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Was wäre Weihnachten ohne die berühmten schwedischen TV-Klassiker wie Pippi Langstrumpf, Michel aus Lönneberga oder Ronja Räubertochter? Sie sind auch nach Jahrzehnten immer noch so frisch und fröhlich wie früher.
Michel aus Lönneberga (1971–1973)
«Michel war ein Lausejunge aus ‘nem Dorf in Schweden. Nichts als dumme Streiche hatte er im Sinn. Unter seinen Streichen litten Vater, Mutter, Ida. Auch die brave Lina und auch die Lehrerin. Sing Dudeldei, sing Dudeldei …» So lautet das deutsche Intro zur TV-Serie «Michel aus Lönneberga» und fasst zusammen, um was es geht. Michels Streiche wurden allerdings nicht in Lönneberga gedreht, sondern im rund 20 Kilometer entfernten Gibberyd. Hier steht der berühmte Katthult-Hof, inklusive Schuppen, in dem sich der freche Bengel verstecken musste, wenn er wieder mal was ausgefressen hatte. Übrigens: Im schwedischen Original hiess Michel «Emil», wurde aber im Deutschen umgetauft, um nicht mit Erich Kästners Emil-Figur verwechselt zu werden.
Pippi Langstrumpf (1969–1971)
Jedes Jahr zu Weihnachten erfreut das anarchistische Schweden-Meitli die TV-Bildschirme. Gezeigt werden die Abenteuer von Pippi Langstrumpf meist als Serie. Und das, obwohl sie eigentlich Spielfilme waren, die einfach in jeweils vier Episoden aufgeteilt wurden. Nach den ersten beiden Pippi-Filmen, die 1969 gedreht wurden, gab es 1970 wieder zwei Spielfilme mit Inger Nilsson als Pippi. Während die ersten beiden Filme Astrid Lindgrens Kinderbuch genau umsetzten, ist Pippi im Taka-Tuka-Land eine eigenständige Geschichte. Fast noch interessanter ist die Geschichte hinter der Geschichte. So wollte Astrid Lindgren eigentlich nur ihrer siebenjährigen Tochter, die mit einer Lungenentzündung im Bett lag, eine Geschichte erzählen. Sie handelte von der frechen Pippi Langstrumpf und ihren Freunden Annika, Tommi, Herr Nilsson und Kleiner Onkel. Als Astrid Lindgren selbst das Bett hüten musste, schrieb sie die Geschichte nieder und schenkte ihrer Tochter Karin eine gedruckte Ausgabe zum 10. Geburtstag. Der Rest ist Geschichte.
Nils Holgersson (1980/1981)
Nein, Nils Holgersson hat nicht Astrid Lindgren geschrieben, sondern die Literatur-Nobelpreisträgerin Selma Lagerlöf. Die 52-teilige TV-Serie basiert auf ihrem 1906 erschienenen Buch «Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen» und war ein sozialkritisches Auftragswerk der Regierung. Rebellisch wie Lagerlöf war, erfand sie keine liebenswürdige Figur, sondern einen Antihelden. Der 14-jährige Nils Holgersson ist eigentlich ein Taugenichts, der auf dem heimischen Hof gerne die Tiere quält. Nachdem er einen Wichtel beleidigt hat, verwandelt dieser ihn in einen Däumling. Nur ein Gänserich, der sich in eine Wildgans verliebt hat, erbarmt sich seiner und nimmt Nils mit auf die Reise der Wildgänse gen Norden. Unterwegs lernt Nils nicht nur die einzelnen Provinzen Schwedens kennen, sondern auch die Sagen und Bräuche der Regionen, inklusive ihrer sozialkritischen Sorgen.
Ronja Räubertochter (1984)
Wer kennt sie nicht, die Geschichte von Ronja, der Tochter des Räuberhauptmanns Mattis und seiner Frau Lovis?! Aufgewachsen auf der Mattisburg im Mattiswald lernt sie eines Tages Birk Borkason kennen; sie werden beste Freunde. Dumm nur: Birk ist der Sohn des verfeindeten Räuberhauptmanns. Schliesslich eskaliert der Streit der Familien und Ronja flieht mit Birk in eine Höhle im Wald. Mattis’ Sehnsucht nach seiner Tochter ist dann aber doch grösser als sein Groll.
Pettersson und Findus (ab 2000)
Wie ein Kater doch das beschauliche Leben eines älteren Herrn auf den Kopf stellen kann! Das hätte Herr Petersson nicht erwartet, als er den Kater Findus bei sich aufgenommen hat. Findus hat die verrücktesten Ideen, die Petersson manchmal ganz schön in die Bredouille bringen. Aber am Ende sind sie immer für einander da – so wie es beste Freunde nun mal sind.
Weitere TV-Klassiker aus Schweden:
Die Kinder von Bullerbü (1961)
Die TV-Serie «Die Kinder von Bullerbü» feierte 1961 Premiere und basiert auf den gleichnamigen Kinderbüchern von Astrid Lindgren. Wer das echte Bullerbü sucht, das Astrid Lindgren vor Augen hatte, wird fündig im Weiler Sevedstorp. Hier ist Astrids Vater Samuel August aufgewachsen.
Karlsson auf dem Dach (1974)
Karlsson hat einen Propeller auf dem Rücken und ist im Grunde ein gieriger, verfressener, selbstsüchtiger, rechthaberischer, dummer Quälgeist des kleinen Lillebror. Obwohl Karlsson ein Kind (mit Halbglatze) ist, sagt er über sich, dass er ein Mann in den besten Jahren sei. Voll schräg! Geschrieben wurden die drei Karlsson-Bücher von Astrid Lindgren. Die bekannteste Verfilmung der Bücher ist der schwedische Spielfilm «Karlsson auf dem Dach», den wir im deutschsprachigen Raum als vierteilige Fernsehserie kennen.
Der Junge mit den Goldhosen (1975)
Der 13-jährige Mats, der bei seinem alleinerziehenden Vater lebt, findet auf dem Dachboden eine alte, braune Cordhose, aus deren Tasche er eine 10-Kronen-Banknote zieht. Obwohl die Hosentasche danach eigentlich leer sein sollte, gibt sie immer wieder neue Scheine aus. Doch Geld bedeutet nicht nur Segen, sondern lockt auch dunkle Gesellen auf den Plan. Mats und sein Vater lernen, wie hoch der Preis für Geld sein kann …
Ferien auf Saltkrokan (1964)
Viele Astrid-Lindgren-Kinderbücher wurden verfilmt. Doch diese Fernsehserie schrieb sie erst als Drehbuch fürs Fernsehen, bevor die Geschichten als Kinderbücher erschienen. Es geht darin um die Familie Melcherson, die sich für den Sommer ein verlottertes Ferienhaus auf der Insel Saltkrokan mietet, woran besonders die Kinder ihre Freude haben.