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Mischungstoxizität
In der Umwelt mischen sich Substanzen aus verschiedenen Quellen und wirken auf Organismen und damit das Funktionieren der Ökosysteme ein. Bis jetzt werden ausschliesslich die Effekte der Einzelsubstanzen bewertet und reguliert. Dies ist aber ungenügend, da die Toxizität einer Mischung meist grösser ist als diejenige jeder Einzelsubstanz. Toxische Mischungseffekte können auch dann auftreten, wenn alle Mischungskomponenten in Konzentrationen vorliegen, die alleine unwirksam sind. Das gilt besonders für Stoffe mit einem ähnlichen Wirkmechanismus wie zum Beispiel östrogenähnlich wirkende Substanzen, die in Gewässern aus zahlreichen Quellen wie Arzneimitteln, Kunststoffen oder Industriechemikalien zusammenkommen.
International wird versucht, die Beurteilung von Mischungseffekten zu verbessern – auch das Oekotoxzentrum ist hier aktiv. Im November 2010 hat das Oekotoxzentrum einen Workshop zur Beurteilung von Gemischtoxizität veranstaltet. Es sprachen sich 60% der Teilnehmer dafür aus, dass eine Toolbox zur Messung und Bewertung von Gemischtoxizität so schnell wie möglich entwickelt werden sollte. Das Oekotoxzentrum arbeitet in verschiedenen Projekten an praxistauglichen Lösungen.