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Was versteht man genau unter Mangelernährung?
Der Zustand einer Mangelernährung tritt auf, wenn der Organismus unter einer ungenügenden Nahrungszufuhr im Verhältnis zu seinem Bedarf leidet. Im Spital essen die Patienten trotz des vorhandenen Nahrungsangebots aufgrund ihres Gesundheitszustands oft zu wenig (Appetitverlust aufgrund der Krankheit, Schmerzen, Behandlungen, Geschmacksstörungen, schlechter Zustand der Zähne, usw.). Sie decken also ihren Nahrungsbedarf, der aufgrund der Krankheit oft noch erhöht ist, nicht ab. Das auffallendste Anzeichen einer Mangelernährung ist ein Gewichtsverlust, der auch bei Übergewicht oder Fettleibigkeit zu beobachten ist.
In den Industrieländern ist das Problem der Mangelernährung ebenso bedeutend, wie dasjenige der Fettleibigkeit!
Während die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen der Fettleibigkeit in den Medien einen breiten Raum einnehmen, bleibt die Mangelernährung eine weitverbreitete, schwerwiegende Krankheit. 20 – 60% der Personen, die in ein Spital eintreten, leiden an Mangelernährung. Der Prozentsatz steigt mit zunehmendem Alter. In den Schweizer Spitälern leidet beim Eintritt rund ein Fünftel der Patienten an schwerer Mangelernährung, was ihre Prognose verschlechtert.
Die Gefahren einer Mangelernährung
Bereits ein geringer Gewichtsverlust kann sich schwerwiegend auswirken, denn der Organismus reagiert mit einer Reduktion der Muskelmasse, was zu einem Kraftverlust führt (weniger Mobilität, mehr Stürze, Autonomieverlust). Die natürliche Immunabwehr wird geschwächt, was Infektionen und Komplikationen fördert und den Spitalaufenthalt verlängert. Die Mangelernährung ist eine «zusätzliche Krankheit», die den Körper so schwächt, dass die übrigen Behandlungen manchmal nicht mehr wirken oder nicht mehr verträglich sind, was sich auf die Mortalität auswirkt. Trotzdem wird die Krankheit immer noch ungenügend nachgewiesen und behandelt.
Was wird im Spital Wallis getan, um die Mangelernährung zu bekämpfen?
Im elektronischen Patientendossier ist eine Punktzahl für das Screening der Mangelernährung eingeführt worden. Es handelt sich um einen Algorithmus, der aufgrund des Gewichts, der Grösse und der Ernährung des Patienten berechnet wird. Damit ist es für Ärzte und Pflegepersonen einfacher, das Risiko der Mangelernährung systematisch zu identifizieren. Magerkeit, Gewichtsverlust, fortschreitendes Alter und Schweregrad der Krankheit sind Risikofaktoren, die eine spezialisierte Behandlung durch eine Ernährungsberaterin erfordern. Diese evaluiert den Ernährungszustand des Patienten und beginnt mit einer individuellen Therapie. Ein guter Ernährungszustand kann die Entwicklung der Patienten günstig beeinflussen. Deshalb ist es äusserst wichtig, die Gesundheitsfachpersonen weiterhin zu sensibilisieren und zu schulen, damit sie die Mangelernährung erkennen und behandeln können. Die Information an die Patienten und ihr Umfeld ist ebenfalls entscheidend, da sie so aktiv in die Ernährungspflege einbezogen werden können.
Wie kann man von einer angepassten Ernährungstherapie profitieren?
Gewisse Krankheiten oder Behandlungen erschweren oder verunmöglichen die Ernährung. Deshalb ist es unerlässlich, dass eine individuell angepasste Ernährungstherapie frühzeitig in die medizinische Pflege integriert wird, auf die der Patient Anrecht hat. Zur Abdeckung des Ernährungsbedarfs bestehen verschiedene Möglichkeiten. So kann zum Beispiel die Ernährung angepasst werden oder man kann auf die Techniken der künstlichen Ernährung zurückgreifen, die sich im Verlauf der Zeit bewährt haben.
Gewichtsverlust muss nicht vom Schicksal bestimmt sein!
- Verfolgen Sie ihren Ernährungszustand, indem Sie regelmässig Ihr Gewicht kontrollieren
- Informieren Sie Ihren Arzt bereits über einen Gewichtsverlust von 2-3 kg
- Fragen Sie eine/n Ernährungsberater/in um Rat
Links :
- Für zusätzliche Informationen lesen Sie die Broschüre, die für Patienten und ihr Umfeld bestimmt ist : La dénutrition (auf Französisch)
- Verordnung Ernährungsberatung SVDE
Für einen Termin nehmen Sie bitte mit dem medizinisch-therapeutischen Sekretariat unter 027 603 94 39 oder per E-Mail <email-pii> Kontakt auf.