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**Case Identifier:** 431ca81e-cb42-52e8-8d13-a962d20537da
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-19
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 19.03.2025 SBK.2025.54
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SBK-2025-54_2025-03-19.pdf

## Full Text

Obergericht 

Beschwerdekammer in Strafsachen 

 

SBK.2025.54  
(HA.2025.83)  

Art. 85 

 

 

Entscheid vom 19. März 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichter Richli, Präsident  

Oberrichterin Massari 

Oberrichterin Schär  

Gerichtsschreiberin Flütsch 

 

 
   

Beschwerde-

führerin  

 A._____, geboren am tt.mm.jjjj, von […], […] 

z.Zt.: Zentralgefängnis […], […] 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Markus Trottmann,  

[…]   

 

  
    

Beschwerde-

gegnerin  

 Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau,  

Seetalplatz, Bahnhofstrasse 4, 5600 Lenzburg  

 

 
   

Anfechtungs-

gegenstand 

 Verfügung des Zwangsmassnahmengerichts des Kantons Aargau vom  

18. Februar 2025 betreffend Abweisung des Haftentlassungsgesuchs 

 

in der Strafsache gegen A._____ 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Die Beschwerdekammer entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau führt gegen A._____ (fortan: Be-

schwerdeführerin) eine Strafuntersuchung wegen Gefährdung des Lebens, 

eventuell versuchter Körperverletzung sowie wegen Widerhandlung gegen 

das Waffengesetz und Sachbeschädigung. 

 

2. 

2.1. 

Die Beschwerdeführerin wurde am 2. Januar 2025 festgenommen und mit 

Verfügung des Zwangsmassnahmengerichts des Kantons Aargau 

(fortan: Vorinstanz) vom 5. Januar 2025 bis einstweilen am 1. April 2025 in 

Untersuchungshaft versetzt. 

 

2.2. 

Am 7. Februar 2025 stellte die Beschwerdeführerin ein Haftentlassungsge-

such. Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau leitete dieses mit Eingabe 

vom 10. Februar 2025 an die Vorinstanz weiter und beantragte dessen Ab-

weisung. 

 

2.3. 

Mit Verfügung der Vorinstanz vom 18. Februar 2025 wurde das Haftentlas-

sungsgesuch der Beschwerdeführerin abgewiesen. 

 

3. 

3.1. 

Mit Eingabe vom 3. März 2025 erhob die Beschwerdeführerin bei der Be-

schwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts des Kantons Aargau 

gegen die ihr am 20. Februar 2025 zugestellte Verfügung der Vorinstanz 

vom 18. Februar 2025 Beschwerde mit folgenden Anträgen: 

 

" 1. 
Es sei der angefochtene Entscheid des Zwangsmassnahmengerichts AG 
(ZMG) aufzuheben und es die Beschwerdeführerin in Gutheissung des 
Haftentlassungsgesuchs umgehend auf freien Fuss zu setzen. 
 
2. 
Es sei der Beschwerdeführerin für das vorliegende Beschwerdeverfahren 
die notwendige amtliche Verteidigung zu bewilligen. 
 
3. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge." 

 

3.2. 

Mit Eingabe vom 5. März 2025 verzichtete die Vorinstanz unter Verweis auf 

die Begründung des angefochtenen Entscheids auf eine Stellungnahme.  

 

 - 3 - 

 

 

3.3. 

Mit Eingabe vom 10. März 2025 führte die Staatsanwaltschaft Lenzburg-

Aarau aus, unter Verweis auf die Ausführungen der Vorinstanz in der an-

gefochtenen Verfügung auf die Erstattung einer Beschwerdeantwort zu ver-

zichten. Dennoch äusserte sie sich zu verschiedenen Aspekten dieses so-

wie eines weiteren Strafverfahrens.  

 

3.4. 

Mit Stellungnahme vom 17. März 2025 hielt die Beschwerdeführerin an ih-

ren Beschwerdeanträgen fest. 

 

 
   

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1. 

Die Beschwerdeführerin ist als verhaftete Person berechtigt, die Verfügung 

der Vorinstanz vom 18. Februar 2025 betreffend das Gesuch um Entlas-

sung aus der Untersuchungshaft mit Beschwerde anzufechten (Art. 222 

StPO i.V.m. Art. 393 Abs. 1 lit. c StPO). Auf die frist- und formgerecht 

(Art. 396 Abs. 1 StPO und Art. 385 Abs. 1 StPO) erhobene Beschwerde ist 

einzutreten. 

 

2. 

Grundsätzlich bleibt eine beschuldigte Person in Freiheit. Sie darf nur im 

Rahmen der Bestimmungen der StPO freiheitsentziehenden Zwangsmass-

nahmen unterworfen werden (Art. 212 Abs. 1 StPO). Untersuchungshaft 

i.S.v. Art. 220 Abs. 1 StPO – als eine der von Gesetzes wegen ausdrücklich 

vorgesehenen Zwangsmassnahmen (Art. 197 Abs. 1 lit. a StPO) – ist ge-

mäss Art. 221 Abs. 1 StPO nur zulässig und darf lediglich dann angeordnet 

oder aufrechterhalten werden, wenn die beschuldigte Person eines 

Verbrechens oder Vergehens dringend verdächtigt wird (allgemeiner Haft-

grund des dringenden Tatverdachts) und zusätzlich ein besonderer Haft-

grund vorliegt, also beispielsweise ernsthaft zu befürchten ist, dass sie sich 

durch Flucht dem Strafverfahren oder der zu erwartenden Sanktion entzieht 

(Fluchtgefahr; lit. a). Freiheitsentziehende Zwangsmassnahmen sind auf-

zuheben, sobald ihre Voraussetzungen nicht mehr erfüllt sind (Art. 212 

Abs. 2 lit. a StPO), die von der StPO vorgesehene oder von einem Gericht 

bewilligte Dauer abgelaufen ist (Art. 212 Abs. 2 lit. b StPO) oder Ersatz-

massnahmen zum gleichen Ziel führen (Art. 212 Abs. 2 lit. c und 

Art. 237 ff. StPO). 

 

3. 

3.1. 

Untersuchungshaft gemäss Art. 221 Abs. 1 StPO setzt zunächst einen drin-

genden Tatverdacht betreffend ein Vergehen oder Verbrechen voraus.  

 

 - 4 - 

 

 

3.2. 

Bei der Überprüfung des dringenden Tatverdachts im Sinne von Art. 221 

Abs. 1 StPO ist keine erschöpfende Abwägung sämtlicher belastender und 

entlastender Beweisergebnisse vorzunehmen. Zu prüfen ist vielmehr, ob 

aufgrund der bisherigen Untersuchungsergebnisse genügend konkrete An-

haltspunkte für ein Verbrechen oder Vergehen und eine Beteiligung der be-

schuldigten Person an dieser Tat vorliegen, die Strafbehörden somit das 

Bestehen eines dringenden Tatverdachts mit vertretbaren Gründen beja-

hen durften. Im Haftprüfungsverfahren genügt dabei der Nachweis von kon-

kreten Verdachtsmomenten, wonach das untersuchte Verhalten mit erheb-

licher Wahrscheinlichkeit die fraglichen Tatbestandsmerkmale erfüllen 

könnte. Bei Beginn der Strafuntersuchung sind die Anforderungen an den 

dringenden Tatverdacht geringer als in späteren Stadien (vgl. hierzu etwa 

Urteil des Bundesgerichts 1B_120/2023 vom 21. März 2023 E. 2.1). Zur 

Frage des dringenden Tatverdachts bzw. zur Schuldfrage hat das Haftge-

richt weder ein eigentliches Beweisverfahren durchzuführen noch dem er-

kennenden Strafgericht vorzugreifen. Vorbehalten bleibt allenfalls die Ab-

nahme eines liquiden Alibibeweises (vgl. BGE 143 IV 316 E. 3.1 mit Hin-

weisen). 

 

3.3. 

Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau wirft der Beschwerdeführerin vor, 

sich am 1. Januar 2025 der Gefährdung des Lebens gemäss Art. 129 

StGB, eventuell der versuchten eventualvorsätzlichen Körperverletzung 

gemäss Art. 122 f. StGB und der Sachbeschädigung gemäss Art. 144 

StGB strafbar gemacht zu haben. Ihr wird zur Last gelegt, vom Balkon der 

gemeinsam mit C._____ am Z-Weg 20 in […] QQ._____ bewohnten Woh-

nung aus drei Schüsse in Richtung der gegenüberliegenden Liegenschaft 

am Z-Weg 24 abgegeben zu haben. Einer der Schüsse soll dabei ein 

Schlafzimmerfenster im 2. Obergeschoss durchschlagen haben, während 

die beiden anderen Schüsse die Fassade des Gebäudes getroffen hätten. 

Der Beschwerdeführerin wird weiter vorgeworfen, sich der Widerhandlung 

gegen das Waffengesetz gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. a WG strafbar gemacht 

zu haben. 

 

3.4. 

3.4.1. 

Die Vorinstanz bejahte das Vorliegen des dringenden Tatverdachts hin-

sichtlich des gegen die Beschwerdeführerin im Raum stehenden Vorwurfs 

der versuchten, eventualvorsätzlichen Körperverletzung. Sie führte hierzu 

aus, die zwischenzeitlich festgestellten weiteren Einschüsse an der gegen-

überliegenden Liegenschaft deuteten entgegen der Auffassung der Be-

schwerdeführerin darauf hin, dass sie auf diese Liegenschaft gezielt habe. 

Es erscheine höchst unwahrscheinlich, dass sie lediglich in die Luft habe 

schiessen wollen bzw. geschossen habe, da ansonsten nicht alle drei ab-

gegebenen Schüsse in der gegenüberliegenden Liegenschaft "eingegan-

 - 5 - 

 

 

gen" wären. Da die beiden weiteren Einschüsse sowie die diesbezüglich 

sichergestellten Spuren noch nicht ausgewertet worden seien, sei fraglich, 

ob in subjektiver Hinsicht ein dringender Tatverdacht hinsichtlich der Ge-

fährdung des Lebens gemäss Art. 129 StGB erstellt werden könnte. Ein 

dringender Tatverdacht hinsichtlich einer versuchten, eventualvorsätzli-

chen Körperverletzung gemäss Art. 122 f. StGB sei allerdings zu bejahen. 

Indem die Beschwerdeführerin drei Schüsse in Richtung der gegenüberlie-

genden Liegenschaft abgegeben habe, habe sie zumindest in Kauf genom-

men, eine sich in der Liegenschaft befindliche Person dadurch zu verletzen 

(angefochtene Verfügung, E. 3.2.1).  

 

3.4.2. 

In Bezug auf den gegen die Beschwerdeführerin im Raum stehenden Vor-

wurf der Widerhandlung gegen das Waffengesetz und die Frage, wer die 

Waffen erworben oder erhältlich gemacht hat, hielt die Vorinstanz fest, es 

sei gerichtsnotorisch, dass die ersten Aussagen von an Strafverfahren be-

teiligten Personen in der Regel die verlässlichsten Aussagen seien. So er-

scheine es auch im vorliegenden Fall naheliegender, dass C._____ das 

Geständnis im Wissen um die möglichen Konsequenzen für seine Freundin 

(die Beschwerdeführerin) abgelegt habe und nicht, um nachträglich die 

Wahrheit zu sagen. Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau werde weitere 

Ermittlungen betreffend dieses Geständnis anstellen müssen, was sie auch 

in Aussicht gestellt habe. Das Geständnis lasse den bestehenden Tatver-

dacht im Vergleich zum Zeitpunkt der Haftanordnung am 5. Januar 2025 

jedenfalls nicht als weniger schwerwiegend erscheinen (angefochtene Ver-

fügung, E. 3.2.2). Im Übrigen mache die Beschwerdeführerin keine verän-

derten Umstände geltend, welche die bestehende Einschätzung des drin-

genden Tatverdachts umstürzen könnten. Insbesondere sei das Beschleu-

nigungsgebot nicht verletzt, zumal die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau 

Untersuchungshandlungen ausweise und auch in Aussicht stelle. Der Ent-

scheid der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau, die Konfrontationseinver-

nahme mit C._____ erst nach weiteren Untersuchungshandlungen durch-

zuführen, liege ohne Weiteres in ihrem Ermessen (angefochtene Verfü-

gung, E. 3.2.3). 

 

3.5. 

Die Beschwerdeführerin hielt mit Beschwerde dagegen, die belastende 

Erstaussage von C._____, wonach die Waffen der Beschwerdeführerin ge-

hörten, sei mangels Gewährung der Teilnahmerechte gar nicht gegen die 

Beschwerdeführerin verwertbar. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz 

sei diese Erstaussage auch nicht glaubhafter als der spätere Widerruf der-

selben. Anders als die Beschwerdeführerin habe C._____ die Schuld näm-

lich von Anfang an auf die Beschwerdeführerin geschoben, während ers-

tere den Waffenbesitz konstant abgestritten und diesbezüglich C._____ be-

zichtigt habe (Beschwerde, Ziff. C.12). Bislang verwertbar sei lediglich die 

Aussage der Beschwerdeführerin, wonach die Waffen im Besitz von 

 - 6 - 

 

 

C._____ gestanden seien und dieser sie aufgefordert habe, mit einer dieser 

Waffen zur Feier des neuen Jahres drei Schüsse in die Luft abzugeben 

(Beschwerde, Ziff. C.13). Es treffe zwar zu, dass mutmasslich alle drei 

Schüsse die Fassade der gegenüberliegenden Liegenschaft getroffen hät-

ten. Die Beschwerdeführerin bleibe allerdings nach wie vor dabei, dass die 

Schüsse in die Luft hätten gehen sollen, sie aber eine ungeübte Schützin 

und anlässlich der Schussabgabe stark betrunken gewesen sei. Es sei 

nicht anzunehmen, dass sie bewusst auf die gegenüberliegende Fassade 

geschossen habe, wofür auch der Einschuss knapp unter dem Dach spre-

che (Beschwerde, Ziff. C.14). Nach Darstellung der Beschwerdeführerin 

habe sie auf Aufforderung von C._____ hin schwer alkoholisiert und mut-

masslich unter Drogeneinfluss stehend (Kokain und allenfalls Marihuana) 

drei Schüsse in die Luft abgeben wollen, welche zu ihrem Entsetzen die 

gegenüberliegende Fassade getroffen hätten. Auch C._____ habe bestä-

tigt, dass die Schüsse in die Luft hätten gehen sollen. Möglicherweise sei 

die Beschwerdeführerin aufgrund ihres Zustandes nicht einmal schuldfähig 

gewesen (Beschwerde, Ziff. C.16). Es werde in diesem Zusammenhang 

Einsicht in die Ergebnisse der medizinischen Untersuchung (insbesondere 

in die toxikologischen Untersuchungsergebnisse) der Beschwerdeführerin 

nach ihrer Eigenverletzung vom 1. Januar 2025 sowie in die Akten der dies-

bezüglich eröffneten Strafuntersuchung beantragt. 

 

3.6. 

In ihrer Stellungnahme hielt die Beschwerdeführerin im Wesentlichen an 

ihren Ausführungen in der Beschwerde fest. Die Frage der Schuldfähigkeit 

der Beschwerdeführerin sei im Beschwerdeverfahren im Hinblick auf die 

Frage der Verhältnismässigkeit der Haft relevant, weshalb die Staatsan-

waltschaft Lenzburg-Aarau anzuweisen sei, der Beschwerdekammer in 

Strafsachen die Ergebnisse der im Verfahren wegen Selbstverletzung der 

Beschwerdeführerin bzw. der versuchten Tötung (STA1 ST.2025.1) ange-

ordneten Blut- und Urinprobe bekanntzugeben. Eventualiter sei zugunsten 

der Beschwerdeführerin von einer stark verminderten Schuldfähigkeit aus-

zugehen (Stellungnahme, Ziff. 1 ff.). 

 

3.7. 

3.7.1. 

Es ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin am 1. Januar 2025 in 

QQ._____ vom Balkon der Wohnung der Familie C._____ in der Liegen-

schaft am Z-Weg 20 drei Schüsse in Richtung der gegenüberliegenden Lie-

genschaft am Z-Weg 24 abgab, wobei alle drei Geschosse in deren 

Fassade bzw. eines der Geschosse in das Schlafzimmerfenster der Woh-

nung der Familie B._____ einschlugen (Foto der mutmasslichen Ein-

schusslöcher, HA.2025.83). Die fotografischen Aufnahmen des Ereig-

nisorts zeigen, dass die beiden Liegenschaften versetzt angeordnet und 

etwa 40 Meter voneinander entfernt sind, wobei die Wohnung der Familie 

B._____ sich im 2. Obergeschoss befindet (Erste Fotodokumentation der 

 - 7 - 

 

 

Ereignisorte [Z-Weg 20 und 24 in […] QQ._____] vom 3. Januar 2025, S. 2 

f.). Vor diesem Hintergrund erweist sich die Behauptung der Beschwerde-

führerin, sie habe lediglich in die Luft schiessen wollen, als wenig plausibel 

und damit unglaubhaft. Auch ihr Einwand, sie sei im Umgang mit Waffen 

ungeübt, ändert daran nichts. Selbst einer unerfahrenen Schützin hätte es 

angesichts der örtlichen Gegebenheiten ohne Weiteres möglich sein müs-

sen, tatsächlich in die Luft zu schiessen, ohne die gegenüberliegende Lie-

genschaft mit sämtlichen drei Schüssen – insbesondere nicht bereits auf 

Höhe eines Schlafzimmerfensters im 2. Obergeschoss – zu treffen. So ist 

es auch rein dem Zufall geschuldet, dass E._____, die zum Zeitpunkt der 

Schussabgabe in besagtem Schlafzimmer auf dem Bett sass und sich kurz 

zuvor noch am Fenster aufgehalten hatte (Protokoll der Einvernahme von 

E._____ vom 3. Januar 2025, Fragen 1, 26), nicht vom Projektil getroffen 

und verletzt wurde. Unabhängig von ihrer Schiessfertigkeit nahm die Be-

schwerdeführerin zumindest billigend in Kauf, dass ihre Handlungen die 

Möglichkeit erheblicher Verletzungen für Personen in der betroffenen, of-

fenkundig bewohnten Liegenschaft mit sich brachten, womit sich auch ihr 

weiterer Einwand, sie sei zum Zeitpunkt der Schussabgabe stark alkoholi-

siert oder unter Drogeneinfluss gewesen, als unbehelflich erweist.  

 

Die Frage einer allfälligen Schuldunfähigkeit und der damit verbundene An-

trag, die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau zur Offenlegung der Ergeb-

nisse der am 7. Januar 2025 angeordneten Blut- und Urinprobe zu ver-

pflichten (inkl. der medizinischen Unterlagen zur bestehenden Schwanger-

schaft), wurde von der Beschwerdeführerin erstmals im Beschwerdever-

fahren thematisiert (Beschwerde, Ziff. C.16 ff.; Stellungnahme, Ziff. 3) und 

war nicht Gegenstand der angefochtenen Verfügung, weshalb er von der 

Beschwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts des Kantons Aargau 

mangels funktioneller Zuständigkeit nicht erstmalig zu beurteilen ist 

(GUIDON, Die Beschwerde gemäss Schweizerischer Strafprozessordnung, 

2011, Rz. 390, 543). Die Beschwerdeführerin ist diesbezüglich auf das Un-

tersuchungsverfahren zu verweisen, in welchem die Staatsanwaltschaft 

Lenzburg-Aarau ihr die entsprechenden Akten zeitnah zur Verfügung zu 

stellen haben wird. Ergänzend ist zur Frage der Schuldunfähigkeit festzu-

halten, dass der vom Haftgericht zu prüfende dringende Tatverdacht sich 

grundsätzlich auf ein tatbestandsmässiges und rechtswidriges Verbrechen 

oder Vergehen bezieht (Art. 221 Abs. 1 Ingress StPO). Das Vorliegen und 

das Ausmass der strafrechtlichen Schuldfähigkeit sowie die schuldange-

messene bzw. sachlich gebotene (verschuldensunabhängige) Sanktion ist 

demgegenüber grundsätzlich vom Sachgericht zu prüfen. Anders verhält 

es sich nur, wenn ausnahmsweise schon im Haftprüfungsverfahren klar ist, 

dass weder eine Strafe noch eine freiheitsentziehende Massnahme in 

Frage kommen kann (BGE 143 IV 330 E. 2.2). Vorliegend kann aktuell je-

doch nicht von einer klaren Schuldunfähigkeit der Beschwerdeführerin aus-

gegangen werden. Dies zeigt sich insbesondere daran, dass sie offenbar 

bei genügend klarem Verstand war, um mögliche Spuren auf der 

 - 8 - 

 

 

Schusswaffe rechtzeitig zu bedenken und deshalb noch vor der dreifachen 

Schussabgabe Latexhandschuhe anzog (Protokoll der Einvernahme der 

Beschwerdeführerin vom 2. Januar 2025, Fragen 63 und 68). Zudem wer-

den hohe Anforderungen an die Annahme einer vollständigen Aufhebung 

der Schuldfähigkeit gestellt, weshalb dies ohnehin nur äusserst selten zu 

bejahen ist.  

 

Zusammenfassend ist mit der Vorinstanz der dringende Tatverdacht min-

destens hinsichtlich der versuchten eventualvorsätzlichen Körperverlet-

zung zu bejahen. Ob darüber hinaus auch der Tatverdacht der Gefährdung 

des Lebens gegeben ist, kann angesichts der noch ausstehenden Unter-

suchungen zu den beiden über der Wohnung der Familie B._____ einge-

schlagenen Schüssen (Bericht Kriminaltechnik vom 6. Februar 2025) an 

dieser Stelle offenbleiben. 

 

3.7.2. 

Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin ist auch der dringende 

Tatverdacht hinsichtlich der Widerhandlung gegen das Waffengesetz nach 

wie vor zu bejahen. Die anlässlich der Hausdurchsuchung vom 1. Januar 

2025 sichergestellten Pistolen (eine Pistole "Walther P4", […]; zwei Pisto-

len "SIG P220 [P75]", [...] und […]) sowie sechs Patronen 9x19mm und ein 

Pistolenmagazin mit einer Patrone wurden in einem mutmasslich der Be-

schwerdeführerin gehörenden Reisekoffer im Jackenschrank im Gang der 

Wohnung von C._____ aufgefunden (Sicherstellungsprotokoll vom 1. Ja-

nuar 2025, S. 1 f.; Erste Fotodokumentation der Ereignisorte [Z-Weg 20 

und 24 in […] QQ._____] vom 3. Januar 2025, S. 22 f.; Protokoll der Ein-

vernahme der Beschwerdeführerin vom 2. Januar 2025, Fragen 29 f.). Die 

Beschwerdeführerin konnte hierfür keine überzeugende Erklärung liefern, 

zumal sie lediglich angab, ihr Gepäck sei anlässlich ihrer Einreise in die 

Schweiz mit dem Flixbus kontrolliert worden und es sei unmöglich, "so et-

was" mitzunehmen (Protokoll der Einvernahme der Beschwerdeführerin 

vom 2. Januar 2025, Frage 30).  

 

Die die Beschwerdeführerin belastenden Erstaussagen von C._____ kön-

nen grundsätzlich ungeachtet der von der Beschwerdeführerin aufgeworfe-

nen Frage zu deren Verwertbarkeit zur Beurteilung des dringenden Tatver-

dachts herangezogen werden (Beschwerde, Ziff. C.12). Das Beschleuni-

gungsgebot in Haftsachen (Art. 31 Abs. 3 und 4 BV, Art. 5 Abs. 2 StPO) 

lässt nur wenig Raum für Beweismassnahmen, sodass auch über die ge-

richtliche Verwertbarkeit von Beweismitteln in der Regel noch nicht im Un-

tersuchungsverfahren abschliessend zu entscheiden ist (BGE 143 IV 330 

E. 2.1 mit Hinweis). C._____ gab anlässlich seiner Ersteinvernahme vom 

1. Januar 2025 an, die Beschwerdeführerin habe die Pistolen mitgebracht, 

wobei er nicht wisse, ob diese auch wirklich ihr gehörten oder ob sie im 

Besitz einer Waffenerwerbsbewilligung sei. Auch die Munition sei in ihrem 

Sack gewesen (Protokoll der Einvernahme von C._____ vom 1. Januar 

 - 9 - 

 

 

2025, Fragen 24, 27 und 29). Zwar trifft es zu, dass C._____ nachträglich 

in zwei am 4. Januar 2025 an die Kantonspolizei Aargau gerichteten Video-

aufnahmen angab, die Schusswaffen "draussen gefunden und gebracht" 

zu haben (Anhänge 20250104_185421.mp4 und 20250104_185913.mp4 

der E-Mail-Nachricht vom 4. Januar 2025 an info@kapo.ag.ch). Mit der Vo-

rinstanz lässt sich der bestehende dringende Tatverdacht durch dieses 

mutmassliche Geständnis allerdings nicht umstossen. So hat die 

Vorinstanz überzeugend dargetan, dass C._____ aufgrund seiner Bezie-

hung zur Beschwerdeführerin und gerade auch mit Blick auf deren offenbar 

bestehende Schwangerschaft mit seinem Kind ein erhebliches Interesse an 

der Entlastung der Beschwerdeführerin haben dürfte (angefochtene Verfü-

gung, E. 3.2.2). Wenn es auch nicht Sache der Beschwerdekammer in 

Strafsachen des Obergerichts des Kantons Aargau ist, das entsprechende 

Geständnis abschliessend zu würdigen, erscheint auch nicht ohne Weite-

res glaubhaft, dass C._____ die drei Pistolen tatsächlich irgendwo 

"draussen gefunden" haben soll. Zusammenfassend ist nach dem Darge-

legten deshalb nach wie vor von einem dringenden Tatverdacht der Wider-

handlung gegen das Waffengesetz auszugehen. 

 

3.8. 

Der dringende Tatverdacht ist sowohl hinsichtlich der versuchten, eventu-

alvorsätzlichen Körperverletzung gemäss Art. 122 f. StGB als auch hin-

sichtlich der Widerhandlung gegen das Waffengesetz gemäss Art. 33 

Abs. 1 lit. a WG zu bejahen. 

 

4. 

4.1. 

Als besonderer Haftgrund steht vorliegend einzig Fluchtgefahr im Raum. 

 

4.2. 

Fluchtgefahr als besonderer Haftgrund setzt ernsthafte Anhaltspunkte da-

für voraus, dass die beschuldigte Person sich dem Strafverfahren oder der 

zu erwartenden Sanktion durch Flucht entziehen könnte (Art. 221 Abs. 1 

lit. a StPO). Sie darf nicht schon angenommen werden, wenn die Möglich-

keit der Flucht in abstrakter Weise besteht. Es braucht eine gewisse Wahr-

scheinlichkeit, dass sich die beschuldigte Person, wenn sie in Freiheit wäre, 

dem Vollzug der zu erwartenden Strafe durch Flucht entziehen würde. Im 

Vordergrund steht dabei eine mögliche Flucht ins Ausland, denkbar ist je-

doch auch ein Untertauchen im Inland. Ob Fluchtgefahr besteht, ist auf-

grund einer Gesamtwürdigung aller wesentlichen Umstände zu beurteilen. 

Zu berücksichtigen sind insbesondere der Charakter der beschuldigten 

Person, ihre moralische Integrität, ihre finanziellen Mittel, ihre Verbindun-

gen zur Schweiz, ihre Beziehungen zum Ausland und die Höhe der ihr dro-

henden Strafe. Selbst bei einer befürchteten Reise in ein Land, welches die 

beschuldigte Person grundsätzlich an die Schweiz ausliefern bzw. stellver-

tretend verfolgen könnte, ist die Annahme von Fluchtgefahr nicht 

 - 10 - 

 

 

ausgeschlossen. Die Schwere der drohenden Strafe darf als Indiz für 

Fluchtgefahr gewertet werden, genügt jedoch für sich allein nicht, um den 

Haftgrund zu bejahen. Die Wahrscheinlichkeit einer Flucht nimmt in der Re-

gel mit zunehmender Verfahrens- bzw. Haftdauer ab, da sich auch die 

Länge des allenfalls noch zu absolvierenden Strafvollzugs mit der bereits 

erstandenen prozessualen Haft, die auf die mutmassliche Freiheitsstrafe 

anzurechnen wäre, kontinuierlich verringert. Anklageerhebungen oder ge-

richtliche Verurteilungen können allerdings, je nach den Umständen des 

Einzelfalls, im Verlaufe des Verfahrens auch neue Fluchtanreize auslösen 

(Urteil des Bundesgerichts 7B_650/2023 vom 6. Oktober 2023 E. 2.1 mit 

Verweis auf BGE 145 IV 503 E. 2.2; 143 IV 160 E. 4.1 und 4.3; Urteile des 

Bundesgerichts 1B_5/2023 vom 23. März 2023 E. 2.4; 1B_470/2022 vom 

29. September 2022 E. 4.1). 

 

4.3. 

Die Vorinstanz führte hinsichtlich des besonderen Haftgrunds der Flucht-

gefahr im Wesentlichen aus, es habe sich daran seit Anordnung der Unter-

suchungshaft am 5. Januar 2025 nichts geändert. Die Beschwerdeführerin 

habe zudem keine neuen Vorbringen gemacht, weshalb auf die Ausführun-

gen in der Verfügung vom 5. Januar 2025 (HA.2025.2) verwiesen werden 

könne (angefochtene Verfügung, E. 3.3). 

 

4.4. 

Die Beschwerdeführerin führte zum von ihr bestrittenen besonderen Haft-

grund der Fluchtgefahr aus, sie sei wegen ihres Freundes C._____ in die 

Schweiz gekommen und sei von ihm im dritten Monat schwanger. Es sei 

unverändert das Ziel, mit ihrem Freund und künftigen Vater ihres Kindes in 

der Schweiz zu leben. Sie stehe weiterhin in engem Austausch mit ihrem 

Freund und dessen Mutter, bei welchen sie im Falle ihrer Haftentlassung 

auch wieder leben würde. Unter diesen Umständen gebe es schlicht kei-

nerlei Hinweise, die auf eine Flucht schliessen liessen, was auch bei einer 

Ausländerin wie der Beschwerdeführerin für die Aufrechterhaltung der Un-

tersuchungshaft vorausgesetzt sei (Beschwerde, Ziff. C.17 f.). 

 

4.5. 

Bei der Beschwerdeführerin handelt es sich um eine […] Staatsangehörige 

mit […] Wurzeln, welche in Q._____ geboren und aufgewachsen ist. Nach 

eigener Aussage reiste sie ca. eineinhalb bis zwei Monate vor der mut-

masslichen Tat in die Schweiz ein, um zu C._____, mit welchem sie nicht 

verheiratet ist, zu ziehen. Die Beschwerdeführerin gab an, in der Schweiz 

mit Ausnahme von C._____ keine Bekannten und keine Freunde zu haben. 

Sie sei Make-up Artist und Bartenderin, habe jedoch keine Ausbildung ab-

geschlossen. Sie habe bei zwei Putzfirmen Probe arbeiten können, habe 

aber noch keinen Vertrag bekommen (Protokoll der Eröffnung der Fest-

nahme vom 3. Januar 2025, Fragen 21 ff., 30 ff., 36 ff.). Die Beschwerde-

führerin gab weiter an, ihren Lebensunterhalt durch ihre Schwiegereltern 

 - 11 - 

 

 

(mutmasslich die Eltern von C._____) zu bestreiten und über keinerlei Ein-

kommen zu verfügen (Protokoll der Eröffnung der Festnahme vom 3. Ja-

nuar 2025, Fragen 39 f.). Angesichts der kurzen Aufenthaltsdauer und der 

nicht bestehenden sozialen und wirtschaftlichen Integration der Beschwer-

deführerin muss ihre Verbindung zur Schweiz als praktisch inexistent be-

zeichnet werden. Sie verfügt weder über gefestigte Lebensverhältnisse 

noch über realistische Zukunftsperspektiven, zumal sie über keine Ausbil-

dung verfügt und keinerlei konkrete Aussichten auf eine Arbeitsstelle in der 

Schweiz hat. Bereits aus diesen Gründen besteht für die Beschwerdefüh-

rerin ohne Weiteres ein erheblicher Fluchtanreiz insbesondere in Bezug auf 

Q._____, wo die Beschwerdeführerin geboren und aufgewachsen und 

auch mit Blick auf ihre […] Sprachkenntnisse sozial verwurzelt ist. Entge-

gen der Auffassung der Beschwerdeführerin spricht die offenbar beste-

hende Schwangerschaft und die Verbindung zu C._____ als Vater ihres 

zukünftigen Kindes zudem nicht gegen eine Flucht. Ganz im Gegenteil 

dürfte sich für die Beschwerdeführerin angesichts der in ein paar Monaten 

anstehenden Geburt, der im Vergleich zur Schweiz erheblich besseren Zu-

kunftsaussichten und der ihr im Falle einer Verurteilung drohenden Strafe 

eine Flucht, insbesondere nach Q._____, umso mehr aufdrängen. Dies 

auch im Hinblick darauf, dass C._____ den Kontakt zu ihr und dem gemein-

samen Kind auch problemlos von der Schweiz aus unterhalten könnte. Der 

aufgrund der fehlenden Integration in die Schweiz bereits als erheblich zu 

erachtende Fluchtanreiz konkretisiert sich aufgrund der bestehenden 

Schwangerschaft daher noch weiter. Zusammenfassend ist das Vorliegen 

des besonderen Haftgrunds der Fluchtgefahr deshalb nach wie vor zu be-

jahen. 

 

5. 

5.1. 

Zu prüfen bleibt die Verhältnismässigkeit der von der Vorinstanz einstwei-

len bis am 1. April 2025 angeordneten Untersuchungshaft. 

 

5.2. 

5.2.1. 

Untersuchungshaft muss verhältnismässig sein (Art. 197 Abs. 1 lit. c und d 

StPO) und darf nicht länger dauern als die zu erwartende Freiheitsstrafe 

(Art. 212 Abs. 3 StPO). Das zuständige Gericht ordnet anstelle der Unter-

suchungshaft eine oder mehrere mildere Massnahmen an, wenn sie den 

gleichen Zweck wie die Haft erfüllen (Art. 237 Abs. 1 StPO; vgl. zum Gan-

zen etwa Urteil des Bundesgerichts 7B_915/2024 vom 1. Oktober 2024 

E. 2). Zu beachten ist darüber hinaus auch das Beschleunigungsgebot in 

Haftsachen (Art. 5 Abs. 2 StPO). 

 

5.2.2. 

Mildere Ersatzmassnahmen für Haft, wie beispielsweise eine Pass- und 

Schriftensperre bzw. eine Meldepflicht sowie ein elektronisch überwachter 

 - 12 - 

 

 

Hausarrest, können geeignet sein, einer gewissen (niederschwelligen) 

Fluchtneigung ausreichend Rechnung zu tragen. Besteht dagegen eine 

ausgeprägte Fluchtgefahr, erweisen sich Ersatzmassnahmen nach der ein-

schlägigen Praxis des Bundesgerichts regelmässig als nicht ausreichend 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 1B_369/2020 vom 5. August 2020 E. 2.3). 

 

5.3. 

5.3.1. 

Die Beschwerdeführerin macht keine geeigneten Ersatzmassnahmen gel-

tend und solche sind auch nicht ersichtlich, zumal insbesondere hinsichtlich 

der bestehenden ausgeprägten Fluchtgefahr (E. 4.5 hiervor) eine Ausreise 

in den Schengen-Raum bzw. nach Q._____ aufgrund ihres Ausländersta-

tus (gemäss Festnahmerapport vom 4. Januar 2025 "legal anwesend ohne 

ausweispflichtigen Status [Touristin, Besucherin]") und aufgrund der bloss 

lückenhaften Personenkontrollen an der Grenze nicht verlässlich zu verhin-

dern wäre. Auch Meldepflichten bei der Polizei oder eine elektronische 

Fussfessel stellen keine geeigneten Ersatzmassnahmen dar, um der aus-

geprägten Fluchtgefahr der Beschwerdeführerin tatsächlich entgegenwir-

ken zu können. Insbesondere kann mit einer elektronischen Fussfessel die 

Flucht derzeit nur im Nachhinein festgestellt werden (vgl. BGE 145 IV 

503 E. 3.3, Urteil des Bundesgerichts 1B_142/2021 vom 15. April 2021 

E. 5). 

 

5.3.2. 

Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin ist der dringende Tat-

verdacht sowohl in Bezug auf die versuchte, eventualvorsätzliche Körper-

verletzung als auch in Bezug auf die Widerhandlung gegen das Waffenge-

setz nach wie vor zu bejahen (E. 3.7 hiervor; Beschwerde, Ziff. C.18). 

Selbst bei einer einfachen Körperverletzung handelt es sich um ein Verge-

hen, das im Falle einer Verurteilung mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren 

bestraft wird (Art. 123 Ziff. 1 StGB), was auch für die Widerhandlung gegen 

das Waffengesetz gilt (Art. 33 Abs. 1 WG). Die Beschwerdeführerin befin-

det sich nunmehr seit etwas mehr als zweieinhalb Monaten in Untersu-

chungshaft, welche mit Verfügung vom 5. Januar 2025 einstweilen bis am 

1. April 2025 angeordnet wurde. Die Untersuchungshaft erscheint daher 

auch in zeitlicher Hinsicht nicht als unverhältnismässig (zur von der Be-

schwerdeführerin aufgeworfenen Frage der Schuldfähigkeit, vgl. bereits 

E. 3.7.1 hiervor). Eine Verletzung des Beschleunigungsgebots, wie die Be-

schwerdeführerin dies mit Beschwerde geltend macht (Beschwerde, 

Ziff. B.9), ist nicht auszumachen, zumal im Zusammenhang mit den Fassa-

deneinschüssen weiterhin Ermittlungshandlungen laufen (E. 3.7.1 hiervor) 

und der Zeitpunkt der Ansetzung der erbetenen Konfrontationseinver-

nahme mit C._____ grundsätzlich im Ermessen der Staatsanwaltschaft 

Lenzburg-Aarau liegt. 

 

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 - 13 - 

 

 

6. 

Nachdem der dringende Tatverdacht, der besondere Haftgrund der Flucht-

gefahr und die Verhältnismässigkeit der angeordneten Untersuchungshaft 

zu bejahen sind, erweist sich die Abweisung des Gesuchs um Entlassung 

aus der Untersuchungshaft der Vorinstanz als rechtmässig. Die dagegen 

erhobene Beschwerde ist daher abzuweisen. 

 

7. 

7.1. 

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens sind ausgangsgemäss der mit ihrer 

Beschwerde unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 428 

Abs. 1 StPO).  

 

7.2. 

7.2.1. 

Die Beschwerdeführerin beantragt die Gewährung der amtlichen Verteidi-

gung für das Beschwerdeverfahren. Nach Praxis der Beschwerdekammer 

in Strafsachen des Obergerichts des Kantons Aargau dauert die amtliche 

Verteidigung bis zum Widerruf und gilt somit auch für das vorliegende Be-

schwerdeverfahren. Auf das von der Beschwerdeführerin gestellte Gesuch 

um Bewilligung der amtlichen Verteidigung für das Beschwerdeverfahren 

ist deshalb mangels Rechtsschutzinteresses nicht einzutreten. 

 

7.2.2. 

Eine mit diesem Beschwerdeverfahren zusammenhängende Entschädi-

gung des amtlichen Verteidigers der Beschwerdeführerin ist am Ende des 

Strafverfahrens von der dannzumal zuständigen Instanz festzulegen 

(Art. 135 Abs. 2 StPO). 

 

 
   

Die Beschwerdekammer entscheidet: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Auf das Gesuch der Beschwerdeführerin um Bewilligung der amtlichen Ver-

teidigung für das Beschwerdeverfahren wird nicht eingetreten. 

 

3. 

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestehend aus einer Gerichtsge-

bühr von Fr. 1'000.00 und den Auslagen von Fr. 67.00, zusammen 

Fr. 1'067.00, werden der Beschwerdeführerin auferlegt.  

 - 14 - 

 

 

   

Zustellung an: 

[…] 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen, kann innert 30 Tagen, von der schrift-

lichen Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Be-

schwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden. Dieselbe Beschwerde 

kann erhoben werden gegen selbständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide, wenn 

diese einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können oder wenn die Gutheis-

sung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeuten-

den Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde 

(Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 93, Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-

gericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die Beschwerde- 

legitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

Aarau, 19. März 2025 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Beschwerdekammer in Strafsachen 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Richli Flütsch