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Die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren hat heute Vormittag die Ergebnisse von zwei Erhebungen präsentiert, die in den Jahren 2016 und 2017 stattfanden. Mit diesen beiden Erhebungen sollte überprüft werden, wie viele Schülerinnen und Schüler die Grundkompetenzen in Sprachen und Mathematik erreichen. Getestet wurde dabei Folgendes: Verschiedene Kompetenzbereiche und Handlungsaspekte für die Mathematik, für die Schulsprache (L1) – Lesen und Orthografie – Deutsch als erste Fremdsprache (L2) für die französischsprachigen Schülerinnen und Schüler sowie Französisch (L2) für die deutschsprachigen.
Wie die Direktion für Erziehung, Kultur und Sport erfreut feststellen konnte, haben die Freiburger Schülerinnen und Schüler sehr gute Ergebnisse erreicht. Im Allgemeinen liegen sie bei französischsprachigen Schülerinnen und Schülern jeweils über dem schweizerischen Mittel und bei deutschsprachigen Schülern im Durchschnitt und für die Partnersprache über dem Durchschnitt der Referenzkantone.
Am Ende der obligatorischen Schule haben über 90 % der Schülerinnen und Schüler der 8H die Grundkompetenzen in der Schulsprache (Lesen) erreicht, gegenüber 88 % im schweizerischen Mittel. Bei der Orthografie sind es im französischen Kantonsteil 91 % (Durchschnitt der Westschweizer Kantone: 89 %) und im deutschsprachigen Kantonsteil 84 % (Durchschnitt der Deutschschweizer Kantone: 84 %). In der ersten Fremdsprache bzw. Partnersprache (L2) erreichen die deutschsprachigen Schülerinnen und Schüler mit 78 % für das Leseverstehen (Durchschnitt der Deutschschweizer Kantone: 65 %) und 96 % für das Hörverstehen (89 %) ausgezeichnete Ergebnisse. Bei den französischsprachigen Schülerinnen und Schüler erreichen 79 % (Durchschnitt der Westschweizer Kantone: 72 %) die Zielvorgaben für das Leseverstehen und 92 % (88 %) jene für das Hörverstehen. Es gibt keine signifikanten Unterschiede, weder nach Geschlecht, sozialer Herkunft, zuhause gesprochener Sprache noch nach Migrationsstatus.
Auch wenn die Ergebnisse der Freiburger Schülerinnen und Schüler für Mathematik im Allgemeinen über dem Schweizer Durchschnitt (62%) liegen, d.h. 83 % für die französischsprachigen ‒ was hervorragend und das beste Ergebnis aller Kantone ist ‒und 63 % für die deutschsprachigen, so lassen sich doch einige Unterschiede zwischen den beiden Sprachregionen erkennen, insbesondere was die Ergebnisse aufgeteilt nach Klassentypus betrifft.
So erreichen in den Realklassen am Ende der obligatorischen Schule weniger Schülerinnen und Schüler die Grundkompetenzen in Mathematik, wobei dieser Unterschied in Deutschfreiburg ausgeprägter ist als im französischsprachigen Kantonsteil. Für die Schülerinnen und Schüler der Sekundarklassen ist der Unterschied geringer und bei den Progymnasialklasse lässt sich kein Unterschied feststellen; hier erreichen 99 % der Schülerinnen und Schüler die Zielvorgaben. Auch scheint der Migrationsstatus im deutschsprachigen Kantonsteil einen etwas grösseren Einfluss auf den Erwerb der Grundkompetenzen zu haben als im französischsprachigen Kantonsteil.
Diese Unterschiede erklären sich zum grossen Teil durch den Harmonisierungsgrad, der im französischsprachigen Kantonsteil dank des Westschweizer Lehrplans PER und der Erstellung gemeinsamer Lehrmittel gut vorangeschritten ist, wogegen er sich bei den Deutschschweizer Kantonen einschliesslich Freiburg erst am Beginn befindet. Die so gesammelten Daten sind wertvoll, da sich dank ihnen die Bemühungen auf das, was es noch zu verbessern gilt, konzentrieren.
Das Schulsystem, wie es im Kanton eingerichtet ist, zeichnet sich durch ein hohes Mass an Stabilität aus und fördert eine kontinuierliche, pragmatische und kohärente Entwicklung. Die Ämter für obligatorischen Unterricht stellen vor allem in Bezug auf die Bildungsplanung strenge Anforderungen (z. B. führt die Lehrperson ein Planungsjournal, in dem die Aktivitäten mit den Schülerinnen und Schülern beschrieben werden). Dabei können sie auf verantwortungsbewusste und motivierte Lehrkräfte zählen, die sich stark dafür verantwortlich fühlen, welche Ergebnisse die Schülerinnen und Schüler erzielten. Die Einführung des Westschweizer Lehrplans (PER) in den Schulen des französischsprachigen Kantonsteils erfolgte seit 2012 mit einer sorgfältig geplanten Begleitung der Lehrpersonen. Ein ähnlicher Harmonisierungsprozess wird kommenden August in den Schulen Deutschfreiburgs mit dem Inkrafttreten des Lehrplans 21 (LP 21) beginnen, der gleichzeitig auf allen Stufen der obligatorische Schule eingeführt und bis 2022/23 umgesetzt werden soll.
Die Freiburger Schule, dank ihrer beiden Sprachregionen, ist ständig um eine Verbesserung ihrer Kohärenz und Qualität bemüht. Angesichts der hervorragenden Ergebnisse ihrer Schülerinnen und Schüler kann sie stolz auf das Erreichte sein und ihre Arbeit fortsetzen, da die Ergebnisse bestätigen, die richtigen Entscheide getroffen zu haben.