Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03172.jsonl.gz/2154

Von Alexander Winkler
Haben die reformierten Theologen die in der frühen Neuzeit weit verbreitete Praxis des Segnens weiterhin erlaubt oder neuerdings verboten? «Beides», lautet die auf den ersten Blick widersprüchliche Antwort. Zu erläutern, worin dieser scheinbare Widerspruch besteht und wie er sich durch eine genaue Betrachtung der reformierten Auffassung über Sprache und Gott erklären lässt, ist das Ziel dieses Beitrags. Dabei stehen Traktate von Heinrich Bullinger und Rudolf Gwerb im Zentrum. Es wird sich zeigen, dass sie der Sprache keine immanente Kraft einräumten und Segen abhängig davon, mit welcher Erwartung sie geäussert wurden, entweder verboten oder erlaubten.
Continue reading
Von Sarah Murer
Die protestantische Reformation brachte wichtige Neuerungen bezüglich des Glaubens und der damit verbundenen Praktiken der Gläubigen mit sich. In diesem Blogbeitrag werden die Ansichten der reformierten Kirche bezüglich Besessenheit und Exorzismus anhand der Texte von Heinrich Bullinger und Bartholomäus Anhorn von Hartwiss aufgearbeitet, und durch Forschungsliteratur kontextualisiert. In einem wichtigen ersten Schritt werden die Begriffe Besessenheit und Exorzismus definiert, wonach der vorhergehende Glaube der katholischen Kirche aufgezeigt wird. Die zwei Schweizer Geistlichen erklären, dass der Teufel, von Gott angeordnet, von einer Person Besitz ergreifen könne, dass der Exorzismus aber verboten sei. Stattdessen werden Gebete und Arzneien verordnet, und der Besessene soll auf Gottes Gnade warten, während sichergestellt wird, dass er weder sich selbst noch anderen schaden könne.
Continue reading
von Lea Estermann
Im folgenden Beitrag wird ein Hexenprozess näher in den Blick genommen, der im frühneuzeitlichen Zürich stattgefunden hat. Dabei wird das Ziel verfolgt, die verschiedenen Aspekte des vorherrschenden Hexenbildes in der Obrigkeit und in der Bevölkerung miteinander zu vergleichen, indem ein Urteil eines Hexenprozesses mit den dazugehörigen Kundschaften abgeglichen wird. Dieser Untersuchung liegt die Annahme zugrunde, dass sich die Vorstellungen vom Übernatürlichen in den verschiedenen Ständen der frühneuzeitlichen Gesellschaft deutlich voneinander unterschieden. Zudem wird gezeigt, dass im endgültigen Urteil die Perspektive der Obrigkeit zu Tage tritt, die mit dem kumulativen Hexenbild der Frühen Neuzeit übereinstimmt.
Continue reading