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Für den Landsgemeinde-Samstag 01. Mai 2021 plant der FC Glarus einen „Legenden-Tag“ im Buchholz. Dazu werden alle aktuellen und ehemaligen Vereins-Mitglieder (Junioren, Aktiv-Spieler, Funktionäre, Helfer, etc.) eingeladen. Geplant ist eine Ausstellung mit alten Bildern, Trikots, Pokalen, u.v.m.. Weiter werden die grossen Legenden wie Fritz Künzli, René Botteron, Paul Fischli, u.a. eine etwas grössere Plattform erhalten. Sofern Covid-19 mitspielt, wird der „Legenden-Tag“ am Landsgemeinde-Samstag 2021 von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr im Buchholz in Glarus stattfinden. Im Anschluss wird die 1. Mannschaft noch ihr Heimspiel gegen den FC Flawil austragen. Wir möchten euch in den nächsten Wochen und Monaten jeweils „Legenden“ des FC Glarus vorstellen, welche unseren Club geprägt haben, oder welche mal für den FC Glarus spielten und neben dem Rasen sportliche oder berufliche Erfolge feiern konnten.
Das dritte Interview für diese Serie durften mit Curling Olympia-Silber-Medaillen-Gewinner Martin Rios führen.
„Rios“ (Jahrgang 1981), wie ihn alle rufen, wuchs in Riedern auf. Er nahm als Curling-Junior an den Junioren-Weltmeisterschaften 2001 und 2002 zusammen mit den Glarnern Mark Hauser, Andreas Hingher, Jan Hauser und Florian Grünenfelder teil. Im Jahr 2001 reichte es für den siebten, im Jahr darauf für den fünften Schlussrang.
„Rios“, der auch die Spanische Staatsbürgerschaft besitzt, spielte danach an den Curling-Europameisterschaften 2008 für das Spanische Team und wurde Neunter.
Die grössten Erfolge konnte er danach wieder mit den Schweizer-Teams im Mixed-Curling feiern. An der Mixed-Europameisterschaft 2011 (pro Team 2 Herren und 2 Damen) konnte er in der Rolle des „Second“ zusammen mit Thomas Lips, Manuela Siegrist und Manuela Netzer-Kormann den Europameistertitel feiern.
Ein Jahr später führte er das Schweizer Team als „Skip“ an und konnte den achten Rang feiern.
Ebenfalls im Jahr 2012 vertrat er zusammen mit Nadine Lehmann die Schweiz an der Curling-Mixed-Double Weltmeisterschaft und konnte sich dort zum Weltmeister krönen lassen.
Im Jahr darauf nahm er wieder mit Lehmann an der Curling-Mixed-Double Weltmeisterschaft teil und konnte dort den sechsten Platz feiern.
2014 spielte er bei der Mixed-Europameisterschaft im Team von Silvana Tirinzoni als „Third“ und gewann die Bronze-Medaille.
Er vertrat die Schweiz im Jahr 2016 als „Skip“ an der Mixed-Weltmeisterschaft und erreichte mit seinem Team den fünften Schlussrang.
Bei der Mixed-Double-Weltmeisterschaft 2017 gewann er mit Jenny Perret seine zweite Weltmeisterschafts-Goldmedaille.
Den Höhepunkt seiner äusserst erfolgreichen Karriere feierte er an den Olympischen Winter-Spielen 2018 in PyeongChang, als er zusammen mit Jenny Perret die Silber-Medaille gewinnen konnte.
Martin Rios ist ausgebildeter Sportlehrer und arbeitet inzwischen für Swiss-Curling als Trainer. Nach dem Gewinn der Olympia-Silber-Medaille verkündete er zusammen mit Jenny Perret, dass sie im Jahr 2022 an den Olympischen Winter-Spielen in Peking einen erneuten Anlauf unternehmen möchten, die Olympia-Gold-Medaille zu gewinnen.
Daneben hat er bereits zehn Mal den 100-km-Lauf von Biel absolviert und dabei neun Mal das Ziel erreicht. Seine Bestzeit liegt bei 12 Stunden 32 Minuten und 45 Sekunden. Unterstützt worden ist er dabei von seiner Curling-Partnerin Jenny Perret, die ihn als Betreuerin mit dem Fahrrad die ganze Nacht begleitet hat.
Für seine Olympia-Silber-Medaille erhielt Rios im Jahr 2018 die Ehrennadel der Gemeinde Glarus.
Wie sah Deine Karriere beim FC Glarus aus?
Als erstes einmal herzlichen Dank für die Wahl zur „Legende“. Dieser Ausdruck ist in meinem Fall ziemlich übertrieben, dennoch fühle ich mich sehr geehrt.
Ich habe mit zirka 6 oder 7 Jahren wegen eines Schulkameraden bei den F-Junioren begonnen und dann die ganze Juniorenzeit bei FCG verbracht. Nach den A-Junioren habe ich auch wegen entstandenen Freundschaften während der FCG-Juniorenzeit damals zum FC Näfels gewechselt.
Magst Du Dich noch an Dein erstes Training oder Spiel erinnern?
An mein erstes Training oder das erste Spiel kann ich mich nicht erinnern, aber an unseren ersten Sieg. Wir (ich glaube wir waren etwa 4 Riedner Jungs) haben den gesamten Rückfahrt mit dem Velo vom Buchholz nach Riedern „Olé Olé“ gesungen…
Was war Dein sportlich grösster Erfolg oder erzähl uns etwas über Dein schönstes Erlebnis?
Ich war kein besonders begnadeter Fussballer, das Einzige, was ich gut konnte, war aus 30 Meter abziehen… Daher hielten sich auch meine fussballerischen „Erfolge“ in Grenzen. Ich kann mich noch an eine Saison bei den A-Junioren erinnern, bei welcher wir den Aufstieg in die höchste Liga nur knapp verpassten.
Welcher Mitspieler oder Trainer hat Dich am meisten beeindruckt oder geprägt?
Bei den Trainern gab es vor allem zwei: Americo Riccardi (D-Junioren) und Stefan Schlup (A-Junioren)! Americo war immer positiv und fröhlich eingestellt und hat es verstanden, das Feuer für und den Spass am Fussball zu entfachen. Ich bin daher nach der Juniorenzeit wieder in „sein“ Team gewechselt (Aktiv-Mannschaft des FC Näfels). Stefan hat immer eine gewisse Ruhe und Gelassenheit ausgestrahlt, etwas, das ich als Sportler nicht so hatte. Zudem hatte er immer ein offenes Ohr für uns. Bei den Mitspielern fällt mir spontan Benjamin Frank ein. Er war immer auf dem Fussballplatz, hätte wohl sogar dort übernachtet, wenn dies möglich gewesen wäre. Zudem hat er die Motivation nach Verletzungen, von denen er nicht verschont wurde, nie verloren und sich immer wieder zurück gekämpft. Dann wäre da noch Ursal Yasar… Bei den B-Junioren waren wir noch im selben Team, er auf dem Platz, ich auf der Bank… Und ein paar Jahre später spielt er beim FC Zürich in der Super League (64 Pflichtspieleinsätze / 14 Tore anm.d.R.). Das war schon sehr beeindruckend und hat mir aufgezeigt, dass alles oder zumindest vieles möglich ist.
Bist Du mit dem FC Glarus noch verbunden oder hast Du noch Kontakt zu ehemaligen «Legenden»?
Der Kontakt zu einigen ehemaligen „Legenden“ ist durch die heutigen Medien etwas einfacher aufrecht zu erhalten und auch die Resultate des FCG verfolge ich via Internet oder Social Media, beides jedoch eher sporadisch.
Erzähl uns doch noch eine Anekdote aus Deiner Zeit beim FC Glarus?
Wie schon erwähnt, war ich nicht der begnadetste Fussballer und vor allem kein Laufwunder, hatte jedoch einen ziemlich harten Schuss. Zudem durfte man, wenn ich mich richtig erinnere, bei den Junioren so oft wie gewünscht wechseln. So wurde ich manchmal einfach für einen Penalty oder Freistoss aus 30 Metern im Stile der Special Teams beim American Football kurz ein- und dann wieder ausgewechselt. Das eine oder andere Tor habe ich so erzielt…
Werden wir Dich am Legendentag im Buchholz antreffen?
Um ganz ehrlich zu sein, hoffe ich dann die Schweiz an der Mixed Doubles Curling WM vertreten zu dürfen, welche aktuell noch stattfinden soll. Somit werde ich hoffentlich nicht im Glarnerland sein können. Sollte ich mich nicht für diese WM qualifizieren oder müsste diese wie im vergangenen Jahr abgesagt werden, werde ich sicherlich am Legendentag teilnehmen. Es wäre toll, viele bekannte Gesichter wieder einmal anzutreffen!