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Marjetica Potrč studierte sowohl Architektur als auch Kunst an der Universität von Ljubiljana. Ihre Kunst entsteht aus der Beobachtung von globalen Entwicklungen im Bereich der Urbanistik, die sie zu dem Schluss kommen lassen, dass nicht die von der öffentlichen Hand regulierten Städtemodelle die erfolgreichsten sind, sondern die auf Eigeninitiative beruhenden Privatsiedlungen (Gated Communities) der Ersten Welt und die Elendsviertel (Shanty Towns) der Dritten Welt.
Die Gründe hierfür liegen laut Potrč nicht zuletzt in dem tiefen Bedürfnis der Menschen, ihre Probleme (Energieversorgung, Wasser, Sicherheit etc.) selbst in die Hand zu nehmen, vor allem wenn die staatlichen Mechanismen zu zögerlich oder gar nicht funktionieren. Die Strategien, die dabei angewendet werden, bilden auch die Parameter, innerhalb derer Potrč ihre Kunst in Galerien und Museen zeigt. Dabei sieht sie sich keineswegs auf ihr eigenes originäres Schaffen beschränkt, sondern benutzt ihre Möglichkeiten freigiebig, um all dem eine Plattform zu bieten, was zur Verbesserung widriger Lebensumstände erdacht und erfunden wurde (Mobiltelefon oder Radio mit Handkurbel, Taschenlampe mit Handbetrieb etc.).
Das zentrale Projekt ihrer Ausstellungen ist aber meist der Nachbau bzw. die Neuzusammenstellung von Bauten, exemplarisch für die urbanen Ballungsräume, vor allem der Dritten Welt. Dabei handelt es sich um selbstfabrizierte Mischbauten, die als selbstversorgende Systeme Unabhängigkeit und Freiheit garantieren sollen. Hightech und Lowtech sind gleichgestellte Instrumentarien, wenn es darum geht, im Einklang mit lokalem Know-how Lösungen zu erzielen, die einfach, aber effizient sind. Die drei kleinformatigen, titellosen Zeichnungen (2007) kombinieren Text und Bild und zeigen Gebäude, die durch Captions den Städten Pristina und Tirana zugeordnet werden. Die Werke gingen 2008 als Schenkung an die Stiftung Kunsthalle Bern. J. R. (Julian Reidy)