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Als Basis jeglicher Vergleiche müssen natürlich vergleichbare Zahlen her. Und da wird es schon schwierig. Vergleicht man jetzt die verifizierten Fälle oder die Todeszahlen oder noch andere Daten?
Verifizierte Fälle gibt es nur, wenn Tests durchgeführt werden, und die sind von Land zu Land unterschiedlich. Länder, die gar nicht testen, stehen dann natürlich gut da, auch wenn sie alles falsch gemacht haben.
Ich habe mich deshalb für die Todeszahlen entschieden, aber nicht für die absoluten Todeszahlen, sondern für Todeszahlen pro Million Einwohner eines Landes, damit grosse und kleine Länder vergleichbar werden.
Bei den Toten kann man in einem zivilisierten Land davon ausgehen, dass bekannt ist, ob der Patient an Corona oder sonst was gestorben ist. Natürlich berücksichtigt auch diese Liste nicht alles; zum Beispiel nicht die Altersstruktur einer Gesellschaft, auch nicht das Risiko von manipulierten Daten bei totalitären oder unterentwickelten Staaten.
Basis meiner Daten sind die Zahlen von „Google News Coronavirus (COVID-19)“, siehe https://news.google.com/covid19/map?hl=de&gl=CH&ceid=CH:de.
Diese Datenbank wird täglich aufdatiert und beinhaltet folgende Zahlen: bestätigte Fälle, Fälle pro 1 Millionen Menschen, genesen (habe ich nicht verwendet), Todesfälle.
Leider fehlt die Zahl Todesfälle pro 1 Million Menschen. Diese musste ich also selber berechnen.
Aus den Fällen pro 1 Million Menschen und den bestätigten Fällen lässt sich die Einwohnerzahl bestimmen und danach die Zahl Todesfälle pro 1 Million Menschen.
Damit wäre jetzt die Herkunft der Daten geklärt.
Ich beschränke meine Auswertung auf 50 Länder mit den höchsten Todeszahlen pro 1 Million Menschen. Zudem nehme ich nur Länder auf die Liste mit mindestens 1 Million Einwohnern.
Kleinere Einwohnerzahlen haben häufig nur wenige Tote zu beklagen und sind daher statistisch nicht aussagekräftig, wie Lichtenstein mit nur einem Toten.
Die Schweiz steht mit einem der besten Gesundheitswesen auf dem sehr schlechten 10. Platz mit 191 Toten pro Million Menschen.
Alle Länder, die zu Beginn der Pandemie der Versuchung nicht widerstehen konnten, eine Immunität durch Ansteckung zu erreichen (Niederlande, Vereinigtes Königreich, Schweden) oder die Pandemie gar verleugnet haben wie die USA oder Brasilien, sind heute auf Spitzenplätzen.
Auch wenn das die Politik nicht hören will: Länder mit niedrigen Todesraten haben ihre Grenzen frühzeitig geschlossen und damit den Import von Virusträgern unterbunden (beispielsweise Österreich, als Vorreiter in Zentraleuropa rangiert es weit hinter der Schweiz auf Platz 22).
Viele Länder der EU haben das zu spät gemacht und stehen heute schlecht da.
Dass Belgien mit 800 Toten pro Million Menschen den Spitzenplatz weltweit einnimmt, ist kein Zufall. Mit der Hauptstadt Brüssel als EU-Headquarter konnte das Land die Grenzen nicht schliessen, obwohl es weit im Norden liegt und das Desaster hat kommen sehen.
Andere internationale Orte wie Genf und New York haben exakt dasselbe Problem und büssen dafür mit hohen Todesraten.
Eine kritische Berichterstattung hat es im Gegensatz zu anderen Ländern in der Schweiz nicht gegeben.
Um das Management der Corona-Krise beurteilen zu können, muss man wissen, was schon vor dieser Krise bekannt war und allgemein eine Pandemie kennzeichnet.
Hier ein Statement des Virologen Professor Alexander Kekulé zu Pandemien:
Es handelt sich immer um einen unbekannten neuen Erreger.
Es existiert keine Immunität oder höchstens eine Teilimmunität in der Bevölkerung.
Es existiert keine Impfung gegen den Erreger.
Es existieren keine Medikamente gegen den Erreger.
Der einzige vorhandene Schutz des medizinischen Personals an der Stelle sind Schutzmasken, Schutzkleidung und Desinfektionsmittel.
Was ebenfalls seit der Spanischen Grippe (50 bis 100 Millionen Tote) nach dem 1. Weltkrieg bekannt ist und dort bereits angewendet wurde (leider nicht überall):
Kontaktverbote (Schliessung von Restaurants, Bars , Nichtlebensmittelgeschäfte), Versammlungsverbote, Schulschliessungen (inklusive Universitäten), Grenzschliessungen.
Entscheidend bei diesen Massnahmen ist der richtige Zeitpunkt, zu dem etwas umgesetzt wird.
Was wir heute und auch schon vor Corona wussten ist, wie die Ansteckung verläuft.
Das Corona-Virus überträgt sich wie das Grippe-Virus durch Tröpfchen-Infektion. Durch Nissen, Husten oder beim Sprechen werden kleinste Tröpfchen mit Viren kontaminierte Körperflüssigkeit auf das Gegenüber geschleudert.
Treffen solche Tröpfchen auf ungeschützte Körperöffnungen wie Mund, Nase oder auch Augen kann die Krankheit übertragen werden.
Dagegen gibt es vier mögliche Massnahmen oder Kombinationen davon: eine allgemeine Schutzmaskenpflicht für alle Menschen; eine Schutzmaskenpflicht für gefährdete Menschen; eine Schutzmaskenpflicht für an Corona erkrankte Menschen; Abstand halten, allgemeine Hygienemassnahmen (Hände waschen).
Die ersten drei Massnahmen setzen aber voraus, dass genügend Schutzmasken vorhanden sind.
Einschätzung obiger Massnahmen (der Schreibende erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit):
Kommentar des Schreibenden zu obiger Einschätzung:
Es arbeiten 600 Personen beim Bundesamt für Gesundheit. Eine ziemlich grosse Zahl für ein kleines Land wie die Schweiz.
Dieser Personalbestand verursacht Kosten von rund 80 Millionen Franken im Jahr. Seit der Corona-Krise frage ich mich jetzt, was machen all diese Mitarbeiter eigentlich, wenn die wichtigsten Massnahmen, nämlich das Einlagern von Masken und Schutzkleidung sowie Desinfektionsmittel, praktisch ausgefallen sind?
Bei einer Pandemie bleibt leider keine andere Option als die persönliche Schutzausrüstung. Wenn die fehlt, fehlt alles.
Die medizinische Vorsorge war daher völlig ungenügend. Ich rede jetzt nicht vom Pflegefachpersonal und von Ärzten, die selber am meisten unter diesem Mangel gelitten haben. Die Vorbereitung in den Spitälern war hervorragend.
Zu wenig Schutzausrüstung, zu wenig Medikamente hat unser Gesundheitspersonal selbst gefährdet. Dieser Mangel war grob fahrlässig und wäre allenfalls vor Gericht einklagbar.
Bei der Vorsorge war die Lebensmittelversorgung sehr gut. Alle wissen: Mit leerem Magen kann man schlecht arbeiten, schlecht schlafen, eigentlich ist dann alles schlecht. Also ein dickes Dankeschön für die gute Versorgung.
Bei den gesundheitspolitischen Massnahmen war ich positiv überrascht vom Mut des Bundesrats, Restaurants und Geschäfte frühzeitig zu schliessen, die nicht überlebenswichtig sind.
Die Schulen wurden zu spät geschlossen, obwohl eigentlich alle Eltern und Grosseltern wissen, dass die Kinder alle Krankheiten nach Hause schleppen und leider nicht nur Kinderkrankheiten.
Grenzschliessungen hätten Duzende Leben gerettet. Dummerweise hat das nicht ins Konzept der offenen Türen mit der EU gepasst. So war es nicht die Schweiz, die die Grenzen geschlossen hat, sondern das umliegende Ausland. Ein Eigentor.
Die wirtschaftspolitischen Massnahmen wurden praktisch bedingungslos gewährt – ein Fehler, der uns Milliarden kostet. Wenn eine Firma bei Kurzarbeitern das Salär aufstocken kann, dann hat sie nicht wirklich ein Problem, sich selber zu finanzieren (zum Beispiel Fussballer). Eine solche Aufstockung wäre höchstens bei Geringverdienern zulässig.
Eine Firma, die Dividende und Boni zahlt, hat auch kein Problem, sich selber zu finanzieren. Es geht auch nicht darum, die Umwelt zu alimentieren, wie von den Grünen gefordert (bei der Swiss Airlines).
Alles, was jetzt zusätzlich Kosten auslöst, ohne wirklich Not zu lindern, muss zurückgewiesen werden.
Als finanziell gut geführtes Land hat die Schweiz die wirtschaftlichen Auswirkungen sehr gut gemeistert. Was wieder einmal beweist: Spare in der Zeit, dann hast du in der Not.