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Der 52-jährige André Bossert hatte sich in seinen gut zwei Jahren auf der europäischen Seniorentour schon neunmal unter den ersten zehn klassiert und war auch schon Zweiter und Dritter geworden.
In Bad Ragaz legte er sich an den ersten beiden Tagen alles zurecht, um erneut aufs Podest zu kommen oder sich an dem bei allen beliebten, mit 300’000 Euro dotierten Turnier in der Jubiläumsaustragung sogar als erster Schweizer Sieger feiern zu lassen. Als Dritter nach zwei Tagen spielte er in der Schlussrunde in der letzten Gruppe mit dem Australier Peter O’Malley und dem allein führenden Spanier Miguel Angel Martin.
Dann jedoch erlebte “Bossy” knapp zwei Spielstunden, die ihm wie ein Albtraum vorkommen mussten. Auf den ersten sieben Löchern fing er durch einen unspielbaren Ball und einen verlorenen Ball ein Doppelbogey und ein Triplebogey ein. Weil innerhalb dieser sieben Löcher auch noch zwei Bogeys hinzukamen, hatte Bossert die ganze Pracht von sieben Schlägen unter Par, die er sich an den ersten zwei Tagen aufgebaut hatte, wieder abgetragen. Das Gesamtscore lag nun wieder bei Par wie vor dem ersten Schlag des Turniers.
Nach dieser bitteren Phase zeigte Bossert wieder bestes Golf. Mit vier Birdies bei nur einem Bogey kämpfte er sich zurück auf drei Schläge unter Par, was ihm im erlesenen Feld von 54 renommierten Ü50-Profis immerhin einen Platz in der Mitte des Klassements einbrachte. Die Schlussrunde von 74 Schlägen war allerdings die viertschlechteste im Feld.
Wie konnte sich Bossert die schwere Baisse auf den sieben Löchern erklären? “Was wirklich genau passiert ist, kann ich nicht sagen. Aber ich weiss, dass ich dort schlecht gespielt habe und dass ein paar Schläge wirklich schlecht waren.” Sich nach dieser miserablen Spielphase zurückzukämpfen und alles gutzumachen, was noch möglich ist, betrachtet Bossert als selbstverständlich. “Das Turnier war ja nach diesem 7. Loch nicht vorbei. Ich gebe immer alles, was ich geben kann.”
André Bossert zeigte sich sehr begeistert von der Stimmung in Bad Ragaz, für die Tausende von Zuschauerinnen und Zuschauern an den Fairways und auf der Tribüne hinter dem 18. Green sorgten. “Das war wirklich phantastisch”, sagte Bossert. “Ich finde es toll, dass alle bis zuletzt geblieben sind, auch wenn ich in der letzten Gruppe so schlecht gespielt habe.”
Tim Thelen errang seinen zweiten Sieg in Bad Ragaz nach 2012. Der 55-Jährige aus Albany im US-Bundesstaat Minnesota ist nunmehr der vierte Spieler, der das Schweizer Turnier der europäischen Seniorentour mindestens zweimal gewinnen konnte. Seine Vorgänger waren der Schotte David Huish (2000, 2001), der Argentinier Horacio Carbonetti (2003, 2004) und der Rekordhalter Carl Mason aus England (2007, 2008, 2010).
Thelen vermochte in der Schlussrunde die wenigsten seiner Birdie-Chancen zu verwerten. Im letzten Moment schlug er doch noch zu. Mit Birdies an den Löchern 17 und 18 verdrängte er den Spanier Martin von der Spitze.
(SDA)