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Wohnen am Stadtgarten von Effretikon
Wohnen am Stadtgarten von Effretikon
Die Wohnbaugesellschaft Habitat 8000 konnte 2017 im Zentrum von Illnau-Effretikon zwei Liegenschaften erwerben, die innerhalb des Perimeters des Masterplans «Zentrumsentwicklung Bahnhof West» liegen. Der Masterplan schreibt die Erstellung eines Gestaltungsplans vor sowie die Durchführung eines Konkurrenzverfahrens zur Evaluation eines Projekts für ein Wohngebäude sowie einen Stadtpark. Planwerkstadt unterstützte die Eigentümerin Habitat 8000 bei der Organisation und Durchführung eines Studienauftrags.
Das 1914/1915 erbaute Corrodi-Haus ist im «Inventar schützens- und erhaltenswerte Bauten» der Stadt Illnau-Effretikon als schützenswert bezeichnet. Gemäss Empfehlung ist das Gebäude integral in Gestaltung, Form und Struktur sowie in seinem dazugehörigen Umfeld samt Pavillon zu erhalten.
Der Masterplan «Zentrumsentwicklung Bahnhof West» zeigt die städtebauliche Entwicklung für das Gebiet zwischen Bahnhof und Märtplatz und macht klare Vorgaben, welche es für den Studienauftrag zu berücksichtigen galt. Neben einem Baubereich für einen Neubau mit publikumsorientiertem Erdgeschoss ist die Erstellung eines öffentlichen Stadtgartens festgelegt. Zudem wird die Liegenschaft an der Bahnhofstrasse, das Corrodi-Haus, als schützenswert und als zu erhalten bezeichnet. Zur Erlangung von Projektvorschlägen für einen Wohnneubau, eine Erweiterung des Corrodi-Hauses wie auch für einen Stadtgarten entschied sich die Auftraggeberin für die Durchführung eines Studienauftrags mit fünf Planungsteams aus den Disziplinen Architektur und Landschaftsarchitektur. Aufgrund des öffentlichen Stadtgartens hat das Projekt für die Stadt Illnau-Effretikon eine hohe Bedeutung, weshalb die Stadt eng in das Verfahren eingebunden wurde.
Zweck des Masterplans «Zentrumsentwicklung Bahnhof West» ist es, eine koordinierte Entwicklung im Raum Bahnhof West zu ermöglichen und einen entsprechenden Rahmen abzustecken.
Siegerprojekt «Evergreen» für das kompakte Wohngebäude des Zürcher Büros HELLE Architektur GmbH (links). Siegerprojekt «Sanfelice» für den Stadtgarten (Situationsplan: Krebs und Herde GmbH Landschaftsarchitekten BSLA). Eine frei bespielbare Stadtwiese mit Zirkulationsflächen und Aufenthaltsorten an den Rändern.
Die Stadt hat sich mit ihrer Energiestrategie das Oberziel gesetzt, bis zum Jahr 2050 das Energieverbrauchsmodell der 2000-Watt-Gesellschaft umzusetzen. Habitat 8000 unterstützt diese Ziele und nimmt damit eine über die gesetzlichen Vorgaben gehende ökologische Verantwortung wahr. Es werden ressourcen- und klimaschonende Projekte erwartet, welche sich über den ganzen Lebenszyklus gesehen bewähren.
Der Wohnbau hat dem Zweck und dem Auftrag von Habitat 8000 gerecht zu werden, bezahlbaren Wohnraum zu erstellen. Aufgrund der Lage direkt beim Bahnhof sollen Wohnungen für mobile Singles und Paare angeboten werden. In Zusammenarbeit mit der Stadt und dem benachbarten Alters- und Pflegezentrum Bruggwiesen sind zudem Wohnungen für Senioren angedacht. Der im Masterplan vorgesehene öffentliche Stadtgarten hat einen zentralen Stellenwert bei der Entwicklung des Raums Bahnhof West, ist er doch der einzige öffentliche Freiraum und damit die grüne Oase im Zentrum von Illnau-Effretikon. Der Stadtgarten soll den Charakter eines Gartens der Generationen für alle Bewohner, aber auch für das ganze Quartier haben.
Anlässlich der Beurteilung diskutierte das Beurteilungsgremium die Beiträge. Es wurde deutlich, dass die einzelnen Beiträge in sich nicht das gleiche Potenzial bei dem Wohnbau/Erweiterung Corrodi-Haus und dem Stadtgarten aufwiesen. Das Beurteilungsgremium empfahl schlussendlich für den Wohnbau/die Erweiterung des Corrodi-Hauses und den Stadtgarten unterschiedliche Beiträge zur Weiterbearbeitung: für den Wohnbau/Erweiterung Corrodi-Haus das Projekt «EVERGREEN» des Büros HELLE Architektur GmbH, Zürich, und für den Stadtgarten das Projekt «SANFELICE» des Büros Krebs und Herde GmbH Landschaftsarchitekten BSLA, Winterthur. Diese Option war im Programm zum Studienauftrag explizit so ermöglicht worden.
Überführung in Gestaltungsplan
Mit der Überführung der beiden Siegerprojekte in ein abgestimmtes Richtprojekt Bauten und Freiraum wird die Grundlage geschaffen für das Gestaltungsplanverfahren «Wohnen am Stadtgarten», für welches Planwerkstadt beauftragt wurde. Um diesen umsetzen zu können, ist auch eine Teilrevision des benachbarten Gestaltungsplans «Stadthaus» notwendig. Die Aus- resp. Überarbeitung der beiden Gestaltungspläne erfolgt parallel.