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Welche Anforderungen hat Nestlé bei Palmöl?
Neben einer Reihe von allgemeinen Anforderungen, die für alle Lieferanten und Rohstoffe gelten, hat Nestlé konkrete Kriterien für die Beschaffung von Palmöl definiert:
- Das Palmöl darf nicht von Pflanzungen stammen, die auf nach November 2005 gerodeten Waldflächen angelegt wurden.
- Das Palmöl darf nur von Pflanzungen oder Farmen stammen, die lokale Gesetze und Regulierungen einhalten.
- Schutz von so genannten „High conservation value“ Gebieten, ökologisch wertvollen Flächen.
- Wahrung von indigenen Rechten, insbesondere Einverständnis der Einheimischen und ihrer Gemeinschaften zu Aktivitäten in Verbindung mit Palmöl auf ihrem Territorium
- Schutz und Erhalt von Torfmooren
- Schutz von Wäldern mit einem hohen CO2-Speicherwert
- Einhaltung der Prinzipien und Kriterien des Runden Tisches für Nachhaltiges Palmöl (RSPO).
Eine Zertifizierung durch den RSPO wird unter der Voraussetzung akzeptiert, dass der Schutz von Torfmooren und Wäldern mit einem hohen CO2-Speicherwert zusätzlich unabhängig überprüft werden kann. Hierfür muss der Lieferant die notwendige Transparenz über die Herkunft des Palmöls sicherstellen. Bei der Zusammenarbeit mit Kleinbauern akzeptiert Nestlé Lieferbeziehungen auch dann, wenn einzelne Kriterien noch nicht uneingeschränkt eingehalten werden, aber ein belastbarer Plan für die notwendigen Verbesserungen vorliegt. Voraussetzung ist auch in diesem Fall Transparenz über die Herkunft.
Welche Anforderungen gehen über die Zertifizierung hinaus?
Die Anforderungen von Nestlé gehen weiter als der Standard des Runden Tisches für Nachhaltiges Palmöl (RSPO). Für die Durchsetzung dieser über RSPO hinausgehenden Kriterien ist es wichtig, dass wir die Lieferkette und alle Vorlieferanten genau kennen. Dies ist die Voraussetzung dafür, dass wir diese von unabhängigen Dritten auf die Einhaltung unserer Kriterien überprüfen lassen können. Die RSPO-Zertifizierung ist dabei eine Mindestanforderung an unsere Lieferanten.
Eigene Richtlinien für verantwortungsvollen Einkauf
Ergänzend hierzu hat Nestlé eigene Richtlinien für verantwortungsvollen Einkauf (Responsible Sourcing Guidelines/RSG) erlassen, die von unabhängigen Dritten überprüft werden. Die RSG gehen in wichtigen Punkten über die RSPO-Kriterien hinaus. Die Überprüfung dieser zusätzlichen Kriterien stellt Nestlé gemeinsam mit der Organisation The Forest Trust (TFT) sicher.
Die RSG Richtlinien beinhalten neben den RSPO-Kriterien den Schutz von Waldgebieten mit hohem CO2-Speicherwert und von Torfmooren. Diese Richtlinien gehen deutlich über die Selbstverpflichtung der RSPO-Mitglieder hinaus. Nestlé setzt sich als Mitglied des RSPO auch dafür ein, dass dieser die weitergehenden Kriterien übernimmt.
Ist eine RSPO-Zertifizierung ausreichend?
Nestlé unterstützt die Arbeit des RSPO und ist selber Mitglied. Die Nestlé Einkaufsrichtlinie für Palmöl (Responsible Sourcing Guidelines), die gemeinsam mit der Nicht-Regierungsorganisation „The Forest Trust“ entwickelt wurde, geht über die bisherigen Kriterien des RSPO hinaus. Nestlé setzt sich dafür ein, dass die Kriterien des RSPO entsprechend erweitert werden. Bis dies erreicht ist, ist eine Zertifizierung von Palmöl im Rahmen des RSPO-Systems zwar eindeutig positiv zu bewerten, aber noch nicht hinreichend im Sinne der Nestlé Anforderungen, die dahingehend eine Weiterentwicklung des RSPO-Standards darstellen. So genannte „Green Palm Zertifikate“ akzeptiert Nestlé nicht als ausreichend.
Welche Richtlinien gelten für den Einkauf von Palmöl bei Nestlé?
Um sicherzustellen, dass für unsere Produkte kein Regenwald zerstört wird, hat Nestlé bereits 2010 eine Partnerschaft mit der weltweit tätigen, gemeinnützigen Organisation The Forest Trust (TFT) vereinbart, die Nestlé beim Umbau bzw.- der Verbesserung der Lieferkette unterstützt.
Gemeinsam mit dem TFT hat Nestlé die folgenden Richtlinien für den Einkauf von Palmöl definiert:
Nestlé bezieht Palmöl nur von Plantagen und Farmen, die:
- sich an lokale Gesetze und Regulierungen halten
- Regenwaldschutzgebiete bewahren
- die frühzeitige und einvernehmliche Beteiligung der einheimischen Bevölkerung und Gemeinschaften in den Prozess der Erschliessung neuer Plantagen sicherstellen sowie
- Torfmoore und Waldgebiete mit hohem CO2-Speicherwert schützen.
Wir haben auch unternommen, eine Karte unseres Palmöl Lieferkette mit Hilfe unserer Partner The Forest Trust (TFT) zu erstellen. Jetzt können wir mehr als 90% des Kurses von 47% des Palmöls das wir kaufen von der Plantage bis zu den Bearbeitungszentren verfolgen. Unser Ziel ist, bis Ende des Jahres eine Tracking-Rate von 70% auf den Plantagen zu erreichen.
Nestlé konzentriert sich auch auf seine Programme für technische Hilfe für Kleinbauern, einschliesslich der „Rurality“ Initiative (ländliche Angelegenheiten) von TFT. Dieses Vorgehen passt in unserem Versorgungsziel verantwortlich Palmöl zu beziehen und verändert das Leben der Betreiber, bei denen wir Palmöl kaufen.
Was unternehmen Sie, um die Abholzung zu verhindern und die Wälder zu retten, die dem Anbau von Palmöl zum Opfer zu fallen drohen?
Nestlé ist bestrebt, dafür zu sorgen, dass bis 2020 keine Rodungen in Regionen stattfinden, aus denen unsere Zutaten und Verpackungsmaterialien stammen. Diese Verpflichtung sind wir im Jahr 2010 eingegangen, wobei wir die Erste unter den Nahrungsmittelgesellschaften waren, ein solches Versprechen abzugeben.
Darüber hinaus unterstützen wir das Engagement des Konsumgüterforums, bis zum Jahr 2020 Null-Abholzung durchzusetzen. Wir haben die New York Declaration on Forests unterzeichnet und sind ein aktives Mitglied der Tropical Forest Alliance 2020, einer globalen Partnerschaft, die sich der Entwaldung zwecks Produktion von Palmöl widersetzt.
Was tut Nestlé gegen den Bezug von Palmöl von Lieferanten, die an der Zerstörung des tropischen Regenwaldes im Ökosystem des Nationalparks Gunung Leuser in Indonesien beteiligt sind?
Wir sind sehr besorgt über Vorwürfe, dass Palmöl-Unternehmen an der Abholzung in diesem Park involviert sind. Eines der bei kürzlich durchgeführten Kampagnen identifizierten Unternehmen, PT.Agra Bumi Niaga, war ein Zulieferer für Wilmar, eine Gesellschaft, die Palmöl an Nestlé verkauft.
Nestlé arbeitet eng mit Wilmar zusammen, um diese Vorwürfe zu untersuchen. Wilmar löste den Liefervertrag mit PT.Agra Bumi Niaga sofort nach Bekanntgabe der Anschuldigungen auf. Wilmar hat alle seine Zulieferer kontaktiert, die innerhalb eines Umkreises von 50 km des Leuser-Ökosystems tätig sind, um seiner No Deforestation, No Peat and No Exploitation Policy Nachdruck zu verleihen. Diese Verpflichtung widerspiegelt Nestlés Engagement, keine Abholzung innerhalb unserer Lieferkette Einhalt zu erlauben.
Darüber hinaus hat Wilmar mehrere Workshops in der Region organisiert, um das Bewusstsein für die Bedeutung des Leuser-Ökosystems und die Notwendigkeit kollektiver Massnahmen zu dessen Schutz zu wecken.
Wir arbeiten im Rahmen von Nachhaltigkeitsinitiativen eng mit Wilmar und unseren anderen Anbietern zusammen, um Lösungen für die Waldzerstörung in Nord-Sumatra, Indonesien (einschliesslich des Leuser-Ökosystems) zu finden. Dies wird uns helfen, die Orte zu identifizieren, an denen das Risiko einer Abholzung innerhalb unserer Lieferkette besteht, und entsprechend drastische Gegenmassnahmen zu ergreifen.
Wie reagieren Sie auf den Bericht von Amnesty International zum Palmöl?
In ihrem Bericht, Indonesia, The Great Palm Oil Scandal’ machte Amnesty International auf angebliche Missbräuche von Arbeitskräften in Indonesien aufmerksam, für die in unserer Palmöl-Lieferkette kein Platz ist. Diese wurden mit Wilmar in Singapur in Verbindung gebracht, einem unserer Lieferanten.
Bei der Ausarbeitung des Berichts hat Nestlé intensiv mit Amnesty zusammengearbeitet und ausführliche Informationen zu unserer Beziehung zu Wilmar zur Verfügung gestellt.
Derzeit arbeiten wir eng mit Wilmar zusammen, um die Rückverfolgbarkeit zu verbessern. Wir werden die ernsthaften Vorwürfe, die der Bericht erhebt, mit dem Agrarkonzern eingehend besprechen, um zu hören, was unternommen werden kann, um den illegalen Methoden Einhalt zu gebieten.
Sechs Jahre lang haben wir mit Partnern, einschliesslich dem Forest Trust, gearbeitet, um eine bessere Transparenz, Rückverfolgbarkeit und ethisches Verhalten der Lieferanten innerhalb der Palmöl-Industrie sicherzustellen. Unser Lieferanten-Kodex legt strenge Regeln fest, was Arbeitsstandards und -rechte anbelangt. Lieferanten, die sich nicht an diese Regeln halten, werden aus unserer Liste gestrichen.
Verstösse gegen die Menschenrechte werden nicht geduldet, weder in unserem Unternehmen noch in unserer Lieferkette. Wir setzen uns mit aller Kraft dafür ein, derartige Verletzungen, wenn sie auftreten, proaktiv auszumerzen.
Lesen Sie unsere ausführliche Antwort auf den Bericht von Amnesty International.
Beziehen Sie Palmöl von REPSA in Guatemala?
Wir haben entschieden, kein Palmöl mehr bei REPSA zu kaufen.
Wir werden den jetzigen Vertrag erfüllen aber werden ihn nicht erneuern und hoffen, dass wir unsere Zusammenarbeit spätestens im September 2018 beenden können.
Wir haben mit REPSA vor Ort (im Norden Guatemalas) zusammengearbeitet, nachdem ernste und inakzeptable Anschuldigungen gegen sie aufgetreten sind: Verletzung der Arbeitnehmer- und Gemeinschaftsrechte und Umweltschädigung. Infolgedessen hat REPSA einen Massnahmenplan aufgestellt, um die genannten Probleme anzugehen, die wir mit unserem Partner TFT festgestellt haben.
Heute wird REPSA beschuldigt, weitere Fehler in der Unternehmensführung in Bezug auf finanzielle Unregelmässigkeiten in Guatemala begangen zu haben. Angesichts von diesem Vorfall haben wir entschieden, unsere geschäftliche Zusammenarbeit am oben erwähnten Datum zu beenden und hoffen, dass das Unternehmen seinen Massnahmenplan trotz unserer Entscheidung umsetzen wird.
Bezieht Nestlé Palmöl von der IOI-Gruppe?
Nach dem Ausschluss von IOI vom Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) im März stellte Nestlé die Beschaffung von Palmöl von den durch die Anschuldigungen betroffenen Plantagen sofort ein.
Dank unserer robusten Rückverfolgungssysteme war uns dies möglich. Darüber hinaus baten wir unsere Partnerorganisation TFT, die Reaktion von IOI auf die laut gewordenen Vorwürfe zu überprüfen.
Zusammen mit dem TFT haben wir eine Beurteilung des Massnahmenplans von IOI durchgeführt. Dabei gelangten wir zum Schluss, dass die vorgeschlagene Lösung zur Behebung der Probleme nicht weit genug ging. Aus diesem Grund wird Nestlé keine weiteren Aufträge an die IOI-Gruppe vergeben. Wir haben alle bestehenden Verträge auslaufen lassen.
Was ist Nestlés Antwort auf die SumOfUs-Kampagne zu Palmöl und Indofood?
Nestlé beteiligt sich an einem Joint Venture mit der Indofood Gruppe in Indonesien. Vor kurzem hatten wir ein Meeting mit Indofood, um uns eingehend über ihren Ansatz zum Schutz der Regenwälder und zur Verhinderung der Schaffung von Anbauflächen für Palmöl zu informieren.
Wir haben vereinbart, dass Nestlé das Palmöl zur Verwendung in Nestlé Produkten aus dem Joint Venture beschaffen wird. Auf diese Weise ist gewährleistet, dass das gesamte Palmöl-Volumen im Rahmen der Vereinbarung mit den Nestlé Richtlinien zur verantwortungsbewussten Beschaffung konform und lückenlos rückverfolgbar bis zu den nachhaltigen Quellen ist.
Nestlé hat nach wie vor gewisse Bedenken, wie Indofood sein eigenes Palmöl produziert, und wir werden unseren Dialog mit dem Unternehmen auch weiterhin aufrechterhalten und ihm unser Wissen und unsere bewährten Praktiken zur Verfügung stellen.
Fragen und Antworten zu Palmöl
- 1. Warum und wozu wird Palmöl in der Lebensmittelindustrie verwendet?
- 2. In welchen Produkten steckt Palmöl?
- 3. Warum verzichtet die Industrie nicht ganz auf Palmöl?
- 4. Ist Palmöl schädlich für meine Gesundheit?
- 5. Welche Auswirkungen hat der Anbau von Palmöl auf die Umwelt?
- 6. Welche Massnahmen ergreift Nestlé, um die Zerstörung von Wäldern beim Anbau von Palmöl zu vermeiden?
- 7. Welche Anforderungen hat Nestlé bei Palmöl?
- 8. Wo bekommt Nestlé ihr Palmöl her?
- 9. Welche Fortschritte hat Nestlé Schweiz in den letzten Jahren erreicht?