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- Der 75-jährige Jacques Dubochet hat in Stockholm den Nobelpreis für Chemie entgegengenommen.
- Der Biophysiker bekam den Nobelpreis bereits im vergangenen Oktober zusammen mit dem 77-jährigen Amerikaner Joachim Frank und dem 72-jährigen Briten Richard Henderson zugesprochen.
- Sie wurden damit für eine neuartige Mikroskop-Technologie geehrt, mit der Moleküle dreidimensional beobachtet werden können, ohne sie dabei zu verändern.
- Dubochet ist der 28. Schweizer, der einen Nobelpreis erhielt – davon waren acht Nobelpreise für Chemie.
Dubochet und sein Team hatten die Kryo-Mikroskopie in den 1980er-Jahren erfunden. Die Technik erlaubt es, biologische Proben von Viren, Proteinen und Enzymen zu untersuchen, ohne sie dabei in ihrer Struktur zu beeinflussen.
Dazu wird eine Probe bei einer Temperatur von minus 170 Grad schockgefroren, um ihren Originalzustand zu konservieren. Oder anders gesagt: Das Wasser des Moleküls wird so rasch wie möglich versiegelt, bevor es kristallisiert.
So können beispielsweise Bakterien wie Salmonellen, die resistent sind gegen Antibiotika, untersucht werden, ohne dabei ihren Zustand zu verändern. Mit konventioneller elektronischer Mikroskopie werden oft Farbstoffe oder Salze beigefügt, um ein besseres Bild erhalten zu können: Dadurch wird aber die Beobachtung der Moleküle gestört.
Hoffnung auf neue Medikamente
Die neuartige Mikroskop-Technologie der drei Chemie-Nobelpreisträger könnte nach Einschätzung der Nobelpreis-Jury die Entwicklung von Medikamenten revolutionieren.
«Wir werden neue Medizin auf einem komplett anderen Level entwerfen können», sagte Nobeljuror Peter Somfai. «Jetzt können wir die Enzyme, die Moleküle des Lebens, in Aktion sehen.» Mit Kryo-Elektronenmikroskopie gelang vor kurzem beispielsweise ein exzellentes Bild des Zika-Virus.
Nobelpreis für Ican
Die Internationale Kampagne für die Abschaffung von Atomwaffen (Ican) hat in Oslo den Friedensnobelpreis 2017 entgegengenommen. Ican wurde für ihren bahnbrechenden Einsatz für ein vertragliches Atomwaffenverbot geehrt. Der Preis ist mit gut einer Million Franken dotiert.