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Worum geht es?
Beim Rip-Deal handelt es sich um ein betrügerisches Devisentauschgeschäft. Den Opfern wird ein hoher Gewinn in Aussicht gestellt. Anstelle eines Gewinns werden sie aber bei der Geldübergabe auf unterschiedliche Art um ihr Geld betrogen. Der Begriff "Rip-Deal" stammt aus dem Englischen; "to rip" (entreissen) und "deal" (Geschäft).
Die Betrüger arbeiten meistens von Italien oder Frankreich aus. Oft verwenden sie jüdisch, italienisch oder arabisch anmutende Namen, akademische Titel und geben sich beispielsweise als Scheichs aus. Sie operieren in Gruppen mit unterschiedlicher Zusammensetzung. Oft sind die Personen, welche die Geschäfte initiieren, bei der Geldübergabe gar nicht dabei.
Die Betrüger suchen sich ihre Opfer meistens über Anzeigen aus, welche die Opfer selbst aufgegeben haben (z. B. Immobilenanzeigen, Fahrzeugverkauf, Uhren, Pferde, Schmuck, Kunstgegenstände, Geschäftsübernahme). Die Treffen finden vornehmlich im Ausland statt, hauptsächlich in Norditalien, aber auch in Frankreich, Spanien, in der Türkei oder in den Benelux-Staaten.
Bei der ersten Unterredung interessieren sich die Betrüger gar nicht, oder nur am Rande, für das in der Anzeige erwähnte Objekt, sondern lenken das Gespräch geschickt in Richtung Geldwechsel oder Bargeldtransaktionen. Danach werden dem Opfer im luxuriösen Ambiente von Grand Hotels Bargeldtransaktion mit hohen Summen angeboten. In der Regel bieten die Betrüger Euros im Tausch gegen Schweizer Franken an oder umgekehrt, vereinzelt auch US-Dollars. Es kommt auch vor, dass die Betrüger vorgeben, es handle sich um illegal erworbenes Geld oder um Schwarzgeld.
Wie erkenne ich, dass es sich um einen Rip-Deal handeln könnte?
Wenn…
- Sie als Verkäufer Bargeld (Provision, Vermittlungsgebühren etc.) entrichten sollen;
- das Geschäft in Bargeld abgewickelt werden soll;
- die versprochenen Gewinne übermässig sind;
- für die Geldübergabe Treffpunkte in öffentlichen Lokalen, vorzugsweise im Ausland, vorgeschlagen werden;
- im letzten Moment Zeit und Ort des Treffens geändert werden;
- der Kaufpreis ohne Besichtigung oder Prüfung des Objekts akzeptiert wird;
- neben dem eigentlichen Geschäft andere Geschäfte, insbesondere Geldwechselgeschäfte, getätigt werden sollen.
Bezüglich der modi operandi sind der Fantasie der Täter kaum Grenzen gesetzt. Die Palette der Tricks reicht von der Übergabe von Falschgeld oder Faksimile-Geldscheinen über raffinierte Geldkoffer-Umtauschaktionen hin zu einzelnen, mit echten Geldscheinen präparierten Papierbündeln oder schwarz gefärbten Scheinen, die angeblich mit speziellen Chemikalien wieder verwendbar gemacht werden können. Auch vor Gewalt schrecken die Täter bisweilen nicht zurück.
Wie reagieren?
Wenn jemand an Sie herantritt und ein Geschäft vorschlägt, das eines oder mehrere der genannten Charakteristiken aufweist, lassen Sie die Finger davon. Wenn Sie im Ausland Opfer eines solchen Betrugs geworden sind, erstatten Sie bei der örtlichen Polizei Anzeige. Lassen Sie sich ein Doppel der Anzeige geben.
Vorsicht! Die Einfuhr von Bargeld unterliegt in vielen Ländern Restriktionen. Die Einfuhr eines grösseren Bargeldbetrages ist deklarationspflichtig. Nach dem Gesetz einiger Länder erfüllt die Einfuhr von grossen Summen Bargeld den Tatbestand der Geldwäscherei.