# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c5dd4b52-8d26-5ba3-a0d4-ff1daa50f588
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-10-09
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 09.10.2015 715 2015 162 / 272 (715 15 162 / 272)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_715-2015-162---272_2015-10-09.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht 
 
 
vom 9. Oktober 2015 (715 15 162 / 272) 
____________________________________________________________________ 
 
 
Arbeitslosenversicherung 
 
 
Beschwerdeführerin kann nicht rechtsgenüglich darlegen, dass ein zwingender Grund 
zur freiwilligen Stellenaufgabe vorgelegen hat; selbstverschuldete Arbeitslosigkeit be-
jaht. 
 
 
 
Besetzung Präsident Andreas Brunner, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann 

 
 

Parteien A.____ Beschwerdeführerin 
  

 
gegen 
 
 

 Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland, Bahnhofstrasse 32, 
Postfach, 4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Einstellung in der Anspruchsberechtigung 
 
 
 
A. Die 1970 geborene A.____ war zuletzt vom 1. Juli 2014 bis 31. Dezember 2014 bei der 
B____AG als stellvertretende Teamleiterin Food und Pharma angestellt. Am 15. Dezember 
2014 meldete sie sich beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum Liestal (RAV) zur Arbeits-
vermittlung an und erhob bei der Öffentlichen Arbeitslosenkasse Baselland (Kasse) Anspruch 
auf Arbeitslosenentschädigung ab 1. Januar 2015. Mit Verfügung Nr. 199/2015 vom 2. Februar 
2015 stellte die Kasse A.____ wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit ab dem 1. Januar 

 

 
 
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2015 für 31 Tage in der Anspruchsberechtigung ein. Daran hielt die Einspracheinstanz des 
Kantonalen Amtes für Industrie, Gewerbe und Arbeit Basel-Landschaft (KIGA) mit Entscheid 
vom 7. April 2015 fest. 
 
B. Hiergegen erhob A.____ am 9. Mai 2015 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung 
Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), wobei sie die Aufhebung der Verfügung 
Nr. 199/2015 vom 2. Februar 2015 [recte wohl: des Einspracheentscheids vom 7. April 2015] 
beantragte. Es sei festzustellen, dass der Verbleib am bisherigen Arbeitsplatz aus medizini-
scher Sicht unzumutbar gewesen sei und sie deshalb die Stelle gekündigt habe; unter o/e-
Kostenfolge. 
 
C. Am 12. Mai 2015 reichte die Beschwerdeführerin dem Kantonsgericht einen Bericht des 
behandelnden Arztes Dr. med. C.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, vom 11. Mai 2015 ein. 
 
D. Die Kasse schloss in ihrer Vernehmlassung vom 27. Juli 2015 auf Abweisung der Be-
schwerde und verwies zur Begründung in erster Linie auf den angefochtenen Einspracheent-
scheid. Ergänzend führte sie im Wesentlichen aus, aufgrund der vorliegenden Arztzeugnisse 
sei nicht hinreichend erstellt, dass zwingende medizinische oder gesundheitliche Gründe zur 
Kündigung geführt hätten. Den Akten sei nicht zu entnehmen, dass die Kündigung der Stelle 
auf ärztlichen Rat hin erfolgt sei. Der Beschwerdeführerin wäre es zumutbar gewesen, solange 
ihre Arbeitsstelle zu behalten, bis sie eine neue Stelle gefunden hätte. 
 
 
Der Präsident zieht  i n  E r w ä g u n g : 
 
1.1 Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversi-
cherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Juni 1982 in Verbindung mit den 
Art. 56 und 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG) vom 6. Oktober 2000 kann gegen Einspracheentscheide aus dem Bereich der Arbeits-
losenversicherung Beschwerde beim kantonalen Versicherungsgericht erhoben werden. Örtlich 
zuständig ist nach Art. 100 Abs. 3 AVIG in Verbindung mit Art. 128 Abs. 1 sowie Art. 119 
Abs. 1  lit. a und Abs. 2 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und 
die Insolvenzentschädigung (AVIV) vom 31. August 1983 das Versicherungsgericht desjenigen 
Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit des Verfügungserlasses die Kontrollpflicht er-
füllt. Vorliegend kam die Beschwerdeführerin ihren Kontrollpflichten im Kanton Basel-
Landschaft nach, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts zu bejahen ist. Laut 
§ 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) 
vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige ge-
richtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Versicherungs-
träger gemäss Art. 56 ATSG, weshalb auch die sachliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts 
gegeben ist. Auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist daher einzu-
treten. 
 

 

 
 
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1.2 Gemäss § 55 Abs. 1 VPO entscheidet die präsidierende Person der Abteilung Sozial-
versicherungsrecht des Kantonsgerichts Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von Fr. 10'000.-- 
durch Präsidialentscheid. Im vorliegenden Fall ist eine Einstellung in der Anspruchsberechti-
gung im Umfang von 31 Tagen bei einem Taggeld von Fr. 293.05 und damit ein Streitwert von 
Fr. 9‘084.55 zu beurteilen. Über die Beschwerde ist demnach präsidial zu entscheiden. 
 
2. Streitig ist, ob die Kasse die Versicherte infolge selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit zu 
Recht für die Dauer von 31 Tagen in der Anspruchsberechtigung eingestellt hat. 
 
3.1 Nach Art. 17 Abs. 1 AVIG muss die versicherte Person alles Zumutbare unternehmen, 
um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. Kommt sie dieser Verpflichtung nicht nach, 
kann die zuständige Arbeitslosenkasse die Einstellung in der Anspruchsberechtigung verfügen 
(Art. 30 AVIG). Die Einstellung hat die Funktion einer Haftungsbegrenzung der Versicherung für 
Schäden, die die versicherte Person hätte vermeiden oder vermindern können. Als Verwal-
tungssanktion ist sie vom Gesetzmässigkeits-, Verhältnismässigkeits- und Verschuldensprinzip 
beherrscht (THOMAS NUSSBAUMER, Arbeitslosenversicherung, in: Ulrich Meyer [Hrsg.], Schwei-
zerisches Bundesverwaltungsrecht, Soziale Sicherheit, Basel/Genf/München 2007, Rz. 822). 
 
3.2 Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG ist eine versicherte Person in der Anspruchsberech-
tigung einzustellen, wenn sie durch eigenes Verschulden arbeitslos ist. Eine selbstverschuldete 
Arbeitslosigkeit liegt dann vor, wenn und soweit der Eintritt der Arbeitslosigkeit nicht objektiven 
Faktoren zuzuschreiben ist, sondern in einem nach den persönlichen Umständen und den per-
sönlichen Verhältnissen vermeidbaren Verhalten der versicherten Person liegt (vgl. ARV 1982 
Nr. 4 S. 39). Dies ist unter anderem dann der Fall, wenn die versicherte Person das Arbeitsver-
hältnis von sich aus kündigt, ohne dass ihr eine andere Stelle zugesichert war, es sei denn, 
dass ihr das Verbleiben an der Arbeitsstelle nicht zugemutet werden konnte (vgl. Art. 44 Abs. 1 
lit. b AVIV). Im Bereich der freiwilligen Stellenaufgabe nach Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV findet die 
Schadenminderungspflicht (vgl. Art. 17 Abs. 1 AVIG) ihre Grenze grundsätzlich im Zumutbar-
keitsgedanken. So gilt nach Art. 16 Abs. 1 AVIG eine Arbeit noch als zumutbar, die den berufs- 
und ortsüblichen, insbesondere den gesamt- und normalarbeitsvertraglichen Bedingungen ent-
spricht, den Fähigkeiten und dem Gesundheitszustand der arbeitslosen Person angemessen ist 
und die Wiederbeschäftigung in ihrem Beruf nicht wesentlich erschwert. Das Bundesgericht, 
sozialrechtliche Abteilungen (vormals Eidgenössisches Versicherungsgericht [EVG]), hat in 
konstanter Praxis entschieden, dass bei der Frage der Zumutbarkeit bzw. Unzumutbarkeit des 
Verbleibens am Arbeitsplatz ein strenger Massstab anzulegen ist (vgl. BGE 124 V 238 E. 4; 
ARV 1986 Nr. 23 mit Hinweisen). Wenn nicht besondere Umstände vorliegen, darf einer versi-
cherten Person zugemutet werden, wenigstens so lange am Arbeitsplatz zu verbleiben, bis sie 
eine neue Stelle gefunden hat (vgl. ARV 1976 Nr. 18; GERHARD GERHARDS, Kommentar zum 
AVIG, Bd. I, N. 27 zu Art. 16; JACQUELINE CHOPARD, Die Einstellung in der Anspruchsberechti-
gung, Diss. Zürich 1998, S. 116). 
 
3.3 Ein schlechtes Arbeitsklima und Meinungsverschiedenheiten mit Vorgesetzten oder 
Arbeitskollegen vermögen grundsätzlich keine Unzumutbarkeit der Fortführung des Arbeitsver-
hältnisses zu begründen (vgl. SVR 1997 ALV Nr. 105 S. 323, C 128/96). Bei Schwierigkeiten 

 

 
 
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wie Auseinandersetzungen, Stresssituationen und dergleichen ist es der versicherten Person 
grundsätzlich zuzumuten, ihre Stelle nicht ohne Zusicherung einer neuen Anschlussstelle auf-
zugeben. So hat das Bundesgericht festgehalten, dass belastende Verhältnisse am Arbeitsplatz 
eine vorzeitige Auflösung des Arbeitsverhältnisses nicht rechtfertigen. Sie können aber allen-
falls beim Verschulden berücksichtigt werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 29. Oktober 
2003, C 133/03, E. 3.2 mit Hinweisen). Auch ein den Vorstellungen der versicherten Person 
nicht entsprechendes Betriebsklima genügt hierzu keineswegs (vgl. ARV 1986 Nr. 24 S. 95). 
Zur freiwilligen Stellenaufgabe können deshalb nur zwingende Gründe führen, so etwa medizi-
nische oder gesundheitsgefährdende Gründe. Diese müssen durch ein eindeutiges Arztzeugnis 
oder Gutachten belegt sein. Die Zumutbarkeit zum Verbleiben wird diesfalls strenger beurteilt 
als die Zumutbarkeit, eine neue Stelle anzutreten (vgl. BGE 124 V 234 E. 4bb mit Hinweisen). 
Belegt die versicherte Person durch ein eindeutiges ärztliches Zeugnis (oder allenfalls durch 
andere geeignete Beweismittel), dass ihr die Weiterarbeit aus gesundheitlichen Gründen nicht 
mehr zumutbar war, ist daher grundsätzlich von einer Unzumutbarkeit aus gesundheitlichen 
Gründen auszugehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 4. Mai 2010, 8C_12/2010, E. 3.1; 
BGE 124 V 234 E. 4b/bb S. 238; Urteile des EVG vom 6. Dezember 2006, C 161/06, E. 3.2 und 
vom 9. Februar 2006, C 299/05, E. 2.2; je mit Hinweis;  GERHARD GERHARDS, Kommentar zum 
AVIG, Bd. I [Art. 1-58], 1988, N. 14 zu Art. 30 AVIG; CHOPARD, a.a.O., S. 123). 
 
4.1 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungs- und Verwaltungsgerichts-
beschwerdeverfahren ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Versiche-
rungsträger und Gerichte von Amtes wegen für die richtige und vollständige Feststellung des 
rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (vgl. BGE 125 V 195 E. 2; 122 V 158 E. 1a). Dies 
bedeutet, dass in Bezug auf den rechtserheblichen Sachverhalt Abklärungen vorzunehmen 
sind, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender 
Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 8. Juni 2009, 
8C_106/2009, E. 1 mit weiteren Verweisen). Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneinge-
schränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (vgl. BGE 125 V 193 
E. 2, Urteil des Bundesgerichts vom 17. Juni 2009, 8C_412/2009, E. 1). 
 
4.2 Das Kantonsgericht besitzt in Sozialversicherungssachen die vollständige Überprü-
fungsbefugnis und ist in der Beweiswürdigung frei (vgl. § 57 VPO in Verbindung mit Art. 61 Satz 
1 ATSG; Art. 61 lit. c ATSG). Die Verwaltung als verfügende Instanz und - im Beschwerdefall - 
das Gericht dürfen eine Tatsache sodann nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ih-
rem Bestehen überzeugt sind (vgl. MAX KUMMER, Grundriss des Zivilprozessrechts, Bern 1984, 
S. 136). Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht 
etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu 
fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen 
nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen mögli-
chen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (vgl. BGE 126 V 360 E. 5b; 
125 V 195; 121 V 47 E. 2a; 208 E. 6b mit Hinweis). 
 
5. Aufgrund der vorliegenden Akten stellt sich der rechtserhebliche Sachverhalt wie folgt 
dar: Die Beschwerdeführerin war seit 1. Juli 2014 bei der B____AG als stellvertretende Team-

 

 
 
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leiterin Food und Pharma angestellt. Mit Schreiben vom 24. November 2014 kündigte sie ihr 
Arbeitsverhältnis per 31. Dezember 2014. Im Antrag auf Arbeitslosenentschädigung vom 
14. Dezember 2014 führte sie aus, dass sich die unklare Funktion und Hierarchie negativ auf 
ihre chronisch-entzündliche Darmerkrankung ausgewirkt hätten. In der Arbeitgeberbescheini-
gung vom 16. Dezember 2014 wurde demgegenüber ausgeführt, dass die Kündigung aus per-
sönlichen Gründen erfolgt sei. Anlässlich der Gewährung des rechtlichen Gehörs führte die Be-
schwerdeführerin am 16. Januar 2015 aus, dass sie wegen ihrer Darmerkrankung seit dem 
29. September 2014 bei Dr. med. D.____, FMH Gastroenterologie und Allgemeine Innere Medi-
zin, in Behandlung stehe. Sie hielt erneut fest, dass ihre Funktion und die Hierarchie bei der 
B____AG unklar gewesen seien und der Dauerstress einen Krankheitsschub ausgelöst habe. 
Da sich keine Verbesserung der Arbeitssituation abgezeichnet habe, habe sie die Stelle gekün-
digt. Im beigelegten Zeugnis vom 15. Dezember 2014 bestätigte Dr. D.____, dass die Be-
schwerdeführerin seit dem 29. September 2014 bei ihm wegen einer Colitis ulcerosa in Abklä-
rung und Behandlung sei. In ihrer Einsprache vom 4. Februar 2015 führte die Beschwerdeführe-
rin aus, dass sich auch der oft respektlose Umgang unter den Mitarbeitenden negativ auf ihre 
Gesundheit ausgewirkt habe. Ein Verbleib bei der B____AG hätte ihre Gesundheit zu stark ge-
schwächt und zudem eine aktive Stellensuche nicht zugelassen. Für ihre Erkrankung sowie den 
Umstand, dass sich das negative berufliche Umfeld ungünstig auf ihre Gesundheit auswirke, 
treffe sie keine Schuld. Mit der Kündigung habe sie eine drohende Krankschreibung abgewen-
det und eigenverantwortlich gehandelt. Die Weiterführung des Arbeitsverhältnisses sei nicht 
zumutbar gewesen. Zudem habe sie sich aktiv um eine neue Stelle bemüht und per 1. April 
2015 wiederum eine Anstellung gefunden. Ein Selbstverschulden sei demnach zu verneinen. Im 
Rahmen des vorliegenden Beschwerdeverfahrens hielt Dr. D.____ am 14. April 2015 fest, es 
sei allgemein bekannt, dass ausgeprägte Stresssituationen und psychische Belastungen den 
Verlauf einer chronisch-entzündliche Darmerkrankung deutlich negativ beeinflussen könnten. 
Bei der Versicherten habe die schlechte Situation am Arbeitsplatz einen negativen Einfluss auf 
den Krankheitsverlauf gehabt, weshalb der Stellenwechsel aus medizinischer Sicht sinnvoll ge-
wesen sei. Weiter hielt Dr. C.____ am 11. Mai 2015 fest, dass die Versicherte seit September 
2014 bei ihm in Behandlung sei. Sie leide an einer Colitis ulcerosa mit diffusen Durchfällen. Das 
Zustandsbild habe sich verschlechtert. Aufgrund der Schilderungen der Versicherten sei das 
Arbeitsklima unzumutbar gewesen. Die sehr gewissenhafte Patientin sei damit vollständig über-
fordert gewesen. Deshalb sei die Erkrankung ausgebrochen. Zudem habe sich ein depressives 
Syndrom entwickelt. Hätte die Versicherte das Arbeitsverhältnis nicht gekündigt, wäre sie zu-
nehmend in eine psychische Ausnahmesituation geraten und die Arbeitsfähigkeit wäre dann auf 
lange Zeit in Frage gestellt gewesen. Nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses hätten sich die 
vielfältigen Symptome nach kurzer Zeit zurückgebildet; die Versicherte sei beschwerdefrei ge-
worden. Die Kündigung des Arbeitsverhältnisses sei absolut richtig gewesen. Während der Be-
handlung bei ihm und Dr. D.____ sei ein Stellenwechsel nicht thematisiert worden. 
 
6.1 Bei der Prüfung der Unterlagen fällt zunächst auf, dass kein echtzeitliches Arztzeugnis 
zu finden ist, dem die Unzumutbarkeit des Verbleibens an der bisherigen Stelle zu entnehmen 
wäre. Der Versicherten wurde denn auch keine krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit beschei-
nigt. Zudem geben weder die Beschwerdeführerin im Kündigungsschreiben vom 24. November 
2014 noch die Arbeitgeberin in ihrer Bescheinigung vom 16. Dezember 2014 gesundheitliche 

 

 
 
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Gründe für die Kündigung des Arbeitsverhältnisses an. Gemäss bundesgerichtlicher Recht-
sprechung (vgl. E. 3.3 vorstehend) muss aber in Fällen, in welchen eine Unzumutbarkeit zum 
Verbleib an der bisherigen Arbeitsstelle aus gesundheitlichen Gründen geltend gemacht wird, 
ein "eindeutiges Arztzeugnis oder Gutachten" vorliegen. 
 
Das Zeugnis von Dr. D.____ vom 15. Dezember 2014 – mit welchem er einzig bestätigte, dass 
die Versicherte wegen einer Colitis ulcerosa abgeklärt und behandelt werde – vermag die Un-
zumutbarkeit nicht zu belegen. Die Unzumutbarkeit des Verbleibens an der bisherigen Stelle ist 
ausschliesslich durch die nachträglich erstellten Zeugnisse der behandelnden Ärzte Dr. D.____ 
vom 14. April 2015 und Dr. C.____ vom 11. Mai 2015 bescheinigt worden. Diese Berichte sind 
aber insbesondere in Bezug auf den Verlauf der gesundheitlichen Entwicklung und die medizi-
nische Begründung für die Unzumutbarkeit nicht hinreichend schlüssig. Zwar bestätigte 
Dr. D.____ am 14. April 2015, dass die schlechte Situation am Arbeitsplatz einen negativen 
Einfluss auf den Krankheitsverlauf gehabt habe. Indessen reicht seine Aussage, wonach ein 
Stellenwechsel aus medizinischer Sicht „sinnvoll“ gewesen sei – mit Blick auf die Tatsache, 
dass die Beschwerdeführerin zu keiner Zeit eine Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde und die 
strenge Rechtsprechung (vgl. E. 3.2 hiervor) – nicht aus, um zu belegen, dass es der Be-
schwerdeführerin unzumutbar war, zumindest bis zur Zusicherung einer neuen Arbeitsstelle am 
Arbeitsplatz zu bleiben. Demnach stellen die Berichte von Dr. D.____ vom 15. Dezember 2014 
und 14. April 2015 keine geeigneten Entscheidgrundlagen dar.  
 
Nichts anderes gilt für den Bericht von Dr. C.____ vom 11. Mai 2015. Zwar bestätigte er die 
Aussage der Versicherten, wonach die (somatische) Erkrankung infolge des angespannten Ar-
beitsklimas ausgebrochen sei. Die Zumutbarkeit zum Verbleib an der bisherigen Stelle vernein-
te er indes mit der Begründung, dass sich bei der Versicherten ein depressives Syndrom einge-
stellt habe. Aufgrund der vorliegenden medizinischen Berichte ist indes nicht ersichtlich, dass 
bei der Versicherten je eine psychiatrische Diagnose gestellt worden wäre. Auch hat die Be-
schwerdeführerin im bisherigen Verfahren nie auf eine psychische Gesundheitsbeeinträchti-
gung hingewiesen. Demnach ist die Beurteilung durch den behandelnden Arzt weder durch Di-
agnosen belegt noch nimmt er Bezug auf die konkrete von der Versicherten ausgeübte Tätig-
keit. Unter Berücksichtigung, dass das Gericht hinsichtlich der Berichte von behandelnden Ärz-
ten der Erfahrungstatsache Rechnung tragen darf und soll, dass diese mitunter im Hinblick auf 
ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen 
und Patienten aussagen (vgl. BGE 125 V 353 E. 3b/cc mit Hinweisen), lässt sich allein aus der 
vagen ärztlichen Aussage, wonach die Versicherte zunehmend in eine psychische Ausnahmesi-
tuation geraten wäre, wenn sie das Arbeitsverhältnis nicht gekündigt hätte und die Arbeitsfähig-
keit „auf lange Zeit in Frage gestellt“ gewesen wäre, nichts zu Gunsten der Versicherten ablei-
ten. Insgesamt erweist sich das Zeugnis von Dr. C.____ als nicht eindeutig im Sinne der Recht-
sprechung und seine Aussagen vermögen die Unzumutbarkeit des Verbleibens am Arbeitsplatz 
nicht rechtsgenüglich zu belegen. 
 
Es liegen auch keine anderen geeigneten Beweismittel bei den Akten, die auf eine Unzumut-
barkeit der Fortführung des Arbeitsverhältnisses aus gesundheitlichen Gründen schliessen las-
sen würden. Dass die aufgegebene Stelle – wie von der Versicherten behauptet – aus gesund-

 

 
 
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heitlichen Gründen nicht mehr zumutbar gewesen wäre, ist demnach nicht hinreichend erstellt. 
Schliesslich lässt der Umstand, dass die Beschwerdeführerin sich selbst bei der Anmeldung 
zum Leistungsbezug bei der Arbeitslosenkasse als arbeitsfähig eingeschätzt hat und zudem 
bereits ab 1. April 2015 eine neue Stelle antreten konnte, nicht auf eine gesundheitliche Belas-
tung schliessen, welche einen Verbleib am bisherigen Arbeitsort zumindest bis zur Zusicherung 
einer neuen Arbeitsstelle unzumutbar gemacht hätte. Nach dem Ausgeführten ist festzuhalten, 
dass es im Rahmen der Mitwirkungspflicht der Parteien (vgl. E. 4.1 hiervor) an der Beschwerde-
führerin gelegen wäre, die medizinische Notwendigkeit der Aufgabe der Arbeitsstelle glaubhaft 
zu machen, was ihr nicht gelungen ist. Es kann nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
angenommen werden, dass die Aufgabe der angestammten Stelle aus entschuldbaren gesund-
heitlichen Gründen erfolgte. 
 
6.2 Zusammengefasst kann die Beschwerdeführerin nicht rechtsgenüglich darlegen, dass 
ein zwingender Grund zur freiwilligen Stellenaufgabe vorgelegen hat. Die Einstellung in der An-
spruchsberechtigung ist demnach im Grundsatz nicht zu beanstanden. 
 
7.1 Es ist sodann zu prüfen, ob die Anzahl der Einstelltage korrekt ermittelt worden ist. Die 
Dauer der Einstellung bemisst sich einzig nach dem Grad des Verschuldens (Art. 30 
Abs. 3 AVIG). Sie beträgt nach Art. 45 Abs. 2 AVIV 1 - 15 Tage bei leichtem Verschulden,    
16 - 30 Tage bei mittelschwerem Verschulden und 31 - 60 Tage bei schwerem Verschulden. 
Innerhalb dieses Rahmens entscheidet die Arbeitslosenkasse nach pflichtgemässem Er-
messen. Das Gericht greift nur mit Zurückhaltung in das der Arbeitslosenkasse zustehende Er-
messen ein. Es setzt nicht sein Ermessen anstelle desjenigen der Arbeitslosenkasse, solange 
diese von ihrem Ermessen pflichtgemäss Gebrauch gemacht hat, also allen einschlägigen Ge-
sichtspunkten gebührend Rechnung getragen hat. 
 
7.2 Vorliegend hat die Kasse das Verhalten der Versicherten als schweres Verschulden 
qualifiziert, was eine Einstellungsdauer von 31-60 Tagen zur Folge hat. Innerhalb dieses Rah-
mens hat sie eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung für die Dauer von 31 Tagen ver-
fügt. Bei der Festlegung der Dauer der Einstellung hat sie zu Recht zu Gunsten der Beschwer-
deführerin berücksichtigt, dass Probleme am Arbeitsplatz bestanden haben und die Versicherte 
gesundheitliche Beschwerden aufwies. Insgesamt ist eine Einstellung in der Anspruchsberech-
tigung im untersten Bereich des schweren Verschuldens von 31 Tagen nicht zu beanstanden. 
Die Arbeitslosenkasse hat ihr Ermessen in Würdigung aller Umstände pflichtgemäss ausgeübt. 
Gegebenheiten, die eine abweichende Ermessensausübung als näher liegend erscheinen las-
sen würden, sind jedenfalls nicht ersichtlich. 
 
8. Aus dem Gesagten folgt, dass der angefochtene Einspracheentscheid vom 7. April 
2015 nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerdeführerin konnte nicht darlegen, dass ihr aus ge-
sundheitlichen Gründen ein Verbleib an der bisherigen Arbeitsstelle zumindest bis zur Zusiche-
rung einer neuen Arbeitsstelle nicht zumutbar gewesen wäre. Die Beschwerdegegnerin hat so-
dann ihr Ermessen bei der Festlegung der Einstelltage korrekt ausgeübt. Die Beschwerde er-
weist sich folglich als unbegründet und ist abzuweisen. 
 

 

 
 
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9. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Par-
teien kostenlos zu sein hat. Es sind demnach für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu 
erheben. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschla-
gen. 
 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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