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Von einer hügeligen Erhebung aus werfen zwei Männer einen Blick auf die Umgebung. Vor ihnen befindet sich das Aarebecken, ein Stück des Thunersees sowie die Berner Alpen mit dem Niesen, dem Schilthorn und der Blüemlisalp. Im Vordergrund ruht ein alter Hirte, angelehnt an seinen Ochsen, neben ihm zwei Schafe. Die Sepiazeichnung dokumentiert Jakob Philipp Hackerts Begegnung mit dem Berner Oberland. Hackert, der eher für seine topografisch getreuen Landschaftsbilder von Italien bekannt wurde, vermischt bei dieser Darstellung Realität und Fantasie: Während er die Landschaft im Hintergrund mit dem damaligen Schadaugut sowie Hofstetten detailgetreu abbildet, ist der Vordergrund reine Fiktion. Anstelle des Hügels müsste sich eigentlich die Stadt Thun befinden. Die Zeichnung entsteht wohl bei seiner Reise in die Schweiz: Der Künstler bereist 1778 von Italien her die Schweiz. Es geht von Mailand über den Gotthard nach Luzern, dann nach Bern und von dort aus zu den Gletschern des Grindelwaldes. So kommt er auch an Thun vorbei. Er reist zusammen mit der englischen Familie Gore. Charles Gore ist ein wohlhabender Autor, Archäologe und Maler, der zu jener Zeit in Italien lebt und zusammen mit Hackert einige Reisen durch Europa unternimmt.
Anja Seiler
Der Künstler ist bekannt für seine Bilder von Italien.
Auf seiner Reise in den Süden kommt er an Thun vorbei.
Er zeichnet den Thuner-See und die Berner Alpen,
so wie er die Land-schaft sieht.
Doch der Vorder-grund ist reine Fantasie.
In Wirklich-keit sind dort keine Hügel.
Dort ist die Stadt Thun.
Ob er den Hirten so gesehen hat?
Oder ist es auch Fantasie,
wie der Hirte am Ochsen lehnt
und ruht?
Sara Smidt