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Rund 30 ehemalige Bewohnende von Tschernobyl sind nach der Evakuation der Stadt wieder zurückgekommen. Es sind Bewohner wie Valentina, die sich an dem für sie zugewiesenen Ort nie wohlfühlten und wieder zurückgingen. Illegal, denn das Wohnen in Tschernobyl ist verboten. Doch sie liessen sich nicht mehr vertreiben und erreichte, dass sie jetzt doch da bleiben dürfen, wo sie ein Leben lang gewohnt haben.
Tschernobyl – hier sind wir zu Besuch bei Valentina und Dana. Die 79-jährige Valentina ist in Tschernobyl geboren und hat bis zur Evakuation im April 1986 hier gewohnt. Nach dem Unfall wurden alle Einwohnenden in Camps, dann in neu erstellten Wohnsilos im Oblast Kiew (Kanton Kiew) neu angesiedelt. Valentina und ihr Mann sowie Kinder mussten aus ihrem Häuschen in ein «Appartement» in einer total fremden Gegend umziehen. Die meisten der Evakuierten akzeptierten ihre neuen Wohnverhältnisse, Valentina und mit ihr rund 30 TschernobylerInnen litten darunter und zogen nach einigen Jahren in ihre Stadt zurück. Man versuchte, die «renitenten» Zurückkehrer wieder zu vertreiben, setzte sich aber nicht durch. 2006 legalisierten die Behörden den Zustand, womit Valentina, deren Mann vor zehn Jahren an einem Herzinfarkt verstarb, mit ihrer tanzenden Hündin Dana nun ohne Angst vor der Wiedervertreibung ihren Lebensabend in ihrer Geburtsstadt verbringen kann.
Einfach ist das Leben in der gesperrten Stadt nicht. Es leben noch rund 700 Menschen in Tschernobyl, wo einst 14’000 Menschen wohnten. Sie gehören dem Militär an, der Miliz (Polizei), den Kontroll- und Sicherheitsdiensten und stellen Strom-, Gas- und Wasserversorgung sowie die Entsorgung sicher. Sie sind alle bei der Kraftwerksgesellschaft angestellt und werden alle 15 Tage abgelöst. Valentina lebt von 150 €Staatsrente pro Monat, zahlt keine Steuern und keinen Zins für das Haus. Sie versorgt sich weitestgehend selbst aus ihrem Garten. Wenn sie einkaufen gehen muss, muss sie sich einen Transport nach Kiew organisieren oder Nachbarn beauftragen. Die medizinische Versorgung ist sichergestellt und erst noch gratis. Die Daten über ihren Gesundheitszustand dienen wissenschaftlichen Zwecken.
Nach unserem Besuch wissen wir, warum die fast Achzigjährige kerngesund und keine Schäden vom Unfall davongetragen zu haben scheint: Wodka, selbstgebrannt.