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Tehran Taboo
Regie: Ali Soozandeh
Darst.: Elmira Rafizadeh, Zahra Amir Ebrahimi, Alireza Bayram, Negar Mona Alizadeh, Siir Eloglu, Jasmina Ali, Rozita Assadollahy, Sasan Behroozian u.a.
Die schwangere Sara lebt mit ihrem Mann und den Schwiegereltern in einer Neubauwohnung in einem wohlhabenden Viertel von Teheran. Nach zwei Fehlgeburten hoffen sie, dass diesmal alles gut geht. Sara würde nach der Geburt gerne als Lehrerin arbeiten, aber ihr Mann will das nicht. Auch Pari ist verheiratet, doch ihr drogenabhängiger Mann sitzt im Gefängnis und willigt nicht in die Scheidung ein. Um den Lebensunterhalt für sich und ihren stummen fünfjährigen Sohn Elias zu verdienen, prostituiert sie sich, unter anderem bei einem angesehenen Richter, der ihr eine Wohnung zur Verfügung stellt. Zudem sind da der Student und Musiker Babak und das Mädchen Donya. Sie lernen sich in einem illegalen Club kennen und haben von Drogen vernebelten Sex. Am nächsten Tag meldet sich die verzweifelte Donya: Babak soll einen Arzt bezahlen, damit er ihre Jungfräulichkeit wiederherstellt, andernfalls werde ihr Verlobter sie umbringen. Diese vier Schicksale verwebt Ali Soozandeh in seinem sozialkritischen Animationsfilm immer enger miteinander. Es ist eine entlarvende Analyse der Unterdrückung und Doppelmoral, die der Regisseur ausbreitet. Soozandeh lebt seit 1995 in Deutschland; im Iran hätte er einen Film von solch unverblümter Direktheit nicht drehen können. Seinen Animationsfilm hat er im Rotoskopie-Verfahren realisiert. Die Szenen sind mit Schauspielern, alles Exiliranerinnen und -iraner, vor einer grünen Leinwand gedreht worden, danach wurden die gezeichneten Hintergründe elektronisch eingesetzt. Durch die Animation werden die Linien der Figuren betont, doch Gestik und Mimik der Darsteller bleiben erhalten; die Räume und Stadtlandschaften wirken naturalistisch und zugleich expressiv. Regisseur Soozandeh sagt: «Mit diesem Film wollte ich das Schweigen brechen, das im Iran allgemein üblich ist. Ich würde behaupten, dass Tabus zu brechen ein Weg ist, um gegen Unterdrückung zu protestieren.»