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Grosse Hoffnung für Frühgeborene
Kinder, die zu früh geboren wurden, können bis ins Jugendalter Probleme davontragen. Eine Studie der Universität Basel und des Universitäts-Kinderspitals beider Basel weist darauf hin, dass es betroffenen Kindern langfristig helfen kann, ihre motorischen Fähigkeiten zu trainieren.
Die Forschungsgruppe um Sebastian Ludyga und Uwe Pühse zeigt in einer in Developmental Cognitive Neuroscience veröffentlichten Studie, dass viel zu früh geborene Kinder grössere Schwierigkeiten mit der Impulskontrolle haben als «Termingeborene». Dies wiederum wird mit weniger guten schulischen Leistungen, Verhaltensproblemen und mit einer stärkeren Anfälligkeit für Suchtstörungen in Verbindung gebracht.
Die Forschenden verglichen eine Gruppe von 54 zu früh geborenen Kindern im Alter von 9 bis 13 Jahren mit einer Kontrollgruppe von Termingeborenen im gleichen Alter. Für die Messung der Impulskontrolle mussten die Kinder einen Test namens «Go/No Go» absolvieren. Dabei mussten sie als Reaktion auf ein bestimmtes Signal so schnell wie möglich auf einen Knopf drücken, bei einem anderen Signal hingegen nicht. Die Forschenden beobachteten dabei per Elektroenzephalographie bestimmte Parameter ihrer Hirnaktivität, um die Reizverarbeitung analysieren zu können.
Der Vergleich der beiden Gruppen zeigte auf, dass die zu früh geborenen Kinder bei der Unterdrückung des Bewegungsimpulses im Schnitt grössere Probleme aufwiesen. Diese Unterschiede bei der Impulskontrolle lassen sich laut den Forschenden aber durch die motorischen Fähigkeiten der Kinder erklären. In anderen Testreihen massen die Forschenden die allgemeinen und speziﬁschen motorischen Fähigkeiten sowie die Geschicklichkeit der Kinder beim Umgang mit einem Ball. Beim Ergebnisvergleich zeigte sich, dass die zu früh geborenen Kinder mit gut entwickelten motorischen Fähigkeiten ihre Impulse fast so gut kontrollieren konnten wie die Termingeborenen.
Daraus schloss die Forschungsgruppe, dass sich die kognitiven Deﬁzite der zu früh geborenen Kinder durch ein gezieltes Training der motorischen Geschicklichkeit abbauen lassen. Diese Hypothese soll nun mit einer Folgestudie überprüft werden.
Studie
Ludyga, S., Pühse, U., Gerber, M., Mücke, M., Lemola, S., Capone, A., … Weber, P. (2021). Very preterm birth and cognitive control: The mediating roles of motor skills and physical fitness. Developmental Cognitive Neuroscience. doi: 10.1016/j.dcn.2021.100956