# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3a20ba67-7662-5c14-a645-b3beca7463e6
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-10-29
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Verwaltungskommission 29.10.2014 VO140147
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_004_VO140147_2014-10-29.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
Präsident    
 
 

Geschäfts-Nr.: VO140147-O/U 

 

Mitwirkend: Der Obergerichtspräsident lic. iur. R. Naef sowie  

die Gerichtsschreiberin lic. iur. A. Leu 

 

 

Urteil vom 29. Oktober 2014 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Gesuchstellerin 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

 

 

betreffend Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
 

- 2 - 

Erwägungen: 

1. Ausgangslage 

1.1. Mit Eingabe vom 24. Oktober 2014 liess A._____ (nachfolgend: Gesuchstel-

lerin) durch ihren Rechtsvertreter beim Präsidenten des Obergerichts des 

Kantons Zürich um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Be-

stellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes für ein beim Friedensrich-

teramt Meilen anhängig gemachtes Schlichtungsverfahren gegen die 

B._____ AG betreffend missbräuchliche Kündigung (Entschädigung) ersu-

chen (act. 1 und act. 4/2). 

1.2. Im Schlichtungsverfahren werden gemäss Art. 113 Abs. 1 ZPO keine Partei-

entschädigungen gesprochen, weshalb auch eine Sicherheit für die Partei-

entschädigung i.S.v. Art. 99 ZPO nicht zur Frage steht. Die Gegenpartei ist 

daher gemäss Art. 119 Abs. 3 ZPO e contrario nicht zwingend anzuhören. 

2. Beurteilung des Gesuchs  

2.1. Für die Beurteilung von Gesuchen um unentgeltliche Rechtspflege vor Ein-

reichung der Klage bei Gericht ist gemäss § 128 GOG der Obergerichtsprä-

sident im summarischen Verfahren (Art. 119 Abs. 3 ZPO) zuständig. Die un-

entgeltliche Rechtspflege ist gemäss Art. 119 Abs. 5 ZPO vor jeder Instanz 

neu zu beantragen, weshalb der Obergerichtspräsident diese bei Vorliegen 

der Anspruchsvoraussetzungen nur bis zum Abschluss des Schlichtungsver-

fahrens bewilligen kann. 

2.2. Eine Person hat Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn sie einer-

seits nicht über die erforderlichen Mittel verfügt (sog. "Mittellosigkeit" oder 

"Bedürftigkeit") und andererseits ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos er-

scheint (Art. 117 ZPO). Die Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsverbei-

ständung setzt zusätzlich voraus, dass diese zur Wahrung der Rechte der 

gesuchstellenden Person notwendig ist (Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO). 

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 Für die Beurteilung der fehlenden Aussichtslosigkeit des Begehrens in der 

Hauptsache als zweite Voraussetzung ist eine gewisse Prozessprognose 

notwendig, wobei auf den Zeitpunkt der Gesuchseinreichung abzustellen ist. 

Als aussichtslos sind dabei nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 

Prozessbegehren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich 

geringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft be-

zeichnet werden können (vgl. z.B. BGE 69 I 160). Die fehlende Aussichtslo-

sigkeit ist glaubhaft zu machen (Botschaft ZPO, S. 7303). Dabei sind die 

Rechtsbegehren und der massgebende Sachverhalt in geraffter Form anzu-

geben. Zudem hat sich die gesuchstellende Partei über ihre Beweismittel 

hinsichtlich der Anspruchsvoraussetzungen von Art. 117 ZPO zu äussern, 

wobei sie im Hinblick auf  ihre Mitwirkungspflicht schon mit dem Gesuch die 

relevanten Urkunden einzureichen hat (BSK ZPO-Rüegg, Art. 119 N 1).  

2.3. Zur Begründung ihrer Klage in der Hauptsache lässt die Gesuchstellerin 

vorbringen, die Beklagte, ihre ehemalige Arbeitgeberin, habe das Arbeits-

verhältnis mit ihr, der Gesuchstellerin, wegen einer Eigenschaft gekündigt, 

welche ihr kraft ihrer Persönlichkeit zustehe. Sie sei mehrere Jahre mit dem 

Verwaltungsratspräsidenten der Beklagten verheiratet gewesen. Die Kündi-

gung seitens der Beklagten sei ausgesprochen worden, nachdem sie, die 

Gesuchstellerin, die Scheidung eingereicht habe. Die Kündigung sei von ih-

rem Ehegatten persönlich unterzeichnet worden (act. 1 Rz II.C.14).  

2.4. Die Gesuchstellerin legt den der Beklagten in der Hauptsache vorgeworfe-

nen Sachverhalt zwar im Einzelnen dar, unterlässt es aber, ihre Ausführun-

gen soweit möglich mittels Dokumenten nachzuweisen. Namentlich hat sie 

davon abgesehen, einen allfälligen Arbeitsvertrag, das Kündigungsschreiben 

vom 27. Dezember 2013 sowie ihre Einsprache vom 31. März 2014 ins 

Recht zu reichen. Eine summarische Überprüfung, ob der gegenüber der 

Beklagten erhobene Vorwurf der missbräuchlichen Kündigung und der gel-

tend gemachte Anspruch auf Entschädigung von Beginn weg aussichtslos 

sind oder nicht, ist unter diesen Umständen nicht möglich. Eine Fristanset-

zung zur Nachreichung der massgebenden Belege drängt sich aufgrund der 

- 4 - 

anwaltlichen Vertretung nicht auf (vgl. hierzu Urteil der I. Zivilkammer des 

Obergerichts des Kantons Zürich vom 25. September 2013, Verfahren 

RU120030-O, E. 5; Urteil des Bundesgerichts 4A_114/2013 vom 20. Juni 

2013 E. 4.3.1 und 4.3.2). Aus dem Umstand, dass die Gesuchstellerin die 

massgeblichen Belege im Schlichtungsverfahren einreichte (vgl. act. 4/2), 

kann sie sodann nichts zu ihren Gunsten ableiten, da dies nicht ausreicht, 

um der Mitwirkungspflicht gerecht zu werden (hierzu das besagte Urteil der 

I. Zivilkammer vom 25. September 2013, RU120030-O, E. 5a). Mangels aus-

reichender glaubhafter Darlegung des Begehrens in der Hauptsache kann 

somit nicht davon ausgegangen werden, ein Obsiegen der Gesuchstellerin 

erscheine beträchtlich wahrscheinlicher als ein Unterliegen. Das Gesuch um 

unentgeltliche Rechtspflege ist daher infolge Verletzung der Mitwirkungs-

pflicht bei der Darlegung der fehlenden Aussichtslosigkeit abzuweisen. Der 

Gesuchstellerin ist es jedoch unbenommen, bei einem allfälligen Verfahren 

vor Bezirksgericht erneut um die unentgeltliche Rechtspflege zu ersuchen. 

3. Kosten und Rechtsmittel 

3.1. Gemäss Art. 119 Abs. 6 ZPO ist das Verfahren um unentgeltliche Rechts-

pflege kostenlos.  

3.2. Wird die unentgeltliche Rechtspflege ganz oder teilweise abgelehnt oder 

entzogen, so kann die gesuchstellende Person den Entscheid mit Be-

schwerde gemäss Art. 121 ZPO beim Obergericht anfechten. Dass vorlie-

gend der Obergerichtspräsident über das Gesuch befindet, vermag daran 

nichts zu ändern. Der Obergerichtspräsident fällt in diesem Verfahren einen 

erstinstanzlichen Entscheid i.S.v. Art. 319 lit. b ZPO und fungiert nicht als 

obere kantonale Instanz, gegen deren Entscheide lediglich ein Rechtsmittel 

ans Bundesgericht gegeben wäre.  

3.3. Die Gegenpartei in der Hauptsache verfügt im vorliegenden Verfahren nicht 

über Parteistellung. Ihr steht aber gegen den Entscheid betreffend unentgelt-

liche Rechtspflege die Beschwerde gemäss Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO offen, 

sofern ihr ein nicht leicht wieder gutzumachender Nachteil droht. 

- 5 - 

 

Es wird erkannt: 

1. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abge-

wiesen. Ein unentgeltlicher Rechtsbeistand wird nicht bestellt. 

2. Das obergerichtliche Verfahren ist kostenlos. 

3. Schriftliche Mitteilung, je gegen Empfangsschein, an: 

- den Rechtsvertreter der Gesuchstellerin, zweifach, für sich und die Ge-
suchstellerin,  

- das Friedensrichteramt Meilen sowie  

- die Gegenpartei in der Hauptsache, B._____ AG, … [Adresse]. 

 

4. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid kann innert 10 Tagen von der 
Zustellung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids beim Oberge-

richt des Kantons Zürich, Zivilkammern, Postfach 2401, 8021 Zürich, einge-

reicht werden. In der Beschwerdeschrift sind die Anträge zu stellen und zu 

begründen. Allfällige Urkunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizulegen. 

Die gesetzlichen Fristenstillstände gelten nicht (Art. 145 Abs. 2 ZPO). 
 

Zürich, 29. Oktober 2014 

__________________________________ 

OBERGERICHT DES KANTONS ZÜRICH 

Die Gerichtsschreiberin: 
 

 

 

lic. iur. A. Leu 
 
versandt am: 

	Urteil vom 29. Oktober 2014
	
	Erwägungen:
	2.4. Die Gesuchstellerin legt den der Beklagten in der Hauptsache vorgeworfenen Sachverhalt zwar im Einzelnen dar, unterlässt es aber, ihre Ausführungen soweit möglich mittels Dokumenten nachzuweisen. Namentlich hat sie davon abgesehen, einen allfälli...

	3. Kosten und Rechtsmittel
	3.1. Gemäss Art. 119 Abs. 6 ZPO ist das Verfahren um unentgeltliche Rechtspflege kostenlos.
	3.2. Wird die unentgeltliche Rechtspflege ganz oder teilweise abgelehnt oder entzogen, so kann die gesuchstellende Person den Entscheid mit Beschwerde gemäss Art. 121 ZPO beim Obergericht anfechten. Dass vorliegend der Obergerichtspräsident über das G...
	3.3. Die Gegenpartei in der Hauptsache verfügt im vorliegenden Verfahren nicht über Parteistellung. Ihr steht aber gegen den Entscheid betreffend unentgeltliche Rechtspflege die Beschwerde gemäss Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO offen, sofern ihr ein nicht...

	Es wird erkannt:
	1. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abgewiesen. Ein unentgeltlicher Rechtsbeistand wird nicht bestellt.
	2. Das obergerichtliche Verfahren ist kostenlos.
	3. Schriftliche Mitteilung, je gegen Empfangsschein, an:
	- den Rechtsvertreter der Gesuchstellerin, zweifach, für sich und die Gesuchstellerin,
	- das Friedensrichteramt Meilen sowie
	- die Gegenpartei in der Hauptsache, B._____ AG, … [Adresse].
	4. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid kann innert 10 Tagen von der Zustellung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids beim Obergericht des Kantons Zürich, Zivilkammern, Postfach 2401, 8021 Zürich, eingereicht werden. In der Beschwerdeschr...
	Zürich, 29. Oktober 2014