Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03237.jsonl.gz/1494

Wie vielseitig und spannend Historisches Fechten ist, zeigen die folgenden Filme der Fechtschule Gdansk aus Polen:
[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=ICSLHdc2ljw[/youtube]
[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=wLkapR2biHA[/youtube]
Wie vielseitig und spannend Historisches Fechten ist, zeigen die folgenden Filme der Fechtschule Gdansk aus Polen:
[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=ICSLHdc2ljw[/youtube]
[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=wLkapR2biHA[/youtube]
Der Flammberg ist ein Zweihänder-Langschwert, welches sich durch seine geflammte Klinge auszeichnet. Das ursprünglich aus der Schweiz stammende Schwert wird auch Flamberg, Flamberge, Flammberge oder Flammenschwert genannt.
Es dürfte seinen Namen von seiner flammenförmigen Klinge haben. Darauf deutet die Version mit Doppel-M hin, welche Bezug auf die Worte «Flamme» respektive «geflammt» nimmt.
Einige Waffenkundler vertreten jedoch die Ansicht, dass sich der Name auf ein Schwert des französischen Ritters Renaud de Montauban bezieht, welches wohl «Flamberge» hiess. Ich persönlich bin ein Anhänger der Version mit Doppel-M, da mir die Erklärung des Namens mit Bezug zu einer Flamme im Hinblick auf die Form der Klinge plausibel erscheint.
Der Flammberg wurde als Gassenhauer verwendet um Gassen in feindliche Pikenierformationen zu schlagen. Mit diesem Schwert wurden auch feindliche Soldaten, die zwischen Pikenierreihen vordrangen abgewehrt.
Es handelt sich um eine Waffe, die von sogenannten Doppelsöldnern bzw. Schwertspielern verwendet wurde. Doppelsöldner waren gutbezahlte Spezialisten, denen ein doppelter Sold gezahlt wurde. Die Aufgabe von Doppelsöldnern war gefährlich, was sich in ihrer oft kurzen Lebensdauer widerspiegelte.
Fechten ist eine Kampfsportart, die sich aus historischen Kampftechniken mit Hieb- und Stichwaffen entwickelt hat. Ziel bei dieser Sportart ist es vereinfacht gesagt zu treffen ohne selber getroffen zu werden. Das älteste Fechtbuch wird von Experten auf das Jahr 1300 datiert. Es wurde wahrscheinlich von einem deutschen Mönch namens Liutger verfasst und enthält schriftliche Erläuterungen für den Kampf mit Schwert und Buckler. Mönche, die Kampfkünste lehrten, gab es also auch in Europa.
Im Mittelalter umfasste Begriff des Fechtens das gesamte Repertoire des bewaffneten und unbewaffneten Kampfes. In den Fechtbüchern des Mittelalters werden sowohl Ring- und Nahkampftechniken als auch die Handhabung des Kampfes mit Dolch, langen Messern, Schwertern und Stangenwaffen gelehrt. Nach Aufkommen der Kampftechniken mit dem langen Messer und dem langen Schwert wurden keine Schilder mehr benötigt.
Im 16. Jahrhundert kamen das Seitschwert bzw. auch Reitschwert genannt und das Rapier in Mode. Das Seitschwert war ein schlankes, einhändig geführtes Schwert mit einem im Vergleich zu mittelalterlichen Schwertern komplexeren Parier. Es hatte neben der Parierstange Parierringe und Faustbügel, welche einen zusätzlichen Schutz für die Führungshand boten. Es gilt als Zwischenform in der Entwicklung vom mittelalterlichen Schwert zum Rapier. Das Rapier wurde ursprünglich als zivile Waffe für die Selbstverteidigung und für Duelle entwickelt, wurde jedoch auch von Soldaten verwendet. Das Rapier zeichnete sich durch eine schmalere und leichtere Klinge aus und hatte anstelle einer Parierstange zum Schutz der Führungshand einen Griffkorb. In damals bereits aufkommenden Fechtschulen ebenfalls beliebt war im späten Mittelalter aufgekommene Dussack. Diese Waffe wurde hauptsächlich in Fechtschulen und für Duelle verwendet.
Im 18. Jahrhundert übernahm Frankreich die Führungsrolle bei den Fechtschulen Europas. In diese Zeit fällt die Entwicklung des Degens, welcher leichter und Biegsamer war als das Rapier.
Heute unterscheidet man historisches Fechten und Sportfechten. Historisches Fechten orientiert sich an den historischen Fechttechniken des Mittelalters und der Renaissance mit den damals verbreiteten Waffen. Das als olympische Disziplin anerkannte Sportfechten beschränkt sich auf Fechtstile der späteren Epochen aus welchen sich der Kampf mit Degen, Florett und Säbel erhalten hat. Die Fédération Internationale d’Escrime (FIE) ist der vom internationalen olympischen Komitee anderkannte Dachverband für den Fechtsport. Die Sportart erfordert Ausdauer, Kraft und Konzentration.
Das heutige historische Fechten hat sich aus in alten Fechtbüchern überlieferten Kampftechniken entwickelt. Quellen für den Kampf mit historischen Fechtwaffen sind vor allem deutsche und italienische Fechtbücher.
Die prägende Person der Deutschen Fechtschule war Johann Liechtenauer. Er erforschte und systematisierte im 14. Jahrhundert verschiedene Kampftechniken mit dem langen Schwert. Die späteren deutschsprachigen Fechtmeister und Quellen zur Handhabung des Langschwerts bezogen sich bis ins frühe 17. Jahrhundert auf Liechtenauer und seine Lehre. Deshalb spricht man auch von der Liechtenauer-Tradition.
Bedeutende zeitgenössische Aufzeichnungen aus dem deutschen Sprachraum sind die Handschrift 3227a sowie die Fechtbücher Danzigs, Ringecks, Lews, Speyers, Talhoffers, Kals, Leckküchners und Meyers.
Im 17. Jahrhundert wurden Blankwaffen im militärischen Bereich zusehends durch Feuerwaffen verdrängt. Im zivilen Bereich setzten sich leichtere Fechtwaffen wie das Rapier durch und besiegelten damit das Ende der Deutschen Fechtschule, die sich durch das Fechten mit dem Langschwert auszeichnete.
Die italienischen und spanischen Schulen des Rapierfechtens überlebten bis ins 18. Jahrhundert und entwickeln sich schliesslich im 19. Jahrhundert zum modernen Sportfechten.
Beim Sportfechten werden heute noch leichtere Fechtwaffen als das Rapier eingesetzt. Gefochten wird mit leichten Degen, dem Florett, welches eine Art Übungsdegen ist und einem maximal bis 500 Gramm leichten Säbel , der sich von historischen Militärsäbeln und sogar von den beim akademischen Fechten verwendeten Mensursäbeln markant unterscheidet.
Beim sportlich betriebenen historischen Fechten sind die Fechtwaffen etwas schwerer als beim Sportfechten. Fechtfedern für den Kampf mit dem Langschwert wiegen zwischen 1.35-1.6 kg.