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Die Fondation Beyeler in Riehen stellt ab dem 3. Februar bis zum 5. Mai 2019 in zwei Ausstellungen das ganze Museum komplett auf Picasso um. Pablo Picasso (1881–1973) ist der Inbegriff für moderne Kunst. Die Fondation besitzt über 30 seiner Werke.
Für die grosse Ausstellung des jungen Picassos stellt das Museum insgesamt 75 Werke der sogenannten Blauen und Rosa Periode zusammen. Auf ihrer Website schreibt die Fondation: «Für die Museumsgründer Ernst und Hildy Beyeler verkörperte Picasso den idealen Künstler, weshalb sie im Laufe der Jahrzehnte nicht nur über 1’000 seiner Werke vermittelten, sondern ihm auch zahlreiche Ausstellungen in ihrer Galerie widmeten. Auch entwickelte sich eine freundschaftliche Verbindung zwischen dem Künstler und den Beyelers».
Diese beiden Ausstellungen sind das bisher aufwendigste und teuerste Projekt in der Geschichte der Fondation Beyeler. Auf vier Milliarden Franken wird die Versicherungssumme geschätzt.
Blaue Periode (1901–1904)
«Mit den Bildern der Blauen und der Rosa Periode setzte sich Picasso thematisch deutlich von der seinerzeit gefeierten offiziellen Kunst ab», steht im Internet-Lexikon Wikipedia. Der Begriff «Blaue Periode» in Picassos Werk stellt die vorherrschend blaue Farbe in den Vordergrund, die Picasso entwickelte. Schwermütige Figurenbilder sind die Hauptthemen jener Jahre.
«Aussenseiter der Gesellschaft wie Bettler, Obdachlose, aber auch einsame Menschen sowie Mutter und Kind kamen zur Darstellung. Mit Hilfe dieser Themen verarbeitete er sowohl seine Einsamkeit in der Fremde als auch den Tod des Freundes», so Wikipedia.
Rosa Periode (1904–1906)
In den folgenden Jahren malte Pablo Picasso in der vorherrschenden Farbe Rosa und ersetzte allmählich die blauen Töne durch rosa- und orangefarbene. Die Motive der Rosa Periode stammen oft aus der Welt der Schauspieler und Artisten, die damals als Symbole für das Künstlertum verstanden wurden.
Die Bilder jener Schaffenszeit zählen zu den schönsten und emotionalsten der Moderne.
Erweitert mit Schaffensüberblick
Auf acht Räumen stellt die Fondation Beyeler weitere 40 Werke Pablo Picassos aus, die einen Überblick senes Schaffens zwischen 1907 und 1972 geben sollen. Einerseits sind sie chronologisch aufgebaut, andererseits nach dem Material, das er verwendete.
Die Gemälde, Papierarbeiten und Skulpturen dokumentieren Picassos Entwicklung vom Kubismus und Klassizismus über surrealistische Tendenzen bis zum Spätwerk. Möglich wird dies dank Dauerleihgaben aus der Anthax Collection Marx und dem Rudolf Staechelin Family Trust.
«Die Fondation Beyeler verwandelt sich damit vorübergehend in ein Museum, das ganz und gar den Werken Pablo Picassos gewidmet ist», kündet die Fondation an.
Atmosphäre schaffen
Die Fondation versucht ausserdem, jene Zeit des beginnenden 20. Jahrhunderts im Museum zu kreieren: Im Souterrain des Museums ist das Café Parisien eingerichtet. Dort können die Besucher essen, trinken und diskutieren.
Jeweils am Mittwoch verwandelt sich das Café in ein Varieté-Theater, in dem unterhaltsame und artistische Darbietungen stattfinden. So sollen die Besucher die Atmosphäre nachempfinden, in der sich der junge Pablo Picasso in Paris bewegte. Die Künstler-Bohème, die Zirkuswelt und einschlägige Lokale zogen den knapp über 20-Jährigen an.
Einmal im Monat veranstaltet die Fondation Beyeler an einem Freitag Morgen eine Meditation.
Wie den grossen Ansturm bewältigen?
Trotz des erwarteten Ansturms, müssen Besucher die Tickets nicht mit einem bestimmten Zeitfenster kaufen. Die Fondation rechnet damit, dass sich die Besucher in den vielen Räumen gut verteilen werden. Sie empfiehlt, die Tickets im Internet zu kaufen und das Museum besser an Werktagen zu besuchen.
Star-Gast Claude Picasso
Die Medienkonferenz vom Freitag gestaltete sich wie eine Pop-Veranstaltung: Die etwa 200 Medienschaffenden mussten sich über eine Viertelstunde gedulden, bis die Konferenz anfing. Gespannt warteten sie auf den Star der Veranstaltung: Claude Picasso, der 71-jährige Sohn von Pablo Picasso.
Claude Picasso verwaltet den Nachlass seines berühmten Vaters. Und er sagte auf englisch über seinen Vater: «Immer wenn sich Picasso malerisch in einer Sackgasse wähnte, versuchte er, über Skulpturen wieder auszubrechen».
Über sein Verhältnis als Sohn zum Vater blieb er ausweichend: Der Vater sei mal strenger gewesen, dann weniger streng. So wie alle Väter. Hingegen betonte er den Arbeitswillen seines Vaters: «Picasso wollte immer ins Studio und loslegen. Irgendetwas trieb ihn immer an».
Unter den vielen kunstaffinen Journalisten befand sich auch der langjährige Basler Sport-Journalist Franz Baur. Man kann sich nur wundern. Der Basler Fussball-Reporter muss die Einladung wohl falsch gelesen haben: Die Ausstellung zeigt ja die Blaue und die Rosa Periode von Picasso, nicht die rot-blaue.