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Die Menschheit produziert jedes Jahr rund 300 Millionen Tonnen Plastikmüll. Das ist beinahe so viel, wie die gesamte Menschheit wiegt. Davon landen laut einer Studie aus dem Jahr 2015 80 Prozent auf Müllhalden oder in der Umwelt.
Jährlich werden acht Millionen Tonnen Plastikmüll in die Ozeane gespült. Davon stammen 90 Prozent aus nur 10 Flüssen! Dies besagt eine aktuelle Studie des Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ), wie der «Guardian» schreibt. Acht davon liegen in Asien. Die Flüsse sind in der Reihenfolge ihres Verschmutzungsgrads:
- Der Jangtsekiang (China)
- Der Indus (Indien/Pakistan)
- Der Gelbe Fluss (China)
- Der Hai He (China)
- Der Nil (Nordost-Afrika)
- Der Ganges (Indien/Bangladesch)
- Der Perlfluss (China)
- Der Amur (Russland/China)
- Der Niger (Westafrika)
- Der Mekong (Südostasien)
Der Jangtsekiang ist mit Abstand die Nummer 1. Mehr Plastikmüll wird aus dem Jangtse in die Ozeane gespült, als von allen anderen Flüssen der Liste zusammen. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass im Gebiet um den Jangtse etwa 500 Millionen Menschen leben. Das ist mehr als ein Drittel der Gesamtbevölkerung Chinas.
Folgende Faktoren haben besonderen Einfluss auf den Verschmutzungsgrad der Flüsse:
- Sehr viele Einwohner in den umliegenden Gebieten
- Schlechte Recycling- und Müllsammelstrukturen
- Mangelnder Zugang zu sauberem Leitungswasser, was Menschen dazu bewegt, Wasser in Plastikflaschen zu kaufen
- Armut
- Fehlende Sensibilisierung
Die Wurzel des Plastikproblems
Wenn wir weiterhin so viel Plastikmüll produzieren wie bisher, wird es 2050 mehr Plastikmüll als Fische in den Meeren geben. Jetzt ist es einfach, nach China zu zeigen und zu sagen: «Ihr seid schuld!» Aber China ist sich seiner Verantwortung bewusst. Wie Erik Solheim, ehem. Direktor des UN-Umweltprogrammes sagt: «Wenn es ein Land gibt, dass sich im Moment für Veränderungen einsetzt, dann ist es China.» Die chinesische Regierung hat 46 Städten befohlen, bis 2020 eine Recyclingrate von mindestens 35 Prozent zu erreichen.
Wenn wir weiterhin so viel Plastikmüll produzieren wie bisher, wird es 2050 mehr Plastikmüll als Fische in den Meeren geben.Ellen MacArthur Foundation
Die Lösung für die Plastik-Überflutung kann nur sein, das Problem an der Wurzel zu packen. Bei der Produktion von neuem Plastik. Getränkehersteller produzieren bis zu 500 Milliarden neue Plastikflaschen im Jahr. Solange die Flut an neuem Plastik nicht grossflächig eingedämmt wird, werden auch die Meere weiterhin damit vollgespült. Und da müssen alle Länder an einem Strang ziehen.
Alle Bilder: Shutterstock
Leo hat Journalismus studiert und arbeitet seit 4 Jahren in der Medienbranche. Er ist Textchef von Improve und interessiert sich für kreative Lösungen des Plastikproblems, grüne Energie und die Erforschung des Weltalls.
«When the wind of change blows, some people build walls, others build windmills.» – Chinesisches Sprichwort