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Geschützt, friedlich und nützlich: Die Hornisse (Vespa crabro)
von RoliRanger
Hornissen sind nicht angriffslustig, sondern ruhig und fluchtbereit. Kuchen und Süssgetränke stehen nicht auf ihrem Menüplan. Sie jagen lieber Insekten oder ernähren sich von Obst, Nektar und anderen Pflanzensäften.
Hornissen gehören zu den Stechwespen. Sie können ihren Stachel als Waffe benutzen, sich damit gegen Feinde verteidigen und auch kleine Beutetiere damit erledigen. Im Spätsommer ist der Hornissenstaat am grössten und darum bin ich auch auf dieses schöne Exemplar am Pfäffikersee gestossen.
Aussehen
Hornissenweibchen sind bis 35 mm gross, die Männchen (Drohnen) und Arbeiterinnen (unbefruchtete Weibchen) sind mit 25 bis 30 mm etwas kleiner. Die Brust der Hornissen ist rot-braun oder schwarz gefärbt und am Hinterleib trägt sie gelb-schwarze oder gelb-braune Streifen. Die Arbeiterinnen und die Königin haben einen Stachel.
Fantastische Baumeister
Der einjährige Hornissenstaat besteht aus hunderten von Tieren. Im späten Herbst sterben die Arbeiterinnen. Die Männchen sterben nach der Paarung und nur die jungen, starken Weibchen – die sich gepaart haben - überwintern. Nach der Winterstarre starten sie im Frühjahr alleine mit dem Bau.
Dazu fertigt die Königin mit zerkautem Holz oder Papier die erste Wabe. In jede Wabenzelle legt sie ein Ei, füllt die Wabe mit Futter für die Larve und deckelt sie zu. Nachdem die ersten Arbeiterinnen geschlüpft sind, nehmen diese der Königin viel Arbeit ab. Sie bauen das Nest weiter und sind auch für die Nahrung für das ganze Volk zuständig. Die Königin legt nur noch Eier.
Für den Nestbau bevorzugen sie geschützte Höhlen in Laubbäumen und eine Umgebung von mit Obstbaumwiesen. Da solche Baumhöhlen recht selten sind und auch von anderen Tieren genutzt werden, weichen die Hornissen manchmal auf Vogelnistkästen oder Dachböden aus. Nester können 60 cm lang und 30 cm breit werden.
Wie gefährlich ist ein Hornissen-Stich?
Im Volksmund heisst es: Sieben Hornissen-Stiche töten ein Pferd, drei töten einen Erwachsenen und zwei ein Kind. Diese Geschichte gehört glücklicherweise ins Reich der Legenden. Wahrscheinlich ist sie entstanden aufgrund der Körpergrösse des Insekts. Hornissen stechen nur zur Selbstverteidigung, wenn sie sich bedroht fühlen.
Unter Schutz
Hornissen sind heute nicht mehr häufig, sie stehen auf der «Roten Liste» der bedrohten Tierarten in der Schweiz. Deshalb dürfen bewohnte Nester nicht vernichtet und nur von geschulten Personen umgesiedelt werden.
Peter Koch aus Rafz hat uns tolle Fotos zur Verfügung gestellt - vielen Dank! Ein Klick auf seine Website lohnt sich...