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Furzende Katze: Panasonics Roboterbüsi soll gegen Einsamkeit helfen
Nicobo ist rund, mit Stummelschwanz hinten, hat zwei Kulleraugen und ein Stupsnäsli. Nicobo ist ein Katzenroboter, der gegen die Einsamkeit helfen soll.
Die Unterschiede zu einer echten Katze sind gross, wenn auch nicht ganz dort, wo du sie vermutest. Wo es offensichtlich ist, dass eine echte Katze vier Beine, ein paar Ohren, Schnurrbarthaare und einen Rumpf mehr als Nicobo hat, kann der Roboter genau wie eine Katze furzen. Ja, Katzen furzen und rülpsen auch.
Crowdfunding für die furzende Roboterkatze
Nicobo ist bewusst schnüsig gehalten. Die beiden Augen sind Bildschirme, die eine Vielzahl von anthropomorphisierenden Gesichtsausdrücken zulassen. Die Entwickler bei Panasonic Japan beschreiben Nicobo als «carefree robot», was so viel heissen kann wie «sorgenfreier Roboter» oder auch, je nach Übersetzung, «wartungsfreier Roboter».
Auch wird Nicobo als «schwach» beschrieben. Wo Roboter und Maschinen allgemein immer leistungsfähiger und stärker werden, sollen Roboter wie Nicobo Gegenwind geben. Das Konzept des Roboters, der dir nicht hilft, basiert auf der Arbeit von Michio Okada, Professor an der Toyohashi University of Technology und Director of Center for Human-Robot Symbiosis Research. Sein Fachgebiet die Beziehung zwischen Mensch und Maschine. Er hat einen fahrenden Abfallkübel erfunden, der den Abfall aber nicht selber aufnimmt, sondern dich dazu auffordert, das zu tun. Sein Ziel ist es, zwischen Mensch und Maschine eine Art «unbewusste Kommunikation» herzustellen, die mit Nuancen und Facetten versehen ist und sich nicht zwingend nur auf Bild und Ton verlässt.
Nicobo ist daher kein nützlicher Diener. Nicobo redet zwar mit dir, wedelt mit seinem Schwanz und blinzelt, übernimmt aber keine Funktion wie Apples Siri das tut. Nicobo kann nicht die Musik einschalten oder den Wetterbericht runterrattern. Nicobo sagt herzige Sachen und kann gestreichelt werden. Der Katzenroboter ist von Panasonic Japan entwickelt worden und in einer limitierten Auflage auf der panasonic'schen Crowdfunding-Plattform Makukake angeboten worden. Panasonic hat nach 10 Millionen Yen gefragt und 11,25 Millionen bekommen.
Für 35 800 Yen (etwa 305 Franken) leistet Nicobo folgendes:
- Wenn du es streichelst, dann wackelt es mit seinem Schwanz und macht eine «freundliche Geste»
- Nicobo erinnert sich manchmal an Wörter, die in «Katakoto», also Babysprache, gesagt werden
- Furzt und redet im Schlaf
Problem Einsamkeit
Die Einsamkeit hält in der ohnehin schon reservierten Schweiz und dem Rest der Welt Einzug. Die Corona-Pandemie schliesst uns ein. Haustiere sind tageweise der einzige physische Kontakt zu anderen Lebewesen. Zu gross die Angst vor der Ansteckung.
Doch wir Menschen sind Herdentiere im Herzen. Um gegen die Einsamkeit zu kämpfen feiern wir Parties über Microsoft Teams oder Zoom. Oder wir kaufen uns Haustiere. Lebewesen, um die wir uns vielleicht nicht mehr kümmern können, wenn die Welt wieder in den Normalzustand – wie auch immer der aussehen mag – zurückkehrt. Dann kann es sein, dass der Hund oder die Katze wieder zurück ins Tierheim muss. Oder eines Tages einsam auf einer Autobahnraststätte gefunden wird.
Daher: So bizarr und doof ein Katzenroboter wirkt, er ist vielleicht das Objekt, das einen Menschen eine zeitlang vor psychischen Problemen bewahrt. Er kostet umgerechnet etwa 320 Franken, danach etwa 9 Franken pro Monat für Updates. Das ist nicht nur günstiger als eine echte Katze, sondern auch tiergerechter als eine Katze, die einsam wird, wenn die Einschränkungen im Alltag enden.
Wenn du einsam bist oder jemanden zum reden brauchst, die dargebotene Hand ist für dich per Telefon, Chat, E-Mail oder SMS da. Such dir bitte Hilfe, wenn du sie brauchst.