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Jakob Heusser sen., Jahrgang 1908, hat die Lehre als Hafner als 14 Jähriger bei seinem Paten begonnen und zwar im Jahre 1922. Nach der dreijährigen Lehre hat er die Lehrlingsprüfung mit Erfolg bestanden. Bereits mit 18 Jahren hat er dann gemeinsam mit seinem Götti Richard Heusser ein Geschäft geführt. Nachdem Jakob Heusser sich ganz selbständig gemacht hatte, hat Richard Heusser für die Kachelfabrik Ganz in Embrach noch im ganzen Kanton zahlreiche verschiedene Kachelöfen erstellt. 1929 erfolgte die Gründung der eigenständigen Firma J. Heusser Ofenbau ,in Töss. Der aufstrebende Vorort von Winterthur und Winterthur mit seinen verschiedenen Industrien haben den jungen Hafner angelockt. Dieser erste Betrieb war an der Ecke Schneidergasse/ J.C. Heerstrasse beheimatet, direkt neben dem Fabrikkanal. Im Herbst 1930 hat er dann die Meisterprüfung mit Erfolg bestanden. Später verschob sich der Betrieb an der Schneidergasse um ca. 100 Meter Richtung Zürcherstrasse. In dieser Zeit waren die meisten Arbeiter und Lehrlinge beim Meister an der Kost, d.h. sie wurden verpflegt. Dies hat für die Meisterin immer sehr viel Arbeit bedeutet. Damit die Kost den Arbeitern günstig verrechnet werden konnte, wurde auch eine Pünt bewirtschaftet, in der die Arbeiter und Lehrlinge nach Feierabend tüchtig mithelfen mussten. Die Arbeiten wurden damals vorwiegend in den Quartieren Töss, Wülflingen und in der Gemeinde Brütten ausgeführt. In fast allen Häusern waren die Ofen- und die Kochherdheizung die einzigen Heizquellen, weshalb auch in jedem Quartier eine Ofenbaufirma ansässig war. Die Arbeiterzahl bewegte sich immer zwischen 2 - 4 Arbeitern und 1- 2 Lehrlingen.
Vor dem 2. Weltkrieg wurde dann der Betrieb an die Zürcherstrasse, ins alte Postgebäude verlegt. Hier gab es auch Schaufenster und ein Laden konnte eröffnet werden. Ausgestellt wurden vorwiegend unterschiedlich grosse Tragöfen mit und ohne angebaute Sitzbank. Diese Tragöfen mit Sitzbank haben sich damals als Verkaufsschlager erwiesen. Ein solcher Ofen wurde in einem Tag erstellt. In dieser Zeit waren Tragöfen auch das Lehrlingsstück, das in 2 Tagen erstellt werden musste. Der Ofen konnte, wenn er richtig erstellt wurde, später wieder verkauft werden, so war die Prüfung dann entsprechend günstig. Die Oefen wurden damals im näheren Umkreis im Quartier zu Fuss mit einem Tiefgangwagen, ca. 25 cm ab Boden, transportiert. Die Tragöfen wurden eingeschirrt und mit Tragbalken zum Teil bis in den 4. und 5. Stock hinaufgetragen. Diese 300 bis 400 kg schweren Oefen wurden von 4 Arbeitern getragen, was auf den Einzelnen doch 80 bis 100 kg ausmachte. Material oder Sand wurden mit dem 2-Radwagen angeliefert. Herr P. Aeschlimann und ich haben in unserer Lehrzeit noch mit diesen beiden Wagen Anlieferungen vorgenommen und Oefen in die gewünschte Wohnung getragen. 1958 wurde das erste Firmenauto, ein VW-Bus, angeschafft. Bis 1960 wurden in unserem Betrieb vor allem Kachelöfen, Halbspeicheröfen und Warmluftöfen erstellt. Plattenarbeiten wurden kaum ausgeführt und wenn es welche gab, war dies um die Heiztüre, oberhalb des Herdes, oder beim Schüttstein. Im Laden wurden ab 1955 vor allem Oelöfen verkauft. Die Firma Vampir und Haas und Sohn waren dabei führend. Meine Eltern konnten zum Teil 50 bis 100 Oefen im Jahr verkaufen, dazu wurden natürlich auch sehr viele Rauchrohre benötigt. Wenn wir heute im Jahr noch für Fr. 2000.00 Rauchrohre verkaufen, so waren dies damals 10000.00 bis 20000.00 Franken. Bei der Firma Gabs in Wallisellen wurden die Rauchrohre mit unserem VW-Bus direkt abgeholt.
Im Jahre 1939 haben meine Eltern das heutige Geschäftshaus gekauft. Dieses Haus war vorher eine Schuhfabrik mit Verkaufsladen. Das ganze Parterre war eine Fabrikhalle, auf die Zürcherstrasseseite der Verkaufsladen. Meine Eltern haben dann aus den Fabrikräumen eine Wohnung erstellt, die Verkaufsräume unterteilt und ein Velo- und Motorradgeschäft, sowie einen Verkaufsladen für das Hafnergeschäft, eingerichtet. Neben dem Laden befand sich die Werkstatt, die bis 1979 in Betrieb war. Zusätzlich richteten wir im Keller eine Schlosserei ein.
1970 schloss ich die Meisterprüfung mit Erfolg ab und übernahm 1974 das Geschäft von meinen Eltern. Ab 1975 konnte ich für den Verband immer öfters Gutachten in der Ostschweiz erstellen, wodurch immer wieder neue Erkenntnisse in den Betrieb eingebracht werden konnten.
1979 konnte das Haus an der Zelglistrasse 14 dazugekauft werden. So konnten die Schlosserei und die Werkstatt gezügelt und entscheidend vergrössert werden. In der Werkstatt konnte dann auch ein Palettenlager eingerichtet werden, wo nun 24 Paletten abgestellt werden können, welche die am häufigsten umgesetzten Materialien beinhalten.
Michael Heusser hat sich auch für den Hafnerberuf entschieden und schloss die Lehre 1993 als Hafner- Plattenleger ab. Er machte es der 1. und 2. Generation nach und hat die Meisterprüfung im Jahr 2000 erfolgreich abgeschlossen. Seit diesem Zeitpunkt erfüllt er immer mehr die Aufgaben eines Geschäftsführers und führt viele Arbeiten und Beratungen selbständig aus.
Heute werden in unserem Betrieb folgende Arbeitsgattungen ausgeführt: Plattenarbeiten mit Keramik und Naturstein, Cheminéearbeiten und vereinzelt gemauerte Speicheröfen, Kachelöfen, Specksteinöfen und Ganzhausheizungen. Momentan beschäftige ich 1 Hafnermeister, 1 Vorarbeiter, 4 Arbeiter und 3 Lehrlinge. Ab und zu müssen zusätzlich temporäre Arbeitskräfte eingestellt werden, damit der Arbeitsanfall bewältigt werden kann. Das Büro wird von 2 Teilzeitangestellten und meiner Frau in Schwung gehalten.