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Abracadabra
Regie: Pablo Berger
Darst.: Maribel Verdú, Antonio de la Torre, Priscilla Delgado, Javier Antón, Bea de la Cruz, Rocío Calvo, José Mota, Nacho Marraco, Paco Churruca, Victoria Sáez u.a.
Der Kranführer Carlos lebt mit seiner Frau Carmen und der pubertierenden Tochter Toñi in einem staubigen Vorort von Madrid. Der Mittvierziger ist ein gelangweilter Macho, der sich nur für den FC Real Madrid interessiert und für den seine Familie nur irgendetwas zwischen lästigem Anhängsel und bequemer Versorgungsinstitution darstellt. Als er sich eines Tages an einer Hochzeitsfeier für eine Hypnoseshow zur Verfügung stellt, wird sein Leben total auf den Kopf gestellt. Die Hypnose verwandelt Carlos nämlich nicht nur in einen liebevollen Mustergatten, sondern lässt ihn auch immer wieder mühelos ins Jahr 1983 zurückreisen, in dem Madrid von einem grauenvollen Mord erschüttert wurde und «Abracadabra» der Steve Miller Band ein Superhit war. Der Disco-Pop-Song mit seinem stampfenden Rhythmus und der jaulenden E-Gitarre des Bandleaders macht gegen Ende des Films in einer zum Schreien komischen Szene Furore, als sich das Protagonistentrio in einer Diskothek für ältere Semester begegnet und alle begeistert herumhüpfen. Bereits mit seinen beiden bisherigen Filmen «Torremolinos 73» (2003) und «Blancanieves» (2012) hat Pablo Berger bewiesen, dass er der spanische Cineast, ja überhaupt einer der europäischen Filmregisseure mit dem schrägsten Humor ist. Während in seinem Erstling ein Arbeitsloser in der Endzeit der Franco-Dikatur erfolglos Heimpornos mit Kunstanspruch drehte, war «Blancanieves» ein parodistischer schwarz-weisser Stummfilm, der Schneewittchen als Stierkämpferin im Spanien der 1920er-Jahre zeigte. Maribel Verdú, die dort grandios die Rolle der bösen Stiefmutter verkörperte, wächst in «Abracadabra» als mit allen Wassern gewaschene Ehefrau Carmen über sich hinaus. Beatriz Martinez schrieb in El País: «Pablo Berger ist mit ‹Abracadabra› etwas Einzigartiges geglückt: ein Film, so seltsam, als käme er vom Mars. Man kann den Regisseur zu diesem grossen Wurf nur beglückwünschen, denn nur selten gibt es im spanischen Kino ein derartiges Fest von Eigenwilligkeit und Originalität. ‹Abracadabra› bricht spielerisch mit etablierten Schemata, jagt lustvoll Konventionen in die Luft und feiert eine fröhliche Anarchie. Und schafft es, in einer Minute mehr Ideen zu generieren als die meisten anderen Filme in zwei Stunden.»