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Der Film ist nicht der erste über die Yanomami Amerindios des Roraima-Territoriums im Nordosten Brasiliens, doch wahrscheinlich (und das ist der Skandal) einer der letzten. Der Film von Ziegler und Birraux ist nicht einfach ein Indianerfilm mehr, sondern hat seine Eigenart. Sie besteht in einer filmischen Technik und Oekonomie, die der dargestellten Ueberlebensökonomie adäquat ist. Ziegler und Birraux waren lediglich mit einer Bel) & Howell-Federwerkkamera und einem Kassettentongerät ausgerüstet; Synchronton war ausgeschlossen. Ziegler hat die (maximal 30 Sekunden lang dauernden) stummen Einstellungen am Schneidetisch vertont, und zwar mit einer Perfektion, die beispielsweise das Publikum der Solothurner Filmtage gar nicht auf den Gedanken kommen liess.
Der Film vermeidet eine eh problematische Einordnung in grössere (auch politische) Zusammenhänge, bleibt rein deskriptiv: Hausbau, Trinken und Essen, Anbau, Ernte, Fischen, Jagd, Wanderung (die Yanomami sind Halbnomaden an der Grenze zwischen Jäger- und Sammlerkultur und Agrikultur), Fest. Anstatt eines Kommentars begleiten authentische Mythologien die Beschreibung einer vorliterarischen Existenz. Die einzelnen Teile der Beschreibung bleiben in einer episch erzählenden Parataxe („und dann, und dann“), auch dies in der Absicht, den Lebensrhythmus des Dargestellten quasi zu wiederholen. Wenn die wandernden Indianer zum Weitergehen auffordernde Gesten „in die Kamera“ machen, hat man den Eindruck, sie richteten sich eben nicht an die Kamera, sondern an Volkmar Ziegler, der aus der Reihe getreten, aus dem Rhythmus dieses Lebens gefallen ist.