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Elterninformation - Valproat zur Behandlung von epileptischen AnfällenInhaltsverzeichnis
Ihrem Kind wurde Valproat (Handelspräparat Depakine oder Orfiril) zur Behandlung seiner epileptischen Anfälle verordnet.
Valproat ist ein breit verwendetes Medikament und wird in den allermeisten Fällen gut vertragen. Das Medikament kann mit Flüssigkeit, Milch oder anderen Nahrungsmitteln (zum Beispiel Joghurt) eingenommen werden.
Geben Sie das Medikament regelmässig, wie verordnet. Stoppen Sie die Medikamentengabe nicht selbständig. Sollten Sie einmal eine Dosis vergessen, so geben Sie diese so rasch wie möglich nach. Sollten Sie sich erst kurz vor der nächsten Medikamentengabe daran erinnern, so geben Sie
die vergessene Dosis nicht nach. Wenn Ihr Kind einmal kurz nach der Medikamenteneinnahme (weniger als 15 Minuten Zeitintervall) erbricht, geben Sie nochmals die ganze Medikamentendosis. Wenn das Zeitintervall zwischen Medikamentengabe und Erbrechen 15 – 30 Minuten beträgt, geben Sie die Hälfte der Dosis. Falls das Zeitintervall mehr als 30 Minuten beträgt, so ist keine nochmalige Gabe erforderlich. Bei wiederholtem Erbrechen wenden Sie sich an den betreuenden Arzt. Valproat tritt mit anderen Medikamenten in Wechselwirkung. Melden Sie deshalb die Einnahme von
Valproat jedem behandelnden Arzt oder Zahnarzt. Salizylathaltige Medikamente (Aspirin, Alcacyl) sollten vermieden werden.
Zu Beginn der Behandlung (meist in den ersten 6 Monaten) kann vorübergehend eine leichte Schläfrigkeit
auftreten. Selten tritt ein Haarausfall auf, welcher meist vorübergehender Art ist. Einige Kinder zeigen ein leichtes Zittern der Hände. Es kann zu einer Gewichtszunahme, aber auch zu einer Gewichtsabnahme kommen. Leichte Bauchschmerzen können vorkommen.
In äusserst seltenen Fällen treten während einer Behandlung mit Valproat schwere Nebenwirkungen auf. Diese können insbesondere die Leber, die Bauchspeicheldrüse und/oder das Blutgerinnungssystem betreffen. Nach den ersten 6 Behandlungsmonaten treten Komplikationen der Leber oder
Bauchspeicheldrüse praktisch nicht mehr auf.
Sollten diese Nebenwirkungen auftreten, so beginnen sie meist mit uncharakteristischen Zeichen. Es ist sehr wichtig, dass Sie den behandelnden Arzt sofort auf solche Veränderungen aufmerksam machen.
Bitte achten Sie insbesondere auf folgende Veränderungen bei Ihrem Kind:
- Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen
- neu auftretende Abneigung gegen gewohnte Speisen
- neu auftretende Abneigung gegen Valproat
- Müdigkeit/Schlappheit
- Zunahme der Zahl oder Stärke der epileptischen Anfälle
- Blutungsneigung (blaue Flecken, Nasenbluten)
- Gelbfärbung der Haut
Wenn Sie eine oder mehrere dieser Veränderungen bei Ihrem Kind feststellen, müssen diese selbstverständlich
nicht immer Zeichen einer Unverträglichkeit gegenüber Valproat sein. Da die Veränderungen aber die ersten Zeichen einer Valproat-Unverträglichkeit sein können, sollten Sie sofort mit Ihrem behandelnden Arzt in Verbindung treten.
8 Wochen nach Beginn der Medikamenteneinnahme empfehlen wir eine Kontrolle von Blutbild, Gerinnung
und Leberfunktionswerten. Bei guter Verträglichkeit des Medikamentes müssen diese Kontrollen
dann nur noch bei Auftreten von verdächtigen Symptomen oder anderen Problemen durchgeführt
werden.
Vor operativen und zahnärztlichen Eingriffen muss der zuständige Arzt über die Einnahme von Valproat
informiert werden. Einen Monat vor einer geplanten Operation oder zahnchirurgischem Eingriff muss bei Ihrem Kind eine Blutgerinnungsabklärung erfolgen. Bitte informieren Sie sich bei Ihrem Arzt.
Bei Frauen mit Kinderwunsch muss darauf hingewiesen werden, dass Valproat in seltenen Fällen zu
Missbildungen des Fötus führen kann. Valproat sollte deshalb aber keinesfalls abrupt abgesetzt werden.
Informieren Sie Ihren Arzt und besprechen Sie mit ihm das weitere Vorgehen. Gewissen Missbildungen
kann man vorbeugen, indem man regelmässig Folsäure (0,4 mg täglich) einnimmt. Da es
wichtig ist, dass die Einnahme von Folsäure bereits vor der Konzeption erfolgt, empfiehlt sich für
Frauen unter Valproat die regelmässige Einnahme bereits ab Pubertät.
Sollten Sie noch weitere Fragen, so wenden Sie sich an die betreuenden Ärzte.