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Schon mal so richtig tief im Schlamm gesteckt? Nein? Dann waren Sie vermutlich noch nie bei Regenwetter auf einer Wattwanderung. Wattenmeere gibt es nicht nur an der Nordsee sondern weltweit. Als Wattenmeer bezeichnet man sehr flache Küstenbereiche, die zweimal täglich trocken fallen und wieder überschwemmt werden. Der Unterschied zwischen Niedrig- und Hochwasser beträgt mindestens 2m. Das Gefälle ist mit weniger als 1m auf 1km Länge sehr gering, wodurch das Wattenmeer seine grosse Ausdehnung erhält.
Die einzelnen Wattbereiche unterscheiden sich bezüglich der hydrodynamischen Energie und daraus folgernd bezüglich der Oberfläche und der vorkommenden Tiere und Pflanzen.
Die Wattebenen bestehen aus Sand oder Schlick (Schlamm mit einer Korngrösse <0.063mm) und sind von tieferen Abflusskanälen, den Prielen durchzogen. Durch die Priele fliesst das Wasser ein und ab. Weil dadurch das Wasser nicht grossflächig anschwillt bei Flut, kann eine Wattfläche auch von Landseite her überflutet werden. Es kommt daher immer wieder vor, dass Wattwanderer von der Flut eingeschlossen werden.
Das Wattenmeer ist ein einzigartiger Lebensraum, aber auch ein einzigartiger Ablagerungsraum. Ein Teil der Sedimente stammt vom offenen Meer, während Flüsse feinkörniges Material und Schwebstoffe vom Festland einbringen. Die feinkörnigen Stoffe werden auf hochgelegenen Zonen abgelagert, während sich die grösseren Körner in den tiefergelegenen Bereichen ansammeln. Vereinzelt treten auch Schillhorizonte auf; Lagen, die aus zerbrochenen Muschelschalen bestehen und während eines heftigen Sturmes entstanden sind.
Wattenmeere oder zumindest weite Rippelfelder in sehr feinem Gestein findet man auch versteinert, so zum Beispiel südlich von Dresden bei Altenberg.
Wattenmeer heute oder gestern, mit Gummistiefel oder Wanderschuh? Wer bevorzugt was.
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