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Wie schützt man Betroffene am besten vor sexualisierter Gewalt? Darüber berät derzeit das Parlament im Rahmen der Revision des Sexualstrafrechts.
Das Parlament bevorzugt die so genannte Ablehnungs- oder «nur Nein heisst Nein»-Lösung. Diese geht davon aus, dass sexuelle Handlungen nur dann bestraft werden sollen, wenn sie explizit gegen den Willen der betroffenen Person geschehen.
Menschenrechts-, Frauen- und Opferschutz-Organisationen hingegen plädieren für die so genannte Zustimmungs- oder «nur Ja heisst Ja»-Lösung. Diese geht davon aus, dass alle sexuellen Handlungen bestraft werden sollen, die ohne explizite Einwilligung aller Beteiligten geschehen. Wissenschaftliche Studien hätten gezeigt, dass viele Opfer nicht in der Lage seien, Nein oder Stop zu sagen, oder ihre Ablehnung sonstwie durch ihr Verhalten zu zeigen. Nur mit der Zustimmungs-Lösung sei somit sichergestellt, dass alle Beteiligten mit einer sexuellen Handlung einverstanden sind.
Welche Lösung die Schweizer Bevölkerung bevorzugt, zeigt eine neue Studie des Forschungsinstituts gfs.bern, die im Auftrag von Amnesty International durchgeführt wurde. Rund 45% der insgesamt 1012 Befragten sind der Meinung, die Zustimmungslösung biete den besten Schutz. Besonders hoch ist die Unterstützung bei Frauen und jüngeren Personen, welche auch objektiv am stärksten von sexueller Gewalt betroffen sind, sagt Cyrielle Huguenot, Frauenrecht-Verantwortliche bei Amnesty International Schweiz. Für die Ablehnungslösung sprachen sich insgesamt rund 27% aus.