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Das Areal des Güterbahnhof St. Johann ist Teil einer Serie von ehemaligen Industriegebieten entlang der Grenzen und Bahnlinien von Basel. Entlang des Grenzsaums trennt eine Barriere von grossflächigen und eher industriell geprägten Nutzungen das schweizerische und das französische Stadtgefüge voneinander ab. Die Elsässerstrasse übernimmt hier die Funktion eines schmalen Korridors zwischen dem industriellen Wohnquartier St. Johann und der französischen Nachbarstadt Saint-Louis. Mit der Entwicklung des Güterbahnhofs St. Johann eröffnet sich die Chance zu einer besseren stadträumlichen Vernetzung der beiden Städte.
Die heute durch das Coop Parkhaus blockierte Achse der Lothringerstrasse wird in das Gebiet verlängert und in einen zentralen Freiraum übergeführt. Dieser zentrale Park ist umgeben von vier Baugebieten. Ihr städtebaulicher Charakter orientiert sich an den jeweiligen räumlichen Qualitäten der angrenzenden Stadträume: Entlang der Elsässerstrasse wird mit einer Zeile von hoch verdichteten Baufeldern das Prinzip des leiterförmigen Stadtgrundrisses weiter geführt.
Entlang der Gleise bietet eine mäandrierende Grossform mit Hofbebauungen Lärmschutz für das neue Quartier. Zum Lothringerplatz wird der heute stark fragmentierte Blockrand ergänzt und abgeschlossen. Am Grenzsaum wird eine Gesamtlösung in Kooperation mit der Nachbarstadt Saint-Louis gesucht.
Die Baufelder entsprechen dem operationellen Grundraster der Arealentwicklung. Sie werden gebildet durch das Haupterschliessungsnetz entlang der Elsässerstrasse und den Brandmauern für das Ensemble entlang des Gleisfelds. Nach innen ist eine weitere Parzellierung möglich. Dies erlaubt eine flexible Strukturierung von Baufeldern und Parzellen und einen maximalen Spielraum in Bezug auf unterschiedliche Zielgruppen von Immobilienakteuren (Genossenschaften, Baugruppen, institutionelle Anleger, Private etc.)
Der weitläufige Park in der Mitte des Areals ist das zentrale Element der Freiraumgestaltung. Auf die teils weitere, teile engere Bebauung reagiert er mit verschiedener Dichte der Bäume. In weitläufigen Bereichen zu den nördlichen und südlichen Grenzen des Areals wird der Park durch einen dichten „Waldgürtel“ umgrenzt. Zur Mitte hin rückt die beidseitige Bebauung näher, der Waldgürtel lichtet sich kontinuierlich zu einzelnen Baumgruppen. Diese schaffen Freiraum für Spiel und Sport.
Mit dem Umzonungsbeschluss, dem Rückbau des Coop Parkhauses und eines wesentlichen Teils der gewerblichen Nutzungen auf den SBB Flächen wird die Realisierung des Parks möglich. Dieser soll möglichst schnell, im Sinne einer Vorinvestition, durch den Kanton realisiert werden. Die Finanzierung erfolgt über den Planungsmehrwertabgabefonds.
Mitarbeit: Baharak Tajbakhsh, Patrick Ayer
Städtebau: Philippe Cabane Urbane Strategien
Landschaftsarchitektur: Vogt Landschaftsarchitekten