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Das Wichtigste in Kürze
- 1995 kam die Wirtschaft Serbiens fast völlig zum Erliegen.
- Seit 2000 bemüht sich die Regierung ums Etablieren einer westlich orientierte Wirtschaft.
- Russland ist Hauptinvestor der Energie- und Eisenbahninfrastruktur Serbiens.
Die Jugoslawienkriege in der ersten Hälfte der 1990er Jahre hatten Serbien wirtschaftlich schwer geschädigt. Unter anderem brachten der Wegfall des Warenaustausches mit den übrigen Teilen Jugoslawiens sowie UN-Sanktionen das Land in eine wirtschaftliche Krise.
Bereits 1992 hatten zwei Drittel der Betriebe geschlossen, bis 1995 kam die Wirtschaft fast völlig zum Erliegen. Ein Grossteil der wirtschaftlichen Aktivität verlagerte sich in den informellen Bereich. Die Bevölkerung versuchte mit Schmuggel, Tauschhandel, Nebenerwerbslandwirtschaft und der Unterstützung durch im Ausland lebende Serben zu überleben.
Etablierung einer westlich orientierten Wirtschaft
Seit 2000 streben die Regierungen Serbiens an, eine westlich orientierte Wirtschaft zu etablieren. In kurzer Zeit verzeichnete Serbien Erfolge bei der makroökonomischen Stabilisierung und bei Strukturreformen.
Von 2000 bis 2008 war die von Krieg gezeichnete Wirtschaft Serbiens eine der am schnellsten wachsenden in Europa. Aufgrund strenger Auflagen der serbischen Nationalbank und mangelnder Attraktivität für spekulative Investoren ist Serbien ein höchst stabiler Bankenmarkt.
Hauptexportprodukte des Landes sind Eisen, Stahl, Textilien, Gummiprodukte, Weizen, Obst, Gemüse und Nichteisen-Metalle. Hauptimporte sind Erdöl und Erdölderivate, Kraftfahrzeuge, Gas, Elektrogeräte und Industriemaschinen. Am meisten importiert wird aus Russland.
Kooperationen
Serbien ist Mitglied der Schwarzmeer-Wirtschaftskooperation und des Mitteleuropäischen Freihandelsabkommens. Zudem gibt es ein Abkommen der besonderen Beziehungen mit der Republika Srpska.
Serbien ist das einzige europäische Land, ausserhalb der «Gemeinschaft unabhängiger Staaten», das ein Freihandelsabkommen mit Russland abgeschlossen hat. Im Dezember 2009 wurde von der EU ein Wirtschaftsabkommen mit Serbien freigegeben.
Weiter gibt es mehrere weitere Freihandelsabkommen mit den Staaten Kasachstan, Belarus und der Türkei sowie der europäischen Freihandelsassoziation.
Russland ist in den vergangenen Jahren als Hauptinvestor in die Energie- und Eisenbahninfrastruktur Serbiens hervorgetreten.
Landwirtschaft und Industrie
Rund 65 Prozent der gesamten Fläche Serbiens sind landwirtschaftlich nutzbar. Das vorteilhafte Flachrelief der Tiefebene hat die Provinz Vojvodina auch zur Kornkammer des Landes gemacht.
Die hügeligen bis bergigen Regionen in Zentralserbien sind häufig von Obstplantagen geprägt. Das Land ist insbesondere ein bedeutender Produzent von Pflaumen, Himbeeren und Äpfeln. Für die Tierhaltung sind Schweinemast, Rinderzucht und in den gebirgigen Regionen auch Schafhaltung typisch.
Der industrielle Sektor des Landes befindet sich seit einigen Jahren in Wachstum. Der Industriesektor wird durch eine hohe Anzahl von kleinen und mittelständischen Unternehmen geprägt. Wichtigste Wirtschaftszweige sind die verarbeitende Industrie und die Bauindustrie.
Produziert werden vorwiegend Nahrungsmittel, Textilprodukte, Metallprodukte, Glas, Zement, Maschinen und vereinzelt auch Technologie- und Telekommunikationsprodukte.
Im Januar 2008 unterzeichnete das Land ein Abkommen zum Bau der South Stream Gaspipeline. Diese soll etwa 400 Kilometer durch Serbien verlaufen.
Tourismus in Serbien
Durch verstärkte Investitionen in touristische Bereiche, Infrastruktur und Werbung stiegen die ausländischen Besucherzahlen.
Die touristischen Hauptziele in Serbien sind die Grossstädte Belgrad und Novi Sad. Auch zahlreiche Kurorte, die Gebirge Kopaonik, Zlatibor und die Donau werden gerne besucht. Zudem bietet das Land zahlreiche Festungen und Klosteranlagen sowie Seen und Schluchten.