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Im Kanton Jura fällt der Entscheid über die künftige Zusammensetzung der Regierung erst im zweiten Wahlgang am 8. November. In der ersten Runde am Sonntag erreichte niemand das absolute Mehr. Auch die zwei Bisherigen, die erneut antraten, scheiterten an dieser Hürde.
Für die fünf Sitze in der jurassischen Exekutive lagen 18 Kandidaturen vor. Das beste Resultat erzielte mit 12'325 Stimmen der amtierende Finanzminister Charles Juillard (CVP), welcher der Regierung seit 2006 angehört. Er brachte es jedoch nur auf 42,54 Prozent der Stimmen. Die Stimmbeteiligung betrug 54,13 Prozent.
CVP machte sich berechtigte Hoffnungen
SP-Gesundheitsdirektor Michel Thentz landete dagegen als zweiter Bisheriger mit 8283 Stimmen nur auf dem sechsten Rang. Er war umstritten, weil er das Sparprogramm «Optima» unterstützt hatte. Thentz hatte vor vier Jahren den unabhängigen Christlichsozialen (PCSI) deren einzigen Regierungssitz abgeknöpft.
Weit besser abgeschnitten als Thentz hat dagegen seine Parteikollegin Nathalie Berthoulot, die den zweiten Platz errang, gefolgt vom Freisinnigen Jacques Gerber und den CVP-Kandidaten Martial Courtet und Gabriel Willemin.
Im Vorfeld der Wahlen war nicht ausgeschlossen worden, dass die CVP in der jurassischen Regierung die Mehrheit erobert. Die stärkste Partei des Kantons war denn auch mit einem Fünferticket ins Rennen gestiegen.
Drei Rücktritte
Nicht mehr zur Wahl angetreten waren drei Regierungsmitglieder. SP-Erziehungsministerin Elisabeth Baume-Schneider musste ihr Amt nach drei Legislaturen wegen der Amtszeitbeschränkung niederlegen. Wirtschaftsminister Michel Probst (FDP) und Philippe Receveur (CVP), zuständig für Umwelt und Infrastruktur, hören nach zwei Amtsperioden auf.
In der jurassischen Regierung hatten CVP und SP bisher je zwei Sitze. Die FDP hatte ein Mandat. Schon vor vier und acht Jahren war im ersten Wahlgang niemand gewählt worden. Der zweite Wahlgang ist auf den 8. November angesetzt.
SVP legt bei Parlamentswahlen massiv zu
Bei der Wahl des Kantonsparlaments ist die SVP die grosse Gewinnerin. Gemäss definitiven Resultaten hat sie vier Sitze dazugewonnen und damit die Zahl ihrer Vertreter auf Kosten der CVP und der SP verdoppelt. Gestärkt aus den Wahlen hervor ging auch die FDP mit einem zusätzlichen Sitz.
Die CVP verlor zwei Sitze und kommt noch auf 17 Vertreter im 60-köpfigen jurassischen Parlament. Sie bleibt trotz der Verluste stärkste Kraft. Die SP verliert ebenfalls zwei ihrer Sitze, einen Vertreter weniger darf die linke Gruppierung CS-POP stellen.
Wahlausgang ähnlich wie auf nationaler Ebene
Der Ausgang der kantonalen Wahlen liegt damit ganz auf der Linie der Eidgenössischen Wahlen: Zugewinne für die SVP und ein bescheidener Erfolg für die FDP. Nicht dem nationalen Trend entsprachen die Resultate der Grünen und der Christlichsozialen (PCSI) im Kantonsrat: Beide konnten ihre Sitzzahl halten.
Im neugewählten Parlament sitzen damit 17 CVP-Vertreter (-2), 12 Sozialisten (-2), 9 FDP-Politiker (+1), 8 Christlichsoziale (-), 8 SVP-Vertreter (+4), 4 Grüne (-) und 2 Linksalternative (-1).