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4.10.1797 - 22.10.1854 Pfarrer, Schriftsteller
Mit dem Dichternamen Jeremias Gotthelf, den sich Albert Bitzius mit seinem ersten Buch "Der Bauernspiegel" (1837) zugelegt hat, ist er vielen besser bekannt. Als Vikar weilte er von 1824 bis 1829 in Herzogenbuchsee. Nun ist er 27jährig, ist Pfarrer, muss aber noch die vorgeschriebene Vikariatsjahre bestehen. Schon im Sommer 1822 hatte Bitzius bei Pfarrer Hemmann während eines Monats pfarrherrliche Aushilfe geleistet. Er war eine leidenschaftliche Kämpfernatur und setzte sich in Wort und Schrift ein für Kirche und Schule. "Das Mass aller Dinge ist Gott". Das gilt für beide. Von der Schule verlangt er mehr Verstand als Wissen. Unbesehen der Person, ob Pfarrer, Lehrer, Regierungsrat, und "unbekümmert um das Urteil der Welt" ging er seinen weg, dem ihm Temparament und Überzeugung wiesen, nach seinem Leitwort: "Wahr zu sein statt höflich, wo beides sich nicht miteinander vereinen lässt". Belegen wird das mit dem Visitationsbericht von 1825, wo er die Frage nach Gottesdienst und Sittlichkeit also beantwortet:
"Beide mögen nicht viel Ausgezeichnetes haben. Eine bedeutende Anzahl von Gemeindegliedern kommt gar nicht zur Kirche. Von den andern kommen die einen nur, wenn sie ein neues Stück Kleid erhalten, andere, wenn besondere Verrichtungen sie in Hauptort treiben; die dritten, weil es Brauch ist, dem lieben Gott einigemal im Jahr die Ehre eines Besuches zu gönnen, so der Höflichkeit wegen, um Bekanntschaft, die vielleicht zur Zeit der Not nützlich werden könnte, nicht ganz erkalten zu lassen; und der kleinste Teil mag hergebracht werden aus religiösem Bedürfnis. Es ist aber nicht ihre Schuld, dass die meisten nicht bessere Beweggründe haben...."
Bitzius gründet hier einen Töchterchor. Er hält die Aufrichte-Rede beim Schulneubau in Inkwil. Ihm sind zur Betreuung die Schulen von fünf umliegenden Gemeinden zugewiesen. Und wie wehrt er sich für die Besserstellung der armen Lehrer Bögli und Steiner! Im Schulstreit von Bollodingen verträgt der junge Hitzkopf die hinhaltende Taktik von Oberamtmann Rudolf von Effinger in Wangen nicht und wendet sich in einer leidenschaftlichen Eingabe direkt an die Regierung: "Sie wissen wohl, dass Schulen mein Steckenpferd sind, dem Herrn Effinger seins sind die Strassen". Folge: Er wird am 3. Mai 1829 abberufen. Diese Versetzung löste in Buchsi "Bestürzung" aus. "Mit wahrer Rührung" sprach man von seinem unermüdlichen Eifer und Dienen.
Buchsi hat eine Bitziusstrasse und das Hotel Bahnhof sein Bitziussäli.
© Auszug aus dem Berner Heimatbuch "Herzogenbuchsee" von Hans Henzi/Werner Staub/Samuel Gerber