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Das Bundeshaus wurde 1894 bis 1902 vom St. Galler Architekten Hans Wilhelm Auer erbaut. Gleichzeitig entstanden weitere Parlamentsgebäude: in Wien (1873-1884), Berlin (1882-1894) und Budapest (1885-1903). Was das Bundeshaus heute zum Sonderfall macht, ist der Umstand, dass kaum ein anderes europäisches Parlamentsgebäude den Zweiten Weltkrieg unbeschadet überstanden hat. Zusammen mit der originalen, vom Architekten entworfenen, Innenausstattung besitzt die Schweiz damit ein national sowie europaweit einmaliges Gesamtkunstwerk.
Im Jahr 2000 entschied der Bundesrat, ein neues Unterbringungskonzept für das Bundeshaus ausarbeiten zu lassen. Durch die Herbstsession 2006 des Parlaments in Flims (GR) ergab sich dann die Möglichkeit verschiedene Erneuerungen vorzunehmen. Seit dem Sommer 2006 ist das Bundeshaus eingerüstet, die Arbeiten werden insgesamt zweieinhalb Jahre dauern. Im Folgenden seien einige der wichtigsten Veränderungen angesprochen.
Über dem Ständeratssaal wurde das Fernsehstudio abgebrochen zugunsten von Fraktions- und Arbeitsräumen. Dabei wurden die alten Oberlichter wieder hergestellt. Der neue Eingang für Besucher erfolgt, analog zu den Ratsmitgliedern, wieder zentral. Die Säle von National- und Ständerat sind geschützte Ensembles. Hier hat man ergonomische Verbesserungen an Stühlen und Pulten vorgenommen sowie den Spannteppich ersetzt. Das repräsentative Zeitungszimmer im ersten Stock, wurde zurückgebaut, Reste der ursprünglichen Tapete rekonstruiert und die eingehängte Decke entfernt. Dabei zeigte sich, dass die Architekten, die spätere Ein- und Umbauten vornahmen, stets sehr respektvoll mit der vorhandenen Substanz umgingen. An der Kuppel schliesslich wurde die originale Vergoldung von 1902 wieder restauriert. Im Frühjahr 2008 werden die Gerüste verschwunden sein und Ende 2008 erstrahlt das Bundeshaus innen und aussen in neuem Glanz.
Bild: BBL Bern, A. Gempeler