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der
Toten, des Leibes oder des Fleisches, die Wiederbelebung des toten Menschenleibes
und, nach der
Vorstellung von Leib und Seele als zweier verschiedenen
Substanzen, die Wiedervereinigung der unsterblichen Seele
mit ihm. Im heidnischen
Altertume tritt der Auferstehungsglaube nur sehr vereinzelt auf. Die griech. Volksreligion
wußte nur von einem freudlosen, traumartigen Aufenthalte der abgeschiedenen Seelen im Schattenreiche (s.
Unterwelt), aus welchem nur Halbgötter und Heroen in die Oberwelt zurückkehrten.
Bei den Ägyptern und
Indern findet sich der
Glaube an eine Seelenwanderung (s. d.), eine ausgebildete Auferstehungslehre
dagegen nur im Parfismus (s. Zoroaster). Dem ältesten
Judentume ist der
Glaube an die Auferstehung noch fremd.
In den vor dem Exile geschriebenen
Schriften des Alten
Testaments herrscht vielmehr die
Vorstellung vom Scheol (s.
Hölle), dem freudlosen Totenreiche,
aus dem keiner zurückkehrt. Eine Anzahl Psalmstellen, die man für die gegenteilige Meinung angeführt hat
(Ps.
16, 10;. 17, 15; 49, 16; 68, 21; 73, 24), sind ebensowenig wie
Hiob 19, 25-27. auf die Auferstehung zu beziehen.
Die Belebung der Totengebeine findet sich zuerst nach dem
Untergange des jüd.
Staates als
Sinnbild der
Neubelebung des messianischen
Volks (Ezech. 37;.
Jes. 25, 3;. 26, 19). Im
BucheDaniel (12, 2.13) ist die Hoffnung auf Wiederbelebung
der Frommen und der Gottlosen in der messianischen Zeit ausgesprochen; doch scheint sie auch später nicht
zur herrschenden Volksvorstellung geworden zu sein. Das zweite
Buch der Makkabäer, in dem der Auferstehungsglaube sehr entschieden
auftritt
(Kap. 7), gehört der hasidäischen Partei an; die aus ihr hervorgegangenen
Pharisäer (s. d.) bildeten diesen
Glauben
zur
Lehre
[* 4] aus, wogegen die Sadducäer die ältere Volksmeinung aufrecht erhielten.
Zum Volksglauben ist die Hoffnung auf der Leiber erst im
Christentume geworden.
Jesus verkündigte nicht
nur ein
ewiges Leben aller zur
Teilnahme am Himmelreiche
Berufenen, sondern nach der
Darstellung unserer
Evangelien ausdrücklich
auch eine der
Toten, in
Verbindung mit seiner eigenen Wiederkunft, und ein großes Weltgericht. (S. Jüngstes Gericht.) Für
die älteste Gemeinde blieb die Auferstehung Jesu die göttliche Legitimation seiner Messiaswürde
und die
Bürgschaft der einstigen Auferstehung aller Gläubigen.
Als Zeitpunkt galt die Wiederkunft Christi zur
Begründung seines
Reichs auf Erden, die
Paulus (1 Kor. 15, 23. fg.) und namentlich
die Offenbarung des
Johannes noch von der sog. zweiten Auferstehung beim Endgericht,
die sich auf alle
Menschen erstrecken soll, unterscheidet. Doch scheint
Paulus anderwärts wieder nur eine der Gläubigen zu
lehren, wenigstens ist dies die Konsequenz seiner
Annahme, daß die Gläubigen in Kraft
[* 5] des ihnen verliehenen göttlichen
Geistes (des Pneuma) geistige (pneumatische) Leiber erhalten sollen, während «Fleisch
und
Blut» dasReich Gottes nicht erben können. Er stellt sich daher den Auferstehungsleib als einen himmlischen
Lichtleib vor
(1 Kor. 15, 35. fg.;
2 Kor. 5, 1. fg.).
Schon in der Apostelzeit stieß diese
Lehre in griechisch gebildeten
Kreisen auf
Widerspruch; daher suchten die
Kirchenlehrer
sie
durch
Beweise zu stützen. Nächst der Auferstehung Jesu werden die von ihm und den
Aposteln vollbrachten Totenerweckungen,
entsprechende Vorgänge im Leben der Natur, die notwendige Zusammengehörigkeit des Leibes mit der Seele, endlich die Gerechtigkeit,
Güte und Allmacht
Gottes als
Beweismittel benutzt. In der Folgezeit lassen sich eine idealistische und eine realistische
Ansicht
unterscheiden.
Während die Gnostiker die Körperauferstehung leugneten und nur eine
Unsterblichkeit der «pneumatischen»
Seelen lehrten, vertraten die meisten
Kirchenlehrer des
Altertums die sinnlich ausgestattete
Vorstellung, daß der Auferstehungsleib
derselbe sein werde wie der ins
Grab gesenkte. Dagegen neigte sich die
Alexandrinische Schule zu einer geistigem
Auffassung
und namentlich Origenes lehrte, daß in der der nach dem
Sündenfalle mit dem gröbern materiellen überkleidete
«pneumatische» Leib, von seiner verweslichen Hülle befreit, zur vollkommenen
Entfaltung komme. Doch wurde diese
Ansicht im 6. Jahrh, als ketzerisch verdammt, und die
Kirche hielt fest, daß die verwesten
Gliedmaßen am Auferstehungstage sich wieder zusammenfinden würden.
Erst in neuerer Zeit ist der auch von der
Reformation unerschütterlich aufrecht erhaltene Auferstehungsglaube
in
Verbindung mit dem
Glauben an die individuelle Fortdauer nach dem
Tode überhaupt ernstlich angefochten worden (s.
Unsterblichkeit).
Die Auferstehung Jesu ist eine Frage, die für den christl.
Glauben mit der Frage nach unserer persönlichen Fortdauer unzertrennlich
zusammenhängt. Die älteste Gemeinde verkündigte zuversichtlich die Wiederbelebung seines am Kreuze
gestorbenen Leibes (wenn auch in anderer, als der irdischen Erscheinungsform) als die Haupt- und Grundthatsache des ganzen
christl.
Glaubens. Dazu kommen
Berichte von wiederholten Erscheinungen des Gekreuzigten vor seinen
Jüngern, vor einzelnen oder
mehrern, und vor einer größern Menge von Gläubigen zugleich.
Die Erklärung dieser
Thatsache, auf der das ganze
Dasein der christl.
Kirche beruht, fällt der histor.
Kritik anheim. Der älteste auf uns gekommene
Bericht ist das Zeugnis des
Paulus, der die ihm auf dem Wege nach Damaskus gewordene
Christuserscheinung auf völlig gleiche Linie mit den übrigen Erscheinungen des Auferstandenen stellt
(1 Kor. 15, 4-8).
Die Auferstehungsberichte der
Evangelien stimmen untereinander wenig überein: während das echte
Markus-Evangelium
über die Erscheinungen des Auferstandenen keine nähere Auskunft giebt (der jetzige
Schluß von
Kap. 16, 9-20 ist unecht),
zeigt sich in den übrigen
Berichten die weiterbildende fromme Sage thätig, namentlich auch in dem nach
Johannes benannten
Evangelium.
Die heutige histor. Kritik erklärte in der Mehrheit ihrer
Vertreter die Erscheinungen des Auferstandenen als Visionen der
Jünger. Die Schwierigkeiten, die dieser
Auffassung im Wege stehen, sind wenigstens nicht größer als bei der von dem Nationalismus
und selbst von Schleiermacher empfohlenen, aber jetzt aufgegebenen
Annahme,
Christus sei scheintot gewesen,
die obendrein für das sittlich-religiöse
Bewußtsein immer etwas Anstößiges behalten wird. Indessen wird sich der religiöse
Glaube niemals bei der
Annahme bloß subjektiver Visionen beruhigen können, ohne gerade das geschichtliche Fundament des
Christentums
für Täuschung zu erklären; vielmehr sieht er sich genötigt, in jenen Erscheinungen des Auferstandenen, wie
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