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|UB Basel|
|Archiv Aktuell-Meldungen - 02.12.2002

Ausstellung: vier mal vier streifen
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Öffentliche Bibliothek der Universität Basel, Schönbeinstrasse 20
|Geöffnet:||Montag-Freitag 08.30 -19.30 Uhr

Samstag 08.30 -16.30 Uhr
Der Eintritt ist frei

|Vernissage:|| Freitag, 13. Dezember 2002, um 18.15 Uhr

An der Eröffnung sprechen:Hannes Hug, Direktor der Universitätsbibliothek
Juan Manuel Egea, Botschafter Spaniens
Ansprache der Ausstellungsmacher
Rezital von Antoni Rossell (Barcelona)
Anschliessend Apéro
Alicante, Valencia, Barcelona, Mallorca, Sardinien, Sizilien, Neapel, Kalabrien, Athen... Orte, die heute vor allem als Feriendestinationen bekannt und beliebt sind. Wer aber denkt heute daran, dass sie alle im Spätmittelalter zum gleichen politischen Reich gehörten, und dass das Katalanische damals eine der vorherrschenden Sprachen im Mittelmeerraum war?
Durch die Heirat des Grafen von Barcelona, Ramon Berenguer IV., mit der Thronerbin des aragonesischen Königreiches im Jahr 1137 entstand eine der erfolgreichsten dynastischen Verbindungen auf der Iberischen Halbinsel: die "Krone Aragon". Die Eroberung der Königreiche von Mallorca und Valencia, die seit dem 8. Jahrhundert unter arabischer Herrschaft standen, und die weitere Expansion im Mittelmeerraum, deren Ausdehnung zeitweise über Sizilien und Süditalien bis nach Athen und Neopatria reichte, machten sie im 14. und 15. Jahrhundert zur grössten Meer- und Handelsmacht in Südeuropa und legte den Grundstein für den Reichtum Spaniens, der die koloniale Expansion im 16. Jahrhundert ermöglichte. Heute erinnern noch die vier roten Streifen auf goldenem Grund in den Wappen der vier autonomen Regionen Aragon, Katalonien, Valencia und Balearen an diese gemeinsame Vergangenheit.
Valencia wurde aufgrund des Reichtums seiner Region und dank der mediterranen Handelstätigkeit zur blühendsten Stadt und dem kulturellen Mittelpunkt der katalanisch-aragonesische Krone; Barcelona und Zaragoza waren die politischen und administrativen Zentren. Erst das Aufkommen der Industrie im 19. Jahrhundert und der Niedergang der Landwirtschaft in Aragon führten schliesslich zur Hegemonie von Barcelona, allerdings erst in einer Zeit, in der die Krone Aragon als politische Union bereits aufgehört hatte zu existieren.
Die Ausstellung in der Universitätsbibliothek ist den Kernländern der ehemaligen Krone Aragon gewidmet: den Königreichen Aragon, Valencia und Mallorca und dem Fürstentum Katalonien (inkl. dem im 17. Jahrhundert an Frankreich verlorenen Roussillon).
Anhand von rund hundert Exponaten, grösstenteils Faksimiles von Handschriften und gedruckten Werken auf Lateinisch, Katalanisch, Aragonesisch, Spanisch, Okzitanisch, Hebräisch und Arabisch, aus einem Gebiet, das von Alicante bis Perpignan und von den Balearen bis Zaragoza reicht, werden die sprachliche und kulturelle Vielfalt, das komplexe föderative Verwaltungssystem, die wechselvolle Geschichte und der literarische Reichtum dieser Regionen illustriert.
Zeitlich reicht die Ausstellung von 1200 bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts, thematisch ist sie in fünf Blöcke gegliedert: Sprachen im Mittelalter - Institutionen und Rechtswesen - Geschichte, Geographie und Wissenschaft - Literatur, Philosophie und Religion - Wörterbücher (darunter ein katalanisch-deutsches Taschenwörterbuch von 1502) und Grammatiken.
Die ausgestellten Faksimileausgaben reproduzieren nicht nur für königliche Bibliotheken bestimmte Meisterstücke der mittelalterlichen Buchmalerei wie der Weltatlas von Cresques Abraham aus dem Jahr 1375 oder das Breviculum des Mallorquiner Philosophen und Schriftstellers Ramon Llull (Raimundus Lullus, ca.1232- ca.1315), sondern auch einfache, ja billige Publikationsformen wie etwa die losen Papierblätter, auf denen die volkstümliche Poesie des späten Mittelalters ihre Verbreitung fand.
Neben den Faksimiles werden auch einige im 16. Jahrhundert in Basel gedruckte Werke von Valenzianer Humanisten gezeigt.
Die Bücher werden ergänzt durch digitalisierte Reproduktionen der wichtigsten Werke der katalanischen, valenzianischen und balearischen Kultur durch die an der Universität Alicante angesiedelte virtuelle Bibliothek JOAN LLUIS VIVES.
Die Ausstellung wurde von Dozierenden und Studierenden der Abteilung für Iberoromanische Philologie der Universität Basel im Anschluss an eine Studienreise in die Regionen Valencia und Aragon vorbereitet.
Ein illustrierter Katalog wird während der Ausstellungsdauer an der Lesesaaltheke der UB gegen eine Schutzgebühr von 20.-- Fr. erhältlich sein.
Die Ausstellung ist von Montag bis Freitag von 08.30 bis 19.30 Uhr sowie am Samstag von 08.30 bis 12.30 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.
Kontaktadressen:
· Prof. Dr. Beatrice Schmid, Iberoromanistik, Romanisches Seminar, Stapfelberg 7-9, 4051 Basel. Tel. 061 267 12 65, Tel./Fax 061 267 26 84. E-Mail: <email-pii>
· Christoph Ballmer, Öffentliche Bibliothek der Universität Basel, Schönbeinstr. 18-20, 4056 Basel. Tel. 061-267 31 24 / 267 31 30. Fax 267 31 03. E-Mail: <email-pii>