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<h2>SubmittedText<h2><p>In den vergangenen Jahren wurde die Ausbildung im Bereich Gesundheitsberufe reformiert und ausgebaut. Während neue Berufslehren und neue Möglichkeiten bis hin zu Bachelor- und Master-Studiengängen an Fachhochschulen und Universitäten geschaffen wurden, liess die Schaffung niederschwelliger Ausbildungsangebote (Attestausbildung) lange auf sich warten. Angesichts dieser Entwicklungen bitte ich den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><p>1. Besteht bei den Gesundheitsberufen ein durchgängiges Bildungskonzept? Welches sind die Eckwerte?</p><p>2. Gibt es Studien zum Spannungsverhältnis Ausbildung-Gesundheitskosten?</p><p>3. Welcher Stellenwert soll in Zukunft niederschwelligen Ausbildungen zukommen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Der Bund hat von der ihm mit der Totalrevision der Bundesverfassung im Jahre 1999 übertragenen Kompetenz, auf Gesetzesstufe die Ausbildung in der Gesundheit zu regeln, im Berufsbildungs- (in Kraft seit dem 1. Januar 2004) und im Fachhochschulbereich (in Kraft seit dem 5. Oktober 2005) Gebrauch gemacht. Damit sind in der Ausbildung der Gesundheit auf Bundesebene Voraussetzungen geschaffen worden, gemeinsam mit den Kantonen und der Nationalen Dachorganisation der Arbeitswelt Gesundheit (OdA Santé), die Berufsbildung und die Fachhochschulen gesamtschweizerisch einheitlich zu steuern. Bund, Kantone und Arbeitswelt nehmen die Aufgabe gemeinsam wahr. Die Zusammenarbeit der Partner funktioniert gut, und es sind erste Erfolge und Wirkungen sichtbar:</p><p>- Beschluss von OdA Santé und der Schweizerischen Dachorganisation der Arbeitswelt Soziales zur Einführung einer zweijährigen beruflichen Grundbildung (Eidgenössischer Berufsattest, EBA) im Gesundheits- und Sozialbereich. Die Abgabe der ersten EBA an Lernende ist nach Planung der beiden Dachorganisationen im Jahre 2014 vorgesehen.</p><p>- Reform und Überführung der Bildungsverordnung Fachfrau bzw. Fachmann Gesundheit EFZ in Bundesrecht im Jahre 2009 mit dem Ziel, die Ausbildung auf der Sekundarstufe II gesamtschweizerisch zu konsolidieren; dabei sollen auch die Schnittstellen zu den vor- und nachgelagerten Ausbildungen präzisiert, soll die Attraktivität der Ausbildung generell gesteigert und die Berufsidentität gestärkt werden.</p><p>- Einführung von Rahmenlehrplänen (RLP) auf der Stufe höhere Fachschulen (HF):</p><p>Bereits in Kraft: RLP Pflege HF, RLP biomedizinisches Labor HF, RLP medizinisch-technische Radiologie HF, RLP Rettungssanität HF.</p><p>Geplante Inkraftsetzung 2008/09: RLP Dentalhygiene HF, RLP Operationstechnik HF, RLP Aktivierung HF, RLP Podologie HF, RLP Orthoptik HF.</p><p>- Das Projekt der gesamtschweizerischen Abstimmung der Abschlussqualifikationen auf Stufe Bachelor und Master läuft, mit dem Ziel einer Klärung der Abschlussqualifikationen bis Anfang 2009.</p><p>Damit sind wesentliche Eckpunkte für ein gesamtschweizerisch einheitliches Bildungskonzept bei den Gesundheitsberufen gelegt.</p><p>2. Bis zur Überführung der Regelung der Ausbildung im Gesundheitswesen in den Zuständigkeitsbereich des Bundes bildeten die Ausbildungskosten Bestandteil der Spitalkosten der Kantone. Neu bilden diese Kosten mit einem entsprechenden Bundesanteil einen erheblichen Posten bei den Bildungsausgaben der Kantone. Studien über das Spannungsverhältnis zwischen Ausbildung und Gesundheitskosten sind uns auf gesamtschweizerischer Ebene keine bekannt. Der OECD/WHO-Bericht über das Gesundheitssystem der Schweiz (2006) beleuchtet insbesondere das "Anschwellen der Humanressourcen" und die damit verbundene kostentreibende Wirkung. Die Frage, ob eine zweckmässige funktionale Differenzierung der Gesundheitsberufe kostendämpfende Effekte hat, ist bisher lediglich in Einzelfällen und namentlich in grossen Zentrumsspitälern auf betrieblicher Ebene angegangen worden.</p><p>3. Mit der Zielsetzung der Einführung der zweijährigen beruflichen Grundbildung (Attestausbildung) wird auch im Gesundheitswesen das Anliegen der Bildungspolitik eingelöst, in den einzelnen Branchen Ausbildungen auf allen Qualifikationsstufen anzubieten und Ausbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten für alle zu schaffen. Dieser Schritt steht auch im Einklang mit dem zunehmenden Bedarf des Arbeitsmarktes nach Mitarbeitenden in den Bereichen Pflege und Betreuung. In der Praxis wird sich weisen, welchen Stellenwert und welche Einsatzgebiete namentlich im stationären Langzeitbereich und in der Spitex Inhaberinnen und Inhaber einer Attestausbildung einnehmen können.</p>  Antwort des Bundesrates.