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Beispiel: Stadtpalais 1830, Zürcher Altstadt Sigi Schär, Auszug aus NZZ, 13. September 2005: Eine Stadtpalais-Renovation und ein Buch
Neben der Herausgabe der informativen Schrift mit Details zur Wissenschafts- und Zeitgeschichte [...] hat die Stiftung im Weiteren die Stammliegenschaft der Opopharma an der Kirchgasse 42 mitsamt Hinterhaus nach den Plänen des Architekten Heinz Oeschger erneuern lassen. Bei der Liegenschaft zum roten Adler handelt es sich um ein besonderes Stadtpalais, das im Auftrag von Friedrich Ludwig Keller (1799-1860) und nach Plänen von Hans Conrad Stadler (1788-1846) erbaut worden war. Stadler, Spross einer in Zürich ansässigen Baumeisterfamilie, wollte schon in jungen Jahren über die blosse «Pflasterei» hinauskommen. Er besuchte die Bauschule von Friedrich Weinbrenner in Karlsruhe. Weinbrenner war zusammen mit Leo von Klenze in München und Friedrich Schinkel in Berlin einer der grossen Architekten, die im deutschsprachigen Raum den Barock durch den Klassizismus verdrängten. Stadler konnte seine Ausbildung bei Fontaine in Paris fortsetzen. Zurück in Zürich, war er damals einer der wenigen ausgebildeten Architekten. Er errichtete das später zum Zentralhof umgebaute Postgebäude und die Kuranlage Schinznach mit ihrem klassizistischen Rundbau.
Der «Rote Adler» steht mit seiner Seitenfassade an der Kirchgasse. Hauptfassade und Eingang liegen am bergseitigen Hof; dahinter stehen die Ökonomiegebäude. Das Palais wurde über dem Gewölbekeller eines Vorgängerbaus errichtet. Durch Ergänzung des Grundrisses zum Quadrat ist 1830 der Kubus mit der für den Klassizismus typischen vertikalen Fassadenteilung entstanden: Rundbogenfenster im Erdgeschoss, über einem Gesims die Fenster der beiden Obergeschosse und ein ausladendes Gesims auf Konsolen zum Abschluss. Die Hauptfassade verfügt im Giebeldreieck über einen die Seitenrisalite zusammenhaltenden Bogen.