Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03421.jsonl.gz/1992

Im letzten Ratgeber haben wir das Symptom der schweren Beine vorgestellt. In diesem möchten wir mehr auf die Prophylaxe und was man dagegen tun kann eingehen. Wir haben bereits die unterstützenden Massnahmen erwähnt, die immer zuerst versucht werden müssen:
- Erhöhtes Gewicht reduzieren
- Rauchen aufhören
- Ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen (2 Liter am Tag!)
- Hitze meiden und die Beine kühlen
- Mehrmals täglich die Beine über Herzhöhe hochlagern
- Nicht zu lange stehen oder sitzen
- Muskelpumpe aktivieren mit Sport und Bewegung
Zum ersten Punkt: – erhöhtes Gewicht reduzieren: deutliches Übergewicht stellt eine erhebliche Belastung für das System der tiefen und oberflächlichen Venen dar. Oft ist das hohe Gewicht ein Hindernis für die Bewegung. Es gibt einen statistischen Zusammenhang zwischen einem hohen Bodymass-Index und tiefen Venenthrombosen. Der Bodymass-Index lässt sich folgendermassen berechnen: Das Gewicht in kg wird durch die Grösse in m und nochmals durch die Grösse in m berechnet z.b. Eine 60 kg schwere Person mit einer Körpergrösse von 1.60 m hat einen BMI von 23.4 kg/m2 (60 kg : 1.60 und nochmals : 1.60) Ein normaler BMI liegt zwischen 20 und 25.
Zum zweiten Punkt: – Rauchen: Starke Raucher haben eine verminderte Hautdurchblutung oder anders formuliert es gibt einen belegten Zusammenhang zwischen einer Gefässverstopfung in den Extremitäten und Rauchen! Dabei sind eher die Arterien betroffen. Der Fachbegriff lautet PAV (periphere arterielle Verschlusskrankheit). Damit steigt auch das Thromboserisiko. Bei Frauen, die zusätzlich noch die Pille einnehmen ist das Risiko um das 8 bis 10-fache erhöht
Zum dritten Punkt: – Ausreichend Flüssigkeit: Zu einer guten Verdauung gehört als ERSTES eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr! Beginnen Sie den Tag mit einem grossen Glas lauwarmem Wasser. Wer morgens einen Liter Wasser in einem Zug trinken kann, regt die Stuhlentleerung an und verhindert Verstopfungsphänomene, die mit Gasbildung einhergehen. (Wahrscheinlich über die Verbesserung der Bauchspeicheldrüsen-Aktivität, die durch ein altersbedingtes „Vertrocknen“ weniger Verdauungsenzyme bildet).
Zum vierten und fünften Punkt: – Hitze meiden, Beine kühlen und hochlegen. Jeder hat erlebt, dass die Beine und speziell auch die Füsse bei Hitze aufschwellen. Darum ist in diesen Situationen ein kühlendes Bad eine echte Wohltat! Das gilt auch nach langen Wanderungen, bei denen ebenfalls die Füsse heiss und geschwollen sind. (Vielleicht kennt der eine oder andere das Osterhasenbuch in dem der kleine Osterhase dem grossen nach der Verteilung der Ostereier, die Beine im Bach kühlend, sagt: weil meine Beine kleiner sind muss ich sie länger baden). Dazu legt man automatisch zusätzlich die Beine hoch. Das Kühlen vermindert die übermässige Ausdehnung der Venen. Das Hochlegen unterstützt den Rückfluss in dem die Schwerkraft „ausgeschaltet“ wird.
Zum sechsten Punkt: – Sitzen und Stehen: da gilt die 3 S und 3 L– Regel:
Selten Sitzen oder Stehen; Lieber Liegen oder Laufen! Die Venen sind von der Natur so konstruiert, dass sie Bewegung brauchen, um funktionieren zu können! Und damit kommen wir zum ausschlaggebenden siebten Punkt: – Muskelpumpe aktivieren. Wenn immer möglich sollte barfuss oder mit flachen Schuhen energisch gegangen werden! (Bei sitzenden Berufen: wenigstens beim Telefonieren herumlaufen! Oder jede Stunde aufstehen und sich für 2 bis 3 Min. bewegen, z.B. ins nächste Stockwerk gehen.), oder folgende Sitzübungen machen:
- Auf der vorderen Hälfte des Stuhles sitzen
- Die Füsse abwechselnd zuerst auf die Zehenspitzen und dann auf die Fersen stellen;
- Eventuell gegengleich;
- Die Fersen auf dem Boden belassen und die Zehen ganz weit hoch ziehen und spreizen;
- Eine Fusswippe hilft ebenfalls.
Im Stehen haben sich folgende Übungen bewährt:
- In den Zehenstand, Position halten, langsam abrollen, anschliessend Vorfüsse soweit wie möglich anheben;
- Storchengang;
- Unterschenkel wegschleudern;
- Auf eine Kante stehen und die Fersen absenken.
Im Liegen lässt sich folgendes für die Venen tun:
- Luft-Radeln;
- Beide Beine in die Höhe strecken und abwechselnd die Fuss-spitzen heranziehen und strecken;
- Oder aus dem Sprunggelenk kreisen lassen;
- Einen Fuss mit den Händen umfassen, hochstrecken und „ausstreichen“, dabei den anderen, zur Stabilität, angewinkelt aufsetzen.
Sportarten, die sich für die Venengesundheit bewährt haben sind: Walking, am besten Venenwalking (bewusstes Abrollen mit Aufsetzen der Ferse, (= MBT-Schuhe-Prinzip), Schwimmen, Skilanglauf, Radfahren, KNEIPPEN! Im Fricktal haben wir einen Kneippverein, ein Informieren lohnt sich!)
Komplementärmedizinisch helfen Schüssler Salze, Spagyrische Sprays oder Ceres Urtinkturen und natürlich auch die ganze Gamme der im letzten Ratgeber erwähnten pflanzlichen Präparaten. Bei bereits bestehenden Venenproblemen kommt niemand an Kompressionsstrümpfen vorbei! Sie sind mittlerweile einigermassen modisch und nicht zu vergleichen mit den Gummistrümpfen unserer Grossmütter! An- und Auszieh-Hilfen erleichtern das Tragen. Die Auswahl der verschiedenen Materialien helfen ebenfalls beim täglichen Tragen!
Lassen Sie sich gut in einem Fachgeschäft beraten oder z. B. in der
Vinzenz Apotheke
eine quelle der gesundheit