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Konstanz, 1751
Meisterstück
Joseph Labhardt
Konstruktion: Nadelholz
Furnier und Schnitzwerk: Nussbaum
H. 234, B. 210, T. 87 cm
Inv. 1986.217.
Unter den vielen anonymen Werken der Möbelkunst sind gesicherte Meisterstücke wie dieser mit Nussbaum furnierte Kasten selten: Auf einem Zettel, der hinter dem mittleren Pilastersockel versteckt war und der bei der Restaurierung entdeckt wurde, hat der Schreiner seinen Namen, Joseph Labhardt, den Ort, Konstanz, und das Datum, 9. Dezember 1751, anlässlich der Erlangung seiner Meisterwürde notiert. Das Wappen der Konstanzer Patrizierfamilie Leiner auf den Schlüsseln gibt darüber hinaus Auskunft über die ursprünglichen Besitzer. Der Typus des zweitürigen Fassadenschranks entspricht dem in Süddeutschland allgemein seit Mitte des 17. Jahrhunderts (in Basel seit 1664) in den Zunftordnungen für das Schreinerhandwerk verlangten Meisterstück. Im Unterschied zu Basler Schränken wird aber durch den Verzicht auf zweifache Sockelung der Pilaster hier eine monumentalere Wirkung erzielt; diese ist, verbunden mit der Dekorfreudigkeit der Marketerien und dem Ornament der Rocaillekapitelle, für diesen Barockschrank vom Bodensee kennzeichnend.