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Anders als mit relativen Massen wie der Armutsgefährdung, lässt sich soziale Ausgrenzung anhand materieller Entbehrung absolut beschreiben. Dazu wird der Nichtbesitz von Gebrauchsgütern bzw. das Fehlen elementarer Lebensgrundlagen aufgrund mangelnder finanzieller Ressourcen bestimmt.
Hauptergebnisse
Die häufigsten materiellen Entbehrungen betreffen 2016 die Unmöglichkeit, eine unerwartete Ausgabe in der Höhe von 2500 Franken zu tätigen (21,5% der Bevölkerung), gefolgt von Entbehrungen, welche die Wohnsituation betreffen (17,8% der Bevölkerung leben in einem lärmigen Quartier, 11,1% in einem von Kriminalität, Gewalt oder Vandalismus belasteten Quartier und 8,8% in einem Quartier mit Umweltbelastungen).
Von materieller Entbehrung wird gesprochen, wenn mindestens drei von neun erhobenen Indikatoren aus finanziellen Gründen fehlen. Gemäss dieser Definition sind 5,3% der Bevölkerung in der Schweiz 2016 von materieller Entbehrung betroffen. Von Armut gefährdete Personen weisen eine deutlich höhere Quote materieller Entbehrung auf (15,4%) als Personen, die nicht armutsgefährdet sind (3,6%). Personen ab 65 Jahren stellen einen Sonderfall dar: Sie sind einerseits besonders armutsgefährdet, andererseits ist ihre Quote materieller Entbehrung (1,8%) signifikant tiefer als jene der Gesamtbevölkerung.
Europäischer Vergleich
Der europäische Vergleich basiert auf den Daten von 2016.
Im europäischer Vergleich liegt die Quote materieller Entbehrung der Schweiz (5,3%) deutlich unter dem europäischen Durchschnitt (EU-28: 15,7%). Die Schweiz weist auch eine geringere Quote als Italien (20,6%), Frankreich (11,0%), Deutschland (9,7%) und Österreich (8,4%) auf.
Links zu den Resultaten und Publikationen auf europäischer Ebene sind weiter unten in "Weiterführende Informationen" im Abschnitt "Links" aufgelistet.
Materielle Entbehrung der Erwerbstätigen
In der Schweiz waren 2016 3,6% aller Erwerbstätigen von materieller Entbehrung betroffen. Dies entspricht rund 135‘000 Personen.
Folgende Gruppen waren besonders häufig trotz Erwerbstätigkeit von materieller Entbehrung betroffen:
- Personen mit Erwerbsunterbrüchen
- Personen mit befristeten Arbeitsverträgen
- Personen mit betriebsbedingten unregelmässigen Arbeitszeiten
Bei der Quote der materiellen Entbehrung ist im zeitlichen Verlauf kein klarer Trend erkennbar.
Der materiellen Entbehrung von erwerbstätigen Personen kommt eine besondere Beachtung zu, da die Ausübung einer
Erwerbstätigkeit als Mittel zur Reduktion des Armutsrisikos gilt. Als materiell entbehrte Erwerbstätige werden hier alle Personen ab 18 Jahren bezeichnet, die während mehr als der Hälfte des Kalenderjahres vor der Erhebung voll- oder teilzeiterwerbstätig waren und in einem Haushalt leben, der von mindestens 3 von 9 materiellen Entbehrungen betroffen ist.
Europäischer Vergleich
Um die materielle Entbehrung der Erwerbstätigen international vergleichen zu können, wird die von Eurostat publizierte Quote der erheblichen materiellen Entbehrung verwendet (Mangel in mindestens vier von neun Lebensbereichen).
Die Schweiz weist mit 1,0% eine der tiefsten Quoten aller Länder auf und liegt damit klar unter dem europäischen Durchschnitt (4,5%). Die Quoten der Nachbarländer Italien, Frankreich, Deutschland und Österreich liegen ebenfalls höher als diejenige der Schweiz.
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