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**Case Identifier:** 9d301ac3-1f99-51bf-a9e7-d1cd0d3456de
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-08-15
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 15.08.2017 IV 2016/420, IV 2017/35
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2016-420--IV-2017_2017-08-15.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2016/420, IV 2017/35

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 05.05.2020

Entscheiddatum: 15.08.2017

Entscheid Versicherungsgericht, 15.08.2017
Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG. Abweisung Begehren um berufliche Massnahmen. 
Ermittlung des Invaliditätsgrades anhand des Einkommensvergleichs. 
Tabellenlohnabzug von 15%. Zusprache einer halben Rente (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 15. August 2017, IV 
2016/420 und IV 2017/35).

Entscheid Versicherungsgericht, 15.08.2017

Entscheid vom 15. August 2017

Besetzung                                                                      

Präsident Joachim Huber, Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider und 

Miriam Lendfers; Gerichtsschreiber Markus Lorenzi             

Geschäftsnr.                                                                                              

IV 2016/420, IV 2017/35             

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Regula Schmid, Engelgasse 2, 9004 St. Gallen,

gegen

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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand                                                                   

berufliche Massnahmen und Rente

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ (nachfolgend: Versicherter) hatte sich im Dezember 2008 aufgrund der 

Verletzungen, welche er sich am 20. April 2008 bei einem Motorradunfall zugezogen 

hatte, zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung (IV) angemeldet (IV-act. 1).

A.b  Der Versicherte ist angelernter Metzger (IV-act. 6), arbeitete jedoch mehrheitlich 

als Chauffeur (IV-act. 113-2 f.), zuletzt seit Dezember 2006 bis zum Unfall im April 2008 

in einem Vollpensum als Lastwagenchauffeur bei der B.___ AG (IV-act. 7), und betrieb 

nebenbei selbständig eine kleine Lohnmetzgerei (IV-act. 8). Aufgrund der seit dem 

Unfall vom Hausarzt des Versicherten, Dr. med. C.___, Facharzt FMH für 

Allgemeinmedizin, bescheinigten 100%-igen Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 7, Suva-act. 

54-1) kündigte die Arbeitgeberin des Versicherten nach Ablauf der Sperrfrist das 

Arbeitsverhältnis am 11. Dezember 2008 per Ende Februar 2009 (Suva-act. 45).

A.c  Mit Bericht vom 5. August 2008 der Klinik für Neurologie des Kantonsspitals St. 

Gallen (KSSG) wurden eine leichte sensomotorische Hemiquerschnittsymptomatik ab 

Th7/8 mit Schmerzen der unteren BWS und oberen LWS nach Contusio spinalis im 

April 2008 sowie eine LWK3- und eine BWK12-Fraktur diagnostiziert. Der Nachweis 

einer Myelon-Schädigung konnte nicht erbracht werden (Suva-act. 25). Vom 3. Februar 

bis 1. Mai 2009 begab sich der Versicherte in stationäre Behandlung in die Rehaklinik 

Bellikon, welche ihm im Austrittsbericht vom 1. Mai 2009 weiterhin eine 100%-ige 

Arbeitsunfähigkeit attestierte (IV-act. 31). Mit Bericht der Rehaklinik Bellikon vom 18. 

November 2009 diagnostizierte diese zusätzlich eine mittelschwere 

neuropsychologische Störung mit Einbussen im Bereich der Aufmerksamkeits- und 

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Exekutivfunktionen, der verbalen Merkfähigkeit und der Lese- und Schreibleistungen 

sowie leichte affektive Auffälligkeiten im Rahmen einer vorbestehenden 

Leistungsschwäche (ICD-10: F81; Entwicklungsstörung schulischer Fertigkeiten). Die 

Ärztinnen empfahlen für den Versicherten eine rückenschonende, wechselbelastende 

leichte bis selten mittelschwere angepasste Tätigkeit im Betrieb. Eine ganztägige 

Präsenz sei möglich, wobei daran zu denken sei, dass bei mehr als eineinhalbjähriger 

Arbeitsunfähigkeit zu Beginn der Tätigkeit die Präsenzzeit ca. halbschichtig zu 

beginnen und sukzessive zu steigern sei. Die Arbeitsunfähigkeit infolge der Unfallfolgen 

für die berufliche Tätigkeit als Lastwagenchauffeur betrage aktuell 100%

(IV-act. 39-3).

A.d  Vom 7. Juni bis 2. Juli 2010 wurde eine berufliche Abklärung gemäss 

Kooperationsabkommen zwischen der IV-Stelle und der Rehaklinik hinsichtlich Klärung 

von Eingliederungsmöglichkeiten durchgeführt (IV-act. 52 ff.). Im Bericht vom 6. Juli 

2010 wurde ausgeführt, dass der Versicherte einsatzfreudig und arbeitswillig sei. Seine 

schulische Leistungsfähigkeit liege jedoch auf einem sehr tiefen Niveau. Besonders 

Mühe habe er im sprachlich-schriftlichen Bereich. Aufgaben nach schriftlichen 

Instruktionen könnten zu Fehlleistungen führen. Nach den halbtägigen Einsätzen habe 

er jeweils starke Rückenschmerzen gehabt. Der Versicherte sei auf Unterstützung bei 

der Stellensuche angewiesen. Es werde ein gut begleiteter Aufbau (Praktikum/

Arbeitstraining) im Hinblick auf eine Einarbeitung in eine behinderungsbedingt 

geeignete Stelle mit sukzessiver Steigerung der Präsenzzeit empfohlen. Dies sollte 

nach Möglichkeit wirtschaftsnah geschehen, da der Versicherte negative Erinnerungen 

an Institutionen (Heim) habe. Der Versicherte werde in folgenden Tätigkeitsgebieten 

gesehen: Magaziner/Chauffeur für Kleinbetriebe; Lager-Logistikmitarbeiter (leichte 

Rüst-, Verpackungs- und Speditionsaufgaben); Staplerfahrer (IV-act. 58-2).A.e  Am 3. 

Januar 2011 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass derzeit keine beruflichen 

Massnahmen angezeigt seien, da er von der Suva bei der Stellensuche unterstützt 

werde und aktuell an einer IBR (Initiative berufliche Reintegration) teilnehmen könne. 

Auch habe er den Eingliederungsplan trotz mehrmaliger Aufforderung nicht 

unterzeichnet retourniert (IV-act. 65).

B.   

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B.a  Am 4. Februar 2011 wurde im Auftrag der Suva eine kreisärztliche 

Abschlussuntersuchung durch Dr. med. D.___, Facharzt FMH für Chirurgie, speziell 

Allgemein- und Unfallchirurgie, vorgenommen (Suva-act. 164). Sie ergab eine 

verbliebene diskrete Belastungs- und Bewegungseinschränkung bei leichter 

Keildeformation von LWK3 und BWK12. Die Unfallfolgen seien dauernd und erheblich. 

Betreffend medizinische Zumutbarkeit aus Unfallfolgen bestehe vom Rücken her eine 

Einschränkung für das Aussetzen an Vibrationen sowie für das Heben und Tragen von 

mehr als mittelschweren Gewichten. Günstig seien Tätigkeiten in Wechselpositionen, 

vollschichtig, mit Gewichtsbelastungen von ca. 10 kg am Boden und 15 kg auf 

Tischhöhe.

B.b  Die Suva beauftragte am 2. März 2011 eine externe Stellenvermittlung mit der 

beruflichen Eingliederung des Versicherten (Suva-act. 170 ff.). Der Versicherte konnte 

daraufhin ab 1. Juni 2011 einen befristeten Einsatz zu 50% im Bereich 

Fleischverarbeitung/Verkauf bei der E.___ AG beginnen (Suva-act. 187, 192, 199, 206). 

Per 31. Dezember 2011 beendete die Arbeitgeberin den Arbeitsversuch wegen 

ungenügender Leistungen des Versicherten (vgl. Suva-act. 208, 210). Die 

Arbeitsvermittlung wurde ebenfalls beendet und die Suva kündigte die Einstellung der 

Taggeldzahlungen auf Ende Januar 2012 an (Suva-act. 215). Dr. F.___, Chiropraktor, 

erachtete im Bericht vom 15. Februar 2012 nach 17 Behandlungen seit Oktober 2011 

eine Arbeitsfähigkeit von 50% als angebracht (Suva-act. 221).

B.c  Mit Verfügung vom 27. März 2012 sprach die Suva dem Versicherten ab 1. 

Februar 2012 eine Übergangsrente von monatlich Fr. 658.05, gestützt auf einen 

Invaliditätsgrad von 16%, sowie eine Integritätsentschädigung von Fr. 9'450.--, 

gründend auf einer Integritätseinbusse von 7.5%, zu (Suva-act. 231). Die gegen diese 

Verfügung erhobene Einsprache vom 10. Mai 2012 (Suva-act. 236) wurde mit 

Einspracheentscheid vom 10. Oktober 2012 (Suva-act. 242) abgewiesen, was mit 

Entscheiden des Versicherungsgerichtes des Kantons St. Gallen vom 18. März 2014 

(Suva-act. 303) bzw. des Bundesgerichtes vom 15. Oktober 2014 (Suva-act. 344) 

rechtskräftig bestätigt wurde.

C.  

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C.a Am 22. Januar 2013 hatte die IV-Stelle dem Versicherten mitgeteilt, es werde bei 

ihm ab dem 7. Januar bis am 29. März 2013 – bei Zusprache von Taggeld (IV-act. 117) 

– eine berufliche Abklärung bei G.___ durchgeführt, wofür die Kosten von der IV-Stelle 

übernommen würden (IV-act. 108). Gleichentags hatte die IV-Stelle dem Versicherten 

eine Arbeitsvermittlung zugesprochen (IV-act. 109).

C.b Im Schlussbericht der G.___ vom 25. März 2013 wurde im Wesentlichen 

ausgeführt, dass das Ziel von acht Arbeitsstunden an fünf Tagen pro Woche nicht 

erreicht worden sei. Der Versicherte habe sechs Stunden an fünf Tagen pro Woche, 

auch im ersten Arbeitsmarkt als Lastwagenchauffeur (Muldentransporte), arbeiten 

können (IV-act. 126).

C.c Mit Verfügung vom 4. November 2013 verneinte die IV-Stelle einen weiteren 

Anspruch des Versicherten auf berufliche Massnahmen. Der Versicherte sei seit Januar 

2013 ausreichend in der Stellensuche unterstützt worden. Die Abklärungen hätten 

ergeben, dass berufliche Massnahmen nur im Zusammenhang mit einer konkreten 

Arbeitsstelle erfolgsversprechend seien. Wenn eine konkrete Arbeitsstelle mit 

unbefristetem Arbeitsvertrag vorhanden sei, habe der Versicherte die Möglichkeit, sich 

bei der IV-Stelle für Kurse, Arbeitsplatzanpassungen oder Einarbeitungszuschüsse zu 

melden. Dann werde ein Anspruch erneut geprüft. Betreffend Rente ergehe der 

Entscheid später in einer separaten Verfügung (IV-act. 144).

C.d Gegen diese Verfügung reichte der Versicherte am 5. Dezember 2013 beim 

Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen Beschwerde ein mit dem Antrag, die 

Verfügung vom 4. November 2013 sei aufzuheben und die IV-Stelle anzuweisen, mit 

dem Versicherten die für eine effektive Eingliederung notwendigen beruflichen 

Massnahmen, insbesondere Berufsberatung, Umschulungsmassnahmen und daran 

anschliessend Arbeitsvermittlung, evtl. in Verbindung mit Einarbeitungszuschüssen, 

durchzuführen und gestützt auf das Ergebnis der beruflichen Eingliederung die 

Rentenprüfung vorzunehmen (IV-act. 164). Am 24. Februar 2014 widerrief die IV-Stelle 

ihre Verfügung vom 4. November 2013 (IV-act. 181), woraufhin das 

Beschwerdeverfahren vom Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen am 26. März 

2014 abgeschrieben wurde (IV-act. 192).

D.  

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D.a Am 30. März 2015 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, es werde von der 

BEFAS, Berufliche Abklärungsstelle, eine Abklärung bezüglich Eingliederungs- und 

Arbeitsfähigkeit durchgeführt. Während der Dauer der Abklärung erhalte er ein Taggeld 

(IV-act. 235).

D.b Gemäss Schlussbericht vom 17. Juli 2015 erreichte der Versicherte in den 

getesteten Arbeitsabläufen eine Arbeitsleistung von durchschnittlich 60% bei 

ganztägiger Anwesenheit. Die reduzierte Arbeitsfähigkeit begründe sich durch hohen 

mündlichen Instruktionsbedarf, rasche Ermüdbarkeit und Konzentrationsabnahme 

sowie den Bedarf an Entlastungspausen (IV-act. 247-7). Möglich seien 

wechselbelastende Tätigkeiten ohne Hantieren mit Gewichten über fünf bis sieben 

Kilogramm, selten 15 Kilogramm, ohne Zwangshaltungen und Arbeiten über Kopf. Die 

Tätigkeiten müssten den reduzierten kognitiven Fähigkeiten entsprechen und auf die 

Legasthenie Rücksicht nehmen (IV-act. 247-8). Grundsätzlich sei der Versicherte fähig, 

in angepasster Tätigkeit zeitlich ein ganztägiges Pensum zu bestehen. Die früheren 

Beobachtungen, dass er nicht imstande sei, bei kognitiv anspruchsvolleren Tätigkeiten 

die volle Leistung über den ganzen Tag aufrechtzuerhalten, habe sich zwar bestätigt. 

Bei Tätigkeiten mit wechselnder Aufmerksamkeitsintensität, wie dies zum Beispiel bei 

Chauffeurdiensten im Kurzstreckeneinsatz der Fall sei, oder in einfacher serieller 

industrieller Fertigung könne ihm aber eine volle Arbeitsleistung zugemutet und von ihm 

erwartet werden (IV-act. 247-8).

D.c Dr. med. H.___ vom regionalen ärztlichen Dienst (RAD) führte in seiner 

Aktenbeurteilung vom 19. August 2015 aus, dass die Einschätzung einer vollen 

Leistungsfähigkeit unverständlich sei, hätten die Tests doch ein anderes Ergebnis 

gezeigt. Es sei davon auszugehen, dass beim Versicherten in einer angepassten 

Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt bei ganztägigem Pensum mit vermehrten 

Pausen eine 60%-ige Arbeitsfähigkeit gegeben sei (IV-act. 254-2).

D.d Mit Mitteilung vom 30. November 2015 gewährte die IV-Stelle dem Versicherten 

Arbeitsvermittlung (IV-act. 271). Mehrere Vermittlungsversuche (vgl. IV-act. 277-8 ff.) 

führten nicht zum Ziel, worauf mit Verfügung vom 28. Oktober 2016 ein Anspruch auf 

Arbeitsvermittlung und weitere berufliche Massnahmen verneint wurde (IV-act. 309).

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D.e Gegen diese Verfügung reichte der Versicherte am 5. Dezember 2016 Beschwerde 

ein mit dem Antrag, dass die IV-Stelle zu verpflichten sei, ihm berufliche Massnahmen, 

insbesondere Berufsberatung, Umschulungsmassnahmen und daran anschliessend 

Arbeitsvermittlung, evtl. in Verbindung mit Einarbeitungszuschüssen, zu gewähren und 

gestützt auf das Ergebnis der beruflichen Eingliederung die Rentenprüfung 

vorzunehmen. Eventuell sei die Angelegenheit zur Gewährung des rechtlichen Gehörs 

an die IV-Stelle zurückzuweisen (act. G 1).

E.   

E.a  Am 22. September 2016 hatte die IV-Stelle einen Vorbescheid erlassen, welcher 

dem Versicherten ab dem 1. Juni 2009 einen Anspruch auf eine Viertelsrente in 

Aussicht stellte (IV-act. 301). Mit Einwand vom 27. Oktober 2016 hatte der Versicherte 

die Gewährung einer halben Rente bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% 

beantragt. Eventuell sei er zunächst umzuschulen (IV-act. 308-1 f.). Am 19. Dezember 

2016 verfügte die IV-Stelle gemäss Vorbescheid eine Viertelsrente ab 1. Juni 2009. Aus 

medizinischer Sicht sei die angestammte Tätigkeit als Lastwagenchauffeur nicht mehr 

zumutbar. In einer dem Leiden angepassten Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 

60%. Aus dem Einkommensvergleich resultiere ein Invaliditätsgrad von 42%. Ein 

Leidensabzug sei nicht vorzunehmen, da sämtliche Einschränkungen bei der 

Festlegung der Arbeitsfähigkeit bereits gewürdigt und berücksichtigt worden seien (IV-

act. 312, act. G 1.1 im Verfahren IV 2017/35).

E.b  Auch gegen diese Verfügung liess der Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführer) am 26. Januar 2017 Beschwerde einreichen mit dem Antrag, dass 

die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) zu verpflichten sei, ihm eine halbe IV-

Rente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von mindestens 50% zuzusprechen. Eventuell 

sei er zunächst umzuschulen, wobei die Rentenprüfung im Anschluss daran 

vorzunehmen sei (IV-act. G 1 im Verfahren IV 2017/35).

E.c  Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 26. Januar 

sowie Schreiben vom 24. Februar 2017 Abweisung der Beschwerden (act. G 4, act. G 3 

im Verfahren IV 2017/35). Mit Replik vom 2. März 2017 hielt der Beschwerdeführer 

vollumfänglich an seinen Anträgen und deren Begründungen fest (act. G 6). Die 

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Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 8, act. G 5 im Verfahren IV 

2017/35).

F.   

Mit Schreiben vom 3. März 2017 teilte das Versicherungsgericht den Parteien mit, dass 

die Verfahren betreffend berufliche Massnahmen (IV 2016/420) sowie Rente (IV 

2017/35) vereinigt würden (act. G 4 im Verfahren IV 2017/35).

Erwägungen

1.   

1.1  Grundsätzlich bildet jeder vorinstanzliche Entscheid ein selbständiges 

Anfechtungsobjekt und ist deshalb einzeln anzufechten und einzeln zu beurteilen. Es ist 

gerechtfertigt, von diesem Grundsatz abzuweichen und die Anfechtung in einem 

gemeinsamen Verfahren mit einem einzigen Urteil zuzulassen, wenn die einzelnen 

Sachverhalte in einem engen inhaltlichen Zusammenhang stehen und sich in allen 

Fällen gleiche oder ähnliche Rechtsfragen stellen (vgl. BGE 123 V 215 E. 1). Ein solches 

Vorgehen dient der Verfahrensökonomie und liegt im Interesse aller Beteiligten (ANDRÉ 

MOSER, in André Moser/ Peter Uebersax, Prozessieren vor eidgenössischen 

Rekurskommissionen, Basel und Frankfurt am Main 1998, Rz 3.12).

1.2  Es stehen sich in den Verfahren IV 2016/420 und IV 2017/35 dieselben Parteien 

gegenüber. Zur Beurteilung stehen Leistungen der IV, namentlich berufliche 

Massnahmen und Rentenleistungen. Der Beschwerdeführer beantragt im Verfahren IV 

2017/35 eine Rente sowie eventualiter berufliche Massnahmen und stellt die bereits im 

Verfahren IV 2016/420 beantragten beruflichen Massnahmen auch im Verfahren IV 

2017/35 erneut zur Beurteilung. Es stellen sich überschneidend gleiche und ähnliche 

Rechtsfragen, womit die Sachverhalte in einem engen inhaltlichen Zusammenhang 

stehen. In diesem Sinn verweisen die Parteien in ihren Rechtsschriften jeweils auf die 

Eingaben im anderen Verfahren. Die Voraussetzungen für eine Vereinigung der 

Verfahren sind folglich erfüllt. Auch stellen die Parteien eine Vereinigung nicht in Frage 

bzw. regen eine Koordination (Beschwerdeführer) ausdrücklich an (act. G 1 S. 5, act. G 

1 S. 5 f. im Verfahren IV 2017/35).

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1.3  Der Antrag, die Angelegenheit eventualiter zur Gewährung des rechtlichen Gehörs 

an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (vgl. act. G 1 S. 2), wird mit 

Beschwerdeschrift vom 26. Januar 2017 im Verfahren IV 2017/35 nicht mehr 

aufrechterhalten bzw. es wird ausdrücklich darauf verzichtet (act. G 1 S. 5 im Verfahren 

IV 2017/35). Damit erübrigen sich weitere Ausführungen dazu.

2.   

2.1  Invalide oder von einer Invalidität bedrohte Versicherte haben nach Art. 8 Abs. 1 

des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Anspruch auf 

Eingliederungsmassnahmen soweit diese notwendig und geeignet sind, die 

Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, 

wiederherzustellen, zu erhalten oder zu verbessern, und die Voraussetzungen für den 

Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind. Der Anspruch auf 

Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Ausübung einer 

Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die 

gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (Art. 8 Abs. 

1bis IVG). Die versicherte Person hat in der Regel nur Anspruch auf die dem jeweiligen 

Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die 

nach den gegebenen Umständen bestmöglichen Vorkehren. Das Gesetz will die 

Eingliederung lediglich so weit sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber 

auch genügend ist (BGE 132 V 225 E. 4.3.1). Die Eingliederungsmassnahmen bestehen 

unter anderem in Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche 

Ausbildung, Umschulung und Arbeitsvermittlung, Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG).

2.2  Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die: a. ihre 

Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch 

zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern 

können; b. während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind; und c. nach Ablauf dieses Jahres zu 

mindestens 40% invalid sind. Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die 

voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der 

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körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG).

3.   

Zuerst ist – dem Grundsatz Eingliederung vor Rente entsprechend – der geltend 

gemachte Anspruch des Beschwerdeführers auf berufliche Massnahmen (Art. 15 ff. 

IVG) zu prüfen.

3.1  Die Beschwerdegegnerin schloss die beruflichen Massnahmen (Arbeitsvermittlung) 

mit Verfügung vom 28. Oktober 2016 ab und verneinte darin einen weiteren 

diesbezüglichen Anspruch (act. G 1.1). Der Beschwerdeführer beantragt 

Umschulungsmassnahmen, allenfalls ergänzt um eine vorgängige Berufsberatung 

sowie eine Arbeitsvermittlung nach der Umschulung, eventuell in Verbindung mit 

Einarbeitungszuschüssen.

3.2  Die versicherte Person hat Anspruch auf Umschulung auf eine neue 

Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch 

die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann (Art. 17 Abs. 

1 IVG). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung liegt eine 

umschulungsspezifische Invalidität vor, wenn eine versicherte Person wegen einer 

Gesundheitsbeeinträchtigung in den bisher ausgeübten und ihr ohne zusätzliche 

berufliche Ausbildung offenstehenden noch zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine 

bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbseinbusse von etwa 20 % erleidet, wobei 

sich die Erwerbseinbusse an dem vor Eintritt des Gesundheitsschadens erzielten 

Erwerbseinkommen bemisst (ULRICH MEYER/MARCO REICHMUTH, Rechtsprechung 

des Bundesgerichts zum IVG, 3. A., Zürich 2014, S. 201, mit weiteren Hinweisen).

3.3  Zur Ermittlung der Erwerbseinbusse ist die Leistungsfähigkeit des 

Beschwerdeführers zu ermitteln. Die Beschwerdegegnerin stützt sich dabei im 

Wesentlichen auf die Stellungnahmen des RAD vom 19. August 2015 und 6. 

September 2016 (IV-act. 254, 296). Gemäss diesen kommt der RAD zum Schluss, dass 

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beim Beschwerdeführer nebst den Einschränkungen zufolge des Unfalls eine schwere 

Legasthenie mit einer erheblichen Beeinträchtigung der Lese- und Schreibleistung 

vorliege. Weiter bestehe eine wesentliche Beeinträchtigung der Konzentrations- und 

verbalen Merkfähigkeitsleistung. Insgesamt sei die Einschätzung einer Arbeitsfähigkeit 

von 60% in einer angepassten Tätigkeit bei ganztägigem Pensum – mit allerdings 

erheblichen qualitativen Einschränkungen – nachvollziehbar (IV-act. 296-2). Die 

angepasste Tätigkeit sollte wechselbelastend, mit einer regelmässigen 

Lastenhandhabung von fünf bis sieben Kilogramm, selten bis 15 Kilogramm, ohne 

Zwangshaltungen sowie ohne Überkopfarbeiten sein. Auch müsse die Tätigkeit die 

ausgeprägte Lese-, Schreib- und Rechenschwäche sowie die eingeschränkte 

Konzentrationsfähigkeit berücksichtigen (IV-act. 254-2). Dieser Einschätzung des RAD-

Arztes lagen insbesondere der Schlussbericht der BEFAS-Abklärung vom 17. Juli 2015 

(IV-act. 247) sowie der Schlussbericht Berufliche Abklärung bei G.___ vom 25. März 

2013 (IV-act. 126) zugrunde. Die beruflichen Abklärungen dauerten bei beiden 

Institutionen mehrere Wochen und gelangten gestützt auf eigene umfassende 

Abklärungen (Ressourcenabklärung in verschiedenen Bereichen [intellektuell, 

handwerklich, fachlich, sozial, medizinisch etc.]) zum selben Ergebnis, namentlich zur 

Einschätzung einer rund 60%-igen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers bzw. einer 

Arbeitsfähigkeit von rund fünf bis sechs Stunden pro Tag. Die Einschätzung einer 60%-

igen Leistungsfähigkeit basiert – wie erwähnt – auf umfassenden Abklärungen und wird 

von den Parteien zu Recht nicht substantiiert bestritten. Damit ist im Folgenden von 

einer Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers von 60% auszugehen.

3.4  Vor Eintritt des relevanten Gesundheitsschadens betrug das Jahreseinkommen 

des Beschwerdeführers bei der B.___ AG im Jahr 2008 Fr. 63‘050.-- (IV-act. 289). Nach 

Eintritt des Gesundheitsschadens und bei 60%-iger Arbeitsfähigkeit in angepasster 

Tätigkeit ist beim Beschwerdeführer gemäss LSE Tabelle TA1, Sektor 4, Männer, im 

Jahr 2008 von einem zumutbaren jährlichen Einkommen von Fr. 59‘979.-- bzw. bei 

60% Leistungsfähigkeit, von Fr. 35‘987.40 – vor einem allfälligen Abzug des 

Tabellenlohns – auszugehen. Eine Erwerbseinbusse von über 20% ist damit, auch im 

Verlauf der folgenden Jahre, ohne Zweifel ausgewiesen. Dieser Umstand ist nach dem 

Gesagten prinzipiell geeignet, einen Anspruch auf Umschulung zu begründen. Es sind 

die übrigen Voraussetzungen des Umschulungsanspruchs, insbesondere die subjektive 

und objektive Eingliederungsfähigkeit sowie die Frage, ob Ausbildungsmöglichkeiten 

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bestehen, welche dem Kriterium der Verhältnismässigkeit gerecht werden und eine 

erhebliche Verbesserung der Verdienstmöglichkeiten versprechen, zu prüfen.

3.5  Was unter den Begriff der Umschulung fällt, lässt sich dem Gesetzeswortlaut nicht 

entnehmen. Praxisgemäss sind darunter Eingliederungsmassnahmen zu verstehen, die 

notwendig und geeignet sind, einer schon erwerbstätig gewesenen versicherten 

Person eine neue eingliederungswirksame Erwerbsmöglichkeit zu verschaffen. Die 

Umschulung soll also die wegen der Gesundheitsbeeinträchtigung ganz oder teilweise 

verloren gegangene Erwerbsfähigkeit so weit als möglich wiederherstellen. Hierzu ist in 

der Regel ein dem bisherigen gleichwertiger Beruf geeignet, sofern er den Fähigkeiten 

der versicherten Person entspricht. Das Erfordernis der Gleichwertigkeit bezieht sich 

einerseits auf das Ausbildungsniveau, andererseits vor allem auch auf die nach der 

erfolgten Eingliederung zu erwartenden Verdienstmöglichkeiten (MEYER/REICHMUTH, 

a.a.O., S. 206 f.). Die von der Rechtsprechung geforderte Gleichwertigkeit der 

Ausbildung darf sich nicht nur auf die Verdienstmöglichkeiten, sondern muss sich auch 

auf das Spektrum verschiedener Tätigkeiten beziehen, in denen diese 

Verdienstmöglichkeiten realisiert werden können (vgl. BGE 122 V 79 E. 3).

3.6  Der Beschwerdeführer beantragt eine Umschulung beispielsweise zum Tram-, Car- 

oder Schulbuschauffeur (act. G 1 S. 5). Insbesondere auch im Personentransport ist 

eine beim Beschwerdeführer nicht gegebene uneingeschränkte Konzentrationsfähigkeit 

unabdingbar. Bereits aus diesem Grund ist der Beschwerdeführer aus objektiver Sicht 

in diesem Berufsumfeld nicht eingliederungsfähig. Weiter ist der Beschwerdeführer 

aufgrund seiner ausgeprägten Lese-, Schreib- und Rechenschwäche mit 

verhältnismässigem Aufwand nicht in der Lage, einen Beruf im Personentransport zu 

erlernen, welcher es ihm ermöglichte, einen relevant höheren Verdienst als ohne 

Umschulung zu erzielen. Entweder wären die Hürden für eine Umschulung zu hoch 

(Tram- oder Buschauffeur) oder aber die Umschulung zeitigt nicht den geforderten 

Verdienstanstieg (Car- oder Schulbuschauffeur) gegenüber einer Hilfsarbeitertätigkeit. 

Weitere Umschulungsmöglichkeiten wurden nicht geltend gemacht und sind nicht 

ersichtlich. Eine Umschulung zu Bürotätigkeiten, welche seinen Rückenschmerzen – im 

Gegensatz zur Tätigkeit als Chauffeur – besser gerecht würden, wäre aufgrund seiner 

ausgeprägten Lese-, Schreib- und Rechenschwäche nicht zielführend bzw. mit 

verhältnismässigem Aufwand nicht eingliederungswirksam durchzuführen. Folglich ist 

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die Verneinung des Umschulungsanspruchs durch die Beschwerdegegnerin nicht zu 

beanstanden.

4.   

4.1  Was den Antrag auf Berufsberatung anbelangt, wurde diese bei der Abklärung bei 

G.___ gewährt. Konkret wurden die möglichen Tätigkeitsfelder gestützt auf die 

beruflichen Neigungen und Eignungen des Beschwerdeführers unter Einbezug der 

fachlichen Kompetenzen abgeklärt (IV-act. 112, 118, 125 f.) Es ist nicht ersichtlich, 

inwiefern weitere Berufsberatungen zu anderen als den bisherigen Ergebnissen 

gelangen sollten. Die Beschwerdegegnerin hat damit auch diese Leistung zu Recht 

nicht mehr bzw. nicht nochmals zugestanden.

4.2  Bezüglich eingestellter Arbeitsvermittlungsbemühungen ist zu erwähnen, dass der 

Beschwerdeführer vor Verfügungserlass sechs Monate intensiv bei der Arbeitssuche 

unterstützt wurde (vgl. das Assessmentsprotokoll vom 20. Mai 2016, IV-act. 277). Der 

gewünschte Erfolg ist nicht eingetreten. Damit sind im relevanten Zeitpunkt des 

Verfügungserlasses keine weiteren wirksamen Massnahmen ersichtlich. Dies wird auch 

nicht geltend gemacht, nachdem sich der Antrag des Beschwerdeführers auch nur auf 

Arbeitsvermittlung anschliessend an die Umschulung bezieht. Die Einstellung der 

Arbeitsvermittlungsbemühungen war somit nicht zu beanstanden.

4.3  Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Verfügung der Beschwerdegegnerin 

bezüglich Abweisung von beruflichen Massnahmen vom 28. Oktober 2016 zu Recht 

erfolgt ist. Die Beschwerde ist in diesem Punkt abzuweisen.

5.   

Strittig ist weiter die Höhe des Invaliditätsgrads des Beschwerdeführers und damit die 

Höhe des Rentenanspruchs.

5.1  Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so 

besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

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40% auf eine Viertelsrente. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das 

sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG). In zeitlicher 

Hinsicht ist bezüglich der Festlegung des Vergleichseinkommens auf die Verhältnisse 

beim Beginn des (allfälligen) Rentenanspruchs abzustellen (BGE 129 V 223 f.).

5.2  Frühestmöglicher Rentenbeginn ist der 1. Juni 2009, sechs Monate nach 

Geltendmachung des Leistungsanspruchs (Art. 29 Abs. 1 IVG). Zu diesem Zeitpunkt 

war auch das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG unbestrittermassen erfüllt. Das 

hypothetische Valideneinkommen des Beschwerdeführers von jährlich Fr. 63‘700.-- im 

Jahr 2009 ist durch die Angaben der früheren Arbeitgeberin ausgewiesen (IV-act. 289). 

Ein zusätzlicher Verdienst wird nicht geltend gemacht (act. G 9 f.). Das mögliche 

Invalideneinkommen ergibt sich aus dem Totalwert für den gesamten privaten Sektor 

gemäss LSE-Tabelle TA1 Sektor 4 für Männer. Im Jahr 2009 betrug dieser bei 100%-

iger Tätigkeit Fr. 61‘240.-- (vgl. auch Anhang 2 der Textausgabe Invalidenversicherung, 

Allgemeiner Teil des Sozialversicherungsrechts, Gesetze und Verordnungen, 2015, 

herausgegeben von der Informationsstelle AHV/IV, S. 226), entsprechend bei 60%-iger 

Leistungsfähigkeit Fr. 36‘744.--.

5.3  Strittig und zu prüfen ist die Gewährung eines allfälligen Tabellenlohnabzugs. Die 

Beschwerdegegnerin hat keinen solchen zugebilligt (IV-act. 100). Der 

Beschwerdeführer lässt geltend machen, es sei vom errechneten Invalideneinkommen 

ein Leidensabzug von mindestens 20% vorzunehmen (act. G 1 S. 5 im Verfahren IV 

2017/35).

5.4  Mit dem Tabellenlohnabzug ist zu berücksichtigen, dass gesundheitlich 

beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, 

im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren arbeitnehmenden 

Personen lohnmässig benachteiligt sind und deshalb mit unterdurchschnittlichen 

Lohnansätzen rechnen müssen. Sodann wird dem Umstand Rechnung getragen, dass 

weitere persönliche und berufliche Merkmale einer versicherten Person wie Alter, Dauer 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/17

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der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie 

Beschäftigungsgrad, Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 129 V 481 

E. 4.2.3).

5.5  Teilzeitbeschäftigte Männer werden im Vergleich zu Vollzeitangestellten 

erfahrungsgemäss überproportional tiefer entlöhnt (Urteil des Bundesgerichts vom 26. 

August 2011, 8C_379/2007, E. 4.2.2.1). Dasselbe gilt bei ganztägigem Pensum mit 

reduzierter Leistungsfähigkeit (vgl. im Gegensatz zu anderen Urteilen das 

überzeugende Urteil des Bundesgerichts vom 8. Januar 2008, 9C_603/2007, E. 4.2.3), 

wie es für den Beschwerdeführer bewältigbar ist. Entsprechend ist bereits aus diesem 

Grund ein Abzug vom Tabellenlohn gerechtfertigt. Die Rechtsprechung gewährt weiter 

insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte 

Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer 

Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 78 E. 5a/bb). Die dem 

Beschwerdeführer angepasste Tätigkeit sollte wechselbelastend, mit einer 

regelmässigen Lastenhandhabung von fünf bis sieben Kilogramm, selten bis 15 

Kilogramm, ohne Zwangshaltungen sowie Überkopfarbeiten sein. Somit liegen selbst 

bei leichten Tätigkeiten wesentliche physische Einschränkungen vor, die einen weiteren 

Abzug rechtfertigen. Weiter wird auch die ausgewiesene 60%-ige Leistungsfähigkeit 

bei ganztägigem Pensum von erheblichen qualitativen Einschränkungen begleitet (vgl. 

dazu die Ausführungen des RAD in IV-act. 296-2), welche auch von der ausgeprägten 

Lese-, Schreib- und Rechenschwäche sowie der eingeschränkter 

Konzentrationsfähigkeit herrühren (vgl. dazu die Ausführungen des RAD in IV-act. 

254-2). Entgegen den Darlegungen in der Verfügung vom 19. Dezember 2016 wurden 

diese Einschränkungen (noch) nicht in die Arbeitsfähigkeitsschätzung einbezogen. Die 

aufgrund der Einschränkungen zu erwartende Arbeitsleistung des Beschwerdeführers 

wird damit auch in qualitativer Hinsicht unter derjenigen eines gesunden Mitarbeiters 

mit demselben Beschäftigungsgrad liegen. Diese zusätzlichen Limitierungen (physische 

Einschränkungen, erhebliche qualitative Einschränkungen) werden bei einem 

ökonomisch denkenden Arbeitgeber durch die Ausrichtung eines entsprechend 

unterdurchschnittlichen Lohnes kompensiert werden. In Würdigung aller Umstände 

rechtfertigt sich ein Abzug von 15%.

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5.6  Unter Berücksichtigung des Tabellenlohnabzugs von 15% resultiert bei 60%-iger 

Arbeitsfähigkeit ein Invaliditätsgrad von 51% (Fr. 63‘700.-- [Valideneinkommen] - Fr. 

31‘232.40 [Fr. 36‘744.-- x 0.85] / Fr. 63‘700.--) und damit ein Anspruch auf eine halbe 

Rente.

6.   

6.1  Das Beschwerdeverfahren betreffend berufliche Massnahmen (IV 2016/420) wird 

abgewiesen.

6.2  Betreffend den Rentenanspruch (IV 2017/420) ist die angefochtene Verfügung 

aufzuheben und dem Beschwerdeführer ab 1. Juni 2009 eine halbe Rente 

zuzusprechen.

6.3  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des 

Verfahrens entsprechend (Art. 95 Abs. 1 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]) rechtfertigt es sich, diese zu einem Drittel 

dem Beschwerdeführer und zu zwei Dritteln der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. 

Von der Bedeutung her beschlägt das Obsiegen in der Rentenfrage einen 

gewichtigeren, wiederkehrenden Teil der strittigen Leistungen. Entsprechend hat der 

Beschwerdeführer Fr. 200.--, die Beschwerdegegnerin Fr. 400.-- der Gerichtsgebühr zu 

tragen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist dem Beschwerdeführer im 

Umfang von Fr. 200.-- daran anzurechnen und im Umfang von Fr. 400.-- 

zurückzuerstatten.

6.4  Da der Beschwerdeführer teilweise obsiegt, hat er einen reduzierten Anspruch auf 

eine Parteientschädigung. Dieser ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei 

insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen 

ist. Bei vollständigem Obsiegen wäre eine Parteientschädigung von Fr. 3‘600.-- 

(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) angemessen. Der Beschwerdeführer 

obsiegt zu zwei Dritteln, weshalb eine Parteientschädigung von Fr. 2'400.-- resultiert. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/17

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Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer somit eine Parteientschädigung 

von Fr. 2'400.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.   

Betreffend den Anspruch auf berufliche Massnahmen (IV 2016/420) wird die 

Beschwerde abgewiesen.

2.  

Betreffend den Rentenanspruch (IV 2017/35) wird die angefochtene Verfügung vom 19. 

Dezember 2016 in Gutheissung der Beschwerde aufgehoben und dem 

Beschwerdeführer ab dem 1. Juni 2009 eine halbe Rente zugesprochen. Zur 

Festsetzung und Ausrichtung der Leistung wird die Sache an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen.

3.   

Die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- bezahlen der Beschwerdeführer zu einem Drittel und 

die Beschwerdegegnerin zu zwei Dritteln. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 

600.-- wird dem Beschwerdeführer daran angerechnet und im Umfang von Fr. 400.-- 

zurückerstattet.

4.   

Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von Fr. 

2'400.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 15.08.2017
	Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG. Abweisung Begehren um berufliche Massnahmen. Ermittlung des Invaliditätsgrades anhand des Einkommensvergleichs. Tabellenlohnabzug von 15%. Zusprache einer halben Rente (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 15. August 2017, IV 2016/420 und IV 2017/35).

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