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Wolfgang Mozart: Ein kleiner Junge, der schon mit vier Jahren seine ersten Kompositionen schreibt.
Wie das klingt, kann man hier hören:
Mozart und seine ebenfalls hochbegabte, ältere Schwester Nannerl besuchen nie eine öffentliche Schule. Sie haben jedoch einen hervorragenden Privatlehrer: Ihr Vater Leopold Mozart ist ein hoch gebildeter und aufklärerisch denkender Mann. Von ihm lernen sie alles: Musik, Sprachen (Latein, Italienisch, Französisch, Englisch), Naturkunde, Physik und die Grundlagen der Philosophie.
Mozart verbringt fast ein Drittel seines kurzen Lebens von 35 Jahren auf Reisen, davon zehn Jahre mit strapaziösen Kutschenfahrten.
Das Wunderkind wird an allen Königs- und Fürstenhäusern Europas bestaunt. In Wien spielt er vor der Kaiserin Marie Theresia, hüpft ihr auf den Schoss und küsst sich echt kindlich ab. Ihrer Tochte Marie-Antoinette, die etwa gleich alt ist wie er, soll er versprochen haben: Dich heirate ich mal!
Auf seiner grössten Reise ist der Siebenjährige zusammen mit Vater, Mutter und seiner Schwester Nannerl drei Jahre lang durch ganz Westeuropa unterwegs: Deutschland, Frankreich, England, Belgien, Holland, erneut Frankreich und die Schweiz werden bereist. Dieses Jahr sind es genau 250 Jahre her, seit die Familie Mozart unser Land durchquerte. (siehe www. mozartweg.ch) Hier kann man die einzige bisher bekannte in der Schweiz entstandene „Komposition“ Mozarts hören:
Wichtig für Mozart ist auch die Begegnung mit dem jüngsten Sohn von Johann Sebastian Bach, Johann Christian Bach, in London. Im April 1764 musizieren Bach und der 8-jährige Mozart erstmals gemeinsam miteinander. Leopold Mozart empfiehlt seinem Sohn die Kompositionen Johann Christian Bachs ausdrücklich zur Nachahmung. Stilistische Einflüsse des „Londoner Bachs“ lassen sich in vielen Werken Mozarts nachweisen.
Mozart ist mit sieben Jahren bereits ein Virtuose auf dem Klavier und der Violine, und Vater Leopold lässt Wolfgangs erste Kompositionen im Druck erscheinen.
Mozarts grosse Liebe gehört der Oper. Am Anfang steht ein Geistliches Singspiel des Elfjährigen. (Die Schuldigkeit des ersten Gebots)
Erstaunlich: Diese frühe Tenor-Arie mit obligater Posaune!
Mozart schrieb 18 Opern. Darunter: „Idomeneo“, „Die Entführung aus dem Serail“, die drei Da Ponte-Opern „Figaros Hochzeit“, „Don Giovanni“ und „Cosi fan tutte“ und „Die Zauberflöte“. Anstelle einer Reihe von virtuosen Arien, die die Gesangskunst der Starsänger ins beste Licht rücken sollten, zaubert Mozart in seiner Musik echte Charaktere, Menschen von Fleisch und Blut, auf die Bühne.
In Salzburg entstehen seine fünf herrlichen Violinkonzerte. (KV 207, 211, 216, 218 und 219)
Sein letztes Salzburger Klavierkonzert, das „Jenamy“-Konzert (früher „Jeunehomme“), entsteht und leitet die Reihe der 18 grossen Wiener Konzerte ein.
Ohne Vater, jedoch in Begleitung der Mutter reist der nun zwanzigjährige Mozart via München nach Paris. Er glaubt ein mindestens so gewiefter Reiseleiter zu sein wie sein Vater, was ihm aber gründlich misslingt. In Mannheim bleibt er hängen. Er ist am Hof hoch willkommen, ist von der Hofkapelle begeistert und scherzt und albert mit der fürstlichen Familie herum, aber um die Stelle eines Hofkapellmeisters bewirbt er sich vergebens.
Alle Versuche Mozarts, eine feste Anstellung als Kapellmeister oder Hofkompositeur an einem Fürstenhof zu erhalten, scheitern sowohl in Mailand, als auch in München, Paris und Mannheim.
Die Reise nach Mannheim führt zunächst über Augsburg, die Heimatstadt von Vater Leopold. Im Hause seines Onkels Franz findet er in seiner Cousine Maria Anna Thekla Mozart, genannt das Bäsle, eine erste Gespielin, mit der er über längere Zeit einen recht deftigen Briefwechsel führt.
In Mannheim lernt Mozart dann die Familie von Franz Fridolin Weber mit den vier Töchtern kennen. Die zweitälteste Tochter, Aloysia Weber, ist eine hervorragende Sängerin und wird Wolfgangs erste grosse Liebe. Er schreibt schönste Musik für sie und will sogar als Impresario mit ihr nach Italien reisen. Der Vater redet ihm die Flausen aus. Aloysia weist ihn ab. Beide bleiben aber gute Freunde und Aloysia wird später in manchen Opern Mozarts wichtige Partien übernehmen.
Endlich erreichen Mozart und seine Mutter Paris. Mozart ist zum dritten Mal in der Stadt, man müsste ihn eigentlich kennen und schätzen. Doch der „Wunderkind-Bonus“ verfängt nicht mehr, das Interesse der Pariser ist geschwunden. Immerhin überrascht Mozart sein Publikum mit einer grossen Symphonie (KV 297, Pariser Sinfonie), deren Beginn genau so klingt wie es das Pariser Publikum erwartet, doch im letzten Satz reiht er dann eine Überraschung an die andere.
Mutter Mozart erkrankt schwer und stirbt am 3. Juli in Paris. Die grosse a-moll-Klaviersonate (KV 310) entsteht. Ob die düstere Sonate im Zusammenhang mit dem Tode der Mutter steht, können wir nur erahnen - Mozarts Lebensumstände hatten kaum je Einfluss auf seine Werke. Insgesamt schrieb Mozart 18 Klaviersonaten, nur zwei davon stehen in Moll.
Mozart heiratet gegen den Willen seines Vaters Konstanze Weber, die Schwester Aloysias, und er wird Vater. Es ist auch die Zeit der grossen Konzerterfolge mit Sinfonien und Klavierkonzerten. Die Klavierkonzerte schreibt er meist ohne eigentlichen Auftrag und trägt sie auch selbst vor.
Aus seinen Konzerten erzielt er enorme Einnahmen. Er kann sich jeden Luxus leisten und hält eigene Pferde und eigenes Hauspersonal.
Endlich will er seine Frau Konstanze dem Vater und der Schwester in Salzburg vorstellen. Vermutlich als eine Art Gelübde beginnt er noch in Wien eine Messe-Komposition. Die Messe bleibt unvollendet, aber wahrscheinlich werden einige Sätze daraus in St. Peter in Salzburg mit Konstanze als Solistin aufgeführt . Die fertiggestellten Teile gehören zum Grossartigsten, was Mozart für die Kirche geschrieben hat.
Mozart, aber auch Haydn, sowie der für ihn so wichtige Baron van Swieten, sind Freimaurer. Auch Vater Leopold schliesst sich anlässlich seines Wiener Aufenthalts dem Orden „zur Wohltätigkeit“ an
Die Haydn-Quartette: Die sechs grossartigen, seinem Freund Joseph Haydn gewidmeten Streichquartette entstehen. Gesamthaft hat Mozart 23 Streichquartette geschrieben.
In Wien lernt Mozart um 1782/83 Gottfried Freiherr van Swieten kennen, einen ausgewiesenen Musikliebhaber und Präfekt der kaiserlichen Bibliothek. Dieser macht ihn mit den Manuskripten Johann Sebastian Bachs und Georg Friedrich Händels bekannt, die einen tiefgreifenden Eindruck auf Mozart hinterlassen und seine Kompositionen nachhaltig beeinflussen.
Trotz erschwerter Lebensbedingungen gelingt der grosse Wurf: Die gewaltige Trias der letzten Sinfonien entsteht. Wir wissen nicht mit Sicherheit, ob sie zu Mozarts Lebzeiten je aufgeführt wurden. Es sind die Sinfonien in g-Moll, Es-Dur und C-Dur („Jupiter-Sinfonie“).
1787 ist das Prager Jahr: Während in Wien das Interesse an Mozart abklingt, ist er in Prag nach wie vor ein grosser Star. Die Prager sind ganz verrückt nach Mozarts Oper „Figaros Hochzeit“. Alles singt und tanzt und pfeift Figaro. Zwei weitere seiner bedeutendsten Werke sind den Pragern gewidmet: Die Sinfonie D-Dur KV 504 und die Oper „Don Giovanni“. KV 527