Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03510.jsonl.gz/2092

Zürich
Das 1939 erbaute Hallenstadion in Zürich ist das zur damaligen Zeit modernste und grösste Hallenbauwerk Europas. Architekt Karl Egender baute dieses monumentale Bauwerk in einprägsamer Schildkrötenform in Zusammenarbeit mit Wilhelm Müller und Bruno Giacometti sowie den Ingenieuren Ernst Rathgeb und Robert A. Naef. Es besticht durch seine Leichtigkeit, die schlanken, organisch gebogenen Betonstützen und seine grossflächige Befensterung. Geplant war es in erster Linie für Sportanlässe, insbesondere für Radrennen. Auffallend ist der ellipsoide Grundriss mit einer Länge von 122 Metern, einer Breite von 106 Metern sowie einer Hallenhöhe von 26 Metern. Die Raumkonstruktion ist eine ingenieurtechnische Meisterleistung. Das 10'000 m² überspannende Dach mit Bindern und Trägern liegt wie eine Tischfläche auf nur vier Stützen. Funktionalität, ein sichtbares Eisenbetonskelett mit unverputzten Backsteinfachungen sowie die grossflächige Befensterung bestimmen auch aussen den architektonischen Ausdruck.
2004–2005 wurde das Hallenstadion zusammen mit der Denkmalpflege einer gründlichen Modernisierung unterzogen.
2004–2005 ist ein prominenter Vorbau realisiert worden, der die Annexbauten der Verwaltung aus den 1970er und 1980er Jahren ersetzt. Dieser Vorschlag für einen Erweiterungsneubau der Architekten entspricht dem ursprünglichen Entwurf von Karl Egender, der einen konkaven Riegel als Eingangsbereich geplant hatte, ihn jedoch aus finanziellen Gründen nicht baute. Zusätzlich wurden seitlich zwei Doppeltürme mit Fluchttreppen und Lüftungselementen hinzugefügt. Da dem Radsport heute nicht mehr dieselbe Bedeutung zu kommt wie in den 1930er Jahren, musste die Rennbahn im Innern weichen.
Der Erweiterungsneubau an der Wallisellerstrasse führte jedoch zur Stärkung des Altbaus, nicht zuletzt auch darum, weil sich die Materialwahl mit Sichtbeton und verzinktem Metall am Altbau orientiert.
10.9.2005
Tram 11 bis Station Hallenstadion
von 9 bis 12 Uhr alle 20 Minuten
Amt für Städtebau
der Stadt Zürich
Archäologie/Denkmalpflege
Amtshaus IV
Lindenhofstr. 19
8001 Zürich