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Seit dem Gründungsjahr 1982 versucht das Oberwalliser Vokalensemble sein stetig wachsendes Publikum mit Konzerten und Aufführungen zu begeistern. Über all die Jahre hinweg, hat sich das OVE ständig gewandelt, ist sich im Wesentlichen jedoch treu geblieben. Denn auch heute noch singen im OVE vor allem Amateure, unterstützt von einigen Musikstudenten und wenigen professionellen Musikern. Das Konzept hat sich bewährt.
In den ersten Jahren seines Bestehens stammten die Sängerinnen und Sänger des OVE in erster Linie aus dem Oberwallis und Bern. Dementsprechend konzertierte das OVE vorrangig auch in diesen beiden Kantonen. Mit dem Gewinn des regionalen Wettbewerbs in Charmey und des internationalen Chorwettbewerbs in Gorizia (Italien) änderte sich dies schlagartig. Das OVE wurde fortan an renommierte nationale und internationale Festivals eingeladen. Sehr erfolgreich war die Teilnahme am Jubiläumskonzert des Tibor Varga Festivals in Sion, bei den Interlakner Festwochen mit dem Pianisten Gérard Wyss und Cornelia Venetz, am Festival Guebwiler (F) mit dem Kammerorchester Moskau, am Bachfestival Mulhouse (F) und am Chorfestival in Jihlava (CS). Im April 2003 sang es zusammen mit dem Hilliard Ensemble die Passio von Arvo Pärt in der Hofkirche Luzern anlässlich des Lucerne Festivals. Im Mai 2003 war es Gast an den Musikwochen Ettiswil: "Klanglich waren die Vorträge von einer Reinheit, einem Forteglanz und einer Pianokultur, die ganz einfach begeisterten" - dies der Kommentar der Presse.
Mit der Interpretation von anspruchsvoller a capella Literatur von der Renaissance bis hin zur Chormusik des 20. Jahrhunderts und zum klavierbegleiteten Chorlied der Romantik hat das OVE den Schwerpunkt seiner künstlerischen Arbeit durch ein Vierteljahrhundert gezogen. Aber nicht zuletzt die Interpretationen der Passionen, der Kantaten und der h-Moll-Messe Johann Sebastian Bachs, unter anderen mit der Camerata Bern und dem Orchester La Follia Mulhouse, später mit Claudio Monteverdis Marienvesper mit dem Orchester La Fenice auf Originalinstrumenten oder mit dem deutschen Requiem von Brahms mit dem Orchester Capriccio von Basel trugen entscheidend für das Bekannt werden des OVEs bei.
Das OVE hat es verstanden, den Wandel der Zeit zu nutzen und mit der Sängerzahl auch das Repertoire zu erweitern. So gehören heute selbst doppelchörige a-cappella Werke zum Konzertprogramm. Verschiedene Auszeichnungen an Wettbewerben in der Schweiz und im Ausland mehrten den Ruf des Ensembles. Mit der Verleihung des Kulturpreises des Staates Wallis an das OVE und seinen Dirigenten wurden 2001 die Verdienste des weit über die Kantonsgrenzen hinaus bekannten Ensembles gewürdigt.
Unlängst wurde das OVE zum wiederholten Male an einem nationalen Wettbewerb ausgezeichnet. Der wiederholte 1. Rang in der Kategorie Elitechöre am Schweizerischen Chorwettbewerb im Herbst 2013 ist eines der jüngeren Resultate der durch Konstanz und harte Arbeit erbrachten Leistungen.
Im Laufe der Jahre hat das OVE nicht nur zahlreiche Konzerte, Aufführungen und Wettbewerbe bestritten, sondern auch die Gelegenheit genutzt, sein Können auf verschiedenen Tonträgern festzuhalten. Zu erwähnen wären einerseits die CD "Song of Praise" zum 20-jährigen Bestehen des Chores, welche vom Radio DRS als "eine der besten Choraufnahmen des Jahres 2000" präsentiert wurde. Im Dezember 2004 erschien die CD „Da haben die Dornen Rosen getragen" mit der Sopranistin Rachel Harnisch, die gesamtschweizerisch sofort grossen Anklang fand.
Im Jubiläumsjahr 2006 präsentierte sich das OVE in Aufführungen von Bachs tief bewegender Johannes Passion in der Schweiz und in Italien. Begleitet auf klangvollen alten Instrumenten vom cantus
firmus consort (Solothurn), schliesst das OVE den Kreis zum frühen Repertoire, führte es doch die Johannes Passion 1987 zum letzten Mal auf.
Unter dem Titel „Mit erhabener Tiefe musiziert" schreibt der Bund in seinem Kommentar nach der diesjährigen Premiere im Berner Münster weiter: „Eindrucksvoll gelingen dem Kammerchor die Wechsel von den getragenen Chorälen zu den feurigen Volkschören"
„Es ist eine schöne Sache um die hohe Chorkultur, die, um eine abgenutzte, aber treffende Wendung zu bemühen, vor allem durch Klasse statt Masse wirkt. Aber bei aller Dichte an Sängervereinen bleibt der fein abgestufte und zugleich klangdichte Chorgesang, wie er unter Hansruedi Kämpfen im Oberwalliser Vokalensemble gepflegt wird, eine Ausnahmeerscheinung."
Der Bund schrieb 1997 die Zeilen, welche noch heute ihre Gültigkeit haben: "Das Oberwalliser Elite-Ensemble gestaltet mit dem Können von Professionals, aber auch mit der Begeisterung von echten Amateuren."