Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03383.jsonl.gz/1679

„Sorry für dieses Hüst und Hott“, schrieb ich, nachdem die Empfängerin einige sich widersprechende Nachrichten erhalten hatte. Die gebürtige Aargauerin wunderte sich über den Ausdruck, sie kenne nur „Hü und Hott“ – das hielt ich bis dato für ausschliesslich in Deutschland üblich.
Der Ursprung liegt jedenfalls in Befehlen für Zugtiere. Ganz einig sind die Quellen sich nicht, ob „Hü“ oder „Hüst“ Pferde oder Ochsen nach links leiten soll oder zum los- oder schnelleren Laufen antreiben soll. „Hott“ wiederum führt wahlweise das Gespann nach rechts oder bringt es zum Stehen. „Hü“ soll jedenfalls schlicht eine Abkürzung des auch nicht gerade langen„Hüst“ sein, das anscheinend dereinst auch in Deutschland üblich war. Das Schweizerische Idiotikon führt sowohl hü wie hüst auf und neigt zur Beschleunigungsthese. Egal, welche Formulierung und Interpretation man bevorzugt: Wenn einer hü(st), der andere hott sagt – oder die gleiche Person mal hü oder hüst, mal hott –, dann weiss man nicht so recht, woran man ist. „Hüst“ spricht man in der Schweiz natürlich „Hüscht“ aus, mit langem Ü, ähnlich der Kartoffelspezialität Rösti.
In Deutschland hat Hüst in der Schreibweise HÜSt noch eine Bedeutung als bürokratisches Kürzel neueren Datums: Handelsüberwachungsstelle. Hüstel.by
by