Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03393.jsonl.gz/2556

Ein Vorgeschmack auf die US-Wahlen im November.
Es war die erste Debatte zwischen Donald Trump und Joe Biden, und doch dürfte bereits klar sein, in welcher Tonalität in Amerika zukünftig Politik gemacht wird: mit skurrilen Memes und Beleidigungen.
Hier eine kleine Zusammenstellung einiger Tweets zur ersten TV-Debatte zwischen dem amtierenden US-Präsidenten Donald Trump und dem Kandidaten Joe Biden:
Die mentale Belastung für die Zuschauerinnen und Zuschauer scheint immens gewesen zu sein. Trump liess seinen Kontrahenten kaum zu Wort kommen und unterbrach auch den Moderatoren Chris Wallace immer wieder.
Einige haben die Debatte scheinbar nur mit einer gewissen Form der Betäubung aushalten können. Die US-amerikanische Schauspielerin Gabrielle Union schreibt: «Ich habe die Debatte mit Weisswein begonnen, aber jetzt brauche ich Tequila. Viel Tequila.» Auch verschiedenste Trinkspiel-Vorlagen kursieren im Netz.
Für andere dürfte die emotionale Belastung gar noch grösser gewesen sein: «Diese Debatte wat das schlimmste, was ich je gesehen habe. Und ich war Teil des Star Wars Holiday Special», sagt Mark Hamill, der die Rolle des Luke Skywalker in sechs Star-Wars-Filmen spielte.
Nicht nur die allgemeine Internet-Gemeinschaft echauffiert sich mit Memes und Kommentaren zur ersten TV-Debatte der kommenden Wahlen, auch die beiden Teilnehmer sind nicht um Bilder und Videos verlegen.
Der amtierende Präsident hat eine Foto-Collage gepostet, die nahelegen soll, dass er sowohl gegen Biden als auch gegen Wallace debattieren musste.
Währenddessen greift Trumps Konkurrent tief in die Meme-Kiste. Joe Biden postet ein Video-Ausschnitt, bei dem das Gesicht des Präsidenten mit einem weinenden Emoji überdeckt ist – im Hintergrund ist Baby-Geschrei zu hören. Im Anschluss wird folgende Frage eingeblendet: «Haben Sie genug?».
Erneut spielen viele US-Amerikanerinnen und Amerikaner mit dem Gedanken, sich ins Nachbarland Kanada abzusetzen. Laut dem «Independent» ist die Google-Suche mit den Worten «Move to Canada» (nach Kanada auswandern) nach der TV-Debatte in die Höhe geschnellt.
Bereits jetzt kursieren Gerüchte über das nächste Duell zwischen Biden und Trump; manche schlagen vor, die Mikrophone temporär auszustellen, um Unterbrechungen zu vermeiden. Ein Twitter-Nutzer tippt, dass die zweite Debatte als primitiver Faustkampf auf einem Restaurant-Parkplatz stattfinden sollte.
Viele Twitter-Userinnen sind der Meinung, das alte Vorurteil, eine Frauen sei zu emotional, um das Amt einer US-Präsidentin auszuführen, habe sich beim hitzigen Wortwechsel zwischen Trump und Biden als unzutreffend erwiesen. Ein noch emotionalerer Umgang sei wohl kaum möglich: «Männer sind zu emotional, um Präsident zu sein», schreibt die Rechtsanwältin und Autorin Jill Filipovic.
Auf die Frage, ob Joe Biden an einer zweiten oder dritten Debatte mit Trump teilnehmen sollte, bejaht Bidens Vize-Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris. Joe Biden würde nie ablehnen, zum amerikanischen Volk sprechen zu können, sagt sie an einer Medienkonferenz.
Ein Tipp aus der Redaktion: Unsere Primarlehrerin hat immer ein Stofftier (meist eine Giraffe) rumgereicht. Sprechen durfte, wer das Kuscheltier in den Händen hielt. Noch nie habe ich diese Giraffe so schmerzlich vermisst, wie während dieser TV-Debatte.
(adi)