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DMZ – NATUR / TIERWELT ¦ Patricia Jungo ¦
Elefanten brauchen ihre Stosszähne für verschiedene Zwecke und sie sind weit mehr als nur ein Schmuck. Die Tiere setzen sie ein beim Graben nach Grundwasser, beim Schälen des Baobab-Baums, um dessen Rinde zu fressen und sie wehren sich damit auch gegen ihre Artgenossen. Zu erwähnen ist, dass auch viele Weibchen Stosszähne haben und dies nicht ausschliesslich den Männchen vorbehalten ist.
Während Elefanten-Bullen aber ohne den Elfenbeinschmuck schon als Embryo im Mutterleib absterben, haben Weibchen ohne gute Überlebenschancen. Dass sich der evolutive Vorteil der stosszahntragenden Tiere nun allerdings marginalisiert, macht sich nun deutlich bemerkbar. In Mozambik wütete in den Jahren von 1977 bis 1992 ein Bürgerkrieg. Die Gegner schafften es, sich durch die Elefantenjagd ihre Finanzierung zu sichern, indem sie das Elfenbein verkauften. Nach dem Krieg blieben von den 2542 Elefanten (Stand 1972) nur noch 242, was einem traurigen Viertel der ursprünglichen Herden entspricht. Anfang der 1990er Jahre trugen mehr als 50 Prozent der Weibchen keine Stosszähne. Dieser Prozentsatz lag anfangs 1970 noch bei 18,5. Dies bringt die Studie eines Forscherteams der Universität Princeton an den Tag, welche im Fachmagazin «Science» publiziert wurde. Ein ähnlicher Effekt lässt sich auch in anderen afrikanischen Ländern beobachten, wo die sanften Dickhäuter unter der Wilderei zu leiden hatten.
So wurde der Überlebensvorteil «Stosszahn» über einen längeren Zeitraum zu einem grossen Nachteil und sortierte sich allmählich von selbst aus. Wie Dennis Rentsch, langjähriges Mitglied der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF) und Elefantenforscher in Tansania berichtet, konnte man beispielsweise in der Serengenti das gehäufte Auftreten von Elefantenbabys ohne oder mit sehr kleinen Stosszähnen beobachten. Dabei fügt er an, dass die Elefanten mit den grossen Stosszähnen heutzutage vorwiegend in den am besten geschützten Gebieten leben. Sind sie von Wilderei geschützt, können sie ihre wertvollen Alltagshilfen behalten. Eine solche Art der Selektion durch menschliches Eingreifen gibt es auch bei anderen Tierarten. So wurden begehrte Fischarten in letzter Zeit immer kleiner, da die Kleinsten eher aus den Fischernetzen entkommen können. Und in Kanada lässt sich beobachten, dass sich die Dickhornschafe sozusagen ihrer Hörner entledigen. Diese vom Menschen begehrten Stücke schrumpfen nämlich zunehmend.
Quellen:
±tagesspiegel.de/trendsderzukunft.de±
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