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Ein Gericht in den Vereinigten Staaten hat es auf Antrag einer Amerikanerin abgelehnt, den Fall gegen den Regisseur Roman Polanski zu stoppen.
Das Gericht in Los Angeles verweigerte Samantha Geimer, den Vergewaltigungsfall gegen Regisseur Roman Polanski zu stoppen, berichtet die Associated Press. Der Richter begründete die Entscheidung damit, dass “es unwahrscheinlich sei, das dies im Interesse des Opfers sein könnte.”
1977 wurde Polański in Los Angeles wegen „Vergewaltigung unter Verwendung betäubender Mittel“ der damals 13 Jahre alten Samantha Jane Gailey (nach ihrer Heirat Geimer) angeklagt. Die Anklage umfasste insgesamt sechs Punkte Das Verfahren fand unter grosser öffentlicher Anteilnahme statt. Um die Minderjährige zu schützen, schlug ihr Anwalt eine Verständigung im Strafverfahrenvor, damit sie nicht öffentlich vor Gericht aussagen musste. Der Staatsanwalt stimmte zu, ebenso Polańskis Verteidiger; die Anklage wurde damit auf „ausserehelichen Geschlechtsverkehr mit einer Minderjährigen“ reduziert; im Rahmen dieser Verständigung bekannte sich Polański schuldig. Wegen des Alters des Opfers war eine gerichtspsychiatrische Beurteilung des Täters gesetzlich vorgeschrieben, zu der Polański für 90 Tage ins Staatsgefängnis eingewiesen wurde. Nach 42 Tagen erfolgte die vorzeitige Entlassung mit der Empfehlung, eine Bewährungsstrafe zu verhängen.
Als sich abzeichnete, dass der zuständige Richter sich nicht an die Absprache halten würde, floh Polański nach London und lebte anschliessend in Frankreich. Seither vermied er Reisen in die Vereinigten Staaten und in Länder, in denen mit einer Auslieferung zu rechnen ist.
Vor ein paar Tagen sagte eine andere Frau aus, dass sie von Polanski im Jahr 1973 ebenfalls vergewaltigt wurde, als sie 16 Jahre alt war. Trotz der Tatsache, dass die Verjährungsfrist in dem Fall abgelaufen ist, kann eine Frau in einem zukünftigen Prozess aussagen.