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Sammlung und Ausstellungen
2017 wurden in den Schweizer Museen fast 71,3 Millionen Objekte aufbewahrt. Die meisten Objekte sind in naturwissenschaftlichen Museen zu finden.
Die Museen der Zentrumsgemeinden enthalten fast die Gesamtheit der aufbewahrten Objekte in der Schweiz (69,4 Millionen Objekte), mit einem Durchschnitt von mehr als 120 500 Objekten pro Museum (gegenüber im Schnitt z.B weniger als 3000 aufbewahrte Objekte für Museen der Agglomerationsgemeinden).
Die Zahl und die Vielfalt der Leihgaben von und an Museen geben Auskunft über die Dynamik und die Einbindung der Museen in nationale und internationale Netzwerke. Zur Veranschaulichung dieser Aspekte wurde die Erhebung 2018 zur Schweizerischen Museumsstatistik um das Themenmodul «Leihgaben» erweitert.
2017 verlieh oder entlieh knapp die Hälfte der Schweizer Museen für eine befristete Dauer Objekte an oder von Institutionen im Inland. Die Gesamtzahl der Leihgaben innerhalb der Schweiz belief sich auf etwas über 18 000. Rund jedes fünfte Museum stellte Objekte an Institutionen im Ausland zur Verfügung. Etwas weniger als die Hälfte der Museen verfügt über Dauerleihgaben (Depots) von öffentlichen Akteuren, etwas mehr als die Hälfte von privaten Akteuren.
Diese Zahlen zeigen, wie wichtig der Austausch von Werken und Objekten in der Schweizer Museumslandschaft ist.
Eine Leihgabe ist ein Geschäft, bei dem eine der Parteien der anderen Partei ein oder mehrere Sammlungsobjekte temporär und in der Regel unentgeltlich zur Verfügung stellt und bei dem die andere Partei sich verpflichtet, diese zum vereinbarten Zeitpunkt zurückzugeben. Leihgaben werden meist im Rahmen einer Wechselausstellung vergeben.
2017 verlieh knapp die Hälfte der Schweizer Museen (47,4%) Werke oder andere Objekte aus ihrer Sammlung vorübergehend ins Inland. Dabei handelte es sich in erster Linie um archäologische, historische und ethnografische Museen (63,1%), naturwissenschaftliche Museen (58,0%) und Kunstmuseen (57,4%). Umgekehrt stellten lediglich 34,3% der regionalen und lokalen Museen Leihgaben zur Verfügung. Insgesamt verliehen die Schweizer Museen temporär über 18 000 Objekte ins Inland, was einem Durchschnitt von 17 Objekten pro Museum entspricht.
Ähnlich hoch ist der Anteil der Schweizer Museen, die Leihgaben von Institutionen oder Personen in der Schweiz erhalten haben (48,3%). Am häufigsten gingen diese Leihgaben an Kunstmuseen (63,2%), naturwissenschaftliche Museen (60,8%) sowie archäologische, historische und ethnografische Museen (58,8%).
Deutlich weniger Schweizer Museen verleihen Objekte an Institutionen im Ausland. 2017 betrug ihr Anteil lediglich 18,2%. Auch hier liegen Kunstmuseen an der Spitze (44,1%), gefolgt von naturwissenschaftlichen Museen (35,1%) sowie archäologischen, historischen und ethnografischen Museen (23,4%).
Vergleichbare Zahlen zeigen sich beim Anteil der Museen, die Leihgaben aus dem Ausland erhalten haben (16,1%), wobei die meisten dieser Leihgaben (7700 von rund 13 000 bzw. mehr als die Hälfte) an Kunstmuseen (46,8%) gingen. Die grosse Mehrheit (über 11 000) der Leihgaben aus dem Ausland wurden in Museen im städtischen Raum mit einer hohen Bevölkerungs- und Arbeitsplatzdichte gezeigt.
Grund dafür ist der grosse Anteil der Schweizer Museen mit lokaler und regionaler Bedeutung, die kaum Beziehungen zum Ausland pflegen.
Bei einer Dauerleihgabe (auch Depot genannt) wird bzw. werden dem Museum ein oder mehrere Sammlungsobjekte, die einem öffentlichen oder privaten Akteur gehören, für eine längere, manchmal auch unbestimmte Zeitdauer (5 Jahre oder mehr) zur Verfügung gestellt. Diese Objekte sind oft als Teil der Museumssammlung registriert.
2017 verfügten 48,5% der Schweizer Museen über Depots von öffentlichen und 54,7% von privaten Akteuren. In beiden Fällen besonders stark vertreten sind archäologische, historische und ethnografische Museen. Nahezu zwei Drittel (61,3%) der «anderen Museen», die in der Regel einem speziellen Thema gewidmet sind, haben Dauerleihgaben von privaten Akteuren in ihren Sammlungen. An diesem hohen Anteil lässt sich erkennen, wie wichtig Privatsammlungen für viele Museen sind. In den Schweizer Museen befindet sich rund eine halbe Million Dauerleihgaben von öffentlichen Akteuren. Diese Zahl ist aufgrund der museumsspezifischen Unterschiede in diesem Bereich jedoch mit Vorsicht zu geniessen.
Insgesamt werden in Schweizer Museen 103 200 Dauerleihgaben von privaten Akteuren aufbewahrt; das entspricht durchschnittlich 93 Depots pro Museum. Mehr als zwei Drittel der Dauerleihgaben privater Akteure, d.h. 73 500 Objekte, werden in Museen im städtischen Raum gezeigt. Die Depots privater und öffentlicher Akteure machen jeweils weniger als 1% der Sammlungen der Schweizer Museen aus.
Dauerausstellungen sind eine Art Visitenkarte der Museen. Sie setzen sich mit dem Hauptthema des Museums auseinander und präsentieren häufig die wichtigsten Objekte oder Werke aus der Museumssammlung. Eine Dauerausstellung wird in der Regel während einer längeren Zeitspanne (fünf Jahre und mehr) ohne wesentliche Veränderungen gezeigt.
2017 boten fast neun von zehn Museen (89,3%) eine Dauerausstellung an. Die grosse Mehrheit der Museen hat also eine Dauerausstellung. Eine Ausnahme bilden jedoch die Kunstmuseen: Nur knapp zwei Drittel der Museen dieser Kategorie (65,6%) zeigen eine Dauerausstellung.
Wechselausstellungen werden in der Regel nur für eine kurze Ausstellungsdauer mit klar festgelegtem Anfang und Ende konzipiert. Wechselausstellungen konzentrieren sich meist auf ein spezielles Thema (z.B. einen Maler, ein Tier oder eine wissenschaftliche Entdeckung).
66% der Schweizer Museen eröffneten im Jahr 2017 mindestens eine Wechselausstellung. Ungefähr zwei Drittel der insgesamt rund 1600 neu eröffneten Wechselausstellungen in der Schweiz wurden in Kunstmuseen (493) oder regionalen und lokalen Museen (490) gezeigt.
Die Kunstmuseen unterscheiden sich punkto Ausstellungspolitik stark von den restlichen Museen: Ihr Fokus liegt auf Wechselausstellungen, während Dauerausstellungen seltener angeboten werden. Kunstmuseen weisen im Jahr 2017 mit mehr als drei eröffneten Wechselausstellungen (3,3) den höchsten Durchschnittswert auf und liegen somit deutlich über dem Schweizer Durchschnitt (1,4).
Die öffentliche Zugänglichkeit ist ein zentrales Merkmal der Museen. Sie unterscheidet sie unter anderem von Privatsammlungen, die häufig nicht allgemein zugänglich sind.
2017 waren die Museen in der Schweiz durchschnittlich an 143 Tagen geöffnet. Spitzenreiter mit einer Öffnungsdauer von über 200 Tagen pro Jahr sind die naturwissenschaftlichen Museen (221 Tage). Archäologische, historische und ethnografische Museen wiederum haben eine durchschnittliche Öffnungsdauer von 200 Tagen, und Kunstmuseen von 198 Tagen. Die kürzeste durchschnittliche Öffnungsdauer hatten 2017 mit 78 Tagen regionale und lokale Museen, was darauf zurückzuführen ist, dass es sich dabei oft um kleine Einrichtungen handelt, die ausschliesslich oder mehrheitlich auf Anfrage geöffnet werden.