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Nein! Die jüngste Umfrage zeigt, dass 58% der Stimmbürger im Kanton Wallis dagegen sind. Sion und der Kanton Wallis stimmen am 10. Juni über die vierte Olympia-Kandidatur in den letzten 50 Jahren ab. swissinfo.ch fragte bei den Menschen in Sion und Monthey nach.
Die Kampagne ist sehr lebhaft, und die Gegner scheinen den Wind in den Segeln zu haben. Noch vor einem Monat lagen die Umfragewerte bei 50 zu 50. Laut der jüngsten Online-Umfrage von Sotomo/RTS von Ende Mai sagen 58% der Befragten Nein.
Im Wallis scheint sich fast jede und jeder schon eine Meinung gemacht zu haben. swissinfo.ch hat vor der erwähnten Umfrage Passanten auf den Strassen befragt. Deren Meinungen sind nicht repräsentativ.
Die Frage, welche das Walliser Stimmvolk am 10. Juni mit Ja oder Nein beantworten kann, betrifft "nur" den Verpflichtungskredit des Kantons von 100 Millionen Franken für die Organisation der Olympischen Winterspiele. Wenn das Ergebnis Nein lautet, ist das Abenteuer bereits zu Ende. Wenn ein Ja resultiert, ist das Spiel noch nicht gewonnen.
Danach müssten nicht nur das Internationale Olympische Komitee (IOC) überzeugt werden, das im Herbst 2019 zwischen den sieben Austragungsorten (Sion, Graz, Calgary, Cortina/Mailand/Turin, Sapporo, Stockholm und Erzurum) entscheidet, sondern wahrscheinlich auch das Schweizer Stimmvolk.
Mit nur 100 Millionen Franken lassen sich keine Olympischen Spiele organisieren. Das Gesamtbudget würde rund 2,4 Milliardenexterner Link betragen, wie der Finanzdirektor des Komitees "Sion 2026" im Westschweizer Fernsehen RTS bestätigte.
Von dieser Summe würde der Bund fast eine Milliarde vorschiessen, was vom Parlament aber noch gutgeheissen werden müsste. Die Wettkämpfe sind in mindestens vier Kantonen geplant: Wallis, Waadt, Freiburg und Bern.
Die Gegner befürchten Budgetüberschreitungen, die in der Vergangenheit eher die Regel als die Ausnahme waren. Ausserdem argumentieren sie, dass der finanziell schwache Kanton Wallis besser in seine Strassen, Spitäler oder den sozialen Bereich investieren sollte, als sich Olympische Spiele zu leisten. Kommt hinzu, dass die Gegner dem IOC nicht vertrauen, trotz der Verabschiedung der neuen Agenda 2020externer Link.
Die Befürworter berufen sich auf die Wahrnehmbarkeit, welche die Veranstaltung der Region verleihen würde, die Entwicklung des Tourismus, das Vorhandensein einer Infrastruktur, die Dynamik, die durch das Grossprojekt entstehen würde, und damit, dass Neubauten auf ein absolutes Minimum reduziert würden.
Wenn die Bevölkerung nicht will
Die Schweiz, die sich gerne als Wintersport-Paradies versteht, in dem sich ihre Athleten in verschiedenen Disziplinen auszeichnen, ist seit 1948 nicht mehr Austragungsort von Winterspielen.
Neunmal hat das Stimmvolk die Kandidatur im Keim erstickt: 1963 in Sion, einige Jahre später in Bern und Zürich, 1980 und 1986 in Graubünden, 1988 in Lausanne, 2002 in Bern, 2013 und 2017 wieder in Graubünden.
Die Hauptstadt des Wallis träumt zum vierten Mal in 50 Jahren davon, die olympische Hauptstadt zu werden:
1970 wurden die "Winterspiele 1976" an Denver vergeben. Sion unterlag damals erst im dritten Wahlgang. Es fehlten 9 Stimmen von insgesamt 69 Stimmen. Aber zwei Jahre später lehnte das Stimmvolk von Colorado, das durch ein Referendum konsultiert wurde, einen Zuschuss für seine Hauptstadt ab. Das IOC entschied sich in der Folge in Windeseile zugunsten der österreichischen Stadt Innsbruck, die bereits 1964 Gastgeberstadt war.
1995 unterlag Sion bei der Kandidatur um die "Spiele 2002" erneut einer amerikanischen Stadt, nämlich Salt Lake City. Sion erhielt wie Östersund (Schweden) 14 Stimmen. Trotz eines 1999 bekannt gewordenen Korruptionsskandals, wonach sich mindestens 24 IOK-Mitglieder vom Bewerbungskomitee der Stadt Salt Lake City bestechen liessen, blieb Salt Lake City Ausrichterin der Spiele.
Schliesslich schlug Turin 1999 Sion mit einem Überraschungssieg bei der Kandidatur um die "Spiele 2006". Sion hatte als klare Favoritin gegolten, unterlag aber mit 36 zu 53 Stimmen.Infobox Ende
Am 10. Juni entscheidet das Walliser Stimmvolk
(Übertragung aus dem Französischen: Peter Siegenthaler), swissinfo.ch