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Kinder im Schulalter und Jugendliche sind sehr aufmerksam und bemerken jede Veränderung sofort. Wenn Sie Ihre Kinder nicht über Ihre Erkrankung informieren, löst dies Unsicherheit und grosse Ängste aus. Meist fühlen sich die Kinder für das Verhalten ihrer Eltern schuldig und verantwortlich, so dass sie alles unternehmen, dass es Ihnen als Vater oder Mutter wieder besser geht.
Über die Erkrankung sprechen
Im Gespräch mit dem Kind sollen Ihre Reaktionen und Veränderungen durch die Krankheit aufgezeigt und diskutiert werden. Damit helfen Sie dem Kind, sein Gefühls-Durcheinander zu entwirren. Sie können nicht nur die Krankheit erklären, sondern auch die Hilfe, die Sie in Anspruch nehmen, um wieder gesund zu werden.
- Es kann helfen, die Krankheit als etwas häufig Vorkommendes, Normales darzustellen. Immerhin wird fast jede zweite bis dritte Person einmal im Leben mit einer eigenen psychischen Erkrankung konfrontiert. Vielleicht kennen Sie jemanden, der auch darunter leidet. Nur gesprochen wird sehr selten darüber.
- Vergleichen Sie die psychische Erkrankung mit einer körperlichen Erkrankung wie einem Beinbruch oder einer Fieber. Bei psychischer Erkrankung liegt jedoch eine Erkrankung im Kopf vor.
- Vielleicht fragen Sie Ihr Kind, was ihm denn bislang aufgefallen ist. Dann können Sie Ihr ungewöhnliches Verhalten mit der Krankheit erklären.
- Lassen sie Ihr Kind wissen, dass Sie sich bewusst sind, dass Ihre Krankheit alle Familienmitglieder tangiert und sie auch darunter leiden.
- Das erste Gespräch soll eine einfache Einleitung sein und zugleich der Start für weitere Gespräche. Sprechen Sie auch über die Heilungsaussichten und welche Massnahmen Ihnen bei der Genesung helfen sollen.
- Ermutigen Sie Ihr Kind, über Veränderungen, die es feststellt, zu reden.
- Manchmal verwenden Kinder Wörter, die sie im Zusammenhang mit psychischen Krankheiten gehört haben, deren wirkliche Bedeutung sie aber nicht kennen. Versuchen Sie, diese zu erklären.
- Fragen Sie Ihr Kind, wovor es Angst hat und was ihm Sorgen macht. Sie können so gemeinsam versuchen, diese Sorgen zu reduzieren.
- Versichern Sie dem Kind, dass die Krankheit nicht seine Schuld ist, und es auch nicht verantwortlich für die Heilung ist.
- Ein Teil der Kinder möchte helfen; definieren Sie gemeinsam kleine “Aufgaben” wie z.B. die Spielsachen aufräumen, eine Zeichnung für Sie zu machen oder im Garten ein paar Blumen zu pflücken.
- Versuchen Sie Ihrem Kind ein Gefühl von Sicherheit zu geben, damit es Fragen stellen kann.
Tragen Sie sich Sorge!
Wenn Sie spüren, dass Sie nicht auf die Bedürfnisse und Ängste Ihres Kindes eingehen können, geben Sie sich etwas Zeit und Ruhe und sprechen Sie die Problematik an, wenn es Ihnen wieder besser geht.
Nehmen Sie Hilfe an!
Es kann schwierig sein, Ihre Erlebnisse mit der Krankheit in Worte zu fassen; nicht alle können dies alleine. Es kann helfen, sich an eine Fachperson zu wenden, die diesen Prozess begleitet. Einige bevorzugen Bücher, über deren Geschichten sie mit ihren Kindern ins Gespräch kommen. Andere werden durch Familienmitglieder, Bekannte oder Nachbarn unterstützt. Überlegen Sie sich, welche Hilfe Sie in Anspruch nehmen sollten, und was Sie selbst mit Ihrer Familie besprechen können.