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werden sie notdürftig erhellt. Ein 1,5 m breiter Gang führt in der 4,2 m dicken Mauer rings um die Zitadelle zu den drei im Graben befindlichen Rondelen und den Schiessscharten. Dieses interessante Bauwerk wurde im 19. Jahrhundert, weil für Verteidigungszwecke wertlos, gänzlich vernachlässigt und stand in Gefahr, allmählig völlig zu zerfallen. Da nahm sich seiner im Jahr 1836 der Zeichenlehrer Hans Jakob Beck an, säuberte mit seinen Schülern die Zinne und sammelte Geld für die von ihm geplanten Verbesserungen. Seine Bestrebungen wurden fortgesetzt von dem durch ihn gestifteten Munotverein, der jetzt über 900 Mitglieder zählt. Dieser renovierte mit eigenen und städtischen Mitteln den Munot im Laufe der Jahre völlig und machte ihn zum beliebtesten Festplatz Schaffhausens.
Treten wir nun einen Rundgang durch das von zwei Hauptstrassen, Vordergasse und Vorstadt, durchschnittene Weichbild der Stadt an, der uns Gelegenheit geben soll, auf die wichtigsten Gebäude aufmerksam zu machen. Wir sind von Konstanz her mit dem Dampfboot angekommen und haben in der Nähe der Rheinbrücke beim «Freien Platz» den Boden Schaffhausens betreten. Wir kommen zuerst durch die etwas enge, aber einige beachtenswerte Häuser enthaltende «Unterstadt». Rechts vor der Brücke über die Durach zeigt die «Gerberstube», 1593 von den Gerbern als Zunfthaus erstellt, eine bemerkenswerte, allerdings erst aus dem 18. Jahrhundert stammende Fassade und ein hübsches, von Halbsäulen flankiertes und mit Löwen und Wappen gekröntes Portal.
Sehenswert sind auch die Säle des ersten und zweiten Stockwerks, der eine wegen seiner reichen Stuckdecke, der andere wegen seines Holztäfers und vorzüglicher Intarsien. Jenseits der Brücke ebenfalls rechter Hand sehen wir das Haus zur «Platte» mit einem durch 3 Stockwerke sich erstreckenden Erker (1594). Es folgt das Haus zum «Täublein» mit hübsch geschnitztem Erker von 1668, das Haus zum «Palmzweig», eines der ältesten Häuser der Stadt, mit elegantem spätgotischem Erker, die Nachbarhäuser «Wasserquelle» (1738) und «Tiergarten» (1788),
davor der Tellbrunnen. Verfolgen wir die Vordergasse, die wir vorhin bei der «Platte» betreten haben, noch einige Schritte weiter, so haben wir links den «Sittich» mit schönem, von Löwen bewachtem Portal (1654), rechts die St. Johannkirche mit festungsartigem Turm, Schaffhausens älteste Pfarrkirche, ein sehr umfangreicher spätgotischer Bau mit hübschem Chor und grosser Orgel. Die Kirche ist in den letzten Jahren sorgfältig renoviert und neu bestuhlt worden.
Bei dieser Gelegenheit wurde hoch oben am Turm in einer wohl zur Reformationszeit mit Mörtel ausgefüllten Nische eine Madonna mit Christuskind aus der Mitte des 14. Jahrhunderts aufgedeckt, sowie am s. Seitenschiff ein Mauergemälde aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts, über 3 m hoch und 2 m breit, das in freier Landschaft die lebensgrossen Figuren der Madonna und des Evangelisten Johannes neben dem Kreuze zeigt. Das reiche Portal des Hauses zur «Schmiedstube» links stammt wie der schöne Erkerturm aus dem Jahr 1653 und ist das Werk eines nicht näher bekannten schaffhauserischen Bildhauers, namens Schreiber.
Wenige Schritte, und wir stehen vor dem spätgotischen Hause zum «Ritter» mit seinem mächtigen Giebel, dessen Fassade 1570 von Tobias Stimmer mit Gemälden geschmückt wurde, deren Gegenstand Kampf und Sieg der wahren Ritterlichkeit ist: Zu oberst der römische Ritter M. Curtius; zwischen den Fenstern des zweiten Stockes Odysseus mit Kirke und die Verwandlung der Daphne in einen Lorbeerbaum. Ein schöner Fries mit der Darstellung eines römischen Triumphzuges trennt die Bilder des zweiten von denen des ersten Stockes: ein König sucht im Verein mit der durch ein üppiges Weib dargestellten alten Kirche die Tugend zu unterdrücken;
diese aber schaut nach der Gloria und Immortalitas aus.
Ebenfalls links erhebt sich das «Rathaus», in seinen ältesten Teilen ein Bau des 16. Jahrhunderts. Sehenswert ist die leider teilweise verbaute Renaissancelaube und der anstossende Saal (1624/25) mit seinem herrlichen Getäfer. Dahinter liegt das Staatsarchiv, in welchem ein prachtvoller antiker Onyx mit wunderbar schöner Fassung aufbewahrt wird, ein Beutestück aus der Schlacht von Grandson. Die Vordergasse wird abgeschlossen von der «Herrenstube», dem Gesellschaftshaus der adeligen Geschlechter Schaffhausens, von 1748 und dem «Frohnwagturm» mit Uhr von 1747. Der freie Platz vor diesen beiden Gebäuden ist mit zwei alten Brunnen geschmückt: der hintere von 1532 ist mit einem der heiligen drei Könige, und zwar dem Mohren, geschmückt, daher «Mohrenbrunnen»;
die Säule des vorderen, vierröhrigen von 1524 trägt eine der schönsten Brunnenstatuen der Schweiz, einen keck ausschreitenden Krieger.
Unter den Häusern des «Frohnwagplatzes» zeichnen sich vor allem rechts der «Spiegel» (1591 und 1645),
das Eckhaus der Vordergasse, und gegenüber links die «Taube», das Eckhaus der Oberstadt, durch ihre hohen Erkertürme aus. Das bemerkenswerteste Gebäude der Oberstadt ist das Haus zum «Steinbock», eines der ältesten Gasthäuser Schaffhausens. Die jetzige Fassade mit ihrer zierlichen Stukkaturarbeit wurde 1720 ausgeführt. An die Taube stösst das «Winterhaus», das ehemalige Zunfthaus der Metzger. Hinter dem als mittelalterlicher Adelsturm bemerkenswerten Hause zum «Turm» wird in der Stadthausgasse der reiche Erker des «Oberhofes» (1652) sichtbar. In der nämlichen Gasse befindet sich auch das Stadthaus. An der Ecke der nach dem Bahnhof führenden Schwertstrasse sehen wir das neue Gebäude der Bank in Schaffhausen und an der Bahnhofstrasse selbst das Post- und Telegraphengebäude und die erst kürzlich bezogene Kantonalbank. Weniger seines Aeussern als seiner innern Ausstattung wegen verdient genannt zu werden das der Bank gegenüber am Frohnwagplatz gelegene «Grosse Haus», welches schon 1392 existierte und von 1569 bis 1809 ununterbrochen im Besitz der Familie Peyer im Hof war. Verschiedene Zimmer ¶