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Umbau und Sanierung „Altes Spittel“ in Visp, 1570
Das Ursprünglich von Johannes In-Albon ab 1570 erbaut Gebäude fand im 18. Jahrhundert seinen heutigen Namen „Altes Spittel“, als die Familie Burgener das Gebäude in ein Krankenhaus umwandelte. Dieses war bis im Jahre 1965 in Betrieb und bis zum Kauf der Liegenschaft im Jahre 2016 durch die Burgerschaft Visp diente das Haus zwischenzeitlich als Kleininternat, Kita, Klubhaus, Jugendkulturhaus, Jugendarbeitsstelle, etc.
Am Westrand der Altstadt liegt das Gebäude nördlich der St. Martin Kirche am Hang zur tiefer gelegenen Vispa. Aufgrund dieser topografischen Vorgabe weist das Gebäude gegen Norden hin einen ersten ebenerdigen Zugang auf. Ein grösseres und ein kleineres Rundbogentor bilden die wesentlichen Elemente der Nordfassade. Auf der Südseite, entlang dem Spittelweg, liegt der zweite Hauptzugang der über einen kleinen Vorplatz an der Ecke des Martiniplatzes sehr prominent erschlossen ist.
Gerold Vomsattel und Rita Wagner erhielten den Auftrag die Büros und Sitzungszimmer der Burgergemeinde im 3. Obergeschoss inklusiv der Galerie und die Jugendarbeitsstelle Visp und das Jugendkulturhaus im 1. und 2. Obergeschoss im Bauwerk unter zu bringen.
Der wesentlichste Teil der Arbeiten bestand darin das Gebäude zu sanieren. Einerseits musste der gesamte Dachstuhl der teilweise angebrannt war, wegen den grösseren Belastungen durch die Dämmung sowie den erhöhten Anforderungen durch die Normen, komplett ersetzt werden. Dies war ein aufwändiges Unterfangen, waren doch sämtliche Mauerauflager unterschiedlich ausgebildet und die Mauerkronen total aus dem Niveau.
Andererseits musste das bestehende Mauerwerk Wärmedämmtechnisch verbessert werden. Mit einer innere Vorsatzschale und ausgedämmten Gipsständerwänden, wurde die Innendämmung fachmännisch ausgeführt und dadurch die Bestandsfassade aussen wieder aufgefrischt, so dass das Gebäude wieder im neuen alten Glanz erstrahlt.
Neben Fassade und Dach wurden hauptsächlich die Räumlichkeiten für die Burgerschaft sanft saniert. Die gewählte Materialität, mit der neuen Holzverkleidung der Galerie sowie die Verlängerung der alten Steintreppe mit einer roh belassen Stahltreppe zeugen vom Feingefühl der Architekten. Die Räume wirken klar und leicht und schlagen gekonnt eine Brücke zwischen dem denkmalpflegerischen Erbe und zeitgemässer Architektur.
Im Frühling 2018 wurden die Umbauarbeiten abgeschlossen und die Räumlichkeiten bezogen.
Architektur: Vomsattel Wagner
Literatur:
Walter Ruppen: Visp VS. Siedlung und Bauten. (Schweizerische Kunstführer, 356).
Gesellschaft für schweizerische Kunstgeschichte, Bern 1984, ISBN 3-85782-356-9.
vorgestellt von: Daniele Di Giacinto