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Aktivdienst
Die Bunkeranlage auf dem Albulapass war während des gesamten 2. Weltkrieges, auch im Winter, wenigstens mit einer Teilbesatzung besetzt. Die flankierenden Felsenwerke auf dem Pass und die Felsenwerke am Bergünerstein waren zwar ständig kampfbereit bewaffnet, aufmunitioniert und bewacht. Von den Festungsbesatzungen wurden diese aber nur ab erhöhter Alarmstufe kurzfristig besetzt. Ein längeres Ueberleben in diesen feuchten Felsenhöhlen war aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich.
Gefreite oder Korporale waren die Anlagekommandanten. Höhere Unteroffiziere und Offiziere hielten sich nie längere Zeit in der Anlage auf, wie der Bunkerkommandant, der Gefreite Konrad Schmid aus Filisur und der Aktivdienstsoldat Otto Paul Serena aus Stugl berichteten.
Der Dienstbetrieb war monoton, die Kameradschaft unter der Besatzung aber sehr gut.
Die gute Kameradschaft wurde jeweils nur getrübt, wenn einzelne Aktivdienstsoldaten aus anderen Einheiten in die Festung Albula strafversetzt wurden.
Auch der Speisezettel war militärisch monoton. Es ist darum nicht verwunderlich, dass die eingefleischten Albulataler Jäger, die auf dem Pass ihren Kriegsdienst leisteten, ein Bunkermaschinengewehr auf Einzelschuss stellten und eine Gämse im Bunkervorfeld erlegten. Ein perfekter waidmännischer Treffer mit der guten Zieloptik des Maschinengewehrs war garantiert. Auf der normalen Bündner Patentjagd durften damals noch keine Zielfernrohre verwendet werden.