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|NEWS - Meldungen|
12.07.2001 USA
Aus eigens gespendeten Samen- und Eizellen Embryonen für Forschungszwecke gezeugt!
Ethik dieser Forscher ist auf "Sandkastenniveau" gesunken
Gemäss eines Abstracts der Fachzeitschrift 'Fertility & Sterility', das im Dezember 2000 herausgekommen ist, sind in den USA am Jones Institute for Reproductive Medicine zwecks Produktion von embryonalen Stammzellen eigens dafür gespendete Samen- und Eizellen verwendet worden. Es wurden also speziell für diesen Zweck Embryonen gezeugt. Im Zusammenhang mit der Diskussion über die ethische Zulässigkeit der Produktion von embryonalen Stammzellen haben bisher die Forscher jeweils bekräftigt, es würden lediglich sogenannte überzählige Embryonen, die jeweils bei der Behandlung unfruchtbarer Paare bei der In-vitro-Fertilisation entstehen, verwendet.
Durch einen ausführlicheren Artikel im Juli 2001, der ebenfalls in 'Fertility & Sterility' erschien, wurde nun bekannt, dass in den USA schon 1997 eigens Männer und Frauen zwecks Spende von Samen- bzw. Eizellen ausgesucht worden seien. Insgesamt sind 162 reife Eizellen befruchtet worden, was dann zu 50 Embryonen im Blastozyststadium führte. Daraus konnten schliesslich drei Stammzelllinien hergestellt werden.
Die Spenderinnen und Spender erhielten Entschädigungen. Die Männer erhielten 50$ und die Frauen 1500 bis 2000$. Diesen Weg beschritten die Forscher, um mit deren Zustimmung "Material von jungen, gesunden Spendern" zu erhalten. Ganz klar halten sie fest, dass dabei niemals die Erzielung einer Schwangerschaft intendiert war.
Die Forscher erhielten für ihr Vorhaben die Zustimmung des EVMS Institutional Review Board und des Jones Institute Ethics Committee. Dies bestätigt einmal mehr die fragwürdige Funktion von Ethikkommissionen, die sich mehr auf das Absegnen von Forschungsprojekten als auf die Ethik konzentrieren. Der Schlussfolgerung der Forscher ist im erwähnten Abstract zu entnehmen, dass sich ihre Ethik auf einem sehr niedrigen Niveau bewegt, die man mit Fug und Recht als "Sandkastenethik" bezeichnen könnte:
"Diese Resultate zeigen, dass die künftige Produktion von menschlichen embryonalen Stammzellen für den therapeutischen Gebrauch mit gespendeten Gameten möglich ist. Vor Beginn dieser Studie wurde über verschiedene ethische Fragen nachgedacht; dabei bestand unser Ziel darin, uns zu versichern, dass beide, Ei- und Samenspender schon vor ihrer Teilnahme das Wesen und das Ziel dieser Forschung verstanden."
Lanzendorf S.E., Boyd C.A., Wright D.L., Muasher S., Oehninger S., Hodgen G.D., Use of Human Gametes Obtained from Anonymous Donors for the Production of Human Embryonic Stem Cell Lines: Fertil Steril 76 (2001) 132-137.
Vgl. Lanzendorf S.E., Boyd C.A., Wright D.L., Muasher S.J., Oehninger S.C., Hodgen G.D., The Use of Gametes Obtained from Anonymous Donors for the Production of Human Embryonic Stem Cell (ESC) Lines.: Fertil Steril 74 suppl (2000) O-045, S16-S17.
Vgl. Josefson Deborah, Embryos Created for Stem Cell Research: BMJ 323, 21. Juli (2001) 127.