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Er wackelte mit dem Kopf, der Mund stand offen, er liess die Zunge heraushängen und kämpfte sich mit hochgezogenen Schultern vorwärts. Emil Zatopek pflegte einen Laufstil, den man heute wohl als amateurhaft bezeichnen würde.
Und trotzdem gelangen dem Tschechen mit seinem Stil 1952 bei den Olympischen Spielen in Helsinki Siege über 5000 m, 10'000 m und im Marathon – und dies innerhalb von nur 8 Tagen. Das ist seitdem keinem Athleten mehr gelungen. Zudem sicherte er sich 1948 die Goldmedaille über die 10'000 m und stellte in seiner gesamten Karriere 18 Weltrekorde auf.
Vogel fliegt, Fisch schwimmt, Mensch läuft.
Die Revolution des Intervalltrainings
Den Grundstein für seine Erfolge legte der wortgewandte Zatopek, der auch für seine Zitate bekannt war, mit Intervalltraining. Er revolutionierte diese Trainingsform durch eine extrem hohe Wiederholungszahl von Belastungen. Überliefert sind Trainingstage, an denen er 40-mal 400 m (in 70 bis 80 Sekunden) in Militärstiefeln lief.
Arbeiter im Uranbergbau
Neben seiner Laufkarriere war Zatopek überzeugter Militarist. Als er 1968 aber im Prager Frühling das «Manifest der 2000 Worte» unterschrieb und sich damit für die Revolution und gegen den Kommunismus aussprach, wurden der nationalen Legende alle Auszeichnungen aberkannt. Er wurde aus der Armee ausgeschlossen und musste seinen Lebensunterhalt anschliessend als Arbeiter im Uranbergbau bestreiten. Zatopek schloss aber schon in den Siebzigerjahren seinen Frieden mit der kommunistischen Regierung.
Wenn du laufen willst, lauf eine Meile. Wenn du ein neues Leben kennenlernen willst, dann laufe Marathon.
Nach einer schweren Lungenentzündung und mehreren Schlaganfällen verstarb Zatopek am 21. November 2000 im Alter von 78 Jahren im Militärkrankenhaus in Prag. Emil Zatopek hinterliess nicht nur Goldmedaillen und Rekorde, sondern auch einen Lauf- und Trainingsstil der bis heute grossen Einfluss auf den Laufsport hat.