Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03278.jsonl.gz/1991

Doktoratsprogramm: Traditio&Innovatio
Der Begriff πίστις ist zentral für die christliche Theologie, aber zugleich extrem äquivok (allein im Römerbrief muss damit gerechnet werden, dass der griechische Terminus auch an eine lateinischsprechende Gemeinde, die den Begriff fides nutzte, gerichtet war). Angesichts dieser Situation ist zu diskutieren, ob es überhaupt und wenn wie es möglich ist, diesen Begriff in anderen religiösen Traditionen (Buddhismus, Islam) zu verstehen, wenn Lexik, Grammatik/Syntax und Pragmatik weit auseinanderliegen.
Was passiert, wenn Sie versuchen, das Wort „Glaube“ für eine Buddhistin in Pali zu übersetzen? Hoffentlich erstmal wenig, denn es ist unklar, ob es dafür einen adäquaten
Begriff gibt. Wären Sie auf „Akkumulation“ gekommen – oder denken Sie eher an ihr Kapital an der Börse? Und hoffentlich sind Sie ein wenig verloren, wenn Sie im Koran realisieren, dass die Übersetzung des deutschen "Glaube" mindestens drei mögliche Wortstämme im
Arabischen an sich ziehen kann. Ist also Glaube unübersetzbar? Gilt auch in der Religionswissenschaft: Il traduttore è un traditore?
Wir haben diese Fragen in einem Workshop zur intellektuellen Fahndung ausgeschrieben - mit wenigen Vorträgen und langen Diskussionszeiten.
|Intervenants||Thomas Schumacher, Universität Freiburg

Mira Sievers, Frankfurt/Deutschland
Sven Bretfeld und Kathrin Bretfeld-Wolf, Trondhein / Norwegen
|Contact||Chaire d'histoire comparée des religions et de dialogue interreligieux

Helmut Zander
<email-pii>
|Pièces jointes|