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Wann ist der richtige Zeitpunkt um einen Welpen abzugeben
Hier ein paar Überlegungen, weshalb man die Welpen mit 9 Wochen bzw. mit 12 Wochen abgibt:
Die Übergangsphase
Die Übergangsphase wird manchmal auch "Phase des Erwachens" genannt und beginnt mit dem Öffnen der Augen (um den 10. bis 15. Tag). Sie endet, wenn der Welpe zu hören beginnt, d.h. auf Geräusche reagiert (vierte Woche). Auch wenn das Sehvermögen in diesem Stadium noch nicht voll ausgebildet ist, kann das Fortbestehen bestimmter Verhaltensweisen wie Wühlen zum Auffinden der Zitze oder Erforschen der Umwelt durch Tasten auf Störungen der Sehkraft hinweisen.
In dieser Phase wagen die Welpen normalerweise erstmals die Erkundung der Umgebung, beginnen zu spielen, verstärken die Bindung an die Mutter und erkennen ihre Geschwister wieder (Prägung). Der Halter kann von der Übergangsphase der Welpen profitieren, um sie an die menschliche Gesellschaft und an den Menschengeruch zu gewöhnen, indem er mit ihnen spielt und sie vorsichtig hochnimmt.
Die Sozialisierungsphase:
Wie der Name schon sagt, lernen die Welpen in dieser Phase die Regeln des sozialen Lebens. Sie wird eingeleitet von einer Attraktionsphase (in der sie vor nichts Angst haben), auf die in der Regel eine Aversionsphase folgt (Angst vor allem Unbekannten). Die Welpen entwickeln zunehmend komplexere Kommunikationsfähigkeiten und erwerben ein erstes Hierarchieverständnis, indem sie mütterliche Verweise und Geruchssignale sowie durch die Körperhaltung ausgesandte Signale interpretieren lernen.
Wenn aus Zeitmangel oder ungenügender Beobachtung die Attraktionsphase eines Welpen (normalerweise in der dritten bis neunten Woche) nicht genutzt wird, um ihn an seine Umgebung zu gewöhnen, ist es in der Folge viel schwieriger, ihm einmal angenommene schlechte Angewohnheiten wieder abzugewöhnen.
In dieser extrem sensiblen Phase ist der Hund am ehesten zu beeinflussen; sie kann daher genutzt werden, um
- den Kontakt zum zukünftigen Eigentümer zu fördern (besonders zu Kindern), wenn es sich um einen Gesellschaftshund handelt, sowie mit Personen und Tieren mit denen der Hund später reibungslos zusammenleben soll.
- den Welpen an Reize zu gewöhnen, die im späteren Leben zu erwarten sind (Lärm, Geruch von Arbeitskleidung, Auto, usw.);
- das Spielverhalten der Welpen untereinander zu fördern und diejenigen zu sanktionieren, die die Stärke des Zubeissens noch nicht kontrollieren können;
- das Verhalten der Welpen zu beobachten, um später für jeden einen dem Charakter entsprechenden Besitzer zu finden. Tendenzen zu dominantem Verhalten zeigen sich bereits in dieser Epoche im Spiel, bei Imitationen des erwachsenen Sexualverhaltens und beim Futtervorrecht.
Viele der so genannten natürlichen Eignungen können in dieser Phase erworben werden, besonders wenn die Mutter bereits an die entsprechenden Stimuli gewöhnt ist und die Welpen während der Aversionsphase beruhigen kann.
Daher werden allgemein zwei Phasen als günstig für den Verkauf von Welpen angesehen:
- die frühe Trennung von der Mutter um die 8. Woche herum, wenn der zukünftige Besitzer sich gut mit der Früherziehung von Hunden auskennt und einen formbaren Welpen möchte;
- die späte Trennung zum Ende der Aversionsphase (um die 12. Woche), wenn der Käufer ein Hundeanfänger ist und einen einsatzbereiten Welpen möchte, der bereits von einem Fachmann sozialisiert und in die Grundzüge seiner späteren Aufgaben eingeführt wurde.
In jedem Fall ist es nützlich, die Wahl des zukünftigen Halters auf einen Welpen zu lenken, der seinen Anforderungen entspricht (siehe Verhaltenstests nach Campbell), und ihm Ratschläge hinsichtlich der Sozialisierung mit auf den Weg zu geben, die durch den Tierarzt beim Erstbesuch nach dem Kauf gestützt werden sollten. Um eine zu enge Bindung des Hundes an seinen Besitzer zu vermeiden (die sich häufig in verheerenden Beschädigungen der Umgebung äussert, wenn der Hund allein gelassen wird), tut der Käufer gut daran, sich das natürliche Phänomen der spontanen Entfremdung zwischen dem Welpen und seiner Mutter vor dem Einsetzen der Geschlechtsreife vor Augen zu führen.
Wir geben deshalb gerne die Welpen an hundekundige Besitzer und Besitzerinnen in der 9 Woche ab, da es schwer abschätzbar ist, welche Vorlieben und Vorstellungen die neuen Meister haben und was sie von ihrem Hund erwarten.
Einige Textanteile sind aus der Enzyklopädie "HUNDE" von Royal Canin