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Mit Einflüssen aus der Klassik, dem Jazz und der Wiener Salonmusik hat er die Schweizer Volksmusik auf eine ganz besondere Weise geprägt und damit viele Musikanten inspiriert: Guido Minicus. Am 14. Oktober 2021 ist er im Alter von 92 Jahren verstorben.
In der Volksmusikszene bleibt er als virtuoser Multiinstrumentalist und Komponist von über 500 zu einem guten Teil technisch sehr anspruchsvollen und ebenso gehörfälligen Stücken in Erinnerung. Mit seinen verschiedenen Formationen veröffentlichte er ab den 1970er-Jahren zwanzig Schallplatten. Guido Minicus’ Hauptinstrument war das Klavier, auf dem er als Ländlerpianist oft auch solo spielte. In Stücken wie zum Beispiel dem «Klavier-Schottisch», dem Schottisch «Musikantenkongress», dem Ländler «Am Künstlerball» oder dem Konzertmarsch «Neue Welt» begeisterte er ein grosses Publikum. Dabei hatte die Volksmusik für Guido Minicus lange nur eine untergeordnete Rolle gespielt.
Die ersten Musiklektionen erhielt der in St. Gallen aufgewachsene Guido Minicus von seinem Vater auf dem chromatischen Akkordeon. Vielseitig begabt, versuchte er sich auch auf anderen Instrumenten; mit nur 15 Jahren soll er bereits deren zehn gespielt haben. Unter dem Namen «Trio Gebrüder Minicus» trat er mit seinen Brüdern Josef, Akkordeon und Klavier, und Silvio, Gitarre, auf. Schon bald hatte sich Guido Minicus in der Welt der Volksmusik einen Namen gemacht.
Als freischaffender Barpianist mit einem grossen Repertoire von klassischer Musik bis zu Swing und Jazz trat Guido zahlreichen Schweizer Ferienorten auf. Von 1968 – 1978 lebte Guido Minicus in Zürich, wo er vier Jahre am Konservatorium studierte und Klavierunterricht erteilte. Er leitete ein Salon-Orchester und arbeitete an ganz verschiedenen Produktionen mit. Beispielsweise war er am Bernhardtheater musikalischer Leiter beim Musical «Hochzeit in Hägglingen» mit Ruedi Walter und Margrit Rainer in den Hauptrollen. Im Interview mit Wysel Gyr in der Sendung «Öisi Musig» vom 12. Juni 1982 bezeichnete er diese Produktion als das wohl schönste Engagement.
In der Volksmusik machte Guido Minicus mit der «Ländlerkapelle Guido Minicus» Furore. In dieser Formation spielte er mit den drei «Jungspunden» Carlo Brunner, Ueli Mooser und Willi Valotti zusammen. In anderen Formationen wie der «Konzert-Kapelle Minicus» nahm er zusätzlich zum Klavier auch das Xylophon und die Singende Säge zur Hand. Und sein Können am Akkordeon bewies er unter anderem mit der Zürcher Pianistin Nelly Leuzinger.Guido Minicus hinterlässt ein grosses musikalisches Erbe. Sein virtuoses Spiel und seine Kompositionen haben in der Schweizer Volksmusik ihren festen Platz. Nach wie vor lassen sich viele Pianisten von ihm inspirieren; darunter zahlreiche junge Musiker, für die seine Stücke echte Herausforderungen sind.
Der Multi-Instrumentalist