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Publiziert: 8 Januar 2017
Hauptzutaten der Cazzuöla sind Kabis oder Wirz und die weniger edlen Teile des Schweins, wie die Haxen, der Kopf, die Rippen und die Schwarte. Im Tessin kommen aber auch Luganighe in den Topf.
Cazzuöla, Cassoeûla, Casöra, Casöra oder Cassoeula – die Schreibweisen des Tessiner Winter-Eintopfs sind variantenreich. Der Geschmack ist jedoch eindeutig herzhaft und winterlich. Hauptbestandteil des traditionellen Gerichts sind Schweinefleisch und Weisskohl (Kabis), manchmal auch Wirz. Letzterer am besten nach dem ersten Winterfrost geerntet, dann ist er besonders weich.
Oft werden verschiedene Sorten Schweinefleisch in der Cazzuöla vereint. Zum Beispiel Schweinebrust, Luganighe und nicht geräucherte Speckwürfel. Die Fleischsorten können abgewandelt werden, aber es darf nie Geräuchertes sein und muss vom Schwein stammen. In den Topf gehören ausserdem noch Karotten, Olivenöl, Zwiebeln, Bouillon, Weisswein, Tomatenpüree und verschiedene Gewürze, wie Salbei und Rosmarin.
Während der "Giorni della Merla", den letzten Januar- und ersten Februartagen, bieten etwa 30 Tessiner Restaurants unter dem Schlagwort "Cazzoeula Club Ticino" die winterliche Spezialität an. "Giorni della Merla" bedeutet wortwörtlich übersetzt "Amseltage". Damit werden im Tessin traditionell die kältesten Tage im Jahr bezeichnet. Eine Erklärung zum Begriff finden Sie im letzten Abschnitt dieses Artikels.