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Im Zoo sind derzeit die Humboldtpinguine am Brüten oder bereits bei der Jungenaufzucht. Sowohl das Ausbrüten der Eier als auch das Aufziehen der Küken ist dabei eine Partnerarbeit, die sich beide Eltern teilen. Dabei kommt es manchmal auch vor, dass sich zwei Männchen oder zwei Weibchen als Elternpaar zusammenschliessen.
Humboldtpinguine (Spheniscus Humboldti) sind mittelgrosse Pinguine. Sie leben entlang der Westküste Südamerikas von Peru bis nach Chile, in der Region des Humboldtstroms. In den nährstoffreichen Gewässern dieses Stroms ernähren sie sich primär von Fischen und Tintenfischen. Diese erbeuten sie meist in den Küstengewässern in einer Tiefe von 0–30 Metern.
Video: Zoo Zürich, Nicole Schnyder
Brüten und Aufzucht ist Partnerarbeit
Humboldtpinguine brüten bevorzugt in selbstgegrabenen Nesthöhlen in sogenanntem «Guano» (Exkremente von Seevögeln). Sie brüten das ganze Jahr über.
Foto: Zoo Zürich, Enzo Franchini
Beide Elternteile bebrüten die meist zwei Eier über einen Zeitraum von etwa vierzig Tagen. Etwa die Hälfte der Paare brütet zweimal pro Jahr. Beide Elternteile suchen in einem Umkreis von etwa 20–35 Kilometern um die Kolonie Futter für die Küken.
Foto: Zoo Zürich, Enzo Franchini
Bei Pinguinen kommt es ab und zu vor, dass sich ein Paar aus zwei gleichgeschlechtlichen Vögeln bildet. Da diese entweder selbst keine Eier legen können (Männchen-Pärchen) oder keine befruchteten Eier haben (Weibchen-Pärchen), müssen sie ein Ei eines anderen Paares stehlen.
Dass die gleichgeschlechtlichen Paare ihrem gestohlenen Ei und später Küken gute Eltern sein können, hat sich in verschiedenen Zoos gezeigt. Warum sich solche gleichgeschlechtlichen Paare bilden, ist noch nicht abschliessend geklärt.
Foto: Zoo Zürich, Robert Zingg
Auch im Zoo Zürich gab es schon gleichgeschlechtliche Humboldtpinguin-Paare. So haben zwei männliche Pinguine 2009 erfolgreich ein gestohlenes Ei bebrütet und das Junge aufgezogen. Aktuell hat es kein gleichgeschlechtliches Pärchen im Zoo.
Foto: Zoo Zürich, Enzo Franchini
Mit zwei Eiern pro Brutpaar vermehren sich die Humboldtpinguine relativ schnell. Da es nur eine begrenzte Anzahl Plätzen in den europäischen Zoos gibt, grenzt der Zoo Zürich das Wachstum seiner Kolonie ein. Hierzu lässt er jedes Paar nur ein einzelnes Ei ausbrüten. Aus diesem Grund sieht man im Zoo in der Regel pro Pärchen nur ein Jungtier.
Fotot: Zoo Zürich, Enzo Franchini
Bestände nehmen ab
Die Population der wildlebenden Humboldtpinguine unterliegt starken Fluktuationen. Natürliche Events wie etwa das Wetterphänomen El Niño haben die Bestände wiederholt stark dezimiert. Jedes Jahr verenden zudem viele Humboldtpinguine in Fischernetzen. Historisch gesehen hat weiter der Abbau von Guano durch den Menschen die Anzahl der Brutstätten der Humboldtpinguine stark reduziert.
Foto: Zoo Zürich, Enzo Franchini
Insgesamt nimmt die Population der Pinguine seit der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts ab. Die internationale Welt-Naturschutzunion IUCN listet die Art aktuell als gefährdet («vulnerable»).
Foto: Zoo Zürich, Enzo Franchini
Humboldtpinguine im Zoo Zürich
Der Zoo Zürich hält Humboldtpinguine seit 1954. Zurzeit befinden sich 25 Erwachsenentiere und 6 Jungtiere dieser Art im Zoo. Das älteste Tier ist ein 28-jähriges Weibchen.
Die Innen- und Aussenanlage bewohnen die Humboldtpinguine im Wechsel mit den Königspinguinen. Die wärmeempfindlicheren Königspinguine befinden sich während des Sommers in der gekühlten Innenanlage, während die Humboldtpinguine im Sommer auf der Aussenanlage zu sehen sind.
Foto: Zoo Zürich, Enzo Franchini