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Am 29. Juli 1981 wird die Welt Zeugin einer vermeintlich grossen Liebe, die mit dem Jawort besiegelt wird. Prinz Charles, mit 32 Jahren der ewige Junggeselle, heiratet die erst 20-jährige Diana Spencer. Kennengelernt haben sich die beiden bei einem Jagdausflug im Jahr zuvor.
Queen Elizabeth II., 92, so heisst es, ist am Anfang begeistert von der Liaison. Auch Prinz Philip, 97, soll seinen Sohn zur Ehe mit Diana, †36, gedrängt haben. Diana sei die perfekte Frau für den künftigen Thronfolger - sie stammt aus einer der ältesten Adelsfamilien Grossbritanniens, ist protestantisch erzogen und arbeitet als Kindergärtnerin. Sie ist schüchtern, bescheiden und zurückhaltend - und entspricht aus Sicht der Royals dem Bild einer Schwiegertochter, wie man sie sich nur wünschen kann.
Im berühmten Interview mit BBC-Journalist Martin Bashir erklärte Diana 1995, dass sie ihren Ehemann liebte und dachte, sie seien ein gutes Team. «Ich wollte alles mit ihm teilen.» Nur nicht mit einer anderen Frau.
Doch Diana ahnt bereits an diesem Sommertag im Juli 1981, ihrem Hochzeitstag, dass Charles ihr nicht alleine gehört, dass eine andere Frau im Leben ihres Traumprinzen eine besondere Rolle spielt: Camilla, 71. Am Tag der Trauung soll sie ein Funken Misstrauen befallen haben. Sie entdeckt ein graviertes Abschiedsgeschenk von Charles für Camilla und hat plötzlich Zweifel. Doch ihre ältere Schwester sagt kurz vor dem Jawort zu ihr: «Du kannst nicht mehr zurück, dein Gesicht ist schon auf allen Geschirrtüchern.» Und Diana hört auf sie.
Charles' Angst vor einem Rückzieher
Auch Charles befallen vor der Hochzeit Zweifel, wie einer kurz vor seinem 70. Geburtstag veröffentlichten Biografie des Autors Robert Jobson zu entnehmen ist. Der Thronfolger soll demnach gegenüber Freunden seinen Wunsch geäussert haben, die Verlobung abzubrechen und alles abzusagen. Er habe gemerkt, dass die Hochzeit ein «massiver Fehler» sei, heisst es in der «Daily Mail», der Auszüge des Buches vorliegen. Nicht aber Camilla, die zu dem Zeitpunkt bereits verheiratet ist, soll der Grund für Charles' Zögern gewesen sein, sondern Dianas Stimmungsschwankungen und ihr Temperament. Doch die möglichen Folgen seines Rückziehers habe er als «katastrophal» bezeichnet und sich zum Jawort schliesslich hinreissen lassen.
Zu Beginn der Ehe verläuft alles noch nach Drehbuch: Diana wird schnell schwanger und bringt elf Monate nach der Hochzeit den gewünschten Thronfolger, Prinz William, 36, zur Welt. Im September 1984 folgt mit Prinz Harry, 34, der zweite Sohn - das Familienglück scheint perfekt. Doch Diana spürt und erhält schliesslich aus ihrem Umfeld die Bestätigung, dass Charles und Camilla ihren Gefühlen füreinander nachgegeben haben. Sie muss sich eingestehen: «Wir waren zu dritt in dieser Ehe - das war eine Person zu viel», sagt sie in dem BBC-Interview, in dem sie mit dem britischen Königshaus abrechnet.
Charles und Diana spielen Rollen
Trotz Krise und Affäre geben Charles und Diana in der Öffentlichkeit weiterhin ein Paar ab, das zwar seine Probleme zu haben scheint, aber sich dennoch irgendwie zusammenrauft. Diana erklärt später: «Reisten wir ins Ausland, hatten wir verschiedene Appartements und Zimmer im selben Stock. Das kam dann ans Licht - und es gab wieder Komplikationen. Doch Charles und ich hatten unsere Pflicht zu erfüllen, das war das Wichtigste. Wir waren in der Öffentlichkeit ein sehr gutes Team.»
1992 - die Queen nennt es aufgrund mehrerer privater Krisen in ihrer Familie das «Annus horribilis» - wird die Trennung des Thronfolgers und Diana schliesslich verkündet. Vier Jahre später ist die Scheidung vollzogen. Die Liebe, die 1981 mit Prunk und Pomp gefeiert wurde, erweist sich endgültig als grosse Liebeslüge.
Dianas Leben in Bildern - die Galerie:
Lesen Sie im dritten Teil: Alles über Charles' Umgang mit seinen Kindern und Enkelkindern