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«Du siehst aus wie ein obdachloser Clown», lautet der wohl böseste Kommentar nach dem Auftritt von Prinz Harry vor der UN-Vollversammlung in New York, bei der er zu Ehren von Nelson Mandela eine Rede hielt. Der 2013 verstorbene Präsident von Südafrika war mit Harrys Familie, besonders aber mit seiner Mutter Lady Diana, eng verbunden. Mandela und Diana teilten nicht nur eine Freundschaft, sondern hatten auch ähnliche politische und gesellschaftliche Ziele. Für Prinz Harry war seine Rede zu Ehren von Mandela darum besonders emotional. «In Afrika fand ich Frieden, war meiner Mutter am nächsten und fand die Liebe meines Lebens», so der Sussex.
Harrys enorme emotionale Anspannung war es denn auch, die laut einer Expertin massgeblich zu seinem «ungepflegten Auftreten» beitrugen.
Es sei klar ersichtlich gewesen, dass Harry hinter seiner selbstbewussten Fassade mit grossen Emotionen zu kämpfen hatte, analysiert Judi James seine Körpersprache für den britischen «Mirror». Er habe versucht «weltmännisch und präsidial» zu wirken, doch das sei ihm nicht gelungen. Das Problem: «Harry hatte ein massives Mass an Anspannungen und Panikattacken», urteilt die Expertin. Diesem psychischen Zustand sei es geschuldet, dass er fahrig, abgekämpft und eben «ungepflegt» wirkte.
Verschiedene Gesten, wie das ständige Richten seiner Krawatte, herumfingern an Knöpfen oder das Führen der Arme zum Körper zeige, wie nervös ein Redner sei. Das liege in der Familie: Harrys Vater Charles zeigt bei öffentlichen Auftritten ähnliche Verhaltensmuster.
Ein besonders klares Indiz, dass sich Prinz Harry nicht wohl fühlte, war das fast komplette Ausbleiben von Humor, für welchen er eigentlich bekannt ist. Damit wollte er laut Judi James seine Unsicherheit kaschieren: «Er versuchte als jemand rüberzukommen, der die Dinge im Griff hat, den man ernst nehmen kann.»
Für Kritik sorgte auch der Inhalt der Rede. Statt einer flammende Hommage an den grossen Politiker Nelson Mandela, verkam die Ansprache zur Amerika-Kritik. «Harry bietet keinerlei Lösungen an. Er hält eine Rede und dann steigt er wieder in seinen Privatjet, um zu seiner Villa nach Kalifornien zurückzukehren», lautet das vernichtende Urteil von Meghan McCain, die für die britische Zeitung «Daily Mail» Harrys Auftritt kommentierte.