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Die Biotechnologie-Firma Actelion wappnet sich gegen eine drohende Strafzahlung in den USA. Weil das US-Gericht sein Urteil im Streit zwischen Actelion und dem japanischen Konkurrenten Asahi Kasei noch nicht gefällt hat, nimmt Actelion im zweiten Quartal 2011 Rückstellungen in Höhe von 577 Mio. Dollar vor.
Diese Summe von 577 Mio. Dollar sprachen Geschworene an einem US-Gericht Anfang Mai 2011 dem japanischen Unternehmen als Entschädigung zu. Die Geschworenen am Gericht im Bundesstaat Kalifornien kamen zum Schluss, dass Actelion Vertragsbruch begangen hatte.
Nun ist noch das abschliessende Urteil des US-Gerichts erforderlich. Actelion hatte einen Antrag gestellt und darin unter anderem gefordert, dass die Schadenersatzsumme deutlich reduziert wird.
Weil das Urteil am 28. Juni noch nicht gefallen sei, nehme Actelion die Rückstellungen vor, heisst es in der Mitteilung. Actelion bekräftigte seine Haltung, dass das Urteil der Geschworenen nicht die Faktenlage widerspiegle. Das Unternehmen werde Rekurs einlegen und rechne sich dabei gute Chancen aus.
Sollte die Strafe wie von den Geschworenen gefordert 577 Mio. Dollar betragen, werde Actelion nach der Rechnungslegungsnorm US GAAP im Geschäftsjahr 2011 einen operativen Verlust machen.
In dem nicht nach US GAAP berechneten Betriebsgewinn (EBIT) werden die Folgen des Rechtsstreits gemäss Actelion nicht berücksichtigt. Dieser EBIT werde aber wegen des starken Frankens 2011 voraussichtlich tiefer ausfallen als im Vorjahr.
Streit um Medikament
Der schweizerisch-japanische Streit geht auf eine Klage zurück, die Asahi im November 2008 in den USA eingereicht hatte. Das japanische Unternehmen beschuldigt Actelion, Vertragsbruch begangen zu haben.
Konkret geht es um ein Lizenzabkommen zwischen Asahi und der Actelion-Tochter CoTherix. Diese hatte für Asahi den Wirkstoff Fasudil, der ein Medikament gegen Lungenbluthochdruck werden sollte, entwickelt. Ein entsprechendes Abkommen hatte Actelion 2007 nach der Übernahme von CoTherix aber aufgelöst, um das eigene Konkurrenzprodukt nicht zu gefährden.