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Er begann als Spassvogel: In der Serie «Girls» spielte Adam Driver ab 2012 den schrulligen Hipster Adam. Die Komödie über vier New Yorkerinnen Mitte 20 war eine Art «Sex and the City» für Millennials. Driver war ein Höhepunkt der Serie: eigensinnig, aber einnehmend.
Der schlanke 1.89-Riese mit dem markanten Gesicht ist eine eigentümliche Erscheinung. Das passt ausgezeichnet zur Rolle des schrulligen, aber coolen Querkopfs, als der er zu Beginn seiner Karriere immer wieder besetzt wurde. Neben «Girls» auch in der Kult-Komödie «Frances Ha» oder in «While We’re Young».
«Star Wars» macht ihn zum Star
Dann machte «Star Wars» Driver zum Hollywood-Star: In «The Force Awakens» (2015) und den beiden Fortsetzungen spielte er denn Bösewicht Kylo Ren. Obwohl Driver meist unter einer schwarzen Maske versteckt ist, verleiht er dem aufbrausenden Superschurken eine unheimliche Energie. Und beweist, dass er sich auch abseits von Indie-Komödien behaupten kann.
Bis zu «Star Wars» war Drivers Karriere alles andere als geradlinig verlaufen. An der Schauspielschule war er erst abgewiesen worden und schrieb sich darauf bei der Armee ein. Erst nach zwei Jahren bei den Marines und einer verletzungsbedingten Entlassung konnte die Schauspielausbildung beginnen.
Es folgten Auftritte im Theater, Kurz- und Fernsehfilmen sowie eine Reihe von winzigen Rollen in grossen Produktionen, bevor «Girls» das Aufstiegstempo erhöhte. Die Rolle in «Star Wars» habe er in erster Linie «Girls» zu verdanken, sagte Adam Driver in einem Interview.
Kult-Regisseure stehen Schlange
Nach «Star Wars» standen die Star-Regisseure bei Driver Schlange: Martin Scorsese, Ridley Scott, Jim Jarmusch, Spike Lee, Steven Soderbergh und Terry Gilliam: Sie alle wollten den auffälligen Mann mit der einnehmenden Erscheinung in ihren Filmen.
Zwei Mal wurde Driver bislang für einen Oscar nominiert: 2018 für seine Rolle als Polizist in Spike Lees «BlackKklansman» und 2019 für «Marriage Story». Das intensive Scheidungsdrama war Drivers vierte Zusammenarbeit mit Regisseur Noah Baumbach (inzwischen ist mit «White Noise» ein fünfter Film dazugekommen) und vielleicht seine bislang beste Rolle. In der nuancenreichen Scheidungsgeschichte kann Driver seine volle Bandbreite von Komödie bis Drama ausschöpfen.
Driver ist ein engagierter Schauspieler, der mit seiner eigenen Leistung hart ins Gericht geht. Seine eigenen Filme schaut er sich nie an, weil er dabei stets nur Fehler sehe, sagte Driver in einem Interview mit der New York Times. Ein anderes Interview hat er abgebrochen, weil ihm ein Journalist einen Filmausschnitt vorspielen wollte.
Vielseitig und rasant weiter
Dabei sind seine Filme fast durchgehend sehenswert. Driver spielt in historischen Actionfilmen, Zombiekomödien und Musicals. Auf die Rolle des schrulligen Hipsters wird er schon lange nicht mehr beschränkt – vielmehr hat er sich als vielseitiger und erfolgreicher Schauspieler etabliert.
Und Drivers Karriere geht weiter steil nach oben. Schon bald ist er wieder auf Schweizer Leinwänden zu sehen – als Enzo Ferrari in Michael Manns Biopic «Ferrari».