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Der berühmte Magnum-Fotograf René Burri ist in Zürich an einem Krebsleiden im Alter von 81 Jahren gestorben.
Berühmt wurde der begnadete Künstler vor allem mit dem Meisterbild vom rauchenden kubanischen Revolutionshelden Che Guevara (1963): ein Jahrhundertbild, für das er mehrfach ausgezeichnet wurde.
Das wohl berühmteste Bild von René Burri: Che Guevara im Jahre 1963
Ab 1956 war René Burri für die Foto-Agentur Magnum rund um den Erdball unterwegs. Im mittleren Osten, in Ägypten, im Gaza-Streifen, in Nord- und Lateinamerika.
Ich traf ihn im Jahre 2011 im Berner Stadtteater, als er von der Fondation Reinhardt von Graffenried den mit 20’000 Franken dotierten Swiss Press Photo Life Time Achievent Award für sein Lebenswerk erhielt.
Und er trat wie immer auf, mit seiner umgehängten Leicakamera, ohne die er nie aus dem Hause ging. Selbst beim Essen versuchte er mit einem Schalk in den Augen die Leica mit Messer und Gabel zu zerlegen. (Bild links)
Die Begegnung war sehr eindrücklich. Da stand er nun mit seinem Hut und dem Schal, so wie man ihn kannte. Seine grossen Augen sprachen Bände.
Und er erzählte, wie er zu diesem Auftrag gekommen war. Da Magnun keinen Fotografen zur Verfügung hatte, wurde er aufgeboten. Burri, der in der Schweiz in den Skiferien war und unbedingt den Ausbruch der kubanischen Revolution nicht verpassen wollte, packte seine Koffer und reiste über Wien nach Prag und von dort nach Kuba.
Che Guevara würdigte ihn mit keinem Blick, hatte nur Interesse an der amerikanischen Reporterin Laura Bergquist. Burri fotografierte fast unbemerkt aus der Deckung.
Geschwindigkeit sei neben dem Gespür für das gestaltete Bild und für den Sekundenbruchteil eines Momentes, das nie wieder kommt, wichtig auf der Pirsch nach sensationellen Fotos.
„Ich habe schon als Kind versucht, Fliegen im Flug zu fangen. Das kam mir später bei der Fotografie sehr zugute.“ sagte er schmunzelnd und erklärte die Geschichte immer wieder, warum er nie ein Paparazzo werden sollte.
„Es war an einem Morgen in Manhattan, als plötzlich eine wunderschöne Frau mit schwarzer Brille an mir vorbei ging. Es war Greta Garbo. Ich war so überrascht, dass ich vergass, die Kamera hochzuziehen. Da wusste ich, dass ich nie ein Paparazzo werde.“
Diese Geschichte, immer wieder erzählt, sei wahrscheinlich besser, als wenn er das Bild gemacht hätte.
René Burri traf sich mit den Grossen dieser Welt.Unter anderen mit Henri Cartier-Bresson, seinem Lehrer und Freund; Picasso, Le Corbusier und Alberto Giacometti.
Dass die Fotografie heute digitalisiert wurde, findet Burri sehr gut. „Es ist schön, dass heute jeder viele Bilder machen kann,“ sagte er und streichelte seine Leica.
René Burri ist tot – seine Bilder leben weiter. Danke René!
Josef Ritler mit Renè Burri
Bilder: René Burri und Josef Ritler