# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6c94d444-3902-5280-be5b-a4252ea7f4cc
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-10-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.10.2022 A-2324/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-2324-2021_2022-10-26.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung I 

A-2324/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 6 .  O k t o b e r  2 0 2 2  

Besetzung 
 Richterin Iris Widmer (Vorsitz), 

Richter Jürg Steiger,  

Richterin Emilia Antonioni Luftensteiner,    

Gerichtsschreiberin Ana Pajovic. 
 

 
 

Parteien 
 A._______,  

(…)   

vertreten durch  

Thomas H. A. Verschuuren Kopfstein, Rechtsanwalt,  

Klein Rechtsanwälte AG,  

(…),  

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 
 

Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV,  

Dienst für Informationsaustausch in Steuersachen SEI,  

Eigerstrasse 65,  

3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Amtshilfe (DBA CH-NL). 

 

A-2324/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Am 26. November 2020 richtete der Belastingdienst der Niederlande 

(nachfolgend: BD oder ersuchende Behörde) gestützt auf Art. 26 des Ab-

kommens vom 26. Februar 2010 zwischen der Schweizerischen Eidgenos-

senschaft und dem Königreich der Niederlande zur Vermeidung der Dop-

pelbesteuerung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen 

(SR 0.672.963.6; nachfolgend: DBA CH-NL) ein Amtshilfeersuchen an die 

Eidgenössische Steuerverwaltung (nachfolgend: ESTV). Im Ersuchen be-

zeichnet der BD A._______ als «betroffene (juristische) Person in den Nie-

derlanden» (nachfolgend: betroffene Person) und die B._______ AG als 

«betroffene (juristische) Person in der Schweiz» [recte: Informationsinha-

berin] (nachfolgend: Bank 1). Als betroffene Steuerarten und Steuerjahre 

wird die Einkommenssteuer für den Zeitraum vom 1. Januar 2011 bis 31. 

Dezember 2019 angegeben.  

A.b Der BD verwies im Ersuchen auf ein früheres Amtshilfeersuchen, wel-

ches am 7. Mai 2018 in derselben Angelegenheit an die ESTV gestellt wor-

den ist. In diesem Auskunftsersuchen habe der BD Informationen im Zu-

sammenhang mit einer Zahlung vom 23. Mai 2011 über Fr. 1'258'100.- auf 

das Konto Nr. (…) der C._______ Bank (nachfolgend: Bank 2) [lautend auf 

die betroffene Person] angefordert. In ihrer Antwort vom 9. September 

2020 habe die ESTV mitgeteilt, dass die betreffende Einzahlung mit dem 

durch die Bank 1 ausgestellten Check Nr. (…) vom 17. Mai 2011 (Referenz 

Nr. […]) und über ein internes Abwicklungskonto (Nr. […]) der Bank 1 er-

folgt sei. Ferner sei mitgeteilt worden, dass das bankinterne Abwicklungs-

konto keinem Endkunden zugeordnet werden könne.  

Der BD erklärte weiter, dass die Beantwortung des Amtshilfeersuchens 

vom 7. Mai 2018 keine völlige Klarheit darüber habe geben können, wel-

che Abklärung des Sachverhalts bei der Bank 1 erfolgt sei. Zudem weigere 

sich die betroffene Person nach wie vor, trotzt wiederholter Aufforderungen 

durch die niederländische Finanzverwaltung, Angaben zur Herkunft des 

einbezahlten Betrags zu machen. Es sei namentlich unklar, ob es «ein vor-

heriges bzw. ein anderes Bankkonto» auf den Namen der betroffenen Per-

son gäbe bzw. «ob das Geld von einer natürlichen Person, einer juristi-

schen Person (wie Trust, Anstalt, Foundation, Gesellschaft) oder einer Be-

hörde (zum Beispiel einer Versicherungsgesellschaft)» stamme. Wenn 

«das Geld von einer anderen Person bzw. Einrichtung» stamme, liege 

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Seite 3 

«möglicherweise eine Schenkung oder Ablösung» vor. Für die niederländi-

sche Steuerverwaltung sei es wichtig, dass die Herkunft der Einzahlung in 

Erfahrung gebracht werde, damit eine richtige Steuererhebung erfolgen 

könne. 

A.c Mit einem Fragenkatalog ersuchte der BD um verschiedene Informati-

onen über die Herkunft des mittels Checks Nr. (…) auf das Konto der be-

troffenen Person bei der Bank 2 einbezahlten Betrags in der Höhe von 

Fr. 1'258’100.-. Zudem möchte er wissen, ob es allfällige weitere, auf den 

Namen der betroffenen Person lautende Konten bei der Bank 1 gibt.  

A.d Im Amtshilfeersuchen bestätigte der BD ferner, alle üblichen Ermitt-

lungsmöglichkeiten ausgeschöpft zu haben. Er versicherte zudem, er sei 

bereit sowie in der Lage, solche Informationen in vergleichbaren Fällen zu 

beschaffen und weiterzuleiten.  

B.  

B.a Am 2. Dezember 2020 erliess die ESTV gegenüber der Bank 1 eine 

Editionsverfügung. Darin ersuchte sie die Bank 1, die im Ausland ansäs-

sige betroffene Person über das laufende Amtshilfeverfahren zu informie-

ren und diese aufzufordern, eine zur Zustellung bevollmächtigte Person in 

der Schweiz zu bezeichnen. Am 17. Dezember 2020 und am 22. Dezem-

ber 2020 kam die Bank 1 der Aufforderung zur Aktenedition nach und be-

stätigte, dass der auf die betroffene Person ausgestellte Check Nr. (…) am 

24. Mai 2011 eingelöst und einem internen Checkkonto der Bank 1 belastet 

worden sei. Zudem teilte die Bank 1 mit, dass für den angegebenen Zeit-

raum keine Beziehungen zur betroffenen Person festgestellt worden seien. 

Auf Nachfrage der ESTV am 21. Dezember 2020 teilte die Bank 1 mit, dass 

«in Bezug auf den angegebenen Check einen Auftrag von Bank 

D._______ AG» vorgelegen habe.  

B.b Am 4. Januar 2021 erliess die ESTV gegenüber der D._______ AG 

(nachfolgend: Bank 3) eine Editionsverfügung und ersuchte sie ebenfalls, 

die betroffene Person sowie allfällige weitere Kontoinhaber über das lau-

fende Amtshilfeverfahren zu informieren und sie aufzufordern, eine zur Zu-

stellung bevollmächtigte Person in der Schweiz zu bezeichnen. Mit Schrei-

ben vom 6. Januar 2021 liess die Bank 3 verlauten, dass es sich beim 

fraglichen Check um einen sog. «Fremdbankencheck» handle, welcher 

von ihr bei der Bank 1 «bestellt» worden sei. Der Check sei bei der Bank 3 

«ab dem Konto-/Depotbeziehung Nr. (…), lautend auf E._______, gezo-

gen» worden. Des Weiteren teilte die Bank 3 der ESTV mit, dass sie den 

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Seite 4 

Kontoinhaber aufgrund fehlender aktueller Kontaktdaten nicht habe über 

das Amtshilfeverfahren informieren können.  

C.  

C.a Mit E-Mail vom 18. Januar 2021 teilte Rechtsanwalt Thomas H. A. Ver-

schuuren Kopfstein der ESTV mit, nach wie vor mit der Wahrung der Inte-

ressen der betroffenen Person betraut zu sein und ersuchte gleichzeitig um 

Akteneinsicht im laufenden Amtshilfeverfahren.  

C.b Mit Schreiben vom 19. Januar 2021 gewährte die ESTV die beantragte 

Akteneinsicht und gab Gelegenheit zur Stellungnahme. Mit demselben 

Schreiben orientierte die ESTV die betroffene Person zudem über das lau-

fende Amtshilfeersuchen sowie über die beabsichtigte Übermittlung der 

entsprechenden Informationen.  

D.  

Nach einmalig gewährter Fristerstreckung durch die ESTV reichte der Ver-

treter der betroffenen Person am 15. Februar 2021 eine Stellungnahme ein 

und legte dar, dass die betroffene Person der Amtshilfe nicht zustimme.  

E.  

Am 12. April 2021 erliess die ESTV eine Schlussverfügung betreffend die 

betroffene Person. Darin wurde verfügt, dass Amtshilfe geleistet werde 

(Dispositiv-Ziff. 1) und es wurden die Informationen genannt, welche an die 

ersuchende Behörde übermittelt werden sollen (Dispositiv-Ziff. 2). Zu die-

sen Informationen gehören insbesondere die folgenden Angaben (unter 

Beilage der relevanten Dokumente), wobei in den übrigen Antworten auf 

diese Angaben verwiesen wird:  

- «Gemäss Auskunft der B._______ AG [Bank 1] und der D._______ AG 

[Bank 3] handelt es sich beim erwähnten Check um einen sogenannten 

Fremdbankencheck, welcher von der D._______ AG [Bank 3] bei der 

B._______ AG [Bank 1] bestellt wurde»; 

- «Das Geld ist der Konto-/Depotbeziehung Nr. (…) bei D._______ AG 

[Bank 3], lautend auf E._______, (…), belastet worden»; 

- «Gemäss Angaben der B._______ AG [Bank1] sind keine Beziehungen 

lautend auf die betroffene Person festgestellt worden». 

Sowohl der Antrag der betroffenen Person auf Nichteintreten bzw. Abwei-

sung des Amtshilfeersuchens wie auch ihr Eventualantrag auf Schwärzung 

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Seite 5 

sämtlicher Details betreffend E._______ wurden abgewiesen [Dispositiv-

Ziff. 3].  

Schliesslich führte die ESTV aus, dass sie den BD im Rahmen der Beant-

wortung des Ersuchens darauf hinweisen werde; dass die unter Dispositiv-

Ziff. 2 genannten Informationen im ersuchenden Staat nur in den Verfahren 

gegen die betroffene Person und nur für den im Ersuchen genannten Sach-

verhalt verwertet werden dürfen sowie, dass die erhaltenen Informationen, 

wie die aufgrund des innerstaatlichen Rechts beschafften Informationen, 

geheim zu halten sind und nur Personen oder Behörden (einschliesslich 

der Gerichte und der Verwaltungsbehörden) zugänglich gemacht werden 

dürfen, die mit der Veranlagung oder der Erhebung, mit der Vollstreckung 

oder der Strafverfolgung oder mit der Entscheidung von Rechtsmitteln hin-

sichtlich der in Art. 26 DBA CH-NL genannten Steuern befasst sind und 

diese Personen oder Behörden die Informationen nur für diese Zwecke 

verwenden dürfen (Dispositiv-Ziff. 4).  

Die ESTV begründete ihren Entschluss, Amtshilfe zu leisten zusammenge-

fasst damit, dass das Ersuchen vom 26. November 2020 die geltenden 

formellen Anforderungen erfülle. Es könne davon ausgegangen werden, 

dass die ersuchende Behörde alle innerstaatlichen Auskunftsquellen aus-

geschöpft habe. Zudem habe die ersuchende Behörde die voraussichtliche 

Erheblichkeit der ersuchten Informationen genügend klar dargelegt. 

F.  

Gegen diese Schlussverfügung erhob die betroffene Person (nachfolgend 

auch: Beschwerdeführerin) am 12. Mai 2021 Beschwerde ans Bundesver-

waltungsgericht. Sie beantragt die Aufhebung der Schlussverfügung sowie 

das Nichteintreten auf das Amtshilfeersuchen bzw. die Verweigerung der 

Amtshilfe an die ersuchende Behörde (Ziff. 1). Eventualiter zu Ziff. 1 bean-

tragt sie, es sei die Schlussverfügung aufzuheben, die Sache an die Vo-

rinstanz zurückzuweisen und die Vorinstanz anzuweisen, eine Nachfrage 

beim ersuchenden Staat hinsichtlich der Erheblichkeit der ersuchten Infor-

mationen für die Veranlagung der Einkommenssteuern der Beschwerde-

führerin vorzunehmen (Ziff. 2). Eventualiter zu Ziff. 1 und 2 sei die Disposi-

tiv-Ziff. 4 der Schlussverfügung mit dem Zusatz «ausschliesslich in Steuer-

strafsachen» zu ergänzen (Ziff. 3). Die Kosten- und Entschädigungsfolgen 

seien zu Lasten der ESTV zu sprechen (Ziff. 4).  

 

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Seite 6 

In prozessualer Hinsicht beantragt die Beschwerdeführerin den Beizug der 

Akten des vorinstanzlichen Verfahrens (Ziff. 1) sowie des [abgeschlosse-

nen] Verfahrens A-765/2019 vor dem Bundesverwaltungsgericht (Ziff. 2). 

Zudem sei die Vorinstanz anzuweisen, der Beschwerdeführerin die in 

Ziff. 3 der prozessualen Anträge bezeichneten Akten ungeschwärzt zu 

übermitteln. Sodann sei der Beschwerdeführerin eine angemessene Frist 

zur Ergänzung ihrer Beschwerde anzusetzen.  

 

G.  

Die ESTV (nachfolgend auch: Vorinstanz) reichte am 19. Juli 2021 ihre 

Vernehmlassung ein. Darin beantragt sie die kostenpflichtige Abweisung 

der Beschwerde (Ziff. 1). Im Übrigen beantragt sie die Gutheissung (Ziff. 2 

und 3) bzw. die teilweise Gutheissung (Ziff. 4) der prozessualen Anträge 

der Beschwerdeführerin.  

 

H.  

Mit Zwischenverfügung vom 21. Juli 2021 des Bundesverwaltungsgerichts 

wurden in Gutheissung der prozessualen Anträge in Ziff. 2 und 3 der Be-

schwerde die Akten des Beschwerdeverfahrens A-765/2019 (Urteil vom 

20. September 2019; bestätigt durch Urteil des BGer 2C_864/2019 vom 

17. August 2020) beigezogen sowie der Beschwerdeführerin ein Ausdruck 

des ungeschwärzten Amtshilfeersuchens des BD samt E-Mail vom 26. No-

vember 2020 der Vorinstanz (act. 1 und 2) zugestellt. Zudem wurde der 

Beschwerdeführerin eine Frist von 10 Tagen angesetzt, um eine allfällige 

Stellungnahme zu den ihr zugestellten Unterlagen einzureichen.  

 

I.  

Mit Eingabe vom 2. August 2021 reichte die Beschwerdeführerin fristge-

recht eine Stellungnahme ein, worin sie sich zu den ungeschwärzt zuge-

stellten Unterlagen sowie zur Vernehmlassung der Vorinstanz äussert; an 

ihren bisherigen Vorbringen hielt sie im Wesentlichen fest.  

 

 

Auf die weiteren Vorbringen in den Eingaben der Parteien wird – sofern sie 

entscheidwesentlich sind – im Rahmen der folgenden Erwägungen einge-

gangen.  

 

  

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Seite 7 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Dem vorliegenden Verfahren liegt ein Amtshilfeersuchen des BD ge-

stützt auf Art. 26 Abs. 1 DBA CH-NL zugrunde (vgl. Sachverhalt Bst. A.a). 

Dieses Abkommen wurde am 26. Februar 2010 unterzeichnet und trat am 

9. November 2011 in Kraft. Seine Bestimmungen finden gemäss Art. 29 

Abs. 1 DBA CH-NL auf die Steuerjahre und Steuerperioden Anwendung, 

die am oder nach dem 1. Januar 2012 beginnen.  

Art. 29 Abs. 2 DBA CH-NL statuiert sodann eine Sonderregelung für die 

Anwendbarkeit des Abkommens auf Amtshilfeersuchen. Demnach sind – 

ungeachtet von Art. 29 Abs. 1 DBA CH-NL – Art. 26 DBA CH-NL sowie 

Ziff. XVI des Protokolls zum Abkommen auf Amtshilfeersuchen anwendbar, 

die am oder nach dem Datum des Inkrafttretens vom 9. November 2011 

gestellt werden und Informationen betreffen, die sich auf einen Zeitraum 

beziehen, der bereits am oder nach dem 1. März 2010 beginnt. Eine solche 

rückwirkende Anwendung neuer Amtshilfebestimmungen auf zurücklie-

gende Steuerperioden ist gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung zu-

lässig, da Amtshilfebestimmungen verfahrensrechtlicher Natur und damit 

im Zeitpunkt ihres Inkrafttretens sofort anwendbar sind (BGE 143 II 628 

E. 4.3; Urteil des BVGer A-3555/2018 vom 11. Januar 2019 E. 1.1, mit wei-

teren Hinweisen).  

Das vorliegende Amtshilfeersuchen wurde am 26. November 2020 gestellt 

und betrifft die Einkommenssteuer der betroffenen Person im Zeitraum 

vom 1. Januar 2011 bis zum 31. Dezember 2019, weshalb die Anwendbar-

keit des DB CH-NL sowie des Protokolls vorliegend gegeben ist.  

1.2 Soweit das DBA NL-CH keine abweichenden Bestimmungen enthält, 

richtet sich der Vollzug der Amtshilfe nach dem Bundesgesetz vom 

28. September 2012 über die internationale Amtshilfe in Steuersachen 

(StAhiG, SR 651.1; vgl. Art. 1 Abs. 1 und 2 StAhiG und Art. 24 StAhiG e 

contrario). 

1.3 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 

gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 

1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Zu den beim 

Bundesverwaltungsgericht anfechtbaren Verfügungen gehören auch die 

Schlussverfügungen der ESTV im Bereich der internationalen Amtshilfe in 

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Seite 8 

Steuersachen (Art. 19 Abs. 1 und 5 StAhiG sowie Art. 32 VGG e contrario). 

Die Zuständigkeit des Bundesverwaltungsgerichts zur Behandlung der vor-

liegenden Beschwerde ist somit gegeben.  

1.4 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach 

dem VwVG, soweit das VGG oder das StAhiG nichts Anderes bestimmen 

(Art. 37 VGG i.V.m. Art. 19 Abs. 5 StAhiG).  

1.5 Die Beschwerdeführerin ist als betroffene Person und Adressatin der 

angefochtenen Schlussverfügung zur Erhebung der Beschwerde legiti-

miert (vgl. Art. 19 Abs. 2 StAhiG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG). Die vorlie-

gende Beschwerde wurde überdies form- und fristgereicht eingereicht, 

weshalb darauf einzutreten ist (vgl. Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG 

i.V.m. Art. 19 Abs. 5 StAhiG).  

1.6 Das Bundesverwaltungsgericht kann den angefochtenen Entscheid in 

vollem Umfang überprüfen. Mit der Beschwerde kann neben der Verlet-

zung von Bundesrecht auch die unrichtige oder unvollständige Feststellung 

des rechtserheblichen Sachverhalts sowie Unangemessenheit gerügt wer-

den (vgl. Art. 49 VwVG). 

2.  

2.1 Staatsvertragliche Grundlage für die Leistung von Amtshilfe in Steuer-

sachen gegenüber den Niederlanden ist Art. 26 DBA CH-NL. Gemäss des-

sen Abs. 1 tauschen die zuständigen Behörden der beiden Vertragsstaaten 

unter sich diejenigen Informationen aus, die zur Durchführung dieses Ab-

kommens oder zur Anwendung oder Durchsetzung des innerstaatlichen 

Rechts betreffend für Rechnung der Vertragsstaaten, ihrer politischen Un-

terabteilungen oder lokalen Körperschaften erhobenen Steuern jeder Art 

und Bezeichnung voraussichtlich erheblich sind, soweit die diesem Recht 

entsprechende Besteuerung nicht dem Abkommen widerspricht. Der Infor-

mationsaustausch ist weder durch den persönlichen Geltungsbereich von 

Art. 1 DBA CH-NL noch durch den sachlichen Geltungsbereich von Art. 2 

DBA CH-NL eingeschränkt (vgl. Art. 26 Abs. 1 Satz 2 DBA CH-NL).  

2.2 Ein wichtiges Element der internationalen Behördenzusammenarbeit 

bildet der Grundsatz, wonach – ausser bei offensichtlichem Rechtsmiss-

brauch oder bei berechtigten Fragen im Zusammenhang mit dem Schutz 

des schweizerischen oder internationalen Ordre public (vgl. Art. 7 StAhiG) 

– prinzipiell kein Anlass besteht, an Sachverhaltsdarstellungen und Erklä-

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Seite 9 

rungen anderer Staaten zu zweifeln (sog. völkerrechtliches Vertrauensprin-

zip, vgl. BGE 146 II 150 E. 7.1;142 II 218 E. 3.1; Urteile des BVGer 

A-765/2019 vom 20. September 2020 E. 2.2 und A-381/2018 vom 21. No-

vember 2018 E. 4.2.). Auf diesem Vertrauen gründet letztlich das ganze 

Amtshilfeverfahren. Demensprechend ist die ESTV an die Darstellung des 

Sachverhalts im Ersuchen insoweit gebunden, als diese nicht wegen offen-

sichtlicher Fehler, Lücken oder Wiedersprüche sofort entkräftet werden 

kann (BGE 142 II 218 E. 3.1; 139 II 451 E. 2.2.1; Urteile des BVGer 

A-2259/2021 vom 18. Februar 2022 E. 2.2 und A-3773/2018 vom 8. Feb-

ruar 2019 E. 2.6). Gleiches gilt für die vom ersuchenden Staat abgegebe-

nen Erklärungen. Werden diese sofort entkräftet, kann der ersuchte Staat 

ihnen nicht mehr vertrauen (vgl. Urteile des BVGer A-2259/2021 vom 

18. Februar 2022 E. 2.2 und A-7622/2016 vom 23. Mai 2017 E. 2.3).  

Das Vertrauensprinzip schliesst indessen nicht aus, dass der ersuchte 

Staat vom ersuchenden Staat zusätzliche Erklärungen verlangt, wenn 

ernsthafte Zweifel an der Einhaltung der völkerrechtlichen Grundsätze be-

stehen (BGE 146 II 150 E. 7.1; 144 II 206 E. 4.4). 

2.3  

2.3.1 Gemäss Ziff. XVII Bst. a des Protokolls zum DBA CH-NL (aus Grün-

den der einfacheren Auffindbarkeit und Nachvollziehbarkeit wird auf die 

aus redaktionellen Gründen erfolgte Artikel[neu]nummerierung gemäss 

Änderungsprotokoll vom 12. Juni 2019 [AS 2020 4837] abgestellt; inhaltlich 

sind die Artikel unverändert geblieben) besteht Einvernehmen darüber, 

dass der ersuchende Vertragsstaat ein Amtshilfebegehren nach Art. 26 

DBA CH-NL erst dann stellt, wenn er alle in seinem innerstaatlichen Steu-

erverfahren vorgesehenen üblichen Mittel zur Beschaffung von Informatio-

nen ausgeschöpft hat (sog. Subsidiaritätsprinzip).  

2.3.2 Was unter dem Begriff der «üblichen Mittel» zu verstehen ist, wird im 

DBA CH-NL nicht weiter definiert. In Anwendung der völkerrechtlichen Aus-

legungsregeln entschied das Bundesgericht, Ziff. XVII Bst. a des Protokolls 

zum DBA CH-NL sei so zu verstehen, dass die Formulierung «alle verfüg-

baren Mittel» inhaltlich nicht weiter gehe als «alle üblichen Mittel», sondern 

die Bedeutung dieselbe sei (vgl. Urteile des BGer 2C_493/2019 vom 

17. August 2020 E. 5.5 und 2C_780/2018 vom 1. Februar 2021 E. 4.4, je-

weils mit weiteren Hinweisen). Entscheidend sei die Gewährleistung einer 

effektiven Steueramtshilfe. Somit dürfe vom ersuchenden Staat kein zu be-

fürchtender, unverhältnismässiger Aufwand bei der Ausschöpfung der ei-

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Seite 10 

genen Mittel erwartet bzw. ein solcher als Bedingung für ein Steueramts-

hilfegesuch vorausgesetzt werden (Urteil des BGer 2C_493/2019 vom 

17. August 2020 E. 5.5.4).  

2.3.3 Aufgrund des völkerrechtlichen Vertrauensprinzips (vgl. E. 2.2) be-

steht in Amtshilfeverfahren grundsätzlich kein Anlass, an einer von der er-

suchenden Behörde abgegebenen Erklärung der Ausschöpfung aller übli-

chen, nicht mit unverhältnismässigen Schwierigkeiten verbundenen inner-

staatlichen Mittel, zu zweifeln, es sei denn, es liege ein gegen die Einhal-

tung des Subsidiaritätsprinzips sprechendes, ernsthafte Zweifel an der 

Richtigkeit der Erklärung begründendes konkretes Element vor (vgl. BGE 

144 II 206 E. 3.3.2; Urteil des BGer 2C_493 /2019 vom 17. August 2020 

E. 5.5.1; Urteil des BVGer A-4144/2018 vom 28. Mai 2019 E. 2.2.1).  

2.4 Ziff. XVII Bst. b des Protokolls zum DBA CH-NL definiert die Angaben, 

welche die Steuerbehörden des ersuchenden Staates im Amtshilfeersu-

chen zu liefern haben. Zusätzlich zu diesen Angaben muss der ersuchte 

Staat die in eine Überprüfung oder Untersuchung einbezogene Person 

identifizieren (wobei die Identifikation auch auf andere Weise als durch An-

gabe des Namens und der Adresse erfolgen kann) und den Namen und 

die Adresse des mutmasslichen Informationsinhabers angeben, sofern 

diese ihm bekannt sind (vgl. Abs. 3 Bst. a und b der am 31. Oktober 2011 

abgeschlossenen und gleichentags in Kraft getretenen Verständigungsver-

einbarung über die Auslegung von Ziff. XVI Bst. b [heute: Ziff. XVII Bst. b] 

des Protokolls zum DBA CH-NL [AS 2012 4079]). 

2.5  

2.5.1 Der Informationsaustausch in Anwendung des DBA CH-NL bedingt – 

wie erwähnt (E. 2.1) – die voraussichtliche Erheblichkeit der auszutau-

schenden Informationen (vgl. Art. 26 Abs. 1 DBA CH-NL). Als zur Anwen-

dung oder Durchsetzung des innerstaatlichen Rechts «voraussichtlich er-

heblich» gelten dabei Informationen, die für den ersuchenden Staat not-

wendig sind, um eine in diesem Staat steuerpflichtige Person dort korrekt 

zu besteuern (BGE 143 II 185 E. 3.3 1; 141 II 436 E. 4.4.3; Urteil des 

BVGer A-4592/2018 vom 21. März 2019 E. 3.1.2).  

2.5.2 Gemäss Ziff. XVII Bst. c des Protokolls zum DBA CH-NL besteht der 

Zweck der Verweisung auf «voraussichtlich erhebliche» Informationen in 

Art. 26 Abs. 1 DBA CH-NL darin, einen möglichst weitgehenden Informati-

onsaustausch in Steuerbelangen zu gewährleisten, ohne dabei den Ver-

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Seite 11 

tragsstaaten zu erlauben, «fishing expeditions» zu betreiben oder Informa-

tionen anzufordern, deren Erheblichkeit hinsichtlich der Steuerbelange ei-

ner bestimmten steuerpflichtigen Person unwahrscheinlich ist. Ferner wird 

mit dieser Bestimmung festgehalten, dass Ziff. XVII Bst. b des Protokolls 

zum DBA CH-NL wichtige verfahrenstechnische Anforderungen enthält, die 

«fishing expeditions» vermeiden sollen (Satz 2, erster Teil). Zugleich wird 

bestimmt, dass die Unterabsätze (i) bis (v) von Ziff. XVII Bst. b des Proto-

kolls zum DBA CH-NL so auszulegen sind, dass sie einen wirksamen In-

formationsaustausch nicht behindern (Satz 2, zweiter Teil).  

2.5.3 Die «voraussichtliche Erheblichkeit» der ersuchten Informationen 

muss sich bereits aus dem Amtshilfeersuchen ergeben. Würde dies nicht 

verlangt, könnten Ersuchen aufs Geratewohl gestellt werden und die er-

suchte Behörde müsste die Unterlagen auch dann zur Verfügung stellen, 

wenn sie erst nach deren Erhebung deren voraussichtliche Erheblichkeit 

feststellen würde. Die Steuerverwaltung des ersuchten Staates hat sodann 

nach der Edition der verlangten Unterlagen zu prüfen, ob die sich daraus 

ergebenden Informationen für die Erhebung der Steuer voraussichtlich er-

heblich sind (vgl. zum Ganzen: BGE 143 II 185 E. 3.3.2). Dem «voraus-

sichtlich» kommt somit eine doppelte Bedeutung zu: Zum einen bezieht es 

sich darauf, dass der ersuchende Staat die Erheblichkeit voraussehen und 

diese dem Amtshilfegesuch zu entnehmen sein muss. Zum anderen sind 

(durch den ersuchten Staat) nur solche Informationen zu übermitteln, die 

voraussichtlich erheblich sind (vgl. BGE 143 II 185 E. 3.3.2; Urteile des 

BVGer A-6928/2019 vom 13. Dezember 2021 E. 3.2.1; A-4331 vom 

16. November 2017 E. 4.1).  

2.5.4 Die Voraussetzung der voraussichtlichen Erheblichkeit ist erfüllt, 

wenn im Zeitpunkt der Einreichung des Amtshilfeersuchens eine vernünf-

tige Möglichkeit besteht, dass sich die verlangten Informationen als erheb-

lich erweisen werden (BGE 144 II 20 E. 4.3; 143 II 185 E. 3.3.2). Keine 

Rolle spielt dabei, ob sich diese Informationen nach deren Übermittlung für 

den ersuchenden Staat letzten Endes als nicht erheblich herausstellen 

(vgl. BGE 144 II 206 E. 4.3; 142 II 161 E. 2.1.1). Ob eine Information tat-

sächlich erheblich ist, kann in der Regel nur der ersuchende Staat ab-

schliessend feststellen (BGE 143 II 185 E. 3.3.2; 142 II 161 E. 2.1.1; Urteil 

des BVGer A-4144/2018 vom 28. Mai 2019 E. 2.1.6). Die Rolle des ersuch-

ten Staates beschränkt sich bei der Beurteilung der voraussichtlichen Er-

heblichkeit auf die Überprüfung, ob die vom ersuchenden Staat verlangten 

Informationen und Dokumente einen Zusammenhang mit dem im Ersu-

A-2324/2021 

Seite 12 

chen dargestellten Sachverhalt haben und ob sie möglicherweise dazu ge-

eignet sind, im ausländischen Verfahren verwendet zu werden (vgl. BGE 

144 II 29 E. 4.2.2; 142 II 161 E. 2.1.1; Urteile des BVGer A-4414/2018 vom 

28. Mai 2019 E. 2.1.6 und A-846/2018 vom 30. August 2018 E. 2.1.4). Vor 

diesem Hintergrund darf der ersuchte Staat Auskünfte mit der Begründung, 

die verlangten Informationen seien nicht voraussichtlich erheblich nur ver-

weigern, wenn ein Zusammenhang zwischen den verlangten Angaben und 

der im ersuchenden Staat durchgeführten Untersuchung wenig wahr-

scheinlich bzw. unwahrscheinlich erscheint (vgl. Ziff. XVII Bst. c des Proto-

kolls zum DBA CH-NL; BGE 143 II 185 E. 3.2.2; 141 II 436 E. 4.4.3; Urteile 

des BVGer A-765/2019 vom 20. September 2019 E. 2.1.5 und A-

2830/2018 vom 17. September 2018 E. 2.1.3, jeweils mit weiteren Hinwei-

sen).  

2.5.5 Ersuchte Informationen sind ferner auch dann zu übermitteln, wenn 

sie zwecks Überprüfung schon vorhandener, aber nicht völlig zweifelsfreier 

Erkenntnisse der Behörden des ersuchenden Staates verlangt werden, so-

lange sie die Voraussetzungen der voraussichtlichen Erheblichkeit erfüllen 

(sog. Verifikationszweck, vgl. Urteile des BVGer A-765/2019 vom 20. Sep-

tember 2019 E. 3.3.2.3 sowie A-4144/2018 vom 28. Mai 2019 E. 3.1.2). 

2.5.6 Soweit die Behörden des ersuchenden Staates verpflichtet sind, den 

massgeblichen Sachverhalt darzulegen, kann von ihnen nicht erwartet 

werden, dass sie dies bereits lückenlos und völlig widerspruchsfrei tun. 

Dies wäre mit dem Sinn und Zweck der Amtshilfe (wie mit jenem der 

Rechtshilfe) nicht vereinbar, sollen doch aufgrund von Informationen und 

Unterlagen, die sich im ersuchten Staat befinden, bisher im Dunkeln ge-

bliebene Punkte erst noch geklärt werden (vgl. BGE 142 II 161 E. 2.1.1; 

BVGE 2011/14 E. 2; Urteil des BVGer A-765/2019 vom 20. September 

2020 E. 2.1.6). Aus diesem Grund verlangt die Rechtsprechung von der 

ersuchenden Behörde nicht den strikten Beweis des Sachverhalts, son-

dern sie muss nur – aber immerhin – hinreichende Verdachtsmomente für 

dessen Vorliegen dartun (BGE 139 II 451 E. 2.1 und E. 2.2.1 sowie 

BGE 139 II 404 E. 7.2.2; Urteil des BVGer A-765/2019 vom 20. September 

2020 E. 2.1.6).  

Bestreitet die betroffene Person den von der ersuchenden Behörde ge-

schilderten Sachverhalt, so hat sie diesen mittels Urkunden klarerweise 

und entscheidend zu widerlegen (vgl. BGE 139 II 451 E. 2.3.3; Urteile des 

BVGer A-769/2017, A-776/2017, A-777/2017 vom 23. April 2019 E. 2.4.2 

und A-381/2018 vom 21. November 2019 E. 4.2). 

A-2324/2021 

Seite 13 

2.6  

2.6.1 Der ersuchende Staat hat schliesslich bei der Verwendung der er-

suchten Informationen das Spezialitätsprinzip einzuhalten. Gemäss Art. 26 

Abs. 2 DBA CH-NL sind die Informationen, die ein Vertragsstaat im Rah-

men der internationalen Steueramtshilfe erhalten hat, von diesem wie nach 

innerstaatlichem Recht geheim zu halten. Die Informationen dürfen nur 

Personen oder Behörden (einschliesslich der Gerichte und Verwaltungsbe-

hörden) zugänglich gemacht werden, die mit der Veranlagung oder Erhe-

bung, der Vollstreckung oder der Strafverfolgung, mit der Entscheidung 

von Rechtsmitteln hinsichtlich der in Art. 26 Abs. 1 DBA CH-NL genannten 

Steuern oder mit der Aufsicht über diese Funktionen befasst sind. Diese 

Personen oder Behörden dürfen die Informationen nur für die hiervor ge-

nannten Zwecke verwenden. Dabei ist gemäss bundesgerichtlicher Recht-

sprechung von einer grundsätzlich zweckkonformen Verwendung auch 

dann auszugehen, wenn die ersuchten Informationen ausschliesslich – 

und nicht bloss zusätzlich – in einem Steuerstrafverfahren verwendet wer-

den sollen (vgl. Urteil des BGer 2C_780/2018 vom 1. Februar 2021 E. 3.7.2 

und 3.7.3, mit weiteren Hinweisen). 

2.6.2 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung weist das Spezialitäts-

prinzip nicht nur eine sachliche, sondern auch eine persönliche Dimension 

auf. Demnach dürfen Informationen nicht nur bloss für Steuerzwecke ge-

mäss Art. 26 DBA CH-NL – was wie hiervor erwähnt steuerrechtliche Sank-

tionen einschliesst – sondern auch nur gegenüber denjenigen Personen, 

gegen welche sich das Amtshilfegesuch ausdrücklich richtet, verwendet 

werden (Urteile des BGer 2C_780/2018 vom 1. Februar 2021 E. 3.7.4 so-

wie 2C_537/2019 vom 13. Juli 2020 E. 3.1 ff.). 

2.6.3 Gestützt auf das völkerrechtliche Vertrauensprinzip kann grundsätz-

lich als selbstverständlich vorausgesetzt werden, dass der Spezialitäts-

grundsatz von Staaten, die mit der Schweiz durch einen Amts- oder 

Rechtshilfevertrag verbunden sind, eingehalten wird. Der ersuchte Staat 

kann somit grundsätzlich darauf vertrauen, dass die ersuchten Informatio-

nen im Verfahren des ersuchenden Staates zweckkonform verwendet wer-

den (vgl. BGE 128 II 407 E. 3.2 und 4.3.1; 115 Ib 373 E. 8). Folglich ist die 

Wahrung des Spezialitätsgrundsatzes erst bei konkreten Anhaltspunkten 

auf eine zweckwidrige Verwendung im ersuchenden Staat zu überprüfen 

(vgl. BGE 146 II 150 E. 7.3; 128 II 407 E. 3.2; BVGE 2018 III/1 E. 2.9.1). 

A-2324/2021 

Seite 14 

2.6.4 Ungeachtet des Spezialitätsprinzips kann ein Vertragsstaat die erhal-

tenen Informationen jedoch für andere Zwecke verwenden, wenn die Infor-

mationen nach dem Recht beider Staaten für solche anderen Zwecke ver-

wendet werden dürfen und die zuständige Behörde desjenigen Staates, 

der die Informationen erteilt hat, dieser anderen Verwendung zustimmt 

(Art. 26 Abs. 2 DBA CH-NL, letzter Satz; vgl. BGE 146 II 150 E. 7.5 sowie 

Urteil des BGer 2C_542/2018 vom 10. März 2021 E. 4.4).  

2.7  

2.7.1 Im Sinne einer allgemeinen Verfahrensgarantie haben Parteien ge-

mäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenos-

senschaft (BV, SR 101) Anspruch auf rechtliches Gehör. Dieser Anspruch 

verleiht den Betroffenen insbesondere das Recht, vor Erlass eines in ihre 

Rechtsstellung eingreifenden Entscheids Einsicht in die Akten zu nehmen 

(statt vieler: BGE 140 V 464 E. 4.1, 133 I 270 E. 3.1). Sinn und Zweck der 

Akteneinsicht ist, dass die Parteien die Elemente kennen, die für den Ent-

scheid der Behörde bzw. des Gerichts möglicherweise relevant sein kön-

nen (BERNHARD WALDMANN/MAGNUS OESCHGER, in: Waldmann/Weissen-

berger [Hrsg.], Praxiskommentar zum Bundesgesetz über das Verwal-

tungsverfahren, 2. Aufl. 2016, Art. 26 N 32).  

2.7.2 Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller Natur. Dessen Ver-

letzung führt in der Regel ungeachtet der Erfolgsaussichten der Be-

schwerde in der Sache zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids. 

Rechtsprechungsgemäss kann eine nicht schwerwiegende Verletzung je-

doch als geheilt gelten, wenn die verletzte Partei die Möglichkeit erhält, 

sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt 

wie auch die Rechtslage frei prüfen kann (vgl. BGE 142 II 218 E. 2.8.1). 

Darüber hinaus ist – im Sinne einer Heilung des Mangels – selbst bei einer 

schwerwiegenden Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör von ei-

ner Rückweisung der Sache an die Vorinstanz abzusehen, wenn und so-

weit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu un-

nötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleich-

gestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beur-

teilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 142 II 218 E. 2.8.1, 

137 I 195 E. 2.3.2; Urteile des BVGer A-1336/2020 vom 12. Oktober 2021 

E. 2.2, A-714/2018 vom 23. Januar 2019 E. 3.2). 

2.7.3 Im Bereich der internationalen Steueramtshilfe wird (für das Verfah-

ren vor der ESTV) das Recht auf Akteneinsicht explizit in Art. 15 StAhiG 

A-2324/2021 

Seite 15 

festgehalten. Gemäss Art. 15 Abs. 1 StAhiG können sich die beschwerde-

berechtigten Personen am Verfahren beteiligen und Einsicht in die Akten 

nehmen. Die ESTV kann die Einsicht in gewisse Aktenstücke nach Mass-

gabe von Art. 27 VwVG verweigern, soweit die ausländische Behörde Ge-

heimhaltungsgründe hinsichtlich dieser Aktenstücke glaubhaft macht 

(Art. 15 Abs. 2 StAhiG). Im Übrigen finden die Bestimmungen des VwVG 

Anwendung, soweit das StAhiG nichts anderes bestimmt (vgl. Art. 5 Abs. 1 

StAhiG). 

Im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich die Aktenein-

sicht nach Art. 26 ff. VwVG. Gemäss Art. 26 Abs. 1 VwVG hat die Partei 

oder ihr Vertreter Anspruch darauf, in ihrer Sache Eingaben von Parteien 

und Vernehmlassungen von Behörden (Bst. a), alle als Beweismittel die-

nende Aktenstücke (Bst. b) und Niederschriften eröffneter Verfügungen 

(Bst. c) am Sitz der verfügenden Behörde oder einer durch diese zu be-

zeichnenden kantonalen Behörde einzusehen. Art. 27 VwVG regelt die 

Ausnahmen. 

2.7.4 Gemäss Art. 27 Abs. 1 VwVG darf die Behörde die Einsichtnahme in 

die Akten nur verweigern, wenn wesentliche öffentliche Interessen des 

Bundes oder der Kantone, insbesondere die innere oder äussere Sicher-

heit der Eidgenossenschaft, die Geheimhaltung erfordern (Bst. a); wesent-

liche private Interessen, insbesondere von Gegenparteien, die Geheimhal-

tung erfordern (Bst. b) oder das Interesse einer noch nicht abgeschlosse-

nen amtlichen Untersuchung es erfordert (Bst. c). Die Verweigerung der 

Einsichtnahme darf sich nur auf jene Aktenstücke erstrecken, für die Ge-

heimhaltungsgründe bestehen (Art. 27 Abs. 2 VwVG). Wird einer Partei die 

Einsichtnahme in ein Aktenstück verweigert, so darf auf dieses zum Nach-

teil der Partei nur abgestellt werden, wenn ihr die Behörde von seinem für 

die Sache wesentlichen Inhalt mündlich oder schriftlich Kenntnis und ihr 

ausserdem Gelegenheit gegeben hat, sich zu äussern und Gegenbeweis-

mittel zu bezeichnen (Art. 28 VwVG). 

3.  

Im vorliegenden Verfahren gilt es zu prüfen, ob die Vorinstanz dem nieder-

ländischen Amtshilfeersuchen vom 26. November 2020 zurecht stattgege-

ben hat bzw. ob sich die angefochtene Schlussverfügung als bundes-

rechtskonform erweist. 

3.1 Hinsichtlich des hier diskutierten Ersuchens ist vorweg festzustellen, 

dass es konkrete Fragen beinhaltet, die sich auf eine identifizierte Person 

A-2324/2021 

Seite 16 

im Rahmen einer im ersuchenden Staat laufenden Untersuchung betref-

fend Veranlagung der Einkommenssteuer beziehen. Somit erfüllt das vor-

liegend zu beurteilende Amtshilfeersuchen die formellen Voraussetzungen 

gemäss Ziff. XVII Bst. b des Protokolls zum DBA CH-NL (vgl. E. 2.4).  

3.2  

3.2.1 Die Beschwerdeführerin bestreitet hauptsächlich die voraussichtliche 

Erheblichkeit der ersuchten Informationen für das Steuerverfahren in den 

Niederlanden. Konkret macht sie geltend, dass das Amtshilfeersuchen vom 

26. November 2020 hinsichtlich Gegenstand, Zweck und Begründung 

grundsätzlich identisch sei mit dem vormaligen Amtshilfeersuchen vom 

7. Mai 2018 im Verfahren A-765/2019 (vgl. Urteil vom 20. September 2019, 

bestätigt durch Urteil des BGer 2C_864/2019 vom 17. August 2020). Einzig 

der relevante Zeitraum sei vom 1. Januar 2011 bis 31. Dezember 2017 auf 

bis zum 31. Dezember 2019 ausgedehnt worden. Zur Begründung der vo-

raussichtlichen Erheblichkeit der ersuchten Informationen äussere sich der 

BD lediglich dahingehend, dass es «wichtig [ist], dass die Herkunft der Ein-

zahlung in Erfahrung gebracht wird». Inwiefern diese Angabe für die Steu-

ereinschätzung [betreffend die Beschwerdeführerin] in den Niederlanden 

relevant sein soll, erläutere der BD in seinem Ersuchen hingegen nicht wei-

ter. Somit ergäbe sich aus dem Amtshilfeersuchen vom 26. November 

2020 mit keinem Wort, dass die ersuchten Informationen für die Veranla-

gung der Einkommensteuer der Beschwerdeführerin voraussichtlich er-

heblich seien. Damit erfülle das Amtshilfeersuchen aber die Vorausset-

zung, wonach die voraussichtliche Erheblichkeit der ersuchten Informatio-

nen aus dem Amtshilfeersuchen selbst ersichtlich sein muss, nicht. Daran 

ändere auch das Vorbringen der Vorinstanz in der Schlussverfügung 

nichts, wonach je nach dem, woher die Einzahlung stamme, dies unter-

schiedliche Steuerfolgen auslösen könnte und die Information betreffend 

Herkunft der Einzahlung deshalb relevant sei. Eine solche Begründung 

könne dem Amtshilfeersuchen nicht entnommen werden, weshalb es sich 

dabei um eine blosse Spekulation bzw. unbelegte Behauptung der Vo-

rinstanz handle.  

Die Beschwerdeführerin bringt des Weiteren vor, dass es generell nicht 

nachvollziehbar sei, inwiefern Informationen zur Herkunft von Geldern für 

die Veranlagung der Einkommenssteuern relevant sein sollen. Mit der Ein-

kommenssteuer werde das Einkommen einer Person besteuert. Für eine 

rechtskonforme Besteuerung sei dabei vor allem die Höhe des steuerbaren 

Einkommens relevant, nicht jedoch die Herkunft oder das Schicksal der 

A-2324/2021 

Seite 17 

entsprechenden Vermögenswerte. Im Übrigen weist die Beschwerdeführe-

rin darauf hin, dass der BD im abgeschlossenen Amtshilfeersuchen vom 

7. Mai 2018 lediglich Fragen zum Schicksal des Geldes, welches die Be-

schwerdeführerin mit Einlösung des verfahrensgegenständlichen Checks 

erhalten habe, gestellt habe. Der BD habe es damals jedoch unterlassen, 

Fragen zur Herkunft der fraglichen Mittel zu stellen. Dies sei vor dem Hin-

tergrund, dass der BD die Herkunft der Gelder als «wichtig» bezeichne, 

«unbegreiflich».  

3.2.2  

3.2.2.1 Gemäss Rechtsprechung ist die Beurteilung, ob bzw. welche Infor-

mationen für die Einkommensbesteuerung voraussichtlich erheblich sind, 

grundsätzlich Sache des ersuchenden Staates (vgl. E. 2.5.4). Der BD er-

sucht vorliegend um Übermittlung von Informationen zur Herkunft einer be-

stimmten Zahlung auf das Konto der Beschwerdeführerin mit dem Hinweis, 

dies sei zur Beurteilung der Steuersituation wichtig. Entgegen der Auffas-

sung der Beschwerdeführerin ist die Herkunft einer Zahlung für die Steuer-

veranlagung nicht per se irrelevant. Die Herkunft einer Zahlung sowie ihr 

Rechtsgrund (z.B. Schenkung) können nämlich grundsätzlich geeignet 

sein, um zu beurteilen, wem ein bestimmter Vermögenswert zu welchem 

Zeitpunkt bzw. für welchen Zeitraum und in welcher Form steuerrechtlich 

zuzuordnen ist. Insofern kann die Herkunft einer Zahlung durchaus die 

Höhe des relevanten Einkommens einer steuerpflichtigen Person beein-

flussen. Vor diesem Hintergrund stellt somit die Ausführung der Vorinstanz, 

wonach sich je nach Herkunft (von einer natürlichen Person, einer juristi-

schen Person oder von einer Behörde) des auf das Konto der Beschwer-

deführerin bei der Bank 2 einbezahlten Geldes unterschiedliche Steuerfol-

gen ergeben könnten, entgegen dem Vorbringen der Beschwerdeführerin 

keine reine Spekulation bzw. unbelegte Vermutung dar. 

3.2.2.2 Der BD möchte im vorliegenden Fall mit den im Ersuchen gestellten 

Fragen insbesondere wissen, ob der Betrag, welcher am 24. Mai 2011 mit 

dem Check Nr. (…) auf das Konto der Beschwerdeführerin bei der Bank 2 

einbezahlt wurde, auch vor der Überweisung der Beschwerdeführerin zu-

zurechnen war oder ob die Einzahlung allenfalls von einer anderen Person 

stammte. Insofern ist es für die ersuchende Behörde ebenfalls wichtig, zu 

wissen, ob es weitere Bankkonten auf den Namen der Beschwerdeführerin 

gibt, oder ob sie allenfalls ein Konto einer nahestehenden Person für ei-

gene Zwecke verwendet(e). Die voraussichtliche Erheblichkeit der ersuch-

ten Informationen im niederländischen Steuerverfahren lässt sich somit – 

A-2324/2021 

Seite 18 

entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin – ohne Weiteres dem 

Ersuchen vom 26. November 2020 entnehmen.  

3.2.2.3  Die zu übermittelnden Informationen sind sodann auch geeignet, 

die für die ersuchende Behörde nach wie vor unklare Herkunft der Einzah-

lung vom 24. Mai 2011 mit dem genannten Check auf das Konto der Be-

schwerdeführerin bei der Bank 2 tatsächlich zu erhellen. Die Informationen, 

so namentlich die Bekanntgabe der Nummer des Kontos bei der Bank 3, 

dem der entsprechende Betrag belastet wurde, wie auch des Namens des 

Inhabers dieses Kontos sind folglich auch nach der Edition der verlangten 

Unterlagen noch als voraussichtlich erheblich zu betrachten, um die Ein-

kommensverhältnisse der Beschwerdeführerin im Rahmen der steuer-

rechtlichen Veranlagung zu beurteilen. […]  

3.3  

3.3.1 Des Weiteren bringt die Beschwerdeführerin vor, aufgrund der zu 

übermittelnden Informationen sowie der übrigen Umstände müsse in casu 

offensichtlich davon ausgegangen werden, dass die ersuchten Informatio-

nen nicht für einen in Art. 26 DBA CH-NL genannten Zweck, sondern aus-

schliesslich zur Verwendung in einem Strafverfahren erhoben würden. 

Die Beschwerdeführerin begründet ihren Verdacht zum einen damit, dass 

dem BD die Einkommens- und Vermögenssituation der Beschwerdeführe-

rin bereits bekannt sei. Bereits deshalb benötige der BD keine weiteren 

Informationen für die Steuerveranlagung der Beschwerdeführerin. Zum an-

deren [Ausführungen betreffend Strafverfahren]. Dieser Zusammenhang 

lasse eindeutig darauf schliessen, dass die niederländischen Behörden die 

ersuchten Informationen nicht wie behauptet für die richtige und vollstän-

dige Steuerveranlagung der Beschwerdeführerin bräuchten. Die Inan-

spruchnahme der vorliegenden Amtshilfe diene stattdessen einzig und al-

lein der Informationsbeschaffung zum Zweck der Verwendung im Rahmen 

eines Strafverfahrens. Vor diesem Hintergrund sei schliesslich auch die – 

im Übrigen nicht weiter belegte – Erklärung des BD zu würdigen, wonach 

sich die Beschwerdeführerin weigere, die geforderten Auskünfte zu ertei-

len. Anscheinend werde das im Strafverfahren bestehende Aussagever-

weigerungsrecht durch den BD als Vorwand im Amtshilfeverfahren benutzt. 

Die Vorinstanz habe zwar auf das Urteil des Bundesgerichts 2C_780/2018 

vom 1. Februar 2021 hingewiesen, wonach amtshilfeweise erlangte Infor-

mationen auch ausschliesslich in Steuerstrafverfahren verwendet werden 

können. Die Vorinstanz übersehe dabei jedoch, dass Amtshilfeersuchen in 

A-2324/2021 

Seite 19 

Steuersachen für andere Strafverfahren als Steuerstrafverfahren – insbe-

sondere für Strafverfahren wegen Geldwäscherei – weiterhin unzulässig 

seien. […]. Folglich hätten die niederländischen Behörden in der vorliegen-

den Konstellation entweder ein Rechtshilfeersuchen stellen oder im Amts-

hilfeverfahren gemäss Art. 26 Abs. 2 DBA CH-NL die Zustimmung der er-

suchten Behörde für die Verwendung der Informationen zu einem anderen 

Zweck beantragen müssen. Beides sei vorliegend nicht erfolgt, weshalb 

keine Amtshilfe geleistet werden dürfe. 

3.3.2  

3.3.2.1 Der Einwand der Beschwerdeführerin, der BD verfüge bereits über 

sämtliche Informationen betreffend das Vermögen und Einkommen der Be-

schwerdeführerin im relevanten Zeitraum, überzeugt nicht. Ersuchte Infor-

mationen sind nämlich auch dann zu übermitteln, wenn sie zwecks Über-

prüfung schon vorhandener, aber nicht völlig zweifelsfreier Erkenntnisse 

der Behörden des ersuchenden Staates verlangt werden, sofern sie – wie 

in vorliegendem Fall (vgl. E. 3.2.3) – weiterhin die Voraussetzungen der 

voraussichtlichen Erheblichkeit erfüllen (vgl. E. 2.5.5). 

3.3.2.2 Gemäss Erklärung der ersuchenden Behörde wird das Amtshilfeer-

suchen vom 26. November 2020 zum Zweck der korrekten Einkommens-

steuererhebung gestellt. Mit ihren Vorbringen betreffend eines möglicher-

weise gegen die Beschwerdeführerin geführten Strafverfahrens […] ver-

mag die Beschwerdeführerin die Erklärung des BD nicht sofort zu entkräf-

ten. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin hängt der im Ersu-

chen geschilderte Sachverhalt mit den verlangten Informationen sowie den 

ersuchten Dokumenten rechtsgenügend zusammen. Gestützt auf die An-

gaben im Amtshilfeersuchen vom 26. November 2020 und in Anwendung 

des völkerrechtlichen Vertrauensprinzips (vgl. E. 2.2 sowie E. 2.6) ging die 

Vorinstanz folglich zu Recht davon aus, dass das vorliegende Amtshilfeer-

suchen zwecks korrekter Einkommenssteuererhebung gestellt worden ist 

und die ersuchten Informationen nicht, wie von der Beschwerdeführerin 

behauptet, einzig und allein in einem Strafverfahren wegen Verdachts auf 

Geldwäscherei bzw. auf andere Delikte als Steuerdelikte, verwendet wer-

den sollen.  

3.3.2.3 Sofern es sich beim von der Beschwerdeführerin erwähnten, vom 

FIOD möglicherweise (nach wie vor) gegen sie geführten Strafverfahren 

um ein Steuerstrafverfahren handeln sollte, so ist zu erwähnen, dass so-

wohl die zusätzliche wie auch die ausschliessliche Verwendung der im vor-

liegenden Amtshilfeverfahren ersuchten Informationen in einem solchen 

A-2324/2021 

Seite 20 

Steuerstrafverfahren in Art. 26 Abs. 2 Satz 1 DBA CH-NL vorgesehen, mit-

hin zweckkonform, wäre (vgl. E. 2.6.1). 

3.3.3 Zusammenfassend gelingt es der Beschwerdeführerin aufgrund des 

hiervor Gesagten nicht, mit ihren Vorbringen aufzuzeigen, dass ein Zusam-

menhang zwischen den verlangten Informationen und der in den Nieder-

landen gegen sie durchgeführten steuerrechtlichen Untersuchung wenig 

wahrscheinlich erscheint. Die Vorbringen der Beschwerdeführerin sowie 

die von ihr eingereichten Unterlagen vermögen insbesondere weder die 

Sachverhaltsdarstellung noch die Erklärungen des BD sofort zu entkräften 

(vgl. E. 3.2 und 3.3). Aufgrund des völkerrechtlichen Vertrauensprinzips 

(vgl. E. 2.2) besteht daher kein Anlass, an der Richtigkeit der Ausführungen 

und Erklärungen der ersuchenden Behörde zu zweifeln. Damit ist in casu 

– in Übereinstimmung mit den Erwägungen in der Schlussverfügung der 

Vorinstanz – die voraussichtliche Erheblichkeit von grundsätzlich sämtli-

chen zu übermittelnden Informationen als gegeben zu betrachten. Eine er-

gänzende bzw. präzisierende Nachfrage bei der ersuchenden Behörde ist 

folglich nicht angezeigt, weshalb der diesbezügliche (Eventual-)Antrag der 

Beschwerdeführerin abzuweisen ist. 

3.4  

3.4.1 Die Beschwerdeführerin beantragt schliesslich die Ergänzung von 

Ziff. 4 des Dispositivs der Schlussverfügung vom 12. April 2021 mit dem 

Zusatz «ausschliesslich in Steuerstrafsachen». Zur Begründung führt sie 

an, aus der Schlussverfügung gehe nicht klar und eindeutig hervor, bei wel-

chen Strafverfahren die mittels Amtshilfe in Steuersachen erhaltenen Infor-

mationen verwendet werden dürfen, und bei welchen nicht. Die beantragte 

Ergänzung sei insbesondere darum vorzunehmen, weil in den Niederlan-

den ein anderes Verständnis von Art. 26 Abs. 2 DBA CH-NL vorherrschen 

könnte. 

3.4.2 Die Vorinstanz hat den Spezialitätsvorbehalt in Ziff. 4 des Dispositivs 

der Schlussverfügung vom 12. April 2021 vollständig und korrekt wieder-

gegeben. Überdies hat sie den BD zusätzlich darauf hingewiesen, dass die 

übermittelten Informationen nur im Verfahren gegen die (namentlich ge-

nannte) betroffene Person und nur für den im Ersuchen genannten Sach-

verhalt verwenden dürfen. Es lässt sich zudem weder aus dem Sachverhalt 

im Ersuchen schliessen noch gelingt es der Beschwerdeführerin zu bele-

gen, dass die vorliegend ersuchten Informationen zweckwidrig, namentlich 

wie behauptet im Rahmen einer Strafuntersuchung […], verwendet werden 

könnten bzw. dass eine diesbezügliche Weiterleitung droht (vgl. E 3.3.). 

A-2324/2021 

Seite 21 

Somit ist die Beschwerdeführerin – wie im Übrigen auch [E._______] als 

Drittperson – vorliegend durch das in Art. 26 Abs. 2 DBA CH-NL statuierte 

Spezialitätsprinzip (vgl. E. 2.6) hinreichend geschützt. Die von der Be-

schwerdeführerin (eventualiter) beantragte Anpassung von Ziff. 4 des Dis-

positivs der Schlussverfügung ist dementsprechend ebenfalls abzuweisen.  

3.4.3 Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, 

dass – wie bereits erwähnt – die Möglichkeit besteht, dass die ersuchende 

Behörde die einmal erhobenen Informationen – sofern die Voraussetzun-

gen gegeben sind – mit Zustimmung der ESTV, die ihrerseits im Einver-

nehmen mit dem Bundesamt für Justiz handelt, auch für andere Zwecke 

verwenden kann (vgl. E. 2.6.4). Dies bildet jedoch nicht Gegenstand des 

vorliegenden Verfahrens.  

3.5 Abschliessend ist auf die ebenfalls von der Beschwerdeführerin vorge-

brachte Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs einzugehen.  

3.5.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass die Vorinstanz das 

Amtshilfeersuchen vom 26. November 2020 sowie die E-Mail desselben 

Datums der Vorinstanz an den BD teilweise geschwärzt habe. Eine solche 

Schwärzung stelle eine Einschränkung des Akteneinsichtsrechts dar, wel-

che nur aus Gründen gemäss Art. 27 VwVG zulässig sei und in jedem Fall 

begründet werden müsse. Die Vorinstanz habe es jedoch unterlassen, die 

Schwärzung und somit die eingeschränkte Akteneinsicht zu begründen, 

womit sie den Anspruch der Beschwerdeführerin auf rechtliches Gehör ver-

letzt habe.  

3.5.2 Bei den geschwärzten Stellen in den betroffenen Aktenstücken han-

delte es sich um Kontaktangaben von Mitarbeitenden der ersuchenden Be-

hörde (vgl. act. 1 und 2). Als Begründung für die Schwärzung der Kontakt-

angaben gibt die Vorinstanz in ihrer Stellungnahme vom 19. Juli 2021 an, 

dass es sich dabei um eine Praxis der ESTV handle und sie sich dem An-

trag der Beschwerdeführerin um Offenlegung der betroffenen Akten in un-

geschwärzter Form nicht widersetze. Allerdings habe die Schwärzung der 

Kontaktangaben der Mitarbeitenden des BD die Wahrnehmung des recht-

lichen Gehörs der Beschwerdeführerin nicht beeinflusst. Insbesondere sei 

nicht ersichtlich, inwiefern die Beschwerdeführerin durch die Schwärzung 

daran gehindert worden sein soll, ihre Anliegen umfassend in der einge-

reichten Beschwerde vorzubringen. 

 

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Seite 22 

3.5.3  

3.5.3.1 Das Akteneinsichtsrecht (vgl. E. 2.7) bezieht sich auf sämtliche Ak-

ten eines Verfahrens, die für dieses erstellt oder beigezogen wurden, ohne 

dass ein besonderes Interesse geltend gemacht werden müsste (BGE 144 

II 427 E 3.1.1; 129 I 249 E. 3). Die Akteneinsicht ist auch dann zu gewäh-

ren, wenn die Ausübung des akteneinsichtsrechts den Entscheid in der Sa-

che nicht zu beeinflussen vermag. Die Einsicht in die Akten, die für ein be-

stimmtes Verfahren erstellt oder beigezogen wurden, kann demnach nicht 

mit der Begründung verweigert werden, die fraglichen Akten seien für den 

Verfahrensausgang belanglos. Es muss vielmehr dem Betroffenen selber 

überlassen sein, die Relevanz der Akten zu beurteilen (vgl. BGE 132 V 387 

E. 3.2; Urteile des BGer 1B_240/2021 vom 8. Februar 2022 E. 2.2; 

1B_287/2012 vom 25. Juni 2012 E. 2.3).  

 

3.5.3.2 Bei den geschwärzten Stellen in den betroffenen Aktenstücken 

handelte es sich vorliegend – wie bereits erwähnt – um Kontaktangaben 

(Namen, Telefonnummern und E-Mailadressen) von Mitarbeitenden der er-

suchenden Behörde. Wie die Vorinstanz treffend ausführt, war für die Be-

schwerdeführerin selbst nach Anbringen der Schwärzungen erkennbar, 

welche Art von Angaben nicht offengelegt worden sind. Zudem blieb er-

sichtlich, von welchem Staat das Amtshilfeersuchen stammte. Vorliegend 

kann somit lediglich von einer nicht schwerwiegenden Verletzung des 

rechtlichen Gehörs die Rede sein. In Gutheissung des prozessualen An-

trags der Beschwerdeführerin wurden ihr die von der Schwärzung betroffe-

nen Unterlagen mit Zwischenverfügung vom 21. Juli 2021 in ungeschwärz-

ter Form zugestellt. Sie erhielt ausserdem Gelegenheit, sich zu diesen Un-

terlagen zu äussern, wovon sie mit Eingabe vom 2. August 2021 Gebrauch 

machte. Die nicht schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs ist 

im vorliegenden Beschwerdeverfahren aufgrund der umfassenden Kogni-

tion des Bundesverwaltungsgerichts somit als geheilt zu betrachten (vgl. 

E. 2.7.2). 

3.5.3.3 Die nicht schwerwiegende – und in vorliegendem Verfahren ge-

heilte – Verletzung des rechtlichen Gehörs der Beschwerdeführerin (vgl. 

E. 3.5.3.2 soeben) ändert jedoch nichts daran, dass die angefochtene 

Schlussverfügung bereits von Anfang an rechtsgenüglich begründet war. 

Die Gehörsverletzung ist somit als derart geringfügig einzustufen, dass sie 

keinen Einfluss auf den Ausgang des Verfahrens hat und folglich bei den 

Kosten- und Entschädigungsfolgen nicht zu berücksichtigen ist.  

 

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Seite 23 

3.6 Andere Gründe, die im vorliegenden Fall gegen eine Gewährung von 

Amtshilfe sprechen würden, sind weder geltend gemacht worden noch 

sonst wie ersichtlich. Die ersuchten Informationen sind an den BD, wie von 

der Vorinstanz in der Schlussverfügung vom 12. April 2021 vorgesehen, zu 

übermitteln und die Beschwerde ist abzuweisen. 

4.  

4.1 Ausgangsgemäss hat die unterliegende Beschwerdeführerin die Ver-

fahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Diese sind auf Fr. 5'000.- 

festzusetzen (vgl. Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 4 des Reglements vom 21. Feb-

ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-

tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der einbezahlte Kostenvorschuss in 

derselben Höhe ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden.  

4.2 Eine Parteienschädigung ist nicht zuzusprechen (vgl. Art. 64 Abs. 1 

VwVG e contrario und Art. 7 Abs. 1 VGKE e contrario sowie Art. 7 Abs. 3 

VGKE).  

5.  

Dieser Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Amtshilfe in Steuer-

sachen kann gemäss Art. 83 Bst. h des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 

über das Bundesgericht (BGG, SR 173.110) innerhalb von 10 Tagen nur 

dann mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das 

Bundesgericht weitergezogen werden, wenn sich eine Rechtsfrage von 

grundsätzlicher Bedeutung stellt oder wenn es sich aus anderen Gründen 

um einen besonders bedeutenden Fall im Sinne von Art. 84 Abs. 2 BGG 

handelt (Art. 84a und Art. 100 Abs. 2 Bst. b BGG). Ob dies der Fall ist, 

entscheidet das Bundesgericht. 

 

Das Dispositiv befindet sich auf der folgenden Seite. 

  

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Seite 24 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 5'000.- werden der Beschwerdeführerin 

auferlegt. Der einbezahlte Kostenvorschuss in gleicher Höhe wird zur Be-

zahlung der Verfahrenskosten verwendet. 

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an:  

- Die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) 

- Die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Gerichtsurkunde) 

 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Iris Widmer Ana Pajovic 

 

  

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Seite 25 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Amtshilfe in 

Steuersachen kann innert 10 Tagen nach Eröffnung nur dann beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden, wenn sich eine Rechtsfrage von grundsätzli-

cher Bedeutung stellt oder wenn es sich aus anderen Gründen um einen 

besonders bedeutenden Fall im Sinne von Art. 84 Abs. 2 BGG handelt 

(Art. 82, Art. 83 Bst. h, Art. 84a, Art. 90 ff. und Art. 100 Abs. 2 Bst. b BGG). 

Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der 

Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schwei-

zerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsulari-

schen Vertretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). In der 

Rechtsschrift ist auszuführen, warum die jeweilige Voraussetzung erfüllt 

ist. Im Übrigen ist die Rechtsschrift in einer Amtssprache abzufassen und 

hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die 

Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismit-

tel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizule-

gen (Art. 42 BGG). 

 

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