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Formale Merkmale: Figuren in epischen Texten
Um die Handlung und die Zusammenhänge einer Erzählung zu verstehen, benötigt der Leser viele Informationen über die Figuren. Die Figuren müssen nicht immer Menschen sein, auch Tiere oder fantastische Gestalten sind Figuren. Sie alle können charakterisiert werden.
Wer sind die Figuren in epischen Texten?
Ob Mensch, Tier, außerirdische Lebewesen oder andere Gestalten - sie alle sind Figuren und sie alle können in epischen Texten vorkommen. Meistens handelt es sich um erfundene Figuren, wie in Märchen oder Fantasy- oder Science-Fiction-Büchern. Es können aber auch Figuren sein, die sehr große Ähnlichkeiten mit real existierenden Figuren haben. Je nachdem, welchen Platz die Figuren im Werk einnehmen, werden sie in Haupt- und Nebenfiguren unterteilt. Hauptfiguren erkennst du zum Beispiel an ausführlichen Beschreibungen und einem großen Redeanteil. Nebenfiguren hingegen werden oft nur kurz erwähnt oder haben keinen großen Einfluss auf das Geschehen. Doch sowohl Haupt- als auch Nebenfiguren können charakterisiert werden und in Dialog miteinander treten. Was dies genau bedeutet, erfährst du in den nächsten Abschnitten.
Die Figurencharakterisierung
Kennst du das? Du wirst in der Schule aufgefordert, eine Figurencharakterisierung zu schreiben, doch dein Buch ist so lang, dass du dich an die einzelnen Figuren kaum mehr erinnern kannst. Bei so einer Problematik hilft dir ein Rollentagebuch. Dort kannst du alle genannten Informationen einer Figur chronologisch aufschreiben und sie anschließend einzelnen Bereichen zuordnen. Die Bereiche können zum Beispiel sein:
- Das Äußere: Alter, Körperbau, Geschlecht, Kleidung, ...
- Das Verhalten: Sprache, Umgangsformen, Gewohnheiten, ...
- Die soziale Situation: Beruf, finanzielle Situation, Beziehung zu anderen Figuren, ...
- Der Charakter: Interessen, Denkweisen, Vorlieben, ...
- Die Entwicklung: Veränderungen von Ansichten, dem Verhalten, ...
Hast du die für dich notwendigen Informationen zusammengetragen, kannst du nun mit dem Schreiben der Figurencharakterisierung beginnen. In der Einleitung weist du zunächst auf das Werk, das Jahr und den Verfasser hin. Auch eine kurze Vorstellung der Figur darf im Einleitungsteil nicht fehlen. Die detaillierte Figurenbeschreibung folgt im Hauptteil. Hier kannst du die obenstehenden Bereiche wie Äußeres oder Charakter verschriftlichen. Achte besonders darauf, dass du auf die gefundenen Textstellen verweist und sie entsprechend kennzeichnest. Der Schlussteil dient einer kurzen Zusammenfassung. Je nach Aufgabenstellung kannst du auch ein eigenes Urteil zum Abschluss verfassen.
Übrigens: Schau dir für die Figurencharakterisierung nicht nur die Erzählerrede, sondern auch die Figurenrede an. Durch sie erfährst du zum Beispiel die Gedanken- und Gefühlswelt der Figur.
Die Figurenrede
Um die Handlung in epischen Texten wiederzugeben, bedient der Autor sich einem Erzähler. Dieser kann außerhalb oder innerhalb der Geschehnisse stehen. Der Erzähler hat 4 Möglichkeiten der Figurenrede:
Die direkte Rede. Sie tritt in Dialogen auf und ist durch Anführungszeichen gekennzeichnet. Durch sie wirkt ein Text lebendiger rund dynamischer.
- Beispiel: „Wofür das gut sein soll?“, schrie er. (aus „Ronja Räubertochter“)
Die indirekte Rede: Sie ist durch redeeinleitende Sätze und den Konjunktiv gekennzeichnet. Der Erzähler rückt stärker in den Vordergrund als in der direkten Rede.
- Beispiel: Er sagte, sie solle sich zum Donnerdrummel scheren. (aus „Ronja Räubertochter“)
Der innere Monolog. Er ist in der Ich-Form geschrieben und macht Gedanken und Gefühle sichtbar. Dies führt zum besseren Verständnis und erleichtert den Lesern, sich besser in die Figuren hineinzuversetzen.
- Beispiel: Du liebe Lovis, dachte sie, vielleicht sehen wir uns wieder, vielleicht auch nicht. (aus „Ronja Räubertochter“)
Die erlebte Rede. Ähnlich wie im inneren Monolog werden Gefühle und Gedanken sichtbar, jedoch wird hier die 3. Person verwendet.
- Beispiel: Hatte sie sich nicht gewünscht, dass er sie endlich umarme? (aus „Ronja Räubertochter“)