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Autor: Fahrettin Calislar
In Villars-sur-Glâne beschlossen die Mitglieder der Grünen gestern, mit zwei Listen in den Wahlkampf für den Nationalrat zu ziehen. Sie tragen die Nummern 7 und 8. Die Jungen Grünen bilden den Kern der zweiten Liste. «Es ist ein wichtiges Jahr für die Partei», hielt Präsident Marc Antoine Messer fest. Dies, weil sich die Partei sowohl auf kantonaler als auch nationaler Ebene im Aufwärtstrend befindet. Und er sei sich sicher, dass dadurch der erste Freiburger Vertreter in die Grosse Kammer einziehen könne.
Der Vorstand wollte das Verhältnis zu den anderen kleineren Parteien im grossrätlichen Mitte-Links-Bündnis gestern noch nicht genauer erläutern. Möglicherweise müssen die Grünen, um einen Sitz zu erhalten, gegen die prominente Nationalrätin der CSP, Marie-Thérèse Weber-Gobet antreten. Die Senslerin arbeitet auf Bundesebene in der Grünen Fraktion mit und deckt deshalb schon einen Teil des «grünen» Wählerpools ab. Der Vorstand liess sich die Befugnis geben, über die weitere Entwicklung entscheiden zu können.
Schwach in Deutschfreiburg
Auf der ersten Liste treten Nicole Bardet-Leuenberger (Romont), Oliver Collaud (Freiburg), Michel-Joseph Braillard (Pont-en-Ogoz), Christa Mutter (Freiburg), Roman Hapka (Mannens), Yolande Peisl-Gaillet (Freiburg) und Bruno Marmier (Villars-sur-Glâne) an. Die Jugendliste, welche der Mutterpartei über eine Listenverbindung Stimmen zutragen soll, trägt den Zusatz «Die neue Generation». Darauf figurieren Monica Mendes (Freiburg), Jennifer Schneuwly (Bulle), Manohar Sitapati (Freiburg), Gabriel von Niederhäusern (Bulle), Gerhard Andrey (Freiburg) sowie Präsident Messer als Zugpferd. Ein Platz ist noch frei, und Messer hofft, dass sich noch ein geeigneter Kandidat finden lässt. Denn die Zusammensetzung zeigt die Schwäche der Partei: Sie hat in den Bezirken mit deutsch sprechender Mehrheit kaum eine Basis. Andrey hatte sich als einziger deutschsprachiger Kandidat auf der Liste präsentiert und bezeichnete sich als «Quoten-Deutschfreiburger».
Die Grünen wollen gemäss ihrem gestern vorgestellten Wahlprogramm vor allem auf die Energiepolitik setzen. Der zentrale Punkt ist die Festschreibung des Atomausstiegs – mindestens einmal in der kantonalen Verfassung. Doch das Programm wurde nicht in allen Punkten bereinigt, der Vorstand hat den Auftrag erhalten, es mit einigen Veränderungen in eigener Kompetenz zu verabschieden. «Wir müssen aus der Atomenergie aussteigen und die erneuerbaren Energien stärken», hatte Präsident Messer zuvor betont.
Die Nationalratskandidaten der Grünen: (vorne v.l.) Michel-Joseph Braillard, Marc Antoine Messer, Jennifer Schneuwly, Nicole Bardet, Christa Mutter, Gabriel von Niederhäusern, Manohar Sitapati und Monica Mendès; (hinten v.l.) Bruno Marmier, Roman Hapka, Gerhard Andrey, Oliver Collaud und Yolande Peisl.Bild Alain Wicht
Rechnung: Ein kleine Schwierigkeit
Peter Halbheer stellte erstmals als Kassier die Rechnung der Partei vor und musste gleich auf eine kleine Schwierigkeit hinweisen. Neben der Jahresrechnung der Grünen, die mit einem Plus von rund 8000 Franken abschloss und am Ende des Jahres rund 30000 Franken aufwies, führt er auch die der Mitte-Links-Fraktion im Grossen Rat. Diese Kasse läuft natürlich separat. fca