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“The Uprising” – Zu Deutsch: “Der Aufstand”. Wenn man auf Google nach dem heroisch klingenden Begriff “The Uprising” sucht, wird einem so allerlei serviert: z.B. “The Uprising Creative”, eine Bude die alles zu machen scheint. Von  “Art Direction” bis zur Videoproduktion. Oder, mein persönlicher Favorit, “The Uprising Church Conference“, eine freikirchliche Vereinigung aus den Staaten. Eigentlich ziemlich fies, weil: “The Uprising” ist auch eine Thurgauer Death-Formation, die mit ihrer Namenswahl einfach viele Namensvetter hat und im Netz darum erst über Umwege entdeckt wird. Die fünfköpfige Band aus Amriswil ist seit mehr als 10 Jahren aktiv und ordnet sich selbst im Genre Melodic Death Metal ein. Zur Zeit sind die Schweizer Metalheads auf Promo Tour und preisen ihre aktuelle Scheibe “Fear The Truth” an. von Raouf Selmi
Kurz-Bio
Die Brüder Filipe und Andy Gordilho starteten kurz nach der Jahrtausendwende das Projekt “Bleeding Hate”, dass sich kurz darauf zur Band “The Uprising“ weiterentwickelte. Im July 2003 veröffentlichten sie das erste Demotape “Genesis of Evil” in Eigenregie. Nach dem die Brüder fähige Mitstreiter gefunden hatten, sammelte die Band Live-Erfahrung. In den Jahren 2005 folgte das zweite Demo-Tape mit dem Namen “The Dark Alliance”. Nach einigen Erfolgen verlies 2011 Gründungsmitglied Andy Gordilho die Band.
“The Uprising” sind:
Andreas Sager: Vocals
Filipe Gordhilo: Guitar / Vocals
Alex Bertschi: Guitar
André Thöny: Bass / Vocals
Joel Miserez: Drums
Fear The Truth
Den ersten Longplayer, den Heavy Metal Bands raus geben, könnte man mit Nachwuchs vergleichen. Selbst wenn das neue Familienmitglied noch so hässlich ist, stinkt und Lärm macht, liebt man es trotzdem über alles. Und das ist auch richtig so, denn man hat es selber erschaffen. Im Gegensatz zu jedem Baby steckt in einem Longplayer aber mehr Arbeit und wenn ihr das nicht glaubt, fragt einen Schlagzeuger! “The Uprising“ müssen sich mit ihrem ersten Longplayer nicht schämen. Er ist weder hässlich noch lärmig. Nur stinken tut er ein wenig.
Booklet
Die Druckfarbe des Booklet stinkt wirklich und wirkt neben mir auf dem Schreibtisch schon fast penetrant. Trotzdem das Booklet ist sauber gelayoutetd und in Sepia gehalten. Der Betrachter schaut frontal auf eine Strasse, welche aus einer Grossstadt führt. Ein überdimensionaler Puppenspieler hält zwei aus der Stadt flüchtende Menschen an seinen Fäden. Beim Aufschlagen der ersten Seite, zeigt sich mir ein für die Scene typisches Bild. Die Schrift für die Lyrics der Songs ist zwar grafisch stimmig, für meinen Geschmack aber zu klein und zu unleserlich. Der Aufbau des Booklet ist klassisch, Überraschungen sind keine zu erwarten. Nach den obligaten Lyrics schaut man auf der Rückseite auf ein Bandporträt und die Danksagungen. Gestaltet wurde das Booklet von Bonographic.
Scheibe
Lange Zeit, sich mit den Ostschweizern anzufreunden, bleibt dem Zuhörer nicht. Die Truppe prügelt Mit dem ersten Track “Born To Die” gleich voll drauf los. Mit dem ersten Ohr klingt das Arrangement durchdacht und die Produktion gelungen. Gesang, Gitarre und Schlagzeug sind gut aufeinander abgestimmt. Der Bass allerdings fehlt mir im Mix und dürfte gerne noch ein wenig drücken. Beim zweiten mal hinhören bestätigt sich das Gefühl, das sich bereits durch den ersten Track aufgebaut hat. Das Schlagzeug klingt auf der ganzen Scheibe, sehr statisch und linear. Am schlimmsten beim zweiten Track “Godlike”. Dynamic ist fast keine vorhanden. Unter Umständen ist das noch ein Überbleibsel aus den Anfangszeiten, als die Gebrüder Gordilho noch mit Drumcomputers rumhantiert haben. Der dritte Track “Gods Creation Of Warfare” ist eine Death Metal Perle, wie man sie leider nur noch selten in der Schweizer Scene antrifft. Die schleppenden und langsamen, abgelöst von den reissenden und schnellen Passagen, widerspiegeln das ganze Potential und Können der Thurgauer. Im Titeltrack “Fear The Truth” kommen auch alle Freunde des Folks auf ihre Kosten. Das sehr melodiös gehaltene Stück weisst sowohl Pagan- wie auch Thrashcharakter auf. “Blooddrunk” ist sozusagen der einzige Track mit einer klassischen Dramaturgie. Melodiöser Einstieg, treibende Strophen, Prügelrefrain, Bridge und wieder von Vorne. Mein absoluter Lieblingstrack ist der letzte. “Led By The Blind” heisst er und vereint das ganze Sortiment der Scheibe. Er klingt wie ein “Best Of” des Albums.
Fazit
Fear The Truth – Fürchte die Wahrheit. Das Quintett aus dem flachen Thurgau muss die Wahrheit nicht fürchten. Sie präsentieren uns mit ihrem ersten Longplayer soliden Schweizer Metal. “Tolle Arbeit! ich freue mich auf die nächste Scheibe” Ich vergebe die Schulnote: 4.8/6 (6 gilt als beste, 1 als schlechteste Note)
“The Uprising” – Fear The Truth
1. Born To Die
2. Godlike
3. Gods Creation Of Warfare
4. My Burdon
5. Fear The Truth
6. Fucked Scattered, Burned, Drowned
7. Blooddrunk
8. Hear My Voice
9. Led By The Blind