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Tätigkeiten
Identifiziert, analysiert, bewertet und überwacht mithilfe systematischer Verfahren Risiken von Schäden oder Verlusten einer Organisation gemäss übergeordneten Zielen und Strategien. Im Finanzbereich schätzen sie Risiken beispielsweise bei der Kreditvergabe, bei Anlagegeschäften oder bei Versicherungsfragen ein. Im Projektmanagement beurteilen sie Phänomene wie fehlerhafte Zeitpläne, Anforderungsinflation oder geringe Produktivität. Im Bereich der Unternehmensrisiken befassen sie sich mit der Gefährdung der Reputation oder mit der Ertragslage und den Risiken, die sich bei Fortführung oder Verkauf des Unternehmens ergeben. Sie setzen sich auch mit Natur- und Umweltgefahren auseinander oder mit Produktrisiken, etwa von Medikamenten. Andere befassen sich mit Gefahren bei Grossveranstaltungen oder mit operationellen Risiken, etwa von technischen Anlagen oder in der Informatik.
In ihrer Tätigkeit identifizieren sie als Erstes die Risiken. Dabei verwenden sie Methoden wie Szenario-Technik, Post-Mortem-Analyse, Experten- und Mitarbeitendenbefragung oder Checklisten. In einem zweiten Schritt bewerten sie die Risiken aufgrund ihrer Eintretenswahrscheinlichkeit und ihres Schadensausmasses. Je höher sie beides beurteilen, umso zwingender müssen sie Massnahmen zur Risikominderung ausarbeiten. Drittens analysieren sie Ursachen und Wechselwirkungen. Darauf aufbauend planen sie präventive Massnahmen, die den Schaden verhindern, oder korrektive, die ihn begrenzen. Das kann etwa die Aufgabe eines Geschäftsfelds sein, eine Risikoverminderung, beispielsweise durch Diversifikation von Transporten kostbarer Güter, oder eine Risikoversicherung. Dazu erstellen sie auch Expertisen zuhanden der Geschäftsleitung. Als Viertes kontrollieren sie erkannte Gefahren und deren Frühindikatoren mittels des Risiko-Monitoring.
Im Finanzwesen und der Versicherungswirtschaft setzen sie überwiegend mathematische Methoden und Modelle ein. In andern Bereichen, beispielsweise im Projektmanagement, verwenden sie vorwiegend qualitative Methoden. Für einzelne Aufgabensektoren werden spezielle Berufsbezeichungen wie Risk-Analyst oder Risk-Controller verwendet. Die Übergänge von Aufgaben bestimmter Risikomanager/innen zu jenen der Compliance Officers, welche in Unternehmen die Einhaltung der Gesetze, Statuten, Reglemente und Weisungen überwachen, sind fliessend.
Risikomanager/innen arbeiten vor allem in Versicherungen, Banken und andern Finanzinstituten, in der Energiewirtschaft, z.B. in Elektrizitätsgesellschaften, in der technischen oder chemischen Industrie, in grösseren Ingenieur- oder Informatikunternehmen, in Dienstleistungsbetrieben wie den SBB oder der Post, in der Unternehmensberatung und in der öffentlichen Verwaltung.
Ausbildung
Übliche/r Ausbildungsweg/e
- Master Universitäre Hochschule
Übliche Ausbildung:
Universitäres Studium der Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft, Wirtschaftsinformatik, Mathematik, Wirtschaftsmathematik, Statistik, Naturwissenschaften (insbesondere Physik), Informatik,
Ingenieurwissenschaften
In einigen Fällen:
Fachhochschulstudium in Betriebsökonomie, Naturwissenschaften, Ingenieurwissenschaften; Banklehre als Kaufmann/-frau mit Weiterbildung; universitäres Studium der Rechtswissenschaften;
Master of Business Administration; MAS FH in Risk Management, Hochschule Luzern