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Eine Vielfalt von Problemen, je nach Produktionssystem
Im Anbau von arbeitsintensiven Rohstoffen wie Bananen, Kakao, Kaffee, Baumwolle, Orangen, Ölpalmen und in einigen Fällen auch Zuckerrohr sind Verletzungen der Menschenrechte sowie der Arbeitsrechte quasi endemisch, d.h. sie treten systematisch auf und sind nicht unbedingt an den Produktionsort oder die Lieferkette gebunden. Dies gilt insbesondere hinsichtlich von Armutslöhnen sowie bestimmten Formen moderner Sklaverei.
Bei kapitalintensiven Rohstoffen wie Soja, Mais oder Weizen kommt es im Anbau zu weniger Arbeitsrechtsverletzungen, was vor allem auf den hohen Grad der Mechanisierung und die damit verbundene geringe Zahl der an der Arbeit beteiligten Personen zurückzuführen ist. Aber Menschenrechtsverletzungen treten in den Wertschöpfungsketten dieser Rohstoffe dennoch häufig auf, vor allem durch Abholzung, Landraub und den gesundheitsschädigenden Umgang mit Pestiziden. Die starke Nachfrage nach Flex Crops wie Zuckerrohr, Palmöl und Soja treibt die Produktion an und bringt zahlreiche Fälle von Menschenrechtsverletzungen und Landkonflikten mit sich.
Weiter sind Steuervergehen oder Korruption durch Verbindungen zu politisch exponierten Personen (PEP) häufige Probleme im Anbau und Handel von Agrarrohstoffen. Die meisten Fälle betreffen kapitalintensive Kulturen wie Getreide. Grund dafür sind die physische Präsenz der Akteure in den Produktionsländern in Verbindung mit dem hohen Gewinnpotenzial. Die beteiligten Akteure (ausländische Funktionäre, PEP usw.), die mangelnde Preis-Transparenz und das Fehlen einer spezifischen Regulierung dieser Branche tragen dazu bei und erleichtern solche Verstösse.
Die Wurzeln dieser Ungerechtigkeiten liegen in den ungleichen Machtverhältnissen, die den globalen Agro-Food Sektor prägen. Die ungleiche Machtverteilung, insbesondere zwischen grossen Agrarhändlern auf der einen Seite und kaum organisierten Kleinproduzenten und Arbeiterinnen auf der anderen Seite, führt zu einer äusserst ungleichen Verhandlungsposition. Das erhöht das Risiko, dass die Menschenrechte der bereits benachteiligten Gruppen missachtet werden. Diese Machtungleichgewicht ermöglicht und festigt ein System, das den grossen multinationalen Firmen zugutekommt, zum Nachteil von Millionen von Menschen, die im Anbauarbeiten oder in Anbaugebieten leben.