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Dann nahm er wieder seinen Wohnsitz in München, wo er sich durch Porträtbüsten, Grabdenkmäler, eine Kolossalstatue des
Gottes Wotan (1873), den Kopf eines schlafenden Satyrs u. a. m. bekannt machte. Eine reichere Thätigkeit eröffnete
sich ihm, als er nach Wien
[* 13] übersiedelte, wo er außer zahlreichen Porträtbüsten bekannter Persönlichkeiten und Grabdenkmälern
das Zwingli-Denkmal für Zürich,
[* 14] das Haydn-Denkmal für Wien, die Porträtstatuen Laubes und Dingelstedts für das
Hofburgtheater daselbst und das Denkmal Walthers von der Vogelweide (1889) für Bozen
[* 15] schuf. Eine zarte poetische Empfindung
und ein fein ausgebildeter Sinn für das Malerische sind die charakteristischen Vorzüge seiner Werke.
Heinrich, Bildhauer, geb. im Dorf Graun in Tirol, wurde in Meran von einem Bildhauer,
Namens Bendel, fünf Jahre unterrichtet, ging dann nach Augsburg, wo er für den Bischof einen Christus
schnitzte und sich ein halbes Jahr unter Geyer im Zeichnen vervollkommnete. Er besuchte darauf die Akademie zu München, wo
er Widnmanns Schüler war, ging aber schon nach einem Jahr aus Gesundheitsrücksichten nach Riva, ließ sich in Venedig
nieder, bis der Krieg 1866 ihn zwang, sich unter die Fahnen zu stellen.
Nach Beendigung des Kriegs besuchte er, wenn auch nur auf kurze Zeit, Italien und kehrte zuletzt nach München zurück. Abgesehen
von einigen trefflichen Büsten, mit denen er zuerst aufgetreten war, sind seine
Hauptwerke: eine Kolossalstatue des germanischen
Gottes Wodan, der auf der Wiener Ausstellung 1873 große Anerkennung fand (Privatbesitz in Bogenhausen
bei München), der meisterhafte Kopf eines schlafenden Satyrs, ein Denkmal des Hauptmanns Schleining in Darmstadt und ein
Konkurrenzentwurf für das Schumann-Denkmal in Leipzig.