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auch die
DörferMitlödi,
Sool,
Haslen,
Nidfurn,
Luchsingen und
Hätzingen mit Licht und Kraft versorgt und selbst nach Glarus
Kraft abgibt.
Das gesellschaftliche Leben ist ziemlich lebhaft entwickelt. Die Gemeinde besitzt auch zahlreiche Wohlfahrtseinrichtungen,
so z. B. 8 Kranken- und Hilfskassen, eine Ersparniskasse, zwei freiwillige Hilfsvereine zur Unterstützung vonBürgern
und Niedergelassenen und mehrere Spezialfonds für Unterstützung von kranken und alten
Bürgern.
Ausgedehnte Wälder und Alpweiden, namentlich im Gebiet des Niederenthales, sind Eigentum der Bürgergemeinde. Auf dem Hügel
Bänzigen, der sich n. vom Dorf über dem linken Ufer der
Linth erhebt, stand im Mittelalter eine Burg, auf der dieHerren
von Schwanden als Lehensleute des
Klosters Säckingen sassen. In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts starb diese Familie
aus, worauf die Burg in Trümmer fiel; heute sind kaum noch einige Spuren ihres Mauerwerks vorhanden.
Die Mitteilungen des
Glarner Chronisten Aegidius Tschudi, wornach mehrere Glieder jener Familie als Aebte vonEinsiedeln
und als Johanniterritter zu grossem Ansehen gelangt seien, hat sich durch die neuere Geschichtsforschung als Fälschung erwiesen;
die Stammburg jener Einsiedler Aebte und Ritter des Johanniterordens stand nicht im Kanton Glarus,
sondern zu Schwanden bei
Frienisberg
im Kanton Bern.
1349 löste sich Schwanden von der Mutterkirche zu Glarus
ab und baute eine eigene Kirche, zu der ausser
den Ortschaften der heutigen Kirchgemeinde auch
Luchsingen kirchgenössig war.
Die glarnerischen Landsgemeinden fanden im 15. und in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts in der Regel in Schwanden statt.
Von 1623 bis 1836, während der Periode der konfessionell getrennten Verwaltung des Kantons Glarus,
war Schwanden,
ausnahmsweise auch der n. vom Dorf liegende Bauernhof
Däniberg, der Versammlungsort der evangelischen Landsgemeinde, während
die katholische in
Näfels, die gemeinsame Landsgemeinde in Glarus
stattfand. Bei Schwanden wurden Ende September 1799 Gefechte zwischen den
Franzosen und den Oesterreichern und am das letzte Gefecht zwischen den Franzosen und der über
den
Panixerpass sich zurückziehenden Armee Suwarow's geliefert.
Unter den bedeutenden Männern, die Schwanden hervorgebracht hat, sind zu nennen Paulus Schuler (1508-1593), der als Landammann,
als Landvogt in
Werdenberg und
Sargans, als Gesandter der eidgen. Tagsatzung zur Zeit der konfessionellen Streitigkeiten und
als politischer Schriftsteller eine bedeutende
Rolle spielte; ferner die beiden Pfarrer und Chronikschreiber
Johann Heinrich Tschudi (1670-1729) und Christoph Trümpi (1739-1781), deren Chroniken für die glarnerische Geschichte von
grosser Bedeutung sind. Vergl. Heer, G. Blätter aus der Geschichte der Gemeinde Schwanden.Glarus
1893.
(Kt. Bern,
Amtsbez. Interlaken).
1800-566 m. Gefährlicher
Wildbach; entspringt am
S.-Hang des
Brienzer Rothorns und mündet
nach 5 km langem
Lauf von rechts in den
Brienzersee (nahe dessen oberem Ende). Sein Sammelgebiet bildet zusammen mit demjenigen
des benachbarten und ihm parallel fliessenden Lammbaches einen einzigen, grossen und wild zerfressenen
Erosionskessel, einen ungeheuern Erosionskrater. Beide Wildwasser haben sich in ihrem Mittellauf in tiefe
Tobel eingeschnitten,
wo bei Hochwasser häufige Erdrutschungen und eigentliche
Bergstürze niedergehen.
Ihre Schuttkegel gehören zu den ausgedehntesten und am typischsten ausgebildeten der
Schweiz. Die
DörferSchwanden,
Hofstetten,
Kienholz und
Tracht sind von den Ausbrüchen des Lammbaches und des Schwandenbaches schon mehrfach in ihrer
ganzen Existenz bedroht worden. Der Bergrücken zwischen den beiden
Bächen trägt eine schöne Weidefläche mit einer Anzahl
Ställen, die sog. Aegerti. Hier begann vor etwa 50 Jahren die Bildung einer W.-O. gerichteten Bodenspalte (der sog.
Aegertispalte).
Der abwärts gelegene Teil des
Berges mitsamt den darauf stehenden Ställen senkte sich langsam als ein
zusammenhängendes, in sich ganzes Stück. Die Spalte griff im Laufe der Jahre beidseitig immer weiter
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und bog dann s. gegen die Schwandenbachschlucht um, gegen welche hin sich die ganze Bewegung richtete. Von dieser gefährlichen
Stelle her erfolgten zu verschiedenen Zeiten, so 1860, 1867, 1887, 1901 und noch 1902 bedeutende Felsabstürze, doch konnte
durch umfassende Verbauungs- und Entwässerungsanlagen der drohende Absturz der ganzen Masse, der Schwanden
und wahrscheinlich auch Kienholz vernichten würde, bis jetzt noch verhindert werden. Das Gestein ist mergeliger Schiefer
und Mergelkalk der sog. Berriasschichten.
Die Vorbeugungsmassregeln, die mit finanzieller Hilfe des Bundes getroffen worden sind, bestehen in der Hauptsache in der
Fassung der Oberflächenwasser beim Teufenboden und unmittelbar oberhalb der Aegertispalte, sowie zweier
Quellen inmitten des Sturzgebietes selbst, dann in der Anlage eines starken Mauerspornes an der Schluchtmündung, der den
Sturz, falls er wirklich eintreten sollte, nach einer unschädlichen Richtung ablenken soll, in zahlreichen Thalsperren und
endlich in einem den Schwanden- wie den Lammbach begleitenden Längsdamm. Vergl. H[eim], A[lbert]: Der drohendeBergsturzvon«Aegerti»beiBrienz (in der Neuen Zürcher Zeitung. 1901, Nr. 120).