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Digitaler Kolonialismus
Apple, gegründet 1976 von drei Hippies in einer Garage im kalifornischen Los Altos, hat heute einen Börsenwert, der fast den zehn «wertvollsten» DAX-Unternehmen entspricht. Kein Wunder, träumen europäische Städte davon, das «Silicon Valley Europas» zu werden. Wenn in Städten wie Berlin und London eine beachtliche Gründerszene existiert, so backen diese, im Vergleich mit Amerika zumindest – trotz allem Brimborium – kleine Brötchen. Müssen wir uns damit abfinden, dass die große Zeit der europäischen Firmengründungen im späten 19. Jahrhundert war? Dass das Erfolgsmodell Silicon Valley, schon aus kulturellen Gründen, nicht auf Europa übertragen werden kann? Dass Amerika mit seinem mächtigen Digital-Konglomerat aus Universitäten, Politik, Militär, Geheimdiensten und Unternehmen wie Google oder Facebook die Zukunft gestaltet? Kurzum: Droht Europa der «digitale Kolonialismus»?
Einleitungsreferat von Peter Sloterdijk