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| Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).

Viertes Buch
IV. Kapitel
15.
1. Darum ist ihre Seele auch nicht rein, wenn sie von ihnen (aus dem Körper) entlassen wird, sondern sie schleppt die Begierden wie Bleigewichte mit sich, abgesehen von einigen unter ihnen, die sich durch ihre Tugend ausgezeichnet haben.1
2. Es gibt aber auch solche, die im Kriege mit Begierden sterben; dann ist es bei ihnen durchaus nicht anders, als wenn sie an einer Krankheit hinsiechten.
3. Wenn daher das Bekenntnis zu Gott ein Zeugnisablegen ist, so ist jede Seele, die in der Erkenntnis Gottes einen reinen Wandel führte und den Geboten gehorsam war, mit ihrem Leben und mit ihrem Reden eine Zeugin, wie sie auch immer vom Körper scheiden mag, da sei das ganze Leben hindurch und dazu auch beim Scheiden aus ihm durch die Darbringung ihres Glaubens gleichsam ihr Blut vergießt.
4. Dementsprechend sagt der Herr in dem Evangelium: "Wer Vater oder Mutter oder Brüder verläßt"2 und die folgenden Worte: "um des Evangeliums und meines Namens willen", der ist selig, indem er nicht das einfache Zeugnis ablegt, sondern das gnostische, da er durch die Liebe zum Herrn nach der Richtschnur des Evangeliums wandelte.
5. Denn mit der Kenntnis des Namens und dem Verständnis des Evangeliums ist wirkliche Erkenntnis gemeint und nicht, daß man nur davon redet, wie daraus [S. 21] klar ist, daß er die weltliche Familie verläßt, daß er ebenso sein Vermögen und seinen ganzen Besitz verläßt, um in seinem Leben nicht leidenschaftlich davon abhängig zu sein. Denn mit "Mutter" wird allegorisch das Vaterland und die nährende Heimaterde bezeichnet und mit "Väter" die staatlichen Gesetze.
6. Über all das muß sich der hochsinnige Gerechte mit Dankbarkeit erhaben fühlen, um Gottes Freund zu werden und den Platz zur Rechten im Heiligtum zu erlangen,3 wie es auch die Apostel getan haben.
1: Vgl. Platon, Staat VII p. 519 AB.
2: Vgl. Mk 10,29 f.; Mt 19,29.
3: Vgl. Mt 25,33; Past. Herm. Vis. III 2,1; Strom. IV 30,1.