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Die Landwirtschaft hat eine hohe Verantwortung bezüglich der Vielfalt von wilden Pflanzen- und Tierarten. Jede einzelne Tätigkeit der Landwirte auf seinem Land, wie die Schnittnutzung, die Pestizid-Applikation, die Bodenbearbeitung hat eine Wirkung auf die Biodiversität. Zum Beispiel wirken sich 4 bis 5 Schnitte einer Wiese pro Jahr sehr negativ auf die Artenvielfalt von Schmetterlingen aus. Die zahlreichen einzelnen Wirkungen auf spezifische Pflanzen- und Tierartengruppen sind oft gut bekannt. Die gesamte Wirkung auf die Biodiversität von landwirtschaftlichen Systemen und Betrieben ist allerdings wenig bekannt.
Deshalb hat Agroscope ein Modell entwickelt, welches auf dem Ansatz der Ökobilanzen basiert und Teil der SALCA Methoden (Swiss Agricultural Life Cycle Assessment) ist. Dazu haben unsere Forschenden einzelne Wirkungen auf 11 ausgewählten Biodiversitäts-Indikatoren in einem Modell zusammengebracht. Dies erlaubt landwirtschaftliche Systeme und Betriebe bezüglich ihrer Wirkung vergleichen zu können, sowie Vorhersagen über die Wirkung von Bewirtschaftungsänderungen auf die Biodiversität zu machen.
Das Modell ist seit 2012 als Agrarumweltindikator in Form eines Index eingesetzt. Die potenzielle Wirkung von landwirtschaftlichen Tätigkeiten auf die Biodiversität für eine Auswahl von Betrieben aus der ganzen Schweiz ist jährlich berechnet. Damit ist ein Teil des Beitrages der schweizerischen Landwirtschaft zur Nachhaltigkeit geschätzt.