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Gehorsam schickt der Globi-Verlag 1940 der Abteilung Presse und Funkspruch die «zwei üblichen Pflichtexemplare» seiner neusten Publikation zu. Die militärische Zensurbehörde wacht darüber, dass keine Schriften, Nachrichten und Filme publiziert werden, welche die Sicherheit der Schweiz im Krieg gefährden könnten. Umgehend teilt die Behörde dem Verlag mit, gegen den Vertrieb des Kinderbuchs «Globi wird Soldat» sei nichts einzuwenden. In der Tat: «Schart euch, Schweizer, um die Fahnen // Stolz und tapfer wie die Ahnen! // Eilt zum Heer von Berg und Tal, // Denn es ruft der General!», lautet die erste Strophe des Buchs. Globi stellt sich voll und ganz in den Dienst des Vaterlands.
Zu diesem Zeitpunkt hat er bereits eine erstaunliche Karriere hinter sich, die ihn mitten in die Deutschschweizer Gesellschaft geführt hat; während des Kalten Kriegs sollte er noch weitere staatstragende und identitätsstiftende Rollen übernehmen, etwa als Bauer und Feuerwehrmann. Ins Leben gerufen wurde die hybride Figur - Globi ist halb Vogel, halb Mensch - jedoch als kommerzieller Werbeträger. Anfang der dreissiger Jahre machte das Warenhaus Globus mit ihm auf die globale Erweiterung des Warensegments aufmerksam, das vermehrt Kolonialwaren wie Kakao, Kaffee, Tee und Baumwollstoffe umfasste. Daher kommt Globi in Afrika zur Welt. Einem Papagei gleicht er, weil dieser zu jener Zeit ein beliebtes Haustier der Mittelschichten war.
Globi ist also, wenn man so will, ein Afro-Schweizer. Und Globi ist wahrscheinlich der erste Migrant aus der südlichen Hemisphäre, der Schweizer Soldat wurde.
Autor: Urs Hafner