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SKOS
Die Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe SKOS erarbeitete aufgrund fehlender nationaler Rahmengesetze Richtlinien und Arbeitsinstrumente für die Praxis der Sozialhilfe mit dem Ziel, diese zu vereinheitlichen. Es handelt sich dabei allerdings um unverbindliche Empfehlungen. Die SKOS setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern von Gemeinden, Kantonen, vom Bund sowie aus privaten Organisationen aus dem Sozialbereich zusammen. Das gemäss den SKOS-Richtlinien definierte Existenzminimum soll einerseits die materielle Existenz sichern und andererseits die soziale und berufliche Integration fördern. Die Richtlinien bestimmen die Armutsgrenze der Schweiz.
Soziale Mobilität
Soziale Mobilität beschreibt die Möglichkeit, in einer Gesellschaft auf- oder abzusteigen. In der Schweiz ist die soziale Mobilität gering. Die beiden Hauptindikatoren für die Zugehörigkeit einer sozialen Schicht sind Bildung und berufliche Stellung. Generell gilt: Je besser die Bildung der Eltern, desto besser die Bildung der Kinder. Kinder von Eltern mit tertiärem Bildungsabschluss begeben sich mit einer Wahrscheinlichkeit von zwei Dritteln ebenfalls auf akademische Wege. Hingegen absolvieren nur gerade 7,5 Prozent der Schweizer Kinder aus bildungsfernem Elternhaus selbst eine höhere Ausbildung. Echte Chancengleichheit setzt voraus, dass Kinder aus unteren Schichten die gleichen Perspektiven und Verwirklichungschancen haben wie Kinder aus mittleren und oberen Schichten.
Caritas fordert deshalb Bildungsangebote für alle, einen einfachen Zugang zu kostengünstiger, qualitativ hochwertige Bildung und Angebote der Frühen Förderung für alle Kinder. Insbesondere ältere Menschen und Niedrigqualifizierte sollen ein Recht auf Weiterbildung haben, und die Anerkennung von ausländischen Diplomen und von Kompetenzen, die ausserhalb des formalen Bildungswegs erworben wurden, muss zwingend gewährleistet sein.
Soziale Sicherheit
Das Netz der sozialen Sicherheit dient der Bevölkerung als Schutz vor Armutsrisiken. Es besteht aus staatlichen Sozialversicherungen, kantonalen Sozialtransfers und kommunaler Sozialhilfe, die mit ihren Leistungen die Existenzsicherung gewährleisten. Die erste Sicherungsstufe sind die Sozialversicherungen wie die AHV und IV. Sie schützen die Bevölkerung oder zumindest Teile davon gegen spezifische, gesellschaftlich anerkannte soziale Risiken. Die zweite Stufe bilden die kantonalen Sozialtransfers. Beispiele dafür sind Ergänzungsleistungen oder individuelle Prämienverbilligungen für die Krankenversicherung. Dabei handelt es sich um bedarfsabhängige Leistungen. Das letzte Netz der sozialen Sicherheit ist die in den meisten Fällen kommunal organisierte Sozialhilfe.
Soziale Mobilität
Die intergenerationelle soziale Mobilität meint die Chancen eines Kindes zum Aufstieg in eine höhere soziale Schicht als dessen Eltern und die Risiken eines solchen Abstiegs. Verschiedene neue Studien analysieren die Auswirkungen der beiden Hauptindikatoren für soziale Schicht: Bildung und berufliche Stellung. Generell gilt: Je besser die Bildung der Eltern, desto besser die Bildung der Kinder. Kinder von Eltern mit tertiärem Bildungsabschluss begeben sich mit einer Wahrscheinlichkeit von zwei Dritteln ebenfalls auf akademische Wege. Nur gerade 7,5% der Schweizer Kinder aus bildungsfernem Elternhaus geniessen selbst eine höhere Ausbildung . Echte Chancengleichheit würde voraussetzen, dass Kinder der unteren Schichten grössere Aufstiegschancen haben als Kinder von mittleren und oberen Schichten, um so ihre benachteiligten Ausgangslage zu kompensieren und den Rückstand aufzuholen. Dem ist nicht so.
Soziale Sicherheit
Das Netz der sozialen Sicherheit besteht aus staatlichen Sozialversicherungen, kantonalen Sozialtransfersund kommunaler Sozialhilfe. Die erste Sicherungsstufe sind die Sozialversicherungen. Die alle schützen die Bevölkerung oder zumindest Teile davon, gegen spezifisch, gesellschaftlich anerkannte soziale Risiken. Die zweite Stufe bilden die kantonalen Sozialtransfers. Diese können nicht mehr einem Risiko zugeordnet werden, sondern sie schützen bestimmte Bevölkerungsgruppen vor zu tiefem Einkommen. Das letzte Netz der sozialen Sicherheit ist die in den meisten Fällen kommunal organisierte Sozialhilfe.
Sozialfirma
Eine Sozialfirma ist gemäss der ASSOF (Arbeitsgemeinschaft Schweizer Sozialfirmen) ein Unternehmen, das zwei Unternehmensziele verfolgt: Arbeitsintegration und gleichzeitig Produktion marktfähiger Güter und Dienstleistungen. Die berufliche Integration von Personen, die auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt sind, steht dabei im Vordergrund. Gesundheitlich Angeschlagenen und Langzeitarbeitslosen bietet dies eine Chance zur Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt. Schwer vermittelbare Personen wird eine dauerhafte Beschäftigung geboten mit einer Tagesstruktur und einem Lohn. Die Angestellten werden betreut und gefördert. Um wettbewerbsfähig zu sein, ist die Sozialfirma auf einen finanziellen Ausgleich der verminderten Leistungsfähigkeit der Angestellten und der höheren Personalaufwände angewiesen, welche durch Beiträge des Bundes ausgeglichen werden. Allfällige Gewinne müssen ins Unternehmen reinvestiert werden.
Sozialhilfe
Die Sozialhilfe ist als letztes Auffangnetz im System der sozialen Sicherheit konzipiert. Sie bietet bedarfsabhängige Unterstützungs-, Beratungs- und Betreuungsleistungen zur Existenzsicherung, wenn diese weder durch die Sozialversicherungen noch durch kantonale Bedarfsleistungen gedeckt wird. Die Sozialhilfe ist als vorübergehende Hilfe bei Notlagen gedacht und wird gemäss der konkreten individuellen Situation ausgerichtet. Immer mehr Menschen sind heute aber auf eine dauerhafte Unterstützung durch die Sozialhilfe angewiesen. Bereits ist die Rede von Sozialhilferenten.
Wer in Not gerät, kann Sozialhilfe je nach Organisationstruktur beim Sozialamt, der Gemeindeverwaltung oder der Sozialbehörde beantragen. In grösseren Gemeinden mit professionalisierten Sozialdiensten wird das Sozialamt angefragt, worauf eine Abklärung folgt. Die individuellen Leistungen der Sozialhilfe sollen die wirtschaftliche und persönliche Selbständigkeit fördern und die Integration begünstigen. Die finanziellen Unterstützungen dienen der materiellen Grundsicherung und werden in Form von Geldleistungen, Sachleistungen oder Kostengutsprachen ausgerichtet. Die Höhe des Bedarfs wird meistens anhand der SKOS-Richtlinien bestimmt, unterscheidet sich aber von Kanton zu Kanton, da das Sozialhilferecht kantonal geregelt ist. Im Durchschnitt betrug dieser Richtwert im Jahr 2013 für eine Einzelperson 986 Franken. Dazu kommen Beiträge für die (ortsüblichen) Wohnkosten inkl. Nebenkosten sowie für die medizinische Grundversorgung, wie Krankenkassenprämien plus Franchisen und Selbstbehalt.
Stipendien
Mangelhafte Bildung ist einer der zentralen Armutsrisikofaktoren. Viele Eltern verfügen nicht über das nötige Einkommen, um eine weiterführende Ausbildung ihrer Kinder finanzieren zu können. Für diesen Fall besteht in der ganzen Schweiz die Möglichkeit, beim jeweiligen Wohnkanton Stipendien in Form einmaliger oder wiederkehrender Ausbildungsbeiträge zu beantragen. Die Kantone verfügen über eigene Stipendiengesetze, welche die Bedingungen und Leistungsmodi festlegen. Die Höhe der Leistungen ist je nach Kanton unterschiedlich, politische Vorstösse für eine Harmonisierung sind bis anhin gescheitert.
Für Caritas stellt der Ansatz «Stipendien statt Sozialhilfe» (gemäss Waadtländer Modell) die richtigen Weichen, um junge Erwachsene aus bildungsfernen und wirtschaftlich schwachen Familien dauerhaft vor Sozialhilfeabhängigkeit zu bewahren.