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Aphra Behn (1640-1689), heute eine Ikone der feministischen Literaturwissenschaft, war die erste Frau, die ihren Lebensunterhalt als Schriftstellerin verdiente. Als junge Frau verbrachte sie einige Jahre in Surinam, ihr berühmtester Roman, Oroonoko, kurz vor ihrem Tod fieberhaft niedergeschrieben, spielt dort. Früh verwitwet, spionierte sie als Agentin für Charles II in den Niederlanden. Ihre zahlreichen Theaterstücke zählten zu den meistgespielten ihrer Zeit. Dennoch war ihr Leben ein ständiger Kampf um Brot und Ansehen. Virginia Woolf würdigt Behns Bedeutung als Schriftstellerin und als Kämpferin für die Unabhängigkeit der Frau in Ein eigenes Zimmer.
Aphra Behn, geboren 1640 in Wye (Südengland), mutmaßlich als Tochter eines Baders und einer Amme, verbrachte als junges Mädchen einige Jahre in Surinam. 1658 kehrte sie nach England zurück und heiratete, ihr Ehemann verstarb kurz darauf. Fortan lehnte sie die Ehe als »Form der Prostitution« ab und entschied sich, ihren Lebensunterhalt mit Schreiben zu bestreiten.
Als Spionin reiste sie für Charles II. in die Niederlande, doch man verwehrte ihr die Bezahlung, verhaftete sie und sperrte sie wegen ausstehender Schulden in den Schuldturm. Ihre zahlreichen Theaterstücke, die nach ihrer Freilassung entstanden, gehörten zu den meistgespielten im restaurativen England. Ihr Werk Oronooko, noch vor Defoes Robinson Crusoe geschrieben, begründete das Genre des englischen Romans und gilt heute als ein frühes Manifest gegen die Sklavenhaltung.
Behn, die auch Gedichte, Burlesken und erotische Texte verfasste, wurde als Bestsellerautorin und erste Schriftstellerin, die vom Schreiben lebte, zu ihrer Zeit bewundert und geschmäht, doch dann vergaß man sie. Vita Sackville-West jedoch widmet ihr 1927 einen ausführlichen Essay. Und Virginia Woolf setzt ihr in Ein eigenes Zimmer (1929) ein Denkmal: als Schriftstellerin und als maßgebliche Vorreiterin der Frauenbewegung. Heute gilt sie als Ikone der feministischen Literaturwissenschaft.
Aphra Behn starb 1689 in London, ihr Grab befindet sich in Westminster Abbey.
»Die englische Autorin gilt heute als eine Ikone der feministischen Literatur.«
»Ihr Werk ist ungewöhnlich kühn und verblüffend offen.«
»Zu ihrer Zeit war sie eine Berühmtheit, ungewöhnlich aufgrund ihrer Unabhängigkeit als professionelle Schriftstellerin und ihres Engagements für die Gleichberechtigung der Geschlechter.«
»Eine Stimme, die das Patriarchat entlarvt.«
»Sie überwand Grenzen, verdiente ihren Lebensunterhalt mittels ihrer Talente und bleibt eine Feministin von Weltrang – eine Inspiration für viele.«