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Auf einem felsigen Grat im Wald östl. von Arlesheim BL wurden bis zur Mitte des 13. Jh. vier befestigte Anlagen errichtet, die den Namen B. trugen: die Obere Burg (heute Schloss Reichenstein), südl. davon die Hintere und die Mittlere Burg, weiter südl. die Vordere Burg.
Über das genaue Alter der vier Burgen liegen keine gesicherten archäolog. Erkenntnisse vor. Die ältesten erhaltenen Mauerteile sind in die Mitte des 13. Jh. zu datieren. Es ist jedoch zu vermuten, dass auf dem gleichen Platz schon vorher Burgen gestanden haben. Als ihre ältesten Besitzer nennen die Quellen die Gf. von Frohburg. 1245 gingen alle vier Burgen in den Besitz des Hochstifts Basel über. Die Basler Fürstbischöfe behielten die Vordere B. in eigener Hand und machten sie zum Sitz eines Amtmanns, der die Herrschaft B. verwaltete. Sie selber hielten sich hier häufig tageweise auf. Die drei anderen B.-Burgen übertrugen sie als Lehen der Fam. Reich von Reichenstein. Die Obere B. wurde in der Folge in Reichenstein umbenannt. Von den beiden mittleren Burgen (Hohle Felsen) wurde eine bereits 1292 als längst zerstört bezeichnet, die andere zu Beginn des 14. Jh. verlassen.
Die Vordere B. gliedert sich in eine Kernburg, die heute Ruine ist, und eine schwach befestigte Vorburg mit Ökonomiegebäuden. Durch das Erdbeben von 1356 wurde sie teilweise zerstört. 1373-1435 war sie an die von Ramstein verpfändet, im Laufe des Bauernkriegs von 1525 vorübergehend durch Basler besetzt. Während der Gegenreformation hielt sich der Bf. von Basel demonstrativ häufig auf der Vorderen B. auf. Hier nahm er auch Zuflucht, als er sich während des Dreissigjährigen Krieges in seiner Residenz Pruntrut nicht sicher genug fühlte. Im 18. Jh. wurde das Schloss so baufällig, dass der fürstbischöfl. Landvogt 1763 seinen Sitz ins Dorf Arlesheim (Andlauer Hof) verlegte. Seither ist die Vordere B. unbewohnt. 1793 setzten Bauern sie in Brand. 1794 wurde die Ruine versteigert, 1808 von Konrad Karl Friedrich von Andlau, dem Sohn des letzten Landvogts, erworben und in romant. Stil wiederhergestellt. Danach in Privatbesitz, wurde der ganze Komplex mit Schloss- und Hofgut B. sowie der Ermitage Arlesheim 1998 in eine gemeinnützige Stiftung eingebracht.
Literatur
– I.A. Iselin, Notizen zum Schloss- und Hofgut B., 1955
– G. Wyss, P. Suter, Schloss B. ob Arlesheim, 21973
– W. Meyer, Burgen von A bis Z, 1981
Autorin/Autor: Kurt Weissen