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(06.11.2019) Selbstständigerwerbende sowie Kleinst- und Kleinunternehmen nehmen auf dem internationalen Arbeitsmarkt einen zentralen Platz ein. Gemäss den erstmals in rund 100 Ländern von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) erhobenen Daten sind 70% der Erwerbstätigen diesen Kategorien zuzuordnen.
Diese ersten Schätzungen ermöglichen es, die "kleinen Wirtschaftseinheiten" als eine der wichtigsten Triebfedern für die Beschäftigung in der ganzen Welt hervorzuheben. Diese Feststellung spielt eine wichtige Rolle im Hinblick auf die staatlichen Politiken. Die Bereiche, in denen es um Beschäftigung, Jungunternehmen und Produktivität geht, sollten sich laut dem Bericht der ILO stärker auf diese Firmenmodelle fokussieren.
Weltweit macht der informelle Sektor (Wirtschaftstätigkeit, die vom Staat nicht erfasst oder reguliert wird) 62% aller Arbeitsplätze aus. Besonders hoch ist dieser Anteil in Bereichen wie der Landwirtschaft, wo die meisten Arbeitnehmenden selbstständig sind und im Rahmen von Vereinbarungen beschäftigt werden, zulasten der sozialen Sicherheit und der Löhne. In der Schweiz beläuft sich dieser Anteil auf nur 5%, einer der tiefsten Werte im internationalen Vergleich.
In den reichen Ländern, zu denen die Schweiz gehört, werden 58% der Arbeitsplätze von kleinen Wirtschaftseinheiten angeboten. Bei Staaten mit niedrigen Einkommen sind es hingegen fast 100%. Die Strategien für wirtschaftliche und soziale Entwicklung müssen sich also grösstenteils auf diese kleinen Einheiten stützen, so die ILO. Beispielsweise geht es darum, innerhalb dieser Strukturen einen sozialen Dialog zu garantieren oder den Zugang zu Finanzierung zu fördern.
Der Bericht beruht auf den Ergebnissen nationaler Haushalts- und Arbeitskräfteerhebungen in allen Regionen der Welt (mit Ausnahme Nordamerikas). Dabei sind Kleinstunternehmen Firmen mit weniger als 10 Beschäftigten und Kleinunternehmen solche mit weniger als 50 Beschäftigten.
Letzte Änderung 06.11.2019