Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/177129

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, die Einführung eines schweizerischen Jugendkulturgutscheins zu prüfen. Der Kulturgutschein wird jeder Einwohnerin und jedem Einwohner dieses Landes zum 16. Geburtstag geschenkt. Er berechtigt zum Bezug von kulturellen Leistungen im Gegenwert eines bestimmten Betrags.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat anerkennt die gesellschaftliche Bedeutung einer möglichst breiten Teilhabe der Bevölkerung am kulturellen Leben. Für die Förderperiode 2016-2020 ist die Stärkung der kulturellen Teilhabe eine von drei zentralen strategischen Handlungsachsen seiner Kulturpolitik. Es wurden verschiedene Neuerungen eingeführt, insbesondere in den Bereichen musikalische Bildung, Leseförderung und Förderung der kulturellen Teilhabe.</p><p>Das Postulat nimmt somit ein wichtiges Anliegen der Kulturpolitik des Bundes auf. Das vorgeschlagene Instrument erscheint aus unterschiedlichen Gründen jedoch kaum umsetzbar: Es würde aufgrund der Zahl der Beitragsempfänger hohe Kosten verursachen (jährlich 43,3 Millionen Franken bei rund 86 600 Personen von 16 Jahren gemäss Bevölkerungsstatistik des Bundes), einen hohen Verwaltungsaufwand auslösen (Rückverrechnung der Gutscheine) und erhebliche Streuverluste herbeiführen (keine Nutzung der Gutscheine). Gleichzeitig ist daran zu erinnern, dass die meisten Kulturinstitutionen nicht vom Bund, sondern von Kantonen und Gemeinden betrieben werden; diese sollten frei sein in der Wahl von Massnahmen zur Stärkung der kulturellen Teilhabe.</p><p>Im Allgemeinen ist anzumerken, dass die weitaus meisten 16-Jährigen in Ausbildung sind (Sekundarstufe I, Sekundarstufe II oder Berufslehre) und somit ohnehin von stark reduzierten Eintritten in Museen oder Theatervorstellungen sowie Abonnementen für Zeitungen oder Zeitschriften profitieren können. Ferner unterstützt der Bund die Initiative "Kulturlegi" von Caritas Schweiz. Mit der "Kulturlegi" erhalten sozial benachteiligte Menschen Vergünstigungen bei Kulturangeboten.</p><p>Im Rahmen des Nationalen Kulturdialogs werden zurzeit zwischen Bund, Kantonen, Städten und Gemeinden Massnahmen zur Stärkung der kulturellen Teilhabe diskutiert. In Hinblick auf die Kulturbotschaft 2021-2024 wird das Bundesamt für Kultur die Ergebnisse dieser Arbeiten evaluieren.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.