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Eine Studie der NASA enthüllte bereits im Jahre 1989, wie effizient Zimmerpflanzen die Luft von Schadstoffen befreien können. Der Abschlussbericht zeigte, dass schon wenige Pflanzen pro Zimmer ausreichen, um die in der Studie untersuchten Schadstoffe innerhalb von 24 Stunden um bis zu fast 90% zu reduzieren. Eine starke Aussage!
Ziel der Studie war es, herauszufinden, wie in Raumstationen Luft optimal gefiltert werden kann. Ein Ansatz dabei waren Pflanzen, weshalb dieses über zwei Jahre dauernde Experiment durchgeführt wurde. Die Pflanzen wurden in praktisch luftdicht abgeschlossene Kammern gestellt, mit Schadstoffen begast und anschliessend der Gehalt der Stoffe in der Kammer gemessen. Zum Einsatz kamen unterschiedliche Pflanzen, unter anderem der Drachenbaum, der Bogenhanf, die Grünlilie und die Goldranke. Untersucht wurden drei Schadstoffe: das krebserregende und giftige Benzol, Trichlorethylen, ein gesundheitsschädliches, narkotisierend wirkendes Lösungsmittel und das als karzinogen eingestufte Formaldehyd.
Fasziniert hat uns bei dieser Studie neben der erforschten Reinigungsleistung der Pflanzen ein sehr wenig beachtetes Detail. Die Experimente wurden im ersten Jahr (logischerweise) mit der ganzen Pflanze durchgeführt. Um abzuklären, ob es wirklich die Blätter sind, welche die Luftreinigungsleistung hervorbringen (wovon wir praktisch automatisch ausgehen), wurden im zweiten Jahr in einem ersten Durchgang die Pflanzen mit Blättern getestet, im zweiten Durchgang aber entfernten die Forscher alle Blätter der Pflanze und testeten erneut. Und hier kommt das frappierende Detail: Obwohl die Pflanzen keine Blätter mehr hatten, war immer noch eine beträchtliche Reduktion der Schadstoffe zu beobachten! Sie war zwar um einiges geringer als mit Blättern, betrug jedoch beispielsweise beim Drachenbaum immer noch 66% (gegenüber 79% mit Blättern). Als Vergleich wurde auch die reine Erde getestet. Sie vermochte das Benzol immerhin noch um 20% zu reduzieren. Die Forscher schlossen daraus, dass ein Teil der Reinigungswirkung durch Mikroorganismen in der Erde stattfinden muss. Offenbar ist diese Reinigungsleistung im durchwurzelten Substrat massiv höher. Weitere Tests zeigten ausserdem, dass je höher die Konzentration der Schadstoffe war und je länger die Pflanze diesen ausgesetzt war, desto effektiver wurde die Reinigungsleistung. Die Mikroorganismen schienen sich der Situation anzupassen. Für uns ist dies Faszination Natur pur!
Neuerdings finden sich im Netz laute Gegenstimmen zur NASA-Studie. So haben Forscher 196 Arbeiten zum Thema Luftreinigung durch Pflanzen untersucht, unter anderem auch die oben zitierte NASA-Studie. Sie bestritten am Ende nicht die Tatsache, dass Pflanzen Schadstoffe aus der Luft filtern können, sie kamen aber zum Schluss, dass diese Reinigungsleistung möglicherweise nur unter den NASA-Versuchsbedingungen so hoch war und diese Bedingungen nicht mit der Situation in einer Wohnung verglichen werden können. Sie kamen zum Schluss, dass für eine effiziente Reinigung der Luft eine viel höhere Menge von Pflanzen notwendig sei, als es die NASA-Studie nahelegt. Als Alternative empfehlen sie das Lüften, welches Schadstoffe viel schneller aus der Wohnung entfernen könne als Pflanzen.
Das eine tun, das andere aber nicht lassen, heisst da unsere Devise! Bewiesen ist die erstaunliche Fähigkeit des Systems Pflanze, Schadstoffe aus der Luft zu filtern. Wieso also diese tolle Eigenschaft nicht nutzen und trotzdem das Lüften dabei nicht vergessen?