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Wer denkt, Kegeln sei eine relativ junge Sportart, der hat sich getäuscht. Bereits die Ägypter kannten eine Art Kinderkegelspiel (ca. 3’500 v. Chr.). Dies belegen einige archäologische Ausgrabungen, sowie Wandreliefs in Grabstätten, welche Spielszenen darstellten.
Vorformen des heutigen bekannten Kegelns sind wohl im frühen Mittelalter entstanden. Dies können Untersuchungen zu den Ursprüngen des Worts «Kegel», althochdeutsch chegil, belegen. Ab dem 12. Jahrhundert wird es durchgehend immer wieder als volkstümliche Kegelspiele erwähnt. Mitte des 13. Jahrhundert ist sogar belegt, dass eine Kegler-Gilde bestand, welche die Aufnahmegebühr mit Naturalien entrichtet haben wollte.
Zu dieser Zeit hatte das Kegeln jedoch weniger einen sportlichen Hintergrund, sondern war eher beliebt, um Wetten abzuschliessen. Die damaligen Gesetze schränkten Glückspiele jedoch stark ein. Mit dem Abschliessen von Wetteinsätzen wurde das Kegeln zunehmend mit einem Glückspiel in Zusammenhang gebracht, was schlussendlich in einigen Ländern, darunter England, Deutschland und Frankreich, sogar zu einem vorläufigen Verbot führte.
Die zunehmende Beliebtheit des Kegelns in der Gesellschaft konnten diese Verbote aber nicht weiter einschränken. Zahlreiche Quellen aus dem 15. Jahrhundert berichten, das fast in jeder Gemeinde ein «Kegelplatz» oder «Kegelreiss> für das feierliche Vergnügen bereitgestellt wurde. Selbst bis in die Klöster war Kegeln vorgedrungen, jedoch nannten es die Kleriker zu damaliger Zeit «Heidentöten». Die Kegel stellten sie sich als Heiden und Dämonen vor, welche sie mit dem Stein umwerfen konnten.
Zu Beginn des 16. Jahrhunderts war das Kegeln auch bei grossen Volksfesten angekommen. Über alle Stände (Adel, Klerus, Handwerker und Bauern) hinweg, gingen die Menschen dem Kegelspiel nach.
Bis ins 18. Jahrhundert kegelte man ausschliesslich im Freien. Auch wurden erstmals Regeln, welche teilweise bis heute erhalten blieben, niedergeschrieben. So durfte z.B. nicht Übertreten werden oder die Kugel musste vor einer bestimmten Markierung abgegeben werden. Auch bekannte Persönlichkeiten, wie etwa Friedrich Schiller und Johann Wolfgang von Goethe, eiferten mit Freude dem Kegelspiel nach.
Das Kegeln breitete sich nun durch Auswanderer auch auf die restliche Welt aus. In Amerika soll ein Verbot des «Neun-Kegel-Spiels» der Anstoss gewesen sein, dass aus Kegeln das heute bekannte Bowling mit zehn Pins entstand. Um das Verbot weiter zu umgehen ist auch die quadratische Aufstellung der Kegel, zu einem Dreieck im Bowling, geändert worden.
Im 19. Jahrhundert kamen nun vermehrt Keglergemeinschaften auf und immer mehr rückte der sportliche Aspekt in den Vordergrund: Das Sportkegeln wurde geboren.
Später entstanden regionale Zusammenschlüsse und Verbände sorgten für ein einheitliches Regelwerk.
In der Schweiz entstanden Mitte des 20. Jahrhundert mehrere schweizweit agierende Verbände, welche bis heute den Kegelsport auf grosser Ebene weiter betreiben. Ende des 20. Jahrhunderts hatte das Kegeln den Höhepunkt in der Schweiz erreicht und regionale Meisterschaften hatten stets mehrere Hundert Teilnehmer zu verzeichnen. Schweizweit stattfindende Anlässe hatten sogar mehrere tausend Anmeldungen. Doch die heutigen Kegler, welche in der Blütezeit des Kegelsports dabei waren, sind nun älter geworden und neue jüngere Kegler kommen nur noch sporadisch nach.