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Informationen
Wir setzen unsere Auseinandersetzung mit der Thematik der „Grenzfälle“ im zweiten Semester fort. In der Literatur treffen wir die „Grenzfälle“ unter verschiedenen Bezeichnungen an: nicht-neurotische Störungen, frühe Störungen, narzisstisch-identitäre Störungen, Borderline-Störungen etc.
Im Zentrum der Schwierigkeiten der Betroffenen steht ein gescheiterter Subjektivierungsprozess. Die Ich-Struktur ist fragil und die Grenzen zwischen innen und aussen, Ich und Objekt gehen verloren. Die Patient*innen leiden unter schweren Ängsten und es besteht eine Neigung zum Agieren: Was symbolisch nicht repräsentiert ist, kehrt auf der Handlungsebene wieder. Statt auf psychische Konflikte treffen wir auf Dilemmata und paradoxe Konstellationen. Die Abwehr zentriert sich um die Spaltung, und die Übertragung beruht weniger auf Verschiebung als auf Wiederholung durch Umkehrung. In der Gegenübertragung kommen wir mit den traumatischen Erfahrungen in Berührung, gegen die sich die Patient*innen organisieren mussten.
Mit Hilfe ausgewählter Texte der zeitgenössischen französischen Psychoanalyse wollen wir zum Verständnis dieses Störungsbildes beitragen und die Schwierigkeiten bei der Arbeit mit diesen Patient*innen aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten.
Inputreferate werden von den Teilnehmenden vorbereitet und dienen als Grundlage für die einzelnen Kursabende.