Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03445.jsonl.gz/2401

Die Krankenversicherungen sind gesetzlich verpflichtet, jeden in die Grundversicherung aufzunehmen und innerhalb der gleichen Region und Altersgruppe - unabhängig vom Gesundheitszustand des Versicherten – die gleiche Prämie zu verlangen. Diese staatliche Vorschrift der Einheitsprämie führt ohne das Korrektiv des Risikoausgleichs zu Risikoselektion durch die Versicherer.
Per dringlichen Bundesbeschluss und als „befristete Massnahme gegen die Entsolidarisierung“ wurde der Fonds für den Risikoausgleich zwischen den Kassen ins Krankenversicherungsgesetz (KVG) übernommen. Er sollte dafür sorgen, dass sich nicht die Kassen mit den kostengünstigen Risiken im Wettbewerb durchsetzen, sondern diejenigen, die ein besseres Kostenmanagement betreiben. Versicherer, deren durchschnittliche Kosten pro Risikogruppe über dem kantonalen Durchschnitt liegen, erhalten einen Ausgleichsbeitrag, welcher der Differenz zwischen dem Gruppendurchschnitt und dem Gesamtdurchschnitt entspricht und Versicherer deren durchschnittliche Kosten pro Risikogruppe unter dem kantonalen Durchschnitt liegen, zahlen einen entsprechenden Betrag in den Ausgleichfond ein.
Ein Risikoausgleich soll die Morbidität der Versicherten abbilden, damit für die Versicherer der Anreiz zur Risikoselektion wegfällt. Bis dato erfolgt der Risikoausgleich lediglich aufgrund des Alters, des Geschlechts und der Wohnregion der Versicherten. Zahlreiche Schweizer Studien und Erfahrungen im Ausland belegen, dass ein Risikoausgleich, der nur auf den Merkmalen Geschlecht und Alterskategorie beruht, das effektive Risiko ausgesprochen ungenügend abzubilden vermag. Der ungenügende Ausgleich führt dazu, dass Versicherer den Wettbewerb untereinander über die Jagd nach sogenannten "guten Risiken" austragen. Dies ist unerwünscht, zumal die Versicherer dafür Ressourcen aufwenden, die in einem sinnvolleren Bemühen um Kosteneindämmung zwangsläufig fehlen.
Links
Weiterführende Literatur