Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03245.jsonl.gz/2006

2007 bei der letzten WM in Moskau trafen die Russen im Halbfinal ebenfalls auf Finnland und verloren 1:2. Es war das jähe Ende der Hoffnungen auf den vierten WM-Titelgewinn im eigenen Land. Zuvor hatten die Russen sämtliche sieben Partien gewonnen. Auch bei den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi bedeuteten die Finnen Endstation, damals bereits im Viertelfinal (1:3). Diesmal sollen die Nordeuropäer nicht zum Party-Killer werden. Dass die Gastgeber gut mit dem grossen Druck umgehen können, bewiesen sie im Viertelfinal gegen Deutschland, als sie nach dem 0:1-Rückstand nach 20 Minuten die Partie im Mitteldrittel auf imponierende Weise drehten.
Finnland ist jedoch ein ganz anderes Kaliber als Deutschland. Das Team von Kari Jalonen, dem neuen Coach des SC Bern, hat die ersten acht Partien an diesem Turnier allesamt gewonnen, und dies mit einem beeindruckenden Torverhältnis von 34:7. Nur gegen Weissrussland (6:2) und die USA (3:2) liessen die Finnen mehr als einen Gegentreffer zu. Insofern wird interessant zu sehen sein, wie die russische Angriffsmaschinerie mit dem finnischen Bollwerk zurechtkommt. Seit der Halbfinal-Niederlage vor neun Jahren entschieden die Osteuropäer drei von vier Direktbegegnungen gegen Finnland in der K.o.-Runde für sich.
Im zweiten Halbfinal am Abend sind die Kanadier favorisiert. Der Titelverteidiger, der im Viertelfinal Schweden gleich mit 6:0 abfertigte, verfügt über mehr Potenzial wie die USA. Die Amerikaner stellen mit einem Durchschnittsalter von 23 Jahren das jüngste Team an dieser WM und erlitten bereits vier Niederlagen. Auch die Statistik spricht gegen die USA. Seit der Weltmeister im K.o.-System ausgespielt wird – dies ist seit 1992 der Fall – verloren die Amerikaner sämtliche sieben Halbfinals. Allerdings sorgten sie schon mit dem 2:1-Sieg nach Penaltyschiessen im Viertelfinal gegen Tschechien für eine kleine Überraschung. Vielleicht brilliert ja Auston Matthews, in der abgelaufenen NLA-Saison bei den ZSC Lions tätig, auch gegen Kanada. Gegen Tschechien war er mit einem Tor und einem verwandelten Penalty der Matchwinner.
(SDA)