# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3c4eb965-5c70-5797-befe-04741ee95b69
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-01-07
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 07.01.2015 UH140303
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_UH140303_2015-01-07.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
III. Strafkammer    

 
 

Geschäfts-Nr.: UH140303-O/U/HON 

 

Verfügung vom 7. Januar 2015 
 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschwerdeführerin 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland,  
Beschwerdegegnerin 

 

betreffend Kostenauflage an Privatklägerschaft/Einstellung 
 
Beschwerde gegen die Verfügung der Staatsanwaltschaft Win-
terthur/Unterland vom 1. September 2014, D-5/2014/3246 

 

- 2 - 

Erwägungen: 

1. Am 10. Januar 2014 erstattete A._____ Strafanzeige gegen B._____ wegen 

Vernachlässigung von Unterhaltspflichten und Mehrfacher Ehe bei der Staatsan-

waltschaft Winterthur/Unterland (Urk. 8/2). 

Die Staatsanwaltschaft nahm Abklärungen vor und erliess am 1. September 2014 

eine Einstellungsverfügung. Sie auferlegte A._____ die Verfahrenskosten von Fr. 

900.-- (Urk. 3). 

2. A._____ erhebt Beschwerde beim Obergericht des Kantons Zürich (Urk. 2). 

Sie beantragt, die Kosten der Untersuchung seien nicht ihr aufzuerlegen, sondern 

auf die Staatskasse zu nehmen. Eventuell seien ihr die Kosten höchstens zu ei-

nem Drittel zu überbinden. 

Die Staatsanwaltschaft hat sich vernehmen lassen (Urk. 7). Sie beantragt die Ab-

weisung der Beschwerde. In der Replik hält A._____ an ihren Anträgen fest 

(Urk. 10). Die Staatsanwaltschaft hat auf eine Duplik verzichtet (Urk. 14). 

3. Angefochten sind die Kostenfolgen einer Einstellungsverfügung der Staats-

anwaltschaft. Dagegen ist die Beschwerde beim Obergericht zulässig (Art. 322 

Abs. 2 und Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO sowie § 49 GOG/ZH). Die Beschwerdefüh-

rerin ist zur Beschwerde befugt (Art. 382 Abs. 1 StPO). Auf die Beschwerde ist 

grundsätzlich einzutreten. Streitig ist die Auflage der Verfahrenskosten in der Hö-

he von Fr. 900.--. Die Beschwerde ist von der Verfahrensleitung zu beurteilen 

(Art. 395 lit. b StPO). 

4. 

4.1 Gemäss Art. 427 Abs. 1 StPO können der Privatklägerschaft die Verfah-

renskosten, die durch ihre Anträge zum Zivilpunkt verursacht worden sind, aufer-

legt werden, wenn: a) das Verfahren eingestellt oder die beschuldigte Person frei-

gesprochen wird; b) die Privatklägerschaft die Zivilklage vor Abschluss der erstin-

stanzlichen Hauptverhandlung zurückzieht; c) die Zivilklage abgewiesen oder auf 

den Zivilweg verwiesen wird. 

- 3 - 

4.2 Die Beschwerdeführerin hat im Vorverfahren keine Anträge zum Zivilpunkt 

gestellt. Sie hat sich in der Strafanzeige die adhäsionsweise Anmeldung von pri-

vatrechtlichen Ansprüchen vorbehalten (vgl. Urk. 8/2 S. 2), solche aber nicht gel-

tend gemacht. Die Kostenauflage kann sich nicht auf Art. 427 Abs. 1 StPO stüt-

zen. 

5. 

5.1 Gemäss Art. 427 Abs. 2 StPO können bei Antragsdelikten die Verfahrens-

kosten der antragstellenden Person, sofern diese mutwillig oder grob fahrlässig 

die Einleitung des Verfahrens bewirkt oder dessen Durchführung erschwert hat, 

oder der Privatklägerschaft auferlegt werden: a) wenn das Verfahren eingestellt 

oder die beschuldigte Person freigesprochen wird; und b) soweit die beschuldigte 

Person nicht nach Art. 426 Abs. 2 [StPO] kostenpflichtig ist. 

Eine andere gesetzliche Einschränkung der Kostenauflage an die Privatkläger-

schaft gibt es nicht. Die antragstellende Person, die als Privatklägerin am Verfah-

ren teilnimmt, soll grundsätzlich auch das volle Kostenrisiko tragen. Allerdings ist 

die Regelung von Art. 427 Abs. 2 StPO dispositiver Natur. Das Gericht kann von 

ihr abweichen, wenn die Sachlage es rechtfertigt. Die Verfahrenskosten sind da-

mit bei Freispruch oder Einstellung des Verfahrens nicht zwingend von der Privat-

klägerschaft zu tragen. Über die Gründe, nach welchen sich die Überwälzung der 

Verfahrenskosten auf die Privatklägerschaft richtet, schweigt sich das Gesetz aus. 

Das Gericht hat nach Recht und Billigkeit zu entscheiden (Art. 4 ZGB; vgl. zum 

Ganzen: BGE 138 IV 248 E. 4.2.2-4.2.4 mit Hinweisen; Urteil 6B_438/2013 vom 

18. Juli 2013 E. 2.1). Dabei steht den zuständigen Behörden ein weites Ermessen 

zu (Urteil 6B_1125/2013 vom 26. Juni 2014 E. 3.2.1 mit Hinweisen). Die Verle-

gung der Kosten hat sich nach dem Grundsatz zu richten, wonach die Kosten 

trägt, wer sie verursacht (BGE 138 IV 248 E. 4.4.1; Urteile 6B_1125/2013 vom 

26. Juni 2014 E. 3.2.1; 6B_602/2014 vom 4. Dezember 2014 E. 1.3). 

Art. 427 Abs. 2 StPO differenziert hinsichtlich der Kostenauflage zwischen der an-

tragstellenden Person und der Privatklägerschaft. Während der Privatklägerschaft 

die Verfahrenskosten bei Freisprechung der beschuldigten Person oder Einstel-

lung des Verfahrens ohne Einschränkung auferlegt werden können, ist dies beim 

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Antragsteller, der auf seine Parteistellung verzichtet hat, nur bei mutwilliger oder 

grob fahrlässiger Einleitung des Verfahrens oder bei Erschwerung der Durchfüh-

rung desselben zulässig (vgl. dazu BGE 138 IV 248 E. 4.2.2 und E. 4.2.3; Urteil 

6B_438/2013 vom 18. Juli 2013 E. 2.1). 

5.2 Die Beschwerdeführerin hat dem Beschuldigten die Vernachlässigung von 

Unterhaltspflichten vorgeworfen (vgl. Urk. 8/2). Die Vernachlässigung von Unter-

haltspflichten ist ein Antragsdelikt (vgl. Art. 217 Abs. 1 StGB). Die Beschwerde-

führer hat sich als Strafklägerin und damit als Privatklägerin konstituiert (vgl. 

Urk. 8/2). Die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren gegen die beschuldigte Per-

son eingestellt und diese nicht als kostenpflichtig erachtet (vgl. Urk. 3). Die Be-

schwerdeführerin macht nicht geltend, die Verfahrenskosten hätten der beschul-

digten Person auferlegt werden müssen. Damit sind an sich die Voraussetzungen 

zur Auflage der Kosten hinsichtlich des Vorwurfs der Vernachlässigung von Un-

terhaltspflichten erfüllt. Zu prüfen bleibt, ob die Staatsanwaltschaft über die Kos-

tenauflage nach Recht und Billigkeit entschieden hat. 

5.3 Die Staatsanwaltschaft erwog (Urk. 3 S. 2), die Beschwerdeführerin habe 

die Einleitung des Verfahrens durch die Einreichung einer gefälschten Urkunde 

und einer daraus abgeleiteten falschen Behauptung verursacht. Sie habe die 

Durchführung des Verfahrens erschwert, da sie bis zum Abschluss der Untersu-

chung ihre Behauptung, der Beschuldigte habe die Unterhaltszahlungen für sei-

nen Sohn nicht geleistet, nicht substantiiert habe. Sie habe deshalb die Kosten 

des Verfahrens zu tragen. 

5.4 Die Beschwerdeführerin wendet sich in der Beschwerde einzig gegen die 

Erwägungen der Staatsanwaltschaft, welche die angeblich gefälschte Heiratsur-

kunde betreffen (Urk. 2). Für den Vorwurf der Vernachlässigung von Unterhalts-

pflichten ist bzw. war diese Urkunde nicht massgebend. Deren Einreichung war 

nicht kausal für die Kostenauflage bezüglich des Vorwurfs der Vernachlässigung 

von Unterhaltspflichten. Vielmehr hätte sich die Beschwerdeführerin gegen den 

Vorwurf wehren müssen, wonach sie die ausgebliebenen Unterhaltszahlungen 

nicht substantiiert dargelegt und so das Verfahren erschwert habe. In ihrer Be-

schwerde äussert sie sich nicht dazu (vgl. Urk. 2). Soweit sie sich dazu erstmals 

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in der Replik äussert (Urk. 10), ist sie nicht zu hören, da insofern die Rechtsmittel-

frist nicht eingehalten ist (vgl. Art. 396 Abs. 1 StPO). Die Beschwerdeführerin hät-

te diesbezügliche Einwendungen ohne Weiteres in ihrer Beschwerde vorbringen 

können. Dazu hatte sie nicht erst aufgrund der Vernehmlassung der Staatsan-

waltschaft Anlass. Neue Beschwerdegründe bzw. neue Rügen können nicht erst 

im Schriftenwechsel vorgebracht werden, wenn die Rügen schon mit Einreichung 

der Beschwerde hätten erhoben werden können. Die Vernehmlassung der 

Staatsanwaltschaft führt nicht zu einer Verlängerung der Rechtsmittelfrist. Das 

Replikrecht dient der Wahrung des Anspruchs auf rechtliches Gehör und nicht zur 

Nachreichung von Rügen, die schon in der Beschwerdeschrift hätten erhoben 

werden können. Die Beschwerdeführerin zeigt demnach nicht auf, inwiefern die 

Staatsanwaltschaft bei der Auflage der Kosten hinsichtlich des Vorwurfs der Ver-

nachlässigung von Unterhaltspflichten nicht nach Recht und Billigkeit entschieden 

haben soll. Die Beschwerde ist in diesem Punkt unbegründet. 

6. Die Beschwerdeführerin hat dem Beschuldigten Mehrfache Ehe vorgeworfen 

(vgl. Urk. 8/2). Mehrfache Ehe ist kein Antragsdelikt (vgl. Art. 215 StGB). Soweit 

ersichtlich, hat die Staatsanwaltschaft die Kosten für das gesamte Verfahren auf 

Fr. 900.-- festgesetzt. Soweit darin ein Anteil für die Untersuchung des Vorwurfs 

der Mehrfachen Ehe enthalten ist, lässt sich die Kostenauflage entgegen der Auf-

fassung der Staatsanwaltschaft (Urk. 7 S. 2) nicht auf Art. 427 Abs. 2 StPO stüt-

zen, da kein Antragsdelikt vorliegt. 

7. Die Kostenauflage bei Einstellung des Verfahrens lässt sich grundsätzlich 

auch nicht auf Art. 417 StPO stützen (vgl. Urteil 6B_5/2013 vom 19. Februar 2013 

E. 2.4). Zu prüfen bleibt ein Rückgriff nach Art. 420 StPO. 

8. 

8.1 Gemäss Art. 420 StPO kann der Bund oder der Kanton für die von ihm ge-

tragenen Kosten auf Personen Rückgriff nehmen, die vorsätzlich oder grobfahr-

lässig: a) die Einleitung des Verfahrens bewirkt haben; b) das Verfahren erheblich 

erschwert haben; c) einen im Revisionsverfahren aufgehobenen Entscheid verur-

sacht haben. 

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Wer mit haltlosen oder böswilligen Anzeigen oder Verdächtigungen die Strafbe-

hörden bemüht, hat die dadurch verursachten Kosten zu tragen. Die zu ver-

pflichtende Person muss vorsätzlich oder grobfahrlässig gehandelt haben. Vom 

Rückgriff ist zurückhaltend Gebrauch zu machen (vgl. Urteile 6B_5/2013 vom 19. 

Februar 2013 E. 2.6 f.; 6B_851/2014 vom 1. Dezember 2014 E. 2; Thomas Do-

meisen, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger (Hrsg.), Basler Kommentar, Schweizerische 

Strafprozessordnung, 2. Auflage, Basel 2014, N. 6 und N. 7 zu Art. 420 StPO; 

Yvona Griesser, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber (Hrsg.), Kommentar zur Schwei-

zerischen Strafprozessordnung, 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2014, N. 7 zu Art. 

420 StPO). 

8.2 Die Staatsanwaltschaft erwog (Urk. 3 S. 2), die Beschwerdeführerin habe 

die Einleitung des Verfahrens durch die Einreichung einer gefälschten Urkunde 

und einer daraus abgeleiteten falschen Behauptung verursacht. 

8.3 Die Beschwerdeführerin wendet ein (Urk. 2), sie habe akzeptiert, dass die 

von ihr durch einen Privatdetektiv beigebrachte mexikanische Heiratsurkunde 

mutmasslich gefälscht sei. Die Fälschung sei nicht amtlich festgestellt, da die 

Feststellungen der Staatsanwaltschaft auf privaten Abklärungen des Beschuldig-

ten beruhten. Die Beschwerdeführerin habe aufgrund der ihr zugänglichen Infor-

mationen dargelegt, auf welche Weise sie die Urkunde beschafft und wen sie da-

mit beauftragt habe. Sie und ihre Rechtsvertreterin seien von der Echtheit der 

Heiratskurkunde überzeugt gewesen. Sie hätten die Herkunft der Urkunde offen 

gelegt, ohne jedoch die Hintergründe zu kennen, wie die Beschaffung vor sich 

gegangen sei. 

8.4 Die Beschwerdeführerin hat in der Strafanzeige darauf hingewiesen, dass 

sie die Heiratsurkunde mit Hilfe eines Privatdetektivs beschafft habe (Urk. 8/2 

S. 4). In ihrer Stellungnahme vom 15. Mai 2014 an die Staatsanwaltschaft hat sie 

weitere Angaben gemacht, wie sie zur Urkunde gekommen sei (Urk. 8/7 S. 3). Sie 

hat dort dargelegt, weshalb sie nicht mit einer Fälschung gerechnet habe. Der 

Privatdetektiv habe mit den örtlichen Behörden verhandelt. Er habe nicht unter 

Druck gestanden, um eine bestimmtes "positives" Resultat zu liefern. Er sei un-

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abhängig vom Ergebnis für seinen Aufwand bezahlt worden. Es habe daher kei-

nen Grund gegeben, das Dokument zu fälschen (Urk. 8/7 S. 3). 

In der Vernehmlassung macht die Staatsanwaltschaft geltend, die Beschwerde-

führerin sei zu Beginn der Untersuchung dahingehend orientiert worden, dass die 

Heiratsurkunde gemäss offiziellen, durch die Kantonspolizei Zürich erhobenen 

Auskünften, gefälscht sei. Trotzdem habe die Beschwerdeführerin auf der An-

schuldigung beharrt. Sie habe darauf verzichtet, ihrer Auskunftspflicht nachzu-

kommen (Urk. 7 S. 2). 

Im Rapport der Kantonspolizei Zürich vom 14. April 2014 wird ausgeführt, die Hei-

ratsurkunde sei mit einer Anfrage ans EDA in Bern weitergeleitet worden. Ge-

mäss Abklärungen vor Ort in Mexiko handle es sich bei der Urkunde um eine Fäl-

schung (Urk. 8/1 S. 3). Aufgrund dieser Ausführungen ist nicht klar, wer wann 

welche Abklärungen in Mexiko vorgenommen haben soll. Ob dazu allenfalls der 

Rechtshilfeweg beschritten wurde, ergibt sich weder aus dem Polizeirapport noch 

den sonstigen Akten. An welchem Ort konkret welche Abklärungen von wem vor-

genommen worden sein sollen, ist aus den Akten nicht ersichtlich. Ein allfälliger 

Verkehr zwischen der Kantonspolizei und dem EDA ist in den Akten nicht doku-

mentiert. Auch dass die Kantonspolizei oder die Staatsanwaltschaft die Be-

schwerdeführerin oder deren Anwältin aufgefordert haben soll, die Echtheit der 

Urkunde zu belegen, ist weder dem Polizeirapport noch den Untersuchungsakten 

zu entnehmen. Die Staatsanwaltschaft hat in ihrer Vernehmlassung (Urk. 7 S. 2) 

nicht angegeben, worauf sie ihre diesbezügliche Behauptung stützt. Im Polizei-

rapport vom 14. April 2014 findet sich einzig der Hinweis, dass sich die Polizei am 

12. Februar 2014 und am 24. Februar 2014 bei der Anwältin der Beschwerdefüh-

rerin nach einer Aufstellung bezüglich der (angeblich) ausstehenden Alimenten-

zahlungen erkundigt habe (Urk. 8/1 S. 5). Das ist aber im vorliegenden Zusam-

menhang nicht massgebend, weil die Abklärung nicht die Heiratsurkunde betrifft 

und insofern die Kausalität für eine Kostenverursachung fehlt. 

Es ist fraglich, ob die (angeblichen) Abklärungen der Polizei bezüglich der Hei-

ratsurkunde überhaupt verwertbar sind. Es ist nicht erwiesen, dass die Beschwer-

deführerin und ihre Rechtsvertreterin von Beginn weg über die allfällige Fälschung 

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der Heiratsurkunde orientiert waren. In den Akten lassen sich dazu jedenfalls kei-

ne Anhaltspunkte finden. Es ist nicht ersichtlich, welche Sorgfaltspflichten sie auf-

grund ihrer somit anzunehmenden Unkenntnis verletzt haben sollen. Ein Verstoss 

gegen Treu und Glauben ist aus den Akten ebenfalls nicht ersichtlich. Es lässt 

sich nicht sagen, die Beschwerdeführerin habe vorsätzlich oder grobfahrlässig ei-

ne haltlose Anzeige wegen Mehrfacher Ehe eingereicht. Ebensowenig ist aus den 

Akten ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin oder ihre Rechtsvertreterin im Ver-

lauf des Verfahrens darauf hingewiesen wurden, dass es sich bei der Heiratsur-

kunde um eine Fälschung handeln könnte. Ein vorsätzliches oder grobfahrlässi-

ges Verhalten ist zu verneinen. Die Beschwerde ist in diesem Punkt begründet. 

9. Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde hinsichtlich der Kosten-

auflage betreffend Vernachlässigung von Unterhaltspflichten als unbegründet und 

betreffend Mehrfacher Ehe als begründet. Die Staatsanwaltschaft durfte der Be-

schwerdeführerin nicht sämtliche Kosten des Strafverfahrens auferlegen. Eine 

Aufteilung der Kosten aufgrund der vorgenommenen Untersuchungshandlungen 

ist vorliegend nicht möglich. Da zwei Vorwürfe zur Diskussion standen, rechtfertigt 

es sich, der Beschwerdeführerin die Hälfte der Verfahrenskosten (bezüglich der 

Vernachlässigung von Unterhaltspflichten) aufzuerlegen. 

Auf den Eventualantrag der Beschwerdeführerin ist nicht einzugehen. Sie be-

gründet nicht näher, wie sie zu einer allfälligen Kostenauflage von einem Drittel 

kommt (vgl. Urk. 2). Eine Entschädigung für das Untersuchungsverfahren hat die 

Beschwerdeführerin im Beschwerdeverfahren nicht beantragt (Urk. 2). 

10. 

10.1 Die Beschwerde ist teilweise gutzuheissen und im Übrigen abzuweisen. Zif-

fer 2 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung ist aufzuheben und neu zu 

fassen. 

10.2 Soweit die Beschwerdeführerin im Beschwerdeverfahren obsiegt, sind die 

Kosten des Beschwerdeverfahrens auf die Gerichtskasse zu nehmen. Soweit die 

Beschwerdeführerin im Beschwerdeverfahren unterliegt, hat sie die Kosten des 

Beschwerdeverfahrens zu tragen (vgl. Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Beschwerdefüh-

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rerin obsiegt zur Hälfte. Sie hat die Hälfte der Kosten des Beschwerdeverfahrens 

zu tragen. Unter Berücksichtigung des Streitwerts (Fr. 900.--), der Bedeutung und 

Schwierigkeit des Falls sowie des Zeitaufwands des Gerichts ist die Gerichtsge-

bühr für das Beschwerdeverfahren auf Fr. 140.-- festzusetzen (§ 17 Abs. 2, § 8 

Abs. 1, § 4 Abs. 1 und § 2 Abs. 1 GebV OG). 

10.3 Soweit die Beschwerdeführerin obsiegt, ist sie für ihre Aufwendungen im 

Beschwerdeverfahren grundsätzlich angemessen zu entschädigen (Art. 436 

Abs. 2 StPO). Sie hat sich im Beschwerdeverfahren durch eine Anwältin vertreten 

lassen (vgl. Urk. 2). Massgebend ist die Verordnung über die Anwaltsgebühren 

(AnwGebV). Unter Berücksichtigung des Streitwerts (Fr. 900.--), der Bedeutung 

und Schwierigkeit des Falls sowie der Verantwortung der Anwältin und des not-

wendigen Zeitaufwands würde eine volle Entschädigung zwischen Fr. 45.-- und 

Fr. 150.-- betragen (vgl. § 19 Abs. 2, § 9, § 4 und § 2 AnwGebV). Einerseits ist die 

Entschädigung zu reduzieren, da die Beschwerdeführerin nur zur Hälfte obsiegt. 

Andererseits ist der notwendige Zeitaufwand zu berücksichtigen. Die Entschädi-

gung für das Beschwerdeverfahren ist deshalb auf Fr. 100.-- zuzüglich 8% Mehr-

wertsteuer festzusetzen. 

 

Es wird verfügt: 
(Oberrichter lic. iur. Th. Meyer) 

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird Ziffer 2 des Dispositivs der 

Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland (Verfah-

rens-Nr. D-5/2014/3246) aufgehoben und durch folgende Fassung ersetzt: 

"2. Die Verfahrenskosten werden der Beschwerdeführerin zur Hälfte aufer-

legt." 

Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 

2. Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren wird auf Fr. 140.-- festge-

setzt, der Beschwerdeführerin zur Hälfte auferlegt und im Übrigen auf die 

Gerichtskasse genommen. 

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3. Die Beschwerdeführerin wird für das Beschwerdeverfahren mit Fr. 108.-- 

aus der Gerichtskasse entschädigt. 

4. Schriftliche Mitteilung an: 

− Rechtsanwältin lic. iur. X._____, per Gerichtsurkunde 
− die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, ad D-5/2014/3246, gegen 

Empfangsbestätigung 

sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger 

Rechtsmittel an: 

− die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, ad D-5/2014/3246, unter 
Rücksendung der beigezogenen Akten (Urk. 8) , gegen Empfangsbe-
stätigung 

− die Zentrale Inkassostelle der Gerichte 

5. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben wer-
den. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei 
der Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in 

der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schrift-

lich einzureichen. Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwer-

devoraussetzungen richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen 

des Bundesgerichtsgesetzes. 

 
 
Zürich, 7. Januar 2015 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

III. Strafkammer 
 

Präsident: 
 
 
 

lic. iur. Th. Meyer 

Gerichtsschreiber: 
 
 
 

Dr. iur. S. Christen 
 

	Verfügung vom 7. Januar 2015
	
	Erwägungen:
	Es wird verfügt:
	1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird Ziffer 2 des Dispositivs der Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland (Verfahrens-Nr. D-5/2014/3246) aufgehoben und durch folgende Fassung ersetzt: "2. Die Verfahrenskosten werd...
	2. Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren wird auf Fr. 140.-- festgesetzt, der Beschwerdeführerin zur Hälfte auferlegt und im Übrigen auf die Gerichtskasse genommen.
	3. Die Beschwerdeführerin wird für das Beschwerdeverfahren mit Fr. 108.-- aus der Gerichtskasse entschädigt.
	4. Schriftliche Mitteilung an:
	 Rechtsanwältin lic. iur. X._____, per Gerichtsurkunde
	 die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, ad D-5/2014/3246, gegen Empfangsbestätigung

	sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger Rechtsmittel an:
	 die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, ad D-5/2014/3246, unter Rücksendung der beigezogenen Akten (Urk. 8) , gegen Empfangsbestätigung
	 die Zentrale Inkassostelle der Gerichte

	5. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes...