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Der Altersdurchschnitt in der Schweiz, aber auch in Europa und den USA, steigt immer mehr an. Dies ist nicht nur der gesteigerten Lebenserwartung zuzuschreiben, sondern auch der praktisch stetig sinkenden Geburtenrate von den 1970er Jahren bis zum Anfang der 2000er Jahren. Seit dann hat sich diese Rate zwar wieder leicht gesteigert, ist aber mit einer durchschnittlichen Kinderzahl von 1.52 je Frau (2010-2019) auf einem tiefen Niveau, vergleicht man diese mit der Babyboomer-Generation aus den 1960er-Jahren mit fast 2.5 Kindern pro Frau (1960-1969) (Bundesamt für Statistik, 2020).
Dies führt automatisch zu einer Überalterung der Gesellschaft, welche auch direkte Folgen für den Arbeitsmarkt hat. Denn genau diese Babyboomer-Generation aus den 1960er-Jahren wird nun ins Rentenalter übertreten. Die geburtenschwachen Jahrgänge, die aktuell in die Berufswelt einsteigen, können die austretenden Babyboomer quantitativ nicht ersetzten, was dazu führt, dass der Pool an Arbeitnehmenden immer kleiner wird.
Verschärft wird diese Entwicklung auf der Angebotsseite an Arbeitskräften durch die gesteigerte Nachfrage an Mitarbeitenden. Diese steigt im Dienstleistungsland Schweiz, das vom kapitalistischen Wachstumsgedanken geprägt ist, immer weiter an. Das Resultat ist der Fachkräftemangel, von dem vor wenigen Jahren noch nebenbei berichtet wurde und heute bereits dazu führt, dass Unternehmen ihre Stellen nicht mehr besetzen können.
Konkret bedeutet dieser Fachkräftemangel, dass sich der Arbeitsmarkt nach und nach vom Arbeitgebermarkt zum Arbeitnehmermarkt wandelt. Es sind also nicht mehr die Unternehmen, die ihre Mitarbeitenden auswählen, sondern die Arbeitnehmenden, welche sich aussuchen, für welches Unternehmen sie arbeiten möchten. Möchte ein Unternehmen nun also erfolgreich weiterbestehen, muss es sich entsprechend attraktiv und modern verkaufen und eine Kultur leben, welche die besten Mitarbeitenden anzieht.
Um etwas konkreter zu werden: Im Jahr 2029 erreicht dieser Trend gemäss einer Studie der Credit Suisse den absoluten Höhepunkt. So werden alleine in diesem Jahr über 18’000 Menschen mehr aus dem Arbeitsmarkt aus – als eintreten (Credit Suisse, 2019).
Will ein Unternehmen also auch in fünf oder zehn Jahren noch gute Mitarbeitende anwerben können, muss es sich jetzt schon ausrichten und ein attraktives Arbeitsumfeld schaffen. Führender Arbeitgeber wird man nicht von heute auf morgen, diesen Ruf baut man sich über die Jahre auf. Wer jetzt damit beginnt, hat schon bald einen Vorsprung, der nur schwer wettzumachen ist und bald einer der wichtigsten strategischen Faktoren sein wird – denn attraktiv zu sein, ist heute Standard.
Welche Veränderungen wünscht du dir bei deinem Arbeitgeber?
Quellen:
Bundesamt für Statistik. (2020). Zusammengefasste Geburtenziffer und Ersatz der Elterngeneration, 1876-2019. Abgerufen von https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/bevoelkerung
/geburten-todesfaelle/fruchtbarkeit.assetdetail.14387078.html
Credit Suisse. (2019). Babyboomer gehen in Rente. Das verstärkt den Fachkräftemangel. Abgerufen von https://www.credit-suisse.com/ch/de/unternehmen/unternehmen-unternehmer/aktuell/babyboomer-gehen
-in-rente-das-verstaerkt-den-fachkraeftemangel.html