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Am 19. Januar 1999 kam das erste Gerät mit dem Namen Blackberry auf den Markt. Es handelte sich um einen E-Mail-Pager von der kanadischen Firma Research in Motion (RIM). Jim Balsillie, Chairman zur Zeit des Launches, erklärte, dass fast 5 Jahre Forschung und ein Investment von "zig Millionen" Dollar in dem Gerät stecken würden, wie 'The Record' anlässlich des 20. Geburtstags schrieb.
Im Jahr 2000 "überraschte" RIM Anleger mit dem Quartalsergebnis, berichtete 'Cash' damals. "Der Hersteller des Blackberry-Pagers wird nächsten Frühling das Produkt auf den europäischen Markt bringen. Das Unternehmen plant, in Europa Marktanteile im Hand-Computer-Markt zu erobern."
Und so geschah es auch, RIM eroberte den "Hand-Computer-Markt". Drei Jahre nach dem Debüt folgte schliesslich das bekannte Blackberry-Smartphone, das Push-E-Mail, Mobiltelefon, Textnachrichten, Internetfax, Webbrowsing und andere drahtlose Informationsdienste unterstützte – zunächst allerdings nur in Nordamerika.
Eine "Wundermaschine"
Von einer dem Palm überlegenen Wundermaschine schrieb 'Finanz und Wirtschaft' im Jahr 2002. Ein Jahr später war das Kultgerät schliesslich auch in der Schweiz verfügbar – zunächst für Grosskunden von Swisscom. Im Vergleich zu heute steckte die Smartphone-Technologie in den Kinderschuhen, ähnlich wie die Tech-Berichterstattung. Die 'Sonntagszeitung' etwa schrieb: "Im Gegensatz zu E-Mail-Handys muss man sich die elektronische Post nicht holen, sondern sie wird auf den Blackberry ausgeliefert. Das geschieht über einen Zentralrechner des kanadischen Herstellers RIM, der die Luftpost komprimiert (das spart Übermittlungsgebühren) und verschlüsselt."
In den Jahren danach gewann das Unternehmen rasch an Marktanteilen und "Blackberry" war praktisch ein Synonym für Manager-Gadget. Zwischenzeitlich hatte Blackberry 50% des amerikanischen und 20% des globalen Smartphonemarktes inne. Schon kurz nach dem Launch des ersten iPhones aber ging es rapide zurück. Bereits 2012 sank der US-Marktanteil unter 10%.
Bald konnte Blackberry nicht mehr mit der Smartphone-Konkurrenz mithalten. Foto: David Lindahl / Unsplash
Kunden wollten doch keine Knöpfe
Die Firma konnte nicht schnell genug auf die Innovationen der Konkurrenz reagieren. Den Touch-Screen von Apple taten die Kanadier zunächst ab, User würden die physische Tastatur bevorzugen. Später brachte Blackberry trotzdem in aller Eile ein Touchscreen-Gerät auf den Markt, das allerdings schlecht wegkam. 2012 musste die Firma erstmals einen Verlust ausweisen.
Der einstige Pionier hatte das Smartphone-Game verloren. 2016 gab Blackberry die Produktion auf, stattdessen produzierte Lizenznehemer TCL. 2020 war damit Schluss. Die Markenrechte wurden dann vom US-Startup Onwardmobility übernommen, mit dem Ziel, ein 5G-Blackberry auf den Markt zu bringen. Dies geschah allerdings nicht, die Entwicklung wurde Anfang 2022 aufgegeben.
"Does BlackBerry still exist?"
In der Zwischenzeit versuchte sich Blackberry als Software- und Services-Anbieter neu zu erfinden. Mit Humor scheinen die Kanadier den steilen Aufstieg und Fall allerdings zu nehmen. Die erste Frage des Q&A auf der Firmenwebsite lautet: "Existiert Blackberry noch?" Als Anbieter von Software und Services für Security, Endpoint-Management und sicherer Kommunikation sowie für Embedded Systems und Software-definierte Fahrzeuge bediene man Tausende von Unternehmenskunden, so die Antwort.
Für den Turnaround verantwortlich war John Chen. Er amtet seit 2013 als CEO und hat das Unternehmen von einem Hardware- in einen Business-Software-Anbieter verwandelt.