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Hat Dell zuletzt nur noch den Preis in die Höhe getrieben?
Nach rund 10 Tagen Hochbetrieb für die Mergers & Acquisitions-Abteilungen von Dell, HP und 3Par scheint die Übernahme nun endgültig entschieden. Nach der letzten Angebotsrunde von gestern zog sich Dell gestern Abend aus dem Übernahmekampf zurück. Der Verwaltungsrat vom 3Par konnte kurz darauf ein definitives Übereinkommen mit HP ankündigen. Der Übernahmepreis beträgt nun entsprechend der letzten Offerte von HP 33 Dollar pro Aktie in Bar. Dies entspricht einem Gebot von insgesamt rund 2,35 Milliarden Dollar, was mehr als doppelt so viel ist, wie Dell ursprünglich geboten hatte.
Der Übernahmekampf um 3Par wird nicht als einer der längsten oder bedeutendsten in die Geschichte eingehen, aber mit nicht weniger als neun Offerten von beiden Seiten in zehn Tagen als einer der stressigsten und dramatischsten für die Beteiligten, urteilen US-Wirtschaftszeitungen.
Für Dell bleibt ein kleines Trostpflaster in Form der "Termination Fee" von 72 Millionen Dollar. Diese muss 3Par den Texanern bezahlen, weil das ursprüngliche "definitive" Übernahmeabkommen nun nicht eingehalten wird.
Zurück bleibt auch der leise Verdacht, dass Dell die Übernahme nach dem Gegenabgebot von HP nicht mehr mit voller Überzeugung verfolgte und zuletzt vor allem noch den Preis für HP in die Höhe trieb. Mit den Offerten, die jeweils nur ganz knapp über den HP-Geboten lagen, lud Dell den Gegener förmlich dazu ein, weiterzusteigern. Und in sein letztes Angebot schrieb Dell Bedingungen hinein, die der 3Par-Verwaltungsrat, was Dell sicher bewusst war, beinahe unmöglich annehmen konnte. Dell verknüpfte mit der letzten Offerte beispielsweise eine weitere Erhöhung der "Termination Fee" und vor allem ein über Jahre festgeschriebenes OEM-Abkommen. Dieses hätte bedeutet, dass Dell zu relativ fixen Konditionen 3Par-Geräte hätte beziehen können, auch wenn letztendlich HP die Übernahmeschlacht gewonnen hätte. Diese Bedingungen wären in Kraft getreten, wenn der 3Par-Verwaltungsrat das letzte Dell-Angebot als das momentan beste Angebot taxiert hätte. (Hans Jörg Maron)