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Die Behandlung der Blähungen erfordert vor allen Dingen Vermeidung aller sogen. blähenden Speisen. Am meisten
empfehlen sich eine leichtverdauliche, zugleich nahrhafte Kost, Fleischspeisen mit einem mäßigen Zusatz von Gewürzen und
aromatischen Ingredienzien, alter Wein, schwarzer Kaffee, kleine Portionen kalten Wassers und Gefrornes.
[* 9] Der Stuhlgang muß reguliert
werden, fleißige Bewegung im Freien, überhaupt weniger sitzende Lebensweise ist sehr anzuraten; dabei
muß der Kranke sich vor Erkältung hüten, öfters kalte Waschungen vornehmen.
Zuweilen leistet auch ein warmes Bad
[* 10] die ersprießlichsten Dienste.
[* 11] Ist einmal Aufblähung vorhanden, so ist nur durch sachkundige
Untersuchung und Feststellung der jedesmal vorliegenden UrsacheHilfe zu erwarten. Bestehen gleichzeitig heftige Schmerzen
im Unterleib, so unterlasse man das sonst übliche Streichen und Kneten, bevor nicht ärztlicherseits festgestellt ist, daß
diese Manipulationen ohne Gefahr angewandt werden können. Liegen die Speisen noch unverdaut im Magen, so ist zuweilen ein Brechmittel
angezeigt; auch Abführmittel können durch Anregung der Bewegung des Darmkanals mitunter sehr ersprießliche Wirkung
thun; auf gleiche Weise wirken die Klystiere, welche aber mehr kühl als warm sein müssen. Außerdem reicht man die sogen.
blähungtreibenden Mittel: Kamillen, Fenchel, Anis, Pfefferminzthee, oder einige Tropfen der ätherischen Öle
[* 12] dieser Arzneistoffe
auf Zucker.
[* 13] In ganz extremen Fällen hat man zuweilen mit Erfolg den Darm mit einem feinen Trokar
[* 14] angestochen
oder durch Einlegung eines langen Mastdarmrohrs die Luft mechanisch entleert. Es versteht sich von selbst, daß dies nur durch
die Hand
[* 15] eines erfahrenen Arztes geschehen darf.