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Erkundung des Untergrundes
Dass über den Schweizer Untergrund im Gegensatz zu anderen Ländern wenig bekannt ist, hat verschiedene Gründe. So wurde in der Vergangenheit selten nach möglichen Vorkommen von Kohle, Erdöl und Erdgas gebohrt. Vereinzelte Beispiele von solchen Bohrungen gibt es jedoch, so auch wenige Kilometer südlich von Magglingen im Seeland. Eine 2'425 Meter tiefe Bohrung in Hermrigen wies vor fast 40 Jahren zwar kein Erdöl oder Erdgas nach, jedoch warmes Wasser, das für die Produktion von Wärmeenergie verwendet werden kann.
Auch die Thermalbäder in Yverdon-les-Bains, Bad Lostorf, Schinznach-Bad und die Tunnelbohrungen für den Grenchenbergtunnel und den Hauensteinbasistunnel weisen auf ein generell grosses Wasservorkommen in bestimmten geologischen Schichten am Jurasüdfuss hin. Dies sind gute Indikatoren für den Untergrund von Magglingen und damit kann ein erstes geologisches Modell des Untergrundes erstellt werden. Das Vorhandensein des vermuteten Wärmereservoirs kann aber erst durch weitere Untersuchungen bestätigt werden.
Seismische Messungen machen den Untergrund «sichtbar»
Mit solchen «Vibrofahrzeugen» werden seismische Messungen in einem Gebiet im Umkreis von
(Quelle: geoexplorers)
Ein Vibrofahrzeug in Aktion (Quelle: GEothermies)
Das Prinzip der seismischen Messungen in einer Grafik. Vom Vibrationspunkt aus breiten sich Schallwellen im Untergrund aus. Diese werden an Schichtgrenzen reflektiert und gelangen wieder an die Oberfläche. Dort wird eine geringfügige Bodenschwingung durch die ankommende Schallwelle von Messinstrumenten, den «Geophonen», registriert. (Quelle: geoexplorers)
Die seismischen Messungen werden in einem Gebiet im Umkreis von rund
Lange Planung und kurze Durchführung der seismischen Untersuchung
Der genaue Perimeter der seismischen Untersuchung des Untergrunds und die geplanten Routen sind zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht definiert. Dies wird während mehreren Monaten minutiös geplant. Die dazu notwendigen Bewilligungen werden beim Kanton, den Gemeinden und den Grundeigentümern frühzeitig eingeholt. Die eigentliche Untersuchung im definierten Perimeter mit dem Einsatz der Vibrofahrzeuge und der Geophone dauert dann nur kurz und führt in der Regel kaum zu Verkehrsbehinderungen. Das Risiko von Gebäudeschäden durch die Vibrationen ist nicht gegeben. Die betroffene Bevölkerung wird vorgängig informiert, wann und wo die Fahrzeuge unterwegs sein werden. Das wird voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2022 der Fall sein.
Bohrungen nicht vor 2025
Letztlich schafft nur eine erste Bohrung endgültig Klarheit, ob in der angepeilten Tiefe genügend warmes Wasser für die Nutzung vorhanden ist. Es beginnen die konkreten Arbeiten: Ein Bohrplatz wird eingerichtet und für die erste Explorationsbohrung vorbereitet. Die Bohrungen werden auf dem Platz vor dem Werkhof durchgeführt, wo später die Wärmezentrale aufgebaut werden wird.
Die Vorarbeiten und die effektive Bohrung dauern mehrere Monate und werden nicht vor 2025 durchgeführt. Ist das anvisierte Bohrziel erreicht, liegen erstmals effektive Messwerte wie Temperatur und Durchflussrate des Wassers vor. Bestätigen diese das Nutzungspotenzial, kann das Erdwärmeprojekt bis zur planmässigen Inbetriebnahme umgesetzt werden. Hingegen muss das Erdwärmeprojekt abgebrochen werden, wenn die geologischen Untersuchungen oder die erste Bohrung nicht die gewünschten Resultate nachweisen.
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