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Die Schweiz im Herzen von Euroland
Jean-Pierre Roth, Präsident des Direktoriums
Universität Lausanne, Lausanne, 21.01.2003
Welche Lehren kann man aus der jüngsten Geschichte des Prozesses der europäischen Wirtschafts- und Währungsintegration ziehen, den die Europäische Union eingeleitet hat? Während des ersten Jahrzehnts des gemeinsamen Marktes hat sich eine neue wirtschaftliche Landkarte abgezeichnet: Die Staaten des europäischen Zentrums leiden unter einem Wachstumsdefizit, während die peripheren Länder rasch wachsen. Der Ausgleichsmechanismus über den Wechselkurs spielt nicht mehr, seit der Euro die nationalen Währungen ersetzt hat. Daher gleicht sich die Wettbewerbsfähigkeit durch eine unterschiedliche Entwicklung der Inflation wieder an.
Wo ordnet sichdie Schweiz in die neue wirtschaftliche Landkarte ein? Welche Lehren sind für eine allfällige Integration der Schweiz in die europäische Währungsunion zu ziehen? Wie die jüngste Geschichte von Euroland zeigt, läuft der wirtschaftliche Integrationsprozess so ab, dass sich die Schweizer Wirtschaft in diesem Fall wahrscheinlich in eine ziemlich ungemütlichen Situation wiederfinden würde. Nicht nur würde sie den dank niedrigerem Zinsniveau erheblichen Finanzierungsvorteil verlieren, sie müsste auch mit einem rascheren Anstieg des inländischen Preisniveaus als viele ihrer europäischen Konkurrenten fertig werden.