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Cambridge, Teil 1: Historische Stadt der Colleges und Churches
Mit über 30 Colleges auf seinen Strassen und 24´000 Studenten in ihren Aulas repräsentiert Cambridge das Paradigma einer Universitätsstadt. Die Ursprünge von Cambridge sind in der Bronzezeit zu finden, also noch viel früher, als das Römische Imperium die Britische Insel erreichte. Aber es war 1209, das Jahr der Gründung der berühmten University of Cambridge, als die Stadt eine führende Position erlangt und seitdem nicht mehr verloren hat. Heute gehört Cambridge zu den einflussreichsten Städten der Bildung, Wissenschaft und Forschung.
Obwohl die Stadt nur 80 Kilometer von London entfernt liegt, zählt Cambridge nur wenig mehr als 100´000 Einwohnern und bewahrt immer noch diesen Charakter, der sich nur als pure british beschreiben lässt, und der so oft in Büchern und Filmen beschrieben wird.
Dies ist ein Bericht über die Stadt Cambridge in England in zwei Teilen. Hier das Inhaltsverzeichnis:
Wenn man von Cambridge spricht, ist ein Vergleich zu Oxford, seinem ewigen Rivalen und Seelenverwandten, unvermeidbar. Beide beherbergen Universitäten, die zu den fünf besten weltweit gehören, und die auf die meisten Nobelpreise stolz sein können. Cambridge aber bewahrt im Gegensatz zu Oxford immer noch ein bezauberndes rurales Ambiente und kann problemlos zu Fuss oder mit Fahrrad erkundet werden.
Während die meisten Häuser der Cam-Stadt aus Backstein gebaut sind, prägt der goldfarbene Stein das Bild des Geländes von King´s College. Diese goldenen Töne seiner Gebäude verwandelten sich in Kennzeichen des Universitätscampus. King´s College wurde 1441 vom Henrich VI. gegründet und gehört weiterhin zu den besten Hochschulen von Cambridge.
Seine Kapelle wurde im 15. und 16. Jahrhundert erbaut. King´s College Chapel ist eine architektonische Perle und zweifelsohne das Wahrzeichen von Cambridge. Mit grosser Wahrscheinlichkeit handelt es sich um das schönste und berühmteste Gebäude gotischer Architektur in Cambridge und ganz England und das hervorragendste Beispiel des typischen perpendicular style, der in Cambridge zwischen dem 14. Und 15. Jahrhundert seine Blütezeit hatte. Das Innere der Kirche wird durch grosse Fenster mit Ornamenten und Szenen aus buntem Glas beleuchtet, welche in der Regierungszeit des Hauses Tudor in England sehr populär waren.
Wenn die Kapelle von aussen die Aufmerksamkeit der Betrachter durch ihre reinen und einfachen Linien auf sich zieht, wirkt das Innere des Gotteshauses mit seinem in der Welt grössten Fächergewölbe, kunstvollen Dekorierungen und schönen Kirchenfenstern absolut spektakulär. King´s College Chapel beherbergt das Gemälde von Rubens „Die Anbetung der Weisen aus dem Morgenland“ und eine wunderbare barocke Orgel. King´s College Chapel ist keine museumsartige Sehenswürdigkeit, in der Kapelle finden nach wie vor reguläre Gottesdienste statt. Hier singt ausserdem der berühmteste Kirchenchor Englands, der die Kapelle in einen geeigneten Ort verwandelt, um Himmelsstimmen zu hören.
Hielten die Colleges von Cambrige noch vor wenigen Jahren ihre Türen für Besucher immer offen, ist der öffentliche Zutritt heutzutage streng reglementiert, besonders in der Prüfungszeit von April bis Juni. Von daher ist es empfehlenswert, dass alle am Universitätsleben Interessierten Cambridge im Winter besuchen und die Besichtigungen mithilfe eines erfahrenen Führers unternehmen, der genau über die Aktivitäten und Regeln der jeweiligen Colleges Bescheid weiss. Eine Alternative dazu ist, bei jeder Universität nach einer Besuchserlaubnis zu fragen. Bei jeder Besichtigung zahlt man sicherlich dann Eintrittsentgelt.
Es gibt sehr viele Hochschulen, die man unbedingt sehen sollte, aber auch der Spaziergang von einem College zum nächsten, ist schon einer Reise nach Cambridge wert. In der Stadt gibt es zum Beispiel mehrere reizende Märkte. Einer der beliebtesten befindet sich bei der Kirche Great St. Mary´s. Von ihren Turm aus dem 15. Jahrhundert hat man ausserdem einen sehr schönen Ausblick über die Stadt. Die Kirche Great St. Mary steht auf der Liste des Architekturerbes Englands. Sehr nahe von hier befindet sich die Kirche Saint Benet, deren sächsischer Turm (10. Jahrhundert) das älteste Bauwerk in der ganzen Stadt ist.
Beide Kirchen liegen in der Nähe der King´s Street, der Hauptstrasse von Cambridge. Wenn man dieser Route folgt, kommt man unvermeidlich zur Park Parade, einer Strasse, die durch ihre gut erhaltene und gepflegte typisch englische Architektur sofort ins Auge fällt. Von hier kommt man direkt zu einer anderen sehr besuchswerten Kirche – der Church of the Holy Sepulchre. Sie wurde 1130 von den Tempelrittern erbaut und ist als „Round Church“ bekannt, weil ihr Kirchenschiff genau die gleiche runde Form wie die gleichnamige Kirche in Jerusalem hat. Die Church oft the Holy Sepulchre ist eine von nur vier normannischen Rundkirchen in ganz England.
Oberstes Bild: Cambridge, Blick zur Kirche von St.Mary (Bild: Rolf Handke / pixelio.de)