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Trauben
BLAUBURGUNDER (PINOT NOIR)
Herkunft
Pinot Noir ist der Name der Rebsorte. In der Deutschschweiz wird sie auch Blauburgunder oder Clevner genannt. Entsprechend der Deklaration der Winzer finden Sie Produzentenadressen unter Clevner, Blauburgunder und Pinot Noir.
Die Pinot Noir-Rebe stammt in fast direkter Line von einer Wildrebe ab. Das schliesst die Biologin Carole Meredith aus umfangreichen Genanalysen, die sie in den 1990er-Jahren durchführte. Tatsächlich wuchsen bis zur Reblauskatastrophe Ende des 19. Jahrhunderts auch Wildreben bis im äussersten Norden Frankreichs. Die Analysen Merediths zeigen eine grundsätzliche Verschiedenheit zu den im Süden Frankreichs vorherrschenden Sorten, die vermutlich von den Griechen ins Land gebracht wurden.Die frühere Erklärung Ferdinand Regners, Pinot Noir sei eine spontane Kreuzung der Schwarzriesling- mit der Traminer-Rebe, konnte nicht bestätigt werden. Vielmehr ist Schwarzriesling eine spätere
Mutation der Pinot Noir. Die genetische Forschung hat herausgefunden, dass die Pinot Noir- und die Gouais-Rebe die Urahnen sind, aus denen einige der bedeutendsten Rebsorten entstanden, die heute in Europa angebaut werden.
Die Pinot Noir ist eine sehr alte, aus Burgund stammende Rebsorte. Ihr Anbau ist seit dem 4. Jahrhundert nachweisbar. Die Urform war im Burgund bereits vor dem Einmarsch der Römer heimisch. Ab dem 10. Jahrhundert wurde das Benediktinerkloster Cluny zum Mittelpunkt des burgundischen Weinbaus. Durch Schenkungen verfügte das Kloster bald über die besten Lagen. Diese sind noch heute als Grand Cru-Lagen bekannt. Eine Grand Cru-Lage im Burgund ist um ein Vielfaches kleiner als die eines Premier Crus von Bordeaux. Die Preise für Burgunder Weine sind auch bei grosser Nachfrage ziemlich stabil und, mit wenigen Ausnahmen, verhältnismässig günstig.
RIESLING-SILVANER
Herkunft
Die 1882 an der Forschungsanstalt Geisenheim im Rheingau gezüchtete Rebsorte hat viele Namen. Der bekannteste ist Müller-Thurgau. Dieser wird vom Schweizer Rebforscher Hermann Müller aus dem Kanton Thurgau abgeleitet. Der Professor und Rebzüchter wollte jedoch nicht, dass sein Kreuzungsprodukt in der Schweiz unter seinem Namen bekannt wird und nannte die Rebe nach deren Eltern «Riesling-Silvaner».
1998 hatte die Klosterneuburger Weinbauschule in Österreich mit Hilfe von DNA-Analysen die Silvaner als Kreuzungspartnerin ausgeschlossen.
Wissenschaftler der Deutschen Bundesanstalt für Züchtungsforschung in Siebeldingen/Pfalz konnten vor einigen Jahren
mit erweiterten DNA-Tests die Herkunft der Müller-Thurgau-Rebe noch genauer bestimmen: Sie definierten die Rebsorte Madeleine Royale als Vater. Madeleine Royale ist eine Züchtung aus dem Formenkreis der Chasselas.
Heute wird die Sorte aus Rechts- und Marketinggründen auch Rivaner genannt. (Siehe weiter unten: Die Entwicklung der Rebe und die Biographie von Prof. Hermann Müller)
Weiterentwickelt wurde die Sorte an der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Obst- und Weinbau in Wädenswil (Zürich). Müller-Thurgau ist mit 42.000 ha Anbaufläche weltweit die erfolgreichste Neuzüchtung. Von den originalen Stecklingen der Züchtung ist ein Exemplar in Wädenswil erhalten geblieben.
GRAUBURGUNDER (PINO GRIS)
Herkunft
Wahrscheinlich ist Pinot Gris, auf deutsch Grauburgunder, durch eine Knospenmutation aus der Blauburgunder-Rebe entstanden. Die Heimat der Pinot Gris dürfte im Burgund zu suchen sein Von dort gelangte sie schon früh in die Schweiz. Auch wenn sie im Wallis Malvoisie genannt wird, hat sie mit den Malvoisie-Rebsorten aus der
Muscat-Familie nichts zu tun. Die in Deutschland verbreitete Bezeichnung Ruländer geht auf den Kaufmann und Apotheker Johann Ruland aus Speyer zurück, der diese Rebe im Jahre 1711 erstmals in Deutschland anpflanzte.
Seit einer Klage der Winzer des ungarischen Weinbaugebiet Tokajer darf der Synonym-Name Tokay oder Tokay d'Alsace nach geltendem EU-Recht nicht mehr verwendet werden.
Quelle: www.weinlandschweiz.ch