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Kamelmarkt in Hofuf
Gabi hat gelesen, dass in Hofuf wöchentlich einer der grössten Kamelmärkte von Saudi-Arabien stattfindet. Da wir so oder so geplant hatten in der Nähe durchzufahren, war die Entscheidung schnell getroffen. Wir fuhren hin. Das Gelände, auf dem der Markt stattfindet, ist immens gross, wir wussten nicht, wo wir wann sein mussten, um das Markten zu erleben. Dem Markt angeschlossen ist ein Schlachthaus. Hier konnte ich mich schlau machen. Ich stellte mich als potenziellen Käufer vor und wurde in der Folge auch höflich beraten. Der Metzger hatte keine grosse Ahnung vom Markt obwohl er vor Ort arbeitete. Was er mir jedoch erklärte, war, dass alle Kamele, die hier verkauft werden, Fleischlieferanten sind; sie werden grösstenteils auch gerade hier geschlachtet. Ich konnte ihm deshalb auch bestätigen, dass ich das Kamel, das ich allenfalls erstehen, bei ihm schlachten lassen würde, da ich es sonst gar nicht transportieren könnte. Das leuchtete dem Metzger ein und er liess sofort einen Bekannten kommen, der mich mit seinem Pickup durch das Areal fuhr und mir auch den Markt erklärte. Auf dem Markt sind geschätzt über tausend Kamele, die zum Kauf angeboten werden. Man kann rund um die Uhr kaufen, aber der offizielle Handel findet nach dem Mittagsgebet statt, und zwar auf einem grossen, speziellen Platz. Das war genau die Information, die ich haben wollte. Die guten Fleischkamele sind etwa zwölf Monate alt und bringen rund hundert Kilogramm Fleisch. Wenn man ein Kamel ausserhalb des Handels, also eines der Kamele, die darumstehen kaufen möchte, ist der Preis deutlich höher, als wenn man das Kamel, während dem Handel erwirbt. Obwohl das Kamelfleisch sehr gut ist, war das Bedürfnis ein ganzes Kamel zu kaufen und dann hundert Kilogramm Kamelfleisch essen zu müssen doch eine zu einseitige Fleischernährung, wir fokussierten uns deshalb darauf das Geschehen fotografisch und filmerisch zu dokumentieren.
Zum Schmunzeln
Um am Morgen vor allen anderen die Al Qara Caves besichtigen zu können, stellten wir uns am Abend zuvor neben dem Eingang auf einen grossen Sandplatz zum Übernachten. Wie das in urbanen Umgebungen so ist, trafen nach dem Eindunkeln auch schon die ersten Jugendlichen mit ihren nicht wirklich leisen Motorrädern ein. Wir standen auf einem Treff der Jugend! Sie demonstrierten einander ihre Motorräder in dem sie möglich gut sichtbar und lautmalerisch auf ihren Maschinen starteten und Höchstgeschwindigkeitsdemos absolvierten. Alles wurde natürlich lautstark kommentiert und applaudiert. An Schlafen war nicht wirklich zu denken. Also gesellte ich mich als Opa zu den Jungs und versuchte mich mit ihnen zu unterhalten. Offensichtlich gefiel ihnen das und sie luden mich sofort dazu ein, eines ihrer Motorräder zu testen, was ich natürlich ablehnte. Ich fragte sie dann, wie lange sie noch bleiben würden und wann wir uns schlafen legen könnten. Sofort offerierte der Grösste unter ihnen, dass sie sich an einen anderen Ort verziehen würden, und entschuldigte sich für die Störung. Auch wenn fremdländische alte Säcke mit jungen Wilden reden, kann das zuweilen zu sehr angenehmen Resultaten führen, wir haben prächtig geschlafen.