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In Brasilien sind 2014 die meisten Umweltaktivisten weltweit umgebracht worden, wie aus einem Bericht der britischen Organisation Global Witness hervorgeht. Laut diesem haben 29 Menschen wegen ihres Einsatzes für Umwelt- und Landrechte ihr Leben auf gewaltsame Weise verloren, unter ihnen vier Indios.
Nach dem am Montag (20.) vorgelegten Bericht mit dem Titel „How Many More?“ sind weltweit mindestens 116 Umweltaktivisten ermordet worden, die meisten von ihnen (87) in Lateinamerika. Während Brasilien die traurige Statistik in absoluten Zahlen anführt, steht Honduras beim pro-Kopf-Vergleich an der Spitze, weshalb es als gefährlichstes Land für Umweltaktivisten gilt.
Nicht immer gelangen allerdings alle Morde im Zusammenhang mit Land- und Umweltkonflikten ans Tageslicht. Es wird deshalb geschätzt, dass die tatsächliche Zahl wesentlich höher liegt. Global Witness verweist zudem auf Einschüchterungsversuche, Morddrohungen, Körperverletzungen, Verunglimpfungen und Freiheitsbeschneidungen unter denen etliche Umweltaktivisten leiden.
Laut dem Bericht führt vor allem der Streit um Land zu den Morden, der wird wiederum durch Bergbauprojekte, die fortschreitende intensive Landwirtschaft, illegale Abholzung und ebenso durch den Bau von Wasserkraftwerken ausgelöst. Ein Problem wird auch im Fehlen von Indio-Gebieten gesehen sowie von rechtlichen Dokumenten der Landbesitzer.
Bei den für Konflikte sorgenden Wasserkraftwerken wird in dem Bericht der Bau des umstrittenen Kraftwerkes Belo Monte am Fluss Xingu aufgeführt, für das über 20.000 Menschen umgesiedelt werden sollen. Soziale und umweltrechtliche Belange seien zugunsten eines fragwürdigen Gewinns ignoriert worden, heißt es. Darüber hinaus wird darauf verwiesen, dass der Präsident der Konstruktionsfirma Camargo Correa bereits Schmiergeldzahlungen in Höhe von 30 Millionen US-Dollar an politische Parteien eingeräumt hat, um die Zusage für den Bau des gigantischen Staudammes zu erhalten.