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«Trumbo»: Die Angst vor der roten Gefahr
- Aktualisiert am Dienstag, 5. April 2016, 16:36 Uhr
«Trumbo» erzählt die wahre Geschichte des legendären Drehbuchautors Dalton Trumbo. Dieser geriet in den späten 1940er-Jahren aufgrund seiner politischen Meinung in Konflikt mit dem US-Kongress. In der Hauptrolle überzeugt «Breaking Bad»-Star Bryan Cranston.
Als einer von zehn Filmschaffenden weigerte sich Dalton Trumbo 1947 vor einem Komitee des US-Kongresses auszusagen. Ziel der Anhörung war es, kommunistische Einflüsse in Hollywood zu untersuchen. Die Drehbuchautoren und Regisseure wurden daraufhin allesamt auf die schwarze Liste der Unterhaltungsindustrie gesetzt. Wessen Name darauf stand, der wurde in der Filmbranche nicht mehr beschäftigt. Der bekennende Kommunist Trumbo musste seine Drehbücher daraufhin unter Pseudonymen oder durch Strohmänner veröffentlichen und wurde über ein Jahrzehnt lang von sämtlichen grossen Studios ignoriert.
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1.Das geistreichste Zitat
«Was die Vorstellungskraft nicht herbeizuzaubern vermag, liefert die Realität mit einem Achselzucken.» Das ist bloss eines von vielen Zitaten, die sich abschreiben und einrahmen liessen. Dalton Trumbo galt als ein äusserst wortgewandter Zeitgenosse.
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2.Der Schauspieler
Bryan Cranston erlangte seit Ende der 1980er-Jahre als Serienschauspieler zunehmende Bekanntheit. Nach wiederkehrenden Rollen in «Seinfeld» und «King of Queens» war er sechs Jahren lang als neurotischer Familienvater Hal in der erfolgreichen Sitcom «Malcolm in the Middle» (2000 – 2006) zu sehen. Der endgültige Durchbruch gelang ihm in seiner Rolle des Walter White in der Kultserie «Breaking Bad» (2008 – 2013). Seine Darstellung des krebskranken Chemielehrers, der über fünf Staffeln hinweg eine Wandlung zum Drogenbaron vollzieht, brachte ihm nebst Kritikerlob auch vier Emmys ein.
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3.Fakten, die man wissen sollte
Dalton Trumbo erhielt zwei Oscars in der Zeit, als sein Name auf der schwarzen Liste stand. 1954 wurde sein Drehbuch zur Romanze «Roman Holiday» ausgezeichnet. Die Geschichte wurde damals seinem Freund Ian McLellan Hunter zugeschrieben. Der Preis wurde ihm erst 1993 posthum zuerkannt. Das Drama «The Brave One» erhielt den Oscar in derselben Kategorie 1957. Das Drehbuch hatte Trumbo unter dem Pseudonym Robert Rich verfasst. 18 Jahre später wurde er von der Academy als rechtmässiger Gewinner des Preises geehrt.
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4.Das Urteil
Wer von «Trumbo» eine Geschichtsstunde in Sachen Kommunismus-Hysterie in den USA erwartet, der wird enttäuscht. Die Mechanismen, die überhaupt erst zur berüchtigten «Blacklist» führen konnten, werden genauso wenig erläutert wie die Gesinnung Trumbos. Er war Kommunist, so viel wird klar. Doch dieser Begriff bedarf gerade in den Vereinigten Staaten – wo Konservative schon einen Sozialstaat nach europäischem Vorbild als marxistisches Hirngespinst abtun – einer etwas genaueren Definition. Wäre er aus heutiger Sicht eher Bernie-Sanders- denn Kim-Jong-un-Kommunist? Die Antwort darauf bleibt uns verwehrt. Dafür bietet der Film so manch gewitzten Dialog. Und wen noch Zweifel beschleichen, ob Bryan Cranstons Oscar-Nominierung dieses Jahr wirklich gerechtfertigt war, dem sei der Kinobesuch ans Herz gelegt.
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