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Verschiedene Modelle helfen, den Informationsprozess darzustellen und sie zeigen gleichzeitig auf, was unter informationskompetentem Handeln zu verstehen ist. Die einzelnen Phasen des Informationsprozesses werden dabei in einer linearen Reihenfolge oder einer zirkularen Anordnung dargestellt. Einzelne Modelle berücksichtigen nur kognitive Faktoren, andere gehen aber auch auf emotionale Gegebenheiten wie Angst und Unsicherheit ein. Allen Modellen gemeinsam ist jedoch, dass sie lösungs- und handlungsorientierte Ansätze bieten, indem sie die Komplexität des Informationsprozesses entflechten. Ausserdem bilden Modelle die Basis für die Entwicklung von Standards.
Zusammenfassende Literatur zu den einzelnen Modellen
Haeberli, Justine (2010). Informationskompetenz für den universitären Standort Göttingen: Bestandsaufnahme und Empfehlungen. Berlin: Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin.
Schatovich, Anna Katharina (2007). Zur Vermittlung von Informationskompetenz an österreichischen Universitätsbibliotheken: Entwicklung, Status quo und Perspektiven im Raum Wien. Eisenstadt: FH-StG Informationsberufe.
Modelle aus dem englischsprachigen Raum
The Big 6 – Information & Technology Skills for Student Achievement
Mike Eisenberg und Bob Berkowitz haben das Modell der „Big 6“ entwickelt. Es ist das am häufigsten angewendete resp. zitierte Modell des Informationsprozesses. Dieses Modell beschreibt den Informationsprozess in sechs Schritten, die zusätzlich in zwei Anweisungen unterteilt sind. Dieses Modell zeigt den lösungs- und handlungsorientierten Charakter auf rein kognitiver Ebene. Interessant an diesem Modell ist zusätzlich, dass es nicht nur im Hochschulbereich, sondern auch auf der Stufe Kinergarten, Primar- und Sekundarschule eingesetzt werden kann (Modell Super3, Reduktion auf drei Stufen). Die Webseite beinhaltet umfassende Informationen zum Modell, Arbeitsmaterialien zum Thema gegliedert nach Schulstufen, Tutorials und Blogs.
Seven Pillars of Information Literacy
Die Seven Pillars der SCONUL (Society of College, National and University Libraries, Grossbritannien) stellen den Informationsprozess in sieben Säulen dar, die einzeln für sich gesehen einen Teil der Informationskompetenz ausmachen. Das Modell arbeitet zusätzlich mit Kompetenzstufen (vom Anfänger bis zum Experten). Auf dem Weg vom Anfänger bis zum Experten durchläuft ein Informationsnutzer mehrmals den gesamten Informationsprozess und wird so im Umgang mit Informationen immer kompetenter.
Information Search Process (ISP)
Die Professorin für Bibliotheks- und Informationswissenschaft Carol Kuhlthau entwickelte das Modell des Information Search Process an der Rutgers University in New Jersey. Das Modell arbeitet mit sechs Phasen, wobei Kuhlthau den Informationsbedarf und die Recherchevorbereitungen in den Vordergrund stellt. Kuhlthau nimmt in ihrem Modell neben der Darstellung des Informationsprozesses auch die Gefühle, Gedanken und Handlungen, die während des Informationsprozesses vorkommen können, auf. Sie geht davon aus, dass der Informationssuchende zu Beginn eher unsicher und ängstlich ist. Erst in einer späteren Phase des Informationsprozesses werden diese Zweifel durch ein Gefühl der Sicherheit abgelöst.
Modelle aus dem deutschsprachigen Raum
DYMIK
Das Dynamische Modell der Informationskompetenz (DYMIK) wurde 2000 von Benno Homann an der Universitätsbibliothek Heidelberg entwickelt. Homann geht davon aus, dass während des Suchprozesses rationale wie auch emotionale Faktoren eine Rolle spielen (siehe auch bei Carol Kuhlthau) und somit den Informationsprozess beeinflussen. Im Idealfall durchläuft ein Informationssuchender alle fünf Handlungsphasen dieses Modells in einer linearen Abfolge. Jede der fünf Handlungsphasen ist geprägt von weiteren Handlungselementen. Diese Handlungselemente können ausschlaggebend sein, ob mit der nächsten Handlungsphase im Suchprozess weitergefahren werden kann. Wenn die Voraussetzungen nicht stimmen, muss der Suchende im Informationsprozess eine vorausgehende Handlungsphase nochmals durchlaufen. Somit gestaltet sich der Informationsprozess nicht mehr rein linear, sondern bekommt einen dynamischen Charakter.
Lernsystem Informationskompetenz (LIK)
Begründer des Lernsystems Informationskompetenz (LIK) ist Detlev Dannenberg von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg. Dannenberg versteht sein Modell als Schnittstelle zwischen Bibliotheken aller Stufen und den diversen Ausbildungsstätten. Das Modell ist nicht linear aufgebaut, sondern es besteht aus vier Seiten, die ineinander verzahnt und voneinander abhängig sind, was gemäss Dannenberg Informationskompetenz erst ausmacht. Weitere Bestandteile des Gesamtkonzeptes LIK sind: Lernziele, didaktische Prinzipien und Hinweise auf methodische Komponenten.