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Die Justizbehörden im Kanton Bern können nicht gesetzlich dazu verpflichtet werden, die Nationalität von Straftäterinnen und Straftätern in jedem Fall zu nennen.
Im September 2016 hatte der Grosse Rat des Kantons Bern eine Motion überwiesen. Diese verlangt, dass die Justiz bei Medienorientierungen über Straftaten in jedem Fall auch die Nationalität der Tatverdächtigen nennen muss. Der Regierungsrat hat diese Forderung durch Abklärungen der Polizei- und Militärdirektion sowie ein externes Gutachten überprüfen lassen.
Das Gutachten kommt zum Schluss: Der Grosse Rat sei nicht befugt, die Informationspraxis der Staatsanwaltschaft gesetzlich zu regeln. Dies teilt die Berner Polizei- und Militärdirektion mit. Zudem stehe die Forderung in Konflikt mit Bundes- und kantonalem Recht. Deshalb könne die Motion aus rechtlichen Gründen nicht umgesetzt werden.
Der Regierungsrat beantragt dem Grossen Rat deshalb, die Motion im Rahmen der jährlichen Berichterstattung zur Umsetzung der parlamentarischen Vorstösse abzuschreiben. Der Bericht zur «Nennung von Nationalitäten von Straftäterinnen und Straftäten im Kanton Bern» wird der Sicherheitskommission unterbreitet. Er soll in der Frühjahrssession 2019 dem Parlament zur Kenntnisnahme vorgelegt werden.