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| Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).

Zweites Buch
I. Kapitel
2.
1. Die Fortsetzung dazu muß, wie ich meine, bilden, daß wir uns gegen die Angriffe der Griechen verteidigen, unter Verwendung einiger weniger Schriftstellen, und so versuchen, ob vielleicht auch der Jude, wenn er uns hört, sich allmählich von dem, was er glaubte, zu dem bekehren könnte, den er verworfen hat.
2. Sodann wird sich [S. 151] geeigneterweise gegen die achtenswerten unter den Philosophen ein von Liebe eingegebener Tadel richten sowohl wegen ihres Lebens als auch wegen der Erfindung der neuen Lehren. Dabei wollen wir uns nicht etwa an unseren Anklägern rächen; das liegt uns völlig fern, da wir ja gelehrt worden sind, die zu segnen, die uns fluchen,1 selbst wenn sie ohne Grund Lästerworte gegen uns vorbringen; vielmehr ist unser Ziel ihre Bekehrung, indem wir versuchen, ob sich die so überaus Weisen vielleicht schämen, wenn sie durch Tadelworte aus Barbarenmund zurechtgewiesen werden, so daß sie, wenn auch spät, schließlich doch einzusehen vermögen, welchen Wert eigentlich die Gelehrsamkeit hat, deretwegen sie die Reisen über das Weltmeer unternehmen.
3. Denn einerseits muß man auch gerade das aufzeigen, was sie nur als gestohlenes Gut besitzen, wodurch ihnen ihr Selbstbewußtsein genommen wird; andererseits muß man das als irrig erweisen, womit sie sich als eigener Erfindungen brüsten als Leute, "die sich selbst erforscht haben".2 Nebenher ist auch flüchtig über die sogenannte allgemeine Bildung zu reden, nämlich darüber, wozu sie nützlich ist, und über die Sternkunde und über die mathematische Wissenschaft und über die Weisheit der Magier und über die Zauberkunst.
4. Denn die Panhellenen rühmen sich auch dieser Dinge als gar wichtiger Wissenszweige. "Wer aber mit Freimut tadelt, stiftet Frieden."3
1: Vgl. Lk 6,28; Mt 5,44.
2: Vgl. Herakleitos Fr.101 Diels; Plut. Moral. p. 1118 C.
3: Spr 10,10.