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Das musst du wissen
- Die Nasa will in den nächsten Jahrzehnten die ersten Menschen auf den Mars schicken.
- Weil die Gravitation auf dem Mars jedoch geringer ist, würden sich dort die Muskeln der Astronauten abbauen.
- Resveratrol, das in Rotwein enthalten ist, verhindert diesen Schwund der Muskeln, wie eine neue Studie zeigt.
Der erst Mensch auf dem Mars: Das will die Nasa in den nächsten Jahrzehnten schaffen. Der Mond soll dabei als Sprungbrett dienen. Die Astronauten der Mars-Mission wären Jahre lang im All. Nur: Der Mond hat eine um vierzig Prozent schwächere Anziehungskraft als die Erde, der Mars gar sechzig Prozent weniger. Dies führt zum Abbau der Muskeln. Der Soleus-Muskel zum Beispiel, der mit dem Wadenmuskel zusammenarbeitet, schrumpft während nur drei Wochen im All um einen Drittel. Aber auch die Knochen werden schwächer. All dies führt zu einem Kraftverlust – die Astronauten haben zurück auf der Erde dann zum Beispiel Mühe, zu gehen.
Deshalb erproben Wissenschaftler Ernährungsprogramme, die den Abbau der Muskeln verhindern. Fitnessgeräte, wie sie auf der internationalen Raumstation ISS stehen, haben in einer Raumfähre jedoch keinen Platz.
Deshalb haben Forschende im Auftrag der Nasa nun untersucht, ob Resveratrol den Abbau hemmen könnte. Dieses Molekül findet sich in Blaubeeren, Trauben und in hoher Konzentration in Rotwein. Es ist als Antioxidans und Anti-Aging-Mittel bekannt. An Ratten wurde bereits gezeigt, dass Resveratrol zum Erhalt von Knochen- und Muskelmasse während der Schwerelosigkeit beiträgt. Nun haben Wissenschaftler der Harvard Medical School die Wirkung des Stoffs auf Ratten und Mäuse in einer Mars-ähnlichen Umgebung getestet. Die Ergebnisse haben sie im Wissenschaftsmagazin Frontiers in Physiology publiziert.
Die Resultate lassen aufhorchen: Die Tiere, denen Resveratrol verabreicht worden war, litten unter nur sehr wenig Muskelabbau. Marie Mortreux, Hauptautorin der Studie, führt die Wirkung darauf zurück, dass Resveratrol die Empfänglichkeit für Insulin – und damit die Aufnahme von Glukose in die Zellen – im Körper steigert. Dies ist relevant, da Astronauten eine Insulinresistenz entwickeln. Auch die entzündungshemmende und oxydationshemmende Wirkung des Moleküls könnte eine Rolle spielen.
Die Forscher wollen nun die Dossierung testen sowie allfällige chemische Reaktionen mit anderen Substanzen, welche die Astronauten einnehmen, untersuchen.