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Am Aktienmarkt ging es für die Airbus-Aktie bis zum Nachmittag um 1,44 Prozent auf 74,81 nach oben. Am Morgen hatte das Management bereits eine weiter steigende Flugzeugnachfrage für die nächsten zwei Jahrzehnte prognostiziert.
Alonso appellierte an die europäischen Staaten, die Gelegenheit eines gemeinsamen Luftverteidigungssystems nicht verstreichen zu lassen. "Ich hoffe, dass Frankreich mit dabei ist und es um ein System geht, auf das alle Länder Zugriff haben." Zu Details könne er sich noch nicht äussern. Allerdings könne Europa "keine drei oder vier verschiedenen Systeme" gebrauchen. Airbus sei bereit, mit anderen Herstellern zusammenzuarbeiten, vor allem mit dem französischen Rafale-Hersteller Dassault Aviation .
Beim Kampfjet Eurofighter, bei dem sich Deutschland, Grossbritannien, Italien und Spanien zusammengetan haben, waren die Franzosen ausgeschert. Dassault entwickelte mit Rafale einen Konkurrenzjet. Damit gingen Entwicklungskosten für zwei Flugzeugtypen einher - und ein kleinerer Kuchen vom Absatzmarkt für jeden der Flugzeugtypen.
"Wir haben in Europa von 20, 25 Jahren die Chance verpasst, einen gemeinsamen Kampfjet oder Bomber zu entwickeln", hatte Airbus-Konzernchef Tom Enders am Donnerstagabend gesagt. "Wenn es die Chance gibt, sollten wir sie nutzen." Auch die Aussicht auf steigende Verteidigungsausgaben der europäischen Nato-Staaten macht ihm Hoffnung: "Es ist gut, dass der Abwärtstrend bei den europäischen Militärausgaben erreicht ist." Allerdings werde es dauern, bis die einzelnen Staaten tatsächlich zwei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts in die Verteidigung steckten.
An guten Aussichten für den pannengeplagten Militärtransporters A400M lässt der Konzern nach dem milliardenschweren Desaster von 2016 keine Zweifel zu. "Wir sind entschlossen, das Flugzeug zum Erfolg zu machen", sagte Militärflugzeug-Chef Alonso. Die Probleme mit dem Getriebegehäuse der Turboprop-Triebwerke seien weitgehend bewältigt. Die Frage sei jetzt nicht mehr, wie viele Flugzeuge Airbus im Jahr bauen könne, sondern welche Produktionsrate für den Hersteller und die Kunden die beste sei.
Airbus hatte wegen der A400M-Probleme allein im vergangenen Jahr eine Sonderbelastung von 2,2 Milliarden Euro verbucht. Schon 2009/2010 hatte nur eine milliardenschwere Finanzspritze der Käuferstaaten das Projekt vor dem Aus bewahrt. Derzeit verhandelt der Hersteller mit den Regierungen darüber, die Vertragsstrafen für verspätete Auslieferungen und noch nicht verfügbare Spezial-Fähigkeiten zu senken. "Wir sind in guten Gesprächen mit allen Beteiligten", sagte Konzernchef Enders. Er zeigte sich sicher, dass das Flugzeug in einigen Jahren der Stolz vieler Luftstreitkräfte wird.
Derweil glaubt Enders, dass technische Neuerungen in Zukunft vor allem aus der Verkehrsfliegerei kommen und von dort aus in Militärflugzeugen Einzug halten. "Das war früher umgekehrt." Der Manager sieht Airbus als Hersteller von Verkehrsjets sowie Militärflugzeugen daher für die Zukunft besser aufgestellt als reine Rüstungskonzerne./stw/jsl/he
(AWP)