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Thomas Bornhauser war ein beliebter Pfarrer, Diakon und Volksredner; der Ur-Weinfelder hatte seine Pfarrämter aber in Matzingen, Arbon und später in Müllheim.
Er engagierte sich insbesondere für die neue liberale Thurgauer Kantonsverfassung von 1830/31, die er massgeblich ausgearbeitet hatte.
"Oh Land, das der Thurstrom sich windend durchfliesst" (klar, der Text des Thurgauer Liedes stammt auch von einem Weinfelder, J.U. Bornhauser) - diese Mäander wanden sich tatsächlich durch das ganze Thurtal und suchten sich immer wieder ein neues Bett.
Der Name des Steinacht-Quartiers geht auf das steinige Schwemm- und Vorland der Thur zurück.
Oft drängten die Weinfelder mit "Wuhren", eingesteckten Weidengeflechten, die Thur wieder Bussnang zu - worauf die Bussnanger natürlich das gleich Spiel in der andern Richtung trieben.
Nach dem Hochwasser von 1876 wurde die Thurkorrektion an die Hand genommen.
1871 verlor Napoleon III. (jener, der auf dem Arenenberg aufgewachsen war und u.a. den Bau des Napoleonturms veranlasst hatte) den deutsch-französischen Krieg. Einer seiner Generäle, Charles-Denis Bourbaki, musste sich mit 87'000 Mann bei Les Verrières im Jura in die Schweiz retten.
Diese Soldaten teilte man in der Folge auf verschiedene Ortschaften auf; in Weinfelden wurden 540 Soldaten einen Monat lang im Pestalozzi-Schulhaus interniert.
Zehn davon überlebten die vorausgegangenen Strapazen allerdings nicht und wurden hier beerdigt.
Dieser Gedenkstein steht bei der katholischen Kirche.
"Die zweite Juniwoche des Jahres 1876 war für Weinfelden wie für weite Gegenden unseres Landes eine verhängnisvolle: Überschwemmungen, wie man sie noch nicht erlebt hatte, der Ort war nur noch eine Halbinsel; die Thur bildete bis Amlikon einen einzigen See, Keller und Stallungen mit Wasser füllend.
Die Parterrelokale musste man räumen; was man konnte, wurde in die oberen Stockwerke befördert, da das Wasser in die nieder gelegenen Lokale und Wohnungen zu Fenstern herein lief."
"In Bussnang hatte das Wasser Häuser weggeschwemmt, auch das Notariatsbureau samt Büchern, Zivilstands- und anderen Akten. Sie wurden in Rüdlingen am Rhein in einer Kiste gefunden und dann wieder in ihre Heimat spediert."
Nach diesem Hochwasser wurde dann die Thurkorrektion an die Hand genommen, die 1890 fertig wurde.
1891. Die Eröffnung der Telephonstation in Weinfelden erfolgte mit 15 Abonnenten. Man stelle sich vor: jeder Teilnehmer konnte sich mit einem von 14 andern verstöpseln lassen!
1908 kamen Post, Telegraph und Telephon in das neue (heutige) Postgebäude; da waren es schon 117 Anschlüsse.
Und heute - wenn wir an all unsere Handys denken...?
Dieses Schulhaus wurde 1840 erbaut. Es war eigentlich als Thurgauer Kantonsschule konzipiert, die dann allerdings nach Frauenfeld kam.
Schon wieder ein verlorenes Duell gegen die Frauenfelder, nach dem Kantonshauptort und dem Kantonsspital...
Vielleicht haben Sie sich ja in der dazugehörenden geschichtsträchtigen Turnhalle aus dem Jahre 1900 umgezogen: sie steht heute unter Denkmalschutz.