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Einer meiner Lehrer hat die unwillkommene Angewohnheit, gerade bei komplizierteren Themen, Schüler unaufgefordert aufzurufen. Da er auch noch dazu neigt, Schüler, die die geforderte Aufgabe nicht lösen können, blosszustellen, darüber zu lachen, oder den Vorfall als „Worst Case“ an der Leinwand zu präsentieren, ist er nicht gerade beliebt.
So auch in dieser Situation: Ich sass im Schulzimmer, und hörte der eintönig näselnden Stimme des Lehrers zu. Plötzlich schreckte ich auf, der Lehrer hatte meinen Namen genannt. Er kam auf mich zu, drückte mir eine Kreide in die Hand, und forderte mich auf, eine Aufgabe an der Wandtafel zu erklären. Ich stand auf, ging nach vorne, und versuchte, die Aufgabe zu lösen. Der Lehrer liess wieder eine seiner spontanen Blossstellungsreden vom Stapel. Damit konnte ich umgehen. Doch zu oft hatte ich meine Mitschüler darüber klagen gehört, als dass ich dies einfach so hinnehmen könnte.
Also ging ich nach der Lektion zum Lehrer, und schilderte ihm transparent unsere Lage und hinterfragte seine Motivation. Der Lehrer schwang sich zu einer Erzählung aus seiner eigenen Schulzeit auf: Sein Lehrer hätte die Schüler auf die gleiche Art und Weise behandelt. Er habe am Anfang der Stunde einem Schüler eine Kreide in die Hand gedrückt, und ihm klar gemacht, dass dieser die ganze Lektion leiten habe. Für ihn sei das eine unangenehme Erfahrung gewesen. Als es in unserem Gespräch dann um sein eigenes Verhalten ging, zeigte er kein Verständnis. Er zog einen Kollegen von mir bei, und fragte ihn, ob dem wirklich so sei. Dieser war verlegen, und stimmte mir darum nur mit indirekten Worten zu. So weit so gut.
Doch in der nächsten Lektion spöttelte er: „Dave hat es besonders gerne, wenn man ihn unaufgefordert drannimmt.“ Ich traute meinen Ohren nicht. In Anwesenheit der ganze Klasse gab er auf unser Gespräch auf spöttische Weise wieder. Am liebsten hätte ich nach der Stunde noch ein ernstes Wörtchen mit ihm gesprochen, liess es dann aber sein.
Habe ich etwas falsch gemacht? Und was ist nun angebracht? Soll ich schweigen und Gras darüber wachsen lassen? Oder ihn nochmals darauf ansprechen?
An diesem Punkt stand ich wirklich an.
Deshalb haben Alex und ich verschiedene Personen angeschrieben, und sie um Rat gefragt. Diese Vorschläge werden wir in einem der nächsten Artikel veröffentlichen.