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Inhalt und Ziele: Viele Parlamentarierinnen und Parlamentarier engagieren nebst ihrem Mandat auch in Interessengruppen. Diese Mitarbeit ist teilweise ehrenamtlich, in anderen Fällen wiederum wird sie entlöhnt. Gleichzeitig herrscht eine grosse Vielfalt unter den Organisationen, die sich auf diese Weise um politischen Einfluss bemühen. Das Hauptziel dieses Projektes ist es zu untersuchen, wie sich diese verschiedenen Interessenbindungen auf die Fähigkeit der Abgeordneten auswirken, die Interessen ihres Wahlkreises vertreten. Unter welchen Umständen können Nebentätigkeiten die Bande zwischen Abgeordneten und ihrer Wählerschaft stärken? Wann führen sie zu einer Entfremdung zwischen Repräsentanten und Repräsentierten?
Der Forschungsschwerpunkt wird anhand des Fallbeispieles Deutschland untersucht. Zu diesem Zweck werden Daten zu Bundestagsabgeordneten, die bereits im Rahmen zweier früherer Projekte erhoben wurden (http://p3.snf.ch/project-162427; http://p3.snf.ch/project-188235), mit den mündlichen und schriftlichen Fragen der Abgeordneten kombiniert. Die parlamentarischen Fragen werden genutzt, um das Ausmass der Wahlkreisrepräsentation zu ermitteln.
Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext: Die Ergebnisse des Projektes liefern wichtige Erkenntnisse für den wissenschaftlichen Diskurs zur Repräsentationsfunktion von Abgeordneten und die Rolle von Interessengruppen in Gesetzgebungsprozessen. Gleichzeitig tragen sie auch zu öffentlichen Debatten bei, die sich mit der Rolle von Lobbying, der Unabhängigkeit von Abgeordneten und der Professionalisierung von Parlamenten beschäftigen.