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Der Koreaner aus Roggwil
Tauchen Sie mit uns ein in das Leben von Karl Müller - dem Erfinder und Unternehmer.
Die Liebe zu Korea entflammte vor 46 Jahren, als Müller an der Kantonsschule in Trogen mit einem jungen Mann die Klasse besuchte, der als Korea-Flüchtling im Pestalozzi-Dorf aufwuchs. Müller und der Asiate studierten später zusammen in Zürich, und als es darum ging, sich für ein Praktikum zu entscheiden, fiel die Wahl von Müller auf Südkorea. «Das Exotische hat mich fasziniert», sagt er.
Das Land brachte ihm vorerst viel Glück. Müller lernte seine Frau kennen, er führte ein Sportgeschäft, vier Restaurants und sie ben weitere Firmen mit insgesamt gut 100 Angestellten. Müller wurde zum mehrfachen Millionär und zu einer der bekanntesten Persönlichkeiten Südkoreas. Er habe immer mehr gewollt. Und noch mehr. «Irgendwann wurde ich krank. Ein Magen-Darm-Geschwür. Zudem drohte meine Familie zu zerbrechen.» So entschloss sich die Familie im Jahr 1990, in die Schweiz zurückzukehren. Müller verkaufte seine Firmen. Heute bezeichnet er sich als geläuterten Manager, der auf die Bibel vertraut.
1997 entwickelte Müller auf der Basis der Masai Barefoot Technology den MBT-Schuh, der sich über zehn Millionen Mal verkaufte. 2006 stiess er nach Meinungsverschiedenheiten mit seinem Geschäftspartner die Markenrechte des MBT für eine niedrige dreistellige Millionen- Summe an eine Investorengruppe ab und gründete im selben Jahr die «kybun AG». Die Firma produziert Schuhe, Bodenmatten und Laufbänder, um Problemen mit dem Bewegungsapparat entgegenzuwirken. 2016 wurde bekannt, dass sich Müller mit «kybun» für zehn Jahre das Namensrecht für das Stadion des FC St. Gallen gesichert hat.