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Bis zu ihrem 29. Geburtstag vor anderthalb Jahren hatte Wendy Holdener beeindruckende 43 Podestplatzierungen im Weltcup erreicht. Dennoch hatte sie Zweifel, da sie in ihrer Paradedisziplin, dem Slalom, einfach keinen Sieg einfahren konnte. Obwohl sie bereits fünf Weltcupsiege auf ihrem Konto hatte, waren diese in Kombinationen, Parallelrennen und einem City-Event errungen worden.
Selbstverständlich ist Holdeners Konkurrenz auch sehr stark, wie beispielsweise Mikaela Shiffrin. Und natürlich musste meist auch Petra Vlhova geschlagen werden, die im Stangenwald oft auf einem ähnlichen Niveau wie die Rekordweltcupsiegerin Shiffrin fährt. Aber es gab auch Rennen, in denen die Möglichkeit zum Sieg greifbar schien, dennoch konnte Holdener sie nicht nutzen.
«Ich habe nicht viele Rennen selber verloren, vielleicht fünf oder sieben», sagt die Schwyzerin. Doch diese nagten an ihr. Die Erlösung kam im 247. Weltcuprennen in Killington. Der 31. Podestplatz im Slalom, der 45. im Weltcup, war der erste Sieg.
Medienkonferenz der Ski-Cracks vom 24. Oktober
Quelle: Tele 1 / PilatusToday / David Migliazza
Slalomsieg in Killington war die Erlösung
Teamkollegin Camille Rast sagt, sie bewundere Holdeners mentale Stärke. Holdener begründet diese mit den Erfolgen, die ihr Ruhe gebracht hätten. Besonders erwähnt sie ihre Goldmedaille in der Kombination und Silber im Slalom bei der Heim-WM 2017 in St. Moritz, nachdem «einige Grossanlässe in die Hose gingen». Der erlösende Slalomsieg in Killington hatte eine beruhigende und befreiende Wirkung auf Wendy Holdener.
Sie war froh, endlich die andauernde Frage nach dem ersten Slalomsieg hinter sich gelassen zu haben. Dass damit eine Last von Holdener abfiel, zeigte auch der nächste Slalom zwei Wochen später in der italienischen Gemeinde Sestriere, in dem sie eine halbe Sekunde vor Shiffrin sogleich nachdoppelte. Fünf Podestplätze kamen über die ganze Saison verteilt in ihrer stärksten Disziplin zusammen und damit mindestens zwei mehr als in den drei vorangegangenen Wintern.
Zuversichtlich gegen die Konkurrenz antreten
Für die neue Saison ist Holdener zuversichtlich, an die Erfolge von 2022/23 anzuknüpfen. «Ich fühle mich gut, bin motiviert und will auch diese Saison wieder auf Sieg fahren. In den letzten zwei Jahren habe ich im Slalom einen grossen Schritt gemacht», sagt sie.
Trotz schwierigen Bedingungen während ihres Trainingslagers in Ushuaia und improvisierten Tests und Trainingseinheiten in einer Skihalle in Norddeutschland verlief ihre Vorbereitung gut. Diese Worte lassen vermuten, dass Wendy Holdener bereit ist, Mikaela Shiffrin und Petra Vlhova auch in diesem Winter wieder die Stirn zu bieten.
(red./sda)
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