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Mikronährstoffe - ein Thema, das uns alle angeht
Die Mikronährstoffversorgung (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente etc.) ist ein wichtiges Thema für uns alle, egal welche Ernährungsform wir wählen. Bei jeder Ernährungsform gibt es Mikronährstoffe, die einfach abgedeckt werden und solche, die zu kurz kommen können und deshalb besondere Aufmerksamkeit erfordern.
Schweizer Studie zum Thema Mikronährstoffversorgung von Veganer:innen, Ovo-Lacto-Vegetarier:innen und Mischköstler:innen
Eine Schweizer Studie aus dem Jahr 2017 hat die Mikronährstoffversorgung von gesunden, erwachsenen Schweizer:innen verglichen, die sich omnivor (Mischköstler, die tierische Produkte verzehren), ovo-lacto vegetarisch und vegan ernähren.
In den folgenden Abschnitten werden die wichtigsten Resultate bezüglich der Mikronährstoffzufuhr und Mangelzustände zusammengefasst. Dabei ist es wichtig zu verstehen, dass die Zufuhrmenge nicht immer den Versorgungszustand abbildet. Zum Beispiel führten sich die Veganer:innen die höchste Menge an Eisen über Nahrungsmittel zu, da aber die Verfügbarkeit von Eisen in pflanzlichen Nahrungsmittel geringer ist, war der Eisenstatus im Labor nicht besser als bei den anderen Ernährungsgruppen.
Mikronährstoffzufuhr in den verschiedenen Ernährungsgruppen
Es stellte sich heraus, dass die Mischköstler die geringste Zufuhr an Magnesium, Vitamin C, Vitamin E, Niacin und Folsäure von allen drei Ernährungsgruppen aufwiesen. Bei den Veganern zeichnete sich eine tiefe Zufuhr von Calcium, Vitamin D und B12 ab ohne die Supplementierung zu berücksichtigen. (Für die Vergleichbarkeit der Ernährungsformen durften während der Studienzeit keine Supplemente zugeführt werden. Ausserdem ist es möglich, dass angereicherte Nahrungsmittel nicht ausreichend erfasst wurden.)
Mangelzustände in den verschiedenen Ernährungsgruppen
Bezüglich Mangelzustände war bei den Mischköstlern der Folsäuremangel (58%) am weitesten verbreitet. Die Vegetarier hatten die höchste Prävalenz von Vitamin B6- und Niacinmangel (58% und 34%). In der veganen Gruppe bestand der höchste Anteil an Zinkmangel (47%). Das Vorkommen eines Eisenmangels war in allen drei Gruppen vergleichbar.
Folgende Nährstoffe sind bei ALLEN Ernährungsformen in der Schweiz kritisch
Vitamin D - Versorgung
Weil die Vitamin D-Versorgung vor allem über die eigene Hautsynthese mit Hilfe von Sonnenlicht geschieht, ist verständlich, dass ein Vitamin D-Mangel unabhängig von der Ernährungsform entsteht. In der Schweiz waren gemäss einer Datenauswertung von 2012 50% der Bevölkerung von einem Vitamin D-Mangel betroffen. 2 In Erhebungen unseres Nachbarlandes Deutschland zwischen 2008 bis 2011 erreichten nur 38.4% der Erwachsenen eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D. 3
Jod - Versorgung
Auch Jod ist ein Thema, dass alle Ernährungsformen betrifft. Da unsere Böden jodarm sind und unsere Nahrungsmittel folglich natürlicherweise jodarm sind, würde die Jodversorgung in der Schweiz ohne die Anreicherung von Speisesalz und den Futtermitteln für Nutztiere noch schlechter ausfallen. Da die Veganer:innen nicht von der Anreicherung der Futtermittel profitieren, erklärt sich auch, weshalb die vegane Grupppe in der Studie von Schüpbach et al. einen leicht höheren Jodmangelanteil aufwies. Eine Schweizer Erhebung von 2015 bestätigt die Ergebnisse der Studie von Schüpbach et al. und zeigt, dass Frauen im gebärfähigen Alter, Schwangere und Stillende nicht ausreichend mit Jod versorgt sind. 4
Selen - Versorgung
Unsere Böden in der Schweiz sind auch selenarm, folglich sind pflanzliche Nahrungsmittel aus der Schweiz selenarm. Der Selengehalt von tierischen Nahrungsmitteln hängt davon ab, ob das Futtermittel mit Selen angereichert ist. Im 2018 hat sich das Parlament dem Thema Selenversorgung in der Schweiz angenommen. 5

Es ist wichtig zu wissen, welche potenziell kritischen Nährstoffe eine Ernährungsform mit sich bringt und dementsprechend mit gezielten Massnahmen einem Mangelzustand vorzubeugen.
Eine gezielte und ausgewogene Nahrungsmittelauswahl, das Verwenden von angereicherten Nahrungsmitteln und die Ergänzung mit gewissen Supplementen helfen dir, deinen Körper mit allen Nährstoffen zu versorgen.
Hol dir dazu Hilfe von einer Ernährungsfachperson.
Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle Beratung durch eine Ernährungsfachperson oder eine Ärztin, einen Arzt.
Quellen:
1. Schüpbach, R., Wegmüller, R., Berguerand, C., Bui, M. & Herter-Aeberli, I. (2017). Micronutrient status and intake in omnivores,vegetarians and vegans in Switzerland. Eur J Nutr, 56(1), 283-293.
2. Bundesamt für Gesundheit (2012). Vitamin D-Mangel: Datenlage, Sicherheit und Empfehlungen für die Schweizer Bevölkerung, 1-3.
3. Rabenberg M. & Mensink G.B.M. (2016). Vitamin-D-Status in Deutschland. Journal of Health Monitoring 1(2), 36–42.
4. Andersson M. & Herter-Aeberli I. (2019). Jodstatus in der Schweizer Bevölkerung. Schweizer Ernährungsbulletin, 1-22.
5. Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit (2020). Mo. Nationalrat(Bourgeois). Gesundheitsrisiken wegen Selenmangel. Massnahmen.