Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03287.jsonl.gz/1922

Gemäss dieser alle zwei Jahre erscheinenden und als «Red Book» bekannten Zusammenstellung der offiziellen Daten von 43 Ländern beliefen sich die weltweit zu einem Preis von bis zu USD 130 pro kg Uran abbauwürdigen Reserven («Reasonably Assured Resources», RAR) am 1. Januar 2005 auf rund 3,3 Mio. t (siehe Grafik). Dazu kommen noch gut 1,4 Mio. t so genannte «Inferred Resources», die noch nicht umfassend genug exploriert sind, um als RAR klassifiziert zu werden (bisher als EAR-I, «Estimated Additional Resources Category I» bezeichnet). Insgesamt belaufen sich demnach die kommerziellen Uranreserven auf rund 4,7 Mio. t. Dies ist etwas mehr, als bei der Erhebung im Jahr 2003 von den Förderländern gemeldet worden war (4,6 Mio. t). Der Spotmarktpreis stand Ende Juli 2006 bei rund USD 135/kg U.
Grosse Reichweite der Reserven
Gemessen am Brennstoffbedarf der Kernkraftwerke im Jahr 2004 würden diese Uranreserven für 85 Jahre ausreichen, schreibt die NEA. Die tatsächlich vorhandenen Uranreserven liegen jedoch weit höher. Aufgrund der heute bekannten geologischen Strukturen und der Uranvorkommen in Phosphaten schätzt die NEA die zum heutigen Marktpreis abbauwürdigen Reserven auf über 35 Mio. t.
Ansteigende Primärproduktion
Die im Jahr 2004 weltweit geförderten gut 40'000t Natururan (vgl. Karte) deckten rund 60% des Bedarfs der Kernkraftwerke. Die übrigen 40% des Brennstoffs stammten aus sekundären Quellen wie Lagerbeständen, abge-reichertem Uran aus militärischen Beständen, der Wiederaufarbeitung von Brennelementen oder der Wiederanreicherung von Uran aus Rückständen der Anreicherung (re-enriched tails). Diese sekundären Quellen sind nach Angaben der NEA rückläufig, so dass der Bedarf zunehmend mit zusätzlich abgebautem Natururan gedeckt werden muss.
Entsprechend hat die Natururanproduktion zwischen 2002 und 2004 insgesamt um fast 12% zugenommen. Die höchsten Steigerungsraten von über 30% verzeichneten Australien, Kasachstan und Namibia.
Ohne Investitionen drohen Engpässe
Erschliessung neuer Lagerstätten von zehn und mehr Jahren warnt die NEA vor Versorgungsengpässen und weiter steigenden Uranpreisen, falls die Investitionsentscheide zum Ausbau der Produktionskapazitäten nicht rechtzeitig gefällt werden.
Nach Angaben der NEA hat die Industrie bereits reagiert: Die weltweiten Investitionen in die Exploration sind seit 2002 um fast 40% auf USD 200 Mio. im Jahr 2005 gestiegen. Dies nachdem sich der Uran-Spotmarktpreis nach dem historischen Tief im Jahr 2001 auf das Fünffache erhöht hat und inzwischen bei gut der Hälfte des bisherigen Spitzenpreises aus den Jahren 1976 und 1977 (USD 243/kg U, inflationsbereinigt) angekommen ist. Die NEA sieht darin aber wenig Grund zu Besorgnis, da der Uranpreis nur ein relativ geringer Teil der Produktionskosten in Kernkraftwerken ausmacht und die steigenden Preise die Exploration und Produktionserweiterungen stimulieren.
Ausreichende Reserven für Wachstum
Die NEA geht davon aus, dass die nuklearen Produktionskapazitäten bis 2025 von heute rund 370'000 MW auf 450'000 bis 530'000 MW anwachsen werden, was einen Jahresbedarf von 80'000-100'000 t Uran zur Folge hat. Die gegenwärtig bekannten Ressourcen reichen dafür aus, hält die NEA fest. Schliesslich weist sie darauf hin, dass die laufende Entwicklung der Nukleartechnik zu Reaktortypen führen werde, die über 30 Mal mehr Energie aus dem Uran gewinnen können als die heutigen Anlagen.
Das «Red Book» kann auf der OECD-Website www.oecd.org/bookshop, Link «Nuclear Energy Agency», bestellt werden.
Quelle
M.S. nach OECD/NEA, Medienmitteilung und Bericht, 1. Juni 2006
Verwandte Artikel
Namibia will Kernenergie nutzen13. März 2008•News
Namibia: Uranmine Langer Heinrich in Betrieb13. März 2008•News
Entwicklungsabkommen für Uran aus marokkanischen Phosphaten8. Nov. 2007•News
Erste Produktion von russisch-kasachischem Uran7. Dez. 2006•News
Russland: Konsolidierung der Nuklearindustrie geht weiter9. Nov. 2006•News
Japan: Engagement in Usbekistan28. Aug. 2006•News
Japan: Engagement in Kasachstan27. Aug. 2006•News