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DMZ – UMWELT ¦ Patricia Jungo ¦
Die Kräfte, die Meere entwickeln können, sind ganz einfach gewaltig. Es gibt dabei verschiedene Möglichkeiten, diese Kräfte auch sinnvoll zu nutzen. Einerseits versuchen sogenannte Wellenkraftwerke, Energie einzufangen und in nutzbaren Strom umzuwandeln. Andererseits kann auch das Auf und Ab des Meeres im Rahmen der Gezeiten genutzt werden. Da Ebbe und Flut sehr regelmässig abwechseln, lässt sich die Stromproduktion auch ziemlich gut kalkulieren.
Schon in den 1960er Jahren hat man ein entsprechendes Kraftwerk in der Mündung des Flusses Rance in Frankreich errichtet. Leider konnte sich die Technologie dann aber nicht flächendeckend durchsetzen. Gründe dafür gibt es vor allem zwei: Die Kräfte des Meeres sorgen einerseits nicht nur für viel nutzbare Energie. Es kommt auch zu einer enormen Belastung für die eingesetzten Turbinen. Andererseits ist der Tidenhub nicht überall gleich hoch. Es existieren auf der Welt nur ganz wenige Orte mit einem ausreichend starken Wechselspiel von Ebbe und Flut, damit mit einem Gezeitenkraftwerk grössere Mengen an Strom gewonnen werden können. Es ist auch nicht möglich, in der Natur einfach so einzugreifen.
Eine Verbesserung der Effizienz und Robustheit der eingesetzten Turbinen ist jedoch durchaus möglich. Zu genau diesem Zweck wurde vor den schottischen Orkneyinseln ein Testgebiet eingerichtet. Neue Ansätze können so getestet werden. Zusammen mit der Expertise, die sich dort in diesem Bereich konzentriert, sollen relevante Verbesserungen bei der Technologie der Gezeitenkraftwerke erreicht werden. Als treffendes Beispiel dafür kann die grösste Gezeitenturbine aller Zeiten erwähnt werden. Sie wird jetzt ins Wasser gelassen. Die Orkenyinseln selber haben keine Industrie, wo solch grosse Turbinen hergestellt werden könnten.
Aus diesem Grund wurde die von der Firma Orbital Marine Power entwickelte Turbine namens Orbital O2 in der schottischen Stadt Dundee zusammengebaut und dann rund 300 Kilometer nordwärts geschleppt. Die Konstruktion zeichnet ein rund 74 Meter langer Rumpf aus, an dem zwei Rotoren festgemacht sind. Diese haben Flügel mit einer Länge von etwa zwanzig Metern. Wenn die Kraft der Gezeiten diese antreibt, ist dies für eine Leistung von zwei Megawatt ausreichend. Wie die beteiligten Ingenieure versichern, verfügt das Gezeitenkraftwerk auch über eine gewissen Langlebigkeit. In diesem Sinne soll die Turbine für mindestens 15 Jahre in Betrieb sein. Diese Zeitspanne wird erlauben, wichtige Erfahrungen zur Verbesserung der Technologie zu gewinnen.
Quelle:
±Orbital Marine±
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