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Standard
Standardergänzungen 2009
Geschätzte Züchterinnen und Züchter
Altersbeschränkung beim Geflügel
Für die Standard- und Fachkommission : Michel Bovet
Das Altsteirerhuhn
Das Altsteirer Huhn
Eine Hühnerrasse aus dem deutschen Sprachraum
Noch Mitte des 18. Jahrhunderts waren in Deutschland und dem Deutschen Sprachraum überall rein gezüchtete Landhühner ohne Beimischung fremden Blutes anzutreffen. Allerdings wo man sie antraf, waren sie meist durch Inzucht und Vernachlässigung stark herabgewirtschaftet, dass es sich kaum lohnte, sie zu erhalten. Nur in einzelnen Gebieten, wo man der Geflügelzucht aus irgendwelchen Gründen besondern Wert beimass, waren schon damals nach einheitlichen Merkmalen gezüchtete Schläge vorhanden, die den Grundstein für die Schaffung noch heute vorhandener Rassen abgaben. Solche Rassen sind im gewissen Sinne Naturdenkmäler und haben auch als solche ihre Berechtigung, zumal sich bei ihnen Wirtschaftlichkeit und Schönheit die Waage hielten
Freilich war es ein sehr langer Weg, ehe man aus den Zufallskreuzungen und den verschiedenen Landschlägen mit einfachen Kämmen, Rosenkämmen oder Hauben, mit weissen oder roten Ohrscheiben, gelben , grünen oder blauen Läufen, unbefiederte oder befiederte Beine, alle erdenklichen Gefiederfarben, grosse und kleine Figuren den bestimmten Landhuhnschlag erschuf.
Bereits 1894 gab es die erste Musterbeschreibung für Altsteirer.
Durch sorgfältige Auswahl und Zuchtwahl aus dem alten steirischen Landhuhn, unter sparsamer Verwendung fremden Blutes herausgezüchtet. Sie unterscheiden sich von den alten deutschen Landhühnern dadurch, dass sie weisse oder fleischfarbene Beine, sehr volle Brust und sehr feines Fleisch haben. Im Bau sind beide Schläge völlig gleich. Ein kleiner Schopf bei der Henne und ein fast nur angedeutete Spitzhaube weisen darauf hin, dass zur ihrer Herauszüchtung unter anderem auch Haubenhühner verwendet wurden. Tatsächlich ist überliefert, dass schon sehr früh im Gebiet der Steiermark in Österreich Paduaner ähnliche Hühner gezüchtet wurden, die mit zu Entstehung der Altsteirer dienten.
Die Altsteirer erinnern in der Form an die altdeutschen Landhühner und stimmen auch in der Form einigermassen mit den Rheinländern überein. Nur die Haltung der Altsteirer wurde damals leicht abfallend verlangt. Die auch in der heutigen Musterbeschreibug noch beibehalten wird. In den letzten Jahren wurden rebhuhnfarbige Rheinländer in die wildbraunen Altsteirer eingekreuzt, man verbesserte damit die Form und die gerade Rückenlinie aber bei den Altsteirer ging dadurch die nötige Schenkelfreiheit verloren auch die weissen Läufe haben ihre Reinheit verloren.
Altsteirer sind sehr fleissige und wetterharte Landhühner, die sich besonders für raue und hochgelegene Lagen eignen. Ihr zartes, weisses Fleisch ist saftig und wohlschmeckend. Im derzeit gültigen Standard sind 2 Farbenschläge anerkannt, wobei die wildbraune Variante am häufigsten vertreten ist, nur vereinzelt sind auch weisse Altsteirer anzutreffen.
Aus verschiedenen Musterbeschreibungen um die Jahrhundertwende geht hervor, dass es damals mehrere Farbenschläge gab, unter anderem: Wildhuhnfarbige, rotbraune, rote, gelbe, gesperberte, weisse, schwarze, gold- und silberhalsige. Der Standard der Altsteirer aus dem Jahre 1902 hat sich zum heute gültigen in nur wenigen Punkten verändert. Dies betrifft insbesondere die Körperhaltung, einst wurde dies aufrecht und stolz getragen gefordert, im Gegensatz zu heute, wo eine nahezu waagrechte Haltung verlangt wird. Für eine Höhere Bewertung sind die damaligen Forderungen der Kehllappen unvorstellbar, (lang, schmal, dünn und hängend) heute kurz und gut gerundet. Der Kamm wurde bereits damals nicht zu gross und mit ansteigender Fahne gefordert, die Anzahl der Zacken wurde erst vor einigen Jahren angeführt. Ein weiterer Punkt ist die Verringerung der vielen Farbenschläge auf zwei, wildbraun und weiss.
Durch den Vergleich solcher Aufzeichnungen der verschiedenen Jahre ist ersichtlich, dass sich die Züchter und spezielle die Sondervereine an die damals erstellte Musterbeschreibung der Altsteirer halten. Diese Spezialisten stehen dafür gerade um diese alte Kulturgut in ihrer damaligen Entstehungsform soweit wie möglich zu erhalten. Wie oft ist es schon passiert, dass dadurch Einkreuzungen verschiedener fremder Rassen das einstige Musterbild einer Rasse vollkommen verfälschte wurde. Ich hoffe, dass dies bei den Steirischen Hühnerrassen nicht so weit kommt.
Die Nachfrage wegen Bruteier, Küken und Zuchttieren wird von Jahr zu Jahr stärker, leider ist die Anzahl Züchter immer noch zu gering. Natürlich ist diese Rasse auch nicht für jedermann zu halten, denn diese Hühner sind sehr beweglich und fliegen im Jugendalter schon gerne mal über den Zaun. Aber wer einen grossen Auslauf besitzt hat bestimmt Freude mit Altsteirern. Für kleine Gehege sind diese temperamentvollen Tiere nicht geeignet, es wäre eine Tierquälerei sie so unterzubringen. Altsteirer wollen die volle Freiheit auf grünen Flächen, wo sie sich den Grössten Teil an Futter selber suchen und erst bei Einbruch der Dunkelheit den Stall aufsuchen. Will man gute Früh- und Winterlegerinnen, sollte man die Frühbrut bevorzugen, da nur März-April Bruten, richtig aufgezogen, schon im Oktober zu legen beginnen. Und Wintereier sind doch besonders begehrt. Leider brüten um diese frühe Jahreszeit kaum Altsteirer, so dass man auf einen Brutschrank angewiesen ist. Bei der Kunstbrut stellen die Altsteirer keine besonderen Ansprüche und schlüpfen meist schon am 20. Tage vital aus ihren Schalen.
Zwerg Altsteirer Hühner
Obwohl die Altsteirer zu den ältesten Hühnerrassen Mitteleuropas gehören, begann man mit der Verzwergung erst nach dem 2. Weltkrieg. Die schönen Altsteirer Zwerge wurden somit 1961 vom Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter anerkannt.
Nach Gründung des SV im Jahre 1936 lehnte es der grosse Förderer, Franz Böttcher, ab andere als den wildbraunen Farbenschlag bei den Zwergen anzuerkennen. Dem Altmeister Heinrich Knöll aus Klein-Umstadt ist es zu verdanken, dass es die Zwerge überhaupt gibt. Im Jahre 1954 begann Zfrd. Knöll mit der Verzwergung unserer Altsteirer. Mit zarten wildbraunen Altsteirerhennen und einem Zwerg-Welsumer Hähnchen. Bereits in der 1. Generation fielen Jungtiere mit Schopf, zusätzlich kreuzte er Deutsche Zwerghühner ein. 1958 stellte er erstmals auf der Nationalen in Frankfurt die Zwerg Altsteirer in wildbraun als Neuzüchtung vor. Bis zur Anerkennung im Jahr 1961 hatte Knöll einen beschwerlichen Weg zu beschreiten.
Die gewünschte Körperform mit waagrechter Haltung war schnell erreicht, mit den fein geschnittenen Kämmen gab es schon mehr Probleme. Die Hennen waren noch schlank und schnittig, und durch die Einkreuzung der D. Zwerge die Steuerfedern reichlich lang. Die Grundfarbe noch ziemlich grau sowie die Rieselung sehr grob. Die Nervzeichnung fehlte fast zur Gänze. Jedoch für den Anfang konnte man mit dem Erreichten zufrieden sein. Der entscheidende Durchbruch gelang erst mit einer nochmaligen Einkreuzung von geeigneten Spitzenhennen der Grossrasse. Diesmal wurde von Anfang an, gleich auf die wildbraune Grundfarbe sowie der feinen Rieselung und dem deutlichen Nerv höchstes Augenmerk gelegt. Ein weiterer Versuch mit Einkreuzungen von Holländischen Zwerghühnern hatte keinen Erfolg gebracht. Da die Zuchtbasis sehr gering war und nur 2-3 Züchter diese neue Zwerghuhnrasse ausstellten tat man sich mit der Verbreitung sehr schwer. Ein weiterer Nachteil für die schnelle Verbreitung der Zwerg-Altsteirer, dass Zfrd. Webers mit den Zwerg Sulmtalern in denselben Jahren die Anerkennung vorbereitete. Bei den Zwerg Sulmtalern waren schnell viele Züchter gefunden, dieser Trend hält sich bis in die heutige Zeit.
Die Zwerg-Altsteirer sollen ein frohwüchsiges die Grossrasse verkörperndes Zwerghuhn sein mit Betonung auf die Wirtschaftlichkeit. Alle Tiere die zu tief aber auch zu hoch stehen, sollte nicht in die Zucht aufgenommen werden. Die Schenkel sollen dich kräftig hervortretend erscheinen, die Läufe in ihrer Stärke der Ringgrösse angepasst. Die Farbe der Läufe fleischfarbig ohne schwarze oder graue Anflüge. Ein leichter Braunanflug an den Zehenschuppen und im unteren Drittel des Laufes stört nicht. Weiteres wird ein breiter nach hinten nur leicht abfallender Rücken gewünscht, der in den breiten vollen Schwanz im sumpfen Winkel übergeht. Die Tiefschwarze Besichelung soll in der Feder breit und am Ende gut gerundet erscheinen. Der Kamm des Hahnes ist mittelgross mit sehr feinen Zacken 5 – 7 und mit einer freistehenden nach oben ansteigenden Kammfahne erwünscht. Eine Stützfalte im Vorkamm ist gestattet und dient als Garant für den typischen Wickelkamm der Hennen. Hinter dem Kamm befindet sich der aus mehreren länglichen Federn bestehende Schopf. Das Auge ist rot, der Schnabel kurz kräftig und hornfarbig. Die Kehllappen mittelgross und faltenfrei, Ohrscheiben nicht zu gross, glatt und weiss. Gesicht, Kamm und Kehllappen feurig rot. Den Kopf der Henne ziert ein etwas grösserer Schopf, der jedoch fest aufsitzen muss, um die nötige Sichtfreiheit der Hühner zu gewährleisten. Der Schopf des Hahnes ist braunrot, der Hals- und Sattelbehang gleichmässig von oben bis unten rotbraun gefärbt. Im Halsbehang zeigt sich ein nicht zu stark ausgeprägter schwarzer Schaftstrich. Das Brust-, Bauch- und Aftergefieder ist schwarz, ohne braune Einlagerungen. Braune Einlagerungen in den vorher genannten Federpartien bringen in der Nachzucht der Hennen den nicht erwünschten Flitter. Untergefieder hell. Die schwarzen Federpartien beim Hahn werden mit sattem Grünglanz gefordert. Die Handschwingen sind auf der Innenfahne schwarz und die Aussenfahne der Ahndschwingen braun gesäumt. Bei den Armschwingen ist die Innenfahne ebenfalls schwarz aber die Aussenfahne fast zur Gänze braun, damit beim geschlossenen Flügel das so genannte Flügeldreieck sichtbar wird. Die Flügel sollen den Körper nach hinten möglichst nicht überragen und fest und waagrecht am Körper anliegen. Grobe Fehler: Braune Einlagerungen in Brust, Bauch und Schenkel, fehlendes Flügeldreieck, heller Hals- und Sattelbehang. Die wildbraune Grundfarbe ist nur bei den Hennen sichtbar. Ihre Halsfarbe ist goldbraun mit schwarzem Schaftstrich der aber nicht durchstossen soll. Das Mantelgefieder schwarzgrau mit braunem Ton. Jede Feder mit feiner gleichmässiger Rieselung und hellem Nerv versehen. Junghähne die im Jugendgefieder eine schöne Nervzeichung zeigen, wären für die Hennenzucht die idealen Vererber der Nervzeichung bei den Hennen. Die Handschwingen der Hennen sind schwarzgrau mit feiner brauner Aussensäumung und schwarzer Rieselung. Die Armschwingen weisen dieselbe Farbe wie das Rumpfgefieder mit etwas gröberer Rieselung auf. Die Steuerfedern sind schwarz, die beiden oberen Deckfedern braun mit dunkler Rieselung. Oberhals rotbraun, Brustgefieder lachsfarbig mit hellem Nerv versehen. Nach unten lässt die satte Farbe nach und im Afterbereich geht die Farbe in graubraune über.
Grobe Fehler: Zu helle, graue oder rote Grundfarbe, strohiger Halsbehang, fehlende Nervzeichnung, grobe Rieselung. Grobe Fehler Rassemerkmale: Grober Knochenbau, Dreiecktyp, kurzer, schmaler oder runder Rücken, flache Brust, zu steile oder flache Schwanzhaltung, tiefer Stand, grober Kopf und Kamm, fehlender Schopf, rote Ohrscheiben, fehlender Wickelkamm bei der Henne, Schilf bei beiden Geschlechtern.
Auch die weissen Zwerg-Altsteirer wurden von Heinrich Knöll erzüchtet. 1987 vom BZA in Deutschland anerkannt. Leider hat dieser Farbenschlag noch weniger Züchter auch in Österreich bemühen sich nur 2 Züchter um diesen Farbenschlag. An die Form und Grösse sind die gleichen Anforderungen wie bei den wildbraunen zu stellen. Einige Probleme sind derzeit noch in den Kopfpunkten vorhanden, die Steuerfedern sind zum Teil noch etwas länger als bei den wildbraunen. In punkto der weissen Läufe gibt es schon sehr wenig Ausfälle. Weisse Hühner für die Ausstellungen vorzubereiten ist auch nicht jedermanns Sache. Das Gewicht der Hühner ist im Standard beim 1.0 mit 900 und bei der Henne mit 800 Gramm angegeben. Das Eigewicht wäre mit 35 g ideal, Schalenfarbe Elfenbeinweiss.
Die Sulmtaler und deren Entstehung!
Die Sulmtaler stammen aus der Steiermark, genauer gesagt, südlich und südwestlich von der Landeshauptstadt Graz. In Tälern der Kainach, Lassnitz und Sulm, sowie dem Sulmtal von da hat diese Rasse ihren Namen.
In diesen Gebieten einschliesslich dem westlichen Hügelland, wurde hauptsächlich Mais Obst und Weinbau betreiben. Die Geflügelzucht und Geflügelmast war in den Kleinbäuerlichen Höfen sehr erfolgreich und von Bedeutung. Die Steririschen Landhühner erreichten durch reichlich Maisfütterung und sorgfältiger Zuchtauswahl im Laufe der Zeit eine stattliche Grösse. Ein Bericht aus dem Jahre 1798 besagt, dass bereits damals Tiere anzutreffen waren, die ein Gewicht von 3,5 bis 4,5 Kg erreichten. Das Fleisch ist weiss und sehr weich, mit einem Geschmack, der sich von ausländischen Hühnern unterscheidet. Im Sulmtal sind die Zucht und das Wachstum dieser schönen Hühner sehr bekannt. Der bekannte Naturforscher, Von Bibra empfahl bereits 1860 die schweren Steirischen Hühner, als konstante Rasse von Landhühnern, die speziell in der Umgebung von Graz alle erforderlichen Eigenschaften erfüllen. Leider wurden in den Jahren 1865 bis 1875 verschiedene Rassen, wie Cochin, Brahma und Langschan eingekreuzt, dadurch sank die Legeleistung und das feine Knochengerüst ging verloren, ebenso verkürzte sich die Brustbeinlänge und der Fleischansatz verringerte sich. Zur Verdrängung des Asiatenblutes wurde Dorking eingekreuzt. Aus diesem Hühnergemisch fielen Tiere, die dem vorherigen Typen entsprachen. Um 1900 kaufte der Verwalter Armin Arbeiter aus Feldhof bei Graz solche Tiere und erzüchtete in ca. 7 Jahren das schwere steirische Landhuhn, dem er den Namen Sulmtaler gab. Armin Arbeiter wollte ein schweres Wirtschaftshuhn für den steirischen Geflügel-Export schaffen. Im Vordergrund stand deshalb, ein raschwüchsiges, vollrumpfiges und mastfähiges Huhn mit weisser Haut und heller Lauffarbe zu verbreiten. Auf rassemässige Feinheiten wurde wenig wert gelegt. Vielmehr stand der richtige Typ mit guter Legeleistung im Vordergrund. Die Verbreitung der Sulmtaler, sowie auch der Altsteirer war enorm, so schreibt Armin Arbeiter ein seinem Buch von 1914, dass zu Tausenden auf Steirischen Geflügelhöfen, sogar ganze Landstriche mit diesen Tieren bevölkert waren. Auch über die Grenzen hinaus waren solche Steirische Hühner auf Ausstellungen zu sehen, wo Leistung und Schönheit Anerkennung fanden.
Den Zweiten Weltkrieg überstanden die Sulmtaler relativ gut. 12 Jahre später wurde vieles verändert. Die Zuchtanstalt in Dornegg wurde aufgelassen, auch das Land Steiermark war mehr an der neuartigen Hühnerzucht und Haltung interessiert. Auch die Bäuerlichen Sulmtaler Züchter sind auf ein Minimum zusammengeschrumpft. Bei diesen Massenproduktionen sind leider unsere Sulmtaler ins Hintertreffen geraten.
Das Äussere der Hähne:
Sehr geräumige Kastenform, mit tiefer breiter Brust, ziemlich langen geraden Rücken und eher kurzem Schwanz mit voller Besichelung, dieser kann bis zum rechten Winkel getragen werden. Stand, mittelhoch. Kamm: Einfachkamm, nicht zu gross, aufrecht mit mehr als 3 Zacken die nicht zu tief geschnitten sein sollen, dahinter befindet sich ein kleiner Federschopf. Augen orangerot, Ohrscheiben weiss bis rot durchsetzt, Läufe Fleischfarbig, unbefiedert mit 4 Zehen.
Merkmale der Henne:
Eine sehr schwer erscheinenden Kastenförmiger Rumpf, mit tiefer breiter Brust und Flaumreich befiedertem Legebauch. Der Rücken ist ziemlich lang, mit kurzen bis mittellangem Schwanz, der leit gefächert bis zum stumpfen Winkel getragen wird. Der Kamm ist fein gezackt und als Rassemerkmal wird dieser als Wickelkamm getragen. Hinter dem Kamm befindet sich der Schopf, welcher grösser ist als beim Hahn. Das Gewicht: 1.0 3,5 bis 4,5 kg die Henne, 2,5 bis 3,0 kg. Die Eierleistung wird im Jahre mit 180 cremefarbigen Eiern mit einem Gewicht von 60 Gramm angegeben und auch erreicht.
Zur Farbe:
Die Weizenfarbe ist schon sehr alt und ist aus der Wildfarbe entstanden. Den Hahn gibt es nicht in der Weizenfarbe. Die Weizenfarbe ist ein Geschlechtsgebundenes Gen und nur den weiblichen Tieren eigen. Der Hahn besitzt nur das braunrote-weizenfarbige Gen. 1.0 Hals- und Sattelbehang goldbraun, Schopf braunrot, Halsbehang nach unten (unteres Drittel) aufhellend jedoch ohne Schaftzeichnung. Brust, Bauch, Schenkel und Schwanz möglichst schwarz, leicht rote Sprenkelung gestattet. Rücken und Schulterdeckgefieder Kastanienbraun, Flügelbinden grün glänzend. Aussenfahnen der Armschwingen braun gesäumt. Dadurch erschein ein braunes Flügeldreieck. Aftergefieder heller gestattet. 0.1 Hals goldbraun, leicht mattschwarze Zeichnung gestattet. Schopf, Brust, Bauch und Schenkel Semmel bis hell weizenfarbig, Rücken und Mantelgefieder weizenfarbig, einschliesslich Flügeldecken, das Flügeldreieck muss sich vom übrigen Gefieder etwas dunkler abheben. Steuerfedern Lederbraun, mit weizenfarbigen Schwanzfedern. Im Gesamtbild kann die Weizenfarbe etwas heller oder dunkler erscheinen. Grobe Fehler: Dreieckige Typen, kurzer Rücken, zu steile Schwanzhaltung über dem rechten Winkel, schmale flache Brust, zu grober Kamm, zu hell in den Behängen, Schilf in Schwingen und Schwanz, fehlendes Flügeldreieck, rein rote Ohrscheiben. Weisse: Der weisse Farbenschlag wurde erst nach dem Zusammenschluss von Ost und West in Deutschland in den Rassegeflügelstandard aufgenommen. Farbe: Glänzendes Silberweiss. Grober Fehler: gelber Anflug, unreines Mantelgefieder.
Die Zwerg-Sulmtaler
Durch den Farbkontrast einfach herrlich!
Die Namensgebung unserer Hühnerrassen ist vielfältig, u.a. werden sie nach dem Erzüchterland, oder Gegenden wie z.B. Rheinland, Ostfriesland oder auch nach Städten wie Hamburg und viele andere mehr benannt. Für die zwei Österreichischen Hühnerrassen war die Steiermark Ausgangspunkt. Speziell für die grossen Sulmtaler. Es ist anzunehmen, dass für die grossen Sulmtaler zur Namensgebung diese Talregion ausschlaggebend war. Das Sulmtal wird auch als Perle der Weststeiermak, ca. 40 Kilometer südlich von Graz gelegen genannt.
Die Zwerg-Sulmtaler, diese kleinen aparten Zwerg Hühner sind dagegen einem Zuchtfreund aus Deutschland zu verdanken. Anfang der fünfziger Jahre wurde diese von Zfrd. Weber H.J. aus Iserhagen bei Hannover herausgezüchtet. Seiner uneigennützigen Art ist es zu verdanke, dass dieser verzwergten Hühnerrassee der Durchbruch gelang. 1959 wurden diese Hühner als eigenständige Rasse in Deutschland anerkannt. Viele Tiere und Bruteier aus seinem Stall wechselten den Besitzer, für die Interessenten auch noch ohne Koste. So kamen diese schönen Zwerg Hühner in den sechziger Jahren nach Österreich. Der Kreis der Zwerg Sulmtaler Züchter ist leider immer noch sehr gering.
Es handelt sich bei dieser Rasse um ein lebhaftes du bewegliches aber dennoch zutrauliches Zwerghuhn. Diese sind bei der Haltung, Brut und Aufzucht genauso problemlos wie viel andere Rassen. Ein weiterer Vorteil ist, dass man bei den drei bis vier Wochen alten Küken bereits die Geschlechter erkennen kann. Bei den Hähnchen zeigen sich dann die ersten schwarzen Federchen an Brust und Mantelgefieder. Zu diesem frühen Zeitpunkt sind krumme Zehen und auch bereits Kammfehler zu erkennen. Da ein Grosteil der Züchter genug Nachzucht anstrebt, kann durch das frühe sortieren für die einwandfreien Tiere Platz geschaffen werden. Der Bruttrieb der Hennen ist nicht sehr ausgeprägt, jedoch wenn eine Glucke gesetzt wird, ist sie eine ruhige und zuverlässige Mutter die sich um die Küken kümmert. Aber ein Grosteil der Züchter steht auf die künstlichen Brut und Aufzucht, wobei diese auch keine Schwierigkeiten bereitet.
Die Zwerg-Sulmtaler sollen den Masthuhntyp genau gleich verkörpern wie die Grossrasse. Der Stand ist mittelhoch mit abgerundeter Kastenform. In der Standhöhe erscheinen die Hennen etwas niedriger, dadurch ist der Masthuhntyp noch ausgeprägter als bei den Hähnen. Die Läufe sind feinknochig und fleischfarbig, bei den Hähnen an den Längsseiten der Läufe mit roten Streifen versehen, den so genannten Admiralstreifen die bei einer Beurteilung auf keinen Fall beanstandet werden dürfen. Ebenso ist ein rötlicher Anflug zwischen den Zehen gestattet. Der Schnabel ist bei beiden Geschlechtern hornfarbig aber nicht gelb. Die lebhaften Augen sind orangerot. Der Reichbefiederte mittellange Hals, geht bei beiden Geschlechtern in die tiefe breite Brust über. Das Flaumreiche Schenkelgefieder liegt nicht fest an, darf aber trotzdem nicht zu stark abstehen, die darüber liegenden Flügel sollen fest anliegen, Hängeflügel sind verpönt, ausserdem ist auf Flügellücken zu achten. Tiere mit solchen Fehlern gehören in der Küche verarbeitet. Der Rücken ist mittellang mit gerader Linie und dem ausgeprägten Schwanzwinkel, der nur durch nicht zu kurze gefächerte Steuerfeder erreicht werden kann. Der Kopf ist mittelgross mit einem nicht zu grossen Schopf, der beim Hahn auch aus nur einzelnen Federn bestehen kann. Auf keinen Fall, darf der Schopf so gross sein, dass die Sicht der Tiere eingeschränkt wird. Der gleichmässige mit 4 bis 6 Zacken nicht zu tief geschnittene Kamm wird mittelgross mit leicht ansteigender Fahne verlangt. Beim Hahn steht die Kammfahne durch den Schopf bedingt öfters etwas zur Seite, dies wird nicht als Fehler betrachtet, ausserdem ist im Vorkamm des Hahnes eine Stützfalte gestattet. Diese Stützfalte ist für die Hennenzucht wichtig, um auch den geforderten Wickelkamm zu erhalten. Die Hennen haben als Rassemerkmal den so genannten Wickelkamm, der bei den Zwergen nicht so extrem ausgeprägt vorhanden ist, als bei der Grossrasse. Stehkämme sind nicht erwünscht. Die Ohrscheiben sind weiss glatt und nicht zu gross, rötliche eingefasste gelten nicht als Fehler.
Die Farbzeichnung heisst seit neuestem gold weizenfarbig.
Hier handelt es sich um eine Aufhellung der Wildfarbe. Daraus ergibt sich auch der Geschlechtsgebundene Unterschied in der Gefiederfarbe bei Hahn und Henne. Im Bezug auf die Weizenfarbe ist ein grosser Spielraum, man betrachte ein Weizenkorn oder ein Weizenstroh. Genaue Abgrenzungen in der Gefiederfarbe der Hennen werden nie einheitlich sein, zudem gibt es viel unterschiedliche Farbtönungen. Stärkere Anhäufungen von schwarzem Pigment sind nicht erwünscht. Einzelne schwärzliche Punkte im Rückengefieder oder Flügeldecken, können noch als Erbe von der Wildfarbe vor. So kann es vorkommen, dass sich ein solch unsauberes Mantelgefieder mit zunehmendem Alter abschwächt oder auch verstärkt, und zu Tel in der Zucht als Farbstoffreserve benötigt wird. Man kann auch nicht 4ine exakt definierte Weizenfarbe fordern.
Der Hahn zeigt einen anders geformten und kleineren Schopf, der in der Farbe braunrot gefärbt ist. Der goldene Halsbehang ist am Kopf am dunkelsten und hellt im unteren Drittel zu den Schultern auf. Helle Halsbehänge gelten als fehlerhaft. Erwünscht ist eine rein schwarzes Brust- und Schenkelgefieder mit grünem Glanz, leicht bräunliche Spritzer im Brustgefieder sind gestattet, braun gesäumtes Brustgefieder ist nicht zu tolerieren und für die Zucht zu vermeiden. Ein mahagonifarbener Farbton zeigt sich im Rücken Gefieder sowie auf den Schultern, der Sattelbehang wird in goldbraun erwünscht. Die Steuerfedern sind schwarz, das gleich gilt für die möglichst breiten Haupt- und Nebensicheln, besonders hier tritt der schöne grünliche Gefiederglanz in Erscheinung. Eine bräunliche Einfassung der Hauptsicheln ist nicht fehlerhaft. Die Hauptsicheln überdecken die Steuerfedern und wirken voll und ganz geschlossne besonders schön.
Im Gegensatz zu den Hähnen sind die Hennen ganz anders gefärbt. Der Halsbehang bei den Henne ist mit dunkel goldfarbig am dunkelsten, leicht schwärzliche Einlagerungen sind gestattet, jedoch keine Schaftstriche. Besonders attraktiv wirkt ein heller, blonder nicht zu grosser gut geschossener Schopf. Dieser kann auch eine dunklere Weizenfarbe aufweisen. Das Rückengefieder, die seitlichen Federpartien zeigen eine mittlere Tönung des Gefieders, das Flügeldreieck muss erkenn bar sein, dagegen ist das Brust, Bauch und Schenkelgefieder am hellsten gefärbt. Die grauschwärzliche bis Lederbraun gefärbten Steuerfedern bilden den Kontrastreichen Abschluss. Zeigt sich eine Rieslung oder Pfeffer, wie beim rebhuhnfarbigen Farbenschlag ist das genau so fehlerhaft wie gelbes Gefieder. Einer Weizenfarbe entspricht es auch dann nicht mehr, wenn die Mantelfarbe zu braun wird, oder auf den Flügeldecken zu wenig Farbstoff vorhanden ist. Das gleich gilt für gesäumte Federn des Mantelgefieders ähnlich den Lachshühnern.
Blau weizenfarbige Zwerg Sulmtaler:
Seit 1995 ist der wunderschöne Farbenschlag blauweizenfarbig anerkannt. Zfrd. Dieter Vogel aus Schöneck brachte diesen attraktiven Farbenschlag zur Anerkennung. In den Rassemerkmalen gibt es zu den weizenfarbigen keine Unterschiede, ja in de Qualität ist dieser Farbenschlag bereits den weizenfarbigen überlegen.
Die farblichen Unterschiede beim Hahn:
Alles was bei weizenfarbigen Hahn in schwarz erscheint, wird bei der anderen Variante in einem möglichst gleichmässigen blau angestrebt. Das Flügeldreieck muss braun erscheinen. Zugeständnisse sind noch in der Farbe der Schwanzpartie zu machen. Weiter wird die Brustfarbe noch im helleren und dunkleren blau mit leichten Saum gestattet.
Zur Farbe der Hennen:
Am äusseren Mantelgefieder sind die beiden Farbenschläge nicht zu unterscheiden. Bei den blau weizenfarbigen Hennen sind nur die Aussenfahnen der Armschwingen und Steuerfedern mit blauer Farbe ausgestattet. In den Handschwingen ist kein blau vorhanden.
Der Erzüchter war bestrebt, die Zwerg-Sulmtaler so klein als möglich zu züchten, auch die Steuerfedern waren sehr kurz, dies wirkte sich aber nachteilig auf die Körperform und Schwanzwinkel aus. Die als kleiner bekannten Zwerg-Altsteirer waren zum Schluss schon immer um einiges grösser als die Sulmtaler und das konnte nicht sein. Die Funktionäre aus den SV der BRD, CH und A überarbeiteten den Standard und legten ein neues Körpergewicht Henne 90 und Hahn 1100 Gramm fest. Auch Steuerfedern wurden auf mittellang geändert, um wieder einen einwandfreien Schwanzwinkel zu bekommen.
Das Bruteigewicht soll in nächster Zeit von derzeit 35 auf 38 Gramm angehoben werden.
Auch wenn die Zwerg Sulmtaler nicht als fleissigsten Winterleger gelten, erreichen sie doch im Durchschnitt 160 bis 180 Eier im Jahr. Das Eigewicht beträgt derzeit 35 Gramm. Höhere Eigewichte werden von mehrjährigen Hennen erreicht. Die Schalenfarbe ist mit Rahmweiss vorgegeben.
Wer sich für die Steirischen Hühnerrassen interessiert wende sich an:
1.Vorsitzender des Sondervereins für Steirerhühner Österreich
August Heftberger, Grolzham 34, A-4680 Haag a.H.
Tel. u. Fax 0043 773 230 98 E-Mail: <email-pii>
1. Vorsitzender Sonderverein Altsteirer, Sulmtaler und Zwerg-Altsteirer
Norbert Knöll, Dörrwiesenweg 31, D-64823 Klein-Umstadt
Tel. 0049 607 885 97
Präsident Schweiz. Altsteirer- und Sulmtalerklub
Walter Gloor, Hauptstrasse 7. CH-4554 Hüniken
Tel 0041 326 142 688 Fax 0041 326 140 944
Mobile 0041 795 167 411 E-Mail: <email-pii> PDF