# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 203fb390-7860-5b4e-aac0-78f36dd9c520
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2007-01-19
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 19.01.2007 IV 2006/52
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2006-52_2007-01-19.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2006/52

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 11.05.2020

Entscheiddatum: 19.01.2007

Entscheid Versicherungsgericht, 19.01.2007
Art. 8 und 43 ATSG. Antizipierte Beweiswürdigung; Auswirkungen des 
Gesundheitszustandes auf die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit: 
Auf die Einholung eines Obergutachtens kann verzichtet werden, wenn das 
Gericht auf Grund eines schlüssigen Gutachtens zur Überzeugung gelangt, 
ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu 
betrachten und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem 
feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern. Keine Verletzung des 
rechtlichen Gehörs [BGE 122 V 162 E. 1d] (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. Januar 2007, IV 
2006/52).

Präsident Franz Schlauri, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus und Lisbeth 

Mattle Frei; Gerichtsschreiber Jürg Schutzbach

Entscheid vom 19. Januar 2007

In Sachen

J.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Christoph Anwander, Bahnhofstrasse 21, Post-

fach 21, 9101 Herisau,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Beschwerdegegnerin,

betreffend

IV-Leistungen

hat das Versicherungsgericht in Erwägung gezogen:

I.

A.- a) J.___ meldete sich am 9. August 2004 wegen ihrer seit 18. August 2003 

bestehenden Behinderung zum Bezug von Leistungen der IV an. Dabei verlangte sie 

nebst einer Rente die Durchführung einer Berufsberatung sowie medizinische 

Eingliederungsmassnahmen (act. G 3.1/1-17). Ihr letztes Arbeitsverhältnis als 

Hauspflegerin beim Kurhotel X.___, wurde von der Arbeitgeberin am 7. November 2003 

aufgelöst, da die Versicherte am 5. November 2003 nach einer Krankenabsenz nicht 

mehr zur Arbeit erschienen war (act. G 3.1/11-7/10). In seinem Bericht vom 1. 

September 2004 gab der Hausarzt Dr. med. Y.___, an, es bestehe für die zuletzt 

ausgeübte Tätigkeit seit 18. August 2003 eine medizinisch begründete 

Arbeitsunfähigkeit von 100 %. Die Versicherte leide an einer Panikstörung, Adipositas 

sowie einem chronischen diffusen Schmerzsyndrom im Bereich des Stammskeletts mit 

degenerativen Veränderungen mit Diskopathien und möglicher Wurzelkompression. 

Eine Verbesserungsmöglichkeit der Arbeitsfähigkeit durch medizinische Massnahmen 

sowie den Nutzen von beruflichen Massnahmen verneinte er (act. G 3.1/12-3/23). 

Ergänzend fügte Dr. Y.___ an, sowohl die bisherige als auch eine andere Tätigkeit seien 

der Versicherten nicht mehr zumutbar. Auf Grund der psychischen sowie der 

lumbovertebralen Problematik sei die Patientin in keiner manuellen Tätigkeit mehr 

einsetzbar. Auf Grund der fehlenden Deutschkenntnisse mit fehlender Sprach- und 

Verständnismöglichkeit sei sodann auch eine Einsatzfähigkeit in anspruchsvolleren 

Tätigkeiten nicht denkbar (act. G 3.1/12-4/23).

Am 5. und 12. Juli 2005 wurde die Versicherte bei der MEDAS untersucht und 

begutachtet. Dieses stellte als Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein 

chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom, einen Diskus-prolaps L5/S1 sowie 

eine beginnende degenerative Veränderung der gesamten Lendenwirbelsäule fest. In 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

orthopädischer Hinsicht setzte es die Arbeitsfähigkeit an einem durchschnittlichen 

Arbeitsplatz im Reinigungsdienst auf 70 % fest. Für eine körperlich leichte bis 

mittelschwere Tätigkeit in wechselnder Position erachtete die MEDAS die Versicherte 

als zeitlich und leistungsmässig uneingeschränkt arbeitsfähig. Eine Verbesserung der 

Leistungsfähigkeit durch medizinische oder berufliche Massnahmen sei nicht 

anzunehmen. In psychiatrischer Hinsicht diagnostizierte die MEDAS eine Angststörung 

(ICD-10 F41.9) sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4), 

beide ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Da es sich lediglich um leichte 

Angstzustände handle und auch keine schwere depressive Verstimmung bestehe, 

könne ihr aus psychiatrischer Sicht zugemutet werden, weiterhin ganztags ihren 

angestammten Tätigkeiten als "Zimmermädchen" und Hausfrau nachzugehen. Eine 

Psychotherapie und berufliche Massnahmen erachtete die MEDAS aus psychiatrischer 

Sicht als nicht notwendig, da sich die subjektive Krankheitsüberzeugung der 

Versicherten kaum verändern lassen könne. Im Gegensatz zu den Ausführungen des 

Hausarztes beständen keine Hinweise auf eine schwere psychiatrische Störung, 

weshalb aus psychiatrischer Sicht die Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt sei (act. G 

3.1/20-1 bis 20-19).

b) Mit Verfügung vom 28. Oktober 2005 wies die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle 

des Kantons St. Gallen das Leistungsgesuch um eine Rente und um berufliche sowie 

medizinische Massnahmen ab, da der Versicherten ihre bisherige Tätigkeit im 

Reinigungsdienst zu 70 %, eine adaptierte Tätigkeit sogar zu 100 % möglich sei (act. G 

3.1/25).

c) Mit Einsprache vom 8. November 2005/31. Januar 2006 liess die Versicherte die 

Aufhebung der Verfügung und die Durchführung weiterer Abklärungen durch die IV-

Stelle beantragen. Eventualiter beantragte sie medizinische oder berufliche 

Massnahmen. Zur Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, dass die 

ärztlichen Einschätzungen des Hausarztes und der Fachstelle für Sozialpsychiatrie, 

welche von einer zumindest mittelschweren, mittlerweile schon chronifizierten 

Panikstörung ausgingen, gleichwertig wie die Beurteilung durch die MEDAS seien. Es 

gehe nicht an, lediglich auf das für die Verwaltung günstigere Gutachten der MEDAS 

abzustellen (act. G 3.1/29 und 36).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

d) Mit Entscheid vom 24. Februar 2006 wurde die Einsprache abgewiesen. Der 

Meinung der neutralen Experten der MEDAS sei ein grösserer Stellenwert beizumessen 

als derjenigen der erfahrungsgemäss eher befangenen behandelnden Ärzte (act. G 

3.1/38).

B.- a) Gegen diesen Entscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 27. März 

2006 mit dem Antrag auf Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids. Zudem 

seien der Beschwerdeführerin die gesetzlichen Leistungen gemäss IVG zu erbringen. 

Eventualiter sei die Streitsache zur Neubeurteilung an die Sozialversicherungsanstalt 

zurückzuweisen. Die Fachstelle für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie, U.___, habe 

in ihrem Bericht vom 17. Januar 2006 die Diagnose einer Panikstörung (episodisch 

paroxysmale Angst) und eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung gestellt. Sie 

habe sich auch mit dem Gutachten der MEDAS auseinander gesetzt und festgehalten, 

dass die Beschwerdeführerin auf Grund ihrer psychischen Störung kaum in der Lage 

sei, einer 100 %-igen Arbeitstätigkeit in der freien Wirtschaft nachzugehen. Die 

Fachstelle habe ihr deshalb eine mindestens 50 %-ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Die 

Argumentation, die Fachstelle würde auf Grund ihrer (auftragsrechtlichen) 

Vertrauensstellung eher zu Gunsten der Beschwerdeführerin aussagen, sei schon 

deswegen unhaltbar, weil zwischen der MEDAS und der Beschwerdegegnerin ebenfalls 

ein "Auftragsverhältnis" bestehe. Vielmehr seien die Berichte der MEDAS und der 

Fachstelle für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie bezüglich des psychischen 

Zustandes der Beschwerdeführerin als gleichwertig einzustufen. Die 

Beschwerdegegnerin verletze daher ihre Untersuchungspflicht, wenn sie trotz 

widersprüchlichen Ergebnissen einfach auf den für sie günstigen Bericht der MEDAS 

abstelle. Weitere Abklärungen würden sich geradezu aufdrängen, weshalb ein 

ausführliches spezialärztliches (insbesondere psychiatrisches) Obergutachten oder 

eventuell ein arbeitsmedizinisches Gutachten beantragt werde. Schliesslich gehe es 

auch nicht nur um die Prüfung der Frage, ob der Beschwerdeführerin eine IV-Rente 

zustehe. Es sei auch darüber zu entscheiden, ob medizinische und/oder berufliche 

Massnahmen durchzuführen seien (act. G 1).

b) Mit Beschwerdeantwort vom 31. März 2006 beantragt die Verwaltung Abweisung 

der Beschwerde. Die Fachstelle für Sozialpsychiatrie beurteile die Arbeitsfähigkeit aus 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

sozialer subjektiver Sicht, und gebe nicht an, was trotz der subjektiv empfundenen 

Ängste und körperlichen Beschwerden zumutbar wäre (act. G 3).

c) Mit Replik vom 30. Juni 2006 reicht der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ein 

Schreiben der Fachstelle für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie vom 1. Juni 2006 

und ein Schreiben des Hausarztes, Dr. Y.___, vom 6. Juni 2006 ein, woraus 

hervorgehe, dass die Arbeitsunfähigkeit bereits aus psychiatrischer Sicht mindestens 

50 % betrage. Der Hausarzt erachte die Beschwerdeführerin für eine körperlich leichte 

bis mittelschwere Tätigkeit zu 100 % als arbeitsunfähig (act. G 11). Die 

Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 13).

d) Mit einer weiteren Eingabe vom 28. September 2006 reicht der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin einen Bericht von Dr. med. V.___ vom 1. September 2006 an die 

Klinik W.___ ein (act. G 15 und 15.1).

II.

1.- a) Die Beschwerdeführerin verlangt primär eine Rente, eventualiter seien 

medizinische und berufliche Massnahmen durchzuführen. Sowohl in der Verfügung 

vom 28. Oktober 2005 als auch im Einspracheentscheid vom 24. Februar 2006 wies die 

Beschwerdegegnerin das Leistungsbegehren vollumfänglich ab, da die 

Beschwerdeführerin in einer adaptierten Tätigkeit in etwa das gleiche Einkommen 

erzielen könne wie in ihrer bisherigen Tätigkeit, und somit nicht invalid sei (act. G 3.1/25 

und 38).

Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 ATSG). Nach Art. 8 Abs. 1 IVG haben Invalide oder 

von einer Invalidität unmittelbar bedrohte versicherte Personen Anspruch auf 

Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die 

Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder 

herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern. Die Eingliederungsmassnahmen bestehen 

unter anderem in Massnahmen medizinischer (Art. 12 - 14 IVG) und beruflicher Art 

(Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung und Arbeitsvermittlung 

[Art. 15 - 18 IVG]; Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG). Nach Art. 28 Abs. 1 IVG in der ab 1. Januar 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2004 gültigen Fassung besteht ab einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % 

Anspruch auf eine Viertel-, ab einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine 

halbe, ab 60 % auf eine Dreiviertel- und ab 70 % auf eine ganze Invalidenrente.

b) Die Invaliditätsbemessung soll das Mass der Zurücksetzung der erwerblichen 

Leistungsfähigkeit infolge gesundheitlicher Beeinträchtigung ergeben. Um den 

Invaliditätsgrad bemessen zu können, sind daher zunächst medizinische Grundlagen 

wesentlich. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 

beschreiben und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher 

Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind in 

der Folge eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche 

Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 

261 Erw. 4). Die IV-Stelle hat zu prüfen, wie sich die invaliditätsbedingten Faktoren auf 

die Vermittlungsfähigkeit und die Erwerbsmöglichkeiten auswirken. Ob die versicherte 

Person eine ihr zumutbare Tätigkeit auch tatsächlich ausübt, ist für die 

Invaliditätsbemessung hingegen unerheblich.

c) Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen; sog. allgemeine Methode). Die Differenz entspricht der 

invaliditätsbedingten Erwerbseinbusse oder - in Prozenten des Valideneinkommens 

ausgedrückt - dem Invaliditätsgrad.

2.- a) Zu prüfen ist zunächst, in welchem Umfang die Beschwerdeführerin noch 

arbeitsfähig ist. Sie macht geltend, die Beschwerdegegnerin habe zu Unrecht auf die 

Beurteilungen der MEDAS abgestellt und den Berichten der behandelnden Ärzte 

(Hausarzt und Fachstelle für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie) nicht genügend 

Beachtung geschenkt. Damit verletze die Beschwerdegegnerin ihre 

Untersuchungspflicht. Da sich die bis jetzt vorliegenden Berichte derart widersprächen, 

dass sich weitere Abklärungen aufdrängten, sei zusätzlich ein ausführliches 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

spezialärztliches (insbesondere psychiatrisches) Obergutachten oder eventuell ein 

arbeitsmedizinisches Gutachten einzuholen, das die Frage beantworte, in welchem 

Ausmass die Beschwerdeführerin in ihrer Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit eingeschränkt 

sei.

b) Vorliegend stellte der Hausarzt, Dr. med. Y.___, in seinem Arztbericht vom 1. 

September 2004 die Diagnosen einer seit 18. August 2003 bestehenden Panikstörung, 

einer Adipositas sowie eines chronischen diffusen Schmerzsyndroms im Bereich des 

Stammskeletts bei degenerativer Veränderung mit Diskopathien mit möglicher 

Wurzelkompression und einer Spondylarthrose der unteren Lendenwirbelsäule. Zur 

Anamnese führte er aus, dass die aktuelle (Angst-)Problematik am 16. August 2003 auf 

Grund einer Arbeitsplatzproblematik begonnen habe. Die Beschwerdeführerin habe 

bereits früher wiederholt Beschwerden mit "Hyperventilation" und Paniksymptomen 

aufgewiesen. Auf Grund der Angstproblematik, verbunden mit massiven 

Schlafstörungen, sowie der lumbovertebralen Problematik seien der 

Beschwerdeführerin sowohl die bisherige als auch eine andere Tätigkeit nicht mehr 

zumutbar (act. G 3.1/12-3 bis 12-6). Die Klinik R.___ stellte ebenfalls die 

Hauptdiagnose einer Panikstörung (F 41.0) und hielt fest, dass zum Zeitpunkt des 

Austritts aus der Klinik am 21. November 2003 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit 

bestehe (act. G 3.1/20-25 bis 20-28). Diese beiden Arztberichte stellten die wichtigsten 

Vorakten bei der Begutachtung der Beschwerdeführerin bei der MEDAS dar. Dieses 

gelangte alsdann in der orthopädischen Beurteilung zum Schluss, dass sich die von 

der Beschwerdeführerin angegebenen invalidisierenden Rückenschmerzen anlässlich 

der Untersuchung nicht hätten begründen lassen. Die fast vollständige Resistenz auf 

sämtliche bislang durchgeführten Therapiemassnahmen und der zeitliche 

Zusammenhang des Auftretens dieser Schmerzen mit einem Arbeitsplatzkonflikt 

sprächen zudem mit einiger Wahrscheinlichkeit für eine erhebliche nichtorganische 

Ursache der Problematik. Aus orthopädischer Sicht seien auf Grund der 

objektivierbaren degenerativen Veränderung im Bereich der Lendenwirbelsäule 

körperlich schwere Tätigkeiten oder solche mit repetitiven Zwangshaltungen der 

unteren Wirbelsäule nicht mehr geeignet. An einem durchschnittlichen Arbeitsplatz im 

Reinigungsdienst erachtete die MEDAS eine Restarbeitsfähigkeit von 70 % als 

realistisch. In einer körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeit in wechselnder 

Position und ohne längerdauernde Zwangshaltungen der unteren Wirbelsäule besteht 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

gemäss MEDAS eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit (act. G 3.1/20-11). In seiner 

psychiatrischen Untersuchung vom 5. Juli 2005 gelangte die MEDAS zum Schluss, 

dass die psychiatrischen Dia¬gnosen (Angststörung und somatoforme 

Schmerzstörung) nicht objektiviert werden könnten. So bleibe die Schilderung der 

Beschwerden diffus. Es sei auch nicht nachvollziehbar, dass die 1960 geborene 

Beschwerdeführerin erst im Jahre 2003 plötzlich unter Angst- und Panikzuständen 

leiden soll. Erfahrungsgemäss träten solche Störungen meistens bereits in der 

Jugendzeit oder im frühen Erwachsenenalter auf. Diagnostisch handle es sich um 

leichte Angstzustände und um eine leichte anhaltende somatoforme Schmerzstörung. 

Es bestünden keine Hinweise auf eine schwere Angsterkrankung oder schwere 

depressive Verstimmungen. Aus psychiatrischer Sicht könne der Beschwerdeführerin 

trotz der subjektiv empfundenen Ängste und körperlichen Beschwerden zugemutet 

werden, weiterhin ihren angestammten Tätigkeiten ganztags und ohne 

Leistungseinschränkung nachzugehen (act. G 3.1/20-15).

c) Die Einschätzung der MEDAS in orthopädischer Hinsicht ist sowohl im Einsprache- 

als auch im vorliegenden Beschwerdeverfahren nicht mehr umstritten. Demnach ist mit 

dem MEDAS-Gutachten davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in 

orthopädischer Hinsicht nur betreffend schwere körperliche Arbeiten eingeschränkt ist. 

Demgegenüber ist die Frage umstritten, wie stark die Beschwerdeführerin in 

psychiatrischer Hinsicht in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist. Die 

Beschwerdeführerin beruft sich dazu insbesondere auf das Schreiben der Fachstelle 

für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie vom 17. Januar 2006. Danach leide die 

Beschwerdeführerin unter regelmässig, d.h. fast täglich auftretenden Panikattacken mit 

Angstzuständen, innerer Unruhe, Schwindel, thorakalem Engegefühl und Herzklopfen. 

Zudem klage sie regelmässig über Kopf- und Rückenschmerzen (lumbal). Die 

Fachstelle diagnostizierte eine Panikstörung (episodisch paroxysmale Angst [F41.0]) 

sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (F45.4). Das Krankheitsbild der 

Beschwerdeführerin habe sich trotz verschiedener Behandlungsversuche (Hausarzt, 

ambulante psychiatrische-psychotherapeutische Behandlung, stationäre 

psychiatrische Behandlung) kaum verändert. Dies hänge damit zusammen, dass es 

sich nicht um eine leichte Störung, sondern um eine zumindest mittelschwere, 

zwischenzeitlich schon chronifizierte Störung handle, wodurch die Patientin nicht mehr 

in der Lage sei, ohne Begleitung ihres Mannes Alltagsaktivitäten wie Einkäufe, 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Spaziergänge von mehr als 500 Meter und Reisen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln 

zu unternehmen. Auf Grund der psychischen Störung sei die Beschwerdeführerin kaum 

in der Lage, einer 100 %-Tätigkeit in der freien Wirtschaft nachzugehen. Die 

Arbeitsfähigkeit sei aus psychiatrischer Sicht zu 50 % eingeschränkt (act. G 3.1/35).

d) Im Grundsatz gehen sowohl die MEDAS als auch die Fachstelle für Sozialpsychiatrie 

und Psychotherapie von den selben psychiatrischen Diagnosen (paroxysmale [bzw. 

unbestimmte] Angststörung [F41.0] sowie anhaltende somatoforme Schmerzstörung 

[F45.4]) aus. In der Beurteilung der Intensität der Störungen und ihren Auswirkungen 

auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin unterscheiden sich die beiden Stellen 

jedoch erheblich. Während die MEDAS die Diagnosen nur in leichter Ausprägung sieht 

und in erster Linie von einer subjektiven Krankheitsüberzeugung und der 

Überbewertung der Angstzustände durch die Beschwerdeführerin ausgeht, geht die 

Fachstelle für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie von einem schweren Verlauf mit 

bereits eingesetzter Chronifizierung der Angststörung aus. Mit der 

Beschwerdegegnerin ist indessen festzustellen, dass das Schreiben der Fachstelle 

vom 17. Januar 2006 - welches entgegen den Ausführungen in der Beschwerdeschrift 

(S. 5) kein Gutachten darstellt - die ausführliche Beurteilung durch die MEDAS nicht 

umzustossen vermag. Insbesondere stellt die Fachstelle bei den geklagten 

Einschränkungen weitgehend auf Schilderungen der Beschwerdeführerin ab (Ziff. 4). In 

Übereinstimmung mit der MEDAS schildert auch die Fachstelle bei der Frage nach den 

objektiven Befunden, dass die Beschwerdeführerin sehr stark auf die Panikattacken 

fokussiert sei (Ziff. 2). Bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit scheint sich die 

Fachstelle zudem nicht sicher gewesen zu sein, schlägt sie doch selber die 

Durchführung einer beruflichen Abklärung "für eine bessere Einschätzung der 

Arbeitsfähigkeit" vor (Ziff. 6). Das Schreiben der Fachstelle vermag schliesslich nicht zu 

erklären, weshalb bei der Beschwerdeführerin die allgemeinen klinischen Erfahrungen, 

wonach Angst- und Panikstörungen in der Regel bereits in der Jugend und im frühen 

Erwachsenenalter aufträten (MEDAS-Gutachten, S. 13), bei der Beschwerdeführerin 

erst ab etwa dem 40. Lebensjahr aufgetreten sind, wie der Hausarzt in seinem Bericht 

vom 6. Juni 2006 präzisierte (act. G 11.1.4). Hinzu kommt, dass sich die von der 

Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden teilweise nicht beweisen lassen. Aus dem 

Bericht der Klinik R.___ vom 27. November 2003 ergibt sich, dass sich die subjektiven 

Angaben der Beschwerdeführerin betreffend Verschlechterung ihres 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Allgemeinbefindens mit gehäuften Panikattacken und deutlich reduziertem Schlaf nicht 

objektivieren liessen (act. G 3.1/20-27). Schliesslich ist der Hausarzt offenbar eher der 

Meinung, die Arbeitsunfähigkeit resultiere aus der schlechten körperlichen Verfassung 

mit Adipositas, degenerativen Veränderungen am Skelett und chronisch wiederholten 

Schmerzattacken am Rücken. Seiner Ansicht nach lasse die Panikerkrankung durchaus 

eine leichte körperliche Tätigkeit von (immerhin) vier bis sechs Stunden pro Tag zu (act. 

G 11.1/4).

e) Zusammenfassend ergibt sich daraus, dass auf die Wertungen der MEDAS 

abzustellen ist. Dieses ist in Kenntnis der Berichte von Dr. Y.___ vom 1. September 

2004 sowie der Klinik R.___ vom 27. November 2003 zum Schluss gekommen, dass 

der Beschwerdeführerin aus orthopädischer Sicht eine durchschnittliche Tätigkeit im 

Reinigungsdienst zu 70 % zumutbar ist, in einer körperlich leichten bis mittelschweren 

Tätigkeit sogar zu 100 %. Aus psychiatrischer Sicht erachtet die MEDAS trotz der 

subjektiv empfundenen Ängste die angestammte Tätigkeit im Reinigungsdienst als 

vollumfänglich zumutbar. Anlässlich der Untersuchung durch die MEDAS liessen sich 

weder die angegebenen invalidisierenden Rückenschmerzen begründen (act. G 

3.1/20-11), noch konnten die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten 

psychischen Beschwerden genügend objektiviert werden (act. G 3.1/20-14 u. 15). 

Demgegenüber dürfte die bei Schmerzverarbeitungsstörungen gegenüber der 

medizinisch-theoretischen Notwendigkeit erhöhte Selbstlimitierung und subjektive 

Krankheitsüberzeugung bei der Beschwerdeführerin eine grosse Rolle spielen (vgl. act. 

G 3.1/20-17). Darauf lässt sich jedoch keine Arbeitsunfähigkeit stützen.

f) Die Beschwerdeführerin behauptet zu Recht nicht, das Gutachten sei in sich nicht 

schlüssig. Sie macht jedoch geltend, es sei ein spezialärztliches (psychiatrisches) 

Obergutachten oder ein arbeitsmedizinisches Gutachten einzuholen. Eine antizipierte 

Beweiswürdigung dürfe nur vorgenommen werden, wenn der Sachverhalt auf Grund 

umfassender Abklärungen bereits rechtsgenüglich erstellt sei (BGE 124 V 94 E. 4b). 

Nachdem widersprüchliche "Gutachten" vorlägen, fehle es vorliegend aber an dieser 

Voraussetzung. Dem ist jedoch entgegen zu halten, dass auf die Abnahme weiterer 

Beweise verzichtet werden kann (antizipierte Beweiswürdigung), wenn die von Amtes 

wegen vorzunehmenden Abklärungen die Verwaltung oder das Gericht bei 

pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung führen, ein bestimmter 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten und es könnten weitere 

Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ereignis nichts mehr ändern. In einem 

solchen Vorgehen liegt kein Verstoss gegen das rechtliche Gehör (BGE 122 V 162 Erw. 

1 d mit Hinweis). Vorliegend vermögen die von den behandelnden Ärzten (Hausarzt und 

Fachstelle für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie) vorgebrachten Bedenken 

bezüglich der Arbeitsfähigkeit die schlüssige gutachterliche Beurteilung nach der 

Überzeugung des Gerichts nicht derart in Zweifel zu ziehen, dass eine erneute 

Begutachtung angezeigt wäre. Vielmehr hat sich das Gutachten der MEDAS sowohl mit 

dem ärztlichen Bericht des Hausarztes vom 1. September 2004 als auch mit dem 

Bericht der Klinik R.___ vom 27. November 2004 auseinandergesetzt und ausführlich 

dargelegt, weshalb nicht von einer schweren Angsterkrankung ausgegangen werden 

könne. Mit der Beschwerdegegnerin ist deshalb dem Gutachten der MEDAS der 

Vorzug zu geben vor den genannten Arztberichten.

g) Mit der Beschwerdegegnerin ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin 

aus ärztlicher Sicht in der Lage wäre, im Reinigungsdienst eine Tätigkeit im Umfang 

von 70 % auszuüben. Zudem wäre sie in der Lage, auch eine mittelschwere Tätigkeit 

ohne Einschränkung aufzunehmen. Es ist ohne weiteres davon auszugehen, dass sie 

auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt - und auf einen solchen ist vorliegend 

abzustellen (Art. 16 ATSG) - eine Stelle finden könnte, an der sie gleich viel verdienen 

könnte, wie bisher. Ein rentenrelevanter Invaliditätsgrad von mindestens 40% liegt 

nicht vor, jedenfalls nicht im Zeitpunkt des Einspracheentscheides.

h) Eventualiter lässt die Beschwerdeführerin die Durchführung von medizinischen und 

beruflichen Massnahmen beantragen. Nachdem jedoch davon auszugehen ist, dass 

die Beschwerdeführerin in einer adaptierten Tätigkeit, welche sie zu 100 % ausüben 

kann, keine Erwerbseinbusse erleidet, sind auch keine Massnahmen zuzusprechen.

3.- Offenbar im Zusammenhang mit einer akuten Schmerzexazerbation sind im Herbst 

2006 gemäss Bericht von Dr. V.___ vom 1. September 2006 neue Abklärungs- und 

Behandlungsschritte durchgeführt worden. Soweit Sachverhaltsveränderungen nach 

dem Einspracheentscheid vom 24. Februar 2006 eingetreten sein sollten, können sie in 

diesem Verfahren nicht mehr berücksichtigt werden.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

4.- Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu 

erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 19.01.2007
	Art. 8 und 43 ATSG. Antizipierte Beweiswürdigung; Auswirkungen des Gesundheitszustandes auf die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit: Auf die Einholung eines Obergutachtens kann verzichtet werden, wenn das Gericht auf Grund eines schlüssigen Gutachtens zur Überzeugung gelangt, ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern. Keine Verletzung des rechtlichen Gehörs [BGE 122 V 162 E. 1d] (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. Januar 2007, IV 2006/52).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte