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1839 erwarb der Wirt Caspar Glinz das Haus „Schiff“ an der Multergasse 26 für 18'800 Gulden. Mit seiner Frau Ursula machte er das Gasthaus zum Schiff zu einem erfolgreichen Betrieb.
1871 übernahm sein Sohn Leonhard Glinz das Geschäft und konnte das angrenzende Haus zum „Palmbaum“ erwerben. Er vereinte die beiden Häuser zum Hotel Schiff mit rund 50 Gästezimmern, mehreren Gasträumen, einem grossen Saal, Stallungen für Pferde und Remisen für Kutschen - für die damalige Zeit ein Grossbetrieb. Um die Jahrhundertwende erreichte die St. Galler Stickerei ihre Hochblüte, welche auch dem Hotel Schiff eine glanzvolle Zeit bescherte.
1903 übernahm sein Sohn Carl Glinz als 22-jähriger das Hotel mit seiner Frau Hedwig. Unter ihnen florierte das Haus bis zum 1. Weltkrieg. Es wurde eine Zufahrt über die Neugasse geschaffen und neue sanitäre Anlagen gebaut. Das Hotel überdauerte die schweren Krisenjahre und die beiden Weltkriege. Mit Unterstützung ihrer Tochter Elsa Glinz führten Carl und Hedwig weiterhin ein gastliches Haus.
In den 60er Jahren wurde die Innenstadt verkehrsfrei , was die Zufahrt zum Hotel und somit die Aufrechterhaltung eines Hotelbetriebes erschwerte. Die Multergasse wurde zur beliebtesten Einkaufsstrasse der Stadt St. Gallen.
1971 nach dem Tod von Carl beschloss sein Sohn Werner Glinz das Hotel abzubrechen. Er baute ein klimatisiertes Geschäftshaus mit 1500m2 Verkaufsfläche, 5 Wohnungen und Garagenplätzen. Die Gotische Fassade, die unter Denkmalschutz steht, blieb erhalten.
1974 wurde der „Multi Shop“ eingeweiht mit 23 Fachgeschäften unter einem Dach. Das Konzept „Shop in shop“ war zu jener Zeit neu und sehr erfolgreich. Dadurch konnten namhafte Mieter gefunden werden.
2004 bauten die Erben von Werner Glinz das Haus erneut um. Die Nachfrage nach grossen Flächen war gestiegen. Die Mieträume wurden neu mit Lift und Treppe anstatt mit Rolltreppen erschlossen. Im 4. OG wurden helle, klimatisierte Büroraume gebaut.
- Skizze von Godi Leiser Hotel Schiff - Fassadenansicht seit 2005