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Maharishi Mahesh Yogi begründete die Transzendentale Meditation (TM) und verlagerte den Hauptsitz der TM-Bewegung 1972 zwischenzeitlich in die Schweiz. Die Geschichte der Bewegung der TM ist eng mit ihrem Gründer Maharishi Mahesh Yogi verknüpft. Maharishi Mahesh Yogi kommt 1918 als Mahesh Prasad Varma in Jabalpur in Nordindien zur Welt. Dort hat er Physik studiert und den Grad eines Bachelors erlangt. Der junge Maharishi stand in Verbindung mit dem bekannten Guru Swami Brahmananda Sarasvati, dessen Schüler und Vertrauter er wurde. Nach dem Tod des Gurus hat sich Maharishi für zwei Jahre in den Himalaya zurückgezogen, um dort jene Meditationstechnik zu entwickeln, die heute als Transzendentale Meditation (TM) bekannt ist.
In den späten fünfziger Jahren reiste Maharishi in die USA und nach Europa, wo er meist als Vortragender tätig war und begann seine Lehren zu verschriftlichen. In Europa traf er Ende der sechziger Jahre auf die Beatles, die seine Schüler wurden. Auch andere berühmte Persönlichkeiten wie die Beach Boys oder Clint Eastwood zählten zu seinen Anhängern. So wurde Maharishi selbst bald zu einer Berühmtheit. Während den siebziger Jahren gewann die Bewegung um Maharishi sprunghaft an Popularität.
Anfang der achtziger Jahre etablierte sich Maharishi zunehmend in Indien und 1984 gründete er einen neuen Hauptsitz für die Bewegung in Noida, am Rande Neu-Delhis. Zu dieser Zeit griff er verschiedene indische Praktiken und Traditionen auf und integrierte sie in das TM-Programm. So adaptierte er beispielsweise die ayurvedische Medizin und die vedische Astrologie.
Auf Maharishis Wunsch hin wurden Anfang der neunziger Jahre in mehreren Ländern politische Parteien gegründet, um die Postulate und Programme der Bewegung zu fördern. Der Erfolg der sogenannten Naturgesetzparteien blieb aus und so existieren die meisten Parteien heute nicht mehr. Maharishi starb 2008 im Alter von neunzig Jahren. Sein Nachfolger ist bis heute der libanesische Neurophysiologe Tony Nader. Der Hauptsitz der Organisation befindet sich seit 1990 in Vlodrop, Niederlanden. Die Bewegung ist weltweit in etwa neunzig Ländern aktiv und hat ca. 5 Millionen Mitglieder. U.a. bekennen sich berühmte Persönlichkeiten wie David Lynch, Jennifer Aniston, Hugh Jackman, Katy Perry und Oprah Winfrey dazu, TM zu praktizieren.
Praxis
Da die Transzendentale Meditation eine urheberrechtlich geschützte Marke ist, gestaltet es sich schwierig etwas über die eigentliche Meditationspraxis herauszufinden. Nähere Informationen sind nur durch die Teilnahme an einem offiziellen Kurs möglich. Nach eigenen Angaben wird zwei Mal täglich während 15 bis 20 Minuten meditiert. Dies geschieht mit geschlossenen Augen in einer entspannten Sitzhaltung. Dabei wird ein Mantra rezitiert, das von einem offiziellen TM-Lehrer an dessen Schüler weitergegeben wurde. Der Geist soll dadurch "von selbst und ohne Anstrengung zur Ruhe kommen" (Schweiz TM). Wer TM erlernen will, durchläuft das kostenpflichtige Sieben-Schritte-Programm. Dabei werden die Interessenten von zertifizierten Lehrern in die Meditationspraxis eingeführt. Die persönliche Lebenshaltung sowie religiöse Einstellungen können beibehalten werden.Die Effekte der Meditationspraxis sind nach Angaben der TM u.a. innerer Frieden, Stressreduktion, weniger Ängste und Sorgen, bessere Gesundheit, mehr Wohlbefinden und Erleuchtung.Berühmtheit erlangte die TM auch durch die yogischen Flieger. Gemäss Angaben der TM, können mittels dieser Technik für Fortgeschrittene, die im sogenannten Sidhi-Programm praktiziert wird, höhere Bewusstseinszustände erlangt werden. Diese erlauben es den Meditierenden in Einklang mit den Naturgesetzen zu sein. In vollendeter Form soll durch diese Praxis ein physischer Schwebezustand erreicht werden.
Transzendentale Meditation in der Schweiz
Seelisberg, ein Bergdorf im Kanton Uri, das über dem Rütli und dem Vierwaldstättersee liegt, spielte in der Bewegung der TM eine wichtige Rolle. 1972 erwarb Maharishi das ehemalige Grandhotel Sonnenberg in Seelisberg und errichtete dort den internationalen Hauptsitz der TM-Bewegung. Er gründete 1975 die Maharishi European Research University (MERU). Ziel dieser Forschungsstätte war es, die durch Meditation hervorgerufenen körperlichen, sozialen und psychischen Veränderungen wissenschaftlich zu verifizieren. Zwischen 1972 und 1983 lebte der Guru selbst im Zentrum in Seelisberg, was den Ort zum Anziehungspunkt für spirituell Suchende und indische Gelehrte machte.
Wichtige globale Projekte der TM fanden in der Schweiz statt, u.a. Maharishis Verkündung der 'Morgendämmerung des Zeitalters der Erleuchtung' am 12. Januar 1975 während einer Schiffahrt auf dem Vierwaldstättersee. Grund für die Verkündung war der sogenannte Maharishi-Effekt, der besagt, wenn ein Prozent einer gegebenen Bevölkerung meditiert, sich automatisch Kriminalität, soziale Probleme, Krankheiten etc. in der Gesamtbevölkerung reduzieren. 1976 folgte die Gründung der Weltregierung für das Zeitalter der Erleuchtung in Seelisberg. In den achtziger Jahren verliess Maharishi die Schweiz und verlegte den Hauptsitz der Weltregierung nach Indien. Ein Jahr später verkündete er einen Weltplan für vollkommene Gesundheit zur weltweiten Errichtung eines Maharishi Ayur-Ved-Gesundheitssystems. Heute ist neben der MERU das Maharishi Ayurveda Gesundheitszentrum in Seelisberg untergebracht. Praktiziert wird eine Verbindung von TM-Praxis und traditioneller ayurvedischer Medizin.In der Schweiz ist Raja Felix Kägi Vorsitzender der TM-Bewegung. Auf der offiziellen Homepage sind heute schweizweit folgende TM-Zentren aufgeführt: Basel, Bern, Ennetmoos, Seelisberg, St. Gallen, Zürich, Zürichsee, Arc Jurassien, Genf, Lausanne und Tessin. Es werden u. a. Informationsvorträge, Gruppenmeditationen und z. T. das TM-Sidhi-Programm angeboten.
Literatur
Eulberg, Rafaela (2008): Hindu-Traditionen in der Schweiz, in: Handbuch der Religionen. Kirchen und andere Glaubensgemeinschaften in Deutschland VIII-24, hrsg. von Michael Klöcker und Udo Tworuschka, München: Piper, S. 1-28.
Hummel, Reinhart (2006): Über 40 Jahre Transzendentale Meditation, in: Westliche Formen des Hinduismus in Deutschland. Eine Übersicht, hrsg. von Michael Bergunder, Halle: Verlag der Franckeschen Stiftung zu Halle, S. 107-120.
Hodgson, Martin (2008): Maharishi Mahesh Yogi, in peace, in: The Guardian, 06. Februar 2008.
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