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Unsere Kirche
Kurze Geschichte der Kirchgemeinde Hl. Pokrov - „Maria Schutz“ in Zürich (gegründet 1933)
Nach der russischen Revolution im Jahre 1917 kam eine sehr grosse Zahl russischer Flüchtlinge nach Westeuropa. Die Anzahl derer, die die Schweiz erreichten, war nicht sehr gross. Auch sassen viele der Emigranten lange Jahre „auf ihren Koffern“ das heisst, in der für sie fremden Umgebung hofften sie auf baldige Normalisierung der Situation in ihrer Heimat und warteten auf ihre Rückkehr.
In Zürich bemühte sich vor allem ein Kreis von Russinnen, die mit Schweizern verheiratet waren, russisch-orthodoxe Gottesdienste zu organisieren, zusätzlich halfen damals auch Russlandschweizer, die aus der Sowjetunion ausgewiesen wurden.
Zu Beginn wurden die Gottesdienste sporadisch in Hotelsälen gefeiert. Ein russlanddeutscher Priester kam für diese Anlässe nach Zürich. Auf Grund dieser unbefriedigenden Situation suchte man eine Verbesserung und gründete dazu ein Initiativkomitee.
Am 30. März 1933 fand die erste Sitzung des Initiativkomitees statt mit Frau Katharina Fischer als Vorsitzende, Frau A. Sutter als Vizepräsidentin, dann Frau E. Rusterholz (Sekretärin), Frau A. Würgler (Schwesternschaft) und Frau W. Ernst (Dirigentin). An dieser Sitzung wurde der Entschluss gefasst, einen geeigneten Kirchenraum zu suchen. Verschiedene Offerten wurden geprüft, schliesslich entschied man sich 1935 für das Kellerlokal an der Haldenbachstrasse 2, in dem sich unsere Kirche noch heute befindet.Nun wurden aus der Genfer Gemeinde Erzpriester Sergej Orloff mit Protodiakon Dimitri Popowitsch eingeladen. Vater Sergej war über diese Entwicklung und die 45 anwesenden Gläubigen so erfreut, dass er jegliche Hilfe versprach.Aus der Genfer Kathedrale wurden Altargegenstände, Gewänder und anderes kirchliches Inventar übergeben. Mit Erzpriester Sergej wurde auch das weitere Vorgehen besprochen. Die Ikonostase erwarb man aus einem Kriegsschiff der in Bizerte internierten kaiserlich-russischen Flotte.
Der russische Porträtist und Ikonenmaler Eugen von Varun–Sekret malte das grosse Altarbild Maria Schutz, wie auch die grossen Christus - und Gottesmutterbilder im Altarraum. Die Plaschtschiniza bestellte man in Paris, weitere Ikonen wurden erworben oder geschenkt, Frau Fischer spendete die Königstür usw. Es gab damals 36 eingetragene Mitglieder der Gemeinde, aber nicht nur Russen, sondern auch Serben, Bulgaren, Rumänen und Griechen; sie alle hatten noch keine eigenen orthodoxen Kirchen und versammelten sich zu den Gottesdiensten in unserer Kirche.Seit 1935 leitete Erzpriester David Tschubov, ein ehemalige Feldpriester eines Kosakenbataillons, die kleine Züricher Gemeinde, sowie die Gemeinde St. Nikolaus in Basel.
Finanziell hatte es die Gemeinde schwer. Sogar ein Brief um finanzielle Hilfe an den Serbischen König wurde vor dem zweiten Weltkrieg verfasst, ein Teil der Mitglieder stammte schon damals aus Serbien. Bald kamen die schweren Jahre des zweiten Weltkriegs, in denen Vater David zusätzlich die in den verschiedenen Kantonen verstreut lebenden Russen betreute. Nicht zuletzt kümmerte er sich auch um die 1945 in Liechtenstein internierte 500 Mann starke „1. Russische Nationalarmee der deutschen Wehrmacht“. Sie waren die einzigen in Europa, die 1945 nicht an die Sowjetunion ausgeliefert wurden. Später kamen russische Flüchtlinge aus China und aus anderen Ländern des Ostblocks dazu.
So wurde von Zürich aus die ganze Nordostschweiz gottesdienstlich versorgt. Mit Vater David wurden auch „Russische Abende“ organisiert, in denen russische Folklore und russisches Brauchtum gepflegt wurden. Erzpriester David Tschubov entschlief im Jahr 1956.
Bis 1958 zelebrierten verschiedene Priester aus Bern, Genf und Lausanne in unserer Gemeinde.
Im Jahr 1958 wurde Alexander Kargon zum Priester geweiht und trat hier in Zürich sein Amt an.
Bis 1966 stand er unserer Gemeinde vor. In den Jahren 1966-1972, war Vater Nikolai Lapatjuk unser Gemeindepriester. Während dieser Zeit betreute Vater Alexander hauptsächlich kleine russische Gemeinden und Altersheime in Sachseln, Berlingen, Münsterlingen, Weesen, Wilderswil, Wald, Kirchberg/SG, Bregenz, Basel, und Strassburg, dazu noch in weiteren Orten.Noch gab es keine serbischen, griechischen und rumänischen Kirchgemeinden in Zürich.Ab 1973 bis 1989 stand erneut Erzpriester Alexander unserer Gemeinde vor, ganze 30 Jahre!In den siebziger Jahren besuchten die Schriftsteller Anatoli Levitin-Krasnov und Alexander Solschenizin regelmässig unsere Kirche. Bis zu seinem Hinschied mit mehr als 92 Jahren zelebrierte Vater Alexander die Gottesdienste, mit seiner markanten, doch warmen Stimme war er für viele von uns wie ein guter Vater, den man verstand, auch ohne seine Sprache zu sprechen. Unter dem Architekten Wassili Meleschko wurde die Kirche 1984 renoviert, neu verkleidet und bekam den neuen heutigen Eingang.Von 1989 bis 1994 war Priester Wladimir Schibaeff aus der Sowjetunion Vorsteher der Gemeinde.
Seit 1995 ist es Erzpriester Peter Sturm.
Unsere Gemeinde untersteht S. E. Irinej, Bischof von London und Westeuropa, unterstützt von Weihbischof Alexander von Vevey, als Teil der Russisch Orthodoxen Kirche im Ausland, die seit dem Jahr 2007 in Liturgischer Gemeinschaft mit dem Moskauer Patriarchat steht.
Die Gemeinde wird nur durch Spenden, Mitgliederbeiträgen und Kerzenverkauf finanziert; durch die freiwillige Hilfe von Gemeindemitgliedern werden die regelmässigen Gottesdienste in unserer kleinen und schönen Kirche ermöglicht. Auch sie können Mitglied unserer Gemeinde werden, Vater Peter Sturm gibt ihnen dazu gerne Auskunft.