Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03253.jsonl.gz/3653

Sanchaek
Ein Mädchen und ein Junge gehen durch die Strassen ihrer Stadt. Beide sehen einsam aus. Die Strassen sind fast menschenleer. Wonach suchen die beiden? Sie gehen weiter und es sieht aus, als müssten sich ihre Wege irgendwie oder irgendwo kreuzen. Ihr «Flanieren» durch das städtische Labyrinth wird zum Zeichen eines inneren Abenteuers, das den Ausbruch nicht wagt. Dadurch wird die Erkundung der städtischen Topografie zum Symbol eines metaphysischen Abenteuers. Zur Struktur seines Films sagt Regisseur Koo-yong Sohn: «Von der Prämisse ausgehend, dass Kino Musik am nächsten kommt, kam mir der Gedanke, dass einen Film zu machen aus formaler Sicht einem Lied entspricht. Darum wollte ich die Zeit in diesem Film über eine nicht-erzählerische, von Rhythmus und Melodie getragene Zeitachse entwickeln. Ich spürte, dass die Bewegung der Kamera und der Schauspieler, die Farben und die Formen in den Einstellungen und die natürlichen Geräusche vom Set die Rolle von Rhythmus und Melodie spielen konnten.» Eine subtile Sondierung der Einsamkeit in der Stadt. Eine ausgeklügelte Komödie für Flaneure des inneren Raums.
Giona A. Nazzaro