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Drosera, Hydrocotyle, Betula pubescens, Liparis Lœselii etc. Andere seltene Sumpfpflanzen sind Utricularia intermedia, die vom Greifensee bis Oerlikon nicht selten ist, und Utricularia Bremii, in der Nähe von Dübendorf, eine Rarität ersten Ranges. In der Nähe des Greifensees kommen vor: Lysimachia thyrsiflora und Inula Vaillantii. Die tiefeingeschnittenen Schluchten der Bergbäche am Zürichberg enthalten u. a.: Saxifraga mutata, Cypripedilum, Orchis purpurea;
in den Wäldern vereinzelt: Pirola uniflora, Senecio Fuchsii, Poa Chaixii etc. Wie man sieht, sind unter diesen Pflanzen manche, die heute der subalpinen oder alpinen Region angehören;
diese sind also als Reliktpflanzen aus einer kältern Zeit, der Eiszeit, aufzufassen.
Noch entschiedener sprechen für die Eiszeit andre Pflanzenreste, die man in dem Lehm unter den Torfmooren im Glattthal gefunden hat. Sie tragen entweder hochalpinen oder arktischen Charakter. Dahin gehören die Zwergbirke (Betula nana), die Polarweide (Salix polaris), der Alpenknöterich (Polygonum viviparum), Dryas octopetala, die kriechende Alpenheide (Azalea procumbens).
Unter den zürcherischen Flüssen war die Glatt bis vor kurzem einer der fischreichsten, sowohl was die Zahl der Arten als die Menge der Fische anbetrifft. So melden die alten Chroniken oft von ausserordentlich grossen Fängen von Nasen (Chondrostoma nasus) und von Brachsmen (Abramis brama) während ihrer Laichzeit. Im alten Glattbett bei Rheinsfelden sollen die Nasen früher in so gewaltigen Scharen erschienen sein, dass man sie mit Kübeln und «Zainen» (Körben) herausschöpfte.
Noch im 18. Jahrhundert gab der Nasenfang dort Anlass zu einem Feste für die Gegend, indem der Landvogt in Eglisau, dem die Fischerei in Rheinsfelden gehörte, mit zahlreichen Gästen zum Fischzuge kam, wenn die Nasen sich eingestellt hatten. Leider sind jetzt durch industrielle Etablissemente wiederholt Verunreinigungen des Flusses vorgekommen, welche den Fischbestand beeinträchtigen. Auch die Flusskorrektion musste hier Schaden stiften, indem sie eine Menge von Schlupfwinkeln etc. für die Fische zerstörte.
Die Glatt führt ihren Namen erst vom Ausflusse aus dem Greifensee an. Der Bach in der Axe des Thales, die Mönchaltorfer Aa, der nach seiner Richtung als Quelle anzusehen wäre, ist ganz unbedeutend. Am meisten Wasser führt die Pfäffiker Aa herbei. Weitere Zuflüsse sind die Bäche von Maur, Fällanden, Dübendorf, der Seebach aus dem Katzensee, der Himmelbach bei Oberglatt, der Fischbach bei Höri etc.
Die Länge der Glatt vom Greifensee bis zum Rhein beträgt 35,8 km; das Flussgebiet bis zum Auslauf aus dem Greifensee misst 186 km2, das gesamte Gebiet bis zum Rhein 411 km2. Die Wassermenge beträgt bei Niederwasser ungefähr 3 m3 per Sekunde, sie ist bei Hochwasser schon auf 40 m3 gestiegen (Sept. 1852). Ungleich andern Flüssen hat die Glatt ihr grösstes Gefäll im untern Teil ihres Laufes, während sie oben, d. h. vom Greifensee an, zunächst ganz langsam fliesst und daher offenbar ihren Namen erhalten hat. Während nämlich das durchschnittliche Gefäll vom Greifensee bis zum Rhein 2,54‰ beträgt, ist es vom See bis nach Niederglatt nur 1,05‰, von da bis Hochfelden 2,66‰ und auf dem letzten Abschnitt bis zum Rhein 7‰.
Daher hörte man seit alten Zeiten immer zweierlei Klagen über die Glatt; vom See bis ungefähr nach Hochfelden schadete der Fluss fast jedes Jahr durch Unterwassersetzen der Wiesen, die mehr und mehr versauerten. Unterhalb Hochfelden dagegen vertiefte die Glatt ihr Bett, riss Land weg und überführte andere Teile mit Kies und Sand. Die Uebelstände müssen schon im 18. Jahrhundert arg gewesen sein; am Anfang des 19. Jahrhunderts erfolgten (1807-1811) so viele und verheerende Ueberschwemmungen, dass sich die Gemeinden um Hilfe an die Regierung wandten.
Gestützt auf ein Gutachten des «Sanitätskollegiums» und H. C. Eschers v. d. Linth beschloss die Regierung am eine durchgreifende planmässige Korrektion der Glatt vom Greifensee bis zum Rhein vorzunehmen. Aber die Ausführung entsprach dem schönen Plan nicht. Zwar fing man richtig unten bei Glattfelden an; aber den Bau der Mühlenschleuse überliess man dem Müller; sie wurde denn auch so ausgeführt, dass sie beim nächsten Hochwasser (1814) vernichtet wurde. Im Jahr 1815 wurde auch der neu gegrabene Kanal fast ganz zerstört. Bis 1852 wurden nur dann und wann kleine Reparaturen gemacht.
Eine andere Teilkorrektion wurde mit besserem Erfolge in Rheinsfelden ausgeführt. Bei Hochwasser lief dieses Dörfchen jedesmal Gefahr, unter Wasser gesetzt zu werden; ferner unterspülte die Glatt, die vor der Mündung in den Rhein einen scharfen Bogen nach NO. machte, einige Häuser. 1820 petitionierten die Bewohner von Rheinsfelden daher an die Regierung und schlugen vor, einen Stollen von 90 m Länge, 4,5 m Breite und 3 m Höhe durch den Flügel des Simelihölzli zu treiben.
Sie erhielten an die Kosten einen Staatsbeitrag von 320 alten Franken, und 1822 war der Stollen fertig. Seither ist er durch Abwitterung immer kürzer geworden. Von Zeit zu Zeit erfolgten kleinere und grössere Einbrüche an beiden Enden, so dass einige Male im Glattbett geräumt werden musste. Nach und nach würde sich der Stollen also in einen offenen Einschnitt verwandeln, wenn man ihn nicht 1885 ausgemauert hätte, um die Anlage einer neuen Strassenbrücke zu vermeiden.
Unterdessen hatte man andere Teilstücke der Korrektion in Arbeit genommen. 1817 wurde die Mühle Oberglatt geschleift und die Mühle Hofstetten gesenkt, um dem Wasser, das hier ja entschieden zu wenig Fall hatte, bessern Abfluss zu verschaffen. 1819 wurde auf der Strecke Oberglatt-Rümlang ein Kanal von 2100 m Länge gegraben und damit einige Krümmungen abgeschnitten. 1825-30 baute man die Mühle Rümlang um und kanalisierte die Glatt oberhalb Rümlang auf eine Strecke von 2800 m. Bis dahin beliefen sich die Kosten auf 167156 Fr. 56 Rappen alter Währung. Nun wollte die Regierung diese Kosten auf die Gemeinden verteilen; diese aber zahlten nicht, weil die Teilkorrektionen nirgends geholfen hatten. Nach langem Hin- und Herstreiten beschloss der Grosse Rat am dieses Guthaben an die ¶
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Gemeinden in der Staatsrechnung zu streichen. So endete die erste Periode der Glattkorrektion.
In der Folge wurde die Sache immer schlimmer. 1852 erfolgte wieder ein ganz grosses Hochwasser, das Glattfelden beinahe ruinierte. Von verschiedenen Seiten wurde die Regierung ersucht, die Korrektion von neuem in Angriff zu nehmen. Nach gründlichen Studien entstand dann 1867 ein neues Projekt für die Korrektion der ganzen Glatt mit Einschluss der Senkung des Seespiegels um 0,9 m. Dasselbe blieb aber wegen der politischen Umwälzungen noch ein Jahrzehnd liegen. Es brauchte die grossen Ueberschwemmungen von 1876, 1878 und 1881, um den Eifer immer neu anzustacheln. 1876 wurde das zürcherische Gesetz über Flusskorrektionen angenommen; aber noch 1879 wandten sich die Vertreter des Glattthales mit einem wahren Notschrei an den Kantonsrat, man solle doch einmal dem Glattthale gründlich helfen. Nun wurden die gefährlichen Stellen bei Glattfelden durch Senkwalzen, dann durch Steinböschungen gesichert, das Glattbett von unten herauf überall auf die nötige Breite gebracht, die Sohlen durch Pfählungen oder Steinpackungen gesichert. So schritt man immer weiter aufwärts; 1887 wurde die oberste Strecke Dübendorf-Greifensee in Angriff genommen und 1895 die Abrechnung über das Ganze vorgelegt. Sie zeigte 2573240 Fr. 96 Rappen Gesamtkosten.
Von den bisherigen Folgen der Korrektion sind hervorzuheben: Der Spiegel des Greifensees stand früher bei Mittelwasser 437,88 m ü. M., bei Hochwasser 439,20 bis 439,25 m. Das grösste Hochwasser seither erreichte nur 437,68 m, blieb also unter dem frühern Mittelwasser. Die Wiesen an der obern Glatt, die nur noch saure Gräser hervorbrachten, sind zu guten Wiesen geworden. Der Bauer braucht nicht mehr zu fürchten, dass ihm das Heu oder Emd über Nacht, bei plötzlichem Austreten der Glatt, fortschwimme. Nun wird es auch möglich sein, die vielen Sümpfe, sogar oberhalb des Greifensees, zu entwässern und in fruchtbares Land zu verwandeln, oder eine regelmässige Bewässerung einzurichten, so dass der Ertrag an Streue, der oft eben so wertvoll ist, wie der Heuertrag, ein möglichst grosser wird. Mehrere solcher Bewässerungs- und Entwässerungsprojekte sind in Arbeit.
Trotzdem ist für die zahlreichen Wasserwerke längs der Glatt jetzt besser gesorgt als früher. Am Ausfluss aus dem See ist nämlich ein Stauwehr gestattet worden, vermittels dessen bei Niederwasser der See um 1 m gestaut werden kann. Dadurch hofft man, den Abfluss so zu regulieren, dass er auch bei niedrigem Wasserstande doch 2 m3 per Sekunde beträgt. Um den bisherigen Fischfang nicht zu schädigen, sind in der Schleuse ein Fischpass und eine Schiffsschleuse angebracht worden. Die Zahl der Wasserwerke an der Glatt ist sehr beträchtlich. Schon 1807 bestanden vom Greifensee bis zum Rhein 13 Mühlen; eine davon fiel der Korrektion zum Opfer, aber die Gesamtzahl der Werke beträgt jetzt doch 18; davon sind 8 Mühlen, die übrigen Spinnereien, Zwirnereien, Webereien und 1 Elektrizitätswerk (Hochfelden). Diese Etablissemente bringen also in das sonst nur Landwirtschaft treibende Thal eine rege industrielle Tätigkeit.
Dem entsprechen auch die Verkehrswege. Schon zur Römerzeit kreuzte die Hauptheerstrasse, von Baden durch das Furtthal kommend, bei Rümlang die Glatt und führte über Kloten (Claudia) nach Winterthur. Von Kloten ging eine Abzweigung einerseits nach Zürich, anderseits, allerdings mit Vermeidung der sumpfigen Thalgründe, nach Glattfelden und Kaiserstuhl. Von den spätern Hauptstrassen durchzieht die Strasse Zürich-Eglisau-Schaffhausen den grössten Teil des Thales, und die Strasse Zürich-Winterthur kreuzt es. Dem entsprechen auch die Eisenbahnlinien: Zürich-Uster-Rapperswil, eine der ältesten Bahnen, folgt der obern Hälfte und die erst vor kurzem ausgebaute Linie Zürich-Bülach-Schaffhausen der untern Hälfte des Thales. Die Bahn Zürich-Winterthur kreuzt das Thal in 2 Linien, über Wallisellen und über Kloten. Zweigbahnen von lokaler Bedeutung sind Oerlikon-Seebach-Wettingen, Niederglatt-Wettingen und Oberglatt-Dielsdorf-Niederweningen.
Literatur:
Wettstein, Alexander. Geologie von Zürich und Umgebung. Zürich 1885. - Schröter, Carl. Flora der Eiszeit (Neujahrsbl. der naturforsch. Gesellsch. in Zür. 1883). Zürich 1882. - Meister. Beiträge zur Kenntnis der europ. Arten von Utricularia.