Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03258.jsonl.gz/1476

Berlin (?), vor 1888
Kupfergalvano mit Zinn-Bleilegierung gefüllt, Messing, vergoldet, Textil, Karton, Siegellack
L. 51 cm (hängend); L. 73,8 cm (offen); Gewicht 201,0 g
Inv. 2000.24.
Die Kopie aus vergoldetem Kupfergalvano ist die Nachbildung einer spätmittelalterlichen Ordenskette aus vergoldetem Silber. Die originale Kette wurde wohl 1453 dem Basler Ritter und späteren Bürgermeister Peter Rot (+1487) auf einer Pilgerreise in Jerusalem vom Kurfürsten Friedrich II. von Brandenburg verliehen, der den Orden 1440 in Ansbach gestiftet hatte. Die Witwe des 1487 verstorbenen Peter Rot, Ursula von Efringen, schenkte die Kette 1506 ihrer Namenspatronin, deren Reliquien im Münsterschatz aufbewahrt wurden. Die Kette zierte bis ins 19.Jahrhundert das gotische Büstenreliquiar der hl. Ursula. Bei der Versteigerung der Schatzobjekte, die in Folge der Kantonstrennung Basel-Land zugefallen waren, erwarb 1836 ein Liestaler Bürger namens Carlé die Kette, die er dem aus Ansbach gebürtigen Kunstsammler und späteren Generalpostmeister Karl Ferdinand Friedrich von Nagler weiterverkaufte. Dieser schenkte sie dem preussischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm IV.. Diese einzig bekannte originale Kette des Brandenburgischen Schwanenordens ist seit 1945 verschollen. Das Historische Museum Basel erhielt als Dauerdepositum vom Kunstgewerbemuseum Berlin die vorliegende Nachbildung, die vor 1887 hergestellt wurde.
Die Kette besteht aus 18 Gliedern und einem Medaillon mit dem Brustbild der Ordenspatronin, der Muttergottes im Strahlenkranz. über der Mondsichel mit der Anrufung "Ave mu(n)di d(omi)na". Unter dem Marienbild hängt in einem ringförmig gewundenen Handtuch (Zwehle), von dessen Enden Kettchen mit Glöckchen ausgehen, das Bild eines Schwans. Die Ordenskette des Schwanenordens galt als sichtbares Symbol für tugendhaftes und frommes Verhalten, zu dem die Ordensritter sich verpflichtet hatten.