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EDMONTON – Der Kontakt mit felltragenden Haustieren verändert bei Säuglingen die Zusammensetzung der Darmflora und könnte bei Kindern so vor allergischen Erkrankungen und Übergewicht schützen. Dies geht aus einer Studie kanadischer Wissenschaftler hervor.
Um den Einfluss einer prä- und postnatalen Haustierhaltung auf die Darmflora von Kindern zu untersuchen, analysierten die Forscher Stuhlproben von 746 Kindern, deren Mütter während ihrer Schwangerschaft in den Jahren zwischen 2009 und 2012 in die Studie aufgenommen worden waren. Die Proben wurden im Durchschnittsalter von 3,3 Monaten nach der Geburt genommen. Die Mütter gaben zusätzlich an, ob die Haustiere bereits während der Schwangerschaft im Haushalt lebten oder erst nach der Geburt angeschafft worden waren. Weiterhin unterschieden die Wissenschaftler, ob die Kinder per Kaiserschnitt oder auf natürlichem Wege geboren worden waren.
Insgesamt hatte mehr als die Hälfte der Mütter bzw. Kinder (54,8 %) während der Schwangerschaft (8 %) oder prä- und postnatal (46,8 %) Kontakt mit mindestens einem felltragenden Haustier.
Die Auswertung der Stuhlproben ergab schließlich, dass der Kontakt zu Haustieren vor und nach der Geburt zu einem deutlich vermehrten Auftreten der Bakteriengattungen Oscillospira und/oder Ruminococcus führte.
Bei Kindern, die vaginal entbunden worden waren und deren der Mütter während der Geburt Antibiotika bekommen hatten, reduzierte der Kontakt zu Haustieren die Häufigkeit von Streptokokken deutlich; die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Bakterienstamm häufig war, war in dieser Gruppe um 80 Prozent reduziert, wenn der Kontakt zu Haustier nur in der Schwangerschaft bestand, um 69 % niedriger, wenn der Kontakt auch nach der Geburt noch bestand. All diese Zusammenhänge waren unabhängig vom mütterlichen Asthma- oder Allergiestatus, dem Stillen, dem Vorhandensein von Geschwistern und anderen Bedingungen im Haushalt.
„Der Einfluss eines Haustieres variiert in Anhängigkeit vom Geburtsszenario. Allgemein scheint der Kontakt mit Haustieren jedoch die Häufigkeit von zwei Bakterienstämmen – Ruminococcus und Oscillospira – positiv zu beeinflussen. Beide Gattungen und die verminderte Besiedelung des Darmes mit Streptokokken können das Risiko für eine kindliche Atopie und Übergewicht reduzieren“, schlussfolgern die Autoren.
Quelle: Microbiome 2017;5:40.
(c) Biermann Medizin 2017