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L.
(Myrte),
Gattung aus der
Familie der
Myrtaceen, immergrüne
Sträucher und
Bäume mit einfachen, gegenständigen
Blättern, einzeln oder in drei- bis siebenblütigen
Cymen achselständigen, roten oder weißen
Blüten und
kugeligen, ein- bis vielsamigen, gekrönten
Beeren. Etwa 100
Arten, besonders im westlichen und außertropischen
Südamerika.
[* 9] Die gemeine
Myrte (Myrtus communisL.), in Südeuropa,
Asien,
[* 10]
Afrika,
[* 11] ist ein immergrüner, gewürzhafter, 1-1,25 m hoherStrauch
oder ein mäßiges Bäumchen mit glatten, glänzenden, lanzettförmigen, spitzen wohlriechenden Blättern und weißen oder
rötlichen, auch gefüllten
Blüten.
Äolis, den südlichen Teil derselben, u.
Teuthrania, an der Südgrenze. Es ist eine waldige, an
Städten arme
Binnen- und Berglandschaft, die sich nordwestlich gegen
die
Propontis und den
Hellespont in
Stufen abdacht und erst in der Zeit römischer Provinzialverwaltung unter dem gemeinsamen
Namen Mysien begriffen wird.
Schon bei den Eleusinien und den Thesmophorien finden wir diesen Orgiasmus, obgleich derselbe bei den eigentlich hellenischen
Religionen ein gehaltener und würdiger, im alten Rom
[* 29] aber durch das Staatsgesetz gänzlich ausgeschlossen war. Später drang
von Thrakien und Phrygien, dann von dem tiefern Asien her jener düstere Fanatismus ein, wo die Seele in religiöser
Erregung gegen den Leib rast, was gewöhnlich in Unsittlichkeit ausartete. Die Gottheit wird nach dieser Vorstellungsweise
als die unendliche geistige, mit der Natur verschlungene und hinter ihr verborgene Macht gesetzt, welcher man sich nur durch
gänzliche Versenkung des Geistes, durch Ertötung des Leiblichen annähern könne.
Die Festfeier (Orgia) selbst war bei den Mysterien ebenfalls größtenteils symbolischer Art. Sie
bestand aus mimisch-dramatischen Aufführungen der Göttergeschichte, z. B. des Raubes der Persephone,
[* 35] des Leidens und Sterbens
des Dionysos
[* 36] etc. Die Aufnahme in die Mysterien erfolgte mittels feierlicher Weihe, wobei der Mystagog dem Aufzunehmenden den Eid der
Verschwiegenheit abnahm, und durch verschiedene Grade. Die, welche die Vorweihe erhalten hatten, hießen Mysten, die
völlig Eingeweihten Epopten. In manche Mysterien konnten alle, in andre bloß Frauen aufgenommen werden; noch andre waren auf streng
geschlossene Kreise
[* 37] beschränkt.
Was die Geschichte der Mysterien betrifft, so sind unter den sporadisch vorkommenden Gebräuchen vor allen die Reinigungen und Sühnungen
sehr alt und eigentlich das Grundelement der Mysterien Zusammenhängendere Gebräuche mystischen Charakters haben sich besonders früh
in den chthonischen Götterdiensten entwickelt, z. B.
zu Ephyra in Thesprotien, zu Phigalia in Arkadien,
zu Hermione etc. Als bestimmtere Arten mystischen Dienstes treten zuerst innerhalb der Demeterreligion die Thesmophorien und
Eleusinien hervor.
Jene sind rein cerealisch und beruhen auf der religiösen Auffassung der Erde als fruchtbarer Mutter und des aus der Pflege
des Erdbodens hervorgehenden sittlichen Gewinns, während sich in diesen mit dem cerealischen Glauben noch
ein Element des Dionysosdienstes verbunden hat. Nächst den Eleusinien galten die samothrakischen Mysterien für die
heiligsten, besonders unter den asiatischen und thrakischen sowie allen seefahrenden Griechen. Sehr alt und angesehen waren
auch die Mysterien des Zeus
[* 40] auf Kreta, deren Feier gewöhnlich auf hoch gelegenen Punkten unter freiem Himmel
[* 41] und
bei Tag stattfand.
Die Orphischen Mysterien entstanden zuerst aus dem thrakischen Dionysosdienst, zogen aber später gleichfalls den
verschiedenartigsten Aberglauben in ihren Bereich. Sie machten sich in Athen bereits zur Zeit der Peisistratiden geltend und
verbreiteten sich dann besonders im Lauf des Peloponnesischen Kriegs. Orphisch und mystisch wurde zuletzt
fast gleichbedeutend und Orpheus
[* 48] als der Stifter sämtlicher Mysterien des Altertums angesehen. Mit der Ausbreitung der christlichen
Religion verschwanden im 2. und 3. Jahrh. allmählich die Mysterien.
Vgl. Sainte-Croix, Recherches historiques et critiques sur les
mystères du paganisme (2. Aufl. von de Sacy, Par. 1817, 2 Bde.; deutsch,
Gotha
[* 49] 1790);
Muth, Über die Mysterien der Alten (Hadamar 1842);
In der frühsten Zeit bestanden sie fast ausschließlich in pantomimischen Darstellungen; der Dialog kam erst später hinzu,
und der Text war anfangs, solange nur Geistliche die Spielenden waren, ganz oder zum größten Teil lateinisch abgefaßt, erst
später in deutscher Sprache;
[* 50] übrigens wechselten Gesänge mit der Rede. Zu den ältesten der auf uns gekommenen
deutschen Dramen dieser Art gehören Bruchstücke eines Passionsspiels aus dem Anfang des 13. Jahrh.
(hrsg. von Bartsch in der »Germania«,
[* 51] Bd. 8),