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Worum geht’s?
Ian McEwans neuster Roman spielt in einem alternativen 1982. Grossbritannien hat den Falklandkrieg verloren, Alan Turing – der britische Logiker, Mathematiker, Kryptoanalytiker und Informatiker – ist noch am Leben und forscht über künstliche Intelligenz, es existieren sowohl das Internet wie auch Social Media und selbstfahrende Autos. Soeben sind die ersten Androiden auf den Markt gekommen.
Um seine Nachbarin Miranda zu erobern, kauft sich der Protagonist Charlie den Androiden Adam (alle Evas waren bereits ausverkauft) und setzt damit eine Dreiecksgeschichte in Gang, in der es um die Frage geht, was es bedeutet, ein Bewusstsein zu haben, was Menschlichkeit ausmacht, ob Maschinen Gefühle entwickeln können, wie clever eine künstliche Intelligenz ein moralisches Problem löst, und warum Androiden am Elend der Welt zugrunde gehen können.
Meine Lieblingsstelle
Charlie und Miranda besuchen zusammen mit Adam Mirandas Vater. Sie haben ihn auf die Beschaffenheit von Adam vorbereitet, um ihm einen Einblick in das fortgeschrittene technische Zeitalter zu geben. Nur verhält sich Adam beim Besuch so vorbildlich menschlich, dass Mirandas Vater versehentlich Charlie für den Androiden hält. Und dieser spielt das Spiel mit.
Wem würde ich das Buch empfehlen?
Wer sich für das Thema der künstlichen Intelligenz interessiert und zum Beispiel Fritz Langs «Metropolis», Ridley Scotts «Blade Runner» oder Steven Spielbergs «I.A.» mag, wird dieses Buch lieben. Was unterscheidet einen Menschen von einer Maschine? Wann wird es eine künstliche Intelligenz geben, die zwischen Wahrheit/Logik und Menschlichkeit abwägen kann?
Ian McEwan wirft kluge Fragen zur künstlichen Intelligenz auf, und dies ausgerechnet 2019, in dem Jahr, in dem «Blade Runner» spielt. «Machines like me» ist ein unterhaltsam geschriebener Roman mit Reflexionen über die Auffassung von Realität und dem damit verbundenen Humanitätsbegriff.
Ian McEwan schreibt keine Science-Fiction, sondern er will ausloten, in welchen Bereichen künstliche Intelligenz unseren Alltag verändert. Wenn es keinen Unterschied mehr gibt zwischen Mensch und Maschine, heisst das auch, dass wir Roboter Adam gleiche Rechte zugestehen müssen wie einem Menschen? Darf Charlie Adam dann noch als Besitz betrachten und als Gratis-Arbeitskraft benutzen?
O-Ton aus dem Buch
«l can’t help my feelings. You have to allow me my feelings.» (Android Adam zu Charlie)