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Es ist schon eine grosse Aufgabe, sämtliche Vorbereitungen für einen reibungslosen Ablauf der Grossveranstaltung Olympia 2016 in Rio zu treffen, die gut in einem Jahr ab dem 5. August 2016 von einem 4,5 Milliarden-Publikum an den Fernsehschirmen rund um den Erdball verfolgt werden wird. Aus einem Kostenvoranschlag von 38,3 Milliarden Reais (zirka 11 Milliarden Euro) werden 24,6 Milliarden Reais (zirka 7 Milliarden Euro) für Verbesserungen der urbanen Infrastruktur ausgegeben, die den Bürgern der Stadt in Zukunft zugute kommen.
Zur Zeit leben diese Bürger inmitten einer riesigen Baustelle und warten darauf, endlich jene versprochenen Verbesserungen mit eigenen Augen sehen und nutzen zu können: neue Sport- und Freizeitareale, Verbesserungen der öffentlichen Transportsysteme – mit Schnellbussen und einer Erweiterung der U-Bahn bis in den Aussenbezirk von Barra da Tijuca. Einrichtungen gegen Überschwemmungen, neue staatliche Schulen, und schliesslich auch die Wiederbelebung der vernachlässigten Hafenregion von Rio de Janeiro.
Im Dossier der Stadt für ihre Kandidatur, welches Rios Bürgermeister im Jahr 2009 dem Olympischen Komitee präsentierte, waren siebzehn Projekte aufgelistet, die er zu diesem Anlass zu erarbeiten versprach – heute sind es siebenundzwanzig geworden! Ein Jahr vor dem grössten Sport-Event unseres Planeten steht die Frage an:
Wie steht es mit den Vorbereitungen der Stadt Rio de Janeiro für die Olympischen Spiele 2016?
Das “Veículo Leve sobre Trilhos” (VLT) – eine Schnellverbindung auf Schienen – wurde mit Baukosten von 1,18 Milliarden Reais (340 Millionen Euro) veranschlagtDie VLT-Strecke ist 28 Kilometer lang und hat 32 Haltestellen. Sie wird die Hafenregion mit dem Stadtzentrum und dem Stadtflughafen “Santos Dumont“ verbinden. Damit kommen zirka 300.000 Passagiere pro Tag in den Genuss einer Integration mit der U-Bahn, den Zugverbindungen, den Fährschiffen, den Schnellbussen und der Providência-Seilbahn.
Die Arbeiten an der VLT wurden im Februar 2014 eingeleitet – Geldgeber ist die Stadtverwaltung, zusammen mit Zuwendungen der Landesregierung und privaten Initiativen.
Gegenwärtige Situation
Die Übergabe ist für das zweite Trimester 2016 vorgesehen. Das Büro der Verantwortlichen für die Olympiade-Vorbereitungen gibt die Auskunft, dass das Projekt einen Reife-Index von 4 erreicht hat – das bedeutet, das es zu 70% fertiggestellt ist.
Die Erweiterung des “Elevado do Joá“ – veranschlagte Kosten von 457,95 Millionen Reais (135 Millionen Euro)Die Erweiterung dieser Autobahn-Überführung, die Rios Südzone mit dem Aussenbezirk Barra da Tijuca verbindet, bekommt zwei neue Pisten mit zwei neuen Tunneln, parallel zu den bereits vorhandenen, mit fünf Kilometern Länge.
Diese Bauarbeiten wurden im April 2014, mit dem Geld der Stadtverwaltung, in Angriff genommen und werden die Kapazität der Überführung um zirka 35% erhöhen. Ausserdem wird ein Radweg auf der gegenwärtigen Überführung eingerichtet, der einen schönen Ausblick auf den Strand von São Conrado bietet.
Gegenwärtige Situation
Die Übergabe der Überführungserweiterung ist für das zweite Trimester 2016 vorgesehen. Nach Auskunft des lokalen Olympia-Komitees hat das Projekt ebenfalls einen Reife-Index von 4 erreicht, also ist es ebenfalls zu 70% fertig.
Das BRT-Schnellbuss-System “Transolímpica” und “Transoeste” (Transwestern) – der Kostenvoranschlag liegt bei 2,39 Milliarden Reais (zirka 68 Millionen Euro)Das Transolímpica-Schnellbuss-System wird 70.000 Passagiere pro Tag befördern und die Fahrzeit zwischen dem Aussenbezirk Barra da Tijuca und der südlichen Stadtperipherie Deodóro (Ipanema) um 54% verkürzen. Die Strecke ist 26 Kilometer lang und bekommt 17 Haltestellen. Der Transwestern, bereits seit 2012 in Betrieb, erhält eine erweiterte Fahrstrecke, um so mit der U-Bahnlinie 4 integriert zu werden.
Dadurch werden weitere 230.000 Passagiere begünstigt. Die Streckenerweiterung des BRT-Systems beträgt insgesamt 56 Kilometer, mit 66 Haltestellen. Dadurch ergibt sich eine Verbindung mit dem “Transcarioca“ in Curicica (Vorort Jacarepaguá), mit dem “Transoeste“ (im Vorortbezirk Recreio dos Bandeirantes) und mit Zügen der “Supervia“ (Vorortzüge, eine Art S-Bahn) in Deodoro.
Gegenwärtige Situation
Die Übergabe ist voraussichtlich zwischen dem ersten und zweiten Trimester 2016. Nach Auskunft des lokalen Olympia-Komitees ist dieses Projekt ebenfalls zu 70% gediehen.
Linie 4 der U-Bahn von Rio de Janeiro – Investition 8,79 Milliarden (251 Milliarden Euro)Diese Erweiterung vom Stadtteil Ipanema bis in den Aussenbezirk von Barra da Tijuca ist das teuerste der gegenwärtigen, im Bau befindlichen Projekte. Mit ihm beabsichtigt man ab 2016 mehr als 300.000 Personen pro Tag zu transportieren, um damit zirka 2.000 Fahrzeuge pro Stunde von den verstopften Strassen abziehen zu können.
Die Erweiterung bekommt sechs Haltestationen (Jardim Oceânico, São Conrado, Gávea, Antero de Quental, Jardim de Alah e Nossa Senhora da Paz) auf einer Länge von 16 Kilometern. Mit den Bauarbeiten wurde im Juni 2010 begonnen, die Finanzierung basiert auf Investitionen der Staatsregierung von Rio de Janeiro und privaten Unternehmen.
Gegenwärtige Situation
Die offizielle Übergabe ist für das erste Trimester 2016 vorgesehen – nach einer Testphase. Nach Auskunft des lokalen Olympia-Komitees ist dieses Projekt ebenfalls zu 70% fertiggestellt.
Die Wiederbelebung des Hafens, unter der Bezeichnung “Porto Maravilha“ – veranschlagte Gesamtkosten 8,2 Milliarden Reais (2,4 Milliarden Euro)Die Bauarbeiten wurden im Juni 2011 eingeleitet, mit dem Ziel, die urbane Infrastruktur der Hafenregion zu restaurieren – auf einer Gesamtfläche von 5 Millionen Quadratmetern. Ein deutliches Signal der Wiederbelebung des Stadtteils war der Abriss der veralteten “Perimetral-Überführung“ (Vorortbahn) im November 2013. 70 km Strassen gehören zu diesem Urbanisierungs-Projekt, ausserdem die Konstruktion von vier Tunneln und eine Renovierung von Plätzen und und Transportsystemen.
Die Stadt bekommt in dieser Region ein neues Museum – “Museu de Amanhã“ – das ab 2012 bereits im Bau ist, eine Kreation des Spaniers Santiago Calatrava, inspiriert von der brasilianischen Natur. Ende Juli diesen Jahres (2015) war das Museum bereits zu 98% fertiggestellt.
Gegenwärtige Situation
Die Übergabe der restaurierten Hafenregion ist für das 2. Trimester 2016 geplant. Nach Auskunft des lokalen Olympia-Komitees ist dieses Projekt ebenfalls zu 70% fertiggestellt.
Die Massnahmen gegen Überschwemmungen – Kosten 589,94 Reais (170 Millionen Euro)Diese Bauarbeiten werden in zwei Phasen durchgeführt: Die erste Phase wurde im Mai 2012 eingeleitet und besteht aus der Anlage von fünf Reservatorien zum Auffangen von Regenwasser. Die erste Anlage dieser Art, am “Praça da Bandeira“, im Stadtteil Tijuca (Nordzone), wurde bereits im Dezember 2013 eingeweiht. Über dem unterirdischen Reservatorium haben die Bürger einen Gemeinschaftsplatz gewonnen, mit Einrichtungen für Gymnastik und Freizeit. Der zweite Speicher, in der Rua Niterói, auch in Tijuca, wird im Oktober 2015 fertig sein, der Platz darüber im Dezember.
Die zweite Etappe des Projekts, eingeleitet im August 2012, besteht aus der Umleitung des Flüsschens Rio Joana. Die Ausführung obliegt der Präfektur, mit Mitteln der Munizipal- und der Landesregierung.
Gegenwärtige Situation
Die abschliessende Übergabe des Projekts ist für das 2. Trimester 2016 geplant. Nach Auskunft des lokalen Olympia-Komitees ist dieses Projekt ebenfalls zu 70% fertiggestellt.
Urbanisierung von “Engenhão“ und “Deodoro“ – Gesamtkosten 167,90 Millonen Reais (zirka 48 Millonen Euro)Dieses Projekt betrifft Restaurationsarbeiten im Umfeld des Stadions “João Havelange“, im Stadtteil Engenhão, sowie im Stadtteil Deodoro. Die Stadionregion bekommt einen öffentlichen Platz (Praça do Trem), mit der Restauration antiker Schuppen – in einem davon wird auch ein “Nave do Conhecimento Olímpico“ untergebracht sein, eine von sechs im urbanen Bereich verteilten “Auskunftsstellen“, die den Bürgern in Bildern, Text und Daten vom jeweiligen Stand aller olympischen Disziplinen Auskunft geben.
Eine Massnahme, die darauf abzielt, Rios Bürger mehr für die olympischen Spiele zu interessieren und zu sensibilisieren.
Die bedeutendsten Strassen im Umfeld werden restauriert. Die Bewohner werden auch “Ciclovia“ (Radweg) von 2 Kilometern Länge bekommen. Die Arbeiten wurden im Juni 2014 eingeleitet. Die Investitionen im “Engenhão“ stammen von der Präfektur. In Deodoro stammen sie von der Landesregierung und werden die Strassen des Stadtteils mit der Implantierung einer Asphaltdecke wiederbeleben.
Gegenwärtige Situation
Die Übergabe des Projekts ist für das 1. Trimester 2016 geplant. Nach Auskunft des lokalen Olympia-Komitees ist dieses Projekt ebenfalls zu 70% fertiggestellt.
“Arena do Futuro” – Gesamtinvestition 146,8 Millionen Reais (zirka 42 Millionen Euro)In diesem Stadion werden die olympischen Wettkämpfe im Handball, und im “Goalball“ (der Paraolympioniken) ausgetragen. Eine temporäre Einrichtung, die nach dem Event abmontiert und in vier staatliche Schulen umgebaut wird – von denen jede eine Kapazität für 500 Schüler haben wird. Zwei dieser Schulen werden im Aussenbezirk von Barra da Tijuca stehen, eine im Stadtteil Jacarepaguá und die andere im Stadtteil São Cristóvão, in der Nordzone.
Das Projekt bekam den Namen “Arquitetura Nômade“ (Nomaden-Architektur) und wird als die kühnste Konstruktion des Olympia-Parks bezeichnet – einer Fläche von 1,8 Millionen Quadratmetern, auf der sich die Wettkämpfe von 16 olympischen (und 10 paraolympischen) Disziplinen abspielen werden. Die Arena, mit einer Kapazität für 12.000 Plätze, ist in ihrer Metallstruktur bereits fertig. Die Montage der Bedachung und der Tribünen befindet sich in ihrer Endphase – so wurde vom lokalen olympischen Komitee informiert. Die Montagekosten der Schulen nach der Olympiade werden auf 31 Millionen Reais (knapp 9 Millionen Euro) beziffert.
Gegenwärtige Situation
Die Übergabe ist für Ende 2015 vorgesehen. Die Arbeiten befinden sich bereits im Endstadium.
Das “Estádio Aquático“ (Stadion für den Wassersport) – Gesamtinvestition von 225,3 Millionen Reais (zirka 65 Millionen Reais)Das Stadium bietet Platz für 18.000 Zuschauer und hat eine permanente Struktur, die nach den Spielen als administratives olympisches Trainingszentrum für Athleten von Weltklasse zur Verfügung steht. Nach den olympischen und paraolympischen Wettkämpfen sollen die Tribünenplätze und das Dach wieder abmontiert und an einem Ort aufgestellt werden, an dem die Bevölkerung kostenlosen Zugang zum Sport hat – so die Präfektur. Die Bauarbeiten befinden sich in der Montagephase des Daches und der Tribünen. Die Aushebung und Verkleidung des Wettkampf-Pools ist ebenfalls in vollem Gang.
Gegenwärtige Situation
Die Übergabe dieser Einrichtung ist voraussichtlich im 1. Trimester 2016. Das bestätigte auch das lokale Olympische Komitee, von dem dieser Teil der Bauarbeiten für die Olympiade in Rio mit ebenfalls 70% angegeben wurde.
”Complexo Esportivo de Deodoro” – Kostenvoranschlag 835 Millionen Reais (zirka 240 Millionen Reais)Im Juli vergangenen Jahres begannen im “Sport-Komplex Deodoro“ die Restaurationsarbeiten für die Austragung von 11 olympischen und 4 paraolympischen Disziplinen. Die vorhandenen Installationen – 2007 wurden dort die Panamerikanischen Spiele ausgetragen – sind zu 60% auch für die Olympiade in guter Verfassung. Die gegenwärtigen Ergänzungsarbeiten werden von der Präfektur koordiniert, mit finanzieller Unterstützung der Landesregierung. Die Asphaltierung und die Zugänge sind fertig, die Strukturen in Beton befinden sich in der Abschlussphase. Die BMX-Piste bekommt gerade eine Startrampe.
Nach Beendigung der Olympiade werden der Kanu-Kurs und die BMX-Piste in den so genannten “Radikal-Park” eingruppiert – den zweitgrössten dieser Art in Rio, nach dem im Stadtteil Flamengo, in der Südzone.
Gegenwärtige Situation
Die BMX-Piste soll voraussichtlich im 4. Trimester diesen Jahres (2015) noch fertig gestellt sein, der Kanu-Rundkurs im 1. Trimester 2016. Das lokale Olympische Komitee bezeichnet die besagten Arbeiten mit 70% fertig.
Das Doping-Laboratorium – Kostenpunkt 188,36 Millionen Reais (zirka 54 Millionen Euro)Es ist in einem neuen Gebäude des “Fundão“ untergebracht, auf der Ilha do Governador, in der Nordzone von Rio de Janeiro. Die Bauarbeiten und neuen Installationen wurden im Juli 2014 beendet, mit Finanzierung der Landesregierung in Brasília. Ausser der Finanzierung des Neubaus hat die Landesregierung mehr als 54 Millionen Reais (15,5 Millionen Euro) für Ausrüstung und Operationsmaterial für das Labor investiert.
Für die Sport-Infrastruktur wird das Sport-Ministerium einige Trainings-Lokalitäten der olympischen und paraolympischen Sportler restaurieren oder neu einrichten. Die Investition in dieses Vorhaben beläuft sich auf 76 Millionen Reais (22 Millionen Euro) – damit soll eine Struktur für mindestens 12 Modalitäten geschaffen werden.
Gegenwärtige Situation
Voraussichtliche Übergabe ist das 3, Trimester 2015. Nach Auskunft des lokalen Olympischen Komitees sind die Arbeiten zu 70% vorangeschritten.
Das Internationale Übertragungs-Zentrum (IBC) – Kostenpunkt 1,67 Milliarden Reais (480 Millionen Euro)Das “Centro Internacional de Radiodifusão“ (IBC) ist für die TV und Radiosender bestimmt, die den Mega-Event in alle Welt übertragen werden. Es besteht aus einem Verwaltungsgebäude und dem Gebäude des “Serviço de Transmissão Olímpica (OBS in der englischen Bezeichnung). Das IBC wird 85.000 Quadratmeter bebauter Fläche beanspruchen, mit einer Kapazität für 10.000 Personen. Der Grundstein des Bauwerks wurde im Oktober 2013 gelegt, mit Finanzierungen aus privater Initiative.
Gegenwärtige Situation
Die Übergabe ist voraussichtlich im zweiten Trimester 2016. Nach Auskunft des lokalen Olympischen Komitees sind die Arbeiten am Übertragungs-Zentrum zu 70% vorangeschritten.
Der Golfplatz – eine Investition von 60 Millionen Reais (rund 17 Millionen Euro)Er befindet sich im Marapendi-Reservat, etwa 9 Kilometer vom Olympischen Dorf. Der Rasen wurde bereits gepflanzt, und die 18-Loch Topografie, sowie das Sprinkler-System, sind ebenfalls abgeschlossen. Die Einrichtung wird 25.000 Sitzplätze bekommen. Die Arbeiten wurden im Februar 2013 begonnen, mit Investitionen der Munizipal-Regierung und von Privatunternehmen. Allerdings hat dieser Golf-Court eine Menge heftiger Widerstände unter der Bevölkerung ausgelöst, wegen möglicher Schäden für die Umwelt.
Zwei diesbezügliche Klagen landeten vor dem Amtsgericht. In einer davon, die jedoch abgeschmettert wurde, und sich nun in zweiter Instanz befindet, beklagt die Militär-Polizei “Irregularitäten bei der Konzession der ambientalen Lizenz und der technischen Unbedenklichkeit“. Daraufhin erstellte die Präfektur ein Dossier, um zu beweisen, dass der Golfplatz die Umwelt nicht beeinflusst. Nach Auskunft der Präfektur wird für die Einrichtung des Golfplatzes eine Fläche von 58.000 Quadratmetern des Parks genutzt, was lediglich 3,5% der Gesamtfläche des Marapendi-Parks entspricht, der eine Fläche von 1,59 Millionen Quadratmeter beansprucht. Und um die Nutzung dieser “kleinen“ Fläche im Marapendi-Park zu kompensieren, hat die Präfektur einen weiteren Park in der Nachbarschaft des Marapendi geschaffen – den Nelson Mandela Park, mit 1,6 Millionen Quadratmetern.
Gegenwärtige Situation
In fortgeschrittenem Zustand – die Übergabe ist für das 2. Trimester 2016 geplant. Nach Auskunft des lokalen Olympischen Komitees sind die Arbeiten am Golf-Court zu 70% vorangeschritten.
Das Projekt “Baía Viva” – Kostenvoranschlag 43,23 Millionen Reais (zirka 12 Millionen Euro)Das Projekt betrifft die Bucht von Guanabara und ist das schlimmste Sorgenkind der Organisatoren der Olympischen Spiele 2016. Anlässlich der olympischen Kandidatur im Jahr 2009, sicherten die Vertreter der Stadt Rio de Janeiro zu, 80% des in die Bucht eingeleiteten Abwassers zu stoppen oder zu behandeln – inzwischen stehen die Autoritäten jedoch auf dem Standpunkt, dass diese Absicht undurchführbar ist.
Für die Olympiade werden sie deshalb “Ökobarrieren“ installieren und “Ökoboote“ einsetzen. Die Ökobarrieren sind schwimmende Vorrichtungen, die in Flüsse und Kanäle eingesetzt werden, um die schwimmenden Abfälle abzufangen. Dazu werden 17 Ökobarrieren verwendet – widerstandsfähiger als die 11, welche von der Regierung bereits an verschiedenen Stellen eingesetzt wurden und zerbrachen. Ausserdem werden 10 Boote unter Vertrag genommen (so genannte Ökobarcos), um den Müll aufzusammeln, der die Schifffahrt und die Ausübung des Wassersports behindert.
Gegenwärtige Situation
Die Übergabe findet voraussichtlich im 2. Trimester 2016 statt. Nach Auskunft des lokalen Olympischen Komitees sind die Arbeiten ebenfalls zu 70% vorangeschritten.
Abwasserkanalisation der Olympia-Achse und der Westzone – Kostenvoranschlag 804,08 Millionen ReaisDie Arbeiten für das Abwassersystem des Olympischen Dorfes schreiten ebenfalls voran – und sie begünstigen direkt die Regionen Barra da Tijuca und Jacarepaguá, Stadtteile, die immer noch nicht an das Abwassernetz der CEDAE (offizielle staatliche Einrichtung) angeschlossen sind. Das Becken hat eine Ausdehnung von 15 Kilometern und wird vom Joatinga-Kanal und den Lagunen Tijuca, Camorim, Jacarepaguá und Marapendi gebildet.
Um die Wettkampfareale und den Aufenthaltsort der Athleten zu erfassen, wird eine Sammelstelle in der Avenida Abelardo Bueno konstruiert, sowie drei neue Hebeanlagen. Die olympische Hebeanlage wird eine Pumpkapazität von 1.100 Liter Abwasser pro Sekunde. Nach Auskunft der CEDAE hatte die Barra-Region bis 2007 noch keine Abwasserbehandlung – mit den neuen Investitionen in diesem Gebiet steigt die Erfassung und Behandlung des lokalen Abwassers nun auf 85%.
Gegenwärtige Situation
Die Übergabe findet voraussichtlich zwischen dem 2. und 4. Trimester 2016 statt. Im Büro des lokalen Olympischen Komitees beurteilt man den Fortschritt der Kanalisationsarbeiten mit 70% der erforderlichen Gesamtausführung.