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Hardcover, 309 Seiten, sw und Farb-Abbildungen, Mainz 1992, neu
Vom Leben im persischen Grossreich:
Historischer Überblick
Die Quellen
Was sagen Täfelchen?
Monumentale Anlagen und Bauten
Vom täglichen Leben
Frauen im Perserreich
Das Heer
Landwirtschaft
Religion
Schlussbetrachtung
Und plötzlich begannen die kurzen, trocken verfassten Täfelchen ganze Geschichten zu erzählen über das tägliche Leben im Perserreich, über die Stellung der Frauen und der Familie, die Landwirtschaft, das Heer und die Religion. Koch erzählt mit Begeisterung über die altpersische Hochkultur und das Bauprogramm von Persepolis. Man sieht den König Darius und seinen Sohn Xerxes plastisch vor sich, staunt über die fortschrittliche Sozialpolitik und die religiöse Toleranz, die geherrscht hatte. Man habe in Westeuropa lange geglaubt: Zum Glück hätten uns die tapferen Griechen vor den Barbaren aus dem Osten bewahrt, wie Koch hinzufügt. Ihr gehe es darum zu zeigen, um was für «Barbaren» es sich handelte. Als Alexander der Grosse das Perserreich um 331 v. Chr. erobert hatte, zeigte er sich beeindruckt von der Verwaltungsorganisation und der Kultur. Ein Staatssekretär habe ihr gesagt, sagt Koch, ihr Buch «Es kündet Dareios der König . . .» müsste Pflichtlektüre eines jeden Politikers sein. Dermassen fortschrittlich war das Perserreich. - Die rhetorisch profilierte Professorin der Universität Marburg, die ebenso anschaulich spricht, wie sie schreibt, ist ein gern gesehener Gast an den Universitäten - so wie heute Abend in Zürich, wo sie über Persepolis spricht.
Da sich die Iranistin mit ihren Aufsätzen und Publikationen und ihren archäologischen Thesen zur achämenidischen Königsresidenz ein grosses Renommee erworben hat, wurde sie 1996 als erste Geisteswissenschafterin nach Iran geladen, um über die vorislamische Kultur zu sprechen.
Diese erste offizielle Einladung nach Persepolis, der noch weitere folgen sollten, war für Koch eine grosse Ehre, aber auch ein unvergessliches Erlebnis. 1978 hatte sie zusammen mit ihrem Mann, der Archäologe ist, eine kulturgeschichtliche Reise nach Iran geplant. Die Revolutionswirren setzten dem Vorhaben ein Ende. In den folgenden Jahren vertiefte sich Koch in die Lektüre und die wissenschaftliche Arbeit, verinnerlichte Photographien und Ausgrabungsberichte, bis sie alles über die Königsstadt wusste. Als sie das Tor aller Länder vor acht Jahren erstmals passierte und die Ruinen, Säulen, Skulpturen und Reliefs vor sich erblickte, war sie von der Schönheit und den Proportionen tief bewegt.
|Autor:||Heidemarie Koch|