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Von der Vergangenheit eingeholt? Dell soll von Intel bis zu einer Milliarde Dollar pro Jahr erhalten haben, um keine AMD-CPUs zu verwenden.
Gerade hat Firmengründer Michael Dell wieder das Ruder bei seinem Unternehmen übernommen und schon muss er sich mit möglicherweise gravierenden neuen rechtlichen Problemen herumschlagen.
In einer bei einem texanischen Gericht eingereichten Klage erhebt ein Rechtsanwalt schwere Anschuldigungen gegen Dell im Zusammenhang mit seinem früheren Geschäftsverhältnis zu Intel, wie das 'Wall Street Journal' berichtet. Zu den in der Klage genannten Beschuldigten gehören neben Dell auch Intel, der Buchprüfer PricewaterhouseCoopers sowie 16 Einzelpersonen, darunter Michael Dell und Ex-CEO Kevin Rollins.
Intel und Dell haben die Anschuldigungen umgehend zurückkgewiesen.
Der Kläger wirft Dell vor Aktionäre geschädigt zu haben. Er hofft, für seine Klage den Status einer Sammelklage im Namen von Aktionären zu erhalten, die zwischen Februar 2003 und September 2006 Dell-Aktien kauften.
In der Klage wird Dell unter anderem beschuldigt, die Investoren in Bezug auf schwerwiegende Probleme in der Buchhaltung, der Produktqualität und im Kundenservice nicht richtig aufgeklärt zu haben, um den Aktienkurs hochzuhalten. Gleichzeitig hätten leitende Dell-Manager Aktien im Wert von mehreren Milliarden Dollar abgestossen.
Der brisanteste Punkt aber betrifft Zahlungen von Intel. Der Chipriese soll Dell angeblich als Belohnung dafür, keinen anderen CPU-Lieferanten zu berücksichtigen, bis zu einer Milliarde Dollar pro Jahr an "geheimen und möglicherweise illegalen" Rabatten ausgezahlt haben. Diese "e-Cap payments" ("exception to corporate average pricing") seien jeweils gegen Ende eines Quartals ausbezahlt worden und dann in den Herstellungskosten "versteckt" worden. Nur gerade etwa 15 Leute bei Dell seien über diese Rabatte informiert gewesen.
In der Klage wird argumentiert, dass die Investoren durch die Geheimhaltung dieser möglicherweise illegalen Zahlungen, die ein Risiko darstellten, geschädigt worden seien. Intel habe genau wegen der Befürchtung, dass sich die Wettbewerbsbehörden verschiedener Länder für die Zahlungen interessieren könnten, auf Vertraulichkeit bestanden. Falls die Behauptungen stimmen, dürften diese allerdings auch jetzt noch lange Ohren kriegen. (Hans Jörg Maron)