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Kijirō Nambu – der Konstrukteur
Die wohl erfolgreichste japanische Ordonnanzwaffe ist Kijirō Nambu’s Pistole vom Typ 14. Sie wurde im Zweiten Weltkrieg viel benutzt und ist heute ein ernstzunehmendes Sammlerstück. Der Konstrukteur Kijirō Nambu wird mit mindestens einem halben Dutzend verschiedener Maschinengewehre, der Arisaka-Gewehrserie, einer Maschinenpistole und vier Pistolen in Verbindung gebracht, die im Kaiserreich Japan in Dienst gestellt wurden. Nambu, ein General der kaiserlichen japanischen Armee, wird aufgrund seiner produktiven Waffenkonstruktionen oft als der “John Browning Japans” bezeichnet. Der Typ 14, selbst eine vereinfachte Aktualisierung von Nambus eigener Typ-A-Pistole, wurde in den letzten Tagen des Generals entworfen und erstmals 1926 vom Chigusa-Arsenal für den Dienst in der kaiserlichen Armee produziert.
Die Nambu Typ 14 ist eine Pistole mit Schlagbolzenschloss und ähnelt äusserlich ein wenig den Parabellum-Pistolen von Georg Luger, verwendete aber eine komplett andere Mechanik.
Während japanische Unteroffiziere eine Pistole als Seitenwaffe erhielten, mussten die Offiziere ihre eigene Pistole über den Kaikosha-Verein kaufen. Viele entschieden sich daher für in Europa hergestellte Pistolen von FN, deutsche oder spanische Produkte, da sie die Pistolen selber zahlen mussten. Zwar liegen keine genauen Produktionsdaten vor, doch wurden bis in die letzten Tage des Zweiten Weltkriegs schätzungsweise 400’000 Exemplare des Typs 14 von Chigusa, Tokyo Arsenal, Nagoya Arsenal, Kokura Arsenal und Kokubunji produziert.
Die Nambu nach Kriegsende
Obwohl das Kriegsende in Japan so etwas wie ein Todesurteil für japanische Waffen war – viele wurden während der Entwaffnung Ende 1945 zerstört oder einfach ins Meer geworfen – kamen Tausende von Nambus mit GIs, Marines und Matrosen auf dem “Zauberteppich” ausser Landes und meistens in die USA. Als Souvenir, das wenig Platz in einem Seesack beanspruchte, war es die ideale Kriegstrophäe.
Eines dieser Kriegssouvenirs wurde von Bill Ruger als Inspiration für die Pistole verwendet, die schliesslich zu seiner Ruger Standard- oder Mark I .22lr-Pistole wurde. Man kann den Einfluss der Nambu-Serie in dieser sehr amerikanischen Pistole gut erkennen.
Da die Produktion 1945 endete und es keine Quelle für neue Teile gibt, sind die Nambus oft in einem ziemlich schlechten Zustand. Das, zusammen mit der Tatsache, dass Munition schwer zu finden ist, hat diesen Waffen in den letzten Jahren den Ruf eingebracht, unzuverlässig zu sein. Verglichen mit militärischen Pistolen wie der Luger und der P.38 – die leicht verfügbare Munition verschiessen, in Millionen Stückzahlen hergestellt wurden und zusätzlich zu den für den Kriegseinsatz hergestellten Waffen weiterhin kommerziell produziert werden – wird der Typ 14 Nambu heutzutage im Allgemeinen nicht als “Schützenwaffe” betrachtet. Sie sind jedoch ein solides Sammlerstück mit einer Geschichte. Das kommt nie aus der Mode.