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der Schweiz und in Süddeutschland ein beliebtes Volksnahrungsmittel (Fastenspeise), welches in besondern Schneckengärten
oder Schneckenbergen durch Mästen gefangener
Tiere marktfähig gemacht wird und auch, in Säcken oder Fässern verpackt,
einen Handelsartikel bildet; der Verkauf geschieht nach Hundert oder Schock. Genießbar sind die S. vom Spätherbst an, im
ganzen Winter bis zum März, so lange sie mit Deckeln verschlossen sind; gemästet werden sie mit Salat,
Gemüseabfall, Kleie etc.
Das Gehäuse der Weinbergsschnecke ist gelb, graubraun gestreift, etwas durchscheinend, bis 9 cm im Durchmesser und etwa 9 cm
lang; zum Verspeisen wird der Deckel geöffnet, die Schnecke herausgezogen, von der schwarzen Haut, den
harten Teilen an Kopf und Schwanz und allen schleimigen Teilen befreit, mit
Salz eingerieben, gut gewaschen und entweder gebacken,
gebraten oder gekocht, oder zu Schneckensalat verarbeitet oder als Zuthat zu Suppen (Kraftsuppe gegen Lungen- und Auszehrungskrankheiten)
oder zu Schneckenmilch, anderweitig auch zu Schneckendekokt (Decoctum helicum).
Der Handel ist ein ziemlich bedeutender und besonders für die Großstädte, in welchen oder in deren
Nähe auch die Mastanstalten sind. Außer der Weinbergsschnecke verwendet man noch zur Speise hier und da die Kreiselschnecke,
den Goldmund, das Midasohr und auf den ostindischen und australischen Inseln große, bis ½ kg schwere Seeschnecken, welche
auch als Handelsartikel nach
China in Betracht kommen. Die Chinesen essen S. in großer Menge, besonders
mit
Essig und
Zitronensaft. Seeschnecken bilden, eingemacht in Gläsern, Büchsen oder Flaschen, oder frisch in Blechbüchsen
verlötet, einen auch weiterhin versendeten Handelsartikel. - Zoll: Landschnecken sind zollfrei. Seeschnecken Nr. 25 r;
in hermetisch verschlossenen Blechbüchsen etc. eingehende frische, marinierte
oder eingesalzene Nr. 25 p 1.
(Seeschollen,Flach-,Plattfisch,Seitenschwimmer,Pleuronectoides Flem.,
Weichflosser), Raubfische mit trefflichem
Fleisch, stark zusammengedrücktem, sehr hohem, fast scheibenartigem Körper, unsymmetrischem
Kopfe und Augen nur auf einer Seite, obere Körperseite wie der Meeresboden gefärbt, dunkel schmutzig, untere oder Bauchseite
farblos, zuweilen gefleckt, Rücken- und Bauchflosse sehr lang, ungeteilt. Meist liegen die S. gesellig
im schlammigen, flachen Meeresgrund, mit Sand bedeckt, auf einer Seite oder schwimmen mit der Augenseite nach oben; ihre
Färbung verändert sich, der Umgebung entsprechend; seltner finden sie sich in den Flußmündungen und flußaufwärts. Meist
gehören sie den gemäßigten Zonen an.
Dahin gehören: die
Flunder oder Flunker, auch Teerbutt genannt (Pleuronectus flessusL.), von der französischen Küste bis
Irland und in der Ostsee und in den größern Flüssen von Deutschland bis nach England, 30 cm lang, bis 3 kg schwer, graubraun
mit dunklen Flecken (vgl.
Flunder);
die gemeine Scholle, der Goldbutt oder das Platteisen (P. platessaL.), 50 cm lang, 9 kg schwer, braun,
grau, gemarmelt, gelb gefleckt, gelb- und grünlich weiß auf der Blindseite, von
Frankreich bis Irland und in der Ostsee,
rautenförmig, in großen Mengen frisch und geräuchert versendet und verbraucht;
die Heilbutte (Hippoglossus Cuv.),
mit schmälerm gestreckterm Leib, der Heiligbutt, Riesenscholle (H. vulgaris Flem.),
bis 2 m lang und 5 Ztr. schwer, im hohen Norden, wichtig für die Nordländer; die Butte (Rhombus
Gthr.),
mit dem breitesten Körper.
Der Steinbutt, Turbot (R. maximus), bis 1,25 m lang, bis 35 kg schwer, Augenseite höckrig, braun, marmoriert und heller
gefleckt, sehr geschätzt, lebt in der Nord- und Ostsee und Mittelländischem Meer;
der Glattbutt (R. laevis Cuv.), 40 cm
lang, bis 4 kg schwer, braun, dunkelbraun marmoriert, perlenartig hell gefleckt, in der Nord- und Ostsee bis Atlantischem
Ozean;
ebenso die Zungenscholle, Soolen oder Sole (Solea Gthr.),
länglich, Augen rechts, Afterflosse sehr groß;
die Zunge, Seezunge (Solea vulgaris Quensel), bis 64 cm lang, 3-4 kg schwer, Augenseite schwarz, Blindseite bräunlich, an
den Westküsten Europas bis zum Eismeer und in der Ostsee, sehr geschätzt, wird in Mengen, besonders in England, verbraucht.
Butten und Zungen gedeihen auch im Süßwasser, in Teichen und Aquarien. -
Alle zur Gattung S. gehörenden
Fische werden sowohl frisch verspeist, als auch eingesalzen und getrocknet, zum Teil auch
geräuchert. Über den Handel und die Bereitungsarten vgl.
Flunder. - Zoll s.
Flundern.
oder Schriftmittel benennen wir alle von der ältesten bis zur neuesten Zeit für Merk- oder Denkmale
und zur Schrift benutzten Gegenstände, zum Unterschiede von Schreibmaterialien, als welche alle zum
Schreiben dienenden Materialien und Hilfsmittel bezeichnet werden. Die Schrift, im weiten Sinne des Worts, bedeutet der in
bleibend sichtbare Form gebrachte Gedanke.
Erdhügel, Baumpflanzungen, Steinhaufen, Felswände, Pfähle und Kreuze waren solche erste Schriftzeichen, welche andeuteten,
daß der Tote ruhe, dort große Thaten geschehen sind oder welcher Weg von hier zur nächsten Ansiedlung
führt. Bei diesen Merk- und Denkmalen gab die mündliche Überlieferung (Tradition) die weitere Erklärung; als aber die
Ereignisse sich mehrten, da fügte man bezeichnende
[* 1]
Figuren hinzu, zur Unterscheidung und Unterstützung
des Gedächtnisses.
Schon vor der großen Flut (Sintflut) drückte man mit Stäbchen die Schrift als
[* 1]
Figuren
und Keile, wie die Funde im alten Akkad (Chaldäa) jetzt zeigen, in Thonplatten, welche nach der Schrift an der Sonne gebacken
wurden. Ebenso that man in Niniveh, Babylon und Sipphara (Stadt der Bücher) vor Noahs Zeit, in den Städten zwischen dem
Tigris und Euphrat. In der Flut gingen mit den thönernen Häusern auch die meisten thönernen Bibliotheken verloren, deshalb
brannte man später die Thonmassen nach der Schrift, wie man denn auch die für Bauten geformten Backsteine zu
Ziegeln (sigillae)
brannte. In thonlosen Ländern suchte man zuerst die zum Eingraben von Schrift geeignetsten Steinarten
zu verwenden, welche zugleich eine ewige Dauer
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mehr
erwarten ließen, denn diese war bei der Wahl maßgebend. Schiefer, Marmor, Gips, Porphyr (das alte Purpur) und Kalksteine waren
das S. der steinernen Bibliotheken der Chinesen, Arier, Iranier und Ägypter; an Stelle der Stäbchen waren Meißel, Keil
und Schlägel getreten. Bis 6000 v. Chr. mag die Schrift nur dem Kultus und
der Astronomie gedient haben, worauf mit der Bildung staatlicher Gemeinschaft (China, Chaldäa, Assyrien, Ägypten) Gesetze
verfaßt, große Thaten niedergeschrieben und Grabstätten mit Nachricht über den Toten (Lypogäen, Pyramiden) errichtet
wurden.
Die Hieroglyphe in der Kolossalgestalt verkleinerte sich bei allen Völkern zur hieratischen und endlich zur demotischen
(volkstümlichen) Schrift, der Handelsverkehr verlangte, wie die Wissenschaft, immer häufigere und damit
gedrängtere Niederschriften, das steinerne Material mußte verlassen werden und man wandte sich ans Pflanzenreich. In China
läßt sich der Gebrauch der Holztafeln ausserordentlich weit ins Altertum zurückversetzen; ein Volk folgte dem andern,
bis auch die Holztafeln zu beschwerlich und umständlich wurden und man ins Tierreich überging.
Ungegerbte Häute, Leder, als breite Streifen und Riemen, fanden bei den Persern, Medern, Assyrern und Ebräern Eingang. Die
ungegerbten Häute wurden mit Tusche aus Ruß und Öl, die gegerbten Häute mit einer verdickten Lösung von Kupferwasser (chalcantum),
beide Arten übereinstimmend mit Rohr (calamus, arab. quâlem), beschrieben, was später zu den alaunten
Häuten und 183 v. Chr. den König Eumenes II. von Pergamos zu der Bereitung des
danach benannten Pergaments führte.
Von Ostasien bis Indien, auf den meisten Südseeinseln und an der ostafrikanischen Küste bediente man sich der Palmblätter
(von Corypha umbraculifera) und mancher andrer fleischiger Blattarten (Aloe) seit undenklichen Zeiten,
während man in Vorderasien bis Griechenland auch in Blätter (Platten) geschnittene Tierknochen, Elfenbein, Muschelschalen
u. dgl. benutzte und bei diesen, wie bei jenen,
die Schrift mit einem spitzen Griffel einritzte und mit Ölruß schwärzte.
In Ägypten war schon lange vor Josefs, Jakobs Sohn, Zeit das künstlich aus der Papyrusstaude bereitete
Papyros (ägyptisch garta, Karte) in Gebrauch, doch soll er dessen Anfertigung verbessert haben, welche Papyrart sogar in
das heutige Papier übergegangen ist (Josefpapier). Der große Handelsverkehr der Ägypter seit alter Zeit und der Mangel
andern geeigneten Materials hatten dieses hochkultivierte Volk zur Aufsuchung eines so feinen Schriftstoffs,
wie es das quer übereinander geklebte Papyrusblatt ist, angeregt. Außerordentlich groß war die Papyrindustrie, zahlreiche
und bedeutende Werkstätten waren zumal in Alexandrien, aber auch im ganzen Deltagebiete. Die Einnahmen für Papyrus reichten
aus, um die ägyptische Heeresmacht zu erhalten. Alle Gebildeten schrieben bis um 100 v. Chr.
nur auf Papyrus, bis dann das Pergament, welches mancherlei Vorzüge hatte und weil das Papyrus nicht
immer zu erlangen war, den Vorrang erhielt.
Die Verwendung des Papyrus hörte gegen Ende des 7. Jahrhunderts, die
allgemeine Verwendung des Pergaments, das erst Ende
des 6. Jahrhunderts in Europa Eingang gefunden hatte, ums Ende des 13. Jahrhunderts in Europa auf, als
das Baumwollenpapier aus Syrien später in Sizilien und Spanien in ausreichender Menge bereitet wurde (s.
Papier). Wie auf Papyrus, so wurde auch auf Pergament mit dem Rohre aus Damaskus und mit Tusche geschrieben, was auch beim Baumwollenpapier
in Asien und Ägypten beibehalten wurde; in Europa bediente man sich jedoch schon seit Anfang des 7. Jahrhunderts
der Raben- und Gänsefedern in den Kanzleien und nur die Vornehmen gebrauchten Federn aus Elfenbein. Die Tinte wurde wahrscheinlich
von den Rabbinern aus dem Oriente nach Europa gebracht, etwa ums 4. Jahrhundert.
Die Erfindung des Linnenpapiers aus abgetragenen Geweben hat in der ganzen Welt (außer China, Japan und
Korea) alle andre Schrift- und Schreibmaterialien verschwinden gemacht; an Stelle des unbehilflichen Gänse- oder Federkiels
konnte seit 1830 die Silber- und bald darauf die Stahlfeder treten (s. Tinte und Tusche). Steinerne Schriften sieht man nur noch
auf den Friedhöfen, Denkmalen und Gedenktafeln. - Zoll: S. Tinte und Papier. Stahlfedern gem. Tarif Nr. 6 e 3 γ.