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Südsee - Französisch Polynesien
Französisch Polynesien liegt etwa 17.000 km von Europa entfernt im Herzen der Südsee und besteht aus insgesamt 118 Inseln und Atollen. Diese erstrecken sich über ein Meeresgebiet von 4 Millionen qkm, was ungefähr der Fläche Westeuropas entspricht. Die Fläche aller Inseln und Atolle zusammengefügt wäre nicht viel grösser als Mallorca.
Die 118 Inseln verteilen sich auf fünf unterschiedliche Archipele:
- Gesellschaftsinseln
- Tuamotu-Archipel
- Marquesas-Inseln
- Austral-Inseln
- Gambier-Inseln
Die nördlichsten Inseln liegen auf etwa 5° südlicher Breite, die südlichsten auf etwa 23° südlicher Breite. Von diesem zu Frankreich gehörenden Überseeterritorium kennt man oft nur die legendären Inseln Tahiti (Archipel der Gesellschaftsinseln, Inseln über dem Wind) und Bora Bora (Inseln unter dem Wind). Doch jeder Archipel besitzt einen ganz eigenen Charakter in Abhängigkeit von Unterschieden bezüglich Geographischer Lage, Klima, Geologie, Wirtschaft und Kultur.
Gesellschaftsinseln
Der Archipel der Gesellschaftsinseln bildet den Hauptarchipel Französisch Polynesiens. Er besteht aus insgesamt 13 gebirgigen Vulkaninseln - den windzugewandten östlichen und den windabgewandten westlichen Inseln - die im Schutz vorgelagerter Korallenriffe liegen.
Tahiti ist die grösste und bedeutendste aller polynesischen Inseln mit ihrer Hauptstadt Papeete, die zugleich Verwaltungssitz ist. Zum Archipel der Gesellschaftsinseln gehören ausserdem das nur 17 km von Tahiti durch einen tiefen Meeresarm getrennte Moorea mit seinen hoch aufragenden Vulkangipfeln, die sich im ruhigen Wasser der Lagune widerspiegeln, sowie Huahine, eine zauberhafte, wilde, 175 km nordwestlich von Tahiti gelegene Insel, geheimnisvoll mit ihren noch sehr lebendigen Traditionen, das in einer gemeinsamen Lagune liegende Inselpaar Raiatea und Taha'a, heilige Inseln mit fruchtbaren Tälern und einem herrlichen Wassersportgebiet, die berühmte Insel Bora Bora, die sich über die fischreichen, unwirklich schönen Gewässer erhebt mit ihren kleinen Inseln und den von weissem Sand und Korallenbänken gesäumten Kokospalmenhainen, und schliesslich die ursprüngliche Insel Maupiti im Herzen ihrer jadefarbenen Lagune.
Tuamotu-Archipel
Eine eigene Welt zwischen Himmel und Ozean bilden die Tuamotu-Inseln, eine Gruppe niedriger, durch einen Korallengürtel in ihrer Lagune eingeschlossener Inseln oder Atolle.
Blau, weiss, grün sind die beherrschenden Farben des Archipels, schlichte, wie zwischen Himmel und Wellen schwebende Korallenringe. Kommt man näher, verwandelt sich die feenhafte Erscheinung in eine Explosion von Farben: die Lagune in mannigfaltigen Türkis-Schattierungen, die unter der schillernden Oberfläche des klaren, jadefarbenen Wassers liegenden Korallenteppiche in Lila und Malve, die gelben, roten, orangefarbenen, schwarzen und rosaroten Tupfer der Unterwassergärten und die silbernen Pfeile vorbeiflitzender Fische. Regen ist selten. Ein idealer Lebensraum für die Perlmuttmuschel, in der die Schwarze Tahiti-Perle wächst. Rangiroa, Tikehau, Manihi und Fakarava sind die am meisten besuchten Inseln.
Wissenswertes
Hauptstadt: Papeete
Einwohner: ca. 250`000
Sprachen:
Französisch und Tahitianisch sind die beiden offiziellen Sprachen in Französisch Polynesien. In Gegenden, die von Touristen besucht werden, wird häufig Englisch gesprochen.
Religion:
Die Religion spielt in der polynesischen Gesellschaft eine wichtige Rolle. 45 % aller Polynesier sind Protestanten, 34 % Katholiken und es gibt kleinere Gruppen von Mormonen, den Siebten-Tag-Adventisten. Viele kirchliche Organisationen betreuen Jugendvereine und spielen somit eine wichtige Rolle im sozialen und politischen Leben. Trotz der Modernisierung der heutigen polynesischen Gesellschaft ist die Gastfreundschaft eine lebendige Tradition, die nichts von ihrer Echtheit und Spontanität verloren hat.
Politik:
Als französisches Überseegebiet erhielt Französisch-Polynesien 1977 die Verwaltungsautonomie, die 1984 in den Status der internen Selbstverwaltung umgewandelt wurde. Dabei wurden die Kompetenzen zwischen dem französischen Staat und dem Territorium aufgeteilt. Dem Staat und seiner lokalen Vertreterin, der Hohen Kommissarin (Anne Bouquet, seit Juli 2004), unterstellt sind Staatsangehörigkeit, Währung, Justiz, Polizei, Strafrecht, Verteidigung und internationale Beziehungen. Das Territorium entscheidet in allen anderen Bereichen (Schulwesen, Gesundheit, Wirtschaft usw.).
Im Rahmen der französischen Verfassungsreform von Ende 2002 wurde die Autonomie Französisch-Polynesiens verfassungsrechtlich festgelegt und der Weg zu einer Ausweitung der internen Selbstverwaltung geebnet. Ein neuer Status, basierend auf einer polynesischen Gebietsversammlung mit erweiterter Entscheidungsgewalt, wird derzeit im französischen Parlament diskutiert. Kurzfristig werden Tahiti und seine Inseln damit grössere Autonomie erhalten.
Wirtschaft:
Tourismus, Perlenzucht und Fischerei sind die drei Stützpfeiler der Wirtschaft Französisch-Polynesiens
Essen und Trinken
Geniessen wird auf allen Inseln gross geschrieben, und die Lebensfreude der Polynesier hängt ohne Zweifel mit dem Überfluss an Früchten der Erde und des Meeres zusammen.
So zählen die kulinarischen Genüsse neben der Musik und dem Tanz zu den wichtigsten Bestandteilen des Insellebens. Die legendären Früchte des Brotbaums, die zahlreichen Bananenarten, darunter die unvergleichliche, orangegelbe "Fei", und die vielfältigen Knollenfrüchte wie "Taro", "Tarua" und "Ufi" bilden die Grundlage der einheimischen Küche. Und aus Papaya, Mango, Ananas, Wassermelone, Pampelmuse und Limone lässt sich mit etwas Vanille ein leckerer Obstsalat herrichten!