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Frage einer Bekannten: “Ich möchte zwei Filme aus einer Webseite, von der ich weiss, dass sie demnächst geändert wird, herunterladen und bei mir abspeichern, weil ich nicht sicher bin, ob die Filme nachher noch da sein werden. Leider kann ich sie nicht öffnen. Ich habe zwar versucht den FLV runterzuladen, aber da kommt die Message, dass dies äusserst gefährlich wäre. Und zwar von einem Norton Programm, welches ich geladen habe.
Im Moment kommt ein Fenster, das sagt, das ich Firefox zu meinem Standardprogramm machen soll. Ich meinte, dass wenn ich mit Norton arbeite, dann sollte man nicht Firefox aufschalten? Falsch – richtig? Dann habe ich noch versucht den final media Player LLC zu laden – habe aber wieder aufgehört.
Och – es ist alles so kompliziert und und und………….”
Meine Antwort:
Du sprichst hier mit wenigen Sätzen viele verschiedene Punkte an, die einzeln adressiert werden müssen, weil sie auf verschiedenste Weise mit dem Thema in Zusammenhang stehen.
Erster Punkt, Herunterladen: Filme, die auf Webseiten in einem Videoplayer angezeigt werden, können meistens nicht einfach so heruntergeladen und abgespeichert werden, weil der Name der eigentlichen Videodatei gar nicht erst angezeigt wird und weil das Video-Player-Plugin die Datei “streamt”, d.h. Stück für Stück aus dem Internet lädt und gleich anzeigt. Man kann also meistens nicht einfach einen Link anklicken und die Filmdatei “Speichern”. In deinem Fall wird aber auf der besagten Webseite unter dem Video-Player-Plugin der tatsächliche Pfad der Videodatei auf dem Server angezeigt. Auch wenn sich dieser nicht direkt kopieren lässt, so tippt man ihn doch am einfachsten in ein neues Firefox-Fenster ein, worauf dieser das Herunterladen und Abspeichern anbietet.
Zweiter Punkt, Bedrohungswarnung: Der Hinweis von “deinem Norton” (wobei es sich um dein Antivirenprogramm handeln dürfte, das vom Hersteller Norton zu stammen scheint), dass die .flv-Dateien gefährlich seien, ist insofern korrekt, als Flash-Dateien nebst dem Nutzinhalt (dem Film) immer auch aktiven Inhalt enthalten können, also ein Stück Programmcode, das üblicherweise dazu dient, im Flash-Player Links oder Untertitel anzuzeigen oder den Film sonstwie aufzuhübschen. Dieser Programmcode kann theoretisch aber auch von böswilligen Zeitgenossen dazu benutzt werden, um den Computer eines nichtsahnenden Flash-Film-Betrachters mit einem Virus zu infizieren. Deshalb warnt das Antivirusprogramm. In unserem Fall gehe ich aber davon aus, dass der Flash-Film von der dir bekannten Webseite keinen Schadcode enthält und deshalb würde ich meinen, dass du diese Warnung ruhig in den Wind schlagen darfst. Wenn ich richtig verstehe besagt die Meldung ja nicht, dass eine konkrete Gefährdung vorliegt (also wurde kein bestimmter Virus entdeckt) sondern redet nur von einer abstrakten möglichen Gefährdung. Also ignorieren und weitermachen.
Dritter Punkt, Standardbrowser: Offenbar benutzt du nicht immer den Firefox zum Surfen im Internet, sondern einen anderen Browser (Gattungsbegriff für die Art Software, die man benutzt, um Webseiten im Internet zu besuchen, also “im Internet zu surfen”). Falls dieser andere Browser der “Internet Explorer” ist (das ist der mit dem “e” als Logo), dann rate ich dir sehr davon ab, ihn weiterhin zu nutzen, sondern empfehle, lieber dauerhaft zu Firefox zu wechseln. Sprich: Ja, du sollst Firefox zu deinem Standardbrowser machen. Lies dazu auch diese Artikel auf meiner Homepage: Weg mit dem Internet Explorer sowie Browse Happy!
Vierter Punkt, Kooperation Antivirus/Browser: Welchen Browser du mit welchem Antivirusprogramm zusammen nutzt, spielt absolut keine Rolle, weil die beiden Dinge nicht den geringsten Zusammenhang haben. Ich wüsste keinen Grund, der dagegen spricht, Norton und Firefox zusammen zu benutzen, aber viele Gründe KEINEN Internet Explorer zu benutzen.
Fünfter Punkt, Abspielen: Das Abspielen von digitalen Filmen ist nicht ganz so einfach, wie man naiverweise vielleicht denkt. Es gibt dutzende von verschiedenen Speicherformaten für Videos. Und für jedes braucht es einen besonderen so genannten CODEC (Coder-Decoder), was ein Stück Software ist, das das betreffende Speicherformat aufbereiten und auf den Bildschirm bringen kann.
Bei deinen Filmen handelt es sich um Dateien vom Typ “FLV”, was für “Flash Video” steht. Dafür gibt es den Flash Player, der aber nicht als eigenständige Software auf dem Computer benutzt werden kann, um beliebige FLV-Dateien anzuzeigen, sondern er wird, wie oben erwähnt, in Webseiten integriert und lädt sich das anzuzeigende Video jeweils direkt vom Webserver. Das ist gewollt, weil man damit das beliebige Kopieren solcher Filme verhindern will, oder zumindest will man dem Steine in den Weg legen (weil, wie wir gesehen haben, lassen sich die Dateien trotzdem herunterladen und somit kopieren).
Um solche Filme nach dem Herunterladen auf dem eigenen PC abzuspielen muss man eine Media-Player-Software mit passendem CODEC haben, und diese bekommt man, eben, leider, nicht direkt vom Erfinder (der Erfinder des Flash-Formates sowie des Flash-Players ist Adobe). Es gibt aber eine Film-Abspiel-Software, die fast alle Speicherformate, die im Umlauf sind, kennt und verarbeiten kann. Sie heisst “VLC media player” und ist kostenlos, weil Open Source, und ich kann sie uneingeschränkt empfehlen. Sie lässt sich beispielsweise von hier downloaden: http://www.videolan.org/. Möglicherweise hast du sogar diese Software gemeint, als du vom “final media Player LLC” geredet hast.