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Neue Untersuchungen zeigen erhöhte Quecksilberwerte in einzelnen Sickerwasser- und Grundwassermessstellen im Perimeter der alten Deponie Gamsenried. Damit ein geeignetes Sanierungsprojekt erstellt werden kann, erwartet die Dienststelle für Umweltschutz von der Lonza eine umfassende Detailuntersuchung.
Das von der Lonza unterbreitete Projekt zur Sanierung der Deponie Gamsenried sah ursprünglich vor, die organischen Schadstoffe durch eine erhöhte Infiltration von Wasser auszuwaschen, das belastete Sickerwasser und Grundwasser aufzufangen und in der Kläranlage der Lonza zu behandeln.
Gemäss der im Jahre 2014 von der Lonza vorgenommenen Schätzung enthält die Deponie 63 Tonnen Quecksilber. Deshalb hat die Dienststelle für Umweltschutz vor der Durchführung des Projekts zusätzliche Abklärungen verlangt. Insbesondere sollte abgeklärt werden, ob ein Risiko besteht, dass durch die erhöhte Infiltration von Wasser das in der Deponie vorhandene Quecksilber mobilisiert wird. Dies kann nach neuen Erkenntnissen nicht ausgeschlossen werden. Deshalb muss die Sanierungsmethode der Deponie überdacht werden.
In diesem Zusammenhang erwartet die Dienststelle für Umweltschutz von Lonza diverse Abklärungen, die 2016 durchgeführt werden müssen. Sie werden die Grundlage zur Neubeurteilung der möglichen Methode für eine geeignete und nachhaltige Sanierung der alten Deponie Gamsenried bilden. Lonza zeigt sich in einer Medienmitteilung überzeugt, dass die Detailuntersuchung der Deponie die nötigen Informationen liefern wird, um ein nachhaltiges, gesetzeskonformes und verhältnismässiges Sanierungskonzept erstellen zu können.
Reaktion der Umweltorganisationen
Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz (AefU) und WWF Oberwallis begrüssen das Vorgehen, schreiben die beiden Organisationen in einer Medieninformation. Bereits im Oktober 2015 hätten AefU und WWF die Gefahren rund um die Deponie Gasenried thematisiert und die von Lonza vorgeschlagene Sanierung kritisiert. «Die Verstärkung der Barrieren, die Überwachung der Umwelteinwirkungen und die geforderten Detailuntersuchungen gehen in die richtige Richtung. Anstatt einer Billigsanierung, wie sie Lonza vorgeschlagen hat, muss der Konzern alle gefährlichen Schadstoffe beseitigen.»
«Die Untersuchungen bestätigen, dass die Situation in Gamsenried untragbar ist», wird Laura Schmid vom WWF Oberwallis weiter zitiert. Die beiden Organisationen fordern deshalb einen vollständigen Aushub des gefährlichen Sondermülls. Es werde von der Lonza erwartetet, dass die Giftmülldeponie sofort gesichert werde, um das Grundwasser wenigstens provisorisch besser zu schützen, und zugleich ein Projekt ausgearbeitet werde, um die «Sondermülldeponie einmalig, sicher und definitiv zu sanieren. Das Oberwallis soll nicht länger von Chemieschadstoffen verschmutzt werden.»pd/map/pmo