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Die Lücke, die Michael Lang beim FC Basel hinterlässt, könnte grösser kaum sein. In drei Jahren absolvierte er 122 Spiele in Rotblau und war unumstrittene Stammkraft auf der rechten Abwehrseite. Nicht einmal Omar Gaber, immerhin ägyptischer Nationalspieler, konnte Lang diesen Status streitig machen.
Lang stand praktisch immer auf dem Platz, erklärte unzählige Male vor den Medien Siege und Niederlagen, er war Führungsspieler und sorgte mit seinem Offensivdrang für Furore auf dem Platz. Deswegen war klar: Sollte der inzwischen 27-Jährige den Verein einst verlassen, würde die Mannschaft Ersatz von besonderer Qualität brauchen.
Ende Juni, wenige Tage, bevor Lang mit der Schweiz gegen Schweden im Achtelfinal an der Weltmeisterschaft in Russland scheiterte, gab der FC Basel dessen Wechsel in die Bundesliga zu Borussia Mönchengladbach bekannt. Knapp zwei Wochen später ist der Verein mit Langs Ersatz einig geworden: Silvan Widmer, der 25-jährige Schweizer, wechselt vom italienischen Serie-A-Verein Udinese Calcio nach Basel, wo er einen Vertrag bis 2022 unterschrieben hat und die Trikotnummer 5 tragen wird.
Widmer gehört seit knapp vier Jahren zum erweiterten Kader der Schweizer Nationalmannschaft. Sein Debüt gab er im Oktober 2014 beim 4:0-Sieg in der EM-Qualifikation gegen San Marino. In der Qualifikation zur WM in Russland kam er im Startspiel gegen Portugal (2:0-Sieg) zu einem Teileinsatz, ins 23-Mann-Kader schaffte es der neunfache Nationalspieler nicht.
Nur fünf Schweizer haben mehr Serie-A-Einsätze
Widmer ist beim FC Aarau gross geworden. Nach einer einzigen Saison in der Challenge League 2011/12 sicherte sich der FC Granada die Transferrechte am Schweizer. Die Spanier liehen Widmer jedoch umgehend wieder an den FC Aarau aus. Widmer spielte mit den Aargauern eine weitere Saison in der Challenge League, bevor Granada ihn im Sommer 2013 an Udinese Calcio verkaufte – ohne dass Widmer je für Granada gespielt hat.
In der italienischen Serie A hat Widmer in den letzten fünf Jahren sein fussballerisches Glück gefunden. Trotz der vielen Trainerwechsel war er ab seiner zweiten Saison Stammspieler: Jeder der sechs Trainer setzte auf den 182 Zentimeter grossen Rechtsfuss.
Insgesamt hat Widmer 131 Serie-A-Spiele im Portfolio, nur fünf Schweizer haben mehr Partien in der höchsten italienischen Liga absolviert. Dazu kommen zehn Einsätze in der Coppa Italia. Mit 25 Jahren bringt Widmer eine Menge Erfahrung mit, allerdings weiss er kaum, wie es im internationalen Clubfussball zugeht: Zu Buche steht eine einzige Partie in der Europa-League-Qualifikation.
Teuer, aber nicht der Teuerste
Ändern wird sich das beim FC Basel, wo Widmer bereits am 24. Juli in der Champions-League-Qualifikation gegen PAOK Thessaloniki im Einsatz steht – wenn Trainer Raphael Wicky engesichts der kurzen Vorbereitungszeit auf Widmer setzt. Das Basler Wunschszenario sind drei erfolgreiche Qualifikationsrunden (die zweite und dritte Runde sowie die Playoffs), und sollte Widmer an diesem Erfolgsfall beteiligt sein, hätte sich die Investition gelohnt.
In Udinese hatte Widmer einen Vertrag bis Juni 2020. Damit der Verteidiger die Italiener verlassen konnte, musste der FC Basel eine schöne Stange Geld in die Hand nehmen. Dieses hat der Verein vor allem dank der Verkäufe von Tomas Vaclik, Mohamed Elyounoussi und Michael Lang (total rund 30 Millionen Franken) zur Verfügung. Als Ablösesumme nennen gut unterrichtete Quellen 4,5 Millionen Euro, das entspricht rund 5,2 Millionen Franken.
Das ist viel Geld, aber immer noch weniger, als der FC Basel in der Vergangenheit für Alex Frei (rund 6,5 Millionen Franken) und zuletzt für Dimitri Oberlin (inklusive Leihgebühr rund 6,4 Millionen Franken) ausgegeben hat.
Petretta oder Manzambi die Nummer 2 auf Widmers Position
Widmer wird auf der rechten Abwehrseite gesetzt sein. Für die Nummer 2 auf dieser Position kommen allen voran zwei Akteure infrage: Entweder ist es Neftali Manzambi, eigentlich ein Offensivakteur, der von Wicky in den letzten Monaten umgeschult worden ist.
Oder Raoul Petretta. Der 21-jährige Italiener ist als Linksfuss allerdings eher für die linke Abwehrseite vorgesehen. Respektive für das zentrale Mittelfeld, wo Wicky grosse Stücke auf Petretta hält.
Ein dritter Kandidat ist Taulant Xhaka. Weil Widmer aber aller Voraussicht nach wie sein Vorgänger Lang der unantastbare Stammspieler auf der rechten Abwehrseite sein wird, dürfte Xhaka vor allem auf seiner Hauptposition im zentralen Mittelfeld zum Einsatz kommen.