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Der ökologische Fussabdruck
Der ökologische Fussabdruck zeigt wie ökologisch und umweltbewusst jemand lebt. Ein kleiner ökologischer Fussabdruck steht für hohes Umweltbewusstsein, eine ökologische Lebensweise und einen schonenden Umgang mit Ressourcen und Energie. Ein hoher Fussabdruck bedeutet das Gegenteil. Ein ökologischer Fussabdruck von einer Erde oder weniger (≤ 1) bedeutet, dass alle Menschen so leben könnten wie die betreffende Person. Ein Fussabdruck von beispielsweise drei Erden (3) bedeutet, dass wir, wenn alle Menschen auf der Welt so leben wollten die betreffende Person, drei Erden brauchen würden. Unter Ressourcen versteht man Güter, welche die Erde zur Verfügung stellt, zum Beispiel fruchtbare Böden, Wald, Rohstoffe (Bodenschätze), Wasser oder Luft.
Im Detail ist ein ökologischer Fussabdruck von
- unter 1 = extrem umwelt- und ressourcenschonend, nachhaltig
- 1 = umwelt- und ressourcenschonend, nachhaltig
- 1 bis 3 = zu hoher Verbrauch von Energie und Ressourcen, umweltbelastend, Leben auf Kosten anderer, nicht nachhaltig
- über 3 = extrem egoistische Lebensweise auf Kosten anderer, Ausbeutung des Planeten, nicht nachhaltig
Der ökologische Fussabdruck von Schweizern, Deutschen und Österreichern liegt im Durchschnitt bei zirka drei Erden (3). Das heisst: Wenn alle Menschen auf der Welt so leben würden wie wir, wenn alle so viele Autos hätten (rund 550 Autos pro 1000 Einwohner) und so viele Kilometer fahren würden, wenn sich alle so ernähren würden wie wir (so viel Fleisch essen etc.), wenn alle so viel Wohnraum beanspruchen würden und so viele neue Produkte kaufen würden wie wir, dann bräuchten wir drei Erdenplaneten. Wenn alle Menschen so leben wollten wie die US-Amerikaner, bräuchten wir sogar annähernd fünf Planeten.
In Deutschland wird rund ein Drittel des durchschnittlichen Fussabdrucks für Ernährung benötigt (in der Schweiz und Österreich dürften die Verhältnisse vergleichbar sein). Davon stehen rund 80 Prozent für tierische Lebensmittel. Im Bereich Wohnen besteht der grösste Anteil des Fussabdrucks aus der Heizenergie (inkl. Warmwasser) und Strom. Im Mobilitätsbereich entfällt der Hauptanteil auf Auto, Flugreisen, Lastwagenverkehr (dieser existiert aufgrund unseres Konsums), Bahn und Bus. Beim Konsum bieten langlebige, umweltverträgliche Produkte (nicht ständig Neues kaufen, keine Wegwerfartikel etc.) und Modelle des Teilens die Möglichkeit den Fussabdruck zu verkleinern.
Aktuell liegt der ökologische Fussabdruck der Menschheit bei zirka 1,6. Das bedeutet, dass wir für unsere heutige Lebensweise eigentlich 1,6 Erden brauchen würden. Da aber nur 1,0 Erden zur Verfügung stehen, betreiben wir aktuell Raubbau an der Natur und unserem Planeten. Wir leben auf Pump. Die längste Zeit in der Menschheitsgeschichte haben die Menschen nur einen Bruchteil der Naturressourcen genutzt, die unsere Erde schadlos zur Verfügung stellen konnte. Das änderte sich in den 1980er Jahren. Seitdem verbraucht die Weltbevölkerung mehr Biokapazität als die Ökosysteme dauerhaft bereit stellen können.
Berechnen wir den ökologischen Fussabdruck der Schweiz aus obiger Grafik, so ergibt das für das Jahr 2012 folgende Rechnung: Biokapazität der Welt 2012 = 1,8 Globale Hektaren (gha). Verbrauch der Schweiz 2012 = 5,8 Globale Hektaren (gha).
Also beträgt der ökologische Fussabdruck der Schweiz 2012 = 5,8 gha : 1,8 gha = 3,2
Also beträgt der ökologische Fussabdruck der Schweiz 2012 = 5,8 gha : 1,8 gha = 3,2
Übrigens: Die Biokapazität der Welt (Globale Hektaren pro Person) nimmt deshalb ständig ab (1961 = 3,1 gha, 2012 = 1,8 gha), weil immer mehr Menschen auf der Erde leben und damit die zur Verfügung stehende Fläche pro Person immer kleiner wird.