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Im März 2020 zeigt das MASI eine Ausstellung, die dem deutschen Fotografen Harry Shunk und dessen ungarischem Kollegen János Kender gewidmet ist. In den Fünfzigerjahren begannen Shunk und Kender ihre andauernde und fruchtbare Zusammenarbeit. Das Duo hat hauptsächlich in Paris und in New York, Eröffnungen von Ausstellungen, Biennalen, Künstlerinnen und Künstler bei der Arbeit in ihren Ateliers oder während öffentlichen Performances dokumentiert. Zu den verewigten Kunstschaffenden gehören Yves Klein und Jean Tinguely, Niki de Saint Phalle und Eva Aeppli, Jean Fautrier und Daniel Spoerri, Andy Warhol und seine Entourage, Yayoi Kusama und Trisha Brown.
Die Bilder von Shunk & Kender sind ein bedeutendes Zeugnis der Kunstszene der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Zugleich können sie jedoch auch als ein Werk voller Würde und Autonomie betrachtet werden. Im Einklang mit der Kunst ihrer Zeit verließen Shunk und Kender das Fotostudio, wollten sie doch an den Orten präsent sein, an denen die Arbeiten entstanden oder für die sie bestimmt waren. Im Gegensatz zu den Fotografen vor ihnen unterhielten Shunk und Kender eine enge, direkte Beziehung zu ihren Sujets. Damit waren sie weniger Zeugen, sondern vielmehr Co-Autoren der künstlerischen Kreationen. Statt eine „bescheidene Dienerin der Künste“ nach der bekannten Definition von Baudelaire zu sein, wurde die Fotografie zu einer unverzichtbaren Gefährtin der Künstler in einer Zeit, die durch gewollt vergängliche Kreationen, Spontanaktionen, Performances und Happenings geprägt war.
Die Ausstellung kommt nach Lugano, nachdem sie im Centre Pompidou gezeigt wurde.