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Wie steht die Schweiz im europäischen Vergleich da?
Nach Angaben des SECO [1] sind die Arbeitszeiten und die Dauer der vorgeschriebenen Pausen in der Schweiz je nach Branche unterschiedlich. In den meisten Fällen beträgt die Wochenarbeitszeit bei einer Vollzeitstelle maximal 45 Stunden. Im Durchschnitt liegt sie bei 41,6 Stunden [2]. In den anderen europäischen Staaten bewegt sich die Wochenarbeitszeit mehrheitlich zwischen 38 und 41,4 Stunden. Folglich zählt die Schweiz in Europa zu den Ländern, in denen Mitarbeitende die längsten Arbeitszeiten leisten.
Die Wirtschaftstätigkeit in der Schweiz erreichte Anfang 2021 wieder das Niveau vor der Pandemie. In erster Linie ist dies international wettbewerbsfähigen Unternehmen und hochqualifizierten Arbeitskräften zu verdanken. Hinzu kommt das insgesamt eher geringere Gewicht des Hotellerie- und Freizeitsektors. Diese Faktoren trugen dazu bei, dass die nachteiligen Auswirkungen der Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie sich in Grenzen hielten.
Wenngleich die Wirtschaft sich erholt, sind bestimmte Branchen und Kategorien von Arbeitskräften stärker betroffen.
In diesem Wirtschaftsumfeld müssen Unternehmen über Veränderungen nachdenken.
Was können Unternehmen tun, um rentabel zu bleiben, ohne dass sie als Arbeitgeber oder ihre Mitarbeitenden dadurch zu stark belastet werden?
Eine der Möglichkeiten ist eine Erhöhung der Arbeitszeit. Einige Unternehmen haben sich bereits 2015 für diese Option entschieden [3].
Für viele ist sie zwar besser als Lohnkürzungen, doch sie kann negative Auswirkungen auf die Produktivität und die Gesundheit der Mitarbeitenden haben [4]. Eine anwachsende Erschöpfung führt dazu, dass Arbeitskräfte am Ende des Tages weniger produktiv sind. Auch das Risiko von Fehlern oder Unfällen kann dadurch steigen, vor allem in der neunten Arbeitsstunde.
Das SECO beschreibt die ersten Anzeichen eines Burnouts wie folgt: Der «Wille, die Leistungsfähigkeit unter allen Umständen aufrecht zu erhalten» und «hohe Belastung, gepaart mit grossem Engagement und wenig Erholungsphasen, überfordern früher oder später. Ist jemand während längerer Zeit überfordert, so kann daraus eine massive psychische Erschöpfung entstehen.»
Wie können Unternehmen das richtige Gleichgewicht zwischen Produktivität und Gesundheit der Mitarbeitenden finden?
Norbert K. Semmer [5], Professor für Arbeitspsychologie an der Universität Bern, vertritt die Überzeugung, dass es nicht ausreicht, die täglichen Pausen einzuhalten: Für ihn sind die wöchentlichen Ruhezeiten und die jährlichen Ferien ebenso wichtig, um Stress am Arbeitsplatz vorzubeugen, produktiv zu bleiben sowie Fehler und Unfälle aufgrund von Überlastung zu vermeiden.
Bei einer höheren Arbeitsbelastung sollten die Mitarbeitenden über die entsprechenden Gründe informiert werden. Im Rahmen des Möglichen ist sicherzustellen, dass es sich nur um vorübergehende oder kurzfristige Massnahmen handelt.
Die Verordnung 1 zum Arbeitsgesetz (ArGV 1) [6] schreibt die Erfassung von Arbeitszeiten und Pausen vor, um die Gesundheit der Mitarbeitenden zu schützen. Sie wird fälschlicherweise häufig als Zwang empfunden, kann sich aber als hervorragendes Mittel zur Steigerung der Produktivität von Unternehmen erweisen. Zudem kann sie die Verantwortung der Mitarbeitenden stärken und zu ihrer Motivation beitragen.
Unser Zeiterfassungssystem tipee kann Unternehmen dabei unterstützen.
Im Modul Einsatzplanung generiert die Applikation für alle Mitarbeitenden eine persönliche Zusammenfassung, die in Echtzeit aktualisiert wird. Darin werden alle geleisteten und noch zu leistenden Arbeitsstunden angezeigt. Die Mitarbeitenden können ihre persönliche Zusammenfassung entweder direkt in der Applikation abrufen oder als Dokument in Papierform erhalten. Der Arbeitgeber kann die Zusammenfassung abzeichnen und sie im Personaldossier des Mitarbeitenden archivieren. Mehr Transparenz über Arbeitszeiten ist wichtig – sowohl für das Unternehmen als auch für die Mitarbeitenden. So behalten alle geleistete Überstunden sowie Pausen und deren Dauer im Blick. Auf diese Weise wird ein stärkeres Bewusstsein für eine mögliche Überlastung geschaffen und Gesundheitsprobleme können vermieden werden, ohne dass die Produktivität leidet.
Die Pinnwand ist äusserst nützlich für die Kommunikation mit Mitarbeitenden und Mitteilungen über Wachstumskennzahlen des Unternehmens sowie allfällige Massnahmen gegen Produktivitätseinbussen.
Quellen:
[4] Stress no stress
[5] Norbert K. Semmer: Stress und Gesundheit: Erholung als zentrales Element? Vortrag an der Nationalen Tagung für betriebliche Gesundheitsförderung: Gesund und leistungsfähig in der 24-Stunden-Gesellschaft. 9. Juli 2009, Universität Zürich.