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Die Zeichnungen Werner Hartmanns bestechen durch die Mannigfaltigkeit der verschiedenen angewandten Techniken. Bleistift, Farbstift, Tuschpinsel, Tuschfeder setzt er ein; die Themen reichen von Porträts über Stillleben zu Landschaften. Das Spannende bei diesen Zeichnungen ist die Veränderung in der Auffassung der Linie, die zuerst akademisch gestrichelt, dann schwungvoll elegant und abstrahierend erscheint, um schliesslich zugunsten der malerisch gestalteten Fläche zu verschwinden. Mit der Modulation der Flächen erreicht er dann wieder Körperlichkeit und räumliche Tiefe.
Von der akademischen Zeichnung herkommend, bemüht er sich zuerst, die Umrisslinien zu betonen, um schliesslich später die Linie kraftvoll und locker zu führen, indem er sie das dargestellte Sujet gleichsam umkreisen lässt und es so modellierend hervorhebt. Auf dem gleichen Prinzip basieren die Tuschpinselzeichnungen, nur dass hier, durch den Pinsel bedingt, die Linie nicht durchgezogen wird, sondern am Ansatzpunkt breiter hingesetzt wird und dann in sich verjüngenden Ausläufern verschwindet, um gleich daneben wieder anzusetzen.
Araberknabe, 1923–1933
Feder in Schwarz, aufgezogen auf Velin, 69.2 x 47.1 cm (Trägergrösse), Graphische Sammlung der ETH Zürich, Inv. Nr. Z 363