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Anmerkungen zu S+B - Kapitalerhöhung
Der Kapitalist hat recht. Diese Kapitalerhöhung war mitnichten für die Kleinaktionäre. Vielleicht war auch die Bezeichnung Kapitalerhöhung etwas irreführend. Man hätte diesen Vorgang wohl besser Mittelbeschaffung genannt. :?
Hier geistern allerdings zum Teil dubiose Thesen und Annahmen durchs Forum (Dirk), die ich nachfolgend richtigstellen möchte.
Die Kapitalgeber des Hybridkapitals waren nicht die Banken, sondern die Schmolz und Bickenbach Holding AG und die Gebuka AG, präsidiert und im VR vertreten durch Gerold Büttiker. Also gibts für die Banken auch nichts zu lavieren, jonglieren, zu deckeln, zu pushen oder wer weiss wie geartete Winkelzüge zu vollziehen, um Kohle zu machen! Ich nehme an, dass die Marketmaker und Händler von den S+B Managern beauftragt worden sind, den Kurs auf leicht über Fr. 10 zu halten, damit sich der Handel mit den Bezugsrechten (für die Grossaktionäre) lohnte.
Das Hybridkapital betrug 80 Mio. Euro, die in zwei Jahren aufgelaufenen (Wucher-) Zinsen 16,2 Mio. Euro. In CHF sind das 121'421'369. Dieser Betrag (+ ca 10 Mio. Kosten für die KE) musste jetzt über die Bezugsrechte durch Ausgabe neuer Aktien aufgenommen werden. Dazu aus der Broschüre "Information über die Kapitalerhöhung":
"Damit die Hybridforderung in jedem Fall vollständig getilgt werden kann, muss das Emissionsvolumen (=Anzahl neue Namenaktien multipliziert mit dem Bezugspreis) der KE mindestens dem Betrag der Hybridforderung, also CHF 121'421'369, entsprechen." Und weiter: "Der Verwaltungsrat wird den Hybridgläubigern dabei höchstens so viele Bezugsrechte und damit neu auszugebende Namenaktien zuweisen, wie diese durch Verrechnung liberieren können. Allfällige weitere, nicht ausgeübte Bezugsrechte, verfallen." Und zu der Bargeld-Abgeltung:" Weil das Emissionsvolumen der KE mindestens in der Höhe der Hybridforderung angesetzt wird, werde durch die ordentliche KE der Schmolz + Bickenbach AG genügend Mittel zufliessen, um diesen restlichen Teil der Hybridforderung mit den Mitteln aus der KE zurückzuzahlen." Bemerkung: Staaten drucken Banknoten, um an neues Geld zu kommen, Unternehmen drucken Aktien!
Verhalten der Hauptaktionäre: " Die Hauptaktionäre, d.h. die Schmolz+Bickenbach GmbH & Co KG und von dieser kontrollierte Gesellschaften, sowie die zu 100% von Dr. Gerold Büttiker gehaltene Gebuka AG haben mit der Gesellschaft eine Transaktionsvereinbarung abgeschossen, worin sie sich verpflichten, der KE an der ordentlichen GV zuzustimmen und für sämtliche ihnen im zweiten Schritt der ordentlichen KE vom VR zugewiesenen Bezugsrechte Aktien zu zeichnen und die entsprechenden Einlagen durch Verrechnung mit den ihnen gegen die S+B AG zustehenden Hybrid-Forderungen zu leisten." (phuuu... Schlangensatz!)
Also: Es ist quasi egal, ob wir Kleinaktionäre nun unsere paar Bezugsrechte ausgeübt haben oder nicht - das Hybridkapital ist trotzdem in Eigenkapital gewandelt worden. Wenn wir überhaupt in irgendeiner Form von dieser zweiten KE profitieren, dann in der, dass jetzt keine 15% Zinsen mehr gezahlt werden müssen und demzufolge mehr Geld (Gewinn für die Aktionäre) in der Haushaltskasse bleibt!
Trotzdem möchte ich annehmen, dass einige der nun mit Bergen von S+B Aktien Beglückten nicht lange warten werden, einen Teil davon wieder zu versilbern, was in nächster Zeit Druck auf das Papier ausüben dürfte. Es gibt nämlich keine Lockup-Periode! Na dann: Frohes Beobachten!
Gruss pennyfoxer