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Biographie von Hans Schaad (1890-1976)
Der Illustrator und Grafiker Hans Schaad wurde am 18. Juni 1890 in Steinmaur geboren. Er hatte noch eine jüngerer Schwester namens Hedwig Schaad (1891-1919) und einen jüngeren Bruder namens Martin Schaad (1893-1918), der späer als Bautechniker arbeitete. Sein Vater Johannes Schaad (1859-1944) war Lehrer in Steinmaur und wurde für seine Verdienste als Lehrer und Erzieher mit dem Ehrenbürgerrecht ausgezeichnet. Seine Mutter war Barbara Schaad-Schlatter (1865-1938). Nach ihrem Tod lebte Johannes Schaad bis zu seinem Tod bei seinem Sohn Hans Schaad.
Während der Primarschule war Hans Schaads Vater sein Lehrer, die Sekundarschule absolvierte er anschliessend in Schöfflisdorf.
Nach Ende der Schule wollte er bereits einen künstlerischen Beruf einschlagen und als Dekorationsmaler eine Lehre beginnen. Doch dieser Beruf war nicht mehr gefragt und so ging er an die Schaffhauser Kantonsschule. Doch der Wunsch, als Künstler zu arbeiten war grösser und schliesslich wagte er den Schritt an die Kunstgewerbeschule in Zürich. Ab dem dritten Jahr besuchgte er dort auch den Zeichenlehrkurs, den er mit einem Diplom abschloss.
Nach seiner Ausbildung konnte er als Mitarbeiter beim Maler Ernst Thommen erste Erfahrungen in St. Moritz sammeln und er war im Winter mit Werkstattarbeiten beschäftigt und im Sommer schuf er an Neubauten Sgraffiti. Zusammen mit Thommen ging Hans Schaad 1911/12 für einen Studienaufenthalt an die Münchner Kunstgewerbeschule, wo sein Lehrer der Maler und Zeichner Julius Diez (1870-1957) war. Nach dem Studienaufenthalt kehrten die beiden wieder ins Bündnerland zurück.
Im Winter darauf gingen die beiden für freie Studien nach Paris. In den darauffolgenden Sommermonaten arbeiteten beide in Zuoz, Chur und Davos.
Mit dem Ausbruch des 1. Weltkrieges endete die künstlerische Tätigkeit vorläufig und Hans Schaad wurde Soldat bei der Füs Kp. I/64. Nach 240 Diensttagen folgten mehrere dienstfreie Monate, in denen er im landwirtschaftlichen Kleinbetrieb seines Onkel und Göttis in Oberhallau mitarbeitete.
Im Herbst 1915 folgte ein weiterer Militärdienst im Tessin, der bis ins Frühjahr 1916 dauerte.
Zwar wurde die Schweizer Armee von den Auswirkungen des 1. Weltkrieges verschont, doch im Sommer 1918 erfasste die "Spanische Grippe" auch die Mitglieder der Armee. Zu den ersten Opfern in der Armee gehörte auch Hans Schaads Bruder Martin, der im Alter von nur 25 Jahren verstarb.
Auch Hans Schaad wurde Mitte November von der Grippe heimgesucht, doch er überstand die heimtückische Krankheit und wurde am 30. Dezember nach fünf Wochen Krankheit als geheilt wieder entlassen.
Doch das Schicksal schlug ein weiteres Mal in der Familie Schaad zu. Seine Schwester Hedwig erkrankte anfangs 1919 ebenfalls an der Grippe. Sie überlebte die Grippe nicht und verstarb am 17. April 1919 im Alter von nur 28 Jahren.
Hans Schaad musste sich überlegen, wie er seinen beruflichen Werdegang fortsetzen wollte und da er sehr gerne figürlich zeichnete sandte er 1918 der Redaktion der "Schweizer Illustrierten Zeitung" einige seiner Arbeiten zu. Die Redaktion war von seinen Beiträgen begeistert und kurz darauf avancierte Hans Schaad zum wichtigsten Zeichner dieser Zeitschrift und seine Bilder wurden mit "Unser Spezialzeichner Hans Schaad" bezeichnet. Immer wieder zierten seine Zeichnungen auch als Titelbilder der Ausgaben. Hans Schaad arbeitete bis Ende der 50er Jahre regelmässig für die "Schweizer Illustrierte Zeitung" und seine Beiträge führten auch immer wieder zu privaten Aufträgen. Sehr populär waren seine ganzseitigen Zeichnungen, in denen er auf humorvolle Weise Herr und Frau Schweizer aufs Korn nahm oder sich aktuellen Themen in der Schweiz widmete wie "Die fleischlose Woche", "Das Telephon", "Die Nationalrats-Wahlen", "Basler Flugtag", "Volkszählung", "Zollrevision" und "Portoerhöhung PTT".
Hans Schaad sammelte zahlreiche Fotos von Alltagsszenen und liess sich von diesen Fotos zu einigen seiner Illustrationen inspirieren. Ein schönes Beispiel ist seine Zeichnung zu "Abstimmungs-Sonntag" von 1949.
"Er legte sich sein persönliches Google an", wie sein Enkel, der Comiczeichner Felix Schaad, mit einem Augenzwingern bemerkt.
Marcel Dornier (1893-1988), der mit Hans Schaad ab 1907 in die gleiche Schule ging beschrieb seine Arbeiten wie folgt:
"Vor allem war ihm die heitere Seite eingeräumt. Ungezählte Leser erfreuten sich in jenen Jahren an dem volkstümlichen Humor seiner Zeichnungen. Fern aller Bissigkeit enthüllten sie auf versöhnliche Weise des Schweizers Schwächen, Torheiten und Eigenheiten".
1920 lernte er Anni Roost kennen, zwei Jahre später heirateten die beiden. 1923 wurde die Tochter Anne, 1926 die Tochter Eva und 1928 der Sohn Hans geboren. Hans Junior wurde später ebenfalls ein sehr erfolgreicher Illustrator und nannte sich Hans P. Schaad, um eine Verwechslung mit seinem Vater zu vermeiden.
Von 1922 bis 1930 lebte die Familie in Niedersteinmaur, 1930 folgte ein Hausbau in Eglisau. Dort zog 1938 sein Vater in einen kleinen Wohnungsbau ein, nachdem seine Frau kurz zuvor verstarb.
Viele Jahre später, als die Familie grösser wurde, baute Hans Schaad auf dem gleichen Grundstück ein Doppelwohnhaus, sein Sohn Hans übernahm das alte Haus.
Nachdem sich Hans Schaad bei der "Schweizer Illustrierten Zeitung" etabliert hatte gestaltete er in den kommenden Jahren auch zahlreiche Bücher mit seinen Illustrationen aus. Dazu gehören auch früheste Bücher des heute legendären Schriftstellers Friedrich Glauser mit der Titelfigur "Wachtmeister Studer". Hans Schaad gestaltete die Umschlagbilder zu "Wachtmeister Studer", "Die Fieberkurve", "Der Chinese" und "Krock & Co.".
Ebenfalls einem breiten Publikum wurde er mit seinen Humorzeichnungen für die einmal im Jahr erscheinende Publikation "Eulenspiegel-Kalender".
Anfangs der 30er Jahre lernte er den Autor Jakob Stebler (1898-1985) kennen, als dieser ihn bat, sein Werk "Us em Stägefässli" zu illustrieren.
Als Jakob Stebler 1935 von der "Schweizer Illustrierten Zeitung" als Nachfolger des Texters Bolo angefragt wurde, kreuzten sich die Wege von Hans Schaad und Jakob Stebler erneut und Jakob Stebler schrieb die Verse zu den Zeichnungen von Hans Schaad.
Auch als Werbezeichner war er ein begehrter Künstler und er zeichnete für Firmen wie "Landmaschinen Aebi", das "Schuhhaus Beurer", für Raucherprodukte wie "Blauband", "Boston" und "Weber-Stumpen", für "Rüegg-Nägeli" und für "Steinfels".
Am Ende seiner aktiven Künstlerlaufbahn besann sich Hans Schaad seiner Anfänge und er gestaltete vermehrt Bauten mit Fassadenmalereien und Sonnenuhren. Die Arbeit im Freien bereitete ihm Freude und war eine willkommene Abwechslung zur Tätigkeit im Atelier.
In seiner Freizeit suchte er die körperliche Aktivitiät und er wanderte gerne oder war auf seinen alten Skis unterwegs. Energie tanken konnte er auf Spaziergängen mit seinen acht Enkelkindern und in seinem geliebten Garten, wo er noch am Nachmittag seines Todestages arbeitete.
Jakob Stebler beschrieb Hans Schaad als einfachen, warmherzigen und trotz seines Erfolges bescheidenen Charakter, der mit seiner ausgeglichenen Natur beeindruckte. Er war ein zuverlässiger Zeitgenosse und verstand es auch, zu schweigen.
Hinweis:
Alle abgebildeten Zeichnungen auf dieser und den nachfolgenden Seiten des Künstlers Hans Schaad mit freundlicher Genehmigung der Familie Schaad (F. Schaad).
Die Abbildungen der Werke von Hans Schaad dienen ausschliesslich der Illustration der Arbeiten des
Künstlers. Die Verwendung von Dritten ist ohne Erlaubnis der Rechteinhaber nicht zulässig.