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Habt Ihr schon einmal vom „Kokovorismus“ gehört? ich bis heute auch nicht. Bis ich auf einen interessanten Artikel stieß.
Dieser besagt, dass der Kokovorismus eine Lebensanschauung ist, in deren Zentrum die Verehrung der Kokosnuss steht.
Gegründet wurde er durch den Deutschen August Karl Engelhardt (* 27. November 1875 in Nürnberg; † 6. Mai 1919 auf Kabakon, heute Papua-Neuguinea.
Nachdem er in Deutschland seine Lebensweise des u.a. des Nudismus nicht offen ausleben durfte, das dies damals als gesetzwidrige Unsittlichkeit galt, zog er 1902 nach Deutsch-Neuguinea.
Auf der Insel Kabakon kaufte er eine 75 ha große Kokosplantage und setzte seine Vorstellung von einem naturverbundenen und gesunden Leben in die Tat um.
Er verzichtete vollständig auf Kleidung und ernährte sich ausschließlich vegetarisch, vorwiegend von Kokosnüssen. Mit Sonne und Kokosnüssen als Grundpfeilern entwickelte Engelhardt eine Philosophie, die zunehmend religiöse Züge annahm: Ausgehend davon, dass die Sonne der verehrungswürdige Quell allen Lebens sei, behauptete er, die Kokosnuss sei die Frucht, die der Sonne am nächsten wächst, und darum die vollkommenste Nahrung des Menschen. Diese Anschauung, Kokovorismus genannt, gipfelte in Engelhardts Aussage, der ständige Verzehr von Kokosnüssen führe den Menschen in einen gottähnlichen Zustand der Unsterblichkeit.
Er ließ Werbung in Deutschland für sich drucken, der auch immer wieder einige Deutsche folgten und zu ihm auf die Insel kamen. Allerdings wird vermutet, dass zeitgleich nie mehr als fünf seiner Anhänger dort verweilten.
Einige von ihnen starben rasch nach ihrer Ankunft auf der Insel aus ungeklärten Umständen.
Engelhardts Anschauungen nahmen immer fraglichere Ausmaße an, so dass die deutsche Kolonialverwaltung dafür sorgte, dass keine weiteren Anhänger mehr von ihm auf die Insel kamen. Lediglich als Touristenattraktion wurde er noch bestaunt.
Ende Mai 1919 verstarb er dann auf der Insel im Alter von nur 42 Jahren. Den Kokovorismus in dieser Form gibt es heute nicht mehr.