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I N H A B E R I N D R I T T E R G E N E R A T I O N V O N 1990 – 2015
JÜRG A. PFLUGER
DR. WALTER PFLUGER
An der Abschlussfeier des Jahres 1989 gab Hugo Pfluger seinen Rückzug von der operativen Führung des Unternehmens bekannt. Nachfolger als Vorsitzender der Geschäftsleitung wurde sein Sohn Jürg, während sein anderer Sohn Walter fortan den Verwaltungsrat präsidierte. Beide waren bereits 1979 in das Unternehmen eingetreten und wurden von ihrem Vater intensiv auf ihre Rolle als gemeinsame Leiter des Unternehmens vorbereitet.
Der im Oktober 1950 geborene Walter Pfluger studierte Maschinenbau an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich. Anschliessend promovierte er dort und schloss seine Ausbildung im Jahr 1979 als Doktor der Technischen Wissenschaften ab. Auf Wunsch seines Vaters trat er unmittelbar danach in den Familienbetrieb ein und wurde dort Direktor für Forschung und Entwicklung. Zwar erwarb Walter Pfluger Ende der 1980er-Jahre noch einen Executive MBA an der Hochschule St. Gallen (HSG), aber die Welt, in der er sich am wohlsten fühlte, blieb die der Technologie.
Der wesentliche Grund für den raschen Start seiner beruflichen Tätigkeit in der Agathon AG lag darin, dass sich die CNC-Technologie anschickte, den Maschinenbau dramatisch zu verändern. Agathon wollte hier eine Vorreiterrolle einnehmen. Eine der wichtigsten Aufgaben des neuen Entwicklungschefs lag daher in der Einführung der CNC-Technologie im Unternehmen.
Bereits im Jahr 1980 konnte Agathon die weltweit erste CNC-Wendeschneidplatten-Schleifmaschine vorstellen. Es sollte nicht die letzte wegweisende Entwicklung von Walter Pfluger bleiben.
Sein Bruder Jürg kam im Juli 1953 zur Welt. Er war mehr Geschäftsmann als Erfinder und studierte an der Universität in Bern Wirtschaft, wo er sein Studium mit dem zu der Zeit gängigen Lizenziat abschloss. Nach seinem Eintritt in die Agathon AG übernahm er Verantwortung für Marketing und Vertrieb. Anfang der 1980er-Jahre lebte er vorübergehend in den USA, wo er für rund drei Jahre die nordamerikanische Vertriebs- und Serviceniederlassung Agathon Maschine Tools Inc. führte.
Im Jahr 1996 übergab Jürg Pfluger die Verantwortung als CEO seinem Bruder und verliess im Jahr 2013 das Unternehmen aufgrund seiner angeschlagenen Gesundheit. Jürg Pfluger verstarb im Sommer 2015.
Agathon hatte mittlerweile eine Grösse erreicht, die es für eine Person unmöglich machte, sowohl die kommerziellen als auch die technologischen Bereiche zu führen. Walter Pfluger entschied sich daher, die Leitung der Forschung und Entwicklung abzugeben und holte den Physiker Dr. Stephan Scholze ins Unternehmen. Scholze übernahm das Amt als Vizedirektor Forschung und Entwicklung im Januar 2012.
Bereits nach dem Ausstieg seines Bruders kümmerte sich Walter Pfluger darum, seine Nachfolge zu regeln. Denn: Von Seiten seiner drei Kinder fehlte ein klares Bekenntnis das Unternehmen in vierter Generation weiterzuführen. «Die Kinder in eine ungewollte Position zu drängen, bringt nichts», diktierte er im Oktober 2014 der Solothurner Zeitung, denn dann fehle das Wichtigste, nämlich das Herzblut. Die zwei wichtigsten Kriterien für eine externe Nachfolge waren der Erhalt der inneren Einheit des Unternehmens mit seinen zwei Standbeinen Maschinen und Normalien sowie der Erhalt des Standorts Bellach und der entsprechenden Arbeitsplätze. Ein Finanzinvestor kam für ihn daher genauso wenig in Frage wie ein Börsengang. Vielmehr suchte er gezielt einen Käufer, der Agathon als Inhaber weiterführen würde.