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Wer hat die Nord-Stream-Pipelines wirklich gesprengt?
Einer der folgenschwersten Terroranschläge in Europa, verübt am 26. September des vergangenen Jahres mit der Konsequenz, dass rein technisch kaum noch russisches Gas Richtung Westen fliessen kann, harrt der Aufklärung. Alles, was bekannt ist, wird von denen, denen die jeweiligen Erkenntnisse nicht passen, als Gerücht abgetan.
So gelten als Täter je nach politischer Perspektive mal die USA, mal Russland und mal die Ukraine.
Eine ziemlich überzeugende Analyse, die für die USA als Täter spricht, legt jetzt der renommierte Schweizer Mathematiker und Physiker Hans-Benjamin Braun vor, der am amerikanischen Massachusetts Institute of Technology forscht. Er hat mit Hilfe mehrerer unabhängiger Methoden die eigentliche Explosion untersucht und kommt zu dem Schluss, dass die bisherige Darstellung, die von norwegischen Quellen stammt und nach der 250 Kilogramm TNT-ähnlicher Sprengstoff ausgereicht haben, nicht stimmt. Mindestens 150.000 Tonnen oder sogar noch deutlich mehr herkömmlicher Sprengstoff wären nötig, um jene Ergebnisse hervorzubringen, die der Professor penibel analysiert.
Was Braun zusammengetragen hat, ist unter anderem Folgendes: Die Sprengung fand an einem Ort statt, an dem die topographische Form der schwedischen Küste und ein unterirdischer Graben die gewaltigen Explosionswellen so verstärkten, dass sie deutlich im russischen Kaliningrad wahrgenommen werden konnten. Braun spricht von einem regelrechten Angriff auf den russischen Militärstützpunkt.
Er zeichnet nach, dass sich nach der Explosion wochenlang die Temperatur am Seeboden erhöht habe, dass durch die Detonation Aerosole in weitem Umkreis von der Meeresoberfläche versprüht wurden und dass in Polen, aber auch bis in die Schweiz hinein eine erhöhte Gammastrahlung nachgewiesen wurde. All dies spreche zweifellos für einen nuklearen Angriff.
Seine Schlussfolgerung: Es war eine thermonukleare Waffe. Die norwegischen Daten über die Menge des Sprengstoffes seien getürkt. Die USA seien die «einzigen plausiblen Verantwortlichen für den Angriff».