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Ein Fernsehteam sucht nach Motiven.
Es irrt umher, hin und her durchs Camp.
In eins die drei Männer wie ein Insekt.
Die Zelte. Buckel einer bunten Wüste
vor den Skyscrapers. Eine Fata Morgana,
die mit tausend Glasaugen wie ein Auge stiert.
Die Linie 11. Die Bahn lässt hinter sich spinnenhaft
einen Schienenfaden, den der Triebwagen ansaugt:
von Höchst nach Fechenheim, von Fechenheim nach Höchst.
Im Lautsprecher neben dem Portal der Oper:
erster Aufzug, Zwerg Mime hämmert an Siegfrieds Schwert,
das Fafner den Garaus machen soll.
Luke heisst der Koch aus Kanada.
Ein alter Kerl spielt auf der Gitarre
stundenlang die gleiche Sympathy for the devil
für die wechselnden Touristen,
die vor dem Euro-Zeichen posieren
fürs Fotoalbum in Shanghai, für Tante Lucie zu Weihnachten.
Ob ich Spanisch spreche? fragt ein fröhlicher Anarchist.
"Un poco", sage ich.
Drauf ankommen
lasse ich es nicht.
"Guten Morgen!" ruft das Megaphon.
"In zehn Minuten! Asamblea! Am Grab des Kapitalismus!"
Es ist vierzehn Uhr drei. Der Kapitalismus lebt.
Der Jürgen kommt heute Abend wieder.
Er ist im Taunus. Er will einen Baum schlagen
für das gemeinsame Weihnachtsfest.