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Am 21. Juli 1726 verlor die Oberägerer Pfarrkirche
einen grossen Teil ihrer Schätze, als es Dieben gelang, in die Sakristei einzudringen. Sie raubten eine grosse silberne Monstranz, Kelche, Kreuze und viele weitere Kostbarkeiten. Diebe wie Diebesgut blieben verschwunden, bis zwei Jahre später die Nachricht aus Uri kam, man habe dort einen Jakob Rikh und einen Stephan Härt aus dem Allgäu verhaftet, die den Kirchenraub gestanden hätten. Beide Diebe wurden sogleich hingerichtet. Ein Komplize kam auf die Galeere. Ersatz für die von den Dieben verschacherten Kirchenschätze erhielten die Oberägerer von Nachbargemeinden, Klöstern und Privaten. Das wertvollste Geschenk, die «Kaiser-Monstranz», kam aus dem Ausland.
Wohl durch die Vermittlung des Tagsatzungsgesandten Peter Nussbaumer aus Ägeri wollte auch der deutsche Kaiser Karl VI. einen Beitrag an die Neuausstattung der Oberägerer Kirche leisten und erteilte dem Kloster St. Blasien den Auftrag, eine Monstranz herzustellen. Schon ein Jahr nach dem Raub wurde das prunkvolle Stück geliefert. Offensichtlich investierte der Kaiser diese riesige Summe, um die österreichischfreundliche Partei im Kanton Zug zu stärken.
Diesen Gegensatz nutzten die Unterägerer, um für ihre neue Kirche beim König von Frankreich, dem politischen Gegner des Kaisers, eine ebenbürtige Monstranz zu erbitten. Bild:
Medaillon auf der Oberägerer Kaisermonstranz mit dem Porträt des Stifters Kaiser Karl VI. von Habsburg