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Laura Fernandez-Gromova übt den Traumjob als Ballerina aus. Als Mädchen probierte sie Eiskunstlauf, Gymnastik, Klavier und Ballett aus. Sie entschied sich für das Ballett. Für ihre Karriere studierte sie an der Tanz Akademie Zürich und an der Vaganova Akademie in Russland. So hat sie bereits 3 Preise am Prix de Lausanne, einem der international wichtigsten Wettbewerbe für junge Tänzer, gewonnen und ist ehemalige Balletttänzerin am Marinskij Theater. Aktuell ist Laura Fernandez-Gromova Solistin am Stanislavsky Theater in Moskau.
Wie muss man sich deinen Alltag vorstellen?
Laura Fernandez-Gromova: Mein Tag startet immer mit einer grossen Tasse frischem Kaffee und einem 20 Minuten „high-intensity-Training“. Danach geht es ins Theater. Im Theater verbringe ich meistens 5 bis 6 Stunden. Um 10:00 mache ich mein eigenes Warm-up Training, danach gehts weiter mit einem Balletttraining. In der Mittagspause verbringe ich gerne die Zeit mit meiner Arbeitskollegin. Mein Arbeitstag endet zwischen 17:00 und 18:00 Uhr. Danach gehe ich gerne noch ab und zu in ein Gyrotonik-, Pilates- oder Yoga-Kurs. Es kann aber auch ein gemütliches Kaffee sein und ich lese darin Self-Improvement Bücher. Oder ich besuche am Abend ein Seminar. Um 20:30 Uhr gehe ich nach Hause und mache mir ein gemütliches Abendessen und schaue Videos von Seminaren oder Comedyshows an.
Bei Tagen, an denen wir Vorstellungen haben, haben wir zwischen 15:00 Uhr bis zur Vorstellung zur freien Verfügung. Diese Zeit nutze ich gerne zum Nachdenken. Ich schreibe mir meine Gedanken und Ziele auf. Was ich heute erreicht habe, was ich noch erreichen muss, was ich Neues analysiert/entdeckt habe und was ich erledigen muss etc. Falls ich noch Zeit habe, meditiere ich gerne. Um 16:30 Uhr startet meine Vorbereitung auf die Vorstellung. Ein kurzes Pilates Training mit Stretching, danach in die Maske für das Make-up und die Frisur. 45 Minuten vor meinem Auftritt aktiviere ich meine Muskeln mit Übungen und dem „Überspagat“.
Was fasziniert dich an deinem Schaffen?
Laura Fernandez-Gromova: Es gibt vieles, was mich am Ballett fasziniert. Aber vor allem fasziniert mich der menschliche Körper während des Tanzes, das Zusammenspiel der Muskeln. Jeden Tag entdecke ich neue Möglichkeiten mich zu bewegen. Zudem stosse ich jeden Tag auf neue spannende Herausforderungen des klassischen Balletts. Das erhebende Gefühle während und nach den Aufführungen auf der Bühne ist das, was ich an meiner Arbeit sehr liebe.
Welcher Moment hat deine heutige Karriere definiert?
Laura Fernandez-Gromova: Es sind mehrere Etappen, die nach meiner Ansicht meine Karriere definieren. Nicht nur ein einzelner Moment. Einer der wichtigsten Ereignisse in meinem Leben war, als ich das zweite mal am weltberühmten internationalem Wettbewerb “Prix de Lausanne” drei verschiedene Preise gewonnen habe. Das war auf jeden Fall mein Sprungbrett, eine erfolgreich Ballettkarriere zu starten.
Bei der ersten Teilnahme am „Prix de Lausanne“ hatte ich die grossartige Chance mich in der Vaganova Akademie weiterzubilden. Der Direktor der Vaganova Akademie “Nikolai Ziskaridse” hatte mich persönlich eingeladen, an seiner Akademie zu studieren. Die Tanz Akademie Zürich war selbstverständlich eine sehr gute Schule und hat mich sehr gefördert und machte aus mir die Tänzerin, die ich geworden bin. Doch es ist eine grosse Umstellung, wenn man aus seinem Zuhause wegzieht, um sich in einem fremdem Land weiterzubilden. Plötzlich hat man nur noch Ballett um sich herum, und der Freundeskreis verändert sich stark. Der Vorteil dadurch ist, dass ich mich ausschliesslich auf das Ballet konzentriere konnte. Zudem ist Russland eine andere Welt. Man muss sich an alles gewöhnen, an die Lebensweise, Menschen und das Wetter. Die Teilnahme am Wettbewerb machte mich stärker und selbstbewusster. In der Wettbewerbs-Woche gab ich meine ganze Kraft. Und nach dem Wettbewerb hatte sich meine Motivation noch weiter gesteigert, als ich schon bis dahin hatte.
Bevor ich Solistin an dem Stanislavsky Theater in Moscow wurde, war ich vier Jahre an dem Marinskij Theater. Dort hatte ich das Glück viele gute Ratschläge von berühmten Lehrern, Direktoren und Choreografen zu erhalten. Sie alle haben mir enorm viel für meine Karriere gebracht. Ich hatte auch viele Möglichkeiten, Solo Rollen zu tanzen, was meiner Technik und meinem Ausdruck sehr half.
Gibt es eine Lebensweisheit, welche auf deinen Erfolg zutrifft?
Laura Fernandez-Gromova: Ehrgeiz, Disziplin, Fleiss, Talent und das allerwichtigste: Leidenschaft. Ohne Passion kommt man auch im Ballett nicht an die Spitze. Denn an der Spitze bist du oft einsam und musst Dich intrinsisch motivieren können.
Worauf bist du besonders stolz?
Laura Fernandez-Gromova: Ich bin stolz, dass ich als Kind nie aufgegeben habe. Ich musste vieles dafür opfern, fast die ganze Kindheit, einen grossen Teil meiner Freizeit und meines Privatlebens. Ich habe mich selten mit Freunden getroffen, dachte nur noch, wie ich mich verbessern konnte. Es war harte Arbeit mit vielen Höhen und Tiefen. Von allen Seiten gibt es dazu auch noch Leistungsdruck, als ambitionierte Ballerina nicht zuletzt den eigens aufgesetzten Ehrgeiz. Man muss und will jeden Tag alles geben. Jedoch mag ich das Ballett so sehr, dass ich bereit war, dafür alles unterzuordnen. Für mich ist ein Traum wahr geworden und ich kann mir ein Leben ohne Ballett nicht vorstellen.
Welches war dein Magic Moment als Tänzerin?
Laura Fernandez-Gromova: Als ich die Hauptrolle in einem neuen Ballett „Little Red and the Wolf“ bekam, das auf mich choreografiert wurde. Zudem war es für mich eine Ehre, mit den zwei weltberühmten Tänzer, Sergei Polunin und Johan Kobborg, zu arbeiten.
Welche Menschen inspirieren dich?
Laura Fernandez-Gromova: Mein Vater ist meine grösste Inspiration und Vorbild, weil er mir gezeigt hat, dass man alles lernen und erreichen kann, wenn man sein Ziel verfolgt.
Wie nimmst du eine Auszeit?
Laura Fernandez-Gromova: Ich halte mich immer gerne in Form mit Fitness, Pilates und Gyrotonics. Zudem verbringe ich sehr gerne Zeit mit meiner Familie und lese gerne Selbstententwicklungs-Bücher. Zudem beschäftige ich mich gerne mit der Anatomie des Menschen.
Was bringt dich auf die Palme?
Laura Fernandez-Gromova: Wenn Leute nur ihre eigene Meinung, als richtig sehen.
Über was kannst du lachen?
Laura Fernandez-Gromova: Über mich selbst kann ich am besten lachen. Vor allem über meine kleinen Patzer auf der Bühne.
Welche Musikrichtung hörst du gerne?
Laura Fernandez-Gromova: Ich höre mir sehr gerne Filmmusik an.
Was bedeutet Luxus für dich und welchen Luxus gönnst du dir?
Laura Fernandez-Gromova: Für mich ist das ein Besuch in die Schweiz zu meiner Familie und meinen Freunden.
Welche Tipps gibst du anderen, die mit dem Gedanken spielen, eine Karriere als Tänzerin einzuschlagen?
Laura Fernandez-Gromova: Zuerst nachdenken, bevor man die Schritte grundlos x-mal übt. Es nützt nichts, wenn eine Bewegung mehrmals mit den gleichen Fehlern wiederholt wird. Man muss immer zuerst analysieren, wieso die Bewegung nicht klappt oder wie man es verbessern kann. Wichtig ist es auch, seine eigenen Gefühle in die Bewegung hineinzubringen. Entwickle deine eigene einzigartige Bewegungsart. Jeder Körper hat seine eigene Bewegungsweise, es braucht jedoch Zeit, diese zu finden. Ein weiterer Tipp ist es, sich gut um den Körper zu sorgen. Sich gesund und vitaminreich zu ernähren.
Was ist das Mutigste, das du je gemacht hast?
Laura Fernandez-Gromova: Als ich gegen den Willen meines Vaters die Entscheidung getroffen habe, Balletttänzerin zu werden.
Was sind deine Zukunftspläne?
Laura Fernandez-Gromova: Mein Plan ist es, mich weiter zu entwickeln und mich auf verschiedene Weisen zu verbessern. Zudem ist mein Ziel als Gast auf verschiedenen Bühnen, mich vor neue Herausforderungen zu stellen und von den neuen Erfahrungen weiterzuentwickeln.