Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03248.jsonl.gz/245

Unterwasser-Holzweg
Wer über die Brücke geht, dem steht das Wasser bis zum Hals.
Teils im Wasser, teils im Erdreich: Holz ist hier höchster Beanspruchung ausgesetzt.
Der Schlitz durch Wasser und Landschaft ist erst auf den zweiten Blick zu erkennen.
Die Holzkonstruktion muss dem grossen Druck des Wassers standhalten.
Beim verwendeten Accoya-Holz handelt es sich um speziell behandelte Kiefer.
Die unter dem Wasserspiegel verlaufende Moses-Brücke besteht vollständig aus Holz. Ihre Stabilität erhielt die Konstruktion durch Spundwände aus Accoya-Holz. Dazwischen wurden Stufen sowie die Lauffläche aus Hartholz eingefügt. Die Dauerhaftigkeit von Accoya-Holz sowohl im Erdreich als auch im Wasser sorgt für eine lange Lebensdauer. Eine EPDM-Folie dichtet die Konstruktion ab.
Die Brücke steht an der Wasserlinie, einem aus Steinen und Sand gebautem Schutzwall, den die Niederländer im 17. Jahrhundert zur Verteidigung ihres Landes anlegten. Im Ernstfall konnten Sie den Graben fluten. Heute hat die Anlage den Status eines Denkmals. Für dessen Erschliessung brauchte es eine Brücke über den Graben.
Den Planern widerstrebte allerdings der Gedanke, eine Brücke über die Anlage zu bauen, die früher Feinde abhalten sollte. Deshalb haben sie das Ganze «unsichtbar» gemacht. Die Lösung besteht aus einer versenkten Brücke, welche der Böschungslinie folgt und auf gleicher Höhe mit dem Wall und dem Wasserspiegel abschliesst. Dieser Schlitz durch das Wasser und den Wall ist erst auf den zweiten Blick zu sehen.
Übrigens: Die Brücke kann auch bei starkem Regen nicht überflutet werden. Der Pegelstand des Wassers steigt nicht an, weil auf beiden Seiten des Grabens Überlaufrinnen errichtet wurden, die überschüssiges Wasser ableiten.