Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03471.jsonl.gz/771

CEDAW
Das Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau (Convention on the Elimination of All Forms of Discrimination against Women CEDAW) gilt als Schlüsselinstrument im Bereich der Gleichberechtigung der Geschlechter.
Das Übereinkommen wird vom CEDAW-Ausschuss überwacht. Feststellungen des Ausschusses zu Individualbeschwerden haben wiederholt die Verantwortlichkeit des Staates bei der Bekämpfung und Prävention von Gewalt gegen Frauen bekräftigt.
CEDAW enthält keine explizite Regelung zur Problematik der Gewalt. Der CEDAW-Ausschuss hat jedoch in seiner Allgemeinen Empfehlung Nr. 19 von 1992 festgehalten, dass Gewalt gegen Frauen eine Form der gemäss CEDAW verbotenen Diskriminierung darstellt.
UN Women
UN Women, die im Juli 2010 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen für die Gleichstellung der Geschlechter und Stärkung von Frauenrechten geschaffene Stelle, bearbeitet als Schwerpunkt die Prävention von Gewalt gegen Frauen.
Frauenkommission (Commission on the Status of Women CSW)
1947 wurde die Frauenkommission geschaffen. Sie hat im Prozess zur Anerkennung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen als Menschenrechtsverletzung eine führende Rolle gespielt. Die Frauenkommission setzte die vier Weltfrauenkonferenzen (Mexiko 1975, Kopenhagen 1980, Nairobi 1985, Peking 1995) und die Aktionsplattform von Peking um.
Im Jahr 2013 fand die 57. Sitzung der CSW mit dem Schwerpunktthema Bekämpfung und Prävention aller Formen von Gewalt gegen Frauen und Mädchen statt. Die Agreed Conclusions stellen wichtige Schritte zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen und der Realisierung ihrer Menschenrechte dar.
Sonderberichterstatter/-in für Gewalt gegen Frauen
Der oder die Sonderberichterstatter/-in für Gewalt gegen Frauen erstellt Staatenberichte und thematische Berichte zuhanden des UNO-Menschrechtsrates und nimmt in dringenden Fällen auch Kontakt mit Staaten auf, die im Verdacht stehen, Gewalt gegen Frauen und Mädchen auszuüben bzw. zuzulassen. Der/die Sonderberichterstatter/-in nimmt auch individuelle Mitteilungen über Vorfälle von Gewalt entgegen. Allerdings kann er/sie keine verbindlichen Entscheide fällen.
Kinderrechtskonvention KRK
Die KRK normiert mit Art. 19 den Schutz vor Gewalt für Kinder und Jugendliche. Der für die Überwachung der KRK zuständige Ausschuss für die Rechte des Kindes hat mit der Allgemeinen Bemerkung Nr. 13 (2011) das Recht des Kindes auf Schutz vor jeder Form von Gewalt konkretisiert.
Weltgesundheitsorganisation WHO
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschäftigt sich mit den Zusammenhängen von Gewalt und Gesundheit und weist aus, dass Gewalt schwere körperliche, psychische und psychosoziale Folgen nach sich zieht. Sie publiziert regelmässig Dokumente zum Zusammenhang von geschlechtsspezifischer Gewalt und Gesundheit und führt ein Präventionsprogramm zu Intimpartnergewalt und sexueller Gewalt.
Ausgewählte WHO-Publikationen:
2017: Manual zur Stärkung des Gesundheissystems für Opfer von Intimpartner- oder sexueller Gewalt (Strengthening health systems to respond to women subjected to intimate partner violence or sexual violence).
2017: Richtlinien zum Umgang mit sexuell missbrauchten Kindern und Jugendlichen (Responding to children and adolescents who have been sexually abused).
2016: Globaler Aktionsplan für das Gesundheitssystem zum Umgang mit häuslicher Gewalt (Global plan of action to strengthen the role of the health system within a national multisectoral response to address interpersonal violence, in particular against women and girls, and against children).
2014: Bericht zum aktuellen Stand von Gewaltprävention (Global Status Report on Violence Prevention).
2013: Bericht zur Schätzung der Prävalenz von Gewalt in Paarbeziehungen gegen Frauen (Global and regional estimates of violence against women).
2010: Bericht zum Umgang mit Gewalt in Paarbeziehungen und mit sexueller Gewalt gegen Frauen (Preventing intimate partner and sexual violence against women).
2005: Studie zum Ausmass und den gesundheitlichen Folgen häuslicher Gewalt gegen Frauen (WHO Multi-country Study on Women's Health and Domestic Violence against Women).
2002: erster Weltbericht zu Gewalt und Gesundheit (World report on violence and health; Zusammenfassung in Deutsch).