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Am Sonntag nach Ostern besuchen alle das Eierleset. Das eine Mal findet es in Arboldswil, das andere Mal in Titterten statt, bestens organisiert von den örtlichen Turnvereinen. Es ist eine Prüfung für Geschwindigkeit, Ausdauer, Sorgfalt und Geschicklichkeit. Dazu gehören zwei lange Reihen von über hundert Ostereiern und etwas weiter weg je ein Fänger mit einem breiten Korb, der mit Spreu gepolstert ist. Und natürlich verschiedene Gruppen in den verschiedenartigesten Zusammensetzungen.
Das Eierleset beginnt, indem der oder die Erste ein Ei aufhebt, damit etwas fünfzig Meter läuft und das Ei fünf bis zehn Meter weit in Richtung Korbträger (Fänger) wirft, der es unbeschadet mit dem Korb auffangen muss. Wenn fünf oder zehn Eier auf diese Weise aufgelesen und geworfen sind, muss noch eine Strecke von einigen hundert Metern zurückgelegt werden, während die oder der Nächste bereits mit dem Auflesen und Werfen begonnen hat. Gewonnen hat der dijenige Gruppe, die zuerst das letzte Ei im Korb deponiert hat.
Wer weiter werfen kann, muss weniger laufen. Wenn der Korbfänger sich nicht nach allen Seiten strecken kann, zerspringen die Eier auf dem Boden. Das gibt Abzüge (die zersprungenen Eier werden nachgelegt), sodass auch schon eine Gruppe verloren hat, die schneller gelaufen ist. Jedes Mal werden die Aufgaben leicht geändert. So wird nicht nur gerannt, sondern auch mit Trotinetts, Velos, Rollerblades etc. gefahren.
Zum Anlass gehört auch, dass die Bevölkerung der beiden Dörfer zusammensitzt und den Siegerverein mit einem grossen Eiertätsch feiert.
Quelle: Heimatkunde Titterten