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Erzählnachmittag vom 24. Oktober 2023
Erzählnachmittag vom 24. Oktober 2023
mit Paul Ruppeiner, Militär- und Linienpilot
Den Traum vom Fliegen war in den 60er-Jahren bei vielen Jugendlichen vorhanden. Einer von Ihnen ist Paul Ruppeiner, geboren 1951. Das Geburtsjahr ist identisch mit dem Baujahr eines Flugzeuges, welches im Leben von Paul eine wichtige Rolle gespielt hat – dem Hawker Hunter.
Dass er Pilot werden möchte wusste Paul bereits in der Schule. Die Lehre machte er als Radio- und Fernseh-Elektroniker. Bereits in dieser Zeit belegte er verschiedenste Kurse, welche die Basis für den Start einer Militärpilotenlaufbahn bildeten. Seinen ersten Flug absolvierte Paul mit 17 Jahren, ebenfalls an einem historischen Datum. Es war der 20. Juli 1969, der Tag der ersten Mondlandung.
So kam es, dass er 1971 als Fliegersoldat und Pilotenanwärter in die RS nach Payern einrückte. Mit der Pilotenschule 1 und 2 folgten dann zwei weitere Jahre in Uniform. Eine gewisse Sättigung in Bezug auf das Militär bewirkte, dass Paul im Anschluss bei der Schweizerischen Luftverkehrsschule die Ausbildung zum Linienpiloten absolvierte.
Schlussendlich umfasste seine Laufbahn 32 Jahre als Militärpilot und deren 35 bei Swissair und Swiss
Fliegermuseum Altenrhein – wie es dazu kam?
Als das EMD 1994 die Hunter ausmusterte, wollte Paul diese unbedingt vor der Verschrot-tung retten. Er hatte die Absicht zwei Exemplare zu beschaffen. Von der Luftwaffe und den Behörden hiess es, dass keine Militärflugzeuge an Private abgegeben werden – nur an Museen. So gründete er zusammen mit ein paar Kollegen innert drei Tagen das Flieger-museum Altenrhein. Damit konnten zwei Hunter nach Altenrhein überflogen werden. Das Museum legt Wert darauf, dass alle Flieger noch abheben können. So ist es möglich, nebst Schulungsflügen auch Passagierflüge anzubieten und damit die Finanzen im Gleichgewicht zu halten.
In der Fliegerei und insbesondere in der Ausbildung hat ein starker Wandel stattgefunden. Lagen die Schwerpunkte früher auf dem Fliegen sind die heutigen Piloten eher Manager von Systemen. Irgendwann hat man dieses Manko erkannt und so wurde Paul von der Armee für die Ausbildung von jungen Piloten auf dem PC7 angefragt. Diese Tätigkeit konnte er noch bis zum 52. Altersjahr ausüben.
Die Begeisterung für das Fliegen ist auch heute noch sehr ausgeprägt. Sehr dankbar ist Paul für die Ausbildung, welche er sowohl im Militär als auch bei der Swissair erleben durfte. Solange er die hohen Anforderungen welche an Piloten gestellt werden (Prüfungen, Gesundheitstests usw.) wird er seine Leidenschaft weiterhin ausüben.