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Bauernmarsch vom 22. Oktober 2015 in Bern, organisiert von SAM
Uniterre lädt ihre Mitglieder ein, sich am Bauernmarsch „Stopp dem Diebstahl von landwirtschaftlichen Produkten“ vom 22. Oktober in Bern, der von SAM organisiert wird, zu treffen. Uniterre teilt mehrere Forderungen von SAM-Swiss Agri Militant und ist ferner der Auffassung, dass die Initiative für Ernährungssouveränität zur Lösung vieler der genannten Probleme beitragen kann. Deshalb werden Mitglieder von Uniterre auch vor Ort Unterschriften sammeln.
Forderungen von SAM
1· Vertragliche Festlegung der Partnerschaft zwischen Produzenten und Milchkäufern
Seit Jahren wird diese Forderung von Uniterre gestellt. Sei es im Rahmen der Reformen der Landwirtschaftspolitik, um den Gesetzesartikel über Verträge strikter zu fassen oder sei es bei Verhandlungen mit den Milchkäufern. Es wurde immer betont, dass bei den Verhandlungen mit den Käufern gegenseitige Zustimmung im Minimum über die Menge, die Qualität, den Preis, über die Lieferpläne und die Abrechnungen erreicht werden muss.
2· Anwendung des Preises von 0,68 Sfr der BOM, der gegenwärtig nicht eingehalten wird:
Für Uniterre ist das ein Preis, der unmittelbar von den Käufern als erster Schritt und als Zeichen der Öffnung der Verhandlung gewährt werden muss. Wir erinnern hier daran, dass dieser Richtpreis nicht die Produktionskosten deckt, denn diese liegen gemäss der Forschungsanstalt ART-Tänikon mindestens zwischen 85 Rp. und 1.20.- /pro Liter. Das ist der Betrag, den der Markt aufbringen muss.
Die Direktzahlungen sind per Definition nicht dazu da, die Versäumnisse der Käufer zu kompensieren, sondern um spezifische Leistungen, die die Bauern für die Bevölkerungen erbringen, abzugelten. Wenn die Direktzahlungen bei der Rechnung mit einbezogen sind, dann müssten die Preise, die wir nennen, um 20 Rp. höher ausgewiesen werden. So gesehen entspricht die Forderung von Uniterre, dass der Markt 1 Fr./ pro Liter bezahlt, exakt den offiziellen und gründlichen Berechnungen.
Faire Preise sind solche, die die Kosten decken und diejenigen, die mit dem Boden arbeiten, angemessen entlöhnen. Zu finden in der Broschüre von Uniterre über die Preise. (Seite 24-25)
3· Die Abschaffung der Segmentierung des Milchmarktes
Eine offenkundige Tatsache. Die Segmentierung des Marktes ist seit Inkrafttreten eine einzige grosse von der Industrie organisierte Täuschung. Das Fehlen jeglicher Transparenz in diesem System hat die ökonomische Situation der Bauernfamilien verschärft. Die Logik muss sein: Eine Kuh = Eine Milchqualität = Ein einziger Milchpreis.
Die Mengenregulierung muss in der Hand der bäuerlichen Organisation sein, um die Übereinstimmung zwischen dem Angebot der Bauern und den Bedürfnissen der Bevölkerung zu gewährleisten. Das fordern der EMB (European milk board), Uniterre und die Initiative für Ernährungssouveränität, dies insbesondere in den Absätzen 5a und 5b, welche Mengenregulierung, Markttransparenz und faire Preise einschliessen.
Wir haben die Situation einer Marktkonzentration in der Lebensmittelbranche. Es braucht vom Bund klar abgesteckte Rahmenbedingungen, damit wir auf gleicher Augenhöhe verhandeln können. Dies ist eine wichtige Voraussetzung, um unsere bäuerliche Landwirtschaft zu erhalten.
4· Abschaffung von Abschlägen auf den Fettgehalt:
Obwohl eher eine Randerscheinung, ist diese Forderung sicher legitim und wird von Uniterre geteilt. Es ist haarsträubend, dass die Bauern Milch mit 3,8% Fett produzieren müssen, egal wie die Klimabedingungen sind, während die Milch danach auf 3,5% Fett runter homogenisiert wird. Die Industrie profitiert so dreimal: Sie bekommen Milch, die reich an Fett ist, womit sie - aus der genannten Differenz - Butter und Rahm produzieren können, sie horten die Kürzungen, wenn die Bauern die Grenze des Fettgehalts nicht einhalten und kassieren Beiträge, um dieses Mehr an Fett in andere Länder zu exportieren. Bingo!
Kontakte
Charles-Bernard Bolay, Präsident Uniterre 079 409 14 42 (f)
Ulrike Minkner, Vizepräsidentin Uniterre 032 941 29 34 ou 077 401 88 72 (D/f)
Nicolas Bezençon, Sekretär Uniterre, 079 574 54 12 (f/d)