# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7f833798-0c59-5e19-a85e-c658a7d818a0
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2004-04-21
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 21.04.2004 SB 2004 8
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SB-2004-8_2004-04-21.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 21. April 2004 Schriftlich mitgeteilt am: 
SB 04 8 (nicht mündlich eröffnet)

Urteil 
Kantonsgerichtsausschuss

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
Richter Schäfer und Vital
Aktuar ad hoc Engel

——————

In der strafrechtlichen Berufung

des A., Angeklagter und Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. 
Jean-Pierre Menge, Postfach 26, Quaderstrasse 5, 7002 Chur,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Plessur vom 6. November 2003, mitge-
teilt am 5. Februar 2004, in Sachen des Angeklagten und Berufungsklägers,

betreffend Diebstahl,

hat sich ergeben:

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A. A. wurde am 12. Oktober 1983 in K., I., geboren. Er wuchs zusammen 
mit 11 Geschwistern in geordneten Familienverhältnissen auf. Im I. besuchte er acht 
Jahre die obligatorische Schule. Einen Beruf erlernte er nicht. Er arbeitete bei sei-
nem Vater auf dem Bauernhof. Im Februar 2003 kam er in die Schweiz. Als Asylbe-
werber erhält A. wöchentlich einen Betrag von Fr. 77.--. Er hat weder Vermögen 
noch Schulden. Im schweizerischen Zentralstrafregister ist A. nicht verzeichnet. 
Zwischen dem 5. und 7. Mai 2003 befand er sich in Polizeihaft.

B. A. wird angeklagt der Gehilfenschaft zu Diebstahl gemäss Art. 139 Ziff. 
1 StGB in Verbindung mit Art. 25 StGB. Dieser Anklage liegt gemäss Anklageschrift 
der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 24. September 2003 folgender Sachver-
halt zugrunde:

„Am 1. Mai 2003 brachte B. eine Kartonschachtel zum an der R.-
Strasse 1 in C. gelegenen Kaufhaus V., in die er insgesamt 22 T-Shirts 
und 5 Herrenhemden legte und ohne Bezahlung mitnahm. Zwischen 
dem Kaufhaus und der S.-Strasse begegnete B. seinem Kollegen aus 
dem Durchgangszentrum F., A.. Auf Wunsch B.s half A. die Schachtel 
über den Damm bei der RhB-Station C. West zu tragen. Während des 
Tragens öffnete einer der beiden die Schachtel und es ragten Kleider-
bügel heraus. Beide Personen versuchten diese hineinzudrücken. 
Hinter dem Damm trug B. gemäss eigenen Angaben die Schachtel 
wieder alleine und brachte sie in das Durchgangszentrum, wo er die 
Kleidungsstücke zunächst in eine Tasche legte und diese schliesslich 
in einem Schrank einschloss.

A. will B. am Nachmittag des 1. Mai 2003 weder gesehen noch ihm 
etwas zu tragen geholfen haben.

Die gestohlenen Kleidungsstücke konnten sichergestellt und der Ge-
schädigten zurückgegeben werden.

Gegen B. wurde ein separates Strafverfahren eröffnet.“

C. Mit Urteil vom 6. November 2003, mitgeteilt am 5. Februar 2004, er-
kannte der Bezirksgerichtsausschuss Plessur wie folgt:

„1. A. ist schuldig der Gehilfenschaft zu Diebstahl gemäss Art. 139 
Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 25 StGB.

2. Dafür wird A. mit fünf Tagen Gefängnis bestraft, unter Anrechnung 
der Polizeihaft von drei Tagen im Vollzugsfalle.

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird unter Ansetzung einer Probe-
zeit von zwei Jahren aufgeschoben.

4. Die Kosten des Verfahrens von Fr. 4'346.50 (Untersuchungskos-
ten der Staatsanwaltschaft Graubünden Fr. 1'346.50, Gerichtsge-
bühr Fr. 3'000.--) gehen zu Lasten des Verurteilten. Die Kosten für 

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den Übersetzer in der Höhe von Fr. 69.95 gehen zu Lasten der 
Gerichtskasse. Die Kosten der angerechneten Untersuchungshaft 
gehen zu Lasten des Kantons Graubünden.

5. (Rechtsmittelbelehrung)

6. (Mitteilung).“

Zur Begründung des Schuldspruchs wurde im Wesentlichen ausgeführt, 
dass einerseits A. von der Auskunftsperson N. zweifelsfrei als eine derjenigen Per-
sonen identifiziert worden sei, welche das Diebesgut in Richtung der Geleise getra-
gen hätten. Anderseits habe der Haupttäter B., der die Waren entwendet habe, ein 
Geständnis abgelegt, in welchem er den Tathergang geschildert und A. als seinen 
Gehilfen identifiziert habe. Dieses - später freilich widerrufene - Geständnis lasse 
sich widerspruchsfrei in die Aussage der Auskunftsperson einfügen. Somit sei er-
wiesen, dass der Angeklagte an der Tat beteiligt gewesen sei, indem er dem Haupt-
täter geholfen habe, die gestohlene Ware über die Geleise zu schaffen. Da im Forts-
chaffen des Diebesgutes ein der Haupttat untergeordneter Tatbeitrag liege, welcher 
die Chancen des Gelingens des Diebstahls gefördert habe und der Angeklagte da-
von habe ausgehen müssen, dass es sich bei den zahlreichen, noch verpackten T-
Shirts oder den noch an Kleiderbügeln hängenden Hemden um Diebesware gehan-
delt habe, sei der Straftatbestand der Gehilfenschaft zu Diebstahl sowohl in objek-
tiver als auch in subjektiver Hinsicht erfüllt. 

D. Gegen dieses Urteil liess A. am 26. Februar 2004 Berufung beim Kan-
tonsgerichtsausschuss von Graubünden erheben und folgende Anträge stellen:

„1. Das Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Plessur vom 
6.11.2003 sei vollumfänglich aufzuheben und der Berufungsklä-
ger sei vom Vorwurf des Diebstahls von Schuld und Strafe freizu-
sprechen.

2. Der Unterzeichnete sei als amtlicher Verteidiger des Berufungs-
klägers zu bestellen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 7,6% MwSt.“

Zur Begründung wurde geltend gemacht, dass die Aussage von N. nicht als 
Beweis zugelassen werden dürfe, da sie auf jeden Fall als Zeugin unter strafrecht-
lich sanktionierter Wahrheitspflicht hätte aussagen müssen. Ausserdem habe B. 
das Geständnis, auf welches sich der Bezirksgerichtsausschuss Plessur bei der 
Verurteilung des Berufungsklägers gestützt habe, vor dem Untersuchungsrichter wi-
derrufen und dabei den Berufungskläger nicht mehr belastet. Gegenüber einer Mit-
arbeiterin der Beratungsstelle für Asylsuchende in C. habe B. sodann erwähnt, dass 

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er wisse, wer die Sachen wirklich gestohlen habe; A. habe damit nichts zu tun. Diese 
Mitarbeiterin der Beratungsstelle sei, sofern überhaupt noch erforderlich, als Zeugin 
einzuvernehmen. Selbst wenn der Berufungskläger als Täter in Frage kommen 
würde, so sei der durch B. begangene Diebstahl bereits vollendet gewesen, wes-
halb sich der Berufungskläger auch nicht der Gehilfenschaft schuldig gemacht ha-
ben könne. 

E. Während die Staatsanwaltschaft mit Schreiben vom 9. März 2004 un-
ter Hinweis auf die Akten und das erstinstanzliche Urteil die Abweisung der Beru-
fung beantragte, verzichtete die Vorinstanz mit Schreiben vom 9. März 2004 auf die 
Einreichung einer Vernehmlassung.

Auf die weiteren Ausführungen im angefochtenen Urteil und in der Beru-
fungsschrift wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegan-
gen. 

Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung :

1. Gegen Urteile und Beschlüsse der Bezirksgerichte und ihrer Aus-
schüsse, sowie gegen Verfügungen der Bezirksgerichts- und Kreispräsidenten 
(ausgenommen Untersuchungshandlungen, prozessleitende Verfügungen und 
Strafmandate) können der Verurteilte und der Staatsanwalt gemäss Art. 141 Abs. 1 
des Gesetzes über die Strafrechtspflege des Kantons Graubünden (StPO; BR 
350.000) beim Kantonsgerichtsausschuss innert 20 Tagen seit der schriftlichen 
Eröffnung des angefochtenen Entscheides Berufung einreichen. Diese ist zu be-
gründen und hat darzutun, welche Mängel des erstinstanzlichen Entscheides oder 
Gerichtsverfahrens gerügt werden und ob das ganze Urteil oder lediglich Teile da-
von angefochten werden (Art. 142 Abs. 1 StPO). Diesen Anforderungen vermag die 
im Übrigen form- sowie fristgerecht eingereichte Berufung vom 26. Februar 2004 zu 
genügen, weshalb auf sie einzutreten ist.

2. Der Berufungskläger stellt ein Gesuch um Bestellung der amtlichen 
Verteidigung mit dem Unterzeichnenden der Berufungsschrift als Rechtsvertreter. 
Nach Art. 144 Abs. 2 StPO finden unter Vorbehalt abweichender Bestimmungen die 
Vorschriften der StPO über das Gerichtsverfahren (Art. 100 ff. StPO) sinngemäss 
Anwendung. Zieht der Angeklagte nicht einen privaten Verteidiger auf eigene Kos-
ten bei, so wird ihm gemäss Art. 102 Abs. 1 lit. c StPO unter Berücksichtigung be-
rechtigter Wünsche ein amtlicher Verteidiger bestellt, wenn die tatsächliche oder 

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rechtliche Schwierigkeit des Falles es rechtfertigt. Angesichts der rechtlichen 
Schwierigkeiten des vorliegenden Falles ist das Gesuch um Bestellung des amtli-
chen Verteidigers in der Person des die Berufungsschrift Unterzeichnenden gutzu-
heissen. 

3.a) Wird im Berufungsverfahren eine Änderung des vorinstanzlichen Ur-
teils zu Ungunsten des Verurteilten oder Freigesprochenen beantragt, so kann die-
ser in jedem Fall die Durchführung einer mündlichen Berufungsverhandlung verlan-
gen. In den übrigen Fällen kann der Kantonsgerichtspräsident eine solche von sich 
aus oder auf Antrag der Parteien anordnen (Art. 144 Abs. 1 StPO). Findet keine 
mündliche Berufungsverhandlung statt, so trifft der Kantonsgerichtsausschuss sei-
nen Entscheid ohne Parteivortritt auf Grund der Akten (Art. 144 Abs. 3 StPO). Der 
Angeschuldigte in einem Strafverfahren hat aber unabhängig von der kantonalen 
Verfahrensordnung gestützt auf Art. 6 Ziff. 1 EMRK einen Anspruch darauf, dass 
seine Sache in billiger Weise und öffentlich gehört wird. Dieser Anspruch ist Teilge-
halt der umfassenden Garantie auf ein faires Verfahren. Das Gebot der Verfahrens-
öffentlichkeit gilt dem Grundsatz nach nicht nur für das erstinstanzliche Strafverfah-
ren, sondern erstreckt sich auf die Gesamtheit eines Strafverfahrens inklusive des 
gesamten Rechtsmittelweges, somit auch auf das Berufungsverfahren gemäss Art. 
141 ff. StPO. Die Art der Anwendung von Art. 6 Ziff. 1 EMRK auf ein Verfahren vor 
einer Rechtsmittelinstanz hängt von deren Besonderheiten ab. Von einer mündli-
chen Verhandlung vor der Rechtsmittelinstanz kann etwa abgesehen werden, so-
weit die erste Instanz tatsächlich mündlich verhandelt hat, wenn nur Rechtsfragen 
oder Tatfragen zur Diskussion stehen, die sich leicht nach den Akten beurteilen las-
sen, ferner wenn eine reformatio in peius ausgeschlossen oder die Sache von ge-
ringer Tragweite ist und sich keine Fragen zur Person und deren Charakter stellen 
(vgl. BGE 119 Ia 316 E. 2b; ZGRG 2/99, S. 46). Zudem darf einem nicht öffentlichen 
Verfahren kein wichtiges öffentliches Interesse entgegenstehen. Der Betroffene 
kann auch von sich aus auf eine mündliche Verhandlung verzichten. Voraussetzung 
eines wirksamen Verzichts ist, dass er ausdrücklich erklärt wird oder sich aus dem 
Stillschweigen des Betroffenen eindeutig ergibt. 

b) Im vorliegenden Fall hat der Berufungskläger keine mündliche Beru-
fungsverhandlung beantragt. Damit hat er stillschweigend auf die Durchführung ei-
ner mündlichen Verhandlung verzichtet. Es stellt sich daher im folgenden die Frage, 
ob auch die weiteren Voraussetzungen für einen wirksamen Verzicht auf eine münd-
liche Berufungsverhandlung erfüllt sind. Das angefochtene Urteil des Bezirksge-
richtsausschusses Plessur vom 6. November 2003 erging gestützt auf Art. 122 Abs. 

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2 und 3 StPO aufgrund der Akten, da der gehörig vorgeladene Angeklagte, ohne 
dass er dispensiert worden wäre, nicht zur Hauptverhandlung erschienen war. Im 
anstehenden Rechtsmittelverfahren stehen jedoch primär Fragen der Beweiswürdi-
gung im Mittelpunkt der richterlichen Urteilsfindung. Der Kantonsgerichtsausschuss 
hat sich deshalb zur Hauptsache mit Rechtsfragen zu befassen. Die Frage der re-
formatio in peius (Art. 146 Abs. 1 StPO) stellt sich vorliegend nicht, da lediglich der 
Berufungskläger gegen das vorinstanzliche Urteil Berufung erhoben hat und der 
Kantonsgerichtsausschuss - wiewohl er nach Art. 146 Abs. 1 StPO das erstinstanz-
liche Urteil grundsätzlich frei überprüfen kann - mithin die Strafe oder Massnahme 
nicht verschärfen darf. Auch steht im zu beurteilenden Fall einem nicht öffentlichen 
Verfahren kein wichtiges öffentliches Interesse entgegen. Ebenso wenig stellen sich 
Fragen zur Person und zum Charakter des Berufungsklägers. Der Kantonsgerichts-
ausschuss kommt daher zum Schluss, dass die streitige Strafsache gestützt auf die 
vorliegenden Akten sachlich gerecht entschieden werden kann. Ein persönliches 
Vortreten des Berufungsklägers vor Gericht ist folglich nicht notwendig. 

4. Der Berufungskläger beantragt im vorliegenden Rechtsmittelverfahren 
die Einvernahme einer Mitarbeiterin der Beratungsstelle für Asylsuchende in C. als 
Zeugin. B. habe dieser gegenüber erwähnt, dass er wisse, wer die Sachen wirklich 
gestohlen habe, er wolle dies jedoch nicht sagen. Er möchte aber A. helfen, da 
dieser nichts gemacht habe. Gemäss Art. 145 Abs. 3 StPO kann der Kantonsge-
richtsausschuss auf Antrag oder von Amtes wegen das Beweisverfahren ergänzen 
oder wiederholen. Unter dem Gesichtspunkt des Anspruchs auf rechtliches Gehör 
besteht allerdings kein uneingeschränktes Recht auf Beweisabnahme bzw. Zeu-
genladung. Der Richter kann von einer Ergänzung des Beweisverfahrens absehen, 
wenn er aufgrund bereits abgenommener Beweise seine Überzeugung gebildet hat 
und er ohne Willkür in vorweggenommener Beweiswürdigung annehmen kann, 
dass seine Überzeugung durch weitere Beweiserhebungen nicht geändert würde 
(BGE 121 I 308 f. = Praxis 85 Nr. 143; BGE 115 la 101; BGE 97 I 219 f.; PKG 1993 
Nr. 27). Der Berufungskläger reichte mit der Berufungsschrift einen Computeraus-
zug der Beratungsstelle für Asylfragen ein, aus welchem der Inhalt des Gesprächs 
zwischen der Mitarbeiterin der Beratungsstelle und B. hervorgeht. Mit Blick auf die-
ses Aktenstück und das weitere vorliegende Beweismaterial kommt der Kantonsge-
richtsausschuss - wie sich aus den nachstehenden Erwägungen ergibt - daher zum 
Schluss, dass die beantragte Zeugeneinvernahme nicht geeignet ist, das erhaltene 
Bild der Sachlage zu ändern. Die beantragte Zeugin könnte nur das wiedergeben, 
was ihr B. gesagt hat. Es ist indessen nachstehend noch darzulegen, dass die Ver-
sionen, welche B. ausserhalb seines Geständnisses vom 7. Mai 2003 vorgetragen 

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hat, nicht glaubhaft sind. Insofern wäre aus der beantragten Zeugeneinvernahme 
nichts zu gewinnen. 

5.a) Der Gehilfenschaft zu Diebstahl macht sich schuldig, wer einer Person 
vorsätzlich Hilfe leistet, einer Drittperson eine fremde bewegliche Sache zur Aneig-
nung wegzunehmen, um sich oder einen andern damit unrechtmässig zu bereichern 
(Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 25 StGB). Die Strafandrohung beträgt 
Zuchthaus bis zu fünf Jahren oder Gefängnis (Art. 139 Ziff. 1 StGB), wobei der als 
Gehilfe tätig gewordene Täter milder bestraft werden kann (Art. 25 StGB). Nach 
Auffassung der Vorinstanz hat der Berufungskläger gegen die genannten Bestim-
mungen verstossen. Der Berufungskläger bestreitet jedoch die Tat. Im vorliegenden 
Fall ist somit zunächst zu prüfen, ob aufgrund der Beweislage erwiesen ist, dass 
der Berufungskläger am fraglichen Diebstahl überhaupt beteiligt war. Ist dies zu be-
jahen, stellt sich sodann die Frage, ob der Berufungskläger durch sein Verhalten 
den Tatbestand der Gehilfenschaft zu Diebstahl erfüllt hat. 

b) Bei der Würdigung der Beweismittel entscheidet das Gericht nach Art. 
144 Abs. 2 StPO in Verbindung mit Art. 125 Abs. 2 StPO auch im Berufungsverfah-
ren nach freier Überzeugung (vgl. Niklaus Schmid, Strafprozessrecht, 3. Auflage, 
Zürich 1997, N 286). Die Beweislast für die dem Angeklagten zur Last gelegten Tat 
liegt dabei grundsätzlich beim Staat (Willy Padrutt, Kommentar zur Strafprozessord-
nung des Kantons Graubünden, 2. Auflage, Chur 1996, S. 306). An den Beweis der 
zur Last gelegten Tat sind hohe Anforderungen zu stellen. Verlangt wird mehr als 
eine blosse Wahrscheinlichkeit, nicht aber ein absoluter Beweis der Täterschaft. 
Nach der aus Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK fliessenden Beweiswürdi-
gungsregel "in dubio pro reo" darf sich der Strafrichter jedoch nicht von der Existenz 
eines für den Angeklagten ungünstigen Sachverhaltes überzeugt erklären, wenn bei 
objektiver Betrachtung Zweifel an den tatsächlichen Voraussetzungen für ein verur-
teilendes Erkenntnis bestehen (BGE 124 IV 87 f.). Bloss theoretische und abstrakte 
Zweifel sind indessen nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und ab-
solute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss sich vielmehr um erhebliche 
und nicht zu unterdrückende Zweifel handeln, das heisst um solche, die sich nach 
der objektiven Rechtslage aufdrängen (BGE 120 Ia 37). Aufgabe des Richters ist 
es, ohne Bindung an Beweisregeln die an sich möglichen Zweifel zu überwinden 
und sich mit Überzeugung für einen bestimmten Sachverhalt zu entscheiden, wobei 
die Bildung der Überzeugung objektivier- und nachvollziehbar sein muss. Die 
Schuld des Angeklagten muss sich dabei auf vorgelegte Beweise und Indizien stüt-
zen, die vernünftige Zweifel in ausschliesslicher Weise zu beseitigen vermögen 

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(PKG 1987 Nr. 12). Es ist anhand sämtlicher sich aus den Akten ergebenden Um-
stände zu untersuchen, ob die Darstellung der Anklage oder jene des Angeklagten 
den Richter zu überzeugen vermag. Erst wenn eine solche Überzeugung weder in 
der einen noch in der anderen Richtung zu gewinnen ist, muss gemäss dem Grund-
satz „in dubio pro reo“ der für den Angeklagten günstigere Sachverhalt angenom-
men werden und es hat ein Freispruch zu erfolgen (Padrutt, a.a.O., S. 307; Schmid, 
a.a.O., N 286). 

Zu den verschiedenen Beweismitteln ist auszuführen, dass der Grundsatz 
der freien Beweiswürdigung eine Rangordnung verbietet. Insbesondere sind die 
Aussagen von Zeugen, Auskunftspersonen und Angeschuldigten voll gültige Be-
weismittel mit derselben Beweiseignung. Bei der Würdigung der Beweise ist weni-
ger die Form, sondern vielmehr der Gesamteindruck, das heisst die Art und Weise 
der Bekundung sowie die Überzeugungskraft entscheidend. Massgebend ist mit an-
deren Worten allein die Beweiskraft der konkreten Beweismittel im Einzelfall 
(Schmid, a.a.O., N 290, S. 83 f.; Hauser/Schweri, Schweizerisches Strafprozess-
recht, 4. Auflage, Basel 1999, § 54 N 5, S. 216). Im Rahmen des Gerichtsverfahrens 
interessiert nicht in erster Linie die persönliche Glaubwürdigkeit des Einvernomme-
nen, sondern vielmehr die sachliche Glaubhaftigkeit seiner konkreten Aussage. 
Kennzeichen einer wahrheitsgetreuen Aussage bilden diesbezüglich die innere Ge-
schlossenheit und Folgerichtigkeit in der Darstellung des Geschehensablaufes so-
wie die konkrete und anschauliche Wiedergabe des Ereignisses. Als weiteres Indiz 
für die Richtigkeit der Deposition gilt die Schilderung des Vorfalles in so charakte-
ristischer Weise, wie sie nur von demjenigen zu erwarten ist, der den Vorfall selbst 
erlebt hat. Für die Korrektheit der Aussage spricht schliesslich die Konstanz in der 
Aussage bei verschiedenen Befragungen. Grundsätzlich stimmt eine richtige Depo-
sition mit den Lebenserfahrungen und dem Ergebnis der übrigen Beweiserhebun-
gen überein. Bei wahrheitswidrigen Aussagen fehlen diese Kennzeichen regelmäs-
sig. Indizien für bewusst oder unbewusst falsche Aussagen sind Unstimmigkeiten 
oder grobe Widersprüche in den eigenen Aussagen (vgl. Robert Hauser, Der Zeu-
genbeweis im Strafprozess mit Berücksichtigung des Zivilprozesses, Zürich 1974, 
S. 311 ff.). Ein Geständnis unterliegt dabei - in gleicher Weise wie eine Zeugenaus-
sage oder eine Expertise - als Beweismittel der richterlichen Würdigung auf seine 
materielle Richtigkeit (vgl. ZR 90 (1991) Nr. 30). 

6.a) Der Berufungskläger rügt die Berücksichtigung der Aussage der Aus-
kunftsperson N. durch die Vorinstanz. Nach Auffassung des Berufungsklägers hätte 
N. als Zeugin unter strafrechtlich sanktionierter Wahrheitspflicht aussagen müssen. 

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Es seien keine Gründe ersichtlich, die es rechtfertigen würden, sie nicht als Zeugin 
einzuvernehmen. Die Tatsache, dass sie aus Angst nicht mit A. habe konfrontiert 
werden wollen, reiche dafür nicht aus, zumal weder vorher noch nachher irgendwel-
che Verbindungen zwischen diesen beiden bestanden hätten. Durch diese Umge-
hung des Zeugenbeweises seien die Verfahrensrechte des Berufungsklägers mas-
siv beschnitten worden, weshalb die Aussage von N. nicht als Beweis zugelassen 
werden dürfe. Diesem Vorbringen des Berufungsklägers kann nicht beigepflichtet 
werden. N. wurde am 6. Mai 2003 von der Kantonspolizei als Auskunftsperson be-
fragt. Da im polizeilichen Ermittlungsverfahren rasch und entschlossen gehandelt 
werden muss, ist das Verfahren einfach und nur durch wenige Formvorschriften ein-
geengt. In dieser ersten Verfahrensphase wird der Wahrheitsfindung mehr Gewicht 
beigemessen als dem Schutzbedürfnis des Angeschuldigten. Anders als in der Un-
tersuchung sind daher die Verfahrensrechte nicht voll ausgebaut; beispielsweise ist 
die Anwesenheit des Beschuldigten bei der Befragung nicht vorgeschrieben. Im ge-
richtspolizeilichen Ermittlungsverfahren ist die Parteiöffentlichkeit ausgeschlossen 
(PKG 1991 Nr. 55). Die polizeiliche Einvernahme vom 6. Mai 2003 wurde folglich 
rechtmässig durchgeführt. Die Aussagen von N. sind somit grundsätzlich verwert-
bar. Davon getrennt ist jedoch die Frage zu beurteilen, ob die Rechte des Beru-
fungsklägers im ordentlichen Untersuchungsverfahren hinreichend gewahrt worden 
sind. 

b) Mit Schreiben vom 25. Juli 2003 wurde N. vom Untersuchungsrichter-
amt C. zur Zeugeneinvernahme auf den 4. August 2003 vorgeladen (vgl. Akten der 
Staatsanwaltschaft, act. 3.19). Der Aktennotiz des zuständigen Untersuchungsrich-
ters vom 31. Juli 2003 lässt sich entnehmen, dass N. telefonisch erklärte, am 4. 
August 2003 nicht zur Einvernahme erscheinen zu können. Sie teilte des Weiteren 
mit, dass sie A. bei einem Scheibenkonfront als einen der beiden eine Karton-
schachtel wegtragenden Männer wiedererkannt habe. Der Untersuchungsrichter 
führte in seiner Aktennotiz sodann aus, dass auf einen Konfront zwischen dem Be-
rufungskläger und N. verzichtet werde, da letztere den Diebstahl selber nicht beob-
achtet habe, sondern lediglich - aber immerhin - gesehen habe, dass der Ange-
schuldigte in aller Öffentlichkeit B. geholfen habe, die Kartonschachtel vom Ge-
schäft in Richtung Geleise zu tragen. Unabhängig von dieser Aussage habe B. am 
7. Mai 2003 die gleichen Angaben gemacht. Zu dieser Aktennotiz ist zu bemerken, 
dass mit dem erwähnten Scheibenkonfront der von der Kantonspolizei anlässlich 
der Einvernahme von N. am 6. Mai 2003 vorgenommene Fotokonfront gemeint sein 
muss, bei welchem diese A. eindeutig als einen der beiden Täter identifizierte (vgl. 
Akten der Staatsanwaltschaft, act. 3.5). Demnach hat N. die vor der Kantonspolizei 

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gemachten Aussagen gegenüber dem zuständigen Untersuchungsrichter vollum-
fänglich bestätigt; eine Zeugeneinvernahme wurde jedoch nicht durchgeführt. 

Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK räumt dem Angeschuldigten das Recht ein, Fragen 
an die Belastungszeugen zu stellen und die Ladung und Vernehmung von Entlas-
tungszeugen unter denselben Bedingungen wie die der Belastungszeugen zu er-
wirken (BGE 125 I 127 E. 6a; vgl. dazu auch Art. 76c Abs. 5 StPO in Verbindung 
mit Art. 76c Abs. 3 und 4 StPO). Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 
genügt es grundsätzlich, wenn der Angeschuldigte im Verlaufe des Strafverfahrens 
wenigstens einmal die Gelegenheit erhält, den ihn belastenden Personen Ergän-
zungsfragen zu stellen (BGE 118 Ia 462 E. 5a; BGE 116 Ia 291 E. 3a). Nach der 
Praxis der Rechtsprechungsorgane der Europäischen Menschenrechtskonvention 
ist das Abstellen auf belastende polizeilich protokollierte Aussagen aus dem Ermitt-
lungsverfahren zwar zulässig, der Angeschuldigte muss jedoch die Möglichkeit ha-
ben, die Aussagen spätestens an der öffentlichen und kontradiktorischen Gerichts-
verhandlung zu bestreiten und die ihn belastenden Personen ergänzend zu befra-
gen. Nach konstanter Rechtsprechung des Bundesgerichts untersteht das Recht, 
Belastungs- und Entlastungszeugen zu befragen, dem (kantonalen) Verfahrens-
recht. Entsprechende Gesuche um Zeugenbefragungen sind daher den Behörden 
formgerecht einzureichen. Der Beschuldigte kann den Behörden grundsätzlich kei-
nen Vorwurf machen, Zeugen oder Auskunftspersonen nicht vorgeladen zu haben, 
wenn er es unterlässt, rechtzeitig und formgerecht die entsprechenden Beweisan-
träge zu stellen (BGE 121 I 306 E. 1b; 120 Ia 48 E. 2e/aa; 118 Ia 462 E. 5b). Aus 
den Akten geht hervor, dass dem Berufungskläger mit der Schlussverfügung vom 
2. September 2003 die Möglichkeit gegeben wurde, Anträge auf Ergänzung der Un-
tersuchung zu stellen (Akten der Staatsanwaltschaft, act. 1.2). Ebenso räumte die 
Vorinstanz dem Berufungskläger mit der Vorladung zur Hauptverhandlung vom 8. 
Oktober 2003 die Möglichkeit ein, Anträge auf Zeugenladung zu stellen (vorinstanz-
liche Akten, act. 1.7). Diese Verteidigungsrechte wurden vom Berufungskläger je-
doch nicht wahrgenommen. Trotz gehöriger Vorladung erschien der Berufungsklä-
ger sodann nicht vor der Vorinstanz, weshalb der Fall gemäss Art. 122 Abs. 2 StPO 
aufgrund der Akten beurteilt wurde. Auch im vorliegenden Berufungsverfahren hat 
es der Rechtsvertreter des Berufungsklägers unterlassen, einen Antrag auf Durch-
führung einer Einvernahme von N. als Zeugin bzw. auf Durchführung eines Kon-
frontes zwischen dieser und seinem Mandanten zu stellen. Aus diesem Grunde 
kann der Berufungskläger gemäss der vorgängig genannten Praxis des Bundesge-
richts keine Verletzung seiner Verfahrens- bzw. Verteidigungsrechte geltend ma-
chen. Daraus ergibt sich, dass die Rechte des Berufungsklägers im ordentlichen 

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Verfahren hinreichend gewahrt wurden und die Aussage von N. im Rahmen der 
vorliegenden Indizienkette als Beweismittel verwertbar ist. Darüber hinaus ist in die-
sem Zusammenhang darauf hinzuweisen, dass nach dem Grundsatz der freien Be-
weiswürdigung die Aussage einer Auskunftsperson ohnehin dieselbe Beweiseig-
nung wie die Aussage eines Zeugen besitzt. Schliesslich ist entscheidend, dass die 
Aussage von N. vom 6. Mai 2003 nicht die einzige ist und auch nicht isoliert betrach-
tet wird, sondern dass sie sich - ohne dass N. Kenntnis von der Aussage von B. 
haben konnte - lückenlos in dessen am nachfolgenden Tag abgelegtes und detail-
liert geschildertes Geständnis einfügt. Wie noch darzulegen sein wird, ist N. somit 
nicht die einzige Person, welche den Berufungskläger belastet. 

7.a) Die zum fraglichen Zeitpunkt als Verkäuferin im Kaufhaus V. tätige N. 
sagte anlässlich der polizeilichen Befragung vom 6. Mai 2003 aus, dass sie sich am 
1. Mai 2003 um ca. 17.10 Uhr im ersten Stock des Kaufhauses auf der Seite des 
Bahngleises befunden habe. Sie habe gesehen, wie zwei ihr unbekannte Männer 
mit einer grossen Schachtel vor dem Laden in Richtung Geleise gegangen seien. 
Während des Tragens habe einer davon die Schachtel geöffnet und hinein ge-
schaut; dabei hätten Kleiderbügel herausgeragt, welche die Männer dann versucht 
hätten hinein zu drücken (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 3.5). Auf einem 
Fotoblatt mit zehn Personen erkannte N. gemäss eigenen Angaben mit 100% Si-
cherheit den Berufungskläger als einen der beiden Täter. Diese Wahrnehmungen 
stimmen sodann exakt mit den Schilderungen des Tathergangs von B. anlässlich 
dessen Geständnisses gegenüber der Kantonspolizei vom 7. Mai 2003 überein. 
Dieser sagte - nachdem er vorher alles bestritten hatte - dabei aus, dass er am 1. 
Mai 2003 um ca. 17.00 Uhr das Kleidergeschäft der V. in C. aufgesucht habe. Bei 
der gegenüberliegenden Tankstelle habe er eine grosse Schachtel gefunden, in 
welche er die vor dem Kleiderladen aufgehängten bzw. aufliegenden T-Shirts und 
Hemden gepackt habe. Danach habe er die volle Schachtel unter die Arme genom-
men, um sie zum Asylantenheim zu tragen. Sie sei jedoch sehr schwer gewesen. 
Auf dem Trottoir, zwischen dem Kaufhaus und der S.-Strasse, habe er zufällig sei-
nen Zimmerkollegen getroffen, den er gefragt habe, ob er ihm helfen könne, die 
Schachtel zum Asylantenheim zu tragen. Dieser habe eingewilligt und mit ihm die 
Schachtel bis über die Geleise getragen. In seinem Zimmer im Durchgangszentrum 
habe er die Ware aus der Schachtel genommen und in seine schwarze Tasche mit 
der Aufschrift „G.“ eingepackt. Als sein Zimmerkollege gegen ca. 21.00 Uhr ins Zim-
mer gekommen sei, habe er ihm ein paar der gestohlenen Kleidungsstücke hinge-
worfen und gesagt, dass er sich nehmen könne, was er wolle. Dieser habe ihm 
jedoch sämtliche Sachen zurückgegeben und gesagt, dass er nichts davon wolle. 

12

Schliesslich identifizierte B. den Berufungskläger als seinen Gehilfen. B. wurde vom 
Bezirksgerichtsausschuss Plessur gestützt auf dieses Geständnis und die Aussage 
von N. in einem separaten Verfahren wegen Diebstahls verurteilt (Proz.-Nr. xx.yy). 
Eine dagegen erhobene Berufung von B. wurde vom Kantonsgerichtsausschuss 
Graubünden abgewiesen (Urteil vom 21. April 2004, SB 04 4). 

b) Der Berufungskläger macht diesbezüglich geltend, dass B. sein Ge-
ständnis anlässlich der untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 4. August 
2003 widerrufen und ihn dabei nicht mehr belastet habe. Der Widerruf des Geständ-
nisses erscheint im Gegensatz zum Geständnis jedoch als unglaubhaft. So hielt B. 
gegenüber dem Untersuchungsrichter am 4. August 2003 fest, dass auf den gestoh-
lenen Kleidern keine Fingerabdrücke von ihm gewesen sein können, da er die ge-
stohlene Ware erstmals bei der Polizei gesehen habe. Auf den Vorhalt des Unter-
suchungsrichters, wie er erklären könne, dass seine Fingerabdrücke auf den Foli-
enverpackungen vom Erkennungsdienst der Kantonspolizei bereits am 3. Mai 2003 
sichergestellt werden konnten, obschon er die Kleidungsstücke erstmals am 5. Mai 
2003 gesehen haben wolle, fand B. keine plausible Erklärung. Er erwiderte lediglich, 
dass diese Ware bei der V. herumliege und er die entsprechenden Packungen mög-
licherweise zuvor einmal bei einem Besuch dort in den Händen gehalten habe. 
Ebenso wenig glaubhaft erscheint für den Kantonsgerichtsausschuss die Aussage 
von B. gegenüber einer Mitarbeiterin der Beratungsstelle für Asylsuchende in C. 
vom 7. Mai 2003, wonach er wisse, wer die Sachen wirklich gestohlen habe, dies 
aber nicht sagen wolle. Er wolle A. helfen, weil dieser wirklich nichts gemacht habe. 
Es ist kein Grund ersichtlich, weshalb B. diese Version nicht wenige Stunden zuvor 
gegenüber der Kantonspolizei darlegte und so seinen Zimmerkollegen gar nicht erst 
belastete. Obwohl B. von der Mitarbeiterin der Beratungsstelle angehalten wurde, 
die Wahrheit zu sagen, erwähnte er auch gegenüber dem Untersuchungsrichter bei 
der Einvernahme vom 4. August 2003 mit keinem Wort, dass er wisse, wer den 
Diebstahl begangen habe. Diese Ausführungen verdeutlichen, dass B. sich seine 
Aussagen - abgesehen vom Geständnis vom 7. Mai 2003 - so zurecht legte, wie es 
gerade am besten zu den erhobenen Vorwürfen passte. Für die Glaubhaftigkeit sei-
nes Geständnisses spricht ausserdem die Tatsache, dass bei der Spurenauswer-
tung der Kantonspolizei auf einer Hemdverpackung ein Abdruck vom rechten Dau-
men des Berufungsklägers gesichert werden konnte. Gemäss der glaubhaften Dar-
stellung von B. soll er am Abend des 1. Mai 2003 A. einige der gestohlenen Klei-
dungsstücke zugeworfen und ihm angeboten haben, davon zu nehmen, was er 
wolle. A. habe ihm jedoch sämtliche Sachen zurückgegeben. In Bezug auf dieses 
Indiz verstrickte sich der Berufungskläger im Untersuchungsverfahren seinerseits in 

13

Widersprüche. Gegenüber der Kantonspolizei bestritt er bei der Einvernahme vom 
6. Mai 2003 zunächst, weder die schwarze Tasche, in welcher das Diebesgut ver-
staut war, noch die einzelnen Kleider jemals zuvor gesehen bzw. berührt zu haben 
(vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 3.7). Anlässlich der untersuchungsrichterli-
chen Befragung vom 1. Juli 2003 räumte er dagegen ein, dass ihn B. am Abend des 
1. Mai 2003 in seinem Zimmer gefragt habe, ob er ein T-Shirt kaufen wolle. Aus 
diesem Grund habe er ein solches vor sich hingehalten, um zu schauen, ob es 
passe. Ebenso habe er ein Hemd in einer Nylonverpackung vor sich hingehalten. 
Als er - nach seiner nicht glaubhaften Version - B. gefragt habe, woher dieser die T-
Shirts habe, habe ihm dieser geantwortet, dass ihn dies nichts angehe. B. habe die 
T-Shirts in einer Tasche gehabt (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 3.16). Auf 
den Vorhalt des Untersuchungsrichters, weshalb er denn gegenüber der Polizei 
ausgesagt habe, die betreffenden Kleider noch nie im Leben gesehen zu haben, 
erwiderte der Berufungskläger, dass er den Dolmetscher nicht verstanden habe. Da 
der Berufungskläger weder bei der ersten polizeilichen Einvernahme vom 6. Mai 
2003 noch bei der zweiten polizeilichen Befragung vom darauf folgenden Tag gel-
tend machte, den beigezogenen Übersetzer nicht zu verstehen und die Richtigkeit 
der entsprechenden Protokolle mit seiner Unterschrift bestätigte, ist dieser Einwand 
zumindest fragwürdig. Das von B. abgelegte Geständnis erscheint jedenfalls auch 
deshalb als glaubhaft, weil dabei bezüglich der Frage, wie die Fingerabdrücke von 
A. auf das Diebesgut gelangt sind, ohne weiteres nachzuvollziehen ist, dass er A. 
als Dank für die Hilfe beim Transport der Kleidungsstücke ein paar T-Shirts bzw. 
Hemden schenken wollte. Demgegenüber stellt sich bei der Darstellung des Beru-
fungsklägers die Frage, weshalb B. ausgerechnet ihm die Kleider hätte anbieten 
sollen, zumal sie ansonsten ihren eigenen Angaben zufolge überhaupt keinen Kon-
takt miteinander hatten (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 3.4. und act. 3.16). 
Dass das am 7. Mai 2003 abgelegte Geständnis der Wahrheit entspricht, ergibt sich 
schliesslich aus der von B. der Vorinstanz vorgetragenen Version (vgl. SB 04 4), 
wonach er mitten in der Nacht vom 1. auf den 2. Mai 2003 die T-Shirts und Hemden 
behändigt und in der Tasche in seinem Schrank versteckt habe, nachdem er habe 
beobachten können, wie zwei Personen die gestohlene Ware in einen Müllcontainer 
beim Durchgangszentrum F. gesteckt hätten. Hätte es sich - was eben gerade nicht 
zutrifft - so zugetragen, so hätte er die gestohlene Ware dem Berufungskläger nicht 
am Abend hinhalten können. Zusammenfassend ist nach dem Gesagten somit fest-
zuhalten, dass die Tatsache, wonach sich die Vorinstanz bei der Verurteilung auch 
auf das Geständnis von B. abstützte, nicht zu beanstanden ist. 

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c) Nach Auffassung des Kantonsgerichtsausschusses ist aufgrund der 
Aussage von N. und des glaubhaften Geständnisses von B. erstellt, dass der Beru-
fungskläger an der Tatausführung beteiligt war, indem er dem Haupttäter B. gehol-
fen hat, die gestohlenen Kleidungsstücke vom Kaufhaus über die Bahngeleise zu 
tragen. Es ist deshalb nachfolgend zu prüfen, ob der Berufungskläger den Tatbe-
stand der Gehilfenschaft zu Diebstahl erfüllt hat (Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung 
mit Art. 25 StGB). 

8.a) Für den Fall, dass der Kantonsgerichtsausschuss seine Beteiligung 
am fraglichen Delikt als erwiesen erachte, vertritt der Berufungskläger die Ansicht, 
dass der durch B. begangene Diebstahl bereits vollendet gewesen sei, weshalb er 
sich auch nicht der Gehilfenschaft schuldig gemacht haben könne. Darüber hinaus 
habe er in subjektiver Hinsicht die Haupttat nicht vorsätzlich gefördert. 

Als Gehilfe ist strafbar, wer vorsätzlich in untergeordneter Stellung die Vor-
satztat eines anderen fördert (Trechsel, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Kurz-
kommentar, 2. Aufl., Zürich 1997, N 1 zu Art. 25 StGB, mit zahlreichen Hinweisen 
auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung). Dabei ist nicht erforderlich, dass es 
ohne den fördernden Tatbeitrag des Gehilfen nicht zur Tat gekommen wäre, son-
dern es genügt bereits, dass die Tat, so wie sich die Ereignisse abspielten, das 
Verbrechen oder Vergehen gefördert hat (Trechsel, a.a.O., N 6 zu Art. 25 StGB). 
Die Erfolgschancen der tatbestandserfüllenden Handlung müssen durch den Gehil-
fen erhöht worden sein (BGE 120 IV 265, 272). Hierfür ist Vorsatz erforderlich; d.h. 
der Gehilfe weiss oder rechnet damit, dass er eine bestimmt geartete Straftat unter-
stützt und dass er dies will oder zumindest billigend in Kauf nimmt. Die Einzelheiten 
der Haupttat müssen dem Gehilfen nicht bekannt sein. Vielmehr genügt es, dass 
der Gehilfe die wesentlichen Merkmale des vom Täter zu verwirklichenden strafba-
ren Tuns erkennt (BGE 117 IV 186, 188). Die Beteiligung ist dem Gehilfen dabei 
solange möglich, als die Tat noch nicht beendet ist, d.h. als nach einer Vollendung 
durch das nachfolgende Verhalten des Täters das verletzte Rechtsgut weiterhin be-
einträchtigt wird (vgl. BGE 99 IV 124). Beendet ist ein Delikt demnach, wenn der 
Täter sein Ziel erreicht bzw. seine Bereicherungsabsicht realisiert hat (Trechsel, 
a.a.O., N 7 vor Art. 21 StGB; Rehberg/Schmid, Strafrecht III, 7. Aufl., Zürich 1997, 
S. 116). Gemäss Praxis des Bundesgerichts erfolgt der Eintritt der Bereicherung im 
Zeitpunkt des Versteckens des Diebesgutes (vgl. Pra 70 Nr. 121). 

b) Der Berufungskläger verkennt, dass der Diebstahl im Zeitpunkt, als er 
B. begegnete, noch nicht beendet war. Gemäss der vom Berufungskläger zitierten 

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Apprehensionstheorie ist der Diebstahl mit der Herstellung des neuen Gewahrsams, 
d.h. sobald der Täter die Sache ergriffen hat, erst vollendet und nicht - wie der Be-
rufungskläger ausführt - beendet (vgl. Rehberg/Schmid, a.a.O., S. 115; Trechsel, 
a.a.O., N 11 zu Art. 139 StGB). Vorliegend war der Diebstahl somit vollendet, als 
der Haupttäter die Kleidungsstücke in der Schachtel verstaut hatte und sich an-
schickte, diese wegzutragen. Eine Beendigung des Delikts lag zu diesem Zeitpunkt 
dagegen nicht vor, zumal das Ziel von B. darin bestand, das Diebesgut möglichst 
schnell und unauffällig in Sicherheit zu bringen. Als er beim Fortschaffen der Ware 
in unmittelbarer Nähe des Kaufhauses auf den Berufungskläger traf, hatte er seine 
Bereicherungsabsicht jedenfalls ganz offensichtlich noch nicht verwirklicht. Indem 
der Berufungskläger half, die Schachtel über die Bahngeleise zu tragen, leistete er 
einen der Haupttat untergeordneten Tatbeitrag, der die Chancen des Gelingens des 
Diebstahls förderte. Durch die Mithilfe des Berufungsklägers konnte das Diebesgut 
schneller vom Deliktsort entfernt und den Blicken von Passanten und Verkaufsper-
sonal entzogen werden. Der objektive Tatbestand der Gehilfenschaft zu Diebstahl 
ist somit erfüllt. Nach Aussage von N. ragten beim Wegtragen Kleiderbügel aus der 
Schachtel heraus, welche die beiden Täter hinein zu drücken versuchten. Da der 
Berufungskläger somit spätestens zu diesem Zeitpunkt den Inhalt der Schachtel 
kannte, musste er davon ausgehen, dass es sich bei den zahlreichen, noch ver-
packten T-Shirts oder den noch an den Kleiderbügeln hängenden Hemden um Die-
besware handeln musste. Zumindest musste er sich bewusst gewesen sein, dass 
ein Asylbewerber nicht in der Lage sein konnte, mit dem ihm wöchentlich abgege-
benen Geld eine grosse Schachtel voller Kleidungsstücke zu erwerben. Sein Ver-
halten kann deshalb nicht anders gedeutet werden, als dass er zumindest billigend 
in Kauf nahm, bei der in der Schachtel versteckten Ware handle es sich um gestoh-
lene Gegenstände. Damit ist auch in subjektiver Hinsicht der Straftatbestand der 
Gehilfenschaft zu Diebstahl erfüllt. Der Berufungskläger wurde von der Vorinstanz 
daher zu Recht der Gehilfenschaft zu Diebstahl gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB in 
Verbindung mit Art. 25 StGB schuldig gesprochen. 

9.a) Bei der Überprüfung der vorinstanzlichen Strafzumessung setzt der 
Kantonsgerichtsausschuss sein Ermessen anstelle desjenigen der Vorinstanz und 
wendet die Regeln über die Strafzumessung selbständig an. Er misst die Strafe 
nach dem Verschulden des Täters zu, wobei er die Beweggründe, das Vorleben 
und die persönlichen Verhältnisse des Schuldigen berücksichtigt (Art. 63 StGB). In 
BGE 117 IV 112 ff. hat das Bundesgericht grundsätzliche Bemerkungen zur Frage 
der Strafzumessung angebracht. Demnach muss sich der Begriff des Verschuldens 
auf den gesamten Unrechts- und Schuldgehalt der konkreten Straftat beziehen. Bei 

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der Tatkomponente sind insbesondere zu beachten das Ausmass des verschulde-
ten Erfolges, die Art und Weise seiner Herbeiführung, die Willensrichtung, mit wel-
cher der Täter gehandelt hat, und die Beweggründe, die Art. 63 StGB ausdrücklich 
erwähnt. Die Täterkomponente erfasst demgegenüber das Vorleben, insbesondere 
auch allfällige Vorstrafen, die persönlichen Verhältnisse, das Verhalten nach der Tat 
und im Strafverfahren, wie zum Beispiel Reue, Einsicht oder Strafempfindlichkeit 
(vgl. auch BGE 118 IV 14; BGE 124 IV 44 f.). Innerhalb des gesetzlichen Strafrah-
mens ist ohne Bindung an feste Regeln die verschuldensgerechte Strafe zu finden. 

b) Der Berufungskläger bringt bezüglich der Strafzumessung vor, dass 
das hartnäckige Abstreiten der Tat von der Vorinstanz nicht straferhöhend hätte ge-
wertet werden dürfen. Bei der Beurteilung der Persönlichkeit sind unter anderem 
auch Einsicht und Reue bzw. deren Fehlen zu berücksichtigen. Wohl wurde in der 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung festgehalten, dass Schweigen, Aussagever-
weigerung, einfache Bestreitungen oder blosses Leugnen sich mit verfahrensrecht-
lich anerkannten Grundsätzen vereinbaren lassen und dass dem Angeklagten dar-
aus keine Nachteile bezüglich der Anrechnung der Untersuchungshaft (BGE 103 IV 
10), der Haftentschädigung (BGE 112 Ib 446) oder der Kostenauflage bei Einstel-
lung des Verfahrens (BGE 109 Ia 166) erwachsen dürfen. Dies bedeutet aber nicht, 
dass ein entsprechendes Verhalten bei der Beurteilung der Täterpersönlichkeit im 
Rahmen der Strafzumessung nicht berücksichtigt werden dürfe (BGE 113 IV 57). 
Die Tatsache, dass die Vorinstanz das hartnäckige Abstreiten der Tat durch den 
Berufungskläger als Zeichen fehlender Einsicht in das Unrecht des Delikts deutete, 
steht somit im Einklang mit Art. 63 StGB. Im Gegensatz zur Vorinstanz ist aber fest-
zustellen, dass die Uneinsichtigkeit nicht ohne weiteres straferhöhend berücksich-
tigt werden darf; indessen kann der Berufungskläger aufgrund seines Verhaltens 
nicht mit Milde rechnen (vgl. Stratenwerth, Schweizerisches Strafrecht, Allgemeiner 
Teil II, Bern 1989, S. 241). Diese etwas modifizierte Würdigung des Verhaltens des 
Berufungsklägers ändert indessen am Strafmass nichts, zumal die Berufungsin-
stanz aufgrund eigener Würdigung die Strafe gleich belassen kann. 

c) Wie die Vorinstanz zu Recht festgestellt hat, ist das Verschulden des 
Berufungsklägers nicht als leicht einzustufen. Er leistete B. beim Fortschaffen der 
Kleidungsstücke bereitwillig Hilfe, obwohl er sich bewusst gewesen sein musste, 
dass es sich dabei um gestohlene Ware handelte. Strafmindernd ist die Vorstrafen-
losigkeit zu berücksichtigen, strafmildernd die Gehilfenschaft (Art. 25 StGB in Ver-
bindung mit Art. 65 StGB). Strafschärfungsgründe liegen keine vor. Unter Berück-
sichtigung der konkreten Umstände sowie sämtlicher Strafzumessungsgründe er-

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scheint dem Kantonsgerichtsausschuss die von der Vorinstanz ausgesprochene 
Strafe von fünf Tagen Gefängnis als dem Verschulden und den persönlichen Ver-
hältnissen des Berufungsklägers angemessen. Sodann ist festzustellen, dass die 
Gewährung des bedingten Strafvollzugs unter Ansetzung einer Probezeit von zwei 
Jahren durch die Vorinstanz nicht zu beanstanden ist. 

10.a) Der Berufungskläger rügt die Höhe der Gerichtsgebühr von Fr. 3'000.-- 
im Verhältnis zu den Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft. Diesbezüglich 
ist vorweg festzuhalten, dass sich der Kantonsgerichtsausschuss bei der Beurtei-
lung vorinstanzlicher Kostensprüche grundsätzlich eine gewisse Zurückhaltung auf-
erlegt. Die Gebühr als kausale öffentliche Abgabe stellt das Entgelt für eine be-
stimmte, vom Pflichtigen veranlasste oder verursachte Amtshandlung oder für die 
Benutzung einer öffentlichen Einrichtung dar. Sie soll die Kosten, welche dem Ge-
meinwesen durch die Amtshandlung oder Benutzung der Einrichtung entstanden 
sind, decken. Das Gemeinwesen muss bei der Bemessung von Verwaltungsge-
bühren, worunter Untersuchungs- und Gerichtsgebühren fallen, die Grundsätze des 
Kostendeckungs- und des Äquivalenzprinzips berücksichtigen. Das Kostende-
ckungsprinzip besagt, dass der Gesamtbetrag der Gebühren die gesamten Kosten 
des betreffenden Verwaltungszweiges nicht übersteigen darf. Gemäss dem Äquiva-
lenzprinzip muss die Höhe der Gebühr im Einzelfall in einem vernünftigen Verhältnis 
stehen zum Wert, den die Leistung des Gemeinwesens für den Pflichtigen aufweist. 
Ein gewisser Ausgleich im Hinblick auf die wirtschaftliche Bedeutung und das Inter-
esse des Privaten an der Leistung ist zulässig, wie auch in beschränktem Ausmass 
eine Pauschalisierung aus Gründen der Verwaltungsökonomie. Die Relation zwi-
schen Höhe der Gebühr und Wert der Leistung muss aber bestehen bleiben (PKG 
1997 Nr. 29). 

b) Die für den Arbeitsaufwand der Organe der Strafrechtspflege in 
Graubünden zu erhebenden Gebühren legt die Regierung fest (Art. 4 Satz 1 der 
Verordnung über die Kosten im Strafverfahren; BR 350.200). Gemäss Art. 3 lit. e 
der Verordnung über Gebühren und Entschädigung der im Strafverfahren mitwir-
kenden Personen sowie das Rechnungswesen (BR 350.230) beträgt der Gebühre-
nansatz vor Bezirksgerichtsausschuss Fr. 80.-- bis Fr. 5'000.--. Der Bezirksgerichts-
ausschuss Plessur hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 3000.-- festgelegt, womit die 
gemäss Gebührentarif höchstmögliche Gebühr nicht ausgeschöpft worden ist. Es 
ist nun nicht ersichtlich, inwiefern der Gesamtbetrag der Untersuchungsgebühr der 
Staatsanwaltschaft von Fr. 1'346.50 respektive der Gerichtsgebühr von Fr. 3'000.-- 
sämtliche Kosten, welche dem Gemeinwesen durch das Untersuchungs- bzw. Ge-

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richtsverfahren entstanden sind, übersteigen würde. Die beanstandete Gerichtsge-
bühr wurde deutlich unter dem Maximalbetrag festgelegt. Die Strafsache bedurfte 
der Vorbereitung und der Durchführung einer Hauptverhandlung vor dem dreiköpfig 
besetzen Gericht. Obschon aufgrund des Nichterscheinens des Angeklagten zur 
Verhandlung keine Befragungen durchgeführt werden mussten, entstand für die 
Vorinstanz angesichts der für den zu beurteilenden Fall zentralen Beweiswürdigung 
ein beträchtlicher Aufwand. Dem beigezogenen Aktuar oblag sodann das Verfassen 
des umfassend begründeten Entscheides. Die durch das Gerichtsverfahren dem 
Bezirk entstandenen Kosten sind mit den auferlegten Fr. 3'000.-- wohl abgedeckt. 
Anhaltspunkte, dass die Kosten damit überschritten worden wären, liegen keine vor. 
Es wurde somit durchaus einem Zielgedanken der Gebühr (Kostendeckungsprinzip 
auch zu Gunsten des Gemeinwesens) nachgelebt. Die Höhe der erhobenen Ge-
richtsgebühr steht auch in einem vernünftigen Verhältnis zum Wert, welchen die 
staatliche Leistung - Beanspruchung der Justiz mit der Durchführung eines umfas-
senden verfassungsmässigen und gesetzeskonformen Gerichtsverfahrens - für den 
Pflichtigen hat. Es handelt sich vorliegend nicht um eine einfache, wenig Aufwand 
verursachende Strafsache, wie dies etwa bei Verkehrsstrafsachen der Fall sein 
kann. Der Kantonsgerichtsausschuss kommt nach dem Gesagten zum Schluss, 
dass die von der Vorinstanz erhobene Gerichtsgebühr angemessen ist. 

11. Das angefochtene Urteil erweist sich somit als rechtmässig und die 
Berufung ist abzuweisen. Die Kosten des Berufungsverfahrens sind bei diesem 
Ausgang des Verfahrens gemäss Art. 160 StPO vollumfänglich dem Berufungsklä-
ger aufzuerlegen. Die Kosten für die amtliche Verteidigung im Berufungsverfahren 
gehören gestützt auf Art. 3 der Verordnung über die Kosten im Strafverfahren zu 
den Gerichtskosten und sind daher den Kosten für das Berufungsverfahren zuzu-
schlagen. Da diese in vollem Umfang zu Lasten des Berufungsklägers gehen, gilt 
dies ebenfalls für die Kosten der amtlichen Verteidigung, welche vom Kantons 
Graubünden lediglich vorschussweise übernommen werden (Art. 155 Abs. 1 StPO).

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Demnach erkennt der Kantonsgerichtsausschuss :

1. Die Berufung wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 1'500.-- sowie die Kosten der 
amtlichen Verteidigung von Fr. 1'200.-- gehen zu Lasten des Berufungsklä-
gers. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden vorschussweise vom 
Kanton Graubünden bezahlt.

3. Gegen dieses Urteil kann, sofern Verletzung eidgenössischen Rechts gel-
tend gemacht werden will, Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof des 
schweizerischen Bundesgerichts geführt werden. Diese ist dem Bundesge-
richt innert 30 Tagen seit Zustellung der vollständigen Ausfertigung des Ent-
scheides in der in Art. 273 des Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechts-
pflege (BStP) vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Beschwerdele-
gitimation und die weiteren Voraussetzungen der Nichtigkeitsbeschwerde 
gelten die Art. 268 ff. BStP.

4. Mitteilung an:

__________

Für den Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden 
Der Vizepräsident:  Der Aktuar ad hoc: