Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03383.jsonl.gz/787

Heute ist sie ein Gebäude der Universität
in Sevilla: die älteste Tabakfabrik in Europa. Auf
dem Platz vor dieser Fabrik spielt der erste Akt von Bizets
Oper "Carmen". Heute noch zeugt eine Tafel von
der alten Tabakfabrik, in der die junge Carmen gearbeitet
und im Streit eine andere Arbeiterin verletzt haben soll.
Der Sergeant Don José verhaftet sie, getreu dem Libretto
von Henri Meilhac und Ludovic Halévy. Zuvor allerdings,
in der Arbeitspause, wirft sie dem Sergeant eine Akazienblüte
zu und singt die Arie "Habanera", mit der sie
ihrer Gleichgültigkeit gegenüber den Liebesbeteuerungen
ihrer vielen Verehrer Ausdruck gibt. Die Habanera ist ein
langsamer mit dem Tango verwandter Tanz, der aus Kubas Hauptstadt
Havanna stammt.
Der Text zur Habanera in Bizets Carmen stammt vom Maestro
selbst:
L'amour est un oiseau rebelle
que nul ne peut apprivoiser,
et c'est bien en vain qu'on l'appelle,
s'il lui convient de refuser.
Rien n'y fait, menace ou prière,
l'un parle bien, l'autre se tait:
Et c'est l'autre que je préfère,
Il n'a rien dit mais il me plaît.
L'amour! L'amour! L'amour! L'amour!
Liebe ist wie ein wilder Vogel
ihn zu zähmen das ist schwer,
ganz umsonst wirst du ihn rufen,
wenn er nicht will, kommt er nicht her.
Kein Schmeicheln hilft und keine Wut,
der Eine spricht, der Andere schweigt:
es ist der Andere den ich bevorzuge,
er sagte nichts, er gefällt mir.
Liebe! Liebe! Liebe! Liebe!