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Herz-Kreislauf Erkrankungen
Was sind Herz-Kreislauferkrankungen?
Der Begriff «Herz-Kreislauf-Erkrankungen» wird nicht immer einheitlich verwendet. Im weitesten Sinn umfasst er sämtliche Krankheiten, welche das Herz und den Blutkreislauf betreffen. Im Folgenden werden einige der häufigsten Herzkreislauf-Erkrankungen kurz beschrieben.
Hypertonie (Bluthochdruck) und Hypotonie (zu niedriger Blutdruck)
Die Werte des Blutdrucks werden in zwei Zahlen angeben: der obere Wert (systolisch) entspricht dem Blutdruck, wenn eine Pulswelle durch die Arterien fliesst, der untere (diastolisch) entspricht dem Druck zwischen den Herzschlägen. Als ideal wird ein Blutdruck bei einem erwachsenen Menschen bei ungefähr 120/80 mmHg angesehen. Der Blutdruckwert ist aber alters- und geschlechtsabhängig, so steigt er mit zunehmendem Alter eher etwas an und Frauen haben normalerweise etwas tiefere Werte wie Männer. Eine Hypertonie (Bluthochdruck) kann ein Risikofaktor für Folgekrankheiten, wie z.B. eine Arteriosklerose (Arterienverkalkung) sein und wird deshalb gefürchtet und oft mit Medikamenten behandelt. Weniger ernst ist die Hypotonie; solange keine Beschwerden auftreten, ist ein zu niedriger Blutdruck nicht schlimm und vor allem für jüngere Frauen ziemlich normal. Wenn ein niedriger Blutdruck jedoch Beschwerden verursacht, sind diese zwar nicht lebensbedrohlich, können aber für die Betroffenen sehr unangenehm sein (Schwindel, Müdigkeit, Antriebsschwäche, Kopfschmerzen usw.). Eher selten kann es aber auch zu gefährlichen Situationen kommen (z.B. Kreislaufkollaps).
Arteriosklerose (Arterienverkalkung)
Arteriosklerose (präziser: Atherosklerose) ist eine über die Jahre fortschreitende Veränderung der arteriellen Blutgefässe, bei der sich sogenannte Plaques an den Gefässwänden ablagern. Die Gefässwände “verkalken“, verlieren ihre Elastizität und der Gefässdurchmesser verengt sich. Die Folge davon ist, dass das Blut nicht mehr ungehindert fliessen kann oder es sogar zum gefürchteten kompletten Verschluss eines Gefässes kommen kann. Zu den häufigsten Folgen eines Gefässverschlusses infolge einer Arteriosklerose zählen Herzinfarkt und Schlaganfall (auch Hirnschlag, Hirninsult, Hirninfarkt).
Angina Pectoris (Herz- oder Brustenge)
Als Angina pectoris bezeichnet man ein plötzlich auftretendes Engegefühl und/oder Schmerz im Brustkorb, ausgelöst durch eine Durchblutungsstörung des Herzmuskels. Die typischen Symptome sind klemmende, drückende Schmerzen in der Herzgegend, ein Engegefühl im Brustkorb und Atembeschwerden. Die Symptome zeigen sich nach Belastung, Stress, üppigem Essen usw. Nach etwas Ruhe und/oder nach der Einnahme von Nitroglycerin verschwinden sie nach wenigen Minuten wieder.
Myokardinfarkt (Herzinfarkt)
Beim Herzinfarkt verschliesst ein Blutgerinnsel (Thrombus) ein Herzkranzgefäss (Koronararterie), was dazu führt, dass ein Teil des Herzmuskels (Myokard) nicht mehr mit Sauerstoff versorgt wird und abstirbt. Je nach betroffenem Gebiet kann eine lebensbedrohliche Situation entstehen. Der Herzmuskel kann nur noch eine verminderte Leistung erbringen. Der meist sehr starke, beengende Schmerz hinter dem Brustbein kann in Rücken, Magen, linken Arm oder Hals ausstrahlen. Begleitet wird der Schmerz auch häufig von Angst, Atemnot und Übelkeit. Das Beschwerdebild kann, speziell bei Frauen, aber auch ganz anders aussehen! Ein Herzinfarkt ist immer eine Notfallsituation, deshalb sollte auch beim kleinsten Verdacht so schnell wie möglich notärztliche Hilfe gerufen werden! Je schneller die Behandlung beginnen kann, desto besser ist die Prognose.
Koronare Herzkrankheit (Herzkranzgefäss-Erkrankung)
Die koronare Herzkrankheit betrifft die Koronarien (Herzkranzgefässe). Die Koronarien versorgen den Herzmuskel mit Sauerstoff und Nährstoffen. Plaques in den Herzkranzgefässen führen zur Verengung dieser (Arteriosklerose), was zur Folge hat, dass der Herzmuskel nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird. Es können verschiedene Beschwerden auftreten, die von Schmerzen und Engegefühl in der Brust (Angina Pectoris) bis hin zum Herzinfarkt oder plötzlichem Herztod reichen.
Herzinsuffizienz (Herzschwäche)
Man unterscheidet die Linksherzinsuffizienz, Rechtsherzinsuffizienz und die Globale Herzinsuffizienz (betrifft das «ganze» Herz). Der Herzmuskel ist nicht mehr in der Lage, seine volle Pumpleistung zu erbringen. So kann es zu einem Blutrückstau kommen, was zur Bildung von Ödemen (Wassereinlagerungen im Gewebe) in der Lunge (Linksherzinsuffizienz) oder in den Beinen (Rechtsherzinsuffizienz) führt.
Herzrhythmusstörungen
Es gibt verschiedene Herzrhythmusstörungen; kurz erklärt sind es zu langsame (Bradykardie), zu schnelle (Tachykardie) oder unregelmässige (Arrhythmie) Herzschläge oder Extraschläge (Extrasystolen). Diese können verschiedenste Ursachen haben und harmlos oder krankhaft sein. Die normale Herzfrequenz eines Erwachsenen in Ruhe beträgt zwischen 60 und 80 regelmässigen Schlägen pro Minute. Entstehungsort der Herzrhythmusstörungen kann die Herzkammer oder der Herz-Vorhof sein.
Herz-Kreislauf: Vorbeugung und Behandlung
Je nach Krankheit gibt es selbstverständlich verschiedene Medikamente, sowie auch invasive oder chirurgische Massnahmen, die helfen können, aber auch immer mit Nebenwirkungen und Komplikationen verbunden sind. Vorbeugen ist bestimmt immer die bessere Option. Doch wie? Ab den 1950er Jahren hat die Hypothese eines amerikanischen Ernährungsforschers, wonach ein erhöhter Cholesterinspiegel zu Arterienverkalkung führe und damit Herzinfarkte begünstige, grosse Verbreitung gefunden. Dies obwohl sich diese Hypothese keineswegs bewiesen ist. Trotzdem hält sich die Hypothese hartnäckig und es werden im Kampf gegen die gefürchteten Plaques massenhaft Statine (Blutfettsenker) verordnet, die jedoch auch viele Nebenwirkungen haben. Immer mehr Stimmen werden lauter, dass eher der grosse Zuckerkonsum Schuld tragen könnte und das erhöhte Cholesterin überbewertet wird.
Ernährung
So oder so sollte bei der Prävention auf eine ausgewogene Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse und Vollkornprodukten (Bio-Qualität) geachtet werden. Der Konsum an Zucker ist möglichst gering zu halten, was gar nicht so einfach ist, da in überaus vielen Produkten grosse Mengen an Zucker enthalten ist, auch dort wo man es nicht erwarten würde! Auf Fertig- oder Halbfertigprodukte sollte auch deshalb verzichtet werden. Viel Bewegung und möglichst wenig negativer Stress (Distress) gehört genauso dazu. Ganz wichtig ist es auch, Risikofaktoren zu senken, wie z.B.Übergewicht zu reduzieren, das Rauchen einzustellen oder den Diabetes richtig «einzustellen».
Omega-3-Fettsäuren
Es ist bekannt, dass Omega-3-Fettsäuren, die vor allem in fettem Meerfisch und Krill enthalten sind, das Risiko eines plötzlichen Herztodes senken und vor weiteren Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen können. In Untersuchungen am Menschen wurden verschiedenste Wirkungen von EPA und DHA (die biologisch aktivsten Omega-3-Fettsäuren) nachgewiesen. Sie wirken anti-arrhythmisch sowohl auf der Ebene des Vorhofes wie der Herzkammer, sie stabilisieren instabile Gefässbezirke, die ansonsten Angina Pectoris und Myokardinfarkte verursachen können („instabile Plaques“), sie verlangsamen das Voranschreiten von Veränderungen der Koronargefässe und senken die Triglycerid-Werte, welche ein Risiko für Thrombosen oder Arteriosklerosen darstellen können. Ausserdem haben sie eine präventive Wirkung gegen koronare Herzkrankheiten, fördern die Durchblutung und hemmen die Thrombozytenaggregation (Zusammenkleben weisser Blutkörperchen, die zu Thrombosen und Embolien führen können). Es sind zahlreiche weitere positive Wirkungen auf Gefässfunktion, Blutdruck und Entzündungsmediatoren bestätigt worden.
Vitamin K2
Die Hauptaufgabe von Vitamin K2 ist, dafür zu sorgen, dass Calcium nicht im Blut verweilt, wo es sich an den Gefässwänden ablagern kann (Arteriosklerose), sondern in die Knochen eingelagert wird, wo es für gesunde Knochen gebraucht wird. Weiter ist Vitamin K an der Blutgerinnung (Koagulation) beteiligt. Vitamin K2 wird von Mikroorganismen gebildet, auch von den Bakterien der Darmflora, und kann direkt über die Darmzellen aufgenommen werden. Auch rohes Sauerkraut, Butter, Eidotter, Leber, manche Käsesorten und das fermentierte Sojaprodukt Natto sind Vitamin-K2-Quellen.
Eine gesunde Ernährung und die Bedeutung von Vitalstoffen
Eine ausgewogene und gesunde Ernährung, die eine Versorgung mit allen für die körperliche Gesundheit wichtigen Vitalstoffen bietet, kann vielen Erkrankungen vorbeugen und den Körper bei Erkrankungen unterstützen. Da eine solche Ernährung in der heutigen Zeit kaum mehr möglich ist, können in gewissen Fällen gezielt ausgewählte Nahrungsergänzungsmittel Hilfe bieten.