Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/16037

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird aufgefordert, eine breitangelegte Untersuchung - nach den Methoden der "oral history" - über die Situation in der Schweiz während des Zweiten Weltkrieges bei den Zeitzeugen in die Wege zu leiten.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Die mündliche Überlieferung stellt in jedem Fall eine wichtige Ergänzung zu den schriftlichen Quellen dar und kann auch zu einer Korrektur der Erkenntnisse führen, die aufgrund solcher Quellen gewonnen wurden und umgekehrt. Auch im amtlichen Archivgut befinden sich im übrigen Bestände, welche die "Geisteshaltung" in der schweizerischen Bevölkerung ansatzweise erkennen lassen (Briefsammlung der Abteilung Heer und Haus, etc.).</p><p></p><p>2. Die individuellen Erinnerungen und Erfahrungen der sogenannten Aktivdienst-Generation geben wertvolle Aufschlüsse zu verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen in der Schweiz während des Zweiten Weltkrieges. Die daraus resultierenden Erkenntnisse, die auch in einem Spannungsverhältnis zu den Resultaten stehen können, die sich aufgrund schriftlicher Quellen gewinnen lassen, werden deshalb mit historisch-wissenschaftlichen Methoden für die laufenden Untersuchungen der Rolle der Schweiz während des Zweiten Weltkrieges genutzt werden.</p><p></p><p>3. Während die dafür zuständigen Bundesstellen nicht über die erforderlichen Mittel für eine systematische und umfassende Zeugnisbefragung verfügen, sammelt die unabhängige Expertenkommission bereits bisher in grosser Zahl schriftliche Zeugnisse von Einzelpersonen über ihre Erlebnisse im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg. Darüber hinaus wird sie im Rahmen des Projektes "Oral History" eine aktive und gezielte Befragung einer grösseren Anzahl von Zeitzeugen und Zeuginnen durchführen, welche aufgrund ihrer damaligen Stellung Aussagen über Ereignisse im Zusammenhang mit den Untersuchungsgegenständen der Kommission machen können. Zu diesem Zweck richtet sie eine Kontaktstelle ein, an welche sich ab dem 18. August Zeitzeugen und Zeuginnen sowohl mündlich als auch schriftlich in den Sprachen Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch wenden können.</p>  Der Bundesrat beantragt, das Postulat abzuschreiben.