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Ausgehend von der anhaltenden Debatte in den sozialen Medien über sexuelle Übergriffe, sexualisierte Gewalt und Machtmissbrauch (#MeToo) geht das Seminar Bildern aus der Frühen Neuzeit nach, die diese Thematik bereits explizit reflektiert haben. Die griechische Mythologie und biblischen Legenden sind – genau betrachtet – voll davon, und so auch die europäische Bildkultur der Vormoderne. Wir werden uns in dieser Lehrveranstaltung auf vier zentrale Themen konzentrieren: Tarquinius und Lucretia, Bathseba im Bade, Susanna und die Alten und – als Beispiel für einen Übergriff einer Frau auf einen Mann – Joseph und Potiphars Weib.
In einem ersten Schritt soll jeweils die schriftlichen Legenden einer kritischen Analyse der geschilderten Strukturen von Macht und Gewalt, von Männlichkeit und Weiblichkeit unterzogen werden. In einem zweiten Schritt wird es um die Darstellung dieser Legenden in den visuellen Medien des 16. und 17. Jahrhunderts gehen. Neben gender-spezifischen und materialen Aspekten, der Frage, wie Bilder Bedeutung generieren und welche Macht sie entwickeln, wird das besondere Augenmerk der Erzählweise gelten: Wie haben Maler_innen der Frühen Neuzeit versucht, in einem ‚unbewegten Bild’ die Ereignisse des zeitlichen Davor (die Ursache für das Gezeigte) und Danach (der Ausgang der Geschichte) einzuholen? Gegenstand der Analyse werden ausgewählte Bilder von Tizian, Tintoretto, Rubens, van Dyck, Murillo und Rembrandt sein, die in dieser Hinsicht besonders interessante Lösungen bergen.
Semesters:
Stufe:
BA
Disziplinen:
Institutionen:
ETCS:
3
Fächer:
Kunstgeschichte
Hochschultyp:
UH