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Wasserpflanzen im Vierwaldstättersee
Ausgedehnte Wiesen aus Armleuchteralgen prägen das Bild unter Wasser im Vierwaldstättersee. Insgesamt wurden in den Jahren 2007 bis 2011 35 Arten von Wasserpflanzen nachgewiesen. Allerdings unterscheiden sich die einzelnen Seebecken bezüglich Vegetation beträchtlich voneinander.
Der letzte Stand des Wissens über Ausdehnung, Bewuchstiefe und Artenzahl der Wasserpflanzen im Vierwaldstättersee stammte aus dem Jahr 1982. Damals dominierten mit 92 Prozent die nährstoffliebenden und wenig empfindlichen Blütenpflanzen, insbesondere die Laichkräuter. Seither haben sich der Nährstoffgehalt des Wassers und damit auch die Unterwasservegetation markant verbessert.
Für nährstoffarme Verhältnisse typisch sind die empfindlichen und in der Schweiz und Europa mehrheitlich bedrohten Armleuchteralgen (Characeen). Sie haben ihren Bestand im Vierwaldstättersee fast verzehnfacht (von 8 auf 74 Prozent) und prägen heute das Bild unter Wasser mit ausgedehnten Wiesen. Chara tomentosa sowie zwei weitere Armleuchteralgen (Chara contraria und Chara globularis) sind so verbreitet, dass sie zusammen einen Anteil von 63 Prozent an der gesamten Pflanzenmenge im See ausmachen. Mit 28 Prozent am häufigsten kommt Chara tomentosa vor – bei der Erhebung von 1982 wurde sie im See noch gar nicht vorgefunden.
Aus dem Rahmen fällt hier der Alpnachersee, in dem die Characeen nur 36 Prozent des Bestandes ausmachen (1982: 0 Prozent). Der Gehalt an Phosphor und Stickstoff liegt in diesem Seebecken etwa doppelt so hoch wie in den übrigen Seebecken.
Weniger Nährstoffe, mehr Licht
Dank der Abnahme an Phosphor und anderen Nährstoffen gibt es im See weniger Plankton und das Sonnenlicht kann bis in grössere Tiefen vordringen. Während das Litoral (Ufer) 1982 bis in eine Tiefe von durchschnittlich 5.5 Meter mit Pflanzen bewachsen war, beträgt diese untere Grenze heute durchschnittlich 10.4 Meter. Damit haben sich auch die Bewuchsfläche und die Pflanzenmenge massiv vergrössert, und zwar um jeweils mindestens den Faktor 10.
Der Vierwaldstättersee lässt sich in 7 Teilbecken gliedern, die aufgrund ihrer geografischen Lage und ihrer morphologischen Ausprägung eine je eigene Charakteristik aufweisen. Diese Eigenheiten zeigen sich auch in der Vegetation der besiedelbaren Flachwasserzonen. Im Durchschnitt sind sie zu 51 bis 75 Prozent mit Wasserpflanzen bewachsen. Die geringste Bewuchsdichte (26 bis 50 Prozent) hat der Urnersee mit seinen Steilufern; praktisch vollständig bewachsen ist der flache Luzernersee.
Auch bezüglich der Anzahl Arten zeigen sich Unterschiede: Der Urnersee weist mit 14 Arten die geringste, das Horw-Hergiswiler-Becken und der Alpnachersee mit je 26 die höchste Anzahl Arten auf.
Revitalisierung von Ufern
Gewisse im Vierwaldstättersee seltene und gefährdete Arten, die z.B. einen Lebensraum mit ausgeprägten Wasserspiegelschwankungen, intakte Naturufer mit Wasserwechselzonen oder ruhige Buchten mit möglichst wenig Wellen benötigen, können mit Ufer-Revitalisierungsmassnahmen gezielt gefördert oder sogar wieder angesiedelt werden.