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Dass Veränderungen nicht immer allen gefallen, mag zunächst einmal nicht besonders überraschend sein. Doch dass die geplante Umbenennung von Straßen, die nach einflussreichen Protagonisten der deutschen Kolonialzeit benannt sind, nicht nur auf lokaler Ebene, sondern auch auf überregionaler und nationaler Ebene immer wieder zu vehementen Widerständen und zahlreichen Abwehrreaktionen führt, lässt vermuten, dass es dabei um mehr geht als lediglich um die Angst vor Veränderungen. Doch um was wird dabei eigentlich gestritten und was wird dabei mit verhandelt?
Am 1. Juni 2017 veröffentlichte die konservative Tageszeitung Die Welt einen Kommentar ihres ehemaligen Redakteurs Alan Posener zur Umbenennung von Straßennamen im sogenannten ‚Afrikanischen Viertel‘ in Berlin unter der Überschrift „Deutscher Auslöschungsfuror“. Einen Tag später wurde die Überschrift in „Neuer Kolonialismus“ abgeändert (Posener 2017c). Darauf aufbauend veröffentlichte Posener bereits einen Monat später einen weiteren Artikel in der Welt – diesmal allerdings unter der Rubrik ‚Analyse‘ – mit der bezeichnenden Überschrift: „Es war nicht alles schlecht am Kolonialismus“ (Posener 2017a). Schon die verwendeten Überschriften lassen erkennen, in welche Richtung die diskursiven Interventionen Alan Poseners – einst Mitstreiter in der ‚Achse des Guten‘ – abzielen: Es geht um die Frage nach dem Umgang mit der deutschen Kolonialgeschichte und kolonialen Gegenwart und um den Kampf um Deutungshoheit.
Eine kurze Analyse dieser beiden Artikel bietet somit die Möglichkeit, sich mit den gängigen Argumentationsmustern und Abwehrmechanismen in der Debatte um…..