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Die Faktoren ihres dynamischen Gleichgewichts. Angepasste und zerstörende Nutzungsformen. Seit der Mensch in der Jungsteinzeit vom Jäger und Sammler zum Pflanzer wurde, betreibt er Brandrodung in den Naturwäldern. Das hat für ihn den Vorteil, dass auf der gleichen Flächengrösse die vielfache Zahl an Menschen ernährt werden kann. Die fruchtbarsten Böden in klimatisch begünstigten Regionen sind schon am längsten entwaldet. Bis ins 20. Jahrhundert haben sich nur in den kältesten und in den heissesten Zonen grössere Urwälder erhalten: In der Taiga die nördlichen Nadelwälder und im äquatorialen Gürtel die tropischen Feuchtwälder. In den Entwicklungsländern der Tropen und Subtropen herrscht jedoch seit Jahrzehnten eine explosionsartige Bevölkerungsvermehrung, die einen unstillbaren Landhunger erzeugt. Hatte unsere Erde 1950 noch 2,5 Milliarden Menschen zu ernähren, waren es 1986 schon 5 Milliarden, und 2000 wurde die 6 Milliardengrenze überschritten. Für das Jahr 2050 rechnet man mit 15 bis 20 Milliarden. Einige Länder haben einen jährlichen Bevölkerungszuwachs von 2,8%, was eine Vervierfachung der Kopfzahl innerhalb von 50 Jahren bedeutet. Viele hundert Millionen mittelloser Menschen in diesen Regionen handeln seit Jahrzehnten aus Existenznot, wenn sie sich mit Brandrodungen immer tiefer in die restlichen Naturwälder hineinfressen. Nur zwei Jahre ist ein dürftiger Anbau von Bergreis, Mais oder Knollenfrüchten möglich, dann ist die düngende Asche verbraucht, und es muss weiter brandgerodet werden. Slash and burn wird diese devastierende Methode genannt. Es gibt für diese “landlosen Bauern” keine Alternative, wenn jede Generation 6 bis 12 Kinder ernähren muss. Noch verheerender haben sich jedoch die “legalen” Exploitationen der Naturwälder durch korrupte Regierungen ausgewirkt, wobei eine brutale, die Umwelt zerstörende “cut-and-run”-Methode angewandt wird. Mit dem Vorwand, die Nutzung der natürlichen Ressourcen sei für die Entwicklung des Landes unabdingbar, wurden in den letzten 20 Jahren die besorgten Industrienationen beschwichtigt und gleichzeitig unüberschaubare, natürliche Landstriche devastiert. Die Erlöse flossen allein in die Taschen von Mächtigen und ihrer Konsorten. Die indigenen Waldbewohner gingen nicht nur leer aus, ihnen wurde oft noch ihre natürliche Lebensgrundlage entzogen. Auf diese Weise verschwanden in den letzten 25 Jahren jährlich durchschnittlich mehr als 10 Millionen Hektar tropischer Primärwald.