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Es sind durchschnittlich 2 bis 3 Kinder in jeder Klasse, die trotz ausreichender Intelligenz und regelmässigem Schulbesuch keine ausreichende Kompetenz im Lesen und in der Rechtschreibung erreichen. Man nennt diese Kinder legasthen. Oft fühlen sich diese Kinder alleine, sie denken, sie sind weniger wert und unfähiger als ihre Mitschüler. Oft werden sie ausgegrenzt.
Dabei weiss man, dass Legasthenie eine genetische Veranlagung ist, die zwar die Lese- und Rechtschreibfähigkeit erheblich beeinträchtigt, dafür aber oft mit einer überdurchschnittlichen Intelligenz, kreativen und technischen Begabung einhergeht.
Der Legasthenie liegt eine differente Wahrnehmung im Bereich der Optik, Akustik und oder Raumlage zugrunde. In dem Fall verarbeitet das Kind die von den Augen und/oder Ohren aufgenommenen Reize im Gehirn anders und hat dadurch Schwierigkeiten beim Erlernen von Lesen und Schreiben. Wenn das Kind nach stundenlangem Üben im Schreiben immer noch ganz viele Fehler macht und es ein Wort wieder und wieder falsch schreibt und die Fehler dabei immer abweichen, dann ist das ein typisches Bild der Legasthenie.
Das Kind schreibt in seiner differenten Wahrnehmung oft unbewusst nach dem Gehör. In der deutschen Sprache werden aber im Durchschnitt nur 4 von 10 Wörtern auch so geschrieben, wie sie gesprochen werden. Das bedeutet, Kinder mit Legasthenie „erfinden“ die Wörter immer wieder neu, dementsprechend kunterbunt ist dann auch ihre Rechtschreibung. Dies ist auch der Grund dafür, dass in einem längeren Aufsatz oder Diktat oft ein und dasselbe Wort in unterschiedlicher Schreibweise vorkommt und es dem Kind gar nicht auffällt. Auch wenn es zu Hause etliche Male geübt und richtig geschrieben wurde.
Legasthenie ist genetisch verursacht und die dadurch entstandene Abweichung im Bereich des Lesens und Schreibens kann somit nicht mit normalem Üben bewältigt werden!
Vielmehr muss das legasthene Kind gezielt in den Sinneswahrnehmungen trainiert werden und zwar in den Bereichen, in der die Legasthenie entsteht. Die Wahrnehmung ist nämlich die Voraussetzung für das richtige Lesen und Schreiben. Alleiniges Üben an den Fehlern und ständiges Wiederholen von falsch geschriebenen Wörtern reicht nicht aus, eine Legasthenie zu verbessern, sondern führt meist nur zu Frustration, Angst und Enttäuschung!
In der AFS-Methode nach Dr. Astrid Kopp-Duller wird dieser Umstand berücksichtigt. Sie liefert die Grundlage für ein individuelles Förderprogramm. Zentral stehen die Steigerung der Aufmerksamkeit (Attention), die Schärfung der Sinneswahrnehmungen (Funktion) und ein persönlich abgestimmtes und gezieltes Training beim Lesen und Schreiben. (Symptom).
Bild: Spiegel.de/Legasthenie.at