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Zu einer interessanten Einsicht kommt ein Suchttherapeut aus Deutschland, der zwischen so genannten "Antirauchern" und Nichtrauchern unterscheidet. Laut Dr. Rüdiger Dahlke leiden die "Antis" unter einem emotionalem Überdruck und einem Mangel an Selbstwertgefühl. Damit haben sie im Prinzip das gleiche Problem wie Suchtpatienten.
Insgeheim beneide der Antiraucher den Süchtigen um die Möglichkeit, exzessiv zu "geniessen" und zu "sündigen", so Dahlke. Dies könne jedoch weder reflektiert noch eingestanden werden, denn das vermeintlich Falsche wolle er nicht begehren. Das erinnert stark an das Verhalten katholischer Priester im Umgang mit dem Thema Sex. Wer wundert sich also noch über "den missionarischen Eifer mit stark zwanghaften Zügen und teils verkappter, teils offen zur Schau getragener Feindseligkeit"?
Der Süchtige, so Dahlke, habe zumindest die Möglichkeit, seine Abhängigkeit von einer Substanz zu erkennen und könne sich in Folge dessen die Frage stellen, ob er professionelle Hilfe in Anspruch nehmen wolle oder nicht. Für einen Antiraucher sei das hingegen nahezu unmöglich, denn er suche die Schuld für sein Unwohlsein grundsätzlich bei anderen. Die Unfähigkeit, die eigene psychische Erkrankung zu erkennen, sei seinem Krankheitsbild immanent.