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<h2>SubmittedText<h2><p>Es liegt im Interesse der Organisatoren, im Interesse aller Behörden und im gesamtnationalen Interesse, dass die Expo.01 zu einem grossen Erfolg wird. Das setzt u. a. voraus, dass sich möglichst alle Teile der Bevölkerung durch eine Landesausstellung angesprochen fühlen. Dies ist offensichtlich momentan nicht der Fall.</p><p>Gemäss den bisher bekannten Konzepten soll die Volkskultur an der Expo.01 keinen Platz haben. Die Anliegen von nationalen volkskulturellen Vereinigungen, an der Expo.01 auch nur in einer bescheidenen Form mitwirken zu können, scheinen faktisch chancenlos zu sein.</p><p>1. Ist der Bundesrat nicht auch der Meinung, dass:</p><p>- eine Landesausstellung auch volkskulturelles Tun mitzuberücksichtigen hat und nicht von vornherein breite Volkskreise und ihr kulturelles Leben ausschliessen darf;</p><p>- eine Landesausstellung in der Bevölkerung eine möglichst breite Akzeptanz finden soll und dies vor allem auch mit dem Einbeziehen von volkskulturellem Tun erreicht werden kann;</p><p>- in Zusammenarbeit mit den entsprechenden nationalen Organisationen ein Einbeziehen z. B. in der Form von "Schaufensterveranstaltungen" unbedingt zu prüfen ist?</p><p>2. Ist der Bundesrat bereit, dieses Grundanliegen vieler nationaler volkskultureller Organisationen im Rahmen seiner Möglichkeiten zu unterstützen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Wie aus der Botschaft des Bundesrates vom 22. Mai 1996 über einen Beitrag des Bundes an die Landesausstellung 2001 und dem Bundesbeschluss vom 10. Dezember 1996 hervorgeht, liegen Organisation und Durchführung der Landesausstellung 2001 beim Verein Expo.01, der auch die Gesamtverantwortung trägt. Die vorliegende Antwort wurde in Zusammenarbeit mit den Organisatoren der Expo.01 verfasst.</p><p>Grosse Teile der Bevölkerung fühlen sich bereits durch die Landesausstellung des Jahres 2001 angesprochen:</p><p>- 20 000 Dossiers für die Mitmachkampagne sind angefordert und über 2500 Projekteingaben aus allen Teilen der Bevölkerung sind eingereicht worden;</p><p>- eine repräsentative Umfrage vom April 1998 zeigt, dass 78 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer aus allen Bevölkerungsteilen sicher oder zumindest sehr wahrscheinlich an die Expo.01 kommen werden;</p><p>- über tausend Medienschaffende aus allen Landesteilen sowie von allen Zeitungen und Medien verfolgen die Expo.01 und berichten mit grosser Regelmässigkeit über sie;</p><p>- Zehntausende besuchen regelmässig die Internet-Homepage der Expo.01.</p><p>Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass die Volkskultur an der Landesausstellung den ihr gebührenden Platz einnehmen wird.</p><p>Die künstlerische Direktion steht bereits mit nationalen Organisationen wie z. B. der Gesellschaft für Volksmusik und der Schweizerischen Trachtenvereinigung (die eventuell sogar ihr 75-Jahr-Jubiläum an der Expo.01 feiern möchte) in Verbindung. Ebenso finden sich unter den eingereichten Projekten zahlreiche, die sich mit der Geschichte unseres Landes, seinen Traditionen und seiner Kultur auseinandersetzen, neben diversen geschichtlichen Themen und verschiedensten Trachtenarbeiten, z. B. das Projekt "Merk-würdige Frauen" (historisches und aktualisiertes Archiv sowie vielfältige Darstellung denkwürdiger Frauen), das historische Rundgemälde der Schlacht von Murten usw.</p><p>Die auf einer jedermann offenen Mitmachkampagne aufgebaute Projektselektion, die enge Zusammenarbeit mit Bund und Kantonen, kantonale Tage und ein Veranstaltungsprogramm mit gegen 200 verschiedenen, sämtliche Bevölkerungsgruppen ansprechenden Veranstaltungen bieten Garantie, dass sich der wichtigste kulturelle Reichtum unseres Landes darstellen lässt.</p><p>Die Expo.01 versteht den Begriff "Volkskultur" zudem nicht nur rein traditionell, sondern in einem breiteren und deshalb auch zugänglicheren Sinn. Somit ist die Volkskultur Bestandteil verschiedener Projekte und Themen, die an der Expo.01 erlebt werden können.</p><p>Es ist das erklärte Ziel der Expo.01, den Geist der Zukunft unseres Landes zu verkörpern. Die Schweiz als Willensnation muss sich regelmässig neu definieren, wozu die Expo ihre Dienste leisten kann. Für vier wichtige Bereiche - die Beziehungen Stadt/Land, Inland/Ausland, Arbeit/Freizeit, Mann/Frau - gilt es gemäss der Generaldirektion der Expo.01, Neudefinitionen zu finden.</p><p>Die Expo.01 möchte als nationale Ausstellung auf die Möglichkeiten der Zukunft, aber auch auf die Komplexität und das Chaos vorbereiten. Widersprüchlichkeiten und Gegensätze provoziert sie formal und inhaltlich. Sie zeigt Befindlichkeiten auf und zeichnet mögliche Erdbeben und Auswege vor.</p><p>Die Vielschichtigkeit unserer Zeit wird am besten in einer thematischen Ausstellung mit thematischen Veranstaltungen und Erholungsräumen veranschaulicht und erfahrbar. So kann die Expo.01 konzeptionell mit einem Themenpark verglichen werden, hat aber inhaltlich, ökologisch und technologisch einen höheren Anspruch als Vergnügungspark. Sie fördert thematische und technische Erfindungen ebenso wie den Dialog zwischen Tradition und Zukunft.</p><p>Wissenschaft, Kunst, Technik, Tradition, Wirtschaft, Industrie, Medien und Politik kooperieren in den verschiedensten Stilen und Ausdrucksformen. Verblüffende interdisziplinäre Partnerschaften aus allen Bereichen des menschlichen Wirkens werden angestrebt.</p><p>Die Expo.01 möchte ihre Gäste in die grenzüberschreitende, interdisziplinäre Widersprüchlichkeit koexistierender Weltbilder führen, inhaltlich wie formal Neugier und Toleranz fördern und dadurch die Angst vor dem Ungewissen, vor dem Fremden, mindern. Die Ausstellungsprojekte müssen auf möglichst unterschiedlichen Ebenen faszinieren. Die Expo.01 strebt eine lebhafte Durchmischung geistiger und emotionaler Nahrung an. So folgt auf eine poetische beispielsweise eine wissenschaftliche Umsetzung, auf ein ernstes Thema ein leichtverdauliches. Grundsätzlich sprechen die Projekte ein breites Publikum an, d. h., intelligente Unterhaltung und angewandte Wissensvermittlung halten sich die Waage.</p><p>Zusammenfassend und in Anbetracht der obenstehenden Ausführungen kann gesagt werden, dass der Bundesrat die in den zwei Fragen des Interpellanten ausgedrückten Ansichten teilt und dafür besorgt sein wird, dass die Generaldirektion der Expo bei ihren Vorbereitungen die eingeschlagene Richtung weiterverfolgen wird.</p>  Antwort des Bundesrates.