Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03455.jsonl.gz/368

Je nach Beschwerden kann das Carpaltunnelsyndrom (CTS) mit einer konservativen Therapie behandelt werden oder es ist eine Operation notwendig.
Wenn die Beschwerden und elektrophysiologischen Veränderungen nur gering ausgeprägt sind, kann eine konservative Therapie ohne Operation durchgeführt werden. Dabei wird das Handgelenk in einer Manschette ruhiggestellt und es werden entzündungshemmende Medikamente abgegeben. Insbesondere bei CTS während der Schwangerschaft kann eine Cortisonspritze in den Carpaltunnel gute Linderung bringen.
Nützt die konservative Behandlung nichts, oder zeigen sich bereits ausgeprägte Sensibilitätsstörungen, Muskelschwund und/oder deutlich verschlechterte Leitungsfähigkeit des Nervs, ist die Operation notwendig. Bei diesem Eingriff wird das Band, welches den Carpaltunnel auf der Handvorderseite überspannt, durchtrennt. Dadurch entsteht mehr Platz für die Sehnen und den Nerven. Die Operation kann über einen kleinen Hautschnitt im Bereich der Handinnenfläche (mini-open) oder unter Kamerasicht (endoskopisch) über einen kleinen Hautschnitt in der Handgelenkbeugefalte durchgeführt werden. Beide Methoden sind bezüglich des Operationsergebnisses vergleichbar. Der Vorteil der endoskopischen Methode ist, dass es keinen Schnitt in der belasteten Handinnenfläche gibt. Beide Eingriffe können in lokaler Betäubung ambulant durchgeführt werden.
Unmittelbar nach der Operation wird ein Verband angelegt, welcher bis zur ersten Wundkontrolle nach 2-3 Tagen belassen wird. Anschliessend wird ein Schutzverband getragen bis zur Fadenentfernung. Während den ersten zwei Wochen muss die Hand geschont werden und es dürfen keine schweren Gegenstände wie Pfannen, Einkaufstaschen etc. getragen werden. Nach zwei Wochen darf die Belastung langsam im Rahmen der Schmerzgrenze gesteigert werden. Eine Vollbelastung ist in der Regel nach 4-6 Wochen möglich. Bei Bedarf kann eine Handtherapie unterstützend angeordnet werden zur Verbesserung der Beweglichkeit, Kraft und Narbenpflege.
Die Prognose hängt von der Schädigung des Nervs zum Zeitpunkt der Operation ab. Wenn noch keine bleibenden Schäden bestehen, kann sich die Sensibilität und Kraft wieder vollständig erholen. Dies kann jedoch mehrere Wochen bis Monate dauern. Bei langdauernder Kompression mit bereits bleibender Schädigung des Nervs werden sich die Beschwerden nicht vollständig zurückbilden.
Gelegentlich kann es auch nach einer erfolgreichen Operation z.B. durch Narbengewebe wieder zu einer Engstelle im Bereich des Carpalkanales und zu einer Einengung des Nervs kommen. Bei einer erneuten Operation braucht es einen grösseren Hautschnitt, der über das Handgelenk verläuft, damit der Nerv sorgfältig von Vernarbungen und Verklebungen befreit werden kann. Entsprechend ist die Erholungszeit nach diesen Operationen länger als bei primärer Operation.
Sie können sich als Patientin oder Patient nicht direkt zu einer Konsultation anmelden. Bitte lassen Sie sich durch Ihren Hausarzt, Ihre Hausärztin, Ihren Spezialisten oder Ihre Spezialistin überweisen. Für Fragen nutzen Sie unser Kontaktformular.
Weisen Sie Ihre Patientin oder Ihren Patienten einfach online zu.