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Das neue Buch ist da:
FINDING NEMO & PISCO SOUR. Reisen mit Kind durch Südamerika
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Christoph Columbus hat Amerika am 12. Oktober 1492 entdeckt (weil Männer nicht nach dem Weg fragen können). Amerigo Vespucci hat die südamerikanische Küste zehn Jahre später entdeckt, 1502, weshalb entdeckungsgeschichtlich Amerika eigentlich Columbien heissen müsste und Argentinien Amerika! So aber erhielt Argentinien nicht den Namen seines Erspähers sondern wurde Silberland (von argentum = Silber) getauft. In der Mündung des Rio de la Plata belud man die Galeonen der spanische Silberflotte mit den schimmernden Barren die mit Pferden aus den Gruben von Potosi im heutigen Bolivien herbeitransportiert wurden. Bolivien muss also auch noch mit rein.
Wir nehmen Corsin 6 Wochen anschliessend an seine Herbstferien aus der Schule (dank der grandiosen Schullleitung des Milchbuck-Schulhauses Zürich drei Mal möglich; während den zwei Jahren Kindergarten, in den ersten drei Klassen und einmal zwischen der 4. bis 6. Klasse). Christian, jetzt endlich Kapitän bei der Helvetic Airways, hat unbezahlten Urlaub bekommen.
Wir werden nach Argentinien fliegen und erst mal bei meiner Freundin Mariana in Buenos Aires eine ganze Woche akklimatisieren. BA gilt bei vielen als schönste Stadt Südamerikas. Ganz Argenitinien hat ca. 44 Millionen Einwohner, im Ballungsrum BA wohnen ein Drittel davon. Im Land gibts 51 Millionen Rinder, da wird wohl das eine oder andere Asado uns (noch) nicht zum Vegetarier werden lassen. Die Fläche des zweitgrössten Landes von Lateinamerika entspricht etwa der sechsfachen Grösse der Schweiz, Deutschlands und Österreichs zusammen!
Etwa ein Drittel der Bewohner Südamerikas gelten als arm, sogar in BA, der europäischsten Hauptstadt. In den Elendssiedlungen beendet angeblich die Hälfte der Kinder die Grundschule nicht, ein Viertel beginnt vor dem 10. Lebensjahr zu arbeiten und 57 % der Mädchen bekommen ihr erstes Kind zwischen 13 und 17 Jahren.
Nichtsdestotrotz ist diese Destination leider aber auch nicht günstig… Aber getreu meinem Motto „man gönnt sich ja sonst nichts“ entschieden wir uns doch für diesen Kontinent!
Buenos Aires sei richtig sexy, Argentinien zum Trendland avanciert. Ein Land der Kontinente, von Tropen bis zum ewigen Eis. Nur noch 1000 Kilometer zur Antarktis. Über 35 Sechstausender, ein Dorado für Bergsteiger und Outdoor-Freaks. Die ganze Welt in einem Staat: Regenwald, Pampa, staubige Pisten, schneebedeckte Vulkane, himmelstürmende Bergstrassen und in Wälder eingebettete Seen… 1 Million Pinguine, 1000 der weltweit vermuteten 16’000 Glattwale, Orcas, Seeelefanten, Gürteltiere, Pumas, Ameisenbären, Stachelschweine, Faultiere, Seelöwen, Mähnenrobben, Vampire und Jaguare warten auf uns.
Über Feuerlands einsame karge Landschaft weht ein stürmischer wütender Wind. Unendliche Weiten, wie gemalt wirkende Lichtspiele, eine Küste wie sie rauher und wilder kaum sein könnte. Mit vom Winde zerzauster Vegetation. Zwischen schönstem Sonnenschein und einem Schneesturm liegen manchmal nur Minuten. Die Frühlingstemperaturen sind zwischen 2 und 30 Grad. Das heisst für uns Shorts, T-Shirts und Badehosen wie auch Wanderschuhe, dicke Hosen und Daunenjacken. Regenkleidung und Sonnencreme. Alles mal drei. Und dabei heisst unsere Devise Travel light beim packen. Zusätzlich noch Corsins Schulbücher, weil wir den verpassten Stoff nachholen müssen. Wo? Im Containerschiff durch die chilenischen Fjorde?
Das Auge sieht nur zum Horizont, das Gefühl für Distanzen aber stellt sich im Kopf ein. Reisend erlebt man Argentinien viel imposanter, als es die Landkarte erahnen lässt. Argentinien ist dreimal so „hoch“ wie der italienische Stiefel! Chile geht von Schottland bis Nigeria, würde man es über Europa und Afrika legen!
Von Buenos Aires werden wir nach Sucre in Bolivien, fliegen, die spanische Architektur und die farbenprächtige Bevölkerung bewundern. Mit dem Bus nach Potosi, die Stadt der Silberminen besuchen, in Uyuni einen 4×4 Geländewagen chartern und den auf über 5000 Meter hohen Salar de Uyuni überqueren, einen gigantischen Salzsee auf einer Hochebene. Anschliessend über den Altiplano Boliviano die Anden überqueren und in die chilenische Atacama -Wüste nach San Pedro de Atacama fahren. Unterwegs werden wir Lamas, Alpakas, Vikunjas und hoffentlich tausende Flamingos sehen. Von Calama fliegen wir via Santiago de Chile nach Puerto Montt, wo wir für 10 Tage ein Auto mieten und durch eine malerische Landschaft mit mehreren Vulkanen kurven werden. Mal für 3 Tage in ein abgelegenes Tal am Fusse eines schneebedeckten Vulkans, dann ans Meer, an den Pazifik auf eine Farm, dann auf die Insel Chiloé, in ein luxuriöses Hostal. Von Puerto Montt fahren wir mit einem Containerschiff vier Tage und drei Nächte durch die unzähligen Fjorde in unserer gebuchten Dreierkabine nach Puerto Natales.
Hier beginnt unser Patagonien-Abenteuer. Wieder mieten wir ein Auto, diesmal für 12 Tage, um die grössten, bekanntesten und spektakulärsten Nationalparks zu besuchen. Den Parque Nacional Torres del Paine mit atemberaubender Landschaft voller Gletscher und türkisblauen Gletscherseen mit Zug- und Wasservögeln. Stundenlang durch die Pampa zum Parque Nacional Los Glaciares, zu einer einsamen Tankstelle, durch magellanische Südbuchenwälder, zu Lagunen, zu abgelegenen Luxus-Estancias, von Mirador zu Mirador.
Von Punta Arenas werden wir mit einer kleinen Twin-Otter zum chilenischen Militärflughafen in Puerto Williams fliegen, einem Kaff noch südlicher als Ushuaia, der südlichsten Stadt der Welt: „Fin del Mundo, principio de todo“ steht auf einem Schild, vor dem sich alle, die es bis hierhin geschafft haben, fotografieren (lassen) – Ende der Welt, Anfang von allem. Von Puerto Williams werden wir mit Schlauchboot und Bus auf die argentinische Seite nach Ushuaia übersetzen, von wo wir dann nach Buenos Aires zurückfliegen. Für die Halbinsel Valdez haben wir LEIDER keine Zeit mehr, aber mir fehlen ja sowieso immer ein paar Tage; immer und überall! Christian hat recht wenn er sagt ich könne auch 365 Tage zum verplanen einer neuen Reise haben, es würden mir sicher wieder 3 Tage fehlen…
Vorerst bin ich aber noch am planen, researchen, buchen, zahlen, zahlen, zahlen und sollte endlich mal spanisch lernen…
Den Blog hier auf meiner Website werde ich unterwegs nicht updaten. Weil ich eine digitale Diät mache. Keinen Compi, kein Tablet, kein Internet.
Ich plane eine Buch über diese Reise zu schreiben. Hier ein kleiner Vorgeschmack mit dem Vorwort, Planung, Hotels, Reiseroute und Karte. Hasta la vista!
Vorwort
2015. Elternabend vor dem Kindergartenstart. Was mich am meisten interessierte war die Information, dass unsere Schule den Kindern während den zwei obligatorischen Kindergartenjahren, dann einmal zwischen dem 1. und 3. Schuljahr und noch einmal zwischen der 4. und der 6. Klasse ein Absenzgesuch von bis zu 10 Wochen bewilligen würde. Bingo! Gesetzt! “Kannst Du gleich aufschreiben: Dann machen wir im 2018 in der 2. Klasse, und nochmals 2020 in der 4. Klasse eine längere Reise!”
Vor dem Kindergarten reisten wir drei Monate lang durch den Iran, Turkmenistan, Usbekistan und Kirgistan auf der legendären Seidenstrasse. Im Kindergarten nahmen wir uns einen ganzen November frei, wenn die Flüge billiger sind weil dann nicht alle gleichzeitig verreisen.
Nun ist unser Sohn Corsin 7 ½ Jahre alt, in der 2. Klasse, und die nächste grosse Reise steht bevor: Südamerika, die untere Hälfte: Argentinien, Bolivien und Chile. Mein Mann nimmt unbezahlen Urlaub, die Schule hat schon zugesagt, Verlängerung der zweiwöchigen Herbstferien um sechs Wochen.
Reisen bedeutet heute schnell ankommen, auf dem schnellsten Weg zum Zielland. Unterwegs sein gilt als Zeitverschwendung. Weil Fliegen immer günstiger wird, wollen viele nur noch ankommen, aber keiner will mehr unterwegs sein. Freiheit über den Wolken gilt als verlorene Zeit. Aber Land und Leute lassen sich nicht mit Last-Minute-Angeboten erjetten und fremde Kulturen sich schon gar nicht mit zweiwöchigen Kurzvisiten begreifen. Wer schnell ankommen will und sich keine Zeit nimmt, trifft nur auf exotische Kulissen. Kontinente und Kulturen werden nur über-flogen, nicht erfahren. Nicht genug, um mehr von der Welt zu sehen.
Früher waren die Worte «Kaufmann» und «Reisender» synonym. Soldaten, Kuriere, Staatsmänner, Gelehrte, Studenten, Bettler, Pilger, Verbrecher und Mönche waren es, die man auf den Strassen antraf, vor allem aber Kaufleute, die Gewürze, Myrrhe, Gold, Seide, Waffen, Perlen und Safranziegel herbeischafften. Die Reise als Abenteuer zum Selbstzweck war bis tief ins 18. Jahrhundert hinein unbekannt.
Ich möchte wieder einmal ein Zeitverschwender sein mit dem Luxus der Langsamkeit. Meine Devise: Der Weg ist das Ziel! Musse und Zeit sind Faktoren, die das Reisen überhaupt ausmachen und die im immer rascheren Wandel unserer Welt vielfach verlernt worden sind. WLAN-freie Zeit. Digital detox, digitale Diät. Keine emails mehr. Stille neu entdecken, die in der Hektik der Moderne untergegangen ist. Quality time. Familienzeit!
Wohin wollen wir? Australien? Neuseeland? Südafrika? Südafrika- Swaziland-Lesotho-Namibia-Botswana-Zimbabwe-Südafrika-Rundreise? Wir haben siebeneinhalb Wochen. Verwandte in Kapstadt.
Vietnam – Kambodscha – Laos – Thailand? Können wir auch einzeln haben. Sehr ausschlaggebend. Jedes Jahr ein anderes Land. Wenn wir schon über 7 Wochen am Stück haben, wäre es schade, nicht eine Destination zu wählen, die man sonst nicht bereisen kann. Wir haben schliesslich nur noch zwei Mal so lange Zeit bis Corsin aus der Schule sein wird. Das will wohl überlegt sein. Es sollte auf jeden Fall eine Überlandreise werden.
Eigentlich ist es egal wohin man fährt. Kann auch mit dem Eselwagen durch Frankreich sein. Einfach nicht Rimini… Da unsere Auszeit in den Oktober/November ist, fällt Skandinavien weg, ebenso Sibirien. Zu kalt. Zentralasien? Grad gewesen, obwohl alle Freunde aus Teheran, Isfahan, Lorestan, Ashkhabad, Samarkand und überall in Kirgistan fast täglich per whatsapp fragen, wenn wir denn wieder kämen. Wir brainstormen. Und entscheiden uns für Südamerika.
Ich recherchierte wochenlang Campervans in Neuseeland, da melden sich Freunde aus Deutschland, die grad in Uruguay hocken. Meine Freundin aus Buenos Aires schreibt aus ihren Hundeschlittenferien in Lappland. Ich bekomme Fotos aus Patagonien, aus dem Torres del Paine. Renne zu meinem Chef rüber, der grad in Südamerika war. Der hört nicht mehr auf zu Schwärmen: Die Landschaften dort seien nicht von dieser Welt. Die Grandiosität eines Perito Moreno Gletschers! Fitz Roy!! Salar de Uyuni!!! Die A n d e n!!!! Die Weiten der Atacama-Wüste!!!!!
Mein Herz schlug höher. Mariana, meine argentinische Freundin, sagt schon seit Jahren, ich solle sie endlich besuchen kommen. Sofort rief ich sie an und meine Entscheidung war gefallen. Meine Mutter hat jetzt schon Angst. Südamerika. Mafia. Drogentote, Militärdiktaturen… Neuseeland und Australien verblassen. War ja eh schon dort (1993 und 1997). Jetzt kann die Planung beginnen!
Planung
In der Bibliothek hole ich Reiseführer über Bolivien, Chile und Argentinien. Buche Flüge nach Buenos Aires. Frage Marita, meine deutsche Reisefreundin, die ich 2005 in den südafrikanischen Drakensbergen kennengelernt hatte, nach ihrer genauen Reiseroute. Meinen Chef Claudio nach seiner. Fügte Bolivien dazu. Er fand mir ein Containerschiff das zwischen den chilenischen Fjorden umherzieht. Vier Tage, drei Nächte, Dreierkabine mit Bad! Verdammt, muss hin und herschieben, bis es passt. Das Schiff fährt nur Sonntags. Ändere ein Dutzend Mal meine Reiseroute. Akklimatisieren in den Höhen der Anden. Sucre liegt auf 2810 Meter, Potosi auf 4070 Metern, Uyuni auf 3650 Metern.
Unser Reisestil? Flashpacking!
“Flash“ ist englisch für chic. Ein richtiger Backpacker – das war ich einmal. Heute lieber Himmelbett als Hängematte, lieber Klimaanlage als Kakerlaken! Frei nach dem sehr lesenswerten Buch von Sascha Tegtmeier “Ich nehm dann mal das Upgrade” ist dieser neue Reisestil genau mein Stil. Und ein globaler Trend geworden. Flashpacker. Wir sind eine Flashpackerfamilie! Wir ermutigen alle Ex-Backpacker und spätberufenen Komfort-Abenteurer den Rucksack zu entstauben und in die Welt zu ziehen. Wir möchten mehr Komfort und Luxus, haben ein wanzenfreies Bett verdient. Hygienisch fragwürdige Strandbungalows gibts noch reihenweise auf der thailändischen Hippie-Insel Koh Phayam, auch für 5 bis 10 Franken pro Nacht, sogar mit eigenem Badezimmer, aber wir quartieren uns immer im Bamboo Bungalow ein, dem besten am Strand. 40 Franken pro Nacht, auch mit offenem Bad. Sehr zur Freude von unserem Sohn sogar mit Frosch hinter dem Spiegel. In Thailand gibts wunderbare Bungalowanlagen ab 40 Franken, für 90 wirds dann schon sehr schön (Hidden Resort in Ranong!), und für 150 sogar wunderbar luxuriös mit eigenem Swimming Pool (auf Koh Yao Yai das Glow Elixier und das Santhiya)! Hotelsuchen kann man lernen und ich entwickle mich zu einem Genie. Mit einem sehr glücklichen Händchen.
Mit knapp über 20 fing ich an zu backpacken, war eine klassische Rucksackreisende und wollte auf keinen Fall als “Touristin” bezeichnet werden. Den Pauschalreisenden und Gruppentouristen brachte ich die totale Verachtung entgegen. Heute, 30 Jahre nach den ersten Ferienreisen nach Südostasien, reise ich nicht mehr mit dem Tramperrucksack, sondern meist nur noch mit einem kleinen Rollköfferchen. Mit dem ich mich früher geschämt hätte. Während ich damals in mit Menschen vollverstopften Zweitklassabteilen in indischen Nachtzügen, in der Mongolei mit Einheimischen, zwischen Kartoffelsäcken auf Lastwagen gereist bin, bevorzuge ich heute zum Beispiel in Sri Lanka einen Mietwagen mit Chauffeur (Akila Ruwan, silversuntours.com, <email-pii> or phone +94 77 988 14 03 and +94 78 631 54 67). In Bangkok nehme ich ein Taxi vom Flughafen ins Hotel und in Usbekistan buche ich wunderschöne Boutiquehotels in alten Karawansereien anstatt Billigstunterkünfte. Vor allem seit ich einen Sohn habe, gönne ich mir viel mehr Luxus. Ich habe den Rucksack gegen den Rollkoffer getauscht und bin nicht mehr bereit unser Hotelzimmer mit Viechern oder einen Schlafsaal mit betrunkenen oder schnarchenden Mitreisenden zu teilen. Habe ich zwar wirklich nur sehr selten gemacht, kam jedoch vor.
Ich blättere zwar noch in den Broschüren und Prospekten vom Junge-Leute-Abenteuer-Reisebüro, buche dann aber alles selber. Pauschalarrangements sind mir ein Gräuel. Ich bin zu alt für die klassischen Leiden eines Backpackers. Muss auch nicht mehr jede Sehenswürdigkeit abklappern. Klar gehört der Borobudur zu Indonesien, der Taj Mahal zu Indien, Angkor Wat zu Kambodscha, der Royal Palace zu Bangkok etc. Aber man kann durchaus nach Paris ohne den Eiffelturm bestiegen zu haben… Drum: Angesichts strassentechnisch besonders heikler Strecken können wir für wenig Geld auch fliegen und uns 24 Stunden im Bus ersparen. Zwei meiner grössten Horrorerlebnisse waren auf langen Überlandstrecken: Von Pokhara nach Delhi, rechts und links gehts hunderte Meter tief ins Grauen, und die indischen Busfahrer lieferten sich ein Rennen! Wir hatten nicht fliegen wollen, weil man sich das als Backpacker nicht getraut/nicht erlaubt. Oder in Nordpakistan, von Gilgit nach Rawalpindi, konnten wir gar nicht mehr aus dem Fenster schauen, so bang war uns ab der Fahrweise des Idioten am Steuer. Dann zwei Platten, stundenlanges Herumwarten auf den Ersatzbus, natürlich in der Dunkelheit. Weil uns die 150 Dollar für ein Jeep-Taxi gereut hatten. Auf einer der spektakulärsten Routen der Welt!
Wie blöd kann man sein? Ist ein schmerzloser Komfort denn nicht erlaubt? Darf man das am Abend in der Hotelhalle den anderen Reisenden gegenüber zugeben? Ja, man kann! Vielleicht nicht so gern dem typischen Lonely Planet-Tramper, aber dem versuchen wir seit Jahren eher aus dem Weg zu geben. Wir müssen uns nichts mehr beweisen. Während dann die anderen von ihrer total mystischen und magischen 30-stündigen Busfahrt berichten, haben wir unseren Reisestil gefunden. Wir erleben das riesige Abenteuer einer Rucksackweltreise mit schönen luxuriösen Hotels mit Bad und Swimming Pools. Flashpacker wollen beides: Abenteuer und Komfort, Dschungel und gutes Essen. Am Tag bei den Einheimischen verbringen und auf Eseln reiten, am Abend saubere Unterkünfte, Waschservice, Klimaanlage, warme Dusche und Heizung in höheren (kälteren) Lagen. Wir müssen keine Antworten mehr auf fundamentale Lebensfragen finden. Uns schon gar nicht. Wir haben uns bereits gefunden. Keine spirituellen Aufgaben, kein Kasteien in buddhistischen Klöstern und hinduistischen Ashrams, kein Veganerselbstfindungstrip. Luxus und Abenteuer schliessen sich nicht aus. Eine Chance für Ex-Backpacker-Draufgänger. Meine Freundin sagte mir unlängst: “Du bisch afeng en rächte Luxus-Traveller wordä!”. Es sollte eine Beleidigung sein. Jetzt habe ich die Antwort: Ich bin ein Flashpacker! Das zweite Leben der Backpacker. Die Welt zu entdecken muss nicht weh tun!
Bei Secret Escapes gibts die schönsten Boutique Hotels, um die tollsten Ecken der Welt zu besuchen. Sogar auf den Irrawaddy und bis in die hintersten Flüsse von Assam gibts unglaublich luxuriöse “Kreuzfahrtschiffe”. Den Mekong runter, auf dem Brahmaputra. Für höhere Ansprüche, aber individuell unterwegs. Mit Sinn für Entdeckungen und Pioniergeist, in total abgelegenen Landschaften. Ich suche immer den Kontakt zu den Einheimischen. Aber ohne Pauschalarrangement und Massentourismus. Nur weil jemand in einem Zehnerschlag in einer Jugendherberge schläft, lernt er doch nicht das Land und die Leute besser kennen. Es gab und gibt wahrscheinlich heute noch Traveller, die damit prahlen, dass sie nur 5 Bucks für ihr Shithole bezahlt haben. Die Armen. Man braucht nicht tagelang zu leiden, um etwas zu erleben.
Eine Reise, die nicht von einem Anbieter durchpauschalt wurde, ist sowieso ein Abenteuer. Ich habe nun für die ganze Reise von Buenos Aires über Bolivien, Chile und zurück nach Argentinien alle Hotels gebucht. Zuerst den Atlantikflug, dann einen Inlandflug, wieder einen, dann die Schiffspassage… Plötzlich schwante mir, dass das doch recht teuer wird. Zusammenzählen. Oh Gott. So viel? Sollen wir doch nach Neuseeland? Nein! Die Gletscher schwinden. Ich wollte eh mal nach Patagonien. Wenn nicht jetzt, wann dann? In 10 Jahren würde es noch viel teurer werden. Also durch. Und ich möchte nicht in Hotels, wo nicht jeder einzelne die WHO-Hygienestandards einzuhalten vermag. Wenn ich am Arsch der Welt die Wahl habe zwischen einem sehr hässlichen Guest House für 50 Dollar und einem sehr schnuckligem Bed and Breakfast für 90 Dollar, dann entscheide ich mich doch für das Zweite. Man gönnt sich ja sonst nichts. Zu vielem ist man ja jenseits der Dreissig doch gar nicht mehr bereit. Zu farbige Gardinen, Ikea-Möbel im Zimmer, keine Gepäckablage. Schimmel im Bad! Und wenn die Hitze des Tages in den Strassen klebt wie einem das T-Shirt auf dem Rücken, dann brauch ich einen genussvoll eingerichteten eigenen Waschraum.
Bin dann doch einigermassen erschrocken als ich herausfand dass wir im Engadin von Argentinien, den Nationalparks von El Calafate und El Chalten, so in der Grössenregion ab 180 USD pro Nacht für ein Dreierzimmer rechnen müssen um unseren Standard aufrechtzuerhalten. Aber als ich sah, dass ein Dormbed in einem hässlichen stickigen Viererzimmer mit zwei Kajütenbetten, wohlverstanden ohne Lavabo, shared bath auf der Etage, 60 USD pro Person kostet, dämmerte es mir. Da nehm ich lieber das Boutiquehotel!
Aber muss der Weg steinig sein, damit sich die Reise authentisch anfühlt? Nein! So plane ich beim Reisen mit Kind immer nur kleinere Etappen und an jedem Ort wenns geht ein paar Tage zu bleiben. Schwierig abzuschätzen wenn ich ja selbst noch nie da war. Planung ist alles. Reiseführer durchlesen, nachfragen im Freundeskreis. So kam ich auf meine Route. Drei Tage akklimatisieren in Sucre. Zwei in Potosi. Weils vom Salar de Uyuni, dem Salzsee in der Hochebene von Bolivien mit dem 4×4 Geländewagen drei Tage in die chilenische Wüste runtergeht, leisten wir uns vor der Abfahrt noch ein ganz besonders luxuriöses (Salz-)Hotel. Nach drei Tagen im 4×4 ist dann natürlich eine Unterkunft mit Swimming Pool angesagt, zum Ausspannen und chillen. Drei Tage.
“Ich bin losgezogen um mich selber zu finden. Und alles, was ich fand, war die Erkenntnis, dass ich einfach gerne reise.” Das hätte auch von mir sein können. Scherzkeks!
Wegen dem Vorbuchen sämtlicher Hotels: Sollen wir mit einem 7jährigen Kind bei 40 Grad im Schatten losziehen und Hotel suchen? Bei diesen vielen vorzubuchendenden Tranportmitteln die ich auf dieser geplanten Südamerikareise in die Reise eingebaut habe, weiss ich ja sowieso ganz genau, an welchem Tag ich wo bin. Mehrere Hotels waren zudem schon ein halbes Jahr vorher ausgebucht. Da nehmen wir kein Risiko. Die Zimmer füllen sich schnell, vor allem in den touristischeren Gebieten. Ohne Kind und früher hätte ich nie vorgebucht, höchstens die ersten zwei Nächte nach der Ankunft in einem mir noch fremden Land. Aber mit dem Geländewagen über die Anden, mit einem Inlandflug von Nord- nach Südchile, dann 10 Tage Mietwagen, der viertägigen Schiffspassage, abermals 12 Tage vorbestellte Automiete und vor allem dem Propellerflug von Punta Arenas nach Feuerland ans Ende der Welt, wollte ich auf Nummer Sicher gehen. Alle wichtigeren Transportmittel fixen. Ja, dies wird halt leider nicht mehr viel Platz für Spontanität mehr übrig lassen, aber wir haben ja auch nicht alle Zeit der Welt.
Hotels
Ich muss zugeben, ich liebe Hotels! Wenn wir drei Wochen nach Sri Lanka fliegen, dann buche ich bei 21 Tagen mindestens 8 verschiedene Hotels. Erst bleiben wir vielleicht zum akklimatisieren ein paar Tage (in diesem Fall im legendären sensationell schönen Mount Lavinia Hotel, einem Fün
fstern-Kolonialstilhotel des letzten Jahrhunderts). Dann jede zwei bis vier Nächte an einen anderen Ort, in ein anderes Haus. Wobei ich also auch schon am selben Ort in zwei verschiedenen Unterkünften übernachtet habe, weil ich mich nicht entscheiden konnte in welches Hotel. So sieht denn eine dreiwöchige Thailandreise für unsere Familie zum Beispiel so aus: Zwei Nächte in Bangkok, eine Nacht in Ranong, vier auf der Insel Koh Phayam, zwei im Nationalpark Kao Sok, vier im Marriott Kao Lak, zwei verschiedene Hotels auf Koh Yao Yai: eineNacht im Glow Elixier und zwei im Santhiya, und am Schluss vor dem Abflug aus Phuket noch eine Nacht in Flughafennähe im Dörfchen Nai Yang. Macht acht Hotels. Unser Sohn macht das übrigens super mit, kein Problem. Es ist immer eine grosse Überraschung wenn man vom Rezeptionisten zum Zimmer begleitet wird. Nur keine 14 Tage im gleichen Ort bleiben! Aber jedem das Seine.
Meine Hotelsuche beginne ich meist nach dem Studium der Reiseführer. Ich notiere mir die empfohlenen Hotels auf einem Stück Papier und schaue mir dann die Beliebtheitswerte der Hotel derjenigen Stadt auf der Tripadvisorseite an. Die Rezensionen auf Tripadvisor lese ich dabei meistens nicht. Könnten gekauft sein. Gar gelogen. Oder die Leute, die da hineinschreiben, haben eine Geschmacksverstauchung.
Ich schaue mir stundenlang die verschiedenen Hotels an und vergleiche die Preisleistungsverhältnisse. Meist buche ich dann bei booking.com. Schaue manchmal noch bei Momondo oder Trivago, ob das Hotel woanders günstiger angeboten wird, ist aber schwieriger bei Dreierzimmern. Manchmal gehe ich auch direkt auf die Hotelwebsite. Die Unterkünfte müssen bis zu 25 % an die grossen Plattformen abliefern, weshalb ich gerne die Hotelwebsites benütze! Vor allem im Wiederholungsfall frage ich direkt das Hotel für einen Rabatt. Hier sind unsere Hotels für diese Südamerikareise, ohne Gewähr, Preise können jederzeit ändern. Wie es ausschaut, ändern sie sich hier jährlich und ziemlich steil nach oben…
Die Preise 2018 beziehen sich auf Dreierzimmer mit Bad, in CHF/USD
(Buenos Aires privat bei meiner Freundin)
Sucre Casa Verde Bed and Breakfast 55.00
Potosi Hostal Santa Monica 90.00
Uyuni/Colchani Hotel de Sal Luna Salada 158.00
San Pedro de Atacama Hotel Pueblo de Tierra 180.00
Puerto Montt Hostal Austral View 65.00
Puerto Montt am Schluss Hotel Angelmontt 66.00
Huahuar Strand Agriturismo Huahuar 90.00
Insel Chiloé Hotel Palatito Cucao 120.00
Puerto Natales Hotel Kaluve Patagonia 75.00
Puerto Natales nochmals Lady Florence Dixie 116.00
Torres del Paine Nat. Park Hotel del Paine 240.00
El Calafate Blanca Boutique Hotel 113.00
El Chalten Boutique Hotel El Puma 190.00
Punta Arenas Hotel Isla Rey Jorge 120.00
Puerto Williams Hostal Akainji 120.00
Ushuaia Posada del Fin del Mundo 113.00
Unsere Reiseroute
|10. Okt||Mi||1. Tag||Corsin & Fausta nach Buenos Aires|
|11. Okt||Do||2. Tag||Ankunft 10.30 mit LATAM LX9702|
|12. Okt||Fr||3. Tag||BA|
|13. Okt||Sa||4. Tag||BA|
|14. Okt||So||5. Tag||BA|
|15. Okt||Mo||6. Tag||Christians Flugfliegt nach BA|
|16. Okt||Di||7. Tag||Christian Ankunft 10.30 Uhr|
|17. Okt||Mi||8. Tag|
|18. Okt||Do||9. Tag||Flug nach Sucre 13.40 – 20.15|
|19. Okt||Fr||10. Tag||Sucre|
|20. Okt||Sa||11. Tag||Sucre|
|21. Okt||So||12. Tag||Bus nach Potosi|
|22. Okt||Mo||13. Tag||Potosi|
|23. Okt||Di||14. Tag||Bus nach Uyuni|
|24. Okt||Mi||15. Tag||4×4 durch Salzwüste Salar de Uyuni|
|25. Okt||Do||16. Tag||2. Tag 4×4 über den Bolivian Altiplano|
|26. Okt||Fr||17. Tag||3. Tag 4×4 n. San Pedro de Atacama|
|27. Okt||Sa||18. Tag||San Pedro de Atacama|
|28. Okt||So||19. Tag||San Pedro de Atacama|
|29. Okt||Mo||20. Tag||Flug Calama-Santiago-Puerto Montt|
|30. Okt||Di||21. Tag||Autotag 1, 1 Std/60 km zum Vulkan|
|31. Okt||Mi||22. Tag||Autotag 2|
|1. Nov||Do||23. Tag||Autotag 3|
|2. Nov||Fr||24. Tag||Autotag 4: 2.40 / 150 km n. Huahuar|
|3. Nov||Sa||25. Tag||Autotag 5|
|4. Nov||So||26. Tag||Autotag 6|
|5. Nov||Mo||27. Tag||Autotag 7: 5.45 / 300 km bis Chiloe|
|6. Nov||Di||28. Tag||Autotag 8|
|7. Nov||Mi||29. Tag||Autotag 9|
|8. Nov||Do||30. Tag||Autotag 10: nach Puerto Montt zurück, 4.30 / 220 km, Auto abgeben|
|9. Nov||Fr||31. Tag||NAVIMAG Containerschiff, 4 Tage, 3 Nächte|
|10. Nov||Sa||32. Tag||NAVIMAG|
|11. Nov||So||33. Tag||NAVIMAG|
|12. Nov||Mo||34. Tag||NAVIMAG, Ankunft Puerto Natales|
|13. Nov||Di||35. Tag||Autotag 1: 50 Min/60 km zum Torres del Paine National Park|
|14. Nov||Mi||36. Tag||Autotag 2|
|15. Nov||Do||37. Tag||Autotag 3|
|16. Nov||Fr||38. Tag||Autotag 4|
|17. Nov||Sa||39. Tag||Autotag 5: 30 Min/210 km nach El Calafate|
|18. Nov||So||40. Tag||Autotag 6|
|19. Nov||Mo||41. Tag||Autotag 7|
|20. Nov||Di||42. Tag||Autotag 8: 20 Min/220 km nach El Chalten|
|21. Nov||Mi||43. Tag||Autotag 9|
|22. Nov||Do||44. Tag||Autotag 10|
|23. Nov||Fr||45. Tag||Autotag 11: 3.20/220 km nach El Calafate zurück|
|24. Nov||Sa||46. Tag||Autotag 12: 3.20 Std/270 nach Puerto Natales zurück, Auto abgeben|
|25. Nov||So||47. Tag||Bus nach Punta Arenas|
|26. Nov||Mo||48. Tag||Flug Punta Arenas – Puerto Williams mit einem Propellerflugzeug|
|27. Nov||Di||49. Tag||Bus und Schlauchboot nach Ushuaia (Argentinien)|
|28. Nov||Mi||50. Tag||Flug Ushuaia – Buenos Aires|
|29. Nov||Do||51. Tag||Flug nach Zürich, Edelweiss 12.45|
|30. Nov||Fr||52. Tag||Ankunft Zürich 06.10|