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Walhalla
Innenraum (Eingangsbereich)
Walhalla
Innenraum (Restaurant)
Walhalla
Innenraum (Restaurant)
Walhalla
Adresse
9000 St. Gallen
SG
Architektur
Weitere Bauphasen
Das traditionsreiche Hotel und Geschäftshaus Walhalla ist städtebaulich prominent platziert und setzt einen dezidiert modernistischen Akzent im Bahnhofsquartier von St. Gallen. Das von Heinrich Graf im Erdgeschoss des Hotels gestaltete Interieur stellt ein bedeutendes Beispiel der Innenarchitektur der 1960er-Jahre dar. Es gehört zu den wichtigsten Kunstdenkmälern der Stadt St. Gallen und steht unter Schutz.
Chronologie
1955 brannte im St. Galler Bahnhofsquartier das 1861 nach einem Entwurf von Bernhard Simon entworfene Hotel Walhalla Terminus nieder. Unter der Ernst Göhner AG wurde von 1957 bis 1959 ein von Moritz Hauser geplanter Ersatzneubau mit einem zweigeteilten Gastronomiebereich realisiert. Da dieses Konzept nicht rentierte, gestaltete Heinrich Graf in den Jahren 1964 bis 1966 ein neues, einheitliches Interieur. Nachdem das inzwischen auch als Geschäftshaus genutzte Hotel bereits in den 1990er-Jahren einmal teilsaniert worden war, erfolgten von 2016 bis 2019 eine umfassende Sanierung und Erweiterung. Die Arbeiten basierten auf einem Entwurf von Bollhalder Eberle Architektur, wurden aber von den Oberholzer Brüschweiler Architekten abgeschlossen.
Lage
Das im Zentrum von St. Gallen gelegene Hotel und Geschäftshaus Walhalla wird von der nordöstlich verlaufenden Poststrasse und der südwestlich angelegten Kornhausstrasse gefasst. Eingebettet in eine Blockrandbebauung öffnet es sich als Eckgebäude zum Bahnhofsplatz im Südwesten.
Beschreibung
Der siebengeschossige Bau, der das südwestliche Nachbarsgebäude um zwei Etagen überragt, besitzt durch die Ecksituation zwei Längs- und eine Schmalseite. Die zur Kornhausstrasse orientierte Fassade ist in ein eingezogenes Erdgeschoss mit Gastronomiebetrieben und in Obergeschosse gegliedert, die gerade durch ihre feinen Vordächer horizontal akzentuiert werden. Diese mit einem einheitlichen Fensterraster strukturierte Schaufront ist mit hellgrauen, leicht golden schimmernden Metallpaneelen verkleidet. Die zur Poststrasse hin ausgerichtete Fassade ist identisch gestaltet, doch die nach oben immer etwas weiter auskragenden Vordächer setzen sich nur bis zur neunten Fensterachse fort. Die sechs anderen werden nur vom Traufgesims gedeckt. Bei der nach Norden hin abgeknickten Schmalseite ist das Erdgeschoss ebenfalls eingezogen. Die Fensterachsen der Obergeschosse liegen aber weiter auseinander und ein geschossübergreifendes Werbepaneel setzt – wie auch an der südwestlichen Längsfassade – einen vertikalen Akzent. Die Hofseiten sind schlichte Putzfassaden und von zweierlei Fenstergrössen und Fensterrastern geprägt.
Das einst kleine und unterteilte Erdgeschoss des Hotels und Geschäftshauses verschmilzt heute zu einem fliessenden, lichtdurchfluteten Innenraum entlang der Poststrasse. Im Bereich des Restaurants ist das von Heinrich Graf gestaltete Interieur mehrheitlich erhalten. Marmor, Chromstahl, Leder und geformtes Holz sind wichtige Bestandteile. Das neue Mobiliar und die Leuchten lehnen sich an sein Konzept aus den 1960er-Jahren an.
Literatur
Denkmalpflege Stadt St. Gallen. Architektur der Nachkriegszeit in der Stadt St. Gallen. Dokumentation der Jahresausstellung. St. Gallen 2016, S. 4. – Bollhalder Eberle (Hg.). Projekt. Sanierung und Erweiterung Hotel Walhalla St. Gallen. St. Gallen 2016 (Online-Typoskript). – Hassler, Gitta. Der Brand des Walhalla. Stadtarchiv. Stadtspiegel Nr. 146. St. Gallen 2014, S. 23. – Eberhard, Katrin. Heinrich Graf. Bauten Projekte Interieurs. Zürich 2011, S. 87–90, 103, 137. – Rucki, Isabelle; Huber, Dorothee. Architektenlexikon der Schweiz, 19./20. Jahrhundert. Basel 1998, S. 228. – Widmer, Sigmund. Ernst Göhner. Bauen in Norm. Schweizer Pioniere der Wirtschaft und Technik Nr. 49. Meilen 1990, S. 38–39.