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Globale Verschuldung und mögliche Auswirkungen der Dezentralisierung.
Schulden können nicht nur für Privatpersonen kritisch sein. Auch Länder häufen teilweise so hohe Schulden an, dass sie ihre Volkswirtschaften gefährden. Erfahre mehr über die Auswirkungen der globalen Verschuldung und die Massnahmen, die getroffen werden können, um das Problem zu lösen.
Schulden sind ein Thema, das jeder von uns kennt. Sei es die Kreditkartenabrechnung am Ende des Monats oder der Hypothekenkredit für die eigenen vier Wände – Schulden gehören zum modernen Leben. Aber auch Länder und Regierungen können Schulden machen. Tatsächlich war die globale Verschuldung noch nie so hoch wie heute.
Doch was ist „globale Verschuldung“ und wie kommt sie zustande? Und gäbe es in einer dezentralisierten Welt keine Schulden?
Unter „globaler Verschuldung“ versteht man die Summe aller Schulden, die Regierungen, Unternehmen und Privatpersonen weltweit aufgenommen haben. Regierungen und Unternehmen nehmen Schulden auf, um Investitionen zu tätigen, Infrastruktur aufzubauen oder Sozialprogramme zu finanzieren. Privatpersonen leihen sich Geld, um Konsumgüter zu kaufen, Bildung zu finanzieren oder Immobilien zu erwerben.
Schulden sind in der Regel mit Zinsen versehen. Auch du kannst zum Beispiel dem Schweizer Staat Geld leihen, indem du Schweizer Staatsanleihen kaufst. Dafür bekommst du jedes Jahr einen festen Zinssatz und zum vereinbarten Zeitpunkt das geliehene Geld zurück. Die Schweiz ist ein Land mit hoher Kreditwürdigkeit. Die Wahrscheinlichkeit, dass du dein Geld zurückbekommst, ist also sehr hoch. Für das geringe Risiko bekommst du aber auch weniger Zinsen als bei Ländern, die weniger kreditwürdig sind.
Auf diese Weise können Länder also Geld ausleihen und Schulden machen. Bei Privatpersonen, bei Unternehmen oder auch bei anderen Ländern. China beispielsweise ist das Land, das weltweit am meisten Geld ausgeliehen hat.
Die globale Verschuldung hat stark zugenommen
Die weltweite Verschuldung ist in den letzten Jahren stark angestiegen. Nach Angaben des Institute of International Finance hat die weltweite Verschuldung im Jahr 2021 die Marke von 300 Billionen Dollar überschritten.
Die Gründe für diesen starken Anstieg sind vielfältig. In den letzten beiden Jahren waren die COVID-19-Pandemie und der Krieg in der Ukraine wesentliche Treiber. Ein weiterer Grund ist die Niedrigzinspolitik vieler Zentralbanken. Niedrige Zinsen machen es für Regierungen, Unternehmen und Privatpersonen attraktiver, sich zu verschulden, da die Kosten für die Rückzahlung der Schulden geringer sind.
Sind hohe Schulden ein Problem?
Solange Schulden und Zinsen zurückgezahlt werden können, ist eine hohe Verschuldung kein Problem. Dies setzt jedoch Einnahmen und eine gut laufende Wirtschaft voraus. Sobald der Wirtschaftsmotor ins Stocken gerät oder die Zinsen steigen, können hohe Schulden zu Schwierigkeiten führen.
Um hohe Schulden abzubauen, können Regierungen beispielsweise zu drastischen Sparmassnahmen gezwungen sein. Soziale Unruhen oder eine starke Verlangsamung des Wirtschaftswachstums können die Folge sein. Schulden führen auch immer zu Abhängigkeiten von Kreditgebern. Dies kann die Souveränität und Handlungsfähigkeit von Ländern einschränken.
Gerade jetzt erleben wir steigende Preise. Steigende Preise bedeuten steigende Inflation. Um dem entgegenzuwirken, erhöhen die Zentralbanken die Zinsen. Steigende Zinsen wiederum machen Kredite teurer. Für hoch verschuldete Länder kann dieser Kreislauf problematisch werden.
Im schlimmsten Fall kommt es zu einer Schuldenkrise. Dann kann ein Land seinen finanziellen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen. Dominoeffekte, die andere Länder oder die gesamte Weltwirtschaft in Mitleidenschaft ziehen, sind nicht auszuschliessen. Ein solches Szenario gab es beispielsweise 2009, als Griechenland kurz vor der Zahlungsunfähigkeit stand. Die EU hat damals alles getan, um einen Staatsbankrott Griechenlands zu verhindern.
Die Zentralbanken müssen daher ihre Zinsentscheidungen sorgfältig abwägen, um eine stabile Wirtschaft und stabile Preise zu gewährleisten. Ein Balanceakt, der nicht immer gelingt.
Derzeit gibt es viele Stimmen, die in der aktuell hohen globalen Verschuldung in Verbindung mit steigenden Zinsen erhebliche Risiken für die Weltwirtschaft sehen. Hätte es mit Kryptowährungen in einem dezentralisierten Finanzsystem überhaupt so weit kommen können?
In einem dezentralen Finanzsystem können alle Teilnehmer direkt miteinander interagieren und digitale Vermögenswerte leihen, verleihen oder tauschen. Jeder kann sowohl Kreditgeber als auch Kreditnehmer werden. In einem solchen System wäre es schwieriger, weltweit grosse Schulden aufzunehmen, da es keine zentralen Kreditgeber oder Finanzmärkte gäbe. Dies würde auch zu einem breiteren Zugang zu Finanzmitteln führen und die Abhängigkeit von Intermediären wie Banken und zentralen Akteuren verringern. Im Vergleich dazu werden die traditionellen Finanzmärkte derzeit von einer kleinen Anzahl von Schlüsselakteuren kontrolliert. Dies kann zur Manipulation selbst grosser Märkte führen. Geschehen Anfang der 2010er Jahre, als einige der weltweit grössten Banken untereinander Zinssätze absprachen (LIBOR-Skandal).
Im Gegensatz zu herkömmlichen Währungen wie dem US-Dollar, dem Euro oder dem Schweizer Franken ist bei einigen Kryptowährungen, wie beispielsweise dem Bitcoin, die maximale Menge begrenzt. Es könnte also nur so viel ausgeliehen werden, wie Einheiten vorhanden sind.
In der Theorie könnten Kryptowährungen also ein dezentrales Finanzsystem schaffen und damit die Gefahren der zu hohen globalen Verschuldung aufheben. Bleibt abzuwarten, ob es in der Praxis dazu kommen wird.
Quellen und weiterführende Literatur:
- Worldbank: Global Waves of Debt: Causes and Consequences
- IMF: Dangerous Global Debt Burden Requires Decisive Cooperation
- Dallas fed: Decentralized finance proposed as alternative to traditional financial services
- Bank of England: Financial Stability in Focus: Cryptoassets and decentralised finance
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