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Die Entstehungsgeschichte des Otelli
Die älteste Schweizer Zirkus-Dynastie, die Familie Stey, weist den Beginn ihrer artistischen Aktivitäten im 14. Jahrhundert nach. Die Dynastie Knie ist viel jünger und feiert 2003 "erst" ihr 200-Jahre-Jubiläum. Die Otelli-Gründer-Dynastie ist noch etwas jünger und wurde 1999 "erst" 50 Jahre alt ...
Am 4. August 1949 in Basel geboren organisierte Fritz Zollinger schon in den fünfziger Jahren zusammen mit seinen Brüdern und Nachbarsbuben unter dem Wäscheständer der Mutter seine ersten Zirkus-Inszenierungen. Nach der Matura reiste er 1968 einige Monate mit dem Circus Knie als "Mädchen für alles" (aber natürlich nicht in der Manege !) und lernte später autodidaktisch (es gab damals dazu noch keine Bücher wie heute) jonglieren, Rola-Rola, Seiltanz, Balancieren u.v.a.
Ein Familienfest motivierte ihn 1973 zur Zusammenstellung seiner ersten Zirkusnummer. Später wurden daraus verschiedene Darbietungen und schliesslich ein abendfüllendes Programm, das darin bestand, verschiedene, typische Zirkus-Figuren darzustellen: Aus dem Overall des Zeltarbeiters schälte sich der Direktor im Frack, welcher in Playback sang. Unter dieser Kleidung verbarg sich jene des Nummerngirls, das seine eigene Balance-Jonglage-Nummer zeigen durfte. Es folgten Ansagerin, Indianer, Clown, Seiltänzerin, Requisiteur und als wichtigste Figur der Allround-Artist Frederico !
Auftritte an Festen, Hochzeiten, Geburtstagen, in Altersheimen, Schulen und Kindergärten motivierten Fritz Zollinger dazu, nicht nur zu unterhalten, sondern auch die Zuschauer einzubeziehen, um schliesslich mit Kindern zu arbeiten. So entstand als Vorprodukt zu Otelli im Winter 1983 eine kleine Vorstellung mit den Kindern der Wohnsiedlung Dörfli Bodenacker in Otelfingen. Der Erfolg motivierte zu einer Wiederholung im folgenden Jahr, dieses Mal aber bereits draussen im Garten und vorher verbunden mit einigen Proben. Der dritte Anlauf fand am gleichen Ort zwischen hohen, mit vielen Fahnen dekorierten Masten statt. Das war der Beginn von Otelli, noch bescheiden und ohne Zelt ...
Als Folge des Otelfinger Dorffestes 1985 ergab sich die Möglichkeit, einen kleinen Einmaster (Durchmesser 8m, Kuppelhöhe 4m) zu erwerben. Das OK für die Kinderaktivitäten dieses Dorffestes, dem auch Madeleine Häfele angehörte, beschloss, die Entschädigung für den Einsatz (Fr. 500.--) als Starthilfe für einen Kinderzirkus unter der Leitung von Fritz Zollinger zur Verfügung zu stellen. Dieser willigte ein, nachdem Madeleine Häfele ihre Mithilfe zugesagt hatte, und kreierte den Namen OTELLI (abgeleitet vom Dorfnamen OTELfingen), und im Sommer 1986 wurde mit Proben begonnen, so dass der Kinderzirkus Otelli am 20. September 1986 seine Uraufführung im eigenen Chapiteau erleben durfte. Erst später wurde uns bewusst, dass wir mit einer Einmaligkeit starteten, nämlich mit acht Mädchen und 13 Buben. Das heisst die Buben waren in der grossen Überzahl. Das gibt es in keinem heutigen Kinder- oder Jugendzirkus, auch bei Otelli nicht mehr: Überall überwiegen die Mädchen, oft ganz gewaltig !
Was hat sich in den folgenden Jahren verändert ? Ursprünglich spielte man jährlich an zwei verschiedenen Orten im Dorf, heute nur noch an einem. Ursprünglich waren im Einmaster keine Luftnummern möglich, heute sind diese eines der wichtigen Elemente in unseren Programmen und wurden durch eine neue Mastkonstruktion möglich. Früher war unser Chapiteau 8m im Durchmesser, heute ist es 10m gross (bei gleichem Dach; Siehe auch Rubrik "Besonderheiten"). Einem Sattelgang aus Plachen folgte eine Massanfertigung in den Hausfarben blau-weiss. Zu Beginn wurden unsere Kinder mit einer 500 Watt-Lampe beleuchtet, heute benötigen unsere Elektriker für den Aufbau der Lichtanlage einen vollen Tag. 1983 machten 21 Kinder mit, später nahezu doppelt so viele, heute gut 30. Früher fand man im Zelt noch kurz vor Beginn einer Vorstellung unangemeldet einen Platz, heute sind alle Vorstellungen oft weit zum voraus "ausverkauft" (Bei uns muss man zwar Billette haben, aber diese kosten nichts. Bei der Kollekte spendet man so viel, wie einem die Vorstellung wert war). Viele andere Dinge könnten erwähnt werden und finden sich an anderen Stellen unserer Page. Doch zuletzt zurück zum Beginn: In den ersten zehn Jahren führte Fritz Zollinger sämtliche Proben - abgesehen von den Tänzen - mit 20 bis 40 Kindern alleine durch. Heute helfen zusätzlich fünf Lehrerinnen, alles ehemalige Otelli-Artistinnen und Otelli-Mütter.
Unvergessliche Impressionen
Am 20. September 1986 fand die Ur-Première des Kinderzirkus Otelli im eigenen, kleinen Chapiteau im Dörfli Bodenacker in Otelfingen statt !
Am 28. Mai 1988 wurde in Otelfingen die Mehrzweckhalle mit Bühne eingeweiht (in dieser Halle proben wir noch heute jeden Dienstag Abend). Otelli durfte als Rahmen und Roten Faden durch diese Einweihungszeremonien führen !
In den ersten Jahren spielten wir jeweils am ersten Wochenende in der Siedlung Dörfli Bodenacker, bauten dann ab für das zweite Wochenende im Bungert. Die Kinder hatten sehr kleine Garderobezelte (Campingzelte), und der Sattelgang war ein luftiges, nicht sehr regensicheres Provisorium ...
Am 30. September 1989 gaben wir zum Leidwesen der Eltern (zirkusmüde nach der Saison) ein Gastspiel in der Nachbargemeinde Buchs. Die Sache wurde schliesslich trotzdem ein grosser Erfolg: Auf der herzigen Bühne mit ansteigenden Zuschauerrängen wirkten die Kinder wunderschön, wir konnten sogar zwei Trapeznummern zeigen, und die Einnahmen liessen sich auch sehen ! (In diesen Jahren gaben wir noch das eine und andere auswärtige Gastspiel. Schliesslich wurden sie aber zeitlich und organisatorisch einfach zu viel, so dass wir das heute nur noch sehr selten machen)
Zur 700-Jahr-Jubiläum der Schweiz bereicherte Otelli 1991 die 1.August-Feier der Gemeinde mit öffentlichen Proben und Vorführungen.
Eine ganz besondere Sache erlebten wir am 7. Mai 1992 erleben: Wir wurden mit verschiedenen anderen Stars (zum Teil aus dem Circus Knie) an Hans Gmürs Bernhard-Apéro eingeladen. Auf der (viel zu kleinen ...) Bühne bestritten wir ein eigens dazu einstudierte Charivari vor dem Grosstadt-Publikum von Zürich !
Am Dorffest der Gemeinde Otelfingen im Sommer 1995 betrieb unser Zirkus im eigenen Chapiteau ein Restaurant. Dazu liessen wir es uns natürlich nicht nehmen, auch einige Kostproben aus dem neuen Programm zu präsentieren.
Am 28. August 1996 besuchte eine Delegation des internationalen Kongresses der Ludotheken eine kommentierte Probe des Zirkus Otelli. Frauen und Männer aus Brasilien, Südkorea, Russland, Frankreich, England und weiteren Ländern verfolgten unsere Arbeit mit Interesse und versuchten zum Teil noch selber die eine und andere Disziplin.
Auf den Jahreswechsel 1995/96 durfte Otelli die Weihnachtskarte der Gemeinde Otelfingen mitgestalten - eine ganz besondere Ehre !
Am 21. Juni 1997 besuchten die Otelli-Jongleure das Schweizer Jonglier-Festival in Zürich. Das war ein ganz besonderes Erlebnis, von dem auch einige Tipps nebst einem zusätzlichen Quäntchen Motivation mitgenommen worden sind!
Das Programm "Phantom vom Zirkus" von 1998 war ganz sicher eine Sache, die niemand der Beteiligten vergessen wird: Das geheimnisvolle Phantom suchte uns während des ganzen Jahres immer wieder heim, bildete den Roten Faden in den Vorstellungen, verbreitete nicht nur Rätsel, sondern leider bei einigen Kindern auch Schrecken, führte zu einem 60-seitigen Programmheft und sogar zu einem Buch (Roman, Aufzeichnung der Beziehungen zum "Phantom der Oper").
Das Programm "Phantom vom Zirkus" von 1998 war ganz sicher eine Sache, die niemand der Beteiligten vergessen wird: Das geheimnisvolle Phantom suchte uns während des ganzen Jahres immer wieder heim, bildete den Roten Faden in den Vorstellungen, verbreitete nicht nur Rätsel, sondern leider bei einigen Kindern auch Schrecken, führte zu einem 60-seitigen Programmheft und sogar zu einem Buch (Roman, Aufzeichnung der Beziehungen zum "Phantom der Oper").
Über den Zirkus Otelli erschienen in den vergangenen Jahren nicht weniger als sechs Bücher und eine Broschüre. Vier der Bücher waren den Jubiläen gewidmet (5, 10, 15 und 20 Jahre), eines dem Motto 1998 "S Phantom vom Zirkus" (Roman mit Einbezug von Otelli), eines dem Wappentier unserer Gemeinde, dem Wildschwein, und eine letzte Broschüre dem Sommerlager von Otelli 1995 im Circus Monti.
Das Jahr 2000 ist sicher in die Geschichte von Otelli eingegangen: Wir erhielten unser Wildschwein Tinga als Wappentier unserer Gemeinde. Dominik zog das kleine Tier auf und dressierte es zusammen mit Fritz Zollinger. Damals war es noch herzig und harmlos, so dass es auch an der Leine geführt werden konnte. Später war Tinga mit über 100 kg natürlich stärker als jeder ausgewachsene Mann ... Leider ist sie 2005 von einem Auto tot gefahren worden.
Zum Jubiläum 15 Jahre Otelli durften wir 2000 zum dritten Mal (nach 1990 und 1995) in den Sommerferien eine Woche mit dem Circus Monti reisen. Wir schliefen im eigenen Chapiteau, kochten für uns und durften beliebig hinter die Kulissen der täglichen Abläufe in einem richtigen Zirkus schauen. Dazu gehörten natürlich auch Dislokationen mitten in der Nacht und das Helfen bei Ab-, Aufbau und in den Ställen. Unschätzbare Erfahrungen für unsere kleinen Artistinnen und Artisten !
2001 war Zürich Gastkanton an der OLMA in St. Gallen. Für den grossen Umzug wurde Otelli eingeladen, das Furttal zu vertreten. Wir dekorierten dazu einen riesigen Anhänger, spielten darauf und rund herum während des Umzuges Zirkus. Im vorderen Teil des Wagens war der Raubtierkäfig mit unserer Wildsau Tinga dabei (sie hatte übrigens grosses Vergnügen an der Sache !), und auf dem Zugfahrzeug war ein Orchester untergebracht, das uns begleitete !
Auf den 1. Dezember 2001 wurde unser Gemeindepräsident und ehemaliger Kantonsrat Ernst Schibli in den Nationalrat gehoben. Dazu veranstaltete die Gemeinde eine grosse Feier, an welcher der Zirkus Otelli auf der Bühne eine längere Nummer mit Clown-Einlage zum Besten gab, die speziell für den Jubilar inszeniert worden war.
Am 14. Juni 2002 engagierten wir zu einer gratis Vorstellung für unsere Sponsoren, Gönnerinnen und Passivmitglieder die vor allem aus dem Circus Krone bekannten Clowns Pierino & Olga zu uns nach Otelfingen. Die beiden gaben zusätzlich zwei Vorstellungen für alle Primarschüler der Gemeinde. Waren wohl je so internationale Zirkus-Künstler in unserer kleinen Landgemeinde ? Am 10. März 2002 besuchte eine grosse Zahl von Otellis das Kinderkonzert des Zürcher Kammerorchesters unter der Leitung von Howard Griffiths. Die Veranstaltung war dem Zirkus gewidmet und kein geringerer als der internationale Schweizer Jongleur Kris Kremo unterhielt das Publikum zusammen mit seiner Frau Yelena Larkina zu klassischer Musik. Nach der Vorstellung hatten die Otellis die Ehre, persönlich mit Kris Kremo zu reden und sich sogar noch einige Tips zum Jonglieren zu geben !
Am 14. Juni 2002 engagierten wir zu einer gratis Vorstellung für unsere Sponsoren, Gönnerinnen und Passivmitglieder die vor allem aus dem Circus Krone bekannten Clowns Pierino & Olga zu uns nach Otelfingen. Die beiden gaben zusätzlich zwei Vorstellungen für alle Primarschüler der Gemeinde. Waren wohl je so internationale Zirkus-Künstler in unserer kleinen Landgemeinde ?
Das Programm EXPOTELLI.02 führte zum vierten Mal dazu, dass Otelli ein speziell (dieses Mal von einem professionellen Grafiker gestaltetes) kreiertes Logo hatte. In den vergangenen Jahren hatten wir zusätzlich bei den Programmen "Akrotelli-Festival" 1991 (für die Akrotellis und für das Programm 700 Jahre Schweiz) und "Phantom vom Zirkus" 1998 eigens für Otelli kreierte Logos.
Am 29. September 2002 hatte Otelli die grosse Ehre, auf dem Zürcher Sechseläutenplatz im Chapiteau des Zirkus Stey eine Matinée geben zu dürfen ! Ein unerwartet grosses Publikum konnten wir mit einem Querschnitt durch unser Programm EXPOTELLI.02 unterhalten. Dabei waren nicht nur alle Otelli-Kinder, sondern auch unser Wildschwein Tinga und das Muneli Picci. Das Orchester des Zirkus Stey begleitete uns live, Vertikalseil und Trapez hingen in schwindelerregender Höhe
Mit dem Programm "Leitere-Zirkus" schlug Otelli 2003 alle eigenen Rekorde in Sache konsequenter Umsetzung des jeweiligen Mottos: In jeder der 34 Nummern war das Thema Leiter vertreten ! Zudem begann die bis heute in keinem anderen Schweizer Jugendzirkus gepflegte Tradition des Leiternlaufens. Seit 2003 besitzen wir die eigene Homepage www.otelli.ch und einen eigenen Zirkuswagen, "s Träumli", eine sogenannte Maringotte. Sie wurde nach eigenen Plänen von Clown Ferdinand (Stefan Dietrich) in Arlesheim gebaut. Im gleichen Jahr konnten wir einen Hürlimann-Traktor Jahrgang 1967 erwerben, der von einem Otelli-Vater liebevoll und aufwändig restauriert worden ist. Das Gespann ist seither unser Aushängeschild vor der Fassade !
Die Idee zu unserem Programm "*****Hotelli" 2004 wurde fünf Jahre später vom Circus Monti "g`stibiezt" (Grandhotel Monti), indem auch dort die Kontrolleuse, die jonglierenden Köche, die fünf Sterne u.a. auftauchten. Allerdings eigene Hotel-Frottéwäsche, einen Hotellift und ein 5-Gang-Menu für den Wildschwein-Gast hatte Monti nicht ...
20 Jahre Otelli feierten wir 2005 mit einem grossen Fest in der Mehrzweckhalle von Otelfingen und einem Fotobuch. Daneben durften wir in der Industrie ein neues grosses Winterlager beziehen. 2005 beteiligten wir uns am Otelfinger Dorffest doppelt: Zum einen als Strassenzirkus (inkl. Wildschwein Tinga !), und zum anderen mit einer Einlage im Musical "Öl z`Otelfinge".
2006 kooperierten wir mit Singapore Airlines, indem wir ihren erst zwei Jahre später fliegenden A380 erstmals bei uns im Chapiteau fliegen liessen und ihren offiziellen Werbeslogan übernehmen durften: "A380 first and only to fly with Otelli". In unserem Programm AIRPORTELLi`06 hatten wir echte Uniformen des Fluggesellschaft, besuchte uns der CEO von Zürich, druckte die SIA in ihrer Hauszeitung einen längeren, illustrierten, englischen Beitrag über unser Programm ab, und durften wir später noch eine B777 in Kloten besichtigen. In der Manege spielten zehn Otelli-Kinder Reinhard Mey`s "Über den Wolken".
Nach fast zweijähriger Bauphase durften wir 2007 unser eigenes Probenlokal "MeKa" beziehen: Unsere Väter hatten das ehemalige Waschhaus eines grossen Bauernhauses in unzähligen Arbeitsstunden umgebaut. Auch finanziell bedeutete dieser Ausbau einen "Hosenlupf", ermöglicht uns aber seither das Proben zu jeder Zeit, auch im Winter, und auch bei Regen und Schnee - ein unglaublich toller Gewinn !
EUROtelli'08 lebte vom Fussball, an dem sich auch zarte Ballerinen beteiligten, andere Akrobaten auf 80 cm grossen "Fussbällen" equilibrierten und tanzten erstmals Cheerleaders in unsere Manege. - Regierungsrat Markus Kägi beehrte uns mit seinem Besuch - wir liessen ihn hinauf ans Trapez schweben ...
"Rund um de GLOtelliBUS" war 2009 das aufwändigste Programm, das Otelli jemals inszeniert hat: Die Reise der beiden Clowns mit Hund rund um die Welt per Schiff, Auto, Flugzeug, fliegendem Teppich und in Gedanken erforderte unzählige Kostüme und Kulissen vom Dschungel über die Wüste bis an den Palmenstrand und in die Arktis ... aber auch China-Sound und Dudelsack-Musik !
Zum 25 Jubiläum fand Anfangs September 2010 die Einweihung des Zirkus Otelli Platzes an der Vorderdorfstrasse hinter dem MeKa statt. Dies war eine würdige Einleitung der Jubiläums-Saison 2010.
2010 - bedeutete auch - 25 Jahre Zirkus Otelli. Zu diesem Anlass wurde ein langer Traum von Fritz zur Wirklichkeit, der Spiegelzirkus - nach gewohnt gründlicher Vorbereitung waren alle Spiegel erstellt und das Programm in den Köpfen und den Körpern der Artisten 'gespiegelt'. Was sich doppelt gelohnt hat, wie es sich bei den Auffürungen zeigte. Das Programm konne ja nachmals im Oktober im Zirkus Monti gespie (ge)lt werden.
Zur Jubiläumsfeier des Zirkus Otelli gab es ein besonderes Leckerbissen. Nach der regulären Saison im September konnte das Programm `Spiegelzirkus` in etwas verkürzter Form in einem professionellem Zirkus noch einmal `gespiegelt` werden. Hierzu wurden auch alle `ehemaligen` Otellis sowie die Verwandten der aktiven Artisten eingeladen. Ein Erlebnis, welche sich noch lange in unser aller Errinerungen spiegeln wird.
2014 - Heureka !" würde Archimedes jubeln, wenn er als alter Mann dieses Jahr Otelli besuchen würde: Endlich hatte das Programm bereits an der Première eine "vernünftige" Länge und erstreckt sich nun erstmals in der Geschichte über "nur" zweieinhalb Stunden ... Der Zirkus Otelli hat eine wunderschöne Saison hinter sich. Das für einen Zirkus doch eher ausgefallene Thema der Philosophie - bei uns interpretiert als Viehlosovieh - kam gut an, der philosophische Teil vor allem bei den Erwachsenen (unser Hauptpublikum), der viehlosoviehsche Teil vor allem bei den Kindern. Besonders ins Herz geschlossen haben die Zuschauer die echten Tiere, nämlich zwei Hunde (unsere seit vielen Jahren bewährte und routinierte Ayra und den riesigen Bernhardiner Mimi) und die Riesenschlange Thea. Diese Boa, eine Würgeschlange, allerdings hätten sich die meisten nicht um den Hals legen lassen ... Das Motto wurde mit zwei Elementen vom Eingang ("griechische" Säulen) über die Innendekoration des Chapiteaus, das Pausenbuffet bis zum Programmheft umgesetzt: Einerseits mit dem "Vogel der Weisheit", der Eule, und andererseits mit Fässern. Der bekannte Philosoph Diogenes soll ja in Griechenland in einem Fass gelebt haben. Griechenland fand sich aber auch im "hauseigenen" Orakel, dem "Orakel von oDELFIngen", welches die vier Clowns mit weisen Sprüchen unterstützte. Eine reiche Palette von akrobatischen und magischen Nummern verband die VIehlosoviehen: Bodenakrobatik, Rola-Rola, Einrad, drei Luftnummern, Zauberei, Seiltanz auf Steifdraht und Schlappseil, Fässlilaufen, Pyramiden, Todesleiter, Leitern- und Kugellauf und nicht zuletzt acht Jongleure, welche zwischen den Nummern und gemeinsam Stimmung ins Zelt brachten. Ein besonderer Höhepunkt war die "Invasion der Tiere": Nicht weniger als 19 Tiere (echte und nicht echte) bevölkerten einzeln und in einer grossen Gruppe die Manege ! Als besonders stimmig wurde vom Publikum die Musik beurteilt. Zwei Väter mit ihren vier Söhnen und drei weiteren Otelli-Artisten zeichneten dafür verantwortlich. Immer wieder hoch geschätzt worden sind das sehr reichhaltige Buffet, die Kostüme, das Programmheft (64 Seiten ohne Reklame) - und das fröhliche Lachen aller jugendlichen Artistinnen und Artisten. Das wohl schönste Kompliment bekamen wir von einer begeisterten Zuschauerin: "Eine Vorstellung von Otelli ist wie eine Woche Ferien !"