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Sie möchten das Kind Ihrer Partnerin/Ihres Partners adoptieren?
Formelle Voraussetzungen (Art. 264 – 265a ZGB)
Mindestens 1-jährige Hausgemeinschaft zwischen Kind und Stiefvater bzw. -mutter
- 5 Jahre Ehe zwischen Mutter und Stiefvater bzw. Vater und Stiefmutter
- 16 Jahre Altersunterschied zwischen Kind und Stiefvater bzw. -mutter
- Zustimmung der leiblichen Eltern des Kindes*
- Zustimmung des urteilsfähigen Stiefkindes
Bei der Adoption kann dem Kind ein neuer Vorname gegeben werden (Art. 267 Abs. 3 ZGB). Eine solche Vornamensänderung muss ausdrücklich im Gesuch festgehalten werden.
*Fehlende Zustimmung: Wenn die Zustimmung eines Elternteils (noch) nicht erteilt wurde, muss in jedem Fall dessen letzte bekannte Adresse angegeben werden. Sofern es nicht gelingt, die freiwillige Zustimmung zu erlangen, kann ein schriftliches Gesuch um Absehen von der Zustimmung dieses Elternteils gestellt werden. Das Gesuch ist zu begründen. Von der Zustimmung kann nur abgesehen werden, wenn der betroffene Elternteil unbekannt, unbekannt abwesend oder dauernd urteilsunfähig ist oder wenn er sich um das Kind nicht ernstlich gekümmert hat. Ist im Personenstandsausweis des Kindes der Name des Vaters nicht eingetragen, braucht es dessen Zustimmung zur Adoption nicht. Es ist aber eine Begründung der für die Vaterschaftsabklärung zuständigen Vormundschaftsbehörde beizubringen, die darlegt, weshalb kein Vater eingetragen ist.
Art. 268a ZGB
Haben die Adoptiveltern Nachkommen, so ist deren Einstellung zur Adoption zu würdigen.
Unterlagen
Mit dem Gesuch sind folgende Unterlagen einzureichen:
- Begründung des Gesuches
- Lebenslauf der gesuchstellenden Person und des Adoptivkindes
- Familienbüchlein der adoptierenden Person
- für die gesuchstellende Person und deren Ehegatte je einen Ausweis über den registrierten Familienstand (Formular 7.3), anzufordern beim Zivilstandsamt des Heimatortes; (für ausländische Personen: Geburtsurkunde, Heiratsurkunde, Pass, Ausländerausweis)
- Geburtsschein oder Personenstandsausweis (Formular 7.1) für das schweizerische Adoptivkind, anzufordern beim Zivilstandsamt des Heimatortes; (Geburtsurkunde, Pass und Ausländerausweis für das ausländische Adoptivkind)
- Wohnsitzbestätigung für alle drei Beteiligten
- Auszug aus dem Strafregister für die gesuchstellende Person – Auszug aus dem Betreibungsregister für die gesuchstellende Person
- Arztzeugnis für die gesuchstellende Person
- Bestätigung, dass Ehepartner der gesuchstellenden Person Inhaber der elterlichen Sorge ist
- Zustimmung des leiblichen Elternteils, zu dem das Kindesverhältnis aufgehoben werden soll (siehe Zustimmungsformular) oder begründeten Antrag auf Absehen von dessen Zustimmung; (Achtung: dies kann je nach Kanton variieren, erkundigen Sie sich bei der zuständigen Behörde)
Ablauf
Nach Eingang des Gesuches prüft die Adoptionsbehörde, ob dieses vollständig ist und ob die formellen Voraussetzungen erfüllt sind. Für die Abklärungen zieht sie die Vormundschaftsbehörde am Wohnsitz der gesuchstellenden Person bei. Diese lässt durch eine Fachperson einen Sozialbericht erstellen, erstattet über das Ergebnis der Abklärungen Bericht und stellt einen Antrag zuhanden der Adoptionsbehörde. Anschliessend entscheidet diese über das Adoptionsgesuch. Nach Rechtskraft des Entscheides teilt die Adoptionsbehörde dem Zivilstandsamt am Wohnsitz der adoptierenden Person die Adoption mit. Das Zivilstandsamt orientiert die Einwohnerkontrolle am Wohnort und die Zivilstandsämter der Heimatorte und stellt Ihnen das aktualisierte Familienbüchlein wieder zu.
Ausländische Staaten werden normalerweise nicht von Amtes wegen über die Adoption informiert. Der adoptierenden Person wird empfohlen, sich persönlich um die Anerkennung der schweizerischen Adoption im ausländischen Heimatstaat zu kümmern.