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Dorf in Peru wählt Bürgermeister per Münzwurf
Ein Dorf in den peruanischen Anden hat nach alter Väter Sitte über seinen Bürgermeister entschieden: Nachdem bei der Wahl in Tibillo beide Kandidaten gleich viele Stimmen erhielten, wurde eine Münze geworfen.
Per Münzwurf ins öffentliche Amt: alternative Demokratie in Tibillo.
Niemand in dem peruanischen Dorf Tibillo hätte damit gerechnet: Die beiden Kandidaten fürs Bürgermeisteramt, Wilber Estrada Pardo und Jairo Estrada Ramirez, erhielten die exakt gleiche Anzahl Stimmen. Die beiden sind ausserdem zufälligerweise Cousins. Was tun in einem solchen Fall? Ein erneuter Urnengang kam offenbar nicht infrage, denn die Verwaltung entschied sich für den guten alten Münzwurf. Man reiste also ins Büro der Wahlkommission nach Ica, und dem Polizeichef von Tibillo wurde die Ehre des Schiedsrichters zuteil. Als die beiden Anwärter auch noch dieselbe Seite der Münze wählten, wurde für sie entschieden, und Estrada Pardo gewann die unkonventionelle Wahl. Er freue sich darauf, das «vergessene Dorf» nach vorne zu bringen, sagte der Politiker von der Zentrumspartei Volksaktion nach erfolgter Ernennung zum Bürgermeister.
Undemokratisch, aber okay
Der Verlierer brachte zwar nach der Entscheidung Unmut über die Methoden des Wahlbüros zum Ausdruck und bezeichnete sie als undemokratisch, erklärte sich aber bereit, die Entscheidung zu akzeptieren. Ausserdem fügte er an, seinem Vetter gern bei den anstehenden Regierungsgeschäften zur Hand zu gehen: Schliesslich stehe das Wohl ihres Dorfes an oberster Stelle. (sda/lfr)