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Thomas Jeising hat sich in ausgewogener Weise mit dem Thema auseinandergesetzt. Einige Auszüge:
- Der Glaube ist kein Gefühl. … Er ist eine Überzeugung, dass alle Zusagen des Evangeliums, die uns Gott gemacht hat, wahr und zuverlässig sind (Heb 11,1). Der Glaube baut so auf diese Zusagen, dass aus dem Glauben ein bestimmtes Denken, Wollen, Handeln, Reden und auch Fühlen folgt.
- Gefühle führen immer ein Eigenleben. … Es wäre schön, wenn unsere Gefühle zuverlässig den Tatsachen und Überzeugungen folgen würden. Das tun sie oft, aber längst nicht immer. Man kann sich unsicher fühlen, sich ängstigen und sorgen, obwohl tatsächlich gar keine Gefahr droht.
- Der Glaube kann sich nicht auf Gefühle stützen. … Hunger und Durst geben auch keinerlei Information darüber, was man trinken und essen kann. Durst hat schon manchen Schiffbrüchigen dazu verführt, salziges Meerwasser zu trinken, was den Tod bedeutet.
- Gefühle können den Glauben unterstützen. … (Der Glaube) ist in der leiblichen Wirklichkeit dieser Welt und in unserem persönlichen Leben verankert. Deswegen hat es Gott so eingerichtet, dass der Glaube nicht nur unsere Lebensäußerungen bestimmt, sondern auch umgekehrt unsere Lebensäußerungen den Glauben beeinflussen.
- Was Glaube und Gefühl angeht, sind Menschen unterschiedlich begabt. … Der Glaube des einen ist stärker vom Denken und Nachsinnen über Gottes Wahrheit geprägt, der des anderen stärker vom Handeln in der Liebe, und einige sind in ihr
- Die Ermahnung zur Nüchternheit ist keine Forderung zur Gefühlsarmut. … Die wiederholten Aufforderungen zur Nüchternheit im NT (1Kor 15,34; 1Thess 5,6.8; 1Tim 3,2.11; 2Tim 2,26; 4,5; Tit 2,2; 1Pet 1,13; 4,7; 5,8) zielen vor allem darauf ab, dass wir in einer gesunden Selbstkontrolle leben und uns nicht einfach zu irgendetwas hinreißen lassen. Diese Gefahr ist im Gefühlsüberschwang meist deutlich größer als beim vernünftigen Nachdenken.
- Der Heilige Geist schenkt den Glauben und heiligt die Gefühlswelt. … Allerdings ist es auch einfach schön, wenn man erlebt, wie der Heilige Geist die eigene Gefühlswelt umgestaltet und man anfängt, sich über die Dinge zu freuen, die auch Gott freuen und man traurig ist über alles, was auch Gott traurig macht. Die tiefste Freude kommt in mir auf, wenn ich miterleben darf, dass ein Mensch zum Glauben an Jesus Christus findet. Das kann nur der Heilige Geist bewirkt haben.