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Geschichte
Wie ist die Lebensversicherung entstanden?
Die Geschichte der Lebensversicherung hat ihren Ursprung im antiken Rom, wo «Beerdigungsvereine» die Bestattungskosten ihrer Mitglieder übernahmen sowie die überlebenden Verwandten finanziell unterstützten. Vorläufer der modernen Lebensversicherungen waren die Tontinen im 17. Jahrhundert in Frankreich; als Erfinder der Lebensversicherungsmathematik gilt Edmond Halley.
Moderne Lebensversicherungen wurden im späten 17. Jahrhundert ins Leben gerufen, aber ursprünglich als Handelsversicherungen. Kaufleute, Schiffseigner und so genannte «Underwriter» trafen sich in Lloyd's Coffee House, dem Vorläufer der heutigen bekannten Versicherungsbörse Lloyd's of London.
In den Vereinigten Staaten entstand die erste Versicherung 1732 in Charleston, South Carolina; allerdings bot sie nur Entschädigungen bei Feuer an. Der Verkauf von Lebensversicherungen begann in den späten 1760er Jahren.
Die «Presbyterianer-Synoden» in Philadelphia und in New York die «Corporation for Relief of Poor and Distressed Widows and Children of Presbyterian Ministers» (Vereinigung zur Unterstützung der armen und notleidenden Witwen und Kinder presbyterianischer Priester) wurde 1759 gegründet; Priester der episkopalischen Kirche organisierten einen ähnlichen Fonds im Jahre 1769.
Vor dem amerikanischen Bürgerkrieg versicherten viele Gesellschaften der USA die Leben der Sklaven – Nutzniesser allfälliger Entschädigungen waren aber nicht die Sklaven selbst, sondern deren Halter. Gesetzliche Vorschriften zwangen die Versicherungen in den Jahren 2001 und 2003 dazu, ihre Archive nach damaligen Lebensversicherungspolicen zu durchforsten.
Als «moderner» Ursprung der heutigen Lebensversicherungen gilt die erste, mit versicherungsmathematisch bestimmten altersabhängigen Beiträgen arbeitende «Society for Equitable Assurances on Lives and Survivorships». Diese ist im Jahre 1762 in London entstanden. Auf dieser Basis wurden im 19. Jahrhundert auch Sterbekassen gegründet. In Deutschland wurden ab 1827 Lebensversicherungen von der Gothaer Lebensversicherungsbank verkauft, dem – von Ernst-Wilhelm Arnoldi gegründeten – ersten deutschen Lebensversicherer überhaupt.
Arnoldi, ein Sohn der Thüringer Residenzstadt Gotha, gilt deshalb auch als Vater des deutschen Versicherungswesens. Der langjährige Leiter der Gothaer Lebensversicherungsbank, Gustav Hopf (1808-1872), wird wiederum als Erfinder der traditionellen Form der deutschen Lebensversicherung auf den Todes- und Erlebensfall (gemischte Versicherung) gesehen. Otto Gerstenberg, Direktor der Victoria zu Berlin, führte 1892 in Deutschland die Lebensversicherung für jedermann ein, wodurch ohne Rücksicht auf die soziale oder finanzielle Lage der Versicherten die Lebensversicherung zur Volksversicherung wurde.