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Update 22.12.2023: «Ours» auf Oscar-Shortlist
«Ours» kommt ein weiteres Mal in die Kränze: Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences hat den Film auf die Oscar-Shortlist für den besten Dokumentar-Kurzfilm gesetzt. Dank seinem Platz auf der Shortlist ist «Ours» einer von weltweit nur 15 Filmen, die im nächsten Schritt für den Oscar in dieser Kategorie nominiert werden können. Die Nominierten werden voraussichtlich am 23. Januar 2024 bekannt gegeben. Die Oscar-Verleihung selbst findet am 10. März statt.
«Ours» von Morgane Frund aus Lausanne VD entstand 2022 als Abschlussarbeit im Bachelor Video. Der 19-minütige Dokumentarfilm handelt von einem Schweizer Amateurfilmer, der in der Wildnis Russlands und Alaskas jahrelang Bären gefilmt hat. Auf der Suche nach jemandem, der aus dem umfangreichen Material einen Film schneidet, kontaktiert er die HSLU. Video-Studentin Morgane Frund meldet sich; sie macht das Projekt zu ihrer Bachelorarbeit. Doch beim Digitalisieren des Archivs entdeckt sie, dass auf den Bändern nicht nur Bären zu sehen sind, sondern auch Frauen, die ohne deren Wissen gefilmt wurden.
Wie soll die Studentin mit dem Fund umgehen? Die Bilder ignorieren? Die Arbeit abbrechen? Sie beschliesst stattdessen, das Projekt in eine andere Richtung zu lenken und konfrontiert den Amateurfilmer mit den heimlich gedrehten Aufnahmen. Zwischen den Beiden entspinnt sich eine Diskussion um die Macht des Blicks und seiner voyeuristischen Gewalt.
«Ich hoffte, mein Protagonist und ich würden uns auf halbem Weg begegnen und gemeinsam Antworten finden auf das Unbehagen, das der ‹male gaze› erzeugt», sagt Frund. «Wir haben einander zugehört, doch Antworten haben wir keine gefunden.» Umso wichtiger sei ihr deshalb, dass der Film als Ausgangspunkt für eine weitere Auseinandersetzung diene, so Frund: «Ich bin enorm glücklich. Dank der Auszeichnung erfährt das Thema nun eine noch grössere Beachtung.»
«Ours» hat bereits eine erfolgreiche Festivalkarriere hinter sich: Seine Premiere feierte er im November 2022 an den Winterthurer Kurzfilmtagen, wo er auch erstmals einen Preis gewann. Im Februar 2023 lief er im Kurzfilmwettbewerb der Berlinale in Deutschland. «Ich freue mich riesig, dass dieser raffinierte Film über die Teilnahme an derart renommierten Festivals einem internationalen Publikum zugänglich gemacht wird», sagt Volko Kamensky, Leiter des Bachelor Video. «Der Preis für ‹Ours› in Genf und die Nomination in Berlin bestätigen die hohe Qualität der Film-Ausbildung an der HSLU.»
Morgane Frund und ihr Protagonist im Gespräch. Filmstill aus «Ours». Bild: HSLU
Das Filmstudium an der Hochschule Luzern
Das Departement Design & Kunst der Hochschule Luzern bietet dreijährige Bachelor-Ausbildungen im Bereich Film an:
- Der Bachelor Video fokussiert auf die Genres Dokumentarfilm und Video-Essay. Die Studierenden sollen dabei ihre eigene Filmsprache und Experimentierfreude entwickeln.
- Im Bachelor Animation lernen die Studierenden, Animationsprojekte – ob von Hand gezeichnet, per Stop-Motion erzählt oder am Computer animiert – zu gestalten und zu realisieren.
- Absolventinnen und Absolventen der beiden Bachelor-Ausbildungen vertiefen ihre Fähigkeiten in Storytelling oder Animation anschliessend im Master Film, resp. im Master Animation. Die Ausbildung dauert vier Semester.
Filme der HSLU kommen immer wieder an renommierten Filmfestivals in die Kränze. Eine kleine Auswahl:
- «Ours» (Bachelor Video): Bester Abschlussfilm am Schweizer Filmpreis 2023
- «Nachts sind alle Katzen grau» (Bachelor Video): Europäischer Filmpreis 2020
- «The Edge» (Master Film): New Swiss Talent am Animationsfilm-Festival Fantoche 2020
- «Mama Rosa» (Bachelor Video): Bester Nachwuchsfilm am Locarno Film Festival 2019
- «Ruben Leaves» (Bachelor Animation): Bester Abschlussfilm am Schweizer Filmpreis 2016
Die HSLU wurde zudem 2021 am renommierten Animationsfilm-Festival Animafest Zagreb als beste Ausbildungsstätte im Bereich Animation ausgezeichnet.