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Wir beginnen etwa im Jahr 1440. Analphabetismus ist weit verbreitet, Bücher sind eine Seltenheit. Dann erfindet der Goldschmied Johannes Gutenberg den Buchdruck mit beweglichen Metalllettern. Er schmiedet bewegliche Buchstaben, die auf eine Schiene gesetzt und mit Farbe bemalt werden können. Ein Blatt Papier wird eingespannt und von der Maschine angedrückt. Gutenberg stellte so die erste gedruckte Bibel her.
Einfache Texte werden plötzlich für deutlich mehr Menschen zugänglich. Die Alphabetisierung nimmt durch die Medienrevolution in Europa Schwung auf.
Thomas Alva Edison war ein grosser Erfinder in den Bereichen Elektrizität und Telekommunikation. Er stand am Ursprung der umfassenden Elektrifizierung der industrialisierten Welt. Unter anderem meldete er 1880 das Patent auf seine Kohlefaden-Lampe an – die Glühbirne war geboren und sorgte für Licht.
Womöglich gab es die Glühbirne allerdings schon früher. Heinrich Göbel behauptete, dass er diese schon in den 1850er Jahren erfand, aber kein Patent anmeldete. Bewiesen werden kann das allerdings nicht. So werden die Behauptungen aktuell als unwahr zurückgewiesen.
Wir bleiben bei einem Produkt, um das es ebenfalls mehrere Anwärter auf die Erfindung gibt. Sicher ist: Alexander Graham Bell erhielt das Patent auf das Telefon 1876. Er meldete dieses zwei Stunden vor Elisha Gray an.
Womöglich aber war Johann Philipp Reis der wahre Erfinder. Er soll 1861 den Satz «Das Pferd frisst keinen Gurkensalat» während einer Vorführung vor Mitgliedern des Physikalischen Vereins durch seinen Fernsprechapparat gesagt haben. Ihm habe aber das Geld gefehlt, um die Technik zu verbessern. Reis verstarb 1873 verbittert.
Als Erfinder der Dampflokomotive gilt Richard Trevithick. Das war 1802, als er eine Hochdruckmaschine auf einem Fahrgestell montierte. Das Patent für die Dampfmaschine meldete aber bereits 1769 James Watt an.
Doch die Dampfmaschine war eher eine Erfindung verschiedener Tüftler. Genau genommen wurden erste Versionen schon durch Heron im 1. Jahrhundert nach Christus gebaut. Der Mathematiker und Ingenieur am Zentrum griechisch-römischer Wissenschaft baute schwere Türen, die sich öffnen liessen, wenn ein Priester das heilige Feuer vor dem Tempel entzündete.
Heron erhitzte dabei Wasser und kam so zu Wasserdampf, mit dessen Druck Seilwinden bewegt wurden. Die Griechen aber sahen darin mehr eine Spielerei. Und die Römer benötigten auch keine Dampfmaschine. Sie hatten ja Sklaven. Deshalb dauerte es bis ins 17. und 18. Jahrhundert, bis Watt und Trevithick ihre Patente anmeldeten.
Auch beim Motorflugzeug sind die bekannten ersten Flieger wohl nicht die ersten Erfinder. Wilbour und Orville Wright, besser bekannt als Gebrüder Wright, absolvierten 1903 im selbst konstruierten Doppeldecker-Motorflugzeug einen ersten Flug. Bei vier Versuchen dauerte der beste Anlauf 59 Sekunden, während welchen 260 Meter geflogen wurden.
Allerdings soll der deutsche Auswanderer Gustav Weisskopf (auch Gustave Whitehead) schon zwei Jahre zuvor geflogen sein. Eine halbe Meile beförderte ihn sein Flug. Allerdings gibt es davon keine Fotos, immerhin aber mehrere Zeitungsberichte. Auf jeden Fall wird noch heute diskutiert, wer denn wirklich den ersten motorisierten Flug absolvierte.
Sicher einem Deutschen kann hingegen die Erfindung des Motorrads zugeschrieben werden. Gottlieb Daimler erfand 1885 den «Reitwagen».
Zusammen mit seinem Freund Wilhelm Maybach erfand er später auch noch das Motorboot. Und auch das erste Auto im Oktober 1886 baute Daimler, als er einer Kutsche einen Motor einbaute. Doch das Patent auf das Auto gehört nicht ihm, sondern ...
Carl Benz patentierte im Januar 1886 das «Fahrzeug mit Gasmotorenbetrieb». Heute bekannt als Auto. Der Benz Patent-Motorwagen Nummer 1 war ein dreirädriges Fahrzeug, das als erster praxistauglicher Personenkraftwagen gilt.
Witzige Anekdote: Angeblich hatte Carl Benz Angst vor dem lauten, schnellen und stinkenden Gefährt. So war seine Frau Berha zusammen mit den Söhnen Eugen (15) und Richard (13) die Erste, welche 1888 einen mehr als 100 Kilometer weiten Ausflug unternahm. Diese Fahrt – von der ihr Mann angeblich nichts wusste – verstreute die noch weitverbreiteten Vorbehalte und war massgeblich für den Erfolg des Unternehmens.
Heute könnten wir uns ein Leben ohne Internet nicht mehr vorstellen. Dabei wurde das World Wide Web erst 1989 begründet. Wer es erfunden hat, das ist zwar weiterhin umstritten. Aber ohne die vom Engländer Tim Berners-Lee entwickelte Aufzeichnungssprache HTML, welches für die Struktur der meisten Websites verwendet wird, würde das Internet heute nicht so aussehen, wie wir es kennen.
Und ja, Berners-Lee entwickelte diese am Genfer CERN. Dort existierte zuvor schon ein internes Netzwerk. So war die erste Website der Welt diejenige des CERN auf Berners-Lees Computer. 1993 machte das Unternehmen die Software öffentlich zugänglich und das World Wide Web war geboren.
Wir bleiben auch für die letzten zwei Erfinder in der Schweiz. Dieses Mal sogar mit Schweizer Pass. Der erste ist von Hannes Keller, vermutlich sagt dir der Name nicht direkt etwas. Aber wenn du mit dem Computer arbeitest und etwas fehlerfrei schreiben wolltest, hast du das womöglich auch bisschen ihm zu verdanken.
Denn Keller erfand Witchpen, die erste automatische Rechtschreibekorrektur. Und Witchpen war 1983 eines der ersten Textverarbeitungsprogramme, welche Echtzeitdarstellung (WYSIWYG) verwendete. Der Nutzer sah also sofort, wie ein Text dargestellt wird. Viele moderne Textprogramme übernahmen Funktionen von Witchpen.
Georges de Mestral war mit seinem Hund während der Jagd unterwegs. Da bemerkte er, dass Früchte einer Pflanze am Fell des Hundes und seinen Kleidern hängenblieben. Er entdeckte winzige Häkchen an der Pflanze, die sich mit den Fasern und Haaren verbanden.
Mit Freunden aus der Textilbranche schaffte er es, diese Haken nachzubauen. Velcro war geboren (zusammengesetzt aus den französischen Worten velours (Samt) und Crochet (Haken). Bei uns ist das Produkt als Klettverschluss bekannt. Den Durchbruch für seinen «Reissverschluss ohne Reissverschluss» bescherte ihm die NASA, welche den Klettverschluss benutzte, um 1969 Dinge an der Apollo-Raumkapsel zu befestigen.
Der Stromverbrauch in der Schweiz ist gesunken: Im Jahr 2023 wurden hierzulande 1,7 Prozent weniger Strom verbraucht als im Jahr zuvor – und das, obwohl die Bevölkerung erneut gewachsen ist. Dies liegt an effizienten Geräten: «In den vergangenen zehn Jahren haben die Effizienzsteigerungen laufend zugenommen», beobachtet Michael Kost, beim Bundesamt für Energie (BFE) zuständig für Analysen und die Energieperspektiven.