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Grosse Überraschungen gab es bei den diesjährigen Oscars nicht. Jimmy Kimmel, der die Show moderierte, war der grosse Lichtblick der Veranstaltung. Gleich zu Beginn brachte er die Politik ins Spiel, zitierte Donald Trump, indem er die nominierte Schauspielerin Meryl Streep mit Aussagen des neuen US-Präsidenten konfrontierte. Ansonsten blieb die Oscar-Verleihung weitgehend polit-frei - entgegen allen Erwartungen.
Kurze kritische Momente gab es bei den Dankesreden für den besten ausländischen Film («The Salesman»), als im Namen des abwesenden iranischen Regisseurs Asghar Farhadi ein Statement verlesen wurde. Die Protagonisten des besten Dokumentar-Kurzfilmes, «The White Helmets», liessen sich ebenfalls entschuldigen, Leben zu retten sei nun mal wichtiger, als eine Oscar-Verleihung.
In Erinnerung bleibt die 89. Oscar-Nacht hauptsächlich wegen des Endes. In der Königs-Disziplin «Bester Film» vergaben Warren Beatty und Faye Dunaway den Preis an «La La Land». Was keine Überraschung gewesen wäre. Allerdings gab es mitten in der Rede Bewegung im Hintergrund. Der Film von Damien Chazelle hatte nicht gewonnen. Beatty und Dunnaway hatten noch das Couvert für die beste Hauptdarstellerin in der Hand (Emma Stone für «La La Land»). Bester Film wurde jedoch «Moonlight».
Auch hier bewies Jimmy Kimmel, dass er schnell auf solche Situationen reagieren kann. Kurzerhand gab er die Schuld am Missverständnis Steve Harvey, der vor einem Jahr eine falsche Miss Universe zur Siegerin erkor.
Dass während der Oscar-Verleihung auch Essen geliefert wird, hat fast schon Tradition. Kimmel entschied sich allerdings für eine eher unkonventionelle Weise. An kleinen Fallschirmen befestigt regnete es Süssigkeiten auf das Publikum.
In Erinnerung wird einigen Personen die Oscar-Nacht aus einem ganz bestimmten Grund bleiben. Eine Gruppe von Touristen wurde überraschend durch das Publikum geführt. Die Hollywood-Stars posierten für die Gruppe für Fotos und sogar den Oscar durften die Touristen in die Hände nehmen.
Den tränenreichsten Auftritt hatte Viola Davis. Sie bekam den Preis für die beste Nebendarstellerin («Fences»). «Es gibt genau einen Ort, wo alle grossen Menschen versammelt sind. Das ist der Friedhof. Holt dort eure Geschichten. Die Geschichten von Leuten, die grosse Träume hatten und diese nie verwirklicht sahen», sagte Davis.