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Das Märchen vom Enten-Rennen
Es war einmal in unserer Gegend ein wunderhübsches Mägdelein mit Namen Bachy Luther. Sie wohnte in einem kleinen aber sauberen Häuschen mit grossem Garten. Dort hielt sie einen wundersamen Esel, der Eugen hiess. Eugen frass Gras, wie ein Esel. Und er frass Hafer wie ein Esel. Aber, und das war für einen Esel aussergewöhnlich: er trank Wein und spukte Gold.
Es war einmal in unserer Gegend ein wunderhübsches Mägdelein mit Namen Bachy Luther. Sie wohnte in einem kleinen aber sauberen Häuschen mit grossem Garten. Dort hielt sie einen wundersamen Esel, der Eugen hiess. Eugen frass Gras, wie ein Esel. Und er frass Hafer wie ein Esel. Aber, und das war für einen Esel aussergewöhnlich: er trank Wein und spukte Gold.
von Dr. Manfred Küng, Weinbauer
Nicht viel, er spukte ein Goldstück pro Tag und trank ein Glas Wein pro Tag, aber es musste einerseits Solothurner Wein sein und er musste anderseits biologisch hergestellt sein. Deshalb nannten ihn die Erwachsenen „Biowein – Eugen“, was alle Kinder auf „Biogen“ verkürzten. Bachy Luther kaufte den Wein bei einem Weinbauern in der Nachbarschaft. Der lieferte weissen Biowein Chardoris aus Erlinsbach im Kanton Solothurn und Bio Rose-Schiller-Wein und Rotwein aus der Traube Regent gewachsen in Kriegstetten im Kanton Solothurn. Davon gab er auch dem Schumacher Hugo als Preis für das Enten-Rennen.
Bachy Luther hatte einen düsteren Onkel, der meistens schwarze Kleider trug, um seine schwarzen Gedanken zu verdecken. Sein Name war Bin Ochsn. Onkel Bin Ochsn hatte einen adligen Vetter den in die Jahre gekommenen Baron Frei von Sinn von und zum alten Stettli. Der hütete ein düsteres Geheimnis: hinter dem Stettli gab es ein stinkiges Güllenloch den Stadtmist, der die Luft verpestete und die Flüsse vergiftete. Die Grafen, Barone und Herzöge Land auf und Land ab beklagten sich beim König über das stinkende Güllenloch, so dass schliesslich der Rat der Weisen beschloss, dass Güllenloch müsse saniert werden. Doch das war teuer: 220 Millionen Goldstücke sollte es kosten. Der Baron Frei von Sinn hatte in den letzten 20 Jahre den höchsten Lohn aller Grafen, Barone und Herzöge Land auf und Land ab aus der Stadtkasse bezogen, nämlich 400’000 Goldstücke jedes Jahr, und es blieb im alten Stettli zuwenig Geld in der Kasse, um die Sanierung des Stadtmists zu bezahlen. Was tun?
Eigentlich hatte der böse Onkel Bin Ochsn die hübsche Bachy Luther mit dem König von Griechenland verheiraten wollen. Das ging aber nicht, weil Bachy Luther nur einen Goldesel und nicht ein ganzes Dutzend hatte.
Da hatte der böse Onkel Bin Ochsn eine grandiose Idee: er wollte den gleich hohen Lohn wie der Baron Frei von Sinn aus der Stadtkasse bezahlt bekommen. Dafür wollte er die Enten vom Enten-Rennen rupfen, braten und verkaufen und zudem die hübsche Bachy Luther mit dem viel zu alten Baron Frei von Sinn verheiraten. Und als Mitgift sollte der Goldesel Biogen mit seinen Goldstücken für die Sanierung des Stadtmists bezahlen. Der böse Onkel Bin Ochsn lobte bei Bachy Luther den alten Baron Frei von Sinn. Er verschwieg aber, dass dieser bei allen Gesprächen ständig einschlief und auch sonst ein Langweiler war. Und er verschwieg vor allem, dass der Baron Frei von Sinn mehr Schulden vom Stadtmist als Haare auf dem Kopf hatte. Und diese Schulden sollte Bachy Luther mit ihrem Goldesel bezahlen.
Doch Bachy Luther war aber nicht nur ein hübsches, sondern auch ein kluges Mädchen. Sie hatte nämlich auf dem Internet unter www.iuni.ch bei den Videos den Stadtmist angeschaut und war nun voll informiert. Sie liebte ihren Goldesel „Biogen“ viel zu sehr, um diesen den ganzen Tag für die Sanierung des stinkenden Güllenlochs des Barons Frei von Sinn schuften zu lassen. Und sie sagte sich, sie wolle ihren lieben Goldesel „Biogen“ nicht gegen einen alten Esel eintauschen. Und von einer Heirat mit einem alten Esel wollte sie schon gar nichts wissen. Da sagte sie klar und deutlich: Frei bleiben und Nein zu Fusion und Heirat!
Wenn Bachy Luther durch Heirat nicht gestorben ist, so lebt sie noch heute frei und glücklich mit ihrem Goldesel „Biogen“ und trinkt auch selber hie und da ein Glas Wein, aber nur solchen aus dem Kanton Solothurn. Und die Enten werden nicht gerupft und gebraten, sondern rennen weiter frei und unabhängig!