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Seit 1995 ist die Neuromodulation durch rTMS als mögliche Behandlung für Depression betrachtet worden und ist Gegenstand vieler wissenschaftlicher Studien.
"Die rTMS ist nun die erste Empfehlung für die Behandlung der Major-Depression bei Patienten, bei denen unter einer vorherigen Behandlung mit Antidepressiva zu keiner Verbesserung gekommen ist." (Empfehlungen CANMAT – Canada -, 2016) "Die Wirksamkeit der rTMS bei nicht-psychotischer unipolarer Depression ist belegt (Level A)" (Schweizerische Empfehlungen «Die somatische Behandlung der unipolaren depressiven Störungen: Update 1, 2016")
Basierend auf zahlreichen Studien und Meta-Analysen in diesem Bereich, schloss der Bericht der Arbeitsgruppe des WFSBP (World Federation of Societies of Biological Psychiatry) im Jahr 2010, dass rTMS eine Wirksamkeit der Klasse A bei der Behandlung von resistenten Depressionen aufweist.
Eine grosse Multicenter-Studie (Resultate aus klinischer Praxis – Carpentar et al. 2012) mit über 300 Patienten, welche unter resistenten Depressionen leiden, zeigte eine Ansprechrate von 58% sowie eine Remissionsrate von 37%.
2018 erschien eine grosse Studie mit über 400 Patienten in der medizinischen Fachzeitschrift The Lancet (Blumberger et al.). Ihr Ziel war es, ein neues rTMS-Protokoll namens Theta-Burst-Stimulation (TBS) zu evaluieren, mit einem grossen Vorteil: Die Sitzung dauert nur etwa 3 Minuten. Die Studie zeigte, dass etwa 50 % der Patienten, von denen die meisten resistent gegen Antidepressiva waren, auf die Behandlung ansprachen.
Im Jahr 2019 hat ein Team die wissenschaftliche Literatur gesichtet. Die Ansprechraten auf rTMS bei antidepressiv-resistenten Patienten variierten je nach Studie zwischen 41,4% und 70% (Somani et al.)
Einige Psychiater empfehlen Elektrokrampftherapie (EKT) zur Behandlung resistenter Depressionen. Dies ist ein umständliches Verfahren, das eine Vollnarkose voraussetzt und erhebliche Nebenwirkungen wie Gedächtnisverlust haben kann. Die Ansprechraten sind jedoch sehr gut (80-90%). Aus diesen Gründen wird die EKT oftmals als die letzte Behandlungsmethode eingesetzt. In gewissen Fällen, wie beispielsweise bei resistenten psychotischen Behandlungen, gilt die EKT als die erfolgsversprechendste Behandlungsmethode.
Die Patienten in den meisten der bisher veröffentlichen Studien, bei welchen rTMS angewendet wurde werden zuvor mit mehreren Antidepressiva behandelt, welche keine Wirkung zeigten. Dies hatte zur Folge, dass sie sich in einer therapeutischen Sackgasse für mehrere Jahre befanden.
>50% Ansprechrate >30% Remissionsrate
Ergebnisse von Studien unter «normalen» Bedingungen (d.h. in der psychiatrischen Praxis), die rTMS ihren aktuellen depressiven Patienten anbieten, zeigen in der Regel bessere Resultate (>50% Ansprechrate; >30% Remissionsrate).
Nach einer Meta-Analyse, an der insgesamt 1’092 Patienten teilnahmen, brauchen diese mindestens sechs Sitzungen um einen Effekt zu erzielen, aber um einen langanhaltenden Effekt zu erzielen muss die Anzahl der Sitzungen erhöht werden.
In den USA wurde die Behandlung von rTMS von der FDA (Food and Drug Administration, Regulatory Authority Lebensmittel und Medikamente) im Jahr 2008 genehmigt. In Europa hat die MagVita TMS Behandlung die CE-Zertifizierung im Jahr 2011 erhalten und ist somit auch in der Schweiz anwendbar.
Die Behandlung kann mit oder ohne Antidepressiva oder auch in Kombination durchgeführt werden. Es gibt keine Notwendigkeit, eine medikamentöse Behandlung zu unterbrechen, um mit rTMS zu beginnen. Die Wirkungen der Antidepressiva können möglicherweise verbessert werden. In Absprache mit dem Arzt kann die Dosis langsam reduziert werden, was letztlich dazu beiträgt, die Schwere der Nebenwirkungen der Antidepressiva zu verringern.
rTMS reduziert ebenso Suizidgedanken um 67% in den ersten zwei Wochen nach Beginn.
Trotz ihrer potentiellen positiven Effekte hat rTMS wie alle anderen somatischen Ansätze (Antidepressiva. Magnetische Stimulation oder EKT) keinen die Ursachen der Depression heilenden Effekt. Es ist also notwendig, die Denkmuster der Patienten zu ändern, um Rückfälle zu vermeiden. Daher werden somatische Behandlungen oftmals durch eine Psychotherapie begleitet. Befolgen Sie die Ratschläge und Anweisungen Ihres Arztes.