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Ribera del Duero, Spanien
mit/bei Meta Hiltebrand
Ribera del Duero
Die DO Ribera del Duero (Denominación de Origen) ist eine spanische Weinregion, die im nördlichen Zentralspanien auf der Hochebene von Kastilien liegt (Castilla y León), dem grössten Hochland Europas. Namensgeber der Weinbauregion ist der Duero, ein Fluss, der in der Bergkette Picos de Urbión entspringt.
Ribera del Duero ist ein 115 Kilometer breiter und 35 Kilometer hoher Streifen in der Nähe der Provinzen Brugos, Valadolid, Soria and Segovia.
Der Grossteil der 25.000 Hektar Rebfläche (Stand 2022) in Ribera del Duero befindet sich vor einer beeindruckenden Tafelbergkulisse auf einer Höhe zwischen 720 und 1100 Metern. Meist liegen die Weinberge der Region nicht mehr als zwei bis drei Kilometer vom Fluss Duero entfernt, der das Gebiet der Länge nach von Osten kommend durchfliesst und in Portugal als Douro ins Meer mündet.
Die Geschichte des Weinbaus findet in der Region entlang des Flusses Duero schon seit über 2.000 Jahren statt. Nach der Römerzeit gab es einen Aufschwung für den Weinbau während der Reconquista, der Rückeroberung aus arabischer Herrschaft, da nachrückende Mönche Klöster gründeten und dort Wein kultivierten. Der Duero war während der Reconquista bis etwa 1030 die Grenze zwischen dem christlichen Norden und dem maurischen Süden. Die heutige, als geschütztes Herkunftsgebiet eingetragene DO Ribera del Duero wurde am 21. Juli 1982 gegründet. An diesem Datum gab es in Ribera del Duero 24 Weingüter. Nur eines, nämlich das 1864 gegründete Weingut Vega Sicilia, erlangte damals eine überregionale Bedeutung. In den nächsten Jahren ging allerdings alles sehr schnell. Verantwortlich dafür waren visionäre spanische Winzer und Unternehmer, welche die Region ebenso für sich entdeckten wie Weinguru Robert Parker deren Weine. Zu einer gewissen Demokratisierung der Produktion hat die mittlerweile grosse Zahl neuer Weingüter geführt, inzwischen sind über 200 von ihnen in der DOP registriert.
Das Klima in Ribera del Duero kann mit Fug und Recht als extrem bezeichnet werden. Die Sommer sind kurz, heiss und trocken, die Winter wiederum sehr kalt. Die erwähnte Bergkette schirmt die Meseta, das kastilische Hochland, von kühlendem Meereseinfluss ab. Nur der Fluss wirkt temperaturregulierend. Das kontinentale Klima bietet mit 2.400 Stunden Sonnenschein pro Jahr ideale Voraussetzungen für den Weinbau. Der mit 450 Millimetern sehr niedrige jährliche Niederschlag macht Ribera del Duero allerdings zu einer sehr trockenen Weinregion. Weinberge in Höhenlagen profitieren von grossen Unterschieden zwischen Tages- und Nachttemperatur. Im Sommer herrschen tagsüber teils Temperaturen von 40 Grad Celsius, die nachts auf 15 Grad Celsius fallen. Die kühlen Nächte bewahren Aromatik und Frische in den Beeren, ein wichtiger Qualitätsfaktor der körperreichen Weine aus Ribera del Duero.
Der urzeitliche Sockel der nördlichen Meseta ist grösstenteils von tertiären Sedimenten bedeckt. Dies resultiert in einer grossen Vielfalt von Bodenbeschaffenheiten. Die drei am häufigsten zu findenden Bodentypen im Ribera-del-Duero-Gebiet sind von Lehm, Kalk und Sand geprägt. Eine insbesondere für Rotwein optimale Grundlage, so fördert der Lehmboden die Kraft und Struktur der Weine, kalkig-sandiger Einfluss steht wiederum für Feinheit, Mineralität und Frische der Weine.
Die Rebsorte Tempranillo ist mit rund 96 Prozent der Anbaufläche vorherrschend in Ribera del Duero und wird hier meistens Tinta del País genannt. Aber auch Cabernet Sauvignon, Merlot und Malbec sind als Rebsorten zugelassen. Garnacha Tinta wird ebenfalls in geringer Menge angebaut und hauptsächlich zu trockenem Rosé verarbeitet. Weissweine sind in Ribera del Duero eher selten und bestehen fast ausschliesslich aus der autochthonen Rebsorte Albillo Mayor.
Wie in anderen spanischen Anbaugebieten existiert in Ribera del Duero die Unterteilung der Weine in Crianza, Reserva und Gran Reserva. Immer mehr Winzer präferieren einen Weinausbau im Fass abseits der vorgegebenen Dauer des Holzausbaus bei den Begriffen Crianza, Reserva und Gran Reserva. Diese Weine kommen dann mit der Bezeichnung Cosecha für den Jahrgang daher.
Wenn ein Wein als Crianza klassifiziert werden soll, muss er in Ribera del Duero mindestens 24 Monate reifen, davon 12 Monate im Holzfass. Ein Reserva benötigt mindestens 36 Monate Reife, davon wiederum 12 Monate im Holz. Bei einem Gran Reserva müssen es sogar 60 Monate Reifezeit sein, 24 Monate im Holzfass.
Verkostungsnotizen
El Lebrero de Callejo 2021, Bodegas Callejo
Leuchtendes Strohgelb mit goldigen Nuancen. In der Nase dezente exotische Früchte, mediterrane Kräuter, weisse Blüten und würzige Noten. Am kräftigen Gaumen gut strukturiert, mit einer rassigen Säure, einer pikanten Mineralität (erinnert an nassen Stein), gut ausbalanciert, vielschichtig und mit einem aromatischen, fruchtigen, ausdrucksstarken Abgang.
16.5/20
Le Rosé de Antidoto 2021, Bodegas Antidoto
Herrliches Blassrosa. Fruchtige Nase mit Düften von Himbeeren, weisser Pfirsich, etwas Zitrus und weissen Blumen. Am fruchtigen Gaumen eine ordentliche Säure, zarte Röstaromen, alles wirkt frisch, direkt, geschmeidig und mit einem zarten, minim kalkhaltigen, langen, trinkigen Abgang.
16.5/20
Secreto 2019, Entrecanales Domecq e Hijos
Leuchtgenes Rubinrot mit minimen Violetttönen. In der Nase dunkle Waldbeeren und vor allem reife Steinfrüchte, etwas Tabak und Holz. Am ausgewogenen Gaumen vielschichtig, fein, würzig, mineralisch, vollmundig, elegant und mit einem geschmeidigen, intensiven, langen Abgang.
17.25/20
Valsotillo 2020, Bodegas Ismael Arroyo
Dunkel leuchtendes Rubinrot. In der Nase dezente Fruchtnoten von reifen Waldbeeren und dunklen Steinfrüchten, etwas Vanille, Leder, Holzwürze und Kaffee. Am vollen Gaumen vielschichtig, mit einer körnigen Tanninstruktur, einer spitzen Säure, dicht, kompakt, minim pfeffrig und mit einem ausgeprägten, straffen, langen Abgang.
17.5/20
Malleolus 2020, Bodegas Emilio Moro
Leuchtendes Rubinrot mit scharlachroten Nuancen. An der noch jungen, aber sinnvollen Nase schwarze Kirschen, Heidelbeeren, Brombeeren, Cassis, Pflaumen, Kaffee, Tabak, geräuchter Speck, aber auch würzige Nelken-, Kaffee- und Teeraromen. Am kompakten Gaumen gut strukturiert, zart, fein auftretende Tannine, kompakt, vielschichtig, komplex, etwas balsamisch und mit einem intensiven, eindrucksvollen, finessenreichen, langen Abgang.
17.75/20
Cair Seleccion la Aguilera 2019, Dominio de Cair
Dunkel leuchtendes Rubinrot mit violetten Reflexen. In der Nase edle Düfte von dunklen Waldbeeren und schwarzen Steinfrüchten, blumige Noten, ein Hauch von Balsamico, Zedernholz und Bitterschokolade. Am saftigen Gaumen intensiv, vielschichtig, fleischig, einer feinkörnigen, cremigen Struktur, einer gut ausbalancierten Säure und einem eleganten, edlen, lange nachklingenden, würzigen Abgang.
17.75/20
Balbas Gran Reserva 2015, Bodegas Balbas
Leuchtendes Rubinrot mit ziegelroten Reflexen. In der bereits etwas gereiften Nase Düfte nach gekochten, dunklen Waldbeeren und Steinfrüchten, Röstaromen, getoastetes Holz, würzige Noten, Schokolade und etwas Vanille und Leder. Am ausgewogenen Gaumen präsentiert er sich seidig, dicht, mit gut eingebauten Tanninen, einer zarten Säure, und einem voluminösen, vielfältigen, intensiven und langen Abgang.
17.5/20
Conde San Cristobal 888m 2019, Grupo Vinicola Marques de Vargas
Dunkel leuchtendes Rubinrot. In der duftigen Nase zarte reifbeerige Fruchtaromen, kräftige, würzige Barriquenoten von Vanille-, Karamell-, Kokosnuss und Zimt drängen in den Vordergrund. Am intensiven Gaumen reife Tannine, deutliche Barriquenoten, eine gute Balance, eine herrliche Fruchtstruktur, würzig und finessenreich. Vielschichtiger, komplexer, fülliger und erfrischender, langer Abgang.
17.5/20
Menü
Aperitiv
Geflämmte Jakobsmuscheln in der Schale mit Yuzuvinaigrette und Lollys vom Rauchlachs im Wasabimantel
- Gang
Frisch-Lachstatar auf Pannacotta von australischem Zitronenblatt mit Safrancreme und
Popcorncrunch.
- Gang
Praliné von der Entenleber im Haselnussmantel auf einem Gelee Roter Beete und Portwein auf Vanille- Frischkäsemousse, übergossen am Tisch mit einer Weissweinsuppe.
- Gang
Rindsfilet im Kaffeerubmantel auf einem Kürbis-Marroni-Beet an Lakritze- Quitten-Jus
- Gang
Schokoladenmousse mit Erdnuss auf einem Toncabohnen- Feigencake mit Cassiscreme.
Andi Spichtig
Fotos: ff.k Public Relations GmbH in Hamburg