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Die Behandlung mit Stent, auch interventionelle Therapie oder endovaskuläre Behandlung genannt, ist nur möglich, wenn der Stent ober- und unterhalb des Aneurysmas sicher verankert werden kann und abdichtet. Die anatomischen Voraussetzungen dafür sind bei ca. 50-70% der Patienten gegeben.
Der Stent wird unter Röntgenkontrolle über kleine Hautschnitte oder Einstiche in der Leiste an die korrekte Stelle geführt und eröffnet. Er besteht aus einem Metallgerüst und einer dünnen abdichtenden Membran aus Goretex oder Polyester. Das Metallgerüst legt sich durch seine Spannung an der Gefässwand ober- und unterhalb des Aneurysmas an, sodass kein Blut mehr ins Aneurysma fliesst. Das Aneurysma selbst wird nicht entfernt.
Die endovaskuläre Behandlung des Aortenaneurysmas wird in der Regel durch einen Gefässchirurgen oder durch ein Team aus Gefässchirurgen und Radiologen durchgeführt. Das Aortenaneurysma wird mittels Computertomografiebilder ausgemessen und die entsprechende passgenaue Prothese eingesetzt.
Üblicherweise besteht der Stent aus zwei oder drei Komponenten. Der Eingriff kann in Allgemeinnarkose oder in Rückenmarkanästhesie durchgeführt werden. Über Punktionen oder kleine Schnitte in beiden Leisten wird, ähnlich einer Herzkatheteruntersuchung, zuerst der Hauptkörper des Stents von der einen Seite hochgeschoben und ausgelöst.
Der Hauptkörper hat einen langen Schenkel, der in der Beckenarterie endet und einen kurzen Schenkel, der im Aneurysma endet. Von der anderen Leiste her wird die Öffnung dieses kurzen Schenkels aufgesucht und ein zusätzlicher Stent so platziert, dass er oben im kurzen Schenkel des Hauptkörpers und unten in der Beckenarterie abdichtet.
Die Schmerzen nach der Behandlung sind minimal. Direkt während oder nach dem Eingriff auftretende Komplikationen sind selten. Üblicherweise ist die Entlassung nach Hause nach ca. zwei bis drei Tagen möglich. Vor Entlassung erfolgt eine Kontrolle mittels Computertomografie. Weitere Kontrollen erfolgen üblicherweise nach drei bzw. zwölf Monaten und bei unkompliziertem Verlauf jährlich. Je nach Situation können die Nachkontrollen mittels Computertomografie oder Ultraschall durchgeführt werden.
Die endovaskuläre Behandlung des Aortenaneurysmas wird seit 1990 durchgeführt. Der Eingriff belastet den Körper weniger als eine offene Operation. Er verläuft in ca. 98% problemlos. In grossen Studien wurde allerdings nachgewiesen, dass der anfänglich vorhandene Vorteil gegenüber der offenen Operation nach ca. zwei bis drei Jahren nicht mehr nachweisbar ist.
Ein Teil der Todesfälle wird durch eine Ruptur des Aneurysmas verursacht – dies trotz liegendem Stent. Bei den meisten dieser Patienten besteht ein Leck, entweder im Bereich der Andockstelle oder über kleinere, vom Aneurysma abgehende Arterien, die den Aneurysmasack «rückwärts» durchbluten. Da solche Lecks auch Jahre nach der Einlage eines Stents auftreten können, müssen Patienten lebenslang einmal jährlich mittels Ultraschall oder Computertomografie nachkontrolliert werden. Bei ca. 40% der Patienten sind im späteren Verlauf weitere Eingriffe notwendig, wobei diese grösstenteils in Lokalanästhesie und mittels Katheter- Technik durchgeführt werden können.
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