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Hartgesottene Anhänger des Liverpool FC nennen sich «Kopites». Das geht, ausgerechnet, auf eine schwere Niederlage der Briten zurück, 1900 in Südafrika. Der «Spion Kop» ist ein steiler Hügel in KwaZulu-Natal, wo die raubeinigen Buren seinerzeit die verhassten «Engelse», darunter viele aus Liverpool, verdroschen (Mohandas Gandhi, später Indiens Freiheitsheld Mahatma, trug daselbst als Sanitäter verwundete Briten ins Lazarett). «Kop» etablierte sich bald darauf als Synonym für eine steile Stehrampe in Fussballstadien, zunächst in Anfield, dann auch anderswo auf der Insel. Den Liverpool Football Club, an dem und an dessen Stadion sich das Anlegerpublikum beteiligen konnte, wie das Blatt von 1937 belegt, gibt es seit 1892. Ab 1894 spielte Liverpool im roten Trikot und weissen Shorts, seit 1964 ganz in Rot, der Farbe des Stadtwappens. Die «Reds» gehören seit jeher zu den Spitzenteams des englischen Fussballs und sind einer der grössten Klubs der Welt. In ihren Reihen kickten Ballkünstler wie Kenny Dalglish, Steven Gerrard oder Kevin Keegan, just to name a few. Heute dribbelt Stürmer Mo Salah die Gegner schwindlig, Torhüter Allison fasst fast alles. So legendär wie die Mannschaft sind auch die Fans, die Kopites eben, besonders wenn sie zu Zehntausenden ihre Hymne anstimmen: «You’ll never walk alone». Diese Melodie, ursprünglich aus einem amerikanischen Musical, wurde in den 1960er Jahren eingemeindet – nicht durch die Beatles, sondern eine andere Band von der Merseyside, Gerry and the Pacemakers. Eigentümer des Liverpool FC ist seit 2010 der amerikanische Investor John W. Henry. Er begrub Pläne seiner Vorgänger, Anfield zu verlassen und baute die ruhmreiche Stätte um und aus, denn «the Kop is unrivalled», wie Henry nach ein paar Spielbesuchen erkannte. Übrigens, Tatsache: Nicht erst seit dem jüngsten Triumph der Reds in der Champions League nennen sich manche Kopites Kloppites.