Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/233308

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, das Jagdgesetz (JSG) dahingehend anzupassen, dass die Jagd auf bedrohte Arten, die auf der roten Liste und der Liste der prioritären Arten stehen, verboten wird.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Bundesverfassung verpflichtet den Bund, Grundsätze über die Ausübung der Jagd und die Erhaltung der wildlebenden Säugetiere und Vögel festzulegen (Art. 79 BV). Entsprechend bestimmt das Parlament im Jagdgesetz die jagdbaren und die geschützten Arten (Art. 5 und 7 JSG; SR 922.0). Dabei greift es auf verschiedene Grundlagen zurück. Dazu gehören die Roten Listen, welche nach einer international anerkannten wissenschaftlichen Methodik den Gefährdungsgrad von Arten einschätzen. Die Liste der National Prioritären Arten ist im Wesentlichen ein Auszug aus den Roten Listen und umfasst insbesondere jene Arten, für welche die Schweiz eine besondere Verantwortung trägt.</p><p>Aktuell sind auf der Roten Liste zwei jagdbare Arten aufgeführt, die zu Diskussionen Anlass geben: Der Feldhase und die Waldschnepfe. Ihr Bestand ist in manchen Regionen gefährdet, weil sich ihr Lebensraum durch die menschliche Nutzung zu ihrem Nachteil verändert hat. Bei einer regionalen Bedrohung einer jagdbaren Art schreibt das JSG vor, dass der betroffene Kanton die Jagdbarkeit dieser Tiere einschränken muss (Art. 5 Abs. 4 JSG). Bei Feldhase und Waldschnepfe wurden diese jagdrechtlichen Vorgaben durch die betroffenen Kantone umgesetzt.</p><p>Der Bundesrat ist der Ansicht, dass das heutige Jagdrecht den Ausgleich zwischen der in der Verfassung festgeschriebenen Pflicht zum Artenschutz und dem Recht der Kantone an der jagdlichen Nutzung bereits ermöglicht. Er sieht daher derzeit keine Notwendigkeit, die Jagdbarkeit von Arten der Roten Liste und der Liste der Prioritären Arten generell zu verweigern.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.