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Der Augapfel ist von drei Hautschichten umhüllt. Die mittlere dieser drei Häute ist die Uvea. Je nach Region unterteilt man die Uvea von hinten nach vorne in:
Jede dieser Regionen kann sich unabhängig voneinander oder auch gemeinsam entzünden. Betrifft es nur die Aderhaut, dann bezeichnet der Augenarzt diese als Chorioiditis. Entzündungen des Ziliarkörpers heissen Zyklitis und an der Regenbogenhaut Iritis. Regenbogenhaut und Strahlenkörper liegen sehr nahe zusammen im vorderen Bereich der Uvea, weshalb eine gemeinsame Entzündung, also eine Iridozyklitis, sehr häufig auftritt. Die Erkrankung tritt meist plötzlich auf und ist in 75 Prozent der Fälle akut. Bei 25 Prozent der Betroffenen können die Beschwerden hingegen chronisch werden. Im Durchschnitt sind die Patienten zwischen 20 und 60 Jahren alt. Kinder erkranken nur selten an einer Iritis. Ihr Risiko für eine mittlere Uveitis, also Entzündungen im Übergang zum Augeninneren, der Vorderkammer und dem Glaskörper, ist hingegen deutlich höher.
Die Symptome einer Iritis setzen in den meisten Fällen unvermittelt ein. Sie kann entweder beide Augen betreffen oder nur einseitig auftreten. Typische erste Anzeichen für Entzündungen der Regenbogenhaut sind:
Durch die Entzündungen können Regenbogenhaut und Linse verkleben, wodurch die Pupille eine unregelmässige Form annimmt und nicht mehr rund ist. Bei länger andauernder Krankheit kann sich das Sehvermögen ausserdem deutlich verschlechtern. Patienten sehen dann Blitze, Trübungen oder Flocken vor dem inneren Auge.
Für die Regenbogenhautentzündung kann es verschiedene Ursachen geben. In seltenen Fällen entsteht sie nach einer Infektion mit Pilzen, Parasiten, Viren oder Bakterien, wie zum Beispiel:
Darüber hinaus kann die Iritis auch durch eine Autoimmunerkrankung verursacht werden. In diesem Fall bildet das Immunsystem aus bisher ungeklärten Gründen Antikörper gegen die eigene Regenbogenhaut aus. In vielen Fällen können Mediziner bisher keine eindeutige Ursache feststellen.
Neben den oben genannten Ursachen gibt es auch einige Krankheiten, die das Risiko für Iritis oder Uveitis im Allgemeinen stark erhöhen. Im Durchschnitt liegt bei etwa der Hälfte der Patienten eine der folgenden entzündlichen Krankheiten vor:
Nachdem der Augenarzt mit dem Patienten über seine Beschwerden und Vorerkrankungen gesprochen hat, folgen die eigentlichen Untersuchungen am Auge. Mit einer Spaltlampe und einem Augenspiegel sucht der Arzt nach Anzeichen für Entzündungen im Augeninneren. Das können zum Beispiel geweitete, verklebte Äderchen, Eiteransammlungen oder Eintrübungen sein. Darüber hinaus misst der Arzt auch den Augeninnendruck. Damit stellt er fest, ob eine Verklebung zwischen Regenbogenhaut und Hornhaut die Zirkulation des Kammerwassers behindert. Eine Verstopfung könnte den Augendruck gefährlich erhöhen und andere Komplikationen nach sich ziehen. Damit der Augenarzt einen passenden Therapieplan stellen kann, muss er weitere Untersuchungen über den Internisten anfordern. Nur wenn die Ursachen näher eingrenzt werden, kann die Iritis sinnvoll behandelt werden. Blutuntersuchungen und bildgebende Verfahren können hierbei helfen.
Die Behandlung richtet sich zum Teil nach den Ursachen der Krankheit. Liegt zum Beispiel eine Infektionskrankheit vor, muss diese entsprechend behandelt werden. Generell versucht der Augenarzt jedoch zunächst den Entzündungsprozess aufzuhalten, um weitere Schädigungen zu verhindern. Bewährte Medikamente enthalten Kortison. Diese können entweder lokal in Form von Augentropfen oder als Tabletten zum Einsatz kommen. In besonders schweren Fällen kann der Arzt auch unter lokaler Betäubung der Bindehaut ein Kortison-Depot unterspritzen. Um eine Verklebung der Pupille zu verhindern, sollte sie mithilfe von Medikamenten künstlich geweitet werden. Sollten die Entzündungen mithilfe von Kortison nicht innerhalb von vier bis sechs Wochen vollständig abheilen, muss der Arzt Immunsuppressiva verschreiben. Eine langfristige Einnahme von Kortison kann nämlich zu Eintrübungen der Linse führen und den Augeninnendruck erhöhen.
Unbehandelt oder länger andauernd, kann eine Regenbogenhautentzündung schwere Komplikationen nach sich ziehen. Die Eintrübung der Linse kann zu grauem Star (Katarakt) führen. Steigt der Augeninnendruck, droht ein sekundäres Glaukom, umgangssprachlich auch als grüner Star bezeichnet. Ausserdem kann sich bei einer mittleren Uveitis Flüssigkeit um die Makula, den Punkt des Scharfsehens auf der Netzhaut, ansammeln. Das sogenannte Makulaödem beeinträchtigt das Sehvermögen stark. Bei der hinteren Uveitis besteht darüber hinaus die Gefahr der Netzhautablösung infolge von Entzündungen am Glaskörper, was zu Erblindung führen kann.
Das Ophthalmoskop gehört zur standardmässigen Ausstattung in der Augenheilkunde. Mit diesem handlichen Gerät sucht der Augenarzt mit einem speziellen Verfahren nach Erkrankungen des Auges, indem er in den Glaskörper hineinsieht. Die Ophthalmoskopie, auch als Funduskopie und Augenspiegelung bekannt, wird aber auch von Medizinern anderer Fachgebiete verwendet. Grund dafür sind die feinen Adern in der Netzhaut, an denen ein Arzt auch erkennen kann, ob ein Patient beispielsweise durch Bluthochdruck oder Diabetes bereits Schäden an den blutführenden Gefässen davon getragen hat. Die Verwendung eines Ophthalmoskops bedarf einiger Erfahrung, weil es nicht ganz einfach ist, hinter der Pupille den Augenhintergrund auszuleuchten.
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