Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03449.jsonl.gz/1116

Holcim-Kiesgrube in Aigle wird zum Zufluchtsort für eine vom Aussterben bedrohte Vogelart
11. Mai 2022
Die Holcim-Kiesgrube Pré-Neyroud beherbergt jedes Frühjahr eine Population von Flussregenpfeifern, einer bedrohten Vogelart, die zu den gefährdetsten Arten der Schweiz gehört. Um den Schutz der Nester und Küken zu erhöhen, sind mehrere Bereiche der Kiesgrube vorübergehend für sie reserviert, und auf dem Industriegelände wurde eigens ein neues, dauerhaft geschütztes Naturschutzgebiet für sie eingerichtet.
Eine Sand- und Kieselbank, eine von Vegetation gesäumte Wasserfläche mit atemberaubender Aussicht auf das Chablais-Massiv - ein Flecken Natur im Herzen eines bedeutenden Industriestandorts des Kantons. Die Kiesgrube Pré-Neyroud ist einer der wichtigsten Standorte für den Abbau von Granulaten im Kanton Waadt und versorgt die Region mit wichtigen Baumaterialien. Dank seiner Baustoffe entstehen wichtige Infrastrukturprojekte im Chablais wie das Hôpital Riviera-Chablais, die Transchablaisienne-Autobahn oder aktuell der Tunnel von Les Evouettes.
Die Kiesgrube von Aigle, Zufluchtsort des Flussregenpfeifers
In diesem von menschlichen Aktivitäten geformten und in ständiger Bewegung befindlichen Gebiet findet ein kleiner, vom Aussterben bedrohter, Zugvogel, - der Flussregenpfeifer - seit etwa zehn Jahren während der Nistzeit Zuflucht. "Während es in der ganzen Schweiz nur noch etwa 100 Paare gibt, brüten jedes Jahr 2 bis 5 Paare in dieser Kiesgrube. Sie finden hier eine für ihr Überleben notwendige Umgebung und günstige Bedingungen für die Fortpflanzung", bezeugt die Ornithologin Aleksandra Rnjaković, die sich für den Schutz des Flussregenpfeifers an diesem Standort einsetzt. Der Flussregenpfeifer profitiert seit 2012 von April bis Juli von mehreren abgegrenzten Gebieten, unter anderem auch von einer, 8.000 Quadratmeter grossen Fläche, die der Betreiber jeweils aus den künftigen Abbaugebieten auswählt und die jedes Jahr vorzeitig abgetrennt wird, um eine kiesige Oberfläche freizulegen, die für die Vögel zum Nisten geeignet ist. Der Zugang ist während der Nistzeit strengstens untersagt.
Ein neuer geschützter Lebensraum
Mit der Einrichtung eines neuen, 8.000 Quadratmeter grossen Naturschutzgebiets erhält der Flussregenpfeifer nun einen dauerhaften natürlichen Rückzugsort in der Kiesgrube von Aigle. Ein 200 Meter langer Damm, der mit Erde und Kies auf dem Teich errichtet wurde, trennt nun das Abbaugebiet von dem für den Flussregenpfeifer bestimmten Bereich. Das Biotop besteht aus einer trockenen Fläche aus Sand, Kies und Steinen, die zuvor vom Betreiber abgegrenzt wurde und in der der Flussregenpfeifer eine günstige Umgebung zum Nisten und Eierlegen vorfindet. Die spärliche Vegetation konnte so erhalten bleiben und bot den Küken Nahrung und Versteckmöglichkeiten.
Erfolgreiche Zusammenarbeit
Die Projektteilnehmer ziehen eine positive Bilanz ihrer Zusammenarbeit und der Durchführung des Projekts. "Alle unsere Mitarbeiter sind seit vielen Jahren für den Schutz des Flussregenpfeifers sensibilisiert. Wir sind stolz darauf, mit diesem neuen Projekt zu seinem Überleben beitragen zu können", so der Leiter der Kiesgrube Yvan Aubord. Ähnlich äussert sich Aleksandra Rnjaković: "Ohne das Engagement des Betreibers wäre der Schutz des Flussregenpfeifers in Aigle nicht möglich. Dieses Projekt zeigt, dass menschliche und wirtschaftliche Aktivitäten mit ein wenig Willen mit dem Vogelschutz vereinbar sind".