Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03583.jsonl.gz/171

Das gelbe Relief rechts oben – zwei schwarze amorphe Formen und eine hellere – steht symbolhaft für das Schaffen von Jean Arp (1887–1966). Obwohl er sich als «konkreten» Künstler bezeichnete, hat sich der Franzose von der Natur und ihrer Formenwelt inspirieren lassen. Amorphe (ungeformte) Gebilde bevölkern seine Collagen, Reliefs und Wand- behänge. Das gleiche Prinzip wendet Jean Arp bei seinen Skulpturen an, die zu fliessen scheinen. Wie «Hurlou» (1957), eine ein Meter hohe Bronzestatue, in die hinein man alles interpretieren kann (r. u.).
Jean Arps Familie siedelt 1909 von Strassburg nach Weggis LU um. Damit beginnt für den Künstler eine innige Beziehung zur Schweiz, unterbrochen durch Reisen und Aufenthalte in München, Berlin, Köln und Paris. Arp gehört zu den Gründern der Dadaisten- und Surrealistenbewegung. Eine Schar illustrer Künstler umgibt ihn, darunter auch seine spätere Frau Sophie Taeuber.
Die Collezione Arp-Hagenbach, die der Künstler und seine zweite Frau der Stadt Locarno vermacht haben, ist im Laufe der Jahre durch Schenkungen gewachsen. Heute machen Arbeiten von Künstlern, die entweder in enger Beziehung zu Arp standen, wie Sophie Taeuber oder Hans Richter, oder die von ihm beeinflusst wurden, einen Grossteil der Sammlung aus. Das Wiedersehen mit Jean Arps Kosmos ist äusserst erfrischend.
Pinacoteca comunale Casa Rusca Locarno
Bis 23. 8. Di–So 10–12/14–17 Uhr, Tel. 091 756 31 85 oder 091 756 31 70, www.locarno.ch