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Neurale Kommunikation:
Sie wird durch ein Nervensystem vermittelt, das elektrische oder elektrochemische Signale überträgt und so augenblicklich wirkt (bzw. innerhalb von Hundertstel- bis Zehntelsekunden). Diese Art der extragenetischen Kommunikation ist einerseits für die interne Organisation eines Lebewesens von Belang, andererseits für die optisch-akustische Kommunikation zwischen Lebewesen.
Während vor der Entwicklung von Gehirnen das Verhalten eines Lebewesens gegenüber der Umwelt eindeutig und ausschliesslich phylogenetisch geprägt
ist (was auch heisst, dass die Informationsübertragung immer nur in einer Richtung wirkt, nämlich in der künftiger Generationen), entsteht nachher die Möglichkeit des individuellen und interindividuellen (und generationsmässig nicht gerichteten) Lernens während der Ontogenese. Allerdings ist zunächst die im neuralen Gedächtnis abgespeicherte Information zu einem guten Teil genetisch vorprogrammiert (Instinkte)
. Eine Kapazität zu flexiblem Lernen
entsteht in grösserem Umfang erst bei der Entwicklung eines Grosshirns; beim Menschen nimmt diese dann extreme Ausmasse an. Sagan meint dazu: "While our behavior ist still significantly controlled by our genetic inheritance, we have, through our brains, a much richer opportunity to blaze new behavioral and cultural pathways on short time scales. We have made a kind of bargain with nature: our children will be difficult to raise, but their capacity for new learning will greatly enhance the chances of survival of the human species." 2
Sagan 1977.
Eine optimistische Sicht, die sich angesichts der heutigen Umweltproblematik hoffentlich bewahrheitet.
Neurale Systeme haben ihren Ursprung in der Entstehung von mehrzelligen Lebewesen vor ca. 1,5 Mia. Jahren, die zur Ausbildung eines vegetativen Nervensystems
führt. Die Notwendigkeit zu dieser Entwicklung ergab sich aus der Tatsache, dass nun immer mehr Zellen in das Innere des Organismus rückten und sich infolgedessen nicht mehr wie der Einzeller direkt aus einer sie umgebenden Flüssigkeit ernähren konnten. Es kam zur Bildung eines "inneren Weltmeeres", d.h. einer extrazellulären Flüssigkeit im Innern des Organismus, die nun die Funktion von Versorgung und Entsorgung übernahm. Es wurde gewissermassen die notwendige Umwelt in das System eingebaut. Da nun diese Flüssigkeit aber ein beschränktes Volumen hatte, musste sie, damit sie ihrer Funktion nachkommen konnte, immer wieder erneuert und gereinigt werden. Dies geschah mit Hilfe von zuerst hormonal, dann neural gesteuerten Regelmechanismen.