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Vor genau 50 Jahren, vom 15. bis 18. August 1969, fand in einem kleinen Ort im Bundesstaat New York ein Musikfestival statt, das Geschichte schrieb. "Woodstock" ist seither zu einem Synonym einer Generation geworden, die die Welt verändern wollte.
"Please Force" und Müsliriegel
Die "Generation Woodstock", schreibt Elliott Landy im Vorwort, "hat in Vergessenheit geratene spirituelle Wahrheiten wiederentdeckt und damit der heutigen Welt eine alternative Sicht auf das Leben ermöglicht – liebevoll, sanft und allzeit offen zu sein." Auch 50 Jahre danach kann man noch einiges davon in die Tat umsetzen. Denn Elliott Landy, der Fotograf, der damals schon immer mittendrin war, schöpft aus Woodstock 1969 auch Hoffnung (die er vor allem in einer Synthese aus "zwei Arten des Denkens und Seins" sieht) für das 21. Jahrhundert. Landy nahm damals an Demonstrationen und Sit-ins der Gegenkultur teil und stand bei Konzerten in der ersten Reihe. Er arbeitete mit Künstlern wie Bob Dylan, The Band, Janis Joplin, Van Morrison, Jimi Hendrix und Jim Morrison zusammen und steuerte auch Ideen zum Artwork ihrer Alben bei. Als offizieller Fotograf des Woodstock-Festivals gelang es Landy, das Woodstock Festival als einen Moment der Zeitgeschichte festzuhalten. Das "Wassermann"-Zeitalter hatte begonnen.
3 Days of Peace & Music
Die mehr als 300 farbigen und s/w-Abbildungen im vorliegenden Band des Zweitausendeins-Verlages zeigen aber nicht nur ungesehene Bilder von Woodstock, sondern auch Fotos der bei Woodstock aufgetretenen Bands in den Jahren zuvor. Etwa Jefferson Airplane im Fillmore East oder Levon Helm im Fillmore West. Darunter auch durchaus politische Fotos, die Antikriegsdemonstrationen und Polizeibrutalität ebenso zeigen, wie Celebrities. Etwa Joan Collins oder Faye Dunaway im Fotografengewitter oder Jimi Hendrix, Janis Joplin und Jim Morrison. In kleinen Essays zwischen den Bidern berichtet Landy auch von seinen Begegnungen mit den Stars, etwa einer Begegnung mit Sara und Bob Dylan bei der dieser ihn bat, Katzenfutter für sie nachzukaufen, denn ihres war ausgegangen. Woodstock war eben auch ein Ort zum Leben (Bob hatte dort zu malen begonnen) und nicht nur ein Festival, wie der vorliegende Fotoband und die Anekdoten darin deutlich machen. Es kommen eine Menge Beteiligte zu Wort: die Veranstalter, Promotoren und Musiker, aber auch der Mann rechts auf dem Gerüst, mit freiem Oberkörper und Hut.