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Neuanstellungen und Preise
Ordentlicher Professor für Allgemeine Innere Medizin
Als Nachfolger von Ulrich Bürgi hat der Regierungsrat Drahomir Aujesky auf den 1. September zum ordentlichen Professor für Allgemeine Innere Medizin gewählt. Vom Verwaltungsrat des Inselspitals wurde er ausserdem zum Direktor und Chefarzt der Klinik und Poliklinik für Allgemeine Innere Medizin bestimmt. Drahomir Aujesky (43) ist im Kanton Thurgau aufgewachsen und hat an den Universitäten Fribourg und Zürich Medizin studiert. Nach der Promotion im Jahr 1992 arbeitete er zunächst als Assistenzarzt an diversen medizinischen Kliniken der West- und der Deutschschweiz. Seine Fachausbildung FMH Innere Medizin hat er 1999 am Universitätsspital Zürich abgeschlossen. Zwischen 2000 und 2002 war Aujesky als Oberarzt an der Klinik für Innere Medizin am Universitätsspital Lausanne tätig. Nachher folgten Forschungsaufenthalte an den Universitäten von Calgary (Kanada) und Pittsburgh (USA), wo er einen Titel als Master of Science in klinischer Forschung erworben hat. Nach seiner Rückkehr 2005 wirkte Aujesky als Leitender Arzt an der Klinik für Innere Medizin am Universitätsspital Lausanne und habilitierte sich 2006. Im Jahr 2009 wurde er zum Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Universitätsspital Lausanne und Professor (professeur associé) der Universität Lausanne gewählt. Im Zentrum seiner Forschungstätigkeit stehen patientenorientierte klinische Forschung im Bereich der Allgemeinen Inneren Medizin, und speziell der venösen Thromboembolie. Seine Forschungsprojekte werden vom Schweizerischen Nationalfonds und vom U.S. National Heart, Lung, and Blood Institute (NHLBI) der National Institutes of Health (NIH) unterstützt.
Ordentlicher Professor für Anatomie
Als Nachfolger von Peter Gehr hat der Regierungsrat Valentin Djonov auf den 1. September zum ordentlichen Professor für Anatomie gewählt. Valentin Djonov (49) ist in Vidin (Bulgarien) aufgewachsen und hat an der Universität Sofia Medizin studiert. Nach dem Staatsexamen 1987 arbeitete er als Assistenzarzt in den Bereichen Anatomie und Neurochirurgie in Sofia. 1991 wechselte er in die Schweiz, wo er zuerst klinisch tätig war. Es folgte das Doktorat am Departement Klinische Forschung der Universität Bern zur Karzinogenese (Tumorentwicklung). Nach mehrjähriger Assistenz- und Dozententätigkeit am Institut für Anatomie der Universität Bern habilitierte sich Djonov 2002 und wurde anschliessend assoziierter Professor für Anatomie, Histologie und Embryologie in Bern. 2007 wechselte er an die Universität Fribourg, wo er als ordentlicher Professor und Co-Direktor des Instituts für die Makroskopische und für die Klinische Anatomie verantwortlich war. Im Zentrum seiner Forschungstätigkeit steht die Angiogenese (Gefässneubildung) während der normalen Entwicklung und in Tumoren. Aufgrund dieser Forschungsergebnisse werden neue Therapieansätze für die Tumorbekämpfung erarbeitet.
Ordentlicher Professor für Soziologie
Der Regierungsrat hat Christian Joppke zum ordentlichen Professor für Soziologie ernannt. Er hat seine Stelle als Nachfolger von Claudia Honegger am 1. September angetreten und ist auch Mitdirektor des Instituts für Soziologie. Christian Joppke (51) ist in der Nähe von Hannover aufgewachsen und hat an der Freien Universität Berlin und in Frankfurt Soziologie studiert. Anschliessend war er ein Jahr lang Doktorand bei Jürgen Habermas. Seinen PhD in Soziologie erwarb er an der University of California in Berkeley 1989 mit einer von Neil J. Smelser betreuten Arbeit über Kernenergiekonflikte in Deutschland und den USA. Während seiner Zeit als Assistenz-Professor an der University of Southern California in Los Angeles (1990–1993) verfasste er eine viel beachtete Studie über Dissidenten in der ehemaligen DDR. Seit seinem Wechsel an das Europäische Hochschulinstitut in Florenz, wo er von 1994 bis 2002 als Associate Professor für Soziologie tätig war, beschäftigte er sich mit verschiedenen Aspekten der Einwanderung. Danach folgten zwei Jahre als «visiting fellow» an der Russell Sage Foundation in New York und als Professor für Soziologie an der University of British Columbia in Vancouver. Doch das Heimweh trieb ihn und seine Familie zurück nach Europa, wo er zunächst bis 2006 Professor für Soziologie an der International University Bremen war. Zuletzt wirkte er als Professor für Politikwissenschaft an der American University of Paris. Sein gegenwärtiges Forschungsinteresse ist der Islam im Westen.
Ordentlicher Professor für Umwelt- und Klimageschichte
Als Nachfolger von Christian Pfister hat der Regierungsrat Christian Rohr zum ordentlichen Professor für Umwelt- und Klimageschichte mit Dienstantritt am 1. September gewählt. Christian Rohr (42) wuchs in Wels (Österreich) auf und studierte an der Universität Wien Geschichte, Klassische Philologie (Latein) sowie Mittel- und Neulatein; für seine Dissertation verbrachte er 1991 mehrere Monate an der Biblioteca Vaticana in Rom. Nach der Promotion im Jahr 1995 arbeitete er zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Ludwig-Boltzmann-Institut für Stadtgeschichtsforschung in Linz (Österreich), ab 1997 als Universitätsassistent am Fachbereich Geschichte der Universität Salzburg, wo er 2007 die Habilitation für «Mittelalterliche Geschichte und Historische Hilfswissenschaften unter Einschluss der Umweltgeschichte» erlangte. Damit verbunden war die Ernennung zum ausserordentlichen Professor an der Universität Salzburg. Zudem war Rohr seit 2008 Leiter des Interdisziplinären Zentrums für Mittelalterstudien an der Universität Salzburg. Auch lehrte er als Lektor an der Universität Wien und an der Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz sowie 2002 an der Staatlichen Universität Novosibirsk-Akademgorodok (Russland). Im Zentrum seiner Forschungs- und Lehrtätigkeit stehen die Wahrnehmung, Deutung und Bewältigung von extremen Naturereignissen im Mittelalter und in der Neuzeit, die Klimageschichte des Mittelalters, Stadtgeschichte, Mittelalterrezeption, die Geschichte des Roten Kreuzes und die Didaktik der Geschichte.
Ausserordentliche Professorin für Betriebswirtschaftslehre
Als Nachfolgerin von Anja Tuschke hat die Universitätsleitung Frauke Lammers auf den 1. September zur ausserordentlichen Professorin für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Organisation, gewählt. Sie ist zudem Mitdirektorin des Instituts für Organisation und Personal. Frauke Lammers (36) ist in Osnabrück (Deutschland) aufgewachsen und hat an den Universitäten Konstanz und Bonn Volkswirtschaftslehre studiert. Danach arbeitete sie fünf Jahre lang als Beraterin bei McKinsey & Company. Während dieser Zeit fertigte sie ihre Doktorarbeit an und promovierte im Oktober 2004 an der WHU – Otto Beisheim School of Management in Vallendar (Deutschland) zum Thema «Management operationeller Risiken in Banken». Dort war sie anschliessend zunächst als wissenschaftliche Assistentin und ab 2008 als Juniorprofessorin für Organisationstheorie angestellt. Zwischenzeitlich war Lammers als Gastwissenschaftlerin an der Toulouse School of Economics (Frankreich) tätig. Vor ihrem Wechsel nach Bern hatte sie überdies eine Vertretungsprofessur am Lehrstuhl für Personal- und Organisationsökonomie der Universität Bonn inne. Ihre Habilitation über «Organizational Design and Behavior» hat sie im April 2010 an der WHU eingereicht. Im Zentrum ihrer Forschungstätigkeit stehen mikroökonomisch fundierte Untersuchungen zu Organisations-, Management- und Personalfragen. Dabei berücksichtigt Lammers psychologische Einflussfaktoren auf das Entscheidungsverhalten von Individuen. In einem von der Volkswagenstiftung über fünf Jahre geförderten Projekt untersucht sie die Veränderung von Referenzpunkten über die Zeit.
Ordentlicher Professor für Klimatologie
Der Regierungsrat hat Stefan Brönnimann zum ordentlichen Professor für Klimatologie ernannt. Er wird seine Stelle als Nachfolger von Heinz Wanner am 1. Oktober antreten. Stefan Brönnimann (39) ist in Bern aufgewachsen und hat an der Universität Bern Geographie studiert. Er promovierte 2001 über Probleme des bodennahen Ozons und forschte anschliessend an der University of Arizona in Tucson (USA). Im Jahr 2004 kehrte er in die Schweiz zurück und ist seither an der ETH Zürich als Förderungsprofessor des Schweizerischen Nationalfonds im Bereich Klimatologie tätig. In seiner Forschungstätigkeit beschäftigt sich Brönnimann mit grossräumigen Klimaschwankungen der jüngeren Vergangenheit, die er mit einer physikalisch-chemischen Sichtweise betrachtet. Insbesondere gehören dazu das Sammeln von historischer Klimainformation und daraus die Rekon-struktion der grossräumigen atmosphärischen Zirkulation.
Preise
Dr.-Willmar-Schwabe-Award
Prof. Dr. Jürg Gertsch vom Institut für Biochemie und Molekulare Medizin hat den mit 10’000 Euro dotierten Dr.-Willmar-Schwabe-Award der Gesellschaft für Arzneipflanzen- und Naturstoff-Forschung erhalten. Gertsch forscht über Immunpharmakologie und die Rolle des Endocannabinoidsystems im Entzündungsgeschehen. Der an junge Wissenschaftler gerichtete Award wurde ihm für drei seiner jüngsten Veröffentlichungen auf diesem Gebiet verliehen.
Jahrespreis der Europäischen Gesellschaft für Herz-, Thorax- und Gefässchirurgie
Prof. Dr. Hendrik Tevaearai, Dr. Mathieu Stadelmann und Dr. Sarah Henning Longnus von der Universitätsklinik für Herz- und Gefässchirurgie sind von der Europäischen Gesellschaft für Herz-, Thorax- und Gefässchirurgie mit dem ersten Preis für Jungforscher prämiert worden. Sie haben den Nachweis erbracht, dass eine Herztransplantation grundsätzlich auch mit einem ungekühlten Organ möglich ist, das seit 40 Minuten nicht mehr schlägt. Das Herz kann nach der Transplantation wieder zum Schlagen gebracht werden.
Beste Arbeiten an der Jahrestagung der Scientific Association of Swiss Radiation Oncology
Michaela Medova und Carsten Wessels vom Inselspital wurden an der Jahrestagung der Scientific Association of Swiss Radiation Oncology (SASRO) in Bern mit dem «Best Presentation Award» respektive dem «Best Presentation/Poster Award for Radiation Technologists» ausgezeichnet. Ihre wissenschaftlichen Arbeiten im Bereich der Radioonkologie schwangen aus knapp 100 Präsentationen obenaus.
29.09.2010