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Journalistikprofessor Jeff Jarvis ist nicht in allen Verlagen beliebt. Vielleicht, weil er einfache, aber unbequeme Wahrheiten ausspricht, die man lieber nicht hören möchte?
In einem seiner neueren Blogeinträge hat er 36 Lektionen für die Printverlage zusammengetragen, aufgeteilt in Regeln für Geschäftsmodelle, einem Realitätscheck für Zeitungen, Digitalen Regeln und Chancen. Gut möglich, dass sie entstanden sind aus einem gewissen Frust über dauerjammernde Exponenten in der Branche.
Er macht darin auf eigentlich recht banale wirtschaftliche Zusammenhänge aufmerksam. Dass weder Tradition, noch Betteln, noch eine vorbildliche Haltung als Geschäftsmodell durchgehen. Dass eine Liasion mit dem Staat auch der Verlust eines guten Stücks an Unabhängigkeit bedeutet. Dass Gewinn wichtiger ist als Umsatz. Und dass sich niemand dafür interessiert, wie viel Geld es doch kostet, ein Medienprodukt zu erstellen.
Konstruktive Anstösse sind dann im Bereich „Chancen“ zu finden:
Wenn Druckereien, Vertrieb und Verkauf von Zeitungen nicht an und für sich Profit machen, sollten sie als Ballast abgeworfen werden und ihre Aufgaben ausgelagert werden. Wenn andere Aufgaben —auch journalistische Aufgaben— konsolidiert werden können, sollten sie zusammen gelegt werden.
Und auch:
Journalisten sollten nur das tun, was den meisten Wert bringt. Das bedeutet der Öffentlichkeit nicht das zu erzählen, was bereits bekannt ist. Es geht nicht darum, das Ego zu zelebrieren. Es geht nicht um Produktion. Es geht ums Berichten, Überprüfen, Kuratieren, Erklären, Organisieren und Lehren. Machen Sie, was Sie am Besten können und verlinken Sie den Rest.