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Man kennt die Situation: Wenn man den Flieger bestiegen und es sich gerade im Sitz gemütlich gemacht hat, kommt der Moment, in dem man für eine kurze Zeit etwas gelangweilt an die Kopflehne des Vordersitzes starrt. Das Mobiltelefon ist ausgeschaltet. Das Flugpersonal macht sich für den Start bereit, und der Flieger rollt langsam in Richtung Startbahn. Den MP3-Player darf man nicht benutzen, geschweige denn ein Laptop oder das iPad. Man greift dann meistens zum Magazin der Fluggesellschaft, das sich in der Sitztasche vor einem befindet.
Solche Magazine sind meist gefüllt mit allerlei Inhalt über Destinationen, Reisegadgets und nützlichen Informationen zur Airline. Michael Phillips vom „The Wall Street Journal“ wunderte sich zurecht, als er das Magazin der Safi Airways in die Hand nahm.
Einfach nur die Wahrheit
Anstatt über Natur und Leute zu berichten, erzählen die Autoren vom Drogenkonsum in Kabul und von Maschinengewehren durchlöcherten Sehenswürdigkeiten. Keine Berühmtheit wird portraitiert, sondern ein Kriegsopfer, das bei einem NATO-Angriff verletzt wurde. Als Ausgehtipp empfiehlt das Magazin, man solle sich die Hundekämpfe anschauen gehen. Der beste Blick auf Kabul hat man übrigens vom öffentlichen Schwimmbad Bibi Mahru (das leider kein Wasser hat).
Safi Airways ist eine junge Airline in Afghanistan, und sie macht keinen Hehl daraus, dass das Land klare Schattenseiten hat. Der Manager von Safi ist der Meinung, dass alle Afghanistan-Reisenden wissen, was sie erwartet. So fragt er berechtigterweise: „Warum sollte man dann nicht auch offen darüber schreiben?“
Das nenne ich ein ehrliches Reisemagazin. Ich kann sowohl den toll geschrieben Artikel von Philipps, als auch die Slideshow des „Wall Street Journals“ mit Screenshots und Kommentaren sehr empfehlen: