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Abenteuerfilm. Indien /
UdSSR. Hindi
Alternative Titel Ali Baba und die 40 Räuber; Alibaba Aur Chalis Chor
Regie Umesh Mehra, Latif Faiziyev
Drehbuch Shanti Prakash Bakshi, Boris Saakov
Produktion F.C. Mehra
Songs R.D. Burman
Kamera Peter Periera, Leonid Travitsky
Choreografie P.L. Raj
Darsteller Dharmendra, Zeenat Aman, Hema Malini, Rolan Bykov, Prem Chopra,
Zakir Mukhamedzhanov, Sofiko Chiaureli, Madan Puri, Frunzik Mkrtchyan
Länge 153 Min.
Kinostart 30.5.1980
Box office classification Semi-Hit
Molodezhnaja Altersempfehlung ab 12
|Humor||Spannung||Action||Gefühl||Anspruch||Erotik|
|.||.|
© Text Marco,
molodezhnaja 1.5.07
© Bilder Bollywood Entertainment, Screenshots molodezhnaja
STORY
In den Bergen jenseits der Stadt Guljabad hat der Schurke Abu Hassan seine Diebeshöhle eingerichtet, in der er und seine 40 Räuber unzählige Schätze horten. Die Höhle lässt sich nur durch den Befehl "Sesam öffne dich!" aufschliessen, daher ist es für die örtliche Bevölkerung unmöglich, die Bande zu lokalisieren. Die terrorisiert das halbe Land und als sie die Karawane der von Fatima (Zeenat Aman) und ihrem Vater (Madan Puri) überfällt, kommt sie in den Besitz einer neuen Waffe: Sprengstoff. Damit zerstören sie den Staudamm der Stadt und zertrümmern die Hoffnung der Einwohner auf eine bessere Zukunft. Die Fluten tragen auch einen Kaufmann hinfort, der am Hof eines Rajas landet. Er benachrichtigt seine Söhne Ali Baba (Dharmendra) und Qasim über sein Verbleiben, worauf Ali Baba zur Rettung eilt. Er findet einen demolierten Palast vor, in dem der skrupellose Shamsher (Prem Chopra) die Macht übernommen hat. Ali Baba erledigt ihn und flieht mit der gefangenen Prinzessin Marjina (Hema Malini). Wieder in der Heimat verbündet er sich mit ihr und der rachsüchtigen Fatima, deren Vater sich in Abu Hassans Verlies umgebracht hat, um der Diebesbande den Garaus zu machen.
REVIEW
Produzent F.C. Mehra, der sich in den 60er-Jahren als Finanzier etlicher Shammi Kapoor-Hits einen Namen machte, besann sich in den 80ern auf die indisch-sowjetische Film-Freundschaft. Kooperationen zwischen den beiden Ländern gab es schon zuvor, namentlich 1957 mit Journey Beyond Three Seas, doch Mehra verlagerte den Schwerpunkt auf die indische Seite mit mehr indischen Stars. Die erste derartige Produktion war "Alibaba Aur 40 Chor" unter der Regie von Umesh Mehra und dem Usbeken Latif Faiziyev, die später noch zwei weitere Werke zusammen inszenierten (u.a. Sohni Mahiwal). Basierend auf dem bekannten Märchen aus 1001 Nacht schuf das Duo einen Abenteuerfilm, der sich vor allem an ein indisches Publikum richtet, aber auch im Ostblock verwertet werden konnte: Die sowjetische Fassung ist jedoch kürzer, etliche Szenen sind ausgetauscht und mehrere Kamera-Einstellungen sind anders. Auf dieser Version basiert übrigens auch die deutsche Fassung mit DEFA-Synchronisation.
Weil "Alibaba Aur 40 Chor" aber eben primär für das indische Publikum gedacht war, kommen wir auch in den Genuss von Song-und-Dance, Bollywood'schen Superstars und R.D. Burman. Letzterer komponierte mit Hilfe seines russischen Kollegen Vladimir Milov einige klassische Songs und schmissige Instrumentalstücke, aus denen vor allem der Track aus dem Vorspann heraus ragt, der indische Klänge mit Morricone und usbekischer Folklore zu vermischen scheint. Es ist nicht der einzige Einfluss Usbekistans: Auch gedreht wurde in der damaligen Sowjetrepublik und die wüstenhaften Landschaften liefern einen treffenden Hintergrund für das orientalische Märchen.
Etwas befremdlich ist, dass dieses bekannte Märchen hier nur eine nebensächliche Funktion ausübt: Sesam öffne dich, die Schätze, die Brüder, die Räuber - all das ist da, doch der Plot, den wir kennen, entwickelt sich nur im Mittelteil und dann noch arg gestrafft. Der Rest besteht aus neuen Beigaben, bei denen man sich hin und wieder fragt, ob sie wirklich nötig gewesen wären. Doch auch hier gilt: Das indische Publikum diktiert, darum der romantische Subplot mit der etwas zerknautschten Hema Malini, darum die Songs, darum die Rachestory, die zugeschnitten ist auf die impulsive Zeenat Aman (die auch in Sohni Mahiwal eine fesche Dame spielte). Zeenat verleiht dem Film orientalische Exotik und gehört sicher zu den Reizen des Films.
Ebenenso Dharmendra als Titelheld: Seine Funktion wurde im Gegensatz zum Märchen zwar etwas redzuiert, doch der Actionstar zeigt sich von der besten Seite. Er darf kämpfen, er darf rennende Pferde umhauen - wobei da manchmal die Frage im Hinterkopf bleibt, wie viele Rösser bei dem Dreh wohl invalid oder tot endeten, ähnlich wie übrigens auch bei Sohni Mahiwal, der ähnliche Pferde-Stunts aufweist. Doch gerade solche Szenen hebend en Film vom Bollywood-Einerlei jener Zeit ab, das geprägt war von Prügeleien und Trash-Look. Das Wüsten-Setting, die Kostüme, die Pferde: Das wirkt visuell ansprechend.
In Europa hat "Alibaba Aur 40 Chor" eine beachtliche Anhängerschaft, was sicherlich auf Kindheitserinnerungen an die DEFA-Version zurück zu führen ist. Doch trotz dieser Nostalgie: Der Abenteuerfilm ist nicht der grosse Knüller, er hat Längen und stopft das zentrale 1001-Nacht-Märchen mit einigem Ballast voll wie etwa dem ganzen Prem-Chopra-Plot. Doch nichtsdestotrotz liefert er gute Unterhaltung mit gut aufgelegten Stars, ein wenig Action, ansprechenden Drehorten und natürlich toller Musik. Besonders gelungen sind Asha Bhosle Zeenat-Nummer "Katuba" auf Disco-Boden (!) in der Diebeshöhle, das abwechslungsreiche Magie-Lied "Jaadugar Jaadu Kar Jaayega" und die Asha-Lata-Nummer "Sare Shaher Mein Ek Haseen Hai" mit doppeldeutigen Lyrics. Da kommt immer Stimmung auf.
MEINE DVD
Bollywood Entertainment (USA), Code 0, NTSC
Bild: Anamorphic Widescreen
Ton: Hindi 2.0 mit englischen Untertiteln (Film und Songs).
Disk Rating * * ½ (Einige Defekte auf dem Bildmaster, Ton oft etwas dumpf, aber farblich recht guter 16:9-Transfer)
PS: Die deutsche DVD beinhaltet nur deutschen Ton und den Film basierend auf der kürzeren russischen Fassung.
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