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Die Stadt Schiras wird bereits im 5. Jh. v. Chr. in achämenidischen Texten erwähnt. Berühmt ist die Stadt, weil hier die beiden grössten persischen Dichter Hafiz und Saadi gelebt haben. Für beide Dichter wurden Mausoleen in schönen Parkanlagen errichtet. Hafiz, der als grösster persischer Lyriker gilt, ist auch der Schutzherr aller Liebenden, und deshalb pilgern jährlich Tausende Verliebter und jung verheirateter Paare, die es sich leisten können, zu seinem Mausoleum. Besonders während des Neujahrsfests – Nowruz – nimmt der Besucherstrom gewaltige Ausmasse an. Da die Hotels diesem Ansturm nicht gewachsen sind, werden überall in der Stadt – in Parkanlagen, Vorgärten etc. – „Notunterkünfte“ in Form von bunten Zelten errichtet.
Für Feministinnen ist es interessant zu hören, wie „modern“ die Verwaltung der Stadt in achämenidischer Zeit war. Immer war eine Frau die Vorgesetzte in den Schatzhäusern und Manufakturen, in denen Schmuck, Möbel und Teppiche hergestellt wurden. Auf Tontäfelchen ist dies inschriftlich belegt. Auch weiss man, dass es in jener Zeit eine Art Reisepass gegeben hat. Dieser war ein Tontäfelchen, das von einem hohen Beamten ausgestellt und an Poststellen vorgelegt werden musste. Hohe Beamte waren immer Verwandte des Königs und hiessen „Satrapen“ – altpersisch: Der, der das Land beschützt.
Das ehemalige Grab des Hafiz wurde in den Dreissigerjahren in die jetzige Form gebracht: das Mausoleum mit dem Kenotaph des Dichters steht in einem schönen Garten in einer offenen Halle, deren Dach einem Derwischhut gleicht. Unglücklich verliebte Frauen und auch Pärchen pilgern zu dieser Stätte, in der Hoffnung, Trost in den Versen des Dichters zu finden. Nicht wenige haben einen Band mit Gedichten bei sich. Der Vers, den sie am Grab willkürlich aufschlagen, gilt als eine Art Orakel!
Der Wakil-Basar wurde im 18. Jahrhundert gegründet und in seiner unmittelbaren Nähe wurde die Wakil Moschee errichtet, die wegen ihres aussergewöhnlichem Fliesenschmucks berühmt ist.
Die Al-Molk-Moschee ist dem Typus nach eine Hofmoschee, d.h. der Hof wurde auch als Betraum genutzt, und sie gilt als Schmuckstück qadjarischer Kunst.
Den Palast der Familie Qavam sowie den dazugehörigen Garten, den „Orangengarten“ – Bagh-e Narendjestan -, hatte Ibrahaim Khan-e Qavam im 19. Jahrhundert errichten lassen. Er war Bürgermeister von Schiras und später Premierminister im Iran gewesen. Der Palast ist im typisch qadjarischen Stil erbaut: florale Muster im Fliesenmosaik und Verzierung der Innenräume mit Spiegelmosaik. Der Sockel der Aussenmauer ist mit Persepolis-Reliefs dekoriert. In einem Seitenbau des Palastes ist ein Wachsfigurenkabinett untergebracht, wo berühmte Persönlichkeiten der persischen Geschichte als lebensgrosse Figuren nachgebildet sind: ziemlich kitschig – Darius, Xerxes und der Hofmarschall Farnaka sind auch vertreten.
In Schiras wurde auch ein Mausoleum für Ali Ibn Hamza Ibn Musa gebaut, dessen Vater ein Bruder des in Mashad beigesetzten Imam Reza war. Ali Ibn Hamza wird als Heiliger verehrt. Die Legende erzählt, dass er von den Abassiden verfolgt und geköpft worden war, dann aber noch ohne Kopf 2 km weiter gegangen und dann erst tot umgefallen sei. An der Stelle, wo er zu Tode gekommen war, wurde später sein Heiligtum errichtet. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde das Mausoleum in typisch qadjarischer Manier neu erbaut – der Innenraum ist vollständig mit Spiegelmosaik ausgeschmückt. Alles leuchtet grün, auch der Sarkophag, der sich in der Mitte des Raumes befindet.
Ganz in der Nähe des Mausoleums liegt das Pars-Museum, das in einem von Karim Khan Zand erbauten ehemaligen Lustpavillon eingerichtet wurde. Das Gebäude ist als Oktogon konzipiert, sowohl die Fliesenkeramik wie auch die Innenausgestaltung sind typisch qadjarisch. Die Sammlung ist nicht gross, enthält aber ein paar typische frühgeschichtliche Fundstücke. Aus unerfindlichen Gründen darf man hier nicht fotografieren.
Vom Pars-Museum ist es nicht weit zur Zitadelle, der Arg-e Karim Khan. Der mächtige Bau liegt mitten in der Stadt und war einst Regierungssitz und Wohnpalast des Karim Khan Zand. Heute wird das Bauwerk als Verwaltungsgebäude für verschiedene Ämter genutzt.