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Zwischen 2004 und 2005 haben sich 84 von 91 beobachteten Gletschern zurückgezogen. Die übrigen haben sich nicht verändert.Dieser Inhalt wurde am 08. Februar 2006 - 14:21 publiziert
Dieses Ergebnis bestätigt die Beobachtungen der letzten Jahre bezüglich der 1800 Schweizer Gletscher.
Während dieser Trend die Klimaerwärmung dokumentiert, spiegeln Veränderungen bei der Eisdicke kurzfristigere Wetterentwicklungen.
Der Maximalwert beim Triftgletscher ist durch den See entstanden, welcher die Gletscherzunge umgibt. "Dieser See verstärkt das Abschmelzen massgeblich", sagte Andreas Bauer von der Glaziologischen Kommission der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (scnat) gegenüber swissinfo.
Veränderungen an der Gletscherzunge erfolgen im Allgemeinen mit zeitlicher Verzögerung auf die verursachenden Einflüsse.
Einfluss des Wettereinfluss
Zusätzlich zu den Längenmessungen bestimmten die Fachleute im Herbst 2005 auch die Eisdicke zwischen Schneezuwachs und Eisabtrag der drei Gletscher Basòdino TI, Gries VS und Silvretta GR.
Dabei zeigte sich, dass alle drei erheblich an Masse verloren hatten. Das Resultat ist vor allem auf die geringen Niederschläge des Winters 2004/05 zurückzuführen. Die Eisdicke widerspiegelt im Gegensatz zur Zungenlänge die klimatischen Verhältnisse des jeweils vergangenen Jahrs unverzögert.
"Das zeigt, wie wenig Schneefall wir im Winter 2004/2005 hatten", sagt Bauder. "Die Messungen des Vorjahres zeigten eine andere Situation, als die Schneeschmelze durch hohe Temperaturen während des Sommers 2003 beschleunigt wurde."
Regionale Unterschiede
Am stärksten verlor der Griesgletscher im Nufenengebiet an Masse. Er verlor 1,7 Meter an mittlerer Eisdicke. Dieser Gletscher weist eine mittlere Dicke von 80 Metern auf.
Die geringste Einbusse verzeichnete mit knapp 70 Zentimetern der Silvrettagletscher im Prättigau. Diese regionalen Unterschiede wurden in den vergangenen Jahren wiederholt beobachtet.
Die Eisdicke wird nur an diesen drei Gletschern gemessen, weil die Berechnungen aufwändig sind, wie Andreas Bauder von der Kommission erklärte. Die Schweiz verfügt über rund 1800 grössere und kleinere Gletscher. Die 91 beobachteten Gletscher repräsentieren alle Grossen und die meisten Mittleren von ihnen.
Die jährlichen Messungen führt die Versuchsanstalt für Wasserbau, Hydrologie und Glaziologie der ETH Zürich mit kantonalen Stellen, Bundesämtern und Privaten durch. Unterstützung erhält sie dabei von der Glaziologischen Kommission.
swissinfo und Agenturen
In Kürze
Schweiz: Zwischen 1985 und 2000 haben die Schweizer Gletscher 18% ihrer Fläche verloren. Und der Prozess hat sich im Lauf der Zeit beschleunigt.
Alpenbogen: Im Durchschnitt des Alpenbogens erreicht der Rückzug 22%. Weil sich die Schweizer Gletscher mehrheitlich in grosser Höhe befinden, schmelzen sie langsamer.
Weltweit: Die Schmelze betrifft besonders die kleinen Gletscher. Diese machen zwar nur 18% der globalen Gletscheroberfläche aus, steuern aber 44% zum Schmelzvolumens bei.(gemäss einer Studie der Universität Zürich von 2004).
Fakten
Die Schweiz zählt rund 1800 Gletscher.
Zwischen 2004 und 2005 haben sich 84 von 91 beobachteten Gletschern zurückgezogen.
Die Gletscherzungen der 7 anderen Gletscher haben sich nicht bewegt.
Die Dicke des Griesgletschers hat im Mittel 1,7m abgenommen.
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards