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Hillarys schrecklich nette Verwandtschaft
Wer amerikanischer Präsident werden möchte, muss sich vorsehen. Da sind die bösen Medien. Die Neider, die alte Skandale ausgraben. Die Vandalen von der gegnerischen Partei, die politische Handkantenschläge austeilen. Und dann gibt es noch die Verwandten. Brüder zum Beispiel, die sich an einem berühmten Namen durch das Leben hangeln, stets in der Hoffnung, dadurch an Zaster zu kommen. Wie beispielsweise die Brüder von Bill Clinton und Hillary Rodham Clinton: Roger Clinton sowie Tony und Hugh Rodham.
Da Hillary Präsidentin werden möchte, haben ihre Berater gewiss ein Auge auf das umtriebige Trio. Andernfalls könnte dies und jenes geschehen. Denn gewieft zapfen die Brüder ihre genetischen Bindungen an und versuchen, die Nähe zur berühmten Verwandtschaft zu vergolden. Nicht dass die reichen Clintons geizig wären: «Sie haben mir die ganze Zeit Geld gegeben», bekannte Tony Rodham 2012. Mal hier, mal dort, mal das Schulgeld für Tonys Sohn oder sonst was.
Seinem Halbbruder Roger Clinton kaufte Mr. Bill sogar ein Haus für nahezu 900’000 Dollar in einer Vorstadt von Los Angeles. Und Rogers erwachsene Tochter bekam vom Onkel Geld für eine Ausbildung als Kosmetikerin. Als Tony Rodham 2012 klagte, er habe keinen Job, vermittelte ihn Bill an einen alten Spezi. Bruder Hugh hielt sich diskret im Hintergrund, doch in den Neunzigerjahren, als die Clintons im Weissen Haus weilten, versuchte auch er abzukassieren. Er verkaufte präsidiale Gnadenerlasse. Oder er versuchte sich mit Tony an einem zweifelhaften Haselnussgeschäft in Georgien. Nach dem Motto «Unser Schwager ist der Präsident!».
Während die Rodhams mit allerlei Deals unangenehm auffielen, surfte Roger Clinton geradewegs ins Showbiz. Mal betrieb er eine Rockgruppe, die 1999 sogar in Pyongyang spielte, mal trat er in Filmen auf. Weil er eben Clinton hiess und nicht Ballermann oder sonst was. Nach dem Ende der Clinton-Präsidentschaft durchlitt das Trio pekuniär dürre Jahre. Kaum aber war Hillary 2009 ins Aussenamt eingerückt, verbesserte sich das Geschäftsklima erheblich.
Roger Clintons Showbiz-Karriere führte ihn nach Nordkorea wie auch ans Farm-Aid-Festival 1993.
Für einen texanischen Geschäftsmann wollte Roger 2010 bei der üppig ausgestatteten Stiftung der Clintons Kohle ergattern, um damit billige Betonhäuser im erdbebenzerstörten Haiti zu bauen. Er erhielt 100’000 Dollar vom Texaner, der Texaner aber erhielt nichts. «Ich habe das einfach nicht geschafft», sagte Roger später. «Das war wie, Mann, kannst du mir nicht mal einen Knochen zuwerfen?», lamentierte er. Sein Los als Mr. Bills kleiner Bruder sei schwer: «Ich habe ja keine Wahl.»
Tony Rodham stieg gleichfalls ins Auslandsgeschäft ein, sobald die Schwester als oberste amerikanische Diplomatin fungierte. Er verdingte sich als Berater bei einer Firma, die – schon wieder in Haiti! – ein umstrittenes Goldbergwerk aufmachen wollte. Dass die Clinton-Stiftung allerhand am Laufen hatte in Haiti, war natürlich reiner Zufall. Desgleichen Hillarys Rolle im Aussenamt. Wird sie Präsidentin, dürfte es neue Zufälle geben.