Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03269.jsonl.gz/2483

Weinbauregion
Die Natürliche Umgebung
Das Klima
Die Nähe zum Neuenburgersee ist für die Weinberge an seinem Südufer von Vorteil. Der See gleicht im Winter die Kälte und im Sommer die Hitze aus und sorgt er für ein mildes Klima. Die Hänge des Jurabogens schützen die Weinberge vor den feuchten atlantischen Westwinden. Ihre Lage und insbesondere die Ausrichtung nach Osten sorgen für eine optimale Belüftung und Sonneneinstrahlung, so dass hier namhafte, abgerundete und elegante Crus reifen können.
Die Böden
Die Neuenburger Weinberge erstrecken sich entlang der ersten Jurakette, und ihre Böden bestehen aus dem typischen Juragestein. Meistens sind sie steinig und leicht, mancherorts auch mergelig und etwas schwerer, teilweise sogar tiefes Schwemmland. Der omnipräsente Kalkstein ist allen gemeinsam. Die Böden sind gleichzeitig arm an Humus und reich an Mineralsalzen. Das prädestiniert sie für die Herstellung grosser Crus. Auf den besten Parzellen tauchen die Reben ihre Wurzeln tief in die Erde und holen so den Reichtum des Buketts und die ganze Spannbreite möglicher Aromen der edlen Rebsorten in die Trauben.
Zweitausend Jahre Geschichte
Seit zwei Jahrtausenden gehören die Weinberge zur Landschaft entlang des Neuenburgersees. Vermutlich begannen die Römer damit, Wein anzubauen und zu keltern, als sie die Region kolonisierten. Mit dem Untergang des Römischen Reiches und dem Aufkommen des Christentums haben danach vor allem christliche Mönche die Kunst des Weinbaus entwickelt und gefördert. Unermüdlich rodeten sie ungenutztes Land und legten Weinberge an.
So erhielt das Priorat Bevaix bei seiner Gründung im Jahr 998 auch die Erlaubnis, den ersten Weinberg des Kantons anzupflanzen. Heute gilt die Domaine de l’Abbaye als der “Ur-Weinberg” von Neuenburg.
Wie viele andere, kannten auch die Neuenburger Weinberge Zeiten des Wachstums und des Rückschritts. Ihre grösste Ausdehnung erreichten sie Mitte des 17. Jahrhunderts, wahrscheinlich weil während des Dreissigjährigen Krieges die Nachfrage stark angestiegen war.
Genaue Aufzeichnungen über die Entwicklung der Weinbauflächen des Kantons wurden jedoch erst seit Ende des 19. Jahrhunderts gemacht. Man kann feststellen, dass die Weinberge von mehr als 1200 Hektar im Jahr 1884 auf 603 Hektar im Jahr 2014 schrumpften. In den frühen 1970er Jahren waren sie mit 560 Hektar am kleinsten und bis 2002 dehnten sie sich dann wieder über 606 Hektar aus. Diese Schwankungen haben hauptsächlich mit der Gesundheit der Reben zu tun (Krankheiten, Schädlinge), es gab aber auch strukturelle, konjunkturelle und politische Gründe.
Die Rebsorten
Rot
379 Hektar sind mit roten Rebsorten bepflanzt, was 63% der Neuenburger Weinberge entspricht. Der Pinot Noir ist der Prinz unseres Weinbergs, denn er belegt 334 Hektar (55 %). Gamaret und Garanoir machen zusammen 4% des Weinbergs aus, mit 14 Hektar bzw. 9 Hektar.
Weiss
Siebenunddreißig Prozent der Weinberge sind mit weißen Rebsorten bepflanzt, was einer Fläche von 225 Hektar entspricht. Der Chasselas macht 25% der Gesamtfläche (150ha) aus, der Chardonnay 4% (26ha) und der Pinot Gris 4% (24ha).