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Bollettino delle acque sotterranee
Überwiegend normale Grundwasserstände und Quellabflüsse mit stagnierender bis sinkender Tendenz – 07.09.2023
Niederschläge
Im Juli fielen die Niederschlagsmengen regional unterschiedlich aus. Das Niederschlagsbild im August wird von den intensiven Niederschlägen am Monatsende geprägt. Insbesondere in der östlichen Landeshälfte und auf der Alpensüdseite fielen grosse Niederschlagsmengen (siehe Abbildung Niederschlag). Die ersten September-Tage zeigten sich schweizweit trocken und sommerlich warm.
Niederschlag (Monatssummen Juli und August 2023) in Prozent des langjährigen Durchschnitts 1991-2020 (Quelle MeteoSchweiz).
Grundwasserstände und Quellabflüsse
In der östlichen Landeshälfte und auf der Alpensüdseite liegen die Grundwasserstände und Quellabflüsse normal bis hoch, die Tendenz ist sinkend. In der westlichen Landeshälfte sind überwiegend normale Grundwasserstände und Quellabflüsse mit uneinheitlicher Tendenz zu verzeichnen.
Grundwasserstände und Quellabflüsse im langjährigen Vergleich sowie derzeitige Tendenz
Quelle: Nationale Grundwasserbeobachtung NAQUA
Grundsätzliche Anmerkung: Die quantitativen Grundwasserverhältnisse in der Schweiz stehen in den häufigsten Fällen in engem Zusammenhang mit der kumulierten Niederschlagsmenge der zurückliegenden Monate der jeweiligen Region. Die Entwicklung der Grundwasserstände und Quellabflüsse verläuft daher meist regional unterschiedlich und mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung. Das Grundwasserbulletin wird dementsprechend etwa einmal pro Monat erstellt.
Die wichtigen Grundwasserleiter in den Talschotterebenen sind oberflächennah und werden oft durch Flüsse gespeist; sie reagieren deshalb eher kurzfristig auf Niederschlagsereignisse und Trockenperioden.
Übersicht der aktuellen Verhältnisse:
Lockergesteins-Grundwasserleiter, die an Flüsse mit Einzugsgebiet im Mittelland oder Jura gebunden sind (pluviales Grundwasserregime), erreichen entsprechend der saisonalen Niederschlagsentwicklung generell ihren Grundwasserhöchststand im März/April und ihren Tiefststand im August/September.
Lockergesteins-Grundwasserleiter, die an Flüsse mit Einzugsgebiet in den Voralpen gebunden sind (pluvio-nivales Grundwasserregime), erreichen entsprechend der saisonalen Niederschlagsentwicklung sowie der Schneeschmelze generell ihren Grundwasserhöchststand im März/April und ihren Tiefststand im Winter.
Lockergesteins-Grundwasserleiter, die an Flüsse mit Einzugsgebiet in den Alpen gebunden sind (nivo-glaziales Grundwasserregime), erreichen ihren Grundwassertiefststand generell im April und ihren Höchststand infolge der Schnee- und Gletscherschmelze im Juni/Juli.
Lockergesteins-Grundwasserleiter, die an Flüsse mit Einzugsgebiet auf der Alpensüdseite gebunden sind (pluvio-nivales Grundwasserregime), erreichen den Grundwassertiefststand im Allgemeinen im Februar/März und zwei Höchststände im Mai/Juni sowie im Oktober.
Lockergesteins-Grundwasserleiter ohne Flussanbindung mit geringem Flurabstand reagieren im Allgemeinen rasch auf sich verändernde Witterungsverhältnisse.
Lockergesteins-Grundwasserleiter ohne Flussanbindung und mit hohem Flurabstand reagieren langsam und zeitlich verzögert.
Kluft-Grundwasserleiter reagieren im Allgemeinen eher langsam auf sich verändernde Niederschlagsverhältnisse.
Karst-Grundwasserleiter zeichnen sich durch eine rasche Infiltration und einen schnellen unterirdischen Grundwasserfluss aus; sie reagieren deshalb kurzfristig auf Niederschlagsereignisse. Abflussschwankungen der Karstquellen hängen von der Niederschlags- und Schneeschmelzsituation der zurückliegenden Tage ab.