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Überzeugungen zum Fach Mathematik sowie zum Mathematiklehren und –lernen sind zentraler Bestandteil der professionellen Kompetenzen von Lehrpersonen (Baumert & Kunter, 2011). Als solche sind sie bedeutsam für das Handeln von Lehrpersonen in Unterrichtssituationen und beeinflussen ihr Planungsverhalten sowie weitere relevante Unterrichtstätigkeiten (Reusser, Pauli, & Elmer, 2011). Es wird zudem davon ausgegangen, dass diese Überzeugungen durch das Handeln der Lehrpersonen einen Einfluss auf die Leistungen der Schülerinnen und Schüler in Mathematik haben, was auch in verschiedenen Studien empirisch belegt werden konnte (z. B. Peterson, Fennema, Carpenter, & Loef, 1989; Staub & Stern, 2002).
Es ist daher im Zuge der Professionalisierung von angehenden Mathematiklehrpersonen von zentraler Bedeutung, solche Überzeugungen zu erforschen, um damit gegebenenfalls in einem konstruktiven Dialog arbeiten und sie gezielt reflektieren zu können. Auf der Basis der bekannten Ergebnisse aus der TEDS-M-Studie (Blömeke & Delaney, 2012) ist zu klären, inwiefern ein Zusammenhang zwischen kulturellen Aspekten und Wertvorstellungen von (zukünftigen) Lehrpersonen einerseits und den mathematikbezogenen Überzeugungen andererseits besteht.
Die Studie «MBCC: Mathematical Beliefs – Cultural Comparative» (deutsch: Überzeugungen zu mathematischem Lehren und Lernen – ein Vergleich in unterschiedlichen kulturellen Kontexten) setzt hier an. Ziel der explorativen Studie ist es, zu beschreiben, in welchem Ausmass sich mathematikbezogene Überzeugungen von zukünftigen Lehrpersonen sowie die Entwicklung dieser Überzeugungen während eines Ausbildungssemesters in unterschiedlichen Kulturen unterscheiden, um damit den möglichen Einfluss des kulturellen Hintergrunds auf die relevanten Überzeugungen besser zu verstehen.
In einem ersten Schritt werden mathematikbezogene Überzeugungen von zukünftigen Primarlehrpersonen der PHTG und der University of Worcester miteinander verglichen. Während die Schweiz an TEDS-M teilnahm und entsprechende Resultate verfügbar sind, ist dies für das UK nicht der Fall. In einem nächsten Schritt sollen sodann weitere Länder exemplarisch einbezogen werden. Vorgesehen ist ein Einbezug eines Landes, mit einem, dem britischen ähnlichen Schulsystem, das aber einen unterschiedlichen kulturellen Hintergrund aufweist. Für jedes Land soll eine längsschnittliche Perspektive von einem Semester (Beginn und Ende der ersten Ausbildungseinheit in Mathematikdidaktik) eingenommen werden. Dadurch soll ermöglicht werden, die Entwicklung von mathematikbezogenen Überzeugungen bezüglich Stabilität oder Variabilität für kulturell unterschiedliche Samples zu untersuchen.
1. In welchem Ausmass lassen sich Unterschiede und Gemeinsamkeiten von mathematikbezogenen Überzeugungen von zukünftigen Primarlehrpersonen beschreiben – und zwar hinsichtlich Überzeugungen zu:
a) Mathematik
b) Mathematiklehren und –lernen
c) zur Entstehung mathematischer Leistungen?
2. In welchem Ausmass unterscheiden sich die mathematikbezogenen Überzeugungen der zukünftigen Primarlehrpersonen vor (t1) und nach (t2) des ersten Mathematikdidaktikmoduls (Semestermodul)?