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Der junge Alemanne soll ein entstelltes Gesicht gehabt haben. Gezeichnet von der Lepra-Infektion. So zumindest vermuten es die Archäologen. Der Mann wurde in einem 1953 entdeckten Friedhof aus dem 7. Jahrhundert nach Christus in Eschen begraben. An den Knochen des Gesichts, vor allem im Bereich der Nase und des Gaumens, sind Veränderungen ausgebildet. Mit dem Fund des jungen Mannes konnte erstmals nachgewiesen werden, dass auch im Fürstentum Liechtenstein die Lepra-Krankheit vorkam.
Bei Lepra handelt es sich um eine bakterielle Infektion, welche die Haut, Schleimhaut und peripheren Nerven angreift. Dadurch kommt es zu Entstellungen. Der Anblick der Betroffenen und die Angst vor einer Ansteckung führten dazu, dass Aussätzige von der Gesellschaft ausgeschlossen und in sogenannte Siechenhäuser geschickt wurden. Eines der ältesten Siechenhäuser in der Schweiz wurde wahrscheinlich im 8. Jahrhundert durch Abt Otmar im Benediktinerkloster St.Gallen errichtet. Erst im 18. Jahrhundert verschwand die Lepra ganz aus Europa.
(red.)