Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03351.jsonl.gz/2535

Diesen November findet die 19. Vertragsstaatenkonferenz des Übereinkommens über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen (CITES) statt. Die Fondation Franz Weber (FFW) wird mit ihrem Expertenteam an dieser wichtigen Tagung teilnehmen, denn nur mit straffen Handels-Richtlinien können die Afrikanischen Elefanten geschützt und vor der Ausrottung bewahrt werden.
Als internationales Abkommen zwischen Regierungen soll CITES sicherstellen, dass der internationale Handel mit Wildtieren und -pflanzen deren Überleben nicht gefährdet. Da der Handel mit frei lebenden Arten grenzüberschreitend betrieben wird, muss er durch internationale Zusammenarbeit reguliert werden, um bestimmte Arten vor Übernutzung zu schützen. Das CITES-Abkommen regelt den internationalen Handel mit rund 37 000 Arten (darunter Elefanten) zwischen 184 Ländern (den Vertragsstaaten). Damit ist die CITES eine der grössten und potenziell effizientesten Naturschutzorganisationen der Welt.
Die unter das CITES-Abkommen fallenden Arten sind je nachdem, wie viel Schutz sie benötigen, in drei Anhängen gelistet. Anhang I umfasst vom Aussterben bedrohte Arten. Der Handel mit Exemplaren dieser Arten istnur in Ausnahmefällen erlaubt. Unter Anhang II sind Arten gelistet, die nicht unbedingt vom Aussterben bedroht sind, bei denen der Handel jedoch kontrolliert werden muss, um eine Übernutzung zu verhindern. Anhang III umfasst Arten, die in mindestens einem Land geschützt sind, das die anderen CITES-Vertragsstaaten um Unterstützung bei der Kontrolle des Handels gebeten hat.
Die Vertragsstaatenkonferenz (CoP), das höchste Entscheidungsgremium der CITES, hat sich auf eine Reihe biologischer und handelspolitischer Kriterien geeinigt, anhand derer bestimmt werden kann, ob eine Art in Anhang I oder II aufgenommen werden sollte. Auf jeder regulären Tagung der CoP, die alle zwei bis drei Jahre stattfindet, unterbreiten die Vertragsstaaten auf der Grundlage dieser Kriterien Vorschläge zur Änderung der beiden Anhänge. Diese Änderungsvorschläge werden erörtert und anschliessend zur Abstimmung vorgelegt.
FFW hatte entscheidende Rolle
Seit der Schaffung des Abkommens im Jahr 1975 sind die Afrikanischen Elefanten sowohl für die FFW als auch für die CITES von zentraler Bedeutung. Bis Ende der 1980er Jahre schrumpften die Elefantenpopulationen in fast ganz Afrika in verheerendem Ausmass. Eine massive Nachfrage nach Elfenbein führte zu einem Rückgang der Population um beinahe 60 Prozent. In dieser Zeit hatte die CITES den internationalen kommerziellen Handel mit Elfenbein erlaubt.
Aufgrund des desolaten Zustands der afrikanischen Elefantenpopulationen beschlossen die Vertragsstaaten auf der CITES-CoP in Lausanne im Jahr 1989, alle Elefanten in Anhang I aufzunehmen. Dadurch wurde der internationale Elfenbeinhandel gesetzlich verboten, was ein bedeutender Schritt zum Schutz der noch lebenden Afrikanischen Elefanten war.
Die FFW spielte bei diesem Beschluss eine entscheidende Rolle. Mein Vater, Franz Weber, betrieb wirksame Lobbyarbeit, um die Vertragsstaaten dazu zu bewegen, für die Zukunft der Elefanten zu stimmen. In den darauf folgenden zehn Jahren erholten und stabilisierten sich die Elefantenpopulationen auf dem gesamten Kontinent.
In sieben Jahren ein Drittel weniger Elefanten
Auf der CITES-CoP in Harare im Jahr 1997 jedoch gelang es vier südafrikanischen Ländern – Botswana, Namibia, Südafrika und Simbabwe – die Vertragsstaaten davon zu überzeugen, dass ihre Elefantenpopulationen gross genug seien, um die biologischen Kriterien für eine Herabstufung in Anhang II zu erfüllen. Damit durften diese vier Länder unter bestimmten, von der CITES festgelegten Einschränkungen mit Elfenbein handeln, während die Elefanten der übrigen afrikanischen Staaten weiterhin in Anhang I gelistet waren. 1998 und 2008 erlaubte der ständige Ausschuss der CITES diesen Ländern, ihre nationalen Elfenbeinbestände von über 150 Tonnen an Japan und China zu verkaufen. Mit katastrophalem Ergebnis! Die Elefantenpopulationen begannen erneut zu schrumpfen. In nur sieben Jahren, von 2008 an gerechnet, verlor Afrika ein weiteres Drittel seiner Elefanten.
Auf der CoP in Johannesburg im Jahr 2016 setzte sich eine Mehrheit der afrikanischen Staaten (die sogenannte Koalition für den Afrikanischen Elefanten AEC), unterstützt von der FFW, dafür ein, die Elefanten dieser vier Länder wieder in Anhang I aufzunehmen. Der Vorstoss scheiterte, wir erreichten jedoch zumindest eine vorläufige Zusage von der CITES, keine weiteren Verkäufe von Elfenbeinbeständen zu erlauben. Die Zusage gilt noch, doch es besteht die Gefahr, dass sie widerrufen wird, wenn nicht alle Elefantenpopulationen wieder in Anhang I aufgenommen werden.
Die FFW muss an der Konferenz dabei sein
Im November werden die Staaten der AEC versuchen, alle Vertragsstaaten davon zu überzeugen, die Elefanten in Anhang I aufzunehmen. Simbabwe dagegen hat einen Vorschlag vorgelegt, der dem Land erlauben würde, seine Elfenbeinbestände erneut zu verkaufen. Damit stehen die Vertragsstaaten vor einer grundsätzlichen Entscheidung, denn sowohl die Unterstützung von Simbabwes Vorschlag als auch ein Scheitern der erneuten Aufnahme der Elefanten in Anhang I könnte die Ausrottung der Elefantenpopulationen beschleunigen.
Es ist deshalb eminent wichtig, dass die FFW mit ihrem international anerkannten Expertenteam an der 19. Vertragsstaatenkonferenz (CoP19) des Übereinkommens über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen (CITES) in Panama teilnimmt. Denn nicht nur der internationale Elfenbeinhandel bringt die Afrikanischen Elefanten in Gefahr. Auch durch den Export lebender Elefanten in Länder ausserhalb Afrikas ist ihr zukünftiges Überleben bedroht. Auf der CoP in Genf von 2019 hinderten die Vertragsstaaten Simbabwe endgültig daran, in freier Wildbahn gefangene Elefantenkälber nach China und die Vereinigten Arabischen Emirate zu verkaufen. Wiederum hatte die FFW massgeblichen Anteil am Zustandekommen dieses Entscheids.
Aufdeckung des Handels-Skandals durch die FFW
Letztes Jahr jedoch brachte eine Untersuchung der FFW ans Licht, dass Namibia 22 lebende Elefanten in die Vereinigten Arabischen Emirate exportierte. Namibia machte sich eine Gesetzeslücke im CITES-Abkommen zunutze, um die Elefanten auszuführen. Daher wird die FFW im November gemeinsam mit der AEC und Partner-NGOs versuchen, diese Lücke zu schliessen, um zukünftige Exporte lebender Elefanten durch Namibia zu verhindern.
Schliesslich wird die CITES-CoP auch eine Gelegenheit bieten, die Sicherheit und die Dokumentation nationaler Elfenbeinbestände zu verbessern. Viele Länder verfügen über Bestände, die entweder von Elefanten, die eines natürlichen Todes gestorben sind, stammen oder aus der Beschlagnahme von gewildertem Elfenbein. Die FFW wird sich auch vehement dafür einsetzen, dass alle Vertragsstaaten, die Elfenbeinbestände besitzen, tatsächlich auch verhindern werden, dass Elfenbein auf den illegalen Markt gelangt.
Indem die FFW die Instrumente des CITES-Abkommens effektiv nutzt und mit über 30 Staaten der Koalition für den Afrikanischen Elefanten sowie mit anderen NGOs zusammenarbeitet, will die FFW einmal mehr dazu beitragen, das zukünftige Überleben einer der bekanntesten und bedeutendsten symbolischen Tierarten der Erde – des Afrikanischen Elefanten – zu sichern.