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Im Vergleich zu 2020 hat sich der Ölpreis vervielfacht. Wie kam es zu diesem rasanten Anstieg?
Vor zwei Jahren hatten wir einen regelrechten Ölpreiszerfall gesehen – zwischenzeitlich notierten die Preise sogar negativ. Auslöser dafür war die Corona-Pandemie, bei der es aufgrund der eingeschränkten Mobilität zu einem starken Nachfrageeinbruch kam. Gleichzeitig wurde das Angebot aber nur mit einer Verzögerung zurückgefahren. So schnell und harsch diese Rezession war, so vergleichsweise schnell verlief auch die Erholung. Nicht nur die globale Wirtschaftsleistung kletterte wieder auf Vorkrisenniveau, auch die Nachfrage nach Öl hat sich zu einem grossen Teil erholt. Die Allianz der Ölexporteure «OPEC+» hat im letzten halben Jahr die Produktion jedoch nur schrittweise hochgefahren. Diese Kombination aus gestiegener Nachfrage und dem gleichzeitig nicht vollends erhöhten Angebot begünstigte einen Anstieg des Ölpreises über das Vorkrisenniveaus bereits Mitte 2021.
Welchen Einfluss hat der Ukraine-Krieg?
Dieser sorgt für einen zusätzlichen, starken Preisschub. Auch wenn die Invasion viele Marktteilnehmer überrascht hat, sah man doch bereits im Vorfeld eine grössere Risikoprämie. Da Russland zu den führenden Erdölexporteuren weltweit gehört, sind bei den Marktteilnehmern Sorgen in Bezug auf die Ölversorgung aufgekommen. Nach dem Einmarsch sind dann mit jeder weiteren Eskalation die Preise zusätzlich gestiegen. Der vorläufige Höhepunkt wurde mit den Ankündigungen der USA erreicht, dass sie russisches Öl nicht mehr importieren werden.