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Quellen – Austritte von Grundwasser
In Form von Quellen tritt Grundwasser spontan an die Erdoberfläche. Die meisten Quellen befinden sich in steilem bis schwach geneigtem Gelände. Sie sind dort zu finden, wo Grundwasser führende geologische Schichten an die Oberfläche treten. Dies kann auch im Bereich von Flussebenen oder in senkrecht abfallenden Felsen der Fall sein. Im Offenland sind ungefasste Quellen in der Regel von einer dichten Vegetation mit Hochstauden gesäumt, während im Wald Moose und wenige Gefässpflanzenarten zu den höheren Wasser- und Uferpflanzen gehören.
Quellfassungen – wichtiger Teil der Trinkwasserversorgung
Ergiebige Quellen in stark besiedelten Gebieten wurden meist zur Trinkwasserversorgung gefasst. Die Fassung von Quellen hat eine lange Tradition und ist technisch relativ einfach auszuführen. Trotzdem rentiert sich der Aufwand nur bei Wasseraustritten ab einer bestimmten Grösse. Dabei wird das auf der abdichtenden Schicht langsam fliessende Wasser möglichst grossflächig mit Hilfe von Sickerrohren gesammelt und in eine Brunnenstube geleitet. Von dort gelangt es in das Verteilungsnetz.
Bedeutender Beitrag zur Wasserversorgung
In der Schweiz ist der Anteil von Quellwasser an der gesamten Wasserversorgung mit rund 40 % sehr hoch. Im Kanton Basel-Landschaft beträgt sein Anteil rund 6 %. Kriterien für eine Eignung einer Quelle zur Trinkwassernutzung sind eine hohe Ergiebigkeit, eine gute Wasserqualität und eine konstante Schüttung. Einige Gemeinden im Baselbiet, wie Frenkendorf oder Röschenz, stützen ihre Wasserversorgung noch heute mehrheitlich auf Quellen ab. In grösseren Gemeinden, wie Pratteln oder Riehen, dient das Quellwasser aktuell der Versorgung der öffentlichen Laufbrunnen. Die Haushalte erhalten in diesen Gemeinden Wasser aus den Grundwasservorräten der grossen Flüsse.
Quellen – Lebensräume spezialisierter Arten
Die Quell-Organismen gehören zu verschiedenen Gruppen der Algen, zu Kleintiergruppen wie den Strudelwürmern, den Wenigborster-Würmern, den Schnecken, den Muscheln, den Wassermilben, den Krebstieren oder den verschiedenen Wasserinsektengruppen wie Eintagsfliegen, Steinfliegen, Köcherfliegen, Wasserkäfer oder Zweiflügler. Die in Quellen lebenden Organismen gehören zu verschiedenen Gruppen der Algen und zu Kleintiergruppen wie den Strudelwürmern, den Wenigborster-Würmern, den Schnecken, den Muscheln, den Wassermilben, den Krebstieren und den verschiedenen Wasserinsektengruppen, insbesondere Eintagsfliegen, Steinfliegen, Köcherfliegen, Wasserkäfern und Zweiflüglern. Für die Besiedlung durch Tiere und Pflanzen ist von Bedeutung, ob es sich um Fliessquellen, Sickerquellen oder Tümpelquellen handelt. Tümpelquellen werden oft von typischen Arten der Schwimmkäfer oder von Wasserläufern bewohnt. In Sickerquellen kommen meist Bestände der Erbsenmuschel oder der typischen Köcherfliegenart Crunoecia irrorata vor, während die Fliessquellen in Jurawäldern vom Bachflohkrebs (Gammarus fossarum) und der Köcherfliegenart Potamophylax nigricornis besiedelt werden. In stark schüttenden Karst-Fliessquellen leben Grundwasserarten wie Brunnenschnecken (Bythiospeum spp.) oder Höhlenflohkrebse (Niphargus spp.).
Bedrohte Vielfalt schützen
Viele gefährdete Arten besiedeln Quellen im Offenland, die wegen Drainagen heute sehr selten geworden sind. Die Gefährdungsursachen für die Lebensgemeinschaften der Quellen sind: Grundwasserentnahmen, Flusskorrektionen, Abholzung von Wäldern, Drainagen, Beweidung, Ausschwemmung von Düngern und Pestiziden, Einleitung von Abwässern, Fassung von Quellen, Erholungsnutzung, Einführung exotischer Arten. Diese Faktoren führen in jedem Fall zu einem Konflikt mit dem intakten Lebensraum. Um die Lebensgemeinschaften der Quellen zu schützen und zu fördern, muss in erster Linie die Bedrohung der Quellbiotope besser bekannt gemacht werden. Bei Nutzungen im Umland muss zudem auf die Lebensgemeinschaften und deren Biologie Rücksicht genommen werden.
DK