Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03354.jsonl.gz/1720

Zusammen mit den „Unberührbaren“, den Dalits, gehören die Adivasi zur Bevölkerungsgruppe, die unterdrückt, ausgegrenzt und ausgebeutet wird, wie keine andere in Indien. Unsere Partnerorganisationen in Orissa unterstützen sie dabei, zu ihren berechtigten Ansprüchen zu kommen.
Die Nichtregierungsorganisationen PAHAD (People’s Action for Hilly Area Development) und Gramya Jyothi arbeiten in den Distrikten Bolangir und Kalahandi im Bundesstaat Orissa mit je 30 Adivasi-Gemeinschaften der Khanda zusammen.
Die Adivasi stellen in Bolangir und Kalahandi einen Bevölkerungsanteil zwischen 65 und 75%. Ihre Situation ist denkbar schlecht. Durch die Vergabe von Krediten zu überhöhten Zinsen haben sich Landbesitzer und Geldverleiher fast das ganze Land und den gesamten Besitz der Khanda angeeignet.
Der Ertrag aus der Landwirtschaft reicht höchstens noch für ein Auskommen während drei Monaten im Jahr. Für den Rest des Jahres sind die Adivasi auf das Sammeln und den Verkauf von Waldprodukten und auf die Tagelöhnerei auf den Feldern der höherkastigen Landbesitzer und Geldverleiher angewiesen.
Informieren, dass sie Rechte besitzen, die sie einfordern können
Dabei werden sie in mannigfaltiger Weise ausgebeutet: Forest Officers verlangen ihr Scherflein für den Zugang zum Wald, die Abnehmer der Waldprodukte auf dem lokalen Markt betrügen die Adivasi, die des Lesens und Rechnens meist unkundig sind, sowohl beim Wägen der Ware wie auch beim Abnahmepreis. Landbesitzer halten die Adivasi in ewiger Schuldknechtschaft und drücken die Tagelöhne.
Die Khanda haben auch keine Kenntnis davon, dass sie Anspruch auf Service Public (Wasserversorgung, Schule, Gesundheit), auf Sozialprogramme zugunsten der Armen sowie auf spezielle Leistungen für ethnische Minderheiten haben. Ohne Advocacy und Lobbying ist es aber sehr unwahrscheinlich, dass die lokalen Behörden die durchaus grosszügigen gesetzlich vorgesehenen staatlichen Leistungen auch wirklich erbringen.
PAHAD und Gramya Jyothi unterstützen die Adivasi darin, ihre eigenen Dorforganisationen aufzubauen und Ersparniskassen einzurichten, die sie vor weiterer Verschuldung bewahren. Das gemeinsam Ersparte und die Vergabe von internen Krediten schützen die Adivasi vor Versklavung. Durch die Analyse der Mechanismen ihrer Unterdrückung und möglicher Auswege werden die Gruppen in ihrem Selbstbewusstsein und in ihren Fähigkeiten gestärkt, so dass sie ihre Interessen zunehmend selber vertreten können.