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Der Pendlerstrom spült mich die Bahnhofstrasse entlang. Ein Mann steht auf dem Trottoir, mit dunklem Mantel und schwarzem Hut, eine Bibel in der Hand. Er redet, laut, die Arme weit geöffnet, das Gesicht voller Mimik, und spricht die Leute an, die vorbeieilen.
«Wer hat, dem wird gegeben!», ruft er voller Enthusiasmus, «wer hat, dem wird gegeben.»
Als einzige bleibt eine ältere Frau kurz stehen, doch auch sie geht bald weiter.
Der Mann predigt unbeirrbar weiter, ohne sich davon entmutigen zu lassen, dass sich niemand für seine Worte zu interessieren scheint. Auch ich gehe im Menschenstrom vorbei und werde von der Rolltreppe der Bahnhofsunterführung verschluckt. Während ich hinunterfahre, frage ich mich, was man denn haben könnte, wovon einem mehr gegeben würde, wenn man es denn hätte und ob man nicht eher denen geben sollte, die nicht haben.
Mein Zug fährt ein und ich steige ein, ohne eine Antwort darauf zu wissen.