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Die Mispel
Lateinisch: Mespilus germanica L.
Die Mispel, im Nidwaldner Dialekt "das Näschpli" genannt, blüht als letzter Obstbaum im Mai mit grossen weissen Blüten.
Ende Oktober färben sich die langen grünen Blätter zu Herbstfarben. Die Früchte haben einen Durchmesser von 3-5 cm und werden bis ca. 50 g schwer.
Das Kennzeichen der Frucht ist ein grosser Blütenkelch mit langen Kelchblättern. Nach den ersten Frösten können die Früchte geerntet werden. Diese sind zuerst hart und ungeniessbar. Nach einigen Tagen oder Wochen werden sie weich und verändern ihre Farbe von goldgelb zu braun. Jetzt kann die Frucht gegessen werden.
Die Mispel hat ihre Herkunft in Vorderasien und wurde durch die Römer auch an den Vierwaldstättersee gebracht.
Am Vierwaldstättersee, (hauptsächlich in Nidwalden) hat eine spezielle Anbauart der Mispel ihre Tradition. Auf wilde, meist an Waldrändern wachsende Weissdornsträucher oder auf Mehlbaum werden Mispelzweige aufgepfropft.
Bereits im 12. Jahrhundert beschreibt Hildegard von Bingen die Mispel als blutreinigend und empfiehlt den Verzehr der rohen Früchte besonders zur Genesung, bei Abmagerung und Muskelschwund.
Im Buch „Die Gesellschaft der Herren Burger zu Beckenried und ihre Bruderschaft“ steht ein historischer Nachweis der Mispel: Zeugeneinvernahme im Jahre 1613:
„Und der Rat büsste unter anderem Niklaus Vyt eine Krone, weil er Weiberkleider angezogen hatte. In dieser Weiberrüstung nahm er einen Fischkratten an den Arm und ging auf den Dorfplatz, um Näschpli zu kaufen.“
In Nidwalden war die Mispel früher oft Bestandteil des Samichlaus-Säckleins und an einigen Orten sogar unter dem Christbaum anzutreffen.
Links zur Mispel: Mespilus germanica
Radiosendung zur Mispel: