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The Descendants
Regie: Yaser Talebi
Darst.: Hassan Rostamani, Viktoria Lushnikova, Mehrtash Saeidi, Hossein Mirzagholi u.a.
Jakob ist ein sanfter, älterer Familienvater. Mit seiner Frau Arghavan und der erwachsenen Tochter lebt er in einer Stadt im Norden Irans, am Kaspischen Meer. Eigentlich hätte die Familie eine geruhsame und gut situierte Existenz, denn Jakob ist Dozent an der Kunstakademie, Arghavan malt und die Tochter arbeitet als Ärztin im örtlichen Spital. Doch das Leben der Familie wird davon überschattet, dass sie schon lange nichts mehr von Farrokh, dem im Ausland studierenden Sohn, gehört hat. Dieser hat nach drei Jahren in Griechenland ein Stipendium für einen Studienaufenthalt in Schweden erhalten. Doch seit er dorthin gezogen ist, herrscht Funkstille. Als Arghavan darob in Depressionen verfällt und hospitalisiert werden muss, macht sich Jakob auf die Suche nach dem verlorenen Sohn. Er fliegt nach Stockholm und reist in die 150 Kilometer weiter nördlich gelegene Universitätsstadt Uppsala – dies ist die einzige Adresse, die er von Farrokh erhalten hat. Doch die Wohnung an der angegebenen Adresse ist verwaist. Immerhin findet Jakob, der leidlich Englisch spricht, bald Verbündete bei seiner Suche, die hoffnungslos scheint, als er erfährt, dass Farrokh gar nie an der Universität eingeschrieben war. In einem Schnellimbiss, einem Treffpunkt der örtlichen iranischen Community, lernt Jakob zwei Studenten aus dem Iran kennen, die sich als hilfsbereit erweisen – und dann ist da auch Lea, die Serviererin, die einst vor dem Krieg in Bosnien nach Schweden geflohen ist. Trotz ihres jahrelangen Aufenthalts ist Lea das kalte Land fast so fremd geblieben wie Jakob, der sich in der vorweihnächtlichen skandinavischen Schneelandschaft wie ein Ausserirdischer fühlt. Tageslicht gibt es hier im Dezember gerade mal sechs Stunden – und so herrscht oft Dunkelheit in diesem Drama um einen verschollenen Migranten, das mit seinem unerwarteten Ende bis zur letzten Filmminute zu fesseln vermag. Yaser Talebi, 1982 geboren und aus dem Norden Irans stammend, legt in seinem ersten Langspielfilm geschickt falsche Fährten und vermittelt gleichzeitig ein lebendiges Bild vom Zusammenprall zweier Kulturen. Immer wieder erinnert man sich an jene Migrantengeschichten, bei denen Kinder in der Fremde den Eltern zu Hause Lügengeschichten auftischen von einer Arbeit als Kellner, Zimmermädchen oder Bauarbeiter – und in Wirklichkeit ein elendes Dasein in einem Asylheim fristen.