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UPDATE: Risiko ist seit der letzten Prognose meiner Meinung nach gesunken. Lokale Gewitter, am ehesten im Alpsteingebiet sind möglich, allerdings sind grössere Entwicklungen eher nicht zu erwarten. Ausschliessen möchte ich dennoch nichts.
Reicht es am Dienstag für Gewitter oder ist gar mit Hagelschlag zu rechnen?
Kurzfassung: Am Dienstagnachmittag vereinzelte Gewitter. Dabei allerdings mittelgrosser Hagel (um 2 cm), Starkregen bis 25mm/h und vereinzelte stürmische Böen bis 75 Km/h möglich. Hauptgefahr durch Hagel.
Die Grosswetterlage:
Ein Kaltlufttropfen befindet sich westlich von Portugal. Ein weiteres, aber nur schwaches Exemplar befindet sich über Osteuropa. Dabei gelangen vorwiegend Luftmassen aus südlicher bis südwestlicher Richtung in die Schweiz. Ein kleines Randtief zieht am Morgen über Süddeutschland. Es sorgt nochmals für eine kurze Föhnphase in den Alpentälern.
Mit dem Randtief überquert auch ein sehr schwach ausgeprägtes Niederschlagsgebiet die Nordschweiz. Es wird vor allem im Westen aktiv sein, im Osten erwarten die Modelle praktisch keinen Niederschlag, da in der trockenen Luft alles verdunstet. Dadurch wird die Luft in den unteren Schichten angefeuchet. WRF rechnet mit einem Anstieg der relativen Luftfeuchtigkeit von 50% um Mitternacht bis auf über 70% kurz vor Mittag. Feuchtigkeit ist eine wichtige Zutat für Gewitter.
Eine weitere Zutat ist Labilität. Diese ist mit einer Temperaturdifferenz von 28°C zwischen 500 hPa und 850 hPa ebenfalls vorhanden.
Ab dem Mittag ist stärkere Einstrahlung zu erwarten und damit wäre Energie für Konvektion vorhanden. Dies zeigt sich in der Pseudopotentiellen Temperatur von etwa 50°C. Allerdings befindet sich ein Deckel über der Grundschicht, der Entwicklungen unterdrückt. Die CIN-Werte liegen demenstprechend um 50 J/Kg, während 500-1000 J/Kg MLCAPE zu erwarten sind.
Falls der „Deckel“ im Verlaufe des Nachmittags lokal durchbrochen wird, sind stärkere Entwicklungen möglich. Diese können sich am gesamten Energievorrat „bedienen“. Bei einer DLS von 10-15 m/s können sie sich besser organisieren. Dazu trägt zudem die Richtungsscherung bei, die durch Nordostwind im Mittelland und Südwestwind darüber ebenfalls erhöht ist. Hierbei ist mittelgrosser Hagel nicht auszuschliessen! Aber die Vorhersage ist schwierig und unsicher. Am ehesten gefährdet sind das Mittelland und der Rand der Voralpen. Eventuell könnte eine Konvergenz zwischen Nordostwind und Föhn im Bodenseegebiet oder dem Mittelland die Entwicklung einer Gewitterzelle forcieren.
Durch mässige mixing ratios von etwa 8 g/kg und mässigem PWAT von 20 mm sind keine heftigen Starkregenereignisse zu erwarten. Dennoch können lokal 25 mm Regen in kurzer Zeit nicht ausgeschlossen werden.
Der erhöhte Organisationsgrad der Gewitterzellen deutet auf die Möglichkeit von konvektiven Sturmböen bis 75 Km/h hin. Dies dürfte aber nur in Einzelfällen auftreten.