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Eine Hammond-Orgel(auch kurz "Hammond") ist eine nach ihrem Erfinder Laurens Hammond benannte elektromechanische Orgel. Ursprünglich als Ersatz für die Pfeifenorgel gedacht, wurde sie über den Einsatz als Unterhaltungsinstrument schnell zum Instrument des Jazz; als billiger Orgelersatz in amerikanischen Kirchen wanderte sie in die Gospel-Musik ein. Von dort breitete sich die Hammond-Orgel in Rock, R&B, Soul, Funk, Fusion etc. aus.Ihre Hochzeit waren die 1960er und 1970er Jahre; damals kam im Mainstream kaum eine Band ohne Orgel aus. Aber auch heute noch sind ihr unverwechselbarer Klang bzw. Nachahmungen dieses Klanges aus der Popularmusik nicht wegzudenken. Im Laufe der Jahrzehnte wurde die Hammond-Orgel (vor allem das Modell B3 in Verbindung mit einem Leslie-Lautsprechersystem) zu einem klassischen Instrument wie der Steinway-Flügel oder das Saxophon. Auf dieser Webseite werden wir die Modelle von Hammond Chigago von 1935 bis 1979 erfassen. Modelle die durch die Firma Suzuki Japan (heute Hammond) herausgebracht wurden erscheinen nicht auf dieser Webseite.
Bild: Modelle A/AB 1935-1938
Bild: Modelle BC 1936-1940, BV/BCV 1946-1949, B-2 1949-1954, B-3 1955-1975
Bild: Modell E 1937-1942
Die Tonerzeugung der Hammond-Orgel beginnt im Zahnradoszillator. Dabei rotieren metallene Tonräder mit einem gewellten Rand vor elektromagnetischen Tonabnehmern (Eisenkernen in Spulen). Durch die Wellenform entfernt und nähert sich der Rand des Rades periodisch dem Eisenkern. Dies ändert das Magnetfeld, wodurch in der Spule eine Wechselspannung induziert wird, die dann einen Wechselstrom ergibt. Auf Grund der Form des Rades ergibt sich eine sinusähnliche Schwingung. Der Zahnradoszillator enthält 91 Tonräder unterschiedlicher Zahnanzahl, die auf einer gemeinsamen Achse stecken, die von einem Synchronmotor über ein Übersetzungsgetriebe angetrieben werden. Die Achse läuft mit 20 Hz um; das tiefste Tonrad hat zwei "Zähne"; der tiefste Ton der Orgel hat demnach 40 Hz. Durch die starre mechanische Vorgabe der Frequenzen über die unterschiedliche Zahnzahl der Räder kann sich die Orgel übrigens in sich nicht verstimmen, jedoch schwankt die Tonhöhe des Instrumentes im Ganzen mit der Netzfrequenz. Eine Hammond-Orgel lässt sich somit in keiner Weise stimmen; alle anderen Instrumente haben sich nach ihr zu richten. Da die so erzeugten Sinustöne musikalisch wenig reizvoll sind, können jeder Taste des Manuals stufenlos mehrere Töne über Zugriegel zugeordnet werden. Die Töne entsprechen der 1. bis 8. Harmonischen, der Hälfte der 1. sowie der Hälfte der 3. Harmonischen. Es besteht so die Möglichkeit der additiven Klangsynthese, in die auch während des Spiels eingegriffen werden kann. Der Hammond-Klang wurde ergänzt um einen mechanisch erzeugten Hall, ein mit Drehkondensatoren erzeugtes Vibrato und eine elektronische Perkussion (nur auf dem oberen Manual).Perfekt wird der Klang durch die Verbindung mit einem Leslie, d.h. einem Lautsprechersystem mit Rotoren. Diese geben dem Klang ein faszinierendes Vibrato und live einen unnachahmlichen Raumklang.