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"Mit dem hier vorgeschlagenen Massnahmepaket will der Bundesrat dazu beitragen, die Notlage in der Informatik und Ingenieurwissenschaften zu überwinden."
Mit diesen Worten leitete der Bundesrat Ende 1985 die Botschaft zur Förderung der Informatik-Ausbildung und -Forschung ein. Der Bund konstatierte in der Mitte der 1980er Jahre einen Mangel an gut ausgebildeten Informatikern in der Schweiz. Mit einem Paket von Sondermassnahmen mit einem finanziellen Umfang von total 207 Mio. Franken sollte im Zeitraum zwischen 1986 und 1991 der wahrgenommene Rückstand auf das Ausland vor allem in der Ausbildung verringert werden.
Neben umfangreichen Geldern für die Ausbildung waren in der Botschaft auch 40 Millionen Franken für einen zentralen nationalen Hochleistungsrechner vorgesehen sowie 15 Mio. für den Aufbau eines schweizerischen Hochschul- und Forschungsnetzwerks, welches den Universitäten den Zugriff auf den Supercomputer ermöglichen sollte. Beim Bund ging die Initiative für den Aufbau eines schweizerischen Supercomputing-Centers von Urs Hochstrasser aus, dem Leiter des Bundesamtes für Bildung und Wissenschaft. Die ETH, die nie einen Antrag für einen Supercomputer gestellt hatte, wurde beauftragt, ein nationales Rechenzentrum aufzubauen. In der Schweiz waren bis zu diesem Zeitpunkt keine Supercomputer verfügbar, mit Ausnahme eines aus zweiter Hand gekauften Crays an der EPFL in Lausanne. Insbesondere an der ETH Zürich gab es auch kaum Gruppen, die für ihre laufende Forschung explizit einen Grosscomputer forderten.
Ein Supercomputer hätte rein platzmässig auch in einem Keller der ETH untergebracht werden können. Es wurde aber beschlossen, im Tessin in der Nähe von Lugano ein gänzlich neues Zentrum aufzubauen. Die Wahl des Standorts Manno wird heute von den damals Beteiligten mit verschiedenen Argumenten begründet. Unter anderem wird die Meinung vertreten, dass die ETH den Supercomputer buchstäblich "in die Wüste geschickt" habe.

|Die Auswahl eines geeigneten Hochleistungsrechners gestaltete sich alles andere als einfach. Die verantwortliche Kommission bewegte sich auf einem schmalen Grat: Entschied man sich für einen erprobten Supercomputer, so bedeutete dies gleichzeitig, dass der Rechner bereits veraltet war. Fiel der Entscheid hingegen für einen ganz neuen und schnellen Rechner aus, so existierten dafür weder Betriebserfahrungen noch optimierte Software. Ein erster Beschluss fiel für eine ETA 10, einen Computer, der noch nirgends in Betrieb stand. Insbesondere Schulratspräsident Ursprung sprach sich dagegen aus und setzte eine zweite Kommission ein, die dann einen NEC SX-3 Vektorrechner wählte. Dieser wurde 1991 in Manno in Betrieb genommen. Parallel dazu wurde unter dem Namen "Switch" ein Netzwerk zwischen den Hochschulen und Manno aufgebaut. Switch stellte später den Anschluss der schweizerischen Forschungsinfrastruktur an das Internet sicher.
|Der Hochleistungsrechner in Manno diente nur am Rande den Bedürfnissen der ETH-Informatikabteilung. Es waren andere Forschungsgruppen der ETH und EPFL, die auf dem Supercomputer rechneten, vor allem Chemiker, Physiker, Ingenieure und Geologen. Das Paket der Informatik-Sondermassnahmen 1986-1991 diente vor allem den Informatik-Anwendern und nicht der Forschung an der ETH. Erst in einer zweiten Etappe ab 1992 änderte sich dies dann.

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2005
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28.7.2005 |
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