Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03506.jsonl.gz/577

Dem 32-jährigen Österreicher wurde neben dem eigenen Blutdoping auch vorgeworfen, zum Doping anderer Sportler beigetragen zu haben. Letzteres sah das Gericht aber nur teilweise als erwiesen an. Johannes Dürr hatte sich zuvor teils schuldig bekannt und vor allem sein eigenes Blutdoping erneut eingestanden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Dass er auch eine bedeutende Rolle als Vermittler und Helfer des Erfurter Sportmediziners Mark S. gespielt haben soll, bestritt Dürr in zentralen Punkten. Konkret wies er die Vorwürfe von sich, die ehemaligen Langläufer Max Hauke und Dominik Baldauf an Mark S. vermittelt zu haben, was diese behaupten.
Das Gericht folgte hier Dürrs Ansicht unter anderem aufgrund der Folgen, die Dürrs Äusserungen in einer ARD-Dokumentation für die beiden Sportler letztlich hatten. Hauke und Baldauf wurden in den vergangenen Wochen ebenfalls zu Bewährungsstrafen wegen Blutdopings verurteilt.
Doping im grossen Stil nachgewiesen
Dürr hatte mit seinen Aussagen in der Doku «Die Gier nach Gold» die Dopingermittlungen ausgelöst, die im Februar 2019 zur «Operation Aderlass» führten. Bei den Razzien in Erfurt und bei den Nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Seefeld in Tirol wurde unter anderem der Erfurter Arzt Mark S. als Mittelpunkt eines vermuteten Doping-Netzwerks festgenommen. 23 Sportlern wurden bei den Ermittlungen rund um das vermutete Netzwerk Blutdoping nachgewiesen.