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«Fortschritte lassen sich exakt messen»
Der bald 18 Jahre alte Janne Dvorak besucht die letzte Klasse der Schweizerischen Alpinen Mittelschule Davos (SAMD) und frönt einer in der Region nicht sehr verbreiteten Sportart: dem Powerlifting.
Der bald 18 Jahre alte Janne Dvorak besucht die letzte Klasse der Schweizerischen Alpinen Mittelschule Davos (SAMD) und frönt einer in der Region nicht sehr verbreiteten Sportart: dem Powerlifting.
Im Interview erklärt er unter anderem, wie er dazu kam und was ihm die kürzlich gewonnene Silbermedaille an der Junioren-Schweizer-Meisterschaft bedeutet.
Der Kraftdreikampf, international auch Powerlifting genannt, ist eine Wettkampfsportart der Schwerathletik beziehungsweise des Kraftsports und setzt sich aus den drei Disziplinen Kniebeugen, Bankdrücken und Kreuzheben zusammen. Powerlifting ist am ehesten mit dem olympischen Gewichtheben vergleichbar.
Ziel ist es, grösstmögliche Lasten zu bewältigen. Die Ausführung der einzelnen Übungen unterliegt einem strengen Reglement. Pro Disziplin hat man drei Versuche, bei denen ein möglichst hohes Gewicht bewältigt werden muss. Von einem Versuch zum nächsten darf das Gewicht nur erhöht respektive unverändert gelassen, nicht aber verringert werden. Die jeweils besten Versuche in allen Disziplinen werden addiert und als Gesamtgewicht notiert. Der Athlet oder die Athletin mit dem höchsten Gesamtgewicht gewinnt.
DZ: Janne Dvorak, wie sind Sie zum Powerlifting gekommen?
Janne Dvorak: In der SAMD haben wir einen Kraftraum, und ein Kollege fragte mich, ob ich mit ihm eine Einführung besuchen würde. Bald wollte ich nicht mehr nur einfach so trainieren, sondern damit meine Muskelkraft gezielt verbessern. Auf Social Media habe ich dann einige Filme zum Thema «Powerlifting» gesehen und das Ganze ausprobiert. Es machte grossen Spass, und so trainiere ich heutzutage fünfmal pro Woche eineinhalb bis zwei Stunden.
Was macht die Sportart für Sie so interessant?
Es macht vor allem Spass, die verschiedenen Übungen auszuprobieren und immer wieder zu verfeinern. Zudem lassen sich meine Fortschritte anhand des gehobenen Gewichtes exakt verfolgen, sind also messbar. Hinter den Trainingseinheiten steckt eine umfangreiche Wissenschaft. Je nach Müdigkeit und Formstand wird unterschiedlich intensiv trainiert, und es macht einfach Spass, mit Kollegen zusammen Sport zu treiben, auch wenn diese nicht die gleichen Ambitionen haben wie ich.
Sie trainieren nach eigenen Angaben nach einem individuellen Programm. Nach welchen Kriterien haben Sie dieses zusammengestellt?
Ich coache mich tatsächlich selber, hole mir aber Hilfe aus dem Internet. Dort schaue ich mir Trainingsvideos an, probiere Verschiedenes aus und stelle so mein Programm zusammen. Bis jetzt hat das gut funktioniert.
Und wie sieht es in Sachen Ernährung aus?
Auch hier habe ich vieles selber erarbeitet. Es ist wie beim Training ein ständiges Ausprobieren und Anpassen, und ich hole mir die Tipps ebenfalls aus dem Internet. Ähnlich wie beim Bodybuilding ist es auch bei uns wichtig, viele Proteine zu sich zu nehmen für den Muskelaufbau. Dies führt zwar manchmal zu einem Kalorien-Überschuss, den man dann aber mit Diät wieder abbauen kann. Wichtig ist vor allem, dass alles in einem guten Verhältnis zueinander steht.
Welches sind die grössten Herausforderungen in Ihrem Trainingsalltag?
Das Ermüdungsmanagement ist das A und O und sehr herausfordernd. Man muss stets schauen, dass man sich nicht übermüdet. Darum sind genügend Schlaf und die richtige Ernährung eminent wichtig.
Sie erreichten kürzlich an der Junioren-Schweizer-Meisterschaft in Ihrer Kategorie den zweiten Platz und stellten mit 228 Kilogramm zudem einen neuen Junioren-Schweizerrekord im Kreuzheben auf. Wie zufrieden sind Sie mit den Ergebnissen?
Ich bin grösstenteils zufrieden, denn ich reiste eigentlich ohne grosse Erwartungen nach Luzern. Ich wusste lediglich, dass ich im Powerlifting eine Chance habe, wenn es mir gut läuft. Nicht alles lief optimal, aber mit dem Bankdrücken bin ich sehr zufrieden. Den Schweizer Juniorenrekord erreichte ich mit meinem letzten Versuch. Zudem konnte ich überall neue persönliche Bestleistungen erreichen, womit ich sehr zufrieden bin. Denn eine kontinuierliche Leistungssteigerung ist das Ziel jedes ambitionierten Athleten. Diesmal wurde nur nach Alters- und nicht nach Gewichtsklassen unterschieden. Durch eine spezielle Formel konnten die Leistungen der einzelnen Athletinnen und Athleten dann aber trotzdem miteinander verglichen werden.
Wie sehen Ihre weiteren Pläne aus, und welche Ziele versuchen Sie als Nächstes zu erreichen?
Ich werde zunächst einmal einfach weiter trainieren und hoffe auf eine baldige Wettkampf-Möglichkeit in der Schweiz. Zudem folge ich in den sozialen Medien Gleichaltrigen, die gleich stark oder noch stärker sind als ich. Dieser indirekte Vergleich motiviert mich, auch jener mit den Besten der Powerlifting-Bewegung. Sie sind nicht unbedingt meine Vorbilder, sondern vielmehr meine Inspiration. Es wäre zudem schön, wenn ich später einmal an einem internationalen Wettkampf teilnehmen könnte.