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Ivan Rakitics Karriere kannte bisher nur eine Richtung: nach oben. Doch in den letzten Wochen fiel er bei Barcelona aus den Traktanden. Verlässt er die Katalanen gar noch im Januar?
Der Weg von Ivan Rakitic verlief steil nach oben: Cupsieger mit Basel, DFB-Pokal-Sieger mit Schalke, Europa-League-Sieger und später Captain bei Sevilla und seit er 2014 zu Barcelona wechselte, regnet es sowieso Titel und Auszeichnungen: Zweimal Meister, zweimal Cupsieger, einmal spanischer und einmal europäischer Superpokalsieger, dazu zweimal Klubweltmeister, 2015 Kroatiens Fussballer des Jahres und natürlich war da der Champions-League-Titel 2015. Rakitic erzielte im Endspiel gegen Juventus schon in der 4. Minute das 1:0 beim 3:1-Erfolg.
Der Mittelfeldspieler aus dem beschaulichen Möhlin hatte die Fussballwelt erobert. Bei Barcelona war er unersetzlich. 32 Ligapartien und – bis auf das erste gegen APOEL Nikosia – alle Spiele in der Champions League bestritt er in seiner ersten Saison 2014/15. Dann, nach dem Abgang von Xavi, kam er in der letzten Spielzeit gar auf 36 von 38 Einsätzen (einmal verletzt, einmal nicht eingesetzt) in der Primera Division und verpasste in der Königsklasse keine Partie. Der Platz im zentralen Mittelfeld neben Andrés Iniesta, es war seiner.
Doch im Sommer holte Barça zwei junge Spieler. Zum einen kam der frischgebackene Europameister André Gomes (23) von Valencia, zum anderen wurde Denis Suarez (23) von Villarreal zurückbeordert. Zudem war Rafinha ja auch noch immer da.
Rakitic kam zwar weiterhin zu seinen Einsätzen, durfte aber immer öfter nicht über die vollen 90 Minuten ran. Dann kam anfangs Dezember der Clásico gegen Real Madrid. Der schweizerisch-kroatische Doppelbürger stand in der Startelf, wurde nach 60 Minuten durch Andrés Iniesta ersetzt, der von einer Verletzung zurückkam. Seit der Captain wieder da ist, spielte Rakitic in der Meisterschaft nicht mehr. Zweimal sass er vor der Weihnachtspause auf der Bank, in der ersten Partie 2017 gegen Villarreal musste der 28-Jährige gar auf die Tribüne.
Natürlich machten schnell Gerüchte die Runde. Aus Kroatien meldeten Medien, dass der Nationalspieler auf dem Absprung zu Manchester City sei. Gründe dafür sind schnell gefunden: Bei den Citiziens fällt Ilkay Gündogan verletzt aus, Yaya Touré wird nicht jünger, Fernandinho ist permanent Rot-gefährdet und Pep Guardiola kennt Rakitic noch als Gegner bei Sevilla. Auch ein Wechsel zu Manchester United rauschte zuvor immer wieder durch den Blätterwald.
Dazu kam, dass Rakitics Gespräche um die Verlängerung des 2019 auslaufenden Vertrags angeblich ins Stocken geraten waren. Und zwar, weil Trainer Luis Enrique dies so wolle. Der Übungsleiter sagte gegenüber spanischen Medien: «Rakitics Fehlen hatte nichts mit einem Wechsel zu tun. Nicht ein Viertel stimmt, was darüber geschrieben wurde. Ich habe kein Interesse daran, mich für meine Aufstellungen rechtfertigen zu müssen. Ich mache das, was ich für das Beste halte. Rakitic war und ist wichtig für Barça.»
Auch Spielerberater Artur Canales bekräftigte: «Ivan ist glücklich bei Barcelona» und Jordi Mestre, Barças Vize-Präsident für Sport erklärte gegenüber der «Marca»: «Wir wollen den Vertrag verlängern. Die Verhandlungen laufen.»
Heute trifft Barcelona im Achtelfinal-Rückspiel der Copa del Rey auf Athletic Bilbao. Die 1:2-Hypothek muss im Camp Nou ab 21.15 Uhr wett gemacht werden. Der Kroate dürfte in die Startelf zurückkehren. Das ist zwar nur der Cup und die Bedeutung für die Katalanen ist gering. Trotzdem wurde wohl alles heisser gekocht, als es dann gegessen wird und die die Karriere Rakitics dürfte zumindest bis im Sommer bei den «Blaugrana» weitergehen. Der Transfer-Blockbuster des Januarfensters wird kaum aus dem beschaulichen Möhlin kommen.