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Hypnose
Der Begriff Hypnose meint ein medizinisches Verfahren, bei welchem mit verschiedenen Techniken die Aufmerksamkeit vermehrt in einen dem Alltagsbewusstsein entzogenen Bereich gelenkt wird. In diesem Bereich wird dann bewusst therapeutisch gearbeitet, d.h. dass es sich weniger um ein "bewusstloses Schlafen" als vielmehr um ein gezieltes Nutzen im Allgemeinen nur wenig oder teilweise bewusster Ideen und Möglichkeiten handelt.
Abgeleitet vom griechischen "hypnos", was so viel wie Traum/Schlaf bedeutet, meint der Begriff ein spezielles psychotherapeutisches Verfahren. Während Sigmund Freud, der Begründer der Psychoanalyse, in der Interpretation spontan auftretender nächtlicher Träume die via regia, den Königsweg, seiner Therapieform erkannte, geht es in der Therapie mit Hypnose darum, die Klienten zu problemlösenden Heilträumen anzuleiten. Es wird also die Fähigkeit, auch tagsüber zu träumen, gezielt genutzt, indem man die bewusste und unbewusste Aufmerksamkeit auf das zu lösende Problem lenkt.
Dabei unterscheidet man im therapeutischen Prozess Induktions-, Utilisations- und Exduktionsphase. Begleitet vom Therapeuten kann es sich der Klient erlauben in den durch grössere Unwillkürlichkeit und fliessend-analoge Denkprozesse gekennzeichneten Trancezustand hineinzugleiten. Verschiedene behaviorale Indikatoren, wie z.B. Veränderungen von Lidschlagreflex, Gesichtsfarbe und Muskelspannung sowie Pupillendilatation lassen das Erreichen eines Trancezustandes erkennen. Weiter weist das Vorliegen von spezifischen Phänomenen, wie u.a. Zeitverzerrung, Hyper- oder Hypomnesie, positiven und negativen Halluzinationen, Dissoziationen etc. auf das Vorliegen einer Trance, d.h. eines Zustandes mit gegenüber dem Wachbewusstsein veränderter Bewusstseinsqualität mit Veränderung der vegetativen Funktionslage hin.
Die Heilkunst mit hypnotischen Phänomenen hat eine lange Tradition und reicht weit ins vorchristliche Zeitalter zurück, so u.a. auf den Asklepionkult in Griechenland um 1200 v.Chr. Weiterentwickelt von Galen aus Pergamon um 150 n.Chr., später genutzt zu "Wunderheilungen" durch Mönche im Mittelalter, erfuhr die hypnotherapeutische Heilkunst durch F.A. Messmer im 18. und Charcot im 19. Jahrhundert weitere wichtige Impulse. E. Coué um 1900, später J.H. Schultz und entscheidend Milton H. Erickson im 20. Jahrhundert haben aus den bisherigen Anfängen die klassische Relaxations- oder Entspannungshypnose (RH), wie wir sie heute kennen, entstehen lassen.
Frau Prof. E. Banyai, Budapest/Ungarn kommt der Verdienst zu, ab 1975 eine Spezialform, die Active-Alert-Hypnosis (AAH), entwickelt zu haben. Erfolgt bei der klassischen Form (RH) die Induktion in körperlicher Ruhe wird bei der AAH im körperlich aktivierten Zustand (z.B. Ergometer oder Laufband) gearbeitet.