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Wilhelm Tell erlangte dauerhaften Ruhm. Bereits zwei Generationen nach seinen legendären Taten wurde am Vierwaldstättersee zwischen Flüelen und Sisikon eine Kapelle zu seinen Ehren errichtet. Ab dem 16. Jahrhundert gab es sogar drei Kapellen: in seinem Heimatdorf Bürglen, an der "Hohlen Gasse" bei Küssnacht und am Seeufer.
Die Kapelle in Sisikon – sie war wie die beiden anderen dem Heiligen Sebastian geweiht, dem Schutzpatron der Bogenschützen – wurde bald zu einer Kultstätte, in der neben Tell andere Freiheitshelden der Eidgenossenschaft verehrt wurden.
Spätere Historiker erklären, dass Tell genau an dieser Stelle während eines schrecklichen Gewitters den Sprung vom österreichischen Schiff gewagt hatte, das ihn zum Gefängnis bringen sollte. 1590 wurde die Kapelle neu gebaut und zu einer Art Gedenkstätte umfunktioniert: Jahrhunderte lang feierten Bruderschaften und Pilger hier den Start in die Unabhängigkeit.
1879 entstand die heutige Kapelle mit den Fresken des Basler Malers Ernst Stückelberger. Zusammen mit der Rütliwiese stellt die "Tellskapelle" gewissermassen das "mythische Herz" der Schweiz dar.