Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03592.jsonl.gz/460

Von der Originalsprache Französisch ins Deutsche übersetzt: Theres Aeschbacher
Informations diverses sur la substance
Umwandlung der schweizerischen Grenzwerte in europäische Werte (und umgekehrt)
In der Schweiz legt das Gesetz den Grenzwert der Blutalkoholkonzentration am Steuer in Gramm Promille fest (dies entspricht den Gramm pro Kg). Der erlaubte Grenzwert beträgt 0,5g Promille (pro Tausend) und schreibt sich 0,5 ‰
In Europa spricht man von Gramm pro Liter. Welches ist das Verhältnis zwischen diesen Werten ?
Daraus geht hervor, dass der schweizerische Grenzwert von 0.5 Promille einem Wert von 0.5275 Gramm pro Liter entspricht, also 5 % mehr als die europäische Norm. In der Praxis hat dieser Unterschied vor allem eine (zwar geringe) Bedeutung in der Gerichtsmedizin.
Am 1. Oktober 2016 löste eine neue Methode den Blutalkoholtest ab: der Ethylometer (das ‘Röhrchen’, Alkoholtestgerät der Atemluft). Er misst und gibt die Alkoholkonzentration pro Liter in der ausgeatmeten Luft an (mg/L), und nicht die Alkoholmenge im Blut in Gramm Promille (°/°°), wie dies bisher mit den Blutalkoholtests der Fall war.
Um mehr darüber zu erfahren ...
- Beweiskraft der Alkoholkontrolle in der ausgeatmeten Luft (Schweizerische Eidgenossenschaft/Communiqué 2016).
Der Alkoholgehalt im Blut
Der Blutalkoholgehalt wird durch die Menge Alkohol im Blut bestimmt. In der Schweiz wird dieser in Gramm per Kilo (Promille) gemessen. Der Blutalkoholgehalt variiert je nach der Menge des getrunkenen Alkohols, der Zeit, die seit der letzten Konsumation vergangen ist, der Menge von Lebensmitteln im Magen, dem Alter, dem Geschlecht, dem Gewicht usw.
Es gibt Instrumente, die eine Schätzung, also die annähernde Menge der Konsumation im Blut, bestimmen können: der Blutalkoholwert-Simulator.
Auch gibt es Geräte, die den Alkoholgehalt in der ausgeatmeten Luft messen. Raid blue schlägt für die Allgemeinheit Umrechnungstabellen zur Ermittlung der Blutalkohol-Konzentration (BAK) , vor.
Mit der Formel von Widmark kann man die ungefähre Menge des Alkohols im Blut berechnen: Formel für BAK
Der Alkohol wird dann in Schritten von 0.15 ‰ pro Stunde verstoffwechselt (abgebaut). Jedoch weist jeder Einzelne eine ihm eigene Geschwindigkeit des Abbaus auf. Die genannte Zahl entspricht einem Mittelwert, der in der Rechtsmedizin verwendet wird. ( zur Erinnerung: 0.5 ‰ = 0.25 mg/l).
Um mehr zu erfahren
- Alkoholblutwerte und Grenzwerte in Europa, Abhängigkeit Schweiz (2016)
- Artikel auf Wikipedia über die Blutalkoholkonzentration
Von der Originalsprache Französisch ins Deutsche übersetzt: Theres Aeschbacher
Alkohol am Steuer : die wichtigsten Unfallursachen
Auf den Schweizer Strassen sind 17% der Unfälle mit Schwerverletzten oder Todesopfern auf Alkohol zurückzuführen. Die überwiegende Mehrheit der Verursacher sind Gelegenheitstrinker, d. h. Menschen, die einmal zu viel getrunken haben, aber nicht alkoholabhängig sind.
Im Jahr 2015 starben in der Schweiz 38 Personen an den Folgen eines Verkehrsunfalls aufgrund von Alkohol, was 1 tödlichem Verkehrsunfall auf 7 entspricht []. 1992 waren es nur 189! Dieser starke Rückgang wird auf eine bessere Sicherheit moderner Autos zurückgeführt, aber auch auf die Senkung des zugelassenen Blutalkoholspiegels auf 0,5 ‰ und auf die strengeren Kontrollmaßnahmen mit Via Sicura [] (0,5 ‰ = 0,25 mg / l).
Alkohol für Neulenker verboten
Autofahrerinnen und -fahrer zwischen 18 und 24 Jahren verursachen statistisch mehr Unfälle in Verbindung mit Alkohol als die übrigen Fahrer und stehen somit auch an der Spitze der Verkehrsopfer. Diese jungen – und zwangsläufig wenig erfahrenen – Neulenker haben die Tendenz, sich zu überschätzen. Da Alkohol die Risikobereitschaft verstärkt und die Reaktionsfähigkeit vermindert, sind schwere Unfälle bei dieser Bevölkerungsschicht häufiger.
Seit dem 1. Januar 2014 gilt für Neulenker ein absolutes Fahrverbot unter Alkoholeinfluss (der Alkoholwert von null Promille entspricht einem gesetzlich bestimmten Grenzwert von 0.1 Promille. Diese Toleranz erklärt sich damit, dass die Absorption einiger Nahrungsmittel, etwa Früchten, den Alkoholwert im Blut ganz leicht ansteigen lässt).
Neue Messeinheit
Seit dem 1. Oktober 2016 ist auf unseren Strassen die Messmethode für die Atem-Alkoholkontrolle eingeführt worden: Das Atem-Alkoholmessgerät. Man spricht jetzt von Milligramm Alkohol pro Liter Ausatemluft (mg/l) anstatt der Promillewerten (‰).
Die erhaltenen Werte können als gesetzlicher Beweis dienen, was in den meisten Fällen die Blutprobe unnötig macht.
|Alkohol im Blut||Alkohol in der Ausatemluft|
|0.5‰||0.25 mg/l|
|0.8‰||0.4 mg/l|
|0.1‰||0.05 mg/l|
Für die Verkehrsteilnehmenden hat sich lediglich die Messeinheit geändert, Die «0.5» und «0.8» ‰ sind nicht verschwunden, da die Ergebnisse der Bluttests auch weiterhin in Promille angegeben werden. Die Werte (mg/l und ‰) existieren paralell, je nach verwendeter Kontrollmethode (Alkohol in der Atemluft oder im Blut).
Der in der Schweiz erlaubte Alkoholspiegel von 0.5 ‰ (Promille) ist unverändert, ebenso wie die Sanktionen.
Quellen
Alkohol und seine psychoaktiven Wirkungen
Alkohol ist eine psychoaktive Substanz, die in erster Linie auf das Zentralnervensystem wirkt, indem sie seine Funktionsweise verändert.
Alkohol wird als psychotrop bezeichnet. Viele natürliche oder synthetische Substanzen werden als "psychoaktiv" bezeichnet: Es handelt sich dabei um alle Drogen, um Cannabis und bestimmte Medikamente wie Schlafmittel und Anxiolytika, die eine Abhängigkeit auslösen.
Abhängigkeit hängt direkt mit einem Toleranz-Effekt zusammen : Der Körper entwickelt eine gewisse Resistenz gegen die Wirkung des konsumierten Produkts. Warum ist das so? Weil er weiss, dass Alkohol ein schädliches Produkt für seine Homöostase ist (das Gleichgewicht seiner Zellen). Um weiterhin dieselben Auswirkungen zu verspüren, muss der Konsument immer mehr trinken. Diese Toleranz verursacht das Auftreten von Entzugserscheinungen mit der Besonderheit, zur Substanz gegenläufige Wirkungen zu verursachen.
|Entzugsyndrom|
Die Suchtbehandlung besteht aus der Entwöhnung und Aufrechterhaltung der Abstinenz mithilfe einer medikamentösen Therapie.
Sucht ist eine Verhaltensstörung, die aus dysfunktionellem Lernen resultiert. Mit anderen Worten: Sucht ist das Ergebnis der Verstärkung eines Verhaltens, das an den Konsum eines Produkts gebunden ist. Wir sprechen daher über automatisierte Verhaltensweisen, die mit dem Konsum zusammenhängen, ohne dass eine bewusste Entscheidung getroffen wird. Anscheinend hängt dies mit einer Aktivierung des dopaminergen Systems zusammen. Die Person wird sich in ihr Suchtverhalten herein steigern und andere Verhaltensweisen vernachlässigen, die notwendiger oder wünschenswerter wären.
Die Behandlung der Sucht besteht in der Verstärkung der alternativen Verhaltensweisen, also des gewünschten Verhaltens. Es geht darum, wieder zu lernen, seine Wahl zu treffen, Prioritäten zu setzen, mittels einer Psychotherapie sich der bewussten, überlegten und vernünftigen Entscheidungstreffung zuzuwenden.
Bei Alkoholikern führt das Suchtverhalten zur Unvernunft und zur Unfähigkeit zu Vernunft.
Alkohol kann anregen, entspannen, enthemmen und euphorisieren. Er kann auch einen Konzentrationsverlust bewirken, eine grössere Bereitschaft, Risiken einzugehen, oder das Urteilsvermögen einschränken. Sehschwierigkeiten und eine erhöhte Gewaltbereitschaft können auftreten. Bei hoher Alkoholkonzentration kann es zu Bewusstlosigkeit, Verlust der Reflexe, Amnesie, schwacher Atmung, tiefer Körpertemperatur, Lähmungserscheinungen, Koma, unabsichtlichem Harnlassen, Atemstillstand bis zum Tod kommen. Die Unfallgefahr ist infolge Selbstüberschätzung und verminderter Reaktionsfähigkeit stark erhöht.
Beim gleichzeitigen Konsum von illegalen Substanzen kann die Wirkung der verschiedenen Substanzen verstärkt werden. Alkohol kann auch die Wirkung von zahlreichen Medikamenten verstärken, vermindern oder verändern. Die Packungsbeilagen informieren jeweils darüber.
L'alkohol in Kürze
Im Jahr 2018 veröffentlichte die medizinische Fachzeitschrift „The Lancet“ eine alarmierende Studie, die zeigt, dass auch moderater Alkoholkonsum die bei guter Gesundheit verbrachte Lebenszeit beeinträchtigt. Sich ändernde Maßstäbe von Gebrauch und Missbrauch machen es immer schwieriger, Verhaltensweisen dementsprechend einzuordnen. Ein Mythos bricht zusammen.
Unserem kollektiven Gedächtnis nach steht Alkohol für Vergnügungen und Geselligkeit. Diese Beziehung hat in unserer Gesellschaft Tradition. Neue Massstäbe für den Konsum sollten daher sowohl den Genuss als auch das Risiko berücksichtigen. Die neuen Empfehlungen wurden unter Berücksichtigung dieser beiden Dimensionen festgelegt, damit jeder Mann und jede Frau beim Trinken in voller Kenntnis der Sachlage ist.
Dieser Abschnitt enthält die folgenden Informationen zu Alkohol:
|COACH : Wie stehen Sie zu Alkohol ?|
Es gibt keine absolute Methode zur Behandlung von Alkoholproblemen. Wichtig ist, dass jeder den Schritt macht und dass er die Hilfe findet, die seinen Bedürfnissen entspricht.Achtung, Entwöhnung erfordert ärztliche Überwachung. Bestimmte Komplikationen sind potenziell schwerwiegend und gefährlich (epileptische Anfälle, Atemnot, Delirium tremens, Halluzinationen usw.).