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ORANG-UTAN IN LETZTER SEKUNDE GERETTET
In einer spektakulären Aktion hat das Sumatra-Orang-Utan-Schutzprogramm SOCP einen wilden Orang-Utan gerettet. Dass diese notwendig war, zeigt aber auch gravierende Probleme auf.
Der ursprüngliche Lebensraum von «Salah», dem geretteten Orang-Utan, ist stark bedroht. Die Torfsumpfregenwälder von Tripa weichen zunehmend Palmölplantagen, obwohl das ganze Gebiet, welches sich im Leuser-Ökosystem befindet, unter Schutz steht. 2012 erlangten diese Wälder traurige Berühmtheit, als illegale Brandrodungen ganze Landstriche mit unglaublicher Biodiversität zerstörten und zudem riesige CO2-Emissionen verursachten. Bis heute wurden nur die wenigsten beteiligten Palmölfirmen zur Verantwortung gezogen und die Rodungen gehen dementsprechend rasant weiter.
Aufgrund von solchen Rodungen mussten am 30. August Mitarbeiter unseres Sumatra-Orang-Utan-Schutzprogramm, SOCP, gemeinsam mit den indonesischen Behörden, einen 30-jährigen männlichen Orang-Utan retten. Sein Lebensraum war bis auf wenige Bäume Palmölplantagen gewichen. Eine medizinische Untersuchung ergab, dass er glücklicherweise bei ganz guter Gesundheit war. «Salah» konnte deshalb direkt in Jantho, einem Schutzgebiet wiederausgewildert werden.
Dr. Ian Singleton, Leiter des SOCPs, meint, es gefalle ihm nicht, dass sie solche Evakuationen durchführen müssten. Es sei ein klares Indiz dafür, dass der Schutz von wilden Populationen in deren natürlichen Lebensräumen fehlschlage. Für Salah aber sei die Rettung ein Glücksfall, im neuen Territorium habe er bessere Überlebenschancen und helfe zudem dem ausgesetzten Bestand Fuss zu fassen.