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Von A bis Z: comparis.ch erklärt die wichtigsten Fachbegriffe, die man zum Thema Privatkredit kennen sollte.
Ablösung
Eine Kreditablösung ist die Abzahlung der Restschuld eines bestehenden Privatkredits mit den Geldern aus einem neuen Kredit. In der Regel versuchen Kreditnehmer auf diese Weise, von besseren Zinskonditionen bei anderen Anbietern zu profitieren. Die Grundlage dafür bildet das Konsumkreditgesetz (KKG), das vorsieht, dass bestehende Privatkredite jederzeit vorzeitig zurückgezahlt werden können.
Aufstockung
Eine Kreditaufstockung ist die Erhöhung eines laufenden Kredits. Da bei der Aufstockung ein neuer Kreditvertrag abgeschlossen wird, ist normalerweise eine erneute Bonitätsprüfung erforderlich.
Bonität
Die Bonität gibt an, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Kreditnehmer oder -antragsteller einen Kredit planmässig zurückzahlen wird. Sie beinhaltet zwei Elemente: die Kreditfähigkeit und die Kreditwürdigkeit. Die Bonität eines Kreditnehmers wird im Rahmen einer Bonitätsprüfung bestimmt.
Bonitätsprüfung
Bei der Bonitätsprüfung wird die Bonität eines Kreditnehmers oder -antragstellers durch den Kreditgeber bewertet. Aus der Bonitätsprüfung ergibt sich ein sogenanntes Credit Score, das massgebend dafür ist, ob und zu welchen Konditionen ein Kredit vergeben wird.
Crowdlending
Crowdlending ist eine neue Form der Kreditvermittlung, bei der mehrere Privatpersonen einer anderen Privatperson oder einem Unternehmen Geld für ein bestimmtes Projekt leihen. Dies erfolgt über spezielle Internetplattformen (sogenannte Online-Kreditmarktplätze).
Effektivzins
Der Effektivzins, auch effektiver Jahreszins genannt, entspricht den jährlichen Gesamtkosten eines Kredits (Nominalzins zuzüglich aller anderen bei der Kreditvergabe anfallenden Kosten wie Bearbeitungsgebühren).
Konsumkreditgesetz
Das Bundesgesetz über den Konsumkredit (kurz: Konsumkreditgesetz, KKG) bildet die gesetzliche Grundlage für Privatkreditverträge in der Schweiz. Es legt unter anderem Vertragsinhalt und -form, die Rechte und Pflichten der Parteien sowie den zulässigen Maximalzinssatz fest und soll den Kreditnehmer vor Überschuldung schützen.
Kreditfähigkeit
Kreditfähigkeit ist die Fähigkeit des Kreditnehmers oder -antragstellers, einen Privatkredit einschliesslich Zinsen planmässig zurückzuzahlen. Sie basiert auf der persönlichen Einkommens- und Ausgabensituation. Schweizer Kreditinstitute müssen bei der Bewertung der Kreditfähigkeit von einer Rückzahlung des Privatkredits innerhalb von 36 Monaten ausgehen, auch wenn die vereinbarte Kreditlaufzeit länger ist. Gut zu wissen: Ein Kredit kann jederzeit zurückbezahlt werden.
Kreditwürdigkeit
Als Kreditwürdigkeit wird die erwartete Zahlungsmoral des Kreditnehmers oder -antragstellers bezeichnet, also sein Wille, einen Kredit einschliesslich Zinsen planmässig zurückzuzahlen. Bei der Bewertung der Kreditwürdigkeit werden in der Regel verschiedene Risikofaktoren wie Alter, Nationalität und Aufenthaltsstatus, Häufigkeit von Wohnorts- und Arbeitsplatzwechseln sowie die Zahlungsmoral in der Vergangenheit berücksichtigt.
Laufzeit
Als Laufzeit wird die Frist bezeichnet, innerhalb derer ein Kredit vollständig zurückgezahlt werden muss. Bei Privatkrediten liegt sie in der Regel zwischen 12 und 60 Monaten. Die Länge der Laufzeit wirkt sich auf die Höhe der Monatsraten sowie die Gesamtkosten des Kredits aus.
Maximalzinssatz
Der Maximalzinssatz ist der höchste zulässige Zinssatz für Privatkredite in der Schweiz. Er wird vom Bundesrat in der Verordnung zum Konsumkreditgesetz (VKKG) festgelegt und bezieht sich auf den Effektivzins. Derzeit liegt er bei 10 Prozent.
Monatsrate
Die Monatsrate ist der Geldbetrag, welchen der Kreditnehmer dem Kreditgeber monatlich zu zahlen hat. Sie setzt sich aus dem Nominalzins und einem Tilgungsanteil zusammen.
Nominalzins
Der Nominalzins, auch nominaler Jahreszins genannt, gibt die jährliche Verzinsung eines Kredits an. Im Gegensatz zum Effektivzins beinhaltet er nur die zu leistenden Zinszahlungen, jedoch keine anderen bei der Kreditvergabe anfallenden Kosten wie Bearbeitungsbühren.
Privatkredit
Der Privatkredit, im üblichen Sprachgebrauch auch Konsumkredit genannt, ist ein verzinsliches Darlehen von einem gewerblichen Kreditgeber...
- mit einem Betrag ab 500 Franken (Privatkredite unterliegen dem Konsumkreditgesetz, wenn sie den Betrag von 80'000 Franken nicht übersteigen);
- mit einer Laufzeit von mehr als drei Monaten;
- das nicht direkt oder indirekt grundpfandgesichert oder durch ausreichende Sicherheiten oder Vermögenswerte gedeckt ist;
- das ausschliesslich für private Zwecke verwendet wird.
Restschuld
Die Restschuld bzw. der Restsaldo ist der Geldbetrag, den der Kreditnehmer dem Kreditgeber noch zahlen müsste, wenn der Kreditvertrag heute aufgelöst würde. Die Restschuld setzt sich aus dem noch nicht getilgten Kreditbetrag sowie bereits angefallenen, aber noch nicht gezahlten Zinsen und Gebühren zusammen.
Tilgung
Als Tilgung wird die Rückzahlung des Kreditbetrags bezeichnet, welcher dem Kreditnehmer vom Kreditgeber bereitgestellt wurde. Meist erfolgt die Rückzahlung in monatlichen Teilbeträgen.
Vorzeitige Rückzahlung
Artikel 17 des Konsumkreditgesetzes räumt dem Kreditnehmer das Recht ein, seinen Privatkredit schon vor Ablauf der vereinbarten Laufzeit zurückzuzahlen. Dabei entfallen die Zinsen für die nicht beanspruchte Kreditdauer.
Zentralstelle für Kreditinformation
Die Zentralstelle für Kreditinformation (ZEK) ist die schweizerische Informationsstelle für Kredit-, Leasing- und Kreditkartengeschäfte. In der Datenbank der ZEK werden Informationen zur Bonität von Antragsstellern und Empfängern von Privatkrediten gesammelt und für eine bestimmte Zeit gespeichert. Die Informationen sind allen gewerbsmässigen Kreditgebern in der Schweiz zugänglich.
Zins
Der Zins ist das Entgelt, das der Kreditnehmer dem Kreditgeber für die Bereitstellung des Kredits zu zahlen hat. Bei Privatkrediten wird zwischen Nominal- und Effektivzins unterschieden.