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Erst-, Zweit- und Fremdsprache?
"Mama, ich lerne ganz viele Sprachen: Zu Hause sprechen wir Deutsch und in der Schule lerne ich Englisch, Französisch und Italienisch. Und meine Freundin Leyla kann sogar Arabisch."
Gerade in einem Land wie der Schweiz, in dem es mehrere offizielle Amtssprachen gibt und Kinder sehr früh neben ihrer Muttersprache noch weitere Sprachen lernen, stellt sich die Frage nach der Unterscheidung von Erst-, Zweit- und Fremdsprache. Ausserdem: Wie lernen Kinder und Erwachsene Sprachen am leichtesten und effektivsten? Fremdsprachenkenntnisse sind heute schliesslich wichtiger denn je, denn unsere Welt wächst immer mehr zusammen. Auch im Hinblick auf die berufliche Karriere spielen Sprachkenntnisse eine grosse Rolle.
Die Erstsprache entspricht der Muttersprache
Die Unterscheidung zwischen Erstsprache, Zweitsprache und Fremdsprache ist nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint, weil die Begriffe teilweise synonym verwendet werden. Experten, die sich mit dem Thema Spracherwerb beschäftigen, legen aber in der Regel Wert darauf, konkrete Definitionen zu verwenden um die Bedeutung der Wörter klar voneinander abgrenzen zu können.
Die Erstsprache ist die Muttersprache, also diejenige Sprache, die ein Kind zuerst von den Eltern bzw. von der wichtigsten Bezugsperson lernt. Es ist aber durchaus möglich, dass ein Kind auch zwei oder mehr Erstsprachen lernt. Gerade in der Schweiz ist das häufig der Fall, wenn beispielsweise der Vater mit dem Kind deutsch und die Mutter mit ihm französisch und/oder italienisch spricht. Wichtig ist, dass der jeweilige Elternteil zunächst konsequent nur eine Sprache nutzt, um mit dem Kind zu kommunizieren - auch wenn das Kind in einer anderen Sprache antwortet. Grundsätzlich sind die ersten drei Lebensjahre prägend, was den Erstspracherwerb angeht. Pädagogen und Linguisten sind sich einige, dass ein Kind seine Muttersprache gut beherrschen sollte, damit es keine Schwierigkeiten hat eine Zweit- und später in der Schule eine Fremdsprache zu erlernen.
Eine Zweitsprache wird über das Sprechen gelernt
Aber was ist nun der Unterschied zwischen einer Zweit- und einer Fremdsprache? Eine Zweitsprache wird nicht systematisch gelehrt und gelernt. Der Lernende eignet sie sich nebenbei an, also zum Beispiel durch Alltagskommunikation oder mithilfe von Medien. Daher wird die Zweitsprache in der Regel auch vor Ort in dem jeweiligen Land selbst erworben und nicht erlernt. Wenn Dein Kind also zu Hause Deutsch gelernt hat und im Kindergarten nur französisch gesprochen wird, so lernt es früher oder später diese Sprache auch aktiv als Zweitsprache zu verwenden. Allerdings lernen die meisten Kinder zunächst passiv sie verstehen also schon viel in der Zweitsprache ohne sie anzuwenden.
Eine Fremdsprache lernt Dein Kind dann systematisch und mithilfe von entsprechenden Lehrwerken in der Schule. Weil es häufig aber nicht gezwungen ist, seine Sprachkenntnisse im Alltag anzuwenden, wird es die Fremdsprache vermutlich nicht so gut beherrschen wie seine Mutter- oder Zweitsprache - es sei denn, es verbringt eine längere Zeit in einem Land, indem die jeweilige Sprache überwiegend gesprochen wird.
Tipp: Frühes Sprachen Lernen lohnt sich
Kinder tun sich leichter eine Zweit- oder Fremdsprache zu lernen. Das liegt an ihrer flexibleren Nervenstruktur im Gehirn. Aber: Auch im Erwachsenenalter kannst Du eine neue Sprache lernen - es kommt nur auf Deine Motivation an!
Bildquelle: wokandapix / pixabay.com