Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03224.jsonl.gz/1843

Filmkritik: Ein Oligarch in London76. Mostra Internazionale d'Arte Cinematografica 2019
Nach dem Zusammenruch der Sowjetunion schlägt für den geschäftstüchtigen Michail Chodorkowski das goldene Stündchen. Er und eine Handvoll cleverer Geschäftsmänner machen sich das wirtschaftliche Chaos, das in Russland herrscht, zu Nutze. Schnell teilen die sieben zukünftigen Oligarchen grosse Teile der russischen Wirtschaft untereinander auf. Chodorkowski übernimmt fortan die Bereiche Bankwesen und Ölförderung und wird damit zum Milliardär.
Die Oligarchen nehmen im Laufe der Neunzigerjahre zunehmend Einfluss auf die russische Politik. Sie möchten um jeden Preis verhindern, dass das Land wieder in den Sozialismus abdriftet. Sie helfen Boris Jelzin dabei, seine Machtposition zu sichern. Doch als Waldimir Putin Jelzins Nachfolge antritt, beginnt der Einfluss der Oligarchen auf die Politik zu bröckeln. Chodorkowski stellt sich gegen den Präsidenten und beginnt, die Korruption der Regierung anzuprangern. 2003 wird der Oligarch von der Regierung der Steuerhitnerziehung beschuldigt und zu einer mehrjährigen Haftstrafe in Sibirien verurteilt. Heute lebt er in London im Exil und träumt von einem poltisischen Wandel, damit er eines Tages in seine Heimat zurückkehren kann.