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Die Korporationen sind das Rückgrat der Urner Landwirtschaft
Die Bundesverfassung und das Bundesrecht der Schweizerischen Eidgenossenschaft ermöglichen es den Kantonen, Hoheits- bzw. Eigentumsrechte auch an untergeordnete öffentlich-rechtlichen Gemeinwesen wie Gemeinden oder Allmendkorporationen zu delegieren.
Der Kanton Uri ist mit seinen rund 36'700 Einwohnern (Stand: 2019) der zweitkleinste aller 26 Kantone und Halbkantone der Schweiz. In Bezug auf die Fläche steht Uri an 10. Stelle. Der Kanton Uri ist aufgrund seiner gebirgigen Topografie dünn besiedelt. Rund 60% der Bevölkerung lebt im Grossraumum die Kantonshauptort Altdorf, welcher rund 9'400 Einwohner/innen (Stand: 2018) zählt.
Der Kanton Uri umfasste 2020 genau 20 politische Gemeinden und zwei Korporationen, die Korporation Ursern im Urserntal und die Korporation Uri im übrigen Kantonsgebiet. In den beiden Korporationen sind insgesamt 20 Korporationsbürgergemeinden integriert.
Eine Korporation ist ähnlich strukturiert wie eine politische Gemeinde. Das oberste Organ ist die Korporationsgemeinde, welche in der Regel alle 2 Jahre stattfindet. Der Korporationsrat ist das Parlament (die Legislative), in welchen die Vertreter/innen der Korporationsgemeinden Einsitz nehmen. Die Sitzverteilung richtet sich nach Anzahl der Korporationsbürger/innen der einzelnen Bürgergemeinden. Der Engere Rat ist die Exekutive der Korporation. Er wird für vier Jahre von der Korporationsbürgergemeinde gewählt.
Die Korporation Uri wird von der Koporationskanzlei in Altdorf aus verwaltet. . Die administativen Belange wie auch die Rechungsführung der Korporation werden von einem Korporationsschreiber bzw. den von ihm Beauftragten in den Korportionskanzlei abgewickelt.
Jeder Jahr treffen sich in jeder Korporationsbürgergemeinde die ortsansässigen Korporationsbürger/innen mindestens einmal zu einer Bürgergemeindeversammlung. Die Amtsgeschäfte in jederKorporationsbürgergemeinde führt der Korporationsbürgerrat
Die beiden Korporationen Uri und Ursern sind mit Abstand die grössten Grundeigentümer im Kanton Uri.
Zum allergrössten Teil sind die Alp- und Weidegebiete im Besitz der Korporationen. Rund 80% der Wälder gehören den Korporationen. Die beiden Korporationen sind für alle stillen und fliessenden Gewässer zuständig, welche nicht ausdrücklich dem Kanton zugewiesen wurden. Die Korporationen verleihen auch Wasserrechte und sind an einigen Wasserkraftwerken im Kanton Uri mit bis zu 100% Eigentumsrechten beteiligt.
Der Alp- und Weidebetrieb auf dem Gelände einer Korporation ist klar geregelt. Verstösse gegen die Vorschriften werden geandet.
Alp Urwängi
Die Alp Urwängi (1557 m ü.M.)liegt im Kanton Uri und gehört zur Urner Gemeinde Seelisberg. Die Alp wird über eine Matrialseilbahn von der Ortschaft Bauen (436 m ü.M.) am Urnersee, ein Teil des Vierwaldstättersees, aus versorgt. Bauen gehört wie Isleten zur Gemeinde Seedorf UR.
Die Materialseilbahn wurde 2006 durch die Firma Pfyl Seilbahnen in Sisikon UR erstellt. Nach Angaben der Seilbahnbaufirma überwindet die 2'010 m lange Seilbahn mit 8 Stützen eine Höhendifferenz von 1'063 m. Die Maximalbelastung beträgt 1'500 kg.
Mitteilung der Korporation Uri vom 28. April 2020:
Der Auftrieb für Rinder- und Schmalvieh auf Allmend der Korporation Uri wird auf Dienstag, 12. Mai 2020 festgelegt. Ab diesem Datum kann mit Schmalvieh und Rindern die Heimkuhweide genutzt werden, bis der Engere Rat die Räumung festsetzt und wiederum publiziert.
Mit den Heimkühen darf erst am Tag der Urnerboden-Alpfahrt auf die Heimkuhweide gefahren werden. Auskunft über das Auftriebsdatum gibt die Korporationskanzlei Uri. Wer sich nicht an den festgelegten Termin hält, wird gemäss Taxordnung der Korporation Uri mit einer Gebühr belegt.
- 1 Schmalviehhalter, welche Heimkuhweidegebiet der Korporation Uri nutzen, haben pro Grossvieheinheit 1 Stunde Arbeit unentgeltlich für die jährlich wiederkehrenden Verbesserungen auf der Heimkuhweide zu leisten.
Quelle: Text Korporation Uri 28.04.2020
Der Verlauf der Kantonsgrenze des Kantons Uri
Die Kantonsgrenze des Kantons Uri folgt ausserhalb der Fläche des Vierwaldstättersees mehrheitlich markanten Geländemerkmalen wie Berggraten oder Flussläufen und bildet so abgeschlossene Talkammern, welche verkehrstechnisch vom Zentraltal aus erschlossen sind.
In sechs Region weicht der Verlauf der Kantonsgrenze vom üblichen Schema ab:
Ein Spezialfall stellt das Riemenstaldner Tal dar, wo je eine Talseite zum Kanton Uri bzw. Kanton Schwyz gehört. Die Kantonsgrenze folgt in diesem Tal mehrheitlich dem Riemenstaldnerbach. Die Zufahrtstrasse ab Sisikon (Kanton Uri) liegt fast immer auf der Schwyzer Talseite.
Auf dem Gotthardpass erstreckt sich der Kanton Tessin rund 3 km über die Passhöhe hinaus nach Norden auf die "Urner Seite".
Nidersurenen, Chinzertal und die Ruosalp sowie Alplen sind nur über das Strassennetz der Kantone Obwalden bzw. Schwyz erreichbar. Die vier Alpgebiete sind im Winter nicht bewohnt.
Der im Winter bewohnte Urnerboden ist während der Wintersperre des Klausenpasses nur von Glarner Seite aus erreichbar.
In die Region Seelisberg gelangt man auf dem Landweg über das Strassennetz des Kanton Nidwalden. Die Verbindung von Seelisberg hinunter in das Urner Dorf Bauen am Urnersee ist nicht ausgebaut.
13. und 14. Jhd.: Der Kanton Uri kämpft um Handelsrouten und Alpweiden
Der Verlauf seiner Kantonsgrenze hat der Kanton Uri aktiv beeinflusst
Für die Sicherung Handelswege (siehe: Die Säumerei und der Käsehandel nach Oberitalien) und den Schutz oder die Ausweitung seiner Alpweidenflächen riskierten die Urner einigen Streit mit ihren Nachbarn, ihren Bündnisgenossen und einigen Fürstengeschlechtern. Die Urner brachten in der damaligen Zeit die Leventina unter ihre Herrschaft. Im Frühjahr trieben die Urner Bergbauern ihr Vieh für die Sömmerung auf die Weidegebieten in der Leventina.
Im Levinental (Leventina) gerieten die Alpbetriebe der Urner immer wieder von Süden her unter Druck der Herzöge von Mailand. Vom Eschental (Val Formazza und Valle Antigorio) her überannten diese die Urner Sicherungskräfte in der Leventina. In einer Strafaktion brachten die Urner zusammen mit eidgenössischen Verbündeten das Eschental unter ihre Hoheit. Den Zugang zum Eschental verschaften sich die Eidgenossen unter Führung der Urner über das Obergoms und den Griespass.
1422 ging das Eschental für die Eidgenossen und damit für die Urner endgültig verloren. Die eidgenössischen Truppen erlitten in der Schlacht von Arbedo eine vernichtende Niederlage.
Ende des 14. Jahrhunderts wurde ein Urner Landamman Schutzherr der Oberwalliser Gemeinden. Die Berner beobachteten den zunehmenden Einfluss der Urner im Oberwallis mit grossem Misstrauen. Auch die Berner waren ebenfalls an den Handelsrouten nach Oberitalien interessiert. Zu dieser Zeit drohte sogar ein Konflikt zwischen Bündnispartnern.
Die Urner hatten den Glarnern den Urnerboden zwischen dem Ortstock und dem Clariden entrissen. Mit dem Eintritt der Glarner zum Bund der Eidgenossen im Jahr 1352 wurde das Konfliktpotenzial vermindert. Der Konflikt schwelte hingegen Jahrhunderte lang weiter. Erst 1877 erlaubte der Bundesrat der "neuen" Schweizerischen Eidgenossenschaft die ganzjährige Besiedlung auf dem Urnerboden. Durch die Eröffnung der Klausenpassstrasse im Jahr 1900 wurde die Anbindung des Urnebodens an das Schächental im Kanton Uri wenigsten im Sommerhalbjahr verbessert.
Chinzertal (Kanton Uri) am Ende der Hüritals (Kanton Schwyz)
Die Alp Chinzertal gehört der Korporation Uri und liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Bürglen. Die Alp ist mit dem Auto während den Sommermonaten lediglich von Muotathal (Kanton Schwyz) her über das Schwyzer Hürital erreichbar.
Ruosalp (Uri) im Oberen Bisistal (Schwyz)
Die Ruosalp liegt im oberen Bisistal. Die Alp gehört der Korporation Uri und wird von der Koporationskanzlei in Altdorf aus verwaltet. Die Alp ist während den Sommermonaten mit Motorfahrzeugen lediglich vom Kanton Schwyz her über die Ortschaften Muotathal und Bisisthal erreichbar.
Oberhalb der Ruosalp befindet sich die Alp Alplen, welche auf ebenfalls im Besitz der Korporation Uri ist und sich auf dem Gebiet der Gemeinde Unterschächen befindet. Die Alp Alplen wird gemeinsam durch die beiden Korporationsbürgerräte von Spriringen und Unterschächen verwaltet.
Nidersurenen (Uri) im Oberen Engelbergertal (Obwalden)
Die Alp Stäfeli und die Blackenalp gehören der Koporation Uri und befinden sich im Surenental, welches entlang der Engelberger Aa über Engelberg im Kanton Obwalden erreichbar ist. Das Surenental liegt auf dem Gebiet der Urner Gemeinde Attinghausen im Urner Reusstal.
Von Engelberg her führt eine befahrbare Strasse hinauf zur Alp Stäfeli in Nidersuren. Das auf einer Geländeterrasse liegende Urner Alpgebiet Äbnet mit den Alpen Usser Äbnet und Hohbiel sowie die Blackenalp sind mit einer ungefestigten Fahrstrasse miteinander verbunden. Von Nidersurenen aus führt eine auch für die Öffentlichkeit zugänglich Luftseilbahn hinauf nach Usser Äbnet.