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Varna mit 342.000 Einwohner, die drittgrösste Stadt Bulgariens, nach Sofia und Plovdiv, ca. 480 km nordöstlich von Sofia.
Varna ist nicht nur ein weltweit bekanntes Seebad, wie ein Amphitheater auf mehreren Terrassen gelegen, sondern auch ein Zentrum für Kulturveranstaltungen mit internationalen Rang. Jedes Jahr im Juni / Juli wird das internationale Musikfestival "Varnaer Sommer" veranstaltet, auf dem bulgarische und ausländische Opern-, Ballett-, Sinfonie- und Kammermusikensembles ihre Kunst zeigen.
Kulturelles, wenn auch nicht geografisches Zentrum der Stadt sind die nah beieinander liegende Plätze Mitripolit Simeon und Nesavisimost. Hier treffen auch die vier Hauptverkehrsadern der Stadt , die Strassen "Maria Luisa", "Christo Botev", "V.Varnentschik" und "Knjas Boris" aufeinander und von hier aus lassen sich auch fast alles Sehenswürdigkeiten der Stadt zu Fuß oder mit dem Bus erreichen.
Die Kathedrale "Sveto uspenie Bogroditschno" auf dem Mitropolit - Simeon - Platz ist mit ihren gold funkelnden Zwiebeltümen nicht zu übersehen. Sie wurde 1886 zu Ehren der russischen Befreier im russischen Stil erbaut. Die holzgeschnitzte Altarwand und der reich verzierte Bischofsthron im dämmrigen Innenraum stammen hingegen von mazedonischen Meistern. Durch eine Unterführung, gesäumt von vielen Souvenirkiosken, kommt man auf die gegenüberliegende Seite des Mitropolit - Simeon - Platzes zum Markt von Varna. Die Stände mit Lebensmittel, Textilien und Souvenirs gruppieren sich zwischen den Bäumen eines kleinen Parks und den Gebäuden des städtischen Theaters, der Oper und einem alten Glockenturm von 1880. Hinter dem Park führt die autofreie Flaniermeile der Stadt über den pl. Nesavisimost und weiter entlang unzähliger Läden, Restaurants und Cafes bis zum Meerespark. Einen Spaziergang im Meeresgarten (Morskata gradina von 1862), dem größten Park der Stadt (8 ha und 8 km lang) und einem der schönsten auf der Balkanhalbinsel auf dessen Fläche c.a. 50 verschiedene Arten von Bäumen und Ziersträucher wachsen, kann man mit einem Besuch des Delphinariums verbinden. Auf der Allee der Wiedergeburt begegnet man den Büsten bedeutender Persönlichkeiten ihrer Zeit:
Paissij Chilendarski, Georgi Rakowski, Christo Botew, Wassil Lewski, Ljuben Karawelow und Georgi Benkowski.
Die Geschichte
Die ältesten, teilweise bis zu 6000 Jahre alten Funde von Varna gehören zu den größten historischen Schätzen des Landes. So wurden ca. 100 Grabstätten aus thrakischen Siedlungszeiten mit Gold- und Kupferschmuck in der näheren Umgebung entdeckt. An der Stelle thrakischer Pfahlsiedlungen gründeten Griechen aus Milet 585 v. Chr. eine Stadt mit dem Namen Odessos (Stadt am Wasser). Sie entwickelte sich sehr schnell zu einer blühenden griechischen Kolonie, fiel aber bald wieder zurück an die Thraker und wurde 342 v. Chr. von Alexander dem Grossen erobert. Im 1. Jh. v. Chr. gelangte die Hafenstadt unter den Römern zu einer wirtschaftlichen und politischen Blüte und wurde in eine starke Festung verwandelt. Den herumziehenden "barbarischen Völker" imponierte jedoch weder Badekultur noch Stadtpolitik der Römer. Erst 586 n. Chr. nach der völligen Zerstörung der Stadt, begann der Wiederaufbau unter dem Namen "Varna" durch slawische Siedler. Später annektierten bulgarische und byzantinische Herrscher abwechselnd Land und Stadt, wobei Varna allmählich wieder Ansehen und zunehmende Bedeutung durch seinen Hafen gewann. In der zweiten Hälfte des 8 Jh. wurde die Stadt dann doch schlussendlich von den Bulgaren erobert. 1391 eroberten die Türken Varna, ließen der Stadt aber aufgrund ihrer strategischen Lage weiterhin kulturellen und handelspolitischen Spielraum, zerstörten aber die Festung. 1444 hatte der polnische König Vladislav III. mit seinem Kreuzfahrerheer bereits die Tore von Varna erreicht, als er vernichtend geschlagen wurde. Während des Russisch - Türkischen Krieges 1828 umzingelten die Russen Varna und konnten die Stadt besetzen. Im Krimkrieg (1853 - 1856), als die Türken gegen die Russen noch Verbündete hatten, wurde Varna in eine englisch - französische Militärbasis verwandelt. Ein von der französischen Regierung 1888 errichtetes Denkmal auf der Strasse zum Aladsha - Kloster , an einer Kreuzung 6 km nördlich der Stadt, erinnert an die französischen Soldaten und Offiziere, die während des Krimkrieges an einer Epidemie in Varna starben. So dauerte es bis zum 19. Jh. bis wieder die ersten bulgarischen Schulen und Kirchen erbaut werden durften und Varnas Aufstieg zum bulgarischen Kultur-, Industrie- und Handelszentrum begann. Dank der Anbindung an den Eisenbahnverkehr (1866) und den Ausbau der Kurorte in der Umgebung nahm auch der Tourismus einen raschen Aufschwung. Nachdem die Region anfangs vor allem den Reichen und der politischen Prominenz zur Erholung diente, wurde sie in der zweiten Hälfte des 20. Jh. auch international bekannt und beliebt.
Das erste Gold Europas...
Im Jahre 1972 wurde am Rand der bulgarischen Hafenstadt Varna einen kupferzeitlichen Friedhof entdeckt, was auch für die Kenner der Uhrgeschichte eine echte wissenschaftliche Sensation war. Bei der Bauarbeiten wurden auch Reste von auch Siedlungen aus derselben Zeit wie die Nekropole. Die Nekropole liegt c.a. einen halben Kilometer weit vom Nordufer des heutigen Varnaer Sees entfernt, nicht weit vom Varnaer Hafen West auf c.a. 18 m u. M.. Für die Zeit von 1972 bis 1984 wurden 265 Gräber mit verschiedenem Inventar entdeckt. Durch eine C-14-Analyse wurde die Zeit der Entstehung festgestellt und zwar 2 Hälfet der Kupferzeit, zwischen Jahren 4600 bis 4200 v. Chr. In fast allen Gräbern wurden menschliche Knochen und Gegenstände aus Gold, Kupfer, Feuerstein, Ton u.a. entdeckt. Den größten Teil der Funde bildeten die Goldgegenstände. Es wurden 3010 Stück mit einem Gesamtgewicht von mehr als 6000 g reines 23.5 Karat Gold. Auch in der Zeit war das Gold ein Ausdruck des Reichtums, der sich in vielfältigen Schmucksachen und Symbolen niederschlägt. Fast allen Gegenstände haben eine geometrische Form: Kreis, Halbkugel, Spirale, Zylinder, sie sind gut poliert und in fast allen Fälle nicht verziert.. Man kann überzeugend behaupten, dass es sich um eine Meisterleistung aus reinem Gold handelt, da weiss man reines Gold lässt sich schwierig bearbeiten. Jetzt kann man den Goldschatz von der Varnaer Nekropole in dem Geschichts- und Kunstmuseum in der Maria-Luisa Str. in der Stadt Varna geniessen.