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In der brasilianischen Hauptstadt Brasília stand der Faschingssonntag im Zeichen der Kritik. Der traditionelle Block “Bloco Pacotão”, der für seine satirischen Darbietungen bekannt ist, zog etwa 2.000 Männer, Frauen und Kinder an. Traditionell ist dieser Umzug alljährlich der Auftakt zum Karneval in Brasília.
Seit 1977 zieht der Block im Karneval über eine der meist befahrenen Straßen der Hauptstadt, die Avenida W3. Gezogen wurde dabei gegen die Fahrtrichtung. Auch das ist Tradition. Zum Ausdruck gebracht werden soll damit eine stets gegenläufige Meinung zur Regierung und Politik.
Mit Schildern, Masken und Kostümen erinnerten die Umzugsteilnehmer beispielsweise an die erst vor Kurzem verurteilten Politiker, die in den Bestechungsskandal Mensalão verwickelt waren. Dargestellt wurde ebenso der Richter des obersten Gerichtshofes (STF) Joaquim Barbosa. Der hatte maßgeblich zur Verurteilung der hohen Politiker beigetragen und mit Härte durchgegriffen, was ihm den Respekt der Bevölkerung einbrachte.
Neben der Kritik an der Politik fehlte aber auch die Musik nicht. Das obligatorische Trio elétrico, ein gigantischer Lautsprecherwagen, brachte mit seinem Frevo so manchen Teilnehmer des Umzugs zum Tanzen.
In einem anderen Stadtteil der Hauptstadt hatten allerdings die Kleinen das Sagen. Dort sorgte der Block “Baratinha” für Stimmung unter den Buben und Mädchen. Die waren in großer Anzahl gekommen, um sich an den aufgebauten Spielgeräten auszutoben oder gemeinsam mit ihren Eltern zu tanzen.