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Wie die Neue Zürcher Zeitung in ihrer Ausgabe vom 3. April 2012 schreibt, hat der Schokoladehersteller Barry Callebaut nach einem äusserst bescheidenen Wachstum im ersten Quartal (mit einem Mengenplus von 2,6%) die Gangart im zweiten Vierteljahr (11,5%) spürbar erhöht und für das gesamte erste Semester eine Volumensteigerung von 6,7% ausgewiesen. Damit hat das Unternehmen nicht nur den (stagnierenden) Weltmarkt überflügelt, sondern auch zu einer Expansionsrate zurückgefunden, die sich im mittelfristig anvisierten Bereich von 6% bis 8% bewegt.
Die Wachstumsimpulse, die von den einzelnen Regionen ausgingen, waren indessen von sehr unterschiedlicher Stärke, wie ein Blick auf die Segmentdaten zeigt. Während das globale Geschäft mit Kakao-Produkten ebenso wie die in Amerika betriebenen Aktivitäten umsatzmässig um je 10% zulegten, gingen die Erlöse in Europa, dem für den Konzern wichtigsten Markt, um 3% zurück. Auch innerhalb dieses Segments traten deutliche Divergenzen zutage; einer Schrumpfung der Verkäufe in den südeuropäischen Märkten stand ein Wachstum in Osteuropa gegenüber, das zweistellige Raten aufwies.
Der Umsatzrückgang in Gesamteuropa blieb nicht ohne Konsequenzen für die Gewinnentwicklung. Die ineffizienten Prozesse und die mangelnde Kapazitätsauslastung in den südlichen Ländern führten konzernweit zu einer Belastung des operativen Ertrags und – selbst unter Weglassung des Währungseinflusses – zu einer Abnahme von 5,5%. Zur Ebit-Schmälerung trugen ausserdem Investitionen in den Vertrieb und die Verkaufsförderung bei, die vor allem im Gourmet-Geschäft vorgenommen wurden. In der Folge sank der Betriebsgewinn in Europa für sich genommen währungsbereinigt um 12%, und die Ebit-Marge verlor beinahe 2 Prozentpunkte. Das Nettoergebnis der Gruppe wurde schliesslich durch einen einmaligen Verlust in Höhe von 32 Mio. Fr. belastet, der im Zusammenhang mit der 2011 angekündigten Veräusserung des Verbrauchergeschäfts Stollwerck angefallen war.
Die in Westeuropa festgestellten ineffizienten Prozesse und der Bedarf nach strukturellen Anpassungen nach dem Verkauf von Stollwerck haben die Firmenführung dazu bewogen, unter dem Titel «Spring» ein Programm zu lancieren, das zu einer «Prozessoptimierung» führen soll. Gleichzeitig will man sicherstellen, dass die vom Unternehmen mittelfristig angestrebten Rentabilitätsziele – eine Ebit-Steigerung von 6% bis 8% pro Jahr – erreicht werden können. Das Programm wird in den nächsten zwei Jahren durchgeführt werden, soll an die 36 Mio. Fr. kosten und jährlich wiederkehrende Effizienzgewinne von mindestens 12 Mio. Fr. generieren.