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In der Erfahrung der Schmerzerfoschung hat sich gezeigt, dass der Körpertonus zu hohe Spannungen in den Muskeln und Faszien aufweist. Heute geht man davon aus, dass 90% aller Schmerzen aus dem Bindegewebe, Faszien und aus dem Muskel-Sehnen-System hervorgerufen wird. Das fasziale muskeldynamische Gleichgewicht ist gestört und führt so zu extremen Fibromyalgie-Schüben. Diese Betrachtungsweise wirft ein völlig neues Licht auf das Verständnis über Fibromyalgie. Die Schmerzwissenschaft vermutet hinter diesem Schmerzbild eine ausgeprägte und universelle Fehlspannung im muskelfaszialen Zusammenspiel. Aus diesem Grund sind kaum Entzündungsanzeichen vorhanden und jeder Hinweis auf eine Schädigung in Knochen und Gelenken fehlt.
Die Faszien durchziehen den ganzen Körper, ummanteln jede Muskelzelle und durchsetzen feinmaschig alle Organe des Körpers. Sie ist das grösste Netzwerk des Körpers und funktioniert wie ein gigantisches Netz, die dem Körper Stabilität und Dynamik schenkt. Interessant ist, dass das fasziale Gewebe bis zu 6mal mehr Nervenendungen besitzt als Muskelfasern und daher sehr schmerzempfindlich ist. Deshalb wird vermutet, dass die Störung in der Verarbeitung von Schmerzsignalen im zentralen Nervensystem über die Faszien ausgelöst werden und dass die meisten Schmerzen über die Faszien hervorgerufen werden.