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Führung: Mitarbeiter ungleich behandeln
An Management-Seminaren werden Führungskräfte angehalten, alle Mitarbeitenden gleich zu behandeln. Gezieltes Loben von Angestellten kann aber auch gewinnbringend sein.
Bis anhin galt der Grundsatz für Führungskräfte, alle Mitarbeiter gleich zu behandeln. In Studien mit insgesamt 1000 Probanden konnten Forscher aus Deutschland, Grossbritannien, Kanada und den Niederlanden nachweisen, dass gute Führung keine Gleichbehandlung erfordert. Vielmehr legen die Forschungsergebnisse nahe, dass die gezielte Ungleichbehandlung zu besseren Leistungen führen kann.
Christian Tröster, Professor an der Kühne Logistics University in Hamburg, und Stefan Thau von der London Business School prüften in Experimenten die Wirkung von selektivem Lob für Teammitglieder: Personen wurden für ihre Beiträge zu einer Gruppenarbeit gezielt gelobt oder ihrer Leistung wurde vermehrt Aufmerksamkeit geschenkt. Die bevorzugt behandelten Teammitglieder berichteten von einem höheren Selbstwertgefühl und zeigten sich mehr motiviert, der Gruppe zu helfen. Weder das eine noch das andere liess sich bei den nicht belobigten Probanden feststellen, berichtet Professor Tröster.
Der Soziologe beeilt sich aber, die Forschungsergebnisse zu relativieren: Selektives Lob bedeute nicht, alle anderen Mitarbeiter nicht zu respektieren. Führungskräfte sollten jedem Mitarbeiter einen gewissen Respekt entgegenbringen. Wenn ein Angestellter allerdings herausragende Leistungen abliefert, dürfen sie durchaus eine Anerkennung vom Vorgesetzen erhalten. Die Kollegen würden die begründete Extra-Behandlung von Einzelnen durchaus als Fair empfinden, so der Professor für Leadership und Organizational Behavior.