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Meret Elisabeth Oppenheim (* 6. Oktober 1913; † 15. November 1985) ist in Charlottenburg (heute Berlin) geboren und in Basel gestorben. Die deutsch-schweizerische Künstlerin und Lyrikerin war eine der wichtigsten Vertreterinnen des magischen Surrealismus.
Der Schriftsteller Hermann Hesse war mit Ruth Wenger, der Tante von Meret Oppenheim einige Jahre lang verheiratet. Oppenheims Grossmutter war Malerin und Kinderbuchautorin. Schon frühzeitig kam sie dadurch in Kontakt zu Kunstschaffenden. Sie war eine begeisterte Leserin von Goethe, Gottfried Keller, Rilke und Hesse, sowie von den Schriftstellern der Romantik.
Der Entschluss, ebenfalls Künstlerin zu werden, fiel im Jahr 1931.
1933 fuhr sie dann nach Paris, lernte Alberto Giacometti und Hans Arp kennen, die von ihren Arbeiten fasziniert waren und ihr ermöglichten, im Salon des Surindépendants auszustellen. Mit Max Ernst fing sie im Herbst desselben Jahres eine andauernde Liebesbeziehung an. Schliesslich erlangte sie noch den Ruf der „Muse der Surrealisten“, als sie, ebenfalls 1933, Man Ray fotografierte für den Bildzyklus Érotique voilée. Die Entstehung ihrer ersten Kunstobjekte fiel in ebendiese Zeit, in welcher sie sich in den Kreisen um André Breton und Marcel Duchamp bewegte, darunter das Déjeuner en fourrure („Frühstück im Pelz“) aus dem Jahr 1936 – eine pelzbezogene Kaffeetasse (mit Untertasse und Löffel) und Ma Gouvernante („Mein Kindermädchen“). Modeentwürfe machte sie kurz darauf, nur um die finanzielle Durstrecke zu überwinden, es folgte aber bald eine Schaffenskrise.
Rückkehr in die Schweiz, Kontakt zur antifaschistischen Künstlergruppe Gruppe 33 und Besuch der Gewerbeschule während 2 Jahren, um die technischen Fertigkeiten zu verbessern.
1939 Beteiligung an einer Ausstellung für fantastische Möbel. Oppenheim zeigte dort unter anderem einen Tisch mit Vogelfüssen.
1949 Heirat mit Wolfgang La Roche, der 1967 in Bern starb.
1954 Bezug eines eigenen Ateliers, als Zeichen, dass die Krise überwunden war.
1956 gestaltete sie Kostüme und Masken für Daniel Spoerris Inszenierung von Picassos Theaterstück Wie man Wünsche am Schwanz packt.
Ab 1958 intensives Schaffen, z.T. auch Rückgriffe auf Skizzen, Entwürfe und Ideen ihrer Pariser Zeit.
1967 Retrospektive im Moderna Museet in Stockholm.
Ab 1972 lebte und arbeitete sie abwechselnd in Paris und Bern.
1974 und 1975 weitere Retrospektiven in den Museen von Stockholm, Winterthur und Duisburg.
1981 Publikation ihrer Gedichte mit Serigraphien unter dem Titel Sansibar, und daran anschliessend eine ähnliche Arbeit mit dem Titel Caroline an.
1983 Einweihung des von ihr geschaffenen Oppenheimbrunnens auf dem Waisenhausplatz in Bern.
1985 Brunnenskulptur für die Jardins de l'ancienne école Polytechnique in Paris.
Sie wurde kurz vor ihrem Tod noch Mitglied der Akademie der Künste in Berlin. Meret Oppenheim starb am Tag der Vernissage zu ihrem Buch Caroline, am 15. November 1985.
Preise und Ehrungen (Auswahl)
Kunstpreis der Stadt Basel (1974)
Großer Preis der Stadt Berlin (1982)
Bennenung der Strasse unterhalb der Passarelle des Bahnhofs SBB in „Meret Oppenheim-Strasse" (2003)
Der Schweizer Kunstpreis Prix Meret Oppenheim ist ebenfalls nach ihr benannt.
In ihrer Geburtsstadt Berlin fand anlässlich ihres 100. Geburtstag im Jahr 2013 Retrospektive im Martin-Gropius-Bau statt (vom 16. August 2013 bis zum 6. Januar 2014).Aus demselben Anlass wurde die Künstlerin auch von der Stadt Basel mit vielen Aktionen und Ausstellungen geehrt. (Ausführlicher Beschrieb der (Kunst-)Projekte: meret-oppenheim.ch) Bibliographie (Auswahl)
Links
Bericht in der Tageswoche von Naomi Gregoris zum 100. Geburtstag von Meret Oppenheim, am 25.07.2013
Gedichtplakat und Poesiekarte, Tag der Poesie 2012: "Sommer"
Gedichtplakat und Poesiekarte, Tag der Poesie 2014:
"Ich spüre wie sich mein Auge" (Deutsch/Französisch)
Gedichtplakat, Tag der Poesie 2016:
"Sommer", "Oh grosse Ränder an meiner Zukunft Hut"
Gedenkweg Basler DichterInnen am Tag der Poesie 2016