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Der Konsum von Alkohol, Drogen und weiteren Substanzen im öffentlichen Raum wird durch die städtische Delegation «Stadtleben im öffentlichen Raum» (SiöR) monitorisiert. Die SiöR fokussiert ihre departementsübergreifende Tätigkeit auf die Nutzung des öffentlichen Raumes und interveniert dort, wo die Selbstregulierung nicht mehr funktioniert. Beim jährlichen Controlling zum Substanzkonsum werden aktuelle Massnahmen überprüft und gegebenenfalls Anpassungen vorgenommen.
Mehr Lärmklagen, aber weniger Verzeigungen wegen Drogenkonsum
Aufgrund der Corona-Einschränkungen wurde nicht nur in Parks, sondern auch auf Dachterrassen oder schlicht zu Hause gefeiert. Das schlägt sich in der hohen Zahl von Lärmklagen aus der unmittelbaren Nachbarschaft nieder. Im Vergleich zum Jahr vor der Pandemie beträgt die Zunahme im letzten Jahr fast 58 Prozent. Die erfolgten Schutzmassnahmen wie vorübergehende Schliessungen bzw. Zutrittsbeschränkungen im Nachtszenen- und Milieubereich haben dazu geführt, dass sich der Konsum von Substanzen wie Alkohol und illegalen Drogen vom öffentlichen in den privaten Raum verschoben hat. Im Jahr 2021 kam es zu weniger polizeilichen Verzeigungen wegen Konsums von Betäubungsmitteln. Dieser Wert liegt mit 1541 Anzeigen generell 10 Prozent unter dem Wert des Vorjahres. Im Jahr vor der Pandemie wurden noch 1883 Verzeigungen wegen Betäubungsmittelkonsum verzeichnet.
Studie zum Alkoholkonsum im öffentlichen Raum
Die Zahl der kontrollierten Ausnüchterungen in der Zürcher Ausnüchterungs- und Betreuungsstelle (ZAB) ist im Jahr 2021 mit 814 Eintritten gleich hoch wie im Vorjahr, aber tiefer als vor der Pandemie. Generell stellt ein übermässiger Konsum von Alkohol im öffentlichen Raum ein Problem dar. Gewalthandlungen, Littering oder Ruhestörungen sind mögliche Folgen davon. Um eine bessere Datenlage zum Alkoholkonsum im öffentlichen Raum zu erhalten, hat die Stadt Zürich im 2021 eine Studie in Auftrag gegeben. Ziel ist es, entsprechende Massnahmen zur Verbesserung der Sicherheit im öffentlichen Raum abzuleiten. Die Studie wird voraussichtlich im 2023 abgeschlossen sein.
Bei der Bevölkerungsgruppe von jungen Erwachsenen wurden im letzten Jahr vereinzelte Fälle von Lachgas als Partydroge festgestellt. Der Konsum von Shisha und E-Zigaretten ist unter Jugendlichen nach wie vor sehr verbreitet. Ein weiterer gefährlicher Trend ist der sogenannte Mischkonsum von Medikamenten und Alkohol. Aufgrund von zwei oder mehreren psychoaktiver Substanzen können sich die Wirkungen gegenseitig verstärken und somit zum lebensbedrohlichen Mix werden.
Erhöhte Nachfrage für Entzugsplätze und Drogentests
Der Bedarf für Behandlungsplätze im stationären Entzugsbereich der Suchtfachklinik Zürich war auch im 2021 trotz Covid-19 weiterhin sehr hoch. Die Nachfrage von Substanzanalysen und Beratungen im Drogeninformationszentrum DIZ hat im Jahr 2021 erneut zugenommen. Ein besonderes Augenmerk richtet sich auf synthetische Cannabinoide, deren Nebenwirkungen lebensbedrohliche Auswirkungen haben können. Seit 2020 bietet das DIZ ein Cannabis-Drug-Checking an. Das im Jahr 2021 gestartete Zürcher Cannabis-Projekt «Züri Can – Cannabis mit Verantwortung» soll Erkenntnisse zur öffentlichen Gesundheit sowie Anforderungen zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung liefern. Es wird interessant sein zu beobachten, ob die Zürcher Cannabis-Studie die Nachfrage nach Drogentests bzw. Substanzanalysen in Zukunft beeinflussen wird.