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Wenn ein Mensch wütend wird, stimmt etwas nicht. Vielleicht ist er schlecht behandelt, vernachlässigt oder beleidigt worden. Die Wut kann helfen, etwas an den Umständen zu ändern, wenn klar ist, warum jemand wütend ist. Wallt der Zorn beispielsweise immer auf, wenn der Partner zu spät von der Arbeit nach Hause kommt, hilft möglicherweise ein Gespräch, damit dieser sein Verhalten ändert und der Ärger verschwindet. Vielleicht hat der Mensch, der Wut empfindet, aber auch Angst vor etwas, und sein Zorn hilft ihm, diese Angst zu bändigen und in einer gefährlichen Situation richtig zu reagieren, indem er dafür sorgt, die nötigen Energien dafür freizusetzen.
So ein Stress!
Wut erzeugt körperliche Reaktionen, die Stress mit sich bringen. Die Hormone Adrenalin, Noradrenalin und Kortisol werden vermehrt ausgeschüttet, die Herzfrequenz erhöht sich, der Blutdruck steigt. Dieser körperliche Vorgang soll auf die Reaktion auf ein Ärgernis vorbereiten. Der Wut freien Lauf zu lassen, hilft allerdings nicht gegen diese körperlichen Begleiterscheinungen, der Stresslevel bleibt hoch. Aufbrausende Wut führt sogar oft zu Überreaktionen, die noch mehr Ärger produzieren – der Stresspegel steigt und der Körper schüttet laufend mehr Stresshormone aus, was mit gesundheitlichen Risiken (z. B. Bluthochdruck, Herzinfarktgefährdung) verbunden ist. Man kann nur noch schwer entspannen. Muskelverspannungen, Kopfschmerzen und andere Beeinträchtigungen können die Folge sein.
Zornesröte
Wut bringt den Menschen so richtig in Wallung. Die Venen füllen sich mit Blut, sie weiten sich und treten hervor, vor allem auf der Stirn und am Hals. Der Herzschlag und die Atmung beschleunigen sich, der Blutdruck steigt, das Gesicht wird zornesrot. Die Augenbrauen ziehen sich nach unten zusammen, sodass ihre Innenseiten zur Nase hin weisen. Die Augen sind weit aufgerissen und starren geradeaus, die Oberlider berühren die gesenkten Brauen. Die Lippen werden schmaler, denn wer sich trotz Wut zurückhält und nichts sagt, presst die Lippen aufeinander, beisst die Zähne fest zusammen und schiebt das Kinn nach vorn. Wer in der Wut trotzdem etwas sagt, sagt das oft mit veränderter, schriller Stimme.
Wut lindern
Wut kann einen manchmal in unangenehme Situationen bringen. Man beleidigt vielleicht jemanden, was man später bereut. Oder man handelt impulsiv und schadet sich möglicherweise selber. Hier drei einfache Tricks, wie man aufkommenden Ärger lindern kann:
Lutschen Sie ein scharfes Bonbon oder beissen Sie auf eine Chilischote. Dieser starke Geschmacksreiz lässt einen für einen Moment alles andere vergessen, sogar den Ärger.
Hören Sie ein Lied aus Ihrer Jugend. Schliessen Sie die Augen und versetzen Sie sich zurück in jene Zeit, als Sie diesen Song das erste Mal gehört haben. Das weckt positive Gefühle und Sie lassen den Zorn hinter sich.
Schliessen Sie die Augen, zählen Sie bis zehn und atmen Sie tief durch.
Todsünde
Zorn ist in der katholischen Kirche neben Hochmut, Geiz, Wollust, Völlerei, Neid und Faulheit die vierte der sieben Todsünden. Eine solche Sünde ist ein besonders schweres Vergehen, durch das «ein Mensch bewusst und frei Gott und sein Gesetz sowie den Bund der Liebe, den dieser ihm anbietet, zurückweist». So hat es Papst Johannes Paul II. formuliert.
- Quellen
Giovanni Frazzetto: «Der Gefühlscode. Die Entschlüsselung unserer Emotionen», Carl Hanser Verlag, 2014
Udo Baer, Gabriele Frick-Baer: «Das grosse Buch der Gefühle», Beltz Verlag, 2014
Paul Ekman: «Gefühle lesen. Wie Sie Emotionen erkennen und richtig interpretieren», Springer-Verlag, 2017
Ana-Maria Bamberger, Christoph M. Bamberger: «Die 50 besten Ärger-Killer», Georg Thieme Verlag, 2013
Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs, www.gesundheit.gv.at
Drogistenstern