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Ärzte und Psychologen im US-Gefangenenlager Guantánamo auf Kuba sollen laut einer Studie bei Folterungen weggeschaut haben. Die am Dienstag im Magazin "PloS Medicine" veröffentlichte Studie basiert auf Zeugenaussagen und medizinischen Gutachten von neun Insassen.
Diese Gefangenen wurden nach eigenen Angaben während ihrer Haftzeit in Guantánamo gefoltert. Verfasser der Studie sind unter anderen ein ehemaliger Armeegeneral und ein Mitarbeiter der Organisation Physicians for Human Rights.
In drei von neun Fällen wiesen die Häftlinge Verletzungen auf, die von schlechter Behandlung herrührten, heisst es im Bericht. Militärärzte hätten zudem posttraumatische Stresssymptome bei einigen Guantánamo-Insassen festgestellt, die zuvor keine psychischen Probleme gehabt hätten.
Zudem seien Fälle von Vergewaltigung sowie Knochenbrüche und Wunden registriert worden, deren Ursachen nicht hinterfragt worden seien. Nach Angaben eines Ko-Autoren des Berichts handelt es sich um die erste Studie über die Passivität derjenigen, die für die Pflege der Häftlinge zuständig waren.
Das US-Verteidigungsministerium war für eine Stellungnahme zu der Studie zunächst nicht erreichbar.
Das Lager hatte US-Präsident Barack Obamas Vorgänger George W. Bush nach den Terroranschlägen im September 2001 einrichten lassen. Menschenrechtsgruppen kritisieren die Haftbedingungen und die Tatsache, dass zahlreiche Häftlinge seit Jahren dort eingesperrt sind, ohne dass die USA Anklage gegen sie erhoben hätten.