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Amin
Regie: Philippe Faucon
Darst.: Moustapha Mbengue, Emmanuelle Devos, Marème N’Diaye, Noureddine Benallouche, Moustapha Naham, Jalal Quarriwa, Fantine Harduin, Samuel Churin, Loubna Abidar u.a.
Der Senegalese Amin lebt seit Jahren in Frankreich und arbeitet auf dem Bau. Seine Frau Aïcha ist mit den drei Kindern zu Hause in Senegal geblieben. Sowohl Amin als auch Aïcha und die Kinder leiden unter der Trennung, denn Amin kann nicht mehr als zweimal im Jahr für ein paar Tage nach Senegal fliegen, da noch weitere Angehörige vom Geld leben, das er aus Frankreich überweist. Während Amin ein Zimmer in einem Wohnheim bewohnt und sein Leben in Frankreich nur aus Arbeit besteht, ist Aïchas Alltag in Senegal von der Kontrolle geprägt, die Amins Brüder und die Schwiegereltern auf sie ausüben. Amin, der zwecks Aufbesserung seines Bauarbeiterlohns gelegentlich noch zusätzliche handwerkliche Schwarzarbeiten annimmt, lernt eines Tages dabei die etwa fünfzigjährige Gabrielle kennen. Die von ihrem Mann getrennt lebende Krankenpflegerin mit einer halbwüchsigen Tochter ist vom scheuen und zurückhaltenden Charme des Afrikaners angezogen. Zwischen den beiden bahnt sich eine zarte Liebesgeschichte an. Der 1958 in Marokko geborene französische Regisseur Philippe Faucon arbeitete lange als Filmtechniker, bevor er 1990 seinen ersten Spielfilm «L’amour» realisierte, ein Jugenddrama über erste Liebeswirren einer Gruppe Jugendlicher aus den Pariser Banlieues. In «Samia» (2000), «Dans la vie» (2007) und «Fatima» (2015) beschäftigte er sich wiederholt mit der Situation (nord-)afrikanischer Migrantinnen und Migranten in Frankreich. Das Thema ist auch in «Amin» zentral, doch im Gegensatz zu den früheren Filmen ist hier die Lebensrealität der Hauptfigur zu gleichen Teilen in Frankreich und in Senegal angesiedelt, die Zerrissenheit eines Emigrantenlebens wird so stärker erfahrbar. Emmanuelle Devos, die man bei uns zuletzt 2017 in Frédéric Mermouds «Moka» und Marco Bellocchios «Fai bei sogni» gesehen hat, spielt die Figur der Gabrielle mit zärtlicher Wärme gewohnt unaufgeregt und einnehmend; die zwei senegalesischen Newcomer Moustapha Mbengue als Amin und Marème N’Diaye als Aïcha stehen ihr dabei kaum nach. Gaëlle Bouché schrieb auf abusdecine.com: «Mit seinem schlanken Stil, der das Wesentliche einfängt, schafft es Faucon, jeden seiner Charaktere mit grosser Wahrhaftigkeit und das Drama der Entwurzelung aus verschiedenen Blickwinkeln zu zeigen.»