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1.4 Welche Medikamente erhalte ich?
Ziel der Behandlung Ihrer Herzinsuffizienz ist es, Ihre Beschwerden zu mindern, das Fortschreiten der Erkrankung zu bremsen und Ihnen ein längeres Leben mit möglichst guter Lebensqualität zu ermöglichen. Eine gute Behandlung verringert darüber hinaus das Risiko einer plötzlichen Verschlechterung der Erkrankung, die oft lebensbedrohlich ist und meist eine Spitaleinweisung nötig macht.
Zur Behandlung der Herzinsuffizienz werden Medikamente eingesetzt. Welches Medikament zum Einsatz kommt, hängt von Ihren Beschwerden und der Schwere Ihrer Herzinsuffizienz ab. Meistens werden verschiedene Medikamente kombiniert, zu Beginn oft in niedriger Dosis. Wenn Sie die Medikamente gut vertragen, wird die Dosis langsam gesteigert. Ganz wichtig dabei ist, dass Sie all Ihre Medikamente genau nach Vorschrift Ihres Arztes nehmen.
Die häufigsten Medikamentengruppen bei einer Herzinsuffizienz sind folgende:
- ACE-Hemmer oder ARB vermindern die Bildung von Hormonen, welche die Gefässe engstellen können. Dadurch weiten sich die Blutgefässe und der Blutdruck sinkt. Dies entlastet das Herz. Diese Medikamente werden zu Beginn in einer kleinen Dosis verabreicht, die langsam erhöht wird.
- Betablocker schützen das Herz vor den ungünstigen Auswirkungen von Stresshormonen. Dadurch sinkt der Blutdruck und das Herz schlägt langsamer. Gelegentlich können diese Medikamente zu Beginn der Behandlung müde machen. Dies geht jedoch in der Regel vorbei.
- Aldosteron-Antagonisten vermindern die ungünstige Wirkung des Aldosterons – eines Hormons, das für die Einlagerung von Wasser im Körper mitverantwortlich ist. Darüber hinaus bewirkt dieses Hormon, dass das Herz steifer wird, was jedoch langfristig für das schwache Herz von Nachteil ist. Daher schützen diese Medikamente den Herzmuskel vor diesen unerwünschten Wirkungen.
- Diuretika (Wassertabletten) sind wassertreibende Mittel. Sie helfen dem Körper, überflüssiges Wasser und Salz auszuscheiden. Die Wasseransammlungen in der Lunge und in den Beinen gehen zurück. Oft verlieren Sie an Gewicht und können wieder besser atmen. Das Herz arbeitet leichter. Die Wirkung der Diuretika spüren Sie auch daran, dass Sie häufiger auf die Toilette müssen.
- ARNI (Angiotensin-II-Rezeptor-Blocker (ARB) kombiniert mit Neprilysin Inhibitor) werden anstelle von ACE-Hemmern oder eines ARB verabreicht. Sie entlasten das Herz, indem sie die Gefässe erweitern und überflüssiges Salz und Wasser besser aus dem Körper ausscheiden.
Weitere Medikamente, die der Arzt oder die Ärztin bei einer Herzinsuffizienz verschreiben kann, sind:
- Ivabradin, das die Herzfrequenz verlangsamt und eingesetzt werden kann, wenn der Betablocker nicht stark genug wirkt.
- Eisen-Behandlung mitteles einer Injektion in die Vene, sollte ein Eisenmangel festgestellt werden.
- Digoxin, das in einzelnen Fällen zum Einsatz kommt, wenn sich die Herzinsuffizienz-Symptome trotz aller Medikamente nicht ausreichend bessern.