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Spätestens seit der Verfilmung von 1964 gehört «Mary Poppins» zu einer der schönsten Kindergeschichten der Welt. In der Musicalversion wird aber nicht nur das zaubernde Kindermädchen zur grossen Überraschung der Vorstellung.
Es war der erste grosse Erfolg von Julie Andrews: die Verfilmung von P. L. Travers’ Geschichte «Mary Poppins». Für die Verkörperung des magischen Kindermädchens erhielt Andrews sowohl einen Oscar, einen Golden Globe und sogar einen Grammy für die beste Aufnahme. Vierzig Jahre später, im Jahr 2004, feierte die Musical-Fassung der Geschichte am Londoner West End unter der gemeinsamen Leitung von Disney und dem Musicalproduzenten Cameron Mackintosh seine Uraufführung.
Seither hat die Geschichte der fliegenden Super-Nanny über zwölf Millionen Menschen auf der ganzen Welt unterhalten. Mary Poppins erscheint auf wundersame Weise im Haus der Familie Banks in der Londoner Cherry Tree Lane. Ihre Aufgabe ist es, die verzogenen Kinder zu bändigen und die Familienverhältnisse der Banks wieder in die richtigen Bahnen zu lenken. Dafür hat sie ihre eigenen, vom Vater George manchmal kritisch betrachteten Wege. Sie zeigt den Kindern die Londoner Arbeiter, beispielsweise eine ältere Frau, die Vogelfutter verkauft, oder die Kaminfeger der Stadt und gibt ihnen so einen anderen Sichtwinkel auf das Leben.
Die Kinder stehen am längsten auf der Bühne
Beachtlich ist neben der Leistung der 35 erwachsenen Darsteller vor allem die Leistung der Kinderdarsteller. Diese sind länger als jeder andere Darsteller auf der Bühne, tanzen bei den Szenen mit und haben lange Dialoge. Aus diesem Grund gibt es bei «Mary Poppins» nicht nur einen einzigen Regisseur, sondern auch noch einen zweiten für die Kinder. Jane und Michael Banks werden insgesamt von zehn verschiedenen Kindern gespielt, bei jeden Stück befinden sich zwei auf und zwei hinter der Bühne.
Jetzt wird auch die Schweiz supercalifragilisticexpialigetisch
Nachdem die Produktion durch Grossbritannien und Irland tourte, macht Mary Poppins in Zürich halt. «Tourneeproduktionen sind sonst immer etwas kleiner als die Show am Londoner West End», sagt der Company Manager Neil White. «Doch diese Produktion ist grösser als üblich und bringt dadurch das West-End-Feeling auch zu den Leuten, die nicht in London wohnen. Das ist aussergewöhnlich!»
In Zürich wird «Mary Poppins» in der englischen Originalversion zu sehen sein. Es sind viele vom Film bekannte Songs zu hören: «A Spoonful of Sugar», «Chim Chim Cher-ee» und natürlich «Supercalifragilisticexpialidocious».
Cameron Mackintosh modernisiert das Stück stetig
Cameron Mackintosh, der unter anderem «Cats», «Les Misérables» und «Phantom of the Opera» produziert hat, arbeitet stetig an seinen Stücken. «Keine Produktion wird aufgeführt, ohne dass Mackintosh sein Okay gibt. Alles muss perfekt sein», weiss Neil White. «Es werden stetig Dinge erneuert. In der Stuttgarter Produktion wurden beispielsweise neue Lichteffekte eingeführt, die wir in der Zürcher Produktion auch haben werden.» Dieser Eifer zahlt sich aus: Die Tour wurde mit dem «WhatsOnStage Award» als beste britische Tourproduktion ausgezeichnet.
«Mary Poppins» sei immer noch zeitgemäss, sagt Freddy Burger, Co-Veranstalter und Inhaber von Freddy Burger Management: «Dass der Film bereits über 50 Jahre alt und immer noch weltweit bekannt ist, beweist, dass der Klassiker auch heute noch mehrere Generationen fasziniert.» Das Musical erinnere an den Spielfilm und verbinde dies mit modernen Elementen, das mache es zu einem zeitgenössischen Bühnenstück. «Der Broadway-Hit ist farbenfroh, lebendig und frisch.» So steht einer supercalifragilistiexpialigetischen Aufführung nichts mehr im Weg.