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Mobile Hebammen in Kabul
Mobile Hebammen in Kabul
Kabul, Afghanistan
Aufgrund der andauernden Konflikte und der geografischen Abgeschiedenheit gewisser Regionen haben afghanische Frauen nicht überall Zugang zur Gesundheitsversorgung. Dies erklärt, weshalb Anfang der 2000er Jahre Schwangerschaften und Geburten zu den Haupttodesursachen von Müttern zählten. Die Vertreibung grosser Bevölkerungsgruppen verschlimmerten das Problem zusätzlich.
Eine der wirksamsten Methoden zur Reduktion von Sterbefällen ist, Frauen und Neugeborene professionell und kontinuierlich zu begleiten und zwar ab Beginn der Schwangerschaft bis zu den ersten Lebensmonaten des Säuglings. Das Gesundheitsprojekt von Terre des hommes, das im Januar 1996 lanciert wurde, ermöglicht dies.
Derzeit arbeiten wir in mehreren Distrikten von Kabul, einschliesslich mehrerer Camps für intern Vertriebene, und sind dort in insgesamt sechs Einsatzgebieten tätig. Die mobilen Tdh Hebammen machen Hausbesuche in den am stärksten benachteiligten Gebieten bei Müttern und ihren Kindern. Einige Hebammen leben sogar in den Gemeinschaften, um Betreuung rund um die Uhr anbieten zu können. Bei den Besuchen unterstützen sie die schwangeren Frauen, betreuen sie während ihrer Schwangerschaft und begleiten sie während und nach der Geburt. Die Hebammen nutzen diese Treffen auch, um die Geburt mit den Ehemännern und Familien der Frauen zu besprechen und um diese zu überzeugen, für die Entbindung in ein Gesundheitszentrum zu gehen. Zudem geben sie Rat und stellen Material bereit, mit welchem die Frauen in einem hygienischeren Umfeld gebären können.
Die ersten Stunden, Tage und Wochen nach der Geburt sind für die Mutter und das Neugeborene besonders kritisch. Erhebungen haben gezeigt, dass die meisten Todesfälle während und unmittelbar nach der Geburt passieren und zwar hauptsächlich aufgrund von Schwangerschaftskomplikationen. Geschulte Hebammen können Risiken früh erkennen und Frauen bei Bedarf an Gesundheitszentren überweisen.
Durch die enge Beziehung, welche die Hebammen dank ihrer Arbeit mit den Familien haben, können sie auch Rat zur Familienplanung und zur Kindergesundheit geben sowie in der Gemeinschaft Gruppentreffen von Müttern und jungen Frauen organisieren. Die Verbesserung der Gesundheit wird somit auch mit Sozialarbeit verbunden.
«Das Haus-zu-Haus-Konzept hat grosse Bedeutung in Afghanistan. Die Hebammen kennen den soziokulturellen und epidemiologischen Gesundheits- und Ethikkontext von Müttern und Neugeborenen – eine unabdingbare Basis für eine adäquate Betreuung.»
Dr. Noor Khanum, Verantwortliche des Gesundheitsprojekts in KabulZum vollständigen Erfahrungsbericht