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Salomon Landolt als militärischer Anführer
Salomon Landolt trat 1795 noch kurz vor der grossen politischen Umwälzung seine Aufgabe als Landvogt von Eglisau an, bis er 1798 in die Enge zurückkehrte.
Jürg Burlet, Spezialist für Uniformen und Militaria im Landesmuseum Zürich, hält ein Referat über Salomon Landolt als Militärpersönlichkeit. Die Aufstellung und der Einsatz der Leichten Jäger (später Scharfschützen) stehen im Zentrum seiner Ausführungen. Landolts Kontakte zu Friedrich dem Grossen und seine kurze Militärausbildung in Metz weisen auf sein breites Interesse an militärischen Themen hin.
Im Ortsmuseum im «Weierbachhus» werden sechs von Salomon Landolt persönlich gemalte Bilder gezeigt sowie das Modell des Schlosses, auf welchem er als Landvogt residiert hat.
In der Sonderausstellung daneben werden auch die militärischen Aspekte von Salomon Landolts vielfältigem Wirken in Eglisau und Umgebung dargestellt.
Programm
ab 13.30 Uhr
im Ortsmuseum im Weierbachhus
Sonderausstellung zu Salomon Landolt (Dokumente, Objekte u.v.m.)
Bilder von Salomon Landolt in der Stube
Schloss Eglisau im Modell – die letzte Wirkungsstätte von Salomon Landolt als Landvogt
ab 15.15 Uhr
Apéro und kleine Festwirtschaft
14.30 Uhr
Aula Schulhaus Städtli Eglisau
Referat von Jürg Burlet
«Salomon Landolt als Militär»
Peter Goetsch als
«Salomon Landolt, der fürsorgliche Verwalter»
Projektleitung
Jürg Girsberger, Projektleiter, Ortsmuseum Eglisau, pens. Sekundarlehrer
Der Militär
Salomon Landolt ist als Reorganisator der zürcherischen Miliz und Begründer des schweizerischen Scharfschützenwesens in die Geschichte eingegangen.
1764 studiert er Kriegswissenschaft an der Ecole d’Artillerie in Metz und beobachtet die Waffenübungen der königlichen Truppen. 1767 wird er Mitglied der Mathematisch-Militärischen Gesellschaft in Zürich und beginnt mit Hilfe seines Gönners, Statthalter Heinrich Escher, seine neuartigen Vorstellungen eines Scharfschützenkorps von leichtbeweglichen Feldjägern in die Tat umzusetzen.
Nach erfolgreicher Musterung seiner 40 rekrutierten Freiwilligen 1770 vor dem Kriegsrat in Kloten wird er 1771 zum Hauptmann ernannt und stellt bis 1775 mit 500 Mann vier Scharfschützenkompanien zusammen.
Nach dem Einsatz in Küsnacht 1778 wird er zum Oberst-Lieutenant seiner Elitetruppe befördert. «Eine Jägermusterung war immer ein Fest für die ganze Gegend», erinnerte sich David Hess 1820: «Alle Manöver mussten pünktlich, aber mit Windesschnelligkeit ausgeführt werden.» Die Scharfschützen tragen dunkelgrüne Uniform und schwarzes Lederzeug, eine im Gelände unscheinbare Montur ohne glänzende Metallteile; die Handfeuerwaffe, eine kurz gezogene Steinschloss-Kugelbüchse mit hoher Zielpräzision, ist das teuerste Fabrikat der Zeit.
1792 befehligt Oberst Landolt das Zürcher Kontingent von 640 Mann zur Sicherung der von Frankreich bedrohten Stadt Genf, und 1796 als Landvogt von Eglisau die Verteidigungstruppen von 3500 Mann an der Nordgrenze des Kantons im Rafzerfeld. Von 1787 bis 1798 ist er Mitglied des Kriegsrats. 1805 wird er zum Oberst der Scharfschützen-Reserve ernannt und 1812 auf seinen Wunsch aus dem Militärdienst entlassen.