Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03312.jsonl.gz/2632

Nur einen Tag nach seiner Rückkehr von einer Konzertreise in die Toskana eröffnet das Jugendorchester Freiburg am Sonntag seine 48. Spielzeit. Das Freiburger Publikum kommt dann in den Genuss des gleichen Programms, das die jungen Musikerinnen und Musiker auch in Italien gespielt haben. Als Solist ist, wie bereits in der Toskana, der Pianist Benjamin Engeli mit von der Partie.
Zu hören sind das dritte und das vierte Klavierkonzert von Ludwig van Beethoven. Dirigent Théophanis Kapsopoulos bringt die beiden Werke mit dem Jugendorchester in einem Konzert zur Aufführung, um den Wandel aufzuzeigen, den Beethoven zwischen den beiden Kompositionen durchgemacht hat. Die beiden Werke wurden 1803 und 1807 in Wien uraufgeführt, mit Beethoven selbst am Klavier. Das Konzert Nr. 3 steht für die Abnabelung Beethovens von den Einflüssen Mozarts und den Einzug des Klavierkonzerts aus den Salons in die grossen Konzertsäle. Das Konzert Nr. 4, nur kurze Zeit später entstanden, wirkt viel lyrischer, und das Klavier tritt darin auf eine Weise in Dialog mit dem Orchester, die damals völlig neu war.
Nach dem Beethoven-Abend folgen bis zum kommenden Mai sieben weitere Konzerte, wie gewohnt immer am vierten Sonntag des Monats. Zu den Höhepunkten zählt Théophanis Kapsopoulos das Weihnachtskonzert vom 23. Dezember mit Vivaldis «Vier Jahreszeiten». Dieses Meisterwerk bringe das Orchester alle vier Jahre zur Aufführung, so dass jeder Musiker es einmal spielen könne. Ein aussergewöhnliches Konzert steht am 27. Januar an, wenn das Jugendorchester im Fri-Son spielt, wo sonst Pop- und Rockkonzerte erklingen. Das Orchester hält sich mit Mozart, Martinů und Haydn aber an das klassische Repertoire. «Wir spielen gerne an ausgefallenen Orten, wo wir Mauern einreissen und neue Begegnungen ermöglichen können», so Kapsopoulos. Die grösste Herausforderung der Saison wartet schliesslich am 24. Februar auf die jungen Musikerinnen und Musiker: Sie führen dann Bartóks «Divertimento für Streichorchester» auf, laut Kapsopoulos «ein Everest für jedes Amateur- und Profiorchester». Als Solisten sind der Cellist Maximilian Hornung und das Quatuor Stuller dabei, das Familienquartett um den Violinisten Gyula Stuller.
Acht neue Mitglieder
Das Jugendorchester besteht in der Saison 2018/19 aus 23 Musikerinnen und Musikern aus dem ganzen Kanton im Alter zwischen zwölf und zwanzig Jahren. Acht von ihnen sind neu dazugekommen. Théophanis Kapsopoulos freut sich über die stetige Erneuerung des Orchesters, das er selber vor bald fünfzig Jahren gegründet hat: «Die Idee funktioniert immer noch, die Jugendlichen sind motiviert und engagiert, und das Orchester bleibt frisch und dynamisch.»
Aula Magna, Universität Miséricorde, Freiburg. So., 28. Oktober, 17 Uhr. Ganzes Programm: www.ojf.ch