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Das Geld reicht kaum noch für die Miete, Strom und Gas kosten immer mehr, und auch im Supermarkt steigen die Preise. In ihrer Not beschliessen die Bewohner eines Mailänder Viertels eines Tages, für ihre Waren im Laden nichts mehr zu bezahlen. «Bezahlt wird nicht!», schreien sie und füllen sich die Einkaufstaschen. Auch Antonia packt die Wut auf die kapitalistischen Grosskonzerne. Sie beteiligt sich an der Plünderung und schleppt einen Berg an Waren nach Hause. Erst in der Küche bemerkt sie verzweifelt und leicht belustigt, dass sie in ihrer Gier nicht nur Esswaren, sondern auch grosse Mengen Vogel- und Hundefutter eingesackt hat. Wie soll sie das bloss ihrem Mann erklären? Sie weiss, dass ihr Giovanni kein Verständnis für ihr unrechtmässiges Verhalten zeigen wird. Hinzu kommt, dass die Polizei beginnt, bei den Quartierbewohnerinnen Razzien durchzuführen. Jetzt ist guter Rat gefragt. Antonias Freundin Margherita stopft sich die Waren kurzerhand unters Kleid und behauptet, sie sei schwanger. Die Farce nimmt Fahrt auf…
«… der in Nachfolge der mittelalterlichen Gaukler die Macht geisselt und die Würde der Schwachen und Gedemütigten wiederaufrichtet.»
(Die Schwedische Akademie, 9. Oktober 1997 zur Verleihung des Nobelpreises für Literatur)
Dario Fo wurde am 24. März 1926 in Sangiano in der Lombardei, am Ostufer des Lago Maggiore geboren. Er war Theaterautor, Regisseur, Bühnenbildner, Komponist, Erzähler, Satiriker und Regisseur. 1997 erhielt er den Nobelpreis für Literatur.
Dario Fos Vater war Bahnhofsvorsteher und Amateurschauspieler. Das Geschichtenerzählen lernte Dario Fo von seinem Grossvater mütterlicherseits, einem Fischer und Glasbläser und bekannten Fabulatore. In Mailand studierte Dario Fo Kunst und Architektur. Während des Zweiten Weltkrieges war seine Familie im antifaschistischen Widerstand aktiv, und Dario Fo half seinem Vater, Flüchtlinge und Deserteure in die Schweiz zu schmuggeln. Nach Kriegsende schloss er sein Studium ab und war danach als Architekt tätig.
Schon bald begann er, sich in der freien Theaterszene zu engagieren. 1950 gab er seinen Job als Architekt auf und widmete sich ganz dem Theater. 1951 lernte er die Schauspielerin Franca Rame kennen. Die beiden heirateten 1954 und arbeiteten zeitlebens als kongeniales Paar zusammen.
Dario Fos Theaterstücke und Inszenierungen zielten auf Missstände in der Gesellschaft. Sie kamen zwar beim Publikum sehr gut an. Für einflussreiche Kreise jedoch galten sie als gesellschaftszersetzend. Dario Fo wurde lange Zeit zu einer Art Staatsfeind. Im Fernsehen der italienischen RAI waren er und Franca Rame 16 Jahre lang ausgesperrt – das änderte sich erst nach der Verleihung des Literaturnobelpreises.
Das dramatische Werk Dario Fos umfasst mehr als 70 Werke, vor allem Farcen und Komödien, in denen er Elemente der Commedia dell’arte wiederbelebt. Zu den bekanntesten gehören Mistero Buffo; Zufälliger Tod eines Anarchisten; Bezahlt wird nicht; Offene Zweierbeziehung.
Dario Fo starb am 13. Oktober 2016 in Rom.
Geboren 1969, aufgewachsen in Obwalden. Studium der Theaterpädagogik an der Schauspiel Akademie Zürich (heute: ZHdK). Arbeitet als freischaffender Regisseur und Autor mit Laien und Profis. Schreibt und inszeniert Theaterstücke für Volksbühnen, Kleinkunstprojekte, Jugendtheater, Museen und steht auch selbst als Musiker und Performer auf der Bühne. Simon Ledermann lebt mit seiner Familie in Zürich.
Für das Kellertheater Bremgarten inszenierte er Die Ballade von der Typhoid Mary (2014),
S gfrornig Härz (2015), Der Drache (2018) und Macbeth (2020). Er war Co-Autor der Jubiläumsproduktion Fiire (2017).
Sie ist in Zug geboren, lebt und arbeitet in Horw und Luzern. Sie studierte an der City & Guilds of London Art School, London und an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Luzern, Studiengang Bildende Kunst. Sie ist tätig in den Bereichen Performance Art, Installation, Zeichnung und Originalgrafik. «Ich erforsche Brüche und Kippmomente in meiner Handlung, die ganz unterschiedliche Bilder und gegensätzliche Assoziationen hervorrufen. Der Moment des Überganges, wenn sich Sauberkeit in Schmutz, Schönheit in Ekel oder Harmloses in Aggression verwandelt, interessiert mich.»
Grafiker SGD und seit 1984 Inhaber des «atelier spa für gestaltung» in Bremgarten. 1971 entwarf und baute er sein erstes Bühnenbild für das Kellertheater Bremgarten. Seither hat ihn die dreidimensionale gestalterische Auseinandersetzung mit einer szenischen Geschichte, den Figuren, ihren Darstellern und der Regie nicht mehr losgelassen. In den vielen Jahren entstanden weit über 50 Bühnenbilder für das Kellertheater Bremgarten und für andere Bühnen. Im Sommer 2012 gestaltete er für das Landschaftstheater Mit Chrüüz und Fahne die Bühnen des ersten Teils rund um das Schloss Hilfikon.
Die Entwürfe auf der realen Bühne umzusetzen, stellt ihn immer wieder vor neue Heraus-forderungen. Doch die Lust an der persönlichen Realisierung und die freundschaftliche Zusammenarbeit im ökonomisch freieren Umfeld der Frei-Zeit wiegen für ihn viel mehr als die technischen und szenischen Probleme und der vorhandene Zeitdruck. So hat das Kellertheater Bremgarten in über 50 Jahren seine persönliche und berufliche Entwicklung positiv beeinflusst.
Michael Wernli lebt und arbeitet als Singer-Songwriter, Hörspiel- und Theatermusiker in Zürich. Ausserdem komponiert er Musik für Filme und produziert Hörspielmusiken (Radio SRF) und Audioguides. 2009 veröffentlicht er das Album «Roserot», eine Sammlung mit Mundartliedern. Im selben Jahr führt die langjährige Zusammenarbeit mit dem Autor und Schauspieler Simon Ledermann zum Duo LedermannWernli (Das musikalische Kabarett) und zu bislang drei abendfüllenden Programmen: «Bigger Than Life!», «Wätterpricht», «Poisä». Zudem begleitet Michael Wernli den Autor Ralf Schlatter bei dessen Lesungen auf der e-Gitarre. 2018 gründet er mit dem Pianisten und Komponisten David Bircher das Singer-Songwriter-Pop-Duo KASBEK. 2020 erscheint ihr erstes Album «Fernwärmi».
Am Kellertheater Bremgarten war Michael Wernli in den Inszenierungen S gfronig Härz (2015) und Macbeth (2020) für die musikalische Leitung und Komposition verantwortlich.
www.michaelwernli.ch
Barbara Medici lebt und arbeitet in Luzern.
Ausbildung zur Haute Couture Schneiderin für Damen, Theaterschneiderin im Luzerner Theater, Herrenabteilung, Gewandmeisterin für Damen und Herren. Anstellungen als Gewandmeisterin an den Theatern St. Gallen, Solothurn, Bern und Biel. Ausstattungen als Kostümbildnerin und Gewandmeisterin an den Theatern Stans, Malters, Sarnen, Ruswil, Ettiswil, der Kellerbühne St.Gallen und Ravensburg. Gewandmeisterin bei Wetterleuchten, Freilichttheater der Seebühne Luzern 2013, Kostüme/Ausstattung für Merlin der Luzerner Spielleute 2018.
Am Kellertheater Bremgarten schuf sie die Kostüme für die Inszenierungen Die Ballade von der Typhoid Mary (2014). S gfrornig Härz (2015) Der Drache (2018) Macbeth (2020), und Wir sind noch einmal davongekommen (2022).