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Waterton N.P. - Regina - Winnipeg
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39. Woche: 1. bis 7. August 2005
Montag; Heritage Day! Der erste August ist in Kanada
ebenfalls, wie bei uns in der Schweiz, ein Feiertag.
Wir erreichten den Waterton Nationalpark gegen Mittag.
Der kanadische Waterton Lakes Nationalpark und der südlich angrenzende US amerikanische Glacier Nationalpark bilden zusammen den Waterton - Glacier International Peace Park. Dieser umfasst einen wenig berührten Teil der östlichen Rocky Mountains. Die Indianer bezeichneten das Gebiet als "Land der leuchtenden Berge". Tatsächlich trifft man hier auf eine faszinierende Hochgebirgslandschaft mit mehr als 50 Gletschern und über 200 Seen. Der Mount Cleveland ist mit 3'190 m die höchste Erhebung. Der Kernbereich des Nationalparks bildet eine Hochgebirgsregion mit tief eingekerbten Tälern, deren Hänge von Kiefern, Douglasien und Rot Zedern bedeckt sind. Die Präriezone am Westrand des Parks ist Lebensraum für Koyoten und Bisons. Im Gebirge sind Rotwild und Schwarzbären zu Hause und auch Grizzlybären streifen umher. Seit etlichen Jahren gibt es auch wieder ein Rudel Grauwölfe das sich vorwiegend in den abgeschiedenen Tälern des nordwestlichen Schutzgebietes aufhält.
In der Nähe des Parkeingangs befindet sich ein Bison Paddock, welches mittels einer Besichtigungsstrasse erschlossen ist.
Vom Camper aus konnten wir einige Nachfahren jener Tiere bestaunen, die einstmals in riesigen Herden die Prärien Nordamerikas bevölkerten.
Es war höchste Zeit, uns um einen Campingplatz im Park zu kümmern. Wir reihten uns also auch in die Schlange der Wartenden ein. Es dauerte lange, aber schlussendlich hatten wir einen Platz. Nachdem wir unseren Camper parkiert hatten, spazierten wir dem See entlang zur kleinen Ortschaft Waterton Village. Mit 152 m Tiefe ist der Upper Waterton Lake der tiefste See in den kanadischen Rocky Mountains. Eine Landzunge trennt ihn vom Middle Waterton Lake. Auf einer Halbinsel thront das 1927 erbaute "Prinz of Wales" Hotel. Ein schöner Wanderweg führt von der Village um die Emerald Bay herum und hinauf zum Hotel. Die Aussicht von hier oben über den See in die Berge ist fantastisch.
Dienstag; Und wieder können wir von einer wunderschönen
Wanderung berichten.
Heute nahmen wir den Bertha Trail zum gleichnamigen See unter die Füsse. Durch eine Bergblumenwiese, am Bertha Wasserfall vorbei, ging es steil bergan. Hie und da waren wir froh, dass der Wanderweg teilweise im schattigen Wald verlief. Wir hatten beim Gerber in Fort Steele ein Bärenglöcklein gekauft, welches munter an meinem Rucksack bimmelte und nun die Trillerpfeife ersetzte.
Als wir oben beim See ankamen, hatten wir 6 km und 517 Höhenmeter überwunden. Eigentlich wollten wir hier rasten und dann den Rückweg antreten, doch Hans sah eine Tafel und beschloss spontan, die 4 km um den See herum noch anzuhängen. Dies erwies sich als guter Entscheid. Wir fanden ein wunderbares Plätzchen für unseren Lunch. Auch konnte ich meine müden Füsse im eiskalten Wasser des Bergsees erfrischen. Die vielen schönen Blumen unterwegs und der blaue See, eine Landschaft wie im Bilderbuch!
Als wir wieder beim Camper angelangt waren, wollten wir gerade
die Füsse hoch lagern, da kam ein weiblicher Park Ranger vorbei und lud uns ein,
zu ihrem Vortrag zu kommen. Da sich der Vortrag um Wildblumen handelte, sagten
wir gerne zu. Obwohl wir beide müde waren, hatten wir die Zusage nicht bereut.
Die Vorstellung war mit viel Fantasie und Geschick gemacht. Die Dame holte drei
Freiwillige auf die Bühne und verkleidete die Männer als Wildblumen. Es durfte
geschmunzelt werden.
Mittwoch; Zu Fuss nach Montana USA!
In einer Parkbroschüre hatten wir von einer geführten längeren Wanderung gelesen, die dem Upper Waterton Lake entlang führen sollte. Das Ende der Wanderung befindet sich im angrenzenden Glacier Nationalpark USA. Anmelden konnten wir uns leider nicht mehr rechtzeitig, trotzdem gingen wir hoffnungsvoll mit Rucksack und Wanderschuhen zum Treffpunkt. Wir erkundigten uns bei den beiden Park Ranger ob wir mitwandern dürfen. Wir durften! Zu Beginn der Wanderung wurden wir informiert, was uns erwartet. 13 km waren zu bewältigen, vom Ende des Sees würde uns ein Boot zurückbringen. Die beiden Ranger, Ron aus Kanada und Paul aus den USA gestalteten die Wanderung sensationell. Unterwegs wurden wir auf spielerische Weise aufgefordert, Blumennamen kennen zu lernen, auf die Geologie zu achten und den Zustand der Bäume zu beobachten, so dass wir am Ende der Wanderung die uns gestellten Fragen beantworten konnten.
Nach ca. 3 Stunden erreichten wir den Staat Montana (International Border). Paul hiess uns mit einem "Welcome to USA" in seinem Land willkommen und zeigte uns den Grenzverlauf, der mittels einem Obelisk und einer Waldschneise sichtbar ist. Das Mittagessen nahmen wir also auf amerikanischem Boden ein. Die Pässe brauchten wir nicht zu zeigen, Paul passte auf, dass sich keiner von der Gruppe entfernte! Nach dem Mittagshalt wanderten wir auf amerikanischem Boden dem Ende des Sees entgegen. Nach dem Überqueren einer äusserst wackligen Hängebrücke erreichten wir die Ranger Station "Goat Haunt". Hier verabschiedeten sich die beiden Ranger und wir bestiegen das Boot, das uns zurück nach Waterton Village brachte. Nicht nur das Wetter war fantastisch, auch die Wanderung war bis anhin eine der Interessantesten.
Donnerstag; Um unsere müden Beine ein bisschen zu schonen, war heute eine Fahrt auf den beiden Scenic Drives an der Reihe. Als erstes fuhren wir auf dem Red Rock Parkway zum gleichnamigen Canyon. Nach der Besichtigung des Canyons machten wir einen kleinen Spaziergang zu den Blakiston Falls, eine weitere Sehenswürdigkeit auf diesem Scenic Drive. Als Hans ein paar Schritte weiter ging, um den Wasserfall möglichst von Nahem zu fotografieren, kam ihm auf dem Weg ein Rudel wilde Bergziegen entgegen, die gar keine Scheu zeigten.
Von Waterton aus führt eine 16 km lange Strasse zum Cameron Lake. Als wir nach dem Mittag ankamen, war der Parkplatz schon ziemlich gefüllt. Wir gingen ein Stück weit dem See entlang, bis wir an einen Aussichtspunkt gelangten, wo man ab und zu Bären beobachten kann. Trotz intensiver Suche mit dem Fernglas war keiner zu entdecken. Auf dem Rückweg zum Parkplatz kamen wir am kleinen idyllisch gelegenen Akamina Lake vorbei.
Am späten Nachmittag fuhren wir wieder zurück zum Campingplatz. Dabei kamen wir am Bear's Hump Trailhead vorbei. Wir konnten es nicht lassen, doch noch zum "Bärenhöcker" hinaufzusteigen. Der Weg war sehr steil, aber es hatte sich gelohnt. Wir genossen die Abendsonne und hatten eine prächtige Aussicht auf das Prinz of Wales Hotel und den kleinen Ort Waterton Village.
Freitag; Einmal müssen wir den schönen Park verlassen.
Wir hatten ja geplant, noch den angrenzenden Glacier Nationalpark zu besuchen,
der sich allerdings auf amerikanischem Boden befindet.
Da wir aber die Panoramastrasse über den Logan Pass ("Going to the Sun Road") mit unserem langen Motorhome nicht fahren dürfen, entschlossen wir uns, in Kanada zu bleiben.
Wir fuhren nach Cardston und gingen als erstes gleich ins Kutschen Museum.
Ein touristisches Highlight ist das Remington Alberta Carriage Museum, das mit mehr als 200 Kutschen aus der Pionierzeit eines der grössten seiner Art ist. Es zeigt die Geschichte des Wagnerhandwerks und Transportwesens, das für die Erschliessung der Prärien von grosser Wichtigkeit war. Ausgestellt sind nicht nur einfache Pferdefuhrwerke, sondern auch komfortable Reisekutschen, mit denen man im 19. Jahrhundert grössere Strecken zurück gelegt hatte.
Besonders gut hat uns die geführte Tour durch die einzelnen Räume gefallen. Zuletzt erklärte und demonstrierte uns ein Wagner in seiner Werkstatt sehr ausführlich, wie und mit welchen Werkzeugen er die alten Kutschen restauriert.
Nach dem Besuch dieses äusserst interessanten Museums gingen wir
schnurstracks in die Library, um endlich wieder einmal unsere Mails zu checken.
Seit Kimberley ist es uns nicht mehr gelungen, mit der grossen weiten Welt zu
kommunizieren. Natur und Internet verträgt sich offenbar nicht. Wir blieben auf dem
örtlichen Campingplatz.
Samstag; Wir entschlossen uns, noch einen Tag hier zu bleiben, denn in Cardston war ein Dorffest im Gange. Am Vormittag sahen wir uns zuerst den Umzug an. Wie bei anderen Paraden, die wir schon gesehen haben, waren die örtlichen Vereine und die aus der nahen Umgebung mit Wagen und Pferden vertreten. Auch die heutige wurde von der Royal Canadian Mounted Police angeführt.
Danach spazierten wir gemütlich durch die kleine Ortschaft, dabei entdeckten wir das Miniaturmuseum, dessen Besuch uns schon im Visitor Center empfohlen wurde. Ein Privatmann hat über die Jahre alles mögliche gebastelt und kleine Figuren dazu gesammelt. In Schaukästen waren ganze Dörfer, Landschaften und sonstige Szenen zu sehen. Besonders originell waren die diversen alten Zapfsäulen, einige von ihnen hatten wir in Amerika an der Route 66 bestaunen können, allerdings waren sie leider nicht mehr in Betrieb.
Als wir durch die Hauptstrasse schlenderten, hörten wir in der
Ferne Countrymusic. Als wir näher kamen, sahen wir vier ältere Herren, die schon
an der Parade teilnahmen und ihren Wagen vor einem Restaurant parkiert hatten.
Zu unserer Freude spielten sie alte, uns bekannte Country Songs. Wir hörten
lange zu und als sie vernahmen, dass wir aus der Schweiz kommen, freuten sie
sich und es ergab sich in der Pause ein gutes Gespräch. Zum Abschluss des
Dorffestes fand auf dem Sportplatz ein Feuerwerk statt, welches wir uns nicht
entgehen liessen.
Sonntag; Heute ging unsere Fahrt nach Lethbridge.
Lethbridge wurde in den 1870 Jahren gegründet. Zuvor befand sich hier das von illegal tätigen US-amerikanischen Waffen- und Whiskyhändlern gegründete legendäre Fort Whoop-Up, um das sich alsbald die kanadische Polizei zu Pferde kümmerte. Die Vororte Coaldale und Coalhurst erinnern daran, dass bis 1965 in den Seitentälern des Oldman River Kohle abgebaut wurde.
Nach dem Besuch des Visitor Centers fuhren wir quer durch die Stadt und besichtigten danach die sehenswerte hohe Eisenbahnbrücke. Hans interessierte sich besonders für die Konstruktion der Brückenpfeiler und fotografierte sie von allen Seiten. Als wir uns unter der grazilen Konstruktion befanden, donnerte gerade ein Güterzug über die Brücke.
High Level Bridge; Das eindruckvollste Bauwerk von Lethbridge
ist die riesige Eisenbahnbrücke, die sich über das weite Tal des Oldman River
spannt. Bei ihrer Fertigstellung im Jahre 1909 stellte sie alle anderen
Eisenbahnbrücken dieses Typs in den Schatten. Diese Brücke ist die längste und
höchste ihrer Art in der Welt. Ein paar technische Daten: Sie ist 1'623 m lang und 95,7 m hoch. Es wurden
12'436 Tonnen Stahl verbaut und 328'000 Nieten verbraucht. Für den Anstrich
benötigte man 34'550 Liter Farbe. Die Kosten betrugen 1.334.525.00 Dollar.
Nach so viel Technik, zurück zur Natur. Wir besichtigten den Japanese Garden, ein schön angelegter Park, wo man sich immer wieder hinsetzen und die prachtvolle Anlage bestaunen konnte.
40. Woche: 8. bis 14. August 2005
Montag; Mit neuen Pneus flott unterwegs! Immer wieder
liessen wir unterwegs unsere Pneus kontrollieren. Es war nur eine Frage der
Zeit, wann wir sie ersetzen lassen mussten. Wir hatten doch schon einige tausend
Kilometer auf unserer Reise zurückgelegt. Nun in Lethbridge war es soweit. Die
Wartezeit verbrachen wir im angrenzenden Shoppingcenter.
Am Nachmittag konnten wir weiter fahren. Wir kamen durch den kleinen Ort Taber, in dessen Umgebung hauptsächlich Mais angebaut wird. Die kleine Stadt nennt sich "Corn Capital of Kanada".
Nach einer weiteren Stunde Fahrt erreichten wir die Ortschaft Brooks, von wo aus wir zum Dinosaur Provincial Park fuhren.
Der sich in der Nähe von Brooks befindliche Dinosaur Provincial Park gehört zu den bedeutendsten Fossilienfundplätzen Nordamerikas. Hier wurden Versteinerungen zahlreicher Saurierarten freigelegt. Eindrucksvoll ist auch die Landschaft, in der sich der Red Deer River ein über 100 m tiefes Flussbett gegraben hat. Bunt gebändert - von rötlich-schwarz bis hellgrau und weiss - leuchten die spärlich bewachsenen, von Wind und Wetter ausgewaschenen Badlands im Sonnenlicht. Stellenweise glaubt man sich in eine karge Mondlandschaft versetzt.
Dienstag; Wir hatten für heute eine Bustour gebucht, welche in einen abgelegenen Teil des Parks führt, der nur mittels einer Führung zugänglich ist. Nach bald drei Wochen Sonnenschein, nieselte es heute leicht. Wir marschierten um 9.00 Uhr zum Treffpunkt beim Visitor Center. Der Bus stand schon bereit und der Fahrer gab uns einige Informationen zum Park, der heutige Regen sei hier eine Ausnahme und wir können froh sein, da infolge des Regens die verschiedenen Schichten noch besser zur Geltung kommen.
Unterwegs durfte man immer wieder aussteigen und ein paar
Schritte durch die urtümliche Landschaft machen. Kal der Busfahrer, zeigte uns,
wie man Dinosaurierknochen von Steinen unterscheidet, von Auge ist nämlich gar
kein Unterschied festzustellen. Man nimmt das Fundstück, benetzt einen Finger
mit Speichel, berührt den "Stein" und wenn er kurz kleben bleibt, ist es ein
Knochen! Einige gut erhaltene Skelette waren gegen die Witterung unter Plexiglas geschützt. Am
Mittag erreichten wir wieder das Visitor Center. Kal hatte die Tour sehr
lebhaft und informativ gestaltet.
Am späteren Nachmittag hellte es auf und wir beschlossen die restlichen, ohne Führung zugänglichen Wanderwege zu erkundigen. Die Kiesstrasse, welche zu den einzelnen Wanderwege führte, war nur 3 km lang, so beschlossen wir, zu Fuss den ganzen Weg zu machen. Auf diversen Schautafeln wurden die einzelnen Fundstellen erklärt, sogar in deutscher Sprache, was hier eher selten der Fall ist. z.B. Wie wurden diese Skelette zu Fossilien? Eine hohe Ablagerungsgeschwindigkeit in der späten Kreidezeit ist der Grund dafür, dass es im Dinosaurier Park so viele Fossilien gibt. Tote Tiere wurden schnell in Sedimente eingebettet, bevor Erosion oder Verwesung eintraten. Auf diese Weise blieben die Skelette intakt und konnten durch Fossilation erhalten bleiben.
Gegen Abend kam sogar noch die Sonne hervor, wir bestiegen den Hügel gleich hinter unserem Campingplatz, von wo aus man eine wunderschöne Sicht über einen Teil des Parks hat.
Mittwoch; Einen Wanderweg hatten wir uns für heute
morgen aufgehoben, doch der war nur bei trockenem Wetter zu begehen, denn die
Sandsteinhügel sind bei Regen sehr rutschig.
Als wir aber am Morgen den Regen hörten, der auf unseren Camper niederprasselte, schliefen wir erst mal aus. Ans Wandern war nicht zu denken. Dann machten wir uns auf den Weg nach Medicine Hat. Dort gelang es uns, wieder einmal gratis das Internet des "Best Western" Hotel vom Parkplatz aus mit zu benützen. Von Medicine Hat war es nicht mehr weit bis zum Cypress Hill Provincial Park. Trotz des Regens beschlossen wir, die 60 km Umweg zu fahren und dort zu übernachten. Der Campingplatz in Elkwater war infolge der immer noch andauernden Ferienzeit übervoll und lärmig. Der uns zugewiesene Platz lag mitten im "Gewühl", ausserdem stand ein Abfallsack herum und selbst im Grill lagen leere Getränkedosen und sonstiger Abfall. Daran hatten wir gar keine Freude. Gott sei Dank kommt so etwas nur selten vor!
Donnerstag; Trübe Aussichten! Schade, der Park hätte es wahrscheinlich verdient, noch einen Tag länger zu bleiben. Das Wandern fiel buchstäblich ins Wasser und wie gesagt, es war "nicht unser Platz". Wir fuhren zurück auf den Trans Canada Highway und legten heute einen Fahrtag ein. Wir erreichten die Provinz Saskatchewan. Die dominierenden Farben waren heute blau-grau und gelb-grün. Weizenfelder bis zum Horizont. Unsere Fahrt endete in der Hauptstadt Regina, wo wir wieder mal einen Wal*Mart Parkplatz als Campingplatz aussuchten.
Regina; Die Hauptstadt der Provinz Saskatchewan liegt in einer fruchtbaren Weizenebene. Noch im 19. Jh. war der Ort unter dem Namen "Pile of Bone" bekannt. Grosse Mengen von Büffelknochen, die man in der Nähe des Wascana Creek fand, deuten darauf hin, dass sich hier viele indianische Bisonjäger aufhielten. Die moderne Entwicklung begann 1882 mit dem Bau der transkontinentalen Hauptstrecke der Canadian Pacific Railroad. Die interessanteste Einrichtung von Regina findet man im Westen der Stadt. Hier werden die berühmten Rotröcke der RCMP (Royal Canadian Mounted Police) ausgebildet. Im Museum erfährt man vieles über die Geschichte dieser Polizeitruppe.
Freitag; Natürlich besuchten wir am Vormittag das wirklich sehenswerte RCMP Museum. Leider fand infolge des schlechten Wetters die alltägliche Parade nicht statt. Am Nachmittag fuhren wir weiter bis zur kleinen Prärieortschaft Indian Head.
Samstag; Wir beschlossen spontan, den Trans Canada Highway für eine Weile zu verlassen und über Nebenstrassen in den nördlich gelegenen Duck Mountain Provincial Park zu fahren. Die Landschaft durch die wir fuhren, wechselte nicht gross, meist ging es vorbei an endlosen Weizenfeldern. Einzig die Weizensilos in den kleinen Ortschaften waren eine farbige Abwechslung.
Am Nachmittag erreichten wir den Duck Mountain Provincial Park.
Der 1'273 km2 grosse Duck Mountain Provincial Park liegt ca. 300 km nordöstlich von Regina an der Grenze zu Manitoba. Die bergige, von Nadel- und Laubwäldern durchsetzte Landschaft besitzt auch einige fischreiche Seen. Der höchste Berg ist der Baldy Mountain mit 831 m, allerdings liegt er auf Manitoba Boden. An den Seen kann man vielerlei Wasservögel beobachten, darunter natürlich auch Enten und Kanada-Gänse.
Unser Campingplatz lag am Madge Lake, wie die meisten Campingplätze während der Ferienzeit war auch dieser randvoll.
Sonntag; Wir brachen auf und erreichten alsbald die Provinz Manitoba. Meist ging es durch einsame Nebenstrassen, vorbei an kleinen Ortschaften. Vor uns lag der Riding Mountain Nationalpark, unser nächstes Ziel.
Der 2'978 km2 grosse Riding Mountain Nationalpark liegt ca. 300 km nordwestlich von Winnipeg. Die Plateaus, die eine Höhe von 340 m erreichen, erheben sich über der Prärie mit sanften Hügeln, Wiesen, Seen und Flüssen.
Kurz nach dem Parkeingang kamen wir zum Moon Lake. Dort übernachteten wir. Als wir einen Abendspaziergang zum See machten, trafen wir ein nettes Ehepaar, welches am unteren Ende des Parks wohnte, sie gaben uns unter anderem einen Tipp von einem sehr schön gelegenen Campingplatz am Lake Audy.
41. Woche: 15. bis 17. August 2005
Montag; Nach ein paar Tagen trübem Wetter, schien heute wieder einmal die Sonne. Darum entschlossen wir uns, am Vormittag die 9.4 km lange Wanderung um den Moon Lake zu unternehmen. Der Wanderweg führte meist durch Buschlandschaft, den See selber sahen wir selten. Zu unserer Freude waren mannshohe Blumen am Wegrand zu finden, der Weg war teilweise fast zugewachsen.
Ein paar hundert Meter weiter, raschelte es tüchtig im Busch, heraus trat ein Elch. Es war ein junges männliches Exemplar, sein Geweih war noch kaum zu sehen. Wir rührten uns nicht von der Stelle, er hatte uns nämlich immer im Auge. Erst als er ein paar Schritte in den Wald machte, gingen wir weiter.
Wir hatten das Ende des Sees erreicht und mussten uns den Weg am Ufer entlang suchen. Spuren die mitten in der Wiese aufhörten, zeigten uns, dass sich hier schon öfters Wanderer verlaufen hatten. Der Weg war leider nicht gut markiert. Einmal endete er an einem Biberdamm und wir mussten wieder von Neuem suchen. Nach drei Stunden hatten wir den Campingplatz wieder erreicht. Wir erinnerten uns an den Tipp des netten Ehepaars und fuhren zum Lake Audy. Um zum Campingplatz zu gelangen, durchquerten wir ein Bison Paddock. Hier, in diesem eingezäunten Teil des Parks lebt eine Herde von 38 Tieren. Wir hatten Glück und sahen bald die ersten Bisons, sie verschwanden aber im nahen Wald. Wir hatten danach aus Versehen eine falsche Strasse erwischt und als wir zurück fuhren tauchte plötzlich die ganze Herde vor uns wieder auf. Diesmal konnten wir sie von ganz Nahem betrachten und hatten sie erst noch für uns alleine. Als wir sie in aller Ruhe beobachtet und fotografiert hatten, fuhren wir zum Campingplatz, der wirklich idyllisch am See gelegen ist. Wir pickten uns einen schönen Platz mitten auf der Wiese heraus und genossen die Abendsstimmung am See.
Dienstag; Der Platz war einer der schönsten, welchen wir
während den letzten Wochen hatten. Ganz allein, direkt am See auf einer grossen Wiese, aber leider
kein Stromanschluss. Wie so oft hatte sich die Batterie wieder einmal verabschiedet. Wir
hatten uns schon mehrmals überlegt, die Batterie ersetzen zu lassen, doch dies
ist mit Kosten verbunden und unser Wohnmobilvermieter musste ja kürzlich, nebst
dem Motor, die
neuen Pneus bezahlen, er tat uns langsam leid. Ausserdem hatten wir ja einen
Generator, aber wir haben beschlossen, diesen nur im höchsten Notfall zu
benützen. Dessen Gebrauch verträgt sich nicht mit unserem Gedanken, die
Stille und die Natur zu geniessen. So fuhren wir nach dem Frühstück am See
zurück in die "Zivilisation". Wir kamen wieder an der Bisonherde vorbei,
welche heute nur von einer Aussichtsplattform weit weg zu sehen war. Unsere Fahrt ging bis zur Ortschaft Portage
La Prärie, die wir gegen Abend erreichten.
Mittwoch; Auf dem Trans Canada Highway fuhren wir direkt nach Winnipeg.
Winnipeg ist die Hauptstadt von Manitoba und liegt am Zusammenfluss von Red River und Assiniboine River. Die Lage an zwei wasserreichen Flussläufen hat sich schon mehrfach als problematisch erwiesen. Bereits 1826 und 1852 wurden tiefer gelegene Teile der Stadt vom Hochwasser verwüstet. Erneut geschah dies 1950 und 1979. Die letzte grosse Flutkatastrophe ereignete sich Anfang Mai 1997 als der Red River tagelang Hochwasser führte.
Es regnete leider während der ganzen Fahrt durch die Stadt, so fuhren wir weiter und übernachteten ausserhalb von Winnipeg.
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