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Unsere Geschichte
Die DEUTSCHE LUTHERISCHE KIRCHE in Genf wurde von sechs deutschen, in Lyon tätigen lutherischen Kaufleuten begründet. Sie durften nach der Aufhebung des Ediktes von Nantes (1685) in Frankreich keine Gottesdienste mehr halten und fragten deswegen im benachbarten Genf, der Zufluchtsstätte aller verfolgten Protestanten, um Erlaubnis, ein- oder zweimal im Jahr einen Abendmahls Gottesdienst abhalten zu dürfen.
Aus der Geschichte:
Der erste Gottesdienst fand am 28. August 1707 statt. Der Zulauf von den in Genf und der Westschweiz ansässigen Deutschen war so groß, dass eine Gemeinde entstand, die bald einen eigenen Pfarrer besolden konnte. Von Anfang an musste die Gemeinde sich selbst tragen. Die sechs Stifter bestritten die Kosten aus ihrem Vermögen. Kirchenpatron war ab 1721 der Großherzog von Sachsen-Coburg-Gotha, ab 1874 Kaiser Wilhelm I.
Als die von der Gründungsgemeinde angemieteten Räume sich bald als zu klein erwiesen, wurde an einen eigenen Kirchenbau gedacht. 1763 wurde von der Direktion der Kirche mit Hilfe von Kollekten aus Deutschland das Château de Coudrée am Bourg-de-Four gekauft und - bis auf den Gewölbekeller - durch den heutigen Kirchenbau ersetzt, der 1766 feierlich eingeweiht wurde. Seit 1954 trägt die englischsprachige Gemeinde das Gebäude mit. Der Name wurde in EVANGELISCH-LUTHERISCHE KIRCHE IN GENF abgeändert.
Das Kirchengebäude, in dem sich auch Gemeinderäume, Gemeindebüros und die Pfarrwohnung befinden, gehört in seiner äußeren Erscheinung zu dem in Genf im 18. Jht üblichen architektonischen Typ des repräsentativen Bürgerhauses und entspricht in seiner typologischen Kargheit dem damaligen Stil protestantischer Gotteshäuser. Es erfuhr in den Jahren 1988-1990 eine umfassende Innenrenovierung und anschließend eine Fassadenrenovierung.
Prof. Karl-Ernst Geith