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Lieber Freund!
Wir (R. u ich) ersuchen Dich dringend, alles mögliche zu thun, daß die Wahlen in den Bundesrath nicht auf morgen vertaget werden. Denn:
1) Gestern war ein Klubb im Bären, von den Genfern u Waadtländern arrangirt, mit Ausschluß von Zürich, Bern u vielen andern Cantonen, um eine Wahlliste zu machen; anderseits ist noch gar nichts besprochen. Soll man nun diese Wahlen diesem Klubb u dem Zufall preis geben? –
2) Der Ständerath wird sich doch, als solcher, d. h. in einer Sitzung über den anzusetzenden Tag aussprechen dürfen. Nun ist aber heute keine Sitzung. Er kann unmöglich die Praxis zugeben, daß in den Fällen, wo beyde Kammern zusammentreten müßen, die eine den Präsidenten der andern nur geschwind am Abend vorher [citiren?] laße.
3) Die Sache ist überhaupt von der Wichtigkeit, daß man sie nicht von Heute auf Morgen vertagen soll; sondern man muß einige Tage zur Besinnung dazwischen legen.
Die St Galler können im Großen Rath das wichtigste Geschäft abthun, u sich dann vertagen u sogleich wieder nach Bern kommen. Näf u Steiger gaben das zu im Ständerath; Du kannst Dich darauf berufen.
Dein
F
10 Nov. 48