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Sprecher für die Schweizer Armee
Von UT zur Dankesrede
Sprecher für die Schweizer Armee
Ich war wohl etwa acht Jahre alt. Im Religionsunterricht sollten wir Plakate beschriften, die dann in der Kirche aufgehängt werden sollten. Die Aufgabe war eigentlich ganz einfach: Schreibt, wofür wir beten sollen.
Ich schrieb auf mein Papier "Armee". Als im Schulfach Deutsch knapp genügender Schüler meinte ich damit aber eigentlich "Arme". Also nicht "Arme" so wie "Beine", sondern "Arme" im Sinne von "Armen Menschen". Wir beteten dann für beides.
Ebenfalls unvergessen: Als wie jedes Jahr die WKler den Dorfparkplatz mit den dunkelgrünen Fahrzeugen besetzten, gab es in der grossen Zäni-Pause schwarze Schoggi (nein, nicht dunkle: Schwarze!) und die legendären Trockenguetzli (die es, für alle Anhänger, übrigens im Volg zu kaufen gibt).
Es waren wohl solche Erlebnisse, die mich als Kind zum regelrechten Militär-Fan werden liessen. Ich sammelte allerlei Militaria: Während bei befreundeten Schulkollegen die Zimmer tapeziert waren mit Bravo-Postern, begrüsste bei mir an der Zimmertüre eine mit Wolldecken ausgestopfte Oberst-im-Generalstab-Uniform. Ich hielt in der Schule gar einen Vortrag über unser Schweizer Militär - und nahm den Karabiner mit in die Schule, da der Weg vom Pfarrhaus rüber zum Primarschulhaus gar nicht so weit war. Es gab eine fünf - vielleicht aus qualitativen Gründen, vielleicht aus Angst des Lehrers.
So durchlebte ich die frühe Schulzeit als regelrechter Militär-Freak. Entwickelte mich dann im Laufe der Zeit jedoch vom B.A. des A-Teams zum Murdoch. Kurzum: In meinem Dienstbüchlein stehen die zwei erlösenden Buchstaben U und T. Das Vaterland unterstützte ich fortan mit einer ebenso Schweizerischen Haltung, wie dem Dienst selbst: Mit Wehrpflichtersatz-Zahlungen - sprich: Mit Geld.
Und nun mit knapp vierzig Jahren, höre ich die Unkenrufe aus dem schlecht getarnten Dickicht: "Jä Domi - wie kannst Du als Dude-erist und pazifistisch veranlagter Zeitgenosse denn ausgerechnet für die Schweizer Armee sprechen?!"
Als Sprecher verweise ich da gerne auf einen meiner Jugendhelden - HD Läppli alias Alfred Rasser: «Dienscht isch Dienscht.»
Danke für die Zusammenarbeit Samy Ebneter - es freut mich, dass der produzierte Clip, so flüstert es aus dem gut getarnten Dickicht, bis auf Bundesebene für Tränen sorgte.
Produktion: Samy Ebneter
Sprecher: Dominik Zeltner