Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/163427

<h2>SubmittedText<h2><p>Im Zusammenhang mit der in Flüchtlingsunterkünften grassierenden Krätze bitte ich den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>- Was spricht gegen eine systematische medizinische körperliche Untersuchung von Asylsuchenden in den Empfangszentren, wie sie von den Kantonen gefordert wird?</p><p>- Wieso ist das wirksame Krätze-Medikament Ivermectin in der Schweiz nicht zugelassen?</p><p>- Welche Massnahmen sieht er gegen die Ausbreitung der ansteckenden Hautkrankheit vor?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Für Migrantinnen und Migranten besteht in den Empfangs- und Verfahrenszentren des Bundes ein definiertes Aufnahmeverfahren, das medizinische Abklärungen und gegebenenfalls Behandlung mit einschliesst. Eine systematische körperliche Untersuchung von Asylsuchenden stellt im Vergleich zum derzeitigen Vorgehen keinen Mehrwert dar, ist aber mit einem sehr grossen Aufwand verbunden. Das Bundesamt für Gesundheit und das Staatssekretariat für Migration stehen aber in engem Kontakt mit den Kantonen und verfolgen gemeinsam mit ihnen die Entwicklung aufmerksam.</p><p>2. Es gibt in der Schweiz zwei Medikamente gegen Krätze: Loxazol und Eurax. Mit dem Wirkstoff Ivermectin gibt es indessen in der Schweiz kein zugelassenes Arzneimittel zur Anwendung am Menschen. Swissmedic kann Arzneimittel nur zulassen, wenn ein entsprechendes Gesuch eingereicht wird.</p><p>3. In den Empfangs- und Verfahrenszentren des Bundes ist die medizinische Grundversorgung sichergestellt. Dadurch werden Erkrankungen frühzeitig erkannt, und die erkrankten Personen erhalten eine adäquate Behandlung. Der Bundesrat ist deshalb der Meinung, dass zurzeit kein Anlass besteht, weiter gehende Massnahmen zu ergreifen.</p>