Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03104.jsonl.gz/2659

In der Schweiz wurden einige Strassenzüge freigelegt, welche als römische gedeutet wurden. Einige davon habe ich auch aufgesucht. In jüngerer Zeit wird dies von der Forschung jedoch bestritten. Dabei wird aufgeführt, dass die Lebensdauer dieser Strassen bei einigen Jahrzehnten (ca. um 30 Jahre) lag. Somit seien diese Strassen bereits nach kurzer Zeit Erneuerungsbedürftig gewesen. Zudem liegen Quellen vor, dass einige dieser Verbindungen bis in die Neuzeit genutzt wurden. Sicherlich handelt es sich hierbei um eine logische Schlussfolgerung. Trotzdem möchte ich dieses Thema noch von einer anderen Seite angehen.
Die heute sichtbaren Spuren können verschieden auftreten: Karrengeleise, Hohlwege und Dämme.
Viel der Karrengeleise wurden vor der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts freigelegt. Werden solche jedoch heute entdeckt, könnte in der darüber liegenden Schicht Material liegen, welches eine Altersbestimmung erlaubt. Damit könnte festgelegt werden, bis wann das Geleise genutzt wurden.
Hier stellen sich die folgenden Fragen:
Könnte die Frage eins mit nein beantwortet werden, sind viele als Römerwege geltende Strassenspuren aus anderer Zeit. Dies wird von der Forschung jedoch nicht bestritten. Zudem gibt es anscheinend zwei Theorien über die Entstehung von Geleisen: natürlich (durch Nützung der selben Linie durch alle Wagen) oder durch Menschhand. Ich kann mir die natürliche Entstehung jedoch nicht vorstellen. Immerhin sind diese Spuren im Felsgestein vorhanden. Zur Frage zwei. Früher wurde angenommen, dass die Spurbreite 108 - 110 cm mit römisch gleichzusetzen ist. Die Spurbreite römischer Wagen lag jedoch zwischen 90 und 160 cm. Somit könnten alle gefundenen Karrengeleise römisch sein.
Ohne Zweifel war das römische Strassennetz gut ausgebaut. Der grobe Verlauf ist zudem aus der Tabula Peutingeriana und dem Itinerarium Antonini bekannt. Es stellt sich daher die Frage, in welcher Form die Strassen in die heutige Zeit gekommen wären.
Es wurde bereits auf die Lebensdauer der Strassen eingegangen. Bei einer Wiederinstandstellung gab es daher verschiedene Möglichkeiten
Was wäre mit der alten nutzlosen Strasse bei Bau an einer anderen Stelle geschehen? Karrengeleise wären wohl kaum abgetragen worden. Diese sind höchstens durch Felssturz (z.B. oberer Hauenstein) zerstört worden. Hohlwege wären höchstens zugeschüttet worden. Dämme könnten jedoch abgetragen worden sein.
Aufgrund dieser Aufführungen wäre somit die Feststellung, dass alle Strassen aufgrund der Lebensdauer nicht römisch sein können auch anders möglich. Dabei stellt sich die Frage, ob der gefundene Strasssenzug in gutem Zustand ist? Wenn ja, kann dies folgendes bedeuten
Die erste Möglichkeit würde jedoch auf eine römische Strasse hinweisen (Wurde die A1 in den 60er Jahren erstellt oder erst bei den Reparaturen gegen Ende des Jahrhunderts?). Wenn nein, kann dies ebenfalls auf verschiedene Möglichkeiten hinweisen.
Aufgrund dieser Aufführungen ist es meiner Meinung nach also auch möglich, dass die gefundenen Strassenzüge römisch sind. Wieso sollte immer die nach römischer Zeit neu angelegte Strasse entdeckt worden sein?
Den Stand der Forschung und die gefundenen Strassenzüge habe ich der folgenden Literatur entnommen. Die Schlussfolgerung ist jedoch von mir.