Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03371.jsonl.gz/1372

Während der Honig dem Bienenvolk die Kohlenhydrate liefert, dient der Pollen als Eiweissnahrung. Pollen ist die einzige Quelle für Eiweisse, Aminosäuren, Fette und andere lebensnotwendige Stoffe, welche für die Entwicklung von Futtersaft- und Wachsdrüsen bei Jungbienen und für den Aufbau des Fettkörpers für die Überwinterung entscheidend sind. Pollen wird von den Bienen selektiv bei einer beschränkten Anzahl von Pflanzen gesammelt. 60 Prozent des gesammelten Pollens werden von nur den fünf häufigsten Pollenquellen gesammelt. Die Pollenhäufigkeit variiert je nach Sammelstandort und in der Schweiz sind etwa 15 bis 30 Pflanzenarten dafür bedeutend.
Mais, Weissklee, Löwenzahn, Wegerich und Raps sind die wichtigsten, gefolgt von Ahorn, Weide, Rotklee, Mohn, Efeu, Sonnenblume, Obst, Süssgräser, Heide, Edelkastanie, Ackersenf und Eiche. Sammelbienen transportieren die Pollenhöschen in den Bienenstock und platzieren diese in einer Wabenzelle in der Nähe des Brutnestes. Stockbienen übernehmen die weitere Arbeit, indem sie den Pollen mit Drüsensekreten und Honig zu einem Gemisch kneten, in der Wabenzelle feststampfen und zum Schluss mit einer Wachsschicht überziehen. Der Pollen verliert dadurch seine Keimfähigkeit.
Nun durchläuft der Pollen in der Wabenzelle eine Milchsäuregärung und wird dadurch haltbarer. Die Verdaulichkeit wird verbessert und der Nährwert gesteigert. Der Pollen wird nun "Bienenbrot" genannt.
Um 1 Kg Pollen zu sammeln werden ungefähr 14'000 Pollenhöschen benötigt und 5,5 Millionen Blüten besucht
Pollen werden mit speziellen Pollenfallen geerntet. Heimkehrende Pollensammlerinnen müssen durch ein enges Gitter schlüpfen, um in den Bienenstock zu gelangen. Dabei streifen sie am Gitter zwischen 5 und 30 Prozent der Pollenhöschen ab, welche in ein Auffanggefäss fallen. Die Pollenfallen müssen täglich abends geleert werden.
Die Bienen versorgen das Volk trotz Pollenfalle mit genügend Pollen, da bei einem Einsatz einer solchen die Pollensuche der Sammelbienen intensiviert wird.
Pollen werden entweder sofort getrocknet oder tiefgekühlt. Nach dem Trocknen werden sie gereinigt und kommen in Gläsern in den Verkauf.
Bienenbrot ernten ist mühsam. Der fermentierte Pollen in den Zellen wird mit Hilfe eines Pollenhebers aus den Zellen herausgehoben. Bienenbrot wird mit Honig vermischt in Gläser abgefüllt.
Pollen und Bienenbrot ist wie Honig oder Gelée Royale ein zulässiges Lebensmittel und untersteht dem Lebensmittelgesetz. Die Verarbeitung und der Verkauf stehen unter besonderen Auflagen bei Gewinnung und Verarbeitung.