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Es muss das durch die vielen Fenster einfallende, weiche und warme Licht gewesen sein, das den Architekten Hannes Peer dazu inspirierte, dieses beeindruckende und doch intime Zuhause zu entwerfen. Die Philosophie des aus Bozen stammenden Mailänder Architekten war es schon immer, den bereits vorhandenen Strukturen und den Schichten der Zeit grösste Aufmerksamkeit zu schenken. Im Gegensatz zu früheren Projekten gab es bei diesem keine bedeutenden Spuren, die es zu bewahren oder zu schützen galt. «Es war wie das bemalen einer leeren Leinwand», sagt er, «was mir die Möglichkeit gab, mehr zu gestalten als bei früheren Projekten.» Schon beim ersten Moodboard, das dazu diente, gemeinsam mit dem Kunden die gewünschte Atmosphäre zu definieren, bezog sich Hannes Peer auf die Natur: die von der Sonne beleuchteten Felsen, die Farben der Erde, das Holz und die Schatten und bezog sich auch auf einige architektonische Meister und ihre Beziehung zur Natur wie Frank Lloyd Wright und Ray Kappe in Kalifornien. Das Gebäude, in dem sich die Wohnung befindet, ist im Stil des Art déco gehalten. Leider ist von diesem Stil im Innern nichts mehr zu spüren, denn eine umfassende Renovierung in den 1980er-Jahren hatte bereits alle historischen Elemente weggefegt.
Der Architekt hat sich jedoch bemüht, durch verschiedene stilistische und architektonische Entscheidungen ein verlorenes Gefühl für diese Epoche wiederherzustellen. So finden wir die «Inglesine», die horizontalen Schwellen in den für Rudolph Schindler in Los Angeles typischen Mahagoni-Birkenholzrahmen und Boiserien, die bewusst an die von Mallet-Stevens für die Villa Cavrois entworfenen Möbel erinnern. Der Architekt hat das palladianische Thema der Eingangshalle des Gebäudes aufgegriffen, in der Wohnung wieder aufgenommen und mit einer Bordüre aus Nussbaum-Travertin verziert. Es gibt viele von Peer entworfene Stücke, vom Paysage-Kronleuchter, der zusammen mit 6:AM – Bespoke Design in Murano entworfen wurde, über den Butterfly-Esstisch bis hin zu den Alea-Stühlen, die von SEM hergestellt wurden. Es wurde eine sehr strukturierte Stimmung gewählt, die auch durch eine Wandverkleidung aus rohem Zementharz erreicht wird, die den Raum in ein warmes Farbschema einhüllt. Die Holzpolsterung und eine eklektische Auswahl von Vintage- und zeitgenössischen Möbeln vervollständigen dieses Bild. Das Ergebnis ist ein Lebensraum, den die ganze Familie geniesst, auch die Kinder, denen es «nach einem Tag», so die Eltern, «so vorkam, als hätten sie schon immer in diesem Haus gelebt».
Roberto Ortello und seine Frau Natalia sind Neapolitaner beziehungsweise Letten, und es ist eine Tatsache, dass das Haus entgegen dem Anschein ihre Herkunft widerspiegelt. Die Herkunft von Natalia kommt in der grossen Birkenholzvertäfelung zum Ausdruck, mit der sie an ihre Heimat erinnern wollte, während die Herkunft von Roberto Ortello in der zentralen Stellung der Küche zum Ausdruck kommt, wie es sich für einen neapolitanischen Chefkoch gehört. In der Tat gibt es zwei Köche in der Familie, denn Natalia widmet sich nach ihrer erfolgreichen Modelkarriere nun einer neuen Tätigkeit im Bereich der Gastronomie. Sie ist nicht nur diplomierte Sommelière, sondern hat vor kurzem auch einen Handwerksbetrieb gegründet, «SignorLievito», der sich auf Produkte spezialisiert hat, die ausschliesslich aus Sauerteig hergestellt werden.
www.hannespeer.com
Den gesamten Artikel finden Sie in der Ausgabe 12/1 2022 von Das Ideale Heim.