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Pläne für Coronavirus-Steuer in Ägypten sorgen für heftige Kritik
Die ägyptische Regierung will die Auswirkungen der Coronavirus-Krise auf die Staatsfinanzen durch eine neue Steuer abfedern. Das Vorhaben löste am Freitag im Internet heftige Kritik aus.
Die Regierung plant, einen zusätzlichen Steuersatz von einem Prozent auf das Einkommen von Arbeitnehmern zu erheben. Steuerpflichtig wären demnach alle Arbeitnehmer mit einem monatlichen Nettoeinkommen von mehr als 2000 ägyptischen Pfund, also rund 120 Franken. Zudem sollen auf gesetzliche Renten künftig Steuern von 0,5 Prozent erhoben werden.
Der Gesetzesentwurf sehe mögliche Ausnahmen für Arbeitnehmer in Branchen vor, die durch die Coronavirus-Pandemie «wirtschaftlichen Schaden» erlitten hätten, teilte das Kabinett zudem mit, ohne jedoch Details zu nennen. Das Parlament muss dem Gesetzentwurf noch zustimmen.
In Onlinenetzwerken wurde das Gesetzesvorhaben scharf kritisiert. «Alle Regierungen weltweit geben ihrer Bevölkerung (in der Coronavirus-Krise) Geld - ausser Ägypten», empörte sich etwa ein Internetnutzer im Onlinedienst Twitter.
Ägyptens Wirtschaft hat im Zuge der Coronavirus-Pandemie stark gelitten. Anfang Mai genehmigte der Internationale Währungsfonds ein Hilfspaket in Höhe von 2,8 Milliarden Dollar für Ägypten. Bisher wurden in Ägypten nach offiziellen Angaben mehr als 15'000 Infektionsfälle mit dem neuen Coronavirus gemeldet, fast 700 Menschen starben.