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"Stille in Geschäftigkeit" ist ein wunderbarer Titel. Es ist wunderbar, gleichzeitig ist er auch sehr komplex. Ich möchte zuerst sagen, dass das menschliche Leben immer schwierig ist. Nicht nur ist die heutige geschäftige Zeit, wie im Titel angedeutet, besonders schwierig im Vergleich zu vergangenen Zeiten, von denen man annimmt, dass das Leben einfach war. Es gibt einige allgemeine Faktoren, die das Leben schwierig machen, und dann hat jede Zeit und jeder Ort noch speziellen Elemente, die Schwierigkeiten vermehren. Anders gesagt, nicht eine bestimmte Zeit macht das menschliche Leben schwierig, sondern die Natur des Lebens selbst bewirkt, dass es immer schwierig ist. Der einfachste und direkteste Weg über die universellen Faktoren, die das menschliche Leben schwierig machen, zu sprechen, ist, zu den grundlegenden Lehren des Buddha zurück zu gehen. Die grundlegende Lehre Buddhas ist die Lehre der vier edlen Wahrheiten, in der er die Bedingtheit des menschlichen Lebens beschreibt, unabhängig davon, wo man lebt, welche Nationalität man hat, zu welcher Rasse man gehört oder aus welchem Weltteil man kommt. Es geht um die menschliche Bedingtheit überall und jederzeit. Buddha sagte uns, dass die menschliche Bedingtheit allgemein ist und dass sie Leiden ist. Er erklärte dieses Leiden in der ersten edlen Wahrheit. Geboren werden ist Leiden, krank werde ist Leiden, alt werden ist Leiden und sterben ist Leiden. Diese vier Bedingungen des menschlichen Lebens bringen ein gewisses Ausmass von Leiden mit sich. Ausserdem entsteht auch Leiden, wenn wir getrennt sind von jemand, mit dem wir zusammen sein möchten, und wenn wir jemanden meiden möchten und dies nicht tun können. Das bezieht sich nicht nur auf Menschen, sondern auch auf Situationen. Weiterhin leiden wir, wenn wir unsere Ziele und Wünsche nicht erreichen. Das erklärt Leiden als universelle menschliche Bedingtheit.
Ich möchte nun das Wort Leiden erklären. Manchmal entsteht der Eindruck, der Buddhismus sage, das Leben sei ausschliesslich Leiden; das stimmt nicht. Das deutsche Wort Leiden ist die Übersetzung des Sankritwortes dukkha. Dukkha bedeutet ursprünglich nicht Leiden, sondern der kontinuierliche Wechsel zwischen Leiden und Nicht-Leiden. Dukkha bedeutet also die beiden Zustände von Leiden und Glück, die dauern wechseln. Es negiert den Zustand von Glück im Leben nicht, hebt aber hervor, dass Unbefriedigt-Sein wie ein Faden durch unser ganzes Leben geht, weil wir Glück nicht festhalten und Leiden nicht vermeiden könne. Genau das ist unsere menschliche Situation. Wir leiden, weil wir möchten, dass unser Glücklich-Sein immer dauert und weil wir Leiden auf alle möglichen Arten fernhalten möchten. Dieses Ergreifen auf der einen Seite und das Zurückweisen andererseits macht unser Leben sorgenvoll. So stellte Buddha die menschliche Situation dar. In der zweiten edlen Wahrheit sagte er, dass dies nicht unbedingt so bleiben muss, dass wir nicht dazu bestimmt sind, in diesem Leidenszustand zu bleiben. Er sagte in der zweiten edlen Wahrheit, dass diese menschliche Situation eine Ursache hat und nicht eine feststehende Tatsache ist. Es gibt Ursachen des Leidens und wenn wir diese Ursachen entfernen, verschwindet das Leiden. In der vierten edlen Wahrheit zeigt Buddha den Weg, um die Ursachen des Leidens zu entfernen: den Weg der Meditation, des ethischen Verhaltens und der Weisheit. Ohne weiter in Details zu gehen, können wir sehen, dass das menschliche Leben immer voller Leiden war, unabhängig von der Zeit.
In der präindustriellen, prämodernen Gesellschaft wie in der heutigen modernen, nachindustriellen Zeit ist Leiden immer vorhanden. Wir können aus den vier edlen Wahrheiten auch lernen, dass Leiden nicht eine notwendige Situation ist. Wir können Leiden in Weisheit umwandeln, wir können uns vom Leiden befreien. Das war zu allen Zeiten möglich. Wenn wir über die prämoderne, präindustrielle Zeit nachdenken, sehen wir, dass das Leben ganz anders war als heute. In einer gewissen Weise war es sehr viel härter und schwieriger. Es war schwierig zu leben, es gab keine medizinische Versorgung, keine der heutigen Dienstleistungen, es war körperlich sehr anspruchsvoll. Wir können verstehen, dass es sehr schwierig war zu überleben. Andererseits war das Leben sehr viel langsamer als heute. Die Menschen lebten in Übereinstimmung mit den natürlichen Rhythmen. In den landwirtschaftlichen Gesellschaften lebten die Menschen mit den Jahreszeiten, in Übereinstimmung mit der Natur. Natürlich waren sie beschäftigt, aber die Geschäftigkeit war anders als heute. Das Leben war sehr viel einfacher als unser Leben. Das bedeutet nicht, dass es nicht schwierig war. Im Gegensatz dazu ist die postindustrielle moderne Gesellschaft, die durch Modernisierung, Urbanisierung, Globalisierung (all diese grossen Bezeichnungen) charakterisiert ist, durch Komplexität gekennzeichnet. Sie ist extrem komplex. Wegen dieser Komplexität leben wir sehr viel schneller als die Menschen früher, der Rhythmus des Lebens ist extrem rasch. Dadurch ist das Leben von der Natur getrennt, es folgt nicht mehr den natürlichen Rhythmen. Unser Überleben hängt nicht so sehr von unserem Körper und den körperlichen Fähigkeiten ab, sondern viel stärker von unseren geistigen Fähigkeiten. Dies ist eine Verschiebung vom Körper zum Geist. Natürlich hat diese moderne Art des Lebens auch ihre guten und schlechten Seiten. Durch die Modernisierung ist unser Lebensstandard sehr stark gestiegen. Mit Lebensstandard meine ich materiellen Reichtum, medizinische Versorgung, Maschinen, die uns schwierige physische Aufgaben abnehmen, Kommunikation, Reisen. All das macht unser Leben sehr viel einfacher. Aber natürlich gibt es die andern Seiten. Wir haben ökologische Katastrophen, Umweltverschmutzung, ein sehr stressvolles Leben als Folge der erhöhten Geschwindigkeit. Wir haben neue Krankheiten, bedingt durch unsere Lebensart, Gentechnik und so weiter und so fort. Natürlich gehören auch psychologische Effekte zur Negativliste.
Diese negativen Seiten des modernen Lebens können zusammengefasst werden in einige wenige Punkte. Da ist in erster Linie die grosse Geschwindigkeit des Lebens. Diese erhöhte Geschwindigkeit des Lebens bringt sehr viel Spannung und Ängste mit sich. Warum leben wir in einem so rasanten Tempo? Das Leben ist sehr komplex und wir müssen allen Forderungen, die an uns gestellt werden, gerecht werden. Diese Anforderungen kommen von uns selbst, von unseren eigenen Ansprüchen, von unseren Familien, von der Arbeitssituation, von der Gesellschaft allgemein. Das alles schafft einen enormen Druck auf uns. Daraus entsteht ein weiterer Faktor, die Oberflächlichkeit. Oberflächlichkeit entsteht v.a. durch die Geschwindigkeit des Lebens; wir wollen alles tun, aber wir haben nicht die Zeit dazu, wir wollen in allem gut sein, aber das ist nicht möglich. Das Resultat ist Oberflächlichkeit. Wir können nicht tiefer in die einzelnen Dinge eindringen. Daraus entsteht Entfremdung. Wir werden durch diese Prozesse entfremdet von der Natur, ihren Rhythmen, von andern Menschen und schlussendlich von uns selber. Entfremdung ist auch das Resultat der Betonung der Individualität in unserer Gesellschaft. Denn in der modernen Gesellschaft ist nicht mehr die Gemeinschaft oder die Familie die grundlegende Einheit, sondern das Individuum. Dieses Individuum ist gleichzeitig der Gemeinschaft, der Gesellschaft allgemein, den andern Menschen entgegengestellt. Diese Entfremdung entsteht durch das Gefühl, von der Welt, die uns umgibt, getrennt zu sein. Je stärker das Gefühl der Individualität ist, desto stärker ist man getrennt von der umgebenden Welt. Und das Gefühl der Individualität treibt uns an, erfolgreich zu sein. Mit der Notwenigkeit erfolgreich zu sein entsteht Wettbewerb. Wir leben deshalb in einer starken Wettbewerbs-Gesellschaft. Alles wird aus der Perspektive des Gewinnens und Verlierens beurteilt. Wir können nicht immer gewinnen, wir müssen auch verlieren. Je mehr wir gewinnen wollen, desto mehr leiden wir, wenn wir verlieren. Das ist eine ausgeprägte Stress-Situation. Wir sind allein in einer Welt, die sich uns entgegenstellt. Wir müssen erfolgreich sein, immer gewinnen, immer ausgezeichnet sein. Das ist absolut unmöglich. Das ist eine sehr entfremdete, einsame Position. Daraus entsteht Unbefriedigt-Sein als grundlegende Erfahrung.
Wir können für unsere moderne Lebensweise aber auch das Bild vom Lärm gebrauchen. Alles, was ich bisher erwähnt habe, diese extrem schnelle Weise des modernen Lebens, diese hohen Anforderungen, dieser hohe Druck schaffen in unserem Leben eine riesige Menge Lärm. Wir können sagen, dass es zwei Arten von Lärm gibt: einerseits einen grundlegenden Lärm, der aus den technischen Entwicklungen, der Industrie, dem Transport, all diesen technischen Einrichtungen, von denen unser Leben heutzutage abhängt, resultiert. Andererseits gibt es absichtlichen Lärm, der dazu dient, uns zu manipulieren: der Lärm der Werbung, die laute Musik der Shopping-Center, die uns verwirren soll, damit wir die Kontrolle verlieren und Dinge kaufen, ohne sorgfältig zu überlegen, ob wir sie brauchen oder nicht. Wenn wir fernsehen und einen Dokumentarfilm oder einen andern uns interessierenden Film ansehen und das Programm plötzlich unterbrochen wird für Werbung, bemerken wir sofort, dass der Ton der Werbung lauter ist als in der normalen Sendung. Das sind unterschiedlich Wege, uns zu manipulieren und zu verwirren. Die Lärmverschmutzung in der Welt ist enorm, wir werden bombardiert von allen möglichen Geräuschen: von unseren Mobiltelefonen, von Verkehr, Fernsehen, Radio. Doch es ist nicht nur der Lärm. Auch die andern Sinne werden von allen möglichen Information bombardiert, z.B. unser Gesichtssinn von all den Zeichen in den Schaufenstern, an denen wir vorbeigehen. Alle diese Hinweise, wohin zu gehen, was zu kaufen, was anzuziehen sei sind eine Art Verschmutzung. Doch bleiben wir beim Lärm. Sie stimmen sicher mit mir überein, dass der Lärmpegel in unserm Leben enorm ist. Dieser Lärm kommt von aussen, er ist in unserer Umgebung vorhanden. Damit ist er, was er ist, Lärm in unserer Umgebung. Doch wenn wir auf diesen Lärm reagieren, wenn wir auf all diese Töne antworten, wissentlich und unwissentlich, dann wird der Lärm zum inneren Lärm. Dann wird unser Leben sehr schwierig. Denn dieser Lärm bekommt eine zusätzliche Funktion neben den bereits erwähnten. Er hält uns beschäftigt, zwingt uns diesen sehr raschen Rhythmus auf. Dieser Lärm ist immer vorhanden, ob ausserhalb unseres Geistes oder im Innern, er ist andauernd. Dieser Lärm symbolisiert die Spannung, die wir empfinden, die rasche Geschwindigkeit des Lebens. Er ist nicht etwas, das uns befriedigt. Wenn wir den Lärm nicht mehr aushalten können, beginnen wir nach Stille, nach dem Frieden des Geistes zu suchen. Gleichzeitig fürchten wir die Stille, weil wir sie nicht kennen, weil wir nicht wissen, wie mit ihr umgehen, was tun. Wenn wir in einem Raum mit einem laufenden Radio oder Fernseher sind, ist es, als ob wir Gesellschaft hätten, obwohl wir allein sind. Selbst wenn wir zu uns selber sprechen, ist es, als ob zwei Personen da wären, eine die spricht und eine die zuhört. So schaffen wir die Illusion, wir hätten Gesellschaft. Warum brauchen wir das? Wir brauchen es wegen des Gefühls der Einsamkeit, des Allein-Seins und weil wir entfremdet sind. Daher brauchen wir Gesellschaft, wir denken in Gesellschaft sei das Leben leichter. Es gibt in unserer Gesellschaft keine Kultur, die Stille zu kultivieren. So können wir nicht damit umgehen. Wenn zwei Menschen sich treffen, sprechen sie gewöhnlich sofort miteinander. Wenn einer plötzlich schweigt, oder wenn beide verstummen, weil sie nichts mehr zu sagen haben, ist das unangenehm, man fühlt sich beinahe ängstlich, die Situation wird ungemütlich. So ist Stille für viele Menschen sehr unangenehm. Warum? Wem begegnen wir in der Stille? Wir begegnen uns selbst. Sind wir bereit uns selbst zu treffen? Es ist viel einfacher, im Lärm zu bleiben, so unbefriedigend das auch sein mag; es ist einfacher, dem zu folgen, was die andern tun. Wenn wir die Qualität unseres Lebens verändern wollen, ist es wesentlich, anzuhalten, die Stille zu entdecken, uns selbst zu begegnen, über uns selbst nachzudenken, über die Qualität unseres Lebens.
Wir alle kennen das Sprichwort: Schweigen ist Gold. Warum ist Schweigen Gold? Wenn wir still werden, begegnen wir uns selbst, lernen wir uns selbst kennen. Stille führt uns nicht nur zu Selbsterkenntnis, sondern auch zum Erkennen des wirklichen Lebens, unserer Umgebung ebenso wie der andern Menschen. Die wahre Bedeutung von Stille ist, in direkten Kontakt zu kommen mit uns selbst, mit der gegenwärtigen Situation, mit andern. Lärm behindert dies. Innerer Lärm entsteht aus unseren mentalen Konstrukten von uns selbst, von der Welt, von den andern. Er ist der Lärm der mentalen Konstrukte. Wir betrachten alles mit vorgefassten Ideen, nicht direkt. Es ist entscheidend, diese mentalen Konstrukte abzulegen, sie in unserem Geiste zum Schweigen zu bringen, damit wir direkt sehen, hören, berühren, wissen. Wir müssen unsern eignen Geist der Stille öffnen für das, was hier und jetzt ist. Wenn wir zur Stille zurückkehren, kehren zum gegenwärtigen Augenblick zurück. Wenn wir in den mentalen Konstrukten sind, sind wir immer entweder in der Vergangenheit oder in der Zukunft. Wenn wir den inneren Lärm aufgeben, lassen wir Vergangenheit und Zukunft los. Das bedeutet mit dem gegenwärtigen Augenblick hier und jetzt in Kontakt zu kommen. Es kann sein, dass die Leere in uns selbst uns erschreckt. Diese Stille ängstigt uns, denn wir scheinen etwas zu verlieren, wenn wir den inneren Lärm aufgeben. Es stimmt, wir verlieren etwas, aber wir gewinnen dadurch alles. Wenn wir alles haben, die Welt besitzen wollen, sind wir gleichzeitig voll von uns selbst. Daher gibt es keinen Raum mehr für etwas anderes. Wir sind in einer eigenartigen Situation. Wir sollten erkennen, dass dieser innere Lärm aus einer sehr engen, selbst-zentrierten Perspektive auf uns selbst und die Welt entsteht. Diese enge Perspektive ist sehr schmerzhaft. Es ist, als ob wir die Welt durch eine Röhre sehen würden. Wir sehen nur einen sehr beschränkten Ausschnitt, doch wir denken, es sei das Ganze. Natürlich ist es nur ein Teil. Da wir nur einen Ausschnitt sehen, von dem wir denken, er sei das Ganze, ziehen wir alle möglichen falschen Schlussfolgerungen. Der innere Lärm ist die Fixierung auf unsere eigene, kleine, enge und schmerzhafte Perspektive. Wenn wir den inneren Lärm gehen lassen und zur Stille zurückgehen, ergibt sich eine neue Perspektive. Wir nehmen nun das Ganze wahr, nicht einen Ausschnitt. Mit dieser neuen ganzheitlichen Sichtweise auf uns selbst und die Welt ist nichts mehr schmerzhaft. Wir sehen die Beziehung zwischen den Dingen, wir sehen, dass die Dinge sind, wie sie sind, und wir sind nicht gestört durch die Art, wie die Dinge sind. Daher ist Stille Frieden. Stille ist auch die Vorbedingung für das Entstehen von Weisheit. Daher ist Stille golden.
Doch Stille entsteht in unserem Leben nicht von selbst. Sie muss kultiviert werden. Um Stille zu kultivieren gibt es einige Schritte, die wir tun können. Der erste Schritt ist, unsern Tag mit Stille zu beginnen. Wir können auch tagsüber zeitweise das Radio, den Fernseher abstellen, den äussern Lärm ausschalten, um innere Stille zu erfahren. Wir können Achtsamkeit kultivieren, indem wir ganz bei dem sind, was wir gerade tun. Das kann bei jeder Arbeit sein oder zur Essenszeit, wo wir vollständig achtsam sind auf das, was wir tun, dieses Essen wirklich erfahren, als ob wir zum erste Mal im Leben essen würden. Wir können auch im Zusammensein einem Freund, dem Ehepartner, den Kindern ganz präsent sein und dem, was diese Person zu sagen hat, sehr sorgfältig zuhören. Die Stille ist die Voraussetzung andern zu begegnen, nicht nur uns selbst. Wenn wir nicht in einen Zustand der Stille kommen, wenn wir jemandem begegnen, dann begegnen wir diesen Menschen nicht wirklich. Wir begegnen dann nur unsern eigenen Ideen bezüglich dieser Menschen. Natürlich können wir auch in die Natur gehen, in eine ruhige Umgebung. Es ist viel leichter innere Stille zu erfahren, wenn es auch aussen still ist. Doch es gibt Menschen, die oft in die Natur gehen und nicht aufhören zu schwatzen. Sie gehen in die Berge, meist in Gruppen und meist sprechen sie sehr viel. So kommen sie nicht von sich selbst weg, als ob sie nur den Körper hinschicken würden und der Geist in der gleichen mentalen Situation, am gleichen Platz wie vorher bleiben würde. In die Natur zu gehen ist eine ausgezeichnete Praxis, denn in der Natur sind die Geräusche natürlich, sie rufen in unserm Geist keine Antworten hervor. Da keine Reaktionen des Geistes auftreten, kommen wir sehr natürlich in den Zustand der Stille. Räume, die frei von künstlichem Lärm sind, wirken sehr wohltuend und sind gut geeignet zum Kultivieren der inneren Stille. Es wäre sehr schwierig dieses Kultivieren inmitten des Lärms zu beginnen. Je mehr wir praktizieren, desto näher kommen wir unserem Ideal, auch in lärmiger Umgebung in innerer Stille zu bleiben. Die Fähigkeit inmitten des Lärms stille zu sein, nimmt zu. Wir können die Umgebung nicht kontrollieren, doch wir können unsern Geist kontrollieren. Die Lösung liegt in der Kontrolle unseres Geistes, nicht in der Kontrolle der Umgebung. Wenn Menschen Stille kultivieren, werden sie natürlicherweise versuchen, unnötigen Lärm in ihrer Umgebung zu vermeiden. So ist Stille nicht nur Gold, Stille ist ein edler Zustand. Stille ist edel aufgrund all der Gründe, die ich erwähnte. Sie hilft uns selbst und andern Menschen edel zu werden. Sie veredelt auch die Umgebung. Stille hat die Kraft zu transformieren, uns, andere Menschen, die ganze Umgebung umzuwandeln. Ja, unser Leben ist sehr geschäftig, unser Leben ist sehr lärmig, aber der innere Lärm, den wir gleichzeitig erleben, das innere Beschäftigt-Sein, muss nicht unbedingt sein. Wenn wir unsern Geist kultivieren, können wir uns selber ändern und wir können die ganze Welt verändern. Weil wir die Welt durch unseren eigenen Geist erfahren, ist die Welt verändert, wenn unser Geist sich ändert. Buddha sagte: Liebe inmitten derer, die hassen. In Analogie können wir sagen: Inmitten des Lärms wollen wir in edler Stille leben.