Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03190.jsonl.gz/1277

Schon bevor sich Carroll Shelby zum erfolgreichen Rennfahrer mauserte und auf einem Aston Martin DBR1/300 1959 die 24 Stunden von Le Mans gewann hegte er den Traum eines Tages einen Sportwagen unter seinem Namen zu bauen. Nachdem Shelby die Rennfahrerkarriere auf Grund seines Gesundheitszustandes an den Nagel hängen musste wollte es das Schicksal, dass zur gleichen Zeit die Firma AC Cars aus England in Produktionsschwierigkeiten steckte, da deren Bristol-Sechszylindermotoren nicht mehr erhältlich waren. Shelby erkannte sofort das Potenzial welches eine Kombination des flinken und agilen AC Ace Modells mit einem leistungsstarken, amerikanischen V8 Aggregat bot. Des Weiteren eröffnete sich ihm die Möglichkeit den Weg eines Konstrukteurs einzuschlagen. So kontaktierte er umgehend AC Cars die ihm eine motorlose Karosserie zum experimentieren zur Verfügung stellten. Mit Hilfe der Ford Motor Company und einem kleinen Team von Mechanikern wurde 1962 die erste AC Cobra oder eben Shelby Cobra vorgestellt – anfänglich mit einem 260 cuin grossen Motor welcher dann mit dem ehrwürdigen 289er V8 Motor ersetzt wurde und die Sportwagenwelt im Sturm eroberte. Die Kulmination dieser Entwicklung war das 289 FIA Roadster Modell mit verbreiteter Spur, breiteren Reifen und viel Leistung.
Die 289 FIA Cobra dominierte die Rennstrecken in den 1960er Jahren und besiegte Jaguar, Corvette, Aston und Ferrari vor allem auf den engen Straßenkursen, während eine Fastback-Version – das Daytona-Coupé – für die europäischen Hochgeschwindigkeitsstrecken entwickelt wurde. Als Grundlage dieser Erfolge agierte die Zuverlässigkeit des Small-Blocks und die Kombination aus einer leichtgewichtigen, kompakten Karosserie und der brachialen Gewalt des Ford-Aggegates erwies sich als revolutionär.
So war es nur eine Frage der Zeit bis Carroll Shelby sich weiteren Potenzialsteigerungen annahm, wobei hierbei der Einsatz von noch leistungsstärkeren Motoren auf der Hand lag. So begannen 1964 die Arbeiten den 427 cubic inch grossen Ford Big-Block mit der Cobra Karosserie zu verheiraten. Schnell wurde jedoch klar, dass dieses Unterfangen um einiges komplexer war als angedacht, mussten nicht nur die Karosserie gestreckt und verbreitert werden, sondern auch Verbesserungen am Fahrgestell und an der Aufhängung angegangen werden um dem Zuwachs auf 450 PS und 600 Newtonmetern gerecht zu werden. Obwohl sich die 289er und 427er Cobra in der Gesamterscheinung sehr ähnlich waren sind ausser Motorhaube, Kofferraum und Windschutzscheibe keine der Karosserieteile austauschbar.
Sogar für heutige Verhältnisse ist die 427 Cobra noch immer erstaunlich schnell – so beschleunigt dieses vom 7-Liter Ford-Motor angetriebene Biest in etwas über 4 Sekunden auf 100 km/h. Über Jahre war es das schnellste amerikanische Auto was zur Legendenbildung und Magie des Fahrzeugs sicherlich beitrug. Heute gehören die originalen 427 Cobra zu den begehrtesten und teuersten Oldtimer mit Preisen weit im siebenstelligen Bereich. Die ursprüngliche Cobra 427 wurde von 1965 bis 1967 hergestellt und die Gesamtzahl der Exemplare belief sich auf 348 wovon die meisten als Strassenversionen ausgeliefert wurden. Seit den frühen 70er Jahren produzierten auch viele kleine Unternehmen Cobra 427-Repliken, was der Popularität des Autos enorm zutrug. Es wird geschätzt, dass im Laufe der Jahre mehr als 60.000 Cobra-Repliken hergestellt wurden.