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In China haben die Proteste wegen der Zensur eines Artikels in einer Wochenzeitung am zweiten Tag in Folge angehalten. Zahlreiche Menschen versammelten sich am Dienstag vor dem Büro der Zeitung «Southern Weekly» in Guangzhou.
Einige trugen Blumen, die üblicherweise zum Zeichen der Trauer bei Begräbnissen benutzt werden, andere Masken des britischen Revolutionärs Guy Fawkes, die in den vergangenen Jahren weltweit zu einem Protestsymbol wurde. Die Polizei beobachtete die Szene, schritt aber nicht ein.
Anlass des öffentlichen Protests ist das Verbot eines «Southern Weekly»-Neujahrsartikels, der zur Verwirklichung des «Traums» einer verfassungsmässigen, die Bürgerrechte schützenden Ordnung in China aufgerufen hatte. Der Artikel im beliebten liberalen Magazin war von den Behörden beanstandet und durch ein weniger kritisches Stück ersetzt worden.
Seit Montag haben Blogger und bekannte Persönlichkeiten aus dem In- und Ausland im Internet wegen des Falls ihre Unterstützung für die Pressefreiheit kundgetan.
«Die Regierung nutzt die Medien für ihre Zwecke», sagte eine 24-jährige Demonstrationsteilnehmerin in Guangzhou. «Wenn wir jetzt nicht aufstehen, um diese Zeitung zu unterstützen und grössere Freiheit zu fordern, wird unsere Gesellschaft immer weniger Raum für Freiheit haben.»
(chb/sda)