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Geschichte
Zur Geschichte des Schlosses
Die Ursprünge des Schlosses Burgdorf liegen im wahrsten Sinne des Wortes in sagenhaftem Dämmer. Laut der von Jeremias Gotthelf aufgeschriebenen und dichterisch ausgestalteten Gründungssage soll im Felsen, worauf später das Schloss erbaut wurde, ein schrecklicher Drache gehaust haben. Im Jahr 712 gelang es den Brüdern Sintram und Bertram im Lauf eines dramatischen Kampfes, das Untier zur Strecke zu bringen. Da nun das Land vom Drachen befreit war, konnten die beiden lenzburgischen Grafen auf dem Felsen ein Schloss bauen und zu seinen Füssen eine Stadt gründen. Zum Dank für ihren Sieg errichteten sie in der Burg eine der heiligen Margareta geweihte Kapelle.
So erfolgte die Gründung der Burg in Wirklichkeit natürlich nicht. Aus ihrer frühen Zeit ist wenig bekannt. Man weiss nur, dass den Grafen von Rheinfelden in Burgdorf eine Burg gehörte, die 1090 in den Besitz der Herzöge von Zähringen überging. In ihrer Eigenschaft als Rektoren (Vizekönige) von Burgund nutzten die Zähringer unter anderem auch das Schloss an der Emme als Stützpunkt ihrer Expansion nach Westen.
Um 1200 liess Herzog Berchtold V., der letzte der Zähringer, zur Festigung seiner Herrschaft eine Reihe von Städten errichten, darunter auch Burgdorf. Im Zuge dieser Gründung wurde auch das Schloss neu gebaut und erhielt dabei sein heutiges Gesicht. Seine drei Hauptbauwerke sind der Wohnturm (Palas), der Wehrturm (Bergfried) und die Halle. Das Schloss entstand in dem für die damalige Zeit in dieser Region noch völlig unbekannten Baumaterial Backstein und erinnert in seiner Grosszügigkeit an Pfalzen, an königliche Residenzen also. Das und die grosse Kirche, mit der der Herzog die neue Stadt versah, lässt den Schluss nahe, dass Burgdorf als Zentrum des zähringischen Burgunds gedacht war – und nicht Bern, wie der Chronist Conrad Justinger im 15. Jahrhundert schrieb.
Nach dem Tod Berchtolds V. im Jahr 1218 ging das Schloss an das Adelsgeschlecht der Kiburger über. Graf Hartmann V. liess es 1250 im frühgotischen Stil gross ausbauen, und Graf Eberhard von Kiburg-Burgdorf liess 1273 die zähringische Halle modernisieren. Die Burg diente bis 1384 als gräfliche Residenz.
Mit dem Übergang Burgdorfs an Bern zog ein bernischer Schultheiss auf das Schloss. Somit war aus der Adelsburg ein obrigkeitliches Schloss geworden. Unter bernischer Herrschaft erfuhr es noch den einen und anderen Um- und Ausbau, aber am Charakter des Bauwerks von 1200 hat sich bis heute nichts verändert. Das Schloss Burgdorf gilt als die am besten erhaltene zähringische Burganlage.