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Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen rund um das Coronavirus COVID 19/SARS CoV-2. Die Antworten auf die medizinischen Fragen wurden geprüft von der Clinical-Affairs-Kommission der Schweizerischen Gesellschaft für Rheumatologie (SGR), Prof. Dr. med. Axel Finckh und Prof. Dr. med. Diego Kyburz.
Alle Menschen können sich mit dem neuartigen Coronavirus anstecken. Als besonders gefährdet gelten:
- Personen ab 65 Jahren
- Personen mit einer chronischen Erkrankung (z.B. Diabetes, Nierenversagen, chronische Herz-, Atemwegs- oder neurologische Erkrankungen)
- Immunsupprimierte Patientinnen und Patienten, somit auch Rheumabetroffene unter einer Therapie mit Prednison (> 20 mg pro Tag), Biologika oder herkömmlichen Basismedikamenten wie Methotrexat, Leflunomid oder anderen Immunsuppressiva.
- Schwangere
- Personen mit Adipositas Grad III (morbid, BMI ≥ 40 kg/m2)
Das BAG verweist auf neuere Studien, die darauf hindeuten, dass schwangere Frauen bei einer Erkrankung an COVID-19 ein höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben können als gleichaltrige nicht schwangere Frauen. Dies ist jedoch die Minderheit. Gemäss Studien hatten die schwangeren Frauen mit schweren Krankheitsverläufe meist weitere Risikofaktoren wie Übergewicht, ein höheres Alter und Vorerkrankungen. Ein schwerer Krankheitsverlauf kann einen negativen Einfluss auf die Schwangerschaft und das ungeborene Kind haben. Quelle: BAG
Um sich zu schützen, ist es sinnvoll, sich an die Richtlinien des BAG zu halten, das heisst, sich die Hände gründlich und regelmässig zu waschen oder mit einer antiseptischen Lösung zu desinfizieren. Um andere zu schützen, husten und niesen Sie in ein Taschentuch oder in die Ellenbogenbeuge und bleiben Sie bei Fieber und Husten unbedingt zu Hause. Den Arzttermin hingegen sollten Sie nicht ohne Absprache mit dem Arzt absagen.
Generell wird empfohlen, Therapien mit Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken, trotz der Coronavirus-Pandemie fortzuführen. Auch bei immunsupprimierten Patienten scheint die Infektion mehrheitlich milde zu verlaufen.
Im Einzelfall mag der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin die Lage anders einschätzen und immunsupprimierende Medikamente vorsorglich für eine Weile absetzen. Entscheiden Sie das aber nicht auf eigene Faust! Nehmen Sie Rücksprache und folgen Sie den ärztlichen Anweisungen.
Bei einigen Patienten ist es nach der Einnahme von Ibuprofen zu einem verschlimmerten Krankheitsverlauf von Covid-19 gekommen. (Ibuprofen ist ein nicht-steroidales Antirheumatikum, NSAR.) Es gibt derzeit keine gesicherten Erkenntnisse, ob es sich dabei um einen Zufall handelt (grippale Symptome können mit NSAR behandelt werden) oder ob ein kausaler Zusammenhang besteht. Ein solcher Zusammenhang wurde anderweitig bis jetzt nicht beobachtet und ist statistisch gesehen als «nicht signifikant» einzustufen.
Trotzdem: Wer einem allfälligen Risiko vorbeugen will, soll zur Behandlung grippaler Symptome in erster Linie zu Paracetamol statt zu einem NSAR greifen. Falls Sie zur Behandlung einer rheumatischen Erkrankung ein NSAR verwenden, brauchen Sie es aber nicht abzusetzen.
Beim Husten, Niesen oder Naseputzen mindestens einen Meter Abstand von anderen Menschen halten und sich wegdrehen. Am besten in ein Einwegtaschentuch husten oder niesen und danach in einem Mülleimer mit Deckel entsorgen. Nach dem Naseputzen, Niesen oder Husten gründlich die Hände waschen. Sollten Sie beim Husten und Niesen kein Taschentuch parat haben, die Armbeuge vor Mund und Nase halten und sich von anderen Personen abwenden.
Bei akuten Atemwegssymptomen (z.B. Husten oder Atemnot) und/oder Fieber (≥ 38°C), insbesondere wenn Sie sich in einem vom Coronavirus betroffenen Gebiet befunden haben oder in engem Kontakt mit einem bestätigten Patienten standen.
Kontaktieren Sie umgehend – zuerst telefonisch – eine Ärztin, einen Arzt oder eine Gesundheitseinrichtung (zum Beispiel ein Spital).
Eine Infektion mit dem neuen Coronavirus verläuft in der Regel milde. Man kann sie medikamentenfrei durchstehen. Gehen Sie in die Selbstquarantäne, trinken Sie viel Wasser und Kräutertee und gönnen Sie sich ausreichend Schlaf! Zur Symptombekämpfung kann man zu den gleichen Medikamenten greifen wie bei einem grippalen Infekt, zum Beispiel zu fiebersenkenden Mitteln. Bei Unsicherheit holen Sie ärztlichen Rat ein!
Ja. Die Home-Office-Empfehlung ist für alle aufgehoben. Wenn Sie Angst haben, sich auf dem Arbeitsweg oder bei der Arbeit anzustecken, suchen Sie das Gespräch mit der vorgesetzten Person und unterbreiten Sie Vorschläge wie:
- flexible Arbeitszeiten, damit Sie den öV ausserhalb der Stosszeiten nutzen können
- einen Gratisparkplatz, damit Sie im Auto zur Arbeit fahren können
- Home-Office ganz oder teilweise weiterführen
Gemäss Arbeitsgesetz und OR müssen die Arbeitgeber/innen alles für den Schutz der Gesundheit ihrer Arbeitnehmer/innen vorkehren. Vorrang haben dabei die Massnahmen bezüglich Abstand, Hände-Hygiene und Reinigung.
Kann der Abstand nicht eingehalten werden, sind weitergehende Präventionsmassnahmen zu ergreifen, wie physische Trennung, getrennte Teams oder das Tragen von Schutzmasken.
Grundsätzlich ist der Arbeitnehmer nicht verpflichtet, Überstunden durch Freizeit abzubauen, es sei denn, im Arbeitsvertrag oder Gesamtarbeitsvertrag ist vereinbart, dass der Arbeitgeber die Kompensation von Überstunden einseitig anordnen kann. Jedoch im Einverständnis mit dem Arbeitnehmer kann der Arbeitgeber Überstunden innerhalb eines angemessenen Zeitraums durch Freizeit von mindestens gleicher Dauer ausgleichen.
Wenn es höhere betriebliche Interessen erfordern, ist der Arbeitnehmer ausnahmsweise verpflichtet, bei der Kompensation von Überstunden mitzuwirken. In der aktuellen ausserordentlichen Lage gilt ausserdem, dass Überstunden nicht zuerst abgebaut werden müssen, bevor von Kurzarbeitsentschädigungen profitiert werden kann.
Wir befinden uns aktuell in einer besonderen Lage. Grundsätzlich gilt, dass der Arbeitgeber den Zeitpunkt der Ferien bestimmt, wobei er auf die Wünsche und die Bedürfnisse des Arbeitnehmers so weit Rücksicht nehmen muss, wie dies mit den Interessen des Betriebs vereinbar ist. Ferien müssen normalerweise mit einer Vorlaufzeit von drei Monaten angeordnet werden. Zudem soll der Ferienbezug der Erholung des Arbeitnehmers dienen, was in der aktuellen Situation fraglich sein dürfte.
Zu beachten ist, dass in der Corona-Krise ein dringendes betriebliches Bedürfnis bestehen kann, Ferien anders zu verteilen, und dass der Arbeitnehmer in diesem Fall dem Arbeitgeber ein Stück weit entgegenkommen muss. Denkbar wäre zum Beispiel, dass der Arbeitgeber verlangen kann, dass der Arbeitnehmer seine nicht bezogenen Ferientage des Vorjahres beziehe.
Auch muss der Arbeitnehmer wohl einen kurzfristig angeordneten Ferienbezug akzeptieren, wenn der Betrieb wegen der Corona-Pandemie zu wenig Arbeit hat und kein Anspruch auf Kurzarbeit besteht. Allerdings kann vom Arbeitnehmer nicht verlangt werden, dass er seine gesamten Ferien für dieses Jahr beziehe, sondern maximal so viele Tage bzw. Wochen, wie ihm pro rata temporis zustehen.
Quarantäne und Isolation bedeuten beide eine räumliche Absonderung mit dem Ziel, Infektionsketten zu unterbrechen. Der wesentliche Unterschied liegt im Gesundheitszustand der betroffenen Person.
- Personen mit Covid-19-Symptomen müssen in Isolation.
- Gesunde Personen, die «engen Kontakt» mit einer an Covid-19 erkrankten Person gehabt haben, müssen für zehn Tage in Quarantäne.
Als «enger Kontakt» gilt ein Aufenthalt von länger als 15 Minuten näher als 1,5 Meter ohne Schutz (Maske, Scheibe) bei einer ansteckenden Person. Solche «engen Kontakte» aufzuspüren, ist Sinn und Zweck der Nachverfolgung (Contact Tracing) und der Swiss-Covid-App.
Ein weiterer Grund für eine Quarantäne ist die Einreise in die Schweiz aus einem Land «mit erhöhtem Ansteckungsrisiko». Die einreisende Person muss sich sofort direkt nach Hause oder in eine geeignete Unterkunft begeben und sich innerhalb von 48 Stunden bei der zuständigen kantonalen Behörde melden.
Es spielt für die Quarantäne keine Rolle, ob Sie sich krank oder gesund fühlen oder positiv oder negativ getestet wurden.
Personen in Quarantäne oder Isolation haben sich allein in einem Zimmer bei geschlossenen Türen einzurichten und die Mahlzeiten alleine einzunehmen. Gänge nach draussen, Kontakte und Besuche sind zu unterlassen. Weitere Informationen zum Alltag in Quarantäne oder Isolation entnehmen Sie diesen PDF:
Seit dem 6. Juli 2020 müssen Personen, die aus gewissen Ländern in die Schweiz einreisen, für zehn Tage in Quarantäne. Das BAG führt eine lange Liste von Ländern «mit erhöhtem Ansteckungsrisiko».
Ein anderer Grund für eine verordnete Quarantäne kann sein, dass die Behörden Sie über die Nachverfolgung (Contact Tracing) oder die Swiss-Covid-App mit einer angesteckten Person in Verbindung bringen.
Nein. Wenn Sie aus einem Land «mit erhöhtem Ansteckungsrisiko» einreisen und unter Quarantäne gestellt werden, haben Sie (wenn Sie nicht im Home-Office arbeiten) keinen Anspruch auf eine Erwerbsausfallentschädigung. Die zehn Quarantäne-Tage gelten in diesem Fall als eine selbst verschuldete Arbeitsverhinderung: Sie müssen enstprechend viele Tage unbezahlt freinehmen oder Ferien-Tage opfern. Ausnahmen:
- Zwingende persönliche Gründe wie der Besuch eines oder einer sterbenden Angehörigen können eine Reise in ein Land «mit erhöhtem Ansteckungsrisiko» rechtfertigen.
- Werden Sie nach einer Geschäftsreise ins Ausland unter Quarantäne gestellt, muss der Arbeitgeber für die zehn Quarantäne-Tage Ihren Lohn fortzahlen.
Nein. Corona-Test-Ergebnisse sind bei frischer Ansteckung unzuverlässig. Der Test kann am Montag negativ, am Dienstag positiv ausfallen. Deshalb müssen die ganzen zehn Tage der Quarantäne eingehalten werden. Unter Quarantäne gestellten Personen ist es verboten, die Wohnung zu verlassen, um frische Luft zu schnappen, spazieren zu gehen oder Besorgungen zu machen.
Das ist unklar. Wahrscheinlich kommt es zu einer gewissen, aber nicht vollständigen Immunität gegen COVID 19/SARS CoV-2. Das heisst, man kann erneut daran erkranken, aber vermutlich in abgeschwächter Form.
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