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Vorgesehen ist, dass zwei Äste von der Talstation in Grindelwald Grund zu den beiden Bergstationen führen werden. Alle 40 Sekunden werden Gondeln mit 27 Sitzplätzen von der Talstation abfahren und Gäste zum Eigergletscher und zurück befördern. Zwischen derselben Talstation und dem Männlichen wird eine Gondelbahn mit acht Sitzplätzen verkehren. Um die Anreise mit dem öffentlichen Verkehr zu erleichtern, wird in Grindelwald im Bereich Rothenegg eine zusätzliche Haltestelle der Berner Oberland-Bahn gebaut. Dadurch können Passagiere, die mit dem Zug anreisen, direkt auf die V-Bahn umsteigen und der Umweg nach Grindelwald Dorf erübrigt sich. Die Reisezeiten werden verkürzt. Künftig erreicht man den Eigergletscher und den Männlichen ab Bern in weniger als zwei Stunden. Wer von Bern zum Jungfraujoch reist, kommt in zweieinhalb Stunden bei der höchsten Bahnstation Europas an, 50 Minuten früher als heute.
Verschiedene Bahnvarianten geprüft
Die Konzession für die bestehende Gondelbahn Grindelwald-Männlichen läuft im Jahr 2016 aus. Dies war für die Jungfraubahnen der Auslöser, die Erschliessung des Skigebiets und des Jungfraujochs zu überdenken. Im Juni 2011 unterbreiteten sie den Vorschlag, gemeinsam mit der Gondelbahn Grindelwald-Männlichen eine Bahn in Form eines Ypsilons zu bauen. Diese hätte sich bei einer Zwischenstation verzweigt und von Grindelwald Grund aus sowohl den Männlichen als auch die Kleine Scheidegg erschlossen. Gegen das Y-Bahnprojekt formierte sich Widerstand von Seiten der Landeigentümer und Bergschaften. Auch aus ökologischer Sicht erwies sich das Vorhaben als problematisch. Eine Arbeitsgruppe wurde eingesetzt, in der Vertreter der Jungfraubahnen, der Gondelbahn Grindelwald-Männlichen und der betroffenen Bergschaften verschiedene Bahnvarianten prüften. Unter der Leitung des Regierungsstatthalters von Interlaken-Oberhasli wurden die Behörden in die Gespräche einbezogen. Die Abklärungen ergaben, dass der Bau einer V-Bahn machbar ist und die Umwelt weniger beeinträchtigen würde als eine Y-Bahn. Deshalb wird nun auf das Ypsilon-Projekt verzichtet. Realisieren die beiden Unternehmen die V-Bahn, wird der Ast zum Männlichen an der Stelle der heutigen Gondelbahn Grindelwald-Männlichen gebaut und der Ast zum Eigergletscher wird ausserhalb des Wildschutzgebietes „Itramenwald“ errichtet.
Es ist vorgehen, dass die Gondelbahn Grindelwald-Männlichen und die Jungfraubahnen die Talstation gemeinsam finanzieren. Betrieben wird der Ast zum Männlichen von der Gondelbahn Grindelwald-Männlichen und der Ast zum Eigergletscher von den Jungfraubahnen. Die beiden Unternehmen rechnen damit, dass das Projekt insgesamt rund 200 Millionen Franken kosten wird. Einsparungen ergeben sich dank Synergieeffekten.
Wegen der V-Bahn werden die Jungfraubahnen neun Stellen weniger benötigen. Zudem werden sie den Personalbestand um weitere 33 Stellen reduzieren, weil sie neues Rollmaterial beschaffen und den Betrieb anpassen werden. Mit Entlassungen ist aber nicht zu rechnen. Die Jungfraubahnen werden den Stellenabbau durch natürliche Fluktuation und Pensionierungen vollziehen. Sie rechnen damit, dass dank der V-Bahn der Tourismus in der Jungfrau Region angekurbelt wird und dadurch zusätzliche Stellen geschaffen werden.
Im nächsten Jahr soll das Baugesuch eingereicht werden, mit dem Ziel, die V-Bahn im Jahr 2016 einzuweihen. Möglicherweise werden die Äste leicht gestaffelt in Betrieb genommen. Die Jungfraubahnen und die Gondelbahn GrindelwaldMännlichen legen Wert darauf, einen intensiven Dialog mit den betroffenen Landeigentümern, Bergschaften, Behörden, Umweltschutz- und Landschaftsschutzverbänden zu führen.
Neues Rollmaterial
Die Jungfraubahnen werden das Betriebskonzept der Wengernalpbahn auf die neue Gondelbahn abstimmen. Ein Teil der Passagiere wird künftig mit der V-Bahn statt der Wengernalpbahn befördert. Wegen der Verlagerung wird die Kapazität der Zahnradbahn verringert. Die Jungfraubahnen werden die bestehenden Linien der Wengernalpbahn weiter betreiben und sechs zusätzliche Panorama-Züge beschaffen. Das Rollmaterial aus den 1940er-Jahren wird nicht mehr eingesetzt. Dass die Station Eigergletscher mit der V-Bahn direkt erschlossen wird, hat auch Auswirkungen auf das Betriebskonzept der Jungfraubahn. Deren Kapazität soll um 20 Prozent erhöht werden und gleichzeitig sollen die Fahrzeiten verkürzt werden. Um dies zu ermöglichen, werden für die Jungfraubahn vier dreiteilige Niederflur Gelenktriebwagen gekauft.
Bei Fragen:
Urs Kessler, Chef Jungfraubahnen
+41 (0)79 407 90 52
Andreas Kaufmann, Verwaltungsratspräsident der GGM
+41 (0)79 445 03 07