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Schweizer Geschichte
Erstes Radiosender
Guglielmo Marconi gilt als der Pionier der drahtlosen Nachrichtenübertragung. Im Alter von 20 Jahren experimentierte der am 25. April 1874 in Bologna/Italien geborene Physiker erstmals mit dem senden und empfangen von Wellen ohne Kabel. 1895 gelang es ihm zum ersten Mal, eine Distanz von 2 km zu überwinden. 1986 siedelte er nach England über, wo er seine Erfindung am 2. Juni 1896 patentieren liess (Patent Nr. 12039). Innerhalb der folgenden 2 Jahre schaffte er es, immer grössere Distanzen zu überbrücken. So gelang es im 1899 den Ärmelkanal und 1901 den Atlantik mittels drahtloser Telegraphie zu überwinden. Damit war der Beweis erbracht, dass die ursprüngliche Annahme falsch war und Radiowellen trotz der Erdkrümmung rund um den Globus verschickt werden können.
Im Jahre 1920 wurde der erste lokale Rundfunksender in England gegründet. Nachdem in Berlin ein weiterer Sender den Betrieb aufgenommen hatte, folgte am 22. August 1922 – als Dritter Sender in Europa – die Schweiz. Der erster öffentlicher Radiosender nahm seinen Betrieb auf dem Champ de l’Air bei Lausanne auf. Über diesen Sender gingen die ersten regelmässigen Versuchs-Sendungen (Nachrichten und Wettermeldungen).
Am 23. August 1924 wurde Radio Zürich als dritte schweizerische Station (nach Genf und Lausanne) eröffnet. Radio Zürich war zu seiner Zeit einer der stärkeren Sender in Europa. Man konnte ihn bis nach Afrika und weit hinauf in den Norden Europas empfangen. Gesendet wurden eindreiviertel Stunden pro Tag für ca. 1’000 Hörer. 18 Monate später zählte man bereits 24’000 Hörer und Ende 1930 gabe es 103’808 Radiokonzessionäre.
1931 war die Geburtsstunde der Schweizerische Rundspruchgesellschaft (SRG). Am 1. April 1931 erhielt die SRG vom Bundesrat die alleinige Radio-Konzession. Die PTT wurde mit der Erstellung und dem Unterhalt der Sender beauftragt, worauf die drei Landessender Sottens, Beromünster und Monte Ceneri ihren Dienst aufnahmen. Der „zweite Frühling“ des Radios begann 1957 mit der Ultrakurzwelle (UKW) und dem tragbaren Radio.
Bis 1949 waren in der Schweiz bereits eine Million Radio-Konzessionen erteilt worden und 1990 besassen 86% der Haushalte eine Radiokonzession.
Der Kampf um private Radiosender begann 1979 mit dem Piratsender Radio 24 auf dem Pizzo Groppera. Während 76 Tagen sendete Roger Schawinski gegen das SRG-Monopol. Nach der Schliessung des Sender durch die Polizei, rief Schawinski am 26. Januar 1980 zu einer Protestdemonstration auf dem Bürkliplatz auf – 5’000 kamen. Bereits im Dezember 1979 waren Tausende nach Bern gepilgert, um bei der Übergabe der Petition „für eine freies Radio in der Schweiz“ an den Bundesrat dabei zu sein. Die 212’000 Unterschriften waren in nur fünf Tagen zusammengekommen. Zum Zeichen der Solidarität banden Tausende von Autofahrer weisse Bänder an die Autoantenne. 1983 war es dann soweit – die SRG verlor ihr Monopol und aus dem Piratensender wurde das erste private Lokalradioradio der Schweiz. Heute gibt es in der Schweiz 45 Radiokonzessionen.