# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4e8d4043-0c8e-5ede-942e-bea92dfd264d
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-01-17
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 17.01.2013 UV 2012/17
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2012-17_2013-01-17.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2012/17

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 06.09.2019

Entscheiddatum: 17.01.2013

Entscheid Versicherungsgericht, 17.01.2013
Art. 6 UVG: Unfallkausalität von gesundheitlichen Beschwerden 
(Schwindelgefühle und Übelkeit) nach einem Sturz bei psychischem 
Vorzustand verneint (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 17. Januar 2013, UV 2012/17).

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichter 

Joachim Huber, Versicherungsrichterin Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiberin Della 

Batliner

Entscheid vom 17. Januar 2013

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Dieter Studer, Hauptstrasse 11a, 

8280 Kreuzlingen,

gegen

Branchen Versicherung Schweiz, Irisstrasse 9, Postfach, 8032 Zürich,

Beschwerdegegnerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Adelrich Friedli, Stationsstrasse 66a, 

8907 Wettswil,

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betreffend

Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

A.

A.a  A.___ war seit dem 19. Mai 2008 bei der B.___ AG als Chauffeur tätig und dadurch 

bei der Branchen Versicherung Schweiz obligatorisch unfallversichert. Nachdem er 

wegen eines krankheitsbedingten lumbospondylogenen Syndroms seit dem 5. 

November 2008 arbeitsunfähig gewesen war und Behandlungen bei den Ärzten Dr. 

med. C.___, Allgemeine Medizin FMH Chirurgie, Dr. med. D.___, Facharzt FMH für 

Neurochirurgie, und Dr. med. E.___, Rheumatologie FMH, erfolglos geblieben waren 

(KTG-Akten), trat er am 11. November 2009 für einen Rehabilitationsaufenthalt in die 

Klinik Valens ein. Im Verlegungsbericht vom 1. Dezember 2009 wurde festgehalten, 

dass er "fremdanamnestisch ohne Schutzreflex mit steifem Körper auf die rechte Seite 

und auf den Kopf gefallen zu sein" scheine. Darauf wurde er bei Verdacht auf eine 

Konversionsstörung zum Ausschluss einer somatischen Ursache notfallmässig dem 

Kantonsspital CHUR zugewiesen. Der Versicherte habe nach dem Sturz auf Ansprache 

nur noch mit Augenbewegungen reagiert und ein Anspannungsmuster mit 

krampfartigen Konvulsionen und Zittern am ganzen Körper, athetotisch anmutende 

Mundbewegungen und ein Grimassieren gezeigt. Kontusionsmarken am Kopf waren 

keine vorhanden. Neurologisch wurde eine epileptogene Genese des Ereignisses 

ausgeschlossen (act. M5). Der diensthabende Arzt des Kantonsspitals CHUR erhob bei 

Eintritt eine unklare transiente Vigilanzstörung. Eine gleichentags durchgeführte CT 

(Computertomographie)-Untersuchung des Schädels zeigte regelrechte Befunde, d.h. 

weder Hinweise auf eine Fraktur noch Anzeichen für eine Ischämie oder eine 

Raumforderung und keine intrakranielle Blutung (act. M7/3). Auch die Labor- und EKG 

(Elektrokardiogramm)-Werte waren unauffällig. Gestützt auf diese 

Untersuchungsergebnisse wurde die Differentialdiagnose eines psychogenen Stupors 

gestellt. Der Versicherte wurde eine Nacht lang überwacht und am 2. Dezember 2009 

wieder in die Klinik Valens rückverlegt, von wo er am 8. Dezember 2009 entlassen 

wurde (act. M9, M10). Am 8. Januar 2010 erfolgte eine Untersuchung durch Dr. med. 

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G.___, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Chefarzt der Klinik H.___ Dieser 

berichtete dem Hausarzt Dr. C.___, dass der Versicherte seit dem Vorfall vom 1. 

Dezember 2009 ständig Schwindelgefühle und Übelkeit verspüre. Er sei massiv 

verunsichert, stets innerlich angespannt, schlafe schlecht, spüre eine ungewöhnliche 

Lustlosigkeit, Kraftlosigkeit und Unkonzentriertheit. Dr. G.___ äusserte sodann den 

Verdacht auf eine generalisierte Angststörung (ICD-10: F 41.1; act. M11). Eine am 4. 

Februar 2010 im Stephanshorn Radiologie Zentrum, St. Gallen, durchgeführte cranio-

cerebrale Kernspintomographie (= Magnetresonanztomographie: MRT) ergab als 

Untersuchungsbefund einen Verdacht auf einen Status nach Schädelfraktur bei 

aufgeworfener, irregulär zur Darstellung kommender Schädelkalotte parieto-occipital 

links und prominenterer Konvexität der Schädelkalotte parieto-occipital rechts 

gegenüber links. Ansonsten zeigte sich das Schädel-MRT altersentsprechend normal 

(act. G 6.3). Vom 15. Februar bis 16. April 2010 hielt sich der Versicherte in der Klinik 

H.___ zur ambulanten Rehabilitation auf, worüber Dr. G.___ am 4. Juni 2010 berichtete. 

Er diagnostizierte eine mittelgradige depressive Episode mit somatischen Symptomen 

(ICD-10: F 32.11), eine generalisierte Angststörung (ICD-10: F 41.1) sowie eine 

ausgeprägte Akzentuierung der ängstlich-infantilen Persönlichkeitszüge (ICD-10: Z 

73.1) und legte unter anderem dar, dass im Rahmen der regelmässigen 

Gesprächspsychotherapie versucht worden sei, die aktuelle Lebenssituation des 

Versicherten zu erhellen und Auswege aus seiner Selbstunsicherheit, den 

Zukunfsängsten und der Deprimiertheit zu erarbeiten. Erst gegen Ende der 

Rehabilitation habe der Versicherte angefangen, die psychosozialen Hintergründe 

seiner Beschwerden nachzuvollziehen und zu akzeptieren. Andererseits seien beim 

Versicherten anlässlich eines ORL (Oto-Rhino-Laryngologie)-Konsiliums - der 

Versicherte war am 1. März 2010 durch Dr. med. I.___, Spezialarzt FMH für 

Otorhinolaryngologie, Hals- und Gesichtschirurgie, untersucht worden (act. M15, M17) 

- auch somatische Schwindelursachen festgestellt worden, was den Versicherten 

anfänglich in seinen Beschwerden bestätigt, aber später auch wieder verunsichert 

habe. Insgesamt sei es im Verlauf der Rehabilitation zu einer Verbesserung der 

körperlichen Leistungsfähigkeit und des Selbstvertrauens und zu einer deutlichen 

Rückbildung der depressiven Symptome gekommen. Der Versicherte sei weiterhin für 

die Arbeit auf dem freien Wirtschaftsmarkt 100% arbeitsunfähig (act. M13). Am 3. 

Dezember 2010 meldete der Versicherte das Sturzereignis vom 1. Dezember 2009 als 

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Unfall an (act. K1). Mit Schreiben vom 7. Dezember 2010 ersuchte der Rechtsvertreter 

des Versicherten, Rechtsanwalt lic. iur. D. Studer, Kreuzlingen, die Branchen 

Versicherung Schweiz um Kenntnisnahme dieser Schadenmeldung und um Einleitung 

der nötigen Abklärungen. Aufgrund von neueren medizinischen Berichten würden 

Hinweise vorliegen, die eine nachträgliche Schadenmeldung rechtfertigten. Das 

Ereignis habe offensichtlich Beeinträchtigungen nach sich gezogen, die heute 

objektivierbar seien, die aber aufgrund der damaligen Befunde und Aktenlage 

unwahrscheinlich erschienen seien und damit auch nicht zu einer Unfallmeldung 

geführt hätten (act. K2).

A.b  Mit Verfügung vom 21. März 2011 lehnte die Branchen Versicherung Schweiz 

einen Anspruch auf Versicherungsleistungen mit der Begründung ab, die Schwindel- 

und Gleichgewichtsbeschwerden seien mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit keine natürlich-kausale Folge des Sturzereignisses vom 1. 

Dezember 2009 (act. K4).

B.  

B.a  Gegen diese Verfügung reichte Rechtsanwalt lic. iur. Dieter Studer, Kreuzlingen, 

für den Versicherten am 6. Mai 2011 Einsprache ein (act. K7).

B.b  Mit Schreiben vom 30. Mai 2011 bestätigte die Branchen Versicherung Schweiz 

deren Erhalt und schlug als weiteres Vorgehen vor, die Resultate der durch die IV-Stelle 

St. Gallen veranlassten Abklärung des ABI (Aerztliches Begutachtungsinstitut GmbH, 

Basel) abzuwarten, um allenfalls über weitere nötige Abklärungen zu entscheiden (act. 

K8).

B.c  Am 19. September 2011 lag das ABI-Gutachten vor (act. M19), worauf der 

Rechtsvertreter des Versicherten der Branchen Versicherung Schweiz am 14. 

Dezember 2011 eine kurze Stellungnahme einreichte (act. K9).

B.d  Mit Einspracheentscheid vom 13. Januar 2012 wies die Branchen Versicherung 

AG die Einsprache vom 6. Mai 2011 ab (act. K12).

C.  

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C.a  Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der Rechtsvertreter für den Versicherten 

mit Eingabe vom 17. Februar 2012 Beschwerde. Er beantragte, der angefochtene 

Einspracheentscheid sei aufzuheben und dem Beschwerdeführer seien die 

gesetzlichen Leistungen nach Unfallversicherungsgesetz UVG zuzusprechen, unter 

Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 1).

C.b  In der Beschwerdeantwort vom 14. März 2012 beantragte die durch Rechtsanwalt 

lic. iur. A. Friedli, Wettswil, vertretene Beschwerdegegnerin Abweisung der 

Beschwerde und ersuchte um Zustellung der ihr nicht vorliegenden Berichte von Dr. 

G.___ vom 28. April 2011 und Dr. I.___ vom 9. Januar 2012 sowie des MRI-Berichts 

des Stephanshorn Radiologie Zentrums vom 4. Februar 2010. (act. G 4). Mit Schreiben 

vom 2. April 2012 reichte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers die als fehlend 

monierten Beweisunterlagen ein (act. G 6, act. G 6.1-6.3).

C.c  Von der dem Rechtsvertreter der Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 3. April 

2012 eingeräumten Gelegenheit, sich in Kenntnis dieser Berichte ergänzend zur 

bisherigen Beschwerdeantwort zur Beschwerde zu äussern (act. G 7), machte dieser 

am 12. April 2012 Gebrauch (act. G 8).

C.d  Mit Replik vom 27. April 2012 hielt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers an 

seinem Antrag fest, verzichtete jedoch auf weitere materielle Ausführungen (act. G 10).

C.e  Auf die Begründungen und Ausführungen in den einzelnen Rechtsschriften bzw. 

medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

1. 

1.1 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 

832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen, Nichtberufs­

unfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt. 

Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

(ATSG; SR 830.1) umschreibt als Unfall die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende 

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Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper. Das 

Ereignis muss sich in der Aussenwelt zutragen. Die Folgen können sich aber unter 

Umständen ausschliesslich im Körperinnern zeigen, so, wenn der Schlag auf den Kopf 

keine äusserliche Verletzung, jedoch eine Hirnerschütterung verursacht (Alfred Maurer, 

Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 165 f.).

1.2 Die Beschwerdegegnerin weist in der Beschwerdeantwort vom 14. März 2012 auf 

fehlende Anhaltspunkte für eine ungewöhnliche äussere Einwirkung im Sinne des 

Unfallbegriffs hin, die zum Sturz vom 1. Dezember 2009 geführt habe. Gemäss 

Unfallmeldung vom 3. Dezember 2010 stürzte der Beschwerdeführer im Bereich vor 

einer Kletterwand und schlug mit der rechten Körperhälfte und dem Kopf am Boden 

auf (act. K1). Laut Verlegungsbericht der Klinik Valens an das Kantonsspital CHUR vom 

1. Dezember 2009 beruhten die Angaben zum Sturz auf Auskünften von Drittpersonen 

("fremdanamnestisch"), wonach der Beschwerdeführer ohne Schutzreflex mit steifem 

Körper gefallen sei (act. M5). Eine in der Aussenwelt begründete Ursache für den Sturz, 

beispielsweise ein im Weg liegendes Hindernis, ist den Unfallschilderungen - wie von 

der Beschwerdegegnerin angeführt - nicht zu entnehmen. Dr. med. J.___ interpretierte 

das fragliche Ereignis in der medizinischen Beurteilung vom 14. Januar 2010 als 

Ohnmachtsanfall (act. K2 Beilage 3), womit eine Krankheit als indirekte Ursache des 

Sturzes anzunehmen wäre. Für die Bejahung eines Unfallereignisses bildet jedoch nicht 

die zum Sturz führende Ursache die massgebende Grundlage, sondern der Sturz an 

sich, welcher den Unfallbegriff bzw. das Erfordernis des ungewöhnlichen äusseren 

Faktors ohne weiteres erfüllt (vgl. dazu A. Rumo-Jungo, Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, 3. Aufl. Zürich 2003, S. 27).

1.3 Der Einwand der Beschwerdegegnerin, es sei fraglich, ob der Beschwerdeführer 

tatsächlich ohne Schutzreflex mit steifem Körper zu Boden gefallen sei und den Kopf 

angeschlagen habe, erscheint sodann unbegründet. Das Sturzereignis vom 1. 

Dezember 2009 wurde gemäss Verlegungsbericht, wie bereits erwähnt, offenbar von 

einer Drittperson beobachtet und beschrieben. Es bestehen keine Anhaltspunkte dafür, 

an dieser Darstellung zu zweifeln. Selbstverständlich gilt es nun aber nachfolgend die 

streitige Frage zu prüfen, ob sich der Beschwerdeführer durch das fragliche 

Sturzereignis gesundheitliche Schädigungen zugezogen hat. Der Beschwerdeführer 

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beklagt seit dem Unfallereignis vom 1. Dezember 2009 insbesondere unter ständigen 

Schwindelgefühlen und Übelkeit zu leiden. Hinzu kämen Kopfschmerzen, 

Schlafstörungen, Lustlosigkeit, Kraftlosigkeit und Konzentrationsprobleme (act. K7, act. 

M17).

2. 

Gemäss ständiger Praxis des Eidgenössischen Versicherungsgerichts (EVG; seit 1. 

Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts) und des 

Bundesgerichts kann ein nach einem versicherten Unfall auftretendes Leiden nur dann 

als dessen Folge betrachtet werden, wenn und soweit es sicher oder doch zumindest 

überwiegend wahrscheinlich von jenem Unfall herrührt (natürliche Kausalität; BGE 115 

V 134 E. 3 sowie 117 V 360 E. 4a und BGE 134 V 109). Die blosse Möglichkeit eines 

Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 

V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Der Unfallversicherer haftet sodann nur für jene Folgen, 

die mit dem Unfall adäquat-kausal zusammenhängen (SVR 2000 UV Nr. 14 S. 45). 

Während es Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist, den natürlichen 

Kausalzusammenhang zu beurteilen, obliegt es dem Gericht, die Fragen nach dem 

adäquaten Kausalzusammenhang zu beurteilen (BGE 123 III 112 E. 3a). Im Bereich klar 

ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von nachweisbaren strukturellen 

Veränderungen (ein organisches Substrat konnte mit bildgebenden 

Untersuchungsmethoden [Röntgen, Computertomogramm, EEG] nachgewiesen 

werden) spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen 

Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine 

Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres zu bejahen (BGE 

127 V 103 E. 5b/bb, 123 V 102 E. 3b, 118 V 291 E. 3a, 117 V 365 E. 5d/bb mit 

Hinweisen). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar, ist 

eine eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie folgt zu 

differenzieren ist: Hat die versicherte Person beim Unfall kein Schleudertrauma bzw. 

keine schleudertraumaähnliche Verletzung erlitten, gelangt die Rechtsprechung 

gemäss BGE 115 V 140 E. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen indessen 

das Vorliegen einer Schleudertraumaverletzung, muss geprüft werden, ob die zum 

typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen 

zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den 

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Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 

115 V 140 E. 6c/aa für Unfälle mit psychischen Folgen aufgestellten Grundsätze 

massgebend (BGE 123 V 99 E. 2a). Andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz 

gemäss den in BGE 117 V 359 festgelegten und in BGE 134 V 109 präzisierten 

Kriterien. Die Anwendung der Rechtsprechung zum adäquaten Kausalzusammenhang 

bei Schleudertraumen der HWS setzt voraus, dass die psychischen Beschwerden aus 

dem Unfall hervorgehen und zusammen mit den organischen Beschwerden, die 

ebenfalls auf das Unfallereignis zurückzuführen sind, ein komplexes Gesamtbild 

ergeben (RKUV 2000 Nr. U 397 E. 3b).

3.   

3.1 In den Akten finden sich keine Hinweise auf ein klar fassbares - radiologisch oder in 

anderer Weise reproduzierbares - organisch/somatisches Korrelat im Bereich des 

Kopfs bzw. Schädels, das mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

die Schwindelgefühle und die Übelkeit verursachen könnte. Anlässlich der cranio-

cervicalen Kernspintomographie (MRT) vom 4. Februar 2010 im Radiologie Zentrum 

Stephanshorn wurde zwar gestützt auf einen irregulären Befund im Bereich der 

Schädelkalotte ein Status nach Schädelfraktur als Verdachts- bzw. Differentialdiagnose 

festgehalten (act. G 6.3). Schädelfrakturen werden jedoch in erster Linie mittels 

cranialer Computertomographie (CT) diagnostiziert und nicht mittels einer Kernspin- 

oder Magnetresonanzuntersuchung. Letztere, welche sensitiver für 

Weichteilveränderungen ist, wird gegebenenfalls bei Hirnverletzungen durchgeführt 

(vgl. dazu Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 262. Aufl. Berlin 2010, S. 1839, 1840; 

Alfred M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2005, S. 225 

ff., http://flexikon.doccheck.com/ de/Sch%C3%A4delfraktur, abgerufen am 11. 

Dezember 2012). In einer Verdachts- bzw. Differentialdiagnose ist sodann lediglich eine 

mögliche organische Ursache zu sehen. Eine solche genügt jedoch den 

Beweisanforderungen im Sozialversicherungsrecht, d.h. dem bei der Feststellung der 

für den materiellen Leistungsanspruch erheblichen Tatsachen zur Anwendung 

gelangenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit, nicht (BGE 120 V 37 

E. 3c; Th. Locher, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3. Aufl. Bern 2003, S. 451 

f.). Die CT-Untersuchung vom 1. Dezember 2009 im Kantonsspital CHUR hatte 

jedenfalls keine Pathologien zutage gebracht. Die Befunde waren regelrecht, d.h. ohne 

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Hinweis auf eine Fraktur oder eine intrakranielle Blutung und ohne Anzeichen einer 

Ischämie oder einer Raumforderung (act. M7). Im Sinn des vorstehend Gesagten wurde 

im ABI-Gutachten vom 19. September 2011 (act. M19 S. 21) festgehalten, dass eine 

konklusive Aussage über eine mögliche Schädelfraktur anlässlich des Sturzereignisses 

vom 1. Dezember 2009 retrospektiv nicht gemacht werden könne, da die bildgebende 

Diagnostik mittels CT unauffällige Befunde gezeigt habe, und im Rahmen der MRT nur 

eine aufgeworfene, irregulär zur Darstellung kommende Schädelkalotte parieto-

occipital links habe objektiviert werden können. Je nach Ausmass der mit einer 

Schädelfraktur einhergehenden Hirnverletzung treten Symptome auf, wie sie sich 

unmittelbar nach dem Sturz auch beim Beschwerdeführer zeigten 

(Gedächtnisstörungen [Amnesie], Krämpfe, reduziertes Bewusstsein; act. M7, M9; vgl. 

Pschyrembel, a.a.O., S. 1839 f.; Roche Lexikon Medizin, 5. Aufl. München 2003, S. 

1641 f.). Das MRT ergab jedoch keine Hinweise auf eine Hirnverletzung bzw. liefern 

insbesondere eine unauffällige Darstellung des Hirnstamms, symmetrisch schlanke 

innere und äussere Liquorräume und keine extraaxiale Raumforderung und auch das 

Viscerocranium stellte sich normal dar (act. G 6.3). Die weiteren im Kantonsspital 

CHUR und in der Klinik Valens durchgeführten Zusatzuntersuchungen - Labor, EKG 

sowie eine neurologische Untersuchung - ergaben sodann ebenfalls blande bzw. 

unauffällige Befunde. Die Ärzte des Kantonsspitals CHUR stellten schliesslich die 

Diagnose einer unklaren transienten Vigilanzstörung bei einem unauffälligen CT des 

Schädels und bei den Differentialdiagnosen eines psychogenen Stupors und einer 

Konversionsproblematik (act. M7, M9). Damit wird keine organische Verletzung als 

Folge eines Sturzes beschrieben.

3.2 Entgegen der Auffassung des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers vermag 

auch das Gutachten von Dr. I.___ vom 20. Oktober 2010 (act. M17) keinen 

überwiegend wahrscheinlichen Beweis für eine unfallkausale organische Schwindel- 

und Übelkeitsursache zu erbringen. Hinsichtlich der seit dem Unfall vom 1. Dezember 

2009 beklagten Kopfschmerzen sowie Schwindel- und Gleichgewichtsbeschwerden 

stellt Dr. I.___ die Diagnosen eines Status nach Contusio capitis (mit Fraktur) mit 

passivem HWS-Abknicktrauma und Commotio cerebri et labyrinthi links im Rahmen 

des Sturzunfalls vom 1. September 2009 (gemeint ist offensichtlich vom 1. Dezember 

2009) sowie eines postcommotionellen Syndroms und einer posttraumatischen 

Labyrinthopathie links mit Hochtonsenke links, peripher-zentraler vestibulärer 

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Funktionsstörung links, visuo-visuo-oculomotorischer Funktionsstörung, linksseitigen 

Cervico-Cephalgien und posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS). Laut Dr. I.___ 

müssen die Schwindel- und Gleichgewichtsbeschwerden und damit offensichtlich die 

obigen Diagnosen anhand der Semiologie der posttraumatischen Beschwerden und 

der im März 2010 erhobenen und im Verlauf zweimal kontrollierten Befunde auf den 

Sturz vom 1. Dezember 2009 zurückgeführt werden. Er führt drei konkrete 

Funktionsstörungen (hochgradige Hochtonsenke links, peripher-zentrale vestibuläre 

Funktionsstörung links, visuo-visuo-oculomotorische Funktionsstörung), jedoch keine 

strukturellen Läsionen an. In Bezug auf die von ihm durchgeführten Tests bzw. 

Untersuchungen fällt zudem auf, dass diese mehrheitlich im Normbereich liegen oder 

lediglich geringfügig auffällige Befunde ergeben haben. Damit ist nicht ohne Weiteres 

nachvollziehbar, woraus sich die von Dr. I.___ festgestellten Funktionsstörungen 

letztlich ergeben. Was den durchaus auffälligen Befund einer hochgradigen 

Hochtonsenke betrifft, ist sodann festzuhalten, dass die dafür mögliche Ursache zwar 

durchaus in einem Trauma bzw. einer Schädelfraktur liegen kann, die möglichen 

Ursachen jedoch letztlich zahlreich sind bzw. ohne weiteres unfallfremd sein können 

(vgl. dazu http://www.anb-ev.de/Publikationen/schwerhoerigkeit-tinnitus-

magdeburg.pdf; http://tinnitus.thieme.de/tinnitus/was-ist-dysakusis.html; abgerufen am 

17. Dezember 2012). Was jedoch die Frage einer traumatisch bedingten Hochtonsenke 

betrifft, muss der Beweiswert des Gutachtens von Dr. I.___ als fraglich betrachtet 

werden, weil seine Schlussfolgerung auf einer falschen Grundlage basiert. So geht Dr. 

I.___ entgegen der medizinischen Aktenlage davon aus, der Beschwerdeführer habe 

anlässlich des Unfalls vom 1. Dezember 2009 eine Schädelfraktur erlitten (vgl. dazu 

Erwägung 3.1). Seine Annahme erfolgte nicht aufgrund einer objektiven, medizinischen 

Befunderhebung, sondern aufgrund der Angabe des Beschwerdeführers. Der 

Beweiswert des Gutachtens von Dr. I.___ ist auch angesichts weiterer, wenig 

überzeugender Inhalte in Frage gestellt. So findet sich die von ihm gestellte 

psychiatrische Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) nirgends 

sonst in den medizinischen Akten - insbesondere nicht in den Berichten von Dr. G.___ 

(act. M11, M13 und M19, act. G 6.1) - und erscheint angesichts des konkreten 

Unfallereignisses und der Symptome auch unwahrscheinlich (vgl. dazu Pschyrembel, 

a.a.O., S. 247; WHO und Dilling/Freyberger [Hrsg.], Internationale Klassifikation 

psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V, 5. Aufl. Bern 2010, S. 173 f.; Ulrich 

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Schnyder, Posttraumatische Belastungsstörungen, in: Erwin Murer, Psychische 

Störungen und Sozialversicherung, Bern 2002, S. 99 - 116, S. 101 und S. 114). Dr. I.___ 

schildert sodann in seinem Gutachten ein Unfallereignis - wonach der Patient am Rand 

eines Schwimmbeckens ausrutschte, stürzte und dort mit dem Hinterkopf auf dem 

Boden aufschlug - welches nicht den Gegebenheiten entspricht, wie sie in den 

weiteren Akten dargestellt sind. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist 

insbesondere entscheidend, ob der Bericht in Kenntnis der Vorakten bzw. der 

Anamnese abgegeben worden ist (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweis). Diese 

Voraussetzung erfüllt das Gutachten von Dr. I.___ offensichtlich nicht, wenn er angibt, 

er habe bis zum Zeitpunkt seiner Berichterstattung keine medizinischen Unterlagen, 

weder von Seiten des behandelnden Psychiaters, noch von Seiten des Hausarztes des 

Patienten erhalten, sodass er auch mit keinen weiteren Kopien der medizinischen 

Akten dienen könne. Die von Dr. I.___ gestellten weiteren (Haupt-)Diagnosen eines 

postcommotionellen Syndroms sowie einer posttraumatischen Labyrinthopathie 

vermögen schliesslich ohnehin keine Unfallkausalität der geklagten gesundheitlichen 

Störungen zu begründen. Das Vorliegen von Schmerzsyndromen bedeutet keinesfalls 

automatisch auch das Vorliegen unfallkausaler struktureller Gesundheitsschädigungen. 

Laut Roche Lexikon Medizin (a.a.O., S. 1791) handelt es sich bei einem Syndrom um 

ein sich stets mit etwa den gleichen Krankheitszeichen, d.h. einer Symptomatik mit 

weitgehend identischem "Symptommuster" manifestierendes Krankheitsbild mit 

unbekannter, vieldeutiger, durch vielfältige Ursachen bedingter oder nur teilweise 

bekannter Ätiogenese. Ebensowenig ist mit einer -pathie ("Leiden" oder "Krankheit") 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine unfallbedingte Gesundheitsschädigung 

ausgewiesen. Der Begriff "post…" vermag juristisch gesehen gleichfalls nichts über 

eine allfällige Unfallkausalität auszusagen (Maurer, a.a.O., S. 460 N 1205; BGE 119 V 

335 E. 2b/bb in fine), sondern drückt nur aus, dass gewisse Beschwerden bzw. 

gesundheitliche Störungen nach einem Unfall aufgetreten sind. Die von Dr. I.___ 

angenommene Unfallkausalität der Schwindel- und Gleichgewichtsbeschwerden richtet 

sich damit insbesondere nach der Formel, Gesundheitsbeeinträchtigungen müssten 

unfallbedingt sein, weil sie nach dem Unfall aufgetreten sind ("post hoc ergo propter 

hoc"), die nach ständiger Rechtsprechung beweisrechtlich für sich allein nicht ergiebig 

ist (vgl. SVR 2009 UV Nr. 13 [8C_590/2007] E. 7.2.4 S. 54 mit Hinweisen; Maurer, 

a.a.O., S. 460 N 1205). Bei der von Dr. I.___ unter anderem angewandten 

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Posturographie - mit dieser Untersuchungsmethode wurde im konkreten Fall ein 

weiterer Befund im pathologischen Bereich erhoben (Gesamtaequilibriumscore) - 

handelt es sich nach der Rechtsprechung sodann zwar um eine in Fachkreisen nicht 

unbestrittene, jedoch weit verbreitete und auch in Universitätskliniken schon seit 

längerer Zeit verwendete Untersuchungsmethode, deren Wissenschaftlichkeit nach 

dem heutigen Stand der Medizin kaum zu bestreiten ist. Die damit zu gewinnenden 

Erkenntnisse sind indessen beschränkt. Die Posturographie liefert zwar zusätzliche 

Informationen und es lassen sich damit sonst nicht fassbare Gleichgewichtsstörungen 

objektivieren. Sie vermag jedoch keine direkten Aussagen zur Ätiologie des Leidens 

und zu dessen allfälliger Unfallkausalität zu machen. Auch lässt sich daraus nicht 

unmittelbar auf eine bestimmte Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit schliessen. Sie bildet 

deshalb lediglich ein zusätzliches Element bei der Beurteilung vestibulärer Störungen 

(vgl. die Urteile des EVG vom 29. März 2006, U 254/04, E. 2.3.2, und U 197/04, E. 3.2, 

bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts vom 1. September 2009, 8C_964/2008, E. 

3.2.3). Zusammenfassend ist mithin festzuhalten, dass die medizinischen Abklärungen 

von Dr. I.___ keine durch den Unfall bedingten, objektiv ausgewiesenen organischen 

Befunde für den Schwindel und die Gleichgewichtsstörungen des Beschwerdeführers 

ergeben haben.

3.3 Aus dem ABI-Gutachten vom 19. September 2011 (act. M19) lassen sich gleichfalls 

keine überwiegend wahrscheinlichen Unfallfolgen herleiten. Das ABI bestätigt zunächst 

anhand seiner aktuellen otorhinolaryngologischen Untersuchungsresultate teilweise die 

vorgängigen otoneurologischen Untersuchungsbefunde von Dr. I.___. So lasse sich 

auch aktuell eine moderate Hochtonschwerhörigkeit links, im Sinne einer cochleären 

Funktionsstörung, objektivieren, so dass diesbezüglich leichte auditive 

Einschränkungen unter gesteigertem Umgebungsgeräuschpegel bestünden. Im 

Vergleich mit den vorgängigen otoneurologischen Befunden würden sich des Weiteren 

auch aktuell Befunde einer vestibulären Funktionsstörung zeigen. Die Befunde im 

Bereich der visuellen Kontrolle des Gleichgewichtssystems könnten anhand der 

aktuellen Befunde bejaht werden. Die alleinige Bestätigung der 

Untersuchungsergebnisse von Dr. I.___ bedeutet jedoch - wie in Erwägung 3.2 

ausgeführt - nicht das Vorliegen unfallkausaler Folgen. Entsprechend fiel auch die 

Schlussfolgerung des ABI, dass somit die intermittierenden Schwindelbeschwerden 

aktuell eher auf eine multifaktoriell bedingte Gleichgewichtsstörung hindeuteten, 

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bezüglich Verursachung unverbindlich aus. Der Begriff "multifaktoriell" lässt einzelne, 

nicht näher bestimmbare Ursachen zu, womit eine Unfallkausalität lediglich als möglich 

erscheint. Eine Verursachung durch den Unfall ist damit jedenfalls nicht mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen.

3.4  

3.4.1 Aufgrund der Akten ist beim Beschwerdeführer sodann vom Vorliegen eines 

psychischen Vorzustands und damit von einem massgebenden unfallfremden Faktor 

auszugehen, der erfahrungsgemäss Auswirkungen auf eine Beschwerdesymptomatik 

haben kann und ein zusätzliches Indiz gegen die Unfallkausalität darstellt. Der 

Beschwerdeführer leidet seit einem Verhebetrauma am 5. November 2008 

unbestrittenermassen unter einem lumbospondylogenen Syndrom bei degenerativen 

Diskopathien an der LWS ohne Nervenwurzelkompression und geht seither keiner 

beruflichen Tätigkeit mehr nach, wobei er vom ABI aus rheumatologischer Sicht in 

einer angepassten Tätigkeit als zu 100% arbeitsfähig erachtet wurde (act. M19; vgl. 

dazu auch IV-Akten). Dr. C.___ führte in einem Bericht vom 8. Juli 2009 (act. M1) - und 

damit vor dem Unfall vom 1. Dezember 2009 - die Diagnose eines proximalen 

Nervenwurzel-Kompressionssyndroms S1 links bei Diskushernie LW1/2 links, aber 

auch diejenige eines chronischen Schmerzsyndroms an. Dr. E.___ erklärte ebenfalls vor 

dem Unfall in einem Bericht vom 23. September 2009 (act. M4) über die konsiliarische 

rheumatologische Untersuchung des Beschwerdeführers vom 16. September 2009, der 

ermittelte PACT-Score habe weit unterhalb der Belastungsgrenze für eine leichte 

körperliche Tätigkeit mit seltenem Heben von maximal 5 kg gelegen, was auf eine 

beginnende Schmerzverarbeitungsstörung hinweisen könnte. In einem weiteren Bericht 

vom 3. November 2009 (act. M3) hielt Dr. E.___ fest, der Beschwerdeführer habe 

anlässlich der Konsultation vom 28. Oktober 2009 über eine zwischenzeitliche 

Schmerzausweitung auf den ganzen Körper berichtet. Trotz dieser Schmerzausweitung 

und ungeachtet des ängstlich vermeidenden Schmerzverhaltens des 

Beschwerdeführers könne er eine lumboradikuläre Reizsymptomatik L5 links bei 

kernspintomografisch fraglicher Irritation der Nervenwurzel L5 links durch die 

Diskusprotrusion L4/5 (MRI 3. Juni 2009) nicht ausschliessen. Ein Therapieversuch mit 

MST (multisystemische Therapie) habe wegen Auftretens von Schwindelgefühlen 

sistiert werden müssen. Die Klinik Valens vermerkte sodann im Verlegungsbericht vom 

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1. Dezember 2009 (act. M5) bei der Aufnahme in die Klinik verlaufsbestimmende 

psychologische Faktoren, namentlich Angst und Verdacht auf Panikattacken. Das 

Kantonsspital CHUR stellte im Bericht über die Kurzhospitalisation vom 2. Dezember 

2009 (act. M9) - wie bereits erwähnt - die Diagnose einer unklaren transienten 

Vigilanzstörung bei den Differentialdiagnosen eines psychogenen Stupors und einer 

Konversionsproblematik. Nach dem Unfall setzten sich die Hinweise auf eine 

psychische Komponente im Wesentlichen gleich fort. So wurden im Austrittsbericht der 

Physiotherapie/Rheumatologie der Klinik Valens vom 14. Dezember 2009 (act. M12.7) 

im Zusammenhang mit der Diagnose eines lumbospondylogenen Syndroms ebenfalls 

verlaufsbestimmende psychologische Faktoren, namentlich Angst und Verdacht auf 

Panikattacken, angeführt. Wie auch im nachfolgenden Austrittsbericht der Klinik Valens 

vom 11. Januar 2010 (act. M12.1) über den stationären Aufenthalt vom 11. November 

bis 8. Dezember 2009 wurden sodann eine Anpassungsstörung mit ängstlicher 

Reaktion und ein Verdacht auf eine somatoforme Schmerzstörung (in act. M12.1 unter 

zusätzlicher Anführung der Differentialdiagnose dissoziative Störung) diagnostiziert. Am 

8. Januar 2010 konsultierte der Beschwerdeführer erstmals Dr. G.___. Seine Diagnose 

im Bericht vom 11. Januar 2010 (act. M11) lautete Verdacht auf generalisierte Angst­

störung (ICD-10: F 41.1). Der Beschwerdeführer habe seit dem Vorfall ständig 

Schwindelgefühle und Übelkeit, sei massiv verunsichert und stets innerlich 

angespannt, schlafe schlecht, spüre eine ungewöhnliche Lustlosigkeit, Kraftlosigkeit 

und Unkonzentriertheit. Im Rahmen einer medizinischen Beurteilung für eine 

Anspruchsberechtigung aus der Krankentaggeldversicherung vom 14. Januar 2010 

führte Dr. J.___ die Diagnosen eines lumbovertebralen Syndroms nach Verhebetrauma 

November 2008 sowie eines Angstzustands an (vgl. act. K2 Beilage 3). Dr. G.___ stellte 

sodann in seinem Bericht vom 4. Juni 2010 (act. M13) im Rahmen einer ambulanten 

Rehabilitationsbehandlung in der Klinik H.___ die Diagnosen einer mittelgradig 

depressiven Episode mit somatischen Symptomen (ICD-10: F 32.11), einer 

generalisierten Angststörung (ICD-10: F 41.1) sowie einer ausgeprägten Akzentuierung 

der ängstlich-infantilen Persönlichkeitszüge (ICD-10: Z 73.1). Die psychiatrische 

Teilbegutachtung des ABI, durchgeführt von Dr. med. K.___ am 22. Juni 2011, ergab 

laut Gutachten vom 19. September 2011(act. M19) die Diagnosen einer 

Somatisierungsstörung (ICD-10: F 50.0), eines Status nach Anpassungsstörung, einer 

längeren depressiven Reaktion (ICD-10: F 43.23), einer dissoziativen Störung (ICD-10: 

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F 44.7) sowie einer unreifen Persönlichkeit (ICD.10: Z73.1). Dr. K.___ führte im Weiteren 

aus, dass der Beschwerdeführer seit einem Verhebetrauma im November 2008 unter 

Rückenschmerzen und Sensibilitätsstörungen in den Beinen leide. Er gehe seither 

keiner beruflichen Tätigkeit mehr nach. Er fühle sich aufgrund seiner körperlichen 

Beschwerden kaum arbeitsfähig. Seit dem Sturz in der Klinik Valens klage er über 

Schwindel- und Gleichgewichtsstörungen. Aufgrund dieser Beschwerden fühle er sich 

nicht arbeitsfähig. Das Ausmass der geklagten körperlichen Beschwerden und die 

subjektive Krankheitsüberzeugung, aufgrund dieser Beschwerden nicht arbeiten zu 

können, könnten durch die somatischen Befunde nicht hinreichend objektiviert werden, 

so dass eine psychische Überlagerung angenommen werden müsse. Der 

Beschwerdeführer klage nicht nur über Schmerzen, sondern auch über 

Sensiblitätsstörungen, Schwindel und Gleichgewichtsstörungen. Es könne also eine 

Somatisierungsstörung diagnostiziert werden. Die in den Akten erwähnten depressiven 

Verstimmungen seien zum jetzigen Zeitpunkt nicht feststellbar. Einem Bericht von Dr. 

G.___ vom 28. April 2011 (act. G 6.1) ist schliesslich zu entnehmen, dass der 

Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht weiterhin unter den Symptomen einer 

depressiven Episode (gegenwärtig in leichtem bis mittelgradigem Ausmass), einer 

generalisierten Angststörung sowie einer intermittierenden Akzentuierung ängstlich-

infantiler Persönlichkeitszüge leide. In der Psychiatrie bzw. Psychosomatik stütze man 

sich bekanntlich auf eine Ausschlussdiagnostik. Insbesondere die Symptome einer 

generalisierten Angststörung (Schwindelgefühle) seien ihm immer noch ein Rätsel.

3.4.2 In Übereinstimmung mit dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers können die 

vor dem Unfall vom 1. Dezember 2009 von Dr. E.___ angeführten Schwindelgefühle 

insofern nicht mit den nach dem Unfall geklagten Schwindelgefühlen gleichgesetzt 

werden, als sie ausdrücklich dem Therapieversuch mit MST zugeordnet wurden. 

Ebenfalls zuzustimmen ist dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers darin, dass der 

Beschwerdeführer vor dem Unfall über körperlich wahrgenommene Beschwerden 

klagte, welche im Zusammenhang mit der vorbestehenden lumbospondylogenen bzw. 

lumobsacralen Problematik angeführt wurden (act. M3, M4; KTG-Akten:[Gutachten von 

Dr. med. L.___, Innere Medizin spez. Rheumatologie FMH, vom 6. August 2009, S. 3]). 

Nicht beigepflichtet werden kann jedoch seiner Feststellung, vor dem Unfall seien an 

keiner Stelle gesundheitliche Beeinträchtigungen geklagt oder festgestellt worden, wie 

sie nach dem Unfall wiederholt angegeben worden und schliesslich auch durch 

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mehrere spezialärztliche Untersuchungen objektiviert worden seien (Kopfschmerzen, 

Nackenschmerzen und Schwindelgefühle). Laut Dr. L.___ entwickelten sich nach einer 

im Spital Herisau am 14. Dezember 2008 durchgeführten Myelographie starke 

Kopfschmerzen, worauf von der Einwicklung eines Postmyelographiesyndroms mit 

starken Kopfschmerzen gesprochen wurde. Die Kopfschmerzen wurden damit jedoch 

vor dem Unfall keineswegs einer eindeutigen somatischen Gesundheitsstörung 

zugeordnet (vgl. dazu Erwägung 3.2), womit auch nicht mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit gefolgert werden kann, die nach dem Unfall 

geklagten Kopfschmerzen seien andersartig. Bezüglich der ebenfalls vorbestehenden 

Nackenschmerzen stellt sich die Sachlage gleich dar, nachdem deren Ursächlichkeit 

ausdrücklich als unklar bezeichnet wurde (KTG-Akten: Ärztliches Zwischen-/

Schlusszeugnis von Dr. M.___, Chiropraktor, vom 7. März 2009). Massgebend ist 

jedoch letztlich, dass der Beschwerdeführer nach den Darlegungen in Erwägung 3.4.1 

klarerweise schon bereits vor dem Unfall vom 1. Dezember 2009 unter einer 

psychischen Komponente - einer somatoformen Schmerzstörung und einer 

Angststörung - litt, welche sich nach dem Unfall - unter Hinzutreten weiterer 

psychiatrischer Diagnosen - im Wesentlichen identisch fortsetzte. Der Umstand, dass 

Schwindelgefühle und Übelkeit als unabhängige Beschwerden ausdrücklich erst nach 

dem Unfall vom 1. Dezember 2009 in den medizinischen Akten angeführt werden und 

sich damit das Beschwerdebild allenfalls ausgeweitet oder verändert hat, vermag nicht 

als Beweis für eine Unfallkausalität zu gelten. Gerade im Rahmen der somatoformen 

Schmerzstörung, aber auch im Zusammenhang mit anderen psychiatrischen 

Diagnosen bildet eine Symptomausweitung oder -veränderung ein bekanntes 

Phänomen. Insgesamt ist somit festzustellen, dass mit dem unfallfremden psychischen 

Vorzustand des Beschwerdeführers mit posttraumatisch fortgesetzter psychischer 

Komponente ein massgebendes zusätzliches, gegen die Unfallkausalität seiner 

Beschwerden sprechendes Indiz vorliegt.

3.5 Zusammenfassend ist mithin festzuhalten, dass eine überwiegend wahrscheinliche 

kausale Bedeutung des Unfallereignisses für die Schwindelgefühle und die Übelkeit im 

Sinn einer durch den Unfall klar ausgewiesenen, objektivierten Gesundheitsschädigung 

nicht nachgewiesen ist.

4. 

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Die Prüfung allfälliger Unfallfolgen nach einem Schädel-Hirntrauma oder einer HWS-

Distorsion, d.h. einer schleudertraumaähnlichen Verletzung (vgl. dazu BGE 134 V 109 

und BGE 117 V 359) kann im konkreten Fall ausbleiben. Die vorbestehenden Kopf- und 

Nackenschmerzen (vgl. KTG-Akten: Gutachten von Dr. L.___, S. 3; Ärztliches 

Zwischen-/Schlusszeugnis von Dr. M.___, vom 7. März 2009), welche zwar durchaus 

nach einer schleudertaumaähnlichen Verletzung auftreten können, sowie die 

vorbestehende psychische Problematik, die sich nach dem Unfall vom 1. Dezember 

2009 mit weitgehend identischen Diagnosen fortsetzte und bekanntermassen Nacken- 

und Kopfschmerzen hervorrufen kann, lässt für eine von den Vorzuständen 

unabhängige Unfallkausalität der Schwindelgefühle und Übelkeit keinen Raum. 

Gleichfalls lassen die Darlegungen in Erwägung 3.4.2 nicht den Schluss zu, die 

Schwindel- und Gleichgewichtsstörungen könnten als psychische 

Gesundheitsschädigung unfallkausal sein (vgl. dazu BGE 115 V 133). Beide 

Kausalitäten werden denn auch vom beschwerdeführenden Rechtsvertreter nicht 

geltend gemacht.

5. 

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen den angefochtenen 

Einspracheentscheid vom 13. Januar 2012 (act. K12) abzuweisen. Gerichtskosten sind 

keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 

VRP entschieden:

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.  Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 17.01.2013
	Art. 6 UVG: Unfallkausalität von gesundheitlichen Beschwerden (Schwindelgefühle und Übelkeit) nach einem Sturz bei psychischem Vorzustand verneint (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 17. Januar 2013, UV 2012/17).

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