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Hinterrhein ist die erste Gemeinde am Hinterrhein und Ausgangspunkt zum Pass, der um 942 erstmals als 'mons avium' erwähnt, später Vogelberg und ab ca. 1500 St. Bernhardin genannt wird.
Die Ecclesia Sancti Petri de Reno ist schon 1219 Eigentum der Herren von Sax-Misox. Um 1270 kommen die ersten Walser vom Val Formazza über das Misox nach Hinterrhein. Damit wird Hinterrhein zur ältesten Walsersiedlung in Graubünden.
1274 unterschreiben zwei Siedler aus Hinterrhein einen Vasallenvertrag mit dem Herrn von Sax-Misox. Aber auch der mächtige Freiherr Walter IV. von Vaz, der das Schams und das noch von Romanen besiedelte Gebiet bis Splügen als bischöfliches Lehen besitzt, bemüht sich 1277 um einen Schutzvertrag mit den «Theutunici» von Hinterrhein. 1286 übergibt das Stift von San Vittore den Kolonisten in Hinterrhein den Boden im Tal als Erblehen für einen jährlichen Zins von 16 Pfund. Diese Zinspflicht wird aber erst 1773 mit 100 Lire di Milano abgelöst. Dieser Erblehensvertrag nennt von 16 Kolonisten ihre Herkunft Val Formazza, Simplon, Brig, Valle Maggia. Der Begriff 'Walser' tritt in dieser Gegend erstmals um 1599 auf.
Durch die Fahrbarmachung der Strasse von Chur nach Bellinzona 1820 und die Eröffnung der Gotthardbahn 1882 verlieren auch die Hinterrheiner die viele Jahrhunderte ausgeübte Säumerei. Der 1967 eröffnete San Bernardino-Strassentunnel lässt heute Hinterrhein im Sommer und Winter und von Norden und Süden bequem erreichen.
Das Dorf ist vom Transitverkehr geprägt. Es sieht deshalb gar nicht wie ein typisches Walserdorf aus. Statt weit verteilte Holzstrickhäuser gibt es dort zusammenstehende, stattliche Steinbauten mit grossen Lagerräumen. Neben den Geissen paradieren jeden Abend im Sommer auch viele Radfahrer durch die Gassen. Sie nehmen die 21 Kehren auf den San-Bernardino-Pass in Angriff oder fuhren von der Passhöhe hinunter ins Tal. Jede Kehre trägt übrigens einen historischen Namen.
Die Broschüre "Dorfführer Hinterrhein" ist bei Viamala Tourismus in Splügen und in Thusis für CHF 15.00 erhältlich.