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Frankreich
Ex-Präsident Giscard d’Estaing stirbt an Covid-19
Er half mit, Frankreich von der deutschen Besatzung zu befreien. Später trieb er die Europäisierung voran. Nun ist Giscard d’Estaing im Alter von 94 Jahren an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben.
Der frühere französische Präsident Valéry Giscard d’Estaing ist tot. Er wurde 94 Jahre alt. Von dem Tod des ehemaligen Staatschefs berichtete das Büro d’Estaings am Mittwochabend. Demnach starb er in seinem Haus im Département Loir-et-Cher im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung.
Er war erst kürzlich in einem Krankenhaus in Tours behandelt worden. Im Einklang mit D'Estaings Wünschen werde die Trauerfeier im engsten Familienkreis stattfinden, teilte das Büro mit.
D’Estaing wurde 1926 in Koblenz geboren, als das Rheinland unter französischer Besatzung stand. Er kämpfte im Zweiten Weltkrieg für die freien französischen Streitkräfte, die mithalfen, Frankreich von der deutschen Besatzung zu befreien.
Bereits mit 36 Jahren wurde er Finanzminister unter Charles de Gaulle. Von 1974 bis 1981 war er französischer Staatschef. In seiner Amtszeit trieb er zusammen mit seinem engen Freund, dem deutschen Bundeskanzler Helmut Schmidt, die Europäisierung voran. Zusammen schufen sie die Voraussetzungen für eine Währungsunion.
Von Zeitgenossen wurde Giscard d'Estaing als Musterbeispiel eines modernen Präsidenten empfunden: Er legalisierte Abtreibungen und Ehescheidungen bei gemeinsamer Zustimmung. Bei der Wahl 1981 unterlag er dem Sozialisten Francois Mitterrand.
dpa