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«Die Ergebnisse zeigen einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Strahlendosis für das Knochenmark bei CT-Untersuchungen und dem Risiko, an Krebs des Blut- und Lymphsystems (myeloische und lymphoide Malignomen) zu erkranken. Eine Dosis von 100 Milligray (mGy) erhöht das Risiko, an Krebs des Blut- oder Lymphsystems zu erkranken, um etwa das Dreifache», erklärt Prof. Dr. Michael Hauptmann (Bild) vom Institut für Biometrie und Registerforschung der MHB. Diese Ergebnisse liessen darauf schliessen, dass eine heute übliche Untersuchung (mit einer durchschnittlichen Knochenmarkdosis von etwa 8 mGy) das Risiko, an diesen Krebsarten zu erkranken, um etwa 16 Prozent erhöht.
«Als absolutes Risiko ausgedrückt, werden bei 10 000 Kindern, die sich einer CT-Untersuchung unterziehen, im Zeitraum von 2 bis 12 Jahren nach der Untersuchung etwa 1 bis 2 Fälle dieser Krebsarten auftreten», so die Erstautorin Magda Bosch de Basea. Anfang des Jahres veröffentlichte Prof. Hauptmann Ergebnisse der EPI-CT-Studie zum Hirntumorrisiko und fand ebenfalls Evidenz für ein erhöhtes Strahlenrisiko.
CT: geringe Strahlenbelastung, aber höher als bei anderen Verfahren
Die Vorteile der Computertomographie für die Diagnose und Behandlung von Patienten (einschliesslich diagnostischer Wirksamkeit, Behandlungsplanung und Krankheitsüberwachung) sind nach wie vor unbestritten. Der umfassende Einsatz dieses Verfahrens in den zurückliegenden Jahrzehnten hat jedoch in der medizinischen und wissenschaftlichen Gemeinschaft Bedenken geweckt, da bei CT-Untersuchungen ionisierende Strahlung benutzt wird. «Die mit CT-Scans verbundene Strahlenbelastung gilt zwar als gering (weniger als 100 mGy), ist aber immer noch höher als bei anderen diagnostischen Verfahren», so Prof. Dr. Elisabeth Cardis, Hauptautorin der Studie. Frühere Studien haben auf ein erhöhtes Krebsrisiko bei Kindern hingewiesen, die CT-Scans hatten, aber sie beinhalteten mehrere methodische Schwächen.
Internationale EU-finanzierte Epi-CT-Studie ...
Um diese Schwächen zu beseitigen, haben sich Experten aus den Bereichen Epidemiologie, Statistik, Medizin und Dosimetrie aus neun europäischen Ländern (Belgien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Niederlande, Norwegen, Spanien, Schweden und Grossbritannien) zusammengetan, um eine multinationale, von der Europäischen Kommission finanzierte und von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) koordinierte Studie durchzuführen – die EPI-CT-Studie. «Die Durchführung dieser grossen, multinationalen Studie war eine Herausforderung – es ging darum, Daten aus radiologischen Aufzeichnungen von 276 Krankenhäusern zu extrahieren und sie mit bevölkerungsbezogenen Registern in neun Ländern zu verknüpfen, und das alles unter Wahrung der Vertraulichkeit der Daten der einzelnen Personen», sagt Prof. Hauptmann.
... mit etwa 1 Million jungen Menschen
Die Studie umfasste rund eine Million Menschen, die sich vor ihrem 22. Lebensjahr mindestens einer CT-Untersuchung unterzogen hatten. Für jede Person wurde die Strahlendosis auf das Knochenmark geschätzt, in dem die Blutzellen produziert werden. Durch die Verknüpfung dieser Informationen mit nationalen Krebsregistern konnten die EPI-CT-Forscher diejenigen Personen identifizieren, die in den Jahren nach der CT-Untersuchung an Blutkrebs erkrankten. Die Personen wurden im Durchschnitt 7,8 Jahre lang beobachtet. Für Personen mit CTs in den 1980er-Jahren betrug der Beobachtungszeitraum über 20 Jahre.
Die Autoren weisen darauf hin, dass weitere Arbeiten erforderlich sind, um sicherzustellen, dass die Strahlendosis und technische Parameter in den Kliniken systematisch und angemessen in Echtzeit erfasst werden, um die Risikoabschätzung in Zukunft weiter zu verbessern.
Strenge Strahlenschutzmassnahmen anwenden
Heute werden in Europa jedes Jahr mehr als eine Million Kinder einer Computertomographie unterzogen. Obwohl die Strahlendosen bei CT-Untersuchungen in den vergangenen Jahren erheblich gesunken sind, unterstreichen die Ergebnisse dieser Studie die Notwendigkeit, das Bewusstsein der Ärzteschaft zu schärfen und weiterhin strenge Strahlenschutzmassnahmen anzuwenden, insbesondere bei den jüngsten Patienten. «Das Verfahren muss – unter Berücksichtigung möglicher Alternativen – ordnungsgemäss begründet und optimiert werden, um sicherzustellen, dass die Dosis so niedrig wie möglich gehalten wird und gleichzeitig eine gute Bildqualität für die Diagnose erhalten bleibt», erklärt Prof. Hauptmann.PS