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Bei der Nutzung von einem Geschäftsmodell für die berufliche Entwicklung visualisieren Sie zuerst Ihr Ist-Modell. Dann skizzieren Sie Ihr Soll-Model und es entsteht eine klare berufliche Strategie: Der Weg von einem Ist- zu einem Sollzustand. Um die Aktivitäten vom Ist- zum Sollzustand festzulegen, dient Ihnen die Personal Strategy Canvas als Berufsentwicklungsplan.
Der Vorteil der Personal Strategy Canvas
Die herkömmlichen Berufsentwicklungspläne sind wie Businesspläne: Jede Menge Text. Keine Grafiken. Völlig unpersönlich. Ohne alle Schlichtheit und Dynamik. Und wie das mit Plänen ist: Keiner liest sie und niemand kann sich daran erinnern. Und hier kommt die Personal Strategy Canvas ins Spiel. Aufbauend auf dem Personal Business Model Canvas erhalten Sie eine spezifische Vorgehensweise, um den Übergang vom Ist- zum Soll-Zustand zu schaffen.
Struktur der Personal Strategy Canvas
Die Personal Strategy Canvas hat sechs Bausteine, um die für einen Übergang zu einem neuen Personal Business Model notwendigen Massnahmen darzustellen. Die Anwender füllen jeden Baustein aus, um die Aktivitäten zu identifizieren, mit denen sie die Zukunft ansteuern wollen: Das angestrebte Personal Business Model. Am Beispiel von Karen sehen wir wie es funktioniert (vgl. Abbildung). einer Buchhalterin die den Übergang zur Beraterin schaffen wollte.
Abb.: Beispiel von Personal Strategy Canvas
1. Kenntnisse
Beschreiben Sie neue Kenntnisse, die Sie für den Übergang zu Ihrem nächsten Personal Business Model brauchen. Bewerten Sie die Anforderungen an Ihr angestrebtes Wissen. Brauchen Sie eine formelle Qualifikation wie zum Beispiel einen eidg. Fachausweis oder ein CAS? Müssen Sie Konzepte begreifen, die anhand von Kursen, Büchern, Workshops oder Webinaren erlernt werden können? Wenn Sie beispielsweise Verkäufer werden wollen, brauchen Sie Wissen über die psychologischen Aspekte des Verkaufsvorgangs und darüber hinaus Informationen über die Dienstleistungen oder Produkte, die Sie verkaufen werden, die Märkte, in denen Sie agieren werden und den Wettbewerb, dem Sie begegnen.
Beispiel: Karen erkannte zum Beispiel, dass sie mehr über die Grundlagen des Consultings lernen musste, also erstellte sie eine Literaturliste und schrieb sich für einen Kurs in Service Design Thinking ein.
2. Kompetenzen und Fähigkeiten
Welche Kompetenzen und Fähigkeiten erfordert Ihr angestrebtes Modell? Hier können Sie diese auflisten. Denken Sie daran: Kompetenzen sind erlernte oder erworbene Talente, wohingegen Fähigkeiten natürliche, ureigene Talente sind, also Dinge, die Ihnen leichtfallen und keine Mühe bereiten. Neue Fähigkeiten sind schwerer zu erlangen als neue Kompetenzen, also achten Sie darauf, ob die für Ihr angestrebtes Modell erforderlichen Fähigkeiten Ihnen zur Verfügung stehen. Die schnellste Methode, um Kompetenzen zu erlangen oder zu verbessern, ist die berufliche Praxis – das Hinauswachsen über die eigene Lernschwelle.
Aber machen Sie das auf clevere Weise. Wenn Sie z.B. Verkäufer werden wollen ist der entscheidende Punkt, sich Situationen auszusetzen, in denen Sie etwas verkaufen müssen. Wenn Ihnen das bei der Arbeit nicht möglich ist, versuchen Sie es in Ihrem privaten Umfeld. Verkaufen Sie Tombola-Lose für einen Vereinsanlass oder Eintrittskarten für ein Turnier Ihres Fussballklubs. Schaffen Sie sich eine Position, in der Sie Ihre Erfahrungen ausbauen können.
Beispiel: Als angehende Beraterin erkannte Karen, dass sie ihre Kompetenzen bei offiziellen Präsentationen verbessern musste. Deshalb trat sie den Toastmasters International bei. Sie fand auch einen Mentor der ihr die Möglichkeit gab, ihre Finanzkenntnisse zu vertiefen. In einem Stage konnte sie die Verbindlichkeiten eines Pro-Forma-Kunden anhand einer Excel-Liste berechnen.
3. Persönlichkeit
Jeder Mensch hat Persönlichkeitsmerkmale die ihm helfen, seine Ziele zu erreichen - oder eben nicht. In diesem Baustein geht es darum, bestimmte Aspekte Ihrer Persönlichkeit zu dämpfen oder zu verstärken, um Ihren Fortschritt bei der Erreichung des angestrebten Personal Business Model zu beschleunigen. Identifizieren Sie die persönlichen Stärken, die Ihnen bei der Erreichung Ihres Ziels helfen und machen Sie diese zu Verstärkern Ihrer Entwicklung. Wenn Sie z.B. ein organisationsstarker Mensch sind organisieren und strukturieren Sie Ihr Lernen und das Sammeln von Erfahrungen bis ins Detail. Identifizieren Sie auf der anderen Seite auch Persönlichkeitsmerkmale, die Ihrer Entwicklung im Wege stehen. Wenn Sie z.B. dazu tendieren, die Dinge auf die lange Bank zu schieben, dämpfen Sie diese Tendenz durch eine Gegenmassnahme. Lassen Sie sich von jemand anderem antreiben oder sich dafür belohnen, um Aufgaben zeitgerecht zu erledigen.
Beispiel: Karen fand z.B. heraus, dass ihr Hang zum Perfektionismus ihr beim Erstellen einer ausführlichen Personal Strategy Canvas gute Dienste leistete. Gleichzeitig bemühte sie sich, ihre Tendenz zu geschlossenen Fragestellungen zu verringern und begann, in den täglichen Gesprächen mit anderen bewusst das Stellen offener Fragen zu üben.
4. Mentale & körperliche Fitness
Mentale oder körperliche Probleme wie z.B. Übergewicht, zu viel Stress oder eine negative persönliche Beziehung, können Ihre Entwicklung verlangsamen. Beschreiben Sie in diesem Baustein alle mentalen oder körperlichen Probleme und listen Sie Tätigkeiten auf, um sie zu überwinden.
Beispiel: Karen wusste, dass sie ihre persönliche Fitness verbessern musste. Als Buchhalterin arbeitete sie grösstenteils im Sitzen. Als Beraterin dagegen, würde sie viel mehr Zeit vor Ort mit den Klienten verbringen und mehr Energie und körperliche Belastbarkeit brauchen. Sie begann daher mit einem mässigen, aber kontinuierlichen morgendlichen Trainingsprogramm.
5. Finanzielle Fitness
Geldsorgen durchkreuzen die Effektivität. Wenn Ihr Einkommen zu gering ist oder Sie zu viele Schulden haben, werden Sie aktiv. Manche Arbeitgeber bieten Unterstützung durch vertrauliche Sozialberatungs-Dienste. Sie können es auch bei einer externen Beratungsstelle versuchen oder mit Ihrem Chef über eine Gehaltserhöhung verhandeln. Finanzielle Fitness ist entscheidend, um Ihr Soll-Modell zu erreichen - und sie verbessert sich sogar noch, wenn Sie an den oberen Bausteinen arbeiten.
6. Netzwerk
Diesen wichtigen Baustein werden Sie kaum in einem beruflichen Entwicklungsplan finden. Beschreiben Sie hier Möglichkeiten, um mit neuen Personen oder Gruppen in Verbindung zu treten. Wir leben in einer verknüpften, schnelllebigen, sich rasch weiterentwickelnden Welt und wenn Sie sich verändern wollen, muss sich auch Ihr Netzwerk verändern. Es wird sich ändern – und es wird Sie verändern. Wollen Sie z. B. Rechtsanwalt werden, machen Sie Bekanntschaft mit Anwälten. Sie beschleunigen die Reise zu Ihrem Personal Business Model der nächsten Generation, wenn Sie sich Netzwerken anschliessen, die ...
- Ihnen auf schnellstmögliche Weise Wissen vermitteln,
- Ihnen helfen, auf effektivste Weise Kompetenzen und Fähigkeiten zu entwickeln,
- Ihre Persönlichkeit in den richtigen Bereichen verstärken oder abdämpfen
- Sie in den Kontext Ihres Soll-Modells setzen, denn der überwiegende Teil neuer Arbeit wird über Netzwerke gefunden und nicht über formelle Bewerbungen.
Ihre neuen Netzwerk-Kontakte können privater oder beruflicher Natur sein. Neue Menschen kennen zu lernen ist oft hilfreich zur Überwindung von Schwierigkeiten in den unteren Bausteinen: Mentale, körperliche und finanzielle Fitness. Wo können Sie hilfreiche Netzwerke finden, die Ihnen als Brücke zu Ihrem Soll-Modell dienen? Denken Sie darüber nach, und machen Sie neue Entdeckungen.
Beispiel: Karen trat Gruppen bei Meetup und LinkedIn bei und lernte einen Consultant kurz vor der Pensionierung kennen, der ihre beruflichen Kreise erweiterte und zu einem starken Mentor wurde.
PS Schauen Sie sich doch diesen Blog-Artikel bezüglich intelligentem Netzwerken an.
Quelle, in Anlehnung an:
Clark, T. & Hazen, B. (2017). Business Models für Teams. So sehen Sie, wie Ihr Unternehmen wirklich funktioniert und jedes Mitglied zum Erfolg beiträgt. Frankfurt am Main: Campus Verlag.
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