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In den frühen Tagen der Polarforschung war eine Prestigefrage, Zeit und Mittel in die Erkundung der Arktis und Antarktis zu investieren. Doch nicht nur grosse Nationen wie Grossbritannien, die USA oder Frankreich waren dabei federführend. Auch Albert I., Fürst von Monaco, liess seinem Forschungsdrang in der Arktis freien Lauf und führte mehrere Expeditionen rund um Svalbard durch. Zu seinen Ehren plant nun sein Ururenkel Albert II. einen Besuch auf dem norwegisch verwalteten Archipel in diesem Sommer.
Der Fürst plant, zu Ehren des 100. Todestages von Albert I. am 26. Juni 2022, in der Woche eine private Reise nach Longyearbyen und Svalbard zu unternehmen. Geplant ist, dass der Fürst am 23. Juni in Longyearbyen weilen wird und dort eine Büste seines Ururgrossvaters aufstellen möchte, wie die lokale Zeitung Svalbardposten meldet und sich dabei auf Angaben der Behörden bezieht. Ob den Plänen von Fürst Albert II. entsprochen wird, ist jedoch noch nicht abschliessend bekannt. Eine dem Fürsten nahestehende Person meint, dass vieles von der Pandemiesituation abhängig ist.
Der hohe Besuch in Longyearbyen kommt nicht von ungefähr. Fürst Albert I., der das monegassische Fürstentum von 1889 bis 1922 regiert hatte, war mehr Forscher und Entdecker als Fürst. Sein Interesse galt seit seiner Jugend zum einen den Ozeanen und ihren Geheimnissen. Zum anderen war er auch sehr an den Polarregionen interessiert. Insgesamt vier Expeditionen in die Arktis und nach Svalbard wurden von Albert I. finanziert und organisiert. Dabei liess er es sich nicht nehmen, selber nach Svalbard zu fahren. 1906 kam er mit seiner Jacht Princesse Alice (benannt nach seiner Ehefrau) nach Spitzbergen und erforschte Teile der Inselwelt. Seine Expeditionen und deren Ergebnisse waren massgebend für die Forschung des noch jungen norwegischen Staates in Svalbard und der Gründung des späteren norwegischen Polarinstitutes.
Auch sein Ururenkel Albert II. ist kein Unbekannter in der Polarwelt. Er war 2006 das erste amtierende Staatsoberhaupt, welches zum Nordpol gelangt war. Dabei liess er sich aber nicht fliegen oder mit dem Schiff hinbringen. Ganz im Sinne seines Vorfahren war er mit Hundeschlitten auf Expedition vom Camp Barneo aus unterwegs. Ein Jahr später erreichte er dann auch noch den Südpol. Mit beiden Expeditionen wollte er schon damals auf die Auswirkungen des Klimawandels aufmerksam machen. Der nun geplante Besuch auf Svalbard wird Albert II. eher etwas luxuriöser gestalten. Denn es ist geplant, dass er an Bord des neuen Luxus.Eisbrechers von Ponant Le Commandant Charcot nach Longyearbyen reisen wird, wie die Kreuzfahrgesellschaft auf ihrer Webseite schreibt. Ob dies jedoch tatsächlich Pandemie-bedingt so stattfinden wird, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.
Dr. Michael Wenger, PolarJournal