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Bei der Anagenphase handelt es sich um die Wachstumsphase der Haare. Sie ist die erste der drei Phasen des Haarzyklus und auch die längste: Im Schnitt bleiben menschliche Haare zwei bis sechs Jahre in der Anagenphase. Auf die Wachstumsphase folgen im Haarzyklus die Katagenphase und die Telogenphase. Allerdings befindet sich die große Mehrzahl der Haare in der Anagenphase – rund 85-90 % aller Haare eines Menschen sind in dieser Phase. Haare in der Anagenphase heißen auch „Papillarhaare“.
Wachstumsphase: so verändern sich die Haare
Aus der deutschen Bezeichnung „Wachstumsphase“ geht bereits hervor, dass die Haare in dieser Phase wachsen. Der Grund dafür ist, dass an der Haarwurzel ständig neue Zellen gebildet werden. Durch diese neuen Haarzellen wird das Haar ein bisschen weiter nach außen geschoben – die Folge: Das Haar ist gewachsen.
Haarwachstum pro Monat in der Anagenphase
Unter normalen Umständen wachsen Haare während der Anagenphase täglich um circa 0,4 Millimeter. Pro Monat verlängert sich ein Haar in der Wachstumsphase also um ungefähr einen Zentimeter. Hochgerechnet auf die rund 100 000 Haare, die jeder Mensch auf dem Kopf trägt, kommt man so auf einen Kilometer Haarwachstum im Monat.
Wie lang kann ein Haar werden?
Die maximale Länge eines Haars ergibt sich aus der Dauer der Anagenphase. Je nach erblicher Veranlagung und weiteren Faktoren kann diese erheblich schwanken. Auch wenn man Haare nicht schneidet, werden diese selten länger als einen Meter – dann ist die Anagenphase meist zu Ende.
Dauer der Anagenphase
Die Wachstumsphase kann unterschiedlich lang dauern: Die Länge der Phase hängt unter anderem von Alter, Geschlecht und spezifischer Körperstelle ab. Beim Kopfhaar ist eine Dauer von zwei bis sechs Jahren der Regelfall. Am Ende der Anagenphase löst sich das Haar von den Blutgefäßen auf der Kopfhaut und tritt damit in die Katagenphase ein. Dies ist ein völlig natürlicher Prozess.
Verkürzte Anagenphase: Folgen und Ursachen
Neben dem natürlichen Ende der Anagenphase kann es auch vorkommen, dass diese Phase frühzeitig endet. Ein abruptes Ende des Wachstums hat zur Folge, dass die Haare zu früh ausfallen und sich das Haarkleid empfindlich lichtet.
Die Ursachen für einen plötzlichen Übergang in die späteren Haarphasen können sein:
- Hormonschwankungen
- Spezielle Medikamente
- Wechsel der Jahreszeiten
- Stress
Charakteristika der Haare in der Wachstumsphase
Wichtigstes Kennzeichen in der Anagenphase ist das Längenwachstum der Haare. Ein weiteres Charakteristikum ist die hohe Aktivität der Haarfollikel in dieser Phase. Außerdem weisen die Haare in der Wachstumsphase einen besonders hohen Pigmentgehalt auf und haben eine außergewöhnlich „satte“ Farbe.
Anagenphase bei Wimpern und Körperhaaren
Eine Anagenphase gibt es aber nicht nur bei den Kopfhaaren, sondern auch bei Wimpern, Augenbrauen und sonstigen Körperhaaren. Wichtigster Unterschied zum Kopfhaar: Die Wachstumsphase ist hier wesentlich kürzer, daher erreichen diese Haare auch nur ein Bruchteil der Länge von Kopfhaaren. Bei Wimpern ist die Anagenphase beispielsweise schon nach 90 Tagen zu Ende, bei den Augenbrauen schon nach vier Monaten.