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Adventskalender Tag 20
Im Stall zu Bethlehem
Teil 1
Maria und Josef waren ein glückliches Paar. Maria war hoch schwanger und wünschte sich sehr, ihr Kind endlich in den Armen halten zu dürfen. Bevor sich ihr großer Wunsch jedoch erfüllen sollte, musste sie noch eine letzte, beschwerliche Reise auf sich nehmen. Maria und Josef lebten in der Stadt Nazareth. Zu der Zeit, als sie ihr Kind bekommen sollten, mussten sie jedoch in die Stadt Bethlehem reisen, um sich schätzen zu lassen. Jeder musste dieser bürokratischen Aufgabe nachkommen, auch die schwangere Maria.
Maria und Josef haderten nicht lange, sie erledigten gewissenhaft, was ihnen aufgetragen worden war. Zu Marias Glück nahmen sie ihren kleinen Esel mit, der ihr ein Stück des langen und zum Teil sehr anstrengenden Weges abnehmen konnte, indem er Maria auf seinem Rücken trug. Trotzdem mussten sie einige Pausen auf ihrer Reise machen. Und so kam es, dass sie ein wenig später als alle anderen in Bethlehem ankamen. Es war schon spät am Abend. Die Fremdenzimmer waren komplett ausgebucht und auch bei den Menschen, die in Bethlehem wohnten war kein Bett für die schwangere Maria mehr frei.
Nach etlichem Anklopfen, betteln und suchen, hatten die Beiden das Glück, dass ein freundlicher Wirt ihnen einen Platz in seinem warmen Stall anbot. Maria und Josef nahmen das Angebot gerne an, obwohl sich Maria eigentlich einen anderen Ort für die Geburt ihres ersten Kindes vorgestellt hatte. Sie spürte, dass es bald so weit sein würde. Aber der Stall war warm und mit frischem Stroh ausgelegt, und so legten sie sich zur Ruhe – Maria, Josef, der Esel und der Ochse, der der eigentliche Bewohner dieses warmen Stalls war.
Teil 2
Es dauerte nicht lange und bei Maria kündigte sich die Geburt ihres Sohnes an. Sie gebar ihren Sohn unter starken Schmerzen an der Seite ihres Mannes, eines Esels und eines Ochsen in einem kleinen Stall in Bethlehem. Überglücklich über ihr gesundes Kind wickelten die beiden Eltern ihr Kind in Windeln und legten es in eine Futterkrippe. Der kleine Jesus, so nannten sie ihren Sohn, schlief ganz friedlich und zufrieden ein. Und auch Maria und Josef legten sich hin um sich von den Strapazen der langen Reise und der Geburt auszuruhen.
Die Ruhe währte allerdings nicht lange. Schon bald hörten sie leise Stimmen vor den Türen des Stalls und im Stall wurde es taghell. Josef stand auf, um nachzusehen, was da draußen los war. Als er die Stalltür öffnete schaute er in die Gesichter freundlicher Hirten und auf unzählige Schafe, die alle den Weg zum Stall gefunden hatten. Josef verstand nicht, wie sie nach so kurzer Zeit von der Geburt ihres Sohnes erfahren haben konnten, aber die Geschichte ihres Glücks war ja von Anfang an nicht so gewesen, wie es bei anderen aus ihrem Bekanntenkreis üblicherweise zuging. Er nahm es so an und öffnete den Hirten und ihren Schafen die Stalltür. Auch Maria war aufgestanden und empfing die freundlichen Hirten neben ihrem schlafenden Sohn.
Josef stand noch einige Zeit draußen vor dem Stall und betrachtete den hellen Stern, der über dem kleinen Stall zu Bethlehem stand.
Eine Geschichte von Annika Schneider.
Quelle: Im Stall zu Bethlehem