# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6edb3a2e-542d-50fa-ab62-e566c5623d3c
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-30
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 30.10.2023 SK 2022 413
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2022-413_2023-10-30.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 22 413+414

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 30. Oktober 2023 

Besetzung Oberrichterin Friederich Hörr (Präsidentin), 
Oberrichter Schmid, Oberrichter Knecht
Gerichtsschreiber Stähli

Verfahrensbeteiligte A.________
v.d. Rechtsanwalt Dr. B.________

Beschuldigte 1/Berufungsführerin 1

und

C.________
v.d. Rechtsanwalt D.________

Beschuldigter 2/Berufungsführer 2

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern
v.d. Staatsanwalt H.________, Kantonale Staatsanwaltschaft für 
Wirtschaftsdelikte, Speichergasse 12, 3011 Bern 

Berufungsführerin 3

und

E.________ AG
v.d. Rechtsanwalt Dr. F.________

Straf- und Zivilklägerin/Berufungsführerin 4/Anschluss-
berufungsführerin

2

Gegenstand qualifizierte ungetreue Geschäftsbesorgung (B1) und Gehilfen-
schaft dazu (B2)

Berufung gegen das Urteil des Kantonalen Wirtschaftsstrafge-
richts (Einzelgericht) vom 6. April 2022 (WSG 21 20+21)

3

Erwägungen:

I. Formelles

1. Vorbemerkung zur Bezeichnung einzelner involvierter juristischen Personen 
und zu den Akten

Die nachfolgenden Erwägungen behandeln Sachverhalte und Gerichtsurteile, in 
welche die I.________ AG involviert ist. Die I.________ AG wurde mit SHAB-
Publikation vom 12. Juni 2020 in J.________ AG umfirmiert. Zur Wahrung der 
Stringenz im Hinblick auf die diversen, in dieser Angelegenheit ergangenen Ge-
richtsurteile sowie zur Vermeidung von Verwechslungen mit der Straf- und Zivilklä-
gerin E.________ AG wird nachfolgend die veraltete Firma I.________ AG ver-
wendet, wie es auch das Kantonale Wirtschaftsstrafgericht handhabte. Wo erfor-
derlich, werden beide Firmen genannt. Einzig im Urteilsdispositiv wird zur Klarheit 
der gerichtlichen Anordnungen die aktuelle Firma J.________ AG verwendet (vgl. 
Ziff. V.2. des Urteilsdispositivs). 

Involviert ist ferner die K.________ SA, die mit SHAB-Publikation vom 24. Oktober 
2017 in L.________ AG umfirmiert wurde. Nachfolgend wird die veraltete Firma 
K.________ SA verwendet. Die E.________ AG wird mit dieser Firma und/oder mit 
ihrer Parteistellung als Straf- und Zivilklägerin bezeichnet. 

Wo aus amtlichen Akten anderer Verfahren zitiert wird, wird der Fundstelle die je-
weilige Verfahrensnummer vorangestellt. Fundstellennachweise ohne einen Hin-
weis auf eine Verfahrensnummer beziehen sich auf die amtlichen Akten des vorlie-
genden Verfahrens. 

2. Erstinstanzliches Urteil

Das Kantonale Wirtschaftsstrafgericht (Einzelgericht; nachfolgend Vorinstanz oder 
WSG) fällte betreffend A.________ und C.________ am 6. April 2022 das folgende 
Urteil (pag. 22 569): 

I.

A.________, vgt., wird schuldig erklärt:

der qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung, versucht begangen vom 24.06.2008 bis am 
24.06.2009 in M.________ bzw. N.________ zum Nachteil der E.________ AG im Deliktsbetrag von 
CHF 1'300'000.00 (Ziff. I.A. der Anklageschrift),

und sie wird in Anwendung der
Art. 22 Abs. 1, 34, 42 Abs. 1, 44, 47 und 48 lit. e aStGB sowie 158 Ziff. 1 Abs. 1 und Abs. 3 StGB
Art. 418, 422 und 426 Abs. 1 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu CHF 500.00, ausmachend total CHF 90'000.00. 

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.

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2. Zur Bezahlung der auf sie entfallenden Verfahrenskosten in der Höhe von insgesamt 
CHF 12'000.00, bestehend aus:

[Kostentabelle]

unter solidarischer Haftbarkeit für die Gesamtkosten von CHF 21'500.00 (Art. 418 Abs. 2 i.V.m. 
Art. 50 OR).

Wird keine schriftliche Urteilsbegründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um insgesamt 
CHF 1'000.00, ausmachend anteilsmässig zugunsten von A.________, vgt., CHF 666.65. Die 
reduzierten Verfahrenskosten betragen somit CHF 11'333.35. 

II.

C.________, vgt., wird schuldig erklärt:

der Gehilfenschaft zu versuchter qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung, begangen am 
24.06.2008 in M.________ zum Nachteil der E.________ AG im Deliktsbetrag von CHF 1'300'000.00 
(Ziff. I.B. der Anklageschrift),

und er wird in Anwendung der
Art. 22 Abs. 1, 25, 34, 42 Abs. 1, 44, 47, 48 lit. e und 49 Abs. 2 aStGB sowie 158 Ziff. 1 Abs. 1 und 
Abs. 3 StGB
Art. 418, 422 und 426 Abs. 1 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Geldstrafe von 65 Tagessätzen zu CHF 220.00, ausmachend total CHF 14'300.00. 
Dies als Zusatzstrafe zum Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 17.05.2018.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.

2. Zur Bezahlung der auf ihn entfallenden Verfahrenskosten in der Höhe von insgesamt 
CHF 9'500.00, bestehend aus:

[Kostentabelle]

unter solidarischer Haftbarkeit für die Gesamtkosten von CHF 21'500.00 (Art. 418 Abs. 2 i.V.m. 
Art. 50 OR).

Wird keine schriftliche Urteilsbegründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um insgesamt 
CHF 1'000.00, ausmachend anteilsmässig zugunsten von C.________, vgt., CHF 333.35. Die 
reduzierten Verfahrenskosten betragen somit CHF 9'166.65. 

III.

1. Die Zivilklage der Privatklägerin, E.________ AG, vgt., wird auf den Zivilweg verwiesen 
(Art. 126 StPO).

2. A.________, vgt., und C.________, vgt., werden unter solidarischer Haftbarkeit verurteilt, der 
Privatklägerin, E.________ AG, vgt., eine Parteientschädigung von pauschal CHF 25'000.00 zu 
bezahlen (Art. 433 StPO).

3. Für die Beurteilung der Zivilklage werden keine Verfahrenskosten ausgeschieden.

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IV.

Weiter wird verfügt:

Die Grundbuchsperre der Grundstücke O.________ (P.________) und Q.________ (R.________) 
wird aufgehoben.

[Eröffnungs- und Mitteilungsformel]

3. Berufungen

Gegen dieses Urteil meldeten A.________, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. 
B.________, und C.________, vertreten durch Rechtsanwalt D.________, mit Ein-
gaben vom 14. April 2022 je Berufung an (pag. 22 478; pag. 22 481). Die Beru-
fungserklärung von A.________ datiert vom 15. Juli 2022 (pag. 22 639) und dieje-
nige von C.________ vom 22. Juli 2022 (pag. 22 644 ff.). Beiderseits beziehen sich 
die Berufungserklärungen auf den Strafpunkt sowie auf die damit zusammenhän-
genden Folgen für die Strafzumessung, die Kostenverlegung und die Entschädi-
gungsansprüche. Nicht erwähnt bzw. ausdrücklich von der Berufung ausgenom-
men ist hingegen der Zivilpunkt. 

Seitens der Kantonalen Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte wurde ebenfalls 
mit Eingabe vom 14. April 2022 die Berufung angemeldet (pag. 22 484). Mit Einga-
be vom 14. Juli 2022 folgte die Berufungserklärung der Generalstaatsanwaltschaft, 
vertreten durch Staatsanwalt H.________ (pag. 22 627), worin das erstinstanzliche 
Urteil vollumfänglich angefochten wird (pag. 22 634 ff.). 

Die E.________ AG als Straf- und Zivilklägerin, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. 
F.________ und Rechtsanwalt G.________, meldete mit Eingabe vom 8. April 
2022 ebenfalls die Berufung an (pag. 22 475). Die Berufungserklärung folgte mit 
Eingabe vom 22. Juli 2022 (pag. 22 641). Diese bezieht sich auf die vom WSG an-
geordnete Aufhebung der Grundbuchsperren der Grundstücke O.________ und 
Q.________, wobei stattdessen die Einziehung der genannten Grundstücke und 
die Übertragung an die Straf- und Zivilklägerin anbegehrt wird. Eventualiter wird die 
Beschlagnahme der 100 Namenaktien der I.________ AG (bzw. nunmehr der 
J.________ AG) und deren Aushändigung gegen eine Bezahlung von 
CHF 50'000.00 an die Straf- und Zivilklägerin beantragt. 

Durch sämtliche Parteien wurden innert angesetzter Frist keine Gründe für ein 
Nichteintreten auf die Berufungen der jeweils anderen Parteien geltend gemacht. 
Namens der Straf- und Zivilklägerin E.________ AG wurde mit Eingabe vom 
22. August 2022 Anschlussberufung zu den Berufungserklärungen der General-
staatsanwaltschaft sowie von A.________ und C.________ erklärt. Darin wird die 
Verurteilung beider Beschuldigten wegen vollendeter qualifizierter ungetreuer Ge-
schäftsbesorgung bzw. Gehilfenschaft dazu beantragt. Zu den Anträgen betreffend 
das Schicksal der Grundstücke O.________ (P.________) und Q.________ 
(R.________) wurde in der Anschlussberufung auf die Anträge in der (eigenständi-
gen) Berufungserklärung verwiesen (zum Ganzen pag. 22 662 f.). Zur Anschluss-
berufung wurden ebenfalls keine Gründe für ein Nichteintreten geltend gemacht 
(pag. 22 673) bzw. angeführt, das Eintreten sei von Amtes wegen zu prüfen 
(pag. 22 676). 

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4. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

4.1 Beweisergänzungen von Amtes wegen 

Mit Vorladung vom 8. November 2022 wurde den Parteien eröffnet, dass oberin-
stanzlich die Befragung beider Beschuldigten und eventuell eines statutarischen 
Organs der Straf- und Zivilklägerin vorgesehen ist (pag. 22 689 ff.). Damit erübrigte 
sich der Beweisantrag von Rechtsanwalt D.________ in der Berufungserklärung 
vom 22. Juli 2022, wonach sein Mandant C.________ oberinstanzlich einzuver-
nehmen sei (pag. 22 646).

Im Hinblick auf die oberinstanzliche Hauptverhandlung wurden von Amtes betref-
fend beide Beschuldigte aktuelle Strafregisterauszüge (beide datierend vom 
13. Oktober 2023; pag. 22 845 f.), Betreibungsregisterauszüge (beide datierend 
vom 11. Oktober 2023; pag. 22 839 und pag. 22 844) sowie Leumundsberichte 
samt Erhebungsformularen wirtschaftliche Verhältnisse (A.________: datierend 
vom 29. September 2023; pag. 22 749 ff.; C.________: datierend vom 9. Oktober 
2023; pag. 22 835 ff.) eingeholt. Ferner wurden von Amtes wegen aktuelle Grund-
buchauszüge der Grundstücke O.________ und Q.________ ediert 
(pag. 22 724 ff.). 

An der oberinstanzlichen Hauptverhandlung wurden A.________ sowie 
C.________ erneut befragt (pag. 22 823 ff.; pag. 22 939 ff.). Ferner wurde 
S.________ als statutarisches Organ der E.________ AG einvernommen (pag. 22 
958 ff.). 

4.2 Beweis- und prozessuale Anträge der Straf- und Zivilklägerin E.________ AG

4.2.1 Beweisantrag betreffend die Buchhaltungsunterlagen der I.________ AG bzw. 
J.________ AG vom 25. August 2023 

Mit Eingabe vom 25. August 2023 stellte Rechtsanwalt Dr. F.________ namens der 
Straf- und Zivilklägerin E.________ AG den Antrag, es seien die Bilanzen/Erfolgs-
rechnungen der I.________ AG (bzw. J.________ AG) beginnend ab dem Jahr 
2008 einzuholen (pag. 22 700 f.). 

Die Generalstaatsanwaltschaft beantragte die Gutheissung des Beweisantrags 
(pag. 22 710). 

Rechtsanwalt Dr. B.________ hielt in der Stellungnahme vom 19. September 2023 
namens von A.________ vorab fest, dass sich aus dem Beweisantrag nicht erge-
be, bei wem die Bilanzen/Erfolgsrechnungen der I.________ AG ab dem Jahr 2008 
einzuholen seien. Soweit sich der Beweisantrag gegen A.________ richte, sei er 
abzuweisen, weil der Verkauf der Liegenschaft bereits rechtskräftig beurteilt wor-
den sei und allfällig entgangene Mietzinseinnahmen keinen Einfluss auf den vorlie-
genden Verfahrensgegenstand, namentlich den Abschluss der Nebenvereinbarun-
gen, hätten. Damit hätten die beantragten Unterlagen keine beweisrechtliche Be-
deutung. Überdies unterliege A.________ gemäss Art. 265 StPO keiner Herausga-
bepflicht und mache von diesem Privileg Gebrauch (pag. 22 730). 

Rechtsanwalt D.________ beantragte in der Stellungnahme vom 19. September 
2023 namens von C.________ die Abweisung des Beweisantrags und führte zur 

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Begründung aus, die anbegehrten Beweismittel seien unerheblich. Das Vorliegen 
eines Schadens sei von der Vorinstanz wie auch in einem Gutachten verneint wor-
den, woran die Bilanzen/Erfolgsrechnungen der I.________ AG nichts ändern wür-
den (pag. 22 733 f.). 

Mit Verfügung vom 21. September 2023 wurde der Beweisantrag der Straf- und Zi-
vilklägerin gutgeheissen und bei der I.________ AG die Bilanzen/Erfolgs-
rechnungen ab dem Jahr 2008 angefordert. In der Begründung wurde angeführt, 
dass sich aus dem Beweisantrag verbunden mit den öffentlich einsehbaren Einträ-
gen im Handelsregister des Kantons Bern klar ergibt, bei wem die fraglichen Unter-
lagen einzuholen sind. Das Privileg gemäss Art. 265 Abs. 2 lit. a StPO, die Heraus-
gabe zu verweigern, kommt nur der beschuldigten Person zu, nicht aber der 
I.________ AG. Zu den Vorbringen von Rechtsanwalt D.________ wurde weiter 
festgehalten, dass die erstinstanzliche Urteilsbegründung nicht in Rechtskraft er-
wachsen und somit einer vollumfänglichen Überprüfung zugänglich ist (zum Gan-
zen pag. 22 737). 

Mit Eingabe vom 26. September 2023 (Eingang beim Obergericht: 9. Oktober 
2023) teilte Rechtsanwalt Dr. B.________ mit, dass die Verfügung vom 21. Sep-
tember 2023 irrtümlicherweise nicht an die J.________ AG (bzw. I.________ AG), 
sondern an die E.________ AG zugestellt worden sei. Die J.________ AG (bzw. 
I.________ AG) habe ihm die fraglichen Abschlüsse zwischenzeitlich zugestellt. In 
der Beilage leitete er die Erfolgsrechnungen der I.________ AG bzw. der 
J.________ AG betreffend die Jahre 2011, 2013, 2015, 2017, 2019, 2021 und 2022 
sowie die Bilanzen der Jahre 2011, 2013, 2015, 2021 und 2022, jeweils mit Vorjah-
resvergleichen, ein (pag. 22 754 ff.). 

Mit Verfügung vom 9. Oktober 2023 wurde festgestellt, dass die Bilan-
zen/Erfolgsrechnungen der I.________ AG bzw. J.________ AG betreffend die 
Jahre 2008, 2010, 2012, 2014, 2016, 2018 und 2020 fehlen und betreffend das 
Jahr 2009 Unterlagen betreffend die E.________ AG eingereicht worden sind 
(pag. 22 793). Die J.________ AG wurde aufgefordert, die fehlenden Unterlagen 
nachzureichen. 

Mit Eingabe vom 18. Oktober 2023 teilte Rechtsanwalt Dr. B.________ mit, dass 
die Bilanzen und Erfolgsrechnungen der Jahre 2008 und 2009 der I.________ AG 
nicht mehr auffindbar seien, zumal die zehnjährige Aufbewahrungspflicht abgelau-
fen sei und die fraglichen Abschlüsse in einem Zivilverfahren zu den Akten gege-
ben worden seien; ferner würden die mit Eingabe vom 26. September 2023 einge-
reichten Erfolgsrechnungen und Bilanzen jeweils einen Vorjahresvergleich beinhal-
ten, wodurch sämtliche verlangten Angaben vorhanden seien (pag. 22 852). Mit 
Verfügung vom 19. Oktober 2023 wurde die J.________ AG neuerlich aufgefordert, 
die Bilanzen für die Jahre 2016 bis 2019 einzureichen, da diese in den eingereich-
ten Unterlagen fehlen und auch den Vorjahresvergleichen nicht zu entnehmen sind 
(pag. 22 855). Mit Email vom 20. Oktober 2023 reichte A.________ namens der 
J.________ AG die Bilanzen der Jahre 2017 und 2019 ein, jeweils mit Vorjahres-
vergleich (pag. 22 865 ff.). Auf neuerliche Aufforderung hin wurden gleichentags 
die Bilanzen und Erfolgsrechnungen der Jahre 2016 und 2018 nachgereicht 
(pag. 22 897 ff.).

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Die übrigen Parteien wurden mit Kopien sämtlicher Beschlüsse, Verfügungen und 
Parteieingaben in diesem Zusammenhang bedient. 

4.2.2 Partielle Akteneinsicht

Weiter wurde den Parteien zur Kenntnis gebracht, dass Rechtsanwalt Dr. 
F.________ partielle Akteneinsicht gewährt wurde durch Zustellung eines Briefes 
der K.________ AG an die I.________ AG vom 16. Juli 2010 aus den Akten (vgl. 
pag. 22 848 ff.). Den übrigen Parteien wurde ebenfalls eine Kopie des Briefes vom 
16. Juli 2010 zugestellt. 

4.2.3 Beweisantrag betreffend Zusammenzug von Buchhaltungsunterlagen sowie Ver-
kehrswertgutachten anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung

An der oberinstanzlichen Hauptverhandlung wurde namens der Straf- und Zivilklä-
gerin E.________ AG beantragt, es sei ein selbsterstellter Zusammenzug aus den 
Bilanzen/Erfolgsrechnungen der I.________ AG bzw. J.________ AG sowie ein 
Parteigutachten von T.________ betreffend Liegenschaftsbewertung per 23. Juni 
2018 zu den Akten zu erkennen. Die übrigen Parteien nahmen Stellung zum Be-
weisantrag der Straf- und Zivilklägerin E.________ AG. Es wird auf das Protokoll 
der oberinstanzlichen Hauptverhandlung verwiesen (pag. 22 918 ff.). 

Mit Beschluss der Kammer wurden die von der Straf- und Zivilklägerin E.________ 
AG eingereichten Unterlagen zu den Akten erkannt. In der Begründung wurde prä-
zisiert, dass beide Beweismittel als Parteibehauptungen gehandhabt werden. Der 
Beweisantrag ist insofern nicht verspätet, als die verlangten Buchhaltungsunterla-
gen als Grundlage der eingereichten Unterlagen mehrmals angefordert werden 
mussten, bis der Herausgabepflicht nachgekommen wurde. Im Strafverfahren kön-
nen bekanntlich bis zum Abschluss des Beweisverfahrens Beweisanträge gestellt 
werden (BGE 143 IV 214 E. 5.4).

Den Parteien wurde durch eine 30-minütige Unterbrechung der Verhandlung Gele-
genheit geboten, die Unterlagen zu studieren. 

4.3 Beweisantrag von Rechtsanwalt Dr. B.________ vom 24. Oktober 2023 betreffend 
die Verfahrensakten SK 22 581

Mit Eingabe vom 24. Oktober 2023 (gleichentags eingegangen per Fax) beantragt 
Rechtsanwalt Dr. B.________ namens von A.________, es seien die Verfahrens-
akten SK 22 581 oder zumindest der Beschluss der 2. Strafkammer vom 5. Juni 
2023 zu edieren und beizuziehen (pag. 22 912). 

Anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung wurde den Parteien Gelegen-
heit zur Stellungnahme geboten und darauf hingewiesen, dass sich die amtlichen 
Akten des Verfahrens SK 22 581 aufgrund einer hängigen Beschwerde beim Bun-
desgericht befinden (vgl. zum Nachfolgenden pag. 22 917 f.). Rechtsanwalt 
D.________ schloss sich namens von C.________ dem Beweisantrag an und führ-
te aus, dass ein offensichtlicher sachlicher Zusammenhang zum vorliegenden Ver-
fahrensgegenstand gegeben sei. Die Generalstaatsanwaltschaft führte dagegen 
aus, die Verfahrensgegenstände würden sich unterscheiden, aber einem Aktenbei-
zug stehe grundsätzlich nichts entgegen. Namens der Straf- und Zivilklägerin 

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E.________ AG wurde die Beurteilung des Beweisantrags ins gerichtliche Ermes-
sen gestellt. 

Mit Beschluss der Kammer wurde der Beschluss der 2. Strafkammer des Oberge-
richts des Kantons Bern SK 22 581 vom 5. Juni 2023 zu den Akten erkannt und 
den Parteien, wo noch nicht vorhanden, ausgehändigt. Betreffend die Verfahrens-
akten wurde der Antrag abgewiesen (pag. 22 918). 

5. Weitere verfahrensleitende Anordnungen

Anlässlich der Parteiverhandlung wurde C.________ im Einverständnis mit seiner 
Verteidigung – vor dem ersten Parteivortrag der Straf- und Zivilklägerin – bis zur 
Urteilseröffnung von der weiteren Verhandlung dispensiert (pag. 22 980 f.). 

6. Anträge der Parteien

6.1 Rechtsanwalt Dr. B.________ namens von A.________

Rechtsanwalt Dr. B.________ stellte oberinstanzlich folgende Anträge (pag. 23 
060 f.): 

1. Die Beschuldigte sei freizusprechen vom Vorwurf der qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesor-
gung, angeblich begangen zum Nachteil der E.________ AG vom 24.06.2008 bis am 
24.06.2009 in M.________ bzw. N.________

2. Die Grundbuchsperren der im Eigentum der I.________ AG stehenden Grundstücke 
O.________ und Q.________ seien aufzuheben und das Grundbuchamt BE.________ sei an-
zuweisen, die Sperrung bezüglich dieser Liegenschaften zu löschen. 

3. Die Verfahrenskosten für das erst- und zweitinstanzliche Verfahren seien dem Staat aufzuerle-
gen. 

4. Es sei der Angeschuldigten eine Entschädigung für ihre Verteidigerkosten für die erste und die 
zweite Instanz auszurichten. 

5. Die Zivilklage sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Privatklägerin zurück-
zuwiesen bzw. abzuweisen. 

6.2 Rechtsanwalt D.________ namens von C.________ 

Namens von C.________ beantragte Rechtsanwalt D.________ in oberer Instanz 
was folgt (pag. 23 062):  

Das Urteil des Kantonalen Wirtschaftsstrafgerichts des Kantons Bern vom 6. April 2022, Ziff. II. sei 
aufzuheben und es sei

C.________ freizusprechen von der Anschuldigung

der Gehilfenschaft zu qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung, angeblich begangen z.N. 
der E.________ AG, am oder um den 24. Juni 2008 und in der Zeit bis zum 16. Dezember 2016 
(gemäss Anklageschrift vom 8. Oktober 2021, Lit. B. Ziff. 1)

unter Ausscheidung der gesamten auf diesen Freispruch entfallenden erst- und oberinstanzlichen 
Verfahrenskosten sowie unter voller Entschädigung der angemessenen Verteidigungskosten (erste 
Instanz sowie Berufungsinstanz) gemäss den eingereichten Honorar- und Kostennoten vom 6. April 
2022 und 25. Oktober 2023 sowie unter Entschädigung der Kosten für die Erstellung des Rechtsgut-
achtens von U.________ vom 3. März 2022 in Höhe von CHF 9'922.50. 

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Weiter sei zu verfügen:

Die Zivilklage der Privatklägerschaft sei zurückzuweisen, eventualiter vollumfänglich abzuweisen, un-
ter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Privatklägerschaft. 

6.3 Generalstaatsanwaltschaft

Die Generalstaatsanwaltschaft, in oberer Instanz vertreten durch Staatsanwalt 
H.________, stellte folgende Anträge (pag. 23 072 ff.): 

A. A.________

I.

A.________ sei

schuldig zu erklären:

der qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung, begangen in oder um M.________ bzw. 
N.________ bzw. V.________ am oder um den 24. Juni 2008 und in der Zeit bis zum 16. Dezember 
2016 zum Nachteil der E.________ AG

(Deliktsbetrag: CHF 8'900'000.00)

und sie sei in Anwendung von Art. 29 StGB, Art. 40 aStGB, Art. 47, 48a, 49 Abs. 1 und 2, 158 Ziff. 1 
Abs. 3 StGB, Art. 422, 426 Abs. 1, 433 Abs. 1 StPO

II.

zu verurteilen:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 6 Monaten als Zusatzstrafe zum Urteil der 1. Strafkammer des 
Obergerichts des Kantons Bern vom 22. September 2011. 

2. Zur Bezahlung einer angemessenen, gerichtlich zu bestimmenden Entschädigung an die Privat-
klägerin E.________ AG.

3. Zur Bezahlung der anteilsmässigen Verfahrenskosten (Auslagen, 70% der Gebühren inkl. 
CHF 500.00 pro Halbtag für die Anklageführung; Art. 21 VKD). 

B. C.________

I.

C.________ sei

schuldig zu erklären:

der Gehilfenschaft zu qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung, begangen in oder um 
M.________ bzw. N.________ bzw. V.________ am oder um den 24. Juni 2008 und in der Zeit bis 
zum 16. Dezember 2016 zum Nachteil der E.________ AG

(Deliktsbetrag: CHF 8'900'000.00)

und er sei in Anwendung von Art. 25, 29 StGB, Art. 40 aStGB, Art. 47, 48a, 49 Abs. 1 und 2, 158 
Ziff. 1 Abs. 3 StGB, Art. 422, 426 Abs. 1, 433 Abs. 1 StPO

II.

zu verurteilen:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 8 Monaten unter Gewährung des bedingten Strafvollzuges bei 
einer Probezeit von 2 Jahren. 

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2. Zur Bezahlung einer angemessenen, gerichtlich zu bestimmenden Entschädigung an die Privat-
klägerin E.________ AG.

3. Zur Bezahlung der anteilsmässigen Verfahrenskosten (Auslagen, 30% der Gebühren inkl. 
CHF 500.00 pro Halbtag für die Anklageführung; Art. 21 VKD). 

C. Verfügung

1. Es seien die 100 Namenaktien der J.________ AG, W.________, zu beschlagnahmen und die-
se Namenaktien seien der Privatklägerin gegen Bezahlung von CHF 50'000.00 zuhanden der 
Gerichtskasse auszuhändigen. 

2. Die durch die Privatklägerin an die Gerichtskasse zuhanden der Beschuldigten A.________ zu 
bezahlenden CHF 50'000.00 seien zur Sicherstellung von Verfahrenskosten und Entschädigun-
gen zu beschlagnahmen. 

3. Die mit Verfügung vom 29. November 2018 im Rahmen der Beschlagnahmung der Grundstücke 
O.________ und Q.________ angeordnete Grundbuchsperre sei, sobald die Aushändigung der 
Aktien gemäss Ziff. C.1. erfolgt sei, aufzuheben. 

6.4 Rechtsanwälte Dr. F.________ und G.________ namens der E.________ AG

Namens der Straf- und Zivilklägerin E.________ AG wurden folgende Anträge ge-
stellt (pag. 23 076 f.):  

1. A.________ sei der vollendeten qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung zum Nachteil der 
E.________ AG schuldig zu sprechen. 

2. C.________ sei der Gehilfenschaft zur vollendeten qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesor-
gung zum Nachteil der E.________ AG schuldig zu sprechen. 

3. Die Grundbuchsperre hinsichtlich der Grundstücke «O.________ (P.________)» und 
«Q.________ (R.________)» sei nicht aufzuheben. 

4. Die Grundstücke «O.________ (P.________)» und «Q.________ (R.________)» seien einzu-
ziehen und der Privatklägerin, der E.________ AG, zurück zu übertragen. 

5. Eventualiter seien die 100 Namenaktien der J.________ AG zu beschlagnahmen und der Pri-
vatklägerin gegen Bezahlung von CHF 50'000.00 zu Handen der Gerichtskasse auszuhändigen. 

6. Die beiden Beschuldigten seien unter solidarischer Haftbarkeit zu verurteilen, der Privatklägerin 
folgende Beträge zu bezahlen: 
6.1 einen gerichtlich zu bestimmenden, CHF 3 Mio. übersteigenden Betrag, nebst Ver-

gütungszins von 5% seit wann rechtens, falls eine Einziehung der vorgenannten Liegen-
schaften oder aller Aktien der J.________ AG und deren Übertragung an die Privatkläge-
rin erfolgt. 

6.2 einen gerichtlich zu bestimmenden, CHF 9 Mio. übersteigenden Betrag, nebst Ver-
gütungszins von 5% seit wann rechtens, falls keine Einziehung der Liegenschaften und 
keine Einziehung der Aktien der J.________ AG und deren Übertragung an die Privatklä-
gerin erfolgt. 

7. Unter ausgangsgemässer Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.). 

7. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Aufgrund der eigenständigen Berufungen durch die Generalstaatsanwaltschaft, 
A.________ und C.________ sowie aufgrund der Anschlussberufung durch die 

12

Straf- und Zivilklägerin E.________ AG sind die Schuldsprüche gegen A.________ 
wegen (versuchter) qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung und gegen 
C.________ wegen Gehilfenschaft dazu zu überprüfen (Ziff. I. und II. des erstin-
stanzlichen Urteils). Gegebenenfalls sind neue Strafzumessungen vorzunehmen. 
Die Kammer hat zudem die Kostenausscheidung der Vorinstanz sowie die für das 
erstinstanzliche Verfahren zugesprochene Parteientschädigung der Straf- und Zi-
vilklägerin zu überprüfen und die oberinstanzlichen Verfahrenskosten zu verlegen. 
Ferner sind ausgangsgemässe Entschädigungsansprüche für beide Beschuldigten 
für das gesamte Verfahren sowie für die Straf- und Zivilklägerin im oberinstanzli-
chen Verfahren zu prüfen. Letztlich ist über die bestehende Grundbuchsperre be-
treffend die Grundstücke O.________ und Q.________, den Antrag der Straf- und 
Zivilklägerin betreffend Einziehung und Restitution der Grundstücke sowie den An-
trag der Generalstaatsanwaltschaft (und den Eventualantrag der Straf- und Zivil-
klägerin) betreffend Einziehung und Restitution der Aktien der I.________ AG zu 
befinden. 

Gesondert zu prüfen ist der oberinstanzliche Verfahrensgegenstand in Bezug auf 
die Zivilklage. In erster Instanz wurde der Antrag der Straf- und Zivilklägerin um 
Restitution der Grundstücke O.________ und Q.________ ebenso wie der eventu-
aliter gestellte Antrag um Restitution der Aktien der I.________ AG abgewiesen. 
Die subeventualiter gestellten Zivilforderungen wurden auf den Zivilweg verwiesen 
(Ziff. III.1. des erstinstanzlichen Urteils; vgl. auch den Parteivortrag der Straf- und 
Zivilklägerin in erster Instanz, pag. 22 397 f. und 22 440 ff.). In der Berufungser-
klärung der Straf- und Zivilklägerin E.________ AG vom 22. Juli 2022 wurde das 
erstinstanzliche Urteil des WSG nur insoweit angefochten, als die Grundbuchsper-
ren betreffend die Grundstücke O.________ und Q.________ nicht aufzuheben 
und diese stattdessen der E.________ AG zu übertragen seien; eventualiter seien 
sämtliche Aktien der J.________ AG gegen Bezahlung von CHF 50'000.00 der 
E.________ AG auszuhändigen (pag. 22 641 f.). Anträge zur erstinstanzlich auf 
den Zivilweg verwiesenen Zivilklage wurden nicht gestellt. Gleiches gilt für die An-
träge im Rahmen der Anschlussberufung vom 22. August 2022 (pag. 22 662 f.). 
Auch durch die übrigen Parteien wurde der Zivilpunkt nicht angefochten (pag. 22 
636; pag. 22 645 f.) bzw. sogar ausdrücklich von der Berufung ausgenommen 
(pag. 22 639). 

Es ist somit festzuhalten, dass der Zivilpunkt nicht von der Berufung umfasst ist. 
Die durch das WSG angeordnete Verweisung der Zivilklage der E.________ AG 
auf den Zivilweg gemäss Ziff. III.1. des erstinstanzlichen Urteils ist in Rechtskraft 
erwachsen. Die Anträge der E.________ AG zum Zivilpunkt anlässlich der oberin-
stanzlichen Hauptverhandlung (vgl. E. 6.4 oben) stellen eine unzulässige nachträg-
liche Ausdehnung der Berufungsanträge dar (vgl. auch JÜRG BÄHLER, in: Basler 
Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung/Jugendstrafprozessordnung, 
3. Aufl. 2023, [nachfolgend zitiert als BSK StPO-Verfasser/in], N 7 zu Art. 399 
StPO). Auf den Zivilpunkt und die entsprechenden Anträge ist nicht weiter einzuge-
hen. 

Die Kammer überprüft das erstinstanzliche Urteil in den angefochtenen Punkten mit 
voller Kognition (Art. 398 Abs. 3 der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; 

13

SR 312.0]). Aufgrund der eigenständigen, vollumfänglichen Berufung durch die 
Generalstaatsanwaltschaft sowie der Anschlussberufung durch die Straf- und Zivil-
klägerin E.________ AG gilt das Verschlechterungsverbot gemäss Art. 391 Abs. 2 
StPO vorliegend nicht. 

II. Bisherige Verfahren zwischen den Betroffenen

8. Überblick

Das vorliegende Strafverfahren bildet ein weiteres Kapitel in einer langanhaltenden 
Auseinandersetzung, die im Wesentlichen ein Familienstreit um den Nachlass von 
X.________ sel. ist. Involviert sind seine Nachkommen A.________ sowie ihre Ge-
schwister, Y.________ und S.________. C.________ geriet durch Umstände, auf 
die näher einzugehen sein wird, ebenfalls in den Streit. 

Grob zusammengefasst drehte sich der Streitgegenstand zunächst um die Berech-
tigung an der E.________ AG. Sämtliche Aktien der E.________ AG wurden von 
X.________ sel. im Jahr 1995 auf die neugegründete Z.________ AG übertragen. 
Die Z.________ AG war wiederum vollumfänglich in der Hand von A.________ 
(vgl. eingehender die nachfolgenden Ausführungen in E. 9 unten). Im Jahr 2002 hat 
A.________ die Aktien der E.________ AG zu einem Bruchteil des Verkehrswerts 
in ihr Privatvermögen überführt (vgl. E. 11 unten). Rund ein Jahr später wurde über 
die Z.________ AG der Konkurs eröffnet, was seit längerem absehbar war. Im 
Rahmen einer paulianischen Anfechtungsklage wurde A.________ gerichtlich ver-
urteilt, sämtliche Aktien an der E.________ AG an die Konkursmasse der 
Z.________ AG herauszugeben. Dieses Urteil wurde vom Obergericht des Kantons 
Bern am 25. Juni 2008 bestätigt und das Bundesgericht wies eine dagegen geführ-
te Beschwerde ab (Urteil des Bundesgerichts 5A_557/2008 vom 28. Januar 2009). 
Dadurch verlor A.________ die E.________ AG; diese geriet nach der Steigerung 
unter die Kontrolle ihrer Geschwister. 

Streitgegenstand wurden sodann die Vermögenswerte der E.________ AG. Am 
24. Juni 2008, am Tag vor der Appellationsverhandlung vor dem Obergericht be-
treffend die paulianische Anfechtungsklage, verkaufte die E.________ AG, han-
delnd durch A.________, drei Grundstücke an die I.________ AG, handelnd durch 
C.________. Die genauen Umstände und die Konditionen dieses Grundstückkauf-
vertrags wurden – soweit zum damaligen Zeitpunkt bekannt – im Strafverfahren SK 
11 48 beleuchtet (E. 12 unten). In diesem Strafverfahren wurde A.________ 
rechtskräftig von der Anschuldigung der qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesor-
gung durch den (angeblich unterpreisigen) Verkauf der drei Liegenschaften der 
E.________ AG freigesprochen. Auch wurde die Rechtskraft mehrerer erstinstanz-
licher Freisprüche festgestellt. A.________ hat sich CHF 1.1 Mio. von einem Ge-
schäftskonto der E.________ AG auf ihr Privatkonto überwiesen, wofür sie wegen 
qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung verurteilt wurde (vgl. pag. 04 001 
0239, E. 2.4.4.). Überdies wurden Schuldsprüche wegen mehrfacher Gläubiger-
schädigung durch Vermögensverminderung und ein weiterer Schuldspruch wegen 
qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung ausgefällt. Es war im damaligen Ver-
fahren bereits bekannt, dass die beiden Beschuldigten am 23. Juni 2008 hand-

14

schriftlich (und formwidrig) ein Kaufrecht betreffend die drei Grundstücke vereinbart 
hatten, welches auf A.________ (persönlich) lautete. Nicht bekannt waren im da-
maligen Strafverfahren hingegen die weiteren Nebenvereinbarungen, die im vorlie-
genden Verfahren relevant sind (Kaufrecht an den Grundstücken zugunsten von 
A.________, Kaufrecht an den Aktien der I.________ AG zugunsten von 
A.________, Verwaltungsverträge zwischen der I.________ AG und A.________ / 
E.________ AG betreffend die Grundstücke; vgl. hierzu auch die Zusammenfas-
sungen der Verträge in E. 21.1 unten).

Nachdem A.________ die Kontrolle über die E.________ AG und damit einherge-
hend ihre Stellung als Beschäftigte und Verwaltungsrätin verloren hatte, machte sie 
mit einer Zivilklage angebliche Lohnausstände und eine Abgangsentschädigung 
von der E.________ AG geltend. Ihre Klage wurde grösstenteils abgewiesen. 
Stattdessen wurde die Widerklage der E.________ AG gutgeheissen und 
A.________ (oberinstanzlich) zur Bezahlung von total rund CHF 670'000.00 verur-
teilt (dazu E. 13 unten). 

Im Rahmen des Zivilprozesses wurden die vorliegend zu überprüfenden Neben-
vereinbarungen per Zufall entdeckt. In der Honorarnote von Notar AA.________ 
waren «nicht taxierte Vereinbarungen» aufgeführt. Diese wurden bei A.________ 
und der I.________ AG gerichtlich ediert. Diese Nebenvereinbarungen nahm die 
Straf- und Zivilklägerin E.________ AG zum Anlass, eine neuerliche Strafanzeige 
wegen qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung einzureichen (pag. 04 001 
0001 ff.). Nach einer gutgeheissenen Beschwerde wurde das Verfahren durch die 
Kantonale Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte an die Hand genommen 
(pag. 03 001 0321 ff.; E. 14 unten). Zudem stellte die Straf- und Zivilklägerin 
E.________ AG nach der erstinstanzlichen Hauptverhandlung in der vorliegenden 
Sache ein Revisionsgesuch betreffend das Urteil SK 11 48. Im Beschluss vom 
5. Juni 2023 führte die 2. Strafkammer zusammengefasst aus, dass die Nebenver-
einbarungen nicht neu bzw. für den damaligen Vorwurf nicht entscheidwesentlich 
sind. Das Revisionsgesuch wurde daher abgewiesen (E. 15 unten). Gegen diesen 
Beschluss ist eine Beschwerde beim Bundesgericht hängig. 

Nachfolgend wird zunächst die Familie AB.________, deren Unternehmungen und 
der Nachlass von X.________ sel. näher beleuchtet. Anschliessend werden die zu-
vor angesprochenen sowie weitere Verfahren zwischen den involvierten Personen 
und die Erwägungen der jeweiligen Gerichte zusammengefasst, da diese für die 
nachfolgende Beweiswürdigung teilweise von direkter Relevanz sind. 

9. Familiärer Hintergrund, Z.________ AG und E.________ AG

Die Familienstreitigkeit zwischen den Involvierten wurde bereits im Urteil des Ober-
gerichts des Kantons Bern SK 11 48 vom 22. September 2011 thematisiert. Darin 
wurde Folgendes festgehalten (pag. 04 001 0138 f.): 

X.________ sel. gründete 1980 die E.________ AG […]. Der Unternehmenswert der E.________ AG 
wurde per 31.12.1993 auf CHF 17,5 Mio. geschätzt (p. 21 03 46).

Ab dem 30.07.1999 war X.________ sel. auf eigenes Begehren in der Vermögensverwaltung 
(Art. 394 und 372 ZGB) verbeiständet und ab dem 09.03.2001 war er entmündigt (p. 20 17 015). […]

15

Verkauf der Aktien der E.________ AG an die Z.________ AG

X.________ sel. übergab die E.________ AG […] nicht seinem Sohn Y.________, sondern an seine 
Tochter A.________. Hierzu verkaufte X.________ sel. mit Vertrag vom 27.10.1995 alle Aktien an die 
Z.________ AG für CHF 8 Mio. (p. 21 02 034 - 045). Zur Finanzierung des Kaufpreises gewährte 
X.________ sel. der Z.________ AG ein Darlehn in gleicher Höhe (p. 21 03 033 - 035). Es floss somit 
kein Geld (p. 05 01 008 Z. 249 - 258). Vielmehr sollte die Z.________ AG jährliche Amortisationen 
von CHF 200'000 leisten und das Darlehn von CHF 8 Mio. mit 2% p.a. verzinsen (p. 21 03 034). 

Aufhebung des Darlehns- und Kaufvertrags durch X.________ sel. 

Von diesem Verkauf wussten die übrigen Familienmitglieder - insbesondere Y.________ - offenbar 
nichts (p. 21 03 04). Er habe nach eigenen Angaben stets damit gerechnet, dass er die E.________ 
AG übernehmen würde, habe er doch als Einziger eine entsprechende Ausbildung. A.________ wür-
den sowohl Sachkenntnis, Ausbildung und Erfahrung fehlen und sie treibe die E.________ AG im Eil-
zug in den Ruin (p. 21 03 005). Aus dem Schreiben von S.________ vom 05.05.1998 an ihren Vater 
geht hervor, dass auch sie ihre Schwester für den wirtschaftlichen Misserfolg der E.________ AG 
verantwortlich macht (p. 21 03 121). 

In den Jahren 1995 - 1997 ist bei der E.________ AG ein Verlustvortrag von rund CHF 2 Mio. aufge-
laufen und die Z.________ AG konnte in der Folge mangels Dividendenausschüttungen ihren Amorti-
sations- und Zinsverpflichtungen nicht oder nur zögerlich nachkommen (p. 21 03 059 - 063). Am 
17.10.1998 zedierte X.________ sel. seine Darlehnsforderung von ursprünglich CHF 8 Mio. gegenü-
ber der Z.________ AG an seine Tochter S.________ und seinen Sohn Y.________ (p. 20 17 031). 
[…]

Ab Juli 1998 wurde durch Y.________ und X.________ sel. die Absetzung und Löschung von 
A.________ als Verwaltungsrätin der Z.________ AG sowie der E.________ AG geplant (p. 21 03 
131). Gestützt auf einen öffentlich beurkundeten Aufhebungsvertrag veranlasste Notar AC.________ 
die Änderung des Handelsregisters. Gemäss den Ausführungen von Fürsprecher AD.________ in der 
Strafanzeige vom 21.07.1998 sei Y.________ am 13.07.1998 in die Räumlichkeiten der E.________ 
AG eingedrungen und habe verlangt, mit dem Finanzchef zu sprechen. A.________ sei zu dieser Zeit 
mit ihren Kindern in den Ferien gewesen. Y.________ soll erklärt haben, dass er die E.________ AG 
am 15.07.1998 übernehmen werde und im Handelsregister bereits alles entsprechend geregelt sei 
(p. 21 02 017). 

In der Folge kam es zu mehreren gegenseitigen Strafanzeigen, auf die vorliegend 
nicht weiter einzugehen ist (vgl. die Ausführungen im Urteil SK 11 48, pag. 04 001 
0139 f.). 

Von Interesse ist demgegenüber der Schenkungsvertrag zwischen A.________ 
und ihrem Vater vom 27. Januar 2000. Dieser bildete gewissermassen einen Ne-
benschauplatz in der Streitigkeit zwischen den Erben von X.________ sel. Der 
Schenkungsvertrag wurde mit selbstständigem Zwischenentscheid Z 02 1681 des 
Gerichtskreises III Aarberg-Büren-Erlach vom 4. November 2004 für ungültig bzw. 
nichtig erklärt (Verfahrensakten Z 02 1681, pag. 412 f.). In der Urteilsbegründung 
wurde diesbezüglich Folgendes festgehalten (Verfahrensakten Z 02 1681, 
pag. 433): 

Ebenfalls am 27. Januar 2000 unterzeichnete X.________ [sel.] ferner einen Schenkungsvertrag 
(KB 17), wonach er als wirtschaftlicher Eigentümer und Erstbegünstigter der AE.________ seiner 

16

Tochter A.________ die von der Bank AF.________, geführte panamesische Stiftung inkl. aller ihrer 
Guthaben von ca. Fr. 5 Mio., übertrug. 

Beweiswürdigend wurde in der Urteilsbegründung – insbesondere mit Blick auf die 
seit 30. Juli 1999 bestehende Verbeiständung – Folgendes ausgeführt (Verfahrens-
akten Z 02 1681, pag. 452): 

X.________ [sel.] stand zum Zeitpunkt […] der Unterzeichnung des Schenkungsvertrags vom 
27.01.2000 bereits unter Vermögensbeistandschaft. Laut der Aussage der Zeugin AG.________ wur-
de offensichtlich, dass die Vermögensbeistandschaft zum Schutz von X.________ [sel.] nicht mehr 
ausreichte […]. In ihrer Begründung zum Gesuch vom 25.11.1999 führte sie aus, dass X.________ 
[sel.] die Tragweite seiner Unterschriften nicht mehr im Ansatz erkennen könne und auch sofort ver-
gesse, was vorgefallen sei. Während er nicht mehr in der Lage sei, im Restaurant seinen Mantel zu 
erkennen, unterschreibe er Verfügungen und Verpflichtungen, bei welchen es um Millionen ginge. 
Dies tue er, weil er nicht länger die Kraft habe, sich gegen die Familie zu wehren […]. 

Die Zwischenverfügung vom 4. November 2004, damit insbesondere die Feststel-
lung, dass der Schenkungsvertrag vom 27. Januar 2000 ungültig bzw. nichtig ist, 
erwuchs in Rechtskraft (Verfahrensakten Z 02 1681, pag. 473). Die in dieser Ange-
legenheit geführte Appellation sowie die Bundesgerichtsbeschwerde, die mit Urteil 
des Bundesgerichts vom 20. August 2008 abgewiesen wurde, tangierten diese 
Feststellung nicht (Verfahrensakten Z 02 1681, pag. 822 ff.). 

10. Gründung der K.________ SA / Verkauf des operativen Teils der E.________ 
AG

In der Folge hielt A.________ die E.________ AG wie auch deren ausgelagerte 
Produktionsstätte (AH.________) indirekt über die Z.________ AG, an welcher sie 
wiederum zu 100% beteiligt war. Diese beiden Beteiligungen stellten die einzigen 
Aktiven der Z.________ AG dar. Passivseitig stand das zum Erwerb der Aktien der 
E.________ AG von X.________ sel. gewährte Darlehen von CHF 8 Mio. zu Bu-
che, das jährlich mit 2% verzinst werden musste (vgl. den Darlehensvertrag in den 
Verfahrensakten SK 11 48, pag. 21 03 033 – 035). Der Geschäftserfolg und mithin 
das Überleben der Z.________ AG war damit massgeblich von Gewinnausschüt-
tungen der E.________ AG sowie der AH.________ abhängig. Da letztere exklusiv 
für die E.________ AG produzierte (Verfahrensakten SK 11 48, pag. 461 Z. 38 ff.), 
hing das Geschäft letztlich nur von der E.________ AG ab. Wie zuvor bereits er-
wähnt, lieferte die E.________ AG seit dem Jahr 1996 keine zufriedenstellenden 
Ergebnisse mehr (vgl. Bericht der Revisionsstelle vom 28. Oktober 2002 zuhanden 
von A.________ in den Verfahrensakten SK 11 48, pag. 34 02 009 ff.). Die Folge 
davon war, dass der Konkurs der Z.________ AG absehbar wurde. Im rechtskräfti-
gen Urteil SK 11 48 wurde denn auch beweiswürdigend festgehalten, dass 
A.________ spätestens ab dem 29. Mai 2002 mit dieser Möglichkeit rechnen muss-
te. 

Im Juni/Juli 2002 wurden aufgrund der negativen Geschäftsentwicklung intensivere 
Bemühungen unternommen, Geschäftsbereiche der E.________ AG und der 
AH.________ ganz oder teilweise zu verkaufen (Verfahrensakten SK 11 48, 
pag. 02 02 0063 ff.). Im selben Zeitraum suchte C.________ im Auftrag der 
E.________ AG erfolglos nach Käufern für die Liegenschaften (Verfahrensakten 

17

SK 11 48, pag. 02 02 0362 ff.). Im August 2002 kam es offenbar zu einer kurzzeiti-
gen Übertragung der Anteile der E.________ AG und der AH.________ von der 
Z.________ AG in das Privatvermögen von A.________, da ein Interessent die Ak-
tien kaufen wollte, jedoch nur aus dem Privatvermögen von A.________. Es folgten 
zwei Asset Deals mit der K.________ SA und der K.________ S.R.O. zu denen im 
Urteil SK 11 48 folgendes festgehalten wurde (pag. 04 001 0143 f.): 

Asset Deal Nr. 1: E.________ AG / K.________ SA

Der Verkauf der Aktien an AI.________ kam in der Folge nicht zustande. Stattdessen kaufte die (am 
09.10.2002 gegründete) K.________ SA von der E.________ AG den Bereich „Dachentwässerung“ 
am 22.11.2002 für CHF 5,2 Mio. (p. 30 01 160 und p. 30 01 126 [Kaufvertrag zwischen der 
E.________ AG, v.d. A.________, und der K.________ SA, v.d. AJ.________ und AK.________]). 
Gemäss der Zusammenfassung von AL.________ wurden am 12.07.2002 mit zwei Mitgliedern der 
Konzernleitung intensive Verhandlungen (09:30 bis ca. 16:00 Uhr) geführt. Diese seien sehr interes-
siert am Kauf der Aktiven oder ev. auch der Gebäude (p. 02 02 065). Fürsprecher AD.________ sollte 
an der Besprechung partiell teilnehmen, um allfällige gesellschafts- und erbrechtliche Fragen zu be-
antworten (p. 02 02 065). Offenbar verlangte die Firma K.________ jedoch von A.________ die 
Rückübertragung der im August 2002 an sich verkauften Aktien auf die Z.________ AG. Jedenfalls 
bestätigte A.________ mit Schreiben vom 15.11.2002 der K.________ SA, dass der Aktienkaufver-
trag rückgängig gemacht worden sei (p. 30 01 125). Erst eine Woche später (22.11.2002) hat 
A.________ dann eine „Vereinbarung betr. Aufhebung des Aktienkaufvertrags vom 5.8.2002“ unter-
zeichnet (p. 30 01 124). Die Indossierung der Rückübertragung der Namenaktien der E.________ AG 
wurde unterlassen (p. 02 01 013 - 036).

Vom Kaufpreis von CHF 5.2 Mio. wurden CHF 1.1 Mio. auf einem Escrow-Konto hinterlegt (p. 30 01 
160). Dieses Geld sollte gemäss dem Escrow-Agreement vom 22.11.2002 [Escrow Agreement zwi-
schen der E.________ AG, v.d. A.________, und der K.________ SA, v.d. AJ.________ und 
AK.________], welches Bestandteil des Kaufvertrages war, als Sicherheit dienen und erst an die 
E.________ AG ausbezahlt werden, wenn der Nachweis für den Eintritt/Ausbleiben bestimmter Be-
dingungen erbracht wird (p. 30 01 127 ff.).

Asset Deal Nr. 2: AH.________ / K.________, S.R.O.

Da die AH.________ eine ausgelagerte Produktionsstätte der E.________ AG für Dachentwässe-
rungszubehörteile war, umfasste der Kauf des Bereichs Dachentwässerung von der E.________ AG 
auch die AH.________ Mit Vertrag vom 04.12.2002 (p. 33 01 002 ff.) wurden der K.________, s.r.o. 
die Anlagen („fixed assets“ gemässe Annex 1) und Warenbestände („Stock“ gemäss Annex 2) der 
AH.________ verkauft (p. 33 01 003 [Asset Purchase Agreement zwischen AH.________ s.r.o., v.d. 
durch A.________, und K.________ s.r.o., v.d. durch AM.________ und AJ.________). Der Basis-
kaufpreis von CHF 800'000.- sollte sich unter gewissen Umständen verändern (p. 33 01 004). Der 
Vertrag sah vor, dass der Kaufgegenstand mit dem „closing“ auf die K.________, s.r.o. übergehen 
und der Kaufpreis unmittelbar nach dem „closing“ bezahlt werden sollte. Das „closing“ sollte spätes-
tens am 30.06.2003 stattfinden. Auf die weiteren Geschehnisse im Zusammenhang mit dem „closing“ 
wird noch zurückzukommen sein.

Dadurch bzw. spätestens nach Aufgabe der verbleibenden Geschäftstätigkeit im 
Jahr 2008 wurde die E.________ AG faktisch zu einer reinen Immobiliengesell-
schaft (vgl. die Bilanzen der E.________ AG per 31. Dezember 2002 sowie per 

18

30. Juni 2003, Verfahrensakten SK 11 48 pag. 30 01 308 ff. und 295 f.; ebenso das 
Gerichtsgutachten AN.________, Verfahrensakten C03 10 760, pag. 282). 

11. Konkurs der Z.________ AG / Verkauf der E.________ AG / Verkauf der 
Grundstücke der E.________ AG

Über die Z.________ AG wurde am 19. August 2003 der Konkurs eröffnet. Im Kon-
kurs wurden Forderungen von der E.________ AG (CHF 1'670'985.00) sowie von 
S.________ und Y.________ (je CHF 3'493'764.00) eingegeben (vgl. das in der 
Anfechtungsklage vom 14. Oktober 2004 zitierte Verzeichnis der Forderungseinga-
ben, Verfahrensakten Z 04 3199, pag. 10). Bei den Forderungen von S.________ 
und Y.________ handelte es sich um die Restanz des zum Erwerb der Aktien der 
E.________ AG von X.________ sel. gewährten Darlehens von CHF 8 Mio., wel-
ches er zu Lebzeiten an S.________ und Y.________ zediert hatte (Verfahrensak-
ten SK 11 48, pag. 20 17 0031 ff.). 

Bereits vor der Konkurseröffnung hatte A.________ mit Kaufverträgen vom 30. Mai 
2003 und vom 2. August 2002 die Beteiligungen an der E.________ AG und der 
AH.________ an sich selbst veräussert. 

Dagegen wurden namens der Konkursmasse der Z.________ AG paulianische An-
fechtungsklagen i.S.v. Art. 285 ff. SchKG erhoben (vgl. die Verfahrensakten 
Z 04 3199). A.________ wurde mit erstinstanzlichem Urteil vom 6. September 2007 
eröffnet, dass sie der Konkursmasse der Z.________ AG einen Betrag von 
CHF 58'153.60 zu bezahlen hat und sämtliche Aktien der E.________ AG heraus-
geben und deren Verwertung dulden muss, dafür jedoch den Kaufpreis von 
CHF 240'000.00 zurückerhält. In der Urteilsbegründung wurde festgehalten, dass 
der Kauf sämtlicher Aktien der E.________ AG zum Preis von CHF 240'000.00 
deutlich unter dem Verkehrswert von CHF 1'894'000.00 erfolgte (Verfahrensakten 
Z 04 3199, pag. 437 f.). Dasselbe galt für den Verkauf der Anteile der 
AH.________ mit einem Verkehrswert von CHF 61'432.00 zum Preis von (umge-
rechnet) CHF 3'278.40 – wobei schon nur der Buchwert in der Bilanz der 
Z.________ AG mehr als drei Mal so hoch war (Verfahrensakten Z 04 3199, 
pag. 440). 

Gegen dieses Urteil führte A.________ Appellation vor dem Obergericht des Kan-
tons Bern. Diese wurde vollumfänglich abgewiesen (Verfahrensakten Z 04 3199, 
pag. 480 ff.), wie auch die dagegen geführte Beschwerde an das Bundesgericht 
(Urteil des Bundesgerichts 5A_557/2008 vom 28. Januar 2009). Hervorzuheben 
sind im Hinblick auf die nachfolgenden Erwägungen (dazu E. 21 unten) insbeson-
dere folgende Ausführungen im oberinstanzlichen Urteil zum Kaufpreis für die Akti-
en der E.________ AG (Verfahrensakten Z 04 3199, pag. 486): 

Die Beklagte musste im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses gewusst haben, dass der vereinbarte 
Preis zu tief ist. Einerseits, da U.________ ________ am 15.01.2003, wenige Monate vor dem Ver-
kauf der Aktien an die Beklagte, aber nach dem Verkauf des Teils Dachentwässerungssysteme aus 
der E.________ AG an die K.________ AG (vgl. KB 32, 33, KAB 14, 15) als Sanierungsmassnahme 
unter anderem vorschlug, die Beklagte solle die Aktien der E.________ AG für Fr. 4'000'000.- über-
nehmen (vgl. Bielage zu KB 51). Andererseits wurde im Aktienkaufvertrag vom Frühsommer 2003 be-
treffend E.________ AG ein Vorbehalt für den wirklichen Wert der Aktien angebracht (vgl. KAB 21 

19

Ziff. 2 Abs. 3). Der wirkliche Wert im Aktienrecht ist der Verkehrswert. Die Parteien wussten somit, 
dass der Verkaufspreis von Fr. 240'000.- viel tiefer als der Verkehrswert ist

Hervorzuheben ist ferner, dass die Appellationsverhandlung in dieser Sache am 
25. Juni 2008 stattfand. Am 24. Juni 2008, am Vortag vor der oberinstanzlichen 
Verhandlung, verkaufte die E.________ AG, handelnd durch A.________ als einzi-
ges zeichnungsberechtigtes Organ, sämtliche Grundstücke zu einem Preis von to-
tal CHF 9 Mio. an die I.________ AG, handelnd durch C.________. Gleichentags 
wurden auch die vorliegend zu überprüfenden Nebenvereinbarungen abgeschlos-
sen (vgl. den Vorwurf gemäss Anklageschrift in E. 16 unten). 

Letztlich ist hervorzuheben, dass A.________ an der Appellationsverhandlung vom 
25. Juni 2008 kein Wort über den Verkauf der Grundstücke am Vortag verlor. Auf 
die Frage, welche Geschäftstätigkeit der E.________ AG (nach dem Verkauf eines 
weiteren operativen Geschäftsteils) noch bleiben würde, nannte sie ein Blechzen-
trum und die Immobilienverwaltung (Z 04 3199, pag. 471, Z. 103).

12. Erstes Strafverfahren (SK 11 48) gegen A.________

Die private Entnahme sämtlicher Aktien der E.________ AG und der AH.________ 
aus der konkursreifen Z.________ AG zu unter dem Verkehrswert liegenden Prei-
sen sowie der Verkauf sämtlicher Grundstücke der E.________ AG einen Tag vor 
der Appellationsverhandlung betreffend die paulianische Anfechtung waren Ge-
genstand des Strafverfahrens SK 11 48. 

Die 1. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Bern folgerte beweiswürdigend, 
dass A.________ als einziges zeichnungsberechtigtes Mitglied des Verwaltungs-
rats der Z.________ AG die AH.________ und die E.________ AG unter Wert an 
sich selbst verkaufte. Dadurch hat sie die Z.________ AG sowie deren Gläubiger 
geschädigt und – betreffend die Aktien der E.________ AG – sich selbst bereichert. 
A.________ wurde in diesen Punkten wegen Gläubigerschädigung durch Vermö-
gensverminderung und (betreffend die Aktien der E.________ AG) der qualifizier-
ten ungetreuen Geschäftsbesorgung schuldig erklärt. 

Zum Grundstücksverkauf vom 24. Juni 2008 wurde A.________ Folgendes vorge-
worfen: 

A.________ habe als umstrittene Alleinaktionärin der E.________ AG in der Funk-
tion als einziges einzelzeichnungsberechtigtes Mitglied sowie Präsidentin des Ver-
waltungsrats mit Bereicherungsabsicht am 24. Juni 2008 die Grundstücke 
O.________, AO.________ und Q.________ mit einem Verkehrswert von 
CHF 10'420'000.00 bzw. CHF 10'582'000.00 ohne betriebliche oder wirtschaftliche 
Gründe an die I.________ AG verkauft. Dabei habe sie von den zur Kaufpreistil-
gung überwiesenen CHF 1.43 Mio. sogleich CHF 1.1 Mio. von einem Geschäfts-
konto der E.________ AG auf ihr Privatkonto überwiesen. Das zur weiteren Kauf-
preistilgung an die I.________ AG gewährte Darlehen habe sie zu schlechteren 
Konditionen abgeschlossen, als die dadurch abgelöste Hypothek und sie habe die 
Zustimmung zur Ablösung der Hypothek trotz der anfallenden Vorfälligkeitsent-
schädigung gegeben. Dadurch habe sie bewirkt, dass die Grundstücke unter dem 
Verkehrswert, sogar unter dem Buchwert veräussert und die bestehenden stillen 

20

Reserven praktisch eliminiert worden seien. Ausserdem habe sie bei der 
E.________ AG aufgrund der ungünstigen Konditionen des Darlehens und der 
Amortisation dringend benötigte Liquidität entzogen (s. zum Anklagesachverhalt im 
Detail pag. 04 001 0175). 

Die 1. Strafkammer hatte sich damals in erster Linie mit dem Hintergrund der Ver-
äusserung der Grundstücke sowie ihrem Verkehrswert zu befassen. Sie ging bei 
der Beweiswürdigung zunächst auf die Modalitäten und den Zeitpunkt des Kaufver-
trags vom 24. Juni 2008 ein. Es wurde festgehalten, dass ein Teil des Kaufpreises, 
nämlich CHF 1.43 Mio., durch Überweisung von der I.________ AG an die 
E.________ AG bezahlt wurde. Davon überwies sich A.________ sogleich 
CHF 1.1 Mio. auf ein Privatkonto. Die 1. Strafkammer hielt weiter fest, dass der 
Verkauf einen Tag vor der Appellationsverhandlung i.S. Schenkungsanfechtung er-
folgte und am selben Tag auch ein Teil des operativen Geschäfts der E.________ 
AG (Bereich Dachgauben) verkauft wurde. 

Im Urteil SK 11 48 wurden sodann ausführlich die Gutachten zur Wertbestimmung 
der veräusserten Grundstücke thematisiert. Es lagen zwei Parteigutachten 
AP.________ von März und April 2003 vor, die von A.________ in Auftrag gege-
ben worden waren und die überbauten Grundstücke auf total mindestens CHF 9.4 
Mio. schätzten. Ferner lag ein Parteigutachten von AQ.________ vom 13. August 
2010 vor, das von der I.________ AG in Auftrag gegeben worden war, und die 
Grundstücke auf total CHF 9.654 Mio. schätzte. Die 1. Strafkammer stützte sich in 
ihrem Urteil im Wesentlichen auf das Gerichtsgutachten AR.________ vom 29. Mai 
2007, das im Rahmen der paulianischen Anfechtungsklage erstellt worden war 
(Verfahrensakten SK 11 48, pag. 23 03 0004 ff.). Darin wurde für die Liegenschaft 
O.________ ein Verkehrswert von CHF 6.14 Mio. und für die Liegenschaft 
Q.________ ein solcher von CHF 3.56 Mio. geschätzt. Zuzüglich die Parzellen 
AO.________ und AS.________ ergab sich ein Gesamtwert von CHF 10.538 Mio. 
Zur Frage nach einem realistischen Verkaufspreis für die Grundstücke in den Jah-
ren 2002/2003 wurde angeführt, es sei nicht unwahrscheinlich, dass die Grundstü-
cke in diesem Zeitraum unverkäuflich gewesen seien (Verfahrensakten SK 11 48, 
pag. 23 03 034). 

Gestützt auf das Gutachten AR.________ folgerte die 1. Strafkammer, dass sich 
per 24. Juni 2008 ein Verkehrswert der Grundstücke über dem Verkaufspreis nicht 
mit Sicherheit nachweisen lasse. Auch in subjektiver Hinsicht wurde im Urteil SK 11 
48 gefolgert, dass A.________ nicht die Absicht nachgewiesen werden könne, die 
fraglichen Grundstücke unter Wert «a Schärme» gebracht haben zu wollen. Die 
handschriftliche Vereinbarung eines Kaufrechts vom 23. Juni 2008 habe keine Be-
deutung, da diese wegen Formwidrigkeit keinen klagbaren Anspruch begründe. 
Ohnehin ändere die Vereinbarung nichts daran, dass der Verkauf der Grundstücke 
zum Verkehrswert erfolgt sei. Ob eine betriebliche Notwendigkeit für die Veräusse-
rung oder eine nähere Zusammenarbeit zwischen A.________ und C.________ 
bestanden habe, liess die 1. Strafkammer im Wesentlichen offen, weil dies keinen 
Einfluss darauf habe, dass die Grundstücke nicht unter Wert veräussert worden 
seien und der E.________ AG somit kein Schaden entstanden sei. 

21

Die dagegen von der E.________ AG geführte Beschwerde wurde vom Bundesge-
richt mit Urteil 6B_824/2011 vom 17. August 2012 abgewiesen, soweit es darauf 
eintrat. 

Zur Überweisung von CHF 1.1 Mio. von der E.________ AG auf ein Privatkonto 
von A.________ wurde im Urteil SK 11 48 ausgeführt, dieses sei nicht mit ausrei-
chend freiem Eigenkapital gedeckt gewesen. Selbst wenn die Überweisung ein 
Darlehen an A.________ gewesen wäre, wie behauptet wurde, hätte sogleich eine 
Wertberechtigung des Darlehens auf CHF 0.00 erfolgen müssen, wodurch ein 
Vermögensschaden gegeben sei. Zur Bereicherungsabsicht und dem Hintergrund 
dieser Überweisung hielt die 1. Strafkammer fest: 

Die Vorinstanz führte zu Recht aus, dass die Überweisung offenbar in der Hoffnung erfolgte, die Na-
menaktien zu ersteigern und damit eine Rückforderung seitens der E.________ AG verhindern zu 
können. Vorsorglich stipulierte A.________ im Darlehensvertrag, dass die Forderung mit der Ab-
gangsentschädigung verrechnet würde. Dieses Vorgehen zeigt die Intention von A.________ klar auf: 
Sie wollte mit den Restmitteln der E.________ AG die Übernahme durch die Privatkläger S.________ 
und Y.________ verhindern oder andernfalls finanziell abgesichert sein, indem sie für die Abgangs-
entschädigung von CHF 1,5 Mio. bereits vorgängig eine für sie günstige Verrechnungssituation schuf. 
Ein anderer Beweggrund für die Überweisung der CHF 1,1 Mio. ist nach dem Gesagten nicht ersicht-
lich. 

In diesem Punkt wurde A.________, wie erwähnt. wegen qualifizierter ungetreuer 
Geschäftsbesorgung schuldig erklärt. 

13. Leistungsklage von A.________ gegen die E.________ AG sowie Widerklage 

Das WSG hat den Zivilprozess C03 10 760 vor dem Regionalgericht Berner Jura-
Seeland samt Vorbringen der Parteien in seinem Motiv ausführlich zusammenge-
fasst. Es wird in diesem Punkt vorab auf dessen Erwägungen verwiesen (pag. 22 
513 ff., E. 2.2.3.). Im Sinne eines Überblicks ist Folgendes hervorzuheben: 

A.________ machte mit Klage vom 7. Mai 2010 arbeitsrechtliche Ansprüche gegen 
die E.________ AG geltend (Verfahrensakten C03 10 760, pag. 530 ff.). Sie stützte 
ihre Forderungen auf einen Kadervertrag vom 20. Dezember 2000, den sie als Ar-
beitsvertrag qualifiziert haben wollte. Im Einzelnen machte sie von der E.________ 
AG Lohnfortzahlungen und eine Entschädigung wegen ungerechtfertigter fristloser 
Kündigung sowie eine Abgangsentschädigung von CHF 1'500'000.00 geltend. Ihre 
Klage wurde abgewiesen. Das Regionalgericht Berner Jura-Seeland hielt fest, dass 
A.________ per 2003, mit dem Ausscheiden der letzten übrigen VR-Mitglieder, al-
leinige Aktionärin, einziges VR-Mitglied und «Arbeitnehmerin» in Personalunion 
geworden sei. Dadurch sei der Arbeitsvertrag durch Vereinigung gemäss Art. 118 
Abs. 1 des Obligationenrechts (OR; SR 220) erloschen. 

Das Gericht prüfte weiter im Rahmen der Widerklage der E.________ AG eine Or-
ganhaftung von A.________ nach Art. 754 OR. Es ging unter anderem um die 
Grundstücksverkäufe an die I.________ AG. In diesem Zusammenhang wurde 
A.________ mit Verfügung vom 21. August 2014 aufgefordert, die hier fraglichen 
Nebenvereinbarungen einzureichen (Verfahrensakten C03 10 760, pag. 189), was 
sie nach mehrmaliger Ermahnung am 24. Mai 2017, somit nach Erstellung des Ge-

22

richtsgutachtens zum Verkauf der Grundstücke samt Ergänzung, tat (Verfahrensak-
ten C03 10 760, pag. 399). Sie bestätigte an der Fortsetzungsverhandlung denn 
auch, dass sie von ihrem Kaufrecht insoweit Gebrauch gemacht habe, als sie die 
Aktien der I.________ AG per 1. Januar 2017 erworben hatte (die SHAB-
Publikation als neue Geschäftsführerin erfolgte am 29. Dezember 2016). Das Re-
gionalgericht hielt im Sinne eines Zwischenfazits mit Blick auf die neu vorhandenen 
Nebenvereinbarungen fest, dass der Verkauf der Liegenschaften zumindest auch 
in der Absicht erfolgt sei, A.________ zu einem späteren Zeitpunkt die Möglichkeit 
zu geben, die Liegenschaften wieder zu erwerben. Dies habe sie direkt und indirekt 
abgesichert (Kaufrecht an Grundstücken und/oder Aktien der I.________ AG). Das 
Regionalgericht weiter: «Mit anderen Worten hat [A.________], welche die 
[E.________ AG] im damaligen Zeitpunkt als einzige Aktionärin und Verwaltungs-
rätin beherrschte, einen Vermögenswert der [E.________ AG] herausgelöst und 
sich bezüglich eines späteren Eigenerwerbs in jeder Hinsicht abgesichert, womit 
eine typische Handlung vorliegt, welche u.U. als Pflichtverletzung zu bezeichnen 
ist» (Verfahrensakten C03 10 760, pag. 568). Da die Veräusserung an die 
I.________ AG jedoch grundsätzlich zu Verkehrswerten erfolgt sei, sei die von der 
Widerklägerin E.________ AG dargelegte Sorgfaltspflichtverletzung zu verneinen. 

Das Regionalgericht hiess die Widerklage demgegenüber insoweit gut, als 
A.________, handelnd für die E.________ AG, der I.________ AG zu günstige 
Darlehenskonditionen gewährt und die E.________ AG dadurch geschädigt habe. 
Sie wurde verpflichtet, der E.________ AG Schadenersatz von CHF 555'480.00 zu 
bezahlen, was dem entgangenen Darlehenszins bei marktgerechten Konditionen 
entsprach (Verfahrensakten C03 10 760, pag. 579). In oberer Instanz wurde dieser 
Betrag auf CHF 518'100.90 reduziert (Verfahrensakten C03 10 760, pag. 690). Da-
neben hatte A.________ anerkannt, der E.________ AG aus einem Darlehen ei-
nen Restbetrag von CHF 151'550.00 zu schulden (Verfahrensakten C03 10 760, 
pag. 580). 

14. Beschluss SK 17 428 vom 22. August 2018

Gestützt auf die im zivilrechtlichen Verfahren C03 10 760 entdeckten Nebenverein-
barungen erstattete die Straf- und Zivilklägerin E.________ AG mit Eingabe vom 
18. August 2017 neuerlich Strafanzeige gegen A.________ und C.________ 
(pag. 04 001 0001 ff.). Es wurde zunächst geprüft, ob der rechtskräftige Freispruch 
im Verfahren SK 11 48 einer neuerlichen Untersuchung entgegenstehe. Die Kanto-
nale Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte bejahte in ihrer Nichtanhandnahme-
verfügung vom 2. Oktober 2017 die Identität von Täterschaft und Tat und damit ei-
ne Sperrwirkung des Freispruchs im Urteil SK 11 48 (vgl. zum Ganzen pag. 03 001 
035 ff.). Gegenstand beider Vorwürfe sei gemäss damaliger Auffassung der 
Staatsanwaltschaft der Grundstücksverkauf vom 24. Juni 2008 durch die 
E.________ AG an die I.________ AG. Die Nebenvereinbarungen vermöchten am 
massgebenden Sachverhalt, der rechtskräftig beurteilt worden sei, nichts zu än-
dern. Zum Vorwurf, wonach A.________ die Nebenvereinbarungen pflichtwidrig 
nicht an die E.________ AG übertragen habe, führte die Staatsanwaltschaft in der 
Nichtanhandnahmeverfügung aus, es könne ausgeschlossen werden, dass die 
I.________ AG eine derartige Vereinbarung auch mit der E.________ AG ge-

23

schlossen hätte. Ausserdem stelle eine derartige Herausgabepflicht keine zentrale 
Vermögensfürsorgepflicht i.S.v. Art. 158 StGB dar, deren Verletzung Strafbarkeit 
bedeute. 

Die Beschwerdekammer hob die Nichtanhandnahmeverfügung auf und führte aus, 
im ersten Verfahren sei A.________ der Grundstücksverkauf und die Überweisung 
von CHF 1.1 Mio. auf ihr Privatkonto zur Last gelegt worden. Mit der hiesigen 
Strafanzeige würden hingegen zeitlich nachgelagerte Handlungen, nämlich der Ab-
schluss dreier Nebenvereinbarungen, betreffen, die mitunter von A.________ privat 
abgeschlossen worden seien. Es gehe um Nachfolgegeschäfte zwischen anderen 
Rechtssubjekten, welche sich unabhängig von der rechtskräftig abgeurteilten Sa-
che beurteilen liessen. Die Beschwerdekammer prüfte und verneinte sodann den 
Eintritt der Verfolgungsverjährung betreffend beide Vorwürfe gegen beide Beschul-
digten. Anhand der Anzeige und der verfügbaren Beweismittel lasse sich nicht ein-
deutig sagen, dass der Straftatbestand der qualifizierten ungetreuen Geschäftsbe-
sorgung bzw. die Gehilfenschaft dazu nicht erfüllt seien, weshalb eine Untersu-
chung zu eröffnen sei (vgl. zum Ganzen pag. 03 001 0321 ff.).  

15. Revisionsverfahren SK 22 581 betreffend Urteil SK 11 48 

Anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung wurde der Beschluss der 
2. Strafkammer vom 5. Juni 2023 betreffend das Revisionsgesuch der E.________ 
AG gegen das Urteil SK 11 48 zu den Akten erkannt (pag. 22 918).

Nach der erstinstanzlichen Hauptverhandlung im vorliegenden Verfahren reichte 
die E.________ AG – wie bereits erwähnt – am 20. Oktober 2022 beim Obergericht 
des Kantons Bern ein Revisionsgesuch ein (vgl. zum Ganzen Beschluss der 2. 
Strafkammer SK 22 581 vom 5. Juni 2023, pag. 22 990 ff.). Dabei legte sie die im 
vorliegenden Verfahren fraglichen Nebenvereinbarungen als Noven ins Recht und 
machte geltend, diese würden einen Schuldspruch von A.________ statt eines 
Freispruchs vom Vorwurf der qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung im Zu-
sammenhang mit dem Grundstücksverkauf vom 24. Juni 2008 nahelegen. 

Die 2. Strafkammer ging in dem Revisionsgesuch zunächst der Frage nach, ob das 
zwischenzeitlich ergangene Urteil des WSG in der vorliegenden Sache eine revisi-
onsweise Aufhebung und Neubeurteilung des Urteils SK 11 48 hindere. Sie erwog, 
dass die Sperrwirkung des Grundsatzes ne bis in idem ein rechtskräftiges Urteil 
voraussetze. Diese Voraussetzung sei aufgrund der hängigen Berufungen gegen 
das Urteil des WSG nicht erfüllt. Das neue Verfahren schliesse somit das Stellen 
eines Revisionsgesuchs nicht aus. Eine Art Sperrwirkung ergäbe sich gemäss dem 
Beschluss SK 22 581 indes bereits aus der Natur des Revisionsverfahrens: Die 
1. Strafkammer habe sich im Urteil SK 11 48 mit dem Veräusserungsgeschäft be-
fasst. Die neu eingebrachten Beweismittel seien einzig auf ihre Eignung zu prüfen, 
etwas an den Feststellungen der 1. Strafkammer zum Veräusserungsgeschäft zu 
ändern. Soweit ein Vermögensschaden der E.________ AG ausserhalb des von 
der 1. Strafkammer geprüften Sachverhalts begründet werden solle, beträfe dies 
das vorliegend hängige Verfahren und sei zur Begründung des Revisionsgesuchs 
von vornherein unbeachtlich. 

24

In der Sache wurde im Beschluss betreffend Revisionsgesuch ausgeführt, aus den 
drei vorgebrachten Noven würde nichts ergeben, dass im Urteil SK 11 48 nicht be-
reits berücksichtigt worden oder geeignet wäre, die massgeblichen Feststellungen 
der 1. Strafkammer zu beeinflussen, geschweige denn zu erschüttern (vgl. zum 
Ganzen pag. 22 990 ff.). Die 2. Strafkammer wies das Revisionsgesuch ab. 

Eine dagegen erhobene Beschwerde ist beim Bundesgericht hängig. 

III. Sachverhalt und Beweiswürdigung

16. Vorwurf gemäss Anklageschrift

Die Vorinstanz hat die umfangreichen Anklagesachverhalte gemäss Anklageschrift 
vom 8. Oktober 2021 (pag. 16 002 0001 ff.) wie folgt zusammengefasst (pag. 22 
505 ff.): 

A.________ wird qualifizierte ungetreue Geschäftsbesorgung vorgeworfen, begangen dadurch, dass 
sie als umstrittene Alleinaktionärin der E.________ AG und in der Funktion als einziges und einzel-
zeichnungsberechtigtes Mitglied sowie als Präsidentin des Verwaltungsrates der E.________ AG in 
der Absicht, sich einen finanziellen Vorteil zu verschaffen, auf den sie keinen Anspruch gehabt habe 
und ohne die Bereitschaft, Ersatz zu leisten, im Rahmen des durch sie mit Kaufvertrag von 
24.06.2008 vollzogenen Verkaufs der im Eigentum der E.________ AG stehenden Grundstücke 
O.________, AO.________ und Q.________ durch die E.________ AG an die I.________ AG ver-
äussert zu haben. Die Grundstücke hätten zu dieser Zeit 90% der Aktiven und den Hauptertragsfaktor 
gebildet. Im Zuge dieser Grundstückgeschäfte habe sich A.________ in eigenem Nutzen Nebenver-
einbarungen, nämlich die Kaufrechtsverträge vom 24.06.2008 betreffend die Aktien der I.________ 
AG und die Grundstücke O.________, AO.________ und Q.________ sowie die Vereinbarung vom 
24.06.2008 betreffend Verwaltungshonorar mit C.________ bzw. der I.________ AG abgeschlossen. 
Als Verwaltungsratspräsidentin der E.________ AG sei sie verpflichtet gewesen, diese mit diesen 
Nebenvereinbarungen unentgeltlich erworbenen Rechte an die E.________ AG zu übertragen. Sie 
habe diese jedoch im eigenen Interesse für sich behalten und dadurch unentgeltlich, zudem durch 
Nichtverkaufs- und Nichtbelastungsverpflichtungen gesicherte, Rechte erworben, die verkauften 
Grundstücke mittelbar über den Erwerb der I.________ AG von C.________ während zehn Jahren 
zum Kaufpreis von CHF 100'000.00 bzw. CHF 50'000.00 nach fünf Jahren zu erwerben oder unmit-
telbar durch Kauf der Grundstücke von der I.________ AG während zehn Jahren zum Kaufpreis von 
CHF 9'100'000.00 abzüglich der bis dahin geleisteten Tilgungs- bzw. Amortisationszahlungen auf den 
aus dem per 24.06.2008 erfolgten Kauf bzw. Verkauf der Grundstücke herstammenden Darlehens- 
und Hypothekarverbindlichkeiten. Durch dieses Vorgehen habe sie erreicht, dass sie jederzeit Zugriff 
auf die verkauften Grundstücke gehabt habe. Unter Ausnützung dieser Situation habe A.________ 
die I.________ AG zum Preis von CHF 300'000.00 erworben, nachdem diese zuvor das Grundstück 
AO.________ abparzelliert habe und die daraus entstandenen Grundstücke AT.________ und 
AU.________ an die AV.________ AG verkauft habe und die aus dem Kaufvertrag stammende Ver-
bindlichkeit gegenüber der E.________ AG von CHF 3'000'000.00 aus Grundstückerträgen getilgt ha-
be. Mit diesem Vorgehen habe sie sich für CHF 300'000.00 einen Vermögensvorteil von mindestens 
CHF 9'289'960.00 bzw. 8'935'494.30 verschafft, dies in Verletzung ihrer organschaftlichen Sorgfalts- 
und Treuepflichten, namentlich durch die Nichtablieferung der Nebenvereinbarungen vom 
24.06.2008. Dadurch habe sie die E.________ AG im Umfang von CHF 8'900'000.00 bis 

25

CHF 9'189'960.00 geschädigt und sich im Umfang von CHF 7'980'000.00 bzw. CHF 8'635'494.30 be-
reichert (pag. 16 002 0001 ff.).

C.________ wird Gehilfenschaft zu qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung vorgeworfen, dies 
dadurch, dass er als Alleinaktionär der I.________ AG und deren Verwaltungsratspräsident im Wis-
sen darum, dass A.________ Probleme mit ihren Geschwistern gehabt habe sowie im Wissen darum, 
dass in Bezug auf die Stellung von A.________ als Alleinaktionärin der E.________ AG und einzel-
zeichnungsberechtigtes Mitglied sowie Präsidentin des Verwaltungsrates der E.________ AG Ge-
richtsprozesse laufen würden. Weiter habe er im Wissen darum, dass A.________ von Anfang an die 
Absicht gehabt habe, die mit Kaufvertrag vom 24.06.2008 durch die E.________ AG an die 
I.________ AG verkauften Grundstücke persönlich zurückzukaufen bzw. mittelbar oder unmittelbar in 
ihr Eigentum zu überführen, Nebenverträge, namentlich die Kaufrechtsverträge vom 24.06.2008 so-
wie den Vertrag vom 24.06.2008 betreffend Verwaltungsratshonorar abgeschlossen. Mit diesen Ne-
benvereinbarungen habe er A.________ unentgeltlich das Recht eingeräumt, die zuvor durch die 
E.________ AG für CHF 9'000'000.00 an die I.________ AG verkauften Grundstücke mittelbar durch 
Erwerb der Aktien der I.________ AG für CHF 100'000.00 bzw. CHF 50'000.00 nach fünf Jahren oder 
unmittelbar durch Kauf der Grundstücke zum Kaufpreis von CHF 9'100'000.00 abzüglich der bis dahin 
geleisteten Tilgungs- bzw. Amortisationszahlungen zu erwerben und diese Kaufrechte gleichzeitig mit 
Nichtverkaufs- und Nichtbelastungsverpflichtungen seitens der I.________ AG zugunsten von 
A.________ absicherte. Durch dieses Vorgehen habe er A.________ ermöglicht, die fraglichen 
Grundstücke aus dem Eigentum der E.________ AG herauszunehmen und bei der I.________ AG 
"zwischenzulagern" und gestützt auf die eingeräumten Kaufrechte zum Preis von CHF 300'000.00 
mittelbar in ihr Eigentum zu übertragen. Auf diese Weise habe er sie unterstützt, die E.________ AG 
im Umfang von bis zu CHF 8'900'000.00 bzw. CHF 9'189'960.00 zu schädigen (pag. 16 002 0004 f.).

Der Verfahrensgegenstand und die bei A.________ als beschuldigte Person zu 
prüfende Tathandlung sind im Hinblick auf die nachfolgende Beweiswürdigung so-
wie die Vorbringen der Verteidigungen beider Beschuldigten zu präzisieren: 

Der Kaufvertrag vom 24. Juni 2008 zwischen der E.________ AG und der 
I.________ AG betreffend die Grundstücke O.________, AO.________ und 
Q.________ wird in der Anklageschrift hauptsächlich zur Etablierung des Kontexts 
erwähnt. Verfahrensgegenständlich sind zwar die Nebenvereinbarungen, nament-
lich das Kaufrecht betreffend die Grundstücke, das Kaufrecht betreffen die Aktien 
der I.________ AG und die Vereinbarung betreffend das Verwaltungshonorar. Je-
doch lassen sich die Nebenvereinbarungen nicht losgelöst vom Kaufvertrag beur-
teilen, der mithin den Mittelpunkt für das weitere Vorgehen der Beschuldigten bilde-
te. Im Rahmen der Beweiswürdigung und der rechtlichen Würdigung muss auch 
auf den Kaufvertrag vom 24. Juni 2008 Bezug genommen werden, da dieser und 
die Nebenvereinbarungen – wie aufzuzeigen sein wird – aus Sicht der Beschuldig-
ten ein einheitliches Vertragskonstrukt bildeten. 

Was die A.________ vorgeworfene Tathandlung angeht, so ist nach Auffassung 
der Kammer der Abschluss der Nebenvereinbarungen für sich privat bzw. in eige-
nem Nutzen, entgegen den Ausführungen der Verteidigung von C.________, vom 
Anklagesachverhalt miterfasst (pag. 16 02 0002, 4. Lemma). Zwar wird in der An-
klageschrift (5. und 6. Lemma) ausgeführt, A.________ sei als Mitglied sowie Prä-
sidentin des Verwaltungsrats der E.________ AG verpflichtet gewesen, die mit die-
sen Nebenvereinbarungen unentgeltlich erworbenen Rechte an die E.________ 

26

AG zu übertragen, dieser zur Verfügung zu stellen oder zu deren Gunsten auszuü-
ben. Auch im letzten Lemma der Anklageschrift wird ausgeführt, A.________ habe 
ihre organschaftlichen Sorgfalts- und Treuepflichten «insbesondere durch die Nich-
tablieferung der mit den Nebenvereinbarungen vom 24. Juni 2008 unentgeltlich er-
worbenen (Kauf-) Rechte und den im Nachgang dazu erfolgten Erwerb der 
I.________ AG» verletzt (pag. 16 002 0003). Der Erwerb der fraglichen Rechte 
durch Abschluss der Nebenvereinbarungen bildete jedoch evidentermassen die 
Voraussetzung für deren Nichtübertragung. Bereits der Abschluss der Nebenver-
einbarungen erfolgte gemäss 2. und 4. Lemma der Anklageschrift «in der Absicht, 
sich einen finanziellen Vorteil zu verschaffen, auf den sie keinen Anspruch hatte». 
Im Vorwurf wird somit klar festgehalten, dass die Nichtherausgabe der Rechte und 
die spätere Ausübung bereits im Zeitpunkt des Abschlusses beabsichtigt waren. 
Die im Anklagesachverhalt genannte Pflichtverletzung betreffend Nichtübertragung 
ergibt sich somit auch für den Abschluss der Verträge. Zudem wird einleitend beim 
Tatzeitpunkt und -ort auch auf den Abschluss der Nebenvereinbarungen Bezug 
genommen (24. Juni 2008 als Tatzeitpunkt, M.________ – der Ort der Verurkun-
dung – als Tatort). Die Anklageschrift erfasst im Sinne der Umgrenzungsfunktion 
ebenfalls den Abschluss der Nebenvereinbarungen. Die wesentlichen Sachver-
haltselemente, die für eine Subsumtion unter den genannten Straftatbestand erfor-
derlich sind, sind bei dieser Betrachtungsweise vorhanden. Für A.________ und 
auch C.________ war zur Ausübung ihrer Verteidigungsrechte klar, was ihnen vor-
geworfen wurde. So wurde seitens der Verteidigung von A.________ dargelegt, 
welche Überlegungen hinter dem Abschluss und der Ausgestaltung der Nebenver-
einbarungen gestanden hätten (vgl. pag. 22 963 f.). 

Nach Auffassung der Kammer liegt die wesentliche, auf ihre Strafbarkeit zu prüfen-
de Tathandlung im Abschluss der Nebenvereinbarungen, wie nachfolgend aufzu-
zeigen sein wird. Alles Weitere, namentlich die Nichtübertragung der Kaufrechte an 
die E.________ AG und die eigene, private Ausübung sowie der Bezug des Ver-
waltungshonorars stellen lediglich logische, weil von Anfang an beabsichtigte Kon-
sequenzen des Vertragsschlusses dar. 

Soweit in Bezug auf C.________ von der Verteidigung angeführt wurde, eine Gehil-
fenschaft zur – A.________ angeblich einzig vorgeworfenen Unterlassung – sei 
gemäss Lehre nur durch psychische Bestärkung vorstellbar (pag. 22 971), ist ent-
gegenzuhalten, dass der Vorwurf gegen C.________ ausdrücklich anders lautet: 
Es wird ihm angelastet, im Wissen um die von Anfang an bestehende Absicht von 
A.________, die Grundstücke direkt oder indirekt zurückzukaufen, mit ihr die Ne-
benvereinbarungen abgeschlossen zu haben (pag. 16 002 0004, 3. Lemma). Der 
Vorwurf lautet auf ein konkretes Tun und nicht auf eine Unterstützung zur Unterlas-
sung. 

17. Ne bis in idem

Eine formelle Sperrwirkung des rechtskräftigen Freispruchs von A.________ im 
Verfahren SK 11 48 im Zusammenhang mit der Veräusserung der Grundstücke 
namens der E.________ AG wurde in oberer Instanz nicht geltend gemacht. Nur 
Vollständigkeitshalber kann Folgendes festgehalten werden: 

27

Mit Verweis auf die Erwägungen der Beschwerdekammer des Obergerichts des 
Kantons Bern im Beschluss SK 17 428 vom 22. August 2018 sowie die Erwägun-
gen des WSG im erstinstanzlichen Urteil (pag. 22 587, E. 1) liegt auch aus Sicht 
der Kammer keine Tatidentität zwischen dem vorliegenden Tatvorwurf und den in 
SK 11 48 rechtskräftig abgehandelten Sachverhalten vor. Die Nebenvereinbarun-
gen, die A.________ in eigenem Namen abschloss und die vorliegend Beweisge-
genstand sind, unterscheiden sich vom rechtskräftig beurteilten Grundstücksver-
kauf. Daran ändert nichts, dass die Rechtsgeschäfte am selben Tag abgeschlos-
sen wurden. Die Nebenvereinbarungen waren im Verfahren SK 11 48 nicht be-
kannt, konnten folglich nicht zur Anklage gebracht und nicht gerichtlich beurteilt 
werden. 

Geltend gemacht wurde hingegen, dass einzelne gerichtliche Erwägungen in frühe-
ren Verfahren auch im vorliegenden Fall heranzuziehen seien. Namentlich sei im 
zivilrechtlichen Urteil C03 10 760 des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland vom 
1. Juni 2018 unter Einbezug der vorliegend zu prüfenden Nebenvereinbarungen 
festgestellt worden, der Verkauf der Grundstücke habe für die E.________ AG kei-
nen negativen Einfluss gehabt, womit eine Schädigung nicht nachweisbar sei 
(pag. 22 964). Gleichermassen sei im Beschluss der 2. Strafkammer SK 22 581 
vom 5. Juni 2023 betreffend das Revisionsgesuch festgehalten worden, die vorlie-
gend fraglichen Nebenvereinbarungen seien nicht geeignet, die dem Urteil 
SK 11 48 zugrundeliegende Tatsache, der Verkauf habe aufseiten der E.________ 
AG keinen Schaden bewirkt, umzustossen (pag. 22 967). 

Dem ist entgegenzuhalten, dass das Klagefundament im zivilrechtlichen Verfahren 
C03 10 760 sowie der Anklagesachverhalt im Verfahren SK 11 48 – und damit der 
Verfahrensgegenstand des Revisionsverfahrens SK 22 581 – anders gelagert wa-
ren als der vorliegende Vorwurf. Im zivilrechtlichen Verfahren wurde gegen 
A.________ eine Verantwortlichkeitsklage erhoben, weil sie die Grundstücke einen 
Tag vor der Appellationsverhandlung im Anfechtungsverfahren an eine ihr nahe-
stehende Person zu für die E.________ AG nachteiligen Konditionen veräussert 
habe, wodurch der E.________ AG Mietzinseinnahmen entgangen seien (Verfah-
rensakten C03 10 760, pag. 566). Im Strafverfahren SK 11 48 drehte sich der Vor-
wurf ebenfalls um die Konditionen des Verkaufs (dazu E. 12 oben). Damit behan-
delten beide Verfahren im Wesentlichen den Grundstücksverkauf vom 24. Juni 
2008 und nicht die vorliegend zu prüfenden Nebenvereinbarungen. Wie im Be-
schluss der 2. Strafkammer SK 22 581 vom 5. Juni 2023 in diesem Zusammen-
hang treffend festgehalten wurde: 

Mit anderen Worten sind die Noven [also die vorliegend fraglichen Nebenvereinbarungen; Anm. der 
Kammer] nur insoweit zu berücksichtigen, als sie in Bezug auf das Veräusserungsgeschäft einen 
Vermögensschaden und eine (mit dem Verkauf zusammenhängende) Pflichtverletzung glaubhaft ma-
chen können. Soweit hingegen die Gesuchstellerin ausserhalb dieses Sachverhaltskomplexes eine 
Pflichtverletzung respektive einen Vermögensschaden begründen will, bringt sie Tatsachen vor, wel-
che von vornherein nicht geeignet sind, im abgeurteilten Sachverhalt einen Schuldspruch zu bewir-
ken. Dies betrifft unter anderem Tatsachen, welche Gegenstand des derzeit hängigen Verfahrens 
sind.

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Ob der E.________ AG im Zusammenhang mit den vorliegend zu überprüfenden 
Nebenvereinbarungen ein Schaden erwuchs, wurde bislang nicht thematisiert. 

18. Unbestrittener und bestrittener Sachverhalt

18.1 Unbestrittener Sachverhalt

Es ist unbestritten, dass A.________ am 24. Juni 2008 in ihrer Funktion als einzi-
ges und einzelzeichnungsberechtigtes Mitglied sowie Präsidentin des Verwaltungs-
rats der E.________ AG einen Kaufvertrag mit der I.________ AG schloss, han-
delnd durch C.________ als deren einziges und einzelzeichnungsberechtigtes Mit-
glied des Verwaltungsrats (pag. 05 001 0087 ff.). Mit dem Kaufvertrag verkaufte die 
E.________ AG die Grundstücke O.________, AO.________ und Q.________ zu 
einem Preis von gesamthaft CHF 9'000'000.00. Zugleich beauftragte die 
I.________ AG, handelnd durch C.________, die E.________ AG, handelnd durch 
A.________, mit der Verwaltung der Liegenschaften zu einem Honorar von 3% der 
gesamten Netto-Jahresmietzinseinnahmen (pag. 05 002 0052 ff.). Es wurde ver-
einbart, dass der Vertrag ohne Kündigung erlischt, wenn die Verwaltung nicht mehr 
durch A.________ ausgeführt wird (pag. 05 002 0055). 

Am selben Tag schloss A.________ (privat) mit der I.________ AG, handelnd 
durch C.________, einen öffentlich beurkundeten Vertrag, in welchem A.________ 
während 10 Jahren ein Kaufrecht betreffend die vorgenannten Grundstücke bei ei-
nem Ausübungspreis von CHF 9'100'000.00 eingeräumt wurde (pag. 04 001 
0078 ff.). Sie schloss weiter als Privatperson mit C.________ eine Kaufrechtsver-
einbarung betreffend die Aktien der I.________ AG zu einem Ausübungspreis von 
CHF 100'000.00 bzw. von CHF 50'000.00 nach 5 Jahren (pag. 04 001 0075 ff.). 
Letztlich wurde zwischen der I.________ AG, A.________ und C.________ eine 
Vereinbarung betreffend das Verwaltungshonorar getroffen (pag. 04 001 0087 ff.). 
Bereits einen Tag zuvor, am 23. Juni 2008, hatten A.________ und C.________ 
zudem in einer handschriftlichen Vereinbarung ein Kaufrecht zugunsten von 
A.________ betreffend die vorerwähnten Grundstücke vereinbart (pag. 05 002 
0037). 

Es ist weiter unbestritten, dass A.________ die mit den vorerwähnten Vereinba-
rungen unentgeltlich erlangten Rechte, insbesondere die Kaufrechte an den 
Grundstücken und an den Aktien der I.________ AG, diese der E.________ AG 
nicht mitteilte und auch nicht auf die E.________ AG übertrug. 

Am 6. und 7. November 2014 wurden die Grundstücke AT.________ und 
AU.________ vom Grundstück AO.________ abparzelliert. In der Folge verkaufte 
die I.________ AG diese Grundstücke an die AW.________ AG bzw. die 
AV.________ AG zu einem Quadratmeterpreis von CHF 140.00, bei total 7214 m2 
ausmachend CHF 1'009'960.00 (pag. 21 002 0008 ff.). 

Am 16. Dezember 2016 verkaufte C.________ A.________ sämtliche Aktien der 
I.________ AG zu einem Preis von CHF 300'000.00 (pag. 21 002 0003 ff.). Mit 
SHAB-Publikation vom 29. Dezember 2016 wurden C.________ sowie weitere 
Personen aus dem Handelsregistereintrag der I.________ AG gelöscht und statt-
dessen A.________ als Geschäftsführerin sowie AX.________ als Mitglied des 

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Verwaltungsrats in das Handelsregister eingetragen (vgl. den öffentlichen Handels-
registereintrag der I.________ AG bzw. J.________ AG auf zefix.ch). 

18.2 Bestrittener Sachverhalt und Beweisthemen

Bestritten und zu untersuchen sind der Wert der vereinbarten Kaufrechte und die 
Entstehung eines Schadens aufseiten der E.________ AG sowie der entsprechen-
de Zeitpunkt des Werts/Schadens. 

Weiteres Beweisthema sind das Wissen und Wollen beider Beschuldigten in Bezug 
auf sämtliche vorgenannten unbestrittenen und (gegebenenfalls) bestrittenen Ele-
mente des Sachverhalts, wie auch insbesondere in Bezug auf die A.________ vor-
geworfene Absicht, sich ohne Ersatzbereitschaft einen finanziellen Vorteil zu ver-
schaffen, auf den sie keinen Anspruch hatte. 

19. Beweiswürdigung der Vorinstanz

Die Vorinstanz hielt zum äusseren Ablauf fest, dass die E.________ AG zusehends 
in finanzielle Schieflage geraten sei und aus diesem Grund Geschäftsteile verkauft 
und Käufer für die Liegenschaften gesucht habe. A.________ sei bis zur ausseror-
dentlichen Generalversammlung vom 24. Juni 2009 Verwaltungsrätin der 
E.________ AG gewesen. Die Beschlagnahme der Aktien der E.________ AG sei 
per 1. April 2009 aufgehoben worden und die Aktien seien im Sinne des Urteils des 
Obergerichts vom 25. Juni 2008 zur Verwertung in die Konkursmasse der 
Z.________ AG geraten. 

Anschliessend nahm das WSG eine Würdigung der Auswirkungen der Nebenver-
einbarungen vor. Durch die Veräusserung der vorerwähnten Grundstücke habe die 
E.________ AG die Berechtigung an, den Zugriff auf und den Nutzen aus den 
Grundstücken verloren. A.________ habe sich durch die Nebenvereinbarungen 
und die darin enthaltenen Bestimmungen, so etwa den Ausschluss des Weiterver-
kaufs der Grundstücke und der Aktien an der I.________ AG, ständigen Zugriff auf 
die Grundstücke gesichert. Durch die gesamten vertraglichen Abreden habe 
A.________ die Grundstücke faktisch für sich selbst herausgelöst. Den Wert der 
Kaufrechte ermittelte das WSG anhand der Differenz zwischen dem Verkehrswert 
des zu erwerbenden Vermögenswerts und dem Ausübungspreis für das Kaufrecht: 

Die Aktien der I.________ AG hätten bei Abschluss der Nebenvereinbarungen un-
ter Einbezug der Passiven der AG keinen den Ausübungspreis von 
CHF 100'000.00 übersteigenden Wert gehabt. Dies insbesondere deshalb, weil die 
Gewinnaussichten der I.________ AG nicht ins Gewicht fallen würden, da im Kauf-
preis von CHF 9 Mio. für die Liegenschaften bereits die absehbaren Erträge 
berücksichtigt seien. Bis zum 16. Dezember 2016, als A.________ die I.________ 
AG übernommen habe, habe sich deren Wert gemäss dem Steuerruling betreffend 
Grundstückgewinnsteuern auf CHF 300'000.00 erhöht. Da sich der Ausübungs-
preis zu diesem Zeitpunkt auf CHF 50'000.00 reduziert habe, habe das Kaufrecht 
betreffend die Aktien theoretisch einen Wert von CHF 250'000.00 aufgewiesen.  

Der Ausübungspreis für das Kaufrecht an den Liegenschaften hätte sich aufgrund 
der vertraglichen Abrede im Umfang der Darlehensrückzahlungen an die 
E.________ AG sowie weiteren Amortisationen um CHF 1.3 Mio. reduziert. In die-

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sem Zeitraum hätten die Grundstücke gemäss dem WSG jedoch einen erheblichen 
Wertverlust erfahren. Diese Wertverminderung hätte den Rückgang des Ausü-
bungspreises aufgewogen, weshalb dieses Kaufrecht keinen Wert aufgewiesen 
habe. 

Weiter erachtete es das WSG als erstellt, dass die K.________ SA bei einer direk-
ten oder indirekten Übernahme der Liegenschaften durch die E.________ AG aus-
gezogen wäre oder von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch gemacht hätte. 

Die Aussagen von A.________, wonach einzig der bevorstehende Konkurs der 
E.________ AG den Verkauf veranlasst habe und die Nebenvereinbarungen nur 
hätten regeln sollen, was mit den Grundstücken passiere, wenn der Weiterverkauf 
nicht klappen würde, stufte das WSG als Schutzbehauptungen ein. Ebenso die 
Aussage, dass ihr einfach wichtig gewesen sei, dass die Liegenschaften weiterlau-
fen würden. Gemäss dem WSG hätten die Kaufrechte nur aus Sicht von 
A.________ einen Sinn gemacht; sie sei «wie wild» auf die Liegenschaften gewe-
sen. Durch die abgeschlossene Vertragskonstruktion habe sie sich die Möglichkeit 
verschafft, finanzielle Mittel für eine Übernahme der Grundstücke zu sammeln. Ihr 
Verhalten habe insgesamt dazu gedient, ihren Geschwistern die Grundstücke vor-
zuenthalten und sie stattdessen für sich selbst verfügbar zu halten. 

Das WSG glaubte C.________, dass er über die laufenden Gerichtsverhandlungen 
nicht im Detail informiert gewesen sei und nicht gewusst habe, dass es an der 
obergerichtlichen Verhandlung vom 25. Juni 2008 um die Berechtigung an der 
E.________ AG gegangen sei. Er habe demgegenüber erkennen müssen, dass die 
Nebenvereinbarungen in erster Linie A.________ ermöglicht hätten, die Grundstü-
cke direkt oder indirekt zurückzukaufen, sobald sie über die erforderlichen Mittel 
verfügte. C.________ habe ferner bewusst dazu beigetragen, die Nebenvereinba-
rungen geheim zu halten. Insgesamt habe er daher gewusst, dass A.________ die 
Liegenschaften wieder mittelbar oder unmittelbar in ihr Eigentum überführen wollte, 
und deshalb die Nebenvereinbarungen mit ihr privat abgeschlossen sowie geheim 
gehalten. 

20. Vorbringen der Parteien 

20.1 A.________

Rechtsanwalt Dr. B.________ führte oberinstanzlich namens von A.________ an, 
das Engagement beider Beschuldigten habe für die Liegenschaften zu einer we-
sentlichen Verbesserung des Mieterstamms geführt. Ein Auszug der K.________ 
SA aus der Liegenschaft, die den wesentlichen Teil der Mietzinseinnahmen aus-
gemacht habe, habe um jeden Preis vermieden werden müssen. Bei der 
E.________ AG sei auch ohne die Forderung der AE.________ wenig Liquidität 
vorhanden gewesen. Die negative Geschäftsentwicklung habe schon seit Jahren 
vorgelegen und durch den Verkauf der Grundstücke abgefedert werden können. 
Der Zeitpunkt des Verkaufs habe nichts zu bedeuten, zumal die Anfechtungsklage 
bereits im Jahr 2004 eingereicht worden sei. Der Verkauf sei auf wirtschaftliche 
Gründe zurückzuführen. Beim Verkauf seien die Interessen der E.________ AG 
gemäss gutachterlicher Feststellung gewahrt worden. Der E.________ AG irgend-
welche Rechte einzuräumen, sei in Anbetracht der desolaten Finanzlage nicht 

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sinnvoll gewesen. Die Konditionen der Nebenvereinbarungen seien aufgrund des 
persönlichen Verhältnisses zwischen A.________ und C.________ derart günstig 
ausgefallen. Wie die Staatsanwaltschaft zunächst selbst festgehalten habe, wären 
diese Konditionen keinem beliebigen Dritten gewährt worden. Die Nebenvereinba-
rungen seien auch der Tatsache geschuldet gewesen, dass eine Übernahme der 
Liegenschaften durch Y.________ habe verhindert werden sollen, da andernfalls 
die K.________ SA ausgezogen wäre. Das Vertragskonstrukt sei auf die konkrete 
Situation der beiden Beschuldigten zugeschnitten gewesen. 

20.2 C.________ 

Rechtsanwalt D.________ führte an der oberinstanzlichen Hauptverhandlung na-
mens von C.________ an, dass die entdeckten Nebenvereinbarungen gemäss 
dem Beschluss SK 22 581 vom 5. Juni 2023 nichts daran ändern würden, dass die 
Grundstücke zu marktgerechten Konditionen erfolgt sei. Die Nebenvereinbarungen 
seien zur Begründung eines Schadens somit nicht geeignet. Auch die Annahme, 
dass die I.________ AG als «Strohgesellschaft» fungiert habe, ändere gemäss 
dem Beschluss nichts. Einzig das Kaufrecht betreffend die Aktien der I.________ 
AG stelle gemäss dem Beschluss ein Novum dar, das jedoch nicht wesentlich sei. 
Gemäss dem Urteil SK 11 48 sei der E.________ AG kein Schaden entstanden 
und gemäss dem Beschluss SK 22 581 hätten die Nebenvereinbarungen daran 
nichts geändert. Der Verkauf habe keine Pflichtverletzung bedeutet. Es hätten stille 
Reserven realisiert werden können. Das WSG habe schlüssig hergeleitet, dass die 
Kaufrechte keinen Wert gehabt hätten. Gegenteiliges würde eine Strafbarkeit von 
Marktentwicklungen abhängig machen, die grösstenteils nicht vorhersehbar seien. 
C.________ habe im Zeitpunkt der Vertragsabschlüsse keine detaillierten Kennt-
nisse von den laufenden Gerichtsverfahren gehabt. Die Aussagen von C.________ 
seien in diesem Punkt stringent und konstant. Er habe einen potenziellen Investor 
gehabt, der an den Liegenschaften interessiert gewesen sei. Der Verkauf sei aber 
aufgrund der Verfügungssperre der Staatsanwaltschaft nicht zustande gekommen. 
Andere Investoren seien nicht mehr verfügbar gewesen. Mit den Liegenschaften 
habe C.________ nichts anfangen können. So sei es letztlich nachvollziehbar, 
dass diese an A.________ zurückübertragen worden seien. Es sei nicht zutreffend, 
dass sämtliche Grundstücke in das Privatvermögen von A.________ hätten über-
führt werden sollen. Ein Teil der Grundstücke sei veräussert worden. 

20.3 Generalstaatsanwaltschaft

Seitens der Generalstaatsanwaltschaft wurde auf die langjährige Familienstreitig-
keit und die ergangenen Gerichtsurteile verwiesen und angeführt, dass der vorlie-
gende Sachverhalt dem modus operandi von A.________ entspreche. Es gehe 
vorliegend nicht einzig um die Nebenvereinbarungen, sondern um den gesamten 
Hintergrund der Vermögensverschiebung. Diese sei in einem Zeitpunkt vorgenom-
men worden, als es für A.________ absehbar gewesen sei, dass sie die Berechti-
gung an der E.________ AG verlieren würde. C.________ habe aufgrund der un-
gewöhnlichen Vertragskonstruktion kein Geld investieren müssen und in nicht un-
wesentlichem Umfang profitiert. Die Grundstücke seien ein Selbstläufer und wür-
den sich selbst finanzieren. Hypothekarzinsen, Darlehensrückzahlungen und -
zinsen, Abschreibungen sowie Wertberichtigungen habe die I.________ AG voll-

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umfänglich aus dem Mietzinsertrag der Liegenschaften finanzieren können. Über-
dies seien sogar Dividenden ausgeschüttet worden. Die Tatsache, dass 
C.________ die freie Übertragbarkeit der Grundstücke per Vereinbarung ausge-
schlossen habe, zeige auf, dass kein Weiterverkauf vorgesehen gewesen sei. Die-
se Bestimmung habe dazu gedient, A.________ Zeit zu verschaffen, um die Finan-
zierung des Rückkaufs stemmen zu können. Aufgrund des unberechtigten Bezugs 
von CHF 1.1 Mio. vom Geschäftskonto der E.________ AG sei deren geschütztes 
Eigenkapital nicht mehr vorhanden gewesen. Jeder weitere Schaden stelle somit 
im Hinblick auf die Rechtsprechung des Bundesgerichts zur Einpersonen-AG einen 
relevanten Eingriff in das geschützte Reinvermögen dar. Die Kaufrechte hätten es 
ermöglicht, Vermögenswerte von CHF 9 Mio. zu einem Bruchteil des Werts zu er-
werben. Die Reduktion des Ausübungspreises, der Wertzuwachs der I.________ 
AG und die (privat) bezogenen Dividenden würden klarmachen, dass die Kaufrech-
te einen Wert aufgewiesen haben müssten. C.________ habe beim Vertragsab-
schluss gewusst, dass es A.________ um die Sicherung der Grundstücke gehe. Er 
habe als ausgewiesener Immobilienfachmann die Ertragsaussichten der Liegen-
schaften gekannt und vom laufenden Anfechtungsprozess gewusst. Schliesslich 
habe er in diesem Zusammenhang eine Stellungnahme zum Gerichtsgutachten 
eingereicht. Dass ihn der Inhalt der Nebenvereinbarungen schlicht nicht interessiert 
hätte, sei eine Schutzbehauptung. 

20.4 Straf- und Zivilklägerin E.________ AG

Namens der E.________ AG wurde oberinstanzlich vorgebracht, dass die Neben-
vereinbarungen dazu gedient hätten, die wirtschaftliche Berechtigung von 
A.________ an den Grundstücken zu verschleiern. C.________ müsse zumindest 
zu diesem Zeitpunkt eine Marionette gewesen sein, andernfalls hätte er die Verein-
barungen nicht mit diesem Inhalt abgeschlossen. Beide Beschuldigten hätten zahl-
reiche Schutzbehauptungen geäussert. Dass der Verkauf der Wahrung der Inter-
essen der E.________ AG gedient habe, stimme offensichtlich nicht. A.________ 
habe sich sogleich CHF 1.1 Mio. des Kaufpreises auf ein Privatkonto überwiesen. 
Ihr sei es, wie schon bei vorherigen Kapiteln der Familiengeschichte, offensichtlich 
nur um ihre eigenen Interessen gegangen. Die E.________ AG habe die Liegen-
schaften als ihr einziges Aktivum indirekt an A.________ verkauft. Der Kaufpreis 
bei der Veräusserung an die I.________ AG sei unüblich geregelt worden und zum 
Schaden der E.________ AG erfolgt. Der Ausübungspreis für das Kaufrecht betref-
fend die Grundstücke habe sich um bis zu CHF 2 Mio. gesenkt. Diese konkreten 
Aussichten auf Vermehrung der Aktiven hätte die E.________ AG wahrgenommen, 
wenn sie die Gelegenheit dazu gehabt hätte. Die Nebenvereinbarungen hätten 
dem wirklichen Willen von A.________ und C.________ zum Durchbruch verhelfen 
sollen und seien erst auf Strafandrohung hin ausgehändigt worden. 

21. Beweiswürdigung der Kammer

21.1 Vorhandene Beweismittel, insbesondere Verträge vom 23. und 24. Juni 2008

Die Vorinstanz hat die verfügbaren Beweismittel ausführlich zusammengefasst. Es 
wird vorab auf deren korrekte Ausführungen verwiesen (pag. 22 507 ff., vgl. auch 
E. 21.1.1 ff. unten). Für die oberinstanzlichen Beweisergänzungen, insbesondere 

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die Befragungen anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung, wird auf die 
Akten verwiesen. Sich daraus ergebende Schlussfolgerungen werden direkt in die 
Beweiswürdigung eingebaut. 

Die beiden Beschuldigten schlossen am 23. und 24. Juni 2008 die folgenden Ver-
träge ab, teilweise handelnd für die I.________ AG bzw. die E.________ AG. 

21.1.1 Grundstückskaufvertrag vom 24. Juni 2008 

Ausgangspunkt bildete der öffentlich beurkundete Kaufvertrag vom 24. Juni 2008. 
Hierzu hielt die Vorinstanz fest (pag. 22 529): 

Mit öffentlich beurkundetem Kaufvertrag vom 24.06.2008 (Urschrift Nr. ________ von Notar 
AA.________) verkaufte die E.________ AG der I.________ AG die Grundstücke O.________, 
AO.________ und Q.________ zu einem Preis von CHF 9'000'000.00, wobei der Preis für das 
Grundstück O.________ auf CHF 4'500'000.00, der für das Grundstück AO.________ auf 
CHF 720'000.00 und derjenige für das Grundstück Q.________ auf CHF 3'780'000.00 festgelegt wur-
de. Betreffend Kaufpreistilgung wurde vereinbart, dass die I.________ AG die Hypothek in der Höhe 
von CHF 4'570'000.00 übernimmt, CHF 1'430'000.00 per 01.07.2008 auf ein von der E.________ AG 
zu bezeichnendes Konto zu überweisen hat und ein Darlehen von der E.________ AG über 
CHF 3'000'000.00 erhält, wobei die Zins- und Abzahlungsbestimmungen in einem separaten Darle-
hensvertrag zu regeln sind (pag. 05 001 0087 ff.).

Effektiv an die E.________ AG geflossen sind CHF 1.43 Mio. Diesen Betrag hat die 
I.________ AG durch Erhöhung der Hypothek erhältlich gemacht (Verfahrensakten 
SK 11 48, pag. 35 01 0009). Zur Finanzierung des Kaufpreises musste 
C.________ somit kein eigenes Kapital aufbringen. Zum überwiesenen Betrag von 
CHF 1.43 Mio. ist zu wiederholen, dass A.________ am 4. Juli 2008 CHF 1.1 Mio. 
davon auf ein Privatkonto überwies, weswegen sie im Verfahren SK 11 48 wegen 
qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung schuldig erklärt wurde. 

21.1.2 Darlehensvertrag vom 24. Juni 2008

Der angesprochene Darlehensvertrag über die Summe von CHF 3 Mio. wurde 
ebenfalls am 24. Juni 2008 abgeschlossen. Hierzu das WSG (pag. 22 529): 

Am 24.06.2008 schlossen die E.________ AG als Gläubigerin und die I.________ AG als Schuldnerin 
einen Darlehensvertrag ab. Darin wurde vereinbart, dass die I.________ AG von der E.________ AG 
im Zusammenhang mit dem Verkauf der Grundstücke O.________, AO.________ und Q.________ 
ein Darlehen von CHF 3'000'000.00 erhalten habe. Das Darlehen sei ab dem Übergang von Nutzen 
und Gefahr der Grundstücke jährlich nachschüssig mit 2% zu verzinsen, erstmals per 01.07.2009. 
Weiter wurden jährliche Amortisationszahlungen zu CHF 100'000.00 bis zum 01.07.2013, ab dem 
01.07.2014 bis zum 01.07.2017 zu CHF 200'000.00 und am 01.07.2018 zu CHF 1'700'000.00 vorge-
sehen (pag. 35 001 007 f.).

Der Darlehensvertrag wurde durch die E.________ AG angefochten. Das Verfah-
ren endete am 24. November 2011 durch einen Vergleich, wobei höhere jährliche 
Rückzahlungen vereinbart wurden (Verfahrensakten HG 11 35, pag. 97 ff.). 

21.1.3 Kaufrechtsvertrag betreffend die Grundstücke vom 24. Juni 2008

Das WSG fasst den Kaufrechtsvertrag betreffend die Grundstücke wie folgt zu-
sammen (pag. 22 529 f.): 

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Am 24.06.2008 verurkundete Notar AA.________ einen Kaufrechtsvertrag zwischen der I.________ 
AG als Kaufrechtsbelastete und A.________ als Kaufrechtsberechtigte. Es handelt sich dabei um die 
Urschrift Nr. ________ von Notar AA.________. Im Vertrag wurde geregelt, dass die I.________ AG 
Alleineigentümerin der Grundstücke O.________, AO.________ und Q.________ sei. Diese habe mit 
Kaufvertrag vom 24.06.2008 (Urschrift ________ von Notar AA.________) die Grundstücke 
O.________, AO.________ und Q.________ von der E.________ AG erworben. Die E.________ AG 
habe der I.________ AG ein Darlehen von CHF 3'000'000.00 stehen lassen. Die Verzinsung und Ab-
zahlung werde in einem separaten Darlehensvertrag geregelt. Unter dem Titel "III. Kaufrecht" wurde 
Folgendes festgehalten: "1. Einräumung eines Kaufrechtes. Die I.________ AG räumt Frau 
A.________ an den Grundstücken O.________, AO.________ und Q.________ ein vererbliches und 

übertragbares Kaufrecht ein. Das Kaufrecht beginnt mit der Unterzeichnung dieses Vertrages und 

dauert zehn Jahre. Die Einräumung dieses Kaufrechtes erfolgt unentgeltlich. Dieses Kaufrecht ist vor-

läufig im Grund