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Bordeaux
Neben der französischen Stadt bezeichnet Bordeaux als Begrifflichkeit auch die Lagen des Département Gironde, in denen Qualitätsweinbau betrieben wird. Es besteht aus fünf sehr verschiedenen Anbaugebieten: Blayais, Bourgeais, Entre-Deux-Mers, Graves, Libournais. Als global grösstes Anbaugebiet für Qualitätswein konkurriert Bordeaux – im Französischen Bordelais genannt – mit dem Burgund um den ersten Platz der führenden Herkunftsgebiete für hochwertige französische Weine.
Die etwa 3000 Weingüter der Region, die Châteaux, produzieren jährlich durchschnittlich 700 Millionen Flaschen. Rotwein macht mit etwa 80% der gesamten Weinproduktion zwar den Grossteil aus, doch auch die weissen Weine des Bordelais sind nicht zu unterschätzen.
Der Atlantik und die drei grossen Flüsse der Region, Gironde, Garonne und Dordogne, sowie das weitläufige Waldgebiet der Landes de Gascogne tragen zu einem relativ gleichmässigen und stabilen Klima bei. Trotzdem schwankt das Wetter einzelner Jahre so stark, dass die Qualität der Jahrgängen sehr unterschiedlich ausfallen kann. Aufgrund des langen, sonnigen Sommers findet die Lese verglichen mit anderen Anbaugebieten sehr spät, oft erst im Oktober, statt.
Die ausdifferenzierten Systeme zur Klassifizierung der einzelnen Weine des Bordeaux sind einzigartig. Die hierarchische Anordnung der Weine hängt im Bordeaux vor allem von dem Château ab, von dem sie stammen. Diese Hierarchie reicht von regionalen über subregionale bis hin zu kommunalen Appellationen. Die regionalen Appellationen Bordeaux und Bordeaux Supérieur gelten für das ganze Département Gironde und klassifizieren mehr als die Hälfte der gesamten Weinproduktion.
Erstere Appellation umfasst überwiegend fruchtige Rotweine mit mindestens 10 Volumenprozent Alkoholgehalt sowie trockene Weissweine. Der Zusatz Supérieur setzt unter anderem einen Mindestalkoholgehalt von 10,5 Volumenprozent bei Rot- und sogar 11,5 Volumenprozent bei Weissweinen voraus. Die subregionalen Appellationen beinhalten nur Teilbereiche eines Gebietes, sind also genauere Herkunftsangaben.
Es gilt: Je klarer die Herkunft eines Weines umrissen ist, desto eher ist diese ein Qualitätsmerkmal und umso höher ist sein Marktwert. Den höchsten Rang bilden daher die kommunalen Appellationen, welche nur eine einzige oder wenige angrenzende Gemeinden bezeichnen. Darunter fallen etwa ein Sechstel aller produzierten Weine des Bordelais.
Besonders bekannt ist das Bordelais für seine unverwechselbaren Cuvées, welche aus bis zu fünf verschiedenen Rebsorten bestehen können. Die kraftvollen Rotweine, die der Region ihren weltweiten Ruhm beschert haben, sind vorwiegend Verschnitte aus Cabernet Sauvignon, Merlot und Cabernet Franc, während Petit Verdot und Malbec eine weniger dominante Rolle spielen.
Doch die Winzer der Region produzieren auch Crémant und hervorragende trockene sowie edelsüsse Weissweine. Bei den weissen Rebsorten liegt mit etwa 50% der Gesamtproduktion Sémillon ganz vorn, gefolgt von Sauvignon Blanc und Muscadelle. Die Weine des Bordeaux werden zum einen als Marken- als auch als Châteauweine verkauft. Erstere bezeichnen Cuvées aus Fassweinen und die Weine der meisten Genossenschaften der Region, während Châteauweine nur aus der Produktion eines einzigen Weingutes stammen.
Weitere Themen
In den Appellationen der Region existieren vier offizielle Klassifizierungen für Weingüter. Sie bieten Weinliebhabern einen Überblick in Bezug auf hochwertige Gewächse.