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In vino divitiae ac potestas? Nonnen und ihre Rebberge
Wein wurde das ganze Mittelalter hindurch als Grundnahrungsmittel konsumiert. Für Mönche und Nonnen kam zusätzlich zur ernährungstechnischen Ebene die liturgische hinzu. Auf einigen Parzellen Rebland liess sich viel Wein produzieren, und mit dem Verkauf des überschüssigen Weins liess sich gutes Geld verdienen. Dies galt für Privatpersonen wie auch für Institutionen jeglicher Art. Angesichts der Wichtigkeit des Weins für die Klöster macht es durchaus Sinn, dass diese im Weinbau regelmässig Investitionen tätigten und versuchten, daraus – auf mehreren Ebenen – Profit zu schlagen.
Dies soll am Beispiel des Dominikanerinnenklosters St. Katharinen in St. Gallen aufgezeigt werden. Die Nonnen nutzten ihre solide finanzielle Situation, um ab dem ersten Viertel des 15. Jahrhunderts mit gezielten Käufen von Rebbergen und Zubehör ihren Einfluss auszubauen. Durch diese wirtschaftlichen Aktivitäten vor allem im St. Galler Rheintal, die an eine strategische Erwerbspolitik erinnert, versuchten sie, ihren finanziellen Reichtum zu erweitern sowie ihre Machtposition vor Ort zu festigen.
Diese Erwerbspolitik des Katharinenklosters, die sich auf Rebberge konzentrierte, soll seit seiner Gründung im 13. Jahrhundert bis zur Reformation untersucht werden, wobei die letzten fünf Jahrzehnte im Mittelpunkt stehen werden.