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In deiner Hand, HERR, steht es, jedermann gross und stark zu machen. 1. Chronik 29,12
Hier geht es um den sehr teuren Tempelbau und Davids Dankbarkeit.
Die Mittelbeschaffung für den Tempelbau und seine Errichtung ist mit grosser Wahrscheinlichkeit durch die Arbeit der einfachen Bevölkerung geschehen. Die von David ausgedrückte Dankbarkeit Gott gegenüber muss wohl eher verstanden werden als Davids Dankbarkeit gegenüber den Wohlhabenden aus den Versen davor. Denn die haben ihm sein Projekt finanziert aus ihren Reichtümern.
Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass der Chronist hier auf dem falschen Weg ist und eine sehr einfache Lösung gewählt hat.
Es Gott zu überlassen, wer als gross und stark gesehen wird, ist schon interessant. Die Zuschreibung von Grösse, Stärke und Einfluss ist immer abhängig von dem Mass an Grösse, Stärke und Einfluss, die jeder Einzelne jemand anderem zubilligt.
Der Chronist sieht David als dankbar und bescheiden, aber auch als machtvoll und durchsetzungsstark.
Macht in der realpolitischen Welt durchsetzen hat eigentlich immer mit mehr oder weniger rationalen Zielen zu tun. Dies können wir uns bei dem Überfall Russlands auf die Ukraine anschauen. Auch hier wird Gott instrumentalisiert und den eigenen Zielen zugeordnet. Also – prüfe den Chronisten auf seine Ziele, bevor du vertraust!
Von Rolf Bielefeld