Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03416.jsonl.gz/1494

Krebserkrankungen bei jungen Menschen sind sehr selten. Die Erhebungen der Studie basieren deshalb auf einer geringen Zahl von Erkrankungen. Bei den insgesamt 39'557 untersuchten Kindern männlicher und den 8'883 Kindern weiblicher Nuklearangestellter sind 111 Krebsfälle bekannt, darunter 28 Leukämiefälle. Insgesamt weisen die neuen Ergebnisse der NIFS darauf hin, dass Krebs und Leukämie bei diesen Kindern ähnlich häufig wie bei der allgemeinen Bevölkerung auftritt. Nicht widerlegen kann die Studie die Möglichkeit, dass eine relativ starke ionisierende Strahlenbelastung bei Männern vor der Empfängnis bei danach gezeugten Nachkommen zu einem erhöhten Leukämierisiko führen könnte (Gardner-Hypothese). Die entsprechenden Untersuchungen stützen sich aber auf nur drei Erkrankungsfälle ab. Hohe Dosen vor der Zeugung sind an und für sich selten und selbst wenn ein kausaler Zusammenhang bestünde, wäre die Zahl entsprechender Leukämiefälle sehr gering. Bei den untersuchten mehr als 46'000 Kindern könnten so nur weniger als drei Fälle mit einer Strahlendosis vor der Zeugung erklärt werden.
Die jüngsten NIFS-Ergebnisse bestätigen die Resultate einer Reihe anderer Untersuchungen, besonders diejenigen, die im vierten Bericht des Committee on Medical Aspects of Radiation in the Environment (Comare) veröffentlicht worden sind (Bulletin 7-8/1996). Alle diese Untersuchungen können die von Gardner vor einem Jahrzehnt postulierten alarmierenden Leukämierisiken nicht stützen (vgl. ausführlichen Bericht von Prof. H. Fritz-Niggli im Bulletin 7-8/1990). Ohne Zweifel ist die Serie dieser Negativresultate für die Beschäftigten in der britischen Nuklearindustrie ein klares Zeichen für die gesundheitliche Unbedenklichkeit ihrer Arbeitsplätze.
Quelle
H.K. nach British Medical Journal vom 28. Mai 1999