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Lexikon
Weihrauch
Weihrauch trägt den wissenschaftlichen Namen Gummi olibanum und ist ein Gummiharz, das vor allem aus der Weihrauchbaumart Boswellia carterii gewonnen wird. Weihrauchbäume und Weihrauchsträucher gehören zur Gattung der Balsambaumarten, von denen es mehr als 20 Arten gibt. Boswellia wachsen in den Trockengebieten des afrikanischen Kontinents, auf der arabischen Halbinsel und in Indien. Die Dornensträucher und kleinen Bäume mit gefiederten Blättern und weisslichen oder rötlichen Blüten liefern das begehrte Harz, dass seit dem dritten Jahrtausend vor Christus über die sogenannte Weihrauchstrasse von der Arabischen Halbinsel bis nach Aleppo und Damaskus und von dort weiter nach Europa gelangte. Das getrocknete Gummiharz erstarrt an der Luft zu bräunlichen, rötlichen oder gelblichen, von aussen meist weiss bestäubten, kristallartigen Körnern. Bei normalen Temperaturen ist Weihrauch beinahe geruchlos, beim Verbrennen jedoch entwickelt er einen aromatischen und intensiven Geruch.
Seit Jahrtausenden ein beliebtes Räuchermittel
Weihrauch diente in vielen antiken und altorientalischen Mysterien, Totenkulten und Kulten sowie im Alten Testament und im römisch-byzantinischen Hofzeremoniell als beliebtes Räuchermittel. Auch in der christlichen Liturgie wird der Weihrauch seit dem vierten Jahrhundert nach Christi Geburt bis heute bei heiligen Messen eingesetzt. Der deutsche Name Weihrauch geht auf das althochdeutsche Wort wihrou(c)h zurück und bedeutet so viel wie heiliges Räucherwerk. Andere Namen für den Weihrauch sind Boswellienharz und Olibanum. Im Lateinischen wurde der Weihrauch thus oder thymiama genannt und im Englischen heisst er incense oder frankincense. Der Weihrauch wird von jeher auch in der Pflanzenheilkunde und in der traditionellen indischen Ayurvedamedizin eingesetzt. Geerntet wird Weihrauch meist im März und April durch Schnitte in die Äste und Stämme der Pflanzen, wo bald darauf eine klebrige und milchige Flüssigkeit austritt, die an der Luft getrocknet wird.
Weihrauch – ein altes und wertvolles Heilmittel
Weihrauch gibt es in ganz unterschiedlichen Qualitäten. Die Ausbeute bei der Ernte hängt von der Grösse, des Alters und des Zustandes der Bäume und Sträucher ab. Der Fortbestand von Weihrauchgewächsen ist bedroht. Der meiste Weihrauch stammt aus Somalia. Weitere Weihrauchexporteure sind Äthiopien, Eritrea, Sudan und Länder im südlichen Arabien. Weihrauch setzt sich aus ätherischen Ölen, Schleimstoffen, Harzen, Harzsäuren und Proteinen zusammen. Die Anteile können je nach Art des Weihrauchs schwanken. Im Altertum waren Religion und Medizin eng miteinander verknüpft. Das sieht man daran, dass Wörter wie heilig und Heilung den gleichen etymologischen Ursprung haben. Neben der Verwendung für religiöse Rituale wurde Weihrauch in der Antike teuer gehandelt und zur Herstellung von Salben und anderen Heilmitteln zur Wundreinigung sowie zum Ausräuchern von Räumen verwendet.