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18.09.2023
von Gabriel Christen
Am diesjährigen 11. September jährte sich der brutale Militärputsch von 1973 zum fünfzigsten Mal. Die Wunden in der chilenischen Bevölkerung sind noch immer tief spürbar. Victor Jara war einer der ersten Märtyrer in der neuen Militärdiktatur und verlor sein Leben nur wenige Tage nach dem Putsch. Dennoch, selbst fünfzig Jahre nach seinem Tod, ist die Stimme von Victor Jara keineswegs verstummt. Seine Lieder, die sich gegen Unterdrückung und Kolonialismus aussprachen und für eine freie, solidarische Gesellschaft eintraten, dürfen bei keinem politischen Protest fehlen. Straßen, Schulen und sogar ganze Himmelskörper werden heute nach dem chilenischen Musiker und Aktivist benannt.
Plegaria a un Labrador wurde am 1. Januar 1971 veröffentlicht.
In seinem wohl ambitioniertesten Album, El derecho de vivir en paz (1971, übersetzt "Das Verlangen, in Frieden zu leben"), strebte Jara eine breitere musikalische Palette an als in seinen vorherigen Veröffentlichungen. Dies gelang ihm unter anderem durch die Zusammenarbeit mit der legendären chilenischen Folk-Rock-Band Los Blops. Das Album entstand während einer kreativen Blütezeit in Jaras Karriere. Zu dieser Zeit, nach der demokratischen Wahl von Salvador Allende im Jahr 1970, erlebte Chile erstmals eine sozialistische Regierung. Als überzeugter Marxist unterstützte Jara den neuen Präsidenten bei Benefizkonzerten und politischen Kundgebungen. In dem Song "Abre la Ventana" singt er über das veränderte politische und soziale Klima in Chile unter Allende.
"María, öffne dein Fenster,
Und lass die Sonne scheinen
in jede Ecke
deines Hauses.
Maria, schau nach draußen,
Unser Leben ist nicht dazu da
Um es mit Schatten zu umgeben
und Traurigkeit zu umgeben."
Abre la Mentana wurde am 1. Januar 1971 veröffentlicht.
Der Titeltrack des Albums ist eine bewegende Anti-Kriegsballade. In El derecho de vivir en paz singt Victor Jara gegen die US-Intervention im Vietnamkrieg an. Heute jedoch hat das Lied seine ursprüngliche Bedeutung verloren und ist zu einer Ballade über das tragische Schicksal Chiles geworden. Das Land wurde nur zwei Jahre später selbst zum Opfer brutaler anti-kommunistischer Gewalt. Unterstützt von den USA stürzte General Pinochet im Jahr 1973 den Regierungspalast und erklärte sich selbst zum Alleinherrscher Chiles.
El Derecho de Vivir en Paz wurde am 1. Januar 1971 veröffentlicht.
Mehr über Victor Jara erfährst du in dieser Ausgabe Intravinyl.
Mehr tolle Klassiker findest du in unserer Playlist.