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| Rufin von Aquileia (345–411/412) - Kommentar zum apostolischen Glaubensbekenntnis (Expositio Symboli)

20.
Es steht geschrieben, daß Jesus, nachdem seine Seite durchstochen war, Wasser und Blut zugleich ausgeströmt habe. Dieß ist in der That geheimnißvoll, denn er selbst hat es gesagt, "daß Ströme lebendigen Wassers aus seinem Leibe hervorgehen würden." 1 Aber er vergoß auch Blut, von dem die Juden verlangten, daß es über sie und ihre Kinder kommen sollte. Das Wasser nun vergoß er, um damit die Gläubigen abzuwaschen: das Blut, um dadurch die Ungläubigen zu verdammen. Man kann jedoch hierunter auch eine figürliche Andeutung der zwiefachen Gnade der Taufe verstehen: die eine, welche gegeben wird durch die Taufe des Wassers, die andere, welche erworben wird durch das Martyrium in der Vergießung des Blutes; denn Beides wird Taufe genannt. Wenn man nun auch darnach fragt, warum er nicht aus einem andern Gliede als gerade aus der Seite Wasser und Blut vergossen habe, so scheint mir durch die Seite wegen der Rippe, die in ihr ist, das Weib angedeutet zu werden. Weil also die Quelle der Sünde und des Todes ausging von dem ersten Weibe, welche eine Rippe des ersten Adam war, so leitet sich die Quelle der Erlösung und des Lebens aus der Rippe des zweiten Adam her.
1: Joh 7,38.