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Robert Priddle, geschäftsführender Direktor der IEA, stellte den Bericht "Energy Policies of IEA Countries - Switzerland 1999 Review" am 28. Juni in Bern vor. Darin erteilt die IEA der Schweiz gute Noten für ihre Anstrengungen, den CO2-Ausstoss zu senken, wie es das Kyoto-Protokoll vorsieht. Sie drängt auf eine schnelle Verwirklichung der schweizerischen Pläne, Wettbewerb im Elektrizitäts- und im Gassektor einzuführen.
Der IEA-Bericht fordert den Bundesrat auf, auf dem Energiesektor ein neues Aktionsprogramm für die Zeit nach dem Jahr 2000 zu entwickeln und zu verwirklichen. Ein solches Programm sei notwendig, damit die Schweiz das ehrgeizige CO2-Ziel erreichen könne, das sie sich in Kyoto gesteckt hat: Danach soll der Treibhausgas-Ausstoss unseres Landes zwischen 1990 und 2008 - 2012 um acht Prozent sinken. Die IEA stellt allerdings auch fest, dass unter ihren Mitgliedern die Schweiz das Land mit dem geringsten relativen CO2-Ausstoss ist, was stark der Kernenergie zu verdanken sei: "Die Schweizer Kernkraftwerke werden effizient betrieben und leisten einen wesentlichen Beitrag zur schweizerischen Stromversorgung. Die Kernenergie liefert nicht nur 40% des Stroms, sondern sorgt zusammen mit der Wasserkraft für eine 98-prozentig CO2-freie Stromerzeugung", schreibt die IEA und fährt weiter: "Aus diesen Gründen sollte die Kernenergie als Option offen bleiben."
Zum Thema Kernenergie schreibt die IEA in der Zusammenfassung des Berichts in den "Empfehlungen an den Bundesrat":
- Einrichtung von Lagern für radioaktive Abfälle
- Weitere Stärkung des rechtlichen Rahmens für den Einsatz der Kernenergie und Gewährung grösserer Unabhängigkeit der Sicherheitsbehörden
- Wahrung der Demokratie bei Entscheidungen über die Kernenergie
- Sicherung eines angemessenen Niveaus technischer Fachkompetenz, damit die Kernenergie weiterhin ein gangbarer Weg bleibt
Quelle
H.R. nach Bericht "Energy Policies of IEA Countries – Switzerland 1999 Review", Juni 1999, sowie Pressemitteilung der IEA und Pressemitteilung des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation vom 28. Juni 1999