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Bis vor einigen Jahren wurde der Begriff PRP häufig in einen Zusammenhang mit Doping gestellt, doch das geschah ganz zu unrecht. Völlig ungerechtfertigt war auch, dieses Verfahren zeitweilig auf den Doping-Index zu setzen. 2011 wurde die PRP-Therapie rehabilitiert und als das benannt, was sie wirklich ist: ein wirksamer Weg zur Anregung des Zellwachstums. Bei der PRP-Behandlung werden Inhaltsstoffe des eigenen Blutes, das vor der Behandlung entnommen und aufbereitet wird, zu therapeutischen Zwecken weiterverwendet. Vielleicht war es die Tatsache an und für sich, dass Blut erst entnommen und Teile von ihm wieder zurückgespritzt werden, die die PRP-Methode in den Verdacht brachte, mit Doping zu tun zu haben. Bei der im Sport verbotenen Eigenbluttransfusion wird zur Leistungssteigerung eigenes Blut, das durch ein Verfahren mit roten Blutkörperchen angereichert wurde, dem Blutkreislauf wieder zurückgeführt. Ganz anders ist das Vorgehen bei der PRP-Therapie: Hier wird ein aus dem Blut gewonnenes, thrombozytenreiches Plasma in ein bestimmtes Gewebe eingespritzt. Dabei wird keine leistungssteigernde Wirkung erzielt, sondern der einzige Effekt ist ein vermehrtes Wachstum der Zellen in diesem Gewebe: Die Wachstumsfaktoren, die im PRP-Extrakt enthalten sind, setzten einen relativ langsam ablaufenden, regenerativen Prozess in Gang. So kann z.B. in der Sportorthopädie der Heilungsverlauf bei verletztem Muskel- oder Knorpelgewebe mittels PRP merklich beschleunigt werden. In der kosmetischen Dermatologie wird PRP mit guten Ergebnissen zur Verjüngung und Regeneration der Haut eingesetzt.
Wie wird PRP hergestellt und wie wirkt es?
Der PRP-Extrakt kann nur zur eigenen Behandlung verwendet werden, und er muss auch sofort nach Herstellung zur Weiterbehandlung eingesetzt werden, denn er ist nur sehr kurz haltbar. Die Abkürzung PRP wird vom englischen „Plateled-Rich Plasma“ abgeleitet und bedeutet „plättchenreiches Plasma“. Entnommenes Blut wird durch ein bestimmtes Verfahren (Plasmapherese) durch Zentrifugieren aufbereitet, indem bestimmte Blutbestandteile entfernt, dafür aber Thrombozyten angereichert werden. Das PRP-Blutkonzentrat enthält Blutplättchen und Bluteiweisse in hoher Konzentration. Die Thrombozyten setzten Wachstumsfaktoren (Zytokine) frei, z.B. den epidermalen Wachstumsfaktor EFG. Gelangt das PRP in die Dermis, so fördern die Wachstumsfaktoren die Regeneration des Bindegewebegeflechtes. Weil die Kollagensynthese sowie die Produktion von Elastin angeregt werden, erneuern sich die Kollagenfasern und wachsen zusehends. Dazu bildet sich auch vermehrt körpereigene Hyaluronsäure, die die Fähigkeit hat, Gewebsflüssigkeit zu speichern. Die Haut erneuert sich so gewissermassen von innen. Sie wird straffer, elastischer und voller; Volumen wird aufgebaut. Dieser Verjüngungseffekt tritt natürlich nicht schlagartig ein, denn Zellwachstum und Zellteilungen brauchen ihre Zeit. Dafür sind die einsetzenden Wirkungen in der Haut dauerhaft. PRP ist ein körpereigener Extrakt, folglich sind bei seinem Einsatz Nebenwirkungen und allergische Reaktionen ausgeschlossen.
Wie wird bei einer PRP-Therapie vorgegangen?
Weil die hautverjüngenden Effekte nur nach und nach eintreten, wird die PRP-Behandlung meistens mit anderen Behandlungsformen kombiniert, deren Wirkung sofort (oder sehr bald nach Anwendung) zu sehen ist. Eine sehr gute Wechselwirkung tritt bei Kombination von PRP-Therapie und Eigenfett-Transplantation ein. In einer Sitzung wird sowohl eigenes Fettgewebe entnommen und aufbereitet, als auch der PRP-Extrakt hergestellt. Unmittelbar danach wird das Eigenfett dann an der neuen Stelle, in die tieferen Hautbereiche, das PRP hingegen in etwas oberflächlichere Hautschichten eingespritzt. Die im PRP enthaltenen Wirkstoffe tragen dazu bei, dass das Fettgewebe in der neuen Region besser anwächst. Gleichzeitig wird das Bindegewebe zum Wachstum angeregt, was zu einer Hautstraffung beiträgt. Die PRP-Behandlung lässt sich aber genauso gut auch mit einer Hyaluronsäure-Unterspritzung oder einer Anwendung von Botulinumtoxin zur Faltentherapie kombinieren.