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Soll ich das PK-Geld selber anlegen?
Wir haben vor zwei Jahren ein Haus gekauft und rund 50’000 Franken von der Pensionskasse vorbezogen. Nun, da ich in der Lage wäre, eine erste Teilzahlung zu machen, bin ich nicht mehr so sicher, ob das schlau ist. Meine PK hat in den letzten Jahren durchschnittlich 4,7 Prozent Rendite gemacht. Mein Erspartes wird mir aber nur zu 1 Prozent verzinst – den Rest benötigen sie, um die aktuellen Renten zu finanzieren. Somit ist für mich eigentlich der logische Schluss, dass ich die 50’000 Franken besser selbst anlege. Denn bis zu meiner Pension dauert es noch rund 30 Jahre. Wenn ich über den Zeithorizont 4 Prozent erwirtschaften kann, gibt dies deutlich mehr. Mache ich einen Denkfehler? T.B.
Sie sprechen in Ihrer Frage ein heikles Thema an: die Quersubventionierung der heutigen Rentner durch die heute noch Erwerbstätigen. Weil die Umwandlungssätze und die Renten in der zweiten Säule seit Jahren faktisch zu hoch sind, brauchen die Pensionskassen einen Teil ihrer Gewinne, um die Renten der Pensionierten zu subventionieren. Das Kapital der noch Erwerbstätigen wird indes tiefer verzinst.
Während für den obligatorischen Teil eine Mindestverzinsung von 1 Prozent gilt, sind die Vorsorgeinstitute im überobligatorischen Bereich frei. Diesen Spielraum nutzen die Pensionskassen für die problematische Quersubventionierung unter den verschiedenen Generationen.
Vor diesem Hintergrund kann ich Ihre Überlegungen gut nachvollziehen. Wenn Sie über dreissig Jahre hinweg auf ihren 50’000 Franken statt der von der PK vergüteten 1 Prozent wie von Ihnen angenommen 4 Prozent Rendite erreichen, hätten Sie für Ihr Alter weit mehr auf der hohen Kante. Ihre Rechnung geht allerdings nur auf, wenn Sie diszipliniert sind und die 50’000 Franken nicht für den Konsum antasten, voll investieren und vor allem erfolgreich investieren.
«Falls die Wirtschaft in Europa in eine Rezession fallen würde, könnte eine Korrekturphase auch längere Zeit anhalten.»
Im letzteren Punkt sehe ich das eigentliche Problem: Damit Sie wirklich eine Rendite von 4 Prozent pro Jahr erzielen, können Sie das Kapital nicht einfach konservativ anlegen, sondern müssten das Geld in Aktien investieren.
Nachdem die Aktienindizes wegen des Coronavirus und der unklaren Folgen getaucht sind und die Märkte mit vielen weiteren Unsicherheitsfaktoren wie dem Handelsstreit, hohen Schuldenbergen, der Konjunkturabschwächung und geopolitischen Risiken konfrontiert sind, würde es mich nicht erstaunen, wenn wir über kurz oder lang weitere Korrekturen erleben würden.
Falls die Wirtschaft in Europa in eine Rezession fallen würde, könnte eine Korrekturphase auch längere Zeit anhalten. Sie müssten also erhebliche Buchverluste in Kauf nehmen. Da Sie einen Anlagehorizont von bis zu dreissig Jahre haben, wie Sie schreiben, würden die starken Kursschwankungen deutlich relativiert. Sie hätten eine realistische Chance, auf lange Sicht die gewünschte Rendite zu erreichen.
Nur: Garantiert ist das keineswegs. Anders, als wenn Sie das Geld in Ihre Pensionskasse zurückzahlen, tragen Sie bei einer Selbstanlage des Betrages das volle Anlagerisiko. Sie müssten sich daher genau überlegen, ob Sie dieses erhöhte Risiko wirklich tragen wollen und können.
18 Kommentare zu «Soll ich das PK-Geld selber anlegen?»
Klar, wer 30 Jahre Zeit hat, um eine Investition wachsen zu lassen, für den gibt es nur eine Antwort: Selber anlegen! Am besten einen Welt-Index kaufen (VWRL), 30 Jahre lang liegen lassen, ab und zu mal eine weitere Tranche dazukaufen, sich über ein schönes Vermögen freuen.
Wenn die Weltwirtschaft in 30 Jahren am Boden liegen würde (was ich nicht glaube), würde dann die PK immer noch einen Zins gutschreiben? Wohl kaum. Das Jammern der PKs wäre so gross, dass die Politik einknicken würde, und die Rentner müssten Strafzinsen zahlen (oder so ähnlich).
Der Selbstanleger (Buy-and-Hold mit Weltindex) mit einem Anlagehorizonzt von 30 Jahren wird in jeder Situation besser fahren als der PK-Anleger.
Dumm nur, wenn gerade in 30 Jahren eine Corona Pandemie die schönen Aktiengewinne innert Wochefrist zu nichte macht. Was dann? Nochmal weitere 10 -15 Jahre warten um die Verlust wieder wett zu machen? Bleibt zu hoffen, dass man genügen Cash hat um die Wartezeit zu überbrücken.
In 30 Jahren verachtfachen sich normalerweise die Aktien (= Verdoppelung alle 10 Jahre). Da spielen dann 10-30% keine grosse Rolle. Zudem sollte man am Schluss (nach 30 Jahren) eh nicht alles verkaufen, sondern monatlich nur so viel, wie man zum Leben braucht (z.B. 0.5% des aktuellen Portfolios).
Nun, Herr Brand
in diesen 30 Jahren wird die Verzinsung der Anlagen über den Umwandlungssatz hinaus auf >6.5% angestiegen sein
??
Auch die Dividenden wachsen mit dem Wirtschaftswachstum
… und zwar in % des ursprünglich angelegten Betrags (vor 30 Jahren bis letztes Jahr)
.
Dito bei den Immobilien
?
Das Gebäude selber wird zwar abgeschrieben, aber das Bauland, auf dem das Gebäude steht. steigt im Wert.
Zugegeben: heute sind die Immobilienpreise dermassen überteuert, dass man keine vernüftige Rendite auf der Liegenschaft mehr erhält
… aber die Anlagegelder wurde ja sukzessive über die letzten Jahrzehnte angelegt und profitieren darum sowohl
von steigenden Mieten als auch
von den generierten (Buch-)Kapitalgewinnen
… die sich durch Verkauf jederzeit realisieren liessen
„Falls die Wirtschaft in Europa in eine Rezession fallen würde,….“
Zweifellos wird sie das, die Weltwirtschaft geht in eine Rezession, Konsum wird zweistellig einbrechen (wozu online Klamotten kaufen, wenn man nirgendwo hingeht?) und damit auch die Investitionen. Wahrscheinlich dauert die Geschichte 1-3 Jahre, bis entweder ein Impfstoff oder genügend durch überstandene Krankheit den Erreger stoppen. Überhaupt noch nicht eingepreist haben die Märkte all die indirekten, im Einzelnen noch nicht absehbaren politischen Auswirkungen, welche das Virus und die Rezession haben werden. Zuvorderst zweifle ich stark, dass Trump bei einer Niederlage im Herbst seinem Nachfolger gratuliert und geht. Selbst ein Bürgerkrieg ist vorstellbar in den USA.
Aber selbst auf den ersten Blick als Gewinner auszumachende Unternehmen wie Netflix könnten zu verlieren werden: Wenn die Schulstunden und Geschäftsmeeting und alles als Videokonferenzen abgehalten werden, wenn viele den ganzen Tag im Netz surfen weil sie sonst nichts zu tun haben, ist durchaus vorstellbar, dass die Grenzen der technischen Infrastruktur überschritten werden und z.B. Netflix abgestellt wird, damit wichtigeres durch die Leitungen kann:
Das Kapital hasst nichts so sehr wie Unkalkulierbarkeit, und mindestens seit der Finanzkrise war die Welt noch nie unkalkulierbarer.
Die Rendite der 10J Treausries fiel auf unter 05% um sich wieder auf fast 1% zu erhöhen, in etwas über 1 Woche:
Gibt es (mehr) deflationäre Tendenzen wegen der Rezession oder gibt es Inflation und die FED muss Zinsen sogar erhöhen: Die Störungen der Lieferkette führen dazu, dass viele Produzenten nicht liefern können, die welche liefern können, können dafür die Preis erhöhen. Die Umstellungen im Leben führen zu Nachfrage nach anderen Produkten, dort können Preise erhöht werden, die anderen Produkte (Clubs, Konzerte etc.) werden gar nicht mehr gekauft, die werden nicht billiger.
Aber das Allerschlimmste: Die Führung im wichtigsten Land der Welt hat noch immer nicht gemerkt, dass da ein echtes Problem ist. Trump ist komplett ratlos, verloren, irrt umher,….
verursacht noch mehr Unsicherheit, statt wie ein Vater (Auch Mütter können das) den Kinder im Chaos zu sagen: „Alles wird gut, ich führe euch durch dieses dunkle Tal“ negiert er die offensichtliche Dunkelheit und macht damit aus Verunsicherung Panik.
Die USA bräuchten einen „I’m Winston Wulf, I solve Problems.“ und haben einen „I’m Donald Trump, the cutiest president ever, I am a Genius and stable in always finding somebody to blame.“
Die sog. „die Quersubventionierung der heutigen Rentner durch die heute noch Erwerbstätigen“
… ist eine Lobby-Lüge der Abzocker in der Finanzwirtschaft
?
1984 wurde der SPI, der die Schweizer Aktien am besten abbildet, geschaffen. Er begann mit einem Index-Stand von 1’000. HEUTE steht der SPI bei über 10’000, also circa eine Ver-10-Fachung des angelegten PK-Geldes. Der Anlageerfolg war also mehr als 6.5% p.a.
(1.065^36 Jahre)
… also höher als der Umwandlungssatz des Kapitals in eine Rente.
Die Rente wird erst nach 45 Arbeitsjahren ausbezahlt, also ist die Verzinsung noch höher!
=> Das angelegte Kapital der RenterINNEN finanziert die Rente der RentnerINNEN.
Warum Lobby-Lüge?
Der Zinses-Zins-Effekt gilt auch für die Kosten der Abzocker. Schon 2% p.a. wirken verheerend
“ nach 45 Arbeitsjahren ausbezahlt, “ Das Kapital wird aber nicht vor 45 Jahren einbezahlt, sondern im laufe dieser 45 Jahre, und das meiste Am Schluss, von den Beiträgen in jungen Jahren geht viel für die Risikoversicherung drauf, gibt relativ zu den Beiträgen wenig Altersgutschriften: I)m Obligatorium von 20-25 gar keine, dann bis 34 7% des versicherten Lohnes, ab 55 18% des versicherten Lohnes: Ein grosser Teil des Alterskapital kann viel weniger lang als 45 Jahre Erträge erwirtschaften:
Der SPI gibt eine Bewertung in USD, wie viel hat der USD seit 1984 abgewertet?
Mit Verlaub Herr Ackermann, habe von Ihnen noch nichts ausser völligen Quatsch gelesen.
Das mit dem SPI ist falsch, der zeigt schon CHF. aber da ist ja nicht alles Geld der PK’s angelegt, das ist verboten, richtigerweise wie wir dieses Quartal sehen werden, eine Menge ist in Immobilien und in Anleihen investiert.
Korrigiere:
Der Stichtag des SPI ist der 1.5.1987 mit einem Indexstand von 1001.
Von dort wurde zurück gerechnet auf den 1.1.1987 mit einem Indexstand von 1049.
.
Entsprechend sind es nicht ~36 Jahre, sondern ~33 Jahre, so dass die Verzinsung HÖHER ist: 7.25%
(1.0725^33=10.07x)
.
Nimmt man 2% Abzocke durch die Papierli-Wender, so kommt man bei dann 5.25% während 33 Jahren auf nur 541% Anlageergebnis, also wenig mehr als die Hälfte!
… und genau nach diesem Mechano funktioniert die Lobby-Lüge mit der sog. Quersubventionierung.
„quersubventioniert“ werrden in Wirklichkeit die Abzocker der Finanz-Lobby (Banken- und Versicherungen)
Die Vermögen von Schweizer Vorsorgeeinrichtungen haben 2017 bei 133% des Bruttoinlandprodukts (BIP) gelegen. (Quelle NZZ)
Wenn man mir sagt, da würden 0.2% von abgezockt, kann das sein, bei 2% wqeiss ich das ist Humbug, alleine, weil der Ackermann nicht der einzig halbwegs schlaue ist der dies durchschaut. Einzelne Andere und Gewerkschaften und Herr Spieler auch nebenbei gesagt, würden es auch merken.
(Die Versicherungen und der Kapitalmarkt hielten das BVG damals für ein gutes Geschäft, die Banken bekamen die 3. Säule zum Ausgleich, aber es hat sich eher als Last denn als Geschäft herausgestellt)
Aber hier kommt der Ackermann, der gibt Bescheid, weiss, wir werden jährlich mehr als 2% BIP Prozente von der Finanzwirtschaft abgezockt.
Das Problem am BVG, das Sparverfahren funktioniert nicht, generiert zusätzliche Kosten, und verschiebt die Abhängigkeit der Renten doch wie ein Umlageverfahren auf die Zukunft: Unser Angespartes AltersKAPITAL ist abdiskontierte zukünftige Erträge und gibt’s keine Erträge mehr in Zukunft, ist Kapital Null, aus, ende.
Wir sollten den Mut haben den Fehler einzusehen (ich war damals dafür), die AHV ausbauen und das BVG abschaffen: Das wäre im besten Fall zwei BIP Prozente effizienter:
Typisch bei Uneinsichtigen: Sie waren wohl auch Fan des BVG, zeigen sich ja insgesamt konservativ-wirtschaftsliberal, – nur die Finanzwirtschaft ist korrupt- und jetzt wo Sie merken, es ist nicht gut, war nicht die Idee schlecht, sondern Sie finden Sündenböcke.
Es gibt keine Möglichkeit, sein Vermögen garantiert zu konservieren. Jede Anlageform birgt Risiken. Eine breite Diversifikation (Aktien, Anleihen, Immobilien, Edelmetalle) ist deshalb empfehlenswert. Vorhersagen sind bekanntlich schwierig, speziell wenn sie die Zukunft betreffen…
Richtig, Oskar.
Man kann nur die Kosten senken.
DARUM der riesige Erfolg der kostengünstigen „passiven“ Anlageformen (zB ETF).
.
Ein Vorreiter dieser Anlageform war der kürzlich verstorbene Gründer von Vanguard, Jack Bogle.
Auf youtube gibt es sehr viele Interviews mit ihm. Es lohnt sich, diesen zuzuhören.
-> youtube „jack bogle interview“
Auf alle Fälle selber anlegen, aber auf ca. 10 verschiedene Posten verteilt. Obwohl immer davon abgeraten wird. Diese Artikel sind von der Finanzbransche gesponsert. Darum wird immer abgeraten, sie können dann halt nicht mehr den Rahm abschöpfen.