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Die Geschichte des Schwimmens und Badens in Solothurn hat ihre Anfänge Ende der 30er Jahre des 19. Jahrhunderts. 1827 wurde das Baden in der offenen Aare in Solothurn noch offiziell verboten und von der Kanzel entsprechend verkündet. Der Aarelauf zwischen Grenchen und Solothurn mit seinen zahlreichen Flussschlingen und seinem minimalen Gefälle (0.13%o/km) bot die geeigneten Voraussetzungen sich ins Wasser zu wagen. Damals, als noch keine öffentliche Badeanstalt oder Schwimmschule bestand, wurden Holzflösse, die vom Oberlauf der Aare her den Rhein hinunter geflösst wurden und in Solothurn eine Rast einschalteten, gerne als Badeorte genutzt. Da die Zahl der Badenden und Schwimmenden in der Aare offensichtlich beständig zugenommen hatte, befasste sich die Behörde 1832 erneut mit dem Thema „Baden und Schwim-men in der Aare“.
Am 6. Juli 1832 beauftragte der kleine Rat von Solothurn die Sanitätskommission für die Errich-tung einer öffentlichen Badeanstalt in der Aare zu sorgen. In Zusammenarbeit mit der Stadtbehörde sollte ein entsprechender Vorschlag dem kleinen Rat zur Überprüfung vorgelegt werden. Nach eingehender Prüfung verschiedener Varianten wurde am 16. April 1835 vom kleinen Rat der Antrag genehmigt, bei der Kreuzackerschanze eine Badeanstalt zu errichten und einen Kredit von Fr. 750.00 zu eröffnen. Es bestehen keine genauen Angaben über Konstruktion und Aus-sehen dieser ersten Badeanstalt in der Aare. Offenbar hat es sich um eine Holzfloss-Konstruktion gehandelt, welche in der Aare verankert wurde und durch eine eichene Einzäunung gesichert war. Im Jahre 1838 wurde die Schwimmanstalt jedoch aufgrund baulicher Unzuläng-lichkeiten wieder abgebrochen.
Am 4. Februar 1843 genehmigte der Regierungsrat den vom Erziehungsdepartement eingereichten Plan inklusive Kostenberechnung zum Bau einer Schwimmschule und bewilligte einen Kredit von Fr. 1'000.00. Der Standort der Schwimmschule lag unmittelbar unterhalb der damaligen Kreuzackerschanzgrabenmauer. Das Baudepartement prüfte daraufhin die Möglichkeit eines Zugangs vom Kreuzacker zur geplanten Schwimmschule. Aufgrund dieser Untersuchung muss wohl der Standort noch mal gewechselt worden sein, denn am 15. November 1843 wurde auf Vorschlag des Baudepartements „Schellenzüchtlinge“ (Sträflinge) zur Verfügung gestellt, um von der Bastion beim Krummen Turm einen Weg zur Schwimmschule herzustellen. Im Dezember 1843, nachdem die Schwimmschule einen Sommer lang in Betrieb war, wurden nötige Verbesse-rungsarbeiten ausgeführt. Auch bei der Schwimmschule liegen keine konkreten Baupläne vor. Mang geht aber davon aus, dass es sich um ein grösseres Floss gehandelt haben muss, das durch Fässer auf dem Wasser getragen wurde.
Im Jahre 1850 wurde durch den Regierungsrat ein Mehrkredit für die Behebung von Schäden (aussergewöhnliche Hochwasser in den Jahren 1851 und 1852) an der Schwimmschule bewilligt. Daraufhin wurden in den folgenden Jahren diverse Reparaturarbeiten an der Schwimmschu-le vorgenommen. 1863 wurde sie schliesslich abgebrochen und eine neue Schwimmschule wur-de beim „Kulln’schen Haus“ im Obach errichtet. Diese bestand von 1863 bis 1873.
Zu Anfang der 60er Jahre des 19. Jahrhunderts entstand ein privates Badehäuschen auf der Schützenmatte, erbaut von einer Gesellschaft von Wasserfreunden, welches bis heute in Betrieb ist. Im Jahre 1868 wurde dann die erste Frauenbadeanstalt aus privater Initiative durch eine kleine Aktiengesellschaft, auf Petrolfässern schwimmend, unterhalb des Schlachthauses erbaut und mit Ketten und Sperrzange bei der Turnschanze befestigt. Die Badeplattform war eine einfache Konstruktion, jedoch mit verstellbarem Boden, Ankleidekabinen mit Vorhängen, Sitzbänken etc.
Die Jahre 1850 bis 1863 waren geprägt durch den zunehmenden Verfall der um 1843 aufgerichteten Schwimmschule. Die Holzkonstruktion, deren genaues Aussehen leider nicht bekannt ist, wurde durch ihren schlechten Zustand sogar zu einer Gefahr für ihre Benützer.
1874 wurde eine neue Badeschule auf dem rechten Aareufer oberhalb der Eisenbahnbrücke erstellt. Sie bestand aus zwei Bassins, welche mit Ketten am Ufer verankert wurden. Die Gesamtlänge der Konstruktion kann mit etwa 25m angenommen werden. Veranlasst durch eingegangene Klagen wegen Verunreinigungen der Bassins durch die Aare selbst und den Umstand, dass bei einem grossen Hochwasser 1875 die Verankerung riss, wurden durch das Baudepar-tement Untersuchungen eingeleitet. Aufgrund des technischen Berichts sowie eines Gutachtens wurde der Antrag gestellt, die Badeanstalt von der rechten auf die linke Aareseite zu verlegen.
Im Jahre 1901 wurde eine neue Frauenbadeanstalt im Obach erstellt. 1904 folgte der Neubau einer Männerbadeanstalt bei der Eisenbahnbrücke. Beide Bademöglichkeiten waren nach wie vor schwimmende Konstruktionen. Beide Badeanstalten nahmen nach verhältnismässig kurzer Lebensdauer ein unrühmliches Ende, als am 25. Juli 1921 der 10 m lange Zugangssteg zur Frauenbadeanstalt umkippte, indem der Tragbalken von der Last der 50 Kinder brach und über 30 Kinder in das bis 4 m tiefe Wasser stürzten. Das Unglück forderten 10 Todesopfer, alles Kinder. Auf dem Friedhof St. Katharinen in Solothurn befindet sich ein gemeinsames Grab, welches von der Stadt für die verunglückten Solothurner Kinder errichtet wurde. 1923 wurde die Frauenbadeanstalt abgebrochen.
Von 1926 bis 1927 wurde schliesslich die städtische Badeanstalt an ihrem jetzigen Standort am nördlichen Aareufer geplant, gebaut und 1927 eröffnet.
In den folgenden Jahren erfolgten verschiedene weitere Bau- und Sanierungsmassnahmen:
|Gesamtfläche Freibadanlage||37'573 m2|
|Grünfläche||rund 23'000 m2|
|Wasseroberfläche total||3'185 m2|
|Sportbassin mit Sprunggrube||3'300 m3 / 3'300'000 l|
|Männerbad||1'433 m3 / 1'433'000 l|
|Frauenbad||740 m3 / 740'000 l|
|Beckeninhalte gesamt||5'473 m3 / 5'473'000 l|