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Instrumentenbauer
Anton Amrein (Guber Töni)

Der bekannte Halszither-, Gitarren- und Geigenbauer aus Schwarzenberg, wurde am 30. Juli 1870 geboren . Er verbrachte seine Jugendzeit
zusammen mit seinen Eltern Josef und Theresa Amrein-Fuchs sowie mit seinen Geschwistern, Emma, Maria Josefa, Josef und Liberat auf der Liegenschaft Guber. Dieser
Hof, ganz vom Wald umgeben, lag leicht erhöht in südlicher Richtung, etwa 800 Meter vom Weiler Lifelen entfernt. Der ganze Gebäudetrakt wurde 1941 abgerissen.
Anton Amrein war auch unter dem Spitznamen Guber Töni bekannt Für diese Art von Übernamen gibt es eine einfache Erklärung: Der Name der Liegenschaft wurde jeweils
vor den Vornamen des Besitzers gestellt. Damit konnte man die in Schwarzenberg häufig vertretenen Amreins gut voneinander unterscheiden.
Als junger Erwachsener machte Anton Amrein eine halbjährige Lehrzeit im Grabsteingeschäft Realini in Luzern. Danach war er in Schwarzenberg als Grabsteinhauer tätig.

Die Zeit von 1890 bis 1904 liegt im Dunkeln. Bekannt ist lediglich, dass er in Kriens eine Arbeitstelle hatte. Im Jahre 1901,als Amrein bereits 31-jährig war, zog er ins Räschenhaus nach Lifelen zu seiner Schwester Emma, die im gleichen Jahr heiratete. Im ebenerdigen Kellergeschoss
richtete er seine Werkstatt ein und begann mit dem Instrumentenbau.
Als junger Erwachsener machte Anton Amrein eine halbjährige Lehrzeit im Grabsteingeschäft Realini in Luzern. Danach war er in Schwarzenberg als Grabsteinhauer tätig.
Die Zeit von 1890 bis 1904 liegt im Dunkeln. Bekannt ist lediglich, dass er in Kriens eine Arbeitstelle hatte. Im Jahre 1901, als Amrein bereits 31-jährig war, zog
er ins Räschenhaus nach Lifelen zu seiner Schwester Emma, die im gleichen Jahr heiratete. Im ebenerdigen Kellergeschoss richtete er seine Werkstatt ein und begann
mit dem Instrumentenbau.
Diese Leidenschaft wurde von seinen Eltern nicht verstanden. Sie wollten, dass er sich für die Landwirtschaft interessiert, später einmal in ihre Fussstapfen tritt.
Guber Töni hat keinen eigentlichen Beruf erlernt. Trotzdem ging er zielstrebig seinen Weg. Als Autodidakt mit grossem Talent hat er Halszithern hergestellt und
verkauft . Anhand der aufgefundenen Halszithern lassen sich keine Rückschlüsse ziehen, wann er mit dem Bau seiner Instrumente begonnen hat. Sämtliche Saitenhalter
und Wirbelmechaniken hat er direkt aus Deutschland bezogen. Ob er noch anderes Material eingekauft hat, wie zum Beispiel vorfabrizierte und intarsierte Decken, ist
nicht bekannt. Die älteste bis jetzt aufgefundene Halszither von Anton Amrein stammt aus dem Jahre 1903. Die Oberseite ist mit neun Eisenstiften bestückt. Der
geschnitzte Katzenkopf nimmt mit der Schnauze den Stimmschlüssel auf. Seine frühen Instrumente fallen durch die schwarz gebeizten Hälse und Wirbelbretter auf. Und:
Sie haben neun Eisenstifte zum Stimmen der Saiten, was den Vorbildern aus dem 19. Jahrhundert entspricht.
Ab etwa 1910 hat er seine Halszithern mit den vorfabrizierten Wirbelmechaniken bestückt. Die Saitenhalterung am Unterklotz besteht aus Nägeln, die bis an die Köpfe
in das Holz versenkt sind. Zusätzlich ist am unteren Teil der Instrumentendecke eine Kantenverstärkung aus Knochen eingelegt. Die kleinen, gitarrenförmigen
Korpusse aus dieser Zeit weisen geringfügig unterschiedliche Dimensionen auf. Nachgewiesen ist anhand von 1908 bis 1931 hergestellten Halszithern seine eigene
und bewährte Zargenform. Amreins Instrumente sind - im Vergleich zu jenen von Samuel Rodel - bedeutend leichter gebaut. Und: Spielproben von Instrumenten der
beiden Bauer bringen auch deutliche Klangunterschiede zutage.
Ab 1919 wurden immer mehr Instrumente sowohl mit der bekannten Wirbelmechanik als auch mit dem klappbaren Saitenhalter aus Metall ausgerüstet, der zugleich als
Ärmelschoner diente . Dieses Modell setzte sich durch und wurde bis etwa 1931 in grosser Anzahl hergestellt.
Anton Amreins Instrumente überzeugen mit gut durchdachten und sorgfältig hergestellten Korpussen. Nebst der feinen Griff- und Wirbelbrettarbeit (Bild 39) sind die
exakt gearbeiteten Intarsien zu beachten, die seinen Instrumenten ein unvergleichliches Äusseres geben. Die etwa 68 Zentimeter langen Instrumente haben jeweils
neun Saiten. Die Basssaite ist einzeln aufgezogen, alle andern sind doppelchörig. Die Stimmung ist offen in G-Dur. Die Mensur beträgt in der Regel 37 Zentimeter.
Guber Tönis handwerkliches Können ist vergleichbar mit dem professionellen Arbeiten von zeitgenössischen Geigen- oder Gitarrenbauern. Dies lässt vermuten, dass er
Zugang zu Instrumentenbauateliers hatte und auch entsprechende Werkzeuge benutzte, vor allem für die fachgerechten und sauberen Einlegearbeiten auf den
Instrumentendecken.
Amrein war eine echte Konkurrenz zu den professionellen Instrumentenbauern und machte sich bald vom Entlebuch über Luzern bis Ob- und Nidwalden einen Namen. Ab 1920
wuchs der Bedarf an Halszithern und somit die Nachfrage. Erstaunlich ist: Guber Töni selber hat das Halszitherspiel, kaum beherrscht.
Anton Amrein hat aber nicht nur Krienser Halszithern gebaut, sondern auch Uhren und Puppen für Kinder repariert sowie einige Gitarren und Geigen hergestellt. In
Privatbesitz befinden sich eine 1924 von ihm erbaute Geige und zwei Gitarren (die eine 1931 signiert). Es gibt Hinweise, dass noch mehr solche Instrumente im Umlauf
sind. Mit seiner Arbeit konnte er offenbar gutes Geld verdienen. Als er Kenntnis von einem gut erhaltenen Abbruchhaus im Gütsch (Hinterschwarzenberg) erhielt, liess
er es mit Hilfe seines Schwagers Roman Stalder, der in Schwarzenberg Zimmermeister war, fachmännisch abbrechen und auf dem Känzeli bei Lifelen wieder aufbauen. Hier
wohnte Anton Amrein bis zu seinem Tode 1933.