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Weltgeschichte im Aargau
Im Aargau nahm eine der führenden Dynastien Europas im 11. Jhdt. ihren Anfang: die Habsburger, die ab 1438 bis 1806 mit einer Ausnahme alle Kaiser des Heiligen Römischen Reiches stellten und ab 1804 bis 1918 die Kaiser Österreichs. Auf der Habsburg lebte die Familie etwa 200 Jahre. Um 1220/1230 zog sie weiter; die Burg war zu klein geworden. Mit der Eroberung des Aargaus durch die Eidgenossen 1415 ging das Stammhaus verloren, was nicht so tragisch war, denn die Habsburger hatten das Zentrum ihrer Herrschaft nach Wien verlegt. Ab dem 15. Jhdt. zerfiel der ältere Burgteil. Der jüngere blieb erhalten und wird heute als Restaurant und Museum genutzt.
Bündner gegen Mailänder im Misox
Die Ruinen des Castello di Mesocco aus dem 13. Jhdt., einer der grössten Burganlagen der Schweiz, liegen auf einem mächtigen Felsen beim Dorf Mesocco im Misox in Südbünden. Die Freiherren von Sax regierten das Misox von hier aus während rund 400 Jahren. Danach wurden das Tal und die Burg zum Spielball zwischen den Bündnern und dem Herzogtum Mailand. 1526 schleiften die Bündner die Burg. 1835 zerstörte ein Blitz den Hauptturm endgültig. Seit 1925 werden die Ruinen wieder gepflegt und instandgehalten.
Grafen gegen Bischöfe in Sitten
Die Walliser Hauptstadt Sitten wird von mächtigen Bauten auf zwei prominenten Hügeln dominiert: Die Burg Tourbillon aus dem 13. Jhdt. ist eine Ruine; Basilika und Festung von Valère aus dem 11. Jhdt. auf dem Nachbarhügel hingegen sind noch weitgehend intakt. Beide waren von den Fürstbischöfen von Sitten als Zeichen ihrer Macht erbaut worden. Im 14. Jhdt. besetzten die Grafen von Savoyen zweimal die Stadt. Und 1417 wurde Tourbillon von den Oberwallisern erobert und teilweise zerstört. Später wieder aufgebaut, fiel die Burg 1788 wie 226 weitere Gebäude in Sitten einem verheerenden Stadtbrand zum Opfer.
Auf Schenkenberg sass der Landvogt…
Die Burg Schenkenberg oberhalb von Thalheim im Aargau wurde im 13. Jahrhundert im Auftrag der Habsburger gebaut, die sie nach der verlorenen Schlacht bei Sempach (1386) aus Geldnot verpfänden mussten. 1415 eroberten die Berner Teile des Aargaus und benutzten die Burg bis 1798 als Sitz des Landvogtes. Dann ging die Burg an den neuen Kanton Aargau über, zerfiel und wurde als Steinbruch genutzt. Seit 1918 gehört Schenkenberg der Aargauischen Vereinigung für Heimatschutz, welche umfangreiche Arbeiten zur Sicherung und Konservierung durchgeführt hat.
…auf Neu-Falkenstein ebenfalls
Wer auf der A1 in Balsthal SO die Blicke hinauf zu den schroffen, weissen Jurafelsen schweifen lässt, kann die die Ruine Neu-Falkenstein auf einem mächtigen Felsvorsprung nicht übersehen. Sie wurde ab dem frühen 12. Jhdt. von einer lokalen Adelsfamilie gebaut. 1356 wurde sie bei einem Erdbeben schwer beschädigt, neu gebaut, dann bei einem Krieg des Bischofs von Basel gegen lokale Herren Ende des 14 Jhdt. wieder in Mitleidenschaft gezogen. Von Ende des 17. bis Ende des 18. Jhdt. residierte der Solothurner Landvogt auf der Burg, weshalb aufgebrachte Bauern sie 1798 in Brand steckten. Die Ruine zerfiel, bis sich ab 1900 ein Balsthaler Verein ihrer annahm.
Ruine mit Strassentunnel
Nicht viel übriggeblieben ist vom Wahrzeichen der Stadt Baden, dem Schloss Stein. Doch seine Ruinen thronen unübersehbar über der Stadt, und unten ihnen führt ein Strassentunnel durch. Die Ursprünge des Schlosses gehen auf das Jahr 1000 zurück. Zuerst gehörte es den Kyburgern, nachdem diese ausgestorben waren, den Habsburgern. Niedergebrannt wurde die Burg schon 1415, als die Eidgenossen den Aargau eroberten. 250 Jahre später bauten die Badener ihr Schloss wieder auf. Doch nachdem die katholische Stadt 1712 zu den Verlierern des Religionskrieges gehörte (Zweiter Villmergerkrieg), wurde sie von den reformierten Siegermächten Zürich und Bern gezwungen, das Schloss zu schleifen. Um die Schmach vollkommen zu machen, wurde aus den Steinen des Schlosses die reformierte Kirche beim heutigen Bahnhof gebaut.
Burghügel im Stausee
Wer schon in der Autobahnraststätte Gruyère FR, auf halbem Weg zwischen Freiburg und Vevey, Halt gemacht hat, kennt sie: Die Insel Ogoz entstand 1948, nachdem die Saane in Rossens gestaut worden war und der Greyerzersee entstand. Zuvor hatten die zwei Burgruinen aus dem 13. Jahrhundert auf einem Hügel gestanden, der eine Halbinsel im Flusslauf bildete. Jetzt sind sie meist vom Wasser umspült, ausser bei tiefem Wasserstand des Sees. Dann kann man die Ruinen zu Fuss erreichen; ansonsten gibt es in Pont-en-Ogoz eine Anlagestelle für Boote, welche Besucher zum Inselchen fahren.
Noch ein Landvogt
Die Homburg in Läufelfingen BL wurde um 1240 durch ein lokales Grafengeschlecht gebaut. 1400 ging sie in den Besitz der Stadt Basel über, welche die Burg während 400 Jahre als Sitz ihrer Landvögte nutzte und massiv verstärkte, als es zu Grenzstreitigkeiten mit dem benachbarten Solothurn kam. 1798 gab Basel die Burg auf, und die Dorfbevölkerung brannte das verhasste Gebäude nieder. Danach wurde die Ruine als Steinbruch genutzt und zerfiel. 1941 übernahm der Kanton Basel-Landschaft die Homburg und sorgt seither für deren Unterhalt. 2008-2010 wurde die Anlage umfassend restauriert.
Auf einem Felsen bei Flums
Der Name der Burg Gräpplang bei Flums SG ist vom Rätoromanischen «Groppa lunga» («Langer Fels») abgeleitet und deutet darauf, dass das Rätoromanische einst bis hinunter zum Walensee verbreitet war. Die Ruine liegt über der einstigen Hauptstrasse von Zürich zu den Bündner Bergpässen quer auf einem steil abfallenden Felssporn. Die Ursprünge der Burg liegen im 11. Jhdt. Um 1220 gehörte sie den Rittern von Flums als Statthalter des Bistums Chur. 1528 kaufte Familie Tschudi aus Glarus die Burg, die 240 Jahre lang in ihrem Besitz bleib. Ab Mitte des 18. Jahrhunderts zerfiel sie, und im 19. Jahrhundert verwendete man Steine von Gräpplang für Gebäude in der Umgebung und die Dachziegel für die Reparatur der Kirche im Nachbarort Vilters. Anfang des 20. Jhdt. begann man, sich um den Erhalt der Ruine zu kümmern, die seit 1928 der Gemeinde Flums gehört.