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Im Jahr 2023 erlebte der Arbeitsmarkt signifikante Veränderungen, die insbesondere den Bereich der Personaldienstleistung betrafen. Eine der auffälligsten Entwicklungen war der Umgang mit dem Arbeitskräftemangel, der sich auf verschiedene Sektoren unterschiedlich auswirkte. Während der Mangel an verfügbaren Arbeitskräften das Geschäft mit temporären Arbeitsverhältnissen, auch bekannt als Temporärgeschäft, beeinträchtigte und zu einem Rückgang von 5,8 Prozent führte, erlebte der Markt für Festanstellungen einen Aufschwung. Roberto Laezza, der CEO von Planova human capital ag, bestätigte diese Entwicklung und wies darauf hin, dass der Feststellenmarkt das dritte Jahr in Folge ein Wachstum verzeichnete, dieses Mal um 8,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die zunehmende Schwierigkeit für Unternehmen, offene Stellen zu besetzen, führte dazu, dass sie vermehrt auf die Dienste von Personaldienstleistern zurückgriffen, um geeignete Kandidaten für Festanstellungen zu finden. Dieser Trend spiegelte sich besonders im vierten Quartal wider, als sowohl der Temporär- als auch der Feststellenmarkt erstmals seit Beginn der Corona-Krise gleichzeitig Rückgänge verzeichneten, mit einem Minus von 7,2 Prozent bzw. 1,2 Prozent. Trotz dieser Einbussen im Oktober und November erholte sich der Feststellenmarkt im Dezember wieder deutlich, während sich der Rückgang im Temporärgeschäft auf 3,3 Prozent reduzierte. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass Personaldienstleister erfolgreich darin waren, Arbeitnehmende, die ihre Stelle verloren hatten, schnell neu zu platzieren, was die Erwartung einer anhaltenden Vollbeschäftigung in der Schweiz für das Jahr 2024 trotz leicht steigender Arbeitslosenzahlen unterstützt.
Ein besonderes Wachstum verzeichneten Personaldienstleister in spezifischen Sektoren wie dem Bauhaupt- und Baunebengewerbe sowie dem Gesundheitswesen. Hier stieg die Zahl der Stelleninserate signifikant an, wobei insbesondere Schreiner, Plattenleger und Gipser eine hohe Nachfrage erlebten. Auch die Zahl der Stellenanzeigen für Maurer im Bauhauptgewerbe und für Kältesystem-Monteure, bedingt durch den heissen Sommer 2023, stieg stark an. Im Gesundheitssektor zeigte sich ein deutlicher Anstieg bei den Inseraten für Pflegefachpersonal. Diese Daten, die erstmals durch eine Kooperation mit dem auf Arbeitsmarktanalysen spezialisierten Unternehmen Lightcast erhoben wurden, verdeutlichen die Dynamik des Arbeitsmarktes und die sich verändernden Anforderungen der Industrie.
Im Gegensatz dazu verzeichneten Stellenanzeigen für Kinderbetreuende einen starken Rückgang, was auf einen nach Covid erreichten neuen Höhepunkt des Fachkräftemangels in diesem Bereich hinweist. Trotz der Bemühungen von Personaldienstleistern, durch einen Eintritt in diesen Nischenmarkt den Kindertagesstätten (Kitas) zu helfen, fielen die Inserate von 3213 auf 936, was einem Minus von 71 Prozent entspricht.
Angesichts der sich abzeichnenden Konjunkturabkühlung wird erwartet, dass Personaldienstleister im Jahr 2024 eine noch wichtigere Rolle bei der Arbeitsmarktintegration spielen werden. Die Fähigkeit dieser Dienstleister, Menschen, die ihre Stelle verloren haben, schnell neu zu platzieren, wird angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheiten zunehmend wertvoller. Diese Entwicklungen weisen auf eine komplexe Dynamik am Arbeitsmarkt hin, in der Flexibilität, Anpassungsfähigkeit und die Bereitstellung spezialisierter Dienstleistungen durch Personaldienstleister zentrale Faktoren für die Bewältigung der Herausforderungen und die Nutzung der Chancen sind, die sich aus dem Arbeitskräftemangel und den wirtschaftlichen Schwankungen ergeben.
Zusammenfassung
Im Jahr 2023 führte der Arbeitskräftemangel zu deutlichen Veränderungen am Arbeitsmarkt, besonders im Bereich der Personaldienstleistungen. Das Temporärgeschäft ging um 5,8% zurück, während Festanstellungen um 8,7% zunahmen. Im vierten Quartal verzeichneten beide Bereiche Rückgänge, doch im Dezember erholte sich der Feststellenmarkt. Besonders im Bau und Gesundheitswesen stieg die Nachfrage nach Fachkräften. Gleichzeitig sanken die Stellenanzeigen für Kinderbetreuende drastisch. Angesichts wirtschaftlicher Unsicherheiten wird die Rolle der Personaldienstleister bei der Arbeitsmarktintegration 2024 wichtiger, da sie schnell neue Positionen für Arbeitsuchende finden.