Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03381.jsonl.gz/2662

Der grosse Vorteil der digitalen Fotografie ist, dass das Ergebnis sofort im Anschluss auf dem Kameradisplay gesichtet werden kann. Allerdings kann das Kameradisplay täuschen. Einflussfaktoren, wie das Umgebungslicht, eine Schutzfolie oder die Helligkeitseinstellung des Displays, können die Wirkung der Aufnahme beeinflussen. So kann es passieren, dass die Aufnahme auf dem Display der Kamera dunkler oder heller wirkt, als sie tatsächlich ist.
Um dieser Täuschung zu entgehen, ist es hilfreich, einen Blick auf das Histogramm zu werfen. Was auf dem Histogramm zu sehen ist, und wie Sie dieses einsetzen, erfahren Sie hier.
Lesen eines Histogramms
Das Histogramm ist die Darstellung aller Tonwerte einer Aufnahme in Form einer Kurve. Dieses lässt sich in drei Bereiche unterteilen – die Tiefen, die Mitteltöne und die Lichter.
Unter den Tiefen werden die dunklen Töne des Bildes verstanden. Diese werden immer auf der linken Seite des Histogramms dargestellt. Auf der rechten Seite finden sich die Lichter und somit die hellen Töne der Aufnahme. Der mittlere Bereich stellt alle Mitteltöne dar. Folglich werden die Tonwerte in dem Histogramm von links nach rechts immer heller.
Auf das Histogramm lässt sich sowohl nach dem Drücken des Auslösers in der Bildervorschau, als auch während der Nutzung des Live-View-Modus zurückgreifen, um die Belichtung direkt vor Ort zu überprüfen. Oft lässt sich diese Funktion durch die Info-Taste der Kamera aktivieren.
Interpretieren des Histogramms
Fällt der erste Blick auf ein solches Histogramm, ist nur eine Kurve zu sehen, die meist einer Berglandschaft ähnelt. Hierbei stellt sich die Frage, wie die Kurve aussehen muss, damit die Belichtung gelungen ist.
Von einer ausgewogenen Belichtung wird gesprochen, wenn sich die Kurve über alle Tonwertbereiche erstreckt und sie weder auf der linken noch auf der rechten Seite anstösst.
Verlagert sich die Kurve im Histogramm auf die linke Seite, ist das Bild sehr dunkel. Stösst die Linie zudem an den linken Rand, ist die Aufnahme unterbelichtet.
Bei einer Überbelichtung verhält sich die Kurve umgekehrt. Je weiter oben die Kurve an einen der Ränder grenzt, desto stärker sind die unter- oder überbelichteten Flächen vertreten. Diese Bildbereiche können nachträglich nicht korrigiert werden. Über- und unterbelichtete Bildbereiche enthalten keine weiteren Informationen, auf die das Bildbearbeitungsprogramm zugreifen könnte. Bei einer Überbelichtung wird hierbei vom Ausbrennen gesprochen.
Um bei der Nachbearbeitung aus den Vollen schöpfen zu können, wird ein Histogramm benötigt, das sich über alle Tonwerte erstreckt – ähnlich wie in der ersten Abbildung.
Fazit
Das Histogramm ist eine fotografische Grundlage, die vermehrt in Vergessenheit gerät. Durch das Histogramm muss die Einschätzung der Belichtung nicht mehr einzig und allein nach der Darstellung auf dem Display erfolgen. Folglich ist das Histogramm eine verlässliche Unterstützung für gelungene Aufnahmen.
Sollte eine Aufnahme, trotz eines zufriedenstellenden Histogramms, nicht den optischen Ansprüchen genügen, bietet die vielfältige Verteilung der Tonwerte einer Aufnahme ein grosses Bearbeitungsspektrum.