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Anlässlich seiner 70. Ausgabe ehrt dass Locarno Festival den amerikanischen Schauspieler und Oscarpreisträger Adrien Brody. Am Freitag, 4. August wird er auf der Piazza Grande den Leopard Club Award 2017 entgegennehmen.
Mit der Verleihung des Leopard Club Awards an Adrien Brody, der bereits im Alter von 29 Jahren einen Oscar gewann, ehrt das Locarno Festival einen der brillantesten Darsteller des amerikanischen Kinos. Spätestens seit seiner Interpretation des Komponisten Wladyslaw Szpilman in The Pianist (2002) ist Brody im kollektiven Gedächtnis verankert. Er konnte seither seinem Ruf, einer der vielseitigsten Schauspieler der Gegenwart zu sein, weit über Hollywood hinaus gerecht werden.
Brody kam in New York zur Welt. Er ist der Sohn von Sylvia Plachy, eine Künstlerin und renommierte Fotografin, und von Elliot Brody, einem pensionierten Professor für Historik. Er war noch keine zwanzig, als er in Francis Ford Coppola’s New York Stories (1989) debütierte, um darauf auf den Sets von Steven Soderbergh (King of the Hill, 1993) und von Oliver Stone (Natural Born Killers, 1994) mitzuspielen. Kurze Zeit später verstand es Adrien Brody, in zwei beeindruckenden Filmen, dem unmenschlichsten aller Orte ein menschliches und leidvolles Gesicht zu geben: dem Krieg. Mit seinen Charakterdarstellungen in The Thin Red Line (1998) von Terrence Malick und The Pianist von Roman Polanski spielte er sich endgültig in die Herzen des Publikums. Er vermochte es, dem oft stummen Leiden des Menschen im Schatten von Gewaltkonflikten einen kraftvollen Ausdruck zu verleihen.
In den vergangenen 30 Jahren ist Brody zu einem der beliebtesten Leinwand-Gesichter seiner Generation geworden. Durch sein Spiel erweckt er die unterschiedlichsten Drehbücher zum Leben und zieht die Aufmerksamkeit und die Gunst des Publikums wie ein Magnet auf sich. Er interpretierte die intimen, psychologischen und sozialen Noten des ersten amerikanischen Films von Ken Loach (Bread and Roses, 2000) und von Detachment (Tony Kaye, 2011) sowie das atemberaubende Tempo von Summer of Sam (Spike Lee, 1999). Er wuchs in den Monumentalfilmen King Kong (Peter Jackson, 2005) und Predators (Nimród Antal, 2010) über sich hinaus, um danach in die überspitzten und verspielten Farben der Filme von Wes Anderson einzutauchen und in The Darjeeling Limited (2007) die Rolle des Peter Whitman und in The Grand Budapest Hotel (2004) des Dimitri zu übernehmen. Brody arbeitete auch mit Barry Levinson (Liberty Heights, 1999) und Paul Haggis (Third Person, 2013) sowie mit Woody Allen (Midnight in Paris, 2011) zusammen.
«Brodys Laufbahn ist ausgesprochen facettenreich, und er entwickelt sich immer weiter,» so Carlo Chatrian, künstlerischer Leiter des Locarno Festivals. «Er arbeitete mit den grössten amerikanischen Regisseuren, von Coppola bis Wes Anderson, von Malick bis Soderbergh. Brody ist sehr anpassungsfähig. Dank seiner Methode fühlt er sich in den unterschiedlichsten Genres wohl. Dennoch hat er, mehr als andere, mit einer bestimmten Rolle die Herzen des Publikums erobert. Er holte sich nicht nur einen Oscar, sondern verzauberte die Leinwand mit einer Figur, die zum Symbol für eine Tragödie wurde, die wir niemals vergessen dürfen.»
Anlässlich der Preisverleihung zeigt das Locarno Festival den Film The Pianist und gibt dem Publikum die Gelegenheit zu einer persönlichen Begegnung mit dem Schauspieler. Adrien Brody wird am Freitag, 4. August auf der Piazza geehrt.
Der Leopard Club Award wird vom gleichnamigen Verein zur Unterstützung des Festivals vergeben und geht an eine grosse Persönlichkeiten des Films, die sich durch ihre Arbeiten in das kollektive Gedächtnis eingeprägt haben. Zu den bisherigen Preisträgerinnen und –trägern gehören Faye Dunaway (2013), Mia Farrow (2014), Andy Garcia (2015) und Stefania Sandrelli (2016).
Die 70. Ausgabe des Locarno Festivals findet vom 2. bis zum 12. August 2017 statt.