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Das Leben von Eric Clapton ist denen, die sich dafür interessieren, seit langem bekannt. Es gibt mehrere Biographien, eine Autobiographie und im Zusammenhang mit den verschiedenen Bands, in denen Clapton gespielt hat, auch Bandbiographien, in denen E.C. stets einen wichtigen Teil einnimmt. Nun gibt es drei neue DVDs des Labels «Sexy Intellectual», welche die Produktionsfirma «Eagles Vision» übernommen hat und nun über einen Katalog von zwischen 50 und 100 Rock-Dokumentarfilmen verfügt, die sie als DVD über die üblichen Kanäle verkaufen. Rock und Bluesrock, Classic Rock, das sind die Genres und so gibt «Sexy Intellectual» nicht regionalkodierte DVDs heraus zu Duane Allman, Eric Clapton, Rush, Pink Floyd, Kraftwerk, Frank Zappa, Nick Cage und vielen anderen. Das Zielpublikum scheinen jene zu sein, die diese Bands noch erlebt haben und die nun oftmals Classic Rock-Radios hören oder ihren Kindern oder Enkeln ihre musikalische Tradition weitergeben wollen. Als erstes Beispiel hatbe ich mir nun die erste von drei DVDs zu Eric Clapton angesehen, die sich mit seinem Werdegang in den 1960er Jahren beschäftigt, also in der Zeit, in der Clapton sich als der herausragende Bluesrock-Gitarrist Englands etablierte und in vier bis fünf Bands spielte.
Der Freitagabend am Bluesfestival Basel hatte als Höhepunkt den Auftritt von Allen Toussaint zu bieten. Der zweite Teil des Abends wurde von Jessy Martens & Band bestritten. Während Martens mit ihrer Band den Auftritt-Reigen absolvierte, der nun einmal zum Blues gehört, war der Auftritt Toussaints eine wahre Sensation: Der von Natur aus eher scheue Mann reist nicht sonderlich gerne und da er dem Fliegen gegenüber skeptisch ist, sind seine Auftritte auf der europäischen Seite des Atlantik seltene Höhepunkte. Umso schöner, gab es Toussaint am Freitagabend auf der Bühne zu bewundern.
Am Mittwoch ging das Bluesfestival Basel in die zweite Runde. Nach der «Promo Blues Night» vom Dienstag traten am Mittwoch im Basler Volkshaus die beiden Schweizer Blues-Schwergewichte Philipp Fankhauser und Richard Koechli auf. Dazwischen wurde der «Swiss Blues Award 2014» vergeben, der in diesem Jahr zur besonderen Freude der Bluesnews-Redaktion an Rolf Winter ging, den Chefredaktor von Bluesnews.ch und spiritus rector dieser Website. Umrahmt wurde die Verleihung von zwei Konzerten der Sonderklasse, die deutlich machten, dass Schweizer Blues langsam aber sicher ein echter Qualitätsbegriff ist. Beide Künstler traten mit grosser Besetzung auf und machten dem Publikum gehörig Dampf und sorgten so für eine tolle Stimmung am zweiten Abend des Bluesfestivals Basel.
Was für eine Überraschung. Wer das hier anzuzeigende Album in den CD-Spieler schiebt, glaubt seinen Ohren nicht zu trauen: das kommt authentischer Delta-Blues aus den Lautsprechern. Mit zusehender Dauer wird die Verunsicherung immer grösser. Sind das historische Aufnahmen? Wer ist für diese Musik verantwortlich? Was ist das? Und wer ist dieser Al Cook? Wer sich auf die Musik einlässt wird belohnt mit grossartigen und historisch getreuen Aufnahmen, freilich ohne das Knacken und rascheln der alten Schellack-Schallplatten oder ihrer digitalisierter Fassungen. Al Cook ist professioneller Musiker seit den 1970er Jahren und in dieses Album legt er all seine Erfahrung und seine Leidenschaft hinein. Dabei entstand eine CD, die sich anhört wie eine Radioshow damals, in der Zwischenkriegszeit im schwül-heissen Mississippi, komplett mit Moderationstexten zwischen den Songs.
Der in Chicago geborene Michael Bloomfield (1943-1981) war ein Bluesmusiker, der es aus persönlichen Gründen bedauerlicherweise nicht fertig brachte, sein Potential umzusetzen und den Erfolg zu haben, den er aufgrund seiner Virtuosität und seines musikalischen Feelings nicht nur verdient hätte, sondern eigentlich sogar erwarten konnte. Michael Bloomfields Karriere wurde von Drogensucht beeinträchtigt und diese beendete schliesslich auch sein Leben noch vor seinem 38sten Geburtstag. Doch da bei den meisten Menschen Drogen (im Bloomfields Fall war es Heroin) kein Selbstzweck sind, bleibt auch die Frage, was ihn in die Drogensucht getrieben hat. Eine neu erschienene drei CD umfassende Retrospektive, zusammengestellt vom musikalischen Weggefährten Al Kooper gibt nun nicht nur Einblick in die reiche Musik des Mannes, sondern auch in seine inneren Welten und Abgründe. Muddy Waters hat Michael Bloomfield als Musiker geadelt und als Mensch respektiert. Er machte Aufnahmen mit ihm und liess ihn seine Enkelkinder babysitten. Bob Dylan bedauert bis heute, dass er Bloomfield nicht bei sich behalten konnte und schwärmt von dessen Fähigkeiten als Gitarrist bis zum heutigen Tag. Die Kompilation mit dem ungewöhnlichen Namen From his Head to his Heart to his Hands : An Audio / Visual Scrapbook beleuchtet auf 3 CDs und einer DVD Musik und Hintergründe des Mannes, der Amerikas Antwort auf Eric Clapton, Peter Green oder Jimmie Page hätte sein können. Die DVD enthält einen einstündigen Dokumentarfilm mit Fremd- und Eigenaussagen in herkömmlicher Machart einer solchen Doku.
Seit 1982 lebt er in den USA, seit über 30 Jahren hat er sich dem Blues verschrieben, Walter Liniger ist der Schweizerisch-amerikanische Bluesman schlechthin, ein Gitarrist, Harmonikaspieler und Sänger, der seine eigenen Songs schreibt und der sich nun mit einem Trio als Begleitung zurückmeldet in der Schweiz. Mit Sessions liegt nach einer sieben Jahre dauernden Publikationspause das neueste Album vor. Dieses ist eine musikalische Synthese, welche man als akademische Behandlung des Stoffes «Blues» sehen kann, denn Liniger gibt sich bunt und vielseitig und zeigt unterschiedlichste Facetten des Blues mit grosser Kompetenz und Überzeugungskraft auf, wenn auch insgesamt etwas museal. Aber mit Sessions ist ein Album entstanden, dass beeindruckt, wenn es auch nicht immer zu begeistern vermochte. Begleitet von einer phantastischen Band gibt es eine Tour d’Horizon durch amerikanische Musikstile, aber stets auf der Grundlage des Chicago-Blues.
Diggin' The Blues wurde 1998 von René Edmond Lutz, Marcel «Cello» Rüegg und Marcel Verneul in Zürich gegründet und mit dem Bassisten Andreas Vischer vervollständigt. Der Bandname weist auf das ursprüngliche Konzept hin, alte Bluestitel «auszugraben» und auf eigene Weise zu interpretieren. Wie jede junge Band veränderte sich Diggin' The Blues in den ersten Jahren und erweiterte ihr Lineup. Bis 2006 erarbeitet sich die Band einen guten Ruf und publiziert 2000, 2002 und 2004 Live CDs, die inzwischen alle ausverkauft sind. 2004 treten sie am Bluesfestival Basel auf. Ihre Arbeit erntet gute Kritiken. Dennoch steht sie 2006 vor dem aus. René Edmond Lutz sucht neue Musiker und arbeitet mit dem Amerikaner Sleepy Eddie James, dem russischen Bassisten Mike Kumov und dem Schlagzeuger Chris Massey aus den USA. In den folgenden Jahren konsolidiert sich das Lineup. Bis heute dabei sind der Sänger und Bluesharper René Edmond Lutz, sowie der Schlagzeuger Marcel «Cello» Rüegg. Vervollständigt wird die Gruppe durch Reiny Schnyder (kb), Marco Leali (git), H.P. Brack (bs). Regelmässige Gäste sind Sleepy Eddie James (git), Aschi Beyeler (sax, har) und Ernst Wirz (sax). Daneben gibt es eine Reihe von Gastmusikern, mit welchen die Band oft zusammen arbeitet.
Am heutigen 18. Dezember wird Keith Richards 70 Jahre alt. Über den Gitarristen der Rolling Stones ist eigentlich alles gesagt und er selbst hat ja in seiner wortreichen Autobiographie Life auch schon genug erzählt. Das Bild, das er im Buch von sich selbst zeichnet ist das eines gradlinigen, einfachen und treuen Musikers, dem es immer und ausschliesslich um den Groove ging, und der auf seiner Suche nach der Musik eine Menge Spass hatte. Doch auch die Konzentration auf das Wesentliche heisst nicht, dass er nicht gemerkt hätte, wie man sich vermarktet. Denn seine Stärke ist es, «street smart» zu sein, die urbane Variante von bauernschlau. Und diese Schläue wie auch seine Tugenden zeigen sich nicht nur in seinem Privatleben, sondern auch in seiner Musik.