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Zeitzeichensender HBG in Prangins (VD) auf Ende 2011 eingestellt
Bern, 26.08.2009 - Der Bundesrat hat heute beschlossen, den Betrieb des Zeitzeichensenders HBG in Prangins (VD) auf Ende 2011 einzustellen. Der Sender wird vom Bundesamt für Metrologie (METAS), der Fachbehörde des Bundes für das Messwesen, betrieben.
Der Langwellensender HBG in Prangins (VD) verbreitet seit 1966 auf einer Frequenz von 75 kHz offizielle, auf die koordinierte Weltzeit abgestimmte Zeitzeichen. Die exakt mit einer Atomuhr synchronisierten Zeitinformationen können für die Steuerung von Funkuhren und für technische Zeitsteuerungen verwendet werden. Der Sender arbeitet im 24-Stunden-Betrieb. Die Zeitzeichen stehen gratis zur Verfügung und können von jedermann genutzt werden. Der Sender wurde zunächst von der PTT und dann bis Mai 2000 von der Swisscom betrieben. Seitdem betreibt ihn das Bundesamt für Metrologie (METAS).
Im Rahmen der regelmässigen Unterhaltsarbeiten an der Sendeanlage wurden bei den Antennenmasten an verschiedenen Stellen erhebliche Alterungserscheinungen festgestellt. Expertisen unabhängiger Stellen haben gezeigt, dass ohne eine umfassende Sanierung ein nicht zu verantwortendes Sicherheitsrisiko besteht und der Betrieb des Zeitzeichensenders eingestellt werden muss.
Ein Weiterbetrieb des Zeitzeichensenders HBG in Prangins (VD) würde hohe Sanierungskosten verursachen. Die Nutzung des HBG-Zeitzeichens ist zu gering, um die Kosten für eine Sanierung rechtfertigen zu können. Das hat eine externe Studie ergeben. Abgeklärt wurde auch, ob Zusatznutzungen des Langwellensenders oder die Übernahme des Betriebs durch andere Interessenten möglich wären, was nicht der Fall ist. Aus diesen Gründen wurde beschlossen, den Betrieb des Senders auf Ende 2011 einzustellen.
Der Entscheid zur Einstellung wurde frühzeitig gefällt, damit Nutzer des Zeitzeichensignals rechtzeitig geeignete Massnahmen treffen können. Es gibt rund 3600 institutionelle Nutzer (Betreiber von Kirchturm- und Schulhausuhren). Deren Uhren können mit vertretbarem Aufwand auf das Signal des deutschen Zeitzeichensenders DCF77 umgestellt werden, das in der Schweiz mit vergleichbarer Qualität wie dasjenige des Senders HBG empfangen werden kann. Weiter existiert ein gewisser HGB-Konsumgütermarkt (Funkwecker, deren Empfänger auf die Frequenz des Senders HBG ausgelegt sind; Empfänger für aktuelle Wetterinformationen). Viele dieser Geräte sind mit Empfängern ausgerüstet, die sowohl auf den Sender HBG wie auch auf den deutschen Sender DCF77 ausgelegt sind und werden somit weiterhin einwandfrei funktionieren. Der grösste Teil solcher Geräte auf dem Markt ist ohnehin nur auf diesen deutschen Zeitzeichensender ausgelegt; das gilt etwa für alle Funkarmbanduhren.Die offizielle Schweizer Zeit wird weiterhin durch METAS verbreitet werden. Unter anderem steht ein Zeitserver im Internet (ntp.metas.ch) zur Verfügung, mit dessen Hilfe Computeruhren mit der offiziellen Schweizer Zeitskala synchronisiert werden können. METAS ist verantwortlich für die Realisierung und Bereitstellung der Einheiten in der Schweiz, und damit auch der Einheit der Zeit, der Sekunde. Zu seinen Aufgaben gehört ebenfalls die Ermittlung und Verbreitung der offiziellen Schweizer Zeit. METAS wird auch den Zeitzeichensender HBG in Prangins (VD) weiter betreiben bis zum Zeitpunkt der Einstellung des Betriebs, Ende 2011.
Adresse für Rückfragen
Rudolf Thalmann, METAS, Chef der Sektion Länge, Optik und Zeit,
T +41 31 323 33 85
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Letzte Änderung 20.04.2018