Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03214.jsonl.gz/1562

Eine archäologische Bestandesaufnahme der Stationen Wetzikon-Robenhausen und Wetzikon-Himmerich
Mit der Entdeckung einer bedeutenden Feuchtbodensiedlung im Torfmoor von Robenhausen (1858) legte der Zürcher Oberländer Landwirt Jakob Messikommer (1828-1917) den Grundstein zu einer beispiellosen Forscherkarriere. Während seiner fast sechzig Jahre dauernden Grabungstätigkeit erforschte Messikommer diese Fundstelle und machte sie in zahlreichen Publikationen weltweit bekannt. Anhand der vielen schriftlichen Dokumente liess sich die Grabungstätigkeit Messikommers in Robenhausen in einzigartiger Weise nachzeichnen, ebenso seine Handelstätigkeit mit all den damit verbundenen Aspekten der Konservierung und Kontaktpflege. Dank verschiedener, im Rahmen einer Inventarisation der Fundstelle erhobener Daten in den 1990er-Jahren war es möglich, einen Teil der Überlieferungen Messikommers mit neu gewonnenen Felddaten zu vergleichen. Unter Einbezug der alten Grabungsdokumente, der Befunddaten und des Altfundmaterials liess sich ein grobes Bild der Siedlungsabfolge erarbeiten (Pfyn, Horgen, Schnurkeramik sowie Früh- und Spätbronzezeit). Besondere Beachtung verdient der Befund eines in situ dokumentierten Webgewichtensembles von 1999, das in Gesellschaft von fast 30 Textilfragmenten aus einer Brandschicht geborgen wurde. Verschiedene archäologische und archäobotanische Befunde deuten darauf hin, dass während der Pfyner Kultur möglicherweise ein Überschuss an Textilien produziert worden ist. Das reichhaltige Fundmaterial deckt das gesamte, bisher bekannte Spektrum an organischen und anorganischen Resten aus nordalpinen Feuchtbodensiedlungen ab. Herausragend sind die pfynzeitlichen Gusstiegel, die zahlreichen Lochäxte aus Felsgestein, die Geweihäxte sowie die Holzartefakte, unter denen sich mehrere einzigartige Geräte befinden. Ausserordentlich bedeutend sind überdies die zahlreichen textilen Funde aus den Altgrabungen. Daneben konnten die bisher kaum bekannten Funde der Feuchtbodensiedlung Himmerich am Südufer des Pfäffikersees (von Messikommer in den späten 1850er-Jahren entdeckt) gesamthaft präsentiert werden. Ausser den Funden aus den Feuchtbodensiedlungen von Robenhausen und Himmerich wurden erstmals auch die Einzelfunde aus der Umgebung des Pfäffikersees vorgelegt und miteinander in Beziehung gebracht.
Autor: Kurt Altorfer, mit Beiträgen von: Renata Huber, Kristin Ismail-Meyer, Marlu Kühn, Antoinette Rast-Eicher
Monographien der Kantonsarchäologie Zürich 41 (2010) 410 Seiten, 315 Abbildungen, 80 Tafeln Format 210 x 297 mm, gebunden, laminiert