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Industrialisierung
Spinnen und Weben entwickelt sich zum Haupterwerb und stellt das landwirtschaftliche Einkommen in den Schatten. In vielen Häusern ist man sich die Arbeit am Spinnrad gewohnt, Kinder mit flinken Händen produzieren nicht weniger Garn als mancher Hausvater. Mitte des 18. Jahrhunderts arbeiten 90 % der Familien am Spinnrad und das geerbte Land wird locker verkauft. Die Einheimischen sind überzeugt, dass die Zukunft für sie und ihre Kinder im häuslichen Spinnrad und Webstuhl liegt und wollten einen grossen Bauernhof nicht mehr geschenkt. Die Bevölkerung nahm dank der Spinnerei und Weberei stark zu und erreichte 1810 mit 3'549 Einwohnern das Maximum. Als ab 1840 infolge von mechanischen Spinnereien ein langsamer und zäher Niedergang der Handweberei begann, traf es Bäretswil, als Gemeinde mit dem grössten Weberanteil im Oberland, aufs Schwerste.
Am 22. November 1832 wird das Volk zur Eröffnung der mechanischen Weberei in Uster eingeladen. Die Bäretswiler Handweber haben nicht vergessen, in welche Armut die ersten Maschinen die Weber brachten. Etwa 50 Männer schlagen Fenster und Türen des neuen Fabrikgebäudes ein und setzten die verhasste Fabrik mit Brennmaterial und glühenden Eisenstäben in Brand. Ein Grossteil der Verurteilten des Uschterbrands stammte aus Bäretswil. Die Heimweber hatten nicht vergessen, wie rasch und gründlich die mechanischen Spinnereien die Heimarbeit am Spinnrad vernichteten.
Neuzeit
Speziell für Bäretswil ist die Tatsache, dass hier die Industrialisierung bereits im 18. Jahrhundert einsetzte und nach einem sagenhaften Bevölkerungsanstieg der technische Fortschritt im 19. Jahrhundert die bevölkerungsreiche Gemeinde zunehmend links liegen lässt. Durch seine Lage wird Bäretswil erst spät und nur mit schmaler Spur an die aufstrebenden Verkehrsströme angeschlossen.
Das 19. Jahrhundert ist eine Epoche der technischen Revolution. Maschinen, Fabriken und Eisenbahnen, aber auch das Telefon und der elektrische Strom sind Errungenschaften dieser Zeit.
In den vergangenen Jahrzenten hat sich die Lage in der Gemeinde in vielerlei Hinsicht verbessert. Heute hat Bäretswil mit seinen rund 5‘000 Einwohnern und einer gesunden Finanzgrundlage den Anschluss an die Zukunft wieder gefunden.

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