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Das Comeback der Loom-Möbel
Auf den ersten Blick sehen Stühle und Sessel in Loom-Optik genau wie Rattanmöbel aus. Der grosse Unterschied ist allerdings, dass sie aus Papier gefertigt werden. Erfunden wurden sie bereits im Jahr 1917 von dem Amerikaner Marshall Burns Lloyd.
Ihre grosse Blütezeit hatten die Loom-Möbel in der Zeit von 1920 bis 1940. Damals wurden sie über zehn Millionen Mal verkauft. Jetzt feiern sie ein kleines Comeback.
Gezwirntes Packpapier dient als Flechtwerk
Papier gehört zu den wichtigsten Erfindungen der Menschheit überhaupt. Es wird aber nicht nur zum Bedrucken mit Schrift oder zum Einpacken von Waren verwendet, sondern immer wieder auch für die Produktion von Möbeln. Möbel aus Papier waren auch für Marshall Burns Llyod nichts Unbekanntes, denn sie wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts vor allem dann verwendet, wenn die Einfuhr von Bambus oder Rattan in die USA beschränkt war. Bekannt waren diese Möbel damals unter dem Namen „Art fibre“, und sie liessen sich in vielen Haushalten finden.
Innovativ war aber das Herstellungsverfahren von Burns Lloyd für seine Flechtwerk-Möbel: Um die Produktionsprozesse zu vereinfachen, liess er Rahmen und Flechtwerk getrennt voneinander herstellen und setzte als Hauptmaterial auf gezwirntes Packpapier. Um dies besser verarbeiten zu können, hatte der Amerikaner einen speziellen Webstuhl erfunden. Das fertige Flechtwerk wurde dann in einem weiteren Arbeitsschritt für den Rahmen zurechtgeschnitten und mit Nägeln oder Klammern an diesem befestigt. Da die verflochtenen Papierbahnen in grossen Rollen produziert wurden, hatten sie keine Ecken und Kanten, so dass ein Verhaken an Sitzfläche und Rückenlehne im Gegensatz zu den Rattanmöbeln nicht möglich war. Das Risiko, sich mit der Kleidung zu verfangen, bestand also bei den Loom-Möbeln nicht.
Möbel aus Loom-Technik werden heute verstärkt nachgefragt
Schnell konnte sich diese neue Möbel-Technik durchsetzen und hielt ihren Einzug nicht nur in Villen oder vornehmen Hotels. Auch in ärmeren Privathaushalten und auf Schiffen wurden die formschönen und sehr leichten Möbel geschätzt. Vor allem in England setzte ein regelrechter Boom ein, und heute lassen sich dort vereinzelt in Antiquitäten-Geschäften noch Originalstücke finden. Vor einigen Jahren wurde das Herstellungsverfahren für Loom-Möbel wiederentdeckt und wiederbelebt, und aktuell erleben die leichten Flechtmöbel ein kleines Comeback, denn die Nachfrage ist in den vergangenen Monaten stetig gestiegen. Imprägniert sind sie auch wetterbeständig und halten so manchem Regenguss stand.
Einsatzgebiete für die Loom-Möbel
Genau wie Rattanmöbel kommen Loom-Möbel sehr häufig im Garten zum Einsatz. Sehr schön machen sie sich aber auch in Wintergärten oder als gemütliche Esstisch-Sessel. Ein Schaukelstuhl aus Loom-Geflecht dagegen kann auch sehr gut eine Sitzgarnitur im Wohnzimmer ergänzen oder ist natürlich das perfekte Sitzmöbel für eine Veranda.
Oberstes Bild: © Thomas Bethge – Shutterstock.com