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Der Ausgang der Kongresswahlen am 8. November in den USA wird nach Einschätzung eines Experten möglicherweise erst nach mehreren Tagen oder sogar Wochen feststehen.
«Wahrscheinlich wird die Kontrolle über den Senat durch einige knappe Rennen entschieden», sagte der Verfassungsrechtler Gregory Magarian von der Washington University in St. Louis der Deutschen Presse-Agentur. Es könnte mehrere Tage lang Unsicherheiten bei der Auszählung der Stimmen geben – und potenziell auch rechtliche Anfechtungen der Resultate, sagte er. «Daher würde es mich nicht überraschen, wenn es Wochen oder zumindest Tage dauern würde, bis einige der knappen Wahlen entschieden sind und wir das Ergebnis im Senat kennen.»
US-Präsident Joe Biden hatte die Bürgerinnen und Bürger mit Blick auf die Resultate am Mittwoch zu Geduld aufgerufen. Immer mehr Stimmen würden vorzeitig oder per Briefwahl abgegeben, sagte Biden. In vielen Bundesstaaten beginne erst nach Schliessung der Wahllokale die Auszählung. «Das bedeutet, dass wir in einigen Fällen den Wahlsieger erst einige Tage nach der Wahl kennen werden», betonte er. «Es braucht Zeit, um alle legitimen Stimmzettel auf legale und ordnungsgemässe Weise auszuzählen.»
Bei den «Midterms»-Wahlen in den USA – zur Mitte von Bidens Amtszeit – werden am kommenden Dienstag alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus und etwa ein Drittel der Sitze im Senat neu vergeben. Zudem stehen in diversen Bundesstaaten Gouverneurswahlen an. Umfragen zufolge haben die Republikaner gute Chancen, die Mehrheit im Repräsentantenhaus zu erobern. Für den Senat wird ein enges Rennen um die Mehrheit vorhergesagt.
Falls die Mehrheit dort an einem Sitz im Bundesstaat Georgia hängen sollte – wie 2020 – wäre dort eine Stichwahl vier Wochen später nötig. In Georgia kommt es zu einer Stichwahl, wenn im ersten Anlauf kein Kandidat mehr als 50 Prozent erreicht. Das Rennen in dem traditionell eher republikanischen Bundesstaat im Süden ist eines der spannendsten. Der demokratische Senator Raphael Warnock gilt als Wackelkandidat. Herausforderer ist der Republikaner Herschel Walker.