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«Whilst closely gazing at the soup...»
Vor ziemlich genau einem Jahr mussten die Proben von «Whilst closely gazing at the soup … » wegen der politischen Ereignisse in Ägypten abgebrochen und die Aufführungen in der Dampfzentrale abgesagt werden. Karima Mansour, Tänzerin und Choreografin aus Kairo, entschied damals, hinsichtlich der Unsicherheit der ganzen Situation vorzeitig nach Kairo zurück zu kehren. Bei der Wiederaufnahme der Proben neun Monate später galt es zu entdecken, wie die Geschehnisse und die Unterbrüche die Arbeit selbst beeinflussen würden.
«Whilst closely gazing at the soup… » ist eine Kollaboration der Kairoer Choreografin und Tänzerin Karima Mansour, der Berner Choreografin und Tänzerin Daria Gusberti und der Berner Künstlerin Maia Gusberti. Die drei arbeiten zusammen mit der Regisseurin Laila Soliman und dem Musiker Mahmoud Refat, beide aus Kairo. Das Projekt entstand aus dem gemeinsamen Interesse an Körper- und Bildsprache und der Untersuchung von Blickgefügen sowie deren Auswirkungen auf Körper und Raum.
Das Stück ist ein Spiel um Blicke und Bilder, Projektionen und Perspektiven. Die Performerinnen spiegeln und projizieren sich auf ihr Gegenüber. Durch Blickwechsel und Erwartungen entsteht ein Beziehungsgeflecht zwischen den Performerinnen selbst, aber auch zwischen ihnen und dem Publikum und zwischen ihnen und den Bildern auf der Leinwand. Mit wechselnden Perspektiven lassen sie Bilder entstehen und wecken verschiedene Vorstellungen.
«Es liegt an mir|Die anderen sind schuld»
Die Idee, dass die Welt immer schlechter wird, ist am Ende genauso falsch wie die Behauptung des Gegenteils. Geschichte hat keine Richtung. (Alain De Botton)
Ein Mann dreht durch. Er ist bereit zu sterben. Er kann jederzeit explodieren.
... [Sein] einzige[r] Ausweg aus dem Dilemma ist die Fusion von Zerstörung und Selbstzerstörung, Aggression und Autoaggression. (Hans Magnus Enzensberger).
Der Mann versucht die totale Kontrolle auszuüben und seinen Abgang zu feiern: Die Möglichkeit seiner Tat verleiht ihm ein Gefühl der Macht. Endlich scheint er über andere zu triumphieren.
Wir müssen mit dem Wahnsinn leben, dass hin und wieder einer durchdreht. «Ich habe ja auch schon in einem Wutanfall einen Wäscheständer ruiniert. Allerdings fehlte dabei das Publikum.»
Im Unterschied zur Wirklichkeit werden in «Es liegt an mir - Die anderen sind schuld» alle Figuren auf ein und denselben Darsteller reduziert. So ist der Performer gleichzeitig eloquenter Moderator, sein eigener Interview-Gast wie auch Experte in eigener Sache.
Nachdem Albert Liebl und Peter Zumstein bereits vor zehn Jahren bei Schauplatz International zusammen arbeiteten, hat sie «Es liegt an mir - Die anderen sind schuld» aufs Neue zusammen gebracht.
Publikumsgespräch mit Peter Zumstein & Albert Liebl und Daria Gusberti & Karima Mansour im Anschluss an die Vorstellungen: Sa, 11. Februar. Moderation: Christoph Meneghetti.
Spezieller Hinweis:
«Laila, Hala und Karima - Ein Jahr im revolutionären Kairo»
Dokumentarilm mit Karima Mansour zum Jahrestag der ägyptischen Revolution:
29. Januar, 12:00 Uhr, Schweizer Fernsehen SRF, «Sternstunden»
31. Januar, 22:25 Uhr, 3sat
4. Februar, 14:30 Uhr, Kino Kunstmuseum Bern (mit anschliessender Diskussion)
15. Februar, Goethe-Institut Kairo (mit anschliessender Diskussion)
Mehr Informationen zum Film finden Sie hier:
«Whilst closely gazing at the soup...»: Konzept: Karima Mansour, Daria Gusberti, Maia Gusberti. Choreografie, Tanz:Karima Mansour, Daria Gusberti. Video: Maia Gusberti. Musik: Mahmoud Refat. Dramaturgische Beratung: Laila Soliman. Licht und technische Leitung: Saad Samir. Kostüm: Renate Wünsch. Produktionsleitung: Michael Röhrenbach. Unterstützung Produktion: Pro Helvetia Cairo, KulturStadtBern, Erziehungsdirektion des Kantons Bern, Burgergemeinde Bern, Migros-Kulturprozent, Ernst Göhner Stiftung, Schweizerische Interpretenstiftung, Atelier Freiform im PROGR.
«Es liegt an mir | Die anderen sind schuld»: Idee: Peter Zumstein. Performance: Peter Zumstein. Regie: Albert Liebl. Video: trinipix (Lukas Ramseyer, Aron Nick, Christoph Walther). Licht: Daniel Müller. Choreografische Beratung: Jenni Arne. Unterstützung Produktion: KulturStadtBern, Erziehungsdirektion des Kantons Bern,
Burgergemeinde Bern, Migros-Kulturprozent, Fondation Nestlé pour l'Art.
Danke an Mäder Wohnkunst, Annette Kitagawa, Schauplatz International.