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La citation ci-dessus a des conséquences pour l’architecture. Car tout à coup, on ne peut plus penser en termes de contrastes entre une prestation culturelle qu’on peut nommer encore une fois architecture, et la nature comme toile de fond. On ne peut plus mettre l’architecture dans un rapport dialectique à la nature. Vu de cette manière, la nature n’est plus un objet, mais quasiment un fluide qui englobe et pénètre tout. Le philosophe Timothy Morton prétend dans son livre La pensée écologique que ce serait justement la représentation d’une nature différente de nous qui empêcherait une véritable pensée écologique. Il repère les racines de ce mal dans notre conscience encore fortement influencée par le romantisme. C’est justement la nostalgie de la beauté de la nature qui nous a fait croire qu’un changement de perception aurait aussi des conséquences sur nos agissements. Et pourtant, cette promesse ne fonctionne pas face aux défis actuels du climat: Une action véritablement écologique ne se tourne pas vers l’image de la «nature», mais vers les multiples relations entre les êtres vivants, les matériaux et l’espace.
C’est pourquoi nous vous présentons ici quelques propositions reflétées dans le présent cahier: On pourrait considérer que les limites d’un objet architectural sont aussi vastes que celles d’un écosystème – ce qui vaudrait également pour le processus de planification et l’utilisation après la remise des clés. Peut-être que l’architecture commence vraiment déjà avec le paysage – tout-à-fait comme les Néerlandais ont perfectionné ce dernier depuis des siècles. Le paysage aussi est depuis toujours façonné par l’humain.
C’est la raison pour laquelle nous avons rassemblé dans ce cahier des exemples qui repoussent les frontières traditionnelles de l’architecture vers la nature: des «grottes» de Junya Ishigami au Japon ou du Studio Ensamble en Galicie. La disposition dans ces natures intensifiées ne s’effectue plus dans le sens du splendide isolement romantique, mais en tant que zone de repli ou d’espace commun créé par l’humain.
Vor dem Hintergrund der schwer fassbaren Corona-Bedrohung denkt Philip Ursprung über das Verhältnis von Mensch und Natur nach. Seit den grossen Umweltkrisen wie dem Waldsterben ist es nicht mehr möglich, die Natur als etwas Unberührtes im simplen Gegensatz zur vom Menschen geschaffenen Welt zu sehen. Das Konzept des Anthropozäns gibt dieser Einsicht Ausdruck. In jüngster Zeit zeichnen sich neue architektonische Haltungen ab: Natur wird dabei nicht mehr beherrscht und ausgebeutet, ästhetisiert und inszeniert. In diesen neuen Konzepten dient die Architektur als Vermittlerin zwischen dem Menschlichen und dem Nicht-Menschlichen.
In den waldigen Bergen von Japans Tohoku-Region liegt das kleine Resort der Unternehmerin Hitomi Nakayama. Dort pflegt sie eine achtsame Lebensweise und beauftragte Shigeru Ban sowie Junya Ishigami mit den baulichen Ergänzungen. Ishigami verwandelte neben dem Bauplatz ein grosses Reisfeld in einen Wassergarten. Hierher verpflanzte er Bäume, die sich nun in Dutzenden kleiner Teiche spiegeln. Nicht um Natur im ursprünglichen Sinn ging es Ishigami auch bei seinem höhlenartigen Restaurant unter der Erde von Ube. Beide Projekte sind poetische Zwitter zwischen Architektur und Natur.
Froschgesang in bröckelnden Betonzylindern, Jungwald im Klärbecken: Der Park am Ufer der Aare in Attisholz von Mavo Landschaftsarchitektur integriert die massiven Überreste der Kläranlage als eine Art Pavillon in den Erlebnisraum. Wo die riesige Zellulosefabrik Attisholz einst ihre giftigen Abwässer reinigte, ist ein menschengemachtes Biotop entstanden. Dessen ruinenhafter Zauber erinnert unsere Autoren an Filme von Andrej Tarkowski.
Niederländische Strategien im Umgang mit der Landschaft weisen den Weg: Weite Teile des Landes liegen unter dem Meeresspiegel und sind heute – dank einfallsreicher Wasserbau-Ingenieure – als Kulturland nutzbar. Ihr letzter Polder blieb allerdings feucht. Heute ist er ein kolossales Naturschutzgebiet. Diese Entwicklung hat gezeigt, dass in einer Zeitspanne von nur 20 Jahren Natur herstellbar ist. Solches Denken prägt bis heute auch Architekturschaffende. Ein Entwurf für ein Besucherzentrum oder ein kniffliges Hochwasserschutz-Projekt am Meer zeigen auf: Für Niederländer sind Biotope und Städtebau keine Gegensätze. Architektur wird mit der Umgebung als Hybrid entworfen.
Ein Strand, eine Seeaufschüttung mitten in der Stadt Genf, eine Marina und ein Restaurant auf dem Wasser: Ein Vorhaben, das eigentlich unrealisierbar erscheint, weil es zu viele Interessen tangiert. Idee und Entwurf stammen vom Atelier Descombes Rampini. Dank eines künstlichen Naturreservats in der Mitte der Aufschüttung hat es die hohen gesetzlichen Hürden überwunden. Dort finden künftig Biber ihre Heimstatt, und unmittelbar daneben erleben die Genferinnen und Genfer erstmals Strandleben an ihrem See. Originaltext Französisch
Fotografen und Bühnenbildner wissen es: Erst der Hintergrund macht den Vordergrund plastisch. Was bedeutet das für die Architektur? Soll sich wirklich jeder Neubau in den Vordergrund drängen? Ist ihre Aufgabe nicht vor allem die, Hintergrund zu sein für das Geschehen, das sich vor und in ihr abspielt? Philipp Eschs tiefschürfende Analyse stützt sich auf Theorien der Wahrnehmung von Walter Benjamin bis Peter Sloterdijk.
Das Musée gruérien in der Freiburger Kleinstadt Bulle im Greyerzerland soll erweitert werden. Dabei war die Frage zu klären, wieviel vom Bestand des unscheinbaren Baus am Fuss der Schlosstürme erhalten bleiben muss. Das Siegerprojekt von Sergison Bates und Jaccaud Spicher setzt auf Weiterbauen im Geist des Bestehenden, erkärt Autor François Esquivé. Originaltext Französisch
Aldo Rossi beim Denken zusehen: Angelika Schnells performative Textkritik bildet Rossis Denkmuster nach, so als ob man ihm über die Schulter blicken würde. Schnell versucht das Referenzsystem in Rossis Schreiben und Bauen zu entwirren. Das gelingt ihr nicht ganz, kritisiert der Rezensent Andri Gerber. Ausserdem: Traffic space, eine internationale Beispielsammlung zum stadtgerechten Umbau von Strassenräumen.
Jean Pythoud, 1925 – 2020
Im Grossstadtmoloch von Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesch, stösst unser Autor auf Bildungsbauten, die aufgrund des knappen Baugrunds in die Höhe streben. Offene Raumstrukturen erlauben nicht nur Querlüftung und damit ein angenehmes Raumklima, sie bieten auch grosszügige Flächen für informelles Lernen: Wird unprogrammierter Raum im armen Bangladesch höher geschätzt als im reichen Europa?