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Das Wichtigste in Kürze:
- Im Jahre 1275 wurde die Verena-Kirche erstmals erwähnt. Sie erfuhr viele Umbauten und Renovationen.
- Im Jahre 1780 wurde ein Pfarrhaus in der Gasse erwähnt. Es handelt sich um das Riegelhaus „Gasse 4a“.
- Das Haus „Kreuzlingerstrasse Nr.42“, direkt der Kirche gegenüber, ist in einem Verzeichnis von 1817 als „altes Pfarrhaus“ vermerkt.
- Das stattliche Riegelhaus am östlichen Dorfeingang, ehemals ein Gasthof mit Namen „Hirschen“, diente von 1804 bis 1964 den evangelischen Pfarrern als Wohnhaus. Danach wurde das Pfarrhaus an der Zielstrasse bezogen.
- Im Jahre 1839 konnte der katholische Pfarrer in das Haus an der Einmündung der Langenharterstrasse einziehen. Es wurde erst im Jahre 1991 wieder verkauft.
- Die Marienkirche auf dem Storenberg wurde 1968 eingeweiht, das Pfarrhaus 1982.
Die Verena – Kirche
1275 wurde diese Kirche zum ersten Mal erwähnt. Es handelt sich dabei um die Nachricht eines Neubaus oder einer grossen Erweiterung.
Im Jahre 1473 erfolgte eine grössere Renovation am Gotteshaus. Auf Bitte des Pfarrers Heinrich Struss zu Müllheim gewährten sechs Kardinäle den Kirchbürgern einen Ablass. Bedingung dazu war, dass sie „an bestimmten Festtagen die Kirche besuchten, ihre Sünden aufrichtig bereuten und beichteten, und mit hilfreichen Händen zur baulichen Unterhaltung des kirchlichen Gebäudes und der gottesdienstlichen Bedürfnisse beitrugen“.
Aus dem Ablassbrief (Pergamenturkunde, lateinisch) geht hervor, dass die Pfarrkirche dem hl. Märtyrer Mauritius, der hl. Verena und der Geburt Christi geweiht war.
- Im Jahre 1548 gestattete ein Bischof der Gemeinde, „eine neue Glogge zu giessen und in den Kirchthurm henken zu lassen“.
- 1594 wurde eine Turmuhr eingebaut.
- Die Empore wurde 1794 eingebaut.
- Eine grosse Renovation und etliche Umbauten fanden zwischen 1756 und 1759 statt. Aus den Bauunterlagen erfahren wir einiges über die damaligen Ausmasse:
- Langhaus ca. 13,4 m lang / ca. 10 m breit / jede Seite 3 Fenster
- Chor ca. 8,4 m lang / ca. 6 m breit
- Die Kirche erhielt eine neue Bestuhlung, und die Kanzel wurde versetzt. Beim Altar wurden fünf an die Mauer gemalte Heiligenbilder renoviert.
- Einige Male in den nächsten Jahren beriet man über die Glocken. 1835 beispielsweise war die kleinste Glocke zerbrochen.
- Der Friedhof hatte sich bis zu diesem Zeitpunkt auf der Südseite der Kirche befunden (kath. und ev. getrennt), abgeschlossen von einer Kirchmauer der Landstrasse entlang. Im Jahre 1868 wurde der (jetzt paritätische) Friedhof auf den Storenberg verlegt.
- 1863 wurde eine Kirchturmreparatur beschlossen, 1891 die Anschaffung einer Orgel und der Umbau der Empore.
- Eine grosse Renovation erfolgte 1901/1902.
Die Kirche wurde auf die heutige Grösse erweitert und die Sakristei im Nordosten angebaut. Dazu kam erstmals eine Warmluftheizung. Die Treppe im Inneren des Chors, welche in den Turm geführt hatte, wurde entfernt, der Zugang ebenerdig ermöglicht.
- Eine elektrische Beleuchtung existiert erst seit 1916. Sie wurde gemeinsam mit einer neuen Orgel eingebaut.
- Nachdem es während 326 Jahren für Müllheim die Stunde geschlagen hatte, wurde das Uhrwerk 1920 von einem neuen abgelöst.
- Es folgten verschiedene Renovationen, bis 1947 mit dem Aufzug der fünf neuen Glocken mit einem Gesamtgewicht von 6,030t Glockentag gehalten werden konnte.
- Nach der Auflösung der Parität wurde die Kirche 1978 innen renoviert. Der Altar entfernt, die Altarbilder und die Statuen in die neu erbaute Marien-Kirche auf dem Storenberg gebracht.
- 1983 kam es zur Aussenrenovation der Kirche.
- Weitere Informationen zu den Innenrenovationen der Verena Kirche.
- Weitere Informationen zu Baumassnahmen an der Verena Kirche.
- Weitere Informationen zum Friedhof.
Die Marien – Kirche
Im Jahre 1954 beschloss die Kirchgemeinde den Ankauf eines Grundstückes als Bauplatz für die künftige katholische Kirche. „Der Bauplatz umfasst 88,4 Aren in bester Lage auf dem Storenberg, östlich des Friedhofs“.
Im September 1957 wurde auf Initiative des Pfarrers Kaiser der Kirchenbauverein gegründet. Die Kirchgemeindeversammlung erteilte nun der Vorsteherschaft die Kompetenz, mit der protestantischen Kirchgemeinde über die Auflösung des paritätischen Verhältnisses zu verhandeln. (Hauptsächlich paritätische Benutzung der Verena-Kirche).
Am 22. 1.1966 beschloss die Kirchgemeindeversammlung den Bau der neuen Kirche für voraussichtlich Fr. 1’460’000.-
Der Spatenstich erfolgte am 15.8.1966, die Grundsteinlegung am 5.3.1967, die Glockenweihe am 23.9.1967. Die Weihe der neuen Kirche mit der Patronen Maria, Verena und Bruder Klaus durch den Bischof Hänggi erfolgte am 5.5.1968.
Damit war das paritätische Verhältnis mit der protestantischen Kirchgemeinde aufgehoben. „Freundlich grüssend schaut die Kirche hinüber zu ihrer Mutter, der Verena-Kirche, die während rund 450 Jahren den evangelischen und katholischen Christen der Gemeinde im paritätischen Simultanverhältnis als Gotteshaus diente“.
Besondere Hinweise zu Details am Bau:
- Das Eingangsportal: azurblau als Symbol des Himmels, ein aufgerissenes, weisses Kreuz, das Kreuz Jesu.
- Der Kirchenraum: fünf verschiedenartige Mauerschalen, durch Fensterbänder verbunden.
- Die Kirchendecke: Renovation von 1991 /1992, Strahlen laufen über dem Altarraum zusammen
- Die Taufkapelle: in der Mauerschale des Turms, Deckel als aufbrechende Knospe, dem Lebenssymbol.
- Glasfenster: Bruderklaus-Bildnis von 1991, Dreifaltigkeit, Rosenkranz, Nahrungslosigkeit.
- Der Altar: aus drei steinernen Quadern zusammengefügt, aus dem Spalt fliesst symbolisch lebenspendendes Wasser.
- Die Kreuzfigur hing früher an einem hölzernen Kreuz, ist ein altes Erbgut der Pfarrei und hing früher vermutlich am Friedhofeingang bei der Verena-Kirche.
- „Die Figuren unter dem Kreuz, links die Muttergottes Maria und rechts Maria Magdalena darstellend, zählen zu den Meisterwerken des im Bodenseeraum berühmten Bildhauers Anton Feuchtmayr (1696 – 1770). Beide Figuren wurden seinerzeit eigens im Auftrag des Bischofs von Konstanz für die ihm unterstehende Pfarrei Müllheim geschaffen und ihr geschenkt. 1970 wurden sie restauriert, indem die alte, ursprüngliche Fassung wieder hervorgeholt wurde.
- Die Muttergottes-Nische. „Sie schmiegt sich dezent in die rückwärtige Mauerschale der Kirche ein. Die barocke Madonnenfigur mit Jesuskind ist ein altes Erbstück der Pfarrei und befand sich in der ehemals paritätischen Verena-Kirche an der linken Seite des Chorraumes“. Das Glasfenster ist in der Symbolfarbe Mariens, nämlich blau, gehalten.