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Wenn seine Freunde bei ihm in Akron, Ohio, zusammenkommen, wird gekifft. Wenn einer von ihnen Geburtstag hat, wird gleich ein Bong (Wasserpfeife) präpariert. Er organisiert für sie auch Lagerfeuer, wo die alten Freunde Beach Boys, Led Zeppelin und Beatles hören, ein grilliertes Steak oder Hot Dogs essen - und ein Flash bekommen (nicht immer in dieser Reihenfolge).
«Es ist gemütlich», sagt David P. «Wie wenn andere in unserem Alter ein Glas Wein trinken oder eine Bierdose öffnen.»
Statistiken lassen vermuten, dass doch einige der Babyboomer-Generation gelegentlich Marihuana rauchen. Der nationale US-Gesundheitsreport 2011 weist aus, dass 6,3 Prozent der 50- bis 59-Jährigen zu dieser Drogen greifen. 2002 waren es erst 2,7 Prozent.
Glaubt man den vielen kleinen Anekdoten, wird Marihuana eher aus sozialen denn medizinischen Gründen genutzt.
Der 70-jährige Robert Platshorn, ein Marihuana-Raucher, der vor dreissig Jahren wegen Drogenhandels zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden war, ist vor drei Jahren in eine bewachte Wohnanlage in West Palm Beach, Florida, gezogen.
Zu Beginn hätten ihn die anderen Bewohner schräg angeschaut, sagt er. Heute würden sie ihn in ihre Wohnungen einladen, um zusammen high zu werden. Was er heute natürlich ablehne.
Mütter für Marihuana International, eine Gruppe, die für die positiven Aspekte der Pflanze wirbt, hat so viele Anfragen der Generation 50plus erhalten, dass sie nun Zweigstellen in Illinois, Ohio und Missouri geschaffen hat. «Wir haben es sehr lustig und gemütlich zusammen. Wir sind eine gute Gruppe», sagt Vickie Hoffman (46), Grossmutter von drei Enkeln und frühere Kellnerin, die die Missouri-Zweigstelle organisiert.
Mason Tvert, Sprecher des US-amerikanischen Marijuana Policy Project, einer Gruppe, die Marihuana ganz legalisieren will, sagt, er hätte vor zwei Jahren mit Rauchen begonnen. Zusammen mit seinen Grosseltern Helen (82) und Leo Shuller (88). Wenn sie heute zusammenkommen, würden sie einen Joint herumgehen lassen. Vor oder nach dem Nachtessen - und den Effekt geniessen.
Ihre Nachtessen würden sich aber nicht um den Marihuana-Konsum drehen. Sie würden es nur tun, wenn jemand von ihnen zufällig etwas dabei hat.
Es macht Sinn, dass die Babyboomer-Generation gegenüber Marihuana liberaler eingestellt ist. Schliesslich sind sie in den 60er- und 70er-Jahren aufgewachsen, als high zu werden ein erwünschtes Massenphänomen war.
Gemäss Richard J. Bonnie, dem Verfasser von Marijuana Conviction: A History of Marijuana Prohibition in the United States, empfahl 1971 eine Nationale Kommission gar die Entkriminalisierung der Droge. Was man damals natürlich als Vorschlag einiger Verrückter verwarf.
Einige Kiffer, die sich schon Jahrzehnte kennen, hören ganz einfach auch nicht auf mit Rauchen, wenn sie älter werden. David P., selbsterklärter Hippie («Es wird immer in meinem Herzen und meinem Kopf sein," sagt er), startete mit kiffen, als er 21 Jahre alt war und veranstaltet seither seine Gras-Abende.
Für sie, die aus einer gemeinsamen Vergangenheit kämen, sei leichter. «Ausserdem sind die meisten von uns kurz vor der Pensionierung oder schon in Rente. Deshalb brauchen wir auch nicht Angst davor zu haben was geschieht, wenn man am Arbeitsplatz davon erfährt.»