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Von übermässigem Haarausfall spricht man, wenn der Betroffene täglich und über längere Zeit mehr als 100 Haare verliert. Mitunter gehen die Haare sogar büschelweise aus. Mediziner unterscheiden 3 Arten von Haarausfall (Alopecia):
Erblich bedingter Haarausfall (Alopecia androgenetica) und kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata) betreffen überwiegend männliche Personen.
Die androgenetische Alopezie kommt bei etwa 50 % der Männer vor und zeigt sich bereits im Alter von 10-20 Jahren erstmals an den Haaren. Der Haaransatz im Stirn- und oberen Schläfenbereich lichtet sich. Stirnglatze und Geheimratsecken entstehen. Mitunter sind auch die Haare am Hinterkopf betroffen. Bei den weiblichen Patienten gehen die Haare rechts und links des Mittelscheitels aus.
Eine seltene Form der Alopezie ist der kreisrunde Haarausfall (Alopecia areata). Die Betroffenen haben infolge des büschelweisen und innerhalb kurzer Zeit auftretenden Haarverlusts münzengroße unbehaarte Stellen auf dem Kopf und anderen Körperteilen.
Als diffusen Haarausfall (Effluvium diffusum) bezeichnen Mediziner das langsame Ausgehen von Haaren im gesamten Kopfbereich. Statt einzelner Stellen wird die gesamte Frisur ausgedünnt, die Haare fallen gleichmässig aus.
Für den fortschreitenden Haarverlust gibt es verschiedene Gründe.
Bei Männern mit genetisch bedingtem Haarverlust (Alopecia androgenetica) ist eine Überempfindlichkeit der Haarwurzeln gegen DHT (Dihydrotestosteron) für die abnehmende Haarpracht verantwortlich. DHT ist ein Stoffwechselabbauprodukt des männlichen Sexualhormons Testosteron und in geringerer Menge auch im weiblichen Körper vorhanden. Kommen die sensiblen Haarwurzeln mit DHT in Berührung, werden sie nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Mikronährstoffen versorgt, verkümmern und sterben ab. Die noch vorhandenen Haare wachsen nicht mehr und fallen aus. Bei erblich bedingtem Haarverlust kann eine dauerhafte Haarausfall Behandlung mit speziellen Haarwuchsmitteln hilfreich sein. Ist der Haarausfall aber bereits weit fortgeschritten, hilft meistens nur noch eine Transplantation der Haare um die Haarpracht auf dem Kopf zurückzubringen.
Ursache des kreisrunden Haarausfalls (Alopecia areata) ist meist eine Grunderkrankung. Er tritt oft in Kombination mit einer Schilddrüsenfunktionsstörung, Pollenallergie oder Neurodermitis auf. Obwohl auch hier häufiger Männer betroffen sind, kann der kreisrunde Haarausfall auch bei Frauen auftreten. Warum sich runde Stellen ohne Haare bilden, konnte medizinisch noch nicht abschliessend geklärt werden. Wissenschaftler vermuten eine fehlgeleitete lokale Abwehrreaktion als Ursache, die das Wachstum der Haarfollikel hemmt. Bei einer leichten Alopecia areata wachsen die Haare später von allein wieder.
Diffuser Haarverlust (Effluvium diffusum) kann Folge einer chronischen Entzündung, Infektionskrankheit, von Mangelernährung oder der Nebenwirkungen bestimmter Medikamente sein. Damit eine wirksame Haarausfall Behandlung durchgeführt werden kann, muss der Facharzt zuerst die genaue Ursache des fortschreitenden Haarschwunds finden.
Bei weiblichen Patienten kommen meist andere Gründe für Haarausfall infrage, die sogar miteinander kombiniert sein können. Dazu gehören beispielsweise ungeeignete Haarpflegeprodukte mit aggressiven Inhaltsstoffen wie Silikonen und Duftstoffen, die die Haarwurzeln angreifen. Oder aber Veränderungen des Hormonhaushalts durch eine Schwangerschaft oder den Eintritt in die Wechseljahre. Darüber hinaus können eine unzureichende Nährstoffzufuhr oder eine Übersäuerung des Körpers schuld am Haarausfall sein. In diesem Fall reichen eine Ernährungsumstellung und eine Remineralisierung aus. Bei einer ursächlichen Grunderkrankung muss zuerst diese behandelt werden, damit die Haare wieder nachwachsen können.
Wer seinen Haarverlust stoppen und das Haarwachstum anregen möchte, greift oft zu speziellen Haarwuchsmitteln. Die meisten chemisch-pharmazeutischen Präparate und die Nahrungsergänzungsmittel gegen Haarausfall sind rezeptfrei in Apotheken erhältlich. Zu den gebräuchlichsten Pharmazeutika gehören Lösungen mit Minoxidil, 17-alpha-Estradiol und Tabletten mit Finasterid. Nahrungsergänzungen beinhalten beispielsweise hochdosiertes Biotin, eine Kombination aus Selen, Zink und Biotin oder pflanzliche Flavonoide. Bevor der Betroffene jedoch zu einem dieser Mittel greift, sollte er oder sie die genaue Ursache des Haarproblems abklären lassen. Und sich darüber im Klaren sein, dass jedes dieser wirksamen Präparate frühestens nach einigen Monaten erste positive Ergebnisse für die Haare erzielt.
Die genaue medizinische Wirkung des für Männer und Frauen gleichermassen geeigneten Minoxidil ist noch unbekannt. Mediziner gehen allerdings davon aus, dass die blutdrucksenkende Substanz die Durchblutung des Haarbodens steigert. Der Haarfollikel wird wieder besser ernährt, was den Haarverlust stoppt und das Haarwachstum anregt. Produkte mit Minoxidil waren in medizinischen Studien bei 80 % der Versuchsteilnehmer erfolgreich. Bei etwa 20 % der weiblichen Probanden verdichtete sich das Haar sogar. Minoxidil-Präparate helfen bei androgenetischer Alopezie und Haarschwund, der durch einen zu hohen Testosteronspiegel verursacht wird. Um den kontinuierlichen Haarverlust aufzuhalten, muss das Haarwuchsmittel jedoch regelmässig und dauerhaft angewendet werden. Regaine für Frauen hat eine niedrigere Wirkstoffkonzentration als Regaine für Männer.
Finasterid Tabletten sind verschreibungspflichtig und nur für Männer zugelassen, nicht für Frauen. Der Wirkstoff hemmt Langzeitstudien zufolge bei neun von zehn männlichen Haarausfallpatienten die Bildung von DHT aus Testosteron. Bei jedem zweiten Studienteilnehmer kam es innerhalb eines Jahres sogar zu dichterem Haarwuchs. Finasterid ist nur bei androgenetischer Alopezie hilfreich und muss langfristig angewendet werden um gegen erblich bedingten Haarausfall zu helfen.
17-alpha-Estradiol ist in Haarwuchsmitteln wie Pantostin und Ell-Cranell Alpha enthalten. Es gehört zu den schwächeren Östrogenen, wird aber in den Haarwuchspräparaten wegen seiner Wirkung auf die 5-alpha-Reduktase eingesetzt. Dieses Enzym ist an der Umwandlung von Testosteron in DHT beteiligt. 17-alpha-Estradiol kann die Aktivität des Enzyms blockieren. Zu seiner Wirksamkeit bei Haarwuchsproblemen liegen bisher nur wenige Studien vor. Daher können die genannten Mittel nur mit Vorbehalt zur Behandlung genetisch bedingten Haarverlusts empfohlen werden.
Ernährung spielt auf jeden Fall auch für die Gesundheit der haare eine wichtige Rolle. Nahrungsergänzungsmittel bei einer Haarausfall Behandlung ist nicht durch Studien gesichert. Allerdings können die basischen Vitamine und Spurenelemente einen Mikronährstoffmangel ausgleichen und so den ernährungsbedingten Haarschwund verringern helfen. Bei anderen Haarausfall Gründen sind sie jedoch wirkungslos.
Leiden Sie an übermässigem Haarverlust, kann eine professionelle Haarberatung und Haarpflege bei einem Coiffeur hilfreich sein. Auch ein Kosmetisches Institut berät Sie rund um das Thema Haarausfall. Hier erhalten Sie Tipps, wie Sie Ihre Haare pflegen und speziellen Problemen wie trockenen, feinen, gesplissten oder vermehrt ausfallenden Haaren am wirkungsvollsten begegnen. Die Haarpflege-Spezialisten haben langjährige Erfahrung bei allen Themen rund ums Haar. Sie führen nach Bedarf eine professionelle Kopfhautanalyse und vitalisierende Behandlungen wie Kopfhautmassagen zur Förderung des Haarwuchses durch.
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