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Supervision und pädagogische Fallbesprechung sind viel versprechende, aber auch herausfordernde Formen der Lehrer- und Lehrerinnenfortbildung. Akzeptiert werden diese Varianten schulinterner Gruppenberatung, wenn positive Effekte im beruflichen Erleben und Handeln einzelner Personen und Gruppen zu erwarten sind. Beratung in der Schule muss sich deshalb von einer verkürzenden psychologischen Fokussierung verabschieden und stattdessen einer kontextspezifischen Beratungstheorie und -praxis folgen.
Die Auseinandersetzung mit den Ergebnissen der Lehrerforschung, mit der desolaten Beratungspraxis in den Schulen und mit den gestellten Herausforderungen an eine Neukonzeption der Lehrerberatung mündet in die Hauptfragestellung der Studie: Ist die schulinterne Gruppenberatung ein geeignetes Verfahren, um den individuellen, kollegialen und schulischen Beratungsbedarf zu decken sowie die Professionalisierung der Lehrerarbeit zu fördern? Dazu wird in der empirischen Längsschnittstudie umfangreiches Datenmaterial zusammengetragen und ausgewertet.
Erhellt wird, unter welchen Bedingungen schulinterne Beratungsgruppen zustande kommen und wie Lehrer und Lehrerinnen den Beratungsbedarf bestimmen. Die Analyse der Erwartungen und Bedenken, mit denen die Beratungsprozesse begonnen werden, macht auf einige sensible professions- und geschlechtsspezifische Besonderheiten aufmerksam. Für eine effektive schulinterne Gruppenberatung sind die Fallarbeit und die Selbstthematisierung durch eine Institutionsanalyse und eine Unterrichtsanalyse zu ergänzen. Wirkungen der Beratung werden in der Erweiterung der Perspektiven auf die beruflichen Situationen, der Verminderung der psychischen Belastung sowie in der Entwicklung der kollegialen, pädagogischen und institutionellen Kompetenz festgestellt.