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Bewerbung auf Englisch
Dir bereitet der Gedanke an eine Bewerbung auf Englisch Bauchschmerzen, obwohl Du über gute Sprachkenntnisse verfügst? Nur Mut: Gefragt ist keine hochgestochene Übersetzung, gespickt mit schwierigen Vokabeln – gerade im angloamerikanischen Sprachraum wird auf einfache Formulierungen Wert gelegt.
Eine Bewerbung auf Englisch sollte ebenso professionell sein wie eine, die Du hierzulande versendest. Dabei spielt es keine Rolle, ob Dein Englisch mit dem TOEFL-Test belegt ist oder aus der Schulzeit stammt. Wichtig ist vor allem, dass Du dich mit den – zum Teil von Land zu Land verschiedenen − Standards einer englischen Bewerbung auskennst.
Bewerbung auf Englisch: Äussere Form wahren
Was die äussere Form angeht, gelten bei der Bewerbung auf Englisch dieselben Standards wie hier. Das bedeutet, dass Du Deinen Lebenslauf (CV) und das Motivationsschreiben (Cover – bzw. Covering Letter) auf schlichtes, nicht zu dünnes Papier drucken solltest, das bestenfalls dezent blau oder grau gehalten ist. Für die USA allerdings kann Deine Bewerbung auf Englisch ein wenig auffälliger sein: Hier ist es gang und gäbe, mit farbigem oder marmoriertem Papier die Aufmerksamkeit der Personaler auf sich zu ziehen. Achte in jedem Fall darauf, dass Deine englische Bewerbung lesbar, stilvoll und professionell gestaltet ist.
Unterschiede bei der Bewerbung auf Englisch kennen
Nicht alle anglophonen Länder vertreten dieselben Standards, was die Bewerbung auf Englisch angeht. So umfassen die Bewerbungsunterlagen für die Länder Grossbritannien, Australien, USA und Kanada zwar jeweils ein einseitiges Motivationsschreiben. Dennoch beschränkt sich der Lebenslauf in den USA auf eine Seite, während er in Grossbritannien ruhig zwei Seiten umfassen darf.
Eine englische Bewerbung enthält in der Regel kein Foto. Umso bedeutsamer ist es, dass Sie mit CV und Covering Letter einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Achte darauf, die Angaben Deiner englischen Bewerbung so präzise wie möglich zu halten um dem Personaler zu demonstrieren, dass Du dem Jobprofil in vollem Masse entsprichst.
Bewerbung auf Englisch: auf "erweiterte Wahrheit" zurück greifen
Ein wichtiges Prinzip bei der englischen Bewerbung, hauptsächlich in den USA, ist das der erweiterten Wahrheit ("extended truth"). Hierbei geht es darum, die Bewerbung der ausgeschriebenen Stelle anzupassen – und das, indem Du Dich ein bisschen qualifizierter, erfahrener und offener beschreibst als das tatsächlich der Fall ist. In den USA stellt sich ein Autoverkäufer regelmässig als Manager im Automobilsektor vor, der den Umsatz der eigenen Filiale um 35 Prozent innerhalb eines halben Jahres gesteigert hat. In der Bewerbung auf Englisch ist dieses Prinzip ein gängiges Hilfsmittel, um sich den Traumjob zu sichern. Jedoch solltest Du es nicht übertreiben: allzu grobe Lügen und Übertreibungen können schnell das Gegenteil bewirken.
Nachweise auf Anfrage bei Bewerbung auf Englisch
Die in der Schweiz üblichen Beilagen (Hochschul- und Arbeitszeugnisse) entfallen bei einer Bewerbung auf Englisch. Wenn das Unternehmen nachträglich Einsicht erhalten möchte, fordert es die entsprechenden Unterlagen an. Der Kandidat kann diese dann nachreichen. Eingesandte Bewerbungsunterlagen werden nicht zurückgeschickt. Gelten für Grossbritannien teilweise gesonderte Regeln, richten sich englische Bewerbungen im übrigen Ausland – wie beispielsweise Kanada, Australien oder auch Asien – weitgehend nach dem amerikanischen Standard.
Bewerben auf Englisch in der Schweiz
Auch manche Schweizer Unternehmen bevorzugen Bewerbungen auf Englisch, wie beispielsweise IBM in Zürich. Das Unternehmen stellt ein Online-Formular zur Verfügung, in das Interessierte ihre englische Bewerbung eingeben. Richtet man sich hier auch nach der schlanken US-Version? Die Antwort ist nein: Ein Foto ist ebenso erlaubt wie Hochschul- und Arbeitszeugnisse. Unter dem Deckmantel einer englischen Bewerbung verbirgt sich also ein typisches Schweizer Bewerbungspaket.
Datum: 07/2013
aktualisiert: 04/2015
Autoren: Svea Belz und Julia Schmidt