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Babylonisches
Exil oder
babylonische Gefangenschaft, Bezeichnung für den Aufenthalt eines großen
Teils der israel.
Stämme
Juda und
Benjamin in
Babylonien. Um deren
Widerstand gegen die babylon. Herrschaft zu brechen, führte Nebukadnezar 597
v. Chr.
den König Jojachin (s. d.) mit der Beamtenschaft und dem
Heere (den Grundbesitzern) fort. Man darf sich das
Babylonisches Exil nicht als Gefangenschaft vorstellen.
Es bedeutete eine zwangsweise
Kolonisation; die Versetzten erhielten Grundbesitz, ordneten ihre bürgerlichen Verhältnisse
nach ihrem nationalen Herkommen und lebten in ihrer Geschlechter- und Familienverfassung. Die Hauptmasse kehrte nach Eroberung
Babylons durch Cyrus mit dessen Erlaubnis heim (537). Eine weitere Rückwanderung erfolgte 458 unter
Artaxerxes
I. (S.
Esra.)
Über die religionsgeschichtliche Bedeutung des
Babylonisches Exil s. Israel. - der
Babylonisches Exilder
Kirche, die Zeit von 1309 bis 1377, während der die Päpste außerhalb
Roms, in
Avignon, ihren Sitz hatten.