# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e1630a6a-92d0-5cfa-b144-39e32373a30f
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-09-24
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 24.09.2018 SK 2017 269
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2017-269_2018-09-24.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 17 269

Hochschulstrasse 17
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 24. September 2018 

Besetzung Oberrichter Aebi (Präsident i.V.), Oberrichter Kiener, Oberrichterin 
Bratschi
Gerichtsschreiber Müller 

Verfahrensbeteiligte A.________
v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer   

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern

Gegenstand Widerhandlung gegen das Waffengesetz, Vergehen gegen das 
Sprengstoffgesetz, Hinderung einer Amtshandlung sowie Wider-
rufsverfahren

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Oberland (Ein-
zelgericht) vom 2. März  2017 (PEN 16 54)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

A.________ (nachfolgend: Beschuldigter) wurde mit Strafbefehl vom 24. Juli 2015 
wegen Widerhandlungen gegen das Waffengesetz, mehrfach begangen (Unsorg-
fältiges Aufbewahren von Waffen; Erwerb und Besitz von verbotenen Seriefeuer-
waffen ohne kantonale Ausnahmebewilligung und unsorgfältiges Aufbewahren von 
Seriefeuerwaffen; Nichtmelden von Waffenzubehör; Besitz von verbotenen Feuer-
waffen ohne Ausnahmebewilligung), wegen Vergehen gegen das Sprengstoffge-
setz, mehrfach begangen, sowie wegen Hinderung einer Amtshandlung schuldig 
erklärt und zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen à CHF 70.00 (bedingt, Probe-
zeit 4 Jahre), zu einer Verbindungsbusse von CHF 1‘400.00, zu einer Busse von 
CHF 600.00 sowie zur Übernahme der Verfahrenskosten verurteilt (pag. 335 ff.). 
Nachdem er Einsprache gegen den Strafbefehl erhoben (pag. 344) und die Regio-
nale Staatsanwaltschaft Oberland (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) am Strafbe-
fehl festgehalten hatte (pag. 391), fand am 2. März 2017 die erstinstanzliche 
Hauptverhandlung statt (pag. 633 ff.)

Das Regionalgericht Oberland (nachfolgend: Vorinstanz) erkannte am 3. März 
2017 was folgt (pag, 714 ff.):

I.  

Das Strafverfahren gegen A.________ wegen den Widerhandlungen gegen das Waffengesetz 
durch 

1. den Erwerb von verbotenen Seriefeuerwaffen ohne kantonale Ausnahmebewilligung be-
treffend das Maschinengewehr Bar Nr. ________, die Maschinenpistole RFP Mauser, C96/32 
Nr. ________ und das Sturmgewehr, FN Nr. ________, angeblich begangen in der Zeit vom 
01.01.2012 - 27.10.2014 in D.________,

2. das Nichtmelden von Waffenzubehör (26 Schalldämpfer und Kiste mit diversen Schalldämp-
fern vgl. Verzeichnis Sicherstellung pag. 54 - 148), angeblich begangen in der Zeit vom 
01.01.2012 - 27.10.2014 in D.________, 

wird eingestellt,

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten.

II.

A.________ wird freigesprochen:

1. von den Anschuldigungen der Widerhandlungen gegen das Waffengesetz, angeblich began-
gen durch 

1.1. das unsorgfältige Aufbewahren von Waffen (vgl. Verzeichnis Sicherstellung pag. 54 - 
148), in der Zeit vom 01.01.2012 - 15.05.2012 in D.________;

1.2. das unsorgfältige Aufbewahren von Waffen betreffend die 111 antiken Waffen (vgl. An-
hang zum Urteil), in der Zeit vom 01.01.2015 - 27.10.2014 in D.________;

3

1.3. den Besitz von verbotenen Seriefeuerwaffen ohne kantonale Ausnahmebewilligung 
betreffend das Sturmgewehr, FN Nr. ________, in der Zeit vom 01.01.2012 - 27.10.2014 in 
D.________;

1.4. das unsorgfältige Aufbewahren von Seriefeuerwaffen (Sturmgewehr, FN Nr. ________, 
Maschinengewehr Bar Nr. ________ und Maschinenpistole RFP Mauser, C96/32 Nr. 
________), in der Zeit vom 01.01.2012 - 15.05.2012 in D.________;

2. von der Widerhandlung gegen das Sprengstoffgesetz durch Verletzen der Meldepflicht, an-
geblich begangen in der Zeit vom 01.01.1984 bis 08.12.2014 in G.________.

unter Auferlegung der anteilsmässigen Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren 
von CHF 1‘300.00 (Gericht CHF 1‘000.00 Staatsanwaltschaft CHF 300.00, ausmachend 1/3 der ge-
samten Gebühren) und Auslagen von CHF 1‘040.15, insgesamt bestimmt auf CHF 2‘340.15, an den 
Kanton Bern.

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 300.00. Die reduzier-
ten Verfahrenskosten betragen damit CHF 2‘040.15.

Für die amtliche Verteidigung von A.________ wird Rechtsanwalt B.________ eine Entschädi-
gung von CHF 5‘932.05 (inkl. MWST und Auslagen) ausgerichtet. 

Für die amtliche Verteidigung von A.________ wird Rechtsanwalt F.________ eine Entschädi-
gung von CHF 591.05 (inkl. MWST und Auslagen) ausgerichtet. 

III.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. der Widerhandlungen gegen das Waffengesetz, mehrfach begangen durch 

1.1. das unsorgfältige Aufbewahren von Waffen (vgl. Verzeichnis Sicherstellung pag. 54 - 
148 reduziert um die 111 antiken Waffen und die 3 Seriefeuerwaffen gem. Ziff. 1.3 unten), 
in der Zeit 16.05.2012 - 27.10.2014 in D.________;

1.2. den Besitz von verbotenen Seriefeuerwaffen ohne kantonale Ausnahmebewilligung 
betreffend das Maschinengewehr Bar Nr. ________ und die Maschinenpistole RFP Mau-
ser, C96/32 Nr. ________, in der Zeit vom 01.01.2012- 27.10.2014 in D.________;

1.3. das unsorgfältige Aufbewahren von Seriefeuerwaffen (Sturmgewehr, FN Nr. ________, 
Maschinengewehr Bar Nr. ________ und Maschinenpistole RFP Mauser, C96/32 Nr. 
________), in der Zeit vom 16.05.2012 - 27.10.2014 in D.________;

1.4. den Besitz von verbotenen Feuerwaffen ohne Ausnahmebewilligung (28 Feuerwaf-
fen), in der Zeit vom 01.01.2012 - 27.10.2014 in D.________;

2. der Widerhandlungen gegen das Sprengstoffgesetz, mehrfach begangen in der Zeit vom 
01.01.1984 bis 08.12.2014 in G.________, durch

2.1. das Missachten von Schutz- und Sicherheitsvorschriften

2.2. die Verletzung der Buchführungspflicht

3. der Hinderung einer Amtshandlung, begangen am 04.09.2014 in D.________.

und […]

4

verurteilt:

1. Zu einer Geldstrafe von 64 Tagessätzen zu CHF 220.00, ausmachend total CHF 14‘080.00, 
teilweise als Zusatzstrafe zum Urteil (Strafbefehl) der Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Re-
gion Oberland vom 26.07.2013.

Die Polizeihaft von 1 Tag wird im Umfang von 1 Tagessatz auf die Geldstrafe angerechnet.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 4 Jahre festgesetzt.

2. Zu einer Verbindungsbusse von CHF 3‘520.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter 
Nichtbezahlung wird auf 16 Tage festgesetzt.

3. Zu einer Übertretungsbusse von CHF 520.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nicht-
bezahlung wird auf 6 Tage festgesetzt, teilweise als Zusatzstrafe zum Urteil des Urteils (Strafbe-
fehl) der Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Region Oberland vom 26.07.2013.

4. Zu den auf den Schuldspruch entfallenden Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Ge-
bühren von CHF 2‘700.00 (Gericht CHF 2‘000.00 und Staatsanwaltschaft CHF 700.00, ausma-
chend 2/3 der gesamten Gebühren) und Auslagen von CHF 19‘558.80 (Staatsanwaltschaft CHF 
19‘558.80 für die Vernichtung der Sprengmittel), insgesamt bestimmt auf CHF 22‘258.80.

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 700.00. Die re-
duzierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 21‘558.80. 

IV.

1. Der A.________ mit Urteil des Regionalgerichts Berner Oberland vom 28.06.2011 für eine 
Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je CH 60.00, ausmachend CHF 1‘200.00 gewährte bedingte 
Vollzug wird nicht widerrufen.

2. A.________ wird verwarnt.

3. Der A.________ mit Urteil (Strafbefehl) der Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Region Ober-
land vom 26.07.2013 für eine Geldstrafe von 10 Tagessätzten zu je CHF 150.00, ausmachend 
CHF 1‘500.00 gewährte bedingte Vollzug wird nicht widerrufen.

4. A.________ wird verwarnt.

5. Die Verfahrenskosten für die Widerrufsverfahren von CHF 450.00 (Gericht CHF 300.00 Staats-
anwaltschaft CHF 150.00) werden A.________ auferlegt.

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduzieren sich die Verfahrenskosten um 
CHF 150.00. Die reduzierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 300.00.

V.

1. Die auf den Schuldspruch entfallende amtliche Entschädigung für die amtliche Verteidigung von 
A.________ durch Rechtsanwalt B.________ wird wie folgt bestimmt:

                

Stunden Satz
amtliche Entschädigung 53.35 200.00 CHF 10'670.00

CHF 325.35
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 10'995.35 CHF 879.65

CHF
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 11'875.00

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwalt B.________ für die amtliche Verteidigung von 
A.________ mit CHF 11‘875.00.

5

A.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zurückzuzahlen, 
sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO). Rechtsanwalt 
B.________ verzichtet auf die Festsetzung des vollen Honorars und die Rückforderung der Dif-
ferenz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar. 

2. Die auf den Schuldspruch entfallende amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die 
amtliche Verteidigung von A.________ durch Rechtsanwalt F.________ werden wie folgt be-
stimmt (Einsetzung mit Verfügung vom 22.09.2016, Entlassung aus dem amtlichen Mandat am 
25.11.2016):

              

Stunden Satz
amtliche Entschädigung 4.20 200.00 CHF 840.00

CHF 274.55
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 1'114.55 CHF 89.15

CHF
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 1'203.70

volles Honorar 4.20 230.00 CHF 966.00
CHF 274.55

Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 1'240.55 CHF 99.25
CHF 0.00

Total CHF 1'339.80

nachforderbarer Betrag CHF 136.10

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwalt F.________ für die amtliche Verteidigung von 
A.________ mit CHF 1‘203.70.

A.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zurückzuzahlen 
und Rechtsanwalt F.________ die Differenz von CHF 136.10 zwischen der amtlichen Entschä-
digung und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse er-
lauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

VI.

Weiter wird verfügt:

1. Die sichergestellten/beschlagnahmten Waffen und das sichergestellte/beschlagnahmte Waffen-
zubehör (vgl. Verzeichnis Sicherstellung) bleiben in Anwendung von Art. 31 WG zu Handen des 
Fachbereichs Waffen, Sprengstoff und Gewerbe (WSG) zum Entscheid über die weitere Ver-
wendung beschlagnahmt. 

2. Der sichergestellte Sprengstoff (402 kg), die Zünder (2‘843) sowie die Anzünd- und Spreng-
schnur werden in Anwendung von Art. 69 StGB eingezogen. Es wird festgestellt, dass die Ver-
nichtung gem. Art. 26 SprstG mit Einverständnis des Beschuldigten bereits erfolgt ist (vgl. pag. 
354 und 237).

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete Rechtsanwalt B.________ namens des Beschuldigten 
am 6. März 2017 fristgerecht Berufung an (pag. 727). Die schriftliche Urteilsbe-
gründung der Vorinstanz datiert vom 23. Juni 2017 (pag. 739 ff.). Am 18. Juli 2017 
reichte der Beschuldigte form- und fristgerecht die Berufungserklärung ein 
(pag. 794 ff.). Er führte aus, das Urteil der Vorinstanz werde nur in Teilen angefoch-
ten:

6

[…]

6

Es werden alle Schuldsprüche angefochten und damit die Schuldsprüche betreffend Widerhandlung 
gegen das Waffengesetz, gegen das Sprengstoffgesetz sowie betreffend Hinderung einer Amtshand-
lung und die mit dem Schuldspruch zusammenhängenden Folgen, insbesondere die Kosten- und 
Entschädigungsfolgen. Betreffend letzterem ist zu bemerken, dass die Höhe der Entschädigungen der 
amtlichen Verteidigung gemäss Ziff. V. nicht angefochten werden, jedoch die Kostentragungspflicht 
durch den Berufungskläger und das entsprechende Rückforderungsrecht des Staates. Da der Beru-
fungskläger vollumfänglich freizusprechen ist, sind die Kosten, insbesondere auch der amtlichen Ver-
teidigung, vollumfänglich vom Staat zu tragen.  

7

Es wird damit die vollumfängliche Aufhebung von Ziff. III. und VI. sowie die teilweise Aufhebung von 
Ziff. IV. und V. des angefochtenen Urteils verlangt.

8

Nicht angefochten werden die eingestellten Verfahren und die Freisprüche gemäss Ziff. I. und II. des 
Urteils.

9

Demgemäss werden folgende Abänderungen des erstinstanzlichen Urteils verlangt:

1. Die Ziffer III. des angefochtenen Urteils sei vollumfänglich aufzuheben (Schuldsprüche gemäss 
Ziff. 1.1. bis 1.4., 2.1., 2.2. und 3. sowie die Strafen und Verfahrenskostenauferlegung gemäss 
Ziff. 1 bis 4.)

2. Die Ziffern IV. 2. und. 4. des angefochtenen Urteils (Verwarnungen) sowie Ziffer IV. 5. (Verfah-
renskostenauferlegung betreffend Widerrufsverfahren) seien aufzuheben.

3. Die Ziffern V. 1 und 2. seien betreffend Kostentragung der Entschädigung der amtlichen Vertei-
digung bzw. Rückforderungsrecht aufzuheben.

4. Die Ziffer VI. sei vollumfänglich aufzuheben (Ziff. 1 betreffend Beschlagnahme und Ziff. 2 betref-
fend Einziehung und Feststellung des Einverständnisses zur Vernichtung);

5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWSt) des erstinstanzlichen Verfahrens sowie 
des Berufungsverfahrens gemäss dem Ausgang des Verfahrens.

6. Es sei dem Berufungskläger eine angemessene, noch zu beziffernde Genugtuung zuzuspre-
chen.

[…]  

Am 26. Juli 2017 teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit, dass sie auf eine Teil-
nahme am oberinstanzlichen Verfahren verzichte (pag. 790 f.). Am 31. Oktober 
2017 entzog die Verfahrensleitung dem Beschuldigten die amtliche Verteidigung 
mit Wirkung ab Eröffnung dieser Verfügung (pag. 875 ff.). Am 13. Dezember 2017 
fragte die Verfahrensleitung den Beschuldigten an, ob er mit der Durchführung ei-
nes schriftlichen Verfahrens einverstanden sei (pag. 880 f.). Nachdem die entspre-
chende Erklärung eingelangt war (pag. 888 f.), ordnete die Verfahrensleitung am 
1. Februar 2018 die Durchführung eines schriftlichen Verfahrens an (pag. 891 f.). 
Nach mehrmaliger Verlängerung der Frist reichte der Beschuldigte am 17. April 
2018 die Berufungsbegründung ein (pag. 914 ff.). Am 19. April 2018 forderte die 
Verfahrensleitung Rechtsanwalt B.________ auf, innert 10 Tagen seine Kostenno-

7

te einzureichen, da sie den Schriftenwechsel als abgeschlossen erachtete (pag. 
956 f.). Mit Schreiben vom 14. Mai 2018 reichte Rechtsanwalt B.________ seine 
Kostennote ein. Derweil machte er geltend, dass die Honorarnote nicht vollständig 
sei und nach dem beantragten zweiten Schriftenwechsel (siehe dazu hinten E. 5) 
noch zu ergänzen wäre. Der beantragte zweite Schriftenwechsel sei Ausfluss des 
rechtlichen Gehörs. Der Feststellung der Verfahrensleitung, dass der Schriften-
wechsel abgeschlossen sei, könne nicht gefolgt werden, da die Berufungsantwort 
der Staatsanwaltschaft noch ausstehe. Damit habe das Replikrecht noch nicht 
wahrgenommen werden können.

3. Oberinstanzliche Beweismassnahmen

Oberinstanzlich wurde von Amtes wegen ein aktueller Strafregisterauszug des Be-
schuldigten eingeholt (pag. 893 f.). 

4. Anträge der Parteien
Rechtsanwalt B.________ stellte namens des Beschuldigten in der Berufungsbe-
gründung folgende Anträge (pag. 915 f.):
1. Es sei das Urteil des Regionalgerichts Oberland, PEN 16 54 DIF, vom 2. März 2017 aufzuheben 

und das Verfahren gegen den Beschuldigten einzustellen; 

2. Eventualiter sei das Urteil des Regionalgerichts Oberland, PEN 16 54 DIF, vom 2. März 2017 
aufzuheben und im Sinne einer Neubeurteilung beziehungsweise zur Ergänzung im Sinne der 
Erwägungen zurückzuweisen; 

3. Subeventualiter sei die Ziffer Ill. des angefochtenen Urteils vollumfänglich aufzuheben (Schuld-
sprüche gemäss Ziff. 1.1. bis 1.4., 2.1., 2.2. und 3. sowie die Strafen und Verfahrenskostenauf-
erlegung gemäss Ziff. 1. bis 4.);

4. Subeventualiter seien die Ziffern IV. 2. und 4. des angefochtenen Urteils (Verwarnungen) sowie 
Ziffer IV. 5. (Verfahrenskostenauferlegung betreffend Widerrufsverfahren) aufzuheben; 

5. Subeventualiter seien die Ziffern V. 1. und 2. betreffend Kostentragung der Entschädigung der 
amtlichen Verteidigung bzw. Rückforderungsrecht aufzuheben. 

6. Subeventualiter sei die Ziffer VI. sei vollumfänglich aufzuheben (Ziff. 1. betreffend Beschlag-
nahme und Ziff. 2 betreffend Einziehung und Feststellung des Einverständnisses zur Vernich-
tung); 

7. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWSt) des erstinstanzlichen Verfahrens sowie 
des Berufungsverfahrens gemäss dem Ausgang des Verfahrens;

[…]

8. Es sei dem Berufungskläger eine angemessene, noch zu beziffernde Genugtuung nach Art. 429 
StPO zuzusprechen; 

9. Eventualiter sei der Sache zur Festsetzung der Entschädigungs- und Genugtuungsforderung – 
unter vorgängiger Wahrung des rechtlichen Gehörs – an die Vorinstanz zurückzuweisen; 

10. Es seien die Akten des vorinstanzlichen Verfahrens (Geschäfts-Nr. PEN 16 54 DIF) vollumfäng-
lich beizuziehen; 

11. Es sei ein zweiter Schriftenwechsel anzuordnen.

8

5. Zum beantragten zweiten Schriftenwechsel

Nachdem der Beschuldigte seine Berufungserklärung eingereicht hatte, schloss die 
Verfahrensleitung auf Abschluss des Schriftenwechsels. Wie gesehen, verzichtete 
die Generalstaatsanwaltschaft mit Schreiben vom 26. Juli 2017 auf eine Teilnahme 
am oberinstanzlichen Verfahren. Dementsprechend wird respektive konnte sie kei-
ne Berufungsantwort einreichen. Daraus folgt, dass kein «zweiter Schriftenwech-
sel» anzuordnen ist. Der Beschuldigte konnte sich – als gleichzeitig erster, einziger 
und letzter – umfassend zur Sache äussern. Es war somit kein «zweiter Schriften-
wechsel» durchzuführen.

6. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das vorinstanzliche Urteil ist von der Kammer in den mit der Berufungserklärung 
angefochtenen Teilen zu überprüfen. Soweit die Verteidigung in der Berufungsbe-
gründung (womöglich in unbeabsichtigter respektive in gar nicht so gemeinter Wei-
se) darüber hinausgehende Anträge stellt – Rechtsbegehren 1 und 2 betreffend 
vollständige «Aufhebung» des vorinstanzlichen Urteils –, bleiben diese unbeacht-
lich. Der Prozessgegenstand wird gemäss Art. 399 Abs. 3 f. Schweizerische Straf-
prozessordnung (StPO; SR 312) mit der Berufungserklärung definiert. Die nicht an-
gefochtenen Urteilspunkte treten gemäss Art. 437 StPO sofort in Rechtskraft 
(SCHMID/JOSITSCH, Praxiskommentar StPO, 3. Aufl. 2018, N. 8 zu Art. 399 StPO). 

Die Kammer verfügt über volle Kognition (Art. 398 Abs. 2 und 3 StPO). Da einzig 
der Beschuldigte ein Rechtsmittel ergriffen hat, darf sie das angefochtene Urteil 
nicht zu seinem Nachteil abändern (Verbot der reformatio in peius, Art. 391 Abs. 2 
StPO). 

7. Zum behaupteten Beweisverwertungsverbot

7.1 Vorbringen Verteidigung 

Der Beschuldigte macht mehrfach geltend, die Vorinstanz habe, indem sie auf eine 
unrechtmässige Betretungsermächtigung des Regierungstatthalteramts abgestellt 
habe (siehe pag. 45 ff.), die Beweiswürdigungsregeln und die Unschuldsvermutung 
(Art. 10 StPO, Art. 32 Abs. 1 Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenos-
senschaft [BV; SR 101] und Art. 6 Ziffer 2 Konvention zum Schutze der Menschen-
rechte und Grundfreiheiten [SR 0.101], das Willkürverbot (Art. 9 BV) sowie das 
Recht auf ein faires Verfahren (Art. 3 Abs. 2 StPO, Art. 29 Abs. 1 und 2 BV und 
Art. 6 Ziffer 1 und 3 EMRK) verletzt. Der ursprüngliche Strafbefehl basiere auf einer 
unverwertbaren Hausdurchsuchung, welche in Umgehung der StPO durchgeführt 
worden sei. Weder das Bundesgericht im Urteil 1C_472/2015 vom 21. Januar 2016 
noch die Vorinstanz habe beurteilt, ob der Vollzug der Betretungsverfügung – na-
mentlich in Abwesenheit des Beschuldigten – sowie die Sicherstellung und Be-
schlagnahme von tausenden von Gegenständen rechtmässig gewesen sei. Eine 
korrekte Durchführung der Kontrolle gemäss Art. 29 Waffengesetz (WG; 
SR 514.54) hätte bedeutet, dass der Beschuldigte die Feuerwaffen – für welche er 
eine Ausnahmebewilligung gehabt habe – den Behörden gezeigt hätte und diese 
so hätten feststellen können, dass noch alle bewilligten Feuerwaffen vorhanden 
seien. Für die unverhältnismässige «Razzia» wäre ein Hausdurchsuchungsbefehl 

9

der Staatsanwaltschaft erforderlich gewesen. Ein solcher hätte aber aufgrund des 
fehlenden Tatverdachts nicht erhältlich gemacht werden können. Es handle sich 
um eine verbotene Beweisausforschung. Es seien nicht bloss die gemeldeten Se-
riefeuerwaffen kontrolliert worden, wie es die Betretungsermächtigung vom 23. Ok-
tober 2014 vorgesehen habe, sondern es sei das ganze Haus bis in den letzten 
Winkel auseinandergenommen worden. Ohne diese unzulässige Zwangsmass-
nahme hätte keine Durchsuchung der Liegenschaft in G.________ stattfinden kön-
nen, womit jene Erkenntnisse aufgrund der Fernwirkung von Beweisverwertungs-
verboten gemäss Art. 141 Abs. 4 StPO ebenfalls nicht hätten verwertet werden dür-
fen. Das Verfahren sei aufgrund dieser unheilbaren Rechtsverletzungen gestützt 
auf Art. 329 Abs. 4 StPO einzustellen.

Das Bundesgericht habe sich unlängst von der Argumentation verabschiedet, wo-
nach Beweise verwertbar seien, falls sie auf einem anderen – rechtmässigen – 
Weg hätten erhoben werden können. Der von der Vorinstanz zitierte BGE 96 I 437 
sei veraltet. Indem die Vorinstanz auf einen überholten Entscheid abstütze, ohne 
selber Abwägungen vorzunehmen, habe sie das rechtliche Gehör des Beschuldig-
ten verletzt (Art. 107 StPO, Art. 6 Ziffer 3 EMRK). Die Vorinstanz begründe die 
Verwertbarkeit der Beweismittel damit, dass aus dem Rapport der Kantonspolizei 
(pag. 6) hervorgehe, dass der Beschuldigte zu Beginn der Hausdurchsuchung an-
wesend gewesen sei. Dies stimme nicht. Ihm sei die Möglichkeit genommen wor-
den, der Kontrolle – wie in Art. 29 WG (und Art. 245 StPO) vorgesehen – beizu-
wohnen. Er sei bereits vor dem Durchsuchungsbeginn am 27. Oktober 2017 ohne 
Begründung festgenommen worden. Die Betretungsermächtigung sei ihm erst am 
27. Oktober 2017 um 13:00 Uhr in der Arrestzelle eröffnet worden (pag. 47).

7.2 Erwägungen der Kammer

Es ist zunächst näher auf das Verhältnis zwischen Zwangsmassnahmen gemäss 
StPO und Zwangsmassnahmen gemäss Spezialgesetzen (hier: das WG und das 
kantonale Polizeigesetz [PolG; BSG 551.1]) einzugehen. Für die vorliegende Pro-
blematik in juristisch überzeugender Weise bringen es GFELLER/BIGLER (Zwangs-
massnahmen gemäss StPO versus polizeiliche Zwangsmassnahmen gemäss 
PolG/ZH, forumpoenale 2/2014, S. 105 ff., S. 109 f.) auf den Punkt: 

In BGE 137 I 218 wurde festgehalten, dass eine Verurteilung basierend auf einer verdachtslos durch-
geführten Zwangsmassnahme keinen Bestand haben kann. Diese Rechtsprechung verdient vorbe-
haltlose Zustimmung. Anders zu entscheiden hiesse nämlich, dass die Vorschriften der StPO zur An-
ordnung von Zwangsmassnahmen (namentlich das Vorliegen eines genügenden Tatverdachts) unter 
dem Deckmantel der "Gefahrenabwehr" gemäss Polizeigesetz unterlaufen werden könnten. Folgt 
daraus, dass im Zuge der Durchführung von sicherheitspolizeilichen Aufgaben entdeckte Hinweise 
auf Straftaten per se nicht verwertet werden dürfen? Dieser Schluss wäre u.E. nicht zutreffend. Es 
muss möglich sein, im Zuge rechtmässigen polizeilichen Verhaltens entdeckte Hinweise auf Straftaten 

(als Zufallsfunde) auszuwerten. Werden jedoch sicherheitspolizeiliche Befugnisse zur verdachtslosen 
Beweisausforschung missbraucht, so liegt darin eine Umgehung der Normenhierarchie und ein 
rechtsmissbräuchliches Verhalten der staatlichen Organe, das nicht toleriert werden kann. Um festzu-
stellen, ob eine sicherheitspolizeiliche Durchsuchung rechtmässig war, wird den Rechtsunterworfenen 
deshalb empfohlen, bei der anordnenden Behörde eine anfechtbare Verfügung zu verlangen oder die 

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entsprechende Handlung direkt anzufechten. […] Unzulässig sind Durchsuchungen zum Zweck der 
Aufspürung noch nicht bekannter Delikte. Gleichermassen unzulässig sind unter dem Deckmantel der 
Gefahrenabwehr durchgeführte Durchsuchungen, die andere Zwecke haben als die in § 35 PolG/ZH 
genannten. Für Durchsuchungen, die der Aufklärung von Straftaten dienen, kommt hingegen aussch-
liesslich die StPO zur Anwendung. Damit wird namentlich ein hinreichender Tatverdacht vorausge-
setzt. Liegt ein solcher nicht vor (oder basiert er auf unzulässigen polizeilichen Erkenntnissen), so ist 
von einer sog. "Fishing-Expedition" auszugehen, die zu einem absoluten Verwertungsverbot führt (vgl. 
BGE 137 I 218). (Hervorhebungen kursiv hinzugefügt).

Das Bundesgericht hat in seinem Urteil 1C_472/2015 vom 21. Januar 2016 betref-
fend den Beschuldigten (und die H.________ AG) festgestellt, dass die Betre-
tungsermächtigung und das Betreten und Durchsuchen der fraglichen Liegenschaft 
rechtmässig war (E. 5.3 ff. [siehe auch pag. 380 ff.]):

[…] Eine wirksame Kontrolle bedingt das Recht, die Räume zu betreten und zu besichtigen, wo die 
Waffen gelagert werden. […] Darüber hinaus ist unter den gegebenen Umständen und angesichts der 
Bedeutung, die der Kontrolle von Seriefeuerwaffen für die öffentliche Sicherheit zukommt, auch nicht 
zu beanstanden, wenn die Vorinstanz von einer gegenwärtigen erheblichen Gefahr für die öffentliche 
Sicherheit und Ordnung im Sinne von Art. 39 Abs. 1 lit. a PolG ausging. Wenn die Beschwerdeführer 
sich in dieser Hinsicht darauf berufen, es habe nie Anzeichen für eine (konkrete) Bedrohung oder für 
eine gesetzwidrige Aufbewahrung gegeben, verkennen sie, dass ohne die gesetzlich vorgesehenen 
Kontrollen die Behörden den Schutz vor missbräuchlicher Verwendung von Waffen nicht gewährleis-
ten können (vgl. Art. 1 Abs. 1 WG), was für die Annahme einer entsprechenden Gefahr ausreichen 
muss. […] Das Verhältnismässigkeitsprinzip (Art. 36 Abs. 3 BV) verlangt, dass eine Massnahme für 
das Erreichen des im öffentlichen oder privaten Interesse liegenden Zieles geeignet und erforderlich 
ist und sich für die Betroffenen in Anbetracht der Schwere der Grundrechtseinschränkung als zumut-
bar erweist. Es muss eine vernünftige Zweck-Mittel-Relation vorliegen. Eine Massnahme ist unver-
hältnismässig, wenn das angestrebte Ziel mit einem weniger schweren Grundrechtseingriff erreicht 
werden kann (BGE 140 I 2 E. 9.2.2 S. 24 mit Hinweisen). Das Betreten der Liegenschaft der Be-
schwerdeführer erscheint für die im öffentlichen Interesse liegende Kontrolle der dort aufbewahrten 
Waffen ohne Weiteres geeignet. Das Argument der Beschwerdeführer, nach der Sicherstellung der 
Waffen sei eine Überprüfung von deren Aufbewahrung gar nicht mehr möglich gewesen, überzeugt 
nicht. Die Aufbewahrung kann vor der Sicherstellung der Waffen geprüft werden. Entgegen der Auf-
fassung der Beschwerdeführer war es zudem aus prinzipiellen Erwägungen nicht geboten, im Sinne 
einer milderen Massnahme die Aufgabe einem "neutralen" Polizeiorgan zu übertragen. Dem Bewilli-
gungsinhaber das Recht einzuräumen, Kontrollen durch ihm nicht genehme Personen zu verweigern, 
würde dem Missbrauch Tür und Tor öffnen und könnte den Kontrollzweck im Ergebnis vereiteln. Die 
Modalitäten der Kontrolle gemäss Art. 29 WG können deshalb nicht der Disposition des Bewilligungs-
inhabers unterstellt werden. Schliesslich war es den Beschwerdeführern auch zumutbar, das Betreten 
der Liegenschaft zu dulden. Die Prüfung der Einhaltung des Waffengesetzes ist für die öffentliche Si-
cherheit von grosser Bedeutung. Dass die Beschwerdeführer für eine behördliche Kontrolle, die ihren 
eigenen Vorstellungen nicht entspricht, kein Verständnis zeigen und die Tatsache, dass ihnen bereits 
Seriefeuerwaffen entwendet wurden, unterstreichen die Notwendigkeit einer solchen Kontrolle noch 
zusätzlich. Die Interessen der Beschwerdeführer an ihrem Hausrecht müssen dahinter zurücktreten. 
(Hervorhebungen kursiv hinzugefügt).

Während eines Polizeieinsatzes können sich sicherheits- und gerichtspolizeiliche 
Aspekte vermischen. Daraus können unstreitig Probleme mit Beweisverwertungen 

11

resultieren. Es ist richtigerweise unzulässig, wenn unter dem Stichwort «Gefahren-
abwehr» Strafverfolgung betrieben wird und so die Bestimmungen der StPO um-
gangen werden (vgl. GFELLER, in: Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, N. 67a 
zu Art. 241 StPO). Eine solche Umgehung der StPO liegt hier indes nicht vor. Es ist 
in Art 29 Abs. 1 f. WG gerade vorgesehen, bei Personen, die eine Bewilligung nach 
diesem Gesetz verfügen, Kontrollen (selbstredend in den betreffenden Räumlich-
keiten) durchzuführen und belastendes Material sicherzustellen (vgl. wiederum Ur-
teil des Bundesgerichts 1C_472/2015 vom 21. Januar 2016 E. 5.3; FACINANCI, in: 
SHK Waffengesetz, 2017, N. 4 ff. zu Art. 29 WG). Wenn bei einer solchen Kontrolle 
ein Verdacht auf Widerhandlungen gegen Strafbestimmungen – notabene des WG 
– entsteht, so können die bei der Kontrolle erhobenen Beweismittel nicht mit einem 
Verwertungsverbot belegt sein, andernfalls die Kontrollen gänzlich untauglich 
wären. Es sei darauf hingewiesen, dass eine geladene, halbautomatische Schrot-
flinte bereits im Treppenhaus hinter der Tür im 1. OG aufgefunden wurde (vgl. 
pag. 7). Es wäre unpraktikabel und kann weder im Sinne der StPO noch im Sinne 
des WG sein, dass beim ersten Verdacht einer Widerhandlung gegen das WG die 
Durchsuchung und Sicherstellung sofortig zu unterbrechen und die Staatsanwalt-
schaft zu orientieren wäre, die sodann – trotz polizeilicher Ermächtigung gemäss 
Art. 29 WG – unmittelbar ein Strafverfahren zu eröffnen und einen Hausdurchsu-
chungsbefehl auszustellen hätte. Die Argumentation des Beschuldigten verfängt 
daher nicht.

An der Rechtmässigkeit der Beweisverwertung ändern auch die Dauer der Sicher-
stellung sowie der Umstand, dass der Beschuldigte nur anfangs anwesend war, 
nichts. Die Kantonspolizei hatte in der Liegenschaft des Beschuldigten in 
D.________ 1‘311 Langwaffen, 1‘186 Faustfeuerwaffen sowie massenhaft Waffen-
zubehör wie Munition und Schalldämpfer zu überprüfen und sicherzustellen (vgl. 
Listen pag. 54 bis 148). Sogar für einen (ehemaligen) Waffenhändler sind das aus-
serordentlich viele Schusswaffen. Diese lagen zum grossen Teil schlicht in der Lie-
genschaft herum (siehe die eindrücklichen Fotos der Kontrolle vom 27. Oktober 
2014, pag. 476-503). Die Kontrolle der Liegenschaft dauerte vom 27. Oktober 2014 
bis am 30. Oktober 2014, also vier Tage. Die Staatsanwaltschaft wurde erstmals 
am 28. Oktober 2014 – d.h. am zweiten Tag – informiert. Nach Ansicht des Be-
schuldigten hätte die Staatsanwalt wohl spätestens an diesem Tag eine Haus-
durchsuchung anordnen müssen, was aber wegen eines aus seiner Sicht fehlen-
den Tatverdachts nicht möglich gewesen wäre. Dem kann nicht beigepflichtet wer-
den. Es ist zwar so, dass wenn die Staatsanwaltschaft in dieser Weise vorgegan-
gen wäre, heute nicht darüber zu diskutieren wäre. Dennoch resultiert aus dem 
Umstand, dass die Staatsanwaltschaft die Durchsuchung und Sicherstellung vor 
dem Hintergrund der Betretungsermächtigung des Regierungsstatthalteramts hat 
laufen lassen, wie erwähnt kein Beweismittelverwertungsverbot. Die Betretungser-
mächtigung – gestützt auf das WG und das PolG – erlaubte explizit das Betreten 
und Durchsuchen der gesamten Wohnung des Beschuldigten an der J.________-
Strasse 8 in D.________ in der Zeit zwischen Montag 27. Oktober 2014 und Frei-
tag 31. Oktober 2014 zwecks vorsorglicher Sicherstellung aller vorhandenen Feu-
erwaffen. Was der Beschuldigte hinsichtlich eines milderen Mittels vorbringt, über-
zeugt nicht. Mit Blick auf die allseits bekannte Vorgeschichte, die hier nicht erneut 

12

wiedergegeben werden muss (vgl. Urteilsbegründung der Vorinstanz, S. 6), und vor 
dem Hintergrund des einschlägigen Urteils des Bundesgerichts 1C_472/2015 vom 
21. Januar 2016 ist festzustellen, dass die Durchsuchung der Wohnung sowie die 
notwendig gewordene Sicherstellung der Waffen aus rechtlicher Sicht korrekt ablie-
fen.  

Zur Anwesenheit während der Durchsuchung und Sicherstellung ist Folgendes zu 
sagen: Der Beschuldigte bestreitet, am Anfang der Aktion anwesend gewesen zu 
sein. Dies widerspricht aber den Akten und es ist nicht ersichtlich, weshalb verei-
digte Polizeibeamte in diesem Kontext wahrheitswidrig rapportieren sollten. Auch 
scheint es durchaus vorstellbar, dass sich der Beschuldigte zunächst eher renitent 
verhielt, sodass ihm Handfesseln angelegt werden mussten (pag. 6 unten). Ansch-
liessend betraten die Polizisten zusammen mit dem Beschuldigten das Haus, wo 
sie in jedem Raum eine grosse Unordnung vorfanden. Einige Waffen lagen offen-
bar sogar von aussen sichtbar im Eingangsbereich. Schliesslich wurde der Be-
schuldigte zunächst in eine Arrestzelle, sodann bis zum Ende der Sicherstellung im 
Hotel I.________ untergebracht (pag. 6 f.). Folglich ist mit der Vorinstanz davon 
auszugehen, dass der Beschuldigte am Anfang der Durchsuchung mit dabei war. 
Dies reicht in der vorliegend schwierigen und unübersichtlichen Konstellation aus. 
Die Polizisten mussten in dieser aussergewöhnlichen Situation in Ruhe und kon-
zentriert arbeiten können. Die Polizei ist gestützt auf Art. 40 Abs. 1 Bst. a PolG zur 
Sicherstellung von Gegenständen befugt, um eine Gefahr für die öffentliche Si-
cherheit und Ordnung abzuwehren. Selbiges gilt gemäss Art. 31 WG u.a. bei Per-
sonen, für die ein Hinderungsgrund nach Art. 8 Abs. 2 WG besteht (vgl. insbeson-
dere Bst. c, Personen, die zur Annahme Anlass geben, dass sie sich selbst oder 
Dritte mit der Waffe gefährden). Grundsätzlich hat eine solche Massnahme in An-
wesenheit derjenigen Person, welche die Sachherrschaft hat, durchgeführt zu wer-
den (Art. 39 Abs. 4 PolG). Vorliegend war der Beschuldigte nur zu Beginn der 
Hausdurchsuchung anwesend. Zu prüfen ist deshalb, ob die anlässlich dieser 
Durchsuchung sichergestellten Waffen, Waffenzubehör und Munition als Beweis-
mittel verwendet werden dürfen. 

Beweise, welche die Behörden unter Verletzung von Gültigkeitsvorschriften erho-
ben haben, dürfen grundsätzlich nicht verwertet werden. Beweise, welche die 
Strafbehörden unter Verletzung von blossen Ordnungsvorschriften erhoben haben, 
dürfen hingegen verwertet werden (GLESS, in: Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 
2014, N. 66 zu Art. 141 StPO). Die Abgrenzung zwischen Gültigkeitsvorschrift ei-
nerseits und Ordnungsvorschrift andererseits wird auf die ständige Rechtsprechung 
des Bundesgerichts zurückgeführt. Als Gültigkeitsvorschriften gelten im Wesentli-
chen jene Regeln, die ausschliesslich oder vorrangig den Schutz des Beschuldig-
ten anstreben. Ordnungsvorschriften sollen demgegenüber in erster Linie der äus-
seren Ordnung des Verfahrens dienen. Als Beispiele für Ordnungsvorschriften 
werden genannt: Ladungsvorschriften in Zusammenhang mit Zeugeneinvernah-
men, Vorgaben über die Beiziehung Dritter bei einer Hausdurchsuchung sowie die 
Pflicht, einen Gutachter zur Wahrheit zu ermahnen (GLESS, a.a.O., N. 67 zu 
Art. 141 StPO). Wird indessen bei der Beschaffung eines Beweises eine Verfah-
rensvorschrift missachtet, die weder bestimmt noch geeignet ist, die Beibringung 
dieses Beweismittels zu verhindern, so bewirkt dies nicht, dass der auf diesem 

13

Weg erhobene Beweis nicht verwertet werden dürfte. Eine Hausdurchsuchung 
(gemäss StPO) soll in der Regel in Gegenwart des Eigentümers des Hauses bzw. 
Inhabers der Wohnung oder seines Vertreters durchgeführt werden (vgl. Art. 245 
Abs. 2 StPO). 

Vor diesem theoretischen Hintergrund erhellt, dass die anlässlich der Durchsu-
chung sichergestellten Beweismittel haben verwendet werden dürfen, obwohl die 
Behörden von der erwähnten Grundregel nach der Anfangsphase abgewichen 
sind. Diese soll nämlich (bloss, jedoch immerhin) dazu dienen, den Eingriff in die 
Privatsphäre zu mildern. Der Wohnungsinhaber oder sein Vertreter haben indessen 
keine Möglichkeit, durch ihre Anwesenheit auf legalem Wege die Beschlagnahme 
von Beweismaterial zu verhindern (vgl. dazu BGE 96 I 437, S. 441; Gültigkeitsvor-
schrift [nach StPO] verneinend SCHMID/JOSITSCH, a.a.O., N. 6 zu Art. 245 StPO, 
THORMANN/BRECHBÜHL, in: Basler Kommentar StPO; 2. Aufl. 2014, N. 11 zu 
Art. 245 StPO). Inwiefern sich schliesslich das Bundesgericht von seiner Argumen-
tation im Urteil 96 I 437«verabschiedet» hätte, ist nicht ersichtlich und führt die Ver-
teidigung auch nicht weiter aus. Im Gegenteil hat das Bundesgericht in den letzten 
Jahren mehrfach auf diesen Entscheid Bezug genommen (vgl. Urteil des Bundes-
gerichts 1P.635/2003 vom 18. Mai 2004, E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts 
1B_39/2015 vom 10. März 2015 E. 2; siehe auch BEYDOUN, Beweisverwertungs-
verbote. Ein Vergleich zwischen der schweizerischen und der US-amerikanischen 
Handhabung der Beweisverwertungsverbote, Diss. Freiburg 2017, Rz. 83 mit Hin-
weis auf Urteil des Bundesgerichts 6B_805/2012 vom 12. Juli 2012 E. 3.1). Nach 
dem Gesagten sind in diesem Kontext sowohl die Normen der StPO, der BV als 
auch der EMRK eingehalten worden. Die Vorinstanz hat sich überdies in ausrei-
chender Weise mit den Vorbringen des Beschuldigten auseinandergesetzt, sodass 
weder das rechtliche Gehör, das Willkürverbot, das Recht auf ein faires Verfahren 
noch die Beweiswürdigungsregeln verletzt worden sind. 

8. Zum Anklagegrundsatz

8.1 Allgemeines

Art. 325 Abs. 1 StPO listet die Bestandteile der Anklageschrift auf. Diese bezeich-
net insbesondere möglichst kurz, aber genau die der beschuldigten Person vorge-
worfenen Taten mit Beschreibung von Ort, Datum, Zeit, Art und Folgen der Tataus-
führung (Bst. f) und die nach Auffassung der Staatsanwaltschaft erfüllten Straftat-
bestände unter Angabe der anwendbaren Gesetzesbestimmungen (Bst. g). 

Der Anklagegrundsatz verteilt die Aufgaben zwischen den Untersuchungs- bzw. Anklagebehörden ei-
nerseits und den Gerichten andererseits. Er bestimmt den Gegenstand des Gerichtsverfahrens und 
bezweckt zugleich den Schutz der Verteidigungsrechte des Angeschuldigten und dient dem Anspruch 
auf rechtliches Gehör (BGE 126 I 19 E. 2a S. 21; BGE 120 IV 348 E. 2b S. 353 f. mit Hinweisen). 
Konkretisiert wird der Anklagegrundsatz zur Hauptsache durch die Anforderungen, welche an die An-
klageschrift gestellt werden. Diese hat eine doppelte Bedeutung. Sie dient einmal der Bestimmung 
des Prozessgegenstandes (Umgrenzungsfunktion) und sie vermittelt andererseits dem Angeschuldig-
ten die für die Durchführung des Verfahrens und die Verteidigung notwendigen Informationen (Infor-
mationsfunktion), wobei die beiden Funktionen von gleichwertiger Bedeutung sind (BGE 120 IV 348 
E. 2c S. 354; BGE 116 Ia 455 E. 3a/cc). […] Die Umgrenzungsfunktion besagt, dass das Gericht an 

14

die eingeklagte Tat gebunden ist. Die Anklage hat dem Angeklagten die ihm zur Last gelegten Delikte 
in ihrem Sachverhalt so präzise zu umschreiben, dass die Vorwürfe genügend konkretisiert sind (BGE 
126 I 19 E. 2a; BGE 120 IV 348 E. 2b S. 353 f.) (BGE 133 IV 235 E. 6.2 f.).

Die beschuldigte Person muss aus der Anklage ersehen können, was ihr konkret 
vorgeworfen wird, damit sie ihre Verteidigungsrechte angemessen ausüben kann. 
Das bedingt eine zureichende Umschreibung der Tat. Sie darf nicht erst an der Ge-
richtsverhandlung mit neuen Anschuldigungen konfrontiert werden (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts 6B_492/2015 vom 2. Dezember 2015 E. 2.2). Entgegen früheren 
Strafprozessordnungen geht Art. 325 Abs. 1 Bst. f StPO von einer auf das absolut 
Wesentliche beschränkten Tatumschreibung aus. Allgemein formuliert besteht die-
se darin, dass dem vorgeworfenen gesetzlichen Tatbestand folgend alle objektiven 
Merkmale mit Sachverhaltsbehauptungen unterlegt werden (vgl. SCHMID/JOSITSCH, 
a.a.O., N. 7 f. zu Art. 325 StPO).

8.2 Vorbringen Verteidigung

Der Beschuldigte vertritt die Auffassung, der angefochtene Strafbefehl enthalte kei-
ne hinreichend umschriebene Handlung oder Unterlassung im Sinne eines realen 
Lebensvorgangs. Die einzelnen Waffen würden im Strafbefehl nicht aufgeführt. Es 
werde unzulässigerweise auf die Sicherungsliste verwiesen. Es sei nicht ersichtlich, 
welche Waffen ohne besondere Aufbewahrungsvorkehrungen in der Liegenschaft 
verstreut gewesen sein sollen. Der im Strafbefehl umschriebene Sachverhalt sei 
unvollständig und erlaube keine Würdigung des angeblichen unsorgfältigen Aufbe-
wahrens. Betreffend die Lagerung des Sprengstoffs sei unklar, aufgrund welcher 
Handlungen der Beschuldigte gegen das Bundesgesetz über explosionsgefährliche 
Stoffe (Sprengstoffgesetz; SprstG; SR 941.41) verstossen habe. Es sei nicht er-
kennbar, welche Vorschriften wodurch nicht eingehalten worden seien. Dem Be-
schuldigten sei nicht klar, welche Sachverhalte ihm vorgeworfen würden. Das 
rechtliche Gehör sei verletzt. Er habe keine Möglichkeit, sich angemessen zu ver-
teidigen. Indem die Vorinstanz den Sachverhalt willkürlich und ungenügend festge-
stellt habe, habe sie den Anklagegrundsatz und den Grundsatz in dubio pro reo 
nach Art. 9 Abs. 1 StPO, Art. 29 Abs. 2 BV Art. 32 Abs. 2 BV sowie Art. 6 Ziffer 1 
und 3 Bst. a EMRK, das Willkürverbot nach Art. 9 BV, das Recht auf ein faires Ver-
fahren nach Art. Art. 3 Abs. 2 StPO, Art. 29 Abs. 1 und 2 BV und Art. 6 Ziff. 1 und 3 
EMRK sowie das Recht auf effektive Verteidigung nach Art. 32 Abs. 2 BV und 
Art. 6 Ziff. 3 Bst. b EMRK verletzt. Das Strafverfahren sei aufgrund der unheilbaren 
Rechtsverletzungen gestützt auf Art. 329 Abs. 4 StPO einzustellen. 

8.3 Erwägungen der Kammer

Diese Rügen sind ebenfalls unbegründet. Die Sachverhaltsumschreibungen im 
Strafbefehl zeigen (mindestens) ausreichend deutlich auf, was dem Beschuldigten 
konkret vorgeworfen wird. Die unsorgfältige Aufbewahrung ist im angeklagten 
Sachverhalt genügend klar umschrieben («lagen ohne besondere Aufbewahrungs-
vorkehrungen verstreut», «Liegenschaft […] nicht bewohnt und stand leer», «gegen 
den Zutritt von Unbefugten nicht besonders gesichert», «Waffen im Eingangsbe-
reich gelagert», «bereits von ausserhalb der Liegenschaft zu erkennen», «gela-
den», «Verschlüsse in den Waffen eingesetzt»). Des Weiteren befindet sich in den 

15

Akten eine ausführliche und eindrückliche Fotodokumentation zu den örtlichen 
Verhältnissen (pag. 476 ff.), aus welcher der Beschuldigte in Verbindung mit dem 
Strafbefehl eindeutig erkennen konnte, was ihm angelastet wird. Vorgeworfen wird 
ihm die unsorgfältige Lagerung von mehreren tausend Waffen. Es erscheint weder 
praktikabel noch ist es notwendig, im Strafbefehl bezüglich jeder Waffe einzeln nie-
derzuschreiben, wie sie gelagert wurde und weshalb diese Aufbewahrung unsorg-
fältig war. Hinsichtlich des Verweises auf die Sicherstellungsliste ist die Kammer 
wie die Vorinstanz der Überzeugung, dass es aufgrund der immensen Waffenmen-
ge zu kompliziert und nicht praktikabel gewesen wäre, alle Waffen einzeln im Straf-
befehl aufzuführen. Der Verweis auf die Sicherstellungsliste, in welcher die Waffen 
einzeln aufgeführt sind und welche fast 100 Seiten umfasst, genügt in diesem Fall. 
Die Vorwürfe sind hinreichend bestimmt beschrieben (vgl. in diesem Zusammen-
hang auch das Urteil des Bundesgericht 6B_1073/2014 vom 6. Mai 2015 E. 1.5.2, 
wo die Vorwürfe gerade nicht hinreichend umschrieben waren). In Strafprozessen 
betreffend illegale Medikamente oder Betäubungsmittel wird auch nicht jede Tablet-
te oder Schachtel einzeln in der Anklageschrift aufgeführt. Der Beschuldigte konnte 
respektive kann sich mithin ausreichend verteidigen, was er auch getan hat. Eine 
Verletzung des Anklagegrundsatzes liegt nicht vor.  

Dasselbe gilt für den Verstoss gegen die Sicherheits- und Schutzvorschriften be-
treffend die Widerhandlungen gegen das Sprengstoffgesetz (Art. 38 SprstG). Aus 
der Sachverhaltsumschreibung gehen die herrschenden Zustände (Böschung, 
Holz, dreigeschossig, ohne Belüftung, ohne Schutzwall, ohne genügende Ein-
bruchsicherung etc.) ausreichend klar hervor. Die dem Beschuldigten vorgeworfe-
nen Verletzungen der einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen des SprstG konn-
te er sehr wohl erfassen. Im Weiteren liegt auch hierzu eine Fotodokumentation vor 
(pag. 19 ff.). Die Behauptung des Beschuldigten, er habe keine Ahnung, welche 
Sachverhalte ihm vorgeworfen würden, entbehrt daher jeder Grundlage. 

9. Zu den weiteren formellen Kritikpunkten

Die Verteidigung kritisiert des Weiteren die Vorgeschichte des Kontrolltermins, die 
Zustellung des Strafbefehls, die Veröffentlichung des Strafbefehls im Amtsblatt und 
die Nichteinleitung eines Strafverfahrens gegen angeblich fehlbare Personen. Hier-
durch sei dem Beschuldigten willkürlich ein menschenwürdiges, das rechtliche 
Gehör wahrendes Verfahren verwehrt worden. Art. 3 Abs. 2 Bst. c StPO, Art. 107 
StPO, Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 6 Ziff. 1 und Ziff. 3 EMRK seien verletzt.

Auch diese Rügen verfangen nicht. Sie sind unbegründet, soweit sie überhaupt 
nachvollziehbar sind und soweit sie Gegenstand des oberinstanzlichen Strafverfah-
rens gegen den Beschuldigten sein können. Auf S. 21 der Berufungsbegründung 
spricht die Verteidigung einerseits von der Adresse in D.________ und dem Post-
fach in E.________ als einzige bezeichnete Zustelladresse, andererseits spricht sie 
einige Zeilen weiter unten vom Postfach in D.________ und der eigentlichen Zu-
stelladresse in E.________ (pag. 934). Davon, dass die Verfahrensrechte in dreis-
ter Weise nicht beachtet worden sind, kann keine Rede sein. Es war der Beschul-
digte selber, der durch seine häufige Landesabwesenheit und das Aufweisen meh-
rerer Adressen den behördlichen Kontakt mit ihm erschwert hat. Das rechtskräftige 

16

und damit freilich zu beachtende (bereits erwähnte) Urteil des Bundesgerichts 
1C_472/2015 vom 21. Januar 2016 E. 3.1 zeigt dies eindrücklich. In Bezug auf die 
(von ihm in der Berufungsbegründung wiederum stark gerügte) Kontaktaufnahme 
im Vorfeld der Waffenkontrolle ist folgende Passage des Bundesgerichtsurteils an-
zuführen:

Im Jahr 2013 sei der Beschwerdeführer 1 wiederum aufgefordert worden, sich zwecks Vereinbarung 
eines Kontrolltermins mit der Polizeiwache E.________ in Verbindung zu setzen. Nach Angaben der 
Kantonspolizei habe er sich auf keine der drei schriftlichen Aufforderungen von Polizist C.________ 
gemeldet. Er bestreite, eine Aufforderung erhalten zu haben, räume aber ein, dass die Kontaktauf-
nahme "nicht einfach" sei. Seine Post bearbeite er "in unregelmässigen Abständen". Nicht bestritten 
sei hingegen, dass der Beschwerdeführer 1 am 13. August 2014 einen Einschreibebrief vom FB WSG 
erhielt. Hierauf habe er geantwortet. Er sei darüber informiert worden, dass die Kontrolle nicht mehr 
vom Fachbereich durchgeführt werden könne und dass er den Konflikt mit der Polizeiwache 
E.________ beilegen solle. Hierauf habe der Beschwerdeführer 1 mit der Polizeiwache E.________ 
einen Termin vereinbart. Am 4. September 2014 seien die Polizisten D.________ und C.________ 
erschienen, um die Kontrolle durchzuführen. Der Beschwerdeführer 1 habe die zu kontrollierenden 
Seriefeuerwaffen im Hausgang hinter der Eingangstüre bereit gestellt. Er habe die Waffen durch ein 
zerbrochenes Fenster in der Eingangstüre zeigen wollen. Die Polizisten hätten hierauf erklärt, dass 
auch der Aufbewahrungsort und die räumlich getrennt aufbewahrten Verschlüsse kontrolliert werden 
müssten. Der Beschwerdeführer 1 habe daraufhin nur Polizist D.________, nicht aber Polizist 
C.________ herein lassen wollen. Auf den Vorschlag, dass Polizist C.________ im Eingangsbereich 
warten werde, sei er nicht eingegangen. Der Beschwerdeführer 1 selbst führe aus, dass das "Schei-
tern vorprogrammiert" gewesen sei, als die Kantonspolizei mit zwei Polizisten erschienen sei. 

So wird deutlich, dass der Beschuldigte aus dem Umstand, dass nicht stets das 
Postfach in E.________ angeschrieben wurde, nichts für sich ableiten kann. Was 
die Zustellung des Strafbefehls angeht, so ist zunächst festzuhalten, dass die 
Staatsanwaltschaft diesen nicht nur nach 0000 (Postleitzahl) D.________ 
(J.________-Strasse, Postfach ________), sondern auch nach K.________ 
(________, Q.________) geschickt hat, wo der Beschuldigte einen grossen Teil 
des Jahres verbringt. Im Weiteren, und dies ist der zentrale Aspekt, darf aus einer 
falschen Zustellung einem Betroffenen kein Nachteil erwachsen (vgl. BGE 139 IV 
228 E. 1.3), wenn er erlaubterweise eine andere Adresse angegeben hat (siehe 
dazu ARQUINT, in: Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, N. 1 zu Art. 87 StPO mit 
Fussnotenverweis auf BGE 139 IV 228). Hier ist dem Beschuldigten in Bezug auf 
den Strafbefehl kein Nachteil erwachsen. Das daraufhin eingeleitete und noch im-
mer laufende Gerichtsverfahren zeigt dies handfest. Der Beschuldigte konnte/kann 
sich auf allen Ebenen gegen die Vorwürfe wehren, sodass die Ausführungen der 
Verteidigung erstaunen. Der Beschuldigte hat auf den mit 27. Juli 2015 datierten 
Strafbefehl bereits mit Einsprache vom 30. Juli 2015 reagiert (pag. 344: Gegen den 
Strafbefehl 0 14 12083, welcher am 27.07.15 mit B-Post an ein Postfach ________ in 0000 (Postleit-
zahl) D.________ geschickt wurde und der heute unserem Postfach ________ in 0000 (Postleitzahl) 
E.________ entnommen werden konnte erhebe ich hiermit fristgerecht Einsprache. Bitte nehmen Sie 
zur Kenntnis, dass ich seit 30 [dreissig] Jahren das Postfach ________ in 0000 (Postleitzahl) 
E.________ als einzige gültige Zustelladresse bezeichne, wenn ich nicht durch einen Anwalt vertreten 
bin.).   

17

Dass der Strafbefehl (in Anbetracht der dargelegten Schwierigkeiten nach Ansicht 
der Kammer zulässigerweise) auszugsweise im Amtsblatt des Kantons Bern publi-
ziert wurde und damit angeblich eine Rufschädigung/Diffamierung verursacht wur-
de, ist schliesslich nicht Gegenstand der hier vorzunehmenden Überprüfung des 
erstinstanzlichen Urteils. Dasselbe gilt hinsichtlich des Umstands, dass die Vorin-
stanz angeblich gestützt auf die Ausführungen im Plädoyer der Verteidigung (pag. 
669 f.) ein Strafverfahren gegen fehlbare Personen (insbesondere die involvierten 
Polizeibeamten) wegen Amtsmissbrauchs, Diebstahls und Unterdrückung von Ur-
kunden hätte einleiten sollen. Es ist insgesamt in diesem Zusammenhang weder 
eine Gesetzes- noch eine Verfassungs- noch eine Konventionsverletzung ersicht-
lich. Das vorinstanzliche Urteil ist somit nicht aufzuheben und das Strafverfahren 
nicht einzustellen. Vielmehr ist nun der Blick zu richten auf die strafrechtlichen 
Vorwürfe, mithin den eigentlichen Kern der oberinstanzlichen Überprüfung.

II. Verweis auf theoretische Grundlagen und Wiedergabe der Beweismittel

Die Vorinstanz hat die theoretischen Grundlagen der Beweiswürdigung (pag. 747), 
die objektiven Beweismittel (Anzeigerapporte vom 28. November 2014 und 13. 
September 2014 [pag. 5 und pag. 33 ff.], Nachtrag vom 8. Dezember 2014 [pag. 11 
ff.], Berichtsrapporte vom 9. Dezember 2014 und 12. März 2015 [pag. 14 fff. Und 
16 ff.], diverse Dokumente und Fotodokumentationen [vgl. pag. 19 ff., 37 ff., 45 ff., 
455 ff., 650 ff.) sowie die Aussagen des Beschuldigten (Einvernahme vom 29. Ok-
tober 2014 [pag. 43 f.], Einvernahme vom 22. Oktober 2015 [pag. 350 ff.], Einver-
nahme vom 2. März 2017 [pag. 633 ff.].) respektive dessen schriftlichen Äusserun-
gen (pag. 289 ff. inkl. Fotos, pag. 321 ff. inkl. Beilagen, pag. 356 ff. inkl. Beilagen, 
pag. 415 f., pag. 415 ff. inkl. Beilagen, pag. 428 f. inkl. Beilagen, pag. 514 ff. inkl. 
Beilagen) korrekt wiedergegeben respektive angeführt. Darauf kann verwiesen 
werden. Wie die Vorinstanz verzichtet die Kammer bei der Feststellung des Sach-
verhalts darauf, sämtliche Einvernahmeprotokolle und sämtliche weiteren Beweis-
mittel zu zitieren und zusammenzufassen. Vielmehr werden jeweils die entschei-
denden Aussagen und Dokumente wiedergegeben.

III. Widerhandlungen gegen das Waffengesetz (Strafbefehl A.)

10. Unsorgfältiges Aufbewahren (Strafbefehl A.1. und A.2.)

10.1 Sachverhalt und Beweiswürdigung

10.1.1 Erstellter Sachverhalt gemäss Vorinstanz

a) Vorwurf unsorgfältiges Aufbewahren von Waffen (Strafbefehl A.1.) (pag. 748 ff.):

Die anlässlich der Hausdurchsuchung vom 27.10.2014 gefundenen Waffen, Waffenzubehör und Mu-
nition (1‘311 Langwaffen, 1‘186 Faustfeuerwaffen, 26 Schalldämpfer und Kiste mit diversen Schall-
dämpfern sowie diverse Munition) lassen sich der Sicherstellungsliste auf pag. 54 ff. und der Fotodo-
kumentation der Kantonspolizei Bern (pag. 476 ff.) entnehmen. Der Beschuldigte machte nicht gel-
tend, dass die sich in den Akten befindende Sicherstellungsliste nicht den Tatsachen entspreche, 
weshalb das Gericht darauf abstellt. Dem Schreiben des Fachbereich WSG (pag. 455 ff.) ist zu ent-

18

nehmen, dass sich unter den sichergestellten Waffen auch antike Waffen (111 Stück) befanden 
(pag. 456 ff.). Das Gericht hat keinen Anlass am Schreiben des Fachbereichs WSG zu zweifeln und 
geht daher davon aus, dass 111 der sichergestellten Waffen als antik zu gelten haben. Der Beschul-
digte bestritt den gemachten Vorwurf – insbesondere die Verletzung von Aufbewahrungsvorschriften 
und den ungenügenden Schutz vor dem Zugriff Dritter – vollumfänglich und verlangte einen Frei-
spruch (vgl. pag. 682 ff.). Strittig war damit, was unter einer sorgfältigen Aufbewahrung und dem 
Schutz vor dem Zugriff unberechtigter Dritter zu verstehen ist bzw. ob der Beschuldigte mit seiner Art 
der Waffenaufbewahrung gegen diese Norm verstossen hat.

Aus der Fotodokumentation der Kontrolle vom 27.10.2014 (pag. 476 ff.) ist ersichtlich, dass der Be-
schuldigte in der Liegenschaft, J.________-Strasse, D.________, zahlreiche Waffen aufbewahrte. 
Anhand der einzelnen Fotos lässt sich erkennen, dass sich die Waffen nicht in speziellen Sicherheits-
behältern bzw. nicht unter Verschluss, sondern offen und überall im Haus verteilt, befanden. Es sind 
Waffen an den Wänden, am Boden und in verschiedenen Räumen erkennbar. Nebst Waffen befand 
sich im Haus auch Munition (vgl. pag. 503) und eine geladene Schrotflinte (vgl. pag. 07 und pag. 352 
Z. 65 ff.). Zur Schrotflinte führte der Beschuldigte aus, die Ausführungen der Polizei seien gelogen. Es 
habe eine halbautomatische Schrotflinte im 3. Stock neben der Schlafzimmertüre. Im Magazin hätten 
sich auch Schrotpatronen befunden. Die Waffe sei damit aber nicht geladen, sondern erst, wenn die 
Ladebewegung gemacht werde (pag. 352 Z. 65 ff., pag. 638 Z. 34 f.). 

Für das Gericht ist aufgrund der genannten und sich in den Akten befindenden Fotos erstellt, dass 
sich eine Vielzahl an Waffen und Munition ohne besondere Aufbewahrungsvorkehrungen (wild) ver-
streut in der gesamten Liegenschaft befand. Dass sich zudem eine halbautomatische Schrotflinte mit 
Schrotpatronen im Magazin im Haus befunden hat, wurde vom Beschuldigten selbst zugestanden. 
Seinem Vorbringen, wonach eine Waffe erst geladen sei, wenn die Ladebewegung gemacht werde, 
kann jedoch nicht gefolgt werden. Eine Waffe ist geladen, wenn sich Munition in ihr befindet. Es muss 
dazu keine Ladebewegung gemacht werden. Als ungeladen gilt eine Waffe nur dann, wenn sie von 
der Munition getrennt aufbewahrt wird (vgl. Urteil des Obergerichts Bern vom 02.08.2011, SK 11 22 
E. 3). Für das Gericht ist damit auch erstellt, dass sich ebenfalls eine geladene halbautomatische 
Schrotflinte im Haus befand. Ob sich diese nun im 3. oder im 1. Stock befand, ist nicht von Relevanz. 

Gemäss seinen eigenen Aussagen ist der Beschuldigte seit 1985 Auslandschweizer. Er sei jeweils im 
Sommer hier (in der Schweiz). Meist sei er ein halbes Jahr in der Schweiz und dann ein halbes Jahr 
im Ausland (pag. 636 Z. 37 ff.). Später hielt er in der gleichen Einvernahme fest, er habe sich in der 
Zeit von Januar 2012 bis Oktober 2014 mehrheitlich in der Schweiz aufgehalten. Einfach im Winter sei 
er an die Wärme gegangen (pag. 638 Z. 7 f.). In seinem Schreiben vom 14.08.2016 (pag. 514 ff.) hielt 
der Beschuldigte fest, er sei Auslandschweizer und dürfe sich somit von Gesetzes wegen nur drei 
Monate pro Jahr in seinem Haus in D.________ aufhalten (pag. 515). Das Gericht geht gestützt auf 
die eigenen Aussagen des Beschuldigten davon aus, dass sich der Beschuldigte während ca. der 
Hälfte des Jahres jeweils im Ausland aufhielt. 

Der Beschuldigte gab an, dass während seiner Auslandsabwesenheiten nicht zur Liegenschaft in 
D.________ habe geschaut werden müssen, da diese genügend gesichert gewesen sei. Er könne 
nicht mehr machen, als alles zu vergittern und Holz auf die Lichtschächte zu legen (pag. 638 Z. 12 f.). 

Die Liegenschaft in D.________ ist tatsächlich mittels Presspanplatten [recte und im Folgenden: 
Pressspanplatten] gesichert und die Eingangstüre ist vergittert; dies zeigen die sich in den Akten be-
findenden Fotos (pag. 366 und pag. 476). Beim Beschuldigten wurde dennoch schon mehrmals ein-
gebrochen. So im Jahre 2009, als zwei Personen spontan und ohne Vorbereitung in die Liegenschaft, 

19

J.________-Strasse, D.________, eindrangen und drei Säbel oder Schwerter, ein Jagdgewehr und 
Munition entwendeten (vgl. pag. 387 ff., pag. 368 Z. 21 - 26, pag. 638 Z. 23 und Z. 26 f.). Die damali-
gen Täter besassen kein Werkzeug, sondern behändigten dieses im Hinterhof der Liegenschaft (pag. 
368 Z. 9 f.). Auch aus weiteren aktenkundigen Dokumenten geht hervor, dass dem Beschuldigten of-
fenbar schon mehrere Waffen und diverse Verschlüsse gestohlen wurden (vgl. pag. 365, vgl. auch 
BGer 1C_472/2015 E. 5.1 und 5.3 auf pag. 387 f.). Der Beschuldigte selbst bestätigte anlässlich sei-
ner Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft, dass er zum Selbstschutz eine Schrotflinte habe, weil 
bei ihm mehrmals eingebrochen worden sei (pag. 352 Z. 67 ff.). Für das Gericht ist damit weiter er-
stellt, dass die Liegenschaft während mehreren Monaten im Jahr nicht bewohnt war und leer stand. 
Die Liegenschaft wurde während der Abwesenheit des Beschuldigten gemäss eigenen Aussagen 
nicht durch andere Personen kontrolliert bzw. unterhalten. Aufgrund der bereits mehrmals erfolgten 
Einbrüche und Diebstähle ist für das Gericht indessen auch klar, dass Einbrüche in die Liegenschaft 
des Beschuldigten trotz der Sicherung mit Pressspanplatten und der vergitterten Eingangstüre ohne 
grössere Vorbereitung und Planung möglich sind. 

Der Beschuldigte bringt weiter vor, man habe die Waffen am 04.09.2014 von aussen gesehen, weil er 
diese dort anlässlich der Kontrolle bereitgestellt habe (pag. 352 Z. 58 ff.). Anlässlich der Hauptver-
handlung ergänzte der Beschuldigte, er habe die Waffen liegen lassen in der Hoffnung, dass man 
diese auch noch kontrollieren könne (pag. 639 Z. 12 f.). Aus dem Anzeigerapport vom 28.11.2014 
(pag. 5 ff.) geht hervor, dass auch anlässlich der am 27.10.2014 unangekündigt erfolgten Kontrolle, 
Waffen von aussen her sichtbar im Eingangsbereich lagen (vgl. pag. 07). Sinngemäss wird dies auch 
durch das Schreiben des Beschuldigten vom 14.08.2016 (pag. 514 ff.) bestätigt, indem er ausführte, 
die schweren MP’s habe er ohne Verschlüsse, ohne Lafetten und Munitionsgurten etc. als unbrauch-
bares Alteisen liegen lassen, weil er gehofft habe, dass die Kontrolle doch noch gemacht werde (pag. 
516). Diesbezüglich kann noch festgehalten werden, dass der Beschuldigte anlässlich der Hauptver-
handlung angab, dass in der Umgebung schon bekannt war, dass er in der Liegenschaft Waffen lage-
re; nicht jedoch in welchem Ausmass (pag. 638 Z. 17 f.). Für das Gericht steht damit fest, dass sich 
Waffen tatsächlich sichtbar im Eingangsbereich befunden haben und in der Umgebung grundsätzlich 
bekannt war, dass der Beschuldigte in der Liegenschaft Waffen besitzt.

Das Gericht geht zusammengefasst also davon aus, dass sich anlässlich der Hausdurchsuchung vom 
27.10.2014 in der Liegenschaft des Beschuldigten in D.________ die in der Sicherstellungliste auf 
pag. 54 ff. aufgeführten Waffen, Waffenzubehör und Munition befanden, wovon 111 Waffen als antik 
zu gelten haben. Die Waffen, das Waffenzubehör und die Munition lagen offen im Haus herum und 
waren nicht besonders gesichert. Unbefugte Dritte konnten trotz Vergitterung und Pressspanplatten 
ohne grösseren Aufwand in das Haus eindringen; zumal der Beschuldigte sich als Auslandschweizer 
ungefähr die Hälfte des Jahres nicht in der Schweiz befand und während seiner Auslandsabwesen-
heiten niemand zum Haus in D.________ schaute. Dass der Beschuldigte Waffen in seinem Haus la-
gerte, war Aussenstehenden in der Umgebung bekannt. Zudem lagerten anlässlich der Kontrolle vom 
04.09.2014 und der Hausdurchsuchung vom 27.10.2014 Waffen von aussen her sichtbar im Ein-
gangsbereich. 

Aus den Akten bzw. dem Kontrollbericht geht hervor, dass anlässlich der letztmals beim Beschuldig-
ten stattgefundenen Kontrolle der Seriefeuerwaffen vom 15.05.2012 keine Beanstandungen gemacht 
wurden (pag. 459). Ob die damaligen Kontrollpersonen nebst den von ihnen zu kontrollierenden Se-
riefeuerwaffen weitere Waffen angeschaut haben und inwieweit sie sich in der Liegenschaft umgese-
hen haben, lässt sich aus den Akten nicht abschliessend festlegen. Das Gericht geht daher dem 

20

Grundsatz in dubio pro reo folgend davon aus, dass bis zu diesem Zeitpunkt bzw. bis zum Zeitpunkt 
der letzten Kontrolle (15.05.2012) kein strafrechtlich relevantes Verhalten vorgelegen hat.

b) Vorwurf unsorgfältiges Aufbewahren von Seriefeuerwaffen (Strafbefehl A.2.) 
(pag. 751): 

Aus dem Nachtrag der Polizei vom 08.12.2014 (pag. 12) geht hervor, dass bei den genannten drei 
Waffen die Verschlüsse eingesetzt waren. Der Beschuldigte bestritt nicht, dass die Verschlüsse in den 
Waffen eingesetzt gewesen seien. Er machte jedoch geltend, ihm könne betreffend die eingesetzten 
Verschlüsse kein Vorwurf gemacht werden, da ihm schlicht nicht bewusst gewesen sei, dass diese 
Waffen auch als Seriefeuerwaffen im Sinne des Gesetzes gelten könnten (vgl. pag. 686 f.). An-
lässlich der Einvernahme an der Hauptverhandlung führte der Beschuldigte zudem aus, es könne 
sein, dass die Verschlüsse in die Waffen eingesetzt gewesen sein. Es sei ihm aber nicht klar, weshalb 
man diese nicht einsetzen könne (pag. 641 Z. 1 ff.). 

Das Gericht geht aufgrund des polizeilichen Nachtrags sowie der Aussagen des Beschuldigten davon 
aus, dass in den drei genannten Waffen (ein Sturmgewehr, FN (Nr. ________), ein Maschinengewehr 
Bar (Nr. ________) und eine Maschinenpistole RFP Mauser, C96/32 (Nr. ________) die Verschlüsse 
eingesetzt waren. Das Gericht geht auch bei diesem Vorwurf davon aus, dass bis zum Zeitpunkt der 
letzten Kontrolle (15.05.2012) kein strafrechtlich relevantes Verhalten vorgelegen haben kann (vgl. 
Ziff. 1.1.2 vorne, letzter Absatz).

10.1.2 Vorbringen der Verteidigung

Die Verteidigung bringt vor, zum Zeitpunkt der Kontrolle vom 27. Oktober 2014 ha-
be derselbe Zustand bestanden wie anlässlich der letzten Kontrolle am 15. Mai 
2012. Der Beschuldigte habe die Waffen stets gleich gelagert. Er habe darauf ver-
trauen können, dass er die Waffen den Vorschriften des WG entsprechend aufbe-
wahre. Es wäre an der Strafverfolgungsbehörde gewesen, in ihrem Strafbefehl 
festzuhalten, inwiefern sich der Zustand seit der letzten Kontrolle vom 15. Mai 2012 
verändert habe und wie sich der Beschuldigte durch diese Veränderung nicht mehr 
an die Vorschriften des WG halte. Unter dem Gesichtspunkt der Untersuchungs-
maxime wäre es geboten gewesen, nachzuweisen, wie sich der Zustand seit dem 
15. Mai 2012 verändert habe. Indem sich weder die Staatsanwaltschaft noch die 
Vorinstanz mit den für den Beschuldigten entlastenden Komponenten auseinan-
dergesetzt hätten, sei der Sachverhalt willkürlich festgestellt worden, was einen 
Verstoss gegen das Willkürverbot nach Art. 9 BV, den Untersuchungsgrundsatz 
nach Art. 6 StPO sowie der Unschuldsvermutung nach Art. 10 StPO und Art. 6 
Abs. 2 EMRK darstelle. Es sei unbewiesen, dass Waffen von ausserhalb der Lie-
genschaft in D.________ erkennbar gewesen seien. Die Liegenschaft sei verbun-
kert und daher von aussen nicht einsehbar gewesen. Zudem habe ein zweites Git-
ter vor der vergitterten Haustüre bestanden (pag. 366). Wie der Beschuldigte an-
lässlich der Einspracheverhandlung vom 22. Oktober 2015 glaubhaft ausgesagt 
habe, seien diese nur am 4. September 2014 erkennbar gewesen, weil er die Waf-
fen für die Kontrolle bereitgestellt habe. Da er davon ausgegangen sei, dass die 
Kontrolle bald wiederholt werde, habe er nur die Maschinenpistolen ohne Ver-
schlüsse in den oberen Stock zurückgebracht. Zwei historische Waffen seien damit 
im Eingangsbereich zwecks Kontrolle verblieben. Dieser sei aber nicht deren Auf-

21

bewahrungsort und die Waffen seien nicht sofort von aussen erkennbar gewesen. 
Der Beschuldigte sei vom Vorwurf des unsorgfältigen Aufbewahrens von Waffen 
freizusprechen.

Zum unsorgfältigen Aufbewahren von Seriefeuerwaffen macht die Verteidigung gel-
tend, die im Strafbefehl genannten Waffen seien nicht Gegenstand der angesetzten 
Kontrolle gewesen (pag. 335). Nur in denjenigen Waffen, die der Beschuldigte – 
seines Erachtens zu Recht – ohne ausdrückliche neue Bewilligung besessen habe, 
seien die Verschlüsse eingesetzt gewesen. Zudem sei der subjektive Tatbestand 
nicht erfüllt. Dem Beschuldigten sei nicht bewusst gewesen, dass diese Waffen als 
Seriefeuerwaffen im Sinne des Gesetzes gelten könnten. Jedenfalls könne ihm be-
züglich der eingesetzten Verschlüsse kein Vorwurf gemacht werden. Nur weil er 
zuvor als Waffenhändler tätig gewesen sei, bedeute dies nicht, dass ihm bewusst 
gewesen sein müsse, dass die Verschlüsse nicht zusammen mit den Seriefeuer-
waffen oder den zu den halbautomatischen Feuerwaffen umgebauten Se-
riefeuerwaffen aufbewahrt werden dürften. 

10.1.3 Würdigung durch die Kammer

Die Argumente der Verteidigung sind unbehelflich. Die gründliche vorinstanzliche 
Beweiswürdigung ist schlüssig. Die Kammer schliesst sich dieser an. Auch die 
Kammer ist der Überzeugung, dass der Beschuldigte in seiner Liegenschaft an der 
J.________-Strasse in D.________ zahlreiche Waffen – mit an Sicherheit gren-
zender Wahrscheinlichkeit seit vielen Jahren, wobei die Vorinstanz nach dem 
Grundsatz in dubio pro reo richtigerweise die Grenze per 16. Mai 2012 gesetzt hat 
– gesetzeswidrig aufbewahrte. Anhand der zahlreichen Fotos lässt sich feststellen 
(z.B. pag. 480, 482 oder 487), dass sich die Waffen beispielsweise nicht in Sicher-
heitsbehältern /-schränken bzw. nicht unter Verschluss befanden, sondern offen 
und überall im Haus verteilt. Die Fotodokumentation zeigt eindrücklich, dass sich 
zahllose Waffen und Munition ohne besondere Aufbewahrungsvorkehrungen wild 
verstreut in der gesamten Liegenschaft befanden. Dass sich eine halbautomatische 
Schrotflinte mit Schrotpatronen im Magazin im Haus befunden hat, wurde vom Be-
schuldigten zudem zugestanden (pag. 638 Z. 34 mit Verweis auf pag. 351 Z. 49 ff.).  

Die Liegenschaft in D.________ ist zwar mittels Pressspanplatten gesichert und die 
Eingangstüre ist vergittert. Dies belegen die sich in den Akten befindenden Fotos 
(pag. 366 und pag. 476). Beim Beschuldigten wurde trotzdem bereits mehrmals 
eingebrochen. So im Jahre 2009, als zwei Personen ohne Vorbereitung in die Lie-
genschaft eindrangen und drei Säbel oder Schwerter, ein Jagdgewehr und Muniti-
on entwendeten (pag. 368 Z. 21-26, pag. 638 Z. 23 und Z. 26 f.). Die Täter besas-
sen kein Werkzeug, sondern behändigten dieses im Hinterhof der Liegenschaft 
(pag. 368 Z. 9 f.). Auch aus anderen aktenkundigen Dokumenten geht hervor, dass 
dem Beschuldigten schon Waffen und diverse Verschlüsse gestohlen wurden (vgl. 
pag. 365, vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 1C_472/2015 E. 5.1 und 5.3 
[pag. 387 f.]). Der Beschuldigte bestätigte anlässlich der Einvernahme bei der 
Staatsanwaltschaft, dass er zum Selbstschutz eine Schrotflinte habe, weil bei ihm 
mehrmals eingebrochen worden sei (pag. 352 Z. 67 ff.). Für die Kammer steht des 
Weiteren fest, dass die Liegenschaft in D.________ während mehrerer Monate im 

22

Jahr nicht bewohnt war/ist und leer stand/steht. Sie wurde während der Abwesen-
heit des Beschuldigten gemäss seinen eigenen Aussagen auch nicht durch andere 
Personen kontrolliert bzw. unterhalten. Mit Blick auf die mehrmals erfolgten Ein-
brüche und Diebstähle ist für die Kammer daher erstellt, dass Einbrüche in die be-
treffende Liegenschaft trotz der Sicherung mit Pressspanplatten und der vergitter-
ten Eingangstüre ohne grössere Vorbereitung und Planung durchführbar waren. 

Aus dem Anzeigerapport vom 28. November 2014 (pag. 5 ff.) geht hervor, dass 
auch anlässlich der am 27. Oktober 2014 unangekündigt erfolgten Kontrolle Waffen 
von aussen her sichtbar im Eingangsbereich lagen (vgl. pag. 7). Dies wird durch 
das Schreiben des Beschuldigten vom 14. August 2016 (pag. 514 ff.) bestätigt, in-
dem er ausführte, die schweren Maschinenpistolen habe er ohne Verschlüsse, oh-
ne Lafetten und Munitionsgurten etc. als unbrauchbares Alteisen liegen lassen, weil 
er gehofft habe, dass die Kontrolle doch noch gemacht werde (pag. 516). Festzu-
halten ist ebenfalls, dass der Beschuldigte anlässlich der Hauptverhandlung vor der 
Vorinstanz angab, dass in der Umgebung schon bekannt gewesen sei, dass er in 
der Liegenschaft Waffen lagere; nicht jedoch in welchem Ausmass (pag. 638 
Z. 17 f.). Die Kammer kommt deshalb zum Schluss, dass sich Waffen sichtbar im 
Eingangsbereich befunden haben und in der Umgebung bekannt war, dass der Be-
schuldigte in der Liegenschaft Waffen besitzt. Es ist damit mit der Vorinstanz davon 
auszugehen, dass sich anlässlich der Hausdurchsuchung vom 27. Oktover 2014 in 
der Liegenschaft des Beschuldigten in D.________ die in der Sicherstellungliste 
auf pag. 54 ff. aufgeführten Waffen, Waffenzubehör und Munition befanden, wovon 
111 Waffen als antik zu gelten haben. Die Waffen, das Waffenzubehör und die Mu-
nition lagen offen herum und waren nicht besonders gesichert. Dritte konnten trotz 
Vergitterung und Pressspanplatten ohne grösseren Aufwand in das Haus eindrin-
gen. Erschwerend kommt hinzu, dass der Beschuldigte sich als Auslandschweizer 
ungefähr die Hälfte des Jahres nicht in der Schweiz befand und während seiner 
Abwesenheiten niemand zum Haus in D.________ schaute. Zudem waren zumin-
dest anlässlich der Kontrolle vom 4. September 2014 und der Hausdurchsuchung 
vom 27. Oktober 2014 Waffen von aussen her sichtbar im Eingangsbereich aufbe-
wahrt. Aus seiner Darstellung, wonach er gehofft respektive gedacht habe, die 
Kontrolle werde bald nachgeholt werden, weswegen er bestimmte Waffen im Ein-
gangsbereich gelassen habe, vermag der Beschuldigte nichts zu seinen Gunsten 
abzuleiten. Erstens konnte er nicht ohne Weiteres davon ausgehen, dass die Kon-
trolle in den nächsten Tagen nachgeholt werden wird. Und zweitens ändert dieses 
Vorbringen nichts am Umstand, dass es eben so war, dass Waffen im Eingangsbe-
reich sichtbar herumstanden. Ebenfalls unbehelflich ist sein Argument, die Straf-
behörden hätten ihm nachweisen bzw. aufzeigen müssen, inwiefern sich die Situa-
tion seit der letzten Kontrolle vom 15. Mai 2012 verändert habe. Dem ist nämlich 
nicht so. Selbst wenn die Situation bereits vor respektive im Mai 2012 ungesetzlich 
gewesen wäre und die zuständigen Behörden dennoch nicht aktiv geworden 
wären, kann der Beschuldigte keinen (Vertrauens-)Anspruch auf eine (noch immer) 
ungesetzliche jetzige Behandlung aus vorherigem Unrecht herleiten.

Hinsichtlich des unsorgfältigen Aufbewahrens von Seriefeuerwaffen bleibt anzufü-
gen, dass aus dem Nachtrag der Polizei vom 8. Dezember 2014 (pag. 12) hervor-
geht, dass bei den drei einschlägigen Waffen (unbestrittenermassen) die Ver-

23

schlüsse eingesetzt waren. Die Kammer geht deshalb wie die Vorinstanz aufgrund 
des polizeilichen Nachtrags sowie aufgrund der Aussagen des Beschuldigten 
(vgl. pag. 687) davon aus, dass in den drei genannten Waffen (ein Sturmgewehr, 
FN [Nr. ________], ein Maschinengewehr Bar [Nr. ________] und eine Maschi-
nenpistole RFP Mauser, C96/32 [Nr. ________]) die Verschlüsse eingesetzt waren. 
Dass diese Waffen nicht Gegenstand der angesetzten Kontrolle gewesen sein sol-
len, vermag an diesem Umstand nichts zu ändern. 

Nach dem Gesagten ist weder Art. 9 BV, Art. 6 EMRK, Art. 6 StPO noch Art. 10 
StPO verletzt. Die übrigen Ausführungen der Verteidigung werden bei der rechtli-
chen Würdigung abgehandelt, wobei anzumerken ist, dass die Verteidigung nicht 
(sichtbar) zwischen tatsächlichen und rechtlichen Fragen unterscheidet.

10.2 Rechtliche Würdigung

10.2.1 Anwendbare Normen

Waffen, wesentliche Waffenbestandteile, Waffenzubehör, Munition und Munitions-
bestandteile sind sorgfältig aufzubewahren und vor dem Zugriff unberechtigter Drit-
ter zu schützen (Art. 26 Abs. 1 WG).
Der Tatbestand ist demnach erfüllt, wenn und weil eine Waffe etc. nicht sorgfältig aufbewahrt wird, 
unabhängig davon, ob als Folge dieser unsorgfältigen Aufbewahrung eine Person an Leib und Leben 
konkret gefährdet, mithin verletzt oder getötet worden ist (Urteil des Bundesgerichts 6S.549/2000 vom 
04.10.2000 E. 2a). […] zur Beantwortung der Frage, welcher Grad an Sicherheit gegeben sein muss, 
können die Richtlinien des eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und 
Sport (VBS) über die Aufbewahrung der persönlichen (Militär-)Waffe herangezogen werden (Urteil der 
2. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Bern SK-Nr. 2011 22 vom 2. August 2011 E. VI.3). 
Von Belang ist dabei insbesondere Ziff. 96 des Reglements über die Organisation der Ausbildungs-
dienste (ODA; Reglement 51.024). […] Im Zuge der Formulierung von Art. 26 Abs. 1 WG wurde im 
Rahmen der Beratung in Abweichung vom bundesrätlichen Wortlaut vorgeschlagen, dass die Waffen 
und die hiermit gesetzlich assoziierten Gegenstände an einem vor Diebstahl geschützten Ort und so-
mit unter Verschluss aufzubewahren seien, weil die Formulierung «sorgfältig aufzubewahren» als zu 
unpräzise empfunden wurde (Urteil der 2. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Bern SK-Nr. 
2011 22 vom 2. August 2011 E. VI.3). Aus dem Umstand, dass schliesslich doch die Formulierung 
«sorgfältig aufzubewahren» im Gesetz gewählt wurde, lässt sich jedoch noch nicht von vornherein 
schliessen, dass es nicht dem Willen des Gesetzgebers entsprochen hätte, Waffen an einem vor 
Diebstahl geschützten Ort aufzubewahren. Nach der gesetzlichen Formulierung sind Waffen nicht nur 
sorgfältig, sondern auch vor dem Zugriff unberechtigter Dritter geschützt aufzubewahren. Hierdurch 
wird der Schutz vor dem Zugriff durch Diebe eingeschlossen, schliesslich können Diebe geradezu als 
Paradebeispiel unberechtigter Dritter gelten (vgl. zum Ganzen: Urteil der 2. Strafkammer des Oberge-
richts des Kantons Bern SK-Nr. 2011 22 vom 2. August 2011 E. VI.3). […] Zwecks Veranschaulichung 
seien einige Beispiele aus der Rechtsprechung aufgeführt:

– Falls Kinder oder Jugendliche im gleichen Haushalt wohnen, sollten Munition und Waffen ge-
trennt aufbewahrt werden, und zwar so verschlossen, dass ein Jugendlicher das Behältnis 
nicht öffnen kann (BGE 128 IV 49 E. 2d).

– Ein Luftgewehr darf nur in Anwesenheit der Eltern zum Einsatz gelangen (vgl. auch Schöbi, 
recht 2002, 188 f.). Ansonsten muss das Luftgewehr oder die Munition so weggesperrt wer-
den, dass das Kind keinen Zugang dazu hat. Diese erhöhte Sorgfaltspflicht ist geboten, da 

24

Waffen auf Kinder einen besonderen, kaum kontrollierbaren Anreiz ausüben (BGE 128 IV 49, 
52 f. E. 2d – zum Zeitpunkt dieses Urteils waren Luftgewehre noch nicht gemäss WG erfasst, 
doch wurde hinsichtlich der Aufbewahrung von Luftgewehren Art. 26 Abs. 1 WG analog ange-
wendet).

– Auch wer Jugendliche zu sich nach Hause einlädt, muss damit rechnen, dass diese sich eine 
Waffe aus einem geschlossenen – aber nicht verschlossenen – Kasten behändigen und damit 
herumhantieren. In diesem Fall hatte der Waffeninhaber die Pflicht zum sorgfältigen Aufbe-
wahren verletzt, indem er einigen Jugendlichen seine geladene Waffe in seiner Wohnung vor-
führte und sich danach zum Schlafen zurückzog, während er die geladene Waffe in einen un-
verschlossenen Kasten zurücklegte. Der Waffeninhaber hätte miteinberechnen sollen, dass er 
durch das Vorführen der Waffe die Neugierde der Jugendlichen geweckt hatte und dass Waf-
fen generell auf Jugendliche eine hohe Anziehungskraft ausübten (BGE 103 IV 12, 15 E. 2).

– Eine Verletzung der Pflicht zum sorgfältigen Aufbewahren wurde angenommen, als ein Besit-
zer Waffen und Munition in einem gemieteten Lagerraum deponiert hatte, wobei zwar dessen 
Türe – inklusive Gitterverschlag auf dem Weg dorthin – verschlossen war, sich die Liegen-
schaft jedoch in einem dem Abbruch geweihten Areal in einer unsicheren Gegend befand. Der 
Besitzer hatte nach einem Hausverbot den Lagerraum während zwölf Monaten nicht kontrol-
liert. Aufgrund der Umstände wäre jedoch neben der Pflicht zum Verschliessen der Waffen und 
der Munition zudem eine engmaschige Kontrolle durch den Besitzer während seiner Abwe-
senheit angezeigt gewesen (Urteil des Obergerichts Zürich SB 120140 vom 26. Februar 2013 
E. III).

– Ein Waffeninhaber, der in seinem Bekanntenkreis als Waffennarr bekannt ist, verletzt seine 
Sorgfaltspflicht, wenn er die Waffen seiner umfangreichen Waffensammlung in einem Ein-
bauschrank so aufbewahrt, dass sie mit einem Blick erkennbar und sofort greifbar sind. 
Gemäss Bundesgericht hätten Waffe, Magazin und Munition versteckt und der Einbauschrank 
abgeschlossen werden sollen (Urteil des Bundesgerichts 6B_884/2013 vom 9. Oktober 2014 
E. 3.4.3). (zum Ganzen BOPP, in: SHK Waffengesetz, 2017, N. 8 ff. zu Art. 26 
WG).

Die Straftat des unsorgfältigen Aufbewahrens ist ein abstraktes Gefährdungsdelikt. Der Tatbestand ist 
erfüllt, wenn und weil eine Waffe etc. nicht sorgfältig aufbewahrt wird, unabhängig davon, ob als Folge 
dieser unsorgfältigen Aufbewahrung eine Person an Leib und Leben konkret gefährdet oder ver-
letzt/getötet worden ist. (Urteil des Bundesgerichts 6S.549/2000 vom 4. Oktober 2000 
E. 2a).

Die beim Aufbewahren von Waffen zu beachtenden Sorgfaltspflichten hängen sehr stark von den 
konkreten Umständen des Einzelfalles ab und entziehen sich daher einer allgemeinen Umschreibung. 
So viel dürfte immerhin gewiss sein: Je gefährlicher die Waffe, desto höhere Sorgfaltspflichten sind 
einzuhalten. (WEISSENBERGER, Die Strafbestimmungen des Waffengesetzes [unter 
Berücksichtigung von Art. 260quater StGB], AJP 2000, S. 153 ff., S. 162).

Der Verschluss von Seriefeuerwaffen und zu halbautomatischen Feuerwaffen um-
gebauten Seriefeuerwaffen ist getrennt von der übrigen Waffe und unter Ver-
schluss aufzubewahren (Art. 47 Abs. 1 Waffenverordnung [WV; SR 513.541]).

Wer als Privatperson Waffen, wesentliche oder besonders konstruierte Waffenbe-
standteile, Waffenzubehör, Munition oder Munitionsbestandteile nicht sorgfältig 
aufbewahrt (Art. 26 Abs. 1 WG), wird mit Busse bestraft (Art. 34 Abs. 1 Bst. e WG). 

25

Die Strafbestimmung ist nur bei Vorsatz strafbar. Vorsätzlich handelt, wer die Tat 
mit Wissen und Willen ausführt. Vorsätzlich handelt bereits, wer die Verwirklichung 
der Tat für möglich hält und in Kauf nimmt (Art. 12 Abs. 2 Schweizerisches Strafge-
setzbuch [StGB; SR 311] i.V.m. mit Art. 104 StGB).

Zur Tat, auf die sich der Vorsatz beziehen muss, gehören sämtliche objektiven 
Merkmale, welche das Unrecht des entsprechenden Straftatbestandes kennzeich-
nen (wie etwa Tätereigenschaften, Tatobjekt, Tatmittel, sonstige Handlungsmoda-
litäten, tatbestandsmässiger Erfolg usw.) (vgl. NIGGLI/MAEDER, in: Basler Kommen-
tar StGB, 3. Auf. 2013, N. 22 zu Art. 12 StGB). Nach der Rechtsprechung gehört zum Vor-
satz […] nur das auf die objektiven Merkmale des Deliktstatbestandes bezogene Wissen und Wollen, 
nicht aber auch das Bewusstsein der Rechtswidrigkeit oder gar dasjenige der Strafbarkeit […]. Das 
fehlende Unrechtsbewusstsein schliesst deshalb den Vorsatz ebenso wenig aus wie eine unrichtige 
rechtliche Subsumtion des Sachverhalts […]. Das zum Vorsatz gehörende Wissen soll dem Täter den 
Sinn seines Handelns deutlich machen. Dieses Verständnis erlangt der Täter bei Merkmalen, die be-
schreibender Natur sind (z.B. Mensch, Tier), unmittelbar mit der sinnlichen Wahrnehmung der Tatsa-
chen. Anders verhält es sich bei den sog. normativen Tatbestandsmerkmalen (z.B. Unzüchtigkeit ei-
ner Handlung oder einer Veröffentlichung). Hier reicht die blosse Tatsachenkenntnis nicht aus. Das 
zum Vorsatz gehörende Wissen verlangt zusätzlich eine Wertung durch den Täter, die indes mit der 
im Gesetz liegenden Wertung bzw. vom Richter geforderten exakten juristischen Subsumtion nicht 
übereinstimmen muss. Dem subjektiven Erfordernis des Wissens ist hier vielmehr Genüge getan, 
wenn der Täter den Tatbestand so verstanden hat, wie es der landläufigen Anschauung eines Laien 
entspricht (sog. Parallelwertung in der Laiensphäre). Er muss also die Wertung bloss in dem Umfang 
vollziehen, der ihm als Nichtjuristen möglich ist. Mehr verlangen hiesse die Begehung vorsätzlicher 
Delikte Juristen und solchen Laien vorbehalten, die mehr oder weniger zufällig juristische Kenntnisse 
besitzen. Das aber kann nicht der Sinn des Gesetzes sein (BGE 99 IV 57 E. 3a).

Der Beschuldigte gilt als Privatperson und nicht als Waffenhändler (vgl. pag. 364). 
Für ihn gelten deshalb die Aufbewahrungsvorschriften von Art. 26 WG.

10.2.2 Würdigung durch die Kammer

a) Ad Strafbefehl A.1.

Aus der sich in den Akten befindenden Sicherstellungsliste (pag. 54 ff.) ergibt sich, 
dass beim Beschuldigten zahlreiche Waffen, Waffenzubehör und Munition (1‘311 
Langwaffen, 1‘186 Faustfeuerwaffen, 26 Schalldämpfer und Kiste mit diversen 
Schalldämpfern sowie diverse Munition) gefunden wurden. Die rechtliche Qualifika-
tion der sichergestellten Gegenstände als Waffen und Waffenzubehör nach Art. 4 
Abs. 1 Bst. a, Abs. 2 Bst a und Abs. 5 WG ist mit der Vorinstanz nicht ernsthaft zu 
bezweifeln. Für den noch zu überprüfenden Zeitraum ab dem 16. Mai 2012 bis zur 
Sicherstellung vom 27. Oktober 2014 ist bezüglich der sichergestellten Waffen, 
Waffenzubehör und Munition (ohne antike Waffen) Folgendes zu berücksichtigen: 
Aus dem erstellten Sachverhalt ergibt sich, dass anlässlich der Kontrolle vom 
27. Oktober 2014 in der gesamten Liegenschaft Waffen und Munition verstreut 
herumlagen. Sie waren für Dritte (d.h. auch und insbesondere für Einbrecher) rasch 
erkennbar, sofort greifbar und damit praktisch frei zugänglich. Gemäss der Recht-
sprechung hat ein Waffenbesitzer für die Eventualität eines Diebstahls mit zumut-
baren Massnahmen vorzusorgen. So erfüllte gemäss dem Bundesgericht ein 

26

Sportschütze seine Sorgfaltspflicht nicht, wenn er Waffen und Munition im ganzen 
Haus frei zugänglich umherliegen liess (Urteil des Bundesgerichts 6B_884/2013 
vom 9. Oktober 2014 E. 3.3 f.). Auch das offene Herumliegenlassen eines Revol-
vers und der Munition in der Wohnung wurde von der Rechtsprechung als Verstoss 
gegen die Pflicht der sorgfältigen Aufbewahrung von Waffen angesehen (Oberge-
richts Zürich in seinem Urteil vom 29. Januar 2015, SB140310 E. 4.4.1). Gleichartig 
erwog das Obergericht des Kantons Bern in einem Urteil aus dem Jahr 2011, in-
dem es ausführte, dass Waffen an einem gut abgeschlossenen und nicht leicht zu-
greifbaren Ort aufzubewahren seien. Der Gesetzestext erfordere die Aufbewahrung 
von Waffen an einem vor einem Diebstahl geschützten Ort (Urteil des Obergerichts 
des Kantons Bern SK 11 22 vom 2. August 2011 E. 3).  

Die Waffen waren, indem sie verstreut herumlagen, nicht sorgfältig aufbewahrt. 
Wie die Fotodokumentation zeigt, liegt geradezu ein Musterbeispiel von nicht sorg-
fältigem Aufbewahren von Waffen vor. In der offenkundig hochgradigen Unordnung 
in der ganzen Wohnung wäre zum Beispiel ein Diebstahl einzelner Waffen kaum 
bemerkt worden. Es war in der Umgebung offenbar bekannt, dass der Beschuldigte 
Waffen besitzt. Auch dies hat er sich im Rahmen der Sorgfaltsbemessung entge-
gen zu halten (vgl. wiederum Urteil des Bundesgerichts 6B_884/2013 vom 9. Okto-
ber 2014 E. 3.4.1). Zudem waren einige Waffen im Eingangsbereich bereits von 
aussen zu erkennen. Die Argumentation, dies sei nur hinsichtlich einer möglichen 
baldigen neuerlichen Durchführung der Kontrolle so gewesen, ist aus rechtlicher 
Sicht unbehelflich. Des Weiteren hielt sich der Beschuldigte nach eigenen Angaben 
über mehrere Monate im Jahr im Ausland auf. Während seiner Abwesenheit wur-
den keine engmaschigen Kontrollen durch andere Personen vorgenommen, wie 
dies gemäss der Rechtsprechung angezeigt wäre (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
6B_884/2013 vom 9. Oktober 2014 E. 3.3.3). Eine Waffe im Haus war ausserdem 
geladen. Unter sorgfältiger Aufbewahrung ist indessen zu verstehen, dass Waffen 
grundsätzlich von der Munition getrennt aufbewahrt werden. Die vom Beschuldig-
ten getroffenen Sicherheitsmassnahmen (vergitterte Eingangstür und Spanplatten) 
sind unter den konkreten Umständen – insbesondere hinsichtlich der Masse an 
Waffen und der langen Abwesenheit von der Liegenschaft, die sich mitten im sehr 
belebten (Touristen-)Viertel von E.________/D.________ an der Hauptstrasse be-
findet – als ungenügend zu beurteilen. Der objektive Tatbestand ist ab dem 16. Mai 
2012 betreffend die nicht antiken Waffen erfüllt.  

Betreffend den subjektiven Tatbestand kann festgehalten werden, dass der Be-
schuldigte mit der vorliegenden Art der Aufbewahrung der Waffen und Munition und 
der Nicht-Kontrolle seiner Liegenschaft während der längeren Abwesenheit die von 
den zahllosen Waffen ausgehende Gefährdung bewusst in Kauf nahm. Wer Waffen 
erwirbt oder besitzt, dem muss selbst als Laie bewusst sein, dass spezielle Vor-
schriften bestehen, und er muss sich danach erkundigen. Umso mehr musste dem 
Beschuldigten, der bis zum 1. Januar 1999 eine Waffenhandelsbewilligung besass 
(pag. 357 und pag. 364 ff.), bewusst sein, dass bei der Waffenaufbewahrung eine 
besondere Sorgfaltspflicht verlangt wird. So steht auch in den anlässlich der erstin-
stanzlichen Hauptverhandlung eingereichten (vom Beschuldigten unterschriebe-
nen) Verkaufsbedingungen der Kriegsmaterialverwaltung, dass eine Waffe sicher 
aufzubewahren ist (pag. 651 Ziff. 4). Der Beschuldigte wusste, dass bei ihm schon 

27

mehrere Male eingebrochen worden war. Durch die Art, wie er die Waffen im Ge-
bäude beliess, nahm er auch den Zugriff von unberechtigten Dritten in Kauf. Der 
Beschuldigte handelte damit zumindest eventualvorsätzlich. Er kann sich auch 
nicht – wie er es erneut in der Berufungsbegründung vorbringt – auf die Kontrolle 
vom 15. Mai 2012 berufen bzw. sich darauf abstützen, dass anlässlich derselben 
keine Beanstandungen gemacht worden waren (vgl. pag. 459 f.). Aus dem Kon-
trollbericht (pag. 459) geht zwar hervor, dass die Kontrollpersonen sich auch im In-
nern der Liegenschaft befunden haben («im Innern konnte man sich kaum bewe-
gen…»). Es ist jedoch nicht ersichtlich, wie weit der Einblick der Kontrollpersonen 
tatsächlich war bzw. inwiefern sie tatsächlich andere als die zu kontrollierenden 
Waffen gesehen haben. So stützen sie sich in ihrem Bericht betreffend die weiteren 
Waffen lediglich auf die Aussagen des Beschuldigten («Nebst den Seriefeuerwaf-
fen besitze…» und «Er gab weiter an...», vgl. pag. 459 letzter Abschnitt). Ausser-
dem ist davon auszugehen, dass den an 15. Mai 2012 kontrollierenden Personen 
die Einzelheiten, die vorliegend nebst dem offenen Herumliegenlassen der Waffen, 
des Waffenzubehörs und der Munition zum Schuldspruch geführt haben (d.h. 
mehrmonatige Abwesenheit des Beschuldigten, unbeaufsichtigte Liegenschaft, 
Einbrüche, Waffen im Eingangsbereich, geladene Waffe), nicht bekannt waren 
bzw. damals nicht vorlagen.

b) Ad Strafbefehl A.2.

Seriefeuerwaffen sind Waffen, die beim einmaligen Betätigen des Abzugs automa-
tisch mehrere Schüsse oder Feuerstösse abgeben, solange bis der Abzug wieder 
losgelassen wird. Sie schiessen also, solange der Abzug durchgezogen bleibt und 
aus dem Magazin Patronen zugeführt werden (vgl. Urteil des Obergerichts Solo-
thurn vom 24.07.2002, SOG 2002.14 E. 5a). Gemäss Nachtrag der Kantonspolizei 
vom 8. Dezember 2014 (pag. 11 ff.) wurden beim Beschuldigten anlässlich der um-
fangreichen Sicherstellung auch drei Seriefeuerwaffen – ein Sturmgewehr (FN, 
Nr. ________), ein Maschinengewehr Bar (Nr. ________) und eine Maschinenpis-
tole (RFP Mauser, C 96,32, Nr. ________) – gefunden. Beim erwähnten Sturmge-
wehr handelt es sich um einen Umbau zu einer halbautomatischen Waffe (vgl. pag. 
12). Die beim Beschuldigten sichergestellte Maschinenpistole (RFP Mauser, 
C96/32 (Nr. ________) und das Maschinengewehr Bar (Nr. ________) gelten ohne 
Weiteres als Seriefeuerwaffe nach WG (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 
6B_818/2014 vom 8. April 2015 E. 2.7.2 sowie auch Urteil des Bundesstrafgerichts 
SK 2014 55 vom 9. Juni 2015 E.3.1.2). Dass es sich beim Sturmgewehr (FN, Nr. 
________) um einen Umbau zu einer halbautomatischen Waffe handelt, ist inso-
fern unbeachtlich, als dass sich die Aufbewahrungspflicht gerade auch auf solche 
umgebauten Waffen bezieht (vgl. Art. 47 WV). Indem der Beschuldigte die Ver-
schlüsse im Sturmgewehr, FN (Nr. ________), im Maschinengewehr Bar (Nr. 
________) und in der Maschinenpistole RFP Mauser, C96/32 (NR. ________) be-
liess, hat er objektiv gegen die Regel der sorgfältigen Aufbewahrung nach Art. 26 
WG verstossen.  

Dass dem Beschuldigten als Waffensammler, ehemaligem Waffenhändler und da-
mit Waffenkenner nicht klar gewesen sein soll, dass es sich bei den genannten 
Waffen um Seriefeuerwaffen bzw. um eine zu einer halbautomatischen Feuerwaffe 

28

umgebauten Seriefeuerwaffe handelte (pag. 686 f.), erachtet die Kammer schon 
wie die Vorinstanz als Schutzbehauptung. Daran ändert nichts, dass er dieses Ar-
gument in der Berufungsbegründung erneut vorbringt. Subjektiv musste dem Be-
schuldigten aus seiner Zeit als Waffenhändler bewusst gewesen sein, dass die 
Verschlüsse nicht zusammen mit den Seriefeuerwaffen oder den zu halbautomati-
schen Feuerwaffen umgebauten Seriefeuerwaffen aufbewahrt werden dürfen. 
Diesbezüglich kann erneut auf die anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhand-
lung eingereichte Anerkennung der Verkaufsbedingungen verwiesen werden 
(pag. 651). Dort wird in Ziff. 3 festgehalten, dass die Waffe sogar ohne Verschluss 
geliefert wird und der Verschluss separat als eingeschriebene Sendung zugestellt 
wird. Auch aus der Kontrolle vom 15. Mai 2012 geht hervor, dass sich der Beschul-
digte der Problematik mit den Verschlüssen durchaus bewusst gewesen sein 
musste, insbesondere da die Verschlüsse und die Seriefeuerwaffen kontrolliert 
wurden und der Beschuldigte angab, sämtliche Verschlüsse seien gestohlen wor-
den (pag. 459). Der Beschuldigte handelte damit zumindest eventualvorsätzlich. 

c) Ad Verjährung: 

Da die Strafdrohung Busse ist, ist der Tatbestand der unsorgfältigen Aufbewahrung 
eine Übertretung. Nach Art. 333 StGB finden die allgemeinen Bestimmungen des 
Strafgesetzbuches auch auf Taten, die in anderen Bundesgesetzen mit Strafe be-
droht sind, Anwendung. Übertretungen verjähren grundsätzlich in drei Jahren 
(Art. 109 StGB). Bei der unsorgfältigen Aufbewahrung handelt es sich jedoch um 
ein Dauerdelikt. Ein Dauerdelikt liegt vor, wenn der Täter den rechtwidrigen Zu-
stand nicht nur herbeiführt, sondern ihn aufrechterhält (ZURBRÜGG, in: Basler 
Kommentar StGB 3. Aufl. 2013, N. 26 zu Art. 98 StGB). Die Verjährung beginnt bei 
Dauerdelikten mit dem Tag zu laufen, an dem das strafbare Verhalten aufhört 
(Art. 104 StGB i.V.m. Art. 98 Bst. c. StGB, ZURBRÜGG, a.a.O. N. 25 zu Art. 98 
StGB). Der geschilderte Zustand wurde erst anlässlich der Kontrolle am 27. Okto-
ber 2014 beendet. Bis dahin hat das Verhalten angedauert, womit die Verjährungs-
frist im Zeitpunkt des erstinstanzlichen Urteils nicht abgelaufen ist respektive war.

d) Fazit 

Der Beschuldigte ist also – wie die Vorinstanz richtig festgestellt hat – schuldig zu 
sprechen der Widerhandlungen gegen das Waffengesetz begangen durch:

- das unsorgfältige Aufbewahren von Waffen (vgl. Verzeichnis Sicherstellung 
pag. 54 - 148 reduziert um die 111 antiken Waffen und die 3 Seriefeuerwaf-
fen), in der Zeit 16. Mai 2012 - 27. Oktober 2014 in D.________;

- das unsorgfältige Aufbewahren von Seriefeuerwaffen (Sturmgewehr, FN 
Nr. ________, Maschinengewehr Bar Nr. ________ und Maschinenpistole 
RFP Mauser, C96/32 Nr. ________), in der Zeit 16. Mai 2012 - 27. Oktober 
2014 in D.________.

29

11. Erwerb und Besitz von verbotenen (Serie-)Feuerwaffen ohne Berechtigung 
(Strafbefehl A.2. und A.4)

11.1 Sachverhalt und Beweiswürdigung

11.1.1 Ersteller Sachverhalt gemäss Vorinstanz

a) Vorwurf Erwerb und Besitz von verbotenen Seriefeuerwaffen ohne kantonale 
Ausnahmebewilligung (Strafbefehl A.2.) (pag. 757 ff.)

Der Beschuldigte führte in seiner schriftlichen Stellungnahme (pag. 356 ff.) aus, er habe die bean-
standeten Waffen vor Inkrafttreten des neuen Waffengesetzes im Ausland erworben. Für die Einfuhr 
in die Schweiz habe er jeweils eine Einfuhrbewilligung gemäss Kriegsmaterialgesetz beantragt und 
erhalten (pag. 357). Der Beschuldigte legte diesen Ausführungen beispielhaft die Einfuhrbewilligung 
für das Maschinengewehr Bar Nr. ________ aus dem Jahre 1988 bei (pag. 370 ff., bzw. Beilage 5). Er 
machte geltend, dass nebst der Einfuhrbewilligung keine zusätzliche Bewilligung erforderlich gewesen 
sei, da die Einfuhrbewilligung gleichzeitig auch die Ausnahmebewilligung dargestellt habe (pag. 357). 
Anlässlich der Hauptverhandlung führte der Beschuldigte weiter aus, er habe für alle Waffen Einfuhr-
gesuche stellen müssen. Er habe das Sturmgewehr FN Nr. ________ und die Maschinenpistole RFP 
Mauser, C96/32 Nr. ________ in den 80er-Jahren erworben (pag. 639 Z. 25 f., pag. 640 Z. 4 f.). Das 
Maschinengewehr Bar Nr. ________ habe er gemäss dem Datum auf dem Einfuhrgesuch erworben 
(pag. 640 Z. 1). Für alle drei Waffen habe er Einfuhrgesuche gehabt (pag. 640 Z. 8). In den Akten be-
findet sich das vom Beschuldigten eingereichte Einfuhrgesuch vom 20.01.1988 (pag. 370 ff.). Auf 
dessen Rückseite (pag. 371) sind die eingeführten Waffen, u.a. auch das Maschinengewehr Bar Nr. 
________, ersichtlich. Zudem wurde anlässlich der Hauptverhandlung ein Einfuhrgesuch vom 
08.02.1988 (pag. 656 f.) betreffend die Maschinenpistole Mauser eingereicht. Auf dem Einfuhrgesuch 
ist die Nummer der Waffe nicht aufgeführt, wodurch nicht überprüft werden kann, ob es sich tatsäch-
lich um dieselbe Waffe handelt (Nr. ________). Dem Grundsatz „in dubio pro reo“ folgend, geht das 
Gericht jedoch davon aus, dass es sich vorliegend um das Einfuhrgesuch der betreffenden Waffe 
handelt. Die beiden Waffen wurden somit im Jahre 1988 erworben und für beide Waffen lagen Ein-
fuhrbewilligungen vor. Für das Sturmgewehr, FN (Nr. ________) liegt keine Einfuhrbewilligung vor. 
Aus dem Kontrollbericht vom 15.05.2012 (pag. 459) geht hervor, dass der Beschuldigte offenbar 
nebst den zu kontrollierenden Waffen noch zwei weitere Seriefeuerwaffen vorzeigte, welche er 
gemäss seinen Angaben noch aus seiner Zeit als Waffenhändler besass. Da die letzte Seriefeuerwaf-
fenkontrolle im Jahr 1988 durchgeführt worden war und dem Beschuldigten nicht das Gegenteil nach-
gewiesen werde konnte, haben die damals kontrollierenden Polizisten dem Beschuldigten gratis eine 
neue Ausnahmebewilligung erteilt. Der Beschuldigte selbst brachte entgegen dem Kontrollbericht in 
seinem Schreiben vom 14.08.2016 (pag. 518) vor, er habe (nur) eine Waffe von Fräulein L.________ 
zusätzlich vorgelegt. Dies gab er auch anlässlich der Hauptverhandlung entsprechend wieder (pag. 
640 Z. 30 ff.). Das Gericht hat indessen keinen Anlass, am Kontrollbericht zu zweifeln. Es mutet daher 
komisch an, dass der Beschuldigte das Sturmgewehr, FN (Nr. ________), anlässlich der Kontrolle 
nicht auch noch vorgezeigt hat, um eine neue Ausnahmebewilligung zu erhalten. Es kann ihm aber 
nicht rechtsgenüglich nachgewiesen werden, dass er das Sturmgewehr erst nach der besagten Kon-
trolle erworben hat. Somit ist gestützt auf seine Aussagen davon auszugehen, dass der Beschuldigte 
auch diese Waffe in den 80er-Jahren gekauft hat. Das Gericht geht somit davon aus, dass die ge-
nannten Waffen durch den Beschuldigten in den 80er-Jahren und somit vor Inkrafttreten des Waffen-
gesetzes erworben wurden.

30

Der Beschuldigte reichte weiter Belege ein, die aufzeigen, dass er am 28.07.1982 die Grundbewilli-
gung für die Beschaffung und den Vertrieb von Repetier-, Hand- und Faustfeuerwaffen vom Kaliber 
6.2mm bis zum Kaliber 11.5mm mit Ausnahme vom Seriefeuerwaffen und halbautomatischen Hand-
feuerwaffen jeglichen Kalibers erhalten hat (pag. 372 f.). Am 10.07.1986 wurde ihm die Vermittlung 
von Seriefeuerwaffen bis Kaliber 11.5mm bzw. am 02.07.1986 (siehe Stempel) die Vermittlung von 
halbautomatischen Handfeuerwaffen gewährt (pag. 372 f.). Nach dem damals geltenden Bundesge-
setz über das Kriegsmaterial vom 30.06.1972 (aKMG, SR 514.51, siehe Beilagen) war es ohne 
Grundbewilligung des Bundes untersagt, Kriegsmaterial herzustellen, zu beschaffen, zu vertreiben 
oder die Beschaffung oder den Vertrieb zu vermitteln (Art. 4 aKMG). Grundbewilligungen für den 
Handel mit Seriefeuerwaffen wurden jedoch nicht erteilt (Art. 7 aKMV vom 10.01.1937, SR 514.511, 
siehe Beilagen). Der Beschuldigte durfte vorliegend gemäss den von ihm eingereichten Dokumenten 
nur vermitteln. Dies bedeutet, dass der Beschuldigte zum Import von Seriefeuerwaffen bereits bei Ein-
reichung des Gesuchs dem Eidgenössischen Militärdepartement den Namen des Kunden bekannt 
geben und sich als Lieferant bzw. Vermittler eintragen musste. Aus der sich in den Akten befindenden 
Grundbewilligung ergibt sich weiter, dass die Grundbewilligung die aufgrund des kantonalen Rechts 
einzuholenden Bewilligungen nicht ersetzt (vgl. pag. 372 sowie Art. 7 aKMG). Weiter hielt Art. 7 Abs. 
2 aKMV fest, die Erteilung von Bewilligungen für die Beschaffung einzelner Seriefeuerwaffen obliege 
den Kantonen. Die Kantone würden die Sammlungen solcher Waffen überwachen. Im Kanton Bern 
wurde ab dem 01.03.1977 der Waffenhandel im Konkordat über den Handel mit Waffen und Munition 
(SR 514.542) geregelt. Der An- und Verkauf von Maschinenpistolen und Maschinengewehren war 
generell verboten und Ausnahmen bedurften einer kantonalen Ausnahmebewilligung (Art. 8 Abs. 1 
und 2 Konkordat über den Handel mit Waffen und Munition). Es bedurfte somit also auch zur damali-
gen Zeit bei einer bestehenden Grundbewilligung für die Vermittlung eine kantonale Ausnahmebewil-
ligung für Seriefeuerwaffen bzw. für Maschinenpistolen und Maschinengewehre. Eine Einfuhrbewilli-
gung oder eine Grundbewilligung für die Vermittlung von Seriefeuerwaffen reichten nicht aus. Nur ne-
benbei sei erwähnt, dass dies auch nach der heute geltenden Regelung so ist (vgl. Art. 34 WV). Zu-
sammenfassend ist festzuhalten, dass die vom Beschuldigten eingereichten Einfuhrbewilligungen 
(pag. 370 ff., 656 f.) nicht ausreichen bzw. die kantonalen Ausnahmebewilligungen nicht ersetzen. […] 
Das Gericht erachtet es damit als erstellt, dass der Beschuldigte auch damals für die Maschinenpisto-
le (RFP Mauser, C 96,32, Nr. ________) und das Maschinengewehr (Bar Nr. ________) eine kanto-
nale Ausnahmebewilligung benötigt hätte. […]

b) Vorwurf Besitz von verbotenen Feuerwaffen ohne Ausnahmebewilligung (Straf-
befehl A.4.) (pag. 759 f.)

Bei der Sicherstellung am 27.10.2014 wurden beim Beschuldigten 28 Feuerwaffen gefunden, die als 
Spazierstöcke getarnt waren (vgl. pag. 05, pag. 77 (Position 1572), pag. 76 (Position 4164) und 
pag. 100 f. (Position 3016 - 3042). In der Fotodokumentation findet sich zudem ein Foto derselben 
(pag. 492). […] Die Verteidigung des Beschuldigten führte aus, der Beschuldigte habe diese Spazier-
stöcke lange vor Inkrafttreten des Waffengesetzes erworben. Die Waffen seien nicht mehr funktions-
fähig, weshalb das Waffengesetz gar nicht zur Anwendung gelange. Es handle sich um Sammler- und 
Liebhaberobjekte. Zudem sei der Besitz dieser Waffen auch anlässlich der vorherigen Kontrollen nie 
bemängelt worden (vgl. pag. 693 ff.). An der Hauptverhandlung hielt der Beschuldigte fest, er habe 
diese Spazierstöcke im Zeitraum von anfangs der 70er-Jahre bis in dieses Jahrtausend erworben. Es 
handle sich um Museumsstüc