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Sprachaufenthalte weltweit
Erfahrungsberichte und Expertentipps
Erfahrungsberichte und Expertentipps
Ich habe mich für einen Sprachaufenthalt in Alicante entschieden, weil ich Spanisch eine tolle Sprache finde. Ich wollte mich alleine durchschlagen und erleben wie das Leben in normalen spanischen Familien ist. Doch je näher der Tag der Abreise kam, desto aufgeregter wurde ich: Wie sieht es bei der Familie wohl aus? Sind sie nett zu mir? Treffe ich nette Leute?
Als ich am Sonntagmorgen in Alicante ankam, wurde ich von einem organisierten Transfer in die Gastfamilie gebracht. Kaum angekommen wurde ich auch schon herzlich von meiner Gastmutter, Emilce “Emy“ empfangen. Emy ist eine sehr lebhafte, gut beleibte Tanzlehrerin. Sie stellte mich ihrem Mann Diego vor, der offensichtlich regelmässig das Fitnessstudio besucht. Die beiden haben zwei Töchter: Die siebzehnjährige Nicole und ihre kleine achtjährige Schwester April. Für mich als Schweizer war ungewöhnlich, dass die Grossmutter auch noch bei der Familie wohnte. Ihren Namen hat mir während des ganzen Sprachaufenthaltes in Alicante keiner sagen wollen. So folgte ich dem Beispiel der Familie und nannte sie Abuela (zu Deutsch: Grossmutter).
Die Eingangstür der Wohnung führte direkt ins Wohnzimmer. An einer Wand stand ein grosses Sofa und ihm gegenüber ein riesiger Flachbildfernseher. Von dort aus ging es in einer Kurve durch die Küche und dann durch einen kleinen Gang ins Esszimmer. Und in diesem Durchgang war eine Tür, die zu meinem Zimmer führte. Es war ein 7qm grosses, fensterloses Kämmerlein. Die Wände waren in einem “cool-down-pink“ gestrichen, was den Flair einer Gefängniszelle um so mehr bekräftigte. Als ich meinen Koffer ausgepackt hatte, nahm mich meine Gastmutter Emy mit ins Esszimmer und erklärte mir den Stadtplan. Sie zeigte mir meine Sprachschule in Alicante, den Arbeitsplatz ihres Mannes und wie ich zum Strand komme.
Die Essgewohnheiten bekam ich an diesem ersten Abend besonders zu spüren. Es war Sonntag und Emy teilte mir mit, dass sie an Sonntagen für gewöhnlich etwas später zu Abend essen, sprich halb zwölf!
Die Familie hatte auch noch eine zweite Wohnung direkt neben der einen, in der drei andere Austauschschüler wohnten und wir haben immer zusammen gefrühstückt und zu abend gegessen. Am Montag hat mich Emy dann zur Sprachschule geführt. Es ist sehr einfach sich in Alicante zurechtzufinden, weil die Strassen gitterförmig angeordnet sind. In der Schule musste ich in einem Aufenthaltsraum einen Test absolvieren, um mein Niveau festzustellen. Danach wurde ich in meine Klasse gebracht. Sie bestand aus 5 Schülern: 2 Schweizerinnen, einer Holländerin, einer Amerikanerin und einem Belgier. Sie waren alle schon mitte Zwanzig und sehr freundlich, genau wie die Lehrerin.
In der ersten Woche hatte ich immer am Nachmittag Unterricht und konnte so jeden Tag gut ausgeschlafen beginnen. Kleiner Wehrmutstropfen: wir hatten immer Hausaufgaben und das nicht zu knapp.
Es gab von der Schule her organisierte Exkursionen an denen ich manchmal teilgenommen habe. Ausserdem hat mir die Gastmutter ein Fitnessstudio gezeigt beziehungsweise mich gleich dort angemeldet! Oft bin ich auch abends mit den anderen Austauschschülern ausgegangen. Mir wurde also nie langweilig und ich musste nicht sehr viel Zeit in meinem Kämmerlein verbringen. In der zweiten Woche kamen neue Austauschschüler in die Wohnung und die anderen mussten wieder gehen. Ich hatte jetzt am Morgen Schule und hatte somit auch noch Zeit den schönen Strand zu geniessen oder für einen Abstecher in den “Corte Inglés“ zu gehen.
Der Zweck meines Sprachaufenthaltes in Alicante wurde natürlich bei all dem nicht vernachlässigt. Schliesslich konnte ich bis auf die anderen Schüler nur Spanisch mit den Leuten reden, besonders mit meiner Gastfamilie. Ich merke, dass mir das sehr geholfen hat vor allem bei meiner Aussprache und meinem Hörverständnis.