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| Augustinus (354-430) - Ausgewählte Briefe (Erster Teil)

Zweites Buch.
Briefe von Augustins Erhebung zur Bischofswürde bis zu seiner Disputation mit den Donatisten und der Entdeckung der pelagianischen Irrlehre in Afrika (396—410).
XXXIX. (Nr. 78.) An den Klerus, die Ältesten und das ganze Volk der Kirche von Hippo
XXXIX. (Nr. 78.)
Geschrieben im Jahre 404.
Seine geliebtesten Brüder, den Klerus, die Ältesten, das ganze Volk der Kirche von Hippo, der er in der Liebe Christi dient, grüßt Augustinus im Herrn.
Inhalt.
Ein Bruder aus dem Kloster des heiligen Augustinus war von einem Priester namens Bonifatius eines schändlichen Verbrechens beschuldigt worden. Allein der Angeklagte beschuldigte seinen Ankläger gerade desselben Verbrechens, dessen er von ihm angeklagt war, und erklärte sich selbst für unschuldig. Da Augustinus keine Klarheit gewann, so sandte er beide zum Grabe des heiligen Felix nach Nola, damit sich dort die Schuld des einen oder anderen durch Gottes Einwirkung zu erkennen gebe. Da die Sache unterdessen allgemein bekannt geworden war und manche sich darüber ärgerten, daß Bonifatius noch als Priester beim Gottesdienste erwähnt wurde, so gestattet Augustinus in diesem Hirtenbriefe an seine Gemeinde, daß diese Erwähnung vorläufig unterbleibe. Der Brief betont, daß Gott an verschiedenen Orten besondere Gnaden spende, die anderswo nicht gespendet werden, und daß es unrecht sei, von dem Fehler eines Gliedes auf den schlimmen Zustand der Gesamtheit zu schließen.