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zuj Dach
Die Fische und die Muscheln, welche die Menschen an der Bucht von Quiberon nährten und deren Überleben sicherten – damals gab es keine Supermärkte, Grosskaufläden und Shoppingcenter, die das schnelle und spontane Einkaufen ermöglichten – und der Tod, der diesem Überleben eine Ende setzt, finden ihre Entsprechung und Übereinstimmung in der Horizontalen. Der Fisch steht nicht im Wasser, er schwimmt waagrechte durch sein Element. Diese Lage nimmt auch der Tote in seinem Grab ein. Leben und Tod finden auf diese Weise eine überraschende Übereinstimmung in der geometrischen Form der Waagrechten.
Wie steht es aber nun mit der Vertikalen, in welcher der Grand Menhir kontrastierend zu Dolmen und Tumuli stand, als dieser Ort für die Menschen noch seine klare Bedeutung hatte? Eine Beziehung hatten die Wesen von damals zu dieser Stelle. Nur welche? Was war der Menhir den Menschen von ehedem? Wie wurde der Menhir genutzt? Wozu diente er? Ein weiterer Fragenkreis tut sich auf: Wie weit waren dazumal das menschliche Denken und Kombinationsvermögen entwickelt? Konnten die Erbauer des Grand Menhirs – um so ein Ding in die Senkrechte zu hieven, brauchte es ein erhebliches Know-how – bereits auf entsprechend gewaltige, gesellschaftliche oder – wie in der Literatur und in Reiseführern suggeriert wird– religiöse Strukturen zurück greifen, die sie, lange bevor in Ägypten die Pyramiden entstanden, befähigten, solch kolossale Bauwerke zu erstellen?
Eine Erklärung sei hier kühn gewagt: Carnac liefert eine bemerkenswerte Antwort. Ihr kann widersprochen werden. Gesicherte Informationen gibt es nicht, lediglich – wie meist zur frühen Menschheitsgeschichte – Interpretationen. Möglicherweise formt aber die folgende Deutung von Carnac, seiner Steinreihen, mehr als eine Interpretation.
Darum zurück zum Hinkelstein von Men-en-Hroeg, wie der bretonische Name des Grand Menhirs lautet, auf welchen wegen seiner Grösse der Blick als erstes fiel, wenn Menschen vor 6000 Jahren vom Süden her über das Meer der damaligen Stätte Carnac nahten. Möglicherweise bildeten andere Menhire als Wahrzeichen von Carnac einen noch bedeutenderen Augenfang als Men-en-Hroeg, Menhire, die heute verschwunden sind, weil sie abgetragen wurden oder wegen Landsenkungen im Meer verschwanden und dort, mit Algen und allerlei Meeresgetier gedeckt, der menschlichen Wahrnehmung entschwunden sind.