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Gegen den leiblichen Vater von Baby Gammy sind schwere Vorwürfe erhoben worden: Er soll wegen Kindesmissbrauchs verurteilt worden sein. Nun will die Leihmutter die Zwillingsschwester ihres Jungen wiederhaben.
Die Vergangenheit des leiblichen Vaters von Baby Gammy sorgt für Aufregung. Der Australier, der den Jungen mit Downsyndrom bei einer Leihmutter in Thailand zurückgelassen haben soll, sass nach Medienberichten wegen Kindesmissbrauchs bereits im Gefängnis. Die Nachrichtenagentur Associated Press berichtet unter Berufung auf Gerichtsakten, der Mann habe mindestens drei Mädchen im Alter von unter 13 Jahren missbraucht.
Der Sender Channel Nine News meldete, die Frau des Mannes habe dies bestätigt. Er sei 1998 deshalb im Gefängnis gewesen. «Menschen machen Fehler, das heisst nicht, dass sie für immer schlecht sind», zitierte der Sender die Ehefrau. Das Brisante: Das Paar soll zwar den kleinen Gammy zurückgelassen haben – seine gesunde Zwillingsschwester hingegen nahm es offenbar mit.
Die Leihmutter des Geschwisterpaars macht sich laut Guardian deswegen nun grosse Sorgen. «Ich bin schockiert», sagte sie demnach Fairfax Media. «Ich mache mir grosse Sorgen um mein kleines Mädchen. Ich brauche Hilfe von jedem, der mir meine Tochter so schnell wie möglich wiederbringen kann.» Die 21-Jährige, die bereits zwei leibliche Kinder hat, wolle sich lieber auch noch um das Mädchen kümmern, als es bei den biologischen Eltern zu lassen.
Das Paar aus der Nähe von Perth ist von selbst bislang nicht an die Öffentlichkeit getreten. Dem Sender ABC soll der mutmassliche Vater gesagt haben, dass er nichts von dem kleinen Zwillingsbruder seiner Tochter gewusst habe, das Krankenhaus habe nie einen Jungen erwähnt. Die Leihmutter berichtete hingegen, der Vater habe das Mädchen im Krankenhaus besucht, den Jungen, der das Downsyndrom hat, aber keines Blickes gewürdigt.
Die junge Frau wurde nach eigenen Worten Leihmutter, um Schulden zu begleichen und die Ausbildung ihrer beiden eigenen Kinder zu finanzieren. Sie hatte die Zwillinge nach eigenen Worten gegen eine Zahlung von umgerechnet etwa 10'000 Euro ausgetragen.
Nach dem Aufruhr um Baby Gammy will das thailändische Gesundheitsministerium gegen ähnliche Fälle vorgehen. Fünf der zwölf Kliniken, die künstliche Befruchtung anbieten, droht die Schliessung. Die Kliniken hätten offenbar nicht die richtigen Genehmigungen, um diesen Service anzubieten. (vks/dpa)