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Unmittelbar vor der «Flamme rouge» ging eine Gruppe um den walisischen Leader Geraint Thomas zu Boden, ehe rund 200 m vor dem Ziel Peter Sagan den Briten Mark Cavendish in die Absperrgitter drückte und einen zweiten heftigen Sturz auslöste.
Cavendish wurde mit Verdacht auf Schulterbruch ins Spital überführt. Sollten sich die Befürchtungen bewahrheiten, wäre die Rundfahrt für den 30-fachen Tour-Etappensieger zu Ende.
Sagan, der als Zweiter hinter Démare ins Ziel kam, wurde im Nachgang von den Rennkommissären zunächst mit einer 30-Sekunden-Strafe belegt. Nochmals eine Stunde später schloss die Jury den slowakischen Strassenweltmeister gänzlich von der 104. Tour de France aus.
Weil bei Stürzen auf den letzten 3 km kein Zeitverlust bei den geschädigten Fahrern gewertet wird, behält Thomas das Maillot jaune. Sein Vorsprung auf seinen Team-Captain Chris Froome beträgt nach wie vor zwölf Sekunden.
Von den Sturzfolgen nicht beeinträchtigt spurtete Arnaud Démare in Vittel zum ersten einheimischen Etappensieg an der diesjährigen Tour de France. Nach den Plätzen 2 (am Sonntag) und 6 (am Montag) liess der 25-Jährige vom französischen Team FDJ den Norweger Alexander Kristoff und den Deutschen André Greipel hinter sich. Dank dem Etappensieg übernahm Démare, der im Vorjahr beim Frühjahrsklassiker Mailand - Sanremo triumphiert hatte, auch das grüne Trikot des besten Sprinters von Marcel Kittel. Der Deutsche wurde beim ersten Sturz behindert und konnte nicht in die Sprintentscheidung eingreifen.
Zum Massensprint in Vittel kam es, nachdem das Feld den Belgier Guillaume van Keirsbulck nach einer fast 190 km langen Soloflucht eingeholt hatte. Der 26-Jährige vom belgischen Wildcard-Team Wanty Groupe Gobert hatte bis 16 km vor dem Ziel auf den grossen Coup gehofft, musste sich letztendlich aber mit der Auszeichnung zum kämpferischsten Fahrer des Tages trösten.
Die 5. Etappe am Mittwoch wird in Vittel gestartet und endet nach 160,5 km in La Planche des Belles Filles. Der Schlussanstieg ist 5,9 km lang und durchschnittlich 8,5 Prozent steil. In den vergangenen Jahren hat der dreifache Tour-Sieger Chris Froome oftmals am ersten richtigen Berg attackiert und der Konkurrenz auf den Zahn gefühlt.