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Seit langem berichtet die Tagesschau über Mega-Fusionen in der Wirtschaft nicht neutral oder kritisch, sondern stets begeistert: «Dank der Fusion wird der Konzern X zum grössten der Welt», tönt es etwa. Oder: «Der Konzern X kann den Marktanteil in dieser oder jener Sparte dank der Acquisition der Firma Y auf sechzig Prozent steigern».
Das jüngste Beispiel lieferte die gestrige Tagesschau vom 13. August: «Der Zusammenschluss der American Airlines und den US-Airways zur weltgrössten Fluggesellschaft droht zu scheitern», verkündete Moderatorin Cornelia Boesch. Sie informierte auch warum: «Die US-Justiz sowie mehrere US-Bundesstaaten haben Klagen eingereicht. Sie fürchten Nachteile für den örtlichen Wettbewerb und teurere Flugtickets.»
Zum Glück gibt es noch Kartellbehörden oder die US-Justiz, welche Megafusionen im Interesse des Wettbewerbs kritisch unter die Lupe nehmen. Ohne Wettbewerb verliert die freie Marktwirtschaft jede Legitimation.
Warum nur hat die Tagesschau Angst vor Wettbewerb und bezeichnet es als «Drohung», wenn eine Megafusion dank Wettbewerbshütern eventuell nicht zustande kommt?
Man könnte es als sprachlichen Ausrutscher durchgehen lassen. Doch die Tagesschau berichtet über Grossfusionen fast immer euphorisch-kommentierend.
Vielleicht steht sie unter dem Einfluss der Börsensendung, die wenige Minuten vor der Tagesschau über den Sender geht, gesponsert von einer Bank, und die stets freudig Kurssprünge verkündet, die eine Fusion (vielleicht) auslösen kann.
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Keine