Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03349.jsonl.gz/370

Findet 2026 zum zweiten Mal nach 2010 eine Fussball-WM auf dem afrikanischen Kontinent statt? Oder setzt sich die Dreier-Bewerbung mit den USA (Ausrichter 1994), Mexiko (Ausrichter 1970 und 1986) und Kanada durch?
Am Mittwoch fallen beim Fifa-Kongress in Moskau die Würfel. Wir nehmen die beiden Kandidaturen unter die Lupe. Wer hat in welchem Bereich die Nase vorne?
- Finanzen: Klares Plus für die nordamerikanische Bewerbung. Insgesamt sollen 14,3 Milliarden US-Dollar umgesetzt werden. 11 Milliarden sollen als Gewinn an die Fifa gehen. In Marokko wird der Umsatz nur auf 7,2 Milliarden beziffert.
- Stadien: 2026 findet die Endrunde erstmals mit 48 Teams statt. Für 80 WM-Partien sind dementsprechend mehr Stadien nötig. Kein Problem für Nordamerika. Die USA, wo die meisten Spiele stattfinden würden, verfügen über eine Vielzahl erstklassiger Arenen. Ganz anders schaut es in Marokko aus: 9 von 14 Stadien müssten neu gebaut werden. 16 Milliarden US-Dollar will Marokko alleine in die Infrastruktur investieren. Auch zusätzliche Hotels und Spitäler müssten gebaut werden.
- Fifa-Bewertung: Das Evaluierungskomitee der Fifa gab «United 2026» 4,0 von 5 Punkten. Marokko bekam lediglich 2,7 Punkte.
- Politik: Das grösste Plus der Marokko-Kandidatur. US-Präsident Donald Trump hat mit seinen Einreisebestimmungen und abwertenden Aussagen über bestimmte Staaten viele Länder gegen sich aufgebracht. Zudem hat sich Trump unerlaubterweise in die Bewerbung eingebracht (auf Twitter) und Marokko-Wählern gedroht.
- Unterstützung: Der Grossteil der afrikanischen Mitglieder wird Marokko die Stimme geben. Namibia und Simbabwe unterstützen hingegen «United 2026». Auch die süd- und zentralamerikanischen Verbände dürften mehrheitlich die USA und Co. favorisieren. Das Rennen in Asien und Ozeanien scheint offen. Aus Europa weiss man, dass Frankreich und Russland auf Marokko setzen.
- Chancen: Unter Experten gilt die Meinung: Ohne das Einmischen Trumps wäre Marokkos Kandidatur chancenlos. So aber dürfen den Nordafrikanern mindestens Aussenseiterchancen eingeräumt werden. Favorit bleibt aber USA/Mexiko/Kanada.
Wie die Wahl in Moskau im Detail abläuft und weshalb die WM theoretisch auch weder in Marokko noch in Nordamerika stattfinden könnte, erfahren Sie hier.
Sendebezug: Radio SRF 3, Bulletin von 08:00 Uhr, 13.06.18