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Es ist möglich, die weltweite Stromerzeugung bis zum Jahr 2050 auf erneuerbare Quellen umzustellen. Das ist das Ergebnis einer Studie der Lappeenranta University of Technology (LUT) in Finnland und der internationalen Energy Watch Group, die dieses Jahr am Rande der Klimakonferenz in Bonn vorgestellt wurde. Die Wissenschaftler haben die weltweite Stromerzeugung bis zum Jahr 2050 simuliert.
Das Ergebnis: Im Jahr 2050 könnte der Strombedarf zu einem grossen Teil durch Photovoltaik (69 Prozent) gedeckt werden, gefolgt von Wind (18 Prozent), Wasser (8 Prozent) und Bioenergie (2 Prozent). Bis zum Jahr 2030 werde dabei erst einmal die Windenergie stark anwachsen, so die Forscher. Danach werde die Solarenergie konkurrenzfähiger. Besonders wichtig sei der Ausbau von Speichertechnologien, die Mitte des Jahrhunderts rund 30 Prozent des Strombedarfs decken könnten. Batteriespeicher könnten dabei als kurzfristige Speicher fungieren, während Gas aus Power-to-Gas-Anlagen für die langfristige Speicherung geeignet sei.
Die Wissenschaftler rechneten für ihre Studie damit, dass die Weltbevölkerung auf 9,7 Milliarden anwächst und der Stromverbrauch von rund 24.000 Terawattstunden im Jahr 2015 auf fast 49.000 Terawattstunden im Jahr 2050 ansteigt.
“Die Energiewende ist nicht länger eine Frage von technologischer Umsetzbarkeit oder wirtschaftlicher Rentabilität, sondern eine Frage des politischen Willens”, sagte Christian Breyer, Hauptautor der Studie und Professor für Solarwirtschaft an der LUT. Eine komplette Dekarbonisierung sei sogar kostengünstiger als das heutige Stromsystem. Ausserdem würden durch die Wende bis 2050 weltweit 36 Millionen Arbeitsplätze geschaffen – 17 Millionen mehr als heute.
“Es gibt keinen Grund auch nur einen weiteren Dollar in fossile oder nukleare Energiegewinnung zu investieren”, sagte der Präsident der Energy Watch Group Hans-Josef Fell. Er forderte, alle Investitionen in Stromerzeugung mit Kohle, Kernkraft, Erdgas oder Erdöl sofort einzustellen. Fell war als Bundestagsabgeordneter der Grünen einer der vier Urheber des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG).
Das EEG wird in der Studie denn auch als eine der erfolgreichsten Methoden bezeichnet, die Erneuerbaren zu fördern – allerdings nur mit festen Einspeisevergütungen. Ausschreibungen solle es nur für Anlagen mit einer Kapazität über 40 Megawatt geben. Damit ihre Zukunftsvision wahr wird, fordern die Wissenschaftler zudem, alle staatlichen Subventionen für fossile Brennstoffe und Atomenergie abzuschaffen und den Emissionshandel durch CO2-Steuern zu ersetzen.
Quellennachweise:
- https://www.lut.fi/web/en
- http://energywatchgroup.org/us/