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Die Damenfrisur veränderte sich nach 1910 grundlegend. Die Frauen breiter Kreise mussten im 1. Weltkrieg, als Ersatz für den Mann an der Kriegsfront, in die Fabrik. Das enge Zusammenleben brachte zusätzlich grosse hygienische Probleme mit sich. Erstmals durfte sich die Frau daher die Haare schneiden. Der pflegeleichte Bubikopf, Pagenschnitte etc., der einfach zu waschen und damals noch ohne Fön zu trocknen war wurde favoritisiert.
An der Schwelle des 2. Weltkriegs um 1935 wurde erstmals, auch bei uns, breite Bevölkerungskreise angesprochen und ein «uniformes Aussehen» propagiert.
Nach der entsetzlichen Völkerschlacht des 2. Weltkriegs und mit dem darauffolgenden Wirtschaftsaufschwung übernahmen viele Frauen modische Tendenzen.
Der Gang zum Coiffeur galt nun als normal. Damit die Wasserwellen und Locken auch eine Weile hielten, wurde — dank neuster Technik — Dauerwellen gekocht.
Die so chemisch geformten Haarkrause bildeten nun für eine ganze Generation die Frisurengrundlage. Gott sei Dank verbesserte sich die Dauerwelltechnik zusehends. Eine dauerhafte Umformung der Haare von heute ist nicht zu vergleichen mit den früheren stundenlangen Torturen und damit verbundenen Haarschäden.
Der Coiffeurberuf entwickelt und veränderte sich weiter, der frühere Männerberuf wird heute durch die Frau dominiert. Die verlangten Fähigkeiten gehen in Richtung gestalterisch, künstlerisch. Farb- und Formgefühl, aber auch ein perfektes Beherrschen der Schere bilden heute nebst der zwischenmenschlichen Beziehung zur Kundschaft die Grundlage dieses schönen Berufs.