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Noch ist die Zwölfmillionenstadt São Paulo von Betonschluchten und Asphaltseen geprägt. Das soll sich jedoch ändern. Diskutiert wird, die aufgeständerte Schnellstraße im Zentrum der Megametropole in einen Park zu verwandeln. Die sie begleitenden Hoch- und Mehrfamilienhäuser sollen zudem vertikale Gärten erhalten.
Etwa 70.000 bis 120.000 Fahrzeuge rollen täglich über die 3,4 Kilometer lange Schnellstraße Via Elevada Presidente Costa e Silva im Zentrum São Paulos, die von der Bevölkerung Minhocão (großer Wurm) genannt wird. Ende November hat die Kommission der Stadträte allerdings bereits ihr Aus beschlossen und damit den Weg zur Umwandlung in einen Park geebnet.
Die Stilllegung der in den 70er Jahren erbauten Hochstraße ist ebenso bereits im Plano Diretor Estratégico enthalten, einer Art Flächennutzungsplan der Stadt. Ganz unumstritten ist das Projekt allerdings nicht, da die Hochstraße eine wichtige Verbindung der Westzone mit dem Zentrum darstellt und sie in der Stau geplagten Metropole eine Ampel- und Kreuzungslose Alternive bietet. Die Diskussionen über die Umwandlung in einen Park halten deshalb an. Schon jetzt ist der Minhocão allerdings nachts sowie sonntags für Fahrzeuge gesperrt.
Aber nicht nur die Schnellstraße soll grün werden. In einem anderen Projekt der Stadtverwaltung könnten sich Fensterlose Wände von 140 Hoch- und Mehrfamilienhäuser entlang des Minhocão in grüne Oasen verwandeln. Die Idee ist, sie mit vertikalen Gärten zu bestücken. In einem Pilotprojekt hat die Initiative „Movimento 90 graus“ 2013 eine der Betonwände mit 5.000 Pflanzen versehen.
Im schwül-heißen Sommer São Paulos wurde dadurch die Innentemperatur des Gebäudes um bis zu sieben Grad verringert. Darüber hinaus tragen die Pflanzen zu einem gesünderen Stadtklima bei, produzieren Sauerstoff und filtern 30 Prozent der Luftschadstoffe, wie es heißt.
Während das Parkprojekt der Schnellstraße erst nach und nach im Verlauf der nächsten 15 Jahre umgesetzt werden soll, so es denn durchgesetzt wird, ist für die hängenden Gärten am Dienstag (5.) bereits ein öffentlicher Aufruf erfolgt, mit dem die Wohnanlagenbetreiber dazu animiert werden sollen, sich an dem Projekt zu beteiligen.