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Robert Adams (* 1937) ist der wichtigste lebende Landschaftsfotograf des amerikanischen Westens. Bekannt geworden ist er vor allem mit seinen nüchternen nuancierten Fotografien der wuchernden Vorstädte von Colorado während der späten 1960er Jahre, die in seinem bahnbrechenden Buch The New West (1974) publiziert wurden. Er war einer der einflussreichsten Teilnehmer der legendären Ausstellung New Topographics: Photographs of a Man-Altered Landscape, die 1975 vom International Museum of Photography and Film, Rochester in New York organisiert wurde. Diese Ausstellung stand für eine formal radikale Landschaftsfotografie ein. Die romantischen und symbolistischen Vorlieben der amerikanischen Moderne wurden durch eine unpersönlichere, neutralere Vision ersetzt.
Einerseits offenbaren die Bilder das zunehmend gestörte Verhältnis der Menschen zu ihrer natürlichen Umwelt. Bilder von verlassenen Autobahnen, Rodungen und sich ausbreitenden Vorstädten dokumentieren, wie sich ein unbehindertes städtisches Wachstum und die gedankenlose Ausbeutung natürlicher Ressourcen auf die Landschaften auswirken. Andererseits widersetzt sich Adams' Schwarz-Weiss-Fotografie allzu einfachen Interpretationen und legt mit feiner Präzision alle Ambivalenzen des heutigen Lebensstils offen. Weitere wichtige Projekte in unserer Ausstellung sind Our Lives Our Children (1979–1983), eine entwaffnend zärtliche Porträt-Serie von Menschen, die im Schatten einer nahen nuklearen Waffenfabrik leben; und Turning Back (1999–2003), eine Werkgruppe über eine von Flächenrodungen zerstörte Landschaft im Pazifischen Nordwesten, Adams' heutiger Heimat. Als erste grosse Retrospektive von Adams' Werk in Europa offenbart The Place We Live die überwältigende und urwüchsige Kraft der amerikanischen Landschaften.
Kuratoren: Joshua Chuang und Jock Reynolds
Eine Ausstellung der Yale University Art Gallery.
Hauptsponsor: Notenstein Privatbank AG
Weitere Unterstützung durch die Jubiläumsstiftung der Schweizerischen Mobiliar Genossenschaft, der Hans-Eggenberger-Stiftung und der Dr. Werner Greminger-Stiftung.