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Als Begründung für den Abschuss der Gänsesäger dienen dem Kanton die in ihrem Bestand gefährdeten Seeforellen. Wie die Staatskanzlei Schwyz mitteilt ist der Lebensraum der Seeforelle durch die Nutzung der Fliessgewässer, wie zum Beispiel durch Wasserkraftwerke, stark beeinträchtigt. Da ausserdem die Rückzugsmöglichkeiten für die Jungfische fehlen, würden sie leicht Beute von Fisch fressenden Vögeln wie dem Gänsesäger. Der Kanton verdächtigt die Gänsesäger, für den massiven Rückgang der Seeforellen in der Muota verantwortlich zu sein. Der Kanton hat die Bewilligung zum Abschuss von fünf Tieren erteilt, um so herauszufinden ob die Gänsesäger in den drei Fliessgewässern Muota, Chlosterbach und Seewern sich tatsächlich von jungen Seeforellen ernähren, berichtet die Neue Schwyzer Zeitung.
Eigentlich ist der Gänsesäger ein bundesrechtlich geschütztes Tier und dürfte als solches nicht bejagt werden. Wenn solche Tiere jedoch erheblichen Schaden anrichten, können die Kantone Massnahmen anordnen. Der Kanton Schwyz hat gestützt auf diese Gesetzesgrundlage den Abschuss von fünf Gänsesägern bewilligt. Die Tiere sollen untersucht werden und danach soll entschieden werden, ob weitere Abschüsse in Frage kommen.
Sehr besorgt zeigt sich die Schweizerische Vogelwarte über den geplanten Abschuss der Gänsesäger. Neue Studien der Vogelwarte Sempach über das Verhalten und die Genetik der Gänsesäger belegen, dass die Gänsesäger des Alpenraums eine eigenständige Population bilden. „Die Schweiz trägt deshalb für diese alpine Population eine besondere Verantwortung“, so die Schlussfolgerung von Verena Keller, der Leiterin der wissenschaftlichen Studie. Abschüsse könnten die kleine alpine Population des Gänsesägers gefährden. Wie die Staatskanzlei des Kantons Schwyz erkannt hat, ist nämlich der Haupgrund für die Abnahme der Seeforelle die Nutzung der Fliessgewässer (z.B. durch Wasserkraftwerke) und nicht der „Fischfresser“ Gänsesäger.
Die Gefährdung der alpinen Population sowie die Tatsache, dass die Jagd auf den Gänsesäger nichts zum Wohl der Seeforellen und weiterer gefährdeter Fischarten beiträgt, sind Gründe genug um dieses verantwortungslose Vorgehen zu stoppen.