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Als Alp wird ein Sömmerungsgebiet für Kühe, Geissen und Ziegen bezeichnet. In der Schweiz kommen solche Sömmerungsgebiete sowohl im Alpenraum als auch im Jurahöhenzug vor. Die Alpweiden werden wetterbedingt vom Juni bis September bewirtschaftet. Verantwortlich für den Alpbewirtschaftung ist entweder die Älplerfamilie oder der Senn. Je nachdem wie gross die Alp ist, wie viele Tiere versorgt werden oder ob ein Alpbeizli betrieben wird, gehört ein Zusenn, ein Hirt und evtl. noch ein Servicemitarbeiter dazu. Auf grösseren Alpwirtschaften können so bis ein Dutzend Personen beschäftigt sein. Der Senn ist in der Regel nicht Eigentümer der Alp, sondern ist Angestellter oder Pächter. Oftmals gehört das Sömmerungsgebiet einer Kooperation oder Alpgemeinschaft. Jedoch kann es auch sein, dass die Alp in privatem Besitz ist und die Alpwirtschaft für die Dauer des Alpsommers verpachtet wird.
Frische Luft, saftige Wiesen und einladende Gastfreundschaft. Alpwirtschaften sind nicht nur einfache Alphütten, sondern sind ein Anziehungspunkt für Einheimische und Touristen. Sowohl in der Schweiz als auch im übrigen Alpenraum gehört es zur Tradition, dass die Kühe den Sommer auf der Alp verbringen. Während dem Winter sind die Bergen und Alpen mit einer meterhohen Schneeschicht überzogen. Im Frühling wenn der Schnee durch die steigenden Temperaturen wegschmilzt, ziehen die Älplerfamilien mit ihrem Vieh auf die Alp. Der Alpaufzug wird umgangssprachlich “Züglete” genannt. Die Kühe gelangen auf die Alp entweder zu Fuss, Auto- oder Seilbahntransport.
Zu Beginn der Alpsaison findet der Alpaufzug statt. An diesem Tag werden die Tiere festlich geschmückt und die Älpler ziehen traditionelle Trachten an. Nachdem die Kühe auf der Alp angekommen sind, kann die Kuhmilch die Milch vom Folgetag in der Regel nicht für die Käseherstellung verwendet werden. Dies auf Grund der Tatsache, dass die Kühe während dem Alpaufzug Stress erleiden und dadurch die Zellzahl in der Milch erhöht ist. Diese Milch kann in Folge dessen nicht verarbeitet werden, da sich ausgehend von der erhöhten Zellzahl eine ungenügende Gallerte bildet.
Der Zeitraum der Alpbewirtschaftung wird von der Vegetationsentwicklung bestimmt. Deshalb werden tiefergelegene Alpweiden im Frühling als Erstes genutzt. Im Laufe des Sommer und mit dem damit verbunden Rückgang der Schneeflächen, ziehen die Älperinnen und Älpler immer weiter in die Höhe. Diese Art von Alpnutzung wird Stafelbewirtschaftung genannt. In der Regel ist ein Alpgebiet in eine Nieder-, Mittel- und Hochalp unterteilt. Die höchstgelegenen Alpweiden reichen in der Schweiz bis 3200 m. ü. M.
Normalerweise ist das Käsen eine Frauendomäne. Der Mann hingegen schaut zum Wohlergehen der Kühe. Das Vieh verbringt den Tag auf der Weide, wo es frisches Gras und Kräuter findet. Am Abend werden sie in den Stall geholt, damit sie die Nacht in einem geschützten Ort verbringen können.
Für die Inbetriebnahme der Alpwirtschaft ist mit 7-10 Tage zu rechnen. Dies bedeutet, dass der Senn bereits einige Tage vor dem Eintreffen des Viehs die Alpwirtschaft vorbereiten muss. Um überhaupt den Alpsommer gut zu überstehen, ist es von essenzieller Bedeutung, dass die notwendigen Utensilien vorhanden sind und die Gerätschaft technisch einwandfrei funktionieren. Zu den Vorbereitungsarbeiten gehört das Putzen der Sennerei und die Reparatur von Apparaturen oder Fliessen.
Ein gewöhnlicher Arbeitstag auf der Alp dauert in der Regel 10 Stunden und mehr. Neben der Viehhaltung ist besonders die Milchverarbeitung eine wichtige Aufgabe während des Tages. Wenn die Alp von einer Familie bewirtschaftet wird, kümmert sich der Mann um das Vieh und die Frau und die Käseherstellung.