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Aïssé,
Mademoiselle, eine der sympathischen und poetischten Gestalten des 18. Jahrh., geboren um 1694 in Tscherkessien, ward von dem französischen Botschafter in Konstantinopel, [* 2] Grafen von Ferriol, auf dem Sklavenmarkt gekauft und nach Paris [* 3] in eine vortreffliche Erziehungsanstalt gebracht. Durch ihre blendende Schönheit und ihren Geist übte sie bald in der vornehmen Welt einen großen Einfluß aus, und wenn sie auch den Anforderungen der Moral nicht immer entsprach, so zeugt doch die Beharrlichkeit, mit der sie die Zudringlichkeiten des Regenten abwies und den Werbungen des Chevalier d'Aydée, der ihr Herz gewonnen hatte, sich versagte, weil sie sich seiner nicht für würdig hielt, von ihrer Bescheidenheit und ihrem edlen Charakter. Sie starb 1733 in Paris. Ihre Beziehungen zu den berühmtesten Personen der damaligen Zeit verleihen ihren Briefen an Mad. Calandrini ein großes Interesse; dieselben sind 1787 mit Anmerkungen Voltaires und zuletzt 1846 von Ravenel herausgegeben und fesseln durch ihren lebendigen, oft leidenschaftlich erregten, immer aber klaren und graziösen Stil.