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Der barocke Strickbau wurde 1628 im bündnerischen Weiler Putz, umgeben von einem halben dutzend ähnlich grosser Doppelhäuser, errichtet und die darauffolgenden 300 Jahre als Bauernhaus bewohnt.
Verfügbarkeit
Beschreibung und Geschichte
Das Haus Under Putz ist ein regionaltypisches, barockes Doppelwohnhaus am alten Handelsweg Schiers-Küblis auf südexponierter Geländeterrasse gelegen. Das grosse Doppel-Bauernhaus ist Teil des historischen Kerns des Weilers Unterputz. Mehrere Häuser dieses Kerns durften im Zusammenhang mit der Verwaltung der nahen Burganlage Castels entstanden sein, die nach 1649 zerstört wurde, dem Jahr des Loskaufs des Prättigaus von der österreichischen Landesherrschaft.
Das Haus bzw. sein Vorgängerbau wurde während der Bündner Wirren um 1622 zerstört. Gemäss diversen Inschriften erfolgte der Wiederaufbau des Hauses im Jahr 1628. Lange Zeit wurde es als Bauernhaus bewohnt. Es ist davon auszugehen, dass die Bewohner gut gestellte Bauern waren, die aufgrund des flachen angrenzenden Landwirtschaftslandes gegenüber anderen Bauern im Dorf privilegiert waren. Der heute nicht mehr existierende Backofen im jetzigen Garderobenzimmer wurde als Gemeinschaftsofen des Weilers benutzt.
Ab den 1930er Jahren wurde das Haus nicht mehr bewohnt. Die damaligen Eigentümer wohnten gegenüber und nutzten das Haus als Abstellraum für land- und hauswirtschaftliche Gerätschaften, Werkstätte und als Hühnerstall. Die neuen Eigentümer begannen 2004 mit der Gesamtrestaurierung, die sie mit Begleitung der Denkmalpflege Graubünden, viel eigener Arbeit und Unterstützung von Handwerkern aus der Region im Jahr 2011 abschliessen konnten.
Das Haus Under Putz befindet sich in Privatbesitz und wird über die Stiftung Ferien im Baudenkmal vermietet.
- Ältere Aufnahme vom ostseitigen Eingang des Haus Under Putz vor der Restaurierung
Baukulturelle Besonderheiten
In seiner heutigen Struktur und barocken Ausstattung ist das Doppelbauernhaus, basierend auf einem firstsymentrischen Grundriss mit Quergang, typisch für die regionale Bauweise im Prättigau des 17. und 18. Jahrhunderts. Das Haus hebt sich von den Nachbarbauten durch seinen reichen Fassadenschmuck mit Zierfriesen und mehreren geschnitzten, heute stark verwitterten, Haussprüchen ab. An der Fassade sind Details erhalten, die auf den bäuerlichen Alltag verweisen, so ein überdachter Bienenstand und Vorrichtungen zum Dörren von Obst.
Zwei grosszügige, gemütliche Stuben mit barockem Täfer und mit funktionierenden Holzöfen sowie einer wertvollen original erhaltenen Ausstattung (Türen, Beschläge etc.), laden zum Verweilen ein. Die Stuben verfügen über eine Täfelung und eine Felderdecke mit zentralem Intarsien-Stern. Die östliche Stube ist auf 1767 datiert. Der Ofen besitzt einen Turmaufsatz aus filigran verzierten grünen Kacheln. Die westliche Stube von 1748 besticht durch ihre vollständig erhaltene Einrichtung: Neben den originalen Fenstern, der über drei Wände umlaufenden Sitzbank mit Klapptisch, dem Turmofen mit Gestell und Aufgang sowie dem Uhrenkasten ist hier sogar die «Hennachäbia» (Hühnerverschlag für den Winter) im Fuss des Buffets erhalten geblieben.
Der heutige Strickbau (Holzteil) ist von 1628 datiert. Der gemauerte bergseitige Trakt entstand spätestens zu Beginn des 16. Jahrhunderts (älteste dendrologische Datierung ergibt 1518). Die Struktur des Kellers und der heute zugemauerten Öffnungen in der nordseitigen Hauswand zeigen, dass das Haus auf einem Vorgängerbau aufbaut. Dieser Bau hatte einen schmalen, überwölbten Eingang in der Nordfassaden, der heute noch klar zu erkennen ist, und zwei niedrige, gemauerte Obergeschosse.
- Gekachelter Turmofen mit umlaufender Sitzbank in einer der Stuben
- Künstlerisch geschnitztes Holzgeländer der Laube
Informationen zum Ferienhaus
- Grundriss Erdgeschoss
- Grundriss Obergeschoss
Das Haus Under Putz befindet sich im bündnerischen Weiler Unterputz oberhalb von Luzein, umgeben von einem halben Dutzend Doppelhäuser gleichen Baustils. Das grosszügige Bauernhaus bietet Platz für bis zu 6 Personen: Im Obergeschoss liegen über den Stuben zwei grosse Schlafkammern (heute zwei Doppelzimmer) und im Steinteil zwei weitere Schlafzimmer (zwei Zimmer mit je einem Einzelbett), die früher als Vorratsräume dienten.
Im Erdgeschoss befinden sich talseitig zwei Stuben mit je einem Ofen, die vom Flur her eingefeuert werden, Bergseitig zwei Küchenzimmer (früher Küche und Backstube, heute Küche und Garderobenzimmer). In der Küche befindet sich eine offene Feuerstelle. Zwei gedeckte Veranden im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss sowie ein Sitzplatz vor dem Haus neben der alten Scheune bieten einen wunderschönen Blick auf die Mähwiese mit Hochstammbäumen unterhalb des Hauses.
Das Haus Under Putz ist ein historisches Haus, ein Baudenkmal. Obwohl im Übrigen technisch zeitgemäss ausgestattet, möchten wir Sie darauf hinweisen, dass gewisse funktionelle Details wie Fenster- und Türöffner, Treppenhandläufe und Stufenhöhen nicht der gängigen Norm entsprechen und eine eventuelle Gefahrenquelle bergen können. Die Treppe in den oberen Stock ist steil und hat kein Geländer und eignet sich deshalb nicht für Kleinkinder und nicht mobile Personen.
Personen: 6 (plus ein Kind bis zwei Jahre)
Schlafzimmer: 1 Doppelzimmer, 1 Zimmer mit zwei Einzelbetten, 2 Einzelzimmer, Babybett auf Anfrage.
Saison: Mai-Oktober
Kurzferien: keine (min. 7 Nächte)
Höhe: 1050 m ü. M.
Haustiere: nicht erlaubt
WLAN: vorhanden
ÖV: Zug bis Landquart, dann mit der Rhätischen Bahn bis nach Schiers, ab Schiers mit dem Postauto Richtung Pany bis Putz Alte Post, 250 m zurück auf der Strasse in Richtung Schiers bis zur Abzweigung des Underputzweges, auf demselben 150 m links hinunter nach Under Putz und zum Haus.
Parkplatz: Drei private Aussenparkplätze beim Haus.
Aussenbereich: Zwei gedeckte Veranden im EG und im 1. OG, Platz zum Sitzen vor dem Haus neben der alten Scheune, gegenüber des Brunnens. Mähwiese mit Hochstammbäumen unterhalb des Hauses.
Heizung: Stuben und darüberliegende Schlafzimmer mit zwei Holzöfen, Küche mit offener Feuerstelle; Bodenheizung in Küche, Garderobe und Nasszellen zum Frostschutz.
Ofen / Cheminée: Zwei grosse Holzöfen, eine offene Feuerstelle in der Küche.
Küche: Mokka- und Nespressomaschine, Geschirrspülmaschine vorhanden, Fondue- und Raclette-Set vorhanden.
Badezimmer: 2
Waschmaschine: vorhanden
Extras: Die Böden sind aus Holz und Stein, weshalb wir Ihnen gute Hausschuhe empfehlen. Die Treppe in den oberen Stock ist steil und hat kein Geländer und eignet sich deshalb nicht für Kleinkinder und nicht mobile Personen.
Lage
Lage
Die Siedlung liegt an der Strasse von Luzein gegen Buchen, oberhalb des schroff zur Landquart abfallenden Putzer Steins, und gliedert sich in die Teile Unterputz und Oberputz, das von der Ruine Castels überragt wird. Die Siedlung folgt dem einseitigen Talweg, welcher bis ins 19. Jahrhundert von Schiers nach Küblis über die Anhöhe und an der Burg Castels vorbeigeführt hatte. Die Burg Castels am talseitigen Ortsrand, spielte im Mittelalter als Vogteisitz eine bedeutende Rolle im Prättigau. Der vom Verkehr kaum berührte Weiler Unterputz hat bis heute seine Ursprünglichkeit bewahrt.
Geschichte
Der Weiler Unterputz ob Luzein besteht in seinem historischen Kern aus einem halben Dutzend grosser Doppelhäuser in Mischbauweise und zwei Stallzeilen. Mehrere dieser Häuser durften in Zusammenhang mit der Verwaltung der nahen Burganlage Castels erbaut worden sein, die nach 1649 zerstört wurde, dem Jahr des Loskaufs des Prättigaus von der österreichischen Landesherrschaft. Die vormals selbständige Gemeinde Putz bildet seit 1892 eine Abteilung der politischen Gemeinde Luzein. Aufgrund der intakt erhaltenen bäuerlichen Bausubstanz wurde der Weiler ins ISOS Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder aufgenommen.
Ausflüge
Im Weiler Unterputz, mit Ortsbild von nationaler Bedeutung (ISOS), befinden sich mehre denkmalgeschützte Bauernhäuser. Er ist erschlossen von einem historischen Verkehrsweg von nationaler Bedeutung und besticht mit seiner vielfältigen Kulturlandschaft. Die Burgruine Castels befindet sich hoch über der Landquartschlucht und eignet sich hervorragend als Picknickplatz. Wanderer kommen in Pany sowie in St. Antönien, den Fideriser Heubergen, Grüsch Danusa und Klosters-Davos auf ihre Kosten.