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Eine Frau stellte einen mit heissem Kaffee gefüllten Glaskrug ihrer Filtermaschine auf der Anrichte ihrer Küche ab. Dabei explodierte das Gefäss und verletzte die Frau schwer an der Hand. Als sie aus dem Spital zurückkam, waren die Scherben bereits im Abfall. Die Haftpflichtversicherung der Importeurin verweigerte der Frau jegliche Entschädigung, weshalb sie vor Gericht ging.
Die unteren Instanzen wiesen die Klage der Frau ab, da sie einen Fabrikationsfehler mangels Überresten nicht beweisen könne. Die Bundesrichter haben jetzt die Beweisanforderungen bei derartigen Produktehaftpflichtklagen gelockert. Neu müssen Geschädigte nicht mehr nachweisen, warum ein Gerät fehlerhaft ist. So stand im vorliegenden Fall nicht der Beweis für einen Fabrikationsfehler im Vordergrund, wie die Richter in ihrem Urteil festhalten, sondern die Frage, ob die Frau den Krug korrekt verwendet und die Sicherheitsbestimmungen des Herstellers beachtet hat. Dabei müsse gewürdigt werden, dass kein strikter Beweis möglich sei, wenn der Vorgang nur noch durch die Wahrnehmungen der Geschädigten rekonstruiert werden könne. In diesem Sinn muss die Vorinstanz den Fall nun nochmals beurteilen.