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Station 2: Von Gletschern, Bergstürzen und verschwundenen Seen
Kaum zu glauben, dass sich während der Eiszeit an diesem Standort eine kilometerhohe Eisdecke auftürmte. Doch nicht nur der Gletscher formte die Gestalt des Drachenrieds nachhaltig, auch der sagenumwobene Drachenriedsee spielte eine Rolle.
Während der Eiszeit reichte eine Gletscherzunge des Brünigarms – ein Teil des gigantischen Aare-Gletschers - bis nach Stansstad. Dort vereinigte er sich mit dem aus dem Urnertal kommenden Reuss-Gletscher und dem Engelberger-Gletscher. Der Druck des Gletschereises formte das breite Tal des Drachenrieds. Das Eis erreichte eine Höhe von bis zu 1’400 m.ü.M., was dem Niveau des Ächerlipasses gleichkommt.
Durch den Rückzug des Gletschers verloren die Hänge am Stanserhorn ihre Stabilität. Das führte zu kleineren und grösseren Felsstürzen. Man nimmt an, dass damals Felsbrocken auf letzte Gletscherreste fielen, da auf der Südseite des Drachenrieds Spuren davon zu sehen sind. Rund um St. Jakob befinden sich sogenannte Tomahügel. Diese hat der Gletscher angehäuft, als er Ablagerungen von Bergstürzen in Richtung Norden vor sich hergeschoben hat. Der jüngste Felssturz ereignete sich vor ca. 2'500 Jahren oberhalb des Kernwalds. Grund war vermutlich ein Erdbeben der Stärke 6. Die Felsbrocken in der einzigartigen Landschaft des Kernwaldes zeugen noch heute von diesem Ereignis.
Nach dem Rückzug hinterliess der Gletscher abgeschliffene Felsen, versumpfte Böden und den Drachenriedsee. Auf die Existenz dieses Sees weist ein Fund am Fusse des Gütschhubels hin. Dort grub man anfangs des 19. Jahrhunderts ein Schiffsjoch aus, das einem pfahlbauzeitlichen Einbaum (Boot) ähnlich sah. Auf dem Ried seien zudem Muscheln gefunden worden, die ebenfalls auf einen früheren See hinweisen. Dieser sei durch Ritzen in den Alpnachersee abgeflossen, so dass dadurch die Rotzschlucht und das sumpfige Ried entstand.
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