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Identifikation
|Signatur||KAE, 132|
|Titel||Stiftungen und Schenkungen|
|Datierung||1886-2008|
|Verzeichnungsstufe||Bestand|
|Umfang||Total: 4.65 Lfm, Akten: 4.65 Lfm|
Kontext
|Verwaltungsgeschichte||Die Schenkungen, Stiftungen und Darlehen wurden gesondert von den Finanzen des Klosterbetriebs verwaltet (die hier verzeichneten Materialien von P. Cyprian Moser, P. Konrad und schliesslich P. Siegfried Hotz). Das Kloster zog ausserdem einen externen Rechtsbeistand bei.|
DARLEHEN
Das Kloster Einsiedeln erhielt Darlehen von Privatpersonen, welche nicht (oder nur niedrig) zu verzinsen waren und nach dem Tod des Gläubigers meist als testamentarische Schenkungen in den Besitz des Klosters übergingen. Unterlagen zu diesen Darlehen (Korrespondenz, Bankauszüge etc.) wurden in einer eigenen Klasse dieses Namens in alphabetischer Ordnung nach dem Namen des Gläubigers verzeichnet.
TESTAMENTARISCHE SCHENKUNGEN
Die testamentarischen Schenkungen wurden in einer alphabetischen Ordnung nach dem Nachnamen des Erblassers verzeichnet. Ein Dossier beinhaltet jeweils zumindest die Vermächtnisanzeige, meist auch Korrespondenz (mit Behörden und Rechtsvertretern) und Gutschriftsanzeigen der Bank, manchmal zudem Gerichtsentscheide, Kopien der Testamente und anderes mehr. Die Angaben über die Erblasser im Titelfeld variieren, da sie nicht immer vollständig aus den Unterlagen zu ermitteln waren.
Die grösste dem Kloster testamentarisch geschenkte Summe stammt von Dr. Milada Hamernik. Die Erblasserin verstarb 1981 in Vaduz. In ihrem Testament verfügte sie über die Auszahlung von Legaten an Verwandte in der Tschechoslowakei. Als Erben des restlichen Vermögens setzte sie zu 2/3 das Kloster Einsiedeln ein, ein Drittel ging an die Universität Fribourg. 90% der Erbschaft des Klosters Einsiedeln sollte für die Unterstützung von durch Krankheit oder Invalidität Betroffene aufgewendet werden. Das Kloster trat das Erbe an und errichtete darauf ein Jahr nach dem Tod der Erblasserin die karitative zivilrechtliche Stiftung Caritas-Werk St. Meinrad.
STIFTUNGEN DES KLOSTERS EINSIEDELN
Alle unselbstständigen kirchlichen Stiftungen (nach Artikel 87 des Zivilgesetzbuches) unterstanden dem Abt, welcher die Fonds von einem Pater verwalten liess. Die Stiftungen arbeiteten üblicherweise nur mit den Zinsen, welche das (meist von extern gestiftete) Gründungskapital abwarf. Die Gelder der kirchlichen Stiftungen mussten nicht versteuert werden. Leider besteht in den meisten Fällen Unklarheit darüber, wie lange eine Stiftung bestand und wer diese betreute. Zu den einzelnen Stiftungen können nur diejenigen Angaben gemacht werden, welche aus den Archivdokumenten ersichtlich sind.
Eine beständige kirchliche Stiftung, welche nicht auf externen Gelder gründete, war der Klosterfonds. Ausserdem existierten zwei "Wohlfahrtsfonds", der eine zur finanziellen Unterstützung von Klosterangestellten. Für die theologische Ausbildung von Einsiedler Patres waren die Stiftungen Bärlocher, Diethelm, Rampa und Widmer vorgesehen.
In der Verwaltung wurden unter den Stiftungen folgende Depots aufgeführt:
- Stiftung AVE
- Bärlocherstiftung
- Bruder Meinrad Eugster Stiftung
- Caritas-Werk St. Meinrad
- Diethelm-Stiftung
- Einigungswerk Stift Einsiedeln
- Johannes-Stiftung
- Stiftung Kirchenpforte
- Klosterfonds
- Stiftung Kreuzweg
- Stiftung Los Toldos
- Oblatenverein
- Papstbesuch
- Rampa-Stiftung
- Stiftung Los Toldos
- Widmer-Stiftung
- Wohlfahrtsfonds I und II
- St. Wolfgang-Stiftung
STIFTUNG AVE
Die Stiftung AVE, gegründet im am 1960-06-29, vermittelte als gemeinnützige Institution finanzielle Beihilfen zur Schaffung und Vermittlung von Wohnräumen für Bedürftige. Der erste Stiftungsrat setzte sich zusammen aus Präsidentin Elisabeth Bersinger (St. Gallen), Anna Aelpli-Kümin (Gossau SG), Karl Staub. Der Bezirksrat Einsiedeln hatte die Aufsicht über die Stiftung inne; diese legte dem Bezirksrat jährlich die Jahresrechnung vor. An der Ilgenweidstrasse 1 in Einsiedeln erwarb die Stiftung am 1964-09-24 das "Haus zum kleinen Widder" und betrieb darin nach einem Umbau ein Ferienhaus "für Oblaten und kinderreiche Familien in der Absicht, solchen Ferien dort zu ermöglichen, die es sich sonst nicht leisten können, Ferien in Einsiedeln zu machen".
STIFTUNG BÄRLOCHER
Paul Bärlocher, Pfarrer in Untereggen SG, errichtete am 1933-07-07 die Stiftung zur Unterstützung "bedürftiger, würdiger Zöglinge der Stiftsschule Einsiedeln", besonders solcher, welche "ihren Lehrern und Erziehern Freude bereiten". Der Abt entschied über die "Bedürftigkeit und Würde der Bewerber".
STIFTUNG BRUDER MEINRAD EUGSTER
Zweck der Stiftung war die Finanzierung des Seligsprechungsprozesses. Darüber hinaus wurden die finanziellen Mittel "im Sinne Bruder Meinrads" für gute Werke oder kirchliche Bedürfnisse eingesetzt.
CARITAS-WERK ST. MEINRAD
Zweck des Caritas-Werks ist die Anregung, Förderung und Ausübung karitativer Tätigkeit. Die Stiftung dient besonders der Verwaltung und Verteilung von Vermögenswerten, die dem Kloster mit karitativen Zweckauflagen übergeben werden. Hierzu zählt in besonderem Sinne der "Milada Hamernik Fonds", welcher aus der testamentarischen Schenkung Hamernik gebildet wurde und den Grundstein für das Caritas-Werk St. Meinrad bildete (s. oben). Die der Stiftung zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel sollten insbesondere dort eingesetzt werden, wo Härtefälle vorlagen oder allgemeine Lücken in der karitativen Tätigkeit auszugleichen waren.
Organe der Stiftung waren der Stiftungsrat und die Kontrollstelle. Der Stiftungsrat setzte sich aus dem Präsidenten (Abt) und vier weiteren Mitgliedern (vom Abt bestimmte Konventualen) zusammen. Zum Zeitpunkt der Gründung waren dies neben Abt Georg Holzherr der Dekan, der Statthalter, der Finanzverwalter und der Cellerar. Der Stiftungsrat ernannte Revisoren für die Überprüfung der Geschäftsführung und Rechnung (Kontrollstelle).
Am 1983-05-11 wurde zwischen der Stiftung Caritas-Werk St. Meinrad und der Caritas Schweiz eine interne Vereinbarung geschlossen, da dem Kloster Einsiedeln die Infrastruktur für die eigenständige Durchführung karitativer Projekte fehlte. Das Caritas-Werk St. Meinrad unterstützte in der Folge Projekte der Caritas Schweiz im Fachbereich "Kranke und sterbende Mitmenschen" und beteiligte sich in der dortigen Beratungskommission. Daneben wurden schweizerische Hilfswerke und Hilfsgesuche von Privaten (in Form von Darlehen) sowie die karitative Hilfe ans Ausland (bevorzugt von benediktinischen Institutionen) bedacht.
DIETHELM-STIFTUNG
Pfarrer Albert Diethelm richtete am 1913-10-25 eine Stiftung "zu Gunsten armer und talentirter catholischer Studenten, die sich dem priesterlichen Berufe als Weltpriester widmen wollen" und eine Ausbildung in Einsiedeln, im Priesterseminar Chur oder an der Universität Freiburg anstrebten.
EINIGUNGSWERK STIFT EINSIEDELN
Die kirchliche Stiftung "Einigungswerk" wurde "zum Zwecke der Finanzierung der Bestrebungen für die Wiedervereinigung im Glauben in der Schweiz" errichtet. Der unabhängige Fonds spies sich aus freiwilligen Gaben und dem Reingewinn des Drucksachenverkaufs in der Stiftskirche Einsiedeln und der Klosterkirche Fahr. Die Stiftung war vermutlich die Kasse des Einsiedler Gebetsbundes.
JOHANNES-STIFTUNG
Das Kloster Einsiedeln verwaltete in dieser Stiftung Werttitel im Auftrag des Benediktusvereins Grüssau (Bad Wimpfen, Deutschland), einem aus Schlesien vertriebenen Kloster, welches am Neckar einen neuen Standort fand. Einsiedeln sendete der Benediktinerabtei Grüssau jeweils jährliche
Rechenschaftsberichte.
STIFTUNG EINSIEDLER KREUZWEG
Diese Stiftung diente vermutlich dem Zweck der Renovation der Einsiedler Kreuzweg-Anlage.
STIFTUNG LOS TOLDOS
Abt Georg Holzherr errichtete 1976-05-01 die Stiftung aus den Spenden, welche für Los Toldos gesammelt worden waren. Die Stiftung diente dem Zweck, "seelsorgerische Bedürfnisse" des Klosters S. Maria in Los Toldos zu decken und diente der Förderung der "sozialen, karitativen, volksbildenden und kulturellen Tätigkeit und gemeinnütziger Werke sowie solcher für Kultus und Unterricht".
STIFTUNG RAMPA
Die Stiftung, angelegt am 1886-10-21 auf einer testamentarischen Schenkung von Franz Constantin Rampa (Puschlav) verfolgte den Zweck, Stiftsschüler, welche einen geistlichen Beruf zu ergreifen beabsichtigten, mit einem Stipendium zu unterstützen. Katholischen Studenten aus dem Poschiavo, von Brusio oder allgemein aus dem Kanton Graubünden gebührte dabei der Vorzug.
STIFTUNG ST. WENDELIN
Zweck der Stiftung war "der Verlag, die Herstellung, der Kauf und Vertrieb von Zeitschriften, Büchern und Broschüren religiösen und gemeinnützigen Inhalts". Die Stiftung verfolgte dabei keine Gewinnabsicht. Gegründet wurde sie am 1969-03-20 (Datum der Statuten) mit Sitz im Kloster Einsiedeln. Der Stiftungsrat bestand aus "mindestens einem" vom Abt ernannten Mitglied, welches die Stiftung nach aussen zu vertreten und die Unterschriftsberechtigung inne hatte. Das Reglement wurde ebenfalls vom Abt erlassen, der berechtigt war, die Stiftungstätigkeit anzupassen oder die Stiftung aufzulösen. Dies geschah durch einen Beschluss von Abt Georg Holzherr vom 1998-04-18. Das Vermögen der Stiftung wurde daraufhin für die Renovation der Stiftsbibliothek verwendet.
STIFTUNG WIDMER
Die Stiftung wurde am 1944-12-31 von Marie Widmer-Rohner (Posthalter, Schneisigen AG) errichtet und bezweckte die Unterstützung bedürftiger und "würdiger" Zöglinge des Gymnasiums und der theologischen Hauslehranstalt des Klosters, welche die Absicht hatten, ins Kloster einzutreten oder Priester zu werden.
STIFTUNG WIDMER II
Der Stifter Josef Scherer-Waldmeyer (Killwangen) verfügte, dass Einsiedler Studenten unterstützt werden sollten, welche bereit waren, später in der Schweiz als Priester zu wirken. Gründet am 1968-12-12.
STIFTUNG ST. WOLFGANG
Die Stiftung St. Wolfgang wurde von Erika Marianne Brachat (Freiburg im Breislau) am 1989-08-08 zur Unterstützung der Ausbildung von Theologen des Klosters Einsiedeln errichtet. Brachat übergab dem Kloster das Gründungskapital und richtete gleichzeitig in Erinnerung an P. Johannes Quasten einen nach diesem benannten Fonds ein. Diese Stiftung war im Klosterfonds angesiedelt.
|Erwerbsart||Ablieferung|
|Datum der Ablieferung||0000-00-00|
Inhalt und innere Ordnung
Zugangs- und Benutzungsbedingungen
|Zugangsbedingungen||Zugang teilweise gesperrt (Archivverordnung Art. 9.2 und/oder Art. 9.4)|
|Zugangsbestimmungen||Da sich die hier verzeichneten Unterlagen gesamthaft auf Privatpersonen beziehen, welche ihrer Verbundenheit mit dem Kloster durch eine monetäre Zuwendung Ausdruck verliehen, wurde die Personenschutzfrist von 100 Jahren vergeben; ausserdem sind die Dossiers aus Gründen des Datenschutzes für die Online-Recherche gesperrt.|
Sachverwandte Unterlagen
|Verwandte Verzeichnungseinheiten||- KAE, A.28/1254, Wohlfahrtsfonds I|
- Für den Klosterfonds s. Bestand Finanzverwaltung, KAE 27
Anmerkungen
|Administration||Klasse||1950-2004||[ Inhalt ] [ Detail ]|
|Testamentarische Schenkungen||Klasse||1919-2008||[ Inhalt ] [ Detail ]|
|Darlehen und Spenden an das Kloster||Klasse||1951-2000||[ Inhalt ] [ Detail ]|
|Stiftungen||Klasse||1886-2007||[ Inhalt ] [ Detail ]|