# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ad7c206e-b25f-5425-b922-46c23b8e9cd2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-10-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.10.2018 D-3468/2017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3468-2017_2018-10-17.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-3468/2017 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 7 .  O k t o b e r  2 0 1 8  

Besetzung 
 Richterin Mia Fuchs (Vorsitz), 

Richterin Contessina Theis, Richter Hans Schürch,  

Gerichtsschreiber Martin Scheyli 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am [...], 

Sri Lanka,  

vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt,  

[...],  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 15. Mai 2017  

 

 

 

D-3468/2017 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer ist sri-lankischer Staatsangehöriger tamilischer Eth-

nie und stammt aus B._______ (Distrikt Kilinochchi, Nordprovinz). Gemäss 

eigenen Angaben verliess er seinen Heimatstaat im September 2014 auf 

dem Luftweg in Richtung Thailand. Von dort gelangte er im Juni 2015 per 

Flugzeug in den Iran und auf dem Landweg weiter in die Türkei. Am 9. Au-

gust 2015 reiste er unkontrolliert in die Schweiz ein, und am 11. August 

2015 stellte er beim Empfangs- und Verfahrenszentrum Basel ein Asylge-

such. Am 25. August 2015 wurde er durch das Staatssekretariat für Migra-

tion (SEM) summarisch befragt sowie am 12. Dezember 2016 eingehend 

zu seinen Asylgründen angehört. Zwischenzeitlich wurde der Beschwerde-

führer für die Dauer des Asylverfahrens dem Kanton Aargau zugewiesen. 

B.  

Anlässlich der durchgeführten Befragungen machte der Beschwerdeführer 

im Wesentlichen Folgendes geltend. 

Am 14. Januar 2007 sei er durch die Liberation Tigers of Tamil Eelam 

(LTTE) zwangsrekrutiert, während dreier Monate militärisch ausgebildet 

und dann als Hilfsmechaniker einer Einheit zugewiesen worden, die für die 

Reparatur von Fahrzeugen zuständig gewesen sei. Nach weiteren vier Mo-

naten sei er geflüchtet, zwei oder drei Wochen später durch die LTTE aber 

wieder abgeholt worden. Im März 2009 (Angabe bei der Anhörung) bezie-

hungsweise am 3. April 2009 (Angabe bei der Erstbefragung) sei er wäh-

rend des Vorstosses der sri-lankischen Armee wieder aus der Organisation 

geflüchtet und habe sich nach Hause begeben. Am 16. Mai 2009 habe er 

sich gemeinsam mit seiner Ehefrau der sri-lankischen Armee gestellt, da 

dies von allen ehemaligen Angehörigen der LTTE verlangt worden sei. 

Tags darauf sei er mit seiner Ehefrau, seinen Eltern und drei Geschwistern 

in einem Bus nach Omanthai (Distrikt Vavuniya, Nordprovinz) gebracht 

worden, wo er durch die Armee als LTTE-Mitglied registriert worden sei. 

Bei der Registrierung habe sich seine Frau geweigert, von ihm getrennt zu 

werden. Er habe den Soldaten deshalb vorgeschlagen, sie zu seinen Eltern 

zu bringen und anschliessend wieder zurückzukehren, was ihm aber ver-

weigert worden sei. Jedoch habe sich ein anwesender Zivilbeamter des 

CID (Criminal Investigation Department) eingemischt, und dieser habe ihm 

versprochen, seine Frau zu seinen Eltern zu bringen. Seit diesem Vorfall 

habe er sie aber nie mehr gesehen. Er selbst sei am 18. Mai 2009 von der 

Armee zunächst nach C._______ (Distrikt Vavuniya, Nordprovinz) ge-

bracht worden, wo er während eines Monats in einer Schule festgehalten 

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Seite 3 

worden sei. Anschliessend sei er in das Rehabilitationscamp von 

D._______ (Distrikt Mannar, Nordprovinz) gebracht worden, wo er durch 

die Armee befragt worden sei. Hier hätten ihn seine Eltern besuchen dür-

fen, und diese hätten ihm mitgeteilt, dass seine Ehefrau nicht bei ihnen 

eingetroffen sei. In diesem Lager habe er auch Angehörige des IKRK (In-

ternationales Komitee vom Roten Kreuz) angetroffen. Diesen habe er von 

seiner Frau erzählt, und sie hätten ihm versprochen, sie ausfindig zu ma-

chen. Innerhalb des Lagers habe es ein weiteres Camp des CID gegeben, 

und hier sei er in der Folge ebenfalls befragt worden. Man habe ihn ge-

schlagen und schwer gefoltert und ihm gesagt, er dürfe niemandem mehr 

von seiner Frau erzählen. In der Folge habe er dennoch aus dem Lager 

wegen seiner Frau an mehrere Organisationen geschrieben, aber nie eine 

Antwort erhalten. Ungefähr im März 2010 sei er von Beamten des CID in 

ein Lager der Armee namens Camp Joseph gebracht worden. Hier sei er 

in einem Bunker eingesperrt, geschlagen und gefoltert sowie mehrmals 

durch Angehörige des CID aufgefordert worden, niemandem mehr von sei-

ner Frau zu erzählen.  

Am 11. Mai 2011 sei er schliesslich aus der Internierung entlassen worden, 

und er sei zu seinen Eltern nach B._______ zurückgekehrt. Hier habe er 

dann mit seinem Bruder ein Geschäft für Eisenwaren betrieben. In der fol-

genden Zeit sei er mehrfach von Angehörigen des CID oder der Armee 

angehalten und geschlagen sowie einmal während eines Tages in einem 

Camp des CID festgehalten worden.  

Anfangs des Jahres 2014 sei eine Menschenrechtsaktivistin und Gesandte 

der Vereinten Nationen (UNO) für Menschenrechte in Sri Lanka namens 

Navanithanpillai (Transkription durch das SEM im Protokoll der Anhörung; 

recte: Navanethem Pillay) nach Jaffna (Nordprovinz) gekommen, und er 

sei – wie auch andere ehemalige Gefangene ‒ mit der Absicht dorthin ge-

gangen, sie zu treffen. Jedoch hätten die sri-lankischen Sicherheitskräfte 

den Zugang blockiert. Es seien Tausende von Angehörigen verschwunde-

ner Menschen anwesend gewesen, von denen lediglich einige wenige mit 

Navanethem Pillay symbolisch hätten sprechen dürfen. Ausserdem habe 

er bei einer Menschenrechtskommission, welche der sri-lankische Präsi-

dent errichtet habe, eine Meldung eingereicht, dass seine Ehefrau vermisst 

sei. Es sei ihm daraufhin mitgeteilt worden, es sei keine Person ihres Na-

mens bei der Armee registriert, man werde der Sache aber nachgehen. 

Etwa zwanzig Tage nach der Meldung bei der Menschenrechtskommission 

beziehungsweise zwei oder drei Monate nach dem Besuch von Nava-

nethem Pillay seien drei Beamte des CID mit dem Dorfvorsteher zu ihm 

und seinem Vater gekommen. Diese hätten einen Totenschein mitgebracht 

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mit dem Eintrag, seine Ehefrau sei im März 2009 im Gebiet von Mathalan 

(Distrikt Mullaitivu, Nordprovinz) bei einem Bombenangriff ums Leben ge-

kommen. Zudem hätten die Angehörigen des CID ihm und seinem Vater 

eine Summe von 200‘000 Rupien geben wollen. Er und sein Vater hätten 

die Annahme des Geldes abgelehnt, seien aber schliesslich gezwungen 

worden, 100‘000 Rupien anzunehmen. Mit dem Totenschein sei er 

schliesslich zu einem Mitglied des sri-lankischen Parlaments namens 

E._______ gegangen und habe ihm die gesamte Geschichte erzählt. Die-

ser habe ihm geraten, sich mit diesen Informationen an eine Zeitung zu 

wenden. Am 24. August 2014 seien fünf Angehörige des CID in sein Ge-

schäft gekommen und hätten von ihm verlangt, mit ihnen auf dem Motorrad 

in die Stadt Kilinochchi zu fahren. Sie hätten ihn zu einem abgelegenen 

Camp gebracht, wo er gefesselt, geschlagen und sehr streng befragt wor-

den sei. So habe man ihn danach gefragt, weshalb er E._______ aufge-

sucht habe. Man habe ihm eine Faustwaffe an die Stirn gehalten und ge-

sagt, er müsse die Angelegenheit mit seiner Frau ruhen lassen, sonst 

werde man ihn erschiessen. Er habe sich damit schliesslich einverstanden 

erklärt und sei nach drei Tagen (Angabe bei der Erstbefragung) bezie-

hungsweise vier oder fünf Tagen (Angabe bei der eingehenden Anhörung) 

wieder freigelassen worden. Die Angehörigen des CID hätten jedoch seine 

Identitätskarte, den Fahrausweis, Bankunterlagen sowie sein Motorrad be-

halten und ihm gesagt, er habe sich in einer Woche (Angabe bei der Erst-

befragung) beziehungsweise drei oder vier Tage später (Angabe bei der 

Anhörung) wieder bei ihnen im Camp zu melden. Auf Anraten seines 

Schwagers sei er anschliessend nach Colombo gegangen und von dort 

nach Thailand ausgereist, wobei er die Passbeamten bestochen habe. 

Nach seiner Ausreise seien seine Eltern regelmässig von Angehörigen des 

CID aufgesucht, nach ihm befragt und dabei mit dem Tod bedroht worden. 

Auch sein Bruder sei bedrängt und mehrmals zur Zahlung von Geld er-

presst worden.  

Im Rahmen seiner Befragungen gab der Beschwerdeführer als Beweismit-

tel einen Totenschein betreffend seine Ehefrau, ein Bestätigungsschreiben 

und eine Registrierungskarte des IKRK, ein Bestätigungsschreiben und ein 

Formular des UNHCR (Hochkommissariat der Vereinten Nationen für 

Flüchtlinge), ein Bestätigungsschreiben eines sri-lankischen Parlaments-

mitglieds sowie fünf Photographien zu den Akten. 

C.  

Mit jeweiligen Zwischenverfügungen vom 12. Dezember 2016 und vom 

13. März 2017 forderte das SEM den Beschwerdeführer auf, beim IKRK 

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eine Erklärung zur Authentizität der von ihm eingereichten Bestätigung ein-

zuholen, wonach er durch diese Organisation in einem sri-lankischen In-

ternierungslager besucht worden sei.  

D.  

Mit Eingabe an das SEM vom 16. März 2017 teilte der Beschwerdeführer 

mit, er habe eine entsprechende Anfrage bereits am 15. Dezember 2016 

an das IKRK gerichtet, seither aber keine Antwort erhalten.  

E.  

Mit Schreiben an das SEM vom 22. März 2017 teilte das Schweizerische 

Rote Kreuz (SRK) mit, die Anfrage des Beschwerdeführers sei aufgrund 

eines internen Missverständnisses bislang unbearbeitet geblieben.  

F.  

Mit Zwischenverfügung vom 28. März 2017 erstreckte das SEM die Frist 

zur Einreichung der verlangten Bestätigung.  

G.  

Mit Eingabe vom 4. Mai 2017 übermittelte der Beschwerdeführer dem SEM 

eine vom 27. April 2017 datierende Bestätigung des SRK, wonach das 

IKRK in Colombo, Sri Lanka, die Authentizität der eingereichten Bestäti-

gung bejahe. 

H.  

Mit Verfügung vom 15. Mai 2017 (Datum der Eröffnung: 17. Mai 2017) 

lehnte das SEM das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab und ordnete 

dessen Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an. Dabei begrün-

dete das Staatssekretariat die Ablehnung des Asylgesuchs im Wesentli-

chen damit, die betreffenden Vorbringen des Beschwerdeführers seien 

nicht glaubhaft. Auf die weitere Begründung der Verfügung wird, soweit für 

den Entscheid wesentlich, in den Erwägungen eingegangen. 

I.  

Mit Eingabe an das SEM vom 30. Mai 2017 teilte der Rechtsvertreter die 

Mandatsübernahme mit und ersuchte um Einsicht in die Verfahrensakten. 

Diesem Antrag entsprach das Staatssekretariat mit Schreiben vom 2. Juni 

2017.  

J.  

Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 16. Juni 2017 focht der Be-

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Seite 6 

schwerdeführer den Asylentscheid des SEM beim Bundesverwaltungsge-

richt an. Dabei beantragte er, die genannte Verfügung sei wegen Verlet-

zung des rechtlichen Gehörs beziehungsweise nicht rechtsgenüglicher Ab-

klärung des Sachverhalts aufzuheben und zur erneuten Beurteilung an das 

Staatssekretariat zurückzuweisen. Eventualiter sei seine Flüchtlingseigen-

schaft festzustellen, und es sei ihm in der Schweiz Asyl zu gewähren. Sub-

eventualiter sei die Unzulässigkeit beziehungsweise die Unzumutbarkeit 

des Wegweisungsvollzugs festzustellen, und er sei in der Schweiz vorläufig 

aufzunehmen. Mit der Beschwerdeschrift wurden als Beweismittel ver-

schiedene Dokumente in Bezug auf die politische und menschenrechtliche 

Situation in Sri Lanka (Berichterstattungen von Medien, verschiedenen Or-

ganisationen und Weiteres), die Kopie eines Rechtsgutachtens betreffend 

Asylverfahren sri-lankischer Staatsangehöriger sowie verschiedene Pho-

tographien übermittelt. Auf die Begründung der Beschwerde und den Inhalt 

der eingereichten Beweismittel wird, soweit für den Entscheid wesentlich, 

in den Erwägungen eingegangen.  

K.  

Mit Zwischenverfügung des Instruktionsrichters vom 27. Juni 2017 wurde 

der Beschwerdeführer zur Leistung eines Kostenvorschusses von 

Fr. 750.– mit Frist bis zum 12. Juli 2017 aufgefordert.  

L.  

Mit Einzahlung vom 12. Juli 2017 wurde der verlangte Kostenvorschuss 

fristgerecht geleistet.  

M.  

Mit Vernehmlassung vom 21. August 2017 hielt das SEM vollumfänglich 

an seinen Erwägungen fest und beantragte die Abweisung der Be-

schwerde.  

N.  

Mit Zwischenverfügung vom 29. August 2017 wurde dem Beschwerdefüh-

rer in Bezug auf die Vernehmlassung das Replikrecht erteilt. 

O.  

Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 7. September 2017 reichte der 

Beschwerdeführer eine entsprechende Stellungnahme ein, unter Beilage 

eines weiteren Zeitungsartikels zur Situation in Sri Lanka.  

 

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Seite 8 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Über Beschwerden ge-

gen Verfügungen, die gestützt auf das Asylgesetz (AsylG, SR 142.31) 

durch das SEM erlassen worden sind, entscheidet das Bundesverwal-

tungsgericht grundsätzlich (mit Ausnahme von Verfahren betreffend Perso-

nen, gegen die ein Auslieferungsersuchen des Staates vorliegt, vor wel-

chem sie Schutz suchen) endgültig (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 VGG; 

Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht können im Anwen-

dungsbereich des AsylG die Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich 

Missbrauch und Überschreitung des Ermessens, sowie die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Im Bereich des Ausländerrechts richtet sich 

die Kognition des Gerichts nach Art. 49 VwVG (BVGE 2014/26 E. 5). 

2.  

Der Beschwerdeführer ist legitimiert; auf seine frist- und formgerecht ein-

gereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; 

Art. 37 VGG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG). 

3.  

Im vorliegenden Fall werden durch den Rechtsvertreter des Beschwerde-

führers zunächst die folgenden prozessualen Anträge gestellt. 

3.1 Mit der Beschwerdeschrift wird zunächst beantragt, es sei dem Rechts-

vertreter die Zusammensetzung des Spruchkörpers im vorliegenden Ver-

fahren bekanntzugeben. Eine entsprechende Mitteilung wurde dem 

Rechtsvertreter bereits mit Zwischenverfügung vom 27. Juni 2017 ge-

macht. Soweit sich seither eine Änderung der Zusammensetzung des Gre-

miums ergeben hat, werden dem Rechtsvertreter die beteiligten Gerichts-

personen mit vorliegendem Urteil bekannt.  

3.2 Mit Urteil E-1526/2017 vom 26. April 2017 (dortige E. 4.1–4.3) ‒ in wel-

chem der gleiche Rechtsvertreter wie im vorliegenden Fall mandatiert 

war ‒ hat das Bundesverwaltungsgericht dargelegt, warum kein Anspruch 

auf die Bestätigung der zufälligen Zusammensetzung des Spruchkörpers 

besteht. Soweit auch im vorliegenden Verfahren ein entsprechender Antrag 

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Seite 9 

gestellt wird (Beschwerdeschrift, S. 5), ist auf diesen somit nicht einzutre-

ten (vgl. Urteile des Bundesverwaltungsgerichts D-1549/2017 vom 2. Mai 

2018 E. 4 [zur Publikation vorgesehen] und E-6020/2017 vom 27. Novem-

ber 2017 E. 4.1; zudem auch Entscheid der Verwaltungskommission des 

Bundesgerichts 12T_3/2018 vom 28. Mai 2018 E. 2.4). 

3.3 Angesichts des Ergebnisses der nachfolgenden Erwägungen erübrigt 

es sich, über die weiteren mit der Beschwerdeschrift gestellten prozessua-

len Anträge zu befinden. 

4.  

Im vorliegenden Fall wird mit der Beschwerdeschrift vorgebracht, der An-

spruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör sei durch die Vo-

rinstanz in verschiedener Hinsicht verletzt worden. Angesichts des Ergeb-

nisses des Beschwerdeverfahrens erübrigt es sich, auf diese Rügen ein-

zugehen. 

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine Person anerkannt, wenn sie in ihrem 

Heimatstaat oder im Land, wo sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Re-

ligion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe  

oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen aus-

gesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu 

werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von 

Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen 

psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 

5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Glaubhaft gemacht ist die Flüchtlings-

eigenschaft, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vor-

bringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich wi-

dersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf 

gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.3 Glaubhaftmachung im Sinne des Art. 7 Abs. 2 AsylG bedeutet – im Ge-

gensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt 

durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des 

Gesuchstellers. Entscheidend ist, ob die Gründe, die für die Richtigkeit der 

gesuchstellerischen Sachverhaltsdarstellung sprechen, überwiegen oder 

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nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen. Eine wesent-

liche Voraussetzung für die Glaubhaftmachung eines Verfolgungsschick-

sals ist eine die eigenen Erlebnisse betreffende, substantiierte, im Wesent-

lichen widerspruchsfreie und konkrete Schilderung der dargelegten Vor-

kommnisse. Die wahrheitsgemässe Schilderung einer tatsächlich erlitte-

nen Verfolgung ist gekennzeichnet durch Korrektheit, Originalität, hinrei-

chende Präzision und innere Übereinstimmung. Unglaubhaft wird eine 

Schilderung von Erlebnissen insbesondere bei wechselnden, widersprüch-

lichen, gesteigerten oder nachgeschobenen Vorbringen. Bei der Beurtei-

lung der Glaubhaftmachung geht es um eine Gesamtbeurteilung aller Ele-

mente (Übereinstimmung bezüglich des wesentlichen Sachverhaltes, Sub-

stantiiertheit und Plausibilität der Angaben, persönliche Glaubwürdigkeit 

usw.), die für oder gegen den Gesuchsteller sprechen. Glaubhaft ist eine 

Sachverhaltsdarstellung, wenn die positiven Elemente überwiegen. Für die 

Glaubhaftmachung reicht es demnach nicht aus, wenn der Inhalt der Vor-

bringen zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte we-

sentliche und überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachver-

haltsdarstellung sprechen (vgl. BVGE 2013/11 E. 5.1 S. 142 f., BVGE 

2010/57 E. 2.3; Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen 

Asylrekurskommission [EMARK] 2005 Nr. 21 E. 6.1, EMARK 1996 Nr. 27 

E. 3c/aa, EMARK 1996 Nr. 28 E. 3a). 

6.  

6.1 Im vorliegenden Fall stellte sich das SEM in der angefochtenen Verfü-

gung auf den Standpunkt, die vorgebrachten Asylgründe seien nicht glaub-

haft, weil die Angaben des Beschwerdeführers im vorinstanzlichen Verfah-

ren zu wesentlichen Punkten widersprüchlich ausgefallen seien. Wie sich 

zeigt, kann dieser Einschätzung des Staatssekretariats offensichtlich nicht 

gefolgt werden.  

6.1.1 Zunächst, so das SEM, habe der Beschwerdeführer bei der Erstbe-

fragung zu Protokoll gegeben, seine Probleme mit dem CID hätten nach 

dem Besuch von Navanethem Pillay anfangs des Jahres 2014 begonnen. 

Demgegenüber habe er bei der eingehenden Anhörung bereits vom Jahr 

2011 an bestehende massive Probleme geltend gemacht. Tatsächlich legte 

der Beschwerdeführer bei der eingehenden Anhörung dar (entsprechen-

des Protokoll, S. 5, 12 f.), dass er bereits im Zeitraum zwischen seiner Frei-

lassung aus der Inhaftierung in verschiedenen Camps der sri-lankischen 

Sicherheitskräfte am 11. Mai 2011 und dem Besuch der damaligen Hohen 

Kommissarin der UNO für Menschenrechte, der südafrikanischen Juristin 

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Seite 11 

Navanethem Pillay, in Jaffna anfangs des Jahres 2014 wiederholt Schwie-

rigkeiten mit dem CID oder der Armee gehabt habe, die darin bestanden 

hätten, dass er mehrfach angehalten und geschlagen sowie einmal wäh-

rend eines Tages in einem Camp des CID festgehalten worden sei. Jedoch 

ist den Aussagen des Beschwerdeführers sowohl bei der Erstbefragung als 

auch bei der eingehenden Anhörung klarerweise zu entnehmen, dass erst 

im Jahr 2014, nämlich nach dem Besuch von Navanethem Pillay bezie-

hungsweise nachdem er bei einer vom sri-lankischen Präsidenten einge-

richteten Menschenrechtskommission seine Ehefrau als vermisst gemeldet 

habe (Protokoll der Erstbefragung, S. 7), die Probleme mit dem CID jenes 

gravierende Ausmass annahmen, das ihn schliesslich zur Ausreise aus sei-

nem Heimatstaat veranlasste. Dies, indem er am 24. August 2014, nach-

dem ihm ein Totenschein seiner Ehefrau mit falschen Angaben übergeben 

worden sei und er dies einem Mitglied des sri-lankischen Parlaments er-

zählt habe, in ein Camp des CID verschleppt, misshandelt und mit dem Tod 

durch Erschiessen bedroht worden sei, sollte er weiter nach seiner Frau 

suchen. Zwischen den Angaben des Beschwerdeführers anlässlich der 

Erstbefragung und jenen bei der eingehenden Anhörung ist keinerlei Wi-

derspruch zu erkennen.  

6.1.2 Weiter, so das SEM, habe der Beschwerdeführer bei der Erstbefra-

gung ausgeführt, er habe bei einer vom sri-lankischen Präsidenten einbe-

rufenen Menschenrechtskommission vom Verschwinden seiner Frau er-

zählt. Etwa zwanzig Tage später seien ihm von Angehörigen des CID und 

dem Dorfvorsteher der Totenschein seiner Frau und eine Summe von 

100‘000 Rupien gebracht worden. Unter Zwang habe sein Vater zwar den 

Totenschein, nicht aber das Geld genommen. Demgegenüber habe der 

Beschwerdeführer bei der Anhörung behauptet, es sei ihm von den sri-lan-

kischen Behörden nicht erlaubt worden, Navanethem Pillay zu treffen und 

mit ihr zu sprechen. Das CID habe zwei oder drei Monate nach diesem 

Ereignis den Totenschein und 200‘000 Rupien gebracht, wobei er den To-

tenschein und 100‘000 Rupien akzeptiert habe. Diesbezüglich ist zwar eine 

Abweichung der Aussagen festzustellen, soweit die Höhe der angebotenen 

Geldsumme und deren Entgegennahme betreffend. Diese Unstimmigkeit 

erscheint jedoch unter Berücksichtigung aller weiteren Kriterien der Glaub-

haftmachung (vgl. noch anschliessend, E. 6.2) als geringfügig. Ansonsten 

ist den genannten Aussagen des Beschwerdeführers kein Widerspruch zu 

entnehmen, beziehen sich diese doch offensichtlich auf zwei unterschied-

liche Sachverhalte, nämlich einerseits die Vermisstmeldung seiner Ehefrau 

bei einer vom sri-lankischen Präsidenten einberufenen Menschenrechts-

kommission, andererseits den gescheiterten Versuch eines Treffens mit 

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Seite 12 

Navanethem Pillay. Mit jener Menschenrechtskommission dürfte die „Les-

sons Learnt and Reconciliation Commission“ (LLRC) gemeint sein, die auf 

Anordnung des damaligen sri-lankischen Präsidenten Mahinda Rajapaksa 

im Mai 2010 errichtet wurde und deren Zweck darin bestehen sollte, die 

Umstände zu untersuchen, welche zur Beendigung des sri-lankischen Bür-

gerkriegs am 19. Mai 2009 führten. Der Umstand als solcher, dass der Be-

schwerdeführer die Einreichung einer Vermisstmeldung bei dieser Kom-

mission nur bei der Erstbefragung, nicht aber bei der Anhörung erwähnte, 

vermag die Glaubhaftigkeit dieses Sachverhaltsaspekts nicht grundsätzlich 

in Frage zu stellen, ist doch wiederum auf die sonstigen Kriterien der 

Glaubhaftmachung hinzuweisen (E. 6.2). 

6.1.3 Ferner wurde in der angefochtenen Verfügung ausgeführt, anlässlich 

der Erstbefragung habe der Beschwerdeführer behauptet, das CID habe 

seine Identitätskarte beschlagnahmt. Seine Eltern hätten aber eine neue 

Karte ausstellen lassen, und er werde sie beauftragen, ihm diese zu schi-

cken. Im Widerspruch dazu habe er bei der Anhörung jedoch angegeben, 

seine Identitätskarte sei ihm am 24. August 2014 weggenommen worden. 

Eine neue Karte sei zwar ausgestellt worden, der Dorfvorsteher verweigere 

jedoch deren Aushändigung. Die entsprechende Passage im Protokoll der 

Anhörung (S. 3) lautet wie folgt. Frage: „Wieso haben Sie in der BzP er-

klärt, die Eltern hätten Ihnen in Sri Lanka eine neue Identitätskarte ausstel-

len lassen?“ Antwort: „Eine neue Identitätskarte wurde ausgestellt, aber der 

Dorfvorsteher (GS) verweigert meinen Eltern, ihnen die neu ausgestellte 

Identitätskarte auszuhändigen. Der GS hat meinem Vater mitgeteilt, wenn 

ich persönlich vorbeikommen würde, könne ich das abholen.“ Es ist 

schlicht nicht ersichtlich, worin der vom SEM behauptete Widerspruch be-

stehen soll.  

6.1.4 Schliesslich führte das SEM aus, der Beschwerdeführer habe bei der 

Erstbefragung angegeben, seinen Heimatstaat mit dem eigenen Reise-

pass über den Flughafen Colombo verlassen zu haben. Hingegen sei im 

Verlauf der Anhörung einmal von einem gefälschten Reisepass die Rede 

gewesen, dann von einem eigenen Pass, der aber beim Schlepper sei, 

dann wieder von einem eigenen Pass, der auf seine eigenen Personalien 

laute. Es sei angesichts der Vorgeschichte des Beschwerdeführers auch 

nicht nachvollziehbar, dass er unter Verwendung des eigenen Reisepasses 

ausgereist sein wolle. Diesbezüglich ist zunächst festzustellen, dass den 

Angaben des Beschwerdeführers gegenüber der Vorinstanz klar zu ent-

nehmen ist, er habe Sri Lanka mit seinem eigenen Reisepass verlassen, 

sei jedoch später mit einem gefälschten Pass aus Thailand weitergereist 

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Seite 13 

(Protokoll der Erstbefragung, S. 6; Protokoll der Anhörung, S. 3, Frage 14). 

Ausserdem sagte der Beschwerdeführer aus, er habe einen Passbeamten 

bestochen, weshalb er mit seinem eigenen Reisepass habe ausreisen kön-

nen (Protokoll der Erstbefragung, S. 8). Jedoch wurde dieser Gesichts-

punkt in der angefochtenen Verfügung verschwiegen.  

6.2 Demgegenüber ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer seine 

Asylgründe im Rahmen seiner Befragungen durch die Vorinstanz im We-

sentlichen widerspruchsfrei, in nachvollziehbarer Weise und mit erhebli-

cher Detaillierung vortrug. Diese Einschätzung bezieht sich auf alle we-

sentlichen Aspekte des geltend gemachten Sachverhalts. Zu nennen sind 

insbesondere seine Registrierung als Angehöriger der LTTE bei der sri-

lankischen Armee am 16. Mai 2009 in Begleitung seiner Ehefrau und wei-

terer Familienmitglieder, die Umstände des Verschwindens seiner Ehefrau 

in Begleitung eines Beamten des CID, sein Aufenthalt in verschiedenen 

Internierungslagern der sri-lankischen Sicherheitskräfte bis zum 11. Mai 

2011, die anschliessenden wiederkehrenden Behelligungen durch den 

CID, den gescheiterten Versuch eines Gesprächs mit der damaligen Ho-

hen Kommissarin der UNO für Menschenrechte, Navanethem Pillay, in 

Jaffna anfangs des Jahres 2014, die Vermisstmeldung bei der LLRC in Be-

zug auf seine Ehefrau, die anschliessende erzwungene Übergabe eines 

Totenscheins und einer Geldsumme durch Angehörige des CID, die Kon-

taktaufnahme mit einem sri-lankischen Parlamentarier wegen dieses To-

tenscheins und schliesslich die mehrtägige Inhaftierung, Misshandlung und 

Androhung der Erschiessung durch Angehörige des CID wegen der fortge-

setzten Suche des Beschwerdeführers nach seiner Ehefrau. Die Vorbrin-

gen des Beschwerdeführers weisen zahlreiche positive Glaubhaftigkeits-

elemente auf, welche jedoch vom SEM völlig unberücksichtigt gelassen 

worden sind. Ein solches Vorgehen ist als unzulässig selektiv zu bezeich-

nen und bildet keine korrekte Würdigung der zu beurteilenden Sachver-

haltsdarstellung. 

6.3 Nach dem Gesagten kann insbesondere der in der angefochtenen Ver-

fügung getroffene Schluss nicht nachvollzogen werden, angesichts der vor-

handenen Widersprüche – die sich als inexistent erwiesen haben (vgl. 

E. 6.1) – gebe es keine Hinweise darauf, dass die Ehefrau des Beschwer-

deführers unter anderen als den im abgegebenen Totenschein genannten 

Gründen ums Leben gekommen sei. Hingegen ist ‒ was das SEM unter-

lassen hat ‒ darauf einzugehen, in welchem Kontext die Behauptung der 

sri-lankischen Behörden gemäss Eintrag im fraglichen Totenschein steht, 

die Ehefrau des Beschwerdeführers sei im März 2009 im Gebiet von 

D-3468/2017 

Seite 14 

Mathalan im Distrikt Mullaitivu (Nordprovinz) bei einem Bombenangriff ums 

Leben gekommen. Der Distrikt Mullaitivu bildete in der Endphase des sri-

lankischen Bürgerkriegs zwischen September 2008 und Mai 2009 die 

letzte hauptsächliche Kampfzone zwischen den Regierungstruppen und 

den LTTE, in welcher durch beide Bürgerkriegsparteien krasse Menschen-

rechtsverletzungen in grosser Zahl begangen wurden, die teilweise Kriegs-

verbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit gleichkamen (vgl. 

insb. UNITED NATIONS, Report of the Secretary-General's Panel of Experts 

on Accountability in Sri Lanka, 31. März 2011; UNITED NATIONS HUMAN 

RIGHTS COUNCIL, Annual report of the United Nations High Commissioner 

for Human Rights and reports of the Office of the High Commissioner and 

the Secretary-General. Report of the OHCHR Investigation on Sri Lanka, 

16. September 2015, Ziff. 83 ff.). Im vorliegenden Zusammenhang ist her-

vorzuheben, dass seitens der sri-lankischen Regierung im Verlauf des Vor-

stosses der Armee drei sogenannte „No Fire Zones“ bestimmt wurden, in 

welchen die Zivilbevölkerung angeblich Schutz finden sollte. Zu den durch 

die UNO festgestellten Kriegsverbrechen gehört indessen, dass in der fi-

nalen Kriegsphase gerade diese Schutzzonen durch die sri-lankische Ar-

mee vorsätzlich und in massiver Weise bombardiert wurden, wodurch meh-

rere Zehntausend Zivilpersonen ums Leben kamen. Der Ort Mathalan, wo 

die Ehefrau des Beschwerdeführers gemäss Eintrag im Totenschein am 

16. März 2009 bei einem Bombenangriff ums Leben gekommen sein soll, 

lag in einer dieser drei „No Fire Zones“ (vgl. SOMINI SENGUPTA, Boat to Sa-

fety Is Death Trap to Sri Lankans, in: The New York Times, 5. Mai 2009, 

<https://www.nytimes.com/2009/05/06/world/asia/06lanka.html>, abgeru-

fen am 27. September 2018), die zu jenem Zeitpunkt den erwähnten Bom-

bardierungen ausgesetzt waren. Angesichts der massenhaften Todesfälle 

in der betreffenden Region im fraglichen Zeitraum ‒ verbunden mit der Un-

möglichkeit, die Identität jedes einzelnen Todesopfers festzustellen ‒ muss 

mit erheblicher Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass der 

ausgestellte Totenschein einem Versuch der sri-lankischen Sicherheits-

kräfte gleichkommt, die Umstände des Verschwindens der Ehefrau des Be-

schwerdeführers und möglicherweise die Verantwortlichkeit von Angehöri-

gen des CID, einer Sondereinheit der sri-lankischen Polizei, zu vertuschen. 

Angesichts dessen ist mit erheblicher Wahrscheinlichkeit auch von einem 

spezifischen Verfolgungsinteresse der sri-lankischen Sicherheitskräfte, 

insbesondere des CID, gegenüber dem Beschwerdeführer auszugehen. 

Aufgrund seiner glaubhaften Aussagen zum Verschwinden seiner Ehefrau 

nach der Registrierung in einem Camp der sri-lankischen Armee im Zeit-

raum zwischen dem 16. und dem 18. Mai 2009, den erlittenen Verfolgungs-

D-3468/2017 

Seite 15 

massnahmen seitens des CID und gestützt auf den behördlichen Toten-

schein in Bezug auf seine Ehefrau wäre er in der Lage gewesen, gegen-

über internationalen Organisationen, die sich nach der Beendigung des sri-

lankischen Bürgerkriegs mit der Untersuchung von Menschenrechtsverlet-

zungen befassten, konkrete Anschuldigungen zu erheben.  

6.4 Wie den Aussagen des Beschwerdeführers anlässlich seiner Befragun-

gen durch die Vorinstanz zu entnehmen ist, wurde er durch das CID mehr-

fach und über einen längeren Zeitraum unter Anwendung von Folter, sons-

tiger körperlicher Gewalt und Todesdrohungen unter Druck gesetzt, die Su-

che nach seiner Ehefrau einzustellen. Hinsichtlich des Zeitraums vor seiner 

Entlassung aus dem Gewahrsam in verschiedenen Internierungslagern der 

sri-lankischen Sicherheitskräfte am 11. Mai 2011 ist dabei besonders her-

vorzuheben, dass er im März 2010 von Beamten des CID in ein Lager der 

Armee namens Camp Joseph gebracht worden sei, wo man ihn in einem 

Bunker eingesperrt, geschlagen und gefoltert habe. Bei diesem Lager in 

Vavuniya handelte es sich zum betreffenden Zeitpunkt um das Hauptquar-

tier der Sicherheitskräfte für das Vanni-Gebiet und eines der hauptsächli-

chen Camps, in welchen Gefangene verhört und oftmals der Folter unter-

worfen wurden (UNITED NATIONS HUMAN RIGHTS COUNCIL, a.a.O., Ziff. 371). 

Die Haft-, Verhör- und Foltermethoden in diesem Lager werden als beson-

ders brutal bezeichnet (vgl. dazu INTERNATIONAL TRUTH AND JUSTICE PRO-

JECT, Joseph Camp, März 2017, <http://www.itjpsl.com/ assets/Sri-Lanka-

Witness-Protection-Report.pdf>, abgerufen am 27. September 2018). Eine 

derartige Behandlung des Beschwerdeführers lässt sich mit überwiegen-

der Wahrscheinlichkeit nicht mit seiner Rolle als ehemaliger Angehöriger 

der LTTE erklären, der lediglich als Hilfsmechaniker bei der Reparatur von 

Fahrzeugen eingesetzt wurde, sondern bildet ein erhebliches Indiz für ein 

spezifischeres Verfolgungsinteresse. Zudem wurde der Beschwerdeführer 

auch nach seiner Entlassung aus der Internierung durch die Armee weiter-

hin durch das CID unter Druck gesetzt. Nach der Erstattung einer Vermisst-

meldung bezüglich seiner Ehefrau bei der LLRC, der erzwungenen Über-

gabe des Totenscheins und seiner Kontaktaufnahme mit einem sri-lanki-

schen Parlamentarier wurde er am 24. August 2014 durch das CID entführt, 

während mehrerer Tage inhaftiert, misshandelt und mit dem Tod durch Er-

schiessen bedroht, sollte er die Suche nach seiner Ehefrau fortsetzen. Es 

ist festzustellen, dass die Bedrohung des Beschwerdeführers zu jenem 

Zeitpunkt unmittelbar vor seiner Ausreise aus Sri Lanka einer asylrechtlich 

relevanten Verfolgungssituation gleichkam.  

D-3468/2017 

Seite 16 

6.5 Es stellt sich die weitere Frage, welche Schlüsse aus der damals be-

stehenden Gefährdung des Beschwerdeführers für die Beurteilung zum 

heutigen Zeitpunkt zu ziehen sind.  

6.5.1 Dabei ist zunächst zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer 

auch zum heutigen Zeitpunkt nach wie vor ein potentieller Zeuge für ein 

mit erheblicher Wahrscheinlichkeit durch das CID begangenes Verbrechen 

gegen seine Ehefrau ist, womit das entsprechende Verfolgungsinteresse 

grundsätzlich immer noch besteht.  

6.5.2 Darüber hinaus ist dem Umstand Rechnung zu tragen, dass im Sinne 

von Art. 3 AsylG auch verfolgt ist, wer eine begründete Furcht hat, aus den 

in Abs. 1 der genannten Norm aufgezählten Gründen ernsthaften Nachtei-

len ausgesetzt zu werden. Dabei umfasst die Furcht vor künftiger Verfol-

gung allgemein ein auf tatsächlichen Gegebenheiten beruhendes objekti-

ves Element einerseits sowie die persönliche Furchtempfindung der be-

troffenen Person als subjektives Element andererseits. Begründete Furcht 

vor Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG hat demnach, wer gute – das 

heisst von Dritten nachvollziehbare – Gründe (objektives Element) für 

seine Furcht (subjektives Element) vorweist, mit gewisser Wahrscheinlich-

keit und in absehbarer Zukunft das Opfer von Verfolgung zu werden (vgl. 

BVGE 2010/57 E. 2.5, EMARK 2004 Nr. 21 E. 3b/aa, EMARK 2000 Nr. 9 

E. 5a). Dabei ist auch zu beachten, dass eine Person, die bereits einmal 

Verfolgungen ausgesetzt war, objektive Gründe für eine ausgeprägtere 

(subjektive) Furcht hat als jemand, der erstmals in Kontakt mit staatlichen 

Sicherheitskräften kommt (vgl. EMARK 1993 Nr. 11 E. 4c, 1994 Nr. 24 

E. 8b). 

6.5.3 Auch wenn die Sicherheitslage in Sri Lanka seit dem offiziellen Ende 

des Bürgerkriegs im Mai 2009 und insbesondere seit dem Regierungs-

wechsel vom Januar 2015 deutlich besser ist als zuvor, so bleibt die politi-

sche und menschenrechtliche Situation im Land weiterhin problematisch 

(vgl. zum Folgenden AMNESTY INTERNATIONAL, Report 2017/18. The state 

of the World’s Human Rights, London 2018, S. 342 ff.; ASIAN HUMAN 

RIGHTS COMMISSION, Human Rights Report 2015. Sri Lanka, 10. Dezember 

2015; HUMAN RIGHTS WATCH, “We Live in Constant Fear”. Lack of Account-

ability for Police Abuse in Sri Lanka, Oktober 2015; DIES., World Report 

2016: Sri Lanka, 27. Januar 2016; DIES., Locked Up Without Evidence. A-

buses under Sri Lanka’s Prevention of Terrorism Act, Januar 2018; SCHWEI-

ZERISCHE FLÜCHTLINGSHILFE, Sri Lanka: Gefährdung bei Rückkehr und Zu-

gang zu medizinischer Versorgung in Haft, 22. April 2016; SOCIETY FOR 

D-3468/2017 

Seite 17 

THREATENED PEOPLES, The Vanni – Civilian Land under Military Occupa-

tion, Februar 2018; U. S. DEPARTMENT OF STATE/BUREAU OF DEMOCRACY, 

HUMAN RIGHTS AND LABOR, 2017 Country Reports on Human Rights Prac-

tices: Sri Lanka, 20. April 2018). Auch unter der derzeitigen Regierung 

kommt es zu willkürlichen Verhaftungen von Personen, welche unter dem 

Verdacht stehen, mit den LTTE in Verbindung gestanden zu sein. Der ta-

milischen Ethnie angehörige Rückkehrer aus dem Ausland sind einem ge-

wissen Risiko ausgesetzt, bei ihrer Einreise verhaftet zu werden, wobei 

auch Fälle von Misshandlungen und Folter vorkommen. Von erheblicher 

Tragweite ist ausserdem, dass für die in den vergangenen Jahren durch 

die sri-lankischen Sicherheitskräfte (Armee, Polizei, Geheimdienste und 

dem staatlichen Regime loyale Milizen) begangenen massiven Menschen-

rechtsverletzungen eine weitgehende Straflosigkeit herrscht.  

6.5.4 Der Beschwerdeführer war bereits einmal einer asylrechtlich relevan-

ten Gefährdung ausgesetzt, und die Beurteilung seiner Furcht vor künftiger 

erneuter Verfolgung ist unter diesem spezifischen Gesichtspunkt vorzu-

nehmen. Bei gesamthafter Würdigung aller wesentlichen Umstände, so 

insbesondere der wahrscheinlichen Entführung und Tötung seiner Ehefrau 

durch Angehörige des CID, der bereits erlebten Verfolgung seitens dieser 

Spezialeinheit der sri-lankischen Polizei, der auch unter der heute herr-

schenden Regierung anhaltenden Straflosigkeit bezüglich der in den letz-

ten Jahren begangenen Menschenrechtsverletzungen sowie des Risikos 

tamilischer Rückkehrer aus dem Ausland, bei der Einreise verhaftet und 

allfälligen Misshandlungen ausgesetzt zu werden, ist die subjektive Furcht 

des Beschwerdeführers, im Falle seiner Rückkehr nach Sri Lanka einer 

asylrechtlich relevanten Gefährdung ausgesetzt zu werden, folglich auch 

objektiv als nachvollziehbar zu bezeichnen.  

6.6 Aus den angestellten Erwägungen ergibt sich, dass der Beschwerde-

führer die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG erfüllt. Folglich 

ist die Beschwerde gutzuheissen, die angefochtene Verfügung ist aufzuhe-

ben, und das SEM ist anzuweisen, den Beschwerdeführer als Flüchtling zu 

anerkennen und ihm in der Schweiz Asyl zu gewähren. 

7.  

7.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben 

(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). Der mit Zahlung vom 12. Juli 2017 geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 750.– ist dem Beschwerdeführer zurückzuerstat-

ten. 

D-3468/2017 

Seite 18 

7.2 Gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 37 VGG kann der obsiegenden 

Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für die ihr 

erwachsenen notwendigen und verhältnismässig hohen Kosten zugespro-

chen werden (vgl. für die Grundsätze der Bemessung der Parteientschädi-

gung ausserdem Art. 7 ff. des Reglements über die Kosten und Entschädi-

gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht vom 21. Februar 2008 [VGKE, 

SR 173.320.2]). Seitens des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers 

wurde keine Kostennote eingereicht. Auf die Nachforderung einer solchen 

wird indessen verzichtet (vgl. Art. 14 Abs. 2 VGKE), weil im vorliegenden 

Verfahren der Aufwand des Schriftenwechsels zuverlässig abgeschätzt 

werden kann. Gestützt auf die in Betracht zu ziehenden Bemessungsfak-

toren (Art. 9‒13 VGKE) sind dem Beschwerdeführer Fr. 2'000.– (inkl. Aus-

lagen und Mehrwertsteuer) als Parteientschädigung zuzusprechen. Dieser 

Betrag ist dem Beschwerdeführer durch das SEM zu entrichten. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-3468/2017 

Seite 19 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen, und die Verfügung des SEM vom 

15. Mai 2017 wird aufgehoben. 

2.  

Das SEM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer Asyl zu gewähren. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der geleistete Kostenvor-

schuss in der Höhe von Fr. 750.– wird dem Beschwerdeführer zurücker-

stattet. 

4.  

Dem Beschwerdeführer wird eine Parteientschädigung von Fr. 2000.‒ zu-

gesprochen, die ihm durch das SEM zu entrichten ist. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Mia Fuchs Martin Scheyli 

 

 

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