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Frage: 1639
Lieber Hans Peter, scheint nicht Joh. 5,28+29 einer milleniastischen Sichtweise zu widersprechen? Oder wie legst Du es aus? Bezieht sich der Ölbaum in Roem.11 ausschliesslich auf Israel, oder auf das was Paulus häufig auch als (geistliches) Israel, die Summer aller Gläubigen, sieht? Wenn es ausschliesslich Israel wäre würde mich das mit dem Ausreissen und Einpfropfen etwas wundern. Und was ist mit Eph. 2,11-18?
Wolfgang/web.de
Lieber Joachim, 14.08.04 nach Joh. 5,28+29 scheint es, das alle in den Gräbern sind und dass in der Stunde, von der die Rede ist, sowohl die Auferstehung zum Leben, als auch die Auferstehung zum Gericht stattfindet. Würde das Auseinanderreissen dieser beiden Auferstehungen (zum Leben/Gericht) nicht dem Wortlaut dieser beiden Verse widersprechen? In V24+25 wird von solchen gesprochen, die zu einer Stunde, die kommt und jetzt schon gekommen sei vom Tod zum Leben durchgedrungen seien. Die, die Stimme des Sohnes gehört haben. Über einen unbekehrten Menschen wird oft als von einem (geistlich) Toten gesprochen. Warum kann man die Wiedergeburt/Bekehrung nicht als Auferstehung sehen? Herzliche Grüsse, Wolfgang
14.08.04
Joh 5,28Verwundert euch des nicht, denn es kommt die Stunde, in welcher alle, die in den Gräbern sind, werden seine Stimme hören,
Joh 5,29und werden hervorgehen, die da Gutes getan haben, zur Auferstehung des Lebens, die aber Übles getan haben, zur Auferstehung des Gerichts.
ein Widerspruch, denn durch die Stellen, die ich in
meiner ersten Antwort gab, läßt sich ablesen, daß es sich zeitmäßig um
zwei verschiedene Ereignisse handelt (1.Auferstehung- Auferstehung zum
Gericht).
Sicherlich läßt es sich nicht verleugnen, dass in der Bibel auch von einer universalen Auferstehung gesprochen wird (Dan 12,1-2)
Dan 12,1Zur selben Zeit wird der große Fürst Michael, der für die Kinder deines Volkes steht, sich aufmachen. Denn es wird eine solche trübselige Zeit sein, wie sie nicht gewesen ist, seitdem Leute gewesen sind bis auf diese Zeit. Zur selben Zeit wird dein Volk errettet werden, alle, die im Buch geschrieben stehen.
Dan 12,2Und viele, so unter der Erde schlafen liegen, werden aufwachen: etliche zum ewigen Leben, etliche zu ewiger Schmach und Schande.
Andererseits finden sich aber auch Textpassagen, die von
der Entrückung der Gemeinde Jesu in der ersten Auferstehung sprechen.
Lesen wir einmal
1Kor 15,21 Denn weil der Tod kam durch einen Menschen, so kommt auch die Auferstehung der Toten durch einen Menschen;
1Kor 15,22 denn gleichwie in Adam alle sterben, so werden auch in Christus alle lebendig gemacht werden.
1Kor 15,23 Ein jeglicher aber in seiner Ordnung: Als Erstling Christus, darnach die, welche Christus angehören, bei seiner Wiederkunft;
von hier läßt sich überleiten zu:
1Thes 4,16 denn er selbst, der Herr, wird, wenn der Befehl ergeht und die Stimme des Erzengels und die Posaune Gottes erschallt, vom Himmel herniederfahren, und die Toten in Christus werden auferstehen zuerst.
dann ist dazu noch ...
1Thes 4,17 Darnach werden wir, die wir leben und übrigbleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden in Wolken, zur Begegnung mit dem Herrn, in die Luft, und also werden wir bei dem Herrn sein allezeit.
..wichtig.
Dein Widerspruch liegt darin begründet, dass Du:
"Joh 5,28 Denn es kommt die Stunde, in welcher alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören werden;
so auslegst,
als wenn mit dieser benannten Stunde, eine ganz bestimmte oder besser gesagt vorherbestimmte/geplante/gemeinsame Stunde gemeint wäre. Richtig verstanden wird aber erst dieser Satz, wenn man ihn aus einer anderen Blickrichtung versteht und somit dann Sinn ergibt und kein Widerspruch zu o. angeführten Bibelstellen besteht- dadurch: wenn wir in unserem Sprachgebrauch erwähnen: es kommt die Stunde (z.B. für Revanche etc.)... es kommt der Tag.. , so meinen wir einen noch uns unbekannten Zeitpunkt. Aber wir sind dann davon überzeugt, dass dann dieser Tag, diese Stunde einmal sein wird. Mit dieser angeführten Stunde ist lediglich gemeint, dass sie garantiert kommt (man kann sich darauf verlassen!) - in dieser "Stunde" werden die einen zum Leben auferstehen, die anderen zun Gericht. Nur wenn man einen Widerspruch herbeiführen will, geht man davon aus, daß die Guten und die Bösen dann gemeinschaftlich auferstehen. Das ist hier aber nicht so gemeint, denn zwischen diesen Ereignissen liegen sicherlich 1000 Jahre.
Eines muss ich aber noch dazutragen: in Joh 5,25 spricht der Herr Jesus davon, daß die Stunde schon begonnen habe, nämlich für diejenigen die geistlich tot waren und jetzt durch das Hören seiner Stimme lebendig geworden sind. Das bedeutet, dass diejenigen jetzt schon in einer freudigen Gewissheit leben dürfen, denn somit wäre die Wiedergeburt schon ein Garantieschein für eine "bessere" Auferstehung, für eine bessere Ewigkeit!
lieber Wolfgang, ich hoffe, es besteht jetzt keine Unklarheit mehr
liebe Grüße
Joachim
Siehe auch : Einschübe
Liebe Grüsse
Hans Peter