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Am Wochenende habe ich an der CAHSMUN Konferenz teilgenommen. CAHSMUN bedeutet Canadian Highschools Model United Nations und ist eine der grössten MUN Konferenzen in Nord Amerika. Von der ganzen Westküste sind ungefähr 900 Jugendliche nach Vancouver gereist, um in 20 Komitees die Arbeit der Vereinten Nationen kennen zu lernen und aktiv Diplomatie zu erleben. Anders als in einem Jugendparlament in der Schweiz werden die Resolutionen nicht die „richtige“ Diplomatie oder Politik beschäftigen. Man lernt, wie ein Land optimal vertreten wird, wie man Koalitionen bildet und über ein Thema recherchiert. Vom Freitag Abend bis am Sonntag Abend vertrat ich die Schweiz im ersten Komitee der Generalversammlung der UN, dem DISEC. Als Diplomat vertritt man immer nur die Aussenpolitik des Landes, persönliche Pronomen werden also nicht verwendet. In unserem Komitee behandelten wir zwei Themen, zuerst diskutierten wir über private Militärunternehmen. Ich habe intensiv recherchiert und herausgefunden, dass die Schweiz schon 2008 zusammen mit dem Roten Kreuz das sogenannte Montreux Dokument zum Thema geschrieben hat. Das Montreux Dokument zeigt Staaten auf, wie sie private Militärunternehmen verpflichten können, unter den Menschenrechten und dem humanitären Recht zu handeln. Danach hat die Schweiz auch noch den „Code of Conduct for PMSCs“ entwickelt, der die Rechte und Pflichten von privaten Militärunternehmen aufzeigt. In meinen Reden habe ich versucht, diesen Code of Conduct effektiver zu gestalten, indem eine UN Organisation entsteht, die PMSCs lizenziert. Zusammen mit Kanada, Schweden, Finnland und dem Iraq bildete ich dann einen sogenannten Block, der gemeinsam eine Resolution vorbereiten konnte, da unser Komitee um die 76 Mitglieder hatte, mussten wir dazu die Unterschriften von 51 anderen Staaten erhalten. Am Samstag Abendwurde dann unsere Resolution verabschiedet und unser zweites Thema, eine fiktive Terrorkrise wurde behandelt. Im Krisenmodus musste jeweils relativ unvorbereitet Position bezogen werden und in Reden versuchte man die Krise zu lösen. Während dem Wochenende übernachtete ich mit anderen Schüler*innen meiner Schule im Hotel, in welchem auch die Konferenz stattfand. Um Schwachstellen anderer Positionen zu finden, arbeiteten wir in unserem Zimmer jeweils bis nach Mitternacht. Nach der Weiterführung der Krise am Sonntag fand die Abschlusszeremonie statt, dort wurden auch die Preise der verschiedenen Komitees verteilt. Ich gewann in meinem Komitee die Auszeichnung „Best Delegate“, darüber freue ich mich sehr. Übers Wochenende konnte ich extrem viel über Diplomatie, die Welt und die Schweiz lernen. Meine Haltung, dass sich die Schweiz international für mehr Menschenrechte und gegen Krieg einsetzen soll, hat sich dabei gestärkt. Es ist wichtig, dass wir unsere Glaubwürdigkeit und Moral dabei nicht verlieren und weder Kriegsmaterial noch Geld in Konflikte exportieren, auch in Europa sollten wir uns für eine humanitäre Flüchtlingspolitik einsetzen. Die Position des internationalen Genfs sollte gestärkt werden und die Schweiz sollte sich weiterhin als Vermittlerin anbieten. Bei einer allfälligen Wahl in den Nationalrat möchte ich mich deshalb auch für die humanitäre Tradition der Schweiz einsetzen.