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Das Wichtigste in Kürze
- Aus dem Kanton Freiburg wurden zwei alte wertvolle Schriften gestohlen.
- Später tauchten sie in zwei US-Bibliotheken wieder auf.
- Jetzt hat die USA die Schriften zurückgegeben.
Der Kanton Freiburg hat von den USA zwei über 500 Jahre alte, wertvolle Schriften zurückerhalten. Sie waren gestohlen worden und tauchten in zwei US-Bibliotheken wieder auf.
Von der Library of Congress in Washington, einer der grössten Bibliotheken der Welt, kommt das 1494 in Basel erschienene «Narrenschiff» von Sebastian Branz zurück in die Schweiz. Das Buch war den Kapuzinern in Freiburg während des Zweiten Weltkriegs gestohlen worden.
Das Gedicht gilt als herausragender Vertreter des Rheinischen Humanismus. Sein Verfasser karikiert in siebentausend Versen menschliche Laster. Sie werden je von einem Narren dargestellt, daher der Name Narrenschiff.
Noch 14 Exemplare vom Narrenschiff übrig
Die Schrift hatte grossen Erfolg und wurde in mehreren Auflagen gedruckt und vom Deutschen ins Lateinische, Französische, Englische und Holländische übersetzt, wie die Freiburger Behörden in einer Mitteilung vom Montag schreiben. In der deutschen Literatur löste erst ein Text von Goethe wieder eine vergleichbare Begeisterung aus.
Vom Narrenschiff, das auch als Meisterwerk der Druckkunst gilt, sind heute noch 14 Exemplare erhalten.
Eine zweite Schrift, eine Abhandlung von Matheolus Perusinus über das menschliche Gedächtnis von 1476, die den Kapuzinern im Jahr 1975 ebenfalls gestohlen worden war, wurde der Schweizer Botschaft von der Bibliothek der Washington University in St. Louis (USA) zurückgegeben. Sie wird Mitte Dezember nach Freiburg zurückkehren.