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- Nur 1953 gebaut
- 10 Exemplare
- Sieg bei der Mille Miglia
Ferrari 340 MM - der Kurzlebige
Peter Ruch | 11.02.2024
Der Ferrari 340 MM verhalf Maranello zum Gewinn der ersten Sportwagen-Weltmeisterschaft. Trotzdem lebte er nur kurz.
Der legendäre Ferrari-V12 von Gioacchino Colombo begann seine Karriere mit nur 1,5 Liter Hubraum. Colombo wollte mit Kompressoren mehr Leistung erzielen, doch Enzo Ferrari waren die aufgeladenen Motoren nicht geheuer. Aurelio Lampredi hatte einen anderen Vorschlag:. Er wollte mit einem Saugmotor mit grossem Hubraum antreten. Seine Konstruktion verfügte über eine völlig andere Architektur als die Colombo-Konstruktion, war mit einem Hubraum von anfangs 3,3 Litern in der Formel 1 sehr erfolgreich und führte zur Beförderung von Lampredi zum Chefingenieur von Ferrari im zarten Alter von 30 Jahren. Colombo wanderte genervt zu Alfa Romeo ab.
Auf dem Pariser Salon im Oktober 1950 stellte Ferrari eine 4,1-Liter-Version vor, die den Namen 340 America trug. Ausgestattet mit Weber-40-DCF3-Vergasern mit zwei Drosselklappen und Marelli-ST66-Zündverteilern, schaffte der Lampredi-Motor etwa 280 PS. Der 340 America hatte bald Erfolg und gewann 1951 die Mille Miglia, zudem erwies er sich bei SCCA-Rennen in den USA als sehr konkurrenzfähig. Trotz des Potenzials des 340 America blieb der Erfolg in Le Mans jedoch aus.
Anfang 1953 wurde der Ferrari 340 MM vorgestellt, der sich während der gesamten Rennsaison als dominierendes Fahrzeug etablierte. Zu den Modifikationen gehörten die Vergrösserung des Radstands von 2420 auf 2500 Millimeter sowie die Montage breiterer Räder, die nun vorne 6 Zoll und hinten 7 Zoll gross waren (im Vergleich zu den 5,5 und 6 Zoll breiten Rädern des America). Mechanisch wurde der Lampredi-Motor mit leichteren Pleueln und 3fach-Weber-Vergasern auf den neuesten Stand gebracht. Der Verteiler des Vorgängermodells wurde nun durch einen Magneten ersetzt, und in Kombination mit der erhöhten Verdichtung kam der Motor nun auf deutlich über 300 PS (ein Leistungszuwachs, der besonders bei Drehzahlen über 5000/min deutlich wurde). Mit einem größeren 177-Liter-Kraftstofftank im Vergleich zum 140-Liter-Tank des America war der MM perfekt für den harten Wettbewerb bei Langstreckenrennen geeignet.
Ursprünglich wurden zehn Fahrzeuge gebaut, von denen sieben von der Scuderia Ferrari in der neuen FIA-Sportwagenhersteller-Meisterschaft eingesetzt wurden. Siege bei der Mille Miglia, den 24 Stunden von Spa und den 1000 Kilometern verhalfen Ferrari zum Sieg in der Sportwagenmeisterschaft 1953. Doch bei den 24 Stunden von Le Mans war der 340 MM gegen die Jaguar C-Type chancenlos. Und das nicht etwa, weil es ihnen an Leistung fehlte (der 3,4-Liter im Jaguar kam auf etwa 220 PS), sondern weil die Briten mit ihren Dunlop-Scheibenbremsen einfach überlegen waren. Noch während der Saison 1953 wurde der 340 MM durch den stärkeren 375 MM ersetzt.
Es entstanden, wie schon erwähnt, zehn Exemplare, vier Berlinetta von Pininfarina (#0236MM, #0318AM, #0320AM und #0322AM), zwei Spyder von Touring (#0268AM und #0294AM) und vier Spyder von Vignale (#280AM, #0284AM, #0324AM und #0350AM). Einige davon wurden zu 375 MM umgebaut, #0318AM, #0320AM, #0322AM. Das Fahrzeug, das wir hier zeigen, #0350AM,ist der letzte gebaute 340 MM. Erster Besitzer war übrigens Sterling Edwards, über dessen Eigenkonstruktion, den Edwards America, wir erst gerade berichtet hatten.
In der monatlich erscheinenden Klassik-Beilage der AUTOMOBIL REVUE finden Sie immer schöne Old- und Youngtimer. Abos gibt es: hier. Ansonsten entsteht hier eine sonntägliche Reihe von Ferrari, da haben wir eine Liste mit diesen schönen Geschichten erstellt, zu bewundern: hier.
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