Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03368.jsonl.gz/137

Nevin Galmarini hat nie verheimlicht, dass er sich in den letzten zwei Jahren mit einem möglichen Karriereende befasst hat. Immer wieder stand die Frage im Raum, ob der lädierte Rücken das Snowboarden auf höchster Stufe noch zulässt. Fast 24 Monate hatte Galmarini wegen körperlicher Beschwerden keine Wettkämpfe bestreiten können. Unter diesem Gesichtspunkt sind Galmarinis WM-Klassierungen in Rogla, Fünfter in seiner Paradedisziplin Parallel-Riesenslalom, Neunter im Parallel-Slalom, die Lichtblicke an einem für die Schweiz ansonsten ernüchternden Titelkampf.
Galmarini selber möchte dies auch so sehen, nur drückt beim Bündner immer wieder der hochambitionierte Athlet durch, wenn er sein Abschneiden in Rogla einzuschätzen versucht. «Mit etwas Distanz werde ich mit dieser WM sicher zufrieden sein», sagt er. Oder: «Den 9. Rang im Parallel-Slalom muss ich irgendwie so nehmen.» Dass der Olympiasieger bereits wieder so grosse Ambitionen hegt, war vor einem Jahr noch nicht absehbar. «Ich war an einem Punkt, an dem sehr vieles sehr unsicher war», sagt der Bündner rückblickend.
Anfangs Saison musste Galmarini sein geplantes Comeback kurzfristig noch nach hinten verschieben. Drei Weltcup-Rennen hat er seit seiner Rückkehr und bis zur WM in jeder Disziplin bestritten. Galmarini reichten die spärlichen Renneinsätze, um an den Titelkämpfen bereits wieder in die K.o.-Runden vorzustossen. Im Parallel-Slalom am Dienstag setzte Galmarini in dieser gegen Teamkollege Dario Caviezel alles auf eine Karte und schied spektakulär aus, wobei er sich leichte Blessuren an der Schulter zuzog. Trotz des abrupten WM-Endes nach seinem Sturz in die Zielabsperrung, fasst Galmarini am Ende seiner Analyse zusammen: «Ich glaube, ich kann stolz sein.»