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Welches sind die schweizerischen Anforderungen an künftige Adoptiveltern?
Gemäss Art. 264-269c des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB, SR 210) müssen Sie folgende Voraussetzungen erfüllen:
- Aufgrund Ihrer persönlichen, gesundheitlichen, familiären, sozialen, erzieherischen und materiellen Situation müssen Sie Gewähr bieten für eine langfristig gute Betreuung, Unterhalt und Ausbildung des Adoptivkindes. Sie müssen in der Lage und bereit sein, dieses Kind wie ein eigenes anzunehmen und in seiner Entwicklung zu fördern und zu unterstützen.
- Sie müssen während mindestens einem Jahr für Erziehung und Pflege des Kindes im gemeinsamen Haushalt gesorgt haben, sofern die im Herkunftsland erfolgte Adoption in der Schweiz nicht direkt anerkannt wird.
- Ist das Kind urteilsfähig, so ist zur Adoption seine Zustimmung notwendig.
- Die Eltern des Kindes müssen der Adoption zustimmen. Die Zustimmung darf nicht vor Ablauf von 6 Wochen seit der Geburt des Kindes erteilt werden. Von der Zustimmung kann abgesehen werden, wenn sich der betreffende Elternteil nicht ernstlich um das Kind gekümmert hat, unbekannt, mit unbekanntem Aufenthalt länger abwesend oder dauernd urteilsunfähig ist.
- Sie müssen mindestens 5 Jahre verheiratet oder beide mindestens 35 Jahre alt sein.
- Sie müssen mindestens 16 Jahre älter als das Kind sein.
- Eine unverheiratete Person kann adoptieren, wenn sie mindestens 35 Jahre alt ist.
- Sie können das Kind Ihres Ehepartners oder Ihrer Ehepartnerin adoptieren, wenn Sie mindestens 5 Jahre verheiratet sind (Stiefkindadoption).
- Sie müssen mindestens 16 Jahre älter als das Kind sein.
- Ehepaare dürfen nur gemeinschaftlich adoptieren. Die Einzeladoption eines Kindes durch eine verheiratete Person ist nur möglich, wenn sie mindestens 35 Jahre alt ist und der andere Ehegatte dauernd urteilsunfähig oder seit mehr als 2 Jahren mit unbekanntem Aufenthalt abwesend ist, oder wenn die Ehe seit mehr als 3 Jahren gerichtlich getrennt ist.
- Gleichgeschlechtlichen Paaren bleibt die gemeinsame Adoption eines Kindes wie auch die Adoption des Kindes des Partners oder der Partnerin gesetzlich verwehrt.
- Die Adoption einer mündigen oder entmündigten Person ist nur möglich, wenn eigene Nachkommen fehlen.
Wer ohne die erforderlichen behördlichen Bewilligungen ein Kind aus dem Ausland zur späteren Adoption in der Schweiz aufnimmt, macht sich strafbar (Bundesgesetz vom 22. Juni 2001 zum Haager Adoptionsübereinkommen und über Massnahmen zum Schutz des Kindes bei internationalen Adoptionen (BG-HAÜ, SR 211.221.31, Artikel 22 ff)).