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Lynda Madden Dahl, die Autorin von TAUSENDFACHES FLÜSTERN und weiterer Bücher, die auf dem Seth-Material basieren, organisierte als Mitgründerin von Seth Network International zahlreiche Seth-Konferenzen, an denen auch immer wieder ehemalige Teilnehmer von Jane Roberts' ASW-Klasse teilnahmen und zweimal sogar Robert Butts selbst, das erste Mal 1997, das zweite Mal 1999, jeweils in Elmira, in der Stadt, in der Jane und Rob den größten Teil ihres gemeinsamen Lebens verbracht hatten, zuerst in der West Water Street-Wohnung, in der sie zum ersten Mal mit Seth in Kontakt kamen, dann, ab 1975, im Hügelhaus.
Nach der 1997er-Konferenz machten Lynda und ihr Mann Stan mit Rob zudem ein Interview, einerseits als Rückblick auf die eben zu Ende gegangene Konferenz, andererseits als Rückblende auf Robs Zeit mit Jane und Seth - ein Interview, das Einblicke in ein eindrückliches Leben gewährt und möglicherweise die eine oder andere Frage beantwortet, die man sich vielleicht auch selbst schon gestellt hat.
Wir freuen uns, dieses interessante Zeitzeugnis in der vorliegenden Newsletter-Ausgabe in ganzer Länge präsentieren zu können.
STAN: Rob, soeben ist die viertägige Seth-Konferenz in Elmira zu Ende gegangen, und es war das erste Mal, dass du vor 400 Leuten gesprochen hast. Wie war das für dich?
ROB: Am ersten Tag war ich wirklich überwältigt, und am Anfang fand ich es fast unglaublich. Und am zweiten und dritten Tag sagte ich: Ich glaube es! Es war für mich in vielerlei Hinsicht eine fantastische Erfahrung! Janes und mein Leben war so privat gewesen. Wir hatten nie daran gedacht, solche Dinge vor so vielen Menschen zu machen. Als ich daher an der Konferenz in den Saal kam und die Leute aufstanden und applaudierten, hat mich das wirklich fast umgehauen! Ich konnte spüren, wie ganze Energiewellen von all diesen Menschen auf mich zuströmten, und es war wirklich eine verrückte Erfahrung! Und ich kann es noch immer spüren und freue mich darüber. Jane und ich lebten so für uns alleine, dass wir uns nie eine solche Reaktion vorgestellt hätten. Wir wussten zwar, dass sich das Material auf der Welt verbreitete, aber wir waren immer noch in unseren privaten Zimmern und machten unser Ding. Und es war für mich jetzt fantastisch, diese Reaktion zu erleben! Das hat mein Leben für immer verändert. Und ich bin überzeugt, dass es auch Janes Leben verändert hat, denn ich bin absolut sicher, dass sie auch die ganze Zeit dort war und alles beobachtet hat.
LYNDA: Ich denke, dass dies auch das Leben der Menschen verändert hat, die an der Konferenz teilgenommen haben. Es besteht kein Zweifel über die Wirkung auf die Seth-Leser, die das Material seit 20 Jahren lesen, oder seit 5 Jahren oder sogar noch weniger. Du und Jane kommen so klar durch das Material hindurch, eure Integrität, eure Präsenz, so dass die Konferenz wirklich für alle ein wunderbarer und freudiger Anlass war, das kannst du mir glauben!
STAN: Und wenn wir schon von einem freudigen Anlass sprechen, sollten wir auch erwähnen, dass wir an dieser Konferenz deinen 78. Geburtstag feiern durften!
LYNDA: Bemerkenswert ist aber auch, dass etwa 50 Leute von Übersee hier waren, die ein tiefes Verstehen des Seth-Materials aufzeigten. Sie wollten dich kennenlernen und dir ihren Respekt zollen. Was fühlst du, wenn du siehst, was euer Material für eine Ausstrahlung auf die Welt hat?
ROB: Das war für mich eine große Überraschung. Jane und ich wussten zwar aufgrund der Briefe, die wir die Jahre hindurch aus der ganzen Welt erhielten, dass das so war. Aber wenn man den Leuten plötzlich persönlich begegnet, ist das nochmals eine ganz andere Erfahrung.
STAN: Du bist ja auch schon früher einmal mit der Öffentlichkeit auf Tuchfühlung gegangen. Ihr habt doch damals eine Tour gemacht, um die Bücher bekannt zu machen, die Jane und Seth produzierten, nicht wahr?
ROB: Ja. Nachdem Jane Das Seth-Material geschrieben hatte, schickte uns unser Herausgeber, Prentice-Hall, auf eine Tour durch die größten Städte im Nord-Osten. Das war unsere erste Erfahrung damit, aus dem Haus zu gehen und den Menschen zu erklären zu versuchen, was wir taten. Natürlich waren wir darauf völlig unvorbereitet, weil wir gewöhnt waren, zu Hause zu arbeiten und unser Ding zu machen. Damals hatte wir bereits seit zwei Jahren alleine gearbeitet und versuchten noch immer herauszufinden, was da eigentlich geschah. Wir hatten so viele Fragen, dass das alleine manchmal schon überwältigend war. Als wir dann also diese Tour machten, war das wirklich eine Offenbarung für uns. Jane sprach damals zum ersten Mal in Boston als Seth im Fernsehen, was völlig ungeplant war und was wahrscheinlich auch die beste Art war, so etwas zu tun.
LYNDA: Und Seth kam tatsächlich durch?
ROB: Ja. Wir hatten nicht geglaubt, dass das jemals geschehen würde. Und danach kam der Programmdirektor zu Jane und sagte, dass nach der Sendung in der Telefonzentrale alles drunter und drüber gegangen sei.
STAN: Glaubst du, dass dies das erste Mal war, dass man jemanden im Fernsehen channeln sah?
ROB: Ich bin mir nicht sicher, aber bestimmt war es eines der ersten Male.
STAN: Wenn wir schon von früher sprechen... Wie hat dieses ganze Phänomen eigentlich angefangen?
ROB: Nun, einerseits kann man sagen, dass es etwas völlig Unerwartetes war, andererseits wurde es schon viel früher vorbereitet, und zwar bei Jane seit ihrer Kindheit und ihren ersten Schreibversuchen und bei mir als Maler, da ich in gewisser Hinsicht das Gleiche tat. Aber natürlich sahen wir dies nicht auf bewusste Weise als Weg hin zum Seth-Material an. Als sich Jane damit etwas sicherer fühlte und auch die ersten Briefe von Lesern eintrafen, begannen wir, die frühen Jahre unseres Lebens etwas genauer zu betrachten. Besonders in Janes frühen Gedichten fanden wir sehr viele Hinweise auf das Seth-Material, die nicht einmal sie selbst zu jener Zeit verstanden hatte. Schon in den Gedichten, die sie als kleines Kind und später in der Schule schrieb, finden sich Elemente, die sie in ihrem späteren Leben entwickeln würde. Jane war katholisch erzogen worden, aber es gibt schon ganz frühe Gedichte, die etwa das Konzept der Reinkarnation als Thema haben, wobei sie nicht einmal den Begriff gebrauchte und auch gar nicht kannte. Und doch schrieb sie in ihrer kindlichen Art über diese Dinge. Wie kann man sich das auf gewöhnliche Weise erklären? Wir kamen daher zum Schluss, dass Jane mit dieser Fähigkeit bereits auf die Welt gekommen war.
STAN: Glaubst du, dass dies einer der Gründe war, warum Seth Jane gewählt hat, um durch sie zu sprechen?
ROB: Ja, das glaube ich. Ich möchte nicht sagen, dass die ganze Sache vorherbestimmt war, aber irgendwie ging es wohl in diese Richtung... Es war eine Wahrscheinlichkeit, was bedeutet, dass sie das nicht tun musste. Ich sagte ihr schon ganz zu Anfang, dass es absolut in Ordnung wäre, wenn sie nicht in Trance sprechen möchte. Wir könnten mit unserem Leben auch etwas völlig anderes anfangen. Ich war mir aber sicher, dass sie ihre Gabe irgendwie gebrauchen würde.
LYNDA: Erzähl uns doch bitte von Janes Schlüsselerlebnis, als sie ihre erste sozusagen metaphysische Erfahrung hatte, die schließlich zum Seth-Material führte.
ROB: Nun, es war an einem unserer ganz gewöhnlichen Arbeitstage. Jane hatte damals einen Halbtagsjob in der örtlichen Museums- und Kunstgalerie. Ich kam aus dem Hinterzimmer um zu sehen, was im Wohnzimmer los war, weil sie so ruhig war. Vor ihr lag ein Haufen Notizblätter, und sie sagte: „Ich weiß, dass ich das geschrieben habe, es ist ja in meiner Handschrift, und es hat sogar einen Titel, DAS PHYSISCHE UNIVERSUM ALS GEDANKENKONSTRUKTION.“ Und ich fragte, was sie damit meine und lachte wohl auch ein bisschen, halb glaubend und halb nicht glaubend. Und das war der Beginn von allem, das Jane später machte. Irgendwie war es ein Konzentrat all dessen, was sie und Seth später entwickeln würden.
STAN: Wie war es, als Seth das erste Mal durchkam? Was hattest du für einen Eindruck?
ROB: Nun, es war in der 5. oder 6. Sitzung und wir waren uns schon irgendwie bewusst, was vielleicht geschehen könnte, aber wir wussten nicht, dass Seth sich selbst mit Namen vorstellen würde.
LYNDA: Du sagst, die 5. oder 6. Sitzung – was tatet ihr damals in diesen Sitzungen? Was geschah damals nach GEDANKENKONSTRUKTION?
ROB: Wir begriffen intuitiv, dass da noch mehr kommen würde, aber wir waren noch immer äußerst vorsichtig, wobei diese Vorsicht auf unserer Unwissenheit beruhte. Wir hatten ja keine Ahnung, was geschehen würde.
STAN: Wenn ihr mit dem Quija-Brett gearbeitet habt – hattest du dann das Gefühl, dass ihr es bewegtet oder dass es sich von alleine bewegte?
ROB: Ich glaube, beides. Aber das selbst war schon eine Lernerfahrung. Und wir versuchten es auch nicht alleine. Wenn wir uns gegenüber saßen und in die Augen blickten, mit dem Brett auf unseren Knien, dann geschah etwas Magisches.
STAN: Spürtest oder wusstest du im Voraus, was das Brett sagen oder in welche Richtung sich der Zeiger bewegen würde?
ROB: Möglicherweise beides, aber ich glaube, dass wir es meistens nicht wussten. Aber je mehr Erfahrung wir hatten, desto eher konnten wir es voraussehen. Jane begann aber schließlich, nachdem wir einige Sitzungen gemacht hatten, zu spüren, was das Brett sagen würde. Aber auch als Seth sich vorstellte, kam immer noch alles durch das Brett. Man könnte sagen, dass Jane damals gerade am Anfang der Entwicklung ihrer Fähigkeiten stand. Zu jenem Zeitpunkt zog sich die Persönlichkeit von Frank Watts zurück, und wir wussten, dass etwas Neues passieren würde. Und für mich war es natürlich, die neue Persönlichkeit zu fragen, mit welchem Namen wir sie ansprechen könnten. Und Seth antwortete: „Ihr könnt mich nennen, wie ihr wollt. Ich selbst nenne mich Seth.“ Und das war der Anfang.
STAN: Zu Beginn kamen die Seth-Botschaften ja nur durch das Brett. Aber irgendwann begann Jane dann für Seth zu sprechen. Wann war das etwa?
ROB: Hier muss ich etwas raten, aber ich glaube, so nach der 15. Sitzung oder so.
LYNDA: Und als Jane einmal für Seth zu sprechen angefangen hatte, liefen dann die ganzen Sitzungen direkt über sie?
ROB: Mit der Zeit liefen die ganze Sitzungen direkt über sie, was für uns natürlich viel angenehmer war, da die Antworten nicht mehr Buchstabe für Buchstabe über das Brett kommen mussten.
LYNDA: Wann sagte Seth zum ersten Mal: „Du erschaffst deine eigene Realität“?
ROB: Jane hatte sogar dies bereits in GEDANKENKONSTRUKTION geschrieben. Denn dort waren schon alle Ideen vorhanden – simultane Zeit usw. Als ich damals von meinem Zimmer zu ihr ins Wohnzimmer ging um zu fragen, was sie tat, war eines der ersten Dinge, die sie zu mir sagte: „Mir ist die Idee gekommen, dass man etwas in dem Augenblick erschafft, in welchem man es anschaut.“ Und ich fragte sie: „Was meinst du damit?“ Ich lachte etwas, weil das ja nicht gerade die Antwort war, die ich erwartet hatte.
LYNDA: Was für Konzepte entwickelte Seth in diesen frühen Monaten sonst noch, die dich wirklich aufmerksam machten?
ROB: Am meisten natürlich: „Du erschaffst deine eigene Realität!“
LYNDA: Und sprach Seth auch schon über simultane Zeit, Bewusstseins- und Energieeinheiten usw.?
ROB: Das kam nach und nach.
STAN: Was fühltest du ganz persönlich hinsichtlich der Seth-Persönlickeit und der ganzen Sache?
ROB: Nun, es war sehr gut, dass wir einen Namen hatten, so dass ich eine Beziehung mit dieser Persönlickeit aufbauen konnte. Wir hatten also einen neuen Freund, könnte man sagen. Ich konnte ihn zwar nicht sehen, aber es war klar, dass er da war.Die ersten Jahre behielten wir das Ganze für uns und erzählten auch in unserem Bekanntenkreis niemandem davon. Dann begannen wir, nach und nach, einigen Freunden von Seth zu erzählen. Einer von ihnen war ein Künstler, Bill MacDonnel, der auch in den FRÜHEN SITZUNGEN beschrieben wird. Man könnte sagen, dass wir so unsere Fühler ausstreckten um zu sehen, was passieren würde. Wir wussten nicht einmal, wie Jane auf einen Zeugen reagieren würde. Jeder Schritt auf diesem Weg war absolut neu für uns. Bill war dann tatsächlich auch unser erster Zeuge. Seth selbst hatte uns irgendwie darauf vorbereitet, indem er ein paar Sitzungen zuvor erwähnt hatte, dass ein Zeuge Jane zwar nervös machen, ihm selbst aber nichts ausmachen würde. Und eines Abends, als wir uns gerade für eine Sitzung vorbereiteten, läutete es an der Tür und Bill war da.
STAN: Was war denn seine Reaktion?
ROB: Bill gewöhnte sich sehr schnell und leicht daran. Wir wussten ganz intuitiv, dass er das Ganze verstehen würde. Rückblickend konnten wir auch sehen, dass es zu jenem Zeitpunkt kein Zufall war, dass eine Person wie Bill auftauchen würde, um Seth kennenzulernen.
STAN: Was ist eigentlich mit dem Ouija-Brett passiert?
ROB: Oh, das habe ich noch immer! Ich brauche es als Schreibunterlage, und inzwischen ist auch schon die Hälfte der Buchstaben verschwunden, aber es ist noch immer da.
STAN: Wie entwickelte sich eigentlich das Konzept der Bücher und der Veröffentlichungen?
ROB: Irgendwann, nachdem wir die Sitzungen begonnen hatten, sagte Seth, er habe nichts dagegen, dass das Material veröffentlicht würde. Und Jane verwendete einen Teil dieses frühen Materials dann auch in den Büchern DER WEG ZU SETH und DAS SETH-MATERIAL. Auf diese Weise führte sie das Seth-Material sozusagen ein.
LYNDA: Und wann begann Seth sein eigenes erstes Buch, GESPRÄCHE MIT SETH, zu diktieren?
ROB: Das erste Buch, welches das Seth-Material zum Thema hatte, DAS SETH-MATERIAL, erschien 1970, also drei oder vier Jahre nach DER WEG ZU SETH. Janes Arbeit fokussierte sich also immer mehr auf Seth, wobei die früheren Bücher eine Vorbereitung auf Seths eigenes erstes Buch, GESPRÄCHE MIT SETH, waren. Wir wuchsen also ganz natürlich und Schritt für Schritt immer mehr ins Seth-Material hinein. An einem Punkt sagte Seth dann aber ganz klar, dass sein Material veröffentlicht würde, wobei er die letzte Entscheidung aber immer uns selbst überließ.
STAN: Wie wurden die ersten Bücher von der Öffentlichkeit aufgenommen?
ROB: Nachdem DAS SETH-MATERIAL erschienen war, brauchte es einige Zeit, aber die Verkäufe stiegen allmählich immer mehr an. Wir wussten nicht, was passieren würde. Es gab damals nichts Ähnliches auf dem Markt. Als dann GESPRÄCHE MIT SETH erschien, bekamen wir immer wieder Briefe von Tam Mossman, unserem Verleger, in denen er schriebe: „Diese Woche haben wir wieder 5000 Bücher verkauft“, oder so. Aber es brauchte einige Zeit, bis das so war. Es war aber nicht so, dass da für uns viel Geld drin war. Aber das Interesse der Menschen an unserer Arbeit freute uns sehr.
LYNDA: Und dann fuhr Seth fort... wie viele Bücher zu diktieren?
ROB: Oh mein Gott! Sechs, acht, zehn, und jetzt erscheinen gerade DIE FRÜHEN SITZUNGEN, was mindestens noch acht bis zehn weitere Bücher sind.
LYNDA: Dabei handelt es sich ja nicht um Sitzungen, die speziell für Bücher diktiert wurden, richtig?
ROB: Genau. Man könnte sagen, dass sie unser Versuchsgelände waren. Und danach kam Jane mit ihrer Buchserie GESPRÄCHE MIT SETH, DIE NATUR DER PERSÖNLICHEN REALITÄT, MASSENSCHICKSAL usw. Und erst viel später begann ich darüber nachzudenken, dass es doch großartig wäre, auch die frühen Sitzungen zu veröffentlichen.
LYNDA: Hier sprechen wir also von 1997, dem Jahr, in welchem die Veröffentlichung der FRÜHEN SITZUNGEN begann, also 30 Jahre, nachdem alles angefangen hatte, und jetzt haben wir wieder eine ganz neue Welle an Interesse und vor allem an Material rund um das Seth-Phänomen.
STAN: Und da ist ja noch eine ganze Menge an weiterem unveröffentlichtem Material, das eines Tages vielleicht publiziert wird, aber dieses Material enthält vor allem persönlichen Stoff, richtig?
ROB: Richtig. Und es war ja nur natürlich, dass wir zuerst das allgemeine und sozusagen öffentliche Material veröffentlichten und erst jetzt mit dem persönlicheren anfangen. Wir begannen damals, eine künstliche Trennung zu errichten, und ich bezeichnete jenes Material als „gestrichene Sitzungen“. Als aber die Sitzungen und die Bücher immer zahlreicher wurden, erkannten wir, dass das eigentlich unnötig war, weil auch das so genannt private Material so viele Dinge von öffentlichem Interesse enthielt.
LYNDA: Das Seth-Material wird in der Yale-Universität archiviert. Gemäß Yale, ist das Seth-Material die Sammlung an Schriften, die im Archiv am häufigsten besucht wird.
ROB: Ja, und wir wollten damals, als wir das Material nach Yale gaben, einfach auch sicher gehen, dass es geschützt und aufbewahrt würde. Wir hatten auch immer noch zuhause eine Kopie, aber ich wollte, dass noch eine weitere Sicherheitskopie außerhalb aufbewahrt würde, da wir uns zu jenem Zeitpunkt über den Wert des Seth-Materials schon sehr bewusst waren. Das Ganze geschah wiederum mit der Hilfe unseres Herausgebers Tam Mossman, der einige Leute in Yale kannte und uns mit ihnen bekannt machte. Wir wussten nicht, was daraus werden würde, aber dann schickte Yale einen Verantwortlichen, um das Material zu begutachten, der gleich entschied, dass das Yale-Archiv das Seth-Material haben möchte. Wir sagten damals zwar, dass wir wollten, dass das Material öffentlich zugänglich sei, aber wir ahnten nicht, dass das Interesse so groß sein würde.
LYNDA: Und heute ist es so, dass viele Menschen dorthin gehen und viele Tage das Seth-Material studieren. Wenn wir nochmals die Bücher anschauen, so gibt es zehn so genannte Seth-Bücher, Jane schrieb weitere fünfzehn Bücher, die also nicht von Seth diktiert waren, es wird acht bis zehn Bücher von den frühen Sitzungen und weitere acht bis zehn Bücher persönlichen Materials geben – ein unglaubliches Werk!
ROB: Ja, inzwischen sind wir an einem Punkt angelangt, an dem wir uns fragen, ob es je einen Buchladen geben wird, der die ganzen Bücher ausstellen kann! Ich finde es nach wie vor wunderbar und erstaunlich, wenn ich in einen Buchladen gehe und die Bücher dort sehe, und dann frage ich mich, wie sie wohl für noch mehr Platz schaffen werden!
STAN: Es gab aber auch eine Zeit, als die Bücher nach und nach vom Markt verschwanden.
ROB: Ja, nach Janes Tod.
STAN: Und jetzt haben wir plötzlich wieder mehr Bücher auf dem Markt als jemals zuvor, und auch das Interesse am Seth-Material ist wieder viel größer – schau Dir nur diese Konferenz mit den 400 Teilnehmern an!
ROB: Ja, das ist wirklich wunderbar! Aber auch hier: Es ist einfach richtig gelaufen, und zwar so, wie man es eigentlich nicht hätte planen können.
LYNDA: Und ich glaube, Rob, was diese zweite Welle besonders ausmacht, ist, dass die Leute das Material umsetzen, damit arbeiten. Es ist nicht nur, dass die Bücher wieder aufgelegt werden.
ROB: Während der Konferenz kamen ich weiß nicht wie viele Menschen zu mir und erzählten, dass sie die Bücher schon seit Jahren lesen würden und versuchten, das Material in ihr Leben zu integrieren. Das alles spielte sich also über die ganzen Jahre im Stillen bei den Menschen ab. Ich meine, wenn man etwas relativ Neues in unserer Kultur anfängt, kann man nicht erwarten, dass sich über Nacht größere Veränderungen einstellen, aber unser Material übte schließlich nach und nach seine Wirkung auf die Menschen aus.
LYNDA: Ich würde sagen, das ist sehr bescheiden ausgedrückt. Das Seth-Material hat eine enorme Auswirkung auf die Welt, und ich glaube, das ist erst der Anfang.
STAN: Ich glaube wirklich, dass das so ist, denn unsere Kultur, unsere Gesellschaft hat eine gewisse Opferkultur. Alles, was ein Mensch erlebt, geschieht ihm, trifft ihn, was also das genaue Gegenteil dessen ist, was das Material lehrt, nicht wahr?
ROB: Ich meine, wenn man den Leuten sagt, dass sie für alles verantwortlich sind, dass sie es erschaffen, fallen sie beinahe in Ohnmacht.
LYNDA: Das ist genau so, wie einige Leute reagieren! Aber bevor wir nicht verstehen, dass wir alles selbst erschaffen, kann sich keine Veränderung einstellen. Aber die Leute sind beinahe beleidigt oder es macht ihnen Angst, wenn sie hören, dass sie ihre eigene Realität erschaffen, denn es stellt sie ja in die Verantwortung.
STAN: Aber wir haben die Medien, die Berichte, all die Fernsehsendungen, welche die ganze Zeit links und rechts Opfer erschaffen, und mit der Zeit setzt sich das natürlich ins Denken der Menschen ab, und jetzt haben wir eine ganze Generation, die mit diesen Dingen aufwächst. Aber es gibt ja auch Generationen, die mit dem Seth-Material aufgewachsen sind, so dass wir, Lynda und ich, hoffen, dass dadurch ein größeres Umdenken stattfinden wird.
LYNDA: Was wäre wohl, wenn die Welt das Konzept akzeptieren würde, dass wir unsere Realität basierend auf unseren Glaubenssätzen selbst erschaffen?
ROB: Ich glaube, dass sich die ganze Welt wandeln würde, aber ich glaube auch, dass das noch eine lange Zeit brauchen wird.
LYNDA: In welchem Sinne wandeln?
ROB: Wahrscheinlich so, dass sich die vielen kleinen Veränderungen in jedem einzelnen Leben auf der Erde zu einer großen Gesamtveränderung zusammenfügen. Die Spezies Mensch hat offensichtlich diese Fähigkeit. Denn wie könnte man sonst auch nur an solche Konzepte denken? Das Muster dafür muss irgendwie in uns vorhanden sein.
STAN: Machen wir einen Schritt zurück: Wir haben noch nicht über die ASW-Klassensitzungen gesprochen. Wie haben sie angefangen? Was führte dazu?
ROB: Die Klassen begannen, nachdem eine Freundin von Jane ihr den Vorschlag gemacht hatte. Und durch Mund-zu-Mund-Propaganda wurden sie immer bekannter.
STAN: Wie viele Jahre fanden diese Klassensitzungen statt?
ROB: Ich würde sagen, sieben oder acht Jahre, Stan. Und sie hörten auf, als wir 1975 ins Hügelhaus zogen. Ich bin aber noch heute mit einigen der ehemaligen Klassenteilnehmer in Kontakt und kann sehen, wie sich das Seth-Material auf ihr Leben ausgewirkt hat. An den Klassen waren oft zwischen 25 und 35 Leute, und sie waren sprichwörtlich überall in unserer Wohung. Da saßen so viele Teilnehmer auf dem Boden, dass man nicht mehr durchs Zimmer gehen konnte!
STAN: Wenn es im Sommer heiß war und alle Fenster geöffnet waren, konnte man Seth wahrscheinlich noch von weitem hören – gab es von den Nachbarn irgendwelche Reaktionen?
ROB: Hie und da fragte mal ein Nachbar, was da los war oder ob alles in Ordnung sei, und uns gelang es dann jeweils ganz diplomatisch, die Frage nicht zu beantworten, oder wir sagten, das sei der Fernseher gewesen oder so. Aber mit den Leuten im Haus waren wir sowieso befreundet, so dass das kein Problem war.
LYNDA: Das hattet ihr euch wunderbar so erschaffen.
ROB: Ja, denn auch das war wiederum nicht einfach ein Zufall. Genauso wenig, wie es ein Zufall war, dass wir die Wohnung in der Westwater Street auf Anhieb erhielten, als wir von Sayre hieher zogen. Es war die erste Wohnung, die Jane sich damals anschaute und wo wir dann auch für fünfzehn Jahre wohnten und wo sich die Seth-Sitzungen entwickelten und wir viele jener Freunde kennenlernten und so weiter.
STAN: Lass’ uns etwas über das reden, was sich damals in der Welt ereignete. Was sagte Seth dazu?
ROB: In den Büchern hat Seth zu einem gewissen Grad immer versucht zu zeigen, dass nicht nur ein Individuum die Realität erschafft, sondern auch die Bevölkerung eines ganzen Landes. Als sich zum Beispiel der Jonestown-Massenselbstmord ereignete, interessierten wir uns sehr dafür, was Seth dazu sagte, oder was er über den Iran und die ganzen Vorgänge dort meinte. In meinen Anmerkungen in den Seth-Büchern versuchte ich zudem immer zu zeigen, dass sich Seth nicht nur auf das Individuum bezog, sondern stets auch auf die Menschheit per se. So etwa auch beim Atomunglück von Three Mile Islands.
LYNDA: Und aufgrund deiner persönlichen Fragen während der Sitzungen war es Seth möglich aufzuzeigen, wie Massenereignisse entstanden.
ROB: Das war es genau, was wir zeigen wollten.
STAN: Rob, wie reagierte eigentlich das wissenschaftliche Establishment auf das Seth-Material. Gab es da irgendwelche Reaktionen?
ROB: Es gab ein paar Wissenschaftler, die uns von sich aus schrieben, und diese Leute interessierten sich offensichtlich für das, was wir taten. Ein paar davon waren ziemlich bekannt. Ein Wissenschaftler schrieb uns aus Texas, und er war völlig von Seth fasziniert und ist es noch immer – und er hat sogar an dieser Konferenz teilgenommen. Aber trotzdem: Damals war es so, dass die meisten Wissenschaftler nichts mit uns und dem Seth-Material zu tun haben wollten.
STAN: Wurdet ihr oder Seth jemals wissenschaftlich getestet?
ROB: Nachdem wir einmal an einer Konferenz in Oswego, New York, teilgenommen hatten, schlug ein Wissenschaftler, der schon einige Bücher über außersinnliche Phänomene geschrieben hatte, eine Reihe von Tests vor, die wir dann als Umschlagtests bezeichneten. Damals führten Jane und ich gleichzeitig unsere eigenen privaten Experimente mit Umschlagtests durch. Für den Wissenschaftler sollte Seth zudem jede Woche zu einer bestimmten Zeit Eindrücke darüber durchgeben, was der betreffende Wissenschaftler zu jenem Zeitpunkt gerade tat. Ob er zum Beispiel in Urlaub oder mit anderen Leuten zusammen war oder ob er gerade über ein bestimmtes Thema eine Vorlesung hielt. Was immer Seth halt über ihn auffangen konnte. Wir schrieben dann das Material auf und schickten es dem Wissenschaftler.
STAN: Und ihr bekamt von Seth eindeutiges Material über ihn?
ROB: Ja, absolut. Wir taten das mindestens einmal, manchmal auch zweimal pro Woche, aber wir bekamen nie eine Rückmeldung, was damals natürlich zum wissenschaftlichen Prozedere gehörte. Man wollte einfach keine Hinweise darauf geben, ob man erfolgreich oder teilweise erfolgreich oder was auch immer war.
STAN: Das hört sich so an, als ob das für Seth kein Problem war.
ROB: Ja, es hat ihm überhaupt nichts ausgemacht. Und einmal sagte er uns, dass diese Tests für ihn weit weniger unangenehm als für uns selbst waren. Durch diese Tests bekamen Jane und ich aber auch Ideen für die Experimente, die wir selbst durchführten, also zum Beispiel die Umschlagtests. Dabei nahm ich jeweils irgendein Objekt, steckte es in einen Umschlag, der selbst mit Karton verstärkt war, so dass Jane, wenn sie in Trance war, nicht schon durch ihren Tastsinn vermuten konnte, was darin steckte. Dabei konnte ich nehmen, was immer in den Umschlag passte, also zum Beispiel ein Stück einer alten Zigarettenschachtel, die ich auf der Straße gefunden hatte, oder eine Fahrkarte oder Salz und Pfeffer. Einen Teil der Sitzung widmeten wir dann dem Material für den Wissenschaftler und einen Teil für unsere eigenen Experimente. Und ich sagte Jane auch nie vor einer Sitzung, ob wir einen privaten Test durchführen würden oder nicht.
STAN: Wie fielen die Resultate dieser Tests allgemein aus?
ROB: Manchmal waren die Ergebnisse spektakulär. Bei den Tests, die wir für andere Leute machten, gab Jane oft eine ganze Reihe von Informationen durch, aber da hatten wir natürlich nie die Möglichkeit, sie zu überprüfen. Bei unseren eigenen Umschlagtests stimmte sich Jane über Seth auf den Inhalt ein, und viel öfter, als dass es sich dabei nur um Zufall handeln könnte, konnte Jane das Objekt ermitteln.
STAN: Es kam also auch vor, dass Seth etwas nicht herausfand?
ROB: Ja, wobei es sich hier vielmehr um eine Frage des Fokus als um richtig oder falsch handelte. Nachdem das ASW-Buch DER WEG ZU SETH herausgekommen war, wollten einige Wissenschaftler auch, dass Jane irgendwelche Experimente in ihren Labors machte, wovor Jane aber immer Angst hatte und sich fragte: „Was ist, wenn ich es falsch mache?“ Aber das war immer Janes Zurückhaltung und Sorge, nie die von Seth, und wir mussten einfach immer noch lernen, dass es auch in Ordnung war, keinen Treffer zu landen.
LYNDA: Diese Konferenz in Elmira hat aber gezeigt, dass auch in der wissenschaftlichen Gemeinschaft ein Umdenken stattfindet. Denn hier waren auch mindestens fünf Physiker und dazu noch weitere Wissenschaftler anwesend, und diese haben begriffen, dass man den Beweis für das Seth-Material nicht in irgendeinem Labor, sondern nur im eigenen Leben finden kann.
STAN: Wie war das eigentlich: Warst du eigentlich jemals irgendwie eifersüchtig auf Janes Fähigkeiten, Seth channeln zu können, oder war Jane umgekehrt eifersüchtig auf dich, dass du dich so oft mit Seth unterhalten konntest, sie aber nur der Channel war?
ROB: Nein nein, so etwas habe ich nie verpürt, vor allem auch, weil ich von Anfang an ganz intuitiv den kreativen Wert erkannte und sah, dass Jane eine Begabung hatte, über die wir beide nur ganz wenig wussten. Diese Sache betraf unser ganzes Leben, so dass wir einfach versuchten, so viel darüber herauszufinden, wie wir nur konnten. Und wir hatten keine Ahnung, wie sich das Ganze entwickeln würde. Manchmal, wenn wir eine besonders gute Sitzung hatten und Jane in einer tiefen Trance war, sagte sie vielleicht: „Ich wünschte, ich wäre du, dann könnte ich selbst hören, was ich sage.“ Aber das war nie negativ oder so gemeint. Manchmal las sie dann das Material basierend auf meinen Notizen gleich nach der Sitzung oder wartete ein oder zwei Tage, bis ich alles abgetippt hatte.
STAN: Kannst du vielleicht etwas über Janes letzte Jahre erzählen, etwa die letzten vier Jahre?
ROB: Nun, auch das war ein Teil der ganzen Erfahrung, und schließlich erkannte ich, dass auch diese Jahre selbst gewählt waren, denn auch alles andere, was wir die Jahre zuvor getan hatten, war ja selbst gewählt gewesen. Wir erschaffen unsere eigene Realität. Nachdem einmal meine Wut und meine Frustration vorbei waren, erkannte ich, dass Jane auch hier einfach ihren eigenen Weg gegangen war.
LYNDA: Kannst du bitte für die Leute, die damit noch nicht vertraut sind, erzählen, was du damit meinst?
ROB: Natürlich. Über die Jahre hin entwickelte Jane Symptome, die allgemein als Arthritis bezeichnet werden und die Jane in ihrer Bewegungsfreiheit immer stärker einschränkten. Aber Seth sagte immer wieder ausdrücklich, dass Jane keine Arthritis habe. Sie zeigte Symptome, die ihrem Ziel eines extrem engen Fokus dienten. Es war natürlich kein Zufall, dass sie gerade diese Symptome entwickelte, da sie ja mit einer invaliden Mutter aufgewachsen war, die selbst Arthritis hatte und die schließlich starb, nachdem sie jahrelang ans Bett gefesselt gewesen war. Es war daher nur natürlich, dass Jane aufgrund ihrer eigenen Kindheit ähnliche Umstände für sich wählen würde. Hätte ihre Mutter andere Symptome entwickelt, hätte Jane diese vielleicht für sich selbst angepasst und übernommen.
STAN: War ihr Tod oder die Ursache für ihren Tod dann die gleiche wie bei ihrer Mutter? Oder war die Ursache vielmehr, dass sich Komplikationen einstellten?
ROB: Ja, es waren die Komplikationen, wobei die meisten Leute, die Jane sahen, sagten, dass es Arthritis war.
STAN: Über was für eine Zeitspanne wurde euer Leben von dieser Krankheit beeinflusst?
ROB: Nun, wir heirateten 1954, und mühten uns neun Jahre damit ab, unseren Lebensunterhalt zu verdienen, bevor die Seth-Sitzungen begannen. Und ich würde sagen, dass sich nach weiteren vier oder fünf Jahren die ersten kleinen Symptome bemerkbar zu machen schienen. Jane war damals in ihren 30ern, als sie zum ersten Mal auftraten. Sie war voll im Seth-Material und in ihre anderen Texte eingetaucht, und das wurde dann auch immer mehr zu ihrem Leben. Die Symptome waren also ihre Art, ihren Fokus zu intensivieren. Und so, wie ich sie kannte, war es für sie völlig natürlich, es auf diese Weise zu tun.
STAN: Menschen, die davon hören, wie Jane schließlich starb, fragen oft, wie ausgerechnet sie, die doch einen direkten Zugang zum Seth-Material und all dem Wissen hatte, so krank werden und schließlich daran sterben konnte? Was antwortest du auf solche Fragen?
ROB: Sie hatte es sich so ausgewählt, es war kein Zufall, es diente ihrem Lebenszweck. Ich sagte Jane immer wieder, wenn du etwas anderes tun und alles hinschmeißen möchtest, dann tu das, dann ist das völlig in Ordnung. Aber das wollte sie nicht.
LYNDA: Habt ihr euch jemals gefragt, ob Janes Fokus auf das Material und ihre Krankheit Hand in Hand gingen?
ROB: Die Krankheit war für sie immer eine Möglichkeit, das zu tun, was sie tun wollte. Sie war einfach so. Wenn sie sich auf etwas konzentrierte, dann vollumfänglich und mit allen Konsequenzen. Und ich habe viele Jahre gebraucht, das zu verstehen, aber schließlich sah ich es ein. Das brachte mich aber auch zu einem Verständnis dafür, was andere Menschen tun und warum sie sich ihre eigenen Krankheiten ausgewählt haben.
LYNDA: Janes intensiver Fokus auf ihre Arbeit gipfelte also darin, das Haus nicht mehr verlassen zu wollen, es physisch sehr schwierig zu machen, das Haus verlassen zu können.
ROB: Genau. Denn das diente ihrem Ziel. Das war die Art, wie sie ihre Realität erschaffen wollte.
STAN: Wie lange war Jane schließlich im Krankenhaus?
ROB: Zwei Jahre. Und Seth schrieb im Krankenhaus zwei weitere Bücher.
STAN: Wann kam Seth das allerletzte Mal durch?
ROB: Ich muss etwas raten, aber ich glaube, es war etwa eine Woche vor ihrem Tod. Und die ganze Zeit über sagte Seth Jane immer wieder: „Du musst das nicht tun, wenn du das nicht möchtest. Du musst diese Krankheit nicht akzeptieren. Aber wenn du dich dafür entscheidest, dann schaffst du dir diese Realität.“
LYNDA: Wie reagierte Jane, wenn Seth so etwas sagte?
ROB: Nun, sie machte einfach ihr Ding weiter.
STAN: Und was war deine Reaktion?
ROB: Ganz unterschiedlich. Frustration und vor allem viele Fragen: „Warum machst du das? Warum musst du das machen? Warum versuchst du nicht etwas anderes?“ Aber nach und nach kam ich zur Einsicht, dass dies halt so war, wie es war.
STAN: Du warst praktisch jeden Tag bei ihr im Krankenhaus?
ROB: Ja, die zwei Jahre über ging ich jeden Tag zu Jane, außer einmal, als wir einen starken Schneesturm hatten und ein Haus auf das Garagendach gestürzt war, so dass ich mein Auto nicht herausfahren konnte. Der Schnee war so hoch, dass ich auch kein Taxi bekommen konnte oder so. Aber sonst war ich immer etwa sieben Stunde pro Tag bei Jane im Krankenhaus. Und ich machte jeden Tag Notizen, und oft hatte sie auch eine Sitzung.
LYNDA: Kannst du uns noch etwas über dein heutiges Leben erzählen? Was machst du heute?
ROB: Wie gesagt, bin ich zur Zeit gerade damit beschäftigt, zusammen mit Rick die FRÜHEN SITZUNGEN zu veröffentlichen. Ich korrigiere gerade Band 3, und da ist noch viel zu tun. Ich habe keine Ahnung, wie viel Zeit das ganze Projekt noch einnehmen wird. Und dann male ich natürlich auch immer noch jeden Tag, wobei sich mein Fokus heute darauf konzentriert, meine Träume künstlerisch umzusetzen. Oder ich male Bilder von Jane, wie sie mir nach ihrem Tod in meinen Träumen erscheint.
LYNDA: Viele Leute fragen uns immer wieder, wie es dir heute wohl geht?
ROB: Nun, ich fühle mich wohl, bei dem was ich tue, und es geht mir sehr gut!
STAN: Rob, herzlichen Dank für dieses Interview – und weiterhin alles Gute!
ROB: Herzlichen Dank euch beiden - es hat mich sehr gefreut!
(c) Seth-Verlag, 2014