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Das Wichtigste in Kürze
- Lamas könnten bald die Helden im Kampf gegen das Coronavirus werden.
- Ihre Antikörper liefern Hoffnung auf eine Art der Therapie.
- Anders als beim Menschen, können die Lama-Antikörper das Coronavirus «neutralisieren».
«Winter» ist eine vierjährige Lama-Dame mit schoko-braunem Fell und langen Wimpern. Sie lebt in Belgien und ist die neuste Hoffnung im Kampf gegen das Coronavirus. Genauer sind es ihre Antikörper, die sich in einer Reihe von Tests gegen das Virus durchsetzen konnten.
Lama-Antikörper können Coronavirus «neutralisieren»
Die «New York Times» berichtet über das Experiment, welches in Zusammenarbeit mit der Universität von Texas stattgefunden hat. Bereits vor vier Jahren begannen die Forscher nach Antikörpern zu suchen, welche sich gegen diverse Coronaviren durchsetzen können. Insbesondere bei Tieren gibt es unzählige Arten des Coronavirus, allesamt lösen sie aber keine Lungenkrankheit aus, wie der Erreger SARS-CoV-2.
«Winter» wurden ungefährliche Dosen von SARS und Mers-Erregern verabreicht, woraufhin sie Antikörper bildete. Diese hatten eine besondere Eigenschaft: Sie konnten die Viren «neutralisieren». Als dann das neuartige Coronavirus auftauchte, wurden die Antikörper damit konfrontiert und konnten auch diesen Erreger «neutralisieren».
Die Forschung an den Antikörpern von Lamas wird schon seit geraumer Zeit durchgeführt. Es konnten bereits Studien mit HIV und Grippe-Erregern realisiert und vielversprechende Therapien gefunden werden.
Nanokörper hindern das Virus am Eindringen in die Zellen
Während Menschen nur eine Form der Antikörper produzieren, gibt es bei Lamas zwei verschiedene Typen. Eine davon ähnelt der Form des Menschen, die andere ist wesentlich kleiner uns wird als Nanokörper bezeichnet. Dadurch können sie sich an kleine Spalten und Ritzen der Spike-Proteine binden. Mit genau diesen Spike-Proteinen dringt das Virus in seine Wirtszelle ein und infiziert sie.
Dockt der Nanokörper also an die Spike-Proteine des Coronavirus an, kann letzteres nicht mehr in die Wirtszelle eindringen. Es wird also «neutralisiert». Studienautor Xavier Saelens weist darauf hin, dass sich die Nanokörper leicht manipulieren liessen.
«Sie können mit anderen Antikörpern, einschliesslich menschlicher Antikörper, verknüpft oder fusioniert werden. Trotzdem bleiben sie danach stabil», so Saelens.
Lama «Winter» hätte eine Statue verdient
Das Forschungsteam hofft nun, dass die Nanokörper als vorbeugende Therapie eingesetzt werden können. Mit einer Injektion der Nanokörper könnten Menschen vorübergehend vor dem Coronavirus geschützt werden. Das Team hofft darauf gegen Ende Jahr mit den entsprechenden klinischen Studien starten zu können.
In der Theorie können Antikörper für eine passive Immunisierung sorgen. Nach der Injektion der Antikörper, welche bei genesenen Patienten vorkommen, bekämpfen diese im Körper den Erreger. Mit der Zeit werden die Antikörper aber vom Körper wieder abgebaut, weshalb der Effekt nur vorübergehend ist. «Wenn es klappt, verdient Winter eine Statue», so Saelens.