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Während die zentralen Entscheidungsorgane der EU – die Kommission, das Parlament und der Ministerrat – eine Teilnahme von Drittstaaten weitgehend ausschliessen, eröffnen sich in den administrativen Strukturen des europäischen Mehrebenensystems vielfältige Möglichkeiten der Zusammenarbeit. Eine zentrale Rolle kommt dabei europäischen Agenturen und Behördennetzwerken zu, welche in nahezu allen Bereichen europäischer Politik – von der Luftfahrt- und Energiesicherheit zum Konsumenten-, Grenz- oder Umweltschutz - an der Entwicklung und Umsetzung europäischen Rechts mitwirken.
Als Drehscheiben der Zusammenarbeit zwischen zuständigen nationalen Behörden und Adressaten für private Akteure wie unabhängige Sachverständige und Interessengruppen unterhalten diese Gremien vielfältige Beziehungen zu Gegenspielern in Drittstaaten und internationalen Organisationen. Das Projekt untersucht, inwieweit und unter welchen Bedingungen Vertreter aus Drittstaaten in diesen administrativen Raum der EU integriert werden und wie sich diese technokratische Ebene der Integration zu übergeordneten politischen Beziehungen mit der EU sowie zu normativen Prinzipien demokratischen Regierens verhält.
Insgesamt leistet dieses Projekt einen Beitrag zu den akademischen und politischen Debatten über den Stand und die Zukunft der (differenzierten) europäischen Integration durch das Prisma einer "condominio": eine funktionalistische Form der Integration, welche den Akzent auf die horizontale Koordination nationaler Politiken in dezentralen, Politikfeld spezifischen Institutionen legt.