Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03434.jsonl.gz/2957

Die Gemeinde Frick führte seit 1803, dem Anschluss des Fricktals an den Kanton Aargau, ein eigenes Siegel und ein eigenes Wappen: auf weissem (silbernem) Grund ein grünes Lindenblatt. Während mehr als 100 Jahren war das Lindenblatt Symbol für die Gemeinde. Es findet sich bis 1931 auf Siegeln und auf Fahnen der Dorfvereine. Seither aber führt die Gemeinde in Siegel und Wappen den roten Fuchs.
Die Linde hatte nicht nur bei den Germanen, sie hatte auch noch im christlichen Mittelalter den Ruf, Beschützerin der Gerichtsstätten und Beschützerin des alten Rechts zu sein. Deshalb wurde die Linde - oder als vereinfachtes Zeichen das Lindenblatt - als Symbol für Gerichtsstätte, für Recht und Gerechtigkeit, im Mittelalter ein beliebtes Siegel und Wappenbild.
Auch die Homburger Vögte (Ortsvorsteher von Frick) mit ihrer vom gleichnamigen Grafengeschlecht abgeleiteten Vorzugsstellung innerhalb des Fricktals verwendeten das Lindenblatt als Amtssiegel. Obwohl schriftliche Quellen fehlen, darf vermutet werden, dass das Lindenblatt deshalb auch als Hoheitszeichen des kurzlebigen Kantons Fricktal bestimmt wurde.
Im 1915 herausgegebenen Buch "Gemeindewappen des Kantons Aargau" vertrat der Historiker Dr. Merz die Auffassung, dass Frick zweckmässiger den Fuchs, das Wappentier der Herren von Frick führen würde, weil das Lindenblatt auch anderen fricktalischen Gemeinden als Wappen diente.
Der Fuchs ist in der Dichtung, in der darstellenden Kunst und im Volksglauben eine schillernde Figur. Aus den Fabeln ist er bei uns als der schlaue Fuchs bekannt; den Zigeunern bringt er nach ihrem Volksglauben Gesundheit und Wohlergehen. In der Blütezeit des Rittertums war er als beliebtes Wappentier Sinnbild für geheimes, unauffälliges Überlegen, für stilles, kluges Vorbereiten eines Plans und für rasches Zugreifen. Es überrascht daher kaum, wenn im 11. Jahrhundert ein Ritter im Dienste der Grafen von Homberg sich als Wappentier den Fuchs wählte. Dieses Ministerialengeschlecht der "Herren von Frick", das als Wappentier den steigenden Fuchs führte, diente den Grafen von Homberg, den Grafen von Tierstein und später auch den Habsburgern. Ab 1227 wurde dieses Geschlecht der "Herren von Frick" in verschiedenen Urkunden erwähnt, bevor es im 15. Jahrhundert ausstarb.
Am 11. September 1931 entschied sich die Gemeindeversammlung nahezu einstimmig für den Wechsel. Seither führt die Gemeinde Frick den roten springenden Fuchs auf weissem Grund im Wappen. Literatur
"Die Wappen von Frick" in "FRICK - Gestern und Heute", Band 1/1985, Seiten 19 - 26
"Das Kantonswappen" in "Der Kanton Fricktal" von Patrick Bircher (2002), Seite 133