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Diese Originalausgabe bringt zum ersten Mal alle 33 Erzählungen Stifters nach den Erstdrucken und in der Chronologie ihrer Entstehung; ergänzt durch einen umfangreichen Anhang. Die vorliegende Ausgabe versammelt zum ersten Mal alle dreiunddreissig Erzählungen Adalbert Stifters nach den Erstdrucken und in der Chronologie ihres Erscheinens in den Jahren 1840 - 1869. Damit wird erstmals die Entwicklung des Autors vom frühen Jean Paulianer zum asketischen Sprachspieler der Spätzeit nachlesbar. Ohne die Bedeutung der vom Dichter selbst für die Buchausgaben seiner berühmten Sammlungen ‚Studien’ und ‚Bunte Steine’ vorgenommenen Überarbeitungen zu schmälern, wird hier ein Erzählkontinuum unverstellt sichtbar, in dem sich Stifters Leben und Schaffen in seiner Zeit eindrucksvoll widerspiegelt. Der Abdruck der Texte - mit Ausnahme der beiden letzten – erfolgt nach der ‚Historisch-Kritischen Gesamtausgabe’. Ein umfangreicher Anhang gibt Auskunft zu Entstehungsgeschichte und Textedition sowie zu Leben und Werk.
Rezension
"Stifter ist einer der merkwürdigsten, heimlich kühnsten und wunderlich packendsten Erzähler der Weltliteratur". (Thomas Mann)
Portrait
Adalbert Stifter, geb. 1805 in Oberplan/Böhmerwald), war der Sohn eines Leinewebers und Flachshändlers. Nach der Gymnasiumszeit im Benediktinerstift Kremsmünster studierte er ab 1826 die Rechte in Wien, ohne aber eine Schlussprüfung zu absolvieren. In den 1830er Jahren bewarb er sich mehrmals erfolglos um Anstellungen als Lehrer und verdiente dann seinen Lebensunterhalt als Privatlehrer. Nachdem ihm 1840 die Veröffentlichung der Erzählungen 'Der Condor' und 'Feldblumen' erste Erfolge gebracht hatte, lebte er bis 1850 als freier Schriftsteller. Nach den Märzunruhen von 1848 in Wien zog sich Stifter nach Linz zurück, wurde zum Schulrat ernannt, 1853 von der "Kommission zur Erforschung und Erhaltung der Kunst und historischen Denkmale" zum Konservator für Oberösterreich bestellt. 1865 trat Stifter, wohl seit 1863 unheilbar erkrankt, durch lästige Verwaltungsarbeit und finanzielle Bedrängnis verbittert, in den Ruhestand. Nach einem Selbstmordversuch starb er 1868 in Linz. Wolfgang Matz, geb. 1955 in Berlin, lehrte von 1987-95 deutsche Sprache und Literatur an der Universität Poitiers und arbeitet seitdem als Verlagslektor in München. Er veröffentlichte zahlreiche Essays zur deutschen und zur französischen Literatur, wurde als Übersetzer mit dem Paul Celan Preis und dem Petrarca-Preis ausgezeichnet und ist Herausgeber von Adalbert Stifters 'Sämtliche Erzählungen in der Fassung des Erstdrucks' (2005).