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Kanada erlebt derzeit den schlimmsten Waldbrand-Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen. Tausende Menschen sind evakuiert oder flüchten vor den Flammen, noch mehr sind wegen des Rauchs und Feinstaubs in ihren Wohnungen gefangen. Die über 1000 Feuer, von denen zwei Drittel als ausser Kontrolle gelten, haben bisher eine Fläche so gross wie Irland vernichtet. Neben den desaströsen Konsequenzen für die Natur und die Tiere, sind auch die gesundheitlichen Folgen der Waldbrände für die Menschen bedrohlich. Aktuell veröffentlichte das Deutsche Ärzteblatt die Auswertung einer Studie, die zeigt, dass besonders das Demenzrisiko durch das Einatmen der Feinstaubpartikel stark steigt.
Waldbrände und ihre Folgen für Gesundheit
Ob die Folgen der Waldbrände durch Feinstaub lediglich die Atemwege betreffen oder auch andere Organsysteme, hängt von der Grösse der Partikel ab, die die Menschen in den Gebieten einatmen. Die Untersuchung zeigt, dass sich das Demenzrisiko erhöht, wenn über einen längeren Zeitraum feine Feinstaubpartikel von einer Grösse von 2,5 Mikrometern (µ) oder kleiner eingeatmet werden. 2,5 Mikrometer sind vergleichbar mit einem 40stel der ungefähren Dicke eines Kopfhaares.
Während Partikel von bis zu 10 Mikrometern meist in der Nase abgefangen werden, gelangen kleinere bis in die Lungenbläschen, die Alveolen. Die allerkleinsten Partikel gelangen von dort in den Blutkreislauf und können Entzündungsreaktionen im Körper auslösen, die auch die Blutgefässe des Gehirns betreffen. Diese gelten als eine Ursache für Demenzerkrankungen wie Alzheimer.
Haupttodesursache Rauch
Der Feinstaub aus Waldbränden ist deshalb besonders schädlich, weil er wie auch Zigarettenrauch aus verschiedenen verbrannten Produkten besteht. Das macht ihn zu einem toxischen Partikelmix.
Eine verheerende Situation, der die Menschen in Waldbrandgebieten wie in Kanada, Australien, Kalifornien oder im Süden Europas ausgeliefert sind. Die Weltgesundheitsorganisation WHO macht derzeit auf die Folgen der Waldbrände für Lungen, Herz, Gehirn und Nervensystem sowie für Nieren, Leber und Darm aufmerksam, die durch den Feinstaub mit einer Partikelgrösse von 2,5 Mikrometern und kleiner bestehen.
Die direkten Todesfälle durch Waldbrände werden zu 50 bis 80 Prozent auf das Einatmen von Rauch zurückgeführt. Besonders Helfer und Feuerwehrleute gehen dieses Risiko ein.
Folgen der Waldbrände: Wer ist besonders gefährdet?
Neben Menschen mit bestehenden Atemwegserkrankungen wie Asthma oder COPD sind auch Herzkranke, Kinder, ältere Personen und Schwangere besonders stark von den Folgen der Feinstaubbelastung betroffen.
Forscher der Stanford University konnten nachweisen, dass die Rauchbelastung und damit die gesundheitlichen Folgen der Waldbrände für die Menschen selbst in Gebieten stark erhöht sind, die über 100 Kilometer vom Waldbrand entfernt liegen. In Untersuchungen zeigen veränderte Blutwerte bei den dort lebenden Menschen, die auf Fehlfunktionen des Herz-Kreislauf-Systems und des Immunsystems zurückgeführt wurden.
Wie können die Menschen sich schützen?
Die Empfehlung für Menschen nahe der brennenden Gebiete lautet: Drinnen bleiben. Fenster, Türen und sämtliche Öffnungen nach draussen, wie etwa die für den Kamin, gut verschliessen. In den Innenräumen sollten zudem weder Kerzen angezündet noch Staub gesaugt werden, um nicht noch mehr Feinstaub zu produzieren. Wer raus muss, sollte eine FFP2 oder vergleichbare Maske tragen.