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Die Schmetterlingspuppe
Aussehen und Puppenformen
Schmetterlingspuppen sind je nach Art sehr verschieden. So gibt es lange, schmale Puppen oder auch dicke, rundliche Arten. Die Farbe der Puppe ist sehr unterschiedlich. So findet man Puppen in grün, gelblich, beige, rotbraun, dunkelbraun, schwarz. Die Farbe kann sich jedoch von Anbeginn bis zum Ende der Verpuppungszeit ändern. So gibt es u.a. viele Arten, deren Puppe im Anfangsstadium grünlich ist und ihre Farbe später in Braunrot umwandelt. Auch gemusterte Puppen sind nicht selten. Einige Puppen von Tagfalterarten besitzen zudem schillernde Flecken. Gegen Ende der Verpuppungszeit schimmert oft die Flügelmusterung des bald schlüpfenden Falters durch. (Unten die Puppen von Argynnis paphia, eine Thera-Art/Geometridae und eine Boloria-Art).
Bei den Tagfaltern findet man Stürzpuppen und Gürtelpuppen, aber auch Puppen, welche im Boden liegen. Die Stürzpuppen hängen frei baumelnd an einem Ende befestigt mit Häkchen an der Unterlage. Bei der Stürzpuppe hängt die Kopfpartie nach unten. (Hier gezeigt am Beispiel von Boloria titania.)
Die Gürtelpuppen sind ebenfalls an einem Ende befestigt. In der Regel zeigt dann der Kopf nach oben. Die Puppe kann jedoch auch querliegend sein. Die Gürtelpuppe ist mit einem Faden zusätzlich befestigt. Die Stürz- und Gürtelpuppen befestigen sich mit Vorliebe an Mauern, Zaun- oder Holzpfosten, Bäumen, Ästen, dürren Pflanzenstängeln etc. (Unten zwei querliegende Puppen - ganz links Papilio machaon - ganz rechts Pieris brassicae - sowie ein Teilausschnitt einer hochgestellten Puppe in grüner Form von Papilio machaon mit sichtbarem Gürtelfaden.)
Andere Verpuppungsarten sind die Verpuppung unter einer Moosschicht am Boden, unter Erde, unter Steinen, an der unmittelbaren Erdoberfläche, in der Laubstreu. Diese Verpuppungsart ist häufig bei nachtaktiven Faltern der Fall. Aber auch gewisse Bläulinge wählen diese Art der Umwandlung zum Falter. (Unten in der Erde hat sich eine Triphosa-Art/Geometridae verpuppt, rechts eine Bläulingsart an der Erdoberfläche.)
Dann gibt es auch Raupen, welche sich direkt zwischen zusammengesponnenen Blättern verpuppen, in welchen sie vorher noch gefressen haben. Man findet diese Art der Verpuppung u. a. bei den Geometriden, Tortriciden, Noctuiden. (Unten 2 Tortricidae-Arten.)
Andere Raupen wiederum bauen sich zur Verpuppung zuerst ein Gespinst oder einen Kokon, in welchem sie sich dann verpuppen. Diese Verpuppungsart kann sowohl an einem Pflanzenstängel oder im Boden geschehen. Auf solche Art verpuppte Raupen findet man sowohl bei den Nachtfaltern als auch bei den Tagfaltern. (Beispiel dieser Verpuppungsart von links nach rechts unten: Endromis versicolora, Cidaria fulvata, eine Zygaena-Art.)
Viele Puppen, so u.a. Sphingidae-Arten, bewegen sich sehr heftig bei Störungen, indem sie ihr hinteres Ende hin- und herbewegen. Andere wiederum "schütteln" sich beinahe, sobald man sie mit Wasser besprüht wie beispielsweise die Puppe von Argynnis adippe. (Unten drei verschiedene Schwärmerpuppen (Sphingidae).
Oftmals haftet an den Puppen noch die abgestossene Raupenhaut. (Unten eine Tagfalterpuppe von Aglais urticae.)
Die Lymantridae-Puppen schützen sich mit Haaren.
Um aus der Puppe hinausschlüpfen zu können, muss der Falter eine Öffnungstaktik wählen. Dies geschieht je nach Art auf unterschiedliche Weise. Bei manchen Arten sprengt sich die Puppenhülle, sobald der Falter ins Freie will. Andere Arten besitzen eine Flüssigkeit, welche die Puppe aufweicht, so dass der Falter sich einen Weg in die Natur schaffen kann. (Unten die gesprengte Puppenhülle eines Schwalbenschwanzes, rechts ein Loch eines Parasitoiden.)
Update 04. 02. 2016