Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03615.jsonl.gz/508

| Tertullian († um 220) - Gegen die Valentinianer. (Adversus Valentinianos)

18. Cap. Die Hervorbringung des Demiurgen durch die Achamoth.
Nachdem sie so durch diese drei Kinder1 Ansehen erlangt und etwas Übung in der Besorgung von Geschäften bekommen hatte, beschloss sie, zur Formation der drei Arten zu schreiten. Allein zum Pneumatischen konnte sie jetzt noch nicht hinanreichen, als selbst nur geistigen Wesens. Denn in der Regel ist es gleichen und gleichwesentlichen Dingen wegen der Gemeinsamkeit der Natur versagt, Macht übereinander auszuüben. In diesem Sinne warf sie sich einzig auf das Beseelte, indem sie die Anleitungen des Soter ins Werk setzte. Und zwar bildete sie, was man nur mit grossem Abscheu wegen der darinliegenden Gotteslästerung aussprechen, lesen und anhören kann, zuerst unsern jetzigen Gott, den Vater aller, nur nicht der Häretiker, den Demiurgen und König des nach ihm entstandenen Weltall. Denn durch ihn ist es entstanden, wofern es nämlich nicht vielmehr durch die Achamoth selber entstanden ist, von welcher er ganz heimlich und unbemerkt, gleichsam wie eine Gliederpuppe, von aussen am [S. 118] Faden gezogen, zu all seinem Thun und Wirken in Bewegung gesetzt wurde. Infolge dieser Unbestimmtheit der Person haben sie für ihn auch den Namen Metropator [Muttervater] fabriziert, während sie sonst seine Benennungen nach Beschaffenheit und Lage seiner Werke auseinanderhalten und ihn mit Rücksicht auf die belebten Substanzen, die sie zu seiner Rechten stellen, Vater nennen, mit Rücksicht auf die materiellen Wesen zu seiner Linken als Demiurgen bezeichnen, mit Rücksicht auf die Gesamtheit aber ihn insgemein König titulieren.
1: Anspielung auf das jus trium liberorum.