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Hier wird eine neue Kolonie erstehen
1944 erwarb die abl mit dem Gebiet Obermaihof erstmals Bauland auf der rechten Reussseite im Umfang von gut 35 700 Quadratmetern. Die Liegenschaft war zu diesem Zeitpunkt eine mehrheitlich leere Fläche, auf der ein paar ältere Bauten des ehemaligen «Bruchtalhofs» standen, ein Gut, das nach verschiedenen Steinbrüchen in diesem Gebiet benannt worden und später auch als «(Ober-)Meyhof» bekannt war.
Im Archiv der abl findet sich eine Fotografie eines der ehemaligen Wohnhäuser, die auf der Rückseite beschriftet ist: «‹Obermaihof› hier wird eine neue Kolonie erstehen.» Was man bei der Planung noch nicht wusste: Der Wunsch nach einer neuen Wohnsiedlung würde noch etwas Geduld und sehr viel Arbeit erfordern ...
Der erste Bebauungsplan der abl von 1944 durchlief ein langwieriges Genehmigungsverfahren mit Einsprachen und behördlichen Vorgaben, das am Ende bis ans Bundesgericht weitergezogen wurde. Erst nach drei Jahren wurde ein abgeänderter Plan genehmigt und es konnte mit dem Bau von 25 Häusern der Architekten Werner Dolder, Fritz Felder und Josef Gärtner begonnen werden. Zwischen Sommer 1948 und Herbst 1949 wurden dann endlich die dringend erwarteten Wohnungen und der neue Kindergarten an Maihofmatte und Maihofhalde bezogen.
Der Obermaihof war eine der letzten grösseren Liegenschaften im Quartier, die überbaut wurde, und die abl war sich gewiss, dass die Siedlung «bestimmt eine Zierde des Maihofquartiers» sein würde (Jahresbericht 1947, S. 14). Mit den später hinzugekommenen Siedlungen Obermaihof 2 und 3 und zuletzt mit der 2018 gestarteten Gesamterneuerung der Siedlung Obermaihof 1 schreibt die abl die Geschichte dieses Quartiers bis heute weiter.
Bild aus dem Archiv der abl; Fotografin oder Fotograf unbekannt.
«Vergissmeinnicht» wird von Florian Fischer betreut. Er ist Co-Leiter des Stadtarchivs Luzern und abl-Mieter.