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Die Preisträger des Nuclear-Free Future Award 2012 kommen aus Japan, Frankreich, Portugal, Deutschland und der Schweiz. Seit 1998 verleiht die Franz-Moll-Stiftung Preise in den versch. Kategorien. Der Nuclear-Free Future Award ehrt Menschen und Initiativen weltweit, die – teils unter Einsatz ihres Lebens – mitwirken, das Atomzeitalter zu beenden.
Die Preisverleihung fand am 29. September 2012 im Kursaal Heiden/AR statt.
dazu:
Einen Film von Rolf Frey zur Preisverleihung finden Sie eingebettet. Es ist ein youtube-Film
Die internationale Jury aus Aktivisten und Wissenschaftlern wählte in den drei
Kategorien Widerstand, Aufklärung, Lösung (dotiert mit je US-Dollar 10.000) die folgenden Kandidaten:
WIDERSTAND: Gabriela Tsukamoto und die Organisation MUNN
Bis 1991 gehörte Portugal mit 62 Minen zu den wichtigsten Uranlieferanten; auch in der Bombe auf Hiroshima befand sich portugiesisches Uran. Jetzt soll nach zwanzig Jahren die Gewinnung wieder aufgenommen werden. Die Kleinstadt Nisa, angeführt durch seine Bürgermeisterin Gabriela Tsukamoto und die Initiative „Movimento Uranio em Nisa Nao“, kämpft gegen die Bedrohung durch Uranabbau. Dadurch rückt Portugal wieder auf die
Landkarte des nuklearen Widerstands.
AUFKLÄRUNG: Katsumi Furitsu
Die japanische Ärztin aus Osaka ist Mitglied der internationalen Ärzteorganisation IPPNW (International Physicians for the Prevention of Nuclear War/ Physicians for Social Responsibility) und hat an allen nuklearen Krisengebiete der Welt gearbeitet. Nach Fukushima sorgte sie für den Fluss unzensierter Nachrichten in die Welt. Ungleich vieler ihrer japanischen Kollegen stellt die Medizinerin seit dreißig Jahren bei den Gefahren durch
radioaktive Verseuchung die Atomkraft neben die Atombombe. Sie wurde von der am 14. Juni verstorbenen Trägerin des Alternativen Nobelpreises, Rosalie Bertell, nominiert.
LÖSUNGEN: Yves Marignac
Er gilt als einer der führenden unabhängen Energie-Experten Frankreichs und leitet die Organisation WISE-Paris (World Information Service on Energy). Yves Marignac ist CoAutor des Manifests NégaWatt, in dem das Szenario eines atomfreien Frankreich entworfen wird.
Hinzu kommen zwei Ehrenpreise:
LEBENSWERK: Sebastian Pflugbeil
Der Physiker und DDR-Bürgerrechtler ist ein Atom-Detektiv: Seit Jahrzehnten eine Quelle für zuverlässige Daten, deckt er immer wieder gefälschte Daten und Statistiken auf. Er ist Präsident der 1991 gegründeten Gesellschaft für Strahlenschutz in Berlin und Redakteur des „Strahlen-Telex“.
BESONDERE ANERKENNUNG: Susan Boos
Die Chefredakteurin der Schweizer Wochenzeitung WOZ zählt in der europäischen Medienwelt zu den wenigen zuverlässigen Autorinnen, die das Thema Kernenergie nie aus den Augen gelassen haben. Große Beachtung fand ihre jüngste Publikation „Fukushima lässt grüßen“ (Rotpunktverlag).
Mehr zum Nuclear-Free Future Award und den PreisträgerInnen: http://www.nuclear-free.com/deu/aktuelles.htm