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Süditalien - meist mit dunklen, kräftigen Weinen
Der Ursprung der dunklen Sorten Primitivo, Nero d'Avola und Aglianico liegt in Süditalien
Süditalien hiess zu Zeiten der alten Griechen Magna Grecia - grosses Griechenland. Bereits ab dem 8. Jahrhundert v. Chr. liessen sich auf Sizilien, in Apulien und in Kalabrien sowie in der Basilicata griechische Siedler nieder. Sie haben bis heute ihre Spuren hinterlassen: In einigen abgelegenen Dörfern in Kalabrien wird heute noch Griechisch gesprochen.
Die Griechen brachten das Wissen über den Weinbau nach Süditalien mit. Wie man Reben erzieht, damit sie möglichst gut gedeihen, war ursprünglich im Kaukasus entdeckt worden. Die Griechen erfuhren in Europa dank der geographischen Lage als Erste davon und brachten das Wissen schliesslich in ihre süditalienische Kolonie.
Noch heute kann man die Hand der Griechen im Weinbau sehen. Auf der Insel Ischia bei Neapel stehen die Reben im südlichen Teil der Insel schön in Reih' und Glied'. Das ist die griechische Methode. Im Norden hingegen dominiert der etruskische Stil: Die Reben wachsen wild in der Gegend und werden weit weniger geschnitten als im Süden.
Reiche Rebenvielfalt (Ampelographie)
Süditalien war bereits zu Römerzeiten ein wichtiges Weingebiet, um die Truppen im ständig wachsenden Imperium mit Wein versorgen zu können. Der Wein war teilweise auch der Sold für die Legionäre. Zudem hatte der Wein von damals nichts mit jenem von heute zu tun: Er war viel weniger alkoholstark als heute und hinderte die Legionäre weniger beim Kämpfen als eine Flasche Bordeaux heute täte.
Die Rebsorten auf Sizilien
Die typischen Reben für Rotwein auf Sizilien heissen Nero d'Avola und Frappato. Sie gedeihen in der Ebene, der Frappato vor allem in der Gegend von Siracusa und Ragusa. Wird der Frappato mit dem Nero d'Avola verschnitten, heisst er in der Gegend von Siracusa/Ragusa Cerasuolo di Vittoria, ein eher leichter, sehr süffiger Rotwein.
Auf den Hängen des Vulkans Ätna gedeihen der Nerello Mascalese und der Nerello Cappuccino. Wenn gut gemacht ergibt das herrlich zarte Weine von den kühlen Hängen des Ätna. Zudem wachsen hier auch die beiden Weissweinsorten Catarrato und Carricante.
Bei den Weissweinen dominieren in der Eben der Grillo als autochthone Sorte Siziliens. Aus ihm und der Sorte Inzolia wird auch der vom Verschwinden bedrohte Marsala produziert.
Auf der Insel Pantelleria gedeiht der Moscato d'Alessandria. Die Einheimischen nennen ihn Zibbibo. Aus ihm wird der herrliche Süsswein Passito di Pantelleria hergestellt.
Neben diesen typisch sizilianischen Sorten haben im Laufe der Jahrzehnte zahlreiche internationale Sorten Einzug gehalten. Dazu gehören Syrah, Merlot, Cabernet Sauvignon, Pinot Nero und der Chardonnay.
Die Rebsorten Apuliens
Apulien ist ein Grossproduzent von Wein. Noch heute geht ein Teil davon nach Norditalien oder Frankreich, um dort als Verschnittwein eingesetzt zu werden. ZU den einheimischen Sorten gehören der Primitivo und Negroamaro. Sie sind die Hauptweine Apuliens. Stark im Kommen ist der Nero di Troia, eine rote Rebsorte. Bei den Weisswein gehören zu den autochtonen Sorten der Minutolo und Bombino.
Die Rebsorte der Basilicata
Eigentlich hat die Basilicato nur eine einzige autochthone Rebsorte: Den Aglianico del Vulture. Diese Rebe gibt kleine Beeren, aus denen häufig ein dichter Rotwein hergestellt wird. Am besten gedeiht der Aglianico in der Nähe des erloschenen Vulkans Vulture. Von Norden her eingewandert sind der Sangiovese (Toskana), Montepulciano (Umbrien, Toskana) sowie die internationalen Sorten Syrah und Cabernet Sauvignon.
Die Rebsorten Kalabriens
Hauptsorte bei den Rotweinen ist der Gaglioppo und Magliocco, bei den Weissen heissen die Sorten Guernaccia und Montonico. Daneben gibt es zahlreiche von Norden eingewanderte Sorten. Der kalabresische Wein schafft es selten in den Export - mit Ausnahme von einigen wenigen Weingütern - da die Qualität häufig nicht ausreicht.
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