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Mit der Einführung der Ordonnanz 1861 entstand ein Typus des Tschakos. Der alte hohe „Zigerstock“ oder „Angströhre“ genannte Helm wurde gedungener. Er sah seinem Bruder der kaiserlich-französischen Armee von der Form her sehr ähnlich. Nur die Garnitur blieb identisch mit jener des Vorgängers von 1852, lediglich etwas kürzer fiel sie aus. Der Tschako war mehr als nur eine prächtige militärische Kopfbedeckung, auch wenn seit den 1840er-Jahren die Schuppenketten zum Schutze der Ohren gegen Säbelhiebe verschwanden, so erhielt sich im massiven Lederdeckel nach wie vor eine gewisse Schutzfunktion gegen Hiebe von oben auf den Schädel. Dabei spielen auch die auf unserer Darstellung sichtbaren Epauletten eine wichtige Rolle. Sie waren oft mit Metalleinlagen in der Zunge versehen, wodurch sie sich quasi als „Schutzblech“ über die Schultern des Wehrmannes legten.
So war es für den Reiter schwer, von seinem Ross herab mit dem Säbel vitale Körperbereiche des Jägers zu treffen, umso mehr, da eine Infanteriemuskete mit aufgepflanztem Bajonett beinahe zwei Meter mass und so eine grosse Gefahr für den Berittenen selber darstellte, wenn sich der Angegriffene entschlossen zur Wehr setzte.
Unser Jäger vom Berner Infanteriebataillon 36 trägt den Uniformrock der Ordonnanz 1861, welcher den beengenden und ungeliebten Frack von 1852 abgelöst hatte. Die Epauletten waren den Jägern vorbehalten und zeigten die Farben Grün und Rot. Die Füsiliere mussten sich mit simplen Schulterklappen, wie man sie noch heute am Ausgangswaffenrock findet, begnügen. Als Zeichen ihres besonderen Standes trugen die Jäger nicht bloss ein Bajonett, sondern auch den Säbel der Ordonnanz 1842/52. Der Tschako ist von einem gelbgrünen Pompon gekrönt, welcher den Träger als Angehörigen der 2. Jägerkompanie identifiziert. Unter der Metallganse ist die schwarzrote Kantonskokarde Berns angebracht.
Unter dem Kragen des Waffenrocks trägt unser Jäger eine schwarze Halsbinde, denn es galt damals als nicht statthaft, dass man den Hals eines Mannes sähe. Bemerkenswert ist der neue Ceinturon. Zuvor wurde die Munitionstasche und die Seitenwaffen an zwei Bandelieren über der Schulter getragen. Nun hing alles nach österreichischem Vorbild am Ceinturon um die Hüfte.
Seit einigen Jahren stellt übrigens die historische Gruppe „Zürcher Miliz-Compagnie 1861“ mit viel Aufwand die 2. Jägerkompanie des Landwehrbataillons 6 in dieser Ordonnanz dar. Dank ihnen ist diese Uniform etwa am 1.-August-Umzug in Zürich wieder öfters zu bewundern.
Roger Rebmann, Rost und Grünspan
Schweizer Soldat 2/2001