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Eine Insel? Das bedeutet jede Menge Küste in Taiwan, ergo auch Strand. Nur mit der Besonderheit, dass Chinesen keine großen Beacher sind. Das heißt: Du hast hier meist ziemlich viel Platz. Allerdings ist dafür die gewohnte Strand-Infrastruktur knapp, also Cafés, Bars, Eiskremstände, Liegestuhlverleih … Wenn überhaupt, dann findet man das im Süden. Und eine andere Eigenart taiwanischer Strände sollte man kennen: Die Insel ist vulkanisch, daher sind die Beaches im Osten, also am Pazifik und nahe dem vulkanischen Hochgebirge, dunkelgrau und häufig mit Kieselsteinen belegt. Dagegen sind die Strände im Norden, Westen und Süden eher hell und fein.
Eine weitere Sache ist, dass Taiwan der Volksrepublik China gegenüber liegt. Das sind zwar rund 200 Kilometer, aber das Festland entlässt jede Menge Plastik ins Meer. Es wird einiger Müll von dort angeschwemmt. Die Strände im Süden Taiwans werden zwar regelmäßig geputzt, die im Norden allerdings nur zur Hochsaison, also Mai bis September.
Diesen Beach findest du nach einer Fahrt mit der Fähre von der Banana-Pier der Großstadt Kaohsiung hinüber auf die vorgelagerte, dicht besiedelte Insel Qijin (auch Cijin geschrieben). Es gibt eine kilometerlange Promenade, der Sand ist fein, wenn auch ein wenig grau. Meist gibt es viel Platz für einen guten Strandspaziergang, Entschleunigung pur im quirligen Taiwan.
Der Beach bietet auch einiges an Kontrasten. So versuchen sich Surfer hier in der milden Brandung, während weit im Hintergrund riesige Frachter vorbeischippern, und wenn du dich umblickst, siehst du als Wahrzeichen des Strandes den Turm der Presbyterianischen Kirche. Sehenswerter ist jedoch die Rainbow Church am anderen Ende vom Beach – die ist allerdings gar keine Kirche, sondern ein Kunstobjekt.
Wenn ein Taiwaner vom Strand spricht, dann dürfte er Kenting im Kopf haben. Das liegt am äußersten Südzipfel und ist ein Nationalpark. Der beste Strand in diesem Park liegt eindeutig in Dawan. Hier findest du sogar eine dem westlichen Ideal entsprechende Infrastruktur an Kneipen, Bars, Cafés und jede Menge Hotels.
Drei Kilometer südöstlich folgt der Beach von Chuanfan, der bekannt ist für seinen „Segelbootfelsen“ im Meer. Und weitere drei Kilometer später findest du in Shadao zwar einen tollen weißen Strand, den darfst du aber nicht betreten. Denn fast 100 Prozent seines Sandes besteht aus krümeligen Muschelschalen, einzigartig in Taiwan. Ein kleines Museum erklärt das Ganze.
Wenn man im Norden Taiwans nach Stränden suchst, gibt es einige Auswahl. Beim Ort Gongliao geht es los, der Fulong-Beach dort wurde durch sein Sandskulpturen-Festival im Sommer international berühmt. Es ist weltweit das größte seiner Art, verewigt im Guinness-Buch. Vis-à-vis des klassischen Fulong-Hotels, das fast so aussieht wie das Coronado Hotel aus dem Film „Manche mögen’s heiß“, liegt der perfekte Strand zum Sandburgenbau, der über eine Bogenbrücke zu erreichen ist.
Nicht weit von Taipeh entfernt gibt es mehrere gute Strände. Der erste davon heißt Feicueiwan, westlich der lebendigen und malerisch in hügeligen Buchten gelegenen Hafenstadt Keelung. Er wird dominiert vom riesigen White House Hot Spring Resort. Bei unserem Besuch im Winter war der Strand abseits des Hotels allerdings nicht so sauber. Das soll sich im Sommer aber bessern. Interessant sind hier urige kleine Skulpturen am Beach sowie die nahe Halbinsel Yeliu mit bizarren Felsformationen.
In Laomei Beach findest du eine Besonderheit: Das dem Sand vorgelagerte Korallenriff guckt die meiste Zeit aus dem Wasser und ist mit grünen Algen bewachsen. Bei starkem Wind und donnernder Brandung schießt das Wasser in die Ritzen des Riffs und durch die Blowholes mit Schmackes als Fontäne in die Höhe. Am nordwestlichen Ende des Strandes siehst du auf dem Kap Fugui eine gewaltige Radaranlage, die die Bewegungen des unberechenbaren „Freundes“ China beobachtet. Einen Besuch wert ist der pittoreske Fischmarkt jenseits des Kaps.
Der beste Strand im Norden ist klar Baishawan, mit Dünenlandschaften, Klippen, Cafés und einem Erholungspark am südwestlichen Ende. Zudem ist er ziemlich sauber und er wird von den Taiwanern sehr gerne besucht. Kinder spielen mit ferngelenkten Baggern am Beach, Jugendliche trauen sich nach anfänglichem Zieren dann doch in die Wellen, ein einsamer Stand-up-Paddler versucht sich jenseits der Brandung und ein Bademeister tuckert mit seinem Quad auf und ab und guckt, dass niemand Blödsinn macht.
Unser kleines Video gibt einen Eindruck von der Weite des Baishawan-Beach:
Die Hafenstadt im Südwesten der Insel liegt am Südchinesischen Meer. In der zweitgrößten Stadt des Landes leben gut 2,7 Millionen Menschen. Sie verfügt über den wichtigsten Hafen Taiwans.
Dawan liegt im Kenting Nationalpark. Das am häufigsten besuchte Schutzgebiet Taiwans umfasst die südliche Spitze der Insel. Es ist im Westen von der Taiwanstraße, im Süden von der Luzonstraße und im Osten vom Pazifischen Ozean umgeben.
Der 13.000-Einwohner-Ort ist der östlichste Bezirk der Stadt Neu-Taipeh. Er grenzt im Westen an die Nachbarbezirke Ruifang und Shuangxi, im Süden an den Landkreis Yilan sowie im Norden und Osten an den Pazifik.
Die kreisfreie Hafenstadt im Nordosten von Taiwan zählt gut 370.000 Einwohner. Keelung besitzt den zweitwichtigsten Hafen Taiwans und ist berühmt für seinen schönen Nachtmarkt.
Das Laomei Green Riff liegt ganz im Norden der Insel, etwa 40 km von der Hauptstadt Taipeh entfernt. Die blühenden grünen Algen sorgen zwischen Februar und Mai für ein einzigartiges Naturschauspiel.