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Manche Fische können Geräusche machen: http://de.wikipedia.org/wiki/Knurrh%C3%A4hne
Aber da es hier um Süsswasserfische geht, ist mir von keinem Fisch ausser den Elritzen bekannt, dass sie "etwas weitergeben". Die Elritzen haben sozusagen ein Vermächtnis an die Artgenossen. Wenn sie gefressen werden, bemerken die Artgenossen an den Scheisshäufchen der Räuber etwas, das sie warnt. Deshalb gehen z.B. Hechte von den Jagdrevieren weg, um an anderen Orten zu kacken, wenn sie Elritzen fressen, um die übrigen Elritzen nicht zu vertreiben. Hab ich irgendwo mal gelesen. Kein Witz
Da es um Egli geht, lehne ich mich mal aus dem Fenster und sage: nein. Ich glaube einfach an gewisse Zusammenhänge aus örtlicher Überfischung mit bestimmten Köderarten durch eine begrenzte Lernfähigkeit, ein begrenztes Kurzzeitgedächtnis und die Qualität/Natürlichkeit des Köders, für die ein Mathematiker sicher eine Formel basteln kann. Egli sind ja sehr neugierig. Bei jedem Wurf kommt eine gewisse Anzahl an Egli dem Köder hinterher. Ebenso wird bei jedem Wurf der Köder von einer gewissen Anzahl an Egli gesehen, die den Köder aber nicht verfolgen. Je länger man fischt, desto mehr Egli haben den Köder gesehen. Ein gewisser Prozentsatz an Egli von all denen, die vor Ort sind, werden diesen einen Köder bei der Art, wie man ihn halt führt, fressen wollen. Hat man so viele Würfe gemacht, dass alle Egli am Ort gebissen haben, die beissen wollten und alle anderen Egli, die nicht beissen würden, den Köder gesehen, so ist der Spot sozusagen überfischt/gesättigt von diesem Köder. Dazu gibt es aber 3 Faktoren, die den Prozentsatz an beissenden Egli erheblich beeinflussen: die Qualität/Natürlichkeit des Köders, Alter/Erfahrung und die Tatsache, dass sie häufig oder selten/nie jagen. Dazu kommt, dass sie vermutlich während den kurzen Jagdphasen nur halb so lernfähig sind im Fressrausch und es dann mehr auf den Köder ankommt.
Dazu erzähle ich mal von einem bestimmten Tag, wo an einem Hot Spot Butzli waren und die Egli gejagt haben. Sie haben durchschnittlich alle 3 Minuten mal gejagt. Manchmal häufiger, manchmal gabs längere Pausen. Ich hatte den ganzen Tag gefischt mit dem gleichen Wobbler. Ich habe meistens nur dann gefischt, wenn sie gejagt haben. Ich habe bei etwa jedem dritten mal, wenn sie gejagt haben, ein Egli gefangen. Manchmal halt auch Untermässige. Ich konnte 30stk fangen mit dem einen Wobbler. Es waren immer etwa 5 Fischende dort. Einer davon war ein bekannter Eglifischer, der den Dreh raus hat. Er fing 28 Egli. Dann waren noch 3 weitere Fischende vor Ort, die mit der Zeit gewechselt haben. Diese fingen jedoch nur eine Hand voll Egli. Jemand fischte mit Buldo, jemand mit bunten Twistern und jemand sonstwie ... Spinner, Zapfen usw.
Und jetzt etwas, das mich manchmal zum Kopfschütteln bringt. Viele Leute sagen, dass wenn Egli jagen, sie alles fressen. Wenn das wirklich so wäre, warum haben die anderen den ganzen Tag über nur sowenig gefangen? Sie waren am genau gleichen Spot. Warum fing ich 30 und der andere Eglifischer 28? Der andere beherrscht sein Handwerk mit seinem Stickbait. Ich hatte den richtigen Wobbler in der richtigen Grösse und der richtigen Farbe für das klare Wasser, was es damals hatte.
Und dann noch etwas von einer Studie, die ich mal vor vielleicht 10-15 Jahren im Blinker gelesen hab. Man hat an einem Hechtteich mit Kunstköder (Blinker usw) und Köderfisch gefischt und C&R gemacht. Mit Kunstköder fing man in den ersten Tagen gut und dann immer schlechter, bis es dann auf einem tiefen Level eingependelt hat. Mit dem Köderfisch fing man von Anfang bis Schluss der Testphase gleichbleibend gut. Was lernen wir daraus? Je näher Design, Grösse, Farbe und Verhalten des Köders dem natürlichen Vorbild näherkommt, desto länger kann man gleichbleibenden Erfolg haben, würde ich mal behaupten.