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Hemmung,
in der
Physiologie die
Unterbrechung gewisser
Bewegungen und vegetativer Vorgänge durch die Thätigkeit bestimmter
Nerven,
[* 2] der sog.
Hemmungsnerven, welche bei ihrer Reizung nicht wie die übrigen centrifugalen
Nerven die von ihnen versorgten
Organe zur Thätigkeit anregen, sondern gerade im Gegenteil die Thätigkeit derselben verringern oder
selbst ganz unterbrechen. Dies geschieht aber durch die Vermittelung eigentümlicher nervöser Werkzeuge,
[* 3] welche teils im
Rückenmark, teils im verlängerten
Mark des
Gehirns gelegen sind und als
Hemmungscentren bezeichnet werden. Am genauesten
erforscht und am leichtesten zu demonstrieren sind die
Hemmungserscheinungen am
Herzen.
Durchschneidet man einem Hund oder Kaninchen [* 4] am Halse den zehnten Gehirnnerven oder Vagus und reizt hierauf den peripheren Nervenstumpf vermittelst eines unterbrochenen elektrischen Stroms, so nimmt die Zahl der Herzschläge nicht nur sehr beträchtlich ab, sondern es kann auch die Herzthätigkeit bis nach Sistierung der Nervenreizung vollständig unterbrochen werden, während die einfache Durchschneidung des Vagus ohne gleichzeitige elektrische Reizung die Herzthätigkeit beschleunigt, woraus hervorgeht, daß der Vagus einen die Herzaktion verlangsamenden Einfluß ausübt und somit ein ausgesprochener Hemmungsnerv für das Herz ist. Ebenso ist der große Eingeweidenerv (nervus splanchnicus), welcher von den Brustganglien des Sympathicus entspringt, zu den Hemmungsnerven zu zählen, denn seine Reizung hebt die wurmförmigen Bewegungen des Darms auf. Auch bei der Absonderung der Drüsen und andern vegetativen Prozessen kommen hemmende Nerven in Betracht.