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Derrick Kyatuka während seiner Arbeit sowie sein Blick hinter der Linse.
Text: Amie Heath, Head of International Programming
Derrick Kyatuka kam vor vier Jahren als Kommunikationsbeauftragter zu World Vision Uganda. Seine Geschichte begann mit Worten oder besser gesagt mit Schreiben, bevor Bilder seine Passion wurden. Derrick Kyatuka war zwei Jahre lang als Journalist bei Ugandas führendem Medienhaus tätig, wo er das Handwerk lernte. Als World Vision 2017 eine Stelle für einen Kommunikationsbeauftragten ausschrieb, passte er perfekt.
Sein erster Auftrag bestand darin, eine Geschichte über den Start einer landesweiten Kampagne von World Vision zur Bekämpfung der steigenden Zahl von HIV-Neuinfektionen bei heranwachsenden Mädchen und jungen Frauen im Alter von 15 bis 24 Jahren zu verfassen.
Die Kampagne trug den Titel «Strenghtening School-Community Accountability for Girls Education (SAGE)» und zielte darauf ab, eine AIDS-freie Zukunft für Mädchen und Frauen zu gewährleisten.
Durch diese Geschichte erkannte er, dass mehr in einer Geschichte steckt als nur Worte auf Papier. Er wollte das die Stimmen der Kinder hinter der Geschichte gehört und gefühlt werden. Und was kann Gefühle besser transportieren als ein Bild?
Einsatz in einem Nothilfeprojekt
Im Oktober 2017 hatte Derrick die Möglichkeit, sich der West-Nil-Response von World Vision anzuschliessen. Es war eine Zeit, in der der Zustrom von Geflüchteten aus dem Südsudan nach Uganda von Tag zu Tag rapide anstieg. Er wurde für eine Woche als Aushilfskraft eingesetzt, um Fotos zu machen und die Realität vor Ort zu erfassen. Schätzungen zufolge kamen in dieser Zeit täglich mehr als 5'000 Geflüchtete in Uganda an, vor allem Frauen und Kinder – mit nichts als ein paar Kleidern auf dem Rücken, viele mit Verletzungen, die sie sich auf der Reise zugezogen hatten.
World Vision stellte mit dem UNHCR und anderen Partner-Organisationen sicher, dass die Neuankömmlinge sofort Zugang zu den Grundbedürfnissen wie Unterkunft, Wasser und Nahrung sowie zu medizinischer Versorgung, psychosozialer Betreuung und Kinderschutz erhielten.
Derzeit leben schätzungsweise 822'823 Geflüchtete und Asylbewerber in der West-Nil-Region. (UNHCR Uganda Refugee Response November 2021). Die Bedürfnisse der Kinder und ihrer Familien haben sich von der unmittelbaren Nothilfe hin zur Sicherung des Familieneinkommens und des Schulbesuchs ihrer Kinder verändert. Der Schwerpunkt unseres Entwicklungsprojekst Omugo in Uganda wird auf dem bereits geschaffenen Fundament weitergeführt – weg von der Nothilfe, hin zur Ausweitung der bereits begonnenen friedensfördernden Massnahmen und hin zur Entwicklung.
Wandel von der Nothilfe zur Entwicklung
Bei der Zusammenarbeit mit den Gemeinden von Omugo wurde beschlossen, sich in einer ersten Projektphase auf die Existenzsicherung zu konzentrieren. So soll sichergestellt werden, dass die Familien über die nötigen Mittel verfügen, um mit Hilfe des Projektmodells Savings for Transformation (S4T) selbständig und nachhaltig ihr Einkomen zu steigern. Bei diesem Modell werden Gruppen innerhalb der Gemeinschaft gebildet, die gemeinsam auf sichere, bequeme und flexible Weise sparen. Sie verwenden eine einfache, transparente Methode, die in der Regel von der Gruppe festgelegt wird, um kleine Geldbeträge zu sammeln und in Ersparnisse umzuwandeln, die dann als Kredit an die Mitglieder verliehen werden können.
Wenn man Derrick fragt, was er jetzt und in Zukunft in Omugo sieht, ist er dankbar für den Wandel von der Nothilfe zur Entwicklung – dass die Kinder wachsen und die Widerstandsfähigkeit ihrer Eltern weiter gestärkt wird. Für die Zukunft sieht er Kinderbotschafterinnen und -botschafter, die starke Männer und Frauen werden und das Gebiet von Omugo, ein ehemaliges Jagdgebiet, in ein entwickeltes Gebiet verwandeln. Die Kinderbotschafterinnen und -botschafter in Omugo gehören zu einer Generation, die den Südsudan verändern wird. Derrick hofft, dass diese Kinder das von World Vision vermittelte Wissen und die Fähigkeiten nutzen werden, um in ihrem Heimatland langfristige Lösungen zu finden und Veränderung anzustossen.
Fotograf und Geschichtenerzähler Derrick Kyatuka mit seiner Arbeitsausrüstung: Kameras und ein neugieriger Blick.