Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03434.jsonl.gz/254

Die duale Berufsbildung bleibt das Rückgrat der Bauwirtschaft und der KMU
Publiziert am 25.09.2011 von Rudolf Strahm, ehemaliger Preisüberwacher und Alt Nationalrat
Meinung Die Berufsbildung nach dem Dualsystem – betriebliche Lehre kombiniert mit staatlicher Berufsfachschule – ist ein ideales Modell zur Berufsqualifikation und zur Arbeitsmarktfähigkeit der Jungen. Die im internationalen Vergleich hohe schweizerische Arbeitsqualität, Zuverlässigkeit und Exaktheit der Arbeitnehmerschaft hat einen Hauptgrund: Die frühe Integration in den Beruf und in die betriebliche Arbeitskultur dank der Berufslehre.
Die fünf Länder, die eine Berufslehre nach dem Dualsystem kennen – das sind die Schweiz, Österreich, West-Deutschland, Holland und Dänemark – haben im Durchschnitt eine drei Mal tiefere Jugendarbeitslosigkeit, als die europäischen Vergleichsländer ohne Berufslehre und mit nur vollschulischen Bildungsgängen.
Schauen Sie in die Banlieus von Paris, in die Vorstädte von Rom, London, Manchester oder Liverpool: Dort sind vierzig, fünfzig Prozent der Jugendlichen arbeitslos. Wer dort das Gymnasium und die Hochschule nicht schafft, fällt zwischen Stuhl und Bank. Die Berufslehre ermöglicht demgegenüber auch eine Qualifizierung der praktischen Fähigkeiten.
In Zukunft gilt es, neben der Berufslehre (Sekundarstufe IIB) auch die höhere Berufsbildung (Tertiär B) stärker zu fördern und vor allem die Titelabschlüsse der Höheren Fachschulen und der höheren Eidgenössischen Berufsprüfungen und Fachprüfungen aufzuwerten. Denn die mit der Personenfreizügigkeit im Ausland rekrutierten Fachkräfte können mit scheinbar höherwertigen Titeln (Bachelor und so weiter) auftrumpfen, obschon weniger dahinter steckt als die hiesigen Abschlüsse der höheren Berufsbildung.