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(Art. 16 und 17 ArG, Art. 27 bis 33 ArGV 1)
- Definition
- Bewilligungsgesuch
- Ausgleichsruhezeit
- Bedingungen
- Ausnahme 1: eine Stunde Nachtarbeit
- Ausnahme 2: vorübergehende Nachtarbeit
- Ausnahme 3: dauernde oder regelmässige Nachtarbeit
Definition
Als Nachtarbeit gilt die im Zeitraum von sieben Stunden geleistete Arbeit zwischen 23 Uhr und 6 Uhr oder zwischen 22 Uhr und 5 Uhr bzw. zwischen 24 Uhr und 7 Uhr, wenn die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dem zugestimmt haben und die Verschiebung für den ganzen Betrieb gilt.
Bewilligungsgesuch
Nachtarbeit ist grundsätzlich verboten. Das Arbeitsinspektorat kann eine Bewilligung erteilen, sofern:
- im Falle von vorübergehender Nachtarbeit ein dringendes Bedürfnis nachgewiesen wird;
- sich die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer einverstanden erklärt hat.
Dauernde oder regelmässig wiederkehrende Nachtarbeit wird von der zuständigen Bundesbehörde, nämlich dem Staatssekretariat für Wirtschaft, bewilligt.
Ausgleichsruhezeit
Nachtarbeit stellt ein gesundheitliches Risiko dar, denn der Erholungswert des Schlafes ist am Tag nicht derselbe wie in der Nacht. Seit dem 1. August 2003 haben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die dauernd oder regelmässig wiederkehrend Nachtarbeit leisten, Anspruch auf eine Kompensation von 10 Prozent der Zeit, während der sie Nachtarbeit geleistet haben, in Form von Ausgleichsruhezeit.
Weitere Informationen (siehe rechts):
- Merkblatt: Zeitzuschlag von 10% für regelmässige Nachtarbeit
- Der 10%-Zeitzuschlag im Überblick
Bedingungen
Wird Nachtarbeit bewilligt, darf die tägliche Arbeitszeit grundsätzlich neun Stunden bzw. zehn Stunden mit Einschluss der Pausen nicht überschreiten. Wird der Arbeitnehmer in höchstens drei von sieben aufeinander folgenden Nächten beschäftigt, so darf die tägliche Arbeitszeit unter den Voraussetzungen, die durch die Verordnung festgelegt werden, zehn Stunden bzw. zwölf Stunden mit Einschluss der Pausen betragen.
Ausnahme 1: eine Stunde Nachtarbeit
Eine Stunde Nachtarbeit zwischen 5 Uhr und 6 Uhr oder zwischen 23 Uhr und 24 Uhr wird bewilligt, sofern ein dringendes Bedürfnis nachgewiesen wird und zwar in folgenden Fällen:
- wenn dadurch für den gesamten Betrieb ein zweischichtiges Arbeitssystem ermöglicht wird;
- wenn der Betrieb regelmässig auf eine Betriebszeit von 18 Stunden angewiesen ist;
- wenn der Betrieb nicht mehr als eine Randstunde am Anfang oder am Ende der Tages- und Abendarbeitszeit in Anspruch nimmt;
- wenn dadurch die Leistung von weiterer Nachtarbeit zwischen 24 Uhr und 5 Uhr vermieden werden kann;
- wenn sich die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer damit einverstanden erklärt haben.
Folgender Ausgleich muss geleistet werden:
- für vorübergehende Nachtarbeit (unter 25 Nächten pro Jahr): Lohnzuschlag von 25%;
- für dauernde Nachtarbeit: Zeitzuschlag von 10% Ausgleichsruhezeit.
Ausnahme 2: vorübergehende Nachtarbeit
Vorübergehende Nachtarbeit (unter 25 Nächte pro Jahr und Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer) kann unter folgenden Bedingungen bewilligt werden:
- Ein dringendes Bedürfnis wird nachgewiesen;
- die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer hat sich einverstanden erklärt;
- ein Lohnzuschlag von 25% wird gewährt.
Ausnahme 3: dauernde oder regelmässige Nacharbeit
Sofern dauernde oder regelmässig wiederkehrende Nachtarbeit aus technischen oder wirtschaftlichen Gründen unentbehrlich ist, kann sie unter folgenden Bedingungen vom Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) bewilligt werden:
- Sie ist aus technischen oder wirtschaftlichen Gründen unentbehrlich;
- die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer hat sich einverstanden erklärt;
- eine Ausgleichsruhezeit von 10% der Arbeitszeit wird gewährt;
- die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer hat Anspruch auf eine medizinische Untersuchung.
- Weitere geeignete Massnahmen werden bei Bedarf zum Schutz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vorgesehen.