

heissung der Beschwerde aufzuheben und der Beschwerdeführerin ist ab 1. Mai 2012 

eine ganze Rente zuzusprechen. Die Sache ist zur Festsetzung und Ausrichtung der 

geschuldeten Leistung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

6.2   Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

als angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat ausgangsgemäss die gesamte 

Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 

600.-- ist der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten.

6.3   Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 

22 Abs. 1 lit. b HonO (sGs 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Im hier zu 

beurteilenden Fall erscheint eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- 

(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.    

In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 2. August 2013 aufgehoben 

und der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. Mai 2012 eine ganze Rente 

zugesprochen. Zur Festsetzung und Ausrichtung der Leistung wird die Sache an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.     

Die Beschwerdegegnerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/18

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3.     

Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin zurücker­

stattet.

4.     

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von Fr. 

3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

	Publikationsplattform
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	Entscheid Versicherungsgericht, 27.10.2015
	Art. 8 Abs. 1 ATSG, Art. 16 ATSG, Art. 28 Abs. 2 IVG Zusprechung einer ganzen Rente basierend auf dem polydisziplinären Gutachten der Medas Ostschweiz; 70 % AUF (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 27. Oktober 2015, IV 2013/420).

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