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Bei seiner Geburt erhielt Iván Vázquez zu wenig Sauerstoff und erlitt dadurch Infantile Zerebralparese. «Mein Sohn (…) hatte infantile Zerebralparese und infolgedessen eine geistige Behinderung. Obwohl er 33 Jahre alt war, verfügte er über die kognitive Fähigkeit eines 3- oder 4-jährigen Kindes», erklärt seine Mutter Myriam Chamorro gegenüber «Protestante Digital». Die gebürtige Argentinierin, die seit 16 Jahren in Palma de Mallorca wohnt, kümmerte sich weitgehend um ihren Sohn, den Tag verbrachte er unter der Woche in einem speziellen Zentrum für Menschen mit Behinderungen.
Infiziert
Und genau in diesem Zentrum steckte sich Iván im März, zusammen mit 26 anderen Personen, mit dem Coronavirus an. Erst eine Woche nach der Infektion hatte er Symptome. «Im Morgengrauen vom 16. März brachte ich ihn ins Krankenhaus. Er wurde sofort eingewiesen und ich blieb bei ihm.» Eigentlich herrscht bei Covid-Patienten ja striktes Besuchsverbot, aber aufgrund seiner Behinderung durfte Myriam bei ihm bleiben und sich um ihn kümmern – folglich aber auch das Zimmer nie verlassen.
Ivans Zustand verschlechterte sich schnell. «Am Mittwochmorgen kam die Ärztin, um mit mir zu sprechen und sagte mir, dass man nichts mehr tun konnte. Man würde ihn weder intubieren noch auf die Intensivstation verlegen können. Ich könne ihm aber palliative Schmerzmittel geben, damit er schläft und aufgrund des Sauerstoffmangels nicht leidet. Das lehnte ich aber ab, denn wenn sich sein Zustand verbessern sollte, hätte er Chancen…»
Gebetsaufruf
Stattdessen machte Myriam ein Video, das sie in die sozialen Medien stellte und in dem sie um Gebet bat. Myriam ist Christin und aktives Mitglied der Gemeinde Centre Cristià in Palma de Mallorca. «Wir erhielten sofort Unterstützung von den Leuten und die folgenden Tage verbrachte ich damit, ihm zu singen, Psalmen vorzulesen und gemeinsam zu beten. Es waren sehr schwere Tage, aber ich merkte immer wieder, dass der Herr bei uns war!»
Aufgrund der Situation erhielt Iván Morphium, damit er sich entspannen und besser atmen konnte. «Am Sonntag, 22. März liessen sie meine Tochter und meinen Mann ins Krankenhaus, um sich von ihm zu verabschieden. Dann bekam er Schlafmittel, denn seine Situation war wirklich hoffnungslos…»
Inmitten von Liedern und Gebeten
Am Montag verlor Iván den Kampf gegen Covid. «Am Montag ging er zu unserem Herrn Jesus inmitten von völligem Frieden, an der Seite seiner Familie und inmitten von Liedern und Gebeten», berichtet Myriam. Sie selbst, ihr Mann und die Tochter mussten zwei Wochen in Quarantäne. Doch durch die Videos aus dem Krankenhaus wurden Medien in Argentinien und Spanien auf den Fall aufmerksam. «Mich riefen viele Fernsehkanäle und Radios an, um mich zu interviewen, denn ich glaube, dass die Leute nicht verstehen konnten, wie man nach so einem Erlebnis Frieden empfinden konnte. Ich konnte von Christus reden, manchmal mehr, manchmal weniger, aber ich erzählte von dem Frieden, den ich hatten, weil ich wusste, dass ich ihn im Himmel wiedersehen werde und weil ich wusste, dass er nun nicht mehr leidet und dass er, wenn ich ihn wiedersehe, einen gesunden Körper haben wird», erklärt Myriam.
«Gott hat Antworten für unser Leben»
Einfach ist ihr Leben seit März trotzdem nicht, Iván fehlt der Familie ständig und hat eine tiefe Lücke hinterlassen. Doch «das wird nur eine zeitlang so sein, und dan haben wir die gesamte Ewigkeit, die wir zusammen verbringen werden». Auch über ihren Youtube-Kanal erreicht Myriam viele Menschen und schenkt Hoffnung in hoffnungslosen Zeiten. «Die Bibel sagt, dass der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, eure Herzen und Sinne in Christus Jesus bewahren wird. Wir glauben an diesen Frieden, den wir erleben durften, weil wir Christus kennen. Wir glauben, dass alles, was Gott tut, zum Besten dient. Und ich glaube, dass alles, was er von mir will, ist, ihm vollkommen zu vertrauen, dass er in meinem Leben anwesend ist. Lass dich nicht irreführen von dem, was die Leute oder die Medien sagen; Gott ist der einzige, dem wir vollkommen vertrauen können und er hat Antworten für unser Leben!»
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