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Do, 19.10.2017, 18:30
Eintritt: freiLinks: http://creatingcommons.zhdk.ch/
Die Kulturwissenschaftlerin, Philosophin und Kuratorin Olga Goriunova fokussiert in ihrem Vortrag auf den radikalen Unterschied zwischen den ersten fünfzehn Jahren des World Wide Web (1990 - 2005) und den darauf folgenden fünfzehn Jahren. Für künstlerische Plattformen (wie diejenige für Softwarekunst runme.org) und andere experimentelle Projekte, die in dieser ersten Phase entstanden sind, entwickelte Goriunova den Begriff "organisationelle Ästhetik", der sich mit spezifischen Formen künstlerischer und kultureller Bewegungen innerhalb technologischer Netzwerke befasst.
Typisch für solche Projekte ist, dass sie viele verschiedene, flexible Modelle von Mitwirkung und Nutzung bieten. Diese spiegeln eine Form von Wissen wieder, und sie verdichten sich zu bestimmten Figuren: Lernende und "Lurker" (der Begriff "Lurker" kommt aus der Online-Foren-Kultur und steht für eine Art einseitige Partizipation. Der "Lurker" ist ein Leser, der schreiben könnte, es aber nicht tut). Im Laufe der Zeit entwickelte sich aus dem geteilten Wissen des Lernenden das lokale Wissen des "Lurker".
Nun stellt sich die Frage, welche Art von Wissen - und damit auch, welche Technologien - werden in den nächsten 15 Jahren geschaffen und erhalten? Entwickeln Projekte an der Schnittstelle von Kunst und Commons (d.h. Ressourcen, die von einer Gemeinschaft zum Nutzen aller geschaffen und/oder verwaltet werden) neue Modelle und mit ihnen eine neue "infrastrukturelle Ästhetik"?
Dr. Olga Goriunova (1977, Ulan-Ude, UdSSR) ist Kulturwissenschaftlerin, Philosophin und Kuratorin mit Schwerpunkt digitale Kunst und -kulturen. Sie ist Senior Lecturer am Media Arts Department der Royal Holloway University of London.
Der Vortrag findet statt im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen HeK und dem Forschungsprojekt „Creating Commons“ des Institute for Contemporary Art Research (IFCAR) der Zürcher Hochschule der Künste (ZHDK). Das Forschungsprojekt "Creating Commons" untersucht exemplarische Projekte, die sowohl als symbolische künstlerische Projekte als auch als operative Infrastrukturen neue Modelle des freien Zugangs und Nutzung kultureller Ressourcen entwickeln.
Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.