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The Wife
Regie: Björn Runge
Darst.: Glenn Close, Jonathan Pryce, Max Irons, Christian Slater, Harry Lloyd, Annie Starke, Elizabeth McGovern, Johan Widerberg, Karin Franz Körlof, Richard Cordery u.a.
Der amerikanische Schriftsteller Joe Castleman erhält eines Morgens einen Anruf aus Schweden: Er hat den Nobelpreis für Literatur gewonnen. Zusammen mit Frau Joan und Sohn David macht er sich auf den Weg nach Europa. Doch die Freude wird bald getrübt, denn in der Familie Castleman steht nicht alles zum Besten. Zum einen schwelt schon seit Längerem ein Konflikt zwischen Joe und seinem Sohn, der ebenfalls Schriftsteller werden möchte und unter der mangelnden Anerkennung durch den Vater leidet. Und zum anderen ist der Journalist Nathaniel Bone der Familie penetrant auf den Fersen; er will unbedingt eine Biografie über den Autor schreiben und ist bei seinen Recherchen einem ziemlich explosiven Familiengeheimnis auf die Spur gekommen. Basierend auf dem gleichnamigen, 2003 erschienenen Roman der amerikanischen Autorin Meg Wolitzer schuf der schwedische Regisseur Björn Runge eine so witzige wie bitterböse Komödie, die das altbackene Bonmot, dass hinter jedem grossen Mann eine starke Frau stehe, gekonnt verspottet. Die titelgebende Ehefrau des Nobelpreisträgers, die sich für den Gatten aufgeopfert hat, wird hier von keiner geringerem als Glenn Close grandios gespielt. In den Rückblenden, in denen sie in jungen Jahren zu sehen ist, wird sie von ihrer 1988 geborenen Tochter Annie Starke verkörpert. Die 71-jährige Close, die im Januar bei den Golden Globes für ihre Rolle als Joan Castleman den Preis als beste Schauspielerin gewann, ging bei den Oscarverleihungen einmal mehr leer aus – in Zeiten von #MeToo und zunehmender weiblicher Selbstermächtigung wäre der Preis für diese grosse Schauspielerin gerade für diese Rolle mehr als verdient gewesen. Peter Bradshaw schrieb in The Guardian: «Glenn Close liefert in ihrer Rolle der Gattin eines Schriftstellers und Nobelpreisträgers, die als junge Frau selbst literarische Ambitionen hatte und nach der Auszeichnung ihres Mannes in eine Lebenskrise stürzt, die wohl beste schauspielerische Leistung ihrer langen Karriere. In der Rolle der allseits bewunderten Joan spielt sie eine Stütze, eine Mutter, baldige Grossmutter und liebevolle Ehepartnerin, die nur scheinbar glücklich ist mit ihrem Leben im Schatten des Titanen. Und Jonathan Pryce steht ihr als kantiger und eingebildeter alternder Schriftstellers, der wie ein Kind süchtig nach Lob ist, kaum nach.»