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Trotz Widerstands der Gemeindevertreter und Protesten von Umweltschützern hat die britische Regierung ein weiteres Fracking-Projekt genehmigt. Der für Kommunalfragen zuständige Minister Sajid Javid gab am Donnerstag grünes Licht für bis zu vier Bohrungen in der Gemeinde Preston New Road im Norden Englands.
Er stellte sich damit auf die Seite des Energieunternehmens Cuadrilla, das gegen das Nein des Gemeinderats geklagt hatte. Ein weiteres Fracking-Projekt will Javid dagegen noch weiter prüfen, wie er erklärte. In Roseacre Wood in Lancashire verläuft eine Autobahn in der Nähe eines geplanten Bohrlochs.
Erst im Mai hatte der Rat der Grafschaft North Yorkshire das erste Fracking-Projekt seit 2011 in Grossbritannien genehmigt. Die Bohrungen der Firma Third Energy sollen im Winter beginnen.
«Dem Land geht das Erdgas aus»
Beim Fracking wird unter hohem Druck ein Gemisch aus Wasser und Chemikalien in den Boden gepresst, um Gestein aufzuspalten und das darin enthaltene Erdgas zu fördern. Kritiker warnen, dass die chemischen Substanzen durch undichte Stellen ins Erdreich eindringen und das Grundwasser verschmutzen könnten. Ausserdem befürchten sie kleinere Erdbeben.
Cuadrilla-Chef Francis Egan verteidigte das Fracking am Donnerstag im britischen Fernsehsender ITV: «Dem Land geht das Erdgas aus, und ohne irgendeine Form von Entwicklung werden wir bald alles Gas aus dem Ausland importieren.»
(sda/gku)