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Dreigliederung als Voraussetzung der Demokratie
Heute beträgt, die „Staatsquote“, das ist der Anteil der staatlichen und staatlich bedingten wirtschaftlichen Aktivität an der wirtschaftlichen Gesamtleistung, in vielen Ländern zwischen 40 und 50 Prozent. Weit verbreitet ist die Meinung, die Solidarität sei in der Wirtschaft nur durch einen starken Staat zu erreichen. Drei große Aufgaben werden ihm zugewiesen: 1. Der Staat soll „öffentliche Güter“, die jeder Mensch braucht, aber nicht jeder sich leisten kann, z.B. Strassen, für alle bereitstellen. 2. Der Staat soll eine Einkommensgerechtigkeit herstellen, die die Wirtschaft selbst nicht zustande bringt. 3. Der Staat soll durch die Geldverwaltung und durch öffentliche Investitionen die Konjunktur beeinflussen und Wirtschaftskrisen bekämpfen.
Diese Meinungen sind mit dem Gefühl verbunden, die Staatsverwaltung sei vernünftiger als die einzelnen Menschen. Zwar sind seit dem Zeitalter der Aufklärung die Menschen mündig geworden, aber wir trauen in vielen Lebensbereichen dieser Mündigkeit doch nicht und glauben, dass der Staat uns bevormunden müsse. Wir denken den Staat, auch wenn er demokratisch ist, immer noch wie eine Obrigkeit. Stattdessen fordert uns die Dreigliederung dazu auf, die Organisation der Wirtschaft föderalistisch von unten, das heißt von den Menschen und ihren Unternehmen her aufzubauen. Es gibt viele Beispiele, die beweisen, dass das möglich ist.
(Elisabeth Voss: Wegweiser Solidarische Ökonomie. Anders wirtschaften ist möglich! Neu-Ulm 2010. Jens Heisterkamp (Hg.): Kapital = Geist, Info3-Verlag Frankfurt am Main 2009. Christian Felber: Gemeinwohl-Ökonomie, das Wirtschaftsmodell der Zukunft, Wien 2010. Siehe auch die umfangreiche neue Literatur über Commons, insbesondere die Werke von Elinor Ostrom.)