Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03415.jsonl.gz/430

«Lügen über meinen Vater» (2011) war eines der grandiosesten Erinnerungsbücher der letzten Jahre. In «Wie alle anderen» (Knaus 2016, aus dem Englischen von Bernhard Robben) muss sich John Burnside nach Jahren des Vorsatzes, ja nicht zu werden wie sein Vater, eingestehen, dass er genau den gleichen Weg zur Hölle eingeschlagen hat wie der Mann, den er zutiefst verachtet: Drogen, Alkohol, Lügen und die systematische Weigerung, für sich und sein Handeln Verantwortung zu übernehmen. Ganz unten angekommen beschließt er, ein «bürgerliches» Leben zu führen, zu sein wie alle anderen. Radikal ehrlich erzählt Burnside hier von seinem langen gewundenen Weg in die Normalität. Er liest ausserdem in Zürich auch aus seinem gleichzeitig erscheinenden Gedichtband «Anweisungen für eine Himmelsbestattung» (Hanser).
John Burnside, *1955 in Schottland, ist einer der profiliertesten Autoren der europäischen Gegenwartsliteratur. Der Lyriker und Romancier wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Corine-Belletristikpreis des ZEIT-Verlags, dem Petrarca-Preis und dem Spycher-Literaturpreis.
«Wie sich über einen Schriftsteller äussern, dessen Werk einem so eindrucksvoll, so gewaltig erscheint, dass man lieber nichts sagen würde, lieber bloss jedem Menschen, dem man auf der Strasse begegnet, seine Bücher in die Hand drücken und ihn zwingen würde, nach Hause zu laufen und das Haus nicht zu verlassen, ehe er nicht die letzte Zeile gelesen hat?» (Thomas Glavinic, FAZ)