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Hinterrhein) erleichtert die Besteigung dieses Gipfels und seiner Nachbarn rings um den
Rheinwaldfirn. Von da erreicht man
den Gipfel über den
Paradiesgletscher und die
Lentalücke in 3 Stunden. Diesen Weg hat schon 1789 Placidus a
Spescha, der erste
Besteiger des Rheinwaldhorns, eingeschlagen. Seither ist dies die gebräuchlichste
Route geworden. Eine
zweite Hauptroute führt von N. her über den
Lentagletscher und die
Lentalücke, eine dritte von W. aus dem
Val Carasina und
über den Brescianagletscher, eine vierte
von S. aus dem
Val Malvaglia und über das
Vogeljoch. Dazu kommen noch verschiedene
andere, seltener benutzte Routen.
franz. Le Rhône (Kt. Wallis,
Waadt
und Genf).
Die gesamte Lauflänge der Rhone bis zu ihrer Mündung ins Mittelmeer misst 812 km und
das gesamte Einzugsgebiet 97800 km2, von welch' letzteren 7170 km2 auf die
Schweiz entfallen. Hier gehören wieder 1037,27
km2 den Eisgebieten der
Berner- und Walliseralpen an. Die grössten der zum Strombecken der Rhone auf
Schweizerboden gehörenden Eisströme sind der
Rhonegletscher mit
33,30 km2,
Fieschergletscher mit 36,37 km2,
Aletschgletscher
mit 103,78 km2,
Zmuttgletscher mit 23,70 km2,
Gornergletscher mit 22,90 km2,
Findelengletscher mit 20,10 km2,
Wildstrubelgletscher
mit 22,60 km2,
Turtmangletscher mit 21 km2, Otemmagletscher mit 24,70 km2 und Corbassièregletscher
mit 21,90 km2. Vom gesamten Einzugsgebiet oberhalb Genf
entfallen 12,98% oder nahezu 1/8
auf Eis und Firn (Rheingebiet oberhalb
Waldshut höchstens 1,67%).
Die Rhone entspringt auf Boden der Gemeinde
Oberwald im
Goms dem Zungenende
¶
mehr
des mit gewaltigen Eisstürzen zwischen dem Dammastock (3633 m) und den Hintern Gelmerhörnern (3395 m) sich zu Thal senkenden
Rhonegletschers, das sich gegen den schmalen Gletschboden bis nahe an die Gabelung der Furka- und der Grimselstrasse vorschiebt
und aus dessen schönblauem Gletscherthor die Quelle unterhalb der grossen Schlingen der Furkastrasse
hervorbricht. Als einst der Gletscher noch den ganzen Gletschboden bis nahe zum Hotel Gletsch bedeckte, betrachtete man als
den Ursprung der Rhone die drei warmen Quellen, die jetzt kurz oberhalb der Brücke und des Gasthofes von Gletsch sich mit dem
Gletscherbach vereinigen.
Seit aber der Gletscher während der vergangenen 50 Jahre stark zurückgeschmolzen ist und den Gletschboden
geräumt hat, ist man von dieser Ansicht abgekommen. Als zweiter Quelllauf kann der Muttbach gelten, der vom Gratschluchtgletscher
(an den Muttenhörnern) aus S. her kommt und sich noch auf dem Gletschboden von links her mit dem Bach des Rhonegletschers
vereinigt. Durch den noch 1855 zu einem grossen Teil vom Eis bedeckten und jetzt eine von Moränenschutt
übersäte Ebene bildenden Gletschboden fliesst nun die junge Rhone in zahlreichen kleinen Serpentinen gegen SW., um 1 km von
der jetzigen Gletscherstirn entfernt in eine am Fuss der Grimsel und des Längisgrates eingeschnittene, von N. nach
S. orientierte und 2 km lange, enge Fels- und Waldschlucht einzutreten, in der sie rasch um etwa 260 m fällt.
Dann wendet sie sich neuerdings nach SW. und betritt bei der St. Niklauskapelle, wo die Furkastrasse sich aus der Thalsohle
zu ihren ersten Schlingen hebt, das Becken des obern Goms, um hier auf einem zweiten Kiesboden in 1380 m
von links ihren ersten nennenswerten Zufluss, den aus dem Gerenthal kommenden Gerenbach (auch die Elme genannt) zu erhalten.
Von hier an durchzieht die Rhone, indem sie zunächst die DörferOberwald und Unterwasser voneinander trennt, das im Winter
völlig weisse und im Sommer ganz im grünen Pflanzenschmuck prangende, liebliche Gomserthal und bespühlt
hier auf eine Länge von 19 km einen ganzen Kranz von an ihrem rechten Ufer aufgereihten Ortschaften, von denen wir das aus
Stein aufgebaute Obergestelen und die aus lauter gebräunten Holzhäusern bestehenden DörferUlrichen, Geschinen, Münster, Reckingen,
Gluringen, Biel, Blitzingen und Niederwald nennen.
Vor Ulrichen erhält sie von links den Eginenbach (oder die Egine), der vom grossen Griesgletscher am Blindenhorn (3384 m) herabkommt.
Ausserdem erhält die Rhone auf dieser Strecke von beiden Seiten her eine grosse Anzahl von kleinen Wildbächen, deren man
von der Grimsel bis zum Fiescherthal sowohl auf der Seite der Berneralpen als im S. mindestens je etwa 15 zählt.
Von Niederwald an, wo sich das Thal einengt, gräbt sich der Fluss immer tiefer ein und wird auf eine lange Strecke geradezu
unzugänglich.
Hier thronen die einigermassen bedeutenden Ortschaften hoch oben über dem linken Ufer, so Steinhaus, Mühlibach
(wo der durch ein enges Tobel aus dem Rappenthal kommende Mühlibach mündet) und Aernen, der alte Hauptort des Zehnten Goms.
Unterhalb Fiesch mündet von rechts der dem Fieschergletscher entspringende Fiescherbach, worauf die Rhone für eine kurze Zeit
zwischen dicht bewachsenen Steilufern aus ihrer Felsschlucht heraustritt, um sich aber unter Fiesch neuerdings
in die düsteren Schluchten des Deischberges zu stürzen, wo sie in 900 m von links die die Gletscherwasser vom Albrun und
Helsenhorn herbringende Binna erhält, und dann
diese endlich am Fuss der grossen Strassenschlingen unterhalb der Brücke von
Kupferboden (Grengiols) zu verlassen.
Von hier an folgt ihr die Thalstrasse, die unterhalb des 450 m hoch über dem Flussspiegel kühn auf den
Felsen thronenden Dorfes Betten, des am Gehänge zerstreut gebauten Dorfes Filet und des in einem Bergwinkel geborgenen und
die ersten Nuss- und Kastanienbäume zeigenden Dorfes Mörel hinzieht. Zwischen Mörel und der malerischen Hochfluhkapelle zweigt
von der Rhone ein aus armiertem Zement erbauter grosser Kanal ab, der sich gegen die Massamündung hin
zieht und die zum Durchbruch des Simplontunnels benötigte Kraft geliefert hat.
Zwischen Mörel und Naters mündet in 695 m von rechts die eine mächtige Schlucht durchfliessende Massa, die dem Grossen Aletschgletscher
entspringt und das Wasservolumen der Rhone nahezu verdoppelt. Bis hierher kann man den eigentlichen stürmischen
Oberlauf der Rhone rechnen, und hier entwickelt sich diese nun nach 45 km langem Lauf zum eigentlichen Fluss, der nach dem
Umbiegen um den Vorsprung der Massaeggen (nahe dem N.-Portal des Simplontunnels) sein Gefäll vermindert und in die im Laufe
der Jahrhunderte von ihm selbst durch seine Alluvionen aufgeschüttete Thalebene eintritt.
Das kaum merkliche einheitliche Gefäll wird jetzt nur noch stellenweise durch die vorstossenden Schuttkegel einiger seitlicher
Wildbäche etwas verändert. Auf der von O. nach W. gerichteten, 29 km langen Strecke fällt der Fluss blos um 95 m und
erhält von links die 500 m w. der Stadt Brig mündende Saltine, die aus dem Nanzthal kommende Gamsa, deren
Schuttkegel ihn an den Fuss des felsigen Terrassenabfalles von Mund hinübergedrängt hat, die von den Gletschern des Monte Rosa
und Matterhorns kommende und 1 km unterhalb des FleckensVisp einmündende wasserreiche Visp und den Turtmanbach,
der sich 1 km nö. vom Dorf Turtman mit ihm vereinigt; von der durch zahlreiche, meist wenig tiefe Thäler gegliederten nördl.
oder rechten Thalseite her ist der einzige beträchtliche Zufluss die zwischen Steg und Gampel aus dem Lötschenthal heraustretende
Lonza.
Gegen Leuk hin durchzieht die Rhone die sumpfige und an Legenden reiche Ebene der Seufzer (Plaine des Soupirs),
wird dann durch den mächtigen Schuttkegel des Illgrabens wiederum an die nördl. Thalseite hinübergedrängt und fliesst
schäumend und in raschem Lauf unter der Brücke von Susten (La Souste) hindurch. Unterhalb dieses Dorfes nötigen die Schuttmassen
des Illgrabens die Rhone zu zahlreichen Krümmungen, wie sie auch wegen ihrer steten Lageverschiebungen
die Rhonekorrektion gezwungen haben, auf eine Länge von mehr als 8 km auszusetzen, so dass diese erst unterhalb des Hügels
von Géronde wieder regelrecht hat durchgeführt werden können.
Gegenüber dem Pfinwald verstärkt sich die Rhone durch die von Leukerbad her ungestüm herabschiessenden
Wasser der Dala. Auf dieser nur kurzen, aber durch eine gründliche Störung des Thalweges charakterisierten Strecke hat der
Fluss ein stärkeres Gefälle erhalten, das von der Mündung des Illgrabens bis zu derjenigen der Navizance volle 65 m beträgt.
Sein normales, durch eine regelrechte Verbauung gesichertes Gefäll erhält er neuerdings von Siders an.
Er fliesst nun zwischen rebenbestandenen oder auch dürren Gehängen hin, die vielfach mit Rebhäuschen (mazots), Kapellen
und Burgruinen gekrönt sind. Von Géronde bis Martinach folgt die Rhone auf eine Strecke von 40 km und mit einem Gefäll von 75 m
(535-460 m) ohne nennenswerte
¶