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Ein schmaler Fluss stoppte ihre Flucht. Die Umgebung kannte sie nicht. Lorai schaute hektisch in alle Richtungen. Die rettende Strasse lag auf der gegenüberliegenden Seite des Leichenfeldes. Sie stand am Rande eines kargen Rinnsals, das in ein lichtes Wäldchen floss. Da gab es kein Weiterkommen. Wurde sie verfolgt? Im Augenwinkel nahm sie eine Bewegung wahr.
Ein Schatten tauchte aus dem Gehölz auf. Stolpernd fiel sie rückwärts auf den Hosenboden.
Lorai hob den Kopf und starrte ängstlich in ein paar dunkle Augen. Ein älterer Junge glotzte erstaunt zurück. Der dünne schwarzhaarige Kerl neigte den Oberkörper langsam über die Kleine.
Bewegungslos, schier ohne zu atmen, blinzelte sie ihn an. Weshalb bewegt sich der Tote? Zog irgendwer an den Fäden?
Zitternd griff ihre Hand nach dem nächsten Stein, um ihn dem Verblichenen auf die Nase zu hauen, falls er noch näher rückte.
Der Fremde lächelte, während es von seinen Armen tropfte. «Willst du es anfassen?»
***
»Die Story ist zugegeben amüsant«, lachte der Tod. »Viele Bauern deponierten damals ihre Tierkadaver im Wald. Das galt ebenso für ungewollte Babys. Die Zeiten sind leider vorbei«, seufzte der Knochenmann.
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