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Psychologisches Sonntags-Häppchen Nr. 4
Findet mich das Glück?
„Bin ich glücklich? Führe ich ein glückliches Leben?“ Um auf diese Frage eine Antwort zu finden, orientiert man sich unweigerlich an seinen Gefühlen: Erlebe ich Freude? Bin ich zufrieden und ausgeglichen oder bin ich traurig und missmutig? Ein Hinschauen auf die eigenen Gefühle kann eine für den Moment stimmige Antwort auf die Frage „bin ich glücklich?“ vermitteln.
Wie wäre es, wenn ich zusätzlich zur Gefühlsbilanz noch folgende Anhaltspunkte berücksichtigen würde, um mein Leben, respektive meine Zufriedenheit mit ihm zu bewerten?
- Gibt es Tätigkeiten in meinem Leben, in denen ich aufblühe, wo ich die Zeit vergesse, wo ich sage: „das hat Spass gemacht!“ oder: „das hat mich wirklich erfüllt!“?
- Sind unter diesen Tätigkeiten auch solche, von denen ich ein oder mehrere Jahre später sage: „Das was sehr wichtig/bedeutungsvoll/sinnvoll für mich — es war etwas, das über mich selbst hinausführte“?
- Habe ich Beziehung zu Menschen, die ich liebe, die mir viel bedeuten und denen ich viel bedeute?
- Habe ich Erfolg in Dingen, die ich mache? Erreiche ich Ziele, die mir wichtig sind?
Der amerikanische Psychologe Martin Seligman kam in seinen Studien und Forschungen zum Schluss, dass die Frage „bin ich glücklich?“ zu kurz greift. Die Frage nach dem „Glück“ hat automatisch die Gefühle im Blick: „Ich bin glücklich, wenn ich positive Gefühle habe.“ Gefühle sind meistens eingebunden in eine momentane Situation. Sie sind ein Signal, ob meine Bedürfnisse und Ziele in der jeweiligen Situation befriedigt und abgedeckt werden oder nicht. Seligman schlägt eine andere Bewertungsgrundlage vor, nämlich die Frage nach dem Wohlbefinden. Er vergleicht das Wohlbefinden mit dem Wetter in dem Sinne, dass nicht nur Sonne oder Regen die Qualität des Wetters ausmachen, sondern dass verschiedene Faktoren zusammenwirken und „gutes“ oder „schlechtes“ Wetter ausmachen. Wohlbefinden ergibt sich gemäss Seligmann aus dem Zusammenspiel folgender Erlebnisqualitäten: positive Gefühle, Engagement, positiv erlebte Beziehungen, Sinn und Erfolg.
Im nächsten psychologischen Sonntags-Häppchen geht es um die innere bio-psychische Uhr.1.960 Kommentare vorhanden