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Wer Australian Shepherds züchtet, hat sicherlich schon erlebt, dass man sich bei einem Fell-Muster in der Wurfkiste fragt, wie das zustande kommen konnte. Vielleicht hat ein Welpe unerwartet weiße Abzeichen am Körper, die nicht dem Rassestandard entsprechen, oder
ein Welpe erscheint wie ein Dilute, obwohl d/d durch die Elterntiere nicht möglich ist, oder das Fell eines schwarzen Tieres hat einen Braunschimmer, oder ein Nachkomme zeigt exzessives Weiß, obwohl nur ein Elternteil ein Merle-Muster zeigt, oder ein Welpe hat ein Merle-Muster, obwohl keines der Elterntiere merliert ist, oder ein Welpe zeigt kein Merle-Muster, obwohl eines der Elterntiere M/M ist und damit alle Welpen ein Merle-Muster zeigen müssten, oder es
findet sich ein unerwartetes Tweed-Muster, das sich weder bei dem merlierten Elterntier noch den Geschwistern zeigt.
mLocus m/mC+ (233)
Die Fellfarbe Merle (M) bezeichnet eine Fellscheckung, bei der sowohl Areale mit voll pigmentiertem Fell als auch Areale mit verdünntem Farbpigment entstehen. Der Merle-Faktor bewirkt eine Farbverdünnung, die nicht über das ganze Fell verteilt ist, sondern unregelmäßige, zerrissen wirkende unverdünnte Farbflecken stehen lässt. M (Merle) verhält sich unvollständig dominant gegenüber der Normalform (m= non-merle). Bisher sind die Varianten Mh für Harlequin”-Merle, M für Merle, Ma für atypisches Merle und Mc für cryptisches Merle beschrieben, für die eine Insertion mit variabler Länge verantwortlich ist, welche in verschiedenen Allel-Varianten vorliegen kann. Bei Hunden mit dem Genotyp M/M (“Double-Merle”) sowie allen genetischen Kombinationen von M oder Mh mit den Allelen Mh, M oder Ma können schwere Innenohrfehlbildungen auftreten. Diese können zu Schwerhörigkeit oder sogar Taubheit führen. Zudem können Fehlbildungen des Auges auftreten.
Diese Tiere haben oft einen stark erhöhten Weißanteil oder sind vollständig weiß gefärbt. Das Zustandekommen dieser Tiere gilt als tierschutzwidrig “Qualzucht” und eine Verpaarung von zwei Trägertieren ist somit gesetzlich verboten. Da die Ausprägung der Merlefärbung auch nur auf kleine Bereiche beschränkt sein kann (“Minimal Merle”) oder durch eine andere Färbung verdeckt sein kann (“Hidden Merle”), ist eine optische Identifikation dieser Tiere nicht immer möglich. Ein Gentest ist daher immer angeraten, wenn Merle in einer zur Zucht verwendeten Linie vorhanden ist oder vermutet wird.