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Derzeit sieht es so aus, als würde Amtsinhaber Enrique Pena Nieto durch seinen Herausforderer Andres Manuel Lopez Obrador – kurz "AMLO" –, einen altgedienten Linken, abgelöst werden. AMLO führt eine populistische Wahlkampagne und konzentriert sich auf die Korruptionsbekämpfung.
Nach Meinung von Sophia Whitbread sei aus Sicht der Märkte bedenklich, dass AMLO sich dafür ausgesprochen hat, die von Pena Nieto empfohlenen marktfreundlichen Reformen rückgängig zu machen. Dazu gehört auch, die Ölindustrie wieder unter staatliche Kontrolle zu bringen und veraltete protektionistische Strukturen und breit gestreute Subventionen einzuführen. Als Bürgermeister von Mexiko-Stadt ab dem Jahr 2000 war AMLO dadurch populär geworden, dass er U-Bahn-Fahrpreise subventionierte, Stipendien für alleinerziehende Mütter vergab, Rentner unterstützte und Schnellstrassen baute. Wie eine Präsidentschaft von AMLO konkret aussehen würde, ist allerdings noch fraglich: "Immerhin hat er ein Team hoch qualifizierter Experten für sein Kabinett vorgestellt und den Wirtschaftsführern zugesagt, keine Enteignungen oder Verstaatlichungen vorzunehmen", kommentiert die Expertin.
Zukunft des NAFTA-Abkommens unsicher
Mexiko bietet derzeit also ein sehr unsicheres Bild, vor allem auch hinsichtlich der Frage, wie das NAFTA-Abkommen in Zukunft aussehen könnte. Angesichts der stark miteinander verflochtenen Beziehungen zwischen dem verarbeitenden Gewerbe in den USA und Mexiko sieht Whitebread zwar eine gute Chance, dass das NAFTA-Problem auf pragmatische Weise gelöst werden könnte. Bei einem möglichen AMLO-Wahlsieg seien die Aussichten allerdings weniger klar – einige Beobachter sprechen von einer Währungskrise, während andere eine Verlangsamung der Investitionstätigkeit für wahrscheinlich halten. Das ist für diejenigen Anleger beunruhigend, die sich in diesem Jahr gerade noch über ein besseres Klima für Verbrauchereinkommen und –konsum gefreut hatten.
Whitbread prüft daher zurzeit, wie belastbar ihre Investmentpositionen in einem populistischen Umfeld sind, da ein Wahlsieg von AMLO offenbar bereits eingepreist ist. Zudem hält sie nach Möglichkeiten Ausschau, wie sie die Volatilität in der Phase um den Wahltermin herum nutzen und eine Positionierung mit einem attraktiveren längerfristigen Anlagehorizont aufbauen kann.
"Die wichtigste Botschaft lautet: Kurzfristig können wir mit starker Volatilität rechnen, nicht zuletzt bei der Währung. Längerfristig zeichnet sich Mexiko jedoch weiterhin durch einige sehr hochwertige Unternehmen aus." Ein deutlicher Rückgang der Bewertungen könnte sich, so Whitstead, als Einstiegspunkt erweisen – eine gewisse Kontinuität der Regierungspolitik vorausgesetzt.