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Adolf Josef v/o Bang 02.09.1937 - 8.09.2023
08.09.2023 - Franz Koch v/o Naso
Nachruf
Dr. med. vet.
Adolf Josef v/o Bang
GV Angelomontana, AKV Kyburger
02.09.1937 - 8.09.2023
Lieber Bang, Dein Biervater AH HP Ming v/o Custos kann aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr Deine Trauerrede halten, ebenso nicht Dein Biersohn AH Konrad Weibel v/o Hengst, weil er schon vor beinahe 40 Jahren verstorben ist. So versuche ich, mit Unterstützung Deines Consemesters und Berufskollegen AH HP Villiger v/o Zoll, nachfolgend Dein Leben als Erinnerung für uns Kyburger und weitere St.Ver festzuhalten. Ich hoffe, wir bleiben mit Dir so auch weiterhin treu verbunden. Wir studierten zur gleichen Zeit, Du am Tierspital, ich an der ETH, und pflegten seither immer wieder unsere Lebensfreundschaft.
Adolf, oder Dölf, wie er seinen Namen lieber hörte, wuchs mit zwei Geschwistern in Wängi im Kanton Thurgau auf. Sein Vater waltete dort als Tierarzt. 1944 trat Dölf in die erste Klasse der Dorfschule ein und wechselte 1949 ins Gymnasium der Klosterschule Engelberg. Hier gefiel es dem jungen Studenten sehr gut, machte ohne Wechsel die damals noch vollen 8 Jahre Studium mit und schloss 1957 mit der Matura Typus A ab. Im gleichen Jahr begann das vorklinische Studium an der medizinischen Fakultät in Fribourg. Nach 3 Semestern wechselte Bang, wie ihn in dieser Zeit die Alemannen tauften und fortan nannten, ans Tierspital nach Zürich, um das Studium der Veterinärmedizin zu beginnen. 1963 bestand er mit Erfolg das Staatsexamen, erstmals im neuen Tierspital am Milchbuck. Nachher begann Bang als fahrender Gesell, wie er sich selber im Goldenen Buch nannte, die Assistenzzeit bei verschiedenen Tierärzten, bevor er dann die väterliche Praxis übernahm, zuerst mit seinem Schwager, später dann mit einem Assistenten. Bang bildete sich weiter und wurde zu einem bekannten Trächtigkeitsspezialisten bei Kühen. Er besuchte Problemkühe im ganzen Thurgau und bis hinauf ins Toggenburg und Sarganserland.
Während seiner Studienzeit trat Bang, nicht zuletzt auch auf Wunsch seines Vaters,1954 der Gymnasialverbindung Angelomontana, dann 1957 in Fribourg der AKV Alemannia und von 1959 -1963 der AKV Kyburger bei. Sein Vater bedauerte sehr, dass er selber während seines Studiums nie einer Verbindung angehörte und freute sich an dem jungen Korpsburschen sehr. Dass Bang nach der AKV Alemannia dann in Zürich bei uns Kyburgern eintrat, hat seinen Grund in der Tatsache, dass gleichzeitig Zoll, Scherbe und etwas später auch noch Rar von den Neuromanen als Veterinärstudenten zu den Kyburgern stiessen. Unser damaliger Stamm im Hotel St. Peter, gleich hinter dem Paradeplatz, war für die Tierarztstudenten ideal gelegen, befand sich doch das alte Tierspital noch an der Sihl im Selnau. Ich erinnere mich noch gut, wenn die vier angehenden Tierärzte an den Stamm kamen, um dort ihren sehr intelligenten, bereits totaldispensierten Kollegen AH Franz Brunschwiler v/o Alias um Rat zu fragen. Im Unterschied zu anderen, hatte es Alias ja nicht nötig immer am Tierspital zu studieren! Im SS 1961 war Bang unter Burggraf Zoll Knappenmeyster, bevor beide dann im Herbst für ein Auslandsemester ihren Studienplatz nach Wien wechselten. Ob das Studium oder das Studenten- und Kulturleben Vorrang hatte, das Wissen nur die Götter.
Als tierliebender Mensch wurde Bang nicht einfach Soldat, sondern Dragoner bei der Kavallerie, eine Truppengattung, die mit der zunehmenden Motorisierung Ende 1973 aufgehoben wurde. 1958 wurde er zum Korporal der Kavallerie, 1965 zum Leutnant und später zum Hauptmann der Veterinärtruppen befördert.
1965 heiratete Bang seine Freundin Vreny Ammann aus Frauenfeld, Tochter eines dort ansässigen Kleintierpraktikers. So sorgte die Tiermedizin sicher immer für Gesprächsstoff am Familientisch. Wie mir unser AH Kopp v/o Tristan, als Mitglied der Fahnendelegation von der Hochzeit berichtet, haben Bang und Vreny diesen Anlass speziell gefeiert: „von der Kirche fuhr man mit 12 Pferdekutschen über Land. In der Kutsche war für die Delegation bereits eine Kiste Bier deponiert. Das Mittagessen, als Picknick organisiert, wurde an einem idyllischen Weiher eingenommen und am Abend traf sich die Gesellschaft im Hotel Derby in Wil zum Festanlass.“ Vreny gebar die Tochter Claudia und die Söhne Patrick und Tobias. Mit seiner unterhaltsamen und fröhlichen Frau Vreny beteiligten sich die beiden öfters an Kyburgeranlässen und -fahrten. Leider aber wurde Vreny früh krank, musste oft Rat bei Ärzten einholen und verschiedene Spitäler aufsuchen. Vreny verstarb bereits vor einigen Jahren und so musste Bang fortan sein Leben allein meistern. Zum Glück pflegte er zwei Hobbies.
Er kehrte immer wieder nach Engelberg zurück, wo die Familien Josef eine Eigentumswohnung besassen. Bang traf dort ehemalige Mitschüler und bekannte St.Ver, so auch unseren AH Tristan, welcher selbst auch Witwer und allein war. So ergab es sich, dass die beiden sich öfters trafen, viele Stunden miteinander Spazier-gänge unternahmen und die Gastronomie der Talschaft ausgiebig genossen. Daneben war er natürlich in früheren Jahren oft beim Skifahren, dem Sport, den er während seiner Gymnasialzeit so sehr schätzte.
Sein wichtigstes Hobby darf bei uns Kyburgern sicher nicht unerwähnt bleiben. Bang pflegte den Schiesssport sehr intensiv, nahm an unzähligen Schützenfesten teil, belegte immer die vordersten Ränge, sei es allein, mit einer Gruppe oder dem Verein. So war es nicht verwunderlich, dass alte Herren, wie Good v/o Harz und Meyer v/o Salm auf ihn aufmerksam wurden und ihn zu den jeweiligen eidg. Schützenfesten aufboten, wo jeweils auch ein Verbindungsschiessen stattfand. Da kämpften die Kyburger meistens gegen den akademischen Schützenverein Zürich, die schlagenden Verbindungen Turnerschaft Utonia Zürich und Helvetia Bern. Nicht selten belegten sie die allervordersten Ränge. AH Bang setzte diese Tradition später fort und bekam neue Unterstützung durch AH Trax, AH Immens und weitere. Unvergesslich bleibt für mich seine jährliche Teilnahme am Winterschiessen in Arosa: am Freitagnachmittag wurde geschossen, am Abend mit seiner Gruppe und mir, als Stammgast in Arosa, gebechert und am darauffolgenden Tag war die Schlittenfahrt von Hütte zu Hütte Programm. So hatte Bang sehr Freude an seinem Leben.
Lieber Bang: am kürzlich stattgefunden Zentralfest des StV. in Wil, also in Nähe zu Deinem Wohnort, suchte ich Dich vergebens. Da nahm ich mir vor, baldmöglichst mit Dir in Kontakt zu treten. Wenige Tage nach der GV erhielt ich leider Deine plötzliche Todesnachricht. So bleibt mir und uns Kyburgern nur noch, Dir für Deine lange Freundschaft zu danken und Dir Adieu zu sagen. Ruhe im Frieden!
Franz Koch v/o Naso