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Endometriose - Behandlung mit und ohne Hormone
Folgende Fragestellungen müssen in die Therapie-Planung einbezogen werden:
- Besteht ein Kinderwunsch?
- Besteht der Wunsch, dass kein Organ entfernt wird (Überlegung insbesondere bei jüngeren Frauen)
- Sollen vorwiegend die Beschwerden (zum Beispiel Schmerzen) behandelt werden?
Die vier grundlegenden Möglichkeiten der Endometriose-Therapie sind:
Hormontherapie
Endometrioseherde werden durch Östrogene und Gestagene aktiviert. Durch Unterdrückung der normalen Hormoneinwirkung kann die Schleimhaut quasi „stillgelegt“ werden. Die Verhütungspille zum Beispiel wird meist bei kleineren Endometriose-Herden und bei Frauen, welche aktuell keine Kinder wünschen, eingesetzt.
So genannte GnRH-Analoga hemmen die Produktion der Geschlechtshormone bei der Frau und werden zur künstlichen Absenkung des Östrogenspiegels eingesetzt. Wegen den doch recht beträchtlichen Nebenwirkungen wie Verringerung der Knochendichte oder Hitzewallungen sind sie nur für die Kurzzeittherapie geeignet. Weiterer Nachteil: Nach Absetzen der Hormone können die Beschwerden erneut auftreten.
Medikamente auf der Basis von synthetischem Gestagen (Gelbkörperhormon) haben in Studien eine sehr gute Wirkung bei der Behandlung der Endometriose gezeigt. Gelbkörperhormone unterdrücken die Aktivität der Hirnanhangsdrüse in der zweiten Zyklushälfte. Dadurch verschiebt sich das Verhältnis zwischen Östrogenen und Gestagenen zugunsten der Gelbkörperhormone, womit die Östrogenbildung in den Eierstöcken und damit auch das Schleimhautwachstum gebremst werden.
Studien zeigten, dass sich die Unterleibsschmerzen genau so stark wie unter GnRH-Analoga reduzierten, die Verträglichkeit aber wesentlich besser war. Eine 15-monatige Studie zeigte, dass das Gestagen auch in der Langzeitbehandlung eingesetzt werden kann.
Unerwünschte Wirkungen von synthetischen Gestagenen können vor allem Kopfschmerzen, Brustbeschwerden, depressive Verstimmung und Akne sein. Diese Nebenwirkungen treten häufiger während des ersten Monats der Behandlung auf und nehmen bei weiterer Einnahme ab.
Symptomatische Behandlung
Bei der alleinigen Linderung der Symptome wird die Krankheit nicht beeinflusst.
Schmerztherapie: Viele Frauen brauchen für die schlimmsten Tage krampflösende Schmerzmittel. Die Einnahme von Schmerzmitteln sollte aber, wie bei allen chronischen Schmerzzuständen, mit dem Arzt abgesprochen werden.
Operation
Vor einer operativen Massnahme wird meistens eine medikamentöse Therapie durchgeführt. Aber auch ein chirurgischer Eingriff schliesst eine nachfolgende medikamentöse Therapie nicht aus. Oft wird kombiniert behandelt.
Laparoskopie /Bauchspiegelung: Dieser relativ kleine Eingriff wird primär zur Diagnosesicherung gemacht. Gleichzeitig kann der Arzt kleinere Endomertrioseherde entfernen. Dies geschieht durch Wärme- oder Laserstrahlen.
Durch die Einnahme einer sich in der Schleimhaut festsetzenden Substanz vor der Operation können während der Laparoksopie mit Hilfe von blauem Licht auch noch so winzige Zellen aufgespürt und entfernt werden.
Laparotomie /Eröffnung der Bauchdecke: Diese Methode wird nur bei grösseren Endometrioseherden und bei Verwachsungen angewendet.
Eventuell ist bei Kinderwunsch nach grösseren Eingriffen nur noch eine künstliche Befruchtung (in vitro Fertilisation) möglich.
Alternative Heilmethoden
Nebst den klassischen medikamentösen und/oder chirurgischen Therapieformen kommen auch zahlreiche alternative Heilmethoden zur Anwendung.
Die Wirksamkeit wird als sehr individuell angegeben. Im folgenden finden sie ein paar Methoden:
- Akut helfen warme Bauchwickel (Bettflasche)
- Massagen zur Lösung von Verspannungen
- Traditionelle Chinesische Medizin (TCM): Shiatsu, Akupunktur, Akupressur
- Bäder, Wickel, Kneippanwendungen, Fangopackungen: Helfen ebenfalls, Verspannungen zu lösen
- Entspannungstechniken: Yoga, Autogenes Training, Biofeedback
- Psychologische Hilfe: Die psychische Belastung darf nicht unterschätzt werden. In vielen Fällen wird eine psychische Unterstützung dringend empfohlen. Sie hilft, eingefahrene Denkmuster zu ändern. Betroffene Frauen sind in ihrer Lebensqualität durch die Schmerzen (auch während dem Geschlechtsverkehr) stark eingeschränkt und die Folgen der Kinderlosigkeit können sich auch auf das Partnerleben auswirken. Hier soll die Frau psychisch unterstützt werden.

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|08.03.2011 - dzu, dde|