Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/126867

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, eine Studie erarbeiten zu lassen, welche das Potenzial und die Kosten sowie den Beitrag zur winterlichen Stromversorgung von alpinen Fotovoltaikanlagen an unterschiedlichen Standorten aufzeigt, und darüber einen Bericht zu erstellen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Ausbau der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien ist ein wichtiger Bestandteil der Energiestrategie 2050. Bis 2050 soll sie um 22,6 Terawattstunden erhöht werden. Ausgebaut wird insbesondere auch die Stromproduktion mit Fotovoltaikanlagen (etwa 10 Terawattstunden). Dafür soll prioritär das vorhandene Flächenpotenzial auf bestehenden Bauten und Anlagen ausgeschöpft werden. Das technische Potenzial an geeigneten Gebäudeflächen zur Nutzung von Fotovoltaik in der Schweiz beläuft sich auf jährlich 15 bis 18 Terawattstunden. Weitere Infrastrukturanlagen sind darin nicht eingerechnet. Aus energetischer Sicht besteht somit keine Notwendigkeit, unbebautes Gebiet zu beanspruchen. Fotovoltaikanlagen ausserhalb von bebautem Gebiet sollen deshalb nur dann erstellt werden, wenn sie bedeutende Vorteile gegenüber Anlagen an bestehenden Infrastrukturen aufweisen. Dies fordert auch ein gemeinsames Positionspapier der Bundesämter für Raumplanung, Umwelt, Energie und Landwirtschaft. </p><p>Die im Zusammenhang mit den Anlagen auf Lawinenverbauungen realisierten Schätzungen ergeben ein Potenzial von weniger als 100 Gigawattstunden. Mit den laufenden Projekten in Bellwald und St. Antönien werden diese Berechnungen verifiziert und auch auf ihre Wirtschaftlichkeit hin untersucht. Das Potenzial an gebäudeintegrierten Anlagen wird bereits in Zusammenhang mit dem sich gegenwärtig in Ausarbeitung befindlichen Solarkataster für alle Gebäude bis hin zur kleinsten Alphütte erhoben (vgl. dazu Motion Grüne Fraktion 11.4095, "Solarkataster für die ganze Schweiz", sowie Interpellation Jans 11.3589,"Nationales Solarkataster"). Darin sind lokale Gegebenheiten wie Einstrahlung, Ausrichtung der Flächen oder Abschattungen berücksichtigt.</p><p>Bisherige Erfahrungen mit Projekten im alpinen Raum zeigen, dass ihr Beitrag an die winterliche Stromversorgung erst ab einer Höhenlage von über 1500 Meter relevant werden könnte. Die erhöhten Kosten für Bau und Unterhalt von hochalpinen Anlagen kompensieren einen allfälligen Produktionsvorteil und machen die Anlagen kaum rentabel. Zwischenspeicherungsmöglichkeiten sind unabhängig vom Standort sowieso notwendig und dürfen bei der Diskussion um alpine und hochalpine Fotovoltaikanlagen nicht vergessen werden. Eine separate Studie zur Erhebung des Potenzials des alpinen Solarstroms für die winterliche Stromversorgung wird deshalb als wenig sinnvoll erachtet. </p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.