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Murat Yakin hatte gegen Maccabi Tel Aviv ein Ziel: Die Null muss stehen! Mit einem unorthodoxen System sorgt der FCB für ein Spiel mit vielen Zweikämpfen und wenig Tempo. Eine taktische Analyse des Geschehens.
In der K.o.-Runde der Europa League kam es für den FC Basel zum Wiedersehen mit einem alten Bekannten: Bereits in der Champions-League-Qualifikation traf Murat Yakins Team auf Maccabi Tel Aviv – mit dem besseren Ende für die Basler. Kleiner Schönheitsfehler: Damals kassierte Basel nach einer 3:0-Führung noch drei Treffer im Tel Aviver Bloomfeld Stadium. Das 3:3 fühlte sich wie eine kleine Niederlage an.
In dieser Partie wollte Murat Yakin sein Team defensiv besser einstellen. Der Trainerfuchs wühlte in seiner Taktik-Kiste und kramte die Dreierkette heraus, eine Formation, die der FCB bislang äusserst selten spielte. Yakins Mannschaft formierte sich in einem 3-3-3-1, gegen den Ball agierten die Basler mit einer Fünferkette.
Vorne wechselten Delgado, Xhaka und Elneny immer wieder die Positionen. Interessanterweise setzte auch Tel Avivs Trainer Paulo Sousa auf eine Dreierkette, sein Team formierte sich in einem 3-4-3.
Beide Teams agierten gegen den Ball recht mannorientiert, das heißt, sie verteidigten nah am Gegner und nicht strikt im Raum. Durch die ähnlichen Formationen entstanden viele Eins-gegen-Eins-Duelle, die sich ständig wiederholten. So nahmen sich beispielsweise die hohen Aussenverteidiger gegenseitig aus dem Spiel, auch die Mittelfeldspieler beider Teams blockierten sich.
Freie Spieler gab es innerhalb der Formationen nur wenige. Basel liess die Verteidiger von Tel Aviv gewähren und stellte die Anspielstationen ins Mittelfeld zu. Tel Aviv musste den eigenen Ballbesitz daher hauptsächlich in der eigenen Hälfte ausspielen. Sobald sie den Weg nach vorne suchten, wurden sie sofort gestört. Die Basler schafften es problemlos, Tel Aviv aus der eigenen Hälfte herauszuhalten.
Bei Basel waren die freien Spieler meist Serey Die und der zurückfallende Delgado. Allerdings konnten sie gegen Maccabis aktives Pressing diese Überzahl meist nur in der eigenen Hälfte ausspielen, indem sie sich weit zurückfallen liessen. Die beiden einrückenden Aussenstürmer von Tel Aviv, Zahavi und Rudi, stellten die Passwege ins Mittelfeld zu. Auch der FCB konnte daher selten Raumgewinn verbuchen.
So war die Partie lange Zeit geprägt von einem trägen Spielaufbau in der eigenen Hälfte und vielen Zweikämpfen im Mittelfeld. Keines der beiden Teams legte das starre taktische Korsett ab, welches das Spiel lange Zeit erdrückte. Die erste Halbzeit endete nicht nur ohne Tor, sondern auch ohne echte Torchance.
Erst nach der Pause gab es einige Torszenen zu bestaunen. Basel agierte nun etwas geradliniger, Elneny hielt die rechte Seite und Xhaka spielte links. Letzterer fiel häufiger zurück und suchte die Anbindung an sein Team, rieb sich aber in seinen zahlreichen Dribblings auf.
Schwung ins Spiel brachte hingegen Maccabis Coach Sousa. Er stellte zwar seine Formation nicht um, brachte mit seinen Wechseln aber offensivere Spielertypen aufs Feld. Vor allem die Einwechslung des Stürmers Rade Prica brachte mehr Wirbel ins Spiel von Tel Aviv, da Itzhaki auf die rechte Seite gehen konnte. Zusammen mit dem vorstossenden Rechtsverteidiger Mikha beschäftigte Itzhaki die Basler Abwehr, Linksverteidiger Safari kam einige Male in arge Bedrängnis.
Da die Mittelfeldspieler von Tel Aviv nun aber wesentlich höher agierten, kam Basel fortan zu einigen Konterchancen. Diese versuchten sie über die rechte Seite und den vorstossenden Philipp Degen auszuspielen, allerdings verpassten die Mittelfeldspieler oft den Umschaltmoment. Überhaupt schien ein Stratege im Basler Spiel zu fehlen, auch der spät eingewechselte Diaz konnte dieses Manko nicht beheben. Zudem fanden die eingewechselten Frei und Stocker im Angriff nie so richtig ins Spiel.
Zu Spielende zog sich Basel daher etwas weiter zurück, um das 0:0 zu halten. Am Ende gelang es ihnen, den Angriffen von Tel Aviv standzuhalten. Mit der eher defensiven Ausrichtung mag Basel die Zuschauer gelangweilt haben – allerdings haben sie sich eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel erarbeitet.