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Diplomarbeit von Thomas Roth
Ausgangspunkt der Diplomarbeit war die Fragestellung, weshalb in Kunststoff (Polymer) verpackte Früchte nach einer gewissen Lagerzeit einen Nebengeschmack aufwiesen.
Es wurde vermutet, dass dieser Geschmack von der Zersetzungsreaktion eines Zusatzstoffes (Additiv) im Polymer herrührte. Dieses Additiv muss dem Polymer zugesetzt werden, damit die Verpackung durchsichtig ist. Die Zersetzungsreaktion kann möglicherweise durch die, bei der Herstellung der Verpackung notwendigen, hohen Verarbeitungstemperaturen eingeleitet werden. Ist die Mobilität der Zersetzungsprodukte im festen Polymer genügend hoch, so können diese an dessen Oberfläche wandern und schliesslich in das Nahrungsmittel gelangen.
Mit seiner Arbeit klärte Thomas Roth einerseits die Fragen nach der thermischen Stabilität des Additivs und der Identität der allfälligen Zersetzungsprodukte sowie andererseits die Fragen nach deren Wanderungsgeschwindigkeit im Polymer. Das verwendete Additiv zersetzt sich tatsächlich bei den notwendigen Verarbeitungstemperaturen in jene Substanz, die den Nebengeschmack verursacht.
Gesundheitlich unbedenklich
Die Messungen der Wanderungsgeschwindigkeiten bewiesen, dass die gebildete Substanz im Polymer relativ mobil ist. Dadurch kann sie während der Lagerzeit durchaus in das Nahrungsmittel gelangen und dieses geschmacklich verändern. Es handelt sich bei dieser Substanz um ein gesundheitlich unbedenkliches Molekül, welches lediglich den Genuss der Speisen beeinträchtigt.
Thomas Roth führte seine Arbeit in den Laboratorien der Chemieabteilung der HTA-FR (ehemals Ingenieurschule) in Zusammenarbeit mit Dr. Vincent Dudler vom Bundesamt für Gesundheit durch. Die Leistung von Thomas Roth, in der kurzen Zeit von zweieinhalb Monaten eine praktisch bedeutsame Frage zu klären, wurde nun durch die Verleihung der «Dr. Max Lüthi Auszeichnung» geehrt. Die Dozenten der Chemieabteilung gratulieren ihrem Absolventen zu seinem Erfolg.