Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03550.jsonl.gz/3052

Das Hülftendenkmal bei Frenkendorf

Das Hülftendenkmal steht auf dem Kamm der Egg bei Frenkendorf. Nicht an der Hülftenschanze sondern hier bei der Griengrube fand am 3. August der eigentliche Abwehrkampf der Baselbieter gegen die anstürmenden Basler statt. Am Ort des siegreichen Gefechts sollte ein Monument an das denkwürdige Ereignis erinnern. Die Idee eines Denkmals erschien im Oktober 1833 bei einer Versammlung des Patriotischen Vereins Basel-Landschaft in Pratteln.
Konkret gab aber erst Obergerichtspräsident Emil Remigius Frey (1803-1889), Vater des Baselbieter Bundesrats Emil Frey (1838-1922), später den Anstoss zum Bau des Denkmals. Mit Heinrich Hug (1803-1833) war bei der Verteidigung der Stellung auf der Griengrube nämlich ein Freund Freys gefallen, den dieser ehren wollte. Zudem kam mit Jakob Jundt aus Frenkendorf noch der zweite dort im Kampf getötete Baselbieter mit einen Platz auf dem Denkmal zur Ehren.
Der 1836 auf dem Kamm der Egg bei Frenkendorf errichtete Obelisk, zum Gedenken an das erfolgreiche Abwehrgefecht welches an dieser Stelle ob der Griengrube am 3. August 1833 von den Baselbietern geführt wurde. Seit 1935 ist das Denkmal mit einer niedrigen Mauer anstelle eines Metallhags umgeben.
Das Monument wurde auf Land von Bezirksgerichtsschreiber Johann Jakob Martin (1790-1858) aus Frenkendorf gebaut. Das auf Initiative Freys erstelltes Denkmal wurde am 26. April 1836 eingeweiht. Es bestand aus einem Obelisk aus rotem Sandstein, in den die Namen der beiden Gefallenen und das Datum 3. August 1833 eingemeisselt waren. Die schlicht geplante Einweihung erfreute sich überraschend grosser Teilnahme und wurde durch die Sängergesellschaft Liestal umrahmt.
Das Abendessen genossen die Teilnehmer der Einweihung im Gasthaus Löwen in Frenkendorf. Der 3. August war bis 1839 auch jeweilen ein besonders feierlich begangener Tag im jungen Kanton Basel-Landschaft. An der Siegesfeier mit behördlicher Teilnahme wurde im Unteren Erli für die Verwundeten und die Hinterbliebenen der Umgekommenen des Freiheitskampfes von 1833 ein Bankett veranstaltet. Der Tag wurde mit Musik, Gesangseinlagen und Ansprachen gefeiert.
Rücksicht auf Basler Gefühle
Allerdings wurde man ab 1839 zurückhaltender, um die Beziehungen zum Nachbarn Basel-Stadt nicht mit zu lauten Feiern um den Tag von dessen Niederlage zu belasten. Das Hülftendenkmal war nach 25 Jahren durch den Zahn der Zeit und durch Vandalismus soweit heruntergekommen, dass eine Renovierung ins Auge gefasst wurde. Karl Kloss (1802-1870), ein Veteran der Kämpfe vom 3. August 1833, lancierte eine Kollekte zur Einrichtung eines entsprechenden Fonds.
Kloss schlug als Präsident der kantonalen Militärgesellschaft auf einer Offiziersversammlung am 1. September 1861 in Liestal den Bau eines neuen Denkmals vor. Auf diesem Monument hätten die Namen aller Gefallen verzeichnet werden sollen, die beim Kampf an jenem Augusttag ihr Leben verloren. Der mit Beifall aufgenommene Gedanke wurde durch den Offziersverein mit einer ersten Spende von 50 Franken unterstützt. Pläne wurden geschmiedet.
Der Offiziersverein beschloss, das alte Monument bis zur Errichtung des neuen Denkmals unter seine Fittiche zu nehmen. Das neue Denkmal sollte maximal 1500 Franken kosten und beim Regierungsgebäude in Liestal mit Sockel und schützendem Zaun zu stehen kommen. Das ambitionierte Vorhaben wurde nie realisiert. Schlimmer noch, das alte Denkmal bei Frenkendorf schwand aus dem öffentlichen Bewusstsein und verlotterte im Laufe der Jahrzehnte zusehends.
Im Jahr 1922 liess der Regierungsrat die Offiziersgesellschaft Basel-Landschaft wissen, dass er das seit längerem heruntergekommene Denkmal habe durch die Baudirektion sanieren lassen. Dabei wurde das Obelisk neu durch einen Zementsockel gestützt und mit einem kleinen eisernen Zaun umgeben. Obelisk und Sockel bekamen beschriftete Metalltafeln. Die Tafeln gaben dem Besucher des Denkmals nunmehr etwas mehr Informationen um die Geschehnisse 1833.
Kauf der Griengrube durch den Staat
Erst der Hinweis des Regierungsrats rief übrigens der Offiziersgesellschaft in Erinnerung, dass sie 1861 das Denkmal in ihre Obhut genommen hatte. Man hatte damalige Vereinbarungen vergessen und darum den Unterhalt nicht weiter besorgt. Dementsprechend war man auch gern bereit, den Unterhalt des Denkmals in die Hände des Staats zu übergeben. Die Baudirektion hatte indes mit einem Landabtausch zusätzliches Areal um das Hülftendenkmal gesichert.
Eine der Metalltafeln von 1922: "An dieser Stelle brach am Samstag den 3. August 1833 um die Mittagszeit der Ansturm der Basler Standestruppe unter blutigen Verlusten zusammen. Ihren Sieg nutzten die Landschäftler Schützen durch rücksichtslose Verfolgung des geschlagenen Gegners bis an die Birs aus."
Das Denkmal auf dem Kamm der Egg war gefährdet durch den Abbau von Mergel in der Griengrube, noch heute sind die Spuren des Tagbaus zu sehen. Um das Landschaftsbild und das Denkmal zu schützen, kaufte der Kanton 1935 das gesamte Gelände der Griengrube. Der Eisenhag um den Obelisk verschwand und wurde durch eine niedrige Mauer ersetzt. Auch brachte man die Tafeln am Denkmal neu an, die Pratteln und Frenkendorf zugewandten Seiten wurden gewechselt.
Die Gemeinde Frenkendorf erklärte sich bereit den Unterhalt des Denkmals zu übernehmen, wünschte aber dass im Gegenzug ein richterliches Verbot von Verschmutzung und Schuttabladen in der Grube erlassen werde. Am 22. März 1935 gab der Regierungsrat dazu sein Einverständnis. 1962 übernahm der Verkehrs- und Verschönerungsverein Frenkendorf die Zuständigkeit für den Unterhalt des Denkmals, der von kommunalen Wegmachern besorgt wird.
Querverweis zum Thema:
>> Mythos Hülftenschanze - der 3. August 1833
Beitrag erstellt 14.08.06
Quellen:
Adolf Häring, Beitrag "Das Hülftendenkmal - eine historische Erinnerungsstätte", publiziert in Heimatkunde Frenkendorf, Verlag des Kantons Basel-Landschaft, Liestal, 1986, ISBN 3-85673-507, Seiten 37 bis 41
Protokoll der Landratssitzung vom 29. November 2001, Nr.1351, 33 2001/171