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Jacinda Ardern ist mit knapp 38 Jahren kürzlich erstmals Mutter geworden. Die Sozialdemokratin macht jetzt sechs Wochen Babypause. In dieser Zeit übernimmt der stellvertretende Premierminister Winston Peters ihren Posten. Er gehört dem populistischen Koalitionspartner «New Zealand First» an. Kindsvater Clarke Gayford wird sich um das Baby kümmern, wenn Ardern ins Amt zurückkehrt. Er ist Journalist und nicht mit Ardern verheiratet.
«Dies ist das Leben im 21. Jahrhundert»
Ardern sei eine Frau, die «gläserne Decken» mit scheinbarer Leichtigkeit durchbreche, kommentierte Helen Clark im «Guardian». Die Sozialdemokratin war von 1999 bis 2008 Premierministerin in Neuseeland und musste in dieser Zeit noch Fragen nach ihrer Kinderlosigkeit beantworten. Clark schreibt, weltweit würden erwerbstätige Frauen praktische Vereinbarungen machen, wenn sie Mutter werden. «Neu ist, dass eine Premierministerin dies macht. Sie zeigt damit, dass dies das Leben im 21. Jahrhundert ist.»
Vorbilder für Junge
Für Neuseeland sei die Mutterschaft der Premierministerin eine Evolution und keine Revolution, schreibt Clark. Vor 125 Jahren war Neuseeland weltweit das erste Land, in dem Frauen das Wahlrecht erhielten. Ardern ist die dritte weibliche Regierungschefin. Clark hofft, dass Ardern und ihr Partner weltweit zum Vorbild dafür werden, dass eine Premierministerin ein Baby bekommen und ihr Partner dieses hauptsächlich betreuen kann. «Das ist ein sehr positives Rollenmodell, das Frauen und die Gleichstellung der Geschlechter stärkt.» In einer Welt, in der es immer noch «gläserne Decken» gibt und viele Länder Frauen mit Gesetzen, der Politik und in der Praxis diskriminieren, sende Neuseeland eine Botschaft der Hoffnung aus. Clark: «Ich hoffe, dass Neuseeland weiterhin eine führende Rolle beim Einbezug von Frauen in allen Bereichen der Gesellschaft spielen wird und erwarte dies auch.»
Bisher war Benazir Bhutto in Pakistan die einzige Premierministerin, die im Amt Mutter wurde. Sie gebar 1990 und damit in ihrer ersten Amtszeit ihr zweites Kind.
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
keine