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| Ephräm d. Syrer († 373) - Ausgewählte Gesänge gegen die Grübler über die Glaubensgeheimnisse

16. Über die Wahrheit, daß Gott einen Sohn habe. Der sechsundvierzigste Gesang des Originals.
1. Warnung vor Grübelei; Gefahren derselben, durch Gleichnisse dargestellt.
[S. 121] Lernet gescholten verstummen, Verwegne, daß ihr es nicht mehr wagt, vorwitzig zu forschen! Wohl spielt der Fisch herumspringend im Gebiete seines Flusses, springt jedoch nicht über dasselbe hinaus. Wir aber sind durch unsre Grübelei über die Grenze gegangen, welche uns das Leben erhält. Die Luft des Evangeliums trägt uns, und wie das Wasser die Fische trägt, so tragen die h. Schriften die Verständigen. Innerhalb derselben ist das Leben, ausserhalb derselben der Tod. Mein Sohn! Wer es wagt, irgendwohin zu gehen, wo keine Luft ist, der stirbt, weil er dort keinen Athem hat, der ihm das Leben erhält. Daraus sollen wir lernen, daß es nicht erlaubt ist, in verborgne Dinge (Glaubensgeheimnisse) einzudringen. Der dreieinige Hauch (der Glaube an die Dreieinigkeit) trägt dich. Wenn du aber durch Forschungslust ausser denselben hinausgehst, so fliegt der Wind des Irrthums herbei und bringt dir den Tod.