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Montreux, Schweiz, 8. September 2018 - Zwei junge, hochmotivierte Höchstklasse-Teams traten in diesem Qualifikationsspiel des 33. Montreux Volley Masters am frühen Samstagnachmittag gegeneinander an - China, FIVB Weltranglistennummer 1, gegen Hoffnungsträger Polen. Beide Teams lieferten sich einen Kampf der Extraklasse, in der beide Seiten alles versuchten, um den Gegner auszumanövrieren, was für ein ausgezeichnetes Spektakel sorgte. In einer nervenzerreibenden Viererserie erzielte China ein hart erkämpftes 3-1 (25-23, 28-26, 21-25, 25-23) gegen die jungen Polinnen - beides Teams, die überraschend aus der Gruppenphase ausgeschieden waren.
Der erste Satz begann gelassen - beide Mannschaften hatten weder Grosses zu verlieren, noch zu gewinnen -, und es erlaubten sich beide Seiten einige kleinere Fehler. Die polnische Verteidigung um Agnieszka Kakolewska und Klaudia Alagierska erwies sich im ersten Drittel als den chinesischen Angriffen ebenbürtig. China konnte jedoch innerhalb kurzer Zeit jegliche Ausrutscher gekonnt wieder wettmachen. Die chinesische Libera Lin L. kämpfte wie schon oft zuvor gegen steile Smashes und bewies Weltklasseniveau. Nach einem knappen Kopf-an-Kopf-Rennen konnte die polnische Mannschaft in der 13. Minute einen Zweipunktevorsprung 15-13 erreichen, den sie nach einer Auszeit jedoch wegen eines Fehlservice zu verlieren schienen. Tatsächlich schaffte China den Ausgleich 16-16. Misslungene Angriffsmanöver der polnischen Seite führten anschliessend zum Stand 17-19 zugunsten Chinas. Ein taktischer Umschwung Polens zeichnete sich zwar ab - im Verlauf des Spiels probierte Trainer Jarek Nawircko? mittels Wechseln allerlei Konstellationen aus -, konnte aber keine ausschlaggebende Erfolge zeitigen, da sie wiederholt von den flinken Chinesinnen ausgetrickst wurden. Der erste Satz blieb dank eines Comeback der Polinnen dennoch spannend und endete in einem 23-25 zugunsten Chinas.
Auch im zweiten Satz konnte die stählerne polnische Verteidigung entzücken. Den Osteuropäerinnen gelang es dank eindrücklichen Angriffen diesmal früh in Führung 6-3 zu gehen, und diese im ersten Drittel zu verteidigen. An Jiajie, seines Zeichens chinesischer Trainer, rief in der 34. Spielminute deswegen eine Auszeit aus. Die Standpauke zeigte seine Wirkung, denn die Chinesinnen kamen ihnen in der 38. mit 7-8 gefährlich nahe. Ab dem 8-8 wurden die Rallies stets aufregender, die Manöver immer hektischer. Auch wenn die zahlreichen polnischen Fans keine Gelegenheit bekommen werden, ihre Lieblinge im Besitz einer Medaille zu sehen, so kamen sie bei diesem Spiel doch auf ihre Kosten. Trotz chinesischem Vorsprung im zweiten Drittel liessen ihre Kontrahentinnen nicht nach und wussten zudem, die Stärke ihrer Bälle der chinesischen Formation anzupassen. In der 45. Minute stand es 16-13 für China, was im letzten Drittel wie ein unschlagbarer Vorsprung aussah, doch sieben Minuten später konnte Polen dank einigen kreativen Ballwechseln und Fehlern der Gegenseite bei 20-20 aufholen. Es ging mit unverminderter Spannung weiter: Ein polnischer Block von Kakolewska 20-21, ein schwungvoller Schlag von Duan Fang 23-22, ein waghalsiger Zug von Twardowska zum Ausgleich 23-23. Die Polinnen holten daraufhin zum ultimativen Gegenschlag aus, den die Chinesinnen parierten. Der Satz ging in die Verlängerung. Smarzek packte schweres Geschütz aus und schlug 26-25. Der Satz endete überraschend mit einer polnischen Niederlage 26-28.
Das polnische Team war auch im dritten Satz gegen Weltklasse-Star China in Topform zwang ihren Widersacher in ausgedehnten Ballwechseln mehrmals in die Knie. In der 62. Spielminute kam das chinesische Team angesichts des Spielstands 6-9 ins Schwitzen. An die chinesische Aufstellung gewöhnt, prägten die polnischen Mittelblockerinnen Kakolewska und Efimienko mit ihrer Präsenz das weitere Spielgeschehen. Polen wusste diesmal, seinen Vorteil meisterhaft zu verteidigen. In der 87. Spielminute stand es bereits 22-18 für Polen. Davon konnten sich selbst die Olympioniken nicht erholen, so dass der 3. Satz 21-25 zugunsten der Polinnen ausging.
Es kam zur Verlängerung: Beide Seiten waren keineswegs müde, um die Gegenseite in einem feurigen Tanz aus dem Konzept zu bringen. Ein Service-Fehler von Aussenangreiferin Natalia Murek kündigte in der zweiten Satzminute das chinesische Comeback an. Bloss dieses materialisierte sich innerhalb des erstes Satzdrittels nicht. Es blieb ein nervenzerreibendes Duell - allen voran zwischen den Top-Spielerinnen Smarzek und Kakolewska auf der polnischen Seite und Gong Xiangyu und Liu Xiaotong auf der chinesischen -, bei dem jeder Punkt zählte und dementsprechend ausgekostet wurde. Nach dem 13-13 übernahm Polen die Führung mit zwei Punkten im Vorsprung in der 108. Minute, worauf China eine Auszeit nahm. Der chinesische Konter baute sich langsam aber stetig auf, so dass es zum Ausgleich 17-17 in der 112. Spielminute kam. Der Ausgang blieb bis zum Schluss des Satzes ungewiss. Am Ende wurden erste Risse in der polnischen Defensive sichtbar. Nach einem Ballwechsel epischen Ausmasses gelang es Polen, den Punkteunterschied auf 23-24 zu reduzieren - Gong Xiangyu schlug ihr Team jedoch zum Sieg 25-23.