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Alex Wilson nutzte in Bulle die perfekten äusseren Bedingungen für den neuen Schweizer Rekord. Bei idealen Temperaturen und einem Rückenwind von 1,9 m/s verbesserte er seine persönliche Bestzeit von 10,25 Sekunden, die der Athlet der Old Boys Basel im Vorlauf realisiert hatte, im A-Final nochmals um 13 Hundertstel auf 10,12 Sekunden. «Nach dem Vorlauf habe ich zwar gewusst, dass ich an diesem Tag schnell laufen kann, aber ich habe nie von 10,12 Sekunden geträumt», so der gebürtige Jamaikaner. «Darüber muss ich ein paar Nächte schlafen.»
Wilson erklärt seine sensationelle Zeit auch mit dem Umstand, dass er in Bulle von der starken Konkurrenz getrieben wurde. Insbesondere Reto Amaru Schenkel wirkte für den neuen Rekordhalter wie ein Zugpferd. Im Vorlauf war der Sprinter vom LV Winterthur in 10,24 Sekunden um eine Hundertstel schneller als Wilson gewesen und auch im Finallauf führte Schenkel bis ca. 70 Meter das Feld an. Dann musste dieser mit einer leichten Blessur am Oberschenkel zwangsläufig Tempo rausnehmen.
Zwei WM-Limiten erfüllt
Gesundheitliche Probleme hatte Alex Wilson zuletzt ebenfalls. Einerseits schmerzte ihn die Achillessehne, andererseits musste er Antibiotika zu sich nehmen, nachdem ihm vier Zähne hatte gezogen werden müssen. «Deshalb konnte ich erst seit vier Wochen wieder im normalen Rahmen trainieren.» Nun will sich Wilson Zeit nehmen, um seine Achillessehne zu pflegen. Schliesslich hat er mit dem neuen Schweizer Rekord über die 100 Meter die WM-Limite für Moskau bei Weitem erfüllt. Gleiches schaffte der neue schnellste Mann der Schweiz in Bulle übrigens auch über die 200 Meter–seiner eigentlichen Lieblingsdistanz. In 20,60 Sekunden gewann er diese Disziplin ebenfalls.
Seit 2010 Schweizer
Die Weltmeisterschaften in Russland werden die zweiten für Alex Wilson sein. 2011 war er bereits in Daegu (Skor) am Start gewesen. Damals scheiterte er über die 200 Meter jedoch in 21,25 Sekunden bereits im Vorlauf. Der gebürtige Jamaikaner besitzt den Schweizer Pass seit 2010. Wilson wuchs in den ersten 14 Jahren mit seinen jamaikanischen Eltern in der Hauptstadt Kingston auf und kam erst 2005 mit seiner Mutter, die einen Schweizer geheiratet hatte, nach Basel. «Heute fühle ich mich als Schweizer», so Wilson.
Frauen: Michelle Cueni läuft eine neue Saisonbestleistung
W ie Alex Wilson profitierte auch Michelle Cueni von den guten Bedingungen in Bulle. Die Freiburgerin vom LC Zürich siegte über die 100 Meter bei Rückenwind von 1,4 m/s in 11,63 Sekunden und lief damit eine neue Saisonbestleistung, nachdem sie am letzten Donnerstag bei der Athletissima in Lausanne noch eine Zeit von 11,83 Sekunden gelaufen war. Vierte des B-Finals wurde Aurélie Schneider (TSV Düdingen) in 12,33 Sekunden (Vorlauf 12,26). Ihre Klub-Kolleginnen Janina Aebischer (12,81) und Julia Francesca Kropf (13,20) verpassten einen Finallauf. Im Weitsprung der Frauen klassierte sich die Düdingerin Mélodie Schneider mit 5,47 Meter im vierten Rang unmittelbar vor Kropf, welche die gleiche Weite sprang, aber deren zweitbester Versuch weniger weit als jener von Schneider gewesen war.
Schaller im dritten Rang
Bei den Männern klassierte sich Marc Cometta (TSV Düdingen) über die 100 Meter in 11,56 Sekunden im 30. Rang von total 41 Teilnehmern, im Weitsprung kam er auf 5,98 Meter. Im 800-Meter-Rennen setzte sich Arnaud Dupré vom CS Le Mouret in 1:57,13 Minuten durch. der Düdinger Laurent Schaller lief in 1:57,45 Minuten auf Rang drei, Frédéric Roggo wurde Siebter. Im Diskuswerfen der Kategorie U16 kam Calvin Limat vom TSV Düdingen mit 38,49 Meter auf den zweiten Rang. fs