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als warm fehlender nationaler
Politiker in seinem »Charakterbild
Cromwells« (1851) und in seiner
Rede Ȇber
die sittliche
Weltordnung«
(Münch. 1870) sich hervorgethan. Er schrieb noch: »Deutsche
[* 6] Geisteshelden im Elsaß«
(Münch. 1871);
Der Carroccio war ein großer, vierräderiger, rot gefärbter
Wagen, der von 2-4
Stieren gezogen wurde. Auf der Mitte desselben war
ein rot bemalter Baumstamm errichtet mit einem goldenen Apfel an der
Spitze, an welchem die Stadtfahne wie ein großes
Segel
befestigt war. Eine Anzahl bewährter
Streiter und ein
Priester bildeten das
Geleit. So stellte der Carroccio gleichsam
das
Palladium der Stadt vor, und sein Verlust galt für eine unauslöschliche Schmach. So ging z. B.
der mailändische Carroccio 1162 bei der
Übergabe der Stadt an
Friedrich I. und 1237 in der
Schlacht von
Cortenuova verloren.
Vgl.
Jähns, Geschichte des Kriegswesens (Berl. 1880).
City (spr. ssitti),Hauptstadt des nordamerikan.
StaatsNevada, liegt am östlichen Abhang der
Sierra Nevada, im
Silbergrubenbezirk Washoe, nahe dem Carsonfluß, 1400 m ü. M., und hat nur (1880) 4229 Einw.
Der
Ort wurde 1856 gegründet und
Kitt
(Christopher) Carson zu
Ehren genannt, der, 1809 geboren, viele Jahre inGesellschaft
von Trappern in der Wildnis lebte,
Fremont auf seiner Forschungsreise begleitete und 1868 starb.
Kaum war indes die Lehrzeit vorüber, so ging er nach kurzem Aufenthalt in
Schleswig 1776 nach
Kopenhagen
[* 18] und begann hier seine
vorwiegend autodidaktischen
Studien, da ihm das akademische
Treiben nicht zusagte. Die dortige Gipssammlung bot ihm mehr Anleitung
als der
Unterricht der
Professoren, wenn er auch zum
Zweck der Erlangung eines Reisestipendiums die
Akademie
besuchte.
Da er wegen Auflehnung gegen die
Professoren von derselben ausgeschlossen wurde, arbeitete er ganz für sich, durch
Rötelporträte den Unterhalt und die
Mittel zu einer
Reise nach
Italien
[* 19]
¶
Desto ehrenvollen Beifall zollten ihm römische und andre Künstler. Eine Kunstausstellung eigner Werke im April 1795, zu welcher
er das Publikum durch eine öffentliche Anzeige eingeladen hatte, fiel für den Künstler über alle Erwartungen
günstig aus. Dagegen geriet er mit der Berliner
[* 27] Akademie, welche seine Rückkehr verlangte, in Differenzen, da er erklärte,
deren Verlangen nicht nachkommen zu können, indem er nur in Rom seine weitere Ausbildung zu bewirken vermöge.
Dies führte zum Bruch unter peinlichen Korrespondenzen, in welchen er sogar zur Rückzahlung der genossenen
Pension angehalten ward. Indes schuf der Künstler eifrig, jedoch ohne materiellen Erfolg, weiter, bis ihn im äußersten Elend der
Tod ereilte. Während das Hauptverdienst der meisten damaligen Kunstwerke in Vermeidung einzelner Fehler und in sorgfältiger
Ausführung einzelner Teile nach dem Modell und Gliedermann bestand, zeichneten sich Carstens' Werke durch treffliche
Auffassung des dargestellten Gegenstandes und durch die Gesamtkomposition aus.
Die Ölmalerei hat er zu spät begonnen, um etwas Bedeutendes darin zu stande zu bringen, und zur Ausübung der Freskomalerei,
die seinem Geist wohl am angemessensten gewesen wäre, bot sich ihm keine weitere Gelegenheit. Daher kann
er nur nach seinen Zeichnungen und Aquarellen beurteilt werden. In ihnen offenbaren sich außerordentliches Leben und Sinn für
Stil und Schönheit wie kaum bei einem Akademiker der damaligen Zeit. Trotz all der Gegner, die er fand, machte sich erst durch
seine Anregung ein lebendigerer Geist unter den deutschen Künstlern in Rom geltend, wie denn überhaupt
er und Thorwaldsen, der sich an ihm heranbildete, die Wiederherstellung der Kunst im Anfang unsers Jahrhunderts bewirkten.