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Unter diesem etwas irreführenden Begriff wird eine systematische Evaluation von Gebäuden durch die Menschen, welche sie benutzen, verstanden. Solche Evaluationen werden durchgeführt, nachdem ein Gebäude oder ein Teil eines Gebäudes in die Benutzungsphase (occupancy) übergeben wurde. Je nach spezifischem Ziel der Evaluation erfolgt sie einige Monate (Bewertung der funktionalen Qualität und des Komforts) oder einige Jahre (Bewertung der strategischen Qualität) nach Inbetriebnahme.
Übergeordnete Zielsetzung von POE ist es, Planern und Gestaltern Feedback über die Wirkung von Gebäuden oder Facilities (gestaltete Umwelten) auf die Nutzer zu liefern. POE sollen zeigen, wie die Benutzer durch die Gestaltung der Gebäude und der räumlichen Umgebungen optimal und nachhaltig unterstützt werden können. Damit werden Voraussetzungen für Verbesserungen oder das Planen und Gestalten ähnlicher Umwelten geschaffen. Wie bei allen Evaluationen liegen somit auch die Schwerpunkte der POE bei der Überprüfung der Zielerreichung und der Überprüfung von Massnahmen.
POE gehen über eine blosse Zufriedenheitsanalyse hinaus. Meist werden bei der Analyse die folgenden drei Aspekte berücksichtigt
- Technische Aspekte, welche die Gesundheit und Sicherheit der Nutzer betreffen,
- Funktionale Aspekte, welche die Passung zwischen Nutzeraktivität und Umgebung betreffen und
- Verhaltens- und psychologische Aspekte, welche die Bedürfnisse der Nutzer sowie deren Wahrnehmung und Bewertung der Umwelt beinhalten.
Die Wahrnehmungen und Bewertungen der Benutzer liefern Hinweise darauf, ob die Ziele, die mit der Gestaltung einer bestimmten Umwelt verbunden sind, erfüllt werden. Deshalb sollten nutzerorientierte, gebäudebezogene Evaluationen am besten wiederholt durchgeführt und mit längerfristiger Perspektive geplant werden. Sie können so als kontinuierlicher Verbesserungsprozess nachhaltig zur Qualitätsverbesserung beitragen. POE sind ein Beitrag zu einer ausgewogenen Bewertung von Gebäuden, die über die rein finanzielle Betrachtung hinausgehen. Sie basieren auf der Annahme, dass die Bereitstellung optimaler Umgebungen lohnende Investitionen sind, die nicht nur über direkt messbare Kosten beurteilt werden sollten.