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Referat vom 25. Februar 2018 in Ahaus/D
Gleich zu Beginn möchte ich Sie meiner persönlichen Sicht über die Liebe nahebringen. Was ist Liebe? Viele noch so schöne Texte über die Liebe, die ich zu lesen bekam, sind für meine Begriffe unscharf und oft sentimental formuliert. Von den wenigsten Autoren wurde mir ein klares Bild darüber vermittelt, was im Grunde genommen Liebe ist. Mit dem Vertiefen in die Schriften der Theosophie und später des Sufismus begann ich mein Verständnis wie folgt auszubauen:
Die Liebe ist keine stoffliche Substanz, also nicht „der Stoff, der die Welt zusammenhält“, wie der Titel des Seminars suggeriert – wenn auch mit einem Fragezeichen. Wir können die Liebe weder greifen noch besitzen. Die markante Definition meiner theosophischen Lehrerin Elisabeth Haich selig begleitet mich seit meiner Studentenzeit: Liebe ist (nichts anderes als) der Drang nach Einheit.
Liebe ist somit eher ein Erlebnis, das erlebt wird während dem Zeitraum, in dem es erlebt wird.
Rumi bestätigte das schon im 13. Jhd. in seinen Worten (Divan 3-1333):
Im Grunde genommen ist jedes Teilchen der Welt, ist Alles und Jedes, ja die ganze Welt, Liebe; in Allem und Jedem flammt das Feuer der Liebe, in jedem Partikel, in jedem Atom! Alles ringt darum, sich mit dem Geliebten zu vereinen, alles ist trunken von der Vereinigung.
Im Christentum ist die Liebe ein zentrales Thema. Und wie ist das im Islam? Im Koran und in den Prophetensprüchen (hadith) ist die Liebe nur selten direkt erwähnt. Gerne zitiere ich eines der wenigen Beispiele aus dem Koran (30:21):
Gott hat Liebe und Zärtlichkeit zwischen Mann und Frau gesetzt.
Hierin sind wahrlich Zeichen für ein Volk, das nachdenkt.
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