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Kapelle St. Jost
Die Kapelle wird erstmals im Jahr 1362 erwähnt und zwar in einem Ablassbrief (s. unten). In dieser Zeit dürfte die Kapelle gebaut worden sein, auf einem Grundstück, das der damalige Pfarrer gekauft hatte. Eine Glocke trägt die Zahl 67. Die Altarweihe wurde vor 1383 vorgenommen. Die Kapellweihe ist im Jahr 1398 dokumentiert.
Die Kapelle des 14. Jahrhunderts darf man sich mit einem flachen Schindeldach und einer horizontalen Holzdecke im Innern vorstellen. Die Aussenwände bis zur Traufe sind seit der Bauzeit bis heute unverändert. Die Ausmasse von 16 x 8 m - grösser als die damalige Pfarrkirche - lassen sich nur durch das starke Aufkommen von Pilgerströmen Richtung Einsiedeln und auf dem Jakobsweg erklären.
Im 16. Jahrhundert ist im Umfeld der Reformation das Pilgern kaum mehr ein Thema. Um 1600 nimmt sich die Familie Hegner samt Verwandschaft dem Gebäude an und macht daraus sozusagen eine Familienkapelle. Neue Fenster und Türen werden angebracht, ein neuer Dachstuhl aufgesetzt, die Empore eingebaut, die gotischen Malereien überkalkt und Bilderzyklen mit dem Leben des St. Jost und des Bruder Klaus, aufgemalt.
Mindestens seit dieser Zeit gehört der gotische Flügelalter zur Ausstattung. Das ursprüngliche Mittelfenster im Chor, hinter dem Altar, wird geschlossen.
1760 wurde erneut eine Renovation vorgenommen. Die heutige, gewölbte Holzdecke samt Bildern entstand zu dieser Zeit und ersetzte die Flachdecke aus dem 17. Jh. Wahrscheinlich gelangten auch die Chorstühle samt Rückwand in die Kapelle. Der heutige Seitenaltar - aus dem frühen 16.Jh. stammend - fand ebenfalls seinen Platz anstelle eines älteren Altarschreins.
Von 1822 bis 1825, während des Baus der heutigen Martinskirche, diente die Jostenkapelle als Notkirche. 1910 erfuhr sie eine weitere Restauration, erstmals unter der eidgenössischen Denkmalpflege. Diese stand damals, noch keine 10 Jahre alt, ja in den Kinderschuhen. Das zeigt, welche Bedeutung man schon vor 100 Jahren der Jostenkapelle schweizweit beigemessen hat. 1953 und 1960 holten Restauratoren Teile der gotischen Bilder wieder hervor, so dass man die Geschichtsepochen der Kapelle heute im Neben- und Übereinander lesen kann.
Die Restaurierung von 2011/2012 war dringend nötig
Die lange und wechselvolle Geschichte hatte am Bauwerk und seiner künstlerischen Ausstattung ihre Spuren hinterlassen. Zeiten der Erneuerungen und Pflege lösten sich ab mit Phasen der Vernachlässigung. Bei den Wandgemälden lagen - durch zahlreiche, gutgemeinte Renovationen - mehrere Farbschichten übereinander, was starke Spannungen erzeugte und zu Abplatzungen führte. Auch bei den Altarschreinen und Figuren gefährdeten Risse und Farbablösungen die originalen Bemalungen. Ohne die tiefgreifenden und konservierenden Eingiffe wären in den nächsten Jahren irreversible Verluste entstanden
Um die Kapelle St. Jost in Galgenen auch für die künftigen Generationen zu erhalten, wird eine regelmässige, fachkundige Pflege notwendig sein.