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Frage:
Ich, Jg. 1945, habe Übergewicht, probiere immer, es abzubauen. 1978 wurde mir die Gallenblase entfernt. Mein Vater starb vor vielen Jahren mit 55 Jahren an Speiseröhrenkrebs. Ebenso eine Cousine von mir. Das meine mir selbst bewussten Gefahrenpunkte. Seit einiger Zeit leide ich unter Reflux, speziell, wenn ich mich nicht ganz spartanisch und gesund ernähre sondern meinen Gelüsten nach meistens zu viel Käse und Süssem nachgebe. Sonst versuche ich ausgewogen zu essen. Vor kurzem, als ich wieder mal nicht schlafen konnte, schnäuzte ich plötzlich halb vergorenen Käse aus der Nase resp. er floss von selbst. Pfui, das war grausig! Um die Reflux-Beschwerden zu besänftigen, nehme ich einen halben Kaffeelöffel Basen pulver in etwas Wasser, trinke noch einen Leber-Galle-Tee und irgendwann, nach ein paar Stunden, ist der Spuk vorbei. Ich werde von meinem Hausarzt behandelt gegen Bluthochdruck mit Zanidip und Co-Diovan, ausserdem schlucke ich jeden Morgen in ASS Cardio Spirig und weil der Cholesterinspiegel an der oberen Grenze sei, noch ein Atorvastatin 40 mg. Eine halbe Stunde vor dem Frühstück nehme ich jeweils 1 Eltroxin 0,1 mg, dies seit einigen Jahren schon. Für mein Gefühl sind das zu viele Medikamente, aber mein Arzt rät mir dazu. Nun habe ich mich doch noch etwas eingehender über Reflux informiert und bin auch dem plötzlichen Verdacht eines möglichen Zwerchfellbruchs nachgegangen. Meine Fragen: Sollte ich, im jetzigen Zustand, meinen Arzt über die Vorfälle informieren? Im Prinzip kann man gut mit ihm reden, aber ich scheue die Untersuchungen. Was würden Sie mir für den Moment raten? Könnte es auch sein, dass all diese Medikamente eine zusätzliche Belastung für meinen Magen darstellen?
Antwort von Dr.med. Volker Stenz:
Die geschilderten Symptome passen gut zu einer Refluxerkranung. Die Regurgitation von Speise kann bei erhöhtem Druck im Bauchraum (z.B. Husten, Niessen, Schnäuzen vorkommen). Vielleicht liegt tatsächlich eine Zwerchfellbruch als zusätzlicher begünstigender Faktor vor. Von den angegebenen Medikamenten können Co-Diovan und Zanidip die Funktion des unteren Speiseröhrenschliessmuskels beeinträchtigen und einen Reflux begünstigen.
Einfache Therapiemassnahmen wären Gewichtsreduktion, Einnahme kleiner Mahlzeiten, keine späten Mahlzeiten und Schlafen mit erhöhtem Oberkörper. Der Verzicht auf Süsses wird zumindest teilweise als hilfreich beurteilt.
Grundsätzlich ist es sinnvoll, die Situation einmal mit dem Hausarzt zu besprechen. Eine Therapie mit einem Säureblocker z.B. über 4 Wochen könnte eine Hilfe ohne wesentliche Nebenwirkungen darstellen. Die Umstellung oder Reduktion der Blutdruckmedikamente sollte unbedingt nur in Rücksprache mit dem Hausarzt erfolgen.
Eine Spiegelung des Magens kann zeigen, ob tatsächlich eine Entzündung der Speiseröhre oder ein Zwerchfellbruch vorliegt. Eine solche kann heute sehr komfortabel und nicht belastend durchgeführt werden. Sie erscheint in Ihrem Alter sinnvoll, falls eine solche bisher noch nie durchgeführt worden ist.