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75 Jahre SRG Zug – von der Gründung 1946 bis heute
Am 13. Juni 1946 wird die Zuger Radio-Gesellschaft gegründet. Initiator und Gründungspräsident ist Dr. Hans Koch. Als älteste Mediengesellschaft der Zentralschweiz schloss sich die Zuger Radio-Gesellschaft der Innerschweizerischen Radio-Gesellschaft an und übernahm nach deren Anschluss an die SRG SSR die neuen Statuen am 23.02.1954:
«Die Zugerische Radio-Gesellschaft (...) genehmigt die neuen Statuten, nach welchen der Zweck der Gesellschaft darin besteht, den Kanton Zug im Rahmen der Innerschweizerischen Radio-Gesellschaft zu vertreten, seine Interessen zu wahren und die Uebertragung von Radiosendungen zu organisieren.»
In den 50er-Jahren legt die Zuger Radio-Gesellschaft den Hauptfokus auf die «Hörspielgruppe».
Wie in den Geschäftsberichten dieser Jahre berichtet wird, führt diese Übungen in der Mundart durch, beteiligt sich mit Vorträgen am Vereinsleben und gewinnt den einen oder anderen Preis an Hörspielwettbewerben der Innerschweizerischen Radiogesellschaft IRG.
1958 gibt es ein spezielles Highlight in der Geschichte der Zuger Radio-Gesellschaft: In Zusammenarbeit mit dem Zürcher Studio gestaltet der Leiter der Zuger Hörspielgruppe, Myran Meier, ein «Hörbild» über die Schweizer Schriftstellerin Isabelle Kaiser aus Beckenried. Dieses wird zur Eröffnung der Schweizerischen Ausstellung für Frauenarbeit SAFFA in Zürich ausgestrahlt.
Zur Organisation von Radiosendungen gehört auch die Ausbildung von Journalisten, Reportern genannt. Im Frühjahr 1965 führt die Zuger Radio-Gesellschaft einen Reporterkurs durch.
An diesen 4 Tagen nimmt auch der gebürtige Zuger und ehemalige Chefredaktor des Tagesanzeigers – Viktor Schlumpf – teil. Alle Anfänge sind schwer: Die hochdotierte Jury bewertet sein «Interview mit Fräulein Lehner» durchzogen: Viktor Schlumpf wird «verwirrende Fragetechnik» und eine übersteuerte und zu lange Aufnahme attestiert. Ob es an der guten Ausbildung liegt? Ein Jahr später geht der dritte, mit 100 Franken dotierte Preis des IRG-Reporterwettbewerbs an den Zuger Reporter Rudolf Wälti.
Die Zuger Radio-Gesellschaft ist seit 1959 im regelmässigen Turnus Gastgeberin der Delegiertenversammlung der Innerschweizer Radiogesellschaft.
So z.B. auch 1966, als die Delegierten der IRG im gotischen Saal des Rathauses in Zug in «gediegener und angenehmer Ambiance» tagen. Der Jahresbericht der IRG betont die gegenseitige Sympathie an diesem Anlass. Das Rahmenprogramm der Versammlung gefällt den Delegierten gut: Es gibt eine Schifffahrt, einen Apéro und zum Mittagessen «launige Trinksprüche».
Die aktuell letzte Delegiertenversammlung der SRG Zentralschweiz auf Zuger Boden ist 2019 bei der Roche in Rotkreuz.
An der Delegiertenversammlung 1966 scheinen die Beziehungen zwischen der IRG, der Zuger Radio-Gesellschaft und der Zuger Regierung geknüpft und gefestigt.
6 Jahre später ist von der guten Stimmung wenig übrig: Der Zuger Stadtrat äussert sich über die Presse empört, dass Radio und Fernsehen nicht über die Zuger Bengalenaktion berichten und macht die IRG dafür verantwortlich – ein Vorwurf, den diese im Jahresbericht (Auszug unten) von sich weist mit der Bemerkung «Bei manchen Innerschweizer Behören, Vereinen und kulturellen Organisationen herrscht vielfach noch die irrige Meinung, es hänge nur von der IRG ab, ob Radio und Fernsehen von einer Veranstaltung «etwas bringen» oder nicht».
In den 80er und 90er-Jahren scheint die Zuger Radio- und Fernsehgesellschaft mit sich selber beschäftigt zu sein. In diesen 2 Jahrzehnten geben sich 5 Präsidenten die Klinke in die Hand.
In den Jahresberichten ist die Rede von einem «seit Jahren dauernden Tief» und einer Organisationsstruktur, die nicht funktioniere.
Cäsar Rossi, Präsident von 1985 bis 1993, schreibt von «Funkstille in Zug». Dieses beschriebene Tief gipfelt 1998 in einem Kick-Off unter Präsident Gianni Bomio, von dem sich der Vorstand und die Delegierten «neuen Elan und ein interessantes Programm» erhoffen.
Das Foto des Vorstands ist von 1984: von links Urs Diethelm, Albert Müller, Ignaz Staub (Präsident), Margrit Dosenbach, Cäsar Rossi, Eugen Hotz, Hans Windlin (es fehlt Reinhold Oberholzer).
Die Zuger Radio- und Fernsehgesellschaft, wie die Zuger Radio-Gesellschaft jetzt heisst, berichtet im Jahresbericht von 1984 von der «Konkurrenz» des Zuger Regionalfernsehens ZRF. Das Regionalfernsehen ist nicht die einzige Konkurrentin: Ganz neu sendet auch Radio Sunshine für und über Zug, was ebenfalls kritisch beäugt wird.
Wegen der Radiokonkurrenz wird in Zug ein neues Tonbandgerät für die Korrespondenten angeschafft, was sich gemäss Jahresbericht von 1984 «vollauf gelohnt» hat.
Der Elan der 90er Jahre hält an. 2002, als die Zuger Radio- und Fernsehgesellschaft SRG idée suisse Zug heisst, schreibt Präsident Christof Hotz, dass die SRG Zug «konsequent die Strategie des Anbieters von Events als Zuger Verein für Medien» verfolgen werde.
Mit Patricia Diermeier erhält die SRG idée suisse Zug 2004 zum ersten Mal und als erste der Sektionen eine weibliche Präsidentin.
Patricia Diermeier entwickelt die von Präsident Hotz propagierte Strategie als «Anbieter von Events als Zuger Verein für Medien» weiter und vertieft den Kontakt zu den Studios von Radio und TV. Dies mit Sendungsbesuchen in Luzern und den anderen Studios und vor Ort im Kanton Zug sowie verschiedenen Podien, z.B. 2011 anlässlich des 65. Geburtstags mit Tagesschau-Redaktor und -Moderator André Marty unter dem Titel «Zwischen den Fronten».
Heute besteht der Vorstand der SRG Zug aus einem 5-köpfigen Team: Reto Schorta, dem Vizepräsidenten, Patricia Diermeier, der Zuständigen für die Finanzen, Jakob Widmer, dem Zuständigen für die Events, Carmen Heinecke, der Revisorin und Ursula Kottmann, der Kantonsvertreterin (Foto v.l.)
Die Sektion zählt per Anfang 2021 227 Mitglieder.
Das macht die SRG Zug aus: «Mit Veranstaltungen und Informationen über die SRG überraschen wir unsere Mitglieder jedes Jahr aufs Neue.»
Titelbild: Foto aufgenommen am Deville-Sendungsbesuch im Frühjahr 2020. Copyright: SRG Zug. Die historischen Dokumente stammen aus den Archiven der SRG Zentralschweiz. Copyright: SRG Zentralschweiz.