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Das neue Seewasserwerk Au-Appital
Quelle: Jahrbuch der Stadt Wädenswil 1978 von Peter Ziegler
Der Bevölkerungsanstieg nach dem Zweiten Weltkrieg führte dazu, dass die Gemeinden am linken Ufer des oberen Zürichsees mit dem vorhandenen Trink- und Brauchwasser nicht mehr auskamen. Nach längeren Verhandlungen schlossen sich Oberrieden, Horgen und Wädenswil im Jahre 1953 zu einem Zweckverband zusammen, welcher in Horgen das Seewasserwerk Hirsacker bauen liess. Dieses wurde 1956 mit einer maximalen Tagesleistung von 15 000 m3 dem Betrieb übergeben und zwischen 1963 und 1965 so vergrössert, dass eine Aufbereitungsmenge von rund 29 000 m3 seewasser pro Tag möglich war. Ein weiterer Anstieg des Wasserverbrauchs in den 1960er Jahren veranlasste die kantonalen Behörden, eine Studie für ein zweites Seewasserwerk am oberen Zürichsee auszuarbeiten. Es wurden sieben Möglichkeiten zusätzlicher Wassergewinnung untersucht. Eine Vergrösserung des bestehenden Seewasserwerks Hirsacker kam deshalb nicht in Frage, weil Wädenswil und Richterswil dadurch immer noch an nur einer – und damit unterbruchanfälligen Transportleitung angeschlossen blieben.
1970 bewilligten die Zweckverbandsgemeinden den Kredit für die Ausarbeitung des abstimmungsreifen Projektes eines Aufbereitungswerkes beim bestehenden Reservoir Au-Appital, mit Rohwasserfassung in der Bucht südöstlich der Halbinsel Au und Rohwasserdruckleitungen vom See zum Appital. 1973 wurde auch Richterswil in den Zweckverband aufgenommen. Im gleichen Jahr genehmigten die Gemeindeversammlungen der vier Verbandsgemeinden den Kredit von insgesamt 26 Millionen Franken.
Am 25. September 1974 konnte mit dem Bau der Aufbereitungsanlage Appital begonnen werden. Während des Herbstes und des ganzen Winters erfolgten die Aushubarbeiten; im Juni 1975 begann man mit dem Rohbau. Damit die späteren Installationen ohne Schwierigkeiten einzubauen waren, wurde eine Betongenauigkeit von plus/minus 5 mm gefordert, was an die Unternehmensfirmen von Wädenswil und Horgen beachtliche Genauigkeitsansprüche stellte. Dank speditiver Arbeit war der Rohbau im Appital innert 14 Monaten vollendet; am 20. August 1976 feierte man das Aufrichtefest.
Der Bau des Rohwasserpumpwerks in der Au-Haabe begann im November 1975. Damit die landschaftliche Schönheit der Au nicht beeinträchtigt wurde, erstellte man den Betonkeller von 21 m Länge, 11 m Breite und 3.5 m Tiefe unterirdisch. Gleichzeitig verlegte man die 1300 m lange Druckleitung vom Pumpwerk am See zur Filterstation Appital. Die Rohre haben einen Durchmesser von 0.7 m und überwinden eine Höhendifferenz von knapp 100 m. Die Montage aller Apparate war im Mai 1977 soweit gediehen, dass der Probebetrieb aufgenommen werden konnte. Die definitive Betriebsaufnahme erfolgte am 1. Oktober 1977, die offizielle Einweihungsfeier fand am 3. November 1977 statt. Bei einem Betriebsdruck von 12 bis 13 atü werden nun pro Tag maximal 40 000 m3 Seewasser zum Appital hinaufgepumpt. Durch Mehrfachfiltration und intensive Oxydation mit Ozon wird das Seewasser hier zur Qualität besten Trinkwassers aufbereitet.
Das alte Werk Hirsacker und das neue Werk Appital arbeiten vollautomatisch. Für beide Werke ist nur ein Wärter nötig, der während des Tages Kontrollen und kleine Unterhaltsarbeiten vornimmt.
Eine ausreichende und qualitativ einwandfreie Wasserversorgung ist für jede Gemeinde lebenswichtig. Dieses Gebot ist für die vier Zweckverbandsgemeinden seit dem Bau des grosszügig dimensionierten Werkes Appital bestens erfüllt.
Technische Daten des Seewasserwerks Appital
Wasserlieferung: maximal 40 000 m3/Tag
Wasserförderung: 1,8 Millionen Liter pro Stunde
Tiefe der Seewasserfassung: 36 Meter
Länge der Seeleitung: 200 Meter Durchmesser der Seeleitung: 0,8 Meter
Förderhöhe der Rohwasserpumpen: 9,7 bar
Länge der Druckleitung: 1300 Meter
Durchmesser der Druckleitung: 0,7 Meter
Grösse der 6 Schnellfilter: je 50 m2
Leistung der Ozonanlage: 5,4 kg /Ozon/Stunde Grösse der drei Aktivkohlefilter: je 50 m2
Inhalt des Trinkwasser-Reservoirs: 2 000 000 Liter Inneres des unterirdischen Rohwasser-Pumpwerkes in der Au.