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Die Produktion ist in der EU in den letzten Jahren stetig gewachsen: Zwischen 2010 und 2014 um 35 %, zwischen 2013 und 2014 um 11 %. Das Wachstum wurde vor allem aufgrund der tiefen Gas- und Heizölpreise etwas abgeschwächt. Von den in der EU genutzten 13.5 Mio. t. werden 8.2 Mio. t Pellets in privaten Heizungen – etwa zu Hälfte jeweils in Pelletkaminöfen und Pelletzentralheizungen – und 2.8 Mio. t in gewerblichen Heizanlagen verbrannt. 7.8 Mio. t Pellets werden in Stromkraftwerken in England, Belgien und Dänemark eingesetzt, wo sie Kohle ersetzen.
Ein Grossteil der in Kraftwerken zur Stromproduktion eingesetzten Pellets werden aus Nordamerika importiert, nämlich rund 5.2 Mio. t. Die in Heizungen genutzten Pellets kommen fast ausschliesslich von europäischen Produzenten. Am meisten werden Pellets zum Heizen in Italien genutzt, gefolgt von Deutschland, Schweden, Frankreich, Österreich und Dänemark.
EU im weltweiten Vergleich
Mit einem Anteil von 74 % oder 18.8 Mio. t am weltweiten Pelletverbrauch ist die EU bei weitem der grösste Pelletverbaucher, auch wenn der Pelletverbrauch in der EU von 2013 bis 2014 nur um weniger als 1 % gewachsen ist. Diese Entwicklung ist einerseits auf den milden Winter zurückzuführen, aber auch auf den Rückgang des Industriepelletsverbrauchs für die Stromproduktion in Belgien und den Niederlanden. Mit mittlerweile 2.5 Mio. t hat der Pelletverbrauch auch in den USA zugelegt. Damit zählt die USA zu den 10 grössten Verbrauchern ausserhalb der EU. Im asiatischen Markt verzeichnen vor allem Japan und Südkorea einen rasch wachsenden Markt: Südkorea wies 2014 einen Verbrauch von 1.9 Mio. t auf, verglichen mit nur 200‘000 t 2012.
Pelletproduktion in der EU
Bei der Pelletproduktion in der EU nach Ländern liegt Deutschland 2014 mit 2.1 Mio. t vor Schweden mit 1.6 Mio. t und Lettland mit 1.3. Mio. t. Anhand der Produktion in Österreich, die neu nicht mehr unter die Top 3 gehört, zeigt sich trotzdem das kräftige Wachstum der Branche: 1996 wurden in Österreich die ersten Pellets produziert, 2014 waren es 948‘000 Tonnen.
Dass diese Entwicklung nicht selbstverständlich ist, zeigt ein Blick in die Schweiz: Auch hier wurden 1996 bei der Firma Bürli in Alberswil die ersten Pellets hergestellt. Heute beträgt die Inlandproduktion lediglich 160‘000 Tonnen bei einem Verbrauch von insgesamt 160'000 Tonnen. Ein Grund ist die fehlende Förderung von Pelletheizungen, die in Deutschland und Österreich seit längerem selbstverständlich ist. Aber auch der Heizölpreis spielt eine wichtige Rolle: In diesen beiden Ländern wird Heizöl schon weit länger steuerlich höher belastet als in der Schweiz, wo die Besteuerung lange sehr tief war. In Italien, wo Heizöl traditionell sehr hoch besteuert ist, haben sich Pellets schon lange als günstiger und umweltfreundlicher Brennstoff etabliert. Italien ist denn auch der grösste Verbraucher in der EU. Ein weiterer Grund für die hohe Pelletproduktion in Österreich und Deutschland sind die dort ansässigen grossen Sägewerke, wo Sägemehl einfach industriell pelletiert werden kann. Das hat den Heimmärkten die Chance gegeben, sich gut zu entwickeln. Nicht zu letzt ist die Konkurrenz insbesondere von Luft/Wasser-Wärmepumpen riesig. Dieser Trend ist auch in Deutschland und Österreich immer stärker zu spüren. Wärmepumpensystem brauche aber gerade im Winter Strom, dann wenn die Schweiz auf Stromimporte angewiesen ist, weil die Wasserkraft am wenigsten produziert.
Fast 20 Jahre Pellets in Österreich
Die Pelletswirtschaft ist in Österreich keine 20 Jahre alt. 1996 wurden in Amstetten die ersten Pellets erzeugt. Zur gleichen Zeit brachten die österreichischen Kesselbaupioniere auch die ersten Pelletheizkessel auf den Markt. Ende 2014 waren in Österreich bereits 117‘839 Pelletkessel in Betrieb. Heute sind die österreichischen Pelletkesselhersteller Weltmarktführer mit einem Exportanteil von vielfach über 70 %. Österreichische Kessel werden in ganz Europa, aber auch in Nord- und Südamerika und selbst Japan vertrieben. Sogar das englische Königshaus heizt mit Kesseln made in Austria.
Die Produktionskapazität der 38 österreichischen Pelletierwerke beträgt mittlerweile gut 1.5 Mio Tonnen pro Jahr. Im internationalen Vergleich liegt Österreich bei der Nutzung von Pellets als Heizmaterial mit einem Pro Kopf Verbrauch von ca. 95 kg weltweit hinter Schweden und Dänemark an dritter Stelle.
10 Jahre proPellets Austria
Im Jahr 2005 haben sich heimische Pelletproduzenten, Pelletkesselerzeuger und Pellethändler aus eigener Initiative im Verein proPellets Austria zusammengeschlossen. Ziel war es, die Verbreitung von Pelletheizungen zu fördern und eine gemeinsame Interessensvertretung zu etablieren. Heute vertritt der Verband einen Grossteil der Marktakteure. Derzeit sind 14 Pelletproduzenten, 9 Kessel- und Ofenhersteller und 25 Pellethändler sowie 10 weitere Unternehmen aus der Wertschöpfungskette Mitglieder von proPellets Austria.
proPellets Austria hat als Interessenvertretung wichtige Impulse auf österreichischer, aber auch auf europäischer Ebene für diese Entwicklung gesetzt:
- Zusammen mit dem DEPV wurde 2010 die Qualitätszertifizierung EN Plus für Holzpellets am Markt eingeführt. Inzwischen ist dieses System EU weit Marktstandard und steht selbst in Nordamerika und Japan vor der Markteinführung.
- Seit Gründung des Europäischen Dachverbands European Pellet Council im Jahr 2010 hat der Geschäftsführer von proPellets Austria, Christian Rakos den Vorsitz in diesem Gremium.
©Text: Anita Niederhäusern, leitende Redaktorin pelletpreis.ch und ee-new.ch