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| Ambrosius von Mailand (340-397) - Exameron

Der fünfte Tag. Siebte und achte Homilie. (Gen 1,20-23)
I. Kapitel. Die Ausstattung des Wasserelementes; ihr besonderer Vorzug. Die unbeschreibliche Fülle des Lebens in den Wassern. Die Wassertiere im gewissen Sinn 'Reptilien'.
4.
Reptilien [Kriechtiere] nennt man, wie wir wissen, die verschiedenen Arten von Schlangen, weil sie über der Erde dahinkriechen. Doch in viel höherem Grade hat jedes Schwimmtier das Aussehen und die Natur eines Reptils. Denn wenn sie auch beim Untertauchen in die Tiefe das Wasser durchschneiden, schlängeln sie sich doch beim Schwimmen an der Oberfläche mit dem ganzen Körper dahin und ziehen letzteren gleichsam über dem Rücken des Wassers nach sich. Darum ruft auch David aus: "Das ist das Meer, das große und weite; darin Kriechtiere ohne Zahl". Noch mehr. Viele derselben haben Füße und gebrauchen sie zum Gehen, indem sie Amphibien sind, die teils im Wasser, teils auf dem Lande leben, wie die Robben, die Krokodile, die Flußpferde, Nilpferde genannt, weil sie im Nilstrom zur Welt kommen: dennoch wandeln sie nicht, wenn sie sich an der Oberfläche des Wassers aufhalten, sondern schwimmen, und bedienen sich des Fußes nicht zum Gehen, sondern wie eines Ruders zum Gleiten. Auch das Schiff gleitet ja, vom Ruderschlag bewegt, dahin, und sein Kiel durchfurcht die Wasser.