Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/117483

<h2>SubmittedText<h2><p>Es soll eine gesetzliche Grundlage geschaffen werden, damit analog dem individuellen Sparen für die Altersvorsorge (BVG, Art. 82 Abs. 2), eine Säule für junge Menschen eingerichtet wird, die sogenannte "Junge Säule".</p><p>Folgende Eckwerte sind dabei zu berücksichtigen:</p><p>Die Beiträge an diese Säule sind bis zu einem Betrag von maximal 5000 Franken steuerfrei. Die "Junge Säule" steht Personen von 18 bis 35 Jahren offen. Ein Bezug der Gelder aus der "Jungen Säule" soll in folgenden Fällen möglich sein:</p><p>- ab dem 35. Lebensjahr;</p><p>- vor dem 35. Lebensjahr bei Gründung einer Familie.</p><p>Die Einrichtung der "Jungen Säule" muss in einer anerkannten Vorsorgeform stattfinden und kann gleich wie das Produkt 3b ausgestaltet werden inklusive einer Sperrfrist. Das Gesetz soll dafür zwei Möglichkeiten vorsehen:</p><p>- ein Vorsorgekonto bei einer Bankenstiftung;</p><p>- eine Vorsorgepolice bei einer Versicherung.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Jungen erwerbstätigen Menschen stehen die steuerprivilegierten Vorsorgemöglichkeiten in der gebundenen Vorsorge (Säule 3a) offen. Diese Mittel können nicht nur für die Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge genutzt werden, sondern sie können auch im Hinblick auf den Erwerb von selbstbewohntem Wohneigentum angespart werden, was zum Beispiel bei der Gründung oder Vergrösserung einer Familie genutzt werden kann. Sie können ausserdem auch für die Aufnahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit angespart werden, was auch für jüngere Personen interessant sein kann. So genutzte Vorsorgegelder werden als Kapital ausgezahlt und separat besteuert.</p><p>Die Förderung eines Sparprozesses im Hinblick auf die Elternzeit oder eine vorübergehende Reduktion der Erwerbstätigkeit während der Erziehungsperiode bildet Gegenstand der beiden Vorstösse Postulat Fetz 11.3492, "Freiwillige Elternzeit und Familienvorsorge" und Motion Hochreutener 11.3567, "Elternzeit und Familienvorsorge". Der Bundesrat verweist deshalb auf seine diesbezüglichen Antworten.</p><p>Die Einkommen von jungen Erwachsenen sind in der Regel vergleichsweise tief und erhöhen sich erst im Laufe der Erwerbskarriere. Dies führt zu einer Vermögensbildung, welche etwa mit 30 Jahren ein- und sich dann bis zum Rentenalter fortsetzt. Das Problem liegt somit nicht bei den fehlenden Sparanreizen für die Jüngeren, sondern beim tiefen Einkommen, welches kein Sparen erlaubt. Die vorgeschlagene Lösung würde daher wohl nur von wenigen jungen Leuten genutzt werden können, die in der privilegierten Lage sind, schon früh ein hohes Einkommen zu erzielen.</p><p>Der Bundesrat ist sich bewusst, dass junge Familien zu den am stärksten armutsgefährdeten Gruppen gehören. Finanzielle Entlastungen, allenfalls auch im Steuerbereich, sind daher wünschbar. Ob das vorgeschlagene Instrument eines steuerprivilegierten zusätzlichen Sparens ein geeignetes Instrument für junge Familien darstellen könnte, bildet Gegenstand der Prüfung gemäss dem Postulat Fetz 11.3492. Das Ergebnis dieser Prüfung ist abzuwarten.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.