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abschnitt 1. begrifflicher ansatz: definition der schlüsselbegriffe
über die neuen informationstechnologien
Unter dem Gattungsbegriff NIT (Neue Informationstechnologien) bezeichnen wir nachstehend in diesem Bericht sämtliche Informatiktechnologien, die es ermöglichen, die Information in all ihren Formen (symbolisch oder analog) darzustellen, zu erfassen, zu verarbeiten und zu verteilen. Die Gesamtheit dieser Technologien ist aber nicht wirklich homogen. Zwecks eines guten Verständnisses der in diesem Bericht beschriebenen Forschungen wird zwischen mindestens drei Bedeutungen des Begriffs unterschieden. Wir bezeichnen sie als "traditionelle Informatik", "fortgeschrittene Informatik" und "Telematikanwendungen". Jede dieser Kategorien wird durch unterschiedliche wirtschaftliche und technische Zwänge beherrscht.
Die traditionelle Informatik
Diese erste Unterkategorie entspricht allem, was mit der im Handel erhältlichen Standardinformatik (Computer, Software, Peripheriegeräte) zusammenhängt. Diese Umgebungen basieren auf einer im allgemeinen bewährten und den Marktgesetzen unterworfenen Informatiktechnologie. Ihr wesentliches Merkmal ist, dass sie den Regeln der Standardisierung und der Werbung unterliegen. Aus offensichtlichen wirtschaftlichen Gründen sind sie auch die einzigen, zu denen die Schule Zugang hat. Darum ist es wichtig, dass der Forscher die Grenzen und die Auswirkung dieses Marktes kennt, der seitens der Lehrkräfte keiner institutionellen Kontrolle unterliegt. Unter den von den Händlern angebotenen Produkten stabile und kohärente Lösungen zu finden, erfordert derzeit seherische Gaben. Die Lektüre der Zeitschriften für das breite Publikum zeigt im übrigen, dass die Initiatoren dieses Marktes sich jetzt direkt an die potentiellen Verbraucher (Eltern, Kinder, Lohnempfänger usw.) wenden. Um diesen neuen Schwierigkeiten zu begegnen, hat man in den USA einen neuen und originellen Markt für die "schlüsselfertigen" Lösungen geschaffen, die den Schulen, welche sich von den technischen Zwängen befreien wollen, angeboten werden. Es braucht keine Installation und Verwaltung von schulischen Informatikisystemen mehr, keine als "Systemingenieure" auftretenden Lehrer - letztere können jetzt einen echten Service zu einem vernünftigen Preis in Anspruch nehmen. Diese Systeme sind durch das Label "Computer-based Integrated Learning Systems" gekennzeichnet und umfassen eine strukturierte Gesamtheit von Anwendungen, Softwareprogrammen und Hilfen für das ganze Programm des Schuljahres. Im folgenden werden wir auch davon ausgehen, dass die sogenannten "lokalen" Netzwerke zu dieser Kategorie Anwendungen gehören.
Die fortgeschrittene Informatik
Die zweite zu unterscheidende Unterkategorie von Technologien bilden die Systeme und Umgebungen, die spezifisch der fortgeschrittenen Forschung gewidmet sind. Auf dieser Ebene findet man sowohl die sogenannten "intelligenten" Anwendungen, die der Technologie der künstlichen Intelligenz (Expertensysteme, Neuronennetzwerke usw.) entstammen, die aus den Arbeiten über die künstlichen Bilder hervorgegangenen virtuellen Realitäten oder Spezialsoftware für Experimente usw. Im Gegensatz zu den traditionellen Anwendungen sind sie auf den Standardumgebungen nicht erhältlich. Sie werden nicht über die Handelskanäle vertrieben und können deswegen schwer in einer "natürlichen" Situation erprobt werden. Zudem werden diese Produkte in einer Grössenordnung vertrieben, die ihre Weiterentwicklung und Aktualisierung mehr als problematisch macht. Aus diesen Gründen führt die "Entwicklungsforschung" im allgemeinen nicht zu Standardprodukten (CABRI-Geomètre ist eine Ausnahme, die die Regel bestätigt); trotzdem wird die Informatikkultur von morgen in den Labors und aus diesen Entwicklungen heraus geschaffen. Alle informatischen "Revolutionen" der letzten Jahrzehnte (grafische Schnittstellen, objektorientierte Sprachen, WWW und Internet) wurden in den Forschungslabors geboren, in den Grenzzonen zwischen der Grundlagenforschung in der Informatik, der angewandten Forschung der traditionellen Disziplinen und den kognitiven Wissenschaften.
Die Kommunikationstechnologien und die Netzwerke
Im vergangenen Jahrzehnt hat sich der Status des Computers in den Augen der öffentlichkeit wie auch der Fachleute verändert: Er ist vom Assistenten zum Vermittler geworden. Das Verhältnis zur Maschine ist nicht mehr ein Duo (oder ein Duell) zwischen einem Anwender und einem Programm, sondern das Tor zu einer Welt möglicher Beziehungen mit anderen menschlichen Anwendern. Die elektronische Post, die "News"-Gruppen, das World Wide Web (WWW) sind zu unersetzlichen Instrumenten für Forschung, Unterricht und Privatleben geworden. Die Besonderheit der Kommunikationstechnologien rührt daher, dass die sie stützenden Netzwerke per Definition schwer zu lokalisieren sind. Sie entwickeln sich am Rande des traditionellen Computermarktes und der Allmacht der grossen Industriekonzerne. Diese Netze erzeugen mehr oder weniger spontan und in kooperativer Weise eine Gesamtheit von sich in beständiger Evolution befindlichen Dienstleistungen, und dies in einer Kollaborationsform, die in der Geschichte der technischen Entwicklung äusserst originell ist. Das WWW auf dem Internet ist ein gutes Beispiel von Anwendungen der blitzschnelle Evolution sich in wenigen, maximal zwei bis drei Jahren auf allen Sektoren beruflicher Tätigkeit (Bildung und Unterricht an der Spitze) durchgesetzt hat. Wenngleich die mit diesen Umgebungen verbundene Technologie in den Augen der Informatiker und Forscher relativ standardgemäss ist (sie benutzen seit Jahren analoge Systeme), so überrascht doch der hieraus resultierende Gebrauch in der Bildung. Er erneuert die Methoden des Fernunterrichts, indem er eine Form der Zusammenarbeit ermöglicht, an denen es den klassischen Technologien mangelte. Seine Auswirkung auf die Zukunft der Informationssysteme und die Welt der Bildung ist derzeit Gegenstand zahlreicher Spekulationen. Die mit dem Ausbau der Netzwerke verknüpften finanziellen und gesellschaftlichen Dimensionen rechtfertigen es, dass wir diesen Technologien einen eigenen Bereich zuordnen.
- Die traditionelle Informatik
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- Die fortgeschrittene Informatik
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- Die Kommunikationstechnologien und die Netzwerke
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Nationales Forschung Programm 33 - 29 JAN 1996
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