Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/157596

<h2>SubmittedText<h2><p>Benutzerinnen und Benutzer der Bahnlinie Neuenburg-Bern, welche die Hauptstadt des Kantons Neuenburg mit der Bundesstadt verbindet und von der BLS betrieben wird (RE und S5), sind entnervt über die mangelnde Zuverlässigkeit dieser Bahnverbindung. Es vergeht praktisch kein Tag ohne Unterbrüche oder Zugausfälle, ohne Störungen auf offener Strecke oder erhebliche Verspätungen.</p><p>Einige Betroffene würden sofort bestätigen, dass es sich um die schlechteste Bahnverbindung in der Schweiz oder gar in ganz Mitteleuropa handelt.</p><p>Es ist verständlich, dass Naturgewalten oder Personenunfälle manchmal Probleme im Betrieb verursachen können. Ich weiss auch, dass wichtige Arbeiten für den Doppelspurausbau und den Bau des Rosshäuserntunnels im Gange sind. Mit diesen Arbeiten allein lassen sich die massiven Beeinträchtigungen aber nicht rechtfertigen. Dieser Missstand ist absolut unhaltbar.</p><p>Einer der Hauptgründe für diese Probleme liegt wohl im mangelhaften Zustand des Rollmaterials, denn auf den übrigen Linien, die von der BLS betrieben werden, ist relativ neues Rollmaterial im Einsatz.</p><p>In Anbetracht dessen stelle ich dem Bundesrat folgende Fragen:</p><p>1. Sind sich der Bundesrat und das Bundesamt für Verkehr dieser unzumutbaren Mangelhaftigkeit bewusst?</p><p>2. Wo liegen die Gründe dafür?</p><p>3. Gibt es neuere Statistiken (2014 und Anfang 2015) zu Ausfällen und Verspätungen auf dieser Linie?</p><p>4. Was unternehmen die Bundesbehörden bei der BLS?</p><p>5. Dürfen die Benutzerinnen und Benutzer mit einer schnellen Verbesserung der Situation rechnen?</p><p>6. Ist die BLS weiterhin am Betrieb der Bahnlinie und der Infrastruktur zwischen Neuenburg und Bern interessiert?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Der Bundesrat und das zuständige Bundesamt für Verkehr (BAV) sind sich der zeitweiligen Probleme auf der Bahnlinie Neuenburg-Bern bewusst. Die folgenden Daten der BLS AG legen die Situation auf der Linie dar:</p><p>2./3. Im Jahr 2014 und in den ersten fünf Monaten des Jahres 2015 waren 94 Prozent der RE-Züge Bern-Neuenburg und 96 Prozent der S5-Züge Bern-Neuenburg/Murten pünktlich oder wiesen eine Ankunftsverspätung von weniger als 3 Minuten aus.</p><p>Nebst Verspätungen sind vereinzelt Züge kurzfristig ausgefallen. Gemäss BLS-Angaben liegt die Zugausfallquote bei den RE-Zügen im selben Zeitraum bei 0,6 Prozent, bei den S5-Zügen bei 0,2 Prozent.</p><p>Die Gründe für die fahrplanmässigen Unregelmässigkeiten sind zu etwa 25 Prozent infrastruktur- und zu etwa 75 Prozent verkehrsbedingt. Die häufigste Ursache sind Fahrzeugstörungen.</p><p>Insgesamt bewegt sich die Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit der Verkehre (RE und S5) im Rahmen vergleichbarer Linien.</p><p>4. Zusammen mit den Bestellerkantonen Bern, Freiburg und Neuenburg hat das BAV als weitere Bestellerin der Bahnlinie Bern-Neuenburg Kenntnis der Probleme auf dieser Strecke, die teilweise auf Schwächen des verhältnismässig alten Rollmaterials zurückzuführen sind. Dennoch sind die Besteller bis auf Weiteres finanziell nicht in der Lage, moderne Triebzüge anstelle der veralteten Fahrzeuge anzuschaffen. Dessen ungeachtet erwarten die Besteller von der BLS, dass sie ihre Fahrzeuge zuverlässig betreibt, insbesondere auch dank der im Rahmen des Rollmaterialunterhaltes ergriffenen spezifischen Massnahmen.</p><p>5. Dank spezifischer Massnahmen am Fahrzeugunterhalt konnte die Anzahl der fahrzeugbedingten Störungen im Laufe des Jahres 2015 gegenüber dem Vorjahr gesenkt werden. Die BLS ist sich der grossen Bedeutung der Verbindung Bern-Neuenburg für den Arbeits- und den Freizeitverkehr bewusst und setzt alles daran, die Fahrplanqualität für ihre Fahrgäste weiter zu verbessern.</p><p>6. Die im Jahr 1901 eröffnete "ligne directe" Bern-Neuenburg gehört zu den ältesten Strecken der BLS. Die BLS entwickelt diese Linie laufend weiter: Ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2015 wird sie die bestehende RE-Verbindung bis nach La Chaux-de-Fonds verlängern und damit den Neuenburger Jura direkt mit der Bundesstadt verbinden.</p><p>Mittel- und langfristig bereitet die BLS gemeinsam mit den Bestellern einen weiteren Angebotsausbau vor, namentlich eine Verdichtung der RE-Verbindung Bern-Neuenburg zum Halbstundentakt.</p><p>Infrastrukturseitig plant die BLS für diese Angebotsverbesserungen in den kommenden Jahren nebst dem im Bau befindlichen Doppelspurtunnel bei Rosshäusern weitere namhafte Investitionen. Dazu gehören unter anderem die Sanierung und der Doppelspurausbau des Saaneviadukts bei Gümmenen sowie mehrere Bahnhofserneuerungen.</p>  Antwort des Bundesrates.