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Stress ist ein Phänomen, das viele verschiedene Gesichter hat. So erleben wir in der Tierhaltung neben positivem Stress, der das Überleben von Mensch und Tier sichert, auch psychischen und sozialen (z.B. Überbevölkerung, Gruppenwechsel), physischen (z.B. Klauenerkrankungen) und metabolischen (Hitze, Stoffwechselüberlastung) Stress.
Nicht alle Stresssituationen sind sofort sichtbar, aber die Folgen sind sichtbar. Wenn Kühe gestresst sind, nimmt ihre Leistung ab und die Milch hat einen erhöhten Zellgehalt. Für die Milchkuh liegt die thermische Komfortzone zwischen 0° und 16° C. Bereits ab einer Stalltemperatur von 22° C ist ein Rückgang des Futterverbrauchs zu beobachten. Hitzestress tritt auf, sobald die durch die Stoffwechselprozesse des Körpers erzeugte Wärme die Fähigkeit zur Wärmeabgabe an die Umgebung übersteigt. Infolgedessen sind Hochleistungskühe und Tiere in der Spitzenlaktation besonders gestresst. Auch trächtige und trockene Kühe sind hitzeempfindlich. Tiere auf der Weide sollten mit natürlichem oder strukturellem Schatten versorgt werden. Studien zeigen, dass sogar ungeborene Kälber unter dem Hitzestress von trockenen Kühen leiden. Infolgedessen nehmen sie nach der Geburt geringere Mengen Kolostrum und damit Immunglobuline auf. Infolgedessen sind sie viel empfindlicher und produzieren später viel weniger Milch als Milchkühe.
Vor allem bauliche und technische Maßnahmen dienen dazu, die Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Stall zu senken und die Luftwechselrate zu erhöhen. Ein guter Zugang zu ausreichend Wasser in einwandfreier Qualität für alle Tiere zu jeder Zeit ist eine Selbstverständlichkeit. Management und Fütterung sind weitere Säulen, die Hitzestress reduzieren können. Überbelegung in Ställen, unnötiges Umherstreifen der Tiere und vermehrter Fliegenbefall sind für Kühe in heißen Perioden besonders belastend. Da der Futterverbrauch bei höheren Stalltemperaturen um 10 bis 25 % sinkt, müssen in dieser Zeit die Energiedichte und Verdaulichkeit der Ration erhöht und der Ballaststoffgehalt bei wiederkäuergerechter Fütterung reduziert werden.
Um die Erwärmung im Stall zu reduzieren, die Schmackhaftigkeit und den Verzehr des Hauptfutters zu erhöhen und darüber hinaus die Vitalität der Tiere zu steigern, ist die Verabreichung von Bronch-Arom B besonders während der heißen Sommermonate sinnvoll. Ätherische Öle sind dafür bekannt, den Appetit anzuregen und können antimikrobielle Eigenschaften haben.