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Über hundert Bundesrätinnen und Bundesräte hat die Vereinigte Bundesversammlung seit 1848 gewählt. Ein Blick in die Geschichte zeigt viele lange Amtsdauern und wenige Nichtwiederwahlen.
Bundesratswahl
Die Mitglieder des Bundesrates werden von der Vereinigten Bundesversammlung gewählt. Wenn es nicht zu Vakanzen innerhalb der Legislatur kommt, so werden die Bundesräte alle vier Jahre nach den Nationalratswahlen in ihr Amt gewählt oder in ihrem Amt bestätigt. Die Mitglieder des Bundesrates werden einzeln gewählt. Danach werden die Bundespräsidentin oder der Bundespräsident sowie die Vizepräsidentin oder der Vizepräsident für das kommende Jahr gewählt. Bisherige Bundesratsmitglieder kommen in der Reihenfolge des Amtsalters zur Wiederwahl.
Ablauf
- Die Vereinigte Bundesversammlung wählt in geheimer Wahl und über mehrere Wahlgänge ein Bundesratsmitglied nach dem andern.
- In den ersten beiden Wahlgängen können alle wählbaren Personen Stimmen erhalten.
- Ab dem dritten Wahlgang sind keine weiteren Kandidaturen mehr zugelassen. Wenn niemand das absolute Mehr erreicht, scheidet die Person mit der geringsten Stimmenzahl vor dem nächsten Wahlgang aus.
- Dies wird so lange wiederholt, bis eine Person das absolute Mehr erreicht hat und damit gewählt ist.
- Die Mitglieder des Bundesrates werden für eine vierjährige Amtsdauer gewählt.
Amtsdauer und Rücktritt
Rund 10 Jahre bleiben die Bundesräte durchschnittlich im Amt. Die längste Amtsdauer gab es im 19. Jahrhundert. Carl Schenk war 32 Jahre Bundesrat. Ebenfalls sehr lange in der Landesregierung war Guiseppe Motta. Er war während der Zeit der beiden Weltkriege 28 Jahre im Amt. In der jüngeren Vergangenheit sind Kurt Furgler, Jean-Pascal Delamuraz, Kaspar Villiger und Moritz Leuenberger überdurchschnittlich lang im Amt geblieben. Eine Beschränkung der Amtsdauer oder ein Misstrauensvotum gibt es nicht. Den Zeitpunkt seines Rücktritts bestimmt also das amtierende Bundesratsmitglied. Hin und wieder erfolgte dieser jedoch auch auf Druck der Partei oder des Parlaments. Nichtwiederwahlen von wieder kandidierenden Bundesräten sind selten. Seit 1848 kam es viermal dazu. (Ulrich Ochsenbein 1854, Jean-Jacques Challet-Venel 1872, Ruth Metzler 2003, Christoph Blocher 2007).
Vergangene Bundesratswahlen nochmals miterleben?
Die Organisation der Bundesrats-Wahl ist Sache des Parlamentes, die Videoaufzeichnungen der Bundessrats-Wahlen und die Wortprotokolle können auf parlament.ch eingesehen werden.
Fragen zur Bundesratswahl?
Das Parlament stellt die häufigsten Fragen und Antworten zu den Regeln der Wahl zusammen.
Bundesräte, die die Wahl nicht annahmen
Verschiedentlich wurden Bundesräte zwar gewählt, aber traten ihr Amt nicht an. Jüngstes Beispiel ist Francis Matthey, der die Wahl 1993 zu Gunsten der zweiten Frau im Bundesrat (Ruth Dreifuss) ausschlug.
Letzte Änderung 29.09.2015