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Die 3R-Prinzipien (Replacement, Reduction, Refinement) wurden erstmals im Jahr 1959 von William Russel und Rex Burch beschrieben. Sie gelten heute als die Leitprinzipien für beispielhafte Verfahrensweisen bei der tierexperimentellen Forschung. Sie sind in das schweizerische und internationale Recht eingebettet.
Die EPFL verpflichtet sich zur Einhaltung der Prinzipien und Weiterentwicklung der 3R-Prinzipien in Forschung, Innovation und Ausbildung. Die EPFL ist ferner ein Gründungsmitglied des Kompetenzzentrums 3R Schweiz (3RCC).
Beschreibt Methoden und Ansätze, die es erlauben, einen bestimmten Zweck zu erreichen, ohne dass Tiere verwendet werden. Beim vollständigen Ersatz wird die Nutzung von Tieren jeglicher Art und auch Produkten tierischen Ursprungs ersetzt. Beim teilweisen Ersatz wird der Einsatz von lebenden Tierarten vermieden, die als leidensfähig gelten.
Beispiel:
An der EPFL erkunden wir neue Modelle für die in-vitro-Forschung. So entwickelt beispielsweise die Gruppe um Professor Lütolf Methoden zur Lenkung von Stammzellen, damit diese von selbst zu Gewebestrukturen heranwachsen, die Miniaturorganen ähneln, so genannten Organoiden. Neben dem wissenschaftlichen Interesse zu verstehen, wie Zellen miteinander interagieren, eröffnet dieses Forschungsprojekt vielversprechende Potenziale im Hinblick auf die Entwicklung von in-vitro-Methoden zum Testen von Arzneimitteln anhand von Organoiden anstelle von Tierorganen oder gar ganzen Tieren.
Bezieht sich auf Methoden, die in wissenschaftlichen Verfahren einen vergleichbaren Informationsgewinn mit weniger Versuchstieren oder mehr Informationen mit der gleichen Anzahl an Versuchstieren liefern.
Beispiel:
In unseren Einrichtungen wird der Gesundheitszustand unserer Tiere fortlaufend überwacht. Bislang geschah dies durch die Untersuchung von sogenannten «Sentineltieren», die unter den gleichen Bedingungen wie die Versuchstiere gehalten wurden. Im Jahr 2017 wurde eine neue Methode implementiert, die die Entnahme von Luftproben in den Tierkäfigen vorsieht. Dank spezieller Luftfilter können Verunreinigungen (z. B. Bakterien und Viren) in den Tierkäfigen erkannt und entsprechende Massnahmen ergriffen werden. Durch diese Methode konnte die Anzahl der gehaltenen Sentineltiere erheblich reduziert werden.
Bezieht sich auf Massnahmen und Methoden, die potenzielles Leiden, Schmerzen und Stress der Versuchstiere minimieren und das Wohl der Tiere verbessern.
Beispiel:
In der Vergangenheit wurden Mäuse beim Handling am Schwanz ergriffen. In den letzten Jahren zeigten wissenschaftliche Experimente jedoch, dass der Stress, den Mäuse erleben, reduziert und die Qualität der Versuchsergebnisse verbessert werden können, wenn Mäuse dahingehend trainiert werden, dass sie zur Behandlung auf die Hand des Versuchsdurchführenden oder in eine kleine Röhre klettern. Die EPFL engagiert sich für sanfte Behandlungsweisen und schult ihre Tierpfleger/innen und Versuchsdurchführenden dahingehend, dass sie das Handling am Schwanz nach Möglichkeit vermeiden.