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Leistung der Winterweizensorten in den swiss granum-Versuchen 2016 / 2017
2017 war ein gutes Jahr für die Winterweizensorten in den swiss granum-Versuchen. Die Erträge und die Kornfüllung sind besser als im vergangenen Jahr. Die durchschnittlichen Erträge liegen im ÖLN-Anbau bei 77.2 dt/ha und der Proteingehalt beläuft sich im Durchschnitt auf 14.3%. Die Ergebnisse dienen ausschliesslich zur Beurteilung der Sortenversuche und sind keine Beurteilung der Weizen-qualität in der Schweiz.
Insgesamt waren die Wetterbedingungen für den Weizenanbau im Jahr 2017 günstig. Die Bilanz der Ver-suchsergebnisse präsentiert sich positiv. Die durchschnittlichen Erträge im ÖLN-Anbau sind mit 77.2 dt/ha besser als im 2016 (64.1 dt/ha), sie übertreffen die Spitzenerträge von 2015 jedoch nicht (80.6 dt/ha). Die gebietsweise aufgetretenen Frostperioden Ende April hatten scheinbar keinen Einfluss auf die Erträge. Die ab Ende Juni herrschenden Hitzeperioden hatten eventuell die letzten Entwicklungsetappen etwas negativ beeinflusst und die Abreife beschleunigt. Zudem konnte beobachtet werden, dass die Kornfüllung im 2017 (78.6 kg/hl) schlechter war als 2015 (83.2 kg/hl), jedoch besser als diejenige von 2016 (75.8 kg/hl). Der ge-ringe Krankheitsdruck in diesem Jahr hat zu den guten Ergebnissen beigetragen.
Ergebnisse von 2016 und 2017
In der Klasse TOP erzielte Arnold mit 67.9 dt/ha den besten Ertrag im Durchschnitt der beiden letzten Jahre (ÖLN-Anbau). CH Claro folgt mit 66.7 dt/ha. CH Nara ergänzt das Spitzentrio mit 65.2 dt/ha. Simano und Hanswin sind die ertragsreichsten Sorten der Klasse I (71 dt/ha und 70.1 dt/ha). In der Klasse II zeigte die neu auf der Liste der empfohlenen Sorten von swiss granum aufgenommene deutsche Sorte Spontan mit 80.2 dt/ha den besten Ertrag.
Im Extenso-Anbau liegt der Ertragsdurchschnitt bei 72.3 dt/ha. Arnold (TOP) erreichte die besten Erträge mit 60.2 dt/ha im Durchschnitt der beiden letzten Jahre. Die Erstklasssorte Simano erzielte unter Extenso-Bedingungen 62.2 dt/ha und Montalto ist mit 65.4 dt/ha die beste Sorte der Klasse II.
Die diesjährigen Proteingehalte können als gut bezeichnet werden. Der Durchschnitt unter ÖLN-Bedingungen liegt bei 14.3% und ist somit leicht tiefer als 2016 (14.6%). Unter Extenso-Bedingungen liegt der Proteingehalt mit 13.5% deutlich tiefer. Im ÖLN-Anbau erreichte Molinera im Durchschnitt der beiden letzten Jahre den höchsten Proteingehalt von 17.3% (bzw. 16.3% im Jahr 2017 und 18.3% im Jahr 2016).
Die Hektolitergewichte von 2017 sind gut, jedoch nicht vergleichbar mit dem Jahr 2015. Der Durchschnitt liegt bei 78.6 kg/hl, d.h. 2.8 kg/hl mehr als im Jahr 2016 (Durchschnitt von 75.8 kg/hl). Im Extenso-Anbau liegt das Hektolitergewicht mit 78.4 kg/hl auf ähnlichem Niveau wie im ÖLN-Anbau. Die ab Ende Juni aufge-tretenen Hitzeperioden haben vermutlich die Kornqualität beeinträchtigt, indem sie die Weizenabreife voran-getrieben und somit die Kornausfüllungsdauer am Ende der Vegetationsperiode vermindert haben. Während der Ernte gab es zudem Niederschläge, welche die Hektolitergewichte negativ beeinflussten. Arnold weist mit einem Durchschnitt von 81.7 kg/hl über die beiden letzten Jahre die höchsten Hektolitergewichte auf (82.5 kg/hl im 2017 und 80.8 kg/hl im 2016).
|Beschreibung der Wintergerstenversuchen 2017 von swiss granum |
In Zusammenarbeit mit Agroscope, der Groupe Cultures Romandie, dem Forum Ackerbau und DSP (Delley Semences et Plantes SA) testet swiss granum 24 Winterweizensorten im ÖLN-Verfahren (ökologischer Leistungsnachweis) und 12 Winterweizensorten im Extenso-Verfahren. Das Versuchsnetz umfasst 10 Standorte in der ganzen Schweiz, wo die Versuche auf kleinen Parzellen mit 3 Wiederholungen durchgeführt werden. Dieses Versuchsnetz ermöglicht es, eine statistische Auswertung der Ergebnisse vorzunehmen. Dadurch können die Kenntnisse über das agronomische und qualitative Verhalten jeder Sorte im ÖLN- und Extenso-Verfahren vertieft werden. Zusätzlich zu den offiziellen Versuchen im Extenso-Verfahren von Agroscope stellen diese Versuche eine wertvolle Grundlage dar, um die Sorten für die Liste der empfohlenen Sorten (LES) auszuwählen.
Um in die LES von swiss granum aufgenommen zu werden, muss eine Winterweizensorte die zweijährigen Versuche im Extenso-Netz von Agroscope erfolgreich bestehen. Sie wird danach während zwei Jahren im ÖLN-Netz von swiss granum getestet. Diese Versuche werden in Zusammenarbeit mit dem Forum Ackerbau und der Groupe Cultures Romandie durchgeführt. Das Saatgut wird von DSP vorbereitet und geliefert, während Agroscope die Aufbereitung des Erntematerials und die ersten Qualitätsmessungen vornimmt. Sie legt ebenfalls Versuche an, gewährleistet die Koordination innerhalb des Netzes und wertet die Ergebnisse aus.
Die durchschnittliche Saatdichte liegt bei 350 Körner/m2. Die Stickstoffdüngung wird aufgrund der Grundlagen für die Düngung im Acker- und Futterbau (GRUDAF) für jeden Standort spezifisch errechnet. Im Extenso-Anbau wird die Stickstoffzufuhr um rund 30 Einheiten vermindert. Im ÖLN-Netz erfolgen zudem eine bis zwei Fungizidapplikationen sowie eine Wachstumsreglerapplikation.