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Schilling,
Johannes, Bildhauer, geb. zu Mittweida in Sachsen, kam in der frühesten Kindheit nach Dresden, wo er schon als Knabe die Kunstschätze kennen lernte. Mit 14 Jahren fand er Aufnahme in der Akademie, wurde 1845 Rietschels Privatschüler, genoß dessen Unterricht bis 1850 und schuf sein nachher in Bronze ausgeführtes Erstlingswerk: Amor und Psyche. Nachdem er dann 1851-52 in Drakes Atelier zu Berlin gearbeitet hatte, kehrte er nach Dresden zurück, trat noch auf ein Jahr in Hähnels Atelier und schuf in zwei Medaillons Jupiter und Venus, die ihm ein Reisestipendium für einen zweijährigen Aufenthalt in Italien einbrachten, wo (1854-56) sein verwundeter Achilles und das Relief einer Kentaurin mit einem Amor entstanden. 1856 gründete er in Dresden ein eignes Atelier und begann seine Thätigkeit für das damals im Bau begriffene neue Museum, wo er den Fries auf der linken Seite des Vestibüls (die deutschen und niederländischen Maler) ausführte.
Daran schlossen sich fast gleichzeitig im Palais des Prinzen Georg eine Allegorie der Vokal- und Instrumentalmusik, bald nachher für Freiburg an der Unstrut die Bronzebüste des Turnvaters Jahn, für Görlitz die Erzstatue des Oberbürgermeisters Demiani (1861) und bald nach Rietschels Tod (1861) die Figur der Stadt Speier für das große Luther-Denkmal in Worms. Mehr noch als durch alle diese Arbeiten stieg sein Ruf durch die leider nur in Sandstein ausgeführten Gruppen der ¶
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vier Tageszeiten auf der Brühlschen Terrasse, eine unter den Schöpfungen der modernen Plastik unerreichte Arbeit von harmonischem Aufbau und edelstem Schönheitssinn. Sowohl an der Konkurrenz für das Schiller-Denkmal in Wien als für das große Nationaldenkmal auf dem Niederwald beteiligte er sich und ging aus beiden als Sieger hervor. Ersteres wurde in gelungenster Weise 1876 vollendet, letzteres, ein unvergleichliches Meisterwerk, in Angriff genommen, um hoffentlich 1882 die Vollendung und Aufstellung zu sehen.
Unter seinen übrigen jüngsten Werken, die den genannten völlig ebenbürtig sind, nennen wir namentlich: die herrliche Büste Rietschels, die auf der Brühlschen Terrasse jene Stelle ziert, wo des Meisters Werkstatt stand, ferner das eherne Maximilian-Denkmal in Triest von geistvoller Erfindung und großer Schönheit der Figuren, die Panther-Quadriga auf dem neuen Hoftheater in Dresden, das etwas allzu komplizierte eherne Kriegerdenkmal in Hamburg und die edle Marmorstatue des Phidias in der Loggia des Museums zu Leipzig. 1868 wurde er Professor an der Akademie in Dresden.