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Der Winter 2013/2014 zeichnet sich aus durch seine Kontraste: Einerseits ausserordentlich viel Schnee auf der Alpensüdseite – andererseits im Mittelland nur sehr wenige Schneetage. Im Wallis und in Graubünden aussergewöhnlich lang eine kritische Lawinensituation – hingegen im schneereichen Süden eine meist stabile Schneedecke.
"Welcher Winter?“ fragt man sich womöglich im Mittelland. Während von Zürich bis Genf der Eindruck vorherrschte, dass der Winter vorbei war, bevor er überhaupt angefangen hatte, ächzte der Süden ab Weihnachten unter den Schneemassen. Häufige Südwestlagen brachten so viel Niederschlag, dass die Gebiete auf der Alpensüdseite etwa doppelt so viel Schnee wie im langjährigen Durchschnitt erhielten. An vielen Orten im Tessin, Oberengadin und in den Bündner Südtälern lag an manchen Tagen im Januar und Februar so viel Schnee wie noch nie zuvor am selben Datum seit Messbeginn. Aber über den ganzen Winter betrachtet, wurden die Schneehöhen-Rekorde der einzelnen Mess-Stationen an keinem Ort überboten.
Wenige Schneetage im Mittelland
Im Schnitt war der Winter (November 2013 bis März 2014) in der ganzen Schweiz rund 1 bis 1,5 °C zu warm. Dies führte dazu, dass an einigen Orten im Mittelland an keinem einzigen Tag mehr als 5 cm Schnee lag, was als „Schneetag“ gelten würde. Nur der Winter 1989/90 war im Mittelland noch schneeärmer. Und obwohl in den tiefen Lagen auf der Alpensüdseite auch nur wenige Schneetage verzeichnet wurden, waren es doch deutlich mehr als im Mittelland. In Locarno beispielsweise gab es sieben Schneetage - mehr als doppelt so viele wie in Zürich, wo lediglich an drei Tagen mehr als 5 cm Schnee lag.
Lange Zeit kritische Lawinensituation im Wallis und in Graubünden
Bis Weihnachten lag in den meisten Gebieten nur eine dünne Schneedecke. Diese hatte sich im Verlauf des Dezembers in eine schwache Schneeschicht aus grossen, losen Kristallen umgewandelt. Als diese Schicht von den folgenden Schneefällen zugedeckt wurde, bildete sie eine Art fragiles Kartenhaus in der Basis der Schneedecke. Insbesondere zwischen Weihnachten und Anfang Januar war sie eine wichtige Ursache für Lawinen, die von Schneesportlern ausgelöst wurden. Im südlichen Wallis und im nördlichen Graubünden herrschte aussergewöhnlich lange, zum Teil bis zu zwei Monaten, erhebliche Lawinengefahr (Stufe 3). Am Alpensüdhang überdeckte bald so viel Schnee die schwache Basis, dass sie für Lawinen-Auslösungen keine Rolle mehr spielte. Lawinen bildeten sich dort vor allem in oberen Schneeschichten während der wiederholten, intensiven Niederschläge.
Im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt war der Winter 2013/14 insgesamt jedoch etwas weniger lawinengefährlich: Am häufigsten wurde die Gefahrenstufe 2 „mässig“ herausgegeben, allerdings weniger oft als sonst. Die Gefahrenstufe 1 „gering“ wurde dafür deutlich häufiger prognostiziert, fast doppelt so oft wie im Durchschnitt. Die heikle Phase mit den Gefahrenstufen 3 und 4 konzentrierte sich vor allem auf die Zeit von Ende Dezember bis Ende Februar.
Bis am 15. April 2014 wurden dem SLF für den Winter 2013/14 104 Lawinenunfälle mit 152 erfassten Personen gemeldet. Davon wurden 17 Personen verletzt und 17 Personen verunglückten tödlich. Die Zahl der Todesopfer liegt für den Zeitraum bis Mitte April leicht unter dem langjährigen Durchschnitt.
Lawinenbulletins seit Ende November
Das SLF gab am 28. November 2013 das erste tägliche Lawinenbulletin des Winters heraus. Vom 20. Dezember 2013 bis zum 6. April 2014 wurde zweimal täglich eine Gefahreneinschätzung veröffentlicht. Bis auf Weiteres erscheint das Lawinenbulletin täglich um 17 Uhr. Es kann über www.slf.ch und die SLF-App „White Risk“ abgerufen werden. Zudem bietet das SLF einen RSS-Feed und einen SMS-Service, welche auch in Winterrandzeiten und über den Sommer darauf hinweisen, wenn bei grösseren Schneefällen ein Lawinenbulletin publiziert wird. (Service abonnieren: SMS mit dem Inhalt „START SLF SOMMER“ an 9234 senden, Service stoppen: SMS mit Inhalt „STOP SLF SOMMER“ an 9234 senden, 0.20 CHF/SMS). Des Weiteren verweisen wir auf den Alpenwetterbericht der MeteoSchweiz (www.meteoschweiz.ch, Telefon 0900 162 138 (1.20 CHF/Min.) oder Fax 0900 162 338 (2.00 CHF/Min.).