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Otto Morach und die Künste
Otto Morach, der eine Ausbildung als Zeichenlehrer absolvierte, war anschliessend an verschiedenen Schulen als Lehrer tätig, so ab 1953 auch an der Zürcher Kunst-
gewerbeschule. Daneben widmete er sich der freien Malerei und der Gestaltung von Plakaten, die an den kubistisch-futuristischen Stil seiner Malerei anknüpften. Morach erlangte aber auch Bedeutung als Erneuerer des Schweizerischen Marionettentheaters. So entwarf er 1918 für das Marionettenspiel zu Claude Debussys Ballett La boîte à joujoux Bühnenbild, Dekorationen und gemeinsam mit Carl Fischer Figuren. Zudem entwarf er Boden- und Wandteppiche. Während Morachs malerisches Schaffen wiederholt ausgestellt und aufgearbeitet wurde, sind seine Arbeiten im angewandten Bereich nur wenig erforscht. Ihr avantgardistischer Charakter und die spannenden und vielseitigen Wechselwirkungen zwischen freier und angewandter Kunst versprechen hier unterschiedliche Forschungsansätze.
Sammlungskorpus
Morachs wegweisende Plakate befinden sich im Bestand der Plakatsammlung. Die Kunstgewerbesammlung ist im Besitz von Arbeiten aus dem Bereich des Marionetten-
theaters, etwa dem wegweisenden Spiel „La boìte à joujoux“ von 1918, „Meister Pedros Puppenspiel“ von 1925 oder „Kasane“ von 1931, zu denen sich ebenfalls Kulissen und teils auch Requisiten in der Sammlung befinden. Durch eine umfangreiche Schenkung gelangen im April 2015 weitere Entwürfe Otto Morachs zu Plakaten, Marionetten und Entwürfen in den Sammlungsbesitz.
Aufarbeitungsstand
Morachs Plakate sowie ein Teil seiner Marionetten und seines Holzspielzeugs sind bereits im Sammlungskatalog erfasst, andere Objekte müssen neu erfasst und recherchiert werden.
Forschungsvorhaben/Termine
Eine Beforschung von Otto Morachs angewandtem Werk muss die Aufarbeitung der in den Sammlungen enthaltenen Objekte und deren Erfassung in der Datenbank des Museums einschliessen. Für ein Forschungsvorhaben bietet sich eine konkrete Fragestellung an, beispielsweise Morachs Bedeutung für das Schweizerische Marionettentheater, eine Aufarbeitung seiner textilen Gestaltung und die Wechselbeziehungen derselben zur freien Malerei oder das Verhältnis von Plakat und freier Malerei. Eine Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Olten, das im Besitz des malerischen Nachlasses ist, bietet sich dafür an. Je nach Forschungsansatz bietet sich das Konvolut für eine vertiefte Forschungsarbeit oder auch eine Bachelor- oder Masterarbeit an. Ein Beginn ist zu jedem Zeitpunkt nach Absprache möglich.
Kontakt
Roman Aebersold, Leiter Sammlungsbetrieb, +41 43 446 67 03.