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Hildegard, das Universalgenie
Noch heute ziert Hildegard von Bingens Name zahlreiche Medikamente und Cremen in Apotheken und Drogerien. Oder er steht für ein nachhaltiges Leben im Einklang mit Natur und Kosmos. Hier einige der wichtigsten Aspekte ihres Lebens und Wirkens:
Hildegard, die Benediktinerin
1098 wird Hildegard von Bingen als zehntes Kind des Hildebert von Bermersheim und seiner Frau Mechthild geboren. Ihre Eltern geben sie mit acht Jahren in das Kloster Disibodenberg, in dem sie eine umfassende Ausbildung erhält. Es ist Brauch, eines der Kinder als Gottesopfer in ein Kloster zu geben.
Hildegard, die Äbtissin
Mit 38 Jahren wird Hildegard zur Äbtissin des Benediktinerklosters Disibodenberg bei Bingen am Rhein gewählt. Sie lockert die strengen Regeln. Sie sieht sich in ihrem Handeln von Gott geleitet, gründet das Kloster Rupertsberg und wird auch dort Äbtissin, um frei vom Männerkloster agieren zu können. Die Gemeinschaft wächst. Viele suchen Rat und Hilfe bei Hildegard.
Hildegard, die Gelehrte
Hildegard erfährt viel Anerkennung und ist eine geachtete Frau. Als Ratgeberin zeichnet sie sich durch ihr Wissen aus und unterhält einen regen Briefwechsel mit wichtigen Persönlichkeiten ihrer Zeit aus Politik und Kirche. Sie korrespondiert unter anderem mit Kaiser Barbarossa, König Heinrich II von England sowie den Päpsten Eugen III, Anastasius IV oder Hadrian IV.
Hildegard, die Mystikerin
Hildegard hatte mystische Visionen und behauptete, göttliche Botschaften zu empfangen. In ihren Schriften führte sie diese Erlebnisse auf Gott zurück und schrieb ausführlich darüber. Im Vorfeld der Trierer Papstsynode von 1147 prüft und bestätigt eine Kommission die Sehergabe Hildegards. Papst Eugen III. erkennt ihre Sehergabe offiziell an und fördert sie so in ihrem Schaffen.
Hildegard, die Musikerin
Hildegard von Bingen ist eine der ersten bekannten Komponistinnen des Mittelalters. Sie komponierte liturgische Gesänge, darunter Sequenzen und Hymnen. Ihr bekanntestes Werk ist die «Symphonia armonie celestium revelationum», eine Sammlung musikalischer und poetischer Werke.
Hildegard, die Schriftstellerin
Hildegard verfasste zahlreiche theologische, philosophische und medizinische Werke. Ihr bekanntestes Buch ist der «Liber Scivias», in dem sie ihre mystischen Visionen und theologischen Gedanken niederschrieb.
Hildegard, die Naturheilkundige
Sie verfügte über ein umfangreiches Wissen über Heilkunde und Naturheilmittel und schrieb Bücher über die Anwendung von Kräutern und Naturheilmitteln zur Linderung von Krankheiten. Ihr Welt- und Menschenbild ist von den Naturkräften des Kosmos bestimmt. Ihre prominente Stellung hindert sie nicht daran, sich
um Kranke und deren Gebrechen zu kümmern.
Hildegard, die Wunderheilerin
Hildegard stirbt im Alter von 81 Jahren auf dem Rupersberg bei Bingen. An ihrem Grab sollen sich zahlreiche Wunderheilungen ereignen. Zahlreiche Pilger strömen zu ihrem Grab, um dort zu beten. Der Konvent ruft den Bischof von Mainz um Hilfe. Dieser besucht Hildegards Grab und verbietet der Verstorbenen, weiterhin Wunder zu wirken.
Hildegard, die Heilige
Hildegards Wirken und ihr Einfluss auf die mittelalterliche Kultur und Theologie sind bis heute anerkannt. Hildegard von Bingen wird 2012 von der katholischen Kirche heiliggesprochen und zur Kirchenlehrerin erklärt, was ihre Bedeutung für Theologie und Spiritualität unterstreicht.