Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03202.jsonl.gz/2556

Das eigentliche Glück aber findet ihr darin, dass ihr andere glücklich macht. Versucht, die Welt, jede Begegnung und jeden Ort ein bisschen besser zu verlassen als ihr sie vorgefunden habt.
Sir Lord Robert Stephenson Smyth Baden-Powell of Gilwell, kurz BiPi, ist der Gründer der Pfadfinderbewegung. Er wurde am 22. Februar 1857 in London als zwölftes von insgesamt vierzehn Kindern geboren. Im Alter von drei Jahren verlor er seinen Vater. Zu BiPis Hobbies zählten zeichnen, musizieren und Theaterspielen. Am liebsten hielt er sich jedoch in der Natur auf. Er nutzte jede freie Minute, um Spuren der Tiere zu suchen und den Wald kennenzulernen. In den Ferien ging er mit seinen Freunden oft zelten.
In der Schule war Baden-Powell kein sehr guter Schüler, dennoch bewarb er sich nach seinem Abschluss für die Armee. Überraschenderweise wurde er von insgesamt 700 Kandidaten Zweitbester bei der Kavallerie und Viertbester bei der Infanterie und trat so dem Militär bei, ohne die zweijährige Ausbildung an der Militärakademie Sandhurst absolvieren zu müssen. 1876 wurde Baden-Powell nach Indien versetzt, wo er in den Dschungel schlich und die wilden Tiere beobachtete. Später war er auch noch in Afghanistan, Zululand und Ashanti stationiert, wo er überall für seine innovativen Ideen und seine Fähigkeiten im Spurenlesen gelobt wurde. Aus diesem Grund erhielt er auch die Aufgabe die Spurenleser (Scouts) auszubilden. Dabei setzte BiPi weniger auf soldatische Formen, als auf Eigenverantwortung und kleine Gruppen. Er hielt den Soldaten keine langen Vorträge, sondern gab ihnen lediglich Tipps und Anregungen für die Problemlösung. „Learning by Doing“ nannte er dieses System, das er später in einem Buch genau beschrieb.
Endgültig berühmt wurde BiPi im Burenkrieg in Südafrika. Er verstand es den Gegner trotz zahlenmässiger Überlegenheit hinzuhalten und in den Truppen eine gute Stimmung zu verbreiten. Auch setzte er damals das erste Mal Jugendgruppen als Meldegänger ein. Baden-Powell war von dem Mut und der Eigenverantwortung der Jugendlichen begeistert.
Nach dem Krieg wollte sich Baden-Powell ganz der Jugenderziehung widmen, da er seine guten Eindrücke der Jugendlichen während des Kriegs weiter verfolgen wollte.
Vom 1. bis 8. August 1907 veranstaltete BiPi das erste „Pfadilager“ mit 21 Jungen aus allen sozialen Schichten auf der Insel Brownsea. Er teilte die Jungen in sogenannte Patrouillen ein. Den ältesten machte er jeweils zum Patrouillenführer. Jedem Patrouillenführer wurde während des gesamten Lagers die volle Verantwortung für seine Gruppe übertragen. Ausserdem lagerte jede Patrouille an einem eigenen Ort. Später berichtete er darüber: „Diese Einteilung in kleine Gruppen war das Geheimnis unseres Erfolgs.“
Am Tag schulte BiPi die Jungendlichen auf spielerische Art im Spurenlesen, Knoten binden und Orientierung. Zudem war er der Ansicht, dass sich die soziale Stellung hauptsächlich an Äusserlichkeiten unterscheidet, deshalb setzte er auf eine einheitliche Kleidung.
BiPi hielt alle seine Erfahrungen in dem Buch „Scouting for Boys“ fest, aufgrund dessen sich in ganz England und später in der ganzen Welt Pfadigruppen bildeten. Das Buch gilt heute als eines der bedeutendsten pädagogischen Werke des 20. Jahrhunderts.
1909 organisierte BiPi ein Pfadfindertreffen in London. Unter den rund 11‘000 Teilnehmern war auch eine Schar Mädchen. So entstanden die „Girl Scouts“, die zuerst von seiner Schwester Agnes und später von seiner Frau Olave St. Claire geleitet wurden.
Am 8. Januar 1941 starb BiPi fast 84-jährig in Nyeri, Afrika. Kurz vor seinem Tod hinterliess er im Brief an die Jungen der Pfadfinderbewegung ihre bis heute wichtigsten Sätze:
But the real way to get happiness is by giving out happiness to other people. Try and leave this world a little better than you found it…
Doch der wahre Weg, Glück zu erlangen, besteht darin, andere Menschen glücklich zu machen. Versucht, die Welt ein bisschen besser zurückzulassen, als ihr sie vorgefunden habt.
Robert Baden-Powell
Auf seinem Grabstein befindet sich ein Kreis mit einem Punkt darin. Es ist ein internationales Pfadfinderzeichen und bedeutet:
Ich habe meinen Auftrag erfüllt und bin nach Hause gegangen.
Quellenangaben:
„Das grosse Pfadfinderbuch“, Walther Hansen