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Als Antibabypille werden normalerweise oral einzunehmende Verhütungsmittel mit der Kombination von Östrogen und Gestagen bezeichnet. Ihr Wirkungsmechanismus besteht überwiegend in der Verhinderung der Ovulation. Bei fehlerfreier Anwendung der Pille von einem sehr hohen Grad an Verhütungssicherheit geprägt. Da jedoch die Sicherheit durch unregelmäßige Einnahme, bestimmte Medikamente, sowie Erbrechen und Durchfall erheblich beeinträchtigt werden, ergibt sich ein geringerer Sicherheitsgrad in den Alltagen (Pearl-Index bei normaler Anwendung: 8,0). Insbesondere bei Raucherinnen über 35 Jahren besteht ein erhöhtes Thrombose-, Herzinfarkt- und Hirnblutungsrisiko. Darüber hinaus ist von einem erhöhten Risiko einzelner Krebsarten, Gelbsucht und Hypertonie auszugehen. Insbesondere in den ersten Monaten der Anwendung können Begleiterscheinungen wie Zwischenblutung, Brustspannungen, Kopfschmerzen oder Übelkeit anfallen. Bei längerer Anwendung sind oft verminderte Intensität der Blutung und/oder des PMS bemerkbar, Änderung der Libido, des Gewichtes oder der Laune sind jedoch ebenfalls möglich. Die Antibabypille ist insbesondere bei jungen und gesunden Frauen geeignet, die für die Beachtung der regelmäßigen täglichen Einnahme diszipliniert genug sind. Als Minipille werden üblicherweise oral einzunehmende Verhütungsmittel bezeichnet, die nur das Hormon Gestagen in geringen Mengen im Vergleich zu anderen Mitteln enthalten. Sie üben ihre Wirkung mit der Verdickung des Zervixschleims verbunden mit der erschwerten Eindringung der Spermien in die Gebärmutter, sowie mit der Hemmung der Einnistung aus. Die Anwendung der Minipille erfordert eine noch strengere Disziplin seitens der Anwenderin, da sie innerhalb von maximal drei Stunden vor oder nach der vorgegebenen Einnahmezeit einzunehmen ist, um ungefähr den gleichen Sicherheitsgrad wie die Antibabypille zu erzielen. Viele der für die Antibabypille typischen Begleiterscheinungen entfallen bei der Minipille, bei ca. einem Drittel der Anwenderinnen kommt jedoch Zwischenblutung vor.
Frauen, die sich eine hormonelle Verhütung wünschen, aber sich nicht jeden Tag mit der Einnahme der Antibabypille beschäftigen wollen, steht eine Reihe weiterer hormoneller Methoden zur Verfügung. Es trifft jedoch auch für diese Methoden zu, dass insbesondere bei Raucherinnen über 35 Jahren ein erhöhtes Thrombose-, Herzinfarkt- und Hirnblutungsrisiko besteht und darüber hinaus das Risiko einiger Krebsarten und des Bluthochdrucks zunimmt. Als Begleiterscheinungen sind unregelmäßige Blutung oder stärkere und länger andauernde Regelblutung insbesondere in den ersten Monaten möglich. Bei längerer Anwendung ist jedoch die Blutung oft schwächer und weniger schmerzvoll beziehungsweise kann bei einigen Methoden komplett entfallen. Darüber hinaus sind andere hormonelle Begleiterscheinungen wie zum Beispiel Änderung der Lust auf Sex, des Gewichtes oder der Laune möglich. Beim Vaginalring und beim Hormonpflaster findet ähnlich wie in der Antibabypille die Kombination von Östrogen und Gestagen Anwendung, sie verhindern die Ovulation. Beide sind von einem hohen Sicherheitsgrad geprägt (Pearl-Index bei typischer Anwendung: 8,0). Der Vaginalring wird für 3 Wochen in die Scheide eingeführt und anschließend für eine Woche entfernt, was zur Abbruchblutung führt. Das Hormonpflaster wird dreimal für jeweils eine Woche beispielsweise am Arm angebracht, gefolgt von einer Woche ohne Pflaster, in diesem Zeitraum erscheint die Abbruchblutung. Bei der Anwendung des Hormonpflasters sind Hautirritationen an der Klebestelle möglich, während der Vaginalring zu Scheidenirritation, Scheidenfluss und Infektionen führen kann. Das Hormonimplantat und die sogenannte Dreimonatsspritze enthalten nur Gestagen, dessen gleichmäßige und systematische Freisetzung die Ovulation, die Befruchtung und die Einnistung verhindert. Beide sind von einem sehr hohen Sicherheitsgrad geprägt (Pearl-Index bei typischer Anwendung: 0,5 beziehungsweise 0,3). Das Hormonimplantat ist ein kleines zylindrisches Gerät, das von einem Arzt für einen Zeitraum von drei Jahren im Arm angebracht wird. Die Dreimonatsspritze wird von einem Arzt in der Form einer Spritze verabreicht.
Die Hormonspirale besteht aus einem „T“-förmigen Kunststoffkörper und einem daran befestigten Hormonreservoir, das Gestagen in kleinen Mengen ins Gebärmutterinnere abgibt. Sie ist von einem sehr hohen Sicherheitsgrad gekennzeichnet (Pearl-Index bei typischer Anwendung: 0,2 bis 0,8). Die Hormonspirale wird von einem Arzt eingesetzt. Die Hormonspirale ist nur in einer Größe verfügbar und kann 5 Jahre lang am Ort der Anwendung verbleiben. Im Gegensatz zu den meisten hormonellen Methoden beruht die Wirkung der Hormonspirale auf dem lokalen Effekt des Gestagens. Dadurch wird der Schleim im Gebärmutterhals dickflüssig, was das Eindringen von Spermien ins Gebärmutterinnere erschwert, ihre Beweglichkeit und Befruchtungsfähigkeit hemmt. Darüber hinaus löst die Hormonspirale aufgrund der sogenannten Fremdkörperreaktion Änderungen in der Gebärmutterschleimhaut aus und beeinflusst die Regelblutung. Als Begleiterscheinung sind insbesondere in den ersten Monaten unregelmäßige Blutung und starke Schmerzen bei der Blutung möglich. Bei langfristiger Anwendung können hormonelle Begleiterscheinungen oder Eierstockzysten entstehen. Die Blutung ist oft schwächer oder weniger schmerzvoll und kann sogar komplett entfallen. Die Hormonspirale ist insbesondere bei Frauen anzuwenden, die eine hormonelle Verhütung wollen, bereits entbunden haben, ihr Körper Östrogen schlecht verträgt und/oder eine starke Monatsblutung haben.