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Das hydrologische Jahr dauert vom 1. Oktober bis jeweils zum 30. September des Folgejahres. Nach dem nassen Frühling und einem Sommer mit stellenweise Rekordregen war es wenig überraschend, dass an den meisten Orten auch das ganze hydrologische Jahr mit einem Niederschlagsüberschuss endete. Vor allem dem Nordrand der Schweiz entlang war es sehr nass. In Basel fielen 1064 Millimeter Regen, dies bei einem langjährigen Mittel von rund 780 Millimetern. Nur drei Kalenderjahre waren bisher nasser, nämlich das Rekordjahr 1939, mit gut 1200 Millimetern Regen, und die Jahre 1999 und 1922. Auch in St. Gallen betrug der Niederschlagsüberschuss mehr als 30 Prozent. Dort fielen in den vergangenen 12 Monaten rund 1650 Millimeter bei einem Jahresmittel von rund 1250 Millimetern.
Nicht überall zu nass
Im Gegensatz zur Temperatur, die ziemlich homogen verteilt ist, gibt es bei den Niederschlagssummen immer grosse lokale Unterschiede. In Genf entsprach der Niederschlag mit rund 950 Millimetern ziemlich genau dem langjährigen Mittel. Auch in Lugano war es nur weniger nasser als in einem Durchschnittsjahr. Dies obwohl es im Tessin zum Teil deutlich zu viel Regen gab. Sogar unterdurchschnittlich fiel die Niederschlagsmenge in Braunwald aus, obwohl die übrigen Niederschlagsmessstationen im Glarnerland alle überdurchschnittliche Regenmengen verzeichneten.
Nicht jeder Monat war zu nass
Vor allem im Juni und Juli gab es an vielen Orten Rekordregen. Es gab aber während des hydrologischen Jahres 2020/21 auch trockenere Monate, so der Februar oder auch der April. Sogar staubtrocken war der November 2020.
Wozu ein hydrologisches Jahr?
In der Wasserwirtschaft wird vom 1. Oktober bis zum 30. September gerechnet. Der Hauptgrund liegt beim Schneefall. Schnee, der in höheren Lagen zwischen dem 1. Oktober und dem Jahresende fällt, fliesst meist erst im kommenden Kalenderjahr ab. Daher wird in der Wasserwirtschaft erst Ende September bilanziert, und zu diesem Zeitpunkt geht die Rechnung Niederschlag minus Verdunstung gleich Abfluss auch einigermassen auf. Es bleiben dann immer noch zwei Restglieder. Einerseits ist das Grundwasser nicht berücksichtigt und anderseits auch der Gletscherabfluss. In den letzten Jahren gab es immer zu viel Abfluss, da die Gletscher laufend an Volumen verlieren und entsprechend zusätzliches Schmelzwasser in die Abflüsse gelangt. Das war auch in diesem Jahr nicht anders, obwohl es viel Niederschlag gab, und es vergleichsmässig eher kühl war.