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Wenn Babyaugen sehen lernen…
Nach der Geburt müssen die Kinderaugen zuerst sehen lernen. Die beiden Augen sehen noch nicht zusammen, das
Gehirn muss zuerst überhaupt lernen, mit den beiden Bildern umzugehen. Deshalb kann es sein, dass Kleinkinder
in den ersten Lebenswochen manchmal schielen.
Ab dem dritten Monat sollte ein Baby erkennbar beide Augen auf nahe Gegenstände ausrichten können. Nach etwa dem
fünften Lebensmonat sollte das Kind nicht mehr schielen. Dabei kann es durchaus noch so aussehen, als ob es schiele.
Der flache Nasenrücken von Kleinkindern ist oft sehr asymmetrisch, was den Eindruck erwecken kann, dass das Augenpaar
schielt. Schauen Sie unter „Schieltest“. Dort zeigen wir Ihnen, wie sie dies prüfen können.
Augenprobleme müssen so früh als möglich behandelt werden. Wenn Sie eine der folgenden Beobachtungen machen, sollten
Sie deshalb schnellstmöglich einen Augenarzt oder eine Augenärztin aufsuchen:
- Eines der Augen oder beide Augen sind in den ersten beiden Lebenswochen ständig verklebt oder verschmiert.
- Die Lidöffnungen der beiden Augen sind verschieden gross.
- Ein Lid ist geschwollen.
- Anhaltend gerötete Augen.
- Das Kind reibt häufig ein Auge.
- Die Augen tränen immer.
- Das Kind ist sehr lichtscheu.
- Die Pupille eines oder beider Augen ist grau (sie sollte tief schwarz sein).
- Eines oder beide Augen bewegen sich pausenlos
So behalten Sie das Sehen Ihrer Kleinen im Auge:
Schieltest
Lassen Sie Ihr Kind eine Lichtquelle ansehen, die sich auf den Augen spiegelt. Beobachten Sie nun diese Reflexe,
während Sie ein Auge nach dem anderen zudecken und aufdecken. Wenn das Kind nicht schielt, sind die Reflexe symmetrisch
und bewegen sich nicht. Wiederholen Sie diesen Test mehrmals und beobachten sie abwechslungsweise beide Augen. Je
nach der Art des Schielens bewegt sich das Auge, das Sie auf- und zudecken oder auch das andere Auge. Falls Sie unsicher
sicher sind, gehen Sie zu einem Augenarzt.
Sehtest für Vorschulkinder
Zeigen Sie das nebenstehende Testbild Ihrem Kind (max. Vorschulalter) aus vier Metern Distanz. Das Blatt muss gut
beleuchtet sein und das Kind sollte die Bilder mit jedem Auge einzeln erkennen (= jeweils ein Auge abdecken).
Tipp: Schneiden Sie aus einem Blatt Papier ein Loch und legen Sie das Blatt so auf die Testzeichen, dass für das Kind
immer nur ein Bildchen sichtbar ist.
Die Höhe dieser Bildreihe entspricht der Breite eines A4 Blattes (A5 hoch):
Sehtests für Schulkinder
Bei Schulkindern verwendet man grundsätzlich die gleichen Teste wie bei Erwachsenen. Wobei es aber besonders wichtig ist,
das Sehverhalten des Kindes genau zu beobachten! Lassen Sie Ihr Kind untersuchen, falls es immer sehr nahe oder mit
schiefer Kopfhaltung liest, zeichnet und schreibt. Ebenso bei Kopfschmerzen, neben den Linien schreiben und schnellem
Ermüden beim Sehen in die Nähe.
Achten Sie grundsätzlich darauf, dass Ihr Kind eine Distanz von etwa 30 cm beim Sehen in die Nähe einhält! Viele
Beschwerden können mit einer genügend grossen Sehdistanz vermieden werden. Es wird heute auch angenommen, dass die
Entwicklung einer Kurzsichtigkeit von der Lese- und Schreibdistanz abhängig ist.
Der einfachste Sehtest für Schulkinder (wie auch für Erwachsene) ist das Autonummern lesen:
Wer kann eine schweizer Autonummer bei Tageslicht auf eine Distanz von etwa 40 Metern (das heisst etwa sieben Autolängen) mit
jedem Auge einzeln lesen?