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Die Schweiz ist der grösste Goldhändler der Welt und mit ihren 5 Goldraffinerien eine feste Grösse in der mächtigen Liga der weltweiten Gold-Player.
Goldraffinerien: Vier der weltweit grössten Goldraffinerien sind in der Schweiz beheimatet. Zusammen verfügen sie über Kapazitäten, mit denen 70% der Weltproduktion an Gold verarbeitet werden kann.
Schmelzmenge: Mehr als 40-70% Prozent der globalen Goldförderung werden in den Raffinerien der Schweiz eingeschmolzen und verfeinert. Genauere Zahlen gibt es nicht, da die Branche als sehr verschwiegen gilt und teilweise durch Regierungen und Zollbestimmungen geschützt werden.
Apartheid-Gold: Die Verschwiegenheit ist unter anderem auf den Umstand zurückzuführen, dass die Schweiz früher und bis Anfang der 1990er-Jahre vor allem Gold aus dem Apartheid-Staat Südafrika importierte (damals der Hauptlieferant der Schweiz), für den damals allerdings ein internationales Embargo galt. Siehe auch: Gold Import + Export Schweiz.
Goldhandel: Bis zu 80% des globalen Goldhandels läuft über die Drehscheibe Schweiz. Darin nicht miteinberechnet ist jenes Gold, das über die Zollfreilager verschoben wird.
Exportweltmeister: Mittlerweile stellt der Gold-Export gut 25% des Gesamtwerts des Schweizer Aussenhandels dar - also mehr als die traditionellen Schweizer Exportwaren wie Uhren und Medikamente.
Inhalt:
Goldminen: In Sachen Goldförderung ist die Schweiz nur noch für Hobby-Goldschürfer interessant. Denn die letzte kommerzielle Schweizer Goldmine wurde 1961 geschlossen. Damals gab es im Kanton Tessin (TI) zwischen Sessa und Astano eine Goldader. Seither fehlen Edelmetall-Vorkommen im Schweizer Boden, die sich zur Kommerzialisierung eignen. Trotzdem stieg die Schweiz zum internationalen Goldplayer Nr. 1 der Welt auf. Stichwort: Goldhandel.
Der Goldhandel und vor allem die Goldverarbeitung zählen zu den diskreten Spezialitäten der Industrienation Schweiz. Sie ist im internationalen Goldhandel im Big Business.
Goldraffinerien: Die Goldraffinerien Pamp in Castel San Pietro, Valcambi in Balema und Argor-Heraeus in Mendrisio haben allesamt ihren Firmen-Hauptsitz im südlichen Kanton Tessin. Gemeinsam ist den drei Raffinerien ihre Nähe zur italienischen Grenze, welche nur wenige Kilometer Distanz von den Tessiner Unternehmensstandorten entfernt liegt. Zu den weiteren Schweizer Goldraffinerien zählen noch die beiden Schmelzwerke Cendres Métaux in Biel/Bienne und Metalor in Neuchatel.
UPDATE: Die Schweizerische Bundesanwaltschaft (BA) entschied, das Verfahren des schweizerischen Unternehmens für Edelmetalle Argor-Heraeus SA, das mit schmutzigem afrikanischem Gold gehandelt hat, nicht weiter zu verfolgen. Obwohl die schweizerischen Behörden bestätigten, dass Argor geplündertes Gold veredelt und somit seine Sorgfaltspflicht verletzt hat, wurde der Fall dennoch geschlossen [...] Siehe: Schließung des Falls Argor: eine „Kopf-in-den-Sand“- Einstellung.
Insgesamt sind es 5 Schweizer Goldraffinerien, die alle fünf zusammen zu den grössten und umsatzsärksten Gold-Playern in Europa und weltweit gehören.
Als Global Player in Sachen Gold steht die Schweiz in der Pflicht - sie trägt grosse Verantwortung in der gesamten Förderungs-, Verarbeitungs-, Lieferungs- und Handelskette.
Die Menschenrechtsorganisation Arbeitsgruppe Schweiz Kolumbien (ASK) und die Erklärung von Bern (EvB) fordern von der Schweizer Regierung - als internationaler Goldhändler - entsprechende Massnahmen in die Wege zu leiten und Einfluss zu nehmen, um gegen die prekären Zustände bei der globalen Goldverarbeitung in punkto Menschenrechte und Umweltschutz anzukämpfen.
Der Bund ist diesbezüglich bereits aktiv, zumindest in Peru. Das Land ist das sechstgrösste der Welt in Sachen Goldförderung. Peru ist ausserdem der wichtigste Gold-Exporteur für die Schweiz und spielt daher beim Goldimport eine tragende Rolle. Kolumbien, ebenfalls ein wichtiges Goldförderungsland für die Schweiz, fehlt auf der Liste.
Mehr Transparenz: Die Schweiz bzw. das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) hat Anfang des Jahres 2013 die Better Gold Initiative (BGI) ins Leben gerufen. Mit Hilfe dieser Better Gold Initiative soll eine verbesserte Transparenz in der Zulieferkette des Goldes angestrebt werden. Gleichzeitig sollen von den Behörden die Wege des Goldes besser nachverfolgt werden können.
Menschenrechtsverletzungen + Konfliktfinanzierung: Ein weiteres Ziel der BGI ist die Verminderung von Korruption und ein Vorbeugen vor Verletzungen gegen das Menschenrecht, sowohl was die Goldgewinnung angeht wie auch die Finanzierung von Konflikten durch Goldtransaktionen.
Der Haken: Die Schattenseite der Better Gold Initiative: Bislang existiert die BGI erst in der Betaphase (2013-2015). Leider ist sie auch nur auf Peru beschränkt, andere Herkunftsländer der Schweizer Goldimporte sind davon nicht betroffen. Es ist zu hoffen, dass der Bund hier bald nachbessert und die Better Gold Initiative auf weitere Goldexporteure ausweitet.
BGI-Gesamtbudget: 2,9 Millionen Franken (2013-2015).
In Kolumbien steht es um die Menschenrechte und das Umweltgewissen der Schweizer Rohstoffkonzerne ebenfalls sehr schlecht. Als globaler Gold-Player trägt die Schweiz für ihre Gold-Lieferanten Verantwortung. Der Bund vertagte derweil den Entscheid auf eine Ausweitung der Richtlinien frühestens auf Ende 2013.
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(Last updated: 09.08.2015, 22:08 Uhr)