Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03227.jsonl.gz/288

Die Blutstillung ist ein wichtiger Schutzmechanismus des Körpers, den mit Sicherheit alle schon einmal durchgemacht haben, denn bei jeder kleinsten Schnittwunde wird der Blutverlust durch diesen Mechanismus gestoppt. Der Fachbegriff für die Blutstillung lautet Hämostase. Die Hämostase wird in eine primäre und eine sekundäre Phase unterteilt. Auf die Hämostase folgt die eigentliche Wundheilung, welche vor allem Gefäss- und Gewebserneuerung umfasst.
Zuerst ein kurzer Ausflug zum Aufbau des Blutes: Blut besteht aus drei Zelltypen und dem Plasma. Die drei Zelltypen sind Erythrozyten, Leukozyten und Thrombozyten. Im allgemeinen Sprachgebrauch sind die Erythrozyten die roten Blutkörperchen, die Leukozyten die weissen Blutkörperchen und die Thrombozyten die Blutplättchen. Die zentrale Funktion der Thrombozyten ist die Blutstillung. Aber auch die anderen Zelltypen übernehmen enorm wichtige Funktionen im Körper. Die roten Erythrozyten dienen dem Sauerstofftransport im Blut und sind somit unabdingbar für den Gasaustausch im Körper. Die Gesamtheit aller Leukozyten und den Unterkategorien bildet das Immunsystem. Das Plasma hingegen beschreibt den flüssigen Anteil des Blutes und besteht zu mehr als 90% aus Wasser. Den Rest des Plasmas bilden Proteine (Transportproteine und Antikörper) sowie einige Salze. Die Gesamtheit aller Zellen im Blut wird Hämatokrit genannt. Der Hämatokrit macht ungefähr 40% des Blutes aus und besteht zu einem Grossteil aus den Erythrozyten. Das heisst also, dass die roten Blutkörperchen gegenüber den Leuko- und Thrombozyten deutlich in der Überzahl sind.
Dieses Bild vom Schweizerischen Roten Kreuz dient als Leitbild für meine Ausführungen zur Blutstillung. Wie oben ewähnt, wird die Hämostase in eine primäre und eine sekundäre Phase unterteilt. In Bezug auf das Bild ist die primäre Hämostase der Schritt von eins nach zwei und die sekundäre Hämostase ist der Schritt von zwei nach drei.
Die primäre Hämostase wird initiiert durch einen Einriss im Blutgefäss. Das Blutgefäss ist innen von einer Zellschicht ausgekleidet, die nur einschichtig, aber dafür sehr dicht ist und Endothel genannt wird. Wenn das Endothel an einer Stelle defekt ist, entsteht eine Blutung. Die Stillung der Blutung in der primären Hämostase geschieht dadurch, dass die Thrombozyten mit spezifischen Rezeptoren an das dadurch freiwerdende darunterliegende, zellfreie Gewebe binden. Durch das Binden an das zellfreie Gewebe werden die Thrombozyten aktiviert und interagieren dann auch untereinander über das Protein Fibrinogen. Bei der Aktivierung machen die Thrombozyten eine starke Formveränderung durch. Wie das Bild zeigt, werden aus Plättchen ungleichförmige Zellen mit kleinen Füsschen, die zur Verbesserung der Interaktion dienen. Die GP-Rezeptoren auf dem Bild dienen der Interaktion über das erwähnte Fibrinogen. GP bedeutet Glykoprotein. Ein Glykoprotein ist ein Protein, das auch Zuckerketten (Glyko-) trägt. Insbesondere die Zuckerketten dieser GP-Rezeptoren dienen der Interaktion. Ein weiterer wichtiger Punkt der primären Hämostase, der auf dem Leitbild ersichtlich wird, ist die Verengung des blutenden Gefässes (dargestellt durch die Pfeile). Diese Verengung dient dazu, den Blutfluss zu reduzieren.
In der sekundären Hämostase läuft eine mehrstufige Kaskade ab, welche zum Ziel hat, den Pfropf, den die Thrombozyten ausbilden, zu stabilisieren. Kaskade bedeutet hier stufenweise Aktivierung. Das oben erwähnte Fibrinogen ist die Vorstufe von Fibrin, welches den Pfropf der sekundären Hämostase bildet. Wie im Leitbild dargestellt, bildet das Fibrin Fasern aus. In diesen Fasern verfangen sich rote Blutkörperchen, weshalb das Produkt der sekundären Hämostase ein roter Verschlusspfropf ist. In der Kaskade wird Fibrinogen final zu vernetztem, faserigem Fibrin. Zuvor laufen viele andere Aktivierungsschritte ab. Unter anderem wird Prothrombin zu Thrombin. Thrombin ist das Enzym, das aus Fibrinogen Fibrin macht.
Nach der sekundären Hämostase folgt die Wundheilung, welche im Leitbild dem Schritt von drei nach vier entspricht. Dort ist vor allem die Angiogenese zentral. Angiogenese bedeutet Gefässneubildung. Dabei muss diese jedoch von der Vaskulogenese unterschieden werden. Die Vaskulogenese beschreibt die erstmalige Gefässneubildung während der Entwicklung des Embryos und die Angiogenese beschreibt eine Sprossung von bereits bestehenden Gefässen oder die Reparatur von beschädigten Gefässen. Insbesondere das erwähnte Endothel und umliegendes Bindegewebe muss nach Gefässverletzungen repariert werden. Während der Wundheilung, welche in der Regel einige Tage dauert, entsteht eine Kruste, die zum Schutz vor Keimen von aussen dient.
Quellen:
Bild 1: Blutspende SRK, https://www.blutspende.ch/de/magazin/wundverschluss (zuletzt am 28.11.2021 um 16:30)
Bild 2: Störungen der primären Hämostase, Dr. med. Jürgen Koscielny, https://cme.medlearning.de/ferring/stoerungen_primaere_haemostase/pdf/cme1.pdf (zuletzt am 28.11.2021 um 16:30)
Das Fachgebiet der Physiologie beschreibt Vorgänge und Lebensfunktionen im Körper, welche sich mit physikalischen Gesetzen beschreiben lassen. Angewandt auf das Herz sind vor allem die physikalischen Gesetze von Druck- und Strömungslehre wichtig. Ziel ist das Verständnis über die grundlegenden Mechanismen während eines Herzzyklus. Weil die Physiologie gerade beim Herz eng mit der Anatomie zusammenhängt, lohnt es sich, den Artikel zur Anatomie des Herzens vorgängig zu lesen.
Das Herz ist anatomisch gesehen ein Muskel und von der physiologischen Betrachtungsweise her eine Pumpe – eine Bluttransportpumpe. Dabei pumpen sowohl der linke als auch der rechte Ventrikel Blut in das jeweilige Kreislaufsystem (vgl. Beitrag Anatomie des Herzens). Wie im vorangehenden Artikel zur Anatomie des Herzens erwähnt, sind die Herzklappen für den Herzzyklus zentral. Diese Klappen erlauben einen Druckanstieg im jeweiligen Hohlraum. Druck (p) wird definiert als Kraft (F) pro Fläche (A). Die physikalische Formel lautet also p = F/A. Ohne Druckdifferenz kann kein Blut fliessen. Das Blut fliesst immer vom höheren zum tieferen Druck. Nebst dem Druck gibt es eine zweite physiologische Begründung für die Wichtigkeit der Herzklappen: Sie erlauben den Blutfluss in eine Richtung, dadurch kommt der sogenannte unidirektionale Blutfluss zustande.
Die physiologischen Grundlagen sind somit bekannt, nun gilt der Fokus dem Herzzyklus. Ganz grundlegend lässt sich der Herzzyklus in eine systolische und eine diastolische Phase unterteilen. Beide Begriffe kommen aus dem Griechischen. „Systole“ bedeutet Zusammenziehen und „Diastole“ bedeutet Ausdehnung. Die Systole beschreibt also die Phase, in welcher der Herzmuskel kontrahiert und Blut auswirft. Sind die Herzklappen geschlossen, erhöht sich der Druck in den Ventrikeln. Sobald dieser Druck den Druck des nachfolgenden Gefässes übertrifft, kann Blut fliessen, indem sich die Klappe öffnet. Sind beispielsweise die Mitralklappe und die Aortenklappe geschlossen, erhöht sich der Druck im linken Ventrikel. Übersteigt der Druck im linken Ventrikel den Druck in der Aorta, öffnet sich die Aortenklappe passiv und der linke Ventrikel kann Blut auswerfen. Die Diastole hingegen beschreibt die Phase, bei der das Herz mit Blut gefüllt wird und durch den Bluteinstrom gedehnt wird. Dabei ist der Druck im jeweiligen Vorhof tiefer als in den davorliegenden Venen, damit die dem Blutfluss zugrundeliegende Druckdifferenz erfüllt ist. Alle beim Herzzyklus involvierten Klappen werden passiv durch den Blutstrom geöffnet.
Die Dauer eines Herzzyklus lässt sich einfach berechnen, indem man 60 Sekunden durch die Herzfrequenz teilt. Die Herzfrequenz sagt aus, wie häufig das Herz in einer Minute schlägt. In Ruhe liegt die Herzfrequenz zwischen 60 und 80 Schlägen pro Minute. Angenommen das Herz schlägt 60 Mal pro Minute, dann dauert ein Herzzyklus also genau eine Sekunde. Ist die Herzfrequenz höher als 60, dauert ein Herzzyklus folglich weniger lang als eine Sekunde. Die physiologische Ruhe beschreibt eine Person, welche sich nicht bewegt, aber wach ist, zum Beispiel eine sitzende Person. Wenn man sich körperlich betätigt, kann die Herzfrequenz sich bei sportlichen Personen ohne Weiteres verdreifachen. Angenommen die Herzfrequenz liegt also bei 180 Schlägen pro Minute, dauert ein Herzzyklus nur noch 1/3 Sekunden. Dabei ist wichtig, dass vor allem die Diastolendauer verkürzt wird. Die Systolendauer bleibt nicht konstant, verändert sich bei höherer Herzfrequenz jedoch deutlich weniger stark als die Diastolendauer. Eine von Physiologieprofessoren häufig gelehrte Faustregel besagt, dass bei sportlicher Betätigung eine Herzfrequenz von 220 minus das eigene Alter eine gesunde Obergrenze ist. Wenn die Herzfrequenz in ruhendem Zustand für einen längeren Zeitraum (länger als 5min am Stück) 100 Schläge pro Minute übertrifft, sollte man einen Arzt aufsuchen.
Nebst der Dauer eines Herzzyklus und der Herzfrequenz ist auch das ausgeworfene Blutvolumen pro Herzzyklus physiologisch interessant. Das ausgeworfene Blut pro Herzzyklus heisst auch Schlagvolumen und ist die Differenz vom Blutvolumen im Ventrikel am Ende der Diastole (dort ist das Herz maximal gedehnt) und dem Volumen am Ende der Systole. Also gilt Schlagvolumen = Enddiastolisches Volumen minus endsystolisches Volumen. Das Schlagvolumen beträgt ca. 70ml. Das enddiastolische Volumen beträgt jedoch ca. 130ml und ist somit fast doppelt so gross wie das Volumen, das effektiv ausgeworfen wird. Soll heissen, dass nicht das gesamte Blut, das einströmt auch in einem Herzzyklus wieder ausgeworfen wird. Aus den beiden vorgestellten Grössen, Herzfrequenz und Schlagvolumen, lässt sich ein weiterer wichtiger Parameter berechnen: das sogenannte Herzminutenvolumen. Der Name sagt eigentlich schon alles. Dieser Parameter zeigt an, wieviel Blut in einer Minute ausgeworfen wird. Das Herzminutenvolumen ist das Produkt aus Herzfrequenz und Schlagvolumen. Angenommen die Herzfrequenz beträgt 70 Schläge pro Minute und das Schlagvolumen liegt bei 70ml, pumpt das Herz also fast fünf Liter (4900ml) Blut pro Minute durch den Körper!
Zum Abschluss noch eine kurze Erläuterung zu einem häufig gemachten Fehler: Oft werden die Begriffe „Herzfrequenz“ und „Puls“ gleichgesetzt. Wenn man es physiologisch genau nimmt, gibt es zwischen diesen beiden Begriffen jedoch einen Unterschied. Von der Anzahl her entspricht der Puls im physiologischen Zustand der Herzfrequenz. Der Unterschied liegt jedoch darin, dass die Herzfrequenz die Anzahl der Herzschläge pro Minute angibt und der Puls die regelmässig weitergeleitete Druckwelle des Blutes in Arterien am Handgelenk oder am Hals beschreibt. Das Blut wird in diesen Gefässen transportiert und bei jedem Herzschlag gegen die Gefässwand gedrückt. Dadurch entsteht eine regelmässige Pulsation (Druckwelle) – der Puls. Vereinfacht gesagt erzeugt also die Herzfrequenz den Puls.
Für einen normalen Ablauf der körperlichen Stoffwechselprozesse ist ein Gleichgewicht zwischen sauren und basischen Substanzen im Körper notwendig. Im Blut muss der pH-Wert konstant bei ca. 7,4 liegen, im Magen liegt er in einem sehr sauren Bereich zwischen 1,5 und 2 im nüchternen Zustand (entspricht in etwa Zitronensaft), während die Verdauungssäfte im Darm basisch sind (pH-Wert 8).
Dies zeigt, dass der Säure-Basen-Haushalt kein starres System ist, sondern sehr dynamisch im Bestreben, in den Körperflüssigkeiten, Organen und Geweben möglichst stabile Zustände aufrechtzuerhalten. Am wichtigsten dabei ist der Blut-pH-Wert, der über Puffersysteme (Bicarbonat-Puffer 52%, Hämoglobin-Puffer 31% und Proteinatpuffer = Plasmaproteine 15%) konstant gehalten wird. Damit werden überschüssig anfallende Säuren oder Basen ausgeglichen. Eine wichtige solche Substanz ist Bicarbonat, das Kohlendioxid entstehen lässt, welches wiederum über die Lungen abgeatmet werden kann. Ein anderer wichtiger Weg, überschüssige Säuren auszuscheiden, führt über die Nieren und den Urin.
Übersicht zu den Ausgleichsmöglichkeiten:
Wenn die Puffersysteme überfordert werden – z.B. wenn der Vorrat an Bicarbonat aufgebraucht ist oder die Nieren für den Säureabtransport an ihre Grenzen stossen – muss der Körper andere Möglichkeiten suchen, um das Gleichgewicht aufrechtzuerhalten; er lagert Säuren im Bindegewebe ab oder greift die Basenspeicher im Knochen an.
Eine Übersäuerung nennt sich in der Fachsprache Azidose. Man unterscheidet zwischen metabolischer (im Zusammenhang mit dem Stoffwechsel) und respiratorischer Azidose (im Zusammenhang mit der Atmung). Der Blut-pH-Wert verschiebt sich dann in den Bereich < 7,35. Eine akute Azidose ist eine notfallmedizinische, lebensbedrohliche Situation.
Daneben gibt es auch eine chronische und schleichende und daher nicht lebensgefährliche Form der Körper-Übersäuerung, die verschiedene Beschwerden hervorrufen kann wie zum Beispiel: Müdigkeit, eingeschränkte Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit, Nervosität, erhöhtes Stressempfinden, unspezifische Entzündungen und Schmerzen. Daneben leiden bei Mangel an basischen Mineralien Haut, Haare und Nägel, im Knochenbereich kann eine lange andauernde Übersäuerung auch zu Osteoporose führen.
Als Ursachen für eine nicht lebensbedrohliche Übersäuerung kommt in erster Linie eine fehlerhafte Ernährung in Frage: dies betrifft vor allem tierische Eiweisse. Obst und Gemüse sind stark basisch; interessanterweise ist die Zitrone eines der basischsten Nahrungsmittel. Zitrusfrüchte enthalten basische Mineralstoffe, auch wenn sie sauer schmecken. Stark verarbeitete Produkte wie Fertiggerichte, Weissmehlprodukte und auch Zucker sind stark säuernd; ebenso Süssgetränke, aber auch kohlensäurehaltige Mineralwasser.
Übersäuerung heisst nun also, dass die Zufuhr von säurebildenden Nahrungsmitteln zu hoch und die Zufuhr basenbildender Nahrungsmittel zu gering ist; dadurch bildet sich ein Ungleichgewicht. Dies kann auch beim Fasten oder über eine eiweissreiche Diät geschehen. Beim Abbau von Fett entstehen Ketosäuren, die, wenn sie nicht durch basische Mineralstoffe gebunden werden, ebenfalls zur Übersäuerung im Gewebe beitragen.
Was kann man selber gegen eine Übersäuerung tun oder dieser vorbeugen, damit sie gar nicht entsteht? 70 Prozent der Nahrung (3/4 des Tellers bei einer Mahlzeit) sollte basenbildend sein. Das heisst, dass täglich überwiegend Obst und Gemüse verzehrt werden sollten. Industriell verarbeitete Produkte sollten vermieden werden und tierisches Eiweiss nur sehr massvoll, wenn überhaupt konsumiert werden. Daneben sollte möglichst 2 Liter stilles Wasser getrunken werden, was die Ausscheidung der Säuren fördert.
Zur Entsäuerung bieten sich Basen-Therapien, zum Beispiel als Fuss- oder Vollbad an wie auch Stressreduzierung, da stressbedingte Abläufe im Körper massiv säuernd sind (auch über die Stresshormone). Daneben helfen alle Massnahmen, die den Körper entgiften wie: pflanzliche Tinkturen und Extrakte (Löwenzahn, Brennessel), Spirulina und andere Algen, Zeolith und andere Vulkanmineralien (Silikate), Aufbau der Darmflora, Vitamin C, Vitamin D, Zink und NAC. Zur Stressreduzierung bieten sich viele unterschiedliche Möglichkeiten an, die individuell erarbeitet werden sollten: Waldbaden, Wandern, massvoll Sport, Meditation, Yoga, Massagen, Musik, Tanzen, Malen, Singen, Sauna und vieles mehr.
Wer an Diabetes leidet, fühlt sich vielleicht manchmal eingeschränkt im Bereich Ernährung. In meiner Weiterbildung zur medizinischen Praxiskoordinatorin durfte ich im Diabetesmodul aber lernen, dass man als Diabetiker(in) praktisch alles essen darf. Wichtig ist jedoch die Menge und wann man was isst. Fakt also ist, Dessert & Co. sind für Diabetiker kein Verbot oder Tabuthema. Man muss das Leben auch geniessen, denn auch die Psyche spielt bei jeder Krankheit eine grosse Rolle. Aber eben halt im Mass – wie mit allem.
Als Diabetiker sollte man grundsätzlich 3 Hauptmahlzeiten pro Tag (Frühstück, Mittagessen, Nachtessen) zu sich nehmen, damit der Blutzuckerspiegel konstant ist und es nicht zu gefährlichen Unterzuckerungen kommen kann. Wer zum Znüni/Zvieri Hunger bekommt, kann Nüsse oder Früchte mit einer Proteinquelle (Naturjoghurt, Naturquark, Käse etc.) essen. Denn Fruchtzucker mit einer Proteinquelle stabilisiert den Blutzuckerwert und das Sättigungsgefühl hält länger an.
Früchte sollten am besten unmittelbar nach dem Frühstück/Mittagessen oder zur Hauptmahlzeit gegessen werden (oder wie oben beschrieben). Nach dem Abendessen sollte man besser auf Zucker verzichten. Achtung: Trockenfrüchte, Bananen, Papaya und Mangos enthalten sehr viel Zucker! Diese Früchte sollte man besser nur in kleinen Mengen essen. Dessert am besten auch direkt nach den Hauptmahlzeiten und nur selten. Am allerbesten verwendet man frische Produkte, keine verarbeiteten Lebensmittel (Fertiggerichte) sättigende Vollkornprodukte, wenig schlechte Fette etc.
1/3 Drittel des Tellers: Kohlenhydrate/Stärke
1/3 Drittel des Tellers: Proteine
1/3 Drittel des Tellers: Gemüse / Salate
Wer sogenannte: «Sulfonylharnstoffe» (Medikamentenname: Gliclazid/Diamicron) oder kurzwirksame Insuline zu sich nimmt, muss zwingend am Morgen etwas essen. Da es sonst zu gefährlichen Unterzuckerungen kommen kann! Wer keine solchen Medikamenten nimmt, kann das Frühstück auch ausfallen lassen.
Wichtig ist auch das Trinken. Ein Glas Milch, Kaffee, heisse Schokolade, Latte Macchiato etc. gelten nicht als Trinken, sondern als Essen. Es wird empfohlen, viel Wasser oder ungesüssten Tee zu trinken. Zero Produkte sind in Massen ok. Beim Abnehmen ist es umso wichtiger, noch mehr Wasser zu trinken, denn dies unterstützt die Gewichtsabnahme. Achtung auch Alkohol (vor allem Bier) hat viele Kalorien und können im schlimmsten Fall zu einer Unterzuckerung führen.
Wer Gewicht verlieren möchte, soll die energiereduzierte Ernährung bestmöglichst einhalten. Dazu können beispielsweise der Stärke/Kohlenhydrate-Anteil und der Proteinanteil je auf ¼ reduziert und der Gemüse/Salat-Anteil auf ½ erhöht werden (wichtig: viel Gemüse essen). Zusätzlich soll auch regelmässige Bewegung in den Alltag integriert werden. Aber das Wichtigste: Essen muss Spass machen, damit man nie die Freude und Motivation verliert!
Jeder von uns ist sich der zentralen Rolle des Herzens in unserem Körper bewusst. Für viele ist jedoch die genaue Anatomie des Herzens, welche, wie wir sehen werden, nicht gerade trivial ist, kein Begriff. Unter Anatomie verstehen wir im medizinischen Fachbereich die Wissenschaft über den Aufbau des Körpers, das Beschreiben von Strukturen und ihrer dreidimensionalen Lokalisierung im Körper. Vereinfacht gesagt beschreibt die Anatomie also was wir vom Körper von aussen und bei Eingriffen vor allem auch von innen sehen können.
Das Herz liegt bekanntlicherweise unter dem Brustbein und ist geschützt vom Rippenkasten. Es liegt jedoch nicht gesamthaft unter dem Brustbein, sondern ist leicht nach links versetzt. Das schematische Bild zeigt ein Herz von vorne, bei dem die vordere Herzwand entfernt wurde, damit man auf das Innere sieht. Man sieht verschiedene Hohlräume und blaue sowie rote Gefässe. Die blauen Gefässe sind mit sauerstoffarmem Blut gefüllt und die roten mit sauerstoffreichem. Dabei ist die Definition dieser Gefässe enorm wichtig, da sie oft falsch gemacht wird. Arterien sind Gefässe, die vom Herzen wegführen. Venen sind Gefässe, die zum Herz hinführen. Die Definition, dass Arterien sauerstoffreiches Blut transportieren und Venen sauerstoffarmes ist FALSCH!! Das erkläre ich später noch im Detail, wenn wir das Herz als Zentrum des Kreislaufsystems anschauen.
Weiter können vier Hohlräume und eine Trennung des Herzens in zwei Bereiche ausgemacht werden. Deswegen spricht man dann teilweise vom linken und vom rechten Herz. Diese Trennung nennen wir das Septum. Entscheidend ist, dass wir für beide Seiten noch zwei Hohlräume haben. Jede Seite besteht aus einem Vorhof, auch Atrium genannt und einer Kammer, auch Ventrikel genannt. Ganz wichtig ist der Grenzbereich zwischen Atrium und Ventrikel. Dort sind Klappen lokalisiert, die für den Herzzyklus unerlässlich sind. Auf der rechten Seite ist die sogenannte Trikuspidalklappe lokalisitert. Der Name kommt aus dem Lateinischen. „Tri“ heisst drei und „Cuspis“ bedeutet Segel. Diese Klappe ist also aus drei segelartigen Strukturen aufgebaut. Auf der linken Seite liegt die Mitralklappe zwischen Atrium und Ventrikel.
Nun haben wir alle Hohlräume des Herzens benannt. Was noch fehlt, sind die Zugänge und die Abflüsse. Der Blutfluss ist unidirektional, also in eine Richtung, und geht immer vom Vorhof durch die Klappe in den Ventrikel und vom Ventrikel in den Kreislauf. Nach der rechten Kammer folgt die Pulmonalarterie („Pulmo“ ist Lateinisch und bedeutet Lunge) und das Blut von der linken Kammer fliesst über die Aorta ab. Auch hier liegen am Übergang von der Kammer zum abfliessenden Gefäss wichtige Klappen – die Pulmonalklappe und die Aortenklappe. Soviel zu den Abflüssen. Jetzt noch die Zuflüsse: Das Gefäss, das Blut in den rechten Vorhof leitet wird Hohlvene genannt, bestehend aus einem oberen und unteren Anteil. In den linken Vorhof fliesst das Blut von vier Lungenvenen.
Weiter oben habe ich erwähnt, dass das Blut vom Ventrikel in den Kreislauf fliesst. Diese Aussage ist genau genommen falsch. Das Blut vom Herz geht nicht nur durch ein, sondern durch zwei Kreislaufsysteme! Das „rechte Herz“ transportiert Blut in den sogenannten Lungenkreislauf (im Bild kleiner Kreislauf genannt) und das „linke Herz“ transportiert Blut in den grösseren Körperkreislauf. An dieser Stelle möchte ich wieder die wichtige Definition unserer Gefässe aufgreifen. Wir haben gesagt, dass Arterien Gefässe sind, die vom Herz wegführen und NICHT Gefässe, die sauerstoffreich sind. Genauso für die Venen: Sie sind per Definition Gefässe, die zum Herz hinführen und NICHT solche, die sauerstoffarm sind. Die wichtige Erkenntnis liegt darin, dass „sauerstoffreich“ auf Arterien nur im Körperkreislauf zutrifft, nicht jedoch im Lungenkreislauf!
Im Lungenkreislauf haben wir eine für den Körper essentielle Umkehrung. Wir haben gelernt, dass die Lungenarterie (=Pulmonalarterie) Blut vom Herz weg in die Lunge transportiert. Dieses Blut ist jedoch sauerstoffarm, obwohl es in einer Arterie transportiert wird. In der Lunge wird dieses arterielle, aber sauerstoffarme Blut in feinen Kapillarnetzen mit Sauerstoff angereichert und über die vier Lungenvenen in den linken Vorhof gebracht. Das Blut ist also auf dem Weg zurück zum Herz in einer Lungenvene sauerstoffreich. Vom linken Vorhof aus wird es dann über den linken Ventrikel in die Aorta transportiert. Ab der Aorta befindet sich dieses sauerstoffreiche Blut dann im grossen Kreislauf und dort, und NUR dort, stimmt es, dass das arterielle Blut sauerstoffreich ist. Im Zielgewebe, beispielsweise in einem grossen Oberschenkelmuskel, den man zum Gehen benötigt, wird dieser Sauerstoff jetzt benötigt und in vielen kleinen Kapillarnetzen abgegeben. Ein Kapillarnetz ist die kleinste Aufästelung im Kreislaufsystem und der Ort des Gasaustausches. Nach dem Kapillarnetz schliesst sich der Kreis: Eine Vene führt das sauerstoffarme Blut zurück und es mündet über die Hohlvene in den rechten Vorhof ein. Von dort gelangt es in den rechten Ventrikel. Die nächste Station ist dann die Pulmonalarterie, da waren wir ganz zu Beginn und der Kreislauf ist geschlossen.
Dieses Schliessen des Kreislaufs zeigt auch auf, dass diese zwei Kreisläufe nicht separat und unabhängig voneinander ablaufen! Im Lungenkreislauf wird der Sauerstoff, der im Körper gebraucht wird aufgeladen und über das linke Herz im Körper verteilt. Nach der Abgabe im Körper wird das sauerstoffarme Blut rücktransportiert und gelangt über das rechte Herz wieder zur Lunge, wo es erneut mit Sauerstoff beladen werden kann, sodass auch dieser Zyklus wieder geschlossen wird.
Quellen
Bild 1: Anatomie des Herzens. https://www.cardio-guide.com/anatomie/herz/ (zuletzt am 28.10.2021 um 13:00)
Bild 2: Herz-Kreislauf. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. (2019). https://www.gesundheitsinformation.de/wie-funktioniert-der-kreislauf.html (zuletzt am 28.10.2021 um 13:30)
Fast alle haben das schon einmal erlebt: Kurz vor einem Bewerbungsgespräch, einem Abgabetermin einer Arbeit oder vor einer Prüfung macht sich ein ungutes Gefühl im Magen breit. Verstimmungen oder lautstarkes Knurren können auftreten. Die Ursache dafür liegt meistens im Stress. Der Mensch befindet sich in ständiger Interaktion mit der Umwelt. Er nimmt Sinneindrücke wahr, verarbeitet sie und reagiert darauf. Die Reaktion kann vom somatischen oder vom vegetativen Nervensystem aus erfolgen. Das somatische Nervensystem steuert kontrollierte Bewegungen wie beispielsweise das Heben der Arme oder die Bewegung der Beine. Das vegetative Nervensystem steuert lebenswichtige Funktionen wie zum Beispiel die Atmung, Verdauung oder den Stoffwechsel. Obwohl sich die vegetativen Vorgänge selbst steuern, werden sie von äusseren Aspekten beeinflusst – Stress ist einer dieser Einflüsse.
Stress ist die physiologische Antwort unseres Körpers auf jegliche Art von Veränderung, die uns aus dem Gleichgewicht bringt. Der Mediziner und Stressforscher Dr. Hans Selye hat ihn wie folgt definiert: «Stress ist die unspezifische Reaktion des Körpers auf jegliche Anforderung» (Fink 2009, S. 5). Dabei werden zwei Arten von Stress unterschieden – Eustress und Distress. Eustress wird oft als positiv oder angenehm wahrgenommen. Beispiele dafür sind Hochzeiten, das Wiedersehen von Freunden oder die Spannung vor dem ersten Kuss. Distress hingegen ist überfordernd, unangenehm und gesundheitsschädlich. Der Körper reagiert auf beide Arten von Stress, indem er Stresshormone freisetzt. Dazu gehören Katecholamine, welche Dopamin, Adrenalin und Noradrenalin umfassen und bei Belastungen des Körpers ausgeschüttet werden.
Dopamin: Dopamin wird im Hypothalamus (Teil des Zwischenhirnes) produziert und ist ein Neurotransmitter des zentralen Nervensystems. Es steigert die Wahrnehmungs- sowie Konzentrationsfähigkeit und sorgt für Glücksgefühle. Zudem erhöht Dopamin die Durchblutung der Bauch – und Nierengefässe.
Adrenalin: Adrenalin ist ein im Nebennierenmark gebildeter Neurotransmitter. Dieser steigert den Blutdruck, erhöht die Herzfrequenz und fördert den Glukosestoffwechsel. Zusätzlich aktiviert Adrenalin den Tonus (Spannung) der glatten Gefässmuskulatur und fördert somit die Durchblutung. Die glatte Gefässmuskulatur sind Muskeln, die nicht aktiv gesteuert werden, wie beispielsweise die Verdauungsorgane.
Noradrenalin: Noradrenalin wird ebenfalls im Nebennierenmark und zusätzlich in gewissen Teilen des Gehirnes gebildet. Noradrenalin verengt die Blutgefässe und steigert somit den Blutdruck. Zudem fördert Noradrenalin die Wachheit, Motivation und Konzentration.
Ein weiteres Stresshormon ist Cortisol, welches durch die Stimulation in der Hirnanhangsdrüse produziert wird. Dieses ist an sehr vielen Stoffwechselvorgängen im Körper beteiligt. Beispielsweise steigert es den Glukosestoffwechsel und sorgt damit für ausreichend Glukose im Körper. Auch Schmerzreaktionen werden von Cortisol unterdrückt. Dabei steigt die Körpertemperatur und der Energiestoffwechsel wird angeregt. Zusammengefassend ist festzuhalten, dass Stress eine regelrechte Hormonexplosion auslöst, die auf den Körper einwirkt. Natürlich ist die Wirkung der oben genannten Neurotransmitter vereinfacht dargestellt und auf das Wichtigste reduziert. Es soll damit verdeutlicht werden, dass jeder dieser Neurotransmitter auf die eine oder andere Weise das Verdauungssystem beeinflusst.
Kommen wir nun also zum Zusammenhang zwischen Verdauung und Stress. Dieser ist keineswegs eine böse Laune der Natur, um Stresssituationen noch beschwerlicher zu gestalten. Der Ursprung liegt in der Geschichte der Menschheit. Schon den Urzeitvorfahren des Menschen waren die körperlichen und psychischen Reaktionen auf Stress bekannt – zwar nicht im Zusammenhang mit einem Bewerbungsgespräch, jedoch in der Überlebenssicherung. Während der Jagt blieb für die Verdauung keine Zeit. Entweder wurde alles sofort ausgeschieden oder die Verdauung wurde bis zum Ende der Stresssituation aufgeschoben. Dieses Uhrzeitphänomen kommt noch im heutigen Menschen zum Ausdruck. Somit ist der Zusammenhang zwischen Verdauung und Stress keinesfalls zufällig, sondern ein Versuch, sich der Umwelt und der jeweiligen Situation anzupassen.
Häufig wird Stress mit etwas Negativem assoziiert, obwohl er in der richtigen Dosierung leistungsfördernd ist. Der Treibstoff für das Gehirn ist Glukose und dieser wird bei Stress vermehrt freigesetzt. Das Gehirn ist konzentrierter, wacher und motivierter – kurz gesagt: leistungsfähiger. Was als Stress empfunden wird, ist bei jedem Menschen anders und nicht beinflussbar – wie damit umgegangen wird hingegen schon. Mit dem flauen Gefühl im Magen während einer Stresssituation zeigt der Körper, dass er die Ausnahmesituation erkannt hat und versucht, zu helfen. Diese Tatsache zu erkennen und vor allem zu akzeptieren kann den belastenden Distress in euphorischen Eustress umwandeln. Von der zusätzlich gewonnen Energie kann dann sogar profitiert werden.
Quellen
Fink, G. (2015). Stress Science: Neuroendocrinology. Elsevier Academic Press.
Der Schlaf und die damit verbundene Erholung haben einen immensen Einfluss auf die Gesundheit. Während des Schlafens regeneriert sich unser Körper, verarbeitet Erlebnisse, Emotionen, Gedanken und tankt Energie für den nächsten Tag. Doch was passiert mit unserem Schlaf, wenn er durch äussere Einflüsse gestört wird? Einer der grössten Störfaktoren ist der Alkoholkonsum. Dennoch ist der Irrglaube, ein Glas Wein würde der Schlaf verbessern, weit verbreitet. Ein Blick auf die Physiologie Schlafes bringt Klarheit.
Obwohl der Schlaf zur Erholung dient, ist das Gehirn währenddessen alles andere als inaktiv. Zahlreichen Studien, welche mit einem Elektroenzephalographen (EEG) die Hirnströme von schlafenden Personen gemessen haben, fanden heraus, dass der Schlaf in unterschiedlichen Phasen abläuft. Dabei gibt es vier verschiedene Stadien, die sich zyklisch wiederholen.
Stadium 1: Die sogenannte Einschlafphase lässt sich kaum vom Wachzustand unterscheiden. Man wird müde und die Augen werden schwerer. Dieses Stadium dauert einige Minuten, wobei das EEG erste Verlangsamungen der Hirnwellen anzeigt. Das Gehirn signalisiert dem Körper herunterzufahren, um sich auf das Schlafen vorzubereiten.
Stadium 2: Deutlicher vom Wachheitszustand zu unterscheiden ist das zweite Stadium. Neurotransmitter, wie zum Beispiel GABA oder Glyzin, werden dabei ausgeschüttet. Damit wird die Erregbarkeit der Nervenzellen herabgesetzt und die Aktivität des Nervensystems verringert sich. Zudem beginnen die Muskeln zu entspannen und es gibt keine Augenbewegungen mehr.
Stadium 3 & 4: Diese beiden Schlafphasen sind die sogenannten Tiefschlafphasen. Der Muskeltonus entspannt sich weiter. Die Hirnwellen werden im dritten Stadium zwischen 20 und 50 Prozent langsamer, im vierten sogar über 50 Prozent. Diese Phase ist für die Erholung besonders wichtig, da hier Wachstumshormone ausgeschüttet werden, die zur Regeneration beitragen. Das Immunsystem wird aktiviert und bekämpft Viren sowie Bakterien.
Zu diesen vier Stadien kommt eine weitere Schlafphase hinzu, die eine besondere Rolle im Schlafzyklus einnimmt: der sogenannte REM-Schlaf. Die Namensgebung stammt von der ausfälligsten Eigenschaft dieser Phase; den schnellen Augenbewegungen – REM steht für ‘’Rapid Eye Movement’’. Die REM-Phase ist eine aktive Schlafphase. Obwohl sich der Körper im Tiefschlaf befindet, ist das Gehirn hochaktiv. Der Blutdruck sinkt und die Atmung wird unregelmässig. Die Muskeln der Haltemuskulatur, also diejenigen, die wir zum Sitzen oder Stehen benötigen, sind völlig atonisch (maximal entspannt). Trotzdem kommt es während der REM-Phase zu Zuckungen.
Wurden die Studienteilnehmer während dieser Schlafphase geweckt, berichteten sie von lebhaften und farbigen Träumen. Deswegen sind sich Forscher heutzutage einig, dass hauptsächlich während dieser Phase des Schlafes geträumt wird. Auch gehen viele Forscher davon aus, dass in der REM-Phase Sinneseindrücke und Emotionen verarbeitet werden. Nach 60 bis 90 Minuten sind alle vier Stadien inklusive des REM-Schlafes beendet und der ganze Prozess beginnt von vorne. Die REM-Phase wird nach jedem Zyklus länger. Gleichzeitig werden die Tiefschlafphasen mit jedem Zyklus kürzer oder fallen gegen Ende der Nacht sogar ganz weg. Nach fünf bis sieben Zyklen ist die ganze Prozedur vorbei. Der durchschnittliche Mensch braucht rund acht Stunden Schlaf. Dies variiert jedoch je nach Alter, Geschlecht und Anstrengung des Tages.
Zurück zum Störfaktor Alkohol. Dieser hat eine stimulierende wie auch sedierende Wirkung. Diese zwei Eigenschaften passen eigentlich nicht zueinander, denn einerseits macht Alkohol euphorisch und steigert die Herzfrequenz, andererseits verursacht er eine motorische Verlangsamung und eine kognitive Beeinträchtigung. Doch was hat das jetzt genau mit dem Schlafen zu tun?
Stimulierend wirkt Alkohol vor allem auf die Blase. Das antidiuretische Hormon (ADH) ist für die Wasserrückresorption des Harnes in den Nieren verantwortlich. Alkohol stoppt die ADH-Produktion, wodurch die aufgenommene Flüssigkeit schneller ausgeschieden wird. Häufiges Aufwachen während der Nacht für den Gang auf die Toilette verhindern ein Durchschlafen.
Die sedierende Wirkung sorgt dafür, dass die vorhin erwähnte Einschlafzeit deutlich verkürzt wird. Der Tiefschlaf tritt schneller ein, da die ersten zwei Schlafstadien verkürzt oder sogar übersprungen werden. Irrtümlicherweise wird dies häufig als ein positiver Effekt angesehen. Doch durch das Fehlen der ersten zwei Stadien fehlt dem Körper die Zeit, sich auf das Schlafen vorzubereiten. Die erwähnten Neurotransmitter werden nicht ausgeschüttet, ein unruhiger Schlaf ist die Folge.
Hinzu kommt, dass der Tiefschlaf zwar verlängert, jedoch gestört abläuft. Der Körper ist damit beschäftigt, den Alkohol abzubauen, und hat deswegen nicht die Kapazität, sich zu regenerieren und zu reparieren. Durch diesen verlängerten Tiefschlaf leidet der REM-Schlaf. Dies hat verehrende Konsequenzen auf das Wohlbefinden am nächsten Morgen – der sogenannte Kater stellt sich ein. Der Körper ist nicht ausgeruht, schlechte Laune und Unpässlichkeit sind die Folge. Bei gelegentlichem Alkoholkonsum ist das nicht weiter tragisch, da der Körper sich seine benötigte Erholung in der nächsten Nacht holt. Problematischer wird es hingegen bei exzessivem und regelmässigem Konsum. Studien ergaben, dass alkoholabhängige Menschen signifikant höher gefährdet sind, Schlafstörungen zu entwickeln. Diese verursachen häufig psychische Erkrankungen wie zum Beispiel Angststörungen und Depressionen.
Daher ist es empfehlenswert, nach einem erhöhten Alkoholkonsum, wie zum Beispiel nach einer Feier, dem Körper genügend Zeit zur Erholung zu geben, mit anderen Worten am nächsten Abend früher ins Bett zu gehen, um den verpassten Schlaf nachzuholen. Regelmässiges Alkoholtrinken sollte man vermeiden und das Trinken möglichst frühzeitig vor dem Schlafengehen einstellen.
Hintergründe:
Body Talk wurde in den 1990er Jahren vom australischen Chiropraktiker, Osteopath, TCM-Therapeuten und Reiki-Meister Dr. John Veltheim entwickelt. Er ist der Gründer der Internationalen Body Talk Association und der internationalen Body Talk Foundation. Während 15 Jahren führte Dr. Veltheim sehr erfolgreich eine Klinik in Brisbane. Danach leitete er das Brisbane College of Accupuncture and Natural Therapies für 5 Jahre. Später studierte er zusätzlich Kinesiologie, bio-energetische Psychologie, Quantenphysik, Sportmedizin, Philosophie und Theologie. Er hat zahlreiche Texte über Body Talk und andere Wissensgebiete verfasst, wobei seine Studien unter anderem im Journal of Alternative Medicine Research veröffentlicht wurden.
Die Methode:
Mit Body Talk kann der Mensch in seiner Dreiheit als Körper-Geist-Seelensystem adressiert werden. Wir finden in dieser Methode Einflüsse der westlichen Medizin, aber auch der traditionellen chinesischen Medizin (TCM), der Kinesiologie und der Quantenphysik. Body Talk sieht den menschlichen Organismus als ein komplexes Netzwerk, über das physische, seelische und mentale Impulse in Verbindung stehen. Sind diese Verbindungen blockiert oder in der Vernetzung unterbrochen, entstehen Störungen und Krankheiten, die das Gleichgewicht des menschlichen Körpers erheblich behindern. Body Talk kann helfen, die Ursache zu finden, die Balance wiederherzustellen und die Selbstheilung zu aktivieren.
Während der Session befindet sich der Klient vorzugsweise in einer liegenden Position und die Antworten werden über das kinesiologische Muskelfeedback seines Arms erfragt. So kann das Unterbewusstsein über das autonome Nervensystem abgefragt werden und Antworten liefern. Diese betreffen Hinweise zu körperlichen Schmerzen, traumatisierenden Erfahrungen, verdrängten Situationen, ungelösten Konflikten mit bestimmten Personen, unklaren Emotionen etc. Kinder können auf dem Schoss der Mutter oder des Vaters sitzend therapiert werden, indem stellvertretend über den Arm des Elternteils abgefragt wird. Damit kann für den Klienten eine Art Formel mit den entsprechenden Blockaden und Dissonanzen erarbeitet und danach harmonisiert werden. Hier können konkrete körperliche Organe, aber auch Energiebahnen wie Meridiane oder Chakrensysteme oder sogar astrologische Konstellationen eine Rolle spielen. Dies spiegelt jeweils den Wissensstand und die Möglichkeiten der anwendenden Therapeutin oder des anwendenden Therapeuten wider.
Grundsätzlich kann Body Talk für jedes Problem hinzugezogen werden; es empfiehlt sich allerdings eine vorgängige Abklärung und Diagnostik der Symptome, bevor auf einer umfassenderen Ebene daran gearbeitet wird. Bei psychisch sehr instabilen Personen ist grosse Vorsicht und Zurückhaltung geboten, da die Arbeit mit Body Talk auch Ängste, Traumatisierungen, verdrängte Situationen, Wut und Trauer an die Oberfläche spülen kann. Hier ist die anwendende Therapeutin oder der anwendende Therapeut gefordert, zu erkennen, wo die Klientin oder der Klient steht und was ihr oder ihm zugemutet werden kann. Im Mitgefühl und mit aller Sorgfalt angewendet kann Body Talk ein wahrer Segen sein, erfordert allerdings seitens des Klienten viel Mut zur Selbstverantwortung und den Willen, an sich zu arbeiten.
Weiterführende Links:
Was ist Hypnose?
Hypnose ist ein Bewusstseinszustand, der zwischen schlafen und wach sein angesiedelt ist. Es ist eine Art Trance. Auch in unserem Alltag befinden wir uns manchmal unbewusst in einem ähnlichen Zustand. Zum Beispiel, wenn wir in ein gutes Buch vertieft sind oder einen spannenden Film sehen. In diesem Moment sind wir ganz auf diese eine Sache konzentriert und fokussiert. Sämtliche Ereignisse um uns herum werden ausgeblendet oder nur am Rande wahrgenommen. So ähnlich ist auch der Trancezustand, in dem wir uns während einer Hypnose befinden. Wir richten unsere gesamte Aufmerksamkeit und Konzentration nach innen in unseren Körper und können so Einfluss auf innere Vorgänge und unbewusste Dinge in uns nehmen. Auf diese Weise können körpereigene Kräfte und Ressourcen aktiviert und genutzt werden. Wichtig hierfür ist ein gutes Vertrauensverhältnis zwischen Hypnotiseur und Klient. Es ist die Voraussetzung für eine erfolgreiche Zusammenarbeit.
Wie läuft eine Hypnosesitzung ab?
Eine Hypnosesitzung setzt sich zusammen aus einem Gesprächsteil und der nachfolgenden Hypnose. Bei Bedarf kann nach der Hypnose über das Erlebte oder das Empfinden gesprochen werden. Die Hypnose beginnt mit einer Einleitung, die dann in den Trancezustand überführt. Dieser kann unterschiedlich tief sein und ist nicht bei jedem und jeder Sitzung gleich. Am Ende erfolgt eine Ausleitung, die wieder aus dem Trancezustand herausführt. Es ist nicht möglich, eine Hypnose gegen den Willen einer Person durchzuführen, denn sie erfordert stets die Mitarbeit dieser Person. Sie entscheiden selbst, welchen Weg Sie in Ihrer inneren Welt gehen, die Hypnotiseurin oder der Hypnotiseur führt und begleitet Sie dabei. Eine Hypnosesitzung kann auch jederzeit unterbrochen werden.
Wo kann Hypnose eingesetzt werden?
Hypnose ist eine wissenschaftlich belegte und anerkannte Methode in vielen verschiedenen Bereichen. Sie kann eingesetzt werden bei:
Und vielem mehr.
Lange hat sich die Psychologie auf die Heilung klassischer Krankheitsbilder – wie z.B. Depressionen und Schizophrenie – fokussiert. Erst in den letzten Jahrzehnten entstand unter dem Schlagwort „Positive Psychologie“ ein neuer Teilbereich, der sich u.a. damit befasst, wie wir ein glückliches, zufriedenes Leben führen können.
Bausteine eines zufriedenen, glücklichen Lebens
Der Begriff Zufriedenheit anstatt Glück wird an dieser Stelle bewusst gewählt. Er bringt zum Ausdruck, dass es bei dem Themenfeld nicht darum geht, negative Emotionen wie Angst oder Wut abzulösen und durch möglichst viele Momente des (oft) kurzen Glücks zu ersetzen. Denn der Mensch ist ein Gewohnheitstier und positive Erlebnisse werden schnell zur Selbstverständlichkeit. Ziel ist vielmehr der Aufbau einer nachhaltigen Resilienz und Zufriedenheit.
Seligman unterscheidet in seiner „Glücksformel“ drei Faktoren, die unsere Zufriedenheit bestimmen: Einen Basis-Wert, der durch unsere Gene und Persönlichkeit bestimmt wird, die Umstände bzw. Umweltfaktoren und „freiwillige Faktoren“. Es ist durchaus so, dass unsere Persönlichkeit eine erste Ausrichtung vorgibt, wie optimistisch wir z.B. in die Zukunft blicken. Und auch der Bereich der Umweltfaktoren dürfte uns wohl allen bekannt sein. Aber entscheidend ist der letzte Faktor, denn er besagt, dass wir selbst einen essenziellen Beitrag zu unserer Zufriedenheit leisten können! Es gilt, diesen Einflussbereich zu vergrössern und den Fokus darauf zu legen.
Das „angenehme“ Leben
Im ersten Ansatzpunkt geht es darum, wie wir positive Emotionen wie Freude, Vergnügen oder Begeisterung verstärken können. Beeinflusst werden wir dabei durch unseren Blick in die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft. Beginnen wir mit der Vergangenheit. Oftmals neigen wir dazu, gerade negative Erlebnisse aus der Vergangenheit auf heute zu übertragen: „Ich habe immer Pech!“. Ziel ist es deshalb, durch Dankbarkeit und Vergebung die Wahrnehmung der Vergangenheit zu verändern. Eine Möglichkeit:
Werkzeug 1: Führen Sie ein Dankbarkeitstagebuch. Versuchen Sie es und notieren Sie sich die nächsten 4 Wochen jeweils abends drei Dinge, Menschen oder Erlebnisse, für die Sie dankbar sind!
Beim Blick in die Zukunft geht es nicht um blinden Optimismus, sondern darum, unsere Zuversicht zu stärken. Konkret heisst das, dass ich ein einzelnes, negatives Ereignis nicht als dauerhafte Katastrophe ansehe, die all meine anderen Lebensbereiche betrifft.
Werkzeug 2: Hinterfragen Sie Ihre Interpretation der Situation kritisch und geraten Sie nicht in eine Negativspirale. Schreiben Sie auf, was Sie gerade beschäftigt, oder sprechen Sie mit einem vertrauten Menschen. Ist es wirklich so schlimm? Ist Ihre Erklärung für einen Konflikt wirklich sinnvoll oder gibt es Alternativen?
Der Ansatzpunkt der Gegenwart zielt darauf, den Augenblick bewusst zu erleben. Was sich hochtrabend anhört, kennen wir doch alle. Wir sind auf dem Weg nach Hause und können uns am Ende gar nicht mehr erinnern, wie genau wir angekommen sind. Unser Gehirn ist darauf gepolt, auf Neues zu reagieren – also Energie zu sparen über Routinen. Dies ist durchaus sinnvoll, führt aber auch dazu, dass wir immer mehr wollen und selten zufrieden sind.
Werkzeug 3: Durchbrechen Sie Ihre Routinen und nehmen Sie einmal einen anderen Weg nach Hause.
Werkzeug 4: Nehmen Sie sich ein paar Minuten und machen Sie etwas bewusst mit allen Sinnen – z.B. ein Stück Schokolade essen oder einen Kaffee trinken.
Das „gute“ und sinnstiftende Leben
Die Verstärkung positiver Emotionen ist aber nur ein Ansatzpunkt. Zentral ist es, darüber hinaus ein für sich selbst „gutes“ und sinnstiftendes Leben zu führen. Was ist damit gemeint? Gemeinsam mit Kollegen aus dem Feld der positiven Psychologie hat Seligman 24 sogenannte „Signature/Character Strengths“ identifiziert. Dabei geht es um Stärken, die uns als Person auszeichnen und deren Ausleben für uns mühelos ist bzw. uns Energie zurückgibt. Im besten Fall erleben wir eine Art „Flow“-Moment, vergessen die Zeit und gehen in der aktuellen Tätigkeit auf. Beispiele für die Charakterstärken sind Neugierde, Ehrlichkeit oder soziale Intelligenz.
Es geht also nicht darum, Schwächen zu eliminieren, sondern Möglichkeiten zu finden, die eigenen Stärken im Alltag auszuleben. Setzen wir unsere Stärken zudem sinnstiftend ein, sind wir auf dem besten Weg zu einem nachhaltig zufriedenen Leben. Was wir dabei als sinnstiftend empfinden, gilt es für jeden persönlich zu entdecken.
Werkzeug 5: Identifizieren Sie Ihre Charakterstärken und finden Sie Wege, diese im Alltag zu integrieren. Eine kostenlose Möglichkeit bietet sich hier: VIA Character Strengths Survey & Character Reports | VIA Institute
Bei allen Vorschlägen gilt: Finden Sie heraus, was Ihnen Spass macht und fangen Sie damit an! Denn die Forschung zeigt auch: Eine Abkürzung zur nachhaltigen Resilienz und Zufriedenheit gibt es nicht. Wir sind gefordert, an uns und mit uns zu arbeiten.