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Der Säure-Basen-Haushalt
Unsere Lebensweise und die Gewohnheiten unserer Ernährung beeinträchtigen bei vielen Menschen den Organismus, vor allem durch Übersäuerung. Der Körper reagiert auf kleinste pH-Schwankungen (pH = Säuregehalt) sehr empfindlich und setzt alles daran, die Säuren so schnell als möglich auszuscheiden, um das natürliche Gleichgewicht wieder herzustellen.
Die störenden Säuren werden dabei oft an wichtige, lebensnotwendige Stoffe gebunden, die dem Organismus aus Gewebe, Knochen, Knorpel und Muskeln entzogen werden. Die Folgen solcher Übersäuerungsreaktionen sind vielfältig und beeinträchtigen die Vitalität, die Beweglichkeit und das allgemeine Wohlbefinden.
Eine wichtige Voraussetzung für ein harmonisches Gleichgewicht des Säure-Basen-Stoffwechsels sind körperliche Bewegung und eine Ernährungsumstellung mit einem hohen Anteil an basischen Vitalstoffen. Den neuen Essgewohnheiten sollte man sich in kleinen Schritten annähern.
Körpereigene Regulierung
Die Säure-Basen-Balance in unserem Organismus ist ein äusserst dynamisches Geschehen, das stets darauf gerichtet ist, optimale pH-Werte für die verschiedenen Lebensprozesse herzustellen und in relativ engen Grenzen aufrechtzuerhalten. Der Körper verfügt über eigene Systeme, die die Fähigkeit besitzen, diese Regulation durchzuführen. Ist der Organismus jedoch kaum mehr in der Lage diese Balance zu gewährleisten, kostet das einen grossteil unserer Kräfte und die Gesundheit wird beeinträchtigt.
Säureausscheidungsorgane
Die Nieren entfernen starke, nicht flüchtige Säuren aus unserem Organismus. Säuren, die vor allem beim Abbau von tierischem Eiweiss entstehen, werden in den Nieren in Harnsäure, Schwefelsäure oder Phosphorsäure umgesetzt, die dann mit dem Urin ausgeschieden werden. Die Ausscheidungskapazität der Nieren ist begrenz und es können nur bestimmte Säuren ausgeschieden werden. Wir können die Nieren bei ihrer schweren Arbeit unterstützen, in dem wir regelmässig und reichlich Wasser trinken. Dadurch wird die Säurekonzentration in den Nieren verdünnt und die Ausscheidung in Gang gehalten.
Die Lunge scheiden vor allem die schwachen, gasförmigen Säuren aus. Dabei handelt es sich vorwiegend um die Kohlensäure, die als Abfallprodukt bei der Energiegewinnung aus Kohlenhydraten in den Körperzellen entsteht. Auch schwach organische Säuren wie Zitronensäure, Brenztraubensäure, Essigsäure, etc. die beim Abbau von pflanzlichen Eiweissen zurückbleiben, werden im Organismus zu CO2 abgebaut. Das Kohlendioxid wird vom Blut aufgenommen und in die Lungen transportiert. Von dort verlässt es mit der Atemluft unseren Körper. Wir können die Lunge bei ihrer wichtigen Aufgabe unterstützen, in dem wir mehrmals täglich bewusst und an der frischen Luft ein und aus atmen.
Die Haut enthält ca 2 Millionen Schweissdrüsen, über die wir Säuren ausscheiden können. Geschieht dies mit Säuren aus einem Organismus, in dem die Balance vorhanden ist, bildet sich auf der Haut ein leichter Säurefilm. Dieser sogenannte Säureschutzmantel hindert Bakterien und Pilze daran, sich auf der Haut festzusetzen und in den Körper einzudringen. Schwitzen wir jedoch grössere Säureüberschüsse aus, was an und für sich für den Stoffwechsel günstig ist, kann das für unsere Haut problematisch werden. Der stark saure Schweiss greift die Haut an, die dadurch anfällig für Infektionen wird. Wir können die Haut bei ihrer wichtigen Funktion unterstützen in dem wir regelmässige Sauna oder Dampfbad Besuche machen.
Der Darm und die Leber helfen dem Organismus ebenso starke Säuren abzubauen. Die Leber leistet einen eigenständigen Beitrag zum Abbau der bei starker körperlicher Belastung im Stoffwechsel anfallenden Milchsäure. Dabei entsteht sogar zusätzliches Natriumbicarbonat, welches die Leber dem Blut als Puffersubstanz zur Verfügung stellt.