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Er macht sich über Päpste und Berlusconi lustig, liebt Dante und Frauen, und niemand kann besser über Sex mit Kürbissen monologisieren als Roberto Benigni. Der Italiener, der mit «La vita è bella» einen Oscar gewann, feiert am (heutigen) Freitag seinen 65. Geburtstag.
Es gibt Filmszenen, die stehen für die ganze Grösse eines Schauspielers. In «Night on Earth» von Regisseur Jim Jarmusch spielt Roberto Benigni einen römischen Taxifahrer, der nachts mit seinem klapprigen Auto durch die Gassen der Stadt kurvt und einen Priester mit einer Beichte über Sex mit Gemüse und Schafen in den Tod treibt.
Niemand könnte das besser darstellen als der kleine, dürre Benigni, Oscar-Preisträger und Italiens Starkomiker schlechthin. Improvisation ist genauso seine Stärke wie die bittersüsse und urkomische Kritik an Politik und Religion.
Benigni, der aus einer armen Bauernfamilie aus der Toskana stammt, sollte eigentlich selbst eine Priester-Karriere einschlagen. Passend für einen, der aus einem Dorf mit dem wohlklingenden Namen Misericordia (Barmherzigkeit) kommt. Die Karriere scheiterte jedoch an einem Hochwasser, das das Priesterseminar in Florenz überflutete.
Trotz all seiner Kritik an der Kirche trat Benigni auch im Vatikan auf, zum Beispiel als er ein Interview-Buch über Papst Franziskus vorstellte. «Als sie mich in der Schule fragten, was ich mal werden will, sagte ich: Papst. Und alle haben gelacht. Da habe ich kapiert, dass ich Komiker werden muss», erzählte er bei der Präsentation im Jahr 2016.
Der Höhepunkt seiner Karriere war aber wohl die Oscar-Verleihung, als er 1999 für die Tragikkomödie «La vita è bella» mit Auszeichnungen überhäuft wurde. Als einziger in der Geschichte der Oscars gewann er auch als Hauptdarsteller eines nicht-englischsprachigen Films. (sda/dpa)