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In der heutigen Zeit ist es für uns selbstverständlich, wenn wir schlecht sehen, zum Augenoptiker zu gehen und uns dort eine Brille anfertigen zu lassen. Dies war nicht immer so, blickt doch die Brille auf eine lange Entwicklungsgeschichte zurück.
Schon immer gab es Menschen die an einer Sehschwäche litten. Selbst die grossen Kulturen wie die Mayas, Griechen, Chinesen oder Ägypter fanden keine Lösung für das Problem. Zwar hatte ein griechischer Mathematiker namens Claudius Ptolomäus schon einige Kenntnisse über die Gesetzmässigkeit der Lichtbrechung, doch dies reichte nicht aus. Erst 1000 Jahre später erkannte der arabische Mathematiker und Astronom Alhazen wichtige Informationen über eine gute Sehkraft.
Im 13. Jahrhundert fertigten unbekannte Mönche aus dem Norden Italiens die erste Sehhilfe. Zuerst war es nur ein Lesestein, der aus Quarz oder einem Bergkristall gefertigt wurde. Eine weitere Lesehilfe war der Halbedelstein Beryll. Er wirkte mit den halbförmigen, geschliffenen Linsen wie ein Vergrösserungsglas und wurde „Brill“ genannt. Von diesem leitet sich der heutige Name „Brille“ ab.
Man fand schriftliche Beweise dafür, dass einige Jahre später, in Venedig bereits mehrere Brillen hergestellt wurden. Die Stadt Murano, damals führend in der Glasverarbeitung, war als einzige in der Lage, das weisse Glas herzustellen. Die Handhabung der Lesesteine wurde durch die Entwicklung der sogenannten „Nietbrille“ vereinfacht. Die Linsen wurden flacher geschliffen und kleiner. Die Nietbrillen bestanden aus zwei bikonvexen Linsen, die in einem Gestell montiert und zusammen genietet wurden. Zwar mussten diese Brillen immer mit der Hand festgehalten werden, jedoch konnte man bis ins späte Alter einigermassen gut sehen.
Als die ersten Brillen soweit fertiggestellt waren, versuchten die verschiedensten Erfinder, die Nietbrille zu verbessern. Es war allen bewusst, dass man einen bequemeren Tragkomfort entwickeln müsste. Somit entstanden die unterschiedlichsten Ideen. Zuerst hat man die beiden Gläser durch einen Bügel verbunden. Später wurde klar, dass man die Brille nicht immer halten konnte. Deswegen versuchte man eine Art Gestell zu entwickeln. Am Anfang wurde die Brille mittels einer einfachen Konstruktion an der Mütze befestigt. Danach ging es in der Entwicklung immer ein Stück bergauf. Man versuchte die Brille mit einer Schnur um den Kopf zu befestigen oder klemmte ein sogenanntes Monokel zwischen Wange und Oberlied ein. Zu dieser Zeit war das Tragen eines Monokels ein Zeichen von Bildung und Wohlstand. Nicht jeder konnte sich eine Sehhilfe leisten.
Im 18. Jahrhundert eroberte das Lorgnon den Markt. Diese Art von Brille war eine von den besten die in dieser Zeit hergestellt wurden und eine von den neuesten. Der Ursprung war die umgekehrt gehaltene Nietbrille. Die zwei Gläser wurden mit einem Bogen und einem festeren Gestell zusammengehalten. Jeweils unten auf der rechten Seite, wurde ein Stab befestigt um die Brille halten zu können.
Erst 1797 erfand der Optiker Dudley Adams eine Halterung, die an den Ohren befestigt wurde. So entstand unsere erste Brille, wie wir sie heute kennen. Die sogenannte Ohrenbrille wurde mit seitlichen Stangen an den Ohren befestigt. Doch dies verursachte beim langen Tragen Kopfschmerzen. Dank kleinen Scharnieren und den Ideen von den vorherigen Brillen, bekam sie viele neue Vorteile wie eine praktische Grösse oder einen besseren Halt. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurden immer wieder neue Werkstoffe gefunden. Durch Leichtmetall oder anderen Materialien, konnte man die Brillen leichter machen.
In der heutigen Zeit laufen die Entwicklungen auf dem Brillenfassungsmarkt immer noch auf Hochtouren, ist man doch versucht den Tragekomfort durch Finden von neuen Werkstoffen stetig zu verbessern. Auch Allergikern wird Rechnung getragen durch naturnahe Werkstoffe. Heute ist es sogar möglich Brillenfassungen aus Holz, alten Schallplatten oder sogar Zeitungspapier herzustellen. Schauen Sie selbst.
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