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Knapp 12% der 2018 im Spital Verstorbenen erhielten bei ihrer letzten Hospitalisierung eine palliativmedizinische Komplexbehandlung oder spezialisierte Palliative Care, um insbesondere Leiden und Komplikationen vorzubeugen. Dies geht aus einer neuen Publikation des Bundesamtes für Statistik (BFS) hervor.
Palliative Care umfasst die Betreuung und Behandlung von Menschen mit unheilbaren, lebensbedrohlichen Krankheiten. Sie beugt Leiden und Komplikationen vor. Palliativbehandlungen werden nicht nur in Spitälern, sondern auch zu Hause, in spezialisierten sozialmedizinischen Institutionen sowie in Alters- und Pflegeheimen durchgeführt. Die in der neuen Publikation zum Thema Palliative Care präsentierten Daten beschränken sich auf im Spital erbrachte palliativmedizinische Komplexbehandlungen und spezialisierte Palliative Care. Alle anderen Palliative-Care-Leistungen werden bislang schweizweit nicht systematisch erfasst.
Vier Fünftel der palliativ versorgten Personen haben einen Tumor
2018 erhielten rund 5900 hospitalisierte Personen eine palliativmedizinische Komplexbehandlung oder spezialisierte Palliative Care. Bei mehr als acht von zehn dieser Patientinnen und Patienten (81,8%) wurde als Hauptdiagnose ein Tumor festgestellt. Umgekehrt leiden nur 4,2% der hospitalisierten Palliativpatientinnen und -patienten an einer Krankheit des Kreislaufsystems. Etwas mehr als die Hälfte der 2018 im Spital palliativ versorgten Personen (52,0%) starb bei der letzten Hospitalisierung mit Palliative Care.
Bei Krankheiten des Kreislaufsystems ist Palliativpflege selten
Rund 39% der 2018 in der Schweiz Verstorbenen starben im Spital. 11,8% von ihnen hatten eine palliativmedizinische Komplexbehandlung oder spezialisierte Palliative Care in Anspruch genommen. Der Anteil der palliativ versorgten Personen an den im Spital Verstorbenen variiert stark je nach Hauptdiagnose. Während 29,2% der Tumorerkrankten und insbesondere knapp 40% der Patientinnen mit diagnostiziertem Brustkrebs vor ihrem Tod palliativ gepflegt wurden, beträgt dieser Anteil bei den Krankheiten des Kreislaufsystems und den Krankheiten des Atmungssystems lediglich 2,5% bzw. 3,6%. Die häufigsten Hauptdiagnosen bei den im Spital Verstorbenen sind Tumore (33% der eingetretenen Todesfälle), Krankheiten des Kreislaufsystems (23%) sowie Krankheiten des Atmungssystems (10%).
Palliativpatienten sterben früher
Das durchschnittliche Sterbealter der im Spital verstorbenen Personen beträgt bei erfolgter Palliative Care 71 Jahre, bei nicht erfolgter Palliative Care 75,9 Jahre. Das tiefere Sterbealter der palliativ versorgten Personen hängt vor allem damit zusammen, dass diese meist einen Tumor haben. Personen mit einer Tumorerkrankung sterben deutlich früher als jene, die an einer Krankheit des Kreislaufsystems oder einer Krankheit des Atmungssystems leiden.
Der Frauenanteil ist bei den im Spital Verstorbenen mit erfolgter Palliativpflege etwas höher als bei den Personen, die ohne Palliativversorgung im Spital starben (46,4% gegenüber 44,9%). Dies ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass deutlich mehr Palliativpatientinnen an frauenspezifischen Krebsarten wie Brust-, Eierstock- und Gebärmutterkrebs sterben als Palliativpatienten an männerspezifischen Krebsarten wie Prostatakrebs.
Palliativpatienten sind vor ihrem Tod lange hospitalisiert
Palliativ versorgte Personen, die während des Spitalaufenthalts starben, wurden intensiver und länger stationär betreut als die Verstorbenen ohne erfolgte Palliative Care. Erstere kamen in den letzten zwölf Monaten vor ihrem Tod durchschnittlich 3,6 Mal ins Spital und waren im Durchschnitt insgesamt 49 Tage hospitalisiert. Letztere wurden 2,7 Mal ins Spital eingewiesen und verbrachten dort insgesamt 29 Tage.