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Die britische Zeitung «Independent» liess heute eine Bombe platzen: Tausende Investoren verklagen die verstaatlichte britische Grossbank Royal Bank of Scotland (RBS) auf Milliarden britische Pfund. Sie fühlen sich vom einstigen Management und Verwaltungsrat im Frühjahr 2008 bei einer Kapitalerhöhung falsch über den tatsächlichen Zustand des Instituts informiert.
Rund 7500 RBS-Anleger haben sich für die rechtliche Auseinandersetzung zusammengeschlossen. Dazu zählten laut Zeitung auch institutionelle Investoren wie die Deutsche Bank, Credit Agricole und HSBC. Sie machen Ansprüche auf 2,4 Milliarden Pfund (2,9 Milliarden Euro) geltend.
Die RBS hatte im April 2008 bei einer Kapitalerhöhung 12 Milliarden Pfund eingesammelt, um die Übernahme der niederländischen Bank ABN Amro zu stemmen. Kurze Zeit später geriet das Geldhaus in den Strudel der weltweiten Finanzkrise und musste gleich zwei mal vom britischen Staat mit insgesamt 45 Milliarden Pfund gerettet werden. Seitdem hält Grossbritannien mehr als 80 Prozent der Anteile der Bank, die immer noch mit Verlusten kämpft.
Die britische Bankenaufsicht FSA hatte in ihrem Abschlussbericht zum Beinahe-Kollaps der Bank im vergangenen Dezember zwar Fehler, aber kein «schuldhaftes» Vergehen von Management und Aufsehern festgestellt. Dieser Bericht habe die Klägergruppe «extrem» enttäuscht, sagte deren Vorsitzender Mike Neill der Zeitung «Independent». Er wirft der früheren Bank-Leitung vor, nicht deutlich gemacht zu haben, wie sehr das Institut von einem 11,9 Milliarden US-Dollar schweren Kredit der US-Notenbank zum Zeitpunkt der Kapitalerhöhung abhängig war.
(chb/vst/awp)