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Lexikon
Chronisches Schmerzsyndrom
Sudeck/CRPS
Komplexes regionales Schmerzsyndrom
Das komplexe regionale Schmerzsyndrom (Complex regional pain syndrome, CRPS) ist eine chronische neurologische Erkrankung, die nach einer Weichteil- oder Nervenverletzung, häufig in Zusammenhang mit der Fraktur einer Extremität, auftritt. Die Entstehung des CRPS ist unklar, es wird als Komplikation im Krankheitsverlauf angesehen.
Die Bezeichnung “Morbus Sudeck” gilt als veraltet, das CRPS fasst folgende Begriffe zusammen, die heutzutage nicht mehr oder immer weniger benutzt werden: Reflexdystrophie, Morbus Sudeck, Sudeck-Dystrophie, Algodystrophie und sympathische Reflexdystrophie.
Symptome äussern sich mit Durchblutungsstörungen, Ödeme, Hautveränderungen, Schmerzen und Funktionseinschränkungen. Die Erkrankung tritt bei Erwachsenen häufiger an den oberen Gliedmassen als an den unteren auf, sie ist relativ häufig nach Radiusfrakturen und Schulteroperationen.
Der Krankheitsverlauf ist individuell sehr unterschiedlich. Milde Verlaufsformen können nach Wochen spontan zurückgehen. In anderen Fällen nimmt die Erkrankung an Intensität zu und kann schliesslich so gravierend werden, dass sie die normale Lebensführung des Patienten stark eingeschränkt.
CRPS Typ I: CRPS, das nach Trauma oder Immobilisation einer Extremität auftritt, jedoch ohne spezifische Nervenschädigung.
CRPS Typ II (Synonym: Kausalgie): CRPS, das nach einer Nervenverletzung auftritt, aber nicht notwendigerweise auf den Ort der Verletzung beschränkt ist.
Die Einteilung in Schweregrade
- Grad 1 (Akutes Stadium): Umschriebener Schmerz am Ort der Verletzung, Hyperästhesie, Ödeme, Muskelkrämpfe, Bewegungseinschränkung, Hyperhidrosis.
- Grad 2 (Dystrophisches Stadium): Zunehmender, diffuser Schmerz, Ödeme, Wachstumsstörungen von Haaren und Nägeln (Dystrophie), Osteoporose, beginnender Muskelschwund. Mitunter zusätzlich subkutane Gewebeeinblutungen.
- Grad 3 (Atrophisches Stadium): grossflächiger Schmerz, irreversible Gewebsatrophie, Generalisierung der Beschwerden.
Wichtig ist die frühzeitige Erkennung von CRPS. Je früher es entdeckt und entsprechend behandelt wird, desto besser sind Verlauf und Heilung.
Das CRPS wird medikamentös behandelt. Um die Schwellung und die Schmerzen positiv zu beeinflussen wird meistens mittels Lymphdrainage, Bandagieren und aktiven Bewegungen vor dem auslösen von Schmerzen behandelt.
Ziel der Behandlung von CRPS ist Schmerzsenkung und Erhaltung der Beweglichkeit. Wichtig ist hier das Finden der optimalen Balance zwischen aktivem Bewegen und nicht Verstärkung der Schmerzen. Die aufeinander abgestimmte Zusammenarbeit von Patient, Arzt und Therapeut ist unerlässlich, um den Genesungsprozess optimal zu unterstützen.