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Was ist die Schilddrüse?
Die Schilddrüse ist ein kleines Organ, das sich auf der Höhe des Kehlkopfs befindet. Mit ihren zwei Lappen links und rechts von der Luftröhre sieht sie aus wie ein Schmetterling. In der Mitte sind die beiden Lappen durch eine kleine Brücke, den Isthmus, verbunden.
Welche Funktion hat die Schilddrüse im Körper?
Die Schilddrüse funktioniert wie ein Kraftwerk in unserem Körper. Sie produziert 2 Hormone: das Tetrajodthyronin (T4) und das Trijodthyronin (T3). Diese regulieren unseren Stoffwechsel und sind deshalb von hoher Bedeutung für unseren Körper.
Wir brauchen sie:
- um Wärme zu produzieren.
- um Cholesterin abzubauen.
- zum Denken.
- zur Stärkung unserer Knochen und Muskeln.
Sie sorgen unter anderem dafür, dass wir nicht zu viele Kohlenhydrate speichern oder zu viel Energie verbrauchen. Kurz: Ohne die Schilddrüsenhormone können wir nicht leben.
TSH-Wert
Mit einem weiteren Hormon, dem TSH (Thyreoidea Stimulierendes Hormon), reguliert unser Gehirn die Produktion der Schilddrüsenhormone. Hans Steinert, Nuklearmediziner und Geschäftsführer des Schilddrüsenzentrums der Hirslandenklinik Zürich, sagt: «Das TSH ist das Steuerhormon der Schilddrüse. Es zeigt an, ob die Schilddrüse zu viel oder zu wenig Hormone herstellt. Dadurch wird die Produktion von Schilddrüsenhormon gedrosselt oder stimuliert.» Der TSH-Wert ist ein guter Indikator bei der Diagnostik, wenn die Schilddrüsenwerte an sich noch normal sind, aber erste Symptome auftreten, die auf eine Störung hindeuten.
Wie sich die Jodversorgung auf die Schilddrüse auswirkt
Wie es die Namen der beiden Hormone schon andeuten, sind die Schilddrüsenhormone von der Jodversorgung abhängig. So enthält das T4 vier Jodmoleküle und das T3 drei Jodmoleküle. Wir müssen über die Nahrung Jod aufnehmen, damit die Schilddrüse die Hormone produzieren kann. In jenen Gebieten, in denen ein Jodmangel herrscht, beginnt das die Schilddrüse auszugleichen, indem sie wächst. Dieses übermässige Wachstum kann nach Jahrzehnten zu einem Kropf führen. Es können sich auch sogenannte autonome Knoten bilden.
Störungen der Schilddrüsenfunktion
Es gibt verschiedene Krankheitsbilder, die durch eine Schilddrüsenstörung ausgelöst werden. Wenn die Schilddrüse zu viele Hormone produziert, spricht man von einer Überfunktion (Hyperthyreose), wenn sie zu wenige herstellt, von einer Unterfunktion (Hypothyreose).
Knoten in der Schilddrüse können gutartig oder bösartig sein. In letzterem Fall spricht man von einem Karzinom beziehungsweise von Schilddrüsenkrebs. Beim Karzinom liegt ein funktionsloser, sogenannter «kalter Knoten» vor. Von «heissen Knoten» spricht man, wenn sie enorm viel produzieren. Das führt zu einer Überfunktion. Die übrige, gesunde Schilddrüse überlässt dann die Hormonproduktion den heissen Knoten.
Frauen häufiger betroffen
Frauen sind bei allen Schilddrüsenstörungen deutlich häufiger betroffen als Männer. «Die genaue Ursache ist noch zu wenig erforscht. Vieles deutet aber darauf hin, dass die hormonellen Umstellungen im weiblichen Körper damit im Zusammenhang stehen», sagt Steinert dazu.
Mögliche Behandlungen
Je nach Krankheit oder Störung werden andere Therapien angewandt. Falls ein operativer Eingriff nötig ist, entfernt man heute einen Lappen – also eine Seite der Schilddrüse – vollständig. Der Grund liegt darin, dass das Risiko bei einer erneuten Operation um ein Vielfaches steigt.
Therapie bei heissen Knoten
Bei einem heissen Knoten wird der betroffene Lappen deshalb vollständig entfernt. Es gibt auch andere Therapieoptionen: Die Radiojodtherapie und neuerdings auch die Thermoablation. Bei der Radiojodtherapie führen radioaktive Strahlen gezielt zur Zerstörung der heissen Knoten. Bei der Thermoablation werden die Knoten durch Radiowellen und der entstehenden Wärme beseitigt.
Therapie bei Karzinom
Bei einem Karzinom wird immer ein Lappen und unter Umständen auch beide Lappen operativ entfernt. Nach der Operation kann eine Radiojodtherapie erforderlich sein, zum Beispiel um Ableger auszulöschen oder einen Rückfall zu verhindern.