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Das Wichtigste in Kürze:
- Schweres Zugunglück in Indien mit 133 Toten und mehr als 200 Verletzten.
- Mindestens 14 der 23 Waggons sprangen aus den Schienen.
- Die Unfallursache ist noch unklar. Aus dem zuständigen Ministerium hiess es aber, dass baufällige Schienen den Zug zum Entgleisen gebracht haben könnten.
- In Indien kommt es jedes Jahr zu zahlreichen Zugunglücken, weil die Bahninfrastruktur vielerorts völlig veraltet ist.
Es könnten noch Überlebende in den Wagen sein. Wir müssen durch die Metallwände schneiden, um sie zu erreichen.
Gegen 3.00 Uhr Ortszeit entgleiste ein Fernzug im Bundesstaat Uttar Pradesh in der Nähe der Stadt Pukhrayan. Mindestens 14 der 23 Waggons sprangen aus den Schienen. «Zwei der Waggons sind völlig zerstört», sagte Daljeet Singh Choudhury, ein zuständiger Polizeibeamter in Uttar Pradesh. «Die Zahl der Toten könnte noch steigen.»
Zug transportierte insgesamt rund 2500 Menschen
Ein Sprecher der Bahn sagte: «Wir können uns nur langsam in die zerstörten Waggons vorarbeiten. Es könnten noch Überlebende in den Wagen sein. Wir müssen durch die Metallwände schneiden, um sie zu erreichen.» Laut seiner Schätzung befanden sich zum Unfallzeitpunkt zwischen 100 und 150 Menschen in den besonders schwer beschädigten Wagen. Insgesamt transportierte der Zug zum Unfallzeitpunkt rund 2500 Passagiere. Mehr als 20 Krankenwagen würden die Verletzten ins rund 100 Kilometer entfernte Kanpur transportieren, so der Sprecher.
Fernsehbilder zeigten die völlig zerstörten Waggons und dutzende Menschen, die ihr Gepäck zu Fuss über leer stehende Felder tragen, um die zum Abtransport bereitgestellten Busse zu erreichen. «Wir wachten plötzlich auf, als der Zug mit einem heftigen Ruck und lautem Quietschen zum Stehen kam», sagte ein Augenzeuge dem Fernsehsender NTDT. «Wir schafften es, auszusteigen, und sahen überall auf den Gleisen Teile der Achsen und Räder verteilt.»
Zugunglück im Norden Indiens
Die Unfallursache ist nach wie vor unbekannt. Aus dem Bahnministerium hiess es jedoch, dass baufällige Schienen den Zug zum Entgleisen gebracht haben könnten.
Bahnminister Suresh Prabhu kündete eine umfassende Untersuchung des Unfalls an. «Unbeschreiblicher Schmerz wegen des entgleisten Patna-Indore-Express», schrieb der indische Premierminister Narendra Modi auf Twitter. «Meine Gedanken sind bei den Familien, die so schwere Verluste erlitten haben.»
Indiens Premierminister Narendra Modi sprach den Betroffenen sein Beileid aus und kündigte finanzielle Hilfen für die Angehörigen der Gestorbenen und für die Schwerverletzten an.
Niedrige Sicherheitsstandards
|Indiens Züge transportieren jeden Tag rund 23 Millionen Menschen in etwa 12'000 Zügen. Das gigantische Schienennetz wird oft als «Lebensader der Nation» bezeichnet, da Inder aller Kasten und Klassen es benutzen. Das Netz wurde von den britischen Kolonialherren gebaut, um Handelsgüter zu den Häfen zu schaffen. Seit der Unabhängigkeit Indiens im Jahr 1947 wurden kaum neue Gleise verlegt, da die Bahn damit beschäftigt ist, das vorhandene Netz zu erhalten. Jedes Jahr kommt es bei der indischen Bahn zu zahlreichen Unfällen mit vielen Toten. Zuletzt hatte die indische Regierung aber angekündigt, dass sie die Bahn mit Investitionen in Milliardenhöhe sicherer und wirtschaftlicher machen will.|