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36 Millionen Sesterzen scheffelte Gaius Appuleius Diocles. Gut, wollen wir nicht übertreiben, die Römer betrieben ja eine ganz exakte Buchhaltung. Dank dieser wissen wir heute nämlich ganz genau, wie viel der Wagenlenker mit seinen Siegen verdient hat: Es sind 35'863'120 Sesterzen (Silber- oder Kupfermünzen).
Das sei genügend Geld gewesen, um die Stadt Rom während eines ganzen Jahres mit Getreide zu versorgen. Und der Wagenlenker hätte damit für rund zwei Monate sämtliche Gehälter der römischen Armee bezahlen können, rechnete der amerikanische Historiker Peter Struck vor. Er bezifferte den heutigen Gegenwert des Preisgelds, welches Gaius Appuleius Diocles einstrich, auf etwa 15 Milliarden Dollar.
«Lamecus» nannten sie den grossen Star der Szene, der im Jahr 104 nach Christus das Licht der Welt erblickte, in Lamego im heutigen Portugal. Weil die Römer penibel Statistik führten, sind seine Erfolge genau überliefert. 4257 Rennen mit einem Vierer-Gespann bestritt Diocles, 1462 von ihnen gewann er. Legendär war auch ein Renntag, an dem er gleich zwei Siege mit Sechser-Gespannen feierte und dafür jeweils 60'000 Sesterzen kassierte.
Wenn also wieder mal über ausufernde Einnahmen von Sportlern gejammert wird, sollte man sich in Erinnerung rufen, dass dies kein Phänomen der Neuzeit ist – sondern es schon vor 2000 Jahren so war, dass die Stars der Unterhaltungsbranche astronomische Summen einstreichen durften.
Am Freitagmorgen des 3. Dezember 2010 gibt es in England nur ein Thema: die FIFA und Sepp Blatter. Selten wehte einem Schweizer auf der britischen Insel so viel Hass entgegen wie an jenem Dezembertag. Keine Zeitung, kein Pubgespräch, in dem der FIFA-Boss und seine Organisation unbescholten davonkommen.