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**Case Identifier:** b8bd63cc-332d-550b-807d-01d981044618
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-02-08
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 08.02.2023 810 22 171
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_003_810-22-171_2023-02-08.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 

Verwaltungsrecht 

 

vom 8. Februar 2023 (810 22 171) 

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Ausländerrecht 

 

 

Erteilung einer Einreisebewilligung im Rahmen des Familiennachzugs / Ergänzungsleis-

tungsbezug 

 

 
Besetzung Vizepräsident Daniel Ivanov, Kantonsrichter Markus Clausen, Daniel 

Noll, Niklaus Ruckstuhl, Kantonsrichterin Ana Dettwiler, Gerichtsschrei-
ber i.V. Lucius Schweizer 
 
 

Beteiligte A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Marco Bivetti, Rechts-
anwalt 

  
 
gegen 
 
 

 Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft, 4410 Liestal,  
Vorinstanz 
 

  
  
Betreff Erteilung der Einreisebewilligung im Rahmen des Familiennachzugs 

(RRB Nr. 1175 vom 16. August 2022) 
 
 

 
A.  A.____ (geb. 1997) ist als Staatsangehöriger des Kosovo in der Schweiz geboren und 
aufgewachsen. Er besitzt die Niederlassungsbewilligung und bezieht eine ausserordentliche 
ganze Invalidenrente sowie Ergänzungsleistungen. Im Rahmen eines geschützten Arbeitsplat-

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zes ist er in einem Pensum von 50 % erwerbstätig. Am 9. August 2021 heiratete A.____ im Ko-
sovo B.____ (geb. 2002), welche ebenfalls kosovarische Staatsangehörige ist. 
 
B.  Am 7. Oktober 2021 stellte B.____ bei der schweizerischen Botschaft in Pristina, Ko-
sovo, ein Gesuch um Erteilung einer Einreisebewilligung im Rahmen des Familiennachzugs 
zum Verbleib bei ihrem Ehemann. In der Folge reichte A.____ am 26. Oktober 2021 seinerseits 
beim Amt für Migration und Bürgerrecht des Kantons Basel-Landschaft (AFMB) ein Gesuch um 
Familiennachzug zugunsten seiner Ehefrau ein.  
 
C. Mit Schreiben vom 4. November 2021 stellte das AFMB fest, dass die Voraussetzun-
gen für den Familiennachzug nach Art. 43 Abs. 1 lit. e des Bundesgesetzes über die Auslände-
rinnen und Ausländer und über die Integration (AIG) vom 16. Dezember 2005 nicht erfüllt seien, 
weil A.____ eine ausserordentliche Invalidenrente und Ergänzungsleistungen beziehe, und ge-
währte ihm diesbezüglich das rechtliche Gehör. Mit Schreiben vom 8. November 2021 nahm 
A.____ dahingehend Stellung, dass er seine Frau seit drei Jahren kenne und sie regelmässig 
im Kosovo besucht habe. B.____ habe eine Ausbildung zur Coiffeuse abgeschlossen und be-
finde sich auf Arbeitssuche. In der Schweiz habe sie keine Stellenzusicherung. Sie spreche 
fliessend Albanisch und ein wenig Englisch. A.____ führte weiter aus, dass er im Falle einer 
Verweigerung des Familiennachzugs die Schweiz nicht verlassen, sondern die Ehe auf Distanz 
weiterführen würde. Seine Ehefrau sei noch nie in der Schweiz gewesen. 
 
D.  Mit Verfügung vom 7. Februar 2022 wies das AFMB das Gesuch um Erteilung der Ein-
reisebewilligung für B.____ im Rahmen des Familiennachzugs zum Verbleib bei ihrem Ehe-
mann ab. 
 
E.  Am 25. Februar 2022 erhob A.____, vertreten durch die Anlaufstelle Baselland, gegen 
diese Verfügung Beschwerde beim Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft. Mit Eingabe 
vom 22. April 2022 reichte A.____, neu vertreten durch Marco Bivetti, Rechtsanwalt, die Be-
schwerdebegründung ein und stellte das Begehren, es sei die Verfügung vom 7. Februar 2022 
aufzuheben und seiner Ehefrau die Einreisebewilligung im Rahmen des Familiennachzugs zum 
Verbleib bei ihrem Ehemann zu erteilen. Eventualiter sei seiner Ehefrau eine Einreisebewilli-
gung mit vom Regierungsrat festgelegten Bedingungen zu gewähren. Zur Begründung führte er 
im Wesentlichen aus, dass die Voraussetzungen von Art. 43 Abs. 1 lit. e AIG erfüllt seien. Blos-
se finanzielle Bedenken genügten nicht, um eine Einreisebewilligung zu verweigern. Im Übrigen 
sei bei einer Familienzusammenführung von einer guten finanziellen Prognose auszugehen. 
Namentlich habe B.____ gute Chancen, am hiesigen Arbeitsmarkt Fuss zu fassen, und ihre 
Anwesenheit führe mittelfristig zu einer Ablösung von A.____ von den Ergänzungsleistungen.  
 
F. Mit Beschluss des Regierungsrats (RRB) Nr. 1175 vom 16. August 2022 wurde die 
Beschwerde von A.____ abgewiesen.  
 
G. Am 29. August 2022 erhob A.____, vertreten durch Marco Bivetti, Rechtsanwalt, gegen 
den Entscheid des Regierungsrats vom 16. August 2022 Beschwerde beim Kantonsgericht Ba-
sel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht). Er stellt das 

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Begehren, es sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und B.____ die Einreisebewilligung 
im Rahmen des Familiennachzugs zum Verbleib beim Beschwerdeführer zu erteilen (Ziff. 1  
und 2). Eventualiter sei B.____ die Einreisebewilligung im Rahmen des Familiennachzugs zum 
Verbleib beim Beschwerdeführer verbunden mit einer vom Kantonsgericht zu bestimmenden 
Bedingung (z.B. hinsichtlich Erlangen einer Arbeitsstelle innert festgelegter Frist) zu erteilen 
(Ziff. 3). Subeventualiter sei die Angelegenheit zum Erlass eines neuen Entscheids an die Vor-
instanz zurückzuweisen (Ziff. 4). Dem Beschwerdeführer sei für das vorinstanzliche Verfahren 
und das Verfahren vor Kantonsgericht die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren (Ziff. 5  
und 6). 
 
H. Mit Vernehmlassung vom 26. Oktober 2022 beantragt die Vorinstanz, es sei die Be-
schwerde unter o/e-Kostenfolge abzuweisen.  
 
I. Mit Verfügung vom 2. November 2022 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung 
überwiesen. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 
 

1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess-
ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügungen und Entscheide des Regie-
rungsrats die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kantonsgericht zulässig. Der Be-
schwerdeführer ist als Adressat vom angefochtenen Beschluss berührt und hat ein schutzwür-
diges Interesse an dessen Änderung (§ 47 Abs. 1 lit. a VPO).  Auch die weiteren formellen Vo-
raussetzungen sind erfüllt, sodass auf die Beschwerde eingetreten werden kann. 
 

2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können nach § 45 Abs. 1 lit. a und b 
VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts gerügt wer-
den. Die Beurteilung der Angemessenheit ist dem Kantonsgericht dagegen – abgesehen von 
hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – untersagt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO).  
 
3. Strittig ist, ob das AFMB zu Recht den Familiennachzug der Ehefrau des Beschwerde-
führers verweigerte. 
 
4.1 Gemäss Art. 43 Abs. 1 AIG haben ausländische Ehegatten und ledige Kinder unter 18 
Jahren von Personen mit Niederlassungsbewilligung Anspruch auf Bewilligung des Familien-
nachzugs, wenn sie mit dieser Person zusammenwohnen (lit. a), eine bedarfsgerechte Woh-
nung vorhanden ist (lit. b), sie nicht auf Sozialhilfe angewiesen sind (lit. c), sie sich in der am 
Wohnort gesprochenen Landessprache verständigen können (lit. d) oder zu einem Sprachför-
derungsangebot angemeldet sind (Abs. 2) und der niedergelassene Ehegatte keine jährlichen 
Ergänzungsleistungen nach dem Bundesgesetz vom 6. Oktober 2006 über die Ergänzungsleis-
tungen zur Alters-, Hinterlassenen- oder Invalidenversicherung (ELG) bezieht oder wegen des 
Familiennachzugs beziehen könnte (lit. e). 

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4.2 Im Folgenden ist einzig zu prüfen, ob die Vorinstanz zu Recht den Familiennachzug 
aufgrund des Ergänzungsleistungsbezugs des Beschwerdeführers verweigerte. Die übrigen 
Voraussetzungen für den Familiennachzug sind unbestrittenermassen erfüllt.  
 
4.3.1  Das AFMB führte in seiner Verfügung vom 7. Februar 2022 aus, die in Art. 43 Abs. 1  
lit. e AIG enthaltene Bedingung, wonach die nachziehende Person keine Ergänzungsleistungen 
beziehen dürfe, sei im Fall des Beschwerdeführers nicht erfüllt. Allfällige künftige Einkommen 
müssten berücksichtigt werden, sofern diese mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Beendigung des 
Anspruchs auf Ergänzungsleistungen zur Folge hätten und somit zu einer nachhaltigen Entlas-
tung der öffentlichen Hand führen würden. Dem AFMB liege jedoch kein entsprechender Vor-
vertrag und keine verbindliche Stellenzusicherung für B.____ vor. Der Beschwerdeführer bezie-
he bereits heute Ergänzungsleistungen und seine Ehefrau hätte nach dem Familiennachzug 
ebenfalls Anspruch auf Ergänzungsleistungen. Folglich bestehe kein Anspruch auf Familien-
nachzug gestützt auf Art. 43 Abs. 1 lit. e AIG.  
 
4.3.2 Die Vorinstanz erwog ihrerseits, dass der Beschwerdeführer eine volle IV-Rente in der 
Höhe von Fr. 1'593.-- sowie Ergänzungsleistungen in der Höhe von Fr. 1'062.-- pro Monat be-
ziehe. Die Ehefrau des Beschwerdeführers spreche weder Deutsch noch eine andere Schwei-
zer Landessprache. Der von ihr besuchte sechsmonatige Kurs im Haareschneiden und Make-
Up sei nicht ansatzweise mit einem Lehrabschluss mit Eidgenössischem Fähigkeitszeugnis 
(EFZ) als Coiffeuse oder Kosmetikerin zu vergleichen. Obwohl das AFMB die nicht vorhande-
nen Deutschkenntnisse der Ehefrau bereits in der Verfügung vom 7. Februar 2022 erwähnt ha-
be, habe die Ehefrau bis anhin keinerlei Anstrengungen zum Erlernen der deutschen Sprache 
nachgewiesen. Die Aussichten der Ehefrau, in der Schweiz als Coiffeuse oder Kosmetikerin zu 
arbeiten, seien als ungünstig zu bezeichnen. Es sei daher nicht davon auszugehen, dass sie in 
der Schweiz finanziell unabhängig sein werde. Unbestrittenermassen beziehe der Beschwerde-
führer bereits heute Ergänzungsleistungen. Daran würde sich bei einer Wohnsitznahme der 
Ehefrau nichts ändern. Es wäre im Gegenteil damit zu rechnen, dass die Ergänzungsleistungen 
für den Beschwerdeführer und seine Ehefrau zunehmen würden. Somit habe der Beschwerde-
führer keinen Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung für seine Ehefrau.    
 
4.3.3 Der Beschwerdeführer wendet hiergegen zusammengefasst ein, dass blosse finanziel-
le Bedenken, Hypothesen und pauschalierte Gründe nicht genügen würden, um einen Famili-
ennachzug wegen eines befürchteten Ergänzungsleistungsbezugs zu verweigern. Es sei die 
wahrscheinliche finanzielle Entwicklung auf längere Sicht unter Einbezug aller Familienangehö-
rigen der Beurteilung der Gefahr des Ergänzungsleistungsbezugs zugrunde zu legen. Zwar sei 
richtig, dass seine Ehefrau keine Landessprache spreche. Dies stehe einer erfolgreichen Stel-
lensuche jedoch nicht im Wege, zumal sie bereit sei, umgehend einen Sprachkurs zu besu-
chen. Weiter sei nach Art. 43 Abs. 1 lit. e AIG keine qualifizierte Ausbildung verlangt, damit von 
einer positiven finanziellen Prognose auszugehen sei. Es könne daher kein EFZ oder gleich-
wertiger Abschluss verlangt werden. Die Ehefrau sei bereit, nach ihrer Einreise so rasch wie 
möglich eine Stelle im Coiffeur-Bereich – soweit erforderlich aber auch in einer anderen Bran-
che (z.B. Reinigung) – anzutreten. Es bestehe daher kein Grund, um von einer schlechten fi-

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nanziellen Prognose auszugehen. Im Gegenteil könne man erwarten, dass sich mit Blick auf die 
Erwerbsfähigkeit und Erwerbswilligkeit der Ehefrau die finanzielle Lage der Familie verbessern 
und damit auch zu einer Ablösung des Beschwerdeführers von Ergänzungsleistungen führen 
werde.  
 
5.1 Für die Beurteilung, ob das Kriterium der Ergänzungsleistungsunabhängigkeit von 
Art. 43 Abs. 1 lit. e AIG erfüllt ist, kann nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts analog 
auf die Rechtsprechung zur Sozialhilfeunabhängigkeit gemäss Art. 43 Abs. 1 lit. c AIG abge-
stellt werden (vgl. Urteile des Bundesgerichts 2C_10/2022 vom 21. September 2022 E. 8.2; 
2C_795/2021 vom 17. März 2022 E. 4.2.3; 2C_309/2021 vom 5. Oktober 2021 E. 5.5). Dabei ist 
jedoch dem Umstand Rechnung zu tragen, dass Fürsorgeleistungen und Ergänzungsleistungen 
nicht in jeder Hinsicht gleichzustellen sind. Insbesondere gilt es zu berücksichtigen, dass es 
Personen, die Anspruch auf eine IV-Rente haben, in aller Regel nicht möglich ist, etwas an ihrer 
finanziellen Situation zu ändern (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_309/2021 vom 5. Oktober 
2021 E. 5.5). Das Kriterium der Sozialhilfeunabhängigkeit ist erfüllt, wenn keine konkrete Gefahr 
der Sozialhilfeabhängigkeit besteht. Für die Beurteilung der Gefahr der Sozialhilfeabhängigkeit 
ist von den bisherigen und aktuellen Verhältnissen auszugehen und die wahrscheinliche finan-
zielle Entwicklung auf längere Sicht abzuwägen. Blosse finanzielle Bedenken genügen nicht, 
und ebensowenig kann diesbezüglich auf Hypothesen und pauschalierte Gründe abgestellt 
werden. In die Beurteilung ist nicht nur das Einkommen des hier anwesenheitsberechtigten Fa-
milienangehörigen, sondern sind auch die finanziellen Möglichkeiten aller Familienmitglieder 
miteinzubeziehen. Das Einkommen der Angehörigen, die an die Lebenshaltungskosten der 
Familie beitragen sollen und können, ist daran zu messen, ob und gegebenenfalls in welchem 
Umfang sich dieses grundsätzlich als tatsächlich realisierbar erweist. In diesem Sinn müssen 
die Erwerbsmöglichkeiten und das damit verbundene Einkommen mit einer gewissen Wahr-
scheinlichkeit auf mehr als nur kurze Frist hin gesichert erscheinen (vgl. Urteil des Bundesge-
richts 2C_795/2021 vom 17. März 2022 E. 4.2.3). Mithin ist eine Prognose zu treffen, wie sich 
der Nachzug auf die wirtschaftliche Situation des Niedergelassenen auswirkt. Der Familien-
nachzug ist nach der Lehre im öffentlichen Interesse geboten, wenn die vom Niedergelassenen 
bezogenen Ergänzungsleistungen durch den Nachzug von Familienangehörigen dank Anrech-
nung von deren Einkommen voraussichtlich reduziert werden können oder gar gänzlich dahin-
fallen (vgl. MARC SPESCHA, in: Spescha/Zünd/Bolzli/Hruschka/de Weck [Hrsg.], Kommentar Mig-
rationsrecht, 5. Aufl., Zürich 2019, Rz. 6 zu Art. 43 AIG).  
 
5.2.1 Das Bundesgericht hat im Urteil 2C_309/2021 das Vorgehen der Vorinstanz geschützt, 
welche den gemäss den Sozialhilferichtlinien bemessenen künftigen Gesamtbedarf des Ehe-
paars dem gegenwärtigen Einkommen des Ehemanns (IV-Rente, Hilflosenentschädigung, Er-
gänzungsleistungen) gegenüberstellte (Urteil des Bundesgerichts 2C_309/2021 vom 5. Oktober 
2021 E. 6.2 unter Bezugnahme auf E. 4.1). Nachfolgend ist die finanzielle Situation der Be-
schwerdeführer demnach anhand dieser Vorgehensweise, welcher das Kantonsgericht in einem 
neueren Entscheid gefolgt ist, zu beurteilen (vgl. Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfas-
sungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 19. Oktober 2022 [810 21 265] E. 5; siehe auch 
Urteil des Kantonsgerichts Freiburg, I. Verwaltungsgerichtshof, vom 11. Juli 2022 [601 2022 31] 
E. 4).  

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5.2.2 Dabei ist der zukünftige Bedarf der Gesamtfamilie gestützt auf das Sozialhilferecht zu 
ermitteln. In die Bedarfsrechnung sind vorliegend der Grundbedarf, die Wohnkosten sowie die 
obligatorischen Versicherungen einzubeziehen (vgl. § 6 Abs. 1 des Gesetzes über die Sozial- 
und die Jugendhilfe [SHG] vom 21. Juni 2001). Gemäss § 9 Abs. 1 lit. b der Sozialhilfeverord-
nung (SHV) vom 25. September 2001 beträgt der monatliche Grundbedarf für einen Haushalt 
mit zwei Personen Fr. 1'577.--. Dazu kommen der Mietzins zuzüglich Nebenkosten in der Höhe 
von Fr. 1'200.-- (Mietvertrag vom 1. März 2020) sowie die monatliche Krankenkassenprämie 
des Beschwerdeführers in der Höhe von Fr. 284.35 (vgl. Versicherungspolice 2022, S. 2). Für 
die Ehefrau ist die am Wohnsitz des Beschwerdeführers geltende Durchschnittsprämie für die 
Prämienregion 2, jugendliche Erwachsene, von Fr. 391.-- einzusetzen (§ 12 Abs. 1 lit. b SHV). 
Demgemäss beträgt der sozialhilferechtliche monatliche Bedarf der Familie insgesamt  
Fr. 3'452.35. 
 
5.2.3 Dem gegenüberzustellen ist ausgehend vom heutigen Einkommen des Beschwerde-
führers das künftig zu erwartende Familieneinkommen. Der Beschwerdeführer bezieht eine 
ganze IV-Rente in der Höhe von (netto) Fr. 1'593.--. Dazu kommen Ergänzungsleistungen in 
der Höhe von Fr. 1'062.-- (inkl. Zahlung Durchschnittsprämie an obligatorische Krankenkasse, 
vgl. Verfügung der SVA Basel-Landschaft vom 31. Dezember 2021). Darüber hinaus erzielt der 
Beschwerdeführer ein monatliches Nettoeinkommen in der Höhe von rund Fr. 840.-- (vgl. Lohn-
ausweis 2021, Lohnabrechnungen Januar bis August 2022). Daraus resultiert ein Gesamtein-
kommen von Fr. 3'495.--. Wie bereits ausgeführt (E. 5.2.1 hiervor), hat das Bundesgericht im 
Urteil 2C_309/2021 auf das zukünftige Einkommen der Ehegatten mitsamt den Ergänzungsleis-
tungen abgestellt. Folgt man dieser Methode, so besteht bei einem Nachzug der Ehefrau keine 
Unterdeckung, sondern ein geringfügiger Überschuss. 
 
5.3 Hinsichtlich der Gefahr des künftigen Bezugs von (zusätzlichen) Ergänzungsleistungen 
führt die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid aus, dass die Ehefrau des Beschwerdeführers 
mangels anerkannter Ausbildung und aufgrund fehlender Deutschkenntnisse in der Schweiz 
nicht finanziell unabhängig sein werde. Am Ergänzungsleistungsbezug des Beschwerdeführers 
würde sich im Fall der Wohnsitznahme der Ehefrau somit nichts ändern. Es sei im Gegenteil 
damit zu rechnen, dass die Ergänzungsleistungen für den Beschwerdeführer und seine Ehefrau 
zunehmen würden (E. 4.3.2 hiervor). Der Beschwerdeführer macht zu Recht geltend, dass die-
se Ausführungen der Vorinstanz pauschaler Natur sind. Gemäss seinen unbestrittenen Ausfüh-
rungen leidet der Beschwerdeführer an einem Geburtsgebrechen, welches ihm verunmöglicht, 
eine rentenausschliessende Erwerbstätigkeit auszuüben. Der Beschwerdeführer ist im Rahmen 
eines geschützten Arbeitsplatzes in einem Teilzeitpensum erwerbstätig, mit welchem er ein 
durchschnittliches monatliches Einkommen von rund Fr. 840.-- erzielt. Mithin ist es ihm nicht 
möglich, etwas an seiner finanziellen Situation zu ändern (E. 5.1 hiervor) und unternimmt er 
vielmehr alles Zumutbare, um den Bezug von Ergänzungsleistungen auf ein Minimum zu redu-
zieren. Der Beschwerdeführer legt im Weiteren – wie bereits im vorinstanzlichen Verfahren – 
schlüssig dar, dass seine Ehefrau gewillt sei, so schnell wie möglich eine Stelle im Coiffeur-
Bereich oder – falls nötig – in einer anderen Branche anzutreten. Er bestreitet die fehlenden 
Deutschkenntnisse seiner Ehefrau nicht, macht allerdings zu Recht geltend, dass diesen hin-

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sichtlich der finanziellen Prognose keine entscheidende Bedeutung zukomme. Dasselbe gilt 
hinsichtlich der Tatsache, dass die Ehefrau noch über keinen Arbeitsvertrag bzw. eine entspre-
chende Zusicherung verfügt. Nach der allgemeinen Lebenserfahrung werden beispielsweise 
Stellen im Reinigungsgewerbe kurzfristig angeboten bzw. frei und setzen nicht zwingend 
Deutschkenntnisse voraus (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_309/2021 vom 5. Oktober 2021 
E. 6.3). Bei der Ehefrau des Beschwerdeführers handelt es sich um eine gesunde, arbeitswillige 
junge Frau, welche am Beginn ihres Erwerbslebens steht. Es ist davon auszugehen, dass sie in 
der Lage sein wird, innert verhältnismässig kurzer Frist ein Erwerbseinkommen zu erzielen, 
welches den Ergänzungsleistungsbezug des Beschwerdeführers massgeblich reduzieren bzw. 
mittelfristig beenden wird. In diesem Zusammenhang ist die Ehefrau bei ihrer Zusage zu behaf-
ten, innert nützlicher Frist nach Einreise eine Stelle anzunehmen – dies wenn nötig in einer an-
deren Branche als der Coiffeur- und Kosmetikbranche – und sich für einen Sprachkurs anzu-
melden.   
 
5.4  Die Prognose über die Auswirkungen des Ehegattennachzugs auf die finanzielle Situa-
tion der Beschwerdeführer führt nach dem Gesagten zum Ergebnis, dass die Familie voraus-
sichtlich längerfristig ein stabiles Gesamteinkommen erzielen wird, welches über dem sozialhil-
ferechtlichen Bedarf zu liegen kommt (E. 5.2.3 hiervor). Darüber hinaus ist den Ehegatten hin-
sichtlich des künftigen Ergänzungsleistungsbezugs eine günstige Prognose zu stellen (E. 5.3 
hiervor).  
 
5.5 Die Voraussetzungen für einen Familiennachzug gemäss Art. 43 Abs. 1 AIG sind dem-
nach im vorliegenden Fall erfüllt, was zur Gutheissung der Beschwerde führt. Die Beurteilung 
der weiteren Rügen – namentlich der gerügten Verletzung des Diskriminierungsverbots  
(vgl. Art. 8 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft [BV] vom 
18. April 1999; Art. 8 in Verbindung mit Art. 14 der Konvention zum Schutze der Menschenrech-
te und Grundfreiheiten [EMRK] vom 4. November 1950) – erübrigt sich bei diesem Ausgang. 
Der angefochtene Entscheid ist aufzuheben und das AFMB anzuweisen, der Ehefrau des Be-
schwerdeführers die Einreisebewilligung im Rahmen des Familiennachzuges zu erteilen. Dabei 
steht es im Ermessen der Behörde, die Bewilligung gegebenenfalls unter Auflagen oder Bedin-
gungen zu erteilen und mit dem Abschluss einer Integrationsvereinbarung (Art. 43 Abs. 4 AIG) 
zu verbinden. 
 
6.1 Es bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist 
das Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Ge-
richtsgebühren sowie die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in 
angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Ausgangsgemäss sind die Verfahrens-
kosten in der Höhe von Fr. 1'500.-- dem Regierungsrat aufzuerlegen. 
 
6.2 Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann gemäss § 21 Abs. 1 VPO für den 
Beizug eines Anwalts oder einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zulasten der 
Gegenpartei zugesprochen werden. Der in der Honorarnote vom 9. November 2022 für das 
kantonsgerichtliche Verfahren geltend gemachte Aufwand von 10 Stunden und 57 Minuten à 
Fr. 200.-- erweist sich als angemessen. Dem Beschwerdeführer ist somit eine Parteientschädi-

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gung in der Höhe von Fr. 2'429.40 (inkl. Auslagen und 7.7% MWST) zulasten des Regierungs-
rats zuzusprechen. 
 
6.3  Im Übrigen wird die Angelegenheit zur Neuverlegung der vorinstanzlichen Kosten an 
die Vorinstanz zurückgewiesen. 
  

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Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 
 
://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Regierungsratsbeschluss 

Nr. 1175 vom 16. August 2022 aufgehoben und das Amt für Migration 
und Bürgerrecht des Kantons Basel-Landschaft angewiesen, B.____ 
die Einreisebewilligung im Rahmen des Familiennachzugs zu erteilen.  

   
 2. Die Angelegenheit wird zur Neuverlegung der Kosten des vorinstanzli-

chen Verfahrens an den Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft 
zurückgewiesen. 

   
 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'500.-- werden dem Regie-

rungsrat des Kantons Basel-Landschaft auferlegt. 
   
 4. Der Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft hat dem Be- 

schwerdeführer für das kantonsgerichtliche Verfahren eine Partei-
entschädigung in der Höhe von Fr. 2'429.40 (inkl. Auslagen und 7.7 % 
MWST) auszurichten. 

 
 
 
 
Vizepräsident 
 
 
 
 

Gerichtsschreiber i.V.