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Mein langjähriger Freund, der Chinesische Uhrmacher Kiu Tai Yu ist nach langer schwerer Krankheit in Hongkong im Kreise seiner Familie eingeschlafen, hat mir seine Tochter Peony mitgeteilt.
Eine Reihe von Gesundheitsproblemen vor etwa 15 Jahren verringerte das Tempo seiner Produktion. Sein Geschäft wurde kurz nach einem Schlaganfall vor einigen Jahren geschlossen. Kius Tochter Peony hat die Leidenschaft ihres Vaters übernommen, wenn auch in einem anderen Teil der Branche. Sie war einst Leiterin der Antiquorum Auctioneers in Hongkong, gefolgt von einem Aufenthalt bei Glashütte Original. Heute ist Sie für die Kering Gruppe in Asien tätig.
Gerne erinnere ich mich an unsere vielen Wiedersehen an der Baselworld, wo Kiu Tai Yu immer eine grosse Bereicherung war. Ich konnte kein Chinesisch und er konnte kein English, trotzdem verstanden wir uns hervorragend.
Der Chinese Kiu Tai Yu ist als „Mr. Tourbillon“ bekannt geworden. Er wurde am 26.7.1946 in Suzhou, Provinz Jiangsu (China) geboren. Im Mai 1970 fertigte er seine erste mechanische Uhr. 1980 zog er nach Hong Kong. 1990 war er der erste, der in China eine Armbanduhr mit Tourbillon baute (No. 0). Im Januar 1992 wurde er das erste und einzige Mitglied in der von Svend Andersen organisierten Uhrenkünstlervereinigung AHCI. Er schuf 1993 das aufsehenerregende, freischwebende „Mystery Tourbillon“.
Ein fleißiger Uhrenkreateur, der hunderte von Modellen gebaut hat, sich aber das ganze Uhrenwissen selbst beigebracht hat, weil es seine wichtigste Leidenschaft ist. Wie sagte er noch? „In 17 Jahren bin ich nur einmal ins Kino gegangen. Das ist keine Unterhaltung für mich. Ich habe genug mit meiner Arbeit zu tun. Und es ist mehr als Arbeit, es umfaßt so viele Aspekte meines Lebens. Es ist mein Beruf, meine Leidenschaft, mein Leben. Alles andere in der Welt kümmert mich gar nicht.“
Kiu Tai Yu Lebenswerk wurde von Art of Tourbillon in Shanghai 2016 mit dem AOT Lifetime Achievement Award gewürdigt. Da Kiu Tai Yu schon damals nicht mobil war, nahm ich den Preis in Stellvertretung von ihm und seiner Schwester entgegen.
„Ich habe meinen Platz in der Geschichte, und das ist die wichtigste Errungenschaft“, erklärte Kiu mir in einem Interview 2006, und er hatte wahrscheinlich Recht.