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28 oder 30 Grad im Schatten? Wenn es heiss ist, kommen wir ins Schwitzen. Warum schmeckt Schweiss salzig und schwitzen Männer wirklich mehr als Frauen? Wir haben die Antworten.
Der Schweissgeruch wird durch Bakterien auf der Hautoberfläche verursacht. Sie bauen Fettsäuren ab, die im Schweiss enthalten sind, wie der Sportarzt Rubén Oliver erklärt. Je nach Besiedlung der Haut und der Dauer des Kontakts des Schweisses mit der Haut, ist der Geruch intensiver. Frischer Schweiss ist dagegen geruchlos. Auch Lebensmittel können zu Körpergeruch führen, dazu gehören zum Beispiel Knoblauch, Zwiebeln, Spargeln sowie Gewürze wie Curry oder Kreuzkümmel.
Je weniger Flüssigkeit jemand zu sich genommen hat und je besser er an die Hitze gewöhnt ist, umso konzentrierter ist sein Schweiss. Das führt dazu, dass der Schweiss stärker riecht und Schweissflecken deutlichere Salzränder aufweisen. Fieber und gewisse Stoffwechselstörungen können die Intensität und den Geruch des Schweisses ebenfalls verändern. Dies kann zum Beispiel geschehen, wenn Körperstoffe in der Leber nicht in geruchlose Abbaustoffe umgewandelt werden können.
Die Salzkonzentration im Schweiss und die Schweissmenge sind individuell. Je nach Veranlagung oder Akklimatisation schwitzen Menschen stärker oder weniger. Dass jemand stark schwitzt bedeutet nicht, dass er untrainiert ist.
Männer schwitzen tatsächlich mehr, da sie pro Schweissdrüse mehr Schweiss absondern und in der Regel eine grössere Muskelmasse haben. Das führt bei einer Belastung zu einer höheren Körpertemperatur. Die Schweissmenge ist in erster Linie aber von der Körpergrösse und nicht vom Geschlecht abhängig. Der menschliche Körper kühlt ab, indem er die Hautdurchblutung erhöht oder schwitzt.
Kleinere Menschen haben im Verhältnis zur Körpermasse eine grössere Oberfläche und kühlen besser über die Haut ab, während grössere vermehrt schwitzen müssen. Das haben australische Forscher in einer aktuellen Studie herausgefunden, an der 60 junge, körperlich aktive und gesunde Erwachsene teilnahmen (36 Männer und 24 Frauen).
Es ist fast 30 Grad warm. Welche Kleidung kühlt am besten?
Natürliche Materialien wie Leinen, Baumwolle oder Seide sind atmungsaktiv und kühlen. Das Gleiche gilt für Stoffe aus Viskose, Tencel oder Lyocell, die aus Zellulose-Fasern (Holz oder Bambus) hergestellt werden. Ideal bei Hitze ist auch weite und luftig geschnittene Kleidung. Und: Helle Farben reflektieren Wärme besser als dunkle. Letztere absorbieren und speichern die Wärme.
Was sollte man bei schweisstreibendem Sport tragen?
Am besten sind leichte, enganliegende Kleider, die den Schweiss weg vom Körper an die Stoffoberfläche transportieren. Das hält den Körper trocken.
Schweiss wird in den Schweissdrüsen produziert. Der menschliche Körper besitzt unzählige Drüsen. Einige produzieren eher wässrige Flüssigkeiten, andere schleimige. Manche Drüsen geben ihr Sekret in die Blutbahn ab (Hormondrüsen), andere an die Körperoberfläche (Schweissdrüsen). Am meisten Schweissdrüsen haben wir an der Handinnenfläche und an den Fusssohlen.
Wir können kein Süsswasser schwitzen, weil der Körper Salze braucht, um Schweiss nach aussen zu transportieren. Die Schweissdrüsen sondern Natrium, Kalium und Chloridsalze ab, die dann Flüssigkeit nach sich ziehen. Diese Mineralsalze können wir mit der Zunge schmecken.
(Fortsetzung weiter unten…)
Scharfes Essen wird als heiss empfunden, da die entsprechenden Rezeptoren im Mund auf den chemischen Reiz dieser Lebensmittel reagieren. Sie melden diese Wahrnehmung an unser Hirn weiter, was die Schweissdrüsen aktiviert.
Unter Stress und Lampenfieber wird das sympathische Nervensystem aktiviert, also der Teil des Nervensystems, der für die Fluchtreaktion zuständig ist. Dadurch nimmt die Schweissmenge zu. Lampenfieber kann man vorbeugen, indem man sich bestmöglich auf die Prüfung oder den Auftritt vorbereitet und die Situation im Voraus im Kopf durchspielt. Das Schwitzen selber kann man nicht verhindern.
Kaltes Duschen hilft, die Poren zu schliessen und die Schweissproduktion zumindest kurzzeitig zu drosseln. Wie gut Hausmittel gegen starkes Schwitzen helfen, ist individuell und abhängig von den Erwartungen. Salbei ist eine wertvolle Heilpflanze, die in der Naturheilkunde bei Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut eingesetzt wird. Innerlich angewendet – etwa in Form von Tee – soll das Heilkraut gegen Schwitzen helfen. (Fortsetzung weiter unten…)
Wie bringe ich hässliche, gelbe Schweissflecken aus dem T-Shirt weg?
Versuchen Sie es mit Gallseife: Gallseife direkt auf dem Fleck einreiben und einige Minuten einwirken lassen. Danach gründlich ausspülen oder direkt mit der übrigen Wäsche in der Maschine waschen. Gallseife gibt es in fester und flüssiger Form, sie besteht aus Rindergalle und Kernseife.
Auch eine Behandlung mit Backpulver kann helfen: Den Fleck mit Wasser anfeuchten, einen Teelöffel Backpulver gut ins Gewebe einreiben. Kurz einwirken lassen und gründlich ausspülen. Danach mit der übrigen Wäsche in der Maschine waschen.
Aber Achtung: Backpulver nur auf unempfindlichen, weissen Stoffen verwenden, da es sonst zu Verfärbungen kommen kann.
Krankhaftes Schwitzen kann durch eine Überfunktion der Schweissdrüsen oder eine Fehlregulation des vegetativen Nervensystems hervorgerufen werden. (Das vegetative Nervensystem steuert wichtige Körperfunktionen wie zum Beispiel Atmung, Verdauung und Stoffwechsel.) Rubén Oliver empfiehlt, spezielle Deos zu verwenden. Helfen diese nicht, kann laut dem Facharzt das Spritzen von Botulinumtoxin (Botox) in die betroffenen Regionen erwogen werden. Das Nervengift kann die Schweissdrüsen für einige Monate hemmen und die Produktion von Schweiss reduzieren.
Es ist dann gesund, wenn es jemand mit Mass tut und genügend trinkt. Wer krank ist und Fieber hat, sollte nicht in die Sauna gehen.
Wenn jemand nicht schwitzt, hat er keine Möglichkeit, über Verdunsten der eigenen Körperflüssigkeit die Temperatur der Körperoberfläche zu senken. Wenn er sich nicht an einen kühlen Ort begibt oder von aussen gekühlt werden kann, droht ein Hitzschlag oder gar der Tod.