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Abgasmessungen RSD
Der Remote Sensing Detector (RSD) ist ein System zur berührungsfreien Messung von Schadstoffen im Abgas vorbeifahrender Fahrzeuge. Indem die Abschwächung eines durch die Abgaswolke geleiteten Lichtstrahls gemessen wird, lassen sich Aussagen zur Konzentration verschiedener Schadstoffe im Abgas machen. Das System eignet sich zur Ermittlung des realen Emissionsverhaltens von Fahrzeugen. Da eine grosse Anzahl Fahrzeuge gemessen wird, lassen sich Aussagen über die Abhängigkeit der Schadstoffemissionen von der Fahrdynamik (Geschwindigkeit, Beschleunigung) oder bestimmter Kategorien des Fahrzeugparks (Abgasnorm, Alter, Motorenart etc.) machen. Lastwagen können wegen der unterschiedlichen Anordnung des Auspuffs nur teilweise gemessen werden.
Ziele der RSD-Messungen
Das primäre Ziel der RSD-Messungen ist, Erkenntnisse über die Emissionen der Fahrzeuge in realen Verkehrssituationen zu erhalten - beispielsweise über den Anteil hochemittierender Fahrzeuge am gesamten Fahrzeugbestand, dem Alterungsverhalten von Abgasreinigungssystemen sowie der Abhängigkeiten der Schadstoffwerte von einzelnen Abgasstufen (EURO-Normen).
Ein weiteres Ziel der RSD-Messungen ist es, den Einfluss von verkehrsbedingten Faktoren wie beispielsweise der Fahrdynamik (Beschleunigung, Geschwindigkeit) auf den Abgasausstoss zu analysieren.
Messungen an Einzelfahrzeugen haben nur indikativen Charakter und sind rechtlich nicht verbindlich. Die gewonnenen Erkenntnisse dienen primär als Grundlage für die Planung und den Vollzug von Luftreinhalte-Massnahmen.
Der Verlauf der gemessenen NOx-Emissionen ist bei den Diesel-Personenwagen gegenläufig zum Verlauf der Abgasnorm-Verschärfungen. Die Emissionen haben seit Anfang der 90er Jahre (Abgasnorm Euro 1) bis 2000 (Abgasnorm Euro 3) stark zugenommen. Danach stagnierten sie auf hohen Niveau bis 2015 (Abgasnorm Euro 5). Dies bedeutet, dass neuere Fahrzeuge mit Abgasnorm Euro 4 und 5 (d. h. knapp 2/3 der aktuellen Diesel-PW Fahrzeugflotte) mehr Stickoxide ausstossen als alte Fahrzeuge mit Abgasnorm Euro 1.
Dieselfahrzeuge der neusten Abgasnorm Euro 6 (Inbetriebnahme 1. September 2015) sind zwar besser, aber bei weitem nicht so gut wie es erwartet wird. Die Messungen von Euro 6-Fahrzeugen zeigen, dass sie im Durchschnitt zwar halb so viel NOx ausstossen wie Euro 5 Fahrzeuge, aber weiterhin fünfmal so viel wie aufgrund der Abgasnorm erwartet wird. Die Abgasemissionen bei den neusten Dieselfahrzeugen sind also heute auf einem Stand, wo man vor 20 Jahren hätte sein wollen.
Bei den dieselbetriebenen Lieferwagen nehmen die gemessenen NOx-Emissionen seit 25 Jahren stetig zu und sind somit gegenläufig zum Verlauf der Abgasnorm-Verschärfungen. Erst mit der neusten Abgasnorm kommt es auch bei den Diesel-Lieferwagen zu einer deutlichen Verbesserung.
Dieselfahrzeuge emittieren je nach Abgaskategorie 5- bis 20-mal mehr NOx-Emissionen als Benzinfahrzeuge.
Erkenntnisse für die Luftqualität: Der Anteil der dieselbetriebenen Fahrzeuge am Gesamtbestand nimmt deutlich zu. Bei Personenwagen von 3% (2000) auf 30% (2017), bei Lieferwagen von 35% auf 82%. Damit steigt auch der Anteil Fahrzeuge mit hohen spezifischen NOx-Emissionen. Weil zusätzlich der Fahrzeugbestand und die gefahrenen Kilometer laufend zunehmen, bleibt die Schadstoffbelastung weiterhin hoch, trotz immer strengeren Abgasnormen.
Motorfahrzeuge verursachen rund die Hälfte der NOx-Emissionen im Kanton Zürich und tragen somit hauptsächlich zu den Überschreitungen der zulässigen NO2-Immissionsgrenzwerte bei. Insbesondere in städtischen Gebieten und entlang von Hauptverkehrstrassen nehmen die NO2-Belastungen in der Aussenluft nicht so stark ab, wie es eigentlich aufgrund der laufend verschärften Abgasnormen erwartet werden sollte.