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Zum Auftakt des dreitägigen Sawara Grand Festivals in der gleichnamigen Stadt Sawara in Tokios Nachbarpräfektur Chiba schoben und zogen die in Trachten gekleideten Festteilnehmer am Freitag die «Dashi» genannten Festwagen aus verziertem Holz, auf denen kostbare meterhohe Figuren von Gottheiten, berühmten Samurai oder auch Tieren thronten, fröhlich singend durch die Gassen des Altstadtviertels.
Eine der ältesten Figuren auf einem der Umzugswagen zeigte Sugawara no Michizane. Der berühmte Gelehrte und Dichter der Heian-Epoche (794 bis 1185) wird als Kami (Gottheit) der Gelehrsamkeit im örtlichen Yasaka-Schrein wie auch in vielen anderen Shinto-Schreinen verehrt.
Das 70 Kilometer von Tokio entfernte Sawara ist eine alte Handelsstadt, die einst Sojasosse, Reis und andere Waren nach Edo (dem heutigen Tokio) lieferte. Mit ihren Kanälen wird die Stadt auch «Kleines Edo» genannt. Das örtliche Volksfest (Matsuri), das jedes Jahr im Sommer und im Herbst stattfindet, blickt auf eine mehr als 300-jährige Geschichte. In Japan gibt es unzählige lokale Matsuri.
Die teils uralten Volksfeste stehen im Zusammenhang mit dem jeweiligen örtlichen Shinto-Schrein oder auch einem buddhistischen Tempel. Noch heute werden sie als wichtiges Gemeinschaftserlebnis der lokalen Bevölkerung in Städten und Gemeinden im ganzen Land gefeiert.
Der Ursprung des Sommerfests in Sawara sei nicht bekannt, erzählt eine Mitarbeiterin der Handelskammer. Beim Herbstfest aber würden die Götter - wie bei anderen Matsuri - um eine gute Reisernte gebeten.