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14.06.2018 Vichy
Das Wetter ist eiskalt, um die 10 Grad herum, der Himmel dunkel verhangen. Ich fühle mich krank und vergrippt. Mein erster Halt ist nochmals bei der Hall des Sources, wo ich die Source de Grille, die ich gestern gar nicht richtig wahrgenommen habe, bewundere und nochmals vom bereits ab Quelle mit Kohlensäure durchsetzten Wasser trinke. Danach mache ich den blauen historischen Stadtrundgang: Rue Alquié, mit Stadthäuserin im englischen Stil für die Leibgarde von Napoleon III; Les Chalets Napoleon III für Napoleon III selbst und Höflinge; Boulevard de Russie mit Villen im eklektischen Baustil; La Rue de Belgique, weitere Villen sowie die Villa von Isaac Strauss, einem berühmten Dirigenten; Chalet de la Compagnie Fermiere (habe ich nicht gefunden); Opera, wo die Vichy-Regierung sich 1940 konstituierte; das damit zusammengebaute Casino (1865) sowie den Musikkiosk. Nun hänge ich noch den gelben Stadtrundgang dran. Ich besuche La source de l'hopital (für das Publikum unzugänglich, nur mit Arztrezept); den Place Victor Hugo, das petit casino (1929), ein modernistischer Bau im Status des Zerfalls; die Rue Hubert Colombier mit ihren neoklassizistischen und Jugendstil-Villen, die Jugendstilkirche Eglise Saint-Blaise et Notre-Dame-des-Malades (1925-37). Diese Kirche sieht nicht nur von aussen gut aus, sie ist auch innen mit wunderbaren Jugendstilmalereien dekoriert. Ein Prachtstück, dessen Bau und Ausschmückung vermutlich eine riesige Summe Geld verschlungen hat. Ich laufe weiter zur eigentlich gar nicht mehr historischen Maison des trois piliers – das mittelalterliche Haus wurde längst ersetzt. Durch das Quartier du vieux Vichy gelange ich zur Place d'Allier und laufe durch einen schönen Park, dessen Wege soeben neu mit Sand belegt werden zur Source des Celestins. Dort trinke ich etwas von dem Wasser, das ebenfalls prickelt. Ein paar Blocks weiter befindet sich das Castel Franc (16. Jhdt.), das allerdings im 19. Jhdt massiv umgebaut wurde. Einst war es das Rathaus von Vichy. Nun laufe ich durch den Parc Kennedy zur Allier hinunter. Nochmals kehre ich an das Boulevard Kennedy zurück und sehe mir von ziemlicher Distanz – ein grosser Rasen ist vor dem Haus – das Haus der Madame de Sevigné, die den Kurbetrieb von Vichy begründet haben soll. Das Mittagessen nehme ich im „flunch“ Restaurant ein, wo ich für sehr wenig Geld eine grosse, gute Mahlzeit erhalte. Nach einem kurzen Mittagsschlaf laufe ich zum Marché Couvert, der um diese Zeit aber schon geschlossen ist. Entlang der Allier laufe ich zum Observatoire des poissons migrateurs, eine Fischtreppe bei der Staumauer, wo man gegen Eintritt die Fische beim Ueberwinden der Fischtreppe durch Glasscheiben beobachten kann. Ueber die Europabrücke gelange ich ans andere Ufer der Allier. Nun gibt es eine lange Strecke der Allier entlang bis zum Pont de Bellerive, von wo ich wieder ins Stadtzentrum gelange. Ich besuche noch den Place Charles De Gaulle und den Bahnhof. Im Casino-Supermarkt, der so schlecht bestückt ist, dass man merkt, dass hier nur die Alkoholiker ihren Alkohol kaufen, kaufe ich etwas zum Abendessen – Brot, Entenpastete und Käse.