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Jacques Chirac hat den Darm seines Vaters kaputt gemacht, Nicolas Sarkozy hat ihm das Rückgrat gebrochen, Hollande hat ihm die Luft genommen und Macron hat ihm das Essen direkt vom Teller gestohlen. Man hat die «Gelbwesten» deutlich vor Augen, wenn man sich mit Édouard Louis an einen fürsorglichen, gleichzeitig brutalen Vater erinnert, an einen Mann, der an Politik und sozialer Ungerechtigkeit zerbrochen ist.
Der neueste Essay des jungen Star-Autors steht in einer Reihe mit Didier Eribon, der in «Rückkehr nach Reims» ebenso schonungslos das Lebens seines Arbeitervaters unter die Lupe genommen hat oder mit Annie Ernaux, die sich in «Der Platz» an ihren fremdgewordenen Vater heranzuschreibt. Ist die Erzählung der Kinder, die es besser hatten als die Väter, auch die eines Verrats? An den Eltern, einfachen Menschen, und dem Milieu, in dem sie aufgewachsen sind? Sie sind gespalten zwischen Zuneigung und Scham, zwischen Zugehörigkeit und Entfremdung.
Louis legt nach «Das Ende von Eddy» und «Im Herzen der Gewalt» ein persönliches und gleichzeitig hochpolitisches Pamphlet vor.