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|Theorie zur Perspektive

|Begriffe

|Sehfeld:

Das Sehfeld des Menschen bezeichet den Bereich, den beide Augen ohne Augen- oder Kopfbewegung erfassen können. Dies umfasst ca 180 Grad horizontal und ca. 90 Grad vertikal. Das Sehfeld hat somit eine ovale, horizontale Ausrichtung und entspricht etwa der Breitleinwand im Kino (Widescreen), wenn man in der vordersten Reihe sitzt.
Blickfeld:
Das Blickfeld umfasst den engeren Bereich innerhalb des Sehfeldes, in dem die groben Formen, Farben und Kontraste erkannt werden. Dies umfasst ca. 50 Grad vertikal und horizontal und entspricht dem Normalobjektiv einer Kamera (50 mm Brennweite bei Spiegelreflex-Kleinbildkameras). Alles, was ausserhalb des Blickfeldes im Sehfeld liegt, wird nur undeutlich und stärker als Kontrast und Bewegung wahrgenommen.
Fokus:
Der Fokus umfasst den sehr kleinen Bereich von ca 2 Grad im Zentrum des Blickfeldes, in dem wird Details scharf wahrnehmen können.
|Perspektive: Durchsicht, Durchsehen

- zweidimensionale Darstellung einer räumlichen Situation, optisch-visuelle Raumillusion
- optische Aufzeichnungsgeräte wie Fotoapparat und Filmkamera erzeugen perspektivische Bilder
- 3-D-Simulationen und computergenerierte Bilder sind in der Regel perspektivische Bilder.
Zentralperspektive: Zentralprojektion
"Natürliche" Sichtweise einer räumlichen Situation unter Berücksichtigung der optischen Bedingungen des Auges, resp. der Kamera innerhalb des Blickfeldes.
In einer zentralperspektivischen Darstellung richten sich die vom Betrachter weglaufenden Kanten der sichbaren Objekte auf zentrale Fluchtpunkte zu. Fluchtlinien ausserhalb des Blickfeldes würden nicht mehr als gerade Linien wahrgenommen.
Liegt die Blickrichtung des Betrachters parallel zu den geometrischen Körpern (Häuser, Fassaden, architektonische Teile, Strassen usw), dann fällt der zentrale Fluchtpunkt dieser Objekte mit dem Fokus (Blickpunkt) des Betrachters zusammen. In diesem Moment entsteht eine zentralperspektivische Ansicht mit einem Fluchtpunkt.
Übereckperspektive:
Richtet sich der Blick des Betrachters auf die vorderste Kante eines Gebäudes, dann entsteht eine Übereckperspektive mit mindestens zwei Fluchtpunkten links und rechts dieser Kante. Ein oder beide dieser Fluchtpunkte können ausserhalb des Blick- oder Sehfeldes liegen.
Fluchtpunkt: Schnittpunkt der Fluchtlinien
Die Fluchtpunkte von architektonischen Objekten (Häuser, Strassen usw.) liegen meistens auf dem Horizont (Augenhöhe).
Fluchtlinien:
In die Tiefe des Raumes laufende Begrenzungs- oder Kantenlinien architektonischer oder regelmässig angeordneter Gegenstände (Häuser, Strassen, Gebäudeteile, Alleebäume, Hecken usw.) und in Reihen stehender Gegenstände (Bäume, Masten, Autos usw.)
Bei einer zentralperspektivischen Ansicht laufen Fluchtlinien immer auf einen oder mehrere Fluchtpunkt hin.
Horizont:
Ebene der Fluchtpunkte oder Augenhöhe
In Landschaften wird zwischen natürlichem und perspektivischem Horizont unterschieden: der natürliche Horizont ist die Grenzlinie zwischen Erde (Berge, Häuser, Bäume usw) und Himmel, der perspektivische Horizont ist die Ebene der Fluchtpunkte der horizontal augerichteten Architektur.
Augenhöhe:
Ebene der Fluchtpunkte auf der Augenhöhe des Betrachters oder Bildproduzenten (Fotografen), siehe perspektivischer Horizont

|Gesetzmässigkeiten der perspektivischen Darstellung

| - Alle in Wirklichkeit parallelen Linien haben in einer perspektivischen Darstellung idR. denselben Fluchtpunkt.

- Alle horizontal ausgerichteten, geometrischen Objekte (Häuser, Strassen usw.) haben ihre Fluchtpunkte auf der Augenhöhe. In diesem Fall sind Augenhöhe und Horizont (perspektivischer Horizont) identisch.
- Bei Froschperspektiven ist der Horizont unten im Bild, bei Vogelperspektiven oben im Bild oder nicht sichtbar.
Farbperspektive - Helligkeit
- Je weiter ein Objekt vom Betrachter entfernt ist, desto heller erscheint es. Schatten erscheinen im Vordergrund dunkler als im Mittel- oder Hintergrund. Die Helligkeitszunahme entsteht durch die Lichtstreuung in den Luftschichten. Die Luftschichten werden somit als Lichquelle vor den entfernten Landschaftsteilen wahrgenommen.
- Der Himmel erscheint tagsüber bei unbedecktem Himmel beim Horizont am hellsten. Im Zenith erscheint das tiefste (dunkelste) Blau.
Farbperspektive - Farbe
- Je weiter ein Objekt vom Betrachter entfernt ist, desto stärker ist der Blauanteil der visuellen Erscheinung (blaue Berge).
Erscheinungsfarbe- Eigenfarbe, Farbstimmung
- Die Eigenfarbe eines Gegenstandes ist nur unter künstlichen Bedingungen optimal wahrnehmbar. Lichtquellen (Sonne, Lampen, Scheinwerfer) und Farbumgebung beeinflussen die Erscheinungsfarbe. In der Natur erscheinen alle Gegenstände in einer komplexen Abhängigkeit von der Eigenfarbe, der Lichtsituation und der Umgebungsfarbe (Farbstimmung, Impressionismus).