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Heute vor 165 Jahren war die Geburtsstunde der Litfaßsäulen Erfindung.
Am 1. Juli 1855 wurde in Berlin die erste Litfasssäule eingeweiht, deren ursprünglicher Zweck war es, die zunehmende Werbung an Hauswänden und weiteren Flächen einzudämmen. Die runden Säulen sollten dafür sorgen, dass sie von allen Seiten sichtbar sind und viel Platz für die zahlreichen Werbeplakate bieten. Die Litfaßsäule wurde vom Berliner Drucker Ernst Litfaß erfunden und im Jahr 1854 erstmals verwirklicht. Am 15. April 1855 wurde die erste Säule an der sogenannten „Ziegenbockswache“ in der Münzstraße (Berlin-Mitte) errichtet, aber erst am 1. Juli 1855 wurden die 100 Säulen und 50 Brunnenumhüllungen öffentlich präsentiert.
Am heutigen Tag zeigt sogar Google zu Ehren der Litfaßsäule ein sehr schönes Google-Doodle auf den deutschsprachigen Startseiten, das vielen Menschen rein optisch bekannt vorkommen dürfte. Die Litfasssäule hat das Stadtbild über mehrere Jahrhunderte geprägt und ist auch heute noch in vielen Städten zu finden – wenn auch in deutlich geringerer Zahl. Die Werbung war vor weit über 165 Jahren schon ein großes Thema. Litfaß hatte bis zu seinem Tod im Jahr 1874 das Monopol auf den Bau von Litfaßsäulen.
Ende 2005 gab es nach Angaben des Fachverbandes Außenwerbung etwa 51.000 Litfaßsäulen in Deutschland. Auch im Berliner Stadtbild sind Litfaßsäulen weiterhin präsent. Bis zum Jahr 2019 standen in Berlin genau 2.548 Säulen.
Seit Januar 2011 gibt es in Berlin den Litfaß-Platz. Der Platz entstand auf dem neu bebauten Gelände südlich des Bahnhofs Hackescher Markt, dem Hackeschen Quartier. In der Mitte des Platzes steht eine 5,25 m hohe Säule, die auf die Namensgebung des Areals hinweist.
Seit Anfang der 1990er Jahre hatte der Senat von Berlin, seit dem Mauerfall für ganz Berlin zuständig, mit der Firma Wall AG einen bis Ende 2019 gültigen Betreibervertrag für alle Litfaßsäulen abgeschlossen, wofür dieser die Werbeeinnahmen größtenteils behalten konnte, aber für die Sauberkeit und das stetige Funktionieren der Säulen zuständig war.
Der Betreiberwechsel zu der Stuttgarter Firma Ilg-Außenwerbung führte zu der Planung, dass alle alten Säulen abgebaut und durch etwa 1.500 neue Modelle, dicker und beleuchtet, teils an anderen Standorten, ersetzt werden. Um die Tradition jedoch zu erhalten, sollten 50 historische Litfaßsäulen unter Denkmalschutz gestellt werden.
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