Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03436.jsonl.gz/812

Wenn die Kinder schon volljährig sind
Ausser Ehepartnerinnen, Ehepartnern und Adoptivkindern haben nur Blutsverwandte einen gesetzlichen Erbanspruch. Pflegekinder und Stiefkinder in Patchwork-Familien nicht. Ausser, ihre Eltern begünstigen sie in einem Erbvertrag oder Testament. Viele Paare in Patchwork-Familien wollen, dass der oder die überlebende Partner*in alles erbt und die Kinder zu gleichen Teilen begünstigt werden, wenn der oder die überlebende Partner*in stirbt. Unabhängig davon, ob die Kinder aus erster oder zweiter Ehe stammen. Das kann mit einem Erbvertrag mit allen Kindern hieb- und stichfest geregelt werden. Aber nur, falls alle volljährig und einverstanden sind. Wenn nur ein Kind minderjährig ist, wird es schwieriger.
Lassen Sie sich fachmännisch beraten
Je komplexer die Familiensituation und je mehr Vermögen vorhanden ist, desto wertvoller ist guter Rat. Bevor Sie aber zum Anwalt oder Notar gehen, sollten Sie sich gemeinsam überlegen, wer wieviel erben soll, wenn der Vater oder die Mutter zuerst stirbt, und was mit dem Nachlass passieren soll, falls beide gleichzeitig sterben. Sobald sich die Eltern einig sind, kann der Anwalt oder Notar einen Erbvertrag aufsetzen. Je früher und transparenter Sie das regeln, desto entspannter können Sie mit den Themen Tod und Nachlass umgehen – und Sie ersparen Ihren Erben böse Überraschungen bei der Testamentseröffnung.
Gut zu wissen: Sie dürfen die Pflichtteile Ihrer leiblichen Kinder nicht verletzen, wenn Sie Ihre Stiefkinder im Erbvertrag oder Testament berücksichtigen. Ohne Testament haben leibliche Kinder Anspruch auf 50 Prozent, mit Erbvertrag oder Testament können Sie den Erbanspruch auf 37,5 Prozent reduzieren.
Was hätten Peter und Nadja tun können?
Ehepaare wie Peter und Nadja, die keine gemeinsamen Kinder haben, können zuerst den überlebenden Partner, die überlebende Partnerin und später ihre leiblichen Kinder begünstigen. Peter hätte Nadja als Vorerbin und seine Söhne als Nacherben einsetzen können. So hätte er verhindern können, dass die zwei Söhne nach Nadjas Tod leer ausgehen und ihre Töchter alles aus der freien Quote erben. Nadja hätte dieses Vorerbe nur verwalten dürfen, das heisst die Erträge nutzen, aber das Vermögen nicht antasten. Ausser, Peter hätte Nadja von dieser sogenannten Sicherstellungspflicht befreit. Dann hätte Sie auch das Vermögen verbrauchen dürfen.