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Autorin: Joëlle Flück
Am Donnerstag fand bei sehr kalten, aber zum Glück trockenen Bedingungen das Auffahrtsmeeting in Langenthal statt. Wie jedes Jahr waren die Serien gut und die Konkurrenz stark vertreten. Nebst dem Wetter also gute Bedingungen, um erfolgreich in die Saison zu starten.
Die drei LCR Frauen Jasmin Hangartner, Alexandra Bosshard und Joëlle Flück eröffneten die Saison über 600m. Joëlle und Alexandra starteten zusammen in der ersten Serie, wo schon von Anfang an, ein hohes Tempo angeschlagen wurde. Für Alexandra war es das erste Mal, dass sie gegen die schnellsten Mittelstrecklerinnen der Schweiz antreten durfte, denn letztes Jahr lief sie mehrheitlich in ihrer Altersklasse. Leider wurde ihr das hohe Tempo ein bisschen zum Verhängnis und sie blieb knapp über ihrer Bestleistung in 1:40,28. Joëlle versuchte mutig das Tempo der vordersten mitzugehen, doch als sie dann in der Zielkurve noch eine Athletin überholen wollte, musste sie einen Umweg auf Bahn 3 machen und verschenkte noch ein paar Hundertstel. Trotzdem kann sie mit der neuen PB von 1:33,16 zufrieden sein, auch wenn es noch keine 1:32er Zeit geworden ist. Die dritte Athletin Jasmin lief dann in der dritten Serie und pulverisierte ihre PB um fast 5 Sekunden!! Sie lief ein super Rennen und beendete dies in 1:38,73.
Etwas später kam es dann zu einem der bestbesetzten Felder des ganzen Meetings. Die 1000m der Männer standen auf dem Programm. Mirco lief in diesem Rennen um eine gute Zeit und den Tagessieg mit. Obwohl das Rennen schnell angegangen wurde, erreichte er als 4. in einer Zeit von 2:25,73 das Ziel.
Leider musste Andreas Becker in der zweiten Serie laufen. Er verrichtete dort sehr viel Führungsarbeit, was sich dann am Ende nicht ausbezahlte. 2:32, 38 lautete seine Endzeit, die er ganz sicher in einem für ihn optimaleren Rennen pulverisieren kann.
In der vierten Serie erwischte Kevin Meierhofer einen miserablen Start. Nach rund 50m fand er sich ziemlich am Ende des Feldes wieder. Bereits nach 200m führte er jedoch schon das Feld an. Wohl etwas zu schnell war seine Aufholjagd und er musste dafür bezahlen. Mit seiner Zeit von 2:42.38 darf er natürlich nicht zufrieden sein, aber wenn er das nächste Mal besser startet, wird auch er seine Zeit verbessern können.
Arlette Meier-Hunger startete nach fast zwei Jahren wieder einmal über 1000m auf der Bahn. Es ist der erste Bahnwettkampf seit 2008. Eine Tempomacherin führte sie bis zur 600m Marke. Von da an lief sie an der Spitze des Feldes. Leider konnte sie das Tempo nicht ganz durchziehen und wurde noch von 3 Läuferinnen überholt. Mit ihrer Zeit von 2:55,72, die sie schon im Training gelaufen ist, ist sie natürlich nicht zufrieden.
Über 3000m der Frauen startet Melina Frei. Sie teilte sich ihr Rennen sehr clever ein und obwohl sie sehr viel Führungsarbeit verrichten musste, konnte sie noch zum Schlussspurt ansetzten und erreichte das Ziel in einer neuen super PB von 10:08,41! Damit pulverisierte sie ihre PB um 20 Sekunden!!
Zu guter letzt startet auch noch Christopher Gmür über 3000m der Männer. Er lief von Anfang an in der vordersten Gruppe mit, wo das Tempo hochgehalten wurde. Erst gegen Ende konnten sich drei Läufer ein wenig absetzten. Chrigi lief als 5. direkt hinter dem Olympiateilnehmer Philipp Bandi in 8:29,35 ins Ziel. Obwohl es nicht eine
neue Bestleistung für ihn war, ist es dennoch ein super Trainingseinstieg, nachdem er ja fast die ganze letzte Saison verletzt war.
Schon am Sonntag ging dann die Reise weiter in Richtung Stuttgart nach Pliezhausen an das meist sehr stark besetzte Läufermeeting.
Obwohl das Wetter immer noch nicht besser geworden war, sah man trotzdem ab und zu ein bisschen blau durch die Wolkendecke durchschimmern… Dennoch konnte man noch nicht einmal von frühlingshaften Temperaturen sprechen….
Mit einer kleiner Delegation des LCR Runningteams erreichten wir nach ca. 2h20 (ohne grosse Umwege) das Ziel. Unser Zelt haben wir zu Hause gelassen, sodass Petrus auch gar nicht auf die Idee kommt, die Läufer noch zu begiessen.
Als erste der Truppe wurde Joëlle über 1000m auf die Reise geschickt. Sie fand sich in einem sehr starken Feld und wusste, dass sie auf keinen Fall das horrende Tempo der Spitze mitgehen durfte. So lief sie ganz unbeirrt ihr eigenes Rennen im hinteren Teil des Feldes. Als sie dann bei 800m eine 2:12 erspähte, dachte sie, sie sei im falschen Film. Mit einer riesen Zeit und PB-Verbesserung um fast 6 Sekunden lief sie mit neuem Clubrekord in 2:46,81 ins Ziel ein. In diesem Feld mit dabei war auch unser Trainingslagergast Monika Vogel, welche in 2:42,58 so schnell wie seit Jahren keine Schweizerin mehr lief.
Die Frauen haben also erst einmal vorgelegt und die Männer hatten Gelegenheit nachzudoppeln. In der B Serie startete Andreas Becker in einer ausgezeichneten Serie. Leider verlief das Rennen für ihn nicht nach Wunsch und erreichte in 2:29,98 das Ziel. Obwohl er nicht zufrieden war mit dem Resultat konnte er sich gegenüber dem Meeting in Langenthal um mehr als 2 Sekunden verbessern.
In der A Serie konnte dann Mirco Zwahlen wieder einmal zeigen, wie gut er sich im Feld verstecken kann. Mit dem neuen „Tarn-„Leibchen ist es noch schwieriger, ihn in der Gruppe zu finden. Mirco hat sicher aber sehr gut behauptet und stellte mit 2:23,80 eine neue Schweizer Saisonbestleistung auf. Auch er hat sich im Gegensatz zu Langenthal um 2 Sekunden verbessert.
Wie immer in Pliezhausen finden gegen Ende der Veranstaltung, wenn es keine Grilladen und nur noch Pasta ohne Tomatensauce hat, die 2000m Steeple der Frauen statt. Arlette Meier-Hunger stand dort an der Startlinie und bezwang seit 2008 zum ersten Mal wieder den Wassergraben. Als wäre sie nie weg gewesen, blieb sie einfach an den besten zwei deutschen Hindernisläuferinnen dran und kämpfte sich über die Runden. Die Investition in den neuen Steeple-Indoor-Balken im Wisacher hat sich bezahlt gemacht, denn Arlette hat mittlerweile eine bessere Technik als manch erfahrerene Läuferin. Auch sie pulverisierte ihre PB aus dem Jahr 2008 um 19 (!) Sekunden! In 6:40,53 hat sie ihr Selbsvertrauen zurückgewonnen und kann sich gelassen auf ihr erstes 3000m Steeple Rennen freuen.
Nach einem kurzen Imbiss an der Pasta-Bar (man hatte immerhin die Wahl zwischen Salatsauce, Ketchup oder ½ Kaffeelöffelchen Käse als Sauce) machten wir uns auch schon wieder auf die Reise. Unser Copilot und Zeitungsleser Mirco, erfüllte dann all unsere Erwartungen und lotste uns in die falsche Richtung. Obwohl wir alle genau wussten, dass wir nicht ganz den richtigen Weg erwischten, war es doch sehr amüsant.
Schlussendlich hat uns Ruedi aber wieder wohlbehütet nach Hause gebracht. Und wenn sie nicht gestorben sind… dann liegen die Nagelschuhe von A.B. immer noch im Kofferraum!
Herzlichen Dank aus an unsere Betreuer Gian und Ruedi. Ruedi hat seiner Stimme wie immer den Kampf angesagt und so geschrien, dass er wahrscheinlich bis zur SM seine Stimme schonen muss.
Auch Gian, unser Starfotograf, hat seinen Job sehr gut (nicht ganz 😉 ) gemacht und sich kräftig ins Zeug gelegt, stimmlich und bildlich.
Noch einmal herzliche Gratulation an alle Läuferinnen und Läufer, die an diesem Auffahrtswochenende die Tartanbahn unter die Füsse genommen haben und sich wieder einmal als ausgezeichnetes Team präsentiert haben!!
Autorin: Joëlle Flück