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Weil die Schweiz zumindest dieses Jahr nicht am Filmförderprogramm der EU teilnehmen kann, soll der Bund den dafür vorgesehenen Kredit für Ersatzmassnahmen für die nationale Filmbranche verwenden. Dies fordert der Dachverband der Schweizerischen Film- und Audiovisionsbranche Cinésuisse.
Der Dachverband schickte einen Brief mit dieser Forderung an Bundesrat Alain Berset, wie Cinésuisse am Dienstag bekanntgab. Die Europäische Union verzichtete als Folge der Annahme der Zuwanderungsinitiative darauf, mit der Schweiz über eine Verlängerung des MEDIA-Abkommens zu verhandeln. Die Schweiz nahm dank des Abkommens seit 2006 am EU-Programm MEDIA teil. Es lief dieses Jahr aus und sollte nach dem Willen des Bundesrats verlängert werden.
Durch den Anschluss an MEDIA erhielten die Schweizer Filmschaffenden die gleiche Unterstützung wie ihre Kollegen in der EU. Für die Teilnahme bezahlte die Schweiz zwischen 2007 und 2013 jährlich rund 7,3 Millionen Franken. Der Kredit für 2014 beträgt 8,4 Millionen Franken.
Der Ausschluss bedeute für die Schweizer Branche einen unbezahlbaren indirekten Schaden, heisst es in der Cinésuisse-Meldung. Betroffen seien in erster Linie Filmverleiher, Kinobetreiber, Produzenten, Filmfestivals sowie Weiterbildungsinstitutionen. Schweizer Kinogänger werden zudem gemäss dem Verband weniger Auswahl haben, da sich die Verleiher ohne finanzielle Unterstützung auf Filme mit kleinem finanziellen Risiko konzentrieren werden.
Die Schweiz müsse sich zum Ziel setzen, möglichst rasch wieder am EU-Programm teilnehmen zu können. Es gehe nun darum, den Schaden in diesem Jahr zu begrenzen, sagte Cinésuisse-Präsident Matthias Aebischer der Nachrichtenagentur sda. Der Bund könnte zum Beispiel die Weiterbildung von Filmschaffenden unterstützen oder den Verleih der Schweizer Filme in Europa fördern.
(phi/sda)