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Hintergrund
Trotz massiver Fortschritte in den vergangenen 10 Jahren bleibt HIV/AIDS eine der führenden Ursachen für Krankheit und Tod im Südöstlichen Afrika. Die grosse Herausforderung für die kommenden 10 Jahre wird es sein, einer steigenden Anzahl Personen mit HIV leicht zugängliche antiretrovirale Therapie anzubieten, während gleichzeitig global die finanziellen Mittel für HIV Programme abnehmen. Um eine Kontrolle der HIV Epidemie in Hochprävalenz Ländern mit geringen Ressourcen zu erreichen, braucht es klinische und operationelle Forschung, die vereinfachte und v.a. kosteneffiziente Ansätze zum Testen und Therapieren von HIV untersucht.
Projekt
Das Projekt umfasst vier randomisiert klinische Studien und ein experimentelles Projekt, alle mit dem Ziel, neue, kosteneffektive Ansätze zur Verbesserung von HIV Programmen im Südöstlichen Afrika zu testen und so zu zukünftigen Behandlungsrichtlinien beizutragen. Alle vier randomisierten Studien werden in Lesotho, in zwei ländlichen Distrikten mit drei Spitälern und 21 Gesundheitszentren wo insgesamt über 30'000 Patientinnen und Patienten antiretrovirale Therapie erhalten, durchgeführt. Studie 3 und 4 werden zusätzlich auch Patientinnen und Patienten an Kliniken in KwaZulu Natal, Südafrika, respektive Ifakara, Tanzania einschliessen. Studien 1, 2 und 3 sind Kluster randomisiert, Studie 4 individuell randomisiert.
Die vier randomisierten Studien
Studie 1 testet ob in Interventionsklustern (Dörfern) die Anwendung von oralen HIV Selbsttests während HIV Testkampagnen die Testrate in der Gesamtpopulation erhöht und kosteneffektiv ist. Diese Studien wird in >150 Dörfern durchgeführt.
Studie 2 ist die erste randomisierte Studie, die testet, ob klinisches Management und Therapie von Patienten mit neu diagnostizierter HIV Infektion durch Laien den klinischen und virologischen Behandlungserfolg verbessert. Während einer grossen Testkampagne in ca. 200 Dörfern werden neu-diagnostizierte Patientinnen und Patienten rekrutiert. In Interventionsdörfern werden die Patientinnen und Patienten von Gesundheitshelfern betreut (monatliches klinisches check-up, Monitorisieren der Adhärenz, Medikamentenabgabe). In Kontrolldörfern findet die Betreuung wie üblich durch medizinisches Fachpersonal in einer Klinik statt.
Studie 3 testet in Inverventionskliniken in Lesotho und Südafrika ob automatisierte SMS/Whatsapp Benachrichtigung an Patientinnen und Patienten über das Resultat ihrer letzten Viruslastmessung inklusive automatisiert vorgeschlagenem Prozedere je nach Resultat, den klinischen und virologischen Verlauf verbessert und ob es kosteneffektiv ist.
Studie 4 untersucht ob Anwendung genotypischer Resistenztestung bei Kindern und Jugendlichen mit Therapieversagen unter antiretroviraler Therapie das Management und somit den klinischen und virologischen Verlauf verbessert.