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Warum schlafen Katzen soviel?
Die Sinne einer Katze arbeiten im Wachzustand auf Hochleistung. Katzen registrieren jede noch so kleine Bewegung oder kaum hörbare Geräusche. Dieser Zustand verbraucht jedoch Kraft und Energie. Diese Energiereserven muss die Katze im Schlaf wieder aufladen.
Was die Schlafposition verrät
Katze rollt sich eng zusammen, Kopf zwischen den Pfoten
Eine Katze, die sich draussen in der Kälte aufhält, sucht sich einen halbwegs geschützten Platz, um sich auszuruhen. Um sich zu wärmen, rollt sie sich möglichst eng zusammen und versteckt vielleicht den Kopf zwischen den Pfoten. So schützt sie sich vor Zugluft.
Eine Katze, die zusammengerollt in der Wohnung oder im Haus schläft, möchte es wärmer haben. Halblanghaarige Katzen nutzen oft den Schwanz als "Schal", den sie um den Körper legen, um sich so zu wärmen.
Katze streckt sich im Schlaf lange aus
Ist es warm, schlafen Katzen gern lang ausgestreckt auf kühlem Untergrund. Auch die kühlende Erdoberfläche von Pflanzenkübeln kann als Liegefläche in solchen Fällen attraktiv sein.
Katze liegt auf dem Rücken und zeigt ihren Bauch
Entspannte Katzen schlafen auf dem Rücken und zeigen ihren Bauch. Sie signalisieren absolutes Wohlbefinden und Angstfreiheit. Diese Schlafposition zeugt von grossem Vertrauen ihrer Umwelt gegenüber.
In Mehrkatzenhaushalten kann sich so eine Schlafposition nur eine Katze von sehr hohem Rang erlauben. Erweitert sich die Familie einer ranghohen Katze durch ein menschliches Kind oder einen lebhaften Hund, nimmt sie diese Schlafposition zwar noch oft ein. Aber nur an Orten, die von dem neuen Familienmitglied nicht erreicht werden können. Ruht die Katze dort, wo sie vom neuen Familienmitglied angefasst werden könnte, zieht sie eher einen Position vor, die eine schnelle Flucht ermöglicht.
In Alarmbereitschaft
Katzen, die sich genervt, unsicher oder unwohl fühlen, suchen sich nach Möglichkeit unerreichbare Plätze zum Ruhen aus. Die oberste Plattform des Kratzbaumes etwa. Ausserdem wählen sie eine Position, die es ihnen ermöglicht, schnell aufzuspringen.
Katze ist mit Rücken zum Menschen zusammengerollt, der Kopf ist erhoben, die Ohren zurückgedreht
Auch wenn die Katzen in dieser Position ihre Augen geschlossen haben, hat das Gnze nichts mit entspanntem Tiefschlaf zu tun. Zusammengerollt und dem Menschen den Rücken zugewandt, legen sie den Kopf nicht ab und drehen beide Ohren nach hinten, sodass ihnen nichts entgeht. Sie sind jederzeit bereit zu flüchten. Diese Position ist häufig bei Katzen zu beobachten, die neu in einen Haushalt kommen und sich noch nicht richtig zu Hause fühlen. Auch kranke Katzen ruhen häufig so. Wird diese Stellung sehr häufig eingenommen, solltest du deine Katze gut beobachten (Futter- und Wasseraufnahme, Urin- und Kotabsatz, Verhaltensänderung, Anzeichen von Schmerzen) und bei Verdacht auf eine gesundheitliche Beeinträchtigung deinen Tierarzt aufsuchen.
Brust und Beine liegen auf, Hinterbeine unter dem Körper, Vorderbeine unter der Brust
In der sogenannten Kleinkatzenstellung liegen Brust und Bauch der Katze auf dem Untergrund, die Hinterbeine ruhen angewinkelt unter dem Körper und die Vorderbeine werden unter die Brust gezogen, die Pfotenballen entweder aufgesetzt, was ein Aufspringen in Bruchteilen von einer Sekunde möglich macht, oder aber bequem untergeschlagen, was auf mehr Vertrauen in die Umgebung schliessen lässt.
Brustseitenlage mit angewinkelten Beinen
Auch sehr beliebt bei ruhenden Katzen ist die Brustseitenlage, bei der die Beine der Katze angewinkelt werden. Die Katze ist so nicht komplett ausgeliefert und behält stets die Kontrolle, kann aber trotzdem gut entspannen und die nötige Kraft für anschliessende Abenteuer sammeln.
Die Katze liegt auf der Seite, Kopf liegt auf dem Boden, Beine ausgestreckt
Die Seitenlage ist zum Schlafen für die Katze sehr bequem, erleichtert zudem die Reinigung des Gehirns von chemischen Abbauprodukten. Quasi eine Art von "Reset" für den Kopf, das die Katze wieder frisch und munter macht.
Schlafpositionen von jungen Katzen
Bei Katzenbabys kann man noch alle Arten von besonders entspannten Schlafpositionen beobachten. Gerade noch an der Milchbar getretelt und dann plötzlich lang ausgestreckt auf der Seite oder flach auf dem Bauch liegend, die Vorder- und Hinterbeine dabei möglichst lang ausgestreckt, aber auch die Rückenlage mit ausgestreckten Vorder- und Hinterbeinen oder angezogenen Vorderbeinen ist häufig zu sehen. Ältere Katzenkinder hingegen, die das Nest schon verlassen können und miteinander toben, schlafen häufig einfach da ein, wo sie gerade sind. Und das in den unmöglichsten Positionen. Völlig erschöpft und komplett erschlafft. Im Sitzen, nur gestützt durch ein Möbelstück, in Rückenlage, den Kopf und die ausgestreckten Vorderbeine vom Sofa herunterhängend. Das Internet ist voller solcher Bilder, bei denen man sich oft denkt: "Bequem kann das aber kaum sein!". Solche Katzenkinder kennen keine Gefahren und hatten bislang noch keine negativen Erfahrungen.
Wie schlafen Katzen?
Bei Katzen wechseln sich leichte Schlafphasen mit Tiefschlafphasen ab. Dabei kann sich das Gehirn erholen.
Die leichten Schlafphasen der Katzen erstrecken sich über jeweils eta 30 Minuten. Eigentlich sind diese Abschnitte eher ein Dösen. Sie können durch schnelles Aufschrecken unterbrochen werden, da vieles aus der Umgebung weiter wahrgenommen wird.
Eine sich daran anschliessende Tiefschlafphase dauert etwa sieben Minuten und nimmt über den Tag verteilt ungefähr vier Stunden ein. Geschieht das Aufwachen einer Katze durch eine mögliche Gefahr, zum Beispiel ein lautes Geräusch, ist sier sofort hellwach. Ansonsten ist das Wachwerden ein längerer Prozess und mit Strecken und Gähnen. Die Schlaflänge variiert von Katze zu Katze und ist auch nicht jeden Tag gleich.
Die meiste Zeit verbringen unsere Katzen jedoch in einer Art Halbschlaf.
Wie viel Schlaf ist normal?
Zeitpunkt und Dauer des Schlafes variieren von Katze zu Katze. Der Schlafrhythmus ist ausserdem abhängig vom Alter und Temperament der Katze, von der Sättigung, der Jahreszeit und den sexuellen Interessen:
Durchschnittlich werden zwei Drittel des Tages verschlafen, bei jungen und bei alten Katzen auch deutlich mehr. Im Winter oder bei Regen verbringen die meisten Tiere überdurchschnittlich viel Zeit mit Schlafen.
Wild lebende Katzen, die selbst auf die Jagd gehen müssen, schlafen weniger als Hauskatzen. Denn bei Letzteren wird der Napf ja automatisch gefüllt.
Von was träumen Katzen?
Während der Tiefschlafphasen kommt es zum sogenannten REM-Schlaf, in dem die Katze, genau wie Menschen, träumt.
REM ist die Abkürzung für "rapid eye movement", also das schnelle Hin- und-her-Bewegen der Augen bei geschlossenen Lidern. Auch Schwanz, Schnurrhaare und Pfoten können während dieser Traumschlafphasen zucken.
In Träumen verarbeiten wir die Geschehnisse des Tages, wenn auch weniger in logischer Reihenfolge als vielmehr durch visuelle Bilder. Auch Katzen verarbeiten in ihren Träumen Erfahrungen des Wachzustandes und gehen zum Beispiel auf die Jagd oder putzen sich. Heftige Bewegungen während des Schlafens vermitteln oft den Eindruck, dass die Katze einen Albtraum durchlebt.
Tief schlafende, träumende Katzen sollte man die wecken, da sie - abhängig vom durchlebten Traum - durchaus sehr verschreckt oder aggressiv reagieren können. Es gilt: Gönne deiner Katze immer ihren verdienten Schlaf und schenke ihr im wachen Zustand glückliche Katzenmomente - das ist der beste Schutz vor bösen Träumen.