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/ neues aus dem Atelier
(Diskretion gegenüber Auftraggebern erlaubt uns hier nur wenige Arbeiten vorzustellen)
Bohlenmalereien Leihgasse 39 in Baar Kt. Zug
Bevor das Haus im Sommer 2010 abgerissen werden musste, wurde es von der Kantonsarchäologie Zug untersucht. Im Zuge der Untersuchungen wurden Bohlenmalereien entdeckt. Es wurde beschlossen, dass wenigstens die Bohlenwände mit den Malereien erhalten werden sollten. Die Wände sollten also vor oder während dem Abbruch geborgen werden. Die Idee ist, dass später mit den Wänden ein Raumgefühl aus dieser Zeit rekonstruiert und erlebt werden kann. Das Haus an der Leihgasse 39 aus dem 15. Jahrhundert liegt am Rande der Stadt Baar, jedoch in der Nähe einer wichtigen Hauptstrasse (Ägeristrasse). Anhand umfangreicher Untersuchungen der Kantonsarchäologie Zug konnten die Bauphasen des Hauses an der Leihgasse rekonstruiert werden. Die Bohlenbalken des ursprünglichen Baus wurden dendrochronologisch auf das Jahr 1419/20 datiert. Das Haus war zweigeschossig und unterkellert. Später kamen mehrere Anbauten und Erweiterungen hinzu. Die bemalten Wände (Ostwand sowie Westwand), waren ursprünglich Aussenwände, wobei die Westwand länger eine Aussenwand blieb als die Ostwand, da im Osten schon im Jahr 1664 ein Anbau hinzu kam.
Die bemalten Holzwände bestehen aus horizontal gefügten Bohlen, dem üblichen Konstruktionssystem eines Bohlenständerbaus. Die Bohlen sind aus einem Nadelholz und ca. 10cm dick.
Eine Rankenmalerei befindet sich in der Ecke West/Nordwand, in der linken Hälfte der Westwand eine Kreuzigung, sowie an der Ostwand eine Darstellung mit einem Bannerträger, dem Hl. Martin und Szenen, welche nicht ganz geklärt sind. Allgemein sind sie in einem recht stabilen Zustand. An der Westwand befinden sich jedoch auch mehrere Stellen an denen das Holz durch Wassereinbrüche morsch geworden ist. Dieser etwas schlechtere Zustand der Westwand ist vermutlich hauptsächlich damit zu erklären, dass diese längere Zeit eine Aussenwand war als die Ostwand.
Da das Bindemittel der Malschicht schon stark degradiert und viele Zonen mit nur noch lose aufliegender Farbe vorhanden war, musste zuallererst die Farbschicht notgesichert werden, damit während dem Abbruch die Bohlenwände als ganzes geborgen werden konnten.
Die Verschmutzung ist grösstenteils lose aufliegender Oberflächenschmutz und Verrussungen durch den Ofen. Die meisten Fehlstellen in der Malerei sind horizontal in Faserrichtung des Holzes entstanden. Neben Kratzern durch den Gebrauch sind auch mutwillige Zerstörungen vorhanden. So sind viele Augen ausgekratzt oder ausgestochen worden. Durch Wassereinbrüche sind an etlichen Stellen 10-20 cm breite, senkrechte Streifen entstanden. In diesen Beireichen ist die Malerei stark verwaschen oder gänzlich abgewaschen worden und es bildeten sich starke Wasserränder.
Die Hintergrundfarbe war ursprünglich einmal Weiss (Kalk) bei den restlichen Farben handelt es sich um Pflanzenfarbstoffe, Erd- oder Mineralpigmente. Die braünlichen Blätter, der Ranken und der Blumenstängel waren mit grüner Pflanzenfarbe gemalt worden, welche jetzt ausgeblichen ist. Das Grün des Zugerwappens wie auch das rechte Bein des Bannerträgers waren einmal mit blauer Pflanzenfarbe gemalt welche sich durch das Licht zu grün gewandelt hat. Das Grün des Marienmantels ist vermutlich blaues Azurit, welches sich ebenfalls in grünliches Malachit umgewandelt hat. So bleiben nur noch das Gelb und das Rot welches beständige Erdfarben sind. Sowie auch das beständige Russschwarz.
Nach der Bergung wurden die Wände in der Kantonsärchäologie Zug zwischengelagert und restauriert. Mittels Kompressen konnte das Vlies der Notsicherung mitsamt dem ganzen Oberflächenschmutz abgenommen und die Wasserränder herausgelöst werden. Danach wurden die unzähligen Fehlstellen in der vorherrschenden Umgebungsfarbe retuschiert. Dabei wurden nur die ganz klaren Zeichnungen verbunden aber keine grösseren Ergänzungen gemacht
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Thronende Madonna (17.Jh.)
Diese Skulptur wurde in den Jahren um 1950 aus dem Handel angekauft. Viele neue Ausbrüche und blätternde Farbschichten bewogen die Besitzer dazu, die Skulptur zu restaurieren. Vermutlich wurde sie auch vor etwa 50 Jahren restauriert. Dabei wurde das fehlende Jesuskind, das Zepter und auch die Konsole neu angefertigt. Die Vergoldungen und Versilberungen wurden dabei mit einer Bronzefarbe imitiert. Das versilberte Untergewand war zu dieser Zeit ziemlich stark oxidiert und wurde deshalb vermutlich als schwarz/braune Farbe erkannt. Infolge dessen wurde das Untergewand mit einer braun/schwarzen Lasur überstrichen um Fehlstellen in der Fassung einzubinden. Somit waren die aufgemalten Blumenmuster nicht mehr erkennbar. Fehlstellen in der restlichen Fassung wurden damals gekittet und grosszügig übermalt. Komplett mit einer dicken Ölfarbe wurde dabei auch die Mantelinnenseite übermalt. Darunter war jedoch noch eine gut erhaltene Azuritfassung vorhanden. Die Skulptur war stark verschmutzt und ein vergilbter Firnis störte die Farbigkeit. Unter diesem Schmutz und den Überarbeitungen war die Skulptur noch zu 90% mit ihrer originalen Fassung vorhanden.
Bei der Restaurierung wurden blätternde Stellen gesichert. Die Überarbeitungen wurden abgelöst. Ausbrüche wurden gekittet und retuschiert. Nur das Blau der Mantelinnenseite konnte nicht, ohne das Azurit darunter zu zerstören, abgelöst werden und wurde deshalb anhand einem Musterfenster rekonstruiert. In den Metallauflagen wurde die Fehlstellen mit Blattgold geschlossen. Im Untergewand wurde das stark oxidierte Silber mit etwas Weissgoldpuder in Richtung Silber gedrückt. Somit wurden auch die aufgemalten Ornamente wieder besser sichtbar.
Für die neue Gestaltung eines Andachtsraumes wurde in den Beständen des Klosters diese Skulptur gefunden. Bei einer früheren Restaurierung wurden spätere Fassungen abgelaugt. Diese Arbeit wurde sehr grob ausgeführt. Es waren nur noch Resten der originalen Farbe vorhanden. Die ursprüngliche Fassung war sehr reichhaltig. Viele Stoffe imitierten mit Gold- und Silberfäden durchwirkte Tücher. Vergoldungen und Versilberungen waren oft mit Mustern punziert. An vielen Stellen war nur noch das rohe Holz sichtbar. Auf den originalen Farbresten waren aber auch immer noch Resten der verschiedenen Überfassungen sichtbar. Um dieses Durcheinander optisch zu schliessen, wurde alles mit einer dunklen, braunen Lasur überstrichen.
Es wurde beschlossen, dass alle späteren Überarbeitungen restlos entfernt werden sollen. Danach wurden Fehlstellen gekittet und retuschiert. Grössere Teile, bei denen nur noch originale Untermalung vorhanden war, wurden nach den originalen Resten rekonstruiert. Dort wo die Fassung fehlte und nur das Holz sichtbar war, wurde nur flecken im Holzfarbton eingetönt.
Schauen Sie doch wieder vorbei, wir werden Sie laufend über interessante Arbeiten unterrichten.