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Entstehungsumstände
Rezeption
Aargau. Im Laufe des Winters soll eine umfangreiche Propaganda-Aktion durchgeführt werden. Es ist vorgesehen, in allen grösseren Gemeinden des Kantons den Werbe-Film des Eidg. Turnvereins laufen zu lassen. Unsere Kommission stellt für den ganzen Turnus einen Plan auf, sichert sich für die Dauer der Aktion eine Kopie des Films und einen Operateur, hält Referenten zur Verfügung und übernimmt die allgemeinen Organisationskosten. Sonst aber haben die Turnvereine, auf deren tüchtige Mitarbeit gerechnet wird, für die Auslagen aufzukommen. An der Hauptversammlung, die am 23. Oktober in Gränichen stattfindet, werden alle Bedingungen bekannt gegeben. Zugleich soll der Film vorgeführt werden, damit sich die Sektions-Vertreter vom Nutzen einer solchen, den ganzen Kanton umfassenden Demonstration für das Turnen überzeugen können. (Schweizerische Turnzeitung, 14.10.1927, S. 614)
Was uns Adliswiler am meisten interessieren wird: unsere wackeren Turner am Kant. Turnfest in Töss an der Arbeit. (Einges. im Der Sihlthaler, 30.7.1927)
Turnverein Adliswil an der Arbeit am Zürcher Kantonalturnfest in Töss (eigene Aufnahme) (Der Sihlthaler, 30.7.1927)
6. Zum Schlusse der Tagung wurde der Propagandafilm des Eidg. Turnvereins vorgeführt, der vollen Anklang fand. (Schweizerische Turnzeitung, 4.11.1927, S. 652)
Aargau hat eine Kopie erworben, Basel-Stadt sieht eine Vorführung zusammen mit einem Sportfilm vor. Hat schon Reise von Verein zu Verein angetreten. Sollte aber nicht nur an Unterhaltungsabenden, sondern auch an Vortrags- und Werbeabenden dienen.
Kuhn macht etwas Druck, die Vereine haben eine gewisse Pflicht, es sei umfangreiche Vermietung nötig, um dem Ersteller die Selbstkosten zu sichern (...) (Schweizerische Turnzeitung, 17.2.1928, S. 99)
Produktion
Bereits im Jahresrückblick 1926 beschäftigte sich der H.Kuhn, Leiter der Propagandakommission des ETV. mit dem Projekt eines Films zu Werbezwecken. Daraus entstanden schliesslich Leuzingers "ETV-Revuen".
1927
Der Presse- und Propagandadienst im Jahre 1926.
(…) In der bildlichen Propaganda standen vor allem im abgelaufenen Jahre die beiden Festfilme von Genf und Langenthal, die auch in diesem Winter eine rege Nachfrage erfuhren. Man wird darauf bedacht sein, für den Winter 1927/1928 eine besondere Film-Revue zusammenzustellen, welche alles Wesentliche aus unserem Vereinsturnen, auch die komische Seite, berücksichtigt. Der Film ist momentan entschieden das beste Propagandamittel, nur fehlt es uns noch an genügendem Material und an einer Organisation, um recht intensiv und wirksam einzugreifen. Filme schweizerischen Ursprungs aus dem Gebiete der Körperkultur sind ausser den bekannten Festfilms keine vorhanden, sie müssen erst geschaffen werden, und für ausländische Sujets ist nur beschränktes Interesse vorhanden. Andererseits sind unsere Verhältnisse zu klein und können deshalb kein geschäftliches Interesse erwecken. Wollte der Eidg. Turnverein einigermassen nach dieser Richtung Grösseres leisten, so würde dies ganz erhebliche Mittel erfordern. Das hat die Aufnahme des Festfilms in Genf gezeigt. Und nicht nur um solche kann es sich handeln, sondern wir sollten Filme für Lehrzwecke, für Demonstrationen etc. haben. Aufnahme- und Vorführungsapparate sind teure Instrumente und vor allem entbehren wir einer Zeitlupe, die wiederum für unsere Verhältnisse eine teure Geschichte ist. So müssen wir uns nach der Decke strecken und dasjenige zu erreichen suchen, was im Bereich der Möglichkeit liegt. Leider ist die ganze Kinoindustrie zu sehr auf das Sensationelle eingestellt, um für Reales, wie unser Turnen, Interesse zu finden. Wohl besitzt die Filmstelle der Deutschen Turnerschaft eine Reihe von Films, die einiges Interesse für uns bieten würden, aber sie sind in der Zeit, wo wir sie wünschen möchten, dort derart begehrt, dass sie kaum erhältlich sein werden, ganz abgesehen davon, dass die Bevörderung und die Zollformalitäten eben mehr Zeit als im Lande selbst beanspruchen. Immerhin sind wir gerne bereit, den Verkehr zwischen Interessenten und der Film-Stelle, Allemania-Film, G.m.b.H., Berlin, zu besorgen. Auch im Filmwesen könnte eine Zusammenarbeit mit dem Schweiz. Turnlehrerverein Nützliches leisten. Unsere Lichtbildersammlung begegnet wegen der Films keiner grosse Nachfrage, trotzdem haben wir vom Turnfest Genf das wenige Gute gesammelt. (…) Nun befinden wir uns im Jahre der Kantonalturnfeste. Jede Kommission wird rechtzeitig dafür eintreten, dass eine planmässige Propaganda, welche in Wort und Bild Interesse und Sympathien erweckt, durchgeführt wird. Die Aufnahme eines Festfilms kann ebenfalls erwogen werden, sofern das Fest einen so grossen Interessenkreis umfasst, dass man bei seiner Verfilmung auf die Kosten kommt. Diese Frage bedarf einer gewissenhaften Prüfung. (…) H. Kuhn. (Schweizerische Turnzeitung, 4.2.1927, S. 76-78)
ETV Propagandakommission besprach im Feb. 1927 die Erstellung einer Film-Revue pro 1927, Gesamtlänge 1350m. (Schweizerische Turnzeitung, 17.2.1928, S.99)
Film-Revue 1927. Nachdem sich der Genfer Film bei den Vereinen so grosser Nachfrage erfreute, entschloss sich die Propagandakommission für die Werbetätigkeit auf das kommende Eidgenössische Turnfest hin eine Film-Revue erstellen zu lassen. Diese sollten Bilder aus dem gesamten Turnwesen, der diesjährigen Kantonalturnfeste usw. enthalten. Bereits im letzten Jahre wurden an einigen Bezirksfesten Aufnahmen gemacht. Es zeigten sich dabei aber mancherlei Schwierigkeiten technischer, finanzieller oder anderer Natur. Ebenso fehlte in mancher Beziehung die Unterstützung. Wenn man bedenkt, welche Mittel im Auslande für die Erstellung von Filmen zur Verfügung stehen, – sie gehen für einzelne Filme in die Hunderttausende, ja in die Millionen – so mutet es einen als Kinderspiel an, wenn der Eidg. Turnverein für einen Film Fr. 1000 auswirft, wie es beim diesjährigen der Fall ist, dessen Kosten mit den Aufnahmen und der Entwicklung fast das Dreifache ausmachen, von den vielen teuren Kopien für die Vermietung nicht zu reden. Glücklicherweise haben wir in Hrn. Willy Leuzinger in Rapperswil einen Turnfreund, mit dessen Hülfe wir mit geringen Mitteln Propaganda treiben können. (...) Die Behörden des Eidgen. Turnvereins wie die Abgeordnetenversammlung wissen den Wert des Films zu schätzen und werden mit den Mitteln nicht zurückhalten, wenn dies das Budget erlaubt und auch die Erfahrungen gesammelt sind. Für den diesjährigen Film wurden etwa 2000 m aufgenommen, die fast durchwegs gut ausgefallen sind. Überall war bei den Festen derselbe Wunsch, dass mehr gefilmt werde und es war schwer, angesichts der schönen Leistungen Nein zu sagen. Es geschah mit der sichern Gewissheit, dass es ausgeschlossen sei, einen so grossen Film rollen zu lassen. So mussten von den Aufnahmen etwa die Hälfte unberücksichtigt bleiben, wahrlich keine angenehme Aufgabe für diejenigen, welche die Auswahl zu treffen hatten. Dieselbe Erscheinung wie bei den Aufnahmen. Nun umfasst der Film 7 Kantonalturnfeste, 2 Bezirksturnfeste, das Jugendfest St. Gallen, den Eidgen. Kunstturnertag, den Leichtathletentag Oerlikon, den Nordostschweiz. Schwingertag Rapperswil (worüber ein ganzer Film vorrätig ist), die Akrobatengruppe Wipkingen, Pyramiden von Schaffhausen mit Karl Haug als Leiter, solche von Rapperswil mit Willy Leuzinger als Oberturner. Dann sehen wir im Film auch Bilder bekannter Turner usw. Der Film wird 3 Akte umfassen und bietet eine schöne Sammlung turnerischer Arbeit. Er wird überall Freude und Begeisterung für unsere Sache auslösen. Weil bekanntlich die Kinos an solchen Filmen idealen Charakters wenig Interesse haben, sondern dem Sensationellen den Vorzug geben, so ist es Sache der Vereine, den Film in ihren Kreisen zu zeigen. Er ist ein gutes Propagandamittel für das Eidgen. Turnfest und wird auch sonst für das Turnen werben. Der Mietpreis beträgt Fr. 30, was in Anbetracht der beträchtlichen Erstellungskosten bescheiden ist. Der Film steht von nun an den Vereinen zur Verfügung und ist zu erwarten, dass mit Hilfe desselben recht schöne Werbeabende durchgeführt werden können. Daneben sind auch noch der Genfer Film und derjenige von Langenthal (Meisterschaftswettkämpfe) erhältlich. Wegen der Miete wende man sich an die Firma Willy Leuzinger in Rapperswil. (Schweizerische Turnzeitung, 14.10.1927, S. 627-628)