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Die römische Ingenieurkunst und der damit verbundene Bauwille veränderte unsere Landschaft nachhaltig.
Für den Bau von Strassen und Gebäuden wurden grosse Mengen von Sand, Kies und verschiedene Gesteinsarten benötigt. Wo immer möglich wurden diese lokal abgebaut. Spezielle Gesteinsarten wie Marmor wurden aber über weite Strecken (z.B. von Italien) her transportiert und hier bearbeitet, oder z.B. für Mosaike bereits in Form von kleinen Steinwürfelchen importiert und durch wandernde Handwerker zu prachtvollen Böden verlegt.
Erstmals wurde grossflächig gerodet und unsere Landschaft dadurch effektiv verändert. Dies einerseits zur Platzgewinnung für die landwirtschaftlichen Grossbetriebe, andererseits zur Beschaffung von Bauholz und in Unmengen für Heizmaterial. Verschiedene Höhenzüge im Jura verödeten durch diese radikale Abholzung bis auf den heutigen Tag (Umweltschäden aus römischer Zeit).
Das römische Strassennetz war das erste und bis im 20. Jahrhundert das einzige funktionierende Fernverkehrsnetz in Europa.
Die römischen Ingenieure legten die Strassen über das Gelände ohne grosse Rücksichtsnahme auf Geländehindernisse. Sie bauten Dämme, Rampen, Brücken und schlugen Einschnitte sowie kleine Tunnels in das Gestein.
Dies im Gegensatz zu früheren und nachherigen mittelalterlichen Wegbauten, die sich den Gegebenheiten des Geländes anpassten, sofern sie sich nicht der römischen Wegführung bedienten.
Dieser immense Strassenbau ermöglichte aber erst die rasche Kommunikation von Staats- und Militärverwaltung und somit die Erfolgsgeschichte des römischen Imperiums.
Die Bau- und Unterhaltsarbeiten wurden mehrheitlich durch das römische Militär ausgeführt.
Verschiedene Verbindungsstrassen durchquerten die heutige Schweiz. Eine davon führte über die Bündner Pässe von Chur über Walensee, Obersee dem Zürichsee entlang Richtung Vindonisssa und Augusta Raurica.
Die grösseren römischen Siedlungen verfügten alle über ein mehr oder weniger gutes Frischwasser-Leitungsnetz und ebenso über ein Kanalisationssystem. Vielerorts wurden daher im Siedlungsumfeld systematisch gute Trinkwasserquellen gefasst und teilweise über Kilometer mit verschiedenen Leitungssystemen in die Siedlungszonen geführt.
Auch die einzelnen Gutshöfe verfügten über ein gut ausgebautes Wasserzuleitungssystem bis ins Wohnhaus und zu freistehenden Brunnen. Vor allem aber für die zum Haupthaus gehörenden privaten Badeanlagen.