Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03558.jsonl.gz/906

Der Schweizer Aussenhandel verzeichnet für 2020 einen historischen Rückgang
Die Exportwirtschaft litt 2020 sehr stark unter dem durch die Corona-Pandemie verursachten Handelsrückgang. Zwar setzte im zweiten Halbjahr eine deutliche Erholung ein. Im Gesamtjahr aber verzeichneten die Exporte wie auch die Importe einen historischen Rückgang.
Die Warenexporte nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 7.1% auf 225,1 Milliarden Franken ab, während die Importe um 11.2% auf 182.1 Milliarden Franken zurückgingen. Dies entspricht in beiden Verkehrsrichtungen dem zweithöchsten je registrierten Rückgang, wie die Eidgenössische Zollverwaltung meldet. Übertroffen wurden diese Werte lediglich noch während der Finanzkrise von 2009. Dabei brachen die Importe deutlich stärker ein als die Exporte, weshalb die Handelsbilanz mit 43,0 Milliarden Franken einen rekordhohen Überschuss verzeichnete.
Entwicklung war je nach Branche und Export-Region sehr unterschiedlich
Auf Branchen und Länderebene fiel die Entwicklung sehr unterschiedlich aus. So waren die Bereiche Uhren (-21.8%) sowie Bijouterie und Juwelierwaren (-34.4%) für die Hälfte des Exportrückgangs verantwortlich. Die Maschinen- und Elektronikindustrie verzeichnete ein Minus von 11.3%, während die Exporte von chemischen und pharmazeutischen Produkten sogar um 1.6% zunahmen.
China ist zum drittgrössten Exportmarkt der Schweiz geworden
Die Exporte nach Europa nahmen um 6.3% und jene in die USA um 6.2% ab. Wesentlich stärker fiel der Einbruch gegenüber den Ländern Lateinamerikas, Ozeaniens sowie des Nahen Ostens aus. Die Exporte nach China nahmen hingegen um 10% zu und erreichten einen neuen Rekordwert. China überholte damit Frankreich und Italien und war im vergangenen Jahr nach Deutschland und den USA bereits der drittgrösste Exportmarkt der Schweiz.
Dezember war ein schwacher Monat
Die Zahlen für den Dezember fielen schwach aus. Sowohl die Exporte (-6.1%) wie auch die Importe (-7.1%) nahmen markant ab. Diese Entwicklung war jedoch einmal mehr dem volatilen und zugleich grössten Bereich Chemie und Pharma geschuldet. Zum Rückgang trugen ausserdem deutlich geringere Exporte und Importe im Fahrzeugbereich bei.
Auch der kurzfristige Ausblick bleibt eingetrübt
Gemäss den Ökonomen der Zürcher Kantonalbank (ZKB) hat der Schweizer Aussenhandel ein aussergewöhnlich schwieriges und volatiles Jahr hinter sich. Nach dem beispiellosen Einbruch im 2. Quartal 2020 habe zwar eine deutliche Erholung eingesetzt. Diese habe im Schlussquartal aber bereits wieder stark an Tempo verloren. Mit den erneuten Lockdowns in Europa bleibe auch der kurzfristige Ausblick eingetrübt, so ihr Fazit.