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Der englische Arzt Dr. Grantly Dick-Read (1890 – 1959), Geburtshelfer anfangs des 20. Jahrhunderts, bemerkte, dass einige Frauen ihre Kinder sehr ruhig und gelassen zur Welt bringen, andere wiederum mit starken Schmerzen. Ihm fiel auf, dass vorallem Frauen aus einfacheren und „unwissenderen“ Verhältnissen, oftmals sanftere, schnellere und einfachere Geburten erlebten. Und so beobachtete er über Monate die gebildeten, wohlhabenden Frauen, welche im Londoner Krankenhaus lagen und teilweise beinahe unerträgliches Leiden während der Geburt über sich ergehen lassen mussten und stellte sich die Frage: “Warum nur?“
Während des ersten Weltkrieges erlebte er wieder sanfte Geburten von Frauen in übelsten Umgebungen, dass er realisierte, dass nicht diese Frauen etwas Spezielles hatten, sondern, dass sie etwas nicht hatten, nämlich Angst, Angst vor der Geburt, Angst vor irgendwelchen Komplikationen, … .
Auf Grund dieser Beobachtungen stellte er seine Theorie auf: Wo keine Angst ist, ist auch kein Schmerz. Angst verursacht das Zusammenziehen und das Verkrampfen der Arterien, die zur Gebärmutter führen. Diese Verkrampfung erzeugt Schmerz. Wird keine Angst empfunden, entspannen sich die Muskeln und geben nach. Der Gebärmutterhals kann sich ganz natürlich verkürzen, der Muttermund öffnet sich und der Körper pulsiert rhythmisch um das Baby mit Leichtigkeit hinauszuschieben. Und er entdeckte das „Angst-Verkrampfungs-Schmerz Syndrom“. Er stellte fest, dass Angst die Verkrampfung im Körper und insbesondere der Gebärmutter verursacht und dass diese Angst den natürlichen Geburtsvorgang behindert, die Geburt verlangsamt und Schmerzen verursacht.
In den Folgejahren beobachtete er zudem, dass bei diesen sanften Geburten offenbar noch etwas anderes passierte. Diese Frauen sahen so entspannt aus, wie wenn sie eine Art Beruhigungsmittel genommen hätten. Der Körper musste sich offenbar durch diese Furchtlosigkeit mit einem eigenen natürlichen Entspannungsmittel anfüllen können.
In den 70-er Jahren gelang es wissenschaftlich die Wirkung der sogenannten Endorphine nachzuweisen. Diese können eine bis zu 200x stärkere Wirkung als Morphium hervorrufen, die Voraussetzung für deren Freisetzung ist eine tiefe Entspannung.
Aus diesen Erkenntnissen wurden verschiedene Geburtsmethoden entwickelt wie z. Bsp. die Lamaze- oder die Bradley-Methode. 1989 wurde HypnoBirthing erstmals als Geburtsmethode vorgestellt. Es bedeutet die Rückkehr zu der Vorstellung, dass es jeder Frau möglich ist, mit Hilfe ihres Mutterinstinkts ihre Kinder angenehm und mit Freude zur Welt zu bringen, so wie es der Natur am meisten entspricht.