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Iniziativa sull’allevamento intensivo
(Iniziativa popolare federale)
Die Massentierhaltung treibt die Klimaerwärmung voran, verschärft Welthunger und Wasserknappheit, verursacht Antibiotikaresistenzen und verletzt den Verfassungsgrundsatz des Tierschutzes. Die Initiative „Keine Massentierhaltung in der Schweiz (Massentierhaltungsinitiative)“, die am 12. Juni 2018 lanciert wurde, möchte dem ein Ende setzen. Bereits zahlreiche Organisationen und Einzelpersonen aus den verschiedensten Bereichen haben sich den Forderungen der Initiantinnen und Initianten angeschlossen. Gemeinsam setzen sie sich dafür ein, die benötigten 100’000 Unterschriften zu sammeln.
Wir sammeln Unterschriften, ...
weil eine Umsetzung zu tierwohlgerechter Tierhaltung möglich ist und von 87% (Isopublic) der Bevölkerung das Tierwohl in der Landwirtschaft für “wichtig” oder “sehr wichtig” gehalten wird!
weil die Massentierhaltung die natürlichen Ressourcen der Erde sehr ineffizient nutzt und Wasser und Atmosphäre verschmutzt. Die immensen Treibhausgasemissionen und die Rodung riesiger Waldflächen sind für den Klimawandel mitverantwortlich.
weil die Massentierhaltung immenses Tierleid verursacht. Es ist heute anerkannt, dass Tiere empfindungsfähige Wesen sind. In der Massentierhaltung werden sie in grossen Gruppen auf engem Raum gehalten und ihre grundlegendsten Bedürfnisse missachtet. Besamung.
weil die Massentierhaltung der menschlichen Gesundheit schadet. In der Schweiz werden Nutztieren pro Jahr fast 50 Tonnen Antibiotika verabreicht. Multiresistente Keime sind unter Tieren weitverbreitet und können auch für den Menschen gefährlich werden. gefährden.
Fragen und Antworten
Die Welternährungsorganisation der UNO (Food and Agriculture Organisation, FAO) schätzt, dass die Massentierhaltung für 14,5 % der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich ist. Dies entspricht ungefähr den Gesamtemissionen des weltweiten Verkehrs. Das Treibhausgas Methan, das primär durch den Verdauungsprozess von Wiederkäuern wie Kühen, Ziegen und Schafen verursacht wird, ist dabei von besonderer Bedeutung. Einerseits verursacht es fast die Hälfte der Treibhausgasemissionen, die aus der Massentierhaltung resultieren. Andererseits ist seine erderwärmende Wirkung 25-mal stärker als diejenige von Kohlendioxid. Um die schlimmsten Auswirkungen der globalen Erwärmung zu verhindern, müssen die Treibhausgasemissionen ausgehend von den Emissionen im Jahr 2000 bis ins Jahr 2050 um mindestens die Hälfte reduziert werden. Die Verminderung der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung und die vermehrt pflanzliche Ernährung können einen erheblichen Beitrag zur Erreichung dieses Ziels leisten. Für die Schweiz haben Forscher der ETH ermittelt, dass die Verkleinerung der Tierbestände die Potenteste aller Massnahmen zur Reduktion der landwirtschaftlichen Treibhausgasemissionen ist.
Die Überdüngung mit phosphorhaltigen Düngemitteln führte in verschiedenen Schweizer Seen zu einer starken Algenbildung und infolgedessen zum Tod vieler Fische aufgrund Sauerstoffmangels (“Fischsterben”). Zudem stammen die Hälfte aller Antibiotikarückstände und 37% der giftigen Schwermetalle aus der Nutztierhaltung. Die Wasserverschmutzung wird ausserdem durch die Futtermittelproduktion verursacht. Mehr als ein Drittel der Pestizide, die im Wasserhaushalt enden, kommen aus der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung.
Die landwirtschaftlich nutzbare Fläche, die für die Produktion einer Einheit Fleischprotein benötigt wird, ist 6 – 17 mal grösser als die Fläche für die Gewinnung einer Einheit Sojaprotein. Die Verfütterung von pflanzlichen Proteinen an Tiere zur Herstellung tierischer Produkte ist notwendigerweise ineffizient. Rund 70 % des gerodeten Regenwaldes im Gebiet des Amazonas werden aufgrund der Viehhaltung abgeholzt. Ein grosser Teil der übrigen 30 % dienen primär dem Anbau von Futtermitteln. Auch das in der Schweiz als Kraftfutter verabreichte Soja stammt zum grössten Teil aus dem Ausland. Insgesamt wird fast ein Drittel der Erdoberfläche für die Nutztierhaltung gebraucht. Das entspricht mehr als drei Vierteln des globalen Ackerlandes.
Die Produktion tierischer Produkte ist erheblich wasserintensiver als die Herstellung pflanzlicher Nahrungsmittel. Für die Produktion von 1 kg Rindfleisch werden im globalen Durchschnitt mehr als 15’000 l Wasser benötigt. Das entspricht fast 100 Badewannen. In niederschlagsarmen Regionen wird die Wasserknappheit durch die Produktion von Fleisch und Futtermitteln signifikant verschärft. Die Schweiz importiert pro Jahr rund eine Million Futtermittel und verschärft damit indirekt die Wasserknappheit in Entwicklungsländern.
Die Ressourcenineffizienz der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung ist nicht nur mit Blick auf den Klimawandel problematisch, sondern verursacht auch sozioökonomische Probleme, namentlich in den Bereichen Wasser- und Ernährungssicherheit. Als Folge davon verteuern sich die Weltmarktpreise für Grundnahrungsmittel. Der grossflächige Anbau von Futterpflanzen führt zudem zu einer Verdrängung kleinbäuerlicher Landwirtschaftsbetriebe. Diese Probleme scheinen besonders gravierend angesichts der weltweit nahezu 800 Mio. unterernährten Menschen, die fast ausschliesslich in sog. Entwicklungsregionen leben.
Die Berechnung des Selbstversorgungsgrades der Schweiz durch das Bundesamt für Statistik unterschlägt die enormen Futtermittelimporte der Schweiz. Der ausgewiesene Selbstversorgungsgrad reduziert sich ohne die importierten Futtermittel um fast 10 %, von 58% auf 50 %. Die Herstellung der 430’000 t Eiweissfuttermittel, die jährlich in die Schweiz importiert werden, beansprucht im Ausland eine Anbaufläche, die fast dem gesamten Schweizer Ackerland entspricht (250’000 ha bzw. 270’000 ha). Die Reduktion des Konsums tierischer Produkte kann die Versorgungssicherheit der Schweizer Landwirtschaft damit unmittelbar verbessern.
Kleinbauern und Alpbetriebe wären von den Änderungen nicht betroffen, da sie keine „Massentierhaltung“ betreiben. Betroffen wären nur die grossen industriellen “Fleischfabriken”.
Tiere sind keine Sache; sie verdienen aufgrund ihrer Würde und Empfindungsfähigkeit besondere Beachtung. Die Initiative fordert deshalb kein klassisches Verbot, sondern den Anspruch, in der Tierhaltung nicht geschädigt zu werden.
Die Definition der Massentierhaltung erfolgt über die Gruppengrösse sowie die systematische Missachtung der Grundbedürfnisse der Tiere.
Die Initiative soll völkerrechtskonform umgesetzt werden; der Bund erhält den dazu erforderlichen Spielraum. Importverbote sind dann WTO-konform, wenn die importierten Produkte der “öffentlichen Moral” eines Landes widersprechen. Die lange Tierschutztradition der Schweiz und die Annahme dieser Volksinitiative würden belegen, dass diese Bedingung erfüllt ist. Importbeschränkungen für Produkte aus Massentierhaltung sind deshalb völkerrechtskonform umsetzbar. Zur praktischen Umsetzung kann der Gesetzgeber auf bestehende ausländische Tierschutzstandards und -labels zurückgreifen; bei verarbeiteten Produkten kann man pragmatisch vorgehen.
Ja, da zahlreiche Tierhaltungsbetriebe umgebaut werden müssen, wird eine lange Übergangsfrist gewährt.
Initiativtext
Die Bundesverfassung[1] wird wie folgt geändert:
1 Der Bund schützt die Würde des Tieres in der landwirtschaftlichen Tierhaltung. Die Tierwürde umfasst den Anspruch, nicht in Massentierhaltung zu leben.
2 Massentierhaltung bezeichnet die industrielle Tierhaltung zur möglichst effizienten Gewinnung tierischer Erzeugnisse, bei der das Tierwohl systematisch verletzt wird.
3 Der Bund legt Kriterien insbesondere für eine tierfreundliche Unterbringung und Pflege, den Zugang ins Freie, die Schlachtung und die maximale Gruppengrösse je Stall fest.
4 Er erlässt Vorschriften über die Einfuhr von Tieren und tierischen Erzeugnissen zu Ernährungszwecken, die diesem Artikel Rechnung tragen.
Art. 197 Ziff. 12[2]
12. Übergangsbestimmungen zu Art. 80a (Landwirtschaftliche Tierhaltung)
1 Die Ausführungsbestimmungen zur landwirtschaftlichen Tierhaltung gemäss Artikel 80a können Übergangsfristen von maximal 25 Jahren vorsehen.
2 Die Ausführungsgesetzgebung muss bezüglich Würde des Tiers Anforderungen festlegen, die mindestens den Anforderungen der Bio-Suisse-Richtlinien 2018[3] entsprechen.
3 Ist die Ausführungsgesetzgebung zu Artikel 80a nach dessen Annahme nicht innert drei Jahren in Kraft getreten, so erlässt der Bundesrat Ausführungsbestimmungen vorübergehend auf dem Verordnungsweg.