Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03237.jsonl.gz/5

Herztonüberwachung
Wie Sie während der Wehen überwacht werden (fortlaufend oder in bestimmten Abständen) hängt zum einen mit den Gepflogenheiten des jeweiligen Spitals zusammen und zum anderen mit Ihrer Verfassung und der Ihres Babys. Auf die eine oder andere Weise wird in jedem Fall eine angemessene Überwachung stattfinden.
Während der Eröffnungsphase wird etwa alle 2 – 4 Stunden in Abständen geprüft, wie stark sich der Muttermund bereits geöffnet hat und wie weich der Gebärmutterhals (Zervix) ist.
Daneben werden während der Wehen die Herztöne des Kindes überwacht, entweder kontinuierlich oder in regelmässigen Abständen, um sofort jedes Anzeichen von fetaler Mangelversorgung zu registrieren.
Alle untenstehenden Geräte können zur periodischen Überwachung der Pulsfrequenz eingesetzt werden. Die Hebamme wird etwa alle 15 Minuten mit diesen Geräten die Herztöne Ihres Babys abhören. Dies geschieht meist direkt nach einer Kontraktion, da zu diesem Zeitpunkt die Wahrscheinlichkeit eines geringen Herztonabfalls des Babys am grössten ist.
Die Untersuchungen erfolgen mit:
- einem Stethoskop, das einem Hörrohr ähnelt und Pinard genannt wird, im Bild rechts; es wird leider heute nur noch ganz selten gebraucht, weil die Benutzung dieses Gerätes sehr viel Übung voraussetzt.
- einem kleinen elektronischen Ultraschallgerät, das einem Mikrofon ähnelt und nach dem Doppler-Prinzip funktioniert - Dopton genannt.
- einem Kardiotokograph (CTG, Herzton-Wehenschreiber), Bild oben, welcher nicht nur die Wehen sondern auch die Herztöne des Babys kontinuierlich aufzeichnet und so dokumentiert. Diese Dokumentation wird heute aus juristischen Gründen immer wichtiger und deshalb wird entsprechend häufig diese Form der Überwachung gewählt. Das (mehr oder weniger) regelmässige Wummern der Herztöne Ihres Babys begleitet Sie bei der Geburt. Viele werdende Mütter finden es beruhigend, ihr Ohr gleichsam beim Kind haben können. Und zum Glück sind die Herztöne auch nur in Ausnahmefälle besorgniserregend. Sie müssen sich nicht ängstigen, wenn der Puls des Babys rast, 120 bis 140 Schläge pro Minute gelten unter der Geburt als normal. Sie müssen sich vorstellen: Das Herz Ihres Kind ist gerade mal 23 Gramm schwer, es muss einfach oft pumpen, um den Körper zu versorgen. Auch “Stolperer“, das heisst kleine Unregelmässigkeiten beim Pochen, sind nicht schlimm. Damit das CTG geschrieben werden kann, bekommen Sie zwei kleine Sensoren auf den Bauch - einen für die Wehen, einen für die Herztöne. Manchmal drücken diese angeklebten „Fühler“, gerade wenn der Bauch in den Wehen hart wird. Verläuft alles normal, können Sie zwischendrin ruhig von dem Gerät abgehängt werden. Auch ein breites Baumwollband, das über Ihren Bauch gezogen wird, mildert den Druck der Sensoren.
Newsticker
Sauerstoff zum Leben | 28.03.2021
Genug Sauerstoff ist für die ungestörte Entwicklung des Ungeborenen Voraussetzung. In den letzten Monaten der Schwangerschaft hat das Baby einen besonders hohen Bedarf. Ein Mangel kann sich schon nach kurzer Zeit ungünstig auswirken. „Man kann eine bedrohliche Situation mit einem einfachen Gerät, dem CTG, frühzeitig erkennen“, betont Dr. med. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte in Deutschland. Wenn eine Schwangere in den letzten Wochen Wehen hat, ist der Blutzufluss kurzfristig eingeschränkt, die Anzahl der Herzschläge des Babys sollten sich aber nicht verändern. Fällt die Herzfrequenz während einer Wehe ab und erholt sich erst nach und nach, ist das ein Hinweis auf Sauerstoffmangel. Eine baldige Geburtseinleitung könnte sinnvoll sein, denn dann ist das Kind von der mütterlichen Versorgung unabhängig. Auch unter der Geburt wird durch die Cardiotocographie eine Sauerstoffmangel-Situation frühzeitig erkannt. Der damit verbundene Pulsed-wave Doppler-Ultraschall erzeugt harmlose Ultraschallwellen mit sehr geringer Energie, die für das Baby kein Risiko darstellen.
Letzte Aktualisierung : 03-03-20, BH / ET