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Heitor Villa-Lobos (1887-1959)
Heitor Villa-Lobos wurde 1887 in Rio de Janeiro geboren und starb daselbst im Jahre 1959. Er gilt als populärster und bekanntester Komponist klassischer Musik Lateinamerikas. Über 1000 Werke sind
von ihm überliefert: Opern, Sinfonische Dichtungen, Konzerte, „Choros“ für verschiedene Besetzungen, 17 Streichquartette, 12 Sinfonien und auch geistliche Werke.
Trotz seines Aufenthaltes und Studiums in Paris in den Jahren 1923 - 1930 und der Bekanntschaft mit Igor Stravinsky und Darius Milhaud, ist er seinen brasilianischen Wurzeln treu geblieben: Aus dem reichen Liedschaffen und den südamerikanischen Tanzrhythmen erschuf er einen genuinen Personalstil und verhalf der brasilianischen Musik zur Weltgeltung.
Seine Tonsprache ist oft eruptiv, gleissend, rhythmisch packend und getragen von elektrisierendem Puls. Romantische und Impressionistische Einflüsse verbinden sich in seinen Werken mit Neoklassizismus und Volksmusik. Soviel Sensualität und Vielseitigkeit war schon seinen Zeitgenossen in Paris suspekt: Gabriel Fauré nannte ihn etwas abschätzig „Le Brésilien sauvage“. Das 1928 komponierte Quartett für Flöte, Oboe, Klarinette und Cello, stellt höchste Ansprüche an die Solisten. Die Eigenart der Instrumente wird, wie immer bei Villa-Lobos, ganz bewusst gefördert.