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Das Metronom ist ursprünglich ein Gerät, das wie eine Uhr tickt, nur viel lauter und in einem einstellbaren Tempo. Heute gibt es Metronome in elektronischer Form, viel kleiner und auch digital als Mobil-App, Software oder im Browser. Egal in welcher Form, das Metronom wird als Taktgeber benutzt – ob für Klavier oder für jedes andere Instrument.
Im Folgenden beantworte ich die häufigsten Fragen rund um das Metronom und hoffe dabei, dich zu motivieren, dich mit deinem Metronom anzufreunden.
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Metronom: die häufigsten und wichtigsten 10 Fragen
1. Wofür brauche ich ein Metronom?
Ein Metronom brauchst du entweder zum üben oder um verschiedene Musikspuren zu synchronisieren. Letzteres wird entweder von bestimmten Bands auf der Bühne eingesetzt, wenn es sonst nicht möglich ist, die verschiedenen Instrumente miteinander zu synchronisieren oder im Studio, wenn eine Spur in einem exakten Tempo aufgenommen werden muss.
2. Was nützt Klavier-Üben mit Taktgeber?
Ein Metronom hat genau eine Qualität inne: Gleichmässigkeit. Und die meiste Musik wäre ohne Gleichmässigkeit nicht mehr als eine willkürlich klingende Aneinanderreihung von Noten. Du kannst also die gnadenlose Präzision eines Taktgebers nutzen, um dein inneres Metronom zu schulen, und so gleichmässiger und rhythmischer spielen zu können.
3. Wie trainiert das Metronom meine Gleichmässigkeit?
Dies geschieht auf zwei Arten: Einerseits gibt dir das Metronom ein gleichmässiges Raster in konstanter Geschwindigkeit vor, an dem du dich orientieren kannst. Andererseits deckt das Metronom rhythmische Knoten auf, von denen du gar nicht gewusst hast, dass du sie hast.
4. Geht es einfach nur darum, den Abstand zwischen den Schlägen regelmässig zu halten?
Nein!!! Der leider weiter verbreitete Mythos ist, dass es beim Üben mit Metronom darum geht, die Vierteln (und damit alle anderen Noten) möglichst gleichmässig zu spielen. In dieser Annahme musst du den gleichmässigen Rhythmus bereits beherrschen und das Metronom ist nur noch da, um die Gleichmässigkeit zu polieren. Aber das ist nur ein sehr kleiner Teil dessen, womit dir das Metronom hilft.
Das Gold im Üben mit Metronom liegt darin, dass du die wirklichen rhythmischen Zusammenhänge erst mit einem regelmässigen Taktgeber verstehen und verinnerlichen kannst.
5. Wie bereite ich mich aufs Üben mit Metronom vor?
Bevor du das Metronom einstellst und versuchst, dein Stück damit zu spielen, muss dir klar werden, wo die Schläge sind. Die Schläge sind wie rhythmische Eckpfeiler, die das Raster deiner Musik vorgeben. Wenn du z.B. eine C-Dur-Tonleiter in Vierteln spielst, wird dein Metronom auf jede Note einen Schlag machen.
Wenn du hingegen dieselbe Tonleiter in Achteln spielst, kommt nur jede zweite Note mit einem Schlag zusammen.
6. Wie stelle ich das Metronom richtig ein?
Du fängst immer bei einem Tempo an, welches für dich zu einfach ist. Das kann so langsam sein wie 50 BPM oder langsamer. Das wichtigste ist, dass du genug Zeit hast, um mit den Noten mitzukommen. Wichtig: Wenn du nicht mitkommst, stelle das Metronom langsamer ein! Das Tempo darfst du erst erhöhen, wenn du dein Stück dreimal hintereinander fehlerfrei spielen kannst und es dir anfängt, langweilig zu werden.
7. Klickt mein Taktgeber Viertelnoten oder Achtelnoten?
Grundsätzlich schlägt das Metronom im 2/4, 3/4, 4/4 Takt immer Vierteln und im 6/8, 9/8, 12/8 Takt immer punktierte Vierteln.
Aber: Wenn du eine Passage übst, die schwierig ist und du noch viel überlegen musst, kann es sein, dass du das Tempo auf 40 BPM oder tiefer einstellen musst. Solch ein langsames Ticken gibt dir aber praktisch keine Orientierung mehr, denn der zeitliche Abstand zwischen den einzelnen Schlägen ist viel zu lang. Das ist aber kein Problem. Der Trick ist, das Tempo zu verdoppeln und dich innerlich darauf einzustellen, dass dein Metronom jetzt nicht mehr Vierteln, sondern Achteln schlägt.
Metronom spielt Viertelnoten:
Aber aufpassen: Das funktioniert nur in einem x/4 Takt. In einem 6/8, 9/8 oder 12/8 Takt, solltest du das Tempo nicht verdoppeln, sondern verdreifachen, damit das Metronom Achteln anstatt punktierte Vierteln schlagen kann.
8. Worauf muss ich beim Üben mit einem Taktgeber am Klavier achten?
Damit du vom Üben mit Metronom richtig profitieren kannst, musst du auf die Stellen achten, die nicht auf Anhieb funktionieren. Wenn du eine Passage normalerweise spielen kannst, es aber mit dem Metronom nicht mehr funktioniert, woran liegt das? Es könnte z.B. sein, dass dir der Rhythmus der Passage eigentlich nicht wirklich klar ist. Es könnte sein, dass du dir noch nie überlegt hast, welche Note auf den Schlag kommt und welche nicht. Oder vielleicht ist dir die Unterteilung des Schlags nicht eindeutig klar, z.B. bei einem Stück mit 16el-Noten. Versuch es dann mit einem Metronom eingestellt auf Achteln oder sogar auf 16el (d.h. auf doppelter oder vierfacher Geschwindigkeit).
Im folgenden Beispiel hörst du die Melodie vom Kanon in D mit verschiedenen Metronom-Einstellungen. Es fängt an mit Metronom auf 16el eingestellt (Tempo 160 BPM), dann auf Achtel (Tempo halbiert auf 80 BPM), dann auf Viertel (Tempo nochmal halbiert auf 40 BPM).
9. Ich habe ein Smartphone, brauche ich ein Metronom?
Es gibt unzählige Metronom-Apps und sie sind technisch gesehen nicht schlechter als ein Metronom zum Anfassen. Ich empfehle jedoch alle Internet-fähigen Geräte, egal ob mit oder ohne Taktgeber-App weit weg vom Klavier zu haben, denn sie lenken ab. Wenn du Klavier spielst, dann solltest du Klavier spielen und nicht dauernd von digitalen Benachrichtigungen abgelenkt werden. Ein Metronom ist sehr günstig und eine Investition fürs Leben, du wirst die Anschaffung nicht bereuen.
10. Welches Metronom soll ich kaufen?
Wenn du dich für einen Taktgeber entschieden hast, den du aufs Klavier stellen und von Hand bedienen kannst, empfehle ich dir meinen Metronom-Ratgeber zu konsultieren. Dort findest du alle wichtigen Kriterien für den Kauf eines Metronoms und auch einen aktuellen Preisvergleich.
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