# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9ab3dcfb-7561-580b-b8bb-aecb75826ef8
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-01-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.01.2012 D-109/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-109-2010_2012-01-03.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­109/2010
law/bah

U r t e i l   v om   3 .   J a nua r   2 0 1 2

Besetzung Richter Walter Lang (Vorsitz),
Richterin Christa Luterbacher, 
Richterin Claudia Cotting­Schalch,
Gerichtsschreiber Christoph Basler.

Parteien A._______, geboren am (…),
Syrien,
vertreten durch Christian Hoffs, Rechtsberatungsstelle für 
Asylsuchende St. Gallen / Appenzell, 
(…),
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,  
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 2. Dezember 2009 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
A.a Der Beschwerdeführer, ein ethnischer Araber mit letztem Wohnsitz in 
B._______,  verliess  Syrien  eigenen  Angaben  gemäss  am  25. Februar 
2009 und gelangte am 19. März 2009 in die Schweiz, wo er gleichentags 
um Asyl nachsuchte.

A.b  Bei  der  Erstbefragung  vom  25. März  2009  im  Empfangs­  und 
Verfahrenszentrum Kreuzlingen sagte er aus, er sei christlichen Glaubens 
und habe an der Universität eine muslimische Kollegin kennengelernt,  in 
die  er  sich  verliebt  habe.  Sie  hätten  über  ein  Jahr  lang  eine  sexuelle 
Beziehung gehabt, was gegen die Tradition verstosse. Die Eltern seiner 
Freundin  hätten  Anfang  2009  davon  erfahren  und  gesagt,  er  habe  ihre 
Familienehre  beschmutzt.  Eines  Tages  habe  ihr  Bruder  zusammen mit 
einem seiner Verwandten das Haus seiner Familie angegriffen. Sie seien 
bewaffnet  gewesen  und  hätten  ihn  töten  wollen,  weshalb  er  sich 
entschieden  habe,  seine  Heimat  zu  verlassen.  Seine  Mutter  und  sein 
Bruder hätten das Haus ebenfalls verlassen.

A.c Am 3. April  2009 wurde der Beschwerdeführer  vom BFM zu seinen 
Asylgründen  angehört.  Dabei  machte  er  im  Wesentlichen  geltend,  er 
habe  sich  an  der  Universität  von  B._______  mit  einer  muslimischen 
Mitstudentin angefreundet. Mit der Zeit sei daraus eine Liebesbeziehung 
entstanden.  In  der  orientalischen  Gesellschaft  sei  die  Jungfräulichkeit 
eines  Mädchens  etwas  Heiliges.  In  ihrem  Fall  sei  die  unterschiedliche 
Religionszugehörigkeit  ein  zusätzliches  Problem.  Als  die  Eltern  seiner 
Freundin  von  der  Beziehung  erfahren  hätten,  hätten  seine 
Schwierigkeiten begonnen. Zwei Angehörige des Mädchens seien zu ihm 
nach Hause gekommen, um  ihn zu  töten. Als  sie  ihn nicht  vorgefunden 
hätten,  hätten  sie  seiner  Mutter  gesagt,  sie  würden  ihn  überall  finden. 
Seine  Mutter  habe  ihn  kontaktiert  und  ihm  gesagt,  er  solle  nicht  mehr 
nach Hause kommen, weshalb er bei seiner Tante geblieben sei. Er habe 
letztmals Ende Januar 2009 mit seiner Freundin telefonisch gesprochen. 
Sie habe  ihm mitgeteilt,  ihre Eltern  seien über  ihr Verhältnis  im Bild. Er 
habe zusammen mit seiner Freundin  fliehen wollen, habe sie aber nicht 
mehr erreichen können.

A.d Am 23. April 2009 führte ein vom BFM beauftragter Experte mit dem 
Beschwerdeführer  ein  Telefongespräch,  aufgrund  dessen  er  eine 
Herkunftsanalyse  (LINGUA)  vornahm.  In  seinem  Bericht  vom  12. Mai 

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2009 gelangte er zum Schluss, dass der Beschwerdeführer eindeutig  in 
Syrien sozialisiert worden sei.

A.e  Das  BFM  wandte  sich  am  14. Juli  2009  an  die  Schweizerische 
Botschaft  in  Damaskus  und  ersuchte  diese  um  die  Vornahme  von 
Abklärungen in Syrien.

A.f  Am  13. September  2009  übermittelte  die  Botschaft  die  Ergebnisse 
ihrer Abklärungen.

A.g  Das  BFM  setzte  den  Beschwerdeführer  mit  Schreiben  vom 
5. November  2009  von  seinen  Abklärungen  und  den  Ergebnissen 
derselben  in  Kenntnis.  Das  Schreiben  wurde  von  der  Post  mit  dem 
Vermerk "Nicht abgeholt" an das BFM zurückgesandt.

B. 
B.a  Mit  Verfügung  vom  2. Dezember  2009  stellte  das  BFM  fest,  der 
Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das 
Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung aus der Schweiz 
und  ordnete  den  Vollzug  der  Wegweisung  an.  Diese  Verfügung  wurde 
von  der  Post  mit  dem  Vermerk  "Nicht  abgeholt"  an  das  BFM 
zurückgesandt.

B.b  Am  15. Dezember  2009  wandte  sich  der  Rechtsvertreter  des 
Beschwerdeführers  an  das  BFM  und  ersuchte  dieses,  den  Entscheid 
nochmals  zu  eröffnen.  Der  an  seinen  Mandanten  –  der  keine 
Abholungseinladung  erhalten  habe  –  adressierte  Entscheid  sei 
wahrscheinlich von der Post retourniert worden. Am Gebäude, in dem er 
lebe, sei kein Briefkasten mit Namensschildern angebracht. Dort würden 
vier  Asylsuchende  leben.  Sehr  wahrscheinlich  habe  eine  der  anderen 
Personen  die  Abholungseinladung  an  sich  genommen,  ohne  den 
Beschwerdeführer zu informieren.

B.c Das BFM teilte dem Rechtsvertreter am 24. Dezember 2009 mit, es 
erachte die Verfügung vom 2. Dezember 2009 als rechtsgültig zugestellt.

C. 
Mit  Eingabe  seines  Rechtsvertreters  vom  8. Januar  2010  liess  der 
Beschwerdeführer beim Bundesverwaltungsgericht gegen den Entscheid 
des BFM vom 2. Dezember 2009 Beschwerde erheben und beantragen, 
die  angefochtene  Verfügung  sei  aufzuheben  und  es  sei  die 
Flüchtlingseigenschaft anzuerkennen und Asyl zu gewähren. Eventualiter 

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seien die Unzulässigkeit  und Unzumutbarkeit  des Wegweisungsvollzugs 
festzustellen.  In  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  liess  er  zudem 
beantragen,  es  sei  die  unentgeltliche  Rechtspflege  zu  gewähren, 
insbesondere  sei  von  der  Erhebung  eines  Kostenvorschusses 
abzusehen.

D. 
D.a  Mit  Zwischenverfügung  vom  15. Januar  2010  hiess  der 
Instruktionsrichter  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege  gemäss  Art. 65  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 
20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) 
gut,  unter  der  Voraussetzung,  dass  der  Beschwerdeführer  innerhalb 
angesetzter  Frist  eine  Fürsorgebestätigung  einreiche  sowie  unter 
Vorbehalt der Veränderung der finanziellen Lage des Beschwerdeführers. 
Gleichzeitig  forderte  er  den  Beschwerdeführer  auf,  bis  zum  1. Februar 
2010 eine Fürsorgebestätigung einzureichen oder einen Kostenvorschuss 
von  Fr. 600.–  zu  leisten,  verbunden  mit  der  Androhung,  auf  die 
Beschwerde werde nicht eingetreten, wenn die Fürsorgebestätigung oder 
der Kostenvorschuss nicht innert Frist eingereicht werde.

D.b Mit Eingabe  vom 19. Januar  2010  liess  der Beschwerdeführer  eine 
Bestätigung betreffend Sozialhilfe vom 12. Januar 2010 einreichen.

E. 
E.a Am 22. Januar 2010 übermittelte der Instruktionsrichter die Akten zur 
Vernehmlassung an das BFM. 

E.b  Das  BFM  beantragte  in  seiner  Vernehmlassung  vom  10. Februar 
2010 die Abweisung der Beschwerde.

E.c Der Beschwerdeführer liess in seiner Stellungnahme vom 24. Februar 
2010 an seinen Anträgen festhalten und beantragen, es sei ihm teilweise 
Einsicht in die LINGUA­Analyse zu gewähren.

E.d  Mit  Zwischenverfügung  vom  3. März  2010  setzte  der 
Instruktionsrichter  den  Beschwerdeführer  vom  interessierenden  Teil  der 
LINGUA­Analyse  in  Kenntnis  und  gewährte  ihm  Frist  zur  Einreichung 
einer ergänzenden Stellungnahme.

E.e  Am  9. März  2010  liess  der  Beschwerdeführer  eine  ergänzende 
Stellungnahme einreichen.

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F. 
Mit Eingabe vom 10. Mai 2010 reichte die Sozialberatung der Gemeinde 
C._______  betreffend  den  Beschwerdeführer  ein  ärztliches  Attest  von 
Dr. med.  D._______,  Facharzt  allgemeine  Medizin  FMH,  vom  23. April 
2010  ein.  Am  17. Mai  2010  teilte  dieselbe  Behörde  mit,  der 
Beschwerdeführer habe sich zu einer therapeutischen Sitzung zusammen 
mit  seinem  Sozialberater  ins  Psychiatrische  Zentrum  E._______ 
begeben.

G. 
Mit Eingabe vom 8. März 2011 reichte die Sozialberatung der Gemeinde 
C._______ mehrere Bestätigungen über (ehrenamtliche) Tätigkeiten des 
Beschwerdeführers ein.

H. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  8. August  2011  ordnete  der 
Instruktionsrichter einen weiteren Schriftenwechsel an.

I. 
Mit Verfügung vom 21. September 2011 hob das BFM die Ziffern 3 und 4 
(recte 4 und 5) des Dispositivs der Verfügung vom 2. Dezember 2009 auf 
und  ordnete  zufolge  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  die 
vorläufige Aufnahme des Beschwerdeführers an.

J. 
Mit  Verfügung  vom  4. Oktober  2011  gab  der  Instruktionsrichter  dem 
Beschwerdeführer  die  Gelegenheit,  bis  zum  15. Oktober  2011 
mitzuteilen,  ob  er  angesichts  der  vom  BFM  angeordneten  vorläufigen 
Aufnahme  an  der  Beschwerde  festhalten  oder  diese  –  soweit  nicht 
gegenstandslos  geworden  –  zurückziehen wolle.  Zudem wurde  ihm  die 
Möglichkeit zur Einreichung einer Kostennote gewährt.

K. 
Mit  Eingabe  seines  Rechtsvertreters  vom  14. Oktober  2011  liess  der 
Beschwerdeführer  mitteilen,  er  halte  an  seiner  Beschwerde  fest.  Der 
Eingabe lag eine Kostennote vom selben Tag bei.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

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1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den 
Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 
im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde, es 
entscheidet  im  Bereich  des  Asyls  in  der  Regel  –  so  auch  vorliegend – 
endgültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998  [AsylG, 
SR 142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 

1.2. Die Beschwerde ist frist­ und formgerecht eingereicht (Art. 108 Abs. 1 
AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Der 
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 37  VGG  und  Art. 48  Abs. 1).  Auf  die 
Beschwerde ist einzutreten.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.  
3.1.  Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Als  Flüchtling  wird  eine  ausländische  Person 
anerkannt,  wenn  sie  in  ihrem  Heimatstaat  oder  im  Land,  in  dem  sie 
zuletzt  wohnte,  wegen  ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörigkeit 
zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen 
Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden.  Als  ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck 
bewirken (Art. 3 AsylG).

3.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 

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Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7 
AsylG).

4.  
4.1.  Das  BFM  führt  zur  Begründung  seiner  Verfügung  aus,  der 
Beschwerdeführer  habe  bei  der Erstbefragung  behauptet, wer  in Syrien 
nicht  Militärdienst  geleistet  habe,  erhalte  keinen  Pass.  Gemäss 
Botschaftsauskunft  könne  er  indessen  einen  Pass  haben.  Er  habe  erst 
am  Schluss  der  Anhörung  geltend  gemacht,  die  syrischen  Behörden 
könnten  seine  Flucht  ins  Ausland  als  Fahnenflucht  werten.  Dieses 
Vorbringen  habe  er  bei  der  Erstbefragung  nicht  erwähnt.  In  einem 
solchen Fall läge keine Verfolgung im Sinne von Art. 3 Abs. 1 AsylG vor, 
weil  eine  diesbezügliche  staatliche  Massnahme  der  Durchsetzung 
staatsbürgerlicher Pflichten diene. Er habe geltend gemacht, er sei ohne 
irgendwelche Grenzkontrollen  nach Europa und  in  die Schweiz  gelangt; 
diese  Behauptung  sei  angesichts  der  rigiden  Kontrollen  an  den 
Schengen­Aussengrenzen  realitätsfremd.  Hinsichtlich  seiner 
Liebesbeziehung habe er angegeben, das Zusammensein mit seiner auf 
dem Campus  lebenden Freundin  und Geliebten  sei  problemlos möglich 
gewesen. Dennoch  hätten  sie  sich  nicht  auf  dem Campus,  sondern  bei 
ihm  zu  Hause  getroffen,  obwohl  seine  Eltern  nicht  von  der  Beziehung 
hätten  erfahren  dürfen.  Er  habe  sich  mehrmals  bitten  lassen,  seine 
Asylgründe  darzulegen.  Das  intime  Beisammensein  habe  er  substanz­ 
und emotionslos geschildert. Seine Kenntnisse der griechisch­orthodoxen 
Kirche, der er anzugehören vorgebe, seien äusserst dürftig, was er unter 
mehrmaligem Hinweis auf seinen Laizismus zu kaschieren versuche. Er 
habe im Laufe des Verfahrens zu wesentlichen Punkten unterschiedliche 
Angaben  gemacht,  so  dass  die  Vorbringen  als  widersprüchlich  zu 
taxieren  seien  und  sich  insgesamt  als  Sachverhaltskonstrukt  erweisen 
würden.

4.2. In der Beschwerde vom 8. Januar 2010 wird demgegenüber geltend 
gemacht,  jemand,  der  keinen  Militärdienst  leiste,  könne  in  Syrien  nur 
dann  einen  Pass  erhalten,  wenn  er  einen  Arbeitsvertrag  oder  eine 
Zulassung zu einer ausländischen Universität vorweisen könne. Dies sei 
nachvollziehbar,  da  männliche  Syrer  der  Wehrpflicht  unterstünden  und 

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Dienstverweigerung strafbar sei. Diese solle unterbunden werden, indem 
an  Männer  vor  Absolvierung  des  Militärdienstes  nur  ausnahmsweise 
Pässe  ausgestellt  würden.  Konsequenterweise  sei  in  Syrien  die  illegale 
Ausreise  strafbar.  Die  illegale  Ausreise  des Beschwerdeführers  betreffe 
die  Frage  subjektiver  Nachfluchtgründe,  welche  im  Zusammenhang mit 
der Zulässigkeit  des Wegweisungsvollzugs aufgrund des Vorliegens der 
Flüchtlingseigenschaft  relevant  werde  und  von  ihm  daher  zur  richtigen 
Zeit geltend gemacht worden sei. Der Vorwurf, er habe die Fahnenflucht 
bei der Erstbefragung nicht erwähnt, sei absurd, da er nicht aus diesem 
Grund  ausgereist  sei.  Er  sei  durch  einen  Schlepper  in  den  Schengen­
Raum geschleust worden. Es sei bekannt, dass Istanbul Ausgangsort für 
zahlreiche  illegale  Einreisen  mithilfe  von  Schleppern  sei.  Aus  den 
Aussagen  des  Beschwerdeführers  gehe  hervor,  dass  das  problemlose 
"Zusammensein"  von  Studenten  auf  dem  Campus  etwas  gänzlich 
anderes  sei  als  das,  was  er  und  seine  Geliebte  im  Haus  seiner  Eltern 
getan  hätten.  Es  sei  nachvollziehbar,  dass  dies  im  Haus  der  Eltern 
geschehen sei, da die Gefahr einer Entdeckung sexueller Aktivitäten auf 
dem Campus  von  ihm  als  höher  eingeschätzt  worden  sei.  Der  Zugang 
zum  Wohnraum  der  Studentinnen  sei  für  männliche  Studenten 
ausdrücklich  untersagt.  Das  BFM  habe  ihn  zu  seinem  ersten  intimen 
Treffen mit seiner Geliebten nicht vertieft befragt und die Frage 89 könne 
mehrdeutig  interpretiert  werden.  Es  bleibe  unklar,  ob  das  BFM  die 
Organisation  der  Zusammenkunft  oder  die  konkrete  Durchführung 
derselben meine. Sollte die Durchführung gemeint sein, sei klar, dass er 
Hemmungen gezeigt habe, darüber zu berichten. Die Behauptung, seine 
Kenntnisse  der  griechisch­orthodoxen Kirche  seien  äusserst  dürftig  und 
er  versuche  dies  durch  mehrmaligen  Hinweis  auf  seinen  Laizismus  zu 
kaschieren,  sei  unzulässig,  da es  kausal  sei,  dass man bei  laizistischer 
Grundeinstellung  und  persönlicher  Distanz  zur  anerzogenen 
Religionszugehörigkeit  seiner  Kindheit  "dürftige  Kenntnisse"  habe.  Was 
das BFM damit meine, er habe im Laufe des Verfahrens zu wesentlichen 
Punkten unterschiedliche Angaben gemacht, bleibe nach Durchsicht der 
(angegebenen)  Passagen  unklar.  Es  sei  fraglich,  ob  dieses  pauschale 
Abtun von Antworten der notwendigen Begründungspflicht standhalte. 

Das BFM sei  seiner Untersuchungspflicht  bezüglich der Vorbringen des 
Beschwerdeführers  nicht  nachgekommen.  Er  habe  keinen  staatlichen 
Schutz  vor  den  befürchteten  Übergriffen  durch  Dritte  in  Anspruch 
genommen.  Er  sei  nicht  zur  Polizei  gegangen,  weil  er  aufgrund 
traditioneller  Gesellschaftsnormen  und  seiner  gesellschaftlichen 
Zuordnung zur christlichen Religionszugehörigkeit keinen Schutz vor dem 

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drohenden  Ehrenmord  erhalten  hätte.  Diesen  asylrechtlich  relevanten 
Punkt  habe  das  BFM  nicht  erfragt.  Es  sei  somit  bezüglich  der 
Schutztheorie seiner Untersuchungspflicht nicht nachgekommen.

4.3. Das BFM führt in seiner Vernehmlassung vom 10. Februar 2010 aus, 
hinsichtlich  der  Mitwirkungspflicht  sei  festzuhalten,  dass  der 
Beschwerdeführer  dieser  nicht  nur  bezüglich  des  Schriftverkehrs, 
sondern auch der Papierbeschaffung nicht nachgekommen sei. So habe 
er  anfänglich  zur  jedem  syrischen  Staatsangehörigen  bekannten 
Familiennummer  Unkenntnis  vorgetäuscht  und  dann  erklärt,  diese  so 
rasch  als  möglich  zu  beschaffen.  Demgegenüber  habe  er  bei  der 
Anhörung erklärt, er wisse die Nummer nicht auswendig. Er sei auch der 
mehrmaligen Aufforderung, seine in Syrien verbliebene Identitätskarte zu 
beschaffen,  nicht  nachgekommen.  Gemäss  den  Abklärungen  der 
Schweizerischen  Botschaft  hätte  er  einen  Pass  erhalten  können,  was 
insofern  auch  nicht  im  Widerspruch  zur  Beschwerde  stehe,  als  der 
Beschwerdeführer – obwohl im militärdienstpflichtigen Alter – als Student 
vom Dienst  suspendiert  gewesen  sei.  Allerdings  stehe  seiner  Aussage, 
aufgrund  der  nun  ausbleibenden  Bescheinigung  seines  Status  als 
Student  werde  er  gesucht,  die  anderslautende  Abklärung  der  Botschaft 
entgegen.  Es  sei  zutreffend,  dass  der  Beschwerdeführer,  wäre  der 
Militärdienst  kein  Gesuchsgrund,  diesen  auch  nicht  hätte  nennen 
müssen. Dass er ihn indessen genannt habe, zeige, dass diese Nennung 
nur  vermeintlich  "kein  Grund"  gewesen  sei.  Es  liege  vielmehr  der 
Verdacht nahe, dass der Wille, keinesfalls Militärdienst leisten zu wollen, 
wohl  wichtiger  gewesen  sei,  als  der  Beschwerdeführer  habe  glauben 
machen wollen. Die Aussage, er habe die Grenzen  illegal überquert, sei 
nicht  zugunsten seiner Glaubwürdigkeit  zu werten,  sondern als  logische 
Folge  seines  Bemühens  zu  betrachten,  dem  BFM  rechtsgenügliche 
Reise­  und/oder  Identitätspapiere  vorzuenthalten.  Er  habe  keine 
Bereitschaft  erkennen  lassen,  seine  Identität  mittels  Abgabe  seiner  in 
Syrien  verbliebenen  Identitätskarte  offenzulegen,  sondern  habe  offen 
zugegeben,  diesbezüglich  nichts  unternommen  zu  haben.  Zudem  lasse 
die  detaillierte  Kenntnis  des  Beschwerdeführers  hinsichtlich  syrischer 
Ausweispapiere vermuten, er sei auch im Besitz eines Passes gewesen. 
Der  Hinweis  des  Beschwerdeführers,  die  sexuellen  Zusammenkünfte 
seien geplant worden und hätten in einem über einen separaten Zugang 
verfügenden Raum stattgefunden, machten den Umstand nicht plausibler, 
dass er das Haus seiner Eltern, die davon nichts hätten erfahren dürfen, 
einer anderen Örtlichkeit vorgezogen habe. Er scheine es unterlassen zu 
haben,  die  angegebenen  Passagen  in  der  Anhörung  mit  den 

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entsprechenden  Aussagen  bei  der  Erstbefragung  zu  vergleichen, 
andernfalls  ihm hätte  klar werden müssen, was widersprüchlich  sei. Da 
seine  Vorbringen  den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  nicht 
standhielten, müsse deren Relevanz nicht geprüft werden.

4.4.  In der Stellungnahme vom 24. Februar 2010 wird geltend gemacht, 
der  Beschwerdeführer  habe  bei  der  Erstbefragung  erst  nach  genauerer 
Umschreibung verstanden,  dass das BFM nach seiner Familiennummer 
gefragt  habe,  weil  der  Dolmetscher  einen  anderen  Begriff  verwendet 
habe. Es erscheine unverständlich, dass das BFM  ihm anlaste, er habe 
Unkenntnis  über  seine  Familiennummer  vorgetäuscht.  Er  kenne  die 
Bedeutung  des  Begriffs,  die  genaue  Zahlenfolge  sei  ihm  aber  nicht 
bekannt.  Es  sei  plausibel,  dass  er  sich  mit  einer  jungen  Frau  in  den 
eigenen  vier  Wänden  getroffen  habe;  er  habe  die  Gefahr  einer 
Entdeckung  abgewogen  und  die  Konsequenzen  bei  Entdeckung  durch 
Drittpersonen  für erheblicher gehalten. Das BFM habe  im Entscheid die 
angeblichen Widersprüche  konkret  zu  benennen  und  zu  begründen.  Es 
sei  nicht  Aufgabe  des  Beschwerdeführers,  seine  Aussagen  nach 
Widersprüchen zu durchsuchen.

In  der  ergänzenden  Stellungnahme  vom  9. März  2010  wird  darauf 
hingewiesen,  dass  Kenntnisse  über  die  Farbe  des  Passes  und  das 
Hoheitszeichen  Syriens  keine  "detaillierten  Kenntnisse"  seien.  Der 
Beschwerdeführer habe als Kind den Pass seines Vaters gesehen. Aus 
seinen Aussagen könne nicht geschlossen werden, er habe selbst einen 
Pass besessen.

5. 
5.1. Hinsichtlich der formellen Rüge des Beschwerdeführers, das BFM sei 
bezüglich  der  Frage  der  Schutzfähigkeit  und  ­willigkeit  des  syrischen 
Staates  seiner  Untersuchungspflicht  nicht  nachgekommen,  ist 
festzustellen,  dass das BFM die Vorbringen des Beschwerdeführers  als 
unglaubhaft erachtete. Vor diesem Hintergrund erübrigten sich aus Sicht 
der  Vorinstanz  weitergehende  Abklärungen  zur  Frage,  ob  dem 
Beschwerdeführer  seitens  der  syrischen  Behörden  in  der  vorliegend 
geltend  gemachten  Konstellation  Schutz  vor  Verfolgung  durch 
Privatpersonen gewährt würde.

5.2.  In der Beschwerde wird  ferner geltend gemacht,  es  sei  fraglich,  ob 
der  pauschale  Verweis  des  BFM  auf  von  diesem  festgestellte 
unterschiedliche Angaben  in  den Aussagen des Beschwerdeführers  der 

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verwaltungsrechtlich  erforderlichen  Begründungspflicht  genüge. 
Diesbezüglich  ist  festzuhalten,  dass  allein  ein  pauschaler  Verweis  auf 
widersprüchliche  Angaben  eines  Asylgesuchstellers  den  Anforderungen 
an  die Begründungspflicht  in  der  Tat  nicht  zu  genügen  vermöchte. Das 
BFM hat vorliegend  indessen zwar knapp, aber ausreichend aufgezeigt, 
aufgrund  welcher  konkreter  Gründe  es  den  Schluss  zog,  die  Angaben 
des  Beschwerdeführers  seien  unglaubhaft.  Die  Verfügung  ist  mithin 
insgesamt hinreichend begründet. 

6. 
6.1.  Glaubhaft  sind  die  Vorbringen  eines  Asylsuchenden  grundsätzlich 
dann,  wenn  sie  genügend  substanziiert,  in  sich  schlüssig  und  plausibel 
sind;  sie  dürfen  sich  nicht  in  vagen  Schilderungen  erschöpfen,  in 
wesentlichen Punkten nicht widersprüchlich  sein oder der  inneren Logik 
entbehren und auch nicht den Tatsachen oder der allgemeinen Erfahrung 
widersprechen.  Darüber  hinaus  muss  die  gesuchstellende  Person 
persönlich glaubwürdig erscheinen, was insbesondere dann nicht der Fall 
ist, wenn sie ihre Vorbringen auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel 
abstützt, aber auch dann, wenn sie wichtige Tatsachen unterdrückt oder 
bewusst  falsch  darstellt,  im  Laufe  des  Verfahrens  Vorbringen 
auswechselt,  steigert  oder  unbegründet  nachschiebt,  mangelndes 
Interesse  am  Verfahren  zeigt  oder  die  nötige  Mitwirkung  verweigert. 
Glaubhaftmachung bedeutet  ferner –  im Gegensatz zum strikten Beweis 
– ein  reduziertes  Beweismass  und  lässt  durchaus  Raum  für  gewisse 
Einwände  und  Zweifel  an  den  Vorbringen  des  Gesuchstellers. 
Entscheidend ist, ob im Rahmen einer Gesamtwürdigung die Gründe, die 
für  die  Richtigkeit  der  Sachverhaltsdarstellung  des  Asylsuchenden 
sprechen,  überwiegen  oder  nicht.  Dabei  ist  auf  eine  objektivierte 
Sichtweise  abzustellen  (vgl.  Art. 7  Abs. 2  und  3 AsylG;  Entscheidungen 
und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK] 
2005 Nr. 21 E. 6.1 S. 190 f.).

6.2. Vorweg  ist  festzustellen,  dass  die  Identität  des  Beschwerdeführers 
nach  wie  vor  nicht  feststeht.  Obwohl  er  auf  die  Wichtigkeit  der 
Beschaffung  von  Identitätspapieren  hingewiesen  wurde  und  aussagte, 
seine Identitätskarte befinde sich zu Hause in Syrien (vgl. act. A1/11 S. 5, 
A3/1, A11/17 S. 3),  unternahm er  in der Folge keinerlei Anstrengungen, 
sich  das  Dokument  zusenden  zu  lassen  (vgl.  act.  A11/17  S. 3).  Des 
Weiteren  wurde  der  Beschwerdeführer  aufgefordert,  dem  BFM  seine 

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Familiennummer  anzugeben  (vgl.  act.  A1/11  S. 6).  Dieser  Aufforderung 
kam  er  ebenso  wenig  nach.  Somit  steht  trotz  der  durchgeführten 
Botschaftsabklärung, aufgrund deren Ergebnis davon auszugehen ist, es 
existiere  eine  Person  mit  der  vom  Beschwerdeführer  angegebenen 
Identität,  nicht  fest,  ob  er  sich  unter  seiner  richtigen  Identität  in  der 
Schweiz aufhält.

6.3.  Der  Beschwerdeführer  führt  seine  Schwierigkeiten,  die  er  im 
Heimatland gehabt habe, auf eine intime Beziehung zu einer Mitstudentin 
zurück.  Seine  Situation  sei  dadurch  erschwert  worden,  dass  er 
christlichen  Glaubens  sei,  seine  Freundin  jedoch  der  muslimischen 
Glaubensgemeinschaft angehöre.

Das  BFM  stellt  sich  in  der  angefochtenen  Verfügung  diesbezüglich  zu 
Recht  auf  den Standpunkt,  dass  Zweifel  an  der  vom Beschwerdeführer 
geltend  gemachten  Glaubenszugehörigkeit  bestehen.  Der 
Beschwerdeführer war nicht in der Lage, substanziierte Angaben über die 
religiösen Bräuche zu machen, an denen er  teilgenommen hatte. Wie  in 
der  Beschwerde  ausgeführt,  ist  zwar  nachvollziehbar,  dass  jemand mit 
laizistischer  Grundeinstellung  eine  gewisse  Distanz  zur  Kirche  und  zu 
Glaubensfragen  hat.  Dies  erklärt  indessen  nicht,  weshalb  der 
Beschwerdeführer nur sehr oberflächliche Angaben zu den heimatlichen 
christlichen Gebräuchen machen konnte. Bei der Anhörung sagte er zwar 
aus, er sei seit seiner Volljährigkeit "nicht mehr so praktizierend" (vgl. act. 
A11/17 S. 5). Es wäre  jedoch gleichwohl zu erwarten gewesen, dass er 
über  selbst  Erlebtes  ausführlicher  hätte  berichten  können,  als  er  dies 
getan  hat.  Mit  dem  BFM  ist  deshalb  zu  bezweifeln,  dass  der 
Beschwerdeführer  tatsächlich  Christ  ist,  und  es  ist  deshalb  nicht 
glaubhaft,  dass  seine  angeblichen  Probleme  mit  der  Familie  seiner 
Freundin  tatsächlich  auch  einen  religiösen  Hintergrund  gehabt  haben 
sollen.

6.4. Soweit der Beschwerdeführer bei der Anhörung zu den Asylgründen 
vorbrachte,  es  könne  sein,  dass er  von den heimatlichen Behörden der 
Fahnenflucht bezichtigt werde, da er Syrien verlassen habe, ohne zuvor 
den Militärdienst geleistet zu haben,  ist davon auszugehen, dass gegen 
den  Beschwerdeführer  bei  einer  Rückkehr  nach  Syrien  ein 
militärstrafrechtliches  Verfahren  eingeleitet  werden  könnte,  falls  er  sich 
der Leistung des Dienstes tatsächlich entzogen haben sollte.

7. 

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7.1. Die  Flüchtlingseigenschaft  gemäss Art. 3 AsylG  erfüllt  eine  asylsuchende 
Person nach Lehre und Rechtsprechung dann, wenn sie Nachteile von bestimmter 
Intensität  erlitten  hat  beziehungsweise mit  beachtlicher Wahrscheinlichkeit  und 
in absehbarer Zukunft begründeterweise befürchten muss, welche ihr gezielt und 
aufgrund  bestimmter  Verfolgungsmotive  durch  Organe  des  Heimatstaates  oder 
durch nichtstaatliche Akteure zugefügt worden sind beziehungsweise zugefügt zu 
werden drohen (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.2 S. 37). Aufgrund der Subsidiarität des 
flüchtlingsrechtlichen Schutzes setzt die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft 
ausserdem  voraus,  dass  die  betroffene  Person  in  ihrem  Heimatland  keinen 
adäquaten Schutz  finden kann  (vgl. BVGE 2008/12 E. 7.2.6.2 S. 174 f., BVGE 
2008/4  E. 5.2  S. 37 f.).  Ausgangspunkt  für  die  Beurteilung  der 
Flüchtlingseigenschaft  ist  die  Frage  nach  der  im  Zeitpunkt  der  Ausreise 
vorhandenen  Verfolgung  oder  begründeten  Furcht  vor  einer  solchen.  Die 
Situation  im Zeitpunkt  des Asylentscheides  ist  jedoch  im Rahmen  der  Prüfung 
nach der Aktualität  der Verfolgungsfurcht  ebenfalls wesentlich. Veränderungen 
der  objektiven  Situation  im  Heimatstaat  zwischen  Ausreise  und  Asylentscheid 
sind  deshalb  zugunsten  und  zulasten  der  das  Asylgesuch  stellenden  Person  zu 
berücksichtigen  (vgl.  BVGE  2008/34  E. 7.1  S. 507  f.,  BVGE  2008/12  E. 5.2 
S. 154 f., WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], 
Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel/Bern/Lausanne 2009, Rz. 11.17 und 11.18). 

7.2. Begründete Furcht  vor Verfolgung  liegt  vor, wenn  konkreter Anlass 
zur  Annahme  besteht,  eine  Verfolgung  hätte  sich  –  aus  der  Sicht  im 
Zeitpunkt  der  Ausreise  –  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  und  in 
absehbarer  Zeit  verwirklicht  beziehungsweise  werde  sich  –  auch  aus 
heutiger  Sicht  –  mit  ebensolcher  Wahrscheinlichkeit  in  absehbarer 
Zukunft  verwirklichen.  Eine  bloss  entfernte  Möglichkeit  künftiger 
Verfolgung genügt nicht; es müssen konkrete  Indizien vorliegen, welche 
den Eintritt der erwarteten – und aus einem der vom Gesetz aufgezählten 
Motive  erfolgenden  –  Benachteiligung  als  wahrscheinlich  und 
dementsprechend  die  Furcht  davor  als  realistisch  und  nachvollziehbar 
erscheinen  lassen  (vgl.  BVGE  2010/27  E.  2.5  S.  827  f.,  EMARK  2005 
Nr. 21 E. 7 S. 193 f., EMARK 2004 Nr. 1 E. 6a S. 9).

7.3. Der Beschwerdeführer machte bereits bei der Erstbefragung geltend, 
sein Verhalten – vorehelicher Geschlechtsverkehr – verstosse gegen die 
"orientalische Tradition" (vgl. act. A1/11 S. 6). Die Familie seiner Freundin 
habe  sich  in  der Ehre  beschmutzt  gesehen,  da  ihre Tochter  nicht mehr 
Jungfrau sei und keinem anderen Mann zur Frau gegeben werden könne. 
Er habe sie nicht heiraten können, weil er einen anderen Glauben als die 
Familie seiner Freundin habe. Unbesehen der Frage der Glaubhaftigkeit 

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dieser  Vorbringen  ist  festzustellen,  dass  den  geltend  gemachten 
Vergeltungsabsichten  der  Familie  seiner  Freundin  kein  asylrechtlich 
relevantes Verfolgungsmotiv  im Sinne von Art. 3 Abs. 1 AsylG zugrunde 
liegt.  Dem  Beschwerdeführer  war  bei  der  Aufnahme  der  sexuellen 
Beziehung  zu  seiner  Freundin  bewusst,  dass  eine  solche  –  unbesehen 
der  Glaubenszugehörigkeit  –  aufgrund  der  Traditionen  in  der 
orientalischen  Gesellschaft  im  Falle  ihrer  Entdeckung  zu  ernsthaften 
Problemen mit ihrer Familie führen könnte (vgl. act. A1/11 S. 7). Es mag 
sein,  dass  eine  gütliche  Lösung  des  Verstosses  gegen  die  Traditionen 
angesichts  der  gesellschaftlichen  Gegebenheiten  in  Syrien  bei 
unterschiedlicher  ethnischer  beziehungsweise  religiöser  Zugehörigkeit 
des  Liebespaares  erschwert  respektive  verunmöglicht  wird. 
Anknüpfungspunkt  der  dem  Beschwerdeführer  angeblich  drohenden 
Verfolgung  wäre  indessen  nicht  seine  –  ohnehin  nicht  glaubhaft 
gemachte  –  christliche  Glaubenszugehörigkeit,  sondern  sein  Verstoss 
gegen  die  Tradition  und  die  Beschmutzung  der  Familienehre  seiner 
Freundin  gewesen.  Der  Beschwerdeführer  erklärte  selbst,  in  der 
orientalischen  Gesellschaft  sei  die  Jungfräulichkeit  etwas  Heiliges,  in 
seinem  Fall  sei  die  unterschiedliche  Glaubenszugehörigkeit  dazu 
gekommen (vgl. act. A11/17 S. 7). Ob der Beschwerdeführer, der gemäss 
eigenen  Angaben  aufgrund  seiner  (angeblich)  christlichen 
Glaubenszugehörigkeit  ansonsten weder mit  staatlichen Behörden  noch 
mit  Privatpersonen  ernsthafte  Probleme  hatte  (vgl.  act.  A11/17  S. 13), 
von den Behörden seines Heimatlandes Schutz vor der Verfolgung durch 
die Familie seiner Freundin hätte erhalten können oder nicht, erweist sich 
angesichts der vorstehenden Erwägungen als asylrechtlich irrelevant, da 
allfällige  Übergriffe  auf  seine  Person  nicht  aus  asylrechtlich  relevanten 
Motiven  erfolgen  würden.  Da  der  Beschwerdeführer  die  behauptete 
christliche  Glaubenszugehörigkeit  nicht  glaubhaft  zu  machen  vermag, 
braucht  auch  die  Frage  nicht  beantwortet  zu  werden,  ob  die  syrischen 
Behörden  ihm als Christ den Schutz gegen Übergriffe der muslimischen 
Familie  allenfalls  aus  religiösen  Gründen  und  damit  aus  einem 
asylrechtlich relevanten Motiv verweigern würden. 

7.4. Wer sich darauf beruft, dass durch sein Verhalten nach der Ausreise 
aus  dem  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  –  insbesondere  durch  politische 
Exilaktivitäten  –  eine  Gefährdungssituation  erst  geschaffen  worden  ist, 
sich somit auf das Vorliegen subjektiver Nachfluchtgründe (Art. 54 AsylG) 
beruft, hat begründeten Anlass zur Furcht vor künftiger Verfolgung, wenn 
der  Heimat­  oder  Herkunftsstaat mit  erheblicher Wahrscheinlichkeit  von 
den Aktivitäten im Ausland erfahren hat und die Person deshalb bei einer 

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Rückkehr  in  flüchtlingsrechtlich  relevanter Weise  verfolgt  würde  (BVGE 
2009/29  E. 5.1  S. 376 f.,  BVGE  2009/28  E. 7.1  S. 352,  EMARK  2006 
Nr. 1 E. 6.1 S. 10, UNHCR, Handbuch über Verfahren und Kriterien  zur 
Feststellung der Flüchtlingseigenschaft, Genf 1993, Ziff. 94 ff.).

7.4.1. Der  Beschwerdeführer macht  geltend,  seine  Ausreise  aus  Syrien 
könnte  von  den  Behörden  als  Dienstverweigerung  aufgefasst  und 
entsprechend  bestraft  werden.  Da  er  Student  gewesen  sei,  habe  er 
bisher  keinen  Militärdienst  leisten  müssen.  Er  habe  jedes  Jahr  eine 
Studienbe­stätigung an das zuständige Amt geschickt, weshalb er bisher 
kein Aufgebot für den Militärdienst erhalten habe (vgl. act. A11/17 S. 15). 

7.4.2. Vorab  ist  festzustellen,  dass  der  Beschwerdeführer  nicht  geltend 
machte, den Militärdienst verweigert zu haben. Allein der Umstand, dass 
er  aus  Syrien  ausreiste  und  sich  seit  längerer  Zeit  im  Ausland  aufhält, 
ohne den Dienst geleistet zu haben, ist nicht mit einer Verweigerung des 
Militärdienstes gleichzusetzen. Ferner machte er keine konkrete Angaben 
dazu,  weshalb  ihm  in  Syrien  bei  der  Leistung  des  Militärdienstes 
besondere Nachteile drohen würden. Dessen ungeachtet ist festzuhalten, 
dass  eine  allfällige  Strafe  wegen  Refraktion  (oder  Desertion) 
grundsätzlich  keine  Verfolgung  im  Sinne  von  Art. 3  AsylG 
beziehungsweise Art. 1 A Ziff. 2 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 
die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  (FK,  SR 0.142.30;  vgl.  dazu  auch 
Handbuch des UNHCR über Verfahren und Kriterien zur Feststellung der 
Flüchtlingseigenschaft,  nicht­amtliche  deutsche  Übersetzung,  2003 
[amtliche Erstausgabe: Genf 1979], Ziff. 167) darstellt. Es gehört vielmehr 
zu den  legitimen Rechten  jeden Staates, seine Bürger zum Militärdienst 
einzuberufen  und  zur Durchsetzung  der Wehrpflicht  strafrechtliche  oder 
disziplinarische  Sanktionen  gegen  Refraktäre  oder  Deserteure  zu 
verhängen  (vgl.  EMARK  2004  Nr. 2  E. 6b.aa  S. 16).  Dieser  Grundsatz 
erfährt  indessen  in mehrfacher Hinsicht  Einschränkungen.  Zunächst  gilt 
eine  Bestrafung  dann  als  flüchtlingsrechtlich  relevant,  wenn  der 
Wehrpflichtige  aufgrund  seiner  Rasse,  Religion,  Nationalität,  seiner 
Zugehörigkeit  zu  einer  ethnischen  oder  sozialen  Gruppe  oder  wegen 
seiner politischen Anschauungen mit einer höheren Strafe zu rechnen hat 
als  Refraktäre  und  Deserteure  ohne  diesen  spezifischen  Hintergrund 
(sog. Politmalus). Ferner liegt eine asylrechtlich massgebliche Verfolgung 
vor,  wenn  die  drohende  Strafe  in  absolutem  Sinne  unverhältnismässig 
schwer  ist,  vom  Strafzweck  und  von  der  Strafhöhe  her  nicht  mehr 
rechtsstaatlich  legitimen  Zwecken  dient  und  als  dem  zu  ahndenden 
'kriminellen  Unrecht'  in  keiner  Weise  entsprechend  eingestuft  werden 

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muss  (vgl.  WALTER KÄLIN,  Grundriss  des  Asylverfahrens,  Basel/Frankfurt 
a. M. 1990, S. 102 ff., ALBERTO ACHERMANN/CHRISTINA HAUSAMMANN, Handbuch 
des  Asylrechts,  2. Aufl.,  Bern/Stuttgart  1991,  S. 100 f.).  Ungeachtet  des 
konkreten  Masses  der  für  Refraktion  oder  Desertion  vorgesehenen 
Sanktionen  liegt  eine  flüchtlingsrechtlich  relevante  Verfolgung  sodann 
vor,  wenn  der  Militärdienst  dazu  dient,  bestimmte  Personen  oder 
Personengruppen im Verlaufe ihrer Dienstleistung aus flüchtlingsrechtlich 
erheblichen  Motiven  zu  disziplinieren,  einzuschüchtern,  zu  assimilieren 
oder  gezielter  menschenrechtswidriger  Behandlung  auszusetzen 
(vgl. KÄLIN,  a.a.O.,  S. 115 ff.,  ACHERMANN/HAUSAMMANN,  a.a.O.,  S. 104 f.). 
Gleiches gilt schliesslich, wenn eine Einberufung zum Wehrdienst darauf 
abzielt, einen Wehrpflichtigen  in völkerrechtlich verpönte Handlungen zu 
verstricken  (vgl.  EMARK  2006  Nr. 3  E. 4.2  S. 32);  die  Sanktionen 
gegenüber  einem  Wehrpflichtigen,  welcher  sich  solchen  illegitimen 
militärischen  Aktionen  als  sogenannt  selektiver  Dienstverweigerer  aus 
Gewissensgründen  zu  entziehen  sucht,  sind  als  politisch  motivierte 
Verfolgung  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG  zu  charakterisieren  (vgl.  dazu 
CHRISTA  LUTERBACHER,  Die  flüchtlingsrechtliche  Behandlung  von 
Dienstverweigerung  und  Desertion  [Diss.  Universität  Bern  2003],  Basel 
u.a.  2004,  S. 173 ff.).  Im  Falle  des  Beschwerdeführers  liegen  jedoch 
keine  konkreten  Anhaltspunkte  vor,  die  darauf  hindeuten,  dass  er,  der 
bislang  mit  den  heimatlichen  Behörden  keinerlei  Probleme  hatte, 
aufgrund  seiner  Rasse,  Religion,  Nationalität,  seiner  Zugehörigkeit  zu 
einer  ethnischen  oder  sozialen  Gruppe  oder  wegen  seiner  politischen 
Anschauungen mit einer höheren Strafe zu rechnen hätte als Refraktäre 
ohne einen solchen spezifischen Hintergrund. Er hat auch nicht schlüssig 
dargelegt,  dass  und  weshalb  gerade  er  im  Falle  einer  möglichen 
Rekrutierung  für  den  Militärdienst  in  völkerrechtswidrige  Handlungen 
verstrickt  werden  könnte.  Auch  in  dieser  Hinsicht  liegt  mithin  keine 
begründete Furcht vor Verfolgung vor. 

7.5. Zusammenfassend ergibt sich, dass es dem Beschwerdeführer nicht 
gelungen  ist,  eine  im  Zeitpunkt  seiner  Ausreise  aus  Syrien  bestehende 
oder  unmittelbar  drohende  asylrelevante  Verfolgungsgefahr 
nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen. Gleichzeitig sind die 
Voraussetzungen  für  die  Anerkennung  von  subjektiven 
Nachfluchtgründen im Sinne von Art. 54 AsylG nicht erfüllt. Das BFM hat 
das Asylgesuch des Beschwerdeführers demnach zu Recht abgelehnt.

8.  

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8.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

8.2. Der Beschwerdeführer  verfügt weder  über  eine  ausländerrechtliche 
Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer 
solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 
Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21).

9. 
9.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 
den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art.  83  Abs.  1  des  Bundesgesetzes 
vom 16. Dezember  2005 über  die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG, 
SR 142.20]).

9.2.  Gemäss  ständiger  Rechtsprechung  sind  die  genannten  drei 
Bedingungen  für  einen  Verzicht  auf  den  Vollzug  der  Wegweisung 
alternativer  Natur.  Sobald  eine  davon  erfüllt  ist,  ist  der  Vollzug  als 
undurchführbar  zu  betrachten  und  die  weitere  Anwesenheit  der 
betroffenen Person  in der Schweiz gemäss den Bestimmungen über die 
vorläufige  Aufnahme  zu  regeln.  Gegen  eine  allfällige  Aufhebung  dieser 
vorläufigen  Aufnahme  steht  dem  weggewiesenen  Asylsuchenden 
wiederum  die  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  offen 
(Art. 112 AuG i.V.m. Art. 84 Abs. 2 AuG). In diesem Verfahren wäre dann 
der  Vollzug  der  Wegweisung  vor  dem  Hintergrund  sämtlicher 
Vollzugshindernisse  von  Amtes  wegen  nach  Massgabe  der  in  diesem 
Zeitpunkt  herrschenden  Verhältnisse  zu  prüfen  (vgl.  BVGE  2009/51 
E. 5.4 S. 748, EMARK 2006 Nr. 6 E. 4.2 S. 54 f.).

9.3.  Der  Beschwerdeführer  wurde  vom  BFM  mit  Verfügung  vom 
21. September  2011  zufolge  Unzumutbarkeit  des Wegweisungsvollzugs 
in  der  Schweiz  vorläufig  aufgenommen.  Die  Beschwerde  ist 
infolgedessen  als  gegenstandslos  geworden  abzuschreiben,  soweit  im 
Eventualbegehren  beantragt  wird,  es  seien  die  Unzulässigkeit  und 
Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen.

10. 
Zusammenfassend ergibt sich aufgrund vorstehender Erwägungen, dass 

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die  Beschwerde  abzuweisen  ist,  soweit  sie  nicht  als  gegenstandslos 
geworden abzuschreiben ist.

11. 
11.1.  Der  Beschwerdeführer  ist  im  vorliegenden  Verfahren  unterlegen, 
soweit  die  Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung  sowie  die 
Anerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  und  die  Asylgewährung 
beantragt werden beantragt werden, weshalb  er  insoweit  kostenpflichtig 
wird (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht veranschlagt 
im  Asylbeschwerdeverfahren  bei  Konstellationen  wie  der  vorliegenden 
den  partiellen  Misserfolg  mit  der  Hälfte.  Dem  Ausgang  des  Verfahrens 
entsprechend hätte der Beschwerdeführer somit grundsätzlich die um die 
Hälfte  zu  ermässigenden Kosten  des Verfahrens  zu  tragen. Da  ihm mit 
Zwischenverfügung vom 15. Januar 2010 die unentgeltliche Rechtspflege 
gemäss  Art. 65  Abs. 1  VwVG  gewährt  wurde  –  der  Beschwerdeführer 
reichte  die  geforderte  Bestätigung  seiner  Fürsorgeabhängigkeit  nach  –, 
sind ihm jedoch keine Verfahrenskosten aufzuerlegen.

11.2. Bei einem gegenstandslos gewordenen Verfahren sind die Kosten 
jener  Partei  aufzuerlegen,  deren  Verhalten  die  Gegenstandslosigkeit 
bewirkt  hat  (Art. 5  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die 
Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 
SR 173.320.2]).  Im vorliegenden Fall  hat das BFM die  teilweise Gegen­
standslosigkeit  des  Beschwerdeverfahrens  durch  die 
wiedererwägungsweise Anordnung der vorläufigen Aufnahme im Rahmen 
des  Schriftenwechsels  bewirkt.  Dem  BFM  als  Vorinstanz  oder 
unterliegender  Bundesbehörde  sind  jedoch  keine  Verfahrenskosten 
aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 2 VwVG). 

11.3. Dem  Beschwerdeführer  ist  –  da  das  BFM  die  (teilweise)  Gegen­
standslosigkeit  des  Verfahrens  bewirkt  hat  –  für  die  ihm  im 
Beschwerdeverfahren  erwachsenen  notwendigen  Kosten  eine 
Parteientschädigung  zuzusprechen  (Art. 15  i.V.m.  Art. 5  VGKE).  In  der 
eingereichten  Kostennote  vom  14. Oktober  2011  wird  der 
Gesamtaufwand  mit  Fr. 1'740.–  (8,5 Stunden  Arbeitsaufwand  [à  Fr. 
200.–]  und  Fr. 40.–  Spesen)  beziffert,  was  angemessen  erscheint. 
Demnach  ist das BFM anzuweisen, dem Beschwerdeführer eine um die 
Hälfte  reduzierte Parteientschädigung  von Fr. 870.–  (inkl.  Auslagen  und 
Mehrwertsteuer) auszurichten.

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(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die  Beschwerde  wird  abgewiesen,  soweit  sie  nicht  als  gegenstandslos 
abgeschrieben wird.

2. 
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

3. 
Das  BFM  wird  angewiesen,  dem  Beschwerdeführer  eine 
Parteientschädigung von Fr. 870.– auszurichten.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Walter Lang Christoph Basler

Versand:

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