Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03194.jsonl.gz/2372

Der Begriff Meme wurde erstmals 1976 vom Biologen Richard Dawkins in seinem Buch The Selfish Gene benutzt. Er benutzte es als kulturellen Ausdruck, der als Gedanke oder Stil vorkommen kann, um von anderen nachgemacht zu werden. In seinem Buch beschrieb er das Prinzip von Memes analog zu Genen. Als etwas, das nur existiert, um sich selbst weiterzuverbreiten.
Memes gibt es in Form von Bildern und Videos. Oftmals wird Bildmaterial aus Film und Fernsehen verwendet. Es gibt verschiedene Arten von Memes, z.B. politische Memes, Sprachmemes oder Insider Memes. Memes werden eingesetzt im Marketing, als Ausdruck von Gesellschaftskritik oder einfach zur Kommunikation.
Ein Grossteil der Memes funktioniert dadurch, dass bereits existierende Templates weiterverwendet werden. Sie basieren deshalb fast immer auf fremden Bild- oder Videoinhalten. Dieses bereits bekannte Material wird in einen neuen Kontext gestellt. Dadurch ist ein Meme ein Kollektivwerk, welches keine/n individuelle/n Urheber:in hat, da es auf Vorarbeit aufbaut.
Der wichtigste Faktor, dass ein Meme seine/n Adressat:in zum Lachen bringt, ist das Verständnis: Ist der/die Konsument:in auf dem Wissensstand, den das Meme fordert? Ähnlich wie eine Medienkompetenz gibt es auch eine Art Memekompetenz. Eine Person, die sich nicht auskennt mit dem Thema, wird sich das Meme zusammenreimen können, es jedoch nicht lustig finden und nicht weiterleiten.
In einer Umfrage hoben Memecreators die folgenden drei Erfolgsfaktoren von Memes besonders hervor: Zum einen ist es enorm wichtig, mit der Zeit zu gehen und auf neustem Stand zu sein. Zum anderen ist es wichtig, die Gedanken und Bedürfnisse der Zielgruppe aufzugreifen. Unterschiedliche Memeseiten haben unterschiedliche Follower, welche wiederum gewisse Erwartungen haben. Der dritte Faktor ist jener des persönlichen Bezugs. Gemäss den Memecreators ist dies der wichtigste. Ist eine persönliche Verbindung zum Meme geschaffen, kommen mehr Reaktionen.
Ein problematischer Aspekt im Zusammenhang mit Memes sind der Memeklau. Dies geschieht durch grössere Memeseiten, welche manchmal die Idee, dann aber auch teilweise einfach das ganze Meme 1:1 von anderen Seiten kopieren. Es ist normal, dass man sich von anderen Memes inspirieren lässt, zum Beispiel wenn jemand ein lustiges Memetemplate erstellt hat. Es sollte aber in jedem Fall vor der Benutzung nach Erlaubnis gefragt oder zumindest die andere Memeseite verlinkt werden.
Quelle: Maturitätsarbeit HS 2021/22, Kantonsschule Rychenberg, 6fG. Memes - Ein modernes Kulturphänomen kompakt erklärt. Nele Blum, 2021