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Aus dem Boswelliabaum, der zur Familie der Balsambaumgewächse gehört, wird ein kostbares Harz gewonnen, das besser bekannt ist unter dem Namen Weihrauch. In Indien wird das Extrakt aus Boswellia in der ayurvedischen Medizin seit Jahrtausenden als Heilmittel zur Behandlung von Gelenkbeschwerden eingesetzt.
Boswelliabäume wachsen in verschiedenen Gegenden der Erde. Zu den wichtigsten Arten gehören die Boswellia serrata und die Boswellia sacra. Die Boswellia serrata wächst als mittelgrosser Baum mit flach ausgebreiteter Krone und ist vor allem in Ostindien beheimatet. Die Boswellia sacra, die kleiner und stark verzweigt wächst, kommt in Nordsomalia, im Oman und Jemen vor.
In verschiedenen Kulturen wird Weihrauch seit der Antike für Heilzwecke eingesetzt, aber auch bei religiösen Zeremonien geräuchert; in vielen Kulturen galt Weihrauch neben Gold und Myrrhe als Luxusgut. Auf Papyrus wurde bereits 1500 Jahre vor Christus beschrieben, wie das Boswelliaharz zur Behandlung von inneren Krankheiten eingesetzt wurde. Aber auch Wunden wurden damit behandelt. In der ayurvedischen Medizin kommt Weihrauch bei zahlreichen Beschwerden, zum Beispiel bei Gelenkschmerzen, zur Anwendung.
Durch Anschneiden der Rinde und an den Ästen tritt ein milchiger Saft aus, der vom Baum ausgeschieden wird, um die Schnittstellen zu verschliessen. Während Monaten trocknet der Saft an der Luft und erstarrt zu unregelmässigen und leicht zerbrechlichen Klumpen. Das Weihrauchharz ist grobkörnig bis stückig. Die Farben variieren von durchscheinend braungelb bis rötlichbraun. Der indische Weihrauch (Boswellia serrata) wird zweimal jährlich, jeweils im März und Juni, gesammelt. Pro Jahr kann je Baum etwa ein Kilogramm Harz gewonnen werden.
Der indische Weihrauch besteht aus circa 60 Prozent Harz, das neben ätherischen Ölen und Polysacchariden die wertvollen Boswelliasäuren enthält, die für die medizinische Anwendung von Bedeutung sind. Boswelliasäuren können die Entstehung von Entzündungsreaktionen im Körper beeinflussen. Seit einigen Jahren wird die Wirkung von Boswelliasäuren wissenschaftlich verstärkt untersucht. Die European Scientific Cooperative on Phytotherapie (ESCOP) anerkennt Boswellia zur Behandlung von schmerzhafter Gelenkarthritis und zur symptomatischen Behandlung entzündlicher Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn. Mittlerweile gibt es einige klinische Untersuchungen, die über positive Ergebnisse berichten.
Eine Untersuchung, an der während 120 Tagen 48 Patient*innen mit Kniearthritis teilgenommen haben, ergab eine signifikante Verbesserung der Beweglichkeit des Kniegelenks im Vergleich zum Placebo. Dafür verantwortlich waren die Linderung der Schmerzen und eine Reduktion der Gelenksteifigkeit. Die Verbesserungen wurden auch im Röntgenbild erkannt. Zudem war der entzündungshemmende Effekt im Blut nachweisbar.
Zu ähnlichen Ergebnissen kam eine Untersuchung mit Teilnehmenden, die an Kniearthrose leiden. Die Probanden, welche Boswellia-Präparate einnahmen, stuften ihre Knieschmerzen auf einer Skala von 0 (gar keine Schmerzen) bis 100 (grösstmögliche Schmerzen) mit 23 Punkten ein; Teilnehmende aus der Placebogruppe hingegen mit 40 Punkten. Die Schmerzverbesserung kann sich auf den Alltag auswirken.
Weitere Untersuchungen konnten eine positive Wirkung bei Asthma und bei Diabetes-Patienten nachweisen. Bei den Asthma-Patienten verbesserten sich die Symptome und die Lungenfunktion durch Boswellia. Bei den Diabetes-Patienten, die mit einer Standardtherapie behandelt wurden, beobachtete man nach zwölf Wochen eine signifikante Senkung des Nüchtern-Blutzuckerspiegels, des Langzeitzuckers, des Cholesterins und des Insulins im Blut im Vergleich zur Placebogruppe.
In der Schweiz sind Produkte mit Boswellia als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich.