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NLP ist die Abkürzung für den Begriff Neurolinguistisches Programmieren. „Neuro“ steht für das Nervensystem, das die Wahrnehmung über unsere fünf Sinne zum Gehirn weiterleitet. Von da aus wird Fühlen, Denken und Verhalten gesteuert.
„Linguistisch“ bezieht sich auf die Sprache, mit der wir kommunizieren, sowohl mit anderen als auch mit uns selbst. In unserem Inneren läuft eine ständige Kommunikation ab.
„Programmieren“ meint die gezielte Veränderung der inneren Vorgänge, quasi eine „Um-Programmierung“. Die Dinge, die ein Mensch gelernt oder sich angeeignet hat, kann er ebenso wieder verlernen, wenn diese Dinge – meistens geht es dabei um bestimmte Glaubenssätze und Verhaltensmuster – sich für ihn als schädlich oder hinderlich erweisen. Er „programmiert“ sich um und ändert seine Gedanken oder die Art und Weise seiner inneren Kommunikation. Daraus erfolgt meistens auch eine Veränderung des Verhaltens.
Die Technik stammt aus den USA. Der Linguistik Professor John Grinder und der Mathematiker und Gestalttherapeut Richard Bandler haben es als Kommunikations- und Motivationsmodell entwickelt, das aus der Beobachtung und Analyse der Arbeit von erfolgreichen Therapeuten gründete.
Die Neuro Linguistische Programmierung kann heute in fast allen Lebensbereichen nicht nur im therapeutischen Sinne angewendet werden. Es funktioniert bei Führungskräften, es kann im Sport zur Leistungssteigerung genutzt werden, es kann die Kommunikation in Beziehungen verbessern.
Die zehn wichtigsten NLP-Techniken sind der Rapport, das Ankern, das Six-Step-Reframing, die Repräsentationssysteme VAKOG, Meta-Modelle, die Smart-Methode, die Switch-Technik, die Time-Line, das Milton-Modell und das gezielte Einsetzen von erfolgversprechenden Strategien. Jede Technik dient dazu, die Lebensqualität zu verbessern.
Die Fast Phobia Cure ist, wie ihr Name sagt, eine schnelle Technik gegen Ängste und Phobien. Phobien gehören neben der Panikstörung und der generalisierten Angststörung zur Kategorie der Angststörungen. Sie sind definiert als Angst vor ungefährlichen Situationen, Dingen oder Lebewesen, die nach Möglichkeit vermieden werden. Bereits bei der Vorstellung der angstbesetzten Situation kann ein Phobiker Angst verspüren, eine gewisse Erwartungsangst, die sich oft auch in körperlichen Symptomen äussert.
Die Vielzahl an Möglichkeiten, eine Phobie zu entwickeln, ist schier unbegrenzt. Die wohl bekanntesten sind die Platzangst, die Agora-Phobie und die „Spinnen-Angst“. Das „Lampenfieber“, eine gewisse Erwartungsangst vor dem Auftreten vor einer grösseren Menschengruppe, dürfte – als eher normale Empfindung – vielen Menschen bekannt sein.
Gegen diese unangenehmen Ängste und Empfindungen hat das NLP eine rasch wirkende Technik entwickelt, bei der die Phobie als unkontrollierbarer Pawlowscher Reflex begriffen wird. Auf den Reiz, in diesem Fall die angstbesetze Situation oder die Vorstellung davon, folgt eine automatische Reaktion, das Herausbilden von Angst- und Panikgefühlen, also ein negativ besetztes, unangenehmes Ergebnis.
Grundlage für die Fast Phobia Cure ist die Erkenntnis, die Dr. Richard Bandler Ende der 70er Jahre herausfand. Bei einem vorgestellten „Rückwärtslauf“ unter anderen Submodalitäten können die Verbindungen zwischen Reiz und Reaktion gelöscht werden. Damit ist es möglich zu erreichen, dass bei der Vorstellung der Angstsituation nicht mehr automatisch das Gefühl von Angst oder Panik auftreten wird.
Für Menschen mit phobischen Störungen läuft ab einem bestimmten Punkt im Inneren ein Film ab, den sie nicht mehr stoppen, verändern oder kontrollieren können. Sie sind ihrer Angst hilflos ausgeliefert und werden in Zukunft möglichst vermeiden, sich in derartige Situationen zu begeben. Durch ihr Vermeidungsverhalten sind sie in einigen Bereichen ihres Lebens mehr oder weniger stark eingeschränkt.
Diese Ängste oder Phobien lassen sich mit der NLP-Technik und wiederholtem Üben Schritt für Schritt reduzieren. Die Betroffenen lernen, wie sie bewusst in den automatischen Ablauf eingreifen und ihn kontrollieren können. Dieses Wissen gibt ihnen ein neues Gefühl von Sicherheit.
Dabei arbeitet das NLP mit Dissoziation und anschliessender Assoziation. Der Betroffene geht zunächst so weit wie möglich auf Distanz zu dem auslösenden Reiz und den Empfindungen, um anschliessend durch aufgebaute Nähe die Kontrolle über die Situation und seinen inneren Angstfilm zu erlangen.
Dabei gibt es einmal die klassische Fast Phobie Cure mit Ressourcenanker und der Vorstellung von einem Kinosaal und die Kinästhetische mit dem Fokus auf Gefühlen und ihrer Veränderung bzw. Bewegung vom Angenehmen zum Unangenehmen. „Gefühle rückwärts ablaufen lassen“ ist dabei das Hauptthema.
Zur Vorbereitung dient eine NLP-Technik, bei der sich der Betroffene mit einer Erinnerung in eine positive Stimmung versetzt, das sogenannte Ankern.
Im ersten Schritt begibt er sich in eine angstauslösende Situation und empfindet sie so realistisch wie möglich nach. Wenn er beginnt, Angst zu verspüren und sich unwohl zu fühlen, tritt er aus der Situation zurück.
Im nächsten Schritt schaut er sich die Situation wie aus einem Kinosaal heraus an. Er erlebt seine Situation aus der Ferne auf einer grossen Leinwand vor sich, möglichst in schwarz-weiss, um noch grössere emotionale Distanz zu schaffen.
Dann betritt er selbst in seiner Vorstellung die Situation, bleibt aber gleichzeitig der Betrachter, der sich dabei zusieht, während die Angst immer näher rückt. Am Punkt der schlimmsten Gefühle wird der Film gestoppt.
Der nächste Schritt ist die Assoziation. Der Betroffene ist nicht länger Zuschauer, er betritt die Situation, die jetzt wieder farbig gestaltet ist und ist mittendrin in seiner Angst.
Nun erfolgt das Zurückspulen bis zu dem Punkt des Wohlfühlens und dem Zustand ohne Angstgefühle. Diese Abläufe sollten mehrmals wiederholt werden.
Der Heilungserfolg dieser Technik liegt darin, dass es den Betroffenen immer leichter fällt, sich den schlimmsten Punkt ihrer Angst anzuschauen. Der nächste Schritt ist dann, die unangenehmen Empfindungen durch den vorher gesetzten Anker mit den angenehmen Gefühlen zu ersetzen.
In einem letzten Schritt können die Betroffenen die gewonnene Sicherheit und Angstfreiheit in ihrer eigenen realen Lebenswelt austesten.
Wenn Sie eine Angst bewältigen möchten, lassen Sie sich professionell unterstützen und nehmen Sie Kontakt mit einem unserer Spezialisten im Fachverband NLP Kontakt auf.
Quellen:
– Bandler, Richard; Grinder, John (2007)
– Therapie in Trance. NLP und die Struktur hypnotischer Kommunikation (Konzepte der Humanwissenschaften). (13. Aufl.)
– Klett-Cotta /J. G. Cotta’sche Buchhandlung Nachfolger