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Die falsche Flagge gezeigt
Sie löste ein gewaltiges Echo bei chinesischen Online-Usern aus: Die taiwanische Indie-Sängerin Deserts Chang (張懸) hielt während eines Konzerts an der University of Manchester eine Flagge der Republik China hoch.
Taiwanische Studenten hatten die Fahne mitgebracht, die Sängerin freute sich offenbar über die Flagge und holte sie auf die Bühne, berichtet der TV-Sender CTTV. «Dies ist die Fahne meiner Heimat», sagte Deserts Chang während sie die Flagge ins Publikum hielt.
Während sich die taiwanischen Fans darüber freuten, wurde sie von chinesischen Konzertbesuchern kritisiert. Sie solle jetzt doch bitte nicht über Politik sprechen, rief jemand aus dem Publikum, worauf die Sängerin antwortete, dies sei doch nur eine Fahne.
Kritik aus China
Während Deserts Chang darauf von vielen chinesischen Online-Usern kritisiert wurde, gab es auch solche, die die Sängerin unterstützten. In einer Strassenumfrage des Nachrichten-Senders Phoenix, sagte etwa eine Passantin, es sei doch normal, wenn jemand die Fahne seiner Heimat zeige. Ein weiterer Befragter fand, solange es im Ausland stattfände, sei es für ihn in Ordnung.
Die Flagge der Republik China wird von der Regierung in Taiwan als offizielle Fahne verwendet, ausserhalb Taiwans hat die Fahne jedoch keinen guten Stand. Auf Druck Pekings darf etwa Taiwans Olympia-Delegation nicht die offizielle Fahne und Landesbezeichnung nutzen (Asienspiegel berichtete).
Konzertauftritt storniert?
Nach Changs kontroversem Konzertauftritt, berichtete Phoenix auf seiner Online-Plattform, dass der für Dezember geplante Auftritt der Sängerin in Peking wegen des Vorfalls bereits storniert worden sei.
Während Taiwans Kabinettskommission für Festlandangelegenheiten die Sängerin verteidigte, wollte sich eine Sprecherin von Chinas Büro für Taiwanangelegenheiten nicht detailliert dazu äussern.
Jahrelanges Auftrittsverbot für Popstar
Nicht eine Flagge, sondern eine Nationalhymne wurde Taiwans Popstar A-Mei (張惠妹 ) im Jahr 2000 zum Verhängnis. Die Sängerin trug die Hymne der Republik China auf der Amtsantrittsfeier des damaligen Präsidenten Chen Shuibian vor. Darauf folgte ein Auftrittsverbot der Sängerin auf dem Festland. Erst 2004 trat A-Mei mit einem Konzert in Peking wieder in China auf.
Nach dem chinesischen Bürgerkrieg floh Chiang Kai-Sheks Regierung 1949 auf die Insel Taiwan, von wo sie ihre Republik China weiter führte. Diese ist international jedoch kaum anerkannt (Asienspiegel berichtete hier und hier, auf Druck Pekings halten sich die meisten Staaten an die Ein-China-Politik, wonach die Insel zu China gehört.
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