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POWERFUL RELATIONS: Kinship and Decentralized Electricity Production
Prof. Agnieszka Joniak-Lüthi
Dr. Sibylle Lustenberger
Dieses Projekt analysiert die Erfahrungen und das Wissen von lokalen Gemeinschaften, die seit Jahrzehnten ihren eigenen Strom produzieren, um daraus empirisch fundierte Visionen für eine alternative Energiezukunft zu entwickeln. Damit leistet das Projekt einen Beitrag zur aktuellen Frage, wie Energiesysteme nicht nur ökologisch nachhaltig, sondern auch demokratisch und gerecht organisiert werden können. Auf einer theoretischen Ebene eröffnet das Projekt eine neue Richtung für die sozialwissenschaftliche Forschung über Elektrizitätsinfrastrukturen, indem es das Augenmerk auf die Rolle von Verwandtschaft und Gender legt. Die folgenden Forschungsfragen sollen beantwortet werden: 1) Wie werden Verwandtschaft und Gender in Entscheidungen und Konflikten über Einsatz, Kontrolle und Nutzen dezentraler Stromerzeugung ausgehandelt, mit Bedeutung versehen und verändert? 2) In welchem Ausmass und unter welchen Voraussetzungen unterstützen oder behindern vergangene, gegenwärtige und zukünftige Verwandtschaftsbeziehungen die Aufrechterhaltung dezentraler Elektrizitätsproduktion? 3) Welche Formen von Ausbeutung und Abhängigkeiten werden in dezentraler Stromproduktion generiert und welche Rolle spielen Verwandtschaft und Gender dabei? Für die Untersuchung dieser Fragen werden zwei ethnographische Forschungen durchgeführt: eine in den Schweizer Alpen und eine in Zentralnicaragua. Die Forschungen werden folgende Methoden kombinieren: 1) teilnehmende Beobachtung und «walking along»; 2) Archivforschung; 3) die Erfassung von Familiengeschichten.