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Die Gletscherbestände der Erde sind durch die Erwärmung des Klimas bedroht. Ihr Abschmelzen trägt zum Anstieg des Meeresspiegels bei und es verändert die Wasserführung der Flüsse, die Landschaften und deren Ökosysteme nachhaltig.
Die Vorstösse und das Zurückschmelzen der Gletscherzungen werden in der Schweiz seit über 100 Jahren genau verfolgt. Diese weltweit einzigartigen Aufzeichnungen haben Gletscherforscher der ETH Zürich nun genutzt, um die Veränderungen des Eisvolumens von 12 Schweizer Gletschern zu rekonstruieren. Die Resultate zeigen, dass die Gletscher in naher Zukunft weiter massiv an Ausdehnung und Volumen abnehmen werden, selbst wenn sich das Klima nicht weiter erwärmen würde. Dies erklären die Wissenschaftler damit, dass die Reaktion von Gletschern den Veränderungen des Klimas um Jahrzehnte bis Jahrhunderte hinterherhinkt.
«Der Grosse Aletschgletscher wird auch bei unverändertem Klima in hundert Jahren vier Kilometer kürzer sein und ein Drittel seines Volumens eingebüsst haben», sagt Martin Lüthi, Glaziologe an der Versuchsanstalt für Wasserbau, Hydrologie und Glaziologie (VAW) der ETH Zürich und Erstautor der Studie. Unter der prognostizierten anhaltenden Erwärmung des Klimas werde diese Reaktion noch stärker und schneller eintreten.
Bild: Archiv VAW/ETH Zürich/Chr. Theler