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Weg-Wort vom 6. Mai 2021
Die folgende Geschichte wird über Gillian Lynne erzählt: «Als Gillian acht Jahre alt war, sorgten sich ihre Eltern und die Lehrpersonen wegen der mangelhaften Leistungen des Mädchens in der Schule. Sie konnte einfach nicht stillsitzen. Die Konzentration und die Schulaufgaben bereiteten ihr grosse Mühe. Schliesslich schrieb der Schulleiter den Eltern einen Brief und riet ihnen, das Mädchen in einer Sonderschule anzumelden.
Mit dieser Beurteilung fand sich Gillians Mutter nicht ohne Weiteres ab. Sie brachte ihre Tochter zu einem Psychologen, der beiden aufmerksam zuhörte und viele Fragen stellte. Danach sagte der Psychologe zu Gillian: ‘Jetzt möchte ich mit deiner Mutter einen Moment im Nebenzimmer sprechen. Bitte bleib einfach hier, wir werden bald wieder zurückkommen.’
Beim Hinausgehen schaltete der Psychologe das Radio ein und Musik ertönte. Draussen führten sie das Gespräch fort. Dann blickte der Psychologe durch eine kleine Glasscheibe in der Türe und forderte die Mutter auf: ‘Schauen Sie sich das an!’ Durch das Fensterchen hindurch sah sie Gillian, die aufgestanden war und sich zum Rhythmus der Musik bewegte. Der Psychologe wandte sich an die Mutter und sagte: ‘Mit Ihrer Tochter ist alles in Ordnung. Es ist offensichtlich, dass sie eine Tänzerin ist. Melden Sie sie an einer Tanzschule an.’ Die Mutter folgte diesem Rat, und das Kind war überglücklich. Endlich kam Gillian mit Kindern zusammen, die so waren wie sie.»
Gillian Lynne wurde eine berühmte Tänzerin und innovative Choreografin. Sie tanzte unter anderem am Royal Ballett und schuf die Choreografien für Andrew Lloyd Webbers Musicals «Cats» und «Das Phantom der Oper».