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Im Textilmuseum St. Gallen ist bis zum 18.09.2022 die Ausstellung der japanischen Textildesignerin Sudō Reiko, welche für ihre Marke NUNO neue Stoffe entwickelte. Es werden dabei nicht nur die Stoffe zu sehen, sondern der ganze Prozess von der Entwicklung bis zur Produktion.
Ein tolles Beispiel ist die Ätzspitze (auf dem Bild unten). Die Textildesignerin hat mit der Nähmaschine dünne rote Bänder auf ein wasserlössliches Papier angenäht. Da sich die Bänder in diesem Design mehrmals überkreuzen, bleiben sie auch nach dem Auswaschen des wasserlöslichen Vlieses miteinander verbunden. Das, was dadurch entstand, war eine Art Spitze. Es ist sehr beeindruckend und könnte wahrscheinlich auch an einer Haushaltsnähmaschine nachgemacht werden.
Sehr speziell sieht die "Jellyfish"-Struktur aus (auf dem Bild unten). Hier hat Reiko zwei Stoffe genommen, von welchen der erste unter Hitze stark schrumpft (Polyvinilalkohol) und der andere nicht (Polyester). Diese beiden Stoffe hat sie übereinander gelegt und im Karomuster zusammengeklebt (in der Testphase auch nur zusammengenäht). Anschliessend wurde der doppellagige Stoff durch einen Laufband-Ofen geführt, sodass die untere Stofflage (Polyvinilalkohol) schrupfte. Der nicht-schrumpfende Poyester musste sich in die dritte Dimension biegen, wodurch Quallenfisch ähnliche Strukturen entstanden sind.