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Sex-Arbeiterinnen im Kanton Freiburg bieten ihre Dienstleistungen immer günstiger an und lassen sich vermehrt auf riskante Praktiken ein. Zu diesem Schluss kommt die den Staatsrat (Exekutive) beratende Fachkommission in ihrem Jahresbericht.
Die Prostituierten verlangten nur noch zwischen 50 und 100 Franken für eine Dienstleistung, heisst es in dem am Montag publizierten Bericht. Die Tendenz zu tieferen Preisen setze sich damit fort. Die Kommission sieht dafür zwei Gründe.
Zum einen gebe es viele Prostituierte aus europäischen Krisenländern, die zu besonders niedrigen Preisen arbeiteten. Zum andern seien die Preise auch unter Druck, weil es weniger Kunden gebe. Warum dem so sei, wisse man nicht, schreibt die Kommission.
Das schwierige wirtschaftliche Umfeld habe jedenfalls zur Folge, dass sich die Sexarbeiterinnen vermehrt auf riskante Praktiken einliessen: Um wettbewerbsfähig zu bleiben, akzeptierten viele Dirnen heikle Wünsche ihrer Kunden. Ausserdem gingen sie vermehrt mit Freiern nach Hause, was ebenfalls riskant sei.
Bessere sanitäre Bedingungen
Knapp vier Jahre nach Inkrafttreten des kantonalen Prostitutionsgesetzes sieht die Fachkommission aber auch positive Entwicklungen. So habe das Gesetz die sanitären Bedingungen verbessert, unter denen die Prostitution ausgeübt werde.
Wer ein Etablissement betreibe oder Wohnungen an Sexarbeiterinnen vermiete, müsse zudem seit 1. Juli 2014 ein Register mit der Identität aller Prostituierten führen und auflisten, welche Leistungen den Frauen geboten werde und was man dafür kassiere. So könnten die Behörden die Entwicklung der Mietpreise kontrollieren; "diese scheinen derzeit stabil zu sein".