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Mit der gefakten E-Mail-Adresse seines Chefs haben Betrüger den Chefcontroller einer Rohstoffhandels-Firma dazu gebracht, eine Fusion zu finanzieren. Was der machte, ohne ein einziges Mal seinen Chef anzurufen.
Keith McMurtry dachte, er befinde sich gerade auf einem ganz grossen Schritt in seiner Karriereleiter, als er vergangenen Juni von der E-Mail-Adresse <email-pii> einen «höchst vertraulichen» Auftrag erhalten hatte. Zwar erscheint eine solche E-Mail-Adresse nicht gerade vertrauenswürdig, aber sie war mit dem Namen «Chuck Elsea» gezeichnet, des CEOs von The Scoular Company. Dort war McMurtry zu der Zeit angestellt. Also hatte dieser Vertrauen.
Teile der E-Mail-Konversation sind wegen einer FBI-Untersuchung öffentlich geworden und so hatte McMurtry E-Mails folgenden Inhalts erhalten:
Und:
Da McMurtry auch nach dieser E-Mail noch nicht misstrauisch geworden war und wie geheissen niemanden anrief, auch nicht seinen Chef, erhielt er weitere E-Mails.
Soweit logisch, muss sich McMurtry gedacht haben, denn dummerweise befolgte er die Anweisungen in den E-Mails weiter. So etwa diese:
Das tat McMurtry und weil das Ganze so einfach war und das Geld bald bei der Shanghai Pudong Development Bank ankam, erhielt er gleich noch eine Mail:
Weil McMurtry nach dieser E-Mail nichts mehr von seinem CEO hörte, beschloss er, wenige Tage später einen Termin mit ihm zu vereinbaren, um sich die Lorbeeren für seine diskreten Überweisungsjobs direkt abzuholen. Erst bei dieser Gelegenheit wurde ihm eröffnet, dass die Akte FT-809 nur in der Fantasie der Betrüger existiert hatte, die The Scoular Company gerade um 17 Millionen Dollar erleichtert hatten.
McMurtry ist seit sechs Monaten selbstständig. (thi)