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Kerzenmacher/in, Kerzenzieher/in
Kerzenmacher und Kerzenzieher sowie Seifensieder[1], zumeist in einer Person vereint und einem Berufsstand zugehörig, üben ein Handwerk aus, welches sich erst im Mittelalter als Vollberuf entwickelte. Im Zuge dieser Entwicklung und der Zunftzugehörigkeit erfreuten sich insbesondere die Kerzenmacher und Kerzenzieher über einen grossen Absatzmarkt.
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Mit der Frühindustrialisierung und der Entwicklung der überwiegend chemisch basierenden fabrikindustriellen Produktion erhielt allerdings die maschinelle Massenproduktion von Kerzen und Seifen weitgehend Einzug im Handwerk des Kerzenziehers und Kerzenmachers sowie des Seifensieders. So lässt es sich in der heutigen Zeit nunmehr schwer vorstellen, dass einst der Herstellungsprozess einer Kerze darin bestand, Dochte aus Baumwollgarn so oft in flüssigem Talg einzutauchen und herauszuziehen, bis dabei eine Kerze in gewünschtem Format entstand. Teilweise wurden die Dochte auch in Lichtformen aus Glas, Zinn, verzinntem Kupfer- oder Eisenblech eingespannt und mit flüssigem Talg ausgegossen.
Zwecks Wahrung und Pflege alter Tradition und aufgrund eines zunehmenden ökologischen Bewusstseins der Konsumenten gewinnen traditionellen Herstellungsverfahren dieser Art heute zusehends an Bedeutung. Dies ist unteranderem auch der Grund, weshalb sich das Handwerk des Kerzenmachers und Kerzenziehers heute in der Schweiz als mittelgefährdet bezeichnen lässt.
[1] Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im weiteren Text nur die männliche Form verwendet.
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Literatur
Palla Rudi: Verschwundene Arbeit. Das Buch der untergegangenen Berufe, Frankfurt am Main 2010, S. 215-217.
Reith Reinhold: Das alte Handwerk. Von Bader bis Zinngiesser, München 2008, S. 118-120.
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