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Der kulturelle Hintergrund des Krishna-Bewusstseins
Die Bewegung für Krishna-Bewusstsein ist im Westen relativ jung, doch ihre Wurzeln reichen weit zurück bis in die Zeit der altindischen Hochkultur, die vor fünftausend Jahren mit dem Erscheinen Krishnas ihren Höhepunkt erlebte. Die Bhagavad-gita, Krishnas Botschaft an die Menschheit, ist die wichtigste heilige Schrift Indiens. Die tiefe, universale Bedeutung der Bhagavad-gita wird heute durch die Bewegung für Krishna-Bewusstsein auf der ganzen Welt bekannt gemacht.
Ursprung
Die Spuren der ältesten Hochkulturen der Welt führen nach Indien. Dort sind auch heute noch viele historische Stätten zu finden, die darauf hinweisen, welch grosse Kultur einst in diesem Erdteil geblüht hat.
Die wichtigsten Zeugnisse jener Epoche sind die Sanskrit-Schriften. Sanskrit ist die älteste Schriftsprache der Welt und hat auf viele später entwickelte Sprachen, wie Lateinisch, Griechisch, Hebräisch und Chinesisch, eingewirkt. Die Urtexte des Sanskrit werden als Veden bezeichnet (vom Sanskritwort veda, „Wissen“, „göttliche Offenbarung“). Diese Schriften sind sehr umfangreich, und sie enthalten erstaunliches Wissen über Geschichte, Astronomie, Medizin, Architektur, Esoterik, Psychologie und alle anderen Aspekte des menschlichen Lebens. Die wichtigsten vedischen Schriften jedoch sind diejenigen, die der Philosophie und Religion gewidmet sind. Das Kronjuwel unter ihnen ist die Bhagavad-gita („Der Gesang Gottes“), die oft auch als die „Bibel Indiens“ bezeichnet wird. Die vedische Religion war ursprünglich monotheistisch und lehrte die Menschen die Verehrung des einen höchsten Gottes (der im Sanskrit Krishna genannt wird). Es war diese gottesbewusste Lebensstil, dem die vedische Kultur ihre langwährende Blüte verdankte.
Das Kali-yuga
Unter dem Einfluss der Zeit unterliegt alles in der Welt einem zyklischen Wandel von Aufstieg und Niedergang. So begann vor fünftausend Jahren das Kali-yuga, das „eiserne Zeitalter von Streit und Heuchelei“, in dessen Verlauf die vedische Kultur allmählich zerfiel. Die Könige, Priester und Lehrer und damit auch die anderen Bevölkerungsschichten verloren zusehens ihre Reinheit und Gottergebenheit, und somit auch die Grundlage ihrer spirituellen Gesellschaft. Dennoch blieb Indien auch im Kali-yuga für lange Zeit ein sagenhaft reiches Land, weshalb es im Verlauf der Geschichte immer wieder Mächte gab, die versuchten, die Schätze Indiens auszubeuten. Alle jene, die in den indischen Subkontinent vordrangen – von Alexander dem Grossen 327 v. Chr. bis hin zu den Mohammedanern und Engländern -, waren beim Anblick dieses Landes mit seinen imposanten tempeln und Palästen höchst erstaunt. Aber was diese Eroberer sahen (und in vielen Fällen auch zerstörten), waren nur die Reste eine früher noch viel höher entwickelten Kultur.
Indiens wahrer Schatz
Die grossen Weisen und Heiligen der vedischen Tradition, die um die Zukunft der Menschheit besorgt waren, sahen voraus, dass im Kali-yuga
Materialismus und oberflächliche Religion überhandnehmen werden. Deshalb beschlossen sie, das bis anhin mündlich überlieferte vedische Wissen schriftlich festzuhalten, um zu verhindern, dass es durch den Einfluss des Kali-yuga verlorengeht. So entstanden vor fünftausend Jahren die vedischen Schriften; das in ihnen enthaltene Wissen jedoch ist durch göttliche Offenbarung bereits seit unvordenklichen Zeiten bekannt.
Die Schülernachfolge
Neben den Schriften gab es immer auch Lehrer (gurus), die durch ihr persönliches Beispiel das vedische Wissen verkörperten und weiterreichten – über die Generationen und Jahrhunderte, von Meister zu Schüler, bis in unsere Gegenwart. Diese ununterbrochene Schülernachfolge, die direkt auf Krishna zurückgeht, erhielt die vedische Tradition am Leben, obwohl sich die Menschen im Kali-yuga immer mehr von ihr abwandten. Deshalb sehnten diejenigen, die den Sinn und Zweck der Veden kannten, das Erscheinen jener Gottesinkarnation herbei, welche die reine Form der vedischen Kultur und Religion wieder etablieren sollte.
Shri Caitanya Mahaprabhu
Im Jahre 1486 erschien Krishna in Bengalen als Shri Caitanya. Sein Erscheinen als göttliche Inkarnation (avatara) war bereits in den Veden
vorausgesagt worden. Er begründete die Bewegung für Krishna-Bewusstsein in Indien und offenbarte den Vorgang der Gotteserkenntnis im Kali-yuga: das „Chanten“ (Singen und Beten) der heiligen Namen Gottes.
Mit anderen Worten, derselbe Krishna, der vor fünftausend Jahren die Bhagavad-gita sprach, erschien vor fünfhundert Jahren nochmals, um zu zeigen, wie man die Bhagavad-gita lebt, denn Gott gibt immer beides: vollkommene Lehre und vollkommenes Beispiel. Shri Caitanya setzte den Samen zu einer neuen spirituellen Epoche innerhalb des Kali-yugas.
Er lehrte, das echtes Gottesbewusstsein nicht von Kasten- oder Konfessionszugehörigkeit abhängig ist. Deshalb wandte er sich gegen jede soziale, religiöse und rassistische Voreingenommenheit und führte das gemeinsame Singen der Namen Gottes ein, um es allen Menschen zu ermöglichen, Krishna-bewusst zu werden. Er prophezeite, dass der heilige
Name Krishnas eines Tages auf der ganzen Welt gesungen werde. In der Erfüllung dieser Prophezeiung sahen die Nachfolger Shri Caitanyas ihre Hauptaufgabe. Sie reisten durch ganz Indien, schrieben Bücher und begannen seit dem 19. Jahrhundert auch, das vedische Wissen über die englische Sprache der ganzen Welt zugänglich zu machen.
Den entscheidenden Schritt vollbrachte zehn Generationen nach Shri Caitanya der grosse Gelehrte und Gottgeweihte A.C. Bhaktivedanta Swami Prabhupada (1896-1977), der den Namen Krishnas und die Botschaft der Veden weltweit bekannt machte.
Die Gründung der ISKCON
Die Internationale Gesellschaft für Krishna-Bewusstsein (ISKCON), auch Hare-Krishna-Bewegung genannt, ist der zeitgenössische Zweig der
jahrtausendealten Krishna-Religion. ISKCON ist eine kulturelle und religiöse Bewegung, die den Menschen die Möglichkeit bietet, das vedische Wissen kennenzulernen, zu studieren und praktisch anzuwenden.
Gegründet wurde die ISKCON 1966 in New York von His Divine Grace A.C. Bhaktivedanta Swami Prabhupada. Shrila Prabhupada, wie ihn seine Schüler nennen, war bereits in Indien als Autor, Sanskrit-Übersetzer und spiritueller Meister tätig gewesen. In Anerkennung seiner Verdienste war ihm 1947 der Ehrentitel „Bhaktivedanta“ (Lehrer von bhakti, der Schlussfolgerung der Veden“) verliehen worden. Schon früher, im Jahre 1922, hatte ihm sein spiritueller Meister aufgetragen, die Lehre Krishnas in englischer Sprache bekanntzumachen. Diese Anweisung prägte sein gesamtes Leben. Im Alter von sechzig Jahren, nach Erfüllung seiner Familienpflichten, wurde er Mönch und begann mit der Arbeit an seinem Hauptwerk – einer vielbändigen kommentierten Übersetzung des 18 000 Verse umfassenden Shrimad-Bhagavatam (der philosophische Klassiker der vedischen Schriften).
Im Jahre 1965, im Alter von 70 Jahren, reiste Shrila Prabhupada auf einem Frachtschiff nach Amerika, um den Auftrag der Schülernachfolge zu erfüllen. Er begann als mittelloser Mönch, allein und ohne jegliche Unterstützung; doch nach und nach kamen junge Mensch zu ihm – angezogen von seiner spirituellen Reife und Ausstrahlung.
Prabhupadas Vermächtnis
Trotz seines fortgeschrittenen Alters war Shrila Prabhupada unermüdlich unterwegs. Er gründete 108 Zentren in 49 Ländern, nahm tausende von
Schülern an und brachte Millionen von Menschen die Botschaft des Krishna-Bewusstseins näher. Gleichzeitig verfasste er über sechzig Bücher mit Übersetzungen und Erläuterungen der vedischen Schriften, die er selbst als „ISKCONs grösstes Geschenk an die Menschheit“ bezeichnete.
ISKCON heute
Nach Shrila Prabhupadas Verscheiden (im Alter von 81 Jahren) wird die Bewegung für Krishna-Bewusstsein von einem 30-köpfigen Gremium weitergeführt, das für die Organisation, die Lösung von Problemen und die Einhaltung des vedischen Standards zuständig ist. Des weiteren ernennt dieses Gremium aus den Reihen von Shrila Prabhupadas Schülern die neue Generation von spirituellen Meistern (gegenwärtig rund 70), die die verantwortungsvolle Aufgabe haben, die Reinheit der Krishna-bewussten Tradition aufrechtzuerhalten und neue Schüler einzuweihen. Die Hare-Krishna-Bewegung ist somit eine authentische Fortsetzung der vedischen Schülernachfolge.
Die Philosophie des Krishna-Bewusstseins
Die Veden beschreiben Gott als den Ursprung von allem – aller Universen und aller Lebewesen. Alles steht in Beziehung zu Gott. Diese ursprüngliche Beziehung zu Gott wiederzuerkennen und dementsprechend zu handeln wird als Krishna-Bewusstsein bezeichnet.
Die vedische Philosophie befasst sich mit den zentralen Fragen des Lebens: Wer bin ich? Was geschieht mit mir nach dem Tode? Was ist der Sinn des Lebens?
Wenn die Menschen die Wichtigkeit dieser Fragen erkennen, wird sich ihr Verhalten der Umwelt, den Mitmenschen, ja dem gesamten Planeten gegenüber positiv verändern. Hierin zeigt sich die Aktualität der vedischen Schriften.
Wer bin ich? Bin ich mein Körper, meine Gedanken, meine Gefühle, oder bin ich mehr? Die Bhagavad-gita erklärt, dass das wahre Selbst eines jeden Lebewesens die spirituelle Seele ist. Spirituell ist das Gegenteil von materiell und bezieht sich auf alles, was ewig ist und nicht der materiellen Vergänglichkeit unterliegt. „Jedes Lebewesen ist eine ewige Seele, die nie geboren wird und nie stirbt.“ (Bhagavad-gita 2.20)
Reinkarnation
Als ewige Seelen haben wir bereits vor der Geburt unseres gegenwärtigen Körpers gelebt und werden auch nach dem Tod des Körpers weiterleben. Tod bedeutet, dass die Seele den Körper verlässt und in einen neuen Körper eingeht. Die Reinkarnation der Seele lässt sich auch experimentell nachweisen: Die Psychologie kennt heute die Methode der Reinkarnationstherapie, in der Menschen über Hypnose in frühere Leben zurückgeführt werden und erstaunliche, nachprüfbare Details beschreiben, die sie im jetzigen Leben unmöglich kennen können – ja manchmal sprechen sie sogar eine Sprache, die sie sonst nicht beherrschen. Dies widerlegt den Einwand, solche Aussagen über frühere Leben seien auf Einbildung oder äussere Beeinflussung zurückzuführen.
Karma – das Gesetz von Aktion und Reaktion. Der Mensch besitzt – im Gegensatz zum Tier – einen freien Willen und ist deshalb für alles, was er tut, verantwortlich. „So wie du säst, so wirst du ernten.“ Unsere Wünsche und Handlungen bestimmen unsere Zukunft im jetzigen wie im nächsten Leben. Nichts ist Zufall.
Überwindung des Karma
Die Seele wandert im Kreislauf von Geburt und Tod so lange von Körper zu Körper, bis sie durch einen Vorgang der Läuterung aus diesem Dasein erlöst wird. Das Wissen, wie man aus der materiellen Welt erlöst werden kann, und die Kraft, diesem Pfad der Gotteserkenntnis zu folgen, erhält der Mensch durch die Gnade Gottes, der entweder persönlich auf der Welt erscheint oder Seine Inkarnationen, Söhne und Propheten schickt, um den Menschen das Tor zurück in die spirituelle Welt, das Reich Gottes, zu öffnen.
Meditation
Die Bhagavad-gita erklärt, dass der Bewusstseinszustand im Moment des Todes entscheidet, wohin die Seele im nächsten Leben geht. Deshalb sollte es das Ziel des Menschen sein, im Moment des Todes an Gott zu denken, um so befähigt zu werden, zu Gott zurückzukehren. Um dieses höchste Ziel zu erreichen, muss man schon während des Lebens lernen, das Bewusstsein auf Gott zu richten. Dies nennt man Meditation (Ausrichtung des Bewusstseins auf Gott).
Yoga
Der oft missverstandene Begriff yoga bedeutet wörtlich „Verbindung mit Gott“ und bezieht sich auf die verschiedenen Arten von göttlich offenbarten Wegen der Erlösung.
Es gibt im Lateinischen ein bekanntes Wort mit derselben Bedeutung: religio (von religare, sich wieder verbinden). Religion und yoga bedeuten ursprünglich also dasselbe.
Bhakti-yoga
Auf der höchsten Stufe von yoga (Religion) erkennt die Seele, dass ihre ewige, natürliche Erfüllung darin besteht, Gott mit reiner Liebe und Hingabe (bhakti) zu dienen. Bhakti ist das Ziel von allen yoga-Vorgängen. Deshalb erklärt die Bhagavad-gita, das bhakti-yoga der beste, da direkteste Weg zu Selbstverwirklichung und Gotteserkenntnis ist. Bhakti-yoga ist ein Vorgang der aktiven Meditation, die alle Lebensbereiche mit Gott verbindet: die Gedanken, die Worte und die Tätigkeiten des Alltags. Der grundlegende Vorgang des bhakti-yoga ist die Meditation über die Namen Gottes.
„Geheiligt werde Dein Name!“ Das Singen und Lobpreisen der Namen Gottes wird von allen Religionen empfohlen, denn dies ist der wirkungsvollste Vorgang, um inneren und äusseren Frieden zu finden und das Bewusstsein auf Gott zu richten. Gott besitzt eine unbegrenzte Anzahl von Namen. Krishna und Rama sind Sanskritnamen für Gott, und in anderen Kulturen wird derselbe Gott auch Jahwe, Allah, Manitu usw. genannt.
Gebete und Mantras
Die vedischen Schriften überliefern die Namen Gottes in Form von heiligen mantras („Gebete“, „Lobpreisungen“). Mantras sind spirituelle
Klangschwingungen und haben die Kraft, das Bewusstsein der Menschen von materialistischen Neigungen und Einflüssen zu läutern. Dadurch wird es ihnen möglich, ihre natürliche Stellung als Diener Gottes zu erkennen und dementsprechend zu handeln. Der Hare-Krishna-mantra. Unter der Vielzahl von vedischen mantras wird der Hare-Krishna-mantra als der maha-mantra (der „herausragende, wichtige mantra) bezeichnet, da er sich aus den persönlichen Namen Gottes zusammensetzt: Hare Krishna Hare Krishna Krishna Krishna Hare Hare Hare Rama Hare Rama Rama Rama Hare Hare. Krishna bedeutet „der Allanziehende“ und Rama „die Quelle aller Freude“. Hare ist eine Anrufung der ewigen, göttlichen Energie. Der Hare-Krishna-mantra ist ein Gebet an Gott (Krishna) mit der Bedeutung: „O Höchster Herr, bitte beschäftige mich in Deinem hingebungsvollen Dienst!“ Man kann den Hare-Krishna-mantra gemeinsam singen oder für sich allein in einer persönlichen Meditation „chanten“ (beten oder sprechen).
Mantra-Meditation ist einfach und erhaben und ist im gegenwärtigen Zeitalter der empfohlene Vorgang, um das Bewusstsein auf höhere Dimensionen zu richten und Liebe zu Gott zu erlangen.
Auf einen Blick
ISKCON: Abkürzung für International Society for Krishna Consciousness (Internationale Gesellschaft für Krishna-Bewusstsein), der offizielle Name der „Hare-Krishna-Bewegung“
Gegründet: 1966 in New York vom indischen Würdenträger, Mönch und Sanskritgelehrten A.C. Bhaktivedanta Swami Prabhupada (1896-1977)
Statistisches: Über 500 Tempel, Kulturzentren, Bauernhöfe, Restaurants und Schulen in allen fünf Kontinenten; in der Schweiz 120, in Deutschland 300, in Österreich 50 Priester und Vollzeitmitglieder, weltweit 25 000. Hinzu kommen über fünf Millionen Freundeskreis- und Gemeindemitglieder.
Tradition: ISKCON ist der zeitgenössische Zweig der jahrtausendealten Krishna-Religion. Die Krishna-Religion (auch „Vishnuismus“ genannt) ist eine der Hauptströmungen des Hinduismus und gilt als die älteste monotheistische Religion der Welt.
Philosophische Grundlage: die 5000 Jahre alten Veden, die heiligen Schriften Indiens, insbesondere die Bhagavad-gita und das Shrimad-Bhagavatam.
Krishna: „der Allanziehende“; Name für Gott in der Sanskritsprache.
Lehre: Alle Lebewesen – Menschen, Tiere und Pflanzen – sind Seelen, d.h. Teile Gottes. So wie der Ursprung (Gott) ewig ist, ist auch die Seele ewig. Im Kreislauf von Geburt und Tod (Reinkarnation) wandert die unsterbliche Seele gemäss ihren Handlungen (Karma) von einem Körper zum anderen, bis sie durch Läuterung das höchste Ziel erreicht – Liebe zu Gott und Rückkehr in das ewige Reich Gottes.
Hare Krishna und die anderen Religionen
Gott ist unbegrenzt, sowohl zeitlich als auch geographisch. Das heisst, Gott offenbart sich in allen Zeitaltern und an allen Orten. ISKCON beschränkt Gott nicht auf eine einzige Religion oder heilige Schrift, sondern akzeptiert sie alle als Offenbarung desselben Gottes, ob man ihn nun Krishna, Jahwe, Manitu oder Allah nennt. Die verschiedenen Religionen sind nichts anderes als verschiedene Wege, um die Menschen auf höhere und höchste Stufen zu erheben. Die höchste Stufe, so lehrt die Bhagavad-gita, hat nichts mit der Konfessionszugehörigkeit zu tun, sondern mit einer Bewusstseinsstufe: eine innere Haltung der reinen Liebe und Hingabe zu Gott. Die Bewegung für Krishna-Bewusstsein ist bestrebt, die Menschen auf dieses gemeinsame Ziel aller Religionen aufmerksam zu machen.
Krishna-Bewusstsein in der Praxis
Die vedischen Schriften sind an keine bestimmte Religion gebunden, sondern weisen den Menschen einen universalen Weg zu Gott. Auf diesem Weg gibt es viele Stufen des Fortschritts: angefangen beim Vermindern und Überwinden von schlechten Gewohnheiten, über den Schritt zur vegetarischen Ernährung und das Studium der vedischen Schriften bis hin zu Mantra-Meditation und Gottesbewusstsein (bhakti-yoga). Die Krishna-Geweihten vermitteln den Menschen umfassendes Wissen über bhakti-yoga , und jeder kann auf der Stufe beginnen, die seiner individuellen Situation entspricht.
„Auf diesem Pfad gibt es weder Verlust noch Minderung, und schon ein wenig Fortschritt kann einen vor der grössten Gefahr bewahren.“ (Bhagavad-gita 2.40)
Praktische Schritte im Alltag
Krishna-Bewusstsein bedeutet eine innere Einstellung der Liebe und Hingabe zu Gott, die in der Konsequenz auch die äusseren Handlungen des Alltags harmonisiert. Barmherzigkeit, Sinnesbeherrschung, Wahrhaftigkeit und Reinheit sind die vier Säulen des spirituellen Lebens. Man kann diese vier Tugenden fördern, indem man von jenen Gewohnheiten Abstand nimmt, die ihnen entgegengesetzt sind.
Das Töten von Tieren ist mit dem Prinzip der Barmherzigkeit nicht vereinbar, und deshalb empfehlen die Veden dem Menschen die vegetarische Lebensweise.
Wer bhakti-yoga ausführt, nimmt nur Speisen zu sich, die Gott geweiht sind. Solche geweihten Speisen werden im Sanskrit prasadam („die Barmherzigkeit Gottes“) genannt. Die Bhagavad-gita erklärt, dass man Gott keine mit Gewalt verbundenen oder unreinen Nahrungsmittel weihen kann, und deshalb vermeiden die Geweihten Krishnas Fleisch, Fisch und Eier. (Ausführliche Informationen zu diesem Thema finden Sie in der Broschüre „Vegetarisch leben“).
Rauschmittel und Glücksspiele machen den Menschen abhängig und süchtig und fördern unnötige Leidenschaften, die das innere Gleichgewicht zerstören. Sie rauben dem Menschen die Selbstbeherrschung (die Kraft, nein zu sagen) und die Wahrhaftigkeit (die Kraft, zur Wahrheit zu stehen). Reinheit bezieht sich auf körperliche Sauberkeit und auch auf die Reinheit der Gedanken. Dazu gehört as Vermeiden von ausserehelichen Geschlechtsbeziehungen, denn durch ein unbeherrschtes Geschlechtsleben wird es praktisch unmöglich, sich mit reinen Gedanken auf Gott zu konzentrieren. Hinzu kommt, dass solche Geschlechtsbeziehungen viele soziale Probleme verursachen und psychisch zu Frustration und Eifersucht führen und das Bewusstsein der ewigen Seele an den vergänglichen Körper binden.
Es ist jedoch offensichtlich, dass nicht jeder in der Lage ist, diesen Richtlinien zu folgen. Sie beschreiben das anzustrebende Ziel, und wenn man das Ziel vor Augen hat, erkennt man auch, was im eigenen Leben die nächsten Schritte sind, um diesem Ideal näherzukommen.
Tempelgemeinschaft und Freundeskreis
Die ISKCON ist eine breitgefächerte Gemeinschaft mit verschiedensten Arten von Mitgliedern, Freunden und Gönnern. Es gibt die eingeweihten, vollzeitigen Mitglieder: Männer und Frauen, die in einer Tempel- oder Bauernhofgemeinschaft leben und die Funktion von Priestern und Priesterinnen bzw. Mönchen und Nonnen erfüllen. Daneben gibt es auch zahlreiche Freunde und Sympathisanten, die zu Hause den Idealen des Krishna-Bewusstseins zu einem gewissen Grad folgen oder einfach die Krishna-Geweihten wertschätzen und finanziell oder sonstwie unterstützen.
In der Anfangsphase der ISKCON – in den sechziger und siebziger Jahren – gab es noch nicht so viele Krishna-Geweihte, und diese lebten praktisch nur in Tempelgemeinschaften. Im Verlauf der Jahre hat sich jedoch ein grosser Kreis von Sympathisanten gebildet, die den Tempel regelmässig besuchen. Diese Entwicklung entspricht dem Vorbild der vedischen Gesellschaft, in der die Anzahl der Priester und Mönche ebenfalls nur einen kleinen Prozentsatz ausmacht.
Krishna-Bewusstsein ist also nicht nur auf das Leben in einer Tempelgemeinschaft beschränkt, sondern kann überall und von allen Menschen praktiziert werden: unabhängig von Geschlecht, Alter, Beruf oder Konfession.
Beitritt und Austritt
Jeder, ob Mann oder Frau, kann der Bewegung für Krishna-Bewusstsein beitreten. Wer im Tempel leben und in die vedische Schülernachfolge eingeweiht werden will, absolviert zuerst ein Noviziat von ein bis zwei Jahren. Erst nach dieser Zeit der reiflichen Überlegung und Ausbildung kommt es zur Einweihung mit den entsprechenden Gelübden (keine Rauschmittel, Glücksspiele, aussereheliche Geschlechtsbeziehungen und kein Essen von Fleisch, Fisch und Eiern).
Den Krishna-Geweihten steht es frei zu entscheiden, ob und wie lange sie im Zölibat leben wollen, denn in der vedischen Kultur ist es auch Priestern erlaubt zu heiraten.
Das Leben im Tempel ist, ähnlich wie in einer Schule, für viele eine Durchgangsstation. Einige heiraten nach einer gewissen Zeit und gründen eine Familie. Ebenso kann jedes Mitglied jederzeit die Gemeinschaft wieder verlassen.
Der Beitritt in die Hare-Krishna-Bewegung und das Wohnen in der Tempelgemeinschaft bringt keinerlei finanzielle Verpflichtungen mit sich. Es werden weder Beitrittsgebühren noch Mitgliederbeiträge erhoben, denn es gehört zur vedischen Tradition, dass für eine spirituelle Ausbildung, die jedem zugänglich sein sollte, kein Entgelt verlangt wird.
Finanzierung
Da die Krishna-Geweihten in den Tempeln und auf den Bauernhöfen ein einfaches Leben führen, können sie ihre finanziellen Ansprüche gering halten. Sie decken ihre Ausgaben durch den Verkauf von biologischen Produkten, Kunstartikeln und Büchern über die vedische Philosophie sowie durch freiwillige Spenden aus dem Freundeskreis. Was nach den Ausgaben für den Lebensunterhalt übrigbleibt (wozu neben Nahrungsmitteln, persönlichen Anschaffungen und Unterhaltskosten auch Sozialabgaben wie Steuern, Kranken- und Altersversicherungen gehören), wird für öffentliche Festivals, für das Verteilen von kostenlosen Speisen und für den Druck neuer Bücher verwendet. Jedes ISKCON Zentrum ist finanziell und administrativ unabhängig.
Der häufige Vorwurf, dass gesammeltes Geld von irgendeinem „Guru“ für dubiose Zwecke verwendet werde, trifft bei ISKCON nachgewiesenermassen nicht zu.
Das Leben im Tempel
Die ISKCON-Tempelgemeinschaften sind Orte, wo man die Möglichkeit hat, sich auf das Praktizieren von bhakti-yoga und auf das Studium der vedischen Schriften zu konzentrieren. Sie sind nach dem Vorbild der indischen Klöster (ashramas) organisiert. Dazu gehört in erster Linie ein geregelter Tagesablauf. Der frühe Morgen ist die beste Zeit für die Meditation. Traditionellerweise beginnt die erste Tempelzeremonie um 4.15 Uhr. Die Zeit danach ist der mantra-Meditation gewidmet, das heisst dem individuellen Chanten des Hare-Krishna-mantras auf einer Gebetskette mit 108 Holzperlen. Um 7.15 Uhr findet eine kurze Tempelzeremonie statt, mit einem anschliessenden Vortrag aus dem Shrimad-Bhagavatam. Diesen Vorträgen wie auch dem anschliessenden Frühstück wohnen oft auch Gäste bei, denn die Öffentlichkeit ist zu all diesen Tempelprogrammen eingeladen. Während des Tages gehen die Krishna-Geweihten gemäss ihren Neigungen verschiedenen individuellen Tätigkeiten nach.
Vielfalt im Krishna-Bewusstsein
Krishna, die Höchste Persönlichkeit Gottes, zu erfreuen ist das gemeinsame Ziel der Bewegung für Krishna-Bewusstsein. Das führt zu Einheit in der Vielfalt und zu Vielfalt in der Einheit. Der Tempel selbst bietet schon ein grosses Feld der Betätigung. Viele sind für die Verehrung der Bildgestalten auf dem Altar tätig; in der Küche lernt man die Geheimnisse der vedischen Rezepte und Gewürze, und jeden Sonntag finden Tage der offenen Tür statt (mit Vorträgen, Dia-Shows, Meditationsmusik und vegetarischem Festessen). Wichtig ist auch das Anliegen, der Öffentlichkeit das vedische Wissen näherzubringen, zum Beispiel durch Seminare, kulturelle Veranstaltungen und das Verkaufen von Büchern.
Auch auf dem Gebiet der Musik wird die vedische Kultur gefördert und gepflegt. Es werden sowohl traditionelle indische Instrumente im bhajan- und raga-Stil wie auch moderne Instrumente verwendet. Talentierte Musiker verstehen es, Texte der indischen Philosophie mit zeitgenössischen Musikstilen zu verbinden.
Diese Aspekte von Kunst und Kultur bereichern auch die Malerei, Architektur, Dichtkunst und das Theater.
Ein weiterer Tätigkeitsbereich der Krishna-Geweihten ist das selbstversorgende Leben auf dem Land – gemäss dem Vorbild der vedischen Landwirtschaft.
Bauernhofgemeinschaften
Das Lebensmotto der Krishna-Geweihten lautet „Einfach leben – hoch denken“. Dies lässt sich am besten auf einem Bauernhof verwirklichen. Deswegen betreiben die Mitglieder der Bewegung für Krishna-Bewusstsein in vielen Ländern der Welt biologische Bauernhöfe. Heutzutage haben sich die Menschen an den Komfort der modernen Industriegesellschaft gewöhnt, ohne sich im klaren zu sein, dass der Preis, der für diese Annehmlichkeiten bezahlt werden muss, viel zu hoch ist (Raubbau an der Natur, Umweltverschmutzung, Zivilisationskrankheiten, geistige Verarmung, Kriminalität, Kriege usw.). Immer mehr Menschen erkennen heute das Ausmass dieser Bedrohungen. Ein natürlicherer Lebensstil, ein gewisser Verzicht auf Maschinen, ein geringerer Konsumanspruch und vor allem das Entwickeln des eigenen Gottesbewusstseins wären die ersten Schritte, die für die Überwindung dieser Probleme notwendig sind.
Bei diesen Punkten setzen die Krishna-Geweihten an. Auf ihren Bauernhöfen bemühen sie sich konkret um Ziele wie biologischen Landbau, Selbstversorgung auf der Grundlage der vegetarischen Ernährungsweise, Arbeit mit Ochsen sowie die Entwicklung von resistentem Saatgut und einem hofeigenen Düngerkreislauf.
Das zentrale Verständnis dabei ist, dass alles Gott gehört und dass der Mensch nicht das Recht hat, die Natur auszubeuten. Deshalb gibt es auf jedem Krishna-bewussten Bauernhof einen Tempelraum, wo die Früchte der Arbeit zuerst Krishna dargebracht werden. Auf diese Weise ist es möglich, ein naturverbundenes und erhabenes Leben im Einklang mit den Gesetzen Gottes zu führen.
Krishna-Bewusstsein in Indien
Nach der Gründung der Bewegung für Krishna-Bewusstsein im Westen rief Shrila Prabhupada auch in Indien viele Projekte ins Leben. In
Vrindavan, Krishnas Erscheinungsort, entstand ein eindrucksvoller Tempel in modern-vedischem Baustil, verbunden mit einer Schule für 200 Studenten. In Bombay entstand ein Marmortempel mit Kultur- und Kongresszentrum, und in Mayapur (Westbengalen) wird eine Stadt nach vedischem Vorbild aufgebaut. Daneben gibt es gegen hundert weitere ISKCON-Tempel und Tausende von Namahatta-Gemeinden (lokale Krishna-Vereinigungen).
In Indien hat ISKCON 10 000 Aktivmitglieder und 1 500 000 Gemeindemitglieder, die sich auf diese Weise für das Wiederaufleben ihres eigenen Erbes, der vedischen Kultur einsetzen.
Shrila Prabhupada gründete 1971 auch das Hilfswerk „Food for Life“, denn das Verteilen von prasadam -Speisen ist ein wichtiger Aspekt der Krishna-Religion. In Indien, in den Dritt-Welt-Ländern und immer mehr auch in den Industrienationen ist das grossangelegte Verteilen von Gratis-prasadam eine der wichtigsten Tätigkeiten der ISKCON.
Weltweit wurden bis heute über 900 Millionen Portionen verteilt.
Stimmen zur Hare-Krishna-Bewegung
„Die Internationale Bewegung für Krishna-Bewusstsein (ISKCON) wurde 1966 in New York gegründet und ist als Zweig der bengalischen Krishna-Verehrung zu sehen, die um 1500 einen Aufschwung bekam. Shri Caitanya lehrte damals eine von allen rituellen Schranken freie, liebende Verehrung (Bhakti) des Persönlichen Gottes Krishna… Diese theistische Anschauung, die auch die Notwendigkeit der göttlichen Gnade beinhaltet, steht dem Christentum von allen indischen Lehren am nächsten.“
Dr. Joachim Finger, Pfarrer und Religionsethnologe, Schaffhausen, in: „Jesus ausserhalb der Kirche“ (Zürich 1989)
„Die Internationale Bewegung für Krishna-Bewusstsein ist keine für den Westen zurechtgemachte, von einer einzelnen Person ins Leben gerufene, neue Religion oder Sekte; im Gegenteil, sie ist eine alte religiöse Tradition, die fest in der orthodoxen hinduistischen Überlieferung verwurzelt ist. Die strenge Befolgung der vedischen Schriften (shruti) und der heiligen Überlieferung (smriti) spricht für die Authentizität dieser Bewegung. Ausserdem wird sie von den Gebildeten der Hindu-Gesellschaft in Indien (Shishtasamaja) voll anerkannt.“
Dr. Tilak R. Chopra, Indologisches Seminar, Universität Bonn
„Ich bin sehr glücklich zu sehen, dass nicht nur Mitglieder der indischen Gemeinde, sondern Menschen aus allen Ländern der Welt den Tempel Krishnas besuchen, um die Lehren der Bhagavad-gita kennenzulernen, zu geniessen und in sich aufzunehmen… Krishnas Lehren sind nicht sektiererisch, sondern alldurchdringend. Sie stehen mit keiner Religion im Widerspruch.“
Seine Exzellenz Ashok S. Chib, Indischer Botschafter in Bern, 1986-1989
„In Anbetracht der heutigen Vielfalt von Sekten mit mystischem Anstrich und Tausenden von pseudo-spirituellen Bewegungen empfinde ich grosse Hochachtung für die Internationale Gesellschaft für Krishna-Bewusstsein, die dem Westen die tiefsten Wahrheiten der indischen Spiritualität sowie die ursprünglichen Kultur dieser Spiritualität überbringt.“
Prof. Alfonso di Nola, Abteilung für Religionsgeschichte, Universität Neapel, Italien
„Was Bhaktivedanta Swami in den Westen bringt, ist die heilsame Mahnung, dass sich unsere leidenschaftliche und einseitige Kultur in einer Krise befindet, die zu einer Selbstzerstörung führen könnte, da ihr die innere Tiefe eines echten metaphysischen Bewusstseins fehlt. Ohne diese Tiefe sind unsere moralischen und politischen Proteste nur leere Worte.“
Thomas Merton, katholischer Theologe und Autor, New York
„Mir fehlen die Worte, um das Ausmass der Gelehrtheit und Hingabe zu beschreiben, das in Shrila Prabhupadas umfangreichem Werk zu finden ist. Unsere zukünftigen Generationen werden dank den Verdiensten Shrila Prabhupadas zweifelsohne eine bessere Welt vorfinden, denn er setzt sich für eine internationale Brüderschaft und eine spirituelle Zusammenfindung aller Menschen ein.“
Dr. Vishvanath Shukla, Professor für Hindi, Universität Aligarh, Indien
„Einer der imposantesten Tempel in Vrindavan (Indien) ist derjenige, der von der ISKCON errichtet wurde. Es ist leicht ersichtlich, dass die Einheimischen diesen Tempel lieben und wertschätzen, denn sie kommen in Scharen zu den Gottesdiensten… So ist die Lehre, die an diesem Ort ihren Ursprung hat und von einem einzigen mutigen Mann, Shrila Prabhupada, in den Westen gebracht wurde, nun dankbar zu ihrem Heimatort zurückgekehrt.“
Prof. Dr. Harvey Cox, evangelischer Theologe und Autor, Harvard Universität, Boston, USA
„Für jemanden, der Indien kennt, und vor allem für jemanden, der wie ich in Indien geboren wurde, ist das Erscheinungsbild der Hare-Krishna-Mitglieder nichts Aussergewöhnliches. Ich wurde in die Krishna-Religion hineingeboren und sie ist meine Religion geblieben. Auch der grosse Caitanya, der die spirituelle Kultur des mittelalterlichen Indiens prägte, ist mir von Kindheit an ein Begriff.
Jetzt, wo ich im Westen lebe und einen verantwortungsvollen Beruf und eine Familie habe, beziehe ich aus der spirituellen Kultur meines Heimatlandes viel Kraft und Energie.
Deshalb bin ich froh, dass es die Hare-Krishna-Tempel gibt. Diese Orte sind spirituelle Oasen, wo wir die Lehren und Zeremonien unserer indischen Tradition in ihrer authentischen Form vorfinden. Ich glaube, es ist wichtig, dass wir Inder einmal offen diese Tatsache verkünden, denn es schmerzt uns immer, wenn wir hören müssen, dass diese jahrtausendealte Tradition als Sekte oder Kult bezeichnet wird. Das Christentum wird in Indien ja auch nicht so bezeichnet; Toleranz ist im Hinduismus eines der obersten Gebote.
Im Fall der Krishna-Religion ist es wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit, bis die Missverständnisse und Verwechslungen überwunden sind und der wahre Wert dieser Tradition erkannt wird.“
Arun K. Thakur, Präsident der Indian Association Zürich, 1988-1991