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Als die ersten Farbenforscher (1875 – 1880), Dr. med. Babitt, Pleasanton u. a. ihre Beobachtungen und Erfahrungen in der Farbenheilweise veröffentlichten, um die heilenden Farbenkräfte in den Dienst der leidenden Menschheit zu stellen, wurden sie von den damaligen Wissenschaftlern in Amerika in gemeiner Weise bekämpft und verspottet. Sie haben sich nicht einmal die Mühe gemacht wenigstens eines dieser von den Farbentherapeuten angegebenen Experimente nachzuprüfen.
Der indische Arzt Dr. med. Dinshah P. Ghadiali ging jeder Sache auf den Grund und studierte als Chemiker, Physiker und Mediziner Ursache und Wirkung auch bei Farben. Er spornte seine Schüler zum Nachdenken an, „dass sie nicht in dieselben Fehler verfallen, nämlich: etwas zu leugnen, weil man nicht zugeben will, dass man nichts davon versteht.“
Dr. med. Dinshah P. Ghadiali spricht nie von Krankheiten, sondern von „Unordnungen in der Maschinerie des menschlichen Organismus“, und betrachtet demgemäß die Heilung als eine „Rückkehr zur Ordnung“, bei der den Farblicht-Energien eine entscheidende Ordner-Rolle zukommt.
Dinshah widmet seine Aufmerksamkeit ebenso den Farbenveränderungen und deren Geheimnisse. Er fragt: „Warum ist die Tomate rot und die Gurke grün? Warum ist eine unreife Tomate grün und wird rot, eine unreife grüne Banane gelb, wenn sie reift? Warum wird aus grünem Gras weiße Milch? Warum wird aber Butter gelb aus weißer Milch? Warum sind die Farben bei Blumen verschieden? Warum verschwinden sie nach ihrem Absterben?“
„Warum sind Reizmittel, wie z. B. Pfeffer, rot? Warum wirkt gelbe Bestrahlung auf die Verdauungsorgane? Warum bewirkt rote Bestrahlung die Bildung von roten Blutkörperchen Hämoglobin)? Warum wird Kupferrot in Feuchtigkeit bläulich-grün (Grünspan)? Weshalb reagieren nicht alle Farben auf Tiere und Menschen gleich, sondern sehr verschieden? Wieso erkennt man durch die Farbe des Aussehens eines Menschen eine innere Krankheit?“
„So könnte man endlos weitere Fragen stellen – nur eine Frage möchte ich noch an all diejenigen richten, welche die Bedeutung der Farben in der Heilweise abstreiten – warum, wieso, weshalb tun sie das? Warum darf man ein vernichtendes Urteil abgeben über etwas, was man nicht angewendet, geprüft und erprobt hat?“
Einer der verdienstvollsten Vorkämpfer für Farbenheiltherapie war auch Dr. med. Georg von Langsdorff. Ihm haben wir die Entdeckung zu verdanken, dass Rotlicht die Ausdehnung der Gefäße bewirkt und dadurch kräftige Durchblutung erzeugt. Blaulicht führt dagegen eine Verengung der Gefäße herbei und verursacht Blutleere, wodurch die Haut unempfindlich gemacht werden kann.
Ein Italiener namens Morchini beobachtete, dass Stahlnadeln, die er ein oder zwei Stunden halbbedeckt den grünen, blauen oder violetten Farbstrahlen aussetzte, magnetisch wurden. Es sind dies die kalten Farbenstrahlen zum Unterschied von den warmen, roten und gelben Strahlen. Eine weitere Entdeckung von Morchini ist, dass der rote Farbenstrahl die größte Durchdringungsfähigkeit und Tiefenwirkung hat. Rot hat bekanntlich eine doppelt so lange Wellenlänge wie Violett.
Rot offenbart sich uns in der Natur als Farbe der Bewegung. Zum Beispiel beobachten wir die aufgehende und untergehende Sonne in Rot. Rote Farbenstrahlen sind heilwirkend bei allen Arten von Bewegungsstockungen; sie sind wirksam für unser Herz, unsere Lunge, Muskeln, und zu empfehlen bei allen Erkältungen, einschließlich Rheumatismus, Ischias, Gicht usw.
Nervöse Störungen dagegen, die unbedingt ein Beruhigungsmittel brauchen, dürfen nicht mit roter Bestrahlung behandelt werden, sondern nur mit den beruhigenden, kühlenden blauen Strahlen.Viele Erfolge mit Rotlicht werden bei Hautkrankheiten berichtet: Scharlach, Masern, Frostschäden, Flechten wurden mit roter Bestrahlung geheilt.
Als sehr heilkräftig haben sich die violetten und ultravioletten Strahlen bei vielen Krankheiten erwiesen. Abwechselnd mit Blaulichtbestrahlung können sie günstig bei nervösen Leiden wirken. Jede Art von Schlaflosigkeit, Gereiztheit, Beunruhigungs- und Angstzustände werden am besten mit Blaulichtbestrahlung geheilt.
Das gelbe Licht beeinflusst die Ernährungsorgane günstig. Magen, Darm, Leber, Nieren, Milz, Blase können durch die gelbe (positive) Farbenenergie günstig beeinflusst und im Krankheitsfall geheilt werden. Die gelbe Farbe hat die heißeste Strahlung, sie ist abwechseln mit Rotlicht auch bei Lähmungen zu empfehlen.
Die verschiedenfarbigen Strahlen bewirken verschiedene chemische Umwandlungen im menschlichen Körper. Auch Wasser, das einige Zeit farbiger Bestrahlung ausgesetzt ist, erfährt diese chemischen Umwandlungen. (Die Intensität der Wirkung ist natürlich von der Energie der Sonne oder von der Wattstärke der elektrischen Lampe abhängig.) Sensible Personen schmecken sogar die Veränderung, die sich durch die in das Wasser geleitete farbige Energie ergeben hat. Von solchen Beobachtungen berichtete ausführlich Reichenbach, der Entdecker der Odstrahlen des Menschen. Seine Versuchspersonen konnten stets am Geschmack erkennen, mit welcher Farbe das Wasser bestrahlt worden war.
Beeinflussung durch Farben
a) Versuche bei Tieren
Es ist allgemein bekannt, dass ein Stier oder ein Truthahn beim Anblick eines roten Tuches in große Aufregung geraten. Auch bei anderen Tieren, bei Schwänen, Hähnen, Gänsen, Pfauen usw. kann man dies mitunter beobachten. Professor Finsen in Kopenhagen beschäftigte sich ausschließlich mit Studien der Farbeneinflüsse auf Kleintiere wie Würmer, Insekten, Frösche usw. Er hat dabei die interessantesten Beobachtungen gemacht. Erstaunlich ist bei vielen Tieren eine besondere Vorliebe für gewissen Farben und ein unglaubliches Farbengedächtnis, zum Beispiel bei Bienen. Maikäfer, die man über verschiedene Farbtafeln laufen ließ, kehrten jedes Mal vor der roten Farbtafel um, weil sie sich sehr unruhig zeigten. Setzte man sie mitten auf die rote Farbtafel, strebten sie schleunigst davon, während sie auf den anderen Farbtafeln ruhig herumkrabbelten. Weitere Versuche mit Maikäfern auf Farbtafeln ergaben, dass nicht alle vor der roten Farbe zurückschreckten. Bei näherer Untersuchung stellt sich heraus, dass nur die männlichen Tiere das Rot mieden, die weiblichen jedoch ruhig blieben.
Das gleiche ruhige Verhalten der roten Farbe gegenüber wird ja auch bei Truthennen, Hühnern, Kühen usw. beobachtet.
Die rote Farbe wirkt also nur auf die männlichen Tiere aufreizend, nicht auf die weiblichen.
b) Erfahrungen beim Menschen
Durch solche Beobachtungen wird uns ein uralter Volksbrauch verständlich. Ein alter Volksglaube sagt nämlich, dass rote Bändchen männlichen Säuglingen Krankheit und Unheil bringen würden. Deshalb ist es üblich geworden, kleine Jungen mit blauen, kleine Mädchen mit rosaroten Bändchen zu schmücken. Solchen Bräuchen lag aber entweder ein uraltes, uns leider verloren gegangenes Wissen zugrunde, oder ein instinktives Handeln der Volksseele, die damals noch inniger als heute mit den wunderbaren, uns vielfach geheimen Naturkräften in Verbindung stand.
Farbenfachleute, darunter auch viele Ärzte, haben Versuche mit Farben in Krankenhäusern gemacht und sich von dem gesundheitlichen Wert richtiger Farbenzusammenstellungen überzeugt. Sie stellten zunächst fest, dass die Kranken und Erholungsbedürftigen oft einen richtigen Hunger nach bestimmten Farben haben. Je nach der Art der Krankheit und nach dem Temperament des Patienten werden besondere Farben bevorzugt, aber nie sind es dunkle, graue und braune Töne, sondern immer reine, schöne Farben, die gefordert werden
Schwächlichen leidenden Kindern ist die ganze Skala der Frühlingsfarben dienlich.
Die Münchener Gesellschaft für Licht- und Farbenforschung hatte sich bemüht, auch Gefängnisinsassen die günstigen Farbenwirkungen zukommen zu lassen. Sie ging von der Überlegung aus, dass gerade diese es nötig hätten, durch Farbenkräfte aufgerichtet zu werden. Durch zahlreiche Versuche an vielerlei Kranken, namentlich auch Gemütskranken, war man zu der Erkenntnis gelangt, dass durch das große Heil- und Stärkungsvermögen der Farben auch die mehr oder minder gemütskranken Gefangenen ermutigt, ja sogar veredelt werden können, denn edle Farben wirken veredelnd auf das Gemüt.
Hauptsächlich sind es dunkle, braune und graue Farben, auch Dunkelgrün, Dunkelblau, Schwarz und Violett, die die Gefangenen bedrücken, missmutig und melancholisch stimmen. Mehrere Farben wirken auf verschiedene Gefangene ganz verschiedenartig. Einige Farben machen sie schwermütig, traurig, launenhaft, reizbar und verursachen Kopfschmerzen, wie Giftgrün, Dunkelrot, Hellrot, Meergrün usw. Unter den ungünstig auf sie wirkenden Farben werden die einen unzufrieden, die anderen grüblerisch, die dritten streitsüchtig. Bisher ahnte man nicht, dass die üble Stimmung von den Farben herkommen kann.
So wirken heitere und lichte Farben, Himmelblau, ein schönes Frühlingsgrün, Gelb, Orange, auch mitunter Weinrot, Rosa, auf alle Menschen wohltuend und erheiternd. Die richtige Farbe zu treffen, ist vor allem von größter Wichtigkeit. Dass auch geistig behinderte Menschen aus der Farbenverteilung in ihren Räumen großen Nutzen ziehen können, wurde in vielen Versuchen nachgewiesen
Die Erforschung der Farbenheilkraft wird noch vieles zutage fördern, wovon man heute noch nichts weiß. Soviel steht fest, dass wir in den Farben Naturkräfte besitzen, die, richtig angewandt, uns von den verschiedensten Leiden befreien können.
… wird fortgesetzt