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Chagrin
(aus dem morgenländischen Namen Saghir entstanden) heißt ein starkes eigentümlich genarbtes farbiges Leder. Das echte wird in Astrachan, Konstantinopel etc. aus den Rückenstücken von Pferde- und Eselshäuten bereitet, indem man dieselben enthaart, sehr sorgfältig ausfleischt, dann in einen Rahmen spannt, anfeuchtet, mit der Fleischseite nach unten auf den Boden legt und mit den harten eckigen Samen einer Art Melde bestreut. Nachdem man dann einen Filz übergebreitet, werden die Samen in die weiche Hautmasse eingetreten, welche dadurch Grübchen und Unebenheiten erhält, die auch beim nachfolgenden Trocknen nicht verschwinden. An den trocken gewordenen Stücken nimmt man nun mit einem scharfen Instrument auf der Fleischseite die kleinen Erhöhungen fort, welche den Eindrücken der Samenkörner entsprechen. An diesen Punkten wird sonach die Masse der Haut verdünnt.
Wird dieselbe nun wieder in Wasser geschwellt, wobei die Körner von selbst herausfallen, so quellen die nicht betroffenen
Stellen mehr als die verdünnten und es entsteht die dem Ch. eigene körnige Oberfläche.
Erst nach dieser Vornahme erhalten die Stücke ihre weitere Präparatur und Färbung. Die echten Ch.
finden ihre Verwendung im Morgenlande selbst zu Messer- und Säbelscheiden, Pferdezeug etc.
Bei uns werden dieselben dadurch nachgeahmt, daß man irgend welchem
Leder durch heiße gravierte Kupferplatten oder Walzen
eine ähnliche Körnelung einpreßt. In derselben Weise entsteht auch das zu Büchereinbänden gebrauchte
Chagrinpapier.
Chagrinleder wird gemäß Zollt. im Anh. Nr. 21 b verzollt,
Chagrinpapier
gemäß Nr. 27 e.