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Inaktivität und wenig Freude an körperlicher Betätigung sind weitere charakteristische Symptome des PWS. Eine Hormontherapie kann zwar das Wachstum normalisieren und die Körperzusammensetzung verbessern, aber auch unter lang dauernder Wachstumshormonbehandlung bleibt bei PWS-Kindern die Muskelmasse deutlich vermindert und die Fettmasse erhöht – selbst wenn das Gewicht normal ist.
Um die Muskelmasse zu verbessern und den Energieverbrauch zu steigern, ist es sinnvoll, dass die betroffenen Kinder und Erwachsenen täglich ein strukturiertes, Trainingsprogramm befolgen. Die Wichtigkeit der körperlichen Aktivität muss Eltern, Betreuungspersonen und den PWS-Patienten deutlich bewusst gemacht werden. Eine Studie zeigte, dass bei 3-4 Minuten Training der Wadenmuskulatur pro Tag (3 Sets à 12 Wiederholungen) der Wadenumfang bei PWS-Kindern und bei gesunden Geschwistern gleichermassen zunimmt. Die niedrige Muskelmasse ist bei PWS-Kindern nur eine Folge der Inaktivität. Bei der Kraft ist es ähnlich. Und die Überraschung: Nach dem Training gehen PWS-Kinder spontan deutlich weitere Strecken, d.h. die Freude an der Bewegung konnte aktiviert werden. Betrug die spontane Gehstrecke vor dem Training 10 km in 3 Tagen, lag sie nach dem Training bei 18 km. (Bei gesunden Kindern war keine signifikante Änderung festzustellen.)