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Dissertationsprojekt von Gergely Csukás
Ziel des Forschungsprojektes ist die Analyse einer der auflagenstärksten und erfolgreichsten Zeitschriften der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts: die „Sammlung auserlesener Materien zum Bau des Reiches Gottes“, die unter verschiedenen Namen von 1731 bis 1761 erschienen ist. Zwei Redaktoren – und vor allem der letzere – prägten die Zeitschrift, die beide Pastoren aus der protestantischen Diaspora aus Teschen, Schlesien, waren: Traugott Jerichovius (1696-1734) und Johann Adam Steinmetz (1689-1762). Sie hatten ein deutlich hallisch-pietistisch-protestantisches Profil und dabei einen transnationalen, transatlantischen und transkonfessionellen Zugriff. Ziel der Arbeit ist es, den eschatologischen und den heilsgeschichtlichen Charakter der veröffentlichten Nachrichten aus aller Welt herauszuarbeiten. Diese Nachrichten wurden konsequent aus dem pietistischen Verständnis des Reiches Gottes heraus interpretiert. Themenfelder der Nachrichten waren (Auswahl): Erweckungsbewegungen (Great Awakening in Nordamerika, Methodismus in England), weltweite Mission (etwa Indien oder Nordamerika), Anzeichen der Schwächung des Papsttums (Jansenismus in Frankreich), Verfolgung der Protestanten (Salzburger Emigration, Hugenotten), Übersetzung und Verbreitung von Bibeln, Einrichtung von Waisenhäusern. Absicht der Pietisten war es, in Zeiten der zunehmenden Rationalisierung der Theologie und der Kirche den Lesern Hoffnung zu vermitteln, dass Gott seine Verheissungen zum Ziele führt und dies ganz real in Raum und Zeit. Schnittpunkte ergaben sich dabei mit der Orthodoxie und mit der Aufklärung. Pietistische Zeitschriften sind zwar nach ihren medialen Aspekten recht gut erforscht, nicht aber nach ihren Inhalten. Diesem Desiderat soll das Projekt, das bis Sommer 2017 dauern wird, entsprechen.