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Aqeela Asifi ist die Gewinnerin des UNHCR Nansen Flüchtingspreis 2015. Die Lehrerin wird für ihre unermüdlichen Bemühungen, jungen Flüchtlingsmädchen eine Ausbildung zu ermöglichen ausgezeichnet.
Asifi selbst floh 1992 während der Mujahedeen Belagerung mit ihrer Familie aus Kabul, Afghanistan. Zuflucht fand sie im Flüchtlingsdorf Kot Chandana in der Provinz Punjab in Pakistan.
Als ehemalige Lehrerin war Asifi vom Mangel an Bildungsmöglichkeiten für Mädchen stark betroffen - eine Folge der konservativen Kultur im Flüchtlingsdorf – und war entschlossen, junge Flüchtlingsmädchen selbst zu unterrichten.
Nachdem sie die Dorfältesten für sich gewinnen konnte, ging sie tapfer von Tür zu Tür, um die zögernden Eltern davon zu überzeugen, deren Kinder unterrichten zu dürfen. Zunächst unterrichtete sie nur eine Handvoll Schüler in einem behelfsmäßig als Schule eingerichteten Zelt. Die Arbeitsblätter für die Schüler schrieb sie von Hand.
Im Laufe der nächsten zwei Jahre blühte ihre kleine Schule auf. Aufgrund ihres unermüdlichen Einsatzes erklärte sich die pakistanische Regierung bereit, die dringend benötigte Finanzierung zu übernehmen. Dies ermöglichte es Asifi, die Schule um sechs Zelte zu erweitern und so auch ortsansässige pakistanische Mädchen zu unterrichten.
23 Jahre nach ihrer Ankunft in Pakistan sind die Zelte verschwunden. Ihre Schule ist nun in einem richtigen Gebäude untergebracht und hat das Leben von mehr als 1.000 Mädchen, die die achte Klasse erreicht und dafür ein national anerkanntes Zertifikat erhalten haben, verändert. Ihr Engagement hat sogar grenzüberschreitende Auswirkungen – zwei ihrer ehemaligen Studenten üben den Beruf in Kabul aus.
Asifi ist ein Symbol dafür, dass man alle Widrigkeiten überwinden kann. Mit ihrer Geduld und Entschlossenheit hat sie das Leben von hunderten junger Flüchtlinge verändert und bietet ihnen einen Weg aus der Armut und eine Chance, sich eine Zukunft aufzubauen.
„Wenn die Mütter gebildet sind, dann sind mit großer Wahrscheinlichkeit auch die nachfolgenden Generationen gebildet. Bildet man Mädchen, so bildet man Generationen.“
Wenn man Asifi auf den gewonnenen Nansen Flüchtlingpreis anspricht, so sagt sie, dass die Anerkennung nicht ihr alleine gebührt: „Die Auszeichnung gebührt jedem Mädchen, das eine Ausbildung von dieser Schule erhalten hat und deren Leben dadurch verändert wurde. Meine Belohnung ist es zu sehen, wie ein Schüler lesen und schreiben lernt. Also werde ich jeden Tag belohnt.“