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Migwan hat sich im September 2004 als Zusammenschluss einiger junger Familien und Einzelpersonen mit vielfältigem Hintergrund gebildet. Gemeinsames Ziel war von Beginn an der Aufbau eines liberal geprägten Gemeinschaftslebens. Seit der Gründungszeit prägen auch viele «Expats» das Gemeindeleben.
Alle Gemeindeanlässe und die Gottesdienste werden seit jeher in Hebräisch, Deutsch und Englisch sprachig abgehalten. Ein guter Anteil der Mitglieder mit englischsprachigem Hintergrund hat sich zudem mit langfristiger Perspektive in Basel, bzw. der Schweiz niedergelassen. Mittlerweile gehören zur Migwan Familie rund 90 Erwachsene Mitglieder und zusätzlich rund 45 Kinder und Jugendliche, beides mit stetig steigender Tendenz.
Torarolle aus Brno
Wir freuen uns sehr, dass wir diese Torarolle benützen dürfen, zum Andenken an eine versunkene jüdische Tradition, die dadurch wieder zu neuem Leben erweckt wird. Am 27. August 2017 wurde unsere Rolle, die aus Brno (Brünn) stammt, feierlich eingeweiht.
Während des zweiten Weltkriegs wurden viele Torarollen zerstört, eine beträchtliche Anzahl aber überlebte, wenn auch oft beschädigt. Der Memorial Scolls Trust wurde in London gegründet mit dem Ziel, noch erhaltene Exemplare aus Tschechien zu sammeln, zu reparieren und sie an jüdische Gemeinden gegen ein geringes Entgelt auszuleihen. So leben diese Torarollen in zahlreichen jüdischen Gemeinden in der ganzen Welt weiter, werden wieder benützt und erzählen ihre Geschichte. Der Trust besitzt etwa 1600 Torarollen, wovon bis jetzt bereits über tausend ausgeliehen sind.
Kurze Geschichte der Juden von Brno:
Mitte dreizehntes Jahrhundert ist zum erstenmal die Anwesenheit von Juden in Brno dokumentiert. Seit 1333 war die Gemeinde autonom mit eigenen Gemeindeinstitutionen wie Schulen und Synagogen, finanziert durch eine Gemeindesteuer. Während der Hussitischen Kriege im 15. Jahrhundert wurden auch die Juden zunehmend verfolgt und 1454 schliesslich von der Stadt ausgewiesen. Die meisten lebten dann in den umgebenden Orten. Sie durften zwar in der Stadt Handel treiben, aber nicht dort wohnen und keine eigene Gemeinden bilden. Erst im Revolutionsjahr 1848 wurden die Juden gleichberechtigt, konnten wohnen wo sie wollten, und alle Berufe standen ihnen offen. Am Ende des 19. Jahrhunderts lebten 7000 Juden in Brno, 1941 waren es 11000. Der Grossteil der Juden wurde zunächst nach Terezin (Theresienstadt) deportiert und und dann nach Auschwitz, wo die meisten ermordet wurden. Nur knapp 700 Juden überlebten.
Heute gibt es in Brno eine kleine jüdische Gemeinde von 300 Mitgliedern, und eine der weniger beschädigten Synagogen wurde wiederhergestellt.