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Aber er kämpfte sich zurück. Es schien, als ob er zum bereits siebenten Mal in seiner Karriere nach einem 0:2-Satzrückstand noch würde gewinnen können. Doch im Entscheidungssatz erwies sich der Kanadier Milos Raonic wieder als stärker. Nach drei Stunden und 45 Minuten nützte Milos Raonic seinen ersten Matchball zum 6:4, 6:3, 5:7, 4:6, 6:3-Sieg.
Für Stan Wawrinka war es eine der ärgerlichsten Niederlagen der letzten Jahre. Weil er gegen Milos Raonic vorher stets gewonnen hatte. Weil der Kanadier bislang an Grand-Slam-Turnieren stets enttäuscht hatte. Und vor allem, weil er in den Viertelfinals auf den Franzosen Gael Monfils, nur die Nummer 23 der Welt, getroffen wäre. Die Halbfinals wären in Griffnähe gerückt und vielleicht später ein dritter Grand-Slam-Titel.
Wawrinka scheiterte zum ersten Mal seit Roland-Garros 2014 vor den Viertelfinals eines Grand-Slam-Turniers, weil er miserabel begann. Der Romand wurde in den ersten zwei Sätzen unter Wert geschlagen. In vier seiner ersten fünf Aufschlagspielen verlor er den ersten Punkt. Schon in den ersten zehn Minuten des Spiels unterliefen ihm zwei Doppelfehler. Mit dem zweiten Aufschlag gewann Wawrinka in der ersten Stunde des Spiels weniger als 30 Prozent aller Ballwechsel. So drohte natürlich regelmässig die Gefahr eines Aufschlagverlusts. Eine halbe Stunde lang vermochte Wawrinka jeden Schaden abzuwenden, danach verlor er aber vier der nächsten sechs Aufschlagspiele. Im zweiten Satz half ihm so auch eine 2:0-Führung nichts.
Wawrinka steigerte sich. Er zeigt in der ausverkauften Rod-Laver-Arena eine starke Reaktion. Im dritten Satz gelang ihm das wichtige Break zum 6:5. Im vierten Satz reichte Wawrinka ein Break zum 3:2 zum Satzausgleich. Auch, weil Raonic in dieser Phase seine Chancen nicht nützte. Der Kanadier vergab in den Sätzen 3 (1) und 4 (6) insgesamt Breakmöglichkeiten. Im Entscheidungssatz nahm Raonic das Heft aber wieder in die Hand: Zum 4:2 gelang ihm das entscheidende Break. Wawrinka bot sich keine Chance mehr, ins Spiel zurückzufinden. Raonic gelangen 24 Asse und 32 Servicewinner, davon 7 Asse im fünften Satz.
Trotz des frühen Ausscheidens bleibt Stan Wawrinka in der Weltrangliste nach dem Australian Open die Nummer 4 der Welt.
(SDA)