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<h2>SubmittedText<h2><p>Das Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung (Isos) liegt seit Kurzem flächendeckend für die ganze Schweiz vor. Das Inventar beschreibt detailreich und minutiös die Schweizer Ortsbilder, zeigt die baukulturellen Werte der Ortschaften auf, erläutert, wie diese Werte erhalten werden können, und fügt allgemeine Hinweise für mögliche Entwicklungen an. Die Schweiz verfügt damit über ein äusserst fortschrittliches Inventar. Das Isos ist allerdings für Nichteingeweihte schwierig zu verstehen. Seine Systematik ist komplex und bedarf eines erhöhten Anwenderwissens, um sachgerecht benutzt werden zu können. Das Isos sollte deshalb unbedingt modernisiert werden, was seine Akzeptanz und damit auch die Qualität der Schweizer Ortsbilder erhöhen würde.</p><p>Ich bitte deshalb den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><p>1. Ist er sich bewusst, dass das Isos in Darstellung und Systematik kompliziert und schwierig zu verstehen ist, was seine breite und akzeptierte Anwendung erschwert?</p><p>2. Welche Lösungen zur Verbesserung schlägt er vor?</p><p>3. Wie stellt er sicher, dass das Isos das breite Spektrum der Schweizer Ortsbilder abbildet und in vernünftigem Zeitabstand aktualisiert zur Verfügung stellt?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Inventare sind essenzielle Instrumente, um die Gesetzesbestimmungen zum Umgang mit dem kulturellen Erbe umzusetzen. Deren wesentliche Merkmale sind Wissenschaftlichkeit, Vergleichbarkeit, Nachvollziehbarkeit und Vollständigkeit. Das Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung (Isos) erfüllt diese Eigenschaften. Die Inventarisierung der national bedeutenden Ortsbilder in der Schweiz erfolgt nach einer an der Schutzwürdigkeit der einzelnen Objekte ausgerichteten wissenschaftlichen, objektiven Methode mit nachvollziehbarem, einheitlichem Kriterienkatalog zur Beurteilung von Ortsbildern. Das Inventarisierungssystem wird allen Siedlungen der Schweiz gerecht, bezeichnet die national bedeutenden unter ihnen und erbringt vergleichbare Ortsbildaufnahmen, weil es auf alle Siedlungen gleich angewendet wird.</p><p>Die Fragen können wie folgt beantwortet werden:</p><p>1. Als Abbild komplexer Sachverhalte weist ein Inventar von Siedlungen zwangsläufig einen relativ hohen Grad an Komplexität auf. Das Inventar richtet sich entsprechend seiner gesetzlichen Zweckbestimmung in erster Linie an ein sachkundiges Publikum. In Fachkreisen wird das Inventar als effizientes Instrument für die Umsetzung des Bundesgesetzes über den Natur- und Heimatschutz einerseits und für die Erforschung und Erfassung der Siedlungsgeschichte andererseits geschätzt. In jüngster Zeit ist das Isos auch als Grundlage in der kantonalen und kommunalen Richt- und Nutzungsplanung zu berücksichtigen. Der Bundesrat ist sich bewusst, dass die aktuelle Publikationsform (in Buchform und als PDF) nicht den modernen Bedürfnissen entspricht, was Konsultation und Gebrauch des Inventars erschwert.</p><p>2. Das Bundesinventar Isos wird zurzeit modernisiert. Die zuständige Fachstelle hat eine Methodenanpassung ausgearbeitet, für die breite Kreise konsultiert wurden. Die Anpassungen reagieren auf die häufigsten Kritikpunkte und sollen auch zu einer Vereinfachung in der Anwendung des Inventars führen, ohne dessen Inhalt und Wirkung zu vermindern. In Zukunft wird das Isos in GIS-Form auf dem Geodatenserver des Bundes publiziert werden. Das Isos wird ein Instrument für Fachleute bleiben, es ist aber das Ziel des Bundesrates, den Inventarinhalt besser verständlich zu machen und zu begründen, es damit auch einer grösseren Breitenwirkung zuzuführen sowie für die kantonalen und kommunalen Fachstellen einfacher zugänglich zu machen. Dies wird mit Beginn des anstehenden zweiten Revisionszyklus des Inventars umgesetzt werden.</p><p>3. Die im Bundesinventar verzeichneten Ortsbilder bilden die Siedlungsvielfalt unseres Landes ab, was der Breite und dem Charakter des regional und lokal geprägten Schweizer Kulturerbes entspricht. Das Isos soll auch in Zukunft nicht wenige Objekte in ausgewählten Kantonen, sondern die typisch schweizerischen Ortsbilder von nationaler Bedeutung widerspiegeln. Gemäss dem Natur- und Heimatschutzgesetz ist das Isos nicht abschliessend, sondern regelmässig zu überprüfen. Der Bundesrat hat die Erarbeitung des Isos ab 2016 in die Bundesverwaltung integriert, um Verbesserungen in Organisation und seine schnellere Nachführung kostengünstiger umsetzen zu können. Der Bundesrat ist sich bewusst, dass das Inventar möglichst aktuell sein muss. Der Nachführungsrhythmus hängt jedoch weniger von der Methode und Darstellungsweise des Inventars als vor allem von den zur Verfügung stehenden Ressourcen ab.</p>  Antwort des Bundesrates.