Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03406.jsonl.gz/665

Amerikanische Sportler bekommen für ihre Olympia-Medaillen einen Steuerbescheid. Ein Senator protestiert nun dagegen - angestachelt durch eine zweifelhafte Berechnung.
US-Athleten, die von den Olympischen Spielen eine Goldmedaille mit nach hause bringen, erhalten als Belohnung eine Prämie von 25'000 Dollar. Dazu gibt es einen Steuerbescheid in Höhe von 8986 Dollar, der sowohl die Prämie als auch den Goldwert abdeckt - das berichtet die «Washington Times» unter Berufung auf Berechnungen der Organisation «Americans for Tax Reform».
Für eine Silbermedaille stehen demnach 5385 Dollar Steuern zu Buche, für Bronze 3502 Dollar - neben der Versteuerung der 10'000-Dollar-Prämie sind darin laut der Zeitung 2 Dollar für den Bronzewerte enthalten.
US-Schwimmstar Ryan Lochte muss dem zufolge für seine drei Medaillen (zweimal Gold, einmal Silber) mehr als 23'300 Dollar Steuern zahlen. Für alle US-Medaillen zusammen (Stand 1. August) kassieren die amerikanischen Steuerbehörden laut «Washington Times» fast 350'000 Dollar.
Einen Tag nach Veröffentlichung der Zahlen durch «Americans for Tax Reform» forderte der republikanische Senator Marco Rubio, die Besteuerung abzuschaffen und legte einen entsprechenden Gesetzesentwurf vor. Athleten, die ihr Leben dem sportlichen Erfolg verschrieben hätten, dürften nicht bestraft werden, wenn sie ihn erreichten, so Rubio laut der Zeitung.
Kritik an undifferenzierter Berechnung
Allerdings hat «Americans for Tax Reform» bei der Berechnung die Sportler offenbar pauschal in die oberste Steuerklasse eingeordnet - unabhängig davon, ob es sich um einen Basketball-Superstar oder einen unbekannten Bogenschützen handelt, schreibt «tagesschau.de».
Ausserdem könnten die Sportler wie alle Steuerzahler auch Werbekosten absetzen, heisst es weiter auf der deutschen Nachrichtenseite. Und weiter: «Tatsächlich dürften so nur wenige von ihnen massiv Steuern auf ihre Medaillen und Prämien zahlen - und im Zweifelsfall sind es genau diejenigen Stars, den es nicht so viel ausmachen dürfte.»
Gefunden auf finews.ch.
(tno/chb)