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In einem Gespräch mit Finanzanalysten hat Paul Otellini, Intels Chief Operating Officer, versprochen, dass die Leistungsfähigkeit der Intel CPUs bis Ende 2008 zehnmal höher liegen soll, als die der heutigen Modelle. Möglich werden soll dies durch die Anwendung der "Multicore"-Technologie (Statt nur einem werden zwei und in Zukunft noch mehr Prozessoren auf einem Chip integriert). Auch Intel wird, so wie seine Konkurrenten IBM, Sun oder AMD, in Zukunft voll auf diese Möglichkeit zur Leistungssteigerung setzen.
Ohne diesen Technologiesprung, so Otellini weiter, hätte Intel über den gleichen Zeitraum lediglich eine Leistungsverdoppelung erwartet – das wäre eine deutliche Verlangsamung gegenüber früher gewesen.
Intel muss bei der Multicore-Technologie allerdings einen Vorsprung der Konkurrenten aufholen, die bereits entsprechende Modelle auf den Markt gebracht oder zumindest Prototypen demonstriert haben. Diese CPUs sind für den Serverbereich konzipiert. Intel scheint die Technologie nun zuerst im PC-Bereich einzuführen (Server CPUs werden aber sicher auch bald folgen). Wie das "Wall Street Journal" berichtet hat Intel gestern zum ersten Mal eine funktionsfähige zwei-Kern-CPU für Desktops (Codename Smithfield) und ein weiteres Modell für Laptops (Yonah) vorgeführt. Das Desktop-Modell soll nächsten Sommer auf den Markt kommen.
Wozu wird die gesteigerte Leistung gebraucht werden? Im Home-PC/Media-Center-PC-Bereich dürften neue, grafiklastige Entertainment-Anwendungen die Zusatzleistung locker ausnutzen können – IBM könnte sich in diesem Bereich mit seinem neuen, gerade bei der Grafikverarbeitung äusserst leistungsfähigen "Cell"-Chip durchaus zu einem harten Konkurrenten für Intel entwickeln.
Im Server-Bereich werden neue Möglichkeiten für die Server-Konsolidierung entstehen. Für normale Office-Anwendungen im Unternehmensbereich dürften die Leistungsanforderungen aber kaum in diesem Masse wachsen. Der Leistungsschub im Serverbereich könnte aber dazu führen, dass auch Office-Applikationen und andere Programme, die heute noch meist auf den Clients betrieben werden, vermehrt auf Servern zentralisiert werden, sei es durch Server Based Computing, browserbasierte Software oder andere Technologien. (Hans Jörg Maron)