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Fussgängerbrücke Cham
Im April 2016 gewann die LeichtbauWeis AG den Wettbewerb "Lorzenbrücke" in Cham (Kanton ZG). Dieser Wettbewerb beinhaltete die Planung der Brücke inkl. Zugangswege von der Schmiedstrasse bis zur Brücke und von der Brücke bis zum Anschluss an die Obermühlestrasse, die Baueingabe und die Ausführung aller Arbeiten bis zur Übergabe. Dazu gründeten wir gemeinsam mit dem Ingenieurbüro Waser Baumanagement & CO. die Arbeitsgemeinschaft ARGE Lorzenbrücke.
Die ursprünglich geplante Brücke hatte eine Spannweite von 15.0m. Aufgrund Einsprachen der Anstösser musste die Dicke der Brücke noch dünner gestaltet werden. Daher reduzierte man in einem ersten Schritt die Spannweite auf 14.0m. Dies hatte zur Folge, dass die Fundation sehr nahe an der bestehenden Stützmauer der Lorze zu liegen kam. Daher entschied man sich für eine Fundation auf Mikropfählen, damit die bestehende Mauer keine zusätzlichen Lasten aufnehmen muss.
Als nächsten und wichtigsten Schritt wurde die Holzkonstruktion komplett neu überarbeitet und dimensioniert. Dabei betrachtete man zuerst die minimale Stärke der Brückenplatte die aus den Belastungen gem. Norm resultiert. Um die Gebrauchstauglichkeit sicherzustellen und die maximal erlaubte Verformung einhalten zu können, wurde die Brückenplatte um 43mm überhöht, anstatt die statische Dicke zu erhöhen.
Eine der grössten Herausforderungen bei leichten und schlanken Brückenkonstruktionen ist die Einhaltung der zulässigen Eigenfrequenz von > 4.5Hz (oder < 1.6Hz), damit die Brücke sich nicht durch die Schrittfrequenz der Fussgänger aufschaukeln kann. Damit die Schlankheit beibehalten werden kann, muss die Steifigkeit der Konstruktion erhöht werden. Dies konnten wir u.a. erreichen in dem wir statt Brettschichtholz aus Fichte der Güteklasse GL24 die Güteklasse GL34 verwendeten (Fa. Neue Holzbau Lungern). Zusätzlich reduzierten wir das Eigengewicht, in dem wir eine Art Hohlkastenquerschnitt statt Massivholzplatte konstruierten. Aber der wichtigste Schritt war das Einkleben von 2x 8 Armierungseisen mit einem Durchmesser von 28mm.
All diese Massnahmen führten zu einer schlanken Brückenplatte von 360mm inkl. GFK und Belag!
Diese Umplanung hatte so gut wie keine Bauverzögerung zur Folge, jedoch kamen nun weitere Einsprachen und Forderungen der Anstösser, die die Gemeinde erst klären musste. So konnte mit einem Jahr Verzögerung im Oktober 2017 mit den Bauarbeiten begonnen werden. Am 16.11.2017 lieferte die Leichtbauweis AG die 14.0m lange, 2.5m breite und 5.4t leichte Brücke in der Obermühlestrasse in Cham an. Der bereits installierte Kran hob die Brücke von dem Sattelschlepper und versetzte die Brücke innerhalb von 15 Minuten inkl. Ausrichten auf die vorbereiteten Fundamente! So kam es nur zu einer teilweisen Strassensperrung der Obermühlestrasse von 2h.
Nach der Montage der Brücke wurden die Anschlussarbeiten durchgeführt und die Geländer an den neuen Stützmauern der Zugangswege befestigt. Am 24.11.2017 wurde die Brücke offiziell der Gemeinde Cham und den Nutzern übergeben!
Daten:
Länge: 14.0m
Breite: 2.50m
Besonderheit: Sehr schlanke Konstruktion durch eingeklebte Gewindestangen und Hohlkastenprofil
Einseitige Wasserrinne integriert
Verkehrslast: 4.0 kN/m2
Punktlast charackteristisch: 10 kN
Dicke der Brücke: 360mm inkl. Belag
Gewicht der Brücke: nur 5.4t inkl. Belag
Installation: 16.11.2017
Bauherr: Gemeinde Cham, vertreten durch Herr Antonio Milone
Vorteile:
Dies war die günstigste Variante bei dem Wettbewerb
Installation innerhalb von wenigen Minuten
Sperrung der Strasse weniger als 2h
Sofort nutzbar nach der Montage
Impressionen: