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Töss in der zweiten Hälfte des 20. Jhdt.
Der Stadtkreis Töss steht unter Druck. Verschiedene Entwicklungen im ausgehenden 20. Jhdt. haben das Image beeinträchtigt. 2005 startete eine Gegenoffensive. Mit dem "Projekt Töss" will der Stadtrat Lösungsansätze zur Aufwertung des Stadtkreises Töss suchen und aufzeigen lassen. Eine Informationszusammenfassung (Sonderbeilage des „Tössemer, Juni 2006) kann unter Dokumente als PDF heruntergeladen werden.
Mit der starken Zunahme des motorisierten Verkehrs Mitte des 20. Jhdts. kam dem Vorort Töss ein gewaltiger Wandel entgegen. Die Zürcherstrasse ist überlastet und der Verkehrsstrom teilte es in zwei Dorfhälften. Mit der Fussgängerunterführung beim Gmeindshüsli wird die Strassenüberquerung für Fussgänger Ende 1959 wieder gefahrlos. Später wurde zusätzlich wieder ein oberirdischer Übergang hinzugefügt. Bald wurde auch der Bau der Strassenunterführung unter der Bülacherlinie spruchreif. Im März 1961 stimmten die Winterthurer Stimmbürger diesem Baukredit zu. Dazu mussten zahlreiche Häuser auf der Westseite der Zürcherstrasse abgerissen werden. Ende 1964 kam das Bauwerk zum Abschluss und der Durchgangsverkehr nahm die Zürcherstrasse wieder in Besitz. Auch die Trolleybuslinie fuhr durch die Unterführung und wendete neu an der Klosterstrasse beim Rieter-Areal.
Kaum war die riesige Baustelle an der Zürcherstrasse aufgehoben begannen 1964 die Bauarbeiten an der Nordumfahrung der Stadt als Teilstück der Autobahn A1. Eine mächtige Schneise am Rande des Vorortes Töss wird in die Landschaft gezogen. Mit dem legendären Hotel Krone mit grossem gediegenen Saal und der Fussballanlage im Nägelsee mussten zwei traditionelle Freizeitanlagen und auch der Chilbi-Platz geopfert werden. 1964 war die letzte traditionelle Tössemerchilbi auf dem Platz beim Auenrain und dem Chilbitanz in legendären Kronen-Saal. Die Töss wird teilweise in einen Tunnel gezwängt und der Ebnet abgetragen.
Anstelle der abgerissenen Häuser westlich der neuen Zürcherstrasse-Unterführung und weiteren Grundstücken entstand, Einweihung November 1970, als Dorfmitte die Zentrumsüberbauung mit Saalbau.
Spektakulär war 1966 (27. Oktober) der Einsturz des Baugerüstes und damit des neu betonierten Bauwerkes für die neue Autobahnbrücke über Töss und Schlosstalstrasse auf Wülflinger Gebiet. 1968 war das Teilstück Töss-Ohringen fertig und Ende 1974 wird mit der Eröffnung des Teilstückes Kemptthal-Töss die ganze A1 Zürich-St. Gallen freigegeben.
Der Abbruch des Chrugeler-Quartiers für eine Neuüberbauung konnte 1981 unter grossem Bürgerprotest abgewendet werden. Das heimelige Alt-Töss mit dem Geburtshaus von J.C. Herr konnte gerettet werden. Die Einzonung wurde 1983 geändert, sodass dieser älteste Dorfteil von Töss als gerettet betrachtet werden kann.