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Roger Federer, Rafael Nadal und Novak Djokovic wollen schwächeren Tennis-Spielern unter die Arme greifen. Vier Millionen US-Dollar wollen die sogenannten «Big 3» über einen Fonds sammeln. Gelder, die im Anschluss an die Spieler auf den Weltranglistenplätzen 250 bis 700 verteilt werden sollen. Diese schlagen meist auf der drittklassigen Future-Tour auf.
Die Top 100 des ATP-Rankings sollen dabei gut eine Million Dollar einzahlen, wobei Top-5-Profis 30'000 Dollar spenden sollen, die Spieler dahinter absteigend etwas weniger. «Ausserhalb der Top 250 beginnt der wirkliche Kampf», erklärte Djokovic gegenüber der «Equipe». «Viele von diesen Spielern denken darüber nach, das Profitennis zu verlassen, weil sie finanziell nicht überleben werden. Es gibt unglücklicherweise eine grosse Menge an Spielern zwischen Platz 250 und 700, die nicht von ihren Verbänden unterstützt werden oder keine Sponsoren haben.»
Nicht alle Top-Spieler sind allerdings begeistert von der Idee der der «Big 3». Einer, der gar nichts davon hält, ist Dominic Thiem. «Ich kenne die Future Tour, denn ich habe dort zwei Jahre lang gespielt», erklärt die österreichische Weltnummer 3 in einem Skype-Interivew mit der «Kronen-Zeitung». «Dort gibt es sehr, sehr viele Spieler, die dem Sport nicht alles unterordnen, nicht so professionell leben und Tennis nicht so betreiben, wie es sein sollte.»
Thiem stellt deshalb klar: «Ich würde nicht einsehen, warum ich solchen Leuten Geld schenken sollte.» Es kämpfe schliesslich kein Tennisspieler, egal auf welcher Weltranglistenposition er stehe, ums Überleben. «Es muss keiner verhungern», so Thiem. «Deshalb sage ich ganz ehrlich, dass ich das Geld lieber an Leute oder Institutionen spende, die es wirklich brauchen.»
Der dreifache Grand-Slam-Finalist betonte, dass es in keinem Beruf die Garantie gebe, gut zu werden und «richtig viel Geld damit zu verdienen». Von den Top-Spielern habe keiner etwas geschenkt bekommen. «Wir mussten uns alle hochkämpfen», so Thiem.
Kritk für Federer, Nadal und Djokovic gab es zuvor schon von John Millman. «Wenn es die Sorge ist, den Spielern auf den Plätzen 250 bis 700 zu helfen – warum war dann eine weltweite Pandemie nötig, um das zu verstehen?», fragte die australische Weltnummer 43 auf Twitter. «Über all die Jahre, in denen Preisgelder am oberen Ende steigen, hätte insgesamt mehr verteilt werden müssen».
Schon seit Jahren wird über eine bessere Verteilung der Preisgelder gekämpft. Zwar wurden die Erstrunden-Preisgelder bei Grand-Slam-Turnieren angehoben, die Preisgelder für die Spitzenspieler jedoch noch viel deutlicher. (pre)
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