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Gelbe Getreidehalmfliege
La mouche jaune des chaumes (franz.); gout fly (engl.)
wissenschaftlicher Name: Chlorops pumilionis Bjerkander
Taxonomie: Animalia, Arthropoda, Insecta, Diptera, Chloropidae
Die gelbe Getreidehalmfliege (Chlorops pumilionis) durchläuft einen vollständigen Entwicklungszyklus vom Ei über das Larven- und Puppenstadium zur adulten Fliege. Sie bildet zwei Generationen pro Jahr. Die Larven fressen von der Ährenbasis halmabwärts bis zum obersten Halmknoten und hinterlassen eine „Frassrinne“. Dies bewirkt, dass die Ähren von befallenen Trieben teilweise oder vollständig in den Blattscheiden stecken bleiben. Besonders anfällig sind Sommerweizen und Sommergerste. Spät gesäter Sommerweizen kann bis zu 30 % Ertragseinbussen erleiden. Die zweite Generation überwintert als Larve auf früh gesätem Wintergetreide. Das Sommergetreide sollte deshalb frühzeitig und das Wintergetreide hingegen nicht zu früh gesät werden.
Abb. 1. Gelbe Getreidehalmfliege (Chlorops pumilionis)
Schadbild
Während des Ährenschiebens bleibt die Ähre teilweise oder vollständig in der Blattscheide stecken (Abb. 2). Die geschädigten Triebe sind verkürzt, etwas verdickt und häufig verdreht. Von der Ährenbasis bis zum obersten Halmknoten erstreckt sich eine anfangs helle, später bräunliche „Frassrinne“. Am unteren Ende dieses Frassganges befindet sich meist eine gelblich-weisse Made (oder bereits die braune Puppe) (Abb. 2). Die Anzahl Körner pro Ähre und das Tausendkorngewicht ist reduziert.
Im Herbst haben einzelne Pflanzen (vorwiegend früh gesäte Wintergerste) ein abgestorbenes Herzblatt. An der Triebbasis befindet sich eine weisse Fliegenmade. Im Frühjahr sind einzelne Triebe von befallenen Pflanzen stark verkürzt und verdickt.
Abb. 2. Schadbild der Gelben Getreidehalmfliege (Chlorops pumilionis): Ähren bleiben teilweise oder vollständig in der Blattscheide stecken, von der Ährenbasis bis zum obersten Halmknoten erstreckt sich eine "Frassrinne", am unteren Ende befindet sich meist die gelblich-weisse Made oder die braune Puppe der gelben Getreidehalmfliege.
Schaderreger
Halmfliegen durchleben eine vollständige Entwicklung mit vier verschiedenen Stadien: Ei, Larve, Puppe und Imago (Erwachsenenstadium) (Abb. 1 und 3).
Die weissen, zylindrischen Eier von C. pumilionis sind etwa 1 mm lang und haben eine netzartige Oberflächenstruktur. Die gelblich-weissen Maden (Larven) besitzen keine Beine und auch keine Kopfkapsel. Am vorderen Ende befinden sich schwarze Mundhaken mit denen die Larven das Pflanzengewebe raspeln. Am Hinterleibsende sind zwei kleine Ausstülpungen sichtbar. Eine ausgewachsene Made ist etwa 5-7 mm lang. Die Puppen sind rötlich-braun, oval und etwa 6 mm lang.
Der Körper der adulten Getreidehalmfliege (Imago) ist gelb gefärbt. Die Fliegen besitzen einen dreieckigen, schwarzen Fleck auf dem Kopf zwischen den Augen, fünf schwarze Längsstreifen auf dem Thorax (Brust) sowie vier dunkle Querbänder auf dem Hinterleib (Abdomen) (www.wikipedia.org). Sie werden etwa 3 bis 4 mm gross.
Abb. 3. Gelbe Getreidehalmfliege (Chlorops pumilionis): Imago (Erwachsenenstadium), Made und Puppe
Lebenszyklus
Die Larven verbringen den Winter in den Blattscheiden von Wintergetreide (oder anderen Gräsern) und verpuppen sich erst im Frühling. Ende Mai bis anfangs Juni endet die Puppenphase und es erscheint die erste Generation der gelben Getreidehalmfliege. Nach der Begattung legt jedes Weibchen etwa 100 Eier einzeln an die obersten Blätter von Weizen und Gerste ab. Für die Eiablage bevorzugen die Fliegen spät schossende Sommerweizen und Sommergerste. Nach 8 Tagen schlüpft die Made. Diese dringt bis zur Ährenbasis vor, frisst sich dann halmabwärts bis zum obersten Halmknoten und hinterlässt die oben beschriebene „Frassrinne“. Der Frass der Made dauert etwa einen Monat. Am Ende des „Frassganges“, meist oberhalb des obersten Halmknotens, verpuppen sich die Maden innerhalb der Blattscheiden. Die Puppenruhe dauert 20 bis 30 Tage. Die 2. Fliegengeneration fliegt ab August (eventuell bereits Ende Juli). Die Eiablage erfolgt von Anfang September bis Oktober auf Blätter von Ausfallgetreide, früh gesätes Wintergetreide oder Gräsern. Die C. pumilionis überwintert als Made (Larve).
Wirtsspektrum
Die gelbe Getreidehalmfliege legt ihre Eier ab auf Blätter von Weizen, Gerste, Roggen und verschiedene andere Gräser (Futtergräser, Quecke) (Obst et al. 1993). Die erste Fliegengeneration befällt vor allem spät gesätes Sommergetreide (Sommerweizen, Sommergerste) und wenig wüchsige Sorten. Die Larven der zweiten Generation findet man an allen Wintergetreidearten und verschiedenen Futtergräsern.
Bekämpfung
- Das Sommergetreide frühzeitig und das Wintergetreide hingegen nicht zu früh aussäen.
- Sortenwahl und Pflegemassnahmen (Bodenbearbeitung und Düngung) sollten eine schnelle Jugendentwicklung ermöglichen.
- Förderung von Schlupfwespen. Sie sind wichtige Ei- und Larvenparasiten.
- Im Ackerbau muss die Quecke stets konsequent bekämpft werden. Auch sollte aufgelaufenes Ausfallgetreide vernichtet werden.
- Vorsicht bei der Anwendung von Wachstumsregulatoren.
- Direkte Bekämpfung mit Insektiziden: Nach Häni et al. (2008) liegt die Bekämpfungsschwelle für einen Einsatz von Insektiziden bei einem Ei pro 10 Triebe oder wenn 20 % der Halme Eier aufweisen (Stadium 31-37). Wahl der Insektizide siehe BLW Pflanzenschutzmittelverzeichnis, Insektizide unmittelbar vor dem Larvenschlupf ausbringen.
Literatur
Häni FJ, Popow G, Reinhard H, Schwarz A, Voegeli U, 2008. Pflanzenschutz im nachhaltigen Ackerbau. Edition LMZ, 7. Auflage. 466 S.
Obst A, Paul V, 1993. Krankheiten und Schädlinge des Getreides. Verlag Th. Mann: 184 S.