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Zurzeit besteht die Standardtherapie von lokalisiertem, muskelinvasivem Blasenkrebs (MIBC) in einer platinbasierten neoadjuvanten Chemotherapie und einer chirurgischen Entfernung der Harnblase. Dennoch hat die Krankheit mit einem 5-Jahres-Überleben von 40–50% eine schlechte Prognose. Deshalb sucht die Forschung nach alternativen, wirksameren Behandlungsmöglichkeiten von Patienten mit lokalisiertem MIBC.
Therapiestudien bei lokalisiertem MIBC haben zum Ziel, eine Behandlung zu etablieren, mit der eine hohe lokale Tumorkontrolle erreicht werden kann. Damit liesse sich vielen Betroffenen eine chirurgische Entfernung oder ausgedehnte Radiotherapie der Blase ersparen, was die Lebensqualität der Patienten stark verbessern würde.
In der Studie SAKK 06/19 wird die Standardtherapie des lokalisierten MIBC um die Gabe von Bacillus Calmette Guérin (BCG) und Atezolizumab ergänzt. BCG ist ein Impfstoff, der hauptsächlich gegen Tuberkulose eingesetzt wird, häufig aber auch zur Behandlung von Blasenkrebs. Diese Kombination wird derzeit bei Patienten mit nicht-muskelinvasivem Blasenkrebs (NMIBC) in mehreren Studien untersucht. Die Gabe von BCG ist die empfohlene Standardtherapie für Patienten mit NMIBC nach vollständiger Entfernung des Tumors. Die Mehrheit der Patienten spricht auf die BCG-Therapie an, welche die Immunantwort in der gesamten Blasenwand zu verstärken scheint. Der Checkpoint-Inhibitor Atezolizumab (Anti-PD-L1) ist heute zur Zweitlinienbehandlung von metastasierendem Blasenkrebs zugelassen.
In die Studie werden 46 Patientinnen und Patienten mit lokalisiertem MIBC eingeschlossen, die alle die Studientherapie erhalten.