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2. Oktober 2018 — Innere Sicherheit wirkt wie ein Schutzschild
Ich habe eine Bekannte, die ich nie zu einem OK-Frauen-Treffen einlade, weil ich fast sicher bin, dass sie mich mit einem Blick angucken würde, der ausdrückt: "Und wozu soll das gut sein?"
Für sie ist ihre Kinderlosigkeit derart kein Thema, dass ich sie noch nie darauf angesprochen habe.
Kürzlich hab ich mir ein Herz gefasst und sie gefragt, ob mein Eindruck stimmt, dass ihre Kinderlosigkeit für sie nie ein Thema war und ihr Entscheid, keine Mutter zu werden, von niemandem je in Frage gestellt wurde. Sie nickte.
Ich berichtete ihr von den Frauen zwischen 30 und 40, die nicht ernst genommen werden, wenn sie dazu stehen, dass sie keine Kinder wollen. Und falls sie jemand ernst nimmt, werden sie womöglich noch als Egoistin hingestellt.
Und ich wollte von ihr wissen, was ihrer Meinung nach der Grund dafür ist, dass sie das nie erlebt hat.
Sie lachte: "Das hätte mich nicht gekümmert, wenn mich jemand deswegen Egoistin genannt hätte. Aber gesagt hat es niemand, wahrscheinlich hat sich das niemand getraut."
Sie vermutet, dass sich auch niemand getraut hätte, ihr Dinge zu sagen wie "Das kommt dann schon noch, warte nur bis der Richtige kommt" oder "Du bist ja noch so jung, das kannst du noch gar nicht wissen."
Sie ist einfach eine Frau, die weiss, was sie will, das schon immer wusste.
Und dies auch ausstrahlt.
Sie ist eine Frau, die einfach ihren Weg ging.
Egal, was andere dazu sagten.
Egal, was andere davon dachten.
Und ja, sie hatte ein Vorbild. Da war diese Tante, die kinderlos und definitiv cool war.
Es hilft, als Kind schon ein weiteres Frauenbild kennenzulernen, als Ergänzung zu dem der Mutter.
Das Rollenbild der Mutter lernen wir alle kennen. Kinderlose Frauen nicht unbedingt.
Meine Tanten waren ausnahmslos alle Mütter. Da gab es zwar eine entfernte Freundin meiner Eltern, die kinderlos war, doch sie trug die Etikette "Die Bedauernswerte kann keine Kinder bekommen." Nicht eben das, was ein Mädchen als positives Rollenbild wahrnimmt, auch wenn die Frau noch so nett ist. Sie fällt mir auch erst nach längerem Nachdenken ein.
Ganz ehrlich: Ich hatte schlichtweg kein anderes Rollenbild für eine Frau als das der Mutter.
Wie ist das bei euch?
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