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Heute geht es um nicht Aktuelles sondern um etwas Historisches. Im Archiv von SRF habe ich einen Beitrag über die Börse Zürich aus dem Jahre 1962 gefunden. Doch was ist eine Börse überhaupt?
Börse
Um die Ursprünge der ersten Börsen zu finden, müssen wir ins 15. Jahrhundert zurückblicken. Damals veranstaltet die Familie Van der Beurse in der belgischen Stadt Brügge Geschäftstreffen mit Kaufleuten aus Italien. Die genaue Wortherkunft ist nicht geklärt, aber eine mögliche Herkunft ist, dass sich "Börse" vom belgischen Familienname Van der Beurse ableitet.
Bald wurden auch in Antwerpen, Amsterdam und London Börsen eingerichtet. Mit steigendem Handelsvolumen wurden Handelsvorschriften und Börsengesetzte eingeführt.
Zu Beginn wurden keine Aktien gehandelt sondern Waren und Schuldscheine. Eine der ersten Aktie wurde Anfang des 17. Jahrhunderts von der Niederländischen Ostindien-Kompanie (VOC) herausgegeben. Durch die Ausgabe von Aktien sollten die Kosten für Schiffe und der Import von Waren finanziert werden. Bereits damals konnten sich die Aktionäre über Dividenden freuen. In guten Jahren gab es Dividenden in Höhe von 75 Prozent der Einlage. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts führten jedoch Misswirtschaft und Korruption zum Bankrott der VOC.
Auch solche Vorkommnisse beschäftigen Anlegerinnen und Anleger heuten noch - siehe das deutsche DAX-Unternehmen Wirecard. Der Podcast „NZZ Akzente“ berichtet über den riesigen Bilanzskandal des Zahlungsdienstleisters.
Und was auch noch gleich ist: Investoren, die Wertpapiere verkaufen möchten, treffen an der Börse auf Investoren, die Wertpapiere kaufen möchten. Die Börse kann also als Austauschplatz betitelt werden. Ihr kommt dabei die wichtige Rolle zu, einen fairen Preis für dieses Tauschgeschäft festzulegen.
Wichtig dabei: Wenn du in den Medien liest, dass alle verkaufen, dann stimmt das so nicht. Denn damit jemand Aktien verkaufen kann, braucht es jemanden, der bereit ist sie zu kaufen.
Börsen sind relativ streng reguliert und standardisiert. Dies führt zu einer grosse Transparenz. Zum Beispiel müssen Unternehmen ihre Geschäftszahlen zu festgelegten Zeitpunkten offenlegen.
Durch die hohe Standardisierung und Zentralisierung können die Unmengen von Transaktionen recht kostengünstig abgewickelt werden. Gäbe es diesen Handelsplatz nicht, müsstest du Verkäufer oder Käufer für deine Aktien ja anderweitig finden und du wüsstest nie genau, ob du einen „fairen“ Preis bekommen oder bezahlt hast.
Früher konntest du nicht einfach in einer App „Kaufen“ anwählen. Du musstest deinen Kaufwunsch deiner Bank telefonisch oder persönlich mitteilen. Und wie es dann auf dem Parketthandel (auch Präsenzhandel genannt) zu und her ging, zeigt dieses Video von SRF Archiv:
Heute geht das zum Glück dank Fintech um einiges einfacher und kostengünstiger. Und der Blick ins nahe Ausland zeigt, dass die Preise der meisten Schweizer Anbieter immer noch viel Luft nach unten haben.
Mit welchem Anbieter handelst du und wie bist du mit den Kosten zufrieden?
Hast du Fragen zum Artikel oder wünschst du ein anderes Finanz-Thema detaillierter erläutert, dann schreib es unten in die Kommentare. Ich freue mich auf deine Anregungen und deine Meinung.
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