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|Inhalt||PERSÖNLICHE FARBE|
|Intermodale beziehungen||Der mensch macht sich eine vorstellung der welt in seinem hirn. Die sinne liefern die informationen, die wahrnehmung entschlüsselt sie. Um dies leisten zu können, müssen die sinne miteinander verschaltet sein.

Wie wäre es sonst möglich, eine farbe als leicht oder schwer, warm oder kalt, nah oder fern, zu empfinden? Eine farbzusammenstellung als farbklang, harmonie oder sogar als abbild des charakters eines menschen aufzufassen? Dieses gleichzeitige empfinden in verschiedenen sinnlichen bereichen, nennt man auch synästhesie.
|zb raumwahrnehmung

setzt sich mindestens zusammen aus informationen über die füsse (Tastsinn), über die nase (Geruch), über das ohr (Gehör), und natürlich über zwei augen (Sehen, querdisparation)
|Goethe,||der dachte, er werde wegen seiner beiträge zur farbenlehre in die kulturgeschichte eingehen, warf Newton vor, seine farbtheorie aufgrund nur eines versuches errichtet zu haben. Das phänomen sei zu wenig umfassend beschrieben, um daraus eine gültige theorie abzuleiten. Zudem mache seine theorie keine angaben zur 'sinnlich-sittlichen' wirkung von farbe. Rudolf Steiner übernahm die auffassung von Goethe und baute sie in seine anthroposophie ein. Daher kommt die tradition, farben auf die wirkung auf den menschen hin zu beurteilen und sogar therapeutisch einzusetzen, zb in farbbädern, farbsauna usw.||Das symbol ist ja per definition ein mehrdeutiges zeichen, ein begriff mit unscharfen rändern. Dies macht die interpretation so schwierig. Die farbe muss im zusammenhang gesehen werden:

Wenn gelb allgemein für das kommunikative, bewegliche, steht, kann man es interpretieren als berührung von gott und mensch (goldgrund), kleinlicher bei der post, bei kaufleuten und dieben als merkurische farbe, peinlicher bei dirnen, seit dem altertum als farbe der aus der gemeinschaft ausgestossenen (Juden), wobei dann das gelb die geile nuance des grüngelben annimmt und wie 'irres gelächter' wirken kann.
|Die farbsymbolik||kommt durch abstraktion zustande. Was haben blüten, lippen, feuer, blut, liebe, aggression, stolz, revolution gemeinsam? Sie sind allesamt rot. Bei näherer betrachtung merken wir, dass das konkrete blut und feuer plötzlich ins blutige und feurige überwechselt.

Die sinnliche erfahrung wird zum gedanken, zur idee und damit zum wesenhaften kern des begriffs konzentriert - die farbe wird zum farbsymbol.
'Die symbolik verwandelt die erscheinung in idee, die idee in ein bild, und so, dass die idee im bild unendlich wirksam wirksam und unerreichbar bleibt und selbst in allen sprachen ausgesprochen, doch unaussprechlich bliebe. '(Goethe)
|Itten||liess in seinem Grundkurs seine schülerInnen ihre persönlichen farben erarbeiten. Einerseits wurden die farben der äusseren erscheinung (Haar, teint, augen usw) festgehalten, andernseits liess er sie in aller ruhe ungegenständliche zusammenstellungen ihrer lieblingsfarben ermischen und zusammenstellen. Sie stellen eine art charakterstudie dar, die der selbsterkenntnis dient. Diese ist für alle gestalter wichtig, da sie ja später farben auswählen oder andern dabei helfen werden, und es keinen sinn hat, den andern seine farben aufzwängen zu wollen.||Das zuordnen von bedeutungen ist zudem kulturell abhängig. Im islam steht grün für gott, bei uns wird gott durch lichtsymbolik dargestellt. Die trauerfarbe ist nicht auf der ganzen welt schwarz.|
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