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ROTES KREUZ

UND GENFER
KONVENTIONEN
Im Krieg zwischen Österreich, Sardinien und Frankreich 1859 verhielt sich die Schweiz neutral. Bei Solferino stiessen 160'000 Österreicher auf 150'000 Franzosen und Sardinier. (Mit den Alten Eidgenossen hat Solferino übrigens nichts zu tun.) Auf dem Schlachtfeld blieben unzählige Verwundete zurück, um die sich niemand kümmerte. Ihr Anblick liess dem Genfer Kaufmann Henri Dunant (1828 - 1910) keine Ruhe mehr, 1862 schilderte er seine Eindrücke in einem Buch, das starke Beachtung fand.
Zusammen mit dem Schweizer General Dufour und drei weiteren Persönlichkeiten gründete Henri Dunant ein Komittee, aus dem das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK, engl. ICRC) hervorging. Es bewegte den Bundesrat [Schweizer Regierung], eine internationale Konferenz einzuberufen. 1864 unterzeichneten 12 Teilnehmerstaaten eine Konvention [Übereinkunft] zur Milderung der "vom Krieg unzertrennlichen Übel". Als 1901 der erste Friedensnobelpreis vergeben wurde, fiel die Wahl auf Henri Dunant.
Die Genfer Konvention, der bis 1868 alle europäischen Staaten und bis heute die grosse Mehrheit aller Staaten weltweit beitraten, sieht unter anderem vor:
1929 wurde die Genfer Konvention durch eine zweite und nach dem Zweiten Weltkrieg 1949 durch eine dritte und vierte Genfer Konvention ergänzt. Letztere regeln den Schutz der Zivilbevölkerung in Kriegsgebieten.
Die Schweiz hat als Depositarstaat der Genfer Konventionen die Aufgabe, sich für deren Einhaltung besonders einzusetzen. Das Internationale Komittee vom Roten Kreuz (IKRK) besteht aus Schweizer Persönlichkeiten. Das IKRK versucht mit diplomatischen Mitteln die Einhaltung der Genfer Konvention in Krisengebieten zu erreichen und Kriegsgefangene zu besuchen. Obwohl es keine offizielle schweizerische Amtsstelle ist, sind die Schweizer stolz auf die humanitäre Funktion, die es quasi im Namen der Schweiz ausübt. Die grossen Leistungen des IKRK während und nach bewaffneten Konflikten (Betreuung von Kriegsgefangenen, Infozentrale für Angehörige) sind von den Betroffenen weltweit anerkannt.
Allerdings weht dem IKRK oft ein steifer Wind entgegen, wenn es die Einhaltung der Menschenrechte und des Völkerrechts anmahnt und dabei die USA (Haftbedingungen von El Kaida - Kämpfern) und Israel (Verletzung der Genfer Konventionen in den besetzten Gebieten) ebenso wenig auslässt wie Russland (Tschetschenien) oder China (Tibet).
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