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| Athanasius (295-373) - Schreiben an die Antiochier (Tomus ad Antiochenos)

5.
Nachdem wir nun diese Erklärung der Ausdrücke und diese Rechtfertigung gut geheißen hatten, fragten wir auch diejenigen, welche von diesen beschuldiget wurden, daß sie nur Eine Hypostasis behaupteten, ob denn auch sie das behaupteten, was Sabellius denke, um den Sohn und den heiligen Geist zu läugnen, oder ob sie glaubten, der Sohn sey ohne Wesenheit, und der heilige Geist ohne Hypostasis? Aber auch diese betheuerten, daß sie dieses weder sagten noch jemals gedacht hätten, und erklärten: Wir behaupten eine Hypostase, indem wir glauben, es sey einerlei, ob man Hypostasis oder Wesenheit sage; an Eine Hypostasis aber glauben wir, weil der Sohn aus der Wesenheit des Vaters ist, und weil die Natur Eine und dieselbe ist; denn wir glauben, daß Eine Gottheit und daß die Natur derselben Eine sey, und wir glauben nicht, daß eine andere die Wesenheit des Vaters, verschieden aber von dieser die Wesenheit des Sohnes und des heiligen Geistes sey. Ueberhaupt stimmten damals diejenigen, welche beschuldiget worden waren, daß sie drei Hypostasen behauptet hätten, diesen bei, und eben diejenigen, welche nur Eine Hypostasis behauptet hatten, gaben zu, daß diese die von jenen aufgestellte Lehre gleichsam erkläre; und von beiden Theilen wurde Arius als Feind Christi, so wie Sabellius und Paulus von Samosate als Gottlose, Valentinus und Basilides als Abtrünnige von der Wahrheit, Manichäus aber als Erfinder schlechter Lehren mit dem Fluche belegt. Alle bekennen endlich durch Gottes Gnade und nach diesen Erklärungen, daß das von den Vätern zu Nicäa verfaßte Glaubensbekenntniß besser und genauer sey, als solche Ausdrücke, und daß künftighin die Worte desselben genügen sollen, und man ihrer sich zu bedienen habe.