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Nach zwei Jahren kehrt Joaquin Phoenix, 37, zurück aufs grosse Parkett. Am kommenden Wochenende wird er am Filmfestival in Venedig «The Master» vorstellen. Die Rolle des Kriegsveteranen, der sich einem Sektenführer (gespielt von Philip Seymour Hoffman) anvertraut, ist Phoenix' erste seit knapp fünf Jahren. Filmexperten sind sich bereits sicher, dass der Sektenfilm von Paul Thomas Anderson zu den Abräumern an der Oscar-Verleihung 2013 gehören wird.
2010 - 2008: RAP-KARRIERE UND «I'M STILL HERE»
Phoenix weiss offenbar nicht so recht, was er will: Seit Beginn seiner Karriere zieht er drängt er sich immer wieder auf die Roten Teppiche - um danach wieder unterzutauchen. So auch im Jahr 2008. Phoenix gibt bekannt, dass er sich von der Schauspielerei zurückziehen will - um sich einer Rapkarriere zu widmen. Seinen Wunsch unterstreicht er mit diversen Talkshow-Auftritten.
Zudem nimmt ihn Rapmogul Sean «Diddy» Combs unter seine Fittiche.
Zwei Jahre später, 2010, lüften Phoenix und sein Vertrauter Casey Affleck das Geheimnis um seine Rap-Ambitionen: Phoenix' Verwandlung basiert auf dem Drehbuch für «I'm Still Here», das die beiden zusammen geschrieben haben.
Der Film zeigt die Reaktionen auf Phoenix' Wandel vom gefeierten Schauspieler zum verwilderten Rapper.
2005: MIT JOHNNY CASH ZUM WELTRUHM
Seinen wohl grössten Erfolg feiert Joaquin Phoenix mit der Johnny-Cash-Biografie «Walk The Line». Der Musiker persönlich gibt Phoenix' die Zustimmung für die Verfilmung. Seine Filmpartnerin Reese Witherspoon, die June Carter spielte, erhält für ihre Darbietung einen Oscar als «Beste Darstellerin», Phoenix ist ebenfalls für einen Oscar nominiert und erhält einen Golden Globe als «Bester Darsteller». Sowohl Phoenix als auch Witherspoon singen die Cash-Carter-Songs selbst ein, wofür sie mit Anerkennung überschüttet werden.
1993 - 2000: TOD SEINES BRUDERS UND AUFSTIEG IN HOLLYWOOD
Ein Anruf katapultiert Joaquin Phoenix in die Schlagzeilen: Am 31. Oktober 1993 stirbt sein Bruder River Phoenix im Alter von 23 Jahren an einer Überdosis Drogen im Nachtclub «The Viper Room», der damals Johnny Depp gehört. Joaquins Notruf geht um die Welt.
Wegen der Aufregung um seine Person und um den Tod seines Bruders zieht sich Joaquin aus Hollywood zurück. Auf das Drängen seiner Freunde hin gibt er 1994 ein Comeback. In Gus Van Sants «To Die For» spielt er an der Seite von Nicole Kidman, zudem gehört er zum Cast in Oliver Stones «U Turn - Inventin The Abbotts». Ruhm beschert ihm allerdings die Darstellung des römischen Kaisers Commodus im Film «Gladiator». Phoenix ist dafür für einen Oscar als «Bester Nebendarsteller» nominiert.
1974 - 1989: NAMENSÄNDERUNG UND NEUE IDENTITÄT
Joaquin kommt am 28. Oktober zur Welt. Er ist das dritte von vier Kindern: River (1970 - 1993), Rain (1973), Liberty (1976) und Summer (1978). Als er vier Jahre alt ist, ändern seine Eltern den Familiennamen von Bottom zu Phoenix: Die einstigen Mitglieder der religiösen Bewegung «Kinder Gottes» wollen sich damals so von der Glaubensgemeinschaft distanzieren. Phoenix soll den Neuanfang der Familie verdeutlichen. Gleichzeitig wünscht sich auch Joaquin einen neuen Vornamen: Er nennt sich fortan Leaf, weil er wie seine Geschwister einen naturverbundenen Namen wünscht. Mit 15 Jahren nennt er sich wieder Joaquin.
Damals ergattert er sich als Jungschauspieler erste, kleinere Rollen in Filmen wie «SpaceCamp» und »Parenthood» oder «Backwards: The Riddle Of Dyslexia». Letzteres ist eine Kindersendung über Legasthenie, in der River Phoenix die Hauptrolle spielt.