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Verfassung und Gesetz von Burkina Faso verbieten jegliche Form der Diskriminierung, namentlich aufgrund des Geschlechts. Dennoch werden Frauen in vielfacher Hinsicht marginalisiert und diskriminiert. Mangelnder Zugang nicht nur zur Gesundheitsversorgung, sondern auch zu Bildung, zu Erwerbsarbeit und zu gesellschaftlicher und politischer Macht tragen zur hohen Müttersterblichkeit bei. Am höchsten ist diese bei Frauen, die in ärmsten Verhältnissen leben, den geringsten Bildungsstand haben und in ländlichen Regionen leben.
Zwar hat die Regierung von Burkina Faso mit Hilfe internationaler Geldgeber grosse Anstrengungen unternommen, um die Müttersterblichkeit zu senken. So werden seit 2006 - mindestens auf dem Papier - 80% der Kosten für Geburt, Notfallversorgung für Schwangere sowie Versorgung von Neugeborenen durch den Staat übernommen. Verbreitete Korruption steht der Umsetzung dieser Strategie jedoch im Wege, und die Qualität der medizinischen Leistungen lässt in vielerlei Hinsicht zu wünschen übrig.
Amnesty fordert die Regierung von Burkina Faso auf,
- im ganzen Land ein dem Bedarf entsprechendes Netz von Gesundheitszentren bereit zu stellen, ausgestattet mit den nötigen medizinischen Hilfsmitteln und mit qualifiziertem Personal;
- zu gewährleisten, dass insbesondere Frauen aus armen Verhältnissen und in ländlichen Gebieten nicht durch Hindernisse wie hohe Kosten und weite Wege davon abgehalten werden, qualifizierte Betreuung, Geburtshilfe und Notfallversorgung in Anspruch zu nehmen;
- dafür zu sorgen, dass Frauen über die erforderlichen Informationen zu Sexualität, Verhütung, Schwangerschaft und Geburt verfügen, damit sie ihre diesbezüglichen Rechte wahrnehmen können;
- allen Formen der alltäglichen Diskriminierung von Frauen einen Riegel zu schieben und die nationale Gesetzgebung dahingehend zu revidieren, dass traditionelle und religiöse Praktiken wie Kinderehen und weibliche Beschneidung, die die Gesundheit von Frauen gefährden und ihre Unterordnung verstärken, klar verboten werden.