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Der August war sehr warm. Im Hochgebirge herrschten wetterbedingt oft gute Verhältnisse für Hochtouren. Allerdings waren die Gletscher unterhalb von rund 3200 m aper und meist lag nur in den höchsten Gipfellagen des Hochgebirges noch Altschnee. Ende August fiel ausserordentlich viel Niederschlag, besonders im Süden und Osten. Im Tessin kam es zu Überschwemmungen. Bedeutende Neuschneemengen gab es nur im Hochgebirge.
Der August war sehr sonnig und einer der wärmsten Augustmonate seit Messbeginn (Bericht MeteoSchweiz zur Hitzewelle). Das hochsommerliche Wetter wurde anfangs und Mitte Monat kurz unterbrochen. Das Niederschlagsereignis zum Monatsende war das ergiebigste. Schnee fiel vor allem im Hochgebirge. Die Schneefallgrenze sank in den letzten Augusttagen auf 2000 m bis 2400 m.
Nachdem es am Bundesfeiertag, 01.08. noch genauso heiss war wie in der letzten Juliwoche wurde es anschliessend vorübergehend kühler.
Am 03.08. kühlte es dann markant ab (Abbildung 1) und im Norden und Osten setzte Niederschlag ein. Die Schneefallgrenze sank von 3000 m auf rund 2300 m. Oberhalb von 3000 m fielen in 24 Stunden am nördlichen Alpenkamm und in Graubünden gebietsweise 20 bis 40 cm, lokal bis 50 cm, in den übrigen Gebieten am Alpenhauptkamm 10 bis 20 cm Schnee (Abbildung 2, vgl. auch Bildstrecke).
Die Neuschneemengen fielen geringer aus als erwartet. Dennoch hat der starke bis stürmische Nordwind den Neuschnee im Hochgebirge verfrachtet. Die Lawinengefahr stieg im Hochgebirge an.
Dem erwähnten Schnee ging es rasch wieder an den Kragen, es war in der Folge sonnig und wieder sehr warm mit Quellwolken und lokalen Gewittern im Tagesverlauf. Die Nullgradgrenze lag deutlich über 4000 m (Abbildung 1).
In der Nacht auf Freitag, 14.08. fielen in Gewittern in den höchsten Gipfelregionen des Aletschgebietes sowie am Walliser Alpenhauptkamm wenige Zentimeter Schnee (Abbildung 3).
Nach dem sonnigen und wieder wärmeren Wochenende am 15./16.08. kühlte es am Montag, 17.08. etwas ab und bis Dienstag, 18.08. fielen in Schauern und Gewittern im Aletschgebiet, in der Monte Rosa und im Berninagebiet oberhalb von rund 3500 m 5 bis 15 cm Schnee (vgl. Bildstrecke).
Von Mittwoch, 19.08. bis Freitag, 21.08. stiegen die Temperaturen mit Südwind wieder auf hochsommerliche Werte an (Abbildung 1), und es war sonnig mit nur geringer Quellwolkenbildung im Tagesverlauf. Ab Samstag, 22.08. nahm dann die Schauer- und Gewittertätigkeit wieder etwas zu und am Sonntag, 23.08. war es im Osten meist bewölkt. Die Nullgradgrenze sank auf 4000 m im Westen und auf 3400 m im Osten. Am Montag, 24.08. setzte sich von Westen her wieder stabiles Sommerwetter durch und es war bis am Donnerstag, 27.08. sonnig und sehr warm (Abbildung 1).
Zum Abschluss des meteorologischen Sommers gab einen kräftigen Vorgeschmack auf den Herbst. Am Freitag, 28.08. war es Norden mit Föhn teils noch sonnig, am Nachmittag kamen dort erste Regengüsse auf. Im Süden gab es bereits am Freitagmorgen Schauer und Gewitter. Am Samstag, 29.08. regnete es dann im ganzen Land, wobei die Niederschläge von Gewittern begleitet waren. Im Süden kamen sehr grosse Regenmengen zusammenkamen (Bilanz des Unwetters, Bericht von MeteoSchweiz). Abbildungen 3 und 4 zeigen die gefallenen Niederschlags- und Neuschneemengen.
Die Schneefallgrenze lag im Süden und Südosten zunächst bei 3400 m bis 3700 m und sank am Sonntag, 30.08. allmählich auf 3000 m. Im Westen und Norden lag sie zunächst bei 3000 bis 3400 m und sank am Sonntag auf rund 2000 m. Nur in grossen Höhen des Hochgebirges fielen diese Niederschlagsmengen als Schnee, im Süden oberhalb von rund 3700 m, im Westen und Norden oberhalb von rund 3400 m. Im Berninagebiet fielen 70 bis 120 cm, am Nördlichen Alpenkamm, im südlichen Unterwallis und in der Monte Rosa 40 bis 70 cm, sonst 20 bis 40 cm Schnee.
Am Alpennordhang sank die Schneefallgrenze am Sonntagnachmittag, 31.08. auf rund 2000 m und hier wurden 5 bis 10 cm Schnee gemessen. Während der Niederschläge blies der Wind im Süden und in Gewitternähe zeitweise stark aus Süd, sonst meist schwach bis mässig. Im Hochgebirge wurde der Neuschnee verfrachtet.
Am Montag, 31.08. war es wechselnd bewölkt, mit Schauern am Nachmittag besonders am Alpennordhang und in Südbünden. Die Schneefallgrenze lag bei 2400 m. Der Nordwind wehte schwach bis mässig.
Die Verhältnisse für Hochtouren waren vor allem wetterbedingt oft günstig. Nach den Schneefällen von Anfang August wurden einzelne feuchte Rutsche und Schneebrettlawinen gemeldet (vgl. Bildstrecke). Im Hochgebirge war kurzzeitig guter Trittschnee vorhanden. Dieser schmolz aber im Verlauf der sehr warmen ersten Augusthälfte weitgehend wieder ab, sodass in der zweiten Augusthälfte (vor den Niederschlägen ab 28.08.) meist nur in den höchsten Gipfelregionen des Hochgebirges noch Altschnee vorhanden war (vgl. Bildstrecke). Ansonsten war die Oberfläche der Gletscher meist hart und rau verfirnt, und sie bildete für den Neuschnee von Ende August eine günstige Unterlage. Unterhalb von 3200 m fiel der Neuschnee auf apere Gletscher (Abbildung 5, vgl. auch Bildstrecke).
Der Neuschnee von Ende August wurde zunächst mit starkem Südwind verfrachtet und es bildeten sich teils grosse Triebschneeansammlungen. Am 31. August wehte im Süden mässiger Nordwind. Die Lawinengefahr stieg vor allem im Hochgebirge an. Dort waren die Verhältnisse Ende August winterlich.
Im August wurden 3 situationsbezogene Lawinenbulletin herausgegeben (am 3., 28. und 30.08.). In der Niederschlagssituation von Anfang August war die Neuschneemenge im Rückblick gesehen zu gering, um die Kriterien für ein Sommerbulletin zu erfüllen. In der Situation von Ende August waren sie in grosser Höhe im Hochgebirge, oberhalb von rund 3500 m erfüllt.
Im August wurden dem SLF keine Lawinenunfälle gemeldet.
Gefahrenentwicklung
Lawinenbulletins dieser Zeitperiode im Überblick.