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Wer heute etwas als fragwürdig auszeichnen will, verweist gerne auf die »Postmoderne«. Ihre Vertreter gelten als Feinde der Wahrheit und als Fürsprecher einer zügellosen Beliebigkeit. Doch dieses Bild ist ein Trugbild. Daniel-Pascal Zorns Epos zur Postmoderne nimmt den Leser mit auf eine Höhenwanderung rund um die Gipfel des modernen Denkens. In Frankreich entwerfen Michel Foucault, Jacques Derrida, Gilles Deleuze und Jean-François Lyotard eine Kritik der Moderne als Abwehr des Absoluten. Doch sie sind nicht allein: In Deutschland ringen Theodor W. Adorno und Joachim Ritter mit der bürgerlichen Gesellschaft und in den USA entdecken Richard Rorty und Heinz von Foerster die Vielfalt des Menschen. Ein Panorama der umstrittenen Postmoderne - und zugleich ein kritischer Rückblick auf die Entstehung unserer Gegenwart.
»[I]n dem Band [finden sich] immer wieder anschaulich formulierte Passagen [?], in denen Zorn philosophische Problemlagen gekonnt rekonstruiert und kontextualisiert. Das betrifft Ritters Theorie der Entzweiung ebenso wie die immer wieder hervorgehobene Bedeutung Husserls für das Denken im Nachkriegsfrankreich, das gilt für die Darstellung des Pragmatismus, auf den Rorty reagiert, wie auch für den Ausflug in die Kybernetik.«
Sonja Asal, FAZ, 17. März 2022