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Die Dynastie der Alawiden (manchmal auch Alaouiten genannt) ist seit dem Jahr 1664 die herrschende Königsfamilie von Marokko. Ihnen gelang es, die vorherige Königsfamilie, die Saadier, zu stürzen und besetzten den Thron. Sie stellen bis heute das marokkanische Staatsoberhaupt. Der Überlieferung nach stammt die Dynastie der Alawiden vom Propheten Mohammed ab, der im 6. und 7. Jahrhundert lebte und den Islam gründete. Die marokkanische Königsfamilie behauptet bis heute, dass sie Nachkommen des Propheten sind. Die Alawiden sollen ursprünglich aus dem Hedschas stammen, von wo sie Ende des 13. Jahrhunderts nach Marokko zogen. Im Hedschas liegen Mekka und Medina, die beiden heiligen Stätte des Islams. Der Hedschas gehört zum heutigen Saudi-Arabien.
Marokko ist zwar eine konstitutionelle Monarchie, aber dennoch ist Kritik am König verboten und wird als „Angriff auf die heiligen Werte der Nation“ mit Gefängnis bestraft, was auch für Journalisten gilt (Quelle).
Auslandskontakte
Die Alawiden haben Kontakt zu allen noch amtierenden arabischen Königsfamilien (Fotos findet man über die Google-Suche). Darunter auch zur jordanischen Königsfamilie. Diese soll der Legende nach ebenfalls von Mohammed abstammen. Jordanien und Marokko haben ein gutes Verhältnis. Der derzeitige jordanische König bezeichnet zudem den marokkanischen König als seinen Bruder und Cousin (Quelle). Lalla Salma, die Frau des derzeitigen Königs, ist mit der jordanischen Königin Rania befreundet (Quelle).
Die Alawiden und die jordanischen Königsfamilie haben, so wie alle Könige, Kontakt zur britischen Königsfamilie. Übrigens hat die britische Königsfamilie womöglich ebenfalls Blut des Propheten Mohammed in sich (Quelle). Auch die Aga Khan Familie (Bekannte der britischen Königsfamilie) soll von Mohammed abstammen.
Seit Ende des 17. Jahrhunderts unterhielt die marokkanische Königsfamilie über Diplomaten Kontakt zur französischen Königsfamilie. Da die Alawiden mit der französischen Kolonialelite kooperierten, konnten sie während der Kolonialzeit ein Mass an Autonomie wahren. 1880 schlossen die Alawiden mit den europäischen Kolonialmächten eine Vereinbarung (Madrider Konvention). Bei dieser garantierten die Kolonialmächte den Alawiden die Souveränität Marokkos. Als Gegenleistung öffneten die Alawiden den marokkanischen Markt für die Kolonialmächte. 1912 schlossen die Alawiden mit Frankreich ein Vereinbarung (Vertrag von Fès). Durch diese wurde Marokko zu einem französischen Protektorat (Kolonie mit selbständiger Verwaltung). Als Gegenleistung durften die Alawiden Staatsoberhaupt bleiben und die französische Armee unterstützte die Niederschlagung der aufständischen marokkanischen Stämme, die versuchten, die Königsfamilie zu stürzen.
1956 wurde Marokko und die Alawiden unabhängig von Frankreich. Die marokkanisch-französische Freundschaft hat aber bis heute bestand und die beiden Länder sind wirtschaftlich eng miteinander verbunden (Quelle).
Franzosen brachten die Freimaurerei nach Marokko. Möglicherweise war der marokkanische König Mohammed V (1909-1961) Freimaurer, was sich aber bisher nicht beweisen liess. (Quelle) Moulay Ahmed Alaoui (1919-2002), ein Cousin von König Hassan II., war Freimaurer. Weitere einflussreiche marokkanische Freimaurer waren der Innenminister Driss Basri, der als die rechte Hand von König Hassan II. galt, und der Minister Ahmed Reda Guedira, ein Berater von König Hassan II. (Quelle: 1 und 2)
Marokko gehört zu den ältesten und engsten Verbündeten der USA in Afrika (Quelle). Marokko hatte bereits 1777 die Vereinigten Staaten von Amerika anerkannt, also ein Jahr nach deren Gründung (Quelle). Der marokkanische König Hassan II. (1929-1999) war mit dem Milliardär David Rockefeller befreundet, der einer der wichtigsten Akteure der US-Elite war (Quelle).
König Hassan II. war Präsident der „Organisation für Afrikanische Einheit“ (OAU). Diese war der Vorläufer der heutigen Afrikanischen Union, bei der 55 afrikanische Staaten Mitglied sind.
Zur Beerdigung von König Hassan II. kamen viele Könige, Prinzen, Präsidenten und Premierminister aus der arabischen Welt, Europa, Afrika und Israel. Auch Delegierte des Vatikans waren anwesend. Zu den Besuchern der Beerdigung gehörten unter anderem die Clinton Familie, der ehemalige Präsident George Bush Senior, der britische Prinz Charles, der spanische König Juan Carlos und der israelische Staatspräsident Ezer Weizmann. (Quelle)
Die Mitglieder der marokkanischen Königsfamilie wurden mit sehr vielen Orden der europäischen Königsfamilien ausgezeichnet. Sie trafen in den letzten 50 Jahren alle noch amtierenden Königsfamilien Europas. Sie trafen auch Mitglieder der nicht amtierenden französischen Königsfamilie Orléans (Foto: 1 und 2). Der derzeitige König von Marokko, Mohammed VI., traf den japanischen Kaiser (Foto). Seine Frau, Prinzessin Lalla Salma, traf den thailändischen König (Foto).
Der marokkanische Prinz Moulay Abdallah (1935-1983) heiratete eine Tochter von Riad Al Solh. Riad war der erste Ministerpräsident des Libanons. Noch drei weitere Mitglieder der Al Solh Familie dienten als Ministerpräsident des Libanons. Riad Al Solh heiratete eine Schwester von Saadallah al-Jabiri, der zweimal Ministerpräsident von Syrien war. Eine weitere Tochter von Riad heiratete in die saudische Königsfamilie. Dadurch ist der marokkanische Prinz Moulay Hicham (*1964) ein Cousin des saudischen Investors und Milliardärs Al Waleed bin Talal, der zur saudischen Königsfamilie gehört. (Quelle)
Ein Berater des derzeitigen Königs ist André Azoulay, der schon den vorherigen König beraten hatte. Azoulay hatte in Paris studiert und war leitender Vizepräsident der Paribas Bank, eine der grössten französischen Banken. Seine Tochter Audrey Azoulay besuchte das Bilderbergtreffen (Quelle). Er kennt den Franzosen Eric de Rothschild (Foto). André Azoulay kommt aus einer marokkanisch-jüdischen Familie. Dies ist daher bemerkenswert, da fast alle anderen noch amtierenden arabischen Königsfamilien sich nicht besonders darum bemühen, den Stand der Juden in ihren Ländern zu verbessern. Der marokkanische König Mohammed V. (1909-1961) galt ebenfalls als Philosemit und sagte einst „Die Juden sind alle meine Kinder“. Bereits im 17. Jahrhundert hatte es jüdische Höflinge an Marokkos Königshof gegeben. Der derzeitige König Mohammed VI. verlieh dem marokkanischen Juden Sidney Toledano einen Orden. Toledano kennt Mitglieder der französischen Rothschild Familie (Fotos: 1 und 2). Er gehört zur Führung des Luxusgüterkonzerns LVMH und kennt dadurch den französischen Multimilliardär Bernard Arnault.
Die marokkanische Königsfamilie setzt sich im Gegensatz zu anderen arabischen Monarchen für die Sicherheit und Akzeptanz der Christen in ihrem Land ein. Die Königsfamilie unterhält diplomatischen Kontakt zum Vatikan und traf den Papst (Quelle).
Der marokkanische Prinz Moulay Hicham (*1964) lebt hauptsächlich in den USA. Er ist mit zahlreichen westlichen Eliteuniversitäten, NGOs und Stiftungen verbunden und ist Mitglied der „Carnegie Endowment for International Peace“, eine der einflussreichsten Denkfabriken der Welt. (Quelle)
Marokkanische Industrie
Das Vermögen des derzeitigen Königs Mohammed VI. wurde auf 5,7 Milliarden US-Dollar geschätzt (Quelle). Er ist damit einer der reichsten Männer Afrikas. Nach Angaben des Forbes-Magazins gab es 2018 nur 23 afrikanische Milliardäre.
Im Zeitraum 2009 machten die Geschäfte des Königs 6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes von Marokko aus (Quelle). Über seine Holding besitzt er mehrere Unternehmen, die in verschiedenen Bereichen tätig sind, unter anderem im Finanzwesen, Bergbau, Energie, Telekommunikation und Einzelhandel.
Die marokkanische Prinzessin Lalla Meryem heiratete 1984 Fuad Filali, der die Holding der Königsfamilie leitete. Sein Vater Abdellatif Filali war von 1994 bis 1998 Premierminister von Marokko. (Quelle: 1 und 2) Prinzessin Lalla Asma heiratete 1963 Ahmed Osman, der von 1972 bis 1979 ebenfalls Premierminister von Marokko war (Quelle: 1 und 2).
König Mohammed VI. kennt den marokkanischen Geschäftsmann Aziz Akhannouch, der seit Oktober 2021 Premierminister von Marokko ist. Sein Vermögen wird auf 2 Milliarden US-Dollar geschätzt. Eine von Aziz Cousinen heiratete in die marokkanische Königsfamilie (Quelle). Aziz kontrolliert die Akwa Group, ein Mischkonzern, der sich hauptsächlich auf die Öl- und Gasindustrie konzentriert. Die Akwa Group ist neben der Holding der Königsfamilie das grösste marokkanische Familienunternehmen.
Office Chérifien des Phosphates (OCP) ist das grösste marokkanische Unternehmen. OCP kontrolliert ein Grossteil des Phosphatbergbaus und der Phosphatdüngerproduktion in Marokko. Im Jahr 2015 lagen 70 Prozent der weltweit bekannten Phosphatreserven in Marokko (Quelle). Die Phosphatindustrie macht fast ein Viertel von Marokkos BIP und Exporthandel aus. OCP befindet sich in Besitz des Staates und wird demnach unter dem Einfluss der Königsfamilie stehen. Der marokkanische Staat besitzt noch weitere Grossunternehmen in Marokko.
Marokkanisches Finanzwesen
Prinz Moulay Hassan Ben El Mehdi (1912-1984) leitete von 1969 bis 1984 die marokkanische Zentralbank. Er war Botschafter in London und Rom.
Marokko gehört zusammen mit Südafrika, Nigeria, Ägypten und Algerien zu den fünf grössten Wirtschaften Afrikas, die zugleich die grössten afrikanischen Banken besitzen (Quelle).
Die Königsfamilie hält ihre Anteile über ihre Holding Al Mada (SNI). Zu den Beratern der SNI gehörten die Rothschild Bank sowie die US-amerikanische Investmentbank Goldman Sachs (Quelle). SNI und deren Tochterfirma Wafa Assurance besitzen derzeit über die Hälfte der Anteile an der Attijariwafa Bank. Diese ist die grösste marokkanische Bank und eine der zehn grössten afrikanischen Banken.
Der derzeitige König Mohammed VI. kennt den marokkanischen Geschäftsmann Othman Benjelloun (Foto). Benjelloun ist im Vorstand der Mohammed V-Stiftung, die von der Königsfamilie gegründet wurde. Zum Vorstand der Stiftung gehören neben dem König die führenden Bankmanager Marokkos. (Quelle) Othmans Vermögen wird 1,3 Milliarden US-Dollar geschätzt. Er traf David Rockefeller, der ihm den „Rockefeller Bridging Leadership Award“ überreichte, eine Auszeichnung für Philanthropen (Foto). Benjelloun ist derzeit CEO und Hauptaktionär der BMCE Bank of Africa, eine der grössten Banken des afrikanischen Kontinents. Die marokkanische Bank konzentriert sich auf den Aussenhandel und ist in mehr als 20 afrikanischen Ländern vertreten sowie in Europa, Kanada und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Der zweitgrösste Aktionär der Bank ist die Crédit Mutuel, eine der grössten französischen Banken. Französische Banken nehmen seit der Kolonialisierung eine führende Rolle im marokkanischen Finanzwesen ein, was auch noch heute der Fall ist:
- Die „Societe Generale Marocaine de Banques“ ist eine der führenden Banken Marokkos. Sie ist eine Tochtergesellschaft der französischen Société Générale, die zu den weltweit grössten Banken gehört.
- Die „Banque Marocaine pour le Commerce et l’Industrie“ ist eine der führenden Banken Marokkos. Sie befindet sich mehrheitlich in Besitz der französischen BNP Paribas, die zu den weltweit grössten Banken gehört.
- Die „Credit du Maroc“ ist eine der führenden Banken Marokkos. Sie war bis 2022 eine Tochtergesellschaft der französischen Crédit Agricole, die zu den weltweit grössten Banken gehört. Inzwischen wird die Credit du Maroc vom marokkanischen Geschäftsmann Mohamed Hassan Bensalah kontrolliert, der vom König zum Ritter geschlagen wurde. Sein Vermögen wurde 2015 auf 800 Millionen US-Dollar geschätzt.
Anmerkung: Ich geh aktiv gegen Urheberrechtsverletzungen vor.