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David Frost (1939–2013): Eine Sternstunde mit Richard Nixon
Es kommt nicht oft vor, dass ein einziges Interview zur Basis eines Kinofilms wird. David Frosts Gespräch mit Richard Nixon aus dem Jahr 1977 hat das geschafft. Frost gelang es damals, Expräsident Nixon zum Eingeständnis zu bewegen, er habe bei der Watergate-Affäre ungesetzlich gehandelt. 2008 verfilmte Ron Howard die Begegnung unter dem Titel «Frost/Nixon». Aber der letzten Samstag verstorbene David Frost hat darüber hinausgehende Bedeutung. Mit seinen Sendungen und Interviews führte er das angelsächsische Fernsehen aus einer autoritätsgläubigen in eine kritischere Ära.
Bereits 1962/63 produzierte Frost bei der BBC die bahnbrechende Politsatire «That Was the Week That Was». Danach profilierte er sich mit dem «Frost Report» und zahlreichen TV-Gesprächen. So interviewte er jeden US-Präsidenten von Nixon bis George W. Bush und jeden britischen Premierminister von Harold Wilson bis David Cameron.
Seine Sternstunde aber bleibt der April 1977. Drei Jahre nach seinem wegen Watergate erzwungenen Rücktritt zeigte sich Richard Nixon erstmals wieder der Öffentlichkeit, und im letzten von vier Interviews durch Frost räumte Nixon ein, illegal gehandelt zu haben.
1993 geadelt, wurde Frost mit seiner Interviewtechnik in den folgenden Jahren von jüngeren, frecheren Talkmastern überholt. Doch ein Tipp von ihm bleibt gültig: den Interviewten nicht von vornherein feindselig begegnen, sondern zuerst Vertrauen herstellen und erst dann mit recherchierten inkriminierenden Beweisstücken konfrontieren.