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Die evangelisch-reformierte Kirche in Innerferrera wurde um 1834 in ihrer heutigen Form erbaut und ist das einzige Gotteshaus in der Talschaft, das mitten im Dorf steht. Ermöglicht wurde dieser Neubau dank einer grosszügigen Zuwendung aus dem Legat des 1825 in Chur verstorbenen Ausserferrerer Bürgers Peter Lamalta. Entstanden ist eine rechteckige Saalkirche, die in einen Chorraum und ein Kirchenschiff unterteilt ist. Bei Ausgrabungen von 1939 wurden Fundamente einer schmäleren und kürzeren Vorgängerkirche entdeckt. Seit der Renovation von1939/40 besitzt der Kirchturm ein Zifferblatt, dafür wurden die Glockenfenster mit Holzjalousien versehen.
Im Chorraum befinden sich Taufstein und die Orgel und eine kunstvoll errichtete Kanzel. An der rückseitigen Chorwand ist unter dem Lünettenfenster in bogenförmiger Anordnung ein Bibelvers in Romanisch angebracht: „CUN FIDANZA LAINSA NUS VURDAR SIN JESUS, L’ANTSCHEATTA A LA FEGN DALLA CARDIENTSCHA. HEBR. 12.2.“ Die deutsche Übersetzung dieses Verses aus dem Hebräerbrief lautet: „Vertrauensvoll wollen wir blicken auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens.“
Im Jahr 2005 wurde die letzte Total-Sanierung der Kirche durchgeführt.
Geschichtliche Zusammenfassung
Aus den alten Urkunden und Schriften sind nur spärliche Informationen zur Geschichte der Kirchgemeinde zu gewinnen. Eine erste Nachricht stammt aus einem Urteilsspruch von 1557. Zu diesem Zeitpunkt war die Reformation in Innerferrera bereits durchgeführt. Die Leute von Ausserferrera und Innerferrera wehrten sich gegen die Kirchenvögte von St. Martin in Zillis, weil diese von ihnen höhere Beiträge für die Besoldung der Prädikanten an der Hauptkirche verlangen wollten. Die Talschaft Val Ferrera gehörte zu dieser Zeit zu einem grossräumigen Pfarrsprengel, der das Schams und einen Teil des Rheinwalds umfasste. St. Martin in Zillis war die Haupt- resp. Mutterkirche für dieses Gebiet.
Im Jahre 1601 wollte sich das Tal dann mit Andeer und Pignia von Zillis abspalten. Doch es kam vorläufig nur zur Ablösung von Andeer. Ausser- und Innerferrera wurden erst 1707 durch die Stiftung eines eigenen Pfrundvermögens kirchlich selbständig. 1837 trennte sich Innerferrera politisch und kirchlich von Ausserferrera. Diese Trennung hatte ab 1867 auch Auswirkung auf die seelsorgerische Betreuung: Für Innerferrera war fortan die Pfarrperson aus dem Avers zuständig, für Ausserferrera die Pfarrperson in Andeer.
Heute sind Ausserferrera und Innerferrera politisch wie auch kirchlich wieder zusammengeschlossen. Für Ferrera und Avers besteht ein gemeinsames Teilzeit-Pfarramt. Das zugehörige Pfarrhaus steht in Avers-Cresta.
Quellenverweis
Recherchen: Daniel Diezi & Andreas Maurer Quellen: Erwin Poeschel, Kunstdenkmäler des Kt. Graubündens, Bd. V; Hans Batz, Kirchen und Kapellen des Kt. Graubündens, Bd. 2 Fotos: Daniel Diezi