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**Case Identifier:** 4c062186-e730-5880-bf7b-68319f79e4f7
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-09-08
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 08.09.2016 200 2015 862
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-862_2016-09-08.pdf

## Full Text

200 15 862 IV
FUR/ABE/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 8. September 2016

Verwaltungsrichterin Fuhrer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Grütter, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiberin Abenhaim

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 3. September 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Sept. 2016, IV/15/862, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1960 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer), 
gelernter …, meldete sich erstmals im Jahr 1994 wegen Rücken- und Ge-
lenkschmerzen bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) an, 
wobei er die Kostenübernahme für Hilfsmittel (Rumpforthesen) beantragte 
(Antwortbeilage [AB] 1.1/14). Mit Verfügung vom 2. Februar 1995 (AB 
1.1/1) sprach ihm die IVB die Orthesen zu.

Infolge einer Meldung seitens des Arbeitgebers zur Früherfassung (AB 2) 
meldete sich der – seit dem 1. Januar 2001 als … tätige – Versicherte im 
Oktober 2010 erneut bei der IVB an; dabei verwies er auf Schmerzen in 
diversen Körperregionen und auf eine Erschöpfung (AB 4). Nach medizini-
schen und erwerblichen Abklärungen verneinte die IVB einen Rentenan-
spruch und schloss das Dossier der beruflichen Eingliederung ab 
(Mitteilung vom 1. Februar 2011 [AB 22]).

Am 13. Dezember 2013 meldete sich der Versicherte abermals zum
Leistungsbezug an (AB 27), erneut als Folge einer Früherfassungsmeldung 
durch den Arbeitgeber (AB 23). Die IVB tätigte wiederum Abklärungen (AB 
36 ff.), unter anderem veranlasste sie eine rheumatologisch-psychiatrische 
Untersuchung (AB 43). Insbesondere gestützt auf die entsprechenden Gut-
achten vom 22. und 27. Oktober 2014 (AB 48 f.) und nach Durchführung 
von Vorbescheidverfahren (AB 51 ff., 64 ff.) verfügte sie am 3. September 
2015 die Abweisung des Leistungsbegehrens (AB 76).

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, am 28. September 2015 Beschwerde mit folgenden Anträgen:

Die Verfügung der IV-Stelle Bern vom 3. September 2015 sei aufzuheben und 
dem Beschwerdeführer sei rückwirkend seit wann rechtens eine Invalidenrente 
in gesetzlicher Höhe zuzusprechen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Sept. 2016, IV/15/862, Seite 3

Eventualiter sei die Verfügung der IV-Stelle Bern vom 3. September 2015 auf-
zuheben und die Sache zwecks Ergänzung der medizinischen Abklärungen an 
die IV-Stelle Bern zurückzuweisen.

– Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen –

Zur Begründung wird im Wesentlichen geltend gemacht, das interdisziplinä-
re Gutachten vom Oktober 2014 sei nicht beweistauglich; abzustellen sei 
vielmehr auf die Einschätzungen der behandelnden Ärzte. Eine weitere 
Eingabe mit Korrekturhinweisen in Bezug auf die Beschwerdeeingabe ging 
am 1. Oktober 2015 ein.

Mit Beschwerdeantwort vom 29. Oktober 2015 beantragte die Beschwer-
degegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Nachdem der Beschwerdeführer am 14. Januar 2016 einen weiteren Arzt-
bericht (Beschwerdebeilage [BB] 6) eingereicht hatte, holte die Beschwer-
degegnerin eine (weitere) Stellungnahme ihres Regionalen Ärztlichen 
Dienstes (RAD) vom 20. Januar 2016 ein, welche sie am 10. Februar 2016 
zu den Akten reichte.

Von der eingeräumten Möglichkeit, Schlussbemerkungen einzureichen (vgl. 
prozessleitende Verfügung vom 11. Februar 2016), machte der Beschwer-
deführer am 18. Februar 2016 Gebrauch.

Am 11. August 2016 gab der Beschwerdeführer erneut Arztberichte zu den 
Akten (BB 7 ff.).

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 

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(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 3. September 2015 
(AB 76). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf 
eine Invalidenrente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

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2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Vier-
telsrente.

2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 

2.4 Wurde eine Rente wegen eines fehlenden oder zu geringen Invali-
ditätsgrades bereits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur 
geprüft, wenn die versicherte Person glaubhaft macht, dass sich der Grad 
der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 
17. Januar 1961 [IVV; SR 831.201]).

Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache mate-
riell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Per-
son glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch 
tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei ei-
nem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (SVR 2011 IV Nr. 
2 S. 8 E. 3.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der frühe-
ren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie 
das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die 
festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine rentenbegründende 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 
198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

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Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditätsgrad 
erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des 
Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen Beurteilung und 
rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen zur Zeit der strei-
tigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 
77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

3.

Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung (AB 27) eingetreten, 
womit die Eintretensfrage nicht richterlich zu beurteilen ist (BGE 109 V 108 
E. 2b S. 114). Streitig ist, ob sie den Rentenanspruch des Beschwerdefüh-
rers zu Recht verneint hat. Zu prüfen gilt es somit zunächst, ob in den 
tatsächlichen Verhältnissen eine erhebliche Änderung eingetreten ist, die 
geeignet ist, den Rentenanspruch zu beeinflussen (vgl. E. 2.4 hiervor). Zu 
vergleichen ist dabei der Sachverhalt zur Zeit der Rentenablehnung vom 
1. Februar 2011 (AB 22) mit demjenigen im Zeitpunkt der angefochtenen 
Verfügung vom 3. September 2015 (AB 76). Dass die erstmalige Vernei-
nung eines Rentenanspruchs im Rahmen einer formlosen Mitteilung erging 
(AB 22), schadet nichts. Denn einerseits hat der Beschwerdeführer trotz 
explizitem Hinweis keine anfechtbare Verfügung verlangt. Und anderseits 
ging dem damaligen abschlägigen Rentenbescheid eine rechtskonforme 
Anspruchsprüfung mit umfassender Sachverhaltsabklärung voraus (AB 5-
21). Sofern die Prüfung zur Bejahung einer relevanten Änderung führt, ist 
anschliessend der Rentenanspruch allseitig frei zu beurteilen (vgl. BGE 117 
V 198 E. 4b S. 200; SVR 2011 IV Nr. 37 S. 109 E. 1.1).

3.1 Der Rentenablehnung vom 1. Februar 2011 (AB 22) lagen in medi-
zinischer Hinsicht folgende Unterlagen zugrunde:

3.1.1 Im Bericht des Spitals C.________ vom 16. Mai 2007 (AB 17/11) 
wurden als „Hauptprobleme“ genannt: Somatoforme Schmerzverarbei-
tungsstörung (ICD-10 F45.9), chronisches lumbovertebrales Schmerzsyn-
drom (ICD-10 M54.4) und Status nach Schulterarthroskopie mit Bizeps-
Tenotomie, offener Bizeps-Tenodese und Subscapularis-
Sehnenrekonstruktion links 9/04. Als Nebenproblem wurde ein Ganglion 

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am proximalen Tibiofibulargelenk links erwähnt. Zur Abklärung der über 
den ganzen Körper verteilten Beschwerden seien eine Szintigraphie, eine 
Röntgenaufnahme der LWS und eine Laboruntersuchung durchgeführt 
worden. Alle Untersuchungen seien in Bezug auf eine behandelbare ent-
zündliche oder metabolische Grunderkrankung unauffällig gewesen.

3.1.2 Dr. med. D.________ führte im Bericht vom 23. November 2010 
(AB 17/1) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf: 
Wechselnde Schmerzen am ganzen Bewegungsapparat, chronisches lum-
bovertebrales Schmerzsyndrom mit Discopathie L4/5 und L3/4, instabiler 
Knorpellappen dig. I (rechter Fuss), somatoforme Schmerzverarbeitungs-
störung, St. n. Schulterarthroskopie mit Biceps Tenotomie, offener Biceps 
Tenodese und Subscapularissehnenrekonstruktion. Keine Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit zeitige das Ganglion am proximalen Tibiofibulargelenk 
links. Die Tätigkeit als … sei bei normaler Arbeitszeit mit Pausen zumutbar, 
wobei eine verminderte Leistungsfähigkeit bestehe, weil schwere Gewichte 
nicht mehr gehoben oder getragen werden könnten.

3.1.3 Am 7. Dezember 2010 (AB 19/7) vermerkte Dr. med. E.________, 
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs-
apparates FMH, als Diagnosen u.a. eine therapierefraktäre Lumbago bei 
Diskopathie L4/5 und L3/4, eine erosive Osteochondrose und Polyarthro-
sen. Zusätzlich zu den bewegungs- und belastungsabhängigen lumbalen 
Schmerzen beständen Handgelenksschmerzen links (Zustand nach Sca-
phoidfraktur), Schulterschmerzen beidseits und Kniegelenkbeschwerden. 
Als … könne der Patient knapp 100% arbeiten, allerdings mit Einschrän-
kung. Die Langzeitprognose sei ungünstig; mittelfristig werde der Patient in 
mittelschweren bis schweren körperlichen Tätigkeiten ausfallen. Für leichte 
bis allerhöchstens mittelschwere Tätigkeiten in Wechselpositionen ohne 
Heben und Tragen von Lasten sei er grundsätzlich geeignet.

3.1.4 Am 3. Januar 2011 (AB 21) berichtete Dr. med. F.________, Fach-
arzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappa-
rates FMH, Spital G.________, die Grosszehengelenkschädigung sei nicht 
ausreichend gewesen, um das Gelenk versteifen zu müssen. Die Arbeits-
fähigkeit als … sei erhalten. Maximal zu diskutierten sei eine Schuhversor-
gung.

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3.2 In Bezug auf den Vergleichszeitpunkt (3. September 2015 [AB 76]) 
ist den Akten im Wesentlichen Folgendes zu entnehmen:

3.2.1 Im Bericht vom 28. Januar 2014 (AB 37/1) legte Dr. med. 
H.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, Folgendes dar:

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
- Chronische Tendinose der rechten Achillessehne
- Chronische Kniegelenksschmerzen links bei Rezidiv eines Ganglions im Berei-

che des proximalen Tibiafibulargelenks (Status nach Ganglionresektion 2011)
- Chronisches lumbospondylogenes Syndrom, Discopathie L4/5, L3/4 (2010)
- Status nach Schulterarthroskopie mit Bizeps Tenotomie und Subscapularis-

Sehnenrekonstruktion 2004
- Somatoforme Schmerzverarbeitungsstörung seit 1981
- Depressive Episoden seit 2010

Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
- Polyarthrosen unklarer Aetiologie
- Status nach konservativ therapierter Scaphoidfraktur links
- Generalisiertes Schmerzsyndrom

Bis auf weiteres bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 50%. Eingeschränkt 
seien neben dem Konzentrationsvermögen (vermehrte Müdigkeit) auch die 
Anpassungsfähigkeit und die Belastbarkeit.

3.2.2 Dr. med. I.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie 
FMH, diagnostizierte im Gutachten vom 22. Oktober 2014 (AB 48.1/1) eine 
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) und nannte als 
weitere Diagnose „Kranke Ehefrau“ (ICD-10 Z63.7). Beide wirkten sich 
nicht anhaltend auf die Arbeitsfähigkeit aus (S. 6). Im Vordergrund ständen 
die Schmerzen. Seit ca. 1985 leide der Explorand an Schmerzen; zuerst 
hätten sich diese im Bereich des Rückens gezeigt, dann sei es in anderen 
Gelenken immer wieder zu Schmerzen gekommen. Trotz mehrmaligen 
Operationen seien die Beschwerden nicht verschwunden; es sei eine chro-
nische Schmerzstörung entstanden. Bei Belastungen schmerzten vor allem 
das Knie und die Schulter. Soweit sich die Schmerzen organisch nicht er-
klären lassen würden, könne von einer psychischen Überlagerung ausge-
gangen werden. Der Explorand sei nämlich auf die Schmerzen fixiert, er 
äussere hypochondrische Befürchtungen und zeige eine Schmerzausdeh-
nung. Lebensprobleme würden zudem zu einer Verstärkung der Schmer-
zen führen, diese bildeten manchmal den Hauptfokus seines Interesses. 
Zusammenfassend sei eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung vor-

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handen. Nachvollziehbarerweise komme es in diesem Zusammenhang 
gelegentlich zu „Verleiderstimmungen“. Diese Verstimmungen seien bereits 
in der Diagnose der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung enthalten 
bzw. würden keine psychische Komorbidität darstellen. Die psychogene 
Seite des Exploranden sei grossteils unauffällig (S. 7). Auch befundmässig 
sei bei der Untersuchung nichts Auffälliges festzustellen. Es sei von einem 
unauffälligen psychischen Gesundheitszustand auszugehen. Es gebe un-
günstige krankheitsfremde Faktoren (längere Phase partieller Arbeitsun-
tätigkeit, erkrankte Ehefrau, finanzielle Zukunftsängste; S. 8). Die 
anhaltende somatoforme Schmerzstörung verursache keine Einschränkung 
der Arbeitsfähigkeit. Die Prognose sei aus psychiatrischer Sicht günstig. 
Die bisherige Tätigkeit sei in vollem Ausmass zumutbar, ohne Verminde-
rung der Leistungsfähigkeit (S. 9). Eine psychiatrische Therapie sei nicht 
indiziert (S. 10). Dass die Ressourcen subjektiv teilweise eingeschränkt 
seien, könne psychiatrisch nicht nachvollzogen werden (S. 11).

3.2.3 Dr. med. J.________, Facharzt für Innere Medizin sowie für Rheu-
matologie FMH, vermerkte im Gutachten vom 27. Oktober 2014 (AB 49.1) 
Nachstehendes:

Diagnosen mit langdauernder Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit

1. Gonarthrose links

Diagnosen ohne langdauernde Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit

2. Anhaltende somatoforme Schmerzstörung und kranke Ehefrau
3. Chronisches, generalisiertes Schmerzsyndrom

- nicht ausreichend somatisch abstützbar
- primäres Fibromyalgie-Syndrom
- betont im Bereich der linken im Vergleich zur rechten Körperhälfte
- Panalgie
- diffuse Druckschmerzangabe
- Polyarthralgien axialer und peripherer Gelenke
- multiple Beschwerden wie Schlafstörungen, Müdigkeit, Übelkeit, Schmerzen 

im Bauch, Kopfschmerzen
4. Chronisches lumbalbetontes Panvertebralsyndrom mit spondylogener Ausstrah-

lung in den Kopf und in alle Extremitäten
5. Tendinose der Achillessehne rechts
6. Übergewicht mit Body-Mass-Index von 27.2 kg/m2
7. Gestörte Gluconeogenese
8. Hyperurikämie
9. Anamnestisch Reizmagen-Syndrom

Während der Untersuchung habe eine schmerzvermittelnde Mimik und 
Gestik eingesetzt, der Explorand habe diffuse Druckschmerzen geschildert, 

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welche nicht auf ein somatisch-pathologisches Krankheitsbild abgestützt 
werden könnten, zumal auch kein korrelierender klinisch-pathologischer 
Befund objektivierbar sei. Das chronisch generalisierte Schmerzsyndrom 
sei auf ein primäres Fibromyalgie-Syndrom abzustützen (S. 11). Es 
beständen keine Hinweise auf ein radikuläres Reiz- oder Ausfallsyndrom, 
einen symptomatisch engen Spinalkanal, einen Nervendehnungsschmerz 
oder eine Irritation/Kompression des Gefäss-Nervenbündels. Auch in den 
MRT der LWS komme keine Neuro- oder Myelokompression zur Darstel-
lung. Die aktualisierten Röntgenaufnahmen der LWS dokumentierten im 
Vergleich zu den mitgebrachten Voraufnahmen stationäre Befunde. Die 
vom Exploranden geschilderte Zunahme der Schmerzintensität korreliere 
somit nicht mit einem progredienten radiologisch-pathologischen Befund 
(S. 13). Mit der beginnenden Gonarthrose links und dem Ganglion sei für 
die Tätigkeit als … keine anhaltende Einschränkung begründbar. Die Ten-
dinose der rechten Achillessehne führe nicht zu einer funktionellen Ein-
schränkung (S. 14). Für körperlich schwergradig belastende Arbeiten sei 
die Arbeitsfähigkeit seit Jahren nicht mehr gegeben. Für die seit 2001 aus-
geübte Tätigkeit als … könne aus rein rheumatologischer Sicht zu keinem 
Zeitpunkt eine anhaltende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründet 
werden. Ausgewiesen seien zeitlich limitierte Einschränkungen von maxi-
mal 1-2 Monaten im Zusammenhang mit den Operationen und der 
Schmerzbestrahlung, letztmals im Jahr 2013 (S. 17).

3.2.4 Interdisziplinär gelangten die Dres. med. J.________ und 
I.________ am 27. Oktober 2014 (AB 48.2) zum Schluss, körperlich 
schwergradig belastende Arbeiten könnten seit mehreren Jahren nicht 
mehr ausgeübt werden. Für die berufliche Tätigkeit als … hätten nie anhal-
tende Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit bestanden. 

3.2.5 Dr. med. E.________ legte im Bericht vom 10. März 2015 (AB 61/2) 
dar, der Patient könne seine Arbeitsleistung als … nicht mehr erbringen. 
Seit einigen Monaten arbeite er 50%. Er leide unter lumbalen und cervika-
len Schmerzen. Für leichte körperliche Tätigkeiten in Wechselpositionen 
bestehe keine oder nur eine geringgradige Einschränkung der Arbeitsfähig-
keit. Für mittelschwere und schwere körperliche Tätigkeiten bestehe eine 
Arbeitsfähigkeit von 50%, d.h. halbtags.

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3.2.6 Dr. med. K.________, Facharzt für Rheumatologie und für Allge-
meine Innere Medizin FMH, erwähnte im Bericht vom 30. November 2015 
(BB 6) namentlich ein seit 2009 bestehendes generalisiertes Schmerzsyn-
droms und myofasciale Beschwerden im Bereich der rechten Schulter. Ab-
gesehen vom operativen Débridement der Achillessehne rechts (Juni 2013) 
und anschliessender antiphlogistischer Radiotherapie seien in der Zwi-
schenzeit keine medizinisch relevanten Ereignisse passiert. Die geklagten 
Beschwerden seien weiterhin mechanisch dynamisch gemäss der Diagnos-
tik zu verstehen; radikuläre Irritations- oder Kompressionszeichen fänden 
sich nicht. Nach Durchführung einer muskulären Stabilisationsbehandlung, 
die subjektiv keine stabilere Situation gebracht habe, werde der Patient 
aktuell klassisch physiotherapeutisch behandelt, mit Instruktion von Mobili-
sations- und Kräftigungsübungen für den Nacken-/Schultergürtel, Dehnü-
bungen für die Hand und Finger sowie funktionellen Heimübungen für die 
lumbosakrale Region bzw. den Beckengürtel. Für die Tätigkeit als … be-
stehe „durchaus nachvollziehbar“ eine Arbeitsunfähigkeit von 50%.

3.2.7 Am 20. Januar 2016 (in den Gerichtsakten) nahm Dr. med. 
L.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin FMH, RAD, Stellung 
zum Bericht des Dr. med. K.________. Das von ihm Beschriebene ent-
spreche einer muskulären Dysbalance bei Fehlhaltung. Der postulierten 
Arbeitsunfähigkeit von 50% könne nicht gefolgt werden: Der behandelnde 
Rheumatologe gewichte die subjektiven und (mittels Schuheinlagen und 
Muskeldehnung/-kräftigung) korrigierbaren funktionellen Schmerzen ledig-
lich stärker als der rheumatologische Gutachter und berücksichtige jene in 
der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung, während Dr. med. J.________ im Sinne 
der Versicherungsmedizin (nur) auf die objektiven Befunde abstelle.

3.2.8 Im Austrittsbericht des Spitals G.________ vom 21. Juli 2016 (BB 9) 
wurden als Hauptdiagnosen genannt: Immobilisierende therapierefraktäre 
Lumbago bei Discopathie L3/4/5 und Cervicalgie mit Ausstrahlung in den 
Schultergürtel beidseits. Das MRI der LWS vom 20. Juli 2016 habe weder 
eine spinale Stenose noch einen tumorösen spinalen Prozess ergeben. 
Auszumachen sei ein kleiner subligamentärer Bandscheibenvorfall ohne 
Nervenirritation im Segment LWK 3 und 4 sowie eine ausgeprägte Osteo-
chondrose in den beiden unteren LWS-Segmenten.

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3.3 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezial-
ärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 
E. 3b bb S. 353; SVR 2009 IV Nr. 50 S. 154 E. 4.3).

3.4 Die Beschwerdegegnerin hat im Wesentlichen auf die Einschätzun-
gen der Gutachter Dres. med. I._______ und J._______ vom 22./27. Okto-
ber 2014 (AB 48.1, 49.1) abgestellt. Diese sind umfassend, beruhen auf 
einlässlichen anamnestischen Erhebungen und eigenen Untersuchungen, 
berücksichtigen die geklagten Beschwerden und wurden in Kenntnis der 
Vorakten erstellt. Die Expertisen sind in der Darlegung der Befunde, der 
Diagnosen und der Einschätzung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit wi-
derspruchsfrei und nachvollziehbar begründet; sie erfüllen die höchstrich-
terlichen Anforderungen an Gutachten und erbringen vollen Beweis (vgl. 
BGE 125 V 351 E. 3b bb S. 353). Die in der Beschwerde geäusserte Kritik 
am Gutachten verfängt – wie nachfolgend aufgezeigt wird – nicht. Was 
sodann die zahlreichen nach Verfügungserlass datierenden Arztberichte 
anbelangt, braucht nicht abschliessend geprüft zu werden, ob sie Rück-
schlüsse auf die im Zeitpunkt des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens 
bestehende Situation erlauben (SVR 2008 IV Nr. 8 S. 25 E. 3.4). Selbst 
wenn sie zu Gunsten des Beschwerdeführers in die Beurteilung miteinbe-
zogen werden, vermag er daraus nichts zu seinen Gunsten abzuleiten.

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Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, seine (Rest-)Arbeitsfähigkeit 
werde von seinen behandelnden Ärzten anders beurteilt als von den Gut-
achtern, ist darauf hinzuweisen, dass es die unterschiedliche Natur von 
Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen Arztes einerseits und Begut-
achtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten ander-
seits nicht zulässt, ein Administrativgutachten stets in Frage zu stellen und 
zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn behandelnde Ärzte zu 
anderslautenden Einschätzungen gelangen. Da weder Dr. med. 
E.________ (AB 74/3) noch Dr. med. F.________ (AB 59/2) oder Dr. med. 
K.________ (BB 6) wichtige Aspekte benannten, die im Rahmen der Be-
gutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind, sind deren von den 
Administrativgutachten abweichenden Einschätzungen nicht von vornher-
ein geeignet, Letztere in Zweifel zu ziehen (SVR 2008 IV Nr. 15 S. 44 
E 2.2.1). Wenn Dr. med. E.________ zur Begründung der postulierten Ar-
beitsunfähigkeit einzig die jahrelange ärztliche Behandlung anführt bzw. auf 
den Umstand verweist, dass trotz multipler Behandlungsmassnahmen kei-
ne volle Reintegration am Arbeitsplatz habe erreicht werden können (AB 
74/3), erhellt daraus, dass die divergierende Beurteilung nicht auf anderen 
medizinischen Befunden beruht, sondern allein eine unterschiedliche Wer-
tung darstellt. Die RAD-Ärztin hat diesbezüglich denn auch überzeugend 
ausgeführt, dass sich der Gutachter auf die versicherungsmedizinisch zu 
berücksichtigenden objektiven Befunde gestützt habe, während die behan-
delnden Ärzte die subjektiven Beschwerden stärker gewichtet hätten (Stel-
lungnahme vom 20. Januar 2016 [in den Gerichtsakten]). Unbegründet ist 
sodann der Einwand der fehlenden persönlichen Untersuchung durch den 
RAD (Beschwerde, Ziff. IV. 3.3). Zum einen hat die Beschwerdegegnerin in 
erster Linie auf die Gutachten der Dres. med. I.________ und J.________ 
abgestellt; die Stellungnahmen des RAD wurden lediglich eingeholt, weil 
von Seiten des Beschwerdeführers stetig neue Arztberichte zu den Akten 
gereicht wurden, welche nicht von der Verwaltung, sondern medizinisch zu 
würdigen waren. Zum anderen ist ein Aktenbericht praxisgemäss dann 
nicht zu beanstanden, wenn die Akten ein vollständiges Bild über Anamne-
se, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben und der Untersuchungsbe-
fund lückenlos vorliegt, damit sich der Experte aufgrund vorhandener 
Unterlagen ein gesamthaft lückenloses Bild machen kann (RKUV 2006 U 
578 S. 175 E. 3.4, 1988 U 56 S. 371 E. 5b). Dies war hier der Fall.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Sept. 2016, IV/15/862, Seite 14

3.5

3.5.1 Eine psychische Störung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ist 
nach wie vor nicht auszumachen (AB 48.1/6). Die somatoforme Schmerz-
störung besteht bereits seit vielen Jahren (vgl. bspw. AB 17/1 und 37/2 je 
mit Hinweis auf das Jahr 1981; AB 17/11, 37/17, 37/24). Dabei ist unerheb-
lich, ob in diagnostischer Hinsicht von einer anhaltenden somatoformen 
Schmerzstörung (AB 48.1/6), einer Schmerzverarbeitungsstörung (AB 17/1, 
17/11, 37/2, 37/24), einem generalisierten Schmerzsyndrom (AB 37/2, 
37/17, 37/24, BB 6) oder einer Fibromyalgie (AB 49.1/9) ausgegangen wird, 
werden doch sämtliche pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen 
Beschwerdebilder ohne nachweisbare organische Grundlage bzw. alle 
psychosomatischen Leiden den gleichen versicherungsrechtlichen Anforde-
rungen unterstellt (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.2 S. 298, 139 V 346 E. 2 S. 
346). Die somatoforme Schmerzproblematik zeitigte bereits im Vergleichs-
zeitpunkt keine invalidisierende Wirkung; insofern hat sich nichts verändert. 
Diesbezüglich anzumerken ist einzig, dass die – im Zeitpunkt des Gutach-
tens noch massgebend gewesene – Rechtsprechung zur sog. Überwind-
barkeitsvermutung bei entsprechenden Störungen (vgl. AB 48.1/8) 
zwischenzeitlich aufgegeben wurde. In dieser Praxisänderung ist für sich 
allein jedoch auch kein Revisionsgrund zu erblicken (BGE 141 V 285). Da-
mit erübrigen sich insbesondere Ausführungen zu den neuen Standardindi-
katoren gemäss BGE 141 V 281. Was die vom Allgemeinmediziner Dr. 
med. H.________ im Bericht vom Januar 2014 (AB 37/2) angegebenen 
depressiven Episoden anbelangt, hat der Gutachter Dr. med. I.________ 
schliesslich in nachvollziehbarer Weise dargelegt, dass und warum jene 
nicht bestätigt werden könnten; im erwähnten Bericht seien keine Befunde 
angeführt, welche die entsprechende Diagnose begründen würden (AB 
48.1/11). Zudem wäre selbst bei Annahme einer gelegentlichen Depressi-
vität darin keine revisionsrechtliche Änderung der Verhältnisse im Vergleich 
zum hier massgebenden Referenzzeitpunkt (1. Februar 2011 [AB 22]) zu 
erblicken, geht Dr. med. H.________ doch vom Bestehen seit 2010 aus. 
Zusammenfassend hat der psychische Gesundheitszustand seit 2011 (AB 
22) keine massgebliche Änderung erfahren.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Sept. 2016, IV/15/862, Seite 15

3.5.2 Weiter sind gestützt auf die Akten keine Anhaltspunkte für eine rele-
vante Veränderung der somatischen Gesundheitsschäden zu erkennen. 
Abgesehen vom Débridement der Achillessehne im Juni 2013, was jedoch 
nicht zu einer anhaltenden Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führte (vgl. 
AB 49.1/9), sind gemäss Bericht des Dr. med. K.________ vom 30. No-
vember 2015 (BB 6) „keine medizinisch relevanten Ereignisse in der Zwi-
schenzeit“ passiert. Nach wie vor bestehen degenerative Veränderungen in 
der Wirbelsäule und damit zusammenhängend Rückenbeschwerden, die 
sich indessen nur teilweise objektiveren lassen. Der Gutachter Dr. med. 
J.________ hat nachvollziehbar und überzeugend dargelegt, dass die vom 
Beschwerdeführer geschilderte Zunahme der Schmerzintensität nicht mit 
einem progredienten radiologisch-pathologischen Befund korreliere. Bild-
gebend seien im Bereich der Lendenwirbelsäule vielmehr „stationäre Be-
funde“ ausgewiesen (AB 49.1/13). Daran ändert auch die Hospitalisation 
aufgrund der immobilisierenden und therapierefraktären Lumbago im Juli 
2016 nichts. Denn abgesehen davon, dass diese bereits seit 2010 beste-
hen (vgl. BB 9) resp. bereits damals therapierefraktär waren (vgl. AB 19/7), 
hat das MRI der LWS vom 20. Juli 2016 weder eine spinale Stenose noch 
einen tumorösen spinalen Prozess oder eine Nervenirritation im Segment 
der LWK 3 und 4 ergeben. Der Bandscheibenvorfall musste nicht operiert 
werden; soweit ersichtlich war auch keine andere Massnahme erforderlich 
(BB 9). Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, die nach der Begut-
achtung durchgeführte radiologische Untersuchung habe neue Befunde 
gezeigt (Beschwerde, Ziff. IV. 3.2), ist Folgendes festzuhalten: Zwar ergab 
das MRI der Hals- und Brustwirbelsäule vom 12. Februar 2015 eine Disco-
pathie im Bereich der HWS (C5/6); Dr. med. E.________ führte diesbezüg-
lich u.a. aus, eine Irritation der entsprechenden Nervenwurzel sei „denkbar“ 
(AB 61/2). Diese Befunde wurden auch im Austrittsbericht des Spitals 
G.________ vom 21. Juli 2016 (BB 9) erwähnt, wobei diesbezüglich eben-
falls kein Behandlungsbedarf bestand. Auch Dr. med. E.________ erachtet 
die Zeit als noch nicht reif für eine chirurgische Intervention; ebenso wenig 
hat er die Arbeitsfähigkeit oder das Zumutbarkeitsprofil deswegen anders 
beurteilt als zuvor (vgl. AB 61/3). Insofern sind die Schmerzen im Nacken-
bereich mit Ausstrahlung in den Schultergürtel nicht als erhebliche Tatsa-
chenänderung im Sinne der revisionsrechtlichen Rechtsprechung zu 
betrachten. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Sept. 2016, IV/15/862, Seite 16

3.6 Nach dem Dargelegten ist nach dem massgebenden Beweisgrad 
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 138 V 218 E. 6 S. 221) er-
stellt, dass bis zum 3. September 2015 (AB 76) weder in somatischer noch 
in psychiatrischer Hinsicht eine relevante Änderung seit dem 1. Februar 
2011 (AB 22) eingetreten ist. Zwar wurden die Beschwerden in diagnosti-
scher Hinsicht teilweise leicht anders interpretiert, die medizinisch-
theoretische Arbeitsfähigkeit ist jedoch im Wesentlichen als unverändert zu 
qualifizieren. Ein medizinischer Revisionsgrund ist damit nicht ausgewie-
sen. Weil in erwerblicher Hinsicht eine Veränderung weder ersichtlich ist 
noch eine solche geltend gemacht wird, fehlt es auch diesbezüglich an ei-
nem Revisionsgrund. Bei dieser Ausgangslage ist keine umfassende Prü-
fung des Rentenanspruchs vorzunehmen (vgl. E. 3 hiervor), obsolet ist 
insbesondere die Durchführung eines Einkommensvergleichs. Im Ergebnis 
hat die Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch zu Recht verneint. Die 
Beschwerde gegen die Verfügung vom 3. September 2015 (AB 76) ist ab-
zuweisen.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Die Verfahrenskosten, festgesetzt auf Fr. 800.--, hat bei diesem Ausgang 
des Verfahrens der unterliegende Beschwerdeführer zu tragen (Art. 108 
Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss gleicher 
Höhe entnommen.

4.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 61 lit. g ATSG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Sept. 2016, IV/15/862, Seite 17

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern (samt Eingabe des Beschwerdeführers vom 11. August 

2016 inkl. Beilagen)
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Die Kammerpräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.