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Projekt in Nordafrika
Tief in der Sahara Wüste gibt es eine kleine, abgelegene Stadt, die auf drei Seiten von Sanddünen umgeben ist. Mitten durch die Stadt führt ein trockenes Flussbett, dessen Grundwasser die Wasserversorgung bildet. Es ist eine historische Stadt, an der früher Karawanen auf ihrem Weg durch die Wüste Halt machten. Heute verdient sich die Bevölkerung das Geld durch Tourismus, Kamelzucht und Datteln.
In dieser Stadt gibt es ein privates Krankenhaus, das von einem spanischen Geschäftsmann im Jahr 2000 gegründet wurde. Als sich der Geschäftsmann zurückzog, übernahm eine amerikanische Chirurgin die Arbeit und die Leitung des Spitals. Das Spital hat ein kleines Labor, in dem ich arbeite.
Neben mir und der amerikanischen Chirurgin gibt es noch ein paar andere Ausländer, die auch an diesem Spital arbeiten. Zusammen mit einheimischem Personal werden Patienten aus der Stadt und aus der weiteren Umgebung behandelt. Das Spital hat auch eine kleine Geburtenstation für normale Geburten. Es gibt einen Notfallraum und ein paar Patientenzimmer, doch die meisten Patienten werden ambulant behandelt.
Meine Arbeit konzentriert sich auf Laborteste und das Anlernen von einheimischen Mitarbeitern. Im Labor mache ich die gewöhnlichen Blutteste wie Blutbild und Teste für Leber, Nieren, Blutfette und Blutzucker. Speziell haben wir noch Hormonteste für Schilddrüsen- oder Schwangerschaftsprobleme und Kinderlosigkeit. Zusammen sind es über 30 verschiedene Teste, die ich machen kann.
Regulär arbeite ich zusammen mit zwei einheimischen Mitarbeitern. Im letzten Jahr kamen nochmals zwei Mitarbeiter dazu. Sie sollen für ein Krankenhaus in der Nachbarstadt angelernt werden. Dort wird ein neues Krankenhaus eröffnet, und unser Krankenhaus hilft beim Schulen des einheimischen Personals. Leider gibt es hier wenig ausgebildete Arbeitskräfte. Darum müssen wir ungeschultes Personal anlernen.
Im Labor mache ich immer wieder einmal spezielle Funde. Wir hatten eine Frau mit starker Blutarmut, die auf die Behandlung nicht richtig ansprach. Als ich mir das Blutbild ansah, entdeckte ich ungewöhnliche rote Blutkörperchen, die eine bestimmte ererbte Krankheit vermuten liessen. Dank diesem Fund konnte die Patientin viel gezielter behandelt werden. Patienten, die schwer krank sind, müssen verlegt werden. Viele Patienten, die wir sehen, sind an erhöhtem Blutzucker erkrankt oder brauchen eine kleine Operation. Ein grösserer Operationssaal ist im Bau, der dann auch kompliziertere Operationen möglich machen wird. In Zukunft können hier auch mehr Unfallpatienten behandelt werden.
Zurzeit gibt es noch keine Möglichkeiten, krebskranke Patienten zu diagnostizieren oder zu behandeln. Das Spital hofft, dieses Gebiet ausweiten zu können. Es ist geplant, ein CT-Röntgengerät anzuschaffen. Ein Gerät für Mammographie ist angekommen und muss noch installiert werden. Es gibt noch viele Möglichkeiten, das Spital weiterzuentwickeln, um die Gesundheitsversorgung der lokalen Bevölkerung zu verbessern, doch alle Aktivitäten stehen unter dem Ziel, dass Gottes Name auch in dieser Stadt verherrlicht wird.
Autorin: E