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Tagtäglich begegnen sich Menschen, sei es am Arbeitsplatz, auf der Strasse oder beim Einkaufen. Wenn sie etwas Zeit haben und nicht gleich weiter müssen, fragen sie einander oft bei solchen Gelegenheiten : Wie geht es Dir?", Wie häsch es?". Dies sind einerseits freundliche Worte der Begrüssung, mit denen man dem Gegenüber das Interesse an seinem Befinden kundtut, andrerseits beinhalten sie eine wichtige Frage. Wenn man nämlich die Anrede Wie geht es Dir? ernst nimmt und beginnt, sich zu überlegen, wie einem wirklich zumute ist, wie es einem wirklich geht, dann sieht man sich unvermittelt mit der Frage nach seinem aktuellen seelischen Wohlbefinden konfrontiert. Manchmal antwortet man reflexartig: "Es geht mir gut" oder: "ich bin zufrieden", obwohl es gar nicht unbedingt so ist. Oder man antwortet mit dem Hinweis auf die lästigen Kopfschmerzen oder andere körperliche Beschwerden, die einen gerade plagen. Es fällt ja oft leichter, in körperlicher Hinsicht einen Zustand des Leidens zuzugeben als zum Beispiel zu sagen, dass man soeben mit dem Partner gestritten hat und noch an den Folgen dieser Auseinandersetzung leidet. Warum eigentlich?