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Gold für Jonas Raess und Bronze für Selina Fehler an den Aktiv Schweizermeisterschaften
Autoren: Fiona Lang, Martin Knill
Als klarer Favorit über konnte sich Jonas Raess seinen 4. Aktiv SM Titel über die 5000m hohlen. Für Selina Fehler lag ein Podestplatz im Bereich des Möglichen und so konnte sie in einem taktischen Rennen den 3. Platz sichern. Ebenfalls überzeugten Michelle Gröbli (400m) und Dominik Reich (1500m), beide qualifizierten sich zum ersten Mal für den Final an den Aktiven. Karin Disch musste sich nach einer Verletzungsphase mit dem 4. Platz zufriedengeben.
Knapp 3 Monate nach dem ursprünglich geplanten Datum fand am 11. und 12. September in Basel die Schweizermeisterschaft der Aktiven statt. Bei sonnigen 26 Grad und leichtem Wind starteten die Meisterschaften mit den 1500m Vorläufen der Frauen, in welchen der LCR gut vertreten war. Den Einstieg machte Lavignia Lovato im 1. Vorlauf, welcher bereits gut besetzt war mit Delia Sclabas und Seline Scherrer, welche während ihrer Studienzeit in Zürich im Running Team des LCR trainierte. Nach einem verhaltenen Start konnte sich Lavignia gut in der Gruppe positionieren. Mit dem Beginn der letzten Runde wurde extrem auf das Tempo gedrückt und Lavignia musste die Spitzengruppe ziehen lassen und kam mit einer Zeit von 4:45.91 ins Ziel. Insgesamt ein guter Lauf für die U23 Athletin. Sie verpasste ihre PB um nur knapp 2 Sekunden.
Im zweiten Vorlauf am Start Lucienne Chrétien (gwp Track Team). Dieses Rennen wurde einiges schneller angegangen als der erste Vorlauf und so zog sich das Feld in die Länge. Mit einer Zeit von 4:48.37 = persönlicher Bestzeit ein guter Lauf für Lucienne, welche seit Herbst letzten Jahres im Running Team trainiert.
Im dritten und letzten Vorlauf hiess es ernst für Nadine Allemann, da im gleichen Vorlauf auch Fabienne Schlumpf startete. Nadine reihte sich am Ende einer grossen Gruppe ein, um möglichen Rangkämpfen aus dem Weg zu gehen. Ebenfalls in diesem Vorlauf wurde das Tempo massiv erhöht zur letzten Runden hin und Nadine musste abreissen lassen. Dennoch kann sie mit ihrer Zeit von 4:38.51 sehr zufrieden sein, da dies auch gleich eine deutliche neue Bestzeit für Nadine bedeutete. Sie verbesserte sich am Saisonhöhepunkt um über 6 Sekunden.
Leider hat es allen drei Läuferinnen nicht für den Final am Samstag gereicht, aber für alle drei Läuferinnen, die noch in den Jugendkategorien sind, ergaben sich spannende Läufe, zwei neue persönliche Bestzeiten und eine Erfahrung mehr bei einer Schweizermeisterschaft.
Direkt im Anschluss folgten die 1500m Vorläufe der Männer. Der LCR war im ersten Vorlauf mit Timo Suterund Dominik Reich vertreten. Beide U23 Athleten starteten den Versuch sich für den Final zu qualifizieren und da das Tempo eher langsam angegangen wurde, wagte Timo die Flucht nach Vorne und lief dem Feld davon, um auf das Tempo zu drücken. Mit der letzten Runde schloss die Gruppe auf Timo auf und zog das Tempo massiv an. Leider konnte Timo das Tempo nicht halten und musste die Gruppe 200m vor Schluss ziehen lassen. Taktisch besser ging es für Dominik auf. Er liess sich mit der Gruppe mitziehen und mit einem schnellen Schlusssprint auf den letzten 100m erreichte er den 3. Platz, was eine direkte Qualifikation für den Final bedeutete.
Eine Stunde später wurde es ernst für Michelle Gröbli über die 400m. Nachdem sie an den U20 Meisterschaften ihre persönliche Bestzeit auf 56.50s verbessern konnte und den 3. Platz erreichte, wollte sie auch bei den Aktiven zeigen, was sie kann. Sie lief die ersten 200m in schnellen 26.60s und legte die Basis für eine gute Endzeit. Mit einer schnellen zweiten Streckenhälfte und der Schlusszeit von 56.75s erreichte sie den 3. Rang. Damit qualifizierte sie sich über die Zeit für den Final am Samstag.
Um 18:25 ging es weiter mit den 800m Vorläufen für die Frauen. Der Qualifikationsmodus bei 4 Vorläufen war sehr anspruchsvoll. So war es für Selina Fehler nicht bloss reine Formsache sich für den Final zu qualifizieren. Denn nur die Seriensiegern qualifizierte sich für den Finallauf vom Samstag. Die weiteren 4 Finalplätze wurden an die Zeitschnellsten vergeben. Nach dem Start positionierte sie sich geschickt als eine der ersten Verfolgerinnen um ihre Kräfte zu sparen. 250m vor dem Ende setzte sich Selina ab um mit grossem Vorsprung und einer Zeit von 2:08.77 ihren Vorlauf zu gewinnen.
Spannend wurde es mit dem Sonnenuntergang und dem 5000m Lauf der Männer. Von swiss athletics, nach bereits 3. Schweizermeisterschaftstiteln berechtigterweise als Gold-Anwärter gehandelt, ging Jonas Raess an den Start. Dieses Jahr hat er seine persönliche Bestzeit bereits auf 13:20.08 verbessert. Seine Challenge war es, möglichst kraftsparend zu Laufen, da er bereits am 15.09 einen schnellen 1500m-Lauf in Bellinzona laufen wird.
Ebenfalls im Rennen galt es für Urs Schönenberger sich gut zu positionieren, was bei 39 gemeldeten Athleten seine Herausforderung war. Schnell setzte sich eine Spitzengruppe mit Jonas ab, führend von dem Schweizer Marathonrekordhalter Tadesse Abraham. Urs musste die Gruppe leider ziehen lassen, konnte aber mit weiteren Athleten eine zweite Gruppe bilden.
4600m lief Jonas mühelos mit, um kurz vor der letzten Runde mit seiner bekannten schnellen Schlussrunde (53 Sekunden) an allen vorbeizuziehen und seinen vierten Schweizermeisterschaftstitel über die 5000m zu gewinnen. Urs, der krankheitsbedingt im Sommer eine kurze Trainingspause einlegen musste, erreichte mit 14:22.70 den 5. Platz an den Schweizermeisterschaften und 6.Platz im Lauf.
Direkt im Anschluss kam es zu den 400m Hürden Vorläufen. Die U23-EM Teilnehmerin vom vergangenen Jahr, Karin Disch, hatte in dieser Saison noch nicht viele Rennen in ihrer Paradedisziplin laufen können. Entsprechend schwierig war es in dieser Saison den so wichtigen Rhythmus über die Hürden zu finden. Mit einer Zeit von 60.06s konnte sie aber kräftesparend auf den 2. Platz laufen. Damit qualifizierte sie sich direkt für den Final am Samstag.
Als letzte startendende LCR Läuferin am Freitagabend wollte Joëlle Flück eine neue Bestzeit über die 12 1/2 Bahnrunden laufen. Bei immer noch warmen Temperaturen und schnellen Konkurrentinnen musste Joëlle aber viel Führungsarbeit leisten, damit das Tempo nicht völlig zusammenbrechen konnte. Leider wollte niemand Joëlle unterstützen.
Als nach 3000m das Tempo dann endlich angezogen wurde, konnte Joëlle nicht mehr mit der Spitzengruppe mitlaufen und hatte die letzten Runden allein zu absolvieren. In 17:24.67. erreichte sie den 13. Platz.
Samstag
Der zweite Tag der Schweizermeisterschaften begann für den LCR mit dem Finallauf von Michelle Gröbli im 400m Lauf der Frauen. In einem stark besetzten Feld wurde ein hohes Tempo angelaufen, welches Michelle nicht ganz mithalten konnte. Die ersten 200m in fast 27 Sekunden lief sie etwas zu langsam an. Und auch nach 300m war sie noch immer etwas hinter dem Fahrplan für eine neuerliche Bestzeit. Dennoch kann die U20 Athletin mit dem 8. Platz und einer Zeit von 57.19 zufrieden sein.
Für Dominik Reich hiess es im 1500m Final zu zeigen, dass seine Schlussprint Qualitäten aus dem Vorlauf keine Ausnahme war, sondern sein tatsächliches Können. Dominik konnte sich gut in der Gruppe positionieren und liess sich von Rempeleien nicht aus dem Konzept bringen. Die ersten 1000m wurden in langsamen 2:47 Minuten angelaufen. Als 400m vor dem Ziel das Rennen dann so richtig lanciert wurde, konnte auch Dominik deutlich zusetzen. Wieder konnte er seine Sprintstärke unter Beweis stellen. Mit einer Schlussrunde in 55.8 Sekunden und einer Endzeit von 3:58.73 Minuten rangierte er sich auf dem sehr guten 6. Platz.
Im 400m Hürden Final der Frauen lief Karin Disch gegen starke Konkurrenz. Ein Exploit wäre nötig gewesen, um sich eine Medaille zu sichern. Doch leider passten im Finallauf die Puzzlestücke (Rhythmus, Schritte und Laufgefühl) nicht optimal zusammen und sie konnte sich im Vergleich zum Vorlauf nicht mehr steigern. Mit 60.08 Sekunden musste sie mit dem 4. Rang vorliebnehmen.
Das letzte Highlight für den LCR war der 800m Lauf der Frauen. Hinter der Schweizerrekordhalterin Selina Büchel und 2min Läuferin Lore Hoffmann wollte sich Selina Fehler als 3. schnellste Läuferin den dritten freien Podestplatz sichern. Wie erwartet kam es zu einem sehr taktischen Rennen und Selina musste parat sein für den Antritt auf das Podest. Zwischen 400 und 500m kam es zu einer brenzligen Situation, als Selina an der Innenkante etwas eingeschlossen war. Doch mit einem beherzten Einsatz konnte sie sich aus der Situation lösen und machte sofort einige Plätze gut. Kurz darauf lag sie an 3. Position im Rennen. Vorne versuchte Selina Büchel von der Spitze das Rennen zu Gewinnen. Dahinter hängte sich Selina Fehler an die Fersen von Lore Hoffmann und konnte so den wichtigen Abstand zu Rang 4 herauslaufen. Die schnellen letzten 200m in 28.5 Sekunden verhalfen Selina zum 3. Rang und dem Gewinn der Bronzemedaille.