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Auf dem Gelände zwischen der Sandgrube und dem Kleinbasler Teich, ziemlich weit weg von der Stadt, liess 1739 der Indiennefabrikant Emanuel Ryhiner-Leissler (1704-1790), der dort schon einige Fabrikgebäude besass, ein Landhaus errichten. Er beauftragte dafür den erst 22-jährigen Johann Jacob Fechter, der in späteren Jahren zahlreiche Bauten für öffentliche und private Auftraggeber schuf, unter anderem das prächtige Landgut "Sandgrube" schräg gegenüber, das Wildtsche Haus am Petersplatz oder den Wildensteinerhof in der St. Alban-Vorstadt.
Dieses Landhaus war in seiner ganzen Anlage mit dem wenig tiefen Treppenhaus in der Mitte und den in gleicher Flucht anstossenden Wohnflügeln, von denen jeder einen altbaslerischen Dachaufzug zeigt, ein Unikum, und sogar ein sehr eigenartiges, das seinesgleichen suchte, selbst in der an Merkwürdigkeiten reichen Barockzeit. Es war in der Tat ein typisches Barockhaus: Streng symmetrisch war alles angeordnet, repräsentativ wirkend bei aller Kleinheit. Die eigentlichen Wohnräume waren in die breiteren Seitenrisalite verlegt. Die beiden Gartentüren der Erdgeschoss-Säle zeigten barocke Stichbogen, die Fenster, bei kleinsprossiger Einteilung, hingegen ganz unzeitgemäss flache Stürze. Ein paar schwungvolle Rocaillen im Giebelsegment und ein Glockentürmchen bereicherten das einfache zentrale Walmdach.
Nachdem die Liegenschaft mehreren Generationen der Familie als Landhaus und Sommersitz gedient hatte, befand sich nach 1895 das Restaurant "zum Wiesenthal" im linken Gebäudeteil gegen die Strasse hin und ging 1922 an die Brauerei Warteck über. Da bei der geplanten Verbreiterung der Riehenstrasse das Landhaus über die neue Baulinie hinaus in die Strasse stiess, bildete es in den 1950er Jahren einen Stein des Anstosses für die Verkehrsstrategen und ein Sorgenkind der Denkmalschutzfreunde. Zudem bot die Liegenschaft keinen beneidenswerten Anblick; zum einen hatte der Zahn der Zeit an ihr genagt, und die Wirtschaft im Erdgeschoss hatte auch ihren Teil dazu beigetragen, zum anderen war das einst offene Treppenhaus in der Mitte, mit hölzernen Pfeilern, Bogen und Balustraden versehen, unten vermauert und im oberen Stockwerk verglast worden, so dass seine Architektur und Schönheit sehr gelitten hatten. Immerhin hatte es quasi das Hauptportal gebildet, dem sonst bei den meisten Barock-Gebäuden ein besonderes Gewicht zukommt.
1965 wurde das Ryhiner-Leisslersche Landgut abgebrochen, und auf dem Areal stehen jetzt fünfstöckige Wohnhäuser.
Quellen:
- Nationalzeitung vom 5. Januar 1952
- Basler Volksblatt vom August 1938
- Riehener Jahrbuch 2003