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ego (lat., »das andre Ich«, d. h. der Stellvertreter), eine im Kanzleistil einiger romanischer
Staaten (Spanien, Portugal etc.), namentlich des frühern Königreichs beider Sizilien, vorkommende Formel, durch welche der König
einem von ihm gewählten Generalvikar des Reichs die volle Ausübung aller Rechte der königlichen Gewalt übertrug, so daß
derselbe gleichsam das zweite Ich des Königs sein sollte. Im gewöhnlichen Leben spricht man nicht selten
von dem alter ego, d. h. von dem vertrauten Freund einer Person, welcher ganz in dieser aufgeht und deren Neigungen und Wünsche
seinerseits zum Ausdruck bringt.
ego (lat.), d. h. das andere Ich, wird derjenige genannt, der von einem andern bevollmächtigt ist, ihn vollständig
zu vertreten, als ob der Vollmachtgeber selbst handle. So wird die Stellung des Prokuristen (s. d.) im Handelsrecht in Beziehung
auf den Geschäftsherrn verdeutlicht. Ebenso im öffentlichen Recht; so wurde z. B. in Neapel bei der
Revolution von 1820 der nachmalige König Franz I. als Kronprinz von seinem Vater, Ferdinand I., sowie im Dez. 1844 Graf Woronzow
vom Kaiser Nikolaus I. (für den Kaukasus) zum Alter ego ernannt.