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Paul Ricœur hat neben seinen grossen philosophischen Werken in Aufsätzen und Vorträgen immer wieder Themen des christlichen Glaubens aufgegriffen, dabei aber betont, dass er sich auch diesen Fragen als Philosoph nähert. Der Band versammelt vier bedeutsame, bisher noch nicht übersetzte Texte aus diesem Bereich seines Schaffens: In zwei grossen Aufsätzen unterzieht Ricœur die Begriffe des "Zeugnisses" und der "Offenbarung" einer rigorosen philosophischen Analyse. Zugleich markiert er jeweils den Ort, an dem sie als theologische den Horizont der philosophischen Hermeneutik sprengen. Zwei kleinere Texte gehen auf die vorletzte von Ricœurs Gifford-Lectures zurück, die er nicht in seine Monographie "Das Selbst als ein Anderer" aufnahm. Hier fragt Ricœur zum einen nach Möglichkeiten und Grenzen der Religionsphänomenologie, zum anderen lotet er die komplexen Beziehungen von Wort, Schrift und glaubender Gemeinschaft aus. Die Arbeit "an den Grenzen der Hermeneutik" stellt so das die vier Aufsätze verbindende Thema dar, das ihnen noch über die Bedeutung ihrer Einzelüberlegungen hinaus Gewicht gibt für religionsphilosophische und theologische Fragestellungen sowie für eine umfassendere Wahrnehmung des „Hermeneutikers" Ricœur.