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Koralle
Fällt das Wort Koralle, denken viele Menschen an die bedrohten Korallenriffe, die zahlreichen Meeresbewohnern – darunter etwa einem Viertel aller Meeresfische – als Brutstätte und Rückzugsort dienen. Doch nicht diese unter Naturschutz stehenden Steinkorallen werden zur Schmuckverarbeitung genutzt, sondern ausschliesslich die Edelkorallen, die zu den nicht gefährdeten Weichkorallen gehören.
Bei Edelkorallen wird unterschieden in Mittelmeer- und Pazifikkoralle. Die mittel- bis dunkelroten Mittelmeerkorallen sind eher matt, dafür ohne weisse Flecken und Äderchen. Sie stammen hauptsächlich aus Korsika, Sardinien und Tunesien und wurden bereits in der Antike zu Schmuck, vor allem zu Amuletten, verarbeitet. Die Pazifikkorallen stammen aus Taiwan und Japan und werden je nach Herkunftsort und Grösse in vier verschiedene Arten (Aka, Momo, Moro und weisse Koralle) unterteilt, die sich in wunderschönen Farben von Weiss und zartem Hellrosa über Orange bis hin zu Dunkelrot zeigen. Als edelste und teuerste Koralle gilt die Aka Koralle aus Japan. Sie verfügt über eine intensive rot bis dunkelrote Farbe und einen ausgeprägten Glanz. Sie scheint durchsichtig wie Glas, was sie von allen anderen Korallen abhebt.
Die Verwendung der Koralle für die Schmuckherstellung geht bis in die vorgeschichtliche Zeit zurück. Sie löste bereits in der Antike eine mystische Faszination auf die Menschen aus, was auf die Herkunft der Koralle, nämlich die Tiefen des Meeres, zurückzuführen ist. Die Koralle steht für Weisheit und Heilkraft, sie soll gegen das Böse Schutz bieten und zudem wird sie auf der ganzen Welt als Glücksbringer betrachtet. Die Buddhisten zum Beispiel zählen sie zu den „Sieben Schätzen“, tibetische Mönche sowie die Christen im Mittelalter verwendeten Rosenkränze aus Koralle und im italienischen Volksglauben schützen Korallen Kinder vor Unheil. Bei so viel Glaube muss wohl was dran sein.