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Abgebrannte Brennelemente aus Kernkraftwerken müssen in spezielle Endlagerbehälter verpackt werden, bevor sie in ein geologisches Tiefenlager gebracht werden. Das geschieht in einer so genannten Brennelementverpackungsanlage (BEVA). Diese kann am Standort des geologischen Tiefenlagers selbst oder an einem anderen, externen Standort gebaut werden. Die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) hatte die Aufgabe, in einem Bericht die Vor- und Nachteile der verschiedenen Varianten aufzuzeigen. Der Bericht ist eine wichtige Grundlage für die überregionale Zusammenarbeit, in der die Platzierung der BEVA diskutiert wird.
Der Bericht vergleicht 5 Standortvarianten der BEVA bezüglich Synergiepotenzialen, Flächenbedarf, Raumplanung, Transportketten, bauliche und betriebliche Aspekten sowie Kosten.
Als Referenzvariante nennt der Bericht den Standort der BEVA beim geologischen Tiefenlager, als Teil der Oberflächeninfrastruktur.
Als weitere Standortvariante untersucht der Bericht den Raum beim Zwischenlager in Würenlingen (ZWILAG). Im ZWILAG werden heute die Brennelemente aus den Kernkraftwerken zwischengelagert. Deshalb gibt es dort bereits diverse Einrichtungen und betriebliche Erfahrungen, die Synergien ermöglichen würden.
Die Variante, die BEVA bei einem Kernkraftwerk zu errichten wurde bereits im November 2019 von den Betreibern der Kernkraftwerke Gösgen und Leibstadt wegen zu unsicheren Synergien verworfen.
Der Bau der BEVA beim Zwischenlager des Kernkraftwerks Beznau (ZWIBEZ) ist eine weitere Standortvariante. Weil das ZWIBEZ bestehen bleibt, bis das Tiefenlager in Betrieb geht, generiert sie gewisse Synergien. Gegenüber der Variante ZWILAG sind diese jedoch geringer.
Und schliesslich analysiert der Bericht eine generische Standortvariante auf der «grünen Wiese», ohne konkrete Standortangabe. Hier gibt es keinerlei Synergien mit anderen nuklearen Anlagen.
Ein gemeinsamer Nachteil der BEVA-Standortvarianten, die nicht direkt beim Tiefenlager liegen, sind die zusätzlichen Transporte. Die fertig in Endlagerbehälter verpackten Abfälle könnten nicht direkt von der Oberfläche in den Untergrund verbracht werden. Sie müssten zuerst über das öffentliche Verkehrsnetz (Schiene und Strasse) von der externen BEVA zum Tiefenlager transportiert werden.
Weiteres Vorgehen Die Mitglieder der überregionalen Zusammenarbeit werden diese Standortvarianten nun beurteilen. Ziel ist, dass sie eine gemeinsame Erklärung dazu erarbeiten. Diese dient dann den Regionalkonferenzen als Grundlage für ihre definitiven Stellungnahmen zu den Nagra-Vorschlägen zur Platzierung der Oberflächeninfrastruktur.
Clemens Bolli, Fachspezialist Regionale Partizipation, BFE