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Die Klimaerwärmung wirkt sich direkt auf die menschliche Gesundheit aus, und extreme Hitze kann Menschenleben fordern. Ein internationales Forschungsteam um die Umweltepidemiologin Ana Maria Vicedo-Cabrera von der Universität Bern und Antonio Gasparrini von der London School of Hygiene & Tropical Medicine untersuchte nun, wie sich der Klimawandel in den letzten drei Jahrzehnten auf die durch Hitze verursachten Todesfälle niederschlug. Mit Modellierungen entkoppelten die Forschenden den menschlichen Einfluss von natürlichen Klimaschwankungen.
Sie schätzen, dass durchschnittlich 37 Prozent der hitzebedingten Todesfälle auf die menschengemachte Klimaerwärmung zurückzuführen sind, wobei die Werte in den untersuchten Ländern zwischen 21 und 76 Prozent liegen.
Daten aus 43 Ländern
Für die im Fachmagazin «Nature Climate Change» erschienene Studie trugen die Forschenden die Mortalitäts- und Temperaturdaten der jeweils wärmsten vier Monate zwischen den Jahren 1991 und 2018 zusammen. In die Berechnungen flossen Informationen aus 732 Orten in 43 Ländern weltweit ein.
«Wir gehen davon aus, dass der Anteil der hitzebedingten Todesfälle weiterwächst, wenn wir nichts gegen den Klimawandel unternehmen oder uns anpassen», liess sich Vicedo-Cabrera in einer Mitteilung der Uni Bern zitieren.
Hitzestress auch in der Schweiz
Am stärksten betroffen von der durch die menschengemachte Erderwärmung verursachte Hitze sind demnach Menschen in vielen Ländern in Süd- und Mittelamerika, in Südostasien sowie im Iran und in Kuwait. Dort belief sich der Anteil des anthropogenen Klimawandels auf über fünfzig Prozent.
Auch in Südeuropa und einigen Ländern Südosteuropas forderte Hitze viele Tote. Allerdings: «Der Anteil des menschengemachten Klimawandels an der Gesamtzahl der hitzebedingten Todesfälle war in diesen Ländern geringer», sagte Vicedo-Cabrera im Gespräch mit Keystone-SDA.
Für die Schweiz flossen Daten aus acht Städten in die Berechnungen mit ein. Demnach schätzen die Autoren, dass hierzulande die Klimaerwärmung für rund 30 Prozent der Hitzetote verantwortlich ist.
Globale Analyse nicht möglich
Die Studienautoren merken jedoch an, dass sich ihre Schätzungen nicht unbedingt auf ein ganzes Land übertragen lassen. Zudem liess sich keine globale Analyse erstellen, da für viele Länder keine oder nur lückenhaft Daten verfügbar sind, insbesondere für den afrikanischen Kontinent und Südasien.
https://www.nature.com/articles/s41558-021-01058-x