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Ein Betriebssystem für den revolutionären "Memristor"-Computer soll schon nächstes Jahr veröffentlicht werden, um der IT-Gemeinde einen Vorgeschmack davon zu geben, was auf sie zukommt.
Wann HPs revolutionärer neuer Computer, schlicht aber eingängig "The Machine" genannt
, auf den Markt kommen wird, steht noch in den Sternen. HP hofft auf 2019, aber die Entwicklung eines derartig neuartigen Produkts ist mit vielen Unwägbarkeiten verbunden. Wie die 'Technology Review' des Massachusetts Institute of Technology (MIT) nun aber berichtet, plant HP schon nächstes Jahr Entwicklern eine Art Softwareversion von "The Machine" zur Verfügung zu stellen. HP möchte, so der Bericht, schon im kommenden Juni Linux++, ein OS für die kommende Maschine, fertig stellen. Gleichzeitig sollen Emulationssoftware und weitere Tools veröffentlicht werden, damit Entwickler sich bereits mit dem Betriebssystem von "The Machine" auseinandersetzen können.
Das Linux-basierte Linux++ ist allerdings noch nicht wirklich das Betriebssystem, das dereinst auf den neuen Computern laufen soll. Dieses OS, genannt "Carbon", wird von HP von Grund auf neu gebaut und soll Linux++ irgendwann ersetzen.
"Die Maschine" könnte, wenn sie dereinst verfügbar ist, einen schwindelerregenden Leistungssprung bringen, vorerst für Rechenzentrumsinfrastruktur, später für den gesamten Computerbereich. Ihre Architektur wird zwar wohl noch auf relativ konventionellen CPUs beruhen, aber der Speicher selbst und die Datenverbindung zwischen Speicher und Prozessoren werden komplett anders sein. Der Speicher wird auf den von HP bereits 2008 erstmals beschriebenen Memristoren basieren
. Memristoren sind komplett neue elektronische Bauteile. Sie sollen einerseits den Stromverbrauch senken und andererseits die Input-Output-Geschwindigkeit von Speichern drastisch erhöhen. In der Architektur von "The Machine" soll es keine Unterscheidung mehr zwischen Arbeitsspeicher und permanentem Speicher geben. Die Datenkommunikation im Computer soll zudem über optische Verbindungen statt Kupfer erfolgen.
Bestehende Betriebssysteme sind aber für die klassische Architektur konzipiert. "Ein Modell aus den Anfangszeiten der Computerwissenschaft steckt immer noch in allem drin, was seither gemacht wurde und bremst uns", erklärt dazu Kirk Bresniker, Chefarchitekt von "The Machine". Darum brauche es ein komplett neues Betriebssystem. (hjm)