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Wohlbefinden mit Frauenheilpflanzen
Die meisten Frauen bevorzugen heute pflanzliche Arzneien, wenn es darum geht, Krämpfe zu lösen, Blutungen zu drosseln, hormonelle Wechselbäder auszugleichen, Blasenentzündungen auszukurieren oder Wechseljahresbeschwerden zu lindern. Zu Recht viele Heilpflanzen verfügen nicht nur über ähnliche Kräfte wie die schulmedizinischen Vergleichspräparate, sondern sie erweisen sich auch oft viel verträglicher. In den letzten Jahren konnten sich die Frauenkräuter ihren Platz in der Frauenarzt- und Hebammenpraxen zurückerobern.
Kurz nach der Jahrtausendwende zeigte die "Women's Health Initiative Memory Study (WHI 2003), dass die bis dahin üblichen Hormonersatztherapie mit erheblichen Gesundheitsrisiken verbunden ist. Wegen erhöhtem Brustkrebs-, Herzinfarkt- und Schlaganfallsrisikos waren in Folge immer weniger Frauen bereit, Hormone einzunehmen. Der Absatz der Hormonpräparate sank und Alternativen zur Hormonersatztherapie wurden gesucht.
Intensiv erforscht wurden die Rotklee- und Soja-Isoflavone (Phytoöstrogene). Diese zeigen im menschlichen Körper sowohl östrogene- als auch antiöstrogene Effekte. Isoflavone sind nicht-steroidale Phyto-SERMs, die bevorzugt an den Östrogenrezeptoren Beta binden. Soja ist die Hauptquelle von Isoflavonen. Soja-Isoflavone können Hitzewallungen reduzieren, die Wirkung ist jedoch nicht signifikant belegt. Sie werden als Nahrungsergänzungsmittel verkauft, sollten aber nicht als Therapie verwendet werden.
Cimifuga racemosa, die Traubensilberkerze reduziert Hitzewallungen signifikant in der Peri- und Postmenopause. Als Wirkmechanismus werden SERM-ähnliche, (=selektive Estrogenrezeptor-Modulation) antioxydative, anti-inflammatorische und serotonerge Effekte beschrieben. Hier liegen pharmakologische und klinische Studien vor, die Traubensilberkerzenextrakte werden deshalb als Mittel der Wahl für Frauen, die eine Hormontherapie grundsätzlich ablehnen, aber auch zur Überbrückung bei schrittweiser Reduktion einer Hormonersatztherapie verwendet und können auch bei prämenopausalen Frauen mit Brustkrebs zur Reduktion von Hitzewallungen eingesetzt werden. Ein estrogener Effekt am Genitaltrakt (Vaginalepithel) und ein positiver Effekt auf den Knochenstoffwechsel (postmenopausale Osteoporose), der Knochenbrüche an der Hüfte und Wirbelbrüche reduzieren könnte, konnten noch nicht genügend belegt werden.