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Ob beim Arbeiten am Computer, beim Musizieren oder Sport: Wer bestimmte Bewegungen ständig wiederholt, riskiert eine schmerzhafte Sehnenscheidenentzündung.
Bei Überlastung durch wiederholte Bewegungsabläufe oder eine falsche Haltung kann sich das Gewebe entzünden, das die Sehne umhüllt: Es entsteht eine Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis). Viele Menschen, die am Computer arbeiten, kennen die Entzündung. Aber auch Musikerinnen, Masseure oder Physiotherapeuinnen sind oft betroffen.
Sehnenscheiden umhüllen und schützen die Sehnen überall dort, wo sie direkt auf dem Knochen oder um einen Knochenvorsprung verlaufen, vor übermässiger Reibung. Durch die Gelenkschmiere (Synovia) in ihrem Inneren verbessern die Sehnenscheiden ausserdem die Gleitfähigkeit der Sehnen. Eine übermässig starke Beanspruchung bestimmter Sehnen führt dazu, dass sich die Sehnenscheide entzündet. Am häufigsten geschieht dies am Handgelenk. Eine Sehnenscheidenentzündung kann jedoch auch an jeder anderen Sehne auftreten, die in einer Sehnenscheide verläuft.
Eine Sehnenscheidenentzündung kann verschiedene Ursachen haben:
Für eine Sehnenscheidenentzündung sind folgende Symptome typisch:
Ist eine Sehnenscheide entzündet, reichen zur Behandlung meist Medikamente (gegen die Schmerzen, die Entzündung selbst und die Schwellung), eine Wärme- oder Kältezufuhr und eine Ruhigstellung des Gelenks aus. Solange die Sehnenscheidenentzündung Beschwerden verursacht, ist es ausserdem ratsam, die ursächliche belastende Tätigkeit zu vermeiden. Dann bestehen meist gute Heilungschancen. Eine nicht rechtzeitig erkannte und behandelte Sehnenscheidenentzündung kann allerdings chronisch verlaufen. Das bedeutet, dass durch die wiederkehrende Belastung eine Verletzung entsteht (sog. Repetitive Strain Injury). Für einige Risikogruppen, die beruflich viel am Computer arbeiten, gilt die Tendovaginitis mittlerweile als Berufskrankheit.
Arbeiten am Computer kann zu einer Sehnenscheidenentzündung sorgen. Mit gewissen vorbeugenden Massnahmen lässt sich das Risiko dafür senken.
Eine Sehnenscheidenentzündung, auch Tendovaginitis oder Tenosynovitis genannt, ist eine Entzündung des Gewebes, das die Sehne umhüllt.
Grundsätzlich kann jede Sehnenscheide entzündet sein – in Hand, Fuss, Unterarm, Ellenbogen usw. Am häufigsten sind jedoch die Sehnen am Handgelenk betroffen. Eine Sonderform der Sehnenscheidenentzündung betrifft ausschliesslich die Sehnen im Daumen: Diese Form heisst in der Fachsprache Tendovaginitis stenosans de Quervain.
Die Sehnenscheidenentzündung ist mittlerweile als Berufskrankheit anerkannt. Zu den häufig von Sehnenscheidenentzündungen betroffenen Berufsgruppen zählen unter anderem:
Um zu verstehen, wie eine Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis) entstehen kann, sind Kenntnisse in der Anatomie der Sehnenscheide hilfreich: Sehnen bestehen aus Bindegewebe und verbinden die Muskeln mit den Knochen. An besonders stark belasteten Stellen verlaufen die Sehnen in sogenannten Sehnenscheiden. Stark belastete Stellen sind Gelenke, wie das Handgelenk, über das die Sehnen mit hoher Spannung verlaufen.
Eine Sehnenscheide ist ein doppelwandiger Schlauch: Die äussere Wand besteht aus einer Bindegewebsschicht, die innere Wand aus der sogenannten inneren Synovialhaut. Dazwischen befindet sich eine fadenziehende Flüssigkeit – die Gelenkschmiere (Synovia). Die Sehne gleitet in der Schmierflüssigkeit durch die Sehnenscheide und ist so vor erhöhter Reibung geschützt. Reibt die betroffene Sehne oft übermässig stark über den Knochen (z.B. durch anhaltende monotone Bewegungen oder eine dauerhaft falsche Haltung), nutzt sich die Sehnenscheide auf Dauer ab: Ihre Wände rauen auf und kleine Verletzungen können zu einer Sehnenscheidenentzündung führen.
Einer Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis) liegen als Ursachen überwiegend anhaltende monotone Bewegungen oder eine dauerhaft falsche Haltung zugrunde: Bewegt man sich ständig gleich oder nimmt dauerhaft eine falsche Position ein, reibt die betroffene Sehne übermässig stark über den Knochen. Dadurch nutzt sich die Sehnenscheide mit der Zeit ab. Ihre Wände rauen auf und kleine Verletzungen können sich entzünden.
Folgende Faktoren begünstigen eine übermässige Reibung und eine nachfolgende Sehnenscheidenentzündung:
Schwangere und Stillende haben ebenfalls häufiger mit einer Sehnenscheidenentzündung zu kämpfen.
Auch manche Erkrankungen erhöhen die Wahrscheinlichkeit für eine Sehnenscheidenentzündung. Dazu zählen rheumatoide Arthritis, Gicht und Diabetes mellitus. Selten sind auch Infektionen mit Krankheitserregern verantwortlich.
Die typischen Symptome einer Sehnenscheidenentzündung sind:
Bei einer chronischen Sehnenscheidenentzündung an der Hand können die Sehnenscheiden der Fingerbeugemuskulatur verdickt sein. Dies kann zur Folge haben, dass die Sehne eingeengt ist und sich nicht mehr so geschmeidig bewegen kann. Ärzte sprechen dann von einer Tendovaginitis stenosans. Meist entsteht eine solche Verdickung über dem Fingergrundgelenk auf der Innenseite der Hand. Typisch ist das Phänomen des «schnellenden Fingers» an den Sehnen der Finger: Krümmt man den betroffenen Finger, lässt er sich nicht problemlos wieder durchstrecken, sondern «schnappt» über.
Sind die Daumensehnen oder das Handgelenk betroffen, liegt eine sogenannte Tendovaginitis stenosans de Quervain vor.
Meist legen die Schilderungen des Patienten oder der Patientin im Gespräch bereits die Verdachtsdiagnose Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis) nahe – insbesondere, wenn häufig immer die gleichen Bewegungen ausgeführt wurden, etwa am Computer.
Um sich ein umfassendes Bild machen zu können, wird die Ärztin zunächst einige Fragen stellen. So wird sie etwa wissen wollen,
Zudem wird der Arzt prüfen, ob Druck auf die betroffene Stelle Schmerz auslöst und ob das Gelenk knirscht, wenn man es bewegt – denn diese Symptome weisen auf eine Sehnenscheidenentzündung hin.
Weitere Untersuchungen sind in der Regel nur dann notwendig, wenn die Ärztin vermutet, dass eine bestimmte Erkrankung die Entzündung begünstigt haben könnte. Zu solchen Untersuchungen zählen vor allem:
Wenn Sie eine Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis) haben, reicht in der Regel eine konservative (d.h. nicht-operative) Therapie aus, die sich nach dem Auslöser der Entzündung richtet. Bei dieser Behandlung können Medikamente oder Wärme- und Kältezufuhr von aussen zum Einsatz kommen. Ausserdem können Sie durch Ihr Verhalten zur Heilung der Sehnenscheidenentzündung beitragen: Vermeiden Sie bei akuten Beschwerden die belastende Tätigkeit, die der Grund dafür ist, dass sich die Sehnenscheide entzündet hat, und stellen Sie das Gelenk ruhig (gegebenenfalls ist hierzu eine Gipsschiene ratsam).
Wenn Sie Anzeichen einer Tendovaginitis spüren, kühlen Sie die betroffene Stelle – damit wirken Sie der Entzündung entgegen. Wärme- oder Kältezufuhr von aussen kann ausserdem helfen, die Schmerzen zu lindern, die bei Bewegungen oder auch in Ruhe auftreten, wenn eine Sehnenscheide entzündet ist. Ob Kälte oder Wärme besser geeignet ist, sollte daher jeder für sich austesten. Massagen und physiotherapeutische Maßnahmen können die Beschwerden ebenfalls lindern.
Zur medikamentösen Behandlung der Sehnenscheidenentzündung sind nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) geeignet: Diese Medikamente wirken sowohl entzündungshemmend als auch schmerzlindernd und können je nach Intensität der Entzündung eingenommen oder aufgetragen werden.
Daneben stehen bei einer Sehnenscheidenentzündung zur Therapie Kortisonpräparate zur Verfügung, die der Entzündung sowie einer Schwellung entgegenwirken. Verursacht die Sehnenscheidenentzündung akute Schmerzen, kann der Arzt Ihnen dagegen ein örtliches Betäubungsmittel (Lokalanästhetikum) – z.B. mit dem Wirkstoff Lidocain – verabreichen. Dieses spritzt er möglichst nah an den Nerv, der den Schmerz verursacht (Nervenblockade).
Wenn die Sehnenscheidenentzündung die Sehne einengt (sog. Tendovaginitis stenosans), kann in manchen Fällen eine Operation nötig sein. Eine OP kommt in der Regel infrage, wenn die Entzündung besonders schwer verläuft und die konservative Behandlung nicht den erwünschten Erfolg gebracht hat. Ziel der Operation ist es dann, die Engstelle zu beheben, damit die Sehne wieder problemlos gleiten kann. Die Operateurin setzt einen Schnitt in das einengende Gewebe oder er entfernt es ganz. Meist kann ein solcher Eingriff ambulant durchgeführt werden. Nach der OP sollte die Patientin die Stelle für einige Wochen schonen, aber nicht komplett ruhigstellen.
Eine Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis) kann einen recht langwierigen Verlauf nehmen. Die Prognose ist jedoch gut, sofern keine anderen Begleiterkrankungen wie Rheuma oder eine Gelenkentzündung vorliegen. Wichtig für den Heilungserfolg ist, die belastende Tätigkeit weitgehend zu vermeiden, um zu verhindern, dass sich die Sehnenscheide erneut entzündet.
Eine zu spät erkannte und behandelte Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis) kann im weiteren Verlauf zu verschiedenen Komplikationen führen. Zum einen können sich chronische Beschwerden entwickeln. Man spricht dann von einer sogenannten Repetitive Strain Injury (RSI). Dieser Begriff umschreibt ein Krankheitsbild, dessen Auslöser immer wiederkehrende Belastungen sind.
Zum anderen kann sich im Verlauf einer Sehnenscheidenentzündung der Hand (genauer: der Fingerbeugesehnenscheiden) ein sogenannter schnellender Finger (bzw. Tendovaginitis stenosans) entwickeln: Hierbei verdicken sich die Sehnenscheiden der Fingerbeugemuskulatur. Am häufigsten entwickelt sich eine solche Verdickung über dem Fingergrundgelenk auf der Innenseite der Hand.
Einer Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis) können Sie mit ein paar einfachen Massnahmen vorbeugen. Da Sehnenscheidenentzündungen überwiegend durch anhaltende monotone Bewegungen oder eine dauerhaft falsche Haltung (z.B. bei der Arbeit am Computer, beim Hanteltraining oder beim Musizieren) entstehen, ist zur Vorbeugung Folgendes ratsam: