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Bis Anfang des 20. Jahrhunderts waren viele Städte geprägt von der Industrialisierung. Das bedeutete: Hohe Produktion und Fortschritt, aber auch Abgase, Abfall, Lärm und schlechte Luft, wenig Platz für Arbeiter*innen und die ärmere Bevölkerungsschicht.
Frische Landluft zur Erholung
Im Gegenzug wurde das Landleben als «gesund» und «natürlich» idealisiert, weshalb alle, die es sich leisten konnten, zur «Sommerfrische» und für Kuraufenthalte in die Berge und aufs Land fuhren. Für Kinder aus armen Verhältnissen gab es sogenannte «Ferien-Kolonien», in denen sie sich auf dem Land von Schmutz und Lärm der Stadt erholen sollten.
Keine Ferien für Arbeiter*innen
Sommerfrischen, Kuren und Ferien-Kolonien: Das sind die Vorgänger unserer Ferien. Bis Erholung so wie heute gesetzlich geregelt wurde, dauerte es aber noch eine ganze Weile. So waren denn für Arbeiter*innen Sommerfrischen und Kuraufenthalte schier unmöglich. Einerseits aus finanziellen Gründen, anderseits weil es für sie Ferien nur als Anreiz gab: Wenn, dann als Belohnung.
Ferien seit 1966 im Gesetz verankert
1940 nahm sich die Politik dem Thema an. Mit dem Hintergedanken, die Wirtschaft anzukurbeln, rief Bundesrat Enrico Celio im zweiten Weltkrieg zu Ferien in der Schweiz auf. Nach dem zweiten Weltkrieg verankerten einzelne Kantone den Ferienanspruch im Gesetz, bis der Anspruch auf Bundesebene festgehalten wurde, sollte es noch über zwei Jahrzehnte dauern: 1966 wurden im Arbeitsgesetz eine Mindestanzahl von zwei Wochen festgelegt.
Wer ist Ferien-Weltmeister?
Heute liegt die Schweiz mit der gesetzlichen Mindestanzahl von 20 Tagen im europäischen Schnitt. Ferien-Weltmeister mit mindestens 30 Tagen pro Jahr sind die Finn*innen, Französ*innenen und Brasilianer*innen. Das Schlusslicht machen die Amerikaner*innen und die Chines*innen. In den USA sind Ferien nicht gesetzlich geregelt, durchschnittlich beziehen Angestellte 15 Ferientage pro Jahr, in China sind es 5 bis 10 Tage.
Ferien tun uns gut
Diverse Studien belegen, dass Ferien uns tatsächlich guttun. Ohne sie steigt das Risiko für Herzkreislauf- sowie stressbedingte Erkrankungen, gleichzeitig nimmt die Gefahr für Verletzungen und Unfälle zu. Da Erholung nicht gespeichert werden kann, empfehlen Expert*innen, regelmässige kurze Auszeiten über das ganze Jahr.