Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/117953

<h2>SubmittedText<h2><p>Seit der Schaffung des Kantons Jura und der Treuebekundung des Südjura gegenüber dem Kanton Bern haben sich die Fronten verhärtet, und die Wunden sind noch nicht vernarbt; dies trotz des Versuchs, einen gewissen Dialog und eine pragmatische Zusammenarbeit zu pflegen.</p><p>Der Vorschlag einer Teilung der Hoheit und die Schaffung eines Kantons mit sechs Gemeinden finden nur wenig Anklang; zu gross ist die Angst vor einer Sezession des Südens sowie vor einem Wiederaufleben alter Hassgefühle. Der Bundesrat könnte den Versöhnungsprozess - wozu gehören würde: die legitimen und unterschiedlichen Standpunkte und Kämpfe des Gegners anerkennen, sich seine Fehler eingestehen, um Verzeihung bitten, etwas Neues schaffen im gegenseitigen Respekt - an die Hand nehmen und zum Ziel führen, um den nationalen Zusammenhalt zu stärken. Was hält ihn davon ab, sich einzuschalten?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat hat mit den Regierungen der Kantone Bern und Jura die Vereinbarung vom 25. März 1994 betreffend die Institutionalisierung des interjurassischen Dialogs und die Bildung der Interjurassischen Versammlung (IJV) unterzeichnet. Im Rahmen der tripartiten Jurakonferenz trifft die Vorsteherin des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements als Vertreterin des Bundesrates im Juradossier die Delegationen der Regierungen der Kantone Bern und Jura, um insbesondere die Arbeiten der IJV zu begleiten und allenfalls die nötigen Impulse für die Weiterführung des interjurassischen Dialogs zu geben.</p><p>Nach Ansicht des Bundesrates hat der vom Interpellanten gewünschte Versöhnungsprozess mit der Unterzeichnung der Vereinbarung vom 25. März 1994 und der Schaffung der IJV begonnen. Der interjurassische Dialog hat bereits Früchte getragen. Dies zeigen die Qualität der Arbeiten der IJV und die gelöste Atmosphäre, in der die Überlegungen zur institutionellen Zukunft der Juraregion stattgefunden haben.</p><p>Der Bundesrat will seine Vermittlungen im Rahmen der tripartiten Konferenzen fortführen, zusammen mit den Regierungen der Kantone Bern und Jura. Er vertraut voll in die Fähigkeiten der IJV und der beiden Regierungen, die gemeinsamen Überlegungen gelassen und konstruktiv weiterzuführen.</p>  Antwort des Bundesrates.