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Bad Trip
Ein Bad Trip ist eine schlechte Drogenerfahrung. Dabei kann es sich um Angstzustände, Paranoia, Konfusion oder einen anderen als unangenehm empfundenen Zustand handeln. Meistens verbessert sich der Zustand mit dem Abklingen der Wirkung. Auf keinen Fall sollte man einen Bad Trip mit der Einnahme einer anderen Substanz «bekämpfen», da die Wahrscheinlichkeit gross ist, dass diese zu einer Verstärkung führt.
Bömbeli
Der Begriff Bömbeli bezeichnet die orale Einnahme einer Substanz, die in einem Zigarettenpapier oder ähnliches abgepackt worden ist.
Botenstoff
(Dopamin, Noradrenalin etc.)
Der menschliche Körper verfügt über eine Vielzahl von Botenstoffen. Dabei handelt es sich um chemische Moleküle, die im Gehirn, z.B. über die Synapsen, Schlüsselreize auslösen. Die wichtigsten Botenstoffe sind die Stresshormone Dopamin und Noradrenalin sowie das Glückshormon Serotonin.
Chill Out
Chill Out steht für Ausspannen und Entspannen. Da der Konsum psychoaktiver Substanzen den Körper belastet, solltest du während oder zumindest nach dem Konsum genügend Zeit zum Erholen einplanen. Als Chill Out werden auch bestimmte Bereiche in Clubs oder an Festivals bezeichnet, wo du dich auch während der Nacht erholen kannst.
Craving
Als Craving bezeichnet man die Gier nach einer erneuten Substanzwirkung. Das Craving taucht meist beim Runterkommen auf. Substanzen mit einem ausgeprägten Craving-Effekt verfügen meist über ein hohes Abhängigkeitspotenzial.
Drug, Set und Setting Drug, Set und Setting stehen in einer Wechselwirkung zueinander.
Informiere dich im Vorfeld des Konsums über die Substanz, die du konsumieren möchtest, die Konsumform (Drug), reflektiere wie es dir persönlich geht (Set) und mach dir Gedanken dazu, wo und mit wem du die Substanz konsumieren wirst (Setting).
Drug Checking
Drug Checking steht für ein Angebot, das eine chemische Substanzanalyse in Kombination mit einer persönlichen Beratung anbietet. Dies hilft dabei, den tatsächlichen Inhaltsstoff der
gekauften Substanz sowie die Dosierung in Erfahrung zu bringen, und bietet die Möglichkeit, Substanzfragen an Fachpersonen zu stellen. Drug Checking-Angebote können in der Schweiz kostenlos und anonym genutzt werden.
Galenische Form
Bezeichnet die Form, in der eine psychoaktive Substanz erscheint. Bekannt sind Tabletten, Pillen, Pulver, Kapseln, Flüssigkeit oder Pflanzenmaterial. Die meisten psychoaktiven Substanzen weisen verschiedene galenische Formen auf. Diese beeinflussen die Konsumform.
Katalysator
Als Katalysator bezeichnet man die Verstärkung einer spezifischen Eigenschaft, z.B. die Wirkung oder die Brennbarkeit einer Substanz (z.B. Tabak und Cannabis). Katalysatoren weisen meist keine eigene psychoaktive Wirkung auf.
Kater
Als Kater versteht man die schrittweise Verringerung der Substanzwirkung. Dabei handelt es sich um einen Zustand, der sich durch einen Mangel an Motivation, Depression, Unsicherheit und Reizbarkeit charakterisiert. Wie stark ein Kater ausgeprägt ist, hängt von der Dosis und der Berücksichtigung der Safer-Use-Informationen (z.B. H2O statt K.O.) ab, du hast es somit selbst in der Hand, wie gross dein Kater sein wird.
Metabolisierung
Metabolisierung ist die Verstoffwechslung der Substanz in der Leber und ihr Abbau in der Niere. Für die Verstoffwechslung und den Abbau der Substanzen sind die körpereigenen CYP-Hormone zuständig. Daraus ergibt sich ein Potenzial für Wechselwirkungen mit anderen Substanzen und Medikamenten. Beispielsweise verlangsamen oder blockieren HIV-Medikamente den CYP-Verstoffwechslungsprozess (Proteasehemmer, Kombipräparate).
Nacheffekte
Effekte nach dem eigentlichen Rausch, die man teilweise nicht mehr bewusst wahrnimmt; die Motorik sowie das Denk- und Reaktionsvermögen sind aber trotzdem noch eingeschränkt.
Psychoaktive Substanz
Psychoaktiv bedeutet auf die Psyche einwirkend. Drogenwirkstoffe werden über den Blutkreislauf mittels der Blut-Hirn-Schranke ins Hirn transportiert und führen dort zu einer Ausschüttung und/oder Wiederaufnahmehemmung körpereigener Botenstoffe. Da der Begriff Drogen meist mit illegalen Substanzen gleichgesetzt wird, verwenden wir hier den weniger stigmatisierenden Begriff psychoaktiv.
Psychose (vulnerable)
Als Psychose bezeichnet man eine psychische Erkrankung. Diese können akut, aber auch als dauerhafte Störung auftauchen. Von vulnerablen (latenten) Psychosen spricht man dann, wenn ein gewisses Potenzial besteht, psychisch zu erkranken. Wer von einer solchen Vulnerabilität betroffen ist, lässt sich nicht im Voraus feststellen. Führt der Konsum psychoaktiver Substanzen zu psychischen Problemen, sollte man eine spezialisierte Fachstelle aufsuchen.
Schadensminderung
Als Schadensminderung bezeichnet man Aktivitäten oder Botschaften, die potentielle Schäden, welche mit dem Konsum einer psychoaktiven Substanz in Verbindung stehen, verhindern oder minimieren sollen. Wichtige Beispiele sind Safer-Use-Botschaften oder Drug Checking-Angebote.
Streckmittel
(psychoaktiv, neutral)
Als Streckmittel bezeichnet man chemische Stoffe, die zur Hauptsubstanz hinzugemischt werden. Dabei kann es sich um neutrale Füllstoffe oder andere psychoaktive Substanzen handeln. Als Füllstoffe werden verschiedene Zuckerarten (z.B. Milchzucker), Stärke oder feingemahlene Zellulose verwendet. Psychoaktive Streckmittel weisen ein eigenes Wirkpotenzial auf. Sie werden so ausgewählt, dass sie entweder eine substanztypische Wirkung hervorrufen (z.B. die lokalanästhetische Wirkung von Kokain) oder weil sie sich chemisch so ähnlich verhalten, dass sie durch die gängigen Schnelltests unentdeckt bleiben (z.B. Levamisol im Kokain). Da bei illegal gekauften Substanzen die tatsächlichen Inhaltsstoffe nicht deklariert werden, solltest du ein Drug Checking-Angebot nutzen, um diese in Erfahrung zu bringen.
Substanzklassen
Psychoaktive Substanzen werden in verschiedene Klassen unterteilt, ausschlaggebend für die Einteilung ist die Wirkung. Einzelne Substanzen werden mehreren Klassen zugeteilt.
Synthetisch
Als synthetisch bezeichnet man Substanzen, die synthetisiert (chemisch hergestellt) worden sind. Bei Heroin und Kokain handelt es sich um Naturprodukte, die mittels einer Synthese für den Menschen konsumfähig gemacht worden sind.
Wechselwirkungen
Unter Wechselwirkung versteht man die Potenzierung und/oder Dämpfung der substanzspezifischen Wirkung infolge Mischkonsum mit anderen psychoaktiven Substanzen oder mit Medikamenten, die eingenommen worden sind. Da Wechselwirkungen oft unvorhersehbar sind, handelt es sich immer um ein erhöhtes Konsumrisiko.
Wirkspektrum
Das Wirkspektrum setzt sich aus der Wirkung und Nebenwirkung zusammen, die in Verbindung mit dem Konsum einer bestimmten psychoaktiven Substanz stehen. Informiere dich vor jedem Konsum über das Wirkspektrum der Substanz, die du zu konsumieren beabsichtigst (siehe auch Drug).
Themen
- Basisinformationen
- Beim Erwerb
- Was geschieht im Gehirn?
- Allgemeine Safer Use Informationen
- Drug, Set, Setting
- Schau zu dir – Chill Out
- Mischkonsum
- Bekannte besonders riskante Kombinationen
- Substanzaufnahme
- Safer Sniffing
- Bad Trip!?
- Problematischer Konsum
- Too much – Konsumpause
- Ambulante und stationäre Therapiemöglichkeiten
- Infos für Frauen
- Infos für Männer
- Safer Sex
- Damit der «Sextrip» kein «bad trip» wird
- Wenn du unsafen Sex mit Unbekannten hattest
- Wenn dich jemand an einer Party sexuell belästigt
- Im Notfall
- Don’t drug and drive
- Nachweisbarkeit von Substanzen
- Das Gesetz
- Glossar