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Rauchstoppwunsch, Passivrauchen, tabakbedingter Todesfälle: Kennzahlen zu den Folgen des Tabakkonsums
In den westlichen Industriegesellschaften ist der Tabakkonsum eine der Hauptursachen für Krankheit, Invalidität und (frühen) Tod: Die Hälfte der heutigen Raucherinnen und Raucher wird an einer mit dem Rauchen zusammenhängenden Krankheit sterben. Nach der Dauer des Tabakkonsums (in Jahren), die das Risiko am stärksten beeinflusst, haben auch die Art des Konsums und die Menge einen Einfluss auf die Gesundheit. Hinzu kommen die Gesundheitsrisiken des Passivrauchens.
Folgen des Tabakkonsums: Kennzahlen
Wunsch, mit Rauchen aufzuhören
Folgen von Passivrauchen
Tabakbedingte Todesfälle
Im Rauch einer Zigarette finden sich mehr als 7’000 chemische Verbindungen, oft unter dem Begriff Teer zusammengefasst, die meisten sind lungengängige Feinstaubpartikel. Ein beträchtlicher Teil davon sind giftig.
Von diesen giftigen Stoffen sind mindestens 70 krebserregend, weitere sind potentiell krebserregend. Das Risiko, an Krebs zu erkranken ist für Rauchende 25 Mal höher als für Nichtrauchende.
Daneben sind vor allem das Kohlenmonoxid, aber auch Oxidantien und Schwermetalle für die Herzkrankheiten verantwortlich. Rauchen ist einer der wichtigsten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Krankheiten und begünstigt die Entstehung von Arteriosklerose (Verdickung der Gefässwände) und die Bildung von Gerinnseln.
Verschiedene Reizgase schliesslich können Asthma, Bronchitis und die Chronisch-Obstruktive Lungenkrankheit COPD auslösen. Nach neuesten Studien ist bereits der Konsum einer Zigarette pro Tag mit einem erheblich erhöhten Herzinfarktrisiko verbunden.
Mehrere Jahrzehnte nach der Einführung von Light-Zigaretten, die weniger Schadstoffe enthalten sollen, wird heute klar, dass das Rauchen solcher Zigaretten nicht weniger schädlich ist, denn dem verdünnten Rauch und einem kleineren Anteil Nikotin und reizenden Substanzen werden sie tiefer inhaliert oder es werden mehr Zigaretten pro Tag geraucht. Dies führt zu schwerer behandelbaren Lungenkrebsarten.
Nach dem heutigen Wissensstand ist regelmässiges Shisha-Rauchen kaum weniger schädlich als Zigarettenrauchen, denn das Wasser filtert nur wenige Schadstoffe heraus. Der Rauch enthält mehr giftige Stoffe als Zigarettenrauch, da im Tabak mehr Zusätze beigemischt sind, durch die Kohle mehr Kohlenmonoxid (CO) freigesetzt wird, das kühlere Aerosol tiefer inhaliert wird und die Rauchdauer länger ist als diejenige von Zigaretten.
Weiter besteht die Gefahr einer CO-Vergiftung: Beim Rauchen ohne Pause (und auch wegen der Kohle) gelangen viele Kohlenmonoxid-Moleküle in die roten Blutkörperchen und verhindern somit die Sauerstoffaufnahme, es drohen Erstickungserscheinungen. Beim Rauchen in geschlossenen Räumen entsteht im Übrigen viel Passivrauch.
Im Vergleich zu einer Zigarette produziert eine ganze Zigarre mehr Schadstoffe. Da Zigarren aber weniger oft geraucht werden, ist der Durchschnittskonsum weniger schädlich als der Zigarettenkonsum. Zigarrenrauch verbleibt – länger als Zigarettenrauch – für mehrere Sekunden im Mundraum, wo er an Gaumen, Rachen, Zahnfleisch und Zunge Tumore erzeugen kann. Daneben sind vor allem das Kohlenmonoxid, aber auch Oxidantien und Schwermetalle für die Herzkrankheiten verantwortlich. Zudem kann man unter Zigarrenrauchenden teilweise eine Abhängigkeit beobachten.
Sie sind zwar kleiner als Zigarren und haben oft einen Filter, doch sie werden in der Regel häufiger pro Tag geraucht und eher inhaliert. Deshalb sind die gesundheitlichen Schäden in der Regel grösser als bei Zigarren und möglicherweise kleiner als bei einem durchschnittlichen Zigarettenkonsum. Bei Inhalation besteht ein Risiko für Lungenkrebs und COPD.
Beim Pfeifenrauchen wird der Rauch meist nicht wie bei Zigaretten in die Lunge aufgenommen, sondern gepafft. Die gesundheitlichen Risiken und das Suchtpotential sind vergleichbar mit dem Zigarrenrauchen.
Das Risiko für Krebs ist sehr klein. Allerdings ist dieser Zusammenhang weniger untersucht als für Snus, und erst recht nicht bezüglich Herzkrankheiten.
Fischer, B., Mäder, B., Telser, H. (2020). Volkswirtschaftliche Kosten von Sucht. Olten: Polynomics AG. Dokument
Mattli, R., Farcher, R., Dettling, M., Syleouni, M.-E., Wieser, S. (2019). Die Krankheitslast des Tabakkonsums in der Schweiz: Schätzung für 2015 und Prognose bis 2050. Winterthur: Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW). Dokument
Fast zwei Drittel aller (täglich) Rauchenden möchten aufhören zu rauchen.
Keller, R., Radtke, T., Krebs, H., Hornung, R. (2011). La consommation de tabac dans la population suisse de 2001 à 2010. Résumé du rapport de recherche 2011. Zürich: Universität Zürich. Dokument
Kuendig, H., Notari, L., Gmel, G. (2016). Désaccoutumance tabagique en Suisse en 2015. Analyse des données du Monitorage suisse des addictions. Lausanne: Addiction Suisse. Dokument
Omnibus (BAG, 2019) Link
Zuerst hat der Anteil der Personen, die dem Tabakrauch Anderer ausgesetzt sind, deutlich abgenommen. In den letzten Jahren hingegen lag er ziemlich stabil bei etwas über 5%.
Bundesamt für Statistik (BFS). (2019). Passivrauchen, 2007, 2012, 2017. Link
Radtke, T., Keller, R., Krebs, H., Hornung, R. (2011). Passivrauchen in der Schweizer Bevölkerung 2010. Zusammenfassung des Passivrauchberichts 2010. Zürich: Psychologisches Institut der Universität Zürich, Sozial- und Gesundheitspsychologie. Dokument
Zwischen 1995 und 2005 nahm die Anzahl tabakbedingter Todesfälle etwas ab, danach blieb sie bis 2015 relativ stabil. Während sie bei den Männern etwas abgenommen hat, nahm sie bei den Frauen zu.
Von zehn tabakbedingten Todesfällen stehen vier im Zusammenhang mit einer Krebserkrankung, vier mit einer Herzkreislauferkrankung und zwei mit einer Lungenkrankheit.
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