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Die in Bethlehem geborene Annemarie Jacir setzt sich immer wieder mit ihrer Heimat Palästina und dem Exil auseinander. Wajib ist nun zugleich ein Film über allgemeine Familienkonstellationen und über diese ganz spezielle, wie sie sich in Nazareth ergeben kann.
Vater Mohammad und Sohn Saleh Bakri spielen Vater und Sohn in Wajib. Abu Shadi war und ist ein palästinensischer Lehrer in Nazareth, unter strenger Kontrolle und Beobachtung durch die israelischen Behörden. Sein Sohn Shadi lebt als Architekt in Italien und ist über die Weihnachtstage zurück gekommen für die bevorstehende Hochzeit seiner Schwester. „Locarno 17: WAJIB (Duty) von Annemarie Jacir (Wettbewerb)“ weiterlesen
Der israelische Palästinenser Elia Suleiman ist noch in bester Erinnerung für seinen Cannes-Beitrag von 2002: Divine Intervention. Der urkomische, lakonisch-poetische Stil, mit dem er damals die Absurditäten im täglichen Leben im nahen Osten ins Auge fasste, hat den Film zu einer dauerhaften Erinnerung gemacht. Und Suleimans neuer, der heute hier in Cannes im Wettbewerb gezeigt wurde, führt den eigenwilligen Stil weiter in die Vergangenheit. Suleiman erzählt aus der eigenen Familiengeschichte und seiner Kindheit und Jugend in Nazareth. Zunächst aber von 1948, dem Gründungsjahr Israels, der Eroberung oder Befreiung Nazareths, je nach Perspektive, und von seinem Vater, einem Widerstandskämpfer.