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Der Schweizerische Städteverband SSV hat an seiner heutigen Jahresmedienkonferenz eine Untersuchung zur Zukunft des Werkplatzes in den Schweizer Städten vorgestellt. Die Stadt Zürich liess parallel dazu eine vertiefende Grundlagenstudie zum hiesigen Werkplatz erarbeiten. Diese stellt erstens anhand statistischer Daten die Entwicklung des Werkplatzes im Vergleich mit den anderen Schweizer Städten dar, erläutert zweitens die relevanten wirtschaftlichen und technologischen Trends, zeigt drittens Perspektiven für den Werkplatz mit seinen Teilbereichen auf und macht viertens Handlungsempfehlungen.
Werkplatz im Wandel
Aufgrund der Veränderungen in der Arbeitswelt, lässt sich der Werkplatz immer weniger auf den zweiten Wirtschaftssektor beschränken. Deshalb analysiert die Studie die drei Werkplatz-Bereiche gewerblich-industrielle Produktion, Hightech-Industrie und Kreativwirtschaft im weiteren Sinn (Kreativwirtschaft-Plus). In dieser Definition beschäftigt der Werkplatz Zürich insgesamt rund 76 000 Vollzeitäquivalente (alle Beschäftigten umgerechnet auf Vollzeitstellen; Stand 2014). Der Anteil des Werkplatzes an der Gesamtbeschäftigung ist seit 1995 in etwa konstant geblieben. In Vollzeitäquivalenten gemessen ist der gesamte Werkplatz in Zürich im gleichen Zeitraum um ungefähr einen Zehntel gewachsen. Der Bereich der Kreativwirtschaft-Plus hat sich in etwa verdoppelt. Das kompensierte die markanten Rückgänge in der gewerblich-industriellen Produktion (um etwa einen Drittel) und in der Hightech-Industrie (um etwa die Hälfte), die vor allem in der Periode 1995 bis ungefähr 2005 erfolgt sind. Seit 2011 ist die Anzahl der Beschäftigten in Vollzeitäquivalenten in diesen beiden Bereich aber in etwa konstant geblieben: 2014 waren dies 22 200 in der gewerblich-industriellen Produktion und 5100 in der Hightech-Industrie. Der Bereich Kreativwirtschaft-Plus machte zu diesem Zeitpunkt mit 48 700 Vollzeitäquivalenten rund zwei Drittel des Stadtzürcher Werkplatzes aus. Mit dieser Struktur unterscheidet sich Zürich deutlich von anderen Schweizer Städten, wo die gewerblich-industrielle Produktion der beschäftigungsstärkste Werkstadt-Bereich ist. Die Stadt Zürich ist diesbezüglich eher vergleichbar mit anderen grossen Städten in Europa.
Im Vergleich mit den anderen grossen Städten in der Schweiz war der Rückgang der gewerblich-industriellen Produktion in der Stadt Zürich in den letzten 20 Jahren besonders ausgeprägt. Dennoch verzeichnet Zürich weiter einen höheren Anteil der gewerblich-industriellen Produktion an der städtischen Gesamtbeschäftigung als die anderen Schweizer Grossstädte (Stand 2014).
Perspektiven für die Zukunft
Der städtische Werkplatz wird sich in Zukunft weiter wandeln. Zentrale Einflussfaktoren sind die Digitalisierung, die Globalisierung, der Wechselkurs, der Arbeitsmarkt und die Konsumtrends. Diese wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Trends bieten der Stadt Zürich gemäss der Studie insgesamt eher Chancen, wobei die Aussichten für die drei Werkstadtbereiche unterschiedlich sind. Bei der gewerblich-industriellen Produktion und Hightech-Unternehmen scheint eine Trendumkehr schwierig, sie könnten sich hinsichtlich Beschäftigungszahlen aber bei guten Rahmenbedingungen und günstigem Wirtschaftsumfeld auf dem Niveau der letzten Jahre halten. Eher gute bis sehr gute Aussichten bestehen bei der Kreativwirtschaft-Plus. Angesichts dieser Trends und absehbaren Verschiebungen kommt die Studie zum Schluss, dass die bestehenden Industrie- und Gewerbezonen in der Stadt Zürich zwar ein notwendiges, aber noch kein hinreichendes Instrument für einen dynamischen Werkplatz der Zukunft sind.
Urbane Produktion für eine vielfältige Stadt
Die Ergebnisse und Empfehlungen der Expertise «Quo vadis Werkplatz? – Entwicklungen und Perspektiven von Industrie und Gewerbe in der Stadt Zürich» sind eine wichtige Grundlage für die weiteren Arbeiten im Rahmen des Strategie-Schwerpunkts «Werkplatz Stadt Zürich», die darauf abzielen, dieses Segment der städtischen Wirtschaft zu stärken und zu positionieren. Die Gründe, warum sich die Stadt Zürich und andere Städte in Europa und den Vereinigten Staaten für die urbane Produktion engagieren und welche Herausforderungen bestehen, sind in einem Webartikel der Stadtentwicklung Zürich dargestellt.