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Klimaerwärmung führt zu weltweitem Massensterben der Korallen
Eine globale Korallenbleiche sorgt derzeit für ein grosses Sterben der Riffe und schränkt den Lebensraum der Meeresbewohner ein. Das Wetterphänomen El Niño verstärkt diesen Effekt noch zusätzlich, der auch für Menschen zu einer Bedrohung werden kann.
Seit Sommer 2014 hält die Korallenbleiche bereits an, die zu Beginn den Nordpazifik erfasste und derzeit besonders die Korallenriffe in Hawaii und in der Karibik bedroht. Schuld daran ist in erster Linie die globale Klimaerwärmung, welche unter anderem die Meerestemperatur ansteigen lässt. Forscher der US-Umweltbehörde NOAA gehen davon aus, dass bis zum Ende dieses Jahres alleine von den amerikanischen Riffen fast 95 Prozent von einer möglichen Korallenbleiche betroffen sein werden. Bis zum Frühjahr 2016 könnte sich das Massensterben im Indischen Ozean sowie in Südostasien fortsetzen.
Das Problem: Korallen sind auf Algen angewiesen. Sie liefern den Nesseltieren Energie durch Fotosynthese, weshalb Korallen im gesunden Zustand farblich bunt leuchten. Wird das Meerwasser jedoch zu warm, produzieren Algen vermehrt Giftstoffe, wodurch die Symbiose gestört ist und die Korallen sich von ihnen trennen. Geschieht dies länger als etwa zwei Monate, sterben die Korallen ab und werden farblos.
El Niño verstärkt Klimaerwärmung und gefährdet den Menschen
Neben der Klimaerwärmung ist das meteorologische Phänomen El Niño ein wesentlicher Einflussfaktor für die Korallenbleiche. Die Tropenstürme im Ostpazifik wirken den Passatwinden entgegen, welche die Meere so umwälzen, dass kalte Wasserlagen an die Oberfläche gelangen. Wo es zu weniger Wasserauftrieb kommt, kann sich die Wassertemperatur um bis zu fünf Grad erhöhen. Das führt in der Folge auch zu Veränderungen im südostasiatischen Raum und den benachbarten Meeren.
Die NOAA-Forscher fürchten, dass die Korallenbleiche durch den Einfluss von El Niño und der Klimaerwärmung bis zum Frühjahr 2016 auch den Indischen Ozean erreicht haben wird. Davon betroffen sind nicht nur die Korallenriffe selbst, sondern auch die Meeresbewohner, deren Lebensraum weiter eingeschränkt wird.
Wenn ganze Riffe aufgrund der Korallenbleiche kollabieren, fehlt zudem ein natürlicher Schutzwall, der die Stürme vor den Küsten abbremst. Dieser wäre gerade wichtig, da El Niño verstärkt sintflutartige Regenfälle und Stürme von Kalifornien bis weiter südlich nach Brasilien bringt. Während El Niño in diesen Gebieten Überschwemmungen verursacht, kann es in Australien, Indonesien und Südostasien zu grossen Dürreperioden kommen.
Quellen: NOAA, welt.de, spiegel.de, wetter.net, elnino.info, Wikipedia; Text: Christian Gmür