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EconSight hat zunächst alle Patente der letzten 10 Jahre an der Schnittstelle zwischen Digitalisierung und klassischen Technologien identifiziert und den Unternehmen zugeordnet. Anschließend wurden die Patente anhand ihrer technologischen Relevanz bewertet. Dieser PatentSight-Indikator misst die Bedeutung eines Patents anhand der Zitierungen dieses Patents durch andere Patente (vergleichbar mit dem Zitierungssystem wissenschaftlicher Publikationen). Um das disruptive Potenzial dieser Technologien zu berücksichtigen, wurden ausschließlich Zitierungen von Patenten aus den letzten beiden Jahren betrachtet. Nehmen in jüngster Vergangenheit viele andere Unternehmen Bezug auf ein Patent, so ist dieses in der Regel von hoher disruptiver Qualität. Zudem wurde die Veränderung der Innovationskraft berücksichtigt. Unternehmen müssen ihre Innovationskraft nicht nur halten, sondern auch kontinuierlich ausbauen, um eine führende Position im Ranking einzunehmen.
Eine wesentliche technische Herausforderung ist es, die stark unterschiedlichen Zitierungspraktiken der nationalen Patentämter zu normieren und die Dokumentation des Rechtsstands von Patenten – ist das Schutzrecht aktiv oder nicht (in anderen Worten: wird dem Patent noch wirtschaftlicher oder strategischer Wert beigemessen) – zu vereinheitlichen. Denn auch hier gibt es weltweit stark abweichende Standards. In unseren Analysen werden immer die Patentanmeldungen und die erteilten gültigen Patente einbezogen.
Eine weitere technische Aufgabe ist die Zuordnung der Patente zu Unternehmen. Dabei wird jedes publizierte Patent der jeweils höchsten kontrollierenden wirtschaftlichen Einheit zugeordnet (Ultimate Owner). Entsprechend sind beispielsweise alle Patente von Audi, Volkswagen und Porsche der VW Group zugeordnet. Gerade mit Hinblick auf internationale Konzernstrukturen, unterschiedliche Rechtsformen und Schreibweisen von Unternehmen, ist dies nur mit hohem manuellem Aufwand zu leisten, denn in den weltweiten Patentdatenbanken sind diese Daten nicht konsolidiert.