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Lachse gehen ins Meer, wenn sie völlig beschuppt sind, da sie früher das Salzwasser nicht vertragen; einige gehen im ersten,
andre im zweiten Jahre ab. Bei den vielen Nachstellungen, denen der
Fisch gerade in der Laichzeit ausgesetzt ist, erscheint
es fast wunderbar, daß es überhaupt noch Lachse gibt. Abgenommen haben sie übrigens sowohl in unsern
Flüssen, als in denen von Schottland, wo sie sonst in erstaunlicher Fülle vorkamen und ihre jetzt sehr merkliche Abminderung
schon allerhand gesetzliche Anordnungen zu ihrer Schonung hervorgerufen hat.
Auch in Deutschland existiert eine gesetzliche Schonzeit, so dürfen Lachse in den größern Flüssen (Rhein, Elbe, Weser)
in der Zeit vom 10. April bis mit dem 9. Juni nicht gefangen werden, in den kleinern Flüssen und Bächen dürfen sie zwischen dem 15. Oktober und 14. Dezember nicht
gefangen werden. In den im südwestlichen Deutschland, der Schweiz, Frankreich entstandenen Anstalten für künstliche Fischzucht
hat man daher auch die Pflege der Lachseier mit in die Hand genommen, um durch die junge Brut die Flüsse
wieder mehr zu bevölkern. In den letzten Jahren hat man sogar unternommen, die Lachse und Lachsforellen durch
Eier in eigenen
Eisapparaten, welche für den Transport der Fischeier eingerichtet worden und die Regelung des Ausschlüpfens ermöglichen,
nach Australien (Vandiemensland) zu verpflanzen, und der Versuch wird als vollkommen gelungen bezeichnet; die
Fische vermehren
sich und beginnen die Flüsse zu füllen. - Lachsforellen sind diejenige Sippschaft der Lachse, welche hauptsächlich die
Landseen, wie z. B. die schweizer, bevölkern und immer im süßen Wasser bleiben.
Sie leben meist in großer Tiefe und kommen zeitweilig an die Oberfläche auf den Fang kleiner
Fische
und Insekten. Man fängt sie demnach teils mit Grund-, teils mit Fliegenangeln, welche in großer Anzahl an einer auf dem
Wasser flutenden Leine befestigt sind. Zur Laichzeit im Spätherbst und Winter dringen sie in die Bäche und Flüsse
der Seen ein und werden dabei in Reusen und Stellnetzen gefangen. Diese Seelachse oder Grundforellen können auch 20-22 kg
schwer werden; sie dürfen unter 28 cm Länge nicht gefangen werden; die gesetzliche Schonzeit der Lachsforelle reicht vom 15. Oktober bis 14. Dezember. Außer
den schweizer Seen sind namentlich diejenigen Schottlands und Norwegens Hauptquartiere dieser
Fische,
und wo die Seen Flüsse aussenden, finden sich dann auch periodisch die Meerlachse hinzu. Der Engländer macht auch zwischen
beiden keinen Unterschied, sondern fängt, verhandelt und verzehrt alles unter dem Namen Salmon. - Der L. mundet am besten
im frischen Zustande; außerdem konserviert man ihn für den Versandt durch Räuchern, Einsalzen und
Marinieren.
Der Transport des frischen
Fisches geschieht am besten mittels Verpackung in
Eis, und es ist dieser Behelf für die Versorgung
Londons und der übrigen Märkte des Landes von Schottland aus jetzt ganz allgemein geworden. Der auch dort schon eingerissenen
Teurung wegen bezieht England neuerdings große Mengen der
Fische aus Norwegen; Händler kaufen sie dort
frisch und schicken sie in
Eis durch Schnellsegler oder Dampfer mit großem Gewinn nach der Heimat. Eingesalzener L. kommt
von Schottland, besonders Berwick und Perth, Norwegen (Bergen) und Neufundland.
Die Rheinlachse werden frisch und geräuchert versandt; sie sind die besten und kommt ihnen der Elb-
und Weserlachs an Güte nicht gleich. Von Norwegen und der Ostseeküste (Elbing) kommt ebenfalls geräucherte Ware. Das Marinieren
der Lachse geschieht, indem man die ausgeweideten
Tiere in Stücke zerschneidet und kocht, darauf mit verschiednen
Gewürzen
in Fässer schlägt, diese mit einer
Essig-Salzlake auffüllt und fest verschließt. Solche marinierte
Ware wird besonders in Elbing gut und dauerhaft zubereitet und von dort weit und breit verschickt; außerdem wird sie von
Danzig, Thorn, Bremen, Frankfurt a. O. etc. in den Handel
gebracht. - Zoll: Frischer L. zollfrei, geräucherter oder gesalzener gem. Nr. 25 g 2 des
Tarifs, marinierter oder in hermetisch verschlossenen Gefäßen eingehender Nr. 25 p 1.
(frz. laques oder vernis; engl. lac); es sind dies
Auflösungen von
Harzen in leicht verdampfbaren Flüssigkeiten; setzt man diesen Auflösungen noch fette
Öle oder
Firnis zu,
so erhält man die Lackfirnisse oder fetten Lacke. Beide Arten dienen dazu, den Gegenständen, die man
mit ihnen überstreicht, eine glatte und glänzende Oberfläche zu geben, wodurch nicht allein ihr Aussehen verschönert
wird, sondern die Gegenstände werden durch das Lackieren auch gegen die Einwirkung der Feuchtigkeit und der Luft geschützt.
Im gewöhnlichen Leben verwechselt man häufig die Begriffe Lack undFirnis, oder gebraucht beide Benennungen
als völlig gleichbedeutend; man bezeichnet z. B. verschiedne, nur mit
Firnis oder
Ölfarbe gestrichene Gegenstände als lackierte,
ohne daß sie wirklich mit einem Lacküberzuge versehen sind.
Die eigentlichen lackierten Waren haben stets einen Lacküberzug, mögen sie vorher mit Ölfirnis gestrichen sein oder nicht.
Die L. werden stets aus den verschiedensten
Harzen hergestellt, teils nur aus einem, wie z. B.
Kopal, Dammar,
Bernsteinkolophon, teils aus Gemengen verschiedner
Harze; als Lösungsmittel dienen:
Terpentinöl, Rosmarinöl,
Benzin,
Äther,
Alkohol (Weingeist) etc. Beim Überstreichen der Gegenstände mit L. verflüchtigen sich
diese Lösungsmittel und die gelöst gewesenen
Harze bleiben als dünner, durchsichtiger Überzug zurück,
vorausgesetzt, daß man dem Lack keinen unlöslichen Farbstoff zugesetzt hat; in letzterm Falle ist der Überzug undurchsichtig.
Die fetten Lackfirnisse bestehen aus gekochtem
Öl (Leinölfirnis) in Verbindung mit irgend welchem
Harze, und enthalten in
der Regel als flüssiger machenden Bestandteil auch einen Anteil
Terpentinöl. Diese Lackfirnisse sind die haltbarsten, brauchen
aber viel mehr Zeit zum Trocknen als solche, deren Lösungsmittel
Terpentinöl, Weingeist u. dgl. sind, auch
haben sie weniger Glanz. Man gebraucht sie für Lederzeug und andre Waren, die der Abnutzung
¶
mehr
ausgesetzt sind. Sie werden häufig in Vermischung mit Farben aufgetragen und das Austrocknen wird, wo es angeht, z. B.
bei Blechlackierwaren, in geheizten Räumen bewirkt. -
Die mit Weingeist bereiteten L., die Weingeistlacke oder Spirituslacke, werden gewöhnlich in solchen Fällen gebraucht,
wo die gestrichenen Gegenstände ihre natürliche Färbung behalten sollen, sodaß also der L. gleichsam
die Stelle einer hellen Glasdecke vertreten soll. Es sind für diesen Fall natürlich die hellsten Harzsorten zu wählen;
für andre Fälle, wo Farblosigkeit nicht erforderlich ist, sind dunklere Harze brauchbar, Bernstein, Schellack, Kolophon etc.
In einigen Fällen färbt man aber die Spirituslacke absichtlich mit in Spiritus löslichen Farben, z. B.
mit Anilinfarben, Drachenblut (Goldlack); so wird z. B. jetzt Stanniol mit durchsichtigen Lacken in allen
Farben überzogen.
Die weichern Harze, in gepulvertem Zustande mit starkem Weingeist in Flaschen übergossen und zeitweise umgeschüttelt, lösen
sich teils schon in der Kälte, leichter in der Sonne und mäßiger Wärme. Durch Filtrieren scheidet
man das Klare vom ungelösten Rückstand. Bei der Bereitung im großen dienen Destillierblasen, in welchen die Lösung erfolgt,
während der flüchtig gewordene Alkohol in Vorlagen wieder aufgefangen wird. Spröde Harze, z. B. Sandarak, Mastix, geben sehr
glänzende, aber wenig haltbare Überzüge; man verbessert die Sache durch Zusatz von etwas venetianischem
Terpentin oder weicherm Harz, z. B. Elemi, welche das Abspringen oder Abfallen in Pulverform verhindern oder
mäßigen. Viel gebraucht in weingeistiger Lösung ist Schellack, dessen Sprödigkeit aber auch korrigierende Zusätze verlangt,
ebenso Kopal, der den härtesten Lack gibt, dessen Zubereitung aber die meisten Schwierigkeiten macht. -
Die Terpentinöllacke unterscheiden sich von den vorigen nur durch das Lösungsmittel. Sie trocknen etwas
langsamer als jene, sind aber haltbarer und weniger spröde, weil das Lösungsmittel nicht ganz verfliegt, sondern einen
harzigen Rückstand in dem Anstrich hinterläßt. Das Terpentinöl löst manche zerkleinerte Harze ohne weiteres, andre, wie
Kopal, Schellack, Sandarak werden erst in der Wärme geschmolzen und dann mit dem Öl verdünnt. Wie man
durch Einverleibung von Leinölfirnis den Charakter der Terpentinöllacke modifiziert, ebenso kommen auch diese letztern
häufig im Gemenge mit Weingeistlacken zur Anwendung, wie es überhaupt in diesem Zweige eine fast verwirrende Mannigfaltigkeit
von Vorschriften und Verfahrungsweisen gibt.
Die ordinärsten Terpentinöllacke werden aus Kolophonium und andern wohlfeilen Harzen bereitet; bessere
aus Sandarak, Dammar, Kopal etc. Geschmolzener und mit Terpentinöl gemischter Asphalt gibt den schwarzen Asphalt- oder Eisenlack.
Ein Zusatz von heißem Leinölfirnis macht ihn dauerhafter. Andre schwarze Lacke sind der schwarze Bernsteinlack, aus Bernsteinkolophonium,
und der aus den Destillationsrückständen von Steinkohlen bereitete Eisenlack. -
Von den Terpentinöl- und Weingeistlacken gilt die
allgemeine Regel, daß erstere sich zum Aufsetzen auf Ölanstriche, letztere
auf Wasser- und Leimfarben speziell eignen. Als neure Lösungsmittel statt des Terpentinöls finden namentlich die flüchtigem
Destillations-Produkte des Petroleums, wie des Stein- und Braunkohlenteers Benutzung, die immer eine starke, lösende Wirkung
auf Harze haben, mögen sie als Benzin, Photogen, Ligroin oder unter andern Namen erscheinen.
Andre, als Lösungsmittel empfohlene Stoffe sind Schwefelkohlenstoff, Holzgeist, Chloroform. Als Grundkörper zu fetten L. werden
jetzt auch Kautschuk und Guttapercha in gewissen Fällen anteilig mitbenutzt. Sie sind dem Glanze des L. nicht günstig, geben
ihm aber eine besondre Geschmeidigkeit. Weitere Notizen über Verhalten und Behandlung einzelner Harze
sind bei den einzelnen Artikeln nachzusehen. L. für gewöhnliche Zwecke, zu Möbeln etc. werden
an vielen Orten bei uns fabriziert und sind in Farbenhandlungen in Auswahl zu haben.
Der höchste Grad von Dauerhaftigkeit und Schönheit wird von den feinen Wagenlacken verlangt. Hierin
standen die Engländer sonst an der Spitze und haben auch noch immer Ausfuhr an solcher Ware, die aber jetzt von Fabriken
in Mainz, Offenbach, Wien, Berlin etc. von gleicher Güte und Schönheit geliefert wird. Durch
das Alter gewinnen diese L. an Güte, vorausgesetzt, daß sie in gut verschlossenen Gefäßen aufbewahrt
werden. Von einem guten L. verlangt man, daß er nach dem Aufstreichen schnell trocknet und nach dem Trocknen beim Anfühlen
nicht klebt, sowie daß der stark glänzende Überzug mit der Zeit keine Risse und Sprünge bekommt. - Den Namen Lack führt
auch der Gummilack (s. d.) und gewisse Farben (Farblacke).