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Faszination Marathon: Seit Jahrtausenden lebendig
Langstrecken bzw. Marathonläufe üben generell seit Jahrhunderten eine grosse Faszination auf Sportbegeisterte auf der ganzen Welt aus. Schon in der Antike wurden solche Langstreckenläufe ausgetragen – die erste Strecke war wohl die von Athen nach Marathon, einer Stadt in Griechenland, von wo auch der Name stammt. Erst recht seit der Marathon eine Olympische Disziplin geworden ist. Auch die Schweiz besitzt eine grosse Tradition in Sachen Marathon und hat sehr viele grossartige Langstreckenläufer hervorgebracht, die Sportgeschichte geschrieben haben: zum Beispiel den unvergessenen Markus Ryffel. Sein grösster Erfolg war der Gewinn der Silbermedaille im 5000-Meter-Lauf in 13:07:54 min. an den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles, nachdem er an den Olympischen Spielen 1980 in Moskau über die gleiche Distanz bereits Fünfter geworden war. Bei der Leichtathletik-EM 1978 wurde er Zweiter im 5000-Meter-Lauf (13:28:66 min). Im gleichen Jahr wurde er zum Schweizer Sportler des Jahres gewählt. Aus Halleneuropameisterschaften resultierten zwei Gold-, eine Silber- und eine Bronzemedaille. Ausserdem wurde er am Weltcup in Montreal 1979 Dritter. Er ist 19-facher Schweizermeister und hält noch heute die Schweizerrekorde über 3000 und 5000 Meter.
Auch bei Strassenläufen war er ausserordentlich erfolgreich. Er siegte unter anderem neunmal beim Murtenlauf, viermal beim Grand Prix von Bern, dreimal beim Greifenseelauf, zweimal beim Zürcher Silvesterlauf und je einmal bei den 25 Kilometer von Berlin und dem Basler Stadtlauf.
Eine weitere grosse Schweizer Läufer-Legende ist natürlich der unvergessene und 2014 zurückgetretene Viktor Röthlin, der 2010 Europameister im Marathonlauf an der EM in Barcelona wurde und bei den Europameisterschaften 2006 in Göteborg die Silber- und bei den Weltmeisterschaften 2007 in Japan die Bronzemedaille holte. Viktor Röthlin hielt von 2001 bis 2016 den Schweizer Rekord im Marathon, zuletzt mit seiner Bestzeit von 2:07:23 h, die er beim Tokio Marathon 2008 erzielte.
Über die Geschichte des Marathonlaufes
Der Marathonlauf (kurz: Marathon) ist eine auf Strassen oder Wegen ausgetragene sportliche Laufveranstaltung und zugleich die längste Olympische Laufdisziplin in der Leichtathletik, deren Streckenlänge 1921 auf 42.195 Kilometer festgelegt wurde. Manche Läufe, insbesondere bei leichtathletischen Jahreshöhepunkten, führen zum Zieleinlauf ins Stadion, wo abschliessend noch etwa eine Runde zu laufen ist. Bei Olympischen Spielen wird die Marathonstrecke seit 1896 von den Männern gelaufen – zunächst auf 25 Meilen, mithin etwa 40 Kilometer – und von Frauen seit 1984.
Schon in der Antike wurde über den griechischen Laufboten Pheidippides berichtet, der 490 v. Chr. von Athen in zwei Tagen nach Sparta gelaufen war, um Hilfe im Krieg gegen die Perser zu suchen. Daraus formten 500 Jahre danach Plutarch und Lukian die Legende, dass ein Läufer sich nach dem Sieg der Athener in der Schlacht von Marathon auf den knapp 40 Kilometer langen Weg nach Athen gemacht habe, wo er nach. den Worten „Wir haben gesiegt“ leblos zusammengebrochen sei.
Bei den ersten Langstreckenläufen der Neuzeit dachte niemand an diese Geschichte. Als Vergnügen für die Zuschauer und zur Befriedigung ihrer Wettleidenschaft wurden im ausgehenden 18. Jahrhundert die ersten Langstreckenläufe in einer Art sportlichem Wettkampf ausgetragen. In England und den Vereinigten Staaten absolvierten die Pedestrianisten (Fussläufer) Strecken zwischen 20 Meilen (32.18 km) und 30 Meilen (48.27 km). Der Lauf führte von Meilenstein zu Meilenstein, was eine zuverlässige Zeitnahme garantierte. Beachtliche Zeiten wurden dabei erzielt. Im Jahr 1808 lief ein Mann mit dem Namen Blewet über 24 Meilen (38.62 km) eine Zeit von 2:34 Stunden. Auf die heute gültige Marathondistanz umgerechnet wäre dies eine Zeit von 2:48 Stunden. Erst mit den Ausgrabungen an historischer Stelle in Marathon, bei denen 1890 ein Hügel mit den Gräbern der gefallenen Athener von der Schlacht von Marathon freigelegt wurde, kam die Legende über Pheidippides wieder in Erinnerung. Der Sprachwissenschaftler Michel Bréal hatte die Idee, den legendären Lauf des Pheidippides im Rahmen der für 1896 geplanten Olympischen Spiele von Athen als Wettkampf aufleben zu lassen. Mit einem Brief teilte er seinem Freund, Baron Pierre de Coubertin, dem Begründer des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), seine Idee mit. Der Sieger sollte einen von ihm gestifteten Pokal erhalten. So wurde der Olympische Marathon 1896 von Athen der erste organisierte Marathonlauf. Einen Monat vor den Olympischen Spielen fand jedoch schon ein Marathonlauf als Griechenland-Meisterschaft auf der Strecke vom Dorf Marathon nach Athen (ca. 40 Kilometer) mit elf Läufern statt. Zwei Wochen später wurde ein weiterer Marathonlauf als Test für die Olympischen Spiele mit 38 Läufern ausgetragen, bei dem der Sieger Ioannis Lavrenti seine Zeit von 3:11:27 h erreichte und der spätere Marathon-Olympiasieger, Spyridon Louis, in 3:18:27 h Fünfter wurde.
Erst seit 1984 ist der Marathonlauf für Frauen eine Olympische Disziplin.