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Patella-Luxation beim Hund
Die Patella-Luxation ist ein weit verbreitetes Problem bei Klein- und Zwerghunderassen und bedeutet eine Verlagerung der Kniescheibe aus ihrer Gleitrinne im Oberschenkelknochen.
Die Ursache für die Entstehung der Erkrankung ist nicht vollständig geklärt. Eine zu flach ausgebildete Gleitrinne und Abweichungen in der Knochenachse zwischen Ober- und Unterschenkel stehen häufig in Verbindung mit Luxationen der Kniescheibe. Die Erkrankung ist meist nicht von Geburt an vorhanden, sondern entwickelt sich während des Wachstums innerhalb des ersten Lebensjahres. Bei frühem Erkennen kann mit einer entsprechenden Behandlung den Hunde geholfen werden, damit es nicht zur Entstehung von Gelenksschäden kommt. Weiterhin kann durch züchterische Konsequenzen langfristig das Auftreten der Erkrankung vermindert werden. Deshalb werden alle Elmsford Star Hunde, die für die Zucht vorgesehen sind, bezüglich Patella-Luxation untersucht. Die Untersuchung kann ab dem Alter von 12 Monaten vorgenommen werden. Bei Elmsford Star kommen nur Hunde mit einwandfreiem Resultat in die Zucht.
Der Aufbau des Kniegelenks
Das Kniegelenk wird gebildet aus dem Oberschenkelknochen (Femur), dem Schienbein (Tibia) und dem Wadenbein (Fibia). Die Kniescheibe (Patella) ist in die Endsehne der Streckmuskulatur eingelagert, gleitet in ihrer Knochenrinne im Oberschenkelknochen und setzt am vorderen Rand des Schienbeins an.
Betroffene Rassen
In 75-80% der Fälle luxiert die Kniescheibe nach innen. Es sind hauptsächlich Miniatur- und Zwergrassen betroffen. Ein gehäuftes Auftreten wurde gefunden beim Zwergpudel, Yorkshire Terrier, Chihuahua, Pekingese, Boston Terrier, Foxterrier, Französische Bulldogge, King Charles Spaniel sowie bei zahlreichen anderen Rassen. Auch bei einigen mittelgrossen Rassen wie z.B. Chow Chow, Appenzeller und Entlebucher Sennenhund treten dieselben Veränderungen auf. Bei lediglich 20-25% handelt es sich um Luxationen nach aussen, von denen überwiegend Hunde mitttlerer und grosser Rassen betroffen sind wie z.B. Pudel, Cocker Spaniel, Irish Setter, Boxer, Flat Coated Retriever und Pyrenäen-Berghund.
Krankheitszeichen und Behandlung
Hunde, bei denen die Kniescheibe fest in ihrer Position in der Gleitrinne liegt und nur durch Druck vorübergehend luxiert werden kann, zeigen in der Regel keine Lahmheiten und brauchen auch keine Behandlung. Luxiert die Kniescheibe jedoch spontan während der Bewegung aus der Gleitrinne, so können mit der Zeit Gelenksentzündungen und Knorpelschäden entstehen, die dann auch zu Lahmheiten führen. Die Lahmheiten können sich durch plötzliches Hochhalten des Beines während einiger Schritte bemerkbar machen. Dabei befindet sich die Kniescheibe ausserhalb der Gleitrinne. Springt die Kniescheibe in ihrer normale Position zurück, wird das Bein wieder normal belastet. Um entsprechende Schädigungen im Gelenk zu vermeiden, ist eine frühzeitige Behandlung empfehlenswert. Dies ist meist nur durch eine Operation des Kniegelenkes mit Vertiefung der Gleitrinne und Versetzung der Ansatzstelle des geraden Kniescheibenbandes möglich. Die Behandlung hängt im Einzelnen von Alter, Rasse und Ausmass der Veränderung ab.
Schwierigkeiten bei der Erkennung
Eine einheitliche Zuchtselektion scheiterte bisher an den Schwierigkeiten, das Ausmass der Veränderungen zu erfassen. Da in vielen Fällen angeborene Luxationen nicht mit Lahmheiten einhergehen, ist es umso wichtiger, diese Krankheitsträger zu erkennen und von der Zucht auszuschliessen.
Untersuchung der Kniescheibe
Nach der Ganguntersuchung wird am stehenden Hund die Stellung der Hintergliedmassen und die Ausbildung der Oberschenkelmuskulatur beurteilt. Eine schlechte Bemuskelung kann ein Hinweis auf bestehend Lahmheiten sein. Die korrekte Lage der Kniescheibe wird überprüft. Dabei kann Druckschmerz der Patella ein Zeichen einer bestehenden Erkrankung mit einhergehender Knorpelschädigung sein.
Die endgültige Zuordnung des Luxationsgrades des Patella (Kniescheibe) in die Grade 1 bis 4 erfolgt in Seitenlage. Die Untersuchung sollte bei unklaren Befunden am stehenden und liegenden Tier wiederholt werden, wobei immer der schlechteste erhobene Befund für die Beurteilung massgebend ist. Der Einsatz von Beruhigungsmitteln kann wegen einer herabgesetzten Muskelspannung zu einer schlechteren Beurteilung führen und ist nur in Ausnahmefällen zu empfehlen. Werden derartige Medikamente eingesetzt, so wird dies im Untersuchungsprotokoll vermerkt.
Quelle:
Schweiz. Vereinigung für Kleintiermedizin, Autor:
Dr.med.vet. Stefan Grundmann, Kleintier-Chirurgie Universität Zürich
Artikel erschienen im Hundemagazin 1/2001