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3. Europa-Kriterium Basel 1948
Von Kurt Kaiser
Im Frühjahr 1948 organisierte der VC Riehen den ‚Grossen Mustermesse-Preis‘, ein Strassenrennen für Berufsfahrer und Amateure. Strecke Basel-Frick-Staffeleck-Aarau-Olten-Oftringen-Herzogenbuchsee-Solothurn-Balsthal-Passwang-Laufen-Reinach-Therwil-Basel, 192 km Profi, Amateure 159 km. Erwartet werden ca. 40 Berufsfahrer und 60 Amateure. Es wurden private Schlafgelegenheiten gesucht, da keine Hotelzimmer vorhanden waren. Die Clubkameraden waren gefordert.
Im gleichen Jahr, am Sonntag, 12.09.1948, stand der nächste Grossanlass, das Europa-Kriterium, auf der bewährten Rundstrecke der Schwarzwaldallee, auf dem Programm. Innerhalb des VCR gab es auch stimmen, dass man kleinere Brötchen backen und sich ‚gesund‘ machen sollte. Auch kam die Frage auf, ob allenfalls die Strecke bei der Claramatte befahren werde sollte. Der Präsident, Otto Vogt, lehnte diese Ansinnen ab und war überzeugt, bei gutem Wetter 7-8‘000 Personen auf den Platz zu bringen. Dass der VC Riehen ein gutes Einvernehmen mit Fussballclubs hatte, zeigt die Tatsache, dass die Inseraten-Werbung an den FC Riehen vergeben wurde. Provision 20 %! Auch wird von Mitgliedern angeregt, dass man ein Vorrennen ins Programm aufnehmen soll.
Das Renn-Programm wurde nebst dem Profi-Rennen ausgeweitet, mit einem Rollschuhschnelllauf Basel gegen Zürich, sowie einem Vorrennen für Anfänger. Auf der Startliste des Anfänger-Rennens findet sich u.a. René Güdel/RRCB, Harry Beyeler/VC Riehen.
Der VCR ist sehr bemüht, mit den Basler Fussballclub ein gutes Einvernehmen zu haben. Dank dem gegenseitigen Verständnis hat der FCB und der FC Nordstern ihr Meisterschaftsspiel verschoben. Dennoch fühlte sich Letzterer in einer Lautsprecherdurchsage am Rennen nicht gebührend erwähnt. Das Missverständnis konnte geklärt werden. Der VCR entschuldigt sich.
Die National-Zeitung macht das Erscheinen eines 5-zeiligen Hinweises auf das Kriterium von einem Inserat abhängig, was Otto Vogt nicht goutierte.
Auf der Startliste figurieren alle Schweizer Spitzenfahrer, allen voran Ferdi Kübler. Die ausländische Besetzung durfte sich ebenfalls sehen lassen. So gewann der Belgier Hendrickx wenige Monate zuvor das MUBA-Strassenrennen.
Das Rennreglement besagte u.a.: Sieger des Rennens wird derjenige Fahrer, der die Distanz in kürzester Zeit gefahren hat. (Mit anderen Worten der Schlussspurt entschied das Rennen). Übersetzungswechsel sind verboten, jede Maschine muss mit 2 gutwirkenden Bremsen ausgestattet sein. Kopfschutz obligatorisch. Verpflegung durch Drittpersonen verboten. Ein Programm kostete Fr. 0.50. Eintrittspreise: Stehplatz Fr. 2.50, Schüler und Militär Fr. 1.10, Sitzplatz unnummeriert Fr. 4.-, Sitzplatz nummeriert Fr. 5.50.
Überraschenderweise finden sich keine Rennberichte in den Unterlagen. Sieger des Profi-Rennens wurde Fritz Schär.
Gemäss VCR wurden gegen 7‘400 Eintritte und 5‘068 Programme verkauft. Die Programme waren nummeriert und berechtigten zur Teilnahme an einer Verlosung. 1 Preis TEBAG-Rennrad Fr. 430.-, 2. Preis Herrensportrad Marke NIBA.
Es resultierte ein Gewinn von ca. Fr. 3‘000.-. Einem Vorschlag, vom Gewinn Fr. 500.- an die Glückskette von Radio Basel zu überweisen, wurde durch die Mitglieder zugestimmt.
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