Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03229.jsonl.gz/1630

Die Ehe eines Drehbuchautors zerbricht bei den Arbeiten zum Film über Odysseus’ Irrfahrten, weil seine Frau glaubt, er wolle sie an seinen Produzenten abtreten, um die eigene Position zu sichern. SRF zeigt «Die Verachtung» zum Gedenken an Michel Piccoli, der am 18. Mai mit 94 Jahren verstorben ist. In der Cinecittà engagiert der amerikanische Produzent Prokosch (Jack Palance) den Drehbuchautor Paul Javal (Michel Piccoli). Er soll dem weltbekannten Regisseur Fritz Lang bei den Drehbarbeiten zu einem «Odysseus»-Film an die Hand gehen. Die letzten Einstellungen, in denen Odysseus die Freier seiner Frau Penelope umbringt, sind bereits gedreht. Doch Prokosch ist unzufrieden; er will das Drehbuch umschreiben lassen. Prokosch lädt Javal und dessen Frau Camille (Brigitte Bardot) in seine Villa ein und zeigt bald Lust, die Schöne zu verführen. In Camille, von ihrem Mann ohne weiteres für eine Ausfahrt freigegeben, steigt der Verdacht auf, Paul treibe sie der Karriere wegen in die Arme des Produzenten. Nach Hause zurückgekehrt, macht sie Paul eine Szene und eröffnet ihm, ihre Liebe sei tot. Zu den Dreharbeiten auf Capri fährt Camille eher widerwillig. Paul Javal, der als Ehemann und Liebender immer mehr aus der Fassung gerät, bringt seine eigenen Erfahrungen ein, als er Regisseur Fritz Lang vorschlägt, Odysseus als einen modernen Menschen darzustellen, der Probleme in seiner Ehe hat. Inzwischen nehmen Camilles negativen Gefühle für Paul, eigentlich durch ein Missverständnis entstanden, zu. In einem Brief sagt sie sich von Paul los. Sie erklärt ihm ihre Verachtung, weil er sie an Prokosch habe verkaufen wollen. Voller Zorn auf ihren Mann begleitet sie Prokosch nach Rom. Bei einem Unfall kommen beide ums Leben. «Die Verachtung» verhalf dem damals 38-jährigen Michel Piccoli zum Durchbruch. Piccoli spielt den Bühnenautor Paul Javal, der für Fritz Lang das Drehbuch zu einem Monumentalfilm schreiben soll. Er gerät in eine Krise, als seine Frau ihn plötzlich nicht mehr liebt. Jean Luc Godards längst zum Kultfilm gewordene Hommage ans Kino beruht auf dem Roman «Il disprezzo» des italienischen Schriftstellers Alberto Moravia. «’Le mépris’ wurde für Fritz Lang ein Lebewohl und für Michel Piccoli eine wichtige Station in seinem Schaffen», schreibt der deutsche Filmkritiker Heiko Blum in seiner Piccoli-Biografie. Nach Godards eigenen Worten erzählt der Film «grosso modo die Geschichte einer Frau, die aufhört, ihren Mann zu lieben, weil sie entdeckt, dass er ein Schwächling ist».