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Quelle: tvo
Auf die Frage, ob gleichgeschlechtliche Paare die gleichen Rechte erhalten sollten wie heterosexuelle Paare, antwortet Fürst Hans-Adam II.: «Ich hätte grundsätzlich nichts dagegen, solange man den homosexuellen Paaren nicht das Recht zur Adoption gibt. Ein Kind hat das Recht, in einer normalen Familie aufwachsen zu dürfen, wo nicht nur ein Vater, sondern auch eine Mutter da ist.» Mit dieser umstrittenen Aussage in einem Interview mit Radio L, macht das Oberhautp des Fürstentums Liechtenstein von sich reden. Weiter sagt der Fürst: «Wenn zwei Homosexuelle einen Knaben adoptieren, ist dies nicht unproblematisch. Die Rolle der Mutter ist in den ersten Jahren sehr wichtig.»
«Fühlte mich persönlich angegriffen»
Lukas Oehri ist selbst homosexuell und ist gemeinsam mit seinem Partner, das erste Liechtensteiner Paar, dass mit Hilfe einer Leihmutter einen Sohn aufziehen darf. «Ich war schockiert, dass so eine Aussage von einem Staatsoberhaupt kommt. Als schwuler Vater habe ich mich persönlich angegriffen gefühlt.» Oehri würde sich wünschen, dass man sich ein eigenes Bild mache, bevor man solche Vorurteile äussere.
Geteilte Meinungen bei Liechtensteiner Passanten
Eine Strassenumfrage, die TVO unter einigen Passanten in Liechtenstein durchgeführt hat, zeigt, dass viele die Aussagen des Fürsten nicht unterstützen. Allerdings gibt es auch viele konservative Stimmen, welche die Aussagen des Fürsten gutheissen.
Für homosexuelle Paare im Fürstentum Liechtenstein ist es noch ein weiter Weg bis zur Gleichstellung. Auch eine Volksinitiative scheint aussichtslos - das Fürstenhaus hat in Liechtenstein nach wie vor das Veto-Recht.
(red.)