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Applaus
Koni Bärtschi ist in seine Lektüre vertieft. Er liest einen Artikel über eine neue Internetplattform, auf der Rezepte besprochen, ausgetauscht und bewertet werden können, als schallendes Geklatsche an sein Ohr dringt. Hinten im Café hat ein älterer Herr eben das Menü 2 serviert bekommen. Das Ganze wiederholt sich, als die Bedienung zuerst das Dessert, eine Rüeblitorte, dann den Milchkaffee und schliesslich die Rechnung an den Tisch des Kunden bringt.
Bärtschi beobachtet, wie inzwischen fast alle Gäste jeweils den Kopf schütteln und sich dann wieder ihren eigenen Dingen zuwenden.
„Darf ich fragen, was es mit Ihrem Klatschen auf sich hat?“, erkundigt sich Bärtschi, als der hoch gewachsene Mann mit dem stolzen Gang an ihm vorbei Richtung Ausgang geht.
„Na, wenn etwas gelungen ist, applaudiert man doch normalerweise?“, hält er entgegen.
„Schon, aber hier im Café ist das doch etwas ungewöhnlich.“
„Was denken Sie, wie ich mich jeweils gefühlt habe? Als wäre es reiner Zufall, wenn ich meine Swissair-Maschine in einem Stück auf die Landebahn aufgesetzt hatte. Als wäre ich ein Anfänger.“
„Verstehe“, entgegnet Bärtschi.
„Und seit ich pensioniert bin, mache ich das eben auch, zu meinem ganz persönlichen Vergnügen.“