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Jesko Raffin (24) verzichtet aufs Moto2-Rennen am nächsten Sonntag in Misano. Wann er in den GP-Zirkus zurückkehren wird, hängt von seinem Fitnessstand ab.
Am letzten Wochenende musste Jesko Raffin sein Comeback in Misano zehn Runden vor Schluss abbrechen. Er war im Training nicht über den letzten Platz hinausgekommen und kehrte im Rennen frühzeitig in die Box zurück.
Nun hat er sich entschieden, auf das Rennen am nächsten Wochenende (wieder in Misano) zu verzichten und vorerst nicht mehr anzutreten. Das ist bitter. Denn sein Talent steht nicht zur Debatte und er wäre gut genug für Spitzenplätze in der Moto2-WM. Aber eine Virus-Infektion (nicht Corona) hat die erste Phase der Saison 2020 ruiniert. Nach einem 23. Platz beim Saisonauftakt in Katar und einem 21. Rang im zweiten Rennen hatte er für drei Grand Prix seinen Platz Ersatzfahrer Dominique Aegerter (29) überlassen und war in Misano wieder zurückgekehrt.
Jesko Raffins Manager Marco Rodrigo begründet den Verzicht auf weitere Rennen: «Jesko hat zwar den Fitnesstest vor dem Rennwochenende bestanden. Aber er ist noch nicht fit genug, um auf diesem Niveau konkurrenzfähig zu sein. Unter diesen Umständen machen Einsätze keinen Sinn und deshalb verzichten wir vorerst auf weitere Rennen. Er braucht mehr Zeit, um wieder den Fitnessstand zu erreichen, den er im Februar hatte.» Eine Rückkehr noch im Laufe dieser Saison ist nicht ausgeschlossen. Nach Misano werden bis 22. November weitere sieben Rennen ausgetragen.
Teamchef Jarno Janssen versucht nun, einen Ersatzfahrer aufzutreiben. Wunschkandidat Aegerter fährt in Misano die Batterie-WM (MotoE-Weltcup). Einsätze in zwei Klassen sind nicht gestattet. Beim GP von Katalonien am 27. September dürfte der Rohrbacher jedoch wieder zum Zuge kommen.
Der Verzicht auf weitere Rennen schmerzt auch deshalb, weil Raffin um die Fortsetzung seiner Karriere bangt. Wegen fehlender Resultate hat Teamchef Janssen die Option für das zweite Vertragsjahr mit dem Schweizer verfallen lassen. Er denkt sogar daran, sein ganzes Team für die Saison 2021 neu aufzustellen und auch den Vertrag mit seinem Landsmann Bo Bendsneyder (21) – er ist der zweite Pilot im Team neben Raffin – nicht zu verlängern: «Ich bin von seinen Leistungen enttäuscht. Dominique Aegerter hat bei den drei Einsätzen mit uns gezeigt, dass wir das Potenzial haben, um in die Punkteränge zu fahren.»
Bendsneyder ist nach einem guten Saisonauftakt in Katar (11.) nie mehr in die Punkteränge (bis Platz 15) gefahren. Aegerter hat als Ersatzfahrer die Plätze 21 und 12 geholt und im dritten Rennen kam er wegen eines technischen Defektes nichts ins Ziel.
Ist gar denkbar, dass Dominique Aegerter 2021 nach einem Jahr Unterbruch im Team von Jarno Janssen wieder Fixstarter in der Moto2-WM wird? «Die Situation ist sehr schwierig» sagt der Holländer, der zu den erfahrensten Teamchefs gehört. Und fügt wohlweislich an, nichts sei ausgeschlossen.