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Verschiedene Quellen geben unterschiedliche Jahreszahlen an. Sicher ist, dass Adam Uhlinger, ein Schweizer Auswanderer, die ersten Reben in den Sierra Foothills pflanzte. Dies konnte frühestens 1856 geschehen sein. Also genau während des grossen Goldrushs und inmitten dessen Gebietes.
Adam Uhlinger, seine Frau Ursula und die drei Söhne Albert, Jacob und Frank siedelten von Iowa nach Fiddletown in die Sierra Foothills in Kalifornien über. Die älteren zwei Söhne Albert und Jacob wurden noch in der Schweiz geboren, Frank, der jüngste, erblickte 1855 in Iowa das Licht der Welt.
Also ist anzunehmen, dass 1856 der früheste Termin war, an dem die Uhlingers in Kalifornien ankamen. Von Iowa bis nach Kalifornien zu reisen brauchte man zu dieser Zeit im Minimum ein halbes Jahr, und das mit drei Kindern! Doch, doch, das wird nicht ohne gewesen sein! Die Entbehrungen und die Strapazen sind kaum auszumalen, heute würde schnurstracks eine Doku Sendung darüber lanciert mit täglichen Liveschaltungen!
Sein Entschluss, sich im Westen dem Rebbau zu widmen, ist mehr als nur nachvollziehbar, die Goldgräber waren von Haus aus durstige Gesellen, und so musste sich Adam um den Absatz seiner Weine vorerst überhaupt keine Sorgen machen.
Angebaut wurde die Zinfandel Rebe, die hier in den Sierras einerseits gut gedieh und auch einen beträchtlichen Ernteertrag abwarf. Die Weine wurden zudem vielerorts noch aufgesprittet, das heisst, zum Ende der Gärung mit Gebranntem angereichert. Sollte dieser Vorgang bereits in einem recht frühen Stadium der Gärung erfolgt sein, so musste das ja eine Art Portwein-Variante ergeben, die den Gärprozess unwiderruflich stoppte und der Wein umgehend verkauft werden konnte. Eine Zeitreise wäre da wohl interessant.
Der Weinbau in den Sierra Foothills florierte in der Zeit des Goldabbaus enorm. Es gab innert kurzer Zeit mehr als 100 Weingüter, die gegen den Durst der Goldgräber ankämpften. Die Erntemenge schossen in die Höhe und bald war die an sich kleine Weinbauregion mit an der Spitze was die produzierten Weinmengen in Kalifornien anbetraf.
Adam Uhlinger verstarb 1880, sein Sohn Frank führte das Weingut bis 1911 weiter und verkaufte dann die 50 ha Rebland an die Winzerfamilie D’Agostini. Der Originalkeller der Uhlingers ist als Historical California Landmark eingetragen. Das ist zu vergleichen mit unserem Verzeichnis der Denkmal geschützten Objekte.
Im Jahre 1984 verkaufte die D’Agostini Familie ihren «D’Agostini Winery»-Namen nach Sonoma, an eine Schaumwein Company.
Die Rebberge in den Sierra Foothills und die alte Kellerei wurden 1989 an die Sobon Winery veräussert. Die Rebberge der Uhlingers stehen immer noch unter Ertrag.