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Laut Prognosen des Bundesamts für Statistik wird bis zum Jahr 2025 rund die Hälfte der erwachsenen Wohnbevölkerung über einen Abschluss auf Tertiärstufe verfügen. Während ein Abschluss der Sekundarstufe II somit zur gesellschaftlichen Norm geworden ist, setzen immer mehr junge Menschen in der Schweiz ihre Laufbahn auf Tertiärstufe fort. Diese Veränderungen spiegeln sich auch im Arbeitsmarkt: Innerhalb von rund 20 Jahren hat sich der Anteil der Erwerbspersonen mit einem tertiären Bildungsabschluss von 20 auf 40 Prozent verdoppelt, während der Anteil ohne nachobligatorische Ausbildung auf rund 10 Prozent gesunken ist.
Die Nachfrage nach tertiär qualifizierten Arbeitskräften erfordert ein Ausbildungssystem, das das Potenzial der Jugendlichen möglichst gut ausschöpft und die Fähigkeit zur lebenslangen Weiterbildung sicherstellt. Das schweizerische Bildungssystem genügt dieser Anforderung nicht ausreichend. So stagniert ungeachtet der Öffnung des Berufsbildungssystems Richtung Tertiärstufe der Anteil der Personen mit beruflicher Grundbildung, die einen tertiären Abschluss erwerben, bei rund einem Drittel (Meyer 2016). Einer der Gründe: Neben den knapp zehn Prozent eines Schulentlassjahrgangs, die ohne nachobligatorischen Abschluss bleiben, erwirbt ein beträchtlicher Anteil auf der Sekundarstufe II eine berufliche Grundbildung, die nur bescheidene (berufs-)schulische Qualifikationen vermittelt.
Der vorliegende Beitrag[1] untersucht, welche Mechanismen beim Eintritt in solche Ausbildungen spielen. Zudem fragen wir nach den Auswirkungen auf die weitere Ausbildungs- und Erwerbslaufbahn. Dafür verwenden wir Daten des ersten TREE-Längsschnitts (Transitionen von der Erstausbildung ins Erwerbsleben), einer follow-up-Studie der Schweizer PISA-Erhebung des Jahres 2000. Der Längsschnitt deckt die Population der Schulentlassenen des Schuljahrs 1999/2000 ab. Die Stichprobe wurde bis heute insgesamt zehn Mal nachbefragt. Rund die Hälfte der ursprünglich gut 6000 Probandinnen und Probanden ist im Panel verblieben.
Die gegliederte Sekundarstufe I
Die Schweiz gehört zu den Ländern mit einer gegliederten Sekundarstufe I. Nach dem sechsten Schuljahr werden die Schülerinnen und Schüler je nach Kanton in zwei bis vier verschiedene Typen der Sekundarstufe I eingeteilt, die sich nach schulischem Anforderungsniveau unterscheiden. Rund 30 Prozent werden Programmen zugewiesen, die lediglich sogenannte «Grundanforderungen» stellen. Die Schüleranteile dieses Typs variieren je nach Kanton zwischen rund 10 und über 40 Prozent. Diese Zuteilung bleibt weitgehend irreversibel. In den meisten Kantonen sind zwar Schultypwechsel möglich; diese sind de facto jedoch selten.
Die soziale Herkunft hat auch unter Kontrolle der Schulleistungen einen bedeutenden Einfluss auf die Zuteilung zu den einzelnen Schultypen, wie eine Vielzahl von nationalen und internationalen Studien belegt. Die Zuteilung unterliegt einer ausgeprägten leistungsdiagnostischen Unschärfe, die Kronig (2007) als «meritokratische Grauzone» bezeichnet. Aufgrund von «Track»-spezifischen Lehrplänen, pädagogischen Ressourcen, Lerngelegenheitsstrukturen sowie Kompositionseffekten auf Schul- und Klassenebene kumulieren sich im Verlauf der drei- bis vier-jährigen Schulzeit auf Sekundarstufe I, auch bei vergleichbaren Leistungsvoraussetzungen zum Zeitpunkt des Eintritts, beträchtliche Schereneffekte bezüglich der Lern- oder Leistungsentwicklung. Beeinflusst wird zudem die Entwicklung der Bildungsaspirationen der Jugendlichen. Mehrere Studien zeigen, dass eine Zuteilung in anspruchsärmere Schultypen ceteris paribus (unter sonst gleichen Bedingungen) mit «Abkühlungs»-Effekten einhergeht.
Selektion in die Sekundarstufe II
Die Gliederung der Sekundarstufe I strukturiert auch in hohem Masse vor, in welche nachobligatorischen Ausbildungsgänge Schülerinnen und Schüler münden. Das zur allgemeinen Hochschulreife führende gymnasiale Teilsystem der Sekundarstufe II durchlaufen in der Schweiz lediglich 20 bis 25 Prozent der Schulentlassenen (kantonale Variation zwischen 15% und über 40%). Rund zwei Drittel eines Altersjahrgangs durchlaufen eine zwei- bis vierjährige berufliche Grundbildung. Die häufigste Form ist die drei- bis vierjährige Lehre in über 200 Lehrberufen, die mit einem Eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) abgeschlossen wird.
Da die Zeugnisnoten innerhalb und zwischen den «Tracks» auf Sekundarstufe I kaum vergleichbar sind, greifen die Lehrbetriebe bei der Lehrlingsselektion oft im Sinne eines «Signallings» (Spence 1973; Bills 2003) auf den besuchten Schultyp als groben Leistungsindikator zurück. Analysen unter statistischer Kontrolle von standardisierten Leistungsmassen zeigen, dass Abgängerinnen und Abgänger des Typs «Grundanforderungen» ceteris paribus eine sechsmal höhere Chance aufweisen, in eine Lehre mit geringem schulischem Anteil selektioniert zu werden.[2] Da die individuellen Leistungsmerkmale im Modell sehr umfassend kontrolliert sind, kann der Befund als Ausdruck eines weitgehend leistungsunabhängigen «Signalling» am Lehrstellenmarkt interpretiert werden. Es macht sich am auf Sekundarstufe I absolvierten «Track» fest, neben dem die Schulnoten in den Abschlusszeugnissen keine eigenständige Rolle mehr spielen. Ist das Lehrstellenangebot knapp, werden überdies auch in Lehrberufen mit geringen Anforderungen Schulentlassene aus einem anforderungsreicheren «Track» der Sekundarstufe I bevorzugt (BBT 2004).
Der auf Sekundarstufe I besuchte Schultyp wirkt zudem auf institutioneller Ebene. So wirkt sich ein hoher (kantonaler) Anteil von Schülerinnen und Schülern in Schultypen mit Grundanforderungen nachteilig für diese aus. Auch bei guten Leistungen und unter sonst vergleichbaren Bedingungen sehen sie ihre Chancen gegenüber ihren Konkurrentinnen und Konkurrenten aus anforderungsreicheren Schultypen markant vermindert. So liegt für Jugendliche aus Schultypen mit Grundanforderungen die Wahrscheinlichkeit, in eine Lehre mit geringem Schulanteil einzutreten, ceteris paribus bei mindestens 70 Prozent. In kantonalen Bildungssystemen mit einem hohen Anteil der Schultypen mit Grundanforderungen steigt sie auf über 80 Prozent, während im Kanton mit dem tiefsten Anteil des Schultyps mit Grundansprüchen Jugendliche aller Schultypen eine vergleichbare Wahrscheinlichkeit haben, in eine Lehre mit geringem schulischem Anteil einzutreten.
Die Ergebnisse zeigen überdies folgende Einflüsse individueller und institutioneller Merkmale auf den Einstieg in die beiden Typen beruflicher Grundbildung:
- Die Noten in Unterrichtssprache und Mathematik üben keinen signifikanten Einfluss auf die Selektion in Berufslehren mit geringem Schulanteil aus. Hingegen sehen wir einen signifikanten negativen Einfluss der PISA-Mathematikkompetenzen: Je höher diese sind, desto geringer ist ceteris paribus die Chance, in eine Berufslehre mit geringem Schulanteil einzusteigen. Der Effekt der PISA-Lesekompetenzen ist dagegen statistisch ungenügend gesichert.
- Unter den nichtkognitiven Kompetenzen hat lediglich das mathematische Selbstkonzept (d.h. das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten im Fach Mathematik) einen signifikanten Einfluss. Analog zur tatsächlichen Mathematikleistung verringert ein gutes Selbstvertrauen in die eigenen Mathekompetenzen ceteris paribus die Eintrittswahrscheinlichkeit in schulisch schwach ausgestattete Lehren.
- Was die motivationalen Einflussgrössen betrifft, so ist ein hoch signifikanter Effekt der Statusaspirationen festzustellen. Wer am Ende der obligatorischen Schulzeit erwartet, im Alter von 30 Jahren einen tiefen Berufsstatus zu haben (unterstes Quartil), tritt mit einer markant höheren Wahrscheinlichkeit in eine Lehre mit geringem schulischem Anteil ein. Abgesehen von den unentschuldigten Absenzen (positiver Effekt) ist bei den übrigen (schulischen) Motivationsmerkmalen kein signifikanter Effekt zu beobachten.
- Mit Blick auf die soziale Unterstützung in Schule und Familie erweist sich einzig das soziale Kommunikationsklima in der Familie als statistisch signifikant. Jugendliche mit einem günstigen sozialen Kommunikationsumfeld im Elternhaus treten mit grösserer Wahrscheinlichkeit in eine Lehre mit geringem Schulanteil ein. Dieser Befund ist unerwartet und schwierig zu interpretieren. Eine mögliche Ad-hoc-Erklärung wäre, dass Jugendliche in Familien mit günstigem Kommunikationsklima einem geringeren elterlichen Druck ausgesetzt sind, sich für eine anspruchsvolle Lehre zu entscheiden.
- Bei den Messgrössen der sozialen Herkunft fällt – im Widerspruch zu bisherigen Forschungsergebnissen (z. B. Imdorf 2010) – die Abwesenheit von hinreichend gesicherten Effekten «klassischer» sozioökonomischer Merkmale wie des elterlichen Berufsstatus, Bildungsstands oder des Herkunftslands auf. Ein grosser Teil der Herkunftseffekte wird allerdings über den auf Sekundarstufe I besuchten Schultyp vermittelt. Das einzige Merkmal in diesem Bereich, das einen gut gesicherten Einfluss ausübt, ist die materielle Ausstattung des Elternhauses: Je geringer diese ist, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit eines Einstiegs eine Lehre mit geringem schulischem Anteil.
- Bezüglich Migrationsstatus beobachten wir, dass «Secondos» (in der Schweiz geborene Kinder, deren Eltern eingewandert sind) ceteris paribus mit geringerer Wahrscheinlichkeit in Lehren mit geringem Schulanteil eintreten als «Einheimische».
Bildungslaufbahn und Arbeitsmarkt
Der Eintritt in eine schulisch schwach ausgestattete berufliche Grundbildung vermindert die Wahrscheinlichkeit, einen Abschluss der Tertiärstufe zu erreichen, massiv. Das gilt sowohl für Hochschulabschlüsse als auch für Abschlüsse der Höheren Berufsbildung. Mit anderen Worten: Es hängt entscheidend von der schulischen Ausstattung der Berufbildung ab, ob die Jugendlichen später einen (Fach-)Hochschulabschluss erreichen. Bei rundum identischen schulischen und familiären Startbedingungen am Ende der obligatorischen Schulzeit erreichen dies rund 6 Prozent der Jugendlichen, die danach in eine schulisch unterdurchschnittlich ausgestattete Berufsbildung eingetreten sind – verglichen mit 15 Prozent in der Vergleichsgruppe mit schulisch besser ausgestatteten Berufsbildungen. Bei den Abschlüssen der Höheren Berufsbildung ist der entsprechende Effekt noch deutlich ausgeprägter und hoch signifikant. Mit dem Einstieg in eine Berufslehre mit geringem schulischem Anteil reduziert sich die entsprechende Abschlussquote von 32 Prozent (Referenzgruppe) auf knapp 14 Prozent.
Einer der Gründe dürfte sein, dass auch die berufliche Grundbildung – wie die Sekundarstufe I – stark stratifiziert und sozial selektiv ist. So liegt die Spannbreite der Lektionenzahl über die gesamte Lehrzeit hinweg zwischen 500 und rund 2000 Lektionen, was etwa einem halben bis zwei Schultagen pro Woche entspricht. Der Erwerb einer Berufsmaturität stellt in der Gruppe der berufsschulisch schwach ausgestatteten Lernenden die grosse Ausnahme dar. Das dürfte auch einer der Gründe sein, weshalb der Anteil der Berufsmaturitäten, die den Zugang zu den Fachhochschulen öffnen, seit einiger Zeit bei rund 15 Prozent eines Altersjahrgangs stagniert. Zudem sind die Berufsmaturitäts-«Zubringer» nach wie vor auf eine kleine Anzahl von Lehrberufen beschränkt, allen voran die kaufmännische Lehre, welche die Basis für beinahe die Hälfte aller Berufsmaturitäten bildet. Dies führt dazu, dass das Berufsbildungssystem weit weniger Abschlüsse auf der Tertiärstufe generiert als der Arbeitsmarkt nachfragt.
Dieser Befund ist aus zwei Gründen brisant. Zum einen wird in der Diskussion um die stagnierenden Berufsmaturitäts- und Fachhochschulquoten argumentiert, allen Lehrabgängerinnen und -abgängern stünden ja die Angebote der Höheren Berufsbildung offen. Unsere Analyse zeigt klar, dass eine geringe Anzahl von Berufsschullektionen ceteris paribus auch die Zugangschancen zur Höheren Berufsbildung massiv reduziert. Darüber hinaus ist zu bedenken, dass der stark eingeschränkte Zugang zur Höheren Berufsbildung nicht nur für die Arbeitsmarktchancen kritisch ist. Auch die mittelfristige Sicherung berufsspezifischen Nachwuchses steht zur Disposition, sind doch die Fach- und Berufsprüfungen (die weitaus häufigste Form der Höheren Berufsbildung) ihrerseits Voraussetzung dafür, später selber Lernende auszubilden.
Schliesslich konstatieren wir mit Blick auf die Arbeitsmarktoutcomes im Alter von 30 Jahren einen signifikanten Effekt auf das Erwerbseinkommen. Absolventinnen und Absolventen einer Lehre mit geringem Schulanteil verdienen bei ursprünglich durchwegs identischen Voraussetzungen mit 30 Jahren durchschnittlich annähernd 400 Franken weniger als die Kontrastgruppe. Dieser Befund dürfte in engem Zusammenhang mit den markanten Einkommensvorteil stehen, den ein Tertiärabschluss in der Schweiz gegenüber einem Abschluss der Sekundarstufe II einbringt (Gomensoro et al. 2017).
Fazit
Diese Befunde sind bildungspolitisch in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert. Gemessen am meritokratischen Anspruch des Bildungssystems, wonach es in erster Linie auf die Leistungen der Lernenden ankomme, ist die hohe Bedeutung von institutionellen und Herkunftsmerkmalen irritierend. Auf individueller Ebene hindert dies viele Jugendliche daran, ihr Potenzial auszuschöpfen. Aber auch auf gesellschaftlicher Ebene ist dieses unausgeschöpfte Begabungspotenzial dysfunktional. Vor dem Hintergrund steigender Qualifikationsanforderungen auf dem Arbeitsmarkt erscheint es paradox, wenn sich begabte Jugendliche in berufliche Grundausbildungen mit geringem Entwicklungspotenzial abgedrängt sehen.
Die Ergebnisse für eine einzelne Schulabgangskohorte wie diejenige von TREE können nicht ohne Weiteres auf andere Kohorten übertragen werden, da sich die Selektions-, Verlaufs- und Arbeitsmarktbedingungen verändern können. Es wird deshalb interessant sein, ähnliche Analysen auf der Basis der Daten der zweiten TREE-Kohorte durchzuführen, die 2016, also 16 Jahre nach der ersten Kohorte, aus der obligatorischen Schulzeit entlassen wurde.
Zitierte Literatur
- BBT. 2004. Lehrstellenbarometer April 2004. Detaillierter Ergebnisbericht zur Umfrage bei Jugendlichen und Unternehmen. Bern: LINK Institut i.A. des Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie (BBT).
- Bills, David B. 2003. Credentials, signals and screens: Explaining the relationship between schooling and job assignment. Review of Educational Research 73:441–469.
- Gomensoro, Andrés, Meyer, Thomas, Hupka-Brunner, Sandra, Jann, Ben, Müller, Barbara, Oesch, Dominique, Rudin, Melania, Scharenberg Katja. 2017. Erwerbssituation im Alter von dreißig Jahren. Ergebnis-Update der Schweizer Längsschnittstudie TREE. Bern: TREE.
- Imdorf, Christian. 2010. Wie Ausbildungsbetriebe soziale Ungleichheit reproduzieren: Der Ausschluss von Migrantenjugendlichen bei der Lehrlingsselektion. In Bildungsungleichheit revisited. Bildung und soziale Ungleichheit vom Kindergarten bis zur Hochschule, Hrsg. Heinz-Hermann Krüger, Ursula Rabe-Kleberg, Rolf-Torsten Kramer und Jürgen Budde, 263–278. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
- Meyer, Thomas. 2016. Bildungsgrenzen im Spiegel der Panel-Studie TREE. Bern: TREE.
- Meyer, Thomas, Sacchi, Stefan. 2020. Wieviel Schule braucht die Berufsbildung? Eintrittsdeterminanten und Wirkungen von Berufslehren mit geringem schulischen Anteil. Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie (Suppl 1) 72:105–134, Wiesbaden: Springer Fachmedien
- Kronig, Winfried. 2007. Die systematische Zufälligkeit des Bildungserfolgs. Theoretische Erklärungen und empirische Untersuchungen zur Lernentwicklung und Leistungsbewertung in unterschiedlichen Schulklassen. Bern: Haupt.
- Spence, Michael. 1973. Job market signalling. Quarterly Journal of Economics 87:355–379.
- Stalder, Barbara E. 2011. Das intellektuelle Anforderungsniveau beruflicher Grundbildungen in der Schweiz. Ratings der Jahre 1999–2005. Basel: TREE.
Fussnoten
[1] Der vorliegende Beitrag ist eine Zusammenfassung einer ausführlichen Abhandlung in der Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie mit dem Titel «Wieviel Schule braucht die Berufsbildung? Eintrittsdeterminanten und Wirkungen von Berufslehren mit geringem schulischen Anteil» (Köln Z Soziol (2020) (Suppl 1) 72:105–134).
[2] Wir unterteilen die Schulentlassenen, die im ersten Lehrjahr waren, anhand der Lektionenzahl in der Berufsfachschule in zwei ähnlich grosse Gruppen (angenommener Schwellenwert 1380 Lektionen), die gemäss dem sechsstufigen Expertenrating von Stalder (2011) Berufslehren mit stark unterschiedlichen kognitiven Anforderungen besuchen. Die mittlere Lektionenzahl der schulisch stärker ausgestatteten Gruppe liegt um fast 50% höher (1534 vs. 1086 Lektionen).
Zitiervorschlag
Thomas Meyer & Stefan Sacchi, 2021: Wie Herkunft die Berufswahl bestimmt. Transfer, Berufsbildung in Forschung und Praxis (1/2021), SGAB, Schweizerische Gesellschaft für angewandte Berufsbildungsforschung.