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«Eine Lebensschule, wie keine andere»
Roland Buchs war der 30. und der 32. Kommandant der Schweizergarde
Der heute 65-jährige Roland Buchs aus Düdingen stand während 22 Jahren im Dienste des Papstes. 16 Jahre hat er die Schweizergarde kommandiert. Er war der 30. und der 32. Kommandant in der 500-jährigen Geschichte der Garde.
Mit ROLAND BUCHS
sprach ANTON JUNGO
Was hat Sie 1982 bewogen, die anspruchsvolle Aufgabe als Gardekommandant zu übernehmen?
Der persönliche Ruf des Heiligen Vaters Johannes Paul II.
Wie haben Sie sich auf diese Aufgabe vorbereitet? Können Sie sich noch an Ihren ersten Arbeitstag erinnern?
Ich war bereits seit dem 1. Juni 1976 in der Päpstlichen Schweizergarde als Major tätig. In dieser Zeit habe ich die notwendige Einsicht in die verantwortungsvolle Aufgabe eines Gardekommandanten erhalten.
Unter welchen Päpsten haben Sie gedient?
Ich bin unter Papst Paul VI. in die Garde eingetreten und habe dann weiter unter Papst Johannes Paul I. und Papst Johannes Paul II. gedient.
Was bedeutete die Übernahme dieser Aufgabe für Ihre Familie?
Für die Familie hiess das, dass sie in den Vatikan zügeln musste und die Kinder in Rom die Primar- und Sekundarschule sowie das Gymnasium besuchen mussten.
Wie konnten Sie persönlich von Ihrem Einsatz in der Schweizergarde profitieren? Was hat Ihnen der 22-jährige Einsatz gebracht?
Der über 20-jährige Diensteinsatz, wovon 16 Jahre als Kommandant, hat mir eine einmalige Lebenserfahrung im Dienste der Kirche und des Heiligen Vaters sowie die besondere Aufmerksamkeit im menschlich-korrekten Umgang mit den Mitarbeitenden und Persönlichkeiten verschiedenster Art gegeben.
Welchen Rat geben Sie einem jungen Mann, der Sie fragt, ob er sich für einen Einsatz in der Garde entscheiden soll?
Ich würde ihm raten, sofort mit viel Freude, Optimismus und Elan in die Garde einzutreten, da dies eine Lebensschule ist, wie es keine andere gibt auf der Welt.
Gleich zweimal Kommandant
Roland Buchs wurde am 12. Mai 1940 in Düdingen geboren. Nach der Handelsmatura liess er sich zum Bankfachmann ausbilden. Er ist verheiratet und Vater von fünf Kindern. In der Armee bekleidete er den Rang eines Hauptmanns.
Am 1. Juni 1976 trat er, unter gleichzeitiger Beförderung zum Major, in die Schweizergarde ein. Am 25. November 1982 berief ihn Papst Johannes Paul II., unter gleichzeitiger Beförderung zum Oberst, zum Kommandanten der Schweizergarde. Während 16 Jahren nahm er diese Aufgabe wahr.
Am 29. November 1997 hat Papst Johannes Paul II. ihn persönlich als Gardekommandanten verabschiedet. Nur fünf Monate danach wurde er, nach der Erschiessung seines Nachfolgers Alois Estermann, am 6. Mai 1998 als 32. Kommandant wieder in sein Amt eingesetzt. Nach der endgültigen Pensionierung als Gardekommandant am 16. August 1998 wurde er Chef der Sektion Schutzorganisation des Bundessicherheitsdienstes in Bern. Seit dem 31. Mai 2005 ist er pensioniert, ist aber teilzeitlich noch beim Bundessicherheitsdienst tätig. ja