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Eine Schlüsselrolle bei der türkischen Malaise spielt nach Aktar auch die fehlende Anerkennung des armenischen Genozids. Ergänzt wird der Essay von Gesprächen des Autoren mit der bekannten Soziologin Nilüfer Göle und dem Politologen Étienne Copeaux.
Über den AutorCengiz Aktar wurde 1955 in Istanbul geboren. Er studierte an der Pariser Sorbonne, wo er 1982 in den Wirtschaftswissenschaften promovierte. Danach arbeitete er für die Vereinten Nationen sowie für die Europäische Union als Ratgeber in Migrationsfragen. Zurzeit unterrichtet er an der Universität Athen.
Er war befreundet mit dem türkisch-armenischen Journalisten Hrant Dink. Nach dessen Ermordung im Jahr 1999 startete Cengiz Aktar zusammen mit weiteren Wissenschaftler:innen eine Kampagne, in der er um Entschuldigung für den armenischen Genozid bat. Die Petition wurde von mehr als 32’000 Personen unterschrieben. Ohne eine gründliche Aufarbeitung des Völkermordes an der armenischen Bevölkerung Anatoliens könne die Türkei seiner Ansicht nach nicht in Frieden mit sich selbst leben.
Cengiz Aktar hat sich eingehend mit dem Verhältnis zwischen der Türkei und Europa auseinandergesetzt. Dieses sei zeitweise von gegenseitiger Faszination, zeitweise aber auch von einer kardinalen Ablehnung geprägt. Kritik äussert der ebenso scharfsinnige wie unbequeme Analytiker in zahlreichen Büchern und Schriften immer wieder an der Doppelzüngigkeit europäischer Politiker:innen, wenn es um die Annäherung einer europäischen Türkei an die EU geht.