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Ein Konzert voller lateinamerikanischer Rhtythmen. Im Publikum: 2 von 100 Wippen wenigstens mit dem Kopf oder den Füssen; der Rest ist Eismiene und halberstarrte Unrührbarkeit. Weshalb?
Diese Kälte schlägt mir immer ins Gesicht, ich frage mich manchmal, ob nur mir allein - den "Fremden", den emphatischeren Menschen hierzulande, muss es doch ähnlich gehen.
Woher kommt diese Kälte? Aus einer Angst, Empfindung, Emotion zu zeigen? Was ist daran "gefährlich"? Man könnte es natürlich auch einfach auf die "Kultur" abschieben, aber Berliner zum Beispiel sind viel wärmer als Schweizer, obwohl sie nördlicher sind...
Die Leute reden und reden, besonders im Radio. Diskussionen so lange das Ohr hören mag. Doch verstehen sie sich? Sie gebrauchen Formeln, Floskeln, Figuren, die so festgefahren sind, die so standardisiert sind, dass sie schon nichts mehr zu sagen (vergessen denn zu erklären) vermögen. (Auch ich, sicherlich.) Doch redet man in Figuren, Floskeln, Figuren - versteht man sich selbst dann noch? Da kommt dann mein Gedanke zum Gedicht: einzige Möglichkeit, alles ad acta zu legen und in ein Terrain vague hineinzuschreiben all die Floskeln, Figuren, Formeln, dass sie so wenig bedeuten, als hätten sie plötzlich wieder Sinn. Aber das ist eine Gedankenspielerei, ich habe ja nicht vor, Fried oder Eich zu sein, Brassens oder Matter, Sartre oder Böll.