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Molé,
Louis Matthieu,
Graf von, franz. Staatsmann, geb. zu
Paris,
[* 2] veröffentlichte 1806 «Essais de morale et de politique» (2.
Ausg., Par. 1809), worin er einer gemäßigten Monarchie das Wort redete.
Hierdurch wurde Napoleon I. auf ihn aufmerksam, und
Molé wurde
Auditor im
Staatsrat, bald darauf Maitre des requêtes, 1807
Präfekt
des Depart.
Côte-d'Or, 1809
Staatsrat, dann auch Direktor des Wege- und Brückenbaues und
Graf. 1813 ernannte
ihn der
Kaiser zum Justizminister und 20. Nov. desselben Jahres zum Großrichter (grand-judge).
Nach der Abdankung Napoleons legte
Molé seine Würden nieder und schloß sich den gemäßigten Royalisten an. Das
Amt als Wege- und Brückenbaudirektor bekleidete er auch nach der
Schlacht von Waterloo.
[* 3]
Ludwig XVIII. erhob
ihn zum Pair. 1817 wurde
Molé Marineminister, legte jedoch 1818 mit Richelieu zugleich sein
Portefeuille nieder. Im ersten
Kabinett
Ludwig Philipps erhielt
er das Ministerium des
Auswärtigen, doch mußte er schon dem
Herzog von
Broglie weichen.
Als sich das Ministerium
Thiers zurückzog, bildete in
Verbindung mit den Doktrinärs ein
Kabinett,
in dem er selbst die Präsidentschaft und das
Auswärtige übernahm. Ebenso bildete er nach der
Auflösung dieses
Kabinetts
das neue
Kabinett vom dessen definitiver Rücktritt erfolgte, nachdem die Neuwahlen
ungünstig für ihn ausgefallen waren. Nach der Februarrevolution von 1848 wurde in
Bordeaux
[* 4] zum
Abgeordneten in die Konstituierende
wie in die Legislative Nationalversammlung gewählt, trat nach dem
Staatsstreiche vom ins Privatleben zurück und
starb auf seinem Schlosse Champlatreux. Seit 1840 war
Molé Mitglied der
Académie française.
Es erschienen von
Molé noch «Discours politiques et académiques».