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Dieser Felsenkessel liegt grösstenteils in Hornblendeschiefern, die im Gebiet der Zernezerberge zusammen mit Gneis die
Spitzen
und höheren Gehänge aufhauen, während in den geringeren Erhebungen Gneis und Glimmerschiefer überwiegen. Von
Zernez an
fallen die Schichten des Macunstockes gegen das Innthal nach NO., gegen
Norden nach S. und SW. ein, in
der Mitte stehen sie senkrecht und sind hier auf der
Platte der Alp Macun von grossen und tiefen Spalten durchsetzt.
Andere Vertiefungen sind mit
Wasser erfüllt und bilden die sog. Macunseen (etwa 2635 m), deren 6 ansehnliche Becken wie
Perlen
aneinander gereiht erscheinen. Die Volksüberlieferung erzählt, dass in einem dieser
Seen ein Drache
hause, der bei heranziehendem Unwetter oder durch Steinwürfe aufgestört an die Oberfläche des Wassers aufsteige. Es erinnert
dies auffällig an die
Sage, die sich an den
Pilatussee knüpft. Noch der Historiker
Ulrich Campell behauptet in seiner 1573 vollendeten
Raetiaealpestris topographica descripto, dass sein Grossvater mütterlicherseits im
See am Fusse des
Piz d'Arpiglia (Macunstock) einen Drachen gesehen habe und daraufhin in eine schwere Krankheit verfallen sei.
(Piz)(Kt. Graubünden,
Bez. Inn).
2896 m. Einer der Hauptgipfel der Zernezerberge, zwischen dem
Val Zeznina und
Val Nuna,
am O.-Rand
des Felsenzirkus von Macun, nach SW. mit dem
Munt della
Baselgia und nach SO. mit dem
Piz Nuna verbunden.
Im N. steht er gegen den
Inn hin über den Punkt 2828 m mit dem
Murtéra (2632 m) in Verbindung. Er besteht hauptsächlich
aus Hornblendeschiefer und Gneisglimmerschiefer, die mit typischem Gneis abwechseln (vergl. das Profil).
Die Schichten
fallen der Fächerstruktur der Zernezerberge entsprechend im Ganzen gegen SW. ein (auch im
Val Zeznina).
Der
Piz Macun und der gleichnamige Felsenkessel mit seinen
Seen werden von
Lavin aus bestiegen (4 Stunden), welcher Gemeinde auch
die
Alpen und Wälder an seinem Hang gegen das
Val Zeznina gehören.
Vergl. Theobald, G. Geolog.
Beschreibungder nördl. Gebirge vonGraubünden(Beiträge zur geolog. Karte derSchweiz. 2).
Bern
1864. - Theobald, G. Naturbilder aus den rät.
Bezeichnet im allgemeinen eine an einem Berghang gelegene Heuwiese oder auch eine magere Grasnarbe,
die im Jahr nur einmal geschnitten wird. Im übertragenen Sinn auch einem einer Juchart entsprechenden Feldmass (Mannsmad)
beigelegt.
Bildet den Oberstaffel der Alp
Matossa und liegt auf der 1-2
km breiten Terrasse, die in einer mittleren
Höhe von 2000-2200 m den obern Abschnitt des Schilzbachthales begleitet
und auf der weiter thaleinwärts auch noch die Alpweiden
Abendweid,
Fursch, Banuöl und
Brod sich befinden.
Diese leicht gewellte
Terrasse besteht ganz aus Quartenschiefer und Rötidolomit und trägt nur eine magere Grasnarbe. In einer Senke liegt das
kleine Madseeli. Am NO.-Rand der Terrasse in 2090 m die von der Sektion
Piz Sol des S. A. C. erbaute und 1903 eröffnete
Spitzmeilenhütte, die zur Erleichterung von Wintertouren in diesem Gebiet dienen soll.
(Kt. Uri).
Rechtsseitiges Nebenthal zum
Reussthal; zweigt bei Amstäg ab und steigt zuerst östl., dann nordöstl.
an. Bis zur Eiszunge des
Hüfigletschers ist es etwa 11 km lang, wozu über diese Zunge und den darüber
folgenden Hüfifirn noch
¶
mehr
fast 8 km kommen. Seine Gesamtfläche, d. h. das Einzugsgebiet des Kärstelenbachs beträgt 116 km2. Den Namen hat es nach
einer im 17. Jahrhundert allgemein bekannten italienischen Familie Maderano, die im Thal und besonders an der Kleinen Windgälle
Eisenbergwerke betrieb. Es gehört zu den landschaftlich grossartigsten und schönsten Thälern der gesamten
Alpenwelt und wird von Kurgästen und besonders von Touristen fleissig besucht, die hier reichliche Gelegenheit zu bergsteigerischer
Tätigkeit finden.
Den Eingang ins Maderanerthal bildet eine enge Schlucht, über welche eine stolze Brücke der Gotthardbahn gespannt ist. Von
da führt ein Fuss- und Reitweg abwechselnd durch schattige Wälder und frischgrüne Wiesen zuerst hinauf zu der noch obstbaumreichen
Terrasse des Dörfchens Bristen (723 m), einer Filiale von Silenen. Dann geht es durch die häuserbesäte,
aber nicht breite und von steilen Hängen eingefasste erste Thalstufe erst rechts, dann links vom Bach zum Lungenstutz (1097
m) und über diesen steil
hinauf zur zweiten Thalstufe, die ebenfalls mit verschiedenen, aber nur im Sommer bewohnten Hüttengruppen
besetzt ist, endlich wieder rechts vom Bach und steiler hinauf durch Wald zum «Hotel-Pension Schweizer
Alpenklub» auf der Balmenegg (1354 m) in wald- und wasserreicher Lage, dem Sammelpunkt der Sommerfrischler und Touristen.
(Hier im Sommer Post, Telegraph und Telephon). In diesem hintern Teil des Thales entfaltet sich die ganze Grossartigkeit einer
erhabenen Gebirgswelt in besonderer Schönheit.
Charakteristisch für das Maderanerthal sind namentlich die hier förmlich gesellig auftretenden Wasserfälle, die in den
mannigfaltigsten Gestalten und Dimensionen überall herunterschäumen. Die bekanntesten dieser Fälle sind der wie in Siedehitze
hervorschiessende Siedenbach, die beiden weissschäumenden Milchbäche, der schleierartig herabwallende Schleierbach, der über
Felsplatten rasende Plattenbach, der in muntern Sprüngen sich überstürzende Lammerbach und der imposante
Stäuber.
Der herrlichste Schmuck des Thales ist aber der Hüfigletscher, dessen etwa 5 km lange Eiszunge wie ein erstarrter Strom zwischen
hohen Felswänden aus einer weiten Firnmulde hervordringt. In mehreren Stufen herunterströmend und an vielen Stellen arg
zerschrundet, kann er nur mit grösster Vorsicht und bei kundiger Führung überschritten werden. Aus
der hohen Firnmulde gelangt man über verschiedene Eisjoche in die benachbarten Thäler und Bergreviere: über die Planura
nach der Sandalp und zum Tödi, über den Claridenpass zum Claridenfirn und zur Claridenhütte, über die Kammlilücke zum Klausenpass.
Hoch über dem S.-Rand des Hüfigletschers steht die