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GESCHICHTE der Pfarrei SAAS
• Saas als Vikariat der Mutterkirche von Visp
Die ersten Urkunden, die von der Existenz eines Gotteshauses in Saas-Grund sprechen, gehen auf das Jahr 1297 zurück. Da Saas zur Grosspfarrei Visp gehörte, kam schon in diesem Jahrhundert hin und wieder ein Kaplan von Vispach nach Saas im Grund, dem die Seelsorge dieses Tales anvertraut worden war. Nikloaus, Pfarrer von Visp, erlaubte dann 1298 unter Berücksichtigung der Gefahren und
Der Länge des Kirchweges den Leuten von Saas einen ständigen Vikar.
Als Gotteshaus dienste die Kapelle des hl. Bartholomäus, die ins Jahr 1290 zurückgeht und ihren Platz in Saas-Grund im Dorf hatte.
Gemäss der Verträge blieben der Bergkaplan und das Bergvolk mit der Pfarrei Vispach verbunden und mussten an einzelnen hohen Festtage ihre Christenpflichten in der Mutterkirche am Rotten erfüllen.
• Saas als selbständige Pfarrei
Nach Tradition und alten Schriften trennte sich Saas um das Jahr 1400 endgültig von der Mutterpfarrei los; es wurde von Martiswald an (heute Standort Schiessstand) eine selbständige Pfarrei. Die Kapelle des hl. Bartholomäus wurde zur Talkirche erhoben und als Pfarrkirche geweiht.
Aus verschiedenen Urkunden aus den Jahren 1505, 1582 und 1655 der Saaser Archive geht jedoch hervor, dass diese Loslösung von Visp um 1400 erst in späterer Zeit mit der Bezahlung einer grossen und einmaligen Abfindungssumme geregelt werden konnte.
• Bau der zweiten Kirche im 1528
Das geordnete und stets wachsende Pfarreileben verlangte anno 1528, dass das bisherige Gotteshaus einem grösseren auf dem gleichen Platze weichen musste.
Die Grundmauern dieser Kirche wurden durch den ersten Ausbruch des Mattmarksees am 4. August 1633 stark mitgenommen. Im Sommer 1680 brach der gleiche Bergsee erneut aus und verwandelte die grünen Wiesen und fruchtbaren Äcker des Saastales in einem grauen sandigen Bergsee, dem auch die Bartholomäus zum Opfer fiel.
• Wiederaufbau der dritten Kirche ( 1685 – 1687)
In aller Eile wurde 1685 eine neue Talkirche am früheren Standort gebaut, die am 31.Juli 1687 feierlich eingeweiht wurde. Als Kirchweihtag wurde der letzte Sonntag Juli bestimmt.
Die herrlichen, in italienischem Barock ausgeführten Altäre gehen wohl in die Zeit dieses Kirchenbaus zurück.
Fast hundert Jahre vergingen, da ergoss sich der Gletschersee von Mattmark zum dritten Mal über das Saastal und zwar am 17. September 1772. In der Pfarrkirche stieg das Wasser bis zur obersten Staffel des Hochaltars, und dies soll der kleinste der drei Seeausbrüche gewesen sein. Der Wasserschaden konnte etwas behoben werden, aber 1828 musste die alte baufällige Talkirche abgetragen werden.
• Bau der vierten Kirche ( 1828 – 1830)
Im gleichen Jahr 1828 wurde mit dem Bau einer neuen und etwas vergrösserten Kirche begonnen, 1830 vollendet und endlich 1834 von Bischof Fabian Moritz Roten
eingeweiht.
Als Baumeister wurde ein Italiener, Cypriou Chesa, besoldet. Die Kirche bekam auch das eigenartige Tuftsteintürmchen, das heute die Aufbahrungskapelle beim Friedhof ziert.
Für die Ausstattung des Baus wurden die Altäre und andere Stücke aus der alten Kirche wieder verwendet; ebenfalls die alte Orgel.
Wenn die Kirche durch den letzten Ausbruchs des Mattmarksees im September 1920 nicht so schwer zu leiden hatte, erbebte sie um so mehr durch Lawineniedergänge von 1888. Damals drückte der Schnee die Chorfenster ein und beschädigte den herrlichen Hochaltar auf das Schwerste.
Wegen dieser Lawine und dem Sprung der grössten Kirchenglocke mit einem Gewicht von 551 kg am 2. Februar 1892 wurde 1893 ein ganz solider, neuer Kirchturm gebaut. Dieser ist heute noch beim Friedhof zu bestaunen.
Bis 1893 bildeten die vier Saastalgemeinden eine Pfarrei mit der Mutterkirche in Saas-Grund. Um ihre Sonntagspflicht zu erfüllen, besuchten die Bewohner der vier Gemeinden in Saas-Grund die
Messe; auch wurden die Kinder dort getauft, gefirmt und dort wurden die Talbewohner auch zu Grabe getragen.
Am 1. Juni 1893 trennten sich Saas-Fee und Saas-Almagell von der Mutterkirche und gründeten eigene Pfarreien. Diesem Beispiel folgte dann 1907 dann auch Saas-Balen.
• Der Bau der jetzigen Pfarrkirche (1938 – 1939)
Ein wichtiges Datum für unsere Pfarrei bleibt der 21. November 1937. An diesem Tag beschloss die Urversammlung der Gemeinde, eine neue Pfarrkirche an einem neuen Standort zu erstellen.
Waren die alten Kirchen immer in östlicher Richtung gebaut, so kam man von diesem Grundsatz ab und baute gegen Norden hin. „Die Stellung der Kirche gegen Norden Verhindert den alles zermürbenden Widerschwall bei Tau- und Regenwetter
Am Ostersonntag 18. April 1938, durfte Ortspfarrer H.H. Konrad Imseng den Bauplatz der neuen Kirche einsegnen und den ersten Spatenstich ausführen.
Am 19. Juni 1938 legte der hochwürdige Domherr Gustav Gottsponer unter grosser Beteiligung der Bevölkerung den Grundstein und weihte ihn unter dem Beisein der vier geistlichen Talherren ein. Am 28. August 1939 weihte der Bischof von Sitten, Viktor Bieler das neue Gotteshaus ein. Am Morgen dieses Tages herrschte noch eitle Freude im Tal, doch abends brach das grosse Leid herein: der Ausbruch des zweiten Weltkrieges mit der Mobilmachung um 22.00 Uhr.