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<h2>SubmittedText<h2><p>Die Schweiz ist ein kleiner Markt für Medikamente im internationalen Vergleich. Aus anderen Versorgungsbereichen ist bekannt, dass die Top 3 Kunden durch Lieferanten immer zuerst bedient werden. Dabei spielt neben dem Preis immer auch die Menge eine Rolle. </p><p>1. Welche Rolle spielt die Schweiz bei der Abnahmemenge der 15 am meisten verschriebenen Medikamente, die heute fehlen? Wie klein sind wir im Vergleich zu anderen Abnehmern unter Berücksichtigung von Preis und Menge?</p><p>2. Wie können wir sicherstellen, dass wir als kleines Land Teil grösserer "Einkaufsräume" sind und deshalb auch gut versorgt werden? </p><p>3. Warum gibt es eine privat organisierte Publikation der Engpässe bei den Medikamenten nicht aber eine des Bundes? Was müsste geschehen, dass der Bund auf Tagesbasis online kommuniziert, welche Medikamente fehlen, damit das Thema endlich mehr Aufmerksamkeit findet? Wäre es sinnvoll, wenn der Bund diesen Auftrag an die Industrie vergeben würde, welche nahe an den Daten ist?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1./2. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) verfasst zusammen mit Swissmedic, dem Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung und der Armeeapotheke bis Herbst 2020 einen Bericht zur Versorgungssicherheit in normalen Zeiten. Dieser basiert auf einer Befragung der relevanten Akteure zu den Herausforderungen bei der Versorgung mit essentiellen Arzneimitteln und stellt die aktuelle Lage dar. Er beschreibt mögliche Stossrichtungen bei der Marktüberwachung, der Lagerhaltung und des Marktzugangs für die pharmazeutische Industrie (vgl, Antwort des Bundesrats auf die Motion SGK-S 20.3166, "Erhöhung der Versorgungssicherheit bei Medikamenten und Impfstoffen", und die Interpellation Schneeberger 20.3194, "Wie können die Rahmenbedingung für Medikamente verbessert werden um die Versorgungssicherheit mit Medikamenten zu gewährleisten?").</p><p>Hierfür gab das BAG eine Studie in Auftrag, die die Sicht der pharmazeutischen Industrie auf den Schweizer Markt abbilden sollte. Die anbietende Industrie (Zulassungsinhaber) schätzt die Marktattraktivität der Schweiz für Arzneimittel im internationalen Vergleich insgesamt als durchschnittlich ein. Dies bei vergleichsweise kleinem Marktvolumen und einem geringfügig höheren Preisniveau (über alle Produktgruppen betrachtet) gegenüber den Vergleichsländern. Bei Generika zeichnet sich die Schweiz durch vergleichsweise hohe Preise, aber vergleichsweise kleine Volumina aus. Die aktuellen Versorgungsstörungen haben in der Regel jedoch globalen Charakter und die Schweiz kann diese Störungen nicht alleine lösen. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, dass sich die Schweiz im internationalen Umfeld in Zukunft stärker vernetzt. Dabei soll das Engagement an bestehenden und geplanten internationalen Initiativen geprüft werden, wie z.B. bei den Joint procurement-Plänen oder bei der Clearing House Initiative der EU.</p><p>3. Mit der Meldestelle für lebenswichtige Humanarzneimittel bei der Wirtschaftlichen Landesversorgung (WL) verfügt die Schweiz seit Herbst 2015 über ein aktuelles Monitoring der Versorgungslage von lebenswichtigen Arzneimitteln. Die Meldestelle veröffentlicht die Meldungen über Versorgungsstörungen, zu denen die Zulassungsinhaber verpflichtet sind, auf ihrer Website und aktualisiert sie regelmässig. Im bereits erwähnten Bericht soll geprüft werden, wie ein systematisches Monitoring von Versorgungsengpässen in Zusammenarbeit mit allen involvierten Akteuren etabliert werden kann.</p>  Antwort des Bundesrates.