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Mit unseren GĂ€sten fahren wir regelmĂ€ssig durch zwei Nationalparks. Der eine mit dem CarboneraspĂ€sschen, der andere, vielleicht etwas weniger prominente, ist der „Karst en Yesos de Sorbas“. Da fuhr ich am heutigen Ruhetag mal alleine hin und habe mich ein bisschen umgeschaut.
Die Fahrt beginne ich um die Mittagszeit, bei wiederum bestem, fast windstillem Wetter.
Der Nationalpark „Karst en Yesos de Sorbas“ liegt zwischen der Sierra Cabrera und Sorbas. Unter anderem fahren wir manchmal durch Los Molinos del Rio Aguas. Ein kleines Dörfchen, das hier auch schon mehrmals erwĂ€hnt wurde, in dem aber wohl keine funktionsfĂ€hige MĂŒhle mehr steht und auch kein Wasser im Rio Aguas fliesst. Wahrscheinlich sind dort mehr HĂ€user mit „se vende“ und Telefonnummern angeschrieben, als dass HĂ€user bewohnt sind. Es liegt zwischen zwei HĂŒgeln am verwinkelten, aber ausgetrockneten Bachbett des Rio Aguas.
Interessant ist, dass man an der Strecke diverse Informationstafeln zum Gebiet findet.
Vor Millionen von Jahren lag dieser Teil von Andalusien, bis hinauf nach Sorbas noch unter dem Meeresspiegel. Es lagerten sich Schichten von Sand und Sedimenten ab. Der afrikanische Kontinent begann sich langsam unter den „spanischen Kopf“ des europĂ€ischen Kontinents zu schieben. Er wurde langsam angehoben. Sorbas liegt heute etwa 400 Meter ĂŒber dem Meer. Die Schichten der Ablagerungen sind heute noch teils sehr gut erkennbar.
Es ist auch nicht das erste Mal, dass ich hier SchĂŒler und Studenten gesehen habe, welche sich mit Notizblock und Pinsel an den Felsen zu schaffen machten.
Kurz vor Sorbas gibt es auch diverse Informationstafeln, welche die Entstehung dieser Schichten und vor allem die Entstehung der „Cuevas de Sorbas“, die Höhlen von Sorbas beschreiben. Leider alles nur auf Spanisch, dafĂŒr aber mit sehr viel Bildern versehen.
Meine Interpretation daraus: In den abgelagerten Schichten muss es einzelne Schichten dazwischen haben, die sich bei der Austrocknung nach der Anhebung ĂŒber das Meer, ausgedehnt haben. Vielleicht, weil sie besonders reich an kristallinen Gesteinen waren. Jedenfalls fĂŒhrte diese Ausdehnung dazu, dass sich die Schichten begannen anzuheben. Es entstanden Höhlen. Einige der Höhlen brachen wohl wieder ein. So entstand ĂŒber die Zeit ein sehr brĂŒchiges, lockeres, verwinkeltes Gestein / Gebirge. Abfliessendes Regenwasser sammelt sich zwar irgendwo, lĂ€uft aber kaum durch ein Bachbett wieder ins Meer hinaus. Es soll in dem Gebirge auch Tropfsteinhöhlen geben. Den Bildern nach zu schliessen, wurden vermutlich in frĂŒherer Zeit auch Ziehbrunnen gebaut.
Vielleicht nicht der einzige, aber möglicherweise auch ein Grund, dass hier die meisten Bachbette ja leer sind. Und trotzdem scheint genĂŒgend Wasser vorhanden zu sein, um die riesigen Plantagen zu bewĂ€ssern, auch wenn die nur sehr wenig Wasser benötigen und grösstenteils als TropfenbewĂ€sserung gestaltet sind.
Dass hier weit herum, der Boden sehr sandig und brĂŒchig ist, können wir an sehr vielen Orten, weit weg vom Meer, beobachten. Zum Beispiel nach den RegenfĂ€llen vor zwei Wochen, lag mancherorts doch recht viel abgebrochenes Geröll auf der Strasse. Auch dass der Boden wohl sehr reichhaltig an Quarzsand ist, können wir an sehr vielen Orten sehen. Manchmal glĂ€nzt und glitzert es neben der Strasse, als ob Glas zerbrochen ist. Einiges von diesem Quarzsand dĂŒrfte aber auch von den Lastwagen heruntergefallen sein, die hier ja tagtĂ€glich, 100te von Wagenladungen an den Hafen von Garrucha oder Carboneras bringen. Das Abbau-Gebiet dieses Quarzsandes befindet sich denn auch am Rande dieses Nationalparks.
1450 HM

24 Grad