Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03240.jsonl.gz/842

Familiengärten haben in der ehemaligen „Arbeiterstadt“ Winterthur eine lange Tradition. Die Pünten dienten lange Zeit dazu, die schmalen Haushaltsbudgets zu decken. Heutzutage sehen die meisten GärtnerInnen in der Bewirtschaftung ihrer Parzelle einen sinnvollen Ausgleich zur Arbeitswelt. Die Pflege und das Verständnis der Natur nimmt einen breiten Platz ein. Das Vorurteil vom spiessigen Schrebergärtner, der seine Salatköpfe mit dem Lineal ausrichtet, gehört – zumindest bei uns – längst zur Vergangenheit.
Die Pünten im Vogelsang existieren bereits seit 1920, als das Breite-Vogelsang-Quartier erstmals überbaut wurde. Das rund 17’000 Quadratmeter grosse Areal war von jeher im Besitz der Stadt Winterthur. In das Blickfeld einer breiten Öffentlichkeit gerieten die Pünten erstmals Anfang der 90er-Jahre, als die Stadtverwaltung aufgrund des damaligen knappen Wohnraumes auf dem Areal eine Wohnüberbauung plante. Die PächterInnen wehrten sich mit einer Unterschriftensammlung, die zu einer Volksabstimmung führte. Diese brachte – für die meisten überraschend – ein deutliches Ja zum Erhalt der Pünten.
Anfang 1998 begann die Stadt Winterthur mit der Sanierung des Areals und verpachtete das Gelände dem neugegründeten Verein Pünten im Vogelsang (PIV), der die Gartenparzellen seither verwaltet.
Ohne Wissen des PIV versprach der Stadtrat bereits 2004 der GWG zwei Drittel des Geländes zur Überbauung. In der Folge wurde eine städtebauliche Studie in Auftrag gegeben, in welcher mehrere Varianten skizziert wurden. Für eine Überbauung des Areals musste allerdings das Ergebnis der ersten Volksabstimmung wieder rückgängig gemacht werden.
Am 26. März 2012 stimmte der Grosse Gemeinderat einem Antrag des Stadtrates zu, das Gebiet unterhalb des Weges umzuzonen. Die IG Pünten und Grünzone im Vogelsang, ein loser Zusammenschluss von Püntikern und weiteren interessierten Personen, ergriff gegen diesen Beschluss das Referendum. In der städtischen Abstimmung vom 23. September 2012 entschied sich eine deutliche Mehrheit der Stimmbürger für die Vorlage.
Das Areal unterhalb des „Püntenweges“ wurde uns auf den 31. Dezember 2015 gekündigt, geräumt und an die Stadt Winterthur zurückgegeben. Im Frühling 2017 stehen die Bauprofile. Nach diversen Verzögerungen beginnt der Abbruch und Bau 2019.
Details zum Bauprojekt auf den Webseiten der GWG