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«Die rasant steigenden Fallzahlen wegen der Omikron-Variante belasten die begrenzten Laborkapazitäten stark. Das führt dazu, dass Infektionsketten nicht mehr innert nützlicher Frist unterbrochen werden können. Die Durchseuchung lässt sich so nicht mehr aufhalten», schreibt die Bündner Regierung am Montag.
Wartezeiten auf Testresultat von über 48 Stunden
Mit einer zunehmenden Anzahl positiver Poolproben steige auch der Bedarf nach Nachtestungen. Aufgrund der begrenzten Laborkapazitäten führe die Auswertung der Testresultate zu Wartezeiten von über 48 Stunden. «Kann die Zeitdauer von Testabgabe bis Vorliegen des definitiven Resultats und der entsprechenden Isolation nicht massgeblich verkürzt werden, verliert das repetitive Testen seinen ursprünglichen Zweck. Ansteckungsketten können nicht mehr wirksam unterbrochen werden», schreibt der Kanton.
Graubünden handelt nach Priorisierungsempfehlung des BAG
Aufgrund dieser Entwicklung hat die Regierung entschieden, die repetitiven Testungen auf Gesundheits- und Betreuungsinstitutionen, den Kindergarten sowie erste und zweite Primarklassen zu fokussieren. Die repetitiven Testungen in Betrieben und Schulen werden ausgesetzt. Dies entspreche der Priorisierungsempfehlung des Bundesamts für Gesundheit, welche vorsieht, dass bei Testengpässen die Tests in erster Linie auf Personen und deren Kontaktpersonen mit Symptomen beschränkt werden sollen. Ende Januar wird die Situation von der Regierung neu beurteilt.
Die repetitiven Tests werden unter anderem in Spitälern, Kliniken oder Zahnarztpraxen weitergeführt.
Mit Graubünden wirft nun der Vorreiter bei den flächendeckenden, repetitiven Massentestungen das Handtuch. Zuletzt nahmen im 200'000 Einwohner zählenden Kanton über 4200 Unternehmen mit 66'000 Arbeitnehmenden an den Testungen teil. Regelmässig testen liessen zudem fast 160 schulische Institutionen mit 20'000 Schülerinnen, Schülern und Lehrpersonen.
Effektives Instrument für etwas Normalität
Das freiwillige Testen in Betrieben war laut der Regierung ein effektives Instrument, «um einen wichtigen Anteil der asymptomatischen Bevölkerung zu testen und so frühzeitig Infektionsketten zu unterbrechen».
Die Freiteststrategie «Testen statt Quarantäne» habe zudem ermöglicht, dass Kontaktpersonen von Infizierten weiterhin ihrer Arbeit nachgehen konnten. Damit sei der finanzielle Schaden für die Wirtschaft durch fehlendes Personal vermindert worden. In Schulen habe das wöchentliche Testen Corona-Ausbrüche verhindert und die Aufrechterhaltung des Schulbetriebes ermöglicht.
(red./sda)