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| Athanasius (295-373) - Vertheidigung der Lehre des heiligen Dionysius von Alexandrien. (De sententia Dionysii)

19.
Wer wird, wenn er dieses hört, diejenigen fernerhin nicht des Wahnsinnes beschuldigen, welche argwähnen, Dionysius denke arianisch? Ja, er wird vielmehr wegen dieser Beweisgründe der Wahrheit die ganze Ketzerei des Arius mit Füssen treten. Denn jene Worte: „Er war nicht, ehe [S. 277] er gezeugt wurde,“ und: „Es gab einmal eine Zeit, wo er nicht war,“ widerlegt er durch das Wort „Abglanz,“ und durch die Behauptung: Sein Vater war niemals ohne Sohn. Ihre Angabe aber, er sey aus Nichtseyendem, widerlegt er durch die Behauptung, das Wort sey wie ein Fluß aus einer Quelle, wie ein Zweig aus einer Wurzel, wie ein Sohn vom Vater, wie Licht aus dem Lichte, und Leben aus dem Leben. Daß aber jene das Wort von Gott trennen und absondern, dieses verwirft er, indem er sagt, die Dreieinigkeit, welche weder getheilt noch verringert werden kann, ziehe sich in eine Einheit zusammen. Daß sie aber behaupten, der Sohn sey von der Wesenheit des Vaters verschieden, verwirft er offenbar, da er sagt, der Sohn sey gleichen Wesens mit dem Vater. Hierin wird man freilich die Unverschämtheit der Gottlosen bewundern; denn obwohl Dionysius, von welchem sie sagen, er habe gleiche Meinung mit ihnen, sagt, der Sohn sey gleichen Wesens, so summen sie doch wie Mücken allenthalben umher, als wenn die Synode den Ausdruck „gleichen Wesens“ nicht mit Recht niedergeschrieben hätte. Denn ist Dionysius ihr Freund, so sollen sie die Lehre desjenigen nicht läugnen, welcher mit ihnen gleiche Meinung hat. Glauben sie aber, daß dieses nicht richtig gesagt sey, warum behaupten sie denn allenthalben, Dionysius, welcher dasselbe sagt, habe die nämliche Meinung wie sie? zumal da derselbe dieses offenbar nicht obenhin sagt, sondern diejenigen, welche ihn beschuldigten, daß er behaupte, der Sohn sey nicht gleichen Wesens mit dem Vater, durch andere frühere Briefe der Lüge überführt, jene aber, welche glaubten, er habe gesagt, das Wort sey etwas Entstandenes, widerlegt, indem er zeigt, daß er nicht so, wie sie meinen, denke; sondern daß er, wenn er auch diese Worte gebraucht, es nur allein deßwegen gethan habe, um zu zeigen, daß es nicht der Vater, sondern der Sohn ist, welcher den entstandenen, geschaffenen und gemachten Leib angezogen hat; in welcher Beziehung [S. 278] auch gesagt wird, daß der Sohn entstanden, gemacht und geschaffen worden sey.