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Viel ist nicht mehr zu sehen, doch mit etwas Vorstellungskraft
und Fantasie ist es möglich, alte Zeiten auferleben zu lassen und die mystische
Atmosphäre dieses historischen Grundes wahrzunehmen.
Drei Feuerstellen und die nahe Umgebung laden dazu ein, gemütliche Stunden oder Abende am Lagerfeuer zu verbringen; alleine oder in Begleitung. Zu gewissen Zeiten ist auch das Heulen von Eulen zu hören und Fledermäuse können bei ihren nächtlichen Ausflügen beobachten werden. Auf gleiche Lebewesen trifft man meistens nicht.
Bei Seeb (Gemeinde Winkel, Kanton Zürich) an der Strasse Oberglatt-Bachenbülach liegen die Überreste eines römischen Gutshofes, welcher ungefähr 8,5 ha umfasste. In ihrer Gesamtheit entspricht die auf drei Seiten von einer Mauer umgebene Anlage einem in der Nordostschweiz gängigen Typus. Die Anlage, wie sie sich heute präsentiert, lag an einem in römischer Zeit im Süden vorgelagerten kleinen See.
Die ältesten Teile des Massivmauerwerkes stammen wohl
aus dem 1. Jahrhundert. Der Gutshof wurde nach der Gründung des Legionslagers
Vindonissa (Windisch) unter Kaiser Tiberius (14-37 n. Chr.) angelegt und in
der Folgezeit immer weiter und prächtiger ausgebaut; Walter Drack (Archäologe)
unterscheidet eine Holzbau- (ca. 35-45 n.Chr.) und drei Steinbauperioden (45-70,
70-100 und 100-250/340 n.Chr.).
Im Laufe des 3. Jahrhunderts, spätestens 260 n. Chr., zerstörten die von Norden her über den Rhein vorgedrungenen Alemannen einen grossen Teil des Gutshofes. Es wird vermutet, dass der Gutshof von Seeb spätestens nach dem Abzug der römischen Truppen im Jahre 401 unter Kaiser Honorius (395-423) vollständig verlassen wurde.
Ausgrabungen fanden 1852-54, in den 1860er und 70er Jahren
sowie während beider Weltkriege statt. Als 1958 beim Kiesabbau erneut Mauern
angeschnitten wurden, begann die Zürcher Denkmalpflege unter Leitung von
Walter Drack mit systematischen archäologischen Untersuchungen, die bis
1969 dauerten und mit der Gestaltung eines Freilichtmuseums abschlossen.
Der Gutshof von Seeb war auf drei Seiten ummauert und durch eine Innenmauer in ein Parkgelände und einen Wirtschaftshof aufgeteilt. Innerhalb der Umfassungsmauern konnten ein ausgedehntes Herrenhaus, ein Brunnenhaus, ein Badehaus, sechs weitere Gebäude, zwei grosse Doppelhofanlagen, wohl Pferche für Gross- und Kleinvieh, pergolaartige Korridore, vier Tore, sowie ein Kalkofen ausgegraben werden.
Areal ganzjährig jederzeit zugänglich.
(Öffnungszeiten der Schutzbauten: Ostern bis Ende Oktober, Sa von 13–17 Uhr und So von 11–17 Uhr; Eintritt frei)
Ab Zürich HB S2, S16 oder Schnellzug bis Zürich Flughafen, weiter im Postauto 530 nach Winkel.Mit dem Auto:
Von Zürich her Richtung Zürich Flughafen, danach Richtung Bülach, Ausfahrt Bachenbülach. Beim Kreisel geradeaus, bis es nicht mehr weiter geht, danach rechts abbiegen und die nächste Einfahrt gleich wieder links (brauner Wegweiser). Parkplätze vorhanden.
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