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Schweizer Kaufleute und die koloniale Baumwollökonomie:
Die Handelsfirma Gebrüder Volkart in Indien
Referat im Anschluss an die Jahresversammlung des Schweizerischen Sozialarchivs
Mittwoch, 30. Mai 2012, 18:00 Uhr
Theater Stadelhofen, Stadelhoferstrasse 12, 8001 Zürich
Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Winterthurer Handelsfirma Gebrüder Volkart zu einem der bedeutendsten Exporteure von indischer Rohbaumwolle. Wie war es möglich, dass eine schweizerische Firma in einer britischen Kolonie so erfolgreich Geschäfte tätigen konnte? Wie gelang es den Europäern, die indischen Kaufleute, die bis in die 1860er Jahre mehr als die Hälfte der Baumwollausfuhren nach Europa kontrolliert hatten, aus dem Exporthandel zu verdrängen? Und inwiefern waren indische Geldverleiher dafür verantwortlich, dass indische Baumwolle in Deutschland und Japan, aber nicht in England nachgefragt wurde?
Christof Dejung beleuchtet ein Kapitel der Globalisierungsgeschichte des 19. Jahrhunderts, das heute weitgehend vergessen ist.
Der Historiker Dr. Christof Dejung ist Privatdozent für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Konstanz. Zu seinen Arbeitsgebieten gehören Schweizergeschichte, Wirtschaftsgeschichte und Globalgeschichte. Seine Studie "Die Fäden des globalen Marktes. Eine Kultur- und Sozialgeschichte des Welthandels am Beispiel der Handelsfirma Gebrüder Volkart, 1851-1999" erscheint Ende 2012 im Böhlau-Verlag, Köln.