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Inhaltsverzeichnis
Übersicht
Die Abwasserentsorgung, bestehend aus Siedlungsentwässerung und Abwasserreinigungsanlagen, bildet ein wichtiges Element des Gewässerschutzes. Sie gewährleistet die Siedlungshygiene und den gewässerschonenden Umgang mit Regenwasser. Im Siedlungsgebiet stellt die Abwasserentsorgung den Schutz von Sachwerten bei Regenereignissen sicher.
Entwässerungsplanung
Die Entwässerungsplanung kann einer Region (Regionaler Entwässerungsplan REP), einem Abwasserverband (Verbands-Entwässerungsplan VGEP) oder einer Gemeinde (Genereller Entwässerungsplan GEP) dienen.
Die Entwässerungsplanung beantwortet die folgenden Fragen:
- Wie erfolgt die Abwasserentsorgung in der einzelnen Gemeinde?
- Könnten die Abwasserreinigungsanlagen (ARA) oder der Kanalnetzbetrieb der Gemeinden optimiert werden?
- Beeinflussen mehrere Gemeinden durch ihre Abwasserentsorgung das gleiche Gewässer?
- Welches Regenwasser, das auf Dächer, Plätze und Verkehrsflächen fällt, muss als verschmutzt angenommen werden?
- Welche Massnahmen sind für den Gewässerschutz in anderen Sachbereichen, wie z. B. der Landwirtschaft, erforderlich?
Hinweise zur Entwässerungsplanung
Verwenden Sie die Akkordeon-Bedienelemente, um die Sichtbarkeit der jeweiligen Panels (unterhalb der Bedienelemente) umzuschalten.
Mit dem Gewässerschutzgesetz (GSchG) wurde 1991 das Generelle Kanalisationsprojekt (GKP) erweitert zum Generellen Entwässerungsplan (GEP).
Seit 1998 legt die Gewässerschutzverordnung (GSchV) in Art. 5 folgendes fest:
- Die Kantone sorgen für die Erstellung von generellen Entwässerungsplänen (GEP), die in den Gemeinden einen sachgemässen Gewässerschutz und eine zweckmässige Siedlungsentwässerung gewährleisten.
- Der GEP legt mindestens fest:
a. die Gebiete, für die öffentliche Kanalisationen zu erstellen sind
b. die Gebiete, in denen das von bebauten oder befestigten Flächen abfliessende Niederschlagswasser getrennt vom anderen Abwasser zu beseitigen ist
c. die Gebiete, in denen nicht verschmutztes Abwasser versickern zu lassen ist
d. die Gebiete, in denen nicht verschmutztes Abwasser in ein oberirdisches Gewässer einzuleiten ist
e. die Massnahmen, mit denen nicht verschmutztes Abwasser, das stetig anfällt, von der zentralen Abwasserreinigungsanlage fernzuhalten ist
f. wo, mit welchem Behandlungssystem und mit welcher Kapazität zentrale Abwasserreinigungsanlagen zu erstellen sind
g. die Gebiete, in denen andere Systeme als zentrale Abwasserreinigungsanlagen anzuwenden sind, und wie das Abwasser in diesen Gebieten zu beseitigen ist.
- Der GEP wird nötigenfalls angepasst:
a. an die Siedlungsentwicklung
b. wenn ein Regionaler Entwässerungsplan erstellt oder geändert wird.
- Er ist öffentlich zugänglich.
Der Verband Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute (VSA) hat 1998 eine erste Version der Datenstruktur Siedlungsentwässerung (VSA-DSS) herausgegeben, wie GEP-Daten strukturiert werden sollten.
Mit Einführung von Geoinformationsgesetz (GeoIG) und Geoinformationsverordnung (GeoIV) im Jahr 2008 sowie den kantonalen Versionen (KGeoIG, KGeoIV) aus dem Jahr 2012 wurden die nationalen und kantonalen Geobasisdatensätze festgelegt, darunter mit der Identifikationsnummer ID 129 der GEP.
Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat im November 2016 das minimale Geodatenmodell (MGDM) «Kommunale Entwässerungsplanung (GEP), Identifikator 129.1» festgelegt.
Im Leitungskataster wird das Medium Abwasser gemäss SIA-Norm 405 erfasst. Diese Definition der Kanalisation ist nur ein Bruchteil von VSA-DSS und hängt somit direkt zusammen dem GEP.
Nach mehrmonatigen Vorbereitungen wurden am 3. September 2018 die Zürcher Gemeinden, Planer und Katasterstellen an einer Informationsveranstaltung informiert, dass ein kantonales Geodatenmodell zum GEP erarbeitet werden soll.
2019 wurde in einer Fachinformationsgemeinschaft (FIG) das KGDM GEP erarbeitet, während der VSA die «Wegleitung GEP-Daten» mit VSA-DSS-Mini 2015 zur neuen «Wegleitung Daten der Siedlungsentwässerung» mit VSA-DSS-Mini 2020 überarbeitete.
2020 wurde das kantonale Modell an die VSA-DSS-Mini 2020 angepasst und die entsprechenden INTERLIS-Beschriebe erstellt. Vom 1. Oktober bis 31. Dezember 2020 wurde es zur Vernehmlassung an alle Gemeinden, GEP-Ingenieurbüros und Abwasserverbände geschickt. Die Einladung ging selbstverständlich auch an den Verband der Gemeindepräsidien des Kantons Zürich (GPV ZH), den Verein Zürcher Gemeindeschreiber und Verwaltungsfachleute (VZGV) und den Schweizerischen Verband für Geomatik und Landmanagement (GEOSUISSE).
Das KGDM GEP umfasst die kantonalen Geobasisdatensätze
- ID 129: Kommunale Entwässerungsplanung GEP
- ID 81-ZH: Kataster der Einleitung in Oberflächengewässer
- ID 82-ZH: Kataster der bewilligten Versickerungsanlagen
Und bildet die Grundlage für
- ID 93-ZH: Strassenentwässerung Staatsstrassen (ohne Zürich + Winterthur)
- ID 94-ZH: Strassenentwässerung Staatsstrassen (nur Zürich + Winterthur)
Das kantonale Geodatenmodell zum GEP setzt sich zusammen aus Informationen zu
- Kanalnetz (Knoten + Leitungen bzw. Abwasserknoten, Haltung, Haltungspunkt und Abwasserbauwerke wie Kanal, Normbauwerk, Spezialbauwerk, Einleitstelle, etc.)
- Versickerungsanlagen
- Sonderbauwerke
- Teileinzusgebiete inkl. Drainageflächen
- GEP-Massnahmen
- Abwasserentsorgung im ländlichen Raum (ALR)Versickerungskarte
- Versickerungskarte
Die Daten werden beim Kanton aggregiert und als Minimales Geodatenmodell ID 129.1 GEP an den Bund weitergeleitet.
Bei Fragen rund um das kantonale Geodatenmodell «GEP» und zum daraus folgenden Informatikprojekt «digitaler GEP» wenden Sie sich bitte an:
Siedlungsentwässerungs-verordnung
In den Verordnungen zur Siedlungsentwässerung (SEVO) werden die Rechte und Pflichten von Gemeinden und Privaten bei der Entwässerung von Siedlungen geregelt. Zudem werden die Eckwerte der Abwasserentsorgung sowie die Finanzierung der öffentlichen Abwasseranlagen definiert.
Verwenden Sie die Akkordeon-Bedienelemente, um die Sichtbarkeit der jeweiligen Panels (unterhalb der Bedienelemente) umzuschalten.
Die Ausführungsbestimmungen zur SEVO geben Aufschluss über Schnittstellen, Anforderungen an Planung, Bau, Betrieb und Unterhalt der Abwasserentsorgung sowie über notwendige Kontrollen.
Die Vorlagen für die SEVO enthalten optionale Kapitel, wie z. B. «Förderung von Gewässerschutzmassnahmen» oder «Gewässerunterhalt». Die Gemeinden können wählen, ob sie diese Bestimmungen übernehmen, anpassen oder darauf verzichten. Die im Kapitel «Finanzierung der öffentlichen Siedlungsentwässerung» aufgezeigten Varianten erlauben den Gemeinden, die für sie am besten geeignete Gebührenart auszuwählen.
Betrieb & Unterhalt der Kanalisation
Sowohl öffentliche Kanalisationen als auch private Liegenschaftsentwässerungsanlagen müssen regelmässig überwacht und unterhalten werden. Ungenügend überwachte Abwasseranlagen können durch Rückstau zu Überschwemmungen führen. Durch undichte Abwasserleitungen wird das Grund- bzw. Trinkwasser verschmutzt.
Die Lebensdauer von Abwasseranlagen hängt massgeblich von Qualität und Sorgfalt bei der Bauausführung und dem Unterhalt ab.
Strassenabwasser
Das Strassenabwasser von stark befahrenen Strassen muss vor der Einleitung in Gewässer oder vor der Versickerung in den Untergrund in einer Strassenabwasserbehandlungsanlage (SABA) gereinigt werden.
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Ansprechperson
Regenwasser
Nach Art. 7 des Gewässerschutzgesetzes ist nicht verschmutztes Regenwasser versickern zu lassen. Die Versickerung über den bewachsenen Boden ist generell dem Versickern in einer unterirdischen Versickerungsanlage vorzuziehen.
Ist die Versickerung nicht möglich, kann das Regenwasser – wo nötig mit Rückhaltemassnahmen (Retention) – in ein Gewässer eingeleitet werden.
In den Grundwasserschutzzonen S1 und S2 sowie in den Grundwasserschutzarealen ist die Versickerung von Regenwasser verboten.
Retentionsrechner
Ist die Versickerung nicht möglich, sind vielerorts Retentionsbecken zur vorübergehenden Speicherung des Regenwassers notwendig. Mittels Retentionsrechner können Sie das maximale Volumen von Retentions-, bzw.
Rückhaltebecken auf Liegenschaften gemäss der Richtlinie und Praxishilfe Regenwasserentsorgung berechnen.
Manchmal ist die gewünschte Versickerung von Regenwasser nicht möglich, weil es z. B. die Durchlässigkeit des Untergrundes nicht zulässt. In solchen Fällen kann Regenwasser als Brauchwasser genutzt werden und damit gleichzeitig der Trinkwasserverbrauch einer Überbauung vermindert werden.
Regenwasser kann relativ einfach in der Gartenbewässerung eingesetzt werden. Auch für die Toilettenspülung oder die Waschmaschine kann grundsätzlich Regenwasser genutzt werden, dafür sind allerdings aufwändigere sanitäre Hausinstallationen notwendig.
Wird das gebrauchte Regenwasser der öffentlichen Kanalisation als Abwasser zugeleitet, sind die Abwassermengen entsprechend zu erfassen und Abwassergebühren zu bezahlen. Die Bewilligung solcher Systeme ist Sache der Gemeinden.
Erdbebenprävention
Für den Schutz der Bevölkerung ist die Erdbebensicherheit von Wasserversorgungsanlagen und Abwasserreinigungsanlagen von existenzieller Bedeutung.
Die Erdbebenprävention durch erdbebensicheres Bauen ist im Kanton Zürich gesetzlich verankert.
Stärkere Erdbeben sind im Kanton Zürich zwar sehr selten, im Ereignisfall sind aber Gebäude- und Infrastrukturschäden zu erwarten. Die Erdbebensicherheit der Anlagen für die Wasserversorgung (WV-Anlagen) und für die Abwasserreinigung (ARA) ist deshalb von zentraler Wichtigkeit. Denn im Krisenfall, wie er nach einem Erdbeben von erheblicher Stärke eintritt, müssen die wichtigsten Infrastrukturen funktionsfähig bleiben.
Damit die Bevölkerung nach einem Erdbeben so gut wie möglich mit Trinkwasser versorgt und die Siedlungshygiene gewährleistet ist, sollen die Anlagen der Wasserversorgung wie auch der Abwasserreinigungsanlagen vorsorglich auf ihre Erdbebensicherheit überprüft und angepasst werden.
Der Regierungsrat des Kantons Zürich hat 2011 die SIA Normen und -Merkblätter zum erdbebensicheren Bauen in der Besonderen Bauverordnung I (BBV I) als verbindlich erklärt; mit den Normen SIA 260 ff für Neubauten und mit dem Merkblatt SIA 2018 für bestehende Bauten. Damit ist die Erdbebenprävention durch erdbebensicheres Bauen im Kanton Zürich gesetzlich verankert.