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Es gibt verschiedene Systeme um den Zeitpunkt der Geburt vorauszusagen: den "Wächtomat", welcher Alarm beim Schwitzen der Stute auslöst, der "Birth-Alarm" löst Alarm aus wenn die Stute abliegt, am zuverlässigsten ist sicher die Videokamera und es gibt die Möglichkeit Mittels Calzium-Messung in der Stutenmilch den Geburtstermin vorauszusagen.
Ein weiteres Indiz ist die Euterfüllung und wachsähnliche Harzzäpfchen an den Zitzen welche sich ca. 24 ? 48 Stunden vor der Geburt bilden. Die Beckenbänder erschlaffen und der Rumpf nimmt ein birnförmiges Aussehen an. Kurz vor der Geburt zeigt die Stute schlechtere Futteraufnahme, resp. leichtgradige Unruhe und setzt in der Boxe häufig kleine Mengen Misten ab.
Der normale Ablauf der Geburt zeichnet sich durch 3 Stadien aus:
Oeffnungsstadium: 20 Minuten bis mehrere Stunden
Austreibungsstadium: 5-30 Minuten
Nachgeburtsstadium: 5-30 Minuten
Stuten gebären schnell. Von den ersten Wehen bis zur eigentlichen Geburt dauert es meistens nicht länger als 20 Minuten. Sollte eine unüblich lange Verzögerungen auftreten, liegt meistens ein Problem mit der Lage des Fohlens vor. Der Tierarzt ist unverzüglich zu benachrichtigen.
Die Eihäute um die Nüstern reissen, bevor das Fohlen vollständig ausgestossen ist. Die Nabelschnur reisst ca. 5cm vom Nabel des Fohlens entfernt von selbst, entweder durch Aufstehen der Stute oder Bewegungen des Fohlens; der Nabel blutet nicht.
Nach der Geburt muss genau beobachtet werden ob die Nachgeburt ausgestossen wird. Man beachte, dass die Stute nicht auf heraushängende Teile steht und diese abreisst (hochbinden). Etwa eine Stunde nach der Geburt sollte die Nachgeburt abgegangen sein. Dauert es länger als diese Zeit spricht man von einem Nachgeburtsverhalten, es muss tierärztliche Hilfe herbeigeholt werden, da ein nicht behandeltes Nachgeburtsverhalten zu einer Gebärmutterinfektion führt und sogar eine Hufrehe verursachen kann. Darum muss die abgegangene Nachgeburt unbedingt auf ihre Vollständigkeit überprüft werden.
Von grösster Wichtigkeit für das Fohlen ist die Aufnahme von Kolostralmilch in den ersten 12 Stunden nach der Geburt. Sollte die Kolostralmilch vor der Geburt auslaufen, muss diese unbedingt aufgefangen und tiefgefroren werden, damit sie nach der Geburt dem Fohlen verabreicht werden kann. Ob ein Fohlen genügend und qualitativ gute Kolostralmilch und damit Antikörper erhalten hat, lässt sich mit einem einfachen Bluttest beim 18 - 48 Stunden alten Fohlen bestimmen. Wichtig in diesem Zusammenhang ist die bereits erwähnte Impfung der Stute einen Monat vor der Geburt. Sogenannte Fohlenlähmeimpfungen sind nicht mehr zeitgemäss.
Ein gesundes Fohlen ist innert 15 Minuten in Brustlage, hat innert 20 Minuten Saugreflex, kann innert 1 ? 2 Stunden erstmals stehen, saugt innert 2 Stunden erstmals bei der Mutter, setzt innert 6 ? 12 Stunden erstmals Harn ab und das Darmpech geht innert 12 Stunden ab.