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Gen-Defekte treten leider bei Hunden immer wieder auf und können praktisch keine bis hin zu schweren Folgen haben. Vor allem Hundehalter eines Collies oder mit einem Collie verwandten Mischlings sollten über diese Erkrankung Bescheid wissen. Eine Überempfindlichkeit dieser Hunde gegenüber Arzneistoffen, wobei hier im Vordergrund vor allem der Stoff Ivermectin genannt werden sollte, ist ein Hinweis auf einen MRD1 Gendefekt. Was dieser Defekt genau auslöst und wie man mit einem betroffenen Hund um zu gehen hat, erfährst Du im heutigen Blog:
Die Entdeckung des MRD1 Gendefekts:
Seit den 1990er Jahren hat man bemerkt, dass gewisse Collie Hunde auf Ivermectin sehr schlecht reagieren und starke Erkrankungssymptome zeigen. Zuerst wurde diese gefundene Erkrankung als „Ivermectin Unverträglichkeit des Collies“ bezeichnet. Bei einem der Todesfälle, die durch diese Krankheit zu Stande gekommen sind, hat man im Gehirn des Collies eine extrem starke Ivermectin Konzentration gefunden, was man schlussendlich an Genmutierten Mäusen ebenfalls beobachten konnte. Es folgten genauere Analysen des Genmaterials eines Collies und im Vergleich mit anderen Hunderassen konnte eine bei allen betroffenen Collies auftretende Mutation am MRD1 Gen festgestellt werden. Durch diese Mutation wird das so genannte Protein MDR1 nicht mehr synthetisiert wird. Was dieses Protein genau für Funktionen hat erfährst Du im nächsten Abschnitt:
Das MRD1 Protein und seine Funktion:
Dieses Protein, dass bei besagtem Gen Defekt nur in sehr kleinen Mengen oder gar nicht produziert wird hat einige sehr wichtige Funktionen im Körper unseres Hundes. Einige der wichtigsten Funktionen sind die Beteiligung an der Blut-Hirn-Schranke und die Mitwirkung in diversen Ausscheidungsprozessen vor allem in der Leber und der Niere. Das Fehlen dieses einen Proteins hat zur Folge, dass sehr viele Stoffe nicht mehr richtig aufgenommen oder ausgeschieden werden können. Die betroffenen Stoffe werden in gefährlichen Mengen angehäuft und können so sehr schnell toxische Wirkungen auf den Körper haben. Durch die Störung an der Blut-Hirn-Schranke werden gewisse Hormone nicht mehr richtig übermittelt, was den Hund anfällig auf Stresssituationen machen kann.
Die Mutation unter der Lupe: Was stimmt denn bei erkrankten Hunden nicht?
Das MDR1 Protein ist ein Protein, das für den Transport von Stoffen zuständig ist, die ins Hirn oder in bestimmte Organe gelangen sollen. Stoffe, die im Gehirn bleiben sollen, werden nicht nach aussen getragen, andere Stoffe werden aktiv entsorgt. Das P-Glycoprotein, wie es in seiner intakten Form auch genannt wird, kann durch das MDR1 Defekt Gen in seiner Funktion behindert werden. Bei einem vorhandenen Defekt, wird das Protein nicht vollständig produziert und kann dadurch auch seine Funktionen nur sehr unvollständig oder gar nicht ausführen.
Bei welchen Hunderassen findet man diesen Gendefekt?
Leider ist nicht nur der Collie betroffen sondern es gibt noch einige andere Hunderassen, die diese Genmutation aufweisen können. Natürlich gehören auch alle Mischlinge dieser Rassen zu einer engeren Risikogruppe, was allerdings nicht bedeuten muss, dass diese Hunde sehr oft betroffen sind. Neben dem Collie findet man die MDR1 Mutation auch beim Australian Shepherd, beim English Shepherd, dem Sheltie, dem Bobtail, beim Border Collie, sogar beim Weißen Schäferhund, beim Wäller, beim Longhaired Whippet und dem Silken Windhound. Weitere Rassen sind bisher nicht bekannt, allerdings können auch weit vorangehende Vorfahren dabei sein, die Deinen Hund zu einem eventuell betroffenen Mischling machen können.
Welche Produkte sind denn nun für meinen Hund gefährlich?
Grundsätzlich sollte man bei einem betroffenen Hund ein ausführliches Gespräch mit einem Tierarzt führen, der einem genau sagen kann, welche Stoffe und Produkte ab jetzt nicht mehr verwendet werden können. Hier sollen nur einige Produkte aufgelistet werden. Wie oben schon mehrfach erwähnt ist der Stoff Ivermectin eines der Hauptprobleme bei dieser Krankheit. Aber wo ist denn Ivermectin genau drin? Ivermectin oder ähnliche Stoffe werden vor allem in antiparasitären Mitteln verwendet. Dazu gehören beispielsweise Stronghold und Milbemax, welche je nach Erscheinen der Krankheit bei richtiger Anwendung aber teilweise auch bei betroffenen Hunden genutzt werden können. Vermieden sollte auf jeden Fall eine orale Anwendung dieser Mittel, da dies in vergangenen Fällen sehr oft zu Problemen geführt hat.
Bei Verdacht auf diesen Gen-Defekt ist ein Gang zum Tierarzt sowieso notwendig, und ein Verzicht auf Medikamente bis zum Tierarztbesuch zu empfehlen (bei lebensnotwendigen Medikamenten natürlich sofort den Tierarzt in Kenntnis setzen und um Anweisungen fragen). Mit Hilfe eines DNA Tests kann dieser Gendefekt diagnostiziert werden. Behandeln kann man diese Erkrankung nicht, es gibt aber genügend Mittel, die man auch bei erkrankten Hunden anwenden kann und somit ist diese Erkrankung eigentlich nach der Diagnose bei richtigem Verhalten kein gefährliches Problem für Dich und Deinen Hund.