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Als sie London verliess, war Elizabeth Goodwin Hall eine erfolgreiche Geschäftsfrau. In der Schweiz war sie zu Beginn vor allem eines: Mutter. Während ihr Mann als Professor und Arzt arbeitete, stellte sie die Kinderbetreuung sicher. Nach der Geburt des zweiten Kindes startete sie neu: Sie baute ein Netzwerk auf, machte sich die deutsche Sprache zur Freundin und gründete 2015 ihr eigenes Unternehmen.
Elizabeth, Dein Unternehmen gibt es nur dank Deiner Kinder. Wie genau ging das?
Elizabeth Goodwin Hall: Dass ich früher oder später ein Unternehmen gründen möchte, wusste ich immer. Das liegt in der Familie. Schon in London hatte ich für eine Idee recherchiert, aber dafür war nicht der richtige Zeitpunkt. Dann zogen wir in die Schweiz. Ich war gerade zum ersten Mal Mutter geworden, sprach schlecht Deutsch und hatte kaum Aussichten auf einen interessanten Teilzeitjob.
Ich dachte: Wenn ich ein kleines Kind am Leben halten kann, dann kann ich alles tun.
Ein harziger Start?
Ja, das erste Jahr mit unserer Tochter war sehr schwierig, und als ich ihren ersten Geburtstag erlebte, empfand ich das als Wunder. Ich dachte mir: Wenn ich ein kleines Kind am Leben halten kann, dann kann ich alles tun. Ich begann mit den Vorbereitungen für Pep Shot, war total motiviert – und dann wurde ich wieder schwanger. Das war die Zeit, als uns die Kinderkrippe vor eine Entscheidung stellte: Entweder ich werde wieder berufstätig oder wir müssen eine andere Krippe suchen. Nach der Geburt unseres zweiten Kindes nahm ich drum nur eine kurze Mutterschaftspause und legte dann los.
Du bist Teilzeit-Unternehmerin. Was machst Du, wenn an einem Mami-Tag kurzfristig ein Businesstermin hereinschneit?
Ich versuche, an Mami-Tagen konsequent nicht zu arbeiten. Wenn es gar nicht anders geht, dürfen die Kinder einen Film ansehen. Und sonst nutze ich die Zeit des Mittagsschlafs oder die Abende. Das Handy trage ich an Mami-Tagen nicht immer auf mir. Die Kinder sollen nicht denken, das Telefon sei wichtiger als sie.
Bist Du an Mami-Tagen erreichbar?
Im Prinzip schon, aber mit einer zeitlichen Verschiebung. Wenn die Kinder miteinander spielen, schaue ich auch aufs Handy. Um mit mir zu kommunizieren, ist eine E-Mail drum auch besser als ein Telefonat.
Das Handy trage ich an Mami-Tagen nicht immer auf mir. Die Kinder sollen nicht denken, das Telefon sei wichtiger als sie.
Du bist eine sehr tatkräftige Person. Wie gehst Du damit um, dass Du in Teilzeit langsamer vorankommst?
Ich musste meine Erwartungen tiefer setzen. Wenn ich eine Wahl treffen muss, steht immer die Familie an erster Stelle. Vieles kann ich delegieren, aber die Mutter meiner Kinder bin nur ich. Das ist der Grund, wieso das Unternehmen weniger schnell wächst. Meine Vision ist die gleiche wie vorher, aber ich musste das Timing anpassen.
Ich glaube an meine Idee.
Was hilft Dir, dranzubleiben?
Ich glaube an meine Idee. Wir bieten ein sehr gutes Produkt und einen sehr guten Service, und ich weiss, dass ich das kann. Wenn man so weit ist wie ich, kann man nicht auf einmal aufhören. Da gibt es jeden Monat einen Fortschritt.