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Nach seinem Triumph am US Open verpasst Stan Wawrinka seinen zweiten Turniersieg in Folge. Er verliert den Final des ATP-Turniers in St. Petersburg gegen den Deutschen Alexander Zverev 2:6, 6:3, 5:7.
Im Endspiel dieses Hallenturniers hätte der Waadtländer den 16. Turniersieg seiner Karriere erringen können. Und den fünften in dieser Saison, womit er seinen persönlichen Rekord vom letzten Jahr gebrochen hätte. Aber ein Hüne stand ihm im Weg: der talentierte, erst 19-jährige und 198 cm grosse Alex Zverev, der jüngere Bruder des schon lange mit mässigem Erfolg auf der ATP-Tour tätigen Mischa Zverev. Er liess Wawrinkas beeindruckende Serie von elf gewonnenen Finals reissen.
Im ersten Satz des Finals sah es lange nicht nach einer klaren Sache für den aufstrebenden Hamburger aus, der heuer die Finals in Nizza und im deutschen Halle erreicht hatte, aber erst jetzt sein erstes Turnier auf ATP-Stufe gewann. Wawrinka erarbeitete sich in zwei verschiedenen Games die ersten drei Breakchancen der Partie, ohne sie jedoch zu verwerten. Zverev dagegen benötigte nur zwei Chancen zum vorentscheidenden Break zum 4:2.
Wawrinka brauchte ungewöhnlich viel Geduld, bis ihm selber der erste Servicedurchbruch glückte: Für sein erstes Break zum 2:1 im 2. Satz benötigte er fünf Chancen. Von dort weg brachte er den zweiten Umgang ebenso schnell über die Bühne, wie er den ersten verloren hatte.
Im Entscheidungssatz gab Wawrinka gegen den hartnäckigen und hart aufschlagenden Youngster eine 3:1-Führung preis. Als er bei 5:5 mit 40:15 führte, hätte Wawrinka zumindest das Tiebreak sicherstellen müssen. Aber er verlor hierauf vier Punkte in Folge. Zverev brachte danach sein letztes Aufschlagspiel sicher durch.
Wawrinka hätte an seine Leistung von Anfang 2014 anknüpfen können. Damals gewann er erstmals und bis heute zum letzten Mal zwei Turniere nacheinander. Unmittelbar nach dem Erfolg im indischen Chennai errang er am Australien Open in Melbourne seinen ersten von bislang drei Grand-Slam-Titeln.
Alexander Zverev gilt nicht nur in Deutschland als Talent. Er scheint vor allem dank seiner hervorragenden Physis prädestiniert, dem deutschen Tennis irgendwann den ersten Grand-Slam-Titel bei den Männern seit mehr als 20 Jahren - seit Boris Beckers Sieg am Australian Open - zu bescheren. In St. Petersburg machte Zverev schon vor dem Match gegen Wawrinka besonders mit seinem Zweisatzsieg im Halbfinal gegen den Tschechen Tomas Berdych auf sich aufmerksam.
sda-ats