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Totholz im Wald. Entstehung, Bedeutung und Förderung
Lachat, T.; Brang, P.; Bolliger, M.; Bollmann, K.; Brändli, U.; Bütler, R.; Herrmann, S.; Schneider, O.; Wermelinger, B., 2019: Totholz im Wald. Entstehung, Bedeutung und Förderung. Merkblatt für die Praxis, 52. 12 p.
Diese Publikation ist auch auf Französisch erschienen.
Das durchschnittliche Totholzvolumen im Schweizer Wald reicht für den Erhalt vieler Totholzorganismen aus. Um anspruchsvolle Arten, die auf viel Totholz in einer bestimmten Qualität angewiesen sind, zu fördern, sind gezielte Massnahmen nötig. Geeignete Instrumente für die Förderung solcher Arten sind Naturwaldreservate oder Altholzinseln. Obschon die Totholzmenge im Schweizer Wald seit einigen Jahrzehnten zunimmt, sind die Ziele im Bereich der Totholzförderung noch nicht erreicht. Die Totholzförderung kann auf verschiedenen Ebenen, von der regionalen Planung bis zur Holzernte, stattfinden. In Form von Waldreservaten und Altholzinseln wird die Totholzförderung mit dem Waldeigentümer vertraglich langfristig gesichert (segregativer Ansatz). In Betriebsplänen sollte das Stehenlassen von Totholz und Habitatbäumen als Ziel formuliert sein (integrativer Ansatz). Umgekehrt gefährden herabfallende tote Äste Waldbesucher und Waldarbeiter. Letztlich gehören Waldreservate, Habitatbäume und Altholzinseln zu einer modernen Waldbewirtschaftung. Daher ist mit allfälligen Gefahren zu rechnen. Obwohl bis heute kein juristischer Präzedenzfall in Zusammenhang mit Totholz in der Schweiz bekannt ist, bleibt die juristische Situation für die Waldeigentümer und Bewirtschafter unbefriedigend.
Die zunehmende Nachfrage nach Energieholz könnte den Trend zu mehr Totholz im Schweizer Wald stoppen oder sogar umkehren. Sowohl das Erhalten der Biodiversität als auch die Nutzung erneuerbarer Energiequellen sind Ziele einer nachhaltigen Entwicklung. Die Herausforderung im Wald wird darin bestehen, die nachwachsende Ressource Holz so zu nutzen, dass dies nicht zu Lasten der Biodiversität geschieht.