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39 Jahre alt ist er mittlerweile, der Mohamadou Idrissou. Der Stürmer hat eine mehr als anständige Fussballer-Karriere hinter sich. Unter anderem kommt er auf 139 Spiele in der Bundesliga und 164 Partien in der 2. Bundesliga. Dazu lief er 39 Mal für die Nationalmannschaft von Kamerun auf und nahm an der WM 2010 teil.
Bekannt wurde Mo Idrissou aber vor allem durch einen Song von Freiburg-Fans. Der Stürmer verliess den SC Freiburg 2010 mit der Begründung: «Ich habe keine Lust mehr, mit Absteigern zu spielen. Ich spiele nächstes Jahr Champions League.»
Idrissou wechselte zu Borussia Mönchengladbach, doch die Saison bei den Fohlen wurde zur Katastrophe, als Tabellenletzter reiste Idrissou mit Gladbach zum Gastspiel bei Ex-Klub Freiburg. Neben der 0:3-Klatsche musste sich Idrissou zusätzlich noch von den Fans mit einem Song verhöhnen lassen.
Als Lucien Favre im Februar 2011 die Gladbacher übernahm, schafften diese sensationell über die Relegation doch noch den Klassenerhalt. Beim wegweisenden 1:0-Sieg gegen Meister Dortmund erzielte Mo Idrissou das entscheidende Tor. Ein Happy-End.
Doch die Geschichte um Idrissou geht weiter. Leider. Seine Karriere beginnt langsam zu stocken. Über Frankfurt führt sein Weg in die 2. Bundesliga zum 1. FC Kaiserslautern, wo er nochmals drei gute Jahre hat. Idrissou wechselt nach Israel zu Maccabi Haifa, wird nach kurzer Zeit aber entlassen. Er zieht weiter nach Mazedonien zu Shkendija. 2015 kehrt er zurück nach Deutschland, er unterschreibt beim damaligen Fünftligisten KFC Uerdingen.
Zu dieser Zeit sorgt Idrissou schon längst nur noch abseits des Platzes für Schlagzeilen. 2015 berichtete die neue Presse, dass Idrissou Unterhaltszahlungen an die Mütter seiner Kinder verweigerte. «Gleich zwei Mütter lassen das Gehalt des Kameruners bei seinem neuen Verein KFC Uerdingen pfänden», hiess es damals.
Immer wieder musste Idrissou wegen Streitereien um den Unterhalt für seine fünf Kinder vor Gericht. Kontakt hat er, wie er selbst sagt, nur zu seinem jüngsten Sohn. Zudem ist bei der Staatsanwaltschaft Dortmund ein Ermittlungsverfahren wegen Insolvenzverschleppung hängig. Es geht dabei um seine 2018 geschlossene Mode-Boutique «Royal Lion LLvip».
Sportlich zieht es Idrissou weiter nach Österreich zu den Unterklassigen Union Hallein, FC Kufstein und DSV Leoben. Und wieder hat Idrissou Ärger am Hals: Wegen eines abgelaufenen Passes und dem fehlenden Aufenthaltsvisum musste er im Dezember 2019 gar für 11 Tage in Abschiebehaft.
Und so zieht es Idrissou wieder nach Deutschland. Seit dem 10. Januar 2020 steht er beim 6.-Ligisten Rot-Weiss Frankfurt unter Vertrag. Es ist sein 17. Verein in Europa, seit er im Jahr 2000 von Kamerun nach Deutschland kam. Beim Verbandsligisten verdient Idrissou jedoch nichts. Man könne ihm nur eine Aufwandsentschädigung zahlen, lässt der Klub verlauten.
Einen Lohn könnte Idrissou aber gut gebrauchen. Denn der frühere Millionär hat nicht mal mehr eine eigene Wohnung oder ein eigenes Bett. Er schlafe bei Freunden auf der Couch. «Ich bin mittellos, habe kein Geld», sagte er kürzlich zur «Bild am Sonntag». Er habe aber schon eine Idee, wie er künftig sein Geld verdienen will – mit einer Modekollektion, die er mit Freunden herausbringt. Ob's klappt? Wir drücken ihm die Daumen.