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Das Ziegelschlagen
Der Zuträger oder die Zuträgerin brachte den Lehm portionenweise vom Sumpfloch auf den Tisch. Diese Arbeit wurde durch Zieglerbuben- und mädchen verrichtet, oft die Söhne und Töchter der Ziegler. Es wurde so viel Lehm auf den Tisch getürmt, dass der Ziegler etwa 50 Ziegel herstellen konnte. Die Menge Lehm für einen Ziegel bezeichnet man als "Batzen".
1. Das Formen der Ziegel erfolgte auf einem Brett, über welches ein Tuch gelegt war.
Darauf legte der Ziegler einen eisernen oder hölzernen Formrahmen. Die Form wurde mit Ziegelmehl gesandet. In die Ziegelform schlug er eine Portion Lehm hinein und verteilte sie mit beiden Handballen in der ganzen Form.
2. Mit dem Streichholz oder der Harfe strich der Ziegler die Rückseite des Ziegels glatt ab und verwendete das überschüssige Material zur Bildung der Nase. Die Nase wurde mit dem Streichholz oder mit einem Draht geformt. Mit zwei nassen Daumen erhielt die Nase ihre glatten Seiten.
3. Die Rückseite wurde mit Ziegelschrot gesandet, damit der Lehm nicht auf dem Brett klebte. Das Trocknungsbrett mit einer Aussparung für die Nase wurde auf die Rückseite des Ziegels gelegt. Mittels des Tuches wurde der Ziegel auf das Trocknungsbrett gekippt.
4. Der Ziegler glättete die Oberfläche und versah sie mit den Fingern nacheinander mit Ab-, Rand-, und Kopfstrichen. Die Rillen auf dem Ziegel waren notwendig, damit das Regenwasser auch bei Seitenwind abgeleitet wurde. Man sagte dieser Tätigkeit auch "Ziegel abziehen". Dann konnte der Formrahmen entfernt werden. Herr Lörch hat pro Tag etwa 250 Ziegel hergestellt.
Die Ziegler richteten sich wie die Bauern nach dem Heiligen Kalender. Am Georgstag, 23. April, starteten die Ziegler mit ihrer Arbeit, und am 16. Oktober, dem Gallustag, wurde die Ziegelherstellung wieder eingestellt. Während den Wintermonaten war der Lehm zu hart. Und frisch geformte Ziegel dürfen nicht gefrieren.
(Zeichnungen: Richard Bucher)