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<h2>SubmittedText<h2><p>Im Rahmen der diesjährigen Lauberhornrennen wurden - um die Rennen durchführen zu können - kleine Mengen Hilfsstoffe zur Pistenpräparation eingesetzt. Diese Methode ist seit über zwei Jahrzehnten im Skisport weltweit üblich. Um diesen Einsatz von solchen Hilfsstoffen entbrannte eine grosse Polemik; das Lauberhornrennen mit seiner weltweiten Ausstrahlung wurde von links-grünen Kreisen, aber auch vom Bundesamt für Umwelt (Bafu) für Umweltpolitik missbraucht. </p><p>Die internationalen Lauberhornrennen bilden seit Jahrzehnten wichtige Höhepunkte im alpinen Skirennsport. Hohe Einschaltquoten und Live-Übertragungen in die ganze Welt sorgen dafür, dass die herrliche Bergwelt und mit ihr die Schweiz in einer sehr positiven Art positioniert wird. Bessere und kostengünstigere Werbung für das Tourismusland Schweiz gibt es wohl kaum! </p><p>In diesem Zusammenhang wird der Bundesrat gebeten, zu den folgenden Fragen Stellung zu nehmen: </p><p>1. Wie beurteilt er die wirtschaftliche und gesellschaftliche Wichtigkeit der internationalen Lauberhornrennen für die Schweiz, die Region Berner Oberland und den Sport?</p><p>2. Wie hoch schätzt der Bundesrat den Werbeeffekt der internationalen Lauberhornrennen ein?</p><p>3. Ist ihm bewusst, in welchem Verhältnis die 1,4 Tonnen eingesetzter Hilfsstoffe zum Einsatz von Streusalz (ähnliche Zusammensetzung wie eingesetzte Hilfsstoffe) auf Schweizer Strassen und Flughäfen steht?</p><p>4. Wie beurteilt er das Risiko, dass aufgrund solcher Hetzkampagnen ehrenamtlich tätige Funktionäre in Zukunft auf die Organisation von Sportveranstaltungen verzichten werden? </p><p>5. Ist er auch der Meinung, dass solche Sportveranstaltungen nicht für Umweltpolitik missbraucht werden dürfen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Sportliche Grossveranstaltungen, seien es einmalige Ereignisse wie die Uefa Euro 2008 oder wiederkehrende Anlässe wie beispielsweise die Lauberhornrennen, haben bedeutende volkswirtschaftliche Effekte und können wesentlich dazu beitragen, das Image eines Landes zu prägen und zu stärken. Aus diesem Grund begrüsst der Bundesrat grundsätzlich die Organisation von Sportgrossveranstaltungen in der Schweiz.</p><p>Vor diesem Hintergrund beantwortet der Bundesrat die Fragen wie folgt:</p><p>1. Für touristische Regionen wie das Berner Oberland ist eine Veranstaltung, wie es die internationalen Lauberhornrennen darstellen, ein wichtiger Magnet. Die Rennen sind nicht nur Imageträger, sondern Anlass, um Infrastruktur-, Hotellerie- und andere touristische Projekte immer wieder voranzutreiben. Für den Skisport sind die Lauberhornrennen ein Zugpferd, das aus dem internationalen Wettkampfkalender nicht mehr wegzudenken und für den Schweizer Skisport von zentraler Bedeutung ist.</p><p>Die Lauberhornrennen wurden 2002 in Bezug auf wirtschaftliche, gesellschaftliche und ökologische Aspekte untersucht. Bezüglich Ökologie wurden beispielsweise der Gesamtenergieverbrauch pro Person (1480 MJ) oder die Abfallmenge (1,01 kg) berechnet. Für die Region wird von einer volkswirtschaftlichen Bruttowertschöpfung von 3,49 Millionen Franken und 44 Vollzeitäquivalenzstellen in der Region ausgegangen. Die Bruttowertschöpfung für die Schweiz dürfte sich gemäss der Studie auf 4,46 Millionen Franken belaufen. Aufgrund der gestiegenen Zuschauerzahlen kann für 2007 von einer noch höheren Wertschöpfung ausgegangen werden. Eine Verschiebung oder Absage der Rennen hätte erhebliche wirtschaftliche Einbussen und Imageverlust zur Folge.</p><p>2. Der Werbeeffekt der Veranstaltung in Franken kann nicht beziffert werden. Die Veranstaltung gehört jedoch seit Jahren zu den sportlichen Höhepunkten am Fernsehen. Die Lauberhornabfahrt von 1985 schaffte es mit 1,63 Millionen Zuschauern in die Top Ten der höchsten Quoten im Schweizer Fernsehen aller Sendungen bis heute. Die Abfahrt 2007 erreichte folgende TV-Einschaltquoten: SF2 1 043 000 (Marktanteil 79,3 Prozent), ORF1 1 112 000 (Marktanteil 74 Prozent). Die Lauberhornabfahrt 2007 wurde in 13 Ländern (+ Eurosport) live oder zeitverschoben ausgestrahlt, darunter auch in Japan und den USA.</p><p>3. In der Schweiz werden auf Verkehrsflächen pro Jahr schätzungsweise rund 100 000 Tonnen Kochsalz eingesetzt. Dies entspricht pro Quadratmeter behandelter Strasse einer Menge von etwa 12 bis 15 Gramm.</p><p>Als Schneehärter werden verschiedene Chemikalien verwendet. Am Lauberhorn wurden beispielsweise pro Quadratmeter zwischen rund 10 Gramm (Abfahrtspiste) und 50 Gramm (Slalomhang) Ammoniumnitrat eingesetzt. Diese Substanz ist ein Dünger, der in der Landwirtschaft verwendet wird. Falsch eingesetzt, kann er die Umwelt schädigen.</p><p>Im Nachgang zum in der Öffentlichkeit und der Presse sehr kontrovers diskutierten Einsatz von Ammoniumnitrat am Lauberhorn hat das Bundesamt für Umwelt (Bafu) das Eidgenössische Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) in Davos beauftragt, zu untersuchen, in welchem Umfang Schneehärter in der Schweiz eingesetzt werden, welche Auswirkungen dieser Hilfsstoffeinsatz hat und wie er allenfalls reglementiert werden müsste. Die Resultate dieser Studie werden Ende 2007 vorliegen.</p><p>4. Für die Lauberhornrennen wurden 3800 unbezahlte Helfertage belegt. Ehrenamtliches Engagement ist eine wesentliche Stütze des Schweizer Sports, vom kleinen Sportverein bis zur Sportgrossveranstaltung. Viele Vereine und Veranstalter bekunden zunehmend Mühe, ehrenamtliche Funktionäre und Helfer zu rekrutieren. Die Gründe dafür liegen aber nicht in erster Linie in erschwerten Rahmenbedingungen im Sportsystem, sondern in der tendenziell grösseren beruflichen Belastung der Ehrenamtlichen. Die Stärkung dieses Ehrenamtes ist ein Ziel im sportpolitischen Konzept des Bundesrates.</p><p>5. Umweltpolitische Aspekte müssen auch bei Sportgrossveranstaltungen berücksichtigt werden. Dessen sind sich Veranstalter bewusst. Die Lauberhornrennen wurden 2002 nach der Methode der Sportevent-Scorecard untersucht. Solche Untersuchungen helfen, die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und ökologischen Auswirkungen einer Veranstaltung zu erfassen und gegebenenfalls Massnahmen zu treffen.</p>  Antwort des Bundesrates.