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In der Woche vor den Sportferien engagieren sich die Schülerinnen und Schüler der 5. Klassen jeweils im Rahmen der Sozialwoche in ganz unterschiedlichen sozialen Institutionen wie beispielsweise in Alters- oder Kinderheimen oder aber in Transitzentren für Asylanten. Wie die zwei folgenden Berichte zeigen, stellen die Erlebnisse während der Spezialwoche eine ganz besondere und wertvolle Erfahrung dar.
"Mein Einsatz im Transitzentrum in Litzirüti (nahe Arosa) begann jeweils um 09:00 Uhr und dauerte bis ca. 16:30 Uhr. Am Montagmorgen bin ich mit einem mulmigen Gefühl nach Litzirüti gefahren. Sogleich wurde ich von den Mitarbeitern und Asylanten sehr herzlich empfangen und alles wurde mir gezeigt und erklärt. Ab Dienstag habe ich Deutsch unterrichtet, zuerst zusammen mit einer Angestellten des Zentrums und dann alleine. Es gab zwei Lektionen pro Tag. Jede dauerte 60 Minuten und ich musste mich immer gut darauf vorbereiten.
Einen der Momente, der mir am meisten in Erinnerung bleiben wird, war der Folgende: Ich sass bereit für den Unterricht im Klassenzimmer und die Asylanten kamen mit ihren kreischenden Babys in den Raum hinein. Als eine Mutter begann, ihr Kind während der Lektion zu stillen, hat mich dies sehr irritiert. Manchmal hatte ich Mühe zu unterrichten, da meine Schüler einfach die Antworten in den Raum schrien oder mir alles laut nachplapperten. Die Asylanten hatten sehr unterschiedliche Deutschkenntnisse: Einige waren bereits nach einer Minute mit den Übungen fertig, andere hatten in dieser Zeit die Aufgaben noch nicht einmal verstanden. Es konnten jedoch alle lesen und schreiben, wenn auch nur sehr langsam. Ich war beeindruckt zu sehen, wie alle Teilnehmer motiviert waren und wie sie die deutsche Sprache lernen wollten.
Am Freitagnachmittag konnte ich mit einem Mann, der aus dem Iran geflüchtet war, ein längeres Gespräch führen. Er fragte mich, was ich einmal studieren möchte und ich antwortete ihm, entweder Biologie oder Medizin. Seine Augen leuchteten auf und er sagte mir stolz, er habe vor kurzem sein Diplom an einer Universität in Iran erhalten. Ich fragte ihn, ob dieses in der Schweiz nicht anerkannt werde und mit traurigem Gesicht meinte er, dass dies sehr unwahrscheinlich sei und er sich jetzt zum Elektriker ausbilden lasse.
Mein Einsatz hat mir gezeigt, dass ich im Leben nichts für selbstverständlich halten sollte. Wir, die Schüler am FGZ, haben die Möglichkeit, eine gute Ausbildung zu absolvieren, die uns danach viele Türen öffnen wird. Dafür sollten wir dankbar sein! Ich habe einen eindrücklichen Einblick in eine andere Welt erhalten und gesehen, mit welchen mir kaum bewussten Schwierigkeiten diese Leute im Alltag zu kämpfen haben."
Aja Ruoss, Klasse O51
"In der Sozialwoche vom vergangenen Februar hatte ich die Möglichkeit, mit meiner Mutter nach Kambodscha zu einem Kinderheim der Schweizer non-governmental organization «AVEC» (Aide Volontaire aux Enfants Cambodge) zu reisen. In diesem Heim leben bedürftige (Waisen-)Kinder, welche aus sehr schwierigen Familienverhältnissen stammen. Dort habe ich mit Mädchen in meinem Alter den Nachmittag nach der Schule verbracht und mit ihnen «Le petit prince» auf Englisch gelesen, Spiele gespielt und gesungen.
Das Beste war, als wir an einem Tag ein Fest organisiert und den ganzen Tag über alle beim Kochen und Gemüserüsten geholfen hatten. Noch nie in meinem Leben habe ich so viel Knoblauch und Zwiebeln gesehen, geschweige denn gerüstet. Wir haben auch eine gefühlte Million Frühlingsrollen gerollt, während wir gelacht und den «Cup-Song» gesungen haben. Am Abend durften wir dann das köstliche Essen verspeisen und haben noch lange getanzt.
Die Kinder waren alle unglaublich lieb zu mir, obwohl sie mich kaum kannten und ich bin unheimlich froh, dass ich nach Kambodscha gehen durfte. Diese Kinder haben mir etwas gegeben, was ich gar nicht in Worte fassen kann und ich hoffe, dass ich ihnen auch etwas zurückgeben konnte."
Anna Buchbauer, Klasse O53