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Tag 159 Wasser vergessen
Sälü Zäme,
Ich hatte in dieser Nacht viele Träume und in den meisten wurde ich von wilden Tieren gejagt. In der Nacht zuvor hatte ich Gewehrschüsse gehört und einige von ihnen waren Querschläger. Die Schüsse flogen nicht weit von unserem Zelt entfernt. Das verstärkte bereits meine Wahrnehmung. Nachts hörten wir, wie Tiere unseren Müll durchwühlten. Manchmal wachten wir durch ein Licht auf, das nicht von mir oder Stefan stammte. Jemand war da und schaute zu unseren Zelten, aber wir waren schon in unserem Schlafsack undwir waren zu faul, die Leute zu begrüßen.
Am nächsten Morgen ließen wir es ruhig angehen und ließen uns nicht stressen. Ich schaute nach, ob irgendwo ein totes Tier zu sehen war. Ich konnte nichts entdecken. Wir versuchten zu verstehen, worauf die Schüsse gerichtet waren.
Das Wetter war schön, die Sonne schien, aber es wehte ein kalter Wind. Für mich war das Wetter ideal zum Radfahren und ich war motiviert, einige Kilometer zu machen. Wir hielten zum Mittagessen in der Stadt Sarkisla und wählten ein einfaches Restaurant. Am Ende aßen wir eine riesige Portion Pide. Während wir verdauten, kamen ein paar weitere deutsch-türkische Touristen, die wir trafen, und bezahlten unsere Rechnung. Die Türkei ist unglaublich.
Wir bekamen von einem Einheimischen den Tipp, wo wir übernachten könnten, und nahmen dies als unser nächstes Ziel an. Wir kauften in der Stadt Proviant und fuhren weiter bis zu dem kleinen Bauerndorf Hanlı. Dort fanden wir einen guten Zeltplatz und es gab sogar eine Feuerstelle. Der Platz war perfekt, weil die Morgensonne direkt auf das Zelt scheint.
Wir stellten fest, dass wir vergessen hatten Wasser zu kaufen. Wir gingen ins Dorf und sahen auf dem Weg dorthin einen Hund. Wir sahen, dass der Hund auf drei Beinen lief und dachten, dass er eine Behinderung hatte. Aber als er näher kam, sahen wir, dass der Hund einen offenen Bruch an einem Hinterbein hatte, und er tat uns leid. Wir konnten nichts für ihn tun, und er humpelte weiter ohne sich uns zu nähern.
Wir holten Wasser in der Moschee, dort gibt es immer eine Stelle, an der sich die Leute die Füße waschen. Dort füllten wir unseren Wasservorrat auf. Wir benutzten das Wasser zum Reinigen oder zum Kochen. Wir verschwendeten etwas Zeit, aber wir kochten am Lagerfeuer und hatten einen guten Abend.
Das war alles.
Tschüss Zäme…