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AKTION „BROT FÜR ALLE“ 2018
DR KONGO: KLEINPRODUZENTINNEN BRINGEN MAIS UND MANIOK AUF DEN MARKT
Für die diesjährige Sammlung «Brot für alle» hat sich die dafür zuständige OeME-Kommission der Kirchgemeinde für die Unterstützung von Kleinproduzenten in der Demokratischen Republik Kongo entschieden.
Schwierige Situation
Im zweitgrössten Land Afrikas sind 69 Prozent der Bevölkerung unterernährt – 69 Prozent von über 77 Millionen Menschen! Seit 1990 leidet die DR Kongo unter politischer Instabilität, insbesondere wegen der Gewalt bewaffneter Gruppierungen im Osten des Landes. Diese Instabilität hat in den Nachbarländern Begehrlichkeiten geweckt, sich auf die Bodenschätze des Landes zu stürzen.
Studien aus dem Gebiet Rutshuru, Provinz Nord-Kivu, zeigen, dass Kleinbauernfamilien trotz gestiegener Produktivität ihr Einkommen nicht verbessern können, weil sie keinen Zugang zum Markt haben. Ursachen dafür sind der falsche Umgang mit Produktionskosten, fehlende Marktkenntnisse, schlechte Lagerung, fehlender Zugang zu Krediten, mangelnde Vernetzung der Produzenten, die mangelnde Marktfähigkeit der Produkte sowie Gesetze, die insbesondere die Landwirtschaft hemmen.
Bessere Vermarktung
Hier setzt das HEKS-Projekt an: Es will dazu beitragen, die wirtschaftlichen und sozialen Lebensbedingungen der Produzenten von Maniok und Mais im Gebiet Rutshuru bis 2019 verbessern. Die Kooperativen, in denen die ProduzentInnen organisiert sind, sollen ihre Produkte besser vermarkten und deren Interessen schützen. Ziele sind die Entwicklung eines effizienten Marktsystems zugunsten der Produzenten von Mais und Maniok, die Entwicklung einer nachhaltigen landwirtschaftlichen Produktion und die Stärkung der operativen Fähigkeiten des CEDERU, der Partnerorganisation des HEKS.
Begünstigt werden davon 1290 Haushalte, die den fünf bestehenden Landwirtschaftskooperativen angehören. Um die Mitglieder im Falle einer Krise oder eines unvorhergesehenen Ereignisses zu stärken, sollen 172 Haushalte beim Anbau von Pilzen für die Saatgutversorgung begleitet werden.
Aufbau von weiteren Landwirtschaftskooperativen
Für das Projekt wurden unter Beteiligung aller Interessengruppen die Wertschöpfungsketten von Mais und Maniok ausgewählt, dies unter Berücksichtigung des technischen Know-How und dem wirtschaftlichen Potential. Die Aktivitäten tragen dazu bei, die Produzenten in fünf weitere Landwirtschaftskooperativen und in einem Verband zu organisieren.
In Zusammenarbeit mit der «Inspection de l’État» werden drei GebietsbetreuerInnen sowie zehn BeraterInnen ausgebildet, um den Mitgliedern Themen der ökologischen Landwirtschaft zu vermitteln: Einsatz von organischem Dünger, Strohabdeckung, Fruchtfolge, Mischkulturen, Viehzucht, Landbau, Verbesserung der Brachwirtschaft, Biopestizide sowie der Nachernte (Trocknen und Rösten von Maniok).
Der Bau von zurzeit zwei Sammellagern und eines Lagerraums gibt der Kooperative die Möglichkeit, ihre Waren in grossen Mengen zu verkaufen und auch zu lagern, was die Verhandlungsposition der Produzenten stärkt.
Der Programm sieht weiter vor, in der Stadt Goma weiterverarbeitende Betriebe für eine Zusammenarbeit mit den Kooperativen zu gewinnen, um auch auf diese Weise Zugang zum Markt zu erhalten. Die CEDERU regt die verschiedenen Akteure zur Zusammenarbeit an, was zu einem dauerhaften Wandel in den Beziehungen der Akteure führt.
Zugang zu Mikrokrediten
Der Zugang zu Krediten stärkt die Verhandlungsposition der Produzenten gegen über den Zwischenhändlern. Die Kooperativen werden bei den Verhandlungen mit den Mikrofinanzinstituten unterstützt und erhalten durch das Projekt eine zeitlich befristete Kreditgarantie. Dieser Ansatz hat sich als aussichtsreich erwiesen: Seit Lancierung des Projekts 2016 wurden bereits fünf Landwirtschaftskooperativen mit 262 Mais- und Maniok-Produzenten aufgebaut. und drei Gruppen von lokalen Mikrofinanzinstituten mit 60 Mitgliedern gegründet.
Die OeME-Kommission empfiehlt, dieses nachhaltige Hilfsprojekt zu berücksichtigen und dankt für alle Unterstützung!
Für die OeME-Kommission: Werner Fricker
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