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Nach dem Rücktritt bei den GCK Lions:
Wohl kein anderer hat im Schweizerischen Eishockey so viel bewirkt wie Simon (Simu) Schenk. Ohne ihn hätten die SCL Tigers 2009 nicht mehr gerettet werden müssen, weil es sie da längst nicht mehr gegeben hätte. Sein immenses Know how könnte dem Langnauer Eishockey viel bringen. Werden Sie Verwaltungsrat der SCL Tigers (oder wenigstens der SCL Young Tigers), Herr Schenk!
Er gehörte zur Mannschaft, die 1976 für den SC Langnau den ersten und bislang einzigen Schweizermeister-Titel errang. Und er war da nicht nur Mitläufer, sondern einer der Leader und zugleich einer der wichtigsten Spieler. 22 Punkte in 28 Spielen sprechen eine deutliche Sprache. Zu Beginn der 1990er-Jahre rettete er gemeinsam mit dem damaligen Gemeindepräsidenten Fred Wenger den in die 1. Liga abgestiegenen und vor dem finanziellen Kollaps stehenden Verein, führte die Mannschaft in die NLB zurück und sorgte dafür, dass die Hoffnung auf noch bessere Zeiten im Emmental bleib. Simon Schenk war damals mehr als nur ein Trainer. Gemeinsam mit Roman Schumacher führte er auch die Geschäfte. Mehr als 4'000 Zuschauer besuchten damals im Schnitt die Spiele des SC Langnau in der 1. Liga. Mitunter ein Verdienst von Simu Schenk, der keinen Zweifel daran liess, wo er den Tiger sehen wollte. Vor und nach seinem Engagement in Langnau (als Trainer) führte er während insgesamt sieben Jahren die Schweizer Nati, und zwar für damalige Verhältnisse erfolgreich. Die Schweiz konnte damals mit den Grossen des Welteishockeys noch nicht ganz mithalten, war jedoch stark am Aufholen. Weil die A-Gruppe zu dieser Zeit lediglich acht Mannschaften umfasste, traten die Schweizer meistens in der B-Gruppe an.
Ab 1997 wurde Schenk dann für die ZSC Lions tätig. Was er für diese Organisation alles geleistet hat, zählen wir an dieser Stelle nicht auf. Die Liste würde zu lang. Er stand aber auch in Zürich gemeinsam mit dem Milliardär Walter Frey bei der Rettung des maroden ZSC zur Stelle. Aus der Fusion mit den finanziell gesunden, aber in der NLB spielenden Grashoppers (auch ein ehemaliger Schweizermeister) gingen die ZSC Lions (NLA) und die GCK Lions (NLB) hervor. Als Manager der ZSC Lions gewann er 2000 und 2001 jeweils den Titel, und erreichte 2002 und 2005 den Playoff-Final. Gleichzeitig baute er mit den GCK Lions die heute erfolgreichste Nachwuchsorganisation im Schweizerischen Eishockey auf. Seit 2008 «beschränkte» sich Schenk auf die Führung der GCK Lions, die heute weitaus am meisten NLA-Spieler hervor bringt. Das Know how von Simon Schenk ist nicht zu überbieten.
Nun tritt der Münsingen wohnende Schenk von seinem Amt bei den GCK Lions zurück. Falls es nicht schon getan wurde, ist es höchste Zeit, es zu tun: Sprechen mit Simon Schenk über seine zukünftige Tätigkeit in Langnau! Lasst das Know how von Simu nicht in Münsingen verludern. Holt sein Wissen und seine Fähigkeiten in die Organisation der SCL Tigers. Zurück zu seinen Wurzeln.
Simon Schenk weiss, wie man eine erfolgreiche Nachwuchsabteilung aufbaut. Und er kennt beide Seiten der Führung einer Sportorganisation. Er kennt die Verhältnisse in Langnau und im Kanton Bern ebenso wie in Zürich. Er weiss sowohl, wie man aus wenig Geld viel heraus holt wie auch, wie man mit viel Geld hohe Erwartungen erfüllt. Simon Schenk, auch wenn eventuell nur noch im Verwaltungsrat, könnte einer der Mosaiksteine sein, die es in Langnau für eine erfolgreiche Zukunft noch braucht.
Kommentar
Seit sechs Jahren reise ich nun den SCL Tigers hinterher und schreibe über jedes Spiel einen Bericht. Dies ist nicht immer nur easy und schön. Zuweilen wäre da genügend Phantasie, mit der aufgewendeten Zeit auch mal etwas anderes anzufangen. Doch dieses Hinterherreisen hat einen gewaltigen Vorteil, der mit den Spielen an sich nicht viel zu tun hat. Man lernt Leute kennen und kann sie beobachten. Viele Funktionäre betrachten die Spiele von der jeweiligen Pressetribüne, sitzen manchmal in unmittelbarer Nähe zu den Schreibern.
Wer glaubt, dass Simon Schenk wegen der sportlich ambitionslos erscheinenden GCK Lions, die er nun im 10. Jahr führt, vielleicht nicht mehr das nötige Feuer haben könnte, um in einer NLA-Organisation wie den SCL Tigers etwas bewirken zu können, der dürfte sich irren. Ich war eben als Schreiberling auch bei dem Spielen in Küssnacht dabei, als die SCL Tigers gegen die GCK Lions anzutreten hatten. Und da habe ich Simon Schenk erlebt. Da brennt immer noch die Leidenschaft fürs Eishockey. Es hat sich einfach auf eine etwas andere Stufe verlagert. Es geht ihm in Zürich derzeit um die Ausbildung von jungen Spielern. Und die treibt er mit Leidenschaft und äusserst erfolgreich voran. Er will immer noch jeden Match gewinnen, auch wenn er sich wohl inzwischen daran gewöhnt hat, mehr Spiele zu verlieren als zu gewinnen. Aber diesem Mann ist es zuzutrauen, dass es ihm auch in Langnau nochmals den Ärmel so richtig reinzieht. Die Frage ist einzig, ob er sich nochmals überzeugen lässt.
Doch falls Sie, Herr Schenk, noch keine Aktie haben, die es ja braucht, um Verwaltungsrat einer Organisation wie den SCL Tigers zu werden, wüssten wir eine Lösung. Der Fanclub SCL Tigers hat jede Menge Aktien. Er würde Ihnen liebend gerne eine schenken.