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Trotz Post und Eisenbahn war das Bottenwesen bis ins 20. Jahrhundert hinein sowohl für die Basler Seidenbandfabrikation als auch für die Hausindustrie im Kanton Baselland geradezu eine Lebensfrage. Mit ihren starken, von einem Blechdach überwölbten Fuhrwerken besorgten die Boten den Waren-, Geld- und Briefverkehr zwischen den Bändelherren in der Stadt und den Posamentern auf der Landschaft. Neben Rohmaterial und Fertigprodukten führten die "Botten" auf ihren Nachtfahrten (die sie meist in leichtem Dusel und schnarchend auf dem Bock sitzend hinter sich brachten) auch Kleinvieh, Obst, Spezereien, Wein und Bier. Der Standplatz der Bottenwagen, die 16 Dörfer bedienten, war bis 1893 auf dem Barfüsserplatz und am St. Albangraben, dann auf dem Aeschenplatz und ab 1908 an der Wallstrasse. Den Stadttransport erledigten 11 der 15 hiesigen Bandfabriken selbst, die anderen vier übertrugen diesen Dienst den so genannten Spediteuren (Spettern). Ehe die Boten wieder ihren Dörfern zufuhren, kehrten sie im "Botten- und Milchmännerkasino" am Aeschenvorstadteck ein, wo in rauem Ton das Tagesgeschehen breitgeschlagen wurde.
Das Haus an der Ecke St. Albangraben/Aeschenvorstadt (1419 Kantzlers Huse, 1622 zum Adler, 1671 Truchsesserhof) beherbergte erst seit 1818 eine Weinschenke. Um Platz für ein neues Domizil des Schweizerischen Bankvereins (1872 als Basler Bank-Verein gegründet) zu schaffen, wurde das Bottenstüblein 1906 samt den angrenzenden Liegenschaften abgerissen. Die Schalter des nach den Plänen der Architekten Suter & Burckhardt gebauten Bankgebäudes, eines "gewichtigen neuen Zeugen von der Bedeutung des geschäftlichen Lebens unserer Stadt", wurden im Jahr 1909 geöffnet.