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(Vize lat. vicis), an der Stelle, anstatt, zeigt als Zusatz zu Amtstiteln eigentlich den Stellvertreter eines Beamten
an, wird aber sehr oft nur als Titel beigegeben, z. B. Vizeadmiral, Vizekanzler, Vizepräsident, Vizedirektor etc.
Mittelalterliche Titel waren: Vicecomes (Vizegraf), woraus die Würde der Visconti, Vicomtes und Viscounts
entstand;
ferner Vizedom (vicedominus, Vitzdom, Vitztum, Vicdom), der Stellvertreter auf einer Herrschaft oder einem Schloß
für den damit Belehnten, besonders der Stellvertreter eines mit weltlichen Gütern belehnten Geistlichen oder Klosters, daher
s. v. w. Schirmherr, Schirmvogt;
Vidame (gebildet aus Vizedominus), Titel des Schutzherrn und Verwesers der geistlichen Güter,
dem als Beamten der französischen Bischöfe die Leitung aller Maßregeln für Bewahrung der Kirchenrechte oblag, jetzt s. v. w.
Stiftsamtmann, Administrator einer geistlichen Besitzung. Im Mittelalter Titel des Vikomte.
Jemandes vices vertreten oder in
vicibus heißt im Rechtswesen: an der Stelle eines abwesenden Beamten fungieren. Vizedomgüter wurden in Österreich
[* 4] schlechthin
auch die Domänen genannt.