Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03284.jsonl.gz/735

Als Geburtsstunde des Frauen-Hilfsdienstes mag der 3. April 1939 gelten, der Tag, an dem der Bundesrat eine zeitgemässe Hilfsdienst-Verordnung erliess. Artikel 2 regelte dabei die Hilfsdiensttätigkeit der Frauen. Der freiwillige unbesoldete Einsatz der Frauen im Aktivdienst wurde jedoch nicht überall gern gesehen. In Zeiten, wo der Schweizerin kein Stimmrecht zugestanden wurde, herrschte in einigen Kreisen der Männerwelt noch eine festgefügte Vorstellung von der Rolle der Frau. Im Frühjahr 1940 erging ein nationaler Aufruf zum Dienst im FHD, man erhielt die Anmeldebogen am Postschalter, Bis zum Jahresende stieg die Zahl der Freiwilligen auf 18 0,00, aber noch immer gab es Vorbehalte Es kam sogar zu Diskussionen über die Uniformen des FHD, und selbst General Guisan mochte sich beispielsweise nicht recht mit dem Bild von Rotkreuzfahrerinnen in Reithosen anfreunden, denn solche Hosen -sind unschön und passen gar nicht für Damen.
Unser Bild zeigt links eine Späherin bei der Luftraumbeobachtung im Gebirge. Sie trägt eine Policemütze der Ordonnanz 1926 und den bei der Armee gebräuchlichen Fellmantel für den Wachtdienst bei grosser Kälte Unter dem Mantel ist ale mit einer hellgrauen Schürze bekleidet welche mit der FHD-Armbinde versehen ist. Hosen und Schuhe sind zivil. Für die Ausgangsuniform wurde den Frauen lediglich Offiziersstoff zur Verfügung gestellt. Die Uniformen mussten sie selber nach vorgegebenen Richtlinien nähen.
Rechts sehen wir eine Fahrerin des, Rotkreuzdienstes. Im Gegensatz zu ihrer Kameradin trägt sie eine Ordonnanz-Ausgangsuniform. Die Kopfbedeckung ist eine dunkelblaue Policemütze mit roter Quaste, sehr ähnlich dem Modell 1869. Jupe und Waffenrock sind ebenfalls in Dunkelblau gehalten auf den Ärmeln trägt sie eine Patte, welche über dem roten Kreuz das Lenkrad der Motorfahrer zeigt. Der spezielle Ceinturon bestand aus braunem Leder. Eine Tenüvariante im Dienst war bei warmem Wetter der Waffenrock mit Keilhose und dem geöffneten Hemd ohne Kravatte. Gelegentlich sah man Fahrerinnen aber auch mit den beim General so unbeliebten Reithosen, entweder mit Wadenbinden oder, ça alors, mit Reitstiefeln (siehe dazu die Dezemberausgabe Schweizer Soldat/MFD 1994, Seite 42 / Auszug aus dem Aktivdiensttagebuch von FHD Marion Van Laer, Jahrgang 1905).
Roger Rebmann – Rost und Grünspan