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impressum und die Redaktionsmitglieder von Matin semaine beschäftigen sich hauptsächlich mit zwei Optionen: Eine Variante ist die Aufrechterhaltung des Matin semaine mit einer neuen Vorgehensweise in Bezug auf Verteilung und Vertrieb, die andere Variante wäre ein Management-Buy-Out (MBO), das heisst ein Rückkauf des Titels durch die Arbeitnehmenden, wie dies bei Nice Matin in Frankreich beobachtet werden konnte. Tamedia hingegen fegt diese Optionen vom Tisch und spricht 36 Kündigungen aus.
Es folgt eine Generalversammlung, welche am 28. Juni 2018 einen Streik für den 3. Juli vorankündigt und Tamedia dadurch Zeit lässt, zurück an den Verhandlungstisch zu kommen. Doch nichts geschah, weder Tamedia noch die Schlichtungsstelle bewegen sich einen Millimeter.
Tamedia stellt ihre Geringschätzung und Arroganz zur Schau und zeigt sich gleichgültig hinsichtlich des Schicksals der Angestellten: Alle Zutaten sind vorhanden, um die Situation zum Explodieren zu bringen. Innerhalb der Redaktionen fühlte man zuerst Erstaunen, gefolgt von Empörung und Zorn. Am 3. Juli wurde dann von 88% der Anwesenden der Entscheid zugunsten eines Streiks, den die Anwälte von impressum als legal einstuften, gefällt. Jedoch drohte Tamedia bereits in den ersten Stunden, die Streikenden mit sofortiger Wirkung zu entlassen und den Gesamtarbeitsvertrag (GAV) zu kündigen.
Am 5 Juli erscheinen die kantonalen Behörden der Waadt auf dem Parkett und bieten die Vermittlung zwischen den Vertretern der Arbeitnehmenden und der Verlegerin an. Die beiden Parteien akzeptieren die Mediation. Der Streik wird unterbrochen. Tamedia jedoch bricht diese Mediation ohne Vorwarnung ab und bittet hinter dem Rücken von impressum und den Gewerkschaften, dass sich die Schlichtungsstelle mit der Frage befasst. Am 20. Juli entscheiden sich die Redaktionen an der Generalversammlung für eine Streikankündigung für den 3. September. Unterstützt durch die Anwälte von impressum und der Gewerkschaft syndicom machen die Redaktionen ein Angebot von sieben Punkten und schlagen einen umfassenden Sozialplan vor. An der Generalversammlung vom 30. August wird beschlossen, den Streik weiterhin auszusetzen um den Verhandlungen vor der Schlichtungsstelle eine Chance zu geben.
Tamedia geht am 5. September auf die von den Redaktionen und den Gewerkschaften vorgeschlagenen Verhandlungen ein. Die Verlegerin gesteht zu, dass durch die Mediation die Kündigungsfristen der Ende Juni entlassenen Personen aufgeschoben wird. 20 Betroffene erhalten dadurch einen zusätzlichen Monatslohn. Hingegen beharrt der Verlagskoloss auf der Sanktion den Streikenden gegenüber, deren Lohn für die Dauer des Streiks gekürzt wird.
Diese Herrscherhaltung ist absolut skandalös. Mit einem solchen Verhalten zeigt Tamedia seine Verachtung gegenüber derer, die eigentlich ihr Lebenssaft sind. Indem sich Tamedia das Recht anmasst, Löhne einzubehalten, die für sie vernachlässigbar sind, für die Streikenden jedoch einen weiteren Stolperstein darstellen, nimmt die Verlegerin eine ultraliberale Position ein. Sie legt eine soziale Verantwortungslosigkeit an den Tag, obwohl der Verlagsriese aufgrund seiner nationalen Bedeutung in der aktuell turbulenten Zeit der Medienbranche mit gutem Beispiel vorangehen sollte.
Die Generalversammlung entscheidet am 10. September, die Streikankündigung bis zum Ende der Verhandlungen aufzuheben. Die Verhandlungen dauern die kommenden 5 Wochen an.
impressum ist in dieser Angelegenheit aufs Äusserste mobilisiert und tut alles in seiner Macht Stehende um seine betroffenen Mitglieder wie auch das Gelingen von lematin.ch zu unterstützen.