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Eine strategische Lage zwischen Europa und Asien
Spielende Kinder (Foto: K. Ilievska)
Die Republik Georgien liegt in Südwestasien und grenzt im Westen an das Schwarze Meer, im Norden an Russland, im Südosten an Aserbaidschan und im Süden an Armenien und die Türkei. Georgien umfasst die zwei autonomen Republiken Abchasien und Adscharien sowie die autonome Region Südossetien.
Die Bevölkerung beträgt 4,3 Millionen und ist aus verschiedenen ethnischen Gruppen zusammengesetzt. 84 Prozent der Bevölkerung sind Georgier, sieben Prozent Aserbaidschaner, sechs Prozent Armenier und zwei Prozent Russen. Ungefähr die Hälfte der Bevölkerung lebt in Stadtgebieten, die Hauptstadt Tiflis hat 1,2 Millionen Einwohner.
Georgien erlangte 1991 seine Unabhängigkeit von der Sowjetunion. Ein Bürgerkrieg war die Folge, als die Separatisten in Abchasien und Südossetien ihre Anerkennung als autonome Regionen forderten. Der Konflikt über diese Territorien führt bis heute zu Spannungen mit Moskau.
Die Unabhängigkeit brachte viele soziale und wirtschaftliche Probleme mit sich
Die Georgier haben seit den politischen Ereignissen von 1991 viele Veränderungen durchlaufen. Die Wirtschaft brach zusammen, als Georgien seine günstige Energiequelle aus der Sowjetunion verlor und die Handelsbeziehungen zwischen den beiden Ländern aufgelöst wurden. Georgien hat eigene Energiequellen erschlossen, hauptsächlich aus Wasserkraftwerken und importiertem Gas aus Aserbaidschan. Das Land hat eine strategisch günstige geographische Lage zwischen Europa und Asien und hat seine Infrastruktur weiter ausgebaut, so dass es als Transitland für Gas, Öl und andere Güter genutzt werden kann.
Mit dem Zusammenbrechen der Wirtschaft fiel auch der Lebensstandard der Bevölkerung, die Arbeitslosenquote stieg auf 16 Prozent. Obwohl sich Georgien zu einer Dienstleistungswirtschaft entwickelt, ist ca. die Hälfte der Bevölkerung in der Landwirtschaft beschäftigt. Es werden Trauben, Zitrusfrüchte, Früchte und Haselnüsse angebaut. Die wichtigsten Exportpartner sind die Nachbarländer Türkei und Aserbaidschan.
Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten haben auch zu einem Rückgang der Ausgaben für das Gesundheitssystem geführt; es ist nach wie vor unterfinanziert, vor allem in ländlichen Regionen. Ansteckende Krankheiten, besonders die multiresistente Tuberkulose, stellen ein bedeutendes Gesundheitsproblem dar.
Kinder und Jugendliche brauchen Schutz
Ihre Lieblingspuppe (Foto: K. Ilievska)
Kinder, die ungefähr ein Viertel der Bevölkerung ausmachen, leiden unter über einer höheren Armutsquote als der Rest der Bevölkerung; 28 Prozent der Kinder unter 18 Jahren leben unterhalb der Armutsgrenze. Kinder in ländlichen Regionen sind besonders benachteiligt - ihnen fehlt es an Zugang zum Bildungssystem, sozialer Unterstützung und Gesundheitsfürsorge.
Georgien hat eine hohe Kindersterblichkeitsrate bei Kindern unter fünf Jahren und einen Anstieg bei der Zahl von ansteckenden und parasitären Erkrankungen zu verzeichnen.
Der Übergang zur Demokratie hat komplexe soziale Probleme ausgelöst; davon sind auch die Kinder betroffen. Armut, Krankheit der Eltern, häusliche Gewalt und Drogenmissbrauch haben dazu geführt, dass viele Kinder in großen Betreuungsheimen untergebracht wurden. Kinder, die aus diesen Institutionen kommen, haben nachweislich keine Fertigkeiten erworben, um selbständig leben zu können. Ihre Arbeitslosenquote ist mit 68 Prozent sehr hoch. Einige enden auf der Straße, wo sie in Prostitution und kriminellen Aktivitäten verstrickt sind.
SOS-Kinderdorf in Georgien
Das erste SOS-Kinderdorf wurde 1996 in der Nähe der Hauptstadt Tiflis eröffnet. Im Jahr 2002 nahm SOS-Kinderdorf seine Tätigkeit an einem zweiten Standort, in Kutaisi, auf. Derzeit umfassen die SOS-Kinderdörfer und Programme auch die Arbeit mit jungen Menschen und ebenso professionelle Kinderbetreuung in Kindergärten.
Seit dem Jahr 2005 bieten SOS-Sozialzentren Programme zur Familienstärkung an, in denen direkt mit Familien, Gemeinden, lokalen Behörden und anderen Einrichtungen gearbeitet wird, um Kindern die Möglichkeit zu geben, in einer liebevollen familiären Umgebung aufzuwachsen.
SOS-Kinderdorf stellt sicher, dass Kinder Zugang zur Grundversorgung wie der Gesundheitsfürsorge und dem Bildungssystem haben und unterstützt Eltern bei der Suche nach Arbeit und beim Ausbau ihrer elterlichen Kompetenzen. Kinder, die ihre Eltern verloren haben oder nicht länger bei ihren Familien bleiben können, finden liebevolle Aufnahme in einer familiennahen Umgebung, der SOS-Kinderdorf-Familie.
Website von SOS-Kinderdorf Georgien
(verfügbar auf Georgisch)