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Stan Wawrinka (ATP 40) machte das Duell gegen Roger Federer mit einem dramatischen, packenden 6:4, 6:7 (5:7), 7:5-Sieg über den Ungar Marton Fucsovics (ATP 31) perfekt. Wie schon in der Startrunde gegen den Briten Dan Evans wurde Wawrinka alles abverlangt. Erst nach 3:24 Stunden und mit dem fünften Matchball sicherte sich Wawrinka den Sieg.
In diesem Marathon befand sich lange Wawrinka im Vorteil, obwohl Fucsovics im ersten Satz zweimal mit einem Break (2:1 und 4:3) geführt hatte. Unter Druck packte Wawrinka aber sein bestes Tennis aus. Und er erspielte sich danach ausreichend Möglichkeiten, um die Partie in zwei Sätzen und anderthalb Stunden zu gewinnen.
Aber im zweiten Satz lief für den Romand die Partie aus dem Ruder. Wawrinka vergab zehn Breakbälle (!) und verlor den Satz schliesslich im Tiebreak. Es folgte im dritten Satz eine Abnützungsschlacht. Zum Glück für den Lausanner nützte in diesem Satz aber der Ungar seine Chancen nicht mehr. Fucsovics realisierte aus zwölf Breakmöglichkeiten nur ein Break. Das ermöglichte Wawrinka, obwohl er schon bei 5:3 die ersten drei Matchbälle nicht nützte und später den Gegner nochmals ausgleichen lassen musste, den glückhaften Sieg.
"Das war ein komplett verrücktes Spiel", meinte "Stan the Man", "aber genau solche Spiele helfen mir, wieder grosse Siege feiern zu können." Die Partie gegen Federer wird für Wawrinka zur Standortbestimmung. Wawrinka wähnt sich im Prinzip in Form. In den ersten zwei Monaten der Saison stand er schon in Doha, Rotterdam (Finalist) und Acapulco in den Viertelfinals, nachdem es ihm in der ganzen letzten Saison nur in vier Viertelfinals gereicht hatte. Aber es wäre mehr möglich gewesen: Sowohl am Australian Open gegen Milos Raonic wie in Acapulco gegen den späteren Turniersieger Nick Kyrgios trauerte Wawrinka vergebenen Chancen nach. Es mangelt Wawrinka an Effizienz - was ihm in Indian Wells in den ersten beiden Runden gegen Evans (6:7, 6:3, 6:3 in 2:12 Stunden) und Fucsovics mindestens drei Stunden zusätzliche Strapazen einbrockte.
Gegen Federer tritt Wawrinka als Aussenseiter an. Federer strotze nach dem 100. Turniersieg in Dubai vor Selbstvertrauen und sei frischer als er selber, zählte Wawrinka auf. "Aber primär geniesse ich es, überhaupt wieder hier und auf diesem Niveau spielen zu können", so Wawrinka. Vor einem Jahr hatte Wawrinka auf die US-Turniere im Frühling wegen seiner Knieverletzung verzichten müssen.
In bislang 24 Direktbegegnungen gegen Federer siegte Wawrinka erst dreimal und stets auf Sandplätzen (2009 und 2014 in Monte Carlo und 2015 am French Open). Seit Wawrinkas letztem Sieg vor vier Jahren in Paris gewann Federer bereits wieder fünfmal (und 12:3 Sätze) gegen seinen Landsmann.
Erst einmal - vor 13 Jahren in Dubai - kam es so früh wie diese Woche in Indian Wells (in den Sechzehntelfinals) zum Schweizer Duell. Das passt auch Federer nur bedingt in den Kram: "Es ist schwierig, so früh im Turnier gegen Stan antreten zu müssen. Die ganze Welt weiss, was er kann. Ich wünsche ihm, dass er möglichst schnell in der Weltrangliste wieder unter die Top 20 oder die Top 10 vorstösst."
Nichts zu lachen gab es an ihrem 29. Geburtstag für die Aargauerin Stefanie Vögele (WTA 109). Zwei Tage nach dem 6:3, 6:0 über die Weltranglistenvierte Sloane Stephens ging Vögele gegen die 18-jährige Kanadierin Bianca Vanessa Andreescu (ATP 60) in 56 Minuten mit 1:6, 2:6 unter. Vögele gelang die Resultatkosmetik erst nach einem 0:5-Rückstand im ersten und nach einem 0:4-Rückstand im zweiten Satz. Letzte Woche in Acapulco hatte mit Jil Teichmann schon eine andere Schweizerin Andreescus Überlegenheit anerkennen müssen.
Die junge Kanadierin pflügt sich derzeit durch die Weltrangliste. Vor vier Monaten kehrte sie nach einer Verletzungspause auf die Tour zurück, seither verbesserte sie sich trotz sechswöchiger Saisonpause von Platz 243 auf Position 60. Nach Indian Wells wird sie mindestens in den Bereich um Platz 50 vorstossen. Andreescu ist derzeit die jüngste Spielerin unter den ersten 60. Sie feierte in diesem Jahr schon 24 Siege (bei nur 3 Niederlagen) und besiegte nebst anderen auch Caroline Wozniacki und Venus Williams.
(sda)