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Zur finanziellen Sicherstellung der Uni
Entstehung und Wirken des Freiburger Hochschulrates
Im Abkommen von 1949 zwischen den Schweizer Bischöfen und dem Freiburger Staatsrat wurde die Errichtung eines Hochschulrates als konsultatives Organ beschlossen. In einer Lizentiatsarbeit wurde nun das Wirken dieses Gremiums auch auf dem Hintergrund des gesellschaftlichen Wandels beleuchtet.
Von WALTER BUCHS
Ende der Vierzigerjahre geriet die Universität Freiburg, die katholische Hochschule der Schweiz, in eine Existenzkrise. Der Grund lag hauptsächlich in den begrenzten finanziellen Mitteln, die der Kanton für seine Universität aufbringen konnte. Damit war es aber ohne Hilfe von aussen nicht möglich, mit den anderen Schweizer Hochschulen Schritt zu halten. Zu dieser Zeit reifte der Plan, die Schweizer Bischöfe zu Mitträgern der Universität zu machen und die Katholiken zur regelmässigen finanziellen Hilfe in die Pflicht zu nehmen, dies auf der Grundlage der bereits 1934 eingeführten Universitätskollekte.
Abkommen unterzeichnet
Die Initiative ging vom ehemaligen Freiburger Universitätsprofessor und Bundesrichter Wilhelm Schönenberger aus. Kurz vor dem ersten Adventssonntag 1948, dem Hochschulsonntag, rief er in einem Artikel der «Civitas», der Zeitschrift des Schweizerischen Studentenvereins, zur moralischen und finanziellen Unterstützung der Freiburger Hochschule auf. In der Folge versuchte er, massgebende Persönlichkeiten aus der katholischen Schweiz für eine «Aktion zur Überwindung der universitären Krise» zu gewinnen.
So entstand ein «Abkommen zwischen den Schweizer Bischöfen einerseits und dem Staatsrat des Kantons Freiburg andererseits über die Förderung und finanzielle Sicherstellung der Universität Freiburg». Dieses wurde von den beiden Parteien am 5. Juli resp. 2. September 1949 unterzeichnet und führte in den folgenden 18 Jahren tatsächlich zur Überwindung der erwähnten Krise. Als Organ, welches das Abkommen in die Tat umzusetzen hatte, wurde der Hochschulrat (HSR) gegründet.
Über die Vorgeschichte, die Gründungs- und Konsolidierungsphase sowie die massgebenden Persönlichkeiten des HSR hat die in Freiburg wohnhafte Historikerin Susanna Biland ihre Lizentiatsarbeit verfasst. Diese ist in der Zwischenzeit als Band 34 der Reihe «Religion – Politik – Gesellschaft in der Schweiz» in der «Academic Press/Paulusverlag in Freiburg erschienen. Inhaltlich beschränkt sie sich auf die Jahre 1949 bis 1967. Es sind dies die Jahre, in denen der HSR von Initiant und Gründer Wilhelm Schönenberger präsidiert wurde. Mit der Einführung der Bundessubventionen ab 1966 hat sich die finanzielle Grundlage auch der Universität Freiburg grundlegend verändert.
Ein gewichtiges Organ
Die Lizentiatsarbeit, die auf Anregung des heutigen Uni-Rektors und Historikers Urs Altermatt entstanden ist, enthält unter anderem einen aufschlussreichen Anhang mit dem Verzeichnis der ordentlichen Mitglieder des HSR und ihrem Sozialprofil. Sie vertraten verschiedene universitäre und kirchliche Organe.
Der neu geschaffene Hochschulrat durfte als konsultatives Organ in allen wichtigen universitären Angelegenheiten sein Gutachten abgeben, namentlich auch, was die Ernennung von Professoren und die Schaffung von Lehrstühlen betraf. Somit hatten die Schweizer Katholiken indirekt ein Mitspracherecht, während sie sich andererseits verpflichteten, über die Hochschulkollekte einen gewichtigen finanziellen Beitrag zu leisten.
Finanziell bedeutsam
Über seine «Kommission für den Hochschulsonntag», in der auch der Hochschulverein vertreten war, rührte der HSR im Umfeld der Hochschulkollekte, die auch heute noch am ersten Adventssonntag aufgenommen wird, stark die Werbetrommel. Dies zahlte sich aus, denn namentlich in den 50er bis in die 60er Jahre stellten der Beitrag der Kollekte und andere Zuwendungen einen bedeutenden Teil des Universitätsbudgets dar. Die Lizentiatsarbeit enthält hiezu entsprechende Übersichten.
Wichtig war es namentlich, die niedrigen Löhne und die ungenügenden Pensionsverhältnisse der Professoren aufzubessern. So sollte vermieden werden, dass qualifizierte katholische Lehrkräfte systhematisch wegzogen. Später kamen Stipendien für inländische und ausländische Studenten hinzu. Der HSR, der sich 1953 für die Gründung des Universitätsverlags stark gemacht hatte, unterstützt seit jeher ebenfalls die Herausgabe von Publikationen. Er spielte schliesslich auch bei der Erweiterung der Universitätsbauten eine wichtige Rolle.
Eine Lücke geschlossen
Mit ihrer Arbeit hat die Autorin Susanna Biland wichtige, noch unbeackerte Aspekte der Geschichte der Freiburger Hochschule aufgearbeitet. Sie hat sich dabei aber nicht mit den reinen Fakten des HSR begnügt, der sich namentlich in der Zeit von Wilhelm Schönenberger als «Hüter der Katholizität» verstand. Ihr Augenmerk gilt ebenfalls den Auswirkungen des seit den 1960er-Jahren stattfindenden Säkularisierungsprozesses.
Susanna Biland, Der Hochschulrat der Universität Freiburg/Fribourg (1949-1967), Reihe «Religion – Politik – Gesellschaft in der Schweiz», Academic Press/Paulusverlag Freiburg, ISBN 3-7278-1483-7.