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Rosa Ursina – Die Sonnenfleckenbahnen
Der Druck des Werks "Rosa Ursina" (Link verlässt diese Seite), verfasst von Christoph Scheiner, dauerte gut 4 Jahre und wurde im Juni 1630 vollendet. In derselben Zeitspanne war Galilei mit der Herausgabe des "Dialogs" (Link verlässt diese Seite) beschäftigt. Die Rosa Ursina ist Paolo Giordano Orsini gewidmet, in dessen Druckerei in Bracciano das monumentale Werk realisiert wurde.
Die Übersetzung des Titels lautet:
"Rosa orsina (da einem Orsini gewidmet), oder über die Sonne, die sich dank dem wunderbaren Phänomen ihrer Fackeln und Flecken veränderbar zeigt, und dazu auch im Verlauf eines Jahres längs einer festen Achse von Westen nach Osten um ihren eigenen Mittelpunkt rotiert sowie eine Umdrehung längs einer durch ihre Pole beweglichen Achse von Osten nach Westen in knapp einem Monat absolviert."
Neue Erkenntnisse zu den Sonnenflecken
Die Rosa Ursina enthüllt folgende Entdeckungen:
- Die Variationen der Umlaufbahn der Sonnenflecken zu verschiedenen Jahreszeiten
- Die Erklärung dieser Variationen anhand dem Verhältnis der Neigung der Sonnenachse zur Ebene der Ekliptik
Diese Feststellungen basieren auf Scheiners jahrelangen Beobachtungen und minutiösen Aufzeichnungen am Collegio Romano und an anderen europäischen Jesuitenschulen. Sie werden in den Tafeln wiedergegeben, auf denen in kinematischer Art und Weise einzelne oder mehrere Sonnenfleckenbahnen dargestellt sind. Bestärkt durch seine Beobachtungen kritisierte Scheiner Galilei scharf, da dieser in seinen Lettere solari ("Briefe über die Sonne") aus dem Jahr 1613 behauptet hatte, die Sonnenflecken würden sich parallel zur Ebene der Ekliptik fortbewegen.
Extravaganz der Sonnenfleckenbahnen
Am Dritten Tag von Galileis Dialogs behauptet Salviati, sich an ein persönliches Treffen mit Galilei in seinem Landhaus erinnern zu können. Galilei, so erzählt Filippo Salviati, habe festgestellt, dass die monatlichen Sonnenfleckenbahnen nicht parallel zur Ekliptik verlaufen würden, sondern "extravagant" seien. Und über diese "Extravaganz" habe Galilei dann seine geniale heliozentrische Erklärung abgegeben.