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05.01.2023 |News
Neuseeland erneut Vorreiter bei der Tabakkontrolle, die Schweiz bleibt weit zurück
Neuseeland hat im Dezember einen einzigartigen Plan zur schrittweisen Abschaffung des Tabakkonsums und zur Schaffung einer rauchfreien Generation in Kraft gesetzt.
Die drei wichtigsten Neuerungen des Gesetzes sind die Abnahme der zulässigen Nikotinmenge in gerauchten Tabakprodukten, die Reduktion der Zahl der Einzelhändler, die Tabak verkaufen, und die Sicherstellung, dass an Personen, die am oder nach dem 1. Januar 2009 geboren wurden, kein Tabak kaufen können. Während Neuseeland schnelle Fortschritte macht, sind die "Entwicklungen" in der Schweiz bei der Tabakkontrolle lächerlich.
Drei Schlüsselmassnahmen zur Umsetzung eines rauchfreien Neuseelands bis 2025
Eine zentrale Massnahme des neuseeländischen Gesetzes ist die Anpassung des Mindestalters für den Kauf von Zigaretten. Theoretisch müsste jemand, der in 50 Jahren eine Schachtel Zigaretten kaufen will, einen Ausweis vorlegen, aus dem hervorgeht, dass er mindestens 63 Jahre alt ist. Doch die Gesundheitsbehörden hoffen, dass das Rauchen schon lange vorher verschwinden wird. Sie haben sich zum Ziel gesetzt, Neuseeland bis 2025 rauchfrei zu machen.
Ausserdem wird mit dem neuen Gesetz die Zahl der Einzelhändler, die Tabak verkaufen dürfen, von etwa 6.000 auf 600 reduziert und der Nikotingehalt des gerauchten Tabaks gesenkt. Das neuseeländische Gesundheitssystem wird Milliarden von Dollar einsparen, da durch das Rauchen verursachte Krankheiten wie Krebs, Herzinfarkte, Schlaganfälle und Amputationen nicht mehr behandelt werden müssen. Darüber hinaus wird das Gesetz einen Generationswechsel herbeiführen und der Jugend ein Vermächtnis für eine bessere Gesundheit hinterlassen.
Neuseeland ist nach wie vor ein Vorreiter bei seinem langfristigen Ansatz im Bereich der öffentlichen Gesundheit und hat dank einer Reihe wirksamer Massnahmen zur Eindämmung des Tabakkonsums eine niedrige Raucherprävalenz von 10,9 % im Jahr 2020 erreicht.
Während andere vorankommen, bleibt die öffentliche Gesundheit in der Schweiz unter dem Einfluss der Tabakindustrie
Derzeit gehört die Schweizer Tabakkontrollpolitik zu den schlechtesten in Europa, wie die jüngste Tobacco Control Scale zeigt, auf der die Schweiz den zweitletzten Platz belegt, knapp vor Bosnien und Herzegowina. Besonders schlechte Noten gab es für die Beschränkung der Tabakwerbung: Kein anderes Land in der Bewertung hat in den letzten Jahren in dieser Kategorie so schlecht abgeschnitten wie die Schweiz.
Es besteht weiterhin die dringende Notwendigkeit, die Massnahmen zu ergreifen, die sich in Neuseeland und in anderen Ländern bereits als wirksam erwiesen haben: Verbot jeglicher Werbung, Einführung von Plain Packaging, ein wirksames Verbot des Zugangs zu allen nikotinhaltigen Produkten für Personen unter 18 Jahren, massive Preiserhöhungen durch wirksame Besteuerung und ein wirksames Verkaufsverbot an Minderjährige.
Am 13. Februar 2022 hat das Schweizer Volk die Volksinitiative "Kinder ohne Tabak" angenommen, die Kinder vor der Werbung der Tabakindustrie schützen soll. Ein Vorschlag zur Änderung des neuen Gesetzes über Tabakerzeugnisse (das am 1. Januar 2024 in Kraft treten soll) sollte bald im Schweizer Parlament diskutiert werden, um den Willen des Schweizer Volkes zu respektieren. Leider versuchen Politiker, die der Tabaklobby nahestehen, schon jetzt, das Gesetz so viel wie möglich zu verwässern. Neuseeland räumt dem Schutz seiner Jugend wirklich Priorität ein, die Schweiz nicht!
Quellen: