Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03166.jsonl.gz/3163

- Die Republikaner im US-Repräsentantenhaus haben einen ersten Vorschlag für eine Steuerreform vorgelegt, die Konzerne und Bürger entlasten soll.
- Der Höchststeuersatz für Unternehmen soll von 35 auf 20 Prozent sinken.
- Ferner solle das System deutlich vereinfacht werden. «Die Steuererklärung wird künftig auf eine Postkarte passen.»
Mit Vorzugs-Steuersätzen von maximal zwölf Prozent sollen US-Firmen bewegt werden, im Ausland gehaltene Guthaben und Vermögensanlagen ins Land zurückzuholen.
Für Haushalte sollen künftig vier Steuerklassen gelten – 12, 25, 36 und 39,5 Prozent. Der Höchstsatz wurde erhalten, um dem Vorwurf zu entgehen, die Reichen zu entlasten.
Mit dem Modell solle eine vierköpfige Familie mit durchschnittlichem Einkommen von knapp 60'000 Dollar pro Jahr mit 1182 Dollar entlastet werden, sagte der Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Paul Ryan.
Trump trotz Abstrichen zufrieden
Präsident Donald Trump muss damit schon jetzt einen Teil seiner Wahlversprechen zurücknehmen. Er hatte im Wahlkampf eine Unternehmenssteuer von 15 Prozent propagiert und eine Entlastung für Haushalte von jährlich durchschnittlich 4000 Dollar.
Dennoch begrüsst er den Vorschlag. «Dies ist ein weiterer Schritt auf dem Weg, dem amerikanischen Volk massive Steuererleichterungen zu gewähren», heisst es in einer Stellungnahme des Präsidenten.
Der Entwurf muss neben dem Repräsentantenhaus noch den Senat passieren – dort werden deutliche Änderungen erwartet. Vor allem ist trotz einer bereits eingetretenen Verwässerung im Vergleich zu den Vorschlägen aus dem Weissen Haus ungeklärt, wie der Rückgang der Steuereinnahmen gegenfinanziert werden soll.
Höhere Defizite und Schulden
Präsident Donald Trump hatte angekündigt, er wolle noch vor Weihnachten ein Steuergesetz unterschreiben. Skeptiker halten dies für einen gewagten Zeitplan. Passiert das Gesetz den US-Kongress, wäre das die erste grosse US-Steuerreform seit 1986.
Dem US-Bundeshaushalt dürften die Pläne zudem nicht gut tun. Brady rechnet dadurch mit einem zusätzlichen Defizitbetrag von 1,51 Billionen Dollar für das Budget in den kommenden zehn Jahren. Auch die US-Ratingagentur Moody's geht nicht davon aus, dass die Einnahmeausfälle an anderer Stelle ausgeglichen werden.