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Sie kämpften mutig und unermüdlich Diese Frauen prägten die Schweiz
Johanna Spyri, ✝74, avancierte mit ihrer Romanfigur Heidi zur wohl bekanntesten Autorin der Schweiz. Sie wurde 1827 in Zürich geboren und heiratete 1952 einen Zürcher Juristen. Zum Schreiben kam sie erst später in ihrem Leben. Doch «Heidis Lehr- und Wanderjahre» wurde ein Grosserfolg und sogar in über 50 Sprachen übersetzt und mehrmals verfilmt. Die Welt von Heidi prägt bis heute die Wahrnehmung der Schweiz im Ausland. Spyri erkrankte an Krebs und starb 1901.
Emilie Kempin-Spyri, ✝48, Nichte der grossen Autorin Johanna Spyri, ist die erste Schweizer Juristin. Doch der Weg dahin war problematisch. 1853 wurde sie in Zürich geboren und begann 1883 ein Rechtsstudium an der Universität Zürich – als erste Schweizerin! Obwohl sie sogar den Doktortitel erwarb, durfte sie nicht als Anwältin arbeiten, da Frauen in der Schweiz damals kein Aktivbürgerrecht hatten. Diesen Umstand wollte sie mit einem Vorstoss vor dem Bundesgericht ändern. Doch der Begriff «Schweizer» wurde nur den Männern zugesprochen. Kempin-Spyri zerbrach am Kampf für ihre Bürgerrechte und wurde in eine Irrenanstalt eingeliefert. Ob sie wirklich geisteskrank war, ist unklar. Sie starb 1901 verarmt in Basel.
Sophie Taeuber-Arp, ✝53, war eine der bedeutendsten Schweizer Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. 1889 in Davos geboren, wurde sie später als Malerin, Bildhauerin, Architektin und Tänzerin zu einer Protagonistin des Dadaismus. Durch die Machtübernahme der Nationalsozialisten in Europa gerieten sie und ihr Mann, der Künstler Hans Arp, ✝79, immer mehr unter Druck. Sie mussten mehrmals flüchten und starben 1943 an einer Kohlenmonoxidvergiftung in Max Bills, ✝85, Haus. Ihre Arbeit als Künstlerin brachten ihr erst nach ihrem tragischen Tod grossen Ruhm ein.
Iris von Roten, ✝73, war eine wahre Vorkämpferin der Frauenrechte. 1917 in Basel geboren, studierte sie Jus und wurde Partnerin in der Anwaltskanzlei ihres Ehemannes Peter von Roten, ✝75, Nationalrat und Walliser Aristokrat. Gekränkt von den Erfahrungen am Arbeitsplatz – sie wurde stets für die Sekretärin gehalten – setzte sie sich in der Ehe und im Beruf für Gleichberechtigung der Geschlechter ein. 1959 veröffentlichte sie ihr Buch «Frauen im Laufgitter». Darin schrieb sie über Themen wie politische Rechte oder weibliche Sexualität. Der Text löste einen Skandal aus und Iris von Roten wurde öffentliche beschimpft. Sie nahm sich 1990 das Leben. Ihre feministischen Forderungen bleiben bis heute aktuell.
Eine unermüdliche Kämpferin für das Schweizer Frauenstimmrecht war die Bauerstochter Marthe Gosteli, ✝99. 1917 bei Bern geboren, reiste sie früh nach London und die Westschweiz. Ihre so erworbenen Sprachkenntnisse erschlossen ihr wichtige Positionen in den Medien. Diese Erfahrungen setzte sie ab Mitte der 1960er Jahre ganz in den Dienst der Frauen. Sie war 1970/71 massgebend an der Annahme des nationalen Frauenstimmrechts beteiligt. 2017 verstarb Marthe Gosteli im Alter von 99 Jahren.
Elisabeth Kopp, 81, war die erste Schweizer Bundesrätin. Bevor sie 1984 in die Landesregierung gewählt wurde, baute sie mit ihrem Mann eine Anwaltskanzlei auf und setzte sich ebenfalls für das Frauenstimmrecht ein. Durch einen politischen Skandal wurde ihre Amtszeit 1988 vorzeitig beendet. Heute ist die Alt-Bundesrätin rehabilitiert und meldet sich immer wieder zu aktuellen gesellschaftspolitischen Themen zu Wort.