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Nach weitreichenden Zugeständnissen des Parlaments hat der indische Anti-Korruptions-Aktivist Anna Hazare für Sonntag das Ende seines Hungerstreiks angekündigt.
Tagelang habe die Bevölkerung gemeinsam mit ihm gekämpft und nun den Sieg davongetragen, sagte der 74-jährige Bürgerrechtler am Samstag vor seinen Anhängern in Neu Delhi. Zuvor hatte Finanzminister Pranab Mukherjee erklärt, das Parlament sei bei Beratungen über ein Anti-Korruptionsgesetz auf wesentliche Forderungen Hazares eingegangen.
Die Entscheidung des Parlaments sei ausreichend, um seinen Hungerstreik aufzugeben, sagte der Aktivist. Finanzminister Mukherjee hatte vor dem Parlament nach einer fast neunstündigen Debatte erklärt, man unterstütze die Forderung Hazares nach einem Gesetz, das griffiger sei als der von der Regierung vorgelegte Entwurf. Die Abgeordneten klopften zustimmend auf ihre Tische.
Fasten gegen Korruption
Hazare fastet seit dem 16. August, um gegen die in Indien allgegenwärtige Korruption zu protestieren und ein verschärftes Gesetz gegen Bestechung durchzusetzen.
Zu seinen Forderungen zählte vor allem die Schaffung einer unabhängigen Behörde, die alle Minister, Abgeordnete und Beamte überwacht, sowie Ombudsmänner in allen 29 Bundesstaaten. Das Parlament hatte für Samstag eine Sonderdebatte zu einem radikalen Anti-Korruptionsgesetz angesetzt.
Die Behörden hatte Hazare zunächst festnehmen lassen, nach drei Tagen aber wieder freigelassen, nachdem sie feststellen mussten, dass er in der indischen Bevölkerung immensen Rückhalt hat. Die massiven Proteste haben die Regierung von Ministerpräsident Manmohan Singh unter massiven Druck gesetzt.
Hazares Unterstützer erklärten, auch wenn das Parlament weniger als gefordert unternommen habe, sei das ein Sieg für die Protestbewegung. Wenigstens die Abgeordneten hätten von dem Wunsch der Menschen Notiz genommen, die Korruption in Indien auszurotten, sagte einer der Organisatoren, Medha Patkar.