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Pflanzen leben. Sie nehmen Nahrung auf, sie wachsen, haben Sex und vermehren sich. Nur laufen können sie nicht (zum Glück, sonst wären manche Beete vermutlich leer…). Und Pflanzen sind „lernfähig“: Sie sind in der Lage, sich an warme und kalte Temperaturen anzupassen – zumindest innerhalb der Bandbreite ihrer Art. Deshalb sollte man Setzlinge, die in der Wärme gezogen wurden immer abhärten, bevor man sie ins Freiland pflanzt. Dazu gewöhnt man sie möglichst langsam – über einen Zeitraum von mindestens 8 bis 10 Tagen – an kühlere Temperaturen, indem sie täglich einige Stunden ins Freie gestellt, über Nacht aber wieder an die Wärme genommen werden. Wenn es nicht allzu kalt ist, kann man sie auch draussen lassen und über Nacht mit einem doppelten Vlies, einem Vlies plus Folientunnel oder einer Kombination aus Vlies und Folie schützen.
Das Abhärten hat aber auch seine Grenzen: Tomaten, Auberginen, Peperoni, Melonen und Co. ertragen deshalb noch immer keinen Frost und sie leiden weiterhin bei Temperaturen unter 7 Grad. Ihr Stoffwechsel kann durch die niedrigen Temperaturen sogar so stark gestört werden, dass Pflanzenteile oder die ganze Pflanze absterben können. In leichten Fällen bilden sich nur kleine, weiße Flecken in den Blattflächen. Ist die Reaktion stärker, sterben die Blattränder oder die ganzen Blätter ab. Am empfindlichsten sind die unteren, älteren Blätter und das Kambium (die Wachstumszone) der Wurzeln. Deshalb sollte man den Warmduschern unter den Gemüsearten solange einen Platz an der Wärme ermöglichen, bis die Nachttemperaturen im moderaten Bereich liegen.