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Im letztem Blog-Eintrag habe ich getestet inwiefern man aufgrund des Abstimmungsergebnisses im Nationalrat und der Abstimmungsparolen der EVP das Abstimmungsergebnis vorhersagen kann. Das heisst, ich habe zuerst den Zusammenhang zwischen Abstimmungsverhalten im Nationalrat, den Abstimmungsparolen der EVP und dem tatsächlichen Abstimmungsergebnis in den letzten Jahren geschätzt. Dann habe ich aufgrund dieser statistischen Zusammenhänge retrospektiv die Abstimmungsergebnisse zwischen den Jahren 2000 und 2009 vorhergesagt. Wie nicht anders zu erwarten war, hielt sich die Präzision der Vorhersage in Grenzen, denn das Abstimmungsverhalten im Nationalrat und die Abstimmungsparolen einer Kleinpartei sind nur bedingt relevant für das Abstimmungsverhalten der Stimmberechtigten. Mittlerweile haben aber auch SP und GLP ihre Abstimmungsparolen bekannt gegeben. Mit der SP als eine der grössten Parteien dürften die Vorhersagen schon einiges genauer werden.
Die erste Abbildung zeigt für den Ja-Stimmenanteil bei Volksinitiativen den Zusammenhang einer Vorhersage, welche aufgrund der Abstimmungsergebnisse im Nationalrat sowie den Parolen von SP und EVP erstellt wurde, mit dem tatsächlichen Abstimmungsergebnis. Die Punkte in der Abbildung stellen Abstimmungen zwischen 2000 und 2009 dar, bei welchen sowohl SP wie auch EVP eine Ja oder Nein-Parole gefasst haben. Die GLP habe ich weggelassen, da die Partei noch recht jung ist und somit die Anzahl der Abstimmungen, für welche die Analyse durchgeführt werden kann, stark eingeschränkt hätte. Die 45°-Linie zeigt an, wo die Punkte liegen würden, wenn die Vorhersage perfekt wäre. Die Vorhersagen liegen nun schon relativ nahe bei den tatsächlichen Ergebnissen (die Distanz der Punkte von der 45°-Linie ist nicht sehr gross). Nur noch in wenigen Fällen ist die Abweichung der Vorhersage auf das Ergebnis grösser als 10 Prozent und in manchen Fällen liegt sie ganz nahe am Endergebnis.
Die zweite Abbildung zeigt denselben Zusammenhang für Referenden. Auch hier wird nun ein deutlicher Zusammenhang zwischen Vorhersage und tatsächlichem Ergebnis sichtbar. Die Streuung ist jedoch noch um einiges grösser als bei den Volksinitiativen, was auch damit zu tun hat, dass die Resultate bei Referenden viel stärker streuen.
Würde man aufgrund des Zusammenhangs von Abstimmungsverhalten im Nationalrat und Parteiparolen von EVP und SP in der Vergangenheit auf zukünftige Abstimmungsergebnisse schliessen, so käme man zu folgenden vorhergesagten Ja-Stimmenanteilen:
- Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht: 33 Prozent
- Epidemiegesetz: 74 Prozent
- Liberalisierung der Öffnungszeiten von Tanktellenshops: 50 Prozent
Es sollte aber berücksichtigt werden, dass die hier erstellten Prognosen auf denselben Daten basieren, wie die vorhergesagten Abstimmungsergebnisse. Auf zukünftige Abstimmungsergebnisse angewendet dürfte die Ungenauigkeit noch grösser sein, denn es ist bekanntlich einfacher die Vergangenheit vorherzusagen als die Zukunft. Allerdings wurden hier die Abstimmungsparolen der GLP nicht in die Vorhersage einbezogen. Diese könnten einen weiteren Hinweis auf das wahrscheinliche Abstimmungsresultat geben. Die GLP sagt Nein zur Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht und Ja zur Liberalisierung der Öffnungszeiten von Tankstellenshops.