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1891 wurde am höchsten Punkt des Schleifenbergs östlich von Liestal auf 606 m ü. M. ein Aussichtsturm aus Holz erbaut und eingeweiht. Zuvor war der Ort stets bewaldet gewesen, was eine Aussicht ins Ergolztal verhinderte. Dementsprechend sind vor 1891 keine historischen Bilder von diesem Punkt aus bekannt. Der Turm wurde vom Verkehrs- und Verschönerungsverein Liestal erbaut und diente als Ausflugsziel der lokalen Bevölkerung und somit rein touristischen Zwecken. Bald entstand daneben auch eine allerdings nur zeitweise bewirtschaftete Restaurationshütte.
1897 wurde der Holzturm durch einen Blitzschlag schwer beschädigt, was 1900 zu einer Neukonstruktion aus Stahl führte. Es war die Zeit der Eisenkonstruktionen im Hochbau, wie der Eiffelturm von 1889 als wohl berühmtestes Beispiel zeigt. 1932 wurde der Turm auf dem Schleifenberg renoviert und mit Verstärkungen an der Stahlkonstruktion wie auch am Fundament versehen. 1982 und 2007 wurden weitere Sanierungen nötig.
Der Ausblick vom Turm eröffnet vor allem gegen Süden über den Westen nach Norden eine schöne Sicht auf das untere Ergolztal. Die Ergolz durchfliesst den ganzen Tafeljura des Kantons Baselland, der Aussichtsturm befindet sich somit mitten in der Tafeljuralandschaft. Der Turm steht selber auf einer Schichttafel aus Hauptrogenstein (Kalkgestein), die sich gegen Nordwesten hin mit mehreren Verwerfungen senkt und dem Schleifenberg sein charakteristisches Aussehen verleiht. Im Süden, beim Strassenübergang nach Arisdorf, befindet sich ein abgesunkener Graben, wodurch sich in diese Richtung eine besonders gute Aussicht ergibt. An der Steilflanke nach Liestal liegt das nacheiszeitliche Bergsturzgebiet am Schleifenberg, sodass dieser Hang bis heute für Rutschungen und Erdbewegungen bekannt ist. Der Turm ist vor allem im Norden von einem grösseren Stück Wald umgeben, der auf diesen mageren Rendzinaböden über Kalkgestein wurzelt. Der Boden liess deshalb keine ertragreiche Landwirtschaft zu.
Gegenüber im Westen befindet sich das Gempenplateau mit der markanten Schauenburgerflue, die benachbarte Scholle des Tafeljuras. Sie erscheint von Osten als Schichtstufenlandschaft. Neben den senkrechten Abbrüchen ist sie meist von weicheren Stufen und Kanten beherrscht, die durch das Röseren- und Oristal durchschnitten werden.
Zwischen diesen beiden Tafeln fliesst die Ergolz. Sie hat unterhalb Liestals ein Einzugsgebiet von rund 260 Quadratkilometern und sammelt das Wasser der meist Nord-Süd verlaufenden Zuflüsse der Ergolz: Eibach, Homburgerbach, Diegter Bach, Vordere und Hintere Frenke und Orisbach. Die mittlere Abflussmenge beträgt rund 3,6 Kubikmeter pro Sekunde, kann aber von Trockenperiode (0,1 m3 pro Sekunde) zu Hochwasser (100 m3 pro Sekunde) stark variieren.
Die einzige Stadt im Ergolztal liegt zu Füssen des Schleifenberges: Liestal. Erst eine Mauer machte eine Stadt, sodass nach der Stadtgründung kurz vor 1250 mit den Befestigungsanlagen begonnen wurde. Mauerring, Türme und Tore wurden errichtet. Bereits im 16. Jh. wurde die Mauer an einigen Stellen mit Fenstern durchbrochen, doch erst im 18. Jh. wurde der Wehrcharakter aufgegeben und den Anwohnern erlaubt, Mauerdurchbrüche in den Stadtgraben anzulegen. Bis heute sticht diese mittelalterliche Kernstadt augenfällig aus der sie umgebenden Siedlungsstruktur heraus.
Wegen der Zersiedelung nicht immer gut auszumachen ist die Lage einzelner Dörfer im unteren Ergolztal. Für die ursprüngliche geographisch-topographische Geländelage ist der Ortskern von Bedeutung. Talsiedlungen können einerseits in der Talsohle (Schönthal, Niederschönthal) oder am Talrand (Lausen) liegen oder sich andererseits auf einer Flussterrasse (Frenkendorf) oder auf einem Schuttkegel eines Seitenbaches befinden, wie es Itingen als typisches Bachzeilendorf zeigt. Wegen drohender Hochwasser wurden Talsohlenlagen für Ortschaften meistens gemieden. Das Beispiel einer Hanglage ist mit Füllinsdorf gegeben. Zuletzt sind Plateausiedlungen auszumachen, die in der Mitte der Hochfläche (Seltisberg), am Plateaurand (Ramlinsburg) oder in einer Mulde (Lupsingen) liegen können. Plateaudörfer hatten wegen der Wasserarmut oft Probleme mit der Trinkwasserversorgung und litten an Wassermangel für Landwirtschaft und Gewerbe.
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