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New York ist für Belinda Bencic ein gutes Pflaster, um zum Erfolg zurückzufinden – und der Court 17, einer der grösseren Aussenplätze mit 2800 Sitzplätzen, erst recht. Erstmals seit dem Rasenturnier im niederländischen ‘s-Hertogenbosch gewann sie wieder einmal zwei Partien in Folge. Gegenüber der 1. Runde und dem erkrampften Dreisatz-Sieg gegen Samantha Crawford zeigte sich Bencic deutlich verbessert. Gegen eine verunsicherte Petkovic, die ähnlich lange auf ein Erfolgserlebnis wartet, nutzte sie ihre Chance resolut.
“Ich habe versucht, nicht mehr so nervös und verkrampft wie in der 1. Runde zu sein”, stellte sie nach ihrem besten Spiel seit der Aufgabe in Wimbledon wegen einer Entzündung am linken Handgelenk zufrieden fest. Mit zunehmender Dauer gelang ihr dies immer besser. “Mit jedem Spiel werde ich ruhiger und bekomme wieder mehr Selbstvertrauen.”
Bencic startete stark und ging sogleich 3:0 in Führung, verpasste aber erst bei eigenem Aufschlag zwei Möglichkeiten zum 4:0, dann eine zu einem weiteren Break zum 4:1. Nachdem Petkovic auf 3:3 ausgeglichen hatte, wehrte Bencic einen Ball zum 3:4 ab und hatte danach wieder alles im Griff. Profitierte sie im ersten Satz noch von der Schwäche der 28-jährigen Deutschen, steigerte sie sich im zweiten Satz weiter.
Ab dem 2:2 verlor die Schweizerin nur noch sieben Punkte und verwertete nach 85 Minuten ihren dritten Matchball zum Sieg. Im zweiten Durchgang reduzierte Bencic ihre Fehlerquote deutlich. Es resultierten nur noch acht unerzwungene Fehler, zwei davon Doppelfehler. Im ersten Satz waren es noch 13 gewesen.
Am US Open verlor die im Kanton Schwyz wohnhafte Bencic noch nie in den ersten zwei Runden. Bei der Premiere 2014 erreichte sie als jüngste Spielerin seit Martina Hingis 1997 die Viertelfinals, vor einem Jahr scheiterte sie in der 3. Runde an Venus Williams. “New York ist für mich sehr speziell”, erzählte sie strahlend. Sie möge die Abwechslung, die die Stadt biete und sei am Dienstag mit Mutter Dana, die zum ersten Mal im “Big Apple” ist, auf dem Times Square spazieren gegangen.
Und ganz besonders liebt sie den Court 17. Dort bezwang sie vor zwei Jahren mit Angelique Kerber erstmals eine Top-Ten-Spielerin und gewann nun ihre ersten beiden Matches. “Der Sieg gegen Kerber wird mir auf diesem Platz für immer ein gutes Gefühl geben”, erzählte die 19-Jährige strahlend. “Und ich bin auf diesem Court noch ungeschlagen.”
In der 3. Runde heisst die Gegnerin am Freitag Johanna Konta, die Nummer 14 der Welt. Die gebürtige Australierin mit ungarischen Eltern und britischem Pass gewann auf dramatische Art in drei Sätzen gegen Tsvetana Pironkova (WTA 71). Konta klappte kurz vor dem Ende des zweiten Satzes zusammen. Ihr wurden die Temperatur und der Blutdruck gemessen, doch nach zwei Pausen – eine zweite nach dem verlorenen zweiten Satz – von total 20 Minuten entschied die 25-jährige Britin den Entscheidungssatz wieder klar 6:2 für sich. Bencic hat gegen Konta zwei von drei Partien gewonnen, zuletzt im Juni 2015 auf dem Weg zu ihrem ersten WTA-Titel auf Rasen in Eastbourne.
(SDA)