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Am 9. August erschien der Sechste Bericht des Weltklimarates IPCC zu den naturwissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels. In diesem Beitrag legen wir den Fokus auf die Aussagen zu den Extremereignissen und setzen sie in Kontext zum Klimawandel in der Schweiz. Der IPCC-Bericht ist auch eine wichtige Grundlage für den UN-Klimagipfel (engl.: Conference of the Parties, COP), der aktuell in Glasgow stattfindet.
Der Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) fasst in regelmässigen Abständen den aktuellen Wissensstand zum Klimawandel zusammen. Er schafft damit die Grundlage für wissenschaftsbasierte Entscheidungen in der Politik zu Klimaschutz und Klimaanpassung.
Es steht inzwischen zweifelsfrei fest, dass die vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen seit Beginn der Industrialisierung das Klima erwärmt haben und für jüngste Klima- und Wetterextreme mitverantwortlich sind. Diese Ereignisse betreffen das gesamte Klimasystem und umfassen unter anderem Hitzewellen, Starkniederschläge und Trockenperioden.
Extreme im vergangenen Klima
Der aktuelle IPCC-Bericht zeigt, dass Hitzewellen seit den 1950er Jahren in den meisten Landregionen häufiger und intensiver geworden sind, während kalte Extreme seltener und weniger stark auftraten. Der vom Menschen verursachte Klimawandel gilt als Hauptursache für diese Veränderungen. Einige der Hitzeextreme in den letzten zehn Jahren wären ohne den Einfluss des Menschen auf das Klimasystem äusserst unwahrscheinlich gewesen. Neben Hitzeextremen hat auch die Häufigkeit und Intensität von Starkniederschlagsereignissen in den meisten Landgebieten zugenommen. Ausserdem ist in einigen Regionen der Erde eine Zunahme von Trockenperioden zu beobachten, die unter anderem auf eine erhöhte Verdunstung aufgrund steigender Temperaturen zurückzuführen ist. Die Wahrscheinlichkeit von gleichzeitig auftretenden Extremereignissen, wie zum Beispiel Hitze und Dürre, hat ebenfalls zugenommen.
Extreme im zukünftigen Klima
Mit fortschreitender Erwärmung nehmen die Veränderungen bei den Extremen weiter zu. So führt beispielsweise jedes zusätzliche halbe Grad global zu einer deutlichen Zunahme der Intensität und Häufigkeit von Hitzeextremen und Starkniederschlägen. In einigen Regionen wird es häufigere und extremere Trockenphasen geben. Auch wenn die globale Erwärmung auf 1,5 °C im Vergleich zu vorindustriellen Werten begrenzt werden würde, wird die Intensität einiger Extremereignisse ein noch nie dagewesenes Ausmass aufweisen. Bei anhaltender globaler Erwärmung werden auch gleichzeitig auftretende Extremereignisse, die in der Vergangenheit und im gegenwärtigen Klima wenig wahrscheinlich waren, immer häufiger.
Extreme in der Schweiz
Auch die Schweiz ist von häufigeren und intensiveren Extremereignissen betroffen. Die zeigen auf, wie sich Extreme in der Schweiz ändern. So haben wir in Zukunft mit trockeneren Sommern, häufigeren und intensiveren Starkniederschlägen, einer deutlich zunehmenden Hitzebelastung und einem weiteren Anstieg der Nullgradgrenze mit Konsequenzen unter anderem für die winterliche Schneedecke zu rechnen.
Die Bedeutung von globalem Klimaschutz und UN-Klimagipfel
Der IPCC-Bericht zeigt auf, dass ein konsequenter Klimaschutz verbunden mit einer Reduktion der Treibhausgasemissionen viele Folgen des Klimawandels abmildern könnte. Dementsprechend ist der IPCC-Bericht auch eine wichtige Grundlage für den diesjährigen UN-Klimagipfel. Dieser findet vom 31. Oktober bis am 12. November 2021 in Glasgow statt. Rund zwei Wochen verhandeln Delegationen aus 197 Ländern, Nichtregierungsorganisationen, sowie Akteure und Akteurinnen aus Wirtschaft und Gesellschaft über die zukünftige Klimapolitik. Über den Erfolg der Verhandlungen entscheidet vor allem, ob sich die teilnehmenden Staaten höhere Reduktionsziele setzen, damit das Pariser Klimaabkommen noch erreicht werden kann. Im Pariser Klimaabkommen haben sich 189 Staaten und die EU zur Verminderung ihrer Treibhausgasemissionen verpflichtet. Dies mit dem Ziel, den Anstieg der weltweiten Durchschnittstemperatur auf deutlich unter 2 °C gegenüber vorindustriellen Werten zu begrenzen. Auch die Schweiz hat das Abkommen unterzeichnet.
Die Schweizer Delegation setzt sich bei den COP26-Verhandlungen insbesondere für Verbesserungen in drei Bereichen ein:
- Emissionsverminderungen im Ausland sollen nicht mehrfach (dem Geber- und dem Empfängerland) angerechnet werden können, weil dies den Anspruch und die Effizienz des Pariser Abkommens bedrohen würde.
- Investitionen insbesondere auch in den Klimaschutz in Entwicklungsländern sollen gestärkt werden.
- Alle Staaten sollen Strategien entwickeln, um bis 2050 klimaneutral zu werden.