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Nomen est omen: Demnächst hier im Forum
Die Gattung Theraphosa wurde von Thorell (1870) als Typusgattung der gleichzeitig veröffentlichten Familie Theraphosidae, der vielfältigsten Gruppe der mygalomorphen Spinnen, aufgestellt. Diese Autorenschaft und das Veröffentlichungsdatum wurden lange Zeit von der Mehrheit der Autoren akzeptiert. Eine Minderheit vertritt jedoch seit langem die Ansicht, dass der Gattungsname Walckenaer (1805) zugeschrieben werden sollte, und das Datum der Veröffentlichung des Familiennamens wurde auf 1869 geändert.
Eine kürzlich erschienene Veröffentlichung hat diesen Fall untersucht. Auf der Grundlage einer begrenzten Auswahl der einschlägigen Literatur bemühten sich die Autoren um eine sinnvolle Auswertung ihrer Quellen und kamen vorschnell zu dem Schluss, dass die Minderheitsmeinung tatsächlich richtig sein könnte. Sie übersahen dabei die potenziell destabilisierenden Auswirkungen dieser Zuschreibung.
In dieser Abhandlung werden die Beweise im Lichte einer viel breiteren Palette einschlägiger Veröffentlichungen erneut geprüft, in den wichtigen historischen Kontext eingeordnet und auf der Grundlage der aktuellen Nomenklaturregeln der Schluss gezogen, dass der traditionelle Konsens tatsächlich richtig war.
So ist Theraphosa Thorell, 1870 die Typusgattung der Theraphosidae Thorell, 1870 und ein Nomen protectum, während Theraphosa Schinz, 1823 ein Nomen oblitum ist, das sich hauptsächlich auf die deutsche Lehrbuchliteratur des frühen 19.Jahrhundert. Teraphosa Eichwald, 1830 und Teraphosa Gistel, 1848 sind Junior-Synonyme von Avicularia Lamarck, 1818 (syn. nov.), Theraphosa Walckenaer, 1805 ist ein supragenerischer Name der Klassenreihe (synonym zu Mygalomorphae) und nicht auf Gattungsebene verfügbar.
https://wsc.nmbe.ch/reference/16155
Gruß
Joachim B.