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Bydgoszcz, 06.06.2021 – Zum Ausklang der Leichtathletik-EM in Polen kann Marcel Hug über 5000 Meter ein drittes Mal Gold gewinnen – es ist sein insgesamt dreizehntes Gold an Europameisterschaften. Der Schweizer Equipe gelingen somit insgesamt 18 Medaillen an der Veranstaltung in Bydgoszcz.
Patricia Eachus komplementiert über die gleiche Distanz ihre Topleistungen am Turnier mit einem dritten Rang über 5000 Meter. Insgesamt rangiert die Schweiz im Medaillenspiegel auf Platz sieben. Acht Mal fuhren Schweizer Athlet*innen zum Sieg und konnten so Gold einheimsen.
Das letzte Gold für die Schweiz gewann am Samstagabend Marcel Hug. Nachdem der Paralympics-Goldmedaillengewinner von Rio 2016 schon über 800 und 1500 Meter in Bydgoszcz siegen konnte, setzte er sich nun auch über 5000 Meter die Krone auf. Er verwies den Russen Bychenok und den Franzosen Casoli auf die Plätze zwei und drei.
Positives Fazit von Hug
Hug ist mit den Leistungen an der EM «sehr zufrieden». Das Turnier sei für ihn ein «wichtiger Meilenstein» für die Paralympics in Tokio, aber gleichzeitig auch nicht überzubewerten, da einige der Topkonkurrenten nicht aus Europa kämen. Für Hug war es nach längerer internationaler Wettkampfpause, die Gelegenheit, «Abläufe durchzuspielen» und Renntaktiken zu erproben. Die erfolgreiche EM sieht er jetzt als Ansporn weiter hart zu trainieren in den verbleibenden zweieinhalb Monaten bis Tokyo 2020.
Die erste internationale Leichtathletik-Grossveranstaltung seit Beginn der Coronapandemie begann für die Schweiz vielversprechend:
Debrunner mit starker Form
Gleich am ersten Wettkampftag sprangen eine Gold-, zwei Silber- und eine Bronzemedaille heraus. Der Thurgauer Rollstuhlathletin Catherine Debrunner gelang über 100 Meter nicht nur der erste Platz, sondern das beste je erzielte Ergebnis an einer Europameisterschaft. Debrunner konnte noch weitere erste Plätze über 400 und 800 Meter (T53) folgen lassen und damit war die Weltmeisterin von 2019 die erfolgreichste Schweizer Athletin an diesen Europameisterschaften.
In sehr guter Erinnerung behalten wird die EM auch Patricia Eachus. Die 31-Jährige hatte bislang bei internationalen Wettbewerben erst zwei Mal (2014 und 2018) einen Podestplatz erreichen können, und gewann in Bydgoszcz gleich zwei Mal Gold – über 800 und 1500 Meter in der T54 Klasse. Für Delegationsleiter Andreas Heiniger waren die Leistungen von Patricia Eachus eines der Highlights dieser Europameisterschaft – «damit hatten wir im Vorfeld nicht gerechnet», so Heiniger.
Für ihre Beharrlichkeit wurde Alexandra Helbling belohnt, die über 400m (T54) Bronze gewann.
Youngster und Routinier zeigen, dass man mit ihnen rechnen muss
Rollstuhl-Routinier Beat Bösch kehrt ebenfalls mit Edelmetall aus Polen zurück. Der 49-Jährige gewinnt nach Silber über 400 Meter über 100 Meter Gold – dem 26-jährigen Fabian Blum gelingt dahinter mit Silber der grösste Erfolg seiner Karriere. Er lässt noch eine Bronzemedaille über 1500 Meter folgen.
Standing-Leichtathlet*innen voll im Soll
Auch die Standing-Athleten konnten der EM in Polen ihren Stempel aufdrücken: Philipp Handler gewinnt über 100 Meter (T13) Bronze – es ist bereits die sechste Medaille an Europameisterschaften in seiner Karriere. Der Zürcher überflügelt dabei auf den letzten Metern den Russen Gostinskii und zeigt unbändigen Siegeswillen.
Doppelt Silber gewann Elena Kratter: Sie schaffte im Weitsprung eine Silbermedaille und zeigte dabei eine persönliche Bestleistung.
Die 24-Jährige musste sich nur der Italienerin Caironi geschlagen geben, die einen neuen Weltrekord aufstellte. Kratter gewann zu Turnierbeginn zudem über 100 Meter Silber – als Dritte kam die Westschweizerin Sofia Gonzalez ins Ziel – und reckte wenig später eine Bronzemedaille in den polnischen Abendhimmel. Für Delegationsleiter Heiniger ist das Teamergebnis der Standing-Athlet*innen einer der Höhepunkte der EM. Alle hätten ihr jeweiliges Medaillen- oder Leistungsziel erreicht.
Mit der EM in Polen hat der Para-Sport wieder voll Fahrt aufgenommen. Weiter geht es ab kommenden Mittwoch mit den Paracycling Weltmeisterschaften in Portugal, an der auch eine grössere Schweizer Delegation vertreten sein wird.
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