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Aus den sieben Varianten, die der Regierungsrat im vergangenen Oktober vorgestellt hat, werden zwei Brückenprojekt weiterverfolgt:
- Variante «Hoch»: Diese würde direkt im Schatten der bestehenden Eisenbahnbrücke gebaut und wäre mit rund 190 Millionen Franken die kostengünstigste Lösung.
- Zudem prüft der Regierungsrat die Idee einer tiefer gelegene Brücke, die sich unmittelbar westlich der Abwasserreinigungsanlage befinden könnte. Bei dieser Variante nahm er einen Hinweis aus dem Gutachten der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) und der Eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege (EKD) auf.
Doch eigentlich hatten diese beiden Kommissionen eine ganz andere Lösung im Kopf: einen Tunnel. Die mit einer Umfahrung von Eglisau erzielte Entlastung im historischen Ortskern vermöge die neuen daraus entstehenden Beeinträchtigungen nicht aufzuwiegen. Die Tunnelvarianten lehnt der Regierungsrat aufgrund der hohen Kosten von rund 780 Millionen Franken jedoch ab.
Die ENHK und die EKD schrieben in ihrem Gutachten im vergangenen November, «dass auch die neuen Varianten einer oberirdischen Rheinquerung als schwerwiegende Beeinträchtigung der Schutzobjekte einzustufen seien». Bei den geschützten Objekten geht es insbesondere um die Flusslandschaft des Rheins. Bereits im Jahr 2013 scheiterte ein erstes Brücken-Projekt an der ENHK.
Schwieriger Spagat für Regierungsrat
Die Gutachten der Kommissionen äusserten zwar erhebliche Vorbehalte zu den Brückenvarianten, «schliessen eine verträgliche Lösung indes nicht kategorisch aus». Eine Brücke kann nur dann gebaut werden, wenn die betroffenen Schutzobjekte grösstmöglich geschont werden.
Der Regierungsrat muss daher einen Spagat vollführen: Einerseits muss die Schwere des Eingriffs in Bezug auf die Schutzziele so stark wie möglich reduziert werden. Andererseits gilt es, einen möglichst hohen Nutzen für den Verkehr zu erzielen – bei verhältnismässigen Kosten notabene.
Deshalb hat die Kantonsregierung die Volkswirtschaftsdirektion von Carmen Walker Späh (FDP) beauftragt, die beiden Brücken-Varianten weiter zu bearbeiten. Sie erklärt den Entscheid gegen einen Tunnel mit den Kosten: «Rund 800 Millionen Franken würde ein Tunnel kosten. Der Nutzen daraus steht in keinem guten Verhältnis zu diesen hohen Kosten. Zudem wäre es schwierig, diesen Betrag in einer Volksabstimmung durchzubringen.»
Wir wollen ein Projekt vorantreiben, das auch vor dem Volk bestehen kann.
Deshalb verfolgt Carmen Walker Späh nun also die beiden Brückenprojekt weiter. Das Ergebnis dieser Abklärungen werde den Kommissionen voraussichtlich erneut vorgelegt, bevor der Regierungsrat «nach einer umfassenden Interessenabwägung» über das weitere Vorgehen entscheide.
Lichtsignale sollen kurzfristig Entlastung bringen
Um die Ortsdurchfahrt Eglisau kurz- bis mittelfristig zu verbessern, wurde parallel zu den Umfahrungsvarianten ein Betriebs- und Gestaltungskonzept ausgearbeitet. Zwei Lichtsignale sollen den Verkehrsfluss und die Sicherheit für die Fussgänger erhöhen. Die Umsetzung des Konzepts solle nun möglichst rasch erfolgen, heisst es weiter.