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Am 11. Juni 1974 wurden die Washington Capitals gegründet. Fast genau 44 Jahre später folgt der grosse Triumph. Der Stanley Cup geht nach der zweiten Finalteilnahme zum ersten Mal in Washingtons Besitz über. Ein Blick auf Figuren und Ereignisse der erfolgreichsten Saison der Franchise aus der U.S. Hauptstadt.
Die Offseason letztes Jahr brachte bei Washington eigentlich nicht wirklich eine qualitative Verbesserung des Kaders. Man konnte Marcus Johansen für einen second- und einen third-round Pick an New Jersey abgeben. Verloren hat man auch Kevin Shattenkirk und Karl Alzner ohne Gegenleistung, beide wandern als Free Agents ab. Letzterer mit der Bemerkung dass “er um den Stanley Cup spielen wolle, und nicht jedes Jahr in der zweiten Runde schluss sein soll”. Er verpasst mit Montreal den Einzug in die Postseason um 26 Punkte.
Bis zur Trade Deadline im Februar schlagen sich die Caps gut, liegen am 26.2. mit 77 Punkten auf dem achten Platz ligaweit. Im Verlauf dieser Zeit kommen Spieler zum Einsatz die man in Washington noch nicht genauer kannte. Unter Anderem kam der erste Australier überhaupt zu einem NHL-Einsatz. Der 24-jährige Nathan Walker spielt zehn Spiele für die Caps, inklusive einem Playoffspiel gegen die Penguins.
Auch Devante Smith-Pelly kommt zu 75 Regular-Season Einsätzen. Der Kanadier wurde zuvor von den New Jersey Devils aus seinem Vertrag ausgekauft und unterschrieb mit dem Team aus Washington einen Einjahresvertrag. Seine Saison verlief nicht ohne Zwischenfall; aufgrund seiner Hautfarbe musste er sich in Chicago mit Fans und deren Bemerkungen unter der Gürtellinie herumschlagen: (Video unten; englisch)
Um sich auf die Playoffs hin zu verstärken, holte man vor der Deadline den Tschechen Michal Kempný für einen Third-rounder von Chicago. Ein guter Move, da der 27-jährige Verteidiger später in allen Playoffspielen zum Einsatz kommt.
In den Playoffs eine Schippe drauf gelegt
Am Ende der Regular Season stehen die Capitals mit 105 Punkten einmal mehr an der Spitze der Metropolitan Division. Im Gegensatz zu den vergangenen beiden Jahren, konnte man sich jedoch kein garantiertes Heimrecht für die gesamten Playoffs sichern. Und das war vielleicht auch gut so.
Was danach geschieht ist Geschichte. Die Columbus Blue Jackets scheitern in der ersten Runde an den Caps. Der grosse Drachen wird bezwungen indem man endlich die Pittsburgh Penguins schlagen kann. Die Tampa Bay Lightning werden in sieben Spielen ebenfalls aus dem Weg geräumt. Und schliesslich unterliegt auch das neue Team aus Las Vegas den Hauptstädtern. Washington gewinnt dabei alle Serien auswärts, das gab es noch nie.
Grossen Anteil an diesem Triumph haben Evgeny Kuznetsov, der mit 32 Punkten am zweit-meisten Playoffpunkte in einer Saison hinlegte*. Besser war nur Evgeni Malkin in der 2008/09 Saison mit 36 Scorerpunkten.
Bester Torschütze der Playoffs ist der Topstar Alex Ovechkin, der als erster Russischer Mannschftskapitän einen Cup gewinnen kann.
Des weiteren sticht Lars Eller mit drei Game-winnern ins Auge. Er erzielt unter seinen total sieben Toren auch das Stanley-Cup-Winning-Goal. Er ist zudem der erste Däne der auf dem Cup verewigt werden wird. Der bereits erwähnte Smith-Pelly schiesst am viert-meisten Tore des Teams, trotz nur 12:02 Minuten durchschnittlicher Eiszeit.
Zudem: Tom Wilson brachte viel Härte und Torgefahr, John Carlsson zeigt warum er ein absoluter Topvertediger ist und André Burakovsky schiesst quasi im Alleingang die Tampa Bay Lightning nach Hause.
Es performen einmal mehr nicht nur die Top-Linienspieler en route zu Lord Stanley.
Auch Braden Holtby hat sehr gute Leistungen gezeigt. Obwohl er die ersten beiden Playoffspiele aufgrund einer mässigen Saison auf der Bank verbrachte, gab er danach seinen Starterplatz nicht mehr zurück an den Deutschen Philipp Grubauer. 589 Saves zeigt der Kanadier auf dem Weg zum Pokalgewinn. Darunter auch diese Parade, die unter Fans bereits Kultstatus hat:
Zukunft
Blickt man bereits auf nächstes Jahr steht viel Arbeit an. Folgende Verträge laufen aus:
- Smith-Pelly, Devante (Restricted Free Agent)
- Chiasson, Alex
- Beagle, Jay
- Wilson, Tom (RFA)
- Boyd, Travis (RFA)
- Carlson, John
- Kempný, Michal
- Bowey, Madison (RFA)
- Jerabek, Jakub
- Grubauer, Philipp (RFA)
Die Draft-Situation sieht dafür aber rosig aus. Man musste keinen first-rounder aufgeben um zu gewinnen.
Es steht also viel Arbeit an, vor allem will man die Fans nach so einer Saison auch nicht mit einem schlechten Folgejahr enttäuschen.
Vorerst wird aber gefeiert!
*Gerechnet ab dem Jahr 2000, die 80er waren scoringmässig nämlich crazy! Wayne Gretzky hat 1985 in 18 Spielen 47 Punkte erzielt…