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- Raúl Castro tritt nach offiziellen Angaben im April als Kubas Staatschef ab.
- Er ist seit 2008 in diesem Amt.
- Der Entscheid kommt nicht überraschend, bereits im November kündigte Raúl Castro seinen Rückzug an.
- Als möglicher Nachfolger wird Kubas Vizepräsident Miguel Díaz-Canel gehandelt.
Das Parlament der sozialistischen Karibikinsel kündigte in der Hauptstadt Havanna an, dass das ursprünglich für den 24. Februar erwartete Ende seiner Amtszeit auf den 19. April verschoben werden solle. Castro hatte schon bei seiner Wiederwahl im Februar 2013 angekündigt, dass dies seine letzte Amtszeit sein werde.
Als Grund für die Verlängerung der Amtszeit um zwei Monate wurden «aussergewöhnliche Umstände» wegen des Hurrikans «Irma» genannt. Durch den Wirbelsturm waren im vergangenen September zehn Menschen ums Leben gekommen und grosse Schäden entstanden.
Beziehungen zu USA normalisiert
Raúl Castro war nach dem Sieg der Revolution 1959 jahrzehntelang die Nummer zwei auf der Insel, bevor er seinen Bruder an der Spitze ablöste. Er leitete Ende 2014 gemeinsam mit US-Präsident Barack Obama eine Normalisierung der Beziehungen zwischen Washington und Havanna ein. 2015 nahmen die jahrzehntelang verfeindeten Länder wieder diplomatische Beziehungen auf, 2016 reiste Obama nach Kuba.
Raúl Castro veranlasste auch vorsichtige Wirtschaftsreformen, zum Beispiel mit der Verteilung von Lizenzen, um private Restaurants und Pensionen zu betreiben. Die USA starteten wieder Direktflüge nach Kuba, zudem nahm der Kreuzfahrttourismus stark zu.
Nachfolger mit eingeschränkter Macht
Unter Obamas Nachfolger Donald Trump verschlechterten sich die Beziehungen aber wieder, zudem gab es einen diplomatischen Eklat um angebliche Akustikattacken auf die US-Botschaft. Trump verfügte neue Auflagen, die US-Unternehmen Geschäfte in Kuba erschweren.
Es wird erwartet, dass Vizepräsident Miguel Díaz-Canel der Nachfolger wird. Er könnte den Kurs einer vorsichtigen Öffnung fortsetzen. Allerdings wird er nicht über die gleiche Machtfülle verfügen, weil Raúl Castro wohl vorerst Generalsekretär der Kommunistischen Partei bleiben wird.