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WM Berlin
Der Bahnvierer gewinnt keine Medaille, qualifiziert sich aber für Olympia
Der Schweizer Bahnvierer fährt an den Weltmeisterschaften in Berlin auf Rang 6. Das Kernziel in Form der Qualifikation für die Olympischen Spiele in Tokio wird erreicht, die Medaillen bleiben jedoch ausser Reichweite.
Nach einer verhaltenen Darbietung in der Qualifikation (Platz 8 in 3:52,888) gelang den Schweizer Bahnfahrern in der Hauptrunde der Mannschaftsverfolgung die erhoffte Steigerung. Im Vergleich mit Titelverteidiger Australien fuhr das Quartett mit Robin Froidevaux, Stefan Bissegger, Claudio Imhof und Lukas Rüegg über 4000 Meter eine Zeit von 3:51,665 Minuten heraus. Rüegg startete in der Hauptrunde anstelle von Cyrille Thièry, welcher im Vorfeld der Titelkämpfe eine leichte Oberschenkelblessur erlitten hatte und daher nicht ganz an sein gewohntes Rendement herankam. Um am Donnerstag den kleinen Final um Bronze bestreiten zu können, fehlten den Schweizern trotzdem fast drei Sekunden, den eigenen Landesrekord verpassten sie um 1,7 Sekunden. In der Endabrechnung reihten sich die Schweizer vor Deutschland und Frankreich im 6. Rang ein.
Damit egalisierte das Team von Swiss Cycling die WM-Resultate von 2017, 2018 und 2019. Insgeheim hatten sich die Schweizer nach einem starken Jahr 2019 bei den Titelkämpfen im Berliner Velodrom etwas mehr erhofft. Im letzten Dezember hatten sie in Neuseeland erstmals die 3:50er-Marke geknackt, sich damit in der Königsdisziplin des Bahnradsports den ersten Schweizer Weltcupsieg in der Geschichte gesichert.
Dass die Schweizer trotz deutlich besser gewordenen Zeiten den gleichen Schlussrang belegen wie in den Jahren zuvor, hängt mit der rasanten Entwicklung der Sportart zusammen. All jene Nationen, welche in sportwissenschaftliche Projekte investieren, sich mit Bereichen wie der Aerodynamik und dem Rollwiderstand befassen, werden von Jahr zu Jahr (markant) schneller. Die Dänen – um das Extrembeispiel zu nennen – senkten am Mittwoch in Berlin gleich zweimal den Weltrekord. In der Qualifikation blieben sie fast eineinhalb Sekunden unter der alten Bestmarke der Australier, herausgefahren vor einem Jahr an der WM in Polen. In der Hauptrunde (3:46,203) vermochten sie sich nochmals um fast drei Zehntel zu steigern, im Final treffen sie am Donnerstag auf Neuseeland.
Der Schweizer Nationaltrainer Daniel Gisiger sprach von einer „für unsere Verhältnisse anständigen Zeit“ in der Hauptrunde, verwies auf das „extrem hohe Niveau“ in dieser Disziplin, hielt aber auch fest, dass bei der eigenen Equipe im Hinblick auf die Sommerspiele in Japan noch Reserven vorhanden seien.
Aline Seitz gelangte derweil im Scratch zum Einsatz; die 23-jährige Aargauerin beendete den Wettkampf auf Rang 14. sda/SC