Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/161335

<h2>SubmittedText<h2><p>Das Problem der zu geringen Zahl an Ausbildungsplätzen im Bereich Medizin ist bekannt. Am 3. Juli 2015 werden wieder 3000 bis 5000 Maturandinnen und Maturanden zur Zulassungsprüfung antreten, bestehen wird aber nicht einmal die Hälfte. Bekannterweise fehlen Ärztinnen und Ärzte im schweizerischen Gesundheitswesen, und die Forderung, dass sich der Bund einschalten muss, ist akzeptiert.</p><p>- Kann für das neue Studienjahr mit einer höheren Anzahl von Studienplätzen gerechnet werden?</p><p>- Was hat der Bund dazu beitragen können?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Nachdem die Universitäten ihre Aufnahmekapazität auf Bachelor-Stufe zwischen 2009 und 2013 bereits um über 40 Prozent erhöht haben, wurden für das Studienjahr 2014 nochmals 180 zusätzliche Studienplätze geschaffen; gesamthaft waren es 1648 Studienplätze. Für das Studienjahr 2015 haben die Universitäten keine Erhöhung auf Bachelor-Stufe vorgesehen. Sie werden aber für die zusätzlichen Studierenden genügend klinische Ausbildungsplätze, in der Regel ab dem dritten Studienjahr, schaffen müssen. Diese Erhöhungen der Aufnahmekapazitäten werden sich entsprechend der Studiendauer mit einer Verzögerung von etwa sechs Jahren auch in höheren Abschlusszahlen niederschlagen.</p><p>Der Bund finanziert die kantonalen Universitäten subsidiär, dies hauptsächlich über die Grundbeiträge. Diese beliefen sich im Jahr 2013 auf 615,2 Millionen Franken, im Jahr 2014 auf 640,8 Millionen, d. h. plus 4,2 Prozent, und dieses Jahr auf 649,7 Millionen. Die Hauptlast der universitären Budgets wird durch die Kantone getragen, wobei die Kosten für das Medizinstudium - je nach Universität - bis zur Hälfte des universitären Budgets beanspruchen. Die Subsidiarität der Bundesbeiträge ist im neuen Hochschulförderungs- und Koordinationsgesetz festgeschrieben, indem die Kantone 80 Prozent und der Bund 20 Prozent von den Referenzkosten zu decken haben. Wie der Bundesrat in seiner Antwort auf die Motion Rytz Regula 12.3931 festgehalten hat, ist er bereit, das Thema "Konsolidierung und Ausbau von Lehre und Forschung der Humanmedizin" schwerpunktmässig in die BFI-Botschaft 2017-2020 aufzunehmen und mit den Kantonen die gemeinsame Finanzplanung zu diskutieren. Am 26. Februar 2015 wurden die Diskussionen hierzu auch im Rahmen der ersten Sitzung der Schweizerischen Hochschulkonferenz, des neuen gemeinsamen hochschulpolitischen Organs von Bund und Kantonen, aufgenommen.</p><p>Zudem sind in gesamtheitliche Überlegungen zur Gesundheitsversorgung neben den Ausbildungsplätzen für die Medizin auch weitere Elemente einzubeziehen, so etwa die bessere Ausschöpfung des ausgebildeten Fachkräftepotenzials und die Erhöhung der Produktivität im Gesundheitssektor. Zu beiden Bereichen sind von WBF und EDI Berichte in Erarbeitung.</p>