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Rudolf Urech-Seon - Composition 11, ohne Jahr
Öl auf Leinwand
101 x 106 cm
In seiner «Composition 11» schafft Rudolf Urech-Seon eine abstrakte Komposition aus geschwungenen monochromen Farbflächen, in der er sich jedoch immer noch der Figuration verschreibt.
In einer reduzierten Farbpalette aus sieben Farbtönen fügt er die gewundenen Flächen zu zwei sich gegenüber befindende Figuren zusammen. Diese erzeugen unvermeidlich die Assoziation zu geheimnisvollen Mischwesen – Albe, die mit subtilen menschlichen Attributen versehen sind. Am frappantesten fallen die Augenpartien auf, die gleichzeitig die einzigen strichartigen Umrandungen auf dem Gemälde darstellen. Die beiden Figuren scheinen gar partikuläre Wesensmerkmale zu besitzen: Während sich die Figur am rechten Bildrand dominant und straff aufbäumt, scheint die linke Figur eingeschüchtert in sich zusammenzufallen. Der geschwungene Arm der rechten Figur hält eine rote Kugel vor sich hin, die zugleich das Zentrum der gesamten Komposition bildet.
Urech-Seons Gemälde entbehrt räumliche Tiefe, dennoch ist zweifelslos eine Leserichtung und eine gewisse Räumlichkeit festzumachen. Demgegenüber verstärkt sein flächiger Farbauftrag mit dünnen Malschichten den Eindruck von zweidimensionaler Flächigkeit. Gekonnt scheint der Künstler solche kleinen Gegensätzlichkeit auszureizen und seiner Komposition dadurch zusätzliche Spannkraft zu verleihen.