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Kritik zum Film «Snowpiercer» von Regisseur Joon-ho Bong
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Land: Südkorea, USA, Frankreich, Tschechien
Jahr: 2013
Regisseur: Joon-ho Bong
Schauspieler: Chris Evans, Alison Pill, Jamie Bell, Tilda Swinton, John Hurt, Ed Harris, Octavia Spencer, Ewen Bremner, Luke Pasqualino, Song Kang-ho, Kenny Doughty, Steve Park…
Laufzeit: ca. 126 Minuten
Altersfreigabe: Ab 14 Jahren
Release-Datum: 30. April 2014 (Kino – Ascot Elite)
Offizielle Homepage: www.snowpiercer.de
Inhalt: Nach einem missglückten Versuch, die globale Erwärmung zu stoppen, versinkt die Erde in einer neuen Eiszeit. Die wenigen Überlebenden sammeln sich in einem 650 Meter langen Zug, der durch die Eiswüste rast – ohne je anzuhalten. Innerhalb des Zuges existiert eine strikte Klassengesellschaft. Die große Masse lebt in elenden Verhältnissen im hinteren Zugteil, während eine kleine, reiche Minderheit in den vorderen Waggons ihren Luxus genießt. Doch unter den Passagieren des Prekariats macht sich Revolutionsstimmung breit. Der junge Anführer Curtis und sein Kumpane Edgar planen einen Aufstand, der Wilford, den Erfinder und Herrscher des Zuges, stürzen soll. Stattdessen soll Gilliam, das weise Oberhaupt der dritten Klasse, dessen Amt übernehmen… (Ascot Elite)
Einige Bilder zum Film
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Mein Fazit:
Was entsteht, wenn der südkoreanische Film-Autor und Regisseur Joon-ho Bong seinen ersten englischsprachigen Film dreht, mit Hollywood-Schauspielern sowie 40 Mio US-Dollar Budget? Ein Anti-Blockbuster mit dem Namen SNOWPIERCER.
Blockbuster deshalb, weil der Film optisch und produktionstechnisch durchaus als ein solcher angesehen werden kann. Und trotzdem, der Film ist alles andere als ein Blockbuster. Inhaltlich ist Joon-ho Bongs Film das pure Gegenteil zur üblichen Hollywood-Masse: Der Held macht Fehler, keine Figur ist sicher vor dem Tod und Gewalt wird in unbeschönigt gezeigt, aber nicht zelebriert.
Man kann sich natürlich über das unlogische, vielleicht sogar dämliche, Konzept des Filmes echauffieren. Es sei jedoch gesagt, dass SNOWPIERCER natürlich ein Science-Fiction Film ist. Und das wird auch nicht versteckt. Joon-ho Bong spielt sogar mit den Genre-Elementen, indem er diese wunderbar demontiert.
Die Stärke von SNOWPIERCER liegt klar bei dem, was sich im Zug drinnen abspielt: Vor allem im Kampf der Klassengesellschaften – genial inszeniert, spannend, treibend und kritisch. Joon-ho Bong widerspiegelt in seinem Zug, und den einzelnen Waggons, wunderbar wo die Probleme einer zukünftigen, aber auch gegenwärtigen, Gesellschaft liegen. Was passiert, wenn sich Arm gegen Reich aufwiegelt? Wer ist böse, wer ist gut? Dürfen Einzelne über das Leben Vieler entscheiden? Was für Pfeiler braucht eine Gesellschaft um überhaupt funktionieren zu können?
SNOWPIERCER ist klug, ironisch und unglaublich packend. Starke Science-Fiction, ein starker Anti-Blockbuster.
4.5/5 Totenköpfen
US-Trailer
Bilder: © Ascot Elite All Rights Reserved. ; Poster: IMP Awarads