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Eschenberg Wald
Der gepflegte Wald sorgt für Lebensqualität von Mensch und Tier. Holz dient als Baustoff und Energieträger. Er bietet Ruhe und Erholung bei ausgedehnten Spaziergängen und ist ein sportliches Betätigungsfeld zu Fuss, mit dem Fahrrad oder zu Pferd. Der Eschenberg ist das grösste geschlossene Waldgebiete der Stadt Winterthur mit vielfältigen Angeboten und einer langen Geschichte.
Mit der Erneuerung des Winterthurer Stadtrechtes im Jahre 1264 durch den Grafen Rudolf von Habsburg, Erbe des letzten Kyburger Grafen, bestätigte er den Winterthurer Bürgern auch das Nutzungsrecht am Eschenbergwald. Dieses bestand aus Holz- und Streuebezug und Waldweide, was für die Stadt mit 1500 Einwohnern damals überlebenswichtig war. 1433 bestätigte Kaiser Sigismund die Rechte nochmals, nicht aber den Besitz des Waldes.
Zielgerichtet erwarb die Stadt in und um den Eschenbergwald Liegenschaften wie etwa die Höfe Höngg (1520, gelegen im Westen des Eschenberges ungefähr bei der heutigen Eisenbahnbrücke), Brunnenwinkel (1526, nördlich an den Hof Höngg anstossend, Verkäuferin war das Kloster Töss), Linsital (1520, gegenüber der heutigen Kyburgerbrücke am Hangfuss gelegen), Häsital (1756, am südöstlichen Rand des Eschenberges bei Sennhof gelegen) und Eschenberghof. Letzterer war ursprünglich kyburgerischer Besitz. 1264 gingen die Höfe Eschenberg und Birch an das Chorherrenstift Heiligberg über. Zwei kleinere Höfe mit dem Silberhaus (heutiges Restaurant Eschenberg) verblieben bei den Habsburgern. Sie gelangten 1452 an Zürich. Die Höfe des Chorherrenstiftes kamen nach dessen Säkularisierung (wird verstanden als der konkrete Prozess der Ablösung der weltlichen Macht der Kirche, die Aufhebung von Klöstern und Hochstiften) 1525 ebenfalls in den Besitz von Zürich. 1598 konnte Winterthur eine erste Erwerbung Eschenberghöfe machen. Die Höfe Birch und Eschenberg samt dem Ernisgütli konnten gekauft werden. 1699 wurde das Erblehen Hinterhaus erworben. 1725 konnte das Erblehen Ernisgütli abgelöst und gleichzeitig das Silberhaus gekauft werden. Von diesem Jahr an, war somit der ganze Eschenberg im Besitze der Stadt.
Damit ist erwiesen, dass der Eschenbergwald teilweise erworben respektive auch still und leise ersessen wurde. Dies war einfach möglich, gab es damals doch weder Grundbücher noch Pläne.
Zwischen 1830 und 1850 wurden alle erwähnten Höfe aufgeforstet. Auch die offene Fläche des Eschenberghofes wurde durch Aufforstungen wesentlich verkleinert. 1725 wohnten in drei Behausungen über 90 Personen. Da sich die Stadt weigerte, Bauholz für neue Häuser zur Verfügung zu stellen, entschied Zürich, dass sie die Pächter auskaufen solle und diese den Eschenberg verlassen müssten. Das geschah noch im gleichen Jahr und die Höfe wurden an zwei neue Pächter verpachtet.
Ab der zweiten Hälfte des 19. Jhdt. erlebte Winterthur einen raschen Aufschwung. Die Stadtbevölkerung wuchs rasch an und damit nahm der Bedarf an Bauland zu. Nach langen Abklärungen beschlossen die zuständigen Stadtbehörden 1874 die Rodung von rund 46 Hektaren Wald im Gebiet Vogelsang zur Gewinnung von Bauland. Die Rodungsarbeiten erfolgten 1875, beschränkten sich aber auf eine Fläche von rund 20 Hektaren. Die Gebiete Ritzenmoos und Gullimoos blieben bis heute als Wald erhalten. Das damals gültige zürcherische Waldgesetz gestattete solche Rodungen, wenn dafür eine flächengleiche Ersatzaufforstung geleistet wurde. Ein eidgenössisches Forstgesetz gab es erst ab 1876. Aber obwohl die Stadt zwischen 1838 und 1850 rund 140 Hektaren um und im Eschenbergwald aufgeforstet hatte, wollte sie für die abgehende Fläche Ersatz schaffen. Daher begann sie ab 1873 im Kümberg ob Turbenthal kleine Bauernhöfe aufzukaufen und forstete den grössten Teil des erworbenen Kulturlandes auf. So kam die Stadt zu ihrem vierten Stadtwaldrevier Kümberg, das bis heute in ihrem Besitze ist.
Holzschlag live
„12 Forstwarte und Maschinisten des Forstbetriebs schlagen jährlich 19'000 m3 Holz in den Winterthurer Wäldern — so viel, wie in einem ganzen Jahr nachwächst. Nadelbauholz ist dabei gefragt, oder dunkle Hölzer wie die Eiche. Die in unseren Wäldern wichtigste Holzart, die Buche, befindet sich momentan in der Krise, Preis und Absatz sind im Keller.
Welche Bäume gefällt werden sollen, wird im Vorjahr in den letzten Wintermonaten bestimmt, wenn die Wälder noch ohne Blätter sind. Eckdaten für den Holzschlag bilden die 10-Jahresplanung in den Betriebsplänen und die voraussichtliche Holzmarktlage. Dies braucht Erfahrung, gutes Augenmass, aber auch eine Vorstellung wie ein Wald zum Beispiel in 30 oder 40 Jahren aussehen soll, dass er gleichzeitig ökologischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Ansprüchen gerecht wird.“
Das ist der einleitende Text für eine Exkursion der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft Winterthur im November 2014 unter dem Titel „Holzschlag live.“ Die Bilder dazu in der Bildergalerie.