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Die zwei Assistenzprofessor_innen der Universität Freiburg, Prof. Petra Vetter vom Departement für Psychologie und Prof. Mario Prsa von der Sektion Medizin, gehören zu den 30 Forschenden, die einen prestigeträchtigen SNF Consolidator Grant ( von insgesamt 182 eingereichten Bewerbungen) erhalten haben. Mit diesem Instrument werden 5-Jahres Projekte von Forschenden finanziert, deren Einfluss auf ihr Fachgebiet auch auf internationaler Ebene wahrgenommen wird.
Die Universität Freiburg ist stolz darauf, zwei international anerkannte Wissenschaftler_innen zu ihren Forschenden zählen zu dürfen, und würdigt auch deren Initiative für die Akquirierung von Drittmitteln. Die SNF Consolidator Grants dienen der Finanzierung von 5-Jahres Projekten und wurden als vorübergehende Massnahme eingeführt, da die Schweiz derzeit als nicht-assoziiertes Drittland an Horizon Europe teilnimmt, was bedeutet, dass sich Forschende an Schweizer Institutionen nicht mehr für den europäischen ERC Consolidator Grant bewerben können.
Prof. Vetter ist eine kognitive Neurowissenschaftlerin, deren Forschung sich auf die optische Wahrnehmung sowie die weiteren Sinne konzentriert und wie diese im menschlichen Gehirn miteinander korrelieren. In ihrem Consolidator Grant Forschungsprojekt möchte sie herausfinden, ob Menschen, die von Geburt an blind sind, den Raum auf die gleiche Weise erfassen wie sehende Menschen; eine Frage, die sich stellt, da an diesem Prozess der Erfassung geografischer Orte in der Regel "visuelle" Kortexe im Gehirn beteiligt sind. Mit anderen Worten: Prof. Vetter wird untersuchen, ob alle Gehirne räumliche Lagepläne auf die gleiche Weise organisieren oder ob die entsprechende Organisation vom Sehvermögen abhängt. Einige von Vetter’s jüngsten Ergebnissen deuten in der Tat darauf hin, dass Blinde ihren "visuellen" Kortex zur Verarbeitung von Geräuschen nutzen. Um zu prüfen, ob die räumliche Ortszuordnung ein universeller Prozess ist, wird ihr Team sowohl bei angeborenen Blinden als auch bei Personen mit verbundenen Augen Töne und Berührungen dazu verwenden, um räumliche Karten im Gehirn zu generieren, und gleichzeitig eine funktionelle Ultra-Hochfeld-MRT sowie eine transkraniale magnetische Hirnstimulation einsetzen. Diese Forschungsarbeiten könnten wichtige Auswirkungen haben, insbesondere auf die Entwicklung von Sehprothesen und -hilfen für blinde und sehbehinderte Menschen.
Das neurowissenschaftliche Forschungsprojekt von Prof. Prsa wird sich ebenfalls mit der sensorischen Wahrnehmung befassen, und zwar mit der Propriozeption, dem "sechsten Sinn", der es uns ermöglicht, die Lage der einzelnen Körperteile im Raum wahrzunehmen. Diese Art der sensorischen Wahrnehmung wird oft übersehen und ist wenig erforscht, was vor allem daran liegt, dass es sehr schwierig ist, Experimente zu konzipieren, mit denen sie präzise beeinflusst werden kann. Wir wissen daher nur wenig darüber, wie sie funktioniert, woher die wahrnehmungsrelevanten propriozeptiven Informationen stammen und wie diese wiederum von den Neuronen im sensorischen Kortex dargestellt werden. Das Team von Prof. Prsa wird sich daher auf die ambitionierte Suche nach dem Ursprung der bewussten Propriozeption in den Vorderextremitäten der Maus machen und deren Weg zum Gehirn funktionell nachzeichnen. Ermöglicht wird diese Forschung durch den Einsatz modernster Technologien und Innovationen, wie z. B. die röntgengesteuerte Robotersteuerung, mit deren Hilfe die Vorderextremität sehr präzise positioniert werden kann, Mikroroboterimplantate oder Nanopartikel-vermittelte optogenetische Stimulation zur Aktivierung der Propriozeptoren in der betreffenden Extremität sowie Zwei-Photonen-Mikroskopie zur Darstellung propriozeptiver neuronaler Reaktionen entlang der aufsteigenden Nervenbahn. Ebenso wie die Forschung von Prof. Vetter hat auch die von Prof. Prsa einen wichtigen potenziellen Einfluss auf die Entwicklung von Prothesen, denn um eine gelähmte Extremität zu ersetzen, muss eine Neuroprothese das Gehirn mit propriozeptiven Informationen über ihre Bewegung im Raum versorgen. Das Verständnis der Propriozeption könnte daher die Entwicklung der nächsten Generation bidirektionaler Neuroprothesen ermöglichen. Darüber hinaus könnte diese Forschung auch entscheidende Erkenntnisse über Erkrankungen liefern, die die Fähigkeit, die Bewegung der eigenen Gliedmassen zu spüren, beeinträchtigen.
Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) prüft derzeit eine erneute Ausschreibung der SNF Consolidator Grants im Jahr 2023. Sollte es dazu kommen, wird die Eingabefrist voraussichtlich ähnlich sein wie im letzten Jahr, wo eine Voranmeldung bis zum 1. Mai möglich war und die Eingabefrist auf den 1. Juni fiel. Die Dienststelle Forschungsförderung wird die UNIFR Forschenden informieren, sobald eine solche Ausschreibung veröffentlicht wird, und steht Ihnen gerne während des Antragsverfahrens zur Seite. Bitte kontaktieren Sie uns unter: <email-pii>.