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Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich AL.2019.00301 III. Kammer Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender Sozialversicherungsrichterin Grieder-Martens Ersatzrichterin Curiger Gerichtsschreiberin Schucan Urteil vom 1 0. November 2020 in Sachen X.___ Beschwerdeführer vertreten durch Rechtsanwalt Giuseppe Dell'Olivo -Wyss DFP & Z, Advokatur Stadtturmstrasse 10, Postfach 43, 5401 Baden gegen Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich Einkaufszentrum Neuwiesen Zürcherstrasse 8, Postfach 474, 8405 Winterthur Beschwerdegegnerin Sachverhalt: 1. X.___, geboren 1970, war vom 1. Oktober 2017 bis 16. Mai 2018 bei der Y.___ GmbH, vormals Z.___ GmbH, Zürich (www.zefix.ch), als Taxifah rer /Allrounder angestellt, wobei der letzte geleistete Arbeitstag am 1 7. Januar 2018 war ( Urk. 7/17-23 S. 4 oben, Urk. 7/56-58 S. 3, Urk. 7/83-84 Ziff. 4, Ziff. 7 und Ziff. 10, Urk. 7/237-238, Urk. 7/246 ). Nachdem der Konkursrichter des Bezirksgerichts Dielsdorf am 28. Mai 2019 über die Y.___ GmbH d en Konkurs eröffnet hatte (Urk. 7/ 89 ), stellte der Versicherte am 29. Juli 2019 Antrag auf Insolvenzentschädigung für ausstehende Lohnforderungen in der Höhe von Fr. 22‘848.-- ( Urk. 7/83-84 Ziff. 15 ). Mit Verfügung vom 9. August 2019 ( Urk. 7/25-27 ) verneinte die Arbeitslosenkasse den Anspruch des Versicherten auf Insolvenzentschädigung mit der Begründung, er habe seine Schadenminderungs pflicht un genügend wahrgenommen. Die dagegen vom Versicherten am 15. Au gust 2019 erhobene Einsprache ( Urk. 7/8-13 ), wies die Arbeitslosenkasse mit E ntscheid vom 8. November 2019 ab (Urk. 2). 2. Der Versicherte erhob am 1 0. Dezember 2019 Beschwerde gegen den E ntscheid vom 8. November 2019 ( Urk. 2) und beantragte, dieser und die Verfügung der Arbeitslosenkasse vom 9. August 2019 seien aufzuheben und es sei ihm die ihm zustehende Insolvenzentschädigung für vier Monate zuzusprechen beziehungs weise auszuzahlen ( Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 1 7. Dezember 2019 ( Urk. 6) beantragte die Arbeitslosenkasse die Beschwerde sei abzuweisen. Dies wurde dem Versicherten am 1 9. Dezember 2019 zur Kenntnis gebracht ( Urk. 9). Das Gericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 51 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosen versicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) haben beitragspflichtige Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von Arbeitgebern, die in der Schweiz der Zwangsvollstreckung unterliegen oder in der Schweiz Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschäftigen, Anspruch auf Insolvenzentschädigung, wenn: a) gegen ihren Arbeitgeber der Konkurs eröffnet wird und ihnen in diesem Zeitpunkt Lohnforderungen zustehen oder b) der Konkurs nur deswegen nicht eröffnet wird, weil sich infolge offen sichtlicher Überschuldung des Arbeitgebers kein Gläubiger bereit findet, die Kosten vorzuschiessen, oder c) sie gegen ihren Arbeitgeber für Lohnforderungen das Pfändungsbegehren gestellt haben oder bei Bewilligung der Nachlassstundung oder richterlichem Konkursaufschub ( Art. 58 AVIG). Die Aufzählung der Insolvenztatbestände in Art. 51 Abs. 1 und Art. 58 AVIG ist abschliessend (BGE 131 V 196). 1. 2 Gemäss Art. 55 Abs. 1 AVIG muss der Arbeitnehmer im Konkurs- oder Pfän dungsverfahren alles unternehmen, um seine Ansprüche gegenüber dem Arbeit geber zu wahren, bis die Kasse ihm mitteilt, dass sie an seiner Stelle in das Verfahren eingetreten ist. Danach muss er die Kasse bei der Verfolgung ihres Anspruchs in jeder zweckdienlichen Weise unterstützen. Die Bestimmung von Art. 55 Abs. 1 AVIG, wonach der Arbeitnehmer im Kon kurs- oder Pfändungsverfahren alles unternehmen muss, um seine Ansprüche gegenüber dem Arbeitgeber zu wahren, bezieht sich dem Wortlaut nach auf das Konkurs- und Pfändungsverfahren. Sie bildet jedoch Ausdruck der allgemeinen Schadenminderungspflicht, welche auch dann Platz greift, wenn das Arbeitsver hältnis vor der Konkurseröffnung aufgelöst wird ( BGE 114 V 56 E. 4 mit Hinwei sen; Urteile des Bundesgerichts 8C_66/2013 vom 1 8. November 2013 E. 4.1 und 8C_211/2014 vom 1 7. Juli 2014 E. 6.1). Eine ursprüngliche Leistungsverweige rung infolge Verletzung der Schadenminderungspflicht setzt voraus, dass der versicherten Person ein schweres Verschulden, also vorsätzliches oder grobfahr lässiges Handeln oder Unterlassen vorgeworfen werden kann. Dem Erfordernis der Verhältnismässigkeit ist mit dem Ausmass der von den Arbeitnehmern zu erwartenden Vorkehrungen Rechnung zu tragen, welche sich nach den jeweiligen Umständen des Einzelfalls richtet (Urteile des Bundesgerichts 8C_66/2013 vom 1 8. November 2013 E. 4.1, 8C_211/2014 vom 1 7. Juli 2014 E. 6.1 und 8C_641/2014 vom 2 7. Januar 2015 E. 4.1). Dabei kann es nicht Sache der versicherten Person sein, darüber zu entscheiden, ob sie weitere Vorkehren zur Realisierung der Lohnansprüche treffen will und ob diese erfolgsversprechend sind oder nicht. Das für den Anspruch auf Insolven zentschädigung gesetzlich vorgeschriebene fortgeschrittene Zwangsvoll streckungsverfahren ist durchaus sinnvoll, weil bekanntlich viele Schuldner erst unter dem Druck der unmittelbar bevorstehenden Konkurseröffnung oder Pfändung ihren Zahlungspflichten nachkommen ( BGE 131 V 196 E. 4.1.2). Das Errei chen eines gesetzlich vorgeschriebenen fortgeschrittenen Zwangsvollstreckungs verfahrens ( Art. 51 Abs. 1 und Art. 58 AVIG) bildet für den Anspruch auf Insol venzentschädigung zwingende Voraussetzung (Urteile des Bundesgerichts 8C _462/2009 vom 3. August 2009 E. 3.2.1 und C 243/06 vom 1 6. Januar 2006). Damit die Schadenminderungspflicht erfüllt wird und Anspruch auf Insolven zentschädigung besteht, genügt es nicht, unmissverständliche Zeichen zur Geltendmachung der Lohnforderungen zu setzen. Gefordert ist auch eine konse quente und kontinuierliche Weiterverfolgung der eingeleiteten Schritte, welche in eines der vom Gesetz geforderten zwangsvollstreckungsrechtlichen Stadien münden müssen. Arbeitnehmer sollen sich gegenüber dem Arbeitgeber nämlich so verhalten, als ob es das Institut der Insolvenzentschädigung gar nicht gäbe. Dieses Erfordernis lässt ei n längeres Untätigsein nicht zu (Urteile des Bundesge richts 8C_462/2009 vom 3. August 2009 E. 3.3 und 8C_211/2014 vom 1 7. Juli 2014 E. 6.1). Machen Arbeitnehmer gegenüber dem Arbeitgeber während längerer Zeit keine Anstalten, ihrer Lohnforderung mit hinreichender Deutlichkeit Ausdruck zu ver leihen, signalisieren sie mangelndes Interesse. Dadurch verlieren sie auch gegen über der Arbeitslosenversicherung ihre Schutzbedürftigkeit und Schutzwürdigkeit (Urteile des Bundesgerichts 8C_66/2013 vom 1 8. November 2013 E. 4.1 und 8C_211/2014 vom 1 7. Juli 2014 E. 6.1). Schliesslich sind nachträgliche Abklärungen zur Entwicklung von Aktiven und Passiven beim Arbeitgeber im Zusammenhang mit Insolvenzentschädigungs an sprüchen nicht zielführend, weil auch eine Überschuldung nicht ausschliessen würde, dass ein Arbeitgeber noch über liquide Mittel verfügte, welche er aber - mangels Drucks seitens der Arbeitnehmer - prioritär für andere Zwecke als für die Bezahlung der Lohnausstände verwendete. Relevant ist, welche Anstrengun gen von einer versicherten Person ex ante zur Geltendmachung ihrer Lohnan sprüche gegenüber dem Arbeitgeber erwartet werden können (SVR 2014 ALV Nr. 4 S. 9 E. 4.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_211/2014 vom 1 7. Juli 2014 E. 6.1). 2. 2.1 Die Beschwerdegegnerin verneinte in ihrem Einspracheentscheid ( Urk. 2) einen Anspruch auf Insolvenzentschädigung damit, dass der Beschwerdeführer, obwohl er während des gesamten Arbeitsverhältnisses vom 1. Oktober 2017 bis zur frist losen Kündigung vom 1 6. Mai 2018 keinen Lohn erhalten habe, seine Arbeit geberin während gut fünf Monaten ( 1. Oktober 2017 bis 8. März 2019 [richtig wohl: 2018] ) weder schriftlich gemahnt noch rechtl iche Schritte eingeleitet habe. Da es sich dabei um erhebliche Lohn- und Spesenausstände gehandelt habe, hätte der Beschwerdeführer auch im bestehenden Arbeitsverhältnis sehr rasch weiterge hende Schritte einleiten müssen. Es habe ihm zwar freigestanden, mit einer schriftlichen Mahnung und der Einleitung der rechtlichen Schritte gegen seine damalige Arbeitgeberin zuzuwarten, er habe damit jedoch aus arbeits losenversi cherung s rechtlicher Sicht seine Forderung nicht konsequent und eindeu tig wei terverfolgt. Darüber hinaus sei der letzte effektive Arbeitstag des Beschwerdefüh rers bereits am 1 7. Januar 2019 [richtig wohl: 2018] gewesen. Damit sei er seiner Schadenminderungspflicht gemäss Art. 55 Abs. 1 AVIG nicht in genügendem Masse nachgekommen. Das entsprechende Unterlassen sei als grobfahrlässig zu beurteilen, da er mit einem Lohnverlust habe rechnen müssen (S. 3 f. Ziff. 3). 2.2 Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde ( Urk. 1) geltend, es werde vollumfänglich an der Einsprachebegründung festgehalten, deren Ausfüh rungen als integrierender Bestandteil der vorliegenden Beschwerde gälten (S. 4 Ziff. 1). Die Beschwerdegegnerin habe anerkannt, dass er seine Arbeitgeberin mehrfach mündlich zur Lohnzahlung aufgefordert habe. Eine mündliche Abmah nung sei mit einer schriftlichen Abmahnung gleichwertig. Er habe jedoch wesentlich mehr rechtliche Schritte unternommen, als nur abzumahnen (S. 4 Ziff. 2). So habe sein Rechtsanwalt die Z.___ GmbH erstmals am 8. März 2018 angeschrieben und dann betrieben. Der entsprechende Zahlungsbefehl datiere vom 1 2. April 201 8. Danach habe er bereits am 5. April 2018 beim zuständigen Friedensrichteramt ein Schlichtungsbegehren eingereicht. Als die Verhandlungen ergebnislos verlaufen seien, habe er noch am gleichen Tag das Arbei tsverhältnis fristlos aufgelöst (S. 5 oben). Der Vorwurf, dass er grob fahrlässig gehandelt habe, sei nicht haltbar. S o habe er seine Arbeitgeberin sogar betrieben und auch einge klagt. Er habe aufgrund der Versprechen seiner Arbeitgeberin in guten Treuen gehofft, dass er seinen Lohn erhalten we rde. Er habe zum damaligen Zeitpunkt auch keine andere Anstellung in Aussicht gehabt (S. 5 Ziff. 3). Es sei ihm daher die ihm zustehende Insolvenzentschädigung f ür vier Monate zuzusprechen (S. 6 oben). 2.3 Strittig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf Insolvenzent schädigung und in diesem Zusammenhang, ob er seiner ihm obliegenden Scha denminderungspflicht nachgekommen ist. 3. 3.1 Die Beschwerdegegnerin bemängelte vorliegend nicht die vom Beschwerdeführer ab Frühjahr 2018 eingeleiteten Massnahmen, so die schriftliche Zahlungsauffor derung an die Arbeitgeberin vom 8. März 2018 ( Urk. 7/30-31 ), das am 1 2. April 2018 eingeleitete Betreibungsverfahren ( Urk. 7/32-33 ), das am 1 6. Mai 2018 durchgeführte Schlichtungsverfahren ( Urk. 7/17-23, Urk. 7/34-36 ) und die am 1 8. Juli 2018 beim Arbeitsgericht Zürich eingereichte begründete Klage ( Urk. 7/ 37- 47 ), sondern vielmehr den Umstand, dass sich d er Beschwerdeführer zuvor während des Arbeitsverhältnisses bei während fünf Monaten ausbleiben den Lohnzahlungen auf mündliche Mahnungen der Arbeitgeberin beschränkt habe, obwohl er mit einem Lohnverlust habe rechnen müssen (vorstehend E. 2.2). 3. 2 Grundsätzlich gilt, dass wenn der Lohn nicht oder nicht vollständig bezahlt wor den ist, von einem Arbeitnehmer schon vor Auflösung des Arbeitsverhältnisses verlangt werden kann, dass er in unmissverständlicher und eindeutiger Weise seine Lohnforderung bekannt gibt. Die Schadenminderungspflicht gilt damit schon vor der Auflösung des Arbeitsverhältnisses. Ist davon auszugehen, dass sich ein Arbeitgeber allein durch Mahnungen nicht zur Bezahlung des Lohnaus standes veranlasst sehen würde, sind vom Versicherten härtere Massnahmen zur Durchsetzung seiner Ansprüche gefordert (Urteil des Bundesgerichts C 295/05 vom 1 7. Oktober 2006 E.2.2). Zu weitergehenden Schritten ist die versicherte Person dann gehalten, wenn es sich, wie vorliegend beim Beschwerdeführer, um e rhebliche Lohnausstände han delt und konkret mit einem Lohnverlust gerechnet werden muss ( vgl. Barbara Kupfer Bucher, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungs recht, Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung, 5. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2019, S. 329 f. mit Hin weisen zur Rechtsprechung ). Na ch konstanter Rechtsprechung genügt es für die Erfüllung der Schadenminde rungspflicht in der Regel nicht, wenn Lohnausstände lediglich mündlich gemahnt werden. Dies gilt beispielsweise, wenn es - wie vorliegend - um eine langandau ernde, das heisst über zwei bis drei Monate hinaus andauernde Nichterfüllung der vertraglichen Verpf lichtung des Arbeitgebers geht und aus der Sicht des Versi cherten nicht mit guten Gründen damit gerechnet werden kann, dass sich bald eine Besserung der Situation ergibt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_682/2009 vom 23. Oktober 2009 E. 4.2). Da der Beschwerdeführer von Beginn des Arbeits verhältnisses an keinen Lohn erhalten hat, hätten ihm von Beginn weg Zweifel über die Ernsthaftigkeit des Arbeitsverhältnisses erwachsen müssen und er hätte nicht bloss auf die mündlichen Beteuerung en sein er Arbeitgeberin abstellen dür f en ( vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_61/2011 vom 2 9. August 2011 E. 5). Eine versicherte Person muss spätestens nach einigen Monaten merken, dass ihre (nur) mündlichen Mahnungen nichts nützten. Schriftliche Vorkehren wären in diesem Fall angezeigt. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (vorstehend E. 2.2), besteht zwischen einer mündlichen und einer schriftlichen Mahnung keine Gleichwertigkeit. So reicht eine bloss mündliche Mahnung als unmissverständli ches Zeichen für die Ernsthaftigkeit der Bemühung nicht aus. Es gibt zwar keine gesetzliche Verpflichtung, während des laufenden Arbeitsverhältnisses schriftlich gegen den Arbeitgeber vorzugehen, es ist aber eine offenkundige Tatsache, dass Schuldner erst unter Druck einer schriftlichen Aufforderung ihren Zahlungsver pflichtungen nachkommen (Barbara Kupfer Bucher, a.a.O., S. 331 mit Hinweis). Den Akten lässt sich überdies entnehmen, dass es im Verlauf einer mündlichen Mahnung der Arbeitgeberin vom 1 7. Januar 2018 durch den Beschwerdeführer zu einer Streiterei gekommen ist, zu welcher sogar die Polizei hinzugezogen w er den musste. Der Beschwerdeführer führte in seinem Schreiben vom 8. März 2018 an die Arbeitgeberin sowie im Rahmen des Schlichtungsbegehrens an den Frie densrichter vom 5. April 2018 und in der Klage ans Arbeitsgericht Zürich vom 1 8. Juli 2018 dann aus, tätlich angegriffen und ins Gesicht geschlagen worden zu sein, wobei Genaueres zum Hergang unklar blieb ( Urk. 7/17- 23 S. 4 oben, Urk. 7/28, Urk. 7/ 30-31 S. 2, Urk. 7/ 37-4 7 S. 5 Ziff. 3 ). Im Zuge dessen erschien der Beschwe rdeführer ab dem 1 7. Januar 2018 nicht mehr bei der Arbeit ( Urk. 7/17-23 S. 4 oben ). Spätestens ab diesem Zeitpunkt musste es dem Beschwerdeführer klar gewesen sein, dass er mit einer erneuten mündlichen Mah nung nicht weiterkommt. Auch konnte er bei dieser Ausgangslage nicht darauf vertrauen, dass die Arbeitgeberin die seit Oktober 2017 durchgehend ungedeckten Lohnforderungen, welche zusehends grösser wurden, begleichen wü rde. In Anbe tracht dieser Situation musste er mit einem Konkurs seiner Arbeitgeberin und folglich einem Verlust des geschuldeten Geldes rechnen. Weshalb er dann bis am 8. März 2018 zugewartet hat, die Arbeitgeberin mittels beigezogenem Anwalt erstmals schriftlich zur Zahlung aufzufordern, ist nicht nachvollziehbar, und vermag zur Erfüllung der Schadenminderungspflicht nicht zu genügen. 3.3 Zusammenfassend sind keine Gründe ersichtlich, die bei seit Beginn des Arbeits verhältnisses und dann während fünf Monaten ausbleibende n Lohnzahlungen eine bloss mündliche Mahnung der Lohnausstände aus objektiver Sicht verständ lich erscheinen liessen. Nach dem Gesagten ist der Beschwerdeführer seinen Pflichten gemäss Art. 55 Abs. 1 AVIG in grobfahrlässiger Weise nicht nachge kommen. Die Beschwerdegegnerin hat den Anspruch auf Insolvenzentschädigung demnach zu Recht verneint. 4. Aufgrund des Gesagten erweist sich der angefochtene Einspracheentscheid (Urk. 2) als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt. Das Gericht erkennt: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Verfahren ist kostenlos. 3. Zustellung gegen Empfangsschein an: - Rechtsanwalt Giuseppe Dell'Olivo -Wyss - Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich - seco - Direktion für Arbeit - Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) 4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden ( Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesge setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1 5. Juli bis und mit 1 5. August sowie vom 1 8. Dezember bis und mit dem 2. Januar ( Art. 46 BGG). Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen. Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizu legen, soweit die Partei sie in Händen hat ( Art. 42 BGG). Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin GräubSchucan

Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich AL.2019.00301 III. Kammer Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender Sozialversicherungsrichterin Grieder-Martens Ersatzrichterin Curiger Gerichtsschreiberin Schucan Urteil vom 1 0. November 2020 in Sachen X.___ Beschwerdeführer vertreten durch Rechtsanwalt Giuseppe Dell'Olivo -Wyss DFP & Z, Advokatur Stadtturmstrasse 10, Postfach 43, 5401 Baden gegen Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich Einkaufszentrum Neuwiesen Zürcherstrasse 8, Postfach 474, 8405 Winterthur Beschwerdegegnerin Sachverhalt: 1. X.___, geboren 1970, war vom 1. Oktober 2017 bis 16. Mai 2018 bei der Y.___ GmbH, vormals Z.___ GmbH, Zürich (www.zefix.ch), als Taxifah rer /Allrounder angestellt, wobei der letzte geleistete Arbeitstag am 1 7. Januar 2018 war ( Urk. 7/17-23 S. 4 oben, Urk. 7/56-58 S. 3, Urk. 7/83-84 Ziff. 4, Ziff. 7 und Ziff. 10, Urk. 7/237-238, Urk. 7/246 ). Nachdem der Konkursrichter des Bezirksgerichts Dielsdorf am 28. Mai 2019 über die Y.___ GmbH d en Konkurs eröffnet hatte (Urk. 7/ 89 ), stellte der Versicherte am 29. Juli 2019 Antrag auf Insolvenzentschädigung für ausstehende Lohnforderungen in der Höhe von Fr. 22‘848.-- ( Urk. 7/83-84 Ziff. 15 ). Mit Verfügung vom 9. August 2019 ( Urk. 7/25-27 ) verneinte die Arbeitslosenkasse den Anspruch des Versicherten auf Insolvenzentschädigung mit der Begründung, er habe seine Schadenminderungs pflicht un genügend wahrgenommen. Die dagegen vom Versicherten am 15. Au gust 2019 erhobene Einsprache ( Urk. 7/8-13 ), wies die Arbeitslosenkasse mit E ntscheid vom 8. November 2019 ab (Urk. 2). 2. Der Versicherte erhob am 1 0. Dezember 2019 Beschwerde gegen den E ntscheid vom 8. November 2019 ( Urk. 2) und beantragte, dieser und die Verfügung der Arbeitslosenkasse vom 9. August 2019 seien aufzuheben und es sei ihm die ihm zustehende Insolvenzentschädigung für vier Monate zuzusprechen beziehungs weise auszuzahlen ( Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 1 7. Dezember 2019 ( Urk. 6) beantragte die Arbeitslosenkasse die Beschwerde sei abzuweisen. Dies wurde dem Versicherten am 1 9. Dezember 2019 zur Kenntnis gebracht ( Urk. 9). Das Gericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 51 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosen versicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) haben beitragspflichtige Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von Arbeitgebern, die in der Schweiz der Zwangsvollstreckung unterliegen oder in der Schweiz Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschäftigen, Anspruch auf Insolvenzentschädigung, wenn: a) gegen ihren Arbeitgeber der Konkurs eröffnet wird und ihnen in diesem Zeitpunkt Lohnforderungen zustehen oder b) der Konkurs nur deswegen nicht eröffnet wird, weil sich infolge offen sichtlicher Überschuldung des Arbeitgebers kein Gläubiger bereit findet, die Kosten vorzuschiessen, oder c) sie gegen ihren Arbeitgeber für Lohnforderungen das Pfändungsbegehren gestellt haben oder bei Bewilligung der Nachlassstundung oder richterlichem Konkursaufschub ( Art. 58 AVIG). Die Aufzählung der Insolvenztatbestände in Art. 51 Abs. 1 und Art. 58 AVIG ist abschliessend (BGE 131 V 196). 1. 2 Gemäss Art. 55 Abs. 1 AVIG muss der Arbeitnehmer im Konkurs- oder Pfän dungsverfahren alles unternehmen, um seine Ansprüche gegenüber dem Arbeit geber zu wahren, bis die Kasse ihm mitteilt, dass sie an seiner Stelle in das Verfahren eingetreten ist. Danach muss er die Kasse bei der Verfolgung ihres Anspruchs in jeder zweckdienlichen Weise unterstützen. Die Bestimmung von Art. 55 Abs. 1 AVIG, wonach der Arbeitnehmer im Kon kurs- oder Pfändungsverfahren alles unternehmen muss, um seine Ansprüche gegenüber dem Arbeitgeber zu wahren, bezieht sich dem Wortlaut nach auf das Konkurs- und Pfändungsverfahren. Sie bildet jedoch Ausdruck der allgemeinen Schadenminderungspflicht, welche auch dann Platz greift, wenn das Arbeitsver hältnis vor der Konkurseröffnung aufgelöst wird ( BGE 114 V 56 E. 4 mit Hinwei sen; Urteile des Bundesgerichts 8C_66/2013 vom 1 8. November 2013 E. 4.1 und 8C_211/2014 vom 1 7. Juli 2014 E. 6.1). Eine ursprüngliche Leistungsverweige rung infolge Verletzung der Schadenminderungspflicht setzt voraus, dass der versicherten Person ein schweres Verschulden, also vorsätzliches oder grobfahr lässiges Handeln oder Unterlassen vorgeworfen werden kann. Dem Erfordernis der Verhältnismässigkeit ist mit dem Ausmass der von den Arbeitnehmern zu erwartenden Vorkehrungen Rechnung zu tragen, welche sich nach den jeweiligen Umständen des Einzelfalls richtet (Urteile des Bundesgerichts 8C_66/2013 vom 1 8. November 2013 E. 4.1, 8C_211/2014 vom 1 7. Juli 2014 E. 6.1 und 8C_641/2014 vom 2 7. Januar 2015 E. 4.1). Dabei kann es nicht Sache der versicherten Person sein, darüber zu entscheiden, ob sie weitere Vorkehren zur Realisierung der Lohnansprüche treffen will und ob diese erfolgsversprechend sind oder nicht. Das für den Anspruch auf Insolven zentschädigung gesetzlich vorgeschriebene fortgeschrittene Zwangsvoll streckungsverfahren ist durchaus sinnvoll, weil bekanntlich viele Schuldner erst unter dem Druck der unmittelbar bevorstehenden Konkurseröffnung oder Pfändung ihren Zahlungspflichten nachkommen ( BGE 131 V 196 E. 4.1.2). Das Errei chen eines gesetzlich vorgeschriebenen fortgeschrittenen Zwangsvollstreckungs verfahrens ( Art. 51 Abs. 1 und Art. 58 AVIG) bildet für den Anspruch auf Insol venzentschädigung zwingende Voraussetzung (Urteile des Bundesgerichts 8C _462/2009 vom 3. August 2009 E. 3.2.1 und C 243/06 vom 1 6. Januar 2006). Damit die Schadenminderungspflicht erfüllt wird und Anspruch auf Insolven zentschädigung besteht, genügt es nicht, unmissverständliche Zeichen zur Geltendmachung der Lohnforderungen zu setzen. Gefordert ist auch eine konse quente und kontinuierliche Weiterverfolgung der eingeleiteten Schritte, welche in eines der vom Gesetz geforderten zwangsvollstreckungsrechtlichen Stadien münden müssen. Arbeitnehmer sollen sich gegenüber dem Arbeitgeber nämlich so verhalten, als ob es das Institut der Insolvenzentschädigung gar nicht gäbe. Dieses Erfordernis lässt ei n längeres Untätigsein nicht zu (Urteile des Bundesge richts 8C_462/2009 vom 3. August 2009 E. 3.3 und 8C_211/2014 vom 1 7. Juli 2014 E. 6.1). Machen Arbeitnehmer gegenüber dem Arbeitgeber während längerer Zeit keine Anstalten, ihrer Lohnforderung mit hinreichender Deutlichkeit Ausdruck zu ver leihen, signalisieren sie mangelndes Interesse. Dadurch verlieren sie auch gegen über der Arbeitslosenversicherung ihre Schutzbedürftigkeit und Schutzwürdigkeit (Urteile des Bundesgerichts 8C_66/2013 vom 1 8. November 2013 E. 4.1 und 8C_211/2014 vom 1 7. Juli 2014 E. 6.1). Schliesslich sind nachträgliche Abklärungen zur Entwicklung von Aktiven und Passiven beim Arbeitgeber im Zusammenhang mit Insolvenzentschädigungs an sprüchen nicht zielführend, weil auch eine Überschuldung nicht ausschliessen würde, dass ein Arbeitgeber noch über liquide Mittel verfügte, welche er aber - mangels Drucks seitens der Arbeitnehmer - prioritär für andere Zwecke als für die Bezahlung der Lohnausstände verwendete. Relevant ist, welche Anstrengun gen von einer versicherten Person ex ante zur Geltendmachung ihrer Lohnan sprüche gegenüber dem Arbeitgeber erwartet werden können (SVR 2014 ALV Nr. 4 S. 9 E. 4.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_211/2014 vom 1 7. Juli 2014 E. 6.1). 2. 2.1 Die Beschwerdegegnerin verneinte in ihrem Einspracheentscheid ( Urk. 2) einen Anspruch auf Insolvenzentschädigung damit, dass der Beschwerdeführer, obwohl er während des gesamten Arbeitsverhältnisses vom 1. Oktober 2017 bis zur frist losen Kündigung vom 1 6. Mai 2018 keinen Lohn erhalten habe, seine Arbeit geberin während gut fünf Monaten ( 1. Oktober 2017 bis 8. März 2019 [richtig wohl: 2018] ) weder schriftlich gemahnt noch rechtl iche Schritte eingeleitet habe. Da es sich dabei um erhebliche Lohn- und Spesenausstände gehandelt habe, hätte der Beschwerdeführer auch im bestehenden Arbeitsverhältnis sehr rasch weiterge hende Schritte einleiten müssen. Es habe ihm zwar freigestanden, mit einer schriftlichen Mahnung und der Einleitung der rechtlichen Schritte gegen seine damalige Arbeitgeberin zuzuwarten, er habe damit jedoch aus arbeits losenversi cherung s rechtlicher Sicht seine Forderung nicht konsequent und eindeu tig wei terverfolgt. Darüber hinaus sei der letzte effektive Arbeitstag des Beschwerdefüh rers bereits am 1 7. Januar 2019 [richtig wohl: 2018] gewesen. Damit sei er seiner Schadenminderungspflicht gemäss Art. 55 Abs. 1 AVIG nicht in genügendem Masse nachgekommen. Das entsprechende Unterlassen sei als grobfahrlässig zu beurteilen, da er mit einem Lohnverlust habe rechnen müssen (S. 3 f. Ziff. 3). 2.2 Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde ( Urk. 1) geltend, es werde vollumfänglich an der Einsprachebegründung festgehalten, deren Ausfüh rungen als integrierender Bestandteil der vorliegenden Beschwerde gälten (S. 4 Ziff. 1). Die Beschwerdegegnerin habe anerkannt, dass er seine Arbeitgeberin mehrfach mündlich zur Lohnzahlung aufgefordert habe. Eine mündliche Abmah nung sei mit einer schriftlichen Abmahnung gleichwertig. Er habe jedoch wesentlich mehr rechtliche Schritte unternommen, als nur abzumahnen (S. 4 Ziff. 2). So habe sein Rechtsanwalt die Z.___ GmbH erstmals am 8. März 2018 angeschrieben und dann betrieben. Der entsprechende Zahlungsbefehl datiere vom 1 2. April 201 8. Danach habe er bereits am 5. April 2018 beim zuständigen Friedensrichteramt ein Schlichtungsbegehren eingereicht. Als die Verhandlungen ergebnislos verlaufen seien, habe er noch am gleichen Tag das Arbei tsverhältnis fristlos aufgelöst (S. 5 oben). Der Vorwurf, dass er grob fahrlässig gehandelt habe, sei nicht haltbar. S o habe er seine Arbeitgeberin sogar betrieben und auch einge klagt. Er habe aufgrund der Versprechen seiner Arbeitgeberin in guten Treuen gehofft, dass er seinen Lohn erhalten we rde. Er habe zum damaligen Zeitpunkt auch keine andere Anstellung in Aussicht gehabt (S. 5 Ziff. 3). Es sei ihm daher die ihm zustehende Insolvenzentschädigung f ür vier Monate zuzusprechen (S. 6 oben). 2.3 Strittig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf Insolvenzent schädigung und in diesem Zusammenhang, ob er seiner ihm obliegenden Scha denminderungspflicht nachgekommen ist. 3. 3.1 Die Beschwerdegegnerin bemängelte vorliegend nicht die vom Beschwerdeführer ab Frühjahr 2018 eingeleiteten Massnahmen, so die schriftliche Zahlungsauffor derung an die Arbeitgeberin vom 8. März 2018 ( Urk. 7/30-31 ), das am 1 2. April 2018 eingeleitete Betreibungsverfahren ( Urk. 7/32-33 ), das am 1 6. Mai 2018 durchgeführte Schlichtungsverfahren ( Urk. 7/17-23, Urk. 7/34-36 ) und die am 1 8. Juli 2018 beim Arbeitsgericht Zürich eingereichte begründete Klage ( Urk. 7/ 37- 47 ), sondern vielmehr den Umstand, dass sich d er Beschwerdeführer zuvor während des Arbeitsverhältnisses bei während fünf Monaten ausbleiben den Lohnzahlungen auf mündliche Mahnungen der Arbeitgeberin beschränkt habe, obwohl er mit einem Lohnverlust habe rechnen müssen (vorstehend E. 2.2). 3. 2 Grundsätzlich gilt, dass wenn der Lohn nicht oder nicht vollständig bezahlt wor den ist, von einem Arbeitnehmer schon vor Auflösung des Arbeitsverhältnisses verlangt werden kann, dass er in unmissverständlicher und eindeutiger Weise seine Lohnforderung bekannt gibt. Die Schadenminderungspflicht gilt damit schon vor der Auflösung des Arbeitsverhältnisses. Ist davon auszugehen, dass sich ein Arbeitgeber allein durch Mahnungen nicht zur Bezahlung des Lohnaus standes veranlasst sehen würde, sind vom Versicherten härtere Massnahmen zur Durchsetzung seiner Ansprüche gefordert (Urteil des Bundesgerichts C 295/05 vom 1 7. Oktober 2006 E.2.2). Zu weitergehenden Schritten ist die versicherte Person dann gehalten, wenn es sich, wie vorliegend beim Beschwerdeführer, um e rhebliche Lohnausstände han delt und konkret mit einem Lohnverlust gerechnet werden muss ( vgl. Barbara Kupfer Bucher, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungs recht, Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung, 5. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2019, S. 329 f. mit Hin weisen zur Rechtsprechung ). Na ch konstanter Rechtsprechung genügt es für die Erfüllung der Schadenminde rungspflicht in der Regel nicht, wenn Lohnausstände lediglich mündlich gemahnt werden. Dies gilt beispielsweise, wenn es - wie vorliegend - um eine langandau ernde, das heisst über zwei bis drei Monate hinaus andauernde Nichterfüllung der vertraglichen Verpf lichtung des Arbeitgebers geht und aus der Sicht des Versi cherten nicht mit guten Gründen damit gerechnet werden kann, dass sich bald eine Besserung der Situation ergibt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_682/2009 vom 23. Oktober 2009 E. 4.2). Da der Beschwerdeführer von Beginn des Arbeits verhältnisses an keinen Lohn erhalten hat, hätten ihm von Beginn weg Zweifel über die Ernsthaftigkeit des Arbeitsverhältnisses erwachsen müssen und er hätte nicht bloss auf die mündlichen Beteuerung en sein er Arbeitgeberin abstellen dür f en ( vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_61/2011 vom 2 9. August 2011 E. 5). Eine versicherte Person muss spätestens nach einigen Monaten merken, dass ihre (nur) mündlichen Mahnungen nichts nützten. Schriftliche Vorkehren wären in diesem Fall angezeigt. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (vorstehend E. 2.2), besteht zwischen einer mündlichen und einer schriftlichen Mahnung keine Gleichwertigkeit. So reicht eine bloss mündliche Mahnung als unmissverständli ches Zeichen für die Ernsthaftigkeit der Bemühung nicht aus. Es gibt zwar keine gesetzliche Verpflichtung, während des laufenden Arbeitsverhältnisses schriftlich gegen den Arbeitgeber vorzugehen, es ist aber eine offenkundige Tatsache, dass Schuldner erst unter Druck einer schriftlichen Aufforderung ihren Zahlungsver pflichtungen nachkommen (Barbara Kupfer Bucher, a.a.O., S. 331 mit Hinweis). Den Akten lässt sich überdies entnehmen, dass es im Verlauf einer mündlichen Mahnung der Arbeitgeberin vom 1 7. Januar 2018 durch den Beschwerdeführer zu einer Streiterei gekommen ist, zu welcher sogar die Polizei hinzugezogen w er den musste. Der Beschwerdeführer führte in seinem Schreiben vom 8. März 2018 an die Arbeitgeberin sowie im Rahmen des Schlichtungsbegehrens an den Frie densrichter vom 5. April 2018 und in der Klage ans Arbeitsgericht Zürich vom 1 8. Juli 2018 dann aus, tätlich angegriffen und ins Gesicht geschlagen worden zu sein, wobei Genaueres zum Hergang unklar blieb ( Urk. 7/17- 23 S. 4 oben, Urk. 7/28, Urk. 7/ 30-31 S. 2, Urk. 7/ 37-4 7 S. 5 Ziff. 3 ). Im Zuge dessen erschien der Beschwe rdeführer ab dem 1 7. Januar 2018 nicht mehr bei der Arbeit ( Urk. 7/17-23 S. 4 oben ). Spätestens ab diesem Zeitpunkt musste es dem Beschwerdeführer klar gewesen sein, dass er mit einer erneuten mündlichen Mah nung nicht weiterkommt. Auch konnte er bei dieser Ausgangslage nicht darauf vertrauen, dass die Arbeitgeberin die seit Oktober 2017 durchgehend ungedeckten Lohnforderungen, welche zusehends grösser wurden, begleichen wü rde. In Anbe tracht dieser Situation musste er mit einem Konkurs seiner Arbeitgeberin und folglich einem Verlust des geschuldeten Geldes rechnen. Weshalb er dann bis am 8. März 2018 zugewartet hat, die Arbeitgeberin mittels beigezogenem Anwalt erstmals schriftlich zur Zahlung aufzufordern, ist nicht nachvollziehbar, und vermag zur Erfüllung der Schadenminderungspflicht nicht zu genügen. 3.3 Zusammenfassend sind keine Gründe ersichtlich, die bei seit Beginn des Arbeits verhältnisses und dann während fünf Monaten ausbleibende n Lohnzahlungen eine bloss mündliche Mahnung der Lohnausstände aus objektiver Sicht verständ lich erscheinen liessen. Nach dem Gesagten ist der Beschwerdeführer seinen Pflichten gemäss Art. 55 Abs. 1 AVIG in grobfahrlässiger Weise nicht nachge kommen. Die Beschwerdegegnerin hat den Anspruch auf Insolvenzentschädigung demnach zu Recht verneint. 4. Aufgrund des Gesagten erweist sich der angefochtene Einspracheentscheid (Urk. 2) als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt. Das Gericht erkennt: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Verfahren ist kostenlos. 3. Zustellung gegen Empfangsschein an: - Rechtsanwalt Giuseppe Dell'Olivo -Wyss - Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich - seco - Direktion für Arbeit - Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) 4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden ( Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesge setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1 5. Juli bis und mit 1 5. August sowie vom 1 8. Dezember bis und mit dem 2. Januar ( Art. 46 BGG). Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen. Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizu legen, soweit die Partei sie in Händen hat ( Art. 42 BGG). Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin GräubSchucan

Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich Sozialversicherungsgericht

Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich

des Kantons Zürich AL.2019.00301 III. Kammer Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender Sozialversicherungsrichterin Grieder-Martens Ersatzrichterin Curiger Gerichtsschreiberin Schucan Urteil vom 1 0. November 2020

AL.2019.00301

AL.2019.00301

AL.2019.00301 III. Kammer

III. Kammer

Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender Sozialversicherungsrichterin Grieder-Martens Ersatzrichterin Curiger Gerichtsschreiberin Schucan

Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender Sozialversicherungsrichterin Grieder-Martens Ersatzrichterin Curiger Gerichtsschreiberin Schucan

Urteil vom 1 0. November 2020

Urteil vom 1 0. November 2020 in Sachen

in Sachen X.___

X.___ Beschwerdeführer

Beschwerdeführer vertreten durch Rechtsanwalt Giuseppe Dell'Olivo -Wyss

vertreten durch Rechtsanwalt Giuseppe Dell'Olivo -Wyss DFP & Z, Advokatur

DFP & Z, Advokatur Stadtturmstrasse 10, Postfach 43, 5401 Baden

Stadtturmstrasse 10, Postfach 43, 5401 Baden gegen

gegen Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich

Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich Einkaufszentrum Neuwiesen

Einkaufszentrum Neuwiesen Zürcherstrasse 8, Postfach 474, 8405 Winterthur

Zürcherstrasse 8, Postfach 474, 8405 Winterthur Beschwerdegegnerin

Beschwerdegegnerin Sachverhalt:

Sachverhalt: 1. X.___, geboren 1970, war vom 1. Oktober 2017 bis 16. Mai 2018 bei der Y.___ GmbH, vormals Z.___ GmbH, Zürich (www.zefix.ch), als Taxifah rer /Allrounder angestellt, wobei der letzte geleistete Arbeitstag am 1 7. Januar 2018 war ( Urk. 7/17-23 S. 4 oben, Urk. 7/56-58 S. 3, Urk. 7/83-84 Ziff. 4, Ziff. 7 und Ziff. 10, Urk. 7/237-238, Urk. 7/246 ). Nachdem der Konkursrichter des Bezirksgerichts Dielsdorf am 28. Mai 2019 über die Y.___ GmbH d en Konkurs eröffnet hatte (Urk. 7/ 89 ), stellte der Versicherte am 29. Juli 2019 Antrag auf Insolvenzentschädigung für ausstehende Lohnforderungen in der Höhe von Fr. 22‘848.-- ( Urk. 7/83-84 Ziff. 15 ). Mit Verfügung vom 9. August 2019 ( Urk. 7/25-27 ) verneinte die Arbeitslosenkasse den Anspruch des Versicherten auf Insolvenzentschädigung mit der Begründung, er habe seine Schadenminderungs pflicht un genügend wahrgenommen. Die dagegen vom Versicherten am 15. Au gust 2019 erhobene Einsprache ( Urk. 7/8-13 ), wies die Arbeitslosenkasse mit E ntscheid vom 8. November 2019 ab (Urk. 2).

1. X.___, geboren 1970, war vom 1. Oktober 2017 bis 16. Mai 2018 bei der Y.___ GmbH, vormals Z.___ GmbH, Zürich (www.zefix.ch), als Taxifah rer /Allrounder angestellt, wobei der letzte geleistete Arbeitstag am 1 7. Januar 2018 war ( Urk. 7/17-23 S. 4 oben, Urk. 7/56-58 S. 3, Urk. 7/83-84 Ziff. 4, Ziff. 7 und Ziff. 10, Urk. 7/237-238, Urk. 7/246 ). Nachdem der Konkursrichter des Bezirksgerichts Dielsdorf am 28. Mai 2019 über die Y.___ GmbH d en Konkurs eröffnet hatte (Urk. 7/ 89 ), stellte der Versicherte am 29. Juli 2019 Antrag auf Insolvenzentschädigung für ausstehende Lohnforderungen in der Höhe von Fr. 22‘848.-- ( Urk. 7/83-84 Ziff. 15 ). Mit Verfügung vom 9. August 2019 ( Urk. 7/25-27 ) verneinte die Arbeitslosenkasse den Anspruch des Versicherten auf Insolvenzentschädigung mit der Begründung, er habe seine Schadenminderungs pflicht un genügend wahrgenommen. Die dagegen vom Versicherten am 15. Au gust 2019 erhobene Einsprache ( Urk. 7/8-13 ), wies die Arbeitslosenkasse mit E ntscheid vom 8. November 2019 ab (Urk. 2). 2. Der Versicherte erhob am 1 0. Dezember 2019 Beschwerde gegen den E ntscheid vom 8. November 2019 ( Urk. 2) und beantragte, dieser und die Verfügung der Arbeitslosenkasse vom 9. August 2019 seien aufzuheben und es sei ihm die ihm zustehende Insolvenzentschädigung für vier Monate zuzusprechen beziehungs weise auszuzahlen ( Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 1 7. Dezember 2019 ( Urk. 6) beantragte die Arbeitslosenkasse die Beschwerde sei abzuweisen. Dies wurde dem Versicherten am 1 9. Dezember 2019 zur Kenntnis gebracht ( Urk. 9).

2. Der Versicherte erhob am 1 0. Dezember 2019 Beschwerde gegen den E ntscheid vom 8. November 2019 ( Urk. 2) und beantragte, dieser und die Verfügung der Arbeitslosenkasse vom 9. August 2019 seien aufzuheben und es sei ihm die ihm zustehende Insolvenzentschädigung für vier Monate zuzusprechen beziehungs weise auszuzahlen ( Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 1 7. Dezember 2019 ( Urk. 6) beantragte die Arbeitslosenkasse die Beschwerde sei abzuweisen. Dies wurde dem Versicherten am 1 9. Dezember 2019 zur Kenntnis gebracht ( Urk. 9). Das Gericht zieht in Erwägung:

Das Gericht zieht in Erwägung: 1.

1. 1.1 Gemäss Art. 51 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosen versicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) haben beitragspflichtige Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von Arbeitgebern, die in der Schweiz der Zwangsvollstreckung unterliegen oder in der Schweiz Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschäftigen, Anspruch auf Insolvenzentschädigung, wenn:

1.1 Gemäss Art. 51 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosen versicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) haben beitragspflichtige Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von Arbeitgebern, die in der Schweiz der Zwangsvollstreckung unterliegen oder in der Schweiz Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschäftigen, Anspruch auf Insolvenzentschädigung, wenn: a) gegen ihren Arbeitgeber der Konkurs eröffnet wird und ihnen in diesem Zeitpunkt Lohnforderungen zustehen oder

a) gegen ihren Arbeitgeber der Konkurs eröffnet wird und ihnen in diesem Zeitpunkt Lohnforderungen zustehen oder b) der Konkurs nur deswegen nicht eröffnet wird, weil sich infolge offen sichtlicher Überschuldung des Arbeitgebers kein Gläubiger bereit findet, die Kosten vorzuschiessen, oder

b) der Konkurs nur deswegen nicht eröffnet wird, weil sich infolge offen sichtlicher Überschuldung des Arbeitgebers kein Gläubiger bereit findet, die Kosten vorzuschiessen, oder c) sie gegen ihren Arbeitgeber für Lohnforderungen das Pfändungsbegehren gestellt haben

c) sie gegen ihren Arbeitgeber für Lohnforderungen das Pfändungsbegehren gestellt haben oder bei Bewilligung der Nachlassstundung oder richterlichem Konkursaufschub ( Art. 58 AVIG). oder bei Bewilligung der Nachlassstundung oder richterlichem Konkursaufschub ( Art. 58 AVIG). Die Aufzählung der Insolvenztatbestände in Art. 51 Abs. 1 und Art. 58 AVIG ist abschliessend (BGE 131 V 196).

Die Aufzählung der Insolvenztatbestände in Art. 51 Abs. 1 und Art. 58 AVIG ist abschliessend (BGE 131 V 196). 1. 2 Gemäss Art. 55 Abs. 1 AVIG muss der Arbeitnehmer im Konkurs- oder Pfän dungsverfahren alles unternehmen, um seine Ansprüche gegenüber dem Arbeit geber zu wahren, bis die Kasse ihm mitteilt, dass sie an seiner Stelle in das Verfahren eingetreten ist. Danach muss er die Kasse bei der Verfolgung ihres Anspruchs in jeder zweckdienlichen Weise unterstützen.

1. 2 Gemäss Art. 55 Abs. 1 AVIG muss der Arbeitnehmer im Konkurs- oder Pfän dungsverfahren alles unternehmen, um seine Ansprüche gegenüber dem Arbeit geber zu wahren, bis die Kasse ihm mitteilt, dass sie an seiner Stelle in das Verfahren eingetreten ist. Danach muss er die Kasse bei der Verfolgung ihres Anspruchs in jeder zweckdienlichen Weise unterstützen. Die Bestimmung von Art. 55 Abs. 1 AVIG, wonach der Arbeitnehmer im Kon kurs- oder Pfändungsverfahren alles unternehmen muss, um seine Ansprüche gegenüber dem Arbeitgeber zu wahren, bezieht sich dem Wortlaut nach auf das Konkurs- und Pfändungsverfahren. Sie bildet jedoch Ausdruck der allgemeinen Schadenminderungspflicht, welche auch dann Platz greift, wenn das Arbeitsver hältnis vor der Konkurseröffnung aufgelöst wird ( BGE 114 V 56 E. 4 mit Hinwei sen; Urteile des Bundesgerichts 8C_66/2013 vom 1 8. November 2013 E. 4.1 und 8C_211/2014 vom 1 7. Juli 2014 E. 6.1). Eine ursprüngliche Leistungsverweige rung infolge Verletzung der Schadenminderungspflicht setzt voraus, dass der versicherten Person ein schweres Verschulden, also vorsätzliches oder grobfahr lässiges Handeln oder Unterlassen vorgeworfen werden kann. Dem Erfordernis der Verhältnismässigkeit ist mit dem Ausmass der von den Arbeitnehmern zu erwartenden Vorkehrungen Rechnung zu tragen, welche sich nach den jeweiligen Umständen des Einzelfalls richtet (Urteile des Bundesgerichts 8C_66/2013 vom 1 8. November 2013 E. 4.1, 8C_211/2014 vom 1 7. Juli 2014 E. 6.1 und 8C_641/2014 vom 2 7. Januar 2015 E. 4.1).

Die Bestimmung von Art. 55 Abs. 1 AVIG, wonach der Arbeitnehmer im Kon kurs- oder Pfändungsverfahren alles unternehmen muss, um seine Ansprüche gegenüber dem Arbeitgeber zu wahren, bezieht sich dem Wortlaut nach auf das Konkurs- und Pfändungsverfahren. Sie bildet jedoch Ausdruck der allgemeinen Schadenminderungspflicht, welche auch dann Platz greift, wenn das Arbeitsver hältnis vor der Konkurseröffnung aufgelöst wird ( BGE 114 V 56 E. 4 mit Hinwei sen; Urteile des Bundesgerichts 8C_66/2013 vom 1 8. November 2013 E. 4.1 und 8C_211/2014 vom 1 7. Juli 2014 E. 6.1). Eine ursprüngliche Leistungsverweige rung infolge Verletzung der Schadenminderungspflicht setzt voraus, dass der versicherten Person ein schweres Verschulden, also vorsätzliches oder grobfahr lässiges Handeln oder Unterlassen vorgeworfen werden kann. Dem Erfordernis der Verhältnismässigkeit ist mit dem Ausmass der von den Arbeitnehmern zu erwartenden Vorkehrungen Rechnung zu tragen, welche sich nach den jeweiligen Umständen des Einzelfalls richtet (Urteile des Bundesgerichts 8C_66/2013 vom 1 8. November 2013 E. 4.1, 8C_211/2014 vom 1 7. Juli 2014 E. 6.1 und 8C_641/2014 vom 2 7. Januar 2015 E. 4.1). Dabei kann es nicht Sache der versicherten Person sein, darüber zu entscheiden, ob sie weitere Vorkehren zur Realisierung der Lohnansprüche treffen will und ob diese erfolgsversprechend sind oder nicht. Das für den Anspruch auf Insolven zentschädigung gesetzlich vorgeschriebene fortgeschrittene Zwangsvoll streckungsverfahren ist durchaus sinnvoll, weil bekanntlich viele Schuldner erst unter dem Druck der unmittelbar bevorstehenden Konkurseröffnung oder Pfändung ihren Zahlungspflichten nachkommen ( BGE 131 V 196 E. 4.1.2). Das Errei chen eines gesetzlich vorgeschriebenen fortgeschrittenen Zwangsvollstreckungs verfahrens ( Art. 51 Abs. 1 und Art. 58 AVIG) bildet für den Anspruch auf Insol venzentschädigung zwingende Voraussetzung (Urteile des Bundesgerichts 8C _462/2009 vom 3. August 2009 E. 3.2.1 und C 243/06 vom 1 6. Januar 2006).

Dabei kann es nicht Sache der versicherten Person sein, darüber zu entscheiden, ob sie weitere Vorkehren zur Realisierung der Lohnansprüche treffen will und ob diese erfolgsversprechend sind oder nicht. Das für den Anspruch auf Insolven zentschädigung gesetzlich vorgeschriebene fortgeschrittene Zwangsvoll streckungsverfahren ist durchaus sinnvoll, weil bekanntlich viele Schuldner erst unter dem Druck der unmittelbar bevorstehenden Konkurseröffnung oder Pfändung ihren Zahlungspflichten nachkommen ( BGE 131 V 196 E. 4.1.2). Das Errei chen eines gesetzlich vorgeschriebenen fortgeschrittenen Zwangsvollstreckungs verfahrens ( Art. 51 Abs. 1 und Art. 58 AVIG) bildet für den Anspruch auf Insol venzentschädigung zwingende Voraussetzung (Urteile des Bundesgerichts 8C _462/2009 vom 3. August 2009 E. 3.2.1 und C 243/06 vom 1 6. Januar 2006). Damit die Schadenminderungspflicht erfüllt wird und Anspruch auf Insolven zentschädigung besteht, genügt es nicht, unmissverständliche Zeichen zur Geltendmachung der Lohnforderungen zu setzen. Gefordert ist auch eine konse quente und kontinuierliche Weiterverfolgung der eingeleiteten Schritte, welche in eines der vom Gesetz geforderten zwangsvollstreckungsrechtlichen Stadien münden müssen. Arbeitnehmer sollen sich gegenüber dem Arbeitgeber nämlich so verhalten, als ob es das Institut der Insolvenzentschädigung gar nicht gäbe. Dieses Erfordernis lässt ei n längeres Untätigsein nicht zu (Urteile des Bundesge richts 8C_462/2009 vom 3. August 2009 E. 3.3 und 8C_211/2014 vom 1 7. Juli 2014 E. 6.1).

Damit die Schadenminderungspflicht erfüllt wird und Anspruch auf Insolven zentschädigung besteht, genügt es nicht, unmissverständliche Zeichen zur Geltendmachung der Lohnforderungen zu setzen. Gefordert ist auch eine konse quente und kontinuierliche Weiterverfolgung der eingeleiteten Schritte, welche in eines der vom Gesetz geforderten zwangsvollstreckungsrechtlichen Stadien münden müssen. Arbeitnehmer sollen sich gegenüber dem Arbeitgeber nämlich so verhalten, als ob es das Institut der Insolvenzentschädigung gar nicht gäbe. Dieses Erfordernis lässt ei n längeres Untätigsein nicht zu (Urteile des Bundesge richts 8C_462/2009 vom 3. August 2009 E. 3.3 und 8C_211/2014 vom 1 7. Juli 2014 E. 6.1). Machen Arbeitnehmer gegenüber dem Arbeitgeber während längerer Zeit keine Anstalten, ihrer Lohnforderung mit hinreichender Deutlichkeit Ausdruck zu ver leihen, signalisieren sie mangelndes Interesse. Dadurch verlieren sie auch gegen über der Arbeitslosenversicherung ihre Schutzbedürftigkeit und Schutzwürdigkeit (Urteile des Bundesgerichts 8C_66/2013 vom 1 8. November 2013 E. 4.1 und 8C_211/2014 vom 1 7. Juli 2014 E. 6.1).

Machen Arbeitnehmer gegenüber dem Arbeitgeber während längerer Zeit keine Anstalten, ihrer Lohnforderung mit hinreichender Deutlichkeit Ausdruck zu ver leihen, signalisieren sie mangelndes Interesse. Dadurch verlieren sie auch gegen über der Arbeitslosenversicherung ihre Schutzbedürftigkeit und Schutzwürdigkeit (Urteile des Bundesgerichts 8C_66/2013 vom 1 8. November 2013 E. 4.1 und 8C_211/2014 vom 1 7. Juli 2014 E. 6.1). Schliesslich sind nachträgliche Abklärungen zur Entwicklung von Aktiven und Passiven beim Arbeitgeber im Zusammenhang mit Insolvenzentschädigungs an sprüchen nicht zielführend, weil auch eine Überschuldung nicht ausschliessen würde, dass ein Arbeitgeber noch über liquide Mittel verfügte, welche er aber - mangels Drucks seitens der Arbeitnehmer - prioritär für andere Zwecke als für die Bezahlung der Lohnausstände verwendete. Relevant ist, welche Anstrengun gen von einer versicherten Person ex ante zur Geltendmachung ihrer Lohnan sprüche gegenüber dem Arbeitgeber erwartet werden können (SVR 2014 ALV Nr. 4 S. 9 E. 4.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_211/2014 vom 1 7. Juli 2014 E. 6.1).

Schliesslich sind nachträgliche Abklärungen zur Entwicklung von Aktiven und Passiven beim Arbeitgeber im Zusammenhang mit Insolvenzentschädigungs an sprüchen nicht zielführend, weil auch eine Überschuldung nicht ausschliessen würde, dass ein Arbeitgeber noch über liquide Mittel verfügte, welche er aber - mangels Drucks seitens der Arbeitnehmer - prioritär für andere Zwecke als für die Bezahlung der Lohnausstände verwendete. Relevant ist, welche Anstrengun gen von einer versicherten Person ex ante zur Geltendmachung ihrer Lohnan sprüche gegenüber dem Arbeitgeber erwartet werden können (SVR 2014 ALV Nr. 4 S. 9 E. 4.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_211/2014 vom 1 7. Juli 2014 E. 6.1). 2.

2. 2.1 Die Beschwerdegegnerin verneinte in ihrem Einspracheentscheid ( Urk. 2) einen Anspruch auf Insolvenzentschädigung damit, dass der Beschwerdeführer, obwohl er während des gesamten Arbeitsverhältnisses vom 1. Oktober 2017 bis zur frist losen Kündigung vom 1 6. Mai 2018 keinen Lohn erhalten habe, seine Arbeit geberin während gut fünf Monaten ( 1. Oktober 2017 bis 8. März 2019 [richtig wohl: 2018] ) weder schriftlich gemahnt noch rechtl iche Schritte eingeleitet habe. Da es sich dabei um erhebliche Lohn- und Spesenausstände gehandelt habe, hätte der Beschwerdeführer auch im bestehenden Arbeitsverhältnis sehr rasch weiterge hende Schritte einleiten müssen. Es habe ihm zwar freigestanden, mit einer schriftlichen Mahnung und der Einleitung der rechtlichen Schritte gegen seine damalige Arbeitgeberin zuzuwarten, er habe damit jedoch aus arbeits losenversi cherung s rechtlicher Sicht seine Forderung nicht konsequent und eindeu tig wei terverfolgt. Darüber hinaus sei der letzte effektive Arbeitstag des Beschwerdefüh rers bereits am 1 7. Januar 2019 [richtig wohl: 2018] gewesen. Damit sei er seiner Schadenminderungspflicht gemäss Art. 55 Abs. 1 AVIG nicht in genügendem Masse nachgekommen. Das entsprechende Unterlassen sei als grobfahrlässig zu beurteilen, da er mit einem Lohnverlust habe rechnen müssen (S. 3 f. Ziff. 3).

2.1 Die Beschwerdegegnerin verneinte in ihrem Einspracheentscheid ( Urk. 2) einen Anspruch auf Insolvenzentschädigung damit, dass der Beschwerdeführer, obwohl er während des gesamten Arbeitsverhältnisses vom 1. Oktober 2017 bis zur frist losen Kündigung vom 1 6. Mai 2018 keinen Lohn erhalten habe, seine Arbeit geberin während gut fünf Monaten ( 1. Oktober 2017 bis 8. März 2019 [richtig wohl: 2018] ) weder schriftlich gemahnt noch rechtl iche Schritte eingeleitet habe. Da es sich dabei um erhebliche Lohn- und Spesenausstände gehandelt habe, hätte der Beschwerdeführer auch im bestehenden Arbeitsverhältnis sehr rasch weiterge hende Schritte einleiten müssen. Es habe ihm zwar freigestanden, mit einer schriftlichen Mahnung und der Einleitung der rechtlichen Schritte gegen seine damalige Arbeitgeberin zuzuwarten, er habe damit jedoch aus arbeits losenversi cherung s rechtlicher Sicht seine Forderung nicht konsequent und eindeu tig wei terverfolgt. Darüber hinaus sei der letzte effektive Arbeitstag des Beschwerdefüh rers bereits am 1 7. Januar 2019 [richtig wohl: 2018] gewesen. Damit sei er seiner Schadenminderungspflicht gemäss Art. 55 Abs. 1 AVIG nicht in genügendem Masse nachgekommen. Das entsprechende Unterlassen sei als grobfahrlässig zu beurteilen, da er mit einem Lohnverlust habe rechnen müssen (S. 3 f. Ziff. 3). 2.2 Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde ( Urk. 1) geltend, es werde vollumfänglich an der Einsprachebegründung festgehalten, deren Ausfüh rungen als integrierender Bestandteil der vorliegenden Beschwerde gälten (S. 4 Ziff. 1). Die Beschwerdegegnerin habe anerkannt, dass er seine Arbeitgeberin mehrfach mündlich zur Lohnzahlung aufgefordert habe. Eine mündliche Abmah nung sei mit einer schriftlichen Abmahnung gleichwertig. Er habe jedoch wesentlich mehr rechtliche Schritte unternommen, als nur abzumahnen (S. 4 Ziff. 2). So habe sein Rechtsanwalt die Z.___ GmbH erstmals am 8. März 2018 angeschrieben und dann betrieben. Der entsprechende Zahlungsbefehl datiere vom 1 2. April 201 8. Danach habe er bereits am 5. April 2018 beim zuständigen Friedensrichteramt ein Schlichtungsbegehren eingereicht. Als die Verhandlungen ergebnislos verlaufen seien, habe er noch am gleichen Tag das Arbei tsverhältnis fristlos aufgelöst (S. 5 oben). Der Vorwurf, dass er grob fahrlässig gehandelt habe, sei nicht haltbar. S o habe er seine Arbeitgeberin sogar betrieben und auch einge klagt. Er habe aufgrund der Versprechen seiner Arbeitgeberin in guten Treuen gehofft, dass er seinen Lohn erhalten we rde. Er habe zum damaligen Zeitpunkt auch keine andere Anstellung in Aussicht gehabt (S. 5 Ziff. 3). Es sei ihm daher die ihm zustehende Insolvenzentschädigung f ür vier Monate zuzusprechen (S. 6 oben).

2.2 Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde ( Urk. 1) geltend, es werde vollumfänglich an der Einsprachebegründung festgehalten, deren Ausfüh rungen als integrierender Bestandteil der vorliegenden Beschwerde gälten (S. 4 Ziff. 1). Die Beschwerdegegnerin habe anerkannt, dass er seine Arbeitgeberin mehrfach mündlich zur Lohnzahlung aufgefordert habe. Eine mündliche Abmah nung sei mit einer schriftlichen Abmahnung gleichwertig. Er habe jedoch wesentlich mehr rechtliche Schritte unternommen, als nur abzumahnen (S. 4 Ziff. 2). So habe sein Rechtsanwalt die Z.___ GmbH erstmals am 8. März 2018 angeschrieben und dann betrieben. Der entsprechende Zahlungsbefehl datiere vom 1 2. April 201 8. Danach habe er bereits am 5. April 2018 beim zuständigen Friedensrichteramt ein Schlichtungsbegehren eingereicht. Als die Verhandlungen ergebnislos verlaufen seien, habe er noch am gleichen Tag das Arbei tsverhältnis fristlos aufgelöst (S. 5 oben). Der Vorwurf, dass er grob fahrlässig gehandelt habe, sei nicht haltbar. S o habe er seine Arbeitgeberin sogar betrieben und auch einge klagt. Er habe aufgrund der Versprechen seiner Arbeitgeberin in guten Treuen gehofft, dass er seinen Lohn erhalten we rde. Er habe zum damaligen Zeitpunkt auch keine andere Anstellung in Aussicht gehabt (S. 5 Ziff. 3). Es sei ihm daher die ihm zustehende Insolvenzentschädigung f ür vier Monate zuzusprechen (S. 6 oben). 2.3 Strittig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf Insolvenzent schädigung und in diesem Zusammenhang, ob er seiner ihm obliegenden Scha denminderungspflicht nachgekommen ist.

2.3 Strittig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf Insolvenzent schädigung und in diesem Zusammenhang, ob er seiner ihm obliegenden Scha denminderungspflicht nachgekommen ist. 3.

3. 3.1 Die Beschwerdegegnerin bemängelte vorliegend nicht die vom Beschwerdeführer ab Frühjahr 2018 eingeleiteten Massnahmen, so die schriftliche Zahlungsauffor derung an die Arbeitgeberin vom 8. März 2018 ( Urk. 7/30-31 ), das am 1 2. April 2018 eingeleitete Betreibungsverfahren ( Urk. 7/32-33 ), das am 1 6. Mai 2018 durchgeführte Schlichtungsverfahren ( Urk. 7/17-23, Urk. 7/34-36 ) und die am 1 8. Juli 2018 beim Arbeitsgericht Zürich eingereichte begründete Klage ( Urk. 7/ 37- 47 ), sondern vielmehr den Umstand, dass sich d er Beschwerdeführer zuvor während des Arbeitsverhältnisses bei während fünf Monaten ausbleiben den Lohnzahlungen auf mündliche Mahnungen der Arbeitgeberin beschränkt habe, obwohl er mit einem Lohnverlust habe rechnen müssen (vorstehend E. 2.2).

3.1 Die Beschwerdegegnerin bemängelte vorliegend nicht die vom Beschwerdeführer ab Frühjahr 2018 eingeleiteten Massnahmen, so die schriftliche Zahlungsauffor derung an die Arbeitgeberin vom 8. März 2018 ( Urk. 7/30-31 ), das am 1 2. April 2018 eingeleitete Betreibungsverfahren ( Urk. 7/32-33 ), das am 1 6. Mai 2018 durchgeführte Schlichtungsverfahren ( Urk. 7/17-23, Urk. 7/34-36 ) und die am 1 8. Juli 2018 beim Arbeitsgericht Zürich eingereichte begründete Klage ( Urk. 7/ 37- 47 ), sondern vielmehr den Umstand, dass sich d er Beschwerdeführer zuvor während des Arbeitsverhältnisses bei während fünf Monaten ausbleiben den Lohnzahlungen auf mündliche Mahnungen der Arbeitgeberin beschränkt habe, obwohl er mit einem Lohnverlust habe rechnen müssen (vorstehend E. 2.2). 3. 2 Grundsätzlich gilt, dass wenn der Lohn nicht oder nicht vollständig bezahlt wor den ist, von einem Arbeitnehmer schon vor Auflösung des Arbeitsverhältnisses verlangt werden kann, dass er in unmissverständlicher und eindeutiger Weise seine Lohnforderung bekannt gibt. Die Schadenminderungspflicht gilt damit schon vor der Auflösung des Arbeitsverhältnisses. Ist davon auszugehen, dass sich ein Arbeitgeber allein durch Mahnungen nicht zur Bezahlung des Lohnaus standes veranlasst sehen würde, sind vom Versicherten härtere Massnahmen zur Durchsetzung seiner Ansprüche gefordert (Urteil des Bundesgerichts C 295/05 vom 1 7. Oktober 2006 E.2.2).

3. 2 Grundsätzlich gilt, dass wenn der Lohn nicht oder nicht vollständig bezahlt wor den ist, von einem Arbeitnehmer schon vor Auflösung des Arbeitsverhältnisses verlangt werden kann, dass er in unmissverständlicher und eindeutiger Weise seine Lohnforderung bekannt gibt. Die Schadenminderungspflicht gilt damit schon vor der Auflösung des Arbeitsverhältnisses. Ist davon auszugehen, dass sich ein Arbeitgeber allein durch Mahnungen nicht zur Bezahlung des Lohnaus standes veranlasst sehen würde, sind vom Versicherten härtere Massnahmen zur Durchsetzung seiner Ansprüche gefordert (Urteil des Bundesgerichts C 295/05 vom 1 7. Oktober 2006 E.2.2). Zu weitergehenden Schritten ist die versicherte Person dann gehalten, wenn es sich, wie vorliegend beim Beschwerdeführer, um e rhebliche Lohnausstände han delt und konkret mit einem Lohnverlust gerechnet werden muss ( vgl. Barbara Kupfer Bucher, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungs recht, Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung, 5. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2019, S. 329 f. mit Hin weisen zur Rechtsprechung ).

Zu weitergehenden Schritten ist die versicherte Person dann gehalten, wenn es sich, wie vorliegend beim Beschwerdeführer, um e rhebliche Lohnausstände han delt und konkret mit einem Lohnverlust gerechnet werden muss ( vgl. Barbara Kupfer Bucher, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungs recht, Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung, 5. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2019, S. 329 f. mit Hin weisen zur Rechtsprechung ). Na ch konstanter Rechtsprechung genügt es für die Erfüllung der Schadenminde rungspflicht in der Regel nicht, wenn Lohnausstände lediglich mündlich gemahnt werden. Dies gilt beispielsweise, wenn es - wie vorliegend - um eine langandau ernde, das heisst über zwei bis drei Monate hinaus andauernde Nichterfüllung der vertraglichen Verpf lichtung des Arbeitgebers geht und aus der Sicht des Versi cherten nicht mit guten Gründen damit gerechnet werden kann, dass sich bald eine Besserung der Situation ergibt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_682/2009 vom 23. Oktober 2009 E. 4.2). Da der Beschwerdeführer von Beginn des Arbeits verhältnisses an keinen Lohn erhalten hat, hätten ihm von Beginn weg Zweifel über die Ernsthaftigkeit des Arbeitsverhältnisses erwachsen müssen und er hätte nicht bloss auf die mündlichen Beteuerung en sein er Arbeitgeberin abstellen dür f en ( vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_61/2011 vom 2 9. August 2011 E. 5).

Na ch konstanter Rechtsprechung genügt es für die Erfüllung der Schadenminde rungspflicht in der Regel nicht, wenn Lohnausstände lediglich mündlich gemahnt werden. Dies gilt beispielsweise, wenn es - wie vorliegend - um eine langandau ernde, das heisst über zwei bis drei Monate hinaus andauernde Nichterfüllung der vertraglichen Verpf lichtung des Arbeitgebers geht und aus der Sicht des Versi cherten nicht mit guten Gründen damit gerechnet werden kann, dass sich bald eine Besserung der Situation ergibt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_682/2009 vom 23. Oktober 2009 E. 4.2). Da der Beschwerdeführer von Beginn des Arbeits verhältnisses an keinen Lohn erhalten hat, hätten ihm von Beginn weg Zweifel über die Ernsthaftigkeit des Arbeitsverhältnisses erwachsen müssen und er hätte nicht bloss auf die mündlichen Beteuerung en sein er Arbeitgeberin abstellen dür f en ( vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_61/2011 vom 2 9. August 2011 E. 5). Eine versicherte Person muss spätestens nach einigen Monaten merken, dass ihre (nur) mündlichen Mahnungen nichts nützten. Schriftliche Vorkehren wären in diesem Fall angezeigt. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (vorstehend E. 2.2), besteht zwischen einer mündlichen und einer schriftlichen Mahnung keine Gleichwertigkeit. So reicht eine bloss mündliche Mahnung als unmissverständli ches Zeichen für die Ernsthaftigkeit der Bemühung nicht aus. Es gibt zwar keine gesetzliche Verpflichtung, während des laufenden Arbeitsverhältnisses schriftlich gegen den Arbeitgeber vorzugehen, es ist aber eine offenkundige Tatsache, dass Schuldner erst unter Druck einer schriftlichen Aufforderung ihren Zahlungsver pflichtungen nachkommen (Barbara Kupfer Bucher, a.a.O., S. 331 mit Hinweis).

Eine versicherte Person muss spätestens nach einigen Monaten merken, dass ihre (nur) mündlichen Mahnungen nichts nützten. Schriftliche Vorkehren wären in diesem Fall angezeigt. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (vorstehend E. 2.2), besteht zwischen einer mündlichen und einer schriftlichen Mahnung keine Gleichwertigkeit. So reicht eine bloss mündliche Mahnung als unmissverständli ches Zeichen für die Ernsthaftigkeit der Bemühung nicht aus. Es gibt zwar keine gesetzliche Verpflichtung, während des laufenden Arbeitsverhältnisses schriftlich gegen den Arbeitgeber vorzugehen, es ist aber eine offenkundige Tatsache, dass Schuldner erst unter Druck einer schriftlichen Aufforderung ihren Zahlungsver pflichtungen nachkommen (Barbara Kupfer Bucher, a.a.O., S. 331 mit Hinweis). Den Akten lässt sich überdies entnehmen, dass es im Verlauf einer mündlichen Mahnung der Arbeitgeberin vom 1 7. Januar 2018 durch den Beschwerdeführer zu einer Streiterei gekommen ist, zu welcher sogar die Polizei hinzugezogen w er den musste. Der Beschwerdeführer führte in seinem Schreiben vom 8. März 2018 an die Arbeitgeberin sowie im Rahmen des Schlichtungsbegehrens an den Frie densrichter vom 5. April 2018 und in der Klage ans Arbeitsgericht Zürich vom 1 8. Juli 2018 dann aus, tätlich angegriffen und ins Gesicht geschlagen worden zu sein, wobei Genaueres zum Hergang unklar blieb ( Urk. 7/17- 23 S. 4 oben, Urk. 7/28, Urk. 7/ 30-31 S. 2, Urk. 7/ 37-4 7 S. 5 Ziff. 3 ). Im Zuge dessen erschien der Beschwe rdeführer ab dem 1 7. Januar 2018 nicht mehr bei der Arbeit ( Urk. 7/17-23 S. 4 oben ). Spätestens ab diesem Zeitpunkt musste es dem Beschwerdeführer klar gewesen sein, dass er mit einer erneuten mündlichen Mah nung nicht weiterkommt. Auch konnte er bei dieser Ausgangslage nicht darauf vertrauen, dass die Arbeitgeberin die seit Oktober 2017 durchgehend ungedeckten Lohnforderungen, welche zusehends grösser wurden, begleichen wü rde. In Anbe tracht dieser Situation musste er mit einem Konkurs seiner Arbeitgeberin und folglich einem Verlust des geschuldeten Geldes rechnen.

Den Akten lässt sich überdies entnehmen, dass es im Verlauf einer mündlichen Mahnung der Arbeitgeberin vom 1 7. Januar 2018 durch den Beschwerdeführer zu einer Streiterei gekommen ist, zu welcher sogar die Polizei hinzugezogen w er den musste. Der Beschwerdeführer führte in seinem Schreiben vom 8. März 2018 an die Arbeitgeberin sowie im Rahmen des Schlichtungsbegehrens an den Frie densrichter vom 5. April 2018 und in der Klage ans Arbeitsgericht Zürich vom 1 8. Juli 2018 dann aus, tätlich angegriffen und ins Gesicht geschlagen worden zu sein, wobei Genaueres zum Hergang unklar blieb ( Urk. 7/17- 23 S. 4 oben, Urk. 7/28, Urk. 7/ 30-31 S. 2, Urk. 7/ 37-4 7 S. 5 Ziff. 3 ). Im Zuge dessen erschien der Beschwe rdeführer ab dem 1 7. Januar 2018 nicht mehr bei der Arbeit ( Urk. 7/17-23 S. 4 oben ). Spätestens ab diesem Zeitpunkt musste es dem Beschwerdeführer klar gewesen sein, dass er mit einer erneuten mündlichen Mah nung nicht weiterkommt. Auch konnte er bei dieser Ausgangslage nicht darauf vertrauen, dass die Arbeitgeberin die seit Oktober 2017 durchgehend ungedeckten Lohnforderungen, welche zusehends grösser wurden, begleichen wü rde. In Anbe tracht dieser Situation musste er mit einem Konkurs seiner Arbeitgeberin und folglich einem Verlust des geschuldeten Geldes rechnen. Weshalb er dann bis am 8. März 2018 zugewartet hat, die Arbeitgeberin mittels beigezogenem Anwalt erstmals schriftlich zur Zahlung aufzufordern, ist nicht nachvollziehbar, und vermag zur Erfüllung der Schadenminderungspflicht nicht zu genügen.

Weshalb er dann bis am 8. März 2018 zugewartet hat, die Arbeitgeberin mittels beigezogenem Anwalt erstmals schriftlich zur Zahlung aufzufordern, ist nicht nachvollziehbar, und vermag zur Erfüllung der Schadenminderungspflicht nicht zu genügen. 3.3 Zusammenfassend sind keine Gründe ersichtlich, die bei seit Beginn des Arbeits verhältnisses und dann während fünf Monaten ausbleibende n Lohnzahlungen eine bloss mündliche Mahnung der Lohnausstände aus objektiver Sicht verständ lich erscheinen liessen. Nach dem Gesagten ist der Beschwerdeführer seinen Pflichten gemäss Art. 55 Abs. 1 AVIG in grobfahrlässiger Weise nicht nachge kommen. Die Beschwerdegegnerin hat den Anspruch auf Insolvenzentschädigung demnach zu Recht verneint.

3.3 Zusammenfassend sind keine Gründe ersichtlich, die bei seit Beginn des Arbeits verhältnisses und dann während fünf Monaten ausbleibende n Lohnzahlungen eine bloss mündliche Mahnung der Lohnausstände aus objektiver Sicht verständ lich erscheinen liessen. Nach dem Gesagten ist der Beschwerdeführer seinen Pflichten gemäss Art. 55 Abs. 1 AVIG in grobfahrlässiger Weise nicht nachge kommen. Die Beschwerdegegnerin hat den Anspruch auf Insolvenzentschädigung demnach zu Recht verneint. 4. Aufgrund des Gesagten erweist sich der angefochtene Einspracheentscheid (Urk. 2) als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.

4. Aufgrund des Gesagten erweist sich der angefochtene Einspracheentscheid (Urk. 2) als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt. Das Gericht erkennt:

Das Gericht erkennt: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Verfahren ist kostenlos.

2. Das Verfahren ist kostenlos. 3. Zustellung gegen Empfangsschein an:

3. Zustellung gegen Empfangsschein an: - Rechtsanwalt Giuseppe Dell'Olivo -Wyss

Rechtsanwalt Giuseppe Dell'Olivo -Wyss - Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich

Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich - seco - Direktion für Arbeit

seco - Direktion für Arbeit - Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA)

Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) 4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden ( Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesge setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1 5. Juli bis und mit 1 5. August sowie vom 1 8. Dezember bis und mit dem 2. Januar ( Art. 46 BGG).

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden ( Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesge setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1 5. Juli bis und mit 1 5. August sowie vom 1 8. Dezember bis und mit dem 2. Januar ( Art. 46 BGG). Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen. Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizu legen, soweit die Partei sie in Händen hat ( Art. 42 BGG).

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizu legen, soweit die Partei sie in Händen hat ( Art. 42 BGG). Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich

Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin

GräubSchucan