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1798 – 1900
Seit 1798 gibt es sie schon – , die Musikgesellschaft Alphorn Plaffeien. Zwar haben sich die Uniformen und die Mitglieder seit damals gewechselt, aber die Freude an der Musik blieb, und die MG Alphorn Plaffeien spielte sich durch die Jahre. In 200 Jahren ist unglaublich viel geschehen – werfen wir also einen Blick zurück.
Nun muss hier leider gesagt werden, dass auf Grund des tragischen Dorfbrandes von Plaffeien 1906 die in der Pfarrei aufbewahrten Dokumente sämtlich verbrannten. Deshalb weiss man heute nicht, wie die Uniformen aussahen, wer die erste Fahne genäht hatte oder wer die Gründer waren. Die frühesten Quellen stammen von 1809, gefunden in den Archiven Freiburgs. 1809 suchte der Militärdirektor eine Musikgesellschaft, um daraus die Militärmusik Freiburgs zu formen – Düdingen und Plaffeien waren darunter. Die MG Plaffeien umfasste 1828 25 Mitglieder, im Vergleich zu heute eine grosse Zahl.
Im Jahr 1832 sank die Zahl der Mitglieder so stark, dass zwei Aushilfen aus Bern engagiert werden mussten, Herr Schönenweid und Herr Weissbaum (für ihren Einsatz wurden sie gebührend bezahlt). Von 1832 bis 1852 gibt es zwar keine weiteren Eintragungen im Kassabuch, doch in „Beiträge zur Heimatkunde“ schreibt Anton Rappo, dass „um das Jahr 1840 eine sogenannte Türkische Musik mit etwa 60 Mitgliedern“ bestand.
Im Verlauf der nächsten Jahrzehnte schwankte die Mitgliederzahl stark, mal waren es über 30 Musikanten, 1861 gar wiederum nur 11. Ebenso schwankte die Zahl der Instrumente; die Finanzen bereiteten immer wieder arge Schwierigkeiten.
1900 – 2000
Am 1. Dezember 1900 erhielt die MG Plaffeien ihre ersten ordentlichen Statuten; Präsident Joseph Aebischer und sein Sekretär Isidor Brügger unterzeichneten sie.
Statuten 1901
Im August 1903 gibt es wieder einige Einträge im Protokollbuch. Damals bestand die Musik aus 23 Mitgliedern. 1903 fand auch der erste „Blechtag“ statt, ein Ereignis, bei welchem recht hohe Anforderungen an die Musiker gestellt wurden – sie mussten ein klassisches Stück einüben und in Tafers vorspielen.
Da die MG seit 1798 nie genug Geld in den Kassen hatte, musste 1904 sogar ein Spaziergang fallen gelassen werden, um zu sparen.
1905 war das Jahr der Faulheit: Probenbesuche und Üben gab es praktisch nicht mehr, während der wenigen Proben wurde Alkohol konsumiert. Dirigent Johann Riedo übte scharfe Kritik und drohte mit Ausschlüssen.
Die MGAP im Jahre 1900 im Park des Hotels Bellevue in Freiburg
Im Februar desselben Jahres unternahm die MG eine Schlittenfahrt nach Schwarzsee und veranstaltete dort eine Schneeballschlacht. Auf Wunsch von Herrn Peter Pürro wurde dann auf dem gefrorenen See noch ein Konzert gegeben, ein bis heute einzigartiges Ereignis.
1905 war das Jahr des Fortschritts in Plaffeien: Im „Underen“ entdeckte man die Vorteile von elektrischem Licht und machte die Nacht zum Tag.
Im darauffolgenden Jahr, dem Jahr des Dorfbrandes, kam die Musik wegen Aufbauarbeiten verständlicherweise zu kurz. Unbekannt ist, ob die Musik 1908 bei der Grundsteinlegung der neuen Kirche anwesend war, bekannt ist aber, dass sie bei der Einweihung deren Glocken spielte. Das war eines der letzten „Grossereignisse“ (bis in die 60er-Jahre), danach kamen bis auf die Fahnenweihe des Cäcilien-Vereins 1921 nur noch einige wenige grösseren Auftritte vor, darunter der Sensler Musiktag, das Bezirksmusikfest und der Friedensmusiktag.
Die Fahne von 1990
1968 kam dann die nächste Fahne, 1990 die übernächste, da die 68’er nicht mehr ganz taufrisch war. Anlässlich der Weihe spielte die Musik bei strahlendem Wetter ein kleines Konzert, danach erfolgte die eigentliche Weihe durch Dekan Thomas Perler. Fähnrich war damals Marcel Boschung. Der Entwurf der Fahne stammt von Charly Baeriswyl und Ruedi Zbinden und besteht aus einem Notenschlüssel, fünf Notenlinien und den Wappen der drei Gemeinden Plaffeien, Zumholz und Oberschrot.
Seit 1990 hat sich im Besonderen die Musik geändert: Es gibt nicht mehr nur „Ländler-Musik“ und Traditionelles, auch exotische Lieder ausländischer Komponisten werden vermehrt vorgetragen. Die letzten drei Dirigenten, Arnold Noth, Bruno „Brüli“ Brülhart und nach ihnen Michel Stempfel, haben die Musik welt- und stiloffener gemacht und das Niveau massiv angehoben. Seit 2004 in schicke, grüne Uniformen gekleidet, mit motivierten Mitgliedern und einem tiefen Altersdurchschnitt, sieht die Musikgesellschaft Alphorn Plaffeien einer aufregenden und interessanten Zukunft entgegen.