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ewz.selection Swiss Photo Award
Aterro Jardim Gramacho - Fred Merz
ewz.selection - Swiss Photo Award
Die Juroren der ewz.selection Swiss Photo Award haben die Nominierten und Preisgewinner ermittelt. ALPA sponsert den Kategorienpreis "Free".
Nominiert in der Kategorie "Free"
- Nico Ammann, Zollikon
- Roger Frei, Zürich
- Fred Merz, Genève (ALPA, CHF 5000)
Fred Merz - Aterro Jardim Gramacho
Mit 130 Hektaren Fläche wo sich 250 Millionen Tonnen Abfall 65 Meter in die Höhe türmen, ist der Aterro von Jardim Gramacho die grösste Müllhalde Südamerikas.
Jardim Gramacho entsorgt seit 33 Jahren täglich 9'000 Tonnen Abfall aus Rio de Janeiro und Agglomeration. Diese Deponie kommt einer ökologischen Katastrophe gleich. Es ist nur noch eine Frage der Zeit bis der riesige Abfallberg in die Bucht von Guanabara kippt, dort wo 2016 die Wassersportarten der Olympischen Spiele von Rio de Janeiro ausgetragen werden sollen.
Die brasilianische Regierung hat versprochen, die Deponie bis 2012 zu schliessen. Diese Schliessung würde allerdings ein sowohl soziales als auch ökologisches System aus dem Gleichgewicht bringen. Direkt betroffen von diesem Projekt wären etwa 1500 "catadores" (Sammler von rezyklierbaren Abfällen) und eine benachbarte Favela mit 30'000 Einwohnern deren Existenz von der Deponie abhängt.
Zwischen 800 und 1500 catadores sammeln 24 Stunden am Tag wiederverwertbare Abfälle wie Plastiksäcke, Aludosen, Pet-Flaschen und Papier. Nur 2 % der rezyklierbaren Materialien werden eingesammelt. Diese werden in durchschnittlich 120 kg schweren Säcken mit Manneskraft in ein Depot getragen. Ein catador transportiert allein knapp 500 kg täglich. Diese Arbeiten werden unter extrem harten klimatischen und sanitären Bedingungen verrichtet.
Die Lebenserwartung eines catadors liegt selten über 48 Jahren.
Aterro Jardim Gramacho, Rio de Janeiro, Brasilien 2010.
© Fred Merz / Rezo.ch
Biographie Fred Merz
Fred Merz, 1978 geboren, machte 2001 sein Diplom an der Ecole de Photographie de Vevey (CH). Ab 1999 beteiligt er sich an verschiedenen Gruppenausstellungen. Im Jahr 2002 schliesst er sich als freischaffender Fotograf Jean Revillard an, dem Gründer der Agentur Rezo.ch in Genf. Sehr schnell wecken Fred Merz' Portraits und Reportagen mit ihrer klar erkennbaren Lichtführung und Betrachtungsweise das Interesse führender nationaler und internationaler Medien, wie L’Hebdo, Le Temps, die NZZ, die New York Times, GEO, Le Monde und Stern, um nur einige zu nennen.
Als talentierter Portrait-Fotograf ist Fred Merz insbesondere bei Zeitschriftenverlagen sehr gefragt und anerkannt. Sein ästhetischer Blick auf die Welt definiert er über eine äusserst gepflegte Bildkonstruktion und Lichtführung.
Er schreckt auch nicht vor überfotografierten Sujets zurück, wie er mit seinen Portraits von bekannten Persönlichkeiten beweist, welche er mittels inszenierter Komposition und Lichtspiel aus deren Kontext heraus zu heben vermag.
In seinen persönlichen Arbeiten widmet sich Fred Merz meist dem Portrait, wie in seinen Serien über Halter von gefährlichen Hunden oder über die berühmten brasilianischen "Catadors", die auf der grössten Müllhalde Südamerikas Abfälle sammeln und verwerten.
Viele seiner Arbeiten fanden an der Swiss Press Photo lobende Erwähnung. Fred Merz war Gewinner des Fotopreises am Grand Prix Romand de la Création 2010. 2011 gewinnt er den ersten Preis in der Kategorie "Free" am Swiss Photo Award der ewz.selection.
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