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Insgesamt sollen 70 Spieler in die Manipulationen verwickelt sein. Ihnen wird vorgeworfen absichtlich Matches verloren zu haben. Als Lohn sollen die Spieler mindestens 50’000 Dollar von Wettsyndikaten aus Russland und Italien erhalten haben. Konkrete Namen werden keine genannt, unter ihnen sollen aber auch mehrfache Grand-Slam-Sieger sein. Auch drei Partien in Wimbledon stehen offenbar unter Verdacht manipuliert worden zu sein. Eine Kerngruppe von 16 Spielern soll mehrmals an (wetttechnisch) hochverdächtigen Partien mitgespielt haben. Ein Top-50-Spieler, der am Australian Open teilnimmt, wird verdächtigt, mehrmals den ersten Satz in eigenen Spielen absichtlich verloren zu haben.
Wurde der Wettbetrug verdrängt?
Wettbetrug sei im Tennis “weitverbreitet”, so die BBC. Die britische Rundfunkanstalt bezieht sich auf bislang geheime Berichte, in dessen Besitz sie sei. Der Spielervereinigung ATP wird ausserdem vorgeworfen, die Manipulationen nicht zielstrebig zu untersuchen. Von den 70 verdächtigen Spielern sei nie einer belangt worden. Ganz neu sind die Vorwürfe allerdings nicht. Im Jahr 2008 wurde eine Task Force mit dem Namen “Tennis Integrity Unit (TIU)” gegründet, eine Art Wettbetrugs-Polizei. Dies nachdem dem Russen Nikolai Dawydenko (damals Nummer 4 der Welt) vorgeworfen wurde, er habe gegen den Aussenseiter Vassallo Arguello, die Nummer 87, absichtlich aufgegeben. Auf das Spiel gingen fast 10 Millionen Franken Wetten ein, das meiste Geld wurde auf einen Aussenseitersieg gesetzt. Dawydenko konnte allerdings nichts nachgewiesen werden, er wurde freigesprochen. Die TIU sperrte seither 18 Spieler, sechs davon lebenslänglich.
ATP bestreitet Vorwürfe
Aufgrund der Vorwürfe, sah sich der Präsident der Spielervereinigung ATP, Chris Kermode, veranlasst, eine spontane Medienkonferenz abzuhalten. “Ich weise die Beschuldigungen zurück, dass wir irgendwelche Dinge zurückhalten”, sagte er. “Wir brauchen aber Beweise”. Das es auch im Tennis zu Manipulationen komme, wollte Kermode nicht abstreiten. Das Risiko bestehe, wie in anderen Sportarten auch. “Die Manipulationen bewegen sich auf einem unglaublich niedrigen Niveau”, sagte der 51-jährige Kermode. (cas/si)