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Laut einem Bericht der UN — dem ersten dieser Art überhaupt — wurden allein zwischen 2015 und 2018 14 Millionen Gebrauchtwagen weltweit exportiert. 80% dieser Fahrzeuge landeten in Ländern mit niedrigem bis mittlerem Durchschnittseinkommen: Fast die Hälfte davon importierte Afrika (40%), gefolgt von Osteuropa (24%), dem Asien-Pazifik-Raum (15%), dem Nahen Osten (12%) und Lateinamerika (9%). Mehr als zwei Drittel stammen aus Ländern der EU — allen voran aus Deutschland. Im Jahr 2016 kamen mehr als die Hälfte aller Gebrauchtwagenexporte (53%) in Nicht-EU-Staaten aus der Bundesrepublik. Mit grossem Abstand folgt auf der Liste der EU-Exportnationen Grossbritannien mit einem Anteil von 13%.
Sicherheitsgefahr und Abgasschleudern
Dabei handelt es sich laut dem Bericht oft um Autos, die den Umweltanforderungen und Sicherheitsstandards der Herkunftsländer nicht mehr gerecht werden. Die meisten der verkauften Fahrzeuge sind in einem so schlechten Zustand, dass sie in den Exportländern gar nicht mehr gefahren werden dürfen. Ein weiterer Bericht aus den Niederlanden — ebenfalls eine der Exportnationen — zeigte, dass das Durchschnittsalter exportierter Fahrzeuge bei 19 Jahren lag und dass diese von ähnlicher Qualität waren wie Autos, die in den Niederlanden verschrottet werden.
Weltweit stammt rund ein Viertel der jährlichen Emissionen aus dem Transportsektor. Die Fahrzeuge setzen unter anderem umwelt- und gesundheitsschädlichen Feinstaub und Stickstoffoxide (NO2) frei, welche massgeblich zur Verschmutzung urbaner Räume in den weniger entwickelten Ländern beitragen und die Gesundheit der Menschen dort beeinträchtigen.
Striktere Regelungen notwendig
Die UNEP fordert nun, dass sich die Ex- und die Importnationen die Verantwortung für die negativen Auswirkungen der schmutzigen Gebrauchtwagen teilen. Von 146 Entwicklungsländern haben laut dem Bericht zwei Drittel eine nur «schwache» oder «sehr schwache» Regulierung von Gebrauchtwagen-Importen. Zu den Ausnahmen gehört Marokko, das keine Kraftfahrzeuge importiert, die älter als fünf Jahre sind. Dank dieser Massnahme erhalte Marokko laut der UN nur noch technologisch fortschrittliche und saubere Fahrzeuge aus Europa — und dies trotzdem noch zu einem günstigen Preis.
Die UN fordert deshalb eine gemeinsame Mindestanforderung an die Autos, die zwischen den Export- und Importländern gehandelt werden.
„Die Bereinigung der globalen Fahrzeugflotte ist eine Priorität, um die globalen und lokalen Luftqualität- und Klimaziele zu erreichen.“
Inger Andersen, Exekutivdirektorin der UNEP
Die UNEP, unter anderem mit Hilfe des UN Road Safety Trust Fund, setzt sich für eine neue Initiative ein, welche die Einführung eines Mindeststandards für Gebrauchtwagenexporte unterstützt. Diese soll helfen, die Fahrzeugflotten in den weniger entwickelten Ländern sauberer und sicherer zu machen.
Quellen und weitere Informationen:
UN: Global Trade in Used Vehicles Report
UN: Medienmitteilung
Niederländischer Bericht über Gebrauchtwagen-Export