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Dies alles bleibt der Vorgeschichte zur Oper überlassen: Tristan wurde von König Marke nach Irland geschickt, um Cornwalls Abhängigkeit von den irischen Königen zu beenden. Dort besiegte Tristan im Zweikampf einen irischen Ritter, wurde dabei aber selbst verwundet. Er starb nur deshalb nicht, weil er von einer irischen Prinzessin namens Isolde geheilt wurde. Die Oper beginnt nun viel später, nämlich als Tristan genau diese Isolde seinem König Marke als Braut nach Cornwall bringen soll.
Eine Liebe zum Tod
Natürlich wird bald einmal klar: Da brodelt etwas zwischen Tristan und Isolde. Ist es Hass, ist es Liebe? Und macht nun Tristan, der Held, heldisch den ersten Schritt, um die Sache zu klären? Mitnichten, es braucht ein Zaubertränklein, damit die beiden als Liebespaar zusammen kommen. Und als König Marke die Liaison zwischen Tristan und Isolde entdeckt, verteidigt da der Held sich und seine Braut und ihre Liebe? Auch das nicht: Sein Verrat an König Marke beschämt ihn so sehr, dass er sich lieber absichtlich ins Schwert eines Knappen stürzt.
Tristans und Isoldes Liebe ist nicht eine Liebe zum Leben, sondern zum Tod; eine Liebe der Nacht, die am Tag in dieser Welt keinen Platz hat. Es passt zu Tristans Charakter, dass er an seiner Liebeswunde stirbt. Und zur Handlung der Oper passt, dass Isolde ihm in einem Liebes-Todes-Rausch in den Tod nachfolgt.
Als wahrer und grossmütiger Held erweist sich jedoch König Marke, quasi als Held des Tages: Er erscheint am Schluss – allerdings zu spät – um dem Paar zu verzeihen und so der Sache doch noch ein Happy End zu geben. Aber in einer romantischen Oper darf gerade das natürlich nicht sein – vor allem nicht in dieser.
Der Sagenstoff
Die Dichtung von Tristan und Isolde war im Mittelalter ein weitverbreiteter Sagenstoff, der vor allem durch das Versepos von Gottfried von Strassburg (um 1210) bekannt wurde. Die 1865 uraufgeführte Wagner-Oper wurde vor allem durch ihre Harmonik, die wie beim «Tristan-Akkord» die Tonalität fast überschreitet, zum Objekt vieler Abhandlungen.