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| Makarius, ps./ Symeon von Mesopotamien (4. Jhd.) - Fünfzig geistliche Homilien

27. Homilie.
16.
[S. 239] Ein anderer verständiger Asket, der mit mir in derselben Zelle lebte und gemeinschaftlich mit mir betete, besaß solchen Gnadenreichtum, daß er während des Betens neben mir quälenden Schmerz verspürte. Denn die Gnade siedete in ihm. Es ward ihm auch das Charisma der Krankenheilung gegeben. Er trieb nicht nur die Dämonen aus, sondern heilte durch Handauflegung auch solche, die an Händen und Füßen gelähmt waren und schreckliche Leiden hatten. Da wurde er nachlässig, er erntete Ruhm von der Welt und freute sich an ihr. Infolgedessen wurde er aufgeblasen und fiel selbst in die tiefsten Abgründe der Sünde. Sieh, sogar einer, der die Gabe der Krankenheilung besaß, ist gefallen. Da siehst du, wie sie fallen, ehe sie zum Liebesmaße kommen. Denn nur wer zur Liebe gelangt, ist gefesselt und wonnetrunken, der ist versenkt und gefangen geführt in eine andere Welt, gleich als nähme er seine eigene Natur nicht mehr wahr.