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John Henry Newman wuchs in einer anglikanischen Familie in London auf. Als Fünfzehnjähriger geriet er in eine geistig-religiöse Krise, welche in ein Bekehrungserlebnis mündete: «Ich (…) liess mich in dem Gedanken Ruhe finden, dass es zwei und nur zwei Wesen gebe, die absolut und von einleuchtender Selbstverständlichkeit sind: ich selbst und mein Schöpfer.» Gott blieb ihm seitdem die unbezweifelte und alles bestimmende Gewissensstimme. Als anglikanischer Priester fühlte er sich zunehmend zur katholischen Kirche hingezogen. Nach intensivem Studium vor allem der alten Kirchenväter hörte er auf sein Herz und konvertierte zum Katholizismus. Er wurde katholischer Priester und schloss sich der Gemeinschaft der Oratorianer an. Diese förderten das Feiern der Liturgie in der Volkssprache und praktizierten auch die Laienpredigt.
Leben und Denken gehörten für Newman fundamental zusammen, deshalb war ihm Bildung stets ein grosses Anliegen. Als Mensch, der immer wieder den Mut bewies, auf sein Herz und sein Gewissen zu hören, wurde er von Papst Leo XIII. zum Kardinal ernannt. Wie wichtig für Newman das Gewissen war, zeigt sich in folgender Aussage: «Wenn ich genötigt wäre, bei den Trinksprüchen nach dem Essen ein Hoch auf die Religion anzubringen (…), dann würde ich trinken – freilich auf den Papst, jedoch zuerst auf das Gewissen und dann erst auf den Papst.» Für sein Kardinalswappen wählte John Henry Newman das Motto «Cor ad cor loquitur» – das Herz spricht zum Herzen.
Das nachstehende Gedicht verfasste Newman 1833 auf einer Mittelmeerreise nach einer schweren Erkrankung auf Sizilien (1. Strophe als Meditationstext):

Lead, Kindly Light