# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ce678bee-7e81-504c-860c-9a59a9b7de30
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-28
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 28.11.2023 SB230196
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB230196_2023-11-28.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 
 
 

Geschäfts-Nr.: SB230196-O/U/ad 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, und lic. iur. Castrovilli,  

Ersatzoberrichterin Dr. Borla sowie Gerichtsschreiberin lic. iur. 

Schwarzenbach-Oswald 

 

Urteil vom 28. November 2023 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

verteidigt durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich,  
Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

sowie 

 

B._____,  
Privatklägerin 

 

betreffend Exhibitionismus 
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Horgen, Einzelgericht, vom 
23. November 2022 (GG220025) 
 

- 2 - 

 
Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 18. August 

2022 (Urk. 11) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig des Exhibitionismus im Sinne von Art. 194 

Abs. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 

Fr. 30.00. 

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt. 

4. Von der Anordnung eines Tätigkeitsverbots wird im Sinne von Art. 67 

Abs. 4bis StGB abgesehen. 

5. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 1'800.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 1'100.00   Kosten für das Vorverfahren 

Verlangt keine der Parteien eine Begründung, ermässigt sich die Entscheid-

gebühr um einen Drittel. Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten. 

6. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem 

Beschuldigten auferlegt. 

Berufungsanträge:  

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 46 S. 2 f.) 

1. Es sei der Entscheid des Bezirksgerichts Horgen vom 23. November 

2022 wie folgt abzuändern: 

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Ziffer 1: Der Beschuldigte sei vom Vorwurf des Exhibitionismus im Sin-

ne von Art. 194 Abs. 1 StGB freizusprechen. 

Ausgangsgemäss seien Ziffer 2 und 3 aufzuheben. 

2. Eventualiter sei das Verfahren an die Vorinstanz bzw. an die Staats-

anwaltschaft zur weiteren Sachverhaltsabklärung zurückzuweisen. 

3. Es seien die Untersuchungs- und Gerichtskosten, inkl. der Kosten der 

erbetenen Verteidigung, gemäss Ziffer 5 und 6 aufzuheben und es sei 

dem Beschuldigten eine angemessene Prozessentschädigung zzgl. 

der gesetzlichen Mehrwertsteuer zuzusprechen. 

4. Es seien die Untersuchungs- und Gerichtskosten für das vorliegende 

Verfahren vollumfänglich auf die Staatskasse zu nehmen und es sei 

dem Beschuldigten eine angemessene Prozessentschädigung auszu-

richten. 

b) Der Vertreterin der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich:  

(Urk. 41, schriftlich) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

__________________________________ 
 

Erwägungen: 

I. Einleitung und Verfahrensgang 

1. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist eine Berufung gegen das ein-

gangs im Dispositiv zitierte Urteil des Bezirksgerichts Horgen, Einzelgericht, vom 

23. November 2022, mit welchem der Beschuldigte des Exhibitionismus im Sinne 

von Art. 194 Abs. 1 StGB verurteilt wurde. 

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2. Zum Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zwecks Vermei-

dung von unnötigen Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen der Vor-

instanz im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 36 S. 3 f.). 

3. Am 3. Dezember 2022 meldete der Beschuldigte zunächst Berufung gegen 

das vorinstanzliche Urteil an (Urk. 32). Das begründete Urteil der Vorinstanz wur-

de dem Beschuldigten am 20. März 2023 (Urk. 35/2), der Staatsanwaltschaft am 

14. März 2023 (Urk. 35/1) und der Privatklägerin am 22. März 2023 (Urk. 35/3) 

zugestellt. Der Beschuldigte reichte sodann am 11. April 2023 die Berufungserklä-

rung ein (Urk. 38). 

4. Mit Präsidialverfügung vom 14. April 2023 wurde die Berufungserklärung un-

ter Hinweis auf Art. 400 Abs. 2 und 3 StPO und Art. 401 StPO der Privatklägerin 

und der Staatsanwaltschaft zugestellt, um zu erklären, ob Anschlussberufung er-

hoben werde oder um begründet ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantra-

gen (Urk. 39). Zudem wurde der Privatklägerin in der gleichen Verfügung Frist 

angesetzt, um zu erklären, ob sie den Antrag stelle, dass dem urteilenden Gericht 

eine Person gleichen Geschlechts angehöre und ob sie für den Fall einer Befra-

gung verlange, von einer Person gleichen Geschlechts einvernommen zu werden. 

Mit Eingabe vom 20. April 2023 verzichtete die Staatsanwaltschaft auf Erhebung 

einer Anschlussberufung (Urk. 41). Die Privatklägerin liess sich innert Frist nicht 

vernehmen. 

5. Am 23. Juni 2023 wurde zur Berufungsverhandlung auf den 28. November 

2023 vorgeladen (Urk. 43). Zur heutigen Berufungsverhandlung erschien der Be-

schuldigte in Begleitung seiner erbetenen Verteidigerin, Rechtsanwältin lic. iur. 

X._____. Anlässlich derselben stellte der Beschuldigte die eingangs aufgeführten 

Anträge (Prot. II S. 5 f.). 

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II. Prozessuales 

1. Umfang der Berufung 

1.1. Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung auf-

schiebende Wirkung. Die Rechtskraft des angefochtenen Urteils wird somit im 

Umfang der Berufungsanträge gehemmt, während die von der Berufung nicht er-

fassten Punkte in Rechtskraft erwachsen (vgl. BSK StPO-EUGSTER, 3. Aufl., Basel 

2023, Art. 402 StPO N 1 f.). 

1.2. Der Beschuldigte ficht mit seiner Berufung den Schuldspruch betreffend Ex-

hibitionismus im Sinne von Art. 194 Abs. 1 StGB (Dispositivziffer 1), die Strafzu-

messung (Dispositivziffern 2 und 3) sowie die Kostenfestsetzung (Dispositivziffer 

5) und die Kostenauflage (Dispositivziffer 6) an (Urk. 38). Die Staatsanwaltschaft 

erhob keine Anschlussberufung (Urk. 41). 

1.3. Die Vorinstanz sah von der Anordnung eines Tätigkeitsverbots im Sinne von 

Art. 67 Abs. 4bis StGB ab (Dispositivziffer 4), weshalb diese Dispositivziffer in 

Rechtskraft erwachsen ist, was vorab mit Beschluss festzustellen ist. 

2. Prozessuale Vorbemerkungen 

2.1. Soweit für die tatsächliche und die rechtliche Würdigung des eingeklagten 

Sachverhaltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, so erfolgt dies 

in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO, auch ohne dass dies jeweils explizit Er-

wähnung findet. 

2.2. Auf die Argumente des Beschuldigten bzw. der Verteidigung, der Staatsan-

waltschaft und sowie der Privatklägerin ist im Rahmen der nachstehenden Erwä-

gungen einzugehen. Das rechtliche Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV verlangt, dass 

die Behörde die Vorbringen der von einem Entscheid in ihrer Rechtsstellung Be-

troffenen auch tatsächlich hört, prüft und in ihrer Entscheidfindung berücksichtigt. 

Nicht erforderlich ist, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich ausei-

nandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann 

sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Es müssen 

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wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde 

hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt (BGE 141 IV 249 E. 1.3.1; 

BGE 139 IV 179 E. 2.2; BGE 138 IV 81 E 2.2, je mit Hinweisen). 

3. Zu den Beweisanträgen 

3.1. Der Beschuldigte verzichtete mit der Berufungserklärung vorläufig auf Be-

weisanträge (Urk. 38 S. 3). Wie bereits im vorinstanzlichen Verfahren stellte der 

Beschuldigte anlässlich der Berufungsverhandlung erneut folgende Beweisanträ-

ge: Es seien folgende Zeuginnen zur Sache einzuvernehmen: C._____, D._____, 

E._____, F._____ und G._____ (Urk. 22 S. 2; Prot. I S. 49; Urk. 45). Weiter bean-

tragte er, ein Gutachten über die Glaubwürdigkeit der Geschädigten B._____ er-

stellen zu lassen (Urk. 45) und dass E._____ zu befragen sei, ob sie das Schrei-

ben gefunden habe und dieses noch habe, in welchem B._____ als Vorbereitung 

für die Strafanzeige den Vorfall detailliert aufgeschrieben habe (Prot. II S. 25 f.). 

3.2. Zur Begründung liess er ausführen, dass B._____ ihrer ehemaligen Chefin, 

F._____, gegenüber erfunden habe, sie würde zu Hause nichts zu Essen erhalten 

und sei sexuell missbraucht worden. F._____ könne sachdienliche Hinweise zum 

Aussageverhalten von B._____ geben. Dies gelte auch für die Patentante 

G._____, welche ebenfalls von B._____ über den fraglichen Vorfall unterrichtet 

worden sei. Sie könne bestätigen, wie B._____ ihre Geschichte im Verlauf der 

Untersuchung abgeändert habe. Sodann könne sie berichten, dass es B._____ 

mit der Wahrheit nicht so genau nehme, wenn es um ihre persönlichen Ziele und 

Belange gehe. Die Schwester D._____ werde bestätigen können, dass B._____ 

anlässlich eines Gesprächs am 11. Augst 2022 erklärt habe, sie habe der Zeugin 

H._____ am Anfang nicht alles erzählt, womit diese nicht mehr eine Zeugin der 

ersten Stunde sei. Weiter könne sie bestätigen, dass B._____ anlässlich dieses 

Gesprächs ihre Version erneut abgeändert habe, um ihre Mutter zu überzeugen. 

C._____ sei an dem fraglichen Gespräch vom 11. August 2022 nicht dabei gewe-

sen. Aber sie sei diejenige Person gewesen, der B._____ unmittelbar nach dem 

Vorfall eine Nachricht habe zukommen lassen und ihr geschildert habe, was vor-

gefallen sein soll und könne aufzeigen, dass B._____ ihre Version im Laufe der 

Zeit fortlaufend ergänzt und dramatischer dargestellt habe, um sich Aufmerksam-

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keit zu erhaschen und von ihrer Krankheit abzulenken. Die Zeugin E._____ sei 

bereits staatsanwaltschaftlich einvernommen worden. Sie sei ebenfalls am Ge-

spräch vom 11. August 2022 dabei gewesen, als B._____ ihre Version erneut ab-

geändert und nun behauptet habe, der Beschuldigte habe einen Orgasmus ge-

habt. Gesamthaft könnten die Zeugen sachdienliche Hinweise geben, die für die 

Beurteilung der Glaubwürdigkeit und der Glaubhaftigkeit der Aussagen von 

B._____ die notwendigen Grundlagen geben würden. Sodann sei ein Gutachten 

über die Glaubwürdigkeit von B._____ zu erstellen. Dies vor dem Hintergrund, 

dass es B._____ aufgrund ihrer Krankheit immer wieder gelungen sei, ihr Umfeld 

zu manipulieren und zu belügen, wie dies auch durch die Zeugen bestätigt wer-

den könne (Urk. 45). 

3.3. Wie aus den folgenden Erwägungen hervorgeht, erübrigen sich diese Zeu-

geneinvernahmen. Aufgrund der bereits im Recht liegenden Beweismittel ist der 

Anklagesachverhalt erstellt, vgl. dazu gleich nachstehend in E. III. Die von der 

Verteidigung genannten Personen waren alle beim eingeklagten Vorfall nicht da-

bei. F._____ hatte gar keine Kenntnis von der Tat und die anderen sind Zeugin-

nen vom Hörensagen. Sie können nur wiedergeben, was sie von der Privatkläge-

rin vernommen haben. Ihre Befragung würde nichts am klaren Beweisergebnis 

ändern und ist daher obsolet. Ausserdem wurde E._____ bereits als Zeugin ein-

vernommen. Es gibt auch keinen Anlass, sie dazu zu befragen, ob sie ein Schrei-

ben gefunden habe, in welchem B._____ als Vorbereitung für die Strafanzeige 

den Vorfall detailliert aufgeschrieben habe. Es wurde nicht substantiiert dargelegt, 

was dieses Schreiben beinhalten sollte und wann und zu welchem Zweck es ver-

fasst wurde. Selbst wenn ein solches Schreiben existieren sollte, so hat die Pri-

vatklägerin gleich nach dem Vorfall gegenüber Dritten geschildert, was passiert 

war und sich nicht erstmals anlässlich der polizeilichen Einvernahme dazu geäus-

sert. Ob B._____ ihrer Familie gegenüber erwähnt hatte, dass der Beschuldigte 

einen Orgasmus gehabt habe, ist sodann irrelevant, denn in den Einvernahmen 

erwähnte sie dies nie und vor Vorinstanz räumte sie selber ein, das aus Emotio-

nen heraus ihrer Mutter gegenüber einmal gesagt zu haben, dass dies aber nicht 

stimme (Prot. I S. 42). Was die beantragte Glaubwürdigkeitsbegutachtung betrifft, 

so ist darauf hinzuweisen, dass eine solche vor allem dann notwendig ist, wenn 

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es um bruchstückhafte oder schwierig zu interpretierende Aussagen eines kleinen 

Kindes geht, ernsthafte Hinweise auf eine geistige Störung vorliegen oder konkre-

te Anzeichen dafür vorhanden sind, dass die einvernommene Person unter dem 

Einfluss eines Dritten steht (BGE 129 IV 179 E. 2.4 = Pra 92 (2003) Nr. 217 

m.w.H.). Vorliegend bestehen keine Anhaltspunkte, welche eine Glaubwürdig-

keitsbegutachtung der Privatklägerin für notwendig erscheinen lassen. Bulimie 

beeinträchtigt die Wahrnehmungs- und Wiedergabefähigkeit einer Person nicht 

per se. Entsprechend sind die Beweisanträge abzuweisen. 

III. Sachverhalt 

1. Zusammengefasster Anklagevorwurf 

Gemäss Anklageschrift vom 18. August 2022 (Urk. 11) habe sich die Privatkläge-

rin, am Samstag, 5. Juni 2022, ca. 08:30 / 09:00 Uhr, in der Wohnung an der 

I._____-Strasse …, J._____, in das Schlafzimmer von E._____, ihrer Mutter, be-

geben. Sie habe sich neben die Mutter ins Bett gelegt, welche dort neben dem 

Beschuldigten gelegen habe. Als die Mutter aufgestanden sei, sei auch der Be-

schuldigte aufgestanden und habe das Schlafzimmer verlassen, wohin er nach 

kurzer Zeit wieder zurückgekehrt sei. Die Geschädigte, welche kurz aufgestanden 

sei und nur noch mit einem Slip bekleidet gewesen sei, habe dies bemerkt und 

habe sich sofort ins Bett zurück unter die Decke begeben. Der Beschuldigte (mit 

Boxershorts und T-Shirt bekleidet) habe sich in der Folge ebenfalls wieder ins 

Bett gelegt und sei näher an die Privatklägerin herangerückt, welche ihn dann 

aufgefordert habe, etwas auf Abstand zu gehen, was dieser auch getan habe. Da-

raufhin, nach der Aufforderung "B._____ lueg mal", habe der Beschuldigte der 

Privatklägerin seinen nackten Genitalbereich (mit heruntergezogener Boxer-

shorts) bzw. seinen entblössten erigierten Penis gezeigt, welchen er in der Hand 

gehalten und vor der Privatklägerin onaniert habe. Die Privatklägerin habe als 

Reaktion auf diesen Anblick empört reagiert, woraufhin der Beschuldigte aufge-

hört habe (Urk. 11 S. 2). Es kann im Übrigen auf die Anklageschrift vom 18. Au-

gust 2022 verwiesen werden (Urk. 11). 

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2. Anerkannter und bestrittener Sachverhalt 

Der Beschuldigte anerkennt den Sachverhalt insofern, als er, seine Partnerin bzw. 

die Mutter der Privatklägerin (E._____) und die Privatklägerin am besagten Tag 

und Zeit zu dritt im Bett gewesen seien. Weiter räumt er ein, dass er und E._____ 

sodann zunächst das Schlafzimmer verlassen haben, er aber wieder zurück ins 

Schlafzimmer gegangen ist und sich im Bett auf seine Seite gelegt hat. Er bestrei-

tet aber, dass es ihm bewusst gewesen sei, dass die Privatklägerin auch im Bett 

gewesen sei, dass er eine sexuelle Handlung vorgenommen und dass er eine 

Erektion gehabt habe. Auch bestreitet er, dass er sich an die Privatklägerin ge-

wandt oder sie angesprochen habe (Urk. 2/2 S. 4 f.; Urk. 2/3 S. 4 f.). 

3. Vorinstanz 

Die Vorinstanz kam in tatsächlicher Hinsicht zusammengefasst zum Schluss, 

dass sich der Sachverhalt erstellen lässt, wie er von der Staatsanwaltschaft in der 

Anklageschrift umschrieben wurde (Urk. 36 S. 29 f.). 

4. Beweismittel 

Als Beweismittel liegen die Einvernahmen des Beschuldigten (Urk. 2/1, 2/2, 2/3, 

Prot. I S. 23 ff., 47 ff.; Prot. II S. 7 ff.), die Einvernahmen der Privatklägerin 

(Urk. 3/1 und 3/6; Prot. I S. 6 ff., 40 ff.), die Einvernahmen der Zeugin E._____ 

(Urk. 3/2 resp. 4/1 und 4/3) und der Zeugin H._____ (Urk. 4/2) im Recht. 

Auf die genannten Beweismittel wird im Folgenden einzugehen sein, soweit sie 

für die Urteilsfindung relevant sind. Hinsichtlich ihrer Verwertbarkeit stellen sich 

keine Probleme. Der Beschuldigte konnte insbesondere der staatsanwaltschaftli-

chen Einvernahme der Privatklägerin und der Zeuginnen E._____ und H._____ 

beiwohnen und hatte die Möglichkeit, ihnen Ergänzungsfragen zu stellen 

(Urk. 3/6, 3/2 resp. 4/1 und 4/3 sowie 4/2). Auch zu den übrigen Beweismitteln 

konnte er sich rechtsgenügend äussern. Was die Befragung des Zeugen K._____ 

anlässlich der Verhandlung vor Vorinstanz (Prot. I S. 43 ff.) betrifft, so machte die 

Verteidigung geltend, K._____ sei im vorinstanzlichen Verfahren bis ins kleinste 

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Detail über die Aussagen der Parteien informiert gewesen, da er von Anfang an 

die Hauptverhandlung mitverfolgt habe. Auf diese Weise habe er seine Aussagen 

entsprechend anpassen können, um Aussagen zu Ungunsten der Privatklägerin, 

für welche er an der Hauptverhandlung auch noch als ihr gesetzlicher Vertreter 

plädierte, zu vermeiden. Mit dieser Vorgehensweise sei gegen eine Reihe von 

Prozessmaximen zu Ungunsten des Beschuldigten verstossen worden (Urk. 46 

S. 3 f.). Da vorliegend ohnehin nicht auf die Aussagen des Zeugen K._____ ab-

gestellt wird, kann deren Verwertbarkeit offen bleiben. 

5. Standpunkt der Verteidigung 

Die Verteidigung bringt im Wesentlichen vor, dass der Beschuldigte für die Privat-

klägerin der "Störenfried" gewesen sei und diese mit ihrer Anzeige die Liebe 

zwischen ihrer Mutter und dem Beschuldigten zu torpedieren erhofft habe. Die 

Aussagen der Privatklägerin seien daher mit äusserster Vorsicht zu beurteilen 

(Urk. 28 S. 5 f.; Urk. 46 S. 10 f.). Deren Aussagen seien schlichtweg nicht glaub-

haft und widersprüchlich (Urk. 28 S. 19, 21), realitätsfremd und lebensfremd 

(Urk. 46 S. 23). Der Beschuldigte sei in dubio pro reo freizusprechen (Urk. 28 

S. 21; Urk. 46 S. 24). 

6. Grundsätze der Beweiswürdigung 

Die Vorinstanz hat die theoretischen Grundsätze der richterlichen Beweis- und 

Aussagewürdigung zutreffend dargelegt, insbesondere auch zur Frage der 

Glaubwürdigkeit einer im Strafverfahren involvierten Person. Darauf kann an 

dieser Stelle vollumfänglich verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO; Urk. 36  

S. 6-10). Zur Verdeutlichung ist sodann erneut hervorzuheben, dass gemäss dem 

Grundsatz "in dubio pro reo" jede Person bis zu ihrer rechtskräftigen Verurteilung 

als unschuldig gilt (Art. 10 Abs. 1 StPO). Als Beweislastregel bedeutet dieser 

Grundsatz, dass es Sache der Strafbehörden ist, die Schuld des Beschuldigten zu 

beweisen (SCHMID/JOSITSCH, Handbuch StPO, 3. Aufl. 2017, N 216 f.). Dabei darf 

sich das Strafgericht nicht von der Existenz eines für die beschuldigte Person 

ungünstigen Sachverhalts überzeugt erklären, wenn bei objektiver Betrachtung 

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erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt 

so verwirklicht hat (BGE 127 I 38 E. 2a m.H.). Dies gilt es nachfolgend zu prüfen. 

7. Zur Beweiswürdigung im Konkreten 

7.1. Die Aussagen des Beschuldigten und der Privatklägerin in der Untersuchung 

und im erstinstanzlichen Verfahren wurden von der Vorinstanz in E. II.6.2, 6.3 und 

6.4 ihres Urteils zutreffend wiedergegeben, worauf verwiesen werden kann 

(Urk. 36 S. 16 ff.). Die Vorinstanz erachtete den zur Anklage gebrachten Sach-

verhalt gestützt auf die massgeblichen Beweismittel als erstellt (Urk. 36 S. 29 ff.). 

Es kann vorweggenommen werden, dass den von der Vorinstanz aus dem Be-

weismaterial gezogenen Schlüssen in Bezug auf den massgeblichen Sachverhalt 

vollumfänglich zu folgen ist. Ausführend und zutreffend hat die Vorinstanz insbe-

sondere die Aussagen des Beschuldigten und der Privatklägern gewürdigt. Die 

nachstehenden Erwägungen sollen dies nur noch verdeutlichen und teilweise er-

gänzen. Insbesondere sind die Aussagen der Zeuginnen und des Zeugen noch zu 

ergänzen, da diese von der Vorinstanz lediglich sehr spezifisch wiedergegeben 

und gewürdigt wurden, weshalb dies nachzuholen ist. 

7.2. Die Zeuginnen E._____ und H._____ konnten keine konkreten eigenen 

Wahrnehmungen betreffend das Kerngeschehen beitragen, da sie anlässlich des 

angeklagten Vorfalls nicht bzw. nur teilweise zugegen waren. Ihre Aussagen er-

scheinen daher für die Sachverhaltserstellung der vorgeworfenen Straftat nicht als 

ausschlaggebend, stützen indes die Aussagen der Privatklägerin insbesondere 

bezüglich Ablauf der Tat, der Selbstbefriedigung des Beschuldigten und auch des 

"Nackt-Sein" zu Hause. 

Die Zeugin E._____, die Mutter der Privatklägerin und Lebenspartnerin des Be-

schuldigten, führte aus, dass die Privatklägerin ihr an besagtem Morgen in der 

Küche vom Vorfall erzählt habe und sie, die Zeugin, den Beschuldigten mit dem 

Vorwurf konfrontiert habe. Die Privatklägerin habe ihr erzählt, dass der Beschul-

digte ihr, der Privatklägerin, den Penis gezeigt und dass er unter der Decke daran 

rumgemacht habe. Der Beschuldigte habe es nicht abgestritten; er habe sich zur 

Privatklägerin ins Bett gelegt und sein Glied entblösst. Er habe aber keine Erekti-

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on gehabt und sofort aufgehört, als die Privatklägerin "iiih" gesagt habe (Urk. 4/1 

S. 2). Anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme sagte die Zeugin aus, 

dass der Beschuldigte ihr gesagt habe, dass es nicht so passiert sei, wie B._____ 

es erzählt habe. Sie wisse nicht, was er ihr damals gesagt habe. Sodann führte 

sie aus, dass er ihr gesagt habe, er sei ins Bett gelegen und habe die Bettdecke 

angehoben. Er habe ihr gesagt, dass er der Privatklägerin nicht nahegekommen 

und er nicht sexuell erregt gewesen sei. Eine Berührung habe keine stattgefunden 

(Urk. 4/3 S. 7 f.). Die Zeugin führte weiter aus, dass die Privatklägerin immer et-

was anders behauptet habe als der Beschuldigte; sie habe behauptet, dass sich 

dieser einen runtergeholt habe (Urk. 4/1 S. 2). Anlässlich der staatsanwaltschaftli-

chen Einvernahme führte die Zeugin aus, dass sie nicht mehr wörtlich aussagen 

könne, was ihr die Privatklägerin damals in der Küche erzählt habe; sie habe nur 

noch Bruchstücke im Kopf (Urk. 4/3 S. 6). Sie könne sich noch daran erinnern, 

dass die Privatklägerin gesagt habe, sie sei im Bett gelegen, aber ob sie oder der 

Beschuldigte zuerst im Bett gelegen habe, wisse sie nicht mehr. Sie wisse aber 

noch, dass die Privatklägerin verneint habe, dass der Beschuldigte sie berührt 

habe. Er habe die Bettdecke angehoben und sei nackt gewesen. Die Privatkläge-

rin habe damals nicht behauptet, dass der Beschuldigte onaniert habe (Urk. 4/3 

S. 6). Die Zeugin sagte aus, dass sie sicher sei, dass die Privatklägerin ihr das 

erst später, als sie dann nachgefragt habe, erzählt habe. Sie habe ihr diesbezüg-

lich nicht geglaubt, weil die Privatklägerin so sei, sie übertreibe viel, habe viel ver-

drängt und gelogen und müsse sich immer in den Vordergrund stellen und Auf-

merksamkeit kriegen (Urk. 4/3 S. 7). Auf die Frage, wie sie die Nacktheit zu Hau-

se vor anderen Familienmitglieder handhaben würden, sagte die Zeugin E._____ 

aus, dass die Frauen untereinander einen relativ offenen Umfang hätten (Urk. 4/1 

S. 2). Es sei schon mal vorgekommen, dass jemand in den Unterhosen rumgelau-

fen sei (Urk. 4/3 S. 4). Der Beschuldigte habe immer etwas an; er laufe nicht 

nackt rum. Sie könne nicht behaupten, dass die Privatklägerin den Beschuldigten 

schon nackt gesehen habe (Urk. 4/1 S. 2 f.). Die Zeugin sagte weiter aus, dass 

sie sich nicht vorstellen könne, dass sich der Beschuldigte selbst befriedigt habe. 

Die Privatklägerin habe ihr immer wieder die Schuld gegeben, dass sie den Vater 

verlassen habe. Für die Privatklägerin sei der Beschuldigte der Schuldige, dass 

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die Familienkonstruktion auseinander gegangen sei (Urk. 4/3 S. 3). Die Zeugin 

sagte weiter aus, dass sie sich 100% sicher sei, dass der Vorfall nicht so vorgefal-

len sei (Urk. 4/3 S. 9). 

H._____, eine enge Freundin der Privatklägerin, sagte als Zeugin aus, dass ihr 

die Privatklägerin den Vorfall per Snapchat-Video (ca. 9.00/10.00 Uhr am 5. Juni 

2021) bzw. im mündlichen Gespräch am gleichen Abend erzählt habe. Die Privat-

klägerin habe ihr gesagt, dass sie im Zimmer ihrer Mutter gewesen sei, Nike Pros 

(Sporthosen) angehabt habe und der Beschuldigte ins Zimmer gekommen sei. 

Sie habe sich unwohl gefühlt und sich ins Bett gelegen. Dann sei der Beschuldig-

te ebenfalls ins Bett gelegen und sei näher gekommen. Die Privatklägerin habe 

ihm gesagt, dass sie Platz brauchen würde. Dann sei das Ganze passiert, dass er 

es sich selber gemacht und gesagt habe "B._____, lueg" und die Decke wegge-

zogen habe. Auf entsprechende Frage hin sagte die Zeugin H._____ aus, dass 

sich der Beschuldigte vor der Privatklägerin befriedigt und sie aufgefordert habe, 

hinzuschauen (Urk. 4/2 S. 4). Weiter sagte die Zeugin aus, dass sie und die Pri-

vatklägerin beste Freundinnen seien, sich alles erzählen würden und sie so ziem-

lich alles wisse. Die Privatklägerin habe eine Essstörung; Bulimie sei nicht der 

richtige Begriff. Das mache die Privatklägerin nicht (Urk. 4/2 S. 5 f.). 

7.3. Betreffend die Glaubwürdigkeit des Beschuldigten, der Privatklägerin und der 

Zeuginnen kann auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz vollumfänglich 

verwiesen werden (Urk. 36 S. 10 ff.). Dass sich die Privatklägerin 2 ½ Monate Zeit 

liess seit dem Vorfall bis zur Strafanzeige, spricht – entgegen der Auffassung der 

Verteidigung (Urk. 46 S. 9) – nicht gegen deren Glaubwürdigkeit. Es ist nicht un-

gewöhnlich, dass Opfer die Täter erst später anzeigen, insbesondere wenn sich 

die Tat im Familienumfeld ereignete und das Opfer Konflikte zwischen den Fami-

lienmitgliedern vermeiden möchte. 

7.4. In Bezug auf die Glaubhaftigkeit der Aussagen des Beschuldigten ist eben-

falls auf die schlüssige Beurteilung der Vorinstanz zu verweisen, welche den 

Sachverhalt in zwei Hauptphasen und die Nachtatphase unterteilte (Urk. 36 S. 14 

ff.). Zutreffend wurde festgehalten, dass der Beschuldigte sowohl in Bezug auf die 

erste Phase (Verlassen des Zimmers durch den Beschuldigten und die Zeugin 

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E.____ bis zum vorgeworfenen Delikt) als auch auf die zweite Phase (vom vor-

geworfenen Delikt bis zum (erneuten) Verlassen des Zimmers durch den Be-

schuldigen) widersprüchliche Aussagen gemacht hat (Urk. 36 S. 19, 23 ff.). Ins-

besondere variierten die Angaben des Beschuldigten im Laufe der Untersuchung. 

So gab er anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 17. August 2021 noch 

an, dass es ihm bewusst gewesen sei, dass die Privatklägerin neben ihm im Bett 

gelegen habe (Urk. 2/1 S. 3). Anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernah-

me führte er dann einerseits aus, dass er im Bett liegend die Privatklägerin im 

Augenwinkel auf dem Boden kniend gesehen habe und dass diese daraufhin ins 

Bett gekommen sei. Andererseits führte er gleichzeitig aus, dass es ihm nicht be-

wusst gewesen sei, dass noch jemand da gewesen sei, als er die Bettdecke run-

tergestreift habe (Urk. 2/2 S. 4; Urk. 2/3 S. 4). Letzteres wiederholte er anlässlich 

der Hauptverhandlung vor Vorinstanz (Prot. I S. 32) und an der Berufungsver-

handlung (Prot. II S. 16 f. und S. 21). Wiederum anlässlich der polizeilichen Ein-

vernahme sagte der Beschuldigte aus, dass er sich vor der Privatklägerin ent-

blösst habe, ohne Erregung; er habe das spielerisch gemeint und er habe sich 

zuvor noch nie so bewusst nackt vor ihr gezeigt (Urk. 2/1 S. 3). Anlässlich der 

staatsanwaltschaftlichen Einvernahme und vor Vorinstanz gab er dann aber an, 

dass er nicht gewollt habe, dass die Privatklägerin ihn nackt sehe (Urk. 2/1 S. 6; 

Prot. I S. 32). An der Berufungsverhandlung führte er sodann aus, er habe sich 

entblösst, aber nicht willentlich (Prot. II S. 21). Diese Aussagen sind in sich nicht 

konsistent und zudem wiederholt widersprüchlich. Wie die Vorinstanz zu Recht 

ausführte, sind die Aussagen des Beschuldigten nicht glaubhaft (Urk. 36 S. 20, 

23). Daran ändern auch seine Ausführungen vor Vorinstanz in Bezug auf die Pro-

tokollierung der polizeilichen Einvernahme nicht. Hierzu führte er aus, dass das 

Protokoll abgehackt geschrieben worden sei und er darin ein paar Fehler entdeckt 

habe und er diese hätte ändern wollen (Prot. I S. 34). Doch es sei ihm gesagt 

worden, dass man das eigentlich nicht ändern könne. Der Beschuldigte führte so-

dann aus, dass die polizeiliche Vernehmung nicht optimal gewesen sei (Prot. I 

S. 34). Auch anlässlich der Berufungsverhandlung führte er aus, die Polizistin sei 

voreingenommen gewesen und habe zudem gesagt, man könne das Einvernah-

meprotokoll nicht mehr korrigieren (Prot. II S. 19). Auch diese Aussagen des Be-

- 15 - 

schuldigten sind nicht glaubhaft und vor allem auch nicht nachvollziehbar. Die von 

der Polizistin protokollierten Aussagen sind seine Aussagen und nicht solche, die 

von der Polizistin erfunden wurden. Mit seiner Unterschrift bzw. der Paraphierung 

jeder Seite bestätigte er sodann die Richtigkeit seiner Aussagen anlässlich dieser 

Einvernahme (Urk. 2/1). Es kann diesbezüglich im Übrigen auf die treffenden Er-

wägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 36 S. 24 f.). Zu ergänzen ist, 

dass das Aussageverhalten des Beschuldigten auch anlässlich der Berufungsver-

handlung sehr ausweichend und widersprüchlich war und er Fragen kaum konkret 

beantwortete (vgl. Prot. II S. 14 ff.). Dies ist nicht darauf zurückzuführen, dass der 

Beschuldigte nicht richtig zuhört, wie die Verteidigung geltend machte (Prot. II 

S. 26), sondern es wirkt so, als wolle er nichts sagen, das gegen ihn ausgelegt 

werden könnte. 

7.5. In Bezug auf die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Privatklägerin kann so-

dann auch vollumfänglich auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz ver-

wiesen werden (Urk. 36 S. 16 ff.). Insbesondere sind ihre Aussagen über alle Ein-

vernahmen hinweg konstant, widerspruchsfrei, in sich stimmig und beinhalten die 

gleichen Details. Es mag sein, dass sie den Vorfall innerhalb der Familie zum Teil 

aufbauschte, gegenüber den Strafbehörden tat sie dies aber nicht. Sie stimmen 

auch überein mit den Aussagen der Zeugin H._____, die von der Privatklägerin 

kurz nach der Tat ein Snapchat-Video erhalten hat, auf welchem letztere ihr den 

Tathergang geschildert hatte. Die Zeugin H._____ sagte aus, dass ihr die Privat-

klägerin unter anderem erzählt habe, dass ihr der Beschuldigte im Bett näher ge-

kommen sei, dass es sich dieser selber gemacht habe, dass er "B._____, lueg" 

gesagt und die Decke weggezogen habe (Urk. 4/2 S. 4). Diese Aussagen stim-

men mit den Aussagen der Privatklägerin überein. Daran ändert nichts – wie die 

Verteidigung geltend macht –, dass die Zeugin H._____ verneinte, dass die Pri-

vatklägerin nicht an Bulimie leidet, sondern "einfach eine Essstörung" habe 

(Urk. 4/2 S. 6). Dass die Zeugin H._____ nicht wusste, dass die Privatklägerin an 

Bulimie leidet, ändert nichts an der Glaubhaftigkeit der Aussagen der Privatkläge-

rin. Weiter hat die Privatklägerin nicht nur der Zeugin H._____, sondern auch ihrer 

Mutter, der Zeugin E._____, unmittelbar nach dem Tathergang erzählt, dass ihr 

der Beschuldigte den Penis gezeigt und unter der Decke dran rumgemacht habe 

- 16 - 

(Urk. 4/1 S. 2; Urk. 4/2 S. 4). Weiter führte die Zeugin H._____ aus, dass der Be-

schuldigte der Privatklägerin "B._____ lueg" gesagt habe (Urk. 4/2 S. 4), was mit 

den Aussagen betreffend die Aufforderung seitens des Beschuldigten an die Pri-

vatklägerin übereinstimmt ("B._____ lueg mal", Urk. 4/1 S. 2; "B._____" bzw. 

"lueg mal" bzw. "B._____ lueg mal", Prot. I S. 17 f.). Zusammengefasst ist mit der 

Vorinstanz festzuhalten, dass auch die Aussagen der Zeugen die Glaubhaftigkeit 

der Aussagen der Privatklägerin bekräftigen. 

7.6. Die Vorbringen der Verteidigung vermögen an diesem Beweisergebnis nichts 

zu ändern. Vor Vorinstanz und auch heute brachte die Verteidigung insbesondere 

vor, dass die Privatklägerin das Ganze erfunden habe, um die Beziehung zwi-

schen dem Beschuldigten und der Mutter der Privatklägerin zu torpedieren 

(Urk. 28 S. 6; Urk. 46 S. 10 f.). Die Privatklägerin führte bereits zu Beginn der Un-

tersuchung aus, dass sie den Beschuldigten nie richtig habe akzeptieren können 

(Urk. 3/1 S. 3). Sie war somit diesbezüglich immer offen und transparent und ver-

heimlichte den Untersuchungsbehörden nichts. Dass die Privatklägerin mit der 

Beziehung zwischen dem Beschuldigten und ihrer Mutter nicht glücklich war, än-

dert jedoch nichts an der Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen. 

Wie bereits erwähnt, erneuerte die Verteidigung ihre bereits vor Vorinstanz ge-

stellten Beweisanträge auf Einvernahme von diversen Zeuginnen und Zeugen 

(Urk. 22 S. 2; Prot. I S. 49; Urk. 45). Aufgrund der obigen Ausführungen sind die-

se Zeuginnen aber nicht einzuvernehmen. Der Sachverhalt kann hinreichend er-

stellt werden. 

8. Fazit 

Im Ergebnis ist erstellt, dass sich der Sachverhalt so zugetragen hat, wie er dem 

Beschuldigten in der Anklageschrift vorgeworfen wird. 

IV. Rechtliche Würdigung 

1. Die Staatsanwaltschaft würdigt das Verhalten des Beschuldigten als Exhibi-

tionismus im Sinne von Art. 194 Abs. 1 StGB. 

- 17 - 

2. Die rechtliche Würdigung durch die Vorinstanz ist zutreffend (Urk. 36 S. 30 

ff.). Es kann darauf verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). Lediglich als Ergän-

zung beziehungsweise Verdeutlichung ist hervorzuheben, dass der Beschuldigte 

die Privatklägerin mit den Worten "B._____ lueg mal" zum Hinschauen auf seinen 

nackten, erigierten Penis aufforderte. Dadurch erfüllte er die objektive Vorausset-

zung des zur Schau stellen eines Geschlechtsteils vor einer Zielperson i.S.v. 

Art. 194 Abs. 1 StGB. 

Der Beschuldigte handelte direktvorsätzlich. Er wollte von der Privatklägerin ge-

sehen werden. 

3. Mit der Vorinstanz ist der Beschuldigte daher des Exhibitionismus i.S.v. 

Art. 194 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen (vgl. Urk 36 S. 31 f.). 

4. Rechtfertigungs- und/oder Schuldausschlussgründe liegen keine vor. 

V. Strafzumessung 

1. Vorbemerkung 

Die Vorinstanz bestrafte den Beschuldigten mit einer Geldstrafe von 60 Tagessät-

zen zu Fr. 30.–, unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren (Urk. 36). 

Der Beschuldigte beantragt einen Freispruch (Urk. 28 S. 2; Urk. 46 S. 2). Die 

Staatsanwaltschaft beantragte gemäss Anklageschrift die Bestrafung mit einer 

Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu Fr. 30.– (Urk. 11 S. 3), verzichtete jedoch auf 

eine Anschlussberufung (Urk. 41), weshalb der Beschuldigte aufgrund des Ver-

schlechterungsverbots nicht härter als vor Vorinstanz bestraft werden darf 

(Art. 391 Abs. 2 StPO). 

2. Strafrahmen 

Der Tatbestand des Exhibitionismus im Sinne von Art. 194 Abs. 1 StGB sieht ei-

nen gesetzlichen Strafrahmen von einer Geldstrafe vor, und damit einen Straf-

rahmen von drei bis höchstens 180 Tagessätzen (Art. 34 Abs. 1 StGB). 

- 18 - 

Mit der Vorinstanz (Urk. 36 S. 32 f.) sind keine ausserordentlichen Umstände ge-

geben, die ein Verlassen des ordentlichen Strafrahmens als angezeigt erscheinen 

liessen. 

3. Strafzumessung 

3.1. Die Vorinstanz hat die allgemeinen Regeln der Strafzumessung unter Hin-

weis auf Art. 47 StGB zutreffend dargelegt und es kann, um Wiederholungen zu 

vermeiden, darauf verwiesen werden (Urk. 36 S. 33).  

3.2. Bezüglich der objektiven Tatschwere ist festzuhalten, dass die Tathandlung 

als solche lediglich zwei Sekunden dauerte (Prot. I S. 18) und der Beschuldigte 

sofort stoppte, als die Privatklägerin "A._____ geht's noch" sagte (Prot. I S. 12, 

20). Allerdings ereignete sich die Tat in unmittelbarer Nähe zur Privatklägerin, das 

heisst im Bett liegend direkt neben der Privatklägerin. Die objektive Tatschwere ist 

daher insgesamt als noch leicht zu qualifizieren. 

 Der Beschuldigte handelte direktvorsätzlich, da er die Privatklägerin auffor-

derte, zu ihm zu schauen. Wie die Vorinstanz bereits erwog, handelte es sich 

aber insgesamt wohl eher um eine Kurzschlussreaktion. Die subjektive Tatschwe-

re ist dementsprechend ebenfalls als noch leicht zu qualifizieren und vermag die 

objektive Tatschwere nicht zu relativieren. 

3.3. Bezüglich der Täterkomponente ist Folgendes festzuhalten: Der Beschuldig-

te ist gemäss eigenen Angaben in Deutschland geboren und aufgewachsen. Vor 

über 26 Jahren zog er nach L._____ am Bodensee. Er war langjährig verheiratet 

und Stiefvater von zwei Kindern. Als er seine neue Partnerin – die Mutter der Pri-

vatklägerin – kennenlernte, zog er in die Schweiz. Der Beschuldigte ist selbstän-

dig Erwerbender. Gelernt hat er Maschinenschlosser und ein Studium des Ma-

schinenbaus absolviert sowie einen Executive MBA. Er erwirtschaftete im Zeit-

punkt der vorinstanzlichen Hauptverhandlung einen Umsatz in Höhe von ca. 

Fr. 15'000.– bis Fr. 20'000.– pro Jahr (Prot. I. S. 24 ff.), aktuell bezieht er kein re-

gelmässiges Gehalt (Prot. II S. 11; Urk. 48/1). Die persönlichen Verhältnisse des 

Beschuldigten sind bei der Strafzumessung somit neutral – weder erschwerend 

- 19 - 

noch erleichternd – zu berücksichtigen. Aus der Vorstrafenlosigkeit (Urk. 37) und 

dem Nachtatverhalten lassen sich ebenso keine strafzumessungsrelevanten Fak-

toren ableiten (BGE 136 IV 1 E. 2.6.4.; BGer 6B_320/2015 vom 28. Oktober 2015 

E. 5.3.). 

3.4. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen erscheint es angemessen, den Be-

schuldigten – wie bereits die Vorinstanz – mit einer Geldstrafe von 60 Tagessät-

zen zu bestrafen. 

4. Höhe des Tagessatzes 

Es kann auf die zutreffenden allgemeinen Ausführungen der Vorinstanz zur Be-

messung der Höhe des Tagessatzes verwiesen werden (Urk. 36 S. 35). Die Ta-

gessatzhöhe von Fr. 30.– entspricht den von der Vorinstanz zutreffend wiederge-

gebenen und gewerteten persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Be-

schuldigten, welche von diesem anlässlich der Berufungsverhandlung bestätigt 

bzw. dahingehend korrigiert wurden, dass sich die finanziellen Verhältnisse ver-

schlechtert haben (Urk. 36 S. 35; Prot. I. S. 25 ff.; Prot. II S. 10 ff.; vgl. dazu auch 

vorne in E. V.3.3.). 

5. Fazit 

Zusammengefasst ist der Beschuldigte mit einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen 

zu Fr. 30.– zu bestrafen. 

VI. Vollzug 

1. Gemäss Art. 42 Abs. 1 StGB schiebt das Gericht den Vollzug einer Geldstra-

fe (oder einer Freiheitsstrafe von höchstens zwei Jahren) in der Regel auf, wenn 

eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Bege-

hung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten. Materiell ist demnach das 

Fehlen einer ungünstigen Prognose vorausgesetzt. Das heisst in Anlehnung an 

die herrschende Praxis, dass auf das Fehlen von Anhaltspunkten für eine Wie-

derholungsgefahr abgestellt wird. Die günstige Prognose wird also vermutet. Bei 

der Beurteilung der Frage, ob die für die Gewährung des bedingten Strafvollzuges 

- 20 - 

erforderliche Voraussetzung des Fehlens einer ungünstigen Prognose vorliegt, ist 

eine Gesamtwürdigung aller Umstände vorzunehmen, wobei insbesondere Vorle-

ben, Leumund, Charaktermerkmale und Tatumstände einzubeziehen sind. 

2. Mit der Vorinstanz ist von einer günstigen Prognose beim Beschuldigten 

auszugehen. Der Beschuldigte ist nicht vorbestraft (Urk. 37). Es sind keine Um-

stände ersichtlich, die gegen das Vorliegen einer günstigen Prognose im Sinne 

von Art. 42 StGB sprechen würden. Es ist daher eine bedingte Geldstrafe auszu-

sprechen. 

3. Gemäss Art. 44 Abs. 1 StGB bestimmt das Gericht dem Verurteilten eine 

Probezeit von zwei bis fünf Jahren, wenn es den Vollzug einer Strafe ganz oder 

teilweise aufschiebt. Vorliegend ist – mit der Vorinstanz (vgl. Urk. 36 S. 36) – die 

Probezeit auf zwei Jahre festzulegen. 

VIII. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1. Ausgangsgemäss ist die vorinstanzliche Kostenregelung (Dispositivziffern 5 

und 6) zu bestätigen. 

2. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr ist auf Fr. 3'000.– festzusetzen. 

3. Die Kosten des Berufungsverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ih-

res Obsiegens und Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte unter-

liegt mit seinen Anträgen vollumfänglich. Dementsprechend sind ihm die Kosten 

des Berufungsverfahrens vollumfänglich aufzuerlegen. Die Privatklägerin stellte 

keinen Antrag auf Prozess-, bzw. Umtriebsentschädigung, weshalb ihr eine sol-

che auch nicht zuzusprechen ist.  

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Horgen, Einzelge-

richt, vom 23. November 2022 bezüglich der Dispositivziffer 4 (Absehen von 

Tätigkeitsverbot) in Rechtskraft erwachsen ist. 

- 21 - 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig des Exhibitionismus im Sinne von 

Art. 194 Abs. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 

Fr. 30.–. 

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt. 

4. Das erstinstanzliche Kostendispositiv (Ziff. 5 und 6) wird bestätigt. 

5. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'000.–. 

6. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt. 

7. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten 
(übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 
− die Privatklägerin 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten 
− die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 
− die Privatklägerin 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich 
− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A. 

- 22 - 

8. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der I. strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer 

 
 

Zürich, 28. November 2023 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter lic. iur. Spiess 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. Schwarzenbach-Oswald 
 

 
 
 

	Urteil vom 28. November 2023
	Anklage:
	Urteil der Vorinstanz:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig des Exhibitionismus im Sinne von Art. 194 Abs. 1 StGB.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu Fr. 30.00.
	3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
	4. Von der Anordnung eines Tätigkeitsverbots wird im Sinne von Art. 67 Abs. 4bis StGB abgesehen.
	5. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
	Verlangt keine der Parteien eine Begründung, ermässigt sich die Entscheidgebühr um einen Drittel. Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.
	6. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt.
	Berufungsanträge:
	1. Es sei der Entscheid des Bezirksgerichts Horgen vom 23. November 2022 wie folgt abzuändern:
	Ziffer 1: Der Beschuldigte sei vom Vorwurf des Exhibitionismus im Sinne von Art. 194 Abs. 1 StGB freizusprechen.
	Ausgangsgemäss seien Ziffer 2 und 3 aufzuheben.
	2. Eventualiter sei das Verfahren an die Vorinstanz bzw. an die Staatsanwaltschaft zur weiteren Sachverhaltsabklärung zurückzuweisen.
	3. Es seien die Untersuchungs- und Gerichtskosten, inkl. der Kosten der erbetenen Verteidigung, gemäss Ziffer 5 und 6 aufzuheben und es sei dem Beschuldigten eine angemessene Prozessentschädigung zzgl. der gesetzlichen Mehrwertsteuer zuzusprechen.
	4. Es seien die Untersuchungs- und Gerichtskosten für das vorliegende Verfahren vollumfänglich auf die Staatskasse zu nehmen und es sei dem Beschuldigten eine angemessene Prozessentschädigung auszurichten.
	__________________________________
	Erwägungen:
	I. Einleitung und Verfahrensgang
	II. Prozessuales
	1.2. Der Beschuldigte ficht mit seiner Berufung den Schuldspruch betreffend Exhibitionismus im Sinne von Art. 194 Abs. 1 StGB (Dispositivziffer 1), die Strafzumessung (Dispositivziffern 2 und 3) sowie die Kostenfestsetzung (Dispositivziffer 5) und die...
	1.3. Die Vorinstanz sah von der Anordnung eines Tätigkeitsverbots im Sinne von Art. 67 Abs. 4bis StGB ab (Dispositivziffer 4), weshalb diese Dispositivziffer in Rechtskraft erwachsen ist, was vorab mit Beschluss festzustellen ist.
	2.1. Soweit für die tatsächliche und die rechtliche Würdigung des eingeklagten Sachverhaltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, so erfolgt dies in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO, auch ohne dass dies jeweils explizit Erwähnung findet.
	2.2. Auf die Argumente des Beschuldigten bzw. der Verteidigung, der Staatsanwaltschaft und sowie der Privatklägerin ist im Rahmen der nachstehenden Erwägungen einzugehen. Das rechtliche Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV verlangt, dass die Behörde die Vorbr...
	3.1. Der Beschuldigte verzichtete mit der Berufungserklärung vorläufig auf Beweisanträge (Urk. 38 S. 3). Wie bereits im vorinstanzlichen Verfahren stellte der Beschuldigte anlässlich der Berufungsverhandlung erneut folgende Beweisanträge: Es seien fol...
	3.2. Zur Begründung liess er ausführen, dass B._____ ihrer ehemaligen Chefin, F._____, gegenüber erfunden habe, sie würde zu Hause nichts zu Essen erhalten und sei sexuell missbraucht worden. F._____ könne sachdienliche Hinweise zum Aussageverhalten v...
	III. Sachverhalt

	1. Zusammengefasster Anklagevorwurf
	2. Anerkannter und bestrittener Sachverhalt
	Der Beschuldigte anerkennt den Sachverhalt insofern, als er, seine Partnerin bzw. die Mutter der Privatklägerin (E._____) und die Privatklägerin am besagten Tag und Zeit zu dritt im Bett gewesen seien. Weiter räumt er ein, dass er und E._____ sodann z...

	3. Vorinstanz
	4. Beweismittel
	5. Standpunkt der Verteidigung
	6. Grundsätze der Beweiswürdigung
	Die Vorinstanz hat die theoretischen Grundsätze der richterlichen Beweis- und Aussagewürdigung zutreffend dargelegt, insbesondere auch zur Frage der Glaubwürdigkeit einer im Strafverfahren involvierten Person. Darauf kann an dieser Stelle vollumfängli...

	7. Zur Beweiswürdigung im Konkreten
	7.1. Die Aussagen des Beschuldigten und der Privatklägerin in der Untersuchung und im erstinstanzlichen Verfahren wurden von der Vorinstanz in E. II.6.2, 6.3 und 6.4 ihres Urteils zutreffend wiedergegeben, worauf verwiesen werden kann (Urk. 36 S. 16 f...
	7.2. Die Zeuginnen E._____ und H._____ konnten keine konkreten eigenen Wahrnehmungen betreffend das Kerngeschehen beitragen, da sie anlässlich des angeklagten Vorfalls nicht bzw. nur teilweise zugegen waren. Ihre Aussagen erscheinen daher für die Sach...
	Die Zeugin E._____, die Mutter der Privatklägerin und Lebenspartnerin des Beschuldigten, führte aus, dass die Privatklägerin ihr an besagtem Morgen in der Küche vom Vorfall erzählt habe und sie, die Zeugin, den Beschuldigten mit dem Vorwurf konfrontie...
	H._____, eine enge Freundin der Privatklägerin, sagte als Zeugin aus, dass ihr die Privatklägerin den Vorfall per Snapchat-Video (ca. 9.00/10.00 Uhr am 5. Juni 2021) bzw. im mündlichen Gespräch am gleichen Abend erzählt habe. Die Privatklägerin habe i...
	7.3. Betreffend die Glaubwürdigkeit des Beschuldigten, der Privatklägerin und der Zeuginnen kann auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz vollumfänglich verwiesen werden (Urk. 36 S. 10 ff.). Dass sich die Privatklägerin 2 ½ Monate Zeit liess sei...
	7.4. In Bezug auf die Glaubhaftigkeit der Aussagen des Beschuldigten ist ebenfalls auf die schlüssige Beurteilung der Vorinstanz zu verweisen, welche den Sachverhalt in zwei Hauptphasen und die Nachtatphase unterteilte (Urk. 36 S. 14 ff.). Zutreffend ...
	7.5. In Bezug auf die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Privatklägerin kann sodann auch vollumfänglich auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 36 S. 16 ff.). Insbesondere sind ihre Aussagen über alle Einvernahmen hinweg ...
	7.6. Die Vorbringen der Verteidigung vermögen an diesem Beweisergebnis nichts zu ändern. Vor Vorinstanz und auch heute brachte die Verteidigung insbesondere vor, dass die Privatklägerin das Ganze erfunden habe, um die Beziehung zwischen dem Beschuldig...
	Wie bereits erwähnt, erneuerte die Verteidigung ihre bereits vor Vorinstanz gestellten Beweisanträge auf Einvernahme von diversen Zeuginnen und Zeugen (Urk. 22 S. 2; Prot. I S. 49; Urk. 45). Aufgrund der obigen Ausführungen sind diese Zeuginnen aber n...

	8. Fazit
	IV. Rechtliche Würdigung
	2. Die rechtliche Würdigung durch die Vorinstanz ist zutreffend (Urk. 36 S. 30 ff.). Es kann darauf verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). Lediglich als Ergänzung beziehungsweise Verdeutlichung ist hervorzuheben, dass der Beschuldigte die Privatkläge...
	Der Beschuldigte handelte direktvorsätzlich. Er wollte von der Privatklägerin gesehen werden.
	V. Strafzumessung
	VI. Vollzug
	VIII. Kosten- und Entschädigungsfolgen

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Horgen, Einzelgericht, vom 23. November 2022 bezüglich der Dispositivziffer 4 (Absehen von Tätigkeitsverbot) in Rechtskraft erwachsen ist.
	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig des Exhibitionismus im Sinne von Art. 194 Abs. 1 StGB.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu Fr. 30.–.
	3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
	4. Das erstinstanzliche Kostendispositiv (Ziff. 5 und 6) wird bestätigt.
	5. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'000.–.
	6. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt.
	7. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich
	 die Privatklägerin
	 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich
	 die Privatklägerin
	 die Vorinstanz
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A.

	8. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.