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Unter Mauritius liegt ein versunkener Kontinent
Forscher konnten nachweisen, dass unter Mauritius (bedeckt von einer tausende Meter dicken Lavaschicht) Reste eines vorzeitlichen Kontinents liegen. Ein Professor für Geowissenschaften an der Witwatersrand-Universität in Südafrika, identifizierte mit Kollegen auf der rund 1000 Kilometer östlich von Madagaskar gelegenen Insel Mauritius nun Zirkon-Mineralien, die rund drei Milliarden Jahre alt sind. Mauritius selbst entstand durch vulkanische Aktivität hingegen erst vor etwa neun Millionen Jahren. Die winzigen Halbedelsteine müssen nach Meinung der Wissenschaftler von einem darunter liegenden Mikrokontinent stammen. Bereits vor vier Jahren hatte ein norwegischer Geologe mit seinem Team die These aufgestellt, dass unter den Ferieninseln Mauritius und La Réunion im Indischen Ozean die Überreste eines Mini-Kontinents liegen, der vor rund 90 Millionen Jahren noch Indien mit Madagaskar verband, danach aber in kleinere Teile zerbrach. Die Wissenschaftler hatten damals am Strand von Mauritius erstmals Sandkörner entdeckt, die rund zwei Milliarden Jahre alte Zirkon-Kristalle enthielten. Allerdings konnten sie nicht beweisen, dass die Partikel nicht durchs Meer angespült, an Schuhen von Menschen eingeschleppt oder vielleicht von Vögeln auf die Insel gebracht wurden.
Zirkon-Kristalle als Indikatoren für Kontinentalplatten
Zirkon-Kristalle gelten gemeinhin als Indikatoren für Kontinentalplatten, da sie vor allem in deren Sockelgestein Granit vorkommen. Ein Wissenschaftler und seine Kollegen, fanden das Mineral nun auch in Proben, die sie direkt auf Madagaskar aus dem Vulkangestein Trachyt entnommen hatten. Eine Analyse im Geoforschungszentrum in Potsdam ergab, dass die Kristalle teils sogar eine Milliarde Jahre älter sind, als die bereits 2013 gefundenen. Die Wissenschaftler meinen damit den endgültigen Beweis geleistet zu haben, dass unter der Vulkaninsel Mauritius ein urzeitlicher Kontinent liegt, den sie „Mauritia“ getauft haben. Wie sie im Fachmagazin „Nature Communications“ darlegen, müssen die Zirkon-Kristalle mit aufsteigendem Magma von der viel tiefer liegenden kontinentalen Kruste nach oben transportiert worden sein.
Mauritia brach vor 130 Millionen Jahren ab
Die Annahme, dass die Inseln des sogenannten Maskarenen-Plateaus auf kontinentalen Fragmenten fusst, ist nicht neu. Mauritia entstand demnach in Folge des Wegbrechens eines Stückes Landmasse vom Super-Kontinent Gondwana vor 130 Millionen Jahren. Vor etwa 80 Millionen Jahren wurde der Mini-Kontonent durch die Kontinentdrift schliesslich auseinandergezogen und zersplitterte in eine Ansammlung kleinerer Fragmente. Auslöser für diesen Prozess waren extrem heisse Gesteinmassen, die bei Vulkanausbrüchen aus dem Erdmantel nach oben geschleudert wurden und die tektonische Platte des Kontinents spalteten. Hierbei entstanden eine Reihe kleinerer Kontinent-Bruchstücke und vermutlich exisitieren auf dem Grund der Ozeane noch bedeutend mehr solcher versunkener Mikro-Kontinente als bisher angenommen.