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Sie haben ein paar tausend Franken oder Euros gespart und Sie gehen zu Ihrer Bank um einen Anlagevorschlag einzuholen. In sicher 90% von allen Fällen wird man Ihnen einen Anlagefonds vorschlagen. Doch was ist das überhaupt?
Es gibt tausende verschiedener Fonds und eine Unmenge verschiedener Fondstypen. Wir versuchen hier eine allgemeine Erklärung zu geben. Um das Konzept eines Anlagefonds zu verstehen, macht man sich am besten folgendes Bild:
- Der Fonds entspricht einem Korb.- In diesen Korb steckt man nun Aktien, Obligationen und andere Wertpapiere.- Die Proportion der verschiedenen Wertpapiere ist durch das Fondsreglement vorgegeben und muss durch die Fondsleitung eingehalten werden.- Der Korb hat somit einen Wert, welcher dem Gesamtwert der sich im Korb befindenden Wertpapiere entspricht. Dieser Wert wird laufend oder täglich berechnet.- Wenn Sie in einen Fonds investieren, so kaufen Sie einen Anteil dieses Korbes.- Wenn die Fondsleitung Anteile verkauft, so muss sie diese gemäss dem Fondsreglement in Wertpapiere investieren und damit den Korb entsprechend füllen.
Der grosse Vorteil eines Fonds ist, dass Sie schon mit wenig Geld in Wertpapiere investieren und gleichzeitig eine gewisse Diversifikation sicherstellen können. Sie sparen so zum einen hohe Courtagen, Sie müssen ja nur ein Produkt kaufen und nicht eine ganze Menge und Sie haben durch die Diversifikation das Risiko reduziert.
Früher waren die meisten Fonds aktiv betreut. Das bedeutet, dass die Fondsleitung laufend eine Titelselektion durchführt und die Titel in den Fonds nimmt, die am meisten Gewinnversprechend sind. Diese Fonds brauchen so ein Team von Marktanalysten um die besten Titel ausfindig zu machen, was nicht gerade billig ist. Der grosse Nachteil von aktiv gemanagten Fonds sind Ihre Kosten. Diese betragen zwischen 1.5 und 4 % pro Jahr welche dem Kunden verrechnet werden bei Gewinn oder Verlust. Geht man davon aus, dass man mit Aktien eine durchschnittliche Rendite von 7% erzielen kann (das behaupten jedenfalls die Kursbücher), so schmälert dies den Gewinn drastisch. Denn zu diesen Kosten, kommen oft noch Depotgebühren, Courtagen usw. Aktiv gemanagte Fonds sind somit vor allem rentabel für Ihre Bank!
Viele Studien haben gezeigt, dass aktiv gemanagte Fonds nicht dauerhaft bessere Rendite erzielen als passiv gemanagte Fonds, im Gegenteil. Es wurde bewiesen, dass 80% der Fonds schlechter abschnitten als der Index. Manche Anbieter kamen da auf die Idee Indexfonds anzubieten. Das heisst, das der Korb des Fonds einen gewissen Index abbildet, wie zum Beispiel der SMI, der DAX, der Nasdaq usw. Der Vorteil dieser Fonds ist, dass das Team von Analysten nicht mehr notwendig wurde, da die Titel und die Anteile dieser Wertpapiere im Korb vom Index vorgegeben waren.
Anlagefonds konnten fast nur Zeitverzögert gekauft und verkauft werden. Der Preis wurde meistens erst nach dem Entscheid festgelegt. Dies machte einen aktiven Handel schwierig und schwer planbar. Der Handel mit Anlagefonds war somit nur für sehr langfristige Ziele sinnvoll.
Mit den ETF's konnte diese Zeitverzögerung umgangen werden. Der Preis von Indexfonds wurden von Computern laufend berechnet und ein Market Maker bildet den aktuellen Preis eines Fondsanteils mit einem Brief- und Geldpreis ab. Es war nun möglich mit ETF's in Echtzeit zu handeln. Das war der grosse Durchbruch für diese Produkte und die Aktiv gemanagten Fonds verloren laufend an Volumen.
In letzter Zeit gab es einen Wildwuchs an Produkten die als ETF's verkauft werden. Bei vielen gibt es gar keinen Fondskorb mehr. Dieser wird bloss mit Derivatprodukten nachgebildet. Dies ist sehr schade, den ETF's sind eigentlich super Produkte. Sie sind zum einen billig und zum anderen verkörpern sie die ursprünglichen Vorteile von Anlagefonds. Schauen Sie beim Kauf eines ETF's undbedingt darauf, dass ein effektiver Aktienkorb existiert!