Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03373.jsonl.gz/3107

Die Grundidee zum grössten und langsamsten Computer der Welt
An einem Dienstagabend bei einem Absacker in der stadtbekannten Ole-Olé-Bar an der Langstrasse in Zürich erzählte mir Wolf Frei (damals Geschäftsleitung Blackbox AG) vom IBM-Projekt. Schnell war klar wo das Problem liegt: ein Computer ist extrem schnell und im Innenleben mikroskopisch klein und strapaziert damit das menschliche Vorstellungsvermögen. Warum nicht alles umkehren, d.h. einen möglichst grossen und extrem langsamen Computer bauen.
Diese Idee wurden entsprechend umgesetzt, der Computer, der als Filmkulisse diente, war dann 31 mal 16 Meter gross und brauchte für die Addition von 3+4 ganze 14 Minuten.
IBM Deutschland schaltete nach dem Dreh die Zeitschrift "Bunte" ein mit der Bitte eine Reportage über den Computer zu machen. Sie rückten dann mit einer ganzen Zirkustruppe inklusive Elefant und Affe an.
Man stellte dann aber fest, dass "unser Computer" von rechts nach links aufgebaut war, die Zeitschrift aber von links nach rechts gelesen wird. Was tun? Die einfachste Lösung: Alle Beschriftungen in Spiegelschrift umwandeln. Was schlussendlich auch gemacht wurde. Für Propaganda spielte der Preis keine Rolle.
Dass ein Professor aus Karlsruhe als Ideenlieferant im Artikel eingebaut wurde, entspricht nicht der ganzen Wahrheit. Aber es war ja ein Deutscher Auftraggeber!
Artikel Bunte 1987