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Zurück zu unseren Wurzeln in der Schweiz
Syngenta ist heute in allen Regionen der Welt zuhause, aber unsere DNA ist schweizerisch und reicht spannende 250+ Jahre zurück, eingebettet in eine traditionsreiche Industrie.
Der historische «Startschuss» für Syngenta und die Pharma- und Chemieindustrie in der Schweiz allgemein fiel im Jahr 1758, als der Basler Kaufmann Johann Rudolf Geigy-Gemuseus ein kleines Geschäft für «Materialien, Chemikalien, Farbstoffe und Heilmittel aller Art» eröffnete. Ein Jahrhundert später war es dann sein Urgrossenkel Johann Rudolf Geigy-Merian, der im Rosentalquartier in Basel – wo sich heute der Syngenta-Hauptsitz befindet – ein Farbholz- und ein Farbextraktionswerk errichtete. Auch in Schweizerhalle begann die Firma Geigy schon bald Farbstoffe herzustellen. Zu dieser Zeit, um die Mitte des 19. Jahrhunderts, waren Textilien die grösste Einnahmequelle und der wichtigste Exportartikel der Schweiz. Besonders in Basel florierte das Geschäft – die Universitätsstadt am Rhein war für Handel und Austausch in Europa perfekt gelegen.
Arbeiter bei Maag in Dielsdorf, ca. 1890. Quelle: Maag (https://www.maag-profi.ch/geschichte)
Auch die Familie Maag machte sich das günstige Geschäftsklima zunutze. Rudolf Maag, der in Basel auch als „Färber Maag“ bekannt war, verkaufte ein indigoblaues Pigment zum Färben von Stoff für die weit verbreiteten Trachten und Arbeitskleidung. Daneben stellte er auch noch mit Knochenmehl Dünger her, der in der aufstrebenden Landwirtschaft verwendet wurde. Sein Sohn weitete das Geschäft aus, indem er zusätzliche Farbstoffe in die Produktion aufnahm und bis nach England exportierte. Wegen seiner Experimentierfreudigkeit auch «Chemiker Maag» genannt, erwarb Rudolf Maag Junior 1887 einen Gutsbetrieb in Dielsdorf, wo in der Folge komplexere chemische Mittel hergestellt wurden. Dabei ragt das „Maag’sche Pulver» als erstes effektives Fungizid heraus. Es spielte eine wichtige Rolle bei der Rettung der Schweizer Rebbestände, als zum Ende des 19. Jahrhunderts der Falsche Mehltau in Europa auftauchte, eine Pilzkrankheit, die bis heute eine Bedrohung der Weinreben darstellt.
Vielseitigkeit ist gefragt
Das beginnende 20. Jahrhundert sah zunächst eine Fortsetzung des Farbstoffbooms – in Basel, aber auch in Monthey im Kanton Wallis, wo ab 1911 synthetisches Indigo produziert wurde, das sich besonders zum Färben von Arbeitskleidung und Uniformen grosser Beliebtheit erfreute.
1909: Der Chemiker Traugott Sandmeyer in seinem Labor bei J.R. Geigy in Basel, wo ihm wichtige Entdeckungen im Bereich der Synthese von Farbstoffen gelangen. Quelle: Verein Industrie- und Migrationsgeschichte der Region Basel
In den folgenden Jahrzehnten begannen die Schweizer Farbstoffhersteller, ihre Aktivitäten mehr und mehr zu diversifizieren. Ein neuer Schwerpunkt war die pharmazeutische Forschung und Entwicklung, aber auch die Herstellung von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln wurde vorangetrieben.
Die Firma Maag begann sich ebenfalls breiter aufzustellen und die Produktion von Pflanzenschutzmitteln auf mehr Feldkulturen sowie den Forst- und Gartenbau auszuweiten. Rudolf Maag, der das Familienunternehmen in dritter Generation leitete, war sich bewusst, dass nur eine verständliche, regelmässige Information seiner Kunden die Voraussetzung für den erfolgreichen Einsatz seiner Produkte schaffen konnte. Daher erschien seit 1936 die „Maag Beratungs-Zeitung“, die in landwirtschaftlichen Kreisen grosse Beachtung fand.
Quelle: Maag (https://www.maag-profi.ch/geschichte)
Eine Region erlangt Weltruf
Chemie und Pharma wurden im Laufe des 20. Jahrhunderts nicht nur zu einem der Pfeiler der Schweizer Industrie, sondern auch der Wissenschaft. Sie brachten zahlreiche preisgekrönte Forscher hervor, unter ihnen auch Paul Hermann Müller, Chemiker bei Geigy, der 1948 den Nobelpreis für Medizin für die Entdeckung der Wirksamkeit von DDT als Insektizid erhielt. Ciba, Geigy, Sandoz & Co. entwickelten sich zu Firmen von Weltruf, die auch die Stadt Basel über Europa hinaus bekannt machten. Dabei gab es auch negative Schlagzeilen, allen voran die Umweltkatastrophe von 1986, als nach einem Brand bei Sandoz mit Chemikalien belastetes Löschwasser in den Rhein geriet und zu einem verheerenden Fischsterben führte.
Im Jahr 1970 kam es zum Zusammenschluss von Ciba und Geigy – die erste einer Reihe von Fusionen, an deren Ende die «Geburt» von Syngenta stehen sollte. 1996 schlossen sich sich Sandoz und Ciba-Geigy zu Novartis zusammen, und am 13. November 2000 fusionierte das Novartis Agribusiness mit dem Agrogeschäft von AstraZeneca zu Syngenta, dem weltweit ersten Unternehmen, das sich ganz auf Pflanzenschutzmittel und Saatgut konzentrierte. Bereits 2001 wurde ebenfalls in Basel die Syngenta Stiftung für nachhaltige Landwirtschaft (Syngenta Foundation) gegründet. Deren Ziel war und ist es, die Existenzgrundlagen von Landwirten in ärmeren Regionen der Welt in nachhaltiger Weise zu verbessern.
Der Innovation und Tradition verpflichtet
Die Methoden und Technologien mögen sich geändert haben, aber der Schweizer Erfindergeist lebt auch heute an den Standorten von Syngenta weiter – und wird nicht nur in den Dienst unserer Produkte, sondern auch der Nachhaltigkeit gestellt.
Mit einer Reihe an ausgeklügelten, gut umsetzbaren Ideen konnte zum Beispiel das Team am Standort Kaisten die Energie- und Emissionsbilanz deutlich verbessern. Prozesse zur Wärmerückgewinnung und zur Nutzung von Abwärme konnten in den Produktionsprozess eingebaut werden, effizientere Heizungssysteme, Motoren und Lampen ermöglichten weitere Einsparungen.
Das Syngenta-Werk in Monthey führte bereits im Jahr 2008 Programme zur Senkung von CO2-Emissionen ein und ersetzte zwei seiner Verbrennungsanlagen durch energieeffizientere Lösungen. Inzwischen ist das so genannte «Stratopair»-Programm angelaufen, das es ermöglicht, Emissionen noch wesentlich stärker zu reduzieren.
«Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben.» Dieses Zitat, das dem Wahlschweizer Albert Einstein zugeschrieben wird, bringt die heutigen Prioritäten von Syngenta in der Schweiz recht genau auf den Punkt.
Ein Team des Syngenta-Produktionsstandortes in Muttenz, der 2020 von Novartis übernommen wurde. Diese Investition zeigt das Vertrauen in die Innovationspipeline von Syngenta und stärkt auch die Rolle der Schweiz bei der weltweiten Einführung neuer Technologien.
Syngenta in der Schweiz
Syngenta Schweiz gehört zur Syngenta Group, mit 49 000 Mitarbeitenden in mehr als 100 Ländern. Wir arbeiten täglich an der einen gemeinsamen Herausforderung: Landwirten Lösungen zu bieten, um eine wachsende Erdbevölkerung nachhaltig zu ernähren. 500 unserer weltweit rund 5000 Wissenschafterinnen und Wissenschaftler in Forschung & Entwicklung sind in der Schweiz tätig. Hier befinden sich auch weitere strategische Aktivitäten wie die globale Produktentwicklung bis zur Fertigung im Grossmassstab an verschiedenen Standorten. Sie sind so etwas wie das lokale Konzentrat der globalen Syngenta.
Unsere sechs Standorte in der Schweiz
Basel
Syngenta hat ihren globalen Hauptsitz im Rosentalareal in Basel, gegenüber vom Badischen Bahnhof. Hier befinden sich die Geschäftsleitung und zentralen Stabsfunktionen sowie die bereichsübergreifenden Organisationen für das Pflanzenschutzgeschäft.
Mit der Gründung der Syngenta Group im Juni 2020 wurde ein neuer Marktführer für Agrartechnologie und Innovation geschaffen. Die vier Blätter des Logos sind eine Verbindung zu den vier Jahreszeiten, welche die Landwirtschaft in den meisten Teilen der Welt prägen.
Stein
Das Kompetenzzentrum in Stein im Aargau ist einer unserer wichtigsten Forschungs- und Entwicklungsstandorte für Pflanzenschutz weltweit. Darüber hinaus umfasst der Standort ein Zentrum für Bodengesundheit, eine Feldversuchsstation, ein Institut für Saatgutbehandlung und die Schweizer Verkaufs- und Marketingorganisation von Syngenta sowie Maag Profi, einer Marke der Syngenta Agro AG.
Kaisten
Hier befindet sich einer der Produktionsstandorte für den Geschäftsbereich Production & Supply. In der hochautomatisierten Monoanlage wird im durchgehenden Schichtbetrieb in grossen Mengen die Vorstufe für ein Pflanzenschutzmittel hergestellt. Die geographische Nähe zum Werk Münchwilen und zum Forschungszentrum Stein ermöglichen eine enge Zusammenarbeit und einen Austausch von Fachwissen.
Münchwilen
An diesem Standort arbeiten Spezialisten der Bereiche Analytik, Prozesstechnologie und Formulierung. Die Produktionsverfahren für alle Pflanzenschutzmittel von Syngenta weltweit werden in Münchwilen designt und entwickelt.
Monthey
Monthey ist einer der bedeutendsten strategischen Produktionsstandorte von Syngenta. Hier werden Herbizide, Fungizide und Insektizide zum Schutz der weltweit wichtigsten Kulturpflanzen hergestellt. Die Aktivitäten umfassen auch die Herstellung von Zwischenprodukten und Wirkstoffen sowie die Entwicklung neuer Produkte bis zur Herstellungsreife.
Muttenz
Die im September 2020 von Novartis erworbene Produktionsanlage - im traditionsreichen Industriegebiet Schweizerhalle gelegen - unterstützt unsere Innovations-Pipeline und stellt zusätzliche Produktionskapazitäten für die Einführung neuer Produkte bereit. Die Standorte in Muttenz und Monthey unterstützen die Produktion neuer Wirkstoffe und initiieren deren Markteinführung nach dem erfolgreichen Abschluss der Pilotphase.