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„Die Andersartigkeit ist ein Wert; sie soll zu den Dingen gehören, welche die Kinder von klein auf lernen sollen. Der Samen soll unter den Kindern und hauptsächlich in den Schulen keimen. Die Zusammenarbeit mit dem Erziehungminister Francesco Profumo ist schon im Gang“. So äusserte sich Elsa Fornero, Referatsleiterin im Arbeitsministerium, anlässlich einer Anhörung am 31. Januar 2012 vor den Kommissionen „Verfassungsangelegenheiten und Arbeit“ in Montecitorio über die programmatische Linie ihres Ministeriums in Bezug auf gleiche Rechte. „Minister, welche öffentliche Erklärungen dieser Art machen, bewirken Grosses“, applaudierte Daniel Baer, Vize-Assistent des Staatssekretariats der amerikanischen Verwaltung, der seit längerem die homosexuellen Lobbys mit Blick auf die Präsidentenwahl dieses Jahres hofiert.
„Mein Einsatz“, so Fornaro weiter, „richtet sich auch gänzlich gegen die Diskriminierung gegenüber Homosexuellen und Transgendern. Die Augen aller sind gerichtet auf den enormen kulturellen Rückstand unseres Landes betreffend die Gleichstellung und auf dessen Öffnung und den Zugang zu den gleichen Rechten für alle.“
Wir fragen uns, was das für „Samen“ sind, welche die Mitglieder dieser Regierung ausstreuen wollen. Da es zur vor allem Wissenschaftler sind, kann man vermuten, dass sie ihre Kollegen der Universität Oxford nachahmen wollen, welche die Wiedergabe des Neuen Testaments neu erfunden haben. Wird nun wohl auch den italienischen Kindern zukünftig vorgeschrieben zu sprechen: „Vater/Mutter im Himmel“ im Namen des „enormen kulturellen Rückstandes“ Italiens? „Um die homophobischen Tendenzen und die Dreistigkeit der Jungen schon ab der Elementarschule zu bekämpfen und die Gefühle von Leuten nicht zu verletzen, die nicht traditionellen Familien angehören,“ hatte der britische Erziehungsminister vor einigen Jahren bereits eine Direktive herausgegeben, die den Kindern schon im Alter von vier Jahren verbieten soll, die Worte „Mama“ und „Papa“ zu verwenden, weil es auch gleichgeschlechtliche Eltern geben kann. Stattdessen sollte der Ausdruck „Elter“ verwendet. In der gleichen Direktive war vorgesehen, dass man in den Mittel- und Oberschulen, wenn man von Ehe spricht, verpflichtet ist, die Existenz von Zivilehen und gleichgeschlechtlichen Ehen hervorzuheben, um die Schüler „zur Toleranz“ zu animieren.
Es steht ausser Diskussion, dass die sexuelle Orientierung respektiert werden soll und nicht Ursache von Diskriminierungen sein darf. Der Respekt darf jedoch nicht in dem Sinne verdreht werden, dass die Gesetze der Natur verzerrt werden. Wenn behauptet wird, dass es ein Menschenrecht auf eine Ehe zwischen Personen des gleichen Geschlechts gäbe, so kommt dies einer Änderung der Anthropologie gleich.
Ausserdem kann es für Kinder durchaus problematisch sein, sie zu lehren, dass es keinen Unterschied mache, Personen des gleichen oder des anderen Geschlechts attraktiv zu finden. Dale O’Leary, Mitglied der „Katholischen Gesellschaft für Medizin“, erklärte 2007: „Die Frage des ‚Geschlechts‘ ist der Schlüssel, um den seit 20 Jahren alle Bemühungen kreisen, die natürliche Ordnung der Welt zu hinterfragen, ohne dies klar zu erkennen zu geben. Wenn man eine solche Perspektive propagiert – so erklärt ein Dokument des Instituts Instraw, das der UNO angehört –, bedeutet das ‚Unterscheidung zwischen dem, was natürlich und biologisch ist, und dem, was auf sozialer und kultureller Ebene konstruiert wird und die Neubestimmung der Grenzen zwischen dem Natürlichen und somit Feststehenden und dieser sozialen Ebene.‘ Das schliesst ein, dass man sich der Idee verweigert, dass die sexuelle Identität von der Natur bzw. den Chromosomen vorgegeben ist, unter gleichzeitiger Vorgabe, dass sich jeder von uns sein eigenes Geschlecht nach Belieben männlich oder weiblich zurechtzimmern kann, nötigenfalls auch unter Berücksichtigung irgendwelcher Zwischenstufen“.
Ist das nun das Programm, welches unser Arbeitsministerium vorschlagen will? In diesem Fall fragen wir uns, ob die „gesegneten“ Minister des Treffens von Todi vom vergangenen September dazu etwas zu sagen haben.
Quelle: Correspondenza Romana (8 febbraio 2012)
Übersetzung: Zukunft CH