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Italische
Sprachen, eine der Hauptfamilien des großen indogermanischen Sprachstammes (s.
Indogermanen). Die
italischen
Sprachen wurden in der ältesten
Periode der römischen Geschichte vornehmlich in Mittelitalien gesprochen,
während in Oberitalien
[* 2] keltische, in Unteritalien griechisch und messapisch redende
Bevölkerungen saßen, und waren auch
in Mittelitalien durch die benachbarten, damals noch mächtigen
Etrusker eingeschränkt. Das
Italische zerfiel von Anfang
an in zwei Hauptzweige: den
lateinischen und den nur aus alten
Inschriften bekannten umbrisch-oskischen.
Der letztere Zweig, zu dem auch noch das Volskische, Sabinische, Marsische, Picentinische und andre Mundarten gehörten, unterschied sich von dem erstern hauptsächlich in der Bildung des Infinitivs und des Futurums; in lautlicher Hinsicht hat er mehr Diphthonge als das Latein und setzt im Anlaut der Wörter p, wo die Lateiner k oder q gebrauchen, wie z. B. das lateinische Fragpronomen quis im Umbrisch-Oskischen pis lautet. Das Oskische war die Sprache [* 3] der Samniter, denen die Römer [* 4] das Zepter der Herrschaft über Italien [* 5] nach langen und wechselvollen Kämpfen entrissen; seitdem kam es allmählich außer Gebrauch und erhielt sich nur in einigen der südlichen Provinzen noch bis in das 1. Jahrh. v. Chr. hinein.
Ebenso wurden die andern Dialekte dieses Zweigs völlig verdrängt durch das Latein, das mit dem Faliskischen, anfangs auf eine kleine Landschaft in Mittelitalien beschränkt, durch das siegreiche Vordringen der Römer sich nicht nur über ganz Italien ausbreitete, sondern auch während der römischen Kaiserzeit in fast allen den Römern unterworfenen Provinzen die herrschende Sprache wurde und daher die Grundlage der romanischen Sprachen der Neuzeit bildet.