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Es klappert die Mühle …
Dieses Lied ist mir in den Sinn gekommen, als ich in den FN die Artikel über das Projekt eines Kleinkraftwerkes an der Sense las. Und all die romantischen Gesänge von der Mühle, die nichts als Liebe mahlt, oder von der holden Müllerin, die dem Wandersmann Einlass gewährt, tauchten wieder vor meinem geistigen Ohr auf.
Wenn man aber die Mühlenromantik nicht allein mit dem Herzen, sondern auch mit dem Verstand betrachtet, steht am Anfang die ganz banale Notwendigkeit, gewisse harte Arbeiten wie das Mahlen von Korn, das Hämmern von Eisen, das Stampfen von Knochen oder das Sägen von Baumstämmen nicht mehr im Schweisse des Angesichtes mit Armeskraft ausführen zu müssen. Die Wasserkraft bot dazu eine höchst willkommene Alternative.
Wo eine Müllerin war, da war auch eine Mühle, wo eine Mühle stand, da gab es auch ein Wasserrad, das die Kraft des fliessenden Wassers auf die Maschine übertrug, die das Korn mahlte. Lange bevor es elektrischen Strom gab, gab es an unseren Flüssen und Bächen «Kleinkraftwerke», die zwar keinen Strom, wohl aber Energie erzeugten. Das im Spätmittelalter in der Freiburger Unterstadt aufblühende Gewerbe ist ohne die Nutzung des Galternbachwassers nicht denkbar.
Wenn nun heute an unseren Bächen und Flüssen, beispielsweise an der Sense, wieder Wasserräder aufgestellt werden sollen, um ein bisschen Strom zu erzeugen, dann erlebt vielleicht die Mühlenromantik einen neuen Aufschwung. An Stelle der Mühle könnte man sich dann eine kleine Kaffee-Bar vorstellen, und der müde Wanderer würde von einer holden Senslerin in Empfang genommen.
Aber Spass beiseite! Die Menschheit, zu der auch die Sensler gehören, befindet sich doch heute an einem Scheideweg. Der eine führt in Richtung weitere Ausbeutung fossi-ler Energieträger (Erdöl, Kohle, Gas ) oder von Atom. Schlägt die Menschheit diese Richtung ein, dann nimmt sie auch die Klimaerwärmung, die Sauerei im Golf von Mexiko oder die Zerstörungskraft defekter Atomanlagen in Kauf. Der andere Weg führt in Richtung erneuerbarer Energien. Energie, die durch Wasser- und Windräder erzeugt wird, kann das weltweite Problem der Energieversorgung zwar nicht von heute auf morgen, aber doch in Zukunft lösen und die «schmutzige» Energie ersetzen. Dazu sollte ein sehr kleiner Teil der Menschheit einen sehr kleinen Beitrag leisten.
Autor: Josef Vaucher, Tafers