Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/107458

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, Fragen zum Thema Sprachen wieder in den Mikrozensus der Schweizer Bevölkerung aufzunehmen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Ab 2010 findet die Volkszählung jährlich statt. Sie wird vom Bundesamt für Statistik (BFS) in neuer Form durchgeführt und ausgewertet. Die Informationen werden dabei primär den Einwohnerregistern entnommen und mit Stichprobenerhebungen ergänzt. </p><p>Das Parlament hat das Bundesgesetz über die eidgenössische Volkszählung (SR 431.112) am 22. Juni 2007 verabschiedet. Die Verordnung und das Erhebungsprogramm vom 19. Dezember 2008 definieren den Informationsauftrag des neuen Volkszählungssystems. Die Daten zu den traditionellen Themen der Volkszählung, die nicht in einem Register vorhanden sind, werden mit einer jährlichen Strukturerhebung erhoben. Diese Erhebung ist kein Mikrozensus, sondern eine grosse Erhebung bei einer jährlichen Stichprobe von 200 000 Personen. </p><p>Die Fragen zu den Sprachen werden im Rahmen der Strukturerhebung eingehend berücksichtigt, da die Register keine entsprechenden Informationen enthalten. Sie sind folglich noch immer Teil der Volkszählung. </p><p>Die Frage nach der Hauptsprache (früher Muttersprache) hat in der Volkszählung eine lange Tradition. Sie wird nahezu seit Beginn gestellt (1860 und 1870 den Haushalten, seit 1880 den einzelnen Personen). Im Jahr 1990 wurden zwei zusätzliche Fragen zur Sprache integriert: erstens die Sprache, die zu Hause mit den Angehörigen gesprochen wird, zweitens die Sprache, die in der Schule, an der Arbeit gesprochen wird. </p><p>Diese drei Fragen waren auch Teil der Volkszählung 2000. Die ab 2010 durchgeführte Strukturerhebung übernimmt die Fragen zur Sprache, die 1990 und 2000 gestellt wurden. Dadurch können die aktuellen Ergebnisse mit jenen der beiden vorangehenden Volkszählungen verglichen werden. </p><p>Das Parlament hat entschieden, im Rahmen der neuen Volkszählung im Fünfjahresrhythmus eine vertiefende Erhebung zum Thema "Sprache, Religion und Kultur" einzuführen. Das BFS wird diese neue Erhebung im Jahr 2014 bei einer Stichprobe von 10 000 Personen durchführen. Die Fragen zum Thema Sprache liefern Informationen zu folgenden Bereichen: Status und Entwicklung der Mehrsprachigkeit, Sprachenlernen und Weiterbildung, im familiären, beruflichen, schulischen und gesellschaftlichen Umfeld gesprochene Sprachen sowie Sprachkenntnisse und Sprachpraxis der ausländischen Bevölkerung.</p><p>Die Daten werden jährlich mit der Strukturerhebung aktualisiert und fünfjährlich mit der thematischen Erhebung vertieft. Damit verfügt die Schweiz über ein nachhaltiges Instrument für die Analyse der sprachlichen Situation.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.