# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9bc39ea3-8568-5f4c-a93b-da086823842a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-10-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.10.2011 C-6482/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-6482-2008_2011-10-17.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung III
C­6482/2008

U r t e i l   v om   1 7 .   O k t ob e r   2 0 1 1

Besetzung Richter Andreas Trommer (Vorsitz),
Richterin Elena Avenati­Carpani, 
Richter Antonio Imoberdorf,
Gerichtsschreiber Julius Longauer.

Parteien A._______, 
Beschwerdeführer, 
vertreten durch lic.iur. Werner Greiner, Rechtsanwalt, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Verweigerung der Zustimmung und Wegweisung.

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Sachverhalt:

A. 
Der  Beschwerdeführer,  ein  im  Jahre  1969  geborener  indischer 
Staatsangehöriger, gelangte im August 2000 in die Schweiz und ersuchte 
um Asyl. Nach  rechtskräftiger Abweisung seines Asylgesuchs durch die 
Schweizerische Asylrekurskommission (Urteil vom 3. Januar 2002) wurde 
dem Beschwerdeführer eine Frist zur Ausreise aus der Schweiz bis zum 
26. Februar  2002  gesetzt.  Der  Beschwerdeführer  kam  der 
Ausreiseaufforderung nicht nach.

B. 
Am 29. August 2002 heiratete der Beschwerdeführer eine 20 Jahre ältere 
Schweizer Bürgerin  thailändischer Herkunft, worauf  er  zum Verbleib  bei 
ihr  eine  Aufenthaltsbewilligung  im  Kanton  Zürich  erhielt.  Obwohl  die 
Ehegatten  zu  keinem  Zeitpunkt  zusammenlebten,  verlängerte  die 
kantonale  Migrationsbehörde  die  Aufenthaltsbewilligung  in  eigener 
Zuständigkeit  regelmässig  weiter,  letztmals  mit  Wirkung  bis  28. August 
2008.  Die  Ehe  des  Beschwerdeführers  wurde  am  3. Dezember  2007 
geschieden.

C. 
Noch zweieinhalb Monate vor seiner Scheidung, am 19. September 2007, 
reichte der Beschwerdeführer  bei  der  kantonalen Migrationsbehörde ein 
Gesuch  um Erteilung  der Niederlassungsbewilligung  ein  und  berief  sich 
dabei auf seinen Status als Ehemann einer Schweizer Bürgerin.

Die  kantonale  Migrationsbehörde  beschied  dem  Beschwerdeführer  mit 
Schreiben  vom  8.  Oktober  2007,  dass  er  keinen  Anspruch  auf 
Niederlassung habe, weil zwischen ihm und seiner Ehefrau seit geraumer 
Zeit  keine  eheliche  Beziehung  bestehe  und  mit  der  Wiederaufnahme 
einer  solchen  auch  nicht  gerechnet  werden  könne.  Die  Erteilung  einer 
ermessensgelenkten  Niederlassungsbewilligung  falle  jedoch  frühestens 
nach zehn Jahren Aufenthalt in Betracht.

D. 
Nach seiner Scheidung gelangte der Beschwerdeführer am 29. Juli 2008 
an  die  kantonale Migrationsbehörde  und  ersuchte  ein  weiteres Mal  um 
Verlängerung  seiner  Aufenthaltsbewilligung.  Die  kantonale 
Migrationsbehörde  stand  der  Fortsetzung  der  Aufenthaltsregelung 
befürwortend  gegenüber  und  leitete  die  Angelegenheit  am  5.  August 

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2008 mit  dem Antrag  auf  Zustimmung  zur  Bewilligungsverlängerung  an 
die Vorinstanz weiter.

E. 
Die  Vorinstanz  teilte  dem Beschwerdeführer  am  11.  August  2008  unter 
Gewährung des  rechtlichen Gehörs mit, sie erwäge, die Zustimmung zu 
verweigern  und  ihn  aus  der  Schweiz  wegzuweisen.  Den  kantonalen 
Akten  könne  nämlich  entnommen  werden,  dass  er  und  seine 
geschiedene  schweizerische  Ehefrau  nie  zusammen  gelebt  hätten.  Der 
Beschwerdeführer  machte  von  der  Äusserungsmöglichkeit  keinen 
Gebrauch.

F. 
Mit  Verfügung  vom  8.  September  2008  verweigerte  die  Vorinstanz  ihre 
Zustimmung  zur  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung  und wies  den 
Beschwerdeführer aus der Schweiz weg.

G. 
Gegen  die  vorgenannte  Verfügung  erhob  der  Beschwerdeführer  am 
13. Oktober 2008 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht mit   dem 
Antrag,  diese  sei  aufzuheben  und  die  Sache  an  die  kantonale 
Migrationsbehörde  zur  Erteilung  einer  Niederlassungsbewilligung 
zurückzuweisen.  Eventualiter  sei  die  Vorinstanz  anzuweisen,  der 
Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung  durch  den  Kanton  Zürich 
zuzustimmen.

H. 
Die Vorinstanz beantragte  in  ihrer Vernehmlassung vom 7. Januar 2009 
die Abweisung der Beschwerde.

I. 
Auf  Aufforderung  des  Bundesverwaltungsgerichts  begründete  die 
kantonale Migrationsbehörde mit  Schreiben  vom  13.  Januar  2009  ihren 
Antrag auf Zustimmung zur Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung.

J. 
Mit Replik  vom 27. Februar  2009 hielt  der Beschwerdeführer  an  seinen 
Rechtsbegehren fest.

K. 
Mit  Instruktionsverfügung  vom  25.  August  2011  lud  das 
Bundesverwaltungsgericht  den Beschwerdeführer  ein,  allfällige  seit  dem 

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letzten  Schriftenwechsel  eingetretene  Sachverhaltsänderungen  in  das 
Verfahren einzubringen. Diese Gelegenheit nahm der Beschwerdeführer 
nicht wahr.

L. 
Auf  den  weiteren  Akteninhalt  wird,  soweit  rechtserheblich,  in  den 
Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1.  Verfügungen  des  BFM  unterliegen  der  Beschwerde  an  das 
Bundesverwaltungsgericht  (Art.  31,  Art.  32  sowie  Art.  33  Bst.  d  des 
Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]).

1.2. Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht  richtet sich nach 
dem Verwaltungsverfahrensgesetz vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 
172.021), soweit das Verwaltungsgerichtsgesetz nichts anderes bestimmt 
(Art. 37 VGG).

1.3.  Gegenstand  des  Beschwerdeverfahrens  kann  sein,  worüber  die 
Vorinstanz  in Form einer Verfügung entschieden hat oder  richtigerweise 
hätte entscheiden müssen.  Im vorliegenden Fall  ist es die Verweigerung 
der  Zustimmung  zur  Verlängerung  einer  Aufenthaltsbewilligung,  um  die 
der  Beschwerdeführer  selbst  nachgesucht  hat,  sowie  die  Wegweisung 
aus  der  Schweiz.  Soweit  der  Beschwerdeführer  die  Rückweisung  der 
Streitsache  an  die  kantonale  Migrationsbehörde  zwecks  Erteilung  einer 
Niederlassungsbewilligung verlangt, auf die er einen Anspruch zu haben 
meint, erweist sich sein Rechtsmittel als unzulässig.

1.4. Der  Beschwerdeführer  ist  als  Verfügungsadressat  zur  Beschwerde 
legitimiert  (Art.  48  Abs.  1  VwVG).  Auf  die  im  Übrigen  frist­  und 
formgerecht  eingereichte  Beschwerde  ist  daher  im  oben  dargelegten 
Umfang einzutreten (Art. 49 ff. VwVG).

2. 
2.1.  Mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  kann  die 
Verletzung  von  Bundesrecht  einschliesslich  Überschreitung  oder 
Missbrauch  des  Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige 
Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes und – soweit nicht eine 
kantonale  Behörde  als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die 
Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art.  49  VwVG).  Das 

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Bundesverwaltungsgericht  wendet  im  Beschwerdeverfahren  das 
Bundesrecht von Amtes wegen an. Es  ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG 
an  die  Begründung  der  Begehren  nicht  gebunden  und  kann  die 
Beschwerde  auch  aus  anderen  als  den  geltend  gemachten  Gründen 
gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist  grundsätzlich  die  Sachlage 
zum  Zeitpunkt  seines  Entscheides  (vgl.  BVGE  2011/1  E.  2).  Inwieweit 
Rechtsänderungen  zu  berücksichtigen  sind,  hängt  von  der 
massgeblichen  intertemporalen  Regelung  ab.  Fehlt  im  Gesetz  eine 
Übergangsbestimmung,  so  entscheidet  das  Bundesverwaltungsgericht 
aufgrund  allgemeiner  intertemporaler  Grundsätze  (ANDRÉ  MOSER  / 
MICHAEL  BEUSCH  /  LORENZ  KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht, Basel 2008, Rz. 2.202 mit Hinweisen).

2.2. Am 1. Januar 2008 trat das Bundesgesetz vom 16. Dezember 2005 
über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG,  SR  142.20)  mit  seinen 
Ausführungsverordnungen in Kraft – unter anderem der Verordnung vom 
24.  Oktober  2007  über  Zulassung,  Aufenthalt  und  Erwerbstätigkeit 
(VZAE,  SR  142.201).  Entsprechend  der  intertemporalen  Ordnung  des 
Art. 126 AuG ist das neue Verfahrensrecht auf alle Verfahren anwendbar 
(Abs.  2),  das  neue materielle  Recht  dagegen  nur  auf  solche,  die  nach 
seinem Inkrafttreten rechtshängig wurden (Abs.1; vgl. dazu BVGE 2008/1 
E.  2  mit  Hinweisen).  Der  vorliegenden  Streitsache  zugrunde  liegt  das 
Gesuch des Beschwerdeführers um Verlängerung seiner bis 28. August 
2008  gültigen Aufenthaltsbewilligung,  das  vom 29.  Juli  2008  datiert. Da 
das Verlängerungsverfahren  somit  nach  Inkrafttreten  des  neuen Rechts 
eingeleitet  wurde,  kann  an  der  grundsätzlichen  Massgeblichkeit  des 
neuen Rechts kein Zweifel bestehen. Etwas andere gälte nur dann, wenn 
und  soweit  die  Unterstellung  der  Streitsache  unter  das  neue  Recht  zu 
einer  echten  Rückwirkung  zu  Lasten  des  Beschwerdeführers  führen 
würde.  Eine  solche  müsste  vom  AuG  ausdrücklich  vorgesehen  oder 
zumindest seinem Sinn nach eindeutig gewollt sein, was jedoch nicht der 
Fall  ist  (vgl.  dazu  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C­6133/2008 
vom 15. Juli 2011 E. 2.2 mit Hinweisen).

3. 
3.1.  Gemäss  Art.  40  Abs.  1  AuG  sind  die  Kantone  zuständig  für  die 
Erteilung  und  Verlängerung  von  Bewilligungen.  Vorbehalten  bleibt  die 
Zuständigkeit  des  Bundes  im  Zustimmungsverfahren,  zu  dessen 
Ausgestaltung der Bundesrat in Art. 99 AuG ermächtig wird.

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3.2. Die  Notwendigkeit  der  Zustimmung  durch  das  BFM  ergibt  sich  im 
Falle  des  Beschwerdeführers  aus  Art.  85  Abs.  1  Bst.  a  VZAE  in 
Verbindung  mit  Ziff.  1.3.1.4  Bst.  e  der  Weisungen  des  BFM  im 
Ausländerbereich  in  der  Fassung  vom  30.  September  2011  (online 
abrufbar  unter:  www.bfm.admin.ch  >  Dokumentation  >  Rechtliche 
Grundlagen > Weisungen und Kreisschreiben >  I. Ausländerbereich > 1 
Verfahren  und  Zuständigkeiten).  Danach  ist  die  Verlängerung  der 
Aufenthaltsbewilligung einer Ausländerin oder eines Ausländers nach der 
Auflösung  der  ehelichen  Gemeinschaft  mit  dem  schweizerischen  oder 
ausländischen  Ehegatten  oder  nach  dessen  Tod,  falls  die  Ausländerin 
oder der Ausländer nicht aus einem Mitgliedstaat der EG oder der EFTA 
stammt, dem BFM zur Zustimmung zu unterbreiten. Nichts anderes galt 
entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers bereits unter dem alten 
Recht (vgl. statt vieler Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C­195/2008 
vom 25. Mai 2011 E. 4.1). 

3.3.  Das  BFM  kann  die  Zustimmung  verweigern,  den  kantonalen 
Entscheid  einschränken  oder mit  Bedingungen  verbinden  (Art.  99  AuG, 
Art.  86  Abs.  1  VZAE).  Es  verweigert  seine  Zustimmung  unter  anderem 
dann, wenn die Zulassungsvoraussetzungen nicht oder nicht mehr erfüllt 
sind (Art. 86 Abs. 2 Bst. a und Bst. c Ziff. 2 VZAE). 

4. 
4.1.  Ausländische  Ehegatten  von  Schweizer  Bürgern  haben  unter 
Vorbehalt  von  Art.  51  Abs.  1  AuG  einen  Anspruch  auf  Erteilung  und 
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammen 
wohnen  (Art.  42  Abs.  1  AuG).  Nach  einem  ordnungsgemässen  und 
ununterbrochenen  Aufenthalt  von  fünf  Jahren  erwerben  sie  einen 
Anspruch  auf  Erteilung  der  Niederlassungsbewilligung  (Art.  42  Abs.  3 
AuG),  der  vom weiteren Schicksal  der  Ehe  unabhängig  ist  (vgl.  Art.  34 
Abs. 1 AuG; Urteil des Bundesgerichts 2C_241/2009 vom 23. September 
2009 E. 3). A fortiori verfügen sie über einen Anspruch auf Verlängerung 
der  Aufenthaltsbewilligung. Wird  die  eheliche Haushaltgemeinschaft  vor 
Ablauf  dieser  fünfjährigen  Frist  aufgegeben,  besteht  ein  Anspruch  auf 
Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung  weiter,  wenn  die  Ehegatten 
mindestens drei  Jahre  in der Schweiz zusammen gewohnt haben  (BGE 
136 II 113 E. 3.2   und E. 3.3 S. 117 ff.) und eine erfolgreiche Integration 
besteht  (Art.  50  Abs.  1  Bst.  a  AuG)  oder  wenn  wichtige  persönliche 
Gründe  vorliegen,  die  einen  weiteren  Aufenthalt  in  der  Schweiz 
erforderlich machen  (Art.  50  Abs.  1  Bst.  b  AuG).  Das  kann  namentlich 
dann  der  Fall  sein,  wenn  der  ausländische  Ehegatte  Opfer  ehelicher 

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Gewalt  wurde  und  die  soziale  Wiedereingliederung  im  Herkunftsland 
stark gefährdet erscheint (Art. 50 Abs. 2 AuG). 

4.2.  Vom  Erfordernis  des  Zusammenlebens  wird  gemäss  Art.  49  AuG 
abgesehen,  wenn  die  Familiengemeinschaft  weiter  besteht  und  für 
getrennte  Wohnorte  wichtige  Gründe  vorliegen.  Diese  können  sich 
namentlich  aus  beruflichen  Verpflichtungen  ergeben  oder  bei 
vorübergehender  Trennung  wegen  erheblicher  familiärer  Probleme 
entstehen (Art. 76 VZAE). Zu beachten ist, dass Art. 49 AuG nicht darauf 
abzielt,  den  Ehegatten  ein  längerfristiges  oder  gar  dauerhaftes 
Getrenntleben in der Schweiz zu ermöglichen (Urteil des Bundesgerichts 
2C_488/2010  vom  2.  November  2010  E.  3.2).  Art.  49  AuG  trägt  den 
Charakter einer Ausnahmebestimmung, die in besonderen, nicht leichthin 
anzunehmenden Konstellationen  von der  grundsätzlichen Notwendigkeit 
des  ehelichen  Zusammenlebens  befreit  (Urteil  des  Bundesgerichts 
2C_635/2009  vom  26.  März  2010  E.  4.4).  Allgemein  lässt  sich  sagen, 
dass wichtige Gründe objektivierbar sein und eine gewisse Erheblichkeit 
aufweisen müssen. Sie werden umso eher angenommen werden können, 
je  weniger  die  Ehegatten  auf  die  Situation  des Getrenntlebens  Einfluss 
nehmen  können,  ohne  schwere  Nachteile  in  Kauf  nehmen  zu  müssen 
(Urteil  des  Bundesgerichts  2C_544/2010  vom  23.  Dezember  2010  E. 
2.3.1).

5. 
5.1.  Die  Ehe  des  Beschwerdeführers  wurde  am  3.  Dezember  2007 
geschieden.  Als  Anspruchsgrundlage  fällt  deshalb  Art.  42  Abs.  1  AuG 
ausser Betracht. Da die Ehegatten unbestrittenermassen nie zusammen 
in  einem  gemeinsamen Haushalt  gelebt  haben,  liesse  sich  sodann  aus 
Art.  42  Abs.  3  AuG  bzw.  Art.  50  Abs.  1  AuG  nur  dann  ein  die  Ehe 
überdauernder  Verlängerungsanspruch  ableiten,  wenn  die  Ehegatten  in 
Anwendung  von  Art.  49  AuG  während  der  jeweiligen 
anspruchsbegründenden Zeitspanne (fünf Jahre bei Art. 42 Abs. 3 AuG, 
drei  Jahre  bei  Art. 50  Abs.  1  Bst.  a  AuG)  vom  Erfordernis  des 
Zusammenlebens befreit gewesen wären oder wenn im Sinne von Art. 50 
Abs.  1  Bst.  b  AuG  wichtige  persönliche  Gründe  vorlägen,  die  einen 
weiteren  Aufenthalt  des  Beschwerdeführers  in  der  Schweiz  erforderten. 
Darauf ist nachfolgend einzugehen.

5.2. Während seiner fünf Jahre und drei Monate dauernden Ehe lebte der 
Beschwerdeführer  in Untermiete  in  einer möblierten Einzimmerwohnung 
in Zürich, während seine Ehefrau eine Einzimmerwohnung in W._______ 

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bewohnte.  Der  Beschwerdeführer  macht  in  diesem  Zusammenhang 
geltend,  die  Suche  nach  einer  erschwinglichen  Wohnung  habe  sich 
wegen  der  prekären  wirtschaftlichen  Situation  der  Ehegatten  als 
schwierig  erwiesen.  Bis  Januar  2004  habe  er  nur  kurzfristige 
Arbeitsverhältnisse  gehabt  und  sei  zwischendurch  arbeitslos  gewesen, 
während  seine  Ehefrau  von  der  Sozialhilfe  habe  unterstützt  werden 
müssen. Unter diesen Umständen sei verständlicherweise kein Vermieter 
zum  Abschluss  eines  Mietvertrags  bereit  gewesen.  Die  ohnehin 
schwierige  Wohnungssuche  sei  zusätzlich  dadurch  erschwert  worden, 
dass seine Ehefrau nicht aus der Gemeinde W._______ habe wegziehen 
wollen, wo sie seit ihrem Zuzug in die Schweiz immer gewohnt habe. Ab 
dem  Jahr  2004  seien  Praktikabilitätserwägungen  hinzugetreten. 
Angesichts  seiner Arbeitszeiten  bis  spät  in  den Abend hinein  habe  sich 
als sehr vorteilhaft erwiesen, dass seine Wohnung in unmittelbarer Nähe 
des  Arbeitsorts  gelegen  habe.  Da  eine  gemeinsame  Wohnung  seiner 
Arbeitszeiten  und  des  längeren  Arbeitswegs  wegen  nicht  zu  mehr 
gemeinsam  verbrachter  Zeit  geführt  hätte,  habe  für  eine  Intensivierung 
der  Suche  kein  Anlass  bestanden.  Dass man  sich mit  dem  status  quo 
arrangiert habe, sei deshalb nachvollziehbar.

5.3. Es mag zutreffen, dass erschwingliche Wohnungen im Raum Zürich 
nicht  einfach  zu  finden  sind.  Dass  es  den  Ehegatten  im Gegensatz  zu 
zahlreichen anderen Personen in ähnlicher Situation und trotz ernsthafter 
Bemühungen während der gesamten Ehedauer von mehr als fünf Jahren 
nicht  möglich  gewesen  wäre,  das  eheliche  Zusammenleben  in  einer 
gemeinsamen Wohnung zu verwirklichen, ohne dadurch schwerwiegende 
Nachteile  auf  sich  zu  nehmen,  muss  aber  vernünftigerweise 
ausgeschlossen werden. Der Beschwerdeführer unterlässt es denn auch, 
seine  angeblich  zahlreichen  aber  erfolglosen  Versuche  substantiiert 
vorzutragen  oder  gar  zu  belegen.  Stattdessen  verweist  er  auf  seine 
prekären finanziellen Verhältnisse, was schon deswegen nicht greift, weil 
sich  diese  im  Januar  2004 mit  dem Antritt  einer  festen  Anstellung  zum 
Besseren  wendeten,  ohne  dass  sich  anschliessend  etwas  an  der 
Wohnsituation  geändert  hätte.  Im  Übrigen  liegt  es  auf  der  Hand,  dass 
weder  die  fehlende  Bereitschaft  der  Ehefrau,  das  eheliche 
Zusammenleben  ausserhalb  ihrer  bisherigen  Wohngemeinde  zu 
verwirklichen,  noch  ein  möglicherweise  längerer  Arbeitsweg  in  der 
geltend  gemachten  Form  Elemente  darstellen,  welche  die  Ehegatten 
ausnahmsweise  vom  Erfordernis  des  Zusammenlebens  dispensieren 
würden. Ein wichtiger Grund  im Sinne von Art. 49 AuG  liegt klarerweise 
nicht vor.

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5.4.  Da  die  Ehegatten  während  der  gesamten  Dauer  der  Ehe  nicht 
zusammen  gelebt  haben,  ohne  dass  sie  vom  Erfordernis  des 
Zusammenlebens  dispensiert  gewesen  wären,  kann  der 
Beschwerdeführer weder aus Art. 42 Abs. 3 AuG noch aus Art. 50 Abs. 1 
Bst. a AuG einen Anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung 
ableiten. Wichtige persönliche Gründe im Sinne von Art. 50 Abs. 1 Bst. b 
AuG, die den weiteren Aufenthalt des Beschwerdeführers in der Schweiz 
erforderlich  machen  würden  und  ihm  deshalb  einen  Anspruch  auf 
Verlängerung  seiner  Aufenthaltsbewilligung  vermitteln  könnten,  werden 
weder behauptet noch ergeben sie sich aus den Akten. Da zudem Art. 50 
Abs.  1  Bst.  b  AuG  keine  ermessensgesteuerte  Verlängerung  der 
Aufenthaltsbewilligung  kennt  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C­
6133/2008  vom  15.  Juli  2011  E.  8.2),  ist  eine  Zustimmung  zur 
Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung  gestützt  auf  die  genannte 
Bestimmung ausgeschlossen.

6. 
6.1. Ein möglicher Zulassungsgrund könnte sich allenfalls ergeben, wenn 
der  Beschwerdeführer  vor  dem  Inkrafttreten  des  neuen  Rechts  den 
altrechtlichen  Anspruchstatbestand  des  Art.  7  Abs.  1  zweiter  Satz  des 
Bundesgesetzes vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung 
der  Ausländer  (ANAG,  BS  1  121)  erfüllt  hätte,  der  auf  Erteilung  der 
Niederlassungsbewilligung  gerichtet  ist  und  a  fortiori  auch  die 
Verlängerung  einer  Aufenthaltsbewilligung  umfasst.  Der  Verweigerung 
der Zustimmung zur Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung gestützt auf 
das neue Recht könnte in diesem Fall das Verbot der echten belastenden 
Rückwirkung  entgegenstehen  (vgl.  oben  E.  2.2,  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts C­6133/2008 vom 15. Juli 2011 E. 4.2).

6.2.  Art.  7  Abs.  1  zweiter  Satz  ANAG  vermittelte  dem  ausländischen 
Ehegatten  eines Schweizer Bürgers  nach  einem ununterbrochenen  und 
ordnungsgemässen  Aufenthalt  von  fünf  Jahren  einen  vom  weiteren 
Schicksal  der  Ehe  unabhängigen  Anspruch  auf  Erteilung  der 
Niederlassungsbewilligung.  Im  Gegensatz  zu  Art.  42  AuG,  der  ein 
Zusammenleben  verlangt,  knüpfte  das  alte  Recht  an  den  formellen 
Bestand  der  Ehe  an.  Aus  dem  allgemeinen  Verbot  des 
Rechtsmissbrauchs  leitete  die  Rechtsprechung  jedoch  ab,  dass  ein 
zivilstandsunabhängiger  Anspruch  auf weitere Aufenthaltsregelung  nicht 
nur  dann  dahinfällt,  wenn  die  Ehe  eingegangen  wurde,  um  die 
ausländerrechtlichen Bestimmungen zu umgehen  (Art. 7 Abs. 2 ANAG), 
sondern auch dann, wenn die Ehe nachträglich inhaltsleer wurde und nur 

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noch  der  Form  nach  bestand.  Voraussetzung  war  jedoch,  dass  diese 
Situation  vor  Ablauf  der  Fünfjahresfrist  des  Art.  7  Abs.  1  zweiter  Satz 
ANAG eintrat  (vgl. dazu BGE 128 II 145 mit zahlreichen Hinweisen; vgl. 
ferner Urteil des Bundesgerichts 2C_699/2008 vom 30. September 2008 
E. 2.1 und 2C_408/2008 vom 11. September 2008 E. 3).

6.3. Die Fünfjahresfrist endete in casu am 29. August 2007, d.h. noch vor 
dem  Inkrafttreten  des  neuen  Rechts. Wenig  später,  am  19.  September 
2007,  ersuchte  der  Beschwerdeführer  die  kantonale  Migrationsbehörde 
um  Ausstellung  einer  Niederlassungsbewilligung,  was  diese  mit 
Schreiben vom 8. Oktober 2007 ablehnte, weil zwischen den Ehegatten 
seit  geraumer  Zeit  keine  eheliche  Beziehung  bestand  und  mit  einer 
solchen  auch  nicht  mehr  gerechnet  werden  konnte.  Der 
Beschwerdeführer macht geltend, die Abweisung sei  zu Unrecht erfolgt. 
Der Anspruch auf Niederlassungsbewilligung bestehe nach wie vor, denn 
es  liege  diesbezüglich  keine  anfechtbare,  inzwischen  rechtskräftige 
Verfügung vor. 

6.4.  Dem  Beschwerdeführer  kann  nicht  gefolgt  werden.  Wohl  war  das 
Schreiben  der  kantonalen  Migrationsbehörde,  das  alle  inhaltlichen 
Strukturelemente  einer  Verfügung  enthält,  weder  als  solche  bezeichnet 
noch mit einer Rechtsmittelbelehrung versehen. Das heisst  jedoch nicht, 
dass der Beschwerdeführer berechtigt wäre, die kantonale Entscheidung 
beliebig  lange  und  gegenüber  jeder  Behörde  in  Frage  zu  stellen.  Nach 
Treu  und  Glaube  wäre  er  vielmehr  gehalten  gewesen,  sie  innert 
zumutbarer  Frist  anzufechten  oder  sich  nach  dem  zulässigen 
Rechtsmittel  zu  erkundigen  (vgl.  FELIX UHLMANN  / ALEXANDRA SCHWANK, 
in:  Bernhard  Waldmann  /  Philippe  Weissenberger  [Hrsg.],  VwVG – 
Praxiskommentar  zum  Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren, 
Zürich  etc.  2009,  N.14  und  18  zu  Art.  38  mit  Hinweisen).  Der 
Beschwerdeführer, der die abschlägige Antwort des Kantons erstmals im 
Rahmen seines Rechtsmittels an das Bundesverwaltungsgericht mehr als 
ein  Jahr  später  in  Frage  stellt,  erfüllt  diese  Voraussetzung  klarerweise 
nicht.  Er  muss  sich  daher  den  kantonalen  Entscheid  als  rechtskräftige 
Verfügung  über  den  Bestand  eines  Anspruchs  auf  Erhalt  der 
Niederlassungsbewilligung entgegenhalten lassen.

6.5.  Nur  der  Vollständigkeit  halber  sei  angefügt,  dass  das 
Bundesverwaltungsgericht  die  Beurteilung  der  kantonalen 
Migrationsbehörde teilt. Es ist etwa darauf hinzuweisen, dass die Ehe des 
Beschwerdeführers  drei  Monate  nach  Ablauf  der  Fünfjahresfrist  bereits 

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geschieden  war,  dass  sich  die  Ehefrau  ein  Jahr  zuvor  bei  ihrer 
polizeilichen  Einvernahme  vom  27.  November  2006  zur  Scheidung 
entschlossen zeigte und die Realisierung der Scheidungsabsicht von der 
Verbesserung  des  ausländerrechtlichen  Status  des  Beschwerdeführers 
abhängig machte,  ferner  dass  die Ehegatten  ohne  zureichende Gründe 
zu keinem Zeitpunkt eine eheliche Wohngemeinschaft begründet haben. 
Es  kann  daher  mit  der  kantonalen  Migrationsbehörde  ohne  weiteres 
davon  ausgegangen  werden,  dass  die  Ehe  des  Beschwerdeführers 
bereits  vor  der  Erreichung  der  anspruchsbegründenden  Fünfjahresfrist 
des Art. 7 Abs. 1 zweiter Satz ANAG inhaltleer wurde, falls sie überhaupt 
jemals mehr  als  eine  ausländerrechtliche Zweckgemeinschaft  darstellte, 
weshalb  dem  Beschwerdeführer  ein  Anspruch  auf 
Niederlassungsbewilligung nicht erwachsen konnte.

7. 
Aus  den  vorstehenden Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  Verweigerung 
der  Zustimmung  zur  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung  nicht  zu 
beanstanden ist. 

8. 
Aus  der  Rechtmässigkeit  der  Zustimmungsverweigerung  folgt  ohne 
weiteres die Rechtmässigkeit der Wegweisung aus der Schweiz (vgl. Art. 
64 Abs. 1 Bst. c AuG). Es bliebe zu prüfen, ob dem Wegweisungsvollzug 
Hindernisse im Sinne von Art. 83 AuG entgegenstehen. Da solche jedoch 
weder geltend gemacht werden noch sich aus den Akten ergeben, ist die 
angefochtene  Verfügung  auch  unter  diesem  Gesichtspunkt  nicht  zu 
beanstanden.

9. 
Zusammenfassend ist festzustellen, dass die angefochtene Verfügung zu 
Recht  ergangen  ist  (Art.  49  VwVG).  Die  Beschwerde  ist  deshalb 
abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.

10. 
Dem  Ausgang  des  Verfahrens  entsprechend  wird  der  unterliegende 
Beschwerdeführer  kostenpflichtig  (Art.  63  Abs.  1  VwVG).  Die 
Verfahrenskosten sind auf Fr. 700.­ festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und Art. 3 
Bst.  b  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]).

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Dispositiv S. 12

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die  Beschwerde  wird  abgewiesen,  soweit  darauf  eingetreten  werden 
kann.

2. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 700.­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  in  gleicher  Höhe  geleisteten 
Kostenvorschuss verrechnet.

3. 
Dieses Urteil geht an:

– den Beschwerdeführer (…)
– die Vorinstanz (…)
– das Migrationsamt des Kantons Zürich (…)

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Andreas Trommer Julius Longauer

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen 
Angelegenheiten  geführt  werden,  sofern  die  Voraussetzungen  gemäss 
den Art. 82  ff., 90  ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 
2005  (BGG,  SR  173.110)  gegeben  sind.  Die  Rechtsschrift  ist  in  einer 
Amtssprache  abzufassen  und  hat  die Begehren,  deren Begründung mit 
Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der 
angefochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  der 
Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG).

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