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Er muss alle Regeln des Eishockeys beherrschen, wie der Blitz vorwärts und rückwärts Schlittschuh laufen können, unparteiisch und diplomatisch sein, innert kürzester Zeit kritische Entscheidungen treffen und nach dem Spiel einen Bericht verfassen. Wir sprechen vom Spielleiter, Schiri, Referee, vom Unparteiischen, Offiziellen oder ganz einfach vom Schiedsrichter. Im Eishockey meistens ein Mann (in einigen Fällen auch eine Frau), der einen Match in der schnellsten Mannschaftssportart der Welt überhaupt erst ermöglicht. Ein Leiter eines Spiels, der Unglaubliches leistet, selten gelobt wird, aber häufig der Buhmann der Nation ist. Eine solche Persönlichkeit hat unsere sportbegeisterte Klasse in Wünnewil besucht und sich mit viel Herzblut unseren kritischen Fragen gestellt.
Eis rasch geschmolzen
Als Daniel Zosso gut gelaunt das Klassenzimmer betrat und uns fröhlich anlachte, war das Eis rasch geschmolzen. Er brachte uns einen Puck von den «World U 20 Championships» mit, und wir durften uns für die Befragung das Zebratrikot des Unparteiischen überstreifen. Die Stimmung im Klassenzimmer war toll, und wir erfuhren viel über die Freuden und Leiden eines Eishockeyschiedsrichters.
Daniel Zosso hat selbst Eishockey gespielt. Als er 20 Jahre alt war, entschied er sich dann für ein Architekturstudium. Damit er seine Ausbildung an der Hochschule finanzieren konnte, begann er, Eishockeyspiele zu pfeifen. «Regelmässig konnte ich in die nächsthöhere Liga aufsteigen, bis ich dann in der NLA, also in der Profiliga, angekommen war», erklärte er.
Buhrufe und Pfiffe
In der obersten Spielklasse erlebte Zosso dann hautnah, wie Spieler, Trainer und Publikum mit einem Unparteiischen verkehren. Schnell einmal lernte er, mit Buhrufen, Pfiffen und Beleidigungen umzugehen. Er versuchte sie zu ignorieren und sich auf den Match zu konzentrieren. Eine gute Vorbereitung vor dem Spiel half ihm dabei, dass er trotz aufgeladener Stimmung ruhig blieb, seine Leistung zeigte und beleidigende Worte wegsteckte. «Wenn man beleidigt wird, ist es meistens so, dass ein Spieler oder Trainer einen Entscheid nicht versteht. Es kommt aber immer darauf an, wie der Spieler etwas sagt. Wenn der Spieler die richtige Frage stellt, bekommt er auch die richtige Antwort», unterstrich Zosso. Doch es gab auch eine Phase, in der der Unparteiische aus Marly den Bettel hinwerfen wollte. Schuld daran seien weniger Buhrufe und Pfiffe gewesen, sondern die Tatsache, dass er für wichtige Spiele wie die Playoffs oder den Spengler Cup übergangen worden sei.
Jeder Schiedsrichter ist ehrgeizig und möchte gerne die besten Spiele pfeifen dürfen oder ein Lob für seine Arbeit hören. Erstaunlicherweise wurde Zosso eher in den oberen Ligen für seine Arbeit auf dem Eis gelobt. Dazu meint Zosso: «Die Spieler oder die Trainer auf diesem Niveau merken, dass es nicht eine einfache Arbeit ist. Wenn ein Spieler oder Trainer das Gefühl hat, dass man einen guten Job gemacht hat, dann wird man auch gelobt. Dann kommt es schon mal vor, dass der Coach den Kopf in die Schiedsrichtergarderobe reinsteckt und sagt: ‹Hey Jungs, das habt ihr heute super gemacht.›»
Zur Person
Respekt, Adrenalin und Freundlichkeit
• Herkunft: Daniel Zosso kommt aus Marly.
• Jugend: Als Junge schwärmte er für Freiburg-Gottéron und das berühmte Hockey-Duo Slawa Bykow und Andrei Chomutow.
• Lieblingsmannschaft: Die deutsche Fussballmannschaft Borussia Dortmund.
• Lautestes Publikum: Freiburg– Gottéron und Ambri-Piotta.
Grund dafür seien unter anderem die veralteten Stadien und die Nähe der Fans.
• Prügeleien im Eishockey: Das gehöre insbesondere in Nordamerika dazu. Eishockey sei eine Körperkontaktsportart.
• Auslöser für Prügeleien: Das Adrenalin.
• Wunsch an Fans und Spieler:
Ganz viel Respekt und Freundlichkeit.
«Die Spieler oder die Trainer auf diesem Niveau merken, dass es nicht wirklich eine einfache Arbeit ist.»
Daniel Zosso
Ehemaliger Profi- Eishockeyschiedsrichter