# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1dcc5deb-7552-5f74-a7aa-b772413004db
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-05-17
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 17.05.2023 BE.2023.4
**Docket/Reference:** BE.2023.4
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BE-2023-4_2023-05-17

## Full Text

Entsiegelung (Art. 50 Abs. 3 VStrR); vorsorgliche Massnahmen (Art. 388 StPO analog);;Entsiegelung (Art. 50 Abs. 3 VStrR); vorsorgliche Massnahmen (Art. 388 StPO analog);;Entsiegelung (Art. 50 Abs. 3 VStrR); vorsorgliche Massnahmen (Art. 388 StPO analog);;Entsiegelung (Art. 50 Abs. 3 VStrR); vorsorgliche Massnahmen (Art. 388 StPO analog)

Beschluss vom 17. Mai 2023 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Roy Garré, Vorsitz, 

Miriam Forni und Patrick Robert-Nicoud,     

Gerichtsschreiberin Chantal Blättler Grivet Fojaja  

   
 

Parteien 

  

EIDGENÖSSISCHE SPIELBANKENKOMMISSION,  

 

Gesuchstellerin 

 

 gegen 

   

A., vertreten durch Rechtsanwalt Friedrich Frank,  

 

Gesuchsgegner 

 

 

Gegenstand  Entsiegelung (Art. 50 Abs. 3 VStrR);  

vorsorgliche Massnahmen (Art. 388 StPO analog) 

 

Rückzug des Siegelungsantrags  

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BE.2023.4 

Nebenverfahren: BP.2023.25  

 

 

 

- 2 - 

 

 

Die Beschwerdekammer hält fest, dass: 

 

- die Eidgenössische Spielbankenkommission (nachfolgend «ESBK») gegen 

A. eine Strafuntersuchung wegen Verdachts auf Widerhandlungen gegen 

das Bundesgesetz über Geldspiele (Geldspielgesetz; BGS; SR 935.51) vom 

29. September 2017 führt; 

 

- am 9. März 2023 im Lokal «B.» an der Strasse Z. Nr. 1 in Zürich durch die 

Stadtpolizei Zürich eine Hausdurchsuchung durchgeführt und dabei das A. 

gehörende Mobiltelefon Nr. 2 sichergestellt wurde (Verfahrensakten pag. 

02001 ff.), wobei A. die Sieglung des Mobiltelefons verlangte (Verfahrensak-

ten pag. 02021); 

 

- die ESBK der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts am 

10. März 2023 das sichergestellte Mobiltelefon Nr. 2 zukommen liess, ver-

schiedene prozessuale Anträge im Sinne von vorsorglichen Massnahmen 

stellte, insbesondere darum ersuchte, unverzüglich eine forensische Siche-

rungskopie (Image) durch eine entsprechend technisch ausgerüstete Fach-

stelle, wie z.B. das Bundesamt für Polizei fedpol, der sich auf dem Mobilte-

lefon Nr. 2 befindenden Daten zu erstellen; in der Hauptsache die ESBK da-

rum ersuchte, das sichergestellte Mobiltelefon Nr. 2 zu entsiegeln und zu 

durchsuchen, eventualiter die ESBK zu ermächtigen, die auf der durch das 

Bundesstrafgericht erstellten forensischen Kopie gesicherten Daten des Mo-

biltelefons Nr. 2 zu durchsuchen (act. 1 S. 2); 

 

- die Beschwerdekammer mit Schreiben vom 13. März 2023 das Mobiltelefon 

Nr. 2 an die Abteilung IFC des fedpol weiterleitete zur Entfernung des Siegels 

und Erstellung einer forensischen Kopie (act. 2); 

 

- A. im Rahmen des Schriftenwechsels, während der laufenden Frist zur Ein-

reichung einer Gesuchsduplik der Beschwerdekammer mit Schreiben vom 

15. Mai 2023 mitteilen liess, dass er den dem Entsiegelungsersuchen zu-

grundeliegenden Siegelungsantrag zurückziehe (act. 19), was der ESBK mit 

dem heutigen Entscheid mitgeteilt wird.  

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass: 

 

- Widerhandlungen gegen das Geldspielgesetz nach diesem und nach dem 

VStrR verfolgt und beurteilt werden, wobei die verfolgende Behörde das Sek-

retariat der ESBK ist (Art. 134 Abs. 2 BGS);  

- 3 - 

 

 

- sich hinsichtlich Widerhandlungen gegen das Geldspielgesetz die Anwend-

barkeit des VStrR aus Art. 134 Abs. 1 BGS ergibt;  

 

- die Beschwerdekammer über die Zulässigkeit der Durchsuchung von Papie-

ren und Datenträgern (vgl. hierzu BGE 108 IV 76 E. 1) zu entscheiden hat 

(Art. 50 Abs. 3 VStrR); 

 

- mit dem Rückzug der gegen die Durchsuchung gerichteten Einsprache 

durch den Gesuchsgegner das vorliegende Verfahren (BE.2023.4 und 

BP.2023.25) zufolge Gegenstandslosigkeit als erledigt abzuschreiben ist 

(vgl. hierzu zuletzt die Beschlüsse des Bundesstrafgerichts BE.2022.7 vom 

16. März 2023; BE.20018.18 vom 23. Januar 2019; BE.2018.9 vom 30. No-

vember 2018; BE.2017.24 vom 11. Januar 2018; BE.2017.8 vom 6. April 

2017);  

 

- unter den vorliegenden Umständen keine Gerichtskosten zu erheben sind 

(vgl. Art. 66 Abs. 2 BGG analog [vgl. hierzu TPF 2011 25 E. 3]; Beschlüsse 

des Bundesstrafgerichts BE.2018.9 vom 30. November 2018; BE.2016.2 

vom 31. Mai 2016; BE.2015.3 und BE.2015.4 vom 25. August 2015; 

BE.2014.10 vom 17. September 2014; BE.2014.12 und BE.2014.15 vom 

4. September 2014); 

 

- der in ihrem amtlichen Wirkungskreis handelnden Gesuchstellerin keine Par-

teientschädigung zuzusprechen ist (Art. 68 Abs. 3 BGG analog). 

 

  

- 4 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Das Verfahren (BE.2023.4 und BP.2023.25) wird zufolge Gegenstandslosig-

keit als erledigt abgeschrieben. 

 

2. Es wird keine Gerichtsgebühr erhoben.  

 

 

Bellinzona, 17. Mai 2023 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Eidgenössische Spielbankenkommission 

- Rechtsanwalt Friedrich Frank 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide der Beschwerdekammer über Zwangsmassnahmen kann innert 30 Tagen nach 
der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde geführt werden 
(Art. 79 und 100 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005; BGG). 
Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu 
dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder 
konsularischen Vertretung übergeben werden (Art. 48 Abs. 1 BGG). Im Falle der elektronischen 
Einreichung ist für die Wahrung einer Frist der Zeitpunkt massgebend, in dem die Quittung 
ausgestellt wird, die bestätigt, dass alle Schritte abgeschlossen sind, die auf der Seite der Partei für 
die Übermittlung notwendig sind (Art. 48 Abs. 2 BGG). 

Das Verfahren richtet sich nach den Artikeln 90 ff. BGG. 

Eine Beschwerde hemmt den Vollzug des angefochtenen Entscheides nur, wenn der 
Instruktionsrichter oder die Instruktionsrichterin es anordnet (Art. 103 BGG).