# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** adc6562a-cb54-597e-875b-379d659c6cf0
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-09-01
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 01.09.2009 UV 2008/107
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2008-107_2009-09-01.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2008/107

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 23.04.2020

Entscheiddatum: 01.09.2009

Entscheid Versicherungsgericht, 01.09.2009
Art. 15 UVG, Art. 23 Abs. 3 und 7 UVV: Berechnungsgrundlagen für die Höhe 
des versicherten Verdienstes eines Aussendienstmitarbeiters. Bei einem 
vollständig umsatzbedingten Lohn ist auch nach einer relativ kurzen 
Anstellungsdauer auf den Durchschnittslohn pro Tag abzustellen. Eine 
Lohnentwicklung von mindestens 10% ist auf Grund der Mitwirkungspflicht 
durch den Versicherten mit dem üblichen Beweisgrad der überwiegenden 
Wahrscheinlichkeit darzulegen (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 1. September 2009, UV 2008/107).

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichter Joachim Huber und 

Versicherungsrichterin Karin Huber-Studerus; Gerichtsschreiberin Jeannine Bodmer

Entscheid vom 1. September 2009

in Sachen

R.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. oec. Fritz Dahinden, Blumenbergplatz 1,

9000 St. Gallen,

gegen

AXA Versicherungen AG, General Guisan-Str. 40, Postfach 357, 8401 Winterthur,

Beschwerdegegnerin,

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

betreffend

Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

A.       

A.a   Der 1982 geborene R.___ war bei der A.___ seit 13. November 2006 als 

Aussendienstmitarbeiter tätig und dadurch bei der AXA Versicherungen AG 

(nachfolgend: AXA) unfallversichert, als er am 26. März 2007 bei einer Auffahrkollision 

eine commotio cerebri (AXA-act. M 3) und eine HWS-Distorsion erlitt (AXA-act. M 8). 

Nach vollständiger Arbeitsunfähigkeit konnte der Versicherte die Arbeit ab 5. April 2007 

wieder zu 20 % und ab 12. April 2007 zu 50 % aufnehmen. Am 29. und 30. Mai 2007 

war er nochmals zu 100 % arbeitsunfähig, ab Juni 2007 wieder zu 50 % (AXA-act. 

M 8). Die AXA anerkannte ihre Leistungspflicht für das Unfallereignis und erbrachte die 

gesetzlichen Versicherungsleistungen (Heilkosten und Taggelder), wobei sie bei der 

Berechnung der Taggelder von einem versicherten Verdienst von Fr. 50'763.-- ausging 

(AXA-act. A 4 S. 3).

A.b   Per 31. Mai 2007 kündigte der Versicherte sein Arbeitsverhältnis (AXA-act. A 19). 

Am 1. Januar 2008 trat er, nun wieder vollständig arbeitsfähig, eine neue Stelle im 

Aussendienst einer Versicherungsgesellschaft an (AXA-act. A 59).

A.c   Nachdem die AXA mit Schreiben vom 26. September 2007 (AXA-act. A 49) einen 

Fehler in der Taggeldberechnung geltend gemacht und den versicherten Verdienst, 

basierend auf dem durchschnittlichen Monatseinkommen aus den Löhnen von 

November 2006 bis und mit Februar 2007, auf den Betrag von Fr. 45'479.-- korrigiert 

hatte, hielt sie mit Verfügung vom 16. Januar 2008 an diesen Berechnungsgrundlagen 

fest. Sie begründete dies damit, dass der Lohn des Versicherten starken 

Schwankungen unterlegen habe, weshalb nach Art. 23 Abs. 3 der Verordnung über die 

Unfallversicherung (UVV, SR 832.202) auf einen angemessenen Durchschnittslohn 

abzustellen sei (AXA-act. A 66).

B.       

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Die gegen diese Verfügung durch Rechtsanwalt lic. oec. F. Dahinden, St. Gallen, für 

den Versicherten erhobene Einsprache (AXA-act. A 69) wies die AXA mit Entscheid 

vom 1. September 2008 ab. Auf Grund ihrer Überprüfung der Berechnung des 

versicherten Verdienstes hielt sie jedoch fest, dass eigentlich nur auf die Löhne der 

Monate Februar und März 2007 abzustellen wäre, was einen versicherten Verdienst 

von Fr. 44'280.-- ergeben würde. Zu Gunsten des Versicherten verzichtete sie jedoch 

auf eine Anpassung (AXA-act. A 73).

C.       

C.a   Gegen diesen Einspracheentscheid liess der Versicherte durch seinen 

Rechtsvertreter mit Eingabe vom 2. Oktober 2008 Beschwerde erheben. Der 

Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung des Einspracheentscheids vom 

1. September 2008, die Verpflichtung der Beschwerdegegnerin, die 

Leistungsansprüche auf der Basis eines versicherten Jahresverdienstes von 

mindestens Fr. 65'526.-- (ausschliesslich basierend auf dem im Monat Februar 2007 

erzielten Lohn) zu errechnen und die Streitsache zur Festlegung der 

Leistungsansprüche an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge.

C.b   In der Beschwerdeantwort vom 20. Januar 2009 beantragte die 

Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde.

C.c   Mit Replik vom 4. Oktober 2008 (recte: 4. März 2009; act. G 11) und Duplik vom 

24. März 2009 (act. G 13) hielten die Parteien unverändert an ihren Anträgen fest.

C.d   Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften wird, soweit 

entscheidnotwendig, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

1.        

Streitig und zu prüfen ist einzig die Bemessung des versicherten Verdienstes für die 

Taggeldleistungen. Während der Beschwerdeführer argumentiert, der versicherte 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Verdienst bemesse sich mindestens nach dem im Februar 2007 erzielten Lohn, hält die 

Beschwerdegegnerin dafür, es seien die gesamten, seit Beginn der vereinbarten Provi­

sionsentlöhnung erzielten Einkommen, d.h. jene der Monate Februar und März 2007, in 

die Berechnung miteinzubeziehen.

2.        

2.1    Nach Art. 15 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG, 

SR 832.20) werden Taggelder und Renten nach dem versicherten Verdienst bemessen. 

Als versicherter Verdienst gilt für die Bemessung der Taggelder der letzte vor dem 

Unfall bezogene Lohn, für die Bemessung der Renten der innerhalb eines Jahres vor 

dem Unfall bezogene Lohn (Art. 15 Abs. 2 UVG). Gestützt auf Abs. 3 dieser Norm hat 

der Bundesrat in Art. 22 - 24 UVV nähere Bestimmungen zum versicherten Verdienst 

erlassen. Gemäss Art. 22 UVV, welcher den versicherten Verdienst "im Allgemeinen" 

regelt, gilt als versicherter Verdienst der nach der Bundesgesetzgebung über die AHV 

massgebende Lohn mit verschiedenen, hier nicht zur Diskussion stehenden 

Abweichungen (Abs. 2). Nach Abs. 3 der Bestimmung gilt als Grundlage für die 

Bemessung der Taggelder der letzte vor dem Unfall bezogene Lohn, einschliesslich 

noch nicht ausbezahlter Lohnbestandteile, auf die ein Rechtsanspruch besteht.

2.2    Art. 23 UVV enthält Bestimmungen über den massgebenden Lohn für das 

Taggeld in Sonderfällen. Gemäss Abs. 1 wird der versicherte Verdienst nach dem Lohn 

festgesetzt, den der Versicherte ohne Militärdienst, Zivildienst, Zivilschutzdienst, Unfall, 

Krankheit, Mutterschaft, Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit erzielt hätte, wenn er aus 

einem dieser Gründe keinen oder einen verminderten Lohn bezogen hat. Übt der 

Versicherte keine regelmässige Erwerbstätigkeit aus oder unterliegt sein Lohn starken 

Schwankungen, so wird auf einen angemessenen Durchschnittslohn pro Tag abgestellt 

(Abs. 3). Hat die Heilbehandlung wenigstens drei Monate gedauert und wäre der Lohn 

des Versicherten in dieser Zeit um mindestens 10 Prozent erhöht worden, so wird der 

massgebende Lohn für die Zukunft neu bestimmt (Abs. 7).

2.3    Massgebend für die nach der abstrakten Methode erfolgende Berechnung des 

Taggeldes ist somit nicht der mutmasslich entgangene Verdienst, sondern jener, den 

die versicherte Person vor dem Unfall bezogen hat. Das gilt grundsätzlich auch für die 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

in Art. 23 UVV geregelten Sonderfälle. Mit Ausnahme von Abs. 7 (lang andauernde 

Taggeldberechtigung) und Abs. 8 (Rückfall) knüpfen die Regeln des Art. 23 UVV 

allesamt an Tatsachen an, die sich vor dem Unfall verwirklicht haben. Art. 23 Abs. 3 

UVV zielt darauf, dort einen Ausgleich zu schaffen, wo eine versicherte Person einen 

Unfall zufälligerweise in einer Tief- oder eventuell gar einer Nichtlohnphase im Rahmen 

der bislang ausgeübten Erwerbstätigkeit erleidet. Damit wird nichts am Prinzip 

geändert, wonach die bis zum Unfall geltenden Verhältnisse massgebend sind: 

Arbeitsverhältnisse, die erst nach dem Unfallereignis angetreten oder umgestaltet 

werden (sollten), bleiben bei der Taggeldberechnung ausser Acht. Das Kriterium der 

starken Lohnschwankungen ist erfüllt, wenn der Lohn vom erzielten Umsatz oder 

anderen mehr oder weniger unbestimmten Faktoren abhängig ist (vgl. die in BGE 128 

V 300 f. E. 2b/aa und cc erwähnte Rechtsprechung). Ob die Voraussetzungen zur 

Anwendung dieser Sonderregelung erfüllt sind, ist mit Blick auf dasjenige 

Arbeitsverhältnis zu beurteilen, in dem die versicherte Person im Unfallzeitpunkt stand 

(RKUV 1997 Nr. U 274 S. 181 ff. E. 3b mit Hinweisen). Bei einem Taxifahrer, dessen 

monatlicher Verdienst im Zeitraum von acht Monaten vor dem Unfallereignis um 

Fr. 851.-- schwankte, ist der durchschnittlich erzielte Lohn relevant (nicht 

veröffentlichtes Urteil T. vom 23. Oktober 1990 [U 130/89]). In RKUV 1989 Nr. U 70 

S. 213 ff. entschied das Eidgenössische Versicherungsgericht (EVG; seit 1. Januar 

2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts), dass bei einem im Frühling 

engagierten, Ende Oktober verunfallten Eishockeyspieler nicht auf den zuletzt erzielten 

(monatlichen) Verdienst abzustellen sei. Da der Spielerlohn weitgehend von den durch 

die Mannschaft erzielten Punkten und von der Zuschauerzahl abhängig war, wurde 

davon ausgegangen, dass er starken Schwankungen im Sinn von Art. 23 Abs. 3 UVV 

unterliege, und für die Taggeldberechnung ein angemessener Durchschnittslohn pro 

Tag als massgebend erachtet. Dieser wurde prognostisch auf Grund der vertraglichen 

Abreden bestimmt.

2.4    Ereignet sich ein Unfall während eines seit längerer Zeit dauernden 

Arbeitsverhältnisses, birgt die Beurteilung, ob der Lohn starken Schwankungen 

gemäss Art. 23 Abs. 3 UVV unterliegt, keine grösseren Probleme. Anzuknüpfen ist an 

die in der Vergangenheit erzielten Entgelte. Diese (rückblickende) Möglichkeit entfällt, 

wenn - etwa bei erst seit kurzem bestehendem Arbeitsvertrag - im Zeitpunkt des 

Unfalls noch keine Löhne geleistet worden sind. Die kurze Dauer des Arbeitsvertrags 

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=8C_330%2F2008&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F128-V-298%3Ade&number_of_ranks=0#page298
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=8C_330%2F2008&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F128-V-298%3Ade&number_of_ranks=0#page298

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

und der Umstand, dass bis zum Unfallereignis keine Entgelte ausbezahlt wurden, 

schliessen die Anwendung von Art. 23 Abs. 3 UVV indes nicht grundsätzlich aus. Es ist 

Zufall und mit Blick auf den Normzweck unbeachtlich, ob ein Unfall in ein mehrjähriges 

Arbeitsverhältnis fällt oder sich bereits kurz nach Antritt einer neuen Stelle ereignet. Es 

verstösst weiter nicht gegen das Prinzip, wonach die Verhältnisse im Zeitpunkt des 

Unfalls massgebend sind, wenn die Auswirkungen der aktuellen Lohnabrede geprüft 

werden (BGE 128 V 301 E. 2b/bb).

3.        

3.1    Gemäss Arbeitsvertrag vom 13. November 2006 (AXA-act. A 19) trat der 

Beschwerdeführer per selbem Datum bei der A.___ nach einem internen Wechsel die 

Stelle eines Aussendienstmitarbeiters/Junior-Sales an. Dabei wurde "für die ersten drei 

Monate" vereinbart, dass ein Garantielohn von Fr. 3'000.-- brutto oder die 

Provisionstabelle (Anhang B) zum Tragen käme. "Ab (gemeint ist wohl: Nach) dem 

dritten Anstellungsmonat" sollte kein Garantielohn mehr geschuldet sein, sondern die 

Provisionstabelle (Anhang B) zur Anwendung kommen. Ein Anspruch auf einen 

13. Monatslohn wurde ausdrücklich verneint.

3.2    Den Lohnabrechnungen ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer im 

November 2006 (vom 13. bis 30. November) Fr. 1'800.-- (Garantielohn), im Dezember 

2006 Fr. 3'383.02 (Umsatz/Ferienanteil), im Januar 2007 Fr. 3'000.-- (Garantielohn), im 

Februar 2007 Fr. 5'460.50 (Umsatz/Ferienanteil) und im März 2007 (1. bis 25. März) 

Fr. 1'548.-- (Umsatz) Lohn generierte (AXA-act. A 42). Demnach wurde dem 

Beschwerdeführer im Sinn der nicht ganz klaren Vertragsklausel ab Februar 2007 kein 

Lohn mehr garantiert. Ab diesem Zeitpunkt wurde der Lohn ausschliesslich nach den 

getätigten Umsätzen abgerechnet.

3.3    Das EVG hielt mit Urteil vom 17. Januar 2001 im Fall eines Taxichauffeurs fest, 

dass bei einem vollständig umsatzabhängigen Lohn - ungeachtet dessen, wie lange 

das konkrete Vertragsverhältnis im Zeitpunkt des Unfallereignisses bereits dauerte und 

ob Entgelte ausbezahlt wurden - das Kriterium der starken Lohnschwankungen 

gemäss Art. 23 Abs. 3 UVV als erfüllt gelte (RKUV 2001 Nr. U 423 S. 203 f. E. 3c/cc). 

Vorliegend wurde der Lohn ab Februar 2007 nur noch auf Grund der erzielten Umsätze 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

ausgerichtet. Dabei ist offensichtlich, dass die Umsätze eines 

Aussendienstmitarbeiters/Junior Sales von diversen Faktoren, wie Verkaufstalent, 

Kunden- und Beziehungsnetzen, jeweiliger Marktsituation und allfälliger 

Verkaufserfahrung etc. abhängen und der Lohn dadurch stark schwankt. Die 

Bemessung des massgebenden Lohnes hat damit in Übereinstimmung mit den 

Auffassungen der Parteien auf Grund von Art. 23 Abs. 3 UVV zu erfolgen.

4.        

4.1    Uneinigkeit besteht jedoch hinsichtlich der konkret für die Bemessung des 

versicherten Verdienstes beizuziehenden Monatslöhne. Der Beschwerdeführer macht 

geltend, dass er ohne den Unfall jeweils mindestens einen Monatslohn in Höhe des 

Februarlohnes hätte erreichen können. Er beruft sich dabei auf ein Schreiben der 

Arbeitgeberin (vgl. AXA-act. A 6), welche davon ausgegangen war, dass er auch nach 

dem Februar 2007 höhere Monatslöhne als den Garantielohn von Fr. 3'000.-- erzielt 

hätte. Mehr als eine Prognose lässt sich aus diesem Schreiben jedoch nicht 

entnehmen. Weiter hält der Beschwerdeführer fest, dass er ohne das Unfallereignis im 

März 2007 zusätzlich einen grösseren Auftrag unter Dach und Fach hätte bringen 

können, weshalb ihm die erst im April 2007 ausgerichtete Provision bereits im März 

2007 zugeflossen wäre. Daher dürfe nicht nur auf den tatsächlich entrichteten Märzlohn 

abgestellt werden. Hierzu ist einmal festzuhalten, dass sich allein aus der 

Lohnabrechnung des Monats April 2007 (act. G 1.1.10), während welchem der 

Beschwerdeführer immerhin bereits wieder zu mehr als 50 % gearbeitet hat, nicht auf 

einen konkreten, unfallbedingt verzögerten Vertragsabschluss schliessen lässt. Selbst 

wenn dieser behauptete Vertrag jedoch ohne den Unfall bereits Ende März 2007 hätte 

abgeschlossen werden können, würde dem Beschwerdeführer daraus kein Vorteil 

erwachsen. Nachdem Art. 22 Abs. 3 UVV als Grundlage für die Bemessung der 

Taggelder auf den letzten vor dem Unfall erzielten Lohn abstellt, können lediglich die 

bis zum Unfalltag erreichten Provisionen berücksichtigt werden. Anzumerken bleibt, 

dass sich demgegenüber auch Bemühungen während eines für die Bemessung des 

versicherten Verdienstes nicht berücksichtigten Monates, welche aber vor dem Unfall 

und somit in den massgeblichen Monaten zu einem Vertragsabschluss geführt haben, 

positiv auf die Höhe des versicherten Verdienstes ausgewirkt hätten. Solche 

Verwerfungen liegen im Wesen der Lohnabrechnungen auf Grund reiner 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Provisionsentschädigung. In dem Sinn kann vorliegend somit von einem relativ fairen 

Ausgleich ausgegangen werden.

4.2    Auch das Argument des Beschwerdeführers, es müssten auf Grund des kurzen 

Arbeitsverhältnisses Vergleichslöhne beigezogen werden, vermag nicht zu überzeugen. 

Wie kaum ein anderer Bereich ist derjenige des Verkaufs einem Vergleich nicht 

zugänglich. Im Unterschied zu einem Taxichauffeur, bei welchem die Umsätze zwar 

von Tages- oder Nachtschichten, Feier- oder Werktagen, dem jeweiligen Standort etc. 

abhängen (vgl. RKUV 2001 Nr. U 423 S. 204 E. 3c/cc), oder zu einem Skilehrer, bei 

dem die Arbeitstage stark von Wetter- und Schneeverhältnissen sowie der Anzahl 

Gäste beeinflusst werden (vgl. BGE 128 V 303 E. 3b), kann bei Verkäufern kein 

Vergleich aus einem ähnlichen, auf dieselbe Zeitperiode beschränkten Bereich gezogen 

werden. Wie bereits ausgeführt hängen die Umsätze in diesem Berufssegment vom 

Verkaufstalent, Kunden- und Beziehungsnetzen, jeweiliger Marktsituation sowie 

allenfalls Erfahrung und Alter des Aussendienstmitarbeiters ab. Daher können bereits 

im selben Verkaufsteam die Umsatzzahlen derart stark voneinander abweichen, dass 

sich kein Durchschnittslohn ausmachen lässt. Aus diesem Grund ist die Lohnhöhe 

ehemaliger Arbeitskollegen des Beschwerdeführers für den hier zu beurteilenden Fall 

unerheblich. Im Übrigen wären auch weitere Abklärungen nicht geeignet, ein mit den 

tatsächlichen Verhältnissen überwiegend wahrscheinlich besser übereinstimmendes 

Resultat zu erbringen.

4.3    Nach dem Gesagten lässt sich grundsätzlich nicht beanstanden, dass die 

Beschwerdegegnerin als Basis für die Bemessung des versicherten Verdienstes auf die 

Löhne der Monate Februar und März 2007, also diejenigen vor Eintritt des 

Unfallereignisses, abgestellt hat. Hingegen haben sich bei ihrer Berechnung insofern 

Fehler eingeschlichen, als sie den März-Lohn auf einen Monat aufgerechnet und den 

versicherten Verdienst auf Grund von Monaten auf ein Jahr hochgerechnet hat. Art. 23 

Abs. 3 UVV stellt wörtlich auf einen angemessenen "Durchschnittslohn pro Tag" ab. 

Folglich wäre die Summe aus den Löhnen Februar und März 2007 von Fr. 7'008.50 

(Fr. 5'460.50 + Fr. 1'548.00) durch die Anzahl der damit abgegoltenen Kalendertage 

von insgesamt 53 (28 Tage + 25 Tage) zu teilen, was einen Durchschnittslohn von 

Fr. 132.23 pro Tag (Fr. 7'008.50: 53 Tage) ergibt. Dieser scheint sowohl auf Grund der 

gesamten Umstände als auch im Hinblick auf die Annahme der Arbeitgeberin, dass der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Beschwerdeführer zukünftig einen höheren als den Garantielohn erzielen könne, als 

angemessen. Umgerechnet auf ein Jahr resultiert demnach ein versicherter Verdienst 

von Fr. 48'266.10 (Fr. 132.23 x 365 Tage). Auf diesen ist für die Berechnung der 

Taggelder abzustellen.

5.        

Der Beschwerdeführer macht schliesslich geltend, die Beschwerdegegnerin hätte nach 

dreimonatiger Heilbehandlung auch Art. 23 Abs. 7 UVV berücksichtigen müssen. Zur 

Begründung verweist er wiederum auf einen ehemaligen Arbeitskollegen, welcher nach 

ungefähr einem Jahr als Aussendienstmitarbeiter einen Bruttolohn von Fr. 11'829.44 

erzielt habe (vgl. act. G 1.1.9). Zudem habe er selber bei seiner neuen Arbeitgeberin, 

der Versicherungsgesellschaft, bereits Bruttoeinkünfte von bis zu Fr. 9'638.30 erreicht 

und dies, obgleich er sich noch in Ausbildung befinde (act. G 1.1.11). Auf die Einholung 

einer Expertise zur Lohnentwicklung des Beschwerdeführers ab März 2007 - gemäss 

seinem Antrag - kann hingegen verzichtet werden. Es ist im Rahmen der 

Mitwirkungspflicht der Versicherten deren Sache, mit dem im Sozialversicherungsrecht 

üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit darzutun, dass eine 

Erhöhung erfolgt wäre, wenn kein Unfall eingetreten wäre (RKUV 1994 Nr. U 195 S. 211 

E. 5b). Vorliegend sind jedoch keinerlei Anhaltspunkte vorhanden, dass der 

Beschwerdeführer, sofern er sein Arbeitsverhältnis nicht selbst gekündigt hätte, bereits 

nach drei Monaten auf Grund einer beträchtlichen Umsatzsteigerung mindestens 10 % 

mehr Lohn erzielt hätte. Hingegen scheint auch hier die hypothetische 

Lohnentwicklung des Beschwerdeführers einem Vergleich mit anderen 

Aussendienstmitarbeitern nicht zugänglich. Da die geltend gemachte Lohnsteigerung 

somit nicht als überwiegend wahrscheinlich betrachtet werden kann, fällt eine 

Anwendung von Art. 23 Abs. 7 UVV nicht in Betracht.

6.        

Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin bei der Berechnung der 

von ihr geschuldeten Taggelder von einem versicherten Verdienst von Fr. 48'266.10 

auszugehen hat.

7.        

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des 

Einspracheentscheids vom 1. September 2008 dahingehend gutzuheissen, dass der 

versicherte Verdienst für die auf Grund des Unfalls vom 26. März 2007 auszurichtenden 

Taggelder des Beschwerdeführers auf Fr. 48'266.10 festgelegt wird. Gerichtskosten 

sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des

Sozialversicherungsrechts [ATSG, SR 830.1]). Der Beschwerdeführer hat bei diesem 

Verfahrensausgang Anspruch auf Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG). Es 

rechtfertigt sich, die Entschädigung - wie in vergleichbaren Verfahren üblich - auf 

pauschal Fr. 3'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird in dem Sinn gutgeheissen, dass der versicherte Verdienst 

für die auf Grund des Unfalls vom 26. März 2007 auszurichtenden Taggelder auf 

Fr. 48'266.10 festgelegt wird.

2.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.       Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'000.-- einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer zu bezahlen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 01.09.2009
	Art. 15 UVG, Art. 23 Abs. 3 und 7 UVV: Berechnungsgrundlagen für die Höhe des versicherten Verdienstes eines Aussendienstmitarbeiters. Bei einem vollständig umsatzbedingten Lohn ist auch nach einer relativ kurzen Anstellungsdauer auf den Durchschnittslohn pro Tag abzustellen. Eine Lohnentwicklung von mindestens 10% ist auf Grund der Mitwirkungspflicht durch den Versicherten mit dem üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit darzulegen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 1. September 2009, UV 2008/107).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T14:32:30+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen