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Gion Mathias Caveltys Büchlein «Die letztesten Dinge» ist eine Stilübung über ein Motiv des Philosophen René Descartes: Beruhte bei diesem der Beweis der Existenz Gottes auf dem Fundament des «Ich denke, also bin ich», so ist bei Cavelty Gott daran, sich zu überlegen, ob er sich selbst erschaffen solle.
Cavelty legt keine logische Abhandlung vor, sondern lässt einen Ich-Erzähler von einem «Flug durchs Nichts» berichten. Das klingt nach Nihilismus – und ist es auch. Ein freundlicher Nihilismus freilich, oft grotesk und komisch, manchmal lakonisch.
Zum Beispiel ist Gott müde: «Jehova, Manitou oder Kollegen aus anderen Religionen hätten schon längst mit der Arbeit begonnen.» Schliesslich erschafft Gott, der dem Ich-Erzähler die Gestalt des Peter Alexander verleiht, doch einen Himmel; einen sogenannten «Media-Markt-Himmel», mitsamt «Kaffeemaschinenabteilung – Küchenwaagenabteilung – Kühlschrankabteilung». Und von der «DVD-Abteilung» heisst es: «Jeden Film gab es in unzähligen Versionen (Director’s cut, Extended director’s cut, Extended edition, Special extended edition, Deluxe extended edition, in 3D; Mit einem einminütigen Spezialauftritt von Stephen Hawking, Mit einem zweiminütigen Spezialauftritt von Stephen Hawking, Mit einem dreiminütigen Spezialauftritt von Stephen Hawking, Mit unerwartetem Happy End, Mit völlig unlogischem Happy End, et cetera).»
Caveltys Prosa ist also ziemlich gegenwartsgesättigt. Der geringe Umfang (126 Seiten) und die vielen Leerräume im Text, die diesem Luft und Atem geben, gestatten eine schnelle, ja vergnügliche Lektüre. Für die einigermassen Alerten und wohl auch etwas Verzweifelten unter uns dürfte gelten (in Zuspitzung eines Diktums von Friedrich Dürrenmatt, wonach, wer so aus dem letzten Loch pfeife wie wir alle, nur noch Komödien verstehe): Erheitern vermag uns heute allein der Trash. Literatur als Medizin? Durchaus.