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Mit der Wortendung "-ik" verweise ich im Falle von Pragmatik auf eine relative Indifferenz zwischen Gegenstand und Widerspiegelung, die ich beispielsweise durch die Wortendung "-logie" in Technologie aufhebe, weil ich damit im Sinne eines re-enrtys eine Lehre zur Technik bezeichne, die im Ausdruck Technik mitgemeint ist.
Pragma ist griechisch und heisst ungefähr "handeln". Die (sprachwissenschaftlich verstandene) Pragmatik ist die Lehre vom "Sprachhandeln". Sie sucht - umgangssprachlich gesprochen - nach den Regeln für den Gebrauch von Sprache: Warum verwendet wer wann welche Wörter. (Die Semantik ist Teil der Grammatik, sie beantwortet eine vergleichbare Frage auf einer ganz andern Ebene. Dieser Unterschied wird in der Sprechakt-Theorie behandelt.
In meiner Kommunikationstheorie verwende ich den Ausdruck "Pragmatik" spezifischer für das Verhältnis von Theorie und Handlung innerhalb einer Theorie.
C. Morris hat die Unterscheidung zwischen Semantik und Pragmatik, also zwischen einer innersprachlichen Lehre und einer Lehre, die sich mit der Verwendung der Sprache beschäftigt, 1946 vorgeschlagen, also lange bevor die Semantik durch die generative Grammatik ihren eigentlichen Sinn bekam. Die Pragmatik ist im Unterschied zur Semantik kein Teil der Sprachwissenschaft, sondern einfach eine Lehre von der (Sprach-)Welt, eine empirische Lehre darüber, wie die Menschen ihre Sprache einsetzen (vgl. das Vorwort von Searle's Sprechakte). Die Pragmatik, nicht die Semantik, beschreibt, welches Zeichen jeweils für welche Bedeutung steht.
Pragmatik wird in der Literatur teilweise recht unscharf von Semantik unterschieden.
1. Verwendung: Pragmatik ist keine Sprachwissenschaft, sondern eine Weltwissenschaft, in welcher Tat-Sachen, also Gegenstände oder Handlungen mit sprachlichen Symbolen verbunden werden.
2. Empirische Pragmatik begründet das semantische Lexikon (Grammatik), indem über Sinnfragen entschieden wird, was das Lexikon zulassen soll.
Pragmatik ist dann eine zweite Perspektive, in welcher die semantischen Bedeutungen mit Gegenstandsbedeutungen gleichgesetzt werden.
Searle's Sprechakttheorie lässt sich als reflexive Pragmatik verstehen, also als Wissenschaft, darüber wie ich denke, was ich tue, wenn ich spreche.