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Ein Wildtier bleibt das ganze Leben lang ein Wildtier, egal ob es im Zirkus, im Zoo oder in der Freiheit geboren wurde. Wildtiere verfügen über angeborene, vererbbare und arttypische Verhaltensweisen und Körpermerkmale, welche sich von denjenigen der domestizierten Verwandten stark unterscheiden. Im Gegensatz zu den domestizierten Haustieren sind bei Wildtieren zum Beispiel Jagdtrieb und Fluchttrieb je nach Art immer noch stark ausgebildet - selbst nach mehreren Generationen in Gefangenschaft. Denn: Die Domestizierung einer Art dauert in der Regel mehrere tausend Jahre, wie das Beispiel Haushund zeigt, und hat genetische Veränderungen zur Folge, welche das Verhalten und das Aussehen eines Tieres ändern.
Gezähmte Wildtiere
Werden hingegen Wildtiere gezwungen, in einer Manege Kunststücke in engem Kontakt mit dem Menschen durchzuführen, spricht man von der Zähmung eines einzelnen Wildtieres. Gezähmte Wildtiere sind also aufgrund ihrer angeborenen Verhaltensweisen und ihres Körperbaus noch immer Wildtiere und sind daher nicht für ein enges Zusammenleben mit dem Mensch geschaffen. Sie können unberechenbar sein und in stressigen Situation zu Aggressivität oder Angst neigen.
Wildtiere wurden in vielen Fällen zu früh vom Muttertier getrennt und von Menschenhand aufgezogen. Dadurch tolerieren sie Menschen in naher Umgebung eher, als ihre in Freiheit lebenden Artgenossen. Trotzdem zeigen diese Wildtiere in Zirkussen dasselbe typische Verhalten wie ihre Artgenossen in freier Wildbahn. Auch ihre Bedürfnisse und Instinkte ändern sich durch die Zirkushaltung nicht.