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view over Staefa westward seen from my loft
every cloud has a silver lining!
my best wishes for 2019
The last days of 2018 I spent writing this chronic.
I leave it up to the reader to form an opinion on what I have experienced in the town I have lived in for the last 21 years.
Translations of my texts will be written shortly, but the documents will remain in their original form.
spring 1997
Diese Foto ist in ihrer Unschärfe interessant. Sie zeigt den Industrieraum, den ich im 1997 kaufte.
“Faded in history” sagt man da auf Englisch.
Bis 1993, als Mettler-Toledo die Produktion ihrer Präzisionswaagen nach Nänikon-Greifensee verlagerte, war dieser Raum die Lehrlingswerkstätte.
Einige meiner Ruderkollegen verbrachten hier ihr Lehrjahre oder arbeiteten in dieser Fabrik.
Ich wohnte damals in Männedorf und suchte für mich einen Raum in welchem ich sowohl wohnen, wie auch arbeiten konnte.
In New York verbrachte ab 1986 viel Zeit bei einem Freund in einer grossen Loft in Soho. Davon träumte ich.
In der alten Mettlerfabrik glaubte ich das gefunden zu haben. Doch es gab zuerst einige administrative Hürden zu klären.
Der für den Verkauf zuständige Herr der Firma Preiswerk hatte Zweifel, ob der Idee, in einer Industrieliegenschaft auch die Bewilligung zum wohnen zu erhalten.
Selbst wollte ich kein Risiko eingehen.
Wer will schon eine derart grosse Investition tätigen, um dann kurzum auf die Strasse gestellt zu werden, weil die Vorschriften nicht eingehalten wurden?!
So machte ich mit Mettler-Toledo einen Vorvertrag.
Nur wenn mir die Baubehörden eine Bewilligung auch fürs Wohnen erteilen, würde ich diesen Teil des Stockwerkes kaufen.
Auf dem Bausekretariat sah man keine Hinternisse, denn jede Industrieliegenschaft darf eine Hauswartwohnung haben. Das hat auch für die Liegenschaft selbst gewisse Vorteile.
Ende Juni 1997
lag die Baubewilligung vor.
Ich unterzeichnete den Kaufvertrag mit Mettler-Toledo und zog zwei Tage später ein.
Während ich mit Hilfe meines Vaters, eines seiner ehemaligen Mitarbeiters, Elektrikern und Jürg Häckel, dem Sanitär die Umbauarbeiten begannen, richtete ich mir im Raum nebenan eine temporäre Unterkunft ein.
Es gab ein Lavabo mit Kaltwasser, Baustellenelektrisch und eine Toilette im Treppenhaus. Voilà!
Mein Vater mit seinem ehemaligen Mitarbeiter Leo Montefiori an der Arbeit.
Parallel zu den Umbauarbeiten hatte ich einen Grossauftrag zu erfüllen. Für die Wintersaison 1997/98 konnte ich Donna Karan Pashminaschals verkaufen.
Dies bedeutete sehr viel Arbeit, denn ich führte den Auftrag im Alleingang aus. Die Pashminaschals wurden in Nepal für mich gewoben.
Ich färbte den grossen Teil der Bestellung uni.
Einen Teil des Auftrages jedoch machte ich mehrfarbig.
Die Bilder meiner Arbeiten für die Kollektionen von Donna Karan, die an den Modeschauen in Milano und New York gezeigt wurden, gingen um die Welt.
Nach dem Färben in sogenannten Paddlemaschinen spühlte ich die Schals in der Badewanne und trocknete diese auf Wäscheständer im Raum.
Dank einer neu erworbenen professionellen Bügelanlage, ging auch das Bügeln etwas leichter von statten.
Ein spezielles Gefühl war es, auf meine Tücher mit meiner Kreation die Etikette von Donna Karan zu nähen.
Die mehrfarbigen Schals waren ganz mein Entwurf – inspiriert von den Werken von Mark Rothko.
Diese Kollektionen, eine für Donna Karan Donna und eine für Donna Karan Uomo setzten den internationalen Trend für Pashminaschals in den 90’er Jahren in Gang.
Als ich damals eine Bank suchte, welche mir die nötige Hypothek zur Verfügung stellte, meinte der Vertreter der ZKB:
“Gälletsi, Frau Henggeler, die Decki holed si dänn no abe?”
Das hatte ich gar nicht vor.
Weshalb in einem so wunderbar hellen Raum die Decke tiefer hängen? Ich hob den Boden, damit die Fensterbrüstung etwas tiefer kam.
Zudem wollte ich unter dieser “Bühne” Schubladen platzieren, in welchen ich mein Warenlager verstauen konnte.
Mit dieser Idee musste sich mein Schreinervater erst anfreunden.
Doch wie die Arbeiten fortschritten, bot er mir an, diese 2 mt langen Schubladen auf Rädern zu bauen.
Ohne die grosse Unterstützung durch meinen Vater hätte ich dieses Projekt nie so speditiv und kostengünstig innert zwei Monaten ausführen können.
Ihm gehört ein grosser Dank!
Wohnen und arbeiten in einem einzigen fast 250 m2 grosse Raum. Das war für Stäfa im 1997 neu.
Man hielt mich für verrückt.
Die ersten Neider zeigten sich.
Die Hypothek bekam ich dann von der Raiffeisenbank Männedorf. Diese hatte das Architekturbüro Fontana als Berater.
Herr Fontana sagte offenbar zum damaligen Leiter der Raiffeisenbank, Herrn Christen, dass diese Lebensform in Zukunft häufiger anzutreffen sei.
Wie um Himmels willen kann man nun beurteilen, was in diesem Raum wohnen und was arbeiten ist?
Es zeigte sich, dass dies für die kommenden Jahrzehnte zur Knacknuss für die Behörden werden würde.
Ein grosser Raum?
Wohnen und arbeiten alles durchmischt?
Der Einfachheit halber hiess es fortan:
“Die wohnt hier und wir arbeiten!” Dass ich in meinen Räumen oft viel länger arbeitete, als die andern im Gebäude anwesenden Betriebe, wurde tunlichst ignoriert. na ja…
Die Betonrahmenkonstruktion ist ideal für solche Projekte. Man kann Wände aufbauen und wieder runterholen, wie es gerade nötig ist.
Teilweise konnte die Geschichte der Veränderungen der verschiedenen Räume seit 1965 an den Schäden an der Decke abgelesen werden.
Mettler-Toledo hatte offenbar immer wieder einmal aufgestellte Wände runtergerissen und verschoben.
Abends um 17.00 Uhr hatten die Handwerker Feierabend.
Das Gebäude leerte sich, währen ich oft noch weiterarbeitete.
In der Liegenschaft wurde mein Arbeiten von den andern Eigentümern fortan w o h n e n genannt…!
Doch es waren meine textilen Arbeiten mit welchen ich ab 1997 mein Leben finanzierte.
Im 2001
half ich einem Stockwerkeigentümer seine Einheit an den bekannten deutschen Künstler Joachim Bandau und seine Frau Irmel Kamp Bandau zu verkaufen.
Das deutsche Künstlerpaar baute ihren Raum um und verbrachte fortan viel Zeit in Stäfa.
Sie nahmen hier auch Wohnsitz.
Zudem veränderte sich im selben Jahr die Nachbarschaft.
Die Wohnliegenschaft Grundstrasse 2 a–d mit 3 Gebäuden wurde erstellt.
Nun gab es 22 Wohnungen auf wenige Meter Distanz südlichen zu unserem Grundstück.
Im 2002
“Der Verein Kindertagesstätte Müüsliburg wird im Januar 2002 gegründet.
Der Trägerverein betreibt seit Anfang 2003 die Kindertagesstätte an der Bahnhofstrasse 52 in Stäfa.”
Zitat aus: muusliburg.ch
nota bene:
Diese Kindertagesstätte untergebracht in einer Liegenschaft, welche der politischen Gemeinde Stäfa gehört, war in der Industrie nicht zonenkonform.
Im 2003
entschied Mettler-Toledo sich definitiv und subito aus der Liegenschaft zu verabschieden.
So bot sich mir die Gelegenheit den Rest des zweiten Obergeschosses zu kaufen.
Plötzlich hatte ich zusätzliche 350 m! Eine ganze Etage von 650 m2!
Eine alleinstehende Frau, die nicht dem üblichen Lebensmodel entspricht. Das darf nicht sein!
Ein Miteigentümer wurde dreimal im Notariat vorstellig, denn er war der Meinung, dass der Verkauf der zusätzlichen Parkplätze, welche ich mit der zweiten Stockwerkeinheit erworben hätte, nicht rechtens war.
Er hatte Interesse an ebenjenen Parkplätzen.
“tough luck” sagen da die Anglophilen.
Als erstes baute ich mir im neuen Teil ein Schlafzimmer.
Seit 1997 schlief ich im grossen Raum, den ich für Arbeit und Leben ausgebaut und eingerichtet hatte.
Es hat schon seine Qualität, wenn nicht sämtliche Aktivitäten Tag und Nacht in ein und demselben Raum stattfinden.
gross, leer und wunderbar lichtdurchflutet war der Raum wo früher Weiterbildunsgseminare abgehalten wurden.
Das erste Obergeschoss wurde von Raffael Benazzi, Bildhauer, gekauft.
Er brachte seine grosse Skulpturensammlung nach Stäfa und baute für sich und seine Familie eine Wohnung.
In einer kleinen Werkstatt arbeitet der Künstler.
Im gleichen Jahr wurde das Gebäude Grundstrasse 4 westlich unseres Areals gebaut.
Es sind 18 Wohnungen mit Gewerberäumen im Erdgeschoss.
am 14. Dezember 2004
teilte mir der damalige Bausekretär mit, dass durch unsere damalige Liegenschaftsverwaltung Anzeige gegen mich erstattet worden war.
Offenbar gelangte ein Mitglied unseres STWEG Ausschusses an die damalige Verwaltung.
Weder das Ausschussmitglied noch die Verwaltung suchten vor der Anzeige mit mir das Gespräch auf in dieser Angelegenheit.
Die alte Mettlerfabrik steht wie eine Insel von wohnen umgeben da.
Im privaten Gestaltungsplan ist die Liegenschaft als Industrie eingestuft, während man den ganzen Komplex im 1993 Gewerbezentrum taufte.
Schon damals war klar, dass Industrie im wahren Sinne des Wortes hier im Zentrum von Stäfa nie mehr Platz haben würde.
Nach dem Erwerb der neuen Räume stellte sich für mich die Frage, was ich mit diesem Volumen machen wollte.
Leerstehende Gewerbe- und Büroräume gab (und gibt) es viele.
Ich begann ein Projekt mit diversen Atelierräumen zu verfolgen. Dazu suchte ich immer wieder das Gespräch mit dem damaligen Bausekretär.
Die Sache sollte regelkonform sein. Ich dachte an ein Artist in Residence Programm.
Das würde verschiedene meiner Interessen zusammenbringen.
Einerseits interessiert mich die Kunst, andererseits reise ich gerne und spreche diverse Sprachen und ausserdem suchte ich den Austausch mit Gleichgesinnten.
Es verstand sich von selbst, dass ich nicht in der Lage sein würde, ein solches Projekt zu finanzieren.
Das blieb seither die grosse Hürde: Sponsoren oder Trägerschaften zu finden erwies sich als unlösbares Problem.
im Juni 2006
starb meine Mutter.
Es kamen Verwandte aus dem Ausland zur Beerdigung. Sie logierten bei mir.
Da hatte ich die Idee, dass ich auch andere Menschen die Gelegeneheit geben könnte, bei mir zu logieren.
Unterkünfte für Touristen und andere zeitweilig in der Gegend anwesende Personen zeigten sich als Marktlücke.
Immer wieder wurde ich von Stäfnern gefragt, wer denn hier am Zürichsee die Ferien verbringen wolle!
Wenn man jedoch über die eigene Landesgrenze hinaus gereist ist, weiss man, in welch privilegierter Lage wir hier leben dürfen und zwar nicht nur während der Ferien, sondern im ganz normalen Alltag.
Keine Stromunterbrüche, wie in Kathmandu,
keine schlechte Luft, wie in Delhi,
immer fliessendes Wasser in bester Qualität.
Wir spühlen damit sogar unsere Toiletten und waschen unsere Autos mit Trinkwasser.
Wir haben ein intaktes Netz von öffentlichen Verkehrsmitteln, leben nahe bei der Stadt und sind unweit von den Bergen – und natürlich haben wir unseren Zürichsee.
Der damalige Gemeindepräsident und der damalige Bauvorstand kamen vorbei und begutachteten meine Initiative.
Die Behörden wussten um meine Nutzung und liessen mich grosszügig gewähren.
dann drehte der Wind im 2007
Mein Nachbar im ersten OG erstattete Anzeige auf dem Bauamt gegen meine Nutzung der Räumlichkeiten zur Beherbergung von zahlenden Touristen.
Ueber diese Anzeige wurde ich umgehend telefonisch in Kenntnis gesetzt, denn es war den Behörden auch bekannt, dass ebendieser Nachbar in der Liegenschaft wohnte ohne dafür eine Bewilligung zu haben…
Ein langer Rechtsstreit entbrannte in welchem ich auch von der damaligen Verwaltung, ohne dass diese je mit mir geredet hätte, wiederholt angezeigt wurde.
Paragraphen wurden zitiert.
Das wäre ja gut und recht gewesen, wenn ebendiese Paragraphen in der Liegenschaft für alle Bedeutung gehabt hätten…
Man sprach von Interessenkonflikten, welche nie wirklich belegt werden konnten, denn die Räume, in welchen ich damals Menschen beherbergte liegen präzis über den Schlafräumen meines Nachbarn.
Natürlich kann man sich immer hinter Paragraphen verstecken.
Doch dann muss man auch die Frage beantworten, weshalb die respektiven Paragraphen nur für das zweite Obergeschoss Geltung haben…
ebenfalls im 2007
wurde in unserer Liegenschaft die Shedhallte verkauft.
Neue Betriebe zogen ein.
Unter anderen entstand die Kinderkrippe Mogli.
Diese Nutzung wurde bewilligt, obwohl sie in der Industrie nicht zonenkonform war oder ist.
Der damalige Bausekretär erklärte mir, dass man Privaten nicht verbieten könne, was die Gemeinde selbst mache, auch wenn es nicht zonenkonform sei.
Er bezog sich bei dieser Aussage auf die Müüsliburg, welche im Hulfteggerareal im 2007 bereits seit 4 Jahren erfolgreich betrieben wurde.
Auf alle Details möchte ich hier nicht eingehen.
im 2009
kam es zu einer Zonenänderung im Hulfteggerareal.
Dort bestand mittlerweile bereits seit 6 Jahren ein nicht zonenkonformer Betrieb.
Offenbar wurde niemand gemahnt oder gar angezeigt, wie dies mir seit 2004 regelmässig widerfuhr – mit Gerichtsverfahren etc!
so einfach ging das!
Ein nicht zonenkonformer Betrieb wurde flugs regelkonform gemacht – mich plagten die Behörden weiterhin!
am 12. Februar 2015
nahm die damalige Bausekretärin, via eingeschriebene Briefe mit mir Kontakt auf.
Ich war wieder einmal angezeigt worden.
Man hatte bemerkt, dass ein Inder bei mir ein und aus ging. Er war seit 2012 zeitweilig bei mir.
Der Herr studierte jungsche Psychologie. Natürlich hatte der Herr ein gültiges Visum und war ordnungsgemäss auf der Einwohnerkontrolle angemeldet.
Offenbar wollte das Bauamt diese Situation unterbinden. Ich sollte alleine wohnen.
Meine Nachbarn im 1.OG sind zu dritt, die Nachbarn im andern Gebäude zu zweit – ordentlich verheiratet, so wie es sich gehört.
Die Bausekretärin wies in ihrem Schreiben deutlich darauf hin, dass ich ausser in meiner 5-Zimmerwohnung keinen Beherbergungsbetrieb führen dürfe.
Freunde, Verwandte und natürlich Volontäre, welche regelmässig bei mir waren, durften auch in den Atelierräumen schlafen.
Solange ich die Kosten übernahm war auch das ok. Mein Geld verdiente ich mit meinen textilen Accessoires.
Zu jener Zeit nahm ich auch Kontakt auf zu einer Gemeinderätin. Sie kam zu einem Gespräch vorbei.
Ausserdem bat ich um eine Besprechung mit der Bausekretärin und dem Bauvorstand. Dieses fand im Gemeindehaus statt.
Im 2014 hatte ich einige interne Umbauten gemacht und dafür keine Baueingabe eingereicht.
An sich war dies auch nicht zwingend nötig, aber eben…
Ich hatte einige Räume im Atelier abgetrennt und Holzgalerieböden eingebaut.
Also reichte ich die gewünschten Unterlagen ein.
Die Abnahme ging dann im Frühling 2015 über die Bühne.
Alles war regelkonform. Es gab nichts zu beanstanden.
Zu jener Zeit, im April 2015, bat einer meiner Bekannten und Parteikollege des Bauvorstandes diese, mit ihm zusammen meine Räumlichkeiten anzuschauen.
Mein Bekannter wollte vermitteln.
Der Bauvorstand sollte konkret und vor Ort sehen, worüber gesprochen wurde.
Anlässlich dieses Besuches, sagte der Bauvorstand der GLP, dass ich in meiner Wohnung soviele Leute unterbringen könne, wie ich wolle.
Mit dem Segen der Bausekretärin und des Bauvorstandes machte ich mich umgehend daran, eine Webseite erstellen zu lassen.
Ich schrieb mich bei Rapperswil-Zürichsee Tourismus ein, erhob City Tax, meldete die Gäste online bei der Hotelkontrolle der Kapo und stellte mein Angebot auf e-Domizil und Airbnb.
Die Aetlierräume bot ich während eines Jahres auf Homegate als Gewerberäume an.
Wegen zu tiefer Nachfrage, verzichtete ich dann jedoch auf diese Ausgaben.
am 18. Januar 2016
kontaktierte ich schriftlich den Gemeindepräsidenten und bat um ein Gespräch.
Es war nicht das erste Mal, dass ich das Gespräch mit den Behörden suchte.
Das Resultat war jedes mal mager, eine Art vegetarisch: kein Fleisch, kein Knochen.
am 26. Januar 2016
kam die Antwort.
Es war eine Zusammenarbeit des Triumvirates Gemeindepräsident, Bauvorstand, Gemeindeschreiber.
“Das Wording an sich können wir abstimmen. Es wird aber kurz sein:”
Im September 2017
war ich in London, wo ich Impacthubs besuchte.
Ich hoffte weiterhin auf eine passende Nutzungsidee.
Ich verfolgte die Villageoffice Initiative und ähnliche Projekte der Shared Economy.
im April 2018
überarbeitete ich endlich mein Inserat auf Airbnb.
Da stellte ich fest, dass mittlerweile Dutzende Angebote von Stäfa auf dieser Plattform aufgeführt waren.
Und siehe da!
Ebenfalls in der Industriezone, in der ehemaligen Seidenweberei Appenzeller, war ein Superhost.
Ein wirklich tolles, professionell gemachtes Angebot. Schön! Ich wunderte mich.
Seit 2016, wie ich von den Reviews lernen konnte, wird in der Industriezone, nur wenige hundert Meter Luftlinie von mir entfernt, ein BnB betrieben.
Das fand ich interessant.
Ich wollte mehr wissen.
Falls da tatsächlich eine Baubewilligung vorliegen würde hätte dies möglicherweise positive Auswirkungen auf meine Atelierräume.
Die Cozy Loft ist nämlich analog zu meinen Atelierräumen ein Gewerberaum.
Natürlich dachte ich: … wenn die das dürfen, darf ich auch!
Doch wer sagte denn, dass dort eine Bewilligung vorlag?
Dank Kontakten zu einem Bauamt im Kanton Zürich, machte ich mich schlau.
Ich wurde sofort gewarnt, dass es eine schlechte Idee wäre, einfach anzunehmen, dass andere eine baurechtlich bewilligte Situation hätten für etwas, was mir verboten war.
Also kontaktierte ich zuerst das Büro von Känel und Partner, welche die Zonenpläne der Gemeinde Stäfa ausgearbeitet hatten.
Dort wurde ich gebeten, mich direkt an unser Bauamt zu wenden.
Das tat ich wohl oder übel, denn ich wollte ja den Leuten an der Webereistrasse 3 nicht das Geschäft vermiesen.
am 27. April 2018 wurde in neues Kapitel eröffnet!
Unser Bauvorstand Andreas Utz, GLP gab auf meine Mailanfrage keine Antwort.
am 4. Mai 2018
nahm die neue Bausekretärin mit mir Kontakt auf. Sie bedankte sich für den Hinweis, welchem sie nachgehen würde.
Für den Rest hätte ich kein Recht auf mehr Auskunft!
am 8. Mai 2018
Nochmals bat ich um Auskunft.
Einerseits fragte ich ja nicht nach dem Baurechtsentscheid der andern Liegenschaft, sondern ob sich in den letzten Jahren in der Bewilligungspraxis etwas geändert hatte.
Andererseits hatte ich vom Transparenzgebot her offenbar auch ein Recht auf klare Auskunft.
Die Bausekretärin bot ein Gespräch an.
Da verschiedene Fragen zu Nutzungen in unserer Liegenschaft bestanden, welche nicht nur mein Eigentum betrafen, nahm unser Liegenschaftsverwalter das Angebot an.
Ein Protokoll des Gespräches liegt nicht vor.
am 4. Juni 2018
schrieb die Bausekretärin in einem Mail an unseren Verwalter, dass die einzige baurechtlich bewilligte Wohnung Frau Henggeler gehört.
Das war eine sehr interessante Information, die aufhorchen liess.
Am 11. Juli 2018
um 12.30 Uhr bekam ich überraschend Besuch!
Ich war gerade mit Vorbereitungen für einen Geschäftsausflug beschäftigt. Der Besuch eines Museumsshop in Oesterreich mit welchem ich bereits in Kontakt war stand an.
Herr Sebenji, der Baupolizist von OLIG und die Dorfpolizisten Wenk und Gehrig baten um Einlass.
Sie wollten meine Räume inspizieren und sehen, wie ich diese nutzen würde.
Ein Nachbar hätte die Behörden darauf aufmerksam gemacht, dass bei mir Fremde ein- und ausgingen.
So zeigte ich den Herrschaften die Räume, welche sie sehen wollten.
Dabei wies der Polizist im Laufe des Gespräches darauf hin, dass er und seine Kollegin nur als Zeugen anwesend wären.
Interessanterweise deuteten jedoch ihre Kommentare darauf hin, dass sie gegen mich voreingenommen waren.
Zeugen möglicherweise, doch offenbar nicht für beide Parteien.
Natürlich bestätigte ich, dass ich Gäste in Teilen meiner Wohnung beherberge. Das war mir ja auch erlaubt.
Zudem hatte ich im Mail an Bauvorstand Utz darauf hingewiesen.
Ich würde mit der Miete eine Nebeneinkunft erzielen, kommentierte Polizistin Gehrig!
Auf den Hinweis, dass ich auf die Einnahmen auch Steuern bezahlen würde, meinte sie, dass dies hier nicht interessiere!
Ich wies darauf hin, dass der Bauvorstand im 2015 höchstpersönlich bei mir war und bestätigte, dass ich in meiner Wohnung so viele Leute unterbringen könne, wie ich wolle.
Ob ich dies schriftlich vorliegen hätte, wurde ich gefragt.
Na ja, da musste ich erst in den Unterlagen suchen…
Nachdem der Besuch zwei meiner Schlafzimmer gesehen hatten, war genug kontrolliert.
Die Beamten verabschiedeten sich.
Der Spuk war vorbei!
am 13. Juli 2018
schrieb der Baupolizist an die Bausekretärin.
Das Schreiben bekam ich jedoch erst mit dem Protokoll des Gemeinderates vom 30.Oktober 2018
Der Sommer nahm seinen Lauf.
Bei mir kamen und gingen die Gäste.
am 2. November 2018
bekam ich eingeschriebene Post vom GEMEINDERAT.
Eigenartigerweise befasste sich hier der Stäfner Gemeinderat mit Baufragen.
Einzig Gemeinderat Portmann trat in den Ausstand. Das ist auf dem Deckblatt des Protokolls zu lesen.
Ich musste wieder einen Anwalt anstellen.
Wir stellten fest, dass Baupolizist Sebenji am 13.7.18 einen etwas speziellen Bericht abgeliefert hatte.
Atelier, Wohnung – die Begriffe waren durcheinander geraten.
am 13. November 2018
nahm mein Anwalt Stellung.
Es wurde mir vorgeworfen, dass ich meine Atelierräume an zahlende Touristen vermiete.
Doch ebendies machte ich nicht!
Ich hatte beim Bauvorstand nachgefragt, aber auf Grund der für mich unsicheren Lage verzichtet die sehr schönen Räume öffentlich anzupreisen.
So haben wir nun zwei Industriezonen, welche beide dicht von Wohnbauten umgeben sind.
Einerseits is da die alte Mettlerfabrik, in welcher ich bin. Diese liegt gleich an die Kernzone angrenzend.
Von industrieller Produktion ist in der Liegenschaft weit und breit nichts zu sehen.
Es gibt Kleingewerbe, Handwerker, Dienstleistungsbetriebe.
Andererseits liegt einige hundert Meter südöstlich die ehemalige Seidenweberei Appenzeller mit mehreren Gebäudekomplexen.
Auch hier wird in den alten Gemäuern nicht industriell produziert.
Das war einmal!
Teil des Ensembles ist auch eine alte Villa.
Interessanterweise ist diese im Zonenplan nicht als Wohnhaus ausgeschieden, sondern gehört zur Industrie!
man wundert sich…
Sie dient nicht als Betriebsleiterwohnung, denn die Bewohner haben auf dem Areal keine eigenen Betriebe.
Weder das BnB Cozy Loft, noch das Gästezimmer im Wohnhaus entsprechen dem § 56 des PBG als Mannschaftsunterkünfte für temporär anwesende Betriebsangehörige!
Eine offensichtliche Ungleichheit besteht in diesen zwei Industriezonen.
Der Umgang der Behörden mit den Betreibern der BnB scheint ebenfalls unterschiedlicher nicht sein zu können!
am 16.11.2018
liess ich einen Brief auf der Gemeindeverwaltung mit der Bitte, man möge mir die Fr 250.00 Gebühren erlassen, dass der Beschluss offensichtliche Fehler hatte.
Eine Antwort blieb aus.
In der Antwort auf das Schreiben des Anwaltes, warf uns der Gemeindeschreiber, der nun in diesem eine Baufrage betreffenden Falle federführend war, vor, dass wir wahrheitswidrige Behauptungen aufgestellt hätten.
am 28. November 2018
kommt wieder ein Schreiben aus der Feder des Gemeindeschreibers.
am 6. Dezember 2018
antwortet mein Anwalt auf das Schreiben des Gemeindeschreibers vom 28. November 2018.
Wir entscheiden auf eine Einsprache gegen den “Beschluss” zu verzichten. Der Inhalt des Beschlusses weisst auf etwas hin, was ich gar nicht mache.
Basta
Eine Antwort auf dieses Schreiben blieb aus.
am 8.12.2018
durfte ich ein R-Schreiben der Gemeinde auf der Post abholen.
Datiert mit 6.12.18 ging die Post ab.
Ich erhielt eine letzte Mahnung für die am 2.12.18 fällige Rechnung.
Ich bekam also 3 Tage nach der Fälligkeit der Rechnung eine LETZTE MAHNUNG PER EINSCHREIBEN.
Dazu wollte ich mehr wissen.
Ich wollte der Person, die mir ein solches Schreiben ins Haus schickt in die Augen schauen.
am 12. Dezember 2018
Also ging ich aufs Bauamt.
Dort gewährte mir die Bausekretärin eine kurze Audienz.
Sie fragte mich, was mich an diesem Schreiben störe. Ob es NUR der Text sei?
Ja, genau, NUR dieser Text störte mich!
Sie versprach sich der Sache anzunehmen.
Auf meine Frage, wo man sich bezüglich der Gebühren schlau machen könne, verwies sie auf die homepage der Gemeinde Stäfa – da findet man alles und erst noch mehr.
Ein absolut wertvoller Tip!
Gemäss Gebührentarif der politischen Gemeinde Stäfa vom 1.September 2017 kann man folgende Information finden.
Es wird festgehalten, dass die 1. Mahnung gratis ist. Die 2. Mahnung wird mit 20 Franken verrechnet.
Es ist alles sauber aufgelistet.
Da wundert man sich, ob der Verwaltungsangestellte, der diese LETZTE MAHNUNG erliess keinen Zugang zu solch wichtiger Information hat!
Innert Kürze meldete sich auch der Gemeindeschreiber und nicht die zuständige Person der Finanzabteilung, wie dies die Bausekretärin in Aussicht gestellt hatte.
Gemäss Gemeindeschreiber war das Vorgehen des Fachbereiches Finanzen richtig!
Das “Wording”, wie es die Herren Gemeindepräsident und Gemeindeschreiber in früherer Korrespondenz untereinander ausdrückten, wirkt etwas befremdlich…
“Der verwendete Text…”
Der Eindruck entsteht, dass es sich hier um eine Art Rezept handelt:
man nehme Texte und setze diese zusammen – deren Inhalt und Bedeutung muss man wahrscheinlich nicht verstehen.
Es passt dann halt nicht immer…
Immerhin hat man eine Entschuldigung in petto.
Langsam wurde mir das alles zu viel.
Ich wandte mich an einen Journalisten und überliess ihm sämtliche relevanten Informationen.
am 15. Dezember 2018
war ich am Christkindlimärt Rapperswil am Curtiplatz in einem weihnächtlich dekorierten Häuschen.
Während dreier Tage verkaufte ich meine textilen Accessoires.
Die Zusammenarbeit mit Rapperswil-Zürichsee Tourismus ist nicht nur in Sachen Unterkünften, sondern auch an dieser Veranstaltung hervorragend.
Derweil sandte der Journalist dem Gemeindepräsidenten und dem Gemeindeschreiber eine Medienanfrage.
Er stellte einige Fragen, die, wie dies üblich ist, innert Frist zu beantworten waren.
am 17. Dezember 2018
nahm die Bausekretärin mit der Besitzerin der Cozy Loft Kontakt auf und bat darum, eine Eingabe zur Nutzungsänderung einzureichen.
7.5 Monate waren vergangen, seit ich den Bauvorstand angefragt hatte, ob es eine Aenderung in der Bewilligungspraxis für Nutzungen in der Industrie gegeben hätte.
Eine Dreierdelegation mit Polizisten und Baupolizist besuchten mich im Juli und Anfang November flatterte mir der Beschluss des Gemeinderates ins Haus.
Es dauerte fast so lange, wie eine Schwangerschaft, bis die Behörden beim andern BnB in der Industrie in Stäfa aktiv wurden.
Während oft räsoniert wird, dass die vielen BnB dem Wohnungsmarkt günstige Wohnungen entziehen, kann man dieses Argument in der Industrie fürwahr nicht bringen.
Alle meine Räume sind vorzüglich geeignet für Parahotellerie, während die Situation, wie sie jetzt ist, für permanentes Wohnen eher nicht geeignet ist.
am 20. Dezember 2018 um 16.20 Uhr
schrieb ich an den Gemeindeschreiber
die Antwort vom 20. Dezmber 2018 um 16.40 Uhr
weiter am 20. Dezember 2018 um 19.19 Uhr
und am 21. Dezember 2018 um 05.57 Uhr
am 20. Dezember 2018 um 10.14 Uhr
am 20. Dezember 2018 um 12.45 Uhr
verzeichnen wir ein vorläufiges Ende der Korrespondenz mit dem Gemeindeschreiber im 2018
31. Dezember 2018
Was Elizabeth Warren den USA wünscht, wünsche ich mir im kleinen auch in der Gemeinde, in welcher ich lebe.
nochmals zur Erinnerung:
every cloud has a silver lining
meine besten Wünsche für 2019