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In der überwiegenden Mehrheit der Fälle ist Strecken eine völlig normale und weitgehend nützliche Aktivität für Hunde. Es gibt mehrere Gründe dafür, dass sie sich jeden Tag, und oft sogar mehrmals, strecken. In einigen Fällen kann das Strecken jedoch ein Zeichen für Probleme und in seltenen Fällen für eine potenziell lebensbedrohliche Krankheit sein. Wie Du siehst, ist es wichtig zu wissen, wann es gut ist, wann es etwas ist, das man im Auge behalten sollte, und wann es sich um einen Notfall handelt.
Warum strecken sich Hunde?
Praktisch alle Tiere, auch wir Menschen, verspüren zu bestimmten Zeiten den Drang, unsere Muskeln zu dehnen. Es fühlt sich großartig an und oft ist es fast ein Reflex, den wir mit einem großen Gähnen auslösen. Nun, bei Hunden ist es genauso. Hier sind die wichtigsten Gründe, warum sich Hunde strecken:
Nach dem Liegen. Die meisten Hunde strecken sich ausgiebig, nachdem sie eine Weile geschlafen oder gelegen haben. Dies ist ein normaler Weg, um die Muskeln zu lockern und wieder in Bewegung zu kommen. Sie können es auch vor dem Schlafengehen tun.
Die bogenartige Krümmung. Dies ist eine typische Bewegung von Hunden, die wie eine große Dehnung aussieht. Auf diese Weise signalisieren sich Hunde gegenseitig, dass sie spielen möchten. Die bogenartige Krümmung gestaltet sich so, wie es sich anhört – mit dem Hinterteil in der Luft, mit den Vorderbeinen nach vorne gestreckt, legen sie sich flach auf den Boden. Wenn der andere Hund ähnlich antwortet, können die Spiele beginnen!
Langeweile. Wenn Hunde sich langweilen oder unterreizt sind, kann Strecken eine Art Verdrängungsaktivität sein. Diese Art des Streckens kann mit aufmerksamkeitsheischendem Verhalten einhergehen, z. B. indem der Hund Dich anstupst oder erwartungsvoll seinen Kopf auf Deinen Schoß legt. Es ist an der Zeit, mit ihnen aktiv zu werden. Auch wenn Du nicht mit ihnen spazieren gehen kannst, versuche, ein Spiel im Haus oder im Garten zu spielen oder ein kleines Training durchzuführen. Jede geistige oder körperliche Anregung ist gut.
Eine Muskelzerrung oder Gelenkschmerzen. Wenn Dein Hund sich einen Muskel gezerrt hat oder sich steif fühlt, wird er – genau wie wir – die betroffene Stelle dehnen, um sie zu lockern und den Schmerz zu lindern. Wenn Du bemerkst, dass ein bestimmter Bereich oder eine Gliedmaße stärker als gewöhnlich gestreckt wird oder Dein Hund bei Bewegung etwas lahm wirkt, kann dies ein Anzeichen für Arthritis oder Gelenkschmerzen sein, und ein Tierarztpraxisbesuch wäre angebracht.
Unterleibsschmerzen. Dabei wird Strecken unglaublich wichtig. Hunde mit Unterleibsschmerzen neigen dazu, sich ähnlich der bogenartigen Krümmung zu strecken – mit dem Hinterteil nach oben, mit dem Vorderteil nach unten, flach auf dem Boden liegend. Der große Unterschied ist, dass sie es tun, wenn keine anderen Hunde in der Nähe sind, und sie bleiben oft viel länger als gewöhnlich in dieser Position. Es kann auch sein, dass sie vor Schmerzen weinen oder sich scheuen, gestreichelt oder berührt zu werden. Auch das Strecken oder Aufrichten des Rückens kann ein Anzeichen für Unterleibsschmerzen sein.
Unterleibsschmerzen sind ein äußerst wichtiger Grund für das Strecken, auf den man achten sollte, da sie ein Anzeichen für eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung sein können. Dies ist eine potenziell tödliche Entzündung der Bauchspeicheldrüse, die sehr schmerzhaft ist. Eine Bauchspeicheldrüsenentzündung bei Hunden wird häufig durch eine fettreiche Mahlzeit verursacht oder nachdem sie etwas aus dem Mülleimer geplündert haben, folgt aber nicht immer auf einen offensichtlichen Vorfall. Einige Hunderassen, wie der Cockerspaniel und der Schnauzer, sind anfälliger für Bauchspeicheldrüsenentzündung als andere.
Wenn Du also Unterleibsschmerzen als Ursache für das übermäßige Strecken Deines Hundes vermutest, solltest Du so schnell wie möglich eine Tierarztpraxis aufsuchen. Bei einer Bauchspeicheldrüsenentzündung zählt jede Minute.
Wissen, was normal ist
Es kann nicht genug betont werden, wie wichtig es ist, zu wissen, was für Deinen Hund normal ist. Je aufmerksamer Du ihr tägliches Verhalten, ihre Routinen und ihre Eigenheiten beobachtest, desto eher wirst Du etwas Ungewöhnliches erkennen und schnell handeln können. Wie immer, wenn Du irgendwelche Bedenken hast, zögere nicht, bei Deiner Tierarztpraxis nachzufragen. Wir gehen immer lieber auf Nummer sicher, denn dafür sind wir schließlich da!
Überprüft von Dr. Hein Meyer, DVM, PhD, Dipl-ECVIM-CA