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In ganz Europa gelesen und besprochen, gehört Jacques Delille (1738-1813) zu den meist bewunderten Dichtern seiner Zeit. Seine Übersetzung von Vergils Georgica aus dem Jahre 1770, welche von Voltaire gepriesen wurde, gibt ihm den sofortigen Ruhm. Seine Gedichte, von den Jardins (1782) bis zur Conversation (1812) hin, erforschen oder zelebrieren die Beziehung zur Natur, die ästhetische Erneuerung, die Sensibilität und die sozialen Praktiken aus jener Zeit. Seine Gedichte L’imagination und Les Trois Règnes machen aus ihm einen Meister der wissenschaftlichen Poesie, welche sich an der Schwelle zwischen Aufklärung und Romantik befindet. Nach seinem Tode jedoch wird er bald mit einer erstarrten Klassik verbunden: er wird als abschreckendes Beispiel zitiert, man spottet über ihn, oft wird er karikiert, bis er ganz in Vergessenheit gerät, ohne jedoch eine Spur in der späteren Literatur zu hinterlassen, wird sein Werk von Balzac, Stendhal, Flaubert, Hugo oder Ponge zitiert.
Vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützt, versammelt das Projekt „Reconstruire Delille“ eine Forschungsgruppe mit drei Zielsetzungen um sich. Seine Ästhetik neu analysieren. Die kulturellen Prozesse, welche die Rezeption seiner Poesie von Anfang bis Ende des 19. Jahrhunderts charakterisieren, wiederherstellen. Diese Beobachtungen werden schliesslich von einer Datenbank genährt, welche die Spuren Delilles in der europäischen Kultur aufzeigen. Des Weiteren entstehen eine Ausgabe des „L’Homme des champs“ basierend auf der Rezeption des Textes sowie eine internationale Tagung, welche den Impact des Schriftstellers ausserhalb Frankreichs behandeln wird.
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