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• Fed belässt Leitzins auf Niedrigniveau
• Stifel-Analysten ziehen Vergleich zu Dotcom-Blase
• Erst Korrektur, dann Blasenbildung
Fed lässt Leitzins unverändert - zügigeres Tapering beschlossen
Kurz vor Ablauf des Jahres verkündete die US-amerikanische Notenbank Fed kürzlich, den Leitzins erneut unverändert in der Spanne von null bis 0,25 Prozent zu belassen. Aufgrund der derzeit hohen Inflation beschlossen die Währungshüter aber, einen zügigeren Ausstieg aus dem Kaufprogramm zu vollziehen. Neben dem beschleunigten Tapering stellte man für das kommende Jahr aber auch drei Zinserhöhungen in Aussicht.
Schafft die Notenbank die nächste Blase?
Auf Kritik stossen die Entscheidungen der Fed vor allem bei Stifel-Analyst Barry Bannister. "Populismus (den die US-Notenbank und das US-Finanzministerium anscheinend befürworten) führt zu schlechten Entscheidungen und noch schlechteren Resultaten", so die Strategen um Bannister in einer Notiz, die dem Finanzportal "MarketWatch" vorliegt. "Die Zinsunterdrückung könnte erneut eine Blase erzeugen, die (wie immer) platzt, gefolgt von einem verlorenen Jahrzehnt." Demnach habe die US-Behörde seit Beginn der Corona-Pandemie im März 2020 schlechte Entscheidungen getroffen, die sich nun bald rächen würden.
Parallelen zu Black Thursday und Dotcom-Blase
Als Beleg für diese Einschätzung haben die Marktbeobachter historische Daten untersucht. So sei der S&P 500 etwa im dritten Quartal 1998 um fast 20 Prozent eingebrochen, bevor die Dotcom-Blase im März 2000 platzte. Zwar habe die Fed in der zweiten Jahreshälfte 1999 bis zur ersten Jahreshälfte 2000 ihre Geldpolitik gestrafft und den Leitzins mehrfach angehoben, dies habe den Crash jedoch nicht mehr verhindern können. Ähnlich sei es ausserdem bereits in den 1920er Jahren geschehen, so die Analysten laut "MarketWatch": Als die Zinsen im Dezember 1928 aufgestockt wurden, brach der Index um 10,7 Prozent ein. Im Oktober 1929 kam es dann zum Börsencrash, der schliesslich in die Weltwirtschaftskrise mündete.
Nächste Blase 2022 oder 2023
Nun könnte die Fed die dritte Blase in 100 Jahren schaffen, glauben die Strategen. Wie "The Street" schreibt, gehen die Experten davon aus, dass der S&P 500 im ersten Quartal 2022 zunächst auf 4'000 Punkte abrutscht. Als Gründe für die Korrektur wurden ein starker US-Dollar, ein gedämpftes Wachstum in China, Ausstiegssignale der Fed und eine generell verknappte globale Liquidität genannt. Sollte die Fed ihre Geldpolitik aber deutlich langsamer straffen, kommt es der Notiz zufolge zu einer Blasenbildung. Noch im selben Jahr, spätestens aber 2023, soll es dann nämlich deutlich bergauf gehen - dann könne der Index laut der Stifel-Prognose bei 6'750 Punkten notieren. Zuletzt zeigte sich der Index der 500 grössten börsennotierten US-Unternehmen bei 4'791,19 Zählern (Schlusskurs vom 27. Dezember 2021). Für den NASDAQ Composite gehen die Strategen von einem Stand bei 25'000 Punkten aus. Dieser schloss zuletzt bei 15'871,26 Punkten.
Hohe Risikobereitschaft von Kleinanlegern
Den Strategen zufolge könne die Fed die Blase nur noch abwenden, wenn sie ihren eigenen Finanzstabilitätsbericht befolge, in dem die Währungshüter davor warnen, dass Kleinanleger beim Investieren eine hohe Risikobereitschaft an den Tag legen und hohe Bewertungen von Aktien und Immobilien den Markt weiter aufblähen. "Dennoch könnte die Politik zu spät kommen, und wenn der Markt mit einer sinkenden Aktienrisikoprämie "risikofreudig" wird und die zehnjährige Treasury-Inflation-Protection-Security (TIPS)-Rendite aufgrund der globalen Zentralbanken bei -1,0 Prozent gedrückt bleibt, könnte es in den Jahren 2022 bis wahrscheinlich 2023 zu einer Konvexitätsblase beim Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) kommen", warnen die Stifel-Analysten.
So sollten Anleger reagieren
Um sich auf die Blase vorzubereiten, raten die Strategen des Finanzdienstleisters, die eigene Investitionsstrategie bereits vorzeitig anzupassen. Als Warnsignal sehen die Strategen einen gleichzeitigen Einbruch sowohl des S&P 500 als auch der Rohstoffpreise. Wenn Anleger aber in defensive Werte des S&P 500 investieren, könnten sie sich Bannister & Co. zufolge vor einer Blase schützen. Konkret empfehlen die Experten Aktien aus den Branchen Gesundheit, Konsumgüter, Versorgung und Telekommunikation.
Redaktion finanzen.ch
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