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Missbildungen in Entwicklungsländern
Warum ist die Not so gross?
Aufgrund fehlender finanzieller Mittel oder mangels medizinischer Einrichtungen ist es für die Ärmsten in Entwicklungsländern besonders schwierig, die notwendige medizinische und chirurgische Versorgung zu bekommen. Oft wird der Zugang durch abgelegene Wohnsituationen zusätzlich erschwert. Krankheiten, die in der westlichen Welt in einem frühen Stadium behandelt werden, schreiten in Entwicklungsländern oft unbehandelt fort, manchmal so lange, bis deren Auswirkungen lebensbedrohlich werden. Für viele Menschen resultiert daraus ein Leben mit Behinderung oder Ablehnung, vielfach führen diese Krankheiten sogar zum Tod.
Tumore
Entstellende Gesichtstumore beginnen oft als kleine Geschwulste. Werden diese nicht behandelt, wachsen sie zu einer lebensbedrohlichen Größe. Es können Probleme beim Atmen oder Essen auftreten. Oft gelten betroffene Menschen aufgrund solcher Auswüchse als verflucht, viele werden von der Gesellschaft ausgestoßen.
Lippen- und Gaumenspalten
Die Korrektur von Lippen- und/oder Gaumenspalten ist hierzulande ein Routineeingriff. In Entwicklungsländern sind Säuglinge, die mit Lippen- bzw. Gaumenspalten geboren werden, häufig unterernährt, weil sie nur mit Schwierigkeiten trinken können. Kinder, die dennoch überleben, werden oft aufgrund ihrer Missbildung abgelehnt.
Noma (Wangenbrand)
In der westlichen Welt traten die letzten bekannten Fälle von Noma vor rund 70 Jahren auf. Die bakterielle Erkrankung, die vor allem Kinder betrifft, zerfrisst das Gewebe der Mundschleimhaut sowie andere Weich- und Knochenteile des Gesichts. Die Infektion breitet sich schnell auf Nase, Lippen und Wangen aus. Obwohl Noma vermeidbar ist und behandelt werden kann, sterben jedes Jahr Tausende Menschen daran. Diejenigen, die diese Krankheit überleben, sind entsetzlich entstellt.
Statistik
- Lippen- und Gaumenspalten sind die häufigsten Formen angeborener Missbildungen im Gesichtsbereich. Sie betrifft 1 von 500 – 700 Lebendgeburten (Quelle: WHO).
- Noma ist eine sogenannte Krankheit der Armut. Ungefähr 70–90% der Noma Fälle enden tödlich, wenn diese unbehandelt bleiben. Vor allem Kinder unter sechs Jahren erkranken hauptsächlich daran. Afrika ist der am stärksten von Wundbrand betroffene Kontinent (Quelle: WHO).
Bessere medizinische Versorgung durch chirurgische Programme an Bord
Chirurgie
Mercy Ships arbeitet mit dem lokalen medizinischen Dienst zusammen, um in jedem Einsatzland Patienten zu finden, die chirurgische Eingriffe benötigen. In den Operationssälen der Africa Mercy führen gut ausgebildete Chirurgen unentgeltlich Tausende von Mund-, Kiefer- und Gesichtsoperationen, allgemeine chirurgische und wiederherstellende Eingriffe durch, die Leben verändern und retten.
Heilung und Seelsorge
Die Patienten erholen sich bei erstklassiger pflegerischer Fürsorge auf der Krankenstation des Schiffes sowie bei ambulanter Pflege im Hope Center. Dort gibt es die Möglichkeit für seelsorgerliche Unterstützung. Mercy Ships bietet eine ganzheitliche Betreuung an, um die Patienten bei ihrer Genesung in jeder möglichen Weise zu unterstützen.
Schulung und Prävention
Mercy Ships arbeitet mit den Regierungen und Gesundheitsministerien der Einsatzländer zusammen, um die Infrastruktur des nationalen Gesundheitssystems zu verbessern. Darüber hinaus schult Mercy Ships einheimische Chirurgen und Krankenschwestern in verschiedenen medizinischen Verfahren. Durch lokale Gesundheitsprogramme trägt Mercy Ships dazu bei, vermeidbare Krankheiten und aus Krankheiten resultierende extreme Ausprägungen einzudämmen.
Bisher erbrachte Leistungen
In zwei aufeinander folgenden Jahren, zwischen 2014 und 2016, wurden 917 Gesichtsoperationen in Madagaskar durchgeführt wird.
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