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LS | Wo verbreitet sich das Corona-Virus besonders schnell?
Das Risiko ist gross:
- in einem geschlossenen Raum.
- in einer grossen Menschengruppe.
- wenn die Menschen nahe zusammen sind.
- Und wenn sie laut sprechen oder singen.
Wo müssen wir besonders vorsichtig sein?
In diesen Situationen müssen wir vorsichtig sein:
- zu Hause mit der Familie
- im Restaurant
- im Bus und im Zug
- im Fitness-Club
- im Grossraumbüro
- beim Singen im Chor
- bei Gottesdiensten und religiösen Festen
- in Bars und Clubs
Zu Hause mit der Familie
Mit der Familie ist man oft lange Zeit nahe zusammen.
Deshalb stecken sich die meisten Menschen zu Hause an.
Die Menschen stecken sich weniger oft im Spital an.
Die Menschen stecken sich auch weniger oft bei der Arbeit an.
Das zeigt eine Untersuchung im Kanton Basel-Stadt:
- Fast 20% von den Menschen mit dem Corona-Virus
haben sich bei einem Familien·mitglied angesteckt.
- 12% von den Menschen mit Corona-Virus
haben sich im Spital angesteckt.
- 10% von den Menschen mit dem Corona-Virus
haben sich bei der Arbeit angesteckt.
Für den Partner ist das Risiko besonders gross.
Was bedeutet das im Alltag?
Ist jemand im gleichen Haushalt krank?
Dann ist das Risiko für eine Ansteckung gross.
Im Restaurant
Im Restaurant sitzt man oft in einem geschlossenen Raum.
Und man ist eng mit anderen Personen zusammen.
Im Restaurant kann man sich deshalb leicht mit dem Corona-Virus anstecken.
Das zeigt ein Beispiel aus China.
Was ist passiert?
Eine Person mit dem Corona-Virus hat mit der Familie
und mit Freunden an einem Tisch in einem Restaurant gegessen.
Im Restaurant gibt es kein Fenster.
Das Mittagessen hat mehr als 1 Stunde gedauert.
Die Person mit dem Corona-Virus hat beim Atmen
kleine Tröpfchen mit dem Corona-Virus ausgestossen.
Ergebnis
Die Hälfte der Personen am gleichen Tisch sind krank geworden.
Auch Personen an anderen Tischen sind krank geworden.
10 Personen aus 3 Familien sind krank geworden.
Einige Personen sind weiter weg gesessen.
Von diesen Personen ist niemand krank geworden.
Forscher denken deshalb:
- Beim Husten, Niesen und Sprechen verteilen sich die Corona-Viren.
Die Klimaanlage hat die Virus-Tröpfchen im Restaurant verteilt.
- Sitzt eine Person im Luftzug von der Klima·anlage?
Dann steckt sich diese Person mit dem Corona-Virus an.
- Sitzt eine Person nicht im Luftzug von der Klima·anlage?
Und sitzt die Person weit genug von der kranken Person weg?
Dann steckt sich diese Person nicht an.
Was bedeutet das im Alltag?
Im Restaurant:
- Wir sollen nicht zu nahe zusammensitzen.
- Es braucht Platz zwischen den Tischen.
- Draussen sitzen ist besser.
Zum Beispiel auf der Terrasse.
Oder neben einem offenen Fenster.
- Es braucht eine gute Lüftung.
Es ist also gut,
wenn man die Fenster öffnet.
Im Bus und im Zug
Ein Beispiel in China zeigt:
- Personen stecken sich quer durch den Bus an.
Was ist passiert?
In China fuhren 67 Personen mit 1 Bus zu einer Veranstaltung.
Die Fahrt hat 2,5 Stunden gedauert.
Eine Person hatte das Corona-Virus.
Ergebnis
23 Personen haben sich angesteckt.
Einige Personen sassen direkt neben der Person mit dem Corona-Virus.
Andere Personen sassen weiter weg.
Sie haben sich trotzdem angesteckt.
Was bedeutet das im Alltag?
Im Bus und im Zug kann sich das Virus schnell verbreiten.
Deshalb soll man im Bus und im Zug eine Maske tragen.
In der Schweiz gibt es jetzt eine Masken-Pflicht im ÖV.
Das bedeutet:
Alle Personen müssen eine Maske tragen:
- im Zug.
- im Bus
- im Tram
- auf dem Schiff
- in der Bergbahn
- in der Seilbahn
Im Fitness-Club
Auch in Fitness-Clubs auf der ganzen Welt gab es Ansteckungen.
In Südkorea gab es in 12 Fitness-Clubs Ansteckungen.
Über 100 Menschen haben sich angesteckt.
Was ist passiert?
Viele von diesen Menschen haben an einem Fitness-Tanzkurs teilgenommen.
Dort haben sie intensiv getanzt.
In Yoga-Kursen gab es keine Ansteckungen.
Was bedeutet das im Alltag?
Ist der Sport intensiv?
Wie zum Bespiel in einem Fitness-Tanzkurs?
Dann verbreitet sich das Corona-Virus schneller.
Ist es eine weniger intensive Sportart?
Wie zum Beispiel Yoga?
Dann gibt es weniger Ansteckungen.
Im Grossraumbüro
Gibt es in einem Büro viele Arbeitsplätze?
Und viele Leute arbeiten gleichzeitig in diesem Büro?
Und sie reden viel?
Dann steigt das Risiko für eine Ansteckung.
Das zeigt ein Beispiel aus Südkorea.
Was ist passiert?
In einem grossen Callcenter arbeiten 216 Mitarbeiter.
Callcenter ist Englisch und bedeutet: Telefon-Beratungs·zentrum.
Die Mitarbeiter in einem Callcenter rufen viele Menschen an.
Die Mitarbeiter sprechen also alle sehr viel.
Ergebnis
Die 216 Mitarbeiter arbeiten im 11. Stock eines Hochhauses.
94 Mitarbeiter davon sind in einer Woche krank geworden.
Fast alle diese Mitarbeiter hatten ihren Arbeitsplatz nahe zusammen.
Die Mitarbeiter waren im ganzen Hochhaus unterwegs.
Trotzdem hat sich das Corona-Virus nur im 11. Stock ausgebreitet.
Forscher denken:
- Die Mitarbeiter waren am Arbeitsplatz lange zusammen.
Deshalb haben sie sich angesteckt.
- An den anderen Orten waren sie nicht lange genug zusammen.
Was bedeutet das im Alltag?
In einem grossen Büro mit vielen Arbeitsplätzen verbreitet sich
das Corona-Virus schnell.
Diese Dinge helfen in einem Grossraumbüro.
Damit sich das Corona-Virus nicht ausbreiten kann:
- wenn möglich regelmässig und viel lüften.
- weniger Leute arbeiten im gleichen Büro.
- Abstand von 1,5 Meter zwischen den Arbeitsplätzen.
- Arbeitsplätze mit einer Wand trennen.
Zum Beispiel mit einer Wand aus Plexiglas.
Bei Singen im Chor
Beim Singen atmen wir auch stark aus.
Und beim Singen holen wir immer tief Luft.
Das zeigt ein Beispiel in den USA.
Was ist passiert?
Die Sänger von einem Chor haben sich zur Probe getroffen.
61 Sänger waren bei der Probe dabei.
1 Sänger hatte das Corona-Virus.
Ergebnis
53 Sänger sind später krank geworden.
Also fast der ganze Chor!
Wieso haben sich die Sänger angesteckt?
Die Forscher denken:
Das Corona-Virus hat sich durch das Singen verbreitet.
Beim Singen atmen wir auch stark aus.
Und beim Singen holen wir immer tief Luft.
Gibt es Corona-Viren in der Luft?
Dann gelangen beim Einatmen viele Viren in die Lunge.
Was bedeutet das im Alltag?
Singen im Chor scheint also gefährlich zu sein.
Bei Gottesdiensten und religiösen Festen
In Frankfurt haben sich 200 Personen nach einem Gottesdienst
mit dem Corona-Virus angesteckt.
Was ist passiert?
Die Menschen haben sich an die Corona-Regeln gehalten:
- Sie haben die Hände mit Desinfektions·mittel eingerieben.
- Und sie haben 1,5 Meter Abstand zu anderen gehalten.
Die Verantwortlichen sagen:
Wir haben es nicht gut genug gemacht.
Es ist besser, Masken zu tragen.
Und es ist besser, nicht zu singen.
Was bedeutet das im Alltag?
Die Kirchen haben ein Schutzkonzept gemacht.
Deshalb gelten im Gottesdienst Regeln.
Zum Beispiel:
- Abstand halten.
- Hände mit Desinfektions·mittel einreiben.
- Nicht singen.
- Gut ist auch: eine Schutzmaske tragen.
In Bars und Clubs
Das passiert in einer Bar oder einem Club:
- Die Menschen reden laut miteinander.
- Die Menschen singen und tanzen.
- Die Menschen sind nahe zusammen.
- Die Bar und der Club sind oft ein geschlossener Raum.
Geht jemand mit dem Corona-Virus in eine Bar oder in einen Club?
Dann steckt diese Person vielleicht viele Menschen an.
Das war auch so in Österreich Anfang März.
Was ist passiert?
In der Après-Ski-Bar gab es Musik.
Die Gäste haben laut miteinander gesprochen und zur Musik gesungen.
Dabei haben sich viele Gäste mit dem Corona-Virus angesteckt.
Mehr als 27 Schweizerinnen und Schweizer
haben sich in Ischgl angesteckt.
Die Gäste sind nach den Skiferien nach Hause gefahren.
Zu Hause haben sie andere Menschen angesteckt.
So hat sich das Corona-Virus in ganz Europa verbreitet.
Was bedeutet das im Alltag?
In einer Bar und in einem Club kann man sich leicht
mit dem Corona-Virus anstecken.
Das muss man vor einem Besuch in einer Bar oder einem Club wissen.
Woher kommen diese Informationen?
Die Informationen in diesem Text kommen:
- aus dem Artikel «Wo die Gefahr hoch ist, sich mit dem Coronavirus anzustecken» von Marc Brupbacher und Mathias Lutz (Tages Anzeiger, 6. Juni 2020)
https://interaktiv.tagesanzeiger.ch/2020/covid-19-ansteckungsorte/#haushalt
- aus dem Merkblatt «Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz – Coronavirus (COVID-19)», SECO.
https://backtowork.easygov.swiss/wp-content/uploads/2020/06/DE_Merkblatt_Gesundheitsschutz_COVID-19_24062020.pdf
- aus den BAG-Empfehlungen.
https://bag-coronavirus.ch/
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