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Gössi-Hollermayer Alois (1887–1957)
Alois Gössi-Hollermayer wuchs in Küssnacht SZ auf, lernte den Beruf des Schuhmachers und führte an der Luzernerstrasse 70 ein eigenes Geschäft.
Inhaltsverzeichnis
Stationen
1900 Als Alois 13 Jahre alt ist, stirbt sein Vater. Alois arbeitet zwischendurch bei einem Bauer in Steinhausen. Er stürzt vom Heuwagen, sein Bein wird «schwarz». Dieser Prozess sei mit grossen Schmerzen verbunden gewesen, erzählte Alois später seiner Familie. Erst als Erwachsener kommt er zu einem Holzbein, das er mit einem Schultergurt trägt. Er lernt den Beruf des Schuhmachers bei Amacher in Grindelwald BE.
1923 Wieder zurück im Kanton Zug eröffnet Alois Gössi im Haus an der Familie Villiger, später Corrent, an der Luzernerstrasse 80 in der Gemeinde Hünenberg eine Schuhmacherwerkstatt.
1925 Alois Gössi heiratet am 7. Mai Sophie Hollermayer (1888–1987) aus Sigmaringen D.
1926 Das junge Ehepaar bezieht das neu erstellte Haus an der Luzernerstrasse 70, dem letzten an der Luzernerstrasse auf Chamer Gemeindegebiet. [2] Natürlich richtet er im Erdgeschoss des Hauses eine Schuhmacherei ein.
1926–1931 Nach der Geburt von Hermann (*1926) in Hünenberg folgen Franz (*1927), Jakob (*1928), Pia (*1930) und Niklaus (*1931).
1957 Alois Gössi stirbt am 19. März im Alter von 70 Jahren. Er arbeitet bis zu seinem Tod in der Werkstatt.
Ein Pflanzgarten im Ochsenlon
In der Nähe vom Bauernhof Ochsenlon bei St. Wolfgang bewirtschaftet die Familie Gössi einen Pflanzgarten von 200 Quadratmetern. Alois pflanzt Kartoffeln und verschiedene Kohlarten. Die Kinder gehen mit einem Leiterwagen zum «Ochsenlon», um das Gemüse zu ernten. Zuhause wird es gemäss alter Tradition über den Winter im eigenen Garten vergraben.
Anekdote
Mit 65 Jahren will Alois wie seine Jungmannschaft mobil sein und einen eigenen Töff fahren. Jakob findet ein geeignetes Modell, das sich zu einem Dreirad umbauen lässt. Ein Handanlasser wie bei einem Rasenmäher wird eingebaut. Alois Gössi führt den Töff Marke Eigenbau mit Erfolg bei der Motorfahrzeugkontrolle vor und besteht auch die Töffprüfung. Als Jakob später einmal den damaligen Experten seines Vaters trifft, erklärt dieser, dass man manchmal bei einer invaliden Person ein Auge zudrücke und manchmal auch zwei!
Einzelnachweise
- Die Einträge basieren auf Aufzeichnungen und Recherchen von Brigitte Slatter-Gössi, Enkelin von Alois Gössi [Stand: 12.02.2018]
- Grünenfelder, Josef, Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug, Neue Ausgabe, Bd. 2, Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug, Bern 2006, S. 130