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Die einflussreichen Wirtschaftsregionen dieser Welt haben längst erkannt, dass die an den Weltfunkkonferenzen gefällten Entscheidungen von vitalem Interesse für die Entwicklung ihrer Märkte sind. Daher bemühen sie sich zunehmend, die Entscheidungen an den Weltfunkkonferenzen in ihrem Sinne zu beeinflussen. Stimmberechtigt sind jedoch nicht die Interessensvertreter aus der Wirtschaft, sondern die an der Konferenz teilnehmenden Verwaltungen.
Entscheidungen an Weltfunkkonferenzen erfolgen auf der Basis eines gemeinsamen Konsenses. Gelingt es nicht, zwischen den beteiligten Verwaltungen beziehungsweise zwischen den ITU-Regionen einen Konsens herbeizuführen, so kommt es in sehr seltenen Fällen zu einer Abstimmung. Dabei gilt das Mehrheitsprinzip der stimmberechtigten Verwaltungen, das heisst eine Stimme pro Land.
Innerhalb der drei ITU-Regionen haben sich sechs Organisationen gebildet.
In der ITU-Region 1:
- CEPT: Conférence Eruopéenne des Administrations des Postes et des Télécommunications
- RCC: Regional Commenwealth in the field of Communications
- ASMG: Arab Spectrum Managment Group
- ATU: African Telecommunications Union
In der ITU-Region 2:
- CITEL: Inter-American Telecommunication Commission
In der ITU-Region 3:
- APT: Asia Pacific Telecommunity
Die Agenda-Punkte einer Weltfunkkonferenz werden jeweils anlässlich der vorhergehenden Weltfunkkonferenz festgelegt. Die Schwerpunktthemen einer WRC sind somit bereits 3 bis 4 Jahre im Voraus bekannt. Jede der sechs Organisationen bereitet sich eigenständig auf eine Weltfunkkonferenz vor. Während 3 bis 4 Jahren entwickeln diese Organisationen zu jedem Agenda-Punkt ihre Standpunkte. Es resultieren die so genannten "Common Proposals". So ist in Europa beispielsweise das "Electronic Communications Committe" (ECC) der CEPT für die Entwicklung der "European Common Proposals" verantwortlich bzw. dessen Untergruppe die "Conference Preparatory Group" CPG.
Die Entwicklung der "Common Proposals" innerhalb der sechs Organisationen hat zur Folge, dass die am Prozess beteiligten Verwaltungen sich um gemeinsame Kompromisse bemühen müssen. Weichen einzelne Administrationen mit ihrer Meinung von einer Position ab, welche von der Mehrheit getragen wird, so setzen sie sich einem Gruppendruck aus. Dieser Mechanismus führt dazu, dass divergierende Meinungen unter den Administrationen und Regionen "ausnivelliert" werden. Auf diese Weise entstehen innerhalb dieser sechs Organisationen "harmonisierte Positionen" zu den einzelnen Agenda-Punkten.
Während einer WRC treffen die unterschiedlichen Standpunkte (Common Proposals) der sechs regionalen Organisationen aufeinander. Da die Problemstellungen technisch und regulatorisch meist sehr komplex sind, benötigen die an der WRC teilnehmenden Verwaltungen rund einen Monat, um ihre Standpunkte einander anzunähern und für alle Parteien akzeptable Kompromisse zu entwickeln.
Bedeutung des Funkspektrums
Für die Wirtschaft, die Konsumenten und die Sicherheit der Weltbevölkerung ist es unerlässlich, dass eine breite Palette von Funktechnologien und -diensten zur Verfügung gestellt wird. Mit Hilfe dieser Technologien und Dienste werden Verbindungen in öffentlichen und privaten Telekommunikationsnetzen hergestellt. Sie gewährleisten die Effizienz und Sicherheit des See-, Luft- und Landverkehrs; schaffen die Voraussetzungen für die Übertragung von Informations- und Unterhaltungssendungen; ermöglichen Wettervorhersagen; unterstützen den Umweltschutz und erfüllen zahlreiche andere Funktionen, auf welche die moderne Gesellschaft angewiesen ist. All diesen Funkdiensten ist gemeinsam, dass sie miteinander im Wettbewerb um Funkfrequenzen stehen, die eine begrenzte Ressource darstellen.