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Triebkraft versorgt. Er ist 1,6 m hoch, 200 m lang und 1,3 m breit. Die Anlage von grossen Wasser- und Elektrizitätswerken hat in neuester Zeit die Durchführung der Wasserwerkkanäle durch sehr lange und grosse Gallerien notwendig gemacht; solche sind z. B. die von Montbovon (2966 m lang, 10 m2 Oeffnung), von Tusy-Hauterive (9217 m lang, 15 m2 Oeffnung), von Broc (Chokoladefabrik; 807 m lang, 5 m2 Oeffnung). Eine weitere, unter Jaman durchführende Gallerie (12164 m lang; 2,17 m2 Oeffnung) leitet die Quellwasser des Pays d'Enhaut nach Lausanne. Schon die Grafen von Greierz haben solche Ableitungskanäle angelegt und z. B. auf diese Art die Wasser des Afflon, oberhalb Enney, zum Betrieb ihrer Wasserwerke in Saussivue sich nutzbar gemacht.
Im Kanton Freiburg finden sich auch zwei unterirdische Flussläufe, die gebildet werden durch die Saane bei Saanen und den Hongrin. Dieser letztere verliert 3 km oberhalb seiner Mündung einen Teil seines Wassers, das nach 7 km langem unterirdischen Lauf in der nahe dem Dorf Neirivue entspringenden Quelle des Flüsschens Neirivue wieder zu Tage tritt. Diese Tatsache ist ganz zufällig dadurch entdeckt worden, dass die Wasserwerksbesitzer am Hongrin einst zur Zeit grosser Trockenheit die Oeffnung des unterirdischen Abflusskanals verstopfen liessen, worauf die Quelle der Neirivue versiegte und mehrere von ihr getriebene Anlagen zum Einstellen der Arbeit genötigt wurden. Seither sind die Ansprüche an das Wasser des Hongrin gesetzlich geregelt worden. Was das erstgenannte Beispiel anbetrifft, so ist es äusserst wahrscheinlich, dass der Wasserfall von Jaun (Bellegarde) seine Entstehung einem unterirdischen Abfluss des Wassers der Saane bei Saanen verdankt. (Vergl. den Art. Jaun).
Die älteste Wasserleitung im Gebiet des heutigen Kantons Freiburg ist diejenige, die einst die Römerstadt Aventicum (Avenches) mit Wasser versorgte. Dieser längste und beträchtlichste aller von den Römern in unserm Land erbauten Aquaedukte führte grösstenteils durch Freiburger Gebiet, war ca. 14 km lang und leitete das Wasser durch einen gemauerten Kanal von 30 cm lichter Weite mit einem Gefälle von 0,7-2% an den Ort seiner Bestimmung. Seit dem Jahre 1870 sind im Kanton 21 neue Druckwasserleitungen erstellt worden, deren Druck zwischen 1,2-16 Atmosphären schwankt und die zusammen 50 km lang sind. Hydranten bestehen in einer Anzahl von 372. Alle diese Wasserversorgungsarbeiten haben zusammen die Summe von rund 2300000 Fr. gekostet. Eine Reihe von neuen Projekten dieser Art werden gegenwärtig studiert oder sind schon in Ausführung begriffen.
[Ingenieur A. Gremaud.]
Flora.
Der grösste Teil des Gebietes des Kantons Freiburg steht noch unter dem Einflusse des Klimas der nördlichen Alpen. Es zeigt sich dies namentlich in der reichlichen Regenmenge, die s. der Stadt Freiburg nirgends unter 100 cm im Jahr fällt. Diese grosse Feuchtigkeit erklärt die üppige Entfaltung der stets frischgrünen Wiesen im Kanton Freiburg und deren Reichtum an alpinen Pflanzenarten. Erst n. Freiburg, in den dem sog. Gros de Vaud und der Senke der Seen angrenzenden Teilen des Kantons, trifft man auf die für das schweizerische Mittelland charakteristische Florenentwicklung. Im Uebrigen gehören der grössere Abschnitt des auf Freiburger Boden gelegenen Thales der Saane, das Thal von Vert Champ, von Charmey (Galmis), Valsainte und auch der obere Abschnitt der Veveyse unmittelbar dem Alpenbezirk an. Hier finden sich eine grosse Anzahl von berühmten Standorten von Typen der alpinen Flora, so z. B. die Gipfel des Corjon, Cray, Paray, die Ketten der Morteys, Brenleyres und von Oussannaz (über Galmis), der Gebirgsstock von Montsalvens (klassischer Standort der Rosa spinulifolia), die Kaisereck etc.
Der von den beiden Domherren Cottet und Castella verfasste Guide du botaniste dans le canton de Fribourg (Fribourg 1891) zählt an mehr als 500 Standorten etwa 1500 Pflanzenarten auf. Die von den Verfassern mit besonderer Liebe behandelten Arten der Brombeeren, Rosen, Habichtskräuter und Weiden treten in wahrhaft überraschendem Formenreichtum auf. Es erklärt sich dies mit den in den zahlreichen Thalfurchen der Freiburger Voralpen so oft wechselnden Bedingungen für die Entfaltung der Vegetation.
Dazu kommt, dass ein grosser Teil des Freiburger Gebirgslandes aus dunkeln und leicht verwitterbaren Gesteinsarten besteht, die in Verbindung mit der grossen Luftfeuchtigkeit einen den Pflanzenwuchs vorzüglich fördernden Nährboden bilden. Weitaus am reichsten ist die Flora der Kette der Morteys, die sich aus der Mehrzahl der in den Freiburger Alpen überhaupt vorkommenden alpinen und südlichen Arten zusammensetzt. Auf den zum Vanil Noir führenden hohen Kämmen und den in die Thäler von Morteys und Bonavallettaz hinuntersteigenden Schutthalden lassen sich eine Reihe der seltensten hochalpinen Arten sammeln, wie z. B. Viola cenisia, Ranunculus parnassifolius, Crepis Terglonensis (eine östliche Art), Petrocallis pyrenaica, Androsace helvetica, Draba tomentosa, Juncus Jacquini, Salix retusa var. serpyllifolia.
Daneben trifft man hier auf mehrere andere seltene alpine Arten, die in der Schweiz fast ausschliesslich auf das Juragebirge beschränkt sind: Androsace lactea, Arabis pauciflora, Ranunculus thora, Cephalaria alpina, Acer italum. Von den übrigen in diesem Abschnitt der Freiburger Alpen vorkommenden Arten nennen wir noch Thalictrum saxatile und Th. minus;
Anemone vernalis, A. baldensis, A. narcissiflora und A. alpina;
Ranunculus pyrenaeus, R. Villarsii, R. alpestris, R. thora u. R. parnassifolius;
Aquilegia alpina, Aconitum paniculatum, Papaver alpinum;
Arabis alpestris, A. saxatilis, A. pauciflora, A. pumila u. A. bellidifolia;
Draba dubia, D. carinthiaca, D. tomentosa, D. Wahlenbergii und D. incana;
Rhamnus alpina u. Rh. pumila, Phaca astragalina u. Ph. australis, Oxytropis montana, Astragalus aristatus, Potentilla grandiflora u. P. dubia, Sedum atratum, Sempervivum tectorum var. Mettenianum u. S. glaucum (Les Morteys), Saxifraga caesia u. S. androsacea, Eryngium alpinum, Peucedanum austriacum, Myrrhis odorata, Galium helveticum, Valeriana saliunca, Erigeron Villarsii;
Senecio aurantiacus, S. cordatus u. S. erucifolius;
Carlina longifolia, Serratula tinctoria, Centaurea scabiosa var. alpestris, Leontodon laraxaci, Hypochoeris maculata, Mulgedium Plumieri, Crepis Terglonensis, Salix phylicifolia mit ihren Hybriden.
Das Genus Hieracium ist mit etwa 20 meist interessanten Arten vertreten; ferner Viola lutea (nördlich der Jaun verbreitet), Polygala alpina. Pedicularis Barrelieri, Tozzia alpina, Euphrasia hirtella, Dracocephalum Ruyschiana, Stachys densiflora, Anacamptis pyramidalis, Paradisia liliastrum, Luzula spicata u. L. spadicea; Carex pauciflora, C. frigida, C. nigra, C. firma, C. clavaeformis und C. capillaris. Dazu kommen noch eine gewisse Anzahl von Arten, die erst in letzter Zeit von Jaquet entdeckt worden sind: Hieracium densiglandulum, H. parcepilosum, H. Cottianum, H. ochroleucomorphum, H. silsinum, H. pseudosilsinum, H. subelongatum etc.;
Agrostis alpina und A. Schleicheri, Trisetum distichophyllum und T. subspicatum;
die ebenfalls zahlreichen Alchimillen (Schafgarben) sind von Jaquet im 5. Faszikel des ersten Bandes der Mémoires de la Soc. frib. des Sc. nat. 1902 veröffentlicht worden.
Eine grosse Anzahl dieser Arten haben in den Ketten von Cray und Les Morteys ihre überhaupt am weitesten nach W. vorgeschobenen Standorte. In der Gebirgsgruppe nördl. der Jaun findet man Cochlearia officinalis (Ganter), Alchimilla Jaquetiana (Kaisereck), Lloydia serotina, Viola lutea, Oxytropis Halleri (Schopfenspitz, Schafberg).
Auf den Alpweiden, mit denen die meisten Gipfel der Freiburger Alpen und auch die steilsten Hänge noch bekleidet sind, blühen in Masse die ganze Schaaren von Liebhabern anziehenden Alpenrosen; auf den Kämmen des Paray und der Vanils ist das hier ausserordentlich grosse Blumen bildende Edelweiss häufig. Seltener findet sich in der subalpinen Zone das reizende Alpen-Männertreu (Eryngium alpinum). Der ungehinderte Zutritt der SW.-Winde, der Einfluss des im Thal der Saane und in den kleinen Thalfurchen der Freiburger Alpen auftretenden Föhns, die vor N.-Winden geschützte Lage und die ausgezeichnete Exposition vieler Standorte wirken zusammen, um zahlreichen Vertretern der mediterranen Flora die Ansiedelung zu gestatten. Von solchen nennen wir: Sisymbrium austriacum (Umgebung von Freiburg, über Botterens, bei La Tine), Arabis saxatilis (Dent de Ruth, Vanil Blanc), Helianthemum fumana (Ménières und Mont Vuilly), Linum tenuifolium, Acer italum (sehr selten), ¶
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Cytisus laburnum (subspontan und sehr selten), Ononis rotundifolia (Botterens), Medicago minima (Ménières), Astragalus cicer und A. depressus, Lathyrus cicer, Trinia glauca (Hochmatt, Épagny), Artemisia campestris, Scorzonera austriaca (Corjon), Lactuca perennis, Crepis nicæensis, Heliotropium europæum, Lithospermum purpureo-cœruleum, Verbascum pulverulentum, Scrophularia canina und S. Hoppei, Melampyrum nemorosum, Hyssopus officinalis, Stachys germanica, Cyclaminus europæa (Enney, Montbovon), Primula suaveolens (bei Brenleyres in Masse).
Wir fügen noch hinzu den Buchsbaum, die Kastanie, flaumige Eiche (Quercus lanuginosa), deutsche Schwertlilie (Iris germanica), Schmerwurz (Tamus communis), Waldtulpe (Tulipa silvestris), den Sade- oder Sevibaum (Juniperus Sabina), Ornithogalum pyrenaicum, Hemerocallis fulva, den Streifenfarn (Asplenum ceterach); endlich die in den Steppen des Ostens verbreiteten zwei Gräser Andropogon ischæmum und Stupa pennata und zwei Seggen Carex gynobasis und C. humilis.
Viele dieser genannten Arten fehlen der O.-Schweiz; obwohl sie auch auf Freiburger Boden meist nur selten sind, geben sie doch sicheres Zeugnis von dem bis hierher sich geltend machenden mildernden Einfluss des mediterranen Klimas. In dieser Hinsicht sind z. B. die benachbarten Thäler des Berner Oberlandes (allerdings mit Ausnahme ihrer untersten Abschnitte, die sich der wärmenden Einwirkung von Brienzer- und Thunersee erfreuen) weit weniger begünstigt und weisen besonders in der subalpinen Zone eine weniger reiche Flora auf.
In den zahlreichen kleinen Seen, Teichen und Torfmooren der Präalpen gedeihen eine ganze Anzahl von der Erwähnung werten Wasser- und Sumpfpflanzen. Klassische Fundorte sind hier besonders der Lac de Lussy, Lac des Joncs und Schwarzsee (Lac Domène), die Torfmoore von La Rogivue, die Sümpfe von Vaulruz, Champotey, Biordaz, La Sauge etc. An den Ufern des Lac de Lussy können wir u. a. folgende interessante Arten sammeln: Ranunculus flammula var. reptans, R. sceleratus und R. heterophyllus;
Viola persicifolia und V. persicifolia var. stagnina, Nymphaea alba, Nuphar luteum und N. pumilum (auch am Lac des Joncs häufig), Callitriche stagnalis, Oenanthe phellandrium;
die drei Sonnentauarten Drosera rotundifolia, D. longifolia und D. obovata;
Scheuchzeria palustris, Triglochin palustre, Potamogeton alpinus.
Sparganium natans, Eriophorum gracile. Am Schwarzsee wachsen Schœnoplectus lacustris, Chara hispida, Carex stellulata, Schœnus ferrugineus; Potamogeton plantagineus, P. lucens, P. perfoliatus, P. natans, P. longifolius, P. pusillus und P. filiformis. Potamogeton compressus hat man bis jetzt nur am kleinen Lac des Joncs (über Châtel Saint Denis) gefunden, Senecio spathulæfolius bei Maules und Fuyens, die seltene Polygala depressa in den Torfmooren von Vaulruz.
Aus den hochgelegenen Mooren von Frachy (über dem Kloster in der Valsainte), Champotey (nördl. Bulle) und Lussy kennt man die seltenen Saxifraga hirculus und Betula nana. Die Carex brunescens gedeiht zusammen mit andern weniger seltenen Seggen und mit Menyanthes trifoliata (dem Bitter- oder Fieberklee) und Sweertia perennis an der Verda, der Berra und dem Petit Mont. Aus den unten am Murtensee gelegenen Sümpfen kennen wir als seltene Art die in den Sümpfen von Murist und La Sauge wachsende Hydrocharis morsus ranæ; ferner Sagittaria sagittaefolia (Umgebungen von Murten), Naias fragilis (Murten, Biordaz), Cladium mariscus (Murten, La Sauge), Inula britannica (Sümpfe von Cudrefin und La Sauge), Hottonia palustris (Cudrefin, Murten, Faoug etc.), Lysimachia thyrsiflora (Murist), Litorella uniflora (zwischen Faoug und Murten) etc. Zum Schlusse erübrigt uns noch, die besonders bemerkenswerten und seltenen Arten der Ebene namhaft zu machen.
Solche sind Myosurus minimus (Umgebungen von Middes, Montet und Freiburg), Adonis aestivalis (Umgebungen von Maggenberg und Freiburg), Eranthis hiemalis (Umgebungen von Murten), Genista pilosa (von Gagnebin in den Umgebungen von Freiburg gefunden);
Trifolium hybridum und, seltener, T. elegans;
Centunculus minimus;
mehrere Orchideen wie Corallorrhiza innata, Liparis Lœselii (Moor von Le Vuaz unter Attalens), Cypripedilum calceolus (Frauenschuh; da und dort vereinzelt).
Die schöne Fritillaria meleagris wächst bei Münchenwiler (nahe Murten) und die wilde Tulpe (Tulipa silvestris) in den Umgebungen von Freiburg, Marly und Montorge. Von Gramineen wären zu nennen Gaudinia fragilis (aus den Umgebungen von Middes bekannt), Andropogon ischaemum (Umgebungen von Freiburg), Alopecurus pratensis, Calamagrostis tenella (Alpweide von Ballachaux und am L'Écrit), Festuca amethystina (Umgebungen von Freiburg), Lolium remotum (bei Estévenens Dessus) etc. Quellen: Die schon genannte Freiburger Flora von Cottet und Castella. - Compte rendu de l'excurs. de la Soc. botan. suisse aux Morteys (in den Berichten der schweiz. botan. Gesellsch. Heft 2, 1892). - Jaquet, Firmin. Les éléments méridionaux de la flore frib. (in den Mémoires de la Soc. frib. des Sc. nat. Vol. I, fasc. 3). - Endlich hat Jaquet in Fasz. I und V (1901 u. 1902) derselben Mémoires und in Vol. VII (1899) des Bull. de la Soc. frib. des sc. nat. als wertvolle Ergänzung des Guide von Cottet u. Castella eine Liste von 140 für den Kanton Freiburg «neuen, seltenen oder kritischen» Arten mit Angabe ihrer Standorte geboten. - Savoy, H. Essai de flore romande. - Rösli, Dr. Les plantes rares des environs de Fribourg.
(Dr. Paul Jaccard.)
Fauna.
Trotzdem die einzelnen Tierarten ihren Aufenthaltsort während der verschiedenen Jahreszeiten oft wechseln, ist die Fauna des Kantons Freiburg je nach den natürlichen Bezirken selbstverständlich eine verschiedene. Gut vertreten sind die Säugethiere, deren Verbreitung zwar noch nicht vollständig bekannt ist, von denen aber doch eine grosse Anzahl von Arten genannt werden können. Zahlreich, aber noch wenig bekannt, sind die Fledermäuse, von denen man die langohrige Fledermaus (Plecotus auritus) und das Mausohr (Vesvertilio murinus) findet.
Insektenfresser: der ziemlich häufige Igel (Erinaceus europaeus), der gemeine Maulwurf (Talpa europaea) und vielleicht auch der blinde Maulwurf (Talpa cœca), die Wasserspitzmaus (Crossopus fodiens), die gemeine Spitzmaus (Sorex vulgaris), die Hausspitzmaus (Leucodon araneus). Viele Nagetiere, wie das sehr häufige Eichhörnchen (Sciurus vulgaris), der Siebenschläfer (Myoxus glis), die Waldmaus (Mus quercinus), die in den Abwasserkanälen und in der Nähe des Schlachthauses von Freiburg massenhaft auftretende Wanderratte (Mus decumanus);
die überall häufige, aber in der Stadt durch die vorher genannte zum Teil verdrängte Ratte (Mus rattus);
die Hausmaus (Mus musculus);
viele Feldmäuse, so u. a. Arvicola arvalis;
der gemeine Hase (Lepus timidus) und der Alpenhase (Lepus variabilis).
Das Alpenmurmeltier (Arctomys marmota) ist 1883 auf Les Morteys eingeführt worden und scheint sich dort fortzupflanzen. In den Pfahlbauten des Murtensees hat man die letzten Spuren des Bibers (Castor fiber) festgestellt, dessen Andenken sich auch im Namen des Bibernbaches (La Bibera) noch erhalten hat.
Die Raubtiere waren früher mit einer Reihe von interessanten Arten vertreten: Die Wildkatze (Felis cattus) ist verschwunden;
das letzte Exemplar des, wie es scheint, niemals häufigen Luchses (Felis lynx) ist 1826 bei Galmis (Charmey) erlegt worden;
der im 15.-17. Jahrhundert massenhaft auftretende Wolf (Canis lupus) hat später an Zahl rasch abgenommen, der letzte ist 1837 bei Riaz getötet worden;
der Fuchs (Canis vulpes) ist heute noch derart verbreitet, dass jedes Jahr im Winter einer Anzahl von Jägern auch ausserhalb der gewöhnlichen Jagdzeit seine Verfolgung gestattet wird.
Der braune Bär (Ursus arctos) machte im 16. Jahrhundert besonders die Gegend um Plaffeien, Jaun und Galmis unsicher und verschwand dann allmählich im 17. Jahrhundert, so dass der letzte 1698 bei Bärfischen erlegt worden ist. Der Dachs (Meles taxus) kann überall noch beobachtet werden, ist aber nirgends häufig, und das nämliche gilt vom Edelmarder (Martes abietum), der besonders noch im Greierzerland sich aufhält. Weiter verbreitet ist der Hausmarder (Martes foina), auf den als gefährlichen Feind der Hühnerhöfe im Winter 1901-1902 acht Gruppen von Jägern die Jagd freigegeben worden ist. Gemein ist auch der Iltis (Fœtorius putorius), sogar in der Stadt Freiburg; das gleiche gilt vom Hermelinwiesel (Fœtorius erminea) und vom Wiesel (Fœtorius pusillus). Jedes Jahr werden noch einige Fischotter (Lutra vulgaris) erlegt, die ¶