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Der Wecker klingelt morgens um 05:30 Uhr, und ich stehe auf, um pünktlich um 06:00 Uhr den Bus zu nehmen. Nach meiner Ankunft im Stadtspital Zürich Triemli begebe ich mich ins Untergeschoss, wo ich frische Arbeitskleidung beziehe, bevor ich die Station aufsuche. Ich grüsse meine Kolleg:innen und hole mir einen Arbeitsplan, worin ich die Informationen zu meinen Patient*innen notieren kann. Diese Informationen erhalte ich über ein System, in dem alle Kolleg*innen des Behandlungsteams relevante Daten dokumentieren. Dazu gehören Diagnosen, Therapien und besondere Beobachtungen, wie zum Beispiel Hautveränderungen. Nach 15-20 Minuten haben sich alle Kolleg:innen des Frühdienstes mit den Informationen vertraut gemacht, sodass wir mit dem Rapport beginnen können. Während des Rapports informiert mich der Nachtdienst über den Zustand meiner Patient:innen. Ich habe auch die Möglichkeit, Fragen zu stellen, falls etwas unklar ist. Nach dem Rapport wende ich mich meiner Tagesbezugsperson zu, die mich bei der Betreuung meiner Patient:innen unterstützt. Sie agiert im Hintergrund, sodass ich bei Unsicherheiten Fragen stellen und mich versichern kann, ob ich bestimmte Aufgaben anders ausführen sollte.
Im dritten Lehrjahr bin ich mittlerweile sehr selbstständig, daher kümmere ich mich hauptsächlich eigenständig um die Betreuung meiner Patient:innen. Zusammen mit meiner Tagesbezugsperson bespreche ich die Patient:innen, um sicherzustellen, dass keine wichtigen Informationen vergessen werden, wie zum Beispiel Gespräche mit den Eltern und die Verabreichung von Medikamenten. Als Erstes überwache ich meine Patient:innen, indem ich Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung und Atemfrequenz messe. Diese Informationen teile ich meiner Tagesbezugsperson mit und trage sie in das System ein. Danach beginne ich in der Regel mit der Pflegerunde bei einem Neugeborenen. Währenddessen wickle ich das Baby, führe die Faltenpflege durch und beobachte das Kind. Ich inspiziere die Haut sorgfältig und nehme Veränderungen wahr, um die entsprechenden Pflegemassnahmen abzuleiten. Zum Beispiel trage ich bei einer leicht geröteten Gesässhaut Bepanthen-Salbe auf und bei trockener Haut Sonnenblumenöl. Während der Pflege messe ich auch die Temperatur, da einige unserer Neonatologie-Patient:innen ihre Körpertemperatur noch nicht eigenständig regulieren können. Ausserdem wiege ich die Neugeborenen, um sicherzustellen, dass sie ausreichend zunehmen, oder um Anpassungen in der Ernährung vorzunehmen. Nach der Pflege reiche ich meistens die Flasche und verabreiche die notwendigen Medikamente. Die Medikamente überprüfe ich gemäss den 6R-Regeln mit meiner Tagesbezugsperson, um Fehler zu vermeiden. Anschliessend bringe ich das Baby zurück ins Bett.
Wenn die Eltern auf der Station sind, liegt mein Ziel darin, ihnen so viel wie möglich selbst zu überlassen und sie bei den Pflegeaufgaben zu unterstützen. Meine Aufgabe ist es, für sie da zu sein, ihre Sorgen und Ängste zu lindern. Die Zusammenarbeit mit den Eltern bereitet mir grosse Freude, da sie sehr dankbar für meine Unterstützung sind. Mir gefällt es, wie sie sich für ihre Kinder einsetzen und auch Interesse zeigen, sich Handlungen anzueignen, wie zum Beispiel das Wickeln oder den Schoppen geben. Danach kümmere ich mich um meinen zweiten Patienten und passe mich ständig der Situation an. Wenn beispielsweise die Eltern anwesend sind und noch nie zuvor ihr Kind gebadet haben, nehme ich mir Zeit, um ihnen eine Instruktion zum Babybad zu geben. Am Nachmittag unterstütze ich die Mütter erneut beim Stillen und lege die Neugeborenen bei ihren Eltern ins Känguru. Ausserdem ist es meine Aufgabe, sicherzustellen, dass ausreichend Material vorhanden ist, damit im Notfall alles griffbereit ist. Dabei arbeite mit anderen Auszubildenden zusammen, um dies sicherzustellen. Wenn ich Zeit habe, unterstütze ich mein Team oder eigne mir noch mehr Fachwissen an.
Dies ist ein grober Überblick über einen Arbeitstag auf der Neonatologie. An einem Tag kann ich mehr tun, an einem anderen weniger. Genau das macht diesen Beruf so faszinierend. Es begeistert mich, dass kein Tag wie der andere ist und dass ich immer wieder neue Patient*innen, Aufgaben und Herausforderungen habe. Während dieser drei Jahre habe ich gelernt, Verantwortung zu übernehmen und mein Selbstbewusstsein zu stärken.