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Besitzer des in den USA wegen der Opiate-Krise in die Kritik geratenen Pharmakonzerns Purdue sollen Schweizer Bankkonten benutzt haben, um Millionen-Überweisungen vom Unternehmen in die eigene Tasche zu verschleiern. Dies behauptet der New Yorker Generalstaatsanwalt.
Die Familie, die den Schmerzmittel-Hersteller Purdue besitzt, habe Konten bei einer Schweizer Bank benutzt, um die Zahlungen zu verbergen, schrieb der Generalstaatsanwalt des Bundesstaates New York in am Freitag eingereichten Gerichtsunterlagen. Von Purdue lag zunächst keine Stellungnahme vor. Um welche Schweizer Bank es sich handelt, war ebenfalls nicht bekannt.
Der Strafverfolger beziffert die Summe der Transaktionen in den Unterlagen auf mindestens eine Milliarde Dollar. Er verlangt von einem New Yorker Gericht Vorladungen von Firmen, Banken und Beratern des Unternehmens sowie der Besitzerfamilie Sackler.
Die Überweisungen schliessen den Unterlagen zufolge unter anderem Millionen-Gelder ein, die von einer Purdue-Muttergesellschaft zum ehemaligen Verwaltungsratsmitglied Mortimer D.A. Sackler verschoben wurden. Sackler habe dann erhebliche Beträge an Briefkastenfirmen weitergeleitet, die Familienhäuser etwa in Manhattan besitzen.
Milliarden-Vergleich auf dem Tisch
Die Gerichtseingabe folgte auf eine Entscheidung mehrerer US-Bundesstaaten, einen bis zu zwölf Milliarden schweren Vergleich zwischen Purdue sowie gegen 20 Bundesstaaten und tausenden Städten und Bezirken zur Beilegung Tausender Klagen wegen Opiod-Schmerzmitteln abzulehnen. Sie halten das Angebot für eine Wiedergutmachung für nicht gut genug in Anbetracht der mutmasslichen Rolle, die das Unternehmen und die Familie in der US-Opiod-Krise mit verschreibungspflichtigen Schmerzmitteln gespielt haben.
Als Teil des Vergleichs will Purdue Insidern zufolge Gläubigerschutz beantragen. Mehrere US-Bundesstaaten behaupten, dass die Sacklers seit 2007 mehr als vier Milliarden Dollar von Purdue abgezogen und einen Grossteil davon offshore verlagert haben, um zukünftige Ansprüche zu vermeiden. In den am Freitag eingereichten Gerichtsunterlagen erklärten die Strafverfolger, der einzige Weg, das volle Ausmass der Überweisungen zu bestimmen, bestehe darin, wenn alle Beteiligten gezwungen würden, Dokumente zu ihrer Beziehung zur Sackler-Familie vorzulegen.
Purdue sieht sich mit mehr als 2000 Klagen von Städten, Bezirken und Staaten konfrontiert, die dem Unternehmen vorwerfen, die Opiod-Krise in den USA befeuert zu haben. Der Oxycontin-Hersteller und andere Firmen sollen in aggressiven Marketingkampagnen die Risiken süchtigmachender Schmerzmittel bei längerem Gebrauch verharmlost haben. Purdue und die Eigentümerfamilie Sackler, die im Laufe der Jahre ein geschätztes Vermögen von 13 Milliarden US-Dollar angehäuft hat, weisen dies zurück. In den USA sind nach Behördenangaben zwischen 1999 und 2017 fast 400’000 Menschen an den Folgen von Opioid-Missbrauch gestorben.