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Alice Fargier
Schweiz, 24 min
Weltpremiere
«Bradley lebt in einer Pflegefamilie. Während eines Aufenthalts in einem Ferienlager, wo ich Kino-Workshops leite, sieht er Le gamin au vélo der Brüder Dardenne. Auf der Leinwand erscheint die Figur des Cyril, der wie Bradley in einer Pflegefamilie lebt. Bradley verlässt den Saal bestürzt. Er kommt zu mir und spricht mit mir über den Film. Ich halte seine Worte und seine Emotion mit meiner Kamera fest und verspreche ihm, diese Bilder Luc Dardenne zu zeigen. Ich nehme den Zug nach Brüssel. Der Filmemacher sieht sich in seinem Büro die Bilder von Bradley an. Es entsteht ein Austausch zwischen dem Kind und Luc Dardenne» (Alice Fargier). In einer verdichteten, aus dem Anschauen eines Films entstandenen Austausch denken ein Kind und ein berühmter Filmemacher über das Erwachsen- und das Kindsein, über Väter und Söhne nach. Ihr Dialog berührt direkt den Schöpfungsakt. In ihren Worten entfalten sich zugleich die Poesie der Pädagogik und die Pädagogik der Poesie. Das Ergebnis ist ein erstaunlicher Film: die Entdeckung des Kinos als Instrument der Freiheit.
Luciano Barisone
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