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Während der Sessionen im Bundeshaus befragen die FN jede Woche eine Parlamentarierin oder einen Parlamentarier der Freiburger Delegation zu einem aktuellen Thema.
Johanna Gapany. Mit der Reform der beruflichen Vorsorge, der zweiten Säule, sollen das Rentenniveau gesichert, die Finanzierung gestärkt und die Absicherung von Teilzeitbeschäftigten verbessert werden. Der Ständerat debattiert die Reform heute Mittwoch. Warum braucht es diese Reform überhaupt?
Sie ist absolut notwendig, wenn wir wollen, dass die zweite Säule weiter besteht und das Rentenniveau gesichert wird. Wir brauchen eine solide Reform für die heutige und für zukünftige Generationen. Diese Reform muss die Umverteilung zwischen Erwerbstätigen und Rentnern beenden und vor allem Menschen mit Teilzeitarbeit oder geringerem Einkommen einbeziehen. In diesem Zusammenhang denke ich vor allem an Eltern, die Beruf und Familie unter einen Hut bringen müssen und nicht zu 100 Prozent arbeiten können. Es geht nicht, dass sie kein Kapital für ihre Rente aufbauen können.
Es liegt ein Kompromiss der Sozialpartner vor. Was ist der Ansatz?
Neben dem Vorsorgemodell gibt es ein Ausgleichssystem, das die Senkung des Umwandlungssatzes kompensiert. Unsere Änderungen sollen es Personen mit geringerem Einkommen und Teilzeitarbeit ermöglichen, ein höheres Kapital aufzubauen. So erhalten sie nach Erreichen des Rentenalters eine bessere Rente. Mit dem Ausgleichssystem wollen wir das Rentenniveau sichern, insbesondere für Personen mit geringerem Einkommen.
Menschen mit tiefen Einkommen und insbesondere Frauen profitieren. Wie und weshalb?
Wir müssen dafür die Eintrittsschwelle und den Koordinationsabzug anpassen. Heute sind diese Beträge zu hoch, und Teile der Bevölkerung zahlen keine Beiträge in die zweite Säule ein, weil sie zu wenig verdienen, um diese Schwelle zu erreichen. Sie haben jedoch einen Job, sie haben ein Einkommen und sollten für ihren Ruhestand vorsorgen können.
Wie funktioniert der Ausgleichsmechanismus. Können Sie diesen einordnen?
Er soll das Rentenniveau trotz der Senkung des Umwandlungssatzes sichern. Dieser wandelt das Kapital pro Monat in eine Rente um und muss an die Lebenserwartung angepasst werden. Je länger man lebt, desto niedriger ist der Satz. Um zu verhindern, dass die Renten von Personen gekürzt werden, die direkt betroffen sind und nicht genügend Beitragsjahre vor sich haben, um den Verlust auszugleichen, sind Ausgleichszahlungen vorgesehen.
Die Absicht sei, das System der Renten auch für die Zukunft zu erhalten. Kann es sein, dass wir in zwei, drei, vier Jahren wieder vor einer Reform stehen?
Ja. Häufige, kleine und schrittweise Reformen wären eben besser. Das sichert das System nachhaltiger, als einmal eine grosse Änderung vorzunehmen, die aber die Betroffenen hart trifft.
Und schliesslich eine Einschätzung: Ich bin 50 Jahre alt. Wenn wir Prognosen machen wollen: Wie sieht meine Zukunft als Rentner aus?
Mehr als Ihr Alter und Ihr Geschlecht bestimmen Ihr Einkommen und Ihr angesammeltes Kapital, wie Sie Ihren Ruhestand verbringen werden. Die Reform sollte sich jedoch nicht negativ auf Ihre Rente auswirken, wenn wir unser Ziel erreichen, das Rentenniveau zu sichern.