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Höhe mit von der
Dranse angeschwemmtem und heute von einer
Wiese mit Obstbäumen überwachsenem Geschiebe aufgefüllt, kann
aber noch sehr gut erkannt werden.
Die aus dem Boden schauenden Mauern sind im Kreisbogen angeordnet und zur Aufnahme der
Träger für die Stufen in regelmässigen Distanzen durchlöchert.
Den Namen Le Vivier, vom latein. vivarium
= Fischteich, sollen die Ruinen und in der Folge die Häusergruppe erhalten haben, weil hier nach einer Ueberlieferung die
römischen Verwaltungsbeamten von Octodurum für die Zwecke ihrer Festmähler einen Fischteich angelegt hätten.
SchlossGross Vivers stammt in seiner heutigen Gestalt aus dem 17. Jahrhundert und steht an der Stelle einer alten Befestigung,
von der schon im 13. Jahrhundert bloss noch
Burghügel und
Graben erhalten waren.
SchlossKlein Vivers gilt dagegen als gut erhaltenes
Muster einer mittelalterlichen Festungsanlage. Während die senkrecht zur
Saane abbrechenden Felswände auf der einen
Seite
einen festen natürlichen
Schutz boten, erscheint die
Burg auf den übrigen
Seiten von einem halbkreisförmigen
Graben und sehr
mächtigen Wall umgeben.
Der viereckige Bergfried ist 21,6 m hoch und hat eine Seitenlänge von 10,5 m. Seine aus Geschieben der
Saane gefügten Mauern sind nach aussen mit schönen Tuffblöcken und nach innen mit
Tuff und Molassesandsteinen verkleidet.
Ihre Mächtigkeit beträgt an der Basis 3,55 m und in der
Höhe des dritten Stockwerkes 3,20 m. In diesem
Turm waren neben
einem Kellergeschoss 5 Stockwerke in Zimmerwerk eingebaut. Vom dritten
Stock aus öffnete sich eine
Türe
gegen den Wall. Heute ist das Innere des
Turmes zerfallen. Neben dem
Turm befinden sich innerhalb des Walles ein Wohnhaus aus
dem 16. Jahrhundert, eine in Trümmern liegende
Kapelle und verschiedene Oekonomiegebäude.
Sie werden als Wohltäter der
KlösterHauterive, in der Magerau
(Maigrauge) und Hautcrêt genannt, lieferten der Stadt
Freiburg 1270 einen
Schultheissen und erloschen gegen Ende des 13. Jahrhunderts, worauf ihreGüter den
Herren von
Pont zufielen.
In einer Urkunde von 1293 wird
Alt oder
Gross Vivers als podium de veteriVivier und
Neu oder
Klein Vivers als de castro deVivieret de turne erwähnt. Der erstere Ausdruck weist darauf hin, dass vom ältern
Schloss nur noch die (in andern Urkunden
wohl auch motta oder berg genannte) Burgstelle vorhanden war. 1363 erklärten sich die
Herren von
Pont bezüglich
Gross und
Klein Vivers als Lehensleute der
Thierstein, worauf dann die Stadt
Freiburg im 15. Jahrhundert die Lehenshoheit sich erwarb.
Alt oder
Gross Vivers kam nun der Reihe nach an die
Freiburger Patriziergeschlechter der Oguey,
Praroman
und Féguely und gehört heute der Familie Maillardoz.
Neu oder
Klein Vivers ging im 14. Jahrhundert von den
Herren von
Pont
an diejenigen von
Treyvaux über, deren einer die Burg zu einem wirklichen Raubnest machte, und kam dann an die
Vuippens, die den
Freiburger Truppen in den zahlreichen Fehden der Stadt stets gastliche Unterkunft gewährten. Endlich
gelangte die Burg durch Heirat an die üppige Familie der Rych, auf deren später herrenlos gewordene
Güter sowohl
Freiburger
als
Berner Patrizier Ansprüche machten.
Diese Bewerbung gab Anlass zu einem heftigen Streit zwischen den ohnehin schon durch politische Rivalität gegeneinander
erbitterten beiden Städten. Bern
ergriff die Gelegenheit zur Kriegserklärung an Freiburg
und zum Beitritt in die
vom Herzog von Savoyen gegen diese Stadt gebildete Liga. Der Friedensvertrag von
Murten vom sprach dann die
Güter
der Familie Rych und damit auch die Burgherrschaft
Klein Vivers den Bernern zu. Später kam das
Schloss
durch Kauf an Freiburg
zurück, worauf es während eines Jahrhunderts Eigentum der
Praroman war und nachher allerlei Ungemach erlebte.
Vergl. den von Max de
Diesbach in den Étrennes fribourgeoises für 1907 veröffentlichten Artikel über die beiden
SchlösserVivers.
m. Gipfel in den sog. SplügenerKalkbergen des Adulamassives, zwischen der Thalschaft Schams und deren westlichem Nebenthälchen
Annarosa; 3,3 km w. Andeer. Nach N. und NO. steil und in schroffen Stufen abfallend, setzt sich der Grat des Piz Vizan in WSW.-Richtung
über zwei grüne Einsenkungen zum Punkt 2510 m und zum Piz Calandari (2543 m) fort. Am N.-Hang breitet
sich der Annarosawald aus, und auf der O.-Seite liegen die Berghütten von Promischur (1844 m), Burgias, Molas und Pasciaglias
(1838 m). Der Piz Vizan wird von Andeer aus über Burgias auf rauhem Weg und über steinige Weiden und Felsen in 4½
Stunden unschwierig erstiegen und bietet eine prächtige Fernsicht.
Den Rückweg nimmt man meist über die steilen Grashalden, die sich oberhalb des hübschen Alpsees Lai da Vons ausdehnen,
nach den Hütten von Burgias. Der Gipfel besteht aus Dolomiten und Kalksteinen der Trias und besonders stark vertretenen polygenen
Konglomeraten, die heute als liasisch angesehen werden. Diese Komplexe fallen in O.- und SO.-Richtung
ein und bilden die Reste einer grossen Deckscholle, die über die Bündnerschiefer des basalen Gebirges der Umgebung hergeschoben
wurde. Unter den Triasgesteinen ist auch der Rötidolomit vertreten, der fast auf allen Seiten des Bergstockes ein- und aufgelagerte
Fetzen und längere Züge bildet.