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Gesund essen in der Vormoderne
Freitag, 5. Februar
14:30 bis 17:00 Uhr
Raum 104
Wissenschaftliche und präventivmedizinische Ansätze zur "richtigen" Ernährung werden gemeinhin als Sache der Moderne angesehen. Erst mit der organischen Chemie und experimentellen Physiologie der 1840er Jahre, so lautet das Standardnarrativ der bisherigen Forschung, habe sich eine Ernährungswissenschaft bilden können, die bis heute mit normativen Gesundheitsbildern und Handlungsvorschlägen in das alltägliche Ernährungsverhalten der Menschen in den Industrienationen eingreift. Doch dieser Schein trügt. Nicht nur, dass die seit der Antike vermittelte diätetische Medizin ausgefeilte Vorschläge zur "gesunden" Ernährung bereithielt, auch komplexe Theorien über die Bildung neuen Blutes und den Stoffersatz des Körpers haben eine lange Tradition. Eng verbunden mit den naturphilosophischen Debatten der sogenannten "Wissenschaftlichen Revolution" des 17. Jahrhunderts nahmen Versuche zu, auf experimentellem Wege die Vorgänge der Umwandlung und Assimilation der Nahrung im Körper zu erforschen, die Lebensmittelqualität zu bestimmen und für die praktische Diätetik nutzbar zu machen.
Die Vorträge der Sektion geben einen Eindruck von den medizin-wissenschaftlichen Bestrebungen des 16. bis 18. Jahrhunderts, die Grenzen des Leibes zu überwinden und Wissen über und für die menschliche Ernährung bereitzustellen.
Verantwortung
ReferentInnen
Referate
- De obesitate - Fettsucht in der frühneuzeitlichen Medizin
- Chemical Digestion in the 17th Century
- Das tägliche Brot? Pariser Apotheker und das Problem der Stärke zwischen Politik und Lebensmittelchemie in den 1770er Jahren
- Zum Verhältnis von Nerven-Nahrung, Gesundem Geist und Stoffwechselkonzeptionen im "Langen 18. Jahrhundert"