Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03337.jsonl.gz/974

Die richtige Wahl Ihres Elektrostimulationsgerätes
Um den für Sie geeigneten Elektrostimulator zu finden, müssen Sie zuerst und genau die technischen Merkmale der verschiedenen Geräte verstehen und vergleichen.
a. 2 oder 4 Kanäle: Treffen Sie die richtige Wahl
Ein wichtiges Kriterium zur richtigen Wahl des für Sie geeigneten EMS Gerätes ist die Anzahl der Ihnen zur Verfügung stehenden Kanäle. Es gibt Elektrostimulatoren mit 2 und 4 Kanälen.
Geräte mit 2 Kanälen verfügen über zwei Kabelleitungen, an die insgesamt 4 Elektroden angeschlossen sind: jeweils 2 positiv-negativ-Elektroden.
Jedes Elektrodenpaar kann eine unterschiedliche Muskelgruppe stimulieren und verfügt über die gesamte Leistungskapazität des Geräts. Es wird jeweils ein einzelnes Programm angewandt.
Das bedeutet: Einige dieser 2-Kanal-Lösungen bieten eine 2x2-Funktion an, also die Möglichkeit, weitere Kabel mit «Verdopplungswirkung» anzuschließen um über
4 Elektrodenpaare zu verfügen und um gleichzeitig 4 Muskelzonen zu stimulieren.
Durch diese Verdoppelung der Kanäle wird die Leistungsfähigkeit des Geräts geteilt.
Geräte mit 4 Kanälen verfügen über 4 Kabelleitungen und somit über 8 Elektroden. Dieses Gerät bietet die Möglichkeit 4 Muskelgruppen gleichzeitig zu behandeln.
Das bedeutet: Einige dieser 4-Kanal-Lösungen bieten eine 2+2-Unterfunktion, die es ermöglicht, gleichzeitig zwei verschiedene Programme anzuwenden.
Im Ergebnis eignet sich die – günstigere – 2-Kanal-Lösung gut für Einsteiger in die Elektrostimulation und für Menschen, die moderat Sport treiben.
Für ambitionierte Nutzer ist die 4-Kanal-Lösung mit einem beträchtlichen Zeitgewinn verbunden, da diese die gleichzeitige Behandlung mehrerer Bereiche ermöglicht.
b. Die Wahl der Programme.
Jedes EMS Gerät verfügt über eine Reihe von zahlenmäßig wie inhaltlich verschiedenen Programmen.
Bevor Sie sich für ein Gerät entscheiden, ist es wichtig, zu wissen zu welchem Zweck es entwickelt wurde: Der für die Anwendung im Wellnessbereich bestimmte Elektrostimulator bietet nicht die gleichen Programme an, wie solche, die für den Einsatz im Sport oder in der Schönheitsbehandlung bestimmt sind.
Jeder Elektrostimulator wurde für eine spezifische Anwendung entwickelt. Hiervon sind einige wenige Geräte ausgenommen, die – für einen größtmöglichen Anwendungsbereich – über eine sehr große Anzahl an Programmen verfügen, um so den Bedürnissen der Anwender genau und vollständig zu entsprechen.
Hinweis: Um die Anzahl der von einem Gerät zur Verfügung gestellten Programme zu erfahren, müssen Sie sich unter «echte» über diese Programmanzahl informieren. Tatsächlich zeigen einige Geräte eine Zahl an, in der die zu einem Programm gehörenden verschiedenen Eben der fortschreitenden Anwendung enthalten sind.
c. Die Stromversorgung.
Es gibt mehrere Möglichkeiten der Stromversorgung. Der Elektrostimulator funktioniert mit handelsüblichen Batterien, oder mit aufladbaren Qualitätsbatterien oder Akkus.
Das mit handelsüblichen Batterien betriebene Gerät ist meist preisgünstiger; die Lebensdauer der Batterien führt allerdings dazu, dass diese oft ausgetauscht werden müssen.
Das mit einer aufladbaren Qualitätsbatterie - oder Akkus - betriebene Elektrostimulationsgerät ist im Vergleich dazu eine langfristige Investition, die sich schon nach einem Jahr auszahlt.
Diese Lösung mit einer stromnetzunabhängigen Laufzeit von bis zu 20 Stunden ermöglicht eine regelmäßige und intensive Anwendung.
Das mit handelsüblichen Batterien betriebene EMS Gerät eignet sich daher für Einsteiger, während sich der Elektrostimulator mit einer aufladbaren Batterie eher für Anwender eignet, die ihr Gerät regelmäßig und langfristig einsetzen wollen.
Wichtig zu wissen: Elektrostimulatoren mit zwei Kanälen werden üblicherweise mit handelsüblichen Batterien betrieben.
Es gibt eine Dritte Art der Stromversorgung: Elektrostimulatoren, die für eine professionnelle Anwendung vorgesehen sind, werden manchmal mit aufladbaren «Schnelllade-» oder «netzabhängigen» Batterien betrieben. Diese Art der Stromversorgung ermöglicht professionellen Anwendern das Gerät auch dann einzusetzen wenn es angeschlossen ist, was mit einem erheblichen Zeitgewinn verbunden ist.
d. Stromstärke, Spannung und Widerstand.
Die durch den Buchstaben I symbolisierte Stromstärke wird grundsätzlich in Ampere (A) gemessen.
Bei der Elektrostimulation ist die Intenstität des zur Stimulation verwendeten Stroms sehr schwach. Er wird in Milliampere (mA) angegeben.
Der Anwender reguliert die Stromstärke selbst über das jeweils angewandte Programm.
Elektrostimulatoren, die mit einem Generator zur konstanten Stromerzeugung ausgestattet sind, ermöglichen, dass, unabhängig vom jeweiligen Widerstand, die Stromstärke konstant bleibt; infolgedessen ist die Voltzahl abhängig vom Widerstand. Wichtig zu wissen: Die Stromintensität wird auch als Amplitude bezeichnet.
- Die durch den Buchstaben U symbolisierte Spannung wird in Volt (V) gemessen. Die Spannung ist die Kraft, die den den Stromfluss aufrecht erhält; dieser bezieht seine Energie aus der im Elektrostimulator befindlichen Batterie.
- Der durch den Buchstaben R symbolisierte Widerstand wird in Ohm (W) gemessen.
Die drei Parameter Stromintensität, Spannung und Widerstand sind die Komponenten des ohmschen Gesetzes: U= R x I.
e. Die Form der elektromagnetischen Welle.
Der von einem Elektrostimulator ausgehende Strom wird durch eine zweiphasige Welle dargestellt.
Diese biophysikalische Welle kann wahlweise zwei Formen annehmen: Eine symmetrische oder eine asymmetrische.
Der für die transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) eingesetzte Strom hat eine asymmetrische Form, was bedeutet, dass die Polarität des Stroms einen Unterschied mit sich bringt: Bei Einsatz der schwarzen (negativen) Elektrode ist die Stromaktivität stärker als bei Einsatz der roten (postitiven) Elektrode. Dies beeinflusst die Positionierung der Elektroden.
Im Gegensatz dazu ist der zur neuromuskulären Elektrostimulation eingesetzte Strom symmetrisch: die Stromaktivität ist demzufolge unabhängig von der Positionierung der 2 Elektroden.
f. Die Stromfrequenz.
Die in Hertz (Hz) gemessene Stromfrequenz bezieht sich auf die Anzahl der pro Sekunde abgegebenen Stromimpulse.
Sie ist ein entscheidender Parameter, da sie unmittelbar das Ergebnis der Behandlung beeinflusst; ob zur Erzielung einer analgetischen Wirkung, zur Lähmung der Muskeln oder zur Behandlung akuter Schmerzen.
Die Stromfrequenz schwankt allgemein zwischen 1 und 150 Hz.
- Stromfrequenz zwischen1 und 6 Hz: Diese niedrige Frequenz empfiehlt sich für die TENS-Elektrostimulationsbehandlung. Sie ist mit einem Höchstmaß an Komfort für den Patienten verbunden.
- Stromfrequenz < 20 Hz: Diese Frequenz wird vor allem in der Erholungsphase und zur Kapillarisation angewandt.
- Stromfrequenz zwischen 20 und 120 Hz: Diese hohe Frequenz optimiert die Arbeit der Muskeln und begünstigt eine Beruhigung der Muskeln.
- Stromfrequenz von 80 Hz: Diese mittlere Frequenz wird für eine entspannende Wirkung empfohlen.
g. Die Dauer des Stromimpulses.
Die Dauer – oder auch Breite – des Impulses wird in Mikrosekunden (µs) gemessen. Sie hängt vom Ziel der Elektrostimulationsbehandlung und der Muskelgruppe ab, die bearbeitet wird.
Im Rahmen einer TENS-Behandlung dauert ein Impuls etwa 180 µs; bei einer Muskelbehandlung kann die Dauer des Impulses, je nach der zu behandelnden Muskelgruppe zwischen 200 und 400 µs schwanken.
h. Die Amplitude und die Dauer des Impulses.
Die in Milliampere (mA) gemessene Amplitude gibt die Stromintensität wieder: Der Anwender reguliert sie selbst.
Die Impulsdauer ist ein Parameter, der es ermöglicht, die von dem Elektrostimulator abgegebene Energiemenge einzustellen: Je empfindlicher die behandelte Zone ist, desto geringer sollte die Dauer des Impulses sein.
Unser Tipp: Um die Dauer des Impulses richtig zu bestimmen und ein Unwohlsein zu vermeiden, empfehlen wir, mit einer möglichst kurzen Dauer zu beginnen und diese schrittweise zu erhöhen.
i. Die Stromdichte.
Die gefühlte Intensität der Stimulation hängt – außer von Parametern wie der Amplitude, der Frequenz oder der Pulsdauer – von der Größe der Elektroden ab: Bei gleicher Amplitude ist die Intensität einer größeren Elektrode geringer.
In der Praxis verteilt sich der Strom über die gesamte Oberfläche der Elektrode: Je kleiner die Elektrode ist, desto konzentrierter und dichter wirkt der Strom. Diese technische Begebenheit muss berücksichtigt werden, da die in der Elektrostimulationsbehandlung eingesetzten Elektroden nicht die gleiche Größe besitzen.
j. Die medizinischen Standards.
Achtung: Die Elektrostimulation beeinflusst den Körper und den Gesundheitszustand.
Es ist deshalb äußerst wichtig, dass das verwendete Gerät die CE-Kennzeichnung trägt. Diese gewährt die Einhaltung der Europäischen Sicherheitsnormen in den Bereichen des Sports und der medizinischen Behandlung.
Der Verwendung eines Gerätes, das diesen Normen nicht entspricht, kann den jeweiligen Anwender erheblichen Gesundheitsrisiken aussetzen.