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Die jungsteinzeitliche Moorsiedlung Weier liegt in einer flachen Talmulde hinter dem «Berg» südlich von Thayngen und wurde anlässlich der ersten Melioration 1914 entdeckt. Seit 2011 gehört sie zum UNESCO "Weltkulturerbe Pfahlbauten".
Die Siedlung lag ehemals auf einer Landzunge zwischen zwei kleineren, heute verlandeten, Seen. Es gelang der Nachweis von drei Siedlungsschichten (Weier I-III), die durch schmale Torf- und Gyttjabänder voneinander getrennt sind. Die Ausdehnung der Siedlung konnte 1989 mittels Trockeneisbohrungen über etwa 4500 m2 ermittelt werden. Heute ist der Platz durch Austrocknung bedroht.
Für Weier I sind 4 Häuser (Pfostenbauten mit Prügelböden) und ein Zaun nachgewiesen. Von Weier II sind 8-9 Bauten (Pfosten- und Ständerbauten), z.T. als Ställe und Speicher angesprochen und ein Zaun belegt. Von Weier III wurden 8 Bauten erfasst, worunter abgehobene Stelzbauten, ferner Bohlenwege sowie wiederum ein Dorfzaun.
Die datierten Bauhölzer lassen die Siedlungsreste in die Zeit zwischen 3800 und 3600 v.Chr. einordnen und gehören zur Pfyner-Kultur. Die Keramik lässt Einflüsse der süddeutschen Michelsberger-Kultur erkennen (u.a. Backteller, Tulpenbecher). Zu den Funden zählen gut erhaltene Holzobjekte (u.a. kompletter Bogen und Pfeil mit Silexspitze), eine Kupferbeilklinge, Gürtelhaken aus Geweih, zwei gestielte Pfeilspitzen aus oberitalienischem Monti Lessini-Feuerstein sowie aus Lehm modellierte Frauenbrüste als Wandbestandteile eines (Kult?)Gebäudes.
Vor Ort sichtbar ist die Talmulde der ehemaligen kleineren Seen. Das Fundmaterial aus den Siedlungsgrabungen ist im Museum zu Allerheiligen in Schaffhausen ausgestellt.
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