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Herzschwäche
Das Zentrum für Herzinsuffizienz umfasst die invasive – und nicht invasive Herzinsuffizienztherapie im stationären als auch im ambulanten Bereich.
Die Herzinsuffizienz ist eine der häufigsten Ursachen für Mortalität, Morbidität und Hospitalisationen von kardiovaskulären Patientinnen und Patienten. Die Ursachen sind vielfältig und beinhalten neben spezifischen Kardiomyopathien (dilatativ, restriktiv, arrhythmogen, hypertroph) vor allem sekundäre Auswirkungen der koronaren Herzerkrankung, der arteriellen Hypertonie, der diabetischen Kardiomyopathie, von Herzklappenerkrankungen, sowie infiltrativer Erkrankungen wie Myokarditiden, der Amyloidose oder Spätauswirkungen von kardiotoxischen Medikamenten, welche z.B. im Rahmen von Tumorleiden appliziert werden. Die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten sind breit und reichen von der medikamentösen Therapie über minimalinvasive Eingriffe bis zu chirurgischen Herzeingriffen, einschliesslich temporärer und permanenter ventrikulärer Unterstützungs-Devices („Herzpumpen“) und Herztransplantation.
Herzinsuffizienz-Patientinnen/-en leiden üblicherweise unter Leistungsunvermögen, Atemnot (auch nachts), Unvermögen flach zu liegen, Wassereinlagerungen und Gewichtszunahme.
Herzinsuffizienz (CHF)
Unter einer Herzinsuffizienz versteht man eine eingeschränkte körperliche Belastbarkeit aufgrund einer nachweisbaren Funktionsstörung des Herzens (WHO-Definition). Es besteht ein Missverhältnis zwischen der Leistungsfähigkeit des Herzens und dem Stoffwechselbedarf der verschiedenen Organe in Ruhe und bei körperlicher Anstrengung. Dieser Zustand ist üblicherweise chronisch (chronic heart failure = CHF) und kann sich mit rezidivierenden Dekompensation manifestieren.
Herztransplantation (HTx)
Herztransplantation bedeutet die Verpflanzung des gesunden Herzens eines Spenders in einen herzkranken (herzinsuffizienten) Patienten. Eine HTx wird erwogen, wenn konservative Herzinsuffizienz-Therapien (Medikamente, konventionelle Herzoperationen oder invasive Verfahren) nicht mehr einsetzbar sind bzw. nicht mehr ausreichen.
Mechanische Kreislaufunterstützung (Herzpumpen, VAD, „Kunstherzen“)
Man unterscheidet zwischen temporären mechanischer Kreislaufunterstützung (axiale Flusspumpe (z.B. Impella) oder ECMO) und permanenter Kreislaufunterstützung (Ventricular assist device – VAD – «Kunstherz»). Temporäre Kreislaufunterstützung werden bei einer akuten kardialen Dekompensation eingesetzt. Sie dienen als Ueberbrückung bis zur Erholung des Herzens oder bis zur chirurgischen Implantation eines VADs. Grundsätzlich hilft die mechanische Kreislaufunterstützung dem Herzen des Patienten, Blut in den Körper zu pumpen wenn die Funktion vermindernd ist. Bei der temporären axialen Flusspumpe und den VADs fließt das Blut von der linken Herzkammer durch die Pumpe und liefert es an die Aorta weiter. Mechanische Unterstützung für das rechte Herzen können auch eingesetzt werden (vPA-ECMO, Rechstherz-Impella, RVAD, BiVAD).
Chirurgisch implantierte VADs können als längerfristige Herzunterstützung bis zu einer Herztransplantation oder als definitiv Therapie (destination therapy) zur Anwendung kommen. Der Typ von ausgewähltem VAD wird von den individuellen Bedürfnissen jedes Patienten und medizinischer Bedingung abhängen. Im Allgemeinen besteht das Gerät aus einer Pumpe-Einheit, ein Regelsystem und eine Energieversorgung.
Pulmonale Hypertonie (PHT)
Die pulmonale Hypertonie (Definition: www.saph.ch) wird am Inselspital interdisziplinär betreut. Patienten mit PHT (primäre oder sekundäre Form) können dem Bereich CHF/HTx, der Klinik und Poliklinik für Kardiologie, zugewiesen werden.
Diagnostik und Therapie im CHF/HTx-Ambulatorium
Patientinnen und Patienten erwartet eine genaue Standortbestimmung mit Erfragung der Krankengeschichte, klinischer Untersuchung und Zusatzuntersuchungen (EKG, 24-St.-EKG, Thorax-Röntgenbild, Echokardiographie, invasive Diagnostik (Herzkatheter)) sowie Bestimmung der Leistungsfähigkeit (Spiroergometrie). Es erfolgt eine genaue Instruktion der Medikamenten-Liste und Verhaltensempfehlungen bezüglich Ernährung, Gewichtskontrolle und Dekompensations-Warnzeichen (Beratung durch die CHF/HTx-Pflegefachfrauen). Eine psychologische Betreuung ist durch die miteingebundene Kardiopsychologie gewährleistet. Rehabilitation und Physiotherapie werden zusammen mit der ambulanten & präventiven Kardiologie ermöglicht.