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Chelsea-Besitzer Roman Abramowitsch will sich nach eigenen Angaben als Vermittler zwischen der Ukraine und Russland bemühen. Der russische Oligarch scheint im Ukraine-Konflikt eine Sonderstellung einzunehmen.
Abramowitsch sei von der ukrainischen Seite kontaktiert und bei den Bemühungen um eine friedliche Lösung um Hilfe gebeten worden, sagte ein Sprecher des 55-jährigen Russen am Montag der britischen Nachrichtenagentur PA. Abramowitsch versuche seitdem, zu helfen – man könne aber mit Blick darauf, was auf dem Spiel stehe, keine weiteren Details nennen, hiess es.
Der russische Oligarch, der wegen seiner Nähe zu Präsident Wladimir Putin in der Vergangenheit wiederholt in die Kritik geraten war, nimmt damit eine Art Sonderstellung im Ukraine-Konflikt ein. Am Wochenende sorgte die berühmte russische Familie bereits für Aufsehen, als Tochter Sofia in den sozialen Medien Putin aufs Schärfste kritisierte.
«Die erfolgreichste Lüge der Kreml-Propaganda ist, dass die meisten Russen hinter Putin stehen», postete Sofia Abramowitsch in einer Instagram-Story. In derselben Nachricht übertitelte sie den Schriftzug «Russland will einen Krieg mit der Ukraine» und ersetzte den Satz mit «Putin will einen Krieg mit der Ukraine».
Ein «Helfer Putins»?
Abramowitsch selbst hatte in der Vergangenheit seine guten Beziehungen zu Putin stets verneint. Am vergangenen Donnerstag enthüllte der Labour-Abgeordnete Chris Bryant im britischen Unterhaus jedoch ein Dokument, gemäss dem das britische Innenministerium Abramowitsch 2019 auf eine Liste verdächtiger Russen gesetzt hatte.
Das Ministerium verfolge Abramowitschs Aktivitäten «mit grossem Interesse» wegen «dessen Verbindungen zum russischen Staat und seiner öffentlichen Assoziation mit korrupten Aktivitäten und Praktiken». Auch der russische oppositionelle Politiker Alexei Nawalny hatte Abramowitsch bereits als «Helfer Putins» mit dem russischen Präsidenten in Verbindung gebracht.
In den letzten Tagen wurden im Vereinigten Königreich die Forderungen nach persönlichen Sanktionen gegen Abramowitsch immer lauter. Am Samstag kündigte der 55-Jährige dann an, die Verantwortung des englischen Champions-League-Siegers FC Chelsea, von dem er Inhaber ist, an die Verwalter der wohltätigen Stiftung des Klubs abgeben zu wollen.
Ein Schachzug, der seinerseits schon wieder zu Kritik geführt hat. Von einem Verkauf des Vereins scheint Abramowitsch nämlich weit entfernt. «Versuch nicht, uns mit solchem Verwaltungsmüll zu veräppeln. Er ist der Besitzer von Chelsea und mit diesem Statement hat sich daran überhaupt nichts geändert», schoss ManUtd-Legende Gary Neville gegen den Russen.
Selbst Chelsea-Coach Thomas Tuchel erwartet keine Veränderungen innerhalb des Clubs. «Ich glaube nicht, dass sich für mich im Tagesgeschäft irgendwas verändert», so der 48-Jährige.