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Die alpinen Unglücksfälle 1918
Unsere diesjährige Statistik ist auf das gesamte europäische Alpengebiet ausgedehnt, innerhalb desselben auf die tödlich verlaufenen Unfälle beschränkt, welche Touristen und Führer bei der Ausübung des Bergsportes zustießen, und ohne nähere Diskussion der Ursachen gegeben. Da der Krieg erst im November 1918 zu Ende gegangen ist, wird, wie das letztemal, auf die Trennung der Fälle nach West-, Zentral- und Ostalpen und daherige Vergleichung verzichtet. Ebenso auch auf die Erwähnung der Fälle, welche mit dem Krieg und der Grenzbesetzung in irgendeinem Zusammenhange stehen.
Mit diesen Einschränkungen ergibt sich für uns folgendes Bild:
Im Jahre 1918 stehen für winterliche Touren verzeichnet 3 Fälle mit 4 Toten; im Mittel- und Voralpengebirge 27 Fälle mit 27 Toten, darunter 2 Vermißte; im Hochgebirge 8 Fälle mit 16 Toten, darunter 3 Vermißte, zusammen 38 Fälle mit 47 Toten. Die Zahl der Fälle sowohl als der Opfer hat also im ganzen gegen 1917 erheblich abgenommen. Diese Abnahme ist auf Rechnung der Kategorie A ( 3 und 4 gegen 13 und 18 ) zu setzen, während die Kategorien B ( 27 und 27 gegen 28 und 30 ) und C ( 8 und 16 gegen 9 und 14 ) nur unbedeutende Verschiebungen aufweisen. Eine qualitative Besserung im Gefeamtresultat ist deswegen nicht zu erkennen, weil die schlechten Verhältnisse im ersten und vierten Quartal von 1918 man beachte, daß nur vom Januar Fälle berichtet werden — eine geringe Frequenz der Wintertouren herbeigeführt haben. Nur in Kategorie B ist die Zahl der Fälle gleich der der Opfer; in C ist das Verhältnis wie 1:2, so daß die Zahl der Opfer gegen 1917 sogar zugenommen hat. Daran sind aber hauptsächlich die durch Witterungsumschläge an der Zugspitze herbeigeführten Katastrophen schuld. Dieser Gipfel spielt in Kategorie C die Rolle der Raxalpe und Benediktenwand in B.
Daß wiederum kein Führer unter den Verunglückten vorkommt, wird den nicht wundern, der weiß, wie wenig diese Leute 1918 Gelegenheit hatten, sich den Gefahren, ihres Berufes auszusetzen. Die Zahl der Jugendlichen ist nicht so stark wie im vorhergehenden Bericht. Für die Beurteilung der Einwirkung des Krieges auf die alpinen Unglücksfälle ist die Statistik lehrreich, welche Dr. Heinrich Menger für die Jahre 1914—1918 in den D.&Ö.A.V.M.. 1919, pag. 30—34, zusammengestellt hat.
Die Einzelheiten für 1918 sind folgende:
A. Winterliche Touren.
1 ) 2. Januar. Auf der Märjelenalp wurde der junge Skifahrer Willi Krebser aus Thun mit einem Gefährten, Namens Fankhauser, bei dem Versuch, ins Fieschertal abzusteigen, nachdem ihnen der Ausweg über den Großen Aletschgletscher durch große Spalten und der Rückzug zur Konkordiahütte und Jungfraujoch durch stürmisches Wetter versperrt war, von einer Lawine erfaßt und begraben, während sein Begleiter sich herausarbeiten und nach Fiesch gelangen konnte. Einer abgesandten Rettungskolonne gelang es am 4. Januar, die Leiche zu bergen. Ski, XIII. Jahresbericht, pag. 32—33, 7-9.
27. Januar. An der Valbellalücke bei Parpan gerieten die beiden Skifahrer Ingenieur Dr. Ammann aus Thun und Dr. Wettstein aus Zürich bei der versuchten Abfahrt auf einen Schneeschild und wurden von der abbrechenden Masse mit fortgerissen. Dr. Wettstein gelang es, sich herauszuarbeiten und, nachdem er vergeblich die 300 m lange und 100 m breite Lawinenfläche nach Spuren seines Gefährten abgesucht hatte, nach Parpan zu eilen. Die ausgesandte Rettungskolonne fand am anderen Morgen unter 2 m Schnee die erstickte Leiche. Alp. 1918, pag. 42, 54; D.&Ö.A.V.M.. 1918, pag. 67; Ski, XIII. Jahresbericht, pag. 73 — 76.
3 ) 10. Januar. Im Spitzmeilengebiet verunglückte Hans Bruppacher, stud. ing. aus Zürich, auf eigentümliche Weise. Er stieg, wegen einer Fußverstauchung'langsam und Arm in Arm mit einem 18jährigen Gymnasiasten abfahrend, einer größeren Gesellschaft voran, von der Spitzmeilenhütte gegen Fursch ab, als die beiden bei unsichtigem Wetter und Schneetreiben über eine Gwächte, die eine Terrainwelle verdeckte, etwa 4 m tief abstürzten und vom nachfolgenden Schnee zugedeckt wurden. Der Gymnasiast konnte sich herausarbeiten und nach Furn absteigen, von wo er mit der ganzen Partie, 12 im ganzen, auf die Suche ging. Man fand den Verunglückten bald und grub ihn aus. Aber die Wiederbelebungsversuche waren fruchtlos. Er war offenbar erstickt. Alp. 1918, pag. 41—42; D.&Ö.A.V.M.. 1918, pag. 67; Ski, XIII. Jahresbericht, pag. 76 — 79.
B. Im Mittelgebirge und in den Yoralpen.
119. Mai. In den Churfirsten wurde am Pfingstsonntag nachmittag unterhalb der Sitzsteinköpfe die Leiche des abgestürzten Touristen Markus Goldbaum aus Berlin, wohnhaft in Zürich, aufgefunden, welcher sich allein in die Berge begeben hatte. Die Leiche wurde nach Wallenstadt gebracht,Bund " von 1918, Nr. 210.
2 ) 8. Juni. Am Ganterisch stürzte Fräulein Rosa Leibundgut aus Bern, welche mit einer ebenso jugendlichen und unkundigen Begleiterin den Gipfel erstiegen hatte, beim Abstieg in beginnender Dunkelheit über die schwierige Nordwand ab. Ihre Begleiterin wurde auf ihr Hülferufen durch einige Touristen, die sich in der Ganterischhütte befanden, unter eigener Lebensgefahr aus ihrer mißlichen Lage in den Felsen befreit, während die Leiche der Abgestürzten nach einigem Suchen am anderen Morgen in einer Runse aufgefunden und geborgen wurde.Bund " vom 11. Juni 1918 und eigene Erkundigungen.
3 ) 4. Juli. Am Mooslahnerkopf stürzte der in München wohnhafte 45 Jahre alte Kaufmann Ludwig Falk, welcher vom Königssee aus allein diesen im Gebiete des Kleinen Watzmann gelegenen Gipfel besuchen wollte, ab und wurde am 7. Juli von einem Jagdgehülfen tot aufgefunden. D.&Ö.A.V.M.. 1918, pag. 93.
46. Juli. Am Kramer bei Garmisch ( Ammergebirge ) stürzte der Oberstabsarzt Dr. Kranold aus Hannover ab und blieb tot. Seine Leiche wurde am 8. Juli von einer Garmischer Rettungsexpedition in den Felsen der Nordseite aufgefunden und unter großen Schwierigkeiten geborgen. D.&Ö.A.V.M.. 1918, pag. 93.
516. Juli. Im Karwendelgebirge verunglückte bei dem nicht übermäßig schwierigen Übergang Gerberkreuz-Nördliche Linderspitze-Westliche Karwendelspitze, den er mit einem ebenfalls bergtüchtigen Begleiter und, auf eigenes Verlangen, ohne Seil unternahm, Baron v. Makay, ein geübter Hochtourist und genauer Kenner der Gegend, indem er, vorangehend, beim Umklettern eines den Grat versperrenden Felsköpfels in brüchiges Gelände geriet und mit einem ausbrechenden Blocke 10 m tief senkrecht abstürzte, noch weiter abwärts kollerte, und mit schweren Kopfverletzungen in einer Geröllrinne liegen blieb, wo der ihm zu Hülfe eilende Gefährte den augenblicklich erfolgten Tod konstatierte. Die Leiche wurde geborgen. D.&Ö.A.V.M.. 1918, pag. 93 und 105.
617. Juli. An der Parseyerspitze stürzte die 24jährige Marie Patscheider aus Landeck tödlich ab. Sie hatte trotz Abrät ens der Wirtschafter der Augsburgerhütte mit einer Freundin die Tour unternommen und, als diese zurückblieb, allein fortgesetzt. D.&Ö.A.V.M.. 1918, pag. 105.
718. Juli. Am Bonderspitz bei Adelboden verunglückte der vor der Maturi-tätsprüfung stehende Hans Romang aus Biel durch Absturz, der seinen sofortigen Tod zur Folge hatte. Die Leiche des Vermißten wurde erst 8 Tage später gefunden und geborgen.Bund " vom 1. August 1918.
820. Juli. An der Großen Riffelwandspitze ( Wetterstein ), deren Besteigung er vom Höllental aus unternehmen wollte, verunglückte der Ingenieur Karl Brauch aus Friedrichshafen, welcher seither vermißt wird. D.&Ö.A.V.M.. 1918, pag. 119.
9 ) 20. Juli. Am Gamserruck ( Churfirsten ) stürzte abends 8 Uhr während eines heftigen Gewitters die 18jährige Alice Waldmeyer aus Zürich von einem Grasband über einen Felsen hinunter und blieb mit schweren Kopfverletzungen, Arm- und Beinbrüchen im Geröll liegen. Die Leiche wurde geborgen und nach Schwendi hinuntergebracht.Neue Zürcher Ztg. " und „ Bund " vom 21. Juli 1918.
1021. Juli. Auf der Raxalpe verunglückte an dem Steige durch die sogenannte „ Wilde Teufelsbadstube " der Wiener Tourist Ottinger. Als sein der Tour nicht gewachsener Begleiter umkehrte, versuchte Ottinger noch weiter zu klettern, verlor aber den Halt und stürzte über Kogerer hinaus in die Tiefe, wo er auf dem Schuttfeld am Fuße der Wand zerschmettert liegen blieb. D.&Ö.A.V.M.. 1918, pag. 106.
1123. Juli. Bei Böckstein ( Hohe Tauern ) verunglückte der Universitätsprofessor Dr. Alexander v. Weilen durch Absturz über eine Felswand. Näheres über den Hergang ist nicht bekannt. D.&Ö.A.V.M.. 1918, pag. 106.
1225. Juli. Von der Benediktenwand stürzte der aus Nürnberg stammende Studierende der Maschinentechnik Karl Muskath tödlich ab. Da sein Rucksack in der Gipfelhütte lag, dürfte der Unfall durch unachtsames dem Rande Nahen hervorgerufen worden sein. Die Leiche wurde auf der Nordseite zwischen Gipfel und Tutzingerhütte gefunden. D.&Ö.A.V.M.. 1918, pag. 105 und 119.
1330. Juli. Am IV. Kreuzberg verunglückte der 28jährige Ernst Beiz, kaufmännischer Angestellter aus Bürglen ( Thurgau ). Nach Aussage der Begleiter wollte sich Beiz zwischen dem IV. und V. Kreuzberg an einem Felsblock halten. Dieser gab nach, und Beiz stürzte auf der Nordseite in die Tiefe, wo die Leiche schrecklich zerschmettert liegen blieb. Der herbeigeholte Hirte auf Roslenalp brachte sie zur Hütte, worauf sie von einer Bergungskolonne nach Sax im Rheintal geschafft wurde. Alp. 1918, pag. 83.
1430. Juli. Am Lassörling ( Defereggeralpen ) glitt der Benefiziat Leopold Eisendle aus Lienz, welcher den Gipfel von der Prägraterseite allein erstiegen hatte und gegen den Bergersee absteigen wollte, an einer steilen Stelle aus und stürzte über eine 40 m hohe Felswand auf einen Schneefleck, wo er tot liegen blieb. Die Leiche konnte am nächsten Tage geborgen werden. D.&Ö.A.V.M.. 1918, pag. 119.
15Juli. An der Ostwand der Trettachspitze ( Allgäuer Alpen ) stürzte ein Heinrich Major, Angestellter der Lindagesellschaft in Hegge bei Kempten, der sich in Begleitung eines anderen Herrn befand und angeseilt war, tödlich ab. Sein Leichnam, der zunächst nicht geborgen werden konnte, hängt in einem Felsspalt. D.&Ö.A.V.M.. 1918, pag. 105.
166. August. In den Allcjäuer Alpen wird Fräulein Hildegard Lichtenstein vermißt, welche von Oberstdorf aufgebrochen war, um zunächst zur Rappenseehütte zu gehen. Dort ist sie nicht eingetroffen, und trotz Ausschreibung und Aussetzung von Belohnung ist von der vermutlich Verunglückten keine Spur gefunden worden. D.&Ö.A.V.M.. 1918, pag. 118.
1718. August. Am Riffler ( Tuxer Hauptkamm ) verunglückte, vielleicht infolge plötzlichen Unwohlseins, der Assistent des Arbeitsministeriums Gustav Seehofer aus Wien. Die Leiche konnte erst nach einigen Tagen geborgen werden. D.&Ö.A.V.M.. 1918, pag. 118.
1818. August. Beim Abstieg vom Vanil Noir ( Freiburger Alpen ) verunglückte der 21jährige Fabrikarbeiter Viktor Äbischer aus Aarberg, indem er, der mit einem Gefährten ging, vom Wege abwich und dabei 30 m tief über eine Felswand abstürzte und sofort tot blieb.Bund " vom 20. August 1918.
19 ) 7. September. Auf der Vilisanalp ( Rätikon ) verunglückte bei einem Spaziergang durch Absturz von einem Fußwege ( vielleicht durch Herzschlag verursacht ) in eine Tiefe von etwa 60 m der zur Sommerfrische in Schruns weilende Professor der Wiener Technischen Hochschule Dr. Franz Erban. Der mehrere schwere, unbedingt tödliche Verletzungen aufweisende Körper wurde am 9. September von einer Suchpartie aufgefunden. D.&Ö.A.V.M.. 1918, pag. 127.
208. September. Vom Kleinen Palfelhorn ( Hochkaltergruppe ) stürzte, wahrscheinlich beim Versuch eine photographische Aufnahme zu machen, der Chemigraph Franz Pichler aus München aus einer Höhe von 2000 m ab. Die zerschmetterte Leiche wurde am 10. September von einer aus Ramsau aufgebrochenen Kolonne geborgen. D.&Ö.A.V.M.. 1918, pag. 118.
2113. September. Vom Hohen Göll stürzte der Leutnant W. Ribenac aus Hamburg ab und blieb tot. Die Leiche wurde am 19. September nahe der Scharitz-kehlalpe von einem Jagdaufseher gefunden. D.&Ö.A.V.M.. 1918, pag. 127.
2215. September. An der Benediktenwand stürzte der 18jährige Oberrealschüler Ernst Hauer aus München in der Nähe der 10 Minuten vom Gipfel entfernten Quelle etwa 30 m tief aus unbekannter Ursache ab und blieb schwer verletzt in einer Steinrinne liegen. Von der Tuxingerhütte aus auf einer Tragbahre abgeholt, verschied er unterwegs an Verblutung. Die Leiche wurde am anderen Tage zu Tal gebracht. D.&Ö.A.V.M.. 1918, pag. 118.
2321. September. Auf der Raxalpe stürzte am sogenannten „ Wilden Reis-talersteig ' ' Ingenieur Julius Herz, der die Tour mit einer Dame unternommen hatte, tödlich ab. D.&Ö.A.V.M.. 1918, pag. 118 — 119.
24 ) 29. September. Von der Benediktenwand stürzte beim Abstieg gegen Kochel der 18 Jahre alte Automechaniker Heinrich Niederhuber aus München tödlich ab. D.&Ö.A.V.M.. 1918, pag. 127.
25September. Auf dem Kahlersberg bei Berchtesgaden stürzte Dr. Trenkter, der Besitzer des Sigllehens am Königssee, ab und blieb tot. Die Leiche wurde geborgen. D.&Ö.A.V.M.. 1918, pag. 118.
26Ende September verunglückte in den Allgäuer Alpen bei Oberstdorf der vortragende Rat im sächsischen Finanzministerium Geh. Justizrat Dr. Otto May durch tödlichen Absturz. D.&Ö.A.V.M.. 1918, pag. 155.
2716. November. Beim Abstieg vom Frohnalpstock stürzte der in Weggis internierte deutsche Hauptmann Fiecke 50 m tief ab und erlitt so schwere innere Verletzungen, daß er in der darauffolgenden Nacht starb.Bund " vom 18. Nov. 1918.
C. Im Hochgebirge.
129. Juni. An der Zugspitze, etwa 150 m unter dem Gipfel, stürzten im Hagelsturm der Eisendreher Friedrich Seßler und die Hülfsarbeiterin Dora Krieger, beide aus München, tödlich ab, nachdem sie in größerer Gesellschaft die Besteigung von der Angerhütte im Reintal aus unternommen hatten und wegen des Unwetters bereits umgekehrt waren. Es wird angenommen, daß das junge Mädchen in dem massenhaften Neuschnee ausglitt und ihren Begleiter, der sie wieder heraufzuziehen versuchte, mit in die Tiefe riß. D.&Ö.A.V.M.. 1918, pag. 93.
22. Juli. An der Zugspitze ereignete sich ein weiteres schweres Unglück, dem sechs Touristen zum Opfer fielen. Leutnant Flascher und Frau, das Ehepaar Drechsler, der Techniker Paul Dachs und dessen Braut, Fräulein Glänze, alle aus Dresden, waren trotz Abratens des Wirtes von der Höllental-Angerhütte aufgebrochen und in schweren Schneesturm und Nebel geraten, bei dem sie weder vor- noch rückwärts konnten. Bei dem Versuch Hülfe herbeizuholen, stürzte Flascher ab und wurde von einer von Garmisch aufgebrochenen Rettungspartie am 6. Juli mit schweren Verletzungen aufgefunden und geborgen. Die übrigen, deren Leichen zum Teil erst später geborgen werden konnten, scheinen an Kälte und Erschöpfung zugrunde gegangen zu sein. D.&Ö.A.V.M.. 1918, pag. 93.
320.Juli. Bei einem Ausflug zum Aletschgletscher verunglückte ( durch Sturz in eine Gletscherspalte ?) der 17jährige Kantonsschüler Hugo Traber aus Frauenfeld. Nähere Einzelheiten fehlen.Bund " vom 22. Juli 1918.
4 ) 21. Juli. Auf dem Langengletscher ( Lötschental ) verunglückte beim Aufstieg zur Egon v. Steiger-Hütte ( ungefähr in der Höhe von P. 2775 gegenüber dem Schienhorn ) der mit einem Freunde, unangeseilt, gehende 23jährige eidgenössische Beamte Alphons Meyer aus Bern, durch Sturz in eine verdeckte Gletscherspalte. Weder der von dem Gefährten und zwei zufällig bald nachher auf der Unglücksstätte eintreffenden Touristen aus der Klubhütte herbeigeholten Rettungskolonne, bestehend aus dem Hüttenwart, Führern und Touristen, noch der am folgenden Morgen von Kippel requirierten Mannschaft der Rettungsstation der Sektion Chaux-de-Fonds S.A.C. gelang es, den auf dem Grunde der 45 m tiefen Spalte in einer 80 cm tiefen Wasserlache eingekeilten Leichnam zu bergen. Ebensowenig glückte dies späteren Expeditionen, weil der Körper mittlerweile vom Wasser unter das Eis verschleppt worden war. Zeitungsnachrichten und persönliche Erkundigungen der Redaktion.
5 ) 2. August. Am Monte Rosso di Scerscen, den sie von der Tschiervahütte zu ersteigen gedachten, wurden die berggewohnten Andrea Michel aus St. Moritz und Direktor Steiner aus Wädenswil bei einem unvermutet ausbrechenden Hochgewitter durch Blitzschlag getötet. Ihre Leichen wurden einige Tage später von einer Suchpartie, die von der Marco e Rosa-Hütte über den Piz Bernina auf den Verbindungsgrat zum Monte Rosso di Scerscen vorgedrungen war, dort mit deutlichen Spuren des Todes durch Blitzschlag — beide Uhren waren um 5 Uhr 20 Min. stillgestanden — gefunden und in einer Fimkluft bestattet und auf die l1^ m tiefe Grabstätte ein Holzkreuz mit den Namen gesetzt. Alp. 1918, pag. 83, und D.&Ö.A.V.M.. 1918, pag. 103/118; 1919, pag. 55—56.
67. August. An der Grivola verunglückten die berggewandten Ingenieure Giovanni Fadani und Martino Gamma, beide aus Mailand, bei dem Versuche von den Hütten von Grand Nomenon oberhalb Vieyes aus den Gipfel über den Nordgrat zu ersteigen und nach Cogne zu traversieren. Von dem k. Wildhtiterposten bei Nomenon aus wurden sie am 7. August gegen Abend mit dem Fernglas auf der Höhe des Gletscherrückens beobachtet, der mit dem Gipfel der Grivola durch einen schmalen Firn- und Felsgrat verbunden ist und auf der einen Seite den Nomenongletscher, auf der anderen die nach Val Savaranche abfallenden Felswände überhöht. Seitdem fehlte jede Kunde von ihnen, und die mit dem 16. einsetzende Suche durch Freunde, Führer und Soldaten führte zu keinem Resultate.Vermutlich sind sie in dem am Abend des 7. ausbrechenden Schneesturm zugrunde gegangen oder bei dem Versuche, sich ihm zu entziehen, abgestürzt. R.M. 1918, pag. 177 —178.
718. August. Beim Aufstieg zum Piz Grisch verunglückte infolge Einschlusses in Lawinenschnee der 17jährige Hardmeyer aus Zürich. Die Leiche, zu deren Aufsuchung zwei Kolonnen von Elm abgingen, konnte erst später geborgen werden.Bund " vom 20. August 1918.
84. September. In den Laaser Bergen ( Ortlergebiet ) wird der bekannte Bergsteiger Reichsgeologe Dr. Albrecht Spitz aus Wien vermißt. Nach Aussagen seines Gehülfen und eines Schafhirten war er an diesem Tage von der Troppauer-hütte allein gegen das Zayjoch gewandert, um seinen geologischen Arbeiten obzuliegen. Vermutlich hat er durch einen Eisabbruch aus dem Hochofenwandferner seinen Tod gefunden. Ö.A.Z. 1918, pag. 164; D.&Ö.A.V.M.. 1918, pag. 127 bis 128.Redaktion.