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Alumina
ZENTRALE BEGRIFFE
Missglückte oder unzureichende Inkarnation. Identitätsprobleme. Gefühl, ausserhalb seiner selbst zu sein. Sieht sich von aussen. Wenn er spricht ist es, als habe ein anderer was gesagt.
Verliert die Selbstkontrolle, die Kontrolle über seinen Körper, sein Denken und seine Handlungen. Verliert die Herrschaft über sich selbst.
Zerstreutheit, Unentschlossenheit, Mangel an Aufmerksamkeit, Gedächtnisschwäche, Geistesabwesenheit, Impulse wider Willen. Kann kein Blut, kein Messer sehen, ohne unwillkürlich an Selbstmord zu denken.
Langeweile. Nichts geht schnell genug. Zeit vergeht zu langsam, eine Stunde ist wie ein halber Tag.
Zwang, sich ständig zu bewegen. Fahrigkeit, Zappeligkeit, Drang, die Füsse zu bewegen. Grosse Unruhe, aber schnell erschöpft. Atonie, Paralyse, Empfindungslosigkeit, Taubheit.
Trockenheit. Trockene Haut und Schleimhäute. Agg. durch Kartoffeln
Fokus der inneren Aufmerksamkeit
Er achtet auf die Beherrschung aller inneren und äusseren Vorgänge. Das heisst, er kann z.B. versuchen, sie übersichtlich und einfach zu halten. Sobald sie zu komplex und vielfältig werden, tritt das Empfinden auf, es nicht zu schaffen, sich zu verlieren. Oder er kann im Gegenteil zu zeigen versuchen, dass er selbst bei mehreren unübersichtlichen Begebenheiten noch die Kontrolle über alles halten kann. Andere Begriffe, mit denen dieser Vorgang beschrieben werden kann, sind z.B.: formen, durchdringen, erfassen, sich nicht verlieren usw.
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Die Themenliste umfasst eine inhaltlich gruppierte Sammlung von Original Prüfungssymptomen
Wie zeigt sich das Leiden des Patienten? (Sekundäre Psora)
Wie kompensiert er sein Leiden? (Egotrophie, Egolyse, Alterolyse)
Wie lautet die eigentliche Hypothese „nach Masi“? (Primäre Psora)
Hier finden Sie spannende Interpretationen von einzelnen Themen oder Symptomen
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Hauptthemen
Die Hauptthemen zeigen die Folgen dieser Unfähigkeit, sich selbst und seinen Körper zu beherrschen. Man könnte es eine missglückte oder unzureichende Inkarnation nennen. Auf der einen Seite stehen Identitätsprobleme, das Gefühl, als sei er ausserhalb seines Körpers, als sehe er sich von aussen. Auf der anderen Seite beherrscht er seine Gedanken und Handlungen nicht. Er hat Impulse wider seinen Willen, im Denken ist er zerstreut und kann sich nicht konzentrieren. Die restlichen Symptome zeigen entweder eine symbolische Darstellung oder eine genauere Beschreibung dieser Problematik.
1. Handlungen und Impulse wider Willen.
Der Knabe geräth wider Willen in stetes Weinen. CK 11
Sie kann kein Blut sehen, kein Messer liegen sehen, ohne dass sich ihr dabei grässliche Gedanken in die Seele drängen, als sollte sie z.B. einen Selbstmord begehen; obgleich sie den grössten Abscheu vor demselben hat. CK 22
Mangel an Aufmerksamkeit beim Lesen, die Gedanken bleiben auf keinen Gegenstand fest gerichtet. CK 40
Eine solche Eingenommenheit des Kopfes, als wenn sein Bewusstseyn ausser seinem Körper wäre; wenn er etwas spricht, ist es ihm, als habe es ein Anderer gesagt, und wenn er etwas sieht, als wenn es ein Anderer sähe, oder, als wenn er sich in einen Andern versetzen könnte, und es dann erst sähe. CK 55
Unwillkürliche Bewegungen des Kopfes und anderer Glieder. CK 1026
(...) Neigung zu Lachkrampf. CK 1017, 1018
2. Bewusstsein ist ausserhalb des Körpers
(...) als wenn sein Bewusstseyn ausser seinem Körper wäre (...) CK 55
Eingenommenheit des Kopfes, mit Furcht, als würde er das Bewusstseyn verlieren. CK 54
3. Alles ist so leicht an ihm.
Es ist alles so leicht an ihm, Verstandes- und Körper-Kräfte scheinen aufgereizt zu seyn. CK 52
4. Identitätsprobleme
(...) wenn er etwas spricht, ist es ihm, als habe es ein Anderer gesagt, und wenn er etwas sieht, als wenn es ein Anderer sähe, oder, als wenn er sich in einen Andern versetzen könnte, und es dann erst sähe. CK 55
Es dünkt ihm eine Stunde lang im rechten Ohre, als habe er eine ganz andere Stimme. CK 244
5. Zeit - Langeweile
Unausstehliche Langeweile, eine Stunde deuchtet ihm wie ein halber Tag. CK 51
Charakteristisch ist ferner eine auffallende Hast. Nichts bewegt sich schnell genug; die Zeit scheint zu schleichen; alles geht zu langsam; nichts ist recht. Kt S. 80
Unaufgelegtheit zu jeder Beschäftigung und Langeweile, Vormittags. CK 36
6. Will das nicht, was andere wollen
Will das nicht, was Andere wollen. CK 33
Sie ist höchst ärgerlich, und Alles ist ihr zuwider; sie will nur zanken und poltern, Nachmittags. CK 34
Träume von Zank und Ärgernis. CK 1119
7. Arbeit
Unaufgelegtheit zu jeder Beschäftigung und Langeweile, Vormittags. CK 36
Unlust zu jeder Beschäftigung. CK 37
Unfähigkeit und Unlust zu Geistes-Arbeiten. CK 50
8. Fallen
Grosse Betäubung, mit Furcht, vorwärts zu fallen. CK 60
Arger Schwindel beim Gehen und Sitzen, als sollte er über den Haufen fallen, oft mehrere Tage, mit Strammen im Genicke nach dem Kopfe zu. CK 61
Schwere des Kopfes, mit Gefühl, als sollte er vorwärts fallen, beim Gerade-Sitzen, aber beim Bücken noch ärger, Nachmittags. CK 84
9. Krankheit
Niedergeschlagen über seine Krankheit. CK 4
Er glaubt, nicht mehr gesund werden zu können. CK 5
Früh, Angst, als sollte er in etlichen Stunden einen Fallsuchtanfall bekommen. CK 20
10. Unverträglichkeit von Alkohol
Selbst das schwächste geistige Getränk berauscht ihn. CK 75
11. Sprechen
Vorzüglich vom Sprechen sehr ermüdet. CK 1058
12. Traurigkeit
Diese Reaktion findet sich in den Symptomen CK 6, 7, 8 , 9, 10, 28
13. Kummer
Früh, beim Erwachen, wie von Kummer niedergedrückt, ohne helles Bewusstseyn. CK 9
14. Unzufriedenheit, noch nicht genug getan zu haben
Aufgereizt, übernommen, und doch unzufrieden, dass man noch nicht genug gethan habe. CK 23
15. Verächtlich
Er lacht verächtlich über Alles. CK 35
16. Zerstreutheit und Unbesinnlichkeit
Gleichgültigkeit, Zerstreutheit und Verdriesslichkeit. CK 38
Grosse Zerstreutheit und Unentschlossenheit. CK 39
Mangel an Aufmerksamkeit beim Lesen, die Gedanken bleiben auf keinen Gegenstand fest gerichtet. CK 40
Die Gedanken beschäftigen sich mit vielerlei Gegenständen, ohne dass einer davon zur deutlichen Kenntniss zurückbleibt. CK 41
Unbesinnlichkeit und grosse Gedächtnisschwäche. CK 43
Auffallende Vergesslichkeit. CK 44
Anhaltende grosse Gedächtnisschwäche. CK 45
Gedächtniss-Mangel, viele Wochen lang. CK 46
Grosse Vergesslichkeit. CK 47
Unvermögen, zusammenhängend zu denken. CK 48
Stumpfheit des Geistes. CK 49
Unfähigkeit und Unlust zu Geistes-Arbeiten. CK 50
Grössere Lebhaftigkeit des Geistes, abwechselnd mit Geistesabwesenheiten, wobei Gedanken, Gesicht und Gehör nur undeutlich und fast verschwunden sind. CK 53
17. Ein Pferd verfolgt und beisst ihn
Auffahren nach Mitternacht aus einem ängstlichen Traume (dass ihn ein Pferd verfolge und beissen wolle). CK 1104
18. Von empfangenem Geld
Angenehme Träume, von empfangenem Gelde und dergleichen. CK 1115
19. Von niederfallenden Sternen, Feuersbrunst, Heiraten
Träume von niederfallenden Sternen, von Feuersbrunst, von Heirathen. CK 1120
20. Versinken in einem Fluss
Traum,. dass sie sich auf einer im Flusse sinkenden Fähre befinde, mit ängstlichem Erwachen. CK 1130
Traum, er gehe in einem Flusse herum, in dem er Schlangen und andere Thiere sieht, vor denen er sich fürchtet. CK 1131
21. Gespenster
Er träumt von Gespenstern und lärmt in der Nacht, dass er darüber erwacht. CK 1132
22. Diebe
Träume von Dieben, mit ängstlichem Erwachen. CK 1121
Träume von begangenem Diebstahle, oder dass sie unter Räuber gerathen sey. CK 1122
23. Der Abdecker
Ängstliche Träume: z.B. der Abdecker steckt ihm mit Gewalt Hundefleisch in den Mund. CK 1128
24. Höhe
Im Traume soll er von einer Höhe herab, und glaubt fallen zu müssen. CK 1129
25. Tod und Begräbnis
Traum von Tod und Begräbnis. CK 1123
26. Alles dreht sich
Dies findet sich u.a. in den Symptomen CK 62, 63 und 74.
27. Würmer und Insekten
Kopfschmerz, wie Kriechen eines Wurmes unter der Hirnschale, auch, wie Schneiden und Fressen. CK 139
Gefühl, als kröche etwas (zwischen Haut und Fleisch) von beiden Schläfen nach der Stirne zu, wo es herausdrückt, als wolle es da durchdringen. CK 140
Laufen, wie von Insekten, am linken Schlüsselbeine (...) CK 810
Kriebeln in den Fingern der rechten Hand, mit brennendem Stechen, wie von Ameisen, Abends. CK 897
Nagen unter den Nägeln der Finger, mit Kriebeln den Arm hinauf, bis an das Schlüsselbein. CK 898
Die übrigen Themen werden nicht mehr vollständig mit Symptomen belegt, sondern zum Teil nur beschrieben.
28. Bewegung
Es findet sich der Zwang, sich ständig zu bewegen. Fahrigkeit, Zappeligkeit, Drang, die Füsse zu bewegen. Er muss sich immer beschäftigen und stets bewegen, fühlt sich dann wohler. Er wird von Hast getrieben, kann nicht untätig sein. Es besteht eine grosse Unruhe, aber er ist schnell erschöpft, vor allem nach Spazierengehen und nach Sprechen. Er muss sich hinlegen; er hat ein unwiderstehliches Verlangen, sich hinzulegen, aber das Hinlegen verschlimmert wiederum.
29. Spasmus, Atonie, Paralyse, Empfindungslosigkeit, Taubheit
Diese Erscheinungen finden sich nicht nur an den Gliedmassen, sondern am gesamten Körper. Die Augen sind wie gelähmt, sie kann die Augen nicht aufschlagen, das Gefühl, als wäre das obere Lid länger und hänge herab, Schwäche der Augenlider, als wollten sie ihm immer zufallen. Ebenso gelähmt oder geschwächt sind das Rektum und die Blase. Zu diesem Thema gehören auch die Folgen: Zittern, Konvulsion, Ungeschicklichkeit, Stolpern, Ataxie.
30. Elektrischer Schlag
Zusammenziehendes Gefühl im rechten Zeigefinger und im Fusse, als wenn die Flechsen zu kurz wären; rührt er mit dem Finger an Etwas, so ist es ihm, als würde er elektrisiert. CK 1021
Bei der Nachmittagsruhe, wenn er sitzend einschlafen will, ein Ruck durch Kopf und Glieder, wie ein elektrischer Schlag, mit Betäubung. CK 1022
31. Verlust von Körpersäften
Zunächst scheint es so, als ob Alumina nicht gerne Körpersäfte verliere:
Der Mastdarm ist unthätig, als mangele ihm die Kraft, den Koth auszudrücken, und die peristaltische Bewegung; der Stuhl ist weich und dünn geformt, und kann nicht anders, als durch grosse Anstrengung der Bauchmuskeln ausgeleeret werden. CK 573
Schwäche-Gefühl in der Harnblase und den Geschlechtstheilen, Abends, mit Furcht, er werde in´s Bett pissen. CK 633
Weiter gehören dazu: ausgeprägt trockene Haut, keine Schweissneigung. Mundtrockenheit, Mundtrockenheit trotz Speichelfluss. Mangelnder Tränenfluss, Trockenheit der Bindehäute. Unverhältnismässige Erschöpfung nach der Periode.
Das Monatliche hinterlässt nach seinem Verlaufe bedeutende Erschlaffung des Körpers und Geistes; sie wird von wenig Arbeit und mässigem Spazierengehen sehr angegriffen und ist muthlos. CK 707
Nach einer Pollution werden alle bisherigen Beschwerden erneuert und sehr erhöht. CK 686
Die Unwilligkeit gegenüber "Absonderungen" zeigt sich auch beim Sprechen bzw. Singen, das als eine Absonderung auf einer höheren Ebene betrachtet werden kann.
Stiche in die Schläfe, beim Singen, die nachliessen, sobald sie mit Singen aufhörte. CK 118
Der Höhepunkt findet sich im Bewusstsein: Eingenommenheit des Kopfes, mit Furcht, als würde er das Bewusstseyn verlieren. CK 54
Alle Körpersekrete werden somit nur in kleinen Mengen und begleitet von Furcht abgegeben. Eine andere Reaktion zeigt sich bei den Geschlechtsorgangen. Dort findet sich z.B. eine Leukorrhoe, die so stark ist, dass sie bis zu den Fersen hinunterläuft. Ebenso Verlust der Prostataflüssigkeit bei Stuhlgang und Schwitzen am Perineum während des Koitus.
32. Trockenheit der Häute und Schleimhäute, Kartoffeln und stärkehaltige Speisen
Vorzüglich Erdäpfel scheinen die Zufälle zu verschlimmern, oder wieder zu erregen. CK 1035
Trockenheitsgefühl vorn in der Harnröhre, als wenn die Haut dort ohne Gefühl wäre, besonders des Morgens. CK 631
33. Behinderung der Sinne
Es sieht wie durch Nebel oder als ob eine Feder oder ein Haar vor dem Auge wäre.
Das Gesicht scheint ihm wie grösser oder geschwollen, und die Augen kleiner, so dass es im Sehen hindert, nach dem Mittagessen. CK 269
Es scheint etwas vor den Ohren zu liegen und beim Essen schmeckt alles wie Stroh oder Sägespäne.
34. Verschlimmerung beim Aufstehen
Die meisten Symptome sind schlimmer morgens beim Aufstehen. Am Morgen geht, wie wir bereits gesehen haben, der Urin langsamer ab als später, wenn der Patient sich bewegt hat und ein bisschen warm geworden ist. Gliedersteife am Morgen. Morgens muss der Kranke sich geistig zusammennehmen. Er wacht verwirrt auf und weiss nicht recht, wo er ist. Kt S. 83
35. Spinnwebgefühl, Gefühl, als sei Eiweiss auf der Haut getrocknet
Die Gesichtshaut ist, selbst um die Augen herum, gespannt, als wenn Eiweiss darauf trocknete, nach dem Mittagessen. CK 268
36. Dieses Thema soll nach der klinischen Beobachtung von Georgos Vithoulkas dargestellt werden.
Ihm ist aufgefallen, dass die Patienten besonders dann verwirrt sind, wenn sie beobachtet werden oder sich beobachtet fühlen. Eine andere wichtige Beobachtung von ihm ist, dass es den Patienten fast nicht gelingt, ihr Problem darzustellen, sie bleiben im Ausdruck sehr verschwommen.
37. Glühender Beter. Ga
Das psorische Erleben ist zentral beherrscht vom Gefühl, sich selbst, seine Gedanken und seine Handlungen nicht unter Kontrolle halten zu können, sozusagen nicht in den Körper hineinkommen zu können. Dies wird in den Gefühlen beschrieben, als sei er ein anderer, als sei er unsicher über seine eigene Identität, als sei das Bewusstsein ausserhalb seines Körpers, als begehe er Handlungen wider seinen eigenen Willen. Er verliert sich in der Komplexität der äusseren und inneren Erscheinungen. Kann nicht zwei Dinge gleichzeitig tun. Seine Verwirrung wächst, wenn er beobachtet wird. Dadurch hat er beständig das Gefühl, als sei seine Existenz gefährdet, er erlebt sich wie ein "gespaltener Tonkrug". Er fürchtet, den Verstand und das Bewusstsein zu verlieren, er hat Angst vor allen möglichen Krankheiten und davor, nicht mehr zu gesunden. Typisch ist auch die Furcht zu altern (Rep) als Ausdruck der nachlassenden Kontrolle über den Körper.
Egotrophie
Alumina zeigt, dass er seinen Körper und sich selbst beherrscht. Alles geht so leicht, die Verstandes- und Körperkräfte sind wie neu belebt. Er ist ein glühender Beter, das heisst ein Mensch, der durch seine Geisteskräfte die eine Wirklichkeit herstellt. In der fortgeschrittenen Egotrophie beginnt er, sich selbst der Körper der anderen zu bemächtigen. Er will alles besitzen, manipuliert die anderen, um eine grosse Persönlichkeit zu werden, die ihre Macht über die vielen kleinen Einzelkräfte unter Beweis stellen kann.
Egolyse
Er gibt jeden Versuch auf, sich selbst und seinen Körper zu beherrschen. Daraus resultiert die vollständige Hemmung jeder Handlung und jedes Ausdrucks seiner selbst. Lähmung und Taubheit, verschwommener Ausdruck, er kann die Symptome nicht mehr schildern. Unlust zu jeglicher Betätigung, unausstehliche Langeweile, Ungeschicklichkeit und Traurigkeit.
In den Zwischenbereich zwischen Sekundärer Psora und Egolyse gehören zwei Themen. Zum einen Nr. 14: Sie ist ausgereizt, übernommen und doch unzufrieden, dass sie noch nicht genug getan habe. Die Prüferin hat also das Gefühl, dass sie noch nicht genug getan hat, um die Dinge in den Griff zu bekommen. Gleichzeitig hat sie sich schon übernommen. Sie schafft es nicht, ihre Angelegenheiten soweit zu regeln, dass sie damit zufrieden ist. Daher entstehen sowohl das Gefühl, sich übernommen zu haben als auch die Unzufriedenheit.
Zum anderen gehört Thema Nr. 27 an diese Stelle, in dem ein seltsamer Zwiespalt beschrieben wird: Einerseits muss sich der Patient ständig bewegen, obwohl Bewegung verschlimmert. Es verschlimmert jedoch auch die Ruhe, was bedeutet: obwohl ihn die Bewegung erschöpft, stellt sie einen Weg dar, in den Körper zu gelangen, d. h. diesen zu beherrschen. Gleichzeitig verschlimmert jede Bewegung, denn sie ist Ausdruck der Anstrengung, den Körper zu beherrschen. Andererseits verschlimmert jedoch auch die Ruhe, dann verliert er nämlich die durch die Bewegung gewonnene Beherrschung. Damit ist er aber wiederum zur Bewegung verdammt, er muss sich bewegen, um die Kontrolle nicht vollständig zu verlieren.
Auf dem Höhepunkt der Egolyse möchte er sich mit einem Messer töten. Dies ist der letzte verzweifelte Versuch, seine Seele aus dem Gefängnis des Körpers zu befreien. Der Anblick des Blutes gibt ihm dieses Verlangen ein. Das Blut ist symbolisch gesehen die Seele ausserhalb des Körpers, der "ganz besondere" Saft, der die Seele darstellt. So wie das Blut aus dem Körper austritt, möchte auch er eine Seele ausserhalb des Körpers sein, da die Seele im Körper nicht stark genug war.
Alterolyse
Diejenigen, die ihn daran hindern, seinen Körper zu beherrschen, und sich von ihm auch nicht beherrschen lassen, kann er nur verächtlich behandeln. Er ist reizbar, alles ist ihm zuwider. Er will grundsätzlich nie das, was die anderen wollen, denn dies wäre ein Zeichen, dass sie ihn und nicht er sie beherrscht. Er bleibt daher allein. Die Gespräche der anderen machen ihn krank.
Verlust der Kontrolle über sich, seinen Körper, sein Denken und seine Handlungen. Er ist nicht richtig in sich und in seinem Körper inkarniert.
Transzendenter Wert
Neid auf Gottes Einfachheit und reine Wirkwirklichkeit (ST I 3.2). Die Einfachheit ist bei Thomas von Aquin eines der wichtigsten Attribute Gottes. Unter anderem weil gilt, dass jede Zusammengesetztheit, welcher Art sie auch sei, von Gott als dem ersten Prinzip ausgeschlossen sein muss. Von jedem Zusammengesetzten gilt, dass das Zusammengesetzte selbst später gebildet werden kann als seine einzelnen Teile, somit nie das erste sein kann, und es gibt eine Ursache für die Vereinigung seiner Bestandteile bedarf. Das Zusammengesetzte kann daher nicht erste Ursache sein. Es gibt in dem Zusammengesetzten Bestimmendes und Bestimmtes, es ist somit nicht ganz "Wirklichkeit" in dem Sinn, dass die bestimmten Teile nicht über sich selbst herrschen können; es gibt schliesslich etwas in dem Zusammengesetzten, das nicht es selbst oder ganz es selbst ist; das Zusammengesetzte ist somit keine Wirklichkeit im Sinne des reinen Aktes und auch kein Sein im Zustand der Vollkommenheit. Gott zeichnet sich aus durch Einfachheit und ist nicht zusammengesetzt. Diese Problematik zeigt sich auch bei dem Sein, das aus Akt und Potenz zusammengesetzt ist. Das Sein zerfällt in Potenz und Akt, d.h. man kann es in jeder Art seiner Verwirklichung in zwei Formen finden: in der verwirklichten, erworbenen, fertigen, aktuellen Form (= Akt) und in der der Anlage nach vorhandenen, virtuellen, potentiellen Form (= Potenz). Mit diesen Begriffen ist das Werden beschreibbar. Unter den Dingen unserer Erfahrungswelt "wird" alles, was ist. Das Werden jedoch setzt ein "Vermögen" voraus, das sich bei der Untersuchung als ein doppeltes herausstellt: ein aktives auf der Seite des Tätigen, das etwas zum Sein bringt, und ein passives auf der Seite des Empfangenden, das wird. Das aktive nennt Thomas von Aquin Akt, das passive die Potenz. Der Akt geht jeweils der Potenz voran.
Gott ist reiner Akt. Er ist die primäre, nicht bedingte, umfänglich verwirklichte Form. Mit einem anderen Begriff ausgedrückt: Er ist die reine Wirkwirklichkeit. Da diese alles umfasst, ist er eine einfache Einheit. Alumina neidet Gott die Einheit der reinen Wirklichkeit.
Menschliche Daseinsbedingung
Der Mensch als substantielles Kompositum stellt eine gewisse Einheit dar. Er erlebt sich in seinem Denken und Handeln als "Einer". Darüber hinaus besitzt er eine gewisse "Wirkwirklichkeit" durch seinen Körper. Er kann sich und der Welt seinen Stempel eindrücken, wie der Töpfer dem Ton, er kann Wirklichkeiten formen. Diese relative menschliche Einheit lehnt Alumina ab. Er möchte dagegen als höchste Einheit ein reiner Akt sein, der keinerlei Potenz mehr an sich hat. Das heisst, er möchte ein Akt sein, der selbst alles bestimmt und durch nichts begrenzt wird. Er erlebt diese Begrenzung an allen Dingen, die er nicht vollständig beherrscht und die zum Teil ohne sein Zutun ablaufen, z.B. Bewusstseins- und Körpervorgänge.
Kerne
Schuld
Er verlangt reines "Aktsein" und lehnt jegliche Anteile, die nur "Potenz" sind, ab. Ausdruck reinster Potenz im Sinne passiver Bestimmbarkeit ist die materielle Substanz. Er möchte daher auch nicht, dass diese in Form seines Körpers sein Wesen bestimmt oder begrenzt. Er möchte den Körper umfassend durchdringen und bestimmen. Er verliert das Einssein und die Herrschaft über sich selbst. Er verliert sich in der Komplexität seiner selbst und seines Körpers. Seine Handlungen sind nicht mehr seine eigenen, sie sind ihm fremd, wie von aussen kommend. Es ist, als sei er ausserhalb seines Selbst und seines Körpers.
Strafe
Seine Existenz ist gefährdet. Er ist gezwungen, sich in einer Materie zu inkarnieren, die er nicht beherrschen kann, und die ihn daher gefährdet, die ihn mit dem Tode bedroht. Anstatt sie als reiner Akt zu beherrschen, droht er in ihr zu ertrinken. Sie macht sich selbständig und beginnt ihn zu beherrschen.
Zeit (Thema 5)
Da er seinen Körper nicht ausreichend beherrscht, vollzieht sich alles in ihm langsam.Durch dieses Miterleben entsteht das Gefühl der Langeweile oder das Gefühl, antreiben zu müssen, was sich in der Eile niederschlägt. Daher hat Alumina häufig das Gefühl, in Eile zu sein, die Dinge nicht mehr zu schaffen, obwohl er äusserlich sehr ruhig, eher langsam wirkt.
Sprechen ermüdet (Thema 11)
Sprechen ist, genau wie die Bewegung, Ausdruck der sich selbst beherrschenden Persönlichkeit. Jede dieser Tätigkeiten ist für ihn anstrengend, da er Mühe hat, sich gegen die Trägheit der Materie durchzusetzen.
Traum vom Abdecker, der ihm Hundefleisch in den Mund stopft (Thema 23)
Fleisch ist ein Symbol des Körpers schlechthin. Dieses wird ihm mit Gewalt in den Mund gestopft, das heisst, er muss es verdauen, es beschwert ihn. Es ist darüber hinaus Hundefleisch. Der Hund ist das Tier, das die Seele nach dem Tod in den Hades führt. In diesem Traum findet die Bedrohung durch den Körper ihren Ausdruck. Der Körper bedroht sein (seelisches) Leben.
Niederfallende Sterne, Feuersbrunst, Heiraten (Thema 19)
Die niederfallenden Sterne: In vielen Mythologien wird die Inkarnation des Menschen beschrieben als ein Abstieg der Seele von den Sternen auf die Erde.
Feuersbrunst: Die Seele als das alles beherrschende und verzehrende Feuer.
Heiraten: Verbinden, das heisst bei Alumina die Verbindung von Körper und Seele.
Er befindet sich auf einer sinkenden Fähre (Thema 20)
Er versinkt in seinem Körper und trifft dort auf verschiedene, ihn bedrohende Tiere, auf Kräfte, die er nicht beherrschen kann, wie er es im Traum vom Pferd erlebt, das ihn verfolgt und beisst (Thema 17).
Lähmung und Empfindungslosigkeit (Thema 29)
Alle diese Symptome sind Ausdruck der gestörten Beherrschung des Körpers und der Willkürakte. Sie lassen sich vor dem Hintergrund des Leitmotivs ohne weiteres verstehen und müssen hier nicht weiter erläutert werden. Verlust der Körpersäfte (Thema 31)
Diese Symptome können in verschiedener Weise gedeutet werden. Zum einen mag Alumina es nicht, wenn er die Kontrolle über etwas verliert. Dies kann in der Egolyse auch zu Geiz führen. Auf der anderen Seite kann es einfach auch nur Ausdruck der gestörten Körperfunktion, d.h. einer mangelnden Beherrschung seines Körpers sein.
Anders ist dies mit dem Verlust der Säfte der Geschlechtsorgane. Diese fliessen überreichlich, z.B. der Ausfluss bei der Frau bis zu den Fersen, der Mann schwitzt während des Koitus am Perineum. Die Geschlechtsorgane erschaffen einen neuen Körper. Der Verlust der Säfte dieser Organe kann vielleicht verstanden werden als die Vorstellung vom Erschaffen eines neuen Körpers, in den ich etwas von meiner Seele hineingeben kann, auf den ich meine Seele abdrücken oder aufstempeln kann. Daher wird das Fliessen der Säfte im Bereich der Geschlechtsorgane nicht als Verlust erlebt, sondern ist zu betrachten als Erweiterung des Einflussbereichs der Seele.
Würmer unter der Hirnschale (Thema 27)
Sie sind Ausdruck des Verwesungsprozesses des Körpers, da er nicht von der Seele durchdrungen werden kann.
In Frage kommen alle Arzneimittel, bei denen der Körper bzw. das Zusammengesetztsein aus Körper und Geist abgelehnt wird. Die Differentialdiagnose dieser Mittel ist z.T. unter Kalium carbonicum abgehandelt.
QUELLEN
Autor: Stefan Preis, Materia Medica Homoeopathica – revidiert nach Dr. Alfonso Masi-Elizalde
|CK||Hahnemann Samuel, Chronische Krankheiten|
|Ga||Gallavardin, Jean-Pierre, Repertory of Psychic Medicines with Materia Medica, New Delhi 1986.|
|Kt||Kent, James T, Kents Arzneimittelbilder, Heidelberg 1988|
|Rep||Synthesis, Schroyens, Greifenberg 1994|
|ST||Thomas von Aquino, Summe der Theologie, Hrsg. von Joseph Bernhart, Stuttgart 1985, Band 1|
|Bild||Keines|