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Der Muttertag, wie wir ihn kennen, wurde 1908 von der Methodistin Anna Marie Jarvis in den USA ins Leben gerufen. Sie hatte am 12. Mai 1907 den zweiten Jahrestag ihrer verstorbenen Mutter gefeiert. Ein Jahr später motivierte sie die Methodistengemeinde, am zweiten Sonntag im Mai wiederum eine Andacht durchzuführen – aber für alle Mütter. Mit viel Engagement erreichte sie, dass 1914 der Muttertag in den USA offiziell eingeführt wurde.
In der Schweiz rief die Heilsarmee 1917 zu einem Ehrentag für die Mütter auf, wobei ihr Aufruf religiös motiviert war. Zunächst war dem Anliegen kein grosser Erfolg beschieden. Erst als sich Floristenverbände, Gärtnerinnen und Konditoren dafür einsetzten, gelang 1930 der Durchbruch.
Als Anna Marie Jarvis die Kommerzialisierung des Muttertages wahrnahm, bereute sie ihren Vorstoss und kämpfte in der Folge erfolglos für die Abschaffung des Feiertages.
Von der Mutter zum gebärenden Menschen
Der Muttertag ist zwar ein rein säkularer Feiertag, es ist aber in vielen Pfarreien üblich, am Muttertag allen Frauen nach dem Gottesdienst eine Blume zu schenken o. ä. Doch damit ist es vielleicht bald vorbei: Anfang Mai erklärte der deutsche Familienberater Stephan Fuchs vom Bundesverband alleinerziehender Mütter und Väter gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA), er fände einen «Elterntag» sinnvoller als einen Muttertag. «Im Muttertag werden traditionelle Rollenbilder verankert. Er fördert Stereotype.» Und er meinte weiter, ein «Elterntag» inkludiere, dass auch gleichgeschlechtliche Paare Eltern sein können.
In einem aktuellen Pfarreiblatt im Kanton Luzern schreibt ein Seelsorger im Zusammenhang mit dem Muttertag statt von Frauen von «mütterliche Menschen». Eine ähnliche, noch krassere, staatlich dekretierte Variante ersetzt Vater und Mutter durch die Begriffe Elter1 und Elter2. Und selbst im öffentlichen Fernsehen ist von entbindenden oder gebärenden Menschen die Rede statt von Frauen. Den Vogel schoss das ehemalige Frauenmuseum in Aarhus (Dänemark) ab, das jetzt natürlich «Gender Museum» heisst und eine Statue aufgestellt hat, die einen bärtigen, nackten Mann zeigt, der ein Kind an seiner Brust stillt; er stelle ein Symbol der modernen Gesellschaft dar.
Während ein paar wenige unbedarfte Gemüter immer noch naiv glauben, die Genderideologie sei ein Synonym für Gleichberechtigung, kämpfen inzwischen auch Feministinnen gegen diesen «Gendergaga». Die Genderideologie führt einen Frontalangriff auf die (biologische) Frau und besonders auf ihre Rolle als Mutter.
Für Wissenschaftler ist es eine selbstverständliche Tatsache, dass es zwei biologische Geschlechter gibt: Mann und Frau. Dabei gibt es klare körperliche Unterschiede. Der wohl bedeutendste: Nur Frauen können Kinder austragen. Auch wenn inzwischen über Gebärmuttertransplantationen für Männer und künstliche Gebärmuttern geforscht wird – die Frau ist unersetzlich.
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