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Bledo
Marko Grba Singh
Serbien, 20 min
Weltpremiere
Banja Koviljaca ist eine kleine serbische Ortschaft an der bosnischen Grenze, die zu einem Durchgangsort für rund eintausend fünfhundert Migranten aus Afrika, Asien oder dem Balkan geworden ist, die versuchen, illegal nach Europa einzureisen. Bledo, innerhalb weniger Monate gedreht, ist die Chronik der geografischen Absurdität eines « Dorfes », das seit Ende des Kriegs im ehemaligen Jugoslawien eigentlich ethnisch rein sein soll, dessen Bewohner sich gegen Bares jedoch mit der Gegenwart einer « unerwünschten » Bevölkerung abfinden. Nach einer Demonstration auf Traktoren (!), mit der ein Ende dieser Ausnahme und das Einschreiten von Polizeieinheiten gefordert wurde, kann sich das « befreite » Banja Koviljaca wieder im niederträchtigsten Provinzialismus suhlen. Marko Grba Singh führt seinen Film subtil am Rande der knirschenden, von einer gewissen Melancholie durchdrungenen Farce entlang. Durch die Aneinanderreihung eines auf Youtube gefundenen äthiopischen Videoclips als Zeichen der Virtualität des « anderswo », wenn dieses anderswo plötzlich aus dem realen täglichen Leben verschwunden ist, mit Sequenzen, die während des « königlichen Karnevals » gefilmt wurden, den seine Landsleute lautstark feiern, zeigt der Filmemacher eine in den falschen Schein des Untereinanderseins eingeschlossenen Gemeinschaft.
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