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Wir dokumentieren an dieser Stelle die Biographie des neuen Seligen, die Kard. Stella am Sonntag auf dem Petersplatz verlesen hat:
„Albino Luciani wurde am 17. Oktober 1912 in Forno di Canale – dem heutigen Canale d’Agordo – geboren, das in der Provinz und Diözese Belluno-Feltre liegt. Das erstgeborene der vier Kinder von Giovanni Luciani und Bortola Tancòn wurde noch am Tag seiner Geburt von der Hebamme zu Hause getauft.
Am 17. Oktober 1923 begann Albino Luciani seine Ausbildung am Priesterseminar von Feltre; 1928 trat er in das Seminar „Gregoriano“ von Belluno ein. Am 10. Februar 1935 empfing er in der Kirche „S. Pietro“ in Belluno die Priesterweihe.
Nach einer kurzen Zeit als Kaplan in Canale d’Agordo widmete er sich zwanzig Jahre lang am Priesterseminar von Belluno der Lehre der Dogmatik und des Kirchenrechts und – je nach Bedarf – auch anderen Disziplinen.
Am 16. Oktober 1942 erwarb Luciani das Lizentiat in Theologie an der Päpstlichen Universität Gregoriana; 1947 machte er an derselben Universität seinen Doktor in dogmatischer Theologie.
Neben zunehmenden pädagogischen Verantwortlichkeiten betrauten ihn die Bischöfe Bortignon und Muccin auch mit pastoralen Aufgaben und Leitungsfunktionen. Letzterer ernannte ihn am 8. Februar 1954 auch zum Generalvikar der Diözese.
Ein Leben in Demut
Am 15. Dezember 1958 wurde Albino Luciani zum Bischof von Vittorio Veneto ernannt; am 27. Dezember empfing er im Petersdom von Johannes XXIII. die Bischofsweihe.
Von 1959-1969 war er in der Seelsorge tätig. Sein Bischofsmotto „Humilitas“ (Demut), das Luciani von den Heiligen Karl Borromäus und Augustinus entlehnt hatte – und das er zusammen mit den drei Sternen, die für Glaube, Hoffnung und Liebe stehen, in sein Wappen aufnehmen ließ -, ließ keinen Zweifel an der Ausrichtung seines Dienstes.
Albino Luciani suchte vor allem den direkten Kontakt zu den Gläubigen und hatte stets ein offenes Ohr für die sozialen Probleme seiner Region. Er forderte die aktive Beteiligung der Laien am Leben der Kirche und legte Wert auf eine gute Ausbildung des Klerus. Er zeichnete sich auch als Prediger aus. Während seines Episkopats nahm er an allen Sitzungen des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) teil.
Am 15. Dezember 1969 wurde seine Ernennung zum Patriarchen von Venedig bekannt gegeben; am 5. März 1973 erhob ihn Paul VI. in den Kardinalsstand. In Venedig blieb Patriarch Luciani der Arbeitsweise und dem pastoralen Stil treu, den er schon in Vittorio Veneto praktiziert hatte.
Am Tag nach dem Tod Pauls VI. am 6. August 1978 verließ Patriarch Luciani Venedig und machte sich auf den Weg nach Rom. Am 25. August trat er ins Konklave ein – und wurde nur einen Tag später zum Papst gewählt. Er nahm den Doppelnamen „Johannes Paul I.“ an.
Schon die ersten Gesten seines Pontifikats ließen den ursprünglichen Charakterzug eines Lebensstils erkennen, der von Dienst und von evangeliumsgemäßer Einfachheit geprägt war. In seinem Dienst wollte er es seinem berühmten Vorgänger Gregor dem Großen nachtun, und zwar sowohl in seinem Amt als Lehrer als auch als Leiter und Seelsorger. Er ahmte Gregor den Großen in seinen Katechesen nach, die er an die Fähigkeiten der Zuhörer anzupassen wusste, was man an seinen vier Generalaudienzen sehen kann.
Die Schönheit eines christlichen Lebens
Johannes Paul I. hat der Geschichte die Botschaft der Relevanz und Schönheit des christlichen Lebens hinterlassen, das auf den theologischen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe beruht.
Am späten Abend des 28. September 1978, nach knapp vierunddreißig Tagen Pontifikat, verstarb Johannes Paul I. plötzlich. Im Zeichen einer intensiven Liebe zu Gott, zur Kirche und zur Menschheit war sein kurzes, aber beispielhaftes Pontifikat zu Ende gegangen.
Ein kurzes, aber beispielhaftes Pontifikat
Er wurde am 4. Oktober 1978 in den Vatikanischen Grotten beigesetzt.
Der Seligsprechungsprozess in der Diözese Belluno-Feltre wurde am 23. November 2003 eröffnet und am 9. November 2017 mit dem Dekret zur Verkündigung der heroischen Tugenden abgeschlossen.
Am 13. Oktober 2021 wurde das Dekret veröffentlicht, mit dem Papst Franziskus das der Fürsprache von Johannes Paul I. zugeschriebene Wunder zugunsten eines kleinen Mädchens aus der Erzdiözese Buenos Aires anerkannte, das von einer unheilbaren Gehirnkrankheit geheilt wurde.“
Was passiert eigentlich bei einer Seligsprechung?
Bei einer Seligsprechung stellt die katholische Kirche durch Urteil des Papstes fest, dass ein gestorbener Mensch vorbildlich aus dem Glauben gelebt hat und Christus in besonderer Weise nachgefolgt ist. Daraus ergibt sich die offizielle Empfehlung, diese Person als Vorbild und Fürsprecher bei Gott anzunehmen. Selige werden im Gegensatz zu Heiligen nur regional verehrt. Der Seligsprechung kann aber eine Heiligsprechung und damit die weltweite Verehrung der betreffenden Person folgen.
Quelle: vaticannews