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Weniger Milch – mehr Energie
Milchprodukte aus Sicht der TCM
Unsere Energieproduktion ist wesentlich abhängig von einer gesunden „Mitte“, wie die Organe Milz und Magen auch genannt werden in der TCM. Im Zusammenspiel mit den anderen Körperorganen wandeln Milz und Magen feste und flüssige Nahrung in Energie um und führen unreine Stoffe der Ausscheidung über Darm und Blase zu. Dabei gilt: Je leichter verdaulich ein Lebensmittel ist, desto leichter fällt der Mitte die Energiegewinnung.
Einfache Mahlzeiten belasten die Milz also wesentlich weniger als schwere Kost, die uns träge und müde werden lässt. Milch ist ein wachstumsförderndes Proteinkonzentrat und enthält im Vergleich zu Muttermilch fast die dreifache Menge an Eiweiss. Als Erwachsene konsumieren wir Milch in einer Lebensphase, in der unser Körper nicht mehr auf Wachstum ausgerichtet ist. Zudem wird die heutige Milch von Hochleistungskühen produziert und stammt von verschiedenen Tieren gleichzeitig. All diese Faktoren machen Milch zu einem schwerverdaulichen Lebensmittel.
Aus Sicht der TCM hat Milch einen befeuchtenden und kühlenden Charakter. Deshalb verursacht ein Zuviel an Milchprodukten Feuchtigkeit im Körper. Zusätzlich verstärkt wird dieser Effekt, wenn Milchprodukte gleichzeitig mit Zucker konsumiert werden (Schokolade, Crèmes, Glacé, gesüsstes Joghurt etc.) oder wenn sie besonders fettig sind (Fondue, Raclette etc.). Ein Übermass an Feuchtigkeit, welches die Milz nicht umwandeln kann, manifestiert sich als Müdigkeit, Übergewicht, Schleim in den Atemwegen (Bronchitis, ständig verstopfte oder laufende Nase), Polypen, Ausfluss oder Ödeme. Auch Ekzeme stehen häufig im Zusammenhang mit einem Übermass an Milchprodukten oder einer Milchunverträglichkeit.
Laktoseintoleranz
Um Milchzucker (Laktose) verdauen zu können, brauchen Menschen und Tiere das Enzym Laktase, welches nur so lange gebildet wird, wie gestillt/gesäugt wird. Danach sind Menschen und Säugetiere nicht mehr von der Muttermilch abhängig, und die Bildung des Enzyms wird bei den meisten Menschen eingestellt (75% der Weltbevölkerung ist laktoseintolerant). Laktoseintolaranz ist also im Grunde genommen eine logische entwicklungsbedingte Konsequenz. Mögliche Beschwerden bei Laktoseintoleranz sind Völlegefühl, Blähungen, Bauchschmerzen, Übelkeit und Durchfall. Aus Sicht der TCM hat Laktoseunverträglichkeit mit einer Schwäche der Milz zu tun. Menschen mit einer guten Milz-Energie können Milchprodukte deshalb besser verdauen als Menschen mit einer geschwächten Milz.
Auf Milchprodukte verzichten?
Aus Sicht der TCM gilt: Konsumieren Sie so wenige Milchprodukte wie möglich und bevorzugen Sie verarbeitete oder gelagerte Milchprodukte wie zum Beispiel Joghurt oder Käse. Diese enthalten weniger Laktose und werden dadurch oft besser vertragen. Dies liegt an den Milchsäurebakterien, die sich positiv auf die Darmflora auswirken können.
Meine Erfahrung hat gezeigt, dass es oft reicht, Milch wegzulassen bzw. durch pflanzliche Alternativen wie Mandel-, Reis-, Soja- oder Hafermilch zu ersetzen. Wenn Sie die restlichen Milchprodukte in einem vernünftigen Mass geniessen und sich ansonsten vollwertig ernähren, lassen sich Müdigkeit und andere Beschwerden oft vermeiden. Menschen mit Hautproblemen oder Asthma profitieren jedoch oft davon, wenn sie Milchprodukte konsequent meiden. Auch während der Heuschnupfenzeit und bei Grippe oder Erkältung ist es sinnvoll, Milchprodukte ganz aus dem Ernährungsplan zu streichen.
Verschiedene Studien haben mittlerweile belegen können, dass bei einer Ernährung ohne Milch kein Kalziummangel auftritt. Wenn Sie regelmässig Vollkornprodukte und grünes Gemüse essen, können Sie Ihren Kalziumbedarf also auch ohne Milchprodukte problemlos abdecken.
Verträglichkeitstest
Wenn Sie herausfinden möchten, ob Ihre Beschwerden einen Zusammenhang mit dem Konsum von Milchprodukten haben, empfehle ich Ihnen, für drei Wochen ganz konsequent auf jegliche Milchprodukte zu verzichten und zu beobachten, ob sich Ihre Symptome in dieser Zeit verbessern. Falls dies der Fall ist, können Sie schrittweise verschiedene Milchprodukte austesten: Welche Milchprodukte vertragen Sie gut und in welcher Menge? Welche verursachen Beschwerden? Es lohnt sich, die eigene Verträglichkeit unter die Lupe zu nehmen und sich daran zu halten. Ihr Körper wird es Ihnen mit mehr Energie danken.