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Das Blut verteilt Nährstoffe im Körper und transportiert Stoffwechselreste ab. Die rote Flüssigkeit reguliert die Körpertemperatur, ist Teil des Immunsystems und leitet Hormone weiter. Sie besteht zur Hälfte aus gelblichem Blutplasma, das sich aus Wasser, Eiweissen und anderen Stoffen zusammensetzt. Die andere Hälfte stellen die roten Blutkörperchen (Erythrozyten), die weissen Blutkörperchen (Leukozyten) und die Blutplättchen (Thrombozyten), die für die Gerinnung zuständig sind. All diese Blutzellen werden im Knochenmark gebildet. 99 Prozent der Zellen sind rote Blutkörperchen, deren Farbstoff (Hämoglobin) Sauerstoff binden kann und so die Versorgung des Körpers sicherstellt.
Blutzellen werden nur etwa 120 Tage alt, Blutplättchen sogar nur zwölf Tage. Deshalb muss das Knochenmark zwei Millionen rote Blutkörperchen nachproduzieren – pro Sekunde. Defekte Zellen werden von der Milz gefiltert und abgebaut: Diese Blutmauser hält den roten Saft funktionsfähig. Auch die Leber ist an der Regeneration des Blutes beteiligt.
Zu wenig Blut: Anämie
Anämie tritt ein, wenn rote Blutkörperchen durch eine Störung der Blutbildung, hohen Blutverlust oder zu starken Abbau nicht ausreichend vorhanden sind. Eine Anämie ist oft die Folge von Eisenmangel oder einer intensiven Menstruation, weshalb meist Frauen betroffen sind. Seltenere Ursachen sind andere Mangelerscheinungen, innere Blutungen – beispielsweise durch ein Magengeschwür – oder eine Überfunktion der Milz. Als Symptome können Kopfschmerzen, Leistungsschwäche und Atemnot auftreten. Je nach Ursache wird die Blutarmut verschieden behandelt.
Hämophilie: seltenes Männerleiden
Hämophilie wird durch einen Defekt oder Mangel an Bluteiweissen mit Gerinnungsfunktion verursacht. Die Bluterkrankheit wird meist vererbt, betroffen sind fast nur Männer. Die Hämophilie zeigt sich durch eine Neigung zu Blutungen und eine verzögerte Blutgerinnung. Beides kann lebensgefährlich sein. Hämophilie wird durch die Verabreichung der fehlenden oder defekten Eiweisse behandelt.