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Feinstaub sind kleinste Staubpartikel in der Luft. Sie haben einen Durchmesser von weniger als 10 Mikrometer und werden deshalb auch PM10 (Particulate Matter) genannt. Besonders im Winter sind die Feinstaub-Belastungen erhöht.
Feinstaub entsteht durch …
- Abgase aus Industrie und Verkehr, insbesondere aus Dieselmotoren
- Landwirtschaft, Gewerbe und private Haushalte
- Verbrennung von Biomasse (zum Beispiel Holzfeuerungen, Räumungsfeuer)
- Reifen- und Bremsabrieb
- Natürliche Quellen wie Pollen, Waldbrände, Saharastaub und Vulkanausbrüche
Eine zu hohe Belastung führt zu …
- Erkrankungen der Atemwege wie Asthma oder chronischer Husten
- Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems
- Zunahme der Sterblichkeit und des Krebsrisikos
- Belastung des Bodens und der Pflanzen
- Beschleunigung der Gletscherschmelze und Klimaerwärmung
Feinstaub-Belastung im letzten Jahrzehnt
Vor allem dank Filtern bei Fahrzeugen und bei grossen Holzfeuerungen konnte die Feinstaub-Belastung im letzten Jahrzehnt reduziert werden. Seit einigen Jahren werden die Grenzwerte für Feinstaub PM10 nur noch vereinzelt überschritten. Die Inversionen im Winterhalbjahr spielen dabei eine wichtige Rolle. Eine Inversion stellt eine Sperrschicht dar, die einen Austausch zwischen tief liegenden und höher liegenden Luftschichten verhindert. Unter der Inversionsgrenze sind die Feinstaub-Konzentrationen höher, darüber tiefer.
Am meisten Feinstaub wird jeweils an stark verkehrsbelasteten Standorten wie der Stadt Luzern gemessen, am wenigsten in ländlichen und höher gelegenen Gebieten abseits von grösseren Luftschadstoffquellen, zum Beispiel in Beromünster oder auf der Seebodenalp. Die Feinstaub-Werte in der Zentralschweiz bewegen sich aber nach wie vor nahe am Schweizer Jahresmittelgrenzwert. Dieser liegt mit 20 Mikrogramm pro Kubikmeter zudem über der WHO-Empfehlung. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt maximal 15 Mikrogramm pro Kubikmeter.
So hat sich die Stickstoffdioxid-Situation verändert
Stickstoffdioxid zählt wie Feinstaub zu den Hauptluftschadstoffen. Seit 1990 hat die Belastung deutlich abgenommen, in grossen Städten und entlang stark befahrener Strassen bewegen sich die Werte aber noch immer nahe den Grenzwerten.
Stickstoffdioxid entsteht durch …
- Abgase aus Strassenverkehr (Hauptquelle)
- Flugverkehr und Industrie
- Maschinen in Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Gewerbe
- Kehrichtverbrennungsanlagen und Feuerungen
Eine zu hohe Belastung führt zu …
- Reizung der Atemorgane und Atemwegserkrankungen wie Bronchitis
- Schädigung der Schleimhäute
- In Kombination mit anderen Schadstoffen: Schädigung von Pflanzen und empfindlichen Ökosystemen
- Überdüngung von Boden und Gewässern
- mehr Ozonbildung, da Stickstoffdioxid ein Vorläuferstoff ist
Stickstoffdioxid-Belastung im letzten Jahrzehnt
Vor allem dank SCR-Katalysatoren bei Fahrzeugen (Abgasnachbehandlungstechnologie) ging die Stickstoffdioxid-Belastung im letzten Jahrzehnt zurück. In den vergangenen Jahren wurden die Grenzwerte für Stickstoffdioxid nur noch vereinzelt überschritten. Noch bewegen sich die Werte in der Zentralschweiz teilweise aber nahe am Jahresmittelgrenzwert. Der Schweizer Grenzwert von 30 Mikrogramm pro Kubikmeter liegt zudem über der WHO-Empfehlung. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt maximal 10 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft.
Die höchsten Werte werden jeweils in Gebieten in der Nähe grösserer Verkehrsachsen gemessen, sehr tief ist die Belastung in den ländlichen und erhöhten Gebieten.
Mögliche Massnahmen
Die Gefahr durch verschmutzte Luft ist noch nicht gebannt. Die Zentralschweizer Kantone engagieren sich im Rahmen des Massnahmenplans Luft deshalb koordiniert für saubere Luft. Dieser umfasst Kontrollen und Anreizsysteme für die Wirtschaft und Private. Mit den folgenden einfachen Massnahmen können alle zu sauberer Luft beitragen:
- Möglichst oft mit Velo und öffentlichen Verkehrsmitteln fahren statt mit dem Auto
- Beim Kauf eines Neuwagens elektrische Fahrzeuge bevorzugen
- Im Garten- und Hobbybereich elektrische Geräte statt Geräte mit Benzinmotor benutzen. Falls Benzinmotor: Gerätebenzin verwenden
- Saisonale und regionale Lebensmittel mit kurzen Transportwegen einkaufen
- Holzfeuerungen richtig anfeuern
- Wasserbasierte Lacke, Farben, Reinigungsmittel und Kleber benutzen