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Bei der Mehrwertsteuer auf Vermittlungsgebühren, die Artistinnen in Abzug gebracht werden, gibt es immer wieder Unsicherheiten. Fakt ist, dass sowohl die Agentur als auch der Unterhaltungsbetrieb den Betrag versteuern müssen.
Arbeitet eine steuerpflichtige Agentur Verträge für Tänzerinnen aus, welche bei einem Cabaret angestellt sind, so stellt sie dafür eine Vermittlungsgebühr in Rechnung. Die Agentur muss diese Gebühr mit den Normalsatz versteuern (falls sie nach der effektiven Abrechnungsmethode abrechnet): Sie stellt ihre Rechnung an den Unterhaltungsbetrieb daher mit 8% Mehrwertsteuer aus.
Die durch die Agentur in Rechnung gestellten "Vermittlungsgebühren" bezahlt der Unterhaltungsbetrieb der Agentur. Natürlich kann der Vorsteuerabzug geltend gemacht werden.
Nun zieht der Unterhaltungsbetrieb die Gebühr der bei ihm angestellten Tänzerin vom ersten Lohn ab. Gemäss Mehrwertsteuerverordnung ist bei entgeltlichen Leistungen an das Personal die Steuer vom tatsächlich empfangenen Entgelt zu berechnen. Demzufolge hat der Betrieb den in Abzug gebrachten Betrag ebenfalls mit den Normalsatz (oder mit dem ihm bewilligten Saldosteuersatz) zu versteuern.
Es handelt sich um zwei Leistungsverhältnisse: Eines zwischen der Agentur und dem Unterhaltungsbetrieb und ein zweites zwischen dem Betrieb un dessen Tänzerinnen. Da es sich bei der Mehrwertsteuer um eine Allphasensteuer handelt, die auf allen Stufen erhoben wird, unterliegen beide der Mehrwertsteuer und sind daher durch den jeweiligen Leistungserbringer (Agentur beziehungsweise Unterhaltungsbetrieb) zu versteuern.