Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03423.jsonl.gz/785

Emmanuel Wagner
Inhaltsverzeichnis
Lebensdaten
Profess: 29. September 1872
Priesterweihe: 25. März 1877
Primiz: 2. April 1877
Lehrer in der Stiftsschule: 1877–1900
Kaplan in Melchtal: 1900–1904
Spiritual in Sarnen: 1904–1906
Beziehungsnetz
Verwandtschaft
Sohn des Remigius Wagner, Posthalter und Ratsherr, und der Katharina Zimmermann.
Lebensbeschreibung[1]
P. Emmanuel wurde als Sohn des Posthalters und Ratsherrn Remigius Wagner und der Katharina Zimmermann am 15. Februar 1853 in der Thurmatt in Stans geboren und am gleichen Tag auf den Namen Franz Xaver getauft. [2] Er war das sechste Kind der Eheleute Wagner.[3] Franz genoss eine sorgfältige Erziehung und eine gründliche Schulausbildung in Stans. Tief geprägt wurde er von dem damaligen Pfarrer Josef Ignaz von Ah, der von 1863 bis 1867 Pfarrer in Stans war und auch die zwei obersten Klassen der Knabenschule unterrichtete und sich mit ganzer Kraft dem Jugendunterricht widmete.[4] P. Emmanuel pflegte bis zu dessen Tod 1896 eine enge Freundschaft mit seinen ehemaligen Lehrer.[5] Pfarrer von Ah versuchte auch die Freizeit der Kinder nützlich zu gestalten indem er kleine Theaterstücke schrieb. Das Schultheater war eine willkommene Abwechslung und lockerte den Schulalltag der Kinder auf. P. Emmanuel erinnerte sich an diese Zeit, "an die schönen Stunden, die ich im Erdgeschoss bei den Klosterfrauen zu Stanz verlebt, und an jene stolzen Zeiten, wo ich als Kaiser Franz den Schnauz gestrichen, oder als ehrlicher Kaminfeger das 'Hans Hans hau di mit' gesungen, oder als selbstbewusster Schwabe die goldenen Knöpfe am gelben Frack zwischen meinen Fingern gedreht."[6] Im Rückblick erscheint die Beziehung zwischen Pfarrer von Ah und P. Emmanuel, wie P. Georg Duffner in seiner Abhandlung über ihn schreibt, "von einer verblüffenden Geradlinigkeit. Scharfe Beobachtungsgabe, aus steinigem Boden erwachsene Konsequenz, in Humor schwelgende Kritik, nie verletzende Ironie, volkstümlicher Ausdruck in Wort und Bild, dies alles gehörte zum Erbe, das P. Emmanuel von seinem Lehrer mitbekam. Pfarrer von Ah richtete seinen Blick über das Tal hinaus, über die Grenzen hinweg, P. Emmanuel überschritt dafür die Bereiche des blossen Wortes und blendete mit Hilfe der Zeichnung und der Karikatur hinein ins bewegte Leben des heimatlichen Tales. Ja, aus den erhaltenen Fotos und Zeichnungen zu schliessen, ging die Ähnlichkeit zwischen den beiden Männern noch weiter und ergänzte sich auf beiden Seiten durch eine füllige Gestalt und einen monumentalen Kopf mit durchdringenden Blick."[7] Ab Ende Oktober 1865 begann Franz bei den Kapuzinern in Stans mit den drei unteren Klassen des Gymnasiums. 1868 wechselte er wahrscheinlich dank eines kantonalen Stipendiums an die Stiftsschule nach Engelberg wo er in die 4. Klasse eintrat.
Nach Abschluss der 6. Klasse entschloss er sich in Engelberg einzutreten. Sein Zeugnis vom Ordinariat Chur vom 22. Oktober 1871, bescheinigte ihm "von Jugend auf einen frommen Wandel und untadelhaftes Betragen." Auch dass er talentvoll sei und immer sehr gute Zeugnisse bekam.[8] 1871 begann er das Noviziat und am 29. September 1872 legte er die zeitlichen Gelübde ab und erhielt seinen Klosternamen Emmanuel, zur Erinnerung an Abt Emanuel Crivelli. Am 29. September 1875 die ewigen Gelübde. In der Lehr- und Erziehungsanstalt des Stiftes Einsiedeln machte er von 1872 bis 1874 den zweijährigen Philosophiekurs mit. Im Fleiss hatte er in den zwei Kursjahren in allen Fächern die erste Note erhalten, im Fortschritt nur in Griechisch die zweite.[9] In Engelberg absolvierte er seine theologischen Studien. Am 10. Oktober erteilte ihm Bischof Kaspar Willi von Chur den Subdiakonat und am 9. Juli Bischof Karl Johann Greith von St. Gallen den Diakonat. Am 25. März 1877 erhielt er von Bischof von Basel, Eugen Lachat, die Priesterweihe und am Ostermontag, den 2. April 1877, feierte er seine Primiz in Engelberg, bei der Pfarrer von Ah die Festpredigt hielt.
Er wurde in der Schule und Seelsorge eingesetzt. Man berichtet von ihm, dass er schon bald jeden Feierabend im Beichtstuhl verbrachte und dass er nach einigen Jahren bereits ein hervorragender, feuriger und beliebter Prediger auf der Kanzel war. Schon 1879 wurde er als Primizprediger am Schutzengelfest berufen wo in der Pfarrkirche Stans der Stiftskantor F. Xaver Jann seine Primiz feierte. Mit Stans blieb er zeitlebens eng verbunden. Den Höhepunkt seiner Predigttätigkeit bildete die Jahrhundertfeier des tragischen Franzosenüberfalles, die am 9. September 1898 in Stans begangen wurde. In der dortigen Pfarrkirche hielt P. Emmanuel vor einer riesigen Volksmenge die grosse und ergreifende Gedächtnispredigt, "Gedenket der Thaten der Väter", in der er vorerst in drastischer Schilderung die blutige Szenerie heraufbeschwor, welche diese Kirche vor 100 Jahren geboten hatte. Im "Obwaldner Volksfreund" vom 17. September 1898 wurde diese Rede in der Beilage zu Nr. 38, fast eine halbe Seite gewidmet.[10]
In der Schule entfaltete P. Emmanuel seine Haupttätigkeit und sie war mit allem was dazu gehört wie beispielsweise Theater, sein Lebenselement. Die Engelberger Klosterschule umfasste damals sechs Gymnasialklassen. Als junger Klassenlehrer übernahm er vorerst die unterste Klasse, lehrte Deutsch, Latein, Mathematik, Geschichte und Geographie. Und bald gab er auch in allen Klassen den Zeichenunterricht. Nach einigen Jahren war er bereits Hauptlehrer in der obersten Klasse und brachte seinen Schülern als Rhetoriklehrer die Kunst des Vortrags und des öffentlichen Redens bei.[11] Als Lehrer besass er das Talent, den Unterricht seinen Schülern angenehm und verständlich zu machen. Er wusste seine Schüler, besonders in den oberen Klassen, durch seine anregenden, mit manchem heiteren Wort gewürzten Vorträge zu fesseln. Mit Vorliebe pflegte er die deutsche Sprache und Literatur und zeichnete sich hierin durch gute Kenntnisse aus. P. Emmanuel war von mächtiger Positur und Energie, denen er gelegentlich mit den funkelnden Augen erhöhten Ausdruck verlieh. Wohl deshalb schrieb er auch seinen Namen kraftvoll mit Doppel-m.[12]
Der Stiftsarchivar P. Ignaz Hess war mit dem späteren Staatsarchivar von Uri, Eduard Wymann, 1886 zusammen in der dritten Klasse des Gymnasiums in Engelberg. In einem Aufsatz in der Festgabe zum 75. Geburtstag von Eduard Wymann schrieb er über seine Studienzeit mit ihm in Engelberg u. a. zu seinem Professor P. Emmanuel Wagner: "In seiner Art war P. Emanuel Wagner, unser Rhetorikprofessor, ein ziemlich gestrenger Herr, der sich nicht an den Zähnen dengeln lies. Doch mochte er seinen Mitbürger aus Nidwalden (Wymann) und mit ihm auch den Landsmann von Ob dem Wald gut leiden. Des Ersteren drollige Einfälle und witzige Sprüchein seinen Aufsätzen liessen in ihm, der viele Jahre langden Nidwaldner Kalender in gutem Volkston verfasste, verwandte Töne erklingen. 'Du hast den Stil des Kalendermannes' sagte er oft zu ihm bei der Besprechung der Aufsätze, 'ich beneide Dich darum, aber pass auf, das ist ein gefährlicher Stil!' Einmal freilich ging es ihm mit einem Aufsatze im Laufe der sechsten Klasse schief. … Kurz, neben dem üblichen Deo gratias am Schlusse der Handschrift prangte mit roter Tinte ein kräftiges 5, damals die schlechteste Note. Wie sehr das dem Zensurierten zu Herzen ging, bekam der Herr Professor wohl nicht zu sehen. Denn rings um das saftige 5 schlängelte sich bald darauf von Wymans Hand das Horazische: 'Dulce decus meum, Du meine süße Zier!'"[13]
Eine weitere Erinnerung an P. Emmanuel stammt aus der Feder des ehemaligen Studenten "Feen" (der eigentliche Name ist nicht angegeben) aus dem Jahr 1886: "Sehr gut gefiel es mir bei P. Emanuel Wagner, der uns das Zeichnen beibrachte. Das tat ich sehr gerne und konnte etwas; nur muss ich zuweilen beim Putzen den Gummi zu sehr geschont haben, denn er konnte etwa einmal ein abgeliefertes Blatt betrachten und anerkennend nicken: 'Es wär ganz ordli, aber landwirtschaftli, landwirtschaftli!' - P. Emanuel konnte mit den Ohren wackeln. Es war 'chrottelustig', wie sie sich hoben und vor- und rückwärts bewegten, wenn er eine nicht ganz gelungene Arbeit kritisch musterte."[14] Der bekannte Politiker und Redakteur Emil Buomberger, auch ein ehemaliger Schüler von P. Emmanuel, schilderte in einem Nekrolog das Bild des unvergessenen Lehrers in seiner blumigen und auch überschwenglichen Sprache: "Unter den Lehrern allen aber bleibt aus jenen Tagen unvergesslich ein edles Männerantlitz in unserer Seele eingegraben, ein Auge, das die Empfindungen der väterlichen Liebe so innig und so erhaben paarte mit dem Ausdruck der väterlichen Würde und auch der väterlichen Strenge, wo es sein musste, das Auge von Professor P. Emmanuel Wagner. Wie war das ein Freuen, ein Aufleuchten allüberall, wenn der stämmige Mann in den Kreis der Knaben trat, wenn von seinen Lippen frischsprudelnd wie hinten im Tale die Quelle der Aa, die witzige, geistvolle Rede floss, wenn er erzählte, lehrte, oder gar aus der reichen Zahl der selbstverfassten Lieder eines zum Besten gab. P. Emmanuel war ein genialer Geist, ein Denker, ein Dichter, ein Mann der Wissenschaft, ein Gelehrter von Rang, der zumal als solcher von seinen Kollegen hochgeschätzt, von seinen Schülern bewundert wurde. Und mit der geistigen Grösse vereinigte sich eine alle Herzen gewinnende Milde und Güte, eine edle Volkstümlichkeit, die gleichermassen zum Ausdrucke kam, wenn er als väterlicher Freund scherzend im Kreise seiner lieben Studenten weilte, wie dort, wo er durch lange Jahrzehnte hindurch als Theaterdirektor, Theatermaler und gar oft als Theaterdichter in einer Person fungierte."[15]
P. Emmanuel förderte auch Schüler, wie das Beispiel des aus Engelberg stammenden Willi Amrhein (1873–1926) zeigt. P. Emmanuel erkannte als Zeichenlehrer schnell dessen Talent, als dieser als 14-jähriger in die erste Klasse der Stiftsschule eintrat. Die Bekanntschaft mit P. Emmanuel muss bei den jungen Amrhein bleibende Erinnerungen hinterlassen haben. Auf jeden Fall hielt der nach nur einem Jahr die Klosterschule wieder verlassende, freiheitsliebenden Jüngling aus dem Hinterdorf die Beziehung zu seinem Mentor aufrecht. Es muss auch P. Emmanuel Wagner gewesen sein, der Willi Amrhein nach einer Lehre als Maler in Luzern den Besuch der Kunstgewerbeschule in Solothurn nahelegte. Und wahrscheinlich auch der Weg an die Kunstakademie in München ist dem mit viel zeichnerischem Talent ausgestatteten Engelberger von ihm und anderen Patres aufgezeigt worden. Amrhein malte dann auch, im Auftrag von Abt Leodegar Scherer, 1903 in der Abtei das neue Plafondgemälde, weil das frühere längst unkenntlich geworden war.[16]
P. Emmanuel hat an der Stiftsschule auch die Marianische Akademie in Form einer freien Vereinigung gegründet, die er als Präses der Marianischen Sodalität leitete.[17] P. Emmanuel leitete 1880, 1886 und 1887 die öffentliche Akademie der Engelberger Angelomontana. P. Emmanuel entwarf auch das Feldzeichen der Klosterschule, wie es seit Jahren bei Ausmärschen durch das Dorf hinter dem klingenden Spiel getragen wurde. Am Zentralfest der Schweizer Studentenvereine 1907 in Sarnen, trat die Engelberger Angelomontana mit diesem Banner auf.[18] Bis 1911 benutzte die Angelomontana bei Selektionsanlässen die Studentenfahne des Kollegiums.[19] P. Emmanuel war auch Leiter des Schultheaters, bereitete die Ausführungen in der Fastnacht und an den klösterlichen Festtagen vor. Er war Theaterdichter, Dekorationsmaler der Bühnenbilder und Regisseur in einer Person. Wie aus dem Protokoll der Professorenkonferenz vom 24. November 1887 hervorgeht, war er in den ersten zehn Jahren allein für alle Theaterproduktionen verantwortlich und brachte u. a. auch 1880 "Die Zauberflöte" auf die Bühne. Im Protokoll heisst es dazu: "P. Emmanuel (…) erklärt, die (…) Last, welche die Leitung aller Unterhaltungen u. theatralischen Produktionen mit sich bringt, nicht länger allein tragen zu wollen, so beschlossen die Conferenzmitglieder, sich künftig nach Möglichkeit die Aufgabe zu theilen."[20] In der folgenden Konferenz wurde für Fasnacht beschlossen, dass P. Emmanuel die Leitung eines grösseren Stückes, einer Oper, übernahm und P. Gall Wettach ein Lustspiel einstudierte, eine Aufteilung, die auch in den folgenden Jahren bestehen bleibt. Im Dezember 1889 bildete sich eine Kommission, die für die Theaterstücke von St. Niklaus, Neujahr und Fasnacht zuständig war. Dieser Kommission gehörten neben P. Emmanuel Wagner der Stiftskapellmeister P. Franz Huber und der Präfekt P. Basil Fellmann an.[21] P. Emmanuels Theaterprogramme übersprudelten von köstlichen Ideen und er änderte Theaterstücke für die Studentenbühne um. Zum Abschied als Theaterleiter heisst es im "Kapellmeisterbuch" am 14. März 1900: "Der Weggang von P. Emmanuel, letzten Sonntag den 11. März ist er ins Melchtal als Orgler verreist, bedeutet für die Studentenbühne ein schwerer Verlust. In Namen von 5 Kapellmeistern sei ihm an dieser Stelle für sein treues Mitwirken bei den hiesigen Opernaufführungen und musikalischen deklamatorischen Unterhaltungen ein herzliches vergelt´s Gott ausgesprochen. In der Erinnerung vieler werden seine Leistungen noch fortleben."[22] Die von P. Emmanuel Wagner verfasste und bearbeiteten Opern, Operetten, Schauspiele und Studententheater werden bei P. Georg Duffner, Verena Paulus und vereinzelt auch in anderen Quellen genannt.
P. Emmanuel war auch der erste Fotograf im Kloster. Er machte die ersten Fotos der Patres, wie auch die frühesten Bilder aus dem Theater, die sein Nachfolger als Fotograf, P. Franz Huber, später sammelte und in einem Album vereinigte. In der Chronik des Frauenklosters St. Andreas in Sarnen wurde 1894 festgehalten: "Am 12. Sept. kam P. Emmanuel Wagner aus dem Kloster Engelberg auf Besuch. Bei diesem Anlasse nahm er in Gruppen die Photographien der Klosterfrauen, Schwestern und Novizinnen auf."[23] Von 1878 bis 1900 war er auch Kustos und sorgte als solcher für die liturgischen Gewänder und für die Sakristei. Sicherlich wird ihm, dem volkstümlichen Romantiker, die phantasievolle Betätigung im Theater näher gelegen haben als die des rubrikengeplagten Liturgen.
Bei der grossen Renovation der Engelberger Klosterkirche im Jahre 1877 bestimmte wohl Abt Anselm Villiger selbst in Zusammenarbeit mit Frater Emmanuel Wagner das ikonographische Programm der zukünftigen Deckenmalereien, welche von Melchior Paul von Deschwanden (...) und dann von dessen jüngeren Schülern, da der Meister schon 66 Jahre alt war, ausgeführt wurden, wohl Abt Anselm Villiger selbst in Zusammenarbeit mit Frater Emmanuel Wagner. Abt Anselm hatte das Malertalent Frater Emmanuels erkannt und wollte ihn deshalb entsprechend ausbilden lassen. Die Situation war günstig und tatsächlich unterrichtete Deschwanden den mittlerweile geweihten P. Emmanuel während seines Aufenthaltes in Engelberg. Im Herbst 1877 sollte P. Emmanuel dann an die Malerakademie in München geschickt werden.[24] Am 18. Oktober 1876 sandte Fr. Emmanuel eine Liste der Themen, die auf den Deckengemälden dargestellt werden sollten, an Deschwanden. Für die Hauptfelder waren Szenen aus dem Leben Mariä vorgesehen, in den seitlichen Nebenfeldern Bilder aus dem Leben des hl. Benedikt und in den Spiegeln über den Galerien Bilder der Heiligen aus dem Benediktinerorden. Dazu bemerkte Fr. Emmanuel: "Wenn ich Ihnen dieses Plänchen übersende, so solle damit überhaupt nicht gesagt sein, dass sie sich an dieses halten müssen, im Gegenteil wird es gewiss uns sehr lieb u. angenehm sein, wenn Sie selbst einen Plan entwerfen u. uns selben zur Kenntnis geben würden."[25] Zu diesem Zeitpunkt war man sich über den Inhalt der Felder über den Galerien noch nicht einig. Fr. Emmanuel schrieb: "Wie ich Ihnen schon bemerkte, sind nur die 4 Darstellungen im Chor als bestimmt zu betrachten: 1. Adelhelm. I. Abt; 2. Conrad Stifter; 3. Berchtold als Wunderthäter; 4. Frowin als Gelehrter. Der gnädige Herr ist für die Darstellung der berühmtesten Ordensheiligen eingenommen. (…) Schöne Motive würde vielleicht auch die Darstellung der berühmtesten Heiligen des Schweizerlandes, oder der ersten Glaubensboten, od. der Stifter der schw. Klöster bieten. Ich glaube, die Wahl der Darstellungen für diese 9 ungünstig gestalteten Felder dürfte am meisten Schwierigkeiten bieten."[26] Deschwanden hielt sich beim Entwurf der Deckenbilder an dieses Programm. Um die Bilder über den Galerien sollte es tatsächlich noch Diskussionen geben. Aus Kostengründen und weil der Raum zu klein und ungünstig gelegen sei, schlug Deschwanden vor "die kleineren Felder teils nur mit Engeln, teils mit symbolischen Arabesken oder den Namen einiger Heiligen zu dekorieren". Dieser Vorschlag wurde dann auch fast so ausgeführt.
Auch in der Grafenortskapelle war P. Emmanuel bei deren "zweiten Totalrenovierung" im Jahr 1880 als Maler tätig. Abt Anselm Villiger hielt in seinem Tagebuch am 14. September 1880 u. a. kurz fest: "Gegenwärtig lasse ich die Grafenortskapelle von Innen und Aussen restaurieren, cementieren, dekorieren. Die Kuppel, die bisher mit einem übermalten Tuche geschlossen war, ist geöffnet, prächtig ausgemalt, das Plafond und die Wände werden von unserm P. Emanuel decoriert."[27] Auch die bislang weissen Wände wurden von ihm mit einer rotvioletten und blauen Tapetenimitation versehen.[28] Die innere Holzverkleidung im Oktogon der Laterne malte P. Emmanuel mit acht Engeln aus, die die Leidenswerkzeuge Christi präsentieren. Bei der Gesamtrenovation von 1950/51 wurde die Rückführung in eine barocke Raumstimmung angestrebt und die Wände wieder weiss getüncht. Heute sind die Werke von P. Emmanuel wieder sichtbar.[29] 1884 malte er für das Stuzz-Käppeli oberhalb von Wolfenschiessen ein Altarbild von Bruder Konrad Scheuber. Er ergänzte den Altaraufbau des Engelberger Ornamentisten und Bildhauers Nikodemus Kuster, der im gleichen Jahr verstarb. Von P. Emmanuel Wagner rühmt man weiter auch besonders die treffenden Miniaturmalereien auf Theaterprogrammen, Dankes- und Jubiläumsurkunden, Priesterweih- und Primizprogramme, Diplomen usw. die kleine Kabinettstücke darstellen und sogar bis zum Papst gelangten.[30]
Dem antiquarischen Museum in Sarnen wurden die von P. Emanuel geschaffenen Kunstblätter und Theaterprogramme regelmässig von P. Karl Anderhalden übergeben.[31] Im Nekrolog des "Obwaldner Volksfreunds" heisst es: "Den Stift des Zeichners und den Pinsel des Malers wusste er mit einer vollendeten Meisterschaft zu handhaben."
Seine eigentliche Berühmtheit aber erlangte P. Emmanuel durch seine Tätigkeit am "Nidwaldner Kalender", den er in den Jahren 1890 bis 1907 redigierte. Dieser volkstümliche Kalender war 1860 durch Kommissar Remigi Niederberger gegründet worden. Wie es nach dem Tod des Gründers weiterging, schildert der Nekrolog für P. Emmanuel in volkstümlicher Sprache: "Am 14. Jänner 1885 war des Kalenders Vater, Kommissar Remigi Niederberger, zu Stans gestorben. Nachher kam der Kalender unter Vögt und Freund, und da ist es gegangen, wie es konnte und mochte, und doch nicht recht. Bald regierte der Eine, bald der Andere, aber niemand wusste recht, wer Koch und Kellner sei. Unter solchen Umständen ist Setzer Paulus (von Matt) sel. unwirsch geworden, er nahm den Stecken in die Hand und ist den Rosshimmel hinaufgegangen zum Schwager in Engelberg. (…) Als er dann im Kloster war beim Schwager, sagte er: 'Ihr wisset, P. Emmanuel, dem Nidwaldner Kalender ist vor einigen Jahren der Herr Vater gestorben, und seither ist er ein verlassener Tropf, eigentlich niemersis. Es könnte noch etwas aus ihm werden, wenn er einen rechten Chrisigötti hätte, der sich seiner annähme. Wäret Ihr nicht so gut und tätet euch des armen Hudels annehmen und ihm die Hand auflegen, man kann ihn doch wahrhaftig nicht z`tod schlagen!'" P. Emmanuel nahm sich der Sache an und 1890 erschien aus seiner Feder der erste Kalender. Es wäre verfehlt, wenn man das Wort Redakteur im heutigen Sinne auf die Stellung P. Emmanuels beim Nidwaldner Kalender anwenden würde. Schon die rein technischen Belange – Tageskalender, Verzeichnisse der Märkte, Angaben über Feste und Planetenlauf etc. – erforderten ungewöhnlichen Einsatz. Der literarische Teil, Erzählungen, Gedichte, historische Artikel und Reminiszenen, Illustrationen waren beinahe ausschliesslich Aufgabe und Werk von P. Emmanuel. Und in dem von ihm geleiteten Jahrgängen sind selten Beiträge enthalten, die nicht aus seiner Feder stammen. Der Kalender war eine ausgesprochene katholisch orientierte Ausgabe, die Textreihe wurde stets eröffnet von einer Art geistlichem Leitartikel mit dem Bruder-Klausen-Wort: "Der Name Jesu sei Euer Gruss!" P. Emmanuel drückte diesem Hauskalender in den Jahrgängen 1890 bis 1907 seinen einmaligen, persönlichen und unverwechselbaren Stempel auf. Eine unverwüstliche Erfindungsgabe, die hervorragende Kenntnis nidwalderische Geschichte und Denkungsart, die Kunst, Alltägliches originell zu gestalten und die Liebe zu seinem Heimatkanton führten dazu, dass dieser Kalender immer mehr zu einem Symbol wurde, in dem sich Bevölkerung und Landschaft, Denkweise und Lebensformen lebhaft wiederspiegelten. Heute sind es vor allem seine Zeichnungen, die das Andenken an diesen geistlichen Kalendermann wachhalten. Mit wenigen Strichen zeichnete P. Emmanuel originelle Köpfe, geistsprühende Gedanken, humorvolle Interpretationen und umwerfende Zukunftsbilder. In den Porträts bekannter Nidwaldner verflüchtigte sich die kühle Objektivität des Fotoapparates hinter der warmherzigen Verehrung, die der Zeichner ihnen entgegenbrachte. Die unzähligen Illustrationen, die P. Emmanuel seinen eigenen Erzählungen mitgab, enthüllen eine Fülle von Details aus dem damaligen Volksleben, sie gehören zum Text wie die Farbe zum Gemälde. In der graphischen Sammlung des Klosters finden sich eine Menge Originalzeichnungen (selten Malereien), von denen die meisten in dem von ihm redigierten Nidwaldner Kalender wiederzufinden sind. Es ist schwer zu sagen, worin der eigentliche Zauber seiner zeichnerischen Visionen besteht. Mit verblüffender Treffsicherheit hält er die Körperhaltung streitender Frauen, lauschender Neugieriger, müder Greise fest. Drollige Details schleichen sich unvermerkt in die Darstellung ein, sie lockern das eigentliche Thema auf. Die Gegensätze zwischen Vergangenheit und Gegenwart erhalten dadurch Relief, dass sich der Zeichner frischfröhlicher Übertreibung charakteristischer Einzelheiten hingibt. Mit spielerischer Eleganz fügt P. Emmanuel neben den Personen eine Unmenge von Sitten und Gebräuchen, Tatsachen und Vermutungen in das geschichtliche Geschehen ein. Es würden sich noch andere Geschichten aus Engelberg nennen lassen. Niemand fiel es ein, den Redakteur des Nidwaldnerkalenders deswegen zu tadeln, dass er ohne jeglichen Hemmungen Engelberg einfach in diese Nidwaldnerliteratur einbezog. Heute erhält man viel mehr den Eindruck, dass P. Emmanuel durch seine volkstümlichen Eintopfgerichte viel dazu beitrug, Menschen zusammenzuführen, die sich früher lieber aus einer gewissen Distanz betrachteten.[32] Wagners Interesse und Flair für Bilder und Illustrationen kam auch den kleinen Kupferstichen und und Spitzenbildchen zugute, die seit dem 16. Jh. als kleine Andachtsbilder einem Mönch zur Profess, zur Primiz oder zum Namenstag geschenkt wurden. Es ist Wagners Verdienst, diese Vielzahl von Bildchen geordnet und verzeichnet und damit eine Sammlung aufgebaut zu haben, die den Namen verdient. Er war der Begründer "der wertvollen Sammlung von Pergamentbildchen und Stichen", die er als junger Mönch angelegt "und zeitlebens mit Eifer und Geschick geäuffnet hat".[33] Bei seinem Tod war Wagner ob seiner Sammlung in Fachkreisen ein bekannter Name.[34] Die Sammlung begleitete ihn auch auf seine Arbeitsposten ausserhalb Engelbergs. Als er von 1904 bis 1906 als Spiritual im Frauenkloster St. Andreas/Sarnen wirkte, hatte er die Sammlung bei sich. In Sarnen hat ihn denn auch J. R. Rahn besucht, um Wagners Kollektion an Stichen des Martinus Martini (1565/66-1610) mit ins Inventar aufzunehmen.[35]
Eine hartnäckige Krankheit zwang P. Emmanuel, als erst 47-jähriger die ihm so vertraute Tätigkeit an der Schule aufzugeben. Im Jahr 1900 sandte ihn der Abt als Kaplan ins Melchtal, in der Hoffnung, P. Emmanuel könnte dort Erholung und Heilung finden. Die Redaktion des ihm liebgewordenen Kalenders behielt er jedoch bei. Am Montag den 19. März 1900 trat P. Emmanuel als neuer Filial– und Wallfahrtskaplan in Melchthal seine neue Stelle an. Dazu vermeldete der "Obwaldner Volksfreund": "Derselbe wurde in einem Zweispänner in Stanz abgeholt, vom Pfarrer von Kerns und dem Kapellenvogt vom Melchthal dorthin begleitet und daselbst unter dem Donner der Böller von dem nun scheidenden Hochw. Herrn Kaplan, von der gesamten Schuljugend und dem versammelten Volke herzlichst begrüsst. Zuerst begab man sich zu einem gemeinsamen Gebete in die Wallfahrtskapelle und darauf geleitete man den Hochw. Herrn Kaplan in sein schmuckes Heim, das wie die Kapelle mit Kränzen und Inschriften festlich geziert war. Abends fand zu Ehren des Neuangekommenen im 'Alpenhof' ein bescheidenes Festessen statt, wobei Pfarrer von Ah seinen ehemaligen Hochw. Herrn Professor in einer kurzen Ansprache bewillkommte und der Gemeinde vorstellte. P. Emmanuel aber begrüsste seinerseits in gemütvoller, launigen Rede seine neuen Untergebenen. – Der Ruf des als Kanzelredner und Volksschriftsteller wie als Künstler berühmten Ordensmannes ist uns vollauf Bürge für dessen gesegnete Wirksamkeit, die sich zweifellos weit über das Tal der Melcha hinaus erstrecken wird. Wir haben nur noch den einen Wunsch, dass der Hochw. Herr Kaplan recht lange, lange unter uns weilen und walten möge."[36] Wohl gewann er rasch das Vertrauen und die Zuneigung der Einwohner aber von seiner Krankheit wurde er, nach wieder zunehmenden Leiden, dort nicht erlöst, so dass P. Emmanuel schon nach vier Jahren 1904 diesen Posten aufgeben musste. Zum Abschied schrieb ihm am 10. Mai 1904 der Gemeinderat von Kerns u.a.: "Unverhofft schnell sahen Sie sich veranlasst, mit Rücksicht auf Ihren Gesundheitszustand als Caplan unserer Thalgemeinde Melchthal Demission einzureichen. Es wurde Ihrem Gesuche unterm 29. April entsprochen. Im vollen Bewusstsein, einem eifrigen, unermüdlichen, pflichtgetreuen Seelsorger den Scheidegruss zu widmen,dürfen & können wir nicht amangeln unseren tiefen Bedauern Ausdruck zu geben, dass Sie mitten in der Blüte der Jahre schon von einem hartneckigen Leiden heimgesucht, demzufolge Sie sich zur Demission genötigt sahen. Wir constattieren Ihnen mit bester Überzeugung volle Anerkennung für Ihr eifriges, rastloses & heilsames Wirken als Caplan unseres Thales. Hat ja unter Ihrer Leitung & Führung der vielbesuchte Wallfahrtsort ganz bedeutend zugenommen. (…) Ihnen Hochwürdiger Herr Pater ein warmes, tiefempfundenes 'Vergelts Gott'."[37]
P. Emmanuel siedelte danach ins Frauenkloster St. Andreas nach Sarnen über, wo er das Amt des Spirituals versah. Aber seine Gesundheit war endgültig erschüttert und wiederholte Ohnmachtsanfälle machten eine weitere Tätigkeit bei den Schwestern unmöglich. Im Herbst 1906 kehrte er wieder nach Engelberg zurück. Eine Tätigkeit als Lehrer kam nicht mehr in Frage, aber der rastlos schaffende Mönch liess es sich nicht nehmen, in den nötigen Pausen, die ihm sein Leiden liess, noch den Jahrgang 1907 des Kalenders vorzubereiten.
P. Franz Huber schilderte P. Emmanuels letzte Tage und sein Tod in einem Brief vom 11. Januar 1907 an einem Mitbruder (Name nicht angegeben): "P. Emmanuel hatte schon am Stephanstage einen weiteren Anfall (Schlaganfall) erlitten kurz vor dem Mittagessen; ich war momentan nicht auf der Zelle und hörte nichts: P. Emmanuel der noch im Amte gewesen, kam nicht zu Tische. Br. Alois ging sofort hinüber und fand ihn am Boden liegend. Von diesem Anfall erholte er sich ziemlich schnell wieder; er selber betrachtete es nur als eine kleine Schwäche; als ich nachher sagte, ich bedaure es nicht zu Hause gewesen zu sein, da meinte er, ich hätte gar nichts gehört, er sei nur eingeschlafen und ganz ruhig vom Stuhl heruntergerutscht. Seit Neujahr las er wieder täglich die hl. Messe, kam immer zu Tisch, und war gemütlich und heiter. Am Sonntag Mittag auf dem Strählplätzli meinte er noch, als er das Täfelchen 'Kleine Wäsche' sah: nein heute am Dreikönigsfest mache er dieselbe doch noch nicht. Nach dem Mittagessen war er auch noch eine Viertelstunde bei mir und sprach lebhaft über Theater und besonders: 'die Mordnacht von Luzern'. Bedenklich war, wie mir Br. Alois sagte, dass der Puls immer recht dünn war und die Wunden am Bein zuheilten. Mir fiel es auf, dass er in der letzten Zeit beim Gehen wie man sagt, so 'schlopete'. Kurz nach der geist. Lesung, in welcher er auch noch war, kam er zu mir und sagte ich solle auch zu ihm hinüber kommen und ihm Wasser einschenken, er habe so eine Schwäche, ich bemerkte, dass er nach dem Klopfen die Thürfalle nicht recht fand. Ich ging mit ihm hinüber und sagte er solle nun ganz ruhig im Lehnstuhl sitzen bleiben, ich wolle dem Bruder holen. Br. Alois kam sofort und sagte gleich zu P. Emmanuel, er wolle ihn zu Bette bringen. Das ging noch ganz gut, aber kurz darauf kam der Anfall. Dem P. Prior, der auch noch zu ihm kam, sagte er noch: 'Jetzt P. Prior kommt wieder etwas, ich fühle es', dann wurde er bewusstlos, er fing an zu röcheln und der Puls wurde sehr schwach. Durch eine Kampf()reinspritzung konnte das Herz wieder etwas gestärkt werden; Arzt Cattani verordnete auch heiße Essigüberschläge und Senfpflaster; aber die gewünschte Reaktion trat nicht ein. Kurz vor halb 6 Uhr wurde P. Emmanuel ganz ruhig, wie wenn er einschlafen wollte; aber der Puls fing an zu 'zwirbeln' und auszusetzen, und wir begannen die Sterbegebete. Unter denselben tat er ganz unmerklich den letzten Atemzug."[38] P. Emmanuel starb mit fast 54 Jahren am 6. Januar 1907. Am 7. Januar verlor das Kloster einen weiteren Mitbruder, P. Plazidus Wissmann, den früheren Prior. Am 9. Januar wurden P. Emmanuel und P. Plazidus in einem gemeinsamen Beerdigungsgottesdienst in der Klostergruft beigesetzt. Eine grosse Anzahl von Nidwaldnern wohnte der ergreifenden Totenfeier bei und gab den Patres das letzte Geleit. Wie bekannt P. Emmanuel Wagner war, zeigen allein schon die Anzahl der Nachrufe in den verschiedenen Schweizer Tageszeitungen. Insbesondere dem Engelberger Studententheater und dem Nidwaldner Kalender hat er entscheidend geprägt.[39]
Werke
Theaterspiele und Opern
- 1875: "Der versiegelte Bürgermeister", Posse in 2 Aufzügen, für das Schultheater bearbeitet nach Kotzebue, aufgeführt am fetten Donnerstag 1875, Schrift von P. Emmanuel Wagner. (Dufner, Studententheater, S. 18 Nr. 80)
- 1878: "Die Schweizerfamilie" von Franz Joseph Weigl, bearb. von P. E. Wagner;
- 1879 am 20. Febr. das Vaterländische Drama: "Bruder Klaus oder der Tag zu Stans 1481" verfasst von P. E. Wagner;
- 1880 am 6. Febr. die Oper: "Die Zauberflöte" bearb. von P. E. Wagner;
- 1885: "Der Dachdecker", Lustspiel in 4 Acten, nach Louis Angely. Für das Schultheater bearbeitet (P. E. Wagner). (Dufner, ebd., S. 19 Nr. 90)
- 1886 an der Neujahrsfeier aufgeführt: "List und Phlegma", Vaudeville-Posse in 1 Aufzuge. Nach Louis Angely für das Schultheater bearbeitet von P. E. Wagner. Engelberg den 2.Jan. 1904. (Dufner, ebd., S. 19 Nr. 91)
- 1888 zur Fastnacht: Programm und Prolog zur Oper "Die Zigeuner", verfasst von P. E. Wagner. (Dufner, ebd. S. 19 Nr. 93)
- 1888 schrieb P. E. Wagner zwei Schwänke ab: 1) "Im Theater-Bureau" und 2) "Nette Miether", wurde 1908 nochmals aufgeführt, "beendigt am 6. April 1888". (Dufner, ebd. S. 20 Nr. 94)
- 1889 zur Neujahrsfeier: "Ein Stündchen in der Dorfschule", Schrift von P. E. Wagner (Dufner, ebd., S. 20 Nr. 97)
- 1891 am 25. Amtsjubiläum von Abt Anselm Villiger das Oratorium "Engelbergs Gründung" komponiert von P. Ambros Schnyder, bearb. von P. E. Wagner; Dieses Werk stellt in neun lebendigen Bildern mit entsprechenden Text die Entstehungsgeschichte des Klosters dar. Die Aufführung dieses Festspieles auf der Bühne des erntete grossen Beifall. (Fellmann, Abt A. Villiger, wo P. Emmanuels Prolog von S. 44-46 ungekürzt widergegeben wird, Dufner, ebd. S. 20 Nr. 98)
- 1897 die Oper "Hans Sachs" "Diese wurde von P. Emanuel Wagner für die Aufführung unseres Schultheaters 1897 sehr günstig umgeändert und ich (P. Adalbert Häffner) versteigere mich sogar zur Behauptung, dass gerade die Rolle des Hans Sachs durch diese Umarbeitung bedeutend gewonnen hat." (Titlisgrüsse, 11. Jg. Nr. 1, Febr. 1925, S. 38. Sie wird im Verz. von Paulus nicht genannt.)
- 1905 das Schauspiel "Der Löwe von Luzern" von J. J. Ah, bearb. von P. E. W.; 1906 "Dr. Fausts Hauskäppchen" – oder die "Herberge im Walde", Lustspiel in 3 Akten mit Gesang, von Hopp, bearbeitet von P. E. W.; * 1909 wieder die Oper "Die Zauberflöte“, bearb. von P. E. W.; (Paulus, Oper, S. 314-318)
- Zur Aufführung des Liederspiels "Der Kesselflicker" vom Einsiedler Mönch P. Anselm Schubiger, welches 1879 und nochmals 1909 in Engelberg aufgeführt wurde, schrieb er einen Prolog. (Nachlass im Personalakt von P. E. Wagner und teils zitiert bei V. Paulus, Musik u. Theatertradition, S.279)
Einzelnachweise
- Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend vom Manuskript von Br. Meinrad Haberl übernommen. Wo keine anderen Quellen angegeben sind, stammen die Ausführungen von P. Georg Duffner: P. Emmanuel Wagner – Mönch und Kalendermann 1853–1907, in: Engelberger Dokumente, Heft 10, 1981.
- Taufscheinbescheinigung vom 30. September 1868 von Pfarrhelfer von Stans Lang Jos., StiArEbg Personalakte P. E. Wagner.
- Das Haus lehnte sich damals an einen alten Turm, der wohl den ganzen Heimwesen den Namen gegeben hat, der jedoch heute nicht mehr steht. Schon sein Grossvater war Jahrzehntelang Posthalter, ein Posten, der damals noch mit den Botendienst nach Luzern verbunden war. Seine Mutter stammte mütterlicherseits von der Familie Lussy ab, mit der auch der Kunstmaler Wyrsch verwandschaftlich verbunden war.
- Pfarrer Ignaz von Ah gehörte zu den Mitbegründern und Mitarbeitern des "Nidwaldner Volksblattes", in dem er während 30 Jahren als "Weltüberblicker" seine mit Humor gespickten Betrachtung des Weltgeschehens veröffentlichte. Er war von 1867 bis zu seinem Tod 1896 Pfarrer von Kerns.
- Im "Nidwaldner Kalender" von 1898 veröffentlichte er einen Nekrolog zu Pfarrer Josef Ignaz von Ah, in dem seine ganze Bewunderung zum Ausdruck kam. (S. 19 -22)
- Duss, v. Ah, S. 48.
- Dufner, Der Kalendermann, S. 6.
- StiArEbg Personalakte P. Emmanuel Wagner.
- Ibidem.
- Im Buch: "Schweizer Gebrauchsgeschichte – Geschichtsbilder, Mythenbildung und nationale Identität" von Guy P. Marchal, 2007, wird diese Predigt mit ausführlichen Auszügen auf mehreren Seiten behandelt. Der Schlusskommentar dazu lautet: "Wer diese wortgewaltige, zum Teil recht anspruchvolle Predigt würdigen will, muss natürlich beachten, dass sie während eines Gottesdienstes und in der Kirche gesprochen wurde und dass religiöse Reflexion unter diesen Umständen durchaus ihren Platz hat. Aber wenn man den Inhalt allein aus dieser Situation heraus begreifen wollte, griffe man zweifelsohne zu kurz. Denn hier geschah mehr. Hinter dem Aufruf zur Abwehr den nach 100 Jahren noch immer wirksamen Geistes des neuen 'Völker-Evangeliums' hinter der Bejahung der naturgegebenen Ungleichheit und der Aufforderung der Gläubigen, die von Gott gewollte Ordnung zu achten und kühn gegen die 'Unzufriedenen' anzutreten, ist und war wohl auch damals das Gedankengut des Syllabus und der Enzyklika 'Rerum novarum' nicht zu überhören. Hier wurde, gerade weil der Prediger seine Reflexion als 'Vermächtnis der Väter' deklarierte, das historische Gedenken und das Gedächtnis an die Toten vereinnahmt von einem antimodernistischen Diskurs."(S. 190-193, der Artikel im Obwaldner Volksblatt wurde hier fälschlicherweise unter dem Jahr 1907 geführt)
- Von den 23 Jahren als Professor an der Stiftsschule entfallen 15 als Lehrer der Rhetorik.
- P. Plazidus Hartmann: P. Emmanuel der Seher, in: Titlisgrüsse 1949, Heft 3, S. 57.
- Hess, Festgabe zum 75 Geb. v. Wymann, S. 10-14.
- Kreuz und quer durch Land und Meer, in: Titlisgrüsse 25, März 1939, S. 42-43.
- Titlisgrüsse.
- Christen, Das Kloster als Kunstförderer. Das Gefühl für das Schöne, S. 66-67, in: Ein Kloster im Visier, Engelberger Dokumente, Heft 39, 2020.
- Nekr. von Wymann.
- Angelomontana 1857–1957, S. 117 u. 49.
- 100 Jahre Angelomontana S. 22.
- Paulus, Oper in der Klosterschule - Musik u. Theater im Kloster Engelberg, S. 86.
- Ibidem.
- Ibidem, S. 130, Anm. 349.
- Archiv Kloster St. Andreas, Sign. X 2, Chronik 1890–1901.
- StiArEbg Tagebuch von Abt Villiger, Bd. II, S. 120 und Bd. III, S. 66, 77, 110 und 112.
- Brunner, Die Renovation der Klosterkirche Engelberg 1877, in: Obwaldner Geschichtsblätter 21, 1997, S. 56-57, mit den gezeichneten Schema-Plan mit Beschreibung von P. Emmanuel.
- Ibidem, S. 58.
- Hodel, Die Kapelle zum Heiligen Kreuz in Grafenort – 1689 – 1989 Entstehung und Schicksale, S. 18.
- Ein farbiges Aquarell von Br. Kolumban Louis von 1929 zeigt den Innenraum im Zustand zwischen 1880–1950.
- Von diesen hatte man wohl nichts mehr gewusst, als in den Jahren 2015 bis 2017 die Kapelle einer Gesamtrestaurierung unterzogen wurde. Im Jahresheft 10 /2018 der "Kultur- und Denkmalpflege in Obwalden 2016–2017" heisst es nämlich: "Im Oktogon unterhalb der Laterne kam es bei den Demontagearbeiten zu einer schönen Überraschung: Hinter weiss gestrichenen Pavatexplattenvon 1951 kamen die acht Engel mit den Passionswerkzeugen Christi zum Vorschein, die P. Emanuel Wagner 1880 gemalt hatte. Bei aller Freude über den Fund stellte dieser die Baukommission allerdings vor ein Problem: Eigentlich hatte man sich für ein Restaurierungskonzept entschieden, das im Wesentlichen die Wiederherstellung des Zustandes von 1951 zum Zielhatte. Damals wurde der Historismus in der Schweiz wenig geschätzt und als süsslicher Kitsch und billiger Abklatsch abgetan. In der Folge waren zwischen 1920 und 1980 zahllose Sakralräume von den Zutaten des 19. Jahrhunderts 'befreit' worden. Sollte man nun die zufällig erhalten gebliebenen und jetzt wiederentdeckte Reste der historischen Bemalung getreu dem Restaurierungskonzept wieder zudecken oder sollte man sie als Fragment sichtbar belassen? Nach eingehender Diskussion und Anhörung des Konvents entschied die Baukommission schliesslich, den Stilbruch zu wagen. Begründet wurde der Beschluss insbesondere dadurch, dass das ausgemalte Oktogon des späten 19. Jahrhunderts und der modern ausgestaltete Sakralraum aus dem Mitte des 20. Jahrhunderts aufgrund der engen räumlichen Verhältnisse kaum je zusammen gesehen werden können. Die Malerei wurde gefestigt und gereinigt. Zwei nachträglich angebrachte Lüftungsöffnungen wurden mit Holztafeln geschlossen. Darauf wurden die zwei fehlenden Engelsköpfe rekonstruiert." So blieb also dieses Werk von P. Emmanuel der Nachwelt sichtbar erhalten.
- So heisst es in der "Schweizerischen Kirchenzeitung" Nr. 4 vom 28. Januar 1888: "Urschweiz. Die Gratulationsadresse, welche die Regierungen von Uri, Schwyz, Ob- und Nidwalden dem hl. Vater zu seiner Jubelfeier widmen, ist nun fertiggestellt. Der in ächt staatsmännischen Tone gehaltene und die angestammte kirchliche und vaterländische Gesinnung der Urschweiz kurz und treffend zeichnende Text ist das Werk des Herrn Gerichtspräsidenten Adalbert Wirz in Sarnen. Derselbe wird auch die Adresse, anlässlich seiner Pilgerreise nach Rom, Leo XIII. im Namen und Auftrag der Gratulanten überreichen. Die meisterhafte kalligraphische Ausfertigung besorgte der hochw. Herr P. Emanuel im Kloster Engelberg, und die reich und geschmackvoll gearbeitete Mappe lieferte die Buchbinderei Gisler-Imfeld in Altdorf."
- Im "Obwaldner Volksfreund" ist eine ausführliche Liste angegeben, welche Zeichnungen aus welchem Anlass, zwischen 1893 und 1898 von P. K. Anderhalden an das Museum kamen. Vgl. 28 Jg. Nr. 10, vom 5. März 1898.
- Von seinem Verständnis für die Kunst zeugen auch einige Sammlungen die P. Emmanuel schon in jungen Jahren anlegte und laufend ergänzte. So hatte er u.a. auch eine Sammlung von Bruder-Klaus-Bildern angelegt, welche über 160 Darstellungen des Seligen in den verschiedensten Verfahren, wie in Stichen, Holzschnitten, Lithographien, Licht- und Farbdrucken usw. zeigen, darunter auch eine Darstellung des Sarner Brandes in Aquarel aus dem 18. Jahrhundert (Titlisgrüsse Nr. 3, 1934). Auch eine sehr reichhaltige Kollektion alter Pergamentbilder und Kupferstiche hatte er zusammengetragen.
- Eduard Wymann in: "Urner Wochenblatt" (12. Januar 1907).
- Vgl. den Nachruf in: "Vaterland" (9. Januar 1907): "Von seinem Verständnis für die Kunst zeugen auch seine prächtigen Sammlungen, insbesondere eine sehr reichhaltige, vielbewunderte Kollektion alter Kupferstiche."
- J. R. Rahn, Der Kupferstecher Martinus Martini und sein Werk, in: Anzeiger für Schweizerische Altertumskunde NF 7 (1905/06), S. 38-43, 139-153.
- Obwaldner Volksfreund, 30 Jg., Nr. 11. Hier hat sich der Schreiber kräftig vertan, wenn er P. Emmanuel als Professor von Pfarrer von Ah nennt.
- StiArEbg Personalakte P. Emmanuel Wagner.
- StiArEbg Personalakte P. Emmanuel Wagner.
- Nachrufe erschienen: im "Obwaldner Volksfreund" vom 9. Januar 1907, von A. Wirz; im "Luzerner Vaterland" vom 9. Januar 1907, von P. Joachim Rütsche; im "Luzerner Wochenblatt" vom 12. Januar 1907, von Dr. Eduard Wymann; im "Nidwaldner Volksblatt" vom 12. Januar 1907, v. H. von Matt; in der "Neue Zürcher Zeitung" vom 8. Januar 1907; in "Zuger Nachrichten" vom 12.Januar 1907; in den "Freiburger Nachrichten" vom 10. Januar 1907; in "Die Ostschweiz", St. Gallen, vom 9. Januar 1907.
Bibliographie
- Christen, Beat: Der Kalendermann, in: 150 Jahre Nidwaldner Kalender 2009, S. 65-68.
- Duffner, P. Georg: Studententheater an der Klosterschule Engelberg, in: Engelberger Dokumente Heft 9, 1981.
- Duss, Niklaus: Josef Ignaz von Ah 1834–1896 - Der Weltüberblicker, 1975.
- Fellmann, P. Basil: Abt Anselm Villiger von Engelberg, in: Gedenkblätter f. d. Freunde u. Zöglinge d. Stiftsschule, 1901, S. 44-46.
- Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 155.
- Hess, P. Ignaz: Die Studienzeit in Engelberg in der Festgabe zum 75. Geburtstag von Dr. Eduard Wymann - Staatsarchivar von Uri, 1944, S. 10-14.
- Nidwaldner Kalender 1902, S. 37, 1908.
- Omlin, P. Ephrem: Die Geistlichen Obwaldens 1984, S. 556.
- Hartmann, P. Plazidus: Titlisgrüsse 35, 1949, Heft 3, S. 57-60.
- Odermatt, P. Benno: Dallenwil (Chronik), 1991.
- Paulus, Vera: Musik- und Theatertradition an der Stiftsschule des Benediktinerklosters Engelberg in: SMGB 120, 2009, S. 279.
- Paulus, Vera: Oper in der Klosterschule – Musik und Theater im Kloster Engelberg, 2010.
- StiArEbg Professbucheintrag nach dem Manuskript von Br. Meinrad Haberl.