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Leonhardi Euleri Opera Omnia (LEOO)
Die Herausgabe der Werke und Briefe von Leonhard Euler liegt in den Händen der Euler-Kommission der Schweizerischen Akademie der Naturwissenschaften (SCNAT). Von den 81 ursprünglich vorgesehenen Bänden in vier Reihen sind bisher 79 erschienen und der Werkband II/27 ist im Druck. Der Abschluss der klassischen Edition in Buchform ist also absehbar.
Ein nächster grosser Schritt ist die Retrodigitalisierung der Werke von Euler (Serien I-III) und deren Verlinkung mit dem Eneström-Verzeichnis, siehe die Plattfomr Opera Bernoulli-Euler OBE. Auch der gesamte Briefwechsel aus der Serie IVA wird dort integriert. Daneben findet man gewisse Briefwechsel auch auf der Plattform BEOL.
Die Notizbücher von Euler liegen im Archiv der Russischen Akademie in St. Petersburg und sind zu einem grossen Teil unbearbeitet. Ursprünglich hätten diese in der Serie IVB der Opera omnia veröffentlicht werden sollen. Das Projekt "Euler-Heritage" sieht vor, diese Notizen zu bearbeiten und digital auf BEOL zugänglich zu machen.
Zur Geschichte der Opera Omnia
Vor gut hundert Jahren, im Anschluss an die Feiern zum 200. Geburtstag Leonhard Eulers im Jahre 1907, beschloss die Schweizerische Naturforschende Gesellschaft (SNG), dessen sämtliche Werke herauszugeben. Diese Edition wurde zunächst auf 43 Bände geplant, die gesamten Kosten auf 450'000 Franken geschätzt. Gustaf Eneström erarbeitete ein vollständiges Verzeichnis der Schriften Eulers, den sogenannten Eneström-Index, der 866 Titel umfasst. Es stellte sich jedoch bald heraus, dass der Aufwand drastisch unterschätzt worden war; das Unternehmen durchlief in den internationalen Wirren des 20. Jh. und auch finanziell schwierige Zeiten.
Von Anfang an war geplant, auch die Briefe und die Manuskripte Eulers in die Gesamtausgabe aufzunehmen. Die Serien I–III sollten die Werke Eulers beinhalten, Series IVA den Briefwechsel und Series IVB die Manuskripte.
H.-Ch. Im Hof: Die Euler-Edition. In: 300 Jahre Leonhard Euler, Uni Nova 105, 2007
Andreas Kleinert, Martin Mattmüller: Leonhardi Euleri Opera Omnia: a centenary project. Newsletter of the EMS (September 2007)
Der aktuelle Stand
Heute liegt die Herausgabe der Werke und Briefe von Leonhard Euler in den Händen der Euler-Kommission der Schweizerischen Akademie der Naturwissenschaften (SCNAT). Von den 81 vorgesehenen Bänden in vier Reihen sind mittlerweile 79 erschienen und lieferbar. Series I (Mathematik: 29 Bände) und Series III (Physik, Varia: 12 Bände) sind vollständig, von den 31 Bänden der Series II (Mechanik, Astronomie) stehen noch einer aus (II/27 zur Himmelsmechanik), der im Jahre 2021 erscheinen wird. Die Vernissage des Bandes II/26 zur Himmelsmechanik war am 22. November 2019.
In der Series IVA (Briefwechsel) sind von den 9 geplanten Bänden bisher 8 erschienen, darunter die beiden Doppelbände IVA/3 und IVA/4. Die Vernissage des neuesten Bandes IVA/8 war am 23. November 2018. Der letzte Band IVA/9 wir von einer Gruppe von Historikern unter der Leitung von Prof. Antonio Moretto (Verona) bearbeitet.
Inzwischen sind PDF-Versionen der Doppelbände IVA/4 (Briefwechsel mit Goldbach) und IVA/3 (Briefwechsel mit Daniel Bernoulli) online erschienen: IVA/4 und IVA/3. Versionen mit erweiterten Recherchemöglichkeiten und übergreifenden Indices im Rahmen der "virtuellen" Forschungsumgebung Bernoulli-Euler-OnLine werden sukzessive aufgeschaltet (siehe BEOL).
Seit 1975 erscheint die Series IVA, seit 1991 auch die andern Reihen beim Birkhäuser Verlag Basel (heute Springer International Publishing AG); auf dessen Website findet man auch einen Index mit einzelnen Inhaltsangaben.
In einem Grundsatzentscheid hat die Euler-Kommission im Jahre 2005 beschlossen, auf die Herausgabe der Manuskripte (Series IVB) in Buchform zu verzichten. Im Euler-Jubiläumsjahr 2007 wurde dann das Projekt "Euler Heritage" ins Leben gerufen mit dem Ziel, die Manuskripte digital zu erfassen, elektronisch aufzuarbeiten und der Forschung kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Es handelt sich um über 30'000 Manuskriptseiten, die zu einem grossen Teil im Archiv der Akademie der Wissenschaften in St. Petersburg aufbewahrt werden.
Zukunft
Längerfristig ist geplant, Eulers gesamtes wissenschaftliches Erbe – die gedruckten Werke, den handschriftlichen Nachlass und den Briefwechsel – auf einer digitalen Plattform mit dem Namen Opera Bernoulli-Euler (OBE) zugänglich zu machen. Auf der digitalen Editionsplattform unter dem Namen Bernoulli-Euler-OnLine steht der Forschung ein effizientes, flexibles Werkzeug zur Verfügung stellen, das aktuellen und zukünftigen Anforderungen gerecht werden soll. Eine erste Version der Plattform BEOL ist aufgeschaltet und öffentlich zugänglich.