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Generell lassen sich drei verschiedene Arten von Schokolade unterscheiden: Milchschokolade, dunkle und weisse Schokolade. Da in Milchschokolade nur wenig Kakao und in weisser Schokolade sogar nur Kakaobutter enthalten sind, die positiven Effekte aber den Inhaltsstoffen des Kakaos zugeschrieben werden, wird im Folgenden immer von einer mindestens 70% kakaohaltigen und ungesüssten Schokolade gesprochen.
Grundsätzlich gilt: Je höher der Kakao-Anteil und je weniger Zucker, desto gesünder. Aufpassen sollten jedoch Allergiker; Schokoladenprodukte sind die häufigste Quelle von nicht deklarierter Milch. Ebenfalls enthalten sind geringe Mengen an Koffein. Wichtig zu wissen ist ausserdem, dass es sich auch bei dunkler Schokolade nicht um ein kalorienarmes oder fettarmes Lebensmittel handelt. Übermässiger Verzehr kann zu Übergewicht und anderen Nebenwirkungen – wie z.B. Karies und Akne – führen. Für eine gesundheitsfördernde Wirkung sollte sich der Konsum demnach auf kleine Mengen beschränken!
Der Kakao wird aus den Samen der Frucht des Theobroma-Kakaobaumes gewonnen. Neben Ballaststoffen enthält der Kakao auch Eisen, Magnesium, Kalium und Zink, dazu kommen weitere Spurenelemente wie Phosphor und Kalium. Die gesundheitsfördernde Wirkung des Kakaos wird seinen sekundären Pflanzenstoffen zugesprochen. Das sind Stoffe aus der Gruppe der Flavonoide sowie der Polyphenole. Um Schokolade herstellen zu können, muss der Samen zunächst getrocknet werden. Je langsamer und schonender er getrocknet und weiterverarbeitet wird, desto höher fällt der Flavonoid-Gehalt aus. Die Alkalisierung – meist ebenfalls in diesem Produktionsschritt vorgenommen, um den Eigengeschmack hervorzuheben und seine säuerlich-bitteren Anteile zu dämpfen – zerstört die Polyphenolverbindungen.
Seit 1900 vor Christus wurden bei den Azteken in Südamerika Kakao-Samen für die Herstellung eines bitteren und schäumenden Getränkes genutzt. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde erstmals von einem britischen Unternehmen der Schokoriegel, bestehend aus Kakao, Kakaobutter und Zucker, hergestellt. Mittlerweile bestätigen zahlreiche Studien die positiven Effekte dunkler Schokolade auf die menschliche Gesundheit. Im Chemistry Central Journal wurde in einer Studie die antioxidative Wirkung von Kakao und anderer sogenannter Superfoods verglichen. Die Ergebnisse zeigen, dass lediglich der Granatapfel einen höheren Flavonoid- und Polyphenolgehalt besitzt. Die Werte der dunklen Schokolade sind signifikant höher als die der Acai- und Blaubeere sowie der Cranberry. Antioxidantien wie Polyphenole und Flavonoide können, so wird vermutet, die hochreaktiven freien Radikale im Körper unschädlich machen. Freie Radikale können Infarkte, Arthritis, Krebs und andere schwere Krankheiten auslösen. Antioxidantien gelten ausserdem als blutdrucksenkend. (Neuere Untersuchungen führen die gesundheitlichen Wirkungen nicht mehr auf die antioxidativen Mechanismen zurück, die Wirkungen selbst bleiben aber bestehen.) Eine Regulierungsfunktion des Blutzuckers könnte ebenfalls bestätigt werden. Eine Langzeitstudie dokumentierte über 11 Jahre den Gesundheitszustand und Schokoladenkonsum von 20.000 Menschen. Die Probanden, die regelmässig dunkle Schokolade assen, hatten weniger häufig kardiovaskuläre Erkrankungen als die Schokoladenverweigerer.
Das Problem von Langzeitstudien an alltäglich aktiven Menschen ist, dass sehr viele Variablen hineinspielen, die eine klare Zuordnung der Kausalitäten erschweren. Etwas unmittelbarer zeigen Studien – wie eine von der Columbia University in New York – dass auch die Hirndurchblutung durch den Verzehr von dunkler Schokolade erhöht wird. Vor allem ältere Menschen profitieren dann von der einer verbesserten Gedächtnisleistung.
In geringen Mengen und regelmässig konsumiert kann dunkle Schokolade sich also positiv auf das Herz-Kreislauf-System auswirken, das Risiko eines Herzinfarkts senken und unsere Gehirnleistung verbessern. Ausserdem regt der Konsum von dunkler Schokolade den Stoffwechsel an und kann damit sogar beim Abnehmen helfen – das lässt zumindest eine Studie der University of California verlauten. Der Zucker der Milchschokolade fördert hingegen Diabetes und Übergewicht!
An den Universitäten von Zürich und Bern konnte zudem eine stressreduzierende Wirkung der Inhaltsstoffe des Kakaos nachgewiesen werden. Probanden hatten in einer dem Naschen von Schokolade nachfolgenden Stresssituation eine geringere Stresshormon-Konzentration im Blut als Probanden ohne vorhergehenden Schokoladengenuss. Die Flavonoide schützen unseren Körper vor Stress, indem sie die Freisetzung von Hormonen wie Adrenalin in den Nebennieren blockieren.
All dies sind gute Gründe, um mit gutem Gewissen kakaohaltige Schokolade zu naschen. Wenn die leckeren Schoggi-Produkte auch noch aus fairem Handel stammen, tun wir damit nicht nur unserer Gesundheit einen Gefallen!