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Kalk in Leitungssystemen
Leitungen welche mit einer Rohr-Begleitheizung betrieben werden, oder Leitungen, welche nicht direkt beheizt, sondern als Medium Träger von warmem oder heissem Wasser sind, können unter gewissen Betriebsbedingungen Kalk ansetzen.
Obwohl das Rohr selbst keine Heizfläche ist, setzen sich die zuvor gebildeten Kalkkristalle, welche im Wärmeerzeuger nicht ausgefällt sind, an den Rohr-Innenflächen ab. Zudem können sich feine Kalkbeläge lösen und durch die Fliessgeschwindigkeit in das Rohr eingebracht werden, wo sie oft bei ungünstigen Strömungsverhältnissen, zum Beispiel bei Ventilen, wieder hängen bleiben.
Die Kalkablagerung in Rohren ist in erster Linie von der Oberflächen-Rauigkeit des verwendeten Leitungsmaterials, der Wasserhärte, sowie der Betriebstemperatur abhängig.
Warmwasser-Leitungen
Warmwasser-Leitungen in der Haustechnik wurden früher oft aus verzinkten Eisenrohren hergestellt. Dieser Werkstoff kann bei ungünstigen Bedingungen einerseits zu Korrosionen und andererseits zu Kalkaufbau neigen. Die Oberfläche der verzinkten Rohre ist sehr rau, weshalb die Kalkkristalle sehr gut daran haften können.
Kupferrohre haben gegenüber verzinkten Eisenrohren eine wesentlich geringere Oberflächen-Rauigkeit. Trotzdem können sie unter Umständen Kalk ansetzten.
Bei Neuinstallationen werden hauptsächlich Kunststoff- oder Chromstahl-Rohre verwendet. Es zeigt sich jedoch immer mehr, dass sich auch bei diesen Materialien Kalkbeläge ausbilden. Die Kristalle bleiben meistens jedoch nicht haften und werden abtransportiert. Sie können jedoch bei Ventilen, Übergängen, etc. hängen bleiben und sich dort zu grösseren Ablagerungen zusammenschliessen.
Quellwasser-Leitungen
Auch bei Quellwasser-Leitungen, welche in Guss, verzinkten Eisen und Kunststoff erstellt wurden, bilden sich in seltenen Fällen Kalkablagerungen. Obwohl Quellwasser nicht erwärmt wird, können sich durch geringe Temperatur unterschiede, Kohlensäure Differenzen, etc. Kalkbeläge ansetzen.
Prozesswasser-Leitungen
Aus den gleichen Gründen wie oben bereits erwähnt, setzen sich in Industrie Prozesswasser Systemen Kalkkristalle ab. Hinzu kommt, dass industriell genutztes Warmwasser sehr oft eine hohe Temperatur von 80 °C und mehr aufweisen muss.
Ablauf-Leitungen
Kalkaufbau in Ablaufrohren hat grundsätzlich nur zwei ganz unterschiedliche Ursachen. Urinstein-Ablagerungen in Toilettenabläufen sind die eine Ursache. Sie sind jedoch meistens nur in einzelnen Bereichen, z.B. in einem Siphon oder bei wenig Rohrgefälle anzutreffen.
Weit häufiger gibt es die Ablagerungen in Terrassen-Abläufen und deren Ableitungen.
Das mit CO2 angereicherte Regenwasser (es bildet sich Kohlensäure) ist kalkaggressiv und löst die in Zementüberzügen, Plattenfugen, etc. enthaltenen Calcium-Bestandteile. Die gelösten Calcium-Ionen werden mit dem Regenwasser von der Terrasse gespült und setzen sich zusammen mit Blättern, Nadeln, Staub, etc. am Ablaufrohr fest. Dies kann bis zum vollständigen Verschluss des Ablaufes führen. Mit mechanischen Reinigungsmethoden lässt sich eine derartige Verstopfung meistens nicht mehr öffnen.
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