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Gelb
Clare W. Graves stellte fest, dass Menschen an diesem Punkt ihrer Entwicklung einen enormen Schritt machen können. Sie verlieren ihre Versagensängste, gewinnen an Kreativität, und können wesentlich komplexere Probleme lösen. In diesem Wertesystem, das Gelb genannt wird, sind Menschen nicht mehr von aussen, von gesellschaftlichem Druck, oder von niederen Instinkten geleitet, sondern von Innen heraus, autonom. Sehr wenige Menschen haben heute Zugang zu diesem Wertesystem.
Eine Erkenntnis von Gelb ist, dass alle vorangegangenen Wertesysteme wertvoll und notwendig sind. So brauchen Organisationen die Schlagkraft von Rot, die Strukturen und Normen von Blau, das strategische, zielgerichtete Arbeiten aus Orange, und die grüne Sorge für den Menschen.
Komplexen Problemen wie der Klimaerwärmung oder der Migration, sei sie nun motiviert durch Krieg oder Klima, begegnet Gelb nicht mehr mit Angst, sondern einem Strauss an Lösungen aus allen Wertesystemen, welche dem gesamten System dienen.
Gelb versteht die Motivationen und Werte, welche Menschen in jedem Wertesystem antreiben, und kann so den Dialog zwischen Wertesystemen fördern. Es sieht das Leben als ein Kaleidoskop von Möglichkeiten. Diese Sichtweise verhindert, dass Gelb den anderen Wertesystemen sein Denken aufzwingen möchte. Gelb sieht sich als Begleiter, als Accompagnateur, ohne Drang, die Regie zu übernehmen. Es erkennt, dass es natürliche Hierarchien gibt, bei denen das Ganze mehr ist als die Teile und neue Charakteristika und Funktionen entwickeln kann. Die Regie führt derjenige, der für das vorliegende Teilproblem am besten ausgerüstet ist, und diese Regie wechselt.
Auch Gelb schafft neue Probleme, aber diese sind im Moment noch nicht hinreichend manifestiert. Was wir bereits sagen können: Gelb macht Dinge manchmal unnötig kompliziert.