Document ID: a57be2a6-e932-473d-8f94-644e18953c8f

Microsoft Word - 8.1-10.3.docx   Interkantonales Publikationsorgan iSR 8.1-10.3        1     Konkordat der Kantone Uri, Schwyz und Zug  betreffend die psychiatrische Versorgung  (Psychiatriekonkordat)   Erster Beitritt am: 28.09.2016 (Stand: 01.07.2017)   Bemerkungen   Kanton Bemerkungen      Änderungs- und Beitrittstabelle   Erstfassung:   Erster Beitritt Inkrafttreten Fundstelle iCR  28.09.2016 01.07.2017 –     Kanton Beitritt Inkrafttreten Fundstelle  UR 28.09.2016 01.07.2017 SZ 28.03.2017 01.07.2017 GS 24-90  ZG 02.03.2017 01.07.2017 GS 2017/022       Kanton Zug 826.162  Konkordat der Kantone Uri, Schwyz und Zug betreffend  die psychiatrische Versorgung (Psychiatriekonkordat)  Vom 17. März 2016 (Stand 1. Juli 2017)  1. Zweck und Rechtsform  Art.  1 Zweck 1 Die Kantone Uri, Schwyz und Zug stellen gemeinsam die stationäre, teil­ stationäre und ambulante psychiatrische Versorgung sicher.  Art.  2 Rechtsform 1 Die   Kantone   bilden   unter   dem   Namen   «Konkordat   der   Kantone   Uri, Schwyz und Zug betreffend die psychiatrische Versorgung (Psychiatriekon­ kordat)» eine öffentlich­rechtliche Körperschaft. 2 Die Körperschaft hat eigene Rechtspersönlichkeit mit Sitz in Zug.  2. Organisation des Konkordats  Art.  3 Organe 1 Organe des Konkordats sind: a) die Regierungen der drei Kantone; b) der Konkordatsrat.  Art.  4 Zusammensetzung des Konkordatsrats 1 Der Konkordatsrat besteht aus sieben Mitgliedern. 2 Uri und Schwyz bestellen je zwei, Zug drei Mitglieder. Die Kantone sind für deren Entschädigung zuständig. 3 Die Präsidentin oder der Präsident des Konkordatsrats ist die Vorsteherin oder der Vorsteher der zuständigen Direktion des Kantons Zug. Diese führt auch das Sekretariat.  GS 2017/022 1    826.162  Art.  5 Aufgaben der Regierungen 1 Die Regierungen: a) genehmigen die Leistungsaufträge des Konkordats und beschliessen  die damit verbundenen Ausgaben; b) genehmigen die Geschäftsordnung des Konkordatsrats; c) gewähren Garantien für Verbindlichkeiten der Betriebsgesellschaft; d) sind für alle weiteren Geschäfte des Konkordats zuständig, die nicht  ausdrücklich dem Konkordatsrat zugewiesen sind. 2 Ein Beschluss gemäss Abs. 1 benötigt die Zustimmung aller drei Regie­ rungen. 3 Die Regierungen entscheiden bei Geschäften gemäss Abs. 1 Bst. a bis c abschliessend.  Art.  6 Aufgaben des Konkordatsrats 1 Der Konkordatsrat: a) verabschiedet die psychiatrische Versorgungsplanung abschliessend; b) erteilt ausschliesslich die Leistungsaufträge im Rahmen des gemein­  sam definierten Bedarfs; c) erlässt die Geschäftsordnung des Konkordatsrats; d) verabschiedet Bericht und Antrag an die Regierungen zur Gewährung  von Garantien und zu weiteren Geschäften; e) unterbreitet  den Regierungen zuhanden der Aktionariatsvertretungen  Wahlvorschläge für die Mitglieder des Verwaltungsrats der Betriebs­ gesellschaft.  2 Ein Beschluss gemäss Abs. 1 benötigt die Mehrheit der Stimmenden. 3 Der Konkordatsrat entscheidet abschliessend über Ausgaben für die Vor­ bereitung der Geschäfte gemäss Abs. 1. Diese Ausgaben tragen die Kantone wie folgt: a) Uri: 10 Prozent; b) Schwyz: 45 Prozent; c) Zug: 45 Prozent.  2    826.162  3. Betriebsgesellschaft  Art.  7 Sitz und Zweck 1 Die   Kantone   gründen   eine   gemeinnützige   Aktiengesellschaft   gemäss Art. 620 Abs. 3 OR1) (Betriebsgesellschaft) mit Sitz in Zug. 2 Aktionäre sind Uri, Schwyz und Zug. 3 Die Betriebsgesellschaft führt stationäre, teilstationäre und ambulante psy­ chiatrische Einrichtungen und Dienste. Sie kann weitere Leistungen erbrin­ gen.  Art.  8 Aktienkapital und Aktien 1 Das Aktienkapital beträgt 5 Millionen Franken und ist wie folgt eingeteilt: a) 2000 Aktien Kategorie A zu 2000 Franken Nennwert; b) 2000 Aktien Kategorie B zu 500 Franken Nennwert. 2 Alle Aktien lauten auf den Namen und sind voll einbezahlt. 3 Jede Aktie gibt das Recht auf eine Stimme und auf einen ihrem Nennwert entsprechenden Anteil am Liquidationsergebnis.  Art.  9 Liberierung und Aktienverteilung 1 Das Aktienkapital  wird durch eine Bareinlage liberiert.  Zur Liberierung leistet  Uri  eine  Bareinlage  von 500'000 Franken,  Schwyz  von 1'650'000 Franken und Zug von 2'850'000 Franken (total 5'000'000 Franken). 2 Die Kantone erhalten Aktien wie folgt: a) Uri: 200 Aktien Kategorie A und 200 Aktien Kategorie B; b) Schwyz: 500 Aktien Kategorie A und 1300 Aktien Kategorie B; c) Zug: 1300 Aktien Kategorie A und 500 Aktien Kategorie B.  Art.  10 Garantien 1 Die Regierungen können der Betriebsgesellschaft für ihre Verbindlichkei­ ten unentgeltliche Garantien gewähren. 2 Die Anteile tragen die Kantone wie folgt: a) Uri: 10 Prozent; b) Schwyz: 45 Prozent; c) Zug: 45 Prozent.  1) SR 220  3  http://www.lexfind.ch/link/Bund/220/de   826.162  4. Klinikgrundstück  Art.  11 Eigentum 1 Zug kauft das Grundstück Nr. 4963, Gemeinde Zug, vom Verein Barmher­ zige Brüder Zug zu Alleineigentum, zum Preis von 18 Millionen Franken.  Art.  12 Baurecht 1 Auf dem Grundstück Nr. 4963 besteht für die gesamte Fläche und für alle Bauten und Anlagen ein selbständiges und dauerndes Baurecht für 100 Jah­ re. Dieses wird entschädigungslos auf die Betriebsgesellschaft übertragen. 2 Zug verpflichtet sich, mit der Betriebsgesellschaft rechtzeitig vor Ablauf des Baurechts über eine Verlängerung um weitere 100 Jahre zu verhandeln (Art. 779l ZGB1)). 3 Wird das Baurecht nicht erneuert, fallen die Bauten und Anlagen Zug an­ heim. Die Heimfallentschädigung (Art. 779d ZGB) beträgt 100 Prozent des Verkehrswerts aller Bauten und Anlagen zum Zeitpunkt des Heimfalls. 4 Die Betriebsgesellschaft bezahlt jährlich einen Baurechtszins. Dieser be­ rechnet sich jährlich auf der Basis des nominellen Kaufpreises von 18 Mil­ lionen Franken nach dem Jahresmittel der 10­Jahres­Kassazinssätze der Ob­ ligationen  der  Eidgenossenschaft.  Es  wird  der  Durchschnittswert   für   die zehn vorangehenden Jahre zugrunde gelegt.  5. Verschiedene Bestimmungen  Art.  13 Übertragung des Klinikbetriebs und der Dienste 1 Der Klinikbetrieb wird mit ausgeglichener Bilanz zu Buchwerten und ent­ schädigungslos auf die Betriebsgesellschaft übertragen. 2 Die Kantone stellen sicher, dass die Dienste mit Sitz in ihrem Kanton mit ausgeglichener   Bilanz   zu   Buchwerten   und   entschädigungslos   auf   die Betriebsgesellschaft  übertragen  werden.  Davon ausgenommen sind Even­ tualverpflichtungen   gegenüber   der   Personalvorsorgeeinrichtung   der Betriebsgesellschaft.  Jede Regierung entscheidet  über allfällige Ausgaben zum Ausgleich der Bilanz abschliessend.  1) SR 210  4  http://www.lexfind.ch/link/Bund/210/de   826.162  Art.  14 Kündigung des Konkordats 1 Jeder   Kanton   kann   das   Konkordat   mit   einer   Kündigungsfrist   von   drei Jahren auf Ende eines Kalenderjahrs kündigen. 2 Ein austretender Kanton hat keinen Anspruch auf Rückerstattung bereits geleisteter Beiträge. Abs. 3 und 4 bleiben vorbehalten. 3 Ein austretender Kanton bietet seine Aktien zum Nennwert und nach Be­ teiligung am Aktienkapital den verbleibenden Kantonen an. 4 Nehmen die verbleibenden Kantone das Angebot an, wird das Konkordat entsprechend angepasst. 5 Lehnt einer der verbleibenden Kantone das Angebot ab, wird das Konkor­ dat  mit  Ablauf der  Kündigungsfrist  aufgehoben.  Die Betriebsgesellschaft wird verkauft oder liquidiert. Der Erlös wird den drei Kantonen im Verhält­ nis zu deren Beteiligungen am Aktienkapital verteilt.  Art.  15 Übergangsbestimmungen 1 Die   zum Zeitpunkt  des   Inkrafttretens  dieses  Konkordats  gültigen  Leis­ tungsaufträge der Konkordatskantone für ambulante, teilstationäre und sta­ tionäre psychiatrische Einrichtungen und Dienste bleiben bis zum Inkraft­ treten der Leistungsaufträge des Konkordats gültig. 2 Der Konkordatsrat erteilt die Leistungsaufträge nach Art. 6 Abs. 1 Bst. b erstmals bis spätestens am 31. Dezember 2018. 3 Der  Konkordatsrat  kann an Stelle  der  Betriebsgesellschaft  bis zu deren Gründung notwendige Rechtshandlungen vornehmen.  Art.  16 Aufhebung bisherigen Rechts 1 Das Psychiatriekonkordat vom 29. April 1982 wird mit dem Inkrafttreten dieses Konkordats aufgehoben.  Art.  17 Inkrafttreten des Konkordats 1 Das Konkordat tritt nach Zustimmung der zuständigen Organe aller drei Kantone am 1. Juli 2017 in Kraft.  Vom Landrat des Kantons Uri genehmigt am 28. September 2016   Vom Kantonsrat des Kantons Schwyz genehmigt am 28. März 2017  5    826.162  Änderungstabelle ­ Nach Beschluss  Beschluss Inkrafttreten Element Änderung GS Fundstelle 17.03.2016 01.07.2017 Erlass Erstfassung GS 2017/022  6    826.162  Änderungstabelle ­ Nach Artikel  Element Beschluss Inkrafttreten Änderung GS Fundstelle Erlass 17.03.2016 01.07.2017 Erstfassung GS 2017/022  7