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In Brasilien sind in der Nacht zum Sonntag (22.) die Uhren umgestellt worden (-4/5 Stunden). Um mehr Energie zu sparen setzt das Land seit 1931 auf die Sommerzeit. Dieses Jahr hat sich allerdings gezeigt, dass die Spitze des Energieverbrauchs nicht mehr in der Abendzeit liegt, sondern am Nachmittag. Dennoch wird davon ausgegangen, dass während der vier Monate dauernden Maßnahme etwa 4,5 Prozent Strom gespart werden konnte.
Noch vor drei Wochen war überlegt worden, ob die Sommerzeit dieses Jahr verlängert werden soll. Anlass dafür war die Wasserknappheit in den Stauseen des Südostens und zentralen Westens des Landes und die damit einhergehende Sorge um die Sicherstellung der Stromversorgung, basiert das brasilianische Energiesystem doch auf der Wasserkraft. Am 11. Februar gab Energieminister Eduardo Braga jedoch bekannt, dass die Stromeinsparung in den frühen Abendstunden nicht so hoch sei, da sich der Schwerpunkt des Verbrauchs auf den frühen Nachmittag verschoben habe.
Bisher wurden die Energiespitzen in Brasilien in den frühen Abendstunden zwischen 18 Uhr und 21 Uhr verzeichnet. Bei dem großen Stromausfall in mehreren Bundesstaaten vor einem Monat wurde allerdings am Nachmittag gegen 15 Uhr ein erhöhter Stromverbrauch registriert. Der wiederum hatte zu starken Spannungsschwankungen im nationalen Leitungssystem geführt und schließlich zu einer Abschaltung mehrerer Kraftwerke.
Noch liegen keine genauen Zahlen über die Ersparnis durch die Sommerzeit vor, die sich dieses Mal über 126 Tage vom 19. Oktober bis zum 21. Februar erstreckt hat. Es wird aber davon ausgegangen, dass der Verbrauch während der Zeit zwischen 18 und 21 Uhr um 4,5 Prozent und insgesamt um 0,5 Prozent Strom und somit 250 Megawatt verringert werden konnte. Allerdings werden die Uhren lediglich im Hauptstadtdistrikt und den zehn Bundesstaaten des Südens, Südostens und zentralen Westens umgestellt.