Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03532.jsonl.gz/2422

2.1
Verschiedene Aspekte rund um das Instrument Kora
Die in Westafrika lebenden Mandinka definieren sich als die genetischen und kulturellen Nachkommen der frühen Herrscher des Königreiches Mali. Die Kora gilt als das Mandinka-Instrument schlechthin. Sie wird von den professionellen Musikern, den sogenannten Griot oder Jali (in Mali), der Mandinka gespielt. Die Kora ist vor allem in Guinea, Senegal und Gambia verbreitet.
Die Kora
Die Kora, nach Hornbostel/Sachs als Harfenlaute oder Stegharfe klassifiziert, hat meistens 21 Saiten (18 bis 24 Saiten sind auch anzutreffen), welche in zwei Reihen zu je 10 und 11 Saiten aufgeteilt sind. Der Klangkörper der Kora besteht aus einer halbierten, mit Rinderhaut überspannten Kalebasse, durch die ein Holzstock gesteckt wird, der oben als Hals dient und an dessen unterem Ende die Saiten fixiert werden. Die Saiten werden seitlich durch die Kerben des Stegs zum Hals geführt und dort mit Lederringen befestigt. Durch ein kleines rundes Schallloch in der Kalebasse können die Zuhörer dem Jali Geldscheine oder Münzen zustecken.
Morkeba Kuyateh
Morkeba Kuyateh (geb. 1956) stammt aus dem südlichen Gambia. Er interessiert sich für das lokale Brauchtum und spielt dementsprechend die älteren und traditionellen Kora-Lieder wie Kelefaba und Ala-lake, die dem Allmächtigen, den grossen Herrschern und den alten Königreichen gewidmet sind.
Jali
Ein Jali unterhält die Leute bei einer Taufe. Er kennt den Namen des Säuglings vor den Anwesenden und ist bereit, gegen Geld den Namen preiszugeben. Die Jali sind für die Weitergabe, für die Bewahrung und auch für Neuschöpfungen von Mythen zuständig. Sie und ihre Musik sind eng mit historischen Ereignissen verknüpft. Auch wenn die heutigen Jali oft nur noch als Unterhaltungskünstler an Festen auftreten, sind sie Meister des Wortes und komponieren oft Texte, die unmittelbar mit dem Ereignis und den anwesenden Leuten in Verbindung stehen.
Bakari Jobarteh
Die Familie von Bakari Jobarteh (geb. 1978) verfügte nicht über die Mittel, um ihn in die Schule zu schicken. Daher beschlossen die Familienältesten, dass Bakari ein Jali wird und sich als Koraspieler sein Geld verdienen soll.
Dutokoto Musical Youth
Bakari Jobarteh und seine Brüder formieren sich gelegentlich zur Gruppe Dutokoto Musical Youth (Dutokoto: «Unter dem Mangobaum»). Bakari Jobarteh spielt die Kora, während einer seiner Brüder tanzt und singt.
Kora-Band
Ursprünglich wurde die Kora rein solistisch mit Gesangsbegleitung gespielt. Seit der Einführung von elektronischen Verstärkern kann die Kora zusammen mit westlichen Instrumenten gespielt werden. Aufgrund der weltweiten Zunahme ihres Bekanntheitsgrades durch kommerzielle Aufnahmen wird die Kora heute in ganz unterschiedlichen Musikgenres eingesetzt. Auf dem Bild spielt Basiru Suso (geb. 1967), der aus einer grossen Musikerfamilie aus Banjul (Gambias Hauptstadt) stammt, die Kora in einer Unterhaltungsband. Mit der Band Mandinkono spielt er heute vor allem in Hotels und manchmal auch an grösseren Anlässen und Festivals.
Copyright
Universität Basel