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posthum oder postum
Korrekte Schreibweise:
- postum
Umstrittene Schreibweise:
- posthum
Postum und posthum sind nach Duden* zwei gleichberechtigte Schreibweisen mit derselben Bedeutung. Postum oder posthum bedeutet «nach dem Tod». Häufig liest man posthum/postum im Zusammenhang mit verstorbenen Künstlern: «Sein letztes Werk erschien postum.»
Die Schreibweise posthum ist umstritten. Das Deutsche Wörterbuch von Brockhaus WAHRIG* (2011) führt posthum als falsche Schreibweise von postum auf. Die Diskussion über die Schreibweise lässt sich auf den Ursprung der Wörter posthum und postum zurückführen. Postum stammt vom lateinischen Wort postumus (= nachgeboren) ab. Posthum entstand, weil die Menschen die Bedeutung des Wortes sehr direkt interpretierten und es mit dem lateinischen Wort posthumus in Verbindung brachten, das sich zusammensetzt aus den Bestandteilen post (= nach) und humus (= Erde) bzw. humare (= beerdigen). Wörtlich kann posthum ungefähr mit «nach der Beerdigung» übersetzt werden.
Aufgrund der Entstehung des Wortes spricht man bei posthum von einer volksetymologischen Schreibung. Sprachpuristen lehnen diese Schreibweise ab, weil sie vermuten, dass posthum sich aus einer falschen Interpretation der richtigen Schreibung postum entwickelt hat. Diesem Argument widerspricht aber die Wortverlaufskurve des Digitalen Wörterbuchs der deutschen Sprache (siehe unten), die posthum bereits um 1680 nachweisen kann, postum erst knapp hundert Jahre später. Dies deutet darauf hin, dass posthum die ursprüngliche Schreibweise war und sich postum später entwickelt hat.
Fazit: Wenn Sie auf Nummer sicher/Sicher gehen wollen, verwenden Sie postum, denn diese Schreibweise gilt bei allen Experten als korrekt.
Wortverlaufskurve nach DWDS, abgerufen am 21.9.2017