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Schwangere Frauen halten sich im Vergleich mit Nicht-Schwangeren zwar mehr zurück beim Alkoholkonsum, wie die in der «Swiss Medical Weekly» veröffentlichten Studie zeigt. Aber nicht alle von ihnen verzichten auf Wein oder Bier. Dabei belegten zahlreiche Studien, dass Alkohol dem ungeborenen Kind schadet.
Ein oder zwei Mal pro Woche
In die Studie einbezogen wurden 309 Frauen, die in den Gesundheitsbefragungen des Bundesamtes für Statistik von 2007 und 2012 angegeben hatten, schwanger zu sein. Ihre Angaben stellte das Forschungsteam Angaben von Nicht-Schwangeren gegenüber.
Rund 18 Prozent der schwangeren Frauen gaben an, pro Woche ein oder zwei Mal Alkohol zu konsumieren. Bei den Nicht-Schwangeren waren es knapp ein Drittel. Rund 17 Prozent der Schwangeren tranken nach eigenen Angaben ein bis drei Mal im Monat Alkohol. Fast 20 Prozent der Schwangeren sagten aus, weniger als einmal im Monat Alkohol zu sich zu nehmen und fast die Hälfte der Schwangeren sagten aus, abstinent zu sein. Über die Studie hatte die «SonntagsZeitung» berichtet.
Zu ihrem Weinkonsum befragt, gaben rund zehn Prozent der Schwangeren an, in den sieben vergangenen Tagen getrunken zu haben. Mengenmässig hielten sie sich indes gegenüber Nicht-Schwangeren zurück: 80 Prozent sagten, jeweils nicht mehr als ein Glas getrunken zu haben.
«Falsches Gefühl der Sicherheit»
Die Zahlen liessen darauf schliessen, dass relativ häufig angenommen werde, dass eines oder zwei Gläser Wein das ungeborene Kind keinem Risiko aussetzten, schrieben die Forschenden zu ihrem Befund. Sie sprechen von einem falschen Gefühl der Sicherheit. Eine für das ungeborene Kind «sichere Menge» von Alkohol gebe es nicht.
Aufs Rauchen verzichten laut Studie mehr schwangere als nicht schwangere Frauen. Über 10 Prozent der Schwangeren gaben an, Tabakprodukte zu konsumieren. Von den Nicht-Schwangeren rauchten rund 30 Prozent. Rund zwei Drittel dieser Frauen konsumierten täglich Tabakprodukte – ob sie schwanger sind oder nicht.
Information vor Schwangerschaft
Möglicherweise hätten die bisherigen Kampagnen gegen das Rauchen und Trinken in der Schwangerschaft noch nicht genügend durchgeschlagen, schreiben die Forscher um Ana Paula Simões-Wüst. Angesichts des hohen Gesundheitsbewusstseins wollen sie auch wissen, weshalb Schwangere wider besseres Wissen zu Glas oder Glimmstängel griffen.
Die Forschenden plädieren für mehr Aufklärung: Vielversprechend sei der Ansatz, dass Gynäkologen Frauen schon vor einer Schwangerschaft über mit Rauchen und Trinken verbundene Risiken aufklärten. Diese Informationen müssten indes alle Frauen im gebärfähigen Alter erreichen. Sie sollten deshalb beispielsweise auch an Schulen oder bei Routineuntersuchungen abgegeben werden.
(sda)