Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03598.jsonl.gz/757

eigentümlich umgebildete Zellen der Oberhaut wirbelloser
Tiere, die sich selten bei Schnecken
[* 3] und
Würmern,
sehr häufig aber bei Cölenteraten finden.
Diese Zellen,
Nesselzellen oder Knidoblasten genannt, enthalten eine Kapsel mit
feinem, nach außen vorspringendem Fortsatze des Protoplasmas, dem Knidocil. Im Innern der Kapsel ist eine halbe
Blase mit
einem spiralig oder unregelmäßig aufgerollten hohlen
Faden,
[* 4] dem Nesselfaden, der ein mit dem Kapselboden verbundenes und
ein freies Ende hat, an dem sich eine oder zwei spiralig angeordnete Reihen von Widerhäkchen befinden.
Dieser Hohlfaden kann mit großer Kraft
[* 5] aus der Kapsel willkürlich von dem
Tiere hervorgeschleudert werden. Der
Inhalt der
Blase und des hohlen
Fadens ist ein sehr heftig wirkendes
Gift, das das bekannte brennende oder nesselnde Gefühl erzeugt, das
man nach Berührung einer Qualle empfindet. Meist stehen die
Nesselzellen an bestimmten Körperteilen in größerer Menge
zusammen und bilden sog.
Nesselbatterien. Die Nesselorgane sind Waffen
[* 6] zur Verteidigung und zurLähmung lebender
Beutetiere.
Stets tritt aber auch die geschlechtliche Fortpflanzung hinzu. Selten entstehen beiderlei Zeugungsstoffe
(Eier
[* 18] und Samenfäden) in dem Körper desselben Individuums; auch treffen sie meist erst außerhalb ihres Entstehungsortes zusammen,
teils in der Magenhöhle, teils außerhalb der Tiere. Aus dem Ei
[* 19] schlüpft meist eine flimmernde Larve, aus welcher durch mehr
oder minder komplizierte Metamorphose ein den Eltern ähnliches geschlechtliches Geschöpf hervorgeht.
Die Larven vermehren sich oft durch Sprossung und Knospung und erzeugen so eine Generation von Individuen, welche unter mannigfacher
Umgestaltung entweder selbst zur Form der Geschlechtstiere zurückkehrt, oder ihrerseits erst auf ungeschlechtlichem Weg
die Brut der Geschlechtstiere erzeugt (Generationswechsel, s. d.). Die Cölenteraten sind bis auf vereinzelte
Gattungen Meeresbewohner. Über ihre paläontologische Verbreitung s. die vier oben genannten Gruppen.