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Das Kompetenzen-Ressourcen-Modell
Das Kompetenzen-Ressourcen-Modell
Die berufliche Handlungskompetenz steht im Zentrum
Das Ziel jeder Berufsausbildung ist es, die Lernenden zu befähigen, berufliche Situationen erfolgreich zu bewältigen. Deshalb genügt es nicht, einfach Wissen zu übermitteln. Die Lernenden müssen in der Lage sein, dieses Wissen in der richtigen Haltung zur Bewältigung von konkreten Situationen im Berufsalltag einzusetzen.
Daher steht in der beruflichen Grundbildung die berufliche Handlungskompetenz im Zentrum. Unter Kompetenz wird die situationsgerechte und sachlich wie fachlich korrekt kombinierte Anwendung von Ressourcen verstanden. Die kompetenzorientierte Ausbildung ist eine praxisnahe, auf die im Berufsalltag zu bewältigende Situationen ausgerichtete Ausbildung. Zudem ermöglicht sie den Personen, sich am Ende der Ausbildung auf dem Arbeitsmarkt zu bewerben und mit ihrer Leistung im Arbeitsmarkt zu bestehen.
Theoretische Grundlagen
Deklaratives Wissen: Konzepte, Begriffe oder Theorien. Es umfasst das, was wir alltagssprachlich als (theoretisches) Wissen bezeichnen.
Anwendung: bewusst und absichtsvoll, regelhaft. Prozess wird auch als rationale Planung bezeichnet.
Prozedurales Wissen (a) und sensomotorisches Wissen (b): Das prozedurale Wissen steuert unser Handeln in gut geübten Routineaufgaben. Auch sensomotorisches Wissen steuert gut beherrschte Abläufe, allerdings nicht mittels Regeln, sondern über Rückkopplungsmechanismen. Dieser Teil des Wissens ist nicht im Kopf des Handelnden verankert.
Beide Wissensarten werden alltagssprachlich nicht als Wissen, sondern als «Können» bezeichnet.
Anwendung:
a) regelhaft, wenig bewusst (z.B. essen)
b) rückgekoppelt, steuert gut beherrschte Abläufe (z.B. Autofahren, Skilaufen)
Situatives wissen: Situatives Wissen besteht aus Erinnerungen an konkrete Situationen in all ihren Facetten wie etwa der damit verbundenen Emotionen. Diese Wissensart wird alltagssprachlich nicht als Wissen, sondern als «Erfahrungen» bezeichnet.
Anwendung: wird spontan aktiviert durch assoziative Erinnerung an ähnliche Situationen
Haltungen (savoir être): Die Haltung bezeichnet Verhaltensformen, die motivations- und willensbasiert sind und durch bestimmte, persönlich geprägte Einstellungen, Werte und Normen hervorgerufen werden.
KoRe – eine Methode zum Entwickeln von Bildungsplänen
Um in einer beruflichen Handlungssituation bestehen zu können, müssen Lernende über Kompetenzen verfügen und auf Ressourcen (externe und persönliche) zurückgreifen können. Dieses Modell liegt der Gestaltung des Bildungsplans zugrunde.
Kernstück des Bildungsplans sind die 29 Handlungskompetenzen, die 6 Handlungskompetenzbereichen zugeteilt sind (s. Bildungsverordnung Abschnitt 2).
- KoRe-Bildungspläne beschreiben die notwendigen Ressourcen in Form von Kenntnissen, Fähigkeiten und Haltungen
- KoRe ist keine Unterrichtsmethode
Der Bildungsgang AGS ist anhand der Ko-Re-Methode aufgebaut. Nach der systematischen Zuordnung der Handlungskompetenz zum Handlungskompetenzbereich im Bildungsplan folgt eine «typische Situation». Diese beschreibt eine mögliche berufliche Handlungssituation von einer Lernenden. Danach werden die zu berücksichtigenden Regeln und Normen sowie die externen Ressourcen aufgelistet. Anschliessend wird dargestellt, über welche internen Ressourcen (Kenntnisse, Fähigkeiten und Haltungen) die Person verfügen muss, damit die berufliche Handlungssituation erfolgreich bewältigt werden kann.