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Wohl Basel, Mitte 16. Jahrhundert
Lindenholz
H. 41,5 cm, B. 14 cm (gesamt)
H. 25 cm (Aststrunk)
H. 15,2–18,5 cm, B. 4–7,5 cm (Löffel)
Inv. 1870.1043.
Der «stock mit krummen löffeln», wie Basilius Amerbach das Objekt bezeichnete, ist ein aussergewöhnliches Kunstkammerstück. Das grob behauene Reststück eines Astes dient als Halter verschiedenförmiger Löffelrohlinge. Die rundum in den Strunk geschlagenen vier Stufen sowie der obere Abschluss weisen insgesamt neun Löcher auf, in die jeweils ein Löffel gesteckt werden kann. Erhalten haben sich fünf Löffel, von denen drei beschädigt sind. Die Musterstücke konnten von Lehrlingen nachgeschnitzt oder von qualifizierten Werkstattmitarbeitern ausgearbeitet werden. Löffel gehörten wie Messer zu den wichtigsten Esswerkzeugen, die schon in der Antike im Gebrauch waren. In der Regel waren sie bis ins 16. Jahrhundert aus Holz geschnitzt, Exemplare aus Edelmetall konnten sich nur gehobene Stände leisten. Der Aststrunk mit Löffeln ist vermutlich mit dem Ankauf der Ausstattung einer Bildschnitzerwerkstatt in Amerbachs Besitz gelangt.