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Manchmal wache ich am Morgen auf und bin ein lächelnder Buddha, manchmal gelingt es mir auch den Tag über ein Buddha zu bleiben und manchmal schlafe ich zufrieden lächelnd als Buddha ein.
Wie ich ein Buddha geworden bin, ist eine lange Geschichte. Ich bin nicht "erleuchtet" worden und ich habe auch nicht meditiert. Ich habe nachgedacht über meine Sprache und über die in dieser Sprache versteckten Vorannahmen meines Denkens. Ich habe versucht, das in meinen Wörtern versteckte Weltbild zu hinterfragen. Diesen Gedankenweg, den ich machen musste, habe ich in einem Text mit dem Titel „Offene Weite – nichts von heilig“ nachgezeichnet. Der Text beginnt mit einem Zitat von Bodhidharma, dem indischen Wandermönch, der die Zen Lehre nach China brachte.
„ Welches ist der höchste Sinn der Heiligen Wahrheit?“ „ Offene Weite - nichts von heilig“, erwiderte Bodhidharma, womit er die Lehre des Nicht-Haftens meinte. Der Kaiser fragte nun schon weniger freundlich: „ Wer bist du, der mir hier gegenübersteht?“ „Das weiß ich nicht.“, erwiderte Bodhidharma.
Mein Weg endete in der Erfahrung, dass ich nicht mehr wissen muss, wer ich bin, in der Lehre des Nicht-Haftens. Ich lebe in einer Denkwelt der offenen Weite. Ich bin ein Buddha.
Unterwegs zu dieser Erfahrung habe ich viele Bücher gelesen, über das Unterscheiden, das Beobachten, über „re-entry“ und über „conditioned coproduction“. Diesen Begriffen bin ich in wissenschaftliche Arbeiten über soziale Systeme von Niklas Luhmann und Peter Fuchs begegnet, die auf George Spencer Brown und dessen Buch „Gesetze der Form“ verweisen. So habe ich denn versucht Spencer Brown zu lesen und überhaupt nichts verstanden. Ich habe mich beim ersten Lesen nur geärgert über die Anmassung dieses Autors, der von sich selber behauptet er sei Buddha. Wie kommt einer dazu von sich selber zu sagen er sei Gott.
I was already enlightened, and had been for nearly 22 years, so knew I was a buddha, but hoped I might be a private one, allowed to complete my worldly ambitions like the rest of us. I also knew that, in Laws of Form, I had rediscovered conditioned coproduction. Spencer Brown A Lion's Teeth pg 12
Wie kommt einer dazu von sich selber zu sagen, er sei Gott? Ich habe sehr lange gebraucht um einzusehen, dass ich da eine sehr dumme Frage fragte. Nur ein ganz blöder, gänzlich in einem völlig unbrauchbaren Weltbild befangener Mensch kann sich einen Gott dort oben vorstellen und sich darüber ärgern, dass da jemand von sich behauptet „göttlich“ zu sein. Zu merken. dass ich ein so blöder Mensch bin, war der erste Schritt ein Buddha zu werden. Über mein dummes „Ich“ lächeln zu können, war aber nicht der nächste Schritt, da lagen wichtige Gedankenschritte dazwischen.
Viele dieser Gedanken-fort-Schritte machte ich unter der Anweisung des "anmassenden" George Spencer Brown. Ich bastelte mir - seinen Denkanweisungen folgend - in vielen Denkerfahrungen ein anderes, ein im dritten Jahrtausend brauchbares Weltbild.
Remarkably few human beings have ever had the persistence to follow their explorations so far as to discover, and to understand completely and without apparent outside aid, the mode by which conditioned coproduction operates to produce an apparent universe.
The knowledge that, given the possibility of distinction alone, a universe, in the recognizable form we call the universe, must inevitably appear, though fascinating, is still not enlightenment, because enlightenment must answer all questions, and this knowledge leaves unanswered the most important question of all: namely, how does the first distinction ever get drawn? (Spencer Brown Lion's Teeth page 128)
Ich brauchte bei meiner Weltbildbastelei viele, wiederholte Versuche solche verdichteten Aussagen zu verstehen. Meine Exploration, meine Endeckungsreise, begann mit einer fast unüberwindlichen Blockade. Ich konnte der ersten Anweisung "Draw a distinction!" nicht folgen. Vielleicht, weil ich als alter 68er so meine Mühe habe mit Befehlen; aber auch, weil ich einfach nicht verstand, wohin ich zu folgen hatte. Begriffen habe ich erst mit der Hilfe eines jungen Mathematikers, Felix Lau, der mir den Zugang zur Sprache der Mathematik ermöglichte.
Felix Lau Die Form der Paradoxie, Eine Einführung in die Mathematik und Philosophie der „Laws of Form“ von G. Spencer Brown, Carl-Auer 2008:
Das Besondere an den Laws of Form ist, dass sie etwas ganz und gar Allgemeines, also gerade nichts Besonderes, veranschaulichen. Ihr spezielles Thema ist das Allgemeine, das Alltägliche und deshalb leicht aus den Augen zu verlierende Immer-Gegenwärtige: das Treffen von Unterscheidungen.
George Spencer Brown entdeckte mit den Laws of Form das einfachste Fundament, das heißt die einfachsten Aussagen über den mathematischen Anfang. Er erkannte, dass die gesamte mathematische Welt – aber nicht nur diese – darauf basiert, dass jemand eine Unterscheidung trifft.
Die Laws of Form von George Spencer Brown stellen einen mathematischen Kalkül dar, in dem das Treffen von Unterscheidungen formal behandelt und schließlich der Beobachter, der unterscheidet, als ständig implizit entdeckt wird. Insofern sind die Laws of Form nicht nur ein mathematischer sondern auch ein philosophischer oder genauer: erkenntnistheoretischer Text. Sie liefern ein stichhaltiges mathematisches Argument, den Beobachter in Betracht zu ziehen, und stehen auch für die Entdeckung des Beobachters in der Mathematik.
Dass jemand eine Unterscheidung trifft, das scheint mir die wichtigste und zentrale Aussage der Laws of Form. Öpper seit öppis. Jedes Denken, jedes Sagen braucht einen "motivierten" Beobachter (vgl. Lau 156). Dieser Jemand produces an apparent universe. Wer unterscheidet, lässt eine Welt erscheinen. Heidegger sagte, "er weltet". Nur für den Beobachter gibt es eine Welt, ohne den Unterscheider gibt es gar nichts, nicht eimal "das Nichts". Der Beobachter spaltet eine ununterschiedene Einheit (die zu benennen nicht möglich ist), in eine Zweiheit und er bezeichnet eine Seite mit einem Namen, er lässt ein "etwas" in Erscheinung treten.
Der Kalkül, den George Spencer Brown in den Laws of Form entfaltet und den er Indikationenkalkül nennt, beginnt mit den Ideen der Unterscheidung und der Anzeige. Die Definition der Unterscheidung als perfekte Be-Inhaltung bedeutet die Trennung eines Zustandes von einem anderen, so dass man von der einen auf die andere Seite der Unterscheidung nur gelangt, wenn man die gemeinsame Grenze kreuzt. Dabei ist die Anzeige das von der Unterscheidung Unterschiedene; mit ihr wird ausgedrückt, dass man stets eine Seite der Unterscheidung auswählt. Das heißt: Man kann eine Unterscheidung nur treffen, wenn man über die Anzeige eine Seite hervorhebt. (Lau 14)
Und man wird durch diese willkürliche (wollen-küren(wählen)) Auswahl blind für die andere, "unmarkierte" Seite der Unterscheidung. Jede Beobachtung hat einen "blinden Fleck" hatte ich bei Heinz von Foerster gelesen. In der Zweiseitenform wird eine Seite ausgeblendet, wir erblinden. Wir können das unbezeichnete Andere nicht mitdenken, wir vergessen die Einheit, das heisst wir können die Einheit nicht mitdenken. Zweiseitenform: zu diesem Begriff hatte ich keine Vorstellungen. Ich hatte nie gelernt mathematisch-formal zu denken.
Die Form der Unterscheidung ist das allen Unterscheidungen gemeinsame: zwei Seiten, die durch eine Grenze getrennt sind und die selbst wieder in einem Raum, das heisst einer Seite einer weiteren Unterscheidung stehen (Lau 201)
Unterscheiden: Denkform in Denkform in Denkform - nicht im Raum, sondern in der Zeit. Turtles all the way down, hatte ich 1982 in der "Short History of Time" von Stephen Hawings gelesen. Bei Humberto Maturana und bei Niklas Luhmann war ich dem Begriff "Autopoiesis" begegnet und hatte versucht mir diesen Prozess vorzustellen: Anschliessen ans Anschliessen ans Anschliessen, die sich selber in den Schwanz beissende Schlange Uroboros, das Symbol der Selbstbezüglichkeit. Was heisst das?
Aufgrund der Einfachheit des Indikationenkalküls ist es jedoch auch möglich, Selbstbezüglichkeit formal darzustellen und zu erkennen, dass Gleichungen hinsichtlich ihres Grades an Unbestimmtheit nicht beschränkt sind. Gleichungen zweiten Grades, mit denen dargestellt werden kann, dass ein Ausdruck in sich selbst auftritt, können im Wert oszillieren. Im Abschnitt „Gleichungen zweiten Grades“ werden wir sehen, wodurch imaginäre, das heißt oszillierende Werte entstehen, warum sie notwendig sind und wie sie dargestellt werden können. Das führt uns dann zur Form der Paradoxie.
Schon wieder eine Denkblockade. Ich hatte gelernt, dass Paradoxien "verboten" seien. Im Entweder-Oder-Denken der aristotelischen Logik wurden sie ausgeschlossen.
Jede zweiwertige Logik schließt Paradoxien aus, weil es nur die beiden Werte geben kann, beispielsweise „wahr“ und „falsch“. Jede Aussage ist entweder „wahr“ oder „falsch“ (in der Regel wird dann noch eingeräumt, dass eine Aussage auch sinnlos oder frei von einem Wahrheitswert sein kann), und jedem „Ding“ kommt eine Eigenschaft entweder zu oder nicht. Zumindest für selbstbezügliche Zusammenhänge handelt man sich andernfalls unüber-brückbare Probleme ein. Denn wie kann man mit Aussagen umgehen, die etwas über ihre eigene Wahrheit oder Falschheit behaupten? (Lau 112)
Tertium non datur - ein Drittes ist nicht gegeben. Schon vor vielen Jahren war ich bei Watzlawick der Überlegung begegnet, dass ein Drittes immer denkbar sei, dass wir in einem grösseren Möglichkeitenraum denken lernen sollten, um neue, kreative Lösungen zu unseren Denkblockaden zu entdecken. Ich nannte dies für meinen Hausgebrauch "Sowohl-als auch-Denken". Luhmann spricht von einer mehrwertigen Logik. Solche Begriffe produzierten anfänglich nur Verwirrungen in meinem Kopf, mir war gar nicht klar, wie ich mit diesem Möglichkeitenraum umzugehen hatte.
Das Besondere am Indikationenkalkül ist, dass er zum einen anweisend (praktisch) statt annehmend (ontologisch) ist und zudem so allgemein und einfach beginnt, dass das mathematische Gebäude, das sich aus den Annahmen entfaltet, die Möglichkeit bereitstellt, den eigenen Anfang zu reflektieren. Mit der „experimentellen Reflexion“ über den eigenen Anfang beschließt George Spencer Brown seine Darstellung und vollzieht den re-entry des Kalküls in seine eigenen Bedingungen – und die Bedeutung des Unterscheiders, des Beobachters kommt zum Vorschein (Lau 17).
Der Eintritt, die erste Unterscheidung, die durch die Anweisung "Triff eine Unterscheidung" entsteht, wird beim Nachdenken, in der "experimentellen Reflexion", durch den Wieder-Eintritt des Eintritts in den Rechenprozess des Denkens selbstreferentiell. Der Eintritt bezieht sich auf sich selbst, die Unterscheidung ist die gleiche und nicht die gleiche - gleichzeitig. Das ist die paradoxe Ausgangslage des "Sowohl-als-auch-Denkens". Erst an dieser Stelle meiner Gedanken-fort-Schritte wurde mir endlich klar, was mit "Differenz" gemeint ist. Ein System ist nicht "Etwas", es ist die Grenze der Unterscheidung.
Das System, so lautet die kanonische Formel, ist die Differenz von System und Umwelt. Es ist weder die eine noch die andere Seite der Differenz, die insofern kompliziert ist, als der Einheitsbegriff der Unterscheidung (Das System ist die Differenz System/Umwelt) in der Differenz noch einmal unterschieden ist (System/Umwelt).
Das ist nicht einfach der Fall eines klassischen Wiedereintritts eines Unterschiedenen in die Unterscheidung, durch die es unterschieden ist, nicht einfach nur ein re-entry wie etwa in dem Fall, daß jemand System und Umwelt unterscheidet und dann auf der Seite des Systems prüft, wie dort ebendiese Unterscheidung behandelt wird. Stattdessen haben wir es mit dem kruden Problem einer sich selbst dementierenden Unterscheidung zu tun, die – einmal serviert – ihre Einheit (System) so ‚verzweit‘, daß genau diese Einheit als eine Seite einer Zweiheit auftritt, in der sie dann die Einheit (sozusagen trotz Hälftigkeit) vertritt. Vielleicht kann man auch (für Liebhaber von Metaphern) von einer ‚kreisenden‘ Unterscheidung sprechen, bei der jede Bezeichnung des Systems die Differenz aufruft, innerhalb derer die Bezeichnung wieder auftaucht, die – ihrerseits bezeichnet – als Einheitszeichen fungiert, das die Differenz aufruft etc.
Damit wird der Begriff des Systems endogen unruhig. In pointierter Wendung: Er hat die Form einer Selbst-Dekonstruktion. Er ist nicht stillstellbar und erzeugt für einen Beobachter, der mit ihm arbeitet, fortlaufende Informationsverluste, indem er ihn in die Quasi-Ontologie von Objekt-Systemen hineinnötigt. Im Repertoire der Rhetorik ist die Metapher der Ausdruck für eine Sinnfigur, die sich nicht auf Information hin ‚linearisieren‘ läßt. Und auch in diesem Sinne könnte man sagen, daß das Wort System eine im Augenblick unüberbietbare Metapher ist, insofern sie es als Abbreviatur (mit sozusagen innerer Unabschließbarkeit) gestattet, Forschungen durchzuführen, die von ebendieser Unabschließbarkeit absehen.
Kommt es aber auf diese Unabschließbarkeit an, geht es also um das, was man theoretische Grundlagenforschung nennt, bietet sich für das im Systembegriff eingezeichnete EINS=ZWEI=EINS-Problem der Ausdruck konditionierte Koproduktion an. Er besagt (in der Lesart, die ich wähle), daß – erstens – alles, was erscheint, seine Epiphanie historisch (das bedeutet das Adjektiv ‚konditioniert‘) erwirtschaftet, und – zweitens – daß diese Erwirtschaftung an die Ökonomie einer Einheit gebunden ist, die nur für einen Beobachter eine Zweiheit ist. So wenig es den Herrn ohne den Knecht gibt, den Knecht ohne den Herrn, so wenig es also weder Herren noch Knechte gibt, so wenig ‚gibt‘ es die eine Seite der Differenz (das System) ohne die andere Seite (die Umwelt).
Die Metaphern der Verschränkung, der Verzahnung, der Kopplung, der Interpenetration, aber auch der Grenze sind im Blick darauf unzureichend (Die Metapher des All-Einen, wie sie sich vor allem aus asiatischen Religions- und Philosophiekontexten beziehen läßt, stellt sozusagen die Verzweiung still und begünstigt so eher Meditation als Forschung, die ja nicht auf Beschaulichkeit ausgelegt ist.). Sie sind schon im Rahmen einer okkulten Ontologie des Raumes gearbeitet. Davon muß man sich jedoch nicht erschrecken lassen, insofern man Fragen der Einheit, der Zweiheit, der Dreiheit an die Philosophie bzw. an Zeichentheorien delegieren kann (Siehe zur einschlägigen Diskussion Jahraus, O./Ort, N. (Hrsg.), Bewußtsein – Kommunikation – Zeichen, Wechselwirkungen zwischen Luhmannscher Systemtheorie und Peircescher Zeichentheorie, Tübingen 2001.)
http://www.fen.ch/texte/gast_fuchs_mensch.pdf
http://www.uboeschenstein.ch/texte/fuchs-cond-coprod.html
An diesem Text hatte sich meine Gedanken-Verdauungs-Maschine lange Zeit vergeblich die Zähne ausgebissen. Ich konnte mit den Begriffen "System", "Differenz", "konditionierte Koproduktion" nicht denken. Erst bei Felix Lau wurden fand ich Hilfe:
Das Konzept der konditionierten Koproduktion , von dem George Spencer Brown in den Anmerkungen spricht, beschreibt, dass weder die Welt noch der Beobachter einen Vorrang vor dem anderen haben. Im Umgang mit einer Umwelt entwickelt ein System Strukturen, mit denen es mit der Umwelt umgehen kann. Der Beobachter ist nicht nur der „Erzeuger“ von Welt, sondern gleichermaßen der „Erzeugte“. (Lau Seite 178)
Der Beobachter und die Welt entstehen zusammen. Subjekt und Objekt sind nicht zwei, sie sind im Grunde Eins, sie haben die gleiche Form:
„Der gesamte Text der Laws kann auf ein Prinzip reduziert werden, welches wie folgt aufgezeichnet werden könnte. Kanon Null (Koproduktion): Was ein Ding ist, und was es nicht ist, sind, in der Form, identisch gleich.“ (SPENCER BROWN 1997: IX)
Das heißt: Um festzulegen, was ein Ding ist, benötigt man eine Grenze oder Unterscheidung, die mit festlegt, was die andere Seite ist, das, was das Ding nicht ist. Damit sind auch Alles (Form) und Nichts ( ) der Form nach identisch.
Das Nichts – bzw. die Leere – repräsentiert den Zustand, in dem alle Unterscheidungen aufgehoben sind; dieser Raum enthielte keine Unter-schiede, hätte keinerlei Eigenschaft – nicht einmal die, ein Raum oder eigenschaftslos zu sein. Und er hätte ebenso nicht die Eigenschaft, diese Eigenschaften nicht zu besitzen usw. Dieser Zustand wäre bewegungslos, weil jede Bewegung oder Veränderung anzeigen würde, dass dort etwas wäre, was sich verändert, und damit nicht nichts.
Das Alles steht für den Zustand, in dem alle Unterscheidungen getroffen sind. Diesem könnte nichts hinzugefügt werden, was er nicht schon enthielte, da er jede Unterscheidung schon getroffen hat; auch er wäre deshalb bewegungslos, weil er schon alles enthält. Er kann sich nicht mehr verändern, weil er jede Veränderung schon enthält. Ihm kann nichts hinzugefügt werden, ohne dass er vorher nicht alles gewesen wäre.
Auf der Suche nach dem Außerhalb der Form stoßen wir an eine Grenze: Aus der Form heraustreten zu wollen, würde erfordern, eine Unterscheidung zu treffen, die das Treffen von Unterscheidungen von anderem unterscheidet, und das heißt immer schon, in eine neue Form einzutreten, eben eine Unterscheidung zu treffen.
Alles, was unsere Welt war und ist und sein wird, ist Form.
Der Gegensatz ist dann das Undenkbare oder das Nicht-Denken.
Nichts ist unabhängig von dem Bewusstsein, das es wahrnimmt. (Lau 175)
Mein Denken steht still vor dem Undenkbaren. Das war der entscheidende letzte Schritt.
Die zentrale Aussage, die sich hinter den Laws of Form für die Erkenntnistheorie zu erkennen gibt, ist dass die Leere – der empty space – Ausgangspunkt von allem ist. So schreibt George Spencer Brown in A Lions Teeth: „Ein Buddha ist jemand, der erleuchtet ist, das heißt der weiß, dass das, was erscheint, überhaupt nichts ist.“ (SPENCER BROWN 1995: 15)
"A buddha is one who is enlightened, that is, who knows that what appears is not anything". (Spencer Brown Lion's Teeth, pg 14)
(Lau Seite 177)
Ich kann nicht mehr weiterdenken, nicht mehr unterscheiden - ich lebe - als lachender Erwachter. Hui-neng, der sechste Nachfolger von Bodhidharma, beschrieb in der "Platform-Sutra" die Weisheit des Erwachens;
Good friends, people of the world originally have the knowledge of bodhi and prajna within them, but they cannot realise it themselves because of the wandering of the conditioned mind; that is why they need a teacher to point it out and guide them to perception of essential nature.
You should know that the Buddha-nature is fundamentally no different in ignorant people and wise people. It is just because of difference in confusion and enlightenment that there is ignorance and wisdom.
Prajna has no form; the heart of wisdom is it. If you understand it in this way, this is called the knowledge of Prajna.
Good friends, ordinary mortals are themselves Buddhas, affliction is itself enlightenment. Deluded the moment before, you were an ordinary mortal; enlightened the moment after, you are a Buddha. Fixation on objects the moment before was affliction; detachment from objects the moment after is enlightenment.
Good friends, I have a hymn on the formless. Listen to my hymn:
Communication by speech and communication by mind
are like the sun in the sky,
only transmitting the teaching of seeing essential nature,
emerging in the world to destroy false doctrines.
The truth has neither immediacy in gradualness,
but delusion and enlightenment have slowness and speediness.
This method of seeing essential nature
ignorant people cannot comprehend.
Explanation may be of myriad kinds;
if they accord with truth, they are ultimately one.
In the dark abode of affliction,
we always should produce the sun of wisdom.
Manchmal wache ich am Morgen auf und bin ein lächelnder Buddha, manchmal gelingt es mir auch den Tag über ein Buddha zu bleiben und manchmal schlafe ich zufrieden lächelnd als Buddha ein. Und immer bleibe ich ein Mensch, ein neugierig denkender, mit anderen Menschen in gemeinsamer Sprache sprechender Mensch.