Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03233.jsonl.gz/1675

Welche Projekte für humanitäre Hilfe hat Solidar Suisse letztes Jahr umgesetzt?
Wir haben Brunnen gebohrt, Kantinen von Schulen, die vertriebene Kinder aufgenommen haben, mit Nahrungsmitteln versorgt, Vertriebene beim Bau von Infrastruktur mitarbeiten lassen, sie geschult und in Landwirtschaftsprojekte integriert.
Wie beeinträchtigt die prekäre Sicherheitslage die humanitäre Arbeit von Solidar Suisse?
Das Schwierigste ist, dass wir keinen Zugang mehr haben zu gewissen Regionen im Norden und mittlerweile auch im Westen und Osten.
Gibt es konkrete Drohungen?
Die Bedrohung ist eher unterschwellig, aber sie macht Angst. Bis jetzt ist zum Glück keiner*m Mitarbeiter*in von Solidar etwas geschehen. Wir haben ein Sicherheitsdispositiv, um das Risiko zu minimieren und die Arbeit überhaupt zu ermöglichen. Es ist eine komplexe Krise: die Auswirkungen des Klimawandels, die Armut, die mangelnde Sicherheit – alles spielt zusammen, wir können nicht etwas angehen ohne die anderen Themen zu berücksichtigen.
Hingegen hatten Ende Jahr 3280 Schulen geschlossen, weil das Lehrpersonal bedroht wurde oder geflüchtet ist. Das sind 13 Prozent aller Schulen im Land. Mehr als eine halbe Million Schüler*innen und fast 15’000 Lehrer*innen sind davon betroffen.
Welche Auswirkungen hat der Militärputsch von Ende Januar auf die Arbeit von Solidar Suisse?
Die Krise im Land hat sich durch den Machtwechsel nicht gelöst. Wir hoffen nun, dass sich rasch eine demokratische Lösung im Konflikt finden lässt.