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Nachdem der bisherige Synodalrat Luis Varandas von Bischof Joseph Bonnemain zum Generalvikar für die Kantone Zürich und Glarus ernannt worden war, musste das Kirchenparlament an seiner Sitzung vom 4. November eine Ersatzwahl vornehmen. Als Kandidat hatte das Seelsorgekapitel Vikar Martin Stewen von St. Peter und Paul Zürich der Synode zur Wahl vorgeschlagen.
In der geheim erfolgten Wahl stimmten 75 Synodale für Vikar Martin Stewen, 15 warfen leer ein, ein Stimmzettel war ungültig. Damit angedeutete Vorbehalte wurden kurz vor Sitzungsschluss konkreter. Zwei Synoden-Mitglieder stellten die Rechtmässigkeit der Wahl von Martin Stewen in Frage und reichten im Anschluss an die Synode am 16. November einen Rekurs ein. Es gehe ihnen nicht um die Person von Martin Stewen, sondern um das Wahlprozedere, das keine Auswahl anbiete, hielten sie fest.
Laut Kirchenordnung muss ein Mitglied der Exekutive der Katholischen Kirche im Kanton Zürich dem geistlichen Stand angehören, also Priester oder Diakon sein, und dem Seelsorgekapitel steht es zu, der Synode eine Person zur Wahl vorzuschlagen. Dem Seelsorgekapitel gehören alle Seelsorgenden des Kantons Zürich an. Bis anhin wählte die Synode jeweils den vom Seelsorgekapitel vorgeschlagenen Priester diskussionslos. Der Rekurs der beiden Synodalen wird nun bei der Rekurskommission geprüft. Stewen kann sein Amt bis zum entsprechenden Entscheid nicht antreten.
Für Theologische Hochschule Chur
Das Parlament beschloss zudem, die Theologische Hochschule Chur THC für die Jahre 2022-2025 weiterhin mitzufinanzieren, und zwar wie bisher mit einem Franken pro Kirchenmitglied, also 376 000 Franken. Zusätzlich unterstützt Zürich zur Sicherung des strukturellen Mittelbaus (wissenschaftliche Mitarbeitende) die THC mit weiteren 75 000 Franken. Synodale Rolf Eberli stellte die Frage, ob man sich neben den Theologischen Hochschulen in Luzern und Fribourg den Luxus einer Hochschule Chur tatsächlich leisten solle. Generalvikar Luis Varandas betonte demgegenüber, dass es für das Bistum wichtig sei, ein eigenes theologisches Kompetenzzentrum zu haben.
Pensionskassen-Einbusse abfedern
Die Senkung des Umwandlungssatzes bei der kirchlichen Pensionskasse von 5,6 auf 4,9 Prozent auf den 1. Januar 2022 war – wie Synodalrat Raphael Meyer zugab – schlecht kommuniziert und sorgt daher für einige Unruhe. Als Kompensationsmassnahmen erhöht die Pensionskasse die Sparbeiträge ab 2022 um 3 Prozent und bietet eine zusätzliche, altersabhängige Einlage. Der Synodalrat beantragte nun dem Parlament einen Beitrag von acht Millionen, um damit die Renteneinbussen der am stärksten betroffenen Aktivversicherten, insgesamt 15 Jahrgänge, teilweise aufzufangen. Das Parlament bewilligte dies grossmehrheitlich als Wertschätzung gegenüber dem Personal. Der Beschluss untersteht dem fakultativen Referendum.