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Kapitel 5 Auslandsverflechtung
Schweizer Unternehmen sind oftmals stark mit dem Ausland verflochten. Vor diesem Hintergrund beschreibt dieses Kapitel, wie die befragten Unternehmen die Bedeutung des Auslands für ihre Geschäftstätigkeit beurteilen.
5.1 Bedeutung des Auslands
Abbildung 5.1 zeigt, dass 61% der Unternehmen in unserer Stichprobe keinen Umsatz im Ausland erwirtschaften und 56% keinerlei Vorleistungen aus dem Ausland beziehen. Dies hängt jedoch stark mit der Zusammensetzung der Stichprobe zusammen, die relativ viele Unternehmen aus dem eher wenig handelbaren Dienstleistungsbereich enthält.
Daher ist die Bedeutung des Auslands keineswegs einheitlich: Rund jedes siebte Unternehmen generiert mindestens zwei Drittel seiner Einnahmen im Ausland und rund jedes fünfte Unternehmen bezieht mehr als einen Drittel seiner Vorleistungen von ausserhalb der Schweiz. Zudem zeigen sich markante Unterschiede zwischen Branchen. So geben rund ein Drittel der Unternehmen aus «Pharma, MEM, Nahrungsmittel und sonstiges Gewerbe» (also dem Industriesektor) an, mehr als zwei Drittel ihres Umsatzes im Ausland zu erwirtschaften.
Das Ausland ist für die Unternehmen der Region zudem nicht nur als Absatzmarkt wichtig, sondern dient auch zur Rekrutierung von Fachkräften. So beschäftigen rund 64% der befragten Unternehmen Grenzgänger, wie Abbildung 5.2 darstellt.
Die höchste Bedeutung haben Grenzgänger in den Branchen «Pharma, MEM, Nahrungsmittel und sonstiges Gewerbe» (also dem Industriesektor) und «Bau, Energie, Wasser, Bergbau». Einige der befragten Unternehmen haben sich im Rahmen der Umfrage auch qualitativ zu Grenzgängern geäussert. Oftmals wurde eine erwartete Zunahme der Bedeutung von Grenzgängern mit einem Mangel an Fachkräften im Inland begründet, welchen einige Unternehmen insbesondere bei Ingenieuren, dem Gesundheitspersonal und IT-Fachkräften verortet haben.
Sowohl die Bedeutung des Auslands als Absatzmarkt, als auch die möglichst einfache Rekrutierung von Arbeitskräften von ausserhalb der Schweiz dürften für die allermeisten Unternehmen der Region stark mit den Beziehungen zur Europäischen Union (EU) und einem einfachen Zugang zum EU-Binnenmarkt zusammenhängen. Darauf geht der nächste Abschnitt näher ein.
5.2 Zugang zum EU-Binnenmarkt
Insgesamt schätzen die befragten Unternehmen den Zugang zum EU-Binnenmarkt als eher unwichtig ein (Durchschnitt 2.8). Gleichzeitig erwarten Sie auch eher wenige Schwierigkeiten beim Marktzugang (2.5), wie Abbildung 5.3 zeigt.
Hier zeigt sich aber erneut eine grosse Heterogenität zwischen binnenmarktorientierten Branchen (Dienstleistungen) und exportorientierten Branchen (Industriesektor). So hat beispielsweise der Zugang zum EU-Binnenmarkt mit einem Wert von 3.8 eine sehr grosse Bedeutung für Unternehmen des Industriesektors.
Insgesamt variiert die Bedeutung des Auslands sehr stark zwischen den Branchen. Während die befragten Unternehmen des Dienstleistungsbereichs dem Ausland eine geringe Bedeutung für ihre Geschäftstätigkeit zuweisen, sind Betriebe des Industriebereichs sehr stark mit dem Ausland verflochten. Dies widerspiegelt sich darin, wie unterschiedlich Unternehmen den Zugang zum EU-Binnenmarkt einschätzen.