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Wegen der Corona-Pandemie ruht der Spielbetrieb im Tennis seit Mitte März. Nun präsentierte die Profi-Vereinigung ATP ihre Pläne, wie künftig die Weltrangliste ermittelt wird. Einer der Profiteure ist Roger Federer.
Anfang Juni verkündete Roger Federer, dass er sich ein zweites Mal am rechten Knie hat operieren lassen. Dass er die Saison wie schon vor vier Jahren vorzeitig beendet und erst im Januar 2021 bei den Australian Open in den Tennis-Zirkus zurückkehren wird. Er ist dann bereits 39 Jahre alt. Und doch wird er in Melbourne aller Voraussicht nach noch zu den zehn Besten der Welt gehören, obwohl er dann fast ein ganzes Jahr kein Turnier mehr bestritten hat. Grund dafür ist die neue Regelung zur Ermittlung der Weltrangliste. Denn seit Mitte März ruht der Spielbetrieb im Profitennis, das Ranking wurde eingefroren. Nun präsentierte die Profi-Vereinigung ATP ihre Pläne, wie künftig die Weltrangliste ermittelt werden soll.
Die Eckpunkte: Neu zählen die 18 besten Resultate aus dem Zeitraum zwischen März 2019 und Dezember 2020. Bisher fielen Punkte spätestens nach 52 Wochen aus der Wertung, nun geschieht dies spätestens nach 22 Monaten. De facto wurde also eine Weltrangliste eingeführt, welche die besten Resultate aus den letzten zwei Jahren berücksichtigt. Ein Lösung, die Rafael Nadal seit Jahren propagiert. Allerdings hat die neue Regelung einen Haken: Die 18 Resultate, die in die Wertung einfliessen, müssen bei 18 verschiedenen Turnieren gesammelt worden sein. Und: Wer bei jenen Turnieren, die in diesem Jahr noch stattfinden, schlechter abschneidet als im Vorjahr, bei dem bleibt das Resultat aus dem Vorjahr in der Wertung.
Konkret bedeutet dies, das kein Spieler Ende des Jahres weniger Punkte in der Wertung hat als am 16. März, als die Weltrangliste eingefroren wurde. Die neue Regelung belohnt also einerseits Spieler, die bis Ende Jahr gut spielen, andererseits schützt sie die besser klassierten. Profiteur dieser Lösung ist Roger Federer. Er stand im Vorjahr bei den French Open in den Halbfinals (720 Punkte) und erreichte bei den US Open die Viertelfinals (360 Punkte). In der Wertung bleiben auch die 1000 Punkte, die er 2019 für seinen Sieg in Miami erhielt und die 600 Punkte für den Finaleinzug in Indian Wells. Gleiches gilt für die Turniersiege in Halle und die vor der Absage stehenden Swiss Indoors Basel, die ihm je 500 Punkte brachten.
Klingt absurd, ist aber Tatsache: Theoretisch könnte sich Roger Federer für den Final der acht Jahresbesten qualifizieren. Und das, obwohl er mit den Australian Open, wo er die Halbfinals erreichte, in diesem Jahr nur ein Turnier bestritten hat. Denn das Jahresranking wird ausgesetzt, für die ATP Finals qualifizieren sich die acht Spieler, die am 9. November in der Weltrangliste die acht ersten Plätze belegen. Federer totalisiert dann 6230 Punkte auf sich, abzüglich der 400 Punkte, die ihm die beiden Siege in den Gruppenspielen der Jahresfinals 2019 brachten. Eine Marke, die seit Einführung der neuen Zählweise im Jahr 2009 immer mindestens für Rang 6 in der Weltrangliste reichte. Derzeit liegt Federer im vierten Rang. Die neue Weltrangliste wird am Montag, 10. August publiziert.
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