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«Das christliche Leben ist so einfach, es ist so einfach! Wir machen es komplizierter, mit so vielen Dingen, aber es ist so einfach.» Nachdem Franziskus mit der liturgischen Formel auf Latein zehn Menschen in die offizielle Heiligen-Liste der katholischen Kirche aufgenommen hatte, erklärte er noch einmal, was es mit christlicher Heiligkeit auf sich hat. Sie bestehe nicht aus heroischen Gesten, «sondern aus viel täglicher Liebe», so das Kirchenoberhaupt vor mehreren Zehntausend Menschen. Im Evangelium, auf Latein und im griechischen Original vorgetragen, hatte Jesus Christus seinen Jüngern aufgetragen: «Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben.» Dies sei das Wesentliche, so Franziskus. Damit könne jeder sein Leben in den Dienst anderer stellen.
Dieses Vertrauen, so der Papst, war das Lebensfundament der vier Frauen und sechs Männer, die er an diesem Sonntag heiligsprach. Sie stammen aus Italien, Frankreich, Indien und den Niederlanden. Die bekanntesten unter den neuen Heiligen sind der französische Wüsteneremit Charles de Foucauld (1858–1916) und der im KZ ermordete niederländische Ordensmann und Journalist Titus Brandsma (1881–1942). Zudem wurde Lazzaro Devasahayam Pillai (1712–1752), der erste indische Nichtkleriker, zum Heiligen ernannt. Drei Priester und vier Ordensfrauen hatten im 16., 18. und 19. Jahrhundert Gemeinschaften gegründet, die sich um die gesellschaftlichen Verlierer der industriellen Revolution kümmerten: Kinder, Frauen, Kranke.
Als offizielle Staatsgäste nahmen an der Feier Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella, Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin sowie aus Algerien, wo Charles de Foucauld starb, der Vorsitzende des Hohen Islamrates, Bouabdellah Ghoulamallah, teil. Aus Indien, wo religiöse Minderheiten es derzeit besonders schwer haben, ist der Minister für Minderheiten, Gingee Mathan, angereist. Offizieller Vertreter der Niederlande war Aussenminister Wopke Hoekstra.