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Brief an die FN
Muss ein Stück Natur verschwinden?
Während die Herren der Gesellschaft kolossale Mammutbauten planen, die der Gesellschaft jedoch verhältnismässig sehr wenig Leistung erbringen werden, wird – mit der Ausrede, es sei demokratisch, die Minderheiten zu ignorieren – noch einmal die Stimme der Schwächeren überhört.Es wird überhört: die Stimme der «stimmlosen» Kinder, die Freiraum brauchen; die der Mütter, die ihrem Nachwuchs keinen Platz mehr in der Stadt bieten können; die der Armen, die sich ein Leben ausserhalb der Stadt nicht leisten können, und schliesslich auch die der Nicht-Schweizer, die eh keine Stimme haben.Es werden ignoriert: die Bedürfnisse derer, die eine Fahrt ins Grüne nicht bezahlen können; die keinen Privatgarten haben; die sich keine Zeit leisten können, um einen Ausflug zu unternehmen und die kein Auto haben, um sich kurzfristig ausserhalb der Siedlungsräume Entspannung, Ruhe und Erholung leisten zu können.Wie unter den kolossalen Pyramiden vergangener Hoch-Kulturen die Wünsche nach Gerechtigkeit vergraben worden sind, so werden auch unter den neuen Mammut-Infrastrukturen der heutigen über alles bauenden Gesellschaft unsere wertvollen Grundprinzipien und Qualitäten sehr oft vergraben.Die letzten mehr oder weniger 1000 Quadratmeter grosse Fläche mit Bäumen in der Stadt Freiburg soll nicht für den Bau der neuen Freiburger Lehrwerkstätte geopfert werden, wenn diese problemlos anderswo gebaut werden kann!Philip Sachse, Freiburg