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Zu Beginn dieser Wochenberichtsperiode endete eine längere, turbulente Niederschlagsperiode. Diese brachte zuletzt vor allem im Norden und im Osten viel Schnee und Regen bis in hohe Lagen. Die Folge davon war eine ausserordentliche Lawinenaktivität mit vielen grossen Lawinen (vgl. Abbildung 1). Die Lawinengefahr war in vielen Gebieten gross und nahm im Verlaufe der Berichtsperiode bei meist sonnigem Wetter kontinuierlich ab. Zum Ende der Berichtsperiode war die Lawinensituation verbreitet günstig mit einem leichten Anstieg der Gefahr von nassen Lawinen im Tagesverlauf.
Freitag, 10.03.: Niederschlagsende, danach sonnig
In der Nacht auf Freitag fiel im Norden und Osten oberhalb von rund 1500 m Schnee. Dazu blies ein starker bis stürmischer Nordwestwind. Am Morgen gab es im Osten noch Restwolken, sonst war es sonnig. Der Wind liess etwas nach und blies im Osten meist mässig, sonst schwach. Die Mittagstemperaturen auf 2000 m lagen im Westen und Süden bei +3 °C, im Osten bei -4 °C.
Von Mittwochmittag, 08.03. bis Freitagmorgen, 10.03. fielen gebietsweise beträchtliche Schneemengen (vgl. Abbildung 2). Die Schneefallgrenze war regional sehr unterschiedlich, ein beträchtlicher Teil des Niederschlags fiel aber bis in hohe Lagen als Regen. So wurde im Wallis die Schneefallgrenze auf 2700 m und im Engadin auf 2200 m beobachtet.
Samstag, 11.03. bis Donnerstag, 16.03.: Meist sonnig und zunehmend mild
Abgesehen von zeitweise hohen Wolkenfeldern war es meist sonnig. Einzig am Mittwoch, 15.03. war es im Süden bedeckt. Mit Mittagstemperaturen auf 2000 m von +4 bis +7 °C war es im Westen und Süden die ganze Zeit sehr mild. Im Osten war es zunächst etwas kühler (Mittagstemperaturen auf 2000 m zwischen 0 °C und +2 °C) bevor es am Mittwoch, 15.03. und Donnerstag, 16.03. ähnlich mild wurde wie im Westen und Süden. Der Wind wehte aus nördlichen Richtungen und war am ehesten im Osten für kurze Zeit auch mal stark, sonst meist schwach bis mässig.
Der intensive Niederschlag mit sehr hoher Schneefallgrenze am Übergang zu dieser Berichtsperiode führte zu einer ausserordentlichen Lawinenperiode. Der Lawinenaktivitätsindex erreichte am Übergang zu dieser Berichtsperiode mit über 600 Zählern den bisher höchsten Wert dieses Winters (vgl. Abbildung 3). Dabei wurden trockene, nasse und gemischte Lawinen beobachtet.
Im Nachhinein betrachtet war die Spitze der spontanen Lawinenaktivität vermutlich am Nachmittag des Donnerstags, 09.03. (siehe letzte Berichtsperiode) im Zuge der intensivsten Niederschläge und der höchsten Schneefallgrenze. In der Nacht auf Freitag, 10.03. gingen aber weitere spontane Lawinen ab. Viele dieser Lawinen stiessen bis in die Talböden und in die Nähe von Infrastrukturen wie Alpgebäude oder Strassen vor (vgl. Abbildungen 4 und 5). Zahlreiche grosse Lawinen gingen auch fernab von Siedlungsgebieten ab und wurden erst im Verlaufe der Berichtsperiode bemerkt (vgl. Abbildung 6).
Anzahl und Grösse der Lawinen zeigen, dass die prognostizierte grosse Lawinengefahr (Stufe 4) sowohl am Donnerstag, als auch in der Nacht auf Freitag, 10.03. erreicht war. Aufgrund der gemeldeten Lawinen hätte die Warnung vor grosser Lawinengefahr am Donnerstag und Freitag mutmasslich noch auf weitere Gebiete ausgedehnt werden können (insbesondere Lötschental, ganzes Goms, Ofenpass). Die Warnung vor grosser Lawinengefahr wurde am nördlichen Alpenkamm vom Berner Oberland bis Liechtenstein, in Nordbünden und im Unterengadin nördlich des Inns am Freitag auch tagsüber aufrechterhalten. Zwar gab es weniger spontane Lawinen wie am Vortag und in der Nacht, aber es wurden sehr erfolgreich Lawinen künstlich ausgelöst. Gründe dafür waren einerseits die nach wie vor instabile Schneedecke und bestes Flugwetter (vgl. Abbildung 7 bis 9).
Ab Samstag, 11.03. nahm die Lawinenaktivität markant ab. Hauptgründe dafür waren, dass sich die mächtigen Neu- und Triebschneeschichten der vorangegangenen Woche zunehmend stabilisierten. Unterhalb von rund 2000 m gefror die durchnässte Schneedecke mit der nächtlichen Abkühlung. Es wurden nur noch wenige spontane Lawinen gemeldet, vereinzelt aber grosse. Dies zeigte, dass die Auslösebereitschaft von Lawinen zwar deutlich abnahm, aber die Lawinengrösse aufgrund der Lage möglicher Schwachschichten tief unter dem Neuschnee und der guten 'Schneebretteigenschaften' der oberen Schneeschichten unverändert gross blieb (vgl. Abbildung 10).
Am störanfälligsten blieb die Schneedecke im südlichen Wallis sowie in den inneralpinen und südlichen Teilen Graubündens wo einerseits der Schneedeckenaufbau deutlich ungünstiger war und anderseits die teils mächtigen bodennahen Schwachschichten noch nicht so stark überlagert waren (vgl. Abbildungen 11 bis 13). In diesen Gebieten ereigneten sich auch die meisten Personenauslösungen.
Die Gefahr von trockene Lawinen nahm in der Folge weiter ab. Vereinzelte spontane Lawinen und Personenauslösungen ereigneten sich aber nach wie vor. Zum Ende dieser Berichtsperiode wurde die Lawinengefahr als mässig (Stufe 2) eingestuft. Die Hauptgefahr ging einerseits vom schwachen Altschnee, anderseits von einem tageszeitlichen Anstieg der Gefahr für nasse Lawinen aus. Allerdings wurden trotz hoher Lufttemperatur vorerst recht wenige nasse Lawinen gemeldet. Dafür kommen verschiedene Gründe in Frage. Zum einen waren die Nächte meist klar und die Schneedecke stabilisierte sich immer wieder. Anderseits war mit dem Regen vom Donnerstag, 09.03. unterhalb von rund 2000 m schon viel Wasser in die Schneedecke geflossen, sodass diese nicht mehr so sensibel auf die Anfeuchtung reagierte.
Bis zum Redaktionsschluss verliefen alle Lawinen mit Personenbeteiligung glimpflich. Angesichts der vielen grossen Lawinen dürfte auch der eine oder andere Sachschaden entstanden sein. Allerdings gingen diesbezüglich noch kaum Meldungen ein.
Am Ende der letzten Wochenberichtsperiode verschüttete eine spontane Lawine die automatische IMIS-Station am Rienzenstock (2962 m, Göschenen, UR). Die Station steht auf einer Moräne auf 2400 m in der Nordwestflanke des Bergs. Da sie noch funktionierte, schien kein Schaden entstanden zu sein. Aufgrund des vorübergehenden Datenausfalls liess sich der Lawinenabgang auf den Mittwochabend, 08.03. 22 Uhr datieren.
Am Freitag, 10.03. wurde am Munt Arlas (Silvaplana, GR) eine Person von einer Lawine erfasst. Sie blieb unverletzt (vgl. Abbildung 12).
Am Samstag, 11.03. wurden an einem Nordwesthang auf rund 2400 unterhalb des Barglen Schiben (Kerns, OW) und an einem Südhang auf rund 2600 m unterhalb des Laaxer Stöckli je eine Lawine beobachtet. Bei beiden war unklar, ob Personen betroffen waren, weshalb Suchaktionen durchgeführt wurden. Der Aufwand für die Suche gilt als Sachschaden. Darum ist es wichtig, dass auch glimpflich verlaufene Lawinen den Rettungsorganisationen (1414 bzw. 144 im Wallis) gemeldet werden. So können unnötige Suchaktionen und somit Kosten vermieden werden.
Am Mittwoch, 15.03. wurden zwei Personen an einem Südhang auf 2140 m im Val Segnas (Disentis/Mustér, GR) von einer Lawine erfasst. Sie blieben unverletzt.
Gefahrenentwicklung
Lawinenbulletins dieser Zeitperiode im Überblick.