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Gewerbegebiet auf Kehricht erbaut
Gleich nach Ende des ersten Weltkriegs begann in Feldreben der Abbau von Kies. Er dauerte bis in die 1930er-Jahre und hinterliess eine Grube, deren Grösse etwa der Fläche von 7 Fussballfeldern entsprach. Von 1936 bis 1967 wurde sie als Deponie für Hauskehricht, Bauschutt und Gewerbeabfälle genutzt, wobei während gut zehn Jahren auch chemische Betriebe ihre Abfälle ablieferten; deren Anteil am gesamten Deponieinhalt wird auf 1 bis 2 Prozent geschätzt. Mit den Jahren wuchs die Deponie auf eine Mächtigkeit von bis zu 20 Metern bzw. auf ein Volumen von 500'000 Kubikmetern an. Während der ganzen Zeit lag die Deponie offen, sodass Regen die Schadstoffe aus dem abgelagerten Kehricht auswusch. Heute befinden sich denn auch etwa die Hälfte der noch am Standort vorhandenen Umweltgifte nicht mehr in der Deponie selbst, sondern im darunter liegenden Kalkfels. Nach der Schliessung der Grube im Jahr 1967 wurde das Gelände ausgeebnet und überbaut.
Die 1998 in Kraft getretene Altlasten-Verordnung AltlV rief den Gemeindebehörden den problematischen Untergrund von Feldreben in Erinnerung. Eine historische und daran anschliessend eine technische Untersuchung des Geländes förderten zutage, dass das Grundwasser im Abstrombereich der Deponie mit chlorierten Kohlenwasserstoffen verunreinigt ist, deren Konzentrationen die in der AltlV festgelegten Grenzwerte um bis das Zehnfache überschreiten.
In einer ersten Phase soll das belastete Grundwasser abgepumpt und gereinigt werden. Die dabei installierten Pumpen sollen genügend leistungsfähig sein, um auch die Schadstoffe entfernen zu können, die in den felsigen Untergrund gedrungen sind. In der zweiten Etappe soll das am stärksten belastete Material – etwa ein Viertel des Gesamtvolumens – ausgehoben und entsorgt werden. Dank dieser Massnahme sollten sich rund 75 Prozent der chlorierten Kohlenwasserstoffe entfernen lassen. Die gesamten Sanierungskosten werden auf rund 180 Mio. Franken geschätzt.
Gegen das Sanierungsprojekt wurden indes Einsprachen erhoben. Mit einem Beginn der Arbeiten vor 2021 ist daher nicht zu rechnen.
Mittel aus dem VASA-Fonds
Da Siedlungsabfälle in der Deponie Feldreben entsorgt wurden, ist ihre Untersuchung, Überwachung und Sanierung grundsätzlich abgeltungsberechtigt. Das BAFU hat dem Sanierungsprojekt zugestimmt und VASA-Abgeltungen im Umfang von 40 Prozent der anrechenbaren Kosten in Aussicht gestellt. Dies entspricht einem Betrag in der Grössenordnung von 70 Mio. Franken. Angesichts der hohen Kosten wird das BAFU den Sanierungsverantwortlichen verpflichten, im Rahmen eines Controllingprozesses regelmässig über den Lauf der Arbeiten zu berichten.