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Ruine Ramschwag
In Häggenschwil gibt es zwei Burgen mit den Namen Ramschwag. Die Alt-Ramschwag befindet sich auf einer steilen Anhöhe hoch über der Sitter. Die Alt-Ramschwag ist die am besten erhaltene Ruine zwischen Wil und dem Bodensee. Die Neu-Ramschwag, auch Rabenstein genannt, befand sich auf einer Anhöhe beim Weiler Engensbühl. Von der Neu-Ramschwag ist heute praktisch nichts mehr zu sehen. Diese wurde im 17. Jahrhundert abgetragen. Die Steine wurden für den Bau der Kirche in Häggenschwil verwendet.
Die Ramschwag wurde im 10. oder 11. Jahrhundert erstellt. Die Burg wurde mit einem Wassergraben und einer Ringmauer gesichert. Der Zugang erfolgte über eine Zugbrücke über den Wassergraben. Der Turm umfasst mehrere Stockwerke, welche ca. 2.50 m hoch waren. Ursprünglich war die Ramschwag viel umfangreicher und grösser. Teile der Burg sind im Laufe der Jahre bei Erdrutschen in die Sitterhinunter gestürzt.
Woher die Herren von Ramschwag kamen ist ungewiss. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1167. Die Ritter von Ramschwag hatten in der Umgebung keinen guten Ruf. Sie waren viel in Streitigkeiten mit dem Abt, dem Bischof und anderen Adeligen verwickelt. Sie waren deshalb weit herum verhasst.
Im Jahre 1271 überfielen die Ramschwager die Stadt Bischofszell und brannten diese nieder. Es heisst auch, dass sieben unschuldige Landleute ganz einfach erhängt worden seien. So wurde auch das Appenzellerland überfallen und die Stadt Appenzell wurde eingeäschert. Am erfolgreichsten waren die Ramschwager nach 1278. Damals rettete nämlich ein Ritter von Ramschwag bei einer Schlacht König Rudolf von Habsburg das Leben. Der König von Habsburg lag in einem Graben und wartete auf den Todesstoss. Da stürzte sich Heinrich Walter von Ramschwag auf den König und half ihm auf das Pferd und sie konnten fliehen und dem Feind entkommen. Deshalb erhielten die Ramschwager verschiedene Ländereien und Vogteien im Fürstenland und im Rheintal. Ulrich von Ramschwag wurde sogar Reichsvogt vom Thurgau.
Nun kannte der Übermut der Ramschwager keine Grenzen mehr. Sie waren die mächtigsten Herren der heutigen Ostschweiz. Sie waren sehr machthungrig und schraken vor nichts zurück. Sie trieben ein böses Spiel und waren gehasst und gefürchtet.
Die erste bittere Niederlage erlebten die Ramschwager im Jahre 1292. Sie hatten einen Überfall auf die Stadt St. Gallen geplant. Die Stadt erfuhr jedoch vom Plan der Ramschwager und konnten sich auf die Schlacht vorbereiten. Sie überraschten die Ramschwager bei Mörschwil. Die Ritter von Ramschwag erlitten grosse Verluste. Viele von ihnen wurden bei der Schlacht getötet.
Die vielen Streitigkeiten mit dem Kloster und anderen Adeligen zermürbte das Geschlecht der Ramschwager immer mehr. Ihre Macht brach allmählich zusammen. Im Jahre 1385 verlegten sie ihren Wohnsitz in die Burg Blatten bei Oberriet. Durch weitere Kämpfe und Streitigkeiten schwand das Vermögen der Ramschwager und sie wurden ärmer und ärmer. Sie verwandelten deshalb die Burg Blatten in ein Wirtshaus und bewirteten selber die Gäste, um ein Einkommen zu erzielen. Im 15. Jahrhundert verarmten die Ramschwager ganz und sie verliessen unsere Gegend.
Es gab aber auch bei den Ramschwagern rühmenswerte Personen. Im Jahre 1320 wurde Marga-rethe von Ramschwag Äbtissin vom Kloster Magdenau. Und im 14. Jahrhundert lebte eine Anna von Ramschwag, welche später selig gesprochen wurde.
Die Ramschwager hatten nebst ihren beiden Burgen in Häggenschwil auch die Burg Blatten in ihrem Besitz und auch die Burg Wälsch-Ramschwag im vorarlbergischen Nenzing.
Im 14. Jahrhundert verfiel die Ramschwag je länger je mehr zu einer Ruine. Der Dachstuhl aus Holz ist im 15. Jahrhundert abgetragen und für den Bau eines Schlösschens in Bischofszell verwendet worden.
Was von den Ramschwagern geblieben ist, ist das Gemeindewappen mit den zwei Leoparden auf goldenem Grund. Das gleiche Wappen mit den zwei Leoparden aber auf silbernem Grund hat übrigens die Gemeinde Nenzing. So bleiben die Ramschwager den Häggenschwilern auch in Zukunft erhalten.