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Habe den Brief des E. durch seine Frau erhalten. Brenne auf das Klaviertrio [op.
102], das der Verleger des E.s entbunden
habe. Berichtet von Petersburg und
Moskau. Habe mit Anton
Rubinstein die Vaterlandsinfonie op. 96
vierhändig gespielt. Dieser und dessen Bruder Nikolaus wollen das Werk in den Konzerten der russischen Gesellschaft
aufführen. Die Frühlingsode op. 76 sei letztes Jahr
aufgeführt worden, nicht genügend von der betreffenden Dame [Bronsart?] exekutiert. Staunt ob der musikalischen Entwicklung in
Russland, vor allem durch die Rubinsteins. Das Petersburger
Conservatorium beschäme die deutschen "Winkelakademieen" zutiefst. Denkt über eine
Übersiedlung dorthin nach. Die Schwerverträglichkeit des Klimas für Frau und Kinder
[Daniela und Blandine] stehe dem entgegen. Sei mit der Gage von rund 2000
Reichsthaler in 8 Wochen einigermassen zufrieden. Carambolage mit Clara Schumann, die zur gleichen Zeit in Russland mit
Mendelssohns op. 14 pianistisch aufgetreten sei.
Kündigt einen 14-tägigen Besuch in Wiesbaden zwischen 10. Juli
und 10. August an, sei ebensolange in Baden-Baden. Würde dort
gerne als Pianist mit dem Orchester auftreten (z.B. Konzert von Henselt oder für Schott
Liszts zweites Klavierkonzert). Habe Barth
Ella Schultz empfohlen. Wenn Schwemer sie sehe, lasse er sie bestimmt spielen, was sie besser als
Bendel tue. Berichtet von einer Aufführung von
Volkmanns Symphonie op. 44 in d-Moll in Moskau.
Ist wenig erbaut über die Neuigkeiten von den "Saulinern". Habe erst jetzt von
Schindelmeissers Tod erfahren. Zeigt sich
erschreckt über den Tod von Meyerbeer. Habe diesem
zu Ehren in Moskau und Petersburg die
Ausstellungsouvertüre zur Aufführung gebracht. Lobt die russischen Orchester. Für
Schindelmeisser solle Neswadba folgen. Marpurg gehe nach Sondershausen, wo
Stein gestorben sei. Ärgert sich über eine
undankbare "Ahasverische Null" [wohl Ehrlich], der
er die Stellvertretung seine Klasse entzogen habe, da sie sich mit seinen und
Liszts Feinden verbündet habe. Bittet um Data.
Stehe auch mit Stern auf feindlichem Fuss. Wolle
seinen Dienst quittieren. Stern stecke unter einer Decke mit Ehrlich, von dem
Joachim gesagt habe, dass er sich von einem
Ferkel nur unterschiede, dass er nicht gleich diesem seinen Namen mit Grund führe.
Diese bereiten seiner Frau Ärger und haben auch
Weitzmann rücksichtslos behandelt. Habe vom
Karlsruher Siege des E.s durch die Zeitungen erfahren
[Suite für Orchester, op. 101]. Fragt den E., ob diese
nicht geeigneter wäre für Berlin als die Vaterlandssinfonie?
Ist gespannt auf Neuigkeit bezüglich Bronsarts [Hans und Ingeborg] am Rhein.
Bedauert Kalliwoda. So seien noch niemandem die
Leviten gelesen worden. Fragt, was der Ehrenveteran Pferdinand mache. Berichtet über
Klavierunterricht von Köhler und Jensen. Letzterer sei fleissig, die bei Senff erscheinende Klaviersonate sei noch nicht das
"Richtige", aber ihr Verfasser auch kein Eschmann. II. Akademie(Gesang)-Direktor Laudien – tüchtig. Theaterkapellmeister Hugo Seidel – treffl. Dirigent
und anständiger Musiker, Pianist und Mensch. Jedoch miserables Opernpersonal und
verludertes Orchester.