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WEINBAUREGION TOKAJ
Das schon seit Jahrhunderten wohl berühmteste Weingebiet Ungarns ist das Tokajer Weingebiet. Es wurde nach der Stadt Tokaj im Nordosten des Landes nahe den Grenzen zur Slowakei und der Ukraine benannt. Das Weingebiet ist eine vulkanische Berglandschaft aus Gesteinen wie Andesit und Tuff. Der Boden ist hauptsächlich steinig, an manchen Stellen lössig. Drei Flüssen: Tisza (Theiss), Hernád und Bodrog beeinflussen das spezifisch feuchte Mikroklima, das im Herbst für den Eintritt der Edelfäule Botrytis cinerea und die spezielle Schrumpfung der Beeren fördert. Ein Aszu-Jahr sei ein Geschenk Gottes, sagen die Menschen im Weingebiet, nicht jedes Jahr ist eines.
Das etwa 10.000 Hektar Rebland ist ausschliesslich mit Weissweinsorten bepflanzt. Nur Weine aus den zugelassenen Sorten dürfen „Tokaji“ im Etikett führen: Furmint, Lindenblättriger (Hárslevelü), Gelber Muskateller (Sárgamuskotály) und Zeta (eine alte ungarische Rebsorte).
Tokaj wurde viel früher als führendes Weinbaugebiet anerkannt, als zum Beispiel Bordeaux! Im Jahre 1730 wurde die weltweit erste Klassifikation von Weinberglagen durchgeführt. Sie basierte auf einer dreistufigen Lagenhierarchie. Dieses System wurde später auch von anderen Weinregionen in Europa übernommen.
Die Weinkeller sind Labyrinth-artige Tunnelsysteme. Eine gleichbleibend kühle Temperatur (10-12°C) und die ideale Luftfeuchtigkeit unterstützen den langsamen Gärprozess in kleinen Eichenfässern. Dieses Mikroklima verleiht den Tokajer Weinen einen besonderen Bouquet.
Im Jahre 2002 erklärte die UNESCO das Tokajer Weingebiet als Kulturlandschaft zum Weltkulturerbe.
Die Europäische Union schützt den Begriff "Tokajer" als geografische Herkunftsangabe seit dem 31.März 2007. Nur Weine aus dem Tokajer Weingebiet und nur aus den zulässigen Sorten dürfen den Namen "Tokaji - Tokajer“ -, tragen.