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In den olympischen Disziplinen warten die Schweizer Schützen weiterhin auf eine Qualifikation für einen WM-Final. Am fünften Wettkampf-Tag in München vermochte im Gewehr-Dreistellungsmatch der Männer ausschliesslich Marcel Bürge zu genügen.
Bürges Spannungsabfall
Der Routinier aus dem Toggenburg belegte mit 1167 von 1200 möglichen Punkten den 29. Rang. Fünf Zähler mehr, und er hätte sich an der Schwelle zum Final befunden. Er büsste in der Stehend-Position entscheidend an Terrain ein. Mit dieser Stellung bekundete er in der jüngeren Vergangenheit immer wieder Mühe. In der zweiten Passe totalisierte er mit lediglich einem «Zehner» nur gerade 90 Punkte. Diesen Dämpfer mochte es nicht vertragen.
Bürge sprach von einem Spannungsabfall während der besagten Schwächephase, der in einer von mentaler Arbeit geprägten Sportart wie Schiessen halt vorkommen könne. «Schade, 95 Prozent des Wettkampfs waren Weltklasse,» meinte der 38-jährige St. Galler, «wenn du während einer Hundertstelsekunde nicht sauber schiesst, bist du bei dieser hohen Leistungsdichte weg vom Fenster. Aber ich bin nicht am Boden zerstört. Im Grossen und Ganzen kann ich zufrieden sein.»
Rouiller und Beyeler schwach
Nimmt man die Qualifikationsergebnisse aus den Bereichen liegend (397) und knieend (390), verlor er auf den späteren Weltmeister Peter Sidi aus Ungarn bloss zwei Punkte. 2002 in Lahti war es noch Bürge gewesen, der im prestigeträchtigen Dreistellungsmatch den WM-Titel holte. Bürges Landsleuten Nicolas Rouiller (53.) und Simon Beyeler (68.) erging es schlechter. Sie kämpfen derzeit vergeblich um den Anschluss an die Spitze. 2006 an den Weltmeisterschaften in Zagreb hatte Beyeler für das Highlight aus Schweizer Sicht gesorgt, als der Berner über 50 m liegend Fünfter wurde.
Starke Junioren
Es ist den Junioren zu verdanken, dass im eidgenössischen Lager keine Katerstimmung herrscht. Der männliche Nachwuchs sicherte zwei Team-Medaillen. Das Gewehr-Trio mit Roberto May, Claude-Alain Delley und Jan Lochbihler gewann Silber im Dreistellungsmatch, ehe die Sportpistolen-Staffel mit Lukas Grunder, Markus Linder und dem Taferser Laurent Stritt mit Bronze nachdoppelte. Grunder hatte tags zuvor mit der Luftpistole bei seinem letzten wichtigen Junioren-Einsatz in einer olympischen Disziplin bereits das Podest erklommen. Diese Erfolge von auf internationaler Ebene eher geringem Stellenwert dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass nach heutigem Stand Schweizer Schiess-Medaillen an den Olympischen Spielen von London ins Reich der Träume gehören. Si