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Nobelpreis für Physik
Hohe Auszeichnung für die Erforschung von Schwarzen Löchern
Der diesjährige Nobelpreis für Physik geht an drei Wissenschaftler für ihre Forschungen zu Schwarzen Löchern. Das gab das schwedische Karolinska-Institut bekannt.
Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr zur einen Hälfte an Roger Penrose (Grossbritannien) sowie zur anderen Hälfte an Reinhard Genzel (Deutschland) und Andrea Ghez (USA).
Penrose wird für die Erforschung von schwarzen Löchern und für seine Beiträge zur Allgemeinen Relativitätstheorie ausgezeichnet, Genzel und Ghez für die Entdeckung eines supermassiven Objekts im Zentrum unserer Galaxie.
Die drei Forscher hätten ein Stück weit Licht in «das dunkelste Geheimnis des Universums» gebracht. Das sagte der Generalsekretär der Königlich-Schwedischen Akademie der Wissenschaften, Göran Hansson, am Dienstag in Stockholm.
Ghez will Frauen für die Forschung inspirieren
Die 55-jährige Amerikanerin Ghez ist erst die vierte Frau, die den Physik-Nobelpreis erhält. «Ich hoffe, ich kann junge Frauen für das Fachgebiet inspirieren», sagte Ghez, als sie während der Verkündung der Auszeichnung telefonisch zugeschaltet wurde. Es gebe noch so viel mehr als Schwarze Löcher zu erforschen.
Der 89-jährige Penrose, Mathematiker und theoretische Physiker, erfand geniale mathematische Methoden, um Albert Einsteins allgemeine Relativitätstheorie zu erforschen, wie das Nobelkomitee mitteilte.
Einstein selbst glaubte nicht daran, dass schwarze Löcher wirklich existieren – diese superschweren Monster, die alles einfangen, was in sie eindringt. Im Januar 1965, zehn Jahre nach Einsteins Tod, bewies Penrose, dass Schwarze Löcher wirklich entstehen können.
Und er beschrieb sie bis ins Detail: In ihrem Herzen verbergen Schwarze Löcher eine Singularität, in der alle bekannten Naturgesetze aufhören. Sein vom Nobelkomitee als bahnbrechend bezeichneter Artikel gilt bis heute als der wichtigste Beitrag zur allgemeinen Relativitätstheorie seit Einstein.
Blick ins Innere der Milchstrasse
Mit den grössten Teleskopen der Welt entwickelten der 68-jährige Genzel und Andrea Ghez Methoden, um durch die riesigen Wolken aus interstellarem Gas und Staub tief ins Innere unserer Galaxie zu blicken. Ihre exakten Messungen liessen erkennen, dass die dortigen Sterne, «um etwas kreisten, das sie nicht sehen konnten», sagte Ulf Danielsson, Astrophysiker an der Universität Uppsala und Mitglied des Nobelpreis-Komitees.
Die Pionierarbeit der Forschenden lieferte den bisher überzeugendsten Beweis für ein supermassives Schwarzes Loch im Zentrum der Milchstrasse, wie das Nobelkomitee mitteilte.
Nach wie vor gebe es auf dem Gebiet noch jede Menge zu tun, sagte Ghez. Immerhin wisse man noch keineswegs, was in Schwarzen Löchern passiere. Klar sei lediglich, dass in diesen wichtigen «Bausteinen des Universums» die «Gesetze der Physik zusammenbrechen».
Im vergangenen Jahr hatte James Peebles (Kanada/USA) für seine grundlegenden Erkenntnisse zur Entwicklung des Universums die eine Hälfte des Physik-Nobelpreises erhalten. Die andere ging an die Schweizer Michel Mayor und Didier Queloz, die den ersten Exoplaneten entdeckt hatten, der um einen sonnenähnlichen Stern kreist.
Dotiert sind die Nobelpreise in diesem Jahr pro Kategorie mit zehn Millionen schwedischen Kronen (rund 1'030'000 Franken), das ist eine Million Kronen mehr als im Vorjahr.
Medizinpreis an Entdecker des Hepatitis-C-Virus
Die Woche der Nobelpreis-Verkündungen hatte am Montag mit der Bekanntgabe der Preisträger in der Kategorie Medizin begonnen. Den Preis teilen sich diesmal Harvey J. Alter (USA), Michael Houghton (Grossbritannien) und Charles M. Rice (USA), die für die Entdeckung des Hepatitis-C-Virus ausgezeichnet werden.
Die Preisverleihungen am 10. Dezember, dem Todestag von Preisstifter und Dynamit-Erfinder Alfred Nobel, fallen coronabedingt heuer deutlich kleiner aus als sonst.Zurück zur Startseite