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Der deutsche Arzt Wilhelm Heinrich Schüssler betrachtete Krankheiten als Ausdruck eines Mineralstoffmangels. Vor bald 150 Jahren entwickelte er eine Methode, um mit nur zwölf Mineralsalzen Defizite auszugleichen. Das Heilverfahren gilt als sogenannte Substitutionstherapie. Doch stand für Dr. Schüssler nicht Fehlendes durch Fehlendes zu ersetzen im Zentrum. Der Arzt war überzeugt, dass die Grundursache aller Lebensvorgänge wie auch von Organ- und Gewebeveränderungen in der Erregbarkeit der Zelle zu suchen sei und dass somit die Entstehung und das Wesen einer Krankheit im Wesentlichen auf die Tätigkeit der Zellen zurückzuführen seien. Es ging ihm darum, durch das Verabreichen von Mineralstoffen Reize auszulösen und Informationen zu übertragen, damit die Zellen die für sie lebenswichtigen Salze wieder vermehrt aus der Nahrung aufnehmen können.
Wie Schüssler Salze wirken
Dr. Schüssler wusste, dass nur kleinste Stoffmengen in feinster Verteilung – also Konzentrationen, wie sie in etwa im menschlichen Blut und Gewebe vorkommen – fähig sein würden, gezielte Reize auszuüben und das Heilbestreben des Körpers in angemessener Weise zu unterstützen oder anzuregen. Um dies zu erreichen, verrieb er die Grundsubstanzen seiner Arznei mit Milchzucker, potenzierte die Mischung nach den Regeln der Homöopathie und presste das Pulver zu Tabletten.
Winzig klein und hochwirksam
Genauso werden die Schüssler Salze auch heute noch hergestellt. Die Wirksubstanzen erreichen dabei in etwa Molekülgrösse* und können in dieser Form als Ionen** die Zellmembran passieren. Störungen, wie sie für kranke Zellen typisch sind, werden durch die Mineralsalzmoleküle beseitigt und der Stoffwechsel wieder harmonisiert.
* Ein Molekül (lat. moles = Masse) ist die kleinste materielle Einheit eines Stoffes, die aus verschiedenen Atomen besteht, wie beispielsweise Natrium chloratum (Kochsalz), das sich aus Natrium und Chlor zusammensetzt.
** Ionen sind elektrisch positiv oder negativ geladene Atome. Im Beispiel Kochsalz ist Natrium positiv, Chlor negativ geladen. In dieser Form – als Ionen nämlich– werden die Salze von der Zelle aufgenommen.
- Quelle
«Drogistenstern»