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Die Schweizer Bevölkerung sieht staatlich festgelegte Mindestlöhne als Mittel gegen die Armut. Für sich selbst möchten aber die meisten lieber jung als reich sein.Dieser Inhalt wurde am 31. Dezember 2001 - 22:57 publiziert
In einer Umfrage des GfS-Forschungs-Instituts sind sich 95% der befragten stimmberechtigten Schweizerinnen und Schweizer bewusst, dass hierzulande auch arme Menschen leben. Die Auftraggeberin in der Umfrage, die Crédit Suisse, teilt mit, dass 80% der Befragten wissen, dass es auch viele Menschen gibt, deren Einkommen trotz vollem Arbeitspensum die Armutsgrenze nicht übersteigt.
Mehr Hilfe für inländische Bedürftige
Staatlich festgelegte Mindestlöhne betrachten insgesamt 79% der Befragten als taugliches Mittel, um das Phänomen der "Working Poor" zu verhindern. 64% sprechen sich überdies dafür aus, dass die Beiträge an die Bedürftigen im eigenen Land erhöht werden. Weniger grosszügig denken die meisten bei der Entwicklungshilfe.
Etwas mehr als die Hälfte der befragten Bürgerinnen und Bürger sind der Ansicht, dass die Schweiz ihren Entwicklungshilfe-Beitrag auf dem heutigen Niveau belassen sollte. Fast jede vierte Person möchte den Beitrag sogar verringern.
Reich ist wer eine Million hat
Die Aussage, dass Reiche immer reicher, Arme dafür immer ärmer werden, würden über 90% sowohl mit Blick auf die Schweiz als auch mit Blick auf die ganze Welt unterschreiben. Reich ist aus Sicht von 70% der Befragten ein Mensch, der mindestens eine Million Franken auf seinem Bankkonto hat.
Die Mehrheit bezeichnet sich denn auch nicht als reich. Doch sagen 63% der Befragten von sich, dass sie genug Geld haben. Jene, die sich reich nennen (27%) sind laut Crédit Suisse vorab gut ausgebildete, 40- bis 49-jährige und politisch links stehende Personen mit einem Monatseinkommen von über 9'000 Franken.
Reichtum bedeutet für 12% der Befragten, genug Geld zum Leben zu haben. 10% umschreiben ihn mit finanzieller Unabhängigkeit. Fast ebenso viele Personen empfinden Gesundheit (18%) und Freiheit (3%) als Reichtum. Der Wunsch, reich zu sein, steht bei den Schweizerinnen und Schweizern indes nicht an oberster Stelle.
37% wären lieber im Besitz der "ewigen Jugend" - gegenüber 30%, die Reichtum bevorzugen würden. An dritter Stelle der Wunschliste steht mit 7% der erstrebenswerten Ziele abgeschlagen die Schönheit.
swissinfo und Agenturen
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