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Die Gesteine des Calanda werden an verschiedenen Orten ausgebeutet, so besonders in den
Steinbrüchen
bei
Ragaz und
Untervaz und in den Schieferbrüchen bei
Vadura im Taminathal. Bei
Ragaz bricht man einen sehr schönen Nummulitenkalk,
der zu
Säulen, Sockelblöcken, Tischplatten verwendet und nach allen Teilen der
Schweiz versendet wird, bei
Untervaz eine lokale
Ausbildung des sog. Troskalkes, einer Form des Hochgebirgskalkes (Malm), bei
Vadura einen eocänen Kalkthonschiefer,
der zu Dachplatten, Tischplatten und Schreibtafeln verarbeitet wird.
Aber auch Bergbau auf Gold und Kupfer ist zeitweilig am Calanda betrieben worden. Ein Goldbergwerk bestand w. über
Felsberg
an der sog.
«Goldenen Sonne» in 1312 m, gerade s. vom
Felsberger Calanda. Das Gold wurde dort im Anfang
des 19. Jahrhunderts entdeckt und seit 1809 durch eine Gesellschaft ausgebeutet. 1813 wurden aus dort gewonnenem Gold 72 Bündnerdukaten
zu 16 alte Schweizerfranken geprägt. Doch musste das Werk nach wenigen Jahren mit grossen Verlusten wieder aufgegeben werden.
Ein zweites Mal fand die Ausbeutung 1856-1861 statt. Seitdem hat die Sache geruht. Neuere Anstrengungen
zur Wiederaufnahme dieses Werkes haben noch zu keinen Resultaten geführt, obwohl der Goldgehalt des betreffenden Gesteins
- es liegt in den Opalinusschichten des Lias oder Dogger - nicht ganz gering sein soll. Nicht erfolgreicher war die Gewinnung
von Kupfer nö. über dem Gnapperkopf, etwa 2 km nö.
Vättis. Hier wurden auf Quarzgängen Fahlerz, Kupferlasur,
Malachit, Kupferkies und etwas Bleiglanz ausgebeutet, zuletzt in den Jahren 1860-61 und 1865-66. Die dort gestandene Arbeiterhütte
ist jetzt zerfallen. An beiden Orten, an der
«Goldenen Sonne» wie am Gnapperkopf, scheint übrigens weniger der zu geringe
Metallgehalt der betreffenden Gesteine als vielmehr die Methode ihrer Ausbeutung am Misserfolg schuld
zu sein. (Literatur: Theobald, G. Der Calanda in Jahresberichte der naturforsch. GesellschaftGraubündens, 1854 bis 1856. -
Piperoff, C. Geologie des Calanda in Beiträge zur geolog. Karte derSchweiz. N. F. VII, 1897. - Becker, F. Itinerarium fürdas Exkursionsgebiet desS. A. C. 1888).
Thal(Kt. St. Gallen,
Bez. Sargans).
Thalschaft im St.
GallerOberland; der obere, von
Vättis w. ansteigende Teil des
TaminaThals. Von
Vättis bis zur
Sardona Alp, dem obersten Thalboden am Fuss des Hintergehänges, etwa 12 km lang und steigt
von 950 auf 1750 m, also um 800 m oder um 6,67%. Davon kommen auf das untere Thalstück von
Vättis bis
St. Martin 7 km mit 400 m
oder 5,7%, auf das obere Stück 5 km mit 400 m oder 8% Steigung. Bis auf den
Kamm des Hintergehänges
in der
Sardona Gruppe sind es dann noch 3 km mit 1100-1300 m Steigung. Es ist ein enges und steilwandiges Thal, im vorderen
und mittleren Teil etwa 5 km vonKamm zu
Kamm. Weiter hinten rücken die Seitenkämme auf etwa 3 km Breite
zusammen. Die sonst bei den meisten Alpenthälern und z. B. auch bei dem benachbarten
Weisstannenthal vorhandene baumförmige
Verzweigung nach oben fehlt hier. Ein einziges Seitenthälchen ist vorhanden, dasjenige von
Tersol, das sich schon vom untern
Teil des Hauptthales abzweigt und nordwärts bis zum
Piz Sol ansteigt.
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Sie hat nur kleine Hänge- und Schluchtgletscher. Auf der Seite von Calfeisen sind der Glasergletscher
und ein dicker Eisfladen oben am Ringelspitz die bedeutendsten. Nach W. verknüpft sich die Gruppe durch einen etwas weniger
hohen Grat und die TrinserFurka (2489 m) mit der Sardona Gruppe. Nach O. findet sie ihren Abschluss durch die sog. Orgeln (2693
m) und den Simel (2350 m). Das ganze Gebirge fällt mit grosser Steilheit und mit gewaltigen Wänden gegen
Calfeisen ab, die der Südseite des Thals einen zwar grossartigen, aber auch äusserst wilden und vielfach schreckhaften Charakter
geben, deren Anblick demjenigen der Glärnischwände über dem Klönthalersee nicht nachsteht.
Das Calfeisenthal zeigt alle Erscheinungen eines Hochgebirgsthals: glänzende Firne, mächtige Felswände,
trotzige und abenteuerliche Gipfelformen, krachende Lawinen, unbändige Wildbäche, düstere Schluchten und blumenreiche Alptriften,
im Sommer belebt von weidenden Herden und freien, fröhlichen Hirten. Aber der obere und untere Teil zeigen verschiedene Naturen.
Der obere Teil bis hinunter nach St. Martin liegt ganz in eocänen Schiefern, die auf beiden Seiten nach
S. und SO. fallen, so dass die N.-Seite mehr die sanfter geneigten Schichtflächen mit ihrem Quellenreichtum, die S.-Seite
mehr die steil abgebrochenen Schichtköpfe zeigen. Es ist ein Synklinalthal.
Das Thal ist hier weiter, bildet einige kleine Thalböden, und die Gehänge sind, wenigstens auf der N.-Seite, hübsch terrassiert.
Hier finden sich die 10 Alpen des Thales. Der untere Teil dagegen hat sich tiefer eingeschnitten, durch
das ganze Eocän hindurch und noch tief in Kreide und Jura, ja zu unterst auch noch in den Rötidolomit und Verrucano hinein.
Hier ist das Thal nur noch eine enge, nicht mehr isoklinale, sondern antiklinale Schlucht. Die Bergwände,
beidseitig von den Schichtköpfen gebildet, treten da nahe zusammen und geben nur noch wenigen schmalen Terrassen Raum, so
z. B. der am Ausgang des Tersolthals. Die Schlucht, wie auch das Thal weiter oben, ist an den untern Hängen noch gut bewaldet,
wenn es auch an einzelnen schlimmen Blössen nicht fehlt. Der Hauptwaldbaum ist die Rottanne. Doch kommen
auch Lärchen und hinten in den AlpenSardona und Tristel bis auf 1800 m auch einzelne Arven vor.
Jetzt ist das Thal nur noch periodisch von Hirten, Jägern und Waldarbeitern belebt. Einst aber gab es hier feste Ansiedelungen
von sog. freien Walsern, die aus dem obern Wallis
stammten und seit dem 12. Jahrhundert eine Reihe abgelegener
Thalschaften Graubündens, des St. GallerOberlandes und des Vorarlbergs kolonisierten. Wann sie zuerst im Calfeisenthal erschienen
sind, ist unbekannt. Ihre erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1346. Sie wohnten in einzelnen Höfen auf den verschiedenen
Böden zwischen den Wäldern und Tobeln des Thales zerstreut vom Gigerwald bis nach Sardona. An sie erinnern noch zahlreiche deutsche
Namen wie Gigerwald, Brändlisberg, Eggalp, Plattenalp, Stockboden, Ammannsboden, Rathausboden, Ebni, Tristel, Husegg etc. Aber
noch vor den Walsern muss eine romanische
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