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Das Bruttoinlandsprodukt legte im August um 0,4 Prozent zum Vormonat zu, wie das Statistikamt ONS am Mittwoch in London mitteilte. Im Juli war es noch um 0,1 Prozent geschrumpft, da wegen Quarantäne-Massnahme Tausende Beschäftigte nicht zur Arbeit gehen konnten. "Die Wirtschaft hat sich im August erholt, da Bars, Restaurants und Festivals vom ersten vollen Monat ohne Covid-19-Beschränkungen in England profitiert haben", sagte ONS-Direktor Darren Morgan.
Mögliche Zinserhöhung
Mittlerweile liegt die britische Wirtschaft nur noch 0,8 Prozent unter dem vor der Corona-Krise erreichten Niveau. Deshalb könnte die Bank of England die erste grosse Zentralbank seit Ausbruch der Pandemie sein, die ihren Leitzins anhebt. Die Anleger wetten auf eine Erhöhung auf 0,25 Prozent bis Ende Dezember. Aktuell liegt der Leitzins auf dem historischen Tief von 0,1 Prozent.
Verknappung von Benzin und Diesel
Die Wirtschaft dürfte im September allerdings auch durch die zeitweilige Verknappung von Benzin und Diesel an vielen Tankstellen in England ausgebremst worden sein. Verursacht wurde das durch einen Mangel an Lkw-Fahrern, der wiederum auf den EU-Ausstieg des Landes zurückgeht, durch den viele osteuropäische Arbeitnehmer auf den Kontinent zurückgekehrt sind. Das sollte die Zentralbank überzeugen, "dass die Wirtschaft nicht sofort durch eine Anhebung der Zinssätze abgekühlt werden muss", sagte Ökonomen Samuel Tombs von Pantheon Macroeconomics.
Die britische Wirtschaft war 2020 um 9,7 Prozent eingebrochen - es war der stärkste Rückgang seit 300 Jahren. Der Internationale Währungsfonds sagt ihr in diesem Jahr ein Wachstum von 6,8 Prozent voraus.
(Reuters)