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Frage | Ich bin von meinem Ex-Mann geschieden, wir haben eine fünfjährige Tochter, die seit wenigen Wochen den Kindergarten besucht. Mein Ex-Mann bezahlt für meine Tochter Bar- und Betreuungsunterhalt. Nun hat er mich darüber informiert, dass er erneut Vater werde und seine Freundin nach der Geburt nicht mehr arbeiten könne. Ich solle auf gut die Hälfte der Unterhaltszahlung verzichten, weil er jetzt auch für den Lebensunterhalt seiner Freundin aufkommen müsse. Ich verstehe nicht, warum ich die Folgen seiner Familienplanung ausbaden soll. Muss ich mir das bieten lassen?
Antwort | Ja, Sie müssen mit einer Reduktion Ihres Unterhaltsanspruches zumindest rechnen. Das Scheidungsurteil kann bei einer erheblichen und dauernden Änderung der Verhältnisse angepasst werden. Die Geburt eines Kindes ist in der Regel ein genügender Anpassungsgrund, denn der Unterhaltsschuldner wird von Gesetzes wegen auch gegenüber seinem weiteren Kind unterhaltspflichtig. Für die Neuberechnung des Unterhaltsbeitrages muss für jeden geschiedenen Elternteil, das gemeinsame Kind und das Neugeborene eine Berechnung des Lebensbedarfs erfolgen und mit den erzielten Einkommen abgeglichen werden. Barunterhalt geht dem Betreuungsunterhalt vor. Das gilt gegenüber beiden Kindern. Sollte das Einkommen Ihres Ex- Mannes also nicht ausreichen, um die Unterhaltsansprüche der beiden Kinder vollständig abzudecken, wird jedem Kind zuerst Barunterhalt zugesprochen. Reicht das Geld noch für Betreuungsunterhalt, sind Kinder von Gesetzes wegen gleich zu behandeln, was zu einer Aufteilung der verbleibenden Ressourcen führen muss.
Rechtsfragen können gestellt werden an:
Marianne Wehrli, Rechtsanwältin, Laurenzenvorstadt 79, Postfach 4227, 5001 Aarau,
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