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Das Unglück galt als eine der schwersten Flüchtlingskatastrophen im Mittelmeer: Bei einem Bootsunglück vor der Küste Libyens im April 2015 kamen zwischen 800 und 900 Menschen ums Leben. Nur 28 Menschen konnten sich retten.
Ein Gericht im italienischen Catania sprach am Dienstag den tunesischen Kapitän des Schiffs Mohammed Ali Malek wegen vielfachen Totschlags, Menschenhandels und Verursachung der Tragödie für schuldig - sein syrischer Helfer lediglich wegen Menschenschmuggels. Dieser wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt. Beide hatten ihre Unschuld beteuert.
Am 18. April 2015 ereignete sich eine der schlimmsten Flüchtlingskatastrophen im Mittelmeer mit mehreren hundert Toten. Ein voll besetztes Fischerboot kenterte etwa 130 Kilometer vor der libyschen Küste. Das Boot hatte einen Notruf abgesetzt, woraufhin der portugiesische Frachter «King Jacob» zur Hilfe eilte. Als dieser sich näherte, stürmten die Migranten alle auf eine Seite des Bootes, das dann umkippte.
Noch immer ist nicht abschliessend klar, wie viele Menschen bei dem Unglück starben. Die italienische Marine hatte nach eigenen Angaben zunächst 169 Leichen aus dem Meer geborgen. Im Juni 2016 wurde das Schiff vom Meeresgrund aus 370 Metern Tiefe gehoben. 675 weitere Leichen wurden in dem Wrack entdeckt, allein 458 im Frachtraum. Es war im April 2015 das zweite schwere Unglück im Mittelmeer innerhalb von nur einer Woche. (SDA/nbb/kra)Publiziert am 13.12.2016 | Aktualisiert am 14.12.2016