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Martin Grab tritt am eigenen Fest zurück
Mit 33 Kranzfestsiegen im Palmarès bestreitet der Schwyzer Schwinger Martin Grab am Sonntag in Sattel - vor der Haustür - sein letztes Fest. Er könnte am Schwyzer Kantonalen den 125. Kranz gewinnen.
Martin Grab aus Rothenthurm wurde am 8. Juni 1979 geboren. Als Jahrgänger des Toggenburger Überschwingers Jörg Abderhalden hatte er es in der besten Zeit der Karriere nicht einfach. Der Königstitel, für den er das Können mitgebracht hätte, blieb ihm versagt. Gleichwohl triumphierte Grab an zwei Festen mit eidgenössischem Charakter: 2002 am Expo-Schwinget in Murten und 2006 am Unspunnenfest in Interlaken.
In der Saison 2006 war Jörg Abderhalden nahezu unbezwingbar. In Interlaken verlor Grab gegen Abderhalden im 3. Gang. Er legte alle übrigen Gegner auf den Rücken, sodass es im Schlussgang zur Revanche kam. Nach genau einer Minute bodigte Grab den hohen Favoriten mit Lätz. Es war nicht nur eine riesige Überraschung, sondern auch der bis heute grösste Erfolg des Schwyzers.
2010 stand Martin Grab in Frauenfeld zum einzigen Mal im Schlussgang eines Eidgenössischen. Er hatte jedoch keine Möglichkeit mehr, Schwingerkönig werden, weil Kilian Wenger schon als Punkthöchster feststand. Grab widerstand bis in die 13. Minute, ehe er einen Hüfter des Berner Oberländers am Platzrand nicht parieren konnte. An den Eidgenössischen Festen hat Grab dennoch mehr geleistet als die meisten. Er ist der einzige Schwinger, der von 1998 (in Bern) bis 2016 (in Estavayer) jedes Mal das eidgenössische Eichenlaub gewann, sieben Mal insgesamt. Nur der 2012 verstorbene Winterthurer Karl Meli war - als neunfacher Eidgenosse - erfolgreicher.
An seinem vorletzten Fest, dem Zuger Kantonalen in Menzingen am 22. April dieses Jahres, schwang Martin Grab wie zu seinen besten Zeiten. Er gewann alle sechs Gänge. Konserviert er die Form bis zum Sonntag, ist er auch für den 34. Kranzfestsieg seiner Laufbahn gut.
Von der auszeichneten Frühform lässt sich Grab jedoch nicht vom Rücktrittsentscheid abbringen. In einem Interview mit der Fachzeitung «Schlussgang» sagte er: «Ich laboriere schon seit längerem an Problemen in der linken Hüfte. Mit Schwingen geht es gut, aber einfache Sachen wie Schuhbinden bereiten mir Probleme. Darum habe ich mich am Montag nach dem Zuger Fest definitiv entschieden, am eigenen Kantonalen in Sattel abzutreten.»