# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f4fb0b95-9df8-5799-af8f-9dcb0aafe0da
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-06-04
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 04.06.2014 200 2012 871
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2012-871_2014-06-04.pdf

## Full Text

200 12 871 UV
SCP/IMD/BRL/KRK

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 4. Juni 2014

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Scheidegger, Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiber Imhasly

A.________
vertreten durch Fürsprecher B.________
Beschwerdeführerin

gegen

Visana Versicherungen AG
Weltpoststrasse 19, Postfach 253, 3000 Bern 15
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 31. Juli 2012

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Juni 2014, UV/12/871, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1965 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
war bei der Visana Versicherungen AG (Visana bzw. Beschwerdegegnerin) 
obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versi-
chert, als sie am 15. März 2011 bei der Arbeit auf einem freiliegenden Tep-
pich ausrutschte, auf den Rücken fiel und sich dabei Rippenprellungen und 
-quetschungen zuzog (vgl. Akten der Visana, Antwortbeilage [AB] 1). Die 
Visana übernahm daraufhin die Heilungskosten und richtete ein Taggeld 
aus (AB 7, 14, 16, 19, 21, 43).

Mit Verfügung vom 19. September 2011 (AB 65 - 67) stellte die Visana die 
Versicherungsleistungen mangels noch gegebenen natürlichen Kausalzu-
sammenhangs zwischen dem Ereignis vom 15. März 2011 und den persis-
tierenden Nacken- und Kopfbeschwerden per 20. September 2011 ein.

Gegen diese Verfügung liess die Versicherte, vertreten durch Fürsprecher 
C.________, am 5. Oktober bzw. 14. November 2011 Einsprache erheben 
(AB 79 f., 86 - 93). Nach Einholung eines Aktengutachtens von Dr. med. 
D.________, Facharzt für Chirurgie, vom 27. Februar 2012 (AB 125 - 133) 
hielt die Visana mit Entscheid vom 31. Juli 2012 (AB 135 - 141) an der an-
gefochtenen Verfügung fest und wies die Einsprache der Versicherten ab.

B.

Hiergegen liess die Versicherte, weiterhin vertreten durch Fürsprecher 
C.________, am 14. September 2012 Beschwerde erheben. Sie lässt die 
Aufhebung der Verfügung vom 19. September 2011 (richtig: des Einspra-
cheentscheids vom 31. Juli 2012) und die Ausrichtung der gesetzlichen 
Leistungen im Zusammenhang mit dem Unfall vom 15. März 2011 beantra-
gen. Zur Begründung lässt sie im Wesentlichen vorbringen, sie habe sich 
im Rahmen des Unfallereignisses vom 15. März 2011 den Kopf angestos-
sen. Sodann seien sämtliche seither aufgetretenen Gesundheitsbeeinträch-

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tigungen kausal auf den Unfall zurückzuführen. Weiter stellte sie ein Ge-
such um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege.

Mit Beschwerdeantwort vom 19. November 2012 beantragt die Beschwer-
degegnerin die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führt sie aus, 
die Annahme, dass sich die Beschwerdeführerin beim Sturz auf den Rü-
cken den Kopf angeschlagen habe, sei aktenwidrig. Ferner könne das ge-
klagte Beschwerdebild organisch-strukturell nicht auf den Unfall vom 
15. März 2011 zurückgeführt werden, womit es an einer natürlichen Kausa-
lität fehle.

Am 28. April 2014 zog die Beschwerdeführerin ihr Gesuch um Gewährung 
der unentgeltlichen Rechtspflege zurück.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtpflege vom 23. Mai 1989 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

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1.2 Angefochten ist der Einspracheentscheid vom 31. Juli 2012 (AB 135 
- 141), womit die Verfügung vom 19. September 2011 (AB 65 - 67) 
bestätigt wurde. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die 
Versicherungsleistungen aus dem Unfallereignis vom 15. März 2011 zu 
Recht per 20. September 2011 eingestellt hat. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung vom 20. März 1981 [UVG; SR 
832.20]). Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwir-
kung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Kör-
per, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen 
Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.2 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung 
setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammen-
hang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 
129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 3.1).

2.2.1 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 
Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 
ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-

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dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 
beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 
kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 
("conditio sine qua non"; BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181, 119 V 335 E. 1 
S. 337; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 
worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 
der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-
finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die 
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 
S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

2.2.2 Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursa-
che eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, 
einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt die-
ses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint 
(BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181, 125 V 456 E. 5a S. 461; SVR 2010 UV 
Nr. 30 S. 122 E. 5.2).

Ob beim Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen 
dem versicherten Ereignis und der eingetretenen gesundheitlichen Schädi-
gung auch der erforderliche adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalzu-
sammenhang besteht, ist eine Rechtsfrage, die nach den von Doktrin und 
Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist. Dabei hat die Beantwortung 
der Frage nach der Adäquanz von Unfallfolgen als einer Rechtsfrage – im 
Gegensatz zur Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang – nicht 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu erfolgen 
(BGE 112 V 30 E. 1b S. 33).

2.3 Zur Klärung der Leistungspflicht des Unfallversicherers, insbeson-
dere der Frage der natürlichen Kausalität, ist die Verwaltung (und im Be-
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und gege-
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe 

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des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 
und dazu Stellung zu nehmen (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99, 125 V 256 E. 4 
S. 261).

3.

Unbestritten und durch die Akten belegt ist, dass die Beschwerdeführerin 
am 15. März 2011 (AB 1) einen Unfall im Rechtssinn erlitten hat und da-
nach unfallkausale Beschwerden aufgetreten sind. Die Beschwerdegegne-
rin hat denn auch entsprechende Versicherungsleistungen erbracht.

Streitig und zu prüfen sind dagegen der Unfallhergang sowie die Kausalität 
zwischen dem Unfallereignis und den über die Leistungseinstellung per 
20. September 2011 hinaus persistierenden Kopf- und Nackenschmerzen.

3.1 In medizinischer Hinsicht ist den Akten im Wesentlichen das Fol-
gende zu entnehmen:

3.1.1 Am 24. Mai 2011 diagnostizierte Dr. med. E.________, Facharzt für 
Allgemeine Innere Medizin FMH, einen Status nach Sturz auf den Rücken 
mit Kontusion des Rippenthorax und posttraumatischem Cervikalsyndrom. 
Es bestünden ein protrahierter Verlauf mit chronischen, zum Teil invalidisie-
renden Nackenschmerzen in Ruhe und bei Bewegung sowie ein quälender 
Erschütterungsschmerz (AB 41). Die Röntgenuntersuchungen der Halswir-
belsäule (HWS) sowie des cerviko-thorakalen Übergangs vom 6. Mai 2011 
hätten diskrete degenerative Veränderungen ohne Hinweis auf eine ossäre 
traumatische Läsion gezeigt. Die Erstbehandlung habe am 17. März 2011 
(bei der Praxisvertretung Dr. med. F.________, vgl. AB 1, 124) stattgefun-
den (AB 37).

Dr. med. E.________ bzw. dessen Praxisvertretung attestierte der Be-
schwerdeführerin ab dem 7. April 2011 eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit 
und zwischen dem 1. bis zum 26. Juni 2011 eine solche von 50% (AB 47).

3.1.2 Dr. med. G.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, diagnostizierte im Bericht 
vom 25. August 2011 (AB 56 f.) ein HWS-Syndrom bei Status nach HWS-

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Distorsion vom 15. März 2011. Es zeigten sich deutliche druckschmerzhaf-
te Myogelosen im Bereich der Trapeziusmuskulatur vor allem linksseitig 
sowie paravertebral C5-Th1 links > rechts. Basierend auf dem MRI vom 26. 
Juli 2011 bestünden Zeichen einer Fehlstreckhaltung (soweit in liegender 
Position beurteilbar) und allenfalls diskrete Zeichen einer beginnenden de-
generativen Diskopathie C2 bis C6 (inzipiente Dehydration). Im Übrigen 
zeige sich magnetresonanztomographisch ein unauffälliger Befund der 
HWS. Weiter legte Dr. med. G.________ dar, die Beschwerden seien am 
ehesten funktionell-reaktiv zu erklären, kernspintomographisch lasse sich in 
solchen Fällen üblicherweise keine strukturelle Schädigung nachweisen.

3.1.3 Im Aktengutachten vom 27. Februar 2012 (AB 125 - 133) führte 
Dr. med. D.________ aus, die Versicherte habe unfallbedingt Thoraxbe-
schwerden gehabt. Diese seien abgeklungen und hätten den Heilverlauf 
nicht mehr beeinflusst. Mit dem Aufprall auf den Rücken sei es theoretisch 
möglich, dass es zugleich zu einer weiterführenden Bewegung nach hinten 
mit einem Kopfanprall komme. Ein derartiger Vorgang sei aber nicht doku-
mentiert. Prellmarken und auch ein Hämatom am Hinterkopf seien nicht 
beschrieben worden (AB 126 f.). Ferner habe sich kein für ein Schleuder-
trauma typisches Beschwerdebild entwickelt und die geltend gemachten 
Beschwerden liessen sich nicht somatisch-strukturell unfallbedingt erklären 
(AB 125). Selbst unter der Annahme, dass es zu einem Kopfanprall ge-
kommen sei, sei es nicht zu einer nachweisbaren strukturellen Schädigung 
gekommen (AB 126). 

Weiter legte der Gutachter dar, der Unfall habe zu ausschliesslich weich-
teilbedingten Beschwerden geführt und diese würden in der Regel nach 
wenigen Wochen/Monaten abklingen. Er gehe davon aus, dass der status 
quo sine spätestens nach sechs Monaten erreicht worden sei, insbesonde-
re, da organisch-strukturell keine nachweisbaren Unfallschäden vorlägen 
(AB 126). Die Wirbelsäule werde altersentsprechend dargestellt, zeige 
doch das MRI keine wesentlichen degenerativen Veränderungen, weshalb 
sich der protrahierte Verlauf nicht mit vorzustandsbedingten Komplikatio-
nen begründen lasse (AB 125). Insgesamt schlössen sowohl die inkonsis-
tent variablen Schmerzangaben wie auch ein fehlendes organisches unfall-
bedingtes Korrelat mit überwiegender Wahrscheinlichkeit die Kausalität der 

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nach sechs Monaten noch persistierenden Beschwerden der Versicherten 
zum Unfall aus. Hinzu komme, dass weichteilrheumatische Beschwerden 
bereits vor dem Unfall bekannt gewesen seien (AB 127).

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet 
sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder 
die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten 
oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, 
sondern dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 
S. 232, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Nach der Praxis sind Aktengutachten nicht zu beanstanden, wenn die Ak-
ten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Sta-
tus ergeben und diese Daten unbestritten sind. Der Untersuchungsbefund 
muss lückenlos vorliegen. Der Experte muss sich aufgrund vorhandener 
Unterlagen ein gesamthaft lückenloses Bild machen können (RKUV 2006 
U 578 S. 175 E. 3.4, 1988 U 56 S. 371 E. 5b).

3.3

3.3.1 In ihrem Einspracheentscheid vom 31. Juli 2012 (AB 135 - 141) 
stellte die Beschwerdegegnerin massgeblich auf das Aktengutachten von 

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Dr. med. D.________ vom 27. Februar 2012 (AB 125 - 133) ab. Dieses 
erfüllt die Anforderungen an den Beweiswert eines Gutachtens dieser Art 
(vgl. E. 3.2 hiervor). Die Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen 
Zusammenhänge sind einleuchtend und die gezogenen Schlussfolgerun-
gen zum Gesundheitszustand und zur Kausalität in Kenntnis der gesamten 
medizinischen Akten und unter Berücksichtigung der bildgebenden Unter-
suchungen nachvollziehbar begründet. Dem Gutachten von Dr. med. 
D.________ kommt damit voller Beweiswert zu. 

Daran vermag auch das Vorbringen der Beschwerdeführerin, als ehemali-
ger Kreisarzt der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) ver-
fasse Dr. med. D.________ seine Gutachten eher zu Gunsten von Versi-
cherungen (vgl. Beschwerde, S. 11), nichts zu ändern, zumal nach der 
höchstrichterlichen Rechtsprechung selbst ein Anstellungsverhältnis zum 
Versicherungsträger oder ein wiederholter Beizug für die Erstellung von 
Gutachten allein nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangen-
heit eines befragten Arztes schliessen lässt (SVR 2008 IV Nr. 22 S. 70 E. 
2.4). Insofern bestehen keine Zweifel an der Unabhängigkeit des Gutach-
ters bzw. am Beweiswert seines Gutachtens, womit sich die von der Be-
schwerdeführerin beantragte Anordnung eines neuerlichen Gutachtens 
(vgl. Beschwerde, S. 11) erübrigt.

3.3.2 Im Zusammenhang mit dem Unfallhergang legte Dr. med. 
D.________ im Gutachten vom 27. Februar 2012 (AB 125 - 133) nachvoll-
ziehbar dar, dass es mit dem Aufprall auf den Rücken zwar theoretisch 
zugleich zu einer weiterführenden Bewegung nach hinten mit einem 
Kopfanprall kommen könne, ein derartiger Vorgang primär aber nicht do-
kumentiert sei. Prellmarken und auch ein Hämatom am Hinterkopf seien 
nicht beschrieben worden, womit die Annahme eines sekundären Anstos-
sens des Kopfes in den medizinischen Akten keinen Rückhalt finde 
(AB 126 f.). 

Ein Anschlagen des Kopfes wurde erstmals anlässlich des Arztbesuchs 
vom 3. Mai 2011 (vgl. Konsultationsbericht vom 16. Februar 2012, AB 124) 
- mithin sieben Wochen nach dem Unfallereignis - durch den Hausarzt der 
Beschwerdeführerin, Dr. med. E.________, in Erwägung gezogen. Der 
Unfallmeldung vom 18. März 2011 (AB 1) wie auch dem Konsultationsbe-

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richt des erstbehandelnden Arztes (vgl. Konsultationsbericht vom 16. Fe-
bruar 2012, AB 124) ist dagegen zu entnehmen, dass die Beschwerdefüh-
rerin bei der Arbeit auf einem freiliegenden Teppich ausgerutscht und auf 
den Rücken gefallen sei. Mit Blick auf die im Sozialversicherungsrecht gel-
tende Beweismaxime, wonach die sogenannten spontanen „Aussagen der 
ersten Stunde“ in der Regel unbefangener und zuverlässiger sind als 
spätere Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen 
Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein 
können (BGE 121 V 45 E. 2a S. 47, 115 V 133 E. 8c S. 143; RKUV 2004 U 
515 S. 420 E. 1.2), ist auf den anfänglich geschilderten Ereignishergang 
abzustellen, zumal auch in den handschriftlichen Notizen der Beschwerde-
führerin (vgl. Akten der Beschwerdeführerin, Beschwerdebeilage [BB] 2) 
keinerlei Anhaltspunkte für ein Anschlagen des Kopfes zu finden sind. Zu-
dem wird in den initialen Arztberichten auch nicht erwähnt, dass sich die 
Beschwerdeführerin über Symptome mit Kopf- und Nackenschmerzen be-
klagt hätte, welche bei Verwirklichung des nunmehr geltend gemachten 
Geschehensverlaufs zu erwarten gewesen wären. Sodann sind auch in den 
restlichen medizinischen Akten keine ausreichenden Hinweise ersichtlich, 
welche die nunmehr vertretene Sachverhaltsdarstellung der Beschwerde-
führerin stützten. Damit ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit (vgl. BGE 
138 V 218 E. 6 S. 221) erstellt, dass die Beschwerdeführerin auf einem 
freiliegenden Teppich ausgerutscht und auf den Rücken gefallen ist, entge-
gen ihrer Sachverhaltsdarstellung (vgl. Beschwerde, S. 3) dabei aber nicht 
den Kopf angeschlagen hat.

3.3.3 Betreffend die Frage, ob die im Zeitpunkt der Leistungseinstellung 
noch persistierenden Beschwerden in einem natürlichen Kausalzusam-
menhang zum Unfallereignis stehen, ist dem Gutachten von Dr. med. 
D.________ vom 27. Februar 2012 (AB 125 - 133) zu entnehmen, dass 
sowohl die inkonsistent variablen Schmerzangaben wie auch ein fehlendes 
organisches unfallbedingtes Korrelat gegen die überwiegende Wahrschein-
lichkeit einer Kausalität sprächen, zumal weichteilrheumatische Beschwer-
den bereits vor dem Unfall bekannt gewesen seien (AB 127) und sich auch 
kein für ein Schleudertrauma typisches Beschwerdebild entwickelt habe 
(AB 125). Diese Beurteilung wird durch die vorliegenden Akten gestützt.

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Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass die weichteilrheumatischen Be-
schwerden sowie das rezidivierende Lumbovertebralsyndrom entgegen der 
Auffassung der Beschwerdeführerin (vgl. Beschwerde, S. 12) in den Arzt-
berichten lediglich anamnestisch und keineswegs als Folgen des Unfalls 
aufgeführt wurden (vgl. AB 59, 128). Im Zusammenhang mit dem Unfaller-
eignis vom 15. März 2011 wurden einzig Diagnosen betreffend die HWS 
sowie den Thorax gestellt, nicht aber des lumbalen Bereichs (vgl. AB 9, 18, 
26, 37, 41, 44, 49, 57, 59).

Die bildgebenden Untersuchungen (Röntgen vom 6. Mai 2011 [AB 26] so-
wie MRI vom 26. Juli 2011 [AB 49]) zeigten gemäss den untersuchenden 
Ärzten einen diskret degenerativen, insgesamt aber unauffälligen und al-
tersentsprechenden Zustand der HWS (AB 26, 37, 49, 56, 70). Damit fehlt 
es an einem objektiv feststellbaren Substrat für die Kopf- und Nacken-
schmerzen der Beschwerdeführerin. 

Soweit die Beschwerdeführerin vorträgt, die Kopf- und Nackenschmerzen 
seien auf ein beim Sturz erlittenes Schleudertrauma zurückzuführen, ist 
festzustellen, dass Beschwerden dieser Art in der Regel innerhalb eines 
Zeitraums von wenigen Stunden oder Tagen auftreten. Vorliegend wurden 
die Nacken- und Kopfschmerzen jedoch erst am 23. März bzw. 7. April 
2011 erstmals beschrieben (BB 2). Damit manifestierten sich innert der 
massgeblichen Latenzzeit von 24 bis höchstens 72 Stunden seit dem Un-
fallereignis keine beschwerdetypischen Symptome, so dass nicht von ei-
nem erlittenen Schleudertrauma ausgegangen werden kann (vgl. Entscheid 
des Bundesgerichts [BGer] vom 3. Mai 2012, 8C_498/2011, E. 6.1.1). Dar-
an vermag auch der Hinweis der Beschwerdeführerin (vgl. Beschwerde, 
S. 10) auf die mit Zwischenbericht vom 24. Mai 2011 (AB 41) durch 
Dr. med. E.________ gestellten Diagnosen nichts zu ändern, ist doch ein-
zig massgebend, dass in keinem der Arztberichte aus der Zeit unmittelbar 
nach dem Unfall Feststellungen über ein Kopf-Anschlagen oder Symptome, 
die auf ein erlittenes Schleudertrauma schliessen liessen, zu finden sind.

Weiter führte Dr. med. D.________ zwar aus, dass im Rahmen eines Stur-
zes infolge eines Hyperextensionsmechanismus der HWS Schädigungen 
(in Form von Mikromuskelfaserrissen mit eventuell reaktiven Ödemen und 
Hämatomen) auftreten können, die mithilfe von Röntgenaufnahmen und 

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MRI nicht feststellbar sind. Es stellt jedoch eine medizinische Erfahrungs-
tatsache dar, dass Verletzungen dieser Art wie auch weitere weichteilbe-
dingte Beschwerden nach Prellungen der Wirbelsäule nach wenigen Wo-
chen, spätestens nach sechs Monaten vollständig geheilt sind, weshalb 
nach Ablauf dieses Zeitraums von einem status quo sine vel ante auszuge-
hen ist (AB 126 f., vgl. Medizinische Mitteilung Nr. 79 der SUVA, S. 100 - 
106, verfügbar unter www.suva.ch). Im Zeitpunkt der leistungseinstellenden 
Verfügung vom 19. September 2011 sind seit dem Unfall sechs Monate 
vergangen, weshalb allfällige darüber hinaus bestehende Beschwerden 
nach der genannten Tatsachenvermutung nicht mehr als unfallkausal gel-
ten. Hierfür spricht auch der Umstand, dass die anfänglich dokumentierten, 
primär muskulär bedingten Beschwerden prinzipiell therapeutisch positiv 
beeinflussbar sind, sich bei der Beschwerdeführerin trotz intensiver Thera-
pie aber keine merkliche Verbesserung der Symptomatik einstellte bzw. 
sogar eine Verschlimmerung eintrat (vgl. AB 126 f.). Demzufolge ist hin-
sichtlich der Nacken- und Kopfbeschwerden der natürliche Kausalzusam-
menhang zum Unfall vom 15. März 2011 nicht gegeben. 

Sodann ist festzuhalten, dass den Ausführungen des behandelnden Haus-
arztes zuhanden der Beschwerdegegnerin, wonach die erst seit dem Unfall 
auftretenden Schmerzen beim … den natürlichen Kausalzusammenhang 
belegen würden (vgl. Schreiben vom 26. August bzw. 26. September 2011; 
AB 60, 70), nicht gefolgt werden kann. Die Beschwerdegegnerin führt dies-
bezüglich zu Recht aus, wenn die Beschwerdeführerin geltend mache, sie 
habe vor dem Unfall während Stunden … können, wohingegen sie nun 
jeweils bereits nach kurzer Zeit starke Schmerzen verspüre, so erlaube 
dies keinen Rückschluss auf die natürliche Kausalität (vgl. Einspracheent-
scheid vom 31. Juli 2012, AB 136, Ziff. 7). Vielmehr ist der Grundsatz „post 
hoc, ergo propter hoc“, nach dessen Bedeutung eine gesundheitliche 
Schädigung schon dann als durch einen Unfall verursacht gelten würde, 
wenn sie nach diesem aufgetreten ist, für den Nachweis einer unfallkausa-
len gesundheitlichen Schädigung nicht massgebend (BGE 119 V 335 E. 2b 
S. 341). Dies gilt umso mehr, als Dr. med. D.________ eine Prädisposition 
für eine auch unfallunabhängige Entwicklung von Schmerzen dieser Art 
beschrieb (AB 128).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Juni 2014, UV/12/871, Seite 13

Zusammenfassend ist aufgrund der vorliegenden medizinischen Akten mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die über den Zeitpunkt der 
Leistungseinstellung per 20. September 2011 hinaus noch geklagten ge-
sundheitlichen Beschwerden nicht mehr natürlich kausal auf das Unfaller-
eignis vom 15. März 2011 zurückzuführen sind. Damit ist hinreichend 
nachgewiesen (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts 
[EVG; heute BGer] vom 27. April 2005, U 6/05, E. 1.2), dass zwar unmittel-
bar nach dem Unfall ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem 
Sturz und den initial aufgetretenen Beschwerden bestanden hat, dieser 
aber spätestens nach Ablauf von sechs Monaten dahingefallen ist und sich 
der status quo sine vel ante eingestellt hat.

3.4 Nach dem Dargelegten besteht zwischen den im Zeitpunkt der Leis-
tungseinstellung noch geklagten Beschwerden und dem erlittenen Unfall 
vom 15. März 2011 kein rechtsgenüglicher Kausalzusammenhang, womit 
die Einstellung der Unfallversicherungsleistungen per 20. September 2011 
zu Recht erfolgte. Der angefochtene Einspracheentscheid vom 31. Juli 
2012 ist demnach nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Be-
schwerde abzuweisen.

4.

4.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG in Verbindung mit Art. 61 lit. a 
ATSG sind keine Verfahrenskosten zu erheben.

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Be-
schwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehr-
schluss aus Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Juni 2014, UV/12/871, Seite 14

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch Parteikosten zuge-
sprochen.

3. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird vom Geschäftsver-
zeichnis als erledigt abgeschrieben.

4. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher C.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- Visana Versicherungen AG 
- Bundesamt für Gesundheit 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.