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<h2>SubmittedText<h2><p>Im Hinblick auf BFI-Planung ist im Zusammenhang mit der internationalen Forschungsaktivität von Schweizer Universitäten die Rede von fünf Wissenschaftshäusern, die in verschiedenen Kontinenten und Ländern gleichsam als Botschaften für die Wissenschaft eingerichtet werden sollen. </p><p>Bis jetzt haben die Schweizer Universitäten ihre diesbezüglichen Aktivitäten innerhalb von Kompetenz-Zentren entfaltet, wobei sie selber internationale Kontakte aufgebaut haben. Sie sind demzufolge in verschiedenen Kontinenten tätig.</p><p>Im Hinblick auf einen möglichen Paradigmenwechsel (fünf Wissenschaftshäuser) stellen sich folgende Fragen:</p><p>1. Stimmt es, dass nach dem neuen Konzept jeweils eine Schweizer Universität für einen ganzen Kontinent bzw. für ein bestimmtes Land (z. B. USA, China, Tansania usw.) zuständig sein soll?</p><p>2. Müssten in diesem Fall interessierte Schweizer Universitäten je nach "Kontinent- oder Länderpartner" den Umweg über eine andere Schweizer Universität machen?</p><p>3. Welche Stellung kommt innerhalb dieses Konzeptes dem Staatssekretariat für Bildung und Forschung bzw. dem Nationalfonds zu, wenn es um die Koordination und die Beurteilung von internationalen Projekten und deren Finanzierung geht? Ist allenfalls vorgesehen, dass eine ganz bestimmte Universität, z. B. Genf, die Koordination sowie die Beurteilung von Projekten übernimmt?</p><p>4. Sind die entsprechenden Gelder nur für Forschungen mit Wirtschaftsanwendungen (z. B. Nanotechnik, Pharma-Forschung usw.) vorgesehen, oder werden auch sozial- und geisteswissenschaftliche CH-Forschungen mit Partnern auf anderen Kontinenten (z. B. World Trade Institut Bern, Nachhaltigkeits-Zentrum Novatlantis ETH, Tropeninstitut Basel sowie die CH-Netzwerke "Entwicklungsforschung") enthalten sein?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Schweizer Hochschulen sind heutzutage international sehr aktiv, sei es im Rahmen von europäischen Forschungsinstitutionen und -programmen oder mit Partnerinstitutionen weltweit. Wie die Hochschulen haben auch der Schweizerische Nationalfonds (SNF) und die Kommission für Technologie und Innovation (KTI) internationale Beziehungen.</p><p>Die Zusammenarbeit ausserhalb Europas beruht sehr oft auf der individuellen Initiative einzelner Forschenden von Schweizer Hochschulen. Diese Form der Zusammenarbeit ist zwar sehr wichtig, jedoch oft nicht nachhaltig. Ziel der im Rahmen der BFT-Botschaft 2004 lancierten neuen Initiativen bilateraler Wissenschaftspolitik ist die Unterstützung der Schweizer Hochschulen beim Aufbau von Traditionen der internationalen wissenschaftlichen und technologischen Zusammenarbeit mit Partnerinstitutionen in Schwerpunktländern. Das Ziel des seit 2004 erweiterten Aussennetzes der Schweizer Häuser der Wissenschaft in den USA (Share Boston, Swissnex San Francisco) und in Singapur (Swiss House Singapore) sowie der Wissenschaftsrätinnen und Wissenschaftsräte an Botschaften ist die Unterstützung der Schweizer Hochschulen und anderer wissenschaftlicher Partner bei ihren Bestrebungen, langfristige Zusammenarbeitsbeziehungen mit den besten Hochschulen der Welt aufzubauen und zu pflegen. Gleichzeitig unterstützen die Schweizer Häuser den Wissenschaftsstandort Schweiz, was im heutigen Konkurrenzkampf der Standorte besonders wichtig ist. Die Dienstleistungen der Schweizer Häuser werden von den Nutzniessern mitfinanziert.</p><p>Ein Konzept für die bilaterale Forschungszusammenarbeit mit Schwerpunktländern ist in Vorbereitung. Es soll Teil der Botschaft zur Förderung der Bildung, Forschung und Innovation in den Jahren 2008-2011 (BFI-Botschaft 2008-2011) sein. Der Bundesrat wird in jenem Rahmen zum Konzept Stellung nehmen.</p><p>Mit den folgenden Antworten informiert er über den aktuellen Stand der Überlegungen zum Konzept, wie es gegenwärtig unter der Leitung des Staatssekretariates für Bildung und Forschung (SBF) und in Zusammenarbeit mit der Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten und mit weiteren Partnern vorbereitet wird.</p><p>1. Gemäss geplantem Konzept sollte für die Zusammenarbeit mit einem Schwerpunktland jeweils eine Schweizer Hochschule eine koordinierende Verantwortung für alle interessierten Partnerinstitutionen in der Schweiz in den festgelegten Forschungsbereichen übernehmen. Die jeweilige Hochschule wäre hauptverantwortlich für die Implementierung von Aktivitäten in enger Zusammenarbeit mit den Partnerinstitutionen im entsprechenden Schwerpunktland.</p><p>2. Der vorgesehene Ansatz würde die enge Zusammenarbeit der schweizerischen Institutionen und einen koordinierten Auftritt der Schweizer Hochschulen gegenüber den Partnerinstitutionen in den Schwerpunktländern fördern. Er wäre jedoch nicht ein Hindernis für den direkten Kontakt zwischen Institutionen aus der Schweiz und den Partnerländern, welche Zusammenarbeitsprojekte durchführen möchten.</p><p>3. Das SBF wäre der Ansprechpartner für die entsprechenden Ministerien in den Schwerpunktländern sowie zuständig für die Verwaltung der Mittel, welche im Rahmen der BFI-Botschaft 2008-2011 gesprochen würden. Die nationale Beurteilung der internationalen Projekte würde nach Konzeptplanung durch ein Evaluationskomitee, das von der koordinierenden Schweizer Hochschule zusammen mit dem SNF und der KTI bestimmt würde, erfolgen. Die auf schweizerischer Seite positiv evaluierten Programme und Projekte würden auf politisch-wissenschaftlicher Ebene den Ansprechpartnern in den Schwerpunktländern vorgeschlagen. Nach erfolgten Verhandlungen und auf Basis des Reziprozitätsprinzips würden die Programme bzw. Projekte auf beiden Seiten finanziert.</p><p>4. Die Forschungsfelder würden im Rahmen eines Bottom-up-Prozesses festgelegt und sollten ein breites Spektrum in den Bereichen der Grundlagenforschung und der angewandten Forschung bis zur Valorisierung abdecken. Alle Forschungsfelder, inklusive die Geistes- und Sozialwissenschaften, sollten je nach Interesse der Partnerinstitutionen berücksichtigt werden. Im geplanten Konzept ist zudem vorgesehen, dass ein Drittel der zur Verfügung stehenden Mittel für Programme und Projekte eingesetzt würden, an denen sich ebenfalls Partner aus dem privaten Sektor (mit Eigenfinanzierung) beteiligen.</p>  Antwort des Bundesrates.