Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/220949

<h2>SubmittedText<h2><p>Die SNB, die Finma und wiederholt auch der Bundesrat warnen seit Jahren vor Überhitzungstendenzen im Immobilien- und Hypothekarmarkt. SNB wie auch der IWF befürchten negative Dynamiken infolge eines Markteintritts eines grossen Anbieters wie der Postfinance.</p><p>Wie schätzt der Bundesrat diese Befürchtungen ein? </p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat rechnet aus verschiedenen Gründen nicht mit negativen Auswirkungen auf die Finanzmarktstabilität. Der Anteil von Postfinance am schweizerischen Hypothekarmarkt wird aufgrund ihrer Grösse maximal 5 Prozent betragen. Dieser Marktanteil wird auch nicht schlagartig erreicht, sondern müsste über einen Zeitraum von mindestens zehn Jahren schrittweise aufgebaut werden. Grund dafür sind Marktopportunitäten, die verfügbaren freiwerdenden Mittel aus auslaufenden Obligationen sowie die Eigenmittelanforderungen, die Postfinance im Zusammenhang mit der Vergabe von Krediten und Hypotheken erfüllen muss. Der Aufbau dieser Eigenmittel erfolgt ebenfalls schrittweise, nach Massgabe der Ertragskraft von Postfinance. Folglich wird es durch den Markteintritt von Postfinance zu keinem Angebotsschock auf dem Hypothekarmarkt kommen, der eine unerwünschten Anheizung des Immobilienmarktes auslösen könnte. Diese Einschätzung wird von der Finanzmarktaufsichtsbehörde Finma geteilt. Abgesehen davon wäre der Ausschluss eines einzelnen Anbieters vom Hypothekarmarkt die falsche Methode, um die Finanzmarktstabilität zu gewährleisten. Dafür stehen eine Reihe von makroprudenziellen Instrumenten zur Verfügung, die für alle Anbieter von Hypotheken gleichermassen gelten und mit Erfolg eingesetzt werden, wie z. B. Belehnungsgrenzen oder antizyklische Puffer.</p>