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Ein italienischer VWL-Professor wollte auf einem Flug in den USA nur ein paar Differenzialgleichungen lösen. Seine Sitznachbarin fand die Berechnungen verdächtig - er musste aussteigen.
Guido Menzio lehrt Ökonomie an der University of Pennsylvania. Der gebürtige Italiener forscht zu Fluktuationen in der Arbeitslosenquote und Gleichgewichtspreisen auf Produktmärkten. Komplizierte Differenzialgleichungen gehören da zu seinem Tagwerk.
Die wurden dem Professor mit den wilden schwarzen Locken auf einem American-Airlines-Flug von Philadelphia nach Syracuse am Donnerstagabend fast zum Verhängnis. Der 40-Jährige war kurz vor Abflug in seine Berechnungen vertieft, als ihn die Flugbegleiter baten, mal mitzukommen. Die Fluggesellschaft bestätigte den Vorfall.
Seine Sitznachbarin hielt die Mischung aus griechischen und arabischen Schriftzeichen, in denen Ökonomen ihre Funktionen ausdrücken, offenbar für eine fremde Sprache und Menzio für einen Terroristen. Sie reichte einen Zettel mit der Warnung an einen Flugbegleiter, der Menzio dann mitnahm. Der Ökonom wurde erst vom Piloten, dann vom Sicherheitspersonal des Flughafens befragt.
«Sie sagten mir, die Frau sei besorgt, ich könnte ein Terrorist sein, weil ich seltsame Zeichen in meinen Block schrieb», sagte Menzio später der Nachrichtenagentur AP. Nachdem er das Missverständnis erklärt hatte, hob die Maschine mit einiger Verspätung ab.
Menzio sagt, er sei während der Überprüfung die ganze Zeit respektvoll behandelt worden. Dennoch bereite ihm der Vorfall Sorgen. Das Missverständnis hätte durch eine kurze Nachfrage oder Internetsuche verhindert werden können. «Wenn man nach einer Warnung vor 'verdächtigen Aktivitäten' nicht erst mal recherchiert, entstehen viele Probleme, insbesondere wenn sich Fremdenfeindlichkeit weiter ausbreitet», sagte der Professor der Nachrichtenagentur. (ade/AP)