Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03297.jsonl.gz/1094

Jeff Bezos bietet Nasa zwei Milliarden Dollar, um Elon Musk auszustechen
Blue Origin will sich partout nicht damit zufriedengeben, dass die US-Raumfahrtbehörde dem Rivalen SpaceX den Auftrag für das Mondlandegerät gegeben hat.
Will die Nasa mit einem Geld-Angebot unter Druck setzen: Jeff Bezos, Gründer des Raumfahrtunternehmens Blue Origin, an einer Veranstaltung der Air Force Association in Maryland (19. September 2018).
Bild: Alex Wong (Getty Images)
Beim ersten Anlauf gescheitert, bewirbt sich Jeff Bezos und sein Raumfahrt-Unternehmen Blue Origin noch einmal bei der Nasa um den Auftrag für das erste kommerzielle Mondlandegerät. Der Amazon-Gründer versucht es jetzt mit einem Geld-Angebot.
Blue Origin würde unter anderem in diesem und den kommenden beiden Jahren Kosten von bis zu zwei Milliarden Dollar für Entwicklung und Herstellung des Mondlandegeräts übernehmen. Das hat Bezos am Montag in einem offenen Brief an Nasa-Chef Bill Nelson angeboten. Ein Sprecher der Nasa sagte gemäss «Guardian», dass sich die Behörde des Briefes von Bezos bewusst sei, lehnte es aber ab, sich weiter dazu zu äussern.
Überzeugendes SpaceX-Angebot
Die US-Raumfahrtbehörde hatte sich bei der Ausschreibung im April gegen Blue Origin entschieden und stattdessen Elon Musks SpaceX mit der Entwicklung des ersten kommerziellen Mondlandegeräts beauftragt. Der Auftrag mit einem Wert von fast drei Milliarden Dollar ist Teil des sogenannten Artemis-Programms.
Die Nasa begründete ihre Entscheidung unter anderem mit ihren eigenen finanziellen Engpässen. Die Behörde wollte den Auftrag ursprünglich an zwei Unternehmen vergeben. Für den Bau des Mondlandegeräts erhielt die Nasa jedoch nur 850 Millionen der 3,3 Milliarden Dollar, die sie beim Kongress beantragt hatte.
Zudem überzeugte Elon Musks Firma SpaceX die Nasa mit ihren erfolgreichen Orbitalmissionen. Auch die Kosten sollen eine Rolle gespielt haben: Das Angebot von SpaceX war mit einigem Abstand das günstigste.
Bezos reichte Protest ein
Gegen die Entscheidung hat die Firma Blue Origin, mit deren Raumschiff «New Shepard» Bezos in der vergangenen Woche einen Kurztrip ins All unternommen hatte, bereits mehrfach Protest eingelegt. So reichte Blue Origin nach der Niederlage gegen SpaceX einen Protest beim «US Government Accountability Office» (GAO) ein, das den Kongress unter anderem bei Beschwerden gegen Vergabeentscheidungen berät.
Bezos’ Firma behauptete, die Nasa habe bei der Vergabe des Auftrags SpaceX erlaubt, in letzter Minute die Preisgestaltung zu überarbeiten. Die Entscheidung des GAO wird für Anfang August erwartet. Laut «BBC» schätzen einige aus der Raumfahrtbranche jedoch eine Rückgängigmachung der Entscheidung als unwahrscheinlich ein.
Blue Origins-Chef Jeff Bezos bei der Präsentation seines Raumschiffs Blue Moon, mit dem er die Mond-Mission in Angriff nehmen wollte (9. Mai 2019).
Bild: Mark Wilson (Getty Images)
Bei der frühestens für 2024 geplanten Mission sollen vier Astronauten mit dem Raumfahrzeug «Orion» in die Mondumlaufbahn gebracht werden, wo zwei von ihnen für den Endanflug zum Mond auf das Landegefährt von SpaceX umsteigen werden. Ziel ist es, ein vollständig wiederverwendbares Start- und Landesystem zu entwickeln, das für Flüge zu Zielen wie dem Mond und dem Mars eingesetzt werden kann.
Fehler gefunden?Jetzt melden.