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Die Sinnfrage aus Sicht von Balance-Gesellschaften
Welchen Sinn hat das Leben, wenn Menschen gegen Menschen kämpfen und sich gegenseitig ihre Lebensgrundlagen zerstören? Welchen Sinn hat das Leben, wenn sich einzelne Menschen aufschwingen, die Macht über andere zu ergreifen und diese nur dazu benutzen, den eigenen Reichtum immer mehr zu vergrössern? In patriarchalen Gesellschaften, die sich seit ca. 5000 Jahren immer mehr durchgesetzt haben, ist aber genau das angesagt: Leistung, Stärke, Wettkampf, Krieg.
Als die europäischen Missionare den Kindern der australischen Ureinwohner, die als Jäger und Sammler lebten, Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts das Fussballspielen beibrachten, spielten die Kinder so lange, bis beide Seiten gleich viel Tore geschossen hatten. Dann war das Spiel nach ihrem Verständnis zu Ende. Die britischen Missionare machte das fassungslos. Sie brauchten über ein Jahr, um die Kinder der Aborigines zu überzeugen, dass es Gewinner und Verlierer geben sollte. Diese Kinder lebten in einer matrilinearen Gesellschaft. Kooperation stellte darin den höchsten Wert dar. Die Engländer hingegen kamen aus einer patriarchalen Gesellschaft, die auf Herrschaftsprinzip basiert. (aus: Unser ausgebrannter Planet. Von der Weisheit der Erde und der Torheit der Moderne von Thom Hartmann, hier mehr)
«Wir verlangen, das Leben müsse einen Sinn haben.
Aber es hat nur genau so viel Sinn, wie wir ihm selbst geben.»
Hermann Hesse
Macht es nicht viel mehr Sinn, so lange zu spielen, bis alle zufrieden sind? Macht es nicht mehr Sinn, zu kooperieren, sich gegenseitig zu unterstützen, füreinander da zu sein? Wenn sich alle darum kümmern, dass es seinem «Nächsten» gut geht, geht es allen gut! Voll matriarchal ausgeprägte Gesellschaften gibt es laut Heide Göttner-Abendroth (hier im Interview) noch etwa 20 auf der Welt. Gesellschaften mit erhaltenen matriarchalen Spuren und Mustern gibt es sogar noch sehr viel mehr. Hier wird das praktiziert, ohne Herrschaft von Menschen über Menschen, es sind egalitäre Gesellschaften, Gesellschaften in Balance. Das prägende Merkmal ist die Ausgewogenheit: zwischen Männern und Frauen, zwischen Jüngeren und Älteren, und, was ganz wichtig ist, zwischen Mensch und Natur. Nur so ist ein gutes Leben in Frieden für alle möglich.
Stell dir eine Welt in dieser Ausgewogenheit vor. Stell dir vor, wie das Zusammenleben in einer egalitären Gesellschaft aussehen könnte. Am Anfang steht der Gedanke. Gedanken, die dem Leben seinen Sinn geben — danach sollte das Handeln folgen, für ein gutes Leben für alle!
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