# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1a04e14f-d319-5863-b279-decb6e99a799
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-12
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 12.03.2025 SB230599
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB230599_2025-03-12.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB230599-O/U/cwo

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. M. Langmeier, Präsident, Oberrichterin lic. iur. 

S. Fuchs und Ersatzoberrichterin lic. iur. C. Keller sowie Gerichts-

schreiberin lic. iur. S. Maurer

Urteil vom 12. März 2025

in Sachen

A._____, 
Beschuldigter und Berufungskläger

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____

gegen

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich, 
Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend mehrfache Vergewaltigung etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 6. Juli 2023 
(DG230003)

- 2 -

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 10. Januar 

2023 (Urk. 18) sowie das Privatklägerverzeichnis vom selben Datum (Urk. 17) ist 

diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 66 S. 74 ff.)

"Es wird erkannt:

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig

 der mehrfachen Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB;

 der mehrfachen sexuellen Handlung mit einem Kind im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 

StGB sowie

 der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19a 

Ziff. 1 BetmG (betreffend Cannabis).

2. Der Beschuldigte wird freigesprochen von den Vorwürfen 

 der harten Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 4 Satz 2 StGB sowie 

 der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19a 

Ziff. 1 BetmG (betreffend Kokain).

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 5 Jahren, wovon 11 Tage durch 

Haft erstanden sind, sowie mit einer Busse von Fr. 500.–.

4. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen.

Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an 

deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen.

5. Dem Beschuldigten wird gestützt auf Art. 67 Abs. 3 lit. b und c StGB lebenslänglich jede 

berufliche und jede organisierte ausserberufliche Tätigkeit, die einen regelmässigen Kontakt 

zu Minderjährigen umfasst, verboten (lebenslängliches Tätigkeitsverbot).

6. Die folgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 14. Dezem-

ber 2022 beschlagnahmten und bei der Kantonspolizei Zürich, Asservate-Triage, lagernden 

Gegenstände (Polis-Geschäfts-Nr. …) werden der jeweils berechtigten oder einer von die-

- 3 -

ser bevollmächtigen Person nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils auf erstes Verlangen 

herausgegeben:

 Bettwäsche (A016'295'662);

 1 Trainerhose grau mit Unterhose (A016'296'790);

 1 Trainerjacke grau (A016'296'803);

 1 kurze Sporthose weiss (A016'296'814);

 1 Personenfotografie (A016'296'870);

 1 Slip Calvin Klein schwarz (A016'305'092);

 Trainerhose braun (A016'305'105);

 Kapuzen-Pullover grau (A016'305'116);

 1 Apple iPhone SE (A016'296'825);

 Datenauslesung (A016'326'491);

 SIM Karte (A016'326'504);

 Datenauslesung (A016'326'515).

Allfällige Herausgabebegehren sind an das Gericht zu richten.

Wird innert 30 Tagen ab Rechtskraft dieses Urteils keine Herausgabe verlangt, wird die 

Lagerbehörde für berechtigt erklärt, die vorgenannten Gegenstände innert weiterer 30 Tage 

zu vernichten respektive gutscheinend zu verwenden.

7. Allfällige weitere sichergestellte Gegenstände, Spuren, Spurenträger und Asservate (Polis-

Geschäfts-Nr. …) werden der Lagerbehörde ab Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids 

zur Vernichtung überlassen.

8. a) Die Privatklägerin wird mit ihrem Schadenersatzbegehren auf den Weg des Zivilpro-

zesses verwiesen. 

b) Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin Fr. 20'000.– zuzüglich 5 % Zins 

ab 26. Juni 2022 als Genugtuung zu bezahlen. 

9. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:

Fr. 4'200.00 ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 1'100.00   Gebühr für das Vorverfahren; 

Fr. 3'930.35   Auslagen (Gutachten/Expertisen etc.);

Fr. 450.00   Auslagen Polizei;

Fr. 25'857.65

  Entschädigung amtliche Verteidigung, Rechtsanwalt
  lic. iur. X._____ (inkl. Barauslagen und MwSt.), ab dem
  tt.mm.2022, abzüglich Akontozahlungen von
  Fr. 12'473.70;

- 4 -

Fr. 20'337.80
  Entschädigung unentgeltliche Rechtsvertretung der
  Privatklägerin, Rechtsanwältin MLaw Y._____
  (inkl.  Barauslagen und MwSt.) ab dem 30. Juni 2022;

Fr. 55'875.80   Total

10. Die Kosten gemäss Dispositiv-Ziffer 9 werden dem Beschuldigten auferlegt, diejenigen der 

amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Rechtsvertretung der Privatklägerin indes-

sen einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Eine Nachforderung gemäss Art. 135 

Abs. 4 StPO und Art. 138 Abs. 1 StPO in Verbindung mit Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt vorbe-

halten.

11. Der Antrag des Beschuldigten auf Ausrichtung einer Genugtuung wird abgewiesen.

12. (Mitteilungen)

13. (Rechtsmittel)"

Berufungsanträge: 
(Prot. II S. 6 f.)

a) Der Verteidigung des Beschuldigten:

(Urk. 89 S. 1 f.)

1. Das Urteil der Vorinstanz vom 6. Juli 2023 sei betreffend Ziff. 1 Spiegelstrich 

1 und 2, betreffend Ziff. 3, 4, 5, 8 und 11 aufzuheben.

2. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der mehrfachen Vergewaltigung i.S.v. 

Art. 190 Abs. 1 StGB und der mehrfachen sexuellen Handlung mit einem Kind 

i.S.v. Art. 187 Ziff. 1 StGB freizusprechen. 

3. Er sei für die zu Unrecht erlittene Haft mit Fr. 2'200.– zzgl. Zins zu 5% seit 

dem 28. Juni 2022 zu entschädigen. 

4. Von der Anordnung eines lebenslänglichen Tätigkeitsverbots im Sinne von 

Art. 67 Abs. 3 lit. b und lit. c StGB sei abzusehen. 

5. Die Zivilforderungen der Privatklägerin seien abzuweisen. 

- 5 -

6. Sämtliche Verfahrenskosten inklusive derjenigen der amtlichen Verteidigung 

seien auf die Staatskasse zu nehmen. 

b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft:

(Urk. 73)

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

c) Der Vertreterin der Privatklägerin B._____:

(Urk. 90 S. 1)

1. Das erstinstanzliche Urteil sei vollumfänglich zu bestätigen.

2. Die Kosten der unentgeltlichen Verbeiständung der Privatklägerin (zzgl. 

MwSt.) seien dem Beschuldigten aufzuerlegen und einstweilen auf die Staats-

kasse zu nehmen und eventualiter auf die Staatskasse zu nehmen. 

Erwägungen:

I. Verfahrensgang / Prozessuales

1. Verfahrensgang

1.1. Für den Verfahrensverlauf bis zum erstinstanzlichen Urteil wird auf die Aus-

führungen im angefochtenen Entscheid verwiesen (Urk. 66 S. 5 f.).

1.2. Das vorstehend wiedergegebene Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 

6. Juli 2023 wurde den Parteien gleichentags mündlich eröffnet (Prot. I S. 76 ff.). 

Der Beschuldigte meldete sogleich Berufung an (Urk. 59). Nach Zustellung des 

schriftlich begründeten Urteils reichte der Beschuldigte mit Eingabe vom 

21. November 2023 fristgerecht die Berufungserklärung ein (Urk. 68). Nach 

entsprechender Fristansetzung verzichtete die Staatsanwaltschaft auf Anschluss-

berufung und beantragte die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. Die Privat-

klägerin B._____ sah ebenfalls von einer Anschlussberufung und dem Antrag auf 

ein Nichteintreten ab, beantragte jedoch, es habe dem urteilenden Gericht eine Per-

- 6 -

son gleichen Geschlechts anzugehören und im Falle ihrer Befragung – wovon aber 

wenn möglich abzusehen sei – sei diese ebenfalls von einer Person gleichen Ge-

schlechts durchzuführen. Sodann sei sie bei einer allfälligen Befragung dem Be-

schuldigten nicht gegenüberzustellen und es sei die Öffentlichkeit von der Gerichts-

verhandlung auszuschliessen (Urk. 70, Urk. 72 und Urk. 73). 

1.3. Am 25. Februar 2025 wurde zur Ergänzung der Akten im Hinblick auf die 

Berufungsverhandlung seitens des Gerichts ein Strafregisterauszug betreffend den 

Beschuldigten eingeholt. Diesem ist eine Verurteilung vom 5. August 2024 durch 

die Staatsanwaltschaft Baden wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln 

gemäss Art. 92 Abs. 2 SVG, begangen am 14. Juni 2024, zu entnehmen (Urk. 82). 

1.4. Zur Berufungsverhandlung vom 12. März 2025 erschienen schliesslich der 

Beschuldigte in Begleitung seines amtlichen Verteidigers lic. iur. X._____ sowie 

Rechtsanwältin M.A. HSG in Law Y._____ namens und in Vertretung der Privatklä-

gerin (Prot. II S. 6). Die Publikumsöffentlichkeit war von der Berufungsverhandlung 

ausgeschlossen worden und einzig akkreditierte Gerichtsberichterstatterinnen und 

-erstatter waren unter Auflage zugelassen (Urk. 74). Der Anspruch der Privatkläge-

rin, wonach auf Antrag wenigstens eine Person gleichen Geschlechts dem Gerichts 

anzugehören habe (Art. 379 i.V.m. Art. 335 Abs. 4 StPO), wurde gewahrt. Vorfra-

gen und Beweisanträge waren keine zu behandeln (Prot. II S. 8). Das Verfahren ist 

spruchreif.

2. Prozessuales

2.1. Am 1. Januar 2024 traten die revidierten Bestimmungen der Strafprozess-

ordnung in Kraft (AS 2023 468; BBl 2019 6697). Gemäss Art. 453 Abs. 1 StPO 

werden Rechtsmittel gegen Entscheide, die vor Inkrafttreten der neuen Regelungen 

gefällt wurden, nach bisherigem Recht beurteilt. Folglich ist für das vorliegende 

Rechtsmittelverfahren das frühere Prozessrecht massgebend.

2.2. Die Berufung des Beschuldigten richtet sich gegen die Dispositivziffern 1, 

Spiegelstrich 1 und 2 (Schuldspruch wegen mehrfacher Vergewaltigung und mehr-

facher sexueller Handlung mit einem Kind), 3 und 4 (Strafe und Vollzug; mit Aus-

- 7 -

nahme der Busse), 5 (Tätigkeitsverbot), 8 (Zivilansprüche), 10 (Kostenauflage) und 

11 (Abweisung Haftentschädigung). Demnach ist das vorinstanzliche Urteil vom 

6. Juli 2023 in den Dispositivziffern 1, Spiegelstrich 3 (Schuldspruch wegen mehr-

facher Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes), 2 (Freispruch), 3 und 4 teil-

weise (Busse), 6 und 7 (Beschlagnahmungen und Sicherstellungen) und 9 (Kos-

tenfestsetzung) in Rechtskraft erwachsen, was mittels Beschlusses festzustellen 

ist. In den übrigen Punkten steht der angefochtene Entscheid unter Vorbehalt des 

Verschlechterungsverbotes (Art. 391 Abs. 2 StPO) grundsätzlich zur Disposition. 

Das Berufungsgericht kann das Urteil in allen angefochtenen Punkten umfassend 

prüfen (Art. 398 Abs. 2 und 3 StPO).

2.3. Zum anwendbaren materiellen Strafrecht ist für das vorliegende Verfahren 

festzuhalten, dass seit Erlass des vorinstanzlichen Urteils per 1. Juli 2024 eine 

Revision des Sexualstrafrechts (Bundesgesetz vom 16. Juni 2023 über eine Revi-

sion des Sexualstrafrechts, AS 2024 27) in Kraft getreten ist. Diese hat die unter 

den Titel "Strafbare Handlungen gegen die sexuelle Integrität" gehörenden Straf-

tatbestände neu gefasst und die Grenzen strafbaren Verhaltens erweitert, so 

namentlich bei der Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 StGB. Ist ein Verbrechen 

oder ein Vergehen zu beurteilen, das vor dem Inkrafttreten einer Änderung des 

Strafgesetzbuches begangen wurde, kommen die zum Zeitpunkt der Tat geltenden 

Bestimmungen zur Anwendung, sofern die revidierten Bestimmungen für den Täter 

nicht günstiger sind (Art. 2 Abs. 1 und 2 StGB). Vorliegend ist die aktuelle Geset-

zeslage für den Beschuldigten keine mildere als zum Zeitpunkt der vorgeworfenen 

Tat, weshalb das alte Recht anzuwenden ist. 

2.4. Soweit nachfolgend für die tatsächliche und rechtliche Würdigung des ein-

geklagten Sachverhalts auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, erfolgt 

dies in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO, auch ohne dass dies explizit Erwäh-

nung findet. Sodann verlangt das rechtliche Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV, dass 

das Gericht die Vorbringen des von einem Entscheid in seiner Rechtsstellung 

Betroffenen auch tatsächlich hört, prüft und in seiner Entscheidfindung berücksich-

tigt. Nicht erforderlich ist, dass es sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich aus-

einandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann 

- 8 -

sich das Gericht auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Es 

müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen es sich hat 

leiten lassen und auf die es seinen Entscheid stützt (vgl. BGE 146 IV 297 E. 2.2.7 

und BGE 141 IV 249 E. 1.3.1, je mit weiteren Hinweisen).

II. Sachverhalt

1. Anklagevorwurf, vorinstanzliches Urteil und Standpunkt des Beschuldigten

1.1. Die Staatsanwaltschaft brachte mit Dossier 1 acht Sachverhaltskomplexe 

zur Anklage. Sie wirft dem Beschuldigten darin vor, am 26. Juni 2022 zwischen 

zirka 7.00 Uhr und 11.00 Uhr im Schlafzimmer von C._____ sowie im Badezimmer 

in der Wohnung an der D._____-strasse 1 in E._____ an der damals 15-jährigen 

Privatklägerin B._____ (geboren tt.mm.2006) gegen deren Willen verschiedene se-

xuelle Handlungen vorgenommen zu haben und sich dabei der mehrfachen, teil-

weise qualifizierten Vergewaltigung, der mehrfachen sexuellen Nötigung, der mehr-

fachen sexuellen Handlungen mit einem Kind und der mehrfachen Nötigung schul-

dig gemacht zu haben (Urk. 18 S. 2 ff. und 7; Urk. 51 S. 1 f.).

1.2. Die Vorinstanz gelangte gestützt auf die Aussagen der Privatklägerin und 

der Zeugin C._____ sowie diverser objektiver Beweismittel zum Ergebnis, dass der 

vorgeworfene Sachverhalt erstellt sei, fasste die acht Anklagevorwürfe indes zu 

zwei Vorfällen zusammen, mithin den Vorfall im Schlafzimmer und den anschlies-

senden Vorfall im Badezimmer, und verurteilte den Beschuldigten wegen mehrfa-

cher (konkret: zweifacher) Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 aStGB und 

mehrfacher sexueller Handlungen mit einem Kind im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 

aStGB (Urk. 66 S. 48 [Dispositivziffer 1]). 

1.3. Der Beschuldigte ist nicht geständig, stellte jedoch nicht in Abrede, an jenem 

Tag im Schlafzimmer von C._____ in deren Bett mit der Privatklägerin 

Geschlechtsverkehr gehabt zu haben. Deren tatsächliches Alter habe er nicht ge-

kannt, er sei allerdings davon ausgegangen, sie sei gleich alt wie C._____, mithin 

17 Jahre, weil die Privatklägerin ihm dies so gesagt habe (vgl. Urk. 66 S. 9). Er 

stellte sich durchwegs auf den Standpunkt, dass jene sexuellen Handlungen ein-

- 9 -

vernehmlich stattgefunden hätten (vgl. zusammenfassend Urk. 66 S. 35 ff.). An die-

ser Sachverhaltsschilderung hielt er auch anlässlich der Berufungsverhandlung fest 

(Urk. 88 S. 10 und S. 16 ff.).

1.4. Die Verteidigung begründete den beantragten Freispruch im Wesentlichen 

damit, dass der angeklagte Sachverhalt und die Aussagen der Privatklägerin nicht 

mit dem rechtsmedizinischen Gutachten zu deren körperlichen Untersuchung vom 

12. Juli 2022 in Einklang gebracht werden könnten. Zum Schluss, dass die Aus-

sagen der Privatklägerin glaubhaft seien, komme die Vorinstanz daher unter Miss-

achtung wissenschaftlich erhobener Beweise. Demgegenüber sei der Beschuldigte 

mit den jeweiligen Befragungssituationen intellektuell etwas überfordert gewesen 

und seine teils konfusen Aussagen würden ihm bzw. seiner Glaubwürdigkeit nicht 

schaden (Urk. 89 S. 4 ff.). 

2. Sachverhaltserstellung

2.1. Zu den allgemeinen Grundsätzen der Sachverhaltserstellung und der 

Beweiswürdigung wird auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz ver-

wiesen (Urk. 66 S. 10 f.), ebenso was die massgebenden Beweismittel und deren 

Verwertbarkeit betrifft (Urk. 66 S. 12). Ferner hat die Vorinstanz die Aussagen der 

Privatklägerin, der Zeugin C._____ und des Beschuldigten sowie die übrigen mass-

geblichen Beweismittel ausführlich wiedergegeben (Urk. 66 S. 15 ff.). Auch darauf 

wird verwiesen. Die Glaubwürdigkeit der einvernommenen Personen gibt sodann 

zu keinen besonderen Bemerkungen Anlass und wurde auch von den Parteien 

nicht in Frage gestellt. Wenn die Verteidigung in ihrem Plädoyer ausführt, die teils 

konfusen Aussagen des Beschuldigten würden seiner Glaubwürdigkeit nicht scha-

den (Urk. 89 S. 15), spricht sie zwar – formell – von Glaubwürdigkeit, inhaltlich ge-

meint ist aber die Glaubhaftigkeit. Es bestehen jedenfalls keine Hinweise, wonach 

die Glaubwürdigkeit bei einer der befragten Personen in einer Art und Weise zwei-

felhaft wäre, dass sich dies auf die Beweiswürdigung auswirken würde. 

2.2. Die Vorinstanz hat sich sehr einlässlich und differenziert mit den Aussagen 

der Privatklägerin, des Beschuldigten und der Zeugin C._____ sowie deren Aussa-

geverhalten und den übrigen objektiven Beweismitteln auseinandergesetzt und 

- 10 -

eine sorgfältige Würdigung vorgenommen (Urk. 66 S. 15-48), worauf vollumfäng-

lich und vorbehaltlos verwiesen werden kann. Die folgenden Ausführungen verste-

hen sich als Ergänzung und Rekapitulation.

2.2.1. Insgesamt wurde die Privatklägerin zwei Mal, am 27. Juni 2022 polizeilich 

(Urk. 3/3) und am 7. Juli durch die Staatsanwaltschaft (Urk. 3/5), je mit Videoauf-

nahme, einvernommen. Überzeugend gelangte die Vorinstanz zum Fazit, dass die 

Aussagen der Privatklägerin glaubhaft seien und auf diese abzustellen sei. Sie ist 

darin zu bestätigen, dass sich die Aussagen im Wesentlichen als widerspruchsfrei, 

authentisch, nachvollziehbar und chronologisch stimmig zeigen und zahlreiche Ver-

knüpfungen zu konkreten Ereignissen und nachprüfbaren Umständen aufweisen. 

Ebenso ist zutreffend, dass die Art und Weise, wie die Aussagen der Privatklägerin 

zustande gekommen sind und Eingang in die Akten gefunden haben, keine begrün-

deten Zweifel an ihrer Darstellung zu wecken vermag (Urk. 66 S. 24 ff.). Insbeson-

dere ist nochmals hervorzuheben, dass die Privatklägerin ohne Aggravierungs-

tendenzen aussagte und keine Anstalten zeigte, den Beschuldigten unnötig oder 

durch allfällige Mutmassungen zu belasten oder schlecht zu machen, sondern 

durchaus auch Positives über ihn deponierte. So relativierte sie etwa die Ohrfeige, 

die der Beschuldigte ihr gegeben haben soll, dahingehend, es sei keine feste 

gewesen und habe nicht wehgetan. Gleich verhält es sich bei der Frage nach Ana-

lverkehr. Die Privatklägerin präzisierte nämlich zugunsten des Beschuldigten die 

Frage nach Analverkehr dahingehend, dass sie nicht sicher sei, ob er es wirklich 

versucht habe oder ob er einfach den Eingang verwechselt habe. Ebenso legte sie 

zu seinen Gunsten dar, dass er zwar Oralverkehr gewollt habe, ihr den Penis aber 

nicht in den Mund gesteckt habe, nachdem sie sich geweigert gehabt habe. 

Bezeichnend und nicht untypisch für Opfer sexueller Gewalt ist zudem, dass die 

Privatklägerin nach dem Vorfall die Schuld zuerst bei sich suchte, weil sie dachte, 

nicht genügend deutlich Nein gesagt zu haben und dann zuerst abklären wollte, ob 

das, was ihr widerfahren ist, tatsächlich einen sexuellen Übergriff darstellte (vgl. 

zusammenfassend Urk. 66 S. 15 ff.). Sodann räumte die Privatklägerin auch eine 

sexualisierte Stimmung durch gegenseitige "dumme Sprüche" ein ("ihr sind nonie 

vomene richtige Typ duregno worde "[Urk. 3/3 F/A 33 f.; vgl. auch F/A 20] und "Ja 

doch. Ich meine du chasches ja nöd wüsse, ob ich schomal oder nöd" [Urk. 3/3 

- 11 -

F/A 34]; "könne nie drei Stunden durchhalten" mit Erwiderung, "vielleicht ja schon, 

das[s] weisst du ja nicht. Aber das muss man auch nicht können" [Urk. 3/3 F/A 34; 

so auch in F/A 37]; vgl. auch Urk. 3/5 F/A 48 f.). Für die Authentizität der Aussagen 

spricht ferner, dass die geschilderten Handlungen mit den körperlichen Beschwer-

den und Schmerzen (Trockenheit, "Ribschen"; Urk. 3/3 F/A 217) und der dargeleg-

ten durchlebten Gefühlslage der Privatklägerin (Angst, Hilflosigkeit, Verzweiflung, 

Überforderung, Schuldgefühle) kongruent sind, worauf im Detail ebenfalls auf die 

differenzierte Würdigung der Vorinstanz verwiesen werden kann (Urk. 66 S. 26). 

Hierzu zählen auch die Ausführungen der Privatklägerin, dass sie zwar gehofft 

habe, C._____ könne ihr helfen, aber sie habe auch gedacht, diese wäre allenfalls 

"pissed", was die Zeugin C._____ schliesslich auch selbst bestätigte, indem sie 

mehrfach ausführte, sie sei zunächst auch verärgert bzw. "hässig" auf die Privat-

klägerin gewesen, die in ihrem – der Zeugin C._____ – Bett Geschlechtsverkehr 

hatte (vgl. zusammenfassend Urk. 66 S. 30 ff.). Die diesbezügliche Zerrissenheit 

und Hilflosigkeit der Privatklägerin ist deutlich wahrnehmbar, was bei einer erfun-

denen bzw. schauspielerisch inszenierten Erzählweise in dieser Art nicht zu erwar-

ten wäre. Es könnte auch nicht einmal ansatzweise ein Motiv der Privatklägerin für 

eine Falschbelastung des Beschuldigten – die sich erst an jenem Morgen kennen 

gelernt hatten – erkannt werden. 

Sodann erscheinen – entgegen der Verteidigung (Urk. 89 S. 15 f.) – auch die 

Depositionen der Privatklägerin hinsichtlich ihres Alters glaubhaft, respektive was 

sie dem Beschuldigten diesbezüglich kundgetan habe. In ihrer zweiten Einver-

nahme erklärte sie, dem Beschuldigten gesagt zu haben, sie sei 15 Jahre alt und 

in der Sek bzw. sie sei nicht mehr lange 15 und habe in zwei Tagen Geburtstag 

(Urk. 3/5 F/A 56), was als sehr lebensnah erscheint. Bereits unmittelbar nach der 

Tat hatte sie ebenfalls zu Protokoll gegeben, dem Beschuldigten gesagt zu haben, 

sie sei 15 Jahre alt (Urk. 3/3 F/A 31). Dazu ist mit Bezug auf die entsprechenden 

Ausführungen der Verteidigung zu beachten, dass im Rahmen einer rechtsmedizi-

nischen Untersuchung keine eigentliche Befragung der untersuchten Person – und 

hier mithin der Privatklägerin – stattfindet. Wenn diese also gegenüber den Rechts-

medizinern angab, den letzten Geschlechtsverkehr vor drei Monaten gehabt zu 

haben (vgl. Urk. 89 S. 12), spielt dies für die Beurteilung der Glaubhaftigkeit der 

- 12 -

Aussagen der Privatklägerin daher von Vornherein keine Rolle, zumal die Zeugin 

C._____ und deren Mutter, auf deren Aussagen sich die Verteidigung bezieht, nicht 

von Geschlechtsverkehr, sondern nur von "gefingerlt" (Urk. 4/1 F/A 47) bzw. von 

"sexuellen Kontakten" (Urk. 4/1 F/A 52) sprechen, welche Umschreibungen nicht 

zwingend Geschlechtsverkehr umfassen. 

Insgesamt überzeugen die Depositionen der Privatklägerin, ihre Aussagen weisen 

eine hohe Qualität auf, sie sind über beide Einvernahmen deckungsgleich, wirken 

aber dennoch nicht auswendig gelernt. Ferner erscheint es ausgeschlossen, dass 

die Privatklägerin intellektuell in der Lage wäre, in einem Tag (von der Tat bis zur 

polizeilichen Einvernahme) eine solche Geschichte in diesem Detailierungsgrad 

und mit diesen Realitätskennzeichen zu erfinden und einige Tage später nochmals 

– kongruent zur ersten Einvernahme – wiederzugeben.

2.2.2. Hinzu kommt, dass die Sachdarstellung der Privatklägerin in etlichen, auch 

das Kerngeschehen betreffenden Punkten, in Einklang mit den Aussagen der 

Zeugin C._____ steht, deren Aussagen sich ebenfalls als widerspruchsfrei, authen-

tisch und nachvollziehbar zeigen. Auch diesbezüglich kann vorbehaltlos auf die dif-

ferenzierte Aussagewürdigung der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 66 S. 30 ff.). 

Zur Rekapitulation seien nochmals einige wesentliche Punkte hervorgehoben: So 

schilderte die Zeugin wiederholt, sie habe am Anfang geschlafen und sei wegen 

der Privatklägerin und dem Beschuldigten aufgewacht. Sie habe sich zunächst 

schlafend gestellt und nach einer Weile die Privatklägerin weinen und sagen gehört, 

dass sie nicht mehr möge, es täte ihr weh. Die Privatklägerin habe gesagt, sie wolle 

nicht mehr. Sie (die Zeugin) habe zuerst nicht gewusst was machen, als die Privat-

klägerin geweint habe. Sie (die Zeugin) habe dann so getan, als würde sie aufwa-

chen, und dann hätten die beiden aufgehört. Die Privatklägerin sei auf dem Bett 

gelegen und der Beschuldigte "oben drauf". Sie (die Zeugin) sei erwacht, weil es 

"schepperte". Sie habe den Hamsterkäfig gehört, weil das Bett, wenn es sich be-

wege, jeweils an diesen knalle. Sie habe die Privatklägerin gehört, wie sie geweint 

habe und dass sie Schmerzen habe und nicht mehr wolle. Es sei ein leises Schluch-

zen gewesen. Dass sie Schmerzen habe, habe sie in einem guten, aber leisen Ton 

gesagt, damit niemand erwache, zumal die Privatklägerin gemeint habe, dass sie 

- 13 -

(die Zeugin) schlafen würde (vgl. Urk. 4/1 F/A 28 ff. und Urk. 4/2 F/A 101 ff.). Diese 

Wahrnehmung deckt sich mit der Schilderung der Privatklägerin, wonach sie – un-

ter anderem aus Rücksichtnahme auf die Zeugin C._____, aber auch aus Angst – 

nicht laut mit dem Beschuldigten gesprochen habe (Urk. 3/3 F/A 122; Urk. 3/5 

F/A 86). Sodann bestätigte die Zeugin durch ihre Aussagen mehrfach, klar und le-

bensnah, dass der Beschuldigte die Privatklägerin später nach dem Badezimmer 

gefragt habe, diese jedoch gesagt habe, dass sie nicht möge und nicht wolle bzw. 

müde sei, und dass er sie (die Privatklägerin) danach "wie ein Baby" ins Bad getra-

gen habe (Urk. 4/1 F/A 35 f.; Urk. 4/2 F/A 20 und F/A 133 ff.). Schliesslich erklärte 

die Zeugin authentisch, dass sie die Musik ausgemacht und die Privatklägerin 

schluchzen gehört habe, als diese mit dem Beschuldigten im Bad gewesen sei. Sie 

(die Zeugin) habe gedacht, dass die beiden im Badezimmer weitergemacht hätten 

bzw. "am Bumsen" gewesen seien und habe dann die Musik wieder eingestellt bzw. 

lauter gestellt, weil sie nicht habe zuhören wollen (vgl. Urk. 4/1 F/A 3; Urk. 4/2 

F/A 142 ff.). Die Aussagen der Zeugin zeichnen sich, mit der Vorinstanz, ferner 

dadurch aus, dass sie Erinnerungslücken benannte und ohne Weiteres einräumte, 

wenn sie zu einer Frage keine (sachdienliche) Antwort geben konnte. Insgesamt 

zeigt sich eine Zeugin, die ihre eigenständige Erinnerung und Wahrnehmung wie-

dergibt und nicht irgendwelche Antworten zu kreieren versucht, um die Sachver-

haltsdarstellung der Privatklägerin zu unterstützen. Dies zeigt sich anschaulich 

darin, dass sich die Zeugin durchaus auch kritisch über das Verhalten der Privat-

klägerin äussert. Dies spricht denn auch deutlich gegen eine Absprache oder einen 

Komplott zwischen der Privatklägerin und der Zeugin (anders der Beschuldigte in 

Urk. 88 S. 11). So räumte die Zeugin beispielsweise ein, dass sie (die Zeugin) da-

von ausgegangen sei, dass die Privatklägerin abermals mit einem Kollegen von ihr 

sexuell in ihrem Bett verkehre. Sie erwähnte im freien Redefluss mehrfach, dass 

sie deswegen hässig und verärgert gewesen sei. Zugleich zeigte sich aber auch 

die Ambivalenz und Hilflosigkeit der Zeugin, weil sie zugleich wahrnahm, dass die 

Privatklägerin weinte und offenbar Schmerzen empfand und vom Beschuldigten 

verlangte, dass er aufhöre, und nicht wusste, wie sie sich in der Situation verhalten 

sollte. Die Schilderung dieser Ambivalenz, die sich wie ein roter Faden durch die 

beiden Einvernahmen zieht, verleiht den Aussagen der Zeugin eine hohe Authen-

- 14 -

tizität und Glaubhaftigkeit. Generell zeigen die Schilderungen der Zeugin, dass sie 

spontan nach bestem Wissen und Gewissen ihre eigene Wahrnehmung wiederzu-

geben versuchte, dabei auch Erinnerungslücken einräumte oder offen legte, wenn 

sie sich zu etwas nicht äussern konnte. Jedenfalls wird deutlich, dass sie sehr um 

Fairness und Wahrheitsfindung bedacht war und nicht etwa darauf, den Beschul-

digten möglichst zu belasten und so ihrer Freundin, B._____, einen Gefallen zu tun. 

Gegenteils betonte sie zum Schluss ihrer Einvernahme als Zeugin von sich aus, 

dass der Beschuldigte auch "ein Lieber" sei, ihr immer im "ÜK" geholfen habe, und 

sie wies auch nochmals darauf hin, dass sie an jenem Abend alle Alkohol gehabt 

hätten (Urk. 4/2 F/A 165; in diesem Sinne auch bereits in der polizeilichen Einver-

nahme [Urk. 4/1 F/A 7 und F/A 17]). Insgesamt schilderte sie ihre Wahrnehmung 

lebensnah, frei, sachlich und ohne Belastungstendenzen, weshalb auf ihre Depo-

sitionen abzustellen ist. 

2.2.3. Die Würdigung und das Fazit der Vorinstanz erweist sich auch bezüglich der 

Aussagen des Beschuldigten als sehr sorgfältig und überzeugend und kann ohne 

Weiterungen übernommen werden (vgl. Urk. 66 S. 35 ff.). In der Tat sind die Aus-

sagen des Beschuldigten immer wieder pauschal, sehr oberflächlich und oftmals 

ausweichend. Sie sind sodann mit Ungereimtheiten durchzogen und zeigen sich in 

den – für ihn strafrechtlich – heiklen Punkten öfters schwammig oder mit Erinne-

rungslücken versehen, während sich der Beschuldigte in nebensächlichen Punkten 

immer wieder sehr sicher und mitteilsam zeigt. Auch die Verteidigung räumt hin-

sichtlich der Aussagen des Beschuldigten dementsprechend ein, diese seien "teils 

konfus" (Urk. 89 S. 15). Die Sachverhaltsdarstellung des Beschuldigten ist für sich 

betrachtet und im grossen Ganzen zwar nicht unglaubhaft und unrealistisch, zumal 

er eingestand, dass es zwischen ihm und der Privatklägerin im Schlafzimmer von 

C._____ im fraglichen Zeitpunkt zu Geschlechtsverkehr gekommen ist. Im Einzel-

nen fallen dann aber – mit der Vorinstanz – doch einige Aussagen als reichlich 

unplausibel und als unglaubhafte Schutzbehauptungen auf. Nur schon, weshalb er 

überhaupt die Zeugin C._____ um eine Übernachtungsmöglichkeit gebeten haben 

will, ist alles andere als überzeugend: So könnte zwar grundsätzlich noch sein, dass 

er effektiv seinen Schlüssel in seiner Tasche nicht gefunden hat (Urk. 2/1 F/A 13) 

respektive er diesen nicht bei sich hatte (Urk. 88 S. 14), aber dass der Wohnort der 

- 15 -

Zeugin C._____ "auf seinem Heimweg" liegt, stimmt auch bei grosszügigster Inter-

pretation nicht: Weder liegt E._____ am Weg von F._____ nach G._____ noch an 

jenem von F._____ nach H._____ (vgl. Urk. 88 S. 14). Im Sinne der vorinstanzli-

chen Erwägungen (s. dazu auch sogleich) erscheint damit vielmehr wahrscheinlich, 

dass der Beschuldigte nach dem von ihm besuchten Fest noch auf der Suche nach 

einem sexuellen Abenteuer war, wofür auch der vorgängige einschlägige Browser-

Verlauf und die Kontaktnahmen mit verschiedenen Escort-Girls sprechen. Und 

ebenso fällt mit der Vorinstanz auf, dass der Beschuldigte in diversen ihm offenbar 

als "heikel" erscheinenden Punkten jeweils angab, sich nicht mehr zu erinnern oder 

es nicht mehr zu wissen – obwohl die erste Einvernahme nur gerade zwei Tage 

nach dem Vorfall stattfand, die zweite drei Tage nach dem Vorfall und auch die 

dritte bereits am 8. Juli 2022. Dieses Muster zeigte sich auch in der Befragung zur 

Sache anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung, in welcher er in den ent-

scheidrelevanten Punkten oft ausweichend antwortete, auf seine früheren Aussa-

gen verwies und keine konkreten Angaben machte (Urk. 88 S. 9 ff.). Heute brachte 

der Beschuldigte sodann vor, er sei stark alkoholisiert gewesen und habe mögli-

cherweise einen teilweisen Filmriss gehabt (Urk. 88 S. 13). Auch diese Aussage ist 

als unglaubhafte Schutzbehauptung zu qualifizieren, nachdem der Beschuldigte in 

der Untersuchung noch ausgesagt hatte, hauptsächlich Bier, nicht wenig, aber 

auch nicht besonders viel konsumiert zu haben; er sei nicht "von Sinnen" gewesen, 

es sei nicht nichts, aber auch nicht viel gewesen (Urk. 2/1 F/A 19 f.) bzw. er habe 

nicht viel getrunken (Urk. 2/2 F/A 16). Auch die Zeugin C._____ hatte angegeben, 

der Beschuldigte habe vielleicht minimal angetrunken gewirkt (Urk. 4/2 FA 30). Im 

Ergebnis vermag der Beschuldigte mit seiner Version der Geschehnisse nicht zu 

überzeugen, zumal seine Aussagen nicht nur denen der Privatklägerin entgegen-

stehen, sondern auch jenen der Zeugin C._____ widersprechen und durch die ob-

jektiven Beweismittel teilweise sogar entkräftet, jedenfalls aber nicht bestätigt wer-

den. 

2.2.4. Nebst den diversen Aussagen liegen objektive Beweismittel im Recht, 

welche zwar nicht unmittelbar zur Klärung des Anklagevorwurfs beitragen, jedoch 

zumindest indiziell in einen Kontext mit den Aussagen der Privatklägerin, des 

Beschuldigten und der Zeugin gestellt werden können. 

- 16 -

2.2.5. So ist zutreffend, dass aufgrund der entsprechenden Snapchat-Mitteilungen 

der Beschuldigte gegen 6.00 Uhr morgens bei der Zeugin C._____ eingetroffen 

sein muss (Urk. 1/11 S. 20 f.), was letztlich für die Frage, ob die sexuellen Hand-

lungen einvernehmlich waren oder nicht, nicht weiter sachdienlich ist. Jedoch be-

stätigen sie die zeitliche Einordnung der Privatklägerin und widerlegen die Haltung 

des Beschuldigten – nachdem ihm die Aussagen der Privatklägerin vorgehalten 

worden waren – es könne nicht sein, dass er bereits um 5.00 Uhr oder 6.00 Uhr bei 

C._____ gewesen sei. Er schätze sein Eintreffen auf zirka 7.00 Uhr oder 8.00 Uhr 

(Urk. 2/1 F/A 150).

2.2.6. Weiter liegt ein rechtsmedizinisches Gutachten zur körperlichen Unter-

suchung der Privatklägerin, welche einen Tag nach dem inkriminierten Vorfall statt-

fand, im Recht (Urk. 6/6). Zum einen ergeben sich Befunde beim Scheideneingang 

und den Vulvalippen, welche als Folgen sexueller Handlungen gedeutet werden 

können (Urk. 6/6 S. 5) und was mit den Aussagen des Beschuldigten und der 

Privatklägerin übereinstimmt, dass es zu vaginalem Geschlechtsverkehr gekom-

men ist. Weitere Verletzungen oder Sekretantragungen im Genital- oder Analbe-

reich wurden nicht festgestellt. An der Halshaut fanden sich ferner keine Befunde, 

die auf ein Würgen hindeuten, jedoch hält das Gutachten explizit fest, dass die 

Abwesenheit von solchen Befunden einen Angriff gegen den Hals nicht zwangs-

läufig ausschliesse (Urk. 6/6 S. 5). Ferner waren frisch imponierende Blutergüsse 

an beiden Oberschenkelaussenseiten sowie oberflächliche Hautabschürfungen an 

der linken Unterarmstreckseite und am rechten Handgelenk erkennbar, welche als 

Folge stumpfer Gewalteinwirkung gewertet wurden, deren Entstehung im geltend 

gemachten Ereigniszeitraum plausibel erschienen. Für die Blutergüsse an den 

Oberschenkeln komme etwa ein festes Greifen mit den Händen – wie von der 

Privatklägerin geltend gemacht – prinzipiell in Frage (Urk. 66 S. 6). Das Ergebnis 

des rechtsmedizinischen Gutachtens ist zumindest indiziell für den von der Privat-

klägerin geschilderten Vorgang, aus dem sich deutlich ergibt, dass sie vom 

Beschuldigten hart angefasst wurde und sich auch körperlich gewehrt hatte 

(vgl. die zusammengefassten Aussagen im vorinstanzlichen Entscheid, Urk. 66 

S. 15 ff.). Dies im Gegensatz zur Darstellung des Beschuldigten, wonach er 

"Blüemlisex" bevorzuge; er möge es, wenn es etwas ruhig und innig sei, er möge 

- 17 -

kein "Gestürm/Gerammel" (Urk. 2/1 F/A 33). Was die konkrete Begegnung mit der 

Privatklägerin betrifft, schilderte er mehrfach die Situation so, dass die Initiative 

hauptsächlich von der Privatklägerin ausgegangen sei und diese während des 

Aktes auf ihm sitzend der aktive Part gewesen sei und er der liegende passive Teil. 

Er sei zwar erregt gewesen, aber auch müde, weshalb er sich letztlich auch abge-

dreht habe und ziemlich schnell eingeschlafen sei. Immerhin gab er an, er habe die 

Privatklägerin an den Hüften gehalten. Jedoch schilderte er die gegenseitigen 

Berührungen als sanft, als ein Streicheln (vgl. etwa Urk. 2/1 F/A 47, F/A 61, F/A 88, 

F/A 90, F/A 108), was nicht mit dem vorstehend wiedergegebenen rechtsmedizini-

schen Befund korrespondiert. Wenn die Verteidigung aufgrund dieses Gutachtens 

dafür hält, es widerlege die Aussagen der Privatklägerin (Urk. 89 S. 4-14), kann ihr 

daher nicht gefolgt werden. Vielmehr bestätigt es, da es frisch imponierende 

Blutergüsse an den Oberschenkeln feststellt, die Depositionen der Privatklägerin 

hinsichtlich des festen Zugreifens des Beschuldigten. In den übrigen Aspekten ver-

mag es die Aussagen der Privatklägerin zwar nicht zu bestätigen, entgegen der 

Verteidigung widerlegt es deren Aussagen aber auch nicht. Wenn das Gutachten 

keine Verletzungen an der Kopfhaut und am Hals feststellt, bedeutet dies im 

Umkehrschluss nicht, dass die Privatklägerin nicht an den Haaren gerissen 

und/oder gewürgt worden wäre. Nur ein stärkeres Reissen an den Haaren und ein 

Würgen von einer gewissen Intensität hinterlassen nämlich feststellbare Verletz-

ungen. Sind die Einwirkungen weniger intensiv, führt dies – möglicherweise – zu 

keinen feststellbaren Befunden, obwohl es tatsächlich zu einem Würgen und/oder 

Reissen an den Haaren kam. Bei der körperlichen Untersuchung des Beschuldig-

ten wurde schliesslich gutachterlich festgestellt, dass sich an seiner rechten Brust-

korbaussenseite, an der linken Unterarmstreckseite und an der rechten Oberarm-

beugeseite strichförmige Blutergüsse und Hautabtragungen befanden, welche 

allesamt Folgen stumpfer Gewalt darstellten und bei der Untersuchung, welche am 

28. Juni 2022 zwischen 2.30 und 3.20 Uhr stattfand, mithin knapp zwei Tage nach 

dem Vorfall, mehrere Stunden imponierten und mit der Entstehung im Ereigniszeit-

raum, aber auch zeitnah davor oder danach entstanden sein könnten (Urk. 5/6 S. 3 

f.). Zumindest indiziell sprechen die körperlichen Befunde – vor allem die Bluter-

güsse an den Oberschenkeln der Privatklägerin – für deren Sachdarstellung, 

- 18 -

während sie mit den Schilderungen des Beschuldigten, wonach man sanften Sex 

gehabt hatte, nur schwer in Einklang zu bringen sind.

2.2.7. Indem sie dem Beschuldigten vorwirft, die Privatklägerin teilweise so heftig 

gewürgt zu haben, bis ihr schwarz vor Augen geworden sei, geht die Anklage von 

einer Lebensgefahr für die Privatklägerin aus ("nahe Möglichkeit des Todesein-

tritts"; Urk. 18 S. 5). Gestützt auf das rechtsmedizinische Gutachten zur körperli-

chen Untersuchung der Privatklägerin lässt sich eine solche Gefahr nicht erstellen. 

Gemäss jenem seien objektivierbare Zeichen einer Lebensgefahr nicht feststellbar. 

Folge man den Angaben der Privatklägerin, wonach es während des Würgens zu 

Sehstörungen respektive einem "Schwarzwerden vor Augen" gekommen sei, liege 

subjektiv ein Symptom einer sauerstoffmangelbedingten Hirnfunktionsstörung vor, 

die auf eine Lebensgefahr schliessen lasse (Urk. 6/6 S. 5 f.). Nachdem die Privat-

klägerin aber, zu den körperlichen Reaktionen des Würgens befragt, lediglich 

ausführte, es sei ihr einfach etwas schlecht geworden, sie habe nicht so gut Luft 

bekommen und es sei ihr etwas "trümmlig" geworden (Urk. 3/3 F/A 218), kann nicht 

von einer Lebensgefahr ausgegangen werden, zumal sie vorher (in derselben 

Einvernahme) ebenfalls nur erklärte, ihr sei etwas schlecht und schwarz vor Augen 

geworden sei; sie glaube aber, immer bei Bewusstsein gewesen zu sein (Urk. 3/3 

F/A 92 f.). Sie fügte ferner an, im Badezimmer habe der Beschuldigte sie nicht 

gewürgt, als ihr schwarz vor Augen geworden sei. Ihr sei vor Schmerzen schwarz 

vor Augen geworden (Urk. 3/3 F/A 94 f.).  

2.2.8. Was die übrigen Beweismittel, namentlich die Ergebnisse der Auswertung 

des Mobiltelefons des Beschuldigten betrifft, kann sodann vollständig auf die Aus-

führungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 66 S. 47). Zwar findet sich darin 

nichts, woraus sich direkt auf den inkriminierten Sachverhalt schliessen lässt. 

Jedoch ist bemerkenswert, dass der Beschuldigte kurz vor 5.00 Uhr bis 5.46 Uhr, 

mithin bis zirka eine Viertelstunde vor Eintreffen bei C._____ zu Hause, auf Google 

mehrfach nach "Puff I._____" suchte, diverseste Inserate auf www.xdate.ch, einem 

Sex- und Erotik-Inserateportal, aufrief und vier solcher Escortdienstleisterinnen 

auch konkret anschrieb (Urk. 1/11 und Urk. 1/13). Zusätzlich findet sich um 5.01 

Uhr ein nicht beantworteter Anruf seitens des Beschuldigten auf die Telefonnum-

- 19 -

mer 2 (Urk. 1/8 Position 14). Diese ist dem Sexclub "J._____" in G._____ zuzuord-

nen, in welchem verschiedene Sexarbeiterinnen ihre Dienstleistung anbieten 

(www.J._____.ch, aufgerufen am 12. März 2025). Zu einem Bordellbesuch oder 

einem anderweitigen Treffen mit einer Sexarbeiterin scheint es aber letztlich nicht 

gekommen zu sein. Allerdings zeigt sich, dass der Beschuldigte nach dem Besuch 

des Festes in F._____ sehr aktiv darum bemüht war, sich eine sexuelle Begegnung 

zu verschaffen, auch wenn er dies heute als jugendliche, spannende "Schnaps-

idee" ohne Hintergedanken abtat (Urk. 88 S. 15). Selbstredend ist dieses Verhalten 

weder strafbar noch moralisch zu würdigen, jedoch zeigt es auf, dass der Beschul-

digte in jener Nacht offensichtlich sexuell aktiv sein wollte und aufgrund seiner 

knapp einstündigen Internetrecherche mutmasslich entsprechend sexuell angeregt 

gewesen sein musste, als er bei C._____ eintraf. 

2.2.9. Nach dem Gesagten ist das Ergebnis der Vorinstanz nicht zu relativieren. Es 

kann ihr gefolgt werden, wenn sie die Aussagen des Beschuldigten für die Sach-

verhaltserstellung als nicht verlässlich würdigt und im Ergebnis nicht darauf abstellt. 

Demgegenüber lassen die Aussagen der Privatklägerin, der Zeugin C._____ sowie 

die übrigen massgeblichen Beweismittel keine rechtserheblichen Zweifel zu, dass 

sich der Sachverhalt wie angeklagt, mit Ausnahme der umschriebenen 

Lebensgefahr, zugetragen hat. Die objektiven Beweismittel beweisen den Sachver-

halt zwar nicht direkt, widerlegen ihn aber auch nicht. Dem Beschuldigten und der 

Verteidigung gelang es auch im Berufungsverfahren nicht, durch ihre Einwände An-

lass für eine andere Würdigung zu liefern. 

2.2.10. Es steht demnach – die wesentlichsten Eckpunkte zusammengefasst – 

namentlich fest, dass der Geschlechtsverkehr gegen den Willen der Privatklägerin 

erfolgte und dies dem Beschuldigten auch bewusst war. Auch wenn die Privat-

klägerin – wie gesehen – einräumte, "nie richtig nein gesagt zu haben", genügte es 

als deutliches Zeichen der Ablehnung und des Widerstands, wenn die Privatkläge-

rin sich vom Beschuldigten abdrehte, die Beine kreuzte, den Beschuldigten wegzu-

stossen versuchte, dem Beschuldigten zu verstehen gab, Schmerzen zu haben, 

nicht mehr zu können und aufhören zu wollen, oder auch – im Badezimmer – den 

Beschuldigten umklammerte, um ihn am Ausziehen zu hindern. Ebenso genügte 

- 20 -

als Ausdruck des Nichteinverständnisses selbstverständlich völlig, wenn sie – im 

Kontext absolut lebensnah – zunächst sagte, sie wolle keinen Geschlechtsverkehr 

mit dem Beschuldigten, weil das im Bett der Zeugin C._____ "unanständig" sei. 

Über diese Ablehnung und diesen Widerstand setzte sich der Beschuldigte wis-

sentlich hinweg, namentlich mit der Gewissheit, der Privatklägerin körperlich ganz 

deutlich überlegen zu sein. Seine Darstellung eines einverständlichen 

Geschlechtsverkehrs, der auf gegenseitiger bzw. gar vorwiegend von der Privat-

klägerin ausgehender Initiative gegründet habe, ist unglaubhaft und steht in unauf-

lösbarem Widerspruch zu den lebensnahen und übereinstimmenden Aussagen der 

Privatklägerin und der Zeugin C._____. Nur exemplarisch trifft nicht zu, dass – wie 

das der Beschuldigte schildert – sich die Privatklägerin zum Geschlechtsverkehr 

auf ihn gesetzt und er immer auf dem Rücken gelegen habe: So bestätigt die Zeu-

gin C._____, gesehen zu haben, wie der Beschuldigte auf der Privatklägerin gele-

gen habe, was auch den konstanten Aussagen der Privatklägerin entspricht. Und 

vollends unglaubhaft macht die Aussagen des Beschuldigten, dass er überhaupt 

bestreitet, mit der Privatklägerin zusammen im Badezimmer gewesen zu sein, 

nachdem sowohl die Privatklägerin als auch die Zeugin C._____ in nicht anzuzwei-

felnder, bildlich einprägsamer Weise beschreiben, wie der Beschuldigte die Privat-

klägerin "wie ein Baby" ins Badezimmer getragen habe. Dafür, dass die Privatklä-

gerin und die Zeugin C._____ – wie das der Beschuldigte sagt – einfach "irgendet-

was", "unwahr" und "Blödsinn" aussagen und ihn falsch belasten würden, bestehen 

nicht die geringsten Anhaltspunkte. Gegenteils wäre weder bei der Privatklägerin 

und – noch viel weniger – bei der Zeugin C._____ ein dahingehender Belastungs-

eifer erkennbar. Und schliesslich lassen sich – wie gesehen – auch die objektiven 

Beweismittel viel eher mit der Darstellung der Privatklägerin in Einklang bringen als 

mit jener des Beschuldigten.

2.2.11. Der Anklagesachverhalt ist – mit Ausnahme dessen, dass der Beschuldigte 

die Privatklägerin durch ein Würgen in Lebensgefahr gebracht hätte – durch das 

Untersuchungsergebnis erstellt und es ist für die rechtliche Würdigung darauf 

abzustellen.

- 21 -

III. Rechtliche Würdigung

Das erstinstanzliche Urteil würdigte das Verhalten des Beschuldigten als mehr-

fache, im Sinne einer zweifachen, Vergewaltigung nach Art. 190 Abs. 1 aStGB und 

als mehrfache sexuelle Handlungen mit einem Kind im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 

aStGB. Diese Subsumption ist korrekt (vgl. Urk. 66 S. 50 ff.) und bedarf keiner 

Ergänzungen. Die Prüfung zusätzlicher oder weitergehender Schuldsprüche, 

namentlich im Sinne der ursprünglichen Anträge der Staatsanwaltschaft, welche 

von weiteren bzw. qualifizierten Tatbeständen ausging, erübrigt sich bereits infolge 

des Verschlechterungsverbotes (Art. 391 Abs. 2 StPO; vgl. zum Ganzen BGE 139 

IV 282 E. 2.5 f.). Der Beschuldigte ist somit der mehrfachen Vergewaltigung im 

Sinne von Art. 190 Abs. 1 aStGB und der mehrfachen sexuellen Handlungen mit 

einem Kind im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 aStGB schuldig zu sprechen.

IV. Strafe und Vollzug

1. Grundsätze der Strafzumessung

1.1. Zu den allgemeinen Grundsätzen der Strafzumessung und zum anwend-

baren Strafrahmen kann auf die zutreffenden Ausführungen im erstinstanzlichen 

Urteil verwiesen werden (Urk. 66 S. 58 ff.).

1.2. Zu ergänzen ist, dass hinsichtlich der Verurteilung des Beschuldigten durch 

die Staatsanwaltschaft Baden vom 5. August 2024 für einen Vorfall vom 14. Juni 

2024 (vgl. Urk. 82) von vornherein keine retrospektive Konkurrenz im Sinne von 

Art. 49 Abs. 2 StGB vorliegt. Das Bundesgericht hielt zu dieser Thematik fest, 

dass derjenige in den Genuss der in der Regel vorteilhaften Zusatzstrafe 

kommen soll, bei dem der erstinstanzliche Richter die mehreren Straftaten 

gleichzeitig hätte aburteilen können, nicht aber derjenige, der erneut delinquiert, 

nachdem er wegen anderer Delikte erstinstanzlich verurteilt und mithin eindring-

lich gewarnt worden ist (BGE 138 IV 113 E. 3.4.3). Die genannte Verurteilung 

vom 5. August 2024 kann sich aber insofern auf die Strafzumessung auswirken, 

als es sich um eine neue Tatsache im Sinne von Art. 391 Abs. 2 StGB handelt, 

die eine strengere Bestrafung zulässt, auch wenn das Rechtsmittel einzig 

zugunsten des Beschuldigten ergriffen worden ist.

- 22 -

2. Vorinstanzliches Urteil und Parteianträge

2.1. Die Vorinstanz ging bei der Strafzumessung zu Recht von der Vergewal-

tigung als schwerstes Delikt aus, legte für die erste Vergewaltigung, welche im 

Schlafzimmer stattfand, eine Einsatzstrafe innerhalb des ordentlichen Strafrah-

mens fest und erhöhte diese in Anwendung des Asperationsprinzips gemäss 

Art. 49 Abs. 1 StGB für die zweite Vergewaltigung im Badezimmer sowie die mehr-

fachen sexuellen Handlungen mit einem Kind, und sie bestrafte den Beschuldigten 

im Ergebnis mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von 5 Jahren, unter Anrechnung 

von 11 Tagen Haft. Die im Berufungsverfahren nicht mehr zur Disposition stehende 

mehrfache Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes sanktionierte sie mit einer 

Busse von Fr. 500.– (Urk. 66 S. 74 [Dispositivziffer 3]). Das von der Vorinstanz 

gewählte methodische Vorgehen ist sachgerecht und wird nachfolgend übernom-

men. 

2.2. Der Beschuldigte stellt im Berufungsverfahren keine Anträge zum Sankti-

onspunkt (Prot. II S. 6 f.). Die Staatsanwaltschaft beantragt die Bestätigung des 

vorinstanzlichen Urteils (Urk. 73).

3. Tatschwere erste Vergewaltigung im Schlafzimmer

3.1. Zunächst ist die objektive Tatschwere für die Verschuldensbewertung fest-

zulegen. Insgesamt musste die physisch und kognitiv deutlich unterlegene Privat-

klägerin einen sich in den Morgenstunden lange hinziehenden, rabiaten Übergriff 

erdulden, bei welchem der Beschuldigte zwei Mal vaginal in sie eindrang – zuerst, 

als sie auf dem Rücken lag und er auf ihr, danach von hinten, als sich die Privat-

klägerin in seitlicher Körperlage befand. Es kann der Vorinstanz ohne Weiteres 

gefolgt werden, wenn sie festhält, dass der Beschuldigte – obwohl eine gewisse 

Gewaltanwendung tatbestandsimmanent ist – erhebliche physische Gewalt anwen-

dete, indem er unter anderem die Beine der Privatklägerin auseinanderdrückte, ihr 

die Hände hinter dem Kopf festhielt, sie an den Haaren riss, ihr den Mund zuhielt 

und sie gar mehrfach würgte. Weiter demütigte er die Privatklägerin damit, dass er 

ihr sagte, sie solle "die Fresse halten" und ihm "ihre Fotze" geben, und er sie zwang, 

sie solle ihn "Daddy" nennen und sich bei ihm bedanken. Als besonders perfide ist 

- 23 -

sodann sein Gebaren zu werten, als er der Privatklägerin zwischendurch zu verste-

hen gab, dass er so lange weitermache, bis sie einen Orgasmus habe. Schwer ins 

Gewicht fällt schliesslich auch die ungeschützte Penetration. Der Beschuldigte 

setzte dabei die Privatklägerin rücksichtslos den Risiken einer ungewollten 

Schwangerschaft und der Übertragung von Geschlechtskrankheiten aus. Immerhin 

muss – im Rahmen aller möglichen denkbaren Vergewaltigungen – gesehen 

werden, dass auch noch deutlich gravierendere Vergewaltigungen denkbar sind; 

namentlich erlitt die Privatklägerin beim Übergriff im Schlafzimmer und in Gegen-

wart ihrer Kollegin keine erheblicheren physischen Verletzungen und setzte der 

Beschuldigte neben seiner körperlichen Überlegenheit beispielsweise keine weite-

ren Hilfsmittel oder gar Waffen ein. Das objektive Tatverschulden ist damit mit der 

Vorinstanz als nicht mehr leicht einzustufen (Urk. 66 S. 62).

3.2. Was die subjektive Verschuldensbewertung betrifft, so sind das direkt-

vorsätzliche Handeln zu erwähnen und der Umstand, dass es dem Beschuldigten 

jederzeit frei gestanden hätte aufzuhören. Obwohl die Privatklägerin mehrfach 

deutlich verbal und physisch zu verstehen gab, dass sie keinen Geschlechtsver-

kehr wolle und der Beschuldigte damit aufhören solle, setzte er sich mit zunehmen-

der physischer und verbaler Gewalt über ihren Willen hinweg und beendete sein 

Tun erst, als die ebenfalls im Schlafzimmer anwesende C._____ signalisierte, dass 

sie erwacht sei. Mit der Vorinstanz vermag die subjektive Tatschwere die objektive 

nicht zu relativieren und es bleibt insgesamt bei einem nicht mehr leichten Tatver-

schulden. In Anbetracht der konkreten Tatumstände erscheint die von der Vorin-

stanz dafür angesetzte Einsatzstrafe von 48 Monaten allerdings als etwas zu hoch 

und ist sie bei 38 Monaten festzusetzen. 

4. Tatschwere zweite Vergewaltigung im Badezimmer

Zum objektiven und subjektiven Tatverschulden kann auf die sorgfältigen und 

zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 66 S. 64 f.). Zu-

treffend hielt sie fest, dass der Beschuldigte erneut seine körperliche Überlegenheit 

ausnutzte und von hinten ungeschützt in die kniende und über den Badewannen-

rand gebückte Privatklägerin eindrang, nachdem er abermals durch sich steigernde 

physische Gewalt den Widerstand und Willen der Privatklägerin gebrochen hatte. 

- 24 -

Dass er sich dabei um die Anwesenheit von anderen, wachen Personen in der 

Wohnung sowie die nicht abschliessbare Badezimmertüre futierte, zeugt von 

erheblicher krimineller Energie und Selbstherrlichkeit. In subjektiver Hinsicht han-

delte der Beschuldigte abermals direktvorsätzlich, liess aber – immerhin – von der 

Privatklägerin ab, als diese aus Erschöpfung zusammensackte. Die Tatschwere 

rechtfertigt – ins Verhältnis zur Einsatzstrafe für die Tathandlungen im Schlafzim-

mer gesetzt – eine Einzelstrafe von 30 Monaten, wobei die Einsatzstrafe von 

38 Monaten in Anwendung des Asperationsprinzips um 10 Monate auf 48 Monate 

zu erhöhen ist. Die zweite Vergewaltigung im Badezimmer erfolgte am gleichen 

Vormittag, in der gleichen Wohnung, gegenüber demselben Opfer im selben 

Kontext wie die erste Vergewaltigung im Schlafzimmer, weshalb sich diese 

Konnexität bei der Asperation doch relativ stark auswirkt. Gleichwohl kam es 

zwischen den zwei Vergewaltigungen zu einem klaren Unterbruch. Der Beschul-

digte musste einen neuen Tatentschluss fassen, es kam zu einer örtlichen Ver-

schiebung ins Badezimmer und er nötigte die Privatklägerin nochmals von neuem 

durch Gewalt zum Geschlechtsverkehr, ohne dabei direkt an den vorhergehenden 

Übergriff anknüpfen zu können. 

5. Tatschwere mehrfache sexuelle Handlungen mit einem Kind

Die Vorinstanz erwog auch bei den mehrfachen sexuellen Handlungen mit einem 

Kind grundsätzlich zutreffend, dass es insgesamt zu zwei Vergewaltigungen kam 

und im Zuge derselben zu weiteren sexuellen Handlungen wie namentlich Küssen, 

mit dem Finger vaginal in die Privatklägerin eindringen, die Privatklägerin an den 

Brüsten anfassen und sie dazu zwingen, ihn an seinem Penis anzufassen. Jedoch 

fanden alle diese Handlungen nur gerade zwei Tage vor dem 16. Geburtstag der 

Privatklägerin statt und wären danach nicht mehr unter den Straftatbestand von 

Art. 187 StGB gefallen. Die Verletzung des von diesem Tatbestand geschützten 

Rechtsguts (ungestörte sexuelle Entwicklung von Kindern) ist daher minimal bzw. 

praktisch nicht mehr existent, zumal die Privatklägerin unbestrittenermassen 

bereits vorher sexuell aktiv gewesen war. Es kommt hinzu, dass der Beschuldigte 

zum Tatzeitpunkt auch erst 19 ½ Jahre alt war und der Altersunterschied von drei-

einhalb Jahren zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin damit nur 

- 25 -

knapp über der Grenze von drei Jahren liegt, bei welcher der sexuelle Kontakt nicht 

strafbar gewesen wäre (Art. 187 Ziff. 2 StGB). Schliesslich darf nicht ausser Acht 

gelassen werden, dass das Nötigungs- und Gewaltelement durch die Vergewalti-

gungen bereits abgedeckt ist und unter diesem Tatbestand nur noch die Verletzung 

des Schutzes der ungestörten sexuelle Entwicklung zu sanktionieren ist. Das Ver-

schulden ist angesichts dieser Umstände als ausserordentlich leicht zu bewerten, 

wobei aufgrund der engen sachlichen und zeitlichen Konnexität zur mehrfachen 

Vergewaltigung gleichwohl eine Freiheitsstrafe auszufällen ist. Die Einsatzstrafe ist 

ganz leicht um einen Monat zu erhöhen.

6. Täterkomponente 

Die Vorinstanz hat den Werdegang und die persönlichen Verhältnisse zutreffend 

wiedergegeben (Urk. 66 S. 63). Anlässlich der Berufungsverhandlung führte der 

Beschuldigte ergänzend aus, die Malerlehre erfolgreich abgeschlossen zu haben 

und nun auf diesem Beruf zu arbeiten. Er habe in einigen Temporäranstellungen 

Erfahrungen sammeln können und nun eine Festanstellung mit einem monatlichen 

Einkommen von ca. Fr. 4'500.– in Aussicht. Der Beschuldigte ist seit ungefähr zwei 

Jahren in einer festen Partnerschaft (Urk. 88 S. 1 ff.). Diese Stabilisierung in den 

Lebensverhältnissen ist ganz leicht zugunsten des Beschuldigten zu veranschla-

gen. Leicht straferhöhend ist demgegenüber zu berücksichtigen (vgl. dazu 

Ziff. 1.2), dass der Beschuldigte nach dem erstinstanzlichen Urteil und während des 

hängigen Berufungsverfahrens erneut straffällig worden ist. Dies zeugt von einer 

gewissen Unbelehrbarkeit und Gleichgültigkeit gegenüber der geltenden Rechts-

ordnung. Der Beschuldigte machte sich dabei in Form einer massiven Geschwin-

digkeitsüberschreitung der groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von 

Art. 90 Abs. 2 SVG schuldig und wurde mit einer bedingten Geldstrafe von 

120 Tagessätzen à Fr. 90.– und einer Busse von Fr. 2'100.– bestraft (Urk. 82). Eine 

Strafreduktion aufgrund eines Geständnisses oder ernstgemeinter strafmindernder 

Reue und Einsicht fällt ausser Betracht. Spürbar strafmindernd ist hingegen die 

lange Zeitdauer von über einem Jahr vom Eingang der Berufung bis zur Vorladung 

zur heutigen Berufungsverhandlung zu veranschlagen, während welcher bloss eine 

Verfügung hinsichtlich des Ausschlusses der Öffentlichkeit erlassen worden ist (das 

- 26 -

erstinstanzliche Urteil erging demgegenüber ziemlich genau ein Jahr nach der Tat). 

Alles in allem ist die nach den Tatkomponenten ausgefällte Strafe zufolge der 

Täterkomponenten und der langen Zeitdauer des Berufungsverfahrens leicht zu 

reduzieren.

7. Fazit

Insgesamt sind die beiden Vergewaltigungen sowie die mehrfachen sexuellen 

Handlungen mit einem Kind unter mit einer Gesamtfreiheitsstrafe von 46 Monaten 

zu sanktionieren. Die erstandene Haft von 11 Tagen ist anzurechnen (Art. 51 

StGB). Die Freiheitsstrafe ist infolge ihrer Höhe zu vollziehen, ein bedingter oder 

teilbedingter Vollzug ist gesetzlich nicht vorgesehen (Art. 42 Abs. 1 StGB und 

Art. 43 Abs. 1 StGB).

V. Tätigkeitsverbot

1. Die Vorinstanz hat als Massnahme gegen den Beschuldigten ein lebensläng-

liches Tätigkeitverbot gemäss Art. 67 Abs. 3 lit. b und c StGB ausgesprochen 

(Urk. 66 S. 67 f. [Dispositivziffer 5]). Damit ist ihm jede berufliche und ausserbe-

rufliche Tätigkeit, die einen regelmässigen Kontakt mit Minderjährigen umfasst, 

verboten. 

2. Wird jemand wegen sexueller Handlungen mit Kindern (Art. 187) oder einer 

Vergewaltigung (Art. 190), die er an einem minderjährigen Opfer begangen hat, zu 

einer Strafe verurteilt, ist gemäss Art. 67 Abs. 3 lit. b und c StGB zwingend ein 

lebenslängliches Tätigkeitsverbot im vorgenannten Umfang anzuordnen. Gemäss 

Art. 67 Abs. 4bis StGB kann das Gericht in besonders leichten Fällen ausnahms-

weise von der Anordnung eines Tätigkeitsverbots nach Abs. 3 absehen, wenn ein 

solches Verbot nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer 

Straftaten abzuhalten, wie sie Anlass für das Verbot sind. Von der Anordnung eines 

Tätigkeitsverbots darf jedoch nicht abgesehen werden, wenn der Täter verurteilt 

worden ist wegen Menschenhandel (Art. 182), sexueller Nötigung (Art. 189), 

Vergewaltigung (Art. 190), Schändung (Art. 191) oder Förderung der Prostitution 

(Art. 195; Art. 67 Abs. 4bis lit. a StGB).

- 27 -

3. Der Beschuldigte wurde wegen mehrfacher sexueller Handlungen mit einem 

Kind und wegen mehrfacher Vergewaltigung der damals minderjährigen Privat-

klägerin schuldig gesprochen und mit einer Strafe belegt. Es ist zwingend ein 

Tätigkeitverbot gemäss Art. 67 Abs. 3 StGB anzuordnen. Für eine Ausnahme im 

Sinne von Art. 67 Abs. 4bis StGB besteht aufgrund der Vergewaltigungen von 

Gesetzes wegen kein Raum. 

VI. Zivilansprüche

1. Die Vorinstanz hat die formellen und materiellen Voraussetzungen zur 

Geltendmachung von Zivilansprüchen korrekt dargelegt (Urk. 66 S. 69 f.). 

2. Der erstinstanzliche Entscheid wurde bezüglich der Schuldsprüche bestätigt. 

Es kann deshalb für den Schadenersatzanspruch und die Genugtuung vollumfäng-

lich auf die korrekten vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden (Urk. 66 

S. 70 f.). Eine andere Beurteilung ist nicht angezeigt. Das Schadenersatzbegehren 

ist auf den Zivilweg zu verweisen. Auch die von der Vorinstanz festgelegte Genug-

tuung von Fr. 20'000.– zuzüglich Zins bedarf keiner Korrektur, insbesondere nicht 

nach unten. Die Genugtuung ist nicht nur vom Grundsatz her begründet, sondern 

in Anbetracht der massiven und mehrfachen Eingriffe in die physische, psychische 

und sexuelle Integrität der Privatklägerin in ihrer Höhe moderat bemessen. Ein 

tieferer Betrag würde der Schwere der erlittenen Unbill nicht mehr gerecht werden.

VII. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1. Kosten des erst- und zweitinstanzlichen Verfahrens

1.1. Ausgangsgemäss ist die erstinstanzliche Kostenauflage (Dispositivziffer 10) 

unter Hinweis auf Art. 426 Abs. 1 StPO zu bestätigen. 

1.2. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'600.– festzu-

setzen (Art. 424 Abs. 1 StPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 und § 14 Abs. 1 der 

Gebührenverordnung des Obergerichts). 

- 28 -

1.3. Der Beschuldigte unterliegt im Berufungsverfahren im Hauptstandpunkt 

(Bestätigung des vorinstanzlichen Schuldspruchs, er verlangte einen Freispruch), 

es wird indes eine deutlich tiefere Strafe ausgefällt. Es erscheint daher angezeigt, 

ihm die Kosten dieses Verfahrens zu drei Vierteln aufzuerlegen und sie im Übrigen 

auf die Gerichtskasse zu nehmen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Kosten der amtlichen 

Verteidigung und der Rechtsvertretung der Privatklägerin sind im Umfang von drei 

Vierteln einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen (Art. 426 Abs. 1 Satz 2 

StPO), unter Vorbehalt der Rückforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 aStPO und 

Art. 138 Abs. 1 StPO; zu einem Viertel sind diese Kosten definitiv auf die Gerichts-

kasse zu nehmen. 

2. Entschädigungen

2.1. Die amtliche Verteidigung macht für das Berufungsverfahren eine Entschä-

digung von total Fr. 8'900.10 (inkl. MwSt.) geltend, wobei sie für die heutige Beru-

fungsverhandlung sowie deren Vor- und Nachbesprechung einen Aufwand von fünf 

Stunden schätzte (Urk. 85). Der Aufwand ist ausgewiesen und angemessen. Es 

rechtfertigt sich daher, die Entschädigung für die amtliche Verteidigung des Be-

schuldigten auf pauschal Fr. 9'000.– (inkl. Barauslagen und MwSt.) festzusetzen.

2.2. Die Rechtsvertreterin der Privatklägerin macht für das Berufungsverfahren 

– zufolge unterschiedlicher Mehrwertsteuersätze auf zwei Rechnungen aufgeteilt 

(Urk. 86 und Urk. 87) – eine Entschädigung von total Fr. 6'331.90 (inkl. MwSt.) 

geltend. Diese Aufwendungen sind ausgewiesen und angemessen. Versehentlich 

wurde indes in der Beratung die Honorarnote über den Betrag von Fr. 434.30 über-

sehen und die Entschädigung im Urteilsdispositiv für die unentgeltliche Rechtsver-

tretung auf (bloss) Fr. 5'897.60 festgesetzt (Urk. 92). Da es sich hierbei um ein 

offensichtliches Versehen handelt, ist das Urteilsdispositiv in der vorliegenden, 

begründeten Urteilsausfertigung anzupassen und die Entschädigung für die unent-

geltliche Rechtsvertretung ist auf Fr. 6'331.90 (inkl. Barauslagen und MwSt.) 

festzusetzen.

- 29 -

3. Haftentschädigung 

Zufolge des Schuldspruchs ist der Antrag des Beschuldigten auf Ausrichtung 

einer Genugtuung für die erlittene Haft abzuweisen. 

- 30 -

Es wird beschlossen:

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 

6. Juli 2023 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig

 […]

 […] sowie

 der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von 

Art. 19a Ziff. 1 BetmG (betreffend Cannabis).

2. Der Beschuldigte wird freigesprochen von den Vorwürfen 

 der harten Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 4 Satz 2 StGB sowie 

 der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von 

Art. 19a Ziff. 1 BetmG (betreffend Kokain).

3. Der Beschuldigte wird bestraft […], sowie mit einer Busse von Fr. 500.–.

4. […]

Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so 

tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen.

5. […]

6. Die folgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 

14. Dezember 2022 beschlagnahmten und bei der Kantonspolizei Zürich, Asservate-

Triage, lagernden Gegenstände (Polis-Geschäfts-Nr. …) werden der jeweils berech-

tigten oder einer von dieser bevollmächtigen Person nach Eintritt der Rechtskraft die-

ses Urteils auf erstes Verlangen herausgegeben:

 Bettwäsche (A016'295'662);

 1 Trainerhose grau mit Unterhose (A016'296'790);

 1 Trainerjacke grau (A016'296'803);

 1 kurze Sporthose weiss (A016'296'814);

 1 Personenfotografie (A016'296'870);

 1 Slip Calvin Klein schwarz (A016'305'092);

 Trainerhose braun (A016'305'105);

 Kapuzen-Pullover grau (A016'305'116);

- 31 -

 1 Apple iPhone SE (A016'296'825);

 Datenauslesung (A016'326'491);

 SIM Karte (A016'326'504);

 Datenauslesung (A016'326'515).

Allfällige Herausgabebegehren sind an das Gericht zu richten.

Wird innert 30 Tagen ab Rechtskraft dieses Urteils keine Herausgabe verlangt, wird 

die Lagerbehörde für berechtigt erklärt, die vorgenannten Gegenstände innert weite-

rer 30 Tage zu vernichten respektive gutscheinend zu verwenden.

7. Allfällige weitere sichergestellte Gegenstände, Spuren, Spurenträger und Asservate 

(Polis-Geschäfts-Nr. …) werden der Lagerbehörde ab Eintritt der Rechtskraft dieses 

Entscheids zur Vernichtung überlassen.

8. […]

9. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:

Fr. 4'200.00 ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 1'100.00   Gebühr für das Vorverfahren; 
Fr. 3'930.35   Auslagen (Gutachten/Expertisen etc.);
Fr. 450.00   Auslagen Polizei;

Fr. 25'857.65
  Entschädigung amtliche Verteidigung, Rechtsanwalt
  lic. iur. X._____ (inkl. Barauslagen und MwSt.), ab dem
  tt.mm.2022, abzüglich Akontozahlungen von
  Fr. 12'473.70;

Fr. 20'337.80
  Entschädigung unentgeltliche Rechtsvertretung der
  Privatklägerin, Rechtsanwältin MLaw Y._____ 
  (inkl.  Barauslagen und MwSt.) ab dem 30. Juni 2022;

Fr. 55'875.80   Total

10 […]

11. […]

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt:

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig

 der mehrfachen Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 aStGB 

sowie

- 32 -

 der mehrfachen sexuellen Handlung mit einem Kind im Sinne von 

Art. 187 Ziff. 1 aStGB.

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 46 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 11 Tage 

durch Haft erstanden sind.

3. Dem Beschuldigten wird gestützt auf Art. 67 Abs. 3 lit. b und c StGB lebens-

länglich jede berufliche und jede organisierte ausserberufliche Tätigkeit, die 

einen regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen umfasst, verboten.

4. Das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin B._____ wird auf den Weg 

des Zivilprozesses verwiesen.

5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin B._____ Fr. 20'000.– zu-

züglich 5 % Zins ab 26. Juni 2022 als Genugtuung zu bezahlen.

6. Die erstinstanzliche Kostenauflage (Dispositivziffer 10) wird bestätigt.

7. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr. 3'600.– ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 9'000.–   amtliche Verteidigung

Fr. 6'331.90   unentgeltliche Vertretung Privatklägerschaft

8. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtli-

chen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft, 

werden dem Beschuldigten zu drei Vierteln auferlegt und zu einem Viertel auf 

die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung und der 

unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft werden zu drei Vierteln 

einstweilen und zu einem Viertel definitiv auf die Gerichtskasse genommen. 

Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt im Umfang von je drei Vier-

teln gemäss Art. 135 Abs. 4 aStPO und Art. 138 Abs. 1 StPO vorbehalten. 

9. Der Antrag des Beschuldigten auf Ausrichtung einer Genugtuung wird abge-

wiesen.

10. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an

- 33 -

 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschul-
digten (übergeben)

 die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (versandt)
 die Vertretung der Privatklägerin im Doppel für sich und die Privatkläger-

schaft (übergeben)
 das Bundesamt für Polizei, Bundeskriminalpolizei, 3003 Bern (versandt)

sowie in vollständiger Ausfertigung an

 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschul-
digten 

 die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 
 die Vertretung der Privatklägerin im Doppel für sich und die Privatkläger-

schaft

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälliger 

Rechtsmittel an

 die Vorinstanz
 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste
 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A 
 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mittels Formular "Löschung des 

DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials"
 die K._____ AG (Geschäfts-Nr. …; Dossier-Nr. …).

11. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 Lau-

sanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen 

Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.

- 34 -

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 12. März 2025

Der Präsident:

lic. iur. M. Langmeier

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. S. Maurer