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Suizide im Kanton Zürich
25.10.2010 - Mitteilung
In den Jahren 1995 bis 2007 töteten sich im Kanton Zürich jedes Jahr zwischen 235 und 305 Personen selbst. Dies entspricht einer mittleren Rate von 21.7 Suiziden pro 100'000 Einwohner - der vierthöchsten in der Schweiz.
Suizide sind im Kanton Zürich mit 257 Toten im Jahr 2007 ähnlich häufig wie der Tod durch unfallmässige Stürze, Tumoren lymphatischer oder blutbildender Organe, Herzinsuffizienz sowie Ernährungs- oder Stoffwechselkrankheiten. Deutlich seltener zum Tod führen dagegen infektiöse und parasitäre Krankheiten oder Verkehrsunfälle. Der Kanton Zürich hat dabei mit 21.7 Suiziden pro 100'000 Einwohner hinter Schaffhausen, Appenzell Ausserrhoden und Basel-Land die vierthöchste Suizidrate der Schweiz.
Die Todesursachen hängen stark mit dem Alter zusammen: Junge Menschen sterben häufiger gewaltsam (durch Unfälle und Suizide), wogegen Krebs und Herz-Kreislauf-Krankheiten einen Grossteil der Todesursachen im mittleren und höheren Alter ausmachen.
Männer, Ledige und Ältere begehen häufiger Suizid
Mittels eines statistischen Modells wurde für die Jahre 1995 bis 2007 untersucht, welche soziodemografischen Merkmale einen Zusammenhang mit der Suizidrate aufweisen. Dabei zeigten sich Unterschiede zwischen den Geschlechtern, Altersklassen und Konfessionen. Auch Zivilstand und Wohnort beeinflussen die Suizidhäufigkeit. Männer, Ledige und Reformierte nehmen sich häufiger das Leben als Frauen, Verheiratete und Katholiken.
Zunehmendes Alter ist mit einem teils stark erhöhten Suizidrisiko verbunden. Besonders deutlich zeigt sich dies in den Altersklassen der 80- bis 89-Jährigen und der über 90-Jährigen, die im Vergleich zu den 40- bis 49-Jährigen ein vier- bis fünfmal so hohes Suizidrisiko haben. Leichte Diffferenzen waren auch zwischen den Gemeindetypen zu finden: Die Städte Zürich und Winterthur sowie einkommensstarke Gemeinden weisen eine höhere Suizidrate auf als industrielle, tertiäre und suburbane Zürcher Gemeinden.
Vergiften ist die häufigste Suizidmethode
Wie aus anderen Untersuchungen bekannt ist, spielt die Verfügbarkeit von Suizidmethoden eine gewisse Rolle. So kommt z.B. Suizid durch Sturz nicht so oft vor, wenn in einem Kanton wenig hohe Brücken vorhanden sind. Schlechter verfügbare Methoden werden dann teilweise durch andere ersetzt, teilweise wird aber auch eine tiefere Suizidrate beobachtet. Methoden erster Wahl umfassen solche, von denen eine besondere Wirksamkeit erhofft wird (Erschiessen oder Vergiften) – dagegen stellen Erhängen, Sturz aus Höhe oder Überfahrenlassen eher sogenannte Ersatzmethoden dar.
Die häufigsten Suizidmethoden im Kanton Zürich waren Vergiften (33% der Suizide), Erhängen, Ersticken oder Ertrinken (24%) sowie Erschiessen (22%). Es gibt auch bei den Methoden Unterschiede zwischen den Geschlechtern und den verschiedenen Altersklassen. Männer verwenden etwa zehnmal häufiger Schusswaffen im Vergleich zu den Frauen. Vergiftungen, unter welche auch Suizide mit Sterbebegleitung fallen, finden dagegen häufiger bei Frauen und in den höheren Altersklassen statt.