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Zuständigkeit
Interkantonale Zuständigkeit
Entschädigungs- und Genugtuungsansprüche sind in demjenigen Kanton geltend zu machen, in dem die Straftat begangen worden ist (Tatort-Kanton).
Opfer können sich unabhängig von ihrem Wohnsitz an eine Beratungsstelle ihrer Wahl wenden. Die freie Wahl der Beratungsstelle umfasst die von den Beratungsstellen selbst erbrachte Hilfe sowie die Dritthilfe.
Die Finanzierung von Notunterkünften (primär Frauenhausaufenthalte) erfolgt durch den Wohnsitzkanton.
(vgl. Empfehlungen zur Anwendung des Bundesgesetzes über die Hilfe an Opfer von Straftaten von der Schweizerischen Verbindungsstellen-Konferenz Opferhilfegesetz [SVK-OHG], Überarbeitete Auflage vom Januar 2010, Nachtrag zu Art. 15 OHG)
Beispiel:
Ein Opfer mit Wohnsitz im Kanton Thurgau wird in Zürich Opfer einer Straftat und sucht die Beratungssstelle im Kanton St. Gallen auf. Diese übernimmt die Beratung des Opfers. Benötigt das Opfer zudem eine Therapie, so ist das Gesuch um Übernahme der Therapiekosten bei der zuständigen Stelle im Kanton St. Gallen einzureichen. Ein Gesuch um Entschädigung und/oder Genugtuung ist im Tatort-Kanton, d.h. in Zürich, einzureichen.
Innerkantonale Zuständigkeit
Die Zuständigkeit für die Beurteilung um finanzielle Hilfe hängt von der Organisation im jeweiligen Kanton ab.
Für die Beurteilung von Entschädigungs- und Genugtuungsgesuchen ist in allen Kantonen eine Stelle in der Verwaltung - i.d.R. dem Sozialdepartement oder dem Justizdepartement angegliedert - zuständig. In den meisten Kantonen haben die Beratungsstellen die Kompetenz, über die Finanzierung von Beratungsleistungen zu entscheiden, die von Dritten erbracht werden (z.B. anwaltliche Hilfe). In gewissen Kantonen ist die Entscheidkompetenz der Beratungsstellen in finanzieller Hinsicht begrenzt.
Zuständige Stelle im Kanton Zürich
Im Kanton Zürich ist die Kantonale Opferhilfestelle der Direktion der Justiz und des Inneren für die Beurteilung von Gesuchen um finanzielle Hilfe zuständig. Dies gilt unabhängig davon, ob es sich um die Finanzierung von Hilfeleistungen für Beratung oder um Entschädigung oder Genugtuung handelt.
Die anerkannten Opferberatungsstellen können in eigener Kompetenz finanzielle Soforthilfe bis zu 1000 Franken leisten.