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man gab der Sunna und der Tradition verschiedene Auslegungen, ja selbst einzelne Stellen des Korans wurden strittig, und so geschah
es, daß die S. selbst in der Auffassung mancher Grundideen des Islam von den Sunniten abweichen. Im allgemeinen läßt sich
sagen, daß der Schiite sich strenger an das Wort hält als der Sunnite und, im Gegensatz zu der landläufigen
Meinung in Europa, der orthodoxere von beiden ist. Von Persien aus hat der Schiitismus gegen W. so gut wie keine und nach SO.
nur geringe Verbreitung gefunden, nämlich in Indien und in der Gegend zwischen Herat und Kabul auf der Hochebene
von Pamir.
Der Nationalität nach sind die S. größtenteils Arier, d. h. Perser und Inder; zu den Türken können nur die von Aserbeidschân
und Transkaukasien gerechnet werden, und arabische S. gibt es nur in Bagdad und seiner Umgebung. Da die S. das Kalifat nicht
anerkennen, so hat auch die geistige Oberherrschaft des Sultans von Konstantinopel für sie keine Geltung,
und der Schah von Persien wird nur als Beschützer des Glaubens, nicht aber als Stellvertreter des Propheten angesehen.
(franz. chicane), eine in böser Absicht veranlaßte Schwierigkeit, durch
welche namentlich die von einem andern bezweckte Ausführung einer Sache verzögert oder verhindert werden
soll (calumnia).
Zur Sicherung gegen S. im Prozeß diente nach älterm Rechte der sogen. Gefährdeeid (jusjurandum calumniae
speciale).
Daher Schikaneur, einer, der darauf ausgeht, die Rechtsansprüche eines andern nicht zur Geltung kommen zu lassen,
Ränkemacher.
Emanuel, Opern- und Lustspieldichter, geb. 1751 zu Regensburg, gewann in mehreren österreichischen
Städten als Komiker den Beifall der Menge, lebte sodann eine Zeitlang als Theaterdirektor zu Prag und später zu Wien, wo er
das sogen. Theater an der Wien gründete und 21. Sept. 1812 starb.
Seine Opern und Singspiele, worunter die »Zauberflöte« durch
Mozarts Musik am bekanntesten ward, erschienen gesammelt als »Theatralische Werke« (Wien 1792, 2 Bde.).
Distrikt in der britisch-ind. Präsidentschaft Bombay, rechts am Indus im obern Sind, 25,901 qkm (470 QM.)
groß mit (1881) 852,986 Einw. Die gleichnamige Hauptstadt, mit 42,496
Einw., war wichtiger Stapelplatz für den Handel nach Afghanistan bis zur Anlage der Eisenbahn von Kotri über
Jakobabad nach Südafghanistan.
Schutzwaffe gegen Hieb, Stich, Pfeil- und Spießwurf, kommt bereits in prähistorischer Zeit vor (s. Metallzeit).
Die älteste Schildform der Griechen war die des Kreises, später, der bessern Deckung wegen, oval, etwa
1,5 m lang mit seitlichen Ausschnitten, böotischer S. genannt
(Fig. 1), von den Hopliten geführt, während die leichten Truppen
später den Rundschild
(Fig.
2) oder die halbmondförmige Pelte (Amazonenschild), die Schutzwaffe der leichtbewaffneten Peltasten
(s. d., mit Abbildung), trugen.
Der S. (Sakos, Aspis) bestand aus mehreren Lagen Rindsleder mit Metallbelag oder mit Randschienen beschlagen,
auf denen die Nagelköpfe buckelartig hervortraten. Der S. der Römer war ursprünglich rechteckig, an seine Stelle trat später
der tuskische Rundschild (clupeus, aspis), seit den Gallierkriegen das etwa 1,25 m hohe, 80 cm breite Scutum
(Fig. 3). Der von
den Principes geführte eherne Clupeus wurde durch die kreisrunde Parma von 1 m Durchmesser aus Leder ersetzt,
die später die Veliten erhielten. In späterer Zeit waren ovale, rechteckige und sechseckige Schilde im Gebrauch, deren Form
u. Bemalung (Blitzstrahlen, Adler, Halbmonde, Lorbeerzweige etc. kommen als Schildzeichen vor) wahrscheinlich zur Unterscheidung
der Truppenteile dienten.
An der in der Mitte hervortretenden Erhöhung (Omphalos) war oft eine eiserne Spitze angebracht, die nicht
allein die Kraft der Wurfspieße, Pfeile, Steine etc. schwächen, sondern im Handgemenge auch als Angriffswaffe dienen sollte;
zum Halten des Schildes diente ein lederner Riemen oder eine eherne Handhabe oder wohl auch inwendig angebrachte Querhölzer
oder metallene Ringe, durch welche der linke Arm gesteckt ward. Die Perser führten große Schilde aus Flechtwerk, häufig mittels
Metallspitze in die Erde zu stecken, um hinter ihnen vorzuschießen.
Der Verlust des Schildes in der Schlacht galt als die größte Schande, daher die auf dem Schlachtfeld getöteten oder verwundeten
Krieger auf demselben weggetragen wurden. Römer und Griechen machten nicht allein im Einzelgefecht von
den Schilden Gebrauch, sondern ganze Abteilungen wußten diese Schutzwaffen so zu verschränken, daß dadurch zum Angriff und
vorzüglich zur Verteidigung gegen Reiterei sowie bei Rückzügen, wo die Schwerbewaffneten die leichten Truppen und den Troß in
die Mitte nahmen, ein undurchdringliches Schutzdach gebildet wurde, auf welchem die Soldaten beim Stürmen,
zur Ersteigung niedriger Mauern selbst mehrfach übereinander stehen konnten.
Auf dem S. emporgehoben zu werden, galt lange bei vielen Völkern für die höchste Ehrenbezeigung; bei den Burgundern diente
es als Zeichen der Königswahl. Das Mittelalter kannte zwei Hauptformen der Schilde, den Buckeler und den
S. im engern Sinn. Der Buckeler war rund, gewölbt mit großem, rübenförmigem Buckel oder Nabel
(Fig. 4); er wurde vom 11. Jahrh.
an durch den dreieckigen Ritterschild mehr und mehr verdrängt. Die runden Schilde, die vorzugsweise geringerm Kriegsvolk
und Söldnern im Ernstkampf dienten, erhielten sich bei den Franzosen, Spaniern, Niederländern und der
italienischen Reiterei unter dem besondern Namen Rondellen (Rundtartschen, Rondaches) am längsten (s. Tafel »Rüstungen«, Fig. 6 u.
15) und wurden auch von den orientalischen und asiatischen
Völkern bevorzugt (s. Tafel »Rüstungen«, Fig. 11). Die älteste Form des Ritterschildes ist der normännische S.
(Fig. 5), länglich, oben abgerundet, unten spitz, stark um den Leib des Trägers gebogen; um 1200 wird der S. oben geradlinig.
Sie sind aus Holz gefertigt, mit Leinwand, Leder oder Pergament überzogen; auf diesen Überzug wird das
Wappen aufgemalt oder, aus geeignetem Material (z. B. aus Pelzwerk) ausgeschnitten, aufgenagelt. Diese Schilde wurden an einem
Riemen (Schildfessel) um den Hals getragen. In der zweiten Hälfte des 14. Jahrh. verschwanden die Schilde aus dem
Kriegsgebrauch, und bei den Turnieren bürgerte sich demnächst die Tartsche
(Fig. 6) ein; dieselbe ist
rechteckig und heraldisch rechts mit einem Ausschnitt zum Einlegen der Lanze versehen. An diese Form lehnen sich die spätern
heraldischen Phantasieschilde an, die der Symmetrie halber an beiden Seiten Ausschnitte erhielten und unten stets abgerundet
sind.
Eine nur für den Kriegsgebrauch (noch im 16. Jahrh.) dienende Waffe waren die böhmischen Pavesen (Setzschild,
auch Sturmwand genannt), bis zu 2 m hoch und verhältnismäßig breit, innen mit Eisen beschlagen und unten mit eisernen Spitzen
versehen, mittels deren sie in der Erde festgerammt wurden, um den Kämpfern Deckung zu geben. Im Rittertum des Mittelalters
spielte der S. eine bedeutende Rolle. Das Berühren des Schildes ist eine Herausforderung zum Zweikampf;
Ritter, die in der Schlacht fielen, wurden mit dem S. bedeckt;
in seinem S. empfing der Ritter die Gabe seines Herrn;
starb ein
Fürst, so trugen seine Getreuen als Zeichen der Landestrauer den S. verkehrt, d. h. mit der Spitze nach oben.
Auch
das Wort Schildwache gehört hierher, da man an dem Bild auf dem S. erkannte, ob der Träger Feind oder Freund war. Vgl. Wappen.
in der Jägersprache die vom Suhlen und Maalen auf den Blättern der starken Schweine (gepanzerten Sauen) mit
Harz und Schlamm überzogene Schwarte;
auch der braune Fleck auf der Brust der Rebhühner;
ferner der mit
einer Kuh bemalte Leinwandschirm, hinter welchem sich der Jäger beim Fang der Rebhühner im Treibzeug verbirgt.