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Der Richtplan des Kantons Freiburg rechnet mit einer Bevölkerungszunahme von 50 Prozent bis 2050, und das Raumplanungsgesetz schreibt das Prinzip der inneren Verdichtung vor. Gleichzeitig ist offensichtlich, dass im Zuge des Klimawandels Extremtemperaturen in Städten (Urban Heat Islands) zunehmen werden. Mit diesem Projekt will die Stadt Freiburg die Folgen der globalen Erwärmung eindämmen.
Ausgangslage
Das Projekt befasst sich mit dem Problem der urbanen Hitzeinseln – dem bekannten Phänomen, dass die Temperaturen in Städten und Agglomerationen stets etwas höher liegen als im Umland. Die Auseinandersetzung mit diesem Effekt ist in Freiburg heute von strategischer Bedeutung, da mehrere grosse städtebauliche Veränderungen anstehen: die Altstadt im Burgquartier, das zentrale Viertel um den Bahnhof sowie die Entwicklung verschiedener Wohnbauprojekte mit Hunderten von Wohnungen. Mit diesem Projekt verschafft sich Freiburg ein Entscheidungs- und Kommunikationsinstrument, um den Folgen der globalen Erwärmung für das Stadtklima, die menschliche Gesundheit, die Stadtplanung (Natur in der Stadt) sowie den Verbrauch und die Produktion erneuerbarer Energien zu begegnen. Das Projekt ermöglicht es, die Auswirkungen des Klimawandels im Stadtgebiet in Zahlen zu fassen und proaktiv praktische Lösungen zu finden, um die Lebensqualität der Bevölkerung zu erhöhen.
Ziele
- Evaluation der städtischen Lebensqualität und Identifizierung von Problembereichen (Temperaturkartierung und Extrapolation auf Grundlage verschiedener Erwärmungs- und Verdichtungsszenarien).
- Evaluation von Klimatisierung und Energieerzeugung (Photovoltaik).
- Entwicklung der Stadtnatur zur Risikoverminderung.
- Erstellung von Richtlinien für Stadtplanende.
Vorgehen
- Das Projekt verwendet eine Software (City Sim https://citysim.epfl.ch/), welche mittels numerischer Simulation die relevanten Indikatoren auf der Grundlage verfügbarer Kataster- und Statistikdaten auswertet. Ziel ist es, die mit dem Phänomen der städtischen Hitzeinsel verbundenen Risiken und Chancen zu analysieren. Dabei geht es darum, sensible Gebiete zu identifizieren sowie die anzustrebenden und die zu vermeidenden Stadtentwicklungsszenarien zu erkennen. Das Projekt wird insbesondere zu einer Zunahme der biologischen Vielfalt und des Naturraums in der Stadt führen.
Angestrebte Produkte
- 3D-Darstellung (OpenGL) und 2D-Kartierung (GIS) von Gebäuden und Strassen mit einer Farbdarstellung der wichtigsten Indikatoren (städtische Hitzeinseln, Photovoltaikproduktion, urbane Lebensqualität, usw.) für das Referenzszenario, Zukunftsprognosen (2030 und 2050) sowie verschiedene Verminderungsszenarien.
- Empfehlung für neue Vorschriften, die den Hitzeinsel-Effekt eindämmen könnten, insbesondere für Eigentümer (auf Grundlage der kartographischen Ergebnisse).
- Integration der Ergebnisse in das Online-Kartenangebot der Stadt (soweit möglich).
- Informationsveranstaltungen für Gemeindebehörden (Exekutive und Legislative).
- Information der Bevölkerung und der Verbände durch eine allgemeinverständliche Umsetzung der komplexen Resultate der Simulationen.
|Vollständiger Projekttitel:

Wärmeinseln in der Stadt Freiburg: Identifikation, Antizipation und Strategie für Anpassung und Valorisierung (A.13)
|Projektgebiet:

Gemeinde Freiburg
|Laufzeit:

Januar 2019 – Dezember 2021
|Träger:

Hochschule für Technik und Architektur Freiburg HEIA-FR, Institut für anwendungsorientierte Forschung Energiesysteme (ENERGY)
|Begleitung:

Bundesamt für Energie BFE
Letzte Änderung 25.07.2019