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Das Botanical Magazine wurde 1787 von William Curtis gegründet und erschien fast ohne Unterbruch bis 1983. Curtis (1746-1799) war von 1772 bis 1777 Vorsteher des 1673 von der Society of Apothecaries gegründeten Chelsea Physic Garden in London. Sein Hauptinteresse galt der Britischen Flora – speziell derjenigen, die rund um London zu finden war. Gut vertraut mit dieser, begann er das ambitiöse Projekt einer Flora Londinensis – einer Serie von farbigen Folio-Illustrationen und Pflanzenbeschreibungen. Ein erster Teil erschien 1777, ein zweiter zehn Jahre später. Das Unternehmen war allerdings in hohem Mass defizitär, weshalb Curtis schliesslich aufgeben musste. Da niemand die grossen Bilder von einheimischen Pflanzen kaufen wollte, kam er auf die Idee, kleinere Bilder von exotischen Gartenpflanzen anzufertigen. Daraus entstand dann schliesslich das Botanical Magazine, das ihm endlich auch den ersehnten finanziellen Erfolg brachte.
Gentiana Acaulis, aus Botanical Magazine I, 1787, p. 52
Auf dem Titelblatt wird das Ziel des Botanical Magazine definiert: „ … to illustrate and describe the most ornamental foreign plants, cultivated in the open ground, the greenhouse and stove.“ Die erste Ausgabe erschien am 1. Februar 1787. Sie enthielt handkolorierte Abbildungen und wurde dreitausend mal zum Preis von einem Shilling verkauft. Nach dem Tod von Curtis im Jahr 1799 übernahm sein Freund John Sims (1749-1831) die Leitung. Nach 1815, als der Künstler Sydenham Edwards seine Arbeit für die Zeitschrift einstellte, stiessen John Curtis und William Herbert zu den verschiedenen Künstlern, die über die Jahre die Illustrationen lieferten. 1826 übernahm William Jackson Hooker (1785-1865) die Illustration und die Leitung des Magazins. Unter Hooker, der 1841 zum Direktor der Royal Botanical Gardens in Kew ernannt wurde, entstand eine enge Verbindung zwischen Kew und der Zeitschrift.
Es folgten weitere personelle Wechsel, bis die Zeitschrifft schliesslich nach dem ersten Weltkrieg in finanzielle Schwierigkeiten geriet. Die Erträge konnten nicht mehr mit den gestiegenen Produktionskosten mithalten. Die Rettung kam 1922 mit der Übernahme durch die Royal Horticultural Society. Der neue Herausgeber war der Österreicher Botaniker Otto Stapf (1857-1933), der auch gleich die Arbeit der Illustration übernahm. Wiederum folgten weitere Herausgeber und Mitarbeiter, die meisten davon aus der Belegschaft von Kew. 1983, an ihrem Ende, war die Zeitschrift die älteste überlebende botanische Zeitschrift mit farbigen Abbildungen. Ihre lange Verbindung mit Kew hatte über die Jahre hinweg einen hohen Standard in Abbildung und Text ermöglicht. Die Funktion des Botanical Magazine exotische Pflanzen vorzustellen, wurde unmittelbar von einer Nachfolgepublikation übernommen: The Kew Magazine, incorporating Curtis’s Botanical Magazine.
Links:
The Botanical Magazine im Bibliothekskatalog NEBIS: