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Depressionen können nicht nur auf der Psychologen- Couch erfolgreich behandelt werden. Forscher fanden heraus, dass die Therapie auch über das Internet bei Depressionen und depressiven Symptomen helfen kann.
In einer Studie von Karyotaki wurde bei Patienten mit depressiven Symptomen die Effektivität von selbstgeleiteter, internetbasierter kognitiver Verhaltenstherapie mit einer Kontrollgruppe (Standardbehandlung, Warteliste, Aufmerksamkeitsregulation) verglichen. Es lagen die Daten von 16 Studien mit 3’876 Patienten vor. Die Auswertung zeigte, dass die selbstgeleitete, internetbasierte kognitive Verhaltenstherapie effektiver als die Kontrollgruppe hinsichtlich der Schwere von depressiven Symptomen und dem Ansprechen auf die Behandlung war. Therapietreue war mit weniger depressiven Symptomen und einem grösseren Ansprechen auf die Therapie assoziiert. Die Autoren schlussfolgerten, dass diese Art der Verhaltenstherapie effektiv für die Behandlung von depressiven Symptomen ist. Bevor die selbstgeleitete, internetbasierte Verhaltenstherapie in der Routineversorgung eingesetzt wird, sollten die Limitationen dieser Therapieform sorgfältig erwogen werden.
ZÜRICHER FORSCHER KÖNNEN ERFOLG BESTÄTIGEN
Das können Forscher der Universität Zürich bestätigen. Sie fanden ebenfalls heraus, dass die Online-Psychotherapie ebenso effektiv ist wie die konventionelle Therapie. Anhand früherer Studien ging das Züricher Team von der Gleichwertigkeit der beiden Therapieformen aus. Ihre Vermutung wurde nicht nur bestätigt, sondern die Ergebnisse der Online-Therapie haben ihre Erwartungen sogar übertroffen. Sechs Therapeuten behandelten 62 Patienten, wovon die meisten an einer mittelschweren Depression litten. Die Patienten wurden per Zufall einer Therapieform zugewiesen. Die Behandlung bestand aus jeweils acht Therapiesitzungen mit verschiedenen bewährten Techniken, die aus der kognitiven Verhaltenstherapie stammen und sich sowohl für die mündliche als auch die schriftliche Durchführung eignen.
Patienten der Online-Therapie mussten pro Therapieeinheit eine vorgegebene Aufgabe bearbeiten. „In beiden Gruppen verringerten sich die Depressionswerte deutlich“, berichtet Professor Andreas Maercker. Zum Therapieende wurde bei 53 Prozent der Patienten der Online-Therapie keine Depression mehr diagnostiziert – bei der Sprechzimmertherapie waren es 50 Prozent. Drei Monate nach Abschluss der Therapie verringerte sich die Depression der Teilnehmer der Online-Therapie sogar, während sich bei den konventionell Therapierten ein minimaler Rückfall zeigte.
ONLINE-THERAPIE WEIST MITTELFRISTIG GRÖSSERE ERFOLGE AUS
Für beide Patientengruppen war die Zufriedenheit mit der Therapie und den Therapeuten etwa gleich hoch. 96 Prozent der Patienten der Online-Therapie und 91 Prozent der Teilnehmer einer konventionellen Therapie schätzten den Kontakt zum Therapeuten als „persönlich“ ein. Bei der Online- Therapie nutzen die Patienten die Therapiekontakte und nachfolgenden Hausaufgaben in der Regel sehr intensiv, um persönlich weiterzukommen. „Mittelfristig weist die Online-Psychotherapie sogar die bessere Bilanz auf. Unsere Studie ist ein Beleg dafür, dass psychotherapeutische Angebote im Internet eine wirksame Ergänzung des Therapieangebots sind“, schlussfolgert Andreas Maercker.