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Pan International (D) (Importeur) / Standard (SR), Tokyo
Crusader 8000: Testbericht © addx kurier 18 / 1987

überarbeitet am 16.9.2010

Die Serie der Crusader konnte man in Deutschland zwar schon immer kaufen, durfte sie aber hier nicht benutzen. Zum erstenmal ist es nun gelungen ein Crusader als FTZ-Version herauszubringen, nämlich den Pan Crusader 8000, importiert von der Firma Pan International.
Das Gerät ist ein Allwellenempfänger und umfasst die Frequenzbereiche von 150 kHz bis 26,1 MHz in AM und FM 87,5 bis 107,95 MHz. Es handelt sich um ein Kofferradio und wiegt 1,75 Kilogramm. Die Maße sind 350 x 200 x 90 mm. Wenn man das Gerät vor sich liegen hat, findet man links einen ziemlich großen Lautsprecher, der Klang ist recht ordentlich. Rechts befinden sich die Bedienungselemente. Der Pan Crusader arbeitet nach dem Doppelsuper-Prinzip. Leider war aus dem Service-Manual nicht herauszulesen, welche Zwischenfrequenzen benutzt werden. Wenn man die Rückwand löst, sieht man vier ZF-Filter, wobei das schmalste 2,2 kHz ist, dann zwei 4 kHz-Filter und ein 6 kHz-Filter. Wie die geschaltet sind, konnte der Technische Klubdienst mir leider nicht sagen, da wir noch keinen Schaltplan vorliegen haben. Es sind auch drei Resonatoren sichtbar, wobei zwei wahrscheinlich für die beiden Seitenbänder eingesetzt werden und einer wahrscheinlich für die ZF.
Nun zur Bedienung: Das
Tunen erfolgt auf drei Arten. Entweder man gibt die
Frequenz durch Tipptasten ein. Das geht, in dem man
zuerst die Taste Frequenz drückt, dann die Frequenz und
schließlich die Enter-Taste. Kurzfrequenzeingaben sind
nicht möglich. Man muß also zum Beispiel 6000 voll
eingeben 6-0-0-0. Die zweite Möglichkeit des Tunings ist
durch den Abstimmknopf gegeben, der groß und leicht zu
handhaben ist. Eine Mulde um einen Finger hineinzulegen
ist auch vorhanden. Bei AM kann man entweder in 1 oder 5
kHz-Schritten abstimmen, bei FM in 10 oder 100 kHz-Schritten.
Die dritte Art der Abstimmung ist durch Scanning.
Entweder man legt sich zwei Punkte auf der Skala fest,
zwischen denen man scannen will oder man kann auch
innerhalb der Speicher scannen. Es können 20 Stationen
gespeichert werden, dabei spielt es keine Rolle ob AM
oder FM. Die Speicher sind frei verfügbar. Die
Speicherung erfolgt entweder indem man die Frequenzen mit
Hilfe der Tipptasten eingibt oder indem man mit dem
Abstimmknopf die betreffende Frequenz einstellt. Danach
drückt man die Memory-Taste und dann Punkt 9 und die
betreffende Station ist auf dem neunten Speicherplatz
gespeichert. Will man jetzt auf 19 speichern, dann drückt
man die Memory-Taste und 19.
Nun zu den Empfangsergebnissen: Die Empfindlichkeit ist für diese Preisklasse recht gut. Ich konnte alle Stationen, die auch mit teuren Empfängern zu hören waren, im Mittel- und Langwellenbereich sowie auf Kurzwelle hereinbekommen. Leider ist das Großsignalverhalten teilweise sehr schlecht. Das kann aber etwas mit dem Antennentrimmer ausgeglichen werden und mit dem Abschwächer. Dadurch wird natürlich die Empfindlichkeit rapide herabgesetzt. Die Trennschärfe ist ausreichend, als gut kann sie nicht bewertet werden, da die 5 kHz oft nicht gut zu trennen sind. Vor allem bei schwächeren Sendern ist ein mehr oder weniger starkes Pfeifen zu hören. Im UKW-Bereich ist zwar die Empfindlichkeit nicht so hoch, dafür aber die Trennschärfe sehr gut, so daß man starke Sender, die 100 kHz auseinander sind, einwandfrei trennen kann. Das konnte ich hier in Remscheid, wo es sehr viel stark einfallende Sender gibt, feststellen. So ist zum Beispiel der Deutschlandfunk auf 102,8 MHz von Radio 4 auf 102,9 und dem BFBS auf 103,0 MHz einwandfrei voneinander zu trennen. Bei sehr viel teureren Geräten hatte ich in dieser Hinsicht oft große Schwierigkeiten. Im FM-Bereich wird man bei dem Pan Crusader 8000 an seine Herkunft erinnert, weil man hier Weit-FM und Nah-FM einstellen kann, wobei Nah-FM für die FTZ-Version bedeutungslos ist, dies hätte man ruhig weglassen können. Dieses Nah-FM ist nur im FM-Bereich zu gebrauchen, da dort nur eine Frequenzbreite von 20 kHz ist, kommen Rundfunkstationen in dieser Stellung völlig verzerrt herein.
Wenn man nun ein Resümee
ziehen will, dann muss man sagen, daß der Pan Crusader
8000 sich wahrscheinlich durch seine überragende
Trennschärfe im FM-Bereich auszeichnet, während auf den
AM-Bereichen die Trennschärfe zwar bei 5 kHz noch ganz
ausreichend ist, aber für den Tropenbandempfang ist das
Gerät nicht geeignet. Für den Empfang grosser
Rundfunkstationen, die auch gut hereinkommen, kann man
den Pan Crusader jedoch empfehlen. Aber für UKW-DXer ist
ein Gerät konstruiert worden, das man für diesen Zweck
gut verwenden kann. Der Technische Klubdienst wird in Kürze
eine Filtermodifikation für den AM-Bereich anbieten.
Dann würde das Gerät auch im Tropenband bessere
Leistungen bringen, da die Empfindlichkeit für diese
Preisklasse recht gut ist.
Als Gesamtergebnis des Testes kann ich dem Pan Crusader 8000 die Note "ausreichend" geben.
© Jürgen Bast, kurier 18 / 1987