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Beide sind Verwaltungsformen, deren Ausbildung zur Zeit noch in der Entwickelung begriffen ist, und welche je nach den örtlichen
Umständen mannigfaltige Abänderungen zulassen, so zwar, daß sich dieselben entweder mehr der Verwaltung
oder mehr der Verpachtung nähern. Bei der Anteilverwaltung wird dem Anteilverwalter das Gutsobjekt mit Inbegriff des toten
und lebenden Inventars mit der Verpflichtung überlassen, den durchschnittlichen Normalreinertrag als Zins für das Grund-
und Betriebskapital (entsprechend dem festgesetzten Pachtschilling bei der Verpachtung mit Überlieferungen)
an den Gutsbesitzer abzuführen. Für seine Thätigkeit erhält der Anteilverwalter neben einem mäßigen fixen Gehalt von
dem Mehrertrag, welcher dem über die Kapitalsverzinsung
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hinausgehenden Unternehmergewinn entspricht, die Hälfte oder auch z. B. von den ersten 10,000 Mk.
über den Normalertrag 50 Proz. und für weitere Mehrerträge nur 25 Proz.
ausbezahlt, während der Rest zur Schaffung eines Reservefonds Verwendung findet, welcher zur Begleichung von Mindererträgen
in Anspruch genommen wird, indem der Anteilverwalter dem Normalertrag gegenüber keine Garantie übernimmt
und aus dieser Ursache auch für einen etwanigen Unternehmerverlust nicht aufzukommen hat. Wenn derReservefonds den Wert des
halben oder ganzen Jahresnormalertrags erreicht hat, so tritt derselbe an Stelle der Kaution zur Sicherstellung des Normalreinertrags
bei der Gewährverwaltung, womit der Übergang zu dieser gegeben ist.
Der Anteil- und Gewährverwalter erhält dagegen vollständige Freiheit, solche Betriebsorganisationen einzuführen, welche
ihm zur Erreichung der höchsten Rente am passendsten dünken, die Konjunkturen im Kauf und Verkauf ohne Einholung einer
gutsherrlichen Genehmigung ausnutzen zu können, und das Recht, das erforderliche Hilfspersonal nach eignem Ermessen aufnehmen
und entlassen zu können. Am Schluß des Rechnungsjahrs wird nach der Eingangs- und Ausgangsinventur, der Abschreibung der
vereinbarten Amortisationen und der Rechnungsgebarung der bilanzmäßige Erfolg oder Verlust des abgelaufenen Wirtschaftsjahrs
ermittelt und auf Grund deren der Anteil des Verwalters am Unternehmergewinn oder der von diesem zu leistende
Ersatz berechnet.
Dem kapitalschwachen Landwirt wird mit der G. die Möglichkeit geboten, eine Unternehmung auf eigne Rechnung und Gefahr
zu übernehmen, während für den Gutsherrn gegenüber der Verpachtung die Möglichkeit gegeben ist, an der Steigerung des
Reinertrags teilzunehmen und dabei über sein Eigentum mehr Herr zu bleiben. Nachteile sind die Schwierigkeit der Aufstellung
eines zutreffenden Normalertragsanschlags und der Umstand, daß die Wirkung von Unterbilanzen, besonders am Beginn einer G.,
in allen Konsequenzen an der Hand
[* 4] thatsächlicher Verhältnisse noch nicht genügend geklärt und erprobt worden
ist.