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Mit den Niederschlägen seit Mitte Juli haben die Rutschungsgeschwindigkeiten und die Stein- und Blockschläge oberhalb Brienz/Brinzauls markant zugenommen. Eine akute Gefahr für das Dorf besteht nicht, die Entwicklung wird aber genau beobachtet.
Seit Anfang Juli sind auf dem Brienzer Rutsch rund 85 Millimeter Regen gefallen. Während die länger andauernden Niederschläge vom 11. bis 13. Juli (22 mm) und am 18. und 19. Juli (16 mm) keine Auswirkungen auf die gemessenen Geschwindigkeiten zeigten, löste der starke Niederschlag vom vergangenen Freitag, 21. Juli (14 mm innerhalb ca. 2 Stunden) einen spürbaren Geschwindigkeitsschub aus. Auch die Anzahl und die Grösse von Stein- und Blockschlägen nahmen markant zu.
Dass gewisse Bereiche der Rutschung Berg hoch über dem Dorf auf Regen reagieren, ist nicht neu: Schon in den vergangenen Jahren hatte sich immer wieder gezeigt, dass die Geschwindigkeiten in diesen Bereichen bei längeren und intensiveren Niederschlägen rasch zunahmen, sich danach aber ebenso rasch wieder beruhigten. Auch die Blockschläge nahmen jeweils merklich zu, wenn die Rinnen in der riesigen Geröllhalde durch den Regen ausgewaschen wurden. Für das Dorf stellten sie aber nie eine Gefahr dar.
In der Folge des Schuttstroms und der Felsstürze der Nacht vom 15. auf den 16. Juni beobachtet der Frühwarndienst Albula/Albula die Rutschung Berg und die Stabilität der abgelagerten Schuttmassen genau. Insbesondere die Frage, wie das Gebiet auf grössere Niederschläge reagiert, steht im Vordergrund.
Die Messdaten der letzten Tage zeigen Beschleunigungen vor allem im obersten Bereich der neuen Schuttablagerung, in der «Insel Ost» und im zentralen Bereich der «Front». Die starke Zunahme der Stein- und Blockschläge kommt vor allem aus dem mittleren Bereich der Front. Hier brechen immer wieder Steine, Blöcke und auch ganze Felspartien aus und stürzen ab. Sie bleiben meistens direkt unterhalb der Front oder auf der «Terrasse» liegen.
Eine grossflächige Beschleunigung des Bereichs «Plateau» oberhalb des Geröllfeldes ist nicht feststellbar. Für das Dorf Brienz/Brinzauls besteht deshalb keine unmittelbare Gefahr. Das Betretungsverbot im Gefahrenbereich hinter und oberhalb des Dorfes muss aber unbedingt eingehalten werden. Der Frühwarndienst beobachtet die Lage täglich und informiert umgehend, falls sie sich verändern sollte.
Strasse Vazerol – Brienz/Brinzauls ab Freitagnacht wieder offen
Die Bauarbeiten an der Gemeindestrasse zwischen Vazerol und Brienz/Brinzauls sind sehr gut vorangekommen und können bereits diese Woche abgeschlossen werden. Ab Freitagnacht ist die Strasse wieder geöffnet.
Die Postautoverbindung zwischen Lenzerheide und Davos wird ab Montag, 31. Juli wieder über Brienz/Brinzauls geführt. Der derzeit angebotene Rufbus-Dienst wird dann aufgehoben.
Die Arbeiten wurden unter Leitung des Tiefbauamts Graubünden in enger Absprache mit der Gemeinde und Postauto Graubünden konzipiert und durchgeführt. Im Namen aller Bewohnerinnen und Bewohner von Brienz/Brinzauls dankt der Gemeindeführungsstab allen Beteiligten für ihren Einsatz!
(Bilder: Gemeindeführungsstab Albula/Alvra)