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Feinstaub und Stickstoffdioxid verkürzen die Lebenszeit: Allein in Europa enden jedes Jahr mehr als 50’000 Leben vorzeitig, weil die international empfohlenen Grenzwerte nicht eingehalten werden. Luftverschmutzung ist keinesfalls nur ein Problem der Megastädte in Schwellenländern. Das Institute for Global Health in Barcelona hat die Luftqualität in 969 Städten und 47 Ballungsräumen untersucht. Das Ergebnis: In 84 Prozent der Orte wurden die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) benannten Grenzwerte überschritten.
Die europäische Stadt mit der dreckigsten Luft ist Brescia. In der lombardischen Industriemetropole werden 15 Prozent der Todesfälle durch Luftverschmutzung verursacht. Mit Bergamo, Vicenza und Saronno finden sich drei weitere norditalienische Städte unter den zehn mit Feinstaub am stärksten belasteten Orten Europas. Die schwere Luftverschmutzung im Norden Italiens führte massgeblich dazu, dass die Region im vergangenen Frühjahr besonders schwer von der ersten Welle der Corona-Pandemie betroffen war: Ein Grossteil der Bevölkerung wies bereits Atemwegserkrankungen auf.
Ebenfalls schlecht schnitten je drei Städte in Polen und Tschechien ab. Die zehn saubersten Orte befinden sich hingegen ausschliesslich in Skandinavien. Der Ort mit der reinsten Luft in Europa ist die isländische Hauptstadt Reykjavík.