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access_time veröffentlicht 04.04.2019
Dilatative Kardiomyopathie: einmal Therapie, immer Therapie?
Prof. Dr. med. Reto Krapf
Praxisrelevant
Dilatative Kardiomyopathie: einmal Therapie, immer Therapie?
04.04.2019
Die moderne medikamentöse Therapie der dilatativen Kardiomyopathien, vor allem die früher als «Afterload-Senkung» bezeichnete Therapie mit ACE- oder Angiotensin-Rezeptor-Hemmern und die sorgfältige Titration der Beta-Blocker, haben enorme klinische Verbesserungen gebracht. Die Patient(inn)en können sich in Bezug auf Lebensqualität und Leistungsbereitschaft so wohl fühlen, dass sie die Therapie reduzieren oder absetzen möchten.
Keine gute Idee allerdings nach Massgabe der sehr kleinen, aber sorgfältig durchgeführten sogenannten TRED-HF-Studie. Bei asymptomatisch gewordenen Patient(inn)en mit echokardiographisch normalisierter Ventrikelfunktion (Auswurffraktion und enddiastolisches Volumen) und normalisierter Serumkonzentration des NT-Pro-BNP führte ein Therapieabbruch innert sechs Monaten in fast der Hälfte der Fälle zu einem Rezidiv (definiert als echokardiographische Verschlechterung, Verdoppelung des NT-Pro-BNP oder klinisch evidente Zeichen einer Herzinsuffizienz). Die andere Hälfte der asymptomatisch verbliebenen Patient(inn)en wirft allerdings die Frage auf, ob es nicht doch Subgruppen gibt, die eine Langzeitheilung oder zumindest Langzeitremission erreichen. Die aktuelle klinische Identifikation solcher Patient(inn)en scheint aber noch zu unpräzis, um das Experiment zu wagen.
Verfasst am 11.03.2019, auf Hinweis von Prof. P. Rickenbacher (Oberwil, BL).