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In einem kleinen Dorf in der Schweiz, das Eriswil heisst lebte einst ein Kunstschmied, der sich dem Feuer verschrieben hatte. An einem ruhigen und sonnigen Tag setzte er sich an seine Feuerstelle im Garten und grübelte über den Sinn seiner Arbeit nach. Wie das Feuer so loderte spürte er plötzlich ein seltsames Verlangen. Er wünschte, dass sich ein Fabelwesen, ein Drachen, auf den Hügeln seines Dorfes einfinden würde. Er packte seinen Lederschurz, ging in die Schmiede und entfachte ein mächtiges Feuer. Er legte ein Stück harten Stahl in die Glut und schmiedete Tag und Nacht bis er mit seinen kräftigen Schlägen am Amboss ein wunderbares Geschöpf erschaffen hatte.
Als er das Werk betrachtete fand er, dass seinem Wesen ein Begleiter fehle. Er erschuf auch diesen; einen mit seiner Seele verbundenen Drachenreiter. Danach legte er
voller Zufriedenheit den Hammer auf den Amboss und legte sich zur Ruhe. In seinen Träumen flog er über die Täler und Hügel des Oberaargaus und Emmentals, kreiste um den Napf und fühlte sich frei
und unbeschwert. In ihm regte sich aber das Verlangen, die beiden Fabelwesen in die Freiheit zu entlassen. Am folgenden Morgen in aller Frühe löste der Drachenschmied den Bann zwischen ihm und
den beiden mit dem Wunsch, sie mögen in Zukunft über die Schmiede und deren Bewohner wachen. Die Wesen gaben ihm ihr Wort, bedankten sich und flogen zu den Hügeln des Dorfes.
Wenn du als Wanderer oder Besucher beim Trögliloch vorbeikommst und die beiden Fabelwesen suchst so wirst du, wenn dir das Glück hold und du ganz leise bist, das Schnauben und die Flügelschläge vom Drachen hören. Sei unbesorgt, er und sein Reiter werden über dich wachen und dich beschützen, solange du mit guten Absichten in den Hügeln um Eriswil umherstreifst. Und da es Fabelwesen sind leben und wachen sie ewig in dieser Gegend. Nun ist die Geschichte aber nicht fertig! Den Schmied überkam plötzlich eine grosse Sehnsucht nach seinem Drachen. Er wusste aber, dass dieser sich in der Freiheit wohlfühlte und nicht zurückkommen möchte. Also packte er erneut seinen Schmiedehammer, entfachte das Schmiedefeuer und schuf viele kleine Drachen, die nun im und um sein Haus bis an sein Lebensende leben. Wenn du sie sehen möchtest besuch doch einmal seine Werkstatt und die Drachen, seine Arbeiten werden dich sicher in den Bann ziehen.