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Matthew Lutz-Kinoy, Natsuko Uchino. Keramikos
Ein grossformatiger, vergleichsweise dünner Katalog mit schwarz geprägtem Leineneinband präsentiert eine Serie von zeitgenössischen Keramik-Arbeiten in ebenso unkonventioneller wie attraktiver Weise. Rund 300 handbemalte Teller und Gefässe, die der US- Amerikaner Matthew Lutz-Kinoy und die Japanerin Natsuko Uchino in einer andalusischen Töpferei fertigten, erscheinen in einheitlich frontalen Fotografien und freigestellt meist allein, zu zweit oder dritt auf einer Seite. Die Platzierung folgt keinem erkennbaren Raster, lässt viel Weissraum und erzeugt einen ganz eigenen Rhythmus – es wirkt fast wie musikalische Noten in einer Partitur. Gelegentlich werden die Abbildungen durch kurze, klein gesetzte Texte in einer zeitgenössischen Serifenschrift ergänzt, die manchmal um 90 Grad gedreht sind. Dies sind keine Bildlegenden, sondern freie, aber immer gut nachvollziehbare Assoziationen und Zitate, welche z.B. einzelne Muster auf den Keramiken oder die Kunstgeschichte der Töpferei kommentieren. Am Ende folgt auf dünnerem, grauen Papier ein kurzer Textteil mit einem Künstlergespräch und einem Index aller Keramiken sowie Hinweisen auf die im Buch angewandten Abbildungsmassstäbe. Der Leineneinband und das blau-schwarz gemusterte Vorsatzpapier evozieren historische Kunsthandwerkbücher der 1950er- und 1960er Jahre, was trotz der zeitgenössischen Arbeit stimmig wirkt.