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Text und Bild von Jakob Kubli
Unsere Archiv-Aufnahme zeigt das baufällige "Giessihaus“ am Rain kurz vor dem Abbruch im Herbst 1988. Den Namen "Giessihaus“ erhielt es, weil es der damaligen nahegelegenen Giesserei gehörte. An gleicher Stelle, am Rain 7, entstand in der Folge ein schlankes, formschönes Mehrfamilienhaus (s. Abbildung unten). Beim Betrachten des "Giessihauses“ gewahrt man, dass die beiden obersten Stockwerke viel später aufgerichtet worden waren. Der ursprüngliche Bau war ein Hochparterrehaus, dessen bäuerische Fensterzuteilung auf das 18. Jahrhundert, wenn nicht auf früher, hingewiesen hat. Die Aufstockung erfolgte in der Zeit der frühen Industrialisierung, als ein grosser zusätzlicher Bedarf an Wohnungen bestand. Man wollte darum inmitten des Dorfes mehr Wohnraum schaffen. Da der Boden schon damals beschränkt war, baute man "nach oben“. Das "Giessihaus“ muss zu einer Zeit gebaut worden sein, als zu wenige Wohnungen vorhanden waren. Aus lokalwirtschaftlicher Sicht kommen zwei Zeitabschnitte in Frage: die Blütezeit der Giesserei um 1880 und die Jahre 1916 bis 1922, als die Maschinenfabrik Netstal benachbart einzog.