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Das Internationale Olympische Komitee nimmt die 40 Vorschläge zur Neuausrichtung an seiner Reform-Session in Monaco ohne Gegenstimme an. So soll der Weg aus der Glaubwürdigkeits-Krise gefunden werden.
Insbesondere aus europäischer Sicht sind Reformen notwendig. Die Kandidaturen für die Winterspiele 2022 von Graubünden, Oslo und München waren an der Urne gescheitert. Nun sollen Kostensenkungen oder eine Modernisierung des Programms das verlorene Vertrauen zurückgewinnen und zugleich den Weg für europäische Kandidaturen für Winterspiele wieder ebnen. 40 Vorschläge zur Neuausrichtung des IOC sind in der Agenda 2020 aufgelistet, sie wurden am Montag einstimmig angenommen.
Aus Gründen der Nachhaltigkeit will man "die Austragung ganzer Sportarten oder einzelner Disziplinen ausserhalb der Gastgeber-Stadt oder in Ausnahmefällen ausserhalb des Landes erlauben". Bedingung ist aber, dass es weiter einen Haupt-Gastgeber und ein zentrales olympisches Dorf gibt.
Ohne Gegenstimme wurde auch entschieden, den Vertrag mit dem jeweiligen Gastgeber der Spiele künftig zu veröffentlichen und die Bewerbungskosten zu senken. Für Diskussionen sorgte die Kreation eines eigenen TV-Senders, der 490 Millionen Euro kosten und zunächst als digitale Plattform den olympischen Sportarten zwischen den Spielen zu deutlich mehr Aufmerksamkeit verhelfen soll.
Neben einer Reduzierung der Ausgaben für die Olympia-Städte war auch die überfällige Modernisierung des olympischen Programms einer der zentralen Punkte. In Zukunft dürfen die jeweiligen Veranstalter neue Disziplinen oder sogar neue Sportarten vorschlagen, die sie bei ihren Heimspielen gern präsentieren würden - die Wünsche müssen vom IOC allerdings abgesegnet werden. Das bisherige Limit von 28 Sportarten bei Sommerspielen und sieben bei Winterspielen wurde aufgehoben, die Obergrenze von 10' 500 Athleten im Sommer und 2900 bei den Winterspielen aber beibehalten.
Das IOC verspricht sich dadurch mehr Flexibilität für das olympische Hochglanzprodukt und mehr interessierte Bewerber für die Winterspiele. Nicht erst seit den 50 Milliarden Dollar teuren Retortenspiele von Sotschi wandten sich traditionelle Wintersportländer vom IOC ab. Das soll sich nun ändern.
SDA-ATS