Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/117832

<h2>SubmittedText<h2><p>Auf die von Nationalrat Günter gestellte Frage vom 4. Oktober 2004 bezüglich der Lagerstandorte der SNB-Goldreserven antwortete der Bundesrat, dass nicht einmal er wisse, wo die Goldvorräte genau liegen. Er fügte hinzu, dass der überwiegende Teil dieses Goldes im Inland aufbewahrt werde, der Rest in Ländern mit hoher wirtschaftlicher und politischer Stabilität. Die SNB überprüfe die geografische Verteilung ihrer Goldreserven periodisch. </p><p>Es bleibt aber offen, welche Länder derzeit als wirtschaftlich und politisch stabil angesehen werden. </p><p>Zahlreiche EU-Länder erfüllen die erwähnten Kriterien nicht mehr, auch nicht die USA, denen der Staatsbankrott droht. </p><p>Deshalb stellt sich die Frage, ob es nicht sinnvoll wäre - gerade unter Berücksichtigung der derzeitigen internationalen Situation, die im Übrigen anzuhalten droht -, die Gesamtheit der SNB-Goldreserven zurückzuholen und in der Schweiz aufzubewahren. Dabei sollen natürlich, wie dies in der Antwort des Bundesrates auf die Frage Günter festgehalten wurde, die Lagerstandorte geheim gehalten werden. </p><p>Deshalb stelle ich dem Bundesrat die folgenden Fragen: </p><p>- Liegen derzeit SNB-Goldreserven in den USA, namentlich in Fort Knox?</p><p>- Hält der Bundesrat es angesichts der aktuellen internationalen Situation nicht für angebracht, die Gesamtheit der SNB-Goldreserven in die Schweiz zurückzuholen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Antwort auf die vom Interpellanten erwähnte Frage Günter 04.5154 gilt im Wesentlichen auch heute:</p><p>1. Die Schweizerische Nationalbank überprüft die geografische Verteilung ihrer Goldreserven periodisch und passt sie den aktuellen Entwicklungen an. Sie gibt, wie andere Zentralbanken auch, die exakten Lagerstandorte des Goldvermögens aber nicht bekannt. Dafür sprechen insbesondere zwei Gründe: Erstens müsste bei einer Bekanntgabe der Standorte auch laufend über Veränderungen informiert werden, welche aufgrund der periodischen Überprüfung der SNB notwendig würden. Jede Information über einen Abzug von Gold aus einem bestimmten Land würde internationale Aufmerksamkeit erregen und könnte zu Instabilitäten an den Finanzmärkten führen. Zweitens wären auch die sicherheitspolitisch heiklen Goldtransporte kaum diskret durchführbar, wenn die Lagerstandorte öffentlich bekannt wären.</p><p>2. Der überwiegende Teil der Goldreserven wird heute im Inland aufbewahrt. Aus Diversifikationsgründen lagert die SNB aber auch einen Teil des Goldes im Ausland, unter anderem auch, weil ein rascher Marktzugang im Bedarfsfall an verschiedenen Orten möglich sein muss. Für die Aufbewahrung im Ausland kommen grundsätzlich nur Länder mit hoher politischer und wirtschaftlicher Stabilität infrage. Zudem spielt das rechtliche Umfeld - Gesetzgebung und Rechtsprechung über Immunität in Gerichts- und Vollstreckungsverfahren - eine wichtige Rolle. Diese Merkmale von Ländern können sich im Zeitablauf verändern. Die geltende Rechtslage ermöglicht es der SNB, bei der Goldlagerung sowohl dem Sicherheits- wie auch dem Diversifikationsaspekt Rechnung zu tragen.</p><p>Ob eine gänzliche Verlagerung der Goldreserven in die Schweiz im derzeitigen Umfeld opportun ist, liegt im Ermessen der Nationalbank und kann angesichts der erwähnten Restriktionen nicht detailliert beantwortet werden.</p>  Antwort des Bundesrates.