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Morbus Crohn: Empfehlungen zur Therapie bei Schwangeren und Kindern
Amerikanische und Europäische Gastroenterologen erarbeiteten Empfehlungen zur Therapie mit Biologika bei entzündlichen Darmerkrankungen (IBD) wie Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa bei Schwangeren und Kindern. Hier eine Zusammenfassung.
Wie steht es um die Fruchtbarkeit bei Frauen mit einer IBD?
Die Fruchtbarkeit (Fertitilität) ist bei Frauen mit einer IBD insgesamt nicht beeinträchtigt.
Es besteht jedoch ein erhöhtes Risiko für Schwangerschaftskomplikationen, insbesondere bei aktiver Erkrankung.
Nach Entfernung des Dickdarms bei Colitis ulcerosa ist die Fertilität jedoch meist eingeschränkt.
Risiko der Therapie kleiner als Krankheit
Das Risiko bei unbehandelter Krankheit ist grösser als befürchtete Nebenwirkungen von Medikamenten, ist ein Fazit der Experten.
Kindsplanung und Schwangerschaft
- Die Therapie mit TNF-Hemmern in der Schwangerschaft (jedenfalls in den beiden ersten Schwangerschaftsdritteln) sowie während der Kindsplanung bei Männern und Frauen birgt ein geringes Risiko.
- Ein geringes Risiko besteht auch bei der Behandlung mit Azathioprin (Immunsuppresivum) und Aminosalicylaten.
- Infliximab und Certolizumab gelten auch während der Stillperiode als sicher, Sicherheitsdaten für Adalimumab liegen noch zu wenig vor.
- Bezüglich Sicherheit von Natalizumab während der Schwangerschaft ist wenig bekannt.
Therapie bei Kindern mit IBD
- Infliximab ist bei Kindern mit Morbus Crohn eine effektive Behandlungsstrategie zur Herbeiführung der Abheilung im Krankheitsschub und zum Schutz vor Rückfällen sowie zur Behandlung von Erkrankungen ausserhalb des Darmbereiches. Die regelmässige Verabreichung ist der periodischen Verabreichung von Infliximab vorzuziehen.
- Adalimumab ist bei Kindern mit aktiver Erkrankung und zur Erhaltung des abgeheilten Schubes effektiv, auch wenn kein Ansprechen auf Infliximab mehr besteht; allerdings ist die Datenlage dazu bescheiden.
Impfungen bei Kindern
Die Impfung von Kindern, welche im Mutterleib Biologika ausgesetzt waren, kann in den ersten 6 Monaten nach Schema erfolgen, ausser wenn der Impfstoff aus Lebendimpfstoffen besteht (z.B. Rotavirusimpfung).
Inaktivierte Impfstoffe können auch Kinder mit IBD erhalten.
Tellmed, Am J Gastroenterol 2010
26.01.2011 - dzu