Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03480.jsonl.gz/809

In dem vor Jane Eyre und vor Shirley geschriebenen, aber erst nach ihrem Tode veröffentlichten Debütroman „Der Professor“ erzählt Charlotte Brontë die Geschichte des jungen William Crimsworth, der nach dem Tod seiner Eltern und etlichen Enttäuschungen in der Heimat England den Rücken kehrt und in Brüssel eine Anstellung als Englischlehrer findet. In der von Mademoiselle Reuter geführten Mädchenschule herrschen jedoch kontinentale Sitten, die dem ehrgeizigen jungen Mann von der Insel die Eingewöhnung alles andere als leicht machen. Doch nicht genug, dass sich William mit fremden Sitten in einem fremden Land arrangieren muss: nachdem Mademoiselle Reuter ihm unzweideutige Avancen gemacht hat, William jedoch herausfindet, dass die Schulleiterin tatsächlich bereits mit dem Rektor François Pelet verlobt ist, wendet er seine Zuneigung der unscheinbaren, aber intelligenten und ehrgeizigen Handarbeits-Lehrerin Frances Henri zu. Mademoiselle Reuter ist über diese Entwicklung nicht begeistert …
Charlotte Brontë greift in ihrem Debütroman wie später in „Villette“ auf persönliche Erfahrungen und Erlebnisse zurück, die sie während ihrer Zeit als Englischlehrerin in Brüssel machte.
Überarbeitete Fassung auf Basis der ersten deutschen Übersetzung von 1858.
Portrait
Charlotte Brontë, geboren am 21.4.1816 in Thornton und gestorben am 31.3.1855 in Haworth (Yorkshire), ist die älteste der drei außergewöhnlichen Schriftsteller-Schwestern. In der Abgeschiedenheit des elterlichen Pfarrhauses in Yorkshire begann sie schon früh Gedichte zu schreiben. Dort entstand auch ›Jane Eyre‹ (1847), einer der berühmtesten Frauenromane der Welt, der den Lebensweg einer englischen Gouvernante zeichnet.