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Eine semiotische Analyse geologischer Arbeitsweisen. Dissertationsschrift
Die Untersuchung der geologischen Arbeitsweisen, welche aus semiotischer Sicht am Beispiel der Erkennung tektonischer Störungen erfolgt, beabsichtigt, die mangelnde Praxistauglichkeit bisheriger intelligenter symbolverarbeitender Programme in der Geologie (sog. Expertensysteme) erklären zu helfen. Dabei steht nicht der gegenwärtige Stand technischer Möglichkeiten einer Programmentwicklung im Licht der Aufmerksamkeit, sondern mehr die allgemeinen Bedingungen der Erkennung von geologischen Objekten selbst. Es stellt sich heraus, dass natürliche Zeichen für geologische Phänomene im Gegensatz zu natürlichen Zeichen, mit denen in anderen Wissenschaften Sachverhalte erkannt werden - wie z.B. in der Medizin - einige Besonderheiten aufweisen, denen bei einer Automatisierung geologischer Expertentätigkeit Rechnung getragen werden muss und die ein Automatisierungsvorhaben in spezifischer Weise erschweren. So haben geologische Zeichen sehr unterschiedliche räumliche Ausdehnungen und sind in hohem Masse mehrdeutig. Zudem widersetzen sich ihre Zeichnkodes einer quantitativen Explikation.
Aus dem Inhalt: Entwicklung von Expertensystemen in der Geologie - Analyse der Erkenntnismechanismen und Arbeitsweisen in der Geologie mit Hilfe semiotischer Theorien - Gründe für das bisherige Scheitern geologischer Expertensysteme.
Portrait
Der Autor: Martin Reiter, Jahrgang 1960. Studium der Geologie-Paläontologie mit Studienschwerpunkt Geoinformatik an der Freien Universität Berlin. Referendariat für den höheren feuerwehrtechnischen Dienst bei der Berliner Feuerwehr; danach Aufbaustudium der Semiotik an der Technischen Universität Berlin.