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Facts & Figures Burundi
Aktuelle Lage
Oktober ’15
Die Lage in den Provinzen hat sich entspannt, wenngleich die Situation in einzelnen Teilen der Hauptstadt angespannt bleibt und es vereinzelt zu Auseinandersetzungen kommt.
Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass Angesichts der jüngsten Vorkommnisse die Afrikanische Union (AU) den Einsatz einer Friedenstruppe erwägt.
Der AU-Sicherheitsrat sprach sich am Samstag dafür aus, entsprechende Vorbereitungen zu treffen. Die Truppe solle entsandt werden, wenn sich die Lage in dem Land weiter zuspitze, hieß es. Zudem sollen Sanktionen gegen die Verantwortlichen verhängt werden.
Sommer / Herbst ’15: Unruhen wegen Neuwahlen
Burundi befindet sich in Aufruhr, seitdem Staatspräsident Pierre Nkurunziza am 26. April ankündigte, für eine (dritte) Amtszeit zu kandidieren.
Die geplanten Neuwahlen für Juni 2015 des Präsidenten führten zu schweren Unruhen, einem missglückten Putsch und Toten während den Ausschreitungen. Die Parlaments- und Präsidentenwahlen wurden daraufhin verschoben.
Kritiker und Opposition sehen dies als verfassungswidrig an, da das Grundgesetz nur zwei Amtszeiten erlaubt. Nkurunziza argumentiert aber, er sei das erste Mal nicht vom Volk, sondern vom Parlament gewählt worden. Das Verfassungsgericht bestätigte ihn darin.
Die Parlamentswahlen wurden Ende Juni durchgeführt. Demnach fallen 77 von 100 Sitze der bisher regierende Partei zu. Die meisten oppositionellen Gruppen hatten den Urnengang in dem ostafrikanischen Staat boykottiert.
Geschichte
Burundis erster demokratisch gewählter Präsident wurde, nach 100 Tagen im Amt, im Oktober 1993 umgebracht. Das war der Auslöser des letzten grossen Bürgerkrieges zwischen Hutu und Tutsi. Dieser dauerte 12 Jahre und forderte 200’000 – 250’000 Tote. Grosse Teile der Bevölkerung flüchteten in die umliegenden Nachbarländer. Je nach Quellen überdauerten fast eine Million Burundis in Flüchtlingcamps in den umliegenden Nachbarländer.
2003 wurde der Weg zu einem Waffenstillstand zwischen den Rebellen und den mit Gewalt an die Macht geputschten Machthaber geebnet. In der Folge wurde gemeinsam mit allen politischen und militärischen Kräften eine neue Verfassung verankert und 2005 in Kraft gesetzt. Im gleichen Jahr wurde Präsident Pierre NKURUNZIZA vom eingesetzten Parlament gewählt. 2010 erfolgte die Wiederwahl durch das Volk. [*]
Seit Kriegsende setzt dennoch eine gewisse wirtschaftliche Erholung ein und auch die Indikatoren sozialer Entwicklung verbessern sich langsam. 2013 lag Burundi auf Platz 178 von 186 im Human Development Index der Vereinten Nationen (Zum Vergleich: Schweiz belegt Platz 9). [*]
Demographie – eine junge Bevölkerung
46 % der Bevölkerung ist jünger als 15, das Durchschnittsalter beträgt 16,7 Jahre. Die durchschnittliche Lebenserwartung bei der Geburt wird mit 50,1 bis 50,4 Jahren angegeben.[*] Die (geschätzte) Geburtenrate lag im Jahr 2007 bei 6,48 Kindern/Frau.[*]
Kinder und Jugendliche
UNICEF sieht die Situation der Kinder in Burundi als beunruhigend an. Rund 25 % der Kinder zwischen 10 und 14 Jahren verrichten Kinderarbeit. Die Ausbeutung und der Missbrauch von Straßenkindern, Waisen und behinderten Kindern zur Prostitution stellen eine große Herausforderung dar.
Aufgrund des HIV-Viruses wachsen rund 200.000 Kinder als Waisen auf. Rund ein Drittel der Fünfjährigen leidet an Untergewicht aufgrund mangelnder Ernährung. [*]