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Frau: „Gibt es noch andere Möglichkeiten, wie ich schwanger werden konnte? Wie zum Beispiel auf einen Toilettensitz zu sitzen?“
House: „Absolut!
Es müsste noch ein Mann zwischen Ihnen und dem Toilettensitz sitzen. Aber ja, absolut!“
Ich musste so daran denken, was mein Arzt-Kollege mir mal erzählt hat, was er denkt, wenn ihm mal wieder jemand erklärt, ihren Herpes habe sie auf der Toilette aufgelesen:
„Ja, vielleicht. Aber nicht alleine.“
…
Darum geht es in einer Sammelklage in den USA (Quelle: abc). Gut … die sind dort etwas klagewütig, aber hier sehe ich einen Grund.
113 Frauen aus 28 Staaten sind schwanger geworden, obwohl sie die Pille genommen haben. Laut der Klage wahrscheinlich, weil die Pille falsch abgepackt wurde. Das war so ein Präparat, wo man 3 Wochen lang die Pille mit Hormonen hat und 1 Woche lang die Placebo-Tabletten in der Packung nimmt. Dabei hat man dann die Abbruchblutung und fährt gleich anschliessend mit der neuen Packung weiter. In den Packungen der Frauen sollen diese Placebo Tabletten nun falsch abgepackt worden sein – nämlich am Anfang der Packung eingefüllt. Die Frauen hätten demnach eine zu lange Pause gemacht – die verhütende Wirkung der Pille ist dadurch nicht mehr gegeben, deshalb wurden sie schwanger. Die Firma selbst sagt, die Frauen seien aufgrund eigener Einnahmefehler schwanger geworden.
2011 hat die Firma Qualitest Millionen Packungen von 8 ihrer Pillen freiwillig zurückgezogen, nachdem herauskam, dass Pillen in umgekehrter Reihenfolge in die Packungen gefüllt wurden. Laut Firma:
„Our commitment is to patient safety and we take product quality very seriously. … There is no new or recent product recall. The recall that forms the basis of this suit was entirely voluntary and occurred more than four years ago in September 2011. The voluntary recall occurred based on an extremely small number of pill packs that were manufactured by an external contract manufacturer. Endo has been able to confirm only one blister pack that manifested a defect and was sold to a patient. Additionally, courts have dismissed cases arising out of the recall because the plaintiff could not establish that she purchased a defective package.“
Oder auf deutsch: „Wir sind sehr auf Patientensicherheit bedacht und nehmen Produktqualität ernst … Es gibt keinen neuen oder kürzlichen Produkterückruf. Der Rückruf der die Basis dieses Falles bildet war absolut freiwillig und hat sich mehr als 4 Jahre zuvor im September 2011 abgespielt. Der freiwillige Rückruf basierte auf einer extrem kleinen Zahl Pillenpackungen, die von einem externen Vertrags-Hersteller produziert wurde. Endo konnte nur eine Blisterpackung identifizieren, die einen Defekt aufwies und die an einen Patienten verkauft wurde. Zusätzlich haben Gerichte schon Fälle zurückgewiesen, die auf diesem Rückruf beruhen, weil der Ankläger nicht beweisen konnte, dass sie eine defekte Packung gekauft hat.“
Ich sehe das so: Wenn eine Packung falsch abgefüllt war, dann waren das sehr wahrscheinlich andere auch – immerhin füllt man das nicht von Hand ab, da war wohl eine Maschineneinstellung falsch … und die Qualitätskontrolle hat versagt.
Andererseits: die Placebo-Tabletten (7 Stück) und die Hormontabletten (21 Stück) haben unterschiedliche Farben. Das sollte / könnte eigentlich der Anwenderin auffallen … Bei uns gibt es übrigens noch kaum die 28er Packungen, die meisten sind 21 Tabletten und dann muss man selber an die Pause denken und daran rechtzeitig wieder anzufangen.
Auf jeden Fall ist sowas ein Alptraum. Für die Herstellerfirma und auch für die Frauen, die wohl nicht schwanger werden wollten. Die verklagen jetzt die Firma auf unterschiedliche Leistungen: von Schadenersatz bis Unterhalt des Kindes bis zur Volljährigkeit (inklusive Ausbildungskosten)…
Apotheke. Morgens. Telefon.
Ich nehme ab.
Frau mit spanischem Akzent: „Oh, gut, eine Frau! Ich brauche ein Diaphragma – sind die rezeptpflichtig?“
Pharmama: „Nein, aber sie sollten von einem Frauenarzt angepasst werden. Es gibt da verschiedene Grössen.“
Frau: „Nun, vor etwa 10, 15 Jahren hatte ich schon einmal eines. Muss ich da trotzdem zum Frauenarzt?“
Pharmama: „Ich würde unbedingt … manches, äh, verändert sich und …“
Frau: „Aber beim Frauenarzt bezahle ich so viel. Ich schaue nach meinem alten, ob ich das noch finde wegen der Grösse.“
Pharmama: „Wirklich, ich würde zum Arzt gehen, wenn das Diaphragma nicht richtig sitzt, dann …“
Frau: „Aber das kostet wieder an die 200 Franken! Ich will nicht so viel bezahlen.“
Pharmama: „Ich glaube, es ist immer noch günstiger als die Alternative …“
Ehrlich – ich brauche hier kaum noch Diaphragmas. Aber es ist eine Alternative zu den hormonhaltigen Sachen, oder was passiert, wenn man das Verhütungsmittel falsch benutzt.
Mann und Frau an der Theke.
Er fragt nach der Pille danach, Sie schlägt vor, erst einen Schwangerschaftstest zu machen.
Ich empfehle dringend noch einmal miteinander zu reden …
Ein Schwangerschaftstest zeigt frühestens 6 bis 7 Tage nach dem Geschlechtsverkehr und erfolgreicher Befruchtung eines Eis an, die Pille danach können wir bis 72 Stunden = 3 Tage nach dem Geschlechtsverkehr abgeben.
Also: Wann genau war das denn? Und was wollt ihr?
So wie Er Sie ansah, gibt das noch Diskussionen. Sie sind dann verschwunden, ohne etwas zu kaufen.
Heute mal aus der Rubrik: Wie erziehe ich mein Kind?
Eine Mutter mit sehr jung aussehendem Teenager in der Apotheke: „Können Sie mir rasch helfen?“
„Mein Sohn will wissen, was eine Baby-Ausstattung so kostet.“
(Er sieht nicht so aus …)
„Könnten Sie uns mal zeigen, wie das mit dem Essen und den Windeln aussieht für … sagen wir eine Woche?“
Ich bin etwas überrascht, kann mir aber denken, wo das hinführt.
Ich zeige ihm also die Milchen und rechne grob durch, wieviel das so macht in einem Tag, in einer Woche … dann wenn die Breie dazukommen … dann natürlich die Windeln. „So ein Pack kostet … und hat X Stück drin. Pro Tag wechselt man bei einem Baby zwischen 4 und 10 x die Windeln, sagen wir durchschnittlich 6 x, dann hält das …“
(Taschenrechner sind was schönes, möchte ich hier anmerken)
„Und dabei wären wir noch nicht mal bei der Kleidung oder wenn man etwas an Medikamenten braucht, Arztbesuche und Krankenkasse …“
Der Sohn hat vorher schon nicht sehr glücklich ausgesehen, bei der Liste wird sein Gesicht immer länger …
zur Mama: „Ich hab’s begriffen… können wir jetzt bitte gehen?“
Die Mutter: „Noch nicht. Können Sie uns helfen, einen Schwangerschaftstest auszusuchen?“
…
Das war sicher …. eindrücklich. Ich hoffe, es ist bei dem Schreck geblieben.
Jüngere Frau in der Apotheke: „Haben Sie mir Elloane? … ich bin nicht ganz sicher, ob ich das richtig ausspreche.“
Ich: „Ella One?“ (ich sprech das englisch aus)
Die Ella One ist die hier neu zugelassene Pille danach– die dürfen wir aber nur auf Rezept abgeben. Die Pille danach Norlevo nach einer Beratung mit Patientin und Apothekerin auch ohne. Aber … von vorne:
Pharmama: „Haben Sie ein Rezept, oder sind sie Ärztin?“ frage ich sie.
„Ich bin Ärztin.“ Sie zeigt mir ihren Arztausweis.
Pharmama: „Die Ella One habe ich noch nicht hier, aber die Norlevo. Anderer Wirkstoff, gleiche Wirkung.“
Ärztin: „Norlevo? Meine Frauenärztin hat mir einen anderen Namen gesagt als Generikum. Haben sie das Yaz hier?“
Jetzt bin ich etwas verwirrt. Yaz ist eine der normalen Verhütungspillen.
„Ja, die habe ich hier …“
Aber zuerst gehe ich mal an den Computer.
Ich schaue die Generika von Yaz nach. Eines davon nennt sich Eloine. Aha!
Pharmama: „Oh, meinten Sie Eloine?“
Sie hat das französisch ausgesprochen, also mache ich das auch.
Ärztin: „Ich bin nicht sicher. Das ist ein Generikum vom Yaz.“
Pharmama: „Ja, das ist so. Ich dachte, sie fragten nach der Ella One – der Pille danach.“
Ärztin: „Nein, die Eloine. Aber wenn Sie mir eine Yaz haben, ist das auch gut.“
Hoppla! Die hören sich viel zu ähnlich an für meinen Geschmack. Da sind wir knapp um eine Verwechslung herumgekommen. Gut – sie hätte das spätestens gemerkt, wenn da nur 1 Pille in der Packung ist …
Ein junges Pärchen mit deutschem Akzent steht vor mir in der Apotheke. Sie schaut Ihn an, Er schaut Sie an, dann gibt Sie sich einen Ruck und sagt: „Ich brauche eine Verhütungspille“.
Und ich sage: „Haben Sie ein Rezept? Die sind hier alle nur auf Rezept erhältlich.“
Sie: „Nein, ich habe kein Rezept dafür.“
Pharmama: „Dann sollten sie vielleicht zum Arzt, sich eines ausstellen lassen? Falls sie keinen Arzt haben: Das Spital hat eine Frauenabteilung, wo sie auch ohne Termin hin können.“
Er: „Geht das nicht ohne?“
Pharmama: „Nein, für die Pille brauche ich ein Rezept – ich kann ihnen nicht einfach irgendeine geben. Ein Arzt muss sie vorher anschauen.“
Die beiden schauen sich wieder an und gehen.
Oder doch nicht? Ich sehe sie draussen vor der Türe diskutieren.
Schliesslich kommt Sie wieder herein.
„Ich habe im Internet gelesen, dass man in der Schweiz die Pille danach ohne Rezept bekommt.“
Ah – darum geht es.
Pharmama: „Das ist so. Allerdings ist das nicht als Verhütungsmittel gedacht – darum bekommt man sie auch nur … danach.“
Implizierend: ist das so?
Sie nickt: „Das habe ich verstanden. Ich brauche sie.“
Pharmama: "Gut – dann kommen Sie mit nach Hinten. Ich muss zuerst ein Gespräch mit ihnen führen."
Ehrlich – ich will es Ihnen nicht schwerer machen als nötig, aber: bitte redet Klartext. Eine Verhütungspille ist etwas anderes. Das hier ist nur die Notfall-kontrazeption. Die Pille danach.
Der ältere, männliche Kunde macht Smalltalk, während ich dabei bin das Rezept einzugeben:
"Wissen Sie, ich mag es nicht, Medikamente zu nehmen. Wenn ich eine Frau wäre, wäre ich wahrscheinlich mit 14 schon schwanger gewesen!"
Ich beim eingeben, mach so, als hätte ich das nur mit einem halben Ohr mitbekommen, was nicht stimmt, aber momentan weiss ich nicht, wie ich darauf reagieren soll …
Der Mann (unbeeindruckt) fährt fort:
"Weil, ich hätte niemals die Pille regelmässig und jeden Tag nehmen können, wissen Sie?"
Pharmama: "Aaah."
(Zum Glück gibt es ja noch andere Methoden eine Schwangerschaft zu verhindern. Kondome zum Beispiel – ich bin sicher, ansonsten gäbe es wesentlich mehr Schwangerschaften … viele Frauen sind nämlich auch nicht gut im regelmässig nehmen …)
Eine jüngere Frau gestern, als Erklärung, warum sie auf einmal so Mühe hat, die Pille regelmässig zu nehmen:
"Eigentlich ist es die Schuld des Arztes. Ich habe die Pille immer genommen, wenn ich die Kontaktlinsen herausgenommen habe. Jetzt hat er mir gesagt, ich soll keine Kontaktlinsen verwenden – und prompt vergesse ich die Pille zu nehmen …"
🙂
Werbe-Spoof von der letzten Saturday Night Life Sendung: Der Nuva Bling
the faboosh birth control that hurts AND fits your lifestyle!
70% Schutz und 100% Style!
… nicht dass es neu wäre, den Nuva-Ring als Schmuck zu (miss-)brauchen …
Ich fühle mich alt, wenn … ich ein Rezept ausführe für ein Mädchen, Jahrgang 1999 — für die Pille.
Zwei-tausend-drei-zehn. Wo ist die Zeit hin?
Es gibt bei uns in der Gegend Apotheken, die Werbung machen, dass bei ihnen „jede 10. Packung Verhütungsmittel gratis“ ist – also effektiv 10% auf Pille und Co.
Das hängen sie sogar als Infozettel an das Rezept. Habe ich gestern grad so gesehen. Werbung halt.
Lustig finde ich nur, dass wenn ich dann unseren Preis auf das Rezept schreibe … der sich als niedriger herausstellt, als der, den die andere Apotheke pro Packung verlangt.
Beispiel: Bei uns kostet die 3 Monatspackung 63 Franken.
Bei der anderen Apotheke kostet sie 70 Franken …
Rechne.
(Man kann es natürlich auch so machen).
Das junge Mädchen kommt mit einem Rezept für Nuvaring zu uns in die Apotheke. Während ich ihn hole (die sind bei uns im Kühlschrank) und das Rezept im Computer eingebe fällt mir auf, dass sie einen Ring am Handgelenk hat, der verdächtig aussieht wie ein Nuvaring.
Ich frage sie danach – Es ist tatsächlich einer!
Sie fand ihn zu süss zum einfach entsorgen, darum trägt sie den gebrauchten so …
Hmmm … ich bin nicht ganz sicher ob das eine so gute Idee ist. Auch nach 3 Wochen Aufenthalt in der Vagina dürften da noch Hormone drin sein … und während das Östrogen noch gut sein mag für die Haut, wenn sie das so offen am Handgelenk trägt … sie hat ja vielleicht noch Kontakt mit anderen, die das nicht wirklich brauchen … Kinder und Männer zum Beispiel.