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Der Strompreis wird auch 2024 weiter steigen, schätzungsweise um 2 bis 7 Rp. pro kWh. Darüber hinaus wird das Risiko einer Strommangellage auch im nächsten Winter bestehen bleiben. Um dieser Situation entgegenzuwirken, sollten Energieeinsparungen und Investitionen in Anlagen zur Produktion erneuerbarer Energien gefördert werden.
Die Energiekrise hat viele Ursachen, angefangen mit dem Konflikt in der Ukraine, der unter anderem zu einem deutlichen Anstieg der Gaspreise geführt hat. Hinzu kommen Unsicherheiten in Bezug auf die französische Nuklearstromproduktion – die zwar etwas besser als in den Jahren 2021 und 2022 ausfällt – sowie ungünstige hydrologische Prognosen für die Auffüllung der Staudämme.
Anstieg des Strompreises
Für das Jahr 2024 wurde von Swissgrid und Valgrid eine Erhöhung von rund 0,6 Rp. für die Nutzung des nationalen und überregionalen Transportnetzes sowie für die Leistungen der „Systemdienstleistungen“ beschlossen. Ergänzt wird dies durch eine Erhöhung von 1,2 Rp. für die Wasserkraftreserve des Bundes zur Sicherung der Versorgung in den Wintermonaten.
Hinzu kommt der wahrscheinliche Anstieg aufgrund der Energiekosten. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Verteilern werden von deren Beschaffungsstrategien abhängen. Ein allgemeiner Anstieg ist jedoch zu befürchten, da ein Teil des Stroms, der im nächsten Jahr verbraucht wird, 2022 eingekauft wurde, zu einem Zeitpunkt, an dem die Preise auf einem historischen Höchststand waren. Die leichte Vergünstigung, die seit dem Höchststand im letzten Herbst auf dem Markt zu verzeichnen war, wird sich daher 2024 kaum auswirken.
So wird sich die Erhöhung – die weniger stark ausfällt als im letzten Jahr – in der Grössenordnung von 2 bis 7 Rp. pro kWh bewegen, was für einen durchschnittlichen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4500 kWh zwischen 80 und 315 Franken mehr pro Jahr bedeutet. Die endgültigen Tarife werden gemäss der gesetzlichen Frist bis zum 31. August dieses Jahres bekannt gegeben.
Strommangellage
Die Stromverteiler bereiteten sich auf die Anwendung des Ostral-Plans für den Fall einer Strommangellege vor. Sie sensibilisierten ihre Kundinnen und Kunden für das Energiesparen. Ausserdem wurden Kommunikationsmassnahmen für Kunden auf dem freien Markt ergriffen, um sie auf mögliche Kontingentierung vorzubereiten (Phase 3 des Ostral-Plans). Schliesslich erarbeiteten die Verteiler ihre Aktionspläne für den Fall zyklischer Abschaltungen von Stromnetzen (Phase 4). Auch im kommenden Winter werden die Temperaturen wieder entscheidend sein.
Lösungen
Um dem Preisanstieg und dem Risiko einer Mangellege entgegenzuwirken, muss die Schweiz ihre Autonomie stärken, die Energieeffizienz von Gebäuden erhöhen und Energie-einsparungen sowie Investitionen in erneuerbare Produktionsanlagen fördern, insbesondere Solarkraftwerke auf bestehender Bausubstanz sowie Windkraftinfrastrukturen und alpine Solarparks für die Winterversorgung. Die meisten Verteiler investieren bereits seit mehreren Jahren in Anlagen zur Produktion erneuerbarer Energien. Der VWSV empfiehlt dringend eine Vereinfachung der Baubewilligungsverfahren, um die Projekte zu beschleunigen und die Ziele der Strategie 2050 des Bundes und der kantonalen Strategie 2060 zu erreichen.
Diese Massnahmen sind untrennbar mit der Modernisierung und dem Ausbau der Netze verbunden, um die dezentrale Produktion in bidirektionale Stromflüsse zu integrieren. Für die Stromverteiler bedeutet dies insbesondere die Einführung des Smartgrid oder intelligenten Netzes und die Einführung von Smart Metern, d.h. die Installation von vernetzten Zählern bei ihrer Kundschaft.