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Richard Huelsenbeck
(Hrsg.)
Dada-Almanach
Berlin 1920
Berlin - Club Dada 1918 - 1923
1917 kehrte Richard Huelsenbeck zurück nach Berlin und traf dort Franz Jung, Wieland Herzfelde und dessen Bruder John Heartfield. Weitere 'Club Dada' Mitglieder wurden Johannes Baader, George Grosz, Hannah Hoech, Walter Mehring und Raoul Hausmann. Dada Berlin war, bedingt durch die aktuelle Situation in der Stadt,politischer als die andern Dada-Gruppen. Die Berliner Gruppe provozierte mit Zeitschriften wie 'Club Dada', 'Der Dada' und 'Dada Almanach' welche Photo-Montagen, Manifeste und Grosz's anti-bürgerliche Karikaturen enthielten.
Die Montage-Technik wurde zum Haupt-Instrument für die Berliner Dada-Arbeiten. Experte für Photo-Montagen war John Heartfield, auch 'Dada-Monteur' genannt! Die Montage-Technik wurde Jahre später von den Lettristen als auch von den Punk-Protagonisten für ihre Fanzines und Plattenhüllen verwendet!

Richard
Huelsenbeck

Im Vorwort des Dada Almanach (1920) steht:
"Da Dada der direkteste und lebendigste Ausdruck seiner Zeit ist wendet er sich gegen alles was ihm obsolet, mumienhaft, festsitzend erscheint."
Die Folgen dieser generellen Protesthaltung für die Literatur und Dada -Lyrik sind ausserordentlich. Sie betreffen zunächst das " kulturelle Ganze" das als zerstört und nicht mehr existent gilt. Der Dadaismus kritisiert die jüngsten als modern geltenden Kunstrichtungen des Expressionismus, der " ein inhaltsloses,bequemes und unbewegtes Leben zur Voraussetzung" hat. Dada dagegen macht eine Art " Anti-Kultur- Propaganda,aus Ehrlichkeit ,aus Ekel, aus Abneigung vor dem Erhabenheitsgetue des intellektuell approbierten (staatlich zugelassenen) Bürgers". Dada empfindet sich als Narrenspiel aus dem Nichts und erklärt sich zum " Parodisten der Weltgeschichte".
"Der Dadaist hat eine eingehende Erfahrung darüber zusammengebracht, wie 'Geist' gemacht wird, er kennt die gedrückte Lage des geistigen Produzenten, er hat mit den vielgedruckten Geistschmusern... jahrelang an einem Tisch gesessen... Dada macht eine Art Anti-Kultur, Propaganda, aus Ehrlichkeit, aus Ekel, aus tiefstem Degout vor dem Erhabenheitsgetue des intellektuell approbierten Bourgeois."
Richard Huelsenbeck wurde am 23 April 1892 in Frankenau bei Kassel geboren. Er verbrachte seine Jugend in Dortmund.In Paris und Zürich studierte er Medizin, studierte anschliessend Germanistik, Kunstgeschichte und Philosophie. Er arbeitete mit an Franz Jungs Aktion. Als Pazifist flüchtete er 1916 nach Zürich. Huelsenbeck hat einen bedeutenden Anteil an der dadaistischen Bewegung, die er 1916 zusammen mit Marcel Janco, Tristan Tzara, Hugo Ball und Hans Arp im Cabaret Voltaire in Zürich begründete. Im Cabaret Voltaire plädierte er für die Verstärkung des rhythmischen Elementes. und "möchte am liebsten die Literatur in Grund und Boden trommeln" (Hugo Ball).1918 schrieb er das dadaistische Manifest, das von nahezu allen Züricher und Berliner Dadaisten unterschrieben wurde Nach dem Niedergang Dadas bereiste er als Schiffsarzt und Korrespondent Ostasien, Afrika und Amerika und verfasste Reisebücher.
1936 emigrierte er von Berlin nach New York , wurde amerikanischer Staatsbürger und praktizierte unter dem Namen Dr.Hulburger als Arzt für Psychiatrie und Psychoanalyse in den USA. Er lebte in den letzten Jahren in der Schweiz , wo er am 30 April 1974 in Muralto/Tessin starb. Er war Mitglied des PEN-Zentrum der Freien Akademie der Künste Hamburg und der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung Darmstadt
Er gab 1920 die dadaistische Dokumentation , den DADA Almanach heraus, schrieb EN AVANT DADA Geschichte des Dadaismus(1920)Seine Gedichtsammlung Die PHANASTISCHEN GEBETE erschienen 1916 mit Holzschnitten von Hans Arp. Nach 1945 schrieb er Seine Autobiografie :"Mit Witz, Licht und Grütze" erschien 1957