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Zuckerkrankheiten
Im Unterschied zu Pflanzen ist bei Menschen und Tieren die Nahrungsaufnahme die einzige Möglichkeit, die Energiespeicher des Organismus zu füllen. Im Körper wird die aufgenomme Nahrung grösstenteils in Glukose (Traubenzucker), den wichtigsten Enerigelieferanten, umgewandelt. Damit Glukose vom Blut in die Körperzellen gelangen kann, braucht es Insulin. Dieses Hormon wird in der Bauchspeicheldrüse gebildet.
Bei Personen mit einer Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) liegt ein Insulinmangel vor. Die Glukose kann deshalb von den Zellen nicht aufgenommen werden und sammelt sich im Blut an. Die Folgen eines Diabetes mellitus ergeben sich einerseits aus dem Glukosmangel der Zellen, andererseits aus den zu hohen Glukosenkonzentration im Blut, welche die Arteriosklerose fördert.
Man unterscheidet beim Diabetes zwei Formen:
Der Typ-1-Diabetes beginnt meist in der Jugend oder im Kindersalter. Durch immunologische Vorgänge, die noch nicht genau geklärt sind, werden die Insulin produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse zerstört. Es kommt zu einem absoluten Insulinmangel.
Der Typ-2-Diabetes tritt vornehmlich bei Erwachsenen ab dem 45. Lebensjahr auf. Bei dieser Diabetesform bildet der Körper zwar noch Insultin, die Zellen können jedoch darauf nicht mehr ausreichend reagieren (Insulinresistenz). Dies führt ebenfalls zu einer Glukosezunahme im Blut.
Diabetes: bedenkliche Tatsachen
- In der Schweiz sind drei von hundert Erwachsenen zuckerkrank.
- Diabetes fördert die Arteriosklerose. Im Vergleich zu anderen Personen haben Diabetiker ein fünffach erhöhtes Herzinfarkt- und ein dreifach erhöhtes Hirnschlarisiko. Gefährdet sind auch die Beinarterien: schwere Durchblutungsstörungen in den Füssen sind bei Diabetikern zwangzigmal häufiger als bei Gesunden
- Augen, Nieren und Nervensystem werden durch eine Zuckerkrankheit ebenfalls geschädigt. In der Schweizer Bevölkerung sind Blindheit oder Niereninsuffizienz am häufigsten auf einen Diabetes mellitus zurückzuführen.
Einem Typ-2-Diabetes kann oft vorgebeugt werden, indem auf eine ausgewogene Ernährung, genügend regelmässige Bewegung und ein normales Körpergewicht geachtet wird. Falls nötig wird der Typ-2-Diabetes mit Tabletten oder Insulininjektionen behandelt.
Eine gute Blutzuckerkontrolle ist das A und O einer jeden Diabetes-Behandlung. Wenn der Blutzucker gut eingestellt ist, lassen sich schwere Spätfolgen der Krankheit weitgehend vermeiden.
Manchmal können Anzeichen wie starker Durst, Leistungsabfall oder häufige Hautinfektionen auf einen Diabetes hinweisen. Bei solchen Symptomen empfiehlt es sich, den Arzt aufzusuchen. Die Diagnose eines Diabetes mellitus wird mit einer Bestimmung der Glukose im Blut gestellt. Als oberer Grenzwert eines Nüchtern-Blutzuckers gelten 6,1 mmol/l.
Metabolisches Syndrom und Diabetesdiät
Eine Zuckerkrankheit kommt selten allein. Häufig geht der Diabetes Typ 2 mit Übergewicht, erhöhten Blutfettwerten und erhöhtem Blutdruck einher. Dieses "Risikoquartett" wird als metabolisches Syndrom bezeichnet. Es stellt eine ausserordentliche Gefahr für das Herz dar. Bei Menschen mit einem metabolischen Syndrom ist das Herz-infarktrisiko drei- bis fünfmal höher als bei Nichtdiabetikern.
Die Ernährung für Zuckerkranke hat sich im Laufe der Zeit geändert. Während für Diabetiker früher Speisen mit Zucker verboten waren, so ist es gemäss heutigen Erkenntnissen erlaubt, hin und wieder eine kleine Süssigkeit zu konsumieren. Auch der Begriff "Diabetes-Diät" ist veraltet, da sich Diabetiker durchaus mit gewöhnlichen Nahrungsmitteln ernähren können. Eine Diät im strengen Sinn ist nur nötig bei übergewichtigen Patienten.
Der Speiseplan bei Diabetikern unterscheidet sich kaum von einer gesunden und ausgewogegen Ernährung, wie sie für die gesamte Bevölkerung ratsam ist. Speziell geachtet wird bei Diabetikern jedoch auf eine regelmässige Verteilung des Essens auf kleinere Haupt- und mehrere Zwischenmahlzeiten