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Bei manchen Arbeiten ist der menschliche Körper vielfältigen Gefährdungen ausgesetzt. Deshalb muss der Arbeitgeber seinen Mitarbeitenden zweckmässige, physiologisch einwandfreie und qualitativ hochwertige Bekleidung zur Verfügung stellen. Die Auswahl der richtigen Schutzkleidung trägt dazu bei, Unfälle und Berufskrankheiten zu vermeiden.
In der Praxis zeigt sich oft, dass die eingesetzte Schutzkleidung wohl die geltenden Normen erfüllt, aber bezüglich Passform und Tragkomfort nicht den Bedürfnissen der Mitarbeitenden entspricht. Diesbezüglich besteht in manchen Unternehmen Handlungsbedarf.
Arbeitskleidung gilt üblicherweise nicht als Schutzkleidung. Sie wird anstelle, als Ergänzung oder zum Schutz der Privatkleidung getragen.
Chemikalienschutzkleidung wird als Schutz gegen flüssige, teilweise auch gegen feste (feinkörnige) und gasförmige Chemikalien benötigt.
Die harmonisierten Normen für Chemikalienschutzkleidung enthalten Anforderungen an das Material, die Nähte und Verbindungen sowie die gesamte Schutzkleidung. Sämtliche Schutzkleidungen gegen gefährliche Chemikalien, ionisierende Strahlung usw. fallen in die CE-Kategorie III Innerhalb dieser Kategorie wurden 6 Schutzgrade (Typen) definiert.
Diese Schutztypen sagen aus, wie dicht ein Anzug ist gegenüber bestimmten Expositionsarten (Gas, Flüssigkeit oder Staub).
Ganzkörper-Schutzanzüge haben immer eine Kapuze oder Haube. Die jeweils niedrigere Typenklasse (= höherer Schutz) beinhaltet immer die Merkmale der höheren Typenklassen. Das heisst: Schutzkleidung des Typs 4 beinhaltet automatisch auch Typ 5 und 6.
Beispiel für einen Ganzkörper-Schutzanzug
Norm: EN 943-1, EN 943-2
Norm: EN 943-1
Chemikalienschutzanzug mit Atemluftversorgung mit Überdruck
Norm: EN 14605
Ganzkörper-Schutzanzüge oder Vollschutz-Anzüge mit flüssigkeitsdichten Verbindungen zwischen den verschiedenen Teilen der Kleidung, das heisst zwischen Schutzanzug und (wenn vorhanden) Stiefeln, Handschuhen, Haube, Atemschutz. Zum Beispiel Overalls mit oder ohne Handschuhe, Stiefel usw.
Norm: EN 14605
Ganzkörper-Schutzanzüge oder Vollschutz-Anzüge mit spraydichten Verbindungen zwischen den verschiedenen Teilen der Kleidung, das heisst zwischen Schutzanzug und (wenn vorhanden) Stiefeln, Handschuhen, Haube, Atemschutz. Zum Beispiel Overalls mit oder ohne Handschuhe, Stiefel usw.
Norm: EN ISO 13982-1
Ganzkörper-Schutzanzüge zum Schutz gegen feste Partikel und Aerosole. Der Anzug muss sogenannte Minimum-Innenleckage-Werte erfüllen.
Norm: EN 13034
Schutzkleidung für hitzeexponierte Industriearbeiter schützt gegen den kurzzeitigen Kontakt mit Flammen und/oder Strahlungshitze, grosse geschmolzene Metallspritzer oder Kombinationen davon. (Sie ist nicht bestimmt als Schutzkleidung für die Feuerwehr und Schweisser.)
Hitze- und Brandschutzbekleidung besteht aus schwer- oder nichtentfammbaren Spezialfasern, z. B. Glasfasern, Aramiden oder Polyimiden, bzw. aus flammhemmend ausgerüstetem Baumwoll- oder Wollgewebe. Eine reflektierende Beschichtung mit Aluminium verringert die Einwirkung von Wärmestrahlung erheblich.
Hitzeschutzkleidung
Für Hitzeschutzkleidung gibt es die unterschiedlichen Leistungsanforderungen A, B, C, D, und E, welche die Schutzwirkung der Kleidung beschreiben. Im Piktogramm zur Kennzeichnung des Produkts werden zusätzlich Leistungsstufen der entsprechenden Schutzwirkung durch Zahlen (1 = niedrigste Leistungsstufe) dargestellt:
Schutzkleidung, die der Norm EN ISO 11612 entspricht, muss die Anforderungen nach Buchstaben A (begrenzte Flammenausbreitung) plus mindestens eine weitere der angeführten Anforderungen (mit mindestens Leistungsstufe 1) erfüllen.
Bei den Leistungsanforderungen D und E werden zusätzlich besondere Kleidungsmerkmale eingehalten, die ein Eindringen von geschmolzenem Metall in die Kleidung verhindern (entsprechende Ausführung der Taschen, der Jacken- und Hosenlänge, der Nähte usw.).
Hitzeschutzkleidung
Bei Hitzearbeiten muss Unterbekleidung aus Baumwolle, besser noch aus Wolle oder Spezialfasern getragen werden. Sie erhöht die Schutzwirkung der Hitzeschutzkleidung und verbessert den Tragekomfort.
Kälteschutzkleidung wird bei Umgebungstemperaturen unterhalb von –5°C eingesetzt. Sie soll gegen extreme Kälteeinwirkung schützen, beispielsweise bei Arbeiten in Kühlräumen, bei Arbeiten im Freien bei sehr niedrigen Temperaturen, bei bewegungsarmen Tätigkeiten im Freien während der kalten Jahreszeit.
Die Norm EN 342 enthält Anforderungen an die Wärmeisolierung des gesamten Bekleidungssystems einschliesslich Unterbekleidung, an die Luftdurchlässigkeit (drei Stufen: 1 = hoch, 3 = niedrig) und an den Wasserdampfdurchgangswiderstand (drei Stufen: 1 = hoch, 3 = niedrig).
Die im Vergleich zur Schutzkleidung gegen schlechtes Wetter wesentlich bessere Wärmedämmung wird im Allgemeinen durch mehrschichtige, wattierte und gesteppte Natur- oder Kunstfasergewebe erreicht.
Schweisserschutzkleidung soll den Träger gegen Schweissperlen (kleine Metallspritzer), kurzzeitigen Kontakt mit Flammen und UV-Strahlung schützen. Die Anzugsoberfläche muss möglichst glatt und geschlossen sein. Taschen müssen mit Patten, die nicht in die Tasche gesteckt werden können, verschliessbar sein. Heisse Teilchen dürfen weder eindringen noch sich ablagern können.
Als Materialien eignen sich spezielle textile Flächengebilde oder hitzebeständiges Leder. Besonders gefährdete Körperteile wie Brust, Bauch, Ober- und Unterschenkel müssen gegebenenfalls mit Schutzschürzen, -ärmeln und Gamaschen zusätzlich geschützt werden. Das Brennverhalten der Bekleidung muss nach EN ISO 11611 geprüft werden.
Sie dient dem Schutz des Trägers vor radioaktiver Kontamination durch Kontakt mit flüssigen oder festen Substanzen oder durch atmosphärische Verschmutzungen (durch feste Partikel, Gase oder Dämpfe).
Vergleichbar ist diese Art Schutzkleidung mit Chemikalienschutzkleidung nach EN 943, dabei kann jedoch eine Zusatzanforderung zum Schutz gegen Tritium bestehen.
Wetterschutzkleidung wird zusätzlich zur Oberbekleidung bei Arbeiten im Freien getragen. Die wichtigsten Eigenschaften dieser Bekleidung sind Wasserdichtigkeit und Atmungsaktivität.
Die Wasserdichtigkeit wird sowohl am Aussenmaterial als auch an den Nähten überprüft und in 3 Klassen angegeben (die beste Klasse ist 3).
Die Atmungsaktivität oder der Wasserdampfdurchgangswiderstand wird ebenfalls in 3 Klassen eingeteilt. Klasse 3 stellt die beste Atmungsaktivität dar.
In EN 343 sind Empfehlungen für die Tragdauer von Bekleidung der unterschiedlichen Atmungsaktivitäts-Klassen enthalten.
Warnkleidung dient dazu, dass ihr Träger in gefährlichen Situationen auffällt, und zwar bei allen möglichen Lichtverhältnissen am Tag sowie in der Dämmerung und Dunkelheit beim Anstrahlen mit Fahrzeugscheinwerfern.
Es sind Leistungsanforderungen an die Warnfarbe und die retroreflektierenden Materialien festgelegt wie auch an die Mindestgrösse und Anordnung der Warnflächen.
Mögliche Farben des Hintergrundmaterials sind: fluoreszierendes Orangerot, fluoreszierendes Gelb, fluoreszierendes Rot.
Es gibt drei Klassen von Warnkleidung, die sich aus den Mindestflächen des Hintergrundmaterials und des retroreflektierenden Materials ergeben.
Die Anforderungen an Schutzkleidung, die beim Benutzen von handgeführten Kettensägen getragen wird, finden Sie in der Norm EN 381 – 1 bis 5 und 7 bis 11.
Die Klassifizierung orientiert sich auf die Kettengeschwindigkeit:
Schutzklasse 1: 20 m/sec
Schutzklasse 2: 24 m/sec
Schutzklasse 3: 28 m/sec
Schnittschutzschürzen aus Metall finden vor allem in fleischverarbeitenden Betrieben Verwendung, wo es zu Schnittverletzungen am Rumpf kommen kann. Die Anforderungen dafür sind in der Norm EN ISO 13998 enthalten.
Häufig ist auch die Unterbekleidung von Bedeutung. Sie muss auf die Schutzbekleidung abgestimmt sein, damit deren Schutzwirkung voll zum Tragen kommt.
Beispiele:
Universell einsetzbare Schutzkleidung gibt es bisher nicht und wird aufgrund der unterschiedlichen Anforderungen auch nicht entwickelt werden können. Ausgehend von den am Arbeitsplatz vorhandenen Gefahren ist in jedem Einzelfall zu prüfen und festzulegen, welches Material und welche Ausführung für die erforderliche Schutzkleidung geeignet ist.
Auch die Frage, ob es funktionelle Kleidung braucht, sollte jeweils geprüft werden. Denn das Material und die Ausführung beeinflussen den Wärme- und Feuchtigkeitsaustausch des Körpers mit der Umgebung und sind damit von grosser Bedeutung für das Wohlbefinden, die Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden und damit auch für die Akzeptanz der PSA.
Schutzkleidungen müssen die CE-Kennzeichnung und zusätzlich die Kennzeichnung nach der jeweils geltenden europäischen Norm tragen. Diese Kennzeichnung muss mindestens folgende Angaben enthalten:
Die Norm EN 340 formuliert die Grundsätzlichen Anforderungen an Schutzkleidung und regelt deren Bezeichnung sowie die Bedeutung der Piktogramme
Schutz gegen sich bewegende Teile
Schutz gegen Schnitte und Stiche
Schutz gegen Chemikalien
Schutz gegen Kettensägen
Schutz gegen Hitze und Feuer
Schutz gegen schlechtes Wetter
Schutz gegen Gefährdungen durch Mikroorganismen
Schutz gegen Kälte
Schutz gegen statische Elektrizität
Schutz gegen radioaktive Kontamination durch Teilchen
Schutzkleidung (-ausrüstung) für Feuerwehrleute
Schutzkleidung (-ausrüstung) für Motorradfahrer
Deutlich sichtbare Warnschutzkleidung (-ausrüstung)
Schutzkleidung (-ausrüstung) für Sandstrahler
Leistungsstufen, die aus einer oder mehreren Ziffern bestehen können, beschreiben die «Leistung» einer Schutzkleidung hinsichtlich bestimmter Anforderungen. Die Leistungsanforderungen beziehen sich beispielsweise auf Grössen wie Abriebfestigkeit und Durchstichfestigkeit (EN 943-1) oder Strahlungshitze (EN ISO 11612). Eine hohe Stufenzahl entspricht dabei einer hohen Leistung bzw. einem hohen Schutzniveau.
EN ISO 13688 Technische Normen für Persönliche Schutzausrüstungen
EN 342 EN 14058 Kälteschutzkleidung
EN 343 Regenschutzkleidung
EN 381 – 1 bis 5 und 7 bis 11 Schutzkleidung für die Benutzer von handgeführten Kettensägen
EN 469 Brandschutzkleidung
EN 20471 Warnkleidung
Die Inhalte auf dieser Webseite ersetzen die aufgehobene Publikation «Alles, was Sie über PSA wissen müssen» (Bestell-Nr. 44091.D).