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In diesem Artikel wollen wir euch zeigen, wie ihr als Liquiditätsprovider 5 – 25% passives Einkommen mit Stablecoins (USDT & USDC) auf Curve verdienen könnt. Andere Krypto-Währungen bieten hierbei sogar noch höhere Renditen (z.B. EUR-Stablecoin). Analog zur Kreditvergabe auf AAVE auch hier mit – für Krypto-Verhältnisse – überschaubaren Risiken.
Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient ausschließlich einem Ausbildungszweck und ist keine Investitionsempfehlung oder Empfehlung jegliche Kapitalanlagen zu kaufen, zu verkaufen oder finanzielle Entscheide zu treffen. Auch ist dies keine Steuerempfehlung. Informiert euch bei eurem Finanzberater/Buchhalter oder tätigt eure eigene Investitions-Analyse.
Curve ist automatisierter Marktmacher (Automated Market Maker, AMM) und damit ein Typ einer dezentralisierten Wechselstube, welche aufgrund einer mathematischen Formel den Wechselkurs berechnet. Dies geschieht also anstelle eines regulären Order-Buches, welches für gewöhnlich bei klassischen Wechselstuben oder Krypto-Börsen genutzt wird. Bei einem Order-Buch, wird ein Auftrag nur dann ausgeführt, wenn eine Gegenpartei gefunden wird, die zum angefragten Preis („Briefkurs“) die gewünschte Menge der Währung anbietet.
Hier ein Beispiel für ein Order-Buch von einer der bekannten zentralen Wechselstube. Rechts in Rot sieht man das Angebot und links in Grün die Nachfrage. Im Beispiel unten ist eine Partei gewillt 201.9 LUNA-Tokens zum Preis von 5.470 pro Token zu verkaufen. Wenn ich jetzt also 300 LUNA-Tokens erwerben möchte, dann bezahle ich mindestens 201.9 LUNA * 5.470 USD/LUNA = 1104.39 USD für die Erste Tranche und die restlichen 98.1 LUNA-Tokens für 5.471 USD/LUNA (98.1 * 5.471 = 536.71), wenn kein anderer Käufer zum gleichen Zeitpunkt gefunden wird.
Im Gegensatz dazu gibt es bei Curve sogenannte Liquiditäts-Pools. Diese sind Einlagen von Curve-Nutzern, auf die für die Abwicklung von Tauschgeschäften zurückgegriffen wird. Im einfachsten Fall wird bei einem Liquiditäts-Pool jeweils 50% von zwei Währungen eines Währungspaares mit jeweils dem gleichen Wert hinterlegt. Bei zwei Stablecoins gestaltet sich die Rechnung also vergleichsweise simpel. Für 1000 USD Einlagen in ein USDT/USDC-Paar muss ein Liquiditäts-Provider also 500 USDT und 500 USDC in den Pool einzahlen.
Ein Nutzer, der 10 USDT in USDC wechseln möchte, zahlt also 10 USDT und erhält im Wechsel 10 USDC, sodass sich der Pool (anfängliche Einlagen von 1000 USD zu 500 USDT / 500 USDC) nun aus 510 USDT und 490 USDC zusammensetzt. Der nächste Nutzer, der ebenfalls 10 USDT in USDC wechseln möchte, erhält für seine 10 USDT jedoch nur noch 10 * 490/510 = 9.6 USDC (-4%). Er erhält also nicht mehr die vollen 10 USDC. Dies liegt daran, dass der Pool zu einem geringeren Teil aus USDC besteht – das Angebot ist geringer – und der Nutzer muss entsprechend einen höheren Preis bezahlen.
Hierbei handelt es sich natürlich nur um ein stark vereinfachtes Beispiel, bei dem selbst der erste Wechsel mit einem 1:1 Kurs eher zu hoch angesetzt ist. In der Realität sind die Liquiditäts-Pools jedoch auch um ein Vielfaches größer. So umfasst der 3pool auf Curve zurzeit etwa 1,9 Milliarden USD und der Wechselkurs von USDT auf USDC inkl. Gebühren liegt bei 0.9999. Das bedeutet, ein Tausch ist hier für annähernd 1:1 möglich. Natürlich müssen auch hier noch die Ethereum-Gebühren berücksichtigt werden.
Die Ethereum-Gebühren sind ein Grund dafür, wieso auch Curve.fi mittlerweile die Layer2-Blockchain Polygon nutzt. Die Kosten für das Hinzufügen von Liquidität sind aufgrund der hohen Ethereum-Kosten gerade für kleine Beträge einfach nicht rentabel. So kostet die Freigabe der zwei Währungen beispielsweise jeweils USD 2.52 und das Einzahlen des Stablecoins noch einmal USD 24.96. Zusätzlich kommt noch die Hinterlegung als Pfand hinzu („gauge“-Deposit), was noch einmal 30 – 50 USD kostet.
Weiterer Vorteil ist, dass ihr bei Curve auf Polygon keinen eigenen CRV-Token hinterlegen müsst, damit sich das passive Einkommen erhöht („rewards“). Dies seht ihr an der Staffelung ebenfalls am Beispiel vom 3pool. Ohne Hinterlegen von CRV-Tokens bekommt ihr zurzeit 1.14% pro Jahr auf dem USDT/USDC Betrag der Einlage und zusätzlich 5.4% als CRV Tokens. Wenn ihr dann einen Teil der CRV-Tokens in das Projekt re-investiert, erzielt ihr schlussendlich bis zu 13.5% APY (Annual Percentage Yield). Die CRV-Tokens sind dann aber über einen längeren Zeitraum gelocked oder aber eine große Menge hinterlegt.
Im Fall von Polygon erzielt ihr neben der 3.43% Einlage zusätzlich 20.15% WMATIC Tokens, welche im Preis gerade über die letzten Wochen stark angestiegen sind. Ihr könnt euch hier entscheiden, ob ihr diese Tokens direkt verkaufen wollt oder diese langfristig als Investition halten möchtet.
Nachteil von Curve auf Polygon ist, dass es sich hierbei um eine vergleichsweise junge Implementierung des Projekts handelt. Im Gegensatz zum Ethereum Pendant deshalb noch nicht wirklich auf Herz und Nieren geprüft wurde, was die Sicherheit anbelangt. Jedoch hat das Curve-Protokoll und alle beteiligten Programmierer eine gute Erfolgsbilanz, was auch für die Implementierung auf Polygon beruhigend wirkt.
Weiter gibt es auf Ethereum an die 40 Liquiditäts-Pools, worunter sich auch der EURs/sEUR Pool mit einer jährlichen Rendite von etwa 47% befindet, wenn ausreichend CRV-Tokens über die gewünschte Zeit hinterlegt werden. Will man also deutlich mehr als 1000 USD investieren, dann sollte man sich sicherlich überlegen, ob man das Geld nicht direkt auf Ethereum investieren will.
Das Investieren in Curve selbst ist sehr unkompliziert. Als Erstes geht ihr auf die Seite von Curve, verbindet euch mit der Wallet und wählt den gewünschten Pool aus. In unserem Falle ist dies der aave aDAI + aUSDC + aUSDT Pool. Dieser ist nichts anderes als eine Zusammenarbeit mit AAVE. Ihr stellt hier ebenfalls Liquidität zur Verfügung, dass den Verleih von Geld auf AAVE mit dem Tausch zwischen den Währungen befähigt. Ihr ermöglicht so also einen Ausgleich der Währungen bei einem Ungleichgewicht in einem der Pools. Anstelle von AAVE Tokens erhaltet ihr hier bei einer Nutzung des Ethereum-Netzwerks jedoch WMATIC oder CRV.
Wenn ihr den entsprechenden Pool ausgewählt habt, klickt ihr im Navigationsmenü auf „Deposit“ und wählt die Höhe der zu hinterlegenden Mittel und (Deposit & stake in gauge). Ihr erhaltet dann Curve-AAVE-Liquidity-Provider-Tokens und hinterlegt diese als Pfand bei Curve. Ihr seht diese nun nicht mehr in eurer Wallet; ihr habt die Tokens nun via Staking im SmartContract hinterlegt.
Ihr könnt jeweils alle Währungen, die der Pool unterstützt hinterlegen. Dabei gilt, dass Krypto-Währungen mit geringerer Anzahl im Pool bei der Hinterlegung mit besseren Wechselraten begünstigt werden. Ihr seht den Bestand des Pools weiter unten unter „currency reserves“. Im Normalfall ist DAI bei den USD Pools fast immer untervertreten.
Das Resultat nach einer Woche seht ihr in eurem persönlichen Dashboard. Ihr habt Zugriff darauf, wenn ihr euch auf der Hauptseite von Curve befindet. Dort findet ihr unterhalb der Pools den Link zu „My Dashboard“. Dort seht ihr, dass ihr auf 1000 US Dollar nach einer Woche 0.53 US Dollar Steigerung beim Stammkapital und 3.51 US Dollar als Einkommen erwirtschaftet habt. Insgesamt entspricht dies bei stabilen Zinssätzen einem jährlichen Zins von ca. 21%.
Auf der Statistik-Seite könnt ihr auch den Profit über die Monate hinweg beobachten und euch die täglichen Zahlen für die Zinnsätze beschaffen.
Wollte ihr den Gewinn realisieren und evtl. auch das hinterlegte Kapital abziehen, dann könnt ihr dies in der Pool-Ansicht unter „withdraw“ machen. Dort seht ihr dann die folgenden 4 Optionen:
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„Withdraw“: Abziehen vom Stammkapital oder einem Teil davon. Die WMATIC Gewinne verbleiben jedoch auf Curve
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„Withdraw & Claim“: Sowohl Stammkapital als auch Gewinn abziehen
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„Claim“: Nur die Gewinne abziehen
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„Unstake from Gauge“: Die Liquidität vom Pool entfernen. «unstaken»
Wie ihr seht, könnt ihr euch auch entscheiden, welche Stablecoins ihr erhalten wollt, wenn ihr das Stammkapital zurückzieht. DAI, USDC, USDT oder ein Mix davon gem. den Anteilen welche im Pool sind. Die erhaltenen WMATIC Tokens könnt ihr nach Wunsch auf den gängigen dezentralen Wechselstuben umtauschen.
Die verbundenen Risiken
Curve selbst gibt eine Übersicht über die Risiken. Insgesamt sind diese jedoch ähnlich wie beim Verleih von Geld auf AAVE. Diese sind Währungsrisiken beim Wechsel von CHF in USDT, Smart-Contract-Risiken und das Kurs-Bindungs-Risiko. Siehe Details dazu im AAVE-Artikel.
Daneben gibt es jedoch auch spezifische Risken im Bereich der Liquiditäts-Provider. Eines dieser Risiken ist hierbei die Nutzung und der Exploit von sogenannten Flash-Loans. Flash-Loans sind Geldausleihen, welche innerhalb desselben Blocks zurückgezahlt werden müssen und daher keine / geringe Sicherheiten bedürfen.
Weiter gibt es den sogenannten „Impermanent Loss“. Zu Deutsch den unbeständigen Verlust. Dieser tritt auf, wenn eine Krypto-Währung massiv an Wert gewinnt oder verliert. Dann verschiebt sich nämlich das Pool-Gleichgewicht zu Gunsten oder zu Lasten der jeweiligen Währungen. Das bedeutet am Ende also, dass man mehr von der unattraktiven Krypto-Währung hält und entsprechend einen Verlust erzielt, welcher die Einnahmen im Extremfall wieder auffressen und sogar zu einem negativen Ergebnis führen kann. Bei reinen Stablecoin-Pools mit gleicher Währung ist dieses Risiko jedoch eher gering.
Stablecoins als Guter Start für passives Einkommen als Liquiditäts-Provider
Aus den oben genannten Gründen und Praktiken sind wir der Meinung, dass gerade Stablecoin-Pools auch für Krypto-Neulinge eine attraktive Möglichkeit für den Einstieg sein können. Ihr könnt hier mit überschaubarem Risiko und mit nur geringem Impermanent-Loss-Risiko erste Erfahrungen sammeln und die dezentralen Wechselstuben und damit auch DeFi mit Liquidität unterstützen.