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Jetzt in der kälteren Jahreszeit kann ich öfters Diskussionen in diversen Gruppen verfolgen, die sich um das Thema „Mantel für Hunde“ drehen. Man kann Argumentationen von Befürwortern und von Gegnern lesen. Die Befürworter argumentieren, einige Hunde seien besonders empfindlich am Rücken oder haben ja keine Unterwolle und frieren. Die Gegner halten mit „der soll sich warmlaufen“ dagegen.My two cents worth:Meine (zugegeben recht unbegabte) Skizze zeigt einen schemenhaften Ausschnitt der hündischen Wirbelsäule von der Seite aus gesehen, mit den Dornfortsätzen (die Zacken) und zwei recht prominente Bänder oberhalb und unterhalb der Wirbelkörper. Oberhalb = orange dargestellt = ligamentum longitudinale dorsale ist ein recht flexibles Bandunterhalb = blau dargestellt = ligamentum longitudinale ventrale ist ein relativ starres Band, was wenig Dehnung, dafür viel Stabilität bietet.
(rudimentäre Skizze eines Ausschnittes einer hündischen Wirbelsäule mit den beiden starken Bändern)
Aufwölben des Rückens (1. Bild) geht daher gut und ist eine physiologische Bewegung. Die Gegenbewegung, ein Durchbiegen des Rückens (2. Bild) dagegen unphysiologisch, da das untere Band dann unter vermehrten Zug gerät, für das es nicht ausgelegt ist.Die Muskeln zwischen den Dornfortsätzen und links und rechts der Wirbelsäule, sowie die Bänder zwischen den Dornfortsätzen bleibe ich in der Skizze schuldig. Ich denke, das kann man sich auch gut vorstellen.Jetzt muss man noch wissen, dass bei Kälte Muskeln, Sehnen und Bänder weniger durchblutet werden, daher weniger elastisch sind und sich eher zusammenziehen, als ausdehnen.
(Piloerektion nennt man das Aufstellen der Körperbehaarung, um (in diesem Fall) ein wärmendes Luftpolster zwischen den Haaren zu schaffen. Wir kennen es bei uns Menschen als Gänsehaut. Dieser Hund hat kalt!)
Die Dornfortsätze werden also eher aufeinander zugezogen (2. Bild) und das untere (ventrale) Band gerät unter unphysiologischer Spannung.Hunde, bei denen schon Spondylosen diagnostiziert wurden, haben jetzt richtig verloren, denn bei ihnen sind die Ansätze des unteren Bandes eh schon unter enormen Stress, da verknöchert. Aber auch rückengesunde Hunde, die keine oder nur sehr wenig Unterwolle haben oder die älter sind und damit empfindlicher, profitieren von einem warmen Rücken. Denn auch bei ihnen verkürzen sich die genannten Strukturen und sorgen so für einen eher „steifbeinigen Gang“. Je nach Witterung funktioniert das mit dem Warmlaufen nicht so gut oder dauert lange. Bis dahin ist der Hund jedoch schon mit einem „steifen“ Rücken herumgelaufen und musste die mangelnde Rückenbewegung über andere Gelenke kompensieren. Ein Ridgeback (das Model für die vorliegende Erklärung) hat keinerlei Unterwolle und damit kaum Isolation gegen solche Witterungsbedingungen. Auf dem Foto 2 kann man gut die Reaktion des Hundes erkennen: Die Rückenhaare werden aufgestellt (Piloerektion nennt man das) – der Hund friert. Wir Menschen kennen das als Gänsehaut und wissen, dass es nicht sehr angenehm ist. Wartet man länger, wölbt der Hund den Rücken auf, zieht den Popo ein und fängt an zu zittern. Das habe ich jedoch nicht übers Herz gebracht. Meine Meinung daher: Kurzhaarige Hunde, rückengeschädigte, kranke oder ältere Hunde bekommen bitte einen Mantel, wenn es draußen kalt, windig und nass ist. Und bitte auch die Hunde, die anzeigen, dass ihnen das Wetter zusetzt (vgl. oben).
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