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Das Bundesamt für Statistik hat erste Resultate der Lohnstrukturerhebung 2016 bekannt gegeben. Was davon wichtig ist, findest du hier.
Das Bundesamt für Statistik (BFS) erhebt alle zwei Jahre die Lohnstrukturen in der Schweiz. Nun liegen erste Resultate für das Jahr 2016 vor. Arbeitnehmende in der Schweiz verdienten im Jahr 2016 im Median 6502 Franken. Das entspricht einem Anstieg von 5 Prozent im Vergleich zu 2014. Dies ist der Medianlohn. Gleich viele Personen verdienten also mehr beziehungsweise weniger.
Hier findest du die 5 wichtigsten Erkenntnisse aus der Lohnstrukturerhebung 2016:
Die 10 Prozent der Arbeitnehmenden mit den tiefsten Löhnen verdienten weniger als 4313 Franken pro Monat, während die am besten bezahlten 10 Prozent einen Lohn von über 11'406 Franken erhielten.
Die Lohnschere schloss sich zwischen 2008 und 2016 leicht: Der Gesamtabstand zwischen den höchsten und den niedrigsten Löhnen verringerte sich vom Faktor 2,7 auf 2,6. Im Vergleich zu 2014 blieb dieser Faktor jedoch stabil.
Im gleichen Zeitraum stiegen die Löhne der am besten bezahlten 10 Prozent um 6,3 Prozent. In der Mittelschicht belief sich das Lohnwachstum auf 6,9 Prozent, während sich die Löhne bei den am schlechtesten bezahlten 10 Prozent der Arbeitnehmenden um 9,9 Prozent erhöhten.
2016 gab es rund 329'000 Tieflohnstellen, also Vollzeitstellen mit einem monatlichen Bruttolohn von weniger als 4335 Franken. 2014 gab es insgesamt 256'000 solcher Stellen. Seit der letzten Erhebung gibt es also 73'000 Tieflohnstellen mehr.
Tendenziell scheint der Anteil der Tieflohnstellen in der Gesamtwirtschaft jedoch zu sinken, schreibt das BFS. Zwischen 2008 und 2016 ging er von 11,4 Prozent auf 10,2 Prozent zurück.
Ebenfalls gesunken ist laut dem BFS das Lohngefälle zwischen Frauen und Männern. Im Jahr 2016 betrug es 12 Prozent gegenüber 12,5 im Jahr 2014. Frauen verdienten 2016 im privaten Sektor 14,6 Prozent weniger als Männer, im öffentlichen Sektor 12,5 Prozent. Die Lohnunterschiede lassen sich teilweise mit unterschiedlichen Tätigkeiten und strukturellen Merkmalen erklären.
Dieser Lohnunterschied fällt aber weiterhin höher aus, je höher die Hierarchiestufe der Stelle ist. Bei Stellen mit hohem Verantwortungsniveau verdienten Frauen im Schnitt 18,5 Prozent weniger als Männer.
Bei Stellen mit einem Bruttolohn von weniger als 4500 Franken betrug der Frauenanteil 60 Prozent. Stellen mit einem Bruttolohn über 16'000 Franken sind jedoch nur zu 16,7 Prozent von Frauen besetzt.
2016 stiegen erstmals die Boni wieder an. Die jährliche Sonderzahlung betrug im Schnitt 9033 Franken, ein Anstieg von fast 14 Prozent im Vergleich zu 2014. Vor zehn Jahren betrug die durchschnittliche Boniauszahlung noch 11'698 Franken.
Laut dem BFS erhielt 2016 fast jeder dritte Arbeitnehmende in der Schweiz einen Bonus. Diese variieren jedoch stark je nach Wirtschaftszweig und Verantwortungsniveau. Bei den Banken erhielten die oberen Kader im Schnitt zum Beispiel 100'651 Franken Boni im Schnitt, Personen ohne Führungsverantwortung nur 3972 Franken.
Es gelte zu beachten, dass Boni in den meisten Wirtschaftszweigen ein fester Bestandteil des Entlöhnungssystems sind, so das BFS.
Der regionale Unterschied bleibt unverändert. In der Region Zürich verdient es sich weiterhin am besten. Hier waren 2016 sowohl die Medianlöhne, wie auch die Spitzenlöhne am höchsten.
Schweizer (6808 Franken) verdienen im Schnitt besser als Ausländer (5'893 Franken). Der Medianlohn stieg bei den Schweizern seit 2016 stärker an, als jener der ausländischen Bevölkerung. Dies zeigt sich besonders bei Stellen auf Tieflohnniveau.
Bei Stellen mit hohem Verantwortungsniveau ist die Situation umgekehrt. Ausländische Arbeitnehmer verdienen hier im Schnitt besser als Schweizer.
Weiter sind Unterschiede bei unterschiedlichem Aufenthaltsstatus beobachtbar.
(leo/sda)