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Was ist die Bandkeratopathie?
Bei der Bandkeratopathie handelt es sich um eine Form der Hornhautdegeneration. Diese entsteht durch bandförmige Kalkablagerungen unter dem Epithel der Hornhaut. Meist tritt sie in Folge einer Augen- oder Allgemeinerkrankung auf. Die zunächst grauen Ablagerungen erscheinen mit dem Fortschreiten der Krankheit kreidig-weiss. Dabei äussert sich die bandförmige Keratopathie in diversen Symptomen, die eine operative Entfernung notwendig machen.
Die Ursachen der Bandkeratopathie
Kalzium und Phosphat sind natürliche Bestandteile des Tränenfilms, wobei dessen Verdunsten jedoch zur Steigerung der Konzentration beider Stoffe führt. Ab einem bestimmten Grenzwert lösen sich Kalzium und Phosphat nicht mehr und kristallisieren aus. Ebenso kann die Veränderung des pH-Werts die Löslichkeit der Stoffe beeinträchtigen. Die Bandkeratopathie kann dagegen auch als Folge einer vorhergehenden Operation auftreten. Dabei erhöht der Kontakt der Hornhaut mit Silikonöl das Risiko, an der Bandkeratopathie zu erkranken.
Oftmals sind Augen- oder Allgemeinerkrankungen für das Auftreten der Krankheit verantwortlich, darunter:
- chronische Uveitis anterior
- Phthisis bulbi (Augapfelschrumpfung)
- schwere chronische Keratitis (Hornhautentzündung)
- chronisches Nierenversagen
- erbliche Erkrankungen (z.B. Norrie-Syndrom oder angeborene Bandkeratopathie)
Welche Symptome treten typischerweise auf?
Die Erkrankung äussert sich in diversen wahrnehmbaren Symptomen, die vom Verlauf der Erkrankung abhängen. Betroffene bemerken dabei oft ein vermindertes Sehvermögen, wobei die Beeinträchtigung in der Regel jedoch mild ausfällt. Auch tritt ein Fremdkörpergefühl im Auge auf. Führen kann die Krankheit darüber hinaus zu einer Reizung des Auges, die gelegentlich mit einer Rötung einhergeht. Auch die Photophobie, die übermässige Lichtempfindlichkeit des betroffenen Auges, kann eine Folge sein. Nicht zuletzt sind die Ablagerungen unter dem Epithel der Hornhaut auch optisch in Form einer weisslichen Erscheinung wahrnehmbar.
Diagnostik
Da die Bandkeratopathie als typische Erkrankung des Auges in der Augenheilkunde gilt, kann sie von jedem Augenarzt im Rahmen der Anamnese und Spaltlampenuntersuchung erkannt werden. Bemerkbar ist die weissliche Erscheinung, die sich in Form eines horizontalen Bandes quer über der Hornhaut inklusive ihrer charakteristischen Aussparungen äussert.
Ist die Ursache der Erkrankung nicht eindeutig feststellbar, weil beispielsweise die Einlagerung von st die Ursache der Erkrankung nicht eindeutig feststellbar, weil beispielsweise die Einlagerung von Silikonöl sowie Operationen am Auge in der Vergangenheit ausgeschlossen werden können, empfiehlt sich eine Basisuntersuchung des Patienten. Dabei bietet sich unter anderem die Urinanalyse an, um eventuelle Ablagerungen und Veränderungen des pH-Werts feststellen zu können. Auch Tests der Serumkalzium-, Serumphosphor-, Harnsäure-, BUN-, Kreatinin- und PTH-Werte können Aufschluss geben.
Im Rahmen der Untersuchung kann der Augenarzt mehrere Differenzialdiagnosen in Betracht ziehen, da diese eine ähnliche Symptomatik aufweisen. Dazu zählen:
- Gicht
- interstitielle Keratitis
- Vitamin-D-Mangel
- Calciphylaxie
Die Behandlung der Bandkeratopathie
Die Augenerkrankung ist gut therapierbar, wobei zunächst die medizinische Behandlung in Betracht Die Augenerkrankung ist gut therapierbar, wobei zunächst die medizinische Behandlung in Betracht gezogen werden sollte. Das bietet sich insbesondere bei Patienten mit zurückliegenden Augenoperationen und Grunderkrankungen an. Vor allem bei leichten Symptomen ergeben sich hierbei gute Chancen, wobei ganz ohne medizinische Behandlung auch das Wiederauftreten der Erkrankung nach der Operation nicht auszuschliessen ist.
Grundlage der Therapie ist die Verwendung von Verbandskontaktlinsen in Kombination mit einer antimikrobiellen Therapie. Künstliche Tränen, Gele und Salben helfen bei Reizung und dem auftretenden Fremdkörpergefühl. Auch kann die Senkung der Vitamin-D-Zufuhr die Heilung begünstigen.
Nach der Ursachenbehandlung ist ein operativer Eingriff zu empfehlen. Dieser erfolgt unter Verwendung einer speziellen Ethylendiamintetraessigsäure-Lösung (EDTA-Lösung). Diese bindet Kalk und transportiert ihn schliesslich ab. Mithilfe eines mechanischen Schabers werden Überbleibsel im Anschluss entfernt.
Nach der Operation tragen Patienten eine weiche Verbandskontaktlinse, bis das Hornhautepithel vollständig verheilt ist. Nichtsteroidale Augentropfen helfen während dieses Prozesses bei der Schmerzlinderung, während antibiotische Tropfen Entzündungen verhindern sollen. Zu den möglichen Komplikationen während des Heilungsprozesses zählen unter anderem Schmerzen, die Vernarbung der Hornhaut oder ein Wiederauftreten des Kalziumbandes. Weitere Möglichkeiten für Behandlung sind: Diamantbohrer, Excimerlaser-Keratektomie und lamelläre Keratoplastik. Die Keratoplastik ist eine Hornhauttransplantation, die bei schweren Hornhauterkrankungen oder Defekte wie Hornhautgeschwür (Ulcus corneae) oder Hornhautverletzungen (Erosio corneae) notwendig sein kann.
Prognose: Bestehen gute Chancen auf Heilung?
Die Bandkeratopathie ist eine gut behandelbare Augenerkrankung, wobei die Operation in der Mehrheit der Fälle erfolgversprechend ist. Bei etwa 95 Prozent der Patienten führt die Therapie zur teilweise bis vollständigen Linderung der Symptome. Auch das Sehvermögen verbessert sich im Zuge der Behandlung stark. Eine Beeinträchtigung der Sehachse und Ablagerungen im hinteren Segment können die Wiederherstellung der Sehkraft jedoch einschränken.
Fazit
Die Bandkeratopathie gilt als typische Augenerkrankung, die aufgrund ihrer charakteristischen Symptome mittels herkömmlicher Untersuchungsmethoden der Augenheilkunde leicht erkannt wird. Aus diesem Grund ergeben sich durch die medizinische und operative Behandlung günstige Heilungsprognosen, die die vollständige Linderung der Symptome beinhalten können.
Quellen
- Nika Bagheri, Brynn N. Wajda: The Wills Eye Manual, 7th edition, Seite 64.