Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/20480

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat führt in Zusammenarbeit mit den Kantonen eine eigentliche Nachholbildungskampagne durch, um die Qualifikation der Erwerbstätigen zu erhöhen bzw. deren Arbeitsmarktfähigkeit zu verstärken und das Risiko der Arbeitslosigkeit zu verringern. Nachholbildung heisst, dass alle Erwachsenen - aufgrund ihrer Fähigkeiten - die Möglichkeit haben sollen, alle Schul- und Ausbildungsabschlüsse der Sekundarstufen I und II nachzuholen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Gemäss Bundesverfassung sind die Kantone für die Bildung auf der Sekundarstufe I und in Bereichen der Sekundarstufe II (vor allem Gymnasien und Diplommittelschulen) zuständig. Der Bund verfügt nur in den Teilen der Sekundarstufe II über Kompetenzen, so insbesondere im Bereich der Anerkennung der gymnasialen Matura und im Bereich der Berufsbildung entsprechend dem Bundesgesetz über die Berufsbildung.</p><p>Das Berufsbildungsgesetz sieht ausdrücklich vor, dass nicht nur Lehrlinge und Lehrtöchter das eidgenössische Fähigkeitszeugnis, einen Abschluss der Sekundarstufe II, erwerben können, sondern dass diese Möglichkeit auch Erwachsenen offensteht. Dasselbe gilt selbstverständlich auch für das Nachholen der Berufsmaturität. Das im Aufbau begriffene modulare System der beruflichen Weiterbildung eröffnet weitere Perspektiven, von der vor allem Frauen profitieren können, welche einen beruflichen Wiedereinstieg planen. Der Bundesrat beabsichtigt, bei der anstehenden Revision des Berufsbildungsgesetzes solche Möglichkeiten des Nachholens von Abschlüssen beizubehalten und - falls erforderlich - zu erweitern.</p><p>Beinahe alle Ausbildungen der Sekundarstufen I und II, die im Kompetenzbereich der Kantone liegen, können nachgeholt werden, wobei als Anbieter die öffentliche Hand oder Private auftreten. Vielerorts können bestehende Angebote mangels Nachfrage nicht aufrechterhalten werden.</p><p>Bei den Arbeiten an der Revision des Berufsbildungsgesetzes und im Rahmen der Berichterstattung betreffend Situation, Entwicklung, Förderungsbedarf und Massnahmen in der allgemeinen und kulturellen Erwachsenenbildung wird der Bundesrat prüfen, welche Massnahmen zugunsten der Nachholbildung auf Bundesebene möglich sind.</p>  Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.