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Munkacsy,
Michael, ungar. Genremaler, geb. zu Munkács, verlor in der Revolution seine Eltern und kam zu einem Oheim, der ihn zu einem Tischler in die Lehre gab. Nach sechs Jahren verließ er die Werkstätte, verschaffte sich Unterricht im Zeichnen und verdiente in Pest durch Porträte und kleine Genrebilder so viel, daß er auf die Akademie in Wien gehen konnte. Schon nach kurzer Zeit sah er sich genötigt, diese mit München zu vertauschen, wo er unter Franz Adam sich so rasch ausbildete, daß er für drei Genrebilder Preise gewann und imstande war, nach Düsseldorf zu gehen, wo er, durch Knaus und Vautier angeregt, sich zum Genre wandte und sich 1869 durch sein erstes größeres Bild: die letzten Tage eines Verurteilten, von großer Feinheit der Charakteristik, psychologischer Wahrheit und tief-ernster Stimmung, mit Einem Schlag einen bedeutenden Namen machte ¶
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und in Paris die goldne Ehrenmedaille erhielt (kam in Privatbesitz nach Amerika). Auf dieser Bahn des tragischen Genres, das er in düstern, schwarzen Farben, aber stets mit packender realistischer Wahrheit zu behandeln pflegt, wandelte er mit mehr Glück weiter, als wenn er sich bisweilen ans heitere, komische Genre wagte, bis er in seinen letzten Bildern das Düstere seiner Farben milderte und einen freundlichern Ton anschlug, z. B. in dem anmutigen Bilde: die beiden Familien (Menschen und Hunde). Zu seinen Hauptwerken gehören außerdem: Nachtschwärmer, der betrunkene Schneider, das Vesperbrot, der verwundete Hónved, die aufgegriffenen Vagabunden, Scene aus dem Versatzamt, das überaus ergreifende Hauptbild: Milton seinen Töchtern das «Verlorne Paradies» diktierend (in Paris, 1878), Besuch bei der Wöchnerin (1879) und Verurteilung Christi vor Pilatus. Seit 1872 hat er seinen Wohnsitz in Paris, wo er 1877 Ritter und 1878 Offizier der Ehrenlegion wurde.