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Die Anfertigung von Platten für Zauberlaternen
Die ersten Glasplatten wurden von Hand bemalt, wobei man das Motiv von einer auf Papier festgehaltenen Vorlage abpauste. Auf einer Platte wurden jeweils mehrere Motive oder ein Panorama abgebildet. Später übertrug man eine Strichzeichnung mechanisch auf die Platte und kolorierte sie von Hand. Die Maler sind im Allgemeinen anonym geblieben, mit Ausnahme von Desch, der sich Ende des 19. Jahrhunderts in Paris niedergelassen hatte.
Die Platten wurden industriell hergestellt, zunächst vor allem in Deutschland. Mit lichtdurchlässigen Farben gedruckte Chromolithographien wurden auf eine Glasplatte übertragen. Es war nun möglich, die Motive in Form von Abziehbildern auf Bändern zu kaufen und sie selbst auf den Platten anzubringen.
Die unterschiedlichsten Motive wurden dargestellt: Landschaften, Monumente, Natur, mythologische, historische, aber auch religiöse Themen, Märchen und Legenden, komische Geschichten und Kinderserien… Einige Glasplatten sind mit Vorrichtungen versehen, die es möglich machen, sie mit einer kleinen Kurbel oder einem Stöckchen zu bewegen und eine zweite konzentrische Platte sich drehen zu lassen, oder aber an einem Schieber zu ziehen, der etwas vor dem Bild vorbeiziehen lässt oder das Motiv verändert.
Illustration:
Eine grosse, um 1870 von der Royal Polytechnic Institution in London produzierte, bemalte Platte. Sie zeigt die Tell-Kapelle am Seeufer des Vierwaldstättersees