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災: Das Schriftzeichen des Jahres 2018
Jedes Jahr ist es an Seihan Mori, dem Obersten Priester des ehrwürdigen Kiyomizu-Tempels in Kyoto, das Schriftzeichen (jap. Kanji) des Jahres mit einem grossen Pinsel auf ein weisses Washi-Papier feierlich niederzuschreiben. Die diesjährige Abstimmung hat alle Rekorde gebrochen. 193’214 Stimmen wurden auf der Website der Kanji Aptitude Foundation abgegeben. So viele Vorschläge gab es noch nie. Das Schriftzeichen 災 (sai / wazawai) für das «Unglück» oder die «Katastrophe» hat schliesslich mit 20’858 Stimmen das Rennen gemacht.
2018 war tatsächlich ein Jahr der Katastrophen. Insbesondere die Sommermonate machten dem Land schwer zu schaffen. Da waren die grossen Erdbeben in Osaka (Asienspiegel berichtete) und Hokkaido (Asienspiegel berichtete), die Überschwemmungen in der Region Hiroshima und Ehime (Asienspiegel berichtete), die unerträgliche Hitze (Asienspiegel berichtete) und zerstörerischen Taifune Nummer 21 und 24 (Asienspiegel berichtete). Und all dies spielte sich in der kurzen Zeit zwischen Juni und September ab.
Nicht nur Naturkatastrophen
Die Kanji Aptitude Foundation betont zugleich, dass mit dem Schriftzeichen auch die von Menschen verursachten Unglücke gemeint sind, wie die heimlich abgewerteten Hochschul-Eintrittsprüfungen der weiblichen Teilnehmer (Asienspiegel berichtete) oder der Mobbing-Skandal durch einen Trainer des American-Football-Teams der Nihon-Universität.
Es ist nach 2004 bereits das zweite Mal, dass 災 zum Kanji des Jahres gewählt wurde. Damals kam es in Niigata zu einem grossen Erdbeben, bei dem 40 starben und über 3000 Menschen verletzt wurden. Nur das Zeichen für Geld oder Gold 金 hat noch öfter das Rennen gemacht. Das Schriftzeichen des Jahres wird seit 1995 gekürt. Hier geht es zur vollständigen Übersicht.
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