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oder Hinabschlucken (Deglutitio), der
Akt, mittels dessen feste oder flüssige Körper, besonders Nahrungsmittel
[* 2] aus dem Munde in den
Magen
[* 3] gefördert werden. Das S. besteht in einer Reihenfolge von (anfangs willkürlichen, später unwillkürlichen)
Muskelzusammenziehungen, die den
Bissen allmählich nach hinten und unten fortschieben. Die dabei beteiligten
Organe
(Schlingwerkzeuge) sind: die
Zunge, der weiche
Gaumen, besonders die beiden Gaumenbögen, der
Kehldeckel, der
Schlundkopf
(s.
Schlund) und endlich die
Speiseröhre (s. d.). Das S. beginnt damit, daß die
Zunge, indem sie sich erst vorn, dann allmählich
weiter hinten an den
Gaumen andrückt, den
Bissen hinter die Zungenwurzel schiebt. Dort empfängt ihn der
weiche
Gaumen und zieht sich zusammen, während gleichzeitig der
Kehlkopf
[* 4] in die Höhe steigt, der
Kehldeckel rückwärts klappt
und dadurch den Eingang in die Luftwege verschließt.
Über ihn hinweg gleitet nun der
Bissen in den trichterförmigen
Schlundkopf
und von da in die
Speiseröhre, die ihn durch wurmförmige Zusammenziehungen in den
Magen hinabbefördert.
Das S. kann mannigfach krankhaft gestört sein, durch organische oder Nervenleiden der beteiligten Organe. (S.
Dysphagie.)
Bisweilen kommt der
Bissen durch die
Nase
[* 5] zurück (besonders bei Löchern im
Gaumen,
Lähmung der Gaumenbögen oder Verschwellung
des
Schlundkopfes); in andern Fällen gelangen die Flüssigkeiten oder festen
Bissen in die Luftwege (sie
«kommen in die unrechte
Kehle», das sog. Verschlucken), wenn entweder der
Kehldeckel während des S. sich aufrichtet, wie beim
Lachen und
Einatmen, oder organische Zerstörungen und Verbildungen des
Kehldeckels vorhanden sind.
glatte oder
österreichische Natter, Haselotter, Jachschlange (Coronella laevisMerr., austriaca Laur.,
s.
Tafel: Schlangen,
[* 13] Fig. 5), eine bis 80 cm lange Natter Mitteleuropas, besonders
Deutschlands,
[* 14] von wechselnder, derjenigen
der Kreuzotter
[* 15] (s. d.) ähnlicher Färbung;
meist ist sie rötlichgrau, bräunlich oder grünlich, mit einer doppelten Reihe
dunkler Flecken längs des Rückens;
ihre
Schuppen sind vollkommen glatt (hierdurch von der Kreuzotter
stets unterscheidbar).
Sie ist sehr bissig, vermag aber mit ihren kleinen, scharfen Zähnchen keinen Schaden anzurichten.
auch Slip oder Schlipphelling, eine Einrichtung zum Aufschleppen von (besonders kleinern) Schiffen zur Reparatur.
Sie werden aus Billigkeitsrücksichten da ausgeführt, wo Docks (s. d.)
sich nicht rentieren würden. Eine besonders gute
Art ist Mortons Patentschlipp, ein Eisenbahngleis mit niedrigen Rollschlitten,
die unter das Schiff geschoben und, sobald dieses festliegt, mit hydraulischen
Pressen auf die Helling (s. d.) gezogen werden.
In denKriegshäfen befinden sich S. fürTorpedoboote, da diese zur bessern Konservierung stets an Land
aufbewahrt werden. Eads Projekt der
Schiffseisenbahn über den Panama-Isthmus beruht auf demselben
Gedanken.
ein auf Gleitschienen statt Rädern bewegtes
Fuhrwerk. In der ursprünglichen Form ist
der S. oder die
Schleife das älteste und einfachste Hilfsmittel zum
Transport von Lasten. Es besteht aus zwei meist hölzernen,
parallelen, durch geeignete Querverbände miteinander vereinigten
Bäumen, Läufer oder Kufen genannt, die an ihrer Unterseite
gehörig geebnet, auch wohl mit
Eisen
[* 17] beschlagen sind, um auf dem Erdboden mit möglichst wenig Reibung
[* 18] fortgleiten zu können.
Die ausgedehnteste Anwendung finden die S. zum Lasten- und Personentransport im Winter, wenn durch Schneefall und Frost eine
glatte
Bahn zur
Verfügung steht. Auf den in Norddeutschland viel benutzten Peekschlitten steht der Fahrende und bewegt den
S. mittels einer Peeke oder
Pike (einer langen, unten mit einer eisernen
Spitze versehenen
Stange) vorwärts.
Die sportmäßige Ausübung des Schlittenfahrens war bis vor kurzem auf
Skandinavien und Nordamerika
[* 19] beschränkt und ist erst
ganz neuerdings nach
Deutschland
[* 20] verpflanzt worden. Freilich wurde schon früher das Pikschlittenfahren auf den Ostseehaffs
und vielen
Binnenseen betrieben; zu besonderer
Entwicklung waren jedoch nur die Hörnerschlittenfahrten
gelangt (so genannt nach der hörnerartigen Aufbiegung der Schlittenkufen), die seit langen Jahren im Riesengebirge üblich
sind und erst in jüngster Zeit in andern deutschen
¶
mehr
Mittelgebirgen (Harz) Eingang gefunden haben. Der S. im engern Sinne teilt sich in den Rutschschlitten- und Tretschlittensport.
Ersterer ist in Norwegen
[* 22] als Volksbelustigung wie als vollendeter Sport heimisch, der sich zu sehr kühnen Leistungen erhebt.
Als Gerät dienen die unter dem Namen Kjälke bekannten kleinen Schlitten, denen die Rodel in Tirol
[* 23] und
das Schlittel in St. Moritz und Davos entspricht. Außerdem ist der sog. Sattelschlitten in Gebrauch, der für
zwei Personen bestimmt ist und im hintern Teil eine besondere Steuervorrichtung besitzt.
Für gewöhnlich geschieht das Steuern, welches auf sehr steilen, eisbedeckten und in starken Windungen verlaufenden Bahnen
oft sehr schwierig ist, mit den Händen unter Mitwirkung von kurzen Pflöcken oder einer langen Lenkstange
oder mit den durch starksohlige Fußbekleidung geschützten Füßen. In Nordamerika sind vielfach gußeiserne Rutschschlitten
in Verwendung, dazu kommen noch die als coaster und bobsledge bezeichneten künstlichern Gefährte. Der älteste und vollkommenste
Rutschschlitten ist der Toboggan oder Indianerschlitten, der auf den großen Rutschbahnen in Canada dominiert
und nach dem Muster der von den indian. Ureinwohnern benutzten Fahrzeuge erbaut ist.
Der Toboggan rutscht auf der ganzen Bodenfläche, nicht auf den Kufen, wodurch die Gefahr des Umschlagens aufgehoben ist.
– Der Tretschlittensport wird durch den Rennwolf (s. d.) repräsentiert. Dieser als Verkehrsmittel
längst geschätzte S. wurde von den schwed. Touristen zum Sportgerät erhoben und unter wesentlichen Verbesserungen (zerlegbarer
Rennwolf: Schneiders Patent) nach Deutschland verpflanzt, wo das Rennwolffahren als Wintersport dem Schneeschuhlaufen an Bedeutung
zur Seite trat. – Der Segelschlitten oder die Eisjacht, der die treibende Kraft
[* 24] des Windes für die Fortbewegung
auf dem Eise benutzt, ist ein Balkendreieck, das auf drei Kufen gestellt ist, deren zwei vordere fest und parallel mit der
Längsachse des Gefährts sind, während die dritte beweglich ist und als Steuer dient. Dieses Gefährt wird völlig nach
Art eines Segelbootes aufgetakelt und erreicht bei kräftigem Winde
[* 25] die größte Geschwindigkeit, welche
menschliche Konstruktionen, Blitzzüge und Schnelldampfer eingeschlossen, überhaupt zu ereichen vermögen. –
Vgl. Schneider,
Katechismus des Wintersports (Lpz. 1894).
Im Maschinenbau nennt man S. im allgemeinen einen Konstruktionsteil, der sich, in Nuten geführt, in einer Horizontal- oder
Vertikalebene bewegen kann; im besondern bei Hobelmaschinen
[* 26] den das Werkzeug oder auch das Arbeitsstück
tragenden Teil, ferner den Support einer Drehbank
[* 27] u. s. w. – Über S. beim Schiffbau s. Helling.