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Zeitschrift und Mitteilungen des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins
Mitteilungen des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins. Redigiert von H. Heß. Neue Folge, Band XVIII. Jahrgang 1902. München/Wien 1902.
Die von Heinrich Heß redigierte Zeitschrift des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins von 1902 stellt wieder einen Prachtband von 411 Seiten Lexikon-Oktav vor mit einer Anzahl wertvoller Monographien aus dem touristischen wie dem wissenschaftlichem Gebiete, aber nicht in besonderen Abschnitten geordnet, sondern abwechselnd. Es folgen sich so: 1. Dr. Matthäus Much: Prähistorischer Bergbau in den Alpen ( für die Frage der Alpenbesiedlung und der Kulturgeschichte der Alpen überhaupt außerordentlich instruktive, allerdings im wesentlichen auf die Ostalpen beschränkte Skizze ). 2. Eugen Oberhummer: Die Entwicklung der Alpenkarten im XIX. Jahrhundert. I. Teil: Bayern. ( Auf nächstes Jahr wird ein Überblick über die Entwicklung der österreichischen Alpenkarten versprochen. Die acht beigegebenen Kartenproben unterstützen trefflich die im Text gegebene Belehrung. ) 3. Adolf Schiber: Das Deutschtum im Süden der Alpen, Untersuchungen über seinen Ursprung ( gute Arbeit für die Frage der sogen. Kimbern, Langobarden und Goten, also die Deutschen am Südfuß der Ostalpen; das Deutschtum in den lepontischen und penninischen Alpen wird nicht besprochen ). 4. Franz Ramsauer: Die Alpen im Mittelalter. ( Dieser Teil befriedigt mich mehr als der letztjährige, er beweist gute Sach-und Literaturkenntnis und bringt die Nachweise gewissenhaft; immerhin ist nicht alles, was über die Pilatussage, sowie über die schweizerischen Alpenskribenten des XVI. und XVII. Jahrhunderts in diesem Jahrbuch zu finden gewesen wäre, benutzt worden, und es sind Fehler in den Zitaten. So ist S. Münsters Kosmographie nicht 1550 in Bern, sondern 1543 in Basel gedruckt worden, und Rhellicans Begleiter Kuntz war kein Doktor, sondern ein Pfarrer. Die Westalpen kommen in Ramsauers Darstellung entschieden zu kurz, ohne daß dies hinlänglich motiviert wäre. ) 5. Johannes Keller: Viktor von Scheffel als Tourist ( eine sehr angenehme Lektüre mit vielen Zitaten, aus zum Teil wenig Bekanntem des Dichters, der ja kein großer Bergsteiger war, aber ein begeisterter Freund der Berge ). 6. Eugen Berr und Dr. H. Hassinger: Das Geldloch im Ötscher ( Höhlenforschungen, gut beschrieben und brillant illustriert ). 7. Willy Rickmer Rickmers: Gebirgswanderungen in Bochara. 8. W. Paulcke: Auf Skiern im Hochgebirge. 9. Gustav Becker: Quer durch die Schweiz auf einsamen und begangenen Pfaden. Alle drei Artikel sind eine rechte Lektüre von Bergsteigern für Bergsteiger, denn nur diese können sie ganz verstehen. 10. Dr. O. von Unterrichter, Dr. O. Ampferer und Dr. G. Beyrer bringen uns: Die Miemingerkette, I. Teil ( Einleitung, Orographie und Nomenklatur. 11. M. von Prielmayer: Der Große Rettenstein ( im Kitzbühler Schiefergebirge. Schilderung der interessanten Ersteigung dieses Kalkkegels ). 12. Hans Gruber: Der Goldberg in den Hohen Tauern ( Monographische Skizze dieser schon in der Römerzeit wegen seiner Goldgruben bekannten Gruppe ). 13. Professor Dr. Guido Eugen Lammer: Die Texelgruppe ( Schluß, eine ähnlich gehaltene Monographie ). 14. Th. Girm-Hochberg: Von der Silvretta zum Ortler ( Fahrtschilderungen aus einem unsern Lesern wohlbekannten Gebiete ). 15. H. Steinitzer: Die Carnischen Voralpen ( Schluß ). 16. Alfred von Radio-Radiis: Wandertage im Pramper-gebirge und 17. Oskar Schuster: Wanderungen in den Bergen des Oanali-tales, haben mir den gleichen Eindruck hinterlassen wie oben die Fahrten von Rickmers, Paulcke und Becker. Mit Nr. 18, Ad. Witzenmann: Die Gruppe der Cadinspitzen in den Sextener Dolomiten ( Orographisches, Literatur, Karten und Nomenklatur, Touristisches, die Gipfel ) kommen die Texte der Zeitschrift zu einem schönen Abschluß. Die Illustrationen sind, wie immer, bewundernswert an Zahl ( 27 Vollbilder und 91 Textbilder ), künstlerischem Geschmack in der Auswahl und Feinheit der Reproduktionsweise. Die Lichtdrucke sind von F. Bruckmann, die ganzseitigen Autotypien von Angerer und Göschl. Unter den Künstlern finden wir neben den Autoren der Texte, die selbst auch Aufnahmen gemacht haben, E. T. Compton, Benesch und Reschreiter genannt. Kein Wunder, wenn ich es längst aufgegeben habe, in diesem Punkte mit der Zeitschrift um die Palme zu ringen. Die Beilagen sind: 1. Touristen-Wanderkarte der Dolomiten, Blatt 2, Maßstab 1:100,000. Druck und Verlag von G. Freytag und Berndt in Wien ( fein gestochen und namentlich sehr gut lesbar ); 2. das Geldloch oder die Seelucken im Ötscher, nach einer Zeichnung von G. Feichter, k. k. Oberlieutenant.
Der stoffliche Reichtum der Mitteilungen ist so ungeheuer, daß ich nicht einmal die Aufsätze hier alle namhaft machen kann, geschweige denn die kleineren Artikel, wie Touristische Mitteilungen, Weg- und Hütten-