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Bilder, die kostenlos unter einer Creative Commons-Lizenz veröffentlicht worden sind, stellen eine beliebte Alternative zu Bildern dar, die nur kostenpflichtig lizenziert werden können. Bei Wikimedia Commons beispielsweise finden sich über 21 Millionen «(unter Bedingungen) frei verwendbare Mediendateien».
Solche Bilder können in den meisten Fällen tatsächlich nur unter Bedingungen im urheberrechtlichen Sinn frei verwendet werden. Wer die jeweiligen Lizenzbedingungen nicht einhält, muss jederzeit mit einer kostenpflichtigen Abmahnung aus Deutschland rechnen.
Creative Commons-Lizenzen mit Bedingungen
Ein Beispiel ist ein gelungenes Bild des Brandenburger Tors in Berlin mit dem deutschen Fotografen Thomas Wolf als mutmasslichem Urheber. Das Bild wurde anscheinend von Thomas Wolf bei Wikimedia Commons unter einer CC BY-SA 3.0 (nicht portiert)-Lizenz veröffentlicht, die grundsätzlich eine weitgehend freie und insbesondere auch kommerzielle Nutzung erlaubt. Die Lizenz sieht aber wie jede Creative Commons (CC)-Lizenz unter anderem eine Quellenangabe sowie eine Verlinkung zur verwendeten CC-Lizenz vor.
In Bezug auf die Quellenangabe muss der Urheber grundsätzlich namentlich genannt werden, doch kann der Urheber weitere Bedingungen nennen oder unter einem Pseudonym auftreten. Im vorliegenden Beispiel wünscht der Urheber, in der Form «Thomas Wolf, www.foto-tw.de» genannt und verlinkt zu werden. Wer unter anderem diese Bedingung nicht einhält, nutzt das Bild in der Version bei Wikimedia Commons allenfalls in Verletzung der entsprechenden CC-Lizenz.
Kostenpflichtige Abmahnung über 350 Euro
Auf einer nicht-kommerziellen Website in der Schweiz wurde das Bild ohne jegliche Quellenangaben verwendet. Thomas Wolf mahnte die Bildverwendung kostenpflichtig ab und stellte Rechnung über 350 Euro (rund 425 Franken) für die Lizenzierung des Bildes. Die Abmahnung erfolgte direkt durch Thomas Wolf und nicht einen Rechtsanwalt.
Ob 350 Euro für die Bildverwendung angemessen sind, ist äusserst zweifelhaft, auch wenn es sich im Vergleich zu gängigen Abmahnungen aus Deutschland um eine vergleichsweise bescheidene Forderung handelt. Gemäss den «Preisempfehlungen für Bildhonorare 2012» der SAB Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der Bild-Agenturen und -Archive wären aus Schweizer Sicht 150 Franken allenfalls angemessen, doch handelt es sich lediglich um Empfehlungen.
Diese Empfehlungen beziehen sich allerdings auf professionellen Bildanbieter, die üblicherweise keine CC-Lizenzen verwenden. Bilder, die bei Wikimedia Commons unter CC-Lizenzen veröffentlicht werden, sind damit nicht vergleichbar:
«[…] Kein vernünftiger Mensch würde für etwas Geld ausgeben, was er umsonst bekommt, falls er die gewünschte Form einhält. Zwar mag es in der Profi-Werbebranche wertsteigernd sein, Fotos in Anzeigen ohne Urheberbenennung benutzen zu dürfen, doch auf einem solchen anspruchsvollen Markt war der Kläger mit seinen mäßig gelungenen Werken nicht wirklich tätig.»
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Fazit
Unter der Annahme, dass das Bild tatsächlich urheberrechtlichen Schutz geniesst, war Thomas Wolf berechtigt, die nicht autorisierte Verwendung seines Bildes abzumahnen.
Mit seiner Forderung über 350 Euro schafft er einen Anreiz, diese Forderung unabhängig von der tatsächlichen Rechtslage zu begleichen, denn rechtliche Abklärungen der Abgemahnten können diesen Betrag überschreiten. In rechtlicher Hinsicht lohnt es sich aber, solche Abmahnungen anwaltlich überprüfen zu lassen, denn die Angemessenheit der geforderten 350 Euro ist wie erwähnt äusserst zweifelhaft.
Thomas Wolf irrt allerdings, wenn er in seiner Rechnung schreibt, das Bild dürfe durch die Abgemahnten nach Bezahlung nur anderweitig verwendet werden, wenn diese Verwendung ausdrücklich von ihm in Schriftform genehmigt worden sei. Die Abgemahnten könnten das Bild selbstverständlich jederzeit gemäss den bei Wikimedia Commons genannten Lizenzbedingungen verwenden, das heisst den urheberrechtlichen Rahmen der CC BY-SA 3.0 (nicht portiert)-Lizenz vollständig ausschöpfen.