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Die Geschichte vom Boarden
Laut einer Anekdote aus dem Rauristal ritten bereits im 16. Jahrhundert Goldgräber auf langen Holzbrettern, versehen mit einer Lenkstange, von den Gebirgsstollen ins Tal.
Wer nun Wirklich das Snowboarden erfunden hat, ist nach wie vor unklar. Ausgrabungen Österreichischer Wissenschaftler aus dem Klostertal beweisen jedoch, dass schon in der Steinzeit, also schon wesentlich früher als bisher angenommen, „geshreddet“ wurde. Die nächste technologische Neuerung kam, einige tausend Jahre später, gegen Ende der sechziger Jahre von
einem amerikanischen Surfer namens Sherman Poppen. Da er es satt hatte, während der kalten Wintermonate immer nur vor dem Kamin zu sitzen und ans sommerliche Wellenreiten zu denken, kam ihm die Idee, gleiches doch einmal auf „gefrorenen“ Wellen zu tun. Dadurch hätte er doch eine Outdoor-Beschäftigung, die ihn während der kalten Tage im Winter ein wenig auf den kommenden Sommer vertrösten könnte.
Seine ersten Versuche machte er auf einem ca. 1,20 Meter langen Wasserski mit aufgebogener Schaufel, den er zusammen mit einem Bowling-Kugel- Hersteller entwickelte und an dem er eine Leine zum Lenken befestigte. Der geschäftstüchtige Poppen beginnt schnell davon zu träumen, dass bald alle Wellenreiter sich auch im Winter mit Surfen vergnügen sollten. Aus den Worten Surfer und Snow entsteht der Name Snurfer, den er bald darauf als Markenname registrieren lässt. Die Produktionsrechte verkauft er an die Firma Brunswick Sporting Goods, deren Leuten die Idee vom Surfen im Schnee gefällt.
Der sagenhafte Preis von nur 15 Dollar lässt den Snurfer in den USA zu einem Verkaufsschlager werden. Dieses „aufgebogene Bügelbrett“ ist jedoch sehr einfach gebaut: Fehlende Bindungen, Kanten und Finne machen Surfen auf hartem Schnee unmöglich. Dennoch gehen mehrere hunderttausend Snurfer über die Ladentische. Die erhoffte Wintersportrevolution bleibt aber aus, da es keine Perspektiven zum Pistenfahren hat.
1925 Jack Burtchett soll angeblich ein Stück Holz an seinen Füsse festgebunden haben. Man weiss aber bis heute noch nicht, ob er auf diesem Holz gefahren ist oder nicht.
1963 Tom Sims und Sherman Poppen, beides Wellenreiter versuchen mit grossen Holzbrettern und Türen, wo sie Laschen montierten das Surffeeling auf den Schnee zu bringen.
1965 Wird von Sherman Poppen und einem Bowling-Kugel Hersteller der erste Snurfer hergestellt. Dieses Ding war bananenförmig und ca. 1m 20 lang. Verkauft wurde es für etwa 15 US$. Auch das erste Rennen mit diesem Snurfer fand in diesem Jahr in Michigan statt. Der Erfolg war damals mit dem Snurfer so gross, dass in nur 10 Jahren über 1 Million Boards verkauft wurden.
1969 Bob Weber, ein weiterer Snowboard Pionier versucht über Jahre hinweg sein Patent für das Skiboard, dass er entwickelt hat zu bekommen. 1990 verkauft er es dann an Jake Burton.
1970 Die ersten Snowboards mit Stahlkanten werden vom Dimitrije Milovich, einem Surfer entwickelt.
1972 Fängt Jake Burton, auch ein begeisterter Surfer mit der Weiterentwicklung der Bindung an. Er montiert auf seinem Board verstellbare Gummiriemen als Fussschlaufen und klebt Antirutschflächen auf sein Board.
1975 Die Stahlkantenboards von Milovich verschwinden wieder, als dieser in Utah mit der Produktion seiner Winterstick Boards beginnt. Milovich entwickelt auch Boards mit Swallowtail, wie man sie beim Surfen kennt.
1977 Jake Burton zieht nach Vermont (Stratton Mountain) wo er tagsüber an Prototypen arbeitet und nachts als Barkeeper Kohle macht. Sims und Burton bestätigen, dass sie seit der High School an der Weiterentwicklung des Snurfers tätig seien.
In diesem Jahr bekommt Milovich einen schriftliche Bestätigung der Versicherungen, dass Snowboarden wie die Skiversicherung behandelt wird.
1978 Die erste Kleinserie von Snowboards wird von Burton auf den Markt gebracht. Da die Boards aber 88 US$ kosteten, was sehr teuer ist für damals, sind sie nicht so der Verkaufschlager, im Gegensatz zum Snurfer mit laminierten Holzschichten, der Sims für ca. 44 US$ auf den Markt bringt. Dieser Snurfer ist ähnlich wie ein Surfboard aufgebaut. Weil Snowsurfen zu dieser Zeit in fast allen Skigebieten nicht erlaubt war, mussten die Snowsurfer die Hänge hoch laufen, Hinking genannt, oder sie boardeten nachts auf präparierten Pisten .
1979 Sims und Chuck Barfoot produzieren die ersten Boards aus Fiberglas. Chuck Barfoot und Bob Webber gründen später eine eigene Firma. Die Surf, Skate und Ski Magazine werden auf das Snowboarden aufmerksam und zeigen verschiedenste Artikel in ihren Magazinen. Der erste Werbespot mit Snowboarden wird für La Batt’s Bier mit Paul Graves gedreht und über Jahre hinweg in Amerika und Kanada gezeigt.
1980 Ist es dann soweit und die ersten Snowboards mit P-Tex Belag (Skibelag) werden von Winterstick, Burton und Sims auf dem Markt gebracht. Auch Europa fängt mit Eigenkonstruktionen an. Die Sims und Burton Boards jedoch sind so beliebt, dass man sie für viel Geld nach Europa importiert.
1981 In Colorado findet das erste richtige Snowboardrennen statt, und wie die Amis halt so sind, wird es gleich als Weltmeisterschaft bezeichnet. Der Gewinner dieses Slalom Races ist Tom Sims mit seinem Stahlkanten Fiberglasbrett. Grundig organisiert den Grundig-Challenge.
1982 In Vermont wird der National Snowsurfing Championship von Pauls Graves organisiert. Dieser besteht aus einer Abfahrt und einem Slalom. Es ist das erste Mal, dass Snurfer und Snowboarder aufeinander treten, so auch Tom Sims und Jake Burton. Mit diesem Event wird das amerikanische Medieninteresse geweckt und in Amerika wird darüber landesweit berichtet.
1983 Gründung der ersten Europäischen Snowboard Firma (Hooger-Booger). Das erste Board dieser Firma ist „Flash“.
Jeff Grell baut die erste Softbindung mit Highback, was mehr Halt auf der harten Unterlage erlaubt.
In Japan entsteht der erste Nationale Snowboard Verband: The Japanese Snowboard Association.
1984 Als erste Firma weltweit entwickelt Hooger-Booger asymetrische Boards, was ein richtungsweisender Schritt für die Zukunft ist. Auch in der Schweiz werden von Mark Farner (Radical) Snowboards entwickelt. Es entsteht um diese Zeit in Stratton Mountain (Vermont) die erste Snowboardschule. Tom Sims wird im James Bond Film „A view to a kill“ als Snowboarder gefilmt. Durch diesen Film kommt Snowboarden zum ersten mal als Sportart weltweit in die Medien.
1985 Sims und Burton liefern ihre Boards serienmässig mit Stahlkanten und P-Tex-Belag aus. Dies bedeutet das Ende der Surfer bezogenen Bauweise der Snowboards. Im Freestyle werden neue Akzente durch das Promodel von Sims mit dem Namen Terry Kidwell gesetzt. Dieses Brett weist ein abgerundetes und aufgebogenes Heck auf. In diesem Jahr findet in Soda Springs der erste Half-Pipe Wettkampf statt. Damit wird vor allem für Skateboarder, die auf diese Form des Snowboardens einen grossen Einfluss ausüben Freestyle zum Thema. Der bis heute legendäre „Mt.Baker banked slalom“ wird zum ersten mal in MT. Baker ausgetragen. In diesem Jahr kommt ebenfalls das erste Snowboardmagazin auf den Markt. Es ist das „Absolutely Radical“ Mag, das später International Snowboard Magazine heisst und heute unter dem Namen „Transworld Magazine“ weltweit bekannt ist. Die erste Europameisterschaft im Schnalstal gewinnt der Schweizer Jose Fernandes. Dieser gehört neben Peter Bauer, Jean Nerva, Burt Lamer, Craing Kelly und Petra Müssig zu den ersten Snowboardern, die mit ihrem Sport Geld verdienen können.
1986 Die ersten Snowboard Camps finden in Livigno statt und Snowboarden gewinnt in Europa an Bekanntheit.
In Scuol wird die erste Europäische Snowboardschule aus der Taufe gehoben und in Zürich wird der erste Snowboardclub mit den Namen Radical Snowboardclub gegründet.
1987 Wurde die NASA (North American Snowboard European) und die SEA (Snowboard European Association) gegründet. 1987 finden zwei Weltmeisterschaften statt und durch die grösser werdende Menge von Boardern müssen die Liftbetreiber ihre Fahrverbote für Snowboarder aufheben.
1988 Es findet die erste World Cup Series statt, der aus fünf Wettkämpfen besteht, obwohl es noch keinen Internationalen Verband gibt. Auch werden zu dieser Zeit verschiedene nationale Verbände gegründet.
1989 Die SSBS (Schweizer Snowboard Schulungsverband) wird gegründet von Markus Kobbelt und Roland Primus. Die Sicherheitsbindungen für Snowboarder werden unabhängig voneinander von Urs Meier einem Schweizer und Earl A. Miller entwickelt, konnten sich aber bis heute nicht durchsetzen.
1990 Das Patent des Skiboards wird von Bon Weber an Jake Burton verkauft. Daraufhin befürchtet die Industrie Lizenzabgaben errichten zu müssen, was Burton aber fallen lässt.
1991 In Zürich wird von den nationalen Verbänden aus Asien, Europa und Nordamerika die ISF gegründet. Zu dieser Zeit beginnen die Skiorte sich verstärkt nach den Snowboardern zu richten und die Pistenfahrzeuge werden vermehrt mit Pipefräsen ausgerüstet. Auch die Sportgeschäfte kaufen sich Snowboard Service Maschinen. Voile bringt das erste „split board“.
1992 Mit mehr als 2500 Mitgliedern und über fünfzig Clubs wird die Schweizer Snowboard Associaton (SSBA) fünf Jahre alt. Damit ist sie der bisher grösste Snowboard Verband der Welt.
1993 Immer weitere nationale Verbände treten der ISF bei und an den ersten offiziellen ISF World Championship sind es bereits zwanzig Nationen aus vier Kontinenten, die teilnehmen.
1994 Die Olympischen Spiele kommen ins Gespräch und der schon seit einiger Zeit auf das Snowboarden aufmerksam gewordene Internationale Skiverband, FIS genannt will jetzt auch am Snowboard Sport teilhaben, was zu Streitereien zwischen FIS und ISF führt. In Slowenien finden die ersten Junior Championships statt. Hier treten aus achtzehn Nationen Fahrer zwischen 14 und 18 Jahren an.
1995 ISF und FIS bekämpfen sich weiter und das IOC entscheidet, dass Snowboarden in Nagano zum ersten Mal als Olympische Disziplin teilnehmen kann. In diesem Jahr entsteht Boardercross, eine neue Wettkampfform, wo mehrere Boarder gleichzeitig in Motocross ähnlichen Parcours starten. Bei den Finalläufen der WM in Davos hat es über 7’000 Zuschauer. In diesem Jahr ist auch die erste Austragung des legendären Red-Bull Extreme Snowboard Contest in Verbiér. Dieser Wettkampf findet jedes Jahr einmal statt und nur die besten Freerider der Welt können daran teilnehmen, denn es ist auch heute noch der gefährlichste und extremste Freeride- Wettkampf, den es gibt.
1996 Die Medien wurden dazu genutzt den Sport noch populärer zu machen.
1997 Der Schweizer Bergführer Jean Troillet besteigt als erster Snowboarder den Himalaya, muss jedoch 100 m unter dem Gipfel aufgrund der Zeit kehrt machen.
1998 Die Olympiade wird überaschend von Gian Simmen gewonnen, was den eher unbekannten Schweizer zu einem Star und Idol für die Kids macht.
1999 Ein zweiter Boom wurde wegen der Olympiade verzeichnet.
2000 Nachwuchsförderung wird gross geschrieben. SSBA startet das Junioren BaseCamp und die Trainer-Ausbildung.
2001 Die zweite Olympiade wird im amerikanischen Salt Lake City abgehalten. Die amerikanischen Boarder erlangen ausgesprochen viele Podiumsplätze. Was manche beunruhigt. Der Schweizer Simon Schoch gewinnt beim Alpinen Slalom.
2002 Das Aus für die ISF. Wegen Geldmangel wird der Konkurs für den Snowboardverband angekündigt
2003 FIS übernimmt die ganzen Veranstaltungen. Boardercross wird Olympisch.
2004 Gründungsjahr von Snowboardcoach.ch
Weitere Links:
And that is the history of snowboarding. I wonder what’s next?