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Vorwort
Das Jahrbuch kann diesmal, soviel ich sehe, ungewöhnftcher
Das Exkursionsgebiet ist nicht reich vertreten und das Gebiet „ Ober-Engadin " fast gar nicht gehandelt. Ich bin daher gerne bereit, Artikel aus diesem Teil der Alpen auch im Band XXXIII zu bringen, und mache speciell auf das Bergeil und die Südabhäflige der Bernina aufmerksam.
Die „ freien Fahrten " schweifen teilweise stärk über die Grenzen des Vaterlandes hinaus, ich denke aber, die betreffenden Fahrten rechtfertigen diese Freiheit, und ich habe dergleichen noch mehr im Sinn.
In den „ Abhandlungen " habe ich das Alte mit dem Neuen zu vereinigen und ebenso geschichtliche und naturwissenschaftliche Studien ungefähr gleich zu berücksichtigen gesucht. Leider ist ein iaum gewonnener trefflicher Mitarbeiter, Herr Prof. Du Pasquier, uns durch ällzufrühen Tod entrissen worden.
Die ^Kleineren Mitteilungen " sind in Umfang und Art gleich " geblieben; ich würde es nicht übelnehmen, wenn ich nicht genötigt wäre, mein „ Redaktion " in denselben so oft zu unterschreiben.
Die „ Chronik " ist ziemlich vollständig.
Was die Illustrationen betrifft, so habe ich die Warnungen mancher Recensenten von Band XXXI in den Wind geschlagen und bringe wieder zwei „ bunte Bilder ". Hoffentlich wird man mir beim Anblick derselben meinen Eigensinn verzeihen.
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Vili Die Schlußtermine für Einsendung von MaiiUökrip*en für Jafcr-buch XXXIII sind wie folgt:
Exknrsionsgebiet: 1. Januar 1898; freie Fahrten und Abhandlungen: 1. Februar 1898*; Kleinere Mitteilungen: 1. März 1898; Chronik des S. A. O.: 1. April 1898.
î>ier Berichte 4er Sektionen sind nicht mir direkt einzusenden, sondern vor der genannten Frist dem Herrn Generalsekretär, dem ihre Sammlung obliegt..
Die artistischen Beiträge sollen spätestens mit den Artikeln, welche sie illustrieren sollen, mir zugeschickt werden. Größere Illustrationen, die mehr Zeit und Mittel verlangen, müssen mir schon im Januar eingegeben oder wenigstens angemeldet werden behufe ^Feststellung des Budgets, Überhaupt ist mir recht frühes Angebot atier Materialien erwünscht, weil es mir die Möglichkeit giebt, die Aufgabe zu übersehen und einzuteilen.
Bern, im Mai 1897.
Dr. H.
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Olubgebiet.
Jahrbuch des Schweizer Alpenclub. 32. Jahrg.
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Neues vom Tinzenhorn und Piz Mescti.
Von D. Stokar ( Sektion Randen ).
Die Regentage haben im nassen Sommer 1896 wohl so ziemlich Erlebnissen eines jeden Bergsteigers den Hauptcharakter aufgedrückt. Auch mit ist es nicht besser ergangen. Volle 23 Tage war ich auf der Reise; davon waren sechs sozusagen tadellos schön und drei ordentlich; der Rest ist nicht Schweigen, wohl aber Regen. Daß es unter diesen Umständen um die bergsteigerischen Leistungen nicht glänzend bestellt sein konnte, liegt auf der .Hand. Auf fünf bis sechs neue Touren rechnete ich sicher und mußte schließlich zufrieden sein, wenigstens zwei meiner Hauptprojekte mit vollem Erfolg durchführen zu können; ist es andern doch noch schlimmer ergangen* Dienstag den 14. Juli reiste ich ab in Begleitung des Herrn Karl Linnebach aus Schaffhausen, mit dem ich schon das Jahr zuvor Hoch-Ducan, Piz Kesch und Tinzenhorn bestiegen habe und der sich an letzterem Berg trotz seinem jugendlichen Alter von damals nur 16 Jahren so tüchtig bewährt hatte, daß mein Leibführer Mettier kein Bedenken trug, ihn auch zu unsern diesjährigen neuen Unternehmungen zuzulassen.
Die erste Nacht brachten wir in Andeer zu und zogen am zweiten Tag durch das prachtvoll romantische Schluchtenthal Ferrera ins Avers, das ja nun durch das neue Poststräßchen bequem zugänglich gemacht ist. Durch eintretendes Regenwetter wurden wir in Cresta einen Tag und zwei Nächte lang festgehalten, was in der gemütlichen und recht gut gehaltenen Wirtschaft und Pension Heinz in Gesellschaft von Leidensgefährten ganz wohl auszuhalten war.
Freitag den 17. Juli bestiegen wir den Piz Piatta, auf dem wir freilich statt einer schönen Aussicht dichten Nebel und ein gang artiges Schneegestöber antrafen. Den Abstieg nahmen wir über den großen Gletscher nach der Val Faller und ins Oberhalbstein. Der Piz Piatta wird so häufig bestiegen, daß er nicht mehr ins Jahrbuch gehört. Zu Händen etwaiger führerloser Besteiger seien hier nur zwei kurze Berner- klingen gemacht. Der Aufstieg vom Gletscher zum Gipfel gestaltet sieb am leichtesten und bequemsten, wenn man den Gletscher bis zu seinem obersten Ende verfolgt, wo er in weitem Bogen um den Gipfel herum nach iförden umbiegt; dort soll es kurz und leicht über Schutt und Felsen hinauf gehen. Wir ließen uns durch eine Bemerkung des Itinerars ( pag. 173 ) Über eine von Herrn Pfarrer Caveng ausgeführte Besteigung irrtümlicherweise verführen, die Felsen viel weiter unten anzupacken, also in direkt südlicher oder etwas südöstlicher Richtung vom Gletscher Ätfia Gipfel aufzusteigen. Es ging auch da ohne tibergroße Schwierigkeit, aber jeden-faljs länger, mühsamer und nicht so leicht, wie weiter oben von Westen. Von Cresta aus ist der Aufstieg bis auf den Gletscher an Hand der Karte und des Itinerars kaum zu verfehlen. Von den Wiesenhängen vöfr Piatta unterhalb des Plattagletschers führt sodann ein ganz ordentlicher Fußweg in die Val Bercia hinunter, wie die Exkursionskarte Ober-Engadin richtig angièbt. Nach der Karte würde dieser Weg auf der* linken Seite des Gletscherbaches anfangen und bald auf die rechte tibör-setzen. In Wirklichkeit beginnt er auf der rechten Seite, und zwar em gutes Stück weiter x)ben, als die Karte angiebt.
In Tinzen trafen wir mit Mettier zusammen, den wir hierher bestellt; hatten, um von hieraus unter seiner Führung zunächst den Piz Forbisci* von Westen, von der Val Curtius aus, und dann den Piz d' Err über cfoö Errgletscher zu besteigen, beides bis dahin noch nicht ausgeführte Touren* Nach einer vorübergehenden Aufheiterung wurde das Wetter aber wieder so unsicher, daß wir froh sein mußten, ohne Regen über den Aelapaß nach unser m Standquartier Bergtin herüber zu kommen, wo wir am 1.8. Juli eintrafen und wie gewohnt im Hotel zum weißen Kreuz freundlichen Empfang, treffliche Bewirtung und angenehme Gesellschaft fanden.
Montag den 20. Juli war das Wetter wieder prachtvoll, und jetzt sollte es dem Tinzenhorn zu gehen. Schon im Herbst 1895 hatte mir Mettier geschrieben, er habe einen neuen Weg auf diesen Berg über die Ostwand ausgeKundschaftet. Obschon ich annehmen mußte, das Problem werde bereits gelöst sein, wenn ich wieder nach Bergün komme, so-interessierte mich die Sache doch natürlich sehr, und ich korrespondierte darüber wiederholt mit Mettier, der ganz besondern Wert auf diesea Weg legte, da er hoffte, derselbe werde vielleicht in Zukunft der allgemein übliche werden. Der bisher regelmäßig eingeschlagene über de » Nordostgrat war ihm nämlich schon lange unheimlich geworden, da er dem Stein nicht mehr recht traut, über den man sich an der bekannte » überhängenden Stelle hinaufschwingt und ohne den diese Stelle überhaupt nicht passierbar wäre. Er hatte beobachtet, daß dieser Stein sich von Jahr zu Jahr weiter von der Wand ablöse. Anfänglich habe man zwischen ihn und die Wand kaum den Finger hineingebracht, und jetzt habe schon-die ganze Faust bequem Platz. Schließlich, so befürchtet Mettier, könnte