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Bereits am 3. Januar startete ich das Jahr 2023 mit dem ersten Trainingslehrgang, welchen ich zusammen mit dem gesamten Nationalkader von Swiss Wrestling in Tenero absolvierte.
In diesem 5 tägigen Lehrgang absolvierten wir mehrere Ausdauer und Kraft, sowie Matteneinheiten.
Nach dem Lehrgang in Tenero verbrachte ich eine knappe Woche zu Hause, bevor ich am 13. Januar zum ersten Turnier des Jahres nach Kuovola in Finnland reiste.
Ich hatte mit dem Nationalcoach Oli Hassler besprochen, dass ich das Turnier in Finnland gerne als erste Standortbestimmung und als Testwettkampf im neuen Jahr bestreiten möchte, obwohl dieser eigentlich vor allem für die U23 Athleten eingeplant war.
Wir entschieden uns auch dafür, dass ich kein Gewicht machte und somit nicht in meiner angestammten Gewichtsklasse bis 67kg, sondern in der nächsthöheren Klasse bis 72kg an den Start gehen würde.
Wie es der Zufall bei der Auslosung wollte, traf ich nach einem Freilos in der ersten Runde anschliessend auf meinen Teamkollegen und Trainingspartner Maurus Zogg.
Maurus erkämpfte sich in der ersten Halbzeit die Passivität, was bedeutete, dass ich in die angeordnete Bodenlage musste. Es gelang mir jedoch mich gut zu verteidigen und keine Technik zuzulassen. Somit ging ich mit einem kleinen Rückstand von 0:1 in die Pause.
Nach der Pause war es mein Ziel selber den Punkt und die angeordnete Bodenlage zu holen. Da Maurus aber stark dagegen halten konnte und der Kampf auch in der zweiten Hälfte sehr eng umkämpft war, entschieden die Kampfrichter, mich noch einmal in die Bodenlage zu schicken. Auch dieses Mal gelang es mir mich lange zu verteidigen, doch es gelang Maurus dann doch noch mich mit einer Kopfklammer zweimal zu drehen. Damit stand es 6:0. Bei diesem Punktestand blieb es auch bis zum Schluss, da es mir nicht mehr gelang noch eine Wertung zu erzielen.
Da das Turnier im Poolsystem ausgetragen wurde, erhielt ich jedoch eine zweite Chance.
Wie es der Zufall wollte, hatte ich auch in der zweiten Runde des Turniers einen Landsmann ausgelost. Ich traf auf Michael Portmann aus Willisau.
Da auch wir beide uns durch viele gemeinsame Trainingslager und Trainings bereits bestens kennen, war auch dieser Kampf im Stand höchst umkämpft und es vielen keine Punkte.
Da auch weder Portmann noch ich Profit aus unseren jeweiligen Angriffen aus der Bodenlage schlagen konnten, lautete das Endergebnis 1:1.
Da ich als erster die Bodenlage und den Punkt erhalten hatte und Portmann daher den letzten Punkt des Kampfes bekam, verlor ich auch diese Begegnung.
Damit war das Turnier für mich bereits nach zwei Kämpfen beendet. Ganz bestimmt hatte ich mir den Saisonstart anders vorgestellt und war dementsprechend enttäuscht. Nach einigen Stunden Abstand und einer ersten Analyse der Kämpfe, konnte ich aber auch einige positive Ansätze für das nächste Turnier mitnehmen.
Bereits eine Woche später stand in Nizza bereits das nächste Turnier auf dem Programm. Dieses Mal startete ich in meiner gewohnten Gewichtsklasse bis 67kg ( jedoch mit +2kg Toleranz).
Dieses Mal startete ich im 1/4 Finale gegen den jungen Franzosen Yanis Nifri.
Ich wollte den Kampf von Anfang an bestimmen und startete direkt mit einem "Rumreisser" im Stand. Da sich mein Gegner jedoch im letzten Moment an der Zone noch ausdrehen konnte, Stand ich zuerst im Aus, wodurch Nifri 1:0 in Führung ging. Anschliessend musste ich dann auch noch in die angeordnete Bodenlage, schaffte es jedoch mich zu verteidigen. Somit stand es zur Pause 2:0 für meinen Gegner.
In der zweiten Hälfte bestimmte ich von Anfang an den Kampf und machte Druck, wodurch ich die Passivität, sowie die Bodenlage erkämpfen konnte. Am Boden versuchte ich zuerst meinen Gegner auszuheben, was mir allerdings nicht gelang. Stattdessen setzte ich zu einem Durchdreher an und konnte Nifri überraschen, was mir 2 Punkte einbrachte. Somit ging ich mit 3:2 in Führung und konnte diese bis zum Ende des Kampfes erfolgreich verteidigen.
Ich stand durch meinen Sieg im 1/2 Finale, wo ich auf den starken Tigran Galustyan (FRA) traf.
Für diesen Kampf hatte ich mir viel vorgenommen und ich wollte unbedingt gewinnen um ins Finale einzuziehen.
Ich startete dementsprechend energisch in den Kampf, um von Anfang an Ton angebend zu sein. Da ich sehr druckvoll startete, gelang es mir Galustyan passiv zu stellen und erhielt somit die Chance am Boden zu Punkten. Leider konnte ich meinen Ausheber nicht gewinnbringend ausführen, was bedeutete, dass der Kampf mit einem 1:0 Vorsprung für mich in die Pause ging.
Nach der Pause ging es dann ziemlich hitzig weiter, da beide keinen Zentimeter verschenken wollten. Ich konnte dann auch eine Unachtsamkeit meines Gegners ausnutzen und eine weitere 2er Wertung erzielen. Leider wurde mir weitere 2 Punkte, welche ich mittels eines "Durchdrehers" erzielte, von den Kampfrichtern verwehrt.
Kurze Zeit später wurde ich dann auch noch in die angeordnete Bodenlage geschickt wodurch der Kampf nun 3:1 für mich lautete. Dort gelang es Galustyan mich auszuheben und in der Zone zu werfen. Es gelang mir jedoch ihn abzufangen. Die Schiedsrichter bewerteten jedoch nur seine Aktion, wodurch ich keine Punkte erhielt. Da es mir nicht mehr gelang im Stand weitere Punkte zu erzielen, verlor ich diesen Kampf denkbar knapp mit 3:3.
Das bedeutete, dass ich im kleinen Finale um Platz 3-5 antreten musste.
Dort kam es erneut zum Duell mit Michael Portmann. Ich änderte meine Taktik ein wenig im Vergleich zum letzten Vergleich in Finnland.
Ich musst dadurch in der ersten Hälfte in die Bodenlage. Dieses Mal gelang es mir leider nicht mich erfolgreich zu verteidigen und Portmann konnte mit einem schönen Ausheber eine 4er Wertung erzielen. Ich ging also mit einem 5 Punkte Rückstand in die Pause. In Hälfte zwei konnte ich mir die Passivität erkämpfen, aus der daraus resultierenden Bodenlage jedoch keinen Profit schlagen. Auch meine Bemühungen im Stand brachten leider nichts zählbares mehr Zustande, was bedeutete, dass ich diesen Kampf mit 1:5 Punkten verlor.
Trotz guter Leistung, vor allem in den ersten beiden Kämpfen konnte ich leider keine Medaille gewinnen. Mit der Art und Weise, wie ich gerungen habe bin ich doch zufrieden und nehme viel Positives mit, auf welchem ich für die anstehenden Aufgaben aufbauen kann.
Nach dem Turnier in Nizza machte ich noch einen 2 tägigen Abstecher nach Saarbrücken, wo ich zusammen mit der deutschen Nationalmannschaft einige intensive Matteneinheiten absolvierte.
Nun bin ich für einige Tage zu Hause, bevor es am 2. Februar wieder heisst Koffer packen. Denn dann steht mit dem Ranking Turnier in Zagreb bereits das nächste Turnier auf dem Programm. Anschliessend an das Turnier werde ich mit dem Nationalteam weiter nach Porec reisen, wo wir zusammen mit mehreren Nationen ein 2 wöchiges Trainingslager bestreiten werden.