Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03224.jsonl.gz/166

Als Teenager wurde Talkmasterin Ellen DeGeneres, 61, von ihrem Stiefvater sexuell missbraucht. Am kommenden Freitag erscheint die neue Netflix Episode von David Lettermans, 71, Talkshow «My next guest needs no introduction». Im Interview erzählt DeGeneres, dass ihr Stiefvater die Krebs-Krankheit ihrer Mutter ausnutzte, um DeGeneres zu missbrauchen.
Mutter Betty erhielt damals die Diagnose Brustkrebs. Tochter Ellen war ihrem Stiefvater ausgeliefert: «Als meine Mutter nicht zu Hause war, sagte er mir, dass er bei meiner Mutter einen Knoten in ihrer Brust spürte, und dass er darum auch meine Brüste untersuchen wolle», erinnert sich DeGeneres. «Er überredete mich, dass er meine Brüste abtasten müsse und dann tat er es wieder und wieder».
«Ich bin wütend auf mich selber»
Es ist nicht das erste Mal, dass Ellen DeGeneres über den Missbrauch spricht. Schon 2005 machte die Moderatorin ihre schlimmen Erlebnisse öffentlich. Gegenüber Letterman erwähnt DeGeneres nun, dass es ihr wichtig ist, darüber zu sprechen, um anderen Frauen und Mädchen Mut zu machen.
Ihrer Mutter erzählte die Teenagerin damals nicht sofort vom Missbrauch, um sie zu beschützen. «Ich hätte nicht meine Mutter, sondern mich selber beschützen sollen», weiss DeGeneres heute. Erst ein paar Jahre später öffnete sie sich gegenüber ihrer Mutter: «Und dann glaubte sie mir nicht und blieb noch 18 weitere Jahre bei ihm. Sie verliess ihn am Ende, weil er die Geschichte so oft veränderte, dass sie ihm nicht mehr glaubte.»
Heute weiss die Talkmasterin wie wichtig es ist, über solche Erlebnisse zu sprechen. «Ich bin wütend auf mich selber, weil ich damals, als ich 15 oder 16 war, zu schwach war, um mich zu wehren.»
In David Lettermans Talkshow spricht sie aber nicht nur über ihre schwere Teenager-Zeit, sondern auch über viele lustige Episoden aus ihrem Leben (siehe Trailer oben).
Trotzdem ist es der Moderatorin extrem wichtig, auch über das Schlimme zu reden: «Es ist eine wirklich schreckliche Geschichte und der einzige Grund, warum ich sie so detailliert erzählte ist, weil ich nicht will, dass andere Mädchen so etwas mit sich machen lassen.» De Generes nervt sich in Lettermans Show auch darüber, dass man Opfern von sexueller Gewalt nicht glaubt. «Wir erfinden doch nicht einfach etwas!»
Die fröhliche Talkmasterin zeigt sich verletzlich
Normalerweise kennt man Ellen DeGeneres so: laut lachend, gut drauf, immer einen Spruch auf Lager und für einen Spass zu haben. Auf dem weissen Sofa ihrer Sendung «The Ellen Show» sass schon jeder Promi, der Rang und Namen hat.
Jetzt hat sie die Rollen für einmal getauscht. Statt als Talkmasterin durch die Sendung zu führen, nimmt sie als Gast auf dem Sofa von David Letterman Platz. Und sie zeigt sich von einer ungewohnt verletzlichen Seite. Die Episode ist ab kommendem Freitag auf Netflix zu sehen.