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Antiparasitikum für Hunde
ATCvet: QP54AB51
Zusammensetzung1 Filmtablette Program Plus M 5.75 mg/115 mg enthält:
Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)
Eigenschaften / WirkungenMilbemycin gehört zu der Gruppe von makrozyklischen Lactonen, welche aus der Fermentation mit Streptomyces hygroscopius var. aureolacrimosus isoliert werden. Von den ausgewählten Analogen wird Milbemycin-Oxim A3/A4 (Verhältnis ≤ 20: ≥ 80) derzeit für therapeutische Zwecke eingesetzt. Als eine der Aktivsubstanzen in Program Plus zeigt es eine optimale Wirkung gegen die larvalen Stadien (L3, L4 und Mikrofilarien) von Dirofilaria immitis sowie anthelminthische Aktivität gegen die folgenden Nematoden: Toxocara canis, Trichuris vulpis, Ancylostoma caninum. Die Wirksamkeit von Milbemycin ist korreliert mit seiner Wirkung auf die Neurotransmission bei Wirbellosen: Es potenziert GABA (Gamma-Amino-Buttersäure) als Hemmstoff der Neurotransmission und führt so zur Paralyse.
Lufenuron gehört zur Gruppe der Benzoyl-Harnstoffe und gilt als IGR (Insektenwachstumsregulator) bzw. als IDI (Insektenentwicklungshemmer). Es unterbricht den Entwicklungszyklus von Flöhen indem es mit der normalen Synthese, Polymerisation und Ablagerung von Chitin, dem Hauptbestandteil des Aussenskeletts von Insekten, interferiert. Der adulte Floh nimmt Lufenuron mit der Blutmahlzeit auf. In therapeutischen Dosen besitzt Lufenuron keine Wirkung gegen adulte Flöhe. Aber es gelangt mittels transovarieller Passage zu Floheiern und Larven, d.h. zu den Entwicklungsstadien, bei denen es wirkt und unterbricht so den Entwicklungszyklus. Zusätzlich enthält Flohkot Lufenuron und besitzt somit larvizide Wirkung bei direkter Ingestion durch Flohlarven.
PharmakokinetikMilbemycin-Oxim wird gut aus dem Gastrointestinal-Trakt absorbiert. Spitzen-Plasmakonzentrationen von etwa 200 − 300 ng/ml werden innerhalb von 2 bis 5 Stunden nach oraler Verabreichung in der empfohlenen Dosis erreicht. Danach nehmen die Plasmakonzentrationen von Milbemycin-Oxim mit einer Halbwertszeit von 1 bis 3 Tagen ab.
Nach oraler Verabreichung gelangt Lufenuron über den Blutkreislauf ins Fettgewebe. Von dort wird es kontinuierlich in metabolisch unveränderter Form in minimal wirksamer Konzentration für mindestens 1 Monat wieder freigesetzt.
IndikationenZur gleichzeitigen Vorbeugung und Kontrolle eines Flohbefalls (Bekämpfung der präadulten Stadien von Ct. felis; Ct. canis), und/oder Behandlung von gastrointestinalen Nematoden (adulte Stadien) wie Hakenwurm (Ancylostoma caninum), Spulwurm (Toxocara canis) oder Peitschenwurm (Trichuris vulpis) sowie Herzwurmprophylaxe (Elimination des 3. und 4. Larvenstadiums von Dirofilaria immitis) beim Hund.
Program Plus Tabletten sind in den folgenden Fällen zu verabreichen:Welpen:
Zur gleichzeitigen Vorbeugung eines Flohbefalls, einer Herzwurmerkrankung und/oder einer gastrointestinalen Nematodeninfektion sollte die Behandlung von Welpen ab einem Alter von 2 Wochen oder ab einem Mindestgewicht von 1 kg beginnen.
Hunde ausserhalb von Herzwurmendemiegebieten:
Program Plus kann im Rahmen der Vorbeugung des saisonalen Flohbefalls anstelle von Program® eingesetzt werden, wenn gleichzeitig eine Infektion mit Magendarm-Nematoden nachgewiesen wird. Nach erfolgreicher Elimination der Nematoden, was durch eine Kotuntersuchung bestätigt werden sollte, kann im Bedarfsfall die Vorbeugung gegen Flohbefall mit Program fortgesetzt werden.
Bei Welpen empfiehlt es sich, die Behandlung mit Program Plus bis zu 4 Wochen nach dem Absetzen weiterzuführen. Anschliessend kann die Vorbeugung des Flohbefalls mit Program fortgesetzt werden.
Hunde, die in Herzwurmgebiete verbracht werden:
Zur gleichzeitigen Vorbeugung des Flohbefalls und der Herzwurmerkrankung sollte die Behandlung innerhalb von 4 Wochen nach der Ankunft begonnen werden. Die Behandlung ist monatlich fortzuführen, wobei die letzte Verabreichung nach Verlassen der Region erfolgen soll.
Hunde in Herzwurmgebieten:
Zur gleichzeitigen Vorbeugung des Flohbefalls und der Herzwurmerkrankung sollte die Behandlung innerhalb von 4 Wochen nach dem Erscheinen der Mücken bzw. einen Monat vor Beginn der Flohsaison begonnen werden. Sie ist bis zum Ende der Periode mit Ansteckungsgefahr fortzusetzen, wobei die letzte Verabreichung innerhalb von 4 Wochen nach Ende der Mücken- bzw. Flohsaison erfolgen soll. Falls Hunde bei Behandlungsbeginn einen starken Flohbefall aufweisen, kann es notwendig sein, zu Beginn der Behandlung ein Adultizid einzusetzen.
Es ist wichtig, dass alle Hunde und Katzen des Haushaltes gegen Flöhe behandelt werden. Katzen im selben Haushalt sollten mit einem spezifischen antiparasitären Präparat behandelt werden.
Die beste Wirksamkeit erhält man, indem die Tabletten mit oder sofort nach einer vollen Mahlzeit - in einem Leckerbissen versteckt oder durch direkte Eingabe - verabreicht werden.
Wenn möglich, sollte die Verabreichung immer am gleichen Wochentag des Monats erfolgen.
Ist ein Behandlungsintervall grösser als 6 Wochen, so ist mit der Verabreichung sofort wieder zu beginnen und in monatlichen Abständen fortzuführen. In Fällen der Herzwurmprävention ist das weitere Vorgehen mit einem Tierarzt abzusprechen.
Anwendungseinschränkungen
Kontraindikationen:keine bekannt.
Vorsichtsmassnahmen:Studien mit Milbemycin-Oxim weisen darauf hin, dass die therapeutische Breite bei Hunden mit MDR1-Mutation kleiner ist als bei anderen Rassen. Bei diesen Hunden sollte die empfohlene Dosierung von 0.5 mg/kg Körpergewicht strikt eingehalten werden. Die klinischen Erscheinungen bei Rassen mit dem MDR1-Defekt ähneln denen, die in der allgemeinen Hundepopulation bei Überdosierung beobachtet wurden. Die Verträglichkeit des Tierarzneimittels wurde nicht bei jungen Welpen von Rassen mit dem MDR1-Defekt untersucht.
Unerwünschte WirkungenVetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
Blasse Schleimhäute und eine erhöhte intestinale Peristaltik wurden bei einigen Hunden nach der Behandlung beobachtet. Werden Hunde behandelt, bei denen eine grosse Anzahl zirkulierender Mikrofilarien festgestellt wurde, können gelegentlich mässige und vorübergehende Überempfindlichkeitsreaktionen, wie blasse Schleimhäute, Erbrechen, Atembeschwerden oder übermässiges Speicheln auftreten. Diese Reaktionen beruhen auf der Freisetzung von Eiweiss aus toten oder absterbenden Mikrofilarien und werden nicht durch das Arzneimittel ausgelöst.
WechselwirkungenKeine bekannt.
Sonstige HinweiseProgram Plus ist für Kinder unerreichbar und nicht über 25°C zu lagern. Das Medikament darf nur bis zu dem auf der Packung mit "EXP" bezeichneten Datum verwendet werden.
PackungenProgram Plus M 5.75 mg/115 mg:
Schachteln mit 6 Filmtabl.
Informationsstand: 10/2012
Dieser Text ist behördlich genehmigt.