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Sommaruga ist diese Art von Treffen anlässlich des 1. Mai gewöhnt. 2020 hatte sie ein Alters- und Pflegeheim in Neuenburg und 2019 eine Kindertagesstätte in Freiburg besucht. In diesem Jahr nahm die Ministerin den Detailhandel ins Visier. Eine Branche, die in der Schweiz 300'000 Menschen beschäftigt und die von der Coronavirus-Krise besonders stark betroffen ist.
«Es gibt diejenigen an der Front, die ihre Arbeitszeit verlängern müssen, während andere ihre Stelle verloren haben», sagte Sommaruga am Freitag vor den Medien am Ende ihres Besuchs in der Waadtländer Hauptstadt.
Sie sei berührt von den Geschichten der Verkäufer, die auf dem Höhepunkt der Krise die einzigen Menschen waren, die Kontakt zu Kunden hatten, die für den Rest der Zeit in ihren Häusern eingeschlossen waren. «Mehrere Verkäuferinnen sagten mir, dass sie sich während der Pandemie wirklich nützlich fühlten», sagte Sommaruga weiter.
Prekäre Arbeitsverhältnisse
Laut der Bundesrätin hat der Berufsstand in der Krise eine gewisse Wertschätzung erfahren. "Aber reicht diese Anerkennung innerhalb der Gesellschaft aus? Die Bundesrätin betonte, wie wichtig es sei, den Angestellten im Detailhandel «sichere und klare» Arbeitsbedingungen zu bieten, insbesondere durch Gesamtarbeitsverträge.
Sie wies darauf hin, dass dies jedoch in vielen Unternehmen nicht der Fall sei. Prekäre Arbeitsverhältnisse, ob befristet oder auf Abruf, seien im Detailhandel immer noch weit verbreitet.
Vor ihrer Visite in der Innenstadt wurde die Vorsteherin des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) am Bahnhof Lausanne von der Waadtländer Regierungspräsidentin Nuria Gorrite empfangen. In den wenigen Minuten dieses informellen Besuchs tauschten sich die beiden Sozialdemokratinnen über Mobilitätsprojekte im Kanton aus.