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Das Schloss Hünegg ist kein gewöhnliches Museum. Seine Ausstattung ist seit 1900 unverändert. Es scheint, als kehrten die ehemaligen Bewohner jeden Moment zurück. Der herrschaftliche Sitz liegt in einem zauberhaften Park mit altem Baumbestand. Man fühlt sich in eine andere Welt versetzt.
Am rechten Ufer des Thunersees, auf dem Seebühl, nordwestlich des Dorfes Hilterfingen, erwarb Baron Albert Emil Otto von Parpart (1813–1869), gewesener Offizier in königlich preussischen Diensten, nach und nach eine grosse Besitzung. 1861–1863 liess er dort ein Schloss erbauen, das im Zusammenhang mit entdeckten Alemannen- oder Hünengräbern den Namen Hünegg erhielt. Baron von Parpart wählte für seinen Neubau Formen der Renaissanceschlösser an der Loire, zitierte Einzelelemente von Blois, Chenonceau und Azay-Le Rideau. Schöpfer war der erst 26-jährige Berliner Architekt Heino Schmieden (1835–1913). Von Parpart war seit 1846 mit Adelheid Sophie Margaritha geborene von Bonstetten (1814–1883) verheiratet. Er starb bereits 1869.
Das Ehepaar Lemke-Schuckert richtete das Innere 1900 im Jugendstil weitgehend neu ein.
Der Park
Das Schloss bildet den Schwerpunkt der sorgfältig gestalteten Parkanlage, die ursprünglich über 6 ha gross war. Gegen Westen wird der Park heute durch den im Privatbesitz stehenden ehemaligen Backstein-Riegelbau des Gärtner- und Abwartshauses abgeschlossen. Der ganzjährig öffentlich zugängliche Schlosspark weist heute immer noch eine Fläche von 5,35 ha auf, was mehr als 7 Fussballfeldern entspricht.
Der Vorplatz beim Schlosseingang ist gegen Nordosten durch eine Pergola mit zentraler Brunnenarchitektur abgeschlossen. Dieser Platz dient bei schönem Wetter als Schlosscafé. Daran angrenzend steht oberhalb der Rasenfläche mit dem Bassin und Springbrunnen ein überdeckter, halbrunder Musikpavillon. Aus der Bauzeit des Schlossgebäudes stammt unweit des Seeufers ein reizendes Miniaturhaus (heute: Märli-Läse-Hüsli) von 1865. Auf dem höchsten Punkt des Parkgeländes errichtete der Nachbesitzer Gustav Lemke-Schuckert einen Aussichtspavillon (heute: Kulturpavillon) in der Form eines Chalets, mit restauriertem und integriertem Eiskeller.
Von der Schlossterrasse aus geniesst man eine prachtvolle Aussicht auf den Thunersee, die Vor- und Hochalpen, eingerahmt durch Sträucher und hochstämmige Bäume, welche im milden, temperaturausgleichenden Seeklima üppig wachsen. Unter diesen Bäumen finden sich im Schlosspark auch zahlreiche fremdländische Exemplar wie Mammutbäume, Libanonzedern und vielstämmige Scheinzypressen, welche um 1860 gepflanzt worden sind. Die ursprüngliche Wegführung durch den Park wurde bis heute weitgehend beibehalten.
Staatsstrasse 52
Mitte Mai bis Mitte Oktober
Dienstag bis Samstag: 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr
Sonn- und Feiertage: 11.00 Uhr bis 17.00 Uhr
Märli-Läse-Hüsli: Sa. 14–17 Uhr