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Das Wichtigste in Kürze
- Finanzinstitute haben die Macht, zu entscheiden, welche Unternehmen überleben.
- Aber grosse Teile der verwalteten Gelder fliessen in klimaschädliche Projekte.
- Klimastreik Schweiz setzt sich für eine Demokratisierung des Schweizer Finanzplatzes ein.
Finanzinstitute, wie Banken und Versicherungen, erfüllen verschiedene zentrale Funktionen unserer Wirtschaft. Unter anderem tätigen sie Investitionen, verwalten Vermögen und geben Kredite aus. Dies verleiht insbesondere Banken grossen Einfluss und Macht. So bestimmen sie zum Beispiel, wer unter welchen Bedingungen Gelder zugesprochen bekommt und wer nicht.
Gleichzeitig besitzen sie Aktien, was ihnen Mitsprache bei verschiedensten Unternehmen verleiht. Sie haben also die gigantische Macht, zu entscheiden, welche Unternehmen überleben und welche nicht. Gerade kapitalintensive Branchen wie der Rohstoffhandel sind besonders stark von Finanzinstituten abhängig.
Der Finanzplatz – einer der Grundpfeiler unserer Wirtschaft
Der Finanzplatz ist also einer der Grundpfeiler unserer Wirtschaft. Grundsätzlich wird er von den Aktionär*innen der Banken, die meist als Aktiengesellschaft (AG) organisiert sind, gesteuert. Da er aber für unsere Wirtschaft von so grosser Bedeutung ist, wird er, zumindest in der Theorie, durch staatliches Eingreifen eingeschränkt. Die Finanzaufsichtsbehörde (Finma) und die Schweizer Nationalbank (SNB) haben beschränkte Möglichkeiten, den Finanzplatz mitzugestalten. Diese beiden Institutionen sind teils staatlich gesteuert.
Was hat das mit der Klimakrise zu tun?
Für die verhältnismässig kleine Schweiz ist der Finanzsektor der grösste Hebel in der Klimapolitik. Ein Viertel der weltweiten grenzüberschreitenden Vermögensverwaltung läuft über Banken der Schweiz. Das verwaltete Vermögen beträgt insgesamt 8’893 Milliarden Franken. Davon werden 7’893 Milliarden, also mehr als 75 Prozent, über Privatbanken abgehandelt, den Rest über die Schweizerische Nationalbank (SNB). Dies verleiht dem Schweizer Finanzplatz international eine enorme Macht und Verantwortung.
Grosse Teile der Gelder, die von Schweizer Banken verwaltet werden, fliessen in klimaschädliche und menschenrechtsverletzende Projekte. So finanziert der Schweizer Finanzplatz unter anderem die Rodung des Amazonas, Kohleförderer*innen und Luxusyachten von Oligarch*innen. Das Investitionsverhalten der Schweizer Banken unterstützt nicht nur die Förderung fossiler Energien, sondern sogar noch deren Ausbau.
Alles in allem verursacht der Schweizer Finanzplatz das 20-fache der inländischen Treibhausgasemissionen. Konkret bedeutet das, dass die momentan vom Schweizer Finanzplatz angestrebte Erderwärmung bis Ende des Jahrhunderts 4 - 6°C beträgt. Dies würde bedeuten, dass wir die am Pariser Abkommen festgelegte 2°-Grenze um das zweioder sogar dreifache überschreiten.
Finanzplatz reagiert mit Greenwashing
Mittlerweile ist dieser grobe Verstoss des Schweizer Finanzplatzes gegen das Pariser Abkommen weithin bekannt geworden. Mit verschiedenen Aktionen wie zum Beispiel dem Rise Up For Change 2021 haben Aktivist*innen immer wieder auf das Thema aufmerksam gemacht und gefordert, dass der Schweizer Finanzplatz seine Verantwortung zur Bekämpfung der Klimakrise wahrnimmt. Diese Forderungen wurden weitgehend ignoriert. Die meisten Finanzinstitute versuchten, so weiterzumachen wie bisher.
Mit Greenwashing-Strategien versuchten sie ihr, in Verruf geratenes Image wieder zu verbessern. So hat beispielsweise die Credit Suisse zwar vor kurzem eine Klimaresolution an ihrer Generalversammlung verabschiedet. In dieser werden aber die CO2-intensivsten Anlagen ausgenommen. Somit kann die Credit Suisse weiterhin in klimaschädliche Projekte investieren. Andere Banken verfolgen eine andere Strategie, um ihr Image zu verbessern – «Nachhaltigkeitsfonds». Diese sind ebenfalls nur extrem beschränkt wirksam. Ihr erstes Ziel ist und bleibt es das Image ihrer Bank aufrechtzuerhalten.
Was fordern wir?
Um nun als Gesellschaft die 1.5-Grad-Grenze nicht zu überschreiten, werden wir nicht um eine Umstrukturierung des Finanzsektors herumkommen. Die Schweiz, welche immer wieder für ihre Demokratie gelobt wird, lässt gleichzeitig nur wenige Menschen über eine gigantische Summe von Geldern und somit auch Macht verfügen, während der Rest der Menschen nahezu kein Mitspracherecht haben. Das ist nicht demokratisch.
Wir fordern deshalb eine Demokratisierung des Schweizer Finanzplatzes, damit die Schweiz als privilegierter Staat im globalen Norden ihre Verantwortung wahrnehmen und die 1,5°-Grenze einhalten kann!
Für all jene, welche sich gerne mit uns für eine Umstrukturierung des Schweizer Finanzplatz einsetzen wollen und über die notwendigen Veränderungen am Schweizer Finanzplatz wissen möchten, findet am Samstag, 30. April die SNB-Volksversammlung statt. Treffpunkt ist der 30. April 14.00 Uhr am Bürkliplatz in Zürich. Wir freuen uns auf dich!