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Von der EU als Indikator empfohlen, weist die Erwerbslosigkeit auf eine mangelnde Integration und Teilhabe oder den Ausschluss vom Reichtum einer Gesellschaft hin (und zudem auch auf eine mangelnde Vermittelbarkeit auf dem Arbeitsmarkt). Es handelt sich folglich um einen der zentralen Indikatoren, um den Grad der Integration zu messen. Der Ausschluss aus dem Erwerbsleben ist eine der Hauptursachen für Armut. Ein dauerhafter Ausschluss hat negative Konsequenzen für fast alle Lebensbereiche. Eine Annäherung der Erwerbslosenquoten verschiedener Bevölkerungsgruppen würde anzeigen, dass sich der tatsächliche Zugang zum Arbeitsmarkt angleicht. Eine solche Entwicklung würde eventuell auch zugrundeliegende Merkmale wie Bildung, Sprache, Anerkennung von Abschlüssen oder auch die Arbeitsmarktrisiken betreffen.
Im Jahr 2018 betrug die Erwerbslosenquote gemäss ILO (Internationales Arbeitsamt) in der Schweiz 5%. Die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund wies eine Quote von 3% auf, die fast 3-mal tiefer lag als diejenige der Bevölkerung mit Migrationshintergrund (8%). Bei den Personen der ersten Generation lag die Quote bei 8%, bei den Personen der zweiten oder höheren Generation bei 6%.
Zwischen 2012 und 2018 haben sich die Erwerbslosenquoten in den verschiedenen Bevölkerungsgruppen nicht signifikant verändert.
In allen Grossregionen der Schweiz verzeichnet die Bevölkerung mit Migrationshintergrund höhere Erwerbslosenquoten gemäss ILO als die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund. Die relativen Unterschiede zwischen den beiden Gruppen liegen generell bei einem Verhältnis zwischen 1: 2,0 und 1: 2,4 - mit einem Höchstwert von 1: 3,7 im Espace Mittelland, wo der Unterschied somit am markantesten ist.
Tabellen
Definitionen
Als erwerbslos gemäss ILO gelten Personen im Alter von 15 bis 74 Jahren, die in der Referenzwoche nicht erwerbstätig waren, die in den vier vorangegangenen Wochen aktiv eine Arbeit gesucht haben und die für die Aufnahme einer Tätigkeit verfügbar waren. Diese Definition entspricht den Empfehlungen des Internationalen Arbeitsamtes und der OECD sowie den Definitionen von EUROSTAT. Erwerbslose gemäss ILO werden manchmal auch «Arbeitslose gemäss internationalen Normen» genannt.