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Es bewegt die Gemüter seit mehr als einem Jahrhundert: das Turiner Grabtuch. Es soll aus dem Stoff bestehen, in dem der Leichnam von Jesus Christus vor der Auferstehung gehüllt war. Eine ganze Wissenschaft, die so genannte Sindonologie, versucht, dem Geheimnis des Tuchs auf die Spur zu kommen.
Als der Stoff 1898 zum ersten Mal fotografiert wurde, machte man eine erstaunliche Entdeckung: Auf dem Negativ des Fotos war ein Gesicht zu erkennen – eine wundersame Eigenschaft? Zudem glauben viele an die Echtheit des Tuches, weil rote Blutflecken und Wunden darauf zu erahnen sind: Sie würden mit biblischen Schilderungen übereinstimmen, behaupten die Gläubigen. Und: Ein Wissenschaftler fand Pollen auf dem Stoff, die beweisen sollen, dass das Tuch aus dem Nahen Osten stammt.
Doch gegen die Authentizität des Turiner Grabtuches spricht, dass es zum ersten Mal 1357 in Frankreich auftauchte. Von seiner Existenz vor dieser Zeit ist nichts bekannt. 1988 schliesslich schien die Radiokarbon-Datierung einer Stoffprobe den Mythos zu versenken: Das Tuch stammt demnach aus der Zeit zwischen 1260 und 1390 – also lange nach der Auferstehung Jesu Christi.