Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03127.jsonl.gz/1497

Über Tapire wissen viele nur wenig. Was nicht verwunderlich ist, denn sie leben zurückgezogen inmitten von Tropenwäldern und sind hauptsächlich nachtaktiv. Die Unpaarhufer werden 0,8 – 1,2 m hoch und bis zu 2,5 m lang. Ihr Aussehen gleicht einer Mischung zwischen einem Schwein und einem Nilpferd. Tatsächlich haben Tapire auch ähnliche Gewohnheiten wie diese beiden Tierarten: Sie lieben es, sich in Pfützen zu suhlen, um sich mit einer dicken Schlammschicht vor Zecken, Milben oder Mücken zu schützen. Und wie Flusspferde verbringen Tapire viel Zeit in den Tropengewässern, deren Grund sie nach Wasserpflanzen absuchen. Daneben ernähren sie sich von heruntergefallenen Früchten, Nüssen sowie von Blättern. Mit ihrem beweglichen Rüssel spüren sie ihre bevorzugte Nahrung auf und greifen nach ihr. Ihre glatte Haut ist äusserst robust und ihr Magen vermag mit seinem grossen Arsenal an Bakterien und Mikroorganismen selbst einige giftige Stoffe zu verdauen.
Beständige Gattung
Die Familie der Tapire existiert bereits seit ungefähr 50 Millionen Jahren. Damit gehören sie zu den ältesten Säugetieren überhaupt. 14 Millionen bis 2,7 Millionen Jahre vor unserer Zeit lebten Tapire auch in Europa. Heute gibt es noch fünf Tapir-Arten auf der Erde, vier davon leben in Zentral- und Südamerika, der Schabrackentapir (Tapirus indicus) ist hingegen in Südostasien heimisch. Von dieser Art leben laut der Roten Liste der International Union for Conservation of Nature (IUCN) nur noch knapp 2500 Exemplare; sie gilt als stark gefährdet. Die IUCN schätzt, dass sich der Bestand der Schabrackentapire in den nächsten 24 Jahren um weitere 20 % verringern wird. Der Mittelamerikanische Tapir und der Bergtapir befinden sich ebenfalls auf der Roten Liste, genauso wie der Flachlandtapir, welcher allerdings weniger gefährdet ist.
Mit dem Regenwald verschwinden auch die Tapire
Durch die Rodung von tropischen Waldflächen werde der natürliche Lebensraum der Tapire immer kleiner, unter anderem wegen der stetigen Zunahme an Palmöl-Plantagen, so die IUCN. Zudem werden sie teilweise wegen ihres Fleisches und ihrer Häute gejagt. Ein weiteres Problem stelle Inzucht dar, da die Populationen immer isolierter und auf engerem Raum leben. Die im Jahre 1980 gegründete „Tapir Specialist Group“ der IUCN nimmt sich dem Problem an; forscht und koordiniert diverse Projekte zum Schutz der Tiere. Die Entwicklung der Populationen wird zum Beispiel mithilfe von Kamerafallen beobachtet. Ausserdem werden in verschiedenen Reservaten Erhaltungszuchtprogramme durchgeführt. Für Tapire kann es dennoch kritisch werden, falls der Verlust des Regenwaldes in diesem Tempo weitergeht.
Quellen und weitere Informationen:
Gefährdung des Bergtapirs laut der Roten Liste des IUCN
Gefährdung des Schabrackentapirs
Website der „Tapir Specialist Group“