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Das Wichtigste in Kürze:
- Roberto Zanetti (SP) erhält 65 Prozent der Stimmen.
- Walter Wobmann (SVP) kommt auf 35 Prozent.
- Zanetti liegt in allen Bezirken vor Wobmann.
- Die Stimmbeteiligung liegt bei 42 Prozent.
Das Solothurner Volk hatte die Wahl zwischen links und rechts: Roberto Zanetti hatte im ersten Wahlgang das absolute Mehr noch knapp verpasst. Er musste im zweiten Wahlgang gegen den Herausforderer Walter Wobmann von der SVP nochmals antreten.
Die Ausgangslage war dabei klar: Wobmann machte im ersten Wahlgang knapp 30'000 Stimmen und lag damit gut 12'000 Stimmen hinter Roberto Zanetti. Diesen Abstand vermag er nun nicht mehr einzuholen.
Jedes Mal, wenn ich gewählt werde, passiert ein kleines politisches Wunder.
Wobmann liegt im zweiten Wahlgang sogar noch deutlicher hinter Zanetti. Der Abstand zwischen den beiden beträgt rund 21'000 Stimmen. Wobmann hatte selbst in seinem Wohnort Gretzenbach keine Chancen. Der SVP-Mann erhält dort nur 43 Prozent der Stimmen.
Im Interview mit Radio SRF führt Roberto Zanetti aus, dass seine Wiederwahl im bürgerlichen Kanton Solothurn keine Selbstverständlichkeit sei. Im Gegenteil. Jedes Mal wenn er gewählt werde, sei es ein kleines politisches Wunder. Er freue sich sehr über diese Wahl, gerade auch weil sie kein Zufallsergebnis sei.
Einige bürgerliche Wähler hätten über ihren Schatten springen müssen, um ihn zu wählen. Er schätze das sehr. Er fühle sich erleichtert, gleichzeitig aber auch verpflichtet, weil ihm offenbar auch viele nicht-sozialdemokratische Wähler ihre Stimme gegeben hätten. Ändert Zanetti nun seine Positionen? Nein. Er müsse aber offen sein für andere Ansichten.
Das ist keine Niederlage. Das ist ein gutes Resultat, hinter mir stand schliesslich nur die SVP.
Wahlverlierer Walter Wobmann möchte gegenüber Radio SRF derweil von keiner Niederlage sprechen. Er habe ein gutes Resultat erzielt, gerade wenn man bedenke, dass ihn keine andere Partei unterstützt habe. Ausserdem sei er immer noch der bestgewählte Solothurner Nationalrat. Zu wenig Stimmen habe er gemacht, weil sich seine Partei nicht wie alle anderen Parteien verbiegen würde, deshalb habe die SVP bei Majorzwahlen jeweils das Nachsehen.
Kritiker hatten Walter Wobmann als «zu extrem», und deshalb nicht wählbar bezeichnet. Wobmann selber sieht das anders. Es habe nicht an seiner Person gelegen, dass es der SVP nicht geglückt sei, einen Solothurner Ständeratssitz zu erobern. Er sei nicht extrem, in den Sachthemen – wie zum Beispiel dem Minarettverbot – stünde das Volk hinter ihm. Deshalb werde er seine Positionen auch künftig durchziehen.
Bereits im ersten Wahlgang gewählt wurde übrigens Pirmin Bischof (CVP). Die Freisinnigen haben ihre Kandidatin Marianne Meister aus dem Rennen genommen.
Weitere Zahlen und Fakten:
- Höchste Stimmbeteiligung hatte die kleine Gemeinde Hüniken: Von den 73 Stimmberechtigten gingen 74% an die Urne. 16 Personen wählten Wobmann, 38 Zanetti.
- Tiefste Stimmbeteiligung gab es in der Gemeinde Zullwil: Von den 449 Stimmberechtigten gingen knapp 28% an die Urne. 62 Personen wählten Wobmann, 58 Zanetti.
- Walter Wobmann hat nur in 9 Gemeinden die Mehrheit geholt: Es sind eher kleine Gemeinden wie Gänsbrunnen (20 Stimmen für Wobmann), Eppenberg-Wöschnau, Biezwil oder Grindel (66 Stimmen für Wobmann).
- In den Gemeinden, in denen Wobmann gewonnen hat, ist die Stimmbeteiligung eher unterdurchschnittlich. Dort, wo überdurchschnittlich viele Leute wählen gingen, hat vor allem Zanetti gut abgeschnitten. Das deutet darauf hin, dass Zanetti seine Wähler besser mobilisieren konnte.