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DMZ – MEDIZIN ¦ Markus Golla ¦
Wissenschaftliche Untersuchung hat Auswirkungen bei jungen gesunden Menschen nachgewiesen
Rauchen von Tabak und das Dampfen von E-Zigaretten kann bei gesunden jungen Menschen das Risiko einer schweren COVID-19-Erkrankung erhöhen. Zu dem Schluss kommt eine Studie der University of California Los Angeles. Dabei handelt es sich um eine der ersten Studien, die nachweist, dass nicht nur das Rauchen von Tabak, sondern auch das Dampfen diejenigen Menschen für verstärkte Entzündungen und eine spätere Entwicklung von schwerem COVID-19 sowie bleibenden Komplikationen im Herz-Kreislauf-Bereich anfällig machen kann, die laut dem leitenden Wissenschaftler Theodoros Kelesidis nach der anfänglichen Erkrankung durch das Virus auftreten können.
Blutplasma untersucht
„Es war eine sehr interessante und eine neue Erkenntnis, dass das Dampfen die Werte von Schlüsselproteinen verändert, die das Virus nutzt, um sich zu vermehren“, so Kelesidis. Die Forscher haben das Plasma untersucht, das vor der Pandemie von 45 Nichtrauchern, 30 Personen, die E-Zigaretten nutzten und 29 Rauchern von Zigaretten mit Tabak gesammelt worden war. In der Folge wurden die Werte der Proteine festgestellt, die SARS-CoV-2 zur Vermehrung benötigt. Bei diesen Proteinen handelt es sich um ACE2, Furin, Ang II, Ang 1-7, IL-6R, sCD163 sowie L-Selektin. Die drei letzten Proteine werden in den Zellen gemeinsam von dem Protein ADAM17 reguliert.
Das Plasma von gesunden jungen Menschen, die Tabak rauchen oder Dampfen, verfügt bei Furin, sCD163 und L-Selektin im Vergleich zu Nichtrauchern über erhöhte Werte. Diese Daten legen nahe, dass es bei jungen gesunden Rauchern und Konsumenten von E-Zigaretten eine erhöhte Aktivität der Proteine Furin und ADAM17 in den Immunzellen sowie bei den Oberflächenzellen wie jenen, die die Lunge auskleiden, geben dürfte. Kelesidis zufolge liegt bei E-Zigaretten-Rauchern ein höheres Risiko bei Infektionen und Entzündungskrankheiten der Lunge vor.
Studie mit kleinem Sample
Zu den Einschränkungen der Studie gehört die geringe Größe des Samples. Statt dem Testen des Blutplasmas anstelle von Gewebeproben von Lungenzellen, bei denen davon ausgegangen wird, dass sie durch das Rauchen und Dampfen beeinträchtigt werden, sollten auch hier weitere Untersuchungen durchgeführt werden, heißt es. Abschließend müsste auch das Fehlen von wissenschaftlichen Belegen der Rolle, die die ADAM17-Proteine bei schweren COVID-Erkrankungen bei Nichtrauchern spielen, näher untersucht werden. Details sind im „Journal of Molecular Medicine“ nachzulesen.
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