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10-Jahres-Studie zeigt: Videospiele machen nicht aggressiv
Martin Abgottspon
4.1.2021
Es gibt bereits Dutzende Studien, welche den Zusammenhang zwischen Videospielen und Gewaltbereitschaft widerlegten. Diese werden nun auch noch von einer Langzeitstudie bestätigt.
Jahrelang hielt sich das Vorurteil, dass Videospiele aggressives Verhalten fördern. Noch heute versucht man beispielsweise, bei Attentaten einen Zusammenhang zu Videospielen herzustellen, obwohl die Kausalität schon in diversen wissenschaftlichen Arbeiten widerlegt wurde.
Die Brigham Young University in Idaho hat nun in einer zehnjährigen Studie erneut herausgefunden, dass sich auch Videospiele mit Gewalt wie «GTA 5» oder «Counter-Strike» nicht auf das Aggressivitätslevel der Spieler auswirkt. Das geht aus dem Bericht «Growing Up with Grand Theft Auto» hervor, bei welchem die Forschenden Kinder und Jugendliche über den gesamten Untersuchungszeitraum begleiteten.
Ähnliche Resultate bei allen Gruppen
Die jungen Menschen wurden von den Wissenschaftlern in drei Gruppen aufgeteilt: Die, die eine Vorliebe für brutale Games haben (4 Prozent der Teilnehmenden), die, die solchen Spielen «moderat» gegenüberstehen (23 Prozent) und die, die gewaltfreie oder kaum gewalthaltige Spiele bevorzugen (73 Prozent). Zum Ende der Untersuchung gab es keine Unterschiede zwischen den Gruppen, was das prosoziale Verhalten der Teilnehmenden anging.
Das Spielverhalten der Probandinnen und Probanden mit hoher beziehungsweise moderater Vorliebe für gewalthaltige Spiele zeigte über den Versuchszeitraum ausserdem einen kurvenförmigen Verlauf über die Zeit. Sie spielten also mal mehr und mal weniger viel und gewalthaltig. Nur die, die zu Beginn kaum Affinität zu «Counter-Strike» und Co. aufgewiesen hatten, spielten im Lauf der zehn Jahre etwas mehr brutale Inhalte. In der letzten Spielphase wiesen Gamerinnen und Gamer der moderaten Gruppe das höchste Aggressivitätslevel auf.
Unter den Probanden befanden sich männliche und weibliche Teilnehmer einer amerikanischen Grossstadt. Wie gewalthaltig ein Spiel ist, ermittelten die Wissenschaftlerinnen anhand der Einstufungen von Common Sense Media, einer gemeinnützigen Organisation in den USA, die in etwa mit unserer Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) vergleichbar ist. Die Teilnehmenden wurden anhand verschiedener Kriterien wie Aggressivität, Aufweisen depressiver Symptome, Sozialverhalten und Angstzustände eingestuft.