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Grammont verdankt der abwechselnd kalkigen und kieseligen Beschaffenheit seines Felsgerüstes eine an Individuen und Arten
reiche Flora, die namentlich einige hier die ö. Grenze ihres Verbreitungsbezirkes erreichende Typen der Alpengebiete s.
vom
Genfersee aufweist. Reich ist der Grammont namentlich an Habichtskräutern, von denen einige Arten oder Varietäten hier
ihren einzig bekannten Standort in der
Schweiz haben. Solche sind Hieracium perpilosum, H. callianthoides,H. plantagineum, H. oreites, H. Wimmeri, H. intybellifolium, H. parcepilosum. Von andern Arten nennen wir Aspidium illyricum(lobatum × lonchitis), Thalictrum minus var. oreites, Campanula Murithiana (rhomboidalis × Scheuchzeri), Knautia silvaticavar. Gaudini. Alle diese Arten kennt man nur vom Grammont. Vergl. Briquet, John. Excursion botan. dela Soc. Murithienne au Grammont (in Bulletin de la Société Murithienne.Sion 1900).
Landwirtschaft. Im Mittelalter bestanden auf Boden von Grancy mehrere, verschiedenen Eigentümern gehörende
Lehen; ein Teil
gehörte zur Baronie
Cossonay, ein anderer zur Schlossherrschaft
Morges. Zwei dieser
Lehen waren zuerst
Eigentum der Edeln von Ferrel, dann des Edelgeschlechtes de
Dullit (oder
Dully) und später der Familie de
Senarclens (17. Jahrhundert),
deren eines Glied, Henri de
Senarclens, zu Ende des 17. Jahrhunderts alle die verschiedenen kleinen
Lehen zur einenHerrschaft
Grancy zusammenfasste.
Blieb im Besitz dieses Geschlechtes bis zur Revolution von 1798. Heimat des im 18. Jahrhundert lebenden berühmten Arztes
Simon André D. Tissot und seines Neffen Auguste Pidou, der 1803-1821 im waadtländischen Staatsdienste stand. Nach den zu
verschiedenen Zeiten aufgefundenen Mauerresten und Altertümern zu schliessen, muss in der Nähe des
Dorfes einst eine bedeutende römische Siedelung gestanden haben. Diese Funde sind jetzt im Kantonalen Museum zu
Lausanne
aufbewahrt. Burgunderfriedhof. 1202: Grantie; 1219: Grancie; 1597: Grancier.
Wasserleitung zweigt in 1140 m vom linken Ufer der
Liène in der Mitte der von diesem Bach gebildeten
Schlucht und in dem das linke Gehänge bekleidenden
Wald von Le
Train ab,
durchzieht den
Wald, überschreitet oberhalb des Dorfes
Icogne das
Bett des
Tâchoz-Nire, geht um die zwei kulissenartig vorspringenden
Hügel von
Châtelard und
Vernayaz herum und bewässert die Hänge gegenüber dem Dorf
Granges im
Rhonethal. 10 km
lang.
Clos(Châteaude) (Kt. Waadt,
Bez.
Aigle, Gem.
Rennaz). 381 m.
Alter Herrschaftssitz, am SO.-Eingang ins Dorf
Rennaz, an der
Strasse
Villeneuve-Aigle. Ursprünglich Eigentum des Edelgeschlechtes deDuin bei
Bex, ging das
Schloss nach
verschiedenen Handänderungen an den Burgherrn Bouvier von
Villeneuve über, jenen bekannten savoyischen Parteigänger, der 1588 zusammen
mit dem Bürgermeister von
Lausanne, Isbrand Daux, und einigen anderen Edelleuten den Versuch machte, das Waadtland wieder
unter die
Herrschaft Savoyens zu bringen.
Nach dem Scheitern des gewagten Unternehmens musste sich Bouvier flüchten, worauf die Regierung von
Bern
1594 den Grand Clos als Staatsgut erklärte und verkaufte. 1678 veräusserte dann der damalige Eigentümer des
Schlosses,
Abraham Du
Bois, Bürger von Bern
und Generalkommissär der
Berner Regierung, seinen Besitz an Gédéon
Perret, Bürger von
Vevey
und Burgherrn vonVilleneuve, der seinerseits wieder den Grand Clos 1702 an Abram Guillard, Burgherrn
der Kirchgemeinde
Noville und Regierungsstatthalter der 4 Mandamente von
Aigle verkaufte.
Dessen Enkel liessen dann 1760-63 den Bauten des Château de Grand Clos diejenige äussere Gestalt geben, die sie sich bis
heute noch bewahrt haben. Hier wohnten um die Wende des 18. und 19. Jahrhunderts der grosse deutsche
Lyriker Friedrich Matthisson, dann 1837 und 1838 der
Graf von Naundorf, oder wie er sich nannte Charles Louis de Normandie,
als Ludwig XVII. französischer Kronprätendent, mit
Frau und 6 Kindern, ferner 1854-58 der von der Regierung des zweiten
Kaiserreiches verbannte Republikaner Maire mit Familie. 1864-75 befand sich im Grand Clos das Erziehungsinstitut
Bennett, dem als Schüler u. a. auch Lord Kitchener, der englische Oberbefehlshaber während der zweiten Phase des Burenkrieges 1901 und 1902 angehört
hat. Vergl. Revue histor. vaudoise, Juin 1902. - Jaulmes-Calame, pasteur.
Novilleet son église à travers lesâges.