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"Noch etwas länger zu bleiben, wäre mir eine Ehre"
Am 23. Dezember endet Jeffrey Meiers Leihvertrag bei Freiburg Gottéron. Der Back-up berichtet von seinen Erfahrungen in Freiburg und verrät, weshalb er noch etwas bleiben möchte.
Während dem die ersten Teamkollegen nach dem Training die Katakomben der BCF-Arena frisch geduscht verlassen, macht Jeffrey Meier auf dem Eis immer noch für sich selbst Übungen. Soeben ist mit Matthias Rossi der letzte verbliebene Spieler auf dem Feld in die Garderoben verschwunden. Jeffrey Meier macht konzentriert weiter mit seinem Einzeltraining. Er übt das Stick-Handling hinter dem Tor. Der Torhüter verlässt seinen Torraum über die rechte Seite, dreht sich ab, fährt hinter das Tor, wo er einen zuvor platzierten Puck mit dem Stock mitnimmt. Danach spielt er die Scheibe ab zum imaginären Mitspieler und nimmt seine Torhüterposition wieder ein. Dieses Prozedere wiederholt er zig Mal.
"Würde ich diese Einheiten als Überstunden aufschreiben, wäre ich vielleicht schon Millionär," lacht Jeffrey Meier als er gut 20 Minuten später, vollbepackt mit einem Behälter voll Trainingspucks, zum Interview erscheint. Dass er nach dem eigentlichen Eistraining oft noch etwas für sich selbst mache, erklärte Jeffrey Meier bereits bei seiner Ankunft in Freiburg vor vier Monaten. Am Ende dieser Woche nun läuft der Leihvertrag des 24-jährigen bei Freiburg-Gottéron aus.
"Es wäre mir eine grosse Ehre"
Auf die Frage, was nach dem 23. Dezember mit ihm geschehe, verweist Meier freundlich an Sportchef Dubé. Noch ein bisschen länger in Freiburg bleiben würde er aber gerne. "Ich möchte unbedingt so lange hier bleiben, bis Reto zurückkommt - es wäre mir eine grosse Ehre." Die Chancen dazu dürften intakt sein. Reto Berra fällt noch bis mindestens Ende Januar aus. Meier hat die Saison bei den GCK-Lions begonnen, dort teilen sich im Moment Robin Zumbühl und Sascha Ruppelt die Arbeit. Die Frage stellt sich, wieso also den Leihvertrag um Jeffrey Meier nicht um einen Monat verlängern? Es wäre eine win-win-Situation für Gottéron, GCK, respektive die ZSC Lions und vor allem für Jeffrey Meier selbst. Die Antwort werden die beteiligten wohl in den nächsten Tagen geben.
Egal wie sich die Parteien entscheiden, Jeffrey Meier zieht jetzt schon ein positives Fazit aus seiner Zeit bei Gottéron. "Ich lernte jeden Tag so viel, ich kam mit wenig Vorstellungen hierher, aber hatte mit David Aebischer einen super Torhütertrainer der mir viel geholfen hat", schwärmt Meier. In Freiburg erhielt der 24-Jährige seine ersten Einsätze in der National League. Bei den drei Spielen, bei welchen er zumindest teilweise auf dem Eis stand, erreichte Meier eine Abwehrquote von knapp 88%. "Statistiken schaue ich mir ehrlich gesagt wenig an. Es würde mich entweder in die eine oder andere Richtung beeinflussen. Das Gefühl, welches ich auf dem Eis erhalte, ist viel wichtiger."
Einsatz steht noch in den Sternen
Noch weiss Meier nicht, ob er nochmals von Anfang an das Freiburg-Tor hüten wird. Falls ja, wäre dies wohl gegen den HC Lugano heute Dienstag der Fall. Ein Leihvertrag ist meistens mit der Klausel ausgestattet, dass ein Einsatz gegen den Stammklub nicht möglich ist. Gottéron spielt am Donnerstag gegen den ZSC und tags darauf gegen Genf-Servette. Gegen den Leader wird Dubé wohl auf Hughes setzen. Meier selbst erfährt erst am Matchtag von einem allfälligen Einsatz. "Zum Zeitpunkt des Abschlusstrainings wissen wir dies noch nicht und ich studiere auch nicht dran herum. Es ist die Entscheidung des Coaches," sagt Meier abgeklärt.
Auf seinem Haupt trägt er wie gewohnt seine Goaliemaske. Allerdings nicht jene der GCK-Lions. Er habe bald nach seiner Ankunft eine weisse, neutrale Maske bestellt. Diese hat Meier jetzt mit einigen Gottéron-Logos bereichert. "Mit der Maske kann man etwas ausdrücken, ob jetzt zum Beispiel ein Club-Logo oder etwas Persönliches, dies ist dann individuell." Zufrieden verabschiedet sich Jeffrey Meier vom Interview und stapft mit dem Behälter voller Trainingspucks in die Kabine. Der letzte räume das Eisfeld auf, damit der Eismeister dies nicht unnötigerweise tun müsse, bevor er mit dem Zamboni das Spielfeld putzt. Dies gehöre sich so, lächelt Meier zum Abschluss und verabschiedet sich dann ebenfalls, rund 45 Minuten später als seine Teamkollegen, in die Kabine.