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Alkohol. In einem Ueberschuss von Aetzammon oder Ammoncarbonat lösen sich die Krystalle mit tiefblauer Farbe.
Sehr giftig.
Es wird dargestellt durch Auflösung von Kupfercarbonat in Essigsäure und nachherige Krystallisation.
Anwendung. Medizinisch sehr selten;
technisch in der Färberei und Zeugdruckerei, sowie zur Darstellung des Schweinfurter Grüns.
Cuprum acéticum básicum. +
Basisch essigsaures Kupferoxyd.
Aerúgo, Grünspan, Spangrün.
Der gewöhnliche Grünspan kommt theils in Kugelform, theils in 4eckigen Platten oder Bruchstücken, seltener gepulvert in den Handel.
Die Stücke sind sehr schwer zu zerreiben und zeigen bei genauer Besichtigung vielfach krystallinische Blättchen eingesprengt.
Die Farbe ist entweder mehr bläulich (Kupferhalbacetat) oder mehr grünlich (Kupfer-1/3acetat).
In Wasser ist er nur zum Theil löslich mit Hinterlassung eines geringen Rückstandes, dagegen völlig in Aetzammon und verdünnten Säuren.
Man kann ihn ansehen als eine Verbindung von essigsaurem Kupferoxyd mit Kupferoxydhydrat.
Bereitet wird er in den Weinländern, namentlich Südfrankreich, in ziemlich primitiver Weise, indem man alte Kupferplatten mit in Gährung getretenen Weintrestern in Töpfe schichtet und leicht bedeckt einige Wochen bei Seite setzt.
Später werden die mit Kupferacetatkrystallen überzogenen Platten von Zeit zu Zeit benetzt und noch einige Zeit der Einwirkung der Luft ausgesetzt, der entstandene Grünspanüberzug dann abgeschabt, mit Wasser durchgeknetet, geformt und getrocknet.
Anwendung. Medizinisch zu einigen äusseren Arzneimischungen, als Spiritus coeruleus, Ceratum aeruginis etc.;
in der Veterinärpraxis als Reizmittel;
technisch zu denselben Zwecken wie der krystallisirte Grünspan.
Immer ist bei der Abgabe und Verarbeitung grosse Vorsicht zu gebrauchen, da der Grünspan sehr giftig ist.
Der auf kupfernen Gefässen, unter Einfluss der Luft und Feuchtigkeit, sich ansetzende grüne Ueberzug wird auch wohl Grünspan genannt, ist in Wirklichkeit aber etwas Anderes, nämlich basisch kohlensaures Kupferoxyd.
Cuprum sulfúricum. +
Schwefelsaures Kupferoxyd.
Kupfersulfat, blauer Vitriol, Kupfervitriol.
CuSO4 ^[CUSO4] + 5 H2O .
1. C. sulf. crudum. Roher Kupfervitriol, zuweilen auch cyprischer Vitriol genannt, wird bei verschiedenen hüttenmännischen Operationen, beim Rösten und Auslaugen der Kupferkiese, selbst aus Grubenwässern in Kupferbergwerken, endlich in grossen Mengen in den sog. Affiniranstalten (Anstalten zum Scheiden von Gold, Silber, Kupfer aus Metalllegirungen), gewonnen. ¶
Bildet grosse, deutlich ausgebildete Krystalle oder Krystallkrusten von schön tiefblauer Farbe: er ist geruchlos und von ekelhaft herbem, metallischem Geschmack;
löslich ist er in 4 Th. kaltem und in 1 Th. kochendem Wasser. In trockener Luft verwittern die Krystalle oberflächlich unter Bildung eines weissen Ueberzuges, bis 100° erhitzt, verlieren sie 29%, bis 200° ihr ganzes Krystallwasser 35% (gebrannter Kupfervitriol).
Es entsteht hierbei ein weisses Pulver, das mit Begierde Wasser anzieht und sich dadurch wieder bläut (Prüfung des absoluten Alkohols).
Anwendung. In der Galvanoplastik;
in der Färberei und Druckerei;
zur Darstellung anderer Kupferpräparate;
zum Beizen von Saatgetreide, um es vor Wurmfrass zu schützen: ferner in der Veterinärpraxis, zum Ausbeizen von Wunden, Eiterungen etc.
Doppelvitriol, Doppeladler, Salzburger Vitriol ist ein durcheinander krystallisirtes Gemenge von Eisenvitriol und Kupfervitriol.
Man unterscheidet 1, 2 und 3 Adlervitriol je nach der Menge des Kupfervitriols.
Wird zu manchen Färbereizwecken mit Vorliebe benutzt.
Uebrigens enthält jeder rohe Kupfervitriol geringe Mengen von Eisenvitriol, zuweilen auch von Zinkvitriol.
2. C. sulf. purum, reiner Kupfervitriol, blauer Galitzenstein, wird hergestellt durch Auflösen von Kupferblech oder Kupferfeile in etwas verdünnter, reiner Schwefelsäure, unter allmäliger Hinzufügung reiner Salpetersäure bis zur völligen Lösung.
Hinterher wird die Lösung, zur Verjagung aller Nitroverbindungen, längere Zeit gekocht, dann filtrirt und krystallisirt.
Gleicht in seinem Aeusseren und sonstigen Eigenschaften dem rohen Kupfervitriol, nur sind die Krystalle meist kleiner.
Anwendung. Medizinisch innerlich in kleinen Dosen bei Veitstanz und epileptischen Zufällen, in grösseren Gaben bis zu 1 g als Brechmittel;
äusserlich als Aetzmittel bei wildem Fleisch, Blutungen, in sehr verdünnter Lösung auch zu Injektionen etc.
Der Kupfervitriol gehört, gleich den anderen Kupfersalzen, ebenfalls zu den Giften.
Identitätsnachweis.
Die wässerige Lösung reagirt sauer und giebt mit Baryumnitratlösung einen weissen, in Salzsäure unlöslichen Niederschlag, mit Ammoniakflüssigkeit im Ueberschusse eine klare, tiefblaue Flüssigkeit.
Prüfung nach dem Deutschen Arzneibuch.
Wird das Kupfer aus einer wässerigen Lösung durch Schwefelwasserstoff ausgefällt, so darf das farblose Filtrat nach Zusatz von Ammoniakflüssigkeit nicht gefärbt werden und nach dem Abdampfen einen feuerbeständigen Rückstand nicht hinterlassen.
3. C. sulf. ammoniatum, schwefelsaures Kupferoxydammon.
Blaues, krystallinisches Pulver von schwach ammoniakalischem Geruch und ekelhaft metallischem, dabei laugenhaftem Geschmack. An der Luft verwittert es allmälig, indem es einen Theil seines Ammons und seines Krystallwassers verliert. ¶