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Diesen Blog widme ich einem Freund auf seinem Weg des Verschwindens und zugleich der Lektüre des Buches „Geist. Eine Einführung“ des amerikanischen Philosophen John R. Searle. Wenn das Vergessen den Geist auflöst, wenn also die Alzheimer-Krankheit voranschreitet, dann muss sich eine Philosophie des Geistes bewähren. Ich habe letzte Woche an diesem wundervollen Strand Urlaub verbracht, zweifelsohne einer der schönsten Plätze der Erde. Immer früh morgens und abends, just zu der Zeit, als ich dieses Bild aufgenommen habe, zwitscherten Vögel in den Bäumen unerhört laut, so laut, wie ich selten Vögel habe zwitschern hören. Nun sind Vögel in vielen Kulturen entweder die Seelen selbst, oder zumindest ihre Symbole. Michael Pauen verweist in seinem Buch „Die Natur des Geistes“ auf die Szene des Schachts in den Höhlen von Lascaux, die schon Georges Bataille zum Nachdenken brachte. Er schreibt dort: „Eines der ältesten Zeugnisse ist eine Wandmalerei in den ca. 15’000 Jahre vor Christus entstandenen Höhlen von Lascaux. Die Wandmalerei zeigt neben einem offenbar auf einer Jagd verletzten Wisent einen Jäger, der bei dieser Jagd getötet worden ist. Neben dem Jäger befindet sich ein Vogel: Er symbolisiert offensichtlich die Seele des Jägers, die diesen nach seinem Tod verlassen hat.“ Man kann sich über diese Interpretation, bzw. das vermeintlich Offensichtliche dieser berühmten Szene streiten, aber der Hinweis auf die Analogie von Seele und Vogel kann in poetischer Hinsicht so stehen gelassen werden. Nun, woran ich dachte, als ich diese Passage in Pauens Buch gelesen habe: dass womöglich eine grosse Zahl von Seelen die so paradiesischen Inseln im indischen Ozean aufsuchen, um, wenn schon nicht ihr menschliches Leben, so doch als Vögel inkarnierte Seelen dort weiterzuleben. Diesen Gedanken fand ich tröstlich und schön. Nun also will ich aber in diesem Blog einem Menschen ein Gedenken geben, der seit zweieinhalb Jahren an der progressiven Zersetzung seines Erinnerungsvermögens und der Ausdrucksfähigkeit leidet, wobei ich noch gar nicht weiss, ob das ein Leiden ist. Ich habe ihn heute im Altersheim in Zürich besucht und ihm Bilder von meiner Reise gezeigt. Er bemerkte die bestechende Luminanz der Bilder auf dem grossen iPad und konnte immerhin ausdrücken, dass er von der Qualität beeindruckt sei.