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| Ephräm d. Syrer († 373) - Drei Reden über den Glauben

Erste Rede
13.
Ersinne doch nicht eine neue Lehre aus deinem Kopfe in deinem Zeitalter! Es reicht für dich hin, was von den früheren Quellen herabgeströmt ist. Heil dir, wenn du imstande bist, die von dort kommenden Ergüsse aufzunehmen! Vier Quellen ergossen die Wahrheit in die vier Weltgegenden. Dein Durst ist nicht größer als der Simons 1; die Fluten, die er trank, reichen auch für dich hin. Die Offenbarung 2, die von oben herabfloß, löschte seinen großen Durst. Der mächtige Strom, der zu ihm kam, ergoß sich aus ihm und kam zu dir. Er ist größer als der Fluß Edens, laufe also nicht zu Pfützen hin! Er ist größer als die ganze Schöpfung, weil er vom Herrn der Schöpfung ausströmt; denn die Offenbarung fließt bis jetzt und bis in Ewigkeit fort. Du liebst den Sohn nicht mehr als Simon, der hörte und schwieg. An allen anderen Stellen redet er, aber an dieser Stelle 3 schweigt er nur. Wenn er auch beim Abendmahle schwieg, so konnte er es doch nicht unterlassen, wenigstens zu winken. Aber bei dieser Gelegenheit war er ganz still, empfing die Seligpreisung und beobachtete Schweigen. Durch Schweigen setzte er seiner Zunge Schranken, durch Stille stillte er seinen Forschungsdrang. Aber die Schranke, welche Simon nicht überschritt, treten Vermessene mit Füßen.
1: Petrus.
2: Matth. 16,17.
3: Ebd.