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Wurde die Vergütung zum Voraus genau bestimmt (Pauschalpreis), „so ist der Unternehmer verpflichtet, das Werk um diese Summe fertig zu stellen, und darf keine Erhöhung fordern, selbst wenn er mehr Arbeit oder grössere Auslagen gehabt hat, als vorgesehen war“ (Art. 373 Abs. 1 OR). Vorbehalten bleiben einzig „ausserordentliche Umstände, die nicht vo-rausgesehen werden konnten“ (Art. 373 Abs. 2 OR), deren Vorliegen nach einem eher strengen Massstab zu beurteilen ist, da der Unternehmer als Fachmann im Normalfall die Umstände kennen sollte, welche seine Arbeit beeinflussen. Ein solcher Pauschalpreis ist so-mit Höchst- und zugleich Mindestpreis, welcher unabhängig vom Aufwand des Unternehmers ist.
Anders verhält es sich jedoch bei einem ungefähren Kostenansatz (Circa-Preis), bei welcher die Rechtsprechung als Faustregel eine Toleranzgrenze von 10 Prozent annimmt, in wel-chem Umfang die Überschreitung noch nicht als übermässig erscheint und somit voll zu be-zahlen ist. Der die Toleranzgrenze übersteigende Teil wird im ‚Normalfall‘ hingegen um die Hälfte gekürzt, so dass der Mehrbetrag praktisch geteilt wird.
Diese Faustregel beansprucht aber keine absolute Geltung. So müssen Sie z.B. eine höhere Überschreitung als 10 Prozent tolerieren, wenn der Kostenvoranschlag des Unternehmers eine Leistung betrifft, für welche die Kostenerfassung besonders schwierig ist, oder wenn Sie ihm eine unangemessen kurze Zeit für die Ausarbeitung des Kostenvoranschlages einge-räumt haben. Umgekehrt kann sich die Toleranzgrenze nach unten verschieben, wenn der Unternehmer z.B. erklärt hat, der Ansatz werde „ziemlich genau eingehalten“ oder „eher un-terschritten als überschritten“. Die Toleranzgrenze kann je nach den konkreten Umständen und Verhältnissen im Einzelfall also tiefer oder höher als 10 Prozent liegen.
Um unliebsamen Überraschungen vorzubeugen, empfiehlt sich also entweder die Vereinba-rung eines Pauschalpreises oder aber – falls Sie den Preis nicht im Voraus fix bestimmen möchten, sondern eine Vergütung nach Aufwand bevorzugen – eines Höchstpreises, der nicht überschritten werden darf (Kostendach).
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