Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03438.jsonl.gz/426

Amphetamine
Amphetamine sind synthetisch hergestellte Substanzen mit stimulierender Wirkung. Sie wirken auf das zentrale Nervensystem, indem sie die Ausschüttung von Noradrenalin und Dopamin auslösen. Zur Familie der Amphetamine gehört auch das oft als „Crystal Meth“ bezeichnete Methamphetamin, das bei gleicher Dosis fünfmal stärker wirkt.
Auf dem Schwarzmarkt wird Amphetamin zumeist unter der Bezeichnung „Speed“ als weisses (manchmal auch farbiges) Pulver oder in kristalliner Form angeboten. Eher seltener werden Tabletten verkauft.
Der Reinheitsgrad schwankt durch die Schwarzmarktbedingungen erheblich, der Wirkstoffgehalt liegt zwischen 10% und 80%.
Die Wirkungen und Nebenwirkungen sind individuell unterschiedlich. Sie hängen von vielen Faktoren wie Dosis, Reinheit, persönlicher Verfassung und Konsumumfeld ab. Als erwünschte Wirkung können sich Gefühle erhöhter Leistungsfähigkeit und Euphorie einstellen, oftmals aber auch Nebenwirkungen wie starke Unruhe, paranoide Gedanken und depressive Verstimmung, Herzrasen sowie Krämpfe. Bei hohen Dosen sind Halluzinationen möglich. Akute körperliche Gefahren sind Kreislaufversagen, Schlaganfälle, Organversagen und Zustände tiefer Bewusstlosigkeit. Eine unterschätzte Gefahr ist das Ansteigen der Körpertemperatur bis auf 41ºC mit lebensbedrohlicher Überhitzung und Austrocknung des Körpers als Folge. Nach Abklingen der Wirkung treten häufig ein extremes Schlafbedürfnis, depressive Stimmungen und Gereiztheit auf. Werden Amphetamine in höheren Dosierungen konsumiert, insbesondere bei intravenöser Injektion, kann es zu akuten Amphetamin-Intoxikationen kommen. Damit einhergehen können Angstzustände (Amphetamin-Psychosen), ein starker Anstieg des Blutdrucks mit erhöhter Gefahr von Hirnblutungen, Blutdruckabfall oder Krampfanfällen. Eine Amphetamin-Intoxikation kann zu Atemlähmung, Kreislaufkollaps und Tod infolge Herzversagens führen.
Zu den psychischen Folgen eines chronischen Amphetaminkonsums gehören depressive Verstimmungen mit Erschöpfungs- und Angstzuständen, Ruhelosigkeit, Gereiztheit und gesteigerte Aggressivität sowie Hemmungslosigkeit und fehlende Kritikfähigkeit. Weiter besteht das Risiko von Amphetamin-Psychosen, die bis zu einem Monat anhalten können. Bekannt ist ferner, dass chronisch Konsumierende manchmal stundenlang repetitiven, sinnlosen Tätigkeiten nachgehen.
Andere chemisch mit den Amphetaminen verwandte Substanzen wie etwa MDMA, MDA, DOM oder 2C-B zählen wegen ihrer andersartigen psychoaktiven Wirkungen nicht mehr zu den reinen Aufputschmitteln, sondern zu den Entaktogenen oder Halluzinogenen. Informationen über diese Drogen können aus dem Bereich zu Ecstasy entnommen werden.
Quelle: Sucht Schweiz