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US-Verteidigungsminister Robert Gates habe in einem dreiseitigen geheimen Memorandum an hochrangige Vertreter des Weißen Hauses davor gewarnt, dass die Vereinigten Staaten keinen Plan für eine effiziente Langfriststrategie im Hinblick auf Irans stetigen Fortschritt seines Nuklearprogramms besäßen, wie Offizielle der Regierung, die vertraut seien mit den entsprechenden Dokumenten, bekannt gaben. Mehrere dieser Offizielle erklärten, dass die bereits im Januar für Präsident Obamas nationalen Sicherheitsberater General James L. Jones ausgearbeitete Analyse intensive Anstrengungen im Pentagon, dem Weißen Haus und den Geheimdiensten ausgelöst habe, um neue strategische Optionen für Obama zu entwickeln.
Diese Optionen beinhalteten eine ganze Reihe von überarbeiteten militärischen Alternativen, die sich jedoch weiterhin in einem Entwicklungsstadium befänden, und auf die zurück gegriffen werden solle, wenn jedwede Art der Diplomatie inklusive Sanktionen dabei versagen sollten, den Iran dazu zu bewegen, seinen Kurs zu ändern, so der Boston Globe. In seinem Memo soll Gates über eine ganze Anzahl an Bedenken geschrieben haben, inklusive dem Fehlen einer effizienten Strategie, falls der Iran einen Kurs verfolgen sollte, den die meisten Regierungen und externe Beobachter für äußerst wahrscheinlich halten: dass sich der Iran in Besitz aller notwendigen Teile zum Bau einer Atombombe bringen könnte – allerdings den Anschein aufrecht zu erhalten versuche, nicht in Besitz wichtiger Komponenten für dieses Vorhaben zu sein. In diesem Falle könnte der Iran weiterhin Mitglied des Vertrags zur Nicht-Proliferation von Atomwaffen bleiben, während das Land dennoch zu einem faktischen Atomstaat avanciere. Unter Bezugnahme auf die Aussagen mehrerer Offizieller rufe das Memorandum ebenfalls zu einer neuen Denkweise über die Art und Weise auf, wie die USA die Macht Irans einschränken könnten, falls sich das Land dazu entschließen sollte, eine Atomwaffe zu konstruieren. Die Überlegungen müssten auch den Fall einschließen, wie man mit der Möglichkeit umzugehen gedenke, dass derartige Waffen in den Besitz von einer der terroristischen Gruppen gelangen könnten, die durch den Iran unterstützt würden. Zu einer Aussage gedrängt, wie die US-Regierung ihre als ambitioniert wahr genommenen Pläne gegenüber dem Iran umzusetzen beabsichtige, erklärte ein hochrangiger Regierungsvertreter in klaren Worten, dass es eine in den Sand gezogene Linie gäbe, die man dem Iran nicht erlauben werde zu überschreiten. Vor etwa zwei Wochen erklärte Obama auf eine Frage im Rahmen eines Interviews mit der New York Times, ob er einen Unterschied zwischen einem zum Atomwaffenbau fähigen Iran und einem Iran, der noch nicht in der Lage zum Bau einer komplett entwickelten Atomwaffe sei, sähe. „Ich werde auf diese Frage zum jetzigen Zeitpunkt keine Antwort geben“, sagte er.