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Tag der Poesie
1979 fand der 1. Tag der Poesie in Basel statt. Matthyas Jenny schrieb in seinem ersten Ankündigungsschreiben, dass «in Anbetracht der die Menschen überwältigende Werbeflut und im beginnenden Zeitalter der Elektronik eine ‹Gegenmacht› aus Poesie für die Bevölkerung aufgebaut werden muss». Dichterinnen und Dichter wurden aufgefordert, Gedichtflugblätter herzustellen und diese am letzten Samstag des Monats März des Jahres 1979 in ihren Städten zu verteilen. Gleichzeitig stellte Matthyas Jenny in Handschrift 60 Gedichtplakate im Format 70 x 100 her, befestigte diese auf selbst gefertigte Holzrahmen, steckte sie in Betonsockel (so genannte Elefantenfüsse) und stellte sie auf belebte Plätze, bei Tramhaltestellen, in Fussgängerzonen und Parks für die Passanten auf. Ferner wurden die Zeitungen aufgefordert, an diesem Tag Gedichte abzudrucken; ein Aufruf, dem fast alle Zeitungen in der Schweiz nachkamen.
Der Anlass entwickelte eine starke Eigendynamik: Die Beteiligung war gross und die Autoren innovativ und engagiert: überall fanden Spontanlesungen statt. Der Tag der Poesie wurde vom Initianten Matthyas Jenny bis 1988 jedes Jahr durchgeführt (immer in einer anderen Stadt in der Schweiz u.a. in Basel, Sarnen, Liestal, Zürich, Bern, St. Gallen – und Leute in anderen Städten folgten seinem Beispiel und riefen den Poesietag u.a. in Kassel, Hamburg und sogar in San Francisco aus). Seit dem Jahr 2000 gibt es, getragen von der UNESCO, den »Welttag der Poesie« (jeweils am 21. März).
Kein Tag der Poesie verging, ohne dass die Tagesschau darüber berichtete!
Am 3. Tag der Poesie 1981 wurde auf Initiative des Schriftstellers
Hans Peter Gansner im Kannenfeldpark Basel, nebst vielen anderen Aktionen,
auch ein „Baum der Poesie“ gepflanzt.
Alisha Stöcklin pflanzte am 18.11.2016 einen neuen Baum der Poesie im Kannenfeldpark, weil der alte mittlerweile entfernt wurde. Gepflanzt wurde ein Chinesischer Parasolbaum.
Nach 24 Jahren fand der Tag der Poesie 2012 erstmals wieder statt, projektiert, realisiert und in den Jahren 2013, 2014, 2015 weitergeführt und ausgebaut von der Studentin Alisha Stöcklin (getragen vom Verein Poesietag).
Das Poesietelefon
Matthyas Jenny ist auch der Gründer des ersten deutschsprachigen Poesietelefons. In Basel konnte man ab 1976 eine Nummer wählen, nicht um ein Gespräch zu führen, sondern um sich ein Gedicht anzuhören.
John Giorno (US-amerikanischer Performancekünstler und Poet) betrieb 1970, während der Zeit der Warhol-Factory im Museum of Modern Art, das Projekt «Call a poem». Diese Idee hat Matthyas Jenny
übernommen und in den Jahren 1976 - 1982 in Basel auf seine Weise umgesetzt. Das Poesietelefon wurde schliesslich nach Zürich verschenkt, wo es durch P.K. Wehrli und den Herausgeber der
Literaturzeitschrift «Orte» und der «Poesie-Agenda», Werner Bucher, weitergeführt wurde. In Deutschland und Österreich existieren noch heute Poesie-, Literatur- oder Dichtertelefone, z. B.
das Literaturbüro Nordrhein–Westfalen oder das Kulturtelefon in Mainz.
Das Basler Poesietelefon wurde von der Studentin Alisha Stöcklin am 26.09.2014 neu in Betrieb genommen. Sie spricht wöchentlich (anfangs noch 2x pro Woche) ein neues Gedicht auf den
Beantworter.
Das grosse und das kleine Literaturhaus
Zusammen mit Ursula Wernle († 13. Mai 2007) leitete Mattyhas Jenny ab November 2006 «Das kleine Literaturhaus Basel», welches im Gegensatz zum «grossen Literaturhaus Basel» im Privatbesitz von
Matthyas Jenny und damit völlig unabhängig ist. Die erste Lesung fand am 6. Dezember 2006 statt - mit Jürg Halter.
Das Projekt Literaturhaus Basel wurde aber ebenfalls von Jenny konzipiert, bereits im Jahr 1997. Es wurde im April 2000 von der Christoph Merian Stiftung realisiert.
SommerZauberSommerZart
Ein Poesie-Event
Mit: Nico Herzig, Werner Jufer, Sandra Löwe, Antonia Marggraf, Noëmi Niederberger, Judith Notter, Prisca Pfister, Tobias Schaller, Ofelia Schultze-Kraft
Konzept & Künstlerische Leitung: Sandra Löwe
Projektleitung Merian Park: Barbara Wüthrich
Ausstattung: Manfred Schmidt
Fotos & Grafik: Cornelius Hunziker
Daten: 20., 21. und 24. Juni 2012
Ort: Merian Gärten Brüglingen
Im Auftrag der Merian Park AG, realisiert von Sprachhaus M.
Freundlich unterstützt von Christoph Merian Stiftung, Verein der Freunde des Botanischen Gartens, Stiftung Edith Maryon und Sprachhaus M.
Inhalt
SommerZauberSommerZart ist ein poetischer Event für Kinder und Erwachsene zum Schauen und Mitmachen. Während drei Nachmittagen sind die Merian Gärten Brüglingen verzaubert mit Märchen, Puppenspiel, Poesie, Tanz, Artistik, Picknick, einem Markt und einem Sonnwendritual.

The yellow poetry cab

The poetry heart
Eine poetische Installation
Konzept und (Schrift-) Gestaltung: Sandra Löwe
Bau: Cornelius Hunziker
Inhalt
In einer schön beschrifteten Box sitzen zwei junge Poeten/Innen (17-25 Jahre) und sprechen live eigene Lyrik sowie Texte von gestandenen Dichtern. Die Zuhörer/Innen werfen pro Text einen Franken ein, legen Kopfhörer an, klingeln zum Beginn an einer Fahrradklingel und die Hörperformance geht los. Vor der Box gibt es eine Ausruferin mit Schirm, Charme und Melone.
Daten: 21., 22. August 2007
Ort: Jugendkulturfestival JKF, Münsterplatz Basel
Sprecher/Innen: Laurin Buser, Erik de Quero, Nico Herzig, Clara Günther, Noëmi Niederberger, Carlo Spiller
Daten: 14. bis 16. November 2008
Ort: buch.08 Basel, e-Halle
Sprecher/Innen: Laurin Buser, Erik de Quero, Nico Herzig, Clara Günther, Noëmi Niederberger, Carlo Spiller