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Hüftarthroskopie
Hüftgelenkspiegelung
Hüftarthroskopie / Hüftgelenkspiegelung
Eine Hüftarthroskopie kann nötig werden, wenn Sie an einer Erkrankung des Hüftgelenks leiden, bei der es bei Beugung und gleichzeitiger Drehung des Hüftgelenks nach innen zu einer Kollision zwischen dem Übergang des Kopfschenkelhalses und der Pfanne kommt (femoroacetabuläres Impingement).
Diese betrifft typischerweise den vorderen oberen Anteil des Hüftgelenks. Prinzipiell kann dabei der Übergang des Kopfschenkelhalses ungenügend tailliert sein (Cam-Deformität) oder der Pfannenrand zu weit vorstehen (Pincer-Deformität). Meistens liegt eine Kombination aus beidem vor.
Durch das wiederholte Anschlagen des Kopfschenkelhalsübergangs an der Pfanne werden mit der Zeit die Gelenklippe und der Knorpel beschädigt, was schliesslich zu einer Hüftgelenkarthrose führen kann. Ist der Knorpelschaden noch nicht zu weit fortgeschritten, dann ist die Hüftarthroskopie eine sinnvolle Behandlung zur Korrektur, um das Hüftgelenk länger zu erhalten.
Operation
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Arthroskopischer Eingriff (minimal-invasiv)
Für die Hüftarthroskopie wird eine 6 Millimeter dicke Kanüle verwendet, die eine Spülflüssigkeit enthält und durch die eine Kamera ins Hüftgelenk eingeführt werden kann.
Der dafür notwendige Hautschnitt ist ca. 1 cm lang. Zuvor muss mit Hilfe einer speziellen Einrichtung Zug auf das Bein ausgeübt werden, damit der Oberschenkelkopf so weit aus der Pfanne kommt, dass das Gelenkinnere eingesehen werden kann.
Durch zwei zusätzliche, ebenfalls ca. 1 cm lange, Hautschnitte werden weitere Instrumente in das Gelenk eingeführt. Über sie kann beispielsweise der vorstehende Pfannenrand getrimmt, der Kopfschenkelhalsübergang retailliert oder die Gelenklippe refixiert werden.
Wenn die Gelenklippe für eine erfolgreiche Refixation schon zu stark geschädigt ist, wird der instabile Anteil entfernt. Zum Schluss der Operation wird mit einem Röntgengerät noch einmal kontrolliert, ob die Korrektur der Knochen wunschgemäss ausgefallen ist. Zuletzt werden die drei kleinen Zugänge zugenäht und mit einem Verband abgedeckt.
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Ablauf am Operationstag
Das Anästhesieteam bereitet Sie auf den Eingriff vor. Die Operation dauert etwa 90 Minuten.
Nach dem Eingriff werden Sie kurzzeitig im Aufwachsaal überwacht. Sobald Sie wieder ansprechbar sind und es Ihnen gut geht, werden Sie in Ihr Zimmer auf der Bettenstation zurückgebracht.
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Nach der Operation
Den Rest des Tages werden Sie grösstenteils im Bett verbringen. Vor allem nach Abklingen der Schmerzmittel, die Sie während des Eingriffs erhalten haben, können Schmerzen auftreten. Zögern Sie in diesem Fall nicht, die Pflege nach schmerzlindernden Medikamenten zu fragen.
Nachbehandlung
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Operationswunden
Die drei kleinen Operationswunden werden in der Regel mit je zwei Einzelknopfnähten verschlossen. Meistens wird dabei ein Faden verwendet, der sich nicht von selbst auflöst und daher nach 14 Tagen vom Hausarzt gezogen werden muss.
Der Verband, der im Operationssaal angelegt wird, kann normalerweise am ersten Tag nach der Operation durch drei kleinere Folienheftpflaster ersetzt werden. Diese sind wasserdicht, und Sie können damit duschen. Sofern die Pflaster nicht undicht werden, können sie für zwei Wochen belassen werden bis zur Fadenentfernung beim Hausarzt.
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Erste Gehübungen
Noch am Operationstag wird Ihnen von einer Physiotherapeutin oder einem Physiotherapeuten eine Bewegungsschiene angepasst, durch die Ihr Hüftgelenk im schmerzfreien Bereich bewegt wird. Die Pflege hilft Ihnen, wenn Sie nach der Operation zum ersten Mal aufstehen.
Am nächsten Tag lernen Sie in der Physiotherapie, wie Sie richtig an Stöcken gehen und den Hometrainer korrekt benutzen. Das operierte Bein dürfen Sie im Stehen so weit belasten, wie die Beschwerden es zulassen. Beim Gehen müssen Sie aber immer zwei Gehstöcke zu Hilfe nehmen, damit die Hüfte so weit entlastet wird, dass keine Schmerzen auftreten.
Die Stöcke müssen Sie auf jeden Fall 6 Wochen lang benutzen.
Wenn die Gelenklippe beim Eingriff refixiert wurde, gilt für das operierte Hüftgelenk zudem eine Beugelimite von 90 Grad, d.h. der Winkel zwischen Oberkörper und Oberschenkel darf im Sitzen und insbesondere auf dem Hometrainer nicht kleiner als 90 Grad sein.
Im Alltag darf das Hüftgelenk ohne Belastung aber für die Körperpflege/ Selbständigkeit stärker gebeugt werden (Socken anziehen etc.).
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Hometrainer
Damit es nicht zu Verwachsungen zwischen dem retaillierten Knochen und der Gelenkkapsel kommt, ist es für ein gutes Operationsresultat entscheidend, dass das Hüftgelenk bereits ab dem ersten Tag nach der Operation auf dem Hometrainer ohne Widerstand durchbewegt wird.
Zu Hause sollten Sie diese Übung in den ersten 6 Wochen täglich zweimal je 20 Minuten lang ausführen.
Tipp: Falls Sie also noch keinen Hometrainer besitzen, empfehlen wir Ihnen dringend, sich schon vor der Operation einen anzuschaffen, damit Sie die Übungen zu Hause nahtlos fortführen können.
Gebrauchte Hometrainer sind auf entsprechenden Internetplattformen (ricardo, anibis, ebay etc.) schon für weniger als 50 Franken erhältlich. Um die Beugelimite von 90 Grad einzuhalten, darf der Sattel des Hometrainers nicht zu niedrig gestellt sein. Normales Velo fahren wird wegen des Sturzrisikos und der stärkeren Belastung in den ersten 6 Wochen nicht empfohlen.
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Austritt
Sobald Sie eine gewisse Selbständigkeit wiedererlangt haben (aus dem Bett aufstehen, Gehen an zwei Stöcken, sicher Treppensteigen etc.) und in der Physiotherapie in Bezug auf den Hometrainer instruiert wurden, dürfen Sie das Spital verlassen. Das ist in der Regel am 2. Tag nach der Operation der Fall.
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Verknöcherungsprophylaxe
Nach einem Eingriff am Hüftgelenk kann es um das Gelenk zu Verknöcherungen kommen. Um dieses Risiko zu minimieren, müssen Sie während zwei Wochen nach der Operation nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) einnehmen (meist Voltaren).
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Thromboseprophylaxe
Da sich nach einem Eingriff am Hüftgelenk in den Beinvenen Blutgerinnsel bilden können, was die Gefahr einer Lungenembolie birgt, ist in den ersten zwei Wochen eine Blutverdünnung notwendig (Antikoagulation, meist Xarelto).
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Physiotherapie
In den ersten 6 Wochen nach der Operation braucht es in der Regel keine Physiotherapie. Wichtig sind jedoch die täglichen Übungen auf dem Hometrainer wie oben beschrieben.
Ab der 7. Woche nach der Operation werden die Gehstöcke weggelassen. Nun setzt die aktive Physiotherapie ein, die zum Ziel hat, die Muskulatur zu kräftigen und den Bereich zu erweitern, in dem sich das Gelenk schmerzfrei bewegen lässt.
Für die Physiotherapie können Sie entweder weiterhin das Angebot des Kantonsspital Winterthur in Anspruch nehmen oder zu einem anderen Anbieter wechseln.
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Arbeitsunfähigkeit
Die Dauer der Arbeitsunfähigkeit nach einer Hüftarthroskopie variiert stark und hängt von der Art der arthroskopischen Operation, die vorgenommen wurde, und Ihrer beruflichen Tätigkeit ab.
Bei einer nicht körperlich belastenden Tätigkeit (Büro) beträgt die Arbeitsunfähigkeit 6 Wochen, bei einer körperlich belastenden Tätigkeit ist mit einer Arbeitsunfähigkeit von 12 Wochen zu rechnen.
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Sport
Auf Sport sollte in den ersten 3 Monaten nach der Operation generell verzichtet werden. Frühestens 3 Monate nach der Operation können wenig belastende sportliche Aktivitäten wie normales Velofahren und Joggen wieder aufgenommen werden.
Mit sogenannten Stop-and-go-Sportarten (plötzliches Stoppen und Wieder-Losrennen) wie beispielsweise Tennis, Squash, Handball, Fussball oder Hockey sollte frühestens nach 4 Monaten wieder begonnen werden.
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Nachkontrollen
Eine erste Kontrolle mit Röntgen erfolgt nach 6 Wochen, wobei einerseits die Beweglichkeit des Hüftgelenks untersucht und andererseits die Form der getrimmten Knochenanteile analysiert wird.
Die zweite Kontrolle findet nach 3 Monaten statt und beschränkt sich auf eine körperliche Untersuchung. Nach einem Jahr wird die Behandlung in der Regel mit einer letzten klinischen und radiologischen Kontrolle abgeschlossen.
Risiken und Komplikationen
Jede Operation ist mit gewissen Risiken verbunden und kann zu Komplikationen führen. Was dies im Zusammenhang mit einem hüftarthroskopischen Eingriff bedeutet, wird im Folgenden erläutert.
Bei der Operation muss man von den drei kleinen Hautschnitten bis zum Hüftgelenk gelangen. Dabei können grundsätzlich alle zwischen Haut und Gelenk liegenden Strukturen verletzt werden.
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Schäden am Hüftgelenk
Beim Anlegen des ersten Zugangs zum Gelenk (für das Einführen der Kamera) muss sich der Operateur allein auf seinen Tastsinn und das Röntgengerät verlassen. Dabei kann es in seltenen Fällen (1–3 Prozent) zu umschriebenen Schäden an der Gelenklippe oder dem Gelenkknorpel kommen, die aber für den Patienten normalerweise nicht spürbar sind.
Sobald die Kamera im Gelenk ist, können die anderen beiden Zugänge unter Sicht angelegt werden, so dass bei diesen Schritten eine Schädigung weitgehend ausgeschlossen ist. Äusserst selten (< 1 Prozent) bricht bei einem arthroskopischen Eingriff die Spitze eines Arbeitsinstruments im Hüftgelenk ab. Wenn der Fremdkörper so gross ist, dass er später stören würde, muss er geborgen werden, wodurch sich die Operation verlängert.
Durch die Retaillierung des Kopfschenkelhalsübergangs wird der Knochen vorübergehend geschwächt, so dass er in den ersten Wochen nach der Operation im Extremfall (beispielsweise bei einem Sprung aus grosser Höhe) brechen kann (sogenannter Schenkelhalsbruch). Wenn Sie in den ersten 6 Wochen jedoch konsequent zwei Gehstöcke benutzen, ist eine solche Komplikation weitgehend ausgeschlossen.
Eine weitere, ebenfalls äusserst seltene Komplikation (< 1 Prozent) ist das Absterben des Hüftkopfes infolge einer Minderdurchblutung nach der Verletzung eines versorgenden Blutgefässes.
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Verwachsungen am Hüftgelenk
Auch bei regelmässigem Durchbewegen des Hüftgelenks auf dem Hometrainer besteht ein Risiko von rund 3 Prozent, dass es zu Verwachsungen zwischen dem retaillierten Knochen und der Gelenkkapsel kommt. Falls diese Verwachsungen sich im weiteren Verlauf nicht von selbst lösen und der Bereich, in dem sich die Hüfte nach der Operation schmerzlos bewegen lässt, eingeschränkt bleibt, müssen sie unter Umständen in einer Folgeoperation gelöst werden.
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Nervenverletzungen
Das Risiko einer Nervenverletzung im Rahmen einer Hüftarthroskopie liegt bei 1–2 Prozent. Meist handelt es sich dabei um eine vorübergehende Schädigung, die durch die spezielle Lagerung verursacht wird, bei der Zug auf das Bein ausgeübt wird. Von einer solchen Nervenverletzung erholen sich die Patienten in der Regel innerhalb einiger Wochen bis Monate nach der Operation.
Äusserst selten kommt es zu bleibenden Schäden, beispielsweise weil beim Einführen der Instrumente die Struktur eines Nervs verletzt wird. In aller Regel führen bei einer Hüftarthroskopie verursachte Nervenverletzungen nur zu einem Gefühlsausfall, nicht aber zu einer Muskellähmung.
Besonders gefährdet sind die Genital- und die Dammregion sowie die Oberschenkelregion. In diesen Bereichen sind ausserdem lagerungsbedingte Druckschäden an der Haut möglich, die sich aber meist rasch zurückbilden.
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Blutergüsse
Bei einer Hüftarthroskopie kommt es durch die Verletzung kleinster durch die Muskulatur verlaufender Gefässe häufig zu Blutergüssen im Oberschenkel, die aber keiner speziellen Therapie bedürfen. Äusserlich sind sie an druckempfindlichen blauen Flecken zu erkennen, wie sie auch im Alltag auftreten, wenn man beispielsweise mit dem Bein irgendwo angestossen ist.
Eine Verletzung grösserer Blutgefässe, die eine Folgeoperation erforderlich macht, ist äusserst selten (< 1 Prozent).
Häufig hingegen ist ein Anschwellen des Oberschenkels durch Spülflüssigkeit, die aus dem Gelenk austritt. Eine solche Schwellung geht innert weniger Tage von selbst zurück.
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Infektionen
Das Eindringen von Bakterien ins Hüftgelenk im Rahmen einer Hüftarthroskopie macht eine Folgeoperation zur Spülung des Gelenks notwendig, kommt aber nur äusserst selten vor (< 1 Prozent).
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Langzeitverlauf
Typischerweise treten die ersten Symptome erst auf, wenn das Hüftgelenk durch das wiederholte Anschlagen des Kopfschenkelhalsübergangs an der Pfanne schon in einem gewissen Mass geschädigt ist. Entsprechend wird ein femoroacetabuläres Impingement auch erst dann diagnostiziert.
Die bis zu diesem Zeitpunkt entstandenen zentralen Knorpelschäden können durch die Hüftarthroskopie nicht rückgängig gemacht werden, deshalb bleibt das Risiko bestehen, dass im Verlauf der Zeit eine Hüftarthrose entsteht. Sie kann durch den Eingriff also meist nicht verhindert, sondern lediglich hinausgezögert werden.
Je nachdem, wie stark der Knorpelschaden zum Zeitpunkt des arthroskopischen Eingriffs schon ist, muss bei bis zu einem Viertel der Patienten in den nächsten 10 Jahren das Hüftgelenk durch eine Totalprothese ersetzt werden. Um die Differenz zwischen der Lebenserwartung des Patienten und der Lebensdauer der Prothese so gering wie möglich zu halten, sollte der Ersatz des Hüftgelenks so lange wie möglich hinausgezögert werden.
Zusammenfassung
Vorbesprechung bis Abschlusskontrolle
- Im Sprechstundenzentrum Chirurgie klären wir im Vorgespräch Ihre medizinischen Bedürfnisse und erarbeiten für Sie ein individuelles Behandlungskonzept
- Wenn Sie die Sprechstunde besucht haben, müssen Sie erst am Tag der Operation ins Kantonsspital Winterthur eintreten. Wir rufen Sie am Vortag an und informieren Sie, wann und wo genau Sie sich einfinden müssen
- Am Operationstag wird die Hüftarthroskopie durchgeführt. Anschliessend erholen Sie sich auf der Bettenstation. In der Regel können Sie am 2. Tag nach der Operation wieder nach Hause.
- Es erfolgt eine Abschlusskontrolle
- Nachkontrollen werden durchgeführt: erste Kontrolle nach 6 Wochen, zweite Kontrolle nach 3 Monaten und Abschlusskontrolle nach 1 Jahr