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In allen Medien der Schweiz ist in den vergangenen Tagen viel über die katholische Kirche geschrieben worden. So forderte beispielsweise Bertold Müller, Alt-Abt des Klosters Engelberg, in einem Interview (FN vom 9. März), das Verhältnis zwischen Kirche und Politik neu und vertieft zu diskutieren.
Dies möchte er in einem intensiven Dialog zwischen Kirche und Politik tun. Im erwähnten Interview sagte er unter anderem Folgendes:
«Im Verhältnis zwischen Kirche und Politik bestehen angeblich aus unterschiedlichen Gründen auf beiden Seiten erhebliche Irritationen, die sachliche und emotionale Reibungen verursachen.» Nach zweimaligem Lesen dieses Interviews erhielt ich einen zwiespältigen Eindruck und kam schlussendlich zu den folgenden Schlussfolgerungen:
Sollen sich kirchliche Institutionen überhaupt mit politischen Fragen auseinandersetzen?
Muss die Eigenständigkeit der Politik im Dienste des Allgemeinwohls nicht respektiert werden?
Hat die katholische Kirche momentan nicht andere wichtige, dringende Fragen und Probleme wie beispielsweise häufige Kirchenaustritte und sexuelle Misshandlungen, die unbedingt sofort diskutiert und behandelt werden sollten, um Verbesserungen und Veränderungen zu erzielen?
Joseph Zosso, Schmitten