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Ist die EU ein Fehlkonstrukt oder doch eine Erfolgsgeschichte? Wer auf Griechenland blickt, dem fällt die Antwort leicht, die Euro-Länder hielten sich bei der Einführung der neuen Währung nicht an den Stabilitätspakt, der die einzelnen Länder zur Disziplin verpflichtete und heute erhielt Europa die Quittung. Gleichzeitig geht es vielen EU-Ländern besser, als vor der EU. Österreich entwickelte sich hervorragend. Spanien überwand die Diktatur relativ gut und trotz Bankenkrise, hat Irland heute eine wettbewerbsfähige Wirtschaft.
Politisch gesehen leistete die EU ebenfalls eine solide Arbeit. Der Zusammenbruch der UdSSR hätte zu grossen Verwerfungen führen können, stattdessen streckte die EU ihre Hand aus und die Ostblockländer schafften den Transformationsprozess relativ friedlich. Mit der Bürgerinitiative führte die EU sogar erste direktdemokratische Mittel ein.
In den letzten Jahren holten ehemalige 3-Welt-Länder wirtschaftlich und politisch auf und überrundeten einzelne EU-Länder. China löste Deutschland an der Exportspitze ab. Brasilien überrundete Grossbritanien und ist heute die sechststärkste Wirtschaft weltweit. Die USA richteten sich neu aus. Für sie ist Europa nicht mehr Ansprechpartner Nr. 1 und schon gar nicht einzelne Länder wie Frankreich, Deutschland oder Portugal. Welche Rolle würden die EU-Länder in der Welt noch spielen, wenn sie keinen gemeinsamen Markt hätten und politisch nicht enger zusammenstehen? Würde Europa in der Bedeutungslosigkeit verschwinden?
Anhand welcher Kriterien soll man beurteilen, ob Europa ein Fehlkonstrukt ist oder doch eine Erfolgsgeschichte?