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Freiheitsheld der Schweiz. Man fragt sich wohl mit Recht, welches denn der Grund sein kann für diesen Eintrag in einer Seebacher Ortsgeschichtssammlung.
Nun, wenn Arnold Claudio Schärer, Historiker und Autor des Buches «Und es gab Tell doch» sowie des Opfiker Neujahrsblattes von 1990 Recht hat, dann hat der gute alte Wilhelm Tell nach seinem Schuss auf den Gessler am 8. November 1307 die damalige Waldstatt Uri verlassen, um sich dem Zugriff der Habsburger zu entziehen. Dem widerspricht aber eine andere Legende, derzufolge Wilhelm Tell im Jahre 1352 beim Versuch, ein ertrinkendes Kind aus dem Schächen zu retten, gestorben sei. Nach dieser Legende wäre er also in Bürglen gebelieben. An jener Stelle, wo er starb, soll 1906 noch ein Granitkreuz gestanden haben.
Nach der eingeangs erwähnten Schilderung soll er sich aber auf einem Lehen in Opfikon niedergelassen haben, welches sich in der Flur Einfang und somit etwa an der Wallisellenstrasse in der Nähe der heutigen reformierten Kirche befand. Schärer erwähnt zahlreiche Dokumente, welche dies belegen sollen. Auch wenn Seebach mit diesem «Opfiker Einwohner» nie das Geringste zu tun hatte, macht es einen doch etwas «chribelig», sich vorzustellen, dass der Schweizer Nationalheld noch viele Jahrzehnte lang nur gerade mal einen Kilometer von der Seebacher Grenze entfernt gewohnt haben soll und keiner hat's offenbar gemerkt.
Willhelm Tells Sohn Ulrich soll den Hof geerbt und weiter betrieben haben. Willhelm Tell kam übrigens nicht einfach so zufällig nach Opfikon. Es lag an seiner Schwester Katharina, die bereits in Opfikon wohnte. An und für sich ist es eigentlich erstaunlich, dass die Erkenntnisse dieses Historikers keine grösseren Wellen warfen, denn immerhin vermochte er anhand zahlreicher Dokumente nachzuweisen, dass seine Theorie schriftlich zu belegen ist. Die OGS stuft diese Arbeiten in jedem Fall als «merkwürdig» ein und zwar im ursprünglichen Sinne des Wortes: Würdig, sich zu merken.
Es dürfte klar sein, dass es allein im Kanton Uri mehr als 30'000 «Historiker» geben dürfte, welche nicht bereit sind, dass man ihnen «ihren» Nationalhelden entreisst und dann noch zu einem Zürcher macht. Das gilt schon fast als unanständig. So wurde denn die Arbeit des Arnold Claudio Schärer auch nicht in Bausch und Bogen verdammt, sondern es kam noch viel schlimmer: Sie wurde ignoriert und zu Tode geschwiegen und zwar von allen Kreisen, auch jenem der Historiker.
Die OGS vermag nicht zu beurteilen, wie hieb- und stichfest die Beweise von Arnold Claudio Schärer sind, ebenso wenig wie sie beurteilen kann, wie hieb- und stichfest denn die Beweise der klassischen Historiker sind. Sie lässt es daher offen, wer hier Recht hat, gibt aber Arnold Claudio Schärer doch die Chance, sich Gehör zu verschaffen.
Quellen: - Opfiker Neujahrsblatt 1990 - Seebacher Nachrichten Januar 1991