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Vergangene Woche berichtete CNN, dass die Regierung Biden erwägt, die Ausbildung der ukrainischen Streitkräfte „drastisch“ zu erhöhen. Der Vorschlag sieht vor, dass US-Berater „viel größere Gruppen ukrainischer Soldaten in anspruchsvolleren Gefechtstaktiken“ in amerikanischen Einrichtungen in Deutschland und möglicherweise an anderen Orten in Europa ausbilden. Dabei könnten monatlich bis zu 2.500 ukrainische Soldaten von US-Beratern ausgebildet werden, was über einen Zeitraum von einem halben Jahr eine Gesamtzahl von 15.000 bedeuten würde, die das vorgeschlagene aufgestockte US-Programm durchlaufen.
Dieser und andere Berichte, in denen auch eine Ausweitung der militärischen Ausbildungsprogramme für Ukrainer in Europa unter der Aufsicht des Vereinigten Königreichs und anderer NATO-Mitglieder beschrieben wird, haben am Freitag eine Reaktion des Kremls hervorgerufen. Außenminister Sergej Lawrow behauptete am Donnerstag, die USA und die NATO seien nun direkt am Krieg in der Ukraine beteiligt.
„Sie sollten nicht sagen, dass die USA und die NATO nicht an diesem Krieg beteiligt sind. Sie sind direkt daran beteiligt“, sagte Lawrow bei einer Pressekonferenz.
„Und zwar nicht nur durch die Bereitstellung von Waffen, sondern auch durch die Ausbildung von Personal. Sie bilden ihr Militär auf Ihrem Territorium, auf dem Territorium Großbritanniens, Deutschlands, Italiens und anderer Länder aus“, betonte er.
Er wiederholte frühere Erklärungen des Kremls, in denen er betonte, dass ein Krieg zwischen Atommächten „inakzeptabel“ sei, wobei er jedoch hervorhob, dass die wachsende Beteiligung der USA und der NATO dieses Risiko erheblich erhöhe.
„Selbst wenn jemand plant, einen solchen Krieg mit konventionellen Mitteln zu beginnen, ist das Risiko einer Eskalation in einen Atomkrieg enorm“, fügte Lawrow hinzu.
Lawrows Äußerungen sind von enormer Bedeutung, da Moskau bisher eine „indirekte“ Beteiligung der USA beklagt hatte. Russische Beamte sprachen von einem zunehmenden Stellvertreterkrieg in dem Konflikt. Doch nun scheint der Kreml eine Eskalation hin zu einer direkten NATO-Beteiligung zu erkennen.
In der Zwischenzeit ist das laufende britische Programm an mehreren britischen Stützpunkten nach wie vor sehr umfangreich. Das britische Infanterieprogramm für die ukrainischen Streitkräfte hat das erklärte Ziel, mindestens 10.000 ukrainische Soldaten auszubilden.
Der Kreml hat wiederholt vor einer derartigen Vertiefung des westlichen Engagements gewarnt, das nun eindeutig weit über Waffenlieferungen hinausgeht. Russland hat in dieser Woche die Verhandlungen mit den USA über den neuen START-Vertrag zur Verringerung der Atomwaffen aufgegeben und dabei die zunehmende Beteiligung des Westens an der Unterstützung Kiews als Hauptgrund für die Nichtwiederaufnahme der Gespräche angeführt.