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Zum Jahresende wird Komet Ison die Erde passieren; vielleicht wird er zum Kometen des Jahrhunderts.
Da sich Ison am 28. November beim sonnennächsten Punkt befindet, dürfte sein Schweif etwa eine Woche danach am besten ausgeprägt sein. Mit zunehmender Entfernung von der Sonne sollte Ison bereits Anfang Dezember vor der Morgendämmerung sichtbar sein. Ab etwa Mitte Dezember erscheint er auch nach Sonnenuntergang am Abendhimmel. Um die Weihnachtszeit dürfte Ison deutlich am Nachthimmel zu sehen sein; am 27. Dezember erreicht er den erdnächsten Punkt. Danach dürfte er rasch an Helligkeit verlieren. Die Astronomen erwarten jedoch, dass man ihn noch bis Mitte Januar von blossem Auge beobachten kann.
Kometen werden oft als «schmutzige Schneebälle» bezeichnet, da sie aus gefrorenen Gasen sowie mineralischen Partikeln bestehen. Wenn sich ein Komet der Sonne nähert, steigt die Temperatur auf der Oberfläche des Kometenkerns, und das Eis beginnt zu verdampfen. Bei weiterer Annäherung an die Sonne beginnt ein Schweif aus Gas und Staub auszuströmen, der eine Länge von bis zu 100 Millionen Kilometern erreichen kann.
Durch Jahrhunderte hindurch wurde der Weihnachtsstern als Stern mit einem runden Schweif dargestellt – also wie ein Komet. Könnte wie heuer auch zur Zeit von Christi Geburt ein markanter Komet erschienen sein? Möglich. Aber nicht sehr wahrscheinlich. Denn solcherlei Himmelskörper wurden damals als Unglücksboten angesehen.
Solche kosmischen Vagabunden sind auch in der heutigen Zeit mit modernsten Methoden meistens erst wenige Monate vorher auszumachen, da sie völlig unvorhersehbar aus den unendlichen Weiten des Weltalls auftauchen – um danach in diesen Weiten für immer zu verschwinden. Andreas Walker Der Komet Hale-Bopp war von März bis Mai 1997 von blossem Auge sichtbar. Die Astronomen erwarten, dass Ison ähnlich spektakulär sein wird.
Foto: Andreas Walker