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Kulturelle Unterschiede
Da rauchloser Tabak nicht so gefährlich ist wie gerauchter Tabak, neigt man dazu, Oraltabak als weniger schädliche Alternative in den Fokus zu rücken. In Schweden haben Studien gezeigt, dass rauchlose Tabakprodukte wie Snus kurzfristig eine Hilfe bei der Entwöhnung von gerauchtem Tabak sein können. (1) (2) In der Schweiz sieht das jedoch ganz anders aus. Tatsächlich lassen sich diese Ergebnisse nicht verallgemeinern, da der Konsum von rauchlosem Tabak in Schweden eine lange Geschichte hat ist.
Eine in den USA durchgeführte Studie hat gezeigt, dass die amerikanischen Daten die schwedischen Daten nicht reproduzierten. (3)
In der Schweiz hat eine Studie mit 5‘000 Armeerekruten im Alter von durchschnittlich 20 Jahren ebenfalls gezeigt, dass diese relativ neue Form des Konsums die Jugendlichen dazu verleitet, mehr brennbare Zigaretten zu rauchen und die beiden Produkte miteinander zu kombinieren. (4)
Dieses Phänomen lässt sich durch den stark abhängig machenden Charakter des Oraltabaks und seinen hohen Nikotingehalt erklären.
Stark abhängig machende Produkte
Der Umstieg von Zigaretten auf Oraltabak verringert nicht das mit Zigaretten verbundene kardiovaskuläre Risiko, da Snus-Konsumenten nachweislich weiterrauchen! Eine in Norwegen durchgeführte Studie ergab, dass 62,4 % derjenigen, die Snus konsumierten, um zu versuchen, mit dem Rauchen aufzuhören, dies nicht schafften. 43,8 von ihnen rauchten täglich und 18,6 % gelegentlich weiter. Die Autoren dieser Studie betonten, dass es keine Hinweise darauf gibt, dass der Umstieg von Zigaretten auf Snus tatsächlich das Risiko verringert, wieder mit dem Rauchen anzufangen. (5)
Eine andere Studie belegt, dass der Konsum von rauchlosen Tabakprodukten als Ersatz für Zigaretten auch zu einem gleichzeitigen Konsum von Oraltabak und Zigaretten führen kann. (6)
Empfehlungen
Der Konsum von rauchlosem Tabak führt also zu einer starken Nikotinabhängigkeit und birgt gesundheitliche Risiken. Daher kann nur dazu geraten werden, diesen Konsum einzustellen. Nach dem derzeitigen Wissensstand ist es nicht empfehlenswert, rauchlosen Tabak als Mittel zur Raucherentwöhnung zu verwenden. Es besteht nachweislich die Gefahr eines Rückfalls beziehungsweise der Fortsetzung des Rauchens. Ein Nikotinersatz oder eine medikamentöse Behandlung erweisen sich als wesentlich wirksamer und sicherer.
Schwierige Entwöhnung
Mit dem Konsum von rauchlosen Tabakprodukten aufzuhören ist schwierig, da diese stark abhängig machen. Medikamente zur Raucherentwöhnung reduzieren zwar die Entzugssymptome, aber es gibt keine Nikotinersatztherapie, die nach sechs Monaten nachweislich Wirksamkeit gezeigt hat! Es ist also besonders schwierig, mit dem rauchlosen Tabak aufzuhören. Der Ausstieg erfordert die Hilfe von Spezialisten. Daher ist es am besten, gar nicht erst damit anzufangen.
Bibliographie
- Furberg, H. et al., 2006. Cigarettes and oral snuff use in Sweden: prevalence and transitions. Addiction 101, 1509–1515.
- Gilljam, H., Galanti, M.R., 2003. Role of snus (oral moist snuff) in smoking cessation and smoking reduction in Sweden. Addiction 98, 1183–1189
- SH Zhu, JB Wang, A Hartman, Y Zhuang Quitting cigarettes completely or switching to smokeless tobacco: do US data replicate the Swedish results? – Tobacco …, 2009 – tobaccocontrol.bmj.com
- Gmel G, Clair C, Rougemont-Bücking A, Grazioli VS, Daeppen J-B, Mohler-Kuo M, et al. Snus and Snuff Use in Switzerland Among Young Men: Are There Beneficial Effects on Smoking? Nicotine & tobacco research : official journal of the Society for Research on Nicotine and Tobacco 2018;20: 1301–9.
- Lund KE, Mc Neill A, Scheffels J. The use of snus for quitting smoking compared with medicinal products. Nicotine Tob Res 2010;12:817—22.
- MR Piano, NL Benowitz, GA FitzGerald, S Corbridge… Impact of smokeless tobacco products on cardiovascular disease: implications for policy, prevention, and treatment- Circulation, 2010 – Am Heart Assoc