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Auf Karottenfeldern, die nahe bei einem Nadelwald stehen, kann der Möhrenblattfloh grosse Schäden anrichten. Das erwachsene Insekt überwintert auf Fichte, Tanne oder Föhre/Kiefer/Dähle und wandert von dort zwischen Ende Mai bis Anfang Juli in die Karottenfelder ein, wo es junge Möhrenpflanzen ansticht. Die Karottenkeimlinge reagieren auf den Einstich des Blattflohs mit Blattkräuselung und/oder Blattrollen und es tritt bei Pflanzen mit weniger als vier Blättern ein Wachstumsstillstand ein. So geschädigte Pflanzen erholen sich nicht mehr und bilden keine vermarktbaren Wurzeln aus. Ein bis drei Blattflöhe können so in einigen wenigen Minuten, das Wachstum einer Karottenpflanze zum Stillstand bringen.
Schäden bei Saat zwischen Mai und Ende Juni
Nach Erfahrungen von ACW (Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil) beeinträchtigen Schäden an der Pflanze ab dem Vier- bis Fünfblattstadium die Wurzelqualität nicht mehr. Es sind also Karottensätze betroffen, die zwischen Mai und Ende Juni ausgesät werden. Im August zieht die neue Blattflohgeneration zur Überwinterung wieder zurück an die Nadelbäume. Auf Grund von Abklärungen durch ACW sowie Praxiserfahrungen wirkt kein im Biolandbau zugelassenes Behandlungsmittel genügend gut, um den Blattfloh sofort beim Einflug, noch bevor er eine Pflanze ansticht, auszuschalten. Einzige wirksame Massnahme bleibt somit die richtige Wahl des Aussaatzeitpunktes. Für Lagerware heisst dies: Aussaat frühestens ab Ende Juni.
Engmaschige Kulturschutznetze auslegen
Für frühere Saaten kommt in den gefährdeten Gebieten der Einsatz eines Kulturschutznetzes mit einer Maschenweite von maximal 1 Millimeter in Frage - dem entsprechen zum Beispiel folgende Netze: Filbio PP, Biocontrol Net 0.9, so wie Rantai S48. Erfahrungen zeigen, dass die etwas weiteren Netze mit leicht grösserer Maschenweite wie Rantai K oder Biocontrol Net 1.3 auch ausreichen.
Das Netz gegen den Möhrenblattfloh muss nach dem Abflammen des gesäten Karottenfeldes installiert werden und bis mindestens zum Fünfblattstadium liegen bleiben. Falls auch die Möhrenfliege auftritt entsprechend deren Flug auch länger. Nach Pflegearbeiten sollte das Netz so rasch wie möglich wieder ausgelegt werden.
Mit Leimtafel überwachen
Beide Schädlinge können mit der gleichen Leimtafel überwacht werden. Dass Spätsaaten ab Ende Juni gut gegen Möhrenblattfloh helfen, bestätigen auch Biobetriebsleiter aus verschiedenen betroffenen Anbaugegenden. Allerdings ist zu beachten, dass bei Spätsaaten die Gefahr von Schäden durch die dritte Generation der Möhrenfliege steigt, da in der Regel erst eine späte Ernte (ab Mitte Oktober) möglich ist, bei der die Larven dieser Generation bereits in der Hauptwurzel angelangt sind. Dafür erweisen sich die Karotten dieser Sätze oft als gut lagerfähig.
Martin Koller und Martin Lichtenhahn
Letzte Aktualisierung dieser Seite: 24.06.2013