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Bild
Titel:
Kapellrenovation in Enggenhütten
Thema: Land
Datum: --.--.1892
Masse: 10,6 x 16,8 cm
Standort: Köbi Neff, Nollisweid 22, Appenzell
Urheber/-in:
Beschreibung:
Innerrhoder Weiler Enggenhütten mit der Kapelle Peter und Paul. Das kleine Gotteshaus wird gerade von zwei Arbeitern mit frischen Ziegeln gedeckt. Es dürfte sich aller Wahrscheinlichkeit nach um die Renovationsarbeiten von 1891/92 handeln. Gleich neben der Kapelle die Wirtschaft zur Linde, welche nachweislich bereits 1809 bestand. Noch weiter rechts das 1859 erbaute ehemalige Schulhaus Enggenhütten. Das Bauernhaus in der Geländemulde vor dem Schulhaus, "Linde" oder auch "Schidlerebisches" genannt, geht mindestens auf das Jahr 1601 zurück. Im Hintergrund - von der Kapelle leicht verdeckt - die schon 1702 erwähnte Liegenschaft "Michelfranzsepes" mit dem zugehörigen Gaden am linken Bildrand. Auf der undatierten älteren Aufnahme (unten) trägt das Glockentürmchen der Kapelle noch ein Zwiebeldach. Es ist anzunehmen, dass es sich um die ursprüngliche barocke Turmform von 1773 handelt. Das spitzhelmige Türmchen dürfte erst 1891/92 entstanden sein, war doch damals gerade der neugotische Stil in Mode.
Geschichte:
Die Streusiedlung Enggenhütten nördlich der Kantonsstrasse Appenzell-Hundwil wird um 1200 erstmals unter dem Namen Enkkinhuttun erwähnt. 1670 nahm der Innerrhoder Wochenrat vom Vorhaben Kenntnis, bei der Linde eine Kapelle zu erstellen. Die Ratsherren waren allerdings nicht bereit, dafür Geld auszugeben, da das Land arm an Finanzen sei und bereits viele Kapellen zu unterhalten habe. So waren es Pfarrherren und private Stifterinnen und Stifter, die für den Bau und die Ausstattung aufkamen. Um 1670-1675 wurde die Kapelle erstellt und 1688 vom Konstanzer Weihbischof den Heiligen Peter und Paul geweiht. Ein Kaplan von Appenzell hielt jeweils am Sonntag den Vormittagsgottesdienst und am Nachmittag die Christenlehre für die Jugendlichen. Nach der Renovation von 1891/92 wurde die Kapelle St. Peter und Paul in den Jahren 1974/75 vergrössert.
Enggenhütten war von 1825 bis 2002 eine eigenständige Schulgemeinde. Anfänglich gab es allerdings weder einen Schulrat noch ein richtiges Schulhaus. Um die Belange der Schulgemeinde kümmerte sich in den ersten Jahren die Holzkorporation und der Unterricht fand in verschiedenen Privathäuser statt. Erst 1859 erstellten die Enggenhüttener ein eigenes Schulhaus, wenige Meter neben dem Restaurant Linde. Das Gebäude brannte am 9. Juni 1943 aus unbekannten Gründen bis auf den Grund nieder. Bereits Ende Oktober gleichen Jahres war das neue Schulhaus fertig, in gleicher Form und Grösse, aber etwas zurückversetzt. Infolge abnehmender Schülerzahlen wurde die Primarschule 1989 aufgehoben, der Kindergarten aber noch weitergeführt. 2002 beschloss die Schulgemeinde, sich als selbständige Körperschaft aufzulösen.
Autor: Stephan Heuscher, Appenzell
Literatur:
Stark, Franz: 900 Jahre Kirche und Pfarrei St. Mauritius Appenzell. Appenzell 1971, S. 48f.
Fischer, Rainald. Die Kunstdenkmäler des Kantons Appenzell Innerrhoden. Basel 1984, S. 401-403
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