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(Herbst, 1786)
- DE: Gewöhnliche Nasenschrecke
- EN: Cone-headed Grasshopper
- FR: La Truxale méditerranéenne
- Syn.: Acrida cypria Dirsh, 1949
Morphologie
Das Aussehen von Acrida ungarica ist für Mitteleuropa aussergewöhnlich. Die Art ist an ihrem fast stabförmigen Habitus mit dem langgezogenen Kopf, den abgeflachten Fühlern und den langen, zur Seite abgespreizten Hinterbeinen nahezu unverkennbar. Der Kopf ist deutlich länger als der Halsschild und die Augen befinden sich unterhalb des stark vorspringenden Kopfgipfels. Die Halsschild-Seitenkiele divergieren hinter der Mitte leicht auseinander und der Halsschild ist hinter dem Sulcus höchstens leicht aufgewölbt. Die langen, dünnen Hinterbeine werden von den ebenfalls sehr langen und zugespitzten Flügeln deutlich überragt. Die Grundfarbe von Acrida ungarica ist entweder grün oder ockerbraun bis graubraun mit relativ geringer Variation. Die Weibchen sind etwas variabler gefärbt als die Männchen und weisen im Medialfeld der Vorderflügel oft eine kontrastreiche Hell-Dunkel-Zeichnung auf. Von der Fühlerbasis verläuft oft eine helle Linie mit dunklem Saum über die Kopfseiten.
Gesang
Im Flug erzeugt Acrida ungarica ein leises schnarrendes Geräusch. Andere Geräusche oder Gesangsäusserungen sind von der Art nicht bekannt.
Verbreitung
Acrida ungarica besiedelt den Mittelmeerraum von Südspanien über Südfrankreich, ganz Italien und die Balkanhalbinsel bis nach Griechenland und in die Türkei im Süden. Im Osten reicht das Verbreitungsgebiet der Art bis in die Ukraine und nach Südrussland. Die nördlichsten Vorkommen befinden sich in Ungarn. Acrida ungarica war früher in Österreich im Neusiedler See-Gebiet verbreitet, ist dort aber inzwischen ausgestorben. Die aktuellen Einzelfunde der Art sind auf verflogene Individuen zurückgeführt.
Neben der Nominatform wird bisweilen die Unterart Acrida ungarica mediterranea unterschieden. Allerdings lässt sich diese weder morphologisch noch geografisch klar abgrenzen, weshalb es sich dabei vermutlich um eine ökologische Form der südlicheren Gebiete handelt.
This map is based on occurrence records available through the GBIF network and may not represent the entire distribution.
Phänologie & Lebensweise
Acrida ungarica ist erst spät ausgewachsen. Ausgewachsene Tiere findet man von Juli bis Oktober.
Die Art ist in ihrem Lebensraum ausgesprochen gut getarnt und weist zudem eine hohe Fluchtdistanz auf. Acrida ungarica ist sehr flugtüchtig. Meistens entdeckt man die Tiere erst, wenn sie davonfliegen.
Lebensraum
Acrida ungarica besiedelt verschiedene steppenartige Wiesentypen mit offenen Bodenstellen. Die Art ist wärmeliebend und in trockenen und wechselfeuchten Lebensräumen zu finden. Es werden auch Ruderalstandorte, Dünenlandschaften, Sandstrände und Brachland besiedelt.
Gefährdung & Schutz
Acrida ungarica gilt in Europa als nicht gefährdet, da die Art weit verbreitet und im Hauptverbreitungsgebiet häufig anzutreffen ist. In Österreich ist die Art ausgestorben. Aufgrund der hohen Ansprüche bezüglich Wärme und Trockenheit waren die Bestände am Neusiedler See stets am Verbreitungsrand der Art gelegen und deshalb besonders verletzlich. Am nördlichen Verbreitungsrand scheinen vor allem die Eutrophierung und die Nutzungsaufgabe für den entsprechenden Lebensraumverlust zu sorgen. Durch die fehlende Nutzung bzw. Düngereintrag wird die Vegetationsdecke dichter und die mikroklimatischen Bedingungen entsprechen der Art nicht mehr. Wegen ihrer guten Flugfähigkeit kann eine Wiederbesiedlung nicht ausgeschlossen werden.
- CH: Abwesend
- DE: Abwesend
- AT: RE (In Österreich ausgestorben)
- Europa: LC (Nicht gefährdet)
Ähnliche Arten
Acrida ungarica kann in Mitteleuropa aufgrund des einzigartigen Habitus mit keiner anderen Heuschrecken-Art verwechselt werden. Bei flüchtiger Betrachtung sind allenfalls Verwechslungen aufgrund der Grösse und Färbung mit Locusta migratoria, Anacridium aegyptium, Ruspolia nitidula oder Tettigonia viridissima vorstellbar. Die letzt genannten unterscheiden sich aber durch die langen Fühler deutlich von Acrida ungarica. Im Mittelmeerraum gibt es weitere ähnliche Arten der Gattungen Acrida, Truxalis, Pyrgomorpha oder Calephorus, die in Mitteleuropa jedoch nicht vorkommen.