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In vielen Ländern – insbesondere in Asien – ist stark krebserregendes Asbest immer noch verbreitet und fordert jährlich über 220‘000 Todesopfer. Die 9. Konferenz der Rotterdamer Konvention, die derzeit in Genf tagt, könnte Weissasbest auf die Liste gefährlicher Chemikalien setzen und damit den weltweiten Handel einschränken. Doch Russland, der wichtigste Produzent von Weissasbest, setzt sich für eine Blockade dieses Prozesses ein. Solidar Suisse, die Unia und andere Opfervereinigungen fordern von den beteiligten Staaten, dass sie sich mit voller Kraft für ein weltweites Verbot von Asbest einsetzen.
In der Schweiz sterben auch heute, 30 Jahre nach dem nationalen Asbestverbot, jährlich 120 Menschen an den Folgen von Asbest. Doch obwohl die Gefährlichkeit bekannt ist, wird Weissasbest (Chrysotil ) von vielen Baufirmen ausserhalb Europas weiterhin in grossem Umfang verwendet. Insbesondere in Asien wird damit die Gesundheit von Millionen von Menschen gefährdet. Nach jüngsten Schätzungen sterben weltweit jedes Jahr über 220‘000 Menschen an asbestbedingten Krankheiten. Angesichts der langen Latenzzeit zwischen Exposition und Krebsentwicklung dürfte diese Zahl in den kommenden Jahren explodieren.
Russisches Lobbying gegen Asbestverbot
In Genf findet in diesen Tagen die 9. Konferenz der Vertragsparteien des Rotterdamer Übereinkommens statt. Das Übereinkommen schränkt den internationalen Handel mit Stoffen, die auf der Liste der gefährlichen Chemikalien figurieren, stark ein. Russland, der weltweit grösste Asbestproduzent, ist heute der wichtigste Staat, der die Listung von Asbest verhindert. Da dies im Konsens beschlossen werden muss, hat die russische Opposition seit mehreren Jahren jede Möglichkeit einer Regulierung blockiert. Eine Position, die zu einer echten Gesundheitskatastrophe in der Welt führt.
Mobilisierung zum Verbot von Asbest
Solidar Suisse und die Gewerkschaft Unia unterstützen die Delegation von Anti-AsbestaktivistInnen aus Indien, Indonesien, Hongkong und Australien, die in Genf anwesend sind und gemeinsam für ein weltweites Verbot von Asbest kämpfen. Die zivilgesellschaftliche Allianz wird am Montag 6. Mai den Dokumentarfilm "Breathless" zeigen und am Dienstag 7. Mai Opfer von Asbest im Rahmen einer Pressekonferenz zu Wort kommen lassen sowie eine Demonstration vor der russischen Mission in Genf organisieren.
Erfolgschancen
Dank der Mobilisierung der Zivilgesellschaft haben mehrere Staaten einen Änderungsantrag zum Rotterdamer Übereinkommen eingereicht, der es ermöglichen würde, Weissasbest (Chrysotil) mit 75 Prozent der Stimmen statt im Konsens in die Liste der gefährlichen Stoffe aufzunehmen. Solidar Suisse und andere zivilgesellschaftliche AkteurInnen fordern die Delegierten auf, den Antrag anzunehmen.
Mehr Informationen:
Bernhard Herold, Asien Programm von Solidar Suisse, <email-pii>, 079 599 69 33