Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03561.jsonl.gz/424

Les Avants–Sonloup
|Kürzel||LAS|
|Bahntyp||Standseilbahn|
|Betriebseröffnung||1910-12-14|
|Daten vorhanden||ja|
Daten
Allgemeine Bemerkungen
Die Kommentare sind bewusst kurz gehalten. Sie dienen in erster Linie dem Zweck, gewisse Daten oder auch Datenlücken verständlicher zu machen, wobei das Hauptaugenmerk auf die Finanzzahlen fällt. Primäre Quelle bilden die Eisenbahnstatistik respektive die dortigen «Bemerkungen betreffend die einzelnen Bahnunternehmungen», die jeweils am Schluss der Bände stehen. Auf weitere Quellen- oder Literaturangaben wird verzichtet, obwohl solche teilweise mit eingeflossen sind. Die Kommentare sind der Einfachheit halber grundsätzlich in der Vergangenheitsform verfasst. Es heisst also beispielsweise: Bahn X «war» eine Aktiengesellschaft, auch wenn dies noch heute der Fall sein sollte.
Kommentar
Die 1910 eröffnete LAS war von Anfang an elektrifiziert (Gleichstrom) und Eigentum einer Aktiengesellschaft. Für den Bau verantwortlich war die Von Roll AG Bern. Die LAS führte etwas nördlich von Montreux vom Fremdenort Les Avants, der an der Strecke der Montreux–Oberland bernois (MOB) lag, auf den aussichtsreichen Col de Sonloup, wo sich Hotels befanden. Den Betrieb der LAS besorgte die MOB. Die LAS verkehrte ganzjährig und war eine der wenigen Standseilbahnen, die bei ihren Fahrten stets einen Güterwagen mitführten. Es handelte sich dabei allerdings um einen offenen Wagen mit geringer Ladekapazität. Die Einnahmen aus dem Warentransport waren zwar für die LAS nicht unerheblich, aber doch deutlich kleiner als aus dem Reiseverkehr. Die LAS bot in ihren Wagen ausschliesslich Sitzplätze an.
Bis 1914 genügten die Betriebsergebnisse der LAS, um die Kosten einschliesslich der Zinsen im Griff zu behalten, doch ab 1915 schrieb sie rote Zahlen. Der Reiseverkehr brach mit dem Kriegsbeginn massiv ein. Die Verlustvorträge der LAS stiegen stetig an, wobei sich wenigstens mildernd auswirkte, dass der Anteil an festem Fremdkapital und somit die Zinslast vergleichsweise gering war. Dennoch spitzte sich die Finanzlage der LAS fortwährend zu, da im Transportgeschäft keine nachhaltigen Verbesserungen eintraten. Die schwebenden Schulden der LAS bezifferten sich 1920 auf 45'400 Franken.
Die Baukosten der zweischienigen und hauptsächlich auf Dämmen geführten LAS waren mit knapp 784'500 Franken pro Bahnkilometer klar überdurchschnittlich hoch. Mit Abstand wichtigster Kostenfaktor war wie bei den meisten Standseilbahnen der Unterbau, der die Hälfte der Gesamtausgaben auf sich vereinigte. Spezielle Ursachen, welche den Bau verteuerten, lassen sich aus den Angaben der Statistik nicht herleiten. Bemerkenswert ist jedoch, dass die LAS den Preis ihrer Seiltragrollen mit 22'300 Franken angab. Diesen Wert übertraf einzig die Vevey–Mont Pèlerin-Bahn (VCP). Demnach hätten allein die Seiltragrollen über 5 Prozent der Baukosten der LAS ausgemacht. Bei den Aufwendungen für das Rollmaterial entfielen 3000 Franken auf die beiden Güterwagen.
Erwähnungen
Diese Bahn wird in keinen anderen Kommentaren erwähnt.