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Die Richterwilerin egalisierte am Mittwoch, 11.6. im finnischen Imatra ihr bisher bestes Weltcup-Resultat. Allerdings musste Gross diesen dritten Rang mit den Schwedinnen Tove Alexandersson und Helena Jansson teilen.
Der Veranstalter versprach, dass beim Sprint-OL in Imatra niemand einen Heimvorteil haben werde, dies obwohl die Finnen im Provinzstädtchen bereits einmal einen Wettkampf absolviert hatten. Wie ist das möglich? Einen Tag vor dem Weltcupsprint platzierten Funktionäre im Städtchen unzählige Zäune von rund 800 Metern Gesamtlänge an genau definierten Stellen und verwandelten damit die Ortschaft in ein wahres Labyrinth. Strassen und Wege wurden mit den mobilen Zäunen an mehreren Stellen unterbrochen, die kürzesten Verbindungen gekappt. "Physisch war es gar nicht so anstrengend", meinte Gross aufgrund der kartentechnisch höchsten Anforderungen. "Ich hatte ständig ein schlechtes Gefühl, ob ich jetzt wirklich die beste Routenwahl getroffen hatte. Aber nur ganz am Anfang des Rennens, musste ich ein paar Sekunden innehalten und die Karte studieren. Abgesehen von einer kleinen Unsicherheit auf dem Weg zum ersten Posten gelang mir ein fehlerfreies Rennen“, berichtete Gross nach ihrem Lauf.
Tatsächlich löste die junge Primarlehrerin die knifflige Aufgabe ausgezeichnet. Sie verlor auf die Europameisterin Judith Wyder lediglich 19 Sekunden und klassierte sich mit dieser Leistung wie an der Europameisterschaft in Portugal auf dem dritten Rang. Mit der exakt gleichen Zeit liefen die beiden starken Schwedinnen Tove Alexandersson und Helena Jansson durchs Ziel. „Es war cool mit Tove auf dem Podest zu stehen, denn wir sind ja Mitglieder vom gleichen Schwedischen Klub“, freute sich Gross.
Starke Leistung auch über die Langdistanz in Norwegen
Vor dem Sprint in Finnland weilte der Weltcup-Tross in Kongsberg (Norwegen), wo ein Mitteldistanz- und ein Langdistanz-Lauf auf dem Programm standen. Insbesondere im enorm anforderungsreichen Langdistanzrennen zeigte Gross eine beeindruckende Leistung. Mit einer Zeit von 1:18 Stunden für die 8.9 Kilometer lange Strecke durch den norwegischen Urwald belegte die Zimmerberglerin als zweitbeste Schweizerin den elften Rang. Mit ihren beiden exzellenten Leistungen über die Langdistanz in Norwegen und im Sprint in Finnland bestätigte die Richterswilerin ihre Qualifikation für die Weltmeisterschaft in Italien. Genau in diesen beiden Disziplinen kommt sie anfangs Juli den Titelkämpfen zum Einsatz. „Ich freue mich auf den Sprint in Venedig. Das ist ein schwieriges OL-Gelände. Im Gegensatz zu den Finnen werden die Italiener wohl kaum Zäune aufstellen müssen“, schmunzelt Gross.