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format: vinyl, 10", 33rpm
number of paths: 8
total playing time: 9 h 08 m
individual playing times: A: 1 m 00 s / 2 m 00 s / 0 m 42 s / 1 m 20 s //
B: 1 m 42 s / 0 m 36 s / 0 m 36 s / 1 m 12 s
1:60 ist eine auditive Arbeit, die im digitalen Zeitalter den Sprung in die Linearität wagt. Sie thematisiert Fragen zu Begriffen des Hörens und der Handlung in Hörräumen.
Angesichts der vollständigen Entschlüsselung des Audiosignals und den daraus resultierenden unendlichen klanglichen Möglichkeiten entscheide ich mich für den RESET: Bücher und Programme werden geschlossen, Texte und Klangerzeuger zur Seite gelegt. Es bleibt nicht Stille, die den Ort füllen könnte, sondern ein vielfältiges Gewirr an Stimmen und Geräuschen, in dem sich die Möglichkeiten des digitalen Klanguniversums spiegeln: Rhythmen, Zufälle, Stimmung und Atmosphäre. Mein Ausgangsmaterial ist die akustische Umwelt, in der diejenigen Klänge zu untersuchen sind, die durch ihre Allgegenwärtigkeit unsichtbar zu werden drohen. Die akustische Umwelt ist Produkt und Hintergrund von Lebensräumen - sie strukturiert und verbindet diese. Ich verstehe sie als ein komplexes System von ineinander greifenden Klängen, die sich zu einem Geräuschteppich verbinden. Ich betrachte sie auch als ein multifunktionales Instrumentarium, dessen Struktur es zu erforschen und erarbeiten gilt.
Grundlage meines Projektes sind bereits existierende Ausstellungen. Die Intention ist es, eine Abenteuergeschichte in eine Ausstellung zu implementieren, um dadurch eine zusätzliche Wahrnehmungsebene über einen fiktionalen Erzählstrang zu schaffen. Durch diese Verzerrung entsteht eine pervertierte Übersetzung der Ausstellungssituation.
Ich möchte die Werke nicht erläutern, sondern einen neuen Zugang durch eine Geschichte schaffen, welche die Werke narrativ verbindet.
Mein Ziel ist es, die verschiedenen Arbeiten einer Ausstellung zu rekontextualisieren. Es sollen neue Zusammenhänge und Konfrontationen innerhalb der Arbeiten einerseits, zwischen Ausstellung und Rezipient andererseits gespannt werden. Auf dieser Metaebene soll ein Ausstellungsinterface entstehen. Die zentrale Struktur, welche die verschieden Exponate narrativ verknüpft, bildet die Abenteuergeschichte (von mir selbst geschrieben), die sich aus verschiedenen Teilen und Perspektiven von Hintergrundgeschichten über die ausgestellten Werke zusammensetzt. Dadurch wird ein dramaturgisches Netz in die Ausstellung impliziert. Ich, als Autor einer Abenteuergeschichte über eine Ausstellungssituation, verfremde die ausgestellten Werke. Ich integriere mich mit meinem Projekt in eine Ausstellung, in die ich eigentlich gar nicht gehöre.
Die gesellschaftlichen Diskussionen gehen von der Vorstellung aus, dass die DNA das Programm für die Entwicklung des Menschen enthalte. Gentechnologie wird explizit mit dieser Vorstellung verbunden. Nur, die DNA IST KEIN CODE! Erst die Überwindung dieses Reduktionismus öffnet neue Handlungsräume, utopische Möglichkeiten zu einer solidarischen Nutzung der Gentechnologie. Der Reduktionismus dagegen führt zu neuen Ausgrenzungen. [ A C T G ] enome möchte in diesen Raum intervenieren und auf diesen Reduktionismus hinweisen. [ A C T G ] enome spielt mit DNA-Manipulationen aus online-Daten der gentechnologischen Labors und deren gesellschaftlicher Wirkung auf das Kreaturale. In der Installation präsentieren sich diese Handlungen - Wirkungen in vernetzten, kommunizierenden Animationen mit Interface.
Ein performatives Experiment mit einer selbstgebauten MusikVideoMaschine. Im Raum erzeugte Geräusche und Bewegungen werden unmittelbar mit der von mir gesteuerten Maschine aufgenommen und als Loop audiovisuell über Lautsprecher und Videoprojektor direkt wiedergegeben.
www.algoritmo-caliente.com
Heutzutage werden immer mehr Informationen in Form von Audio, zum Beispiel als Podcast, generiert, gespeichert und archiviert. In dieser Informationsflut wird es immer schwieriger, gezielt nach Informationen und Daten zu suchen. Weil Audio, anders als Text und Bild, eine zeitliche Dimension hat, lässt es sich viel schwieriger indizieren. Dies hat zur Folge, dass gesuchte Stellen nur sehr schwer und mit grossem zeitlichem Aufwand wieder auffindbar sind.
Durch den starken Wandel des Internets reifen ständig neue Technologien heran und eröffnen neue Möglichkeiten. So kann seit ca. einem Jahr die asynchrone Datenkommunikation auch für Webanwendungen produktiv eingesetzt werden. Mit Hilfe dieser Technik können gezielt einzelne Inhalte einer Webseite verändert werden, ohne dass die ganze Seite neu vom Server geladen werden muss. Zusammen mit der Unterstützung aktueller Webstandards durch die neuen Browsergenerationen, können nun Webapplikationen entwickelt werden, die sich wie normale Desktopanwendungen bedienen lassen. Dies hat dazu geführt,
dass neue, so genannte Web 2.0 Anwendungen derzeit wie Pilze aus dem Boden schiessen und mit ihrem Bedienkomfort herkömmliche Webanwendungen in den Schatten stellen.
Die neuen technischen Möglichkeiten, die Web 2.0 bietet, faszinieren mich. Persönlich benütze ich täglich diverse dieser neuen Webanwendungen wie del.icio.us, um meine Bookmarks zu verwalten, flickr um meine private Fotosammlung meinen Freunden zugänglich zu machen oder Gmail, um jederzeit alle
meine Mails an einem zentralen Ort zu verwalten. Gerne würde ich auch meine Audiosammlung mit anderen Freunden teilen oder über einzelne Stellen in Podcasts diskutieren. Leider vermisse ich bis jetzt eine gute Anwendung, die dies in einer einfachen Form ermöglichen würde.
Bahnen, Spuren, Profile ist ein zweiteiliges Projekt. Bahn, Spur und Profil sind die drei Funktionen, die ich mir zur Veranschaulichung, als thematische Spannweite
und als Orientierungspunkte setze. Der erste Teil – das Lavaterzimmer – wurde während zweier Wochen im März 2006 durchgeführt. Der zweite Teil – der Orakelraum – soll während der Diplomausstellung (30. Juni bis 13. Juli) stattfinden.
Projektidee/ziel ist es, mich dem Begreifen des eigenen Handelns als zwischen Regierungs- und Selbsttechniken Schwankendes stockend zu nähern oder dieses
einzukreisen. Davon ableitend möchte ich eine Art von Tätigkeit herausarbeiten, die das Thema für mich verhandelbar macht. Text lesen und Reflektion reicht mir hier nicht aus. Stattdessen soll ein Raum – der Orakelraum - inszeniert werden, in dem zeitlich voneinander getrennte Situationen als Anlässe angelegt werden, die
zum Besuch einladen. Diese verändern den Raum situativ. Das Teilnehmen an diesen Anlässen und die thematische Verknüpfung dieser, ist ein Versuch der
oben erwähnten Annäherung. Während das Projekt Lavaterzimmer dem Thema der Selbst-Beschreibung und dem Wahrnehmbar-Machen damit verbundener Kategorienbildung nachging (Beschreibung des Projekts Lavaterzimmer siehe im Anhang), benutze ich für das Projekt Orakelraum bzw. zwischen allen darin angelegten Anlässen die Figur des Orakels als Verknüpfungsknoten und Ausgangspunkt. Wäre eine narrative Erzählform gewollt, könnte auch vom Orakel als rotem Faden gesprochen werden.
Die Planung und das Anlegen der konkreten Anlässe ist Teil des Projekts, weshalb sie an dieser Stelle nicht alle vorweggenommen werden können. Einen ersten Anlass lege ich hier fest: Der Tatort. Eine Beschreibung folgt weiter unten. Dass dieser Diplomantrag stark vom eingereichten Grobkonzept abweicht, ist zum einen damit begründet, dass das Projekt Lavaterzimmer den Anfang einer thematischen Vertiefung darstellt, die nun abzubrechen für mich unproduktiv wäre. Zum anderen lassen sich zwischen den beiden Konzepten durchaus Linien ziehen: der situative Raum als Verknüpfungsort, das Ritual und das Spirituelle, das Wilde und der Verbrecher, die Zähmung und das Subjekt, Maschinen und Menschen als Akteure etc.
Der französische Philosoph und Soziologe Jean Baudrillard stellt im 1978 erschienenen Buch 'Agonie des Realen' fest, die Simulationen von heute würden nicht mehr reale Phänomene referenzieren, sondern wären davon losgelöst. Hyperreale Modelle also, zur Generierung eines Realen ohne Ursprungs, beziehungsweise die Substituierung des Realen durch Zeichen des Realen: "Das Imaginäre von Disneyland ist weder wahr noch falsch, es ist eine Dissuasionsmaschine, eine Inszenierung zur Wiederbelebung der Fiktion des Realen." Es ist klar, dass wir in einer durch und durch codierten und transcodierten Wirklichkeit leben, in der auch die letzten vermeintlichen Freiräume, Wünsche und Träume fast durchwegs mediatisiert sind. Ebenso verständlich ist, dass ein solch massiver Verlust von Freiräumen
dem Wunsch nach Virtualisierung des eigenen Körpers und seiner in der Folge frei gestaltbaren, perfektionierten Repräsentation Vorschub leistet.
Wohin führt die Flucht aus Alphaville? In der letzten Szene von Jean-Luc Godards Vision einer modernistischen Alptraumstadt entfliehen die Helden der untergehenden Stadt in Richtung Hoffnung. Beyond Alphaville liefert einen Einblick in die Traum- und Alptraumwelt der Moderne und zeigt den schmalen Grad zwischen Utopie und Dystopie, also die eigentümliche Nähe dieser diametral auseinanderliegenden Plätze, sowie ihr Verhältnis zum modernistischen Selbstverständnis die Welt verändern zu können. Sind wir heute immer noch auf der Flucht, oder hat sich die Flucht selbst als Utopie erwiesen?
In meiner Diplomarbeit thematisiere ich das sich stetig verändernde Verhältnis des Menschen zur Natur anhand der Metapher des Vogelfluges. Die Entwicklung unseres Blickes auf die Vögel wird dabei auf sinnliche Art und Weise in fünf Abschnitten in der Form einer nachts stattfindenden Aussenperformance dargestellt. Es geht um die folgenden Abschnitte:
1) Der ursprüngliche Blick unserer Ahnen auf den Vogelflug
2) Unser heutiger durch Technologie veränderter Blick
3) Das Konfliktverhältnis zwischen unserem gegenwärtigen Blick und der befreienden
Kraft des Traums „Wie ein Vogel zu fliegen“
4) Stille. Momente in denen wir uns aus dem Alltag ausklinken.
5) Die befreiende Dimension des Vogelflugs
Ich projiziere Vögel mit Projektoren auf Bäume und Häuser. Der Betrachter ist dabei im Mittelpunkt, ich spiele mit dessen Imagination. Die Vögel umkreisen ihn und fliegen durch ihn hinweg. Ich experimentiere dabei sowohl auf visueller wie auditiver Ebene mit Bewegung und Klang des Flügelschlages und der Flugbewegung und versuche auf subtile Art und Weise auf die veränderten Wahrnehmungszusammenhänge zu verweisen. Meine Diplomarbeit zeigt die Demontage eines Mythos. Es zeigt die langsam vorangehende Veränderung eines Traums und die gleichzeitige Einsicht, dass sich derselbe Traum nie vollständig auflösen wird. Ich möchte damit dem Betrachter die Kraft eines mehr und mehr vergessenen Moments zurück in Erinnerung rufen.