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Die Vergabe von Ausbildungs- und Studienbeiträgen (Stipendien und/oder Darlehen) ist Teil der Bildungspolitik von Bund und Kantonen. Die Ausbildungsförderung ist somit nicht primär eine bedarfsabhängige Sozialleistung, sondern ein bildungspolitisches Instrumentarium zur Verbesserung der Chancengerechtigkeit und zur Verringerung der sozialen Ungleichheit im Bildungswesen, zur generellen Nachwuchsförderung sowie zur optimalen Nutzung des Bildungspotenzials unserer Gesellschaft.
Ausbildungs- und Studienbeiträge stellen eine subsidiäre Förderung der Ausbildung* bei Bedürftigkeit dar. Zusammen mit den Beiträgen, welche die in Ausbildung befindliche Person, die Eltern und weitere dem Stipendienwesen vorgelagerte Personen und Stellen leisten, können die Stipendienbeiträge Teil der Ausbildungs- und Studienfinanzierung sein. Diese Mittel dienen der Deckung der anfallenden Ausbildungs- bzw. Studien- und Lebenshaltungskosten. Das Stipendienwesen kann in der Regel nicht die Existenzsicherung von Einzelpersonen oder von Familien mit Personen in Ausbildung übernehmen, aber während der Ausbildungs- bzw. Studienzeit finanziell unterstützen. Andere staatliche und private Unterstützungsleistungen (z.B. Beiträge aus Stiftungen, Fonds etc.) können ebenfalls eine wichtige Funktion bei der Sicherstellung der Ausbildungs- und Studienfinanzierung übernehmen.
*Subsidiaritätsprinzip
Stipendien und Darlehen werden nur ausgerichtet, wenn die finanzielle Leistungsfähigkeit der betreffenden Person, ihrer Eltern und anderer gesetzlich Verpflichteter (z.B. Ehepartner/in) oder die entsprechenden Leistungen anderer Dritter nicht ausreichen.