Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03532.jsonl.gz/277

Terrakotta-Skulptur. China. Han-Dynastie (25-220 n. Chr.)
Dimensionen: 61 cm x 28 cm x 18 cm
Gewicht: 7,8 kg
Die Skulptur stammt aus einer Sammlungsauflösung bzw. Erbschaft. Sie wurde in den 1990-Jahren beim Auktionshaus Zacke, Wien, Österreich, erworben. Sie befindet sich in einem sehr guten Zustand mit zeitbedingten Verwitterung an der Oberfläche. Sie war zuletzt beim Auktionshaus Koller, Zürich, zum Schätzpreis von XX Franken eingestellt.
Beschreibung:
Eine gediegene Grabausstattung was etwas Aufwendiges und mitunter auf Figurenreiches, darunter mussten sich natürlich auch Diener und Dienerinnen befinden. Die hier abgebildete ist ein selten gut erhaltenes, völlig komplettes Stück sehr typischen Stils, wie man solche Funde in der Provinz Sichuan gemacht hat. Sichuan mit der Hauptstadt Chengdu war eine der wohlhabendsten Gegenden des Han-zeitlichen chinesischen Imperiums. Was an dieser Grabfigur einer ?Dienerin? besonders ins Auge sticht, ihr ihr lachendes Gesicht, das völlig unbeschwert heiter ist, dazu bestens passend der ungewöhnliche Haarschmuck mit grossen Chrysanthemenblüten, die exponiert sind, jedoch bestens erhalten. Diese Art Blumemschmuck ist für Grabfiguren aus Sichuan belegt. Die Figur hat eine kniende Haltung, die Kontur der Fusssohlen ist Rückseite angedeutet. Das Obergewand, das sie trägt, hat breite Ärmel, die einen Teil der Unterarme unbedeckt lassen. Vor sich hat sie auf den Knien ein Brett mit einem Fisch liegen, und in einer Hand hält sie ein scharfes, langes Fischmesser. Die Brust ist leicht angedeutet. Der Hals (oder Kragen) ist übergross geformt und hat zylindrische Form, da der Kopf, der eigens geformt wurde, eingesteckt (und abnehmbar) ist. Die Figur zeigt Reste von ehemaliger Bemalung, zumindest auf dem Gewand ist ein roter Farbton noch deutlich festzustellen.
Literatur:
In "Das Alte China: Menschen und Götter im Reich der Mitte 5000 v. Chr.-220 n. Chr.", München 1995, S. 246-428, befindet sich als Nr. 112 eine sehr ähnliche Figur (?Dienerin?, H 58 cm), jedoch mit Fächer, abgebildet und beschrieben.
Das Portland Museum of Art, USA, bewahrt eine kniende Frauenfigur mit Fischen auf, die auf einem Brett zappeln, aber ohne Kochmesser. Diese Figur wird als Modell eines weiblichen Bankettkochs definiert (siehe "Mysterious Spirits, Strange Beasts, Earthly Delights: Early Chinese Art from the Arlene and Harold Schnitzer Collection", Portland 2005, S. 130-131).
TL-Datierung:
Die Skulptur wurde in den 1990er-Jahren mittels TL-Technik von der Firma zeitgemessen und auf rund 2000 Jahre geschätzt. Der Test wurde von der Firma Labor Ralf Koala, Haiergloch, Deutschland, durchgeführt. Vom Test ist nur noch das Deckblatt vorhanden.
Besichtigung:
Die Skulptur kann auf Vereinbarung in Basel besichtigt werden.
Gewährleistung:
Jede Gewährleistung, soweit nach Gesetz möglich, wird wegbedungen, insbesondere sind Wandelung und Minderung ausgeschlossen.