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Siedlung Zelgli
Die Siedlung Zelgli wurde noch während des 2. Weltkrieges durch die Gemeinnützige Wohnbaugenossenschaft (GWG) gebaut. Der Architekt Werner Schoch konzipierte die Reiheneinfamilienhäuser in der typischen Bauweise der 1940er-Jahre.
Die Reiheneinfamilienhäuser der Siedlung Zelgli im Eisweiher-Quartier, die in Ihrer Art die einzige der Gemeinnützige Wohnbaugenossenschaft (GWG) geblieben ist, wurden in zwei Etappen erstellt. 1944 wurden die westlichen fünf Häuserzeilen, die streng parallel platziert sind aufgerichtet. 1945 folgten drei weitere Baukörper östlich davon. Diese sind nach Norden leicht versetzt platziert.
Die ganze Siedlung entstand in einem damals noch „einsamen“ ländlichen, aber langsam aufstrebenden Gebiet. An der Tösstalstrasse hatten sich Fabriken installiert und auch einige Arbeitersiedlungen sind dort entstanden. Die Siedlung Zelgli mit ihren 60 Familienhäusern leisteten einen weiteren Beitrag gegen die herrschende Wohnungsnot. Nach den 1960er-Jahren begann ein richtiger Bauboom, der die Ebene zwischen dem Eschenberg und dem Industriegebiet Grüzefeld in ein breitgefächertes und dicht bebautes Wohnquartier verwandelte. Daraus entstand dann 1973 ein eigener neuer Stadtkreis „Mattenbach“. Er wurde vom bisherigen Kreis Altstadt abgetrennt.
Werner Schoch, ein pragmatischer Architekt und Genossenschaftsmitglied bei der GWG, erhielt den Auftrag die Zelgli-Siedlung zu bauen. In der Materialknappheit der Kriegsjahre –es fehlten insbesondere Zement und Mörtel, entstanden die acht Häuserzeilen in einer Trockenbauweise (Holzkonstruktion und Plattenbau). Da das Gelände leicht abfallend war, wurden die Häuserzeilen leicht abfallend erstellt. Der Abstand zwischen den Häusern betrug 20 Meter. So wurde ermöglicht, dass nebst dem Erschliessungsweg auch noch ein kleiner Pflanzgarten je Hausteil zugeteilt werden konnte. Damit fügte sich die neue Siedlung an idealer Lage im Grünen und nahe der Altstadt problemlos in das ländliche Gebiet und in den Gartenstadt-Charakter ein. Die Siedlung Zelgli ist ein Zeitzeuge des damaligen winterthurerischen Siedlungsbaus.
Die Reiheneinfamilienhäuser hatten eine Wohnfläche von 91 m2 und, damals absolut neu, jede Wohnung erhielt ein Bad. Mit einem Kachelofen wurde geheizt und im Keller hatte auch jedes Haus eine eigene Waschküche. Die Liegenschaften waren subventioniert und konnten für einen Preis von Fr. 1032.00 bis Fr. 1152.00 Nebenkosten inbegriffen im Jahr vermietet werden.
Anfangs der 1990er-Jahre standen Erneuerungsarbeiten an. Im Vordergrund stand auch eine Wohnflächenvergrösserung. Eine erste Projekt-Idee wollte die mittleren Häuserzeilen schleifen und Neubauten erstellen. Weder die Bewohner noch die Stadtbehörden liessen sich davon begeistern. Schliesslich setzte sich ein Projetvorschlag von Architekt Beat Rothen durch. Dieser baute eine neue Wohnschicht mit Flachdach entlang der Häuserzeilen an. Der Gebäude-Abstand verminderte sich auf 17 Meter und die Wohnfläche steigerte sich um 40 m2. Die Sanierung und Erweiterung der Siedlung in den Jahren 1996 bis 1998 wurde zu einem grossen Erfolg. Der Wohnwert konnte stark erhöht werden und der Charakter der Überbauung konnte gewahrt werden. Architekt Rothen erhielt 2001 dafür die Auszeichnung guter Bauten im Kanton Zürich.
Die GWG besitz heute 1151 Wohnungen und ist nach wie vor Stolz auf ihre Siedlung Zelgli, die sie heute zu Mietzinsen (teils subventioniert) von Fr. 1253.00 bis 2035.00 vermietet.
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