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Kürbissamen
Im Garten werden hauptsächlich die verschiedenen Arten und Sorten der Speisekürbisse angebaut. Es handelt sich dabei in erster Linie um die Arten Curcubita maxima, C. pepo und C. moschata. Alle drei stammen ursprünglich aus Südamerika. Der Flaschenkürbis (Lagenaria siceraria), auch Kalebasse genannt,der schon vor der Entdeckung Amerikas in Europa bekannt war, stammt mit grosser Wahrscheinlichkeit aus den tropischen Gebieten Zentralafrikas. Mehr Informationen zur Anzucht, Pflege und Ernte von Kürbissen aus Kürbissamen finden Sie hier.
Herkunft und Botanik von Kürbissen
Durch Einführung der amerikanischen Kürbisse ab dem 16. Jahrhundert hatte der Anbau von Flaschenkürbissen in Europa als Nahrungsmittel kaum noch eine Bedeutung.
Die klassischen Kürbisse für Suppen, Gemüse und zum Einlegen gehören zu den Arten C. maxima und C. moschata. Zur Art Curcurbita pepo zählen die typischen Zucchetti in unterschiedlichen Farben und Formen, sowie die flachen, weißen Pattisson.
Alle Kürbisarten sind frostempfindlich und werden daher bei uns ab Mitte Mai bis zu den ersten Frösten im Herbst kultiviert.
Von Natur aus sind Kürbisse, wie auch Gurken, einhäusige Pflanzen. D.h. eine Pflanze bringt männliche und weibliche Blüten hervor. Vor allem bei kühler Witterung oder ungünstigen Wachstumsbedingungen kommt es vor, dass die Pflanzen verstärkt männliche Blüten bilden und keine Früchte entstehen.
Die klassischen Kürbisse bilden im Laufe der Entwicklung mehrere, rankentragende Triebe. Zucchetti und Pattisson (Curcurbita pepo) entwickeln dagegen keine langen Ausläufer, Sie wachsen i.d.R. buschig in die Breite und Höhe.
Kürbissorten
Besonders großfrüchtige Sorten wie 'Gelber Zentner', 'Roter Zentner', 'Zentner' oder 'Pink Banana Jumbo' erreichen Gewichte von 20 und mehr Kilogramm. Wer an Kürbiswettbewerben teilnehmen will, kann mit 'Atlantic Giant' sein Glück versuchen. Diese Sorte kann mehrere hundert Kilogramm schwer werden.
Geschmacklich besser und von zarterer Textur sind meist die kleineren Kürbisse, die sich oft auch mit Schale verarbeiten lassen. Beliebt sind z.B. Sorten aus der gut lagerfähigen Hokaidogruppe wie 'Uchiki Kuri', 'Solor' oder 'Grüner Hokaido'. Zur Moschatagruppe zählen 'Butternut', 'Chirimen' oder 'Langer von Neapel'.
Zur Produktion der beliebten Kürbiskerne dient der Ölkürbis, dessen Samen keine Schale bilden.
Flaschenkürbisse werden heute in erster Linie für Zierzwecke angebaut. Zum Ausprobieren gibt es u.a. eine 'Mischung' mit neun verschiedenen Sorten oder den Flaschenkürbis 'Weinheber Kittenberger' in der typischen Kalebassenform.
Kulturansprüche
Kürbisse wachsen mehrtriebig und haben daher einen relativ großen Platzanspruch. Aber auch auf der Terrasse oder auf dem Balkon lassen sich Kürbisse kultivieren, wie z.B. der Topfkürbis 'Gold Nugget'.
Alle Kürbisarten benötigen ausreichend Wärme und vertragen keinen Frost. I.d.R. gedeihen die Pflanzen auch in nicht so heißen Sommern recht gut. Eine Ausnahmen bilden die Flaschenkürbisse. Sie benötigen einen geschützten, sehr warmen und sonnigen Standort.
Außerdem brauchen Kürbisse eine gute und regelmäßige Wasserversorgung. Ist diese nicht gewährleistet, kann es schnell zu Wachstumsstockungen kommen. Am besten entwickeln sich die Pflanzen auf mittelschweren Böden. Allerdings lassen sie sich auch auf leichten Sandböden kultivieren, wenn diese genügend Humus enthalten und in Trockenphasen ausreichend gewässert wird.
Kürbisse haben einen relativ hohen Nährstoffanspruch. Die Beete sollten vor der Aussaat oder Pflanzung gut mit Kompost versorgt werden. Ergänzend kann ein organischer Dünger, z.B. Hauert Biorga Gartendünger gegeben werden. Besonders bei großfrüchtigen Sorten muss während der Wachstumsphase regelmäßig nachgedüngt werden. Dafür eignen sich Flüssigdünger, wie Hauert Biorga Flüssigdünger oder Hauert Vegesan Gemüse und Blumen.
Anzucht von Kürbis durch Direktsaat ins Freiland
Üblicherweise erfolgt die Aussaat ab Mitte Mai, wenn keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind, direkt ins Freiland. Die Bodentemperatur sollte mindestens 12°C betragen. Bei starkwüchsigen Kürbissen wird ein Pflanzenabstand von 2 x 2 m angestrebt. Bei kleinfrüchtigen Sorten reichen 1 x 1 m aus. Am besten legt man pro Saatstelle 2 bis max. 4 Samen. Die Samen werden flach mit Erde abgedeckt, leicht angedrückt und vorsichtig z.B. mit einer Gewächshausgießkanne angegossen. Nach dem Auflaufen bleibt später nur die kräftigste Pflanze stehen.
Anzucht von Jungpflanzen
Vor allem in klimatisch raueren Lagen kann es sinnvoll sein, Kürbisjungpflanzen in Töpfen auf der Fensterbank, im Frühbeet oder im Gewächshaus vorzuziehen. Dazu werden Ende April/Anfang Mai je zwei Samen pro Topf abgelegt, von denen später nur der besser entwickelte Sämling stehen bleibt. Auf keinen Fall sollte man zu früh mit der Anzucht beginnen, da größere Jungpflanzen oftmals nicht so gut anwachsen.
Für die Aussaat verwendet man am besten Anzuchttöpfe. Gut geeignet sind Töpfe mit einem Durchmesser 7 bis 8 cm. Solche aus verrottbarem Material lassen sich später samt Topf ins Freiland setzen. So können die Kürbispflanzen schnell einwurzeln.
Die Aussaat erfolgt in spezieller Anzuchterde, mit der die Töpfe gefüllt werden.
Die Keimung erfolgt bei Temperaturen von 20 bis 25°C in wenigen Tagen. Werden die Anzuchttöpfe auf Heizmatten gestellt, die es in unterschiedlicher Größe als Anzuchtzubehör gibt, ist eine optimale Keimtemperatur gewährleistet. Für eine gute Jungpflanzenentwicklung ist neben Wärme ausreichend Licht erforderlich.
Pflanzung
Das Auspflanzen ins Freiland erfolgt, wenn die Jungpflanzen zwei echte Blätter gebildet haben. Am besten verwendet man dazu eine Pflanzkelle. Sollte es nach den Eisheiligen, ab Mitte Mai, noch kalte Tage geben, kann man die Pflanzen mit einem Wachstumsvlies schützen.
Pflege
Damit die Pflanzen zügig wachsen, ist regelmäßiges Bewässern und Düngen nötig. Unkräuter zwischen den Pflanzen behindern das Wachstum der Kulturpflanze. Am besten entfernt man sie durch Jäten.
In manchen Jahren fällt auf, dass die Pflanzen zwar reichlich blühen, jedoch keine Frucht ansetzen. Meist handelt es sich dabei um eine verstärkte Bildung von männlichen Blüten bei ungünstigen Wachstumsbedingungen, z.B. Kälte und Trockenheit.
Die Ranken der Kürbisse werden normalerweise nicht geschnitten oder formiert. Wachsen die langen Triebe in andere Beete, kann man sie bedenkenlos kürzen.
Bei starkem Fruchtansatz kann es sinnvoll sein, jeder Pflanze nur ca. drei Früchte zu lassen, damit diese sich besonders gut entwickeln können.
Ernte
Riesen- und Moschuskürbisse werden, je nach Entwicklung, ab Anfang September bis Oktober bei Vollreife geerntet. Bei zu frühem Schnitt leidet die Lagerfähigkeit. Am besten schneidet man die Früchte mit einer Gartenschere so von den Ranken, dass der Fruchtstiel möglichst lang bleibt. So lassen sich z.B. die beliebten Hokaidokürbisse unter günstigen Bedingungen bis Ende Februar des kommenden Jahres lagern.
Zucchetti werden, wie auch Gurken, unreif geerntet. Am besten schneidet man die Früchte regelmäßig, wenn sie noch jung und zart sind.
Massnahmen gegen Krankheiten und Schädlinge
In der Regel wachsen Kürbisse recht unproblematisch. In der Jugendphase kann es zu Schäden durch die Gurken- oder Bohnenfliege sowie durch Nacktschnecken kommen. Im Laufe des Sommers tritt regelmäßig Echter Mehltau auf, mit dem die Pflanzen normalerweise aber gut klar kommen. Auch gelegentlicher Blattlausbefall stellt normalerweise kein Problem dar.