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Bei einem Pneumothorax handelt es sich um einen teilweisen oder kompletten Kollaps der Lunge, bei der es zu einer Luftansammlung zwischen Lunge und Brustwand kommt.
Bei einem einseitigen Pneumothorax ist die betroffene Seite schlechter belüftet, es resultiert eine asymmetrische Atembewegung, der Brustkorb dehnt sich nicht gleichmässig aus. Bei der Auskultation sind auf der entsprechenden Seite keine oder nur sehr leise Atemgeräusche hörbar. Bei der Perkussion fällt ein hohler Klopfschall, ein sogenannter Schachtelton auf. Die Perkussion sollte allerdings immer im Seitenvergleich mit der anderen Thoraxseite durchgeführt werden. Die bildgebende Diagnostik der Wahl, welche in der Regel einen Pneumothorax zuverlässig nachweist, ist das Thorax-Röntgenbild. Dieses sollte standardmässig im Stehen und in Inspirationsstellung in zwei Ebenen durchgeführt werden.
Der Pneumothorax wird hier im Sinne einer fehlenden Gefässzeichnung erkennbar. Zunehmend angewandt ist der Ultraschall eine alternative Methode, die schnell, zuverlässig und ohne Strahlenbelastung auch kleine Pneumothoraces nachweisen kann. Bei Auftreten eines Rezidivs (wiederholtes Auftreten) eines Pneumothorax sowie bei Verdacht auf eine zugrundeliegende Erkrankung der Lunge (sekundärer Pneumothorax) sollte eine Computertomographie (CT) durchgeführt werden, welche zugrundeliegende Begleitverletzungen- oder erkrankungen erkennen lässt.
Handelt es sich um einen idiopathischen Spontan-Pneumothorax und tritt dieser zum ersten Mal auf, wird er in der Regel konservativ behandelt.
Die konservative Therapie besteht bei geringer Ausprägung eines Spontan-Pneumothorax in einer engmaschigen Röntgenverlaufskontrolle. Die Entscheidung hierzu sollte allerdings in enger Zusammenschau mit der klinischen Symptomatik gefällt werden. In allen anderen Fällen erfolgt die Anlage einer sogenannten Thoraxdrainage, sodass der Unterdruck innerhalb des Thorax wiederhergestellt wird und die Lunge sich ausdehnt.
Ist der Pneumothorax traumatisch entstanden und liegen weitere Verletzungen wie beispielsweise Rippenfrakturen oder ein Hämatothorax (Blut im Pleuraspalt) vor, so muss immer eine Thoraxdrainage eingelegt werden, um den Pneumothorax sowie abnorm vorhandene Flüssigkeiten wie Blut oder anderweitigen Erguss ableiten zu können. Im Falle eines Spannungs-Pneumothorax besteht eine höchste Notfallindikation, und die Drainage muss unmittelbar eingelegt werden.
Bei einem Rezidiv eines Pneumothorax (wiederholtes Auftreten), bei persistierendem Luftverlust über 3-4 Tage oder aber bei Vorliegen eines sekundären Pneumothorax (d.h. einer Lungenerkrankung), wird oft ein operativer Eingriff empfohlen. Dieser beinhaltet die Spiegelung (Thorakoskopie) der betroffenen Brusthöhle in einer Vollnarkose. Um die Undichtigkeit des Lungenfells zu verschliessen, wird eine sparsame Keilresektion in dem betroffenen Lungenabschnitt vorgenommen, in der Regel liegt diese im Spitzenbereich vor. Zusätzlich wird eine sogenannte Abrasio des Rippfells, d.h. eine Aufrauhung zur Verklebung der Lunge mit der Brustwand vorgenommen. Bei bestimmten Fällen eines Rezidivs des Pneumothorax wird eine Talkpleurodese, eine Verklebung beider Felle mittels Talk-Puder, durchgeführt.
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