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Adolf Hurwitz wurde 1859 in Hildesheim geboren. Er veröffentlichte bereits als 17jähriger mit seinem Mathematiklehrer Hermann Schubert zusammen seine erste mathematische Arbeit. Auf Empfehlung Schuberts begann Hurwitz 1877 sein Mathematikstudium bei Felix Klein in München. Er wechselte nach einem Semester nach Berlin, um bei Leopold Kronecker, Ernst Eduard Kummer und Karl Weierstrass zu studieren. 1879 kehrte er nach München zurück und folgte 1880 Felix Klein nach Leipzig. Dort promovierte Adolf Hurwitz 1881. Nach einem Wintersemester in Berlin habilitierte er sich 1882 in Göttingen.
Noch nicht 25 Jahre alt, wurde Hurwitz 1884 auf Veranlassung des in Königsberg lehrenden Mathematikers Ferdinand Lindemann als ausserordentlicher Professor nach Königsberg berufen. Dort zählten David Hilbert und Hermann Minkowski zu seinen Schülern. Die Königsberger Jahre waren für Adolf Hurwitz eine sehr produktive Zeit. 1892 folgte Hurwitz einem Ruf als ordentlicher Professor an das Eidgenössische Polytechnikum in Zürich, wo er bis zu seinem Tod am 18.11.1919 wirkte. Die Zeit in Zürich war ebenfalls eine Zeit intensiver und produktiver Forschung. Neben den bedeutenden Beiträgen, die Hurwitz hier zum Teil aufbauend auf der Forschung aus den Königsberger Semestern in allen Bereichen der reinen Mathematik leistete, war er auch als Dozent und Lehrer ausserordentlich erfolgreich. Er war Anziehungspunkt für viele jüngere Mathematiker, die ihm in Zürich ihre Referenz erwiesen und mathematische Gesellschaften überall in Europa ernannten ihn zum Ehrenmitglied.
Der bei der ETH-Bibliothek archivierte wissenschaftliche Teil-Nachlass enthält das handschriftliche mathematische Werk von Adolf Hurwitz. Dieses Material, das Adolf Hurwitz der Bibliothek der ETH vermacht hatte, wurde der ETH Zürich am 26. April 1921 durch seine Witwe Ida Hurwitz-Samuel überreicht (ETH-Bibliothek, Hochschularchiv, Schulrat, SR2: Präsidialverfügung Nr. 140 vom 28.04.1921). Es umfasst die mathematischen Tagebücher ab 1882 bis 1919, weiter für denselben Zeitraum über 100 Vorlesungen und Übungen, wobei sich neben gebundenen Fassungen auch lose gebliebene Notizblattsammlungen finden. Darunter sind einzelne Vorlesungen, die von Julius Hurwitz als Vorlesungsnachschriften ausgearbeitet wurden und die aus der Zeit zwischen 1890 und 1894 stammen. Aus den Jahren 1877 bis 1881 sind verschiedene Vorlesungsnachschriften überliefert, die von Adolf Hurwitz während seiner Studienzeit erstellt wurden. Eine stattliche Anzahl Notizen, Entwürfe und Vorträge stammen aus der gesamten Zeitspanne seit Studienbeginn bis ins Jahr 1919 und spiegeln das bedeutende Lebenswerk von Adolf Hurwitz.
George Polya charakterisierte 1933 den Inhalt der mathematischen Tagebücher mit folgenden Worten: "Sie zeigen die zur Veröffentlichung gelangten Untersuchungen von Hurwitz in verschiedenen Entwicklungsstadien, und daneben zahlreiche andere, zum Teil sehr ausgedehnte Untersuchungen, die vor Erreichen eines Endzieles abgebrochen werden mussten. Neben schwierigeren und längeren Untersuchungen finden sich auch kürzere Bemerkungen, Übungen, Aufgaben dann Fragestellungen, Themata für Doktor- und Diplomarbeiten, Kopien von Briefen, Aufzeichnungen über mathematische Gespräche, Literaturauszüge usw. ..." G. Polya, S. 752 in: Mathematische Werke von Adolf Hurwitz, Bd. 2, Basel 1933.
Der Bestand wird abgerundet durch einzelne Urkunden und andere biographische Dokumente. Aus der Korrespondenz an Adolf Hurwitz haben nur einzelne Briefe und Briefkonzepte, vor allem Kopien von Kondolenzbriefen von 1919 an die Familie Hurwitz in den an der ETH-Bibliothek aufbewahrten Teil-Nachlass Eingang gefunden.
Der weitaus grösste Teil der Korrespondenz liegt im Briefnachlass von Adolf Hurwitz unter Cod. Ms. Math.-Arch. 76-79 im Zentralarchiv deutscher Mathematiker-Nachlässe in der Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen.
Siehe: biogr. Dossier: Biogr Hurwitz, Adolf - Siehe: Knus, Max-Albert: Hurwitz, Adolf, in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 16.01.2008, URL:http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D31399.php