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Pius Brülhart wurde am 6. November 1923 als zweites Kind der Familie Alfons Brülhart und Margeritha Brülhart-Zosso geboren. Seine Jugendzeit verbrachte er im Elternhaus im Tann bei Schmitten mit seinen Brüdern Josef und Albert. Im 8. Schuljahr ging er von zu Hause fort, um bei seinem Getti in Lanthen ein paar Batzen zu verdienen.
Der Schule entlassen, war Pius als flinker Melker tätig; unter anderem in Garmiswil, wo er Anna Julmy, die in Räsch wohnte, kennenlernte. Kurze Zeit arbeitete er in Stollen im Berner Oberland und im Wallis. Am 17. Mai 1945 verheiratete sich Pius mit Anna Julmy und sie wohnten im Tann im Elternhaus, wo Marie-Therese 1946 und Beatrix 1949 das Licht der Welt erblickten.
Da der kleine Lohn nicht reichte, entschloss sich Pius schweren Herzens, seinen Beruf als Melker aufzugeben. Er fand eine Stelle bei Kehrli & Oeler in Bern, wo er drei Jahre im Möbel- und Zügeltransport und zwischendurch als Aushilfe im Keller des Zollfreilagers für Wein und Spirituosen tätig war. Als der Kellermeister des Zollfreilagers erkrankte, sprang Pius im Keller ein. Er arbeitete 37 Jahre mit viel Freude und Elan als Küfer- und Kellermeister, obwohl ihm an manchen Tagen das Tageslicht fehlte. Zweieinhalb Jahre vor der Pensionierung wurde er dem Cargo zugeteilt, was ihm auch gut gefiel.
1951 zog die Familie in ein Zwei-Familien-Kleinbauernhaus bei Elswil in Wünnewil, wo sie als Selbstversorger eine Kuh, Schweine und Hühner hatte. Hier kam 1956 Pia zur Welt. Im Februar 1957 übernahm Pius die Pacht mit Landwirtschaft im Sagerain. Dort kam 1961 Hans auf die Welt. Seinen Kindern war Pius stets ein fürsorglicher und lieber Vater. Mit seiner Gabe, Tiere und Menschen zu massieren und ihnen Nerben einzuziehen, half er vielen. Oft, auch nach der Pensionierung, half Pius Brülhart seinem Schwiegersohn Seppi auf dem Hof.
Am 31. August 1999 starb seine Frau Anna innert zwei Monaten an einer Krebserkrankung. Dies war ein harter Schicksalsschlag, aber durch starken Willen, Durchhaltevermögen und mit Hilfe der Familie überwand er diese schwierige Lebenssituation. Im August 2003 erlitt er einen Herzinfarkt. Von da an nahmen seine Kräfte ab. Erst konnte er noch daheim bleiben, am 2. März 2009 trat er dann ins Pflegeheim Wolfacker ein. Am Freitag, 16. Juli, erlitt er eine Hirnstreifung. Am Dienstag, 20. Juli 2010, schlief er dann gut behütet und begleitet friedlich im Beisein seiner Familie ein.
Ein Stück Geschichte, ein kleines Unikum, das er war, ging hier zu Ende. Seine Familie dankt ihm für alles, was er ihr gegeben und was er für sie getan hat. Eing.