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Dialektik und Kritik. Die kritische Theorie Adornos zwischen Kant und Hegel
Dissertationsprojekt von Conrad Mattli
Die Doktorarbeit stellt die These zur Diskussion, wonach die Philosophie Theodor W. Adornos nur über eine reflexive Wechselbestimmung von Dialektik und Kritik begriffen werden kann. Dieser Ansatz knüpft an eine Deutungslinie an, nach welcher Adorno ‚zwischen Kant und Hegel‘, anstatt wie üblich im Schatten Hegels zu verorten wäre. Dabei soll aber nicht einfach die Dialektik aus Hegel – das kritische Moment aus Kant hergeleitet werden. Für Adorno ist vielmehr klar, „daß eigentlich die Dialektik […] die zu ihrem Selbstverständniß, zu ihrem Selbstbewußtsein gekommene Kantische Philosophie sei“. Das hat Konsequenzen für Adornos Hegelianismus: die ostentative Abgrenzung zu Hegel geht nun mit einer Hinwendung zu Kant einher und umgekehrt, die Kritik an Kant mit der Übernahme hegelianischer Motive. Die Schließung der bestehenden Forschungslücke bezüglich Adornos Kantinterpretation ist also gleichbedeutend mit der Beantwortung der Frage, wie sich Dialektik überhaupt in 'Differenz von Hegel', d.i. als 'negative' und dezidiert 'kritische' spezifizieren lässt. Die Bestimmung der Dialektik als die zu sich gekommene Philosophie Kants führt auf drei Aspekte der kritischen Theorie Adornos, denen die drei Hauptabschnitte der Arbeit gewidmet sind: (1) Logik: Das Nichtidentische als das regulative Ideal dialektischer Kritik; (2) Aktualität: Naturgeschichte und Freiheit; (3) Ästhetik: Rettung des Scheins.