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Frankreich und andere Länder wollen den Beitrag der Kernenergie zur Senkung der CO2-Emissionen stärker fördern, während Länder wie Deutschland und Spanien, davor warnen, und der Meinung sind, das dies von den Bemühungen zum Ausbau erneuerbarer Energien ablenken könnte. Diese Meinungsverschiedenheit, die sich auf Wasserstoff aus Kernenergie oder aus erneuerbaren Energien konzentriert, hat bereits die Verhandlungen über neue EU-Ziele für erneuerbare Energien verzögert.
«Es gibt noch Hindernisse, aber die werden wir aus dem Weg räumen», sagte der EU-Aussenbeauftragte Josep Borrell Fontelles zu den Klimaschlussfolgerungen. Borrell Fontelles sagte, er erwarte, dass die Länder den endgültigen Text innerhalb weniger Tage schriftlich genehmigen werden.
Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, dass der grösste Teil des Textes angenommen worden sei – einschliesslich der Pläne, dass die EU, um Unterstützung für eine globale Verpflichtung zum Ausstieg aus fossilen Brennstoffen wirbt.
In der Frage des Wasserstoffs gebe es jedoch unterschiedliche Positionen, sagte ein Diplomat und fügte hinzu, dass die Beamten daran arbeiteten, schnell einen Kompromiss zu finden.
Die Ausweitung der Nutzung, der heimischen Produktion und des Imports von emissionsfreiem Wasserstoff ist von zentraler Bedeutung für Europas Pläne zur Dekarbonisierung von Industrien wie der Düngemittel- und Stahlherstellung.
Frankreich: Wasserstoff aus Kernenergie ist «grün»
Frankreich, das einen Atomstromanteil von rund 70% aufweist, und Länder wie Ungarn und die Tschechische Republik wollen eine stärkere Anerkennung der Kernenergie durch die EU. Sie fordern, dass Wasserstoff aus Kernkraft auf die EU-Ziele für erneuerbare Energien angerechnet wird. Länder wie Deutschland, das voraussichtlich Mitte April 2023 die letzten drei Kernkraftwerkseinheiten vom Netz nehmen wird, und Spanien hingegen erkennen zwar den kohlenstoffarmen Beitrag der Kernenergie an, sind aber der Meinung, dass sie nicht mit erneuerbaren Energiequellen wie Wind und Sonne gleichgestellt werden sollte.
Anfang Februar 2023 hatte die Europäische Kommission Vorschriften veröffentlicht, die es ermöglichen könnten, dass ein Teil des von Kernenergiesystemen erzeugten Wasserstoffs auf die EU-Ziele für erneuerbare Energien angerechnet wird. Die Kommission teilte mit, dass die EU-Länder und die Gesetzgeber zwei Monate Zeit haben, um Einspruch gegen die Vorschriften zu erheben, sonst treten sie in Kraft.
Bei der Herstellung von nuklearem Wasserstoff wird die von einem Reaktor erzeugte Elektrizität auf Elektrolyseure übertragen, die an den Standorten, an denen er benötigt wird, Wasserstoff erzeugen können. Die Technologie gilt als einigermassen ausgereift, ist aber nach wie vor teuer. Befürworter sagen, dass sie – möglicherweise innerhalb weniger Jahre – für eine gross angelegte Nutzung durch den Verbraucher kommerzialisiert werden kann, um den Übergang zu einer kohlenstofffreien Wasserstoffwirtschaft ohne fossile Brennstoffe zu ermöglichen.
Nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) beläuft sich die jährliche weltweite Wasserstoffproduktion auf etwa 70 Mio. Tonnen. Nach Angaben des amerikanischen Department of Energy (DOE) könnte ein einziger 1000-MW-Kernkraftwerksblock jährlich über 200’000 Tonnen Wasserstoff erzeugen. Zehn solche Einheiten könnten jährlich etwa zwei Mio. Tonnen oder ein Fünftel des derzeit in den USA verwendeten Wasserstoffs erzeugen.
Quelle
M.A. nach NucNet, 21. Februar 2023
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