Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03531.jsonl.gz/1709

Munich – keine Werbung für den OscarSponsored
Steven Spielberg, der erst vor kurzem zum einflussreichsten Regisseur gewählt wurde, folgt den Pfaden seines Kollegen Mel Gibson und hat entschieden, dass er für seinen Film Munich keine zusätzliche Werbung im Zuge der Award Season machen will. Mel Gibson verfolgte dieselbe Strategie mit The Passion of the Christ letztes Jahr, mit der Folge, dass er bei den Academy Awards übersehen wurde, obwohl es ein Blockbuster an den Kinokassen war.
Wie Spielberg verlauten liess, wird es vor und nach der Weltpremiere von Munich weder Interviews noch Medienanlässe, oder eine teure Oscarkampagne geben. Der Film soll für sich selber sprechen und durch nichts verfälscht werden. Einzig die Trailers werden kursieren dazu einige Plakate und Vorführungen mit geladenen Gästen.
Munich konzentriert sich auf die Rache israelischer Agenten an den Personen, die direkt oder indirekt am Mord von elf israelischen Athleten an den Olympischen Spielen in München im Jahre 1972 beteiligt waren. Obwohl beinahe niemand den Film in ganzer Länge und in seiner finalen Form gesehen hat, wird er bereits als guter Anwärter für den Oscar gehandelt. Der heisse, politische Inhalt des Filmes wird wohl für Diskussionen sorgen: Sind die Israelis zu blutrünstig dargestellt, die Palästinenser zu stereotypisch? Insider haben durchsickern lassen, dass sich Spielberg bemüht hat, möglichst vielseitige Charaktere zu schaffen.
Falls es doch zu politischen Diskussionen kommt, hat sich Spielberg bereits ein Experten-Trio zur Verstärkung geholt: Dennis Ross, ein U.S. Diplomat, Mike McCurry, der Sprecher des Weissen Hauses unter Clinton, und Allan Mayer, ein Krisenspezialist, der Spielberg seit Jahren berät, werden ihm Rückendeckung geben.