Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03170.jsonl.gz/1535

Ein Kolostoma bezeichnet ganz allgemein einen künstlichen Ausgang des Dickdarms. Während der Operation wird Ihr Dickdarm (Kolon) durch die Bauchdecke nach aussen geleitet und bildet ein Stoma (Öffnung).
Das bedeutet, dass Ausscheidungen und Windabgänge (Flatulenz) durch das Stoma Ihren Körper verlassen.
Ein Kolostoma befindet sich gewöhnlich auf der linken Seite Ihres Unterbauches. In einigen Fällen kann es auch auf der rechten Seite angelegt werden. Es muss in einem Teil Ihres Bauches platziert werden, wo es nicht durch Hautfalten „verschluckt“ wird, wenn Sie sich hinsetzen oder aufstehen. Vor der Operation wird Ihre Stomatherapeutin / Ihr Stomatherapeut die Stelle der geplanten Stoma-Anlage markieren. Es wird vorzugsweise an einer Stelle sein, die Sie sehen können, so dass Sie später die Stomabeutel einfach wechseln können. Manchmal erweist es sich jedoch während des Operations-verlaufs als nicht praktikabel, das Stoma genau in der vorher markierten Position anzulegen.
Nach Ihrer Operation werden Sie merken, dass Sie keine Kontrolle mehr über Ihre Ausscheidungen oder Windabgänge haben. Dies passiert nun automatisch im Rahmen der Darmbewegungen (Peristaltik) wodurch die Ausscheidungen in den Stomabeutel gelangen.
Ihr Stoma wird ein wenig wie die Innenseite Ihres Mundes aussehen und fühlt sich weich an. Seine Farbe ist blassrosa-rot und es sollte feucht sein. Das Stoma kann leicht hervorstehen oder bündig mit Ihrer Bauchdecke abschliessen.
Das Stoma besitzt keine Nerven und ist somit gefühllos. Eine Berührung des Stomas ist nicht schmerzhaft.
Wahrscheinlich wird es nach der Operation noch etwas geschwollen sein und sich erst nach einigen Tagen bis Wochen verkleinern und die endgültige Grösse annehmen. Es ist an den Rändern mit der Bauchdecke durch Nähte verbunden, die sich nach einer gewissen Zeit auflösen.
Das Stoma ist gefühllos und schmerzt nicht bei Berührung!
Warum wird mir ein Kolostoma angelegt?
Die Ursachen für ein Kolostoma können sehr vielseitig sein. Dazu gehören:
Chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn
Verletzungen, Schädigungen des Darmes durch eine Strahlentherapie
Bösartige Tumore im Bereich des Dickdarmes (Dickdarmkrebs)
Divertikulitis oder auch Stuhlinkontinenz, weil der Schliessmuskel nicht mehr richtig funktioniert
Ein Kolostoma kann dauerhaft oder zeitlich begrenzt (temporär) angelegt werden.
Ihre Ärztin / Ihr Arzt oder Ihre Stomatherapeutin / Ihr Stomatherapeut wird Ihnen die Gründe erklären, warum bei Ihnen eine Operation erforderlich ist.
Eine Operation kann aus verschiedenen Gründen erforderlich sein.
Endständige Kolostomie
Bei einer endständigen Kolostomie werden Teile des Dickdarms (Kolon) und/oder der Mastdarm entfernt. Der verbleibende Teil des Dickdarms wird durch Ihre Bauchdecke nach aussen geführt, um das Stoma zu bilden.
Eine Endständige Kolostomie kann auch temporär angelegt werden. Hierbei wird der erkrankte Abschnitt des Dickdarms entfernt und ein Stoma angelegt, das jedoch nach Heilung des operierten Dickdarmbereichs wieder zurückverlegt wird.
Doppelläufige Kolostomie (temporär)
Eine temporäre doppelläufige Kolostomie wird häufig angelegt, um den erkrankten Darmabschnitt für eine gewisse Zeit stillzulegen. Eine Darmschlinge wird hierbei durch die Bauchdecke nach aussen geführt und dann eröffnet, um das Stoma zu bilden.
Tragen einer Kolostoma-Versorgung
Nach der Operation müssen Sie einen Stomabeutel tragen, der Ihre Ausscheidungen sammelt. Kurz nach der Operation kann es sein, dass Ihre Ausscheidungen flüssiger sind als normal.
Nach einer gewissen Zeit werden sie eine festere Konsistenz annehmen, was sich jedoch abhängig von Ihrer Ernährung und weiteren Behandlungen (z.B. Chemotherapie, Strahlenbehandlung) wieder ändern kann. Die meisten Stomabeutel sind etwa so gross wie ein DIN A5 Blatt und werden mit ihrer Haftfläche auf die Bauchdecke aufgebracht.
Sie können problemlos unter Ihrer normalen Kleidung getragen werden. Kolostomie Beutel haben gewöhnlich integrierte Luftfilter, so dass die im Beutel aufgefangenen Darmgase allmählich und geruchsfrei austreten können.
Die Beutel sind wasserdicht, so dass Sie sie zum Baden oder Duschen nicht abzunehmen brauchen. Es liegt bei Ihnen, was Sie vorziehen.
Die meisten Stomabeutel sind in etwa so gross wie ein DIN A5 Blatt und werden mit ihrer Haftfläche auf die Bauchdecke aufgebracht.
Aufwachen nach der Operation
Wenn Sie nach Ihrer Operation aufwachen, tragen Sie schon einen Stoma Beutel. Dieser wird höchstwahrscheinlich durchsichtig sein, damit das Stoma und die Ausscheidungen einfach kontrolliert werden können. Das Stoma ist zunächst noch geschwollen, wird jedoch in den nächsten Tagen bis Wochen kleiner werden.
Es kann sein, dass sich noch Drainageschläuche an Ihrem Körper befinden. Das ist vollkommen normal. Auch kann bei Ihnen eine „Brücke“ angebracht worden sein, die unterhalb des Stomas sitzt. Diese ist nur als Unterstützung gedacht, damit Ihr Stoma in den ersten Tagen an seinem Platz bleibt. Diese Brücke und alle anderen Schläuche werden normalerweise nach ein paar Tagen entfernt, was nahezu keine Unannehmlichkeiten für Sie verursacht.
Nach der Operation werden Sie sich sehr müde fühlen und vielleicht eine Zeit voller unterschiedlicher Emotionen und Unsicherheiten durchleben. Dies variiert bei jedem Menschen, da wir alle verschieden sind.
Berücksichtigen Sie, dass es eine Weile dauern wird, bis Sie wieder genesen sind. Sowohl körperlich als auch seelisch.
Wann beginnt mein Stoma zu arbeiten?
Ihr Stoma wird normalerweise ein paar Tage nach Ihrer Operation anfangen zu arbeiten. Die Ausscheidungen sind dann noch wässrig und können zu Anfang streng riechen. Auch produziert Ihr Stoma laute Windabgänge, das ist alles völlig normal.
Die Konsistenz der Ausscheidungen wird fester, sobald Sie mit einer ausgewogenen Ernährung beginnen, und die Windabgänge werden leiser. Wenn Ihr Mastdarm (Rektum) nicht entfernt worden ist, kann es sein, dass Sie immer noch einen Stuhldrang verspüren. Wenn Sie dann zur Toilette gehen, ist es möglich, dass Sie noch einige Stuhlrest oder Darmschleim ausscheiden.
Ihr Stoma wird normalerweise ein paar Tage nach Ihrer Operation anfangen zu arbeiten.
Welche Versorgung muss ich tragen?
Nach Ihrer Operation tragen Sie zunächst einen durchsichtigen Beutel, der ausstreifbar ist. Die Pflegefachpersonen werden den Beutel entleeren und wechseln, bis Sie sich sicher genug fühlen, um dies selbst zu erledigen.
Dieser erste Beutel hat einen Auslass und kann somit entleert werden, ohne dass er von Ihrem Bauch abgenommen werden muss. Sobald Ihre Ausscheidungen wieder fester sind und eine ähnliche Konsistenz haben wie vor der Operation, wird in der Regel ein geschlossener Beutel verwendet. Die meisten Stomaträger mit einem Kolostoma tragen geschlossene Beutel.
Wie oft muss ich die Stomaversorgung wechseln?
Der Versorgungswechsel findet idealerweise immer nach der Stuhlentleerung statt. Ein Beutelwechsel ist von der Darmtätigkeit abhängig und im Durchschnitt ein- bis dreimal pro Tag erforderlich.
Entsorgung von Stomabeuteln
Geben Sie den benutzten Beutel in einen kleinen Müllbeutel, bevor Sie ihn in den Abfall werfen. Werfen Sie einen benutzten Beutel niemals in die Toilette.
Wenn Sie ausführliche Informationen möchten, senden Sie uns bitte eine Kontaktanfrage oder eine E-Mail. Wir schicken Ihnen gerne die entsprechenden Informationsbroschüren zu.