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Vom 9.7. bis 15.7. finden im Unterengadin die Junioren-WM im Orientierungslauf statt. Am Sonntag klassierte sich Gross im Sprint in Scuol auf dem neunten Platz. Das Langdistanzrennen am Montag, welches auf dem Ofenpass ausgetragen wurde beendete die Richterswilerin auf Rang fünf.
Bei herrlichem Sommerwetter hiess Bundespräsident Schneider-Ammann, der früher selber Orientierungsläufer war, am vergangenen Samstag in Scuol die 325 Athletinnen und Athleten aus 39 Nationen willkommen und eröffnete offiziell die Junioren-WM 2016. Für Laufleiterin Simone Niggli endete damit eine intensive, zweijährige Vorbereitungszeit. Damit eine junge Athletin eine Heim-WM bestreiten kann, braucht sie einerseits viel Potential und andererseits den richtigen Jahrgang. Beide Voraussetzungen erfüllte die zwanzigjährige Paula Gross, die deshalb in ihrem letzten Juniorinnenjahr an der Weltmeisterschaft im Unterengadin teilnehmen durfte.
Enttäuschung trotz Top-Ten-Rang im Sprintrennen
An der WM 2015 in Norwegen hatte die Richterswilerin mit dem siebten Rang im Sprintrennen bewiesen, dass sie zu den stärksten Läuferinnen ihrer Altersklasse gehört. Natürlich wollte sie nun an ihrer letzten Junioren-WM und vor dem Heimpublikum nochmals möglichst gute Leistungen zeigen. Entsprechend gross waren ihre Erwartungen an sich selbst. Das Sprintrennen, der erste Wettkampf der WM, wurde am Sonntag, 10.7. in Scuol ausgetragen. Dabei galt es, einen Parcours, mit viel Steigung und einigen kniffligen Routenwahlentscheidungen zu bewältigen. Bereits zwischen den Posten fünf und sechs, bei der ersten wichtigen Routenwahl, traf Gross eine falsche Entscheidung. „Ich bin beim Überlauf über meinen Rückstand erschrocken“, berichtete die Läuferin im Ziel. Sie habe sich dabei sofort gefragt, ob die Route zum Posten sechs schlecht gewesen sei. Tatsächlich verlor die Richterswilerin auf dem besagten Abschnitt viel Zeit. In der Folge drehte sie jedoch stark auf. Sie legte den technisch anspruchsvollen Schlussteil deutlich schneller zurück als viele andere Konkurrentinnen. Alleine auf dem Abschnitt zwischen den Posten 15 und 16 überholte Gross vier Läuferinnen. Schliesslich lief sie mit der neuntbesten Laufzeit der insgesamt 145 Teilnehmerinnen durchs Ziel. Doch Gross machte keinen Hehl daraus, dass dieser Rang nicht ihren Erwartungen entsprach.
WM-Diplom trotz Patzer beim ersten Posten
„Ich habe mir vorgenommen, den ersten Posten sehr sorgfältig anzulaufen“, verriet Gross nach dem harten Langdistanzrennen. Aber ausgerechnet diesen ersten Posten im sehr detailreichen und unübersichtlichen Startabschnitt suchte die Richterswilerin während rund zwei Minuten. Wegen dieses Missgeschickes belegte sie in der Zwischenrangliste den ungewohnten 94.Platz. Doch Gross glaubte an ihre Chance und kämpfte tapfer weiter. Tatsächlich gelang es ihr, das früh eingehandelte Handicap wieder gut zu machen. Schliesslich beendete sie den physisch enorm anspruchsvollen Parcours im alpinen Gelände, der 6.5 Kilometer und 310 Meter Steigung aufwies, in einer Zeit von 1:03:50 Stunden. Weil sie sehr früh gestartet war, übernahm Gross für einige Zeit im Schlussklassement gar die Führung. Bald wurden aber andere Läuferinnen mit wesentlich besseren Zwischenzeiten gemeldet. Gross befürchtete, dass sie nun wie am Vortag laufend Ränge verlieren werde. „Ich will nicht am Schluss wieder auf einem soliden Top-Ten-Platz landen, den niemand interessiert“, meinte sie frustriert. Zuerst unterbot Valerie Aebischer, eine Teamkollegin, Gross‘ Bestzeit. Dann setzte die nachmalige Weltmeisterin, die Finnin Anna Haataja, eine neue Bestmarke und unterbot damit die Laufzeit der Richterswilerin um mehr als sechs Minuten. Nach fast endlosen vier Stunden Wartezeit war endlich klar, dass es diesmal trotz des grossen Rückstandes auf die Siegerin für ein Diplom reichte. Entsprechend riesig war die Erleichterung und Freudetränen flossen.
Weiteres Programm der Junioren-WM
Mittwoch, 13.7., Qualifikationslauf Mitteldistanz (Ftan)
Donnerstag, 14.7., Finallauf Mitteldistanz (Lavin)
Freitag, 15.7., Staffel (Scuol Tarasp)