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"Äussere Ursachen" von Schlaf-Wach-Rhythmusstörungen
Schichtarbeit und Sommerzeitumstellung
Bei der Schichtarbeit wechselt der "äussere Rhythmus" nähmlich die sozial durch die Arbeitsschicht definierte Wachperiode in regelmässigen oder sogar in unregelmässigen Zeitabständen. In der sog. "Vorwärtsrotation" wird nach einigen Tagen "Frühschicht", einige Tage "Spätschicht" und zum Ende der Rotation einige Tage "Nachtschicht" gearbeitet, jeweils mit freien Tagen zwischen den Schichten. Bei der "Rückwärtsrotation" folgt nach der Frühschicht die Nachtschicht und dann die Spätschicht. Bei jedem Wechsel einer Schicht muss sich die "innere Uhr" an den neuen Schlaf-Wach-Rhythmus, was um so schwerer fällt je älter man ist. Die Vorwärtsrotation ist für die meisten Arbeiter einfacher zu ertragen, weil bei den Schichtwechsel die Tage künstlich etwas länger werden als 24 Stunden, was es erlaubt einige Stunden länger zu schlafen. Bei der Rückwärtstrotation muss man beim Schichtwechsel mit weniger als 24 Stunden pro Tag auskommen, was zu einer Verkürzung der Schlafdauer führt. Trotzdem wünschen sich die meisten Arbeitnehmer lieber die Rückwärtsrotation, weil die so, am Schlaf gesparten Stunden später als Ferientage eingezogen werden können.
Einen ähnlichen, wenn auch viel kleineren Effekt erleben wir bei der Umstellung von der Winterzeit auf Sommerzeit im Frühling wo wir eine Stunde Schlaf verlieren bzw. bei der Umstellung von Sommerzeit auf Winterzeit im Herbst, wo eine Stunde Schlaf hinzu kommt. Die Umstellung im Frühling bedeutet auch, dass man am folgenden Montag wider bei Dunkelheit aufstehen und zur Arbeit fahren muss, was an diesem Tag zu signifikant mehr Unfällen (+6%) auf den Strassen führt. Die Gründe dafür sind der um eine Stunde verkürzte Schlaf in der Nacht von Samstag auf Sonntag, der neue Rhythmus und die Dunkelheit.
Jet-Lag
Beim "Jet-lag" ändert sich die äusseren Bedingungen für den Schlaf-Wach-Rhythmus, weil wir mit dem Flugzeug in kurzer Zeit in eine ganz andere Zeitzone geflogen sind. Flüge gegen Osten, also der Sonne entgegen werden dabei schlechter vertragen als Flüge gegen Westen. Das hängt damit zusammen, dass die innere Uhr der meisten Menschen etwas länger ist als 24 Stunden. Bei westwärts Flügen wird auch der äussere Tag etwas verlängert und bleibt so näher beim Rhythmus der inneren Uhr als es bei ostwärts Flügen der Fall ist.