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An diesem Montag hielten die vier nicht in den Ferien weilenden Regierungsmitglieder eine ausserordentliche Sitzung ab. Darin befassten sie sich unter anderem mit einer Amtsehrverletzungsklage von Pfarrer Fritz Golderer und der evangelischen Kirchenvorsteherschaft von Salez-Haag. Ein Mann und zwei Frauen hatten den Pfarrer aufs übelste beschuldigt: Am 22. Mai 1916 habe Kaspar Berger in der Wirtschaft zum Bahnhof in Haag-Gams den (abwesenden) Kläger Golderer als „einen lumpigen, abgefallenen katholischen Pfaff“, „einen Schelmenpfaff“ beschimpft und erklärt: „Die ganze Kirchenvorsteherschaft ist wie der Pfaff“, und „wer zum Pfaff haltet, ist auch in der Gemeinde ein Schelm“, „fort muss dieser Pfaff, unbedingt fort“. Als Zeugen werden genannt Jakob Engler, Schulratspräsident in Haag, und der Kirchenpfleger B. Eggenberger in Haag.
Bei seinen Aussagen berufe sich Berger auf Berta Beglinger, uneheliche Tochter der geschiedenen und ebenfalls (wie ihre Tochter) eingeklagten Barbara Beglinger, sowie auf Frau Katharina Reich, geborene Beglinger, Tante der Berta und Schwester der Barbara Beglinger. Diese hätten aus Rache gegen Herrn Pfarrer Golderer, der die notwendigen Verwarnungen wegen ärgerniserregender Lebensführung pflichtgemäss gegen sie vornahm, denselben beschuldigt, am 14. Mai l.J. [laufenden Jahres] im Walde Bohnenstickel gestohlen zu haben. In der Nacht vom Pfingstsonntag auf den Pfingstmontag sei ein Plakat an das Spritzenhaus in Salez angeschlagen worden mit folgendem Text: [„]Salez, am Montag Volkstheater, Stiggel-Heieri, nachher Tanz“. Möglicherweise könne die Täterschaft für dieses Pamphlet in einem Untersuch gegen die genannten vier Personen ermittelt werden. (Nr. 1742)
Ausserdem befasste sich der Regierungsrat mit folgenden Themen:
Quellen: Staatsarchiv St.Gallen, ARR B2-1916 (Texte) und CA 15/19.03 (Bild, Kirche Salez, ca. 1920)