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Werken, zunächst den Prolegomenen von Merkel zu seiner kritischen Ausgabe der Fasten (Berlin 1841), in die der gelehrte und scharfsinnige Verfasser einen mit staunenswertem Fleisse gesammelten, indes nicht immer leicht zu hebenden reichen Schatz für die Erklärung niedergelegt hat, sodann Idelers Abhandlung 'Über den astronomischen Teil der Fasti des Ovid''), in welcher die auf die Astronomie bezüglichen Teile gründlich und sachverständig erörtert werden, Mommsens römischer Chronologie (ich citiere nach der zweiten Auf.) und seinen Auseinandersetzungen und Bemerkungen im ersten Bande des Corpus incriptionum Latinarum, Schweglers römischer Geschichte, Beckers und Marquardts römischen Altertümern) und Prellers römischer Mythologie.) In der Ausbeutung dieser Arbeiten für die fortlaufende Erklärung der Fasten sehe ich die hauptsächlichste Berechtigung zu meiner Ausgabe.
In der allgemeinen Fassung und Einrichtung der Anmerkungen bin ich von dem Grundsatze ausgegangen, dass sie bei der Präparation von dem Schüler studiert, nicht während des Unterrichts abgelesen werden sollen, und habe daher, soweit es möglich war, zusammengehörige Dinge an einer Stelle besprochen. Der Schwerpunkt der Erklärụng musste natürlich auf die sachliche Seite gelegt werden, doch habe ich es mir nicht versagen können häufiger als es sonst wohl in Schulausgaben geschieht, auf die Stellen von Vorgängern, denen Ovid nachgedichtet, hinzuweisen und so auf die harmlose Naivetät aufmerksam zu machen, mit der er halb bewusst, halb unbewusst Bilder und prägnante Wendungen und Ausdrücke aus Werken anderer in das seinige herübergenommen hat.) Wenn Ovid aus seinen eigenen Dichtungen zu erklären war, habe ich die Stellen möglichst aus den Metamorphosen gewählt, da ihre Lektüre der der Fasten vorauszugehen pflegt.
Die Kritik habe ich aus dem für die Schule bestimmten Teile vollständig ausgeschlossen, dafür jedoch einen, besonders verkäuflichen Anhang hinzugefügt, der vielleicht auch ausserhalb der Schulkreise unserer Ausgabe Interesse zuzuwenden geeignet ist. In ihm habe ich die sämtlichen Abweichungen von Merkels Textausgabe (Leipzig bei Teubner)"), ferner die Konjekturen Bentleys,
1) In den Abhandlungen d. Berl. Akad. 1822. 23 (1825) S. 137–169. Ich citiere diese Abhandlung nur mit dem Namen ibres Verfassers unter Hinzufügung der Seitenzahl.
2) Die neue Bearbeitung der Sakralaltertümer, den dritten Band der frömischen Staatsverwaltung’, citiere ich jetzt nur mit dem Namen des Verfassers.
(3) Jetzt nach der 3. von Jordan besorgten Ausgabe citiert.)
4) Das Verhältnis Ovids zu seinen Vorgängern hat ausführlich dargelegt und erörtert A. Zingerle: 'Ovidius und sein Verhältnis zu len Vor gängern und gleichzeitigen röm. Dichtern’. 3 Hefte, Innsbruck 1869–1871.
(5) Seit der 2. Auflage habe ich dafür die Ausgabe von A. Riese zu Grunde gelegt, 8. S. XI.)
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welche nur in der teuren, sonst fast wertlosen Oxforder Ausgabe von dem J. 1827 abgedruckt und beinah ganz unbekannt geblieben sind"), und auch Madvigs (in dem zweiten Bande der Adversaria critica) verzeichnet und was mir sonst von den in den Zeitschriften oder Gelegenheitsschriften verstreuten Vermutungen von Bedeutung erschien. Stellen, wo ich nach eigener Konjektur geändert habe, sind in einer demnächst erscheinenden Epistula critica) behandelt, in die ich auch eine Anzahl von suspiciones criticae niedergelegt habe. Ausserdem habe ich einzelne Ausführungen zu dem Kommentar, welcher seiner Bestimmung nach nur knapp sein durfte, in den Anhang aufgenommen und bei wichtigeren Stellen die wissenschaftlichen Werke, welcbe weitere Auskunft über dieselben geben können, citiert. Grade bei den Fasten ist die für derartige Zwecke einzusehende Litteratur ganz besonders gross und ausgedehnt, und so glaubte ich durch solche Hinweisungen den Berufsgenossen einen willkommenen Dienst zu erweisen, welche durch ihre Benutzung diese Lektüre den Schülern vielfach noch anregender machen können.
Für den Text war ursprünglich eine methodische Recension beabsichtigt, wozu ich mir eine Anzahl Handschriften aus der Leidener Bibliothek, deren Verwaltung mir mit der grössten Liberalität alles, was ich wünschte, zusandtes), sowie auch durch die gütige Vermittelung des königlich sächsischen Ministeriums für Kultus und öffentlichen Unterricht den wichtigen codex Mallerstorfiensis aus München besorgt hatte. Bald aber musste ich ein. sehen, dass eine solche ohne eine genaue Kollation des Petavianus und des codex Ursini (beide in Rom), die mir zur Zeit noch fehlt, unausführbar sei. Eine sichere kritische Grundlage für die Fasten zu gewinnen, ist nämlich eine mit sehr vielen Schwierigkeiten verknüpfte und mit den bis jetzt bekannten handschriftlichen Hilfsmitteln kaum zu lösende Aufgabe. Man muss annehmen, dass der Codex Archetypus, aus dem die erhaltenen Handschriften stammen, in umfassender Weise durchkorrigiert war, in der Weise, dass über die ten die neuen Lesarten geschrieben waren, und dass die Schreiber der in zweiter und dritter Linie stehenden Codices sich nach Belieben die Lesarten aussuchten und das Geschäft des Interpolierens weiter fortsetzten, entweder auf eigene Hand oder mit Herbeiziehung anderer Handschriften. Nur so erklärt sich das bunte Durcheinander guter und schlechter Lesarten in sämtlichen Handschriften. Ganz frei von Interpolationen ist keine einzige, und dazu kommt noch, dass jene zum Teil von einem gar nicht
1) Viele derselben sind ihm allerdings von früheren Gelehrten vorweggenommen, s. Nick, Philol. Anz. XI Š. 303 f.
(2) 'De P. Ovidii Nasonis fastorum locis quibusdam epistula critica ad Hugonem Ilbergium' Lipsiae in aed. B. G. Teubneri 1874.)
3) S. Anhang S. 3 f.
ungeschickten, im Ovid wohl bewanderten Manne herrühren müssen, wodurch es noch schwerer geworden ist die Hand Ovids mit Sicherheit herauszuerkennen. Sonach ist es unmöglich die Handschriften in bestimmte Gruppen zu teilen und dann eine für die beste zu erklären, von welcher ohne zwingende Gründe nicht abzugehen wäre. Vielmehr wird die kritische Recension der Fasten sich nie von einem gewissen Subjektivismus frei halten können und muss vielfach das Gute nehmen, wo sie es eben findet; auch sonst unbrauchbare Handschriften bergen zuweilen einzelne Goldkörner, und die im ganzen besten Handschriften, der Petavianus, Mallerstorfiensis und der codex Ursini tragen an verschiedenen Stellen den deutlichen Stempel willkürlicher Interpolation. Bei solcher Sachlage wird es gewiss nur Billigung erfahren, wenn ich mich im ganzen an Merkels Teubnersche Textausgabe, für welche Kollationen jener drei besten Handschriften benutzt worden sind, gehalten und nur an solchen Stellen es sind ihrer etwa achtzig
von ihr ab. gewichen bin, wo mir ihre Lesart entschieden verwerflich erschien.")
Eine Biographie des Dichters für die Einleitung selbst zusammenzustellen hielt ich für unnötig, da die Fasten nirgends zuerst von seinen Werken gelesen werden; dafür habe ich, um beim Beginn der Lektüre der Fasten Gelegenheit zur Repetition derselben zu geben, dem Rate eines Freundes folgend, die zehnte Elegie des vierten Buches der Tristien vorausgeschickt, auf der im wesentlichen unsere Kenntnis seines Lebens beruht, und die Lücken, welche diese noch lässt, im Kommentar auszufüllen gesucht. 2)
Schliesslich erlaube ich mir den Herren Fachgenossen, die wohl kaum die Lektüre der ganzen Fasten in der Schule für zweckmässig erachten werden, eine doppelte Auswahl aus denselben für die Schule vorzulegen. Die eine umfasst etwa 3200 Verse, schliesst sich an den Gang der Fasten an und soll zugleich von
1) Riese hat für die Metamorphosen, wo das Verhältnis der Handschriften zueinander ein gleiches ist, zu der Ansicht seine Zuflucht genommen (praef. ed. Tauchn. II p. VIII), dass in vielen Fällen die Lesarten beider handschriftlichen Familien aus der Feder Ovids stammten; die Metamorphosen seien noch nicht vollendet gewesen, als sie unter das Publikum kamen; daher hätten noch oft zwei Lesarten in des Dichters Handexemplar nebeneinander gestanden und darauf sei jenes eigentümliche Verhältnis zurückzuführen. Es läge nabe das Gleiche auch für die Fasten anzunehmen; doch erscheint mir dieses Auskunftsmittel, wenngleich auch Peiper und Richter für die Tragödien Senecas es ergriffen haben, weniger einfach und wahrscheinlich als das meinige. S. meine Disput. crit. de Ovidi fastis p. 24 sqq.
2) Dabei habe ich ausser der grundlegenden Arbeit von Masson namentlich den Artikel von Leutsch über Ovid in der Encyklopädie von Ersch und Gruber (Sect. III Bd. 8. S. 39–95) benutzt. Das Programm von Kruse, Dissertatio de Ovidii vita et operibus (Stralsund, Realsch. 1857), bietet nichts Neues. Der Text schliesst sich mit Ausnahme von zwei Stellen (v. 57 u. 107) an den von Riese an.
dem Ganzen der Dichtung eine Anschauung geben; die zweite (aus ca. 1800 Versen bestehend) hebt nur einzelne Bruchstücke aus und zwar die auf römische Geschichte bezüglichen in chronologischer Reihenfolge:
I.
I 1–294. Widmung an Germanicus (1-26). Das Romulische
Jahr und die Geltung der einzelnen Tage (27—62). Feier des Jahresanfangs und Darlegung des Wesens des Gottes Janus und mehrerer Bräuche in seinem
Kultus (63—294). 461—586. Einwanderung des Euander und der Carmenta in
Latium, Anwesenheit des Herkules am Tiber und
Tod des Cacus. 587–616. Verherrlichung des Octavian als ‘Augustus’. 657-704. Feriae sementivae.
709–724. Preis des Friedens. II 19—54. Ableitung des Monatsnamens Februarius.
79-118. Arion. 119–144. Augustus als Pater patriae verherrlicht. 195-242. Untergang der Fabier am Cremera. 267—302. 359–422. Feier der Lupercalia (381–422. Aus
setzung und Rettung des Romulus und Remus). 475-532. Feier der Quirinalia und ihr Ursprung. Stultorum
feriae.
685-852. Regifugium. III 71–166. Romulus und Numa ordnen das römische Jahr.
167—252. Matronalia.
über seinen Ursprung.
849—876. Fabel von der Erhebung des Widders unter die Sterne. IV 1-132. Ableitung des W. Aprilis. (19–60. Stammbaum
des Augustus. 91-132. Hymnus auf Venus.) 179–218. Feier der Megalesia. 247-348. Überführung der
Magna Mater nach Rom. 350— 372. Erklärung
verschiedener Bräuche bei ihrem Feste. 393—620. 679—712. Cerialia. (417—620. Raub der Proser
pina.)
721–862. Palilia. (809—858. Gründung Roms und Tod des
Remus.)
901-942. Robigalia. V 1–110. Ableitung des Monatsnamens Maius. 159—182. Fabel von der Erhebung der Hyaden an den
Himmel. 183–228. 261–378. Floralia. 379—414. Tod des Chiron und seine Erhebung unter die
Sterne.
Pollux) an den Himmel.
349-394. Errichtung eines Altars für den Juppiter Pistor.
II.
(Die mit einem * bezeichneten Stücke sind in den Instruktionen für den Unterricht an den Gymnasien in Österreich' (Wien 1884) beson
ders empfohlen.) *I 469-586. Ankunft des Euander und der Carmenta in Latium.
Herkules erschlägt den Cacus.
Entstehung des Lupercal.
V 451–482. Einsetzung der Lemuria durch Romulus.
zwischen den Römern und Sabinern hergestellt. *II 475-512. Apotheose des Romulus. III 259—396. Einrichtung des Salierfestes durch Numa. VI 587-624. Tod des Servius Tullius. II 685–852. Das Regifugium (oder nur *687—710. Einnahme
von Gabii). * II 195 — 242. Untergang der Fabier am Cremera. VI 351–394. Juppiter erhält als Pistor einen Altar. VI 419-454. Rettung des Palladiums. IV 249-348. Überführung der Magna Mater nach Rom. V 579—598. Rückgabe der Feldzeichen durch die Parther.