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Rene M. Lüthy, Mitglied der Konzernleitung der Technologiegruppe Von Roll, sitzt in Deutschland wegen Korruptionsverdachts in Untersuchungshaft.Dieser Inhalt wurde am 28. Juli 2002 - 12:13 publiziert
Dies gab die Von Roll Group in einer auf ihrer Homepage verbreiteten Mitteilung bekannt. Es geht um die Schmiergeldaffäre zwischen den Bonner Stadtwerken und dem ABB-Konzern.
Nach Informationen der "SonntagsZeitung" wurde der 59-jährige Von Roll-Manager bereits am vergangenen 6. Juli auf dem Amsterdamer Flughafen auf Grund eines deutschen Haftbefehls verhaftet.
Die Von Roll Group schreibt in ihrer Mitteilung vom 24. Juli, Lüthy sei auf einer Geschäftsreise in Untersuchungshaft genommen und an die Justizvollzugs-Anstalt Rheinbach überstellt worden. Es gehe um das Strafverfahren der Staatsanwaltschaft Bonn, das am vergangenen 27. März gegen Lüthy eröffnet worden sei.
Das Konzernleitungs-Mitglied werde beschuldigt, von 1996 bis 1998 als Relaisstation für einen Geldtransfer fungiert zu haben, und zwar für vertrauliche Informationen zwischen der deutschen ABB und einem leitenden Angestellten der Stadtwerke Bonn, im Zusammenhang mit einem Heizkraftwerk, welches gebaut werden sollte.
Dabei geht es, wie schon früher bekannt wurde, um den Schmiergeldskandal des ehemaligen Leiters der Bonner Stadtwerke und früheren Fraktionschef der Bonner CDU, Reiner Schreiber.
Die "SonntagsZeitung" zitierte den Sprecher der Bonner Staatsanwaltschaft, Fred Apostel, mit der Aussage, Lüthy werde Beihilfe zur Bestechung in einem "besonders schweren Fall" vorgeworfen. Ein Haftentlassungs-Gesuch für Lüthy sei von der Bonner Staatsanwaltschaft abgewiesen worden.
Die Von Roll Group bedauerte in der Mitteilung die Verhaftung Lüthys, der dem Konzernbereich Von Roll Inova vorsteht. Man hoffe, dass die deutschen Behörden rasch Klarheit bezüglich der Beschuldigungen schüfen.
Die Firma führte weiter aus, dass sie selber nicht in das Verfahren verwickelt sei. Lüthy sei auf dessen Wunsch bereits am vergangenen 1. April von wichtigen Führungsfunktionen entlastet worden, damit er sich auf seine Verteidigung konzentrieren könne.
Der frühere Leiter der Bonner Stadtwerke, Reiner Schreiber, hat laut Angaben der Staatsanwaltschaft vom vergangenen Mai zugegeben, im Zusammenhang mit dem Bau zweier Heizkraftwerke in der Stadt Schmiergelder in Höhe von rund 1,45 Mio. Mark angenommen zu haben. Schreiber habe erklärt, er habe das Geld erhalten, um die Firma ABB bei den Aufträgen für die Heizkraftwerke Bonn Nord und Bonn Süd zu bevorzugen.
swissinfo und Agenturen
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