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The Gambia ist der kleinste Staat in Afrika und hat 1965 seine Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich erlangt. Der Fluss Gambia hat dem kleinen Land nicht nur den Namen gegeben, sondern ihm auch seine Form aufgezwungen. Mit Ausnahme eines kurzen Küstenabschnittes an der Mündung des Flusses in den Atlantik wird Gambia vollständig von Senegal umschlossen.
Das Land zählt rund 2 Mio. Einwohner (Stand 2016) verschiedener Ethnien, die friedlich zusammenleben.
Rund 45 % der Bevölkerung sind unter 14 Jahre alt. Die Geburtenrate beträgt 39,4 Geburten pro Jahr und 1000 Einwohner. Dabei liegt die durchschnittliche Kinderzahl bei 5,3 Geburten pro Frau. Zum Vergleich: In der Schweiz liegt dieser Wert bei 1.52 Geburten pro Frau. Gleichzeitig liegt die Säuglingssterblichkeit bei sehr hohen 71,6 Todesfällen pro 1000 Geburten, was im Vergleich mit Europa (0,4 %) sehr hoch ist. Der Analphabetismus bei jungen Erwachsenen (15 bis 24 Jahre) liegt gemäss UNICEF bei sehr hohen 72,6 % (Männer) und 63,6 % (Frauen). Nur knapp mehr als 60 % der Kinder besuchen gemäss UNICEF eine Primarschule.
Etwa ein Drittel der Bevölkerung Gambias lebt unterhalb der von der Weltbank definierten Armutsgrenze, bei der einer einzelnen Person weniger als 1.25 US-Dollar pro Tag für die Ernährung und lebenswichtige Bedarfsartikel des täglichen Lebens zur Verfügung stehen.
Als Tourist gibt es viele schöne Orte zu entdecken (z. B. viele faszinierende Vögel beobachten und wunderschöne Strände geniessen), wunderbare Menschen zu treffen, feines Essen zu probieren und unvergessliche Momente zu erleben.
Als Bewohner des Landes ist es schwierig zu überleben: Eine ausgebildete Krankenschwester oder ein ausgebildeter (qualified) Lehrer verdient pro Monat ca. 3’500 Dalasi (ca. CHF 74), ein Lehrer in Ausbildung erhält ca. 2’500 Dalasi (approx. CHF 53). Ein Kellner in einem Restaurant in den touristischen Gebieten verdient rund 3’000 Dalasi (ca. CHF 63) und ein Gärtner oder ein Zimmermädchen in einem Hotel erhält ca. 2’000 Dalasi (ca. 42). Von diesen Salären müssen rund ein Drittel für den täglichen Arbeitsweg aufgewendet werden, da bleibt nicht mehr viel für das tägliche Leben und die Familie. Oder für die jährliche Schulgebühr, welche an einer öffentlichen Schule rund 1’200 Dalasi für das Schulgeld, 2’500 Dalasi für Bücher und 800 Dalasi für die Uniform ausmacht, total rund 375 Dalasi (ca. CHF 8) pro Monat und Kind.
Ohne Bodenschätze, die sich wirtschaftlich erschliessen lassen, sind Landwirtschaft, Tourismus und Fischerei die Haupterwerbszweige des Landes. Dafür verfügt The Gambia über sehr fruchtbare Böden und genügend Wasser, welches für die Landwirtschaft genutzt werden könnte. Denn nach wie vor werden die meisten Früchte und Gemüse aus dem Nachbarland Senegal importiert. Nicht viel besser sieht es leider bei der Fischerei aus: Mehr als 70 grosse chinesische Fischerboote leeren mit Schleppnetzen zurzeit die Fischgründe vor The Gambia und liefern den Fang in die vor kurzem fertiggestellten drei chinesischen Fischfabriken in Sanyang, Gunjur und Kartong. Wir hoffen, dass die neue Regierung rasch reagiert, um diese wirtschaftliche und ökologische Katastrophe zu stoppen.
Aufgrund seiner geografischen Lage hat The Gambia schon mehrmals die Weltgeschichte beeinflusst: Die kürzeste Distanz zur Überquerung des Atlantiks führt von The Gambia nach Brasilien oder in die Karibik. Das führte zum traurigsten Kapitel in der Geschichte des Landes: Zwischen 1500 und 1867 wurden geschätzte 755’000 Sklaven von The Gambia nach Amerika verschifft. Und zwischen 1940 und 1947 wurde ein grosser Militärflughafen betrieben, damit die Britischen und Alliierten Streitkräfte im zweiten Weltkrieg gegen Hitler kämpfen konnten.
In den vergangenen Jahren entwickelte sich The Gambia zu einem der Hauptherkunftsländer afrikanischer Flüchtlinge: Jeder vierte bis fünfte Flüchtling, der es über das Mittelmeer nach Europa schafft, kommt aus The Gambia. Die Flüchtlinge sind meist zwischen 18 und 30 Jahre alt und ziehen zunächst aus ländlichen Regionen in die touristischen Gebiete rund um die Hauptstadt von Banjul, und von dort geht es weiter nach Europa. Die Gründe dafür sind weit verbreitete Armut, hohe Arbeitslosigkeit und vor allem die Perspektivlosigkeit. Damit verliert das Land eine ganze arbeitskräftige Generation, welche das Land in die Zukunft führen sollte.