Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03638.jsonl.gz/2167

Die Flüchtlingszahlen in Europa und der Schweiz steigen derzeit an. Nebst dem Krieg in der Ukraine, der zu einer grossen innereuropäischen Fluchtbewegung geführt hat, nimmt auch die Anzahl Geflüchteter aus anderen Weltregionen stetig zu. Eine verlässliche Prognose, wie sich die Situation in den nächsten Wochen und Monaten verändern wird und wie viele Geflüchtete allenfalls kurzfristig untergebracht werden müssen, ist schwierig. Aktuell bestehen noch genügend Kapazitäten, aber die Stadt Zürich ergreift heute schon entsprechende Vorsorgemassnahmen, um für einen allfälligen Bedarf an zusätzlichen Unterbringungsplätzen gerüstet zu sein.
Baugesuch für mögliche Übergangswohnsiedlung auf dem Hardturm-Areal
Um die in den kommenden Monaten allenfalls erforderlichen zusätzlichen Unterbringungsplätze bereitstellen zu können, könnte der Bau einer Übergangswohnsiedlung nötig werden. Als Standort für eine solche temporäre Wohnsiedlung wurde das Hardturm-Areal als am besten geeignet bewertet. Dort könnte zeitlich befristet eine Unterkunft für bis zu 320 Geflüchtete errichtet werden, die den international anerkannten humanitären Standards entspricht. Der Betrieb dieser Unterkunft würde maximal so lange dauern, bis die Bauarbeiten für das Projekt «Ensemble» beginnen. Die Planungen der beiden Projekte sind aufeinander abgestimmt und der Baustart des Stadions wird sich aufgrund der Unterkunft keinesfalls verzögern. Der Betrieb der Übergangswohnsiedlung und die Betreuung der Geflüchteten würde von der Asyl-Organisation Zürich übernommen. Die Beschulung der Kinder und Jugendlichen würde direkt vor Ort erfolgen. Damit ein möglicher Baustart im Bedarfsfall möglichst rasch erfolgen kann, hat die Stadt Zürich das entsprechende Baugesuch bereits eingereicht, damit die Siedlung nach Vorliegen der Baubewilligung und bei entsprechendem Bedarf innerhalb von rund sechs Monaten errichtet werden könnte.
Anschlusslösungen für Geflüchtete aus der Ukraine
Gut 70 Prozent der aktuell knapp 1 900 Geflüchteten aus der Ukraine in der Stadt Zürich, die finanziell von der Stadt unterstützt werden, lebt immer noch in privaten Unterbringungen. Die übrigen rund 30 Prozent sind aktuell in Wohnungen der Asyl-Organisation Zürich oder in Kollektivstrukturen wie dem ehemaligen Personalhaus Triemli untergebracht. Weitere rund 300 Geflüchtete aus der Ukraine sind der Stadt Zürich zugewiesen, haben aber derzeit keinen Unterstützungsbedarf. Das Gastfamiliensystem hat sich bis anhin als sehr tragfähig erwiesen. Seit Mai 2022 haben knapp 500 Personen ihre private Unterkunft verloren. Sie konnten bei der Suche nach einer Anschlusslösung unterstützt werden.
Unterbringungskapazitäten der Stadt Zürich
Derzeit verfügt die Stadt Zürich noch über eine Reserve an rund 1500 Plätzen in verschiedenen Strukturen, die für die mittel- und langfristige Unterbringung geeignet sind. Mit einem weiteren Ausbau der Unterbringungskapazität im Personalhaus Triemli um 200 Plätze befristet bis Ende 2023 und dem möglichen Bau der Übergangswohnsiedlung auf dem Hardturm-Areal mit potenziellen 320 Plätzen schafft die Stadt Zürich zusätzliche Reserven für einen allfällig steigenden Bedarf infolge zunehmender Fluchtbewegungen in den nächsten Monaten.