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Geschichtsträchtiger Ort im Wandel
Die Anfänge der Schönau liegen weit zurück. Unter den Bäumen im Fabrikpark vermuten Archäologen ein Keltengrab. Seither wächst und wandelt sich das Areal – von der Entwicklung der Spinnerei und der Textilindustrie im Aatal bis zur heutigen Nutzung als Ort zum Wohnen und Arbeiten, für Kultur und Freizeit.
1798–1820
Das Handels- und Gewerbemonopol wird aufgehoben. Im Oberland beginnen Unternehmer, Baumwolle einzukaufen, armen Leuten zum Spinnen abzugeben, das gewonnene Garn zu Tuch zu verweben und in den Handel zu bringen. Ab 1820 ersetzen Maschinen das bisherige Spinnen von Hand. Zwischen 1821 und 1836 entstehen in Wetzikon sechs Spinnereien.
1823
Frédéric Nagel, Häusermakler aus Paris und Eigentümer des Schlosses Wetzikon, wird nachgesagt, er habe den markanten Schloss-Ostturm abgebrochen und die Steine für den Bau der Spinnerei Schönau verwendet.
1827
Für die Spinnerei wird ein kleiner Weiher unterhalb der abgebrochenen Stegenmühle erstellt und mehrmals vergrössert – um Wasserkraft für die Turbinen zu gewinnen.
1854
In Verlängerung der Fabrik entsteht ein Wohnhaus. In den Folgejahren wird flussaufwärts entlang dem Weiher eine Gebäudegruppe mit einem Gaswerk gebaut und später in ein Lager und eine Schreinerei umgewandelt.
1882
Das Kessel- und Maschinenhaus mit dem markanten Hochkamin wird gebaut.
1890
Die Elektrifizierung von Spinnereien nimmt ihren Anfang.
1918
Das Maschinenhaus erhält zwei Francisturbinen, einen Laufkran und einen neuen Generator. Der Generator ist über einen breiten Transmissionsriemen mit dem Schwungrad der ehemaligen Dampfkraftanlage verbunden. Dank der Riemenübertragung auf den Generator wird Tag und Nacht Strom für die Fabrik erzeugt.
1931
Die Spinnerei Streiff erwirbt die stillgelegte Fabrik Schönau sowie die Spinnerei Braschler. Der neue Firmenname: Vereinigte Spinnereien AG Aathal.
1939–1945
Während des Zweiten Weltkriegs dient die stillgelegte Spinnerei als Militärkaserne. Eine Zeit lang werden Rekrutenschulen darin untergebracht, zeitweise auch Polen und Internierte.
1947
Die Spinnerei nimmt den Betrieb in den unteren Geschossen wieder auf. Im Obergeschoss wird ein Mädchenheim mit 62 Betten eingerichtet.
1973
In der Sengerei (Textilveredlung) zwischen der Fabrik und dem Wohnhaus bricht ein Brand aus. Dank Frühwarnanlage und promptem Eintreffen der Wetziker Feuerwehr wird dieser in Rekordzeit gelöscht.
1979
Ein Wanderweg führt neu von der Motoren- zur Talstrasse der Aa entlang zum Schönauweiher.
1992
Die Fabrik Schönau wird endgültig stillgelegt. Ab Sommer 1992 sind sämtliche Maschinen weggeräumt – die leeren Fabriksäle stehen zur Vermietung frei.
1997 bis heute
Das Kammertheater Schönau und die Theatergruppe «Circa» führen erste Stücke in der Schönau auf. Verschiedene Kulturschaffende richten ihre Ateliers in der Spinnerei ein, 2003 startet auch die camera.lit.obscura ihr Kulturangebot. Mit Theater, Musik, Lesungen und vielem mehr wird die Schönau zu einem der kulturellen Treffpunkte in Wetzikon.
2006
Auf dem Hochkamin der Schönau-Fabrik nistet ein Storch, was im Quartier Freude und Aufregung auslöst: ein Partner-Storch ist noch nicht in Sicht.
2007
Ein nistendes Storchenpaar auf dem Hochkamin wird bei der Fütterung eines Jungen beobachtet. Erstmals schlüpfen junge Störche auf Wetziker Gemeindegebiet.
2010
HIAG übernimmt die Firma Streiff AG und damit das Schönau-Areal.
2011
In einem Studienauftrag präsentieren acht renommierte Architekturbüros Pläne für den südlichen Teil des Schönau-Areals. Die Jury, in der auch Stadt und Kanton vertreten sind, entscheidet sich einstimmig für den Vorschlag von Knapkiewicz Fickert Architekten. Gleichzeitig wird die Wettbewerbsausschreibung für das Gebiet Schönau Nord und Mitte vorbereitet.
2012
Die HIAG greift die Idee der Petition «für ein Kulturhaus Schönau» auf und integriert sie in den Studienauftrag zum mittleren und nördlichen Teil. Im Sommer wird eine Einzelinitiative eingereicht, welche die Sicht auf das Fabrikgebäude und die Wiese freihalten und das Bauvolumen reduzieren will.
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2013
Im Juni erteilt die Stadt Wetzikon die Baubewilligung für das Projekt Schönau Süd. Es gehen Rekurse dagegen ein. Im September nimmt die Gemeindeversammlung die Initiative an. Sie verpflichtet die Stadt Wetzikon, einen öffentlichen Gestaltungsplan zum privaten Areal zu erarbeiten. Damit entsteht eine rechtlich unklare Situation, trotz vorliegender Baubewilligung. Für das Projekt bedeutet dies den vorläufigen Planungsstopp.
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