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Wir neigen dazu, Dinge hinzuzufügen, unabhängig davon, ob es die beste Strategie ist. Das konnten Forscher anhand von Experimenten mit Lego-Steinen zeigen. (Foto: University of Virginia/Bearbeitung fh)
Wissenschaftler haben mit den Lego-Bausteinen gezeigt, dass wir dazu neigen, Dinge zu addieren, auch wenn es gegen unsere Interessen geht. Dies könnte daran liegen, dass das Wegnehmen von Dingen mehr kognitiven Aufwand erfordert. Diese Tendenz, Dinge hinzuzufügen und die Vorteile des Entfernens anderer Dinge zu übersehen, könnte unser Standardzustand sein – selbst wenn es uns Geld kostet.
Forscher der University of Virginia haben dies anhand von Experimenten mit Lego demonstriert. Die im Magazin «Nature» veröffentlichten Ergebnisse könnten erklären, weshalb es vielen Menschen derart schwerfällt, hektische Arbeitsabläufe zu bewältigen, und weshalb die Menschheit den Planeten schädigt.
Was hat die Forschung herausgefunden?
Die am Experiment Teilnehmenden mussten eine Reihe von Aufgaben lösen. Unter anderem sollten sie herausfinden, wie man die Spitze einer Lego-Struktur am besten stabilisieren kann. Sie konnten dies entweder durch das Hinzufügen neuer Steine tun – was mit Kosten verbunden war – oder einfach durch das Entfernen eines einzelnen Steins.
Obwohl das Entfernen eines Steins die einfachste und billigste Strategie war, entdeckten die Forscher, dass etwa 60 Prozent der Teilnehmenden trotzdem weitere Steine hinzufügten.
In acht Experimenten fanden die Forscher heraus, dass Menschen «systematisch nach additiven Transformationen suchen und folglich subtraktive Transformationen übersehen». Mit anderen Worten: Wir neigen dazu, Dinge hinzuzufügen, unabhängig davon, ob es die beste Strategie ist.
Was also ist hier los?
Uns wird oft gesagt, dass weniger mehr ist. Die sogenannte Entrümpelungsmethode von Marie Kondo hat Menschen auf der ganzen Welt dazu inspiriert, ein einfacheres Leben zu führen. Und immer mehr Unternehmen erkennen die Vorteile einer weniger ressourcenintensiven Kreislaufwirtschaft.
Doch vom Arbeitsplatz über die Küche bis hin zum Einkauf im Supermarkt besteht unsere Standardlösung oft darin, ein weiteres Treffen vorzuschlagen, eine weitere Prise Salz hinzuzufügen oder einen zusätzlichen Artikel zu kaufen. Die Erklärung liegt in der Art und Weise, wie unser Gehirn «verdrahtet» ist.
Die Forscher der University of Virginia haben unser Verständnis dafür erweitert, was dieses fehlerhafte Verhalten uns tun lässt. «Additive Ideen kommen schnell und leicht in den Sinn, aber subtraktive Ideen erfordern mehr kognitiven Aufwand», erklärte der Co-Autor der Studie, Benjamin Converse. «Weil Menschen oft schnell sind und mit den ersten Ideen arbeiten, die ihnen in den Sinn kommen, nehmen sie am Ende additive Lösungen an, ohne die Subtraktion überhaupt in Betracht zu ziehen.»