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Die Ausgangslage verspricht Spannung, denn drei der sieben bisherigen Staatsrätinnen und Staatsräte treten bei den Wahlen im Kanton Freiburg nicht wieder an. Die aktuell einzige Frau unter ihnen, Anne-Claude Demierre (SP), sowie Georges Godel (Mitte) und Maurice Ropraz (FDP) treten zurück, womit fast die Hälfte der Regierung ausgewechselt wird.
In jeder bisherigen Regierungspartei wird ein Sitz frei. Die Mitte stellt aktuell insgesamt drei Staatsräte, die FDP und SP je zwei. Wobei: Rein rechnerisch hat die Mitte keinen Anspruch auf drei Sitze, die FDP nicht auf zwei. Die FDP hatte bei den letzten Parlamentswahlen gar einen tieferen Wähleranteil als die SVP, die seit 25 Jahren nie mehr einen Sitz im Staatsrat hatte.
Insgesamt neun Frauen und zehn Männer kämpfen um einen der Sitze. Im Rennen: die vier Bisherigen Didier Castella (FDP), Olivier Curty (Mitte), Jean-Pierre Siggen (Mitte) und Jean-François Steiert (SP). Sie haben gute Chancen, ihren Sitz zu verteidigen.
Kaum bekannt
Zwei der drei Regierungsparteien setzen neben ihren Bisherigen nur auf eine neue Kandidatur. Die Mitte will ihren frei werdenden Sitz mit Luana Menoud-Baldi verteidigen. Die gebürtige Tessinerin hat bisher kein politisches Amt und ist entsprechend wenig bekannt in der Freiburger Politik.
Neuer Kandidat bei der FDP ist Romain Collaud, der seine politische Karriere bereits mit 17 Jahren bei den Jungliberalen begann. Seit drei Jahren ist er im Kantonsparlament, wo bereits sein Vater war. Wäre er eine Frau, hätte er noch die grösseren Chancen, meint Collaud.
Kaum eine Rolle dürften die Grünliberalen spielen. Sie kamen bei den letzten Parlamentswahlen auf einen Wähleranteil von 1.8 Prozent. Für die GLP tritt Irene Bernhard nach 2016 erneut zu den Staatsratswahlen an, dazu auch Loris Grandjean, der die junge GLP gründete und bereits für den Nationalrat kandidierte.
Nur eine Listenverbindung
Einzig die linke Seite tritt mit einer gemeinsamen Liste an – SP, Grüne, CSP. Die SP stellt zwei neue Kandidatinnen. Die bekannteste: Valérie Piller Carrard, die vor zehn Jahren – mitten im Mutterschaftsurlaub – in den Nationalrat gewählt wurde. Zuvor war sie zehn Jahre im Grossen Rat. Bei der Staatsrats-Ersatzwahl 2018 unterlag sie. Bei diesen Wahlen trat sie erst an, als sich Christian Levrat wieder zurückzog.
Neben ihr tritt die Kantonalpräsidentin der SP, Alizée Rey, an und auch die CSP steigt mit ihrer Kantonalpräsidentin ins Rennen, mit Sophie Tritten. Für die Grünen soll Grossrätin Sylvie Bonvin-Sansonnens den Sitz holen. Die Grünen waren mit Marie Garnier bisher einmal im Staatsrat vertreten, bis sie 2018 zurücktrat. Die Grünen holten sich bei den letzten eidgenössischen Wahlen einen Freiburger Sitz im Nationalrat.
Alleingang der SVP
Doch auch die SVP will den Sprung in die Regierung schaffen. Vom Wähleranteil von fast 20 Prozent her hätte die SVP Anspruch auf einen Sitz, sie ist jedoch seit 1996 nicht mehr im Staatsrat vertreten. Raphaël Rimaz war der erste und bisher einzige SVP-Politiker in der Kantonsregierung.
Die SVP setzt auf den Alleingang und tritt mit einem Viererticket an – mit drei Männern und einer Frau: den drei Grossratsmitgliedern Gilberte Schär, Adrian Brügger und Philippe Demierre sowie David Papaux, Generalrat der Stadt Freiburg.
Auch kleinere Parteien mischen im Wahlkampf mit. Für die Künstlerpartei tritt Claudio Rugo an. Und für die Liste Direkte Demokratie, Spiritualität und Natur Nicole Ayer und Michèle Courant.
Der Einfluss von Corona auf die Kandidaturen
Vor Kurzem wurde bekannt, dass sich Gruppen gegen die Corona-Massnahmen, wie «Mass-Voll» oder das «Aktionsbündnis Urkantone» für die Nationalratswahlen 2023 vorbereiten.
Im Kanton Freiburg gibt es bereits eine Liste mit zwei Aktivistinnen, die gegen die Corona-Massnahmen sind.
Nicole Ayer und Michèle Courant kandidieren auf der Liste «DDSN-Fribourg». Ihr Programm sei es, «die Wahrheit über die Pseudo-Gesundheitskrise zu sagen», erklärte Michèle Courant, leitende Forscherin und Dozentin am Departement für Informatik der Uni Freiburg kürzlich gegenüber dem Online-Portal Watson. Sie sei gegen die Impfpflicht und allgemein gegen die Massnahmen der Behörden.