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Die Musik ist aus der Kulturaussenpolitik nicht wegzudenken. Seit ihrer Gründung wendet Pro Helvetia einen bedeutenden Teil ihrer Mittel für Tourneen von Schweizer Orchestern und Musikgruppen auf.
Konzerttourneen bekannter Orchester gehören zu den klassischen Formen kultureller Präsenz im Ausland und sind oft Teil ihrer prestigeträchtigsten Ausprägung, die man als eigentliche Kulturdiplomatie bezeichnen kann. Obschon die Schweiz nicht über Städte verfügt, deren Musikleben mit demjenigen der grossen Metropolen der Nachbarländer vergleichbar wäre, bestehen zahlreiche Orchester und Ensembles von internationalem Niveau. Bis in die 1980er Jahre sind sie die Hauptakteure der Auslandtätigkeiten von Pro Helvetia im Bereich der Musik.
Entsprechend der Logik der Kulturdiplomatie bleibt die Unterstützung durch Pro Helvetia während der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts meist den grossen städtischen Orchestern vorbehalten, zu denen das Tonhalle-Orchester, das Collegium Musicum und das Orchestre de la Suisse romande gehören. Gemäss Pro Helvetia verfolgen die Konzerttourneen das Ziel, den Bekanntheitsgrad der zeitgenössischen Schweizer Musik zu steigern und dem ausländischen Publikum eine qualitativ herausragende Ausführung zu bieten. Aus diesem Grund gewährt die Kulturstiftung nur dann Beiträge, wenn Werke von Schweizer Komponisten in die Konzertprogramme aufgenommen werden. Bis in die 1970er Jahren kommen so hauptsächlich Kompositionen von Arthur Honegger, Frank Martin und Willy Burkhard zur Aufführung, die so zu den wichtigsten musikalischen Botschaftern der Schweiz werden.
Diese prestigeorientierte Politik ruft allerdings immer mehr Kritik hervor, insbesondere seitens der im Stiftungsrat einsitzenden Kulturschaffenden. 1978 beschliesst der Stiftungsrat eine Einschränkung der Konzerttourneen im Ausland und eine stärkere Berücksichtigung der direkten Anliegen der Komponisten und Interpreten. Trotzdem verschwinden die Symphonieorchester nicht vollständig aus den Tätigkeitsprogrammen von Pro Helvetia. Insbesondere die Botschaften legen Wert auf diesen klassischen Bestandteil der Schweizer Präsenz im Ausland. Der Einbezug des Jazz und der experimentellen Musik führt ab den 1980er Jahren zur Erweiterung des musikalischen Spektrums.