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Wie wird Morbus Crohn diagnostiziert?
Die Diagnose wird im Wesentlichen aufgrund der Beschwerden (klinische Symptomatik), durch auffällige Laborparameter, durch den oft typischen Krankheitsverlauf und vor allem durch typische Befunde im Rahmen einer Endoskopie (Spiegelung) gestellt. Während das Erscheinungsbild in fortgeschrittenen Fällen unverkennbar ist, ist die Diagnose bei wechselnden Symptomen zu Krankheitsbeginn oft schwierig zu stellen.
Blutuntersuchung: Je nach Krankheitsaktivität sind Laborwerte erhöht, die allerdings als typische "Entzündungsmarker" auch bei anderen Entzündungen erhöht sind, wie Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG), C-reaktives Protein (CRP), Fibrinogen und Leukozyten (weisse Blutkörperchen).
Stuhluntersuchung: Anhand einer Stuhlprobe kann man Erreger im Stuhl nachweisen und z.B. eine infektiöse Ursache der Symptome nachweisen. Es gibt jedoch keine typischen Stuhlveränderungen, die beweisend für einen Morbus Crohn wären. Meist sind auch im Stuhl Entzündungseiweisse, wie Calprotectin in erhöhten Konzentrationen nachweisbar. Die Calprotectin-Bestimmung spielt heute in der Patientenbetreuung eine wichtige Rolle.
Mittels Ultraschall können Darmwandverdickungen, Verengungen, Abszesse und Fisteln, sowie Komplikationen an anderen Organen oft gut festgestellt werden.
Herkömmliche Röntgenuntersuchungen wie ein Kontrastmitteleinlauf (sogenannte lrrigoskopie) werden heute faktisch nicht mehr durchgeführt. Heute werden fast ausschliesslich Kernspin- und Computertomographie (MRT und CT) verwendet. Aufgrund der Strahlenbelastung ist heute vor allem eine MR Untersuchung zu bevorzugen.
Mit beiden Methoden können vor allem Abszesse sehr gut nachgewiesen werden. Die MR Untersuchung ist bei der Fragestellung Fistel zu bevorzugen. Engstellen im Dünndarm werden heute mit einer sogenannten MR-Enterographie untersucht, bei welcher der Patient ein bestimmtes Kontrastmittel trinken muss.
Mithilfe der sog. endoskopischen Untersuchung - Einbringen eines flexiblen Rohres (Endoskop) durch den Mund in die Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm = Ösophago-Gastro-Duodenoskopie (Magenspiegelung) oder durch den After in den Dickdarm und Teile des Dünndarms = lleokoloskopie (Darmspiegelung) - kann man eine Beteiligung der entsprechenden Abschnitte des Verdauungstrakts nachweisen. Schleimhautverletzungen, Geschwüre, Gewebsschwellungen und -rötungen lassen sich hiermit gut erkennen. Bei einer Magen- oder Darmspiegelung werden meist Gewebeproben (Biopsien) entnommen. Diese werden mit dem Mikroskop auf Veränderungen untersucht. Mit anderen sehr modernen Untersuchungen wie der Kapselendoskopie (Schlucken einer kleinen Kamera) kann heute auch frühzeitig eine Dünndarmbeteiligung erkannt werden.