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Einst schwebte das Wort losgelöst zwischen Mund und Ohren der Menschen. Irgendwann wurde es in Stein gemeisselt, um festgehalten zu werden. Das Wissen, Worte in Schrift zu verwandeln, wurde lange Zeit von einer Minderheit gepflegt. Die Ritter fanden, Lesen und Schreiben sei eine "pfäffische Kunst". Unter dem gemeinen Volk galt das zugesicherte Wort. Wehe dem, der dieses Wort brach. Denn das Wort hatte Gewicht. Es wurde nicht auf die leichte Schulter genommen. Menschen erzählten sich beispielsweise in dunklen, langen Wintern Geschichten. Immer wieder, bis die jüngere Generation sie in- und auswendig kannte und sie selbst Wort für Wort weitergeben konnte. Worte haben, geschrieben oder gesprochen, ein wahrhaft langes Leben.