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AUSSTELLUNGEN 2004
CITIZEN QUEER
vom 2004-05-01 bis 2004-06-06
Eröffnung: 2004-04-30
CITIZEN QUEER ist ein interdisziplinäres Ausstellungsprojekt, das Tendenzen, Freuden und Dilemmas in zeitgenössischer Queer Praxis erörtern soll.
Veranstaltungen zur Ausstellung
Unsere Leute treffen unsere Leute

||CITIZEN QUEER ist ein interdisziplinäres Ausstellungsprojekt, das Tendenzen, Freuden und Dilemmas in zeitgenössischer Queer Praxis erörtern soll.

Als Queer Praxis wird die verstanden, die normative Konzepte von Geschlecht und Sexualität denaturalisiert, einen sexuellen Pluralismus anerkennt und theoretische und künstlerische Strategien entwickelt, die geeignet sind, sexuelle Ungerechtigkeit zu identifizieren, beschreiben, erklären und anzuprangern.
CITIZEN QUEER strebt danach, Relationen und Prozesse zwischen Leuten und Gruppierungen, die sich als Queer verstehen, sichtbar zu machen und vor allem zu initiieren. Das Ausstellungsprojekt fokussiert auf zeitbasierte künstlerische Formate wie Film, Video, Performance, Workshops und informelle Gespräche.
Videoprogramme von Marc Siegel (Berlin), Emma Hedditch (London), Maura Reilly (New York) und Frederikke Hansen (Zürich)
Workshop und Screening von Emma Hedditch
Die graue Pinguinen Bar von Catalina TM (Antarktis) und Freddy H. (Falklandinseln)
Performance von Sands Murray-Wassink (Amsterdam)
Panel mit Maura Reilly und Frederikke Hansen
Performance von CHEAP Klub (Berlin)
+ Thinktank und Werkstatt
Videoprogramme:
Emma Hedditch:
Unsere Leute treffen unsere Leute
Ein Monitor ist durch einen Wahlschalter mit drei Videorekordern verbunden, damit ein Kanal gewählt werden kann, der nicht eine Übertragung, sondern ein enggestricktes Netzwerk sozialer Verbindungen ist: Nennen wir es Approxivision!
Die drei Kanäle heissen Eins, Zwei und Drei. Sie sind von einer grossen Anzahl Leuten in vielen verschiedenen Orten programmiert und werden für die Dauer der Ausstellung 'Citizen Queer' an einem Ort gezeigt. Bei Unsere Leute treffen unsere Leute geht es um Wissen, Unterstützen und Versuchen, um kombinierte Kombinationen und Situationen, in denen verhältnismässig fremde Leute auf gemeinsame Ziele hinarbeiten und ihr Engagement teilen.
Von sozialer Bewegung zu politischer Aktion, wie Du Dich benimmst, ich mag wie wir handeln.
Wir müssen einige pragmatische Übereinstimmungen finden, damit wir etwas 'machen' können, aber über mehr müssen wir uns nicht einig sein. Kontingente Fähigkeit, teilweise angeturnt durch eine Zwischenstadiums-Identifikation oder ein Angebot, zu helfen.
Ich bin eine Frau, das ist eine politische Tatsache, und es wäre falsch, etwas anderes zu behaupten, aber das bedeutet nicht, dass ich andere wie mich suche. Der Wahlschalter ist dialektisch, er sucht nach Gegensätzen die von allen TeilnehmerInnen vorgeschlagen werden in Fragen der Identifikation und Solidarität, durch Praxis, Theorie und Fähigkeit, und durch Ablehnung von Mitgliedschaft. Wir sind ein Netzwerk aus Zeichen, ohne ein Signal.
Marc Siegel:
Decorating Power: The Politics of Queer Cinema
Vor fast 15 Jahren eigneten sich englische und amerikanische AIDS-Aktivisten das Schimpfwort Queer an, um damit eine neue, ebenso stilvolle wie streitbare Politik zu kennzeichnen. Seither ist Queer zu einem internationalen Kürzel für ähnlich kontroverse Formen der Wissenschaft, des Kinos und des Denkens geworden. Doch die politische Anwendbarkeit des Begriffs bleibt umstritten, innerhalb und außerhalb der anglo-amerikanischen Szene.
Dieses Kurzfilm- und Videoprogramm dokumentiert einige der politischen und ästhetischen Zielsetzungen des Queer Cinemas seit den späten 80er-Jahren.
Maura Reilly und Frederikke Hansen:
Queeries
Aus zwei geopolitisch unterschiedlichen Ausgangspunkten kommend, stellen Maura Reilly und Frederikke Hansen ein kontrastives Programm aus neueren Videoarbeiten zusammen, in denen sich Gender- und Sexualitätsdiskurse treffen. Der Fokus liegt auf Arbeiten, die sich bewusst als LGBTQ verstehen und experimentell mit Diskurs und Bild umgehen.
Workshop und Screening:
Emma Hedditch:
Unsere Leute treffen unsere Leute
Ich habe überlegt, wie wir in einem videobasierten Projekt zusammen arbeiten können und wie das Projekt gleichzeitig als eine Kraft innerhalb unserer respektiven Communities oder Lokalgebieten funktionieren könnte.
Mit besonderem Fokus auf Gender und Sexualität könnte das Projekt Fragen von Zugehörigkeit oder Nicht-Zugehörigkeit zu einer Community stellen.
Manchmal arbeite ich mit meiner Community von Freunden oder Leuten in Ausbildungsinstitutionen, lokalen autonomen Kollektiven, nachbarschaftlichen Gruppen, Teams und Bands an einem Projekt, dass &Mac226;A Pattern genannt wird. Der Name versucht, eine Idee der Gemeinsamkeit zwischen unseren Handlungen, verbunden mit der Besonderheit unserer eigenen Situation, Kapazität und Stil, zu reflektieren.
Ich frage Leute an, Einstellungen für ein Video aufzunehmen, welches wir schliesslich zusammen redigieren werden. Die meisten Einstellungen zeigen etwas Vertrautes oder Erreichbares, doch jedes Mal wird das Vertraute so ausgedehnt, dass es etwas Spezielles wird, das unsere gleichzeitige Wahrnehmung vom Anderssein bestätigt.
Für eine Liste der Einstellungen und weitere Fragen: <email-pii>
oder <email-pii>
/ www.andiwilldo.net
Der Workshop findet in der Shedhalle wie folgt statt:
Freitag 7. Mai 18-20 Uhr, Samstag 8. Mai und Sonntag 9. Mai 10-18 Uhr
Montag 10. Mai 18-20 Uhr
Anmeldung vor Ort am ersten Workshop Abend, jeweils Samstag- oder Sonntagmorgen, für die, die später dazukommen möchten. Keine Vorkenntnisse notwendig. Workshopsprachen: Englisch und Deutsch.
Bar:
7.5.2004 21:00 (Anschliessend an die Einführung zum Workshop von Emma Hedditch):
Pinguin Bar
Die grauen Pinguine singen und tanzen.
Propaganda, Drama und Cha-Cha-Cha von Catalina TM und Freddy H.
Unförmigkeit ist Lifestyle!
Performance:
4.6.2004 19:00
Sands Murray-Wassink:
My Queer Anger:
for SAINT Bernd Jürgen Brandes (*Rx*)
DEAR MEDIA WORLD PLEASE STOP SHOWING ME IMAGES OF WOMEN AS LEISURE AND BEAUTY. PLEASE STOP TRASHING ME WITH YOUR PROJECTIONS. I AM TRYING TO BREATHE.
But 5000 plus years of young men as sex objects would set the world straight.
Gay Boi Rad Fae Bersani Mr. Sands J.H.D. Murray-Wassink, Sands1974, Amsterdam, April 1, 2004 13:49 pm
I AM A SKY AND THE CLOUDS PASS OVER THE SKY.
DIGESTIVE GASES. (GAY) MALE FART AND JACK-OFF CULTURES.
I AM ENTERED, WILLINGLY, FILLED
PEOPLE ARE NOT ANIMALS / ANIMALS ARE ANIMALS
SHE NEEDS ME I NEED HER
Neti, Neti = Not this, Not this
lemon pie will do a performance
Panel:
4.6.2004 20:30
Maura Reilly ist Kuratorin des Elizabeth A. Sackler Center for Feminist Art des Brooklyn Museums und Vorsitzende vom Queer Caucus for Art. Anhand von Beispielen aus ihrer kuratorischen und aktivistischen Praxis wird sie sich mit queeren visuellen Kulturen auseinandersetzen. Diese informelle Diskussionsrunde wird von Shedhalle-Kuratorin Frederikke Hansen mitmoderiert.
CHEAP Klub
5.6.2004 21:00
Die in Berlin ansässige internationale Gruppe CHEAP (Dragan Asler, Tim Blue, Daniel Hendrickson, Susanne Sachße, Angelika Sautter, Marc Siegel, Nina Thorwart) entwickelt multi-dimensionale Formen von Performance, in denen die verschiedensten Kunstrichtungen, sowie theoretische Ansätze, im Hinblick auf ein soziales oder politisches Thema, miteinander integriert werden. Die Gruppe mischt Formen, Kostüme, Strukturen und Identitäten zusammen, um eine sexy Atmosphäre mit zahlreichen Ausgangspunkten zu bilden. CHEAP Klub lädt ein zu einem Queer-Mix mit Live-Acts, Filmen, Videos und internationaler Musik zum Tanzen von DJ Nancy.
Extra Surprise Bonus Live-Act
Namosh (Berlin / Pale Music Inc.)
Sexualpädagogik:
Im Rahmen der Ausstellung werden zwei nicht-öffentliche Veranstaltungen zum Thema Sexualpädagogik durchgeführt.
Die Künstlerin Sabine Baumann stellt die Frage, ob Queer Theorie sich als Unterrichtsfilm formulieren lässt und lädt Fachleute an einen Thinktank ein. Ziel ist, ein Lehrmittel, dass in Schulen und im Fernsehen gezeigt wird, herzustellen.
Museumspädagogin Christa Suter Paffrath organisiert einen umfassenden Workshop für Lehrkräfte aus dem Kanton Zürich. Durch Input-Vorträge und Kritiken des bestehenden Unterrichtsmaterials (Bücher, Filme, CD-Roms etc.) werden die Teilnehmenden darauf hinwirken, die heutige Sexualpädagogik neu zu bewerten und Richtlinien für ein neues (komplexeres und inklusiveres) Lehrmittel aufzustellen.
Konzept:
Frederikke Hansen
Organisation:
Shedhalle-Team
KünstlerInnen:
Emma Hedditch, Sabina Baumann, Maura Reilly, Sands Murray-Wassink, Marc Siegel, Karin Michalski