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- Schätzungsweise 2200 Menschen sind in der Schweiz bereits ohne Obdach. Etwa 8000 droht der Verlust der Wohnung.
- Das geht aus einer vom Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) veranlassten Studie hervor.
- Aufgrund der Befragungen bei Kantonen und Gemeinden zeigt sich, dass Grossstädte und grössere Agglomerationen am stärksten von Obdachlosigkeit betroffen sind, wie das BWO mitteilt.
Gründe für Obdachlosigkeit sind gemäss Studie oft Konsum-, Schulden- und Suchtmittelprobleme. Auch soziale oder migrationsbedingte Ursachen spielen eine Rolle.
Mehr Obdachlose in der Deutschschweiz
Der Blick auf die Sprachregionen zeigt einen höheren Anteil von Gemeinden in der französischsprachigen (87 Prozent) und italienischsprachigen Region (91 Prozent), die keine Obdachlosigkeit in ihrer Gemeinde schätzen als in der deutschsprachigen Region (71 Prozent).
Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass der Anteil an Gemeinden mit Obdachlosigkeit in der deutschsprachigen Schweiz höher ist. «Eine Erklärung dafür ist die grössere Anzahl von Gemeinden mit städtischem Charakter in der Deutschschweiz», schreiben die Studienautoren.
Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Personen, denen der Wohnungsverlust droht. Mehr Gemeinden in der Romandie (74.5 Prozent) und in der italienischen Schweiz (75 Prozent) geben an, keine von Wohnungsverlust bedrohte Menschen in ihrer Gemeinde zu haben. In der Deutschschweiz sind es dagegen nur 54.2 Prozent.
Mit anderen Worten: Knapp die Hälfte der deutschsprachigen Gemeinden, die an der Befragung teilgenommen haben, haben Menschen in ihrer Gemeinde, die ihre Wohnung verlieren könnten. Dies erklären die Studienmacher mit der grösseren Einwohnerzahl der Gemeinden in der Deutschschweiz.
Umfassende Hilfe für Betroffene fehlt
Die untersuchten Gemeinden und Kantone anerkennen grundsätzlich, dass der Staat für die Bekämpfung und Verhinderung von Obdachlosigkeit zuständig ist. Konkreten Aktionen fallen allerdings laut Studie unterschiedlich aus, da das Problem je nach Kanton oder Gemeinde verschiedenen Politbereichen zugeordnet ist.
Vielerorts stehen die Massnahmen im Zusammenhang mit der Sozial- und Nothilfe. Somit müssen obdachlose Menschen bei der Sozialhilfe angemeldet sein, wenn sie Hilfe bei der Lösung des Problems wollen. Ein umfassendes Gesamthilfesystem ist bei Kantonen und Gemeinden wenig verbreitet.
Obdachlosigkeit sei in der Schweiz wenig erforscht, schreibt das Bundesamt weiter. Die Studienverfasser empfehlen eine bessere Datenerhebung und ein verbessertes Monitoring. Sie raten ebenfalls zu einer Strategie der Wohnungsversorgung, welche Obdachlosen einen verbesserten Zugang zu dauerhaften Wohnlösungen bietet.
Ein Drittel der Gemeinden nahm an der Studie teil
Verfasst hat die Studie die Hochschule für Soziale Arbeit Nordwestschweiz (FHNW). Wie das Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) mitteilte, ermittelte die Hochschule in einem ersten Schritt die Lage in den Kantonen. Im zweiten Schritt führte sie eine Online-Umfrage bei den Gemeinden durch. 22 von 26 Kantonen und 616 Gemeinden antworteten. Das entspricht 28 Prozent aller Gemeinden.