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| Ambrosius von Mailand (340-397) - Exameron

Der sechste Tag. Neunte Homilie. (Gen 1,24-26)
V. Kapitel. Die unterschiedliche Halslänge der Tiere. Der eigenartige aber zweckmäßige Körperbau des Elefanten. Seine Erlegung. Seine Bedeutung, besser Furchtbarkeit im Kriege. Seine natürliche Waffenrüstung und Gepflogenheiten.
30.
Kehren wir zum Schöpfungsbericht zurück und erwägen wir weshalb der Herr den einen Tieren wie den Löwen und Tiegern, ebenso den Bären einen kürzeren, anderen, wie den Elefanten und Kamelen, einen längeren Hals geschaffen hat. Liegt der Grund nicht offensichtlich darin, daß die Raubtiere, die von Fleisch sich nähren, keinen langen Nacken brauchen? Sie strecken ja nicht Hals und Nacken zum Grasen zu Boden, sondern fallen Hirsch oder Rind an und zerreißen das Schaf. Wie könnte hingegen das Kamel mit seinem hohen Wuchs das kurze Gras abweiden, wenn es den langen Hals nicht zum Fressen bis zur Erde niederstrecken könnte? So hat also das Kamel seinen hohen Wuchs entsprechend, das Pferd dem seinigen gemäß, ähnlich auch das Rind einen längeren Hals empfangen: denn sie nähren sich von Pflanzen.