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Die Glarner Gemeinden sind für die Separatsammlungen aller verwertbarer Güter aus Haushaltungen zuständig. Sie sammeln seit einigen Jahrzehnten Altglas, Altmetall, Batterien, Blechdosen, Aluminium oder Altpapier. In den letzten 25 Jahren sind neue Sammelgüter wie Karton, Kompostgut, Textilien, Kaffeekapseln, PET-Flaschen oder Elektronikabfälle hinzugekommen. Die Kosten für diese Sammlungen werden einerseits über Rückerstattungen aus vorgezogenen Entsorgungsabgaben, welche die Konsumenten beim Kauf eines Produktes bezahlen, wie beim Altglas, Elektronikabfällen, Batterien oder Konservendosen, andererseits aber über die Abfallgebühren der Gemeinden finanziert. Der Aufwand für die Verwertung dieser Güter schwankt mit den Marktpreisen sehr stark. Die meisten verwertbaren Materialien werden von den Gemeinden über den Altstoffhandel der Region zu Verwertungsanlagen wie beispielsweise Papierfabriken weitergeleitet.
Ansturm auf Sammelstellen
Die Gemeinden haben im Laufe der Zeit grosse zentrale Sammelstellen, kleine Satelliten-Sammelstellen und Strassensammlungen organisiert, um es der Bevölkerung leicht zu machen, ihre verwertbaren Materialien abzugeben und einer Verwertung zuzuführen. Der Ansturm bei den zentralen Sammelstellen ist während der Öffnungszeiten manchmal sehr gross und beansprucht das Personal der Gemeinden stark.
Im Jahre 2020 wurden von allen Sammelgütern deutlich grössere Mengen gesammelt als im Vorjahr. Bei einigen Materialien, wie z. B. Karton steigen die Sammelmengen seit Jahren und dieser Trend hat sich auch im Jahre 2020 fortgesetzt. Bei anderen Sammelgütern, wie Altglas oder Altmetall, wurden im Vergleich zu den Vorjahren auffällig hohe Mengen gesammelt. Beim Altpapier ist seit fast 20 Jahren eine ständig leicht sinkende Sammelmenge zu beobachten, die sich im Jahre 2020 entgegen des Trends wieder erhöhte. Die Menge an gesammelten Grünabfällen steigt seit einigen Jahren stark an. Dies war auch im Jahre 2020 festzustellen, was zum Teil auf den grossen Anfall von Grünabfällen aus Gemeindeliegenschaften zurückzuführen ist.
Pandemie beeinflusst Konsumverhalten
Es ist anzunehmen, dass einige dieser Trends bei den Sammelmengen des Jahres 2020 durch verändertes Konsumverhalten wegen der durch die Covid-19-Pandemie angeordneten Einschränkungen der Personenkontakte mitbestimmt wurden: Viele Personen haben zu Hause gearbeitet und sich zu Hause verpflegt, die Restaurantbesuche haben sich stark vermindert, dafür hat sich der Konsum zu Hause erhöht, viele Güter wurden online und in Karton verpackt bestellt, viele Personen haben ihre Ferien zuhause verbracht und in ihren Gärten und in ihren Wohnungen gearbeitet, aufgeräumt und alte Sachen entsorgt.
Das hat dazu geführt, dass die Sammelstellen der Gemeinden deutlich mehr Weinflaschen, Konservendosen, Kartonverpackungen, Altmetall, Grüngut, Altkleider und Kaffeekapseln verarbeiten mussten. Die Zahl der Benutzer musste im Frühjahr zeitweise eingeschränkt werden. Das Personal war sehr stark gefordert. Bei den unbeaufsichtigten Sammelstellen war der Reinigungsaufwand manchmal sehr gross, weil sich einige Benützer nicht an die Regeln gehalten haben. Insgesamt konnte dieser Ansturm gut bewältigt werden, und die Gemeinden haben einige Verbesserungen bei ihren Sammelstellen vorgenommen.
1000 Tonnen mehr als im Vorjahr
Auf diese Weise konnten im Jahre 2020 im Kanton Glarus über 9000 Tonnen Materialien separat gesammelt und einer Wiederverwertung zugeführt werden. Das sind über 1000 Tonnen mehr als im Vorjahr:
Mehr Recycling durch Haushalte
Material Menge 2020 in t Menge 2019 in t Veränderung in %
Grünabfälle 4'914 4’007 + 22,6
Papier 1’864 1’818 + 2,5
Glas 1’083 1’036 + 4,5
Karton* 592 506 + 17,0
Metall 390 330 + 18,2
Textilien 234 222 + 5,4
Blechdosen 63 57 + 10,2
Tota l9’140 7’977 + 14,6
* Die Sammelmenge an Karton aus Gewerbebetrieben ist im Jahre 2020 gegenüber dem Vorjahr um knapp 10% auf etwa 200 Tonnen gefallen.
Auch grössere Abfallmenge
Die im Rahmen des Sammeldienstes gesammelte Abfallmenge im Kanton Glarus ist im Jahre 2020 gegenüber dem Vorjahr im ganzen Kanton um 1,8% auf 8798 Tonnen gestiegen. Der grösste Teil dieser Abfallmenge stammt von Haushaltungen, ein Teil auch von Industrie- und Gewerbebetrieben. In den Vorjahren ist diese Abfallmenge zumeist konstant geblieben oder leicht gesunken. Die Erhöhung im Jahre 2020 könnte teilweise auch auf die Folgen der Coronakrise wie erhöhter Nahrungsmittelkonsum zu Hause zurückzuführen sein. In einigen Ortschaften wie Glarus (+ 5,1%), Bilten (+ 7%) und Oberurnen (+ 5,1%) ist die Kehrichtmenge markant gestiegen. Die Abnahme in einigen wenigen Ortschaften dürften auf Rückgänge bei Industriebetrieben zurückzuführen sein.