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Nahestehende: Medikamente
Das Wichtigste in Kürze
Medikamente sind unverzichtbar. Sie heilen oder lindern Krankheiten und Beschwerden. Medikamente können aber auch unerwünschte und gefährliche Nebenwirkungen haben.
Bestimmte Medikamente haben eine psychoaktive Wirkung. Psychoaktiv bedeutet, dass diese Medikamente einen Einfluss auf das Bewusstsein und das Erleben eines Menschen haben – also zum Beispiel beruhigen oder aufputschen. Benzodiazepine und Benzodiazepin-Analoga (Zolpidem und Zopiclon), bestimmte Schmerzmittel, Antidepressiva, Antipsychotika, Ritalin u.v.m. wirken psychoaktiv. Psychoaktive Medikamente bergen spezifische Risiken. Unter anderem können viele von ihnen zu einer Abhängigkeit führen. Die Benzodizepine sind die am häufigsten verschriebenen psychoaktiv wirkenden Medikamente. Dazu gehören z.B. Temesta®, Valium®, Seresta®, Dormicum®, Lexotanil®, Stilnox®, Imovane®.
Für ältere Menschen bergen diese Medikamente grössere Risiken als für jüngere Erwachsene. Ältere Menschen reagieren empfindlicher auf deren Wirkungen. Das Risiko für Stürze und Knochenbrüche steigt. Auch Verwirrtheit und demenzähnliche Symptome können durch Benzodiazepine ausgelöst werden. Beim Absetzen von Benzodiazepinen kann es zu einem «Absetzeffekt» kommen. Das sind Entzugserscheinungen, die oft den Beschwerden ähneln, derentwegen die Medikamente verschrieben wurden. Sie führen häufig dazu, dass die Medikamente weiter oder erneut eingenommen werden.
Die Situationen, die Nahestehende erleben, und die Fragen, die sie sich stellen, wenn Eltern oder andere ältere Verwandte und Bekannte Medikamente einnehmen, sind sehr unterschiedlich. Das Kapitel «Die Rolle von Nahestehenden» beschreibt ausgehend von unterschiedlichen Situationen die Handlungsmöglichkeiten von Nahestehenden. Die in den weiteren Kapiteln bereit gestellten Informationen zu Medikamenten erlauben es, eine Situation besser einschätzen zu können und mit betroffenen Angehörigen oder deren Ärzteschaft kompetent sprechen zu können.