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Karte Fernwärmenetze
Fernwärme bedeutet, dass die Wärmeerzeugung nicht unmittelbar am Ort des Verbrauchs geschieht und die vom Endkunden genutzte Wärme angeliefert wird.
Unter Thermischen Netzen - auch Fernwärme-, Nahwärme- oder Fernkältenetze - versteht man eine Infrastruktur, welche mehrere Gebäude auf verschiedenen Grundstücken mit thermischer Energie versorgt. Es ist eine leitungsgebundene Wärmeversorgung von Kunden über Wasser oder Dampf. Neben Fernwärmenetzen existieren auch Fernkältenetze – deshalb verwendet man heute den allgemeineren Begriff Thermische Netze.
Die Energieversorgung von Thermischen Netzen ist dabei nicht zwangsläufig erneuerbar, aber sie zeichnet sich oft – so zum Beispiel bei Kehrichtverbrennungsanlagen – durch eine geringe Bilanz an CO2-Emissionen aus. So ermöglicht Fernwärme z.B. die Nutzung von Abwärme oder den Einsatz von erneuerbaren Energien und gewinnt deshalb zunehmend an Bedeutung. Fernwärme beschreibt eine leitungsgebundene Wärmeversorgung von Kunden über Wasser oder Dampf mit zentral erzeugter Wärme und deckt einen breiten Leistungsbereich mit Anschlussleistungen von weniger als 100 kW bis zu über 1 GW ab. Eine Wärmeverteilung einzig über eine Verteilergruppe gilt nicht als Fernwärme.
Die Geofachdaten «Thermische Netze» dokumentieren den aktuellen Bestand der Fernwärmenetze in der Schweiz. Sämtliche Informationen basieren auf den Auskünften der Anlagenbetreibenden. Die Angaben dienen als Informationsmaterial für die Öffentlichkeit und stellen keine amtliche Auskunft oder rechtsverbindliche Aussage dar.
Fernwärme bedeutet, dass die Wärmeerzeugung nicht unmittelbar am Ort des Verbrauchs geschieht und die vom Endkunden genutzte Wärme angeliefert wird.
Vom Heizkraftwerk bis zur hausinternen Warmwasserleitung.
Fernwärme wird in einer zentralen Anlage – zum Beispiel einer Kehricht-, Holzschnitzel-, Verbrennungs- oder Kläranlage oder einem Heizkraftwerk – erzeugt und über ein Rohrleitungsnetz den Kunden zum Heizen und zur Warmwasser-Aufbereitung zugeleitet. Bildlich ausgedrückt funktioniert die Fernwärme wie eine grosse Zentralheizung, die Gemeinden, Quartiere, Städte und Regionen mit Wärme von einem oder mehreren grossen Wärmequellen versorgt.
Als Wärmequellen kommen in Frage: Kehricht, Abwärme aus thermischen oder nuklearen Kraftwerken und industriellen Prozessen, Holzschnitzel, Kläranlagen, Geothermie sowie Umweltwärme. Zur Spitzenabdeckung und als Reserve können Erdgas und Öl herbeigezogen werden.
Die Fernwärme wird wie beispielsweise Trinkwasser über ein gut isoliertes Verteilnetz in Form von heissem Wasser (80°C bis 130°C) zum Endverbraucher zugeleitet. Das in den Heizungen abgekühlte Wasser (rund 50°C oder tiefer) fliesst über ein zweites Rohr in die Fernwärmezentrale zurück, womit der Kreislauf geschlossen ist.
Fernkälte ist die umweltschonende und kostengünstige Alternative zur konventionellen Gebäudeklimatisierung. Eine innovative Lösung um die Fernwärme, zur Kühlung von Bürogebäuden und Gewerbebauten zu nutzen.
In Shopping- und Dienstleistungszentren wie auch in Labors und Produktionsgebäuden wird heute schon ein grosser Teil der Räumlichkeiten klimatisiert. Das wird sich in den nächsten Jahren nicht ändern sondern wird weiter zunehmen.
Kompressionskältemaschinen, die mit Strom angetrieben werden, sind in der Kälteerzeugung sehr effizient. Sie bewirken aber ein Problem. Durch den Einsatz dieser Kompressionskältemaschinen steigt der Strombedarf. Selbst in einem Wasserkraftland wie der Schweiz, muss bei steigendem Verbrauch, Strom zusätzlich in kalorischen Kraftwerken erzeugt werden. Das wiederum führt zu einem höheren Verbrauch an fossilen Brennstoffen und damit auch zu wesentlich höheren Emissionen.
Fernkälte ist die umweltfreundliche Alternative zur Einzelklimatisierung. Die Erzeugung der Fernkälte erfolgt zum grössten Teil in Absorptionskältemaschinen. Anstelle von Strom wird bei Absorptionskältemaschinen Wärme für die Erzeugung der Kälte verwendet. Entscheidend für die Umweltfreundlichkeit ist die Herkunft der Wärme. Sie stammt aus Energiequellen mit erneuerbaren Brennstoffen, aus hocheffizienten Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen und aus der thermischen Abfallbehandlung.
Es wird also reine Abwärme für die Produktion von Fernkälte genutzt. Von unterschiedlichen externen Quellen wurde belegt, dass die Anwendung von Abwärme für Absorptionskältemaschinen, anstelle von Strom in Kompressoren, zu einem vier- bis zehnfach geringeren Verbrauch an fossilen Brennstoffen führt und damit auch zu wesentlich geringeren Emissionen.
Fernkälte wird in einer zentralen Kältezentrale (Absorptionskältemaschine) erzeugt und über ein gut isoliertes Rohrleitungsnetz den Kunden zum Kühlen bzw. Klimatisieren zugeleitet. Bildlich ausgedrückt funktioniert die Fernkälte wie eine grosse zentrale Kaltwasserversorgung, die Gemeinden, Quartiere, Städte und Regionen mit Kaltwasser von einer oder mehreren grossen Absorptionskältemaschinen versorgt.
Der Nutzung von Fernwärme sind kaum Grenzen gesetzt und sie kommt zum Heizen oder Kühlen für viele in Frage: Ein- und Mehrfamilienhäuser, Firmenkomplexe, Industrieunternehmen, Gewerbebetriebe, öffentliche Bauten. Einzige Voraussetzung ist, dass man sich im Einzugsgebiet eines Fernwärme-Netzes oder -Verbundes befindet.
Wohlige Wärme / Kälte zu fairen, langfristigen Preisen: Fernwärme wird lokal hergestellt mit Energieträgern, die mehrheitlich stabile Marktpreise aufweisen.
Das Anschluss- und Verteilsystem im Haus ist weitgehend wartungsfrei.
Die Installationen für den Wärmeaustauscher bzw. die Kühlanlage im Haus benötigen einen geringen Platzbedarf und deshalb keinen separaten Raum.
Keinen Aufwand für Brennerservice, Tankreinigung, Kaminfeger, Emissionsmessungen.
Keine Umtriebe und böse Überraschungen beim Öleinkauf.
Keine Beschaffung auf Vorrat, im Gegensatz zur Ölheizung.
Schnelle und einfache Umstellung, ist an jedes Heizsystem anschliessbar.
Maximale Sicherheit betreffend Versorgung und Betrieb.
Viel Komfort für die Benutzer und einfache Bedienung. Die Fernwärme ist eine saubere und benutzerfreundliche Energieversorgung.
Fernwärme wird oft durch einheimische und erneuerbare Energieträger wie Holz oder Abfall sowie Abwärme erzeugt, was zu einer effizienten Nutzung der eingesetzten Brennstoffe führt. Deshalb können Fernwärme-Konsumenten ihre Energiekosten bestens budgetieren, weil die Kosten für Fernwärme praktisch keine Preisschwankungen kennen.
Fernwärme ist eine wirtschaftliche Lösung
Finanzierungsstudie Fernwärmeausbau
2021 wurde eine Finanzierungsstudie Fernwärmeausbau erarbeitet. Die Studie wurde von EnergieSchweiz in Auftrag gegeben und der VFS hat massgeblich an deren Erarbeitung mitgewirkt. Im Rahmen des Projektes wurden eine Umfrage zur bisherigen und künftigen Finanzierung von Fernwärmenetzausbauten bei zahlreichen schweizerischen Fernwärmenetzbetreibern sowie Interviews mit Finanzinstituten durchgeführt.
Dank der zentralen Wärmeerzeugung kann der Schadstoffausstoss auf ein Minimum reduziert werden. Die gesetzlichen Vorschriften für die Luftreinhaltung sind überprüfbar und werden stets eingehalten - ja, sogar weit unterschritten.
Fernwärme ist oft überflüssige Prozesswärme aus der Abfallverbrennung, von Industrieanlagen oder der Abwärme bzw. Restenergie von Heizkraftwerken. Statt die erzeugte Wärmeenergie bzw. Restenergie ungenutzt in die Atmosphäre zu lassen, wird sie als wertvolle Energie in Form von heissem Wasser über ein Rohrleitungsnetz den Kunden zugeführt und somit nachhaltig genutzt.
Viele ökologische Pluspunkte
Die Hochschule Luzern – Technik und Architektur hat das zwischen 2016 und 2021 das BFE-Programm «Thermische Netze» geleitet. Ziel dieses Programms war die Erarbeitung, Konsolidierung und Vermittlung von Grundlagen zu thermischen Netzen auf allen Temperaturniveaus (siehe Bild unten) und die Bestimmung von Entscheidungskriterien für die Systemwahl. Es wurden rund zwanzig Berichte zu technischen und nicht-technischen Themen publiziert. Eine Karte mit möglichst allen thermischen Netzen der Schweiz wurde auf dem Geoportal des Bundes aufgeschaltet. Ein CAS Thermische Netze wurde im Rahmen des Programms entwickelt und steht seit Februar 2021 als zusätzliches Aus- und Weiterbildungsangebot für die Branche an der Hochschule Luzern zur Verfügung.