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Heute sind Grosseltern in der Familie wichtiger als je zuvor, insbesondere wenn sie ihre Enkelkinder betreuen. Einige Grossmütter und Grossväter tun dies regelmässig; andere dann, wenn ihre Kinder dringend Unterstützung brauchen. Den Umfang dieser Betreuungsaktivität der Grosseltern beziffert das Bundesamt für Statistik für das Jahr 2016 auf 160 Millionen Stunden pro Jahr. Wird ein Durchschnittslohn zugrunde gelegt, entspricht dies mehr als 8 Milliarden Franken.
Einige wohlmeinende Aktivisten leiten daraus die Forderung ab, dass die Grosseltern für die Betreuung ihrer Enkel entschädigt werden sollen. So wird eine höhere Rente oder Steuererleichterungen und zuweilen sogar ein Lohn verlangt.
Hört man sich jedoch bei Grosseltern um, tönt es anders. «Ich liebe meine Enkel und ich betreue sie gerne», sagen sie. Sie empfinden ihre Tätigkeit für die übernächste Generation als sinnvoll. Gleichzeitig erfahren sie, dass sie dadurch jünger bleiben. Die allermeisten Eltern ihrerseits wissen sehr wohl, dass diese Hilfe der Grosseltern keine Selbstverständlichkeit ist und anerkannt werden muss.
Grosseltern für diese Tätigkeit mit Geld oder anderen monetären Leistungen zu entlohnen, hat ernsthafte negative Konsequenzen. Die Motivation der Grosseltern ändert sich. Es kann ihnen unterstellt werden, ihre Enkel nur darum zu betreuen, weil sie dafür entgolten werden, nicht weil sie diese lieben. Sie können ihre Liebe nicht mehr uneigennützig zeigen. Dieser Effekt ist wissenschaftlich gut belegt und wird als «Verdrängung der intrinsischen Motivation» bezeichnet.
Die negativen Konsequenzen sind schwerwiegend. Der Familienzusammenhalt wird zerstört. Viele Grosseltern werden sich nur noch um ihre Enkel kümmern, wenn sie dafür entschädigt werden. Die menschlichen Beziehungen werden monetarisiert, kommerzialisiert und bürokratisiert.
Nicht jede Tätigkeit muss mit Geld entlohnt werden – sagt der Ökonom. Und der Glücksforscher fügt hinzu: Wer freiwillige Arbeit leistet, ist glücklicher. Gönnen wir doch den Grosseltern dieses Glück.