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Schmusekatzen
Ihr Büsi will gestreichelt werden
Katzen gehen immer gerne zu Menschen, die keine Katzen mögen, so der allgemeine Konsens. Eine neue Studie belegt nun das Gegenteil.
Büsis lieben Menschen mehr als Futter Katzen
Schmusen will gelernt sein Katzen und ihre Namen
Komm! Oder auch nicht!
Katzenfreunde kennen es: Egal, wie freudig und überschwänglich man das Büsi anzulocken versucht um es zu streicheln und ihm all seine Liebe zu schenken, es zeigt einem die kalte – oder bessergesagt die pelzig-flauschige – Schulter. Stattdessen sucht es sich mit sicherem Sinn den grössten Katzenhasser im Raum aus und springt ihm auf den Schoss. Der Enthusiasmus des Katzenfreunds schrecke die Katze eher ab, hiess es gemeinhin. Die Tiere bevorzugten einen ruhigeren Menschen.
Forscherinnen Kristyn Vitale und Monique Udell von der Oregon State University widerlegen nun aber diese landläufige Theorie. In einem Experiment mit 46 Katzen, 23 davon Haustiere, 23 aus Tierheimen, zeigten sie, dass die Büsis signifikant mehr Zeit mit Menschen verbringen, die sich ihnen zuwenden als mit solchen, welche sie ignorieren.
In dem Experiment mussten die pelzigen Probanden jeweils zwei Minuten mit einem Menschen verbringen, der sie nicht beachtete. In den nächsten zwei Minuten durfte dieselbe Person dann die Katze rufen und sie streicheln. Bei den Hauskatzen war dies einmal eine bekannte, einmal eine unbekannte Person.
Tierheimkatzen wollen mehr Aufmerksamkeit
Haus- und Tierheimkatzen liessen sich gerne anlocken und streicheln. Es scheint, als bevorzugten sie menschlichen Kontakt gegenüber dem Alleingelassen werden. Tierheimkatzen sogar noch mehr als Hauskatzen: Sie verbrachten auch mit den Personen, die sie nicht beachteten mehr Zeit. Wie die Autorinnen der im Fachjournal «Behavioural Processes» veröffentlichten Studie schreiben, könnte dies mit einem grösseren Bedürfnis nach Aufmerksamkeit oder einem härteren früheren Leben zu tun haben. Oder damit, dass die Büsis durch das Leben im Tierheim weniger misstrauisch gegenüber fremden Personen geworden seien.
Ausserdem könne die Fähigkeit, menschlichen Anweisungen zu folgen, eine wichtige Rolle in der Domestizierung und dem damit einhergehenden Erfolg beim Menschen gespielt haben – ähnlich wie dies beim Hund der Fall sei, schreiben die Autorinnen.
2017 fand Forscherin Vitale übrigens heraus, dass Büsis menschlichen Kontakt sogar dem Fressen vorziehen («Tierwelt Online» berichtete). Manch einen Katzenhalter mag dies erstaunen. Doch viele Katzen verschmähten im Experiment sogar den allseits beliebten Thunfisch, wenn sie stattdessen mit einem Menschen spielen konnten.
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