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HITCHCOCK Filmkritik
:
Positives
Negatives
HITCHCOCK ist eine positiv ungewöhnlich inszenierte Geschichte über Alfred Hitchcock und seine Frau Alma Reville, lebendig verkörpert von Anthony Hopkins und Helen Mirren.
Alfred Hitchcock war einer der bekanntesten Regisseure. Seine Karriere begann während der Stummfilmzeit in England und führte ihn über den Ton- und Farbfilm bis nach Hollywood. Von ihm stammen Filme wie REAR WINDWOW - DAS FENSTER ZUM HOF (1954), VERTIGO (1958), NORTH BY NORDWEST – DER UNSICHTBARE DRITTE (1959), PSYCHO (1960), oder THE BIRDS – DIE VÖGEL (1963).
HITCHCOCK erzählt die Geschichte des Filmes PSYCHO. Dieser entsteht, als Hitchcock bereits berühmt ist. Um sich nicht mehr selbst zu wiederholen sucht Alfred Hitchcock (Anthony Hopkins) nach neuem Material. Dabei stösst er auf das Buch „Psycho“. Den Filmstudios ist die Geschichte allerdings zu unkonventionell, deswegen weigern sie sich PSYCHO zu finanzieren. Hitchcock beschliesst somit den Film selbst zu finanzieren und geht damit ein beachtliches finanzielles Risiko ein. Zumal der Film auch der Zensurbehörde nicht passt, denen zu dieser Zeit bereits das Spülen einer Toilette im Film grenzwertig erscheint. Eine Mordszene mit einer nackten Frau unter Dusche geht schon gar nicht. Die Schwierigkeiten belasten jedoch nicht nur Hitchcock, sondern auch seine Frau Alma Reville (Helen Mirren). Das Hitchcock zudem für die weibliche Hauptrolle wieder einmal eine aussergewöhnlich hübsche Blondine (Scarlett Johansonn) auswählt, hilft nicht die Spannungen zwischen ihm und Alma zu mindern.
Tatsächlich ist HITCHOCK nicht nur ein Film über die Entstehung von PSYCHO. Er ist auch, und teilweise vor allem, ein Film über Alfred Hitchcock und seine Frau Alma Reville.
HITCHOCK lebt von diesen beiden Figuren und vielen Szenen, die das auf und ab bis zur Fertigstellung von PSYCHO beschreiben. Regisseur Sacha Gervasi zitiert dabei in seiner Inszenierung Hitchcocks Filmstil. Besonders die Beziehungsszenen lösen sich dadurch vom eher zu erwartenden Dramastil. Zusammen geflochten mit den kurzen Vision von Hitchcock über den Massenmörder von Psycho, erhält die Geschichte dadurch einen ungewöhnlichen Thriller-Touch.
Die einzelnen Szenen im Film fliessen nicht immer perfekt zusammen. Teilweise wirkt der Film dadurch ein wenig ziellos. Etwas Vorwissen über Hitchcock und seine Filme kann zudem nicht schade, da der Film direkt einsteigt ohne grosses Basiswissen zu vermitteln. Wer viele Szenen vom Dreh von PSYCHO erwartet wird ausserdem enttäuscht werden, diese kommen im Verhältnis nur selten vor.
Helen Mirren ist die ideale Besetzung von Alma. Sie zeigt Alma als Frau, die im Schatten ihres Mannes steht, obwohl sie an seinen Filmen als Drehbuchautorin und Cutterin durchaus ihren Anteil hatte. Dies stört sie grundsätzlich nicht, nur von ihrem Mann wünscht sie sich dafür mehr Anerkennung. Sie verlangt diese jedoch nicht auf Mitleid erhaschende Weise und begibt sich somit nicht in die Opferrolle. Sie kämpft und sucht sich ihren eigenen Weg. Der Film rückt somit auch den Anteil, den Alma an den Filmen ihres Mannes Alfred Hitchcock hatte, zurecht.
Ihr Spiel harmoniert perfekt mit Anthony Hopkins Hitchock. Es gelingt ihm glaubhaft Hitchcock als getriebenen Erzähler darzustellen, der mit seinen Filmen die Emotionen des Publikums lenken will und dies auch kann. Ebenso stellt er Hitchcock aber als Mann dar, der nicht vor Selbstzweifeln gefeit ist und im sozialen Umgang nicht immer der Einfachste war.
HITCHCOCK ist eine positiv ungewöhnlich inszenierte Geschichte über Alfred Hitchcock und seine Frau Alma Reville, lebendig verkörpert von Anthony Hopkins und Helen Mirren.