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Der Lehrer Raimund Gregorius rettet eine junge Frau vor dem Suizid. Sie verschwindet und lässt ein Buch eines portugiesischen Arztes zurück. Gregorius macht sich spontan auf, um diesen Autor zu finden. Er entschlüsselt eine tragische Geschichte und entdeckt neu die Liebe. Davon erzählt der Film «Nachtzug nach Lissabon» nach dem gleichnamigen Bestseller von Pascal Mercier.
Das Leben des Sprachlehrers Raimund Gregorius (Jeremy Irons) verläuft seit langem ohne Sinn und Bedeutung. Er ist geschieden, lebt allein in Bern und unterrichtet an einem Gymnasium. Doch eines Tages passiert etwas Aussergewöhnliches. Gregorius kann verhindern, dass sich eine junge Portugiesin von der Kirchenfeldbrücke in den Tod stürzt. Der Lehrer nimmt die Frau ins Gymnasium mit. Doch sie verschwindet und lässt nur ihren Mantel zurück. Darin findet Gregorius ein Buch mit dem Titel «Um ourives das palavras» («Ein Goldschmied der Worte») von Amadeu Inácio de Almeida Prado sowie ein Zugticket nach Lissabon. Gregorius beginnt in dem Buch zu lesen und ist fasziniert vom Autor und seinen leidenschaftlichen Worten, die ihn tief berühren. Spontan besteigt er einen Zug nach Lissabon, um Amadeu zu besuchen. Doch dort erfährt er, dass dieser schon vor über dreissig Jahren verstorben ist. So bleibt Gregorius nur die Möglichkeit, alte Freunde und Weggefährten von Amadeu aufzusuchen, um mehr über ihn zu erfahren. Diese sind geprägt und gezeichnet von der Zeit der portugiesischen Diktatur unter António de Oliveira Salazar. Durch Zufall lernt Gregorius dabei auch die Augenärztin Mariana kennen, eine freundliche und warmherzige Frau. Langsam entrollt sich vor Gregorius das Leben von Amadeu, der als junger Mann unter dem Vater, einem Richter, gelitten hat, dem grausamen Geheimdienstchef das Leben rettete und sich dann dem Widerstand, dem auch sein bester Freund Jorge angehörte, gegen die Diktatur anschloss. Dabei löste die intelligente und hübsche Widerstandskämpferin Estefania einen heftigen Konflikt zwischen den beiden Freunden aus. «Nachtzug nach Lissabon» ist die gleichnamige Verfilmung des Bestsellers von Pascal Mercier und erzählt zwei Geschichten: Einerseits vom begabten Arzt Amadeu, der auf der Suche nach einem Sinn im Leben ist, geistreich seine Gedanken festhält, aber letztendlich ohne Glauben an Gott stirbt und den Tod als Erlösung sieht. Andererseits erzählt der Film vom Lehrer Gregorius, der auch nach einem Sinn im Leben sucht und durch seine Recherche die Liebe zu einer Augenärztin findet. Während im Buch vieles unklar bleibt, ist die Verfilmung trotz Düsternis und Tragik klarer und optimistischer geworden und darum sehenswert für Erwachsene. Der Film regt an, darüber nachzudenken, wie das eigene Leben gestaltet werden kann, welche Menschen und Einflüsse uns prägen und welche Bedeutung der Glaube und die Liebe haben.
«Nachtzug nach Lissabon» D/CH/P (2013), 110 Minuten, ist im Handel ab 30. September als DVD und Blu-ray erhältlich.