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Er wurde 1858 in St. Gallen geboren. Nach dem Abschluss der Mittelschule entschied er sich, Architekt zu werden. Zwei Jahre, vermutlich zwischen 1876 und 1878, verbrachte er in Stuttgart, wo er die sog. Baugewerkschule besuchte. Nach dem Studium war Hardegger in verschiedenen Baubüros in St. Gallen und Zürich tätig. In dieser Lehrzeit unternahm er auch seine ersten grossen Studienreisen nach Italien und Frankreich.
Der erste nachweislich von Hardegger entworfene Bau war wohl die katholische Kirche in Rebstein (1884‒1885). Damit begann eine über 30-jährige Bautätigkeit, während der mehr als 50 vornehmlich katholische Kirchen und weitere Bauwerke, grösstenteils in der Deutschschweiz, nach Hardeggers Plänen errichtet wurden. Überdies war er mit unzähligen Renovations-, Restaurations- und Ausbauprojekten beschäftigt. Er verstand es, die neuen Gebäudeteile dem bestehenden Bau so anzupassen, dass nach der Fertigstellung keine Übergänge von Alt zu Neu sichtbar waren. Ebenso berücksichtigte er die Gestalt und Entstehungszeit früherer Gebäude an gleicher Stelle und plante, falls ein Altbau abgerissen werden sollte, neue Anlagen im angepassten Stil. Es lag Hardegger viel daran, seine Gebäude stimmig ins Ortsbild zu integrieren. Gegen Ende seines Lebens zog er sich nach Disentis zurück, wo er Renovationen an der Klosterkirche vornahm und architekturgeschichtliche Abhandlungen verfasste. 1927 erkrankte er schwer. In Luzern suchte er medizinische Hilfe, starb aber dort nach kurzer Zeit.