Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03146.jsonl.gz/1557

Das wenige, was im Inland produziert werde, könne durch die aufgestellten Strassensperren nicht verteilt werden, hiess es. Hinzu komme, dass die infolge der knappen Benzinversorgung im Land inzwischen üblichen Menschenansammlungen an Tankstellen wegen der Ansteckungsgefahr verboten worden seien.
Das beeinträchtige auch die Kraftstoffversorgung in der Landwirtschaft und damit die Nahrungsmittelproduktion. Ende vergangener Woche waren Infektionen in fast allen südamerikanischen Ländern bestätigt worden. Die offiziellen Fallzahlen lagen meist im oberen zweistelligen oder knapp dreistelligen Bereich, nur in Brasilien bei rund 400.
Höchstpreise festgelegt
Die Regierungen reagierten mit Grenzschliessungen und der Einschränkung des öffentlichen Lebens. Ausgangssperren nahmen neben Venezuela unter anderem Paraguay, Peru und Argentinien vor. Um Spekulationen mit Lebensmitteln zu vermeiden, setzte die Regierung in Buenos Aires für insgesamt 2'000 Produkte Höchstpreise fest.
Landwirte berichteten von Hamsterkäufen und einer damit einhergehenden Verknappung von Produktionsmitteln, allen voran der in dem südamerikanischen Land häufig genutzten Siloschläuche.
Sojaexport geschlossen
Zudem wurden laut heimischen Medienberichten die für den Sojaexport wichtigen Häfen in der Region Timbues bei Rosario von der Lokalregierung geschlossen. Gute Nachrichten gab es aber auch.
So spendeten nach Informationen der jeweiligen Staatsregierungen in Argentinien und Brasilien Bioethanolhersteller Alkohol für die Herstellung von Desinfektionsmitteln. In Brasilien, wo Staatspräsident Jair Bolsonaro die Pandemie lange heruntergespielt hatte, wurde das soziale Leben erst Ende vergangener Woche etwa durch die Schliessung von Bars eingeschränkt. Brasiliens Landwirte und Agrarexporteure zeigten sich besorgt um die Nahrungsmittelversorgung und das Auslandsgeschäft. Sie forderten die Regierung auf, Massnahmen umzusetzen, um beides zu sichern.