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Indogermanistik: Was ist das?
Bevor wir zu dem kommen, was heute als ‚indogermanische Mythen‘ bezeichnet wird, muss erst einmal erklärt werden, was ‚indogermanisch‘ und ‚Indogermanistik‘ überhaupt bedeutet. Auch wenn das auf den ersten Blick vielleicht so wirkt, aber ‚Indogermanistik‘ hat nur begrenzt etwas mit ‚Germanistik‘ oder ‚germanisch‘ zu tun. Unter ‚indogermanistisch‘ wird eine Sprachfamilie verstanden, zu der nicht nur das Deutsche gehört, sondern noch unzählige weitere Sprachen. Sogar das altindische ‚Sanskrit‘ in denen die indischen ‚Veden‘ verfasst worden sind.
Indogermanische Mythen
Was sind nun aber ‚indogermanische Mythen‘?
Im Laufe der Wissenschaftsgeschichte stellten einige Wissenschaftler fest, dass es Gemeinsamkeiten in den Mythen aus verschiedenen Kulturkreisen gibt.
So gibt es viele Kulturen, die über ein Götterpantheon verfügen. Ein Beispiel hierfür ist die Gemeinsamkeit zwischen dem altindischen Dyaus Pita und dem griechischen Zeus und dem römischen Jupiter.
Der erste Wissenschaftler, der dies wirklich erforschte, war Paul Thieme. Aber auch andere Wissenschaftler beschäftigten sich mit der sogenannten ‚indogermanischen Religionswissenschaft‘. Besonders interessant ist hierbei eine durch den Russen Alex Fantalov aufgestellte, sehr minimalistisch gehaltene Einteilung in Gottheiten, die in den meisten indogermanischen Mythen vorkommen:
In der (euch sicher bekannten) griechischen Mythologie wären das:
Vor allem über den Archetyp der ‚Großen Göttin‘ ist sehr viel geforscht worden. Auch Joseph Campell (erster Entdecker der Heldenreise) hat sich mit der Großen Göttin befasst.
Für Autoren ist es sehr interessant, sich mit Mythologie zu befassen. Sie lehrt einen nicht nur Erzählstruktur, sondern gibt einem auch Einblicke in Archetypen.
Nicht umsonst nutzen heute viele die Heldenreise und die durch C.G. Jung entdeckten Archetypen.
Diese alten Strukturen helfen einem zu erkennen, was der Leser von einer Geschichte erwartet.