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Denise ist eine junge Mutter, die in der 60‘000-Einwohner-Stadt Tsevie nördlich der Hauptstadt von Togo lebt. Denise ist verheiratet und inzwischen Mutter geworden. Sie hat ein kleines Geschäft eröffnet, um das Einkommen ihres Mannes, eines örtlichen Schuhmachers, aufzubessern. Sie verkauft Schönheitsartikel für Frauen. Ihr Leben hat sich stabilisiert, aber das war nicht immer so.
Denise wurde mit nur zwei Fingern pro Hand geboren, dem Daumen und dem kleinen Finger. Als ob dies nicht schon genug wäre, hat ihr Vater sie bei der Geburt verstossen. Sie hat ihn nie kennengelernt. Nach der Ablehnung durch ihren Vater nahmen auch ihre Nachbarn und Klassenkameraden ihre Behinderung immer wieder zum Anlass, sie auszugrenzen.
Stigmatisierung, Ablehnung und Spott waren ihr tägliches Los. Denise ertrank in einer tiefen Einsamkeit, die dazu führte, dass sie sich minderwertig vorkam und sich nicht einmal als Mensch sehen konnte. Sie begann zu glauben, dass sie es nicht verdiente, Zeit mit „normalen Menschen“ zu verbringen und fühlte sich auch hilflos, da sie an ihrem Zustand nichts ändern konnte.
Um sich zu schützen, zog sie sich zurück und mied jeden Kontakt. Das führte dazu, dass sie kaum Fähigkeiten entwickelte, mit anderen Menschen ein Gespräch zu führen, ausser mit ihrer Mutter.
Als ihre Mutter nicht mehr in der Lage war, die Schule zu finanzieren, war Denise erleichtert. Endlich konnte sie der täglichen Ablehnung durch ihre Altersgenossen entfliehen.
Aus Überlebensnot begann Denise als Verkäuferin auf dem Marktplatz zu arbeiten. Dort lernte sie Claude kennen und heiratete ihn später, den einzigen Mann, der ihr jemals Aufmerksamkeit schenkte. Aber ihr Groll blieb. Die Ablehnung, die sie seit ihrer Geburt erfahren hatte, konnte nicht heilen.
Wie viele andere hatten Denise und ihr Mann Schwierigkeiten, über die Runden zu kommen. Ihre Sorgen wurden noch grösser, als sie erfuhren, dass Denise mit ihrem zweiten Kind schwanger war.
In ihrer Verzweiflung wandte sie sich an das Compassion-Zentrum der örtlichen Kirche. Sie hatte schon mehrmals davon gehört, dass dort Frauen in Not Unterstützung erhielten.
Denise war ganz überrascht, als sie herzlich willkommen geheissen und sofort in das Überlebensprogramm für Mütter und Babys aufgenommen wurde. Zu diesem Zeitpunkt konnte sie noch nicht einmal ahnen, wie sehr sich alles für sie verändern würde. Ihre Mauern, die sie sozial isoliert hatten, fielen sofort. „Zum ersten Mal erhielt ich wirkliche Zuwendung. Und ich bekam Zugang zu einer Unterstützung, die ich mir nie hätte vorstellen können.“
Im Überlebensprogramm für Schwangere und für Mütter und ihre Babys schloss sie Freundschaften und die Liebe, Fürsorge und die Schulungen, die sie im Zentrum erhielt, gaben ihr Mut. Den Bemerkungen der Leute über ihre Behinderung schenkte sie keine Beachtung mehr. „Jetzt kenne ich meine Würde und weiss, dass ich ein vollwertiger Mensch bin, wie jeder andere auch. Meine Behinderung ist keine Begrenzung für das, was ich tun oder sein kann. Die Mitarbeiterinnen haben mich gelehrt, mir keine Sorgen über meinen körperlichen Zustand zu machen. Ich habe keine Angst mehr, verurteilt zu werden.“
Denise, die früher so schüchtern und ängstlich war, dass sie mit niemandem ausser ihrer Mutter sprechen konnte, wurde zu einer selbstbewussten Frau und hat gelernt, sich diskriminierendem Verhalten zu widersetzen, ohne dabei Schaden zu nehmen. Früher hatte sie nie irgendwelche Freundinnen, aber jetzt im Compassion-Überlebensprogramm hat sie viele Freundschaften geschlossen. Sie hatte sich früher ständig in sich selbst zurückgezogen, doch heute spricht und interagiert sie mit vielen Menschen. Ihr Selbstwertgefühl wurde wiederhergestellt.
Denise wurde zudem beigebracht, wie sie eine einkommensschaffende Tätigkeit ausüben kann. Sie ist glücklich, dass sie ihr kleines Geschäft mit Schönheitsprodukten ausbauen und zum Einkommen ihrer kleinen Familie beitragen kann. Ihr Leben hat sich stabilisiert und ihre Kinder wachsen heran.