Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03532.jsonl.gz/3096

Illustration viele farbige Kopfumrisse übereinander liegend
ChatGPT und Personas Ich bin viele: effizienter arbeiten mit AI-Rollen
Tools wie ChatGPT, Jasper, Perplexity und mehr erweisen sich als ausgesprochen nützlich für die Recherche und zum Verfassen von Texten und Konzepten. Sie ersetzen menschliches Denken und Handeln nicht, können aber als wertvolle Assistenten eingesetzt werden. In diesem Blogpost erfahren Sie, wie Sie AI-Rollen (Personas) definieren – und damit Ihre Leistung steigern und die Qualität der Arbeit verbessern.
AI-Personas können helfen, Themen aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten, Lücken zu erkennen und mögliche Bedenken und Einwände früh zu erkennen.
Gute Prompts sind die Basis für die erfolgreiche Nutzung von AI. Oft wird in diesem Zusammenhang das C-A-R-E-Modell für gute Prompts genutzt. Es sorgt dafür, dass die AI aus der Fülle der zufällig möglichen Antworten fokussierter jene liefert, die für Ihre Bedürfnisse relevant sind. Die Buchstaben stehen für die vier Bestandteile des Prompts.
- C = Character: Definieren Sie, aus welcher Rolle die AI schreiben soll.
Beispiel: «Du bist Texterin in einer Dialogagentur und zuständig für die Erstellung von Content zur Lead Generation.»
- A = Accomplishment: Überlegen Sie, auf welches Wissen die AI zugreifen soll.
Beispiel: «Du hast Wurzeln im Dialogmarketing nach Vögele und fokussierst auf Growth Marketing nach Weller. Du bist international gut vernetzt und greifst auf Quellen auf Englisch, Französisch und Deutsch zu.»
- R = Request: Definieren Sie den Auftrag, den die AI für Sie erledigen soll.
Beispiel: «Du sollst einen Blogpost verfassen zum Thema Composable DXP. Zielgruppe sind Menschen, die in der Redaktion oder im Marketing arbeiten.»
- E = Examples: Nennen Sie Beispiele dafür, was die Antwort enthalten könnte bzw. welches Format Sie sich wünschen.
Beispiel: «Schreibe mir eine Einleitung und liste dann zehn Gründe auf, die für eine Composable DXP sprechen. Der Blogpost sollte ca. 4500 Zeichen umfassen. Sprache: dialogorientiert, Anrede per Sie.»
In diesem Blogpost konzentrieren wir uns auf C wie Character und A wie Accomplishment.
Ich zeige auf, wie Sie AI-Personas definieren, die Ihnen helfen, die Resultate von ChatGPT, Jasper und Co. zu verbessern. Ich konzentriere mich auf den Bereich Text, Konzept und Recherche. Mit etwas Fantasie lassen sich AI-Rollen aber natürlich auch in anderen Bereichen kreieren.
Im Folgenden zeige ich drei mögliche Rollen auf, die ich gerne verwende. Je nach Bedarf können hier auch neue Rollen dazukommen.
Die erste Rolle – das Alter Ego
Zum Definieren der AI-Rollen nutze ich Jasper (jasper.ai). Ich packe in den Chat alles, was meine aktuelle Funktion ausmacht: Funktionsbezeichnung, Erfahrungen, Tätigkeitsfelder, Sprachen, wo ich mich informiere, was meine Textqualität auszeichnet, usw. Am besten lassen Sie sich dabei von Ihrem eigenen CV inspirieren.
Das erste Resultat fällt oft sehr umfangreich und etwas schwülstig aus. Nach etwas Kürzen und Redigieren sieht mein Alter Ego so aus:
«Du bist Alter Ego, Senior Content Strategist mit über 30 Jahren Erfahrung in der Kommunikationsbranche, mit Wurzeln im Dialogmarketing nach Vögele. Deine Faszination für Digitalisierung und Gadgets treibt dich an, stets Neues zu testen. Deine Hauptinformationsquellen sind Blogs, Foren und LinkedIn, und du beherrschst fliessend Deutsch, Englisch, Französisch und teilweise Italienisch.
Deine besondere Stärke liegt in der Übersetzung von Fachjargon in verständliche Sprache, der Umwandlung von Features in konkreten Produktnutzen und der Verwandlung von Abstraktem in verständliche Konzepte. Dein Schreibstil ist konversationsorientiert, mit dem Ziel, Leserinnen und Leser zum Dialog und zur Kontaktaufnahme anzuregen. Du hast die besondere Fähigkeit, komplexe Konzepte in einfachen, verständlichen Worten darzustellen und Geschichten zu erzählen, die Leserinnen und Leser fesseln.»
Diese Rolle speichere ich extern in einem Dokument ab, denn noch können diese nicht standardmässig in den Tools selbst abgelegt werden. Wann immer ich einen Text schreiben oder ein Konzept entwickeln soll, leite ich den Chat in Jasper entsprechend ein, indem ich das ganze Porträt reinkopiere. Dann erst formuliere ich den Auftrag: «Du hast vom Marketing den Auftrag erhalten, ein Whitepaper zu verfassen …»
Die Zwischenschritte R und E überspringe ich hier, da wir uns hier auf die AI-Persona bzw. auf Character und Accomplishment fokussieren. Wir gehen einfach davon aus, dass ich mithilfe von AI einen roten Faden für mein Whitepaper verfasst habe. Dann wird es Zeit, mich zu vervielfältigen, indem ich neue Rollen schaffe:
Wen es zu überzeugen gilt – die Kritik-Queen
Diese Figur lässt sich nicht einmal entwickeln und immer 1:1 übernehmen, da sie auf die konkrete Situation hin entwickelt wird. Hier einige Ideen, wie sie aussehen könnte:
Wenn sich mein Whitepaper darum dreht, wie ein Unternehmen auf einfache Weise ein neues, modernes Content-Management-System (CMS) implementieren kann und was die Vorteile davon wären, könnte die Kritik-Queen die fiktive Leiterin der IT sein, die seit zehn Jahren mit dem bewährten System arbeitet und es für hochriskant hält, dieses System abzulösen. Ich definiere sie entsprechend, lade dann das Whitepaper mit dem Auftrag und der Formatvorgabe (R und E) hoch:
«Du bist Kritik-Queen (wiederum mit dem ganzen Porträt). Eure Geschäftsleitung spielt mit dem Gedanken, das CMS gemäss dem untenstehenden Whitepaper anzuschaffen (hochladen). Du findest das brandgefährlich. Nenne 10 Gründe, wieso das keine gute Idee ist.»
Damit erhalte ich wertvollen Input zur Einwandbearbeitung, den ich ins Whitepaper einfliessen lassen kann.
In weiteren Rollen – die Marketing-Personas
Vielleicht ist die Leitung IT oder Redaktion aber nicht die einzige Person(a), die beim Thema was zu sagen hat? In diesem Fall lohnt es sich, für alle relevanten Marketing-Personas entsprechende AI-Personas anzulegen.
Analog dem Vorgehen bei der Kritik-Queen kann ich so abfragen, worauf zum Beispiel der Leiter Finanzen bei der Anschaffung des neuen CMS achten würde, wo er sich ggf. zum Produkt informieren würde; was für ihn FÜR die Anschaffung spräche und was dagegen; und welche Keywords er für die Recherche nutzen würde?
Das gleiche kann ich mit der Chefredaktorin machen, mit der Leitung Marketing usw. – kurz, mit allen Rollen, die gegebenenfalls an der Entscheidung mitwirken.
Wenn ich alle strukturiert abgefragt habe, kann die AI mir eine Tabelle erstellen, mit den Spalten: AI-Persona, Informationsquellen, Gründe für Anschaffung, Gründe gegen Anschaffung, Keywords. Mit diesen Angaben kann ich meinen Rohtext bearbeiten und entsprechend anreichern. Danach wird es Zeit für eine weitere Rolle:
Die Kontrollinstanz – der Vorgesetzte oder die Mentorin
Je nach Umfang und Komplexität kann es sich lohnen, die finale Arbeit nicht gleich Ihrem menschlichen Vorgesetzten oder den Teamkolleginnen und -kollegen um die Ohren zu hauen, sondern auch hier erst die AI wirken zu lassen:
Die Rolle definiere ich analog dem Verfahren, das ich oben beschrieben habe. Natürlich hat mein Vorgesetzter oder die Mentorin weit mehr Erfahrungen, hat in europäischen Agenturen gearbeitet, publiziert selbst in Fachforen (die ich natürlich angebe) oder sitzt in der Jury von Branchen-Awards usw. Auch dieses Porträt speichere ich extern ab, damit ich es bei Bedarf hervorholen kann.
In Bezug auf unser Whitepaper könnte der C-A-R-E-Prompt dann so aussehen:
«Du bist Frau Mentorin … (Hier folgt das gesamte Porträt). Du hast von deiner Content Strategist ein Whitepaper erhalten, mit der Bitte um Feedback. Bitte kontrolliere auf Konsistenz, Verständlichkeit, Logik und Sprache und gib konstruktives Feedback. Hier ist das Whitepaper (in den Chat laden).»
Was Sie nach dieser Redaktionsrunde Ihren menschlichen Kolleginnen und Kollegen fürs Feedback vorlegen, wird Substanz haben und fundierter sein als alles, was Sie ohne AI-Assistenz hätten liefern können.
Probieren Sie es aus!
((commentsAmount)) Kommentare
- (( comment.published ))