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Es erinnert an Algerien. Hier erwarb Nestlé die Wassernutzungsrechte und lässt die Fabriken bewachen und einzäunen. In Pakistan das Gleiche. In diesen Ländern wird das Wasser angezapft und für viel Geld in Plastikflaschen wieder verkauft, während die Bevölkerung keinen Zugang mehr zu diesem Wasser hat. Siehe: Nestlé erwirbt Wassernutzungsrechte und lässt Fabriken bewachen und einzäunen!
Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé baut seine Aktivitäten zurzeit in Äthiopien aus. Die Waadtländer setzen dabei auf eine Partnerschaft mit einem lokalen Anbieter. Nestlé eröffnet eine Abfüllanlage in Äthiopien. Die lokale Produktion soll den Zugang zum äthiopischen Markt mit seinen über 90 Millionen Einwohnern erleichtern. Dazu arbeitet das Waadtländer Unternehmen mit dem äthiopischen Produzenten Great Abyssinia zusammen, dem größten Mineralwasserproduzenten des Landes.
2002 verlangte Nestlé von Äthiopien eine Entschädigung von 5,8 Millionen Dollar, weil die frühere Militärregierung 1975 eines seiner Unternehmen verstaatlichte. Die äthiopische Regierung soll sich daraufhin bereit erklärt haben, 1,5 Millionen Dollar an Nestlé zu zahlen. Lesen Sie dazu: Trotz Dürre-Katastrophe und Kampf ums Land als eines der größten Sicherheitsrisiken – Nestlé gräbt das Wasser ab – neue Abfüllanlagen in Äthiopien und Nigeria
Wie theguardian berichtet, hat in den vergangenen zehn Jahren die Stadt in der Region Oromia viele ausländische Investoren und Konzerne angezogen, die ebenfalls Wasser benötigen: Eine chinesische Gerberei, Stahlmühlen, Wasserfabriken und Hotels sind entstanden. Das Grundwasser liegt tief, bis zu 800 Meter müssen überwunden werden, bis Wasser sprudelt. Das kostet viel Geld, was große Konzerne investieren, um ihre eigenen Brunnen zu bauen und ebenfalls das Wasser abgraben, was der Bevölkerung nicht mehr zur Verfügung steht.
Die Einheimischen aus der Region müssen mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Sululta fahren oder den langen Weg zu Fuß zurücklegen, um überhaupt an Wasser zu kommen. Es gibt einen Wasserhahn, der von der sudanesischen Nil Petroleum gebaut wurde. Wenn die Menschen diese Wasserstelle erreichen, müssen sie sich in die langen Schlangen der wartenden Menschen einreihen.
Am Ende der Stadt gibt es ebenfalls noch einen Wasserhahn, an dem die Bewohner sich mit Wasser versorgen. Der Konzern China-Africa Overseas Leather Products stellte diesen Wasserhahn zur Verfügung. Aber der Gerberei wird auch vorgeworfen, die Wasserversorgung in der Region mit der Gerberei zu verschmutzen. 50 äthiopische Soldaten überwachen hier die Sicherheitslage, denn in der Region sind die Menschen zu Recht wütend. In Äthiopien lassen sich immer mehr ausländische Firmen nieder, für die Einheimischen bleibt nichts – sie hungern weiter! (Quelle theguardian.)
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Nestlé 16. FEB 2017 – AUS DEM GESCHÄFTSBERICHT.
- Die Ereignisse im Irak, im Jemen, in Libyen und Syrien hatten weiterhin Auswirkungen. Es herrschte zudem deflationärer Druck auf Milchprodukte in der Region.
- In der Türkei trieben Nescafé und Süßwaren das zweistellige Wachstum an. Der Markt in Nordafrika erzielte auch eine gute Leistung.“
- Subsahara-Afrika verzeichnete gutes Wachstum. Das interne Realwachstum blieb trotz Preiserhöhungen zum Ausgleich der Währungsentwertung positiv. Zentral- und Westafrika (einschließlich Ghana, Côte d‘Ivoire und Nigeria) und Äquatorialafrika (einschließlich Angola) verzeichneten ein gutes zweistelliges Wachstum, wobei Maggi und Nido gut abschnitten.
Nestlé Waters
Umsatz von CHF 7,9 Milliarden, 4,5 % organisches Wachstum, 4,5 % internes Realwachstum; 11,9 % operative Ergebnismarge, +110 Basispunkte
- Nestlé Waters erhielt seine gute organische Wachstumsdynamik auf der Grundlage des internen Realwachstums aufrecht. Die Preisanpassungen bleiben flach:
- In den Vereinigten Staaten verzeichneten die Premiummarken ein weiteres Jahr des dynamischen Wachstums und die regionalen Marken Poland Spring, Ice Mountain und Deer Park leisteten im Vergleich mit der Gruppe und mit Nestlé Waters überdurchschnittliche Beiträge. Der Produktionsstillstand einer Fabrik in Texas infolge eines Tornados im April wirkte sich negativ aus.
- In Europa behielten die meisten Märkte ihr Wachstum bei, nachdem 2015 bedingt durch die Hitzewelle ein starkes Jahr war. Es gab gute Beiträge aus dem Vereinigten Königreich, aus Spanien und Deutschland.
- Von den übrigen Märkten schnitten Südostasien, Mexiko und Nordafrika gut ab.
- Quelle Nestlé
Während die Blicke der Welt auf die Krisenherde im nahen Osten gelenkt werden, spielt sich in weiten Teilen Afrikas nahezu unbemerkt eine humanitäre Katastrophe ungleich größeren Ausmaßes ab. Vor allem im Südsudan, aber auch in Somalia, Nigeria und im Yemen sind rund 20 Millionen Menschen vom Hungertod bedroht. Die UNO würde bis Mitte dieses Jahres 4,4 Milliarden Dollar benötigen, um das Schlimmste zu verhindern. Doch die Weltgemeinschaft reagiert kaum bis zögerlich. Dazu unser Offener Brief! Afrika – die schwerste humanitäre Krise seit dem 2. Weltkrieg
Nestlé Südafrika gründete 2001 das Nestlé-Ernährungsinstitut für Afrika (NNIA, Nestlé Nutrition Institute Africa), um das ernährungswissenschaftliche Know-how Afrikas weiterzuentwickeln. Das Institut fördert die Forschung und das Ernährungsverständnis der vielschichtigen afrikanischen Bevölkerung in allen Lebensphasen. Im Mittelpunkt stehen Mangelernährung, Übergewicht, gesunde Ernährungspraktiken für Säuglinge und Kleinkinder sowie die Stillförderung.
Schaut man sich aber die Lage in Afrika an, klingt es fast wie ein Hohn.
Nestlé baut Milchsektor in Äthiopien aus
Nestlé ist nicht nur der weltgrößte Mineralwasserproduzent, sondern auch Milchunternehmer
Wosenyeleh S. Fikre, der Cluster-Manager für das Horn von Afrika und Äquatorial-Afrika bestätigt, dass Nestlé plant, in Äthiopien ein Werk zu bauen. Wenn es dazu kommt, wird der Schwerpunkt auf Milch und Milchprodukte bezogen. Allerdings, räumt er ein, könnten Qualitäts- und Gesundheits-Standards auf diesem Sektor der Gründung eines solchen Werks im Wege stehen. Deswegen arbeitet Nestlé nun daran, eine Verpackungsfabrik für diese Milchprodukte zu errichten, damit werde auch die Wassersituation getestet.
Ein damit verbundenes Entwicklungsprojekt nimmt den pensionierten Langstreckenläufer Haile Gebreselassie als Markenbotschafter unter Vertrag.
Bedeutet: Noch mehr Wasser wird gebraucht, für eine Verpackungsindustrie für Nestlé und dann auch für mehr Kühe, die die Milch produzieren müssen. Außerdem gibt es dafür auch Geld aus Deutschland? Mit deutschen Geldern wird die Landwirtschaft in Afrika modernisiert. „Eine Welt ohne Hunger ist möglich“, sagte Entwicklungsminister Gerd Müller 2016 in Westkenia. Schon lange gefährden billige Milch-Importe aus Europa Milchbauern in Afrika. Die aus Europa importierte Milch ist deutlich billiger als die von einheimischen Landwirten produziert.
Auch die Welthungerhilfe warnt davor, dass sich die dramatische Ernährungslage in Afrika weiter verschlechtern wird, wenn nicht mehr Geld zur Verfügung gestellt wird. In den vier Ländern Jemen, Südsudan, Nigeria und Somalia sind vor allem auf Grund von Bürgerkriegen mehr als 20 Millionen Menschen auf dringende Hilfe zum Überleben angewiesen. In Kenia und Äthiopien hat eine schwere Dürre die Lebensgrundlagen von mehr als 8 Millionen Menschen zerstört.
Die Welthungerhilfe liefert in Kenia, Äthiopien und Somalia dringend benötigtes Trinkwasser in die betroffenen Dörfer. Gleichzeitig erhalten Kinder, schwangere und stillende Frauen Nahrungsmittel, die zumindest für eine Mahlzeit am Tag reichen. Auch die Tiere der Viehhirten werden mit Futter und Wasser versorgt, da sie oft die einzige Einkommensquelle der Familien sind. Bereits jetzt sind viele Ziegen und Kühe verendet oder so abgemagert, dass die Hirten sie nicht mehr verkaufen können. Quelle Welthungerhilfe
Der Wasserkonzern Great Abyssinia, an dem Nestlé eine Mehrheitsbeteiligung hat, ist seit über zehn Jahren im Geschäft und produziert täglich 400 000 Halbliterflaschen Wasser. Wasser, das sich die Menschen, die unter der Dürre leiden nie werden kaufen können. Schauen wir in andere Länder wie Pakistan: Dort soll das Grundwasservorkommen so stark ausgebeutet worden sein, dass der Grundwasserspiegel sinkt und die Bevölkerung keinen Zugang mehr zu frischem Wasser hat. Auch in den USA haben Anwohner gegen Abfüllwerke von Nestlé geklagt, weil der Grundwasserspiegel gesunken ist.
Oder in Südafrika zum Beispiel: Dort befindet sich ein Slum direkt neben der Wasserfabrik. Für die Slumbewohner gibt es kein Wasser. Seit 2011 wird die Fabrik wirtschaftlich von Nestlé genutzt. 282 000 Liter Trinkwasser werden täglich in Flaschen abgefüllt und abtransportiert. Der unterirdische Schatz heißt nun „Pure Life“. Nicht weit entfernt von der Fabrik gibt es eine Siedlung – eher einen Slum. Die Menschen dort leben inmitten von Müll, Ratten, Toiletten ohne Wasseranschluss und ohne fließendes Trinkwasser. Nestlé, das Wasser abgräbt – Kinderarbeit, u. v. m., erhielt erst 2011 die Wasserlizenz für Doornkloof, eine der besten Trinkwasserquellen Südafrikas, zur Abfüllung ihrer Marke „Pure Life“. Sie läuft zwanzig Jahre. Mindestens so lange darf Nestlé dort exklusiv das Wasservorkommen ausbeuten: 103 Millionen Liter im Jahr.
Nestle baut eine neue Wasserfabrik in Nigeria
Auch in Nigeria investiert Nestlé N5.7bn (25 Mio CHF) auf einem 14,6 Hektar großen Gelände in eine neue Wasser-Fabrik, mit Potenzial für zukünftige Erweiterungen, gerade dort, wo der Regen ausbleibt und ganze Landstriche austrocknen. Der Klimawandel bringt eine Dürre nach der anderen, das Wasser wird knapp, die fruchtbaren Böden für die Viehherden schwinden – und damit die Lebensgrundlage der Nomaden und Viehhirten. Siehe: Nahrungsmittelkrise in Nigeria trotz Ölreichtum – Kinder verhungern und Deutsche Konzerne lassen sich nieder – Boko Haram food crisis demands cooperation and accountability!
Seit Monaten leiden Millionen von Menschen in Ostafrika unter einer Hungerkatastrophe, ausgelöst durch eine Dürre. Sie brauchen unbedingt Trinkwasser, doch in Flaschen können Sie es sich nicht leisten!
Wasser ist ein Menschenrecht – einklagbar ist es jedoch nicht, und solange die Konzerne wie Nestlé das „Sagen haben“, wird es auch nicht einklagbar – das muss sich ändern!
Eine unzureichende Trinkwasser-, Abwasser- und Basissanitärversorgung zieht Krankheit, Armut, Umweltzerstörung und wirtschaftliche Stagnation nach sich. Verändert sich der Umgang mit Wasser nicht grundlegend, werden immer mehr Menschen unter Wasserarmut leiden.
So wie zurzeit Äthiopien unter der größten Dürre seit Jahrzehnten leidet – Wasser ist zu einem „Big Business” verkommen und daher eine Menschenrechtsverletzung.
Wasser ist ein Allgemeingut und gehört der gesamten Menschheit und nicht nur Profiteuren!
Lesen Sie dazu auch: Offener Brief! Afrika – die schwerste humanitäre Krise seit dem 2. Weltkrieg
Netzfrauen Doro Schreier
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