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Verschiedene Anzeichen kündigen eine Frühgeburt an, zum Beispiel ein vorzeitiger Blasensprung, vorzeitige Wehen, begleitet von krampfartigen Schmerzen, sowie hellrote Blutungen. Ein wichtiger Indikator sind die Regelmässigkeit der Kontraktionen. Die Gebärmutter zieht sich in der Schwangerschaft gelegentlich zusammen, was Schmerzen verursacht. Treten diese Kontraktionen aber regelmässig auf, könnte dies ein Hinweis auf das Eintreten von Geburtswehen sein.
Beim Verdacht auf vorzeitige Wehen sollte sich die werdende Mutter direkt mit ihrem Arzt, ihrer Hebamme oder dem Krankenhaus in Verbindung setzen. Je schneller die medizinische Versorgung beginnt, desto besser kann dem Kind geholfen werden und eine klinische Behandlung beginnen.
Es gibt einige Risikofaktoren, die mit einer Frühgeburt verbunden werden. Dementsprechend werden Schwangere insgesamt gut betreut und Vorsorgemassnahmen ergriffen. Trotzdem diskutieren Experten weiterhin die genauen Ursachen für eine Frühgeburt. Für jede Schwangere werden die persönlichen Risikofaktoren aufgenommen und die medizinische Betreuung während der Schwangerschaft so angepasst, um die Entwicklung des ungeborenen Kindes im Mutterleib so lange wie möglich sicherzustellen.
Der wichtigste Risikofaktor für eine Frühgeburt ist der Zustand nach Frühgeburt (d.h. wenn bereits eine Frühgeburt aufgetreten ist). Abhängig von der Zahl der vorausgegangenen Frühgeburten und dem Zeitpunkt ihrer Manifestation beträgt das absolute Wiederholungsrisiko 20 - 30 %. Mögliche weitere Ursachen für eine Frühgeburt sind bereits bestehende Erkrankungen der Mutter (z. B. Diabetes mellitus, Bluthochdruck und Anämie) oder des Kindes (z. B. Fehlbildungen). Schwangerschaftserkrankungen, wie die Präeklampsie ist ebenfalls ein deutlicher individueller Risikofaktor für eine Frühgeburt.
Häufig kommt es aufgrund einer einer Zervixinsuffizienz (Muttermundschwäche) zu einer Frühgeburt. Ein verkürzter Gebärmutterhals (Zervix) von weniger als 26 Millimetern Länge während des zweiten Schwangerschaftsdrittels (2. Trimenon) gilt als Risikofaktor oder frühes Anzeichen für eine Frühgeburt.
Häufig sind aufsteigende Infektionen, die sich vom mütterlichen Genitaltrakt in Richtung Muttermund und Gebärmutter entwickeln, Auslöser für vorzeitige Wehen oder einen vorzeitigen Blasensprung.
Auch bei der Schwangerschaft mit Mehrlingen gibt es ein erhöhtes Frühgeburtsrisiko. So kommen etwa 60 % aller Zwillinge und in der Regel alle Drillinge zu früh auf die Welt.
Weitere Risiken sind Rauchen in der Schwangerschaft, schwere körperliche Arbeit und starke seelische Belastungen.
Besteht der Verdacht auf eine Frühgeburt, wird die Schwangere zunächst gründlich untersucht. Der Frauenarzt prüft die Weite des Muttermunds und den Zustand der Fruchtblase. Eine Ultraschalluntersuchung gibt Aufschluss über die Lage des Gebärmutterhalses, die Lage des Kindes sowie seine Grösse und Gewicht, den Sitz der Plazenta und die Menge des Fruchtwassers. Ein CTG (Kardiotokografie bzw. Kardiotopografie) misst die Häufigkeit der Wehen sowie die Herztöne des Babys.
Im Rahmen der gynäkologischen Untersuchung kann ausserdem ein biochemischer Test auf Frühgeburt durchgeführt werden. Diese Untersuchung ist ungefährlich für Mutter und Kind und weist durch einen vaginalen Abstrich verschiedene Proteine nach, die auf ein erhöhtes Frühgeburtsrisiko hinweisen.
Die Behandlung von vorzeitigen Wehen hängt davon ab, in welcher Schwangerschaftswoche sich die Schwangere befindet. Wurde bereit die 34. Woche überschritten, kann es sinnvoll sein, den Wehen ihren Lauf zu lassen. Das Kind kann in modernen Neugeborenen-Abteilungen dank perinataler Intensivmedizin sehr gut behandelt werden. Bei einem vorzeitigen Blasensprung besteht häufig die Gefahr einer Fruchtwasser-Infektion, daher muss die Entbindung zeitnah erfolgen. In diesem Fall wird ein Antibiotikum verabreicht.
Setzen die vorzeitigen Kontraktionen vor der 34. Schwangerschaftswoche ein, ist es sinnvoll, die Geburt hinauszuzögern. Bei Frühgeborenen besteht ein Risiko für Atemprobleme, wenn die Lungen noch nicht voll ausgebildet sind. Denn eine ausreichende Lungenreife ist Voraussetzung für das Einsetzen der Lungenatmung direkt nach der Geburt. Medikamente können helfen helfen, vorzeitige Wehen zu unterdrücken. Durch die Gabe sogenannter Wehenhemmer (Tokolytika) über einen Zeitraum von bis zu 48 Stunden erhält das Kind Zeit, die notwendige Lungenreife durch die Gabe von Glukokortikoiden zu erhalten. Die Mutter kann dann in ein Perinatalzentrum verlegt werden.
Spritzt man der Mutter Glukokortikoide, gelangen sie über das Blut der Mutter auch in den Körper und die Lungen des ungeborenen Kindes. Gerade zwischen 24 und 34 Schwangerschaftswochen kann Kortison eine schnelle Lungenreife des Kindes bewirken und die Überlebenschancen der Frühgeborenen steigern.
Ist der Muttermund vorzeitig verkürzt, kann eine Progesteron-Behandlung eine Frühgeburt verhindern. Bei einer Muttermundschwäche können eine Zerklage oder ein Zervixpessar helfen. Bei der Zerklage wird in Narkose ein Band um den Muttermund gelegt und damit der Verschlussapparat der Gebärmutter stabilisiert. Das Einsetzen eines Zervixpessars, eines flexiblen Silikonrings, kann ebenfalls helfen, den Muttermund der Schwangeren zu entlasten.
Lange Arbeitszeiten von über 40 Stunden pro Woche und schweres Heben und Tragen gehen mit einem erhöhtem Frühgeburtsrisiko einher und sollten deshalb vermieden werden. Kommt ein Kind sechs Wochen vor dem errechneten Entbindungstermins zur Welt, verlängert sich auch der Mutterschutz und die Zahlung des Mutterschaftsgeldes.
Lässt sich die Frühgeburt nicht weiter hinauszögern, gilt es nun das Kind möglichst schonend auf die Welt zu bringen. In Abhängigkeit von der geburtshilflichen Situation kann eine vaginale Geburt angestrebt werden, oft ist jedoch auch eine Entbindung per Kaiserschnitt notwendig.
Nach der Geburt wird das Frühgeborene in aller Regel auf die Intensivstation gebracht und in einen Brutkasten (Inkubator) gelegt. Dort kann es optimal versorgt werden. Luftfeuchtigkeit und Temperatur können hier konstant gehalten und die Atmung des Kindes überwacht werden. Kann das Baby noch nicht selbst trinken, wird es über eine Magensonde oder durch Infusionen ernährt.
Das Wiederholungsrisiko einer Frühgeburt liegt bei 20 Prozent, wenn das erste Kind vor der 37. Schwangerschaftswoche geboren wurde. Bei einer Geburt vor der 32. Schwangerschaftswoche sogar bei 30 Prozent. Je mehr Frühgeburten die Mutter bereits hatte, desto höher ist auch das Risiko für eine Wiederholung. Hat eine Frau bereits eine Frühgeburt erlitten, wird der Gynäkologe sie bei einer weiteren Schwangerschaft genauer überwachen und versuchen, schon im Vorfeld die Risiken zu minimieren.