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Washington - Im US-Bundesstaat Virginia wird erstmals seit fast 100 Jahren wieder eine Frau hingerichtet. Der Oberste Gerichtshof bestätigte am Dienstag (Ortszeit) das Todesurteil gegen Teresa Lewis.
Damit könnte die 41-Jährige bereits am Donnerstag durch die Giftspritze sterben, obwohl ihr Intelligenzquotient nur knapp über dem Wert liegt, ab dem Straftäter als geistig behindert gelten und nicht hingerichtet werden dürfen.
Lewis hatte gestanden, im Jahr 2002 zwei 19 und 22 Jahre alte Männer damit beauftragt zu haben, ihren Mann und ihren Stiefsohn umzubringen, um an die Lebensversicherung der beiden zu gelangen.
Die Frau hatte die beiden Täter in einem Supermarkt kennengelernt und eine Beziehung mit dem Älteren der beiden angefangen. Zudem förderte sie eine Beziehung ihrer 16-jährigen Tochter mit dem jüngeren der beiden Männer.
Während die beiden ebenfalls geständigen Täter zu lebenslanger Haft verurteilt wurden, sah der Richter Lewis als Drahtzieherin und verurteilte sie zum Tod.
Keine Hinrichtung geistig Behinderter
Die Verteidiger der Mutter und Grossmutter hatten indes geltend gemacht, dass Lewis geistig zurückgeblieben und nicht in der Lage sei, ein solches Verbrechen zu planen.
Mit einem Intelligenzquotienten von 72 liegt Lewis' Geisteszustand nur ganz knapp über dem Wert, ab dem Täter als geistig behindert eingestuft werden.
Der Oberste Gerichtshof hatte im Jahr 2002 geurteilt, dass geistig Behinderte nicht hingerichtet werden dürfen. Der konservative Gouverneur von Virginia, Bob McDonnell, lehnte ein Gnadengesuch am Dienstag erneut ab.
Virginia ist nach Texas der US-Bundesstaat, in dem die Todesstrafe seit ihrer Wiedereinführung in den USA im Jahr 1976 am häufigsten vollstreckt wurde.
Die 41-jährige Lewis wäre jedoch die erste Frau seit 1912, die in Virginia hingerichtet wird. Seit 1976 wurden in den USA elf Frauen hingerichtet, wohingegen mehr als 1200 zum Tode verurteilte Männer starben.
SDA-ATS