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Guselkumab und axiale PsA
Efficacy of guselkumab on axial involvement in patients with active psoriatic arthritis and sacroiliitis: a post-hoc analysis of the phase 3 DISVOVER-1 and DISCOVER-2 studies
Mease Ph et al. Lancet Rheumatol 2021:online ahead of print
In dieser post-hoc Untersuchung aus den Zulassungsstudien von Guselkumab bei Psoriasisarthritis (PsA) wurden die Patienten mit axialer Beteiligung (radiologischer Nachweis einer Sakroiliitis) betreffend die axialen Manifestationen analysiert. Es wurden die Daten des BASDAI (ohne periphere Gelenksdomäne = mBASDAI) und des ASDAS verwendet. Von den insgesamt 1120 Patienten wurden 312 (118 im Placebo-Arm und 194 in beiden Guselkumab-Armen), die die Einschlusskriterien für einen axialen Befall erfüllten, analysiert. Es zeigte sich bei den Patienten unter Guselkumab (Injektion alle 4 oder alle 8 Wochen) eine bessere Reduktion des mBASDAI und des ASDAS nach 24 und 52 Wochen verglichen mit den Placebo-Patienten.
Fazit:
In dieser Post-hoc Analyse konnte ein Effekt auf die axialen Manifestationen von Guselkumab bei Psoriasisarthritis gezeigt werden. Dies, nachdem Studien mit Ustekinumab, einem IL-12/23(p40) Hemmer und Risankizumab, einem I-L23 (p19) Hemmer, keinen Effekt bei der axialen Spondylarthritis zeigten.
Allerdings handelt es sich hier um eine post-hoc Analyse und die scheinbar positiven Resultate sind mit Vorsicht zu interpretieren. Um einen Effekt auf die axiale Manifestation bei der PsA oder der Spondylitis ankylosans zu beweisen, braucht es weitere kontrollierte Studien mit klaren primären Studienendpunkten und dazu geeigneten Outcome Measures, welche gezielt nur die axialen Manifestation erfassen.
Biomarker für das CV-Risiko bei Psoriasis
Targeted metabolomic profiling and prediction of cardiovascular events: a prospective study of patients with psoriatic arthritis and psoriasis
Colaco K. et al. Ann Rheum Dis 2021;80:1429
977 Patienten mit Psoriasis-Erkrankung (PsD, 338 Psoriasis und 639 Psoriasisarthritis, mittlere Beobachtungszeit 7.1 Jahre) wurden hinsichtlich kardiovaskulärem (CV) Risiko untersucht. 70 Patienten hatten ein CV Ereignis. Alanin, Tyrosin, ungesättigte Fettsäuren und High-Density-Lipoproteine (HDL) verringerten das CV Risiko, während Glykoproteinacetyl, Apolipoprotein B und Cholesterin/Triglyceride/VLDL es erhöhten. 13 Biomarker (Metaboliten) konnten das CV-Risiko gut vorhersagen, waren allerdings dem Framingham Risk Score (FRS) nicht signifikant überlegen.
Das CV Risiko von PsD wird immer noch unterschätzt, und 13 dieser neuen Metaboliten sind geeignet, eine Risikoeinschätzung vorzunehmen, welche prognostische Bedeutung hat und präventive Massnahmen impliziert. Interessant ist der Ansatz mit nuclear magnetic resonance spectroscopy zur Erkennung dieser Metabolomics. Wahrscheinlich dürften diese Serummetaboliten auch bei Rheumatoider Arthritis vorhanden sein; weitere Daten sind zu erwarten.
Behandlungsoptionen bei der Tendinopathie der Plantarfaszie
Comparative Effectiveness of Minimally Invasive Nonsurgical Treatments for Plantar Fasciitis: A Network Meta-analysis of 30 Randomized Controlled Trials.
Gao R. et al. Pain Physician 2021;24(7):E955
Mehrere minimal-invasive, nicht-chirurgische Behandlungen werden bei der Plantarfasziitis (PF) eingesetzt. Diese Studie zeigt einen umfassenden Vergleich der derzeit verfügbaren invasiven, nicht-chirurgischen Behandlungen der PF hinsichtlich der kurz- und mittelfristigen Schmerz- reduktion unter Zuhilfenahme einer Netzwerk-Meta-Analyse (NMA). Eingeschlossen wurden nur randomisiert kontrollierte Studien (RCTs) für minimal-invasive nicht-chirurgische Behandlungen eine PF. Die Ergebnisse wurden anhand der Schmerzreduktion der visuellen Analogskala (VAS) nach 3–6 Wochen und 4–6 Monaten beurteilt. Es wurden eine paarweise Metaanalyse und eine NMA auf der Grundlage einer Bayes-Analyse durchgeführt, und alle potenziellen Vergleiche und die Rangfolge der Wahrscheinlichkeiten berechnet. Insgesamt wurden 30 RCT in die NMA aufgenommen. Die Studien untersuchten 20 Behandlungen oder kombinierte Behandlungen, darunter autologes Vollblut, Botulinumtoxin A (BTA), ultraschallgeführte Injektion von Botulinumtoxin in den Gastrocnemius (BTA in den Gastrocnemius), Kortikosteroid (CS), Miniskalpellnadel (MSN), Placebo, plättchenreiches Plasma (PRP) und die ultraschallgeführte Technik und Peppering-Technik (PEP). Die MSN-Behandlung sollte als beste Therapie empfohlen werden, gefolgt von BTA im Gastrocnemius und BTA. PRP ist eine Therapieoption, welche in der klinischen Praxis weiterhin Anwendung findet. Die Injektionen sollten jeweils in Peppering-Technik durchgeführt werden.
Diese Meta-Analyse ist eine umfassende Übersicht der invasiven, aber nicht chirurgischen Therapieoptionen für die Tendinopathie der Plantarfaszie und gibt dem Kliniker Hinweise für die Therapiesequenz und Therapiewahl. Wichtig ist festzuhalten, dass in der Literatur die Tendinopathie der Plantarfaszie missverständlich oft als Plantarfasziitis benannt wird. Interessanterweise gibt es neben der PRP – Injektion gute Evidenz für die Wirksamkeit einer Botulinumtoxin Injektion insbesondere in den medialen M. gastrocnemius.
Babatunde et al. 2018 untersuchten in einer Meta-Analyse zusätzlich zehn gängige nicht-invasive Therapieoptionen zur Behandlung einer Tendinopathie der Plantarfaszie, darunter extrakorporale Stosswellentherapie, NSAR-Injektion, orale NSAR, CS, und Orthesen. Aufgrund der unklaren Evidenz konnten die Autoren nicht feststellen, welche Behandlung bei PF am wirksamsten ist.
COVID-19-Vakzine: Nebenwirkungen bei Autoimmunerkrankungen
Adverse events of six COVID-19 vaccines in patients with autoimmune rheumatic diseases: a cross-sectional study
Esquivel-Valerio J. A. et al. Rheumatology International 2021:online ahead of print
In dieser mexikanischen Studie wurden sechs verschiedene Vakzine gegen COVID-19 bei 225 konsekutiven Patienten mit autoimmunen rheumatischen Erkrankungen erfasst.
Die Vakzine setzten sich zusammen aus:
Pfizer-BioN-Tech in 47,5%, CanSinoBIO (China) in 15,1%, Moderna in 12,8%, Oxford-AstraZeneca in 12,4%, Sinovac (China) in 9,7%, Janssen (Johnson & Johnson) in 2,2%.
70%–80% der Patienten zeigten unter den verschiedenen Impfarten eine Nebenwirkung. Sinovac lag tiefer mit 54,5%, Janssen höher mit 100% (allerdings nur 5 Patienten!).
Die häufigste Nebenwirkung bestand in lokalisiertem Schmerz (70,2%), gefolgt von Müdigkeit (34,7%), Kopfschmerzen (30,6%) sowie Muskelschmerzen (29,3%). Keine der Nebenwirkungen führte zu einer Arztkonsultation oder gar Hospitalisation.
Fazit:
In einem hohen Prozentsatz der Patienten mit autoimmunen rheumatischen Erkrankungen besteht ein Zögern, sich impfen zu lassen. Entsprechende Untersuchungen zeigten eine tiefe Vakzinationsbereitschaft: Italien 55%, Indien 54%, Türkei 29% als Beispiele. Die vorliegende Studie legt nahe, dass auch bei Autoimmunerkrankungen kaum relevante Nebenwirkungen bei verschiedenen Impfarten auftreten. Für die Beratung unserer Patienten ist dies wichtig zu wissen, um die Akzeptanz der COVID-19-Impfung bei den entsprechenden Patienten zu fördern.