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Verteidigung
Notwendige Verteidigung
Beschuldigte Jugendliche müssen durch eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt verteidigt werden (notwendige Verteidigung), wenn
- ihnen ein unbedingter Freiheitsentzug von mehr als einem Monat, ein bedingter Freiheitsentzug von mehr als drei Monaten oder eine Unterbringung droht,
- sie ihre Interessen nicht ausreichend wahren können und auch die gesetzliche Vertretung dazu nicht in der Lage ist,
- sie sich seit mehr als 24 Stunden in Untersuchungshaft befinden,
- sie vorsorglich in einer Einrichtung untergebracht worden sind, oder
- wenn die Jugendanwältin oder der Jugendanwalt an der Hauptverhandlung vor Gericht persönlich auftritt.
Besteht in diesen Fällen keine Wahlverteidigung, setzt die Verfahrensleitung Frist zur Beauftragung einer Rechtsanwältin oder eines Rechtsanwaltes an.
Amtliche Verteidigung
Ist die Ansetzung einer Frist zur Beauftragung einer Wahlverteidigung nicht möglich (Untersuchungshaft, vorsorgliche Unterbringung), wurde innert Frist trotz Aufforderung keine amtliche Verteidigung bestellt oder ist davon auszugehen, dass die oder der beschuldigte Jugendliche und die gesetzliche Vertretung nicht über die erforderlichen Mittel verfügen, beantragt die Verfahrensleitung beim Jugendanwalt für amtliche Mandate die Bestellung einer amtlichen Verteidigung, nachdem sie allfällige Vorschläge betreffend der zu mandatierenden Person eingeholt hat.
Wird eine amtliche Verteidigung bestellt, schiesst die Staatskasse die dafür anfallenden Kosten vor. Beim Abschluss des Verfahrens wird über die Tragung der Kosten der amtlichen Verteidigung entschieden.
Wahlverteidigung und amtliche Verteidigung vertreten ausschliesslich die Interessen der oder des beschuldigten Jugendlichen.