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Die Schmidgasse wurde um 1880 erbaut und führte anfänglich nur von der Jungholzstrasse zur Schaffhauserstrasse. Die Verlängerung bis zur Friesstrasse wurde erst nach 1900 gebaut. Der Strassenname Schmidgasse war bis 1933 offiziell. Aber der Seebacher Gemeinderat oder dann der Gemeindegeometer Robert Deppeler ebenso wie sein Vorgänger Theodor Baumgartner wussten offenbar selbst nicht, wie man die Strasse korrekt schrieb, denn im Strassenverzeichnis der ab 1. Januar 1934 gültigen Strassennamen nannte der Gemeinderat die Strasse «Schmiedgasse», mit «ie» geschrieben, während der im gleichen Hause arbeitende Gemeindegeometer sowohl 1915 wie auch 1932 in seinen Gemeindeplänen die Strasse «Schmidgasse» nannte. Da die Strasse wegen der Eingemeindung ihren bisherigen Namen verlor, war es fortan unerheblich, welches der korrekte Name der Strasse war. Einen Anhaltspunkt gibt allenfalls das Gemeinderatsprotokoll vom 26.7.1932, wo die Strasse als Schmiedgasse bezeichnet wurde. In den Adressbüchern von Seebach von 1913 und 1931 war stets von einer «Schmiedgasse» die Rede. Dennoch ist rein amtlich gesehen, eigentlich nur die offizielle Strassenkarte der Gemeinde Seebach massgeblich und dort steht eindeutig 'Schmidgasse'. Daran hat sich die OGS gehalten.
Kuriosum: Als die Gemeinde Seebach einige ihrer Strassen wegen der Eingemeindung ändern musste, wählte der damit beauftragte Gemeinderat A. Gnehm für die Schmiedgasse den neuen Namen Fenstergasse, doch kam er damit nicht durch.
Schmidgasse war der alte Name eines Teils der späteren Grünhaldenstrasse bis 1933. Es findet sich in der alten Seebacher Literatur auch die Bezeichnung wie 'Schmidgasse oder Grünhaldenstrasse'. Wegen der Eingemeindung Seebachs musste die Schmidgasse umbenannt werden, da es in Zürich bereits eine solche Strasse gab. Die alte Schmidgasse in Seebach bekam diesen Namen seinerzeit, weil das dortige Land einem Schmid gehörte! Das sagte mir ein alter Seebacher. Gesichert ist für die 1910er bis 1930er Jahre ein Andreas Schmid-Näpfer, welchem das Haus zum Eckstein gehörte. Er war ursprünglich Coiffeur und betrieb schon vor 1925 auch einen Kolonialwarenladen, den er noch bis über 1931 hinaus unterhielt. Dieser Andreas Schmid schrieb sich ohne «ie», so wie der Gemeindegeometer den Strassennamen schrieb.
Es war im alten Seebach durchaus üblich war, Grundstücke, Wege und Strassennamen nach dem Anstösser zu nennen, daran erinnern die Johanna-Strasse, die Hüttisstrasse und die Tannergasse. Unter der Voraussetzung, dass die Strasse tatsächlich nach dem früheren Anrainer Andreas Schmid benannt wurde, dürfte damit die korrekte Schreibweise 'Schmidgasse' sein. Der Teil der Schmidgasse östlich der Schaffhauserstrasse behielt den neuen Namen «Grünhaldenstrasse» bis heute bei, während der westliche Teil 1946 erneut umbenannt wurde und seither Eggbühlstrasse heisst.
Aber: Wörtlich sagte mir der weiter oben genannte alte Seebacher: "Die Strasse wurde nach einem Schmid benannt." So behielt ich es in Erinnerung, doch das liess eigentlich drei Möglichkeiten offen, nämlich die Benennung nach einem Schmied von Beruf oder nach einer Person, die Schmid oder Schmied hiess, denn beim Sprechen war nicht zu unterscheiden, ob er vom Beruf und von einem Personennamen sprach. Somit galt es abzuklären, ob es denn dort jemals eine Schmiede gab. Tatsächlich gab es an der Ecke Schaffhauserstrasse/Schmidgasse die Schmiede Eggbühl von 1880 bis 1884. Das ist nachzulesen im Baugeschichtlichen Archiv (BAZ) auf einer Foto von 1925. Den Namen des Inhabers konnte die OGS noch nicht ermitteln, doch dürfte dieser Schmied ein noch ernster zu nehmender Anstösser und damit der Namensgeber der Strasse gewesen sein.
Da der Gemeinderat in Seebach die Strassen nur sehr zögerlich benannte, dürfte die Schmidgasse ihren Namen wie so manch' andere irgendwann nach dem Bau der fraglichen Strasse um 1880 bis 1895 noch vom Volksmund erhalten haben und die bezogen sich entweder auf den damaligen Landbesitzer, Coiffeur und späteren Kolonialwarenhändler Andreas Schmid oder dann auf diesen Schmied an der gleichen Strasse. Das dortige Land hat Andreas Schmid aber erst kurz vor 1895 erworben, während die alte Schmiede schon 1880 entstand, allerdings nur vier Jahre Bestand hatte. Die Frage bleibt somit offen, wie die Schmidgasse zu ihrem Namen kam und je nachdem, welcher Anrainer gemeint war, hiess sie dann entweder Schmidgasse oder eben doch Schmiedgasse. Fast scheint es, dass der Gemeindegeometer eher an Andreas Schmid und der Gemeinderat eher an den Inhaber der dortigen Schmiede 'glaubte'.
In der äusserst bescheidenen Seebacher Strassennamen-Literatur steht über die Benennungsgründe leider nichts. Das Studium der alten Gemeindepläne von 1900 und 1915 scheint aber die Frage zu klären: Im Gemeindeplan von 1900 ist nämlich jener Abschnitt, wo die Schmiede stand, bereits als existent eingezeichnet, während der Abschnitt zwischen Schaffhauserstrasse und Friesstrassse zu dieser Zeit erst geplant war. Damit dürfte die Schmidgasse offensichtlich nach dem Schmied im Eggbühl und nicht nach dem Coiffeur im Haus Eckstein benannt worden sein. Und damit hätten eigentlich die Gemeindegeometer die Strasse in den offiziellen Gemeindeplänen 'falsch' angeschrieben.