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Der teuerste Kaffee der Welt
Der teuerste Kaffee der Welt stammt aus Indonesien, vorwiegend aus Sumatra. Die Indonesier selbst wollen ihn alsbald verbieten, denn sie halten ihn für unsauber. Andererseits liegt der Großhandelspreis für ein Kilo der gerösteten Bohnen dieses Kaffees bei circa 220 Euro. Das entspricht dem Preis für qualitativ hochwertige Schuhe. Die Kaffee-Endverbraucher zahlen natürlich wesentlich mehr.
Was hat es nun mit diesem geheimnisvollen Kaffee auf sich? Eigentlich ist dieser Kaffee ein Katzenkaffee. In Indonesien wird er auch so genannt. Der indonesische Name dieser Kaffeesorte ist Kopi Luwak. Die Engländer nennen ihn fox-dung oder auch weasel coffee.
Die Katzen und der Kaffee
Damit kommen wir der Sache schon näher. Die Besonderheit dieses Kaffees besteht darin, dass die Bohnen von einer speziellen Schleichkatzenart gefressen und natürlich wieder ausgeschieden werden müssen. Der wilde Fleckenmusang, wie sich diese Katzenart nennt, ist unerlässlich für die Entstehung der exklusiven Kaffeesorte. Das Tierchen sieht ein bisschen aus wie eine Mini-Hyäne ohne Tupfen und ist nachtaktiv. Während seiner nächtlichen Ausflüge verspeist ein solcher Musang unter anderem auch die Bohnen des Kaffeestrauches und scheidet sie nach dem Verdauungsvorgang wieder aus. Die lokalen Kaffeesammler machen sich die Tatsache zunutze, dass die Schleichkatzen ganz wie unsere Hauskatzen immer wieder die gleiche Stelle im Wald als ihr Katzenklo nutzen. Der mit den Kaffeefrüchten durchsetzte Kot, wird nun gesammelt, gereinigt und leicht geröstet. Das daraus gebraute Getränk diente in der Kolonialzeit den Einheimischen als Kaffee-Ersatz, da der gute Plantagenkaffee nur für die Kolonialherren und den Export bestimmt war. Nunmehr hat sich das Blatt gewendet. Die Kolonialherren wurden des Landes verwiesen und der Katzenkaffee ist jetzt der teuerste der Welt.
Das Kaffee-Aroma aus dem Katzenmagen
Über den Geschmack dieses Gebräus sollte man sich nicht streiten, hat er doch den Status eines der exklusivsten Getränke der Welt inne. Ein englischer Schauspieler namens John Cleese sagte einmal, dass Kopi Luwak wie eine Mischung aus Dschungel und Schokolade schmecke. Damit beschrieb er auf eine vornehme Weise die modrige, erdige, sirupgleiche und gehaltvolle Note dieser Kaffeesorte. Chemiker fanden heraus, dass der Katzenkaffee durch seine nasse Fermentierung weniger Säure enthält als herkömmliche Kaffeesorten. Die Verdauungsenzyme der Musang-Katzen tun ihr Übriges, um das Aroma des Kaffees besonders zu gestalten. In den letzten zwanzig Jahren sind Versuche unternommen worden, Kopi Luwak künstlich herzustellen. Das Verdauungssekret der Schleichkatzen wurde isoliert und mittels chemischer Substanzen eine Flüssigkeit hergestellt, die die Prozesse, die normalerweise im Katzenmagen ablaufen, nachbildet. Es scheiden sich auch hier die Geister, ob dieser Kaffee dann immer noch als Kopi Luwak bezeichnet werden kann. Einige einheimische Kaffeeproduzenten sind dazu übergegangen, die Fleckenmusangs in Käfigen zu halten und ausschließlich mit Kaffeefrüchten zu ernähren. Dies jedoch ist vom tierschützerischen Standpunkt mehr als bedenklich, da die Käfighaltung nicht artgerecht ist und eine solch einseitige Fütterung zu Mangelerscheinungen bei den Tieren führt.