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Kommentar: Andrea Kager
Was folgt nach dem Happy End? Das grosse romantische Filmliebespaar des ausgehenden 20. Jahrhunderts stürzt – gereift und grossartig – in «Revolutionary Road» endgültig ins Unglück. Wobei dieses Unglück in der Annäherung an die Normalität besteht. «Revolutionary Road», von Sam Mendes nach der gleichnamigen Romanvorlage von Richard Yates inszeniert, ist die der Realität verpflichtete harte Antithese zu «Titanic». Dort überwindet die Liebe den Tod; hier erleidet sie, vom Komformitätsdruck in eine banale Existenz verwandelt, vor unseren Augen Schiffbruch. Das Drama über zwei Liebende, die in ihrer selbstgewählten Idylle ertrinken, erscheint in vielerlei Hinsicht alarmierender als die Sirenen der «Titanic». Die Liebe zerschellt an der glatten Oberflächlichkeit der 1950er Jahre. Dahinter stecken depressive Leere und Selbstverlust, deren Wahrheit die Frage nach dem eigenen Leben aufwirft.