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| Augustinus (354-430) - Vorträge über das Johannes-Evangelium (Tractatus in Iohannis Euangelium)

34. Vortrag
6.
Ihr seht also, meine Brüder, wenn ihr innerlich seht, was das für ein Licht ist, von dem der Herr sagt: „Wer mir nachfolgt, wird nicht im Finstern wandeln“. Folge unserer Sonne, wir wollen sehen, ob du nicht im Finstern wandeln wirst. Siehe, beim Aufgang kommt sie hervor zu dir; sie geht gemäß ihrem Lauf in westlicher Richtung, du sollst vielleicht nach Osten gehen; wenn du nicht nach der entgegengesetzten Richtung gehst, wo sie nicht hingeht, so wirst du, indem du ihr nachfolgst, ganz sicher irregehen und statt nach Osten wirst du nach Westen kommen. Du wirst, wenn du ihr auf dem Lande folgst, irregehen; wenn der Schiffer ihr auf dem Meere folgt, wird er irregehen. Am Ende meinst du aber, du müßtest der Sonne folgen und gehst selbst in westlicher Richtung, wohin auch sie geht; wir wollen sehen, ob du, wenn sie untergegangen ist, nicht im Finstern wandeln wirst. Siehe zu, ob, auch wenn [S. 528] du sie nicht verlassen willst, sie dich verläßt, indem sie durch die ihr auferlegte Dienstbarkeit den Tag vollendet. Unser Herr Jesus Christus aber hatte, auch da er einstweilen wegen der Wolke des Fleisches nicht allen sichtbar war, durch die Macht der Weisheit alles unter sich. Dein Gott ist überall ganz; wenn du von ihm nicht abfällst, zieht er sich von dir nicht zurück1.
1: Si non ab illo facias casum, nunquam a te ipse facit occasum.