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Die Linsenpflanze ist eine uralte Kulturpflanze. Bereits in Pfahlbauhütten der Bronzezeit – z. B. am Bielersee – wurden Reste von Linsen gefunden. Im Alten Ägypten und im Vorderen Orient des 3. Jahrtausends v. Chr. wurden sie kultiviert. Auch die Griechen kannten Linsen, schätzten sie aber wenig. Nach Rom hingegen wurden aus Ägypten beträchtliche Mengen Linsen exportiert. Der berühmte römische Koch Aspicius kochte gern Linsen; und der römische Schriftsteller Cato lehrt in seiner «Landwirtschaft», wie man Linsen sät und kultiviert.Die Pflanze stammt aus Südeuropa und dem Orient und gehört zu den Hülsenfrüchten, den Leguminosen; Linsen sind kultivierte Schmetterlingsblütler. Sie machen kleine weissliche Blüten, in deren Schoten sich die flachen roten, braunen, gelben oder grünen Samen, eben die Linsen, entwickeln. Kühl und trocken gelagert sind Linsen viele Monate haltbar. Hauptanbaugebiete sind heisse, trockene Gebiete, z. B. in Russland, China, Nord- und Südamerika, (siehe Buch «Hülsenfrüchte»).
Linsen enthalten viel Eiweiss, sie sind reich an Nahrungsfasern, Mineralstoffen und Vitamin B. Ausser zu unserem heutigen Linsen-Apfel-Eintopf passen Linsen zu Fleisch, Wurst, Geflügel, Fisch, als Salat oder als Suppe. Als Gewürz passt u. a. Kümmel gut zu Linsen.
Koche ich für mich allein, bereite ich zwei Portionen Linsen, z. B. mit Schinken- und / oder Rüebli- und Selleriewürfelchen zu, geniesse die erste Portion mit Salat als ganze Mahlzeit und bereite am nächsten Tag aus der zweiten Portion mit Bouillon eine Suppe. Linsen sollte man – wie alle Hülsenfrüchte – ohne Salz zum Kochen aufsetzen und erst, wenn sie fast weich sind, salzen. Die kleineren roten und grünen Linsen haben eine kurze Kochzeit, die grösseren gelben und braunen können, um die Kochzeit zu verkürzen, am Vorabend in Wasser eingeweicht werden.
Das weltweit berühmteste Linsengericht steht in der Bibel (1. Buch Mose, Kapitel 27): Isaak hatte zwei Söhne. Esau und Jakob. Der erstgeborene Esau war Jäger, der jüngere Jakob bearbeitete die Äcker. Und Jakob erschlich mit List und seinem Linsengericht beim blinden Isaak den väterlichen Segen, der dem Erstgeborenen zugehört hätte. So segnete Isaak den Ackerbauern statt den Jäger: «Gott gebe Dir vom Tau des Himmels und vom Fett der Erde und die Fülle von Korn und Most» …