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Mit einem Volksmusik-Fest ist am Samstag (21.04.) das legendäre "Hôtel de la Gare" der Soldaten-Mutter Gilberte de Courgenay nach vier Jahren wieder eröffnet worden. Für den Direktor des Bundesamtes für Kultur, David Streiff, stellt "Gilberte" einen wichtigen Teil des Kulturguts dar.Dieser Inhalt wurde am 21. April 2001 - 21:49 publiziert
Die 1896 geborene Gilberte war eine der drei Töchter der Familie Montavon, die das Restaurant im jurassischen Courgenay führte. Während des Ersten Weltkrieges wurde der Betrieb zu einem bedeutenden Treffpunkt von Deutschschweizer Soldaten, die in der Ajoie stationiert waren.
Gilberte, die in Zürich "Schwyzerdütsch" erlernt hatte, verstand sich so gut mit den Armee-Angehörigen, dass sie zu einer eigentlichen "Soldatenmutter" wurde. Ihre Popularität kannte in der ganzen Schweiz keine Grenzen.
Dafür verantwortlich war vor allem auch das Lied der "kleinen Gilberte", das 1917 uraufgeführt wurde. Es wird schweizerdeutsch gesungen, hat jedoch einen französischen Refrain. 1941 wurde die Geschichte der "Gilberte de Courgenay" durch den Filmemacher Franz Schnyder mit Anne-Marie Blanc in der Hauptrolle verfilmt.
"Sieg des Billinguisme"
An der offiziellen Wiedereröffnung des "Hôtel de la Gare" nahmen der Direktor des Bundesamtes für Kultur sowie der jurassische Regierungspräsident Claude Heche teil. Für Heche ist die Wiedergeburt des Restaurants nicht ein Schritt in die Vergangenheit sondern ein Brückenschlag zu künftigen Generationen.
Für Streiff war Gilberte Symbol für die Geisteshaltung, die in der Schweiz während der schwierigen Kriegszeit herrschte. Freundschaft und gegenseitige Hilfsbereitschaft seien über allem gestanden. Streiff sprach sogar von einem "Sieg des Billinguisme", weil sich Deutsch- und Französischsprachige damals so gut verstanden und daraus das zweisprachige Lied entstand.
swissinfo und Agenturen
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