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Seit 1949 jagd in der Trickfilm-Serie Looney Tunes Willi Kojote dem Road Runner «meep, meep» hinterher. In der gleichen wüstenartigen Umgebung wird 1967 ein Eishockeyteam Namens Phoenix Roadrunners aus der Taufe gehoben. Wie der «Wegekuckuck» aus dem Trickfilm, rennt das Eishockeyteam aus der Wüste den Ligen hinterher. Innerhalb von 12 Jahren spielen die Roadrunners in vier verschiedenen Profiligen: Western-Hockey-League (WHL), World-Hockey-Association (WHA), der Konkurrenzliga der NHL, Central-Hockey-League (CHL) und Pacific-Hockey-League (PHL) heissen die Stationen der Runners, ehe sie für zehn Jahre aus der wüstenartigen Umgebung verschwinden.
1989 folgt der Re-start des Roadrunners. Es sollte die erfolgreichste Zeit der neuen Roadrunners, welche immer noch in Phoenix beheimatet sind, werden. Dieses Mal in der aufstrebenden Konkurrenzliga der American-Hockey-League (AHL), der International-Hockey-League (IHL). In acht Spielzeiten erreichen die Runners dreimal die Playoffs um den Turner-Cup. Teil dieser Geschichte ist auch der Schweizer Torhüter Pauli Jaks, der 1993 in die Organisation der Los Angeles Kings wechselt und damit zum Farmteam (Phoenix Roadrunners) stösst. In zwei Spielzeiten bestreitet der Tessiner 48 IHL-Spiele für die Roadrunners und steht als erster Schweizer 20 Minuten für die Kings in der NHL im Einsatz.
«Coyotes vertreiben die Roadrunners aus Arizona»
Im Sommer 1996 wechselt die NHL-Franchise aus Winnipeg (Jets) nach Phoenix und nennt sich Coyotes. Nun treffen Kojote und Roadrunner auch Eishockey-technisch zum ersten Mal aufeinander. Bis 2003 tragen die Coyotes ihre Heimspiele in der America-West-Arena aus, die Roadrunners spielen im Arizona-Veterans-Memorial-Coliseum. Wie in der Cartoon-Serie bietet die Hauptstadt von Arizona aber nicht genug Platz für Kojoten und Roadrunner und zwingt letztere nach nur einer «gemeinsamen» Saison den Spielbetrieb in der ohnehin finanziell kriselnden IHL einzustellen.
Kurztrip nach Kanada
Erst sechs Jahre später, taucht der «Wegekuckuck» im 3’000 Kilometer nordöstlich gelegenen Toronto wieder auf. In ungewohnter Umgebung ziehen die Roadrunners nach einer Spielzeit 2’700 Kilometer westwärts nach Edmonton. Die Umsiedlung in den kanadischen Norden entpuppt sich mehr schlecht als recht für die Wüstenvögel. Nach einem weiteren Fehlversuch in der East-Coast-Hockey-League holen sieben Jahre später ausgerechnet die Arizona Coyotes die Roadrunners zurück in ihren Bundesstaat, ins knapp 170 Kilometer von Phoenix entfernte Tucson. Erstmals in der Geschichte des Kojoten und Roadrunners bilden die beiden langjährigen Comic-Feinde ein Duo innerhalb derselben NHL-Organisation. «Durch die geografische Nähe können wir bei der Entwicklung unserer Top-Prospects noch mehr Einfluss nehmen und sie optimal betreuen», sagt Coyotes Manager John Chayka.
In Tucson konnte sich bisher noch nie ein Eishockeyteam etablieren, weder die Tucson Mavericks in der Central-Hockey-League (1975-76), die Tucson Icemen in der Southwest-Hockey-League (1976-77), die Tucson Rustlers in der Professional-Hockey-League (1978-79) oder zuletzt die Tucson Gila Monsters der West-Coast-Hockey-League (1997-99). Trotzdem zeigt sich die AHL erfreut: «Die 29 AHL-Teams, heissen die Fans in Tucson in der Familie der American-Hockey-League herzlich willkommen», sagt AHL-Präsident David Andrews. Ausgerechnet mit der Unterstützung des Kojoten dürfte der Roadrunner im siebten Anlauf in der Umgebung von Arizona endlich heimisch werden.