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Unsere intestinale Mikroflora besteht praktisch ausschliesslich aus Bakterien mit sehr zahlreichen Populationen - bis zu hunderttausend Milliarden Individuen –, die sich einer eher kleinen Anzahl Gattungen zuordnen lassen, von denen jede eine spezifische ökologische Nische unseres gastrointestinalen Systems belegt. Sie werden als dominant, subdominant und fluktuierend klassifiziert.
Nur die "MILCHSÄUREBAKTERIEN" wurden, obwohl sie Bakterien sind, nie als schlecht bezeichnet, weil fermentierte Milch bereits seit biblischen Zeiten zur menschlichen Nahrung gehört. Als Milchsäurebakterie wird eine Bakterie bezeichnet, die eine enzymatische Fermentierungsaktivität auf Milch ausübt, von deren Zuckerkomponente (Laktose) sie sich nährt, um zu wachsen und sich zu vermehren.
Daher sind die Bakterien, vor allem die Milchsäurebakterien, insbesondere die Arten "Lactobacillus" und "Bifidobacterium", unsere Helfer und Freunde.
Es sind jedoch wichtige Unterschiede zu beachten: Nur einige Milchsäurebakterien sind "ECHTE TREUE FREUNDE FÜR UNSER GANZES LEBEN", die in unserem gastrointestinalen System zusammenleben, wo sie stabile Kolonien in einer PERMANENTEN UND PHYSIOLOGISCHEN MIKROBIOTA bilden, die genau definierte spezifische Eigenschaften aufweist, die für die Gattung Mensch typisch sind (z. B. ist die Bakterienflora von Kühen verschieden von unserer und typisch für die Gattung Rinder).
Hervorzuheben ist auch, dass die als "treue Freunde für das Leben" geltenden Bakterien sehr selektiv bei der Wahl ihres Wirtes sind: In der wissenschaftlichen Terminologie werden sie als "ARTSPEZIFISCH" bezeichnet, das heisst jede Milch produzierende Tierart (Säugetiere) erwirbt und akzeptiert spezifische Milchsäurebakterien.
So gut wie sämtliche handelsüblichen Milchsäurebakterien sind lebende kaltgetrocknete Fermente in einer Art Lethargie oder gefriergetrocknete (lyophilisierte) Fermente in einem aufgezwungenen Winterschlaf, die von Kühen stammen. Sie sind somit typisch für die Gattung Rinder: Nützlich für Kälber aber nicht für den Menschen, für den sie zwar ein ausgezeichnetes Nahrungsmittel darstellen, aber keine “Freunde für das Leben” mit allen Vorteilen der symbiotischen Wechselbeziehung sind.
Im Handel sind jedoch auch lyophilisierte AUTOCHTHONE MENSCHLICHE Milchsäurebakterien erhältlich, die permanente Kolonien in unserem gastrointestinalen System bilden können, an dessen Epithelwänden haften und sich zwischen Magen und Rektum auf verschiedene ihnen zusagenden ökologische Nischen verteilen
Wissenschaftlich ausgedrückt sind die Milchsäurebakterien "artspezifisch", das heisst sie haben ein "Imprinting", einzigartige Eigenschaften, die ihnen von der Tierart, die sie beherbergt, verliehen werden.
So ist z. B. ein menschlicher Lactobacillus acidophilus nicht identisch mit einem Lactobacillus acidophilus des Kamels oder der Kuh: Sie sind sich ähnlich, aber nicht identisch und haben auf den Menschen andere Wirkungen.