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Tacrolimus und Clozapin beeinflussen sich gegenseitig
Kombination vermeiden
Risiko
Risiko für QT-Verlängerung und myelosuppressive Effekte
Mechanismus
Sowohl unter Tacrolimus wie auch unter Clozapin sind Verlängerungen der QT-Zeit im EKG beschrieben. Es kann zu additiven Effekten kommen. Clozapin weist als bekannte und gelegentliche Nebenwirkung das Auftreten von Granulozytopenien bis hin zur Agranulozytose auf [Dean L, 2012]. Unter Tacrolimus sind Leukozytopenien als UAW beschrieben, die Häufigkeit von Agranulozytose ist nicht bekannt.
Effekt
Aufgrund der gewichtigen Indikationen der beiden Arzneistoffe besteht ein therapeutisches Dilemma: Unter Therapie mit Tacrolimus ist das Auftreten von Leukopenie als häufige unerwünschte Wirkung beschrieben. In einer retrospektiven Studie mit Patienten nach Nierentransplantation wurde eine signifikante Assoziation zwischen dem Auftreten von Neutropenien innert 1 Jahr nach Transplantation und Tacrolimus/Mycophenolat-Therapie gefunden [Zafrani L, 2009]. Granulozytopenie bis hin zur Agranulozytose sind unter Clozapin-Therapie aufgetreten. Ein Fallbericht beschreibt einen Patienten nach Nierentransplantation, der Clozapin unter immunsuppressiver Therapie (Tacrolimus und Mycophenolat) erfolgreich erhielt (stabile Nierenfunktion und normale Leukozytenzahlen)[Harrington CJ, 2008]. Sowohl unter Tacrolimus wie auch unter Clozapin sind Verlängerungen der QT-Zeit im EKG beschrieben [Harrington CJ, 2008][Xiang YT, 2015]. Unter einer additiven QT-Verlängerung kommt es zu einem erhöhten Risiko für ventrikuläre Arrhythmien vom Typ Torsade de pointes.
Empfehlung
Gemäss der Schweizer Fachinformation für Clozapin ist die gleichzeitige Anwendung mit Granulozytopenien-induzierenden Wirkstoffen kontraindiziert. Die Kombination sollte sicherheitshalber vermieden werden. Ist eine gleichzeitige Gabe notwendig, ist eine sorgfältige EKG-Monitorisierung durchzuführen. Elektrolytkonzentrationen (insb. Kalium) sollten überwacht werden. Ebenso ist eine regelmässige Überwachung des Blutbildes durchzuführen [Lim AM, 2016]. Auf Hinweise von verstärktem oder vermehrtem Auftreten unerwünschter Wirkungen der beiden Arzneistoffe ist zu achten. Das Nutzen-Risiko-Verhältnis muss patientenindividuell abgewogen werden und sollte regelmässig re-evaluiert werden.
Literatur
Klassifikation
Die Grundlage für die Klassifikation ist die referenzierte Literatur und ein validiertes und nachvollziehbares Entscheidungsmodell. Die getroffenen Entscheidungen für die Einteilung des Schweregrads werden durch den Flowchart visualisiert.
Letzte Aktualisierung des Textes am 29.05.2018