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Als fliegende Insekten leben fast alle Libellen nur einen Sommer lang. In dieser Zeit sorgen sie für Nachwuchs. Als Nahrung dienen ihnen vorwiegend andere Insekten, die sie oft im Flug erjagen. Einige der bei uns häufigsten Arten sind hier abgebildet. Eine Seite zu Prachtslibellen folgt später.
Der Lebenszyklus von Libellen beginnt mit der Paarung, die uns etwas akrobatisch anmutet. Sie findet bei einigen Arten sogar im Fluge statt. Dabei verbindet das Männchen sein Hinterleibsende mit dem Kopfansatz des Weibchens, das ihrerseits ihr Hinterleibsende an die Samentaschen an der Brustunterseite des Männchens heftet. Das kuriose Gebilde wird «Paarungsrad» genannt.
Kleinere Arten fliegen, immer noch einseitig verbunden, im Tandem tief übers Wasser, wobei das Weibchen mit dippenden Bewegungen ihre Eier ins Wasser absetzt. Das anhaftende Männchen hat dabei
auch eine Wächterfunktion. Bei grösseren Arten setzt das Weibchen die Eier alleine mittels Legestachel am Hinterleibsende ab - bevorzugt in Wasserpflanzenstängel oder Strukturen am
Teichrand.
Libellen verbringen ihre erste Lebensphase als räuberische Insektenlarve im Wasser. Nach diversen Häutungen steigt diese an einem Pflanzenstängel über die Wasseroberfläche und häutet sich ein letztes Mal. Eine fertige Libelle entsteigt der alten Hülle, die als trockenes, fragiles Gebilde (so genannte «Exuvie») am Stängel haftend zurückbleibt. Die noch flugunfähige Libelle braucht nun bis zu zwei Stunden, um die Flügel zu entfalten und auszutrocknen. In dieser Zeit ist sie Fressfeinden und Unwettern schutzlos ausgeliefert.