Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03514.jsonl.gz/2483

Verlieben sich Männer anders als Frauen?
Männern wird von Frauen gern nachgesagt, dass sie stets "das eine" wollen, nämlich mit ihnen ins Bett. Stimmt das tatsächlich? Oder dauert es einfach nur eine Weile, bis sich die Phasen des Verliebtseins zwischen beiden Geschlechtern überschneiden?
Unterschiede beim Kennenlernen
Für den Mann entscheiden beim Kennenlernen die körperlichen Vorzüge der Frau darüber, ob er sie näher kennen lernen möchte. Wecken diese seine Aufmerksamkeit, verliebt er sich und ist bereit, alles Weitere später abzuklären. Allzu schnell assoziiert er das Gefühl des Verliebtseins mit der einen grossen Liebe seines Lebens. Deswegen benutzen Männer zu Beginn einer Beziehung häufig den Satz: "Ich liebe dich." Auch wenn es sich hierbei um eine Fehlinterpretation handelt, meinen sie ihn ernst.
Die Angebetete allerdings denkt anders. Wenngleich auch sie sich von seinen besonderen Merkmalen, beispielsweise den schönen Augen, der durchtrainierten Figur oder den starken Muskeln, angezogen fühlt, dauert es bis zum Verliebtsein eine Weile länger. Unbewusst hinterfragt sie nämlich, inwieweit sie sich mit ihm seelisch verbunden fühlt. Zwar bindet sie ihm dies nicht gleich auf die Nase, doch für sie zählen seine inneren Werte und seine Visionen. Sie versucht abzuklären, inwieweit Eigenschaften wie Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit, Treue und seine Pläne mit ihren übereinstimmen. Das ist für das weibliche Geschlecht ganz normal. Es möchte eine sichere gemeinsame Zukunft aufbauen und entsprechend abgesichert sein.
Muss die Chemie stimmen?
Der Mann möchte nach dem Kennenlernen schnell die körperlichen Vorzüge der Frau in der Praxis testen. Dazu wünscht er sie sich ins Bett. Wo anders liesse sich diese Prüfung besser durchführen? Stimmen seine sexuellen Vorlieben mit ihren überein, fühlt er sich schon mehr mit ihr verbunden. Ist sie nicht anwesend, vermisst er sie. Er ist gern in ihrer Nähe und träumt nicht mehr nur von ihrer Figur oder ihren Lippen, sondern auch von der emotionalen Wärme, die er beim Zusammensein mit ihr spürt.
Sie hingegen testet zunächst einmal seine Kompetenzen. Besitzt er Humor? Ist er schlagfertig? Wie sieht es mit seiner Bildung aus? Stimmt sie mit ihm auch in dieser Hinsicht überein, wird er erst wirklich interessant für sie. Dafür nimmt sie sogar äussere Makel wie die Lücke zwischen seinen Schneidezähnen oder sein Lispeln in Kauf. Möglicherweise findet sie derartige Besonderheiten an ihm sogar attraktiv. Selbst für den Fall, dass er sie inzwischen zum Sex überreden konnte und sie diesen sogar genossen hat, bedeutet das nicht, dass sie verliebt in ihn ist oder gar schon von einer Beziehung spricht.
Wie geht es weiter?
Im weiteren Verlauf begibt sich der Mann in eine Phase, die die Frau bereits durchlebt hat. Er macht sich Gedanken über die geistige Übereinstimmung. Wenn er sich für schüchtern und sie für überheblich hält, ist das Verliebtsein für ihn an diesem Punkt beendet. Ebenso wenn sie einen sofortigen Kinderwunsch äussert und er sich für diese Verantwortung noch nicht bereit genug fühlt.
Sie hingegen achtet erst jetzt auf alle Details seines äusseren Erscheinungsbildes. Es kann sein, dass ihr seine ungepflegten Fingernägel nicht gefallen, die Frisur oder das zerknitterte Hemd. Wenn sie sich geschickt anstellt, gibt sie ihm dies auf dezente Art zu verstehen oder bessert selbst nach. Im Grunde erschafft sie sich in dieser für sie letzten Phase den Mann, in den sie verliebt sein möchte.
Fazit
Da das Verliebtsein bei Mann und Frau in unterschiedlichen Phasen abläuft, ist von beiden Seiten Toleranz gefordert. Beide Beteiligten brauchen Zeit, um auf allen Ebenen überein zu stimmen. Aus diesem Grunde bringt es nichts, sie sofort ins Bett zu drängeln. Dann ist die Chance auf eine echte Beziehung schlecht. Genauso sollte sie die Anfangsphasen des Verliebtseins nicht zu lange durchleben. Sonst wird sie für ihn unattraktiv. Schnell verliebt er sich in eine andere.
Bildquelle: bertomic / pixabay.com