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| Apologeten, Frühchristliche - An Autolykus (Ad Autolycum)

Drittes Buch: Wertlosigkeit der heidnischen Schriftsteller und ihrer Lehren; Heiligkeit und hohes Alter der christlichen.
29. Der Vorwurf der Neuheit gegen die christliche Religion ist also ungerecht.
Wenn man also die Zeiten und alles Gesagte zusammennimmt, so kann man daraus das hohe Alter der prophetischen Schriften und die Göttlichkeit unserer Religion ersehen, daß sie nämlich nicht neu und unsere Lehren nicht fabelhaft und falsch seien, wie einige meinen, sondern fürwahr älter und wahrer1. Thallus nämlich erwähnt den König der Assyrier Belus und den Titanen Kronos und sagt, Belus habe auf Seite der Titanen in ihrem Kriege gegen Zeus und die sogenannten Götter unter ihm gestanden; dort sagt er: Und Gygus floh besiegt nach Tartessus; damals hieß das Land, über welches Gygus zu jener Zeit König war, Akte, jetzt heißt es Attika. Und die übrigen Gegenden, von welchen diese2 ihre Beinamen erhielten, aufzuzählen, halte ich nicht für notwendig, besonders dir gegenüber, der du in der Geschichte bewandert bist. Daß sich also Moses als älter herausstellt und nicht allein er, sondern auch die meisten Propheten nach ihm, als alle Schriftsteller und als Belus und Kronos und als der Ilische Krieg, ist klar. Denn nach der Geschichte des Thallus tritt Belus 322 Jahre vor dem Ilischen Krieg auf. Daß aber Moses ungefähr 900 oder sogar 1000 Jahre vor der Eroberung Trojas gelebt habe, haben wir oben bewiesen. Da aber Kronos und Belus gleichzeitig lebten, so wissen die meisten nicht, wer Kronos und Belus ist. Einige verehren den Kronos und nennen ihn Bei und Bal, besonders die Orientalen, ohne zu wissen, wer Kronos und Belus sei. Bei den Römern heißt er Saturnus, denn auch sie wissen nicht, wer dieser ihr Gott ist, Kronos oder Belus. Der Anfang der Olympiaden, sagt man, beginnt von Iphitus, nach einigen von Linus, der auch den Beinamen Ilius hatte. Wie sich nun die Reihenfolge der Jahre und der Olympiaden verhält, ist oben dargelegt worden. Ich glaube, das Altertum unserer Geschichte und die ganze Chronologie nach Möglichkeit genau bestimmt zu haben. Denn wenn uns auch irgendein Teil der Zeit entgangen wäre, z. B. 50 oder 100 oder auch 200 Jahre, so sind das doch nicht zehn tausende oder tausende von Jahren, wie Plato und Apollonius und die übrigen Lügengeschichtsschreiber berichtet haben. Und dieses, nämlich die Zahl aller Jahre, wissen wir vielleicht nicht genau, weil in den hl. Schriften die nebenher laufenden Tage und Monate nicht verzeichnet sind. Betreffs der Chronologie, die wir aufstellen, stimmt auch Berosus, der chaldäische Philosoph, der die Griechen mit der chaldäischen Literatur bekannt gemacht hat, überein, der in seiner Erzählung von der Sintflut und vielen andern Ereignissen so ungefähr das nämliche wie Moses vorbringt. Ja sogar auch mit den Propheten Jeremias und Daniel stimmt er zum Teil überein; denn er erwähnt des Schicksales, das der König von Babylon den Juden bereitete, der von ihm Nabopalassar, bei den Hebräern aber Nabuchodonosor genannt wird. Auch macht er Erwähnung vom Tempel in Jerusalem, wie er vom Könige der Chaldäer zerstört und wie im zweiten Jahre der Regierung des Cyrus der Grund zum Tempel gelegt und wieder im zweiten Jahre des Darius der Tempel vollendet wurde.
1: als die Lehren dieser
2: beiden, Kronos und Belus