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An der 14. Konferenz der Vertragsstaaten der Biodiversitätskonvention in Sharm El-Sheikh, Ägypten, lehnten die Länder ein Moratorium für sogenannte Gene Drives ab, sie beschlossen aber eine strikte Anwendung des Vorsorgeprinzips. Die Länder, welche die Konvention unterzeichnet haben, werden damit verpflichtet, eine strenge Risikobewertung durchzuführen und die Zustimmung der lokalen Bevölkerung einzuholen, bevor Freisetzungen von Gene Drives durchgeführt werden. Damit wird anerkannt, dass die Technologie das Potential hat, ganze Ökosysteme zu verändern.
Gene Drives sind eine extrem potente Form der Gentechnik, mit denen sich die Gesetze der biologischen Vererbung umgehen lassen. Die Gene-Drive-Technologie soll vor allem dazu genutzt werden, bestimmte unerwünschte Arten zu kontrollieren und auszurotten, beispielsweise durch die programmierte Verbreitung von Sterilitätsgenen. Etwa Mückenarten, die eine Krankheit übertragen, Pflanzenschädlinge oder invasive Arten. Der Entscheid der Vertragsstaaten, das Vorsorgeprinzip strikt anzuwenden und keine Freisetzungen ohne detaillierte Risikobeurteilung zuzulassen, ist daher nur folgerichtig.
Es ist zu hoffen, dass Regierungen und Vertragsparteien den Beschluss der Konvention befolgen werden und vor der Freisetzung die freie und informierte Zustimmung der betroffenen indigenen Völker und Gemeinschaften einholen. Laut SWISSAID, war dies bisher nicht der Fall. An der COP 14 zeigten sich Vertreter des Projekts „Target Malaria“ als wichtigste Unterstützer dieser neuen Technologie. Bei Target Malaria handelt es sich um ein Konsortium mehrerer Forschungseinrichtungen, die von der Bill and Melinda Gates Foundations mit Beträgen in zweistelliger Millionenhöhe finanziert werden.
In Burkina Faso wurden 2018 bereits 10'000 gentechnisch veränderte Moskitos freigesetzt. Diese wurden noch nicht mit Gene Drive verändert, stellen aber den ersten Schritt zu einer solchen Verbreitung dar. Die Informationen zu den Versuchen waren spärlich und die lokale Bevölkerung hat Angst, ihre Bedenken zu äussern.
La Via Campesina, eine globale Bewegung, die über 200 Millionen Bauern aus 182 Organisationen in 81 Ländern vertritt, kritisiert den Entscheid der Vertragsstaaten: "Diese Technologie birgt beispiellose Risiken, die wir nicht akzeptieren können. Die UNO hätte ein klares Moratorium für Genantriebe beschließen sollen.“ La Via Campesina ruft die Bauern der Welt auf, sich in jedem Land gegen die Anwendung dieser Technologie zu wehren.