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Einen Papagei zuhause zu halten, muss kein ambientales Verbrechen sein. Der Ankauf eines legalen Jungvogels gibt Arbeit und ist nicht billig – aber er ist möglich! Und er kann sogar mit einem immensen Unterschied zum Wildvogel in Erscheinung treten: Ein Züchter aus São Paulo (oder andere in Europa) hat sich bereits mit Biologen zusammengetan, um die jungen Papageien zu erziehen – er verkauft “gut erzogene Vögel“ (um seine Worte zu benutzen), die es trainiert sind, auf Worte und Kommandos zu reagieren, und deshalb kann man sie auch frei im Haus halten, ausserhalb des Käfigs.
“Als ersten Schritt sollte sich der Interessent, der einen Papagei adoptieren möchte, fragen, ob bereit dazu ist, die Begleitung eines Tieres zu übernehmen, das eine dauernde Aufmerksamkeit und Zuneigung während vieler Jahre erfordert“, empfiehlt Renato Severi, der erste kommerzielle Züchter, der sich in São Paulo (das gilt auch für andere Staaten und Länder), im Einklang mit der gegenwärtigen Gesetzgebung, installiert hat – er ist seit 1999 bei der IBAMA offiziell registriert. “Das ist genauso, wie einen Hund als Begleiter auszuwählen. Nur, dass der Hund 10 bis 15 Jahre lebt – ein Papagei aber 50 bis 60 Jahre! – bemerkt Carlos Yamashita von der IBAMA in São Paulo.
Sollte also Ihre Wahl nun tatsächlich auf einen Papagei fallen, dann ist der zweite Schritt die Suche nach einem kommerziellen Züchter oder einem Pet-Shop mit offizieller. Das Tier muss einen Fussring haben, der nicht entfernt werden kann, und auf dem die Nummer des Vogels, seine Identität, eingraviert ist. Der Verkäufer muss Ihnen ein Identitätsdokument aushändigen – eine Art Personalausweis, welcher den Vogel obligatorisch begleitet, egal wo er sich aufhält oder wohin er gebracht wird. Ohne dieses Dokument in Händen, kann der Vogel des Besitzers beschlagnahmt werden.
Der Mindestpreis eines legalisierten Papageis beläuft sich auf 600,00 bis 700,00 R$ (zirka 260,00 bis 300,00 Euro) und gut trainierte Jungvögel können bis zu 3.000,0 R$ (zirka 1.300,00 Euro) kosten. Ein hoher Preis für denjenigen, der sich vom Raubbau an der Natur distanzieren möchte – dessen Kosten sich für den gewissenlosen Händler auf beinahe Null belaufen. Zum Ausgleich garantiert der Kauf bei einem registrierten Züchter, dass es sich bei dem Jungvogel tatsächlich um einen Papagei handelt – denn viele skrupellose Händler reissen erwachsenen Sittichen die Federn aus, um sie als junge Papageien zu verkaufen.
Ausserdem können wilde Papageien, so wie andere frei gefangene Vögel, Überträger gefährlicher Bakterien sein, wie zum Beispiel der Clamidia sp., mit der sich der Mensch infizieren kann, und die eine Krankheit mit ähnlichem Verlauf einer Lungentzündung auslöst, und die fatal endet, falls sie nicht rechtzeitig erkannt wird.
“An alle diese Fragen und Probleme haben wir gedacht, als wir die Marke “PAPAGAIO LEGAL“ (Legaler Papagei) geschaffen haben. Und ab nächstem Jahr werden wir – ausser den bereits durchgeführten legalen Erfordernissen und der Feststellung des Geschlechts durch DNA-Analyse – die Papageien auch mit negativem Test der Zoonosen anbieten (ansteckende Krankheiten für den Menschen), gewöhnt an das Zusammenleben mit Menschen, sowie entsprechend trainiert und erzogen“, sagt Severi. In dieser Absicht hat sich der Züchter mit zwei Zootechnikern zusammengetan, die sich der Erziehung der Jungtiere widmen werden. “Wir haben schon einen Test gemacht mit einem Papageienpärchen in diesem Jahr: Sie haben gelernt “Bom dia“ (Guten Tag) zu sagen, wenn das Tuch über ihrem Käfig morgens aufgedeckt wird – und eine Portion anderer Sätze. Und sie hören auf Kommandos und lassen sich auf der Schulter desjenigen nieder, der sie mit einem Pfiff ruft. “