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Arthroskopie in der Orthopädie
Im Volksmund wird eine Arthroskopie auch «Gelenkspiegelung» oder «Knopfloch-Chirurgie» genannt. Durch Einführen einer dünnen, vielleicht bleistiftdicken Optik ins Gelenk kann über eine Mikrochip-Kamera das Gelenk auf dem Monitor direkt eingesehen und untersucht werden. In den letzten Jahren haben sich auch zunehmend Techniken für die operative Behandlung mit entsprechenden speziellen Instrumenten entwickelt.
Die erste Arthroskopie wurde in der Schweiz 1918 durchgeführt, geriet aber später in Vergessenheit. Die grossen Entwicklungen fanden in Japan und in den USA statt. Die Wiedereinführung in der Schweiz erfolgte ca. 1960, eine Weiterverbreitung aber erst in den siebziger Jahren. Da es sich um eine risikoarme, schonende und sehr erfolgreiche Methode zur Gelenkdiagnostik und später auch -therapie handelt, erlebte sie einen enormen Aufschwung.
Prinzipiell sind arthroskopische Operationen an allen Gelenken möglich. Am häufigsten kommen sie am Knie und in der Schulter zur Anwendung, gefolgt vom Sprunggelenk, seltener in Hüft-, Ellbogen und anderen Gelenken.
Da es sich um eine ausserordentlich Gewebe schonende Technik handelt, kann der Eingriff oft ambulant oder in Kurzhospitalisation erfolgen (dies ist auch abhängig vom Alter und Gesundheitszustand des Patienten und von der Grösse des Eingriffs).
Der Spitaleintritt erfolgt häufig am Tag der Operation, wobei darauf zu achten ist, dass der Patient nüchtern kommt (d. h. keine Nahrungsaufnahme mindestens sechs Stunden und keine Flüssigkeitsaufnahme mindestens drei Stunden vor Eintritt).
Nach der Aufnahme im Spital erfolgt die entsprechende Betäubung. Meistens handelt es sich um eine Teilnarkose im Rückenbereich (Regionalanästhesie), wobei das zu operierende Gelenk gefühllos wird. Der Patient selber ist wach und kann, falls er es wünscht, die auf dem Monitor übertragene Operation mitverfolgen.
Das Gelenk wird anschliessend sehr gründlich desinfiziert und das Spezialinstrumentarium durch einen minimalen Einschnitt ins Gelenk eingeführt. Je nach Situation kann das Gelenk mit Luft oder mit einer speziellen Lösung gefüllt und dann durchgesehen werden. Durch einen zweiten Einschnitt können eine Tastsonde und wenn nötig die Operationsinstrumente eingeführt werden.
Die Vorteile dieser Methode liegen in der geringen Körperschädigung, im direkten Einsehen und Austasten des Gelenkes und in der Möglichkeit, ein Gelenk funktionell (unter normalen Bewegungen) zu untersuchen. Nach Beendigung des arthroskopischen Eingriffs wird die Flüssigkeit abgesaugt und ein steriler Verband angelegt.
Die Arthroskopie ist ein risikoarmes Routineverfahren, bei dem Zwischenfälle und Komplikationen nur selten auftreten. Trotzdem sollten Patienten über mögliche Probleme informiert werden.
Gefäss-Nerven-Verletzungen sind äusserst selten.
Eine Infektion führt zu Schwellung, Rötung, Schmerzen und Temperaturanstieg. Neben einer Behandlung mit Antibiotika sind dann im schlimmsten Fall eventuell mehrere operative Eingriffe notwendig.
Eine Thrombose kann zu Schwellungen und Schmerzen im Unterschenkel, in schlimmen Fällen im Oberschenkel und in sehr schlimmen Fällen zur Embolie führen. Aus diesem Grund werden auch alle Patienten mit entsprechenden Medikamenten geschützt.
Sollten aber nach der Operation schmerzhafte Unterschenkelschwellungen oder gar Atembeschwerden/Atemnot auftreten, muss sofort ein Arzt aufgesucht werden.