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Zofingens westliches Gemeindegebiet zwischen Bahnlinie und Wigger war bis ins späte 19. Jahrhundert nur schwach überbaut. Während der Streifen der Bahnlinie entlang schon früh durch Industriebauten geprägt wurde, gab es vornehmlich parallel zur Wigger einige grössere Gewerbe- und Bauernanwesen. Dazwischen breitete sich noch lange Acker- und Weideland aus. Die Villa Gradmann gehört mit Baujahr 1888 zu den ersten Bauten im Bereich der Falkeisenmatte. Erst in den letzten hundert Jahren wurde das Gebiet dichter überbaut. Im Herzen dieser Bebauung wurde eine weiträumige Zone für öffentliche Bauten ausgeschieden, in der sich heute die städtischen Werke, der Werkhof und der Schulkomplex des BZZ ausbreiten.
Die Situierung in der Nähe der zentralen öffentlichen Einrichtungen und des Verkehrsknotens wie auch des Stadtzentrums mit seinem Versorgungsangebot macht die Wohnlage hochwertig. Die heterogene Quartierstruktur stellt jedoch hohe Ansprüche mit Bezug auf wechselseitige Einwirkungen und Erwartungshaltungen. Die hohe Ausnutzungsdichte, die sich aus dem Einbezug des nördlichen Grundstücks und dem Arealbonus ergibt, wird in Punktbauten aufgebrochen. Während sie im Anschluss an die Einfamilienhausparzellen im Westen und das Villengrundstück im Norden auf dreigeschossigem Niveau gehalten werden, erhöhen sie sich nach innen und gegen die Grossbauten im Osten auf vier Geschosse mit Attika. Das Gebäudeensemble von acht kompakten, zueinander versetzten Solitären spannt einen durchlässigen, parkartigen Freiraum auf. Durch die klare zweibündige Gebäudestruktur werden ausschliesslich nach Süden und Westen orientierte Wohnungen realisiert. Die als Stadtvillen entwickelten Gebäude beziehen den sie umgebenden Grünraum, der den Villenpark optisch integriert und weiterführt, in die Wohnqualität mit ein.
Die 64 3½- bis 5½-Zimmerwohnungen weisen durch ihre vielfältige räumliche Qualität und ihre Aussenbeziehung einen hohen Wohnwert auf. Die grosszügigen Grundrisse sind konsequent in Wohn- und Schlafbereiche gegliedert. Jeweils ein Zimmer pro Geschoss kann der einen oder der anderen Wohnung zugeteilt werden. So entsteht eine Flexibilität im Wohnungsmix. Die durchgehend behindertengerechten Geschoss- und Attikawohnungen bieten Wohnraum für eine sozial und altersmässig durchmischte Bewohnerschaft. Mit einem wertigen, aber neutralen Ausbau wird den unterschiedlichen Bedürfnissen und Ansprüchen Rechnung getragen. Die grossen Loggien sind jeweils hälftig doppelhoch und generieren ein luftiges Raumgefühl mit einer gewissen Exklusivität. Es entstehen interessante Raumbezüge – Innen- und Aussenraum fliessen ineinander.
|Adresse||Mühlegasse|
4800 Zofingen
|Bauherr||Falkeisenmatte AG|
4800 Zofingen
|Kubus nach SIA||54015 m3|
|BGF||16727 m2|
|Wettbewerb||1. Rang 2014|
|Projekt||2015|
|Ausführung||2016-17|
|Mitarbeiter||Robert Alberati|
Jaana Küttler
Nadia Peyer