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Sehr viele Ressourcen wurden in die Entwicklung und die Untersuchungen von Alltagsschuhen und Sportschuhen investiert, wobei vor allem die mechanischen Auswirkungen von Schuhen auf den Körper im Mittelpunkt dieser Untersuchungen standen. Interessant ist auch zu wissen, welchen Einfluss Belastungen beim Gehen und Laufen auf die Muskelaktivierung und Haltung haben. In diesem Bereich gibt es wissenschaftliche Studien, die Erkenntnisse darüber sind jedoch allgemein weniger bekannt.
In den letzten Jahrzehnten beschäftigten sich die Forscher aus der Schuhindustrie hauptsächlich mit dem Dämpfen, Führen und Stabilisieren. Heute wissen wir, dass diese Forschungen nicht dazu geführt haben, dass das Gehen und Laufen besser oder gar gesünder geworden sind. Dämpfen, zum Beispiel, hat nicht dazu geführt, dass die Anzahl Verletzungen und Beschwerden beim Gehen und Laufen zurückgegangen ist [1]. Dämpfung und weiche Schuhsohlen sind eher ein Risiko und können zu Überbelastung und Verletzungen führen.
Der X10D mit seiner markanten grünen Linie, ist entwickelt worden, um die Haltung und das Gangbild nachhaltig zu verbessern. Die Schuhsohle des X10D ist bequem, relativ fest und mit einer minimalen Dämpfung versehen. Der Fersenauftritt beim Gehen ist optimal, da er sicher und vorhersehbar ist.
Die grösste, muskuläre Aktivität beim Gehen und Laufen gibt es kurz vor und während der Landung [2, 3]. Falls wir sehen und erkennen, welcher Untergrund – und somit welche mögliche Komplikation – uns bei der Landung erwartet, reagiert der Körper mit einer sehr effizienten Aktivierung der benötigten und betroffenen Muskeln. Könnte die Landung instabil werden, bereitet sich der Körper auf einen «Ernstfall» vor. Damit werden mit aller Wahrscheinlichkeit zu viele Muskeln aktiviert. Überbelastung ist dadurch vorprogrammiert.
Vergleichbar ist diese Situation mit dem Gehen auf Glatteis oder barfuss auf einem Kiesweg. Der Gang wird sehr vorsichtig und die Muskeln sind sehr angespannt, etwa so wie Sie auf weichen oder übermässig gedämpften Schuhen gehen würden. Diese Anspannung ist auf einem gefährlichen Untergrund angebracht, denn nur so ist ein korrektes Gehen möglich. Für kurze Strecken ist dies durchaus eine Option und positiv zu bewerten, denn nur so ist ein einigermaßes sicheres Gehen hier überhaupt möglich. Beim normalen Gehen und Laufen ist diese erhöhte Aktivität jedoch nicht erwünscht. Sie ist schädlich und wird früher oder später Beschwerden auslösen.
Neben der sicheren und vorhersehbaren Landung ist auch der schnelle Druckaufbau positiv zu beurteilen . Dieser Druckaufbau, auch Stossbelastung genannt, wird bei diversen Schuhkonzepten vernachlässigt [4]. Haltung und Aktivierung der Haltemuskulatur werden vom zentralen Nervensystem gesteuert. Wichtig ist, dass die «richtige Muskulatur» aktiviert wird. «Richtige Muskulatur» bedeutet diejenige Muskulatur, welche vorgesehen ist, um über längere Zeit angespannt zu sein ohne zu ermüden.
Ein gutes Beispiel dafür sind die Waden: Diese Muskeln sind beim Stehen immer aktiv; wir haben aber selten eine «verspannte» Wadenmuskulatur. Nicht nur die Wadenmuskulatur besitzt diese Eigenschaft, sondern auch verschiedene Muskeln, welche an der Wirbelsäule entlanglaufen, haben diese Eigenschaft und können sehr lange und ohne zu ermüden aktiv bleiben. Fühlen wir uns nach langem Stehen oder Sitzen «verspannt», war mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit die falsche Muskulatur mit der Haltungsaufgabe beschäftigt.
Damit das zentrale Nervensystem die richtige Muskulatur aktivieren kann, ist es auf Informationen angewiesen. Diese Informationen kommen aus unterschiedlichen Quellen, wie zum Beispiel das Gleichgewichtsorgan. Es zeigt das zentrale Nervensystem unserer Position im Raum an. Auch leiten unsere Gelenke Informationen über Position und Bewegung weiter. Die Augen informieren das Nervensystem, auf welchen Untergrund wir treten werden, sei es ein Beton- oder Sandboden. Ein wichtiger Faktor ist ausserdem der Druck: Druck aktiviert die sogenannte Antischwerkraftmuskulatur [5]. Antischwerkraftmuskulatur ist die vorher erwähnte «richtige Haltungsmuskulatur».
Der Druck beim Fersenauftritt, so wie er beim X10D gewährleistet ist, ist also keinesfalls negativ, sondern sehr positiv, erwünscht und unterstützt die korrekte Haltung, indem er die richtigen, nicht ermüdbaren Muskeln aktiviert.
Nach dem Fersenauftritt wird der Körperschwerpunkt durch die leicht nach aussen ablaufende Sohle im Fersenbereich auf die X10D-Linie gebracht. In diesem Bereich wird es durch das einzigartige «Feedback»-System des X10D möglich, die richtige Spannung und Ausrichtung des Fusses zu finden. Diese Spannung im Fuss aktiviert u. a. das Golgi-Sehnenorgan. Dieses ist eine Art Nervengeflecht, das der Regelung der Muskelspannung dient. Es befindet sich am Übergang zwischen Muskel und Sehne. Die Spannung in diesem System stimuliert die Streck- und damit die Antischwerkraftmuskulatur [6] und unterstützt die Verbesserung der Körperspannung und Haltung.
Die X10D-Linie erlaubt es, den richtigen Bewegungsablauf zu finden und gleichzeitig Druck auf die nicht sichtbaren, eingebauten Führungselemente in der Sohle zu erzeugen. Bekanntlich reagieren wir auf Druck mit Gegendruck. Damit ist der Fuss propriozeptiven – tiefensensiblen – Reizen ausgesetzt – genau dort, wo die Belastung erwünscht ist. Diese propriozeptiven Reize aktivieren die Streckaktivität der Haltemuskulatur [6].
Ausserdem erlauben diese Führungselemente den optimalen Bewegungsablauf von der Ferse bis zum grossen Zeh. Die einzigartige Kombination von Führung und Feedback ist Garantie für einen gesunden, aufrechten Gang mit effizienter Aktivierung der Haltemuskulatur.
1. Kerrigan, D. C., et al., The effect of running shoes on lower extremity joint torques. Pm R, 2009. 1(12): p. 1058–63.
2. Ivanenko, Y. P., Poppele, R. E., andLacquaniti, F.,Motor control programs and walking. Neu roscientist, 2006. 12(4): p. 339–48.
3. Ivanenko, Y.P., Poppele, R. E., and Lacquaniti, F.,Five basic muscle activation patterns ac count for muscle activity during human locomotion.J. Physiol., 2004. 556(Pt. 1): p. 267–82.
4. Amman, F. L. A., Wie bewegt sich der Fuss – barfuss auf Naturboden, mit Schuhe und mit MBT.Orthopädie Schuhtechnik, 2007. 1: S. 1–8.
5. Frigon, A., and Rossignol, S., Experiments and models of sensorimotor interactions during locomotion. Biol. Cybern, 2006. 95(6): p. 607–27.
6. Dietz, V., Spinal cord pattern generators for locomotion.Clin. Neurophysiol., 2003. 114(8): p. 1379–89.
Druck und Stossbelastung werden oft als negativ betrachtet und mit Abnutzung assoziiert. Abnützung ist eine sehr schlechte Wortwahl für das, was wir Abnützung oder Arthrose nennen. Nutzung führt eigentlich nie zur Abnützung. Alle Strukturen im Körper werden stärker, falls sie gebraucht und trainiert werden, auch Gelenke, Knochen und Knorpel sind trainierbar und werden durch Nutzung stärker. Der Begriff «gelenkschonendes Training» ist dementsprechend zu werten, und es sollte höchstens bei Personen angewendet werden, welche schon degenerative Gelenke haben oder stark übergewichtig sind. Alle andere sollten nicht gelenkschonend trainieren. Sie müssen alle Strukturen trainieren inklusive Knochen, Knorpel und Gelenke, damit auch diese stark und gesund werden oder bleiben. Damit lässt sich Arthrose vorbeugen.