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Merlot ist eine rote Rebsorte und mit Cabernet Sauvignon die Kultrebe des Bordelais. Sie wird mittlerweile weltweit angebaut.
Mit Cabernet Sauvignon ist Merlot die Kultrebe des Bordelais – aber auch der Schweiz, wo die Tessiner Weine dank Merlot eine neue Identität erhalten haben (ab 1906). Merlot kommt von «merle», Amsel, weil bereits dieser Vogel die Beeren schätzte. Merlot ist aus der spontanen Verbindung von Cabernet Franc und einer Sorte namens Magdeleine Noire des Charentes erwachsen. Vom Cabernet hat Merlot die hohe Qualität der Phenole geerbt (Tannine, Farbstoffe) und von Magdeleine frühe Reife und Fruchtbarkeit. Merlot wurde erstmals um 1783 in Libourne (Gironde) erwähnt. Im Bordelais bedeutet Merlot das Fleisch auf den Knochen des Cabernet Sauvignon.
Die Rebsorte wird mittlerweile weltweit angebaut und erfuhr eine grössere Verbreitung als Cabernet Sauvignon, weil Merlot einfacher zu bewirtschaften ist. Im Tessin wurde Merlot nach einer Reihe von Versuchen Anfang des 20. Jahrhunderts als Sorte ausgewählt, um die Verheerung durch die Reblausepidemie zu reparieren, und ist dort heute dominant. Spitzenmerlots aus dem Tessin können international mithalten.
Merlot Blanc, eine spontane Kreuzung von Merlot und Folle Blanche (1891), ist heute am Aussterben. Bianco di Merlot aus dem Tessin ist eine Weisspressung der roten Merlottrauben.