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Der Franzose begründete seinen Verzicht auf eine erneute Aussage mit einer angeblichen «Missachtung der Unschuldsvermutung» durch die Ethikhüter des Weltverbands, wie seine Anwälte am Mittwoch mitteilten. Die Verweigerung der Aussage solle Platinis «tiefste Empörung» über das Verfahren dokumentieren, das allein dazu diene, seine Kandidatur für das Amt des Fifa-Präsidenten zu verhindern.
Dem Uefa-Präsidenten und dem ebenfalls suspendierten Fifa-Chef Sepp Blatter wird eine dubiose Zwei-Millionen-Franken-Zahlung im Jahr 2011 an Platini vorgeworfen. Nach Darstellung der zwei Spitzenfunktionäre handelt es sich um eine verspätete Honorarzahlung für Dienste aus den Jahren 1998 bis 2002. Blatter soll am Donnerstag noch einmal vor den Ethikhütern aussagen, Platini war für Freitag vorgeladen. Ein Urteil in der Causa wird für den 21. Dezember erwartet.
Zweifelhafter Vorwurf
Platini bezieht sich mit seinem Vorwurf gegen die Ethikkommission auf angebliche Aussagen eines Sprechers der ermittelnden Kammer, die eine lange Sperre für den Franzosen gefordert hat. Sprecher Andreas Bantel hatte jedoch schon am Wochenende betont, diese Aussagen über Belege für korruptes Verhalten Platinis und eine bereits feststehende mehrjährige Strafe für den 60-Jährigen wegen diverser anderer Verstösse seien falsch wiedergegeben worden.
Platinis Vorwurf der Voreingenommenheit wirkt allerdings ohnehin zweifelhaft. Jurist Bantel hat als Mitglied der ermittelnden Kammer keinen Einfluss auf das Urteil der rechtsprechenden Ethikkammer. Dennoch kündigten Platinis Anwälte an, juristische Schritte gegen Bantel prüfen zu wollen.
Die rechtsprechende Kammer hatte bereits erklärt, dass im Falle eines Fernbleibens von Platini auch dessen Anwälte seine Sicht der Dinge bei der Anhörung schildern könnten. Der Fall werde wie jeder andere «unabhängig und unvoreingenommen» behandelt, hiess es weiter. Si