Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03334.jsonl.gz/203

Etwa 6,4 Prozent der Europäer sind depressiv. Das geht aus der Zweiten Europäischen Gesundheitsumfrage heraus. Dabei zeigen sich grosse Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern. So weisen in Island (10,3 %), Luxemburg (9,7 %) und Deutschland (9,2 %) besonders viele Menschen eine depressive Störung auf. Deutlich seltener ist sie in der Tschechischen Republik, der Slowakei (je 2,6 %) und Litauen (3 %) verbreitet.
Aus den Daten der Umfrage, die vom King’s College London ausgewertet wurden, gehen zahlreiche Risikofaktoren für eine Depression hervor. Dazu zählen
- chronische Krankheiten und Behinderungen,
- niedriger Sozialstatus durch unterdurchschnittliche Bildung und geringes Einkommen,
- private Probleme, berufliche Zukunftsängste,
- Nikotinkonsum,
- Übergewicht und Adipositas sowie
- eine unausgewogene Ernährung.
Frauen und Senioren sind der Umfrage zufolge häufiger von Depressionen betroffen als Männer. Auch Menschen, die in dicht besiedelten Gebieten leben, gehören zu den Risikogruppen, genauso wie nicht in Europa Geborene.
An der Befragung nahmen mehr als eine Viertelmillion Europäer aus 27 Staaten der EU sowie Norwegen und Island teil. Die Angaben aus Belgien, Spanien und den Niederlanden konnten aus methodischen Gründen nicht berücksichtigt werden.
In der Schweiz leiden laut Schweizerischem Gesundheitsobservatorium etwa sieben Prozent an einer depressiven Störung. Auch hier sind Frauen häufiger betroffen als Männer. Das Bundesamt für Statistik weist darauf hin, dass sich Männer deutlich seltener aufgrund einer Depression in Behandlung begeben. Auch deshalb ist die Suizidrate unter Männern mehr als doppelt so hoch wie bei Frauen (712 zu 290).