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access_time veröffentlicht 13.06.2019
Zuwarten in der Medizin: oft eine gute Idee
Prof. Dr. med. Reto Krapf
Praxisrelevant
Zuwarten in der Medizin: oft eine gute Idee
13.06.2019
Diabetische Patient(inn)en sind dem Risiko einer diabetischen Retinopathie ausgesetzt. Dabei ist das diabetische Makulaödem, das mindestens teilweise als Folge einer gestörten Blut-Retina-Schranke auftritt und bei jedem Stadium der diabetischen Retinopathie vorkommen kann, die wichtigste Ursache des Visusverlustes.
Die beste Behandlungsstrategie war unbekannt. Mehr als 700 Patient(inn)en mit Makulaödem, aber noch erhaltenem Scharfsehen, wurden prospektiv randomisiert entweder mit einem «vascular endothelial growth factor»(VEGF)-Hemmer (Aflibercept, bis zu 4-wöchentlich), einer Laser-Photokoagulation (bis zu 13-wöchentlich) oder nur beobachtend/überwachend (Kontrollen zuerst nach 4, dann alle 8 Wochen) behandelt.
Während der Studie wurde prädefiniert ein Wechsel in eine Aflibercept-Therapie vorgenommen, wenn die Kontrollen einen Abfall des Visus zeigten (was bei 25% in der Beobachtungsgruppe und bei 34% der Laser-Gruppe der Fall war). Nach zwei Jahren war in jeder Gruppe etwa jeder 6. Patient von einem gemäss Studienkriterium definierten Visusabfall betroffen. Eine beobachtende Haltung und intravitreale Anti-VEGF-Injektionen erst bei Bedarf ist demnach die gegenwärtige Strategie der Wahl.
Verfasst am 23.05.2019, auf Hinweis von Prof. K. Neftel (Gléresse).
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