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Dutzende Schulen in Grossbritannien haben ihre Uniformregeln geändert: Mädchen können nun Jungenkleidung tragen – und andersherum. Egal welchem Geschlecht sie sich zugehörig fühlen.
Es gibt Kinderbücher, in denen die Protagonisten sich nicht sicher sind, ob sie Mädchen oder Jungen sind oder sein wollen. Transgender-Männer und -Frauen werden zu Schönheitskönigen gewählt oder erscheinen auf den Covern renommierter Zeitschriften. Und längst diskutieren Universitäten und Schulen darüber, ob sie Transgender-Toiletten einrichten sollen.
Nun stehen auch Schuluniformen auf dem Prüfstand: In Grossbritannien haben sich 80 staatliche Schulen dazu entschlossen, ihre Kleiderordnungen zugunsten von Transgender-Schülern zu ändern, wie die «Times» meldet. Demnach erlauben die Bildungseinrichtungen, darunter 40 Grundschulen, ihren Schülern jene Uniform zu tragen, die sie wollen. Jungen dürfen also Röcke anziehen und Mädchen Hosen.
Einige Schulen hätten ihre Vorschriften zu den Uniformen geschlechtsneutral umformuliert, andere Schulen hätten sie neu verfasst und darin festgehalten, dass Kinder sich dem Geschlecht entsprechend anziehen könnten, dem sie sich zugehörig fühlten.
Das Onlineportal «Mashable» berichtet, dass die britische Regierung es zwar nicht verlangt, die Uniformvorschriften zu ändern, aber dass sie Fördermittel ausgelobt hätte, um Schulen LGBTQ-freundlicher zu machen – also offener gegenüber Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender. «Mit dem Geld, das wir bereitstellen, soll homophobes und transphobes Mobbing bekämpft werden», sagte ein Sprecher des Bildungsministeriums «Mashable».
Eine der ersten Schulen, die Fördergelder in Höhe von 200'000 Pfund erhalten hat und die es ihren Schülern erlaubt, sich geschlechtsneutral anzuziehen, ist die Allens Croft Primary School in Birmingham. Jungen dürfen hier Röcke oder Kleider tragen und Mädchen können die Hosenvariante wählen. Es sei der Schule extrem wichtig, Transgender einzubeziehen, Akzeptanz sei eine Grundgesinnung von Allens Croft, sagte Schulleiterin Paula Weaver dem Online-Portal.
Ein Sprecher der LGTBQ-Organisation Stonewall ergänzte, ein solcher Schritt sei sehr ermutigend. Kein Transgender solle etwas anziehen müssen, in dem er sich nicht wohlfühle. So etwas könne sehr verletzend für junge Menschen sein.
Erst im Januar hatte sich das Brighton College, eine 170 Jahre alte Privatschule, von alten Schuluniformregeln getrennt, um Transgender-Schüler nicht länger zu benachteiligen, wie der «Independent» meldet. (kha)