Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03631.jsonl.gz/1864

Es war eine kurze, intensive Zeit zwischen dem ersten Treffen bezüglich des Projektes und dem schlussendlichen Release des Katalogs «WIR». Es war ein Versuch junge Menschen mit künstlerischem Interesse zusammenzubringen und zu ermutigen, sich gemeinsam einer Thematik zu widmen.
Es war ein Versuch die Frage, wie eine Gruppe junger Menschen zusammenarbeitet und einen künstlerischen Konsens findet, zu beantworten. Und nicht zu Letzt war es der Entstehungsprozess des Katalogs «WIR», der sich einer aktuellen Thematik stellt. Inhalt des Katalogs ist die Tatsache, dass die Menschheit sich unweigerlich in einem Kollektiv befindet und sich nur durch Wahrnehmung dessen weiterentwickeln und entschieden in der Zeit bewegen kann. Die weitreichenden Fragen der heutigen Zeit setzen voraus, dass nicht Individuum, nicht Stadtteil, Land oder Kontinent, sondern die Menschheit als Ganzes betrachtet und in die Antwortsuche der Fragen miteinbezogen wird. Klimawandel, soziale Gerechtigkeit, Weltfrieden. Das Erkennen der Gemeinschaft, trotz des heutzutage grossen Stellenwerts des Individuums; oder vielleicht eben deswegen. Neben der Inhaltlichen Thematik widmete sich auch die Projektstruktur dem Phänomen des Kollektivs.
Die Gruppe an Künstler*innen, die den Katalog erarbeitet hat, kannte sich bei Projektbeginn als solches noch nicht. Die Dynamik, die Entscheidungskraft sowie auch die angesprochene Thematik mussten in kurzer Zeit gefunden werden; dies geschah im Rahmen eines Intensivwochenendes. Mit Hilfe einer Ausgangsfrage, die von der Projektleitung ausgesucht und gestellt wurde, näherte sich die Gruppe dem schlussendlichen Thema von Zeit zu Zeit an und – ohne dies zu wissen – beschäftigte sie sich während des Annäherns schon mit der Thematik, da sie selber ein Kollektiv, ein wahrzunehmendes Grosses und Ganzes darstellte. «Was würdest Du mit einer Million tun?» So lautete die Ausgangsfrage, wobei die Million von allen Antwortenden neu definiert werden konnte. Die Vielfallt an Antworten repräsentierte die Vielfalt der Gruppe: «Eine Million Steine für eine Steinkette um die Welt», «Eine Million Menschen für gemeinsamen Gesang», «Eine Million Freudetränen einfach so». Aus diesen Antworten entwickelte sich über die nächsten vier Monate der Katalog «WIR». Er fasst zusammen, mit was sich die Gruppe in dieser Zeit beschäftigte, worüber sie sich austauschte, welche Erkenntnisse sie gewann. Er stellt Fragen an die Lesenden und versucht, diese durch den gleichen Prozess zu führen, den die Gruppe durchlief. Den Schluss des Kataloges bildet eine Aussage, die die oben beschriebene Grundlage zur Beantwortung der Fragen an die Welt ist. «Ich sehe uns.»
Der Katalog versucht den Lesenden dazu zuführen, Antworten zu finden. Dass längst nicht alle Fragen beantwortet werden und dass jede Frage wieder weitere Fragen aufwirft, ist uns bewusst. Auch wir konnten nicht alle Fragen beantworten. Glücklicherweise ist die Antwort ebenso entwickelnd wie die noch offene Fragen. Offene Fragen regen an und führen mitunter auch zu weiteren Projekten. Gemeinsam. WIR zusammen.
Wir unterstützen es, wenn ihr euch unterstützt! Deswegen geht der Kaffee auf uns, wenn ihr euch zum Austausch trefft. Schreibt uns und wir schicken euch einen Getränkegutschein.