# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 47d7ff27-d2a9-51e4-abed-9e041f4266fd
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-26
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 26.10.2023 725 2022 305 / 243 (725 22 305 / 243)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-2022-305---243_2023-10-26.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 26. Oktober 2023 (725 22 305 / 243) 

___________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Abweichende medizinische Beurteilungen 

 
 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan-

tonsrichterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiberin Christina 
Markiewicz 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Daniel Altermatt, Rechts-
anwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, Postfach 435, 4143 Dornach 

  
 
gegen 
 
 

 Suva, Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde-
gegnerin 
 

  
  
Betreff Leistungen 

 
 
 
A. Der 1992 geborene A.____ ist Vorarbeiter im Gleisbau. Am 22. September 2019 ver-
drehte er das linke Knie, als er über eine Schwelle lief und abrutschte. Dr. med. B.____, FMH 
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, diagnostizierte am 
22. Oktober 2019 aufgrund der Magnetresonanzbilder (MRT-Bilder) vom 3. Oktober 2019 ein 
traumatisiertes Femoropatellargelenk bei Status nach einmaliger Luxation, einen retropatellaren 
und trochlearen Knorpelschaden und eine femoropatellare Dysplasie links. Es folgte eine konser-
vative Therapie. Die Suva anerkannte ihre Leistungspflicht, richtete Taggelder aus und übernahm 

 
 
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die Heilbehandlungskosten. A.____ konnte seine Arbeit am 18. November 2019 wieder zu 100 % 
aufnehmen. Am 28. Mai 2020 verdrehte er sein linkes Knie abermals, als er eine Böschung run-
tergehen wollte und dabei auf dem Gras ausrutschte. Dr. B.____ stellte am 29. Mai 2020 eine 
erneute Traumatisierung des Femoropatellargelenks links fest. Eine Operation zur Stabilisierung 
der Patella sei nunmehr notwendig. Diese fand sodann am 11. September 2020 statt. 
 
Mit Verfügung vom 15. Dezember 2021 schloss die Suva den Fall in Bezug auf das Unfallereignis 
vom 22. September 2019 per 26. November 2019 und den Schadenfall in Bezug auf das Unfall-
ereignis vom 28. Mai 2020 per 31. Juli 2020 ab und stellte ihre Leistungen ein. Dagegen erhob 
A.____, vertreten durch Advokat Daniel Altermatt, mit Eingabe vom 28. Januar 2022 Einsprache 
und forderte die Suva auf, die Kosten für die Operation vom 11. September 2020 sowie die Fol-
gekosten zu übernehmen. Mit Entscheid vom 4. Oktober 2022 hiess die Suva die Einsprache in 
dem Sinne teilweise gut, als der Fall betreffend das Ereignis vom 22. September 2019 per 9. 
Februar 2020 und der Schadenfall in Bezug auf das Ereignis vom 28. Mai 2020 per 20. August 
2020 abgeschlossen werde und das Taggeld sowie die Heilbehandlungsleistungen auf diese Zeit-
punkte eingestellt würden. Ihre Leistungspflicht für die operative Behandlung lehnte sie hingegen 
weiterhin ab. 
 
B. Gegen diesen Entscheid erhob A.____ durch seinen Rechtsvertreter mit Eingabe vom 
7. November 2022 Beschwerde ans Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kan-
tonsgericht). Er beantragte die Aufhebung des Einspracheentscheides vom 4. Oktober 2022. Fer-
ner sei die Suva zu verpflichten, die gesetzlichen Leistungen für das Unfallereignis vom 22. Sep-
tember 2019 über den 26. November 2019 hinaus und für das Unfallereignis vom 28. Mai 2020 
über den 31. Juli 2020 hinaus zu erbringen. Unbestrittenermassen bestehe beim linken Knie ein 
Vorzustand. Bestritten werde hingegen die Auffassung der Suva, dass die beiden Ereignisse le-
diglich zu einer vorübergehenden Verschlechterung des Gesundheitszustandes und nicht zu ei-
ner richtunggebenden Verschlimmerung geführt hätten. Aus den Berichten von Dr. B.____ gehe 
unzweifelhaft hervor, dass die Operation vom 11. September 2020 Folge der beiden Ereignisse 
gewesen sei. Die Operation sei nur deshalb nicht gleich durchgeführt worden, weil er auf die 
Bedürfnisse seiner Arbeitgeberin habe Rücksicht nehmen müssen. Es sei somit festzustellen, 
dass die Suva zumindest für die Kosten des Eingriffs vom 11. September 2020 sowie für den 
anschliessenden Arbeitsausfall aufzukommen habe. 
 
C. Mit Vernehmlassung vom 6. Dezember 2022 beantragte die Suva die Abweisung der 
Beschwerde. Zunächst sei darauf hinzuweisen, dass sie die Einsprache teilweise gutgeheissen 
und ihre Leistungen verlängert habe. Ferner sei auf die Beurteilungen von Dr. med. C.____, 
Fachärztin für Chirurgie, vom 8. September 2020, vom 3. März 2021, vom 18. Juli 2021 sowie 
vom 8. Dezember 2021 zu verweisen, wonach eine richtunggebende Verschlimmerung des de-
generativen Vorzustandes habe ausgeschlossen werden können. Es sei lediglich zu einer vo-
rübergehenden Verschlechterung durch Traumatisierung des bekannten Vorzustandes gekom-
men. 
 

 
 
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D. Am 24. März 2023 reichte Advokat Altermatt ein Aktengutachten von Prof. Dr. med. 
D.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Sportme-
dizin SEMS, vom 23. März 2023 ein. Aus den Feststellungen von Prof. D.____ folge, dass die 
Suva für die Operation vom 11. September 2020 leistungspflichtig sei. 
 
E. Mit Stellungnahme vom 2. Mai 2023 hielt die Suva gestützt auf die Beurteilung von 
Dr. C.____ vom 18. April 2023 an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest. Die Opera-
tion vom 11. September 2020 sei – entgegen der Auffassung von Prof. D.____ – auf den dege-
nerativen Vorzustand zurückzuführen, da auf den MRT-Bildern vom 3. Oktober 2019 keine frische 
Läsion nachweisbar sei. Sowohl der erste Unfall vom 22. September 2019 als auch der zweite 
Unfall vom 28. Mai 2020 hätten jeweils lediglich zu einer vorübergehenden Verschlechterung des 
Vorzustandes geführt.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 
ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) 
vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent-
scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde 
erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, 
in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vorliegend 
befindet sich dieser in E.____, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-
Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Ver-
waltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versi-
cherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einsprache-
entscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Be-
handlung der Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Be-
schwerde vom 7. November 2022 ist einzutreten. 
 
2. Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche-
rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl-
len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der 
versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand-
lung). Dabei hat der Unfallversicherer die Pflegeleistungen so lange zu erbringen, als davon eine 
namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann (Art. 19 Abs.1 Satz 1 
UVG). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie 
gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Dieses beträgt bei voller Arbeitsunfähig-
keit 80 % des versicherten Verdienstes. Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es entsprechend 
gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag 
nach dem Unfalltag und er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem 
Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person. 
 

 
 
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3.1 Der Unfallversicherer haftet für einen Gesundheitsschaden nur insoweit, als dieser in ei-
nem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten Ereignis steht (BGE 
129 V 177 E. 3). Dabei spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürli-
chen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers im Bereich organisch 
objektiv ausgewiesener Unfallfolgen praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate mit der na-
türlichen Kausalität deckt (BGE 134 V 109 E. 2). 
 
3.2 Wird durch einen Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst 
manifest bzw. ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachge-
wiesen, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht mehr die 
natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur 
noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder 
der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (status 
quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines 
krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (status quo sine), 
erreicht ist (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326 E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b, je mit Hinweisen). 
Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen 
jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem 
im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich-
keit (BGE 134 V 125 f. E. 9.5 mit Hinweisen) nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr 
gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um 
eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast – anders als bei der Frage, ob 
ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versi-
cherten Person, sondern beim Unfallversicherer (SVR 2009 UV Nr. 3 S. 9 E. 2.2; RKUV 2000 Nr. 
U 363 S. 45 E. 2, 1994 Nr. U 206 S. 326 E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b). Der Beweis des 
Wegfalls des Kausalzusammenhangs muss nicht durch den Nachweis unfallfremder Ursachen 
erbracht werden. Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Beweis zu 
verlangen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliegt oder die versicherte Person nun bei vol-
ler Gesundheit ist. Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen des Gesundheitsschadens 
ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind (Urteil des Bundesgerichts vom 
29. Januar 2009, 8C_847/2008, E. 2 mit Hinweisen). Allerdings tragen die Parteien im Sozialver-
sicherungsprozess in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der 
Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt 
Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, 
im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt 
zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen 
(BGE 138 V 216 E. 6). 
 
3.3.1 In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass nach der Rechtsprechung zu den im 
Sinne von Art. 6 Abs. 1 UVG massgebenden Ursachen auch Umstände gehören, ohne deren 
Vorhandensein die gesundheitliche Beeinträchtigung nicht zur gleichen Zeit eingetreten wäre. 
Eine schadensauslösende traumatische Einwirkung wirkt also selbst dann leistungsbegründend, 
wenn der betreffende Schaden auch ohne das versicherte Ereignis früher oder später wohl ein-
getreten wäre, der Unfall somit nur hinsichtlich des Zeitpunkts des Schadeneintritts conditio sine 

 
 
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qua non war. Anders verhält es sich, wenn der Unfall nur Gelegenheits- oder Zufallsursache ist, 
welche ein gegenwärtiges Risiko, mit dessen Realisierung jederzeit zu rechnen gewesen wäre, 
manifest werden lässt, ohne im Rahmen des Verhältnisses von Ursache und Wirkung eigenstän-
dige Bedeutung anzunehmen (SVR 2012 UV Nr. 8 S. 27; Urteile des Bundesgerichts vom 5. April 
2017, 8C_847/2016, E. 5.3.2, vom 7. Juli 2016, 8C_337/2016, E. 4.1.1 und vom 20. Oktober 
2011, 8C_380/2011, E. 4.2.1; ANDREAS TRAUB, Natürlicher Kausalzusammenhang zwischen Un-
fall und Gesundheitsschädigung bei konkurrierender pathogener Einwirkung: Abgrenzung der 
wesentlichen Teilursache von einer anspruchshindernden Gelegenheits- oder Zufallsursache, in: 
SZS 2009 S. 479). 
 
3.3.2 Einem Ereignis kommt demzufolge der Charakter einer anspruchsbegründenden Teilur-
sache zu, wenn das aus der potentiellen pathogenen Gesamtursache resultierende Risiko zuvor 
nicht dermassen gegenwärtig war, dass der auslösende Faktor gleichsam beliebig und aus-
tauschbar erschiene. Dagegen entspricht die unfallbedingte Einwirkung – bei erstelltem Auslöse-
zusammenhang – einer (anspruchshindernden) Gelegenheits- oder Zufallsursache, wenn sie auf 
einen derart labilen, prekären Vorzustand trifft, dass jederzeit mit einem Eintritt der (organischen) 
Schädigung zu rechnen gewesen wäre, sei es aus eigener Dynamik der pathogenen Schadens-
anlage oder wegen Ansprechens auf einen beliebigen anderen Zufallsanlass. Wenn ein alltägli-
cher alternativer Belastungsfaktor zu annähernd gleicher Zeit dieselbe Gesundheitsschädigung 
hätte bewirken können, erscheint der Unfall nicht als kausal signifikantes Ereignis, sondern als 
austauschbarer Anlass; es entsteht daher keine Leistungspflicht des obligatorischen Unfallversi-
cherers (SVR 2012 UV Nr. 8 S. 27; Urteil des Bundesgerichts vom 20. Oktober 2011, 
8C_380/2011, E. 4.2.2). 
 
4.1 Zur Beurteilung medizinischer Sachverhalte ist das Gericht auf ärztliches Fachwissen 
angewiesen (BGE 132 V 93 E. 4). Es hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozi-
alversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) 
– wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie um-
fassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle 
Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden 
hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 
gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich 
des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Be-
lange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung 
der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch-
tet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 
134 V 231 E. 5.1 und 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 
 
4.2 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 

 
 
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und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen. So kommt beispielsweise Be-
richten und Gutachten versicherungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert zu wie 
einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar 
wie einem Gerichtsgutachten. An die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu 
stellen, wenn ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden wer-
den soll. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versi-
cherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen 
(BGE 145 V 97 E. 8.5 mit Hinweis, 135 V 465 E. 4.4 und 4.5, 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen 
Hinweisen). Rechtsprechungsgemäss können auch reine Aktengutachten beweiskräftig sein, so-
fern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung 
eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befas-
sung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil des Bundesgerichts vom 23. 
April 2021, 8C_750/2020, E. 4 mit zahlreichen Hinweisen). 
 
4.3 Ein Parteigutachten besitzt nicht den gleichen Rang wie ein vom Gericht oder vom Ver-
sicherungsträger nach dem vorgegebenen Verfahrensrecht eingeholtes Gutachten. Es verpflich-
tet indessen das Gericht, den von der Rechtsprechung aufgestellten Richtlinien für die Beweis-
würdigung folgend, zu prüfen, ob es in rechtserheblichen Fragen die Auffassung und Schlussfol-
gerungen des Versicherungsträgers derart zu erschüttern vermag, dass davon abzuweichen ist 
(BGE 125 V 351 E. 3c, Urteil des Bundesgerichts vom 8. Januar 2021, 8C_720/2020, E. 4.1). 
 
5. Unbestritten ist, dass das linke Knie des Beschwerdeführers vor den Unfallereignissen 
vom 22. September 2019 und 28. Mai 2020 einen (erheblichen) degenerativen Vorzustand auf-
wies. Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer über den 9. Februar 2020 beziehungs-
weise über den 20. August 2020 hinaus Anspruch auf Leistungen der Suva hat, unter anderem 
auch auf Ersatz der im Zusammenhang mit der Operation vom 11. September 2020 angefallenen 
Kosten. Die Suva macht geltend, dass der status quo sine vel ante spätestens per 9. Februar 
2020 respektive 20. August 2020 erreicht gewesen sei. Sie stützte sich dabei auf die kreisärztli-
chen Berichte von Dr. C.____ vom 8. September 2020, vom 3. März 2021, vom 18. Juli 2021, 
vom 8. Dezember 2021 sowie vom 18. April 2023. Sie kam zum Schluss, dass die Unfälle zwar 
zu einer vorübergehenden Verschlechterung des Vorzustandes geführt hätten, mit überwiegen-
der Wahrscheinlichkeit jedoch davon auszugehen sei, dass die Unfallfolgen spätestens nach 
zwölf Wochen nach dem jeweiligen Ereignis abgeklungen seien. Die Operation vom 11. Septem-
ber 2020 sei folglich nicht kausal auf die Unfallereignisse zurückzuführen. Der Beschwerdeführer 
ist dagegen der Auffassung, dass die Unfallereignisse gemäss den Berichten von Dr. B.____ 
sowie dem Parteigutachten von Prof. D.____ den degenerativen Vorzustand richtunggebend ver-
schlimmert hätten und damit zumindest teilursächlich für den operativ versorgten Schaden gewe-
sen seien. 
 
6.1 Der Hausarzt, Dr. med. F.____, veranlasste nach dem Unfall vom 22. September 2019 
eine MRT-Untersuchung des linken Knies. Auf den MRT-Bildern vom 3. Oktober 2019 waren 
Zeichen einer Trochleadysplasie Typ B nach Dejour mit Lateralisationstendenz der Patella und 
erhöhter TTTG-Distanz sowie ein laxes mediales Retinaculum erkennbar. Bei fehlendem Kno-
chenmarködem gab es – gemäss Beurteilung des zuständigen Radiologen – keinen Hinweis auf 

 
 
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eine kürzlich durchgemachte Patellaluxation. Ferner wurden eine Chondropathie Grad IV patellar, 
insbesondere medial, und ein 6 mm messender fullthickness Knorpeldefekt lateral trochlear, ein 
mässiger Kniegelenkserguss und als Nebenbefund ein kleines Lipom im Musculus popliteus fest-
gestellt. Dr. F.____ überwies den Versicherten an den Spezialisten Dr. B.____. Dieser unter-
suchte ihn am 22. Oktober 2019 und diagnostizierte ein traumatisiertes Femoropatellargelenk bei 
Status nach erstmaliger Patellaluxation, retropatellare und trochleare Knorpelschäden sowie eine 
femoropatellare Dysplasie links. Auffällig sei die deutliche Lateralisierungstendenz der Patella mit 
schlaffem medialem Retinaculum. Insgesamt sei eine Medialisierung der Patella anzustreben, 
wobei diese nicht allzu ausgeprägt sein dürfe, bei medial bereits vorhandenen Knorpelschäden. 
Diesbezüglich biete sich eine Rekonstruktion des medialen patello-femoralen Ligaments (MPFL) 
an sowie eine leichte Versetzung der Tuberositas nach medial. Momentan möchte der Versi-
cherte aber keine grössere Operation, sondern ziehe eine konservative Behandlung vor, damit 
bald wieder eine volle Arbeitsfähigkeit erreicht werden könne. Eine Operation käme für ihn erst 
im Frühjahr in Frage, da die Arbeitsbelastung jetzt im Herbst/Winter hoch sei. Ab 18. November 
2019 werde der Versicherte versuchsweise wieder voll arbeiten. Zum Verlauf berichtete Dr. 
B.____ am 26. November 2019, dass es in der Zwischenzeit besser gehe. Momentan werde die 
konservative Therapie fortgeführt. Eine weitere Untersuchung sei in einem halben Jahr geplant, 
um über eine mögliche Operation im Herbst 2020 zu entscheiden. Der Versicherte habe dieses 
Vorgehen mit seinem Chef abgesprochen. 
 
6.2 Am 29. Mai 2020 meldete sich der Beschwerdeführer erneut bei Dr. B.____, da er sich 
tags zuvor wieder das linke Knie verdreht hatte. Dr. B.____ stellte ein Schonhinken sowie einen 
deutlichen Erguss fest. Es liege eine Druckdolenz medial der Patella, im medialen Gelenkspalt, 
vor. Ansonsten sei das Knie aufgrund des Ergusses kaum zu untersuchen. Er diagnostizierte ein 
erneut traumatisiertes Femoropatellargelenk links bei Status nach einmaliger Patellaluxation, 
Knorpelschäden retropatellar und trochlear sowie eine femoropatellare Dysplasie. Er punktierte 
das Gelenk und es konnte 40 ml klare Flüssigkeit entnommen werden. Der Eingriff zur Stabilisie-
rung der Patella, zur retropatellaren Mikrofraktuierung und zur Tuberositasversetzung fand am 
11. September 2020 statt. Dr. B.____ führte in seinem Schreiben vom 20. Oktober 2020 an die 
Suva zum Sachverhalt präzisierend aus, dass der Versicherte sich anlässlich des Unfalls vom 
22. September 2019 das linke Knie verdreht habe mit wahrscheinlicher Patellaluxation und spon-
taner Reposition. Am 28. Mai 2020 sei es nach einem erneuten Unfallereignis zu einer weiteren 
Kniedistorsion gekommen. Mit dem zweiten Ereignis habe eine erneute Traumatisierung des 
Femoropatellargelenks stattgefunden. Deshalb sei die Indikation zur Operation gestellt worden. 
 
6.3 Dr. C.____ nahm in ihren Berichten vom 18. November 2021 und 8. Dezember 2021 zu 
den Schadenfällen Stellung. Das linke Knie sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit schon vor 
dem ersten Unfall vom 22. September 2019 in stummer und manifester Weise beeinträchtigt ge-
wesen. Der Unfall habe auch nicht zu zusätzlichen strukturellen Läsionen geführt. In den MRT-
Bildern vom 3. Oktober 2019 seien keine frischen Läsionen im Bereich der Patella, der Bänder 
oder Menisken nachweisbar. Da bildmorphologisch ein Knochenmarksödem fehle, liege kein Hin-
weis auf eine durchgemachte Patellaluxation vor, sondern die Veränderungen im Bereich des 
Knorpels seien ausschliesslich vorbestehend. Entsprechend der Unfallmeldung könne von einer 

 
 
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leichten Distorsion des linken Kniegelenks und einer Zerrung ausgegangen werden. Aus rein pa-
thophysiologischer Sicht heilten Zerrungen ohne frische strukturelle Läsion innerhalb von ein paar 
Tagen folgenlos ab. Im vorliegenden Fall liege bereits ein ausgeprägter Vorzustand vor mit einer 
Chondropathie Grad IV patellar und trochlear sowie einer Trochleadysplasie mit Lateralisations-
tendenz der Patella, sodass ein leicht verzögerter Heilungsverlauf nachvollziehbar sei. Sechs 
Wochen nach dem Ereignis respektive spätestens zum Zeitpunkt der Konsultation bei Dr. B.____ 
am 26. November 2019 sei die leichte Zerrung beziehungswiese die vorübergehende Verschlim-
merung des Vorzustandes durch Schmerzauslösung abgeheilt gewesen. Die fortbestehenden 
Beschwerden im Bereich des linken Kniegelenks seien ausreichend durch den Vorzustand er-
klärt. 
 
In Bezug auf das zweite Ereignis am 28. Mai 2020 gelte dasselbe wie für den ersten Unfall. Das 
Ereignis habe nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu zusätzlichen strukturellen Läsionen 
geführt. Das Gelenkpunktat von Dr. B.____ am 29. Mai 2020 spreche für eine Reizung und nicht 
für eine frische traumatische Läsion, da kein Blut im Punktat gewesen sei. Von Seiten Dr. B.____ 
sei aufgrund der klinischen Untersuchung und Anamnese auch keine strukturelle Verletzung im 
Bereich des linken Kniegelenks erwartet, sondern lediglich eine erneute Traumatisierung der vor-
bestehenden Femoropatellararthrose angenommen worden, da echtzeitlich keine bildgebende 
Diagnostik erfolgt sei und am 2. Juni 2020 der operative Eingriff empfohlen und am 11. September 
2020 durchgeführt worden sei. In den MRT-Bildern vom 3. Oktober 2019 seien einzig vorbeste-
hende Veränderungen dokumentiert. In einer Zusammenschau sei anzunehmen, dass es durch 
das Ereignis vom 28. Mai 2020 lediglich zu einer erneuten vorübergehenden Verschlechterung 
durch Traumatisierung des bekannten Vorzustandes gekommen sei. Infolge des massiven Vor-
zustandes sei ein protrahierter Heilverlauf wahrscheinlich. Spätestens nach sechs bis acht Wo-
chen sei der durch das Ereignis vom 28. Mai 2020 ausgelöste Beschwerdeschub wieder abgeheilt 
gewesen. Die fortbestehenden Beschwerden seien durch den Vorzustand erklärt, welcher dann 
eben am 11. September 2020 saniert worden sei. 
 
6.4 Prof. D.____ kam in seinem Parteigutachten vom 23. März 2023 zu einem anderen Er-
gebnis. Unbestritten bestehe beim Versicherten am linken Kniegelenk eine femoropatellare Dys-
plasie Typ B nach Dejour. Diese habe 2005 zu einer ersten, traumatischen Patellaluxation ge-
führt. Die Verletzung sei im Jahr 2008 operativ versorgt worden, was zu einer über zehn Jahre 
dauernden, vollständigen Arbeitsfähigkeit im körperlich anstrengenden Beruf als Gleisbauer ge-
führt habe. Anlässlich des Unfalls vom 22. September 2019 sei es zu einer neuen Läsion (Aus-
weitung) des medialen Retinaculums gekommen, welches im Jahr 2008 "geshrinkt" worden sei. 
In der Folge sei die Kniescheibe noch instabiler gewesen, als bereits durch die flache, knöcherne 
Form (Dejour B) begründet. Ferner seien neue Knorpelschäden in der Trochlea (Führungsrinne) 
der Kniegelenksscheibe nachgewiesen worden. Der zweite Unfall vom 28. Mai 2020 mit Verdre-
hung des Kniegelenks wäre mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht geschehen, 
wenn die Patella stabil gewesen wäre, wenn also das Unfallereignis vom 22. September 2019 mit 
Schädigung des medialen Retinaculums nicht stattgefunden hätte. Auf unebenem Boden habe 
der Verlust der femoropatellaren Stabilität zum Sturz und zu einer Reaktion im Gelenk geführt, 
zwar nicht in Form von neuen strukturellen Schädigungen, aber mit klarem Erguss. Gemäss Dr. 
C.____ sei dieser Vorgang als "vorübergehende Verschlechterung durch Traumatisierung des 

 
 
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Vorzustandes" anzusehen. Dem sei beizustimmen. Das Ereignis vom 28. Mai 2020 sei aber durch 
die am 22. September 2019 erlittenen zusätzlichen Verletzungen begünstigt worden. Die Opera-
tion vom 11. September 2020 sei primär zur Behandlung der Folgen des Unfalls vom 22. Sep-
tember 2019 notwendig gewesen. Sekundär sei der Vorzustand der femoropatellaren Dysplasie 
Typ B nach Dejour behandelt worden. Diese sei mit einer sogenannten medialen Weichteilzüge-
lung (MPFL-Rekonstruktion mit Gracilis-Sehne) operativ versorgt worden. Die Versetzung der 
knöchernen Insertion der Patellasehne an die Tuberositas tibiae sei erfolgt, um die wegen der 
femoropatellaren Dysplasie Typ B nach Dejour lateral laufende Patella zu medialisieren. Bei der 
Operation seien die Knorpelschäden bestätigt worden, die anlässlich des Unfalls vom 22. Sep-
tember 2019 aufgetreten seien; insbesondere die an der Rückfläche der Patella bestehenden 
Veränderungen (retropatellare Knorpelschäden). Die Operation vom 11. September 2020 habe 
dazu gedient, die teilweise unfallbedingten Schädigungen zu behandeln (ausgeweitetes mediales 
Retinaculum). Weiter sei versucht worden, potentiellen weiteren Schädigungen (durch die insta-
bile Patella) zuvorzukommen. Nach dem Unfall vom 22. September 2019 sei der status quo sine 
vel ante jedenfalls nicht mehr erreicht worden. Die Patella sei deutlich instabil geblieben. 
 
6.5 Am 18. April 2023 nahm Dr. C.____ zum Gutachten von Prof. D.____ Stellung. Die Aus-
sage von Prof. D.____ betreffend Vorzustand, dass die Verletzung im Jahr 2008 operativ versorgt 
worden sei, was zu einer über zehn Jahre dauernden vollständigen Arbeitsfähigkeit im körperlich 
anstrengenden Beruf als Gleisbauer geführt habe, stimme nicht ganz, da gemäss Schadenmel-
dung die Anstellung als Vorarbeiter per 1. April 2015 erfolgt sei. Dies entspreche einer Zeitspanne 
von knapp vier Jahren und fünf Monaten, wobei diese Tätigkeit bei dem bekannten Vorzustand 
im Bereich des linken Kniegelenks nicht ideal sei. Weiter sage Prof. D.____, dass sich eine neue 
Läsionsausweitung des medialen Retinaculums gezeigt habe, welches im Jahr 2008 "geshrinkt" 
worden sei. In der Folge sei die Kniescheibe noch instabiler gewesen, als schon durch die flache, 
knöcherne Form begründet. Es sei davon auszugehen, dass mit der Aussage "neue Läsion" dem 
Zeitraum 2009 bis 2019 Rechnung getragen worden sei. Der Vergleich der MRT-Bilder vom 
27. März 2009 mit den MRT-Bildern vom 3. Oktober 2019 ergebe, dass sich das mediale Retina-
culum ausgeweitet beziehungsweise verlängert habe. Diese Veränderung sei jedoch nicht auf 
das Ereignis vom 22. September 2019 zurückzuführen. Auf den MRT-Bildern vom 3. Oktober 
2019, welche knapp elf Tage nach dem Ereignis aufgenommen worden seien, sei zwar ein laxes 
mediales Retinaculum sichtbar, jedoch ohne frische strukturelle Läsion. Namentlich zeigten sich 
keine vermehrten Signalalterationen oder ödematösen Veränderungen im Bereich des medialen 
Retinaculums, die auf eine Verletzung zurückzuführen wären. In Bezug auf die von Prof. D.____ 
erwähnten neuen Knorpelschäden in der Trochlea der Kniegelenksscheibe sei davon auszuge-
hen, dass die vorbestehenden femoropatellaren Veränderungen im Vergleich zur MRT-
Bildgebung von 2009 zugenommen hätten. Diese Veränderungen seien jedoch ausschliesslich 
anlagebedingt respektive degenerativer Natur. So sei bereits intraoperativ am 29. Mai 2008 ge-
mäss Prof. D.____ eine Osteochondrose Grad II bis III der medialen Patellafacette und der late-
ralen Trochlea festgestellt worden. Auf den MRT-Bildern des linken Kniegelenks vom 3. Oktober 
2019 zeige sich erwartungsgemäss zehn Jahre nach der letzten MRT nun eine Chondropathie 
Grad IV patellar medial und ein Knorpeldefekt lateral trochlear. Somit habe der Unfall vom 22. 
September 2019 nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu zusätzlichen strukturellen Läsi-
onen geführt. Die Operation vom 11. September 2020 sei auf den degenerativen Vorzustand 

 
 
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zurückzuführen, entsprechend sei es auch zu keiner richtunggebenden Verschlimmerung gekom-
men, sondern lediglich zu einer vorübergehenden Traumatisierung des Vorzustandes. 
 
7. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versi-
cherungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind rechtsprechungsgemäss ergänzende Abklärun-
gen vorzunehmen (BGE 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und 125 V 351 E. 3b/ee). Solche 
geringen Zweifel sind vorliegend mit Blick auf die diametral voneinander abweichenden medizi-
nischen Beurteilungen gegeben: Während die Suva-Kreisärztin von einer vorwiegend degenera-
tiven Schädigung ausgeht und die Unfallereignisse als nicht (teil)ursächlich für die anhaltenden 
Beschwerden respektive die Operation vom 19. September 2020 ansieht, vertreten sowohl 
Dr. B.____ als auch Prof. D.____ die Ansicht, dass bereits das erste Unfallereignis zu einer rich-
tunggebenden Verschlimmerung des degenerativen Vorzustandes in Form eines ausgeweiteten 
medialen Retinaculums und einer instabilen Patellasituation geführt habe und das zweite Unfall-
ereignis wegen der instabilen Situation begünstigt gewesen sei. Die Unfallereignisse seien mithin 
teilursächlich für die Gesundheitsschädigung und namentlich den operativen Eingriff vom 
11. September 2020 gewesen. Wie es sich damit verhält und welche fachärztliche Meinung zu-
treffend ist, kann das Gericht anhand der vorhandenen medizinischen Aktenlage nicht beurteilen. 
Namentlich mit Blick darauf, dass eine schadensauslösende traumatische Einwirkung selbst dann 
leistungsbegründend ist, wenn der betreffende Schaden auch ohne das versicherte Ereignis frü-
her oder später wohl eingetreten wäre, der Unfall somit nur hinsichtlich des Zeitpunkts des Scha-
deneintritts conditio sine qua non war, ist die Sachlage aufgrund des Expertenstreits durch einen 
unabhängigen Gutachter respektive einer unabhängigen Gutachterin zu klären. Diesbezüglich ist 
die Angelegenheit zur Einholung eines Gutachtens nach Art. 44 ATSG an die Beschwerdegeg-
nerin zurückzuweisen. Die Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen. 
 
8.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Nach Art. 61 lit. fbis ATSG ist das Verfahren bei 
Streitigkeiten über Leistungen kostenpflichtig, wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen 
ist. Da das UVG keine grundsätzliche Kostenpflicht vorsieht, sind für das vorliegende Verfahren 
keine Kosten zu erheben. 
 
8.2 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Partei Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend hat der Beschwerdeführer 
Anspruch auf eine Parteientschädigung. Da der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers keine 
Honorarnote einreichte, wird das Honorar gestützt auf Ziffer 4 des Dispositivs der Verfügung vom 
8. Mai 2023 nach Ermessen festgesetzt. Das Gericht setzt das Honorar auf pauschal Fr. 2'500.-
- zuzüglich 7.7 % Mehrwertsteuer und somit auf Fr. 2'692.50 fest. 
 
9.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 2005 
ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zulässig ge-
gen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenentscheide sind 
– mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Ausstandsbegehren 
(vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten anfechtbar, 
wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a 
BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und 

 
 
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damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren er-
sparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt 
es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und 
anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenent-
scheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückweisungsentscheid, mit 
dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiell-rechtlichen Anspruchsvorausset-
zungen) beantwortet wird (BGE 133 V 477 E. 4.2). 
 
9.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen-
entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraus-
setzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehende 
Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 
 
 
 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als der angefochtene 
Einspracheentscheid der Suva vom 4. Oktober 2022 aufgehoben und 
die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen 
und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Vorinstanz zurückgewie-
sen wird. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Die Suva hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung in der 
Höhe von Fr. 2'692.50 (inkl. 7,7 % Mehrwertsteuer) auszurichten.