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Zu einem Zeitpunkt, da die Telekomindustrie sich bereitmacht, Milliarden von potenziellen neuen Handynutzern in Entwicklungsländern zu erreichen, hat ein schwedisch-indisches Start-up-Unternehmen ein innovatives Gerät entwickelt: Einen Funkturm zum Selberbauen, der nur so viel Energie verbraucht wie eine Glühbirne.
Seit Jahren versuchen Telekombetreiber, in die ländlichen Gegenden von Asien, Afrika und des Mittleren Ostens zu expandieren – eine riesige Wachstumsmöglichkeit. Schätzungen gehen davon aus, dass es in den nächsten fünf Jahren 2 Mrd neue Teilnehmer geben wird, 80% davon in den Entwicklungsländern. Weil die Elektrizitätsversorgung der Dörfer jedoch sehr unzuverlässig ist, ist technologisches Umdenken gefordert: Bisher müssen Basisstationen für Mobilfunknetze in abgelegenen Gegenden mit dieselbetriebenen Generatoren und Batterien gespeist werden, die unpraktisch und vor allem teuer sind.
Die Start-up-Firma VNL hat die letzten vier Jahre damit verbracht, eine einfache Basisstation zu entwickeln, die mittels Solarenergie betrieben wird. Doch die Telekombetreiber davon zu überzeugen, ein neues Gerät von einem unbekannten Newcomer zu kaufen, dürfte nicht leicht sein. Ausserdem arbeiten auch alle grossen Ausrüsterunternehmen wie Telefon AB L.M., Ericsson, Alcatel-Lucent und Motorola an entsprechenden Lösungen. Ericsson und Alcatel-Lucent haben bereits etwa 400 solarbetriebene Basisstationen in afrikanischen Ländern gebaut. In Indien gibt es 40 biodieselbetriebene Stationen von Ericsson. Die Basisstation von Alcatel-Lucent braucht 750 Watt, die von Ericsson 600. Die Basisstation von VNI würde 3500 Dollar kosten und nur 100 Watt zum Betrieb benötigen. Die heute weitverbreiteten GSM-Stationen kosten bis 100000 Dollar.
Quippo Infrastructure Equipment, ein unabhängiger indischer Betreiber von Mobilfunkinfrastruktur, will in Teilen Nordindiens die neue VNI-Technik nun in der Praxis testen. Bisher liefen die Do-it-yourself-Masten nämlich nur im Laborversuch erfolgreich.