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Der Bären schreibt Geschichte – seit Jahrhunderten!
Unser mittelalterliches Kellergewölbe und die jahrhundertealten Holzbalken im Bären zeugen davon: dieses Haus ist nicht erst seit gestern wichtiger Bestandteil des kleinen Appenzeller Dorfes Gonten.
Der Bären gilt als ältestes, heute noch bestehendes Privatgebäude in Gonten. Die Anfänge des Bären liegen im Dunkeln, aber es ist anzunehmen, dass erstmals Mitte des 15. Jahrhunderts am heutigen Standort eine Wirtschaft betrieben wurde.
Das Wirtshaus «Bären», mit seiner heute noch gültigen Bezeichnung, wurde 1751 erstmals urkundlich erwähnt.
1751 hiessen die Wirtsleute Johann Bartholome Blatter und Maria Genovefa Wissmann. Deren drei Söhne wurden allesamt Pater. Auch die Tochter, Katharina, legte im Benediktinerinnenkloster Fahr ihr Gelübde ab.
Sämtliche früheren Wirte des Bären konnten nicht lückenlos eruiert werden. Von 1767–1768 dürfte aber Johann Joseph Neff im Bären gewirtet haben. Er war gleichzeitig Badmeister im «Gontenbad».
Von 1768–1780 wirtete im Bären Johann Jakob Rechsteiner (1742–1797), «Bäre-Nöck» genannt. Er war Hauptman der Rhode Stechlenegg und Reichsvogt in Appenzell Innerrhoden.
Karl Anton Broger (1754–1797), «Hopme-Töni», war von 1783–1793 Bären-Wirt und gleichzeitig Hauptmann der Rhode Gonten und Kirchenpfleger von Gonten.
Von 1793–1810 dürfte wohl Anton Joseph Fässler (1754–1829), «Müllers-Stanzli» genannt, im Bären Gäste verpflegt haben. Seinen Spitznamen bekam er ob der Tatsache, dass er vor seiner Zeit im Bären als Müller auf der Rohrersmühle (heutiger Standort des Kurhauses Jakobsbad) tätig war. Prunkstück des exzellent kochenden Patrons.
Ab 1816 übernahm Brogers Witwe, Maria Magdalena Joseph Dominika Signer (1787–1858), für zwei Jahre die Leitung im Bären.
In der Folge gab es diverse Pächter- und Besitzerwechsel, bis am 16. Mai 1895 die Ära Gmünder im Bären Gonten anbrach. Johann Karl Gmünder (1865–1933) kaufte für 21000 Franken und ein Trinkgeld von 100 Franken das Gasthaus. Die Gmünder-Epoche sollte 112 Jahre und siebeneinhalb Monate dauern.
Eines dieser Kinder, der älteste Sohn Charly, übernahm am 9. Juli 1980 gemeinsam mit seiner Frau Silvia die Führung im Bären. Zur Freude seines Vaters setzte Charly Gmünder dessen Tradition sowohl in kulinarischer als auch musikalischer Hinsicht fort. Ende der 1990er Jahre wurde er von «Gault-Millau» stets mit 15 Punkten bewertet. 1998 figurierte der Bären gar im von der «Weltwoche» erstellten Verzeichnis unter den 200 besten Restaurants in der Schweiz. 2009 kam Charly Gmünder die Ehre zu Teil, zum Abschluss des Präsidialjahres von Bundesrat Hans-Rudolf Merz in Bern im «Bernerhof» für alle Bundesräte zu kochen.
Der Bären war unter der Ägide Silvia und Charly Gmünder ein angesehener Lehrbetrieb. Rund 80 junge Menschen haben bei ihnen eine Berufslehre absolviert. Viele davon sind heute selber erfolgreich als Gastwirte tätig.
Nach einem umfassenden Umbau 2007 fand am 29. Februar 2008 der Bären in Dr. oec. Hans-Ulrich Dörig einen neuen Eigentümer. Unter Dörig erfuhr der Bären 2011 und 2012 einen markanten Umbau unter Schonung seines geschützten Stammhauses. Der Westflügel (Hoteltrakt) wurde komplett saniert. Durch den Bären zog sich in den Gaststuben konsequent ein Dekor in den Farben Rot, Gelb und Schwarz – in Anlehnung an die Appenzeller Sennentracht. Am 1. Mai 2012 wurde die Wiedereröffnung gefeiert, doch bereits am 25. November 2012 verstarb Hans-Ulrich Dörig nach längerer Krankheit.
Am 3. November 2013 schloss der Betrieb vorübergehend. In der Zwischenzeit ist der Bären in neue Hände übergegangen. Neue Eigentümerin ist die «Hotel Bären Gonten AG». Nach umfassender Renovation im 2015 bietet das Hotel neu seit April 2018 acht liebevolle Boutique Zimmer im Appenzellerchic. Und natürlich geht die Bären Geschichte weiter....