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Durch das Herbeiströmen von polarer Kaltluft aus nördlichen Breiten oder von kontinentalen Luftmassen über Osteuropa können Perioden mit aussergewöhnlich tiefen Temperaturen in der Schweiz auftreten.
Gefahren
Für die Bevölkerung steigt die Gefahr von Stürzen und Verkehrsunfällen durch verbreitetes Auftreten von Eisglätte erheblich an. Jenen Menschen, welche ohne Schutz dauerhaft der Kälte ausgeliefert sind (z.B. Obdachlose, schlecht untergebrachte Personen), drohen bei starken Kältewellen Erfrierungen oder Unterkühlungen.
Die lange anhaltende Kälte kann den Bahn-, Flug- und Strassenverkehr beeinträchtigen und Leistungs- und Infrastrukturbrüche verursachen, die mit erheblichen wirtschaftlichen Kosten verbunden sind.
Nachfolgende Gefahren:
- Stromausfälle
Begriffserklärungen
Eisregen
Eisregen (oder unterkühlter Regen) besteht aus unterkühlten Regentropfen, die wesentlich kälter als 0° C sind, in flüssigem Zustand fallen und die beim Auftreffen sofort gefrieren.
Frostbeule
Frostbrand, der oberflächlich oder tief sein kann. Manchmal können sogar die Muskeln und die Knochen darunter leiden.
Unterkühlung
Zustand, in dem die zentrale Temperatur eines warmblütigen Tieres die Lebensfunktionen nicht mehr korrekt gewährleisten kann.
Ereignisbeispiele
Schweiz
Seit Messbeginn 1864 sind in der Schweiz 15 Kältewellen mit einem minimalen 14-Tagesmittel von -9° C oder tiefer aufgetreten. Oben steht eine Beschreibung der drei grössten Kältewellen in der Schweiz im Vergleich zur letzten Kältewelle von 2012.
Um einer Kältewelle vorzubeugen wird empfohlen:
- die notwendige Ausrüstung vorzubereiten (Arzneimittel, Ausweispapiere, Taschenlampe, usw.).
- um Kohlenmonoxidvergiftungen zu vermeiden, die Funktionstüchtigkeit der Heizungsanlage zu überprüfen, die Lüftungen nicht zu blockieren und im Falle einer Benutzung von Stromgeneratorensätzen die Gebrauchsanweisungen einzuhalten und die Sätze ausserhalb der Gebäude anzubringen. Es wird auch empfohlen, eine Zusatzheizung nicht kontinuierlich zu benutzen.
- Wasser und Lebensmittel, die nicht gekocht werden müssen, voraussehen (Frostrisiko der Leitungen oder Stromsausfall-Risiko).
Während der Kältewelle, kann man mit folgendem Verhalten die Risiken stark vermindern:
- die Nummer 144 anrufen, wenn eine obdachlose oder eine sich in Schwierigkeiten befindende Person auf der Strasse ist.
- sich warm anziehen, um seine Körpertemperatur beizubehalten.
- insbesondere die Körperteile zudecken, die an Wärme verlieren: Kopf, Hals, Hände und Füsse.
- die Nase und den Mund mit einem Halstuch zudecken, um wärmere Luft einzuatmen.
- mehrere Lagen und eine wasserdichte Windjacke tragen.
- die Kälte am Abend vermeiden, da es draussen noch kälter wird.
- gute Schuhe tragen, um Stürze auf rutschigem Boden zu verhindern.
- so weit wie möglich zu Hause bleiben und mit Umsicht vorzugehen, wenn es wirklich notwendig ist, heraus zu gehen.
- mit Säuglingen nicht nach draussen gehen (selbst wenn gut angezogen). In jedem Fall sollten Sie vermeiden, Ihr Baby in einer Kindertrage zu tragen. Diese Kindertrage kann die Körperglieder zusammendrücken und Erfrierungen fördern.
- regelmässige Kontakte zu seinen Angehörigen haben (namentlich mit den Nachbarn und Freunden, die allein sind).
- nicht zögern, sich an die Behörden zu wenden, wenn man allein oder krank ist.
- sich angemessen ernähren.
- keinen Alkohol trinken, da diese Getränke Ihren Körper nicht erwärmen.
- Forbewegung mit dem Auto einschränken.
- es gilt mit Kindern und älteren Menschen noch vorsichtiger zu sein, da sie nicht sagen, wenn es ihnen kalt ist.
Um die Kohlenmonoxidvergiftungen zu verhüten ist es unerlässlich:
- Wohnungen täglich durchlüften, selbst bei kalter Witterung.
- Lüftungsblenden nie blockieren, selbst bei sehr kalter Witterung.
- Geräte nie zum Erwärmen benutzen, wenn sie nicht dazu bestimmt sind: Herd, Kohlenbecken, usw.
- Zusatzheizungen nicht kontinuierlich benutzen. Diese Geräte dürfen nur mit Unterbrechungen benutzt werden.
- Stromgeneratorensätze unbedingt ausserhalb der Gebäude und nie in geschlossenen Räumen installieren. Diese Geräte dürfen nie drinnen benutzt werden.
In ähnlicher Weise und hinsichtlich der Verhütung von Brandgefahren, die Räume nie mit Holzofen und Zusatzheizungen überhitzen.
Im Fall einer Unterkühlung oder Erfrierung ist es schliesslich wichtig, bei Personen, die kalter Witterung ausgesetzt worden sind, die ersten Zeichen von einer Unterkühlung (Temperatur unter 35° C, Schläfrigkeit, Ermüdung, verminderte körperliche Kraft, Schüttelfrost, Gleichgewichtsverluste, Ungeschicklichkeit...) oder von Erfrierungen (Hautverfärbung, Auftreten von weissen Flecken, Schmerzempfindung oder Brennen und Taubheitsgefühl...) zu erkennen. Die Gefahr für die Gesundheit kann erheblich und sogar tödlich sein.