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Der langjährige Fifa-Präsident Joao Havelange ist laut übereinstimmender Medienberichte in Brasilien am Dienstag im Alter von 100 Jahren gestorben. Er verstarb im Krankenhaus Samaritano im Stadtteil Botafogo von Rio de Janeiro.
Dort war er seit Juli aufgrund einer Lungenentzündung hospitalisiert. Havelange war von 1974 bis 1998 Chef der Fifa, ehe er von Joseph Blatter abgelöst wurde. Später blieb er dem Weltverband als Ehrenpräsident erhalten, doch 2013 blieb auch er im Korruptionssumpf stecken. Darauf gab Havelange sein Ehrenamt ab.
Fussball-Globalisierung gestartet
Unter Havelange hatte die Fifa mit der globalen Vermarktung der Ware Fussball begonnen. Das Feld bei WM-Turnieren wurde von 16 auf 32 Starter aufgestockt. Junioren, Frauen und Hallenfussballer erhielten ihre eigenen Weltmeisterschaften.
Havelange war als Patriarch umstritten, zudem gab es Korruptionsvorwürfe und er protegierte diktatorische Regimes, 1978 fand die WM in Argentinien statt, wo eine Militärjunta herrschte.
Blatters Förderer
Die bankrotte Sportmarketing-Firma ISL soll rund 100 Millionen Dollar in den 1990er Jahren an hochrangige Funktionäre gezahlt haben, unter ihnen Havelange. Als Gegenleistung wurden der ISL lukrative TV- und Vermarktungsrechte vermittelt. Blatter war unter Havelange FIFA-Generalsekretär und wurde von ihm gefördert.
Sendebezug: Radio SRF 4 News, 16.08.2016, 14:00 Uhr