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Weil der chinesische Herrscher (Qing Dynastie) nur Silber als Tauschware gegen Tee akzeptierte, machten die Briten die chinesische Bevölkerung ohne das Wissen der chinesischen Regierung, von Opium abhängig[. Als Tauschware gegen das in China verbotene Opium wurde von den Briten Silber verlangt, das bei der Regierung wiederum gegen Tee eingetauscht wurde. Als die chinesische Regierung davon erfuhr, begann der Opiumkrieg. Am Ende des Krieges wurden Friedensverträge unterschrieben. Einer der Verträge hielt fest, dass für 99 Jahre ein kleiner steiniger Landfleck im Süden Chinas an das Britische Reich verpachtet wird. Dieses verpachtete Land trägt heute den Namen Hongkong. Der britische Diplomat Sir Claude Maxwell MacDonald, der diese Verhandlung führte, sagte später, dass für ihn die abgemachten 99 Jahre Sinnbildlich «für immer» bedeute. Was natürlich nicht stimmt. 99 Jahre bedeuten nicht für immer.
Mit Hongkong erhielten die Briten eine neue Kolonie, in der sie unsichtbare Grenzen aufzogen. Mit den aristokratischen Briten auf der einen Seite, und den einheimischen Chinesen in ihren Slums auf der anderen.
Der Kulturwandel in Hongkong
Dadurch lebten in Hongkong zwei verschiedene Gesellschaften und Kulturen. Deren Kontrast zeigt die jeweilige Teekultur am besten auf. Die britischen Aristokraten konsumierten ihren Tee mit einem Schuss Milch und süssem Gebäck dazu. Die einheimischen Chinesen konsumierten den Tee ohne Milch und mit kleinen Gebäcken die meist gedämpft oder frittiert sind namens Dim Sum, als Beilage. Es dauerte Jahrzehnte bis die Kulturen sich organisch vermischten.
Noch heute wird Tee in Hongkong mit kondensierter Milch getrunken mit Süssem als Beilage dazu. Weitere Einflüsse des britischen Königreichs, die heute noch ersichtlich sind, ist der Doppeldecker-Bus, das Doppeldecker-Tram (gibt es in England nicht mehr), Statuen aus der Kolonialzeit, englische Strassennamen, Linksverkehr, eine Pferdebahn und Menschen, die in Pärken den alten englischen Kugelsport bowls spielen.
Die ehemalige Premierministerin von England, Margaret Thatcher, traf die Entscheidung, die britische Kolonie Hongkong wieder an China zurückzugeben. Am 1. Juli 1997 begann die Übergangszeit. Als Übergangszeit wurden 50 Jahre bestimmt. Vertraglich wurde geregelt, dass während dieser Zeit Hongkong die Souveränität beibehalten darf. Dieses System ist unter dem Namen «One Country, two Systems» bekannt. Deswegen hat Hongkong heute noch eine andere Währung und einen anderen Personalausweis als China und eine streng kontrollierte Grenze zu China. Ab dem 1. Juli 2047 wird es keine Grenze mehr geben. Die Absorbierung von Hongkong durch China könnte früher erfolgen als abgemacht, weil sich die Umstände verändert haben.
Wie Hongkong Cyberpunk definierte
1997 erzeugte Hongkong 18 Prozent des Bruttoinlandprodukts von China. Das veränderte sich schnell, als in China Megastädte wie Shanghai, Chongqing, Beijing, Guangzhou und Shenzhen ausgebaut respektive aus dem Boden gestampft wurden. 2017 erzeugte Hongkong nur noch 3 Prozent des Bruttoinlandprodukt von China. Hongkong, die Stadt, die einst das Tor zum Westen bildete und ein Wirtschaftsmotor war, könnte deswegen bald zu einer einfachen Provinz Chinas werden.
Schlussendlich wollen sich die Chinesen nur das zurückholen, was rechtmässig ihnen gehört. Die Opfer dabei sind die Menschen in Hongkong, die während 156 Jahren Kolonialzeit eine eigenständige Identität entwickelten, die bald schon verloren gehen könnte. Auch wenn das passieren sollte, wird der Einfluss von Hongkong auf die Welt erhalten bleiben. Denn Hongkong diente als Inspiration für den Hollywood Film «Blade Runner» und den Anime Film «Ghost in the Shell», welche Cyberpunk definierten. Deswegen wird Hongkong in die Geschichte eingehen, als die Stadt der Neonlichter, der Hochhäuser und die Stadt, die aufzeigte was passieren kann, wenn zwei komplett unterschiedliche Kulturen sich vermischen.