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Dezember 2019
Von Flores in Guatemala reisten wir weiter nach San Ignacio in Belize. Schon im Voraus erzählten uns Reisende, dass Belize um einiges teurer sei als Guatemala und Mexiko, ohne mehr zu bieten. Trotzdem wollte ich dieses Land entdecken, denn ich wäre nur in Südostasien unterwegs, würde ich beim Reisen ausschliesslich auf das Preis-/Leistungsverhältnis achten.
San Ignacio
Ein verlottertes Taxi brachte uns zur nahen Busstation, wo nach dem ersten Bier aus Belize ein ausrangierter US-Schulbus zum kleinen Städtchen San Ignacio fuhr.
In der Umgebung des Ortes befinden sich einige archäologische Attraktionen und auch die Natur bietet einiges.
Caracol
Da die ATM-Höhlen-Tour (siehe unten) am nächsten Tag schon sehr gut belegt war, entschied ich mich, zuerst die 80 km von San Ignacio entfernte Maya-Stadt Caracol zu besuchen. Sie ist die grösste in Belize. Auf ihrem Höhepunkt um das 6./7. Jahrhundert n. Chr. hatte sie wahrscheinlich 120‘000 Bewohner und damit doppelt so viel wie das heutige Belize City. Caracol besiegte zu jener Zeit in kriegerischen Auseinandersetzungen das benachbarte Reich Tikal im heutigen Guatemala. Mit dem Fall des Mayareiches war auch das Schicksal von Caracol besiegelt. Die Siedlung wurde im Jahr 1050 n. Chr. endgültig verlassen. 1937 wurde die Stadt von einem Holzfäller auf der Suche nach Mahagoni-Bäumen wiederentdeckt und ist auch heute noch vom Dschungel umgeben. Grosse Teile der Stadt sind noch nicht ausgegraben.
Caana (,Himmelspalast‘) ist das grösste Gebäude in Caracol und eines der grössten von Menschenhand geschaffenen Bauwerke in Belize.
Aussicht vom Caana-Tempel
Ein Gesicht
Rio Frio Höhle
Auf dem Rückweg statteten wir der Rio Frio Höhle einen Besuch ab, durch die der Fluss Frio fliesst.
Rio On Becken
Der letzte Stopp dieser Tour war bei den Rio On Becken, wo der Fluss On in einer wunderschönen Landschaft durch mehrere Becken fliesst, die zum Baden einladen.
Actun Tunichil Muknal (ATM) Höhle
Ein Kollege machte mich schon im Voraus auf die Höhle Actun Tunichil Muknal (oder einfach ATM) aufmerksam. Und tatsächlich war sie einer der Höhepunkte meiner Belize-Reise.
Die Höhle ist einerseits mit ihren Stalaktiten und Stalagmiten geologisch ein Erlebnis und zugleich mit den verschiedenen Maya-Artefakten und den geopferten Menschen auch historisch von Bedeutung.
Nachdem wir unseren Tour-Bus verlassen hatten, liefen wir 45 Minuten zu Fuss zum Eingang der Höhle. Dabei durchwateten wir drei Mal ein Flüsschen. Die Höhle darf nur mit einer Tour besucht werden und Kameras sind strikte verboten, nachdem ein Tourist vor ein paar Jahren seinen Fotoapparat auf einen Maya-Schädel fallen lies und ihn beschädigte. Ich hatte den richtigen Tour-Veranstalter ausgewählt, denn wir waren mit unserer kleinen Gruppe die ersten, die an diesem Morgen die Höhle betraten. Mit Helm und Stirnlampe schwammen wir zuerst ein paar Meter im kalten Wasser. Ungefähr eine Stunde folgten wir unserem Führer immer tiefer in die Höhle, teils bis zum Hals im Wasser watend oder uns durch enge Felsöffnungen zwängend und kletternd. Unterwegs bewunderte ich die mächtigen Stalaktiten und Stalagmiten. Dann erreichten wir die Hauptkammer, wo wir die Schuhe auszogen und nur mit Socken weiter gingen, um den archäologisch wertvollen Boden des heiligen Bereichs der Mayas zu schützen. Hier wurden meist junge Menschen und sogar Babies geopfert, um die Götter milde zu stimmen. Links und rechts unseres Weges sahen wir Tongefässe, Schädel und Skelette. Im hintersten Bereich lag das berühmteste Skelett der Höhle, bei dem die Knochen komplett mit Mineralien überzogen sind. Daher erhielt es den Namen ‚Crystal Maiden‘.
Ajaw Chocolate & Crafts
Sehr interessant war auch der Besuch bei Ajaw Chocolate & Crafts, das Kakao wie zu Mayas Zeiten verarbeitet.
Mit einem Stein werden die getrockneten Kakaobohnen zu einer Paste gemahlen.
Diese Paste wird mit Gewürzen zu einem Getränk gemischt, wie es auch die Mayas tranken. Das besondere an diesem Besuch war, dass wir die Zwischenprodukte jedes Herstellungsprozesses degustieren konnten. Obwohl ich schon an einigen Schokoladentouren teilgenommen hatte, probierte ich hier zum ersten Mal die getrockneten Kakaobohnen vor der Röstung. Mir mundeten diese so gut, dass ich gleich ein paar Säckchen davon kaufte.
Traveller’s Rum Degustation
Nur ein paar Meter von Ajaw Chocolate & Crafts entfernt bietet der Rum-Produzent Traveller’s eine Rum-Degustation an. Ich konnte mehr als 10 Rums probieren.
Einige waren aromatisiert, andere ein paar Jahre alt und in Fässern gelagert. Aber da der Rum bei Traveller’s aus Molasse, ein Abfallprodukt der Zuckerproduktion, hergestellt ist, überzeugte mich keiner. Gegen den intensiven Rum der Botrans Distillerie in Guatemala hatte der Traveller’s keine Chance.
Besonders aufgefallen ist mir der Panti Rippa (Panty Ripper), ein Drink für das weibliche Geschlecht, der als Grundrezept aus Rum und Ananassaft besteht. Niemand weiss mehr, woher der Name stammt. Aber es gibt eine Vermutung … Der Drink für die Männer heisst Gifiti. Es ist ein Bitter auf Rumbasis mit eingelegten Wurzeln und Kräutern und soll die Potenz fördern. Er passt daher ideal zum Panti Rippa.
In der Nähe von San Ignacio befindet sich die Maya-Stätte Xunantunich. Da wir bereits viele Maya-Stätten in Guatemala gesehen hatte und meine Reisepartnerin nun endlich ans Meer wollte, verzichteten wir auf den Besuch.
Caye Caulker
Am nächsten Tag reisten wir mit dem Bus ins 114 km entfernte Belize City und vor dort weiter mit der Fähre zur Insel Caye Caulker. Sie ist etwas mehr als 5 km lang, fast überall bebaut und besitzt keinen Strand. Trotzdem kommt Inselfeeling auf, denn alle Strassen sind sandig. Es ist eine trendige Insel mit vielen guten Restaurants und tollen Morgen- und Abendstimmungen. Es führen viele Stege ins Meer hinaus, von denen aus man Baden kann.
Sonnenaufgang
Unzählige Pelikane fischten in den Gewässern um Caye Caulker.
Languste gibt es während der Saison von Mitte Juni bis Mitte Februar fast in jedem Restaurant. Bereits ab USD 10 ist diese Delikatesse auf der Speisekarte. Sie werden entweder durch Taucher oder mit Fallen gefangen.
Eine weitere Spezialität war die Meeresschnecke (engl. conch), die eine besonders schöne Muschel hervorbringt. Sie ist auf diesem Teller vorne platziert.
Ich dachte, dass diese Tiere geschützt sind. Das ist aber nicht notwendig, denn sie kommen sehr zahlreich vor. Ich habe dutzende im Wasser gesehen und hunderte dieser Muscheln, denen das Fleisch bereits entnommen wurden, auf Haufen.
Das Schneckengehäuse der Meeresschnecke
Schorcheltour zum Hol Chan Meeresschutzgebiet
Für mich als Unterwasserfan war der ganztägige Schnorcheltrip zum Hol Chan Marine Reserve der Höhepunkt des Caye Caulker-Aufenthaltes, wie die Bilder zeigen.
Kaum war ich im Wasser, sah ich bereits diesen Grossen Barrakuda (engl. Great Barracuda). Das ist umso erstaunlicher, da ich bisher erst ein Mal (in Raja Ampat, Indonesien) einen Barrakuda dieser Grösse beim Schnorcheln sah.
Westatlantische Stachelmakrele (engl. Horse-Eye Jack)
Gefleckte Adlerrochen (engl. Spotted Eagle Ray)
Peitschenrochen oder Südlicher Stechrochen (engl. Southern Stingray)
Blauer Doktorfisch (engl. Blue Tang Surgeonfish)
Echte Karettschildkröte (engl. Hawksbill Turtle), die von Blauen Doktorfischen gereinigt wird.
Diese Schildkröte war so neugierig, dass sie mit ihrem Schnabel an meine Taucherbrille klopfte.
Grauer Drückerfisch (engl. Grey Triggerfish)
Ammenhai (engl. Nurse shark)
Rundschwanzseekühe (engl. West Indian Manatee)
Diese eigenartigen Tiere haben mich sehr beeindruckt. Sie sind pflanzenfressende Säugetiere, die im Salz- und Süsswasser vorkommen.
Da ich auf dem Hol Chan Marine Reserve-Schnorcheltrip viele Fotos schoss, war die Batterie am Ende, als wir die Seekühe erreichten. Ich erstellte diese Bilder aus einem Film von einem Schweizer, der ihn wiederum von seinem Tourführer erhielt.
Zuletzt fütterten wir vom Boot aus Tarpuns, geschützte Knochenfische. Da ich nun die Stelle kannte, wo die Tarpuns umher schwimmen, um zu Futter zu kommen, kam ich am nächsten Tag als Schnorchler wieder und beobachtete diese Fische unter Wasser so gut es ging, denn die Sicht war sehr schlecht.
Atlantischer Tarpun (engl. Atlantic Tarpon)
Die fünf Tage vergingen schnell. Wir nahmen Abschied von den tollen Morgen- und Abendstimmungen, den vielen Pelikanen und den trendigen Restaurants. Ich reiste weiter zum Küstenort Dangriga, von dem die Boote zur Riffinsel Tobacco Caye in See stechen. Meiner Reisepartnerin war Belize zu teuer, so dass sie weiter nach Mexiko reiste.
Tobacco Caye
In Dangriga nachmittags angekommen, wusste ich zuerst nicht, ob ein Boot noch am selben Tag nach Tobacco Caye fährt. Ich hatte Glück. Andere Touristen hatten bereits ein Boot bestellt, mit dem ich mitfahren konnte.
Auch auf Tobacco Caye war das Glück auf meiner Seite, denn der Besitzer des Resorts gab mir das beste Bungalow, und ich zahlte erst noch weniger als die anderen Touristen. Damit belohnte er mich, dass ich direkt buchte statt über Buchungsplattformen und er für mich keine Kommissionen bezahlen musste.
Mein Bungalow
Auf der Insel gab es sieben Übernachtungsmöglichkeiten. Sogar zwei Bars öffneten abends, wo ich andere Reisende kennenlernte.
Eine der zwei Bars
Abendstimmung
Gleich vom Ufer weg gab es mehrere Schnorchelgebiete. Das eine war voller Korallen mit den üblichen Rifffischen. Bemerkenswert waren die vielen Fächerkorallen, die selten zu finden sind. Auch eine grosse Languste sah ich in diesem Bereich in ihrer Höhle.
Fächerkorallen und ein Schnapper-Schwarm
Eine ganz spezielle Koralle
Grauer Kaiserfisch oder Grossflossen-Kaiserfisch (engl. Gray Angelfish)
Schrift-Feilenfisch (engl. Scribbled Leatherjacket Filefish oder Scrawled Filefish)
Languste (engl. Lobster)
Das zweite war ein grosser Bereich mit Seegras und Sand, wo ich vielen Barrakudas, Stechrochen und Gefleckten Adlerrochen begegnete, teils gleich zwei oder sogar drei zusammen.
Peitschenrochen oder Südlicher Stechrochen (engl. Southern Stingray)
Gefleckte Adlerrochen (engl. Spotted Eagle Ray)
Barrakuda (engl. Barracuda)
Auch die Seekühe sollten in diesem Gebiet früh morgens vorkommen. Obwohl ich mehrere Male gleich nach Sonnenaufgang nach ihnen suchte, fand ich sie nicht.
Das dritte Gebiet war seicht. Hier traf ich kleinere Fische an. Einige lebten gut getarnt im Seegras. Auch ein Einsiedlerkrebs begegnete mir im Wasser.
Ein junger Schnapper (engl. Snapper)
Zigarrenlippfisch (engl. Cigar Wrasse)
Einsiedlerkrebs (engl. Hermit Crab)
Ein erwachsener Schwarzer Georg (engl. Dusky Gregory)
Beim Pier kamen jeweils die Stechrochen vorbei, um die weggeworfenen Essensreste zu verwerten. Hier sind gleich neun auf dem Bild.
Unter dem Pier fand ich auch einen ganzen Haufen der Muscheln der Meeresschnecken, die die Leute nach dem Verzehr im Meer deponierten.
Nach vier Tagen auf Tobacco Caye reiste ich weiter nach Hopkins, dem Ausgangspunkt für einen Riff-Aufenthalt auf dem Glover’s Atoll.
Hopkins
Hopkins ist ein kleines Städtchen am Meer im Süden von Belize City. Der Strand des Orts wird nicht gereinigt, so dass sich in diesem Abschnitt viel Unrat ansammelt und daher das Schwimmen dort keinen Spass macht. Ein paar Kilometer weiter südlich befinden sich ein paar schöne Resorts mit sehr guten Restaurants und gereinigten Stränden.
Von meinem kleinen Guesthouse im Städtchen besuchte ich jeden Tag mit dem Fahrrad die Resorts und genoss das tolle Essen direkt am Strand. Ich hatte Glück, dass zu dieser Zeit gerade Vollmond war und ich von den Restaurants aus das Aufgehen des Mondes über dem Meer erleben konnte.
Ein Resort etwas ausserhalb von Hopkins mit gereinigtem Strand
Mondaufgang
Weihnachten in Belize
Die Gemeinen Schwarzleguane (engl. Black Spiny-Tailed Iguana) sind häufig anzutreffen.
Das Schönheitsideal in Belize auf einer Bierwerbung
Glover’s Atoll
Am Sonntag fuhr das Boot von der Sittee River Marina in der Nähe von Hopkins zum Glover’s Atoll. Wegen den vielen Fotos habe ich meinen Glover’s Atoll-Aufenthalt auf einer eigenen Webseite festgehalten, die Du unter diesem Link findest.
Zurück in Hopkins war mein nächstes Ziel das im Norden nahe der mexikanischen Grenze gelegene Dorf Orange Walk. Zwei Touristinnen hatten in Hopkins bereits ein Taxi nach Belize City organisiert, mit dem ich mitfahren konnte. Ich hoffte, noch am gleichen Tag einen Bus von Belize City nach Orange Walk zu erwischen. Da wir unterwegs aber für das Mittagessen eine längere Pause einlegten, kamen wir erst in der Dämmerung in Belize City an. So blieb mir nichts anderes übrig, als in dieser wenig attraktiven Stadt zu übernachten.
Belize City
Belize City ist eine herunter gekommene Stadt ohne Sehenswürdigkeiten. Abends ist die Stadt wie ausgestorben. Zu Fuss ging ich 10 Minuten zum nächsten Restaurant. Ich fühlte mich zwar unsicher, aber es gab keine unangenehmen Zwischenfälle.
Eine typische Strasse in Belize City
Orange Walks
Am nächsten Morgen fuhr ich mit dem Bus von Belize City nach Orange Walks, wo ich in einem Bungalow direkt am Fluss ‚New River‘ wohnte. Am Fluss leben Krokodile, die ich ein paar Mal gleich vor meinem Bungalow schwimmen sah. Der freundliche Besitzer der Bungalows und ehemaliger Fussballtrainer der nationalen Fussballmannschaft versicherte mir aber, dass die Krokodile die Gäste in Ruhe lassen.
Morgenstimmung am Fluss New River
Weihnachtsdekoration an einem Haus in Orange Walk
Lamanai
Die Touristen kommen fast ausschliesslich nach Orange Walks, um die ca. 50 km lange Bootsfahrt zur Maya-Stätte Lamanai zu unternehmen. Die Flussfahrt führte durch unberührte, beeindruckende Landschaften.
Flusslandschaft am New River
Wir waren auf einem Schnellboot unterwegs, vor dem die meisten Tiere und vor allem die Vögel flüchteten. Nur die paar Krokodile, die sich am Flussufer sonnten, liessen sich nicht aus der Ruhe bringen.
Ein Krokodil sonnt sich am Flussufer
Lamanai ist die grösste Mayastätte im Norden von Belize und die längste kontinuierlich bewohnte Anlage in Mittelamerika. Ihren Höhepunkt erlebte sie vom 4. Jahrhundert v. Chr. bis zum 7. Jahrhundert n. Chr., doch wurde die Stadt im Gegensatz zu anderen Maya-Stätten bis ins 17. Jahrhundert bewohnt.
Besonders eindrücklich ist der Masken-Tempel mit seinen zwei meterhohen Jaguar-Masken an jeder Seite.
Mennoniten
Auf der Bootstour begegneten wir einem kleinen Boot der in der Nähe lebenden Mennoniten, die auf dem Fluss Holz transportierten.
Mit einem Fahrer besuchte ich später die Siedlung der Mennoniten. Sie sind eine Glaubensgemeinschaft, die der Reformator Menno Simon im 16. Jahrhundert in Friesland, Deutschland begründet hatte. Immer wieder musste sie wegen ihrem Glauben flüchten, zuerst nach Rusland, dann nach Kanada, später nach Mexiko und seit 1958 lebt sie in Britisch-Honduras, dem heutigen Belize. Sie sprechen ein altes Plattdeutsch, lernen in der Schule aber auch Hochdeutsch, damit sie die Bibel lesen können. Wie die Amish-Leute in Nordamerika lehnen auch die Mennoniten alle Neuerungen der modernen Technik wie Strom, Autos und Internet ab, um ein konservatives, gottgefälliges Leben zu führen. Unterwegs sind die Leute hier mit Pferd und Wagen. Musik, Tanz, Kartenspielen, Rauchen und Alkohol sind verboten. Mit ihrer hellen Haut, den strohblonden Haaren und den einheitlichen Kleidern fallen sie in Belize besonders auf. Sie sind sehr fleissig und wirtschaftlich erfolgreich. Da sie selbst fast kein Geld ausgeben, wird das Geld in neues Land investiert, damit die vielen Kinder ebenfalls Landwirtschaft betreiben können. Meist wird Urwald gekauft, der anschliessend gerodet wird, wofür sie in letzter Zeit wegen mangelnder Nachhaltigkeit kritisiert werden. Einige Mennoniten-Gemeinden öffneten sich gegenüber der modernen Zivilisation ein wenig und sehen die Vorteile eines Autos oder Mopeds, einer Waschmaschine, einem Elektroherd oder Kühlschrank, Trotzdem bleibt die Gemeinschaft aber ihrer tiefreligiösen Haltung treu.
Cuello’s Distillerie
Nachdem ich erfahren hatte, dass in der Nähe von Orange Walk eine Distillerie Rum produziert, wollte ich diese besuchen. Obwohl ich im Büro der Distillerie in Orange Walk eine offizielle Einladung für einen Rundgang durch die ,Cuello’s Distillery‘ mit anschliessend Degustation erhielt, wusste in der Distillerie niemand etwas von meinem Besuch, so dass ich das Gebäude nur von aussen sah. Bald merkte ich, dass ich nichts verpasst habe, denn die Distillerie war ziemlich herunter gekommen. Sie hat sich dem einheimischen Massenmarkt verschrieben, der nach hochprozentigem billigen Alkohol verlangt.
Mir hat es in Belize sehr gut gefallen, obwohl das Land einiges teurer ist als die Nachbarländer. Von Orange Walk reiste ich weiter über die nahe Grenze nach Mexiko.