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Der Umgang mit der Klimaveränderung ist ein Schwerpunktthema in der Legislaturplanung 2019–2022. Aufbauend auf dem ersten Bericht von 2019 werden die vorgeschlagenen Massnahmen überprüft, aktualisiert und in einem nun vorliegenden Fortschrittsbericht zusammengefasst.
Es wird wärmer
Die Klimaveränderung zeigt sich auch im Kanton Glarus. Das Jahr 2020 war zusammen mit dem Jahr 2014 in der Stadt Glarus das zweitwärmste Jahr seit 90 Jahren; nur das Jahr 2018 war noch wärmer. Auch Gewässer werden immer wärmer. Dies zeigen die Auswertungen der Wassertemperaturdaten des Klöntalersees in den letzten 50 Jahren. In den Jahren 2020 und 2018 war der Klöntalersee am wärmsten.
Klimaszenarien
In den nächsten Jahren wird sich das Klima weiter verändern. Klimaszenarien zeigen, dass die Sommer künftig trockener, die Starkniederschläge intensiver und im Winterhalbjahr häufiger werden und dass die Durchschnitts- und Höchsttemperaturen zunehmen. Die intensiven Regenfälle bis in hohe Lagen im Januar 2021 waren ein typisches Zeichen dieser erwarteten Entwicklung. Die anerkannten Klimamodelle sehen eine deutliche Erwärmung bis 2060 voraus. Die Durchschnittstemperatur wird in Glarus bis 2035 um bis zu 1,3 Grad Celsius zunehmen.
Eine im Februar 2021 veröffentlichte Modellstudie zeigt, dass bei einer Klimaerwärmung um mehr als 2 Grad Celsius viele Seen in mittleren Höhenlagen ihre Eisbedeckung verlieren und sich anstatt zweimal nur noch einmal im Jahr vollständig durchmischen. Dazu gehört als Modellfall auch der Klöntalersee. Eine solche Veränderung hätte grundlegende Folgen für das Funktionieren des Seeökosystems. Beispielsweise wird durch eine längere stabile Schichtung im Sommer das Wachstum von giftigen Cyanobakterien begünstigt.
Zusätzliche Massnahmen im Kanton
Der Umsetzungsstand der im Bericht von 2019 aufgeführten Massnahmen im Umgang mit den Klimaveränderungen wird im Fortschrittsbericht abgebildet. Zusätzliche Massnahmen werden eingeleitet:
- Mit ökologischer Infrastruktur Anpassungsfähigkeit der Biodiversität an den Klimawandel erhöhen.
- Information und Empfehlungen zum Schutz vor und zum Umgang mit Hitze.
- Schulung und Weiterbildung von Forstmitarbeitern im Bereich Grundlagen Standortkunde.
- Wirksamkeit Waldbrandwarnung erhöhen.
- Strategie Wald und Klimawandel im Kanton Glarus entwickeln (Defizitanalyse).
Die Kosten für diese zusätzlichen Massnahmen werden auf 180 000 Franken geschätzt.
Im Frühjahr 2023 soll eine weitere Standortbestimmung über die Umsetzung der Massnahmen in den Jahren 2021 und 2022 durchgeführt sowie ein aktualisierter Bericht über den Umgang mit der Klimaveränderung im Kanton Glarus vorgelegt werden.