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Menabrēa,
Federigo Luigi, Marquis von Valdora, Graf, ital. Staatsmann, geb. zu Chambéry, studierte in Turin [* 2] Mechanik und Mathematik, wurde erst Ingenieuroffizier, später Professor der Mechanik an der Militärakademie und der Universität zu Turin, 1848 Mitglied der Kammer, wo er zum rechten Zentrum gehörte, dann zum Hauptmann ernannt und dem Auswärtigen Ministerium beigegeben. Den Krieg von 1859 machte er als Generalmajor und Chef des Genies mit, optierte nach der Abtretung seiner Heimat Savoyen für Italien, [* 3] befestigte Bologna, Piacenza, Pavia etc., leitete die Belagerungsarbeiten von Ancona, [* 4] Capua und Gaeta und ward zum Generalleutnant und 1861 zum Marineminister ernannt. 1866 unterzeichnete er als italienischer Bevollmächtigter den Prager Frieden.
Als Rattazzi nach der französischen Intervention im Kirchenstaat im Oktober 1867 abtrat, weil Italien keinen Krieg führen konnte, übernahm als Ministerpräsident und Minister des Auswärtigen mit anerkennenswertem Mute die undankbare Aufgabe, gegen die Garibaldianer einzuschreiten und die demütigenden Verhandlungen mit Frankreich zu führen. Vergeblich war er in Gemeinschaft mit Cambray-Digny bemüht, die Finanzen zu ordnen und einen Modus vivendi mit der Kurie sowie die Räumung des Kirchenstaats durch die Franzosen zu erlangen. Nach den Neuwahlen 1869 mußte sein konservatives Ministerium einem liberalen (Lanza) im November Platz machen. Als Generaladjutant des Königs, Präsident des Komitees für Artillerie etc. und Mitglied des Senats entfaltete er hierauf eine eifrige und fruchtbare Thätigkeit. 1876 wurde er zum Botschafter in London, [* 5] 1882 in Paris [* 6] ernannt.