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Eigentlich sollte ein Maskottchen herzig sein, Kindern ein «Jööh» entlocken und ihnen Freude bereiten. Bei Pierre dem Pelikan, dem Maskottchen des NBA-Teams aus New Orleans, fielen die Reaktionen aber etwas anders aus.
Als Pierre zu Beginn der Saison 2013/14, als aus den New Orleans Hornets die Pelicans geworden waren, vorgestellt wurde, versetzte er Basketball-Fans in Angst und Schrecken. Schnell bekam der Wasservogel den Titel des «Gruseligsten Maskottchen» verpasst. Kinder fürchteten sich vor ihm und Pierre fand sich in Fotomontagen aus Horrorfilmen wieder.
Die Pelicans mussten also reagieren. Und sie wären kein US-Sport-Team, wenn sie die Veränderung des Looks nicht richtig inszenieren würden. So sass Pierre im Februar 2014 plötzlich auf dem Behandlungsstuhl eines Schönheitschirurgen. Der Schnabel dick in einen Verband eingepackt.
Er habe sich beim Basketballspielen mit anderen Maskottchen aus der NBA und Gumbo von den Saints, dem NFL-Team aus New Orleans, den Schnabel gebrochen. Und zwar habe ihn Grizz von den Memphis Grizzlies beim Zug zum Korb gefoult, woraufhin Pierre in die Korbstütze gefallen sei. Dies teilten die Pelicans mit und zitierten Team-Arzt Matthew McQueen, der die Operation durchführen werde: «Es wird ziemlich kompliziert und wird einige unkonventionelle Mittel und Instrumente benötigen.»
Damit die schnelle Genesung garantiert werden konnte, wurde gar die Vogelpflegerin aus dem Zoo in New Orleans um Unterstützung gebeten. Diese zeigte sich zuversichtlich: «Wir haben schon einige Pelikane mit ähnlichen Verletzungen wie jene von Pierre behandelt. Alle von ihnen sind grösser, stärker und schneller zurückgekommen.»
Dies war glücklicherweise auch bei Pierre der Fall. Schon am Tag nach der Operation teilte sein Team mit, dass diese erfolgreich verlaufen sei. «Pierre ist hart im Nehmen. Er hat bereits so viel Arbeit in seine Rehabilitation gesteckt wie kein anderer Sportler. So etwas habe ich noch nie gesehen», erzählte Team-Arzt McQueen. Er wünsche sich, dass alle Leute, die er behandle, so schnell genesen würden.
Einige Tage später trat Pierre mit seinem neuen – nun gelben statt roten – Schnabel bereits wieder auf. Das All-Star-Wochenende wurde im Jahr 2014 in New Orleans ausgetragen und so fungierte Pierre auch als Gastgeber für seine Maskottchen-Kollegen. Böses Blut gab es selbst zwischen Pierre und Grizz nicht, wie ein Video nach der Genesung zeigte, wobei sich der Pelikan zumindest einen kleinen Spass mit dem Grizzly erlaubte.
Übrigens: Ganz lassen konnten es die New Orleans Pelicans mit furchteinflössenden Maskottchen dann doch nicht. Zum traditionellen Fest Mardi Gras in der Fasnachtszeit kommt jeweils das King Cake Baby zu Besuch. Diese Kreatur ist deutlich beängstigender als ein Pelikan, wenn ihr mich fragt.