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Katholizismus, Orthodoxie und Landwirtschaft im Schwarzbubenland
1 October 2022
Die Bedeutung “Schwarzbuben” kommt wahrscheinlich von dem Wort ’schwärzen‘, was soviel wie schmuggeln bedeutet. Das Schwarzbubenland ist die Region nördlich des Passwangs (1204 Meter) im Kanton Solothurn. Sie besteht aus den Distrikten Dorneck und Thierstein. Die wichtigsten Orte sind Dornach und Breitenbach.
Die Mönche des Benediktinerklosters Beinwil wurden 1648 in das etwas weiter entfernt gelegene Kloster Mariastein verlegt. Seit 2019 beherbergt der Klosterkomplex das byzantinisch-orthodoxe Kloster Johannes Kapodistria, das vom griechischen Abt Archimandrit Dionysios geleitet wird. Das Kloster untersteht dem Patriarchat von Antiochien.
In den Jahrhunderten nach dem Jahr 1054, dem Jahr des Grossen Schismas, wäre es undenkbar gewesen, ein katholisches Kloster durch ein orthodoxes zu ersetzen. Es symbolisiert die Vitalität der orthodoxen Religion in Europa. Sie füllt die Lücke der katholischen und der protestantischen Religion Europas.
Das Kloster Beinwil übte die geistliche Macht aus und verfügte über viel Land im Dorf. Die Grafen von Thierstein waren die weltlichen Herrscher. Solothurn erwarb das Dorf im Jahr 1522. Nach einem anfänglichen Übertritt zum protestantischen Glauben hatte das Dorf im 17. Jahrhundert wieder eine katholische Kirche.
Nicht nur Klöster (u.a. auch in Mariastein und Dornach), Kirchen, zahlreiche Kapellen und eine grosse Kirche in Seewen (Kirche St. German) haben in diesem katholischen Kanton seit Jahrhunderten einen guten Nährboden gefunden.
Die (feuchten) Böden sind ebenfalls von guter Qualität für den Ackerbau und eine Vielzahl von Obst- und Gemüsearten. Das Lüssel-Tal ist ein gutes Beispiel dafür.
Selbst nach Monaten ohne Regen ist das Tal noch eine grüne Oase. Die Erschwilerinnen und Erschwiler haben in der Kirche St. Peter und Paul ihre Dankbarkeit für die Ernte zum Ausdruck gebracht. Damit zeigen sie, dass das “tägliche Brot” keine Selbstverständlichkeit ist. Dies muss nicht Ausdruck von Religiosität sein, sondern kann als Respekt vor der Natur und der Landwirtschaft verstanden werden.
Das Dorf liegt in einem Tal am Flüsschen Lüssel im mittelhohen Juragebirge mit seinen vielen Felsformationen, Schluchten, Tälern, Wiesen, Wäldern, Bächen und Flüssen. Das Dorf wurde erstmals 1147 unter dem Namen “Hergiswilre” urkundlich erwähnt.
Erschwil ist nicht nur ein guter Ausgangs- oder Endpunkt für Wanderungen. Es liegt auch in der Nähe der Gemeinden Zwingen, Dornach, Gempen, Laufen, Rodersdorf und anderer Ortschaften am Rande von Basel-Landschaft und Frankreich.
(Bron en verdere informatie: www.schwarzbubenland.info)
Korrektorin: Eva Maria Fahrni