Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03352.jsonl.gz/2539

Medium Redundancy Protocol
Das Media Redundancy Protocol (MRP) wird in hochverfügbaren Netzwerken eingesetzt, wie sie beispielsweise in kritischen Automatisierungsanwendungen benötigt werden.
MRP erlaubt Einzelausfälle in einer einfachen Ringtopologie zu kompensieren. Da keine vermaschten Topologien unterstützt werden, ist MRP deterministisch und wesentlich einfacher als RSTP.
Das Medium Redundancy Protocol (MRP) basiert auf einer Ring-Topologie und garantiert Erholungszeiten zwischen 200 ms und 500 ms (je nach Konfiguration). MRP verwendet einen Redundanz-Manager (RM), der den Ring schliesst. Im Normalbetrieb überprüft der Redundanz-Manager durch spezielle Testpakete die Durchgängigkeit des Rings. Er leitet aber keine Pakete weiter und verhindert damit, dass diese endlos im Ring zirkulieren.
Fällt ein Switch oder eine Leitung aus, werden die auf einem Port ausgesendeten Testpakete am anderen Port nicht mehr empfangen. Der Redundanz-Manager leitet von nun an die Pakete in beiden Richtungen weiter und informiert die Switches über die Topologieänderung, so dass diese ihre Pakete nicht auf die unterbrochene Strecke geben, sondern über den Redundanz-Manager verschicken.
Der Redundanz-Manager ist üblicherweise eine logische Funktion in einem Switch, wird hier als separate Komponente dargestellt.
Standardisierung
MRP basiert auf dem Hiper-Ring, einem von Hirschmann und Siemens entwickelten und 1999 vorgestellten Protokoll zur Ringredundanz. Entsprechende Produkte sind seit einiger Zeit auf dem Markt und in der Praxis erprobt.
Seit April 2008 ist MRP im Standard IEC 62439 definiert. Mit der Normierung wurden auch die Patente der beiden Firmen allgemein lizenzierbar gemacht: normale MRP-Knoten sind lizenzfrei, der Redundanz-Manager muss jedoch lizenziert werden.
Ziel dieses Standards sind Redundanzverfahren mit definierten Erholungszeiten. Die Verfahren sollen von höheren Protokollen unabhängig sein und sich für die Real-time-Ethernet-Mechanismen eignen, die im IEC 61784 Standard beschrieben sind.