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Erstes Schulhaus
In den Akten finden wir für die frühe Zeit keine Angaben über ein Schulhaus in Oberwil. Es wird wie an anderen Orten auch kaum eines bestanden haben. Der Schulmeister unterrichtete in seiner eigenen Stube oder in irgendeinem geeigneten Lokal. Oberwil kam erst im 18. Jahrhundert durch die edle Stiftung des Johann Jakob Wehrlin zu einem eigenen Schulhaus.
Johann Jakob Wehrlin vermachte der Gemeinde dieses Haus an der Hauptstrasse 25, im dem das erste Schulhaus der Gemeinde eingerichtet wurde (AG Ob).
1734 wurde Johann Jakob Wehrlin als Sohn des Meiers Johann Georg Wehrlin und der Agnes Degen geboren. Wehrlin war ein begüteter Bauer, der als Junggeselle 1781 gestorben ist. Neben der Stiftung für ein Waisenhaus ist er durch die Stiftung für ein Oberwiler Schulhaus unvergesslich geblieben. In seinem Testament von 1771 vermachte er der Gemeinde sein zweites Wohnhaus samt Scheune, Stallung, Kraut- und Grasgarten mitten im Dorf als Schulhaus. Er sorgte dafür, dass es zum Schulhaus und zur Lehrerwohnung umgebaut und eingerichtet werden konnte und der Schulmeister einen anständigen Lohn erhielt. An seine Schenkung knüpfte Wehrlin die Bedingung, dass die Schulkinder für ihn jeden Tag fünf Vaterunser und fünf Ave Maria beten sollen.
Aber erst nach Wehrlins Tod wurde das Wohnhaus zum Schulhaus umgebaut. Das Untergeschoß wurde zur Schulstube und in das Obergeschoß kam die Lehrerwohnung zu liegen. Trotz Schulabgaben in Form von Geld und Naturalien musste der Lehrer damals nebenbei dennoch Landwirtschaft betreiben, weshalb ihm zur Selbstversorgung der westliche Fachwerkteil als Ökonomiebau errichtet wurde. Mit der Erstellung eines Hages um den Krautgarten wurden die Arbeiten 1787 fertiggestellt. Im gleichen Jahr konnte das Schulhaus bezogen und die Schule eröffnet werden. Das Gebäude diente der Gemeinde bis zum Jahre 1827 als Schulhaus.
Johann Jakob Wehrlin spendete auch der Kirche grössere Summen für heilige Messen, Jahrzeiten und Almosen für die Armen. Da er die Not im Birseck kannte, stiftete er 1779 vor dem Landvogt in Arlesheim dem Fürstbischof 12’000 Pfund für ein Waisenhaus. Nach Wehrlins Tod trat 1781 die Stiftung in Kraft. Trotz den Wirren der Zeit hat die Stiftung überlebt und unterstützt auch heute noch Jugendliche für berufliche Ausbildung, richtet Stipendien an Studenten und Unterstützungsbeiträge an Waisen und Halbwaisen.
Das ehemalige Schulhaus 1975 (Ka)
Das Efeu bedeckt das Haus immer mehr, 80er Jahre (AG Ob)
Leicht zurückgesetzt von der Hauptstrasse zeigt das Haus heute noch die alte Grundstruktur mit der Fensterverteilung und den Riegelelementen (Ry)
Das ehemalige Bauernhaus steht giebelständig und leicht zurückversetzt zur Strasse und ist das vorderste einer Dreiergruppe unter gemeinsamen Giebel, wobei das mittlere durch den Ausbau eines ehemaligen Ökonomietraktes hervorging. Das ganze Haus wurde im wesentlichen 1643/44 neu errichtet. Die heutige Gestalt des Baus geht auf den Umbau zum ersten gemeindeeigenen Schulhaus in den Jahren 1784-87 zurück. Die zweiachsige Strassenfassade besitzt je zwei grosse Fenster mit Holzgewänden. Der Dachraum und der Kehlboden sind mit je zwei kleinen Fenstern versehen. Das umlaufende Bruchsteinmauerwerk ist verputzt, die Stirnfassade im obersten Giebelbereich sowie der Anbau in sichtbarem Fachwerk errrichtet. Störend wirkt heute die starke Aufschüttung des Vorplatzes, weswegen die Fensterbrüstungen hinter den Parkpätzen unten nur wenig über Terrain zu liegen kommen. Der seit den dreissiger Jahren verputzte Fachwerkanbau wurde bei einer sorgfältigen Renovation 1999 wieder sichtbar gemacht. Seither gibt es im Gebäude eine Wohnung und die Werkstatt eines Goldschmiedes. Das Haus an der Hauptstrasse 25 steht seit 1999 unter Denkmalschutz.