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Tafel 25 Canols
Ein Maiensäss, das zum Fluchtort für Kinder und Kurort für Wohlhabende wurde
Der Maiensässweiler Canols mauserte sich zum Kurort Valbella. Der Auswanderer Jakob Fidel Margreth kam zurück, erbaute 1878 die erste Sommervilla, das heutige Herold. 1891 erstellte die Stadt Chur die erste Ferienkolonie, das 1913 zu einem stattlichen Gebäude wurde und heute noch in Betrieb ist. 1906 eröffnete der Churer Stadtlehrer Cadisch das Waldheim, das später zum Waldhaus wurde. Ab 1919 bewohnten viele Kinder aus Deutschland das erste Kinderheim in der Passlandschaft und Eugen Bächli erbaute 1929 sein Hotel Kulm.
Der 1897 nachgeführte Siegfriedatlas zeigt die Heide mit den spärlich vorhandenen Gebäuden und Strässchen aus der Maiensässzeit, den Römerweg und die Verläufe des Heidbaches. Die Häusergruppe von Canols war grösser als jene von Valbella. Die Poststelle Lenzerheide-See war im Insel-Chalet südlich von Canols untergebracht.
Der Maiensässweiler Canols und der nahe Heidsee bildeten den Kern der späteren Kurortsfraktion Valbella. Um 1878 erbaute der Obervazer Auswanderer Jakob Fidel Margreth die erste Sommervilla, das spätere Haus Herold. Es diente vor allem seinem Sohn Enrico, der den väterlichen Betrieb in Udine führte, als Sommersitz. Der in Alvaneu-Bad wirkende Dr. med. Viktor Werber baute 1883 in Canols sein Wohnhaus mit Pferdestall als Stützpunkt.
1891 baute die Stadt Chur aus zwei aneinander gebauten baufälligen Aclas ihre erste Ferienkolonie als Ersatz für die in Clois gemieteten Räume. 1913 wurde die bescheidene Kolonie durch das stattliche Gebäude, das heute noch in Betrieb ist, ersetzt. Lange Jahre marschierten Schüler und Begleiter, ausser den Erst- und Zweitklässlern, zu Fuss von Chur nach Canols zur Sommerfrische. Die Bündner Nachrichten berichteten im Eröffnungsjahr 1892: „Die Churer Ferienkolonie mit ihren 30 Kurgästen belebt die Gegend des Sees durch ihren muntern Gesang, ihre Kreuz- und Querzüge durch Wald und Weide, ihre heiteren Spiele.“
1906 baute der Churer Stadtlehrer Cadisch das Waldheim. Bei späteren Besitzern wurde es zum Waldhaus und mehrmals erweitert. Seit 2007 präsentiert sich das Hotel Waldhaus am See mit dem ansprechenden Äussern von heute. 1919 entstand westlich des Waldheims das erste Kinderheim in der Passlandschaft der Lenzerheide, das vorerst hauptsächlich von Kindern aus Deutschland genutzt wurde.
1929 richtete Eugen Bächle im Neubau des Jakob Lenz sein Hotel Kulm mit 24 Betten ein.