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Der UBS-Skandal hat in diesem Frühling grosse Wellen geworfen. Diese Krise ist unter verschiedenen Gesichtspunkten exemplarisch. Sie gibt der Diskussion über Entschädigungen und Anreize neuen Schwung, sie zeigt die Grenzen des Runs nach Gewinnen, demaskiert die unglaubliche Arroganz der obersten Führung der Bank und mobilisiert Aktionärinnen und Aktionäre weit über die bisherigen Kreise hinaus. Dieses Info widmet dem Thema UBS viel Platz.
Credit Suisse und die andern
Durch die Konzentration der Medien auf UBS und die entsprechenden Vorstösse aus dem Aktionariat wurden andere Firmen und Ereignisse an den Rand gedrängt. Als Credit Suisse einige Tage nach UBS schlechte Neuigkeiten verkündete, gab es relativ wenige Reaktionen. Die kontroverse Wahl von Mathis Cabiallavetta in den Verwaltungsrat der Swiss Re wurde nicht gross diskutiert, und die deutlichen Fortschritte in der Berichterstattung von Nestlé erhielten nicht die gebührende Aufmerksamkeit.
Die Aufgabe des Aktionariats
Noch nie haben sich Aktionärinnen und Aktionäre in der Schweiz so stark engagiert wie dieses Jahr. Allein bei UBS wurden drei Anträge in die Traktandenliste eingebracht, die auffallend erfolgreich waren. Ein Antrag wurde nur mit den Stimmen, die der Verwaltungsrat ausübte, abgelehnt. Ein anderer wurde vom Verwaltungsrat unterstützt und mit Glanzresultat angenommen. In dieser turbulenten Zeit konnten die Aktionärinnen und Aktionäre die Führung des Unternehmens dazu bringen, vertieft über verschiedene Lösungen zu diskutieren und alle Alternativen zu prüfen. Sie wollten überzeugende Vorschläge hören. Sie haben ihre Aufgabe als BesitzerInnen wahrgenommen. Der Nutzen dieser Vorstösse ist unbestritten. Deshalb ist es wichtig, dass das Parlament bei der Revision des Aktienrechts, die dieses Jahr behandelt wird, die Rechte des Aktionariats stärkt.