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Acerca de
Nativ
SAMSTAG | 24.00 Uhr | Kornhausplatz | Vo Bärn
Gnahoré stammt aus dem kleinen Ort Niederscherli bei Bern. Als er sieben Jahre alt war, verliess sein aus der Elfenbeinküste stammender Vater die Familie und er wuchs mit Grossmutter, Mutter und der fünf Jahre älteren Schwester auf. Durch seinen Halbbruder hat er auch noch eine direkte Verbindung nach Afrika. Als Kind lernte er die westafrikanische Djembé spielen, begann dann aber sich für Hip-Hop zu interessieren und fing als Teenager mit dem Rappen an. Mit 15 Jahren zog er in die Stadt Bern.
Bevor sein musikalischer Durchbruch kam, machte er zweimal negative Schlagzeilen. Einmal 2015 durch ein Selfie mit dem französischen Präsidenten François Hollande, bei dem er heimlich den Mittelfinger ausstreckte und für das er sich – als Berner Stadtangestellter – offiziell entschuldigen musste. Und dann zwei Jahre später, als er ein Künstlerstipendium für einen USA-Aufenthalt zurückgeben musste, weil ihm wegen eines jugendlichen Drogendelikts die Einreise verweigert wurde. Gleichzeitig machte er aber auch als Mitglied der Rapcrew Saviours of Soul auf sich aufmerksam. Zusammen mit dem Rapkollegen Dawill veröffentlichte er ein Albumpaar auf Berndeutsch, das ihm zwei Topplatzierungen in der Schweizer Hitparade brachte.
Solo hatte Gnahoré alias Nativ bereits 2015 sein Debüt-Mixtape MVZ Vol. 1 veröffentlicht, zwei Jahre später folgte Volume 2. Beide Tapes hatten als freie Downloads fünfstellige Abrufzahlen. Er kündigte seinen Behördenjob und zog nach Biel, um sich ganz der Musik zu widmen. Nach dem S.O.S.-Erfolg erschien 2018 sein erstes Soloalbum Baobab, benannt nach dem Laden seiner Mutter in Biel, der wiederum nach dem afrikanischen Affenbrotbaum benannt ist. Es bekam herausragende Kritiken und schaffte es ohne Hilfe eines Major Labels auf Platz 3 der Charts. Radio SRF Virus wählte es zum Album des Jahres und Lyrics zeichnete Nativ als besten Mundartrapper aus. Gelobt wurde sein Album, weil er sich mit gesellschaftskritischen Themen nicht mit wütenden Sprüchen, sondern «reflektiert und empathisch» auseinandersetzt. In seinen Texten thematisiert er verschiedenste Ereignisse, oft auch eigene Erfahrungen. Häufige Themen sind Fremdenhass und Menschen auf der Flucht. Über seine Musik hinaus engagiert er sich aus eigener Betroffenheit gegen Rassismus und Ausgrenzung. In der Schweiz gilt er als «Schwarzer» und bei seinen Besuchen in Afrika ist er der «Weisse». Musikalisch enthält das Album Einflüsse von Trap, Soul und Elektropop, beim bekanntesten Song Sira kommt auch eine westafrikanische Kora zum Einsatz.]
Das Album hatte Nativ grossenteils selbst produziert, bei drei Songs war Questbeatz als Produzent beteiligt. Nur wenige Monate nach Baobab erschien das gemeinsame Album Awful, das sich ebenfalls in den Charts platzierte. 2020 begann er mit Questbeatz und dem Bieler Rapper Buds Penseur das Projekt Psycho ’n’ Odds, das ihm mit dem Album Radiation World eine weitere Top-5-Platzierung brachte. Eine weitere EP des Projekts sowie eine Solo-EP mit dem Titel Mir geits würklech guet, i gseh nur so us kamen noch im selben Jahr ebenfalls in die Hitparade.