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Der 1925 in Luzern geborene Nationalökonom kam 1955 ins Bundesamt für Sozialversicherung (BSV) und erhielt den Auftrag, die Vorarbeiten für die Einführung einer IV an die Hand zu nehmen. Nachdem das Gesetz 1960 in Kraft getreten war, galten Lüthys Arbeiten dem Vollzug, dem Ausbau des Leistungsangebotes und der Bereitstellung der erforderlichen Eingliederungsstätten.
Die Schweizer IV galt in etlichen europäischen Staaten als Vorbild. Bei der IV handelt sich um das zweite grosse Sozialwerk neben der AHV. Sie will Versicherten bei Invalidität mittels Eingliederungsmassnahmen in den Arbeitsmarkt oder finanziellen Leistungen die Existenzgrundlage weiter sichern.
Lüthy hielt auch an den Universitäten Zürich und Fribourg sowie am Sonderpädagogischen Seminar des Kantons Bern Vorlesungen über die Invalidenversicherung und Sonderschulung.
Nach seinem altersbedingten Austritt aus dem BSV 1990 wirkte der Freisinnige in verschiedenen gemeinnützigen Organisationen mit; unter anderem war er Präsident der Schweizerischen Heilpädagogischen Gesellschaft.
Seine Pionierarbeit zur beruflichen Eingliederung von Behinderten, die von ihm geschaffenen Betreuungsformen sowie sein Bemühen um ein partnerschaftliches Verhältnis zwischen Staat und gemeinnützigen Institutionen trug Lüthy 1992 den Titel eines Ehrendoktors der Hochschule St. Gallen ein.
Lüthy lebte in Bümpliz. Er war zweimal verheiratet und Vater zweier Kinder sowie dreier Stiefkinder.