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Sie haben bereits im Alter von 30 bis 50 Jahren nutzholztaugliche Dimensionen. Das Höchstalter liegt bei der Espe bei 100 Jahren, Schwarz- und Weißpappel können bis 400 Jahre alt werden.
Die Zitterpappel verdankt ihren Namen dem Umstand, dass ihre Blätter sich schon beim geringsten Windstoss bewegen . Die Grenzen der meist sehr breiten Jahrringe sind durch ein schmales, dichteres Spätholzband markiert. Die Anzahl und Größe der Poren ändert sich innerhalb eines Jahrringes kaum, sodass Früh- und Spätholz nicht zu unterscheiden sind. Es ist ein sehr homogenes Holz mit wenig Textur. An Längsschnitten sind die Poren als feine Nadelrisse erkennbar.
Die Espe ist mit einer Darrdichte von 450 kg⁄m³ das schwerste Pappelholz, die anderen gehören zu den leichtesten heimischen Holzarten. Das Holz ist sehr weich aber zäh und von gleichmässiger Struktur. Pappelholz ist befriedigend bis gut zu trocknen. Die Bearbeitbarkeit ist gut, wegen des häufigen Reaktionsholzanteils entsteht aber beim Hobeln oft eine wollige Oberfläche. Es ist gut beiz- und lackierbar.
Als ideales Material diente das zähe und leichte Holz zur Herstellung von Holzschuhen – ob als holländische Klompen, norddeutsche Pantinen oder italienische Zoccoli. Aus gleichen Gründen verlegte man es im 19. Jahrhundert als Verschleißschicht auf der Fahrbahn von Kettenbrücken. Espenholz wird heute noch für Zundhölzer eingesetzt und wegen der geringen Hitzeleitung auch für Saunabänke.
Kulturgeschichtlich tauchen die Pappeln schon in der Antike auf. Als Hades, der Gott der Unterwelt, der Nymphe Leuke nachstellte, verwandelte sie sich flugs in eine Silberpappel. Nun stehen diese Bäume an der Schwelle zur Unterwelt, am Ufer des Flusses der Erinnerung.
In Hungerwintern wurde früher die innere Rinde von Pappeln als Nahrung roh gekaut.
Quelle:
Unsere einheimischen Nutzhölzer von Paul Guggenbühl, Verlag Stocker-Schmid. Zürich 1980 Holz-Lexikon. DRW- Verlag. Stuttgart 1988