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Sie stellt künftig vier Vertreter in der siebenköpfigen Regierung. Die bisherige SP-Bildungsdirektorin Cesla Amarelle verpasste die Wiederwahl um knapp 4500 Stimmen hinter der Mitte-Politikerin Valérie Dittli. Die Wahl der 29-jährigen, gebürtigen Zugerin kommt einer Sensation im grössten Westschweizer Kanton gleich.
Nachdem sich im ersten Wahlgang am 20. März die bisherige FDP-Staatsrätin Christelle Luisier als Einzige durchgesetzt hatte, gab es noch sechs Sitze zu verteilen. Nach einem spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Amarelle und Dittli hatte am Ende die Rechtsallianz die Nase vorne.
Nur SP-Frauen erfolgreich
Die Waadtländer Kantonsregierung setzt sich künftig aus drei FDP-Vertretern und einer Mitte-Politikerin sowie zwei SP-Politikerinnen und einem Grünen zusammen. Die bisherigen SP-Staatsrätinnen Nuria Gorrite (91'690 Stimmen) und Rebecca Ruiz (90'556 Stimmen) konnten ihre Sitze verteidigen. Sie hatten gegen Ende der Stimmenauszählung in den Städten kräftig Boden gemacht und lagen Schluss an der Spitze der Kandidatinnen und Kandidaten im zweiten Wahlgang.
Dahinter folgten mit Isabelle Moret (87'646 Stimmen) und Frédéric Borloz (87 372 ) die beiden weiteren Freisinnigen nach Luisier. Die Nationalrätin und der Nationalrat erzielten rund 3000 beziehungsweise 4000 Stimmen weniger als SP-Duo.
Der Grüne Vassilis Venizelos rangierte auf Platz fünf und zieht neu in die Kantonsregierung ein. Mit 81'509 Stimmen rettete er den Regierungssitz, den seine Partei seit 28 Jahren innehat. Er erbt den Sitz von der bisherigen Staatsrätin Béatrice Métraux an, die Ende Juni in den Ruhestand geht.
Newcomerin gegen Bisherige
Die Entscheidung über die künftigen Mehrheitsverhältnisse in der Regierung fiel zwischen der Newcomerin Dittli und der bisherigen SP-Staatsrätin Amarelle. Die Jungpolitikerin der Kleinstpartei, die vor den Wahlen nahezu unbekannt war und noch nie ein Wahlmandat innehatte, landete mit (80'431 Stimmen) Stimmen auf dem sechsten Platz.
Für Amarelle, die seit 2017 im Staatsrat sitzt, war die Abwahl hingegen ein herber Rückschlag. Sie landete auf dem siebten Platz (76'060 Stimmen), weit hinter ihren Parteigenossinnen Gorrite und Ruiz. Die enttäuschte Amarelle erklärte ihr schlechtes Abschneiden mit der Tatsache, dass sie als Bildungsdirektorin einem exponierten Departement vorstehe - eine Einschätzung, die auch Beobachter teilen.
SVP ohne Regierungsbeteiligung
Hinter Amarelle lag SVP-Mann Michaël Buffat (73'374) auf dem letzten Platz. Die Rechte gewinnt damit die Mehrheit zurück, die sie 2011 nach dem Tod des SVP-Politikers Jean-Claude Mermoud verloren hatte. Die SVP ist jedoch erneut nicht an der Regierung beteiligt.
Kevin Grangier, Präsident der SVP Waadt, verstand Buffats Nicht-Wahl nicht als Niederlage. «Wir haben entscheidend zum Erstarken von Mitte-Rechts in der Waadtländer Regierung beigetragen», sagte er. «Heute gibt es ein lachendes Auge und ein weinendes Auge.»
Erfreut über das Wahlresultat zeigte sich die FDP. «Unser Bündnis hat sehr gut funktioniert. Unser Ziel war es, die Linke zu stürzen, und das ist uns gelungen», sagte Marc-Olivier Buffat, der Präsident der Waadtländer FDP.
Dittli äusserte sich gerührt über ihre Wahl: "Es ist auch für mich eine grosse Überraschung. Ich kann kaum begreifen, was mit mir geschieht. Sie sei sehr glücklich, bedauere jedoch, dass nicht das gesamte Team der Rechtsallianz erfolgreich gewesen sei, fügte sie in Anspielung auf die verpasste Wahl des SVP-Politikers Buffat hinzu.
Enttäuschte Linke
Die Linke zeigte sich nach der Wahlniederlage enttäuscht, aber nicht frustriert. «Die linken Kräfte bleiben trotz des Verlustes der Mehrheit im Staatsrat kämpferisch», sagte Gorrite. «Wir wussten, dass es eng werden würde» um den letzten Platz. Wir haben eine Aufholjagd im Vergleich zum ersten Wahlgang geschafft, aber nicht für das gesamte rot-grüne Ticket", fuhr sie fort.
Die Mobilisierung der links-grünen Wählerschaft, welche die SP nach der tiefen Wahlbeteiligung anstreben wollte, scheint nur teilweise funktioniert zu haben. Die Beteiligung lag in der zweiten Runde bei 37,59 Prozent in Vergleich zu 34 Prozent im ersten Wahlgang.