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Saxophon-Legende Herb Geller gestorben
- Sonntag, 22. Dezember 2013, 17:21 Uhr
Saxophonist Herb Geller aus Los Angeles etablierte sich in den 50er-Jahren als einer der wichtigsten Alto-Solisten der Westküste der USA. Er wanderte via Brasilien nach Europa aus und prägte in der Radio-Bigband des NDR die Jazzszene in Deutschland. Jetzt ist er 85-jährig in Hamburg verstorben.
Seine Karriere als Saxophonist begann Herb Geller bereits mit acht: Damals bekam er sein erstes Saxophon geschenkt – ein Instrument, das sein leben prägen sollte. Im Verlaufe seiner langen Karriere spielte Geller mit unzähligen Grössen der Jazz- und Popmusik, mit Benny Goodman, Ray Charles, Ella Fitzgerald, Shirley MacLaine und Jerry Lewis. Auch in der Concert Jazz Band von George Gruntz war Geller am Saxophon zu hören.
Auch wenn Geller vor allem als Saxophonist in Erinnerung bleiben wird, war er ein äusserst vielseitiger Musiker. Er spielte Klarinette und Flöte, komponierte und arrangierte Musikstücke. Zudem war er Professor der Hochschule für Musik in Hamburg.
Wahlheimat Deutschland
Geller machte in den 50er-Jahren in Kleinformationen um Chet Baker und in diversen Big Bands Karriere an der Westküste der USA. Nach dem Tod seiner ersten Frau, der Pianistin Lorraine Geller 1958, wanderte Herb Geller zunächst nach Brasilien, später nach Europa aus.
1965 kam Geller nach Hamburg, wo er zum zweiten Mal heiratete und eine neue Heimat fand. Geller blieb in Deutschland, schon weil er mit der Politik Washingtons Probleme hatte. «Damals tobte der Vietnamkrieg. Ich hatte die Wahl zwischen Richard Nixon und Willy Brandt. Ich habe mich für Willy entschieden, das habe ich nie bedauert», sagte er einmal.
Fast 30 Jahre lang war er bei der NDR-Bigband fest angestellt und musizierte mit bekannten deutschen Künstlern wie Udo Lindenberg oder Marius Müller-Westernhagen.
Aktiv bis zum Schluss
Bis vor einem Jahr gab Heller noch Konzerte, dann wurde bei dem 84-Jährigen ein Hirntumor festgestellt. Letztlich sei Geller an einer Lungenentzündung gestorben, wie seine Tochter Olivia mitteilte. Herb Geller sei bereits am vergangenen Donnerstag im Kreise seiner Familie verstorben, ausgerechnet an seinem 51. Hochzeitstag.
«Er war ein wandelndes Musiklexikon», sagt seine Tochter. «Er hat Anrufe aus der ganzen Welt bekommen, wenn Fragen zu klären waren. Überall hatte er Freunde.» Bis zuletzt habe er Musik gemacht, als einer der letzten der goldenen Ära des Jazz.
«Vielleicht klingt es komisch», sagt Olivia Geller. «Aber der Gedanke tröstet mich, dass er jetzt da oben in einer himmlischen Bigband spielt mit allen Legenden des Jazz. Und alle jammen gemeinsam, was das Zeug hält.»
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