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Wie starten Sie jeweils in Ihren Tag, liebe Leser*innen? Mit einem feinduftenden Kaffee? Schwarz oder mit aufgeschäumter Milch? Ein schönes Morgenritual, wie wir finden. Doch wie gut passt Kaffee eigentlich zu Ayurveda? Daniela Dörflinger Bruggeman von ayurfood hat es für uns recherchiert. Lesen Sie, wie Kaffee unser Hormonsystem beeinflusst und Danielas Tipps für einen achtsamen Umgang mit Kaffee.
Kaffee ist bekannt für seine anregenden Eigenschaften. Seine belebende Wirkung kann das Vata-Dosha aus der Balance bringen und die im Kaffee enthaltene Säure beziehungsweise Hitze triggert Pitta. Auf die Verdauung, das emotionale und hormonelle Gleichgewicht kann sich langfristig der Konsum von Kaffee negativ auswirken. Deshalb wird im Ayurveda stets zu einem achtsamen Genuss plädiert.
Kaffee und die Prinzipien des Ayurveda
Kaffee ist bitter im Geschmack und wird im Ayurveda mit den Begriffen «leicht» und «trocken» beschrieben. Der Konsum von Kaffee kann zunächst die Verdauung anregen, jedoch kann die trockene Eigenschaft des Kaffees langfristig zu Verdauungsproblemen führen. Auf mentaler Ebene verstärkt Kaffee unsere sogenannten Rajas (Aktivität, Ruhelosigkeit und Unstetigkeit).
Wie Kaffee auf die drei Dosha-Typen wirkt
- Vata: Bei Vata-Menschen kann der Konsum von Kaffee zu Verdauungsstörungen, wie zum Beispiel zu Verstopfung, führen oder diese verschlimmern. Deshalb sollten Vata-Menschen nur gelegentlich den Kaffee als Genussmittel konsumieren. Die Zugabe von Milch, Kaffeerahm, einer süssen Komponente oder evtl. einer wärmenden Gewürzmischung macht den Kaffee für Vata-Menschen verträglicher. Empfohlen: Ein koffeinfreier Getreide-Kaffee oder Tee-Alternativen.
- Pitta: Pitta-Menschen wird empfohlen, den Kaffeekonsum zu reduzieren oder noch besser auf eine Tasse Chai/Gewürztee oder Kaffee-Alternativen zurückzugreifen. Wenn sie Kaffee konsumieren, dann nur in Massen und stets mit ausgleichenden Gewürzen (zum Beispiel Kardamom oder Gewürzmischung).
- Kapha: Der Kaffeekonsum ist in Massen zugestanden, am besten schwarz und ohne Zucker. Zum Beispiel ein Espresso als bitterer Abschluss nach dem Mittagessen. Bei Kapha-Menschen wirkt Kaffee anregend auf deren Geist und er verleiht den eher trägeren Menschen kurzweilig neuen Schwung. Cappuccino oder Café Latte sollten aber von Kapha-Menschen besser gemieden werden. Aufgrund des hohen Milchanteils wirken sie schwer und verschleimend auf den Stoffwechsel.
Kaffee und Hormonhaushalt
Viele Menschen halten sich mit Kaffee wach. Hormonelle Beschwerden zeigen sich häufig in Form von Erschöpfung oder Müdigkeit, vor allem am Nachmittag. Jede Tasse Kaffee triggert allerdings die Nebennieren und es werden zusätzliche Stresshormone ausgeschüttet. Das kann zu Insulin- und Blutzuckerschwankungen führen, was Heisshunger-Attacken verstärken und zu weiteren Hormonschwankungen führen kann.
Kaffee ohne Koffein? Keine gute Alternative
Zudem hat Koffein einen negativen Einfluss auf die Östrogen-Produktion (weibliche Geschlechtshormone) und ein langfristiger Konsum von koffeinhaltigen Getränken kann den Östrogenspiegel verändern. Entkoffeinierter Kaffee ist leider auch keine empfehlenswerte Alternative, da dieser meist mit chemischen Substanzen behandelt wurde und Rückstände davon enthalten kann.
Kaffee wirkt harntreibend, er entzieht dem Körper Wasser und es werden wichtige Nährstoffe, Vitamine und Mineralstoffe aus dem Körper ausgeschieden. Vor allem auf Nieren und Leber kann das belastend wirken.
Tipps für Ihren Kaffeekonsum
Zwar klingt das oben erwähnte fast schon so, als müsste man komplett auf Kaffee verzichten. Das ist natürlich nicht so, im Gegenteil. Hat Daniela Dörflinger Bruggeman doch gute Tipps für Sie bereit, wie Sie Kaffee weiterhin konsumieren können.
Gewürze
Es empfiehlt sich, den Kaffee stets mit Gewürzen zu konsumieren. Kardamom macht den Kaffee verträglicher, indem er mit seiner kühlenden Wirkung die im Kaffee enthaltene Säure balanciert.
Kaffee am Morgen
Kaffee sollte nie morgens gleich nach dem Aufstehen getrunken werden. Starten Sie mit einem Glas warmen Wasser in den Tag, das regt die Verdauungstätigkeit an und gleicht den Flüssigkeitsverlust der Nacht aus. Warmes Wasser weitet die Kanäle, kaltes Wasser führt zu einem Zusammenziehen der Gefässe. Zu jedem Kaffee sollten Sie zudem ein Glas zimmerwarmes Wasser trinken.
Auf hochwertigen Kaffee setzen
Was sich banal anhört, ist sehr effektiv: Achten Sie sich bewusst darauf, wann und wo Sie Ihren Kaffee trinken und wo er Ihnen wirklich schmeckt. Wann greifen Sie nur aus Gewohnheit oder Automatismus zur Tasse?
Experiment: Einen Monat lang keinen Kaffee trinken
Es ist interessant zu beobachten, wie sich der Körper verhält, wenn der Kaffeekonsum für zum Beispiel vier Wochen gestrichen wird. Danielas Tipp dazu: Wenn Sie bis jetzt täglich mehrere Tassen Kaffee getrunken haben, kann ein abruptes Absetzen zu unangenehmen Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen oder starker Müdigkeit führen. Setzen Sie deshalb den Kaffee langsam ab, indem Sie jeden Tag eine Tasse weniger trinken. Bei auftretenden Kopfschmerzen kann ein Glas warmes Wasser mit einem Schuss Zitronensaft helfen, dadurch wird die Lebertätigkeit/Entgiftung angeregt.
Die Empfehlungen zur Lebensführung aus dem Ayurveda meiden eine generelle Einteilung der Nahrungsmittel in «Gut und Böse». Da jeder Mensch eine individuelle Dosha-Prägung hat ist es entscheidend, ob die Substanz für die jeweilige Person, und deren momentanen Zustand, eher «zuträglich» oder «unzuträglich» ist.
Wie so oft im Leben geht es auch beim Kaffeegenuss um das Mass der Dinge.
Daniela Dörflinger Bruggeman ist ganzheitliche Ayurveda-Ernährungsberaterin und Yoga-Lehrerin. Sie gibt im Grossraum Zürich Ayurveda Koch-Workshops. Zudem schreibt sie in ihrem Blog über spezifische Themen rund um Ayurveda (das kann eben mal Kaffee sein, Massagen, Kuren etc.).
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