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Dakar, Hotel «Atlantique»
Minuten später lag Maille erschöpft auf seinem Bett. Gelangweilt besah er sich die CD. Zu seinem Erstaunen entdeckte er unter der Rasta-Fahne, die bei Licht besehen nur mit Wasserfarben ungeschickt auf das Cover gemalt war, vage ein Porträt und den Schriftzug «Trenet – Swing Troubadour». Was in aller Welt aber hatte Frankreichs Musterbarde Charles Trenet mit Rasta zu tun? Er klappte die Hülle auf und fand, sorgfältig auf die Innenseite geklebt, eine Karte: Sie war mit Farbstift auf ein stark vergilbtes Papier gezeichnet und zeigte offenbar eine Gegend im Norden der Hauptstadt, an der Strasse in Richtung Yoff, nahe dem Botanischen Garten von Hann. Mit einem Pfeil war die nördliche Spitze eines kleinen Sees markiert: «Signal Strotzko du 11 mai 9.15 du matin», stand da mit krakeliger Hand geschrieben. Der hühnenhafte Rasta also war Roff gewesen, der Mann der «Abteilung» in Dakar. Bei soviel Tarnung war es kein Wunder, dass selbst die Zentrale in Santa Lemusa kaum etwas über ihren Agenten wusste. Was aber bedeutete Strotzko? Wahrscheinlich war doch Koslow gemeint – eine weitere Maskerade vielleicht? Mysteriös war auch das Datum: Offenbar hatte Roff am Morgen des 11. Mai das Signal aus der Armbanduhr des Professors nördlich des Parks von Hann geortet. Heute aber war erst der 7. Mai.