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Cartographica Helvetica
Zusammenfassung
Samuel Wyder:
Schweizer Schulatlanten ab 1843
Cartographica Helvetica 20 (1999) 25–33
Zusammenfassung:
Einfache Schulatlanten waren bereits im 18. Jahrhundert bekannt. Ab 1843 entstanden in der Schweiz durch Heinrich Keller und Jakob Melchior Ziegler die ersten Atlanten, die sich für den allgemeinen Schulgebrauch durchsetzten. Weitere Bearbeiter von Schulatlanten waren die Zürcher Heinrich Wettstein (ab 1872) und Wilhelm Götzinger (ab 1902). Bereits damals hatten sich diese Atlanten der Konkurrenz durch die grossen deutschen Verlage zu erwehren. Zu Beginn bemühten sich die Kartographen, dem Fortschritt der Forschung entsprechend die Ergebnisse der Entdeckungen sowie der Wissenschaften darzustellen. Später bildete die Abbildung der Gebirge das Hauptproblem bei der Entwicklung eines brauchbaren Atlasses.
Die Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren beschloss 1899 – angesichts der vielen ausländischen, aber zu wenig auf die schweizerischen Verhältnisse ausgerichteten Atlanten –, ein eigenes offizielles Lehrmittel herauszugeben. Die Realisierung eines Atlas für Mittelschulen, sprachgetrennt in einer deutschen und französischen Version sowie als vereinfachte Ausgabe für Sekundarschulen, erwies sich im föderalistischen Schulsystem der Schweiz als eine sehr schwierige Aufgabe. Unter der Redaktion von August Aeppli (ab 1898), Eduard Imhof (ab 1927) und Ernst Spiess (ab 1976) entstanden Mittelschulatlanten, die durch die im Laufe der Zeit entwickelte Geländedarstellung in schattenplastischer Schräglichtschattierung mit luftperspektivisch abgestufter Farbskala international grosse Beachtung fanden.