Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03405.jsonl.gz/1416

| Gregor v. Nazianz († 390) - Reden

V. Rede
18.
Für Julian war schon der Ausmarsch schmählich, soferne er sich von Völkern und Städten, von dem Geschrei der Masse und der Possenreißer treiben ließ, woran sich noch heute viele erinnern; noch schmählicher jedoch war seine Rückkehr. Und worin bestand die Schmach? Komödianten begleiteten ihn unter Flötenspiel und Verhöhnungen und unter Schandreden, die sie der Bühne entlehnt hatten, und spotteten über seine Treulosigkeit, seine Niederlage und sein Ende. Welche Kränkungen mußte er nicht von denen, die darin geschult sind und im Spott ihren Beruf sehen, hinnehmen [S. 172] und anhören, bis endlich die Stadt Tarsus ihn aufnahm! Warum und wofür diese sich solche Entehrung gefallen lassen mußte, weiß ich nicht. In Tarsus ist sein schmutziger Hain, sein unheiliges Grab, sein häßlicher, fromme Augen verletzender Tempel.