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Obwohl Jérôme Kerviel, der Trader, der die französische Bank Société Générale mit seinen unauthotisierten Aktienspekulationen gegen 5 Milliarden Euro kostete, letztendlich durch Alarmsignale im Computersystem der Bank entlarvt wurde, war er anscheinend vorher in der Lage, sämtliche IT-gestützten Sicherheitsmechanismen für längere Zeit zu umgehen.
Wie der Co-Chef der Bank Philippe Citerne erklärte, habe Kerviel seine intime Kenntniss der Sicherheitsprozeduren und der Daten, an denen Checks durchgeführt wurden, ausgenutzt. Unter anderem habe er jedesmal wenn er eine bestimmte Aktienposition für die Bank erwarb, gleichzeitig zur Tarnung einen fiktiven gegenteiligen Deal eingegeben.
Wie das 'Wall Street Journal' berichtet, scheint sich Kerviel dabei vor allem der Methoden eines Hackers bedient zu haben. Gemäss Insidern habe er Passwörter von Kollegen und Technikern benutzt und zudem Stunden damit verbracht um die Kontrollen, die seine riesigen Deals angezeigt hätten auszuhebeln und seine Spuren zu verbergen.
Dass ihm dies so lange gelungen ist – er begann mit den unauthorisierten Deals gemäss 'WSJ' "irgendwann im letzten Jahr" - könnte grundsätzliche Fragen darüber aufwerfen, wie sicher die Risiko-Management-Systeme von Banken gegen Angriffe "von innen" wirklich sind, und wie sie zu verbessern wären. Über das Motiv von Kerviel besteht übrigens weiterhin Unklarheit. Persönlich bereichert scheint er sich nicht zu haben. (hjm)