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Giardia lamblia verändert das Darmmicrobiom
Giardia lamblia ist eine der häufigsten Erreger intestinaler Infektionen. Weltweit wird geschätzt, dass ca 1 Milliarde Menschen eine chronische Giardia Infektion haben. Vor allem betroffen sind Regionen mit schlechten sanitären Bedingungen, wo das Wasser ungenügend aufbereitet wird.
Ein Nachweis von Giardia im Stuhl ist nicht so selten, doch unklar ist, ob dies ein Problem darstellt. Denn Giardien produzieren keine Toxine und führen eigentlich selten zu einer schweren Entzündung der Darmschleimhaut. Nun haben Forscher aus Washington den Effekt der Kolonisation des Darmes mit Giardia bei Mäusen untersucht. Sie fanden, dass das intestinale Microbiom der Mäsue total durcheinanderkommt durch die Besiedelung mit Giardia. Bei den mit Giardia infizierten Mäusen vermehrten sich die aeroben Proteobacterien stärker und die anaeroben Firmicuten und Melainabakterien (eigentlich günstige Darmkeime) wurden seltener. Also eine Darmbakterien-Dysbiose – eine Störung des Gleichgewicht im Mikrobiom der Mäuse. Unklar bleibt, ob dieses Ungleichgewicht durch den Stoffwechsel der Giardien ausgelöst wird (die Keime haben einen anaeroben, fermentativen Metabolismus), oder ob dies indirekt durch eine leichte Entzündung der Darmschleimhaut durch Giardia zustande kommt.
Für uns aber wichtig zu wissen ist, dass wohl auch beim Menschen nach einer Infektion mit Giardia ein Ungleichgewicht im Darm-Microbiom entstehen könnte. Dadurch liesse sich nämlich auch die passagere Laktose-Intoleranz erklären, welche in ca. 20-40% der Erkrankten während ein bis zwei Monate nach einer Lamblieninfektion beobachtet wird. Personen mit einer Lamblieninfektion (Giardia lamblia) sollen darauf hingewiesen werden, dass sie für mindestens einen Monat Lactose-haltige Nahrungsmittel meiden sollen. Diese erworbene, vorübergehende Laktose-Intoleranz macht ähnliche Symtpome wie eine Lamblieninfektion. Daher sollte man, bevor man ein Therapieversagen vermutet, nochmals die Stuhldiagnostik wiederholen. In den meisten Fällen handelt es sich dann nicht um einen Rückfall der Lamblien-Infektion, sondern um eine Laktoseintoleranz.
FAZIT für den Alltag:
- Patienten mit Lamblieninfektion darauf hinweisen, für einen Monat auf Laktose-haltige Nahrungsmittel zu verzichten
- Falls ein Patient nach einer behandelten Lamblieninfektion weiterhin über Flatulenz, Durchfall, Abdominalkrämpfe berichtet, und er keine Laktosefreie Diät einhält, könnte es sich um die Laktoseintoleranz handeln und nicht um ein Therapieversagen