# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f415b36b-10be-59bd-89a6-5e8c0383ce24
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-06-21
**Language:** de
**Title:** Natürlicher Kausalzusammenhang zwischen Skiunfall und Pulley-Läsion/Sehnenrissen (Schulter) strittig; Operateur vermag Kausalitätsüberlegungen des beratenden Arztes nicht in Zweifel zu ziehen, zumal auch die Bilddokumente während eines Jahres keine Läsion zeigten; nur Kontusion aber nicht Pulley-Läsion als Unfallfolge anerkannt, daher Bf beweispflichtig (UVG in der Fassung bis 31.12.2016)
**Docket/Reference:** UV.2017.00273
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2017.00273.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2017.00273
I. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Grünig, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichter Spitz
Ersatzrichter Wilhelm
Gerichtsschreiberin Bonetti
Urteil
vom
21. Juni 2019
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch CAP Rechtsschutz-Versicherungsgesellschaft AG
Dr.
iur
.
Y.___
, Kundenrechtsdienst Zürich
Postfach, 8010 Zürich
gegen
Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG
Direktion Bern
Bundesgasse 35, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1960
,
war
als Key Account Manager
über seine
Arbeit
geberin bei der Schweizerischen Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG gegen Unfälle obligatorisch versichert, als er am
2.
Februar 2016
einen Skiunfall
erlitt und sich an der Schulter verletzte
(
Urk.
11/3/
6
;
Urk.
2
Ziff.
II.5.2
). Mit Schreiben vom
2
3.
Juni 2017
verneinte die Unfallversicherung
eine
Leistungs
pflicht
für die ab August 2016 fortbestehenden Beschwerden
mit der Begründung,
der Vorzustand sei erreicht
(
Urk.
11/1/7 f.
). Daran hielt sie nach telefonischem Ein
wand des Versicherten (
Urk.
11/1/10
) mit Verfügung vom
4
.
Juli 2017
fest (
Urk.
11
/1/1
7
f.).
Die vom
Versicher
ten
noch
im gleichen Monat
dagegen erho
bene Einsprache
(
Urk.
8/1/
23-25
und
11/1/28-31)
wies die Unfallversicherung mit Entscheid vom
6.
November 2017
ab (
Urk.
2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
erhob der Versicherte
, vertreten durch seine Rechts
schutzversicherung (
Urk.
4),
am
3
0.
November 2017
Beschwerde
(
Urk.
1). Darin beantragte er, den Entscheid aufzuheben und ihm ab August 2016 weiter
hin die gesetzlichen
Leistungen
auszurichten; eventualiter sei vorgängig ein Gerichtsgutachten einzuholen. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Unfallversicherung
(
Urk.
1
S. 1
). Die Unfallversicherung schloss in der Beschwerdeantwort vom
2
8.
Februar 2018
auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
10
). Es wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet (
Urk.
12
). In der Replik vom
1
9.
März 2018
(
Urk.
1
3
) sowie der Duplik vom
2. Mai 2018
(
Urk.
17
) hielten die Parteien an ihren Anträgen fest.
Der Versicherte ergänzte seinen Eventualantrag einzig dahingehend, dass für das Gerichtsgutachten
diverse
Bild
dokumente beizuziehen seien (
Urk.
13 S. 5).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 bzw. am 9. November 2016 ver
ab
schiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfall
ver
sicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten. Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sach
verhalt
verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126
V 134 E. 4b, je mit Hinweisen).
Dementsprechend
sieht Absatz 1 der
Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsl
eistungen für Unfälle, die sich – wie vorliegend –
vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, nach bisherigem Recht gewährt werden
. Es kommen deshalb
die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen
zur
Anwendung
und werden
in dieser Fassung zitiert.
1.2
Die Beschwerdegegnerin legte in Erwägung 3 des
Einspracheentscheids
(
Urk.
2) die massgebenden Bestimmungen und Grundsätze zum Erfordernis eines natür
li
chen Kausalzusammenhangs zwischen dem schädigenden Ereignis und einem Ge
sundheitsschaden (BGE 129 V 177 E. 3.1; 129 V 402 E. 4.3.1) sowie zum Dahin
fallen der Leistungspflicht bei Erreichen des Status quo sine
vel
ante, namentlich bei krankhaften Vorzuständen (Urteil U 61/91 vom 1
8.
Dezember 1991 E. 4b, in: RKUV 1992 Nr. U 142 S. 75
; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995
) zutreffend dar. Gleiches gilt für den im Sozialversi
cherungs
recht üblichen
–
auch in Kausalitätsfragen geltenden –
Beweisgrad der überwie
genden Wahrscheinlichkeit (
BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen; RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
) und die beweisrechtlichen Anforderungen an ärztliche Berichte (BGE 134 V 231 E.
5.1; 125 V 351 E. 3a). Darauf wird verwiesen
.
1.3
Zu betonen ist, dass der Beweis des natürlichen Kausalzusammenhangs bzw. dessen Wegfallens in erster Linie mit den Angaben medizinischer Fachpersonen zu führen ist. Während bei der Frage, ob ein Kausalzusammenhang überhaupt jemals gegeben ist, die versicherte Person beweisbelastet ist, trägt die Unfall
versicherung die Beweislast für einen behaupteten Wegfall der Kausalität auf
grund des Erreichens des Zustands, wie er vor dem Unfall bestand oder sich ohne diesen ergeben hätte (Status quo sine
vel
ante; Urteile
des Bundesgerichts
8C_523/2
018 vom
5.
November 2018 E. 3.2,
8C_198/20
17 vom
6.
September 20
17 E. 3.2 und
8C_331/2015 vom 2
1.
August 2015 E. 2.1.
1, in: SVR 2016 UV Nr. 18 S. 55;
je mit Hinweisen). Dabei hat der Unfallversicherer nicht den Beweis für unfallfremde Ursachen zu erbringen; entscheidend ist allein, ob die unfallbe
dingten Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind (Urteil U 180/93 vom 1
8.
Juli 1994 E. 3b i
n: RKUV 1994 Nr. U 206 S. 329).
Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten mass
gebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
B
ei Entscheiden gestützt auf versicherungsinterne ärztliche Beurteilungen, die im Wesentlichen oder ausschliesslich aus dem Verfahren vor dem Sozialver
siche
rungsträger stammen, sind strenge Anforderungen an die Beweiswürdigung zu stellen
. Ihnen wird nach der Rechtsprechung Beweiswert zugemessen, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchs
frei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
mit Hinweis).
Bestehen
indes
auch nur geringe Zweifel an der Zuver
lässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen, ist eine versicherungs
externe medizinische Begutachtung im Verfahren nach
Art.
44
des
Bundesge
setz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
oder ein Gerichtsgutachten anzuordnen (BGE 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4).
Auf Aktenberichte kann abgestellt werden, wenn ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht (Urteil 8C_737/2011
des Bundesgerichts
vom
2.
April 2012 E. 5.2
; zum Ganzen
auch
Urteil
e
des Bundesgerichts
8C_281/2018
vom 2
5.
Juni 2018
E. 3.2.2
und 8C_167/2018 vom 2
8.
Februar 2019 E. 4
).
2.
Die Beschwerdegegnerin anerkannte ausdrücklich, dass der Beschwerdeführer am
2.
Februar 2016
beim Skifahren
einen Unfall im Sinne von
Art.
4 ATSG erlitt und auf seine rechte Schulter stürzte (
vgl.
Urk.
2
Ziff.
5.1).
S
treitig und zu prüfen ist
indes
, ob
sie
in diesem Zusammenhang einen
über den 31. Juli 2016 hinaus
gehenden
Leistungsanspruch
zu Recht verneinte. Prozessthema bildet dabei in erster Linie die Frage
,
ob die
beim Beschwerdeführer
im Rahmen der Arthroskopie der rechten Schulter vom 23. Mai 2017 diagnostizierte Intervall-Läsion mit medialer Subluxation der langen
Bizepssehne
mit überwiegender Wahrschein
lichkeit durch den Skiunfall
zumindest
mitverursacht wurde oder allein auf den krankhaften Vorzustand zurückzuführen ist (
Urk.
2
S. 8 ff.,
Urk.
10 S. 6 ff. und
Urk.
17 S. 3 ff.;
Urk.
1 S. 4 ff.  und
Urk.
13
S. 3 ff.
).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin stütz
t
e
ihre
Argumentation auf die Beurteilungen
von
Dr.
med.
Z.___
, Facharzt
für Chirurgie
und Unfallchirurgie
,
vom
1
9.
Okto
ber 2017 und 3
1.
Januar 201
8.
Er
legte
dar,
dass am 1
1.
Februar 2016
ein MRI
durchgeführt und von einem spezialisierten Radiologen beurteilt worden
sei
. Diese hochempfindliche
Bildgebung
sei aussagekräftiger als die konven
tionelle Röntgenaufnahme vom 2.
Februar 201
6.
Der Radiologe
habe keine relevanten
Verletzungen festgestellt. Hingegen habe er eine aus
ge
prägte hypertrophe Arth
rose
im
Akromio
-Klavikular-Gelenk (AC-Gelenk)
beschri
e
ben, die sich mit Sicher
heit nicht
in neu
n Tagen, sondern
über
Jahre
entwickelt habe.
Ebenso habe er ein ausgeprägtes Knochenmarködem beschrieben,
aber
keine Fraktur
bei intak
te
r
K
orti
k
alis
.
Ursache für ein Knochenmarködem sei oft eine Arthrose oder aber
ein Trauma. In Anbetracht der
Arthrose im AC-Gelenk könne davon ausgegangen werde
n
, dass
auch oh
ne Trauma
ein mehr oder weniger ausgeprägtes Ödem vor
handen gewesen sei. Durch den Sturz sei es mit überwiegender Wahrschein
lich
keit zu einer Verschlimmerung des Vorzustandes gekommen, womit sich das beschriebene ausgeprägte Knochenmarködem erkläre
.
Das
MRI habe
somit
degenerative Veränderungen im Sinne einer hypertrophen AC-Gelenkarthrose,
einer
Tendinose
der
Rotatorenmansch
ette
und
Zystenbildung
im
Tuberculum
majus
gezeigt. Eine relevante Verletzung habe weder klinisch
noch bildgebend nachgewiesen werden können.
Dementsprechend habe der Haus
arzt eine posttraumatische
Periarthropathia
humero-scapularis
(PHS) diagnos
tiziert.
Durch den Sturz sei es überwiegend wahrscheinlich zu einer Aktivierung der AC-Gelenksarthrose und einer Traumatisierung der
Rotatorenmanschette
gekommen. Letzteres habe sich im MRI vom 1
1.
Februar 2016 als Tendinitis dargestellt. Im Verlauf der Wochen und Monate hätten sich die
se
Beschwerden zurückgebildet (
Urk.
11/3/33
,
11/3/35
und 11/3/43
).
3.2
Sodann
erläuterte
Dr.
Z.___
, untermauert mit diversen Zitaten aus der medi
zinischen Fachliteratur, a
nlässlich de
s
rund ein Jahr später erfolgten
Untersuch
s
bei
Dr.
A.___
vo
m
9.
Februar 2017 habe im rechten Schulter
gelenk eine freie Beweglichkeit bestanden. Der
damals
(und
auch
von
Dr.
B.___
)
festgestellte «
painful
arc
» sei typisch für ein
Impingement
. Zudem führe
eine hypertrophe Arthrose des AC-Gelenks zu einer Einengung des Raumes zwischen
Humeruskopf
und dem
Akromion
. Die dazwischenliegende Sehne der
Rotatoren
manschette
werde in der Folge eingeklemmt (
Impingement
)
–
vor al
lem bei der Abduktion über 90°. Dass die Intervallläsion mit überwiegender Wahrschein
lich
keit auf ein krankhaft-degeneratives Leiden zurückzuführen sei, gehe aus dem MRI vom 1
1.
Februar 2016 hervor. Darin sei di
e hypertrophe AC-Gelenksarthrose mit
einem
ausgeprägte
n
Knochenmarködem
beschrieben worden, welche eine Im
pression auf Höhe des
ten
d
omuskulären
Übergangs
verursache.
Dies passe
zudem
gut zu den
im
MRI
vom
4.
April 2017
festgestellten
«
eher engen Verhältnissen im
Zwischenraum
»
.
Wiederholte Einklemmungen würden
in solchen Fällen
zu schm
erz
haften Entzündungen und Schwellungen des Schleimbeutels und des um
gebenden Gewebes führen.
Im Laufe der Zeit
werde die
Rotatorenmanschette
durch
gescheuert, insbesondere die Sehne des
Musculus
supraspinatus
.
Die über
wiegende Mehrheit der Intervall
l
äsionen entstehe durch krankhaft-degenerative Vorgänge im Schultergelenk und trete m
eistens ab dem Alter von 45 bis 50
Jahren auf
(
Urk.
11/3/33-34
und 11/3/42
)
.
Die im Operationsbericht
vom 2
3.
Mai 2017
erwähnte Intervall-Läsion mit Sub
luxation der langen
Bizepssehne
widerspreche
darüber hinaus
der
am 9.
Februar 2017
durch einen zweiten Arzt
durc
hgeführten dynamischen Ultraschall
unter
su
chung, wonach ausser der festgestellten
Mikrokalzifikationen
das Intervall intakt und die lange
Bizepssehne
im
Sulcus
lokalisiert gewesen sei. Eine Subluxation
oder eine
relevante Intervallläsion mit einer Instabilität der langen
Bizepssehne
wäre von einem
erfahrene
n
Untersucher
in einer solchen Untersuchung
ohne wei
te
res festgestellt
worden und könne daher m
it überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen
werden
. B
ei einer statischen MRI-Untersuchung
sei dies
indes
nicht
immer möglich
. Nachdem
der
Ultraschall
vom
2.
Februar 2017 respektive
das
MRI
vom
4.
April 2017 keinen
Hinweis für eine Intervall-Läsion oder Läsion der langen
Bizepssehne
ergeben
hätten
,
müssten
diese
danach
bis zur Operation
entstanden sein
. Im Eintrittszeugnis
der
C.___
werde
ferner
die Diag
nose «
d
olentes
AC-Gelenk rechts» gestellt, was nicht mit dem Unfall,
wohl
aber der Arthrose und dem
Impingement
zu erklären sei
(
Urk.
11/3/34
und 11/3/42 f.
).
3.3
Nach einer Schulterkontusion ohne nachgewiesen bleibende Verletzungsfolgen sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nach spätestens sechs Monaten der Status quo ante bzw. quo sine erreicht. Die im Herbst 2016 akut gewordenen Schulterbeschwerden rechts stünden überwiegend wahrscheinlich nicht mehr im Zusammenhang mit dem Unfallereignis
, sondern seien eine
L
angzeitfolge des
subacromialen
Impingements
, verursacht durch die in den bildgebenden Untersuchungen und im Operationsbericht beschriebenen Veränderungen mit der deutlichen AC-Arthrose
sowie
den nach
caudal
gerichteten
Osteopyhten
und multiplen geröllzys
tischen Einschlüssen, sowohl am Schlüsselbein
als auch am
Schulterdach
.
Die ebenfalls beschriebene
Omarthrose
mit Zyste
n
bildungen im
Tuberculum
majus
belege zusätzlich den kran
k
haft-degenerativen Prozess im rechten Schultergelenk. D
ies
erkläre
auch
die intraartikulären Injektionen mit Kortison, die bei akuten Schüben degenerativer und entzündlicher Erkrankung, aber nicht bei Verletzungen indiziert seien
. Neben der
Resektion des
arthrotisch
veränderten AC-Gelenkes inklusive Entfernung der
Osteophyten
habe der Operateur eine
Tenodese
der langen
Bizepssehne
vorgenommen. Die
Tendinose
sei ebenfalls Folge des
subac
ro
mialen
Impingements
. Massnahmen zur Wieder
herstellung verletzter Strukturen habe der Operateur keine vorgenommen
(
Urk.
11/3/34 und 11/3/41).
4.
4.1
Der die Beschwerdegegnerin beratende
Dr.
Z.___
hat zur streitigen Kau
sali
tätsfrage somit umfassend Stellung genommen
, wobei ihm auch die rele
vanten medizinischen Unter
la
gen zur Verfügung standen.
I
nsbesondere
lag ihm
eine CD mit den intraoperativen Aufnahmen von
Dr.
A.___
vor
, die er offen
bar auch einsah
(
Urk.
11/3/2
und 11/1/33
)
. Ü
berzeugend
legte er
sodann
dar,
weshalb er auf den
Beizug
der Röntgenaufnahmen vom 2. Februar 2016 v
erzich
ten konnte.
Der
Beschwerdeführer
leitet
in der Beschwerde
denn
auch nichts mehr aus jenem Röntgenbefund
(fraglicher Hill-Sachs-Defekt oberes Caput mit knö
cher
nem 5
–
mm
-
Fragment) ab
, wie er
einzig
vom Allgemeinmediziner
Dr.
med.
D.___
im Bericht vom
3.
Februar 2016 festgehalten
wurde
(
Urk.
11/3/3)
bzw.
in keiner der nachfolgenden bildgebenden Abklärungen
bestätigt
werden konnte
.
Insofern besteht kein Anlass, weitere Bilddokumente zu den Gerichtsakten zu nehmen.
4.2
Nachvollziehbar begründete
Dr.
Z.___
anhand der echtzeitlichen Befunde, untermauert durch entsprechende mediz
inische Fachliteratur, dass der
degene
rative Verschleisszustand, wie er bereits im Zeitpunkt des Unfalles
(soweit ersicht
lich klinisch stumm)
bestanden haben muss,
geeignet ist, eine
Pulley
-Läsion
herbeizuführen
.
So
fanden sich
im MRI vom 11.
Februar 2016
schon kurz nach dem Unfall
Befunde,
di
e klar als
degenerativ zu beurteilen
waren
bzw.
auf ein
Impingement
hinw
ies
en:
eine vor allem nach kranial
,
etwas weniger nach kaudal
,
hyperthrophe
Schultereckgelenkarthrose
,
eine leichte Impression auf Höhe des
ten
d
omuskulä
r
en
Übergangs des
Supraspinatus
sowie kleine
zyst
oide
Verände
rung
en kranial auf dorsal des
T
uberculum
majus
(
Urk.
11/3/4).
Im MRI vom 4. April 2017 wurde
n zudem
ein
e
etwas
regrediente
Aktivierung der ansonsten stationär deutlichen Schultereckgelenkarthrose mit
kleine
n
bis mittelgrosse
n
infe
riore
n
Osteophyten
am Schultereckgelenk, eine mittelschwere
Arthrose im Schultergelenk
sowie
ein wenig Ödem zwischen
C
orakoid
und
C
lavikula
bei eher engen Verhältnissen in diesem Zwischenraum beschrieben (
Urk.
11/3/14).
Zutref
fend
wies
Dr.
Z.___
dabei auch
auf den
klinisch
festgestellten
Painful
arc
und
das
Alter des Beschwerdeführers hin
,
die beide
ebenfalls
typisch für den
von
ihm
beschriebenen
Überlastungsm
echanismus
sind
(
vgl
.
Alfred
Debrunner
, Orth
o
pädie, Orthopädische Chirurgie, Patientenorientierte Diagnostik und Therapie des Bew
eg
ungsapparates,
4.
Aufl., Bern/Göttingen/
To
ronto/Seattle 2002, S. 727 f
f
.;
Hempfling
/Krenn, Schadenbeurteilung am Bewegungssystem, Band I, Berlin/
Bosten
2016, S. 424
ff.
).
4.3
Schlüssig
sind
ferner
Dr.
Z.___
s
Ausführungen
zum
Knochenmarködem. Ein solches lässt sich n
icht mittels Röntgenbild darstellen
und kommt sowohl als
Begleitphänomen einer lang bestehenden Arthrose wie auch als Antwort auf ein Trauma des Knochens und/oder Gelenk
s
vor
.
Ein
traumatische
s
Kochenmarködem
zeigt
unter (Entlastungs-)Therapie mit der Zeit eine
Regredienz
und
verschwindet
in der Mehrzahl der Fälle
–
abhängig von der Ausgangsgrösse, dem Ausm
ass des Traumas und der Konsequenz der Therapie
– nach ein bis sechs Monaten (vgl.
Hempfling
/Krenn,
a.a.O.
, S. 175).
In diesem Sinne wird im MRI vom 1
1.
Februar 2016 ein ausgeprägtes (
Urk.
11/3/4)
und im MRI vom 4.
April 2017 noch ein wenig Ödem
b
e
schrieben
(
Urk.
11/3/14).
4.4
Als Zwischenfazit ist deshalb festzuhalten
, dass
Dr.
Z.___
anhand der
MRI-Befunde vom 1
1.
Februar 2016 (
Urk.
11/3/4) und
4.
April 2017 (
Urk.
11/3
/14)
einleuchtend
zum Schluss kam
,
dass
der Sturz
zu einer vorübergehenden Ver
schlimmerung des Vorzustandes im Sinne einer
Aktivierung der Schultereck
ge
lenkarthrose und
temporären Vergrösserung des
durch die Arthrose bedingten bzw. vorb
estehenden Knochenmarködems
geführt
hat. Ebenfalls legte er nach
voll
ziehbar dar, dass die nachgewiesen
ermassen
degenerativen Veränderungen und anatomischen Verhältnisse in der rechten Schulter grundsätzlich geeignet sind, im Laufe der Zeit eine
Pulley
-Läsion zu bewirken
.
5.
5.1
Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers vermag die
Stellungnahme seines Operateurs,
Dr.
med.
A.___
, Chefarzt
der
Orthopädie
in der
C.___
,
vom 2
0.
November 2017
(
Urk.
11/3/40) an dieser Beurteilung keine Zweifel
zu wecken.
Dr.
A.___
hielt vorab fest, d
ass eine Arthroskopie zur
D
iagnos
tizierung
einer subluxierenden lange
n
Bizepssehne
im Intervall inklusive Nach
weis einer partiellen
Subscapularis
ruptur
eine höhere Sensitivität als
eine Sono
graphie oder eine MRI-Untersuchung habe, zumal diese nur nativ und nicht im Sinne eines
Arthro
-MRIs durchgeführt worden sei
(
Urk.
11/3/40)
.
Dem hielt
Dr.
Z.___
differenziert
entgegen, dass ein
erfahrener Untersucher
eine entsprechende
Läsion in der
«
dynamischen
»
Ultraschalluntersuchung
vom 9. Februar 2017
, anders als in den
statischen
MRI
,
erkannt hätte
.
Der Arzt habe indess
en festgehalten, dass ausser den
festgestellten
Mikrokalzifikationen
das Intervall intakt und die lange
Bizepssehne
im
Sulcus
lokalisiert sei
(
Urk.
11/3/42
und 11/3/34
).
Im Übrigen
ist unstr
i
ttig
,
dass die Läsion im Zeitpunkt der
Arthros
kopie
bestand.
5.2
Entscheidend ist
indes allein
, ob
diese
erst
mehr als ein Jahr nach dem Unfall festgestellte Läsion
noch
überwiegend wahrscheinlich
als Folge des Sturzes zu sehen ist
.
Die Beschwerdegegnerin hat gegenüber dem Beschwerdeführer
nämlich
keine Leistungspflicht für das im Operationsber
icht aufgeführte Schulterleiden
, sondern nur
für
eine Schulterkontusion anerkan
nt. Daran vermag die
unter An
gabe der Diagnose «
dolentes
AC-Gelenk Schulter rechts» beantragte und am
1
8.
Mai 2017
gewährte Kostengutsprache
im Zusammenhang mit der Schulter
arthroskopie nichts zu ändern
(
Urk.
11/3/17-19)
.
Demnach liegt die
Beweislast, ob es sich bei der operierten Verletz
ung um eine
zusätzliche
Unfallfolge handelt
bzw. mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ein
natürlicher
Kausalzusammen
hang besteht
,
weiterhin
beim Beschwerdeführer
. Daran würde sich auch nichts ändern, ginge man von einer unfallähnlichen Körperschädigung aus
(vgl. Urteil
e
des Bundesgerichts 8C_85
5/2018 vom 1
4.
März 2019 E. 3.1 und 8C_167/2018 vom 2
8.
Februar 2019 E. 6.6
).
5.3
Dr.
A.___
argumentierte
zur
natürlichen Kausalität
,
dass
aufgrund der klar bestehenden Brückensymptome seit dem Unfallereignis und der festgestellten Inter
vallläsion mit subluxierender langer
Bizepssehne
und auch kranialer Partial
ruptur der
Subscapularissehne
diese Verletzung mit zumindest überwiegender Wahrscheinlichkeit im Zusammenhang mit dem Unfallereignis gewürdigt werden
müsse
(
Urk.
11/3/40)
.
In der «korrigierten Version
» des Berichts vom
9.
Februar 2017 hielt
er
ferner
fest, der Beschwerdeführer sei seitlich von einem ande
ren Skifahrer angefahren worden mit erheblicher Schulterkontusion.
Dabei sei es zu einer Traumatisierung der rechten Schulter mit sofort einem Schmerz im kranialen Schulterbereich ge
kommen. Seither bestünden Restbeschwerden. Während eines Kinobesuchs habe
er
den Arm längere Zeit in 90° Abduktion gelagert gehalten, in der Folge seien die Schmerzen
exazerbiert
(
Urk.
11/3/12).
5.4
Es fällt
somit
auf, dass
Dr.
A.___
von einem
anderen
Verletzungsmecha
nismus ausging, nämlich
einem Zusammenprall mit einem anderen Skifahrer
. Ursprünglich hatte d
er Beschwerdeführer geschildert, einem anderen Skifahrer ausgewichen und gestürzt zu sein (
Urk.
11/3/3). Dabei
ist
im Bereich des Sozial
versicherungsrechts
praxisgemäss in der Regel auf die «Aussagen der ersten Stunde» ab
zustellen
, denen in beweismässiger Hinsicht grösseres Gewicht zu
kommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträg
lichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis).
Sodann verwendete
Dr.
A.___
den Begriff «Restbeschwerden» und wi
es auf eine anhaltende Beschwerdeverschlechterung nach einem späteren Kinobesuch im Rahmen der Lagerung des Armes im 90° hin
.
D
er Hausarzt
stellte
, wie
Dr.
Z.___
in der Zusammenfassung der
A
kten festhielt
(
Urk.
11/3/37)
, z
unächst nur ein
e
und erst etwas später noch weitere Verordnungen zur Physio
therapie aus (vgl.
Urk.
11/3/5 und 11/3/7-9).
Aktenkundig
wurden
zudem
erst im Jahr 2017 eine Infiltration (
Urk.
11/3/13) sowie eine dynamische Ultraschall
untersuchung und schliesslich eine Arthroskopie du
rchgeführt.
All dies bestätigt den von
Dr.
Z.___
beschriebenen Beschwerdeverlauf bzw. einen zuneh
menden Leidensdruck
des Beschwerdeführers
. Das
Überweisungsschreiben an die
C.___
vom 23. November 2016, worin der Hausarzt seit Februar 2016 «anhaltende» Schulterschmerzen
trotz intensiver Physiotherapie unterstützt durch NSAR
beschrieb, vermag daran nichts zu ändern, zumal auch
er Massnahmen im Zusammenhang mit den degenerativen Veränderungen erwog (Infiltration,
Defil
é
eerweiterung
;
Urk.
11/3/10)
.
Schliesslich
legte
Dr.
A.___
weder
dar, wesh
alb das Verletzungsbild für ein Trauma sprechen würde
,
noch
widerlegte
er
die Aussagen von
Dr.
Z.___
im Zusammenhang mit den degenerativen Veränderungen und dem
Impinge
ment
.
6
.
Zusammenfas
send
ist
somit festzustellen,
dass die Stellungnahme von Dr.
A.___
auf einem
unklar
en Unfallhergang beruht, den Vorzustand
unbe
rücksichtigt
lässt und nicht konkret aufzeigt, was am operierten Verletzungsbild
bzw. welcher Befund
gegen ein
Impingement
und
für ein Trauma sprechen würde. Es kommt hinzu, dass
sich
bildgebend
k
eine richtungsge
bende Verschlimmerung im Sinne
einer knöchernen Läsion
, Verletzung der
Rotatorenmanschette
oder auffällige Zunahme der Arthrose
feststellen liess. Die
Beschwerdegegnerin
hat
somit zurecht auf die
Einschätzung
eine
s überwieg
end wahrscheinlich degene
rativ
bedingten Gesundheitsschadens v
on
Dr.
Z.___
abgestellt
, an welcher keine Zweifel bestehen,
und einen Leistungsanspruch ab August 2
016 verneint. Auf weitere Abklärungen ist zu verzichten
.
Selbst die
Möglichkeit, dass das
f
estgestellte Verletzungsbild
mit dem Unfall zusammenhängen
könnte, wie auch die
Möglichkeit
, dass in den früheren Bildgebungen etwas übersehen worden sein könnte
,
würden
nicht
zur
Bejahung eines natürliche
n Kausalzusammenhangs
f
ühren
.
Die Beschwerde ist folglich abzuweisen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3
.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
CAP Rechtsschutz-Versicherungsgesellschaft AG
-
Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG
-
Bundesamt für Gesundheit
4
.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GrünigBonetti