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zürcherischen Sihlthal. Er bildet den Hauptbestandteil des Waldbesitzes der Stadt Zürich und liegt zu beiden Seiten der Sihl, zwischen Langnau und Sihlbrugg. W. reicht er bis zum Kamm des Albis hinauf, ö. bleibt die Grenze unterhalb des Kammes der Horger Egg. Er umfasst mit Einschluss des Wildparkes im Langenberg (45 ha) eine Fläche von 1044 ha. Zürich besitzt den Hauptteil dieser Waldungen schon seit sehr langer Zeit. Der sog. «Forst», d. h. der Teil rechts der Sihl, wurde im Jahr 853 von Ludwig dem Deutschen der von ihm gegründeten Abtei zum Fraumünster geschenkt und ging dann 1524 mit der Aufhebung der Abtei an die Stadt über.
Der grössere Abschnitt, der eigentliche
Sihlwald, zwischen
Sihl und
Albis war höchst wahrscheinlich schon im 9. Jahrhundert
Eigentum des königlichen Reichshofes in Zürich.
Die Benutzung des
Sihlwaldes ging dann allmählig an die aufblühende Stadtgemeinde
über, und 1309 erhielt Zürich
auch die hohe Gerichtsbarkeit darüber. 1500-1700 wurde das Waldgebiet durch
planmässigen Ankauf vergrössert. 1798 sollten die Waldungen ganz oder zum Teil an den Kanton übergehen.
Ehe aber dieser Uebergang vollzogen war, kam die Mediation, und 1803 erhielt die Stadt die Waldungen. 1844 ging der
Sihlwald
in den Besitz der Bürgergemeinde über und wurde 1880 als Stiftungsgut erklärt, dessen Ertrag dem bürgerlichen
Nutzungsgute zufällt. Die Bewirtschaftung des
Waldes ist schon sehr frühe eine rationelle und planmässige gewesen. Gelegentlich
musste er auch bei grossen Katastrophen aushelfen. Als im Jahr 1280 die Stadt verbrannte, erhielten die Bürger das
Holz zum
Wiederaufbau aus dem
Sihlwald.
Von 1300 an lässt sich nachweisen, dass ein regelrechter Hochwaldbetrieb mit natürlicher Verjüngung
durchgeführt wurde. Von 1314 an wurden «Vorster»
(Förster) angestellt. Diese standen von 1342 an unter der Leitung des «Sihlherrn»,
der seinen Amtssitz im
Forsthaus im
Sihlwald hatte. Einer dieser «Sihlherren» war 1781-1788
der Idyllendichter Salomon Gessner. Die wirtschaftliche Benutzung des
Waldes vollzieht sich hier anders
als an den meisten übrigen Orten.
Anstatt die gefällten Stämme etc. an
Ort und Stelle zu versteigern, muss nämlich wegen der grossen Entfernung von Zürich
und der
schwierigen Terrainverhältnisse halber die Forstverwaltung selbst den Transport und sogar die Verarbeitung des
Holzes besorgen.
Um dieses zum Lagerplatz und zu den Maschinen zu bringen, werden ausser Schlitten und
Wagen namentlich
die Waldeisenbahn und die Holzriese verwendet, zum Transport von Reisig auch die Seilbahn. Im Zentrum, bei der Station
Sihlwald,
befinden sich eine mechanische Spalterei zur Herstellung von Brennholz für Oefen und Kochherde, eine Imprägnieranstalt
für Telegraphenstangen, Zaunpfähle etc., ein Sägewerk für
Bretter und
Latten, sowie Maschinen zur Herstellung
von Holzwolle, Werkzeugstielen, Rundstäben etc. Im ganzen beschäftigt die Forstverwaltung 9 Angestellte und 90-100 Arbeiter.
Der
Sihlwald lieferte 1891-1900 durchschnittlich per Jahr 9290 m3
Holz mit einem Bruttowert von 284038 Franken oder einem
Nettoertrag von 95706 Fr. Vergl. Meister, Ulr. Die Stadtwaldungen von Zürich.
2. Auflage. Zürich
1903.