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Neue Audioaufnahmen Trump soll bewusst geheime Akten behalten haben
Ex-Präsident Trump soll an einem Treffen von geheimen Dokumenten gesprochen haben, die er besitze. Bisher hatte er behauptet, dass er diese deklassiert habe.
Der ehemalige US-Präsident Donald Trump soll genau gewusst haben, dass er geheime Dokumente bei sich hatte.
Foto: Alex Brandon (Keystone)
Tonaufnahmen sollen belegen, dass Donald Trump nach seiner Abwahl als US-Präsident bewusst geheime Dokumente des Pentagons behalten habe. Diese Aufnahmen sollen der Staatsanwaltschaft vorliegen, wie CNN und die «New York Times» berichten. Zurzeit ermittelt der Sonderermittler Jack Smith gegen Trump, weil bei ihm insgesamt über 300 geheime Dokumente gefunden wurden, die eigentlich ins National Archiv gehören.
Trump behauptete stets, dass er diese Dokumente deklassifiziert habe, als er noch Präsident gewesen sei. Dafür gibt es eigentlich ein klar definiertes Vorgehen. Trump stellt sich jedoch auf den Standpunkt, dass er das als Präsident nicht nötig gehabt habe. In einem Interview mit «Fox News» sagte er sogar, dass es gereicht hätte, wenn er «nur daran gedacht hätte, die Dokumente zu deklassifizieren».
Ein Teil der bei Trump gefundenen Dokumente, die eigentlich im National Archiv aufbewahrt werden müssen.
Foto: Keystone
Die Tonaufnahmen sollen nun nahelegen, dass Trump durchaus wusste, dass die Akten geheim waren und dass diese nicht freigegeben waren. Laut dem Sender CNN gehe es in den Aufzeichnungen um geheime Unterlagen des Pentagons zu einem möglichen Angriff auf den Iran. In der Aufnahme deute Trump an, er wolle die Informationen gerne weitergeben. Weil er nicht mehr Präsident sei, sei dies jedoch nicht so einfach möglich.
Bislang konnten Medien die Aufnahmen nicht selber anhören. Gegenüber CNN und der «New York Times» hätten aber mehrere mit der Sache vertraute Personen deren Existenz bestätigt und beschrieben, was darin zu hören sei.
Wichtiger Beweis für Sonderermittler Jack Smith
Den Berichten zufolge entstand die Aufnahme während eines Treffens im Juli 2021 in Trumps Golfclub in Bedminster im Staat New Jersey, also ein halbes Jahr nach seiner Abwahl. An der Zusammenkunft nahmen auch zwei Personen teil, die an der Autobiografie von Trumps ehemaligem Stabschef Mark Meadows arbeiteten. Deshalb nahm ein Mitarbeiter des Ex-Präsidenten das Gespräch auf, wie immer, wenn dieser ein Interview gab. Das Treffen soll auch in der Autobiografie von Meadows beschrieben sein.
Sollten die Äusserungen bestätigt werden, könnte sich die Aufzeichnung als wichtiges Mittel für die Staatsanwälte des Justizministeriums erweisen. Diese versuchen schon seit Monaten zu beweisen, dass Trump wusste, dass er die Dokumente eigentlich nicht in seinem Besitz haben durfte. Sonderermittler Jack Smith und sein Team prüfen auch, ob Trump oder andere versuchten, die Untersuchung zu behindern. Anklage wurde bisher nicht erhoben.
Auch Biden hatte geheime Dokumente zu Hause
Die Ermittlungen gegen Trump begannen im vergangenen Jahr, nachdem das Nationalarchiv das FBI eingeschaltet hatte. Das Archiv hatte während Monaten versucht, von Trump Dokumente aus seiner Amtszeit zurückzuerhalten. Darauf übergaben seine Anwälte schliesslich einige Dokumente. Doch als das FBI zwei Monate später mit einem Durchsuchungsbefehl Trumps Anwesen Mar-a-Lago durchsuchte, fanden sie noch gut hundert weitere als geheim gekennzeichnete Dokumente.
Ein Sprecher von Trump teilte mit, die Untersuchung sei haltlos und stelle eine fortgesetzte Einmischung in die Präsidentschaftswahl dar.
Zurzeit laufen auch gegen den amtierenden US-Präsidenten Joe Biden Untersuchungen, weil er Geheimdokumente falsch aufbewahrt haben soll. Bei Biden wurden rund zwei Dutzend als «geheim» deklarierte Dokumente gefunden, unter anderem in seiner Garage. Die Dokumente sollen aus seiner Zeit als Vize-Präsident von Barack Obama stammen.
SDA/boj
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