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Informationen über Gold
Inhaltsverzeichnis
Gold und seine Vorkommnisse
Gold ist ein Metall, genauer ein Edelmetall und wird in der Chemie auch als «Münzmetall» bezeichnet. Der Anteil des gelben Edelmetalls in der kontinentalen Erdkruste beträgt durchschnittlich vier Gramm pro 1000 Tonnen Gestein[1]. Doch kommt Gold nicht nur auf dem Land vor, sondern findet sich in geringen Konzentrationen auch im Meerwasser. Konservative Schätzungen gehen davon aus, dass die Ozeane 45’000 Tonnen an aufgelöstem Gold enthalten[2].
Den realistischsten Schätzungen zufolge sollen über die Zeit der Menschheitsgeschichte rund 208’500 Tonnen Gold abgebaut worden sein. Zwei Drittel davon sind seit 1950 gefördert worden[3]. Da Gold nahezu unzerstörbar ist, dürfte somit noch ziemlich die gesamte jemals geförderte Menge in der einen oder anderen Form vorhanden sein. Diese Tatsache drückt sich in einem sehr hohen Stock-to-Flow-Verhältnis aus. Anders als bei anderen Rohstoffen wie Öl oder Weizen, gibt es bei Gold eine enorme Diskrepanz zwischen jährlicher Produktion und dem verfügbaren Gesamtbestand. Die jährliche Förderung von Gold beträgt heute etwa 3’500 Tonnen pro Jahr. Daher resultiert ein ungefähres Stock-to-Flow-Verhältnis von ungefähr 60 (stock/flow also 208’500/3’500). Konkret bedeutet das: Es würde ungefähr 60Jahre dauern, bis mit der aktuellen Goldproduktion der gegenwärtige Bestand doppelt so hoch wäre.
Wichtigste goldfördernde Länder
Etwas über 40 Prozent des global geförderten Goldes kommt aus den Ländern China, Australien, Russland, Kanada und den Vereinigten Staaten von Amerika[4]. Die tiefsten Goldbergwerke der Welt sind in Südafrika zu finden, das ebenfalls zu den grössten Goldproduzenten im internationalen Vergleich gehört. Die Schächte für den Goldabbau ragen dort bis fast 4’000 Meter in das Erdinnere hinein[5].
Goldraffinerien und deren Produkte
Während der Abbau von Gold über die genannten Länder verteilt ist, finden sich in der Schweiz fünf der elf grössten europäischen Goldraffinerien. Mit Namen lauten diese: Argor Heraeus in Mendrisio, Valcambi in Balerna und Pamp in Castel San Pietro. Sie alle haben ihren Hauptsitz im Südkanton Tessin nahe der Grenze zu Italien. Die restlichen zwei Schweizer Raffinerien liegen in der Westschweiz: Zum einen Metalor in Neuenburg und zum anderen Cendres Métaux in Biel[6].
Detaillierte Information finden Sie in unserem Artikel zu den Edelmetall Raffinerien.
Am häufigsten wird Gold entweder in Barren unterschiedlicher Grösse oder Münzen unterschiedlicher Stückelung gegossen oder geprägt. Bei den Goldbarren gibt es auch Münz- und Tafelbarren.
Bedeutendste Goldmünzen
Krügerrand, die erste Anlagemünze
Diese Goldmünze dürfte zu den ältesten Anlagemünzen gehören und wird seit dem Jahr 1967 von der südafrikanischen Münzprägeanstalt in Pretoria, der South African Mint geprägt. Auf der Vorderseite ist ein afrikanischer Springbock als Wahrzeichen des Kruger-Nationalparks abgebildet, die Rückseite zeigt das Konterfei von Paul Kruger, einem ehemaligen südafrikanischen Präsidenten. Im Unterschied zu den meisten anderen Anlagemünzen aus Gold besteht der Krügerrand aus 916er-Gold. Es ist die Beimischung von Kupfer, welche für eine rötliche Farbe und die grössere Oberflächenhärte als bei reinen Goldmünzen sorgt.
Maple Leaf, der Klassiker aus Kanada
Diese Edelmetallmünze stammt aus Kanada und ist nach dem Krügerrand aus Südafrika die meistverkaufte Anlagemünze. Ausgegeben wird sie seit 1979. Den Namen hat die Goldmünze vom kanadischen Zuckerahorn. Da die Oberfläche des Maple Leaf aufgrund der hohen Feinheit von 999,9 Tausendstel Gold weich und wenig beständig gegen mechanische Beanspruchung ist, ist sie eher zur blossen Verwahrung als für den Gebrauch als Zahlungsmittel gedacht sein.
Wiener Philharmoniker, klingendes Metall der Münze Österreich
Wie der Name schon vermuten lässt, kommt diese Anlagemünze aus Österreich. Sie wird seit 1989 verausgabt. Auf ihrer Vorderseite sind Instrumente des gleichnamigen Orchesters abgebildet wie Cello, Viola, Violine, Horn, Fagott und Harfe, während die Rückseite die legendäre Orgel aus dem Konzertsaal des Wiener Musikvereins ziert. Mit einem Goldgehalt von 999,9 ist die Wiener Philharmoniker Goldmünze sehr hochwertig und verkörpert reines Feingold.
Britannia, das Anlagegold aus dem Vereinigten Königreich
Seit 1987 ziert die weibliche Göttin Britannia, als Repräsentantin Englands das Goldstück. Eine Unze hat einen Feingehalt von 999,9. Auf dem Avers erscheint das Staatsoberhaubt. Sie gilt als die erste modern gestaltete Anlagenmünze Europas. Ausgegeben wird diese von der Royal Mint, der britischen Münzanstalt, deren Ursprünge bis ins Jahr 886 zurückreichen.
China Panda, die Gramm-Münze aus Fernost
Im Auftrag der chinesischen Regierung wird seit 1982 die Anlagemünze China Panda geprägt. Sie trägt diesen Namen, weil auf der Vorderseite, der vom Ausstreben bedrohte, chinesische Pandabär mit jährlich wechselnden Motiven abgebildet ist. Der Feingehalt dieses Stücks liegt bei 999 von 1000 Teilen. Eines gilt es hier besonders zu beachten: 2016 wurde das Gewicht von der traditionell üblichen Feinunze (31,103 Gramm) auf eine «glatte» Einheit von genau 30,00 Gramm geändert.
Nugget Känguru, beliebte Bullionmünze aus Australien
Noch bis 1989 zeigte die Vorderseite dieser Anlagemünze ein Goldnugget. Heute ist das australische Känguru mit jährlich wechselnden Darstellungen abgebildet. Der Wechsel soll deshalb stattgefunden haben, weil eine Anlagemünze mit Tiermotiv schlicht besser zu verkaufen ist. Auf der Rückseite ist Königin Elisabeth II. zu sehen, respektive König Charles III als Regierungsoberhaupt des Commonwealth of Nations. Der Feingehalt dieses australischen Goldstücks beträgt 999,9/1000.
American Eagle, die Münze der Vereinigten Staaten
Auch die USA, respektive deren Münzprägeanstalt US Mint, gibt seit 1986 eine Münze aus, den American Eagle. Für die Vorderseitenabbildung wurde der Weisskopfseeadler gewählt – er ist das Wappentier der Vereinigten Staaten von Amerika. Der Feingehalt beläuft sich auf 916,67 Prozent Gold. Die übrige Legierung besteht aus Kupfer- und Silberanteilen. Auf der Rückseite der Anlagemünze ist die Personifikation der Freiheit Lady Liberty abgebildet.
Wie bereits erwähnt, sind hier nur die wohl prominentesten Goldmünzen aufgeführt und es gibt noch eine Vielzahl von weiteren Sorten. Alle Anlagemünzen haben letztlich ihre eigenen Charakteristika, für welche Münze sich Anleger entscheiden, hängt von den persönlichen Präferenzen ab. Grundsätzlich lassen sich jedoch gängige Bullionmünzen später leichter wieder veräussern, da sie weltweit gehandelt und akzeptiert werden.
Lagermöglichkeiten für Gold
Zur Verwahrung von Gold in physischer Form bieten sich unterschiedliche Möglichkeiten an: Kleine Mengen können auch zu Hause in einem guten Versteck oder einem Heimsafe deponiert werden. Eine Alternative für den grösseren Goldschatz stellen Bankschliessfächer dar. Wer jedoch Wert auf Unabhängigkeit, Diskretion und grösstmögliche Anonymität legt, sollte eine händlerneutrale und bankenunabhängige Lagerung von Schliessfächern in Erwägung ziehen.
Solche bankenunabhängigen Schliessfächer werden zum Beispiel von dem privaten Lagerunternehmen Swiss Gold Safe angeboten. Dabei können Kunden aus aller Welt zwischen einem Schliessfach in der Schweiz oder einem Schliessfach im Fürstentum Liechtenstein wählen. Geeignet sind sie für Goldbarren, Goldmünzen oder Goldgranulat. Die Schliessfächer befinden sich in Hochsicherheitsanlagen und werden inklusive einer Basisversicherung in unterschiedlichen Grössen zur Verfügung gestellt.
Beide Nicht-EU-Staaten zeichnen sich durch hohe allgemeine Sicherheitsstandards und eine gut funktionierende Infrastruktur aus. Sie sind international bekannt und geschätzt für ihre kompromisslose Eigentumswahrung. Eine hohe wirtschaftliche und politische Stabilität sowie die zentrale Lage im Herzen Europas sind weitere Vorteile der Schweiz und Liechtensteins.
Swiss Gold Safe bietet zudem die sogenannte segregierte Verwahrung an, auch genannt Einzelverwahrung oder Sonderverwahrung. Dabei werden alle Bestände mit Barren- oder Siegelnummern auf Paletten oder in speziellen Schliessfächern segregiert auf den Namen des Kunden eingelagert.
Zur Eröffnung eines Vertrags ist kein Bankkonto erforderlich, die Gebühren können auch in bar oder mit Kryptowährungen beglichen werden. Und noch eine Besonderheit des Lagerspezialisten: Anders als bei Bankensystemen ist Swiss Gold Safe nicht zur automatischen Herausgabe von Kundendaten an Behörden verpflichtet.
Die Hauptmerkmale von Gold
Zu den Vorteilen von Gold gehört ganz generell seine beinahe Unzerstörbarkeit sowie die hohe Wertdichte, die es ermöglicht, grosse Werte auf kleinem Raum zu speichern. Gleichzeitig stellt Gold eine universelle Währung dar, die global akzeptiert wird. Das macht das gelbe Edelmetall überaus liquide, was sich auch darin ausdrückt, dass bei Gold sehr kleine Spreads auftreten. Will heissen: Ankaufs- und Verkaufspreis liegen sehr eng beieinander.
Bei den Nachteilen sind insbesondere die hohen Gebühren beim Werttransport zu nennen. Zudem wird Gold als Anlage auch immer wieder dafür getadelt, dass es anders als bei anderen Vermögensgütern keine Zinsgewinne abwirft. Während bei Aktien Dividenden und bei Anleihen Zinszahlungen anfallen, können Anleger mit Gold in der Regel nur über Kursveränderungen Gewinne gegenüber Währungen machen, das heisst, wenn man also sein Edelmetall zu einem teureren Goldpreis verkaufen kann als zuvor gekauft.
Goldfakten und Wissenswertes
Klassische Fakten zu Gold
Der Goldpreis wird tagesaktuell an den internationalen Börsen ausgehandelt und zunächst in US-Dollar notiert. Er basiert überwiegend auf Angebot und Nachfrage. Anschliessend findet die Umrechnung in der jeweilen Landeswährung zum aktuellen Wechselkurs statt. Dadurch ergeben sich unterschiedliche Kursverläufe
Das Goldfixing dient zur Ermittlung des Goldpreises. Es wird von der London Bullion Market Association (LBMA) zweimal täglich durchgeführt. Die Vertreter setzen einen Fixpreis für eine Unze Gold fest.
Laut Word Gold Council (WGC) werden pro Jahr rund 3’500 Tonnen Gold gefördert. Bis Ende 2022 beläuft sich die Menge jemals auf der Erde geförderten Rohgolds auf etwa 208’500 Tonnen.
Zur Veranschaulichung hat der WGC einen imaginären Würfel entworfen. Derzeit belaufen sich dessen Kantenlängen auf je 21,99 Meter. Das entspricht 10’633 Kubikmetern Gold.
Je nach Ausführung besitzt ein Kilo-Barren die Masse von 90 x 40 x 20 mm (L x B x H). Damit ist er sogar noch kleiner als eine typische Zigarettenschachtel und benötigt entsprechend wenig Platz.
Je nach aktuellem Goldpreis kostet ein Goldbarren zu 1’000 Gramm zwischen 50.000 und 55.000 CHF. Das entspricht dem Gegenwert eines Mittelklasseautos.
Goldvorkommen und -förderung
Natürliche Goldvorkommen in grossen Mengen finden sich in Indonesien, Südafrika, Papua-Neuguinea, Asien, China, Dominikatische Republik, Australien, Westafrika, Kanada und Russland. Dort liegen gleichzeitig die weltgrössten Goldminen. Australien, Russland und Südafrika sind die Länder mit den meisten Goldreserven.
Experten gehen davon aus, dass noch geschätzte 80 Prozent des weltweiten Goldvorkommens in der Erdkruste liegt.. Dabei sind circa vier Gramm Gold in 1’000 Tonnen Gestein enthalten. Weiterhin wird davon ausgegangen, dass rund 15’000 Tonnen Goldpartikel durch Gesteinsabtragungen in unseren Weltmeeren schwimmen.
Die Top 10 der weltweiten Goldförderländer (Tonnen pro Jahr):
- China (370 t)
- Australien (330 t)
- Russland (300 t)
- USA (180 t)
- Kanada (170 t)
- Ghana (130 t)
- Mexico (100 t)
- Südafrika (100 t)
- Usbekistan (100 t)
- Indonesien (90 t)
Als ertragreichste Goldmine der Welt gilt der Nevada Gold Komplex in den USA mit einer geschätzten Jahresfördermenge von 115 Tonnen.
In Südafrika liegt die 1986 in Betrieb genommene Mponeng-Mine mit einer Tiefe von über 4’000 Metern. Mehr als eine Stunde dauert die Fahrt mit dem Aufzug von der Oberfläche bis zur Sohle.
Für den Abbau von Gold werden Chemikalien wie Blei, Borax, Säure, Kalk und Zyanid verwendet. Die komplexen Prozesse sind aufwändig und gelten als umweltbelastend. Allgemein wird viel Strom verbraucht, deshalb nutzen moderne Anlagen wie zum Beispiel die Nevada Goldmine eigene Solarenergie zum Betrieb.
Fünf der weltgrössten goldverarbeitenden Raffinerien befinden sich in der Schweiz. Bis zu 70 Prozent des globalen Bedarfs werden hier eingeschmolzen. Weitere Scheideanstalten sind in den USA, Australien, Japan, Grossbritannien, Deutschland oder Österreich zu finden.
Beim sogenannten Fairtrade Gold handelt es sich um zertifiziertes Edelmetall, das in ökologischer und sozialverträglicher Weise abgebaut wird. Die Endprodukte sind mit dem Fairtrade-Siegel gekennzeichnet.
Gold ist quasi unvergänglich und kann immer wieder eingeschmolzen und zu neuen Produkten verarbeitet werden.
Im unterirdischen Tresor der Federal Reserve Bank in New York lagern rund 540’000 grosse Goldbarren (8’133t). Das entspricht etwa 25 Prozent der weltweiten Goldreserven in den Händen von Zentralbanken. Es folgen die Zentralbanken von Deutschland (3’355 t), Internationaler Währungsfonds (IWF, 2’814), Italien (2’436 t), Frankreich (2’436 t), Russland (2’298 t), China (1’948 t), Schweiz (1’040 t), Japan (846 t) und Indien (768 t).*
* World Gold Council (WGC) 1. Halbjahr 2022
Goldhistorie
Forschende gehen davon aus, dass Gold durch eine Supernova-Nukleosynthese sowie durch die Kollision von Neutronensternen entstanden ist. Bei der Entstehung der Erde bildete geschmolzenes Eisen ihren Kern. Dabei wurden Edelmetalle zum Kern gezogen, weshalb sie in der Erdkruste zu finden sind.
Die Entstehung von Goldmünzen reicht bis ins Jahr 650 vor Chr. zurück. Es heisst, dass der lydische König Kroisos die ersten Münzen herstellen liess.
Die Australier John Deason und Richard Oates fanden 1869 das bislang grösste Goldnugget mit einer Grösse von 25,4 x 63,5 Zentimeter. „Welcome Stranger“ enthielt 2’248 Unzen (knapp 64 kg) reines Gold und wurde direkt unter der Erdoberfläche gefunden.
Die Niederlande und Österreich nutzten bis 1937 noch Goldmünzen als Zahlungsmittel. Der Beginn des Zweiten Weltkriegs 1939 markierte das Ende der Goldwährung.
Goldwissen
- Red Kangaroo: 1’000 kg, Ø 80 cm
- Maple Leaf: 100 kg, Ø 53 cm
- Big Phil: 31,103 kg, Ø 37 cm
- Classic-Goldbarren, Japan: 250 kg
- Quader-Goldbarren, Japan: 120 kg
- Flach-Goldbarren, China: 100 kg
Bei den olympischen Spielen 1912 wurden noch Goldmedaillen vergeben, die aus reinem Gold bestanden. Heutzutage bestehen die Trophäen im Kern aus Silber und besitzen eine geringe Echtgoldauflage von nur etwa sieben Gramm.
Der Goldstandard bezeichnet eine Währung, die aus physischen Goldmünzen besteht oder Banknoten, die mit Gold hinterlegt sind.
Die Lateinische Münzunion (LMU) bestand von 1865 bis 1926. Der Bund zwischen Schweiz, Frankreich, Belgien und Italien hatte zum Ziel, die unterschiedlichen Währungen der Länder zu standardisieren.
Die London Bullion Market Association (LBMA) koordiniert den Goldhandel am weltgrössten ausserbörslichen Markt für physisches Edelmetall. Zugelassen sind ausschliesslich Hersteller von Goldbarren, die über eine LBMA-Zertifizierung verfügen. Die LBMA definiert zudem die Standards für Good Delivery Barren.
Der ehemalige US-Präsident Franklin D. Roosevelt unterzeichnet 1933 die sogenannte Executive Order 6102, die es US-Bürgern verbot, Gold zu horten. Ausnahmen gab es für Juweliere, Elektriker oder Zahnärzte. Der Goldbesitz wurde mit einer Geldstrafe von 10’000 Dollar oder zehn Jahren Gefängnis bestraft. Das Dekret endete erst 1974.
Gold als Anlageprodukt
Zu Investitionszwecken werden Münzen oder Barren genutzt, die über hohe Goldanteile von mindestens 90 Prozent verfügen. Man spricht auch von Bulliongold.
Beim Kauf von Goldmünzen und Goldbarren, die für den Anlagemarkt produziert werden, fällt beim Kauf keine Mehrwertsteuer an. Andere Goldprodukte wie zum Beispiel Schmuck sind nicht mehrwertsteuerfrei.
Das Gewicht von Goldmünzen und vielen Goldbarren wird in Unzen angegeben. Dabei entspricht eine Unze 31,103 Gramm. Die Haupteinheit bei Münzen ist 1 Unze, aber auch 1/4, 1/2, 2 oder 5 Unzen sind gebräuchlich.
Der Feingehalt (auch Feinwert oder Feingewicht) ist der Anteil des Edelmetalls, den eine Münze oder ein Barren besitzt. Er wird vierstellig in Tausendstel angegeben.
Die Karat-Angabe wird eher für die Goldlegierungen bei Schmuck genutzt. Eine 24-karätige Auflage entspricht reinem Gold.
Bullionmünzen sind überwiegend in Prägequalität „Stempelglanz“ ausgeführt. Bei Sammler- oder Gedenkmünzen ist ebenfalls „Polierte Platte“ oder „Spiegelglanz“ üblich.
Wie wird Gold verwendet?
|Anteil/Nachfrage*|

Schmuckstücke

Ringe, Ketten, Armbänder, Ohrschmuck, Einfassungen

2'221 Tonnen

Münzen, Barren, Granulat, (auch ETFs)

Für Anleger und Sammler

1'007 Tonnen

Notenbanken

Währungsreserve, Kapitalsicherung

463 Tonnen

Industrie und Technik

Elektrotechnik, Leiterplatten, Steckverbinder

330 Tonnen

Zahntechnik und Medizin

Zahnimplantate, diverse Medikamente und Salben, Biochemie und Nanotechnik

gering

Blattgold

Zur Verzierung von Gegenständen, wie zum Beispiel Bilderrahmen oder Möbel.

gering
* World Gold Council (WGC-World official gold holdings 2021)
Eigenschaften von Gold
Gold zählt zu den Elementen. Das widerstandsfähige Metall ist unempfindlich gegen über Wasser, Luft oder Säuren und verliert nie seinen Glanz. Es leitet Wärme oder Strom und lässt sich extrem ausdehnen.
- Symbol: AU (vom lateinischen Wort aurum)
- Ordnungszahl: 79
19,32 Gramm pro Kubikzentimeter
2’970 Grad Celsius (3’234 K)
- Leitfähigkeit: 45,5 (106 Siemens pro Meter)
- Widerstand: 0,0220 (106 Mikroohm pro Meter)
320 Watt pro Meter und Kelvin
[1] David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet-Version: 2010), CRC Press/Taylor and Francis, Boca Raton, FL, Geophysics, Astronomy, and Acoustics; Abundance of Elements in the Earth’s Crust and in the Sea, S. 14-18.
[4] United States Geological Survey: World Mine Production and Reserves January 2017