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«Eine schwangere Frau hat einen Fuss im Grab und einen auf der Erde», lautet ein afrikanisches Sprichwort. Tatsächlich bedeutet eine Frau zu sein, in Burkina Faso ebenso wie in Sierra Leone, Diskriminierung in allen Lebensbereichen. Die Frauen können nicht frei entscheiden, ob, wann und wie viele Kinder sie zur Welt bringen möchten. Oft haben sie keinen Zugang zu Informationen über sichere und selbstbestimmte Sexualität.
Verhütungsmittel werden kaum verwendet, für Familienplanungseinrichtungen fehlt Geld und die Regierung unternimmt immer noch zu wenig, um Frauen und Mädchen vertrauliche Beratung zu ermöglichen – mit der Folge, dass viele Frauen sehr jung und ungewollt schwanger werden, lebensbedrohliche Komplikationen auftreten oder un-sichere Abtreibungen vorgenommen werden. Tausende von Frauen sterben, weil sie keinen Zugang zu medizinischer Versorgung haben und sich lebensrettende Behandlungen nicht leisten können.
Besseres Gesundheitssystem
Sowohl in Sierra Leone als auch in Burkina Faso könnten die Frauen in den meisten Fällen gerettet werden, wenn der Staat eine bessere Gesundheitsversorgung bieten würde. Daher initiierte Amnesty International im September 2009 und Januar 2010 in beiden Staaten eine «Karawane der Hoffnung».
Mit Trucks und Kamelen zogen Mitarbeiter aus der Londoner Amnesty-Zentrale und einheimische Amnesty-Mit-glieder durchs Land. Sie informierten Frauen in Theaterstücken, Radiosendungen und Diskussionsveranstaltungen über ihre Rechte und trafen sich mit Hebammen, Geburtshelferinnen sowie Vertretern der Regierung und nationaler wie internationaler Organisationen.
Erste Erfolge
In Sierra Leone sammelte die Karawane mehr als 30000 Unterschriften, die eine bessere Gesundheitsversorgung für Schwangere und Mütter forderten. Und das mit Erfolg: Seit dem 27. April 2010 ist die Gesundheitsversorgung für Schwangere, stillende Mütter und Kinder unter fünf Jahren gebührenfrei. Zur Umsetzung der kostenlosen Gesundheitsversorgung ist das Land auf die Hilfe der internationalen Gemeinschaft angewiesen.
Und auch Burkina Fasos Präsident Blaise Compaoré versicherte nach dem Ende der Karawane dem damaligen Amnesty-Generalsekretär Claudio Cordone, finanzielle Hürden abzubauen und den Zugang zu medizinischer Notversorgung und Verhütungsmitteln zu gewährleisten. Damit in seinem Land nicht mehr so viele Mütter sterben müssen.
Erschienen in «AMNESTY – Magazin der Menschenrechte» von Mai 2011
Herausgegeben von Amnesty International, Schweizer Sektion