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ErklärungBegriffe legen mich fest Durchsetzung von Begriffen legt andere fest (primitives Dogma) Macht verzichtet auf Begriffe, so dass sie situativ festgelegt werden können was aber Definitionshoheit braucht (entwickeltes Regieren) Foucault interessierte die Modernisierung als Prozess der Disziplinierung. Er untersuchte dazu die Sprache verschiedener gesellschaftlicher Instanzen, die über die Definitionshoheit dessen, was wahr ist, verfügen. Foucaults Erkenntnisinteresse kreist also um die Verquickung von Sprache und Macht. Sprache ist für ihn die zentrale Konstruktionsinstanz gesellschaftlicher Wirklichkeit und nicht das Abbild einer zwar nicht direkt wahrnehmbaren, aber im Hintergrund doch vorhandenen Realität, die beispielsweise MAYRING und MERTEN postulieren (vgl. z. B. MAYRING 1996, S. 9 ff. und MERTEN 1983, S. 49). Dies bedeutet letztendlich, dass nur das für uns existiert was wir auch in Sprache fassen können. Der Begründer des Dekonstruktivismus Jacques Derrida formuliert dies folgendermaßen: „there is nothing outside the text“. Die Herrschaftssysteme der Sprache, die wie Staatsgebiete durch Grenzen als Hoheitszonen kenntlich gemacht sind, nennt Foucault Diskurse. Sein Analyseverfahren ist vergleichbar mit einer Art Fernerkundung. Erst mit einem gewissen Abstand, einem enormen Überblick und durch das Herausfiltern des Hintergrundrauschens, des normalen Geredes, wird es möglich, die Struktur der Diskurse zu erkennen. Die Diskurse stellen das Regelwerk der Sprache dar und sind mit „Ausschließungsmechanismen“ (DIAZ-BONE 2002, S. 83) verbunden. Sie bestimmen, was wie gesagt wird und vor allem auch, was nicht gesagt werden darf. Diskursanalyse widmet sich weder der Untersuchung von Text vom Standpunkt des Autors aus, noch betreibt sie Forschung an den formalen Strukturen des Textes. Sie versucht die Bedeutungen, die sich über die Kombination der verschiedenen Diskurselemente einstellen, zu erschließen. Diskursanalyse fragt also nach den „Regeln der Aussagenproduktion“ (DIAZ-BONE 2002, S. 79) In Deutschland hat vor allem Jürgen Habermas den Diskursbegriff mitgeprägt. Er sieht Diskurse im Gegensatz zu Foucault als „rationale und machtneutrale“ (JÄGER 2001, S. 127) Instanzen und ordnet damit der Sprache an sich eine andere Wirkungsmächtigkeit zu. Sprache ist nicht wie bei Foucault das grundsätzlich strukturierende Element unserer sozialen Welt. Der Habermassche Diskursbegriff entfaltet im Zusammenhang von Medienanalyse weniger Möglichkeiten einer praktischen Untersuchung und soll an dieser Stelle deshalb nicht weiter analysiert werden. Da der IWF die Definitionshoheit für makroökonomische Stabilität besitzt, richtet sich auch die Weltbank nach dessen Vorgaben. Der seit geraumer Zeit existierende Wettkampf zwischen AMD und Intel über die Definitionshoheit bei der Weiterentwicklung der x86-Architektur führte seit ca. SSE3 zu inkompatiblen Erweiterungen von SSE.[2] =================== Deutungshoheit Wechseln zu: Navigation, Suche Deutungshoheit ist die konkrete Umsetzung eines Letztbegründungs-Anspruches zu Gunsten dessen, was ein Träger der Deutungshoheit als Berechtigung und/oder Wahrheit zu erkennen glaubt. Mit dem Anspruch, nur selbst ein Thema richtig deuten zu können, ist der Versuch verbunden, die öffentliche Meinung innerhalb einer Firma, einer weltanschaulichen Organisation, innerhalb einer Familien-Sippe oder der Gesellschaft als Ganzes zu beeinflussen. Deutungshoheit kann entstehen durch Manipulierung oder Vereinnahmung der kommunikations-ökonomischen Infrastruktur, sei es durch Übernahme einer Medienanstalt durch das Militär oder durch Zensur-Anweisungen einer staatlichen Abteilung. Die Vereinnahmung kann auch durch die Gestaltungshoheit der Befehlskette erfolgen, wie etwa im Militär, innerhalb eines Konzerns, eines Medienbetriebs, einer Arbeitsgruppe oder einer politischen oder weltanschaulichen Sekte. Deutungshoheit kann auch durch Unterschlagung plausibler, jedoch missliebiger Argumente oder durch Nicht-Entscheiden von vorgetragenen Anliegen[1] erfolgen.
Deutungsmacht ist ein kritisches Konzept der normativen Sozialwissenschaften und der Wissenschaftssoziologie. Damit soll die Selbstkritik von Protagonisten dieser Disziplinen, d. h. von Vertretern z. B. der Psycho-Fächer (Psychiatrie, Psychologie, Psychosomatik und Psychoanalyse) vor allem hinsichtlich des von ihnen beanspruchten gesellschaftlichen Prestiges herausgefordert werden. Diese Selbstkritik erscheint zur Wahrung des emanzipatorischen Interesses erforderlich, das diesen Fächern eigen ist.[1] Mit Hilfe dieses Konzepts soll überprüft werden, ob die geleistete Arbeit und ihre Methoden der sozialen Zielgruppe dienen, so z. B. den psychisch Kranken und ihrer Gesundheit und nicht etwa vorwiegend dem eigenen gesellschaftlichen Prestige oder anderen persönlichen Vorteilen, z. B. dem Gruppennarzissmus der jeweiligen Vertreter dieser Wissenschaften. Es handelt sich also um Fragen der Methodenvalidierung und Evaluation dieser Wissenschaften.