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Frühpensionierte können AHV-Beiträge senken
Von Vittoria Guernier, Pensionierungsexpertin beim VZ VermögensZentrum in Basel
Ein kleines Teilzeit-Pensum kann ausreichen, um mehrere Tausend Franken zu sparen.
Frühpensionierte müssen weiterhin AHV-Beiträge zahlen, obwohl sie kein Erwerbseinkommen mehr erzielen. Die AHV-Beitragspflicht endet erst mit dem ordentlichen Rentenalter, bei Männern also mit 65, bei Frauen mit 64.
Zur Berechnung der Beiträge für Nichterwerbstätige wird das jährliche Renteneinkommen mit 20 multipliziert und zum Reinvermögen addiert. Ergibt sich daraus eine Summe von weniger als 300 000 Franken, ist der Mindestbeitrag von 480 Franken pro Jahr fällig. Der Maximalbeitrag liegt bei 24 000 Franken pro Jahr.
Bei verheirateten Nichterwerbstätigen wird die Hälfte des gemeinsamen Vermögens und Renteneinkommens als Berechnungsgrundlage herangezogen. Nichterwerbstätige müssen keine AHV-Beiträge zahlen, wenn ihr Ehepartner
als erwerbstätig im Sinne der AHV gilt und zusammen mit seinem Arbeitgeber mindestens 960 Franken pro Jahr in die AHV einzahlt. Diese Regel können sich Ehepaare zunutze machen: Wenn einer der beiden Partner ein Teilzeitpensum beibehält, kann er unter Umständen seine eigenen AHV-Beiträge senken und seinen Partner von der Beitragspflicht entbinden.
Teilzeitangestellte mit einem Pensum von weniger als 50 Prozent anerkennt die AHV nur dann als Erwerbstätige, wenn die Beiträge, die sie und ihr Arbeitgeber leisten, höher sind als die Hälfte der Beiträge, die sie als Nichterwerbstätige schulden würden. Ein Frühpensionierter mit kleinem Teilzeitpensum, der diese Bedingung erfüllt, zahlt deshalb AHV-Beiträge nur auf seinem Teilzeiteinkommen, aber nicht auf den Renten und dem Vermögen.
Ein Beispiel: Ein frühpensioniertes Ehepaar verfügt über 800 000 Franken Vermögen und bezieht 110 000 Franken Rente pro Jahr. 800 000 Franken plus 2 200 000 (110 000 Fr. mal 20) ergibt 3 000 000 Franken. Der AHV-Beitrag pro Person berechnet sich auf der Hälfte davon, also auf 1 500 000 Franken, was einen Jahresbeitrag von 2987 Franken ergibt. Zusammen bezahlen die beiden also 5974 Franken in die AHV ein.
Beitragspflicht erfüllt
Angenommen, die Ehefrau arbeitet 30 Prozent und erhält dafür 24 000 Franken Lohn pro Jahr. Die AHV-Beiträge inklusive Arbeitgeberbeiträge betragen 10,1 Prozent des Lohnes, also 2424 Franken. Weil dieser Betrag die Hälfte der Beiträge übersteigt, die sie als Nichterwerbstätige bezahlen müsste (50 Prozent von 2987 Franken), gilt sie als erwerbstätig. Ihre Beitragspflicht ist damit erfüllt, und auch ihr Ehemann muss nichts mehr bezahlen, weil ihre Beiträge 960 Franken übersteigen. Das Ehepaar zahlt also nur die 1 212 Franken ein, die der Ehefrau vom Jahresgehalt abgezogen werden, die andere Hälfte zahlt ihr Arbeitgeber. Dank dem Teilzeitpensum der Frau reduziert sich
die gemeinsame Last auf 1212 Franken. Ersparnis: 4762 Franken pro Jahr.
Die AHV fordert niemanden automatisch dazu auf, Beiträge zu zahlen. Frühpensionierte müssen sich bei der für sie zuständigen Zweigstelle melden. Spätestens wenn jemand den Bezug seiner Rente anmeldet, wird die AHV das
Versäumnis feststellen und die Beiträge der letzten fünf Jahre nachfordern.