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Zeichentrickfilme oder auch -serien sind gezeichnet und teilweise auch animiert. Das englische Wort Cartoon, das für Zeichentrickfilme und -serien genutzt wird, wird auch immer häufiger im deutschen Sprachgebrauch verwendet.
Geschichte der Zeichentrickfilme
Als Vorläufer der Zeichentrickfilme kann das Praxinoskop gesehen werden. Der Franzose Émile Reynaud entwickelte dieses Gerät 1877, das auch als Zaubertrommel bekannt ist. Mit Hilfe dieses Geräts ließen sich gezeichnete Filme abspielen.
1906 wurde der erste Zeichentrickfilm von dem US-Amerikaner J. Stuart Blackton veröffentlicht. Er trägt den Titel Humorous Phases of Funny Faces. Der Film ist drei Minuten lang und wurde mit weißer Kreide auf eine Tafel gezeichnet. Die Bewegung im Film wurde mit der Stop-Motion-Technik erzeugt.
Der Franzose Émile Cohl veröffentlichte 1908 als erster europäischer Zeichentrickfilmer seinen Zeichentrickfilm Fantasmagorias, der eine Länge von zwei Minuten hat. Er zeichnete die Einzelbilder direkt auf den Film.
Im Jahr 1917 entstand der erste Zeichentrickfilm in Spielfilmlänge. Dieser trug den Titel El Apóstol und wurde in Argentinien produziert. Der Argentinier Quirino Cristiani übernahm bei der Produktion das Drehbuch und die Regie. Insgesamt wurden für den Film 58.000 Bilder gezeichnet. 1926 brach in den Frederico Valle Studios ein Feuer aus, das Cristianis Arbeit bis dahin komplett zerstörte. Seither gilt El Apóstol als für die Nachwelt verloren.
Zeichentrickfilme im Wandel der Zeit
In den Anfängen der Zeichentrickfilme wurden die Zeichnungen noch direkt auf den Film übertragen, kurz darauf wurden die Zeichnungen unter die Kamera gelegt und aufgenommen. In den 1920er-Jahren begann man damit, die Zeichnungen auf Folien anzufertigen. Das erleichterte es, die Filme mit Hintergründen auszustatten. Um einen räumlicheren Eindruck erschaffen zu können, entwickelte Ub Iwerks 1933 die Multiplan-Kamera, bei der die Hintergründe auf Glasplatten gezeichnet wurden. Der Film Schneewittchen und die sieben Zwerge von 1937 wurde mit einer Multiplan-Kamera produziert, die von den Disney-Studios selbst entwickelt worden war.
In den 1950ern wurde ein neuer Zeichentrickstil entwickelt, der weniger Details hatte und besser für das Fernsehen geeignet war. Zudem wurden die Figuren nun meist nicht mehr komplett für jede Bewegung neu gezeichnet, sondern nur die Teile, die sich in der Szene tatsächlich bewegten.
Seit den 1990ern werden Computer als Hilfsmittel bei der Herstellung von Zeichentrickfilmen genutzt. Die Zeichnungen werden eingescannt und Kolorierungen sowie die Aufnahmen am Computer gemacht.
Auch heute noch werden Zeichentrickfilme hauptsächlich per Hand gezeichnet. Nachdem das Drehbuch fertig gestellt ist und die Charaktere entworfen wurden, werden die Stimmen aufgenommen. Anschließend entwickeln die Zeichner und Animatoren daraus den Film.