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Paris Blues
Regie: Martin Ritt
Darst.: Paul Newman, Sidney Poitier, Joanne Woodward, Diahann Carroll, Louis Armstrong, Barbara Laage, André Luguet, Marie Versini, Serge Reggiani u.a.
Die amerikanischen Jazzmusiker Ram Bowen und sein Freund Eddie Cook haben sich nach dem Zweiten Weltkrieg in Paris getroffen. Ram studiert Komposition, als Lebensunterhalt spielt er Posaune in einem Jazzclub, mit dessen Inhaberin er eine unverbindliche Affäre hat. Der schwarze Tenorsaxofonist Eddie flüchtete wegen der Rassendiskriminierung in den USA nach Paris. Eines Abends lernen sie in ihrem Jazzclub die beiden amerikanischen Touristinnen Lillian und Connie kennen und verlieben sich. Connie will Eddie überzeugen, mit ihr in die USA zurückzukehren und sich dort, gemeinsam mit den anderen Afroamerikanern, dem Rassismus zu stellen und das Problem anzugehen. Ram will seine ambitionierten Pläne, eines Tages als Komponist tätig zu sein, nicht aufgeben für Lillian – aber je näher das Ende ihres Aufenthalts kommt und damit die Trennung, desto unsicherer wird er. Regisseur und Schauspieler Martin Ritt («The Spy Who Came In from the Cold») kam in den Fünfzigerjahren aufgrund früherer Verbindungen zur kommunistischen Partei auf die berüchtigte schwarze Liste von Senator McCarthy, was ihm die Arbeit als Regisseur zeitweise unmöglich machte. Bereits in seinem ersten Spielfilm «Edge of the City» (1957) hatte er den Rassismus thematisiert und Sidney Poitier für eine der Hauptrollen verpflichtet, den ersten afroamerikanischen Filmstar und Oscarpreisträger. Auch in «Paris Blues» greift er das Rassismus-Thema wieder auf, an der Seite von Sidney Poitier spielt das ebenfalls oscargekrönte Schauspielerehepaar Paul Newman und Joanne Woodward. Nach dem Zweiten Weltkrieg übte das liberale Paris auf viele (afro)amerikanische Jazzmusiker eine grosse Anziehungskraft aus und entwickelte sich zur europäischen Hauptstadt des Jazz. Fast jeden Monat wurde ein neuer Jazzclub eröffnet, was viele Auftrittsmöglichkeiten bot. In der berühmten Salle Pleyel spielten Jazzgrössen wie Louis Armstrong, dessen Auftritt in einer Jam-Session den Höhepunkt des Films darstellt. Die Filmmusik stammt von keinem Geringeren als Duke Ellington und wurde für einen Oscar nominiert. Und in der Rolle des Jazz-Gitarristen «Gypsy», dargestellt von Serge Reggiani, ist unschwer das Vorbild des grossen Django Reinhardt zu erkennen.