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Die ausgeprägte Trockenheit seit Jahresbeginn hält weiter an. Die Niederschläge vom 3. Mai 2011 führten nur zu einer vorübergehenden Entspannung der Situation. Bis Anfang Mai brachte das Jahr 2011 in den meisten Regionen zum Teil deutlich weniger als die Hälfte des üblichen Niederschlages. Im Mittelland der Alpennordseite sind es 25 bis 40% des Normniederschlages. Das Niederschlagsdefizit ist im Wallis, Engadin und Teilen Nord- und Mittelbündens besonders ausgeprägt, es beträgt weniger als 20% des normalen Niederschlages.
Die nachfolgenden Karten zeigen eindrücklich, dass in allen Monaten von Januar bis April 2011 ein grossflächiges Niederschlagsdefizit vorhanden war.
Monatliche Niederschlagsanomalien (%) vom Januar bis April 2011, Referenzperiode 1961-1990.Klimakarten Schweiz
Das Niederschlagsdefizit wird auch gut ersichtlich, wenn man die bis Anfang Mai 2011 gefallenen Niederschläge mit den bis zu diesem Zeitpunkt im Durchschnitt zu erwartenden Niederschläge vergleicht. Als Beispiel ist in der folgenden Grafik die kumulative Summe der mittleren täglichen Niederschläge für die Station Zürich-MeteoSchweiz dargestellt.
Kumulative Niederschlagskurve der Station Zürich MeteoSchweiz. Die blaue Kurve zeigt den durchschnittlichen Niederschlagsverlauf eines Jahres (Periode 1961-1990). Der im aktuellen Jahr 2011 gefallene Niederschlag ist als farbige Fläche dargestellt. Fiel bis zu einem bestimmten Zeitpunkt mehr als der durchschnittlich zu erwartende Niederschlag, wird die Fläche in grün dargestellt. Unterdurchschnittliche Niederschläge sind in braun abgebildet. Im Jahr 2011 fielen in Zürich bis zum 4. Mai 123.1 mm (langjähriger Durchschnitt bis zum 4. Mai 306.8 mm).
Der Jahresbeginn 2011 im langjährigen Vergleich
Ein Blick in die Niederschlagsaufzeichnungen seit Beginn der systematischen Messungen 1864 zeigt, dass das Jahr 2011 bislang vielerorts zu den 10 trockensten Jahren gehört. Im Oberengadin und Teilen der Zentralschweiz war es sogar der trockenste Jahresbeginn.
|Station||Trockenste Periode||Jahr 2011|
|Basel||75.1 mm (1953)||136.9 mm (>Rang 10)|
|Bern||108.2 mm (1976)||111.3 mm (Rang 2)|
|Zürich||121.4 mm (1882)||123.1 mm (Rang 3)|
|Chur||72.3 mm (1996)||76. 5 mm (Rang 2)|
|Sion||15.1 mm (1883)||51.1 mm (Rang 3)|
|Engelberg||185.0 mm (2011, Rang 1)|
|Lugano||89.2 mm (1896)||203.2 mm (>Rang 10)|
|Genf||72.10 mm (1953)||107.5 mm (Rang 6)|
|Davos||98.6 mm (1996)||106.8 mm (Rang 2)|
|Säntis||274.1 mm (1918)||380.2 mm (Rang 8)|
|Segl-Maria||55.3 mm (2011, Rang 1)|
Was bringt uns das Wetter in den nächsten Tagen?
Bis am Mittwochabend ist weiterhin nicht mit flächendeckendem Niederschlag zu rechnen. Mit nachlassendem Hochdruckeinfluss und Annäherung einer Gewitterstörung von Frankreich her nimmt jedoch am Dienstag und Mittwoch das Schauer- und Gewitterrisiko vor allem in den westlichen Landesteilen und in den Bergen von Tag zu Tag zu. Die Temperaturen bleiben mit über 25 Grad noch im frühsommerlichen Bereich.
Linderung der Trockenheit in der zweiten Wochenhälfte
Am Donnerstag überquert eine Kaltfront die Alpennordseite und verursacht verbreitet gewittrige Niederschläge. Die aktuellsten Modellrechnungen sagen Niederschlagsmengen zwischen 5 und 15 mm, punktuell 25 mm voraus. Im Nachgang dieser Gewitteraktivität ist es am Freitag bereits etwas weniger warm, mit Zwischenhocheinfluss jedoch wieder freundlicher. Ein markanter Wetterwechsel mit nachhaltiger Abkühlung und verbreiteten Niederschlägen findet am Wochenende statt. Die Höchsttemperatur steigt kaum mehr auf 20 Grad, gleichzeitig werden einige Niederschläge erwartet. Die prognostizierten Mengen sind noch recht unsicher: die Dreitagessummen Samstag 14. bis Montag 16. Mai schwanken derzeit
noch zwischen Flächenmitteln von einigen wenigen Millimetern und rund 50 mm. Etwas sicherer ist die Prognose der Schneefallgrenze: sie sinkt auf der Alpennordseite vorübergehend auf 1500 bis 2000 Meter ab.
Stand der meteorologischen Information: Montag, 9. Mai 2011, mittags
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