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Am 22. Mai 2013 verabschiedete der Bundesrat das Rüstungsprogramm 2013. Mit 5 Beschaffungsvorhaben für 740 Millionen SFr ist der Umfang im Vergleich zu den letzten Jahren erstaunlich hoch, insbesondere wenn berücksichtigt wird, dass das Rüstungsprogramm 2012 (Tiger Teilersatz / Beschaffung von 22 Gripen E) erst grad Mitte November vom Bundesrat verabschiedet wurde. Als Vergleich: Bei der Beschaffung der 34 McDonnell Douglas F/A-18 Hornet für 3’495 Millionen SFr mit dem Rüstungsprogramm 1992 wurde im Jahre 1994 auf ein Rüstungsprogramm verzichtet.
Mit 222 Millionen SFr stellt die Beschaffung der 3. Tranche des Geschützten Mannschaftstranportfahrzeugs (GMTF) den grössten Posten im Rüstungsprogramm 2013 dar, gefolgt vom Einsatznetz Verteidigung (Ei Netz V) für 209 Millionen SFr, der Verbesserung und Optimierung der Systemverfügbarkeit (Verb Opt Syst Verfügbarkeit) für 149 Millionen SFr, dem Unterstützungsbrückensystem 45 m (Ustü Brü Syst 45 m) für 86 Millionen SFr und der Neuen Fahrzeuggeneration (N Fz Gen) für 74 Millionen SFr.3. Tranche des Geschützten Mannschaftstranportfahrzeugs (GMTF)
Eine erste Tranche von 220 GMTF wurde mit dem Rüstungsprogramm 2008 für 396 Millionen SFr, eine zweite Transche von 70 Fahrzeugen mit einer Zusatzbotschaft zum Rüstungsprogramm 2010 für 122 Millionen SFr auf Vorstoss der Sicherheitspolitischen Kommission des Ständerats (SiK-SR) beschafft. Die insgesammt 290 Fahrzeuge sollen bis Ende 2013 der Truppe übergeben werden. Damit können 6 Infanteriebataillone (von insgesamt 20), 2 Infanterie-Bereitschaftskompanien ausgerüstet und der allfällige Bedarf des Kompetenzzentrums SWISSINT an Mannschaftstransportfahrzeugen abgedeckt sowie die Ausbildung in den Schulen sichergestellt werden. Würden alle GMTF der 1. und der 2. Tranche den Verbänden zugeteilt werden, so könnten nicht mehr als 10 Infanteriebataillone damit ausgerüstet werden. Mit der 3. Tranche sollen zusätzlich 170 Fahrzeuge für 222 Millionen SFr beschafft werden, um die materielle Lücke etwas zu verkleinern. Da der GMTF Schutz, Mobilität und Führungsfähigkeit bei nichtmilitärischer als auch bei offener militärischer Gewaltanwendung bietet, wird durch die Beschaffung die Weiterentwicklung der Armee (WEA) nicht präjudiziert.
Beim GMTF handelt es sich um einen MOWAG Duro IIIP von General Dynamics European Land Systems,6×6 (14 t; 100 km/h Maximalgeschwindigkeit; Platz für Kommandant, Fahrer, Schütze und 8 Soldaten) wobei das Trägerfahrzeug immer gleich bleibt, der Aufbau jedoch modular ist. Insgesammt können rund 100 GMTF mit dem Führungsinformationssystem Heer (FIS Heer) ausgerüstet werden (die Beschaffung weiterer Komponenten ist nicht vorgesehen) und nicht alle GMTF können mit einer Funkanlage SE-235 ausgerüstet werden. Die 3. Tranche wird voraussichtlich zwischen 2015-2017 an die Truppe abgegeben. Der direkte Anteil der Schweizer Industrie beträgt rund 167 Millionen SFr (75%).Einsatznetz Verteidigung (Ei Netz V)
Beim Ei Netz V handelt es sich um ein krisenresistentes, hochverfügbares Übertragungsnetz, welches unabhängig von öffentlichen Kommunikationsanbietern betrieben wird (teilweise werden jedoch Immobilien und Kabelkanäle der Swisscom benutzt). Mit dem Ei Netz V des Rüstungsprogramms 2013 soll die Systemvielfalt und Komplexität verringert, jedoch gleichzeitig die Sicherheit und die Datenübertragungsrate erhöht werden. Die einsatzrelevanten Standorte der Armee, des Bundes und der Kantone, einschliesslich der drei in Planung stehenden Rechenzentren sollen – auf Basis des bereits vorhandenen Ei Netz V – mittels einheitlicher Technologie erschlossen, erneuert bzw. ausgebaut werden.
Das im Rahmen des Rüstungsprogramm 2013 beantragte Material ist für permanente und temporäre Installationen des Ei Netz V zugunsten von Führungsunterstützungs-, Informations- und Kommunikationssystemen der Armee und des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport vorgesehen und wird durch die Führungsunterstützungsbasis (FUB) betrieben. Diese stellt mit ihrem zivilen Personal und der Truppe den durchgehenden Betrieb des Ei Netz V sicher. Die Ausbildungsverantwortung des zivilen Personals liegt bei der FUB, die der Truppe beim Lehrverband Führungsunterstützung der Luftwaffe. Die gemeinsam genutzte Ausbildungsanlage wird durch die FUB mit Unterstützung des Lehrverbands betrieben und verwaltet.
Die Verbindungen zwischen den Standorten des Ei Netz V werden mittels Glasfaser und Richtstrahlstrecken sichergestellt. Dadurch erhöhen sich der Datendurchsatz und die Redundanz. In der Regel werden Standorte nur mit einem Mittel erschlossen (Richtstrahl oder Glasfaser). Hochverfügbare Standorte werden doppelt mit Glasfaser und mit Richtstrahl erschlossen. Bei Hochwasser ist der Ausfall der Richtstrahlkomponenten weniger wahrscheinlich, dafür ist die Übertragungskapazität kleiner. Diverse Schutzmassnahmen an der Übertragungsinfrastruktur, die Vermaschung der Netzknoten sowie die kryptologisch geschützte Datenübertragung tragen zur Sicherheit des Ei Netz V bei. Die gesamten 209 Millionen SFr werden bei der Beschaffung von inländischen Produkten aufgewendet.
Verbesserung und Optimierung der Systemverfügbarkeit (Verb Opt Syst Verfügbarkeit)
Unter dem Vorhaben “Verb Opt Syst Verfügbarkeit” soll Ersatzmaterial für den Systeme F/A-18 Hornet und die Fahrzeuge Puch, Duro und Steyer beschafft werden. Mit der entsprechenden Anzahl Ersatzmaterial, insbesondere bei den Verschleissteilen, können die Systeme schneller wieder instandgestellt und damit die Verfügbarkeit erhöht werden. Beim F/A-18 Hornet handelt es vor allem um Triebwerksteile (Kompressor-, Brennkammer-, Hochdruck-, Niederdruck-, und Nachbrennermodule); bei den Fahrzeugen sind nebst kompletten Baugruppen wie beispielsweise Lichtmaschinen und Motoren, zur Endbevorratung mehrere tausend Positionen von Ersatzteilen vorgesehen. Der direkte Anteil der Schweizer Industrie beträgt rund 130 Millionen SFr (87%)
Unterstützungsbrückensystem 45 m (Ustü Brü Syst 45 m)
Um die Mobilität der militärischen Verbände zu gewährleisten, muss die Armee die Fähigkeit aufweisen, Hindernisse oder Gewässer rasch überqueren zu können. Die Panzerbrücke 68 (Brü Pz 68) wurde Ende 2011 ausser Dienst gestellt und die Feste Brücke 69 musste ebenfalls Ende 2012 aus Sicherheitsgründen aus dem Verkehr gezogen werden. Bis zur Einführung des mit dem Rüstungsprogramm 2011 bewilligten Unterstützungsbrückensystems 45 m (Ustü Brü Syst 45 m) ab Mitte 2014 verfügen die Genietruppen somit über keine Möglichkeiten mehr, um innerhalb von 2–3 Stunden Rad- und Kettenfahrzeugen der militärischen Lastklasse MLC 70 (Kettenfahrzeuge mit maximal etwa 63 t und Radfahrzeuge mit maximal etwa 75 t) Hindernisse oder Gewässer bis zu einer Breite von 45 m stützenfrei zu überwinden. Die mit dem Rüstungsprogramm 2011 bewilligten 10 Module Brückenmaterial und 14 Module Verlegefahrzeuge werden mit dem Beschaffungsvorhaben des Rüstungsprogramm 2013 mit weiteren 6 Modulen Brückenmaterial und 10 Modulen Verlegefahrzeuge ergänzt. Beim Ustü Brü Syst 45 m handelt es sich um die “Dry Support Bridge” der WFEL Ltd. Der direkte Anteil der Schweizer Industrie beträgt rund 11 Millionen SFr (13%)
Neben der Ustü Brü Syst 45 m, welche Mitte 2014 bei der Truppe eingeführt wird, verbleibt für die Genietruppen noch die Schwimmbrücke 95 zur Überquerung von Gewässern mit einer Breite von 45–120 m innert Stunden. Für diese ist ab 2015 eine Werterhaltung vorgesehen. Als Ersatz des Brückenpanzer 68/88 zur Überwindung von bis zu 25 m breiten Hindernissen ist die Beschaffung des Brückenpanzers Leopard 2 mit einem der nächsten Rüstungsprogramme geplant.
Neue Fahrzeuggeneration (N Fz Gen)
Viele der gegenwärtig eingesetzten Armeefahrzeuge haben das Ende ihrer wirtschaftlich sinnvollen Nutzungsdauer erreicht oder müssen aus Sicherheitsgründen ausgemustert werden. Seit dem Rüstungsprogramm 2010 wird die Fahrzeugflotte der Armee systematisch erneuert. Bei der 3. Tranche anlässlich des Rüstungsprogramms 2013 werden 100 IVECO 6×6, bedingt geländegängige Lastwagen mit Verdeck und Hebebühne, 260 Kleinbusse, 4×4 für den Personentransport, 100 Lieferwagen 4×4 für den Materialtransport und 500 einachsige Anhänger beschafft. Der direkte Anteil der Schweizer Industrie beträgt rund 33 Millionen SFr (45%).