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Bis vor Kurzem versorgten drei Trinkwasserreservoire Aarau und die nähere Umgebung mit kühlem Leitungswasser. Nach erfolgreicher Inbetriebnahme des neuen Reservoirs Gönhard im November 2020, konnten die drei bestehenden Reservoire vom Netz genommen werden. Eniwa hat bereits mit den Rückbauarbeiten begonnen und wird diese bis Ende 2021 abschliessen.
Blick in eine der beiden Wasserkammern des neuen Reservoirs Gönhard.
Im Rahmen eines “Generellen Wasserversorgungsprojektes (GWP)“ wurde 2014 der aktuelle Zustand der Infrastruktur der Wasserversorgung Aarau analysiert und die zukünftige Nachfrage für die Region berechnet. Dabei wurde der Sanierungsbedarf der bestehenden Reservoire der Stadt Aarau festgestellt. Ebenfalls zeigte sich, dass das Speichervolumen und der gesetzlich geforderte Löschschutz zu gering sind, um den langfristigen Wasserbedarf und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. In der Folge arbeitete Eniwa (damals noch IBAarau) ein neues Reservoir-Konzept aus: Dieses sah vor, das heutige Wasserreservoir Gönhard (Baujahr 1941) zu ersetzen und die beiden Reservoire Oberholz l und ll (Baujahr 1899 und 1916) nach Inbetriebnahme des neuen Reservoirs aufzuheben.
Dem Bevölkerungswachstum Rechnung tragen Mit einer Kapazität von 9500m3 gehört das neue Reservoir Gönhard zwar zu den grössten Trinkwasserreservoiren im Kanton Aargau. Jedoch sind diese Speicherkapazitäten rasch aufgebraucht: Rund 3500 m3 des Gesamtvolumens sind für Stör- und Löschwasserreserve vorgesehen und werden im Reservoir zurückgehalten. Die restlichen 6000 m3 werden für den täglichen Wasserverbrauch von Aarau benötigt. An einem durchschnittlichen Tag verbraucht die Bevölkerung der Stadt Aarau rund 7900 m3 des kostbaren Lebensmittels. Das bedeutet, dass sich das Reservoir täglich rund eineinhalb Mal leert und danach wieder füllen muss. Bislang griff Eniwa für die Trinkwasserversorgung auf drei Reservoire zurück. Neu wird das Trinkwasser für die Bevölkerung der Region Aarau in einem einzigen Reservoir gespeichert. Die Speicherkapazität wurde mit dem neuen Reservoir im Vergleich zu 1942 von insgesamt 7000 m3 um 35 Prozent auf 9500 m3 gesteigert. Zum Vergleich: Die Bevölkerung von Aarau hat sich in derselben Zeit von rund 13'000 um fast 70 Prozent auf rund 22'000 Einwohner erhöht. Die Prognose der Stadt Aarau geht von mehr als 27'000 Einwohner im Jahr 2035 aus.
Hinzu kommt die Bevölkerung der Gemeinden Küttigen, Unterentfelden und Wöschnau, die permanent mit Trinkwasser aus dem Netz von Eniwa mitversorgt werden. Die Gemeinden Buchs, Erlinsbach AG und Schönenwerd können bei Bedarf ebenfalls Wasser aus dem Verteilnetz beziehen.
Zukunftsorientiert, nachhaltig, wirtschaftlich Die Investitionskosten für das neue Reservoir inklusive Transportleitung und Rückbau der drei bestehenden Reservoire betragen 8.6 Millionen Franken. Ein solches Bauwerk, welches für die kommenden Generationen gebaut wird, hält in der Regel 80 bis 100 Jahre und ist somit eine wichtige Investition in die Zukunft der regionalen Wasserversorgung. Die erhöhte Speicherkapazität gewährleistet die langfristige Versorgungssicherheit. Insbesondere in den immer heisseren und trockeneren Sommermonaten ist dies von grosser Bedeutung. Das neue Reservoir Gönhard wird von zwei Seiten aus dem Aare- und Suhregrundwasserstrom gespeist. Das Trinkwasser von Eniwa ist reines Grundwasser und wird unbehandelt ins Versorgungsnetz eingespeist.