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Ein Schrei markiert den Anfang dieses Films, aber er kommt nicht von einem Menschen, sondern einer Ziege, die auf dem Rücken eines Mopedfahrers durch Abidjan, die grösste Stadt der Elfenbeinküste, gefahren wird. In einer anderen, wesentlich kälteren Ecke der Welt, auf einer abgelegenen Landstrasse im französischen Zentralmassiv, entdeckt die Polizei nach einem Schneesturm ein leeres Auto. Die Besitzerin des Wagens ist nirgends aufzufinden. Wie sich im Laufe dieses Films auf immer wieder überraschende Weise herausstellen wird, haben gleich mehrere Menschen mit ihrem Verschwinden zu tun: ein Ehepaar, das sich offenbar auseinandergelebt hat; ein seltsamer, solitärer Bauer mit Hund; eine junge Pariser Kellnerin und ebenjener Mopedfahrer in Abidjan. Sie alle eint eine Sehnsucht nach Nähe, in die sich auch ganz menschlich-tierisch sexuelles Begehren mischt.
Virtuos verknüpft Dominik Moll in seiner Verfilmung von Colin Niels Kriminalroman Nur die Tiere verschiedene Handlungsfäden zu einem Thriller, der auch in die bitter-heiteren Abgründe des globalisierten Kapitalismus blicken lässt. (F/D 2019)
München (D), Werkstattkino, Fraunhoferstraße 9