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Bewegungen des Bulbus werden auf die beschrie– bene Art verhütet. Zur Verrichtung des Hornhautschnittes be– dient man sich des Staarmessers. Dasselbe muss, wenn es gut seyn soll, eine scharfe Spitze haben, damit es leicht in die Hornhaut eindringt, Festigkeit besitzen, damit sich die Klinge nicht beuge, und desshalb mit einem Rücken versehen seyn, eine scharfe Schneide haben, und nur allmählig an Breite zunehmen, damit es leicht fortgeführt werden kann. Die Klinge muss nach rückwärts etwas dicker und convexer auf der Fläche wer– den, damit sie die Hornhautwunde ausfülle, und das Ausfliessen der wässerichten Feuchtigkeit hindere; das Messer muss die gehörige Breite haben, damit durch das Fortschieben des Messers der Schnitt vollendet werde. Eine solche Klinge muss einen Pariser Zoll, und 1 bis 2 Linien in der Länge haben, und in dem dem Hefte sich nähernden Drittheil etwas breiter seyn als der halbe Durchmesser der durchsichtigen Hornhaut"). Das rechte Auge muss mit der linken, das linke mit der rechten Hand operirt werden *). Der Operateur fasse das Messer in der Mitte des Heftes, wie eine Schreibfeder, das Auge lasse man etwas nach auswärts sich bewegen. Der kleine Finger der operirenden Hand stütze sich auf der Wange des Patienten auf. Man stosse beim ruhigen Stande des Auges die Spitze des mit der Schneide nach abwärts gerichteten Messers in die
4) Die Augenschnepper von Guerin, Eckhold etc. gehören unter die unpassenden Werkzeuge, da die Iris leicht verletzt, die Hornhautwunde zu klein, durch Umlegung des Rings, welcher das Auge umfasst, leicht ein schädlicher Druck veranlasst wird. Der Operateur ist zu sehr Sclave des Mechanismus des Werkzeuges.
2) Das Operiren über die Nase weg, mit zu diesem Zwecke eingerichteten Messern oder Nadeln ist sowohl bei der Scleroticonyxis als bei der Keratotomia verwerflich. \
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Hornhaut so ein, dass das Messer mit dem Stichpunkt beinahe einen rechten Winkel bildet, und eine halbe Linie vom Rande der Hornhaut entfernt, einige Linien oberhalb des Querdurchmes– sers derselben eindringt. Die Klinge wird alsdann in paralleler Richtung mit der Iris mit behutsamer Eile vorwärts geschoben, worauf man die Spitze derselben am innern Augenwinkel eine halbe Linie vom Rande der Hornhaut entsernt, etwas tiefer als eingestochen wurde, aussticht. Hierauf wird das Messer so lange fortgeschoben, bis durch den Eintritt der grössern Messerbreite der äussere und untere Halbkreis der Hornhaut in möglichst gleichem eine halbe Linie betragendem Abstand vom Rande derselben durchgeschnitten ist "). -
Bei Verübung dieses Actes hat man zu berücksichtigen: 1. dass man beim Einstich die Hornhaut durchdringe, und in die vordere Kammer gelange; schiebt man das Messer einige Linien zwischen den Lamellen der Hornhaut fort, ehe man mit der Spitze desselben in die vordere Augenkammer gelangt, so wird der Schnitt zu klein, zackicht und ungleich, der Staar dringt schwer heraus,
* *) Beer sticht blos / Linie vom Rande der Hornhaut, % Linie oberhalb des Querdurchmessers ein, und höher aus, als er eingestochen hat. Die beschriebene Methode von Wenzel, welche durch Borer und Roux ausgeübt wird, scheint, da von oben und aussen nach unten und innen in schräger Richtung der Schnitt geführt wird, zweckmässiger als Beer’s horizontaler Schnitt, indem weniger leicht vor Vollendung die wässerichte Feuchtigkeit ausfliesst, die Wunde der Hornhaut sich besser vereiniget, und wenn das Auge nach innen sich wendet, der Ausstich leichter schicklich vollendet werden kann. Ich finde es passend, den Schnitt eine halbe Linie vom Rande der Hornhaut zu entfernen; weil dann weniger Verletzung der Iris und nach der Operation Vorfall derselben erfolgen kann. C. Bell (a System of operativ Surgery. 2 V. p. 59) giebt diesen Rah.
die Iris wird gedrückt, es entsteht eine bedeutende Narbe, welche das Sehen mehr oder weniger beeinträchtigen kann; 2. dass die Klinge desMessers weder nach vorn noch rückwärts, noch weniger nach unten gedrückt werde; durch solche Bewegungen wird die Hornhautwunde gelüftet, dadurch der Ausfluss der wässerichten Feuchtigkeit und das Vordrängen der Iris unter die Schneide des Mes– sers veranlasst *). Ist das Messer eingestochen, so darf es nicht zurückgezogen werden. 3. Im Falle sich die Iris unter das Messer legt, so macht man mit dem Zeigefinger der das untere Augen– lied befestigenden Hand gelinde Frictionen auf der Hornhaut, wornach sie sich zurückzieht; sollte sie sich aber augenblicklich wieder vorlegen, so lässt man den Finger auf der Hornhaut bis zur Vollendung des Schnittes ruhen. 4. Wenn das Auge, während das Messer schon in die vordere Augenkammer eingedrungen ist, sich nach innen stellt, so dass der innere Rand der Hornhaut ver– steckt ist, so muss dnrch schnelle und geübte vergleichende Beobachtung der Richtung und der bekannten Länge des Messers, und des noch sichtbaren Theiles der Hornhaut, der Ausstich blind– lings und dennoch zweckgemäss gemacht wer– * den ”). 5. Ist der Schnitt zu klein ausgefallen, so werde er mittelst der Schere erweitert. Der zu kleine Schnitt ist die gewöhnliche Ursache des Misslingens der Operation. Ist die Conjunctiva nicht vollkommen durchgeschnitten, wenn der Horn
a) Ich glaube bemerkt zu haben, dass dadurch, dass man die Hornhaut nicht zu nahe an ihrem Rande durchschneidet, der Vorfall der Iris am besten verhütet wird; bei Vollendung des Schnittes pflege ich aus dieser Ursache die Schneide des Messers, jedoch nur wenig, nach vorwärts zu richten.
2) Dieser Umstand kann bei horizontalem Durchführen des Messers. Statt finden, desshalb verdient die Wenzel’sche Methode den Vorzug.
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hautschnitt vollendet ist, so zerschneide man die nicht getrennte Stelle mittelst der Schere ). 6. Im letzten Augenblick der völligen Durchschneidung der Hornhaut halte man ein wenig ein, um die Zusammenziehungen des Auges abzuwarten, und dadurch zu verhüten, dass die Linse sammt Glaskörper hervorstürze. 7. Ist das Auge dem Mes– ser entgangen, nachdem die vordere Kammer schon geöffnet war, so schliesse man das Auge und warte zu, bis nach einigen Tagen die wäs– serichte Feuchtigkeit sich wieder angesammelt hat. Es ist nicht zweckmässig, unter diesem Verhältniss die Operation zu vollenden; der geübte Wundarzt wird das Messer in der entleerten vordern Augenkammer zwischen der Iris und der Hornhaut fortführen, ohne eines dieser Gebilde zu verwunden, allein die Iris wird gedrückt und leicht entsteht dann Iritis. 8. Werden beide Augen operirt, so mache man auf beiden den Hornhautschnitt, ehe man die Linsenkapsel öffnet. Man nehme für jedes Auge ein anderes Messer, da sich während dem Gebrauche immer eine fettige Ma– „terie der Klinge anhängt, die im Schnitte hin– derlich ist. Ist der Hornhautschnitt vollendet, so lässt ma das obere Augenlied sinken;“ nach einigen Sekun– den hebt der Gehülfe dasselbe behutsam, dass der Augapfel nicht gedrückct werde, in die Höhe. Der Operateur zieht mit dem Zeigefinger das un– tere Augenlied herab, und drückt zugleich sanft an den untersten Theil des Augapfels an, wodurch die Einbringung des zur Eröffnung der Kapsel bestimmten Werkzeuges erleichtert wird. Eine lan– cettförmige Staarnadel eignet sich hiezu am besten ?). *) Die Daviel'sche Schere, die Knieschere von Richter,
können durch eine gerade feine Schere ersetzt werden (Kirchmayr, de Cataracta. Landishuti, 1819. S. 29).
2) P* Lafaye'sche Cistotom und alle ähnlichen Vorrich
Man führt diese Nadel zwischen der Iris und Hornhaut so ein, dass die Spitze derselben gegen den innern Augenwinkel, ein Rand nach aufwärts, der andere nach abwärts gerichtet ist. Ist sie am untern Rande der Pupille angekommen, so wird sie durch dieselbe eingeführt, dass der untere schneidende Rand auf der vordern Kapselwand, ihre Spitze nach aufwärts, eine ihrer Flächen gegen den innern, die andere gegen den äussern Augenwinkel hinsteht. Nun macht der Operateur drei bis vier senkrechte Züge, wodurch die Kapsel zerschnitten wird, dann dreht er das Heft der Nadel halb um die Achse, und wiederholt die Züge in einer etwas schiefen Richtung, so dass die vordere Kapselwand in rautenförmige Läpp– chen zertheilt wird. Nun wird die Nadel vorsichtig auf dieselbe Weise, wie sie eingeführt wurde, ausgezogen !).
Da die im Auge zurückgelassene Kapsel zuweilen sich verdunkelt, so machte Richter *) den
tungen sind verwerflich, weil der Pupillarrand der Iris dadurch gedrückt, die Hornhautwunde zu sehr gelüftet, und die Kapsel nicht ausgiebig zerschnitten wird. Einige haben sich der Spitze des Staarmessers, andere myrthenblattförmigen silberner und goldener Nadeln etc. zur Eröffnung der Kapsel bedient. -
4) Sharp und Wenzel empfehlen das gleichzeitige Verüben des Hornhautschnittes und der Eröffnung der Linsenkapsel. Zu diesem Zwecke wird die Spitze des Messers, sobald diese der Pupille gegenübersteht, in die Kapsel eingestochen, und dadurch die Eröffnung derselben vollführt. Es wäre sehr nützlich, die beiden Acte der Operation zu vereinigen. In einem Falle, in welchem ich auf diese Weise handelte, floss der humor aqueus, wie ich die Spitze des Messers durch die Pupille schob, aus, und die Iris legte sich vor die Schneide, dass nur mit Mühe die Operation vollendet werden konnte, und dieses wird immer geschehen, da beim Einsenken der Spitze des Messers in die Pupille die Hornhautwunde gelüftet wird.
2) Observ, chirurg- Fasc. II. p. 101.