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Ein altes großes Strohhaus in Mörikon, das einen nicht minder geräumigen Schopf zum Anbau hat, gilt für die Wohnung des gespenstischen Schopftieres. An der Stelle dieses Anbaues soll vormals ein reicher Geizhals seinen Stall mit einer großen Herde Vieh gehabt haben. Weil er es aber grausam schlug, anstatt es zu füttern, kam er nach seines Tode selber als ein Tier wieder auf die Welt und muß nun nachts den Leuten nachspringen oder ihr Stallvieh in Unruhe setzen.
Das Schopftier ist schneeweiß, riesenhoch und straßenbreit, es gleicht etwa dem Kamel oder Elefanten der Bauernmaskeraden. Da reitet man sich nämlich zu viert auf den Schultern und marschiert in Distanz der Straßenbreite unter Leintüchern verhüllt einher, die von den Reitern innen an Querstangen emporgehalten und bis auf den Boden nachgeschleppt werden.
Band 3.1, Quelle: Ernst L. Rochholz, Naturmythen, Neue Schweizer Sagen, Leipzig 1962, S. 88 - 88
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung www.maerchen.ch