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Kinder- und Jugend Public Health
Wie werden Kinder in der Schweiz ernährt und welche Bedeutung hat die Ernährung für die Gesundheit im Lebenslauf?
Ausgangslage
Die ersten Lebensmonate eines Kindes sind geprägt vom schnellen Wachstum des Körpers, der Entwicklung des Nervensystems, der Organe und der Psyche. Gleichzeitig finden Umstellungen in der Ernährung statt; von pränataler Ernährung über Milchnahrung und Beikost bis schliesslich zur Familienkost. Die WHO und die Schweizerische Gesellschaft für Pädiatrie veröffentlicht klare Empfehlungen zu Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern. Die Forschung belegt einen gesundheitlichen Mehrwert dieser Empfehlungen sowie die Tatsache, dass die Empfehlungen sowohl in der Schweiz und im Ausland nicht immer umgesetzt werden sowohl aus gesundheitlichen Gründen als auch gesellschaftlichen Gründen.
Stillmonitoring in der Schweiz
In der Schweiz wird seit 1993 alle 10 Jahre eine repräsentativen Studie zum Stillverhalten und zur Ernährung von Säuglingen durchgeführt. Die beiden letzten Fragebogen-Studien (2003, 2014), in Auftrag gegeben vom Bundesamt für Gesundheit, erfolgten in Zusammenarbeit der Mütter- und Väterberatungsstellen zur Rekrutierung einer zufälligen bevölkerungsbasierten Stichprobe. Der Rücklauf betrug 40%. Diese Studie erlaubt auch Einflussfaktoren, Hürden, Einstellungen und weitere Gesundheitsindikatoren zu erfassen.
Im Jahr 2014 wurde die letzte Studie zu Stillen und Säuglingsernährung (SWIFS) sowie eine Folgestudie durchgeführt, die Daten zur Entwicklung und Gesundheitszustand von Kindern 12 - 24 Monaten erhob (SWIFS+).
Wichtigste Ergebnisse des Stillmonitorings 2014
Die Daten weisen eine hohe initiale Stilprävalenz auf: 95% der Mütter hatten von Beginn an ihr Kind gestillt. Über 50% der Kinder wurden mindestens 12 Wochen ihres Lebens ausschliesslich gestillt. Zwischen 1994 und 2003 hatte die Stillprävalenz deutlich zugenommen. Die Ergänzung der Muttermilch-Ernährung mit Beikost, Wasser, Tee und teilweise auch Säuglingsmilch geschieht in der Regel zwischen dem 5. und dem 7. Lebensmonat, wie empfohlen. Kinder von Müttern im Alter von 30 -39 Jahren, von Eltern mit höherem Ausbildungsstatus und von Vätern mit einer positiven Einstellung zum Stillen wurden unabhängig von anderen Einflussfaktoren länger gestillt. Rauchen sowie die Einnahme von Kontrazeptiva (hormonelle Empfängnisverhütung) waren mit einer kürzeren Stilldauer assoziiert.
Wichtigsten Ergebnisse der Folgestudie SWIFS+
Die Studie hat wichtige Daten zu Gesundheitsstatus und -indikatoren in der frühen Kindheit erfasst.
So zeigte sich, dass 10.4% der Kinder bereits mind. einmal einen Unfall / eine Vergiftung seit der Geburt erlebt hatten. 8% der Kinder hatten eine atopischen Erkrankung und 23% der Kinder hatten in den letzten 24 Stunden ein Medikament erhalten.
Weitere Ergebnisse sind im Abschlussbericht festgehalten.