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Cross-River-Gorilla
Gorilla gorilla diehli
© 2008 Markus Kappeler
(erschienen in der WWF Conservation Stamp Collection)
Wie viele Arten von Grossen Menschenaffen (Hominidae) auf unserem Planeten leben, ist umstritten. Seit längerer Zeit allgemein anerkannt ist, dass es zwei Schimpansenarten gibt: den Gewöhnlichen Schimpansen (Pan troglodytes) und den Bonobo oder Zwergschimpansen (Pan paniscus). Ebenfalls allgemein anerkannt war bis vor kurzem, dass es nur je eine Art von Orang-Utans und Gorillas gibt. Neuerdings ist aber bei den Zoologen eine Modeströmung zu beobachten, der zufolge innerhalb des natürlichen Systems der Tiere nach Kräften aufgespalten wird, was eigentlich zusammengehört. Besonders ausgeprägt ist dieser Trend bei den Affenforschern, weshalb die Zahl der Affenarten in jüngster Zeit erheblich angewachsen ist, ohne dass neue Arten entdeckt worden wären. Auch die Grossen Menschenaffen wurden nicht verschont - mit dem Ergebnis, dass es heute neben den beiden Schimpansenarten auch zwei Orang-Utan-Arten gibt, den Sumatra-Orang-Utan (Pongo abeli) und den Borneo-Orang-Utan (Pongo pygmaeus), ferner zwei Gorillaarten, den Östlichen Gorilla (Gorilla beringei) und den Westlichen Gorilla (Gorilla gorilla).
Die beiden Gorillaarten werden ihrerseits in je zwei Unterarten gegliedert: der Östliche in den Östlichen Flachlandgorilla (Gorilla beringei graueri) und den Berggorilla (Gorilla beringei beringei), der Westliche in den Westlichen Tieflandgorilla (Gorilla gorilla gorilla) und den Cross-River-Gorilla (Gorilla gorilla diehli). Von Letzterem, welcher in einer sehr begrenzten Bergregion im südöstlichen Nigeria und im westlichen Kamerun heimisch ist, soll hier berichtet werden.
Ein harmloses Monster namens «Pongo»
Von den drei Typen Grosser Menschenaffen wurde der Gorilla als letzter von der westlichen Welt entdeckt. Wissenschaftlich beschrieben wurde zunächst 1760 der Orang-Utan, dann 1775 der Schimpanse, jedoch erst 1847 der Gorilla. Paradoxerweise war jedoch der Gorilla der erste gewesen, über den in der westlichen Literatur berichtet worden war. Schon 1613 hatte nämlich der englische Geistliche Samuel Purchas unter dem Titel «Pilgerreisen» zwei Bände mit den Berichten zeitgenössischer Entdeckungsreisender veröffentlicht. Darin fanden sich unter anderem die Erzählungen eines Matrosen namens Andrew Battel, der fast achtzehn Jahre in Äquatorialafrika verbracht hatte. Battel berichtete nebst vielem anderem von einem «Monster», das von den Eingeborenen «Pongo» genannt werde, in den Wäldern lebe, das Gesicht eines Menschen habe, am Leib dunkel und nicht besonders dicht behaart sei, sich vegetarisch ernähre, für die Nacht Nester auf Bäumen baue, harmloser Natur sei, wenn es nicht gereizt werde, und etwa die Grösse, jedoch das doppelte Gewicht eines Menschen habe.
Battel hatte mit diesen Worten klar und deutlich den Gorilla beschrieben. Dennoch blieb der Grosse Menschenaffe mehr als zwei Jahrhunderte lang von der westlichen Welt unbeachtet. Wiederentdeckt wurde er durch den US-amerikanischen Missionar Thomas Savage, der 1846 im Haus eines Kollegen im heutigen Gabun einen Gorillaschädel zu Gesicht bekommen hatte und 1847, nach eingehenden Nachforschungen in der Region, einen Bericht darüber veröffentlichte. Es dauerte dann nochmals rund hundert Jahre, bis der US-amerikanische Verhaltensforscher George B. Schaller Ende der 1950er-Jahre begann, die Lebensweise der Gorillas im Feld zu erforschen, und unter anderem zeigte, dass die Gorillas tatsächlich «friedfertige Monster» sind, wie es Battel mehr als dreihundert Jahre zuvor erzählt hatte.
Ein Randbestand
Auf die Cross-River-Gorillas aufmerksam machte 1904 der deutsche Zoologe Paul Matschie vom Zoologischen Museum der Humboldt-Universität Berlin. Anlässlich seiner Reise in das damalige Deutsch-Kamerun hatte ihm ein gewisser Herr Diehl, Mitarbeiter der deutschen Nordwest-Kamerun-Handelsgesellschaft, mehrere Schädel von Gorillas überreicht, welche in Kameruns Takamanda-Region erlegt worden waren. Die Untersuchung der Schädel führte Matschie zum Schluss, dass diese Gorillas sich von den anderen Westlichen Gorillas deutlich unterschieden, weshalb er sie als eine neue Art beschrieb, die er - Herrn Diehl zu Ehren - Gorilla diehli nannte. Matschies Befund wurde in der Folge von seinen englischen bzw. US-amerikanischen Kollegen Lionel Walter Rothschild (1904), Daniel Giraud Elliot (1912) und Harold Coolidge (1929) bestritten, ohne dass diese aber Matschies Schädel überprüft hatten. Daher wurde der Cross-River-Gorilla nicht als eine eigene Art, ja lange Zeit sogar nicht einmal als eine eigene Unterart eingestuft. Erst 2001 geschah Matschies Sichtweise gewissermassen Genüge, als der auf Schädeluntersuchungen spezialisierte US-amerikanische Anthropologe Esteban Sarmiento aufgrund einer detaillierten Studie feststellte, dass sich «mittels statistischer Analysen» die Cross-River-Gorillas von den übrigen Westlichen Gorillas «anhand ihrer Schädelmerkmale klar trennen lassen» und sie deshalb als separate Unterart einzustufen sind. Von Auge lassen sich die Angehörigen der beiden Unterarten allerdings nicht unterscheiden, denn dass die Cross-River-Gorillas beispielsweise etwas schlankere Zähne, einen leicht schmaleren Gaumen und einen etwas kürzeren Schädel aufweisen als die Westlichen Flachlandgorillas, ist von aussen nicht zu erkennen.
Die Cross-River-Gorillas kommen weiter nördlich und westlich als alle übrigen Gorillas vor. Von den nächsten Westlichen Flachlandgorillas leben sie ungefähr 250 Kilometer entfernt. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über eine Fläche von rund 12 000 Quadratkilometern. Innerhalb dieses Areals ist ihr Vorkommen auf elf weit verstreute Lokalitäten beschränkt. Zehn davon liegen innerhalb eines mehr oder weniger zusammenhängenden Waldgebiets, das eine Fläche von etwa 8000 Quadratkilometern aufweist und von Nigerias Afi-Bergen im Westen bis zu Kameruns Kagwene-Bergen im Osten reicht. Es gibt eindeutige Hinweise dafür, dass hin und wieder einzelne umherstreunende Gorillas von einer Lokalität zur anderen wandern, weshalb die zehn lokalen Bestände als eine zusammenhängende Population betrachtet werden können. Der elfte, erst kürzlich entdeckte Bestand lebt südlich dieser Population vermutlich isoliert in einem Hügelwald nahe der Stadt Bechati in Kamerun.
Rund ein Drittel des Verbreitungsgebiets der Cross-River-Gorillas befindet sich in Nigeria, und zwar im Cross-River-Bundesstaat, der sich - wie sein Name andeutet - im Einzugsgebiet des Flusses Cross befindet. Die Gorillas kommen hier an drei Lokalitäten vor: erstens in den Afi-Bergen, wo sie sich in einem Gebiet von rund 40 Quadratkilometern umherbewegen, zweitens in den Mbe-Bergen, wo sie ein Gebiet von etwa 25 Quadratkilometern bewohnen, und drittens im Okwangwo-Teil des Cross-River-Nationalparks, wo sie sich in einem Gebiet von ungefähr 65 Quadratkilometern aufhalten.
Im Gegensatz zu den Westlichen Flachlandgorillas bewohnen die Cross-River-Gorillas nicht nur tiefer gelegene Wälder, sondern auch Bergwälder bis in Lagen von etwa 1700 Metern ü.M. In Nigeria wie in Kamerun kommen sie heute sogar grossenteils in schroffem, stark zerklüftetem, bewaldetem und für den Menschen und dessen Nutztiere kaum begehbarem Bergland vor. Die Unwegsamkeit des Lebensraums einerseits und andererseits die Tatsache, dass die Cross-River-Gorillas aufgrund ihrer jahrhundertelangen Verfolgung durch den Menschen überaus wachsam und scheu sind, machen ihre Erforschung in der freien Wildbahn sehr schwierig. Das meiste, was wir über ihre Lebensweise wissen, entstammt darum nicht der direkten Beobachtung, sondern der Auswertung ihrer Spuren, besonders der Schlafnester, des Kots und der Essensreste.
In Gruppen lebender Vegetarier
Wie Andrew Battel richtig erzählt hatte, sind die Gorillas ausgeprägte Vegetarier. Die Cross-River-Gorillas bilden hierin keine Ausnahme. Auf ihrem Speiseplan steht ein breites Spektrum von pflanzlichen Stoffen, insbesondere die Blätter, Knospen, Stängel, Blüten, Früchte und Rinde vieler verschiedener Pflanzenarten. Die genaue Zusammensetzung der Kost ist von Ort zu Ort, von Saison zu Saison und auch von Gorillabestand zu Gorillabestand unterschiedlich. Im Jahresdurchschnitt bilden bei den Cross-River-Gorillas die Blätter und Stängel von Krautpflanzen den Hauptteil der Kost. Im Vergleich zu den Westlichen Flachlandgorillas nehmen sie mehr Rinde und mehr Teile von Kletterpflanzen, jedoch weniger Früchte zu sich.
Alle bisher untersuchten Gorillas leben gesellig: Sie bilden kleinere Gruppen, die sich gewöhnlich aus einem dominanten Männchen (das meistens, altersbedingt, silbergraue Rückenhaare aufweist und darum «Silberrückenmännchen» genannt wird), ein paar erwachsenen Weibchen und deren Jungen zusammensetzen. Auch die Cross-River-Gorillas sind Gruppen bildende Tiere. Zählungen ihrer Schlafnester deuten darauf hin, dass sie normalerweise in ziemlich kleinen Gruppen von vier bis sieben Individuen umherstreifen. Eine Gruppe, welche in den Afi-Bergen beobachtet wurde, war allerdings recht gross und umfasste zeitweilig bis zu achtzehn Individuen. Sie hatte ein entsprechend weites Streifgebiet von ungefähr dreissig Quadratkilometern. Interessanterweise trennte sich die Gruppe häufig für ein paar Tage in zwei oder drei Untergruppen auf, die sich dann später wieder zusammenschlossen.
Über das Fortpflanzungsgeschehen bei den Cross-River-Gorillas wissen wir noch gar nichts. Wir dürfen aber davon ausgehen, dass es sich nicht wesentlich von dem bei den besser erforschten Gorillapopulationen unterscheidet. Demnach dauert die Tragzeit ungefähr achteinhalb Monate, und es kommt jeweils ein einzelnes Junges zur Welt. Dieses bleibt während drei bis vier Jahren eng mit seiner Mutter verbunden und wird in dieser Zeit, wenn auch zunehmend seltener, von ihr gesäugt. Die Mutter kann nicht trächtig werden, solange sie säugt, weshalb das Intervall zwischen zwei Geburten in der Regel vier bis fünf Jahre beträgt. Wann die jungen Cross-River-Gorillas die Geschlechtsreife erlangen und sich am Fortpflanzungsgeschehen zu beteiligen beginnen, wissen wir nicht. Bei den in Bergregionen lebenden Beständen des Östlichen Gorillas pflanzen sich die jungen Weibchen im Alter von sechs bis sieben Jahren erstmals fort; dies dürfte auch für die Cross-River-Gorillas gelten. Des Weiteren schreiten die Männchen vermutlich wie dort deutlich später als die Weibchen zur Fortpflanzung, denn es ist das Silberrückenmännchen, welches das Vorrecht zur Paarung mit den Weibchen in seiner Gruppe hat, und dieses ist normalerweise mindestens zehn Jahre alt. Die natürliche Lebenserwartung der Cross-River-Gorillas dürfte in der freien Wildbahn zwischen 30 und 50 Jahren liegen.
Bei jenen Gorillabeständen, welche eingehend erforscht wurden, stellte sich heraus, dass die meisten Individuen, Männchen wie Weibchen, ihre Geburtsgruppe verlassen, wenn sie geschlechtsreif geworden sind. Die Weibchen schliessen sich jeweils bald einer anderen Gruppe an, können aber hernach noch mehrfach zu weiteren Gruppen wechseln, bis sie sich definitiv niederlassen. Die jungen Männchen hingegen streifen meistens eine Weile einzelgängerisch umher, so lange nämlich, bis es ihnen gelingt, eine eigene Gruppe zu gründen oder eine bestehende zu übernehmen.
Es überleben 250 bis 300 Individuen
Die Population der Cross-River-Gorillas umfasst insgesamt bloss 250 bis 300 Individuen. Molekularbiologische Untersuchungen des Erbguts deuten darauf hin, dass der Bestand noch bis vor wenigen Jahrhunderten weit grösser gewesen sein muss und also einen dramatischen Rückgang im Verlauf der vergangenen zwei oder drei Jahrhunderte erlebt hat. Schuld hieran ist zweifellos die Bejagung durch den Menschen.
Obschon die Cross-River-Gorillas sowohl in Nigeria als auch in Kamerun heute unter striktem gesetzlichem Schutz stehen, werden sie leider weiterhin bejagt, und zwar hauptsächlich für den Verzehr, ferner für die Herstellung traditioneller Heilmittel sowie für den Verkauf der Babys als Heimtiere. Da die menschliche Bevölkerung in der Region weiter anwächst und ihr Siedlungs-, Pflanz- und Weideland ständig ausweitet, geht zudem der verbleibende Gorillalebensraum Stück für Stück verloren.
Glücklicherweise ist ein Grossteil der heutigen Gorilla-Rückzugsgebiete praktisch unzugänglich, weshalb der örtliche Jagd- und auch Siedlungsdruck gering ist. Ausserdem stehen in Nigeria zwei der drei Lokalitäten, welche Cross-River-Gorillas beherbergen, unter Schutz. Es handelt sich um das Afi-Berge-Wildschutzgebiet und den Cross-River-Nationalpark. Für die dritte Lokalität, die Mbe-Berge, ist die Ausweisung als Wildschutzgebiet vorgesehen.
In Kamerun ist der Lebensraumschutz weniger umfangreich. Immerhin sind auch hier zwei Lokalitäten, in welchen Cross-River-Gorillas leben, nämlich Takamanda und Mone, als Waldreservate ausgeschieden, wobei Takamanda in naher Zukunft zum Nationalpark aufgewertet werden soll. Geplant ist ferner, im Bereich der Kagwene-Berge ein Gorilla-Schutzgebiet einzurichten.
Leider ist dennoch zu befürchten, dass die Restbestände der Cross-River-Gorillas weiter schwinden, sofern nicht gezielte Schutzmassnahmen zu ihren Gunsten getroffen werden. Ein Problem ist vor allem die enorme Nachfrage der städtischen Bevölkerung nach so genanntem «Buschfleisch» - und der daraus resultierende grosse finanzielle Anreiz zur Wilddieberei. 2006 wurde anlässlich eines internationalen Workshops in Calabar in der Cross-River-Provinz Nigerias ein Aktionsplan zur Rettung der Cross-River-Gorillas erarbeitet. Darin wurde eine ganze Reihe von Massnahmen zur Erhaltung dieser Gorillaunterart festgelegt, so der Einbezug der ansässigen Bevölkerung in die Naturschutzaktivitäten, die Verbesserung der Zusammenarbeit der Naturschutzbehörden Nigerias und Kameruns im Grenzgebiet, die Förderung eines schonenden Ökotourismus, die Verstärkung des Vollzugs der bestehenden Jagd- und Naturschutzgesetze sowie die Erhaltung der Wanderkorridore zwischen den verstreuten Restbeständen. Auch wurden konkrete Massnahmen für jede der elf Lokalitäten, in welchen die Cross-River-Gorillas überleben, formuliert. Der Aktionsplan ist zwar ehrgeizig, aber keineswegs unrealistisch. Von seiner Umsetzung hängt es ab, ob einer unserer nächsten und besonders stark bedrohten Verwandten im Tierreich eine echte Überlebenschance erhält.
Legenden
Der Cross-River-Gorilla (Gorilla gorilla diehli) ist eine Gorilla-Unterart, welche hauptsächlich im bergigen Einzugsgebiet des Flusses Cross im südöstlichen Nigeria und im westlichen Kamerun heimisch ist. Wie bei seinem weiter südöstlich vorkommenden Vetter, dem Westlichen Flachlandgorilla (Gorilla gorilla gorilla), erreichen die Männchen gewöhnlich eine Standhöhe von 160 bis 180 Zentimeter und ein Gewicht von bis zu 180 Kilogramm, während die Weibchen meistens um 140 Zentimeter hoch und maximal 100 Kilogramm schwer werden. Die beiden Bilder zeigen Nyango, ein 1990 geborenes Weibchen und seines Zeichens der einzige Cross-River-Gorilla, welcher in Menschenobhut lebt (im Limbe Wildlife Centre im Westen Kameruns).
Im Gegensatz zu den Westlichen Flachlandgorillas bewohnen die Cross-River-Gorillas nicht nur tiefer gelegene Wälder, sondern auch Bergwälder bis in Lagen von etwa 1700 Metern ü.M. Ihre heutigen Rückzugsgebiete befinden sich grossenteils in schroffem, zerklüftetem, bewaldetem und für den Menschen kaum begehbarem Bergland. Druckfähige Fotos frei lebender Cross-River-Gorillas gibt es darum so gut wie keine. Dieses rare Bild wurde in Nigerias Afi-Bergen aufgenommen.
Wie alle Gorillas ernähren sich die Cross-River-Gorillas strikt vegetarisch. Ihre Hauptkost besteht aus Blättern und Stängeln saftiger Krautpflanzen. Daneben verzehren sie aber auch die Blätter, Stängel, Knospen, Blüten, Früchte und Rinde vieler weiterer Pflanzenarten (links). Ebenfalls wie alle Gorillas bauen die Cross-River-Gorillas Schlafnester auf Bäumen, in denen sie die Nacht verbringen (unten).
Über das Fortpflanzungsgeschehen bei den Cross-River-Gorillas wissen wir noch gar nichts. Wir dürfen aber davon ausgehen, dass es sich nicht wesentlich von dem der besser erforschten Westlichen Flachlandgorillas (Bild) unterscheidet. Bei jenen bringen die Weibchen jeweils nach einer Trageit von ungefähr achteinhalb Monaten ein einzelnes Junges zur Welt, das sie anschliessend während drei bis vier Jahren säugen und intensiv betreuen.
Die Population der Cross-River-Gorillas umfasst lediglich 250 bis 300 Individuen und ist in elf weit verstreute Bestände unterteilt. Das Bild wurde beim Pillar Rock in den Afi-Bergen ganz im Westen des Verbreitungsgebiets der Cross-River-Gorillas aufgenommen, wo der lokale Bestand der grossen Menschenaffen in einem Gebiet von rund vierzig Quadratkilometern umherstreift.
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