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Eine Frau. In der katholischen Kirche der Basilicata ist kein Mann die wichtigste Person, sondern eine Frau: Maria, die Mutter Gottes. Sieben Kirchen in der Basilicata haben den Status einer Basilica minor, alle sieben sind ihr gewidmet.
Madonnenstatuen sind überall zu sehen, vielenorts werden sie im Rahmen von Prozessionen durch die Ortschaft getragen oder von einer Kirche zur anderen gebracht. Die Dörfer füllen sich, an der Prozession nehmen nicht nur die Dorfbewohner teil, zahlreiche Auswanderer kehren dafür zurück. An der Gedenkfeier der Madonna Nera del Sacro Monte di Viggiano, der Schutzheiligen der Basilicata, nahmen dieses Jahr 140'000 Personen teil. Der Erzbischof, der Regierungspräsident und der Parlamentspräsident der Region Basilicata waren anwesend. Auf ihrer Homepage schreibt die Region Basilicata, der Regierungspräsident habe gemeinsam mit dem Bürgermeister von Viggiano der Madonna symbolische die Schlüssel zur Ortschaft übergeben.
Auffällig ist die Darstellung von Jesus. Nicht selten wird er nicht als Kleinkind, sondern als junger Knabe dargestellt. Kein unschuldiges Baby, sondern ein Junge mit wachem Blick. Kein Baby in einer Krippe, Tiere und Könige um sich geschart. Die wichtigste Person der katholischen Kirche ist eine Mutter, die ihren Sohn dazu erzieht, die Welt mit offenen Augen zu betrachten.