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Der Unspunnenstein und der Turnverein Interlaken als Eigentümer
1805: Erstes Alphirtenfest auf der Unspunnenmatte. Es wird ein Stein mit einem Gewicht von 184 Pfund gestossen. Dieser Stein ist seither verschollen.
1808: Am zweiten Alphirtenfest wird ein neuer Stein gestossen, der nur noch 167 Pfund wiegt.
Da es von da weg kein Fest mehr gibt, wird der Stein an einem unbekannten Ort aufbewahrt. Vermutlich wird er von einem Bauern als «Tengelstein» benutzt.
1905: Mit Schreiben vom 18. April vermacht ein Herr Adolf Pfahrer aus Interlaken den Stein entschädigungslos dem Turnverein Interlaken. Er schreibt unter anderem: «…den von mir so lange in Verwahrung gehabten Unspunnenstein mit heutigem gerne an Sie abtrete.» Es handelt sich somit eindeutig um den Stein von 1808.
1905: Nach 97 Jahren findet das dritte Alphirtenfest mit Steinstossen statt. Der Stein befindet sich seither beim Turnverein Interlaken.
1946: findet das nächste Unspunnenfest statt und danach 1955, immer mit dem Originalstein.
1947: Der Eidgenössische Schwingerverband beansprucht den Unspunnenstein als sein Eigentum. Die Schenkungsurkunde belegt jedoch, dass der Turnverein Interlaken rechtmässiger Eigentümer ist.
1981 wird der Stein letztmals am Unspunnenfest gestossen.
1984: Am 3. Juni wird der Stein von Mitgliedern der jurassischen Béliers aus dem Touristikmuseum Interlaken in Unterseen gestohlen.
1984/85: Willy Zimmermann vom Turnverein Interlaken hat erstmals schriftlichen Kontakt mit Vertretern der Béliers in Moutier. Sie wissen von nichts.
1985: Am 24. Mai machte sich der Vorstand des Turnverein Interlaken auf die Suche nach einem Ersatzstein. Im Grimselgebiet werden sie fündig. Mit Hilfe eines Steinmetzes wird der Stein in die ursprüngliche Form und auf das Gewicht von 83,5 Kilogramm bearbeitet.
1986: Der Eidgenössische Schwingerverband akzeptiert den neuen Stein als «Unspunnenstein» und den Turnverein Interlaken weiterhin als Eigentümer.
1986: Am Eidgenössischen Schwing- und Alphirtenfest in Sion wird erstmals die Kopie des Unspunnenstein gestossen.
1989: Der «neue» Unspunnenstein wird in der Schalterhalle der UBS in Interlaken auf einem Marmorsockel ausgestellt. Bis heute ist er dort (gut gesichert) dem Publikum zugänglich aufbewahrt.
1993: Verschiedene Redaktionen erhalten von ungenannter Stelle ein Foto vom angeblichen Unspunnenstein. Willy Zimmermann identifiziert den Stein als den Echten.
1999: Michael von Graffenried veröffentlicht in der Schweizer Illustrierten ein Bild mit dem (wie er behauptet) echten Unspunnenstein. Er befinde sich irgendwo in der Nähe von Brüssel in einem Weinkeller. Auch bei diesem Bild ist Willy Zimmermann der Ansicht, dass es sich um das Original handelt. Willy Zimmermann versucht erneut, schriftlich und telefonisch Kontakt mit der Gruppe Béliers aufnehmen zu können. Die Antwort ist wie immer negativ.
2000: Willy Zimmermann stellt an der Mitgliederversammlung des Turnverein Interlaken den Antrag, ein Komitee zur «Wiederbeschaffung des Unspunnensteins» zu bilden. Der Antrag wird angenommen und vier Turner dafür bestimmt.
2001: Am 11. August wird der Stein in Saignelégier Shawne Fielding als «Bonbon» verpackt übergeben. Am 12. August wird der Stein von Urs Liechti, Marcel Kälin, Thomas Schuhmacher und Willy Zimmermann vom Turnverein Interlaken im Gefängnis von Saignelégier besucht und als echt identifiziert.
2001: Am 14. August findet auf der Höhematte vor dem Victoria-Jungfrau Grand Hotel & Spa ein Übergabefest des Unspunnenstein statt. Shawne Fielding gibt den Stein dem Turnverein Interlaken zurück. Neben den Originalzahlen 1805 und 1905 haben die Béliers zwölf Europasterne, das Emblem der Béliers und den 6. Dezember 1992 (das Datum der Europaabstimmung) in den Stein gemeisselt.
2001: Seit der Rückkehr des Steins zum Turnverein Interlaken wird er in verschiedenen Ausstellungen und Museen dem Publikum zugänglich gemacht.
2005: Ab 9. Januar wird er in der Eingangshalle des Victoria-Jungfrau Grand Hotel & Spa ausgestellt.
Die Rekordweite mit dem Unspunnenstein hält Markus Maire. Sie beträgt 4.11m.
Auch der TV Interlaken hat einen Steinstösser in seinen Reihen. Mit 3.44m ist Peter Michel einer der Besten des Landes.