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Bex–Villars–Bretaye
|Kürzel||BVB|
|Bahntyp||Gemischte Zahnradbahn|
|Betriebseröffnung||1943-01-01|
|Daten vorhanden||ja|
Daten
Allgemeine Bemerkungen
Die Kommentare sind bewusst kurz gehalten. Sie dienen in erster Linie dem Zweck, gewisse Daten oder auch Datenlücken verständlicher zu machen, wobei das Hauptaugenmerk auf die Finanzzahlen fällt. Primäre Quelle bilden die Eisenbahnstatistik respektive die dortigen «Bemerkungen betreffend die einzelnen Bahnunternehmungen», die jeweils am Schluss der Bände stehen. Auf weitere Quellen- oder Literaturangaben wird verzichtet, obwohl solche teilweise mit eingeflossen sind. Die Kommentare sind der Einfachheit halber grundsätzlich in der Vergangenheitsform verfasst. Es heisst also beispielsweise: Bahn X «war» eine Aktiengesellschaft, auch wenn dies noch heute der Fall sein sollte.
Kommentar
Die als Aktiengesellschaft gegründete und 1898 eröffnete BVB war von Anfang an elektrifiziert (Gleichstrom). Sie führte während der ersten zwei Betriebsjahre nur von Bex nach Bévieux. 1900 folgte die Verlängerung nach Gryon, ein Jahr später nach Villars (Kürzel BGV), 1906 schliesslich nach Chesières (Kürzel BGVC). 1943 kam durch Fusion die 1913 in Betrieb genommene Zweiglinie Villars–Bretaye (VB) hinzu, woraus die BVB resultierte. Die Zahlen zur VB sind in der Datenbank separat aufgeführt.
Die BVB war eine gemischte Zahnradbahn. 4.9 Kilometer der Strecke wurden mit Zahnstange befahren (System Abt, Maximalsteigung 200 Promille). Die Bahn begünstigte wesentlich den lokalen touristischen Aufschwung. Namentlich Villars entwickelte sich zu einer beliebten Destination insbesondere für den Wintersport. Die Haupteinnahmequelle der BVB war der Personenverkehr, doch kam den Gütertransporten durchaus und trendmässig zunehmend Bedeutung zu. Von 1902 bis 1913 konnte die BVB jedes Jahr eine Dividende ausrichten, die auf 3.4 Prozent des Aktienkapitalwerts anstieg.
Die Betriebsergebnisse der BVB lagen bis 1913 zwar stets im positiven Bereich, reichten aber meist nicht aus, um den Zinspflichten nachkommen zu können. Einen höchst gewichtigen Posten sowohl in der Bilanz wie auch in der Gewinn- und Verlustrechnung der BVB stellten die ihr gehörenden Elektrizitätswerke in Bex und Gryon mit einem Anlagewert von rund 1 Mio. Franken (Stand 1910) dar. Dazu kam ein Wasserwerk in Solalex (Anlagewert 900'000 Franken). Das Anlagekapital war deshalb bedeutend höher als die Baukosten, die sich nur auf die Bahn bezogen. Die «Erträge aus Nebengeschäften», welche die genannten Werke abwarfen, lagen anfangs bei rund 50'000 Franken, stiegen bis um 1910 auf über 100'000 Franken und bis 1920 gar auf 330'000 Franken. Ohne diese Einnahmen wäre die BVB kaum überlebensfähig gewesen, zumal sie wie alle touristischen Gesellschaften mit dem Ausbruch des Weltkriegs 1914 in finanzielle Nöte geriet. Das Transportgeschäft wurde defizitär und erholte sich auch in den 1920er-Jahren nicht. Die schwebenden Schulden nahmen ab 1914 rapide zu. Allein 1920 resultierte ein Betriebsdefizit von fast 81'000 Franken.
Beim Abzug von den Baukosten in der Höhe von 19'000 Franken handelte es sich um eine Subvention, die ein Herr H. Amiguet beisteuerte.
Der Betrieb auf dem Teilstück Villars–Chesières wurde 1963 eingestellt.
Erwähnungen
Diese Bahn wird auch in den Kommentaren folgender Bahnen erwähnt: