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Asymmetrische Dividende
- Gemäss Art. 660 OR hat jeder Aktionär Anspruch auf einen verhältnismässigen Anteil am Bilanzgewinn.
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- Der Anteil bemisst sich in Übereinstimmung mit Art. 661 OR und Art. 745 Abs. 1 OR nach dem nominellen einbezahlten Aktienkapital, sofern die Statuten nichts anderes vorsehen.
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- Werden Dividenden an die Aktionäre einer Aktiengesellschaft abweichend von deren kapitalmässigen Beteiligungsquoten ausgerichtet, spricht man von einer asymmetrischen Dividende.
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- Falls eine asymmetrische Dividendenzahlung erfolgt, die statutarisch nicht ausdrücklich vorgesehen ist, kann der Dividendenbeschluss von einem allenfalls benachteiligten nicht zustimmenden Aktionär angefochten werden.
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Der asymmetrische Dividendenbeschluss ist somit akzeptiert, sofern andere Aktionäre dagegen keinen Einspruch erheben. Daher ist eine asymmetrische Dividendenzahlung steuerrechtlich massgebend, wobei die Möglichkeit besteht, dass die Steuerbehörde die asymmetrische Dividende als Steuerumgehung klassifizieren kann.
Trotz dieser Tatsache ist es für die Verrechnungssteuer kein Problem im Formular 103 die asymmetrische Dividende ausdrücklich zu anerkennen.
Steuerliche Umqualifikationsmöglichkeiten
Dennoch können asymmetrische Dividendenzahlungen steuerlich problematisch sein.
So sieht zum Beispiel die steuerliche Praxis des Kantons Bern (und diverser Kantone) vor, dass asymmetrische Dividenden nur dort (steuerlich) zulässig sind, wo sie statutarisch vorgesehen sind.
Sind sie statutarisch nicht vorgesehen, kann ein entsprechender Beschluss der GV für asymmetrische Dividenden – wie gesehen – vom benachteiligten Aktionär (grundsätzlich) angefochten werden. Erst wenn auf die Anfechtung innerhalb der gesetzlichen zweimonatigen Frist verzichtet wird, entfaltet der Beschluss seine volle rechtliche Wirkung, und die Gesellschaft muss die Dividende beschlussgemäss auszahlen.
In diesen Fällen kann es vorkommen, dass die Steuerbehörden von einer Schenkung des «benachteiligten» an den «bevorzugten» Aktionär ausgehen. Dann käme der asymmetrische Anteil (d.h. die Differenz zwischen dem Anspruch gemäss GV-Beschluss und dem eigentlichen Anspruch gemäss Statuten) der Dividende beim «benachteiligten» Aktionär als Dividendenertrag zur Besteuerung, während der «bevorzugte» Aktionär gegebenenfalls in diesem Umfang die Schenkungssteuer auslöst.
Falls die asymmetrische Dividende dazu dienen soll, einen Aktionär für seinen überdurchschnittlichen Einsatz zum Beispiel als Geschäftsführerin der Aktiengesellschaft zu entschädigen, stellt die überhöhte Dividende aus betriebswirtschaftlicher Perspektive eine eigentliche Lohnzahlung dar und könnte entsprechend steuerlich so behandelt werden. Die Lohnzahlung beträfe dabei nicht nur den asymmetrischen Anteil, sondern denjenigen, der im Vergleich zum meist benachteiligten Aktionär, basierende auf den Statuten zu viel ausbezahlt wird. Immerhin müsste dann dieser Betrag bei der AG als steuerlich wirksamer Lohnaufwand anerkannt werden.
Auch vorkommen kann es, dass dem «bevorzugten» Aktionär zwar die gesamte Dividende als Dividendenertrag anerkannt wird, ihm aber die privilegierte Besteuerung der Dividende zufolge qualifizierter Beteiligung nur insoweit zugestanden wird, als der Beteiligungsertrag im Verhältnis zum Kapitalanteil steht. Die «Überdividende» (also der asymmetrische Anteil) könnte als übriges Einkommen zum vollen Satz besteuert werden.
Fazit:
Lassen Sie’s bleiben und wählen Sie einen klaren Weg!
- Lohn
- Schenkung
- Zusatzvergütung