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(VadretDa) (Kt. Graubünden,
Bez. Maloja).
3400-2478 m.
Gletscher in der Berninagruppe, reicht zwischen dem
Piz Misaum undPiz Tschierva
in wnw. Richtung gegen das Rosegthal hinunter. Sein Abfluss vereinigt sich auf der Pontresiner Alp Misaum mit dem Rosegbach.
Auf dieser Alp wurde zu Beginn der 60er Jahre des 19. Jahrhunderts auf Veranlassung der Gemeinnützigen Gesellschaft des
Ober Engadin ein interessanter Versuch von Rentierzucht gemacht, der aber wegen ungeeigneter Ernährung
der Tiere bald wieder aufgegeben werden musste. Der Misaumgletscher ist etwa 2,5 km lang und im Maximum gegen 700 m breit.
Er bricht mit seiner Front in einem engen Felsenthälchen steil und zerklüftet ab.
(Kt. Wallis,
Bez. Visp).
Berggruppe der Walliseralpen und Teil des mächtigen Saasgrates, der vom
N.-Fuss des
Monte Rosastockes nordwärts bis oberhalb
Stalden imVisperthal zieht und das
Saasthal vom Nikolai- und Zermattthal
trennt. Sie nehmen in diesem Gebirgszweig die Strecke zwischen dem
Alphubel und
Balfrin ein und bilden eine ganze Reihe von
riesigen Felsenzinken, von denen zahlreiche
Gletscher zu Thal fliessen und viele Seitenäste auszweigen,
die selbst wieder bedeutende Hochgipfel tragen. In ihrer Gesamtheit repräsentieren sie recht gut das
Bild einer vielzinkigen
Gabel, woher auch ihr
Walliser Name Mischabel zu rühren scheint. Nach der Deutung, die
Gottlieb Studer einst von dem ortskundigen
Pfarrer Joh.
Jos.
Imseng in
Saas gegeben worden ist, wäre der Name Mischabel identisch mit dem Wort Mistgabel;
ebenso sind dem Alpenpionier
Hirzel-Escher aus Zürich
diese Gipfel schon 1822 von einem Saaserführer als Mistgabelhörner bezeichnet
worden. In der Tat nennt der
Walliser die mehrzinkige Mistgabel «Mischabla» und
der Bewohner von
Alagna den Dreizack «Missobla». Mischabelhörner heisst daher soviel als
«Vielgezackte Gruppe von
Hörnern». Man wird nun einmal endgiltig darauf verzichten müssen, in dieser
Bezeichnung ein arabisches Wort als Erinnerung an den Sarazeneneinfall ins Wallis
sehen zu wollen. Die Bezeichnung Mischabelhörner
erscheint zum erstenmal 1835 auf dem Blatt Biella des Wörl'schen
Atlas, während der ursprünglich nicht blos auf die höchste Spitze
beschränkte Name
Dom von dem
Sittener Domherrn Berchtold aufgebracht worden ist, als er 1833 diese Höhen
von den Hängen des
Torrenthornes her trigonometrisch aufnahm.
Ausgangspunkte für den Besuch der Gruppe sind Saas Fee mit der darüber stehenden Mischabelhütte, Randa mit der Domhütte des
S. A. C., Täsch mit dem Gasthof auf der Täschalp und endlich auch St. Niklaus. Der höchste Gipfel dieser
Gruppe, der Dom, ist zum erstenmal 1858 von Rev. J. Llewellyn Davies mit dem Führer Johannes zum Taugwald und dem Träger
Joh. Kronig bezwungen worden, nachdem mehrere frühere Versuche gescheitert waren. (Geschichte der touristischen Erforschung
und Uebersicht über das ganze Gebiet im 2. Band [1898] des von A. Wäber und H. Dübi in zweiter Auflage
herausgegebenen Werkes UeberEisundSchnee von Gottlieb Studer). In geologischer Beziehung gliedert sich die Gruppe der Mischabelhörner
dem Gneismassiv des Monte Rosa an. Sie besteht ebenfalls aus schiefrigem Gneis u. Glimmerschiefer, in die
die Kalke (mit Gabbro) und Serpentine der s. anschliessenden Gruppe (Allalin, Rimpfischhorn, Strahlhorn etc.) keilförmig eingreifen.