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Im Süden Tunesien versuchen am 2. Januar rund 100 Migranten, nach Europa auszureisen. Die zwei Boot geraten in Seenot. Rund 30 Menschen werden von einer Seerettungorganisation aufgenommen, rund 700 retten sich auf der Offshore-Plattform einer Ölförderungsgesellschaft. Die versorgt die Menschen und übergibt sie später an die tunesische Marine. Nun bezichtigt die Rettungsorganisationen die Ölgesellschaft der Menschenrechtsverletzung, da die Menschen nach Tunesien zurückgebracht worden seien, das Land aber «kein sicherer Hafen» sei. – Die Plattform liegt tatsächlich rund 120 Kilometer östlich der tunesischen Küste und somit in der maltesischen Such- und Rettungszone. Malta hatte auf die Aufforderung zur Rettung der Gestrandeten nicht reagiert. – Die Situation widerspiegelt das kaum lösbare Dilemma in der Bekämpfung der irregulären Migration aus dem Maghreb. Denn wenn solche Rückführungen unzulässig sind, müssten genau genommen sämtliche Rückführungen durch die tunesische Küstenwache eingestellt werden – oder diese hätte konsequenterweise alle Geretteten an Seerettungsorganisationen zu übergeben. – Im vergangenen Jahr fanden laut dem Forum tunisien des droits économiques et sociaux (FTDES) fast 20’000 solcher Rückführungen nach Tunesien statt.