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Kindheit und Jugendjahre
Adolf Niederhäuser wird am 1. Juli 1927 als zweitjüngster von sechs Geschwistern in Wattenwil geboren. Sein Vater ist Zimmermann und betreibt mit seiner Frau Rosina einen kleinen Bauernbetrieb. Adolf Zimmermann besucht die Primarschule in Wattenwil, und bereits während der Schulzeit bemerkt man sein zeichnerisches Talent. Doch für eine frühe Förderung ist die Familie zu arm.
Nach der Schulzeit muss der junge Adolf Niederhäuser zuerst mithelfen, Geld zu verdienen. Er findet eine Anstellung in der Munitionsfabrik Thun. Er beginnt, seine ersten Bilder zu malen. Wattenwiler finden Gefallen an seinen Werken, und er kann einige davon verkaufen. 1945 beginnt er eine Lehre als Maler und Schriftenmaler im Malergeschäft von Albert Fink in Thun. Er muss die Lehre unterbrechen und in die Rekrutenschule einrücken. Als Meldeläufer im Kommandostab verspürt er Freude am Laufen und beginnt ausserdienstlich mit Waffenläufen. Über 35 Jahre lang wird Adolf Niederhäuser diesem Hobby fröhnen, zuerst während 6 Jahren als Waffenläufer, dann Langstreckenläufer und wird auch einige Marathonläufe erfolgreich bestreiten.
Weiterbildung
Nach der Lehre erhält Adolf Niederhäuser eine Praktikumsstelle beim Kirchen- und Bauermalern Paul Wegmann in Thun. Gleichzeitig nimmt er Unterrichtsstunden beim Lehrer und bereits erfolgreichen Kunstmaler Paul Gmünder.
1960 tritt Adolf Niederhäuser die Stelle als Schriftenmaler im Berner Inselspital an, die er bis zu seiner Pension innehält. 1969 lernt er seine spätere Ehefrau Hanni Grossenbacher, kennen. Der Künstler Adolf Niederhäuser führt 1979 in Münchenbuchsee eine erste Ausstellung durch und erntet hervorragende Kritiken beim Publikum und in der Presse. Er mietet ein kleines Atelier. Unterstützt von seiner Ehefrau Hanni beginnt er, vermehrt zu malen. Nach seiner Pension entstehen vor allem Aquarelle.
Schicksalsschlag
Nach vielen gemeinsamen Jahren stirbt Hanni, mit welcher er viele Reisen im In- und Ausland unternommen hatte, und die ihn bei seiner künstlerischen Tätigkeit immer unterstützt und motiviert hat. Adolf Niederhäuser ist sehr, sehr traurig über diesen grossen Verlust. Die Freude am Malen verlässt ihn. Trotzdem lässt er sich überreden, doch noch eine Ausstellung - diesmal in Münsingen - abzuhalten. Viele Bilder stellt der Künster nicht mehr aus, zu sehr erinnern sie ihn ein seine glückliche Zeit mit Hanni. Ein paar Aquarelle, voller Trauer und Schmerz, malt er nach ihrem Tod doch noch.
Ein eindrückliches Gesamtwerk
Sein Sohn Robert Niederhäuser schreibt zum Werk seines Vaters, rückblickend an die Ausstellung von 1979 in Münchenbuchsee: ''Noch zweihundert Gemälde und andere Kunstwerke hat Adolf Niederhäauser nach dieser ersten Vernissage vor 35 Jahren erschaffen. Viele Tausende von Stunden hat der Künstler während seiner Freizeit in seinem Atelier verbracht. Sein Gemälde regelmässig ausstellen wollte er nicht, weil er seine Zeit anders nutzte. Das Malen war für ihn vielmehr wie ein Spiegel der vielen Reisen, die er immer zusammen mit seiner Ehefrau Hanna in der Schweiz und im Ausland unternahm. Vor allem Süditalien und Frankreich hatten es ihnen angetan. Bei Reisen in der Schweiz nahm er so oft es ging seine Farben und seine Reisestaffelei mit, um vor Ort zu malen. Im Ausland photographierte er viel, um anschliessend die besten Eindrücke zu malen, so, wie er sie sah. Zuhause, in seinem Atelier, arbeitete der Künstler zudem immer wieder an Kopien alter, bekannter Meister wie A. Anker, K. Grob, J. K. Stieler und anderen. Diese Bilder, die er auch kunstvoll einrahmte, widmete der Künster vor allem seiner geliebten Hanni. Auch die Bauernmalerei, das Malen von Spanschachteln, die seine Frau jeweils wunderschön mit Stoff auskleidete, das Kerzenmalen und das Gestalten von Acrylbildern, die er mit Blattgold verkleidete, waren immer wieder Teil seines Schaffens. Doch am liebsten malte der die Natur, alte Bauernhäuser und Tiere. Vor allem Pferde, die damals für die Bauern unersetzlich waren. Viele einsame Wanderungen in seinen jungen Jahren zu seinem Verwandten im Gurnigelgebiet, dem Alphirt Werner, hatten ihm die Augen dafür geöffnet. Meistens hatte er schon damals seine Staffelei und die Farben über den Rucksack gepackt dabei.''