Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03408.jsonl.gz/1005

Achillesehnen-Riss
Die Achillesehnenruptur tritt zunehmend häufiger in den Industrienationen auf. Gerade wenn untrainierte Personen sich einer starken sportlichen Anstrengung unterziehen und somit eine ungewohnte Belastung ausüben, reisst häufig die stärkste Sehne des Menschen. Männer sind im Verhältnis 6:1 gegenüber Frauen betroffen. Hauptsächlich tritt die Erkrankung zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr auf. Zugrunde liegen sowohl eine Sehnendegeneration, also eine altersbedingte Vorschädigung, als auch eine mechanische Überlastung, die durch eine starke Wadenkontraktur (kräftiger Starttritt) oder durch einen Sturz nach vorne (Skifahren) ausgelöst werden kann. Es gibt auch andere Risikofaktoren, wie z.B. die Einnahme bestimmter Antibiotika (Ciprofloxacin) oder frühere Injektionen von Cortisonpräparaten in den näheren Bereich der Sehne. Als Klassifikation können eine Rissbildung mit knöchernem Ausriss (Entenschnabel-Bruch), die Rissbildung im mittleren Drittel der Sehne und eine körpernahe Rissbildung im Ansatzbereich des Wadenmuskels unterschieden werden.
Beschwerden
Typischerweise berichtet der Patient von einem plötzlichen einschiessenden Schmerz, zeitgleich mit einem Krachen oder einem Schnappgeräusch. Der Patient ist nach dem Riss der Sehne nicht mehr in der Lage, den Fuss regelrecht abzurollen. Ein Zehenspitzenstand ist ebenso nicht mehr möglich. Eine Druckschmerzhaftigkeit im Sehnenbereich tritt regelhaft auf. Ebenso ist eine moderate Schwellung im Bereich des Rückfussses vorhanden.
Feststellen der Erkrankung
Als Standarddiagnostikum hat sich der Wadenkneiftest nach Thompson eingebürgert. Dabei liegt der Patient in Bauchlage und seine Füsse überragen das Bettende. Der Untersucher drückt die Wade des verletzten Beines mit der Hand zusammen. Bei intakter Sehne kommt es hierbei zu einer Spitzfussstellung, bei gerissener Achillessehne ist dies nicht mehr möglich. Gleichzeitig liegt eine tastbare Sehnenlücke vor und macht dann die Diagnose sehr wahrscheinlich. Röntgenaufnahmen können einen eventuellen knöchernen Ausriss am Fersenbein dokumentieren. Zusätzlich ist eine Untersuchung mit Ultraschall sehr hilfreich, da die Sehnenstümpfe präzise dargestellt und die Distanz zwischen den Sehnenstümpfen ausgemessen werden kann. Bei Bewegung des Fusses kann eine eventuelle Annäherung derselben bestimmt werden, was für die spätere Therapie von Bedeutung ist. Eine Magnetresonanztomographie ist nur sehr selten notwendig. Sie kann jedoch die eher seltene Teilruptur nachweisen.
Talusfraktur (Bruch des Sprungbeines)
Der Talus, oder auch das Sprungbein genannt, nimmt unter den Fussknochen eine Sonderstellung ein. Es ist in die Sprunggelenksgabel eingebettet. Zusätzlich bestehen gelenkige Verbindungen zum Fersenbein sowie zum Kahnbein des Fusses. Das Sprungbein ist zu 3/5 mit gelenkbildendem Knochen überzogen. Es ist ausschliesslich passiv beweglich und fungiert als Schnittstelle der Längsachsen von Bein und Fuss und ist aus diesem Grund nicht nur hohen Druck- sondern auch grossen Scherbelastungen ausgesetzt. Das Sprungbein gliedert sich in einen Körper, in einen Hals und einen Kopf, sowie in äussere Anteile (Processus lateralis et posterior). Die Halsfraktur ist die häufigste Sprungbeinfraktur. Ursache ist hier eine maximale Überdehnung des Fusses zum Schienbein hin. Weiterhin unterscheiden wir Brüche des Sprungbeinkörpers. Diese sind selten und entstehen häufig aufgrund einer Gewalteinwirkung auf den Fuss in Längsachse. Die Brüche der äusseren Anteile des Sprungbeines entstehen bei Umknick-Ereignissen des Fusses. Am häufigsten tritt der Bruch des Sprungbeines bei Stürzen aus grosser Höhe oder Auffahrunfällen oder Stürzen anderer Ursache auf. Besonderes Augenmerk sollte man auf Begleitverletzungen in der Knochenkette legen, die auf den ersten Blick häufig nicht erkannt werden. Verrenkungen im oberen Sprunggelenk sowie im Bereich des unteren Sprunggelenkes oder der Fusswurzelgelenke können bei starker Gewalteinwirkung auftreten. Dabei entstehen häufig begleitende Verletzungen der umgebenden Haut- und Weichteile. Die Brüche werden als offene Brüche bezeichnet. Bei offenen Sprungbeinbrüchen liegt die Infektionsrate bei bis zu 30%.
Klassifikation
Am gebräuchlichsten ist die Klassifikation nach Hawkins. Sie bezieht sich auf die mit der Fraktur einhergehenden Luxation (Verrenkung) und kennzeichnet die häufigen Halsfrakturen.
Typ I: Hier liegt keine Verrenkung des Sprungbeins in Beziehung zu den umgebenden Strukturen vor
Typ II: Es liegt eine Verrenkung zum unteren Sprunggelenk vor.
Typ III:Es liegt eine Verrenkung im oberen und unteren Sprunggelenk vor.
Typ IV: Siehe Typ III mit zusätzlich verrenktem Gelenkk zum Kahnbein.
Beschwerden
Es liegen akute Schmerzen in der Sprunggelenksregion vor. Häufig treten eine sich schnell entwickelnde Schwellungssituation sowie Blutergüsse auf. Ein schmerzfreies Laufen ist nicht mehr möglich. Als Begleitverletzungen kommen in 20% der Fälle offene Verletzungen vor, Verletzungen der Aussen- und Innenknöchel zu 15%, begleitende Brüche des Fersenbeins zu 10% sowie Unterschenkelbrüche, Fusswurzel- und Mittelfussbrüche zu je 7%.
Feststellen der Erkrankung
Aufgrund der anatomischen Nähe von Nerven und Gefässen ist eine Prüfung der Durchblutung, Motorik und Sensibilität dringend notwendig. Das Mittel der Wahl zum Feststellen der Erkrankung ist die Röntgenaufnahme in 2 Ebenen. Häufig ist zusätzlich eine Computertomographie indiziert. Diese kann die genaue Lage der Knochen-Fragmente zeigen und hilfreich zur Planung der Operation sein. In seltenen Fällen ist eine Kernspintomographie notwendig (eher zur Abgrenzung von Schädigungen des Sprungbeins bei regional verminderter Durchbltung: Osteochondrosis dissecans).
Behandlung
Brüche, die weder eingestaucht sind noch weit auseinanderliegende Fragmente haben, können konservativ behandelt werden. Zunächst erfolgt eine Ruhigstellung in einer Unterschenkelgipsschiene. Es sollte eine Hochlagerung und kühlende Massnahmen durchgeführt werden, bis die verletzte Region zur Abschwelllung gebracht wird. Dann erfolgt der Wechsel auf einen zirkulären Gipsverband. Nach weiteren 4 Wochen ist ein Umstieg auf einen Unterschenkelgehgips möglich. Das Bein ist erst wieder nach 8 Wochen voll belastungsfähig. Dies gilt jedoch nur für die Hawkins-Typ-I-Verletzung.
Ab Typ II, sowie bei allen Brüchen mit versetzten Fragmenten, muss operiert werden. Die Standardoperation beinhaltet das Einbringen von kleinen Schrauben. Möglicherweise können das Sprungbein oder die Fragmente ohne Eröffnung der Haut in die regelrechte Stellung platziert werden. Andernfalls muss der Bruch offen eingerichtet und mit den entsprechenden Implantaten (Schrauben) gehalten werden.
Talusfraktur Typ Hawkins I-II
Anatomische Reposition und 3,5mm Zugschraubenosteosynthese
Nachbandlung
Nach der Operation ist eine Gipsschiene bis zum Rückgang der Schwellungssituation sowie bis zur Wundheilung notwendig. Es sollte eine Entlastung der operierten Extremität von mindestens 6 Wochen (bis zu 12 Wochen, je nach Heilung) erfolgen. Aus diesem Grund ist die Mobilisation des Patienten an Unterarmgehstützen notwendig. Physiotherapeutische Massnahmen mit Übungen zur Verbesserung der Beweglichkeit im oberen und unteren Sprunggelenk sind in dieser Zeit sinnvoll. Sollte das Sprungbein jeglichen Kontakt zum oberen und unteren Sprunggelenk verloren haben (komplette Verrenkung), ist ein umgehendes Einrenken entscheidend, um das Risiko eines durchblutungsbedingten Absterbens des Knochens (avaskuläre Knochennekrose) zu minimieren. Dies geschieht bei gebeugtem Kniegelenk sowie unter Zug. Auch hier ist nach dem Einrenken eine frühe passive Mobilisation entscheidend.
Komplikationen
Die Prognose wird massgeblich durch die Nekroserate (Tod der Knochenzellen) infolge verminderter Durchblutung bestimmt. Die Rate beträgt bei Typ Hawkins I 5 bis 10%, bei Typ Hawkins II 40% bis 50% und bei Typ Hawkins 3 und 4 bis zu 100%. Nicht jeder Nekrose des Sprungbeines folgt eine therapiebedürftige Arthrose (Verschleiss). Die Arthroseraten liegen, je nach Typ, bei 20%, 50% und 75%. Aus diesem Grund ist eine schnelle Operation mit Wiederherstellung der Lagebeziehung zu den Gelenkpartnern sowie der Form des Sprungbeines wichtig. Ist es im weiteren Verlauf dann doch zu einer Arthrose gekommen, wird häufig eine Versteifungsoperation notwendig.
Fersenbeinbruch
Ein Fersenbeinbruch ist eine schwere Verletzung, weil er häufig nur mit Folgen ausheilt. Auch bei optimaler Therapie treten manchmal Spätfolgen, wie Fehlstellungen und Arthrosen (vorzeitiger Verschleiss von Gelenken) im Sprunggelenk auf. Die Häufigkeit eines Fersenbeinbruchs beträgt 1% bis 2% aller Brüche. Er betrifft Männer 5x so häufig wie Frauen, bevorzugt im Alter zwischen 30 und 50 Jahren. Begleitende Brüche der Wirbelsäule sind nicht selten und bedürfen einer gezielten Untersuchung.
Die häufigste Ursache für einen Fersenbeinbruch ist ein Sturz aus grosser Höhe (etwa 80%), nachfolgend Verkehrsunfälle (etwa 15%) und Sportunfälle (etwa 5%). Selten sind Ermüdungsbrüche, welche einfach beim Gehen auftreten, vor allem wenn eine Osteoporose zugrunde liegt. In 20% der Fälle ist der Bruch beidseitig. Ein hoher Anteil (über 50%) entfällt auf Arbeits- und Wegeunfälle.
Beschwerden
Der Fuss schwillt vor allem im hinteren Anteil an. Das Fussgewölbe kann durch die Schwellung verstrichen sein. Es bildet sich häufig ein Bluterguss. Die Beweglichkeit des Fusses ist schmerzbedingt eingeschränkt. Die Schmerzen verhindern häufig das Gehen und die Belastung. In einigen Fällen zerreist durch den Unfall die Haut und das Weichteilgewebe im Bereich des Fersenbeins (sogenannter offener Bruch). Der offene Fersenbeinbruch ist einer der grössten Problembrüche in der Unfallchirurgie (Traumatologie). Es werden Infektionsraten von bis zu 60% beschrieben. In ganz seltenen Fällen kann es zu einem übermässigen Druckanstieg im Bereich der Muskellogen des Fusses kommen (sogenanntes aktues Kompartmentsyndrom). Das Kompartmentsyndrom stellt einen Notfall dar und bedarf der sofortigen ärztzlichen Behandlung in Form eines operativen Eingriffs.
Feststellung der Erkranung
Die klinische Diagnose spielt trotz der zur Verfügung stehenden technischen Ressourcen nach wie vor eine entscheidende Rolle. Sie weist nicht nur den Weg zu den erforderlichen bildgebenden Verfahren, sondern ermöglicht die für das weitere Vorgehen und die Prognose wichtige Einschätzung des Schadens im Bereich der Weichteile. Bei erheblicher Schwellung muss immer ein akutes Kompartmentsyndrom (Logensyndrom) mit gegebenenfalls einer Druckmessung ausgeschlossen werden. Normalerweise wird die Diagnose durch Röntgenaufnahmen in bis zu 3 Ebenen gesichert. Unabdingbare Voraussetzung zur Klassifikation des Bruches sowie zur operativen Planung ist die Durchführung einer Computertomographie. Nur in seltenen Fällen kommt die Kernspinn-Tomographie (MRT) zur Anwendung.
Behandlung
Ist der Fersenbeinbruch unverschoben und betrifft nicht die Gelenkflächen, kann zu einem konservativen Vorgehen geraten werden. In manchen Fällen zwingen auch Infekte sowie Trümmerbrüche oder Begleiterkrankungen, wie Diabetes mellitus, Polyneuropathie (allgemeine Nervenerkrankung), Alkohol- und Dorgensucht, zu einer konservativ-funktionellen Therapie ohne Operation. Hierbei wird nach initialer Hochlagerung, lokaler Eiskühlung und Schmerzmittelgabe, aktive Krankengymnastik und Lymphdrainagen verordnet. Die starke Schwellung soll zurückgeführt und die Beweglichkeit in den Fusswurzelgelenken verbessert werden. Häufig wird die Anlage einer Unterschenkelgipsschiene sowie eines Unterschenkel-Gehgips-Verbands notwendig. Des Weiteren kommen Entlastungsstiefel (Abstützung am Schienbeinkopf oder im Bereich des Vorfusses) zur Anwendung. Die Entlastung der Fersenregion sollte für 6 bis 12 Wochen bestehen bleiben. Danach ist eine Vollbelastung im patienteneigenen Schuh möglich.
Das häufigere Vorgehen ist jedoch operativ. Bei allen Fersenbeinbrüchen, die in die Gelenkflächen einstrahlen sowie eine Versetzung von mehr als 1mm Breite aufweisen oder eine Fehlstellung des Rückfusses besitzen, wird eher operiert. Sollte es sich um einen offenen Bruch handeln, muss das zerstörte Gewebe abgetragen werden und gegebenenfalls eine Fixation mittels äusseren Verbindungsstangen (Fixateur externe) angebracht werden. Knochen, Gelenkknorpel und Sehnen sind immer dann gefährdet, wenn sie nicht ausreichend von Gewebe gedeckt sind. In manchen Fällen muss sogar Muskel- und Weichteilgewebe von anderen Stellen des Körpers auf die Region verpflanzt werden (Lappenplastik). Die prekäre Weichteildeckung des Fersenbeins sowie die beobachteten Wundheilungsstörungen bei offener Operation haben Verfahren mit kleineren Schnitten in den letzten Jahren wieder in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Die Standardoperation besteht jedoch in einem rechtwinkligen Schnitt, welcher an der Aussenseite des Fersenbeins angelegt wird. Der Operationszeitpunkt liegt aufgrund der zumeist erheblichen Weichteilschwellung im Allgemeinen zwischen dem sechsten und zehnten Tag nach dem Unfall. In der Zwischenzeit wird der betroffene Fuss durch Hochlagerung unter Eisapplikation oder Nutzung aktiver Venenpumpen und Lymphdrainage zum Abwschwellen gebracht. Die Operation selbst wird in Seitenlage des Patienten geführt. Es ist häufig notwendig, eine Blutsperre im Bereich des Oberschenkels anzulegen. Es wird ein Weichteillappen präpariert, der dann vom Fersenbein abgehoben werden kann. Dies führt zu einer optimalen Sicht auf das zerstörte Fersenbein mit den angrenzenden Gelenken des unteren Sprunggelenkes. Die Knochenfragmente werden zunächst zusammengesetzt und das Fersenbein wird in seiner Stellung verbessert und in die richtige Position gebracht. Nach Wiederherstellung von Länge und Form des Fersenbeins wird eine Titanplatte von aussen mit Schrauben zur Stabilisierung angebracht. Die Platte gibt es in verschiedenen Ausführungen. Es wird meist für eine auf den Patienten abgestimmte Platte entschieden. In manchen Fällen ist es notwendig, Knochenmaterial vom Beckenkamm in entstandene Hohlräume des Fersenbeins einzubringen. Alternativ kann auch auf Knochenersatzmaterial zurückgegriffen werden. Nur in ganz seltenen Fällen ist ein operatives Vorgehen über einen interen sowie über einen äusseren Zugang notwendig.
Nachbehandlung
Zunächst wird das Bein des Patienten in einer gut gepolsterten Schiene leicht angehoben gelagert. Die eingebrachten Drainagen werden 2 Tage nach dem Eingriff entfernt. Nach 2 bis 5 Tagen sollte mit einer physiotherapeutischen Beübung von Knöchel und unterem Sprunggelenk begonnen werden. Die Belastung wird um 8 bis 12 Wochen hinausgeschoben, je nach Grad der Bruchausdehnung und der operativ erreichten Stabilität. Die Aktivität kann je nach Symptomatik gesteigert werden, jedoch sollten extreme Belastungen bis 6 Monate nach Verletzung vermieden werden. Nach 6 Wochen, 12 Wochen und 6 Monaten sowie einem Jahr, wird jeweils eine erneute Röntgenaufnahme vorgenommen. Spezielle Rückfuss-Entlastungsstiefel können die Mobilität in der Anfangsphase deutlich erhöhen.
Komplikationen
Eine Wundheilungsstörung ist eine häufige Komplikation nach der operativen Versorgung von Fersenbeinbrüchen. Offene Brüche, Rauchen, Diabetes sind nachweislich Risikofaktoren für das Auftreten von Wundkomplikationen. Weiterhin ist als Komplikation die Fehlheilung des Fersenbeins zu nennen. Sobald Stufen in der Gelenkfläche verbleiben, muss mit dem Auftreten eines vorzeitigen Verschleisses (Arthrose) im unteren Sprunggelenk gerechnet werden. Auch nach einer korrekten Rekonstruktion der tragenden Gelenkflächen des Fersenbeins kann ein vorzeitiger Verschleiss auftreten. Die Gründe hierfür können in der Verletzung selbst liegen. Trümmerfrakturen stehen nachweislich in Zusammenhang mit einem vermehrten Auftreten dieser Komplikation. Weitere Komplikationen sind eine Steifigkeit des unteren Sprunggelenkes sowie bleibende Fussschmerzen. Es ist wichtig, die Gelenkfllächen des unteren Sprunggelenkes exakt wiederherzustellen, um solche Komplikation zu vermeiden. Bei eingetretenem Verschleiss und persistierenden Schmerzen wird dann häufig eine operative Versteifung des unteren Sprunggelenkes notwendig
Brüche des Mittelfussknochen und der Zehen
Mittelfussknochen brechen dann, wenn eine direkte Gewalt einwirkt. Oft sind dabei mehrere Knochen betroffen. Eine Ausnahme bildet die sogenannte Marschfraktur (Ermüdungsbruch), die ihren Namen deswegen trägt, weil sie früher bei Soldaten gehäuft aufgetreten ist. Von besonderem Interesse sind hierbei der 1. und 5. Strahl (die sogenannte Randstrahlen des Fusses). Der 1. Strahl (Verbindung zum grossen Zeh) trägt dabei die Hauptlast, seine Basis bietet Ansatzfläche für wichtige Sehnen (Musculus peronaeus longus, Musculus tibialis anterior), welche bei der Fussdrehung eine Rolle spielen. Der Stressbruch oder Marschbruch findet sich gehäuft im Bereich des 2. Strahls, in manchen Fällen auch im Bereich des 3. Strahls und dann eher im körperfernen Bereich des Mittelfussknochens gelegen. Brüche oder Verrenkungen der Zehen entsehen einerseits im Rahmen verschiedenster Quetschverletzungen oder durch das Anschlagen an harte Gegenstände.
Beschwerden
Kennzeichnend ist der Schmerz im Bereich der verletzten Knochenregion. Es treten Schwellungszustände auf, in manchen Fällen auch ein Bluterguss. Die Abrollbewegung wird als schmerzhaft empfunden. Ein Druckschmerz tritt ebenso auf.
Feststellung der Erkrankung
In jdem Fall sollte ein Röntgenbild des Fusses in 2 Ebenen erfolgen. Sollte initial kein Anhalt für einen Bruch gesehen werden, ist eine Wiederholung der Röntgenaufnahme nach 2 Wochen durchaus sinnvoll, da sich manchmal Brüche erst verspätet im Röntgenbild zeigen. Bei der rein seitlichen Aufnahme wird die Diagnose aufgrund der Überlagerung der entsprechenden Knochen erschwert. Hier ist eine Schrägaufnahme sinnvoll.
Die Brüche von Mittelfuss und Zehen werden eingeteilt in dislozierte Brüche (Fragmente stehen weit auseinander) und nicht dislozierte Brüche (der Knochen ist in Form und Gestalt unberührt). Auch hier hat in jedem Fall eine Überprüfung der Durchblutung, Motorik und Gefühlswahrnehmung zu erfolgen. Im Bereich des 5. Mittelfussknochens kann am körpernahen Ende ein Bruch auftreten, der eine Besonderheit aufweist (Jones-Fraktur). Hierbei ist bei eingeschränkter Blutversorgung eine erhöhte Rate an Fehlheilungen zu verzeichnen
Behandlung
Im Bereich des 1. Strahls kann bei einem nicht verschobenen Bruch eine konservative Behandlung vorgenommen werden. Hierbei wird ein Unterschenkelgips oder einen sogenannten Geisha-Schuh für 6 Wochen angelegt und eine Teilbelastung der entsprechenden Extremität empfohlen. Bei Verschiebung der Fragmente (dislozierter Bruch) wird bei einem Auftreten des Bruches im Schaftbereich eine Platte an dem Knochen angelegt.
Liegt der Bruch eher an den Enden des Mittelfussknochens, empfehlen sich auch Drähte oder Schrauben. Jeglicher Bruch, der in die Gelenkfläche strahlt, und mehr als 2mm Verschiebung aufweist, muss durch operative Massnahmen wieder eingerichtet und stabilisiert werden. Wichtig im Berech des 1. Strahls ist die Wiederherstellung der Länge, um Probleme wie persistierende Schmerzen im Bereich des 1. Strahls aber auch Überlastungsschäden der anderen Strahlen, zu vermeiden. Handelt es sich um Brüche der Strahlen 2 bis 5, dann können bei nicht verschobenen Brüchen Schuhe mit harter Sohle verschrieben werden und eine schmerzadaptierte Belastung verordnet werden. Sind die Brüche verschoben, empfihlt sich ein Einrichten des Bruchs (üblicherweise ohne Eröffnung der Haut) und das Tragen eines Unterschenkelgipses für 3 Wochen. Sind dabei mehrere Knochen beteiligt, kann die Ruhigstellung mit einem Draht vorteilhaft sein. Dieser wird dann nach 6 Wochen entfernt. Immer muss an eine Verrenkung in den naheligenden Gelenken (Lisfrancgelenk, Chopartgelenk) gedacht werden. Das sind ernsthafte Verletzungen, die eine sofortige operative Therapie notwendig machen.
Bei der Stressfraktur wird häufig ein Unterschenkelgehgips angelegt oder als Alternative einen sogenannten Geisha-Schuh oder eine harte Orthese, die für 3 Wochen getragen werden sollte. Hierbei ist eine Vollbelastung möglich. Jedoch sollte der Heilungsverlauf mit Hilfe des Röntgenbildes verfolgt werden. Liegt der Bruch im Bereich des körpernahen Bezirks des 2. Strahls, sollte der Gips für 6 bis 8 Wochen getragen werden, da häufig verzögerte Heilungsraten auftreten. Auch der nicht verschobene Bruch im Bereich des 5. Strahls an der Basis (Jones-Fraktur) kann zunächst konservativ behandelt werden. Hier empfihlt sich ein Unterschenkelgips für 6 bis 8 Wochen. Dabei sollte eine Entlastung der unteren Extremität für 4 bis 6 Wochen erfolgen, dann ist zunehmend eine Teilbelastung durchführbar. Sportler, die eine schnellere Rehabilitation benötigen, um wieder zügig in den Trainingsprozess einsteigen zu können, kann eine Versorgung mit einer Schraube oder einer sogenannten Zuggurtung (Drähte und Cerclage) empfohlen werden. Ist diese Fraktur verschoben, ist ein offenes Einrichten des Bruches unumgänglich. Hier muss der Bruch operativ stabilisiert werden (Schraube, Zuggurtung oder Platte).
Handelt es sich um Brüche der Zehen, kann am 1. Strahl eine Fixierung mittels Draht oder Schraube notwendig werden, sofern der Bruch im körpernahen Zehenbereich liegt. Ansonsten ist eine Operation im Zehenbereich nur bei stark verschobenen Brüchen erforderlich. Üblicherweise werden gebrochene Zehen konservativ mit Hilfe einer Gipsschiene oder in vielen Fällen nur über Schienung durch Tapen an den benachbarten Zeh (Pflasterzügelverband) behandelt. Sollten Zehen verrenkt sein, kann durch eine lokale Anästhesie der Schmerz ausgeschaltet werden und die Knochen unter Zug und Gegenzug in ihre anatomische sinnvolle Position überführt werden. Blutergüsse unter den Nägeln sollten rechtzeitig über einen Stich durch den Nagel entlastet werden.
Komplikationen
In manchen Fällen tritt ein Spreiz- oder Plattfuss nach dem Unfall auf, dies ist jedoch selten. Häufiger ist eine Heilungsstörung mit Ausbildung eines Falschgelenkes (Pseudarthrose), vor allem bei der sogenannten Jones-Fraktur (Bruch der Basis des 5. Mittelfussknochens). In diesem Fall wird das Einbringen von Knochenmaterial aus dem Beckenkamm unter Umständen notwendig, und es muss gleichzeitig eine Kompression mittels Implantat (Schraube oder Zuggurtung) erfolgen. In jedem Fall muss in der initialen Diagnostik eine Verletzung des sogenannten Lisfrancgelenks ausgeschlossen werden. Eine ernsthafte Komplikation besteht in dem sogenannten Kompartmentsyndrom, bei dem es zu einem Druckanstieg in den Muskellogen des Fusses kommt. Hierbei treten starke Schmerzen auf, die Weichteile sind stark gespannt und möglicherweise finden sich Gefühlsstörungen im Zehenbereich. Es ist eine sofortige operative Behandlung mit Entlastung der Logen über einen oder mehrere Schritte im Bereich des Fusses indiziert.