Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03153.jsonl.gz/21

Freude macht mir nicht nur die astronomische Beobachtung oder die Astrofotografie, sondern auch das Erweitern und Optimieren der Sternwarte und derer Instrumente oder das Fertigen weiterer Zubehörteile. Das Web bietet heute Zugang zu vielen intelligenten und hilfreichen Tipps und ich möchte mich meinerseits etwas zu "revanchieren" versuchen.
- Teilkreise für die AYO- Montierung
- Parallaktischer Adapter zu AYO- Montierung
- Befestigungs- Schwalbe für P.S.T
- Selbstbaumontierung
- Feinfokussierung
- Taukappe für Meade ED 127/f9
- Justierbare Leitrohrmontierung
- Stativmontage für DADOS- Spektrografen
- Halogenadapter für DADOS
- Xe- Kalibrationslampe für DADOS
Aufgrund eines Hinweises von Martin Huwiler hat mein Sternenfreund Richard Walker sich einen Bausatz von Velleman für eine Stroboskoplampe mit Xenon- Bogenlampe angeschafft und einen interessanten Erfahrungsbericht [639 KB]
darüber geschrieben. Da mich Richard freundlicherweise über seine Tätigkeiten immer wieder informiert, musste diese interessante Kalibrierlampe - diese gibt im gesamten sichtbaren Lichtbereich nutzbare Emissionslinien ab - natürlich auch angeschafft werden. Bausatz und Lieferant erwähnt Richard Walker im oben erwähnten Erfahrungsbericht.
Mein kleiner Beitrag besteht im Einbau der Platine in ein Gehäuse und der Erschaffung einer Möglichkeit, diese Lampe an den DADOS anzubringen.
Ich drehte mir ein Nosepiece (siehe Skizze unten) das ich zusammen an der vorgesehenen Stelle mit einem 2"- Deckel auf die einte Hälfte des Gehäuses (CONRAD, Artikel 520985; 124 x 72 x 30mm) klebte. Velleman empfiehlt eine Absicherung, die ich neben einem Tasterschalter und einer Buchse für ein Kaltgerätekabel (letztere beide sind nicht unbedingt notwendig) in die andere Hälfte des Gehäuses montierte. Die Platine mit der Elektronik klebte ich mit Montageband in dieselbe Gehäusehälfte.
Wichtig: der grosse Kondensator unbedingt liegend und der Thyristor leicht geneigt einlöten, da sonst ein höheres und damit grösseres Gehäuse nötig würde. Da der vorgsehene Einsatz die maximale Frequenz von 20Hz sinnvoll macht, habe ich den für das Verstellen der Leuchtfrequenz vorgesehene Potentiometer durch ein Stück Draht ersetzt.
|Skizze Nosepiece||Innenansicht||Rückansicht||Einsatzbereite Xenon- Kalibrierlampe|
Für das Ausmessen von optischen Filter wird das Licht einer Halogenlampe durch den zu vermessenden Filter geschickt und im vom DADOS erzeugten Spektrum sind die Wellenlängen sichtbar, die der Filter passieren lässt.
Ich verwendete von einer defekten Maglite- Taschenlampe (Batterien waren ausgelaufen) den Lampenkopf, entfernte das Glas und fertigte aus Nylon einen Gewindering mit dem Filteraussengewinde für 2"- Filter an, den ich anstelle des Lampenglases einklemmte.
Zufälligerweise hatte ich in meiner Bastelkiste einen Halogenreflektor, der genau in die Bohrung des Lampenkopfes passte und leicht klemmt. Fertig ist der für 2- Watt- Halogenbirnchen geeignete Halogen- Adapter für 2"- Filter.
Die Oberfläche des Lampenkopfes scheint genügend Wärme abzustrahlen, so dass auch bei längerem Brennen der Halogenbirne kein Wärmestau entsteht.
Zu Testzwecken und für den Einsatz mit einem kleinen Objektiv ist es sinnvoll und praktisch den DADOS Spektrografen auf einem Stativ platzieren zu können. Neben einer geeigneten, leicht zu entfernenden Rohrschelle ist eine Beweglichkeit in allen Richtungen notwendig.
Die Rohrschelle (37-42mm) ist bei einem Baumarkt erstanden worden und findet normalerweise für das Befestigen diverser Gas- und Wasserrohre Verwendung. Ich wählte eine Ausführung mit einem Aussen- Gasgewinde (3/8") das der Installateur für das Festschrauben der Rohrschelle über entsprechende Distanz- Rohrstücke und einem Flansch an einer Wand einsetzt. Flansch und Distanzrohrstück sind für den DADOS- Einsatz nicht nötig; nur das G 3/8"- Aussengewinde an der Schelle.
In meiner Gerümpelkiste fand ich einen alten Duschkopf, der über einen Anschluss in Form eines 3/8"- Innengewindes verfügt und in dieses die Rohrschelle geschraubt werden kann.
Zuerst klebe ich mit Sekundenkleber auf die Innenseiten der beiden Rohrschellenhälfte je ein Stück Gummi mit 1mm Dicke. Das wird ein Zerkratzen der DADOS- Oberfläche verhindern und spritze dann die Schelle mit Grundierung und schwarzer Farbe aus der Dose. Die Klemme ist dabei auf einem passenden Rundholz (Besenstiel) festgeklemmt, damit die Gummifläche, die auf den DADOS kommen wird, sauber bleibt. Das Ganze muss nun gut austrocknen.
Nun schraube ich den Duschkopf auseinander und entferne dessen "Innereien". Danach drehe ich ein Stück Rund- Nylon mit ein paar Hundertstel Millimeter Übermass zum Innendurchmesser des Duschkopfgehäuses und schlage das Nylonstück in das Duschkopfgehäuse.
Zuletzt drehe ich das Duschkopfende plan, und bringe das bei Fotostativen übliche W1/4"- Innengewinde ein. Nach dem Zusammenschrauben der "äusseren" Duschkopfteilen - Duschkopfgehäuse mit dem Nyloneinsatz, Kugelkopf mit G3/8" Aussengewinde, Gegenlagerung in Form eines Gummiringes mit Unterlegscheibe und der Überwurfmutter - verfüge ich jetzt über eine einfache Kugelmontierung; je nach der Stärke des Anziehens der Überwurfmutter mehr oder weniger streng beweglich.
Nun noch die Rohrschelle am DADOS befestigen, die Kugelmontierung an der Rohrschelle aufschrauben und dann das Ganze auf ein hadelsübliches Foto- Stativ.
Funktioniert einwandfrei und sieht erst noch passabel aus.
|Die "Duschkopf- Kugelmontierung" mit eingepresstem Nylon- W1/8"- Gewindeteil||Die überarbeitete Baumarkt- Rohrschelle für den DADOS||... und voilà|
Bekannterweise muss das Leitrohr möglichst parallel zum Hauptrohr ausgerichtet sein. Leider liegt es in der Natur der Sache, dass nach der Montage eines Leitrohres auf dem Haupttubus dies sicher nie der Fall sein wird. Es benötigt somit Anpassungen, die im einfachsten Fall mit Hilfe von Unterlagblechen (Höhenverstellung) und ausgefeilten Langlöchern (Seitenverstellung) erreicht werden können. Dazu muss aber x-mal das Leitrohr demontiert bezw. gelockert werden, um die Bleche zu unterlegen und dann wird sicher auch die Stellung im Langloch verändert sein...
Besser ist eine kontinuierliche Einjustierung. Im Web sind etliche Lösungen zu finden; auch sehr professionelle.
Da eine korrekt durchgeführte Justierung nur selten wiederholt werden muss, verzichte ich auf eine "Plusultra"- Konstruktion und fertige eine optimale "Aufwand- Erfolg"- Lösung.
Ich beziehe mich auf oben stehende Prinzipskizze, die ich bewusst nicht vermasst habe:
Das Leitrohr kann in zwei Richtungen ausgerichtet werden. Zum Ersten mit dem Exzenter (3) für die Seitenverstellung und zum Zweiten mit dem Keil (4) für die Höhenverstellung.
Dazu müssen die beiden Muttern (8) und (9) etwas gelockert werden. Dann kann (3) mit dem angelöteten Hebel verdreht werden, was eine seitliche Bewegung der vorderen Rohrschelle (1) bewirkt. Die dadurch entstehende Längsbewegung wird mit dem Flansch (6), der die Schraube der hinteren Rohrschelle im Schlitz (7) führt, ermöglicht.
Mit der Rändelmutter (5) kann der geschlitzte Keil (4), der auf der rostfreien Gewindespindel (12) geführt wird, hinein oder heraus bewegt werden, was eine Höhenänderung der hinteren Leitrohrschelle (2) bewirkt.
Nach der Grobeinstellung werden die beiden Muttern (8) und (9) wieder fest angezogen und mittels einem Fadenkreuzokular wird die sicher noch bestehende Differenz beim "Referenzpunkt" (Kirchturmspitze, Stern etc.) zwischen Haupt- und Leitrohr abgeschätzt.
Danach wieder - wie oben beschrieben - die abgeschätzten Werte anhand des durch das Lösen der beiden Muttern (8) und (9) jetzt nicht mehr am selben Ort befindlichen "Referenzpunktes" verfahren und die Muttern (8) und (9) wieder fest anziehen. Jetzt werden die beiden Rohre sehr genau übereinstimmen. Bei Bedarf mit einem Okular kleinerer Brennweite die ganze Justierung "verfeinern"...
Materialliste:
- Rohrschellen (1) und (2): Originalteile von Meade aus Leichtmetalldruckguss
- Exzenter (3) für die seitliche Verstellung: Aus Messing gedreht ( ca. dia. 40 x 20mm)
- Keil (4) für die Höhenverstellung: Aus Aluminium gefräst ( ca. 35 x 35 x 10mm)
- Rändelmutter M4 (5): Handelsware
- Gleitflansch (6): Aus Bronze gedreht ( ca. dia. 20 x 18mm)
- Rostfreie Muttern M5 (8) und (9): Handelsware
- Gundplatte (10): Aus Aluminiumprofil 35 x 12 x 250mm
- Montageplatte (11): Aus Aluminium- U- Profil 50/25 x 3 x 450mm
- Rostfreie Gewindestange (12): M4 x 50mm; Handelsware
- Ausgleichplatte (13): Aus Aluminiumblech; 20 x 3 x 35mm
Alle gleitenden Teile gut mit Teflonfett oder ähnlichem einschmieren.
|Die zwischen dem Lichtenknecker HA 150/f15 und dem Meade ED 127/f9 befindliche justierbare Zwischenmontierung||Der Exzenter für das seitliche Verfahren der vorderen Rohrschelle||Keil und Randriermutter für die Höhenverstellung der hinteren Rohrschelle|
Aus was für Gründen auch immer, lieferte Meade zum ED 127/f9- Refraktor eine viel zu kurze Taukappe. Als Faustregel gilt für die Länge einer Taukappe etwa den 1,5- fachen Durchmesser. Der Meade hat aber knapp nur den einfachen Durchmesser als Länge. Dies hat bei feuchten Nächten Folgen in Form von Tauniederschlag auf der Frontlinse.
Da ich nicht "Hamilton- Aufnahmen" von astronomischen Objekten machen möchte, besteht Handlungsbedarf.
Da es schwierig scheint, eine passende und genügend lange Taukappe für diesen Refraktor zu bekommen habe ich mich für einen Selbstbau entschlossen.
Die Originaltaukappe soll dabei als Basis dienen und nicht verändert werden. Diese weist einen Aussendurchmesser von 178mm auf und dies ergibt einen Umfang von aufgerundet 565mm. Die Länge der gesamten Taukappe müsste somit 1,5 mal 175mm also ungefähr 270mm sein.
Ich verwendete 1,5mm Aluminium, das ich noch vom Bau meiner Selbstbaumontierung "ursusmajor" vorrätig hatte.
Nach dem Zuschneiden auf die Masse 565 x 270mm rundete ich mit einem Gummihammer die beiden Enden über die Kante meines Arbeitstisches vor und bog dann in einem Kraftakt das Aluminiumblech zu einem Zylinder. Diesen nietete ich an der Nahtstelle mit vier Aluminiumblechen und Sattlernieten zusammen und "dichtete" zuletzt die Fuge mit selbstklebendem Aluminiumband ab.
Nun verwendete ich die schwärzeste aller Farben für den Innenanstrich und spritzte anschliessend die Aussenseite nach dem Auftrag einer Grundierung mit der Meade- ähnlichen Farbe Ral 9010 von Dupli- Color.
Jeder Astrofotograf kennt die Situation, dass man krampfhaft den Schärfepunkt sucht und dabei mit dem Original- Fokussierknopf (oder man verfügt über einen "Feathertouch" o.ä.) seine Mühe hat. Zum Einen lässt die relativ grobe und damit schwergängige Drehbewegung die ganze Anlage schwingen und zum Anderen wird der Schärfepunkt oft "überfahren".
Wie beim "Feathertouch" kann eine Untersetzung hier Abhilfe schaffen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten den Original- Fokustrieb zu untersetzen. Ausser den käuflichen Mikrofokussierer und Motorfokussierer sind auch Stirnradgetriebe, Zahnriemen oder auch Friktions- oder Riemengetriebe möglich.
Ich zeige hier meine Lösung mittels Stirnradgetriebe, die ich beim Okularauszug von meinem Lichtenknecker HA 150/f15 relaisiert habe.
Als Vorgabe wollte ich eine Lösung, die es ermöglicht, den Originalzustand ohne Weiteres wieder herstellen zu können. Also keine zusätzlichen Schraubenlöcher usw.
Zur Befestigung benutzte ich die vorhandenen (Original-) M4- Gewinde des Lagergehäuses vom Zahnstangenritzel.
Das Zusatzmaterial besteht zur Hauptsache aus zwei Messing- Stirnräder mit dem Modul 0,7mm zu 15 und 90 Zähnen. Dies ergibt eine Untersetzung von 1:6, was meines Erachtens für einen Refraktor mit einem Öffnungsverhältnis von f15 (grosse Tiefenschärfe) eine genügende Feinfühligkeit ergibt.
Dazu ein kleiner Drehknopf (wie alle anderen Teile auch: Conrad- Elektronik!), ein Stück 6mm Silberstahl, ein kleines Stück 10mm Bronze, einen Streifen 3mm Aluminium (60 x 140mm), vier Madenschrauben M4 für die Befestigung der Zahnräder auf den Wellen und vier Schrauben mit einer um 5mm gegenüber den Originalschrauben grösseren Länge.
Das Aluminium bog ich ( etwas vorgewärmt mit dem Schweissbrenner) zu einem U- förmigen Teil, der die ganze Mechanik aufnehmen soll. Vier 5mm- Löcher mit der Lochdistanz vom Original- Zahntrieb- Lagergehäuse werden in die entsprechende Partie des "U" gebohrt. Nun befestige ich dass "U" wie vorgesehen, entferne die Original- Fokussierknöpfe und passe das 90- Zähne Zahnrad auf die Welle an (bei mir 15mm Durchmesser). Noch ein 4mm Gewinde für eine Madenschraube in die Nabe des Zahnrades und dann möglichst nahe an das OAZ- Gehäuse aufschieben und festziehen.
Nun das 15- er Zahnrad an die richtige Stelle auflegen und dessen Mitte anzeichnen, diese ein klein wenig etwas in Richtung OAZ- Gehäuse verchieben (Zahnspieleinstellung!; siehe unten) und ein 9mm Loch durch beide U-Schenkel bohren.
Aus der Bronze zwei Lagerbuchsen mit Innendurchmesser 6mm-H7 drehen und diese in das Aluminium-U einleimen. Anschliessend das 15-er Zahnrad entsprechend dem 90-er auf einem Stück 6mm Silberstahl befestigen und das Ganze in die vorgesehenen Lagerstellen reinschieben. Nach dem Anbringen des Drehknopfes noch das Zahnspiel mit Unterlegen des Aluminium-"U" einstellen und die Schrauben festziehen. Fertig!
Meine Selbstabaumontierung "ursusmajor" ist wahrheitsgemässer eine Revision und Modernisierung einer bestandenen Montierung (Teledrive, aus Kalifornien, ca 1975), die ich als solide Basis erstehen konnte. Ausser das Achsenkreuz - was ich optisch mit etwas Farbe aufgemotzt habe - ist alles andere von mir überarbeitet bzw. eu erstellt worden. Dazu habe ich viel Wissen von Kollegen, Foren, Sach- und Fachbüchern aneigen dürfen-müssen-können.
Folgend nun die wichtigsten Punkte, die es vielleicht einem anderen Sternenfreund anhand der Revision/Erstellung einer Montierung erleichtern, gewisse Entscheidungen zu treffen.
Da ich die Montierung vorwiegend für die Astrofotografie einsetzen möchte, ist ein Tangentialarm erste Wahl. Dieser kann mittelst einem Friktionsgetriebe auf eine Leitspindel mit halbierter und gespannter Mutter praktisch spielfrei hergestellt werden und konstruktionsbedingt ergibt sich auch eine stabilere Anordnung der gesammten Montierung - keine Torsionsschwingungen (die Achse zwischen Antrieb und Last wirkt als Torsionsfeder) in Deklination, da Antrieb und Last auf derselben Seite sind. Ein Nachteil ist, dass bei "Goto" nur in einem eng begrenzten Bereich in Deklination gefahren werden kann. Es muss zuerst ein Referenzpunkt in maximaler Weite von ca 15° in Deklination zum Ziel angefahren und daran gedacht werden, diese Achse vorher an den richtigen Endanschlag zu fahren.
In Rektazension (Stundenachse) ist ein Getriebespiel nicht weiter tragisch, da bei einem Abwandern des Leitsterns infolge des periodischen Schneckenfehlers in Ostrichtung nicht die Motordrehrichtung gewechselt werden, sondern höchstens bis Stillstand impulsweise gedrosselt werden muss. Analog wird bei einer Abdriftung in Westrichtung die Motordrehzehl entsprechend gesteigert; sowohl bei Hand- wie Autoguiding.
Als Material für die Achsen habe ich eine lösungsgelühte und ausgelagerte Aluminiumlegierung (Korrofestal) mit einer Härte von 110 HB verwendet. Aluminium anstelle von Stahl, weil ersteres eine bessere Eigendämpfung bezüglich (Torsions-) Schwingungen aufweist.
Für die Lagerung der Achsen habe ich anstelle der vielfach verwendeten Rillen- oder Rollenlager (oder bei Billigprodukten gar Gleitlager!!) Kegelrollenlager vorgezogen. Diese lassen sich spielfrei einstellen.
Das Schneckengetriebe besteht aus einem Schneckenrad aus Bronze, mit 189 Zähnen in Modul 1mm. Die Schnecke ist aus Stahl und Lagerstellen wie Schnecke präzisionsgeschliffen. Aus Platzgründen besteht die Radiallagerung aus einer Gleitlagerung mit Graphitbronzebüchsen (Notlaufeigenschaft) und die Axialkräfte werden mittels Axial- Rillenkugellager aufgefangen. Damit wird ein Minimum eines periodischen Schneckenfehlers erreicht. Der kleine und langsam periodierende Schneckenfehler ist sowohl von Hand wie mit Autoguiding problemlos zu beherrschen. Ausserdem besteht bei den meisten astronomischen Schrittmorsteuerungen die Möglichkeit eines "PEC"- Ausgleichs.
Für die Motore habe ich mich infolge der geplanten Zuladung von 25 - 30 kg (ohne Gegengewichte) Für die drehmomentstarken SECM4- Schrittmotore entschieden. In Rektazension mit einem angekoppelten 8:1 Planetengetriebe und in Deklination mit einem selbst gebauten 7:1 Friktionsgetriebe auf die Gewindespindel.
In Rektazension dreht der Motor in Sternengeschwindigkeit mit etwa einer Umdrehung pro Minute und läuft sehr ruhig, praktisch unhörbar. Da die SECM4- Motore über Mikroschritte verfügen, ergeben sich pro Sekunde über 200 Schritte, was einen ruhigen, vibrationsfreien Lauf gewährleistet. Bei guten Motoren kann eine Untersetzung bei der Rekatzension problemlos mit 1500:1 realisiert werden. Sicherer ist natürlich 3000:1 oder höher. Dies bedingt aber grössere und vor allem mehrstufige Getriebeanordnungen was zu vermehrtem Spiel und auch geräuschvollerem Verfahren führt.
Theoretisch und auch praktisch sind bei meiner gewählten Anordnung Verfahrgeschwindigkeiten bis 800x oder gar noch höher möglich. Die Antriebe laufen auch bei diesen hohen Geschwindigkeiten sehr ruhig (Wenn ich an das zahnplombenlösende Geheule von gewissen Montierungen meiner Sternfreunde oder auch meinem Meade ETX- 125 denke!!). Leider ist der Anschlag bei Deklination (Tangentialarm) rasch erreicht und ein blockierter Schrittmotor heult recht laut auf und wegen den programmierten Beschleunigungs- und Bremsrampen heult dieser auch bei sofortigem Stopp noch lange nach. Schaden tut dies dem Motor zwar nicht, aber vielleicht dem nachbarlichen Frieden. Deshalb habe ich die Verfahrgeschwindigkeit auf 200x beschränkt.
Schliesslich habe ich mich noch für eine astronomische Schrittmotorsteuerung entschliessen müssen. Es gibt etliche Produkte auf dem Markt. Aus unseren Breiten sind mir die FS2 von Astroelectronic (Michael Koch), MTS-3 / Dynostar von Boxdörfer Elektronik (Sigurd Boxdörfer) und die Littlefoot von Anand Rajiva bekannt. Sicher alles sehr gute Produkte mit einzelnen Stärken und Schwächen. Weil wir in unserer Vereinssternwarte der Astronomischen Gesellschaft Oberwallis AGO auch zwei FS2 im Einsatz haben, war der Entscheid rasch gefällt.
Wichtig ist auch die Schmierung der Lager. Fett ist denkbar schlecht, da dieses zwar ein Gelotter im Antrieb kaschieren kann, aber in kalten Nächten, wenn das schwere Rohr noch durch Unausgewogenheit zusätzlich zum dick gewordenen Fett "bremst", kann auch ein gut dimensionierter Motor überfordert werden.
Besser ist etwas dickeres Maschinenöl und dieses anhand einer jährlichen Inspektion - sprich Reinigung - wieder neu und sparsam auf Schneckenrad und Lagerungen aufzutragen.
Selfmade Friktionsantrieb;
Der rund 400mm lange Tangentialarm wird von einem SECM4 Motor über ein O- Ring bestücktes 12mm- Antriebsritzel, einem Friktionsrad mit 95mm Durchmesser (Aluminium gerändert) auf einer 16mm Gewindespindel und geteilter, einstellbarer Mutter angetrieben. Der Motor wird mittels Feder an das Reibrad gezogen. Das vorhandene Abdeckgehäuse ist entfernt worden.
Einsatzbereite "ursusmajor";
Mit Gegengewichten von rund 50kg (nicht alle montiert) und einem Einsatzgewicht (ohne Instrumente und Gegengewichte) von 35kg. Das Stativ ist natürlich viel zu schwach für einen Einsatz; dies musste nur für das Foto "leiden".
Von Coronado ist vorgesehen, dass das P.S.T (Personal Solar Telescope) entweder mit der optionalen Dreibeinstütze, mittels entsprechender Aufnahme auf einem Fotostativ oder einer astronomischen Montierung seinen Einsatz findet. Auf Ersterem kann das Gerät mittels der fotostativeigenen W3/8"- Schraube, die in das Zentralloch des Kopfes vom P.S.T.- Stativ geschraubt wird, geschehen.
Ich verwende für das P.S.T. vorzugsweise meine modifizierte AYO- Montierung. Damit ich aber "den Fünfer und die Semmel" habe, montiere ich die Schwalbe direkt an den Kopf der Originaldreibeinstütze. das gibt noch den zusätzlichen Vorteil, dass beim Einsatz des P.S.T auf dem nachgeführten Teleskop, beide Geräte mithilfe des P.S.T.- Dreibeinkopfes parallel zueinander ausgerichtet werden können.
Die Schwalbe bekommt einen fixen Stift von knappen 2,5mm; Teil eines zurecht gesägten Nagelschaftes, den ich auf einer Seite mit Gewinde versehe und in ein speziell gebohrtes und geschnittenes M2,5- Gewinde in der Schwalbe drehe und mit Loctite sichere.
Der Kopf der Original- P.S.T.- Montierung bekommt etwas vom Rand der unteren Fläche entfernt eine entsprechende, dem Fixierstift der Schwalbe angepasste Bohrung. WICHTIG: Darauf achten, dass die drei Gewindebohrungen für die entsprechenden Beine des P.S.T.- Stativs so gerichtet werden, dass die Schwalbe nicht ein Einschrauben von einem oder gar mehreren Beinen verhindert!
Nun fertige ich in der Schwalbe eine an den Kopf einer M6- Inbusschraube angepasste Stufenbohrung, mit dem Abstand des zentralen M3/8"- Gewindeloch im P.S.T. Stativkopf zum Loch des Fixierstiftes auf der unteren Fläche.
M6 und W3/8" sind sehr ähnlich. Problemlos kann eine M6- Schraube ein paar Umgänge in ein W3/8"- Gewinde hinein gedreht werden, bis sich die 5° Differenz im Flankenwinkel und die kleine Differenz in der Steigung bemerkbar machen und die Schraube im Gewindeloch zu klemmen beginnt. Die Schutzheiligen der Mechaniker mögen es mir verzeihen: Mit einem M6- Gewindebohrer "passe" ich das 3/8"- Gewindeloch an!
Wenn nun der Abstand zwischen Gewindeloch und Fixierstift einigermassen stimmt, kann die Schwalbe leicht am unteren Ende der P.S.T.- Dreibeinstütze angeschraubt werden.
Nun muss nur noch die Schaumstoffpolsterung im P.S.T.- Köfferchen entsprechend angepasst werden.
Die AYO- Montierung ist eine tolle Sache. Ohne Ausrichtung und Elektronik ist diese sofort einsatzbereit und kann zusammen mit einem kleineren Teleskop wie bei einem Dobson eingesetzt werden. Das Ganze hat aber auch denselben Nachteil: Ein bei grosser Vergrösserung aus dem kleinen Gesichtsfeld "rutschendes" Objekt kann meist nur mühsam wieder eingefangen werden. Meist muss dazu ein Wechsel auf das Übersichtokular gemacht werden.
Ich habe mir deshalb einen kleinen Adapter gefertigt, der zwischen Stativ- Grundplatte und AYO zu sitzen kommt. Der Adapter hat eine Anschrägung, die dem ungefahren Breitengrad (bei mir 47°) entspricht, besteht voll aus Aluminium und ist mit Messingspray gespritzt worden. Eloxieren wäre natürlich beständiger.
Diese modifizierte AYO benutze ich entweder mit dem Coronado PST oder dem Meade ED 102/f9 zur rein visuellen Beobachtung. Bei grösseren Teleskopen wird es aber rasch notwendig, ein Gegengewicht zu benutzen, um einem Umkippen des Ganzen entgegen zu wirken.
Ich beziehe mich auf unten stehende Skizze:
Als erstes säge ich von einem 75mm Rundstab ein 75mm langes Stück im Winkel von 47° ab. Als zweites von einem 60mm Rundstab eine 12mm dicke Scheibe.
Anschliessend geht es zur Drehbank, wo ich den Axialeinstich mit dem Durchmesser 60mm mit einer Tiefe von 11mm ausdrehe. Dann noch das W 3/8"- Gewinde und das Teil ist - was die Dreharbeiten betreffen - soweit fertig. Anschliessend drehe ich die 60mm Scheibe auf 59,5mm hinunter und bohre in derselben Einspannung das mittige Loch für das 3/8"- Gewinde (Bohrdurchmesser 8mm).
Anschliessend körnere ich bei der Scheibe die Löcher für die vier M6- Schrauben an und bohre diese mit einem 6,5mm Bohrer und senke die Löcher soweit an, dass die Schraubenköpfe der M6- Senkschrauben nicht vorstehen.
In der Mitte der ellipsenförmigen Fläche des Hauptkörpers setze ich einen Körner.
Anschliessend spanne ich den Hauptkörper in den Schraubstock der Säulenbohrmaschine und richte die 47°- Fläche mittels Wasserwaage horizontal aus. (Ich nehme an, dass die Maschine gerade steht. ;-) ) und bohre ein 8mm Loch auf etwa 18mm Tiefe.
Nun lege ich die Scheibe auf die Fläche und stosse den Schaft des 8mm Bohrers durch das mittige Loch der Scheibe in das Loch des Hauptkörpers, richte die vier Löcher der Scheibe etwas aus (Auch das Auge muss genährt werden...) und zeichne die vier Löcher mit einem Filzsschreiber, den ich durch die einzelnen Löcher stosse, auf der elliptischen Fläche an. Dann schlage ich wegen der Positionserkennung je einen Körner auf Scheibe und Fläche.
Anschliessend bohre ich nach dem Entfernen des 8mm- Bohreres und der Scheibe diese vier Löcher mit einem 5mm Bohrer auf etwas 15mm Tiefe.
Mit einemd direktschneidenden M6- Gewindebohrer schneide ich anschliessend die vier Gewinde von Hand.
Nun schraube ich die Scheibe auf dem Hauptkörper fest und schneide anschliessend noch das W3/8"- Gewinde.
Nun noch die drei M3 Gewindelöcher gleichmässig am Umfang verteilt anzeichnen, bohren und schneiden, einen Gewindestift in das stirnseitige W3/8"- Gewindeloch einschrauben und mit Loctite (oder Ähnlichem) sichern und zum Schluss auf der Fräsmaschine die Fläche für den "Vixen- Arretierungs- Stift" fräsen.
Der Adapter ist dann einfach unten bei der AYO einzuschrauben und mit den drei M3- Madenschrauben gegen Verdrehung zu sichern und die parallaktische "Dobsonmontierung" ist einsatzbereit.
|Die Einzelteile des parallaktischen Adapters für die AYO- Monteirung||Der zusammengebaute Adapter....||... im Einsatz||Als Astrozeichner bin ich noch schlechter...|
Einfach, erstaunlich, gut; diese Teilkreise!
Es werden benötigt: Transparentes Klebeband (etwas dicker als die Haushalts- Klebestreifen), 2 Stück Schlauchbriden (von Vorteil Inox) für den Durchmesser 70mm und die Druckvorlage [40 KB] für die Teilkreise.
Nun geht es so einfach wie beim "Basteln mit Gerda Conzetti"
Zuerst werden die Teilkreise ("Rektazension" anstelle von "Azimutal", wenn der parallaktische Adapter vorhanden ist) ausgedruckt und zugeschnitten.
Anschliessend auf der AYO auf der Azimutal- (bzw. Rektazensionsachse) möglichst nahe der Trennkerbe (fixer / drehbarer Teil) den entsprechenden Papierstreifen anbringen (Zahlen von der Lücke weg; siehe Grafik) und mit dem Transparentklebeband luft- und wasserdicht abkleben. Analog bei der Deklinationsachse (Auf der Gegenseite der Aufnahmeschwalbe für das Teleskop!). Darauf achten, dass die Teilung (0-90°) in Richtung Okularseite des montierten Teleskopes zeigen wird.
Auf den beiden anderen - also beweglichen - Seiten der Achsen wird auch Klebeband zwei- oder dreilagig direkt auf das Material aufgeklebt und auf diesen Klebebändern dann die Schlauchbriden angebracht. Diese sdann o stark anziehen, dass sie sich noch darauf drehen lassen.
Nun wird noch eine Markierung (am besten auf der Gegenseite der Verschraubung der Bride) pro Bride aufgebracht (z.B. mit einem wasserfesten Filzschreiber) und fertig ist die Bastelstunde.
Nach dem Aufstellen von Dreibein, AYO und Teleskop wird letzteres nach Norden und horizontal ausgerichtet. Anschliesswend werden die beiden Schlauchbriden soweit verdreht, dass die Markierungen bei Azimut und Deklination bei 0° stehen.
Nun die azimutalen (äquatorialen) Koordinaten anfahren und erstaunlicherweise geraten mit dieser eher grobschlächtigen Methode die Messierobjekte in einem langweitigeren Okular ins Gesichtsfeld.
Viel Erfolg!