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Wenn jemand seine Argumentation mit dem Satz beginnt, es kann nicht sein, dass, dann ist in aller Regel genau das bereits genau so der Fall. Es kann also sein, wie figura zeigt. Die Phrase offenbart im Moment des Sagens das Gegenteil des Gesagten.
Als rhetorische Figur wäre sie ein Paradoxon, ein gewollter Widersinn, oder ein Oxymoron, eine scharfsinnige Dummheit. Bewusst eingesetzte Rhetorik kann Mitdenkenden auf diese Weise einen hübschen Stolperstein legen. Ich frage mich aber fast immer, ob die Phrase wirklich beabsichtigt ist. Wäre sie es nicht, wäre es darf nicht sein richtig. Der Spruch, es kann nicht sein, was nicht sein darf, hat in meinen Ohren eine antiideologische Pointe. Ideologinnen und Ideologen jeglicher couleur bilden sich gerne eine Wirklichkeit, die ihnen passt, und wenn da was nicht passt, kann es nicht sein. Nicht einmal das ist aber ganz ehrlich, denn was da angeblich nicht sein kann, soll ja in Wahrheit nicht sein. So wäre nach dem Nichtkönnen und Nichtdürfen eigentlich das dritte Modalverb, das Nichtsollen, der Wahrheit am Nächsten.
Es kann also beides sein, entweder dass sich in einer Phrase rhetorische Kunst zeigt, die zum Nachdenken bringen will, oder ideologische Macht, die genau das verhindern will. Honi soit qui mal y pense!