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Wie weiter am östlichen Seeufer?
Im Jahr 2009 schlossen die Schweizerischen Bundesbahnen SBB, die Stadt Rorschach und die Gemeinde Rorschacherberg einen Vertrag über die kooperative Planung für das Seeufer zwischen Hauptbahnhof Rorschach und Neuseeland Rorschacherberg ab. Zweck der Planungskooperation ist die Entwicklung und der Verkauf der Grundstücke im Planungsgebiet nach Inkraftsetzung der für die Überbaubarkeit erforderlichen Gestaltungspläne respektive Teilzonenpläne.
Neue Studie
Der Vertrag hat weiterhin seine Gültigkeit und ermöglichte unter anderem die Ansiedlung der Würth Group und den Neubau der Parkierungsanlage für das Strandbad. Für das Strandbad sieht der Vertrag eine Erweiterung gegen Osten vor, um Ersatz für die Minigolfanlage zu schaffen. Das Gelände rund um den ehemaligen Schlachthof ist für eine weitere bauliche Entwicklung vorgesehen.
Nach einer festen Laufzeit kann der Vertrag mittlerweile mit einer Frist von 6 Monaten auf das Ende eines Kalenderjahres gekündigt werden.
Ab dem Jahr 2015 erarbeiteten Staufer & Hasler Architekten, Frauenfeld, im Auftrag der Stadt ein neues räumliches Szenario für die Gestaltung des Seeufers Ost. Dieses basiert auf der Idee, das bestehende Strandbad abzubrechen und weiter östlich, vollständig auf Rorschacherberger Gemeindegebiet, neu zu bauen. Zwischen dem Haus Würth und dem neuen Bad entstünde in der Folge auf Rorschacher Boden Platz für eine Wohnüberbauung am See. Östlich, zwischen Bad und Kopp-Überbauung, könnte beispielsweise ein Hotel angegliedert werden.
Petition verlangt öffentliche Diskussion
Eine kürzlich eingereichte Petition stellt dem Stadtrat verschiedene Fragen zu seiner Haltung in Bezug auf die Studie von Staufer & Hasler Architekten. Der Stadtrat ist gerne bereit, sich der öffentlichen Diskussion zu stellen. Er beurteilt die Studie heute kritisch. Das hat verschiedene Gründe:
- Das Seeufer ist ein einmaliges, öffentliches Gut. Es soll aus Sicht des Stadtrates für die Allgemeinheit so weit als möglich zugänglich und nutzbar sein. Für die Umsetzung eines privaten Wohnparkes am heutigen Standort des Strandbades müsste die aktuelle Grünzone in eine Wohnzone umgeteilt werden. Auch wenn ein Streifen direkt am See öffentlich zugänglich bliebe, wäre dennoch ein Grossteil der heutigen Grünfläche einigen wenigen Privilegierten vorbehalten. Im Gegenzug könnte die Stadt vom Verkauf des lukrativen Baulandes und von zusätzlichen Steuererträgen profitieren.
- Eine Umzonung von Gün- in Bauzone und eine spätere Überbauung mit privaten Wohnbauten dürften mit langwierigen Verfahren verbunden sein, deren Ausgang ungewiss ist. Von den erhofften zusätzlichen Steuererträgen könnte die Stadt wohl erst in vielen Jahren profitieren. Der Stadtrat möchte die Ressourcen lieber in die Entwicklung des heutigen Baugebietes im Zentrum stecken. Das Potenzial ist riesig.
- Das Strandbad ist unbestritten sanierungsbedürftig. Insbesondere die Rutschbahn kann nicht mehr länger gefahrenfrei betrieben werden, weshalb sie kurzfristig ersetzt werden muss, will man sie nicht stilllegen. Das Bad ist deswegen aber kein «Totalschaden», d. h. mit einem Abbruch würden einige Millionen an Restwert vernichtet.
- Im Bereich des ehemaligen Schlachthofes besteht ein bebaubares, bereits eingezontes Entwicklungsgebiet, für welches der Stadtrat eine zumindest halböffentliche Nutzung anstrebt, wie sie beispielsweise ein Hotel bieten würde.
Sitzung mit Gemeinderat Rorschacherberg
Ende August traf sich der Stadtrat mit dem Gemeinderat Rorschacherberg. Thema waren die Entwicklung des Seeufers Ost und insbesondere eine mögliche Beteiligung der Gemeinde Rorschacherberg am Strandbad. Diesbezüglich zeigt sich der Gemeinderat offen für eine gleichberechtigte Partnerschaft. In welcher Form diese umgesetzt werden könnte, ist nun Bestandteil der weiteren Abklärungen. In Bezug auf den Standort des Freibades und die damit zusammenhängende weitere bauliche Planung entlang des Seeufers im Grenzbereich nimmt der Gemeinderat grundsätzlich eine neutrale Haltung ein.
Der Stadtrat plant nun gestützt auf die eingereichte Petition eine öffentliche Mitwirkung zur Entwicklung des Seeufers Ost.