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Durch die COVID-19-Pandemie hat sich die Zeit, die Kinder vor Bildschirmen verbringen, stark erhöht; die Zeit, die Kinder draussen spielen, jedoch reduziert.
Besonders bedenklich ist, dass die Bildschirmzeit auch nach der Aufhebung der Massnahmen in vielen Ländern nicht wieder gesunken ist, wie etwa diese Auswertung für China zeigt.
Verlangsamte Entwicklung durch Bildschirmzeit
Laut der Forschungsgruppe rund um Mika Sugiyama von der United Graduate School of Child Development der Universität Osaka nutzen drei Viertel aller Kinder unter zwei Jahren regelmässig Fernseher, Smartphones, Tablets oder Videospielkonsolen – mit negativen Auswirkungen auf die Entwicklung kognitiver Fähigkeiten. So weisen diese Kinder ein höheres Risiko auf für
- verzögerte Sprachentwicklung,
- Aufmerksamkeitsprobleme,
- emotionale Probleme,
- Trotzverhalten,
- schlechteres Leseverständnis,
- schlechtere schulische Leistungen.
Keypoints der Studie
Sugiyama und ihre Kollegen untersuchten, ob eine erhöhte Bildschirmzeit im Alter von zwei Jahren Einfluss auf die neurologische Entwicklung im Alter von vier Jahren hatte und ob häufiges Draussen-Spielen die Bildschirmzeit kompensierte.
885 Kinder wurden für die Studie beobachtet. Durchschnittlich sassen sie 2,6 Stunden am Tag vor einem Bildschirm. Als häufiges Draussen-Spielen definierten die Wissenschaftler sechs bis sieben Tage in der Woche.
Ob draussen zu spielen hilft?
Eine erste Analyse ergab, dass eine erhöhte Bildschirmzeit von zweijährigen Kindern mit einer schlechteren kommunikativen Leistung im Alter von vier Jahren assoziiert war. Allerdings wurde dieser Zusammenhang durch häufiges Draussen-Spielen nicht beeinflusst. Ganz im Gegensatz zu den Alltagsfähigkeiten: Auch diese werden vermutlich durch zu viel Zeit vor TV und Co. gemindert. Häufiges Spielen an der frischen Luft konnte die negativen Effekte jedoch abschwächen.
Die Ergebnisse deuten demnach darauf hin, dass Draussen-Spielen die Assoziation zwischen hoher Bildschirmzeit und verminderter neurologischer Entwicklung wenigstens teilweise reduziert. Die Wissenschaftler betonen allerdings, dass weitere Forschung notwendig ist, um diese Assoziationen tiefergehend zu untersuchen und somit gezielte Interventionen zu entwickeln, um das potenzielle Risiko von Bildschirmzeit zu reduzieren. Ebenso fordern sie Untersuchungen zu Guidelines bezüglich Medienkonsum sowohl für Eltern, Lehrpersonal als auch für Kinder selbst.
Draussen zu spielen hat noch weitere Vorteile
Der Aufenthalt an der frischen Luft beeinflusst nicht nur die kognitive Entwicklung, sondern den gesamten Körper auf positive Weise.
- Kurzsichtigkeit: Tageslicht ist gut für die Augen. Es fördert die Ausschüttung von Dopamin, welches das Längenwachstum des Augapfels hemmt und so die Kurzsichtigkeit bremst.
- Übergewicht: Bewegung an der frischen Luft vermindert Übergewicht und somit das Risiko, im Erwachsenenalter Typ-2-Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu entwickeln.
- Vitamin D: Vitamin D wird durch das Sonnenlicht aufgenommen. Es stärkt das Immunsystem sowie die Knochen und ist wichtig für viele essenzielle Funktionen im Körper.
- Durchblutung: Die frische Luft kurbelt die Durchblutung an und versorgt den Körper optimal mit Sauerstoff.
- Sozialisation: Der Kontakt und das Spiel mit anderen Kindern fördern soziale Kompetenzen. Kinder lernen beispielsweise, wie das gesellschaftliche Zusammenleben funktioniert. Ausserdem wird so das tiefe Bedürfnis nach menschlichen Beziehungen gestillt.