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«Wir können keine militanten Symbole auf dem Dach des Rathauses akzeptieren. Die Freiburger Fahne symbolisiert die Einheit des Volkes.» So begründete Emanuel Waeber (SVP, St. Antoni), warum seine Fraktion am Donnerstag einen Ordnungsantrag eingereicht hatte, um eine Kunstinstallation während der nächsten Grossratssession zu verhindern (FN von gestern). Wenn das Kunstobjekt–Ballone in Form weiblicher Brüste–auf dem Rathaus gehisst würde, käme dies gemäss Waeber einem Präzedenzfall gleich: «Was kommt als Nächstes? Ein Phallus?»
Macht gegen Kunst
«Mein Gott! Ein Busen!», so stieg Louis Duc (unabhängig, Forel) in die Debatte ein, zeigte aber persönlich Distanz: «Ich habe alles, was ich brauche, zu Hause.» Andrea Burgener Woeffray (SP, Freiburg) erklärte, bei der Kunstinstallation gehe es um das Zusammenspiel zwischen Macht und Kunst: «Die SVP ist für die Macht, ich bin für die Kunst.»
Olivier Suter (Grüne, Estavayer-le-Gibloux) dankte der SVP für die gute Werbung für die Künstlerin Isabelle Krieg. Bernadette Hänni (SP, Murten) meinte gar, was der Grosse Rat gestern debattiert hatte, helfe vielleicht, dass eine Frau mehr Lohn erhält oder in eine Kaderfunktion aufsteigt.
Am Ende hatte im Ringen zwischen Macht und Kunst doch die Macht die Oberhand: Der Grosse Rat nahm den Ordnungsantrag der SVP mit 44 zu 31 Stimmen an und verhindert so die Kunstinstallation auf dem Rathausdach.