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Den Arbeitsvertrag bei PwC hat Daniel bereits unterschrieben
WF: Ciao Daniel. Alles klar bei dir?
Daniel: Hallo. Ja, ich hoffe bei dir auch.
WF: Merci, bei mir auch. Im letzten Interview hast du gesagt, dass du keinen Master planst, da du im Herbst als Assistent in der Wirtschaftsprüfung bei der PwC (PricewaterhouseCoopers AG) anfängst. Hast du den Arbeitsvertrag bereits unterschrieben?
Daniel: Ja, den Vertrag habe ich vor etwas mehr als 5 Monaten unterschrieben.
WF: Kannst du mir mehr darüber erzählen?
Daniel: Der Vertrag ist unbefristet, das Pensum beträgt 100% und der Arbeitsort wird hauptsächlich Luzern und Umgebung sein.
WF: Ohne nach Details zu fragen; bist du zufrieden mit dem Lohn?
Daniel: Ja, ich bin mit dem Lohn und den Nebenleistungen sehr zufrieden.
WF: Gut so :-) Was sind deine Aufgaben als Assistent in der Wirtschaftsprüfung?
Daniel: Ich werde bei der Prüfung der Buchhaltungen unserer Kunden mithelfen. Zu Beginn werden die Tätigkeiten aufgrund meines Wissens und der Erfahrung wahrscheinlich eher einfacher sein. Beispielsweise könnte mir die Prüfung von Belegen delegiert werden oder auch die Prüfung einfacher Bilanzpositionen.
WF: Stimmt es, dass du die Ausbildung zum eidgenössisch diplomierten Wirtschaftsprüfer in Angriff nehmen wirst?
Daniel: Ja, das habe ich eigentlich im Sinn und wäre auch von meinem Arbeitgeber gewünscht.
WF: War das eine Bedingung für diese Anstellung?
Daniel: Ehrlich gesagt bin ich mir nicht sicher, ob es eine Bedingung war. Ich gehe aber davon aus, dass bei einer Anstellung in der Wirtschaftsprüfung die Ausbildung zum Wirtschaftsprüfer immer das Ziel sein sollte.
WF: Wie lange dauert diese Ausbildung?
Daniel: In meinem Fall sollte die Ausbildung, wenn alles wie geplant verläuft, 4 Jahre dauern. Sie ist berufsbegleitend resp. es wird sogar praktische Erfahrung in der Wirtschaftsprüfung vorausgesetzt.
WF: Huch, das dauert ziemlich lange ...
Daniel: Die ganze Ausbildung ist in Module unterteilt und wird mit einer Schlussprüfung (PJ professional judgement) abgeschlossen. Die Module finden ausserhalb der «busy season» statt (von Ende April bis Ende August). Wann die Ausbildung für mich beginnt, hängt davon ab, ob ich die Vorkenntnis-Module von der Uni anrechnen kann oder nicht.
WF: Welche Module konkret?
Daniel: Volkswirtschaftslehre, Quantitative Methoden und Statistik, Recht und Rechnungswesen nach OR.
WF: Und wer entscheidet das?
Daniel: Meines Wissens entscheidet ein Fachgremium der EXPERTsuisse (Berufsorganisation der Wirtschaftsprüfer und Steuerexperten) über die Zulassungen.
WF: Hast du nach bestandener Prüfung eine Garantie für eine Weiterbeschäftigung bei PwC?
Daniel: Eine Garantie habe ich meines Wissens keine. Ich gehe davon aus, dass nicht alle dipl. Wirtschaftsprüfer auch langfristig in der Prüfung verbleiben. Einige werden beispielsweise in Bereiche wie Controlling oder Reporting wechseln.
WF: Wie bist du eigentlich auf diese Stelle gekommen?
Daniel: Ganz konventionell über die Bewerbung auf eine ausgeschriebene Stelle (Inserat).
WF: Hast du genau nach einer solchen Stelle gesucht oder hast du dich auch auf andere Jobs beworben?
Daniel: Ich habe explizit nach Stellen in der Wirtschaftsprüfung gesucht. Ausserdem wollte ich bei einem der «Big4» beginnen. Aus diesem Grund habe ich auch einen Inside PwC-Anlass in Luzern besucht. Ich konnte mich dort mit verschieden Mitarbeitern der PwC unterhalten und ich habe einen guten Eindruck erhalten. Deshalb habe ich mich als erstes direkt bei PwC beworben.
WF: Zu den «Big4» gehören neben PwC noch KPMG, Ernst & Young und wer?
Daniel: Deloitte (übrigens die Nummer 1 weltweit). In der Schweiz ist aber die PwC Marktführer.
WF: War für dich schon immer klar, dass du nach dem Bachelorabschluss in die Berufswelt einsteigst?
Daniel: Nein. Die Entscheidung, keinen Master zu machen, habe ich erst getroffen, als für mich feststand, dass ich dipl. Wirtschaftsprüfer werden möchte. Diese Entscheidung fiel aber erst während des Studiums.
WF: Und was war der Auslöser für diese Entscheidung?
Daniel: Die persönliche Evaluation des Studiums und darauf aufbauend die Planung der Zukunft. Ich habe mir Gedanken gemacht, was mir im Studium gefallen hat und dann nach Jobs in diesen Bereichen gesucht. Schlussendlich wurde ich dann in der Wirtschaftsprüfung fündig.
WF: Das nenne ich mal strukturiert!Und sonst hättest du weiterstudiert?
Daniel: Wahrscheinlich schon.
WF: Wie war der Bewerbungsprozess? Erzähl mir mehr darüber.
Daniel: Der Bewerbungsprozess begann bei mir mit dem Erstellen des Lebenslaufs und dem Verfassen eines Motivationsschreibens. Diese beiden Dinge reichte ich dann online ein. Danach wurde ich zu einem online Assessment eingeladen.
WF: Wie verlief dieses Assessment?
Daniel: Über den Inhalt kann ich nicht allzu viel sagen, nur so viel: Es gibt einen Englisch-Test, einige Logikaufgaben und einen psychologischen Teil. Gut fand ich vor allem, dass man das Ergebnis direkt zugeschickt bekommt.
WF: Und wie ging es weiter?
Daniel: Dann bekam ich einen Anruf von PwC und wurde zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Ich hatte insgesamt drei einzelne Gespräche mit vier Personen. Sie wollten mehr über meinen persönlichen Werdegang und meine Vorstellungen wissen und haben auch fachliche Fragen gestellt. Ich persönlich fand es relativ taff, wobei das wahrscheinlich die meisten bei ihrem ersten "richtigen" Bewerbungsgespräch so empfinden. Trotzdem finde ich, dass die Mitarbeiter von PwC stets bemüht waren, dass ich mich wohl fühle. Ein paar Tage nach dem Bewerbungsgespräch bekam ich dann die Nachricht per Telefon, dass sie mich einstellen würden, sofern ich das auch noch immer möchte.
WF: Herzliche Gratulation, das ist in der Tat ein taffes Verfahren und du kannst stolz sein.
Daniel: Danke :-)
WF: Ist das nun dein erster richtiger Job?
Daniel: Ja, es ist meine erste Anstellung im 100%-Pensum. Ich habe aber bereits während des Studiums im Stundenlohn (Pensum 20-30%) für die Securitas AG gearbeitet.
WF: Wie bringst du alles unter einen Hut?
Daniel: Die Frage habe ich mir ehrlich gesagt nie gestellt. Es musste einfach gehen.
WF: Das ist die richtige Einstellung! Nebst diversen Rechts-Vorlesungen besuchst du das Seminar Leadership. Im Kurz-Interview dazu hast du gesagt, dass du der Antwort auf die zentrale Frage "Wieso sollte jemand durch mich geführt werden?" immer näherkommst. Wie lautet sie?
Daniel: Ich glaube, ich werde der Antwort in nur wenigen Zeilen nicht gerecht, aber ich kann schon einige Eckpunkte definieren: Weil ich gerne Verantwortung übernehme, mich selbst gut kenne und auch über viele meiner Schwächen Bescheid weiss. Ausserdem glaube ich, dass ich stets das Ziel vor Auge habe und ich offen bin für verschiedene Lösungswege.
WF: Das hört sich meines Erachtens nach einem guten Chef an! Würdest du denn gerne einmal ein Team führen?
Daniel: Stand meiner jetzigen Erfahrung kann ich mir das gut vorstellen.
WF: Dann wünsche ich dir viel Glück und Erfolg auf deinem beruflichen Weg und ich hoffe, du kannst deine Ziele erreichen. Herzlichen Dank für den spannenden Chat.
Daniel: Vielen Dank und auch dir viel Erfolg.