Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03532.jsonl.gz/1900

Kantate zum Fest der Himmelfahrt Christi, für Alt, Tenor und Bass, Vokalensemble, Oboe I+II, Oboe da caccia, Trompete, Horn I+II, Streicher und Basso continuo.
Zwischen Ostern und Trinitatis 1725 vertonte Bach neun Libretti der Leipziger Patriziertochter und kaiserlich gekrönten «Poeta laureata» Mariane von Ziegler (1695–1760). Dabei setzte er auf farbige Instrumentierungen, wobei der Rang des Himmelfahrtsfestes und der eröffnende Choralchor der Kantate BWV 128 zusätzlichen Nachdruck verleihen. Die von einem beweglichen Orchestersatz gestützten Hornklänge des Eingangs setzen sich in einer Bassarie fort, die mit «hellem Trompetenschall» die Auferstehung Jesu besingt, in einem bewegenden Rezitativeinschub jedoch die dem Menschen geziemende Demut reflektiert. Während ein verinnerlichtes Duett «durch die Sterne» hindurch die Herrlichkeit Gottes zu erblicken sucht, blasen die Rahmensätze mit elektrisierender Energie «allen Zweifel, Angst und Pein» hinweg.
Reflexion
Michael Köhlmeier, geboren 1949 in Hard am Bodensee, Österreich, lebt in Hohenems/Vorarlberg und Wien. Er hat Romane, Gedichte und Kinderbücher veröffentlicht. Der österreichische Bestsellerautor wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Manès-Sperber-Preis, dem Anton-Wildgans-Preis, dem Grimmelshausen-Preis, 2017 mit dem Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung sowie dem Marie-Luise-Kaschnitz-Preis für sein Gesamtwerk und 2019 mit dem Ferdinand-Berger-Preis.