Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03109.jsonl.gz/1934

Erkrankungen der Mundhöhle, des Rachens und des Halses
Erkrankungen der Mundhöhle
Im Bereiche der Mundhöhle treten Entzündungen der Schleimhaut auf, die auf Änderungen des lokalen Milieus, auf virale Infekte oder Pilze zurückzuführen sind. Verschwinden die Beschwerden nach wenigen Tagen Behandlung mit „Hausmittelchen“ nicht, ist eine Abklärung angezeigt. Ausgeschlossen werden müssen vor allem hartnäckige Infekte, die einer medikamentösen Behandlung bedürfen, sowie bösartige Veränderungen, die weiter abgeklärt werden müssen.
Erkrankungen des Rachens
Die häufigste Erkrankung im Rachen ist der virale Infekt mit Halsschmerzen und Schluckschmerzen. Verschwinden die Beschwerden nicht auf übliche Therapien mittels Sprays, Gurgeln und anderen „Hausmittelchen“ und kommt es zu Fieber oder einem erschwerten Schlucken, ist eine Untersuchung nötig. Grund für eine Zunahme der Beschwerden kann eine Angina sein, also eine bakterielle Infektion im Bereiche der Mandeln, in selteneren Fällen auch ein bakterieller Infekt tiefer im Rachen. Wegen der engen Beziehung zum Kehlkopf ist in solchen Fällen eine Untersuchung mittels Endoskopie sinnvoll, in schweren Fällen absolut unumgänglich, um eine allfällige Beteiligung tieferer Bereiche des Rachens, des Kehlkopfdeckels oder Kehlkopfes zu erfassen bzw. auszuschliessen.
Erkrankungen des Kehlkopfes
Eine akute Heiserkeit tritt in der Regel im Rahmen eines viralen Infektes der oberen Luftwege auf (Erkältung). Ist eine Heiserkeit von Schluckschmerzen begleitet muss NOTFALLMÄSSIG ein Hals-, Nasen-, Ohren aufgesucht werden, um den Kehlkopf endoskopisch untersuchen zu können. Eine bakterielle Infektion des Kehlkopfes tritt zwar weniger häufig auf, ist aber potentiell sehr gefährlich und darf nicht verpasst werden. Eine Heiserkeit, die länger als 4 Wochen dauert, muss ebenso endoskopisch abgeklärt werden, um Veränderungen der Stimmlippen auszuschliessen, die unter Umständen chirurgisch abgetragen werden müssen.
Schluckstörungen
Diese Störungen treten im Rahmen oben erwähnter Infektionen auf und müssen bei gleichzeitigen Halsschmerzen und Heiserkeit gleichentags abgeklärt werden. Schmerzfreie Schluckstörungen können auf Rückfluss von Magensäure, Ausbuchtungen der Speiseröhre, Störungen des eigentlichen Schluckaktes oder Veränderungen im Kehlkopf- oder tiefen Rachenbereich hinweisen und gehören abgeklärt. Nebst einer endoskopischen Untersuchung durch den HNO-Arzt folgt in manchen Fällen eine weitere Abklörung durch den Radiologen (Schluckuntersuchung mit Kontrakstmittel) oder den Magen-Darm-Spezialisten.
Untersuchungsmethoden:
- Endoskopie
- Stroboskopie
- Sonographie
- Audiologische Untersuchung
Sonographie
Die Sonographie ist eine bildgebende Echtzeituntersuchung mittels unschädlicher hochfrequenter Schallwellen. Mithilfe der sonographischen Diagnostik können besonders gut Veränderungen der Halsweichteile, der Speicheldrüsen und der Lymphknoten am Hals erfasst werden. Die Sonographie ist eine wichtige Säule der HNO-Diagnostik und kann auch schon beim Säugling gefahrlos eingesetzt werden. Schwellungen, vergrösserte Knoten, unklare Halsschmerzen, in gewissen Fällen auch Heiserkeit und Schluckstörungen bedürfen in der Regel einer sonographischen Untersuchung. Im Rahmen der sogenannten Tumornachsorge (Betreuung behandelter Tumorpatienten) stellt die Sonographie über Jahre nebst der klinischen Untersuchung einen Schwerpunkt der Nachsorge dar.