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Soft Skills: Kontaktstärke
Insbesondere in Bereichen wie Marketing und Vertrieb kommt es darauf an, den Gesprächspartner von "seinem" Produkt zu begeistern. Erfolg hat, wer den Kunden persönlich anspricht, auf ihn zugeht und den Kontakt mit ihm pflegt. All das kann man lernen. Denn Kontaktstärke ist trainierbar.
Der erste Schritt dahin ist mit seiner Umwelt ins Gespräch zu kommen. Meist bietet schon der aktuelle Anlass - ein Kundengespräch, ein Kongress, eine Messe - guten Gesprächsstoff: Sie bewegen sich im gleichen Umfeld und sind zu einem bestimmten Ereignis eingetroffen. Machen Sie etwas daraus. Sprechen Sie beispielsweise nach einem Vortrag über das eben Gehörte, holen Sie Ihre Gesprächspartner dort ab, wo sie sich befinden. Derartiger Small-Talk beim Gesprächseinstieg verhindert aufdringlich zu wirken, schafft eine angenehme und entspannte Atmosphäre und liefert Anknüpfungspunkte für weitere Themen.
Etwas anbieten
Wenn Sie in einem Beruf arbeiten, der Sie in eine Gastgeberfunktion bringt, haben Sie es noch einfacher. Ihnen wird das Ansprechen fremder Leute erleichtert, indem Sie zum Beispiel anbieten, die Garderobe abzunehmen oder Getränke zu besorgen. Bei größeren Veranstaltungen heißt das nicht, dass Sie danach selbst los laufen und die Garderobe versorgen - Sie könnten Ihren Gesprächspartner aber zum Garderobenstand oder zur Bar begleiten und auf dem Weg dorthin ein Gespräch in Gang setzen.
Seien sie aber vorsichtig mit abgedroschenen Formulierungen: Die Frage "haben Sie mal Feuer?" ist so eine. Hier laufen Sie Gefahr, schnell abgefertigt zu werden, weil man Ihre Frage für eine bekannte Masche hält. Wenn Sie tatsächlich auf diese Art und Weise ins Gespräch kommen möchten, müssen Sie sich etwas Originelleres einfallen lassen. Sie könnten fragen, ob es sich lohnt, das Buch zu lesen, das Ihr Nachbar mit sich herumträgt, oder ob er mit dem Laptop in seiner Tasche zufrieden ist.
Komplimente: Vorsicht Glatteis
Auch mit Komplimenten begeben Sie sich leicht aufs Glatteis - diese werden ebenso wie "Bittfragen" häufig als Anmache oder Ironie verstanden. Bitte beachten Sie außerdem, dass Komplimente eine gewisse Hierarchie vorspiegeln - so lobt etwa der Vorgesetzte den Mitarbeiter und der Professor den Studenten und nicht umgekehrt. Generell gilt: Beschränken Sie Ihre Komplimente im beruflichen Umfeld auf den Job. Egal, ob von Mann zu Frau oder Frau zu Frau - Ihre Kollegin könnte es in den falschen Hals bekommen, wenn Sie Ihr tolles neues Kostüm loben. Nehmen Sie lieber ihre beeindruckende Präsentation zum Anlass eines Gespräches, und das Tor zur gemeinsamen Kommunikation steht Ihnen offen.
(Dirk Baranek, CoachAcademy / Bild: Photo Alto)
Dirk Baranek
ist studierter Geschichts- und Sprachwissenschaftler. Seit 2004
betreut er als Online-Redakteur die CoachAcademy. Als freier
Autor schreibt er ferner für Magazine, Tageszeitungen und Online-Portale.