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6. Belastungssituation
Die Messungen der 1. Und 2. Etappe stimmen gut überein. Sie können somit als repräsentativ angenommen werden.
Das Grundwasser im Deponiebereich weist eine höhere Mineralisation auf als das zuströmende Rheinwasserinfiltrat oder als das im Hauptmuschelkalk zirkulierende Grundwasser. Die Gesamtmineralisation geht dabei bis rund 0.9 g pro Liter. Vor allem Sulfat und Hydrogenkarbonat führen zu dieser Konzetration. Auch der Nitrat-, Nitrit- und Ammoniakgehalt ist durch die Mineralisation und stellenweiser Sauerstoffarmut erhöht. Dies sind deutliche Hinweise auf eine Deponiebeeinflussung.
Der höhere Nitratgehalt (10- 45 mg/l) und Sauerstoffmessungen weisen jedoch darauf hin, dass im Grossteil des Deponieuntergrunds aerobe Verhältnisse vorherrschen. Diese Werte variieren im jahreszeitlichen Verlauf aber relativ stark, da im nördlichen Deponiebereich eine Zumischung mit Infiltrat vom Rheinwasser stattfindet.
Alle Schwermetallgehalte sind mit weniger als 1 Mikrogramm / Liter weit unter den Grenzwerten. Die Gehalte für Antimon, Cadmium und Quecksilber sind im Nanobereich.
Bezüglich der organischen Schadstoffbelastung lässt sich vor allem im nördlichen und westlichen Nahbereich der Deponie eine Belastung des Grundwassers mit chlorierten Kohlenwasserstoffen (CKW) nachweisen, im Wesentlichen hervorgerufen durch Per- und Trichlorethen mit Durchschnittskonzentrationen von 10- 20 mg/l sowie Hexachlorethan mit ca. 5 mg/l. Das besonders problematische Vinylchlorid ist nirgends nachweisbar (< 0.1 mg/l). Die festgestellte Schadstoffverteilung im Grundwasser deckt sich recht gut mit der „zentralen Belastungszone“ im Deponiekörper, welche u.a. eine relativ hohe Schadstoffbelastung mit CKW aufzeigt. Ein direkter Zusammenhang mit der Deponie ist deshalb klar gegeben.
Neben der Hauptbelastung durch CKW ist die organische Deponiebeeinflussung im Nahfeld auch durch weitere, meist aber nur vereinzelt und in sehr niedrigen Konzentrationen unter 1 g/l auftretende organische Schadstoffe belegt, welche für Abfälle aus der Pharma- und Chemieindustrie typisch sind. Es handelt sich dabei um eine Vielzahl von verschiedenen chemietypischen Stoffgruppen wie BTEX, halogenierte Pyridine, chlorierte Butadiene, Aromatische Amine (Benzamine, Aniline), Schwefelaromate (Benzene), Barbiturate und Arzneimittelrückstände (z.B. Carbamazepin).
Allerdings ist der Anteil im Vergleich zur anorganischen Belastung gering, da auch die Gesamtsumme der nachgewiesenen Einzelsubstanzen abgesehen von einzelnen Ausnahmen meist nicht grösser als ca. 5- 10 mg/ l ist.
Im Nahfeld ist ausserdem eine Belastung durch Herbizide und Pestizide (Triazine) im Spurenbereich nachweisbar. Allerdings weist das Belastungsmuster eher darauf hin, dass die Pestizid- und Herbizidbelastung höchstwahrscheinlich nicht von der Deponie verursacht ist.
Mit den Belastungspumpversuchen konnte eine Ver- bzw. Zumischung von Deponiesickerwasser ins Grundwasser aufgezeigt werden. Die Versuche zeigen aber auch, dass sich mit zunehmender Reichweite des Entnahmebereiches keine grundlegenden Veränderungen im Grundwasserchemismus ergeben und daher das im Abstrombereich der Deponie Feldreben auftretende Grundwasser mit dem bestehenden Messstellennetz repräsentativ erfasst ist.