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Der Erdrutsch von Campo Vallemaggia
Der Erdrutsch ist ein geologisches Phänomen, welches die Geschichte von Campo nachhaltig geprägt hat. Die ersten Anzeichen der Boden-Instabilität wurden im 18. Jahrhundert entdeckt.
Die Ursache des Phänomens wird sowohl der Natur, als auch dem Menschen, der durch Waldrodung und Flösserei des Holzes entlang des Flusses Rovana zur Beschädigung der Umgebung beisteuerte, zugeschrieben.
Zwischen 1830 und 1860 wurde ein Großteil der Rovanawälder auf Antrag des Patriziates gefällt, und das Holz in den Regionen des Po’s in Italien verkauft. Nach der Beendigung der Holz-Flösserei tauchten weiterhin Risse im Boden auf, deshalb konnte die Ursache des Erdrutsches nicht in erster Linie auf dieser Tätigkeit basieren.
Im Jahr 1897, wurde Professor Albert Heim der ETH Zürich seitens der Gemeinde von Campo Vallemaggia zu Rate gezogen. Dieser war der Meinung, dass nicht ausschließlich die Erosion des Flusses schuld am Erdrutsch war, sondern eher die schwache, geologische Komposition des Ortes, die aufgrund von erhöhtem Eindringen von Regen- und Schneeschmelzwasser - mit dem daraus folgendem Verlust an Bodenfestigkeit.
Prof. Heim sah die Lösung im Bau unterirdischer Tunnel zur Austrocknung des Bodens, aber leider wurde in den darauffolgenden Jahren nichts in diese Richtung unternommen. Die Analyse und die Intuition von Prof. Heim waren jedoch korrekt, und nachdem sich die Situation nach einiger Zeit wieder verschlimmerte, nahm sich im Jahr 1991 der Kanton der Sache an und realisierte zwei Hauptwerke: einen Umleitungsstollen vom Fluss Rovana auf der gegenüberliegenden Seite des Tals und ein Entwässerungskanal unter dem Erdrutschgelände.
Dank dieses Projekts ist der Erdrutsch nun stabil und brachte Ruhe und Sicherheit für die verbliebene Bevölkerung, die trotz der Bedrohung nicht weggezogen ist.