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Während der Ukraine-Konflikt in der dritten Woche weitergeht, hat Russlands Präsident Wladimir Putin ein Gesetz unterzeichnet, das es den Versicherern des Landes verbietet, Geschäfte mit Versicherern, Rückversicherern und Maklerfirmen aus so genannten «unfreundlichen Staaten» abzuschliessen.
Reaktion auf Wirtschaftssanktionen
Der Schritt des russischen Parlaments sei eine Reaktion auf eine Welle von Wirtschaftssanktionen, die von westlichen Staaten verhängt wurden, darunter auch Massnahmen, die russischen Unternehmen den Zugang zu internationalen Rück-/Versicherungsdienstleistungen verwehren sollen, heisst es dazu bei Reinsurance News.
Nach dem Gesetz ist es Versicherern in Russland nun bis zum 31. Dezember 2022 untersagt, Risiken an Unternehmen aus dem Vereinigten Königreich, den USA, Japan, der Schweiz und allen EU-Staaten abzugeben. Der Vorstand der Bank von Russland soll auch das Recht haben, die Daten festzulegen, die Finanzorganisationen nicht an die breite Öffentlichkeit weitergeben dürfen - was laut Kreml verhindern soll, dass «Finanzorganisationen Informationen weitergeben, die von unfreundlichen Staaten zur Verhängung von Sanktionen verwendet werden können.»
Geschäftsbeziehungen auf dem Prüfstand
Nach Angaben des Kremls zielt das neue Gesetz darauf ab, die «finanzielle Stabilität der Russischen Föderation angesichts feindseliger Handlungen ausländischer Staaten und internationaler Organisationen zu gewährleisten», und führt eine «besondere Regelung der Beziehungen auf dem Finanzmarkt und der Unternehmensbeziehungen» ein.
Der russische Präsident Wladimir Putin unterzeichnete dieses Bundesgesetz am 14. März. Zum gleichen Zeitpunkt hatte Swiss Re, einer der grössten Rückversicherer der Welt, bekanntgegeben, dass man sich an die geltenden Sanktionen halte, die gegen Russland und Weissrussland ergriffen worden seien. Daher zeichne Swiss Re weder mit russischen noch mit weissrussischen Kunden Neugeschäft und erneuere auch keine auslaufenden Kontrakte - unabhängig davon, ob sie direkt sanktioniert worden seien oder nicht. Bestehende Geschäftsbeziehungen würden überprüft.
Swiss Re reihte sich damit in eine wachsende Liste von Rückversicherern und Maklern ein, die beschlossen haben, ihre Verbindungen zu dem Land abzubrechen, darunter die drei grössten Makler der Welt, Marsh McLennan, WTW und Aon.
Die Hannover Rück, einer der vier grossen europäischen Rückversicherer, gab vergangene Woche bekannt, dass sie das Neu- und Erneuerungsgeschäft in Russland auf Eis gelegt hat, während der italienische Versicherer Generali zu den ersten gehörte, die ihre Beziehungen zu dem Land abbrachen.
Da andere Unternehmen die Lage in der Ukraine bewerten, die sich in nächster Zeit nicht zu bessern scheint, ist es wahrscheinlich, dass sich weitere Versicherer aus der ganzen Welt aus Russland zurückziehen werden. «Es könnten also schwierige Zeiten für die Versicherer des Landes anbrechen, da dieses Gesetz ihre Möglichkeiten einschränkt und das Volumen der verfügbaren und diversifizierten Rückversicherungskapazität stark reduziert», analysiert Reinsurance News.
Darüber hinaus haben die Rating-Agenturen damit begonnen, die Versicherer und Rückversicherer des Landes herabzustufen, um dem erhöhten geopolitischen, wirtschaftlichen und finanziellen Systemrisiko Rechnung zu tragen.
In dem Bemühen, die Auswirkungen auf die Risikotransferbranche des Landes abzumildern, kündigte die russische Zentralbank Anfang März eine beträchtliche Erhöhung des Kapitals der Russian National Reinsurance Co. von 600 Mio. US-Dollar auf 2,57 Mrd. USD an, wodurch das Volumen der verfügbaren Kapazität erweitert wird und inländische Unternehmen mehr Risiken innerhalb Russlands rückversichern können. (hzi/mig)