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Alle modernen Messen verdanken ihre Existenz der ersten Weltausstellung in London, The Great Exhibition, die am 1. Mai 1851 feierlich von Königin Victoria eröffnet wurde. Das Messegelände befand sich im Hyde Park, im Zentrum der britischen Hauptstadt. Die Ausstellung war im Inneren des Crystal Palace, der speziell für diesen Zweck von Joseph Paxton entworfen worden war. Für den Bau der aus Eisen und Glas gefertigten Ausstellungshalle mit einer Gesamtfläche von 92.000 Quadratmetern, einer Länge von 564 Metern und einer Innenhöhe von 39 Metern, wurden 5.000 Mann benötigt. Eine der Galerien hatte eine Buntglaswand, welche das Sonnenlicht in verschiedenen Farben hindurchließ. Plüschbänder und luxuriöse Teppiche gestalteten den riesigen Raum sehr üppig.
Die Messehalle wurde errichtetet, um die produktivsten Angebote der Welt an einem Ort zu präsentieren. Die Ausstellung dauerte fünf Monate und zog eine für die damalige Zeit riesige Menge von sechs Millionen Besuchern an. Nach Beendigung der Messe wurde das gesamte Gebäude nach Süd-London verlegt und 1936 bei einem Brand zerstört. Die Messe zeigte die neuesten Technologien und Produkte, die während der industriellen Revolution entstanden waren. Sie stellte eine Reihe von Gegenständen aus, darunter Waffen, Maschinen, Töpferwaren, Musikinstrumente, Parfums und Stoffe. Auch eine Präsentation der rudimentären, ersten Faksimile-Maschine von Frederick Collier Bakewell gab es.
Zu Beginn war die Ausstellung nur den Reichen und Adligen zugänglich. Die Eintrittskarten kosteten für Damen zwei Britische Pfund und für die Herren drei Pfund. In heutigem Geld wären dies jeweils 255,86 beziehungsweise 383,80 Britische Pfund. Die wohlhabenden Besucher strömten dennoch mit ihren eleganten Pferdekutschen in den Hyde Park. Nach dem 24. Mai durfte dann das normale Volk zu einem viel niedrigeren Eintrittspreis inein. Bei dieser Gelegenheit trugen alle ihre beste Kleidung, um einen Eindruck von dieser Neuheit in London und den vielen fremden Sehenswürdigkeiten und Ausländern zu bekommen. Arbeitgeber und Grundbesitzer schickten ihre Angestellten und Schulkinder hatten den Spaß ihres Lebens.
Diese erste Weltausstellung zeigte 100.000 Exponate von über 15.000 Ausstellern. Die Hälfte des riesigen Raums zeigte Erfindungen und Exponate aus Großbritannien und den Kolonien des Empires. Um den Reichtum der Krone zu zeigen, wurde einer der größten Diamanten, der Koh-i-Noor, ausgestellt. Weitere beeindruckend große Objekte waren eine superschwere Hydraulikpresse und ein präziser Dampfhammer. Unter anderem zeigte der Waffenhersteller Sam Colt einige seiner Revolver, neuartige Addiermaschinen wurden präsentiert und Blutegel prophezeiten das Wetter im Innern eines Barometers, dem „Tempest Prognosticator“. Zur Belustigung der Besucher wurde auch ein Regenschirm zur Abwehr für Spione gezeigt.