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Gewässerschutz-Anlagen: Massnahmen für einen ungetrübten Baufortschritt
Abwasser von Baustellen muss gesammelt und gereinigt werden, bevor es in die Kanalisation abgelassen werden darf. Dies erfolgt über zwei technisch einfache Massnahmen, deren fachgerechte Umsetzung dem Bauherrn viele Umtriebe und zusätzliche Kosten ersparen kann.
Wo gehobelt wird, da fallen bekanntlich Späne. Genauso gut lässt sich feststellen: Wo gebaut wird, fliesst Wasser. Sei es Grundwasser oder Regenwasser, das in die Baugrube läuft. Sei es Wasser, das beim Bohren oder Fräsen benötigt wird. Sei es Abwasser vom Reinigen des Betonkübels oder der Lkw-Reifen. Oder sei es Wasser, das man zum Anfeuchten einer Betonschicht braucht, bevor darauf eine weitere Schicht Material angebracht wird.
Sammeln, reinigen und aufbereiten
All diesen Ansammlungen von Wasser ist eines gemein: Sie müssen fachgerecht gesammelt und wenn nötig gereinigt und aufbereitet werden, bevor sie in den Kreislauf zurückgeleitet werden dürfen, sei dies zur Versickerung, in ein Gewässer oder in eine Schmutz- oder Mischabwasserkanalisation. Dies schreibt die Bundesverfassung vor, wo es in Artikel 76, Absatz 3 heisst: «Der Bund erlässt Vorschriften über den Gewässerschutz, die Sicherung angemessener Restwassermengen, den Wasserbau, die Sicherheit der Stauanlagen und die Beeinflussung der Niederschläge.»
Konkret handelt es sich um das Gewässerschutzgesetz und die Gewässerschutzverordnung (siehe auch «Nachgefragt»). Und ausserdem gibt es noch die SIA-Norm 431 «Entwässerung von Baustellen», die auf 28 Seiten aufführt, wie die fachgerechte Abwasserbehandlung von Baustellen durchzuführen und wer dafür zuständig ist.
Quelle: Condecta AG
Die Anlage auf der St. Galler Baustelle in der Übersicht. Von links nach rechts sind zu sehen: ASB-10-Becken für Baustellenwasser, ASN-10-Becken zur Neutralisation mit Kohlen- dioxid und schliesslich noch ein Becken des Modells ASB-10 für die Grundwasser- absenkung, mit einer pH-Wert-Überwachung.
Quelle: Condecta AG
Kleine, aber wichtige Unterschiede: unten das Neutralisationsbecken, oben das Becken für die Grundwasserabsenkung. Rechts stehen die Steuerungskabine und darunter die Flaschen mit dem Kohlendioxid.
Fischbestand zurückgegangen
Einer der Schweizer Hersteller und Lieferanten von Gewässerschutzanlagen (GSA) für Baustellen ist die Condecta AG, die im Mai ihren 60. Geburtstag gefeiert hat. Neben Raumsystemen undContainern, mobilen Toiletten, Kranen und Bauaufzügen, Baumaschinen und Baugeräten sowie Event Services gehört der Bereich GSA seit rund vier Jahren zum Angebot des Winterthurer Unternehmens. Für Renato Müller, den zuständigen Projektleiter für Beratung und Verkauf in der Deutschschweiz, ist der Wasserschutz eine Herzensangelegenheit. «Ich bin selber begeisterter Sportfischer, vor allem in Flüssen, und musste die Erfahrung machen, dass der Fischbestand in unseren Gewässern deutlich zurückgegangen ist.»
Neben der Vermietung und dem Verkauf von GSA geht es Müller deshalb vor allem darum, die Verantwortlichen auf den Baustellen zu informieren, zu sensibilisieren und zu unterstützen. «Das Wasser, das von der Baustelle abfliesst, muss einwandfrei sein.» Verschmutztes Wasser belaste die Umwelt und führe zu Schäden in der Natur. «Dabei geht es nicht nur ums Fischsterben. Wenn Wasser mit einem zu hohen pH-Wert in die Kanalisation läuft, führt dies unter Umständen noch nicht zu massiven Belastungen der Umwelt.» Dafür könne es aber zu Schäden an der Kanalisation kommen. «Und wenn alkalisches Wasser, das einen zu hohen pH-Wert hat, in die Kläranlage läuft, dann geht dort der Alarm los und die Bioorganismen, welche für die Reinigung unserer Abwässer besorgt sind, könnten Schaden nehmen.»
Dabei sind die Massnahmen zur Reinigung von Baustellenabwasser bewährt und technisch ausgereift. Das Baustellenabwasser, das meistens durch Schwebstoffe getrübt ist, wird zuerst in ein Absetzbecken gepumpt, worin die Feststoffe dann zu Boden sinken. Hat das Abwasser die gesetzlich geforderte Trübung erreicht, konkret eine Trübung von 30 Zentimetern Sichttiefe, kann es wiederum dem Wasserkreislauf zugeführt werden. Ist das Wasser noch alkalisch, weist also einen pH-Wert von neun oder höher auf, wird es im Neutralisationsbecken durch Zugabe von Kohlendioxid neutralisiert, bis der Wert wieder innerhalb der Normen liegt. Diese beiden Behandlungsschritte reichen in der Regel aus.