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Bei meiner Pensionierungs-Feier im Jahre 2014 habe ich das folgende Zitat, das irgendwann zu meiner Lebensphilosophie wurde, erwähnt:
«Der höchste Lohn für unsere Bemühungen ist nicht das, was wir dafür bekommen, sondern das, was wir dadurch werden»!
Von der Richtigkeit dieses Zitats bin ich noch heute überzeugt. Doch lasst mich von Anfang an erzählen:
Ich wurde 1951, gemeinsam mit meiner Zwillingsschwester – die am Downsyndrom litt – geboren. Aufgewachsen bin ich mit 4 Geschwistern in Riehen, wo ich auch die Schulen besucht habe. Nach der Berufswahlklasse in Basel absolvierte ich eine 4-jährige Maschinen-Mechanikerlehre in der «Schrüblischuel» (Lehrwerkstätte für Mechaniker, Schwarzwaldallee). Bereits nach dem 1. Lehrjahr hatte ich die Nase vom vielen Feilen gestrichen voll, so dass ich die Rekrutenschule in Liestal vorzog (Infanterie, Minenwerfer). Meinem Lehrmeister war das natürlich ein Dorn im Auge, er malte meine Zukunft respektive den Ausgang meiner Lehrabschlussprüfung in düsteren Farben. Ich habe ihn dann eines Besseren belehrt…!
Mit 18 Jahren machte ich sofort den Motorrad-Führerschein, war ich doch bereits vom Töff-Bazillus befallen. Mein erstes Motorrad (1969) war eine 50er Suzuki, die so ausgesehen hat wie die damaligen Werks-Rennmaschinen, mit hochgezogenem Auspuff! Dann folgte eine 250er BMW (R25), mit der ich gemeinsam mit einem Freund nach Genua ans Meer fuhr (den Eltern erklärten wir, ins Tessin zu fahren!). Danach wurden die Motorräder immer schneller, erst eine 250er Kawasaki «Samurai» (Drehschieber, 2-Taktmotor) und dann die legendäre 750er Kawasaki H2, mit Dreizylinder- Zweitaktmotor. Dann folgten die verschiedensten Töffs aus all den Epochen bis heute, da ich während allen den Jahren immer mindestens ein Motorrad besessen habe. Aktuell fahre ich auf der Strasse eine BMW F 800 GS.
1985 wurde ich zum Hauptmann der Infanterie ernannt und wurde Bataillons-Adjutant im FüsBat 99, später auch bei der Militärpolizei und im Sicherheitsdienst der Armee. Privat arbeitet ich zu dieser Zeit in der Bank Sarasin (EDV), später in Zürich (Risk Management innerhalb des Bührle Konzerns) und zurück in Basel beim Schweizerischen Bankverein (Sicherheit).
1989 bewarb ich mich bei der Kantonspolizei Basel-Stadt als Stabs-Offizier und konnte am 1.10.1989 im Spiegelhof meine neue Stelle antreten. Die abwechslungsreichste Zeit meines Berufslebens begann! 1994 wurde ich stellvertretender Abteilungsleiter bei der Sicherheitspolizei. In dieser Zeit besuchte ich in Schweden einen Kurs für «UN Police Officers» und absolvierte 1995, nach dem Genozid zwischen Hutus und Tutsis in Rwanda, eine UNO-Mission zugunsten des UNHCR in einem Flüchtlingslager bei Goma/Zaire (5.5. bis 5.8.), der heutigen Demokratischen Republik Kongo.
2004 wurde ich zum Stabschef Sicherheit der UEFA EURO 2008 ernannt und arbeitete bis Ende 2008 in Bern und in Solothurn. Zurück bei der Basler Polizei wurde ich Chef Planung und Einsatz, die Funktion, die ich bis zu meiner Pension innehatte!
Nun noch einige Worte zum Thema «Speed Freak» oder «Petrolhead» und zu meiner Leidenschaft für den Motorsport im Allgemeinen. Von 1976 bis 1989 fuhr ich Autorennen zur Schweizermeisterschaft, primär Autoslaloms und Bergrennen, aber auch einige Rundstreckenrennen wie zum Beispiel das 3-Stunden Rennen in Hockenheim oder auch Rennen in Dijon. Bei 58 Starts stand ich 16 mal auf dem Podest, mein wohl schönstes Ergebnis war ein Gruppen-Sieg (Gruppe N, Serientourenwagen) auf einem Renault R5 GT Turbo, beim Bergrennen in Reitnau oder beim Bergrennen in Oberhallau.
Jedoch wollte ich immer auch einmal mit einem Motorrad auf einer gesperrten Strecke fahren.
2010 war es so weit. Mit einer serienmässigen Honda CB 1100 R stand ich beim Bergsprint Walzenhausen-Lachen am Start. Dann folgte bereits eine umgebaute Honda 900 Bol d’Or, Honda CB 600 F, verschiedene Kawasaki’s (ZXR 400, ZX-6R), Yamaha’s (YZF-R6, YZF 600R «Thundercat», Belgarda SZR 660) und Honda’s sowie eine KTM 690 SMR, mit der ich in Franciacorta (Rundstrecke) auf Anhieb den 2. Rang erreichte. Eine andere Exotin war die Kawasaki 400 S3 (Dreizylinder, 2-Taktmotor), mit der ich 2016 das FHRM-Bergrennen Châtel-St. Denis gewann (Post Classic). Letztes Jahr fuhr ich mit einer Honda VF 500/V4 und gewann in der SMLT (Swiss Moto Légend Trophy) das Rennen vom Samstag und stand in Hockenheim in der Klassik Trophy ebenfalls auf dem Podest. In der Klassik Trophy wurde ich zweimal Vice-Meister (R2 und R3) und in der SMLT stand ich 2018 mit der Yamaha YZF R6 auf dem 7. Schlussrang.
In 32 Rennen stand ich 16 Mal auf dem Podest, u.a. auch in Marlhes/F, in Assen/NL, in Oschersleben und in Luxembourg (Circuit Goodyear). Bei Rennstreckentrainings lag ich aber auch 2 Mal auf dem Hosenboden…! Etwas unsanft 2021, mit einer Honda CB900 RR «Fireblade» auf dem Anneau du Rhin. Dank einem Airbag wurde ich wohl vor einer schlimmeren Verletzung verschont.
Seit 12 Jahren wohne ich mit meiner Frau Franziska in Frenkendorf. Aus meiner früheren Ehe habe ich zwei Kinder und vier Grosskinder. Franziska und ich fahren leidenschaftlich E-Mountainbike und spielen gemeinsam in Rheinfelden Golf. Auch Wanderungen stehen hin und wieder auf dem Programm, ebenso der Besuch im Fitnesscenter. Im Herbst und Winter konzentrieren wir uns auf das Nordic Walking.
Nun, da ich beschlossen habe, aus gesundheitlichen Gründen, und in Anbetracht meines Alters, primär keine Rundstreckenrennen mehr zu fahren, freue ich mich auf mein neues Amt als Obmann beim FAM Stamm Nordwestschweiz. Nicht ganz ausschliessen kann ich in Zukunft Classik-Events, an denen ich mit meiner EGLI-Honda CBR 450 (Jahrgang 1972) teilnehme, die ich – nebenbei gesagt – wie meinen Augapfel hüte!
Und übrigens: Das «neue», alte Blas- und Signalhorn des Stamms Nordwestschweiz
Zur typischen Ausrüstung eines jeden Nachtwächters (Obmanns…?) gehörte eine Hellebarde, eine Laterne und ein Signalhorn. Seine Aufgabe bestand darin, nachts durch die Strassen und Gassen zu gehen und für Ruhe, Ordnung und Sicherheit zu sorgen. Er warnte die schlafenden Bürger insbesondere vor Feuer und Dieben. Der Nachtwächter hatte – damit ein Feuer nicht unbemerkt blieb – «mit einem Blas- und Signalhorn Lärm zu machen». Mit der Einführung von Strassenbeleuchtungen (in Basel 1852) ging in der Regel auch die Abschaffung der meisten Nachtwächter einher. Geblieben sind die Obmänner!
Das abgebildete, antike Blas- und Signalhorn wird in Zukunft unsere Stamm-Sitzungen eröffnen sowie wichtige (und unwichtige) Durchsagen ankünden!
Thomas Steinmann, Obmann, 24.7.2023