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Die Kelten
Die Eisenzeit (800 – 15 v.Chr.) ist die Blütezeit der Kelten. Ihre Vorfahren in der Bronzezeit und in der Jungsteinzeit können wir vermutlich ebenfalls als Kelten oder „Ur-Kelten“ bezeichnen, denn die Archäologie kann ab etwa 2500 v.Chr. keinerlei kulturelle Brüche mehr auszeigen. Die frühe Eisenzeit (um 800 – 450 v.Chr.) wird nach einer in Österreich als Hallstattzeit bezeichnet. Typisch sind „Fürstensitze“ auf Hügelkuppen und ausserordentliche reiche Hügelgräber, die häufig als „Fürstengräber“ bezeichnet werden. Die einfachen Bürger lebten in Dörfern im Tal und wurden in Urnen mit bescheidenen Beigaben bestattet, wie sie z.B. auf der „Schützenmatte“ in Schötz gefunden worden sind. Vom Brätt-schälleberg kennen wir bis anhin das Fragment einer Fibel (Gewandnadel) und ein Kurzschwert aus dieser Zeit, Hinzu kommen Keramikscherben und offenbar auch die Spuren von Gebäuden, die bei den Grabungen der Universität Bern freigelegt wurden.
Früheisenzeitliches Messer
Die späte Eisenzeit wird nach einer Fundstelle am Neuenburger Latènezeit genannt. Zeitlich liegt die Epoche zwischen 450 v.Chr. und der endgültigen Unterwerfung der Gebiets der heutigen Schweiz durch den römischen Kaiser Augustus im Jahre 16 v.Chr. Am Ende dieser Epoche sind grosse befestigte, beinahe stadtähnliche Siedlungen in geschützter Lage typisch. Sie können auf Hügelkuppen oder an Flussschlaufen gelegen sein. Julius Cäsar bezeichnete eine solche Siedlung als „Oppidum“.
Verbreitungsgebiet der Kelten
In den letzten 100Jahren vor dem römischen Einmarsch geht auf dem Brätt-schälleberg offenbar die Post ab. Das reiche Fundmaterial umfasst Münzen, Schmuck und zum Beispiel auch Waffen in Form von Pfeilspitzen. Ein besonders wichtiger Fund ist ein Ohrring aus Goldblech Vergleichbare Ohrringe kommen in den Hochkulturen am Mittelmeer häufig vor. Das Stück aus dem Brättschäl-leberg ist aber bis anhin einmalig nördlich des Alpenkamms. Eventuell wurde es von lokalen keltischen Kunsthandwerkern hergestellt, die ihre Inspiration von den Kulturen am Mittelmeer übernommen hatten.
Goldohrring
Am Ende der Eisenzeit, im 1. Jahrhundert v.Chr., intensivierte sich offenbar die Siedlungstätigkeit auf dem Brättschälleberg merklich. Eindeutige Belege von Gebäuden oder Befestigungen aus dieser Zeit wurden aber noch nicht gefun-den. Wir sind überzeugt, dass hier sicher eine Siedlung gelegen haben muss. Von der Grösse her ist das Gebiet an der unteren Grenze für ein „Oppidum“. Ein Adelssitz oder sonst ein befestigtes Dorf kommt deshalb eher in Frage. Das doch recht reiche Fundmaterial weist jedenfalls auf Bewohner mir einem ge-sellschaftlich hohen Status hin. Die dominante Lage am Rande des Wiggertals ermöglichte es vielleicht, Zoll- oder Schutzgelder einzutreiben, wie das später im Mittelalter gang und gäbe war.
Keltische Funde
Interessant ist ebenfalls eine Handvoll Bronzemünzen, die zusammen gefunden wurden. Ein Teil der meistens stark abgeschliffenen Münzen wurde im 1. Jahr-hundert v.Chr. im Rom geprägt. Zwei davon wurden aber im Namen von Kaiser Augustus vom Militär in der römischen Kolonie Nemausus, dem heutigen Nîmes in Südfrankreich, ausgegeben. Ob die Funde mit der römischen Invasion Helvetiens in Zusammen stehen, bleibt aber ungeklärt.