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Verbrauchssteuer des Bundes, die durch den Bundesratsbeschluss vom 29.7.1941 eingeführt und im Wesentlichen auf der entgeltl. Lieferung von Waren - nicht aber auf Dienstleistungen - erhoben wurde. Als steuerpflichtige Lieferungen galten auch die werkvertragl. Lieferung und die Herstellung von Bauwerken. Gegenstand der Wust bildete ferner die Einfuhr von Waren. Das für die Steuererhebung geltende Einphasenprinzip erforderte zur Vermeidung von Wettbewerbsverzerrungen eine Unterscheidung zwischen Engros- und Detaillieferungen sowie eine Staffelung der Steuersätze. Eine zusätzl. Belastung in Form der als Taxe occulte bezeichneten Abgabe ergab sich daraus, dass Anlagegüter und Betriebsmittel bei den steuerpflichtigen Unternehmen (sog. Grossisten) ebenfalls besteuert wurden. In den 1930er Jahren regte sich vonseiten der Linken wegen des degressiven und unsozialen Charakters einer Verbrauchssteuer noch Widerstand gegen die Idee einer W. Die stark rückläufigen Zolleinnahmen während des Weltkriegs führten dann aber zu deren Einführung, um das Gleichgewicht im ordentl. Finanzhaushalt des Bundes wiederherzustellen. Zur Abfederung der unsozialen Auswirkungen wurden schon in den ersten Monaten Güter des Grundbedarfs von der Steuer ausgenommen, insbesondere Gas, Wasser und Elektrizität, Lebensmittel, Medikamente, Zeitungen sowie Zeitschriften und Bücher. Die 1941 festgelegten Steuersätze von 3% für Engroslieferungen und 2% für Detaillieferungen wurden in der Folge mehrmals erhöht; ab dem 1.10.1982 machte die auf dem Entgelt berechnete W. 9,3% bzw. 6,2% aus. Auf den 1.1.1995 wurde die W. durch die Mehrwertsteuer (MWSt) abgelöst. Nach dem Muster der W. wurde 1942-58 ferner die Luxussteuer erhoben. Diese erfasste die Einfuhr und den Inlandumsatz von Schaumweinen, Filmen, kosmet. Artikeln, Teppichen, Pelzen, Schmuck, Uhren, Fotoapparaten, Plattenspielern, Schallplatten sowie Radios und warf insgesamt einen Ertrag von 285 Mio. Fr. ab.
Literatur
– W. Wellauer, Die eidg. W., 1959
– H. Oechslin, Die Entwicklung des Bundessteuersystems der Schweiz von 1848 bis 1966, 1967
– D. Metzger, Hb. der W., 1983
Autorin/Autor: Conrad Stockar