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"Wenn sich die Fakten ändern, ändere ich meine Meinung", sagte Keith Skeoch, der Chef des Versicherers und Vermögensverwalters Standard Life - und verwendete damit ein berühmtes Zitat des britischen Ökonomen John Maynard Keynes. Solange müssten Unternehmen aber mit dem Schlimmsten rechnen, also einem sogenannten harten Brexit ohne Zugang zum EU-Binnenmarkt. Planungen müssten in diese Richtung gehen, bis es Belege für eine Aufweichung gebe. International aufgestellte Banken aus London planen in den nächsten Jahren in etwa 9000 Jobs in Finanzzentren in der EU zu verlagern, etwa Frankfurt, Paris oder Dublin, um dann von dort den EU-Markt zu bedienen.
Für Miles Celic, Chef der einflussreichen Lobbygruppe TheCityUK, haben sich die Erwartungen zum Zeitplan des britischen EU-Austritts nicht geändert. Ein Führungsmitglied einer global aufgestellten Bank, das namentlich nicht genannt werden wollte, sagte der Nachrichtenagentur Reuters, es sei nach der Wahlschlappe von Premierministerin Theresa May unwahrscheinlicher geworden, dass es bis zum Frühjahr 2019 ein Brexit-Abkommen mit der EU geben werde. Die Regierung habe keine Glaubwürdigkeit mehr. "Es gibt fast eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass es am Ende keinen Deal geben wird." Es wäre naiv, die Planungen der vergangenen Monate jetzt aufzugeben.
May wollte sich mit vorgezogenen Neuwahlen eigentlich ein starkes Mandat für die anstehenden Brexit-Verhandlungen sichern. Stattdessen steht sie jetzt ohne eigene Mehrheit im Parlament da und will eine Minderheitsregierung der Konservativen anführen.
(Reuters)