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Extremhochwasser an Aare und Rhein: Grundlagen für die Gefährdungsbeurteilung
Bern, 10.12.2013 - Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) wird zusammen mit dem Bundesamt für Energie (BFE), dem Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI), dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS) und dem Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie (MeteoSchweiz) gemeinsame Grundlagen für die Beurteilung der Hochwassergefährdung an Aare und Rhein erarbeiten. Bis 2016 sollen unter der Leitung des BAFU Szenarien ausgearbeitet werden. Ausgehend davon werden die zuständigen Stellen daraufhin die Risiken für die Bauten und Anlagen im betroffenen Gebiet beurteilen.
Ziel dieses Projekts ist es, harmonisierte und konsolidierte Szenarien für extreme Hochwasserereignisse auszuarbeiten, die auf einer gemeinsamen Datengrundlage beruhen (Pegelstände, Fliessgeschwindigkeiten, morphologische Veränderungen des Fliessgewässers sowie Ereignishäufigkeit). Ausgehend von der spezifischen Situation an Aare und Rhein soll definiert werden, welche verschiedenen Gefahren im Zusammenhang mit Hochwasser bestehen und wie diese möglicherweise interagieren. Berücksichtigt werden namentlich Phänomene wie Erosion, Gerinneverlagerung, Geschiebeablagerung, Rutschungen, Verklausung (Behinderung des Abflusses durch Treibgut) sowie Dammbrüche.
Ab 2014 werden Arbeitsgruppen mit externen Spezialisten und Vertretern des Bundes gebildet, die sich vertieft mit den meteorologischen Szenarien und den Hochwasserabflüssen, der Verklausung, dem Einfluss von Stauhaltungen, der Grossraumdynamik und dem Feststofftransport auseinandersetzen werden. Ab 2016 wird eine Synthese dieser Arbeiten erstellt. Bereits im Jahr 2013 wurde eine Vorstudie in Angriff genommen, die die bisherigen Forschungsarbeiten zum Thema inventorisieren und zusammentragen soll, und es wurde eine Untersuchung der historischen Hochwasserereignisse eingeleitet. Begleitet wird das Projekt von einem Expertenbeirat, dem Spezialisten aus dem Bereich der Gefahrenprävention angehören, und einer Begleitgruppe mit den betroffenen Kreisen. Die Zwischenergebnisse werden den zuständigen Fachstellen zur Verfügung gestellt.Das Untersuchungsgebiet reicht vom Ausfluss der Aare aus dem Thunersee bis unterhalb der Aaremündung in den Rhein. Die Szenarien für extreme Hochwasserereignisse sollten bis 2016 vorliegen. Auf dieser Grundlage werden die verschiedenen zuständigen Stellen - namentlich das ENSI, das BFE, das BABS und die Kantone - anschliessend die Gefährdung der Bauten und Anlagen entlang von Aare und Rhein beurteilen können. Dazu gehören insbesondere die Kernkraftwerke Mühleberg, Gösgen und Beznau I und II sowie rund 15 Stauanlagen. Zudem können die Kantone mithilfe dieser Daten die Risikobeurteilung für weitere Infrastrukturen und für die Agglomerationen konsolidieren.
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Letzte Änderung 20.04.2018