# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8e590528-8b8c-52e2-9fc6-e4c66e52210f
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-10-27
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 27.10.2014 SB140064
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB140064_2014-10-27.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB140064-O/U/jv 
 

Mitwirkend: Die Oberrichter lic. iur. S. Volken, Präsident, und lic. iur. Ch. Prinz, 

Ersatzoberrichterin Dr. iur. S. Bachmann sowie die Gerichtsschrei-

berin lic. iur. S. Maurer 

 

Urteil vom 27. Oktober 2014 

 

in Sachen 

 

A._____,  

Beschuldigter und Berufungskläger 

verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,  

 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  

vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. M. Frank, 

 

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend  
Raufhandel 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich,  

10. Abteilung - Einzelgericht, vom 2. Dezember 2013 (GB130074) 

 

- 2 - 

Anklage: 

Der Strafbefehl der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 12. Juli 2013 

(Urk. 19) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 48 S. 26 f.) 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig des Raufhandels im Sinne von Art. 133 Abs. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 100.–, wovon 

70 Tagessätze durch Haft erstanden sind, sowie mit einer Busse von Fr. 500.–. 

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. 

4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an 

deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen. 

5. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 900.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr.         Kosten Kantonspolizei 

Fr. 900.00   Gebühr Anklagebehörde 

Fr. 1'200.00   amtliche Verteidigung gemäss Disp. Ziff. 7 

Fr. 19.50   Auslagen Untersuchung 

 
 Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

6. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten 

auferlegt. 

7. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Bemühungen als amtlicher Verteidiger des Be-

schuldigten für die Dauer der Haft mit Fr. 1'200.– (einschliesslich Barauslagen sowie  

8% MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

8. Die Kosten der amtlichen Verteidigung gemäss Ziffer 7 werden auf die Gerichtskasse  

genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. 

9. (Mitteilungen) 

10.  (Rechtsmittel) 

- 3 - 

Berufungsanträge: 
(Prot. II S. 4 f.) 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten A._____: 

 (Urk. 68 S. 1 f.) 

1. Das angefochtene Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 2. Dezember 2013 

sei aufzuheben.  

2. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf des Raufhandels im Sinne von Art. 133 

Abs. 1 StGB freizusprechen.  

3. Der Beschuldigte sei für die von ihm erlittene Untersuchungshaft von 70 Ta-

gen mit einer Genugtuung von Fr. 14'000.– zu entschädigen. 

Dem Beschuldigten sei sodann der erlittene Schaden von Fr. 14'950.– aus 

der Staatskasse zu entschädigen. 

Dem Beschuldigten seien ferner die Kosten für die erbetene Verteidigung im 

Umfang von Fr. 4'685.50 aus der Staatskasse zu entschädigen. 

4. Die Kosten der Untersuchung sowie die Kosten des gerichtlichen (erst-

instanzlichen und obergerichtlichen) Verfahrens inkl. der amtlichen Verteidi-

gung seien zulasten des Staates zu verfügen.  

5. Die Entschädigung für die amtliche Verteidigung sei auf Fr. 3'602.20 festzu-

legen.  

6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MwSt. zulasten des Staates. 

b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 70 S. 2) 

Vollumfängliche Bestätigung des Urteils des Einzelrichters am Bezirksge-

richt Zürich vom 2. Dezember 2013. 

- 4 - 

Eventualiter: 

Gutheissung der Berufung insoweit, als ein die von der Vorinstanz zuge-

sprochene Entschädigung der amtlichen Verteidigung übersteigender Betrag 

ausgewiesen ist.  

Erwägungen: 

I. Prozessuales 

1. Mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung - Einzelgericht, wurde der 

Beschuldigte A._____ des Raufhandels im Sinne von Art. 133 Abs. 1 StGB schul-

dig gesprochen und mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 100.–, wovon 

70 Tagessätze durch Haft erstanden waren, sowie mit einer Busse von Fr. 500.– 

bestraft. Der Vollzug der Geldstrafe wurde aufgeschoben und die Probezeit auf 

zwei Jahre festgesetzt. Die Busse wurde für bezahlbar erklärt. Für den Fall der 

schuldhaften Nichtbezahlung der Busse trat an Stelle der Busse eine Ersatzfrei-

heitsstrafe von 5 Tagen. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Ver-

fahrens wurden dem Beschuldigten auferlegt. Die Entschädigung des für die 

Dauer der Haft bestellten amtlichen Verteidigers wurde auf Fr. 1'200.–  

einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer festgesetzt und unter dem Nach-

forderungsvorbehalt von Art. 135 Abs. 4 StPO einstweilen auf die Gerichtskasse 

genommen (Urk. 48 S. 26 f.). 

2. Gegen dieses Urteil des Bezirksgerichts Zürich liess der Beschuldigte mit 

Eingabe vom 9. Dezember 2013 innert Frist die Berufung anmelden (Urk. 42). Am 

14. Februar 2014 liess der Beschuldigte durch Eingabe seines Verteidigers die 

Berufungserklärung einreichen (Urk. 50). In der Folge wurde mit Verfügung vom 

24. Februar 2014 der Staatsanwaltschaft Frist angesetzt, um zu erklären, ob sie 

Anschlussberufung erhebe oder ein Nichteintreten auf die Berufung beantrage, 

und dem Beschuldigten Frist angesetzt, um das Datenerfassungsblatt sowie di-

verse Unterlagen zu seinen finanziellen Verhältnissen einzureichen (Urk. 55). Mit 

Eingabe vom 25. Februar 2014 verzichtete die Staatsanwaltschaft auf Anschluss-

- 5 - 

berufung (Urk. 57). Mit Schreiben vom 17. März 2014 ersuchte der Beschuldigte 

um eine Fristerstreckung für die Einreichung der Unterlagen und des Formulars, 

welche bis zum 8. April 2014 bewilligt wurde (Urk. 58). Mit Schreiben vom 

16. April 2014 wurde festgehalten, dass der Beschuldigte die verlangten Unterla-

gen nicht eingereicht hat (Urk. 60). 

3. Mit Eingabe vom 12. Dezember 2013 reichte der Verteidiger in eigenem so-

wie namens des Beschuldigten Beschwerde gegen die Festlegung der Entschä-

digung des amtlichen Verteidigers ein und beantragte, die Entschädigung sei auf 

Fr. 3'602.20 festzusetzen (Ziffer 7 des Urteils vom 2. Dezember 2013; Urk. 62/2). 

Mit Verfügung vom 17. Januar 2014 sistierte die III. Strafkammer das Beschwer-

deverfahren bis das Berufungsverfahren beim Obergericht hängig gemacht wird 

und über eine Prozessüberweisung entschieden werden kann (Urk. 62/5). Mit Be-

schluss vom 22. Juli 2014 überwies die III. Strafkammer das Beschwerdeverfah-

ren zur weiteren Behandlung zu Handen des vorliegenden Berufungsverfahrens 

(Urk. 61). Es ist daher im vorliegenden Verfahren auch über die Höhe der Ent-

schädigung des amtlichen Verteidigers zu entscheiden. 

4. Das vorinstanzliche Urteil wurde vollumfänglich angefochten (Urk. 50). 

5. Der Verteidiger des Beschuldigten beantragte heute, es seien die Verfah-

rensakten in Sachen B._____ und C._____ beizuziehen (Urk. 68 S. 3). Dieser An-

trag wurde jedoch erst im Rahmen des Plädoyers und damit nach Abschluss des 

Beweisverfahrens gestellt. Die ausdrückliche Frage der Verfahrensleitung nach 

Beweisanträgen wurde zudem verneint, woraufhin das Beweisverfahren ge-

schlossen wurde (Prot. II S. 6). Der Beweisantrag erfolgte somit einerseits verspä-

tet (HAURI in: BSK Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl., Basel 2014, Art. 

346 N 7), andererseits wurde er auch nicht substantiiert begründet (vgl. Urk. 68 

S. 3). Aus diesen Gründen ist auf den Antrag des Beschuldigten, es seien die 

Verfahrensakten in Sachen B._____ beizuziehen, nicht weiter einzugehen. Die 

Akten in Sachen C._____ lagen dem Gericht aufgrund der gleichzeitigen Behand-

lung mit dem Beschuldigten A._____ (Prot. II S. 4 ff.) ohnehin vor. 

- 6 - 

II. Sachverhalt 

1. Anklagevorwurf 

Die Anklagebehörde wirft dem Beschuldigten im Strafbefehl vom 12. Juli 2013, 

welcher als Anklage gilt (Art. 356 Abs. 1 StPO), zusammengefasst vor, er habe 

sich am Sonntag, 26. August 2012, ca. 3.00 Uhr, auf dem Parkplatz hinter dem 

Club D._____ an der …strasse … in Zürich an einer wechselseitigen tätlichen 

Auseinandersetzung zwischen B._____ und E._____ beteiligt, wobei sich die drei 

gegenseitig mit den Fäusten geschlagen und mit den Füssen getreten hätten. Als 

B._____ zu Boden gefallen sei, hätten der Beschuldigte und E._____ weiter auf 

ihn eingeschlagen. C._____ habe sich dann ebenfalls eingemischt, indem er mit 

einem Teleskopschlagstock oder einem Teilstück davon auf B._____ eingeschla-

gen habe. B._____ habe bei dieser Auseinandersetzung eine Hirnerschütterung, 

eine Nasenbeinfraktur sowie diverse Schürfungen und Hämatome am Kopf und 

E._____ eine kleine Rissquetschwunde an der Oberlippe sowie Prellungen an der 

Nase, der rechten Hand und am linken Ellbogen erlitten. Subjektiv habe sich der 

Beschuldigte bewusst und gewollt aktiv an der tätlichen Auseinandersetzung be-

teiligt und mögliche Verletzungsfolgen bei einem oder mehreren Beteiligten zu-

mindest billigend in Kauf genommen. Dabei habe sein Verhalten blosse Abwehr-

handlungen überstiegen, was ihm ebenfalls bewusst gewesen sei (Urk. 19 S. 3). 

Der Beschuldigte anerkennt zusammengefasst, an der fraglichen Auseinander-

setzung beteiligt gewesen zu sein und B._____ einen Faustschlag ins Gesicht 

versetzt und dadurch die durch B._____ erlittene Nasenbeinfraktur verursacht zu 

haben. Hingegen macht er geltend, sein Faustschlag sei lediglich ein Abwehr-

schlag gewesen und er habe in Notwehr gehandelt. Auch sei er nicht weiterge-

hend gegen B._____ tätlich geworden, insbesondere habe er den am Boden lie-

genden B._____ nicht mit den Füssen getreten (Prot. I S. 10 ff.; Urk. 67 S. 3 ff.; 

Urk. 68 S. 9 ff.). 

- 7 - 

2. Beweismittel und deren Verwertbarkeit 

Die Vorinstanz stützte sich zum Beweis des inkriminierten Sachverhalts im We-

sentlichen auf die Aussagen des Beschuldigten (Urk. 13/9; Urk. 7/1-3; Prot. I), von 

E._____ (Urk. 8/3), von C._____ (Urk. 8/4-6), von F._____ (Urk. 9/1), von 

G._____ (Urk. 9/2), von H._____ (Urk. 9/5-6), die Arztberichte des Spitals ... 

(Urk. 10/1) und des Universitätsspitals Zürich (Urk. 11/5) sowie die Fotodokumen-

tation der Stadt- bzw. Kantonspolizei Zürich (Urk. 6/1-2). 

Zur Einvernahme des Beschuldigten vom 10. Oktober 2012 gilt es anzumerken, 

dass die Verteidigungsrechte des Beschuldigten beschnitten wurden, indem die 

Einvernahme trotz Nichterreichbarkeit des damals amtlichen Verteidigers durch-

geführt wurde (Urk. 7/2 S. 1). Da jedoch der Verteidiger ausdrücklich auf eine 

Wiederholung der Einvernahme verzichtete (Urk. 62/2 S. 7), ist diese trotzdem 

verwertbar. 

Nicht zu Lasten des Beschuldigten verwertbar sind dagegen die Einvernahmen 

von I._____ vom 7. September 2012 (Urk. 9/3) und von J._____ vom 

5. September 2012 (Urk. 9/7), da der Beschuldigte nie mit diesen beiden konfron-

tiert und damit die Teilnahmerechte des Beschuldigten nicht gewahrt wurden 

(Art. 147 StPO). 

Bei den Einvernahmen von E._____ vom 8. Oktober 2012 (Urk. 8/3), von C._____ 

vom 14. September 2012 (Urk. 8/4), vom 18. Oktober 2012 (Urk. 8/5) und vom 

22. Oktober 2012 (Urk. 8/6), von B._____ vom 26. August 2012 (Urk. 8/1) und 

vom 31. Oktober 2012 (Urk. 8/2) erscheint zumindest fraglich, ob diese verwertbar 

sind. Zwar fand am 22. November 2012 zwischen dem Beschuldigten C._____, 

B._____ und E._____ eine Konfrontationseinvernahme statt. Bei dieser Einver-

nahme stand jedoch die Stellungnahme zu den Zeugenaussagen G._____s, 

F._____s sowie H._____s im Vordergrund. Allfällige frühere Belastungen des Be-

schuldigten durch C._____, B._____ oder E._____ wurden nicht thematisiert (vgl. 

Urk. 7/3). Da zur Erstellung des Anklagesachverhaltes indes nicht auf deren Aus-

sagen abgestellt werden wird (vgl. unten Ziff. III.), kann an dieser Stelle offen ge-

- 8 - 

lassen werden, ob die Aussagen C._____s, B._____s und E._____s auch zu Las-

ten des Beschuldigten verwertbar wären. 

Weiter gilt es anzumerken, dass der sich bei den Akten befindliche Kurzbericht 

des Spitals ... über E._____ vom 26. August 2012 (Urk. 10/1) nicht verwertbar ist, 

sondern lediglich eine Parteibehauptung darstellt. Er fand nicht in der nach 

Art. 195 StPO verwertbaren Form Eingang in die Akten. Was die Feststellung der 

Verletzungen von B._____ anbelangt, so hat dieser die behandelnden Ärzte von 

ihrem Berufsgeheimnis entbunden (Urk. 11/1). Daraufhin wurde beim Universi-

tätsspital ein ärztlicher Befund angefordert, dies unter Hinweis auf Art. 307 StGB 

(Urk. 11/4). Jedoch befindet sich der ärztliche Befund nicht in den Akten. Wohl ist 

das sich in den Akten befindliche Mäppchen zu Urk. 11/1-5 unter Urk. 11/5 mit 

"Ärztlicher Befund, 09.10.2012" angeschrieben. Unter Urk. 11/5 befindet sich je-

doch lediglich der Austrittsbericht des Universitätsspitals Zürich über B._____ 

vom 27. August 2012. Dieser wie auch das Traumaprotokoll der Untersuchung 

von B._____ vom 26. August 2012 (Urk. 11/2) sind nicht verwertbar. Zur Feststel-

lung von Verletzungen, welche E._____ und B._____ beim Vorfall vom 26. August 

2012 erlitten haben und wie diese allenfalls zustande gekommen sind, kann daher 

nicht auf die erwähnten Spitalberichte abgestellt werden. 

3. Aussagen des Beschuldigten 

Der Beschuldigte führte in der Hafteinvernahme vom 14. September 2012 aus, er 

sei damals im Club gewesen. Er sei auf der Veranda gestanden und habe unten 

einen Disput gehört. Er habe dann gehört, wie der Name seines Kollegen 

E._____ gerufen worden sei. Er sei deshalb nach unten gegangen, um nachzu-

schauen. Es habe eine ganze Menge Leute dort gehabt, die er nicht alle gekannt 

habe. Er habe lediglich seinen Kollegen E._____ und C._____ gekannt. Ausser-

dem sei dort noch B._____ gewesen, dieser sei aber voll zugedröhnt gewesen. 

Es habe dort ein Handgemenge gegeben und er sei dazwischen gegangen, um 

die Leute auseinanderzubringen. In diesem Moment habe er etwa zwei bis drei 

Meter hinter ihm gehört, wie einer umgefallen sei. Er habe sich umgedreht und 

gesehen, wie sein Kollege E._____ mit blutendem Gesicht am Boden gelegen sei. 

Als er zu ihm gewollt habe, habe ihn B._____ geschlagen. Er habe ausweichen 

- 9 - 

können und habe ihm dann eine mit der Faust an den Kopf verpasst. Nach sei-

nem Schlag sei B._____ nach hinten über den Kofferraum eines dort stehenden 

Autos gefallen. Er, der Beschuldigte, habe dann seinem Kollegen E._____ beim 

Aufstehen geholfen. Dieser habe ziemlich stark aus der Nase geblutet. In der 

Zwischenzeit sei B._____ wieder aufgestanden. Auch er habe ziemlich stark aus 

der Nase geblutet. B._____ habe ihm dann auf serbisch gesagt: "welcher Huren-

sohn hat mich geschlagen." Gleichzeitig sei B._____ erneut gestürzt und wie ein 

"Stock" nach hinten gefallen. Dort habe er sich am Schlimmsten den Rest gege-

ben. Dann habe er E._____ ins Spital … gebracht. Er wisse nichts davon, dass 

E._____ an jenem Abend Schläge ausgeteilt habe. Er denke, dass er das gar 

nicht gekonnt hätte, weil er ja am Boden gelegen sei, nachdem B._____ ihm eins 

geschlagen habe. Er wisse auch nichts davon, dass C._____ zugeschlagen habe. 

Er würde C._____ kennen, aber nicht besonders gut. Sie würden sich vom Club 

her kennen. Er, der Beschuldigte, sei Gast an seiner Hochzeit gewesen. Er und 

E._____ seien sehr gute Freunde. Neben dem Faustschlag habe er B._____ nicht 

geschlagen. Er kenne B._____ vom Club her sehr gut und sie im Club würden 

wissen, wie er sei, wenn er getrunken habe. Er anerkenne, dass der Nasenbein-

bruch, welcher B._____ erlitten habe, von ihm stamme. Er habe einen starken 

Schlag. Er habe ihm ja tatsächlich mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Dies als 

Reaktion nachdem B._____ gegen ihn geschlagen habe und er ausgewichen sei 

(Urk. 7/1). 

Anlässlich der Haftrichterverhandlung vom 15. September 2012 sagte der Be-

schuldigte aus, er sei auf der Veranda des Clubs gestanden und habe gesehen, 

dass es ein Problem gebe. Er sei dazwischen gegangen, habe die Leute vonei-

nander getrennt und gesehen, wie B._____ ohne Grund auf E._____ eingeschla-

gen habe. Als er gesehen habe, wie E._____ auf den Boden gefallen sei, sei 

B._____ auf ihn zu gekommen, habe ihn nur leicht erwischt, woraufhin er B._____ 

mit der Faust geschlagen habe. B._____ sei über den Kofferraum eines Autos 

umgestürzt. Danach habe er aus der Nase geblutet. Er habe ihn auf die Nase ge-

troffen und anerkenne, dass der Nasenbeinbruch von ihm stamme. B._____ sei 

danach aufgestanden und habe geflucht, welcher Hurensohn ihn geschlagen ha-

be, sei dann wie eine Kerze nach hinten gefallen. Es stimme nicht, dass danach 

- 10 - 

mit Füssen auf B._____ eingetreten worden sei. Dass C._____ mit einem Schlag-

stock auf B._____ eingeschlagen hätte, habe er nicht gesehen. Er habe auch 

nicht gesehen, ob C._____ einen Schlagstock gehabt habe. Anschliessend habe 

er E._____ ins Spital … gefahren (Urk. 13/9). 

Am 10. Oktober 2012 erfolgte eine von der Staatsanwaltschaft delegierte Einver-

nahme durch die Kantonspolizei Zürich. Dabei machte der Beschuldigte folgende 

Aussagen: Er sei auf der Veranda des Clubs gestanden und habe gesehen, dass 

sich eine Schlägerei anbahne, da er ein Gefluche gehört habe. Die Leute seien 

laut geworden. Er sei deshalb nach unten gegangen und habe gesehen, dass 

E._____ hinter ihm gestanden sei. Er habe gesehen, dass sein Kollege, C._____, 

und dessen Freundin beim "Getümmel" gewesen seien. Leicht hinter ihm habe er 

E._____ gesehen. Dieser sei mit ihm hinausgekommen. Weiter sei noch B._____ 

und ein paar seiner Kollegen dort gewesen. Er habe ein Wortgefecht gehört. Es 

sei wahrscheinlich darum gegangen, dass der zugedröhnte B._____ die Freundin 

von C._____ angemacht habe. Er kenne B._____ vom Club her. Er sei eher einer, 

der Probleme mache, wenn er "saufe" und sonst andere Sachen zu sich nehme. 

Er sei dazwischen gegangen und habe gesagt, sie sollen aufhören. Während dem 

Schlichten habe er wahrgenommen, wie E._____ etwa einen Meter hinter ihm und 

B._____ etwa eineinhalb Meter rechts von ihm gestanden seien. Als er nach hin-

ten geschaut habe, habe er gesehen, wie E._____ nach hinten gezuckt und um-

gefallen sei. Er habe gesehen, wie B._____ E._____ einen Faustschlag mitten ins 

Gesicht gegeben habe. Dann sei E._____ umgefallen. Er sei zu E._____ gegan-

gen, um ihm aufzuhelfen. B._____ habe ihn mit der Faust gegen den Kopf ge-

schlagen, Dieser Schlag habe ihn nur leicht erwischt, da er ausgewichen sei. Als 

B._____ ihm diesen Schlag verpasst habe, habe er E._____ blutüberströmt gese-

hen und habe die Vermutung gehabt, dass dieser einen Nasenbruch habe. Des-

halb habe er B._____ eines verpasst, aus Reaktion. Er habe B._____ einen 

Faustschlag direkt ins Gesicht gegeben und ihm die Nase gebrochen. B._____ 

sei aufgestanden und habe gefragt, welcher Hurensohn ihn geschlagen habe; er 

sei dort gestanden, habe bereits aus der Nase geblutet und sei dann wie eine 

Flasche einfach umgefallen. C._____ habe er nicht mehr im Blickwinkel gehabt. 

E._____ habe geblutet und er habe ihn ins Spital … gebracht. Anschliessend 

- 11 - 

führte er aus, es sei richtig, dass er nicht mit E._____ ins Spital gegangen sei. Er 

sei einfach selber weg vom Platz und nach Hause gegangen. Er habe gesagt, 

dass er ins Spital gegangen sei, weil viele Personen ihn belasten würde. Diese 

hätten sich abgesprochen. Der Schlag ins Gesicht von B._____ sei von ihm ge-

wesen. Er habe wegen seinem Kollegen in Not gehandelt (Urk. 7/2). 

Am 2. Dezember 2013 fand die Hauptverhandlung vor Vorinstanz statt. Dabei 

führte der Beschuldigte aus, er anerkenne, dass er B._____ einen Faustschlag 

gegeben und so seine Nasenbeinfraktur verursacht habe. Er habe jedoch nicht 

mit Füssen auf ihn eingetreten. Sein Faustschlag sei nicht massiv gewesen. Er 

habe nicht fest geschlagen. B._____ habe E._____ zu Boden geschlagen. Er sei 

dazwischen gegangen und habe E._____ aufhelfen wollen. Dann sei B._____ auf 

ihn zugekommen und habe ihn ebenfalls schlagen wollen. Er sei ausgewichen. 

Der Schlag habe ihn allerdings am Kopf gestreift. Dann habe er einfach einen 

frontalen Schlag gemacht als Reaktion. B._____ sei nach hinten getorkelt und 

dann zu Boden gefallen. Ca. 30 bis 45 Minuten vor dem Vorfall habe er B._____ 

im Club gebeten, sein Hemd zuzuknöpfen. Er habe zwar nicht gearbeitet, sei zu-

fällig bei ihm vorbeigekommen. Im Moment als B._____ ihn geschlagen habe, sei 

es unmöglich gewesen, ihn nicht zu schlagen. Er habe sich irgendwie wehren 

müssen. Sein Schlag sei kein Angriffsschlag gewesen, sondern ein Schlag, um 

sich zu schützen. B._____ sei zu diesem Zeitpunkt vollkommen unzurechnungs-

fähig gewesen (Prot. I S. 9 ff.). 

Anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung gab der Beschuldigte zusammen-

gefasst zu Protokoll, B._____ einen gezielten Faustschlag versetzt zu haben, 

nachdem er einem Schlag B._____s gegen ihn ausgewichen sei, da er sich habe 

wehren müssen. B._____ sei stark alkoholisiert gewesen und wohl auch unter 

Drogeneinfluss gestanden, getaumelt sei er aber nicht. B._____ habe um sich ge-

schlagen, weshalb er (gemeint der Beschuldigte) seiner Faust ausgewichen sei 

und ihn auf die Nase geschlagen habe. Dazwischen gegangen sei er, als B._____ 

E._____ zu Boden geschlagen habe. Es sei ein Tumult mit mehreren Personen 

gewesen. Er habe nie jemanden getreten. Warum er von H._____ entsprechend 

belastet werde, wisse er nicht (Urk. 67 S. 3 ff.).  

- 12 - 

4. Aussagen von F._____ 

F._____ wurde am 22. November 2012 durch die Staatsanwaltschaft als Zeuge 

einvernommen. Dabei führte er aus, er kenne B._____ nicht. C._____ kenne er 

seit ca. zwei bis drei Monaten flüchtig. A._____ kenne er seit längerem. Er sei ein 

Kollege von ihm. Sie würden ab und zu abmachen. E._____ kenne er ebenfalls. 

Er sei auch ein Kollege von ihm. Er sei mit keinem verwandt oder verschwägert. 

Am 26. August 2012 sei er mit einem Kollegen, G._____, auf der Terrasse gewe-

sen, weil er eines habe rauchen wollen. Weiter hinten hätten sie ein paar Leute 

gesehen, die etwas lauter diskutiert hätten. Sie hätten rüber geschaut und sich zu 

diesen Leuten begeben. Während dem "Rübergehen" habe er gesehen wie 

B._____ und E._____ sich gegenüber gestanden seien. Er habe auch gesehen, 

wie B._____ E._____ ins Gesicht geschlagen habe. E._____ sei ein bisschen re-

tour gegangen. Ob er runter gegangen sei, wisse er nicht mehr. Er (gemeint 

E._____) habe zurückgeschlagen. E._____ und B._____ hätten sich dann gegen-

seitig geschlagen. Es hätten sich dann noch mehr Leute eingemischt. Er, der 

Zeuge, wisse nicht, wer sich noch alles eingemischt habe. Es sei einfach ein 

grosses Gerangel gewesen. Es seien ziemlich viele Leute dort gewesen und es 

sei ein ziemlich grosses Durcheinander gewesen. Als sich die Situation ein biss-

chen beruhigt habe, habe er sich umgedreht, weil er E._____ gesucht habe. Er 

habe nicht gesehen, ob B._____ noch von anderen Personen geschlagen worden 

sei. Es habe viele Leute dort gehabt und es sei dunkel gewesen. Er habe auch 

nicht gesehen, was passiert sei, bevor B._____ E._____ geschlagen habe, aus-

ser dass die beiden diskutiert und sich gegenübergestanden seien. Vor dem 

Schlag von B._____ sei nichts passiert. Es seien nur diese beiden dort gewesen. 

Es sei kein Gedränge gewesen. Er habe den ersten Schlag gesehen. Nachher 

habe es ein Geschubse und Gedränge gegeben. Er wisse nicht, was nach dem 

Schlag passiert sei (Urk. 9/1). 

5. Aussagen von G._____ 

G._____ führte als Zeuge am 22. November 2012 aus, er kenne B._____ nicht. 

C._____ kenne er durch einen Kollegen. Sie seien aber keine Kollegen. A._____ 

und E._____ seien Kollegen von ihm. Sie würden sich ab und zu sehen. Er sei mit 

- 13 - 

keinem der vier verwandt oder verschwägert. Er und F._____ seien draussen am 

Rauchen gewesen. Es habe eine verbale Auseinandersetzung gegeben, bei wel-

cher E._____ beteiligt gewesen sei. Geschlagen worden sei noch nicht. Er sei auf 

diese Personen zugegangen. Es seien etwa drei bis vier Personen dort gestan-

den. Während dem Hingehen habe er gesehen, wie B._____ E._____ einen 

Faustschlag ins Gesicht verpasst habe. Nachher habe die Schlägerei begonnen. 

E._____ sei dann auch auf B._____ losgegangen. Man habe gar nicht mehr ge-

nau erkennen können, wer wen geschlagen habe. Er und F._____ seien dann da-

zwischen gegangen. Sie hätten versucht, die Leute voneinander zu trennen. Das 

Ganze sei dann verbal weitergegangen. Man habe sich bedroht und beleidigt und 

sei auch etwas handgreiflich geworden. B._____ sei dann plötzlich auf dem Bo-

den gewesen. Er sei ca. zwei Meter neben ihm gewesen und habe geblutet. Er, 

G._____, sei zu B._____ hingegangen und habe sich ab dem Moment nur noch 

um ihn gekümmert. B._____ sei von E._____ geschlagen worden. Er habe nicht 

gesehen, was dazu geführt habe, dass B._____ zu Boden gegangen sei 

(Urk. 9/2). 

6. Aussagen von H._____ 

H._____ sagte am 7. September 2012 bei der Stadtpolizei Zürich aus, er habe 

zusammen mit B._____ den Club verlassen. Sie hätten zu seinem Auto gehen 

wollen, welches hinter dem Gebäude parkiert gewesen sei. Als sie auf den Park-

platz gekommen seien, habe er C._____, den Beschuldigten und einen weiterer 

Typ neben einer Schuttmulde stehen sehen. Auf einmal habe er gesehen, dass 

C._____ einen Schlagstock ausgefahren habe. Er habe B._____ stehen lassen 

und sei auf C._____ zugegangen. Er habe C._____ gefragt, wen er damit schla-

gen wolle. Dieser habe gesagt, er solle ihn in Ruhe lassen. Er habe die Hand, in 

welcher C._____ den Schlagstock gehalten habe, festgehalten und die Hand und 

ihn an sein Auto gedrückt. C._____ habe erneut gesagt, er solle ihn in Ruhe las-

sen. Er, H._____, habe dann über seine Schulter nach hinten geschaut und ge-

sehen, dass B._____ bereits am Boden gelegen sei. Der Unbekannte habe mit 

den Fäusten auf B._____ eingeschlagen. Der Beschuldigte sei gestanden und 

habe mit den Füssen gegen B._____ getreten. Er habe C._____ losgelassen und 

sei zu B._____ gerannt. Er habe dessen Kopf beschützen wollen und gesagt, sie 

- 14 - 

sollen aufhören, er werde die Polizei rufen. Plötzlich habe ihm der Unbekannte 

ebenfalls die Faust ins Gesicht geschlagen. In dieser Zeit habe C._____ mit dem 

Schlagstock auf B._____ eingeschlagen. Dann sei I._____ gekommen und habe 

C._____ weggezogen. Es seien weitere Personen dazugekommen. J._____ habe 

dann gefragt, wer ihn (gemeint B._____) geschlagen habe. Der Beschuldigte und 

der Unbekannte hätten gesagt, sie seien es gewesen. Der Unbekannte habe ca. 

fünf bis sechs Mal mit der Faust an den Kopf geschlagen. Der Beschuldigte habe 

zwei bis drei Mal mit dem Fuss gegen den Kopf und nachher gegen den Rücken 

und die Beine getreten. C._____ habe ca. drei bis vier Mal mit dem Stock im 

Rückenbereich geschlagen. Den Beschuldigten kenne er vom Club D._____. Er 

habe ihn vorher nicht mit Namen gekannt. Das habe er erst nachher von seinen 

Kollegen erfahren. C._____ kenne er gut; bestimmt schon drei bis vier Jahre. Sie 

beide kämen aus der gleichen Stadt in Serbien. Er habe noch nie Probleme mit 

ihm gehabt. Der Unbekannte sei ein Kollege des Beschuldigten. Er habe ihn dort 

das erste Mal gesehen. Der Unbekannte heisse mit Spitznamen "E._____". Er, 

H._____, habe einen Schlag auf das rechte Ohr erhalten und habe Blut im Ohr 

gehabt. Es habe einige Tage weh getan. Er habe vor Ort nichts erwähnt, weil er 

nichts damit zu tun haben wollte. Er kenne C._____ und habe einfach keine Prob-

leme haben wollen. Darum habe er zuerst auch nicht sagen wollen, wer es gewe-

sen sei (Urk. 9/5). 

Als Zeuge führte H._____ am 22. November 2012 vor der Staatsanwaltschaft aus, 

er kenne B._____ von früher. Sie seien nicht befreundet. Den Beschuldigten ken-

ne er von der Disco. C._____ kenne er schon länger. Er sei nicht mit ihm be-

freundet. E._____ habe er an jenem Abend zum ersten Mal gesehen. Er sei mit 

keiner dieser vier Personen verwandt oder verschwägert. Am 26. August 2012 

habe er mit B._____ nach Hause gehen wollen. Sie seien zum Parkplatz in Rich-

tung des Autos gegangen. Beim Parkplatz habe er C._____, den Beschuldigten 

und E._____ gesehen. Er habe gesehen, wie C._____ einen Schlagstock hervor-

genommen habe, sei zu ihm hingegangen und habe ihn gefragt, was er mit dem 

Schlagstock machen wolle. Er habe ihn am Arm gegen das Auto gedrückt und 

dann gesehen, dass B._____ schon am Boden gelegen sei. Er habe C._____ 

losgelassen und sei zu den anderen beiden gegangen, weil er B._____ habe 

- 15 - 

schützen wollen. Der Beschuldigte und E._____ seien bereits dort gewesen. Sie 

hätten ihn geschlagen. Dann sei C._____ gekommen und habe auch dreinge-

schlagen. Er habe mit dem Schlagstock geschlagen. Alle drei hätten dreinge-

schlagen. Er habe zu B._____ gewollt, habe gesagt, sie sollen aufhören, sonst 

würde er die Polizei rufen. Er sei zwischen den Beschuldigten und E._____ ge-

standen. In dem Moment habe er von E._____ einen Schlag gegen sein rechtes 

Ohr erhalten. Er habe sich zu B._____ gebückt und die anderen Kollegen seien 

aus der Disco gekommen. J._____ habe gefragt, wer B._____ geschlagen habe. 

Der Beschuldigte habe geantwortet, er habe B._____ geschlagen. Er, H._____, 

habe gesehen, dass C._____ mit einem Schlagstock B._____ drei bis vier Mal im 

Bereich des Rückens geschlagen habe (Urk. 9/6). 

III. Aussagewürdigung 

1. Bei der Abklärung des Wahrheitsgehalts von Partei- und Zeugenaussagen 

hat sich in der Rechtsprechung die so genannte Aussageanalyse durchgesetzt 

(vgl. BGE 129 I 49 E. 5 f.). Ausgangspunkt ist der Umstand, dass die wahre und 

die falsche Schilderung eines Sachverhalts unterschiedliche geistige Leistungen 

erfordern. Es liess sich nachweisen, dass Aussagen über selbst erlebte Ereignis-

se sich deshalb in ihrer Qualität von Aussagen unterscheiden, die auf nicht erleb-

ten Vorgängen beruhen. Wahre Aussagen über selbst Erlebtes weisen so ge-

nannte Realitätskriterien auf; umgekehrt zeigen sich bei Aussagen über nicht 

selbst Erlebtes so genannte Phantasie- oder Lügensignale (vgl. die Hinweise in 

den zitierten Bundesgerichtsentscheiden, insb. Volker DITTMANN, in: Plädoyer 

2/1997, S. 28 ff., m.w.H.; vgl. auch BENDER/NACK/TREUER, Tatsachenfeststellung 

vor Gericht, 3. Auflage, München 2007, N 294 ff.). Realitätskriterien sind zum Bei-

spiel Detailreichtum, Originalität (im Sinne von Einzigartigkeit), Kohärenz und 

Homogenität trotz einer natürlichen Sprunghaftigkeit. Phantasiesignale sind zum 

Beispiel Kargheit der Schilderung, vor allem der Begleitumstände, andererseits 

Übertreibungen und namentlich übertriebene Bestimmtheit (DITTMANN, a.a.O.; 

BENDER/NACK/TREUER, a.a.O.; und BENDER, Die häufigsten Fehler bei der Beurtei-

lung von Zeugenaussagen, in: SJZ 81 (1985), S. 56). Zu prüfen ist, ob die aussa-

- 16 - 

gende Person unter Berücksichtigung aller Umstände, ihrer intellektuellen Leis-

tungsfähigkeit und ihrer Motive ihre Aussage auch machen könnte, ohne dass ein 

realer Erlebnishintergrund besteht. Dabei ist in Betracht zu ziehen, dass die 

Schilderung eines Ereignisses sich aus wirklich Erlebtem und aus Unwahrem zu-

sammensetzen kann. Eine besondere Bedeutung kommt schliesslich der Bewer-

tung der Entstehungsgeschichte der Aussagen ("Aussagegenese") zu (BGE 129 I 

49 E. 6; DITTMANN, a.a.O., S. 33). 

Entsprechend dem Grundsatz "im Zweifel für den Angeklagten" verlangt das Bun-

desgericht, dass bei der Würdigung der Aussagen von der Hypothese ausgegan-

gen wird, "dass die Aussage nicht realitätsbegründet" sein könne (BGE 129 I 49 

E. 5 f.). Es könne erst dann angenommen werden, die Aussage sei wahr, wenn 

die Prüfung ergebe, "dass diese Unwahrheitshypothese (Nullhypothese) mit den 

erhobenen Fakten nicht übereinstimmen kann". Das heisst: Die Hypothese, die 

Aussagen seien unwahr, muss widerlegt werden. Solange sie nicht widerlegt wer-

den kann, muss – zugunsten des Beschuldigten – davon ausgegangen werden, 

die Aussagen seien unwahr. 

Bei der Beurteilung der Glaubhaftigkeit der Aussagen von Beschuldigten ist so-

wohl auf ihren jeweiligen Inhalt als auch auf das Aussageverhalten in seiner Ge-

samtheit abzustellen. In Bezug auf seine generelle Glaubwürdigkeit ist zu berück-

sichtigen, dass der Beschuldigte – direkt in das vorliegende Strafverfahren invol-

viert und an seinem Ausgang naturgemäss am meisten interessiert –versucht sein 

könnte, sich durch seine Aussagen in einem möglichst günstigen Licht erscheinen 

zu lassen. Entsprechend sind seine Aussagen mit der gebotenen Zurückhaltung 

zu würdigen. Dies darf jedoch nicht zur Folge haben, dass der generelle Schluss 

gezogen wird, die Aussagen eines Beschuldigten seien deshalb stets mit grosser 

oder grösster Zurückhaltung zu würdigen. Dies liefe auf eine rechtsstaatlich un-

haltbare Benachteiligung des Beschuldigten hinaus, indem zumindest der An-

schein oder Eindruck erweckt würde, man glaube ihm von vornherein weniger als 

etwa einem Belastungszeugen. Die besondere Motivationslage ist dennoch inso-

fern von Belang, als der Beschuldigte bei einzelnen Sachverhaltsbereichen ein 

zusätzliches und offenkundiges Interesse haben kann, nicht die Wahrheit zu sa-

- 17 - 

gen, was bei einem blossen Zeugen in der Regel nicht der Fall ist. Andererseits 

darf auch dem Opfer oder weiteren Beteiligten nicht einfach mit dem Hinweis, sie 

hätten als Zeuge bzw. Privatkläger (Auskunftsperson) unter Strafandrohung aus-

gesagt, eine erhöhte Glaubwürdigkeit attestiert werden. Eine andere Beurteilung 

würde dazu führen, dem Opfer oder weiteren Beteiligten generell eine erhöhte 

Glaubwürdigkeit zuzusprechen, was allen strafprozessualen Grundsätzen wider-

spräche. 

2. Zunächst gilt es festzuhalten, dass die ersten gegen den Beschuldigten ver-

wertbaren Einvernahmen ab dem 7. September 2012 erfolgten. Der Beschuldigte 

selber wurde erstmals am 14. September 2012 einvernommen. Zwischen dem 

Vorfall vom 26. August 2012 und den ersten Einvernahmen vergingen rund zwei 

bis drei Wochen. Unter diesen Umständen kann nicht ausgeschlossen werden, 

dass sich die Beteiligten (inkl. Beschuldigter) abgesprochen haben könnten. Völlig 

unabhängige Personen, welche das Tatgeschehen beobachtet haben, gibt es vor-

liegend keine. 

3. Gemäss Angaben des Beschuldigten ist E._____ ein sehr guter Freund von 

ihm. C._____ kennt er. Dieser ist ein Kollege von ihm, ebenso wie G._____. Der 

Beschuldigte kennt B._____ vom Club. B._____ mache Probleme. Der Beschul-

digte könnte demnach geneigt sein, E._____ und C._____ zu entlasten bzw. de-

ren Tatbeitrag in einem für diese günstigeren Licht darzustellen. 

F._____ hat als Zeuge unter der Strafandrohung von Art. 307 StGB ausgesagt. Er 

kennt den Beschuldigten seit längerem und bezeichnet diesen als Kollegen. 

E._____ ist ebenfalls ein Kollege von F._____. F._____ kennt C._____ flüchtig 

seit ungefähr dem Vorfall. B._____ kennt er nicht. Auch zum Zeugen F._____ gilt 

es daher anzumerken, dass er zumindest die Handlungen von E._____ und des 

Beschuldigten, eventuell auch von C._____, in einem für diese günstigeren Licht 

darzustellen versuchen könnte. Der Vorinstanz ist jedoch beizupflichten, dass er 

grundsätzlich glaubwürdig ist (vgl. Urk. 48 S. 11). 

Auch G._____ wurde als Zeuge unter der Strafandrohung von Art. 307 StGB ein-

vernommen. Er bezeichnet den Beschuldigten und E._____ als Kollegen. Zudem 

- 18 - 

kennt er C._____ durch einen Kollegen, bezeichnet ihn allerdings nicht als seinen 

Kollegen. B._____ kennt er nicht. Auch G._____ könnte daher geneigt sein, den 

Beschuldigten und E._____ zu entlasten. G._____ ist – mit der Vorinstanz 

(Urk. 48 S. 11) – indes grundsätzlich glaubwürdig. 

H._____ wurde ebenfalls als Zeuge unter der Strafandrohung von Art. 307 StGB 

einvernommen. Er kennt B._____ von früher, ist mit ihm jedoch nicht befreundet. 

Zudem kennt er C._____ gut, bestimmt schon drei bis vier Jahre. Beide würden 

aus der gleichen Stadt in Serbien kommen. Trotzdem sei er mit ihm nicht be-

freundet. Den Beschuldigten kennt er von der Disco. E._____ hat er beim Vorfall 

zum ersten Mal gesehen. Obwohl H._____ drei der vier Beteiligten kennt, ist er 

gemäss eigenen Angaben mit keinem von ihnen befreundet. H._____ ist daher – 

wiederum mit der Vorinstanz (Urk. 48 S. 12) – als grundsätzlich glaubwürdig an-

zusehen. 

Aufgrund der persönlichen Beziehungen sowie der Tatsache, dass zumindest 

H._____ beim Vorfall alkoholisiert war, sind die Aussagen der Beteiligten mit einer 

gewissen Zurückhaltung zu würdigen bzw. sind Erinnerungslücken aufgrund des 

Alkoholkonsums möglich. Zur Glaubwürdigkeit der aussagenden Personen ist je-

doch wesentlich, dass die Beteiligten nicht einfach zwei rivalisierenden Lagern 

angehören, welche offensichtlich die eine Gruppe belastet und die andere entlas-

tet. Wie bereits erwähnt gibt es keine unabhängigen Augenzeugen des Vorfalls. 

4. Die Aussagen des Beschuldigten sind wenig konstant. Zu Recht verwies die 

Vorinstanz darauf, dass der Beschuldigte im Laufe der Untersuchung offensicht-

lich falsch ausgesagt habe, als er behauptet habe, er sei es gewesen, der 

E._____ ins Spital gebracht habe (Urk. 48 S. 13). Der Beschuldigte sagte weiter 

nicht konstant aus, indem er zunächst ausführte, er habe zwei bis drei Meter hin-

ter ihm gehört, wie einer umgefallen sei. Als er sich umgedreht habe, sei E._____ 

mit blutendem Gesicht am Boden gelegen (Urk. 7/1 S. 2). Gemäss einer späteren 

Einvernahme will der Beschuldigte gesehen haben, wie B._____ auf E._____ ein-

geschlagen und E._____ zu Boden gefallen sei (Urk. 13/9 S. 2 f.). Sodann soll 

E._____ einen Meter hinter dem Beschuldigten gestanden sein. Der Beschuldigte 

will gesehen haben, wie E._____ "nach hinten gezuckt" und umgefallen sei 

- 19 - 

(Urk. 7/2 S. 7). Ebenso wenig konstant sind die Ausführungen des Beschuldigten 

zur Stärke des Schlages, den er B._____ verabreicht hat. So führte der Beschul-

digte zunächst aus, er anerkenne, dass der Nasenbeinbruch, welcher B._____ er-

litten habe, von ihm stamme. Er habe einen starken Schlag (Urk. 7/1 S. 5). An-

lässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung machte der Beschuldigte jedoch 

geltend, sein Faustschlag sei nicht massiv gewesen. Er habe nicht fest geschla-

gen (Prot. I S. 12). Heute erklärte er nun, er habe B._____ einen gezielten Schlag 

versetzt (Urk. 67 S. 7). Ebenso widersprüchlich sind die Aussagen des Beschul-

digten in der Frage, weshalb er B._____ die Faust ins Gesicht geschlagen hat. 

Zunächst führte der Beschuldigte aus, als er zu seinem Kollegen gewollt habe, 

habe ihm B._____ eins schlagen wollen. Er habe ihm ausweichen können und 

dann habe er ihm eine verpasst (Urk. 7/1 S. 2). Später ergänzt der Beschuldigte, 

er habe B._____ die Faust ins Gesicht geschlagen; dies als Reaktion nachdem 

B._____ gegen ihn geschlagen habe und er ausgewichen sei (Urk. 7/1 S. 5). 

Erstmals an der Haftrichterverhandlung erwähnte der Beschuldigte, dass ihn der 

Schlag von B._____ getroffen habe, wenn auch nur leicht. Daraufhin habe er ihm 

eine verpasst (Urk. 13/9 S. 3). In der Einvernahme vom 10. Oktober 2012 führte 

der Beschuldigte aus, er sei zu E._____ gegangen, um ihm aufzuhelfen. Dann sei 

er von B._____ geschlagen worden. Auf der Seite des Kopfes habe er ihn leicht 

erwischt. Er habe allerdings halbwegs ausweichen können. Wenn er nicht ausge-

wichen wäre, hätte er ihn voll im Gesicht erwischt. E._____ sei blutüberströmt 

gewesen und er habe bei ihm einen Nasenbeinbruch vermutet. Deshalb habe er 

B._____ eines verpasst, aus Reaktion (Urk. 7/2 S. 8). In der gleichen Einvernah-

me fügte er noch an, er habe wegen seinem Kollegen in Not gehandelt (Urk. 7/2 

S. 13). Anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung sagte der Beschuldigte, 

B._____ habe E._____ zu Boden geschlagen. Er sei dazwischen gegangen und 

habe E._____ aufhelfen wollen. Dann sei B._____ auf ihn zugekommen und habe 

ihn ebenfalls schlagen wollen. Er sei ausgewichen, sei aber mit der Faust am 

Kopf gestreift worden. Dann habe er einfach – als Reaktion – einen frontalen 

Schlag gemacht (Prot. I S. 10). Als B._____ auf ihn zugekommen sei, habe er 

sich irgendwie wehren müssen. Sein Schlag sei kein Angriffsschlag, sondern ein 

Schlag, um ihn zu schützen gewesen. Er habe nur helfen wollen, weil B._____ 

- 20 - 

E._____ zu Boden geschlagen habe. B._____ sei dann ohne Grund auf ihn los-

gekommen (Prot. I S. 13). Heute erklärte der Beschuldigte, B._____ habe um sich 

geschlagen, weshalb er sich habe wehren müssen. Er sei B._____s Faust aus-

gewichen und habe ihn auf die Nase geschlagen. Er habe den Schlag abgege-

ben, um sich selber und E._____ zu schützen (Urk. 67 S. 3). Es fällt auf, dass der 

Beschuldigte seine Aussagen mit dem Fortgang der Untersuchung immer mehr 

zu seinen Gunsten abändert. Das Aussageverhalten des Beschuldigten wirkt da-

her – sowie aufgrund der zahlreichen widersprüchlichen und nicht stimmigen 

Aussagen – nicht überzeugend. 

Sodann ist mit der Vorinstanz (Urk. 48 S. 13) davon auszugehen, dass der Be-

schuldigte versucht, seine Rolle beim Vorfall herunterzuspielen. Einerseits betont 

der Beschuldigte mehrfach, B._____ habe sich am Schlimmsten verletzt, als er 

nach dem Schlag durch ihn nochmals aufgestanden und ohne Fremdeinwirkung 

wie ein "Stock" nach hinten gefallen sei (Urk. 7/1 S. 3 und S. 8), was von keiner 

anderen Person (und auch vom Beschuldigten anlässlich der heutigen Beru-

fungsverhandlung nicht; Urk. 67 S. 3 ff.) bestätigt wird. Wie der Beschuldigte dies 

zu beurteilen vermag, wenn die einzige sichtbare Verletzung von B._____ die blu-

tende Nase war, die nicht vom Sturz, sondern von einem Faustschlag herrührte, 

bleibt unerfindlich. Andererseits zeigt sich das Herunterspielen seiner Rolle auch 

daran, dass er erst anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung und erst auf 

Nachfrage hin erwähnte, dass er B._____ erst kurze Zeit vor dem Vorfall aus dem 

Club gerufen habe, um ihn wegen dessen offenstehenden Hemdes zurechtzuwei-

sen (Prot. I S. 11). 

Neben den aufgezeigten Widersprüchen und dem Herunterspielen seiner eigenen 

Rolle beim Vorfall, welche seine Aussagen als wenig glaubhaft erscheinen lassen, 

gibt es auch erhebliche Widersprüche zu den Aussagen der übrigen Beteiligten. 

Darauf wird noch einzugehen sein. 

5. Bezüglich des Aussageverhaltens F._____s erwog die Vorinstanz, dass die-

ser eher vorsichtig und zurückhaltend ausgesagt und teilweise auch nur zögerlich 

Angaben gemacht habe. Es seien insgesamt keine Anhaltspunkte ersichtlich, 

dass der Zeuge unwahre Angaben gemacht habe. Seine Aussagen seien grund-

- 21 - 

sätzlich glaubhaft (Urk. 48 S. 15). Diesen Ausführungen ist beizupflichten. Es 

macht zwar den Eindruck, als habe er seine Kollegen nicht mehr belasten wollen. 

Trotzdem wirkt seine Schilderung der Auseinandersetzung zwischen dem Privat-

kläger und E._____ lebensnah. Auf seine Aussagen ist somit abzustellen.  

6. Auch G._____ habe zurückhaltend ausgesagt, auch mal eingeräumt, wenn 

er etwas nicht gewusst habe oder sich nicht sicher gewesen sei. Im Allgemeinen 

seien auch bei ihm keine Lügensignale erkennbar. Seine Aussagen seien somit 

ebenfalls grundsätzlich glaubhaft (Urk. 48 S. 15). Auch diese Erwägungen im an-

gefochtenen Entscheid zum Aussageverhalten G._____s sind zutreffend und 

können übernommen werden.  

7. Hinsichtlich H._____ zog die Vorinstanz in Erwägung, dass er im Kern 

gleichlautend, differenziert und lebensnah ausgesagt habe. Er habe ebenfalls zu-

gegeben, wenn er sich nicht sicher gewesen sei, und habe Mutmassungen als 

solche deklariert, wobei er diese darüber hinaus auch schlüssig habe erklären 

können. Für die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen spreche auch seine Erklärung, 

weshalb er zunächst nichts zum Vorfall habe sagen wollen. Er habe diesbezüglich 

ausgeführt, er sei mit C._____ bekannt und stamme aus der gleichen Stadt wie 

selbiger. Er habe versucht Probleme zu vermeiden und deshalb mit dem Vorfall 

nichts zu tun haben wollen (Urk. 48 S. 15). Auch diese Ausführungen treffen zu. 

Es entsteht nämlich der Eindruck, H._____ habe den von ihm geschilderten 

Sachverhalt so erlebt. Auch übt er keine Zurückhaltung in der Belastung von Kol-

legen. Ein Motiv, weshalb er diese ungerechtfertigt belasten sollte, ist nicht er-

sichtlich. Aufgrund des Gesagten haben seine Aussagen als glaubhaft zu gelten. 

8. Anhand der diversen Aussagen ist zu klären, wie sich der Ablauf des inkri-

minierten Vorfalls darstellt. 

F._____ führte dazu aus, er habe gehört wie ein paar Leute etwas lauter diskutiert 

hätten. Während dem Hingehen habe er gesehen, wie sich B._____ und E._____ 

gegenübergestanden seien und B._____ E._____ einen Schlag ins Gesicht ge-

geben habe. E._____ sei dann ein bisschen retour gegangen. Ob er runter ge-

gangen sei, wisse er nicht mehr. E._____ habe zurückgeschlagen und B._____ 

- 22 - 

und E._____ hätten sich dann gegenseitig geschlagen (Urk. 9/1 S. 3). G._____ 

machte gleichlautende Aussagen. Es habe zunächst eine verbale Auseinander-

setzung gegeben, an der E._____ beteiligt gewesen sei (Urk. 9/2 S. 3). Demge-

genüber führte H._____ aus, er habe zusammen mit B._____ den Club verlassen. 

Beim Parkplatz habe er den Beschuldigten, C._____ und E._____ gesehen 

(Urk. 9/5 S. 2; Urk. 9/6 S. 3 f.). Von einem Schlag von B._____ gegen E._____ 

sagte H._____ nichts. Dies ist auch nicht weiter erstaunlich, weil er sich dann auf 

C._____ konzentrierte. Wenig glaubhaft erscheinen die Aussagen des Beschul-

digten, E._____ sei mit blutendem Gesicht am Boden gelegen und er habe ihm 

aufhelfen wollen, sowie, dass er nichts davon wisse, dass E._____ an jenem 

Abend geschlagen habe, weil er dies gar nicht gekonnt habe, da er ja am Boden 

gelegen sei, nachdem B._____ ihm eines geschlagen habe (Urk. 7/1; vgl. auch 

Urk. 67 S. 5). F._____ führte dazu nämlich aus, E._____ habe, nachdem er einen 

Schlag von B._____ gekriegt habe, zurückgeschlagen (Urk. 9/1). Gleiches sagte 

auch G._____ (Urk. 9/2). Schliesslich betonte auch der Beschuldigte selber mehr-

fach, es habe einen Tumult bzw. ein Handgemenge mit mehreren Beteiligten ge-

geben (Urk. 67 S. 4, S. 5 und S. 6), wobei das Handgemenge bereits vor seinem 

Schlag (an B._____) begonnen habe; deshalb sei er dazwischen gegangen und 

habe helfen wollen (a.a.O. S. 6).  

Was den weiteren Ablauf des Geschehens anbelangt, führten F._____ und 

G._____ übereinstimmend aus, dass sich nach den gegenseitigen Schlägen zwi-

schen B._____ und E._____ noch mehr Leute eingemischt hätten und es ein 

grosses Gerangel gegeben habe (Urk. 9/1 S. 3; Urk. 9/2 S. 3). Dass es im Rah-

men dieses Gerangels zu einem Schlag von B._____ gegen den Beschuldigten 

gekommen ist, hat zwar niemand geschildert, lässt sich jedoch auch nicht wider-

legen und erscheint nicht abwegig, zumal der Beschuldigte ausführte, er habe 

sich in das Handgemenge begeben, um die Leute zu trennen, und B._____ habe 

um sich geschlagen und jeden provoziert, der ihm entgegengekommen sei 

(Urk. 67 S. 3, S. 4 und S. 7). Aufgrund der widersprüchlichen Äusserungen des 

Beschuldigten ist betreffend der Umstände seines Faustschlages auf die zuerst 

geäusserte und damit am tatnächsten erfolgte Aussage abzustellen, zumal auch 

jene Versionen, bei welchen E._____ am Boden gelegen haben soll, den Aussa-

- 23 - 

gen von F._____ und G._____ widersprechen. Es ist daher davon auszugehen, 

dass der Beschuldigte dem Schlag von B._____ vollständig ausgewichen ist und 

als Reaktion darauf diesem einen Faustschlag ins Gesicht verpasste (so auch die 

Aussage des Beschuldigten anlässlich der Berufungsverhandlung; Urk. 67 S. 3). 

Auszuschliessen ist indes – entgegen den Behauptungen des Beschuldigten – ei-

ne eigentliche Notwehrsituation aufgrund eines Angriffs B._____s. Vielmehr ist 

davon auszugehen, dass es bereits vor dem Eingreifen des Beschuldigten zu ei-

nem Handgemenge gekommen ist, in welches der Beschuldigte eingriff, da er 

E._____ zu Hilfe kommen wollte. Im Rahmen dieses Handgemenges, anlässlich 

welchem B._____ gemäss Aussagen des Beschuldigten "um sich schlug" (Urk. 67 

S. 3), kassierte der Beschuldigte einen Schlag B._____s bzw. wich diesem eben 

aus. Auf diesen Schlag antwortete der Beschuldigte mit einem gezielten Schlag in 

dessen Gesicht (vgl. Urk. 67 S. 7). Von einem eigentlichen Angriff B._____s ist 

somit nicht auszugehen.  

Der Beschuldigte gab zu, B._____ mit der Faust ins Gesicht geschlagen und ei-

nen Nasenbeinbruch verursacht zu haben. Dies bestätigte er auch heute (Urk. 67 

S. 3). Durch diesen Faustschlag fiel B._____ zu Boden. Für die Zeit, in der 

B._____ am Boden lag, führte H._____ aus, dass E._____ diesem mit der Faust 

fünf bis sechs Mal gegen den Kopf und der Beschuldigte mit den Füssen zwei bis 

drei Mal gegen den Kopf und nachher gegen den Rücken und die Beine geschla-

gen habe. C._____ habe mit dem Schlagstock drei bis vier Mal gegen den Rü-

cken geschlagen (Urk. 9/5 S. 2 f.; Urk. 9/6 S. 4 f.). G._____ kümmerte sich weni-

ge Sekunden, nachdem B._____ auf den Boden fiel, um diesen. Er hat zwar auf-

grund des Gerangels nicht gesehen, ob und wer den am Boden liegenden 

B._____ geschlagen hat, führte allerdings auch nicht aus, dass dieser nochmals 

aufgestanden sei. Das vom Beschuldigten geschilderte nochmalige Aufstehen 

von B._____ ist daher nicht glaubhaft, zumal der Beschuldigte selber schilderte, 

B._____ sei wie eine Kerze zu Boden gefallen, und sogar mutmasste, dessen 

weitere Verletzungen (neben dem Nasenbeinbruch) würden vom Aufprall auf den 

Boden stammen (Urk. 67 S. 8). 

- 24 - 

Aufgrund diverser Widersprüche und Ungereimtheiten erscheinen die Aussagen 

des Beschuldigten wenig glaubhaft und es kann nicht auf sie abgestellt werden. 

Nicht zu zweifeln ist jedoch an der Zugabe des Beschuldigten, wonach er 

B._____ einen Faustschlag ins Gesicht gab, wodurch dieser einen Nasenbein-

bruch erlitt (was auch seitens der Verteidigung konzediert wird; Urk. 68 S. 9). Es 

sind nämlich keine Anhaltspunkte ersichtlich, weshalb sich der Beschuldigte 

selbst zu Unrecht belasten sollte. 

Die Verteidigung wendete ein, es gebe zahlreiche Mitbeteiligte, die keine Tritte 

des Beschuldigten gegen B._____ gesehen hätten und die ihn somit nicht belas-

ten würden (vgl. Urk. 68 S. 6 ff.). Dies trifft grundsätzlich zu. Lediglich H._____ 

schilderte Fusstritte des Beschuldigten gegen B._____. Dieser Argumentation ist 

jedoch entgegen zu halten, dass eine nicht belastende Aussage noch nicht zwin-

gend eine entlastende Aussage darstellt. Nur weil F._____ und G._____ keine 

Tritte des Beschuldigten schilderten, bedeutet nicht, dass nicht dennoch Tritte 

ausgeführt wurden. Angesichts des Tumultes, der zweifellos entstanden ist, ist 

ohne Weiteres denkbar, dass sie die Tritte schlichtweg nicht gesehen haben, weil 

sie ihre Aufmerksamkeit just in jenem Moment auf Anderes bzw. auf einen ande-

ren Teil der (tätlichen) Auseinandersetzung richteten. Die konkreten Schilderun-

gen von H._____ werden dadurch nicht in Zweifel gezogen. 

Aufgrund der glaubhaften Aussagen von F._____, G._____ und H._____ sowie 

der Zugaben und Ausführungen des Beschuldigten ist davon auszugehen, dass 

der Beschuldigte mit C._____ und E._____ beim Parkplatz stand. Dann kam der 

stark betrunkene B._____ zusammen mit H._____ aus dem Club, ging auf die 

Gruppe mit dem Beschuldigten zu und murmelte etwas. Es gab dann eine verbale 

Auseinandersetzung. Daraufhin schlug B._____ E._____ die Faust ins Gesicht, 

worauf ein Handgemenge bzw. eine wechselseitige tätliche Auseinandersetzung 

entstand. Der Beschuldigte mischte sich dann in das Geschehen ein, wich einem 

Schlag von B._____ aus und verpasste diesem einen gezielten Faustschlag ins 

Gesicht, wodurch B._____ einen Nasenbeinbruch erlitt. Als B._____ nach dem 

Faustschlag auf dem Boden lag, hat E._____ mit der Faust fünf bis sechs Mal ge-

gen den Kopf geschlagen und der Beschuldigte mit den Füssen zwei bis drei Mal 

- 25 - 

gegen den Kopf sowie den Rücken und die Beine getreten. C._____ hat dann mit 

einem Schlagstock den am Boden liegenden B._____ drei bis vier Mal gegen den 

Rücken geschlagen. 

IV. Rechtliche Würdigung 

1. Gemäss Art. 133 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geld-

strafe bestraft, wer sich an einem Raufhandel beteiligt, der den Tod oder die Kör-

perverletzung eines Menschen zur Folge hat. Nicht strafbar ist, wer ausschliess-

lich abwehrt oder die Streitenden scheidet. 

2. Ein Raufhandel ist eine wechselseitige tätliche Auseinandersetzung von 

mindestens drei Personen, die den Tod oder die Körperverletzung eines Men-

schen zur Folge hat. Ein Streit zwischen zwei Personen wird zum Raufhandel, 

wenn ein Dritter tätlich eingreift. Strafbar ist, wer sich beteiligt, d.h. wer aktiv am 

Raufhandel teilnimmt in einer Weise, die geeignet ist, die Auseinandersetzung zu 

fördern bzw. deren Intensität zu steigern. So ist auch derjenige Beteiligter, der vor 

der Erfüllung der objektiven Strafbarkeitsbedingung – den Tod oder die Körper-

verletzung eines Menschen – vom Raufhandel ausscheidet, da seine bisherige 

Mitwirkung die Streitfreudigkeit der Beteiligten gesteigert hat, so dass die dadurch 

erhöhte Gefährlichkeit der Schlägerei regelmässig auch über die Dauer der Betei-

ligung einzelner Personen hinaus fortwirkt. Darüber hinaus gilt auch der Abweh-

rende als Beteiligter. Er ist gemäss Art. 133 Abs. 2 StGB nicht strafbar. Aber nur 

wer sich völlig passiv verhält, ist von der Bestimmung nicht erfasst (BGE 131 IV 

150 E. 2.1; 106 IV 246 E. 3b, d und e; je mit Hinweisen). 

Tätliche Auseinandersetzungen zwischen mehr als zwei Personen sind oft derart 

unübersichtlich, dass sich nicht nachweisen lässt, wer die Körperverletzung oder 

den Tod einer Person verursacht hat. Sinn und Zweck von Art. 133 StGB ist, in 

solchen Situationen zu verhindern, dass die Verantwortlichen straflos bleiben. 

Aufgrund der Beweisschwierigkeiten ist bereits die Beteiligung am Raufhandel un-

ter Strafe gestellt. Es handelt sich beim Raufhandel mithin um ein abstraktes Ge-

fährdungsdelikt, obschon ein Erfolg eintreten muss. Dieser Verletzungserfolg ist 

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=6B_435%2F2010&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F131-IV-150%3Ade&number_of_ranks=0%23page150
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=6B_435%2F2010&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F131-IV-150%3Ade&number_of_ranks=0%23page150
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=6B_435%2F2010&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F106-IV-246%3Ade&number_of_ranks=0%23page246

- 26 - 

objektive Strafbarkeitsbedingung (MAEDER in: BSK Strafrecht II, 3. Auflage, Basel 

2013, Art. 133 N 7 ff.). 

Der Beschuldigte verpasste B._____ einen Faustschlag ins Gesicht und führte 

anschliessend noch Fusstritte gegen den am Boden liegenden B._____ aus. Da-

mit hat er sich aktiv an der Auseinandersetzung beteiligt, diese gefördert bzw. de-

ren Intensität gesteigert. Mit dem Beschuldigten, dem Privatkläger, E._____ und 

C._____ haben sich mindestens vier Personen an der Auseinandersetzung betei-

ligt. Wie bereits erwähnt zog sich B._____ im Rahmen der tätlichen Auseinander-

setzung einen Nasenbeinbruch zu. Diese Verletzung genügt den Anforderungen 

der objektiven Strafbarkeitsbestimmung. Der objektive Tatbestand des Raufhan-

dels ist damit erfüllt. 

3. In subjektiver Hinsicht erfordert der Tatbestand Vorsatz, wobei Eventualvor-

satz genügt (MAEDER in: BSK Strafrecht II, a.a.O., Art. 133 N 21). Nach ständiger 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist Eventualvorsatz gegeben, wenn der Täter 

den Eintritt des Erfolgs beziehungsweise die Tatbestandsverwirklichung für mög-

lich hält, aber dennoch handelt, weil er den Erfolg für den Fall seines Eintritts in 

Kauf nimmt, sich mit ihm abfindet, mag er ihm auch unerwünscht sein. Der Rich-

ter darf vom Wissen des Täters auf den Willen schliessen, wenn sich dem Täter 

der Eintritt des Erfolgs als so wahrscheinlich aufdrängte, dass die Bereitschaft, ihn 

als Folge hinzunehmen, vernünftigerweise nur als Inkaufnahme des Erfolgs aus-

gelegt werden kann (BGE 133 IV 222 E. 5.3 mit Hinweisen). 

Der Vorsatz betreffend Raufhandel muss sich nur auf die objektiven Tatbestands-

merkmale beziehen, nicht aber auf die Todes- oder Körperverletzungsfolge, da es 

sich hierbei um eine objektive Strafbarkeitsbedingung handelt (BGE 118 IV 227 

E. 5b mit Hinweisen; MAEDER in: BSK Strafrecht II, a.a.O., Art. 133 N 21). Es ge-

nügt, wenn der Täter damit rechnet, dass sich mehr als zwei Personen an der tät-

lichen Auseinandersetzung beteiligen (BGE 106 IV 246 E. 3b). 

Was der Täter wusste, wollte und in Kauf nahm, betrifft sog. innere Tatsachen 

und ist damit Tatfrage. Rechtsfrage ist hingegen, ob gestützt auf die festgestellten 

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=6B_435%2F2010&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-IV-222%3Ade&number_of_ranks=0%23page222
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=6B_435%2F2010&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F118-IV-227%3Ade&number_of_ranks=0%23page227
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=6B_435%2F2010&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F106-IV-246%3Ade&number_of_ranks=0%23page246

- 27 - 

Tatsachen Fahrlässigkeit, Eventualvorsatz oder direkter Vorsatz gegeben ist (vgl. 

BGE 133 IV 9 E. 4.1 mit Hinweisen). 

Der Beschuldigte war von Beginn der Auseinandersetzung an anwesend. Er 

konnte die zunächst verbale Auseinandersetzung zumindest mitverfolgen. Als die 

verbale Auseinandersetzung in ein Handgemenge überging, ist der Beschuldigte 

gemäss eigenen Angaben dazwischen gegangen und hat versucht, die Streiten-

den auseinanderzubringen. Als der Beschuldigte alsdann bemerkte, dass 

E._____ von B._____ einen Faustschlag ins Gesicht erhielt und blutete und er 

selbst einem Schlag von B._____ ausweichen konnte, reagierte der Beschuldigte, 

indem er B._____ seinerseits einen gezielten Faustschlag ins Gesicht verpasste. 

Durch diesen Faustschlag erlitt B._____ einen Nasenbeinbruch und ging zu Bo-

den. Der Beschuldigte und weitere Beteiligte schlugen und traten dann auf den 

wehrlos am Boden liegenden B._____ ein. Indem der Beschuldigte zu Beginn die 

Streitenden auseinanderzubringen suchte, handelte er besonnen, war sich jedoch 

auch der tätlichen Auseinandersetzung und der Tatsache bewusst, dass mindes-

tens zwei Personen eine Auseinandersetzung hatten. Als der Beschuldigte so-

dann selber tätlich an der Auseinandersetzung teilnahm, erfolgte dies mit Wissen 

und Willen, und somit mit direktem Vorsatz. Dass sich B._____ durch seinen 

Faustschlag Verletzungen zuziehen konnte, war dem Beschuldigten bewusst. 

Auch nahm er in Kauf, dass sich bei der tätlichen Auseinandersetzung weitere 

Personen verletzen bzw. B._____ noch weitere Verletzungen erleiden konnten. 

Der subjektive Tatbestand des Raufhandels ist damit erfüllt. Der Beschuldigte 

macht jedoch geltend, lediglich schlichtend eingegriffen und Angriffe abgewehrt 

zu haben. Zudem beruft er sich auf die Rechtfertigungsgründe der Notwehr und 

der Notwehrhilfe. 

4. Gemäss Art. 133 Abs. 2 StGB bleibt straflos, wer als Teilnehmer an einem 

Raufhandel ausschliesslich abwehrt oder die Streitenden scheidet. Entscheidend 

ist mithin, dass als einziges Ziel des Betreffenden erkennbar sein muss, sich oder 

einen Dritten zu verteidigen oder Streitende zu trennen. Dabei darf er durch sein 

Verhalten den Kampf weder provozieren noch fördern und muss so versuchen, 

die einem Raufhandel immanenten Risiken wenigstens nicht zu erhöhen, wenn 

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=6B_435%2F2010&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-IV-9%3Ade&number_of_ranks=0%23page9

- 28 - 

nicht gar zu beseitigen (BGE 131 IV 150 E. 2.1.2). Wer diese Grenze überschrei-

tet, heizt die tätliche Auseinandersetzung hingegen weiter an und aktualisiert so 

die damit verbundene Gefahr für Leib und Leben. 

Der Beschuldigte hat gemäss eigenen Angaben zunächst schlichtend einge-

griffen. Als Antwort auf den von B._____ gegen den Beschuldigten gerichteten 

Schlag, welchem der Beschuldigte gemäss erstelltem Sachverhalt ausweichen 

konnte, versetzte der Beschuldigte B._____ einen gezielten Faustschlag ins Ge-

sicht. Von einem Abwehrschlag kann daher nicht mehr ausgegangen werden. 

B._____ war zudem stark betrunken. Der Beschuldigte relativierte diesbezüglich 

zwar, B._____ sei nicht stark betrunken gewesen in dem Sinne, als er getaumelt 

wäre (Urk. 67 S. 7). Ein gezielter Angriff auf den Beschuldigten, welcher während 

dem Faustschlag noch andauerte oder unmittelbar bevorstand, ist aber dennoch 

weder konkret behauptet noch überzeugend dargetan. Selbst der Beschuldigte 

schilderte keine aktuelle Bedrohungssituation. Er spricht denn auch von einer Re-

aktion auf den missglückten Schlag von B._____ (Urk. 67 S. 3 f.). Mit seinem 

Schlag, welcher B._____ ausser Gefecht setzte, förderte er die tätliche Auseinan-

dersetzung. Der Faustschlag des Beschuldigten war daher ein eigentlicher An-

griffsschlag. Zudem ist erstellt, dass der Beschuldigte nachher dem bereits am 

Boden liegenden B._____ noch Fusstritte versetzte. Selbst wenn dem Beschul-

digten zugestanden würde, sich mit dem Faustschlag gegen einen aus seiner 

Sicht ungerechtfertigten Angriff verteidigt zu haben, überschritt er die Grenzen der 

reinen Abwehr, indem er nachher noch Tritte gegen B._____ ausführte. Mit jedem 

weiteren Schlag bzw. Tritt trug er zur Fortdauer der Auseinandersetzung bei. Er 

kann sich daher weder auf Notwehr noch darauf, dass er ausschliesslich abweh-

rend oder die Streitenden trennend eingegriffen habe, berufen. 

Das Gleiche gilt für die Geltendmachung der Notwehrhilfe zugunsten von E._____ 

(Urk. 67 S. 4; Urk. 68 S. 13). Nach Darstellung des Beschuldigten lag E._____ mit 

blutender Nase auf dem Boden (Urk. 67 S. 4 und S. 5). Der Beschuldigte vermu-

tete, dass B._____ E._____ einen Nasenbeinbruch zugefügt habe. Aus diesem 

Grund will der Beschuldigte B._____ einen Faustschlag versetzt haben. Dass der 

am Boden liegende E._____ von B._____ erneut angegriffen wird bzw. dieser mit 

- 29 - 

weiteren Schlägen oder dergleichen rechnen musste, erscheint angesichts der 

gesamten Situation (Tumult bzw. Handgemenge mit diversen Beteiligten) nicht 

plausibel. Hätte der Beschuldigte B._____ einen Faustschlag ins Gesicht gege-

ben, weil er vermutete, E._____ habe sich einen Nasenbeinbruch zugezogen, so 

müsste zudem von einem eigentlichen Vergeltungsschlag gesprochen werden. 

Unter diesen Umständen lag keine Notwehrhilfesituation vor. 

Insgesamt liegen somit keine Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe vor. 

Der Beschuldigte ist daher des Raufhandels im Sinne von Art. 133 Abs. 1 StGB 

schuldig zu sprechen. 

V. Sanktion 

1. Strafrahmen 

Die Vorinstanz hat den gesetzlichen Strafrahmen von Art. 133 Abs. 1 StGB kor-

rekt angeführt und die allgemeinen Grundregeln der Ausfällung einer Verbin-

dungsstrafe zutreffend umschrieben. Es kann darauf verwiesen werden (Urk. 48 

S. 18 f.). Es liegen keine Strafschärfungs- und Strafmilderungsgründe vor, wes-

halb die Strafe innerhalb des ordentlichen Strafrahmens auszufällen ist. 

2. Strafzumessung 

Die Vorinstanz hat die allgemeinen Grundsätze der Strafzumessung zutreffend 

wiedergegeben, weshalb auf das vorinstanzliche Urteil verwiesen werden kann 

(Urk. 48 S. 19 f.). 

2.1 Bei der objektiven Tatschwere ist zu berücksichtigen, dass B._____ einen 

Nasenbeinbruch erlitt. Erschwerend kommt hinzu, dass der Beschuldigte nach ei-

nem gezielten Faustschlag ins Gesicht weiter auf den wehrlos am Boden liegen-

den B._____ mit den Füssen einschlug (Tritte) und ein weiterer Beteiligter ihn mit 

einem Schlagstock traktierte, was doch einige kriminelle Energie zeigt. Der Be-

schuldigte war zwar nicht Initiant der Auseinandersetzung, förderte diese jedoch 

mit seinem Tatbeitrag. Insgesamt nahmen mindestens vier Personen an der tätli-

- 30 - 

chen Auseinandersetzung teil. Das objektive Verschulden des Beschuldigten ist 

noch als leicht zu bezeichnen. 

2.2 Bei der subjektiven Tatschwere ist festzustellen, wie dem Täter die objektive 

Tatschwere tatsächlich anzurechnen ist. Zum subjektiven Verschulden gehören 

etwa die Frage der Schuldfähigkeit, die Intensität des verbrecherischen Willens, 

das Motiv sowie das Mass an Entscheidungsfreiheit. 

a) Es liegen keine Anhaltspunkte für eine verminderte Schuldfähigkeit vor. Eine 

solche wurde auch nicht geltend gemacht. 

b) Was die Intensität des verbrecherischen Willens anbelangt, so beteiligte sich 

der Beschuldigte mit direktem Vorsatz an der tätlichen Auseinandersetzung. 

c) Zu seinen Beweggründen für die Tat äusserte sich der Beschuldigte nicht. 

Er betonte zwar immer wieder, dass er lediglich die Streitenden schlichten wollte. 

Aufgrund des erstellten Sachverhalts ist jedoch nicht davon auszugehen. Das Mo-

tiv der Tat ist nach Ansicht des Beschuldigten, dass B._____ die Freundin von 

C._____ angemacht habe. Obwohl der Beschuldigte B._____ kurz vor der Tat 

wegen seines offenen Hemdes rügte, ist davon auszugehen, dass die Tat nicht 

geplant war und der Beschuldigte sich ohne ersichtlichen Anlass und wohl als 

spontane Kurzschlussreaktion an der tätlichen Auseinandersetzung beteiligte. 

d) Weiter ist das Mass an Entscheidungsfreiheit des Beschuldigten zu berück-

sichtigen. Je leichter es für ihn gewesen wäre, die von ihm übertretene Norm zu 

respektieren, desto schwerer wiegt seine Entscheidung gegen sie und damit sei-

ne Schuld (BGE 127 IV 101 E. 2a). Der Beschuldigte handelte weder in schwerer 

Bedrängnis noch unter dem Eindruck einer schweren Drohung. Er besass somit 

hinsichtlich des Entscheides, sich an der tätlichen Auseinandersetzung zu beteili-

gen, jegliche Entscheidungsfreiheit. 

e) Insgesamt wird die objektive Tatschwere durch die subjektiven Komponen-

ten minim relativiert. 

- 31 - 

2.3 Zusammenfassend ist das Verschulden des Beschuldigten als noch leicht zu 

qualifizieren. Die Vorinstanz hat die hypothetische Einsatzstrafe für das Tatver-

schulden auf 120 Tage zuzüglich eine Busse festgelegt. Dies erscheint aufgrund 

des Tatverschuldens als angemessen. 

2.4 Täterkomponente 

a) Zum Vorleben und den persönlichen Verhältnissen kann auf die Akten sowie 

die entsprechenden Ausführungen der Vorinstanz (Urk. 48 S. 21) verwiesen wer-

den. Anlässlich der Berufungsverhandlung ergab sich, dass der Beschuldigte nun 

verheiratet ist. Zudem gab er an, nicht mehr temporär bei K._____ AG, sondern 

direkt bei der L._____ angestellt zu sein. Sein Einkommen belaufe sich zurzeit auf 

Fr. 6'300.– brutto, wobei er 13 Monatslöhne erhalte (Urk. 67 S. 1 f.). 

Aus dem Werdegang des Beschuldigten und seinen persönlichen Verhältnissen 

ergeben sich keine strafzumessungsrelevanten Faktoren. 

b) Der Beschuldigte weist weder in der Schweiz noch im Ausland Vorstrafen 

auf (Urk. 49; Urk. 67 S. 2). Die Vorstrafenlosigkeit wirkt sich strafzumessungs-

neutral aus. 

c) Nachtatverhalten 

Bei der Strafzumessung ist auch das Nachtatverhalten eines Täters zu beachten. 

Darunter fallen das Verhalten nach der Tat sowie im Strafverfahren. Insbesondere 

wirken ein Geständnis, das kooperative Verhalten eines Täters bei der Aufklärung 

von Straftaten sowie die Einsicht und aufrichtige Reue strafmindernd (WIPRÄCHTI-

GER/KELLER in: BSK Strafrecht I, 3. Auflage, Basel 2013, Art. 47 N 169). 

Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist ein Geständnis zugunsten 

des Täters zu berücksichtigen, wenn es auf Einsicht in das begangene Unrecht 

oder auf Reue schliessen lässt oder der Täter dadurch zur Tataufdeckung über 

den eigenen Tatanteil beiträgt (BGE 121 IV 202 E. 2d/cc). Diese Praxis beruht auf 

der Überlegung, dass Geständnisse zur Vereinfachung und Verkürzung des Ver-

fahrens und zur Wahrheitsfindung beitragen können. Ein Verzicht auf Strafminde-

rung kann sich demgegenüber deshalb aufdrängen, wenn das Geständnis die 

- 32 - 

Strafverfolgung nicht erleichterte, namentlich weil der Täter nur aufgrund der er-

drückenden Beweislage oder gar erst nach Ausfällung des erstinstanzlichen Ur-

teils geständig wurde (Urteil des Bundesgerichts 6B_426/2010 vom 22. Juli 2010, 

E. 1.5). Der Beschuldigte gab von allem Anfang an zu, B._____ einen Faust-

schlag ins Gesicht gegeben zu haben. Eine weitere Beteiligung an der tätlichen 

Auseinandersetzung bestritt er vehement. Auch die Vorinstanz erwog, der Be-

schuldigte habe sich sowohl im Vorverfahren als auch an der Hauptverhandlung 

nur teilweise geständig gezeigt. Zudem mache er einen Rechtfertigungsgrund gel-

tend. Er sehe somit seine Tat als gerechtfertigt an und sei sich keiner Schuld be-

wusst (Urk. 48 S. 21). Dem ist beizupflichten. In der Untersuchung verhielt sich 

der Beschuldigte weder kooperativ noch erleichterte er diese. Auch zeigte er sich 

während des gesamten Verfahrens weder einsichtig noch reuig. Nie äusserte er 

auch nur ein Wort des Bedauerns den Geschädigten betreffend. Somit kann das 

Nachtatverhalten für das teilweise Geständnis lediglich leicht strafmindernd be-

rücksichtigt werden. 

d) Schliesslich ist die Wirkung der Strafe auf das Leben des Beschuldigten zu 

berücksichtigen. Damit ist die Strafempfindlichkeit des Täters angesprochen. Die 

Berücksichtigung der Strafempfindlichkeit kommt namentlich in Betracht, wenn 

der Täter aus medizinischen Gründen wie Krankheit, Alter oder Haftpsychose be-

sonders empfindlich ist (Urteil des Bundesgerichts 6P.161/2004/6S.428/2004 vom 

16. März 2005, E. 3.4.6). 

Es sind keinerlei Anhaltspunkte für eine erhöhte Strafempfindlichkeit des Be-

schuldigten ersichtlich und es wurden auch keine solchen vorgebracht. 

e) Aufgrund der Täterkomponente ist insgesamt eine leichte Strafminderung 

angezeigt. 

2.5 Insgesamt erweist sich die von der Vorinstanz vorgenommene Strafminde-

rung von 120 auf 90 Tage zuzüglich einer Busse als angemessen bzw. ist eine 

Bestrafung des Beschuldigten mit 90 Tagen angesichts seines Verschuldens mit 

Sicherheit nicht übersetzt. Aufgrund der Strafhöhe ist die Strafe in Form einer 

Geldstrafe auszufällen. Der Beschuldigte ist daher mit einer Geldstrafe von 90 

- 33 - 

Tagessätzen sowie einer Busse zu bestrafen. Einer Anrechnung der erstandenen 

Untersuchungshaft steht nichts entgegen (Art. 51 StGB), weshalb 70 Tagessätze 

als durch Untersuchungshaft geleistet gelten. 

2.6 Tagessatzhöhe 

Die Höhe des Tagessatzes bestimmt sich nach den persönlichen und wirtschaftli-

chen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des Urteils, namentlich nach Ein-

kommen und Vermögen, Lebensaufwand, allfälligen Familien- und Unter-

stützungspflichten sowie nach dem Existenzminimum (Art. 34 Abs. 2 StGB). Aus-

gangspunkt für die Bemessung bildet das Einkommen, das dem Täter durch-

schnittlich an einem Tag zufliesst. Was gesetzlich geschuldet ist oder dem Täter 

wirtschaftlich nicht zufliesst, ist abzuziehen, so laufende Steuern, die Beiträge an 

die obligatorische Kranken- und Unfallversicherung, sowie die notwendigen Be-

rufsauslagen bzw. die branchenüblichen Geschäftsunkosten. Das so errechnete 

Nettoeinkommen ist um die Unterhalts- und Unterstützungsbeiträge zu reduzie-

ren, soweit der Täter diesen tatsächlich nachkommt. Anderweitige finanzielle Las-

ten können nur im Rahmen der persönlichen Verhältnisse berücksichtigt werden. 

Grössere Zahlungsverpflichtungen des Täters, die schon unabhängig von der Tat 

bestanden haben, fallen dabei grundsätzlich ausser Betracht. Insbesondere kön-

nen Abzahlungs- und Leasingverpflichtungen, aber auch Hypothekar- und Miet-

zinse in der Regel nicht in Abzug gebracht werden. Fehlendes oder vorhandenes 

Vermögen wirkt sich in der Regel auf die Höhe des Tagessatzes ebenso wenig 

aus wie der Lebensaufwand. Beide Kriterien dienen lediglich als Hilfsargumente 

bei der Bemessung des strafrechtlich relevanten Nettoeinkommens, und zwar 

dann, wenn der Lebensunterhalt nicht aus Einkommen finanziert wird bzw. die 

Einkommensverhältnisse geschätzt werden müssen (BGE 134 IV 60 E. 6). 

Der Beschuldigte verdient monatlich durchschnittlich brutto ca. Fr. 6'800.– inkl. 

13. Monatslohn. Mangels weiterer Angaben zu seinen finanziellen Verhältnissen, 

ist davon auszugehen, dass er Fr. 200.– für die Krankenkasse und Fr. 300.– für 

Steuern je monatlich bezahlt. Unterhalts- und Unterstützungsbeiträge hat der Be-

schuldigte keine geltend gemacht. Es ergäbe sich daher eine Tagessatzhöhe von 

sicherlich mehr als die von der Vorinstanz berechneten Fr. 100.–. Aufgrund des 

- 34 - 

Verschlechterungsverbotes (Art. 391 Abs. 2 StPO) ist der Tagessatz jedoch bei 

Fr. 100.– zu belassen. 

2.7 Busse 

Betreffend die Busse kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz 

verwiesen werden. Die ausgesprochene Busse von Fr. 500.– erscheint angemes-

sen, ebenso die Ersatzfreiheitsstrafe von fünf Tagen für den Fall der schuldhaften 

Nichtbezahlung der Busse. 

VI. Vollzug 

Die Vorinstanz gewährte dem Beschuldigten den bedingten Strafvollzug, was 

schon aufgrund des Verschlechterungsverbotes zu bestätigen ist. Die Probezeit 

wurde auf das gesetzliche Minimum von zwei Jahren beschränkt, was ebenfalls 

zu bestätigen ist. 

VII. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1. Die von der Vorinstanz festgesetzte Entscheidgebühr wie auch die Gebühr 

für das Vorverfahren (§ 14 Abs. 1 lit. a GebV OG; § 4 GebV StrV) und die Ausla-

gen der Untersuchung sind angemessen und zu bestätigen. Auf die Höhe des 

Honorars des amtlichen Verteidigers wird nachfolgend eingegangen. Nachdem 

das vorinstanzliche Urteil bestätigt wird, ist die erstinstanzliche Kostenauflage an 

den Beschuldigten ebenfalls zu bestätigen. 

2. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wurde am 21. September 2012 für die Dauer 

der Haft als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten bestellt (Urk. 15/5). Die Haft-

entlassung des Beschuldigten erfolgte am 22. November 2012 (Urk. 13/20). Über 

die Art der Verteidigung herrschte Unklarheit. So bezeichnete die Staatsanwalt-

schaft Rechtsanwalt lic. iur. X._____ noch im Strafbefehl vom 12. Juli 2013 als 

amtlichen Verteidiger. Erst die Vorinstanz berichtigte dies und verlangte vom Ver-

teidiger eine Vollmacht für die erbetene Verteidigung. In der Folge reichte weder 

- 35 - 

Rechtsanwalt lic. iur. X._____ vor der Urteilsfällung durch die Vorinstanz eine Ho-

norarnote für die Zeit der amtlichen Verteidigung ein, noch forderte die Vorinstanz 

den Verteidiger auf, eine Honorarnote einzureichen bzw. seine Aufwendungen zu 

beziffern. Die Vorinstanz setzte dann in ihrem Urteil vom 2. Dezember 2013 auf-

grund der vom Bundesgericht bestimmten Einheit des Urteils die Entschädigung 

für die amtliche Verteidigung auf Fr. 1'200.– (inklusive Barauslagen und Mehr-

wertsteuer) fest. Im Nachgang zur Eröffnung des Urteils vor Vorinstanz reichte der 

Verteidiger noch am gleichen Tag seine bezifferte Honorarnote ein (Urk. 38). Ge-

gen die Höhe des Honorars wurde sowohl Berufung als auch Beschwerde erho-

ben. Festzuhalten ist, dass der amtliche Verteidiger sein Honorar durch die Nicht-

einreichung seiner Honorarnote vor Urteilsfällung nicht verwirkt hat. 

Gemäss Art. 135 Abs. 1 StPO wird die amtliche Verteidigung nach dem Anwalts-

tarif des Bundes oder desjenigen Kantons entschädigt, in dem das Strafverfahren 

geführt wurde. Vorliegend dauerte das amtliche Mandat lediglich für die Dauer der 

Haft, weshalb sich die Gebühr nach § 16 Abs. 1 AnwGebV nach dem notwendi-

gen Zeitaufwand bemisst. Der Verteidiger macht insgesamt einen Zeitaufwand 

von 16,06 Stunden geltend, wobei gemäss Aufstellung lediglich 15,61 Stunden 

auf die Dauer der Haft entfallen (Urk. 38). In dieser Zeit besuchte der Verteidiger 

den Beschuldigten drei Mal im Gefängnis, wobei offenbar der erste Besuch im 

Hinblick auf die Mandatsübernahme und der dritte Besuch zur Klärung der Man-

datsübernahme durch einen anderen Anwalt einer anderen Anwaltskanzlei erfolg-

te. Unter diesem Aspekt sind drei Besuche während einer 70 Tage dauernden 

Untersuchungshaft zu entschädigen. Auch die Dauer der Besuche inkl. Weg er-

scheint angemessen. Diese beträgt insgesamt sechs Stunden. Sodann entfallen 

1,53 Stunden für Kontakte mit den zwei Arbeitgebern des Beschuldigten, was an-

gesichts der Dauer der Untersuchungshaft ebenfalls nicht übermässig ist. Am 

22. November 2012 fanden diverse Einvernahmen statt. Inklusive Weg und Vor-

besprechung macht der Verteidiger dafür 5,55 Stunden geltend, was nach Über-

prüfung mit den Einvernahmeprotokollen ausgewiesen ist (da sich die Vorladun-

gen und Zuführbefehle nicht in den Akten befinden, ist eine genauere Überprü-

fung nicht möglich). Daneben sind noch ca. 2,5 Stunden für Eingaben, Aktenstu-

dium und Kontakte zu Polizei und Staatsanwalt aufgeführt. Auch diese Aufwen-

- 36 - 

dungen sind nicht übermässig und daher zu entschädigen. Insgesamt ist der Ver-

teidiger für sein amtliches Mandat mit 15,61 Stunden à Fr. 200.– zu entschädigen. 

Dazu kommen noch Barauslagen von Fr. 71.40, Fotokopien im Betrage von 

Fr. 8.– und Gebühren für Post, Telefon und Telefax von Fr. 35.50 (jene vom 

22. Juli 2013 sind nicht zu entschädigen). Unter Einbezug der Mehrwertsteuer von 

8 % (Fr. 258.95) ist Rechtsanwalt lic. iur. X._____ für die Dauer des amtlichen 

Mandats mit Fr. 3'495.85 zu entschädigen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung 

sind unter dem Nachforderungsvorbehalt von Art. 135 Abs. 4 StPO auf die Ge-

richtskasse zu nehmen. 

3. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'000.–  

anzusetzen (Art. 424 Abs. 1 StPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 und § 14 Abs. 1 

lit. a GebV OG). 

4. Ausgangsgemäss sind die Kosten des Rechtsmittelverfahrens vollumfäng-

lich – trotz Obsiegens beim Honorar für die amtliche Verteidigung, welches aber 

keine andere Kostenauflage rechtfertigt – dem Beschuldigten aufzuerlegen 

(Art. 428 Abs. 1 StPO). 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig des Raufhandels im Sinne von 

Art. 133 Abs. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu 

Fr. 100.–, wovon 70 Tagessätze als durch Untersuchungshaft geleistet gel-

ten, sowie mit einer Busse von Fr. 500.–.  

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf zwei 

Jahre festgesetzt.  

4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von fünf Tagen. 

- 37 - 

5. Die erstinstanzliche Kostenfestsetzung (Dispositiv-Ziffer 5) wird, mit Aus-

nahme der Kosten für die amtliche Verteidigung, bestätigt. 

6. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird als amtlicher Verteidiger des Beschuldig-

ten für die Dauer der Haft mit Fr. 3'495.85 (einschliesslich Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

7. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'000.–. 

8. Die Kosten der Untersuchung und der gerichtlichen Verfahren in beiden In-

stanzen werden, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung ge-

mäss Dispositiv-Ziffer 6, dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtli-

chen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. 
Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten im Sinne von Art. 135 

Abs. 4 StPO bleibt vorbehalten. 

9. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten 
(übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich (übergeben) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten 
− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich  

− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A 
− die KOST Zürich mittels Formular „Löschung des DNA-Profils und Ver-

nichtung des ED-Materials“ zwecks Löschung des DNA-Profils 

− die III. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich in das Ver-
fahren UP130065, unter Rücksendung der Akten (Urk. 62).  

- 38 - 

10. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Strafkammer 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. S. Volken 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. S. Maurer 
 

 

	Urteil vom 27. Oktober 2014
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig des Raufhandels im Sinne von Art. 133 Abs. 1 StGB.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 100.–, wovon 70 Tagessätze durch Haft erstanden sind, sowie mit einer Busse von Fr. 500.–.
	3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
	4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen.
	5. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
	Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
	6. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt.
	7. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Bemühungen als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten für die Dauer der Haft mit Fr. 1'200.– (einschliesslich Barauslagen sowie  8% MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt.
	8. Die Kosten der amtlichen Verteidigung gemäss Ziffer 7 werden auf die Gerichtskasse  genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.
	9. (Mitteilungen)
	10. (Rechtsmittel)
	1. Das angefochtene Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 2. Dezember 2013 sei aufzuheben.
	2. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf des Raufhandels im Sinne von Art. 133 Abs. 1 StGB freizusprechen.
	3. Der Beschuldigte sei für die von ihm erlittene Untersuchungshaft von 70 Tagen mit einer Genugtuung von Fr. 14'000.– zu entschädigen.
	Dem Beschuldigten sei sodann der erlittene Schaden von Fr. 14'950.– aus der Staatskasse zu entschädigen.
	Dem Beschuldigten seien ferner die Kosten für die erbetene Verteidigung im Umfang von Fr. 4'685.50 aus der Staatskasse zu entschädigen.
	4. Die Kosten der Untersuchung sowie die Kosten des gerichtlichen (erstinstanzlichen und obergerichtlichen) Verfahrens inkl. der amtlichen Verteidigung seien zulasten des Staates zu verfügen.
	5. Die Entschädigung für die amtliche Verteidigung sei auf Fr. 3'602.20 festzulegen.
	6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MwSt. zulasten des Staates.
	Vollumfängliche Bestätigung des Urteils des Einzelrichters am Bezirksgericht Zürich vom 2. Dezember 2013.
	Eventualiter: Gutheissung der Berufung insoweit, als ein die von der Vorinstanz zugesprochene Entschädigung der amtlichen Verteidigung übersteigender Betrag ausgewiesen ist.
	Erwägungen:
	I. Prozessuales
	II. Sachverhalt
	III. Aussagewürdigung
	IV. Rechtliche Würdigung
	V. Sanktion
	VI. Vollzug
	VII. Kosten- und Entschädigungsfolgen
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig des Raufhandels im Sinne von Art. 133 Abs. 1 StGB.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 100.–, wovon 70 Tagessätze als durch Untersuchungshaft geleistet gelten, sowie mit einer Busse von Fr. 500.–.
	3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf zwei Jahre festgesetzt.
	4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von fünf Tagen.
	5. Die erstinstanzliche Kostenfestsetzung (Dispositiv-Ziffer 5) wird, mit Ausnahme der Kosten für die amtliche Verteidigung, bestätigt.
	6. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten für die Dauer der Haft mit Fr. 3'495.85 (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt.
	7. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'000.–.
	8. Die Kosten der Untersuchung und der gerichtlichen Verfahren in beiden Instanzen werden, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung gemäss Dispositiv-Ziffer 6, dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden einstwe...
	9. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich (übergeben)
	 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich
	 die Vorinstanz
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A
	 die KOST Zürich mittels Formular „Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials“ zwecks Löschung des DNA-Profils
	 die III. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich in das Verfahren UP130065, unter Rücksendung der Akten (Urk. 62).

	10. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.