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Seele des Menschen, wie gleichst du dem Wasser! Schicksal des Menschen, wie gleichst du dem Wind!
Niemand von uns weiss, was die harte Schule des Lebens für uns bereit hält. Tatjana Okipnjuk lebt für ihre Kinder, die ihr alles bedeuten. Die Lebensgeschichte dieser Frau und das Unglück, das vor kurzem in ihrer armen Familie geschehen ist, lassen niemanden kalt.
Die Geschichte von Tatjana Okipnjuk nimmt ihren Anfang in einem malerischen ukrainischen Dorf namens Pysariwka, das im zentralukrainischen Winnizkaja-Gebiet liegt. Am 20. Februar 1974 kam in der Familie Okipnjuk das zweite Kind zur Welt. Damals hatten die jungen Eltern schon einen 2-jährigen Sohn namens Aleksandr und sie freuten sich umso mehr, weil das zweite Kind ein Mädchen war. Das Baby wurde Tatjana getauft. Der Vater Stepan und die Mutter Marija arbeiteten in einer Zuckerfabrik. Im Jahre 1980 ist die Familie, die mittlerweile fünf Kinder hatte, in den Süden der Ukraine, in das Städtchen Beresnegowatoje umgezogen. Dort bekamen die Eltern vom Staat ein gemütliches Häuschen. Einige Zeit danach kam ein weiteres Kind zur Welt.
Tatjana wuchs mit ihren zwei Schwestern Oksana und Natalja, sowie ihren drei Brüdern Aleksandr, Stepan und Iwan auf. Sie half ihrer Mutter oft, auf die jüngeren Geschwister aufzupassen. Die Kinder waren immer freundlich zueinander und spielten gerne zusammen. Das Haus war immer voll Freude und mit kindlichem Lachen erfüllt. Der Familienvater war als Schweisser auf einer Farm tätig und die Mutter arbeitete dort als Melkerin. Damals war die wirtschaftliche Lage des Landes besser als in der jetzigen Zeit und man hatte ausreichend Geld zum Leben. Sie hatten genug, um ihre kinderreiche Familie zu ernähren und die notwendige Kleidung und Schulsachen für die Kinder zu besorgen. Es herrschten in der Familie gegenseitige Verständigung, Güte und Liebe.
Kurz nach dem Umzug nach Beresnegowatoje kam Tatjana in die erste Klasse. Sie ging mit Vergnügen in die Schule und lernte gerne. Es gab viel Neues und Interessantes für sie dort. Das 6-jährige Mädchen fand da auch neue Freundinnen und hat sich darüber sehr gefreut. Während dieser Schuljahre besuchte Tatjana auch einen Bastelzirkel, wo sie stricken und nähen gelernt hat. Die Lehrer lobten sie für ihre guten Leistungen.
Tatjana war immer eine grosse Hilfe im Haushalt. Ab und zu wusch sie die Wäsche für die ganze Familie und räumte mit ihren zwei Schwestern das Haus auf. Häufig kochte sie für alle Angehörigen leckere Speisen zum Mittag- oder Abendessen, es fiel ihr leicht und sie machte das gerne. Deswegen entschloss sich Tatjana, nach dem Schulabschluss Köchin und Konditorin zu werden. Sie bewarb sich an einer örtlichen Berufsschule. Nach der Beendigung der Lehre fand sie eine Stelle als Konditorin in einer Bäckerei. Einige Jahre danach verdiente sie ihr Brot in einem Lokal.
Tatjana hat immer von einer glücklichen Familie geträumt. Ihren zukünftigen Mann Wiktor hat sie im Jahr 2000 getroffen. Er war etwas älter als sie und sehr aufmerksam. Tatjana war bis über beide Ohren verliebt und bald feierten sie bescheiden ihre Hochzeit. Am 5. Mai 2001, an einem sonnigen Frühlingstag, erblickte ihr Erstgeborener das Licht der Welt. Es war ein Junge und die frisch gebackenen Eltern nannten ihn Jaroslaw. Am Anfang war das Familienleben problemlos und schien glücklich zu sein. Wer konnte damals wissen, dass Tatjanas Träume nicht in Erfüllung gehen sollten? Nach zwei Jahren war es vorbei mit der Liebe und dem Eheleben und Tatjana ist mit dem Kind alleine geblieben. Wiktor wurde ins Gefängnis gesteckt, weil er einen Mann in einer heftigen Schlägerei getötet hatte.
Das Schicksal hatte ihr eine schwere Last auferlegt. Weitere Versuche, eine glückliche Ehe zu gründen, waren leider vergeblich. Derzeit ist Tatjana eine alleinstehende Mutter und wohnt mit ihren vier Kindern Jaroslaw (8), Aleksej (5), Anastasija (2) und Wladislaw (16 Monate) in einer eigenen 2-Zimmer-Wohnung in Beresnegowatoje. Sie bemüht sich, ihre Kinder zu erziehen und ihnen gute Manieren beizubringen. Tatjana ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub, denn Anastasija und Wladislaw sind noch zu klein, um in den Kindergarten zu gehen. Und es gibt fast keine Möglichkeiten für sie, in der Zeit der Wirtschaftskrise eine Arbeitsstelle zu finden. Ihr Einkommen besteht nur aus dem winzigen Kindergeld, das der Staat ihr auszahlt. Das reicht dieser bedürftigen Familie kaum für schlichtes Essen und einfache Kleidung. Sie wohnen in prekären Lebensverhältnissen. Wasser dringt durch das Hausdach, die Wände in der Wohnung sind immer feucht und stark mit Schimmel bedeckt. Die kinderreiche Mutter hat kein Geld, um die notwendigen Dachreparaturen vorzunehmen.
Vor kurzem ereilte diese arme Familie ein furchtbares Unglück. Ein paar Tage vor dem Neujahrsfest wollte Tatjana eine Handwäsche machen, weil sie keine Waschmaschine hat. Dafür kochte sie auf dem Gasherd Wasser in einem grossen Topf auf und liess es auf dem Gang zur Abkühlung stehen. Die Kinder spielten zusammen im Zimmer wie gewöhnlich. Der jüngste Sohn, Wladislaw, der schon gut laufen kann, hackte mit seinem Bein unglücklicherweise am Topf ein und das kochende Wasser stürzte sich über ihn. Dabei verbrühte er sich den Rücken, die Hände und das Gesäss so stark, dass über 20 Prozent seiner Hautoberfläche beschädigt sind. Der Kleine zog sich mittlere bis schwere Brandverletzungen zu. Ausserdem hat er dabei einen Schock erlitten. Nach diesem schrecklichen Unfall wurde er ohne Aufschub in das örtliche Krankenhaus eingeliefert, wo ihm Erste Hilfe zuteil wurde. Sein Zustand ist sehr unbefriedigend und momentan befindet sich Wladislaw auf der Intensivstation des Regionalspitals. Er braucht teure Medikamente, Salben und Verbandsstoff. Das Leben des Kindes ist in grosser Gefahr und hängt von kostspieligen Arzneien ab. Es steht ihm eine langfristige medizinische Behandlung bevor und dazu benötigt er auch noch eine Hauttransplantation. Die alleinstehende Tatjana ist in tiefer Verzweiflung und weiss nicht, wo sie das Geld hernehmen soll, um ihren armen Sohn zu retten.
Vom Hilfswerk „SOS GERASJUTA STIFTUNG“ hörte diese Hilfe suchende Frau im Spital und wendet sich nun via unserer Organisation an Sie, sehr geehrte Spenderinnen und Spender, in der Hoffnung auf Ihre mögliche Unterstützung. Jede Spende ist für dieses schwer kranke Kind sehr wichtig.