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Literatur
Das Komische am Absurden
Komisch kann in der deutschen Sprache ja sowohl lustig als auch seltsam bedeuten und vielleicht ist die treffendste Zusammenführung beider Bedeutungen ja auch mit "kafkaesk" schon abgehakt. Dass der seltsame Schriftsteller Kafka aber auch lustige Seiten hatte, davon handelt diese Anthologie, die von Günter Stolzenberger für den
Marix-Verlag zusammengestellt wurde.
Kopfzerbrechen durch Regentropfen
In "Kampf der Hände" belustigt sich Kafka etwa darüber, stets seine Rechte der Linken vorgezogen zu haben, ohne es böse gemeint zu haben. Er hätte den "Missbrauch" ja auch ohne weiteres eingestellt, wenn sich nur die Linke einmal darüber beschwert hätte: "Statt dessen liegen die zwei jetzt übereinander, die Rechte streichelt den Rücken der Linken, und ich unehrlicher Schiedsrichter nicke dazu." In einer Erörterung über Vögel wünscht er sich Storchflügel, da es ihn nach dem Reisen verlange aber mangels derer er nicht verreisen könne. Auch das Schlagen der Regentropfen auf seinen Kopf bereite ihm Kopfzerbrechen, selbst wenn auch er ein Zimmer in sich trage: "Jeder Mensch trägt ein Zimmer in sich". Dann wieder fühlt er sich "fischartig" und sogar von äußeren Feinden bedroht und auch an die inneren, die tief in der Erde hausen, die er noch nie gesehen habe, glaube er fest. In "Ein kapitales Stück" fühlt er sich an die Stelle eines Hirsches, der neben seinem Jäger liegt, um an anderer Steller an das Achte Weltwunder zu glauben.
Das Komische am Absurden
Wer es noch nicht weiß: Franz Kafka war ein äußerst humorvoller Mensch. Kafka sei durchwegs witzig, ironisch, satirisch, grotesk, stellenweise geradezu närrisch, wie der Autor mit den zitierten Textstellen aus dem Werk des Autors leicht beweist und dies steht in gar keinem Widerspruch zu seinen ansonsten ernsthaften schriftstellerischen Absichten. Wie der Herausgeber in seinem Nachwort erwähnt, konnte er zwar nicht alles Komische, was Kafka schrieb, in einem Band versammeln, aber in sieben Kapiteln sind doch die Themen zusammengefasst, die ihn sein ganzes Leben lang immer beschäftigt hätten: das Abenteuer, die ungeheure Welt im Kopfe, das Scheitern, der Mensch, die Mechanismen der Gesellschaft, die Liebe und die Familie, so Günter Stolzenberger.