# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cdfaa5d0-79b6-517c-8d6f-b788c02256ca
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-03-04
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 04.03.2014 200 2012 847
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2012-847_2014-03-04.pdf

## Full Text

200 12 847 IV
SCP/REL/MAA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 4. März 2014

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiberin Renz

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 20. Juli 2012

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. März 2014, IV/12/847, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1977 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
reiste 1990 erstmals und definitiv im Jahre 1992 in die Schweiz ein und 
meldete sich am 28. Juni 2010 wegen einer sekundär chronisch-
progredienten Multiplen Sklerose bei der Invalidenversicherung zum Leis-
tungsbezug an (Antwortbeilage der IV-Stelle Bern [AB] 2). Die IV-Stelle 
Bern (IVB resp. Beschwerdegegnerin) führte daraufhin medizinische und 
berufliche Erhebungen durch. 

Mit Verfügung vom 10. Januar 2011 (AB 12) wies die IVB das Leistungsbe-
gehren um berufliche Massnahmen ab. Nach einem Aufenthalt in der Klinik 
H.________ (AB 29) und nach Zusprache verschiedener Hilfsmittel (AB 18 
bis AB 21) wurde die Versicherte durch den Regionalen Ärztlichen Dienst 
(RAD) der IV-Stellen Bern/Freiburg/Solothurn neurologisch und psychia-
trisch untersucht (AB 31 und AB 36). Nachdem die IVB sowohl einen Ab-
klärungsbericht Haushalt (AB 39) wie auch einen Abklärungsbericht Hilflo-
senentschädigung (AB 40) erstellt hatte, stellte sie der Versicherten mit 
Vorbescheid vom 18. Mai 2012 (AB 41) bei einem Invaliditätsgrad (IV-
Grad) von 35 % die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht. Damit 
zeigte sich die durch Rechtsanwältin Dr. med. B.________ vertretene Ver-
sicherte mit Einwand vom 18. Juni 2012 (AB 44) nicht einverstanden. Nach 
Rücksprache mit dem Abklärungsdienst (AB 46) und mit dem RAD (AB 49) 
verfügte die IVB am 20. Juli 2012 (AB 51) dem Vorbescheid entsprechend. 
Mit Verfügung vom 4. September 2012 (AB 54) sprach die IVB der Versi-
cherten zudem eine Hilflosenentschädigung leichten Grades zu. Diese Ver-
fügung blieb unangefochten.

B.

Gegen die Verfügung vom 20. Juli 2012 (AB 51) erhob die Versicherte – 
weiterhin vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. B.________ – am 
13. September 2012 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons 

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Bern. Sie beantragt die Zusprechung einer Rente der Invalidenversiche-
rung und eventualiter die Rückweisung der Angelegenheit an die Be-
schwerdegegnerin für weitere Abklärungen. Zudem sei ihr unter Beiord-
nung der unterzeichnenden Rechtsanwältin die unentgeltliche Rechtspflege 
zu bewilligen.

Mit Eingabe vom 15. Oktober 2012 verzichtet die Beschwerdegegnerin auf 
eine ausführliche Beschwerdeantwort und beantragt unter Hinweis auf die 
im Rahmen des Vorbescheidverfahrens abgegebenen Stellungnahmen des 
RAD und des Abklärungsdienstes die Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

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1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 20. Juli 2012 (AB 51). 
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine IV-
Rente. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Die versicherte Person muss alles ihr Zumutbare unternehmen, um 
die Dauer und das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 ATSG) zu ver-
ringern und den Eintritt der Invalidität (Art. 8 ATSG) zu verhindern. Sodann 
muss sie an allen zumutbaren Massnahmen, die zur Erhaltung des beste-
henden Arbeitsplatzes oder zu ihrer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in 
einen dem Erwerbsleben gleichgestellten Aufgabenbereich dienen, aktiv 
teilnehmen, insbesondere an Massnahmen der Frühintervention, Integrati-
onsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung, Mass-
nahmen beruflicher Art, medizinischen Behandlungen nach Art. 25 KVG 

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und Massnahmen zur Wiedereingliederung von Rentenbezügerinnen und 
Rentenbezügern (Art. 7 Abs. 1 und 2 IVG). Als zumutbar gilt jede
Massnahme, die der Eingliederung der versicherten Person dient; ausge-
nommen sind Massnahmen, die ihrem Gesundheitszustand nicht ange-
messen sind (Art. 7a IVG).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird bei einer erwerbs-
tätigen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt 
der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit 
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre (Art. 16 ATSG). Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die 
im Aufgabenbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätig-
keit nicht zugemutet werden kann (Art. 5 Abs. 1 IVG und Art. 8 Abs. 3 
ATSG), wird für die Bemessung der Invalidität darauf abgestellt, in wel-
chem Mass sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen 
(Art. 28a Abs. 2 IVG; spezifische Methode; BGE 125 V 146 E. 2a S. 149).

Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbs-
tätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegat-
tin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. 
Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität 

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für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermittelt 
(Art. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätigkeit 
beziehungsweise der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten 
oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzu-
legen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. ge-
mischte Methode; BGE 125 V 146 E. 2a S. 150).

2.5 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

Die Parteien gehen zunächst davon aus, dass die Beschwerdeführerin bei 
guter Gesundheit im Zeitpunkt des hypothetischen Rentenbeginns zu 50% 
erwerbstätig gewesen wäre. So führt die Abklärungsfachperson im Ab-
klärungsbericht Haushalt vom 11. Mai 2012 (AB 39) aus, dass gemäss dem 
Plan der Beschwerdeführerin und ihres Ehemannes vorgesehen gewesen 
sei, dass sie bei guter Gesundheit eine Arbeit als … oder … in einer einfa-
chen Tätigkeit während zwei bis drei Tagen pro Woche aufgenommen hät-
te, sobald das jüngste Kind die vierte Klasse erreicht hätte (vgl. S. 3 
Ziff. 3.4). Dem kann jedoch nicht ohne weiteres gefolgt werden. Gemäss 
der Aktenlage reiste die Beschwerdeführerin zunächst als Dreizehnjährige 
im Jahr 1990 erstmals, definitiv dann im Jahre 1992 in die Schweiz ein (vgl. 
dazu die Niederlassungsbewilligung [AB 3] sowie Bericht des RAD vom 
30. Dezember 2011 [AB 31 S. 2]). Bis zur Niederkunft des ersten Kindes im 
Jahre 1995 war sie gemäss dem Auszug aus dem individuellen Konto der 
Ausgleichskasse des Kantons Bern (IK-Auszug [AB 6]) weder erwerbstätig 
noch hat sie eine Ausbildung absolviert (vgl. AB 2 S. 4 f. Ziff. 6), was sich 

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denn auch mit den Angaben gegenüber dem Hausarzt prakt. med. 
C.________ deckt (AB 4 S: 3 f Ziff. 1.6 f.). Im Vorbescheidverfahren mach-
te die Beschwerdeführerin jedoch geltend, dass sie bis zur Geburt ihres 
ersten Kindes in einem vollzeitlichen Pensum als ... bei der D.________ in 
… gearbeitet habe (vgl. AB 44 S. 1). Die Beschwerdegegnerin hat in der 
Folge erneut Stellung genommen und die Einschränkungen im Haushalt 
gesamthaft nochmals überprüft, ist jedoch diesem Einwand der Beschwer-
deführerin vom 18. Juni 2012 (AB 44) nicht nachgegangen, weil sie es im 
Rahmen der von ihr getroffenen Gesamtbetrachtung nicht für notwendig 
bzw. die Angaben auf der Basis des IK-Auszugs (AB 6) nicht als ausgewie-
sen hielt (AB 46). Die Beschwerdeführerin hat sich im vorliegenden Verfah-
ren hierzu nicht mehr geäussert, bzw. den Status 50 % Erwerbstätigkeit 
und 50 % Hausfrau anerkannt.

Das Gericht ist an die Rügen und Vorbringen der Parteien (hier: Status 
50 % Erwerbstätigkeit, 50 % Hausfrau) nicht gebunden und hat den Sach-
verhalt von Amtes wegen, aus eigener Initiative und ohne Bindung an die 
Vorbringen oder Beweisanträge der Parteien, abzuklären und festzustellen. 
Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob 
über den streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem 
Rahmen haben Verwaltungsbehörden zusätzliche Abklärungen stets vor-
zunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen 
oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte hinreichender 
Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a S. 283). Die Frage, ob die Be-
schwerdeführerin nach ihrer Einreise in die Schweiz jemals erwerbstätig 
war, ist für die Statusfestlegung erheblich; denn war die Beschwerdeführe-
rin bei guter Gesundheit und ohne Kinderbetreuungspflichten allein als 
Hausfrau tätig, so ist nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausge-
wiesen, dass sie als vierfache Mutter erstmals erwerbstätig geworden wä-
re, wovon im Abklärungsbericht Haushalt vom 11. Mai 2012 (AB 39) aus-
gegangen wird. Der rechtserhebliche Sachverhalt ist diesbezüglich nicht 
genügend abgeklärt und die Beschwerdegegnerin wird deshalb abzuklären 
haben, ob die Beschwerdeführerin in den Jahren vor der Geburt ihres ers-
ten Kindes jemals erwerbstätig war.

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4.

4.1 Zum Gesundheitszustand und zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerde-
führerin lässt sich den Akten im Wesentlichen Folgendes entnehmen:

4.1.1 Dr. med. E.________, Facharzt für Neurologie FMH, diagnostizierte 
in seinem Bericht vom 20. September 2010 (AB 9) eine sekundär chro-
nisch-progrediente Multiple Sklerose mit überlagerten Schüben bei einem 
aktuellen EDSS Score von 6.0 (S. 2 Ziff. 1.1) und attestierte ab dem 1. Au-
gust 2010 bis auf Weiteres eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % in der Tätig-
keit als Hausfrau (S. 4 Ziff. 1.6). 

4.1.2 Im Bericht vom 1. November 2010 (AB 11) wiederholte Dr. med. 
E.________ die Diagnose der sekundär chronisch-progredienten Multiplen 
Sklerose mit überlagerten Schüben und hielt fest, dass sich seit der letzten 
Kontrolle ein stabiler Verlauf zeige. Er habe die Beschwerdeführerin noch-
mals aufgefordert, nun mit der intensiven ambulanten Physiotherapie zu 
beginnen. Auch anlässlich der Konsultation vom 29. November 2011 hielt 
der Neurologe fest, dass nun endlich eine intensive stationäre Rehabilitati-
on durchgeführt werden sollte, wie er es der Beschwerdeführerin schon 
lange empfohlen habe (S. 2).

4.1.3 Im Bericht vom 3. März 2011 (AB 13 S. 3) attestierte Dr. med. 
E.________ für Haushaltstätigkeiten eine relevante Einschränkung von 
80 % bis 100 % (Ziff. 2). Das Ausmass der vermehrten Ermüdbarkeit sei 
wegen sprachlicher Limitationen schwer beurteilbar. Zudem sei die Geh-
fähigkeit schwer eingeschränkt und die Beschwerdeführerin sei mit Abstüt-
zen nur noch maximal 100m gehfähig, weshalb sie viele Tätigkeiten im 
Haushalt nur noch in sehr reduziertem Ausmass durchführen könne.

4.1.4 Vom 6. bis zum 25. März 2011 war die Beschwerdeführerin in der 
Medizinischen und Neurologischen Abteilung der Klinik H.________ hospi-
talisiert. Deren Fachärzte diagnostizierten in ihrem Bericht vom 4. April 
2011 (AB 29) eine Multiple Sklerose und hielten fest, dass die Beschwerde-
führerin regelmässig am Therapieprogramm teilgenommen habe und ihr 
dringend empfohlen werde, die ambulante Physiotherapie weiterzuführen 
(S. 2). Während der Hospitalisation sei der Eindruck entstanden, dass die 
Krankheit auch von einer psychosomatischen Komponente begleitet werde 

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und es wurden im Bereich der Ergotherapie eine Diskrepanz zwischen 
schlechten Testresultaten und guten ADLs (Activities of daily living) beob-
achtet. Aber wahrscheinlich liege auch eine Depression vor, die in der Mut-
tersprache der Beschwerdeführerin evaluiert werden sollte.

4.1.5 Nach der psychiatrischen Untersuchung vom 19. Dezember 2011 
hielt die RAD-Ärztin med. pract. F.________, Fachärztin für Neurologie und 
für Psychiatrie und Psychotherapie, in ihrem Bericht vom 30. Dezember 
2011 (AB 31) die Diagnose einer längeren depressiven Reaktion im Rah-
men einer Anpassungsstörung mit leichter depressiver Symptomatik (ICD-
10: F43.21) ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fest (S. 3). Er-
schwerend komme ein katastrophisierendes Umgangsverhältnis mit der 
Diagnose der MS besonders durch die Familie hinzu und zusätzlich kontra-
produktiv wirke die Abnahme jeglicher Alltagstätigkeiten durch den Ehe-
mann, der eine Passivierung der Beschwerdeführerin beschleunige und 
damit auch die Dekonditionierung unterstütze. Zum Ressourcen-Aufbau sei 
eine intensive Ergotherapie vor Ort im Haushalt angezeigt, um die Ich-
Funktionen, Ich-Stärkung zu unterstützen. Eine versicherungspsychiatrisch 
relevante Störung liege nicht vor und die vorliegenden psychiatrischen 
Störungen seien durch die vorerwähnten Massnahmen behandelbar und 
remittierbar.

4.1.6 Im Bericht vom 31. Januar 2012 (AB 37) zur Untersuchung vom 
22. November 2011 diagnostizierte die RAD-Ärztin Dr. med. G.________, 
Fachärztin für Neurologie FMH, eine sekundär progrediente Multiple Skle-
rose (ICD-10: G35.0) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 5). Die 
Beschwerdeführerin habe insgesamt wenig Anstrengungsbereitschaft und 
betont hilfloses Verhalten und bei der Untersuchung der Kraft eine Min-
derinnervation gezeigt, welche es schwierig mache, die Kraft der Extre-
mitäten zu quantifizieren. Die Beschwerdeführerin habe teils keinerlei An-
strengung unternommen, der Aufforderung, einen Muskel zu innervieren, 
nachzukommen. Auf Insistieren hin habe sie das dann widerstrebend ge-
macht. In der Verhaltensbeobachtung habe sie die Hände normal ge-
braucht (S. 6). Es sei zu vermuten, dass die Beschwerdeführerin an einer 
MS-assoziierten Fatigue leide, deren Ausmass jedoch schwer einzuschät-
zen sei, weil dieses auf ihren subjektiven Angaben beruhe und auch hier 

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eine Aggravation zu vermuten sei (S. 7). Eine ausserhäusliche Tätigkeit 
(sitzend, einfache kognitive, körperlich leichte Tätigkeit) ohne langen Ar-
beitsweg sei nur in einem Pensum von ca. 30 % zumutbar. Es sei auch von 
einer Einschränkung im Aufgabenbereich auszugehen, wobei deren Aus-
mass durch den Abklärungsdienst ermittelt werden solle.

4.1.7 In seiner Stellungnahme vom 20. August 2012 (Beschwerdebeilage 
[BB] 3) wiederholte Dr. med. E.________ die Diagnose der sekundär chro-
nisch-progredienten Multiplen Sklerose mit überlagerten Schüben. Gemäss 
dem Ehemann der Beschwerdeführerin sei eine weitere Verschlechterung 
der Gehfähigkeit eingetreten, Haushaltsarbeiten könne sie kaum mehr 
durchführen. Physiotherapie erhalte sie weiter zweimal wöchentlich zu 
Hause, sie sei jedoch gemäss der Physiotherapeutin sonst sehr inaktiv und 
meistens nur im Bett liegend. Neben der Weiterführung dieser Physiothe-
rapie sei sicherlich eine erneute stationäre Rehabilitation in der Klinik 
H.________ sinnvoll, um die Mobilisation zu verbessern und Hilfsmittel 
optimal einzusetzen sowie den Versuch einer optimalen Schmerztherapie 
in die Wege zu leiten. Die von der Beschwerdegegnerin mit lediglich 23 % 
bezifferte Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit im Bereich Erwerbsfähig-
keit bzw. 12 % im Bereich Haushalt, was einem IV-Grad von 35 % entspre-
che, sei angesichts der während der Konsultation zu beobachtenden 
schweren Ausfälle und der Tetraparese mit praktisch aufgehobener Geh-
fähigkeit nicht adäquat.

4.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

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Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 232 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a 
S. 352). 

4.3 Zunächst ist unbestritten und ergibt sich aus den Akten, dass die 
Beschwerdeführerin an einer sekundär chronisch-progredienten Multiplen 
Sklerose leidet. Sowohl der behandelnde Arzt Dr. med. E.________ (AB 9, 
AB 11 und BB 3) als auch die RAD-Ärztinnen führen in ihrem Bericht vom 
31. Januar 2013 (AB 37) diese Diagnose auf. Nach der Beurteilung der 
beiden RAD-Ärztinnen zeigt sich die sekundär progrediente Multiple Skle-
rose ohne nennenswerte Beeinträchtigung der oberen Extremitäten, mit 
guter Rumpfstabilität, aber rechtsbetont spastischem Gang, was ein freies 
Gehen verunmögliche. Stehen und Gehen seien eingeschränkt und die 
Beschwerdeführerin sei aufgrund der spastischen Gangstörung vor allem 
rechtsbetont auf Hilfsmittel in Form von Fussschienen, eines Rollators oder 
zwei Gehstöcken angewiesen (AB 37 S. 7). Als nachvollziehbar wird die 
Angabe der Beschwerdeführerin eingeschätzt, dass sie für eine Gehstrecke 
von 100m auf mindestens einer Seite konstant einer Unterstützung bedür-
fe. Aufgrund dieser Parameter wird gemäss den RAD-Ärztinnen aus medi-
zinisch-theoretischer Sicht eine sitzende, kognitiv einfache und körperlich 
leichte Erwerbstätigkeit ohne langen Arbeitsweg im Rahmen eines Arbeits-
pensums von ca. 30 % für möglich und zumutbar gehalten (S. 7). Die Ein-
schränkung des Leistungsvermögens um 70 % wird – unter Hinweis darauf, 
dass deren Ausmass zufolge einer vermutungsweise vorliegenden Aggra-
vation und dem Umstand, dass dieser Verdacht auf den subjektiven Anga-
ben der Beschwerdeführerin beruhe, schwer einzuschätzen sei – mit einer 
MS-assoziierten Fatigue und einer funktionellen Einschränkung bei Feinar-
beiten oder Arbeiten mit hohem Kraftaufwand an den oberen Extremitäten 
begründet (AB 37 S. 7). Zudem wird eine psychosomatische Komponente 
bereits von den behandelnden Ärzten der Klinik H.________ vermutet 
(AB 29 S. 2) und auch von der RAD-Psychiaterin in ihrem Bericht vom 

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30. Dezember 2011 (AB 31) als längere depressive Reaktion im Rahmen 
einer Anpassungsstörung mit leichter depressiver Symptomatik diagnosti-
ziert, wobei diese Diagnose keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe 
(S. 3).

Diesbezüglich ist festzuhalten, dass diese Einschätzung des RAD mit dem 
vom behandelnden Neurologen Dr. med. E.________ erstellten Zumutbar-
keitsprofil sowohl in seinem Bericht vom 20. September 2010 (AB 9 S. 6) 
wie auch in demjenigen vom 3. März 2011 (AB 13 S. 3) in Übereinstim-
mung steht. Die Einschätzung von Dr. med. E.________ stützt sich aber 
überwiegend auf die Angaben der Beschwerdeführerin. In seinem Bericht 
weist er jedoch auch darauf hin, dass auf die Angaben der Beschwerdefüh-
rerin nicht vollumfänglich abgestellt werden könne. Weiter geht denn auch 
hervor, dass die Kooperationswilligkeit der Beschwerdeführerin nicht sehr 
ausgeprägt sei und dass er eine Verbesserung des Gangbildes bzw. der 
praktisch aufgehobenen Gehfähigkeit im Rahmen einer weiteren intensiven 
stationären Rehabilitation nach wie vor für möglich hält (vgl. dazu AB 11 
S. 2). Weiter hält er auch dafür, dass es zur Objektivierung der funktionel-
len Einschränkungen, zur Verbesserung der Mobilisation, zum optimalen 
Einsatz von Hilfsmittel und auch für einen Versuch zur Einleitung einer op-
timalen Schmerztherapie weiterer Beobachtungen im Rahmen einer sol-
chen stationären Therapie bedürfe (BB 3 S. 2).

Dem ist insoweit zuzustimmen, als mit Bezug auf eine rein sitzende Tätig-
keit die von der RAD-Neurologin in ihrem Bericht vom 31. Januar 2012 
(AB 37 S. 7) angenommene Leistungseinschränkung einzig unter Hinweis 
auf eine vermutete MS-assoziierte Fatigue begründet wird. Dabei wird je-
doch nicht näher präzisiert, ob sich diese Fatigue in einer dauerhaften Ver-
langsamung der Bewegungsabläufe oder nur vorübergehend auswirkt. Hin-
sichtlich der vermehrten Ermüdbarkeit hielt Dr. med. E.________ in seinem 
Bericht vom 3. März 2011 (AB 13 S. 3 Ziff. 1) fest, dass das Ausmass der 
Ermüdbarkeit wegen der sprachlichen Limitationen schwer beurteilbar sei, 
weshalb in Anbetracht der von der RAD-Neurologin zudem vermuteten 
Aggravation (vgl. AB 37 S. 7) diese mit Bezug auf die ausserhäusliche 
Tätigkeit nicht ohne weitere Begründung auf eine 70 %ige Arbeitsunfähig-
keit schliessen durfte (AB 37 S. 7), zumal Dr. med. E.________ im Bericht 

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vom 3. Februar 2011 rein sitzende Tätigkeiten für möglich hielt (AB 13 
S. 3).

Unter diesen Umständen kann die medizinische Situation bzw. deren Aus-
wirkungen auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit nicht abschliessend beur-
teilt werden und auf die Einschätzung der RAD-Ärztin Dr. med. 
G.________ vom 31. Januar 2012 (AB 37), in welcher auch diejenige der 
RAD-Psychiaterin med. pract. F.________ vom 30. Dezember 2011 
(AB 31) miteinbezogen wurde, nicht abgestellt werden. Die Beschwerde-
gegnerin hat bezüglich der Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Beschwer-
deführerin Abklärungen nachzuholen. Hiervor hat sie die Beschwerdeführe-
rin auf die Schadenminderungspflicht gemäss Art. 7 Abs. 1 IVG (vgl. E. 2.2 
vorstehend) und auf die Folgen einer allfälligen Verweigerung der noch 
möglichen Behandlungen (z.B. intensive Physiotherapie, Therapieeskalati-
on, erneute stationäre Rehabilitation, etc.) aufmerksam zu machen.

5.

Nach den vorstehenden Ausführungen erweist sich sowohl der rechtser-
hebliche erwerbliche wie auch der medizinische Sachverhalt als ungenü-
gend abgeklärt. Die angefochtene Verfügung vom 20. Juli 2012 (AB 51) ist 
daher in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und die Sache an die 
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie die Statusfrage im Sinne 
der Erwägungen neu prüfe. Hierauf wird sie weitere medizinische Ab-
klärungen anzuordnen haben, anlässlich welcher insbesondere auch das 
funktionelle Leistungsvermögen der Beschwerdeführerin unter Einsatz ei-
nes adäquaten Hilfsmittelgebrauchs zu evaluieren sein wird. Gestützt auf 
diese weiteren Abklärungen wird die Beschwerdegegnerin einen neuen 
Abklärungsbericht Haushalt zu erstellen und anschliessend über den Ren-
tenanspruch neu zu entscheiden haben.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. März 2014, IV/12/847, Seite 14

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.– bis Fr. 1’000.– festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.–, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 700.– ist der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechts-
kraft des Urteils zurückzuerstatten.

6.2 Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikos-
ten zu ersetzen. Diese werden vom Versicherungsgericht festgesetzt und 
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und 
nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG).

Die von Rechtsanwältin Dr. iur. B.________ eingereichte Kostennote vom 
20. Januar 2014 gibt zu keinen Korrekturen Anlass. Dennoch ist hinsichtlich 
des geltend gemachten zeitlichen Aufwands von 15 Stunden in Anbetracht 
der nicht komplexen tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse darauf hin-
zuweisen, dass dieser an der oberen Grenze des gebotenen Aufwandes 
liegt. Der tarifmässige Parteikostenersatz wird somit auf total Fr. 3'922.55 
(Honorar: Fr. 3‘600.–, Auslagen: Fr. 32.–, Mehrwertsteuer: Fr. 290.55) fest-
gesetzt.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. März 2014, IV/12/847, Seite 15

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 20. Juli 2012 aufgehoben und die Sache an die Be-
schwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie im Sinne der Erwägun-
gen weitere Abklärungen vornehme und hierauf neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.– werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der von der Beschwerdeführerin geleistete 
Kostenvorschuss von Fr. 700.– wird nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 3‘922.55 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin Dr. iur. B.________ z.H. der Beschwerdeführerin 

(samt eingereichten Akten)
- IV-Stelle Bern (samt Kostennote vom 20. Januar 2014 und den einge-

reichten Akten)
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Hinweis: Im Falle einer Anfechtung dieses Entscheides sind die Akten dem 
Bundesgericht zuzustellen.

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.