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Mailand (italienisch Milano, lombardisch Milan, lateinisch Mediolanum) ist mit rund 1,4 Millionen Einwohnern die zweitgrösste Stadt Italiens und Hauptstadt der Region Lombardei sowie der Metropolitanstadt Mailand. Die Metropolregion war 2006 mit 7,4 Millionen Einwohnern der grösste italienische Ballungsraum.
Einst eine Gründung keltischer Siedler, erlebte die Stadt im Römischen Reich einen raschen Aufschwung. Mailand unterstand in seiner Geschichte dem Einfluss deutscher, französischer und österreichischer Kaiser und wuchs nach der Einigung Italiens zur grössten Industriestadt des Landes. Sie ist heute die führende Kultur-, Medien- und Modemetropole Italiens, eine Universitätsstadt und ein internationaler Finanzplatz als Sitz der Italienischen Börse. Sie beherbergt ein Weltkulturerbe, historisch bedeutsame Bauwerke und vielfältige Kunstschätze, die mehrere Millionen Touristen pro Jahr anziehen. Die Messestadt ist dank ihrer verkehrsgünstigen Lage in der oberitalienischen Po-Ebene ein Knotenpunkt des Schienen- und Autobahnnetzes und zweitgrösstes Luftfahrtdrehkreuz Italiens mit drei internationalen Flughäfen.
Eines der seltenen Zeugnisse aus der Zeit des Römischen Reiches stellen die antiken Ruinen der Colonne di San Lorenzo dar. Die Kolonnaden aus der Zeit des 2. Jahrhunderts waren wahrscheinlich Teil eines Tempels oder Badehauses. Nach dem Edikt von Mailand wurde die erste Mailänder Kirche Sant’Ambrogio erbaut, trotz zahlreicher Umbauten in späteren Jahrhunderten immer noch exemplarisch für eine frühchristliche Kirche.
Im frühen 13. Jahrhundert wurde der Palazzo della Ragione erbaut – ein städtischer Bau, der zur Abhaltung von Gerichtsprozessen, Märkten, Ratsversammlungen etc. diente. Unter dem Herzog der Familie Visconti begann 1386 der Bau des Mailänder Doms. Die gotische Kathedrale des Erzbistums Mailand wurde zwar im Jahr 1572 eingeweiht, aber erst 1965 endgültig fertiggestellt. Sie gilt heute als flächenmässig drittgrösste Kirche der Welt und als ein herausragendes Beispiel der italienischen Architektur des späten Mittelalters.
Im 15. Jahrhundert entstand unter der Herrschaft der Sforza das Castello Sforzesco als prächtiges Beispiel der Renaissance-Architektur. Das grosse Kastell wurde anstelle einer zerstörten Burg erbaut und war der Sitz der Mailänder Herzöge. Mit dem Ospedale Maggiore[7] entstand ab 1456 eines der frühesten europäischen Krankenhäuser. Das Gebäude ist heute der Hauptsitz der Universität von Mailand. Ein weiteres herausragendes Zeugnis dieser Epoche stellt das Kloster Santa Maria delle Grazie dar, das seit 1980 als Welterbe von der UNESCO anerkannt ist.
Im Jahr 1560 wurde eine neue Stadtmauer eingeweiht, deren prunkvolle Tore grösstenteils heute noch erhalten sind. Aus der Zeitspanne der Gegenreformation stammt die Biblioteca Ambrosiana[8], die heute mit rund einer Million Dokumente und Schriften eine bedeutende Bibliothek mittelalterlicher Kulturgüter darstellt.
Unter Maria Theresia erlebte die Stadt im 18. Jahrhundert eine erneute kulturelle Blüte. Die Einweihung des Teatro alla Scala von 1778, heute eines der weltweit bekanntesten Opernhäuser, und die Neugestaltung des Königlichen Palastes fanden unter der Ägide der österreichischen Kaiserin statt. Von 1805 bis 1814 unterlag Mailand der napoleonischen Herrschaft. Als Hauptstadt eines französischen Satellitenstaates wurde die Stadt baulich aufgewertet, neue repräsentative Plätze und Boulevards geschaffen und von 1807 bis 1838 der Arco della Pace, ein monumentaler Triumphbogen, errichtet.
Hauptstadt eines französischen Satellitenstaates wurde die Stadt baulich aufgewertet, neue repräsentative Plätze und Boulevards geschaffen und von 1807 bis 1838 der Arco della Pace, ein monumentaler Triumphbogen, errichtet.
Im Rahmen der industriellen Revolution in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wuchs Mailand zum florierenden industriellen Zentrum Italiens. Giuseppe Mengoni erbaute von 1865 bis 1877 die Galleria Vittorio Emanuele II, die älteste überdachte Einkaufspassage der Welt. Dem Stil der Neuromanik folgt die Ehrenhalle des Cimitero Monumentale, die 1866 fertiggestellt wurde.
Im 20. Jahrhundert entwickelten sich zahlreiche progressive Stile, so wurden Architekten vom Art Nouveau, dem Art déco und vor allem ab den späten 1920er Jahren auch von der Faschistischen Monumentalarchitektur beeinflusst. Ein Zeugnis dieser Epoche ist der monumentale Hauptbahnhof, der 1931 fertiggestellt wurde.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Mailand