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Gibt es fundamentale Naturgesetze?Wenn wir von der «Gesetzesförmigkeit» der Natur sprechen, sprechen wir von unseren Theorien über die Natur. Theorien sind das zentrale Verständnismittel der Wissenschaft. Sie reduzieren Unverständliches auf für uns Verständlicheres. Für die antiken Naturphilosophen bewegten die Götter die Himmelskörper. Götter verhielten sich eigentlich wie Menschen, deshalb «verstand» man die astronomischen Phänomene am ehesten, indem man sie auf «einfache» quasimenschliche Beweggründe zurückführte. Damit kann natürlich ein moderner Astronom nichts anfangen. Das «Einfache» sind für ihn physikalische Körper – letztlich Elementarteilchen – und ihre Wechselwirkungen. In diesem Sinn hat jede Theorie sozusagen ihr konzeptuelles Reservoir an Erklärungsfiguren, mit denen sie ihr explikatives Spiel spielt. Die Physik spielt mit Elementarteilchen und ihren Wechselwirkungen; die Chemie mit Atomen und ihren Verbindungen; die Molekularbiologie mit den Genen und ihren Expressionen in Lebewesen; die Neurobiologie mit Neuronen und ihren vernetzten Aktivitäten; die Ökonomie mit individuellen «Marktatomen» und den Marktkräften zwischen ihnen.
Quelle: Filosofaxen