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Nur wenige Bienenarten sind Honigbienen
In der Schweiz leben etwa 600 Bienenarten. Nur eine Bienenart sammelt davon Honig. Weltweit zählt man über 20'00 Bienenarten. Die Honigbiene gilt in der Schweiz als domestiziertes, landwirtschaftliches Nutztier. Bienenzüchter begleiten das Gedeihen ihrer Honigbienen in ihren Bienenstöcken. Die nicht domestizierten Bienen sind Wildbienen, welche sich untereinander stark unterscheiden.
Der überwiegende Teil der Wildbienen legt ihre Nistplätze im Erdreich an. Einige Arten nisten im Totholz oder im Morschholz.
Glockenblumen sind ideale Pollenspender für zahlreiche Wildbienen. Einige Wildbienenarten haben sich auf diese Blumenart spezialisiert. Glockenblumen sind ideale Pollenspender für zahlreiche Wildbienen. Einige Wildbienenarten haben sich auf diese Blumenart spezialisiert. Gute Pollenlieferanten sind auch Huflattich, Habichtskraut, Schafgarbe, Reinfarn usw.
Aus dem Ei einer Biene entwickelt sich eine Larve und danach eine Puppe. Aus der Puppe entsteht die Biene.
Die Honigbienenvölker sind durch das Ausbreiten der Varroamilben in ihrem Fortbestand bedroht.
Hongibienen und Wildbienen
Nach Ansicht eines Bienenforschers der Universität Cambridge in Grossbritannien ist die Zucht der Honigbienen mitverantwortlich dafür, dass der Fortbestand der Wildbienen bedroht ist. Die Honigbiene ist ein "Haustier", welches ohne die Unterstützung der Menschen in der Natur nicht überleben könnte. Die gezüchtete Honigbiene ist zudem ein spezialisiertes Tier, welches seine Nahrungsquellen gezielt aussucht. Die Honigbienen sind in der Lage, wesentlich mehr Pollen zu transportieren als Wildbienen. Untersuchungen der Bienenforscher in Mittelamerika haben gezeigt, dass als Folge der intensiven Pollensammeltätigkeit der Honigbienen die Nahrungsreserven der Wildbienen geschmälert wurden.
Im Versuchszeitraum bestäubten die Wildbienen wesentlich mehr Blüten als die Honigbienen. Sie berücksichtigen während ihren Ausflügen wesentlich mehr Blütenarten und ihr Ausflugsrayon war zudem grösser als jener ihre domestizierten Artgenossen.
Die Forscher schliessen aus ihren Studienergebnissen, dass Wildbienen für die Entwicklung der Artenvielfalt in einem Gebiet von zentraler Bedeutung sind.
Weltbienentag am 20. Mai: Wildbienen im toten Winkel
Wild- oder Honigbiene?
Die Vereinten Nationen begehen am 20. Mai 2018 erstmals den «Weltbienentag». In den Alpen gibt es an die 700 Bienenarten, doch nur eine davon produziert Honig. Kaum jemand weiss, dass Wildbienen die Vielfalt in der Natur und auf unseren Esstischen sichern.
Auf die Initiative Sloweniens hin haben die Vereinten Nationen den 20. Mai 2018 als ersten Welt-Bienen-Tag ausgerufen. Er soll die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die Bedeutung von Bienen und anderen Bestäubern lenken und Menschen weltweit dazu motivieren, Handlungen zu deren Schutz zu setzen. Auf der offiziellen Internetseite des Welt-Bienen-Tags fehlt indes jede Spur von Wildbienen. Slowenien gibt zur Feier des Anlasses eine 2-Euro-Münze heraus, auf der Bienenwaben abgebildet sind. Die Honigbiene steht im Zentrum der Aufmerksamkeit. Dem Ökologen Dominik Ganser von der Universität Bern/CH zufolge ist die Honigbiene so bekannt, weil sie mit einem Produkt in Verbindung gebracht wird: dem Honig. «Dabei übersteigt die Bestäubungsleistung der Wildbienen diesen Nutzen um ein Vielfaches», erklärt Ganser.
Die Vielfalt der Pflanzenwelt basiert auf der Vielfalt der Bestäuber und umgekehrt. So gibt es Wildbienenarten, die auf Blütenarten spezialisiert sind, die von Honigbienen nur wenig oder gar nicht angeflogen werden. Untersuchungen haben gezeigt, dass Wildbienen zwar kleinere Mengen an Pollen transportieren als Honigbienen, dafür aber effektiver bestäuben. Gemeinsam bestäuben Honigbienen und Wildbienen ein Feld besser als Honigbienen alleine.
Die meisten Menschen können heute gerade noch eine Honigbiene von einer Hummel oder einer Wespe unterscheiden. Das Bewusstsein für die Vielfalt der Bienen ist kaum vorhanden. «Wenn wir Biene sagen, meinen wir in der Regel die Honigbiene. Wenn wir vom Bienensterben reden, sprechen wir vom Sterben der Honigbienen. Dass in den Alpen dutzende Wildbienenarten in ihrem Bestand gefährdet sind, ist kaum bekannt,» sagt Katharina Conradin, Präsidentin von CIPRA International dazu. Sie ergänzt: «Nachhaltiger und umfassender Bienenschutz braucht das Bewusstsein und Wissen für Bienen in ihrer ganzen Vielfalt. Mit unserem alpenweiten Projekt ‹BeeAware!› wollen wir das Bewusstsein der Menschen dafür schärfen, dass Bienen die Naturvielfalt und damit unsere Lebensgrundlage sichern.»
Wie die Biene gehören auch die Hummeln zu wichtigsten Blütenbestäubern in der Schweiz. In der Schweiz leben vermutlich etwa 4 Dutzend Hummelarten. Zu den wichtigsten Arten gehören die Steinhummel (Bombus lapidarius) und die Erdhummel (Bombus terrestris).
Im Gegensatz zu den Bienen sind die Hummel weniger kälteempfindlich. Die Hummeln machen sich selbst bei bedecktem, kühlem Wetter auf den Weg zu ihren Blütenwiesen, wosich bei diesen Wetterbedingungen noch keine Bienen aufhalten. Hummeln erkennt man an ihrem tiefe Brummen. Nur die Fluggeräusche der Hornissen sind noch deutlicher wahrnehmbar.
Hummeln verhalten sind bedeutend aktiver beim Sammeln von Pollen und Nektar als die Bienen. Hummeln besuchen pro Minute bis zu zwanzig Blüten. Die Honigbiene setzt sich im gleichen Zeitraum auf rund viermal weniger Blüten.
Hummeln und Bienen bevorzugen Pflanzen mit einer intensiven Blütenstaubentwicklung wie Lavendel, Borretsch, Malven, Zitronenmelisse, Rhododendron, Schneeball usw.
Die hohe Sammelleistung bzw. die eindrucksvollen Bestäubungsaktivitäten der Hummeln werden in Indoorplantagen oder Gewächshäusern gerne genutzt. Es gibt Firmen, welche sich auf die Hummelaufzucht spezialisiert haben.
Hummeln wie auch Bienen leiden unter den Eingriffen in ihren Lebensraum (Einsatz von Pestiziden, der Rückgang von Magerwiesen und Blütengehölzen an den Walrändern usw. Die Populationen beider Insektenarten sind bedroht.
Texte: RAOnline
Hornissen sind eine Wespenart. Sie ernähren sich von Blütennektar, aber auch von Säften von Bäumen und von Obst. Ihre Larven füttern sie mit allerlei Insekten, Fliegen, Mücken usw. Hornissen sammeln auch Bienen und Wespen für die Fütterung ihrer Brut. Im Gegensatz zu den Bienen sind die Hornissen auch während der Nacht aktiv. Der Nest- und Brutaufbau beginnt im Frühjahr mit der Blütenbildung zahlreicher Pflanzen. Ab Mitte Jahr übernehmen in der Regel die neu geschlüpften die Arbeiterinnen die Brutpflege. Ein Hornissenvolk kann ein paar hundert Tiere umfassen.
Hornisse sind friedfertige Tiere. Hornissen reagieren auf Störungen und verteidigen bei einer Bedrohung ihr Nest weniger intensiv als Honigbienen. Hornissenstiche sind für Menschen in der Regel weniger schmerzhaft und folgenreich als jene von Wespen oder Bienen.
Hornissen reagieren auf Nesterschütterungen und auf Störungen ihrer Anflugschneise. Störungen in einem Umkreise von weniger als einem Meter um ihr Nest empfinden die Hornissen als Bedrohung. Störefriede werden dann allerdings einige Meter weit verfolgt.
Die Hornissenkönigin baut inetwa eineinhalb Monaten die Waben für ihr Nest alleine auf. Für den Nestbau verwenden das Tier u.a. morsches Holz. Sie legt Eier in die Waben. Aus den Eiern entwickeln sich Larven (= Stifte). Die Hornissenkönigin ist während den ersten Lebenstagen ihrer Larven alleine für die Versorgung (Fütterung, Wärmeschutz usw.) der Brut verantwortlich. Die Nahrungsbeschaffung ist für die Königin sehr kräfteraubend und gefährlich. Hornissen dienen Vögeln als Nahrung.
Nach einer gewissen Zeit schliessen sich die gut genährten Larven für die Metamorphose in die Wabenkammern ein. Nach gut eineinhalb Wochen schlüpft eine fertig entwickelte Hornisse aus einer Kammer. Die ausgeschlüpften Hornissen dienen nun der Königin als Arbeiterinnen. Die Königin bleibt fortan im Nest und legt weitere Eier. Eine Arbeiterin ist mit etwa 2,5 cm Länge um rund 1 cm kürzer als ihre Königin.
Im Frühherbst schlüpfen die ersten Hornissenmännchen. Diese männlichen Tiere paaren sich mit den jungen Königinnen. Die neuen Königinnen überwintern an frostgeschützten Stellen ausserhalb des ursprüngichen Nestes. Nach den ersten Frostnächten stirbt der Rest des Hornissenvolkes.
Wespen
Manche Schlupfwespen, zum Beispiel, haben mehrere Generationen in einem einem Jahr. Die frühen Generationen sind auf Hecken angewiesen.
Viele Schwebefliegen und Schlupfwespen leben als Larven im Kulturland und fressen oder parasitieren Schädlinge. Die erwachsenen Tiere fressen zeitweise Pollen, welche sie in blühenden Hecken oder Wiesen finden.
Die Riesenholzwespe Urocerus gigas (Siricidae) ist im Mittelland selten geworden. Die Weibchen treiben ihren Legebohrer ins Holz und legen je etwa fünf Eier ab. Der Legebohrer ist ein dünner Stachel, welcher sich zwischen den Beinen der weiblichen Tiere befindet.