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Cap Gris-Nez
Das
Cap Gris-Nez dt. „Graue Nase“ weil der offenliegende Fels grau ist, im
Gegensatz zu dem in Sichtweite nördlich liegenden Cap Blanc-Nez, wo
leuchtend weißes Gestein (Kreide) zu Tage tritt, ist eine
Landspitze an Frankreichs Kanalküste, der Côte d'Opale, in der Region
Nord-Pas de Calais in Nordfrankreich. Es befindet sich zwischen Calais
und Boulogne-sur-Mer.
Auf dem Gipfel des Cap Gris-Nez (50 m) steht ein Leuchtturm. Dieser ist
Teil der französischen Kanalüberwachung. Von hier aus wird der gesamte
Schiffsverkehr auf dem Ärmelkanal von der französischen Seite aus
überwacht.
Die Sichtachse vom Cap Gris-Nez zum Shakespeare Cliff bei Dover bildet
die Stelle, an der sich die Britischen Inseln (England) und
Kontinentaleuropa (Frankreich) mit nur 33 km Entfernung am nächsten
sind; dieser engste Abschnitt des Kanals hat eine eigene Bezeichnung,
die Strasse von Dover. Vom Cap Gris-Nez kann man bei klarem Wetter bis
nach England sehen, schaut man nach Süden an der Küste entlang, erkennt
man den Hafen von Boulogne-sur-Mer.
An dieser Stelle erwarteten die Deutschen
die Invasion der Alliierten und haben aus diesem Grund den Atlantikwall
besonders stark ausgebaut.
Dieser
Küstenabschnitt wurde während des Zweiten Weltkrieges im weiteren
Verlauf der Operation Overlord durch Kanadische Truppen befreit. Noch
heute weist das Gebiet um das Cap Gris-Nez sichtbare Spuren der schweren
Bombenangriffe gegen diesen Teil des "Atlantikwalls" von 1944 auf.
Der deutsche Schriftsteller und spätere Literaturnobelpreisträger
Heinrich Böll war als Soldat im Zweiten Weltkrieg auch am Cap Gris-Nez
stationiert.
Mehr Bilder im Fotoalbum Cap Gris Netz
Noch
heute findet man viele Befestigungsanlagen des Atlantikwall, besonders
sehenswert ist die Batterie Tott in Audinghen (GPS: 50.8456284
1.6055816)
Die Batterie Todt, ursprünglich Siegfried,
war während des Zweiten Weltkriegs eine deutsche Geschützstellung am Cap
Gris-Nez. Ausgestattet war sie mit vier 38-cm-Schiffsgeschützen mit
einer Reichweite bis zu 55,7 km.
Drei Bunker haben den Zweiten Weltkrieg
ohne grössere Beschädigungen überstanden. Einer wurde durch
Sprengfallen, die durch zwei Franzosen ausgelöst wurden, völlig
zerstört. Ein Bunker beherbergt heute ein Museum, in dem unter anderem
noch eine Tafel vorhanden ist, auf der die Geschützbedienung ihre
Schüsse gegen England dokumentierte. Eines der K 5-Eisenbahngeschütze,
einziges in Europa, steht im Aussenbereich.
Im Umland finden sich noch mehrere Bunker, die der Feuerleitung und dem
Schutz der Stellung dienten.
Mehr Bilder im Fotoalbum Batterie Todt