Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03473.jsonl.gz/4081

Die Olympiamannschaft der Sowjetunion war bis zum Zerfall der UdSSR das erfolgreichste Team bei den Spielen. Von 1952 bis 1988 holten die Athleten 1204 Medaillen, davon 473 goldene.
Die mehr als tausend Medaillen wurden in nur 17 Teilnahmen erreicht. 1922 gegründet, nahm die Sowjetunion erst dreissig Jahre später zum ersten Mal an einer Olympiade teil, 1952 bei den Sommerspielen in Helsinki. Mit 22 Gold-, 30 Silber- und 19 Bronzemedaillen holten die sowjetischen Sportler auf Anhieb den zweiten Platz in der Nationenwertung. Bei der ersten Teilnahme an den Winterspielen, 1956 in Cortina d’Ampezzo, gewannen sie sogar auf Anhieb am meisten Medaillen.
In den folgenden 35 Jahren entwickelte sich eine erbitterte sportliche Rivalität zwischen den USA und der Sowjetunion, in der – im Gegensatz zur Raumfahrt und zur Aufrüstung – bis am Schluss die Kommunisten die Oberhand behielten.
Doping für den Kommunismus
Die Partei erklärte den Spitzensport zur Chefsache und baute ein hervorragendes Sportförderungssystem auf. Kinder wurden sehr früh selektioniert und systematisch ausgebildet. Die Sportler des Landes sollten dem Westen und der eigenen Bevölkerung die Überlegenheit des Sozialismus demonstrieren. Dass dabei auch nicht vor unfairen Mitteln zurückgeschreckt wurde liegt auf der Hand. Doping gehörte in den Sportakademien der Sowjetunion zum Alltag.
Der kalte Krieg im Stadion
Die olympischen Spiele 1984 in Los Angeles wurden von der Sowjetunion boykottiert. Dies war wahrscheinlich eine Revanche für den westlichen Boykott der Olympiade in Moskau vier Jahre zuvor.
Der Kampf der Systeme gipfelte aber auch in einigen der denkwürdigsten Wettkämpfe der olympischen Geschichte. Am bekanntesten ist das sogenannte «Miracle on Ice», der Sieg der amerikanischen Eishockeynationalmannschaft 1980 in Lake Placid gegen die als unbesiegbar geltenden sowjetischen «Staatsamateure».
Aber auch die Sowjetunion erlebte ihre Sternstunden im ureigenen Metier des Klassenfeinds. 1972 und 1988 gewannen ihre Basketballspieler das Olympiaturnier der Männer. Im Final von 1972 besiegten sie die Amerikaner in letzter Sekunde mit 51:50. Die US-amerikanischen Sportler haben diese Niederlage bis heute nicht akzeptiert und keiner von ihnen hat die Silbermedaille jemals entgegengenommen.
Bereits publiziert: Als fünf Mal die Olympischen Spiele ausfielen.
Die nächste Zahl des Tages: Die erfolgreichsten Olympischen Spiele der Schweiz.