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Vor rund sieben Wochen ist das neue Buch von Christian Schmutz erschienen. Er erzählt in «D Seisler hiis böös» von der mysteriösen Sensler Hotline. «Ich bekomme ganz unterschiedliche Reaktionen auf das Buch», sagt Christian Schmutz den FN. Einige geben zu, dass es nicht einfach ist, Dialekt zu lesen. «Viele sagen mir, dass es nach ein paar Seiten halblaut lesen immer besser geht.» Und sobald man etwas in die Geschichte reinkomme, gehe es leichter als gedacht. Andere geben kurze Rückmeldungen über die Schreibweise von Wörtern oder wollen konkret wissen, woher gewisse Ausdrücke wie «Chrütz-Ass an a Bùùm aa» herkommen. Einige der Rückmeldungen notiert sich Schmutz, um sie allenfalls für eine Fortsetzung oder einen anderen Text zu verwenden.
Ideen auf Zettelchen
Das ist typisch für Christian Schmutz. Wer ihn kennt, weiss, dass er nie ohne einen Bleistiftstummel und ein Stückchen Papier in der Hosentasche herumläuft. Sei es im Bus oder Zug, an Sitzungen oder Veranstaltungen, im Freundeskreis oder bei Festen: Wenn er etwas hört, was sich wie eine mögliche Pointe, ein Stück Dialog oder ein witziger Übergang anhört, schreibt er es auf.
Seit acht Jahren zieht er sich regelmässig einmal im Jahr für vier Wochen zurück, meist in ein einsames Chalet am Schwarzsee, um dort an neuen Sachen zu arbeiten. Das ist dann der Moment, in dem er diese Zettelchen hervornimmt und beginnt, daran zu arbeiten. «Manchmal springt mich ein Stichwort oder ein Wortspiel an, und ich überlege, wie sich die Geschichte drumherum entwickeln könnte.» Er sei der Typ, der alle möglichen Varianten und Versionen aufschreibe und speichere und sich sogar manchmal zwinge, etwas zu schreiben, auch wenn ihm nichts einfalle. «Während ich es schreibe, denkt der Kopf weiter. Und am nächsten Tag geht es dann noch besser.»
Er vergleicht das mit einer Wand, die er anstreicht. Manchmal brauche es mehrere Schichten, bis klar sei, ob ihm die Wand gefalle oder nicht. Übertragen auf seine Texte: Diese müssen «sounden», also gut klingen, damit er zufrieden ist. Halblautes Lesen ist für ihn der erste Test – vor allem für Texte, die er mündlich vorträgt. Wenn es für ihn stimmt, dann kommen die Testleser. «Meine Freundin Tanja ist die Erstleserin. Sie ist brutal ehrlich», sagt er und lacht. Sie lege den Finger genau auf Schwachstellen, die er sich selbst knapp habe durchgehen lassen. Manchmal entstehe ein Text in wenigen Minuten, manchmal feile er wochen- und monatelang daran. Als Beispiel erzählt er von seinem Sketch über die «böse Bise», die von Russland kommt und darum die Sensler nicht versteht. «Die Idee dazu habe ich Jahre lang mit mir herumgetragen.» Eine Rohfassung habe monatelang in einer Schublade gesteckt, bis ihm klar geworden sei, was für Entwicklungspotenzial die Pointe habe.
Christian Schmutz ist Journalist, Buchautor, Dramaturg und hat für seine Auftritte mit senslerdeutschen Texten den Begriff Slämsler erfunden. Weder sieht er sich als Literat noch als Komiker – «es sind Texte, keine Sketche, die ich präsentiere, aber nicht unbedingt inszeniere», sagt er. «Ich will die Leute unterhalten.» Deshalb investiere er auch viel Zeit in seine Auftritte und versuche, gut auf das Publikum und seine Erwartungen einzugehen.
Das wird auch am 11. Mai der Fall sein. Dann ist Christian Schmutz auf Einladung der FN zu Gast in Garmiswil. Er liest aus «D Seisler hiis böös». Bereits arbeitet er an der Weiterentwicklung der Geschichte. In Zusammenarbeit mit Radio Freiburg soll bis Ende Jahr nämlich ein Hörspiel erscheinen, das auf dem Buch basiert. «Mit bekannten Szenen, weiterentwickelten Figuren sowie neuen Geschichten.»
Vorschau
Lesung in Garmiswil
Der Sensler Dialektspezialist Christian Schmutz liest am Donnerstag im Landgasthof Garmiswil in Düdingen aus seinem neuen Buch «D Seisler hiis böös». Gastgeberin ist die Freiburger Nachrichten AG. Die Veranstaltung beginnt um 20 Uhr, Einlass ist ab 19.30 Uhr. Auf der Homepage der FN gibt es zudem 20 signierte Bücher von Christian Schmutz zu gewinnen.
Landgasthof Garmiswil, Düdingen, Do., 11. Mai, 20 Uhr. www.freiburger-nachrichten.ch