Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03370.jsonl.gz/467

Unter dem Begriff Amatoxine subsummieren sich die wichtigsten Aminosäuresequenzen, a-, ß- und y-Amanitine, welche in die in Pilzen der Amanitaceae-Art vorkommenden
"
Es handelt sich um zyklischen Oligopeptide aus 8 Aminosäuren, die in der Leber verstoffwechselt werden und das Amatoxin-Syndrom auslösen können.
"
Bemerkungen / Hinweise / Abstract
Occurrence and chemotaxonomical analysis of amatoxins in Lepiota spp. (Agaricales):
Etwa 95 % der tödlichen Pilzvergiftungen weltweit werden durch Amatoxine und Phallotoxine verursacht, die hauptsächlich von Amanita-, Galerina- und Lepiota-Arten produziert werden. Es wird vermutet, dass die Gattung Lepiota eine große Anzahl von Arten umfasst, die Amatoxine produzieren. In dieser Studie untersuchten wir 16 Lepiota-Arten anhand von 48 kürzlich gesammelten Exemplaren auf das Vorhandensein von Amatoxinen mittels Flüssigkeitschromatographie, gekoppelt mit einem Diodenarray-Detektor und Massenspektrometrie (UHPLC-QTOF-MS/MS). Durch den Vergleich der Retentionszeiten, UV-Absorptionen und diagnostischen MS-Fragment-Ionen mit Daten der Referenzart Amanita phalloides konnten wir a-Amanitin und ?-Amanitin in Lepiota subincarnata, a-Amanitin und Amaninamid in Lepiota brunneoincarnata und ß-Amanitin und a-Amanitin in Lepiota elaiophylla nachweisen. Phallotoxine wurden bei keiner dieser Arten nachgewiesen. Zwei möglicherweise unbeschriebene Amatoxinderivate wurden in Lepiota boudieri und L. elaiophylla gefunden, sowie eine weitere Nicht-Amatoxinverbindung in einem Exemplar von L. cf. boudieri. Diese Verbindungen könnten zur Unterscheidung von L. elaiophylla von L. xanthophylla und von Arten innerhalb des L. boudieri-Artenkomplexes verwendet werden. In L. aspera, L. castanea, L. clypeolaria, L. cristata, L. erminea, L. felina, L. fuscovinacea, L. lilacea, L. magnispora, L. oreadiformis, L. pseudolilacea, L. sp. (SeSa 5) und L. subalba wurden keine Amatoxine nachgewiesen. Die Kombination der Daten über das Vorkommen von Amatoxinen mit einer phylogenetischen Analyse ergibt eine monophyletische Gruppe von amatoxinhaltigen Arten der Lepiota. Diese chemotaxonomischen Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung systematischer Beziehungen für das Vorkommen von Amatoxinen und erweitern unser Wissen über die Toxizität von Lepiota-Arten.
"
Quelle: Abstract NIH, National Library of Medicine, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34965486/