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Nach den heftigen Protesten der vergangenen Tage haben die beiden grössten Städte Brasiliens die Preiserhöhung für den öffentlichen Nahverkehr zurückgenommen, die Auslöser der Demonstrationen waren. Der Gouverneur von Sao Paulo, Geraldo Alckmin, und der Bürgermeister von Rio de Janeiro, Eduardo Paes, teilten dies mit. Zuvor waren bereits in einigen kleineren Städten die Fahrpreiserhöhungen wieder gestrichen worden.
Die Hoffnung der Stadtverwaltungen, dass die brasilianische Bundesregierung ihnen dabei mit finanziellen Entlastungen entgegenkommen würde, zerschlug sich allerdings. Finanzminister Guido Mantega erklärte, der Staat sehe sich nicht in der Lage, die Steuern auf Leistungen des öffentlichen Nahverkehrs zu reduzieren.
Die Proteste hatten sich an den Fahrpreiserhöhungen entzündet, richteten sich später aber auch gegen Korruption, Polizeigewalt und schlechte öffentliche Dienste. Nach einem langen wirtschaftlichen Aufschwung in Brasilien wächst die Unzufriedenheit mit der Regierung. Viele Brasilianer sind besorgt, weil die Wirtschaft nicht mehr so stark wächst wie gewohnt und die Preise trotzdem spürbar steigen. So rechnet der Internationale Währungsfonds für dieses Jahr mit einem BIP-Wachstum von drei Prozent und einer Inflationsrate von rund sechs Prozent. Auch die steigende Kriminalität sorgt für Unmut.
(chb/tke/reuters)