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Methoden der Farbmischung
Zum Mischen von Wandfarbe benötigen Sie keine tieferen Kenntnisse der Farbenlehre. Dennoch bieten Farbkreise eine nützliche Orientierung. Zum Beispiel geben sie darüber Aufschluss, welche Farben miteinander harmonieren und welche Grundfarben zusammen welche neuen Töne ergeben. Die Farben dieser Modelle bilden drei Grundkategorien.
- Primärfarben bilden die Ausgangsfarben (Rot, Gelb, Blau).
- Sekundärfarben sind Mischungen aus zwei Primärfarben (z. B. Rot + Gelb = Orange).
- Tertiärfarben entstehen durch die Verbindung von Primär- und Sekundärfarben (z. B. Gelb + Grün = Gelbgrün).
Ein Farbkreis ordnet die Farbtöne so an, dass miteinander komplementäre Farben sich gegenüberliegen. Vermeiden Sie die Kombination solcher Töne – kaum jemand wünscht sich schliesslich graue Wände. Wenn Sie nämlich diese Farben miteinander mischen, beispielsweise Grün mit Magenta, ergibt sich ein wenig ansehnlicher Grauton.
Grundsätzlich liegen dem Farbenmischen zwei Modelle zugrunde.
- Additive Farbmischung: Hierbei stellen Rot, Gelb und Blau die Grundfarben. Aus diesen mischen Sie alle anderen Töne, indem Sie weitere dazugeben.
- Subtraktive Farbmischung: Diesem Modell liegen als Ausgangsfarben Magenta, Cyan und Gelb zugrunde. Sie nutzt das physikalische Phänomen, dass durch die Beigabe von Farben bestimmte Farbanteile des Ursprungstons absorbiert werden.
Im Prinzip lassen sich aus den Grundfarben bei diesen Modellen alle beliebigen Töne anmischen. Geht es jedoch um die Aufhellung oder Abschwächung eines Farbtons, kommen zusätzlich Weiss und Schwarz ins Spiel. Mit Weiss hellen Sie einen zu dunkel geratenen Ton auf oder kreieren sanfte Pastelltöne. Dunklere Nuancen eines Tons erzielen Sie durch die Beigabe von etwas Schwarz. Wenn Sie alle Grundfarben miteinander mischen, erhalten Sie Schwarz.
Auf solch einer Grundlage können Sie allerdings keine metallisch glänzenden Töne wie Gold, Silber und Bronze kreieren. Hierfür sind Sie auf den Kauf fertiger Spezialfarben angewiesen.
Den richtigen Farbton finden
Noch einfacher finden Sie die richtigen Farben zum Mischen mithilfe einer Tabelle. Diese gibt es speziell für Wandfarben. Für das Mischen listet die Tabelle genau auf, welche Töne Sie für Ihre Lieblingsfarbe zusammenbringen sollten.
Ein leuchtendes Petrol, saftiges Grüngelb oder doch lieber ein dezenter Ockerton? Wer sich noch unsicher ist, hat mit der Tabelle eine Übersicht zur Hand, die ein breites Farbspektrum mit vielzähligen Farbtonabstufungen abdeckt. Sie eignet sich wunderbar als Inspirationsquelle. Auf einen Blick sehen Sie zudem, welche Farben einem Ton zugrunde liegen, was die Anschaffung der Malerfarbe erleichtert.
Jedoch sind die gekauften Mischfarben in den seltensten Fällen mit den Tönen der Farbtabelle hundertprozentig deckungsgleich. Ausserdem gibt es noch weitere Faktoren zu berücksichtigen. Je mehr Farben beim Mischen ins Spiel kommen, desto schwieriger ist es, exakt den gewünschten Farbton zu erhalten. Oft ergeben sich unvorhersehbare Disharmonien. Denn neben der Wahl der passenden Farbe muss auch das Mischverhältnis genau stimmen.
Auf Nummer sicher gehen Sie gerade bei komplizierten Farbwerten, wenn Sie die Hilfe eines Fachmannes in Anspruch nehmen. Malerbetriebe ebenso wie Baumärkte bieten hierzu einen Farbmischservice an. Hierfür benötigen Sie eine Vorlage des avisierten Tones sowie die genaue Mengenangabe. Dabei wird mit einem Farberkennungsgerät gearbeitet, damit das Ergebnis genau der Vorlage entspricht.
Vor dem Anstrich wichtige Punkte beachten
Wenn Sie selbst zum Rührstab greifen, sollten Sie weitere Dinge beachten, um böse Überraschungen zu vermeiden. Rühren Sie zunächst eine geringe Probemenge an und notieren Sie sich, in welchem Verhältnis Sie welche Farben gemischt haben. Verwenden Sie zur genauen Feststellung des Mischverhältnisses beispielsweise einen Messbecher.
Beachten Sie, dass Sie erst nach dem Auftragen der Farbe einen verlässlichen Eindruck erhalten. Daher hilft es, zunächst eine kleine Wandfläche versuchsweise zu streichen. Die Grundierung diese Fläche sollte mit dem Rest der Wände übereinstimmen. Warten Sie anschliessend, bis die Farbe getrocknet ist. Denn erst dann hat sie die endgültige Gestalt angenommen. Wenn Sie sogleich mehrere Abstufungen eines Tones ausprobieren, sparen Sie Zeit.
Nicht zu unterschätzen sind zudem die Lichtverhältnisse. Diese sollten mit denen des zu malenden Raumes übereinstimmen. Um sich die Arbeit der erneuten Grundierung Ihrer Probewand zu ersparen, können Sie alternativ einen Tapetenrest bestreichen. Halten Sie die Tapete vertikal, um den tatsächlichen Lichteinfall zu simulieren. Denn senkrecht liegende Flächen reflektieren Licht anders und wirken dunkler.
Haben Sie das richtige Verhältnis ausgemacht, sollten Sie beim Nachmischen eine grosse Menge anrühren. Denn selten erreichen Sie bei einem weiteren Anmischen noch einmal hundertprozentig die gleiche Farbe. Überlegen Sie daher im Vorfeld, wie viel Farbe Sie für das Mischen benötigen. Als Grundlage dienen Quadratmeterzahl und Gebinde. Planen Sie für den Fall, dass zwei Anstriche notwendig sind, Reserven ein. Weist der bisherige Hintergrund Verunreinigungen auf oder ist er bereits farbig gestaltet, sollten Sie zuvor eine Grundierung vornehmen. Am besten eignet sich Weiss. Eine Grundierung gewährleistet leuchtende Farben und verhindert ungleichmässige Farbeindrücke.
Mit welchen Farbsubstanzen Wandfarbe mischen?
Um die gewünschte Farbe zu mischen, benötigen Sie verschiedene Arten von Wandfarben. Als Basis dient eine Substanz von hoher Deckkraft. Oftmals ist dies Weiss oder eine andere eigenständige Dispersionsfarbe.
Die eigentlichen Mischfarben stellen die sogenannten Abtönfarben dar, die auch als Volltonfarben bezeichnet werden. Diese hochkonzentrierten Substanzen weisen einen intensiven Farbton auf. Da sie dünnflüssig sind und keine Bindemittel enthalten, reicht ihre Deckkraft zumeist nicht selbst aus. Für Latex- und Kalkfarben gibt es spezielle Abtönfarben. An vielen Behältern befindet sich ein Farbfächer mit einer Skala, welche die Tonwerte auflistet und das Mischverhältnis aufschlüsselt. Da jedoch nicht immer der gewünschte Ton dabei ist, bieten beim Farben-Mischen die oben genannten Tabellen mehr Orientierung.
So treffen Sie den richtigen Farbton
Bevor Sie damit beginnen, Ihre Wandfarbe zu mischen, sollten Sie sich sämtliche benötigten Malerutensilien zurechtlegen und Schutzkleidung anziehen. Unerlässlich sind insbesondere Schutzhandschuhe, um Hautreizungen zu vermeiden. Zudem sind die hochkonzentrierten Abtönungsfarben nur schwer von den Händen abwaschbar. Vergessen Sie hierbei auch nicht Farbvorlage und Notizen zu den Mengenverhältnissen. Am besten eignet sich ein grossformatiger, runder Bau-Eimer zum Farbe-Anrühren. Die runde Form verhindert, dass sich Reste in Ecken absetzen und Ungleichmässigkeiten entstehen.
- Geben Sie eine grössere Menge an Deckfarbe in den Kübel. Anschliessend geben Sie dieser nach und nach (entsprechend dem zuvor berechneten Mischverhältnis) die Abtönfarbe bei. Starten Sie dabei mit dem dominierenden Ton. Gehen Sie gerade bei dunklen Tönen vorsichtig vor! Falls Sie versehentlich zu stark abgedunkelt haben, hellt Weiss wieder auf.
- Verrühren Sie die Farben nach jeder Zugabe. Lassen Sie dabei auch nicht den Kübelboden aus. Ein Rührstab eignet sich bei grossen Mengen nicht mehr. Empfehlenswerter ist dann eine Bohrmaschine mit Rühraufsatz. Die Farbe sollte äusserst gründlich gerührt werden, andernfalls ergeben sich beim anschliessenden Streichen Schlieren.
- Wiederholen Sie diesen Vorgang so lange, bis sich der gewünschte Ton ergibt. Auch hierbei können Sie zur Überprüfung noch einmal probeweise eine kleinere Fläche anstreichen.